An RSD/ RE ONCE W. Heise. 18 70. 1066 کارت [ Hannoversches Kirchen- Geſangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln. Auf Seiner Königlichen Majestät Allergnädigsten Befehl herausgegeben. Mit Königlichem Allergnädigsten Privilegio. ( 3um Besten des Calenberg- Grubenhagenschen Waisen- Institute.) Stereotyp- Ausgabe. Hannover. Gedruckt und zu bekommen in der Schlüter'schen Hofbuchdruckerei. Gb 1066 m schudtsds squnduls grish the riding ipinit mbilginti sah jik dagog Buloh IS INS stanite pumbulmine and mp3 m ustodido on Inhalt. III nel Die Zahlen bedeuten die Nummern der Gesänge. 1. Lobgesänge. 2. Sonntagsgesänge. 3. Bei dem Anfange der Woche 4. Bei dem Schlusse der Woche. I. Lob- und Wochengesänge. . tabrgtemohle ne II. Festgesänge. ● ● ● na& 1583 and nofte 1-35. 1020-1034. . 36-51. 1035. 1036. 52. 53. werede astmonte me not . 1. Bei dem Anfange des Kirchenjahrs 2. Adventsgefänge 3. Weihnachtsgesänge 4. Neujahrsgesänge 5. Auf das Fest der Erscheinung Chriſti 6. Auf das Fest der Darstellung Christi im Tempel 7. Auf das Fest der Menschwerdung Christi 8. Passionsgesänge 9. Ostergesänge 10. Auf das Fest der Himmelfahrt Christi. 11. Pfingstgesänge... 12. Von dem dreieinigen GOtt 10. 11. 31. 216-224. 1030. 1031. 601) home a • ● • ● 54. 55. 56-64. 1037. 1038. 65-84. 1039-1043. 85-94. 1044. 1045. 95-98. 99. 100. 101-103. 1046-1055. 104-175. 176-193. 1056-1061. 194-200. 1062. 1063. 201-215. 1064-1070. .. IV 13. Von dessen Wesen und Eigenschaften 225-238. 1025. 1027-1029. 4. Am Johannisfeste 15. Am Tage der Heimsuchung Mariä 16. Am Michaelisfeste 17. Am Reformationsfeste. Inhalt. 1. Von der Liebe GOttes, als der Quelle derselben III. Von GOttes Werken und Wohlthaten. 2. Von dem Werke der Schöpfung. 3. Von den Wohlthaten der Vorsehung GOttes 4. Von dem Werke der Erlösung. 5. Von dem Werke der Heiligung... Jos. 6. Von der Gnadenwahl.. aco: E01 IV. Von den Gnadenmitteln. t. Vom Worte GOttes 2. Bom Gebete 3. Von den Sakramenten überhaupt a. von der Taufe . 81010 Confirmationslied b. bom heiligen Abendmahle. 4. Von der christlichen Kirche . • • • 239. 240. 241-245. 467.1075. 246-253. 1028. 1029. 254-264. 1026. 265-280. 281-311. 312-373. 374-376. 377-398. 1071-1074. 399-417. 1076-1081. 418. 419. 420-429. 1082 a u. b. 430-462. 1083-1090. 463-485. dan mi Hinda phobia Hom V. Von den Pflichten des Menschen. 1001-0701 801- att 1. Von der wahren Buße und Bekehrung 486-553. 1091-1095. 2. Bom Glauben 554-573. 1096-1100. 3. Vom christlichen Wandel überhaupt 574-607. 1101-1106. Inhalt. 4. Von einzelnen christlichen Tugenden, und zwar a. von solchen, die das unmittelbare Verhalten gegen GOtt betreffen, als Erkenntniß GOttes, Andacht, Furcht GOttes u. s. w. 608-674. 1107-1121. b. von solchen, die Hülfsmittel dazu sind, als Selbstverleugnung u. s. w. C. von denen, die man gegen den Nächsten auszuüben hat, als Nächstenliebe, Barmherzigkeit u. s. w. 1. Vom Falle des Menschen 2. In gemeiner Noth 3. Trostlieder● d. von denen, die unfre eigne Wohlfahrt beför= dern, als Keuschheit, Mäßigkeit u. s. w. 1. Morgenlieder. 2. Tischgesänge 3. Abendlieder . . VI. Von dem menschlichen Elende. • . . VII. Von den vier letzten Dingen. . 1. Vom Tode und Sterben 2. Von der Auferstehung der Todten 3. Vom jüngsten Gerichte. 4. Von der Ewigkeit überhaupt. 5. Von der Hölle 6. Vom Himmel VIII. Morgen-, Tisch- und Abendgesänge. $ 1 • . . • 675-704. 705-718. 1122-1135. •. V 719-735. 1136-1150. 736-750. 751-802. 803-884. 1151-1158. 885-925. 1159-1165. 926-929. 1166-1168. 930-940. 1169-1171. 941-943. 944-949. 950-959. 1172-1175. 960-975. 976-981. 982-998. VI IX. Berufs-, Standes- und Reiselieder. 1. Für jeden Stand insgemein 2. Für die drei Hauptstände Inhalt. 3. Für einige einzelne Gewerbe, aud) alte Beute 4. Reisegesänge. 2740 6TH- STIL OFV 020 . . 999-1001. 1002-1012. 1013-1016. 1017-1019. ni mital nie and not ITY. agnolandades dun pie 017 nhimm im om patch foto ndal nd Ing Danied By Bosan dull 054 I. Lob- und Wochen- Gesänge. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. obt GOtt mit vollem schalle, dantand die 1.2 freaturen alle, So weit die sonne geht! Verehrt sein heiligthum, So weit der himmel reichet; Was erd' und meer durchstreichet, Erhebe seinen ruhm! 2. Ihr reinen himmels- geister, Erwedket euren fleiß, Gebt eurem HErrn und meister Dank, ehre, lob und preis! Stimmt dreimal heilig an, Ihr schnellen seraphinen! Lobt ihn ihr cherubinen, Lob' ihn, was loben fann! I. Lob- Gesänge und zwar Aufmunterungs- Lieder zum Lobe GOttes. 3. Was odem hat und lebet, Was sich bewegt und regt, Was in den lüften schwebet Und was der himmel trägt, Sei überall bemüht, Den höchsten GOtt zu loben, Der aus den wolken oben, Auf sein geschöpfe fieht. Habt implied in the 4. Der HErr ist groß und mächtig, Coll heiligkeit und ruhm; Es stehet alles prächtig In seinem heiligthum. Er läßt es löblich gehn, Und führt das reich gewaltig; Er läßt uns mannigfaltig In seiner aufficht stehn. 5. Drum lobt, erlöste seelen, Drum lobt den HErrn der welt; Helft dessen ruhm erzählen, Der euch erschuf, md: 1512 erhält, In Christo JEsu liebt, Euch durch sein blut erkaufet, Auf dessen giebt. 6. Lobt euren GOtt, berather, Und besten herzens- freund, Der's auch, als treuer vater, Im freuze redlich meint, Das er euch auferlegt; Laßt uns in solchen proben Ihn dennoch findlich loben, Weil er aus liebe schlägt. 7. Er ist getreu den seinen, Zernicht't der feinde spott. Wenn seine finder weinen, So bleibt er doch ihr GOtt; Wenn der verfolger schlägt, Wenn satan tobt und wüthet, So wird sein volk behütet, Durch den, der alles trägt. 8. Lob, ehre, macht und stärke Sei dir, o GOtt, bereit, Denn deine weg' und werke, Sind voll von herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, Merk auf sein schwaches lallen, Und laß dir's wohlgefallen, Erhör' uns gnädiglich! 9. Dort soll es besser klingen, Dort hört die schwachheit auf. Dort hält erst unser singen llnd loben steten lauf. Dort, wo vor deinem thron Dich zungen, stimmen, weisen Der auserwählten preisen, Preist dich auch unser ton. 1 2 Lob- Gesänge und zwar 10. Wir bringen hier nun alle gnaden auf, O treuer vater, merke Dank, weisheit, stärke, fraft Und| drauf. preis mit vollem schalle Dir, HErr, der alles schafft. Es mache feld und wald, Luft, erde, meer und himmel Ein freudiges getümmel, Das bis zu GOtt erschallt. Mel Nun jauchzt dem HErrn 2c. 2. Kom Pommt menschen= finder, rühmt und preist GOtt bater, schn und heil'gen geist, Die allerhöchste majestät, Vor deren augen ihr jest steht. 2. Macht mit vereinter zung' und mund Des theuren baters größe fund; Stimmt mit verstand und willen ein, Und laßt das herz voll andacht sein. CU 7: 3. Der HErr, den erd' und himmel ehrt, Der ist es, ja, der ist es werth, Daß nicht ein tag vorüber geht, Da man nicht dankend vor ihm steht. 10. Als HErr und schöpfer sei gepreist, So lange man uns menschen heißt: Du giebst das leben, nährst uns wohl, und machst uns deines fegens voll. aller welt, Bor dir man billig niederfällt: Denn was dein blut an uns ge= than, Ist mehr, als man verdanken fann. 12. O geist, du kehrest bei uns ein, Drum soll dein ruhm unendlich sein, Drum ist dein lob, wie deine treu Und gnade, täglich bei uns neu. 13. Nimm an das lob in dieser zeit, heiligste dreieinigkeit, Ver schmähe nicht das arme lied, Und schent uns segen, heil und fried. 14. Wann kömmt der tag, wann kömmt die zeit, Da man, von aller noth befreit, Dir ewig halleluja bringt, Und heilig, heilig, heilig fingt? 4. Dies ist der engel edles amt, Die Wollt ar einst engeln ähnlich ſein, So 3. Behr Aus freudigem schidet euch schon jetzt darein. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. ringt dem lob 5. Die welt, die ganz im argen liegt Und uns durch tausend list betrügt, Hält zwar von GOttes lob nicht viel, Weil eigen- lob ihr eitles ziel. gemüthe, Ein jeder GOttes ruhm vermehr', Und preise seine güte. Er macht uns frei von aller noth, Drum lobet ihn, drum lobet GOtt, Und danket seinem namen. 6. Wir selbst, da wir im fleische sind, Wenn uns nicht GOttes geist entzünd't, Bergessen GOttes ruhm gar sehr, Der klage- lieder hört man mehr. 2. Lobt GOtt, und rühmet allezeit, Die großen wunder- werke, Die majestät und herrlichkeit, Die weißheit, kraft und stärke, Die er beweist in aller welt, Dadurch er alle ding' 7. Denn unser unvergnügtes herzerhält: Drum danket seinem namen. Macht ohne noth sich manchen schmerz Und denkt indeß gar wenig dran, Wie viel der HErr an uns gethan. 8. Doch jetzt, o HErr, macht herz und mund Dein lcd, weil du uns rührest, fund; Im schmuck des glaubens opfern wir Die farren unsrer lippen dir. 3. Lobt GOtt, der uns erschaffen hat, Der seele, leib und leben Aus lauter väterlicher gnad Uns allen hat gegeben, Der uns durch seinen engel schüßt, Der täglich giebet was uns nüßt: Drum danket seinem namen. 9. Hör' an den schwachen preis und ruhm Von deinem volk und eigenthum: Nimm unser lied in 4. Lobt GOtt, er schenkt uns sei= nen sohn, Der selbst für uns gestor= ben, Der uns die sel'ge lebensfron' Durch seinen tod erworben, Der wor= den ist der höllen gift, Der frieden hat Aufmunterungs- Lieder zum Lobe GOttes. 3 mit GOtt gestift't: Drum danket sei-| sohn, Sammt GOtt dem werthen heil'gen geift Sei nun und immerdar gepreist. nem namen. 5. Lobt GOtt, der in uns durch den geist Den glauben angezündet, Und alles gute noch verheißt, Uns stärket, Mel. GOtt des himmels und 2c. erleuchtet durch sein wort, Regiert und 5. Alle welt, was lebt und webet, treibt zum guten fort: Drum danket seinem namen. Was in feld und häusern ist, Was nur stimm' und zung'erhebet, Jauchze GOtt zu jeder frist. Dienet ihm, wer dienen fann, kommt mit lust zu ihm heran. 2. Sprecht: der HErr ist unser meis ster, Er hat uns aus nichts gemacht, Er hat uns, so leib als geister, An das licht hervorgebracht, Wir sind seiner allmacht ruhm, Seine schaf und eigenthum. 6. Lobt GOtt, er hat dies gute werk Selbst in uns angefangen, Bollführt es auch, giebt fraft und stärf', Das kleinod zu erlangen, Das er uns allen dargestellt, Und bloß den gläub'gen vorbehält: Drum danket seinem namen. 7. 2obt GOtt, ihr starken seraphim, Nebst fürstenthum und thronen! Es loben GOtt mit heller stimm, Die hier auf erden wohnen. Lobt GOtt, und preist ihn früh und spat, Ja alles, was nur odem hat, Das danke seinem namen. 4. Nun jauchzt dem HErren alle welt, Kommt her, zu seinem dienst euch stellt, Kommt mit frohloden, säumet nicht, Kommt vor heilig 3. Er hat uns ferner wohl bedacht Und uns zu seinem volk gemacht, Zu schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute weid'. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, Kommt, geht zu seinen thoren ein Mit loben durch der psalmen klang, 3u seinem vorhof mit gesang. 2. Erkennet, daß GOtt unser HErr, 6. ist sehr freundlich; Es iſt ſehr obet Denn er Der uns erschaffen sich zur ehr', Und nicht wir selbst: durch GOttes gnad' Ein jeder mensch sein leben hat. köstlich, unsern GOtt zu loben:: Sein lob ist schön und lieblich anzuhören: Lobet den HErren:,. 2. Singt geg'n einander:: Dem Herren mit danken; Lobt ihn mit harfen, unsern GOtt den werthen:,: Denn er ist mächtig und von großen Präften: Lobet den HErren:,: 5. Dankt unserm GOtt, lobsinget ihm, Rühmt seinen nam'n mit lauter [ timm', Lobsingt und danket alle= fammt: GOtt loben ist ja unser amt. 6. Er ist voll güt' und freundlichtrit, Boll lieb' und treu zu jeder zeit, Sein' gnade währet dort und hier, Und seine wahrheit für und für. 3. Gehet ein zu seinen pforten, Geht durch seines vorhofs gang, Lobet ihn mit schönen worten, Saget ihm lob, preis und dank; Denn der HErr ist jederzeit Voller gnad' und gütigkeit. * 7. GOtt vater in dem höchsten thron. Und JEsus Christ sein ein'ger 4. GOtt des himmels und der erde, Bater, sohn und heil'ger geist, Daß dein ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und hülf uns leist'; Gieb uns fräfte und begier, Dich zu preifen für und für. 3. Er kann den himmel:,: Mit wollen bedecken, Und giebt den regen, wenn er will auf erden:,: Er läßt gras wachsen hoch auf dürren bergen: Lobet den HErren:,: 4. Der allem fleische:,: Giebet seine speise, Dem vieh sein futter väterlicher weise:,: Den jungen raben, wenn sie ihn anrufen: Lobet den Herren:: 5. Er hat nicht luste:: An der stärk' des rosses, Noch wohlgefallen an jemandes beinen:,: Allein gefallen 1" 4 Lobgesänge und zwar ihm, die auf ihn trauen: Lobet den| Ben GOtt, der ewig herrscht und lebet; HErren:,: Mein geist in mir sich meines heilands freut, Und seinen ruhm vermehrt er allezeit. 6. Danket dem HErren:,: Schöpfer aller dinge; Der brunn des le= bens thut aus ihm entspringen Gar hoch vom himmel her aus seinem herzen: Lobet den HErren:,: 7. O JEsu Christe:,: Sohn des allerhöchsten! Gieb du die gnade allen frommen christen:: Daß fie dein'n namen ewig preisen, amen. Lobet den HErren:: Für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. Lobgesang Mariä. 7. Meir eine seele erhebt den HErren, Und mein geist freuet sich GOttes, meines heilandes. 2. Denn er hat seine elende magd angesehen, Siehe von nun an werden mich selig preisen alle findes- kind. 3. Denn er hat große dinge an mir gethan, Der da mächtig ist, und deß name heilig ist. 4. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet gewalt mit seinem arm, Und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres herzens sinn. 6. Er stößet die gewaltigen vom stuhle, Und erhebet die niedrigen. 7. Die hungrigen füllet er mit gütern, Und läsfet die reichen leer. 8. Er denket der barmherzigkeit, Und hilft seinem diener Israel auf. 9. Wie er gered't hat unsern vätern, Abraham und seinem samen ewiglich. * 10. Lob und preis sei GOtt dein vater und dem sohne Und dem heiligen geiste. 11. Wie es war im anfang, jetzt und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. 2. Denn er hat mich elenden angesehen, und mein gebet erhöret und mein flehen. Es hat der HErr mich armen nicht veracht't, Er hat mit gnad' und rettung mich bedacht. Mel. HErr unser GOtt beherrsch. 8. Mein herz und feel den 3. GOtt, dessen macht nicht kann ergründet werden, und dessen nam' im himmel und auf erden Hochheilig ist, hat große ding' gethan An mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In feiner noth hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne maßen Und währet von ge= schlechte zu geschlecht, Wo man ihn fürcht't, und hoch hält seine recht'. 5. Er übt gewalt mit seines armes stärke, Daß jedermann muß spüren eine werke; Die stolz und hoch in ihren herzen seind Zerstreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stößet, die gewaltig find vor allen, Von ihrem stuhl, daß sie ers schrecklich fallen; Die niedrigen erhebet er davor, Und stellet fie ganz unverhofft empor. 7. Die hungrigen, die ihn vor augen haben, Erfüllet er mit gütern und mit gaben; Die reichen läßt er leer beim überfluß, Daß noth und angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der barmherzigkeit und güte, Daß er fortan uns väterlich behüte, Und seine kirch' im ganzen erdenkreis Erhalt und schüß' zu seines namens preis. 9. Die treu', die er im neuen bund und alten Geredet hat, wird er auch ewig halten, Der HErr verläßt uns, seine finder, nicht, Denn zu ihm steht all' unsre zuversicht. * 10. GOtt vater, dir sei dank gesagt und ehre, HErr JEsu Christ, den glauben in uns mehre, D heil'ger Ergeist, erneu'uns herz und mund, Daß ren hoch erhebet, Den gro- wir dein lob ausbreiten jede stund'! für die mannigfaltigen Lob- Gesang Zacharia. 9. GOtt Israel, Denn er hat elobet sei der HErr, der besuchet und erlöset sein volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein horn des heils, In dem hause seines dieners Davids. 3. Als er vor zeiten gered't hat Durch den mund seiner heiligen propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern feinden, Und von der hand aller, die uns haffen, 5. Und die barmherzigkeit erzeigte unsern vätern, Und gedächte an seinen heiligen bund, 6. Und an den eid, den er geschworen hat Unserm vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der hand unserer feinde, Ihm dieneten ohne furcht unser lebelang, 8. In heiligkeit und gerechtigkeit, Die ihm gefällig ist. 9. Und du, findlein, wirft ein prophet des höchsten heißen, Du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du sei nen weg bereitest, 10. Und erkenntniß des heils gebest seinem volke, Die da ist in verge= bung ihrer sünden, 11. Durch die herzliche barmherzigkeit unsers GOttes, Durch welche uns besuchet hat der aufgang aus der höhe: 12. Auf daß er erscheine denen, die da sizen in finsterniß und schatten des todes, Und richte unsere füße auf den weg des friedens. 13. Lob und preis sei GOtt dem vater und dem sohne, Und dem heiligen geiste. 14. Wie es war im anfang, jegt und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Wohlthaten GOttes. 5 Nun ist groß fried' ohn unterlaß, Der streit hat nun ein ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich Für deine gnad' wir danken, Weil du, GOtt vater, ewiglich Regierest ohne wanken. Ganz ungemess'n ist deine macht, Fort g'schieht, was dein will' hat bedacht: Wohl uns des feinen HErren. 3. O JEsu Christ, sohn eingebor'n Deines himmlischen vaters, Bersöhner der'r, die war'n verlor'n, Du stiller unsers haders, Lamm GOttes, heil'= ger HErr und GOtt! Nimm an die bitt' von unsrer noth: Erbarm' dich unser aller. 4. O heil'ger geist, du höchstes gut, Du all'rheilsamster tröster! Für's teufels g'walt fortan behüt', Die JEsus Christus erlöset Durch große mart'r und bittern tod: Abwend' all' unsern jammer und noth, Dazu wir uns verlassen. Mel.: O GOtt du frommer 2c. 11. Er ſei GOtt in der höh, Und dank für seine gnade, Daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade: Mit wohlgefallen sich Der höchste zu uns wend't, Ohn unterlaß ist fried', Der streit hat nun ein end'. 2. GOtt vater, deinem nam'n Mit lob und preis wir danken, Der du von ewigkeit Regierest ohne wanten. Ganz ungemessen ist, HErr, deine wunder= macht; So fort geschieht, was nur Dein wille hat bedacht. 3. O JEsu Christe, sohn Des vaters eingeboren, Versöhner derer, die In sünden war'n verloren, Lamm GOttes, ein'ger HErr, O wahrer mensch und GOtt! Erbarme dich, nimm an Die bitt' in unsrer noth. 4. O werther heil'ger geist, Du tröster frommer christen! Behüt'.uns 10. Allein GOtt in der höh' ſei ehr', Und kräftiglich Für ſatans tück und liſten: seine Aus gnade, Darum, weil nun und nim- noth und pein, Die wir durch Christi mermehr Uns rühren kann kein schade. tod So theu'r erlöſet sein. Ein wohlgefall'n GOtt an uns hat;* 5. GOtt vater! dir sei preis. 6 Lob- Gesänge und zwar Hier und im himmel oben; GOtt| Nun hilf uns, HErr, den dienern sohn, HErr JEsu Christ! Wir wollen dich stets loben; GOtt heil'ger geist! dein ruhm Erschalle mehr und mehr: DHErr, dreieiniger GOtt, Dir sei lob, preis und ehr! dein, Die mit deinem theuren blut erlöset sein, Laß uns im himmel haben theil Mit den heil'gen im ewigen heil; Hilf deinem volk, HErr JEsu Christ, Und segne, was dein erbtheil ist, Wart und pfleg sie zu aller zeit, Und heb sie hoch in ewigkeit. Täglich, HErr GOtt, wir loben dich, Und ehren deinen namen stetiglich; Behüt uns heut, o treuer GOtt, Das Te Deum laudamus. 12. H Err GOtt, dich loben wir, HErr GOtt, wir danken dir. Dich, GOtt vater in ewigkeit, Ehret die welt weit und breit. Alle engel und himmels- heer, Und was dienet deiner Auch cherubim und seraphim, Singen immer mit hoher stimm: Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt, der HErr ze= baoth! Deine göttliche macht und herrlichGeht über himmel und erden weit. Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all', Die theuren märtyrer allzumal Loben dich, HErr, mit großem ſchall. Die ganze werthe christenheit Nühmt dich auf erden allezeit, Dich, GOtt vater im höchsten thron, Deinen rechten und ein'gen sohn, Den heil'gen geist und tröster werth Mit gleichem dienst sie lobt und chrt. Du könig der chren, JEsu Christ, GOttes baters ew'ger sohn du bist; Der jungfrauen leib nicht hast verschmäht, 3u erlösen das menschliche geschlecht; zerstört seine macht, Du hast dem tod Und alle christen zum himmel gebracht; Du sigest zur rechten GOttes gleich Smit aller ehr' ins vaters reich. Ein richter du zukünftig bist Alles deß, was todt und lebend ist. Vor aller sünd und missethat. Sei uns gnädig, o HErre GOtt, Sei uns gnädig in aller noth, Zeig uns deine barmherzigkeit, Wie unsre hoffnung zu dir steht, Auf dich hoffen wir, lieber HErr, In schanden laß uns nimmermehr! amen. 13. Was lobes foll man bir bater, singen? Kein's menschen zung' fann's würdiglich vollbringen. 2. Du hast aus nichts den himmel nebst der erden, Und alles, was darin ist, lassen werden: 3. Die menschen d'rauf nach deinem bild formiret, Und mit verstand und gaben ausgezieret. 4. Du läsfest uns in deinem wort auch lehren, Wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 5. Von findheit an hast du uns stets ernähret, Was wir bedurft, uns väterlich bescheret. 6. Du speisest alles fleisch mit wohlgefallen, Und schüßest uns, so lange wir hier wallen. 7. Wenn freuz und trübsal uns noch mit berühret, So werden wir doch gnädig d'raus geführet. * 8. Sehr groß ist deine weisheit, güt' und stärke, Und wunderbar sind alle deine werke. 9. HErr! wir bekennen es mit unferm munde, Und danken dir dafür von herzens- grunde. 10. Lob sei dir, vater, der du mit für die mannigfaltigen dem sohne Und heil'gen geist regierst in einem throne. 11. Dein großer name sei allzeit gepreiset Für alles gute, das du uns erweiset. 12. Hilf, daß wir dir im glauben fest anhangen, Und dann die seligkeit darauf erlangen. 14. Das ist fürwahr ein köſtlich 15. Nun danket alle GOtt Mit ding, Daß man dem HErren dank' und sing', Und lobe fröhlich seinen nam', Der herrlich ist und wundersam, herzen, mund und händen, Der große dinge thut Hier und an allen enden, Der lebend uns er= hält Von mutterleibe an, Und thut uns alles gut's, Mehr als man zäh= len fann. ming 78 2. Es wolle unser GOtt Ein fröhlich herz uns geben, Er lasse uns, sein volk, In frieden immer leben Forthin zu unsrer zeit, Daß seine gnad' und treu' Bei uns und unserm land Allweg' beständig sei. 2. Daß man des morgens feine güt' Erzähl' mit dankbarem gemüth', Auch seine wahrheit bei der nacht Erkenn' und preise, wenn man wacht, 3. Daß man des lobens mache viel Mit singen und mit saitenspiel, Damit ja unsers GOttes ehr' Auf alle weise sich vermehr'. mer 4. Darum ich auch auf dein geheiß, HErr, deine thaten fröhlich preis: Dein rath ist uns verborgen gar, Die werke groß und offenbar. 5. Ein narr glaubt solches alles nicht, meint, daß es ohngefähr geschicht: Gleich wie er selbst lebt immerhin Nach seines Herzens eitlem sinn. Wohlthaten GOttes. 7 11. Er grünet, wenn er gleich wird alt Und bringet frucht gar mannigfalt, Er rühmt, daß du so gütig bist Und daß kein unrecht an dir ist. ** 12. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Von dem uns alle gnade fleußt, Wir loben dich, wir danken dir Für deine wohlthat für und für. Und die dir, GOtt, zuwider seind. 8. Hergegen so empfange ich Stets neue kraft, die stärket mich, Durch deine gnad' ist mir bereit' Sehr großer trost und wahre freud'. 6. Die spötter grünen wie das gras, Die übelthäter gleichermaß, Bis daß ihr name hier auf erd' Und ewig dort vertilget werd'. 7. Du aber bist, o HErr, mein hort, Der allerhöchſt, und bleibeſt 16. Nun laßt uns GOtt dem HErren Danksagen, und ihn ehren, Von wegen seiner gaben, Die wir empfangen haben. 2. Den leib, die seel, das leben Hat er allein gegeben, Dieselben zu bewahren Will er an uns nichts sparen. 3. Nahrung giebt er dem leibe, Die seele muß uns bleiben, Wiewohl tödtliche wunden Sind kommen von der sünden. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der selber ist das leben: Christus für uns gestorben, hat uns das heil erworben. 9. Du machst mir deine recht' bewußt, D'rum seh' ich an dir meine lust; Mit lust seh' ich die gnade an, Die du bisher an mir gethan. 10. Der fromme ist dem palmbaum gleich, An segen und an früchten reich; Er blühet ein und alle jahr Und wächset dabei immerdar. 3. Der große starke GOtt Woll' uns von allem bösen, Und was uns schaden kann, Gewaltiglich erlösen, Er schüß' und rette uns, Er helf uns allezeit, So lang' er uns allhier Das leben noch verleiht. 4. GOtt vater, dir sei preis Hier und im himmel oben; GOtt sohn, HErr JEsu Christ, Wir wollen dich stets loben; GOtt heil'ger geist, dein ruhm Erschalle mehr und mehr! O HErr, dreieiniger GOtt, Dir sei lob, preis und ehr! 3 Lob- Gesänge und zwar 5. Sein wort, sein' tauf, sein| höchste liebet, Der seinen sohn hernachtmahl Dient wider allen unfall; Der heil'ge geist im glauben Lehrt uns darauf vertrauen. giebet. 6. Die fünd' ist uns vergeben, Durch ihn geschenkt das leben; Im himmel foll'n wir haben, O GOtt, wie große gaben! * 7. Wir bitten deine güte, Daß fie uns fort behütte, Die großen nebst den kleinen; Du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der wahrheit, Gieb ewigliche freiheit.3u preisen dei= nen namen Durch JEsum Christum, amen. 17. N Uns führen zu gemüthe, Mel. Nun laßt uns GOtt dem 2c. un laßt uns GOttes güte Laßt uns des vaters segen Und liebe recht erwägen. 2. Eh' wir ans licht geseget, Hat er uns hoch geschäßet, Und schon, aus liebestrieben, Ins lebens- buch geschrieben. 3. Als wir noch ohn' bewegen Und ohne fraft gelegen, Ohn' menschenhülf und sorgen, Der mutter selbst 4. Hat er uns glieder, leben Und unterhalt gegeben, Und wunderbarer weise Versorgt mit trank und speise. 5. Sein' hand, die uns bereitet, Hat uns ans licht geleitet, Und er hat uns erquidet, Da wir die welt er= blicket. 10. Er kann uns nichts abschlagen, Wenn wir gläubig klagen, Was wir vonnöthen haben An seelund leibes- gaben: 7. Er giebt uns zu erkennen Sein wort, daß wir ihn nennen Den gütigen ernährer Und freundlichen bescherer. 8. Er hat für unser leben Sein eigen find gegeben, Er ließ es gar, als bürgen, Für uns am freuz erwürgen. 9. Dies lasset uns bedenken, Wenn uns die sorgen fränken, Daß der aufs 11. Wie vögel in den lüften, Und thiere in den klüften, Ja blumen an den wegen Uns dies vor augen legen. 6. Er hat uns aufgenommen Hier in die zahl der frommen, Gemacht zu ſeinen erben, Daß wir nicht ewig ster-| ben. 12. Sollt' der, so diese heget Und ihrer fleißig pfleget, Uns, seine himmels- erben, Verlassen und verderben? 13. O vater, diese liebe Laß uns aus heil'gem triebe, Doch allezeit betrachten Und nicht geringe achten. 14. Verleih uns und beschere Uns, bater, dir zur ehre, Daß wir dir recht vertrauen Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn wir nur dieses haben, So werden uns die gaben, Der wir zu diesem leben Bedürfen, wohl ge= geben. 16. Der himmel sammt der erden Muß eh' zunichte werden, Eh' du, GOtt, die kannst lassen, Die dich im glauben fassen. Mel. Nun freut euch liebe zc. 18. Gedenk', daß er der bater sei, Den du allzeit sollst ehren, Dieweil du keine stund' ohn' ihn, Mit aller sorg' in deinem sinn Dein leben kannst ernähren. gläubig herze, benedei 2. Er ist's, der dich von herzen liebt, Biel gutes dir mittheilet, Dir deine missethat vergiebt, Und deine wunden heilet, Dich wappnet zum geistlichen frieg, Daß dir dein feind nicht oben lieg', Noch deine hoffnung raube. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den armen und elenden, Die sich von allem übermuth Zu seiner wahrheit wenden, Er nimmt sie als ein bater auf, Und giebt, daß sie den rechten lauf Zur seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein vater- herz bezeigt, Und gut's thut seinen findern, Also für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 9 hat sich auch GOtt geneigt 3u uns| bau betrachte, Dein meisterwerk, das blut- armen fündern: Er schenkt uns schöne licht bei nachte, Den mondengnade, lieb' und huld, Bergiebt uns schein, die sterne auch dabei, Die deine gnädig alle schuld Und hilft uns über- hand geseßet nach der reih; winden. 4. So fang ich an: wie daß du so bedenkest Den sterblichen! wer ist es, dem du schenfest So reiches gut? was sag ich doch davon, Daß deine treu besucht des menschen sohn? 5. Zwar hast du ihn ein wenig hier auf erden, Als engel sind, geringer lassen werden: Jeden noch auch mit herrlichkeit bedacht, Mit majestät ge= front und groß gemacht; 6. Weil alle ding' ihm unterthan sein müssen. Du legest ihm dahin zu seinen füßen Was deine hand erschaffen und gethan, Was odem hat und fich regt um und an: 7. Der rinder schaar, der schafe große heerden, Und alles vich, das nimmer zahm will werden, Der vögel heer, so in den lüften schwebt, Der fische zahl, die in dem wasser lebt. 8. HErr unser GOtt, beherrscher aller herren! Wie herrlich ist dem name weit und ferren, Wie wird sein glanz so prächtig vorgestellt, Und stredet sich durch diese ganze welt! 5. Er giebt uns seinen guten geist, Berneuert das gemüthe, Daß wir vollbringen, was er heißt, Und trauen seiner güte; Er hilft uns hier mit gnad und heil, Berheißt uns auch ein herrlich theil Von seinen ew'gen schäßen. 6. Nach unsrer ungerechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Sondern erjeigt barmherzigkeit, Da wir verderben sollten; Er ist mit gnad' und Freundlichkeit Denselben immerfort bereit, Die ihn von Herzen lieben. * 7. Was GOtt nun angefangen hat, Das woll' er auch vollenden; Wir geben uns ganz einer gnad', Opfern uns seinen händen Und thun darneben unsern fleiß, Hoffend, er wird zu seinem preis All' unsern wandel wenden. * 8. O vater, steh uns gnädig bei, Weil wir sind im elende, Daß unser thun aufrichtig sei Und nehm ein selig ende; Leucht uns mit deinem hellen wort, Daß uns an diesem dunkeln ort Kein falscher schein verblende. 9. O GOtt, nimm an den preis Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. will zu aller stunde Erund dank, Den wir voll andacht fin= 20. heben GOttes preis Mit gen, Und laß dein wort mit freiem Flang Durch unsre herzen dringen. Dhilf, daß wir mit deiner kraft Durch eine gute ritterschaft Die lebens- tron erringen. herzen und mit munde Auf sein wort und geheiß. Ich will des HErren lob Ausbreiten und vermehren, Daß es die armen hören und sich erfreuen drob. 2. Laß uns beisammen stehen JeMel. Mein herz und feel den 2c. 19. scher aller herren, Wie herrlich ist dein name weit und ferren! Wie scheinet er der ganzen welt herfür! Wie strecket sich im himmel deine zier! 2. Der finder mund, die an den brüsten liegen, Red't schon von dir, ohn' reden, in den wiegen; Der schwadhe mund, du lehrst ihn deinen preis, Daß er den feind zu widerlegen weiß. 3. Wenn ich bei mir den Himmelsder nam'n erhöhen In lieb und einigkeit. Als ich den HErren bat, Antwortet' er in gnaden, Und wandte furcht und schaden, Er schickte hülf und rath. 3. Die auf den HErren schauen Und seine wunder- hand, Derselben ihr vertrauen Wird nimmermehr zu schand'. Wenn der elende schreit, Will ihm GOtt sein begehren Ganz willig< lich gewähren, Er hilft zur rechten zeit. 10 Lob- Gesänge und zwar 4. GOtt hat befehl gegeben, Daß| sten ganz verzagen, Von herzen sind feiner engel macht In diesem ganzen zerschlagen: Bald ist sein' hülfe da. leben Sich lagre tag und nacht Um solche leut' allhier, Die im geseß sich üben, Ihn fürchten und ihn lieben Aufrichtig für und für. 12. Viel muß der fromme leiden, Das ist des HErren will, Doch wird's verkehrt in freuden: Drum halte dich nur still, Und traue GOtt allein, Der kann auch die gebeine Bewahren groß und kleine, Keins muß zerbrochen sein. 13. Den wird das unglück fällen, Der den gerechten preßt, Das ist der weg zur Höllen; Die sein'gen GOtt nicht läßt. Er nimmt in seine huld, Die halten seine rechte, Und sind ihm treue knechte; So sind sie ohne schuld. 5. Kommt her, kommt, seht und schmedet, Wie GOtt so freundlich ser. In noth der nicht lang stedet, Der glaubt und hofft dabei Auf diesen starken schuß. Wohl dem, der darauf bauet, Und seinem worte trauet, Der hat es großen muß. 6. Ihr seine heil'gen, höret Des allerhöchsten rath: Wo ihr ihn also ehret, Wie er befohlen hat, So habt ihr keine noth, Weil der nie mangel leidet, Der sünd' und schande meidet, Und allezeit fürchtet GOtt. 7. Die reichen darben müssen, Der geiz auch immer klagt, Dazu ein bös gewissen Inwendig frißt und nagt; Wer GOttes willen thut, Wird alle bülf empfinden und keinen mangel finden An irgend einem gut. 8. 3hr finder, laßt euch lehren Die furcht des HErren rein; Kommt her, ihr sollt sie hören, Kommt alle insgemein. Wer gute tag' begehrt, Der mag mich darum fragen, Ich will ihm treulich sagen, Was GOttes wort währt: be= 9. Vor falschheit dich stets hüte, Bewahre mund und zung', Beschmuß nicht dein gemüthe Mit trug und lästerung; Von niemand übels sag; Was bös ist, mußt du hassen, Was gut, zu thun nicht lassen; Such fried, und jag ihm nach. 10. Des HErren augen sehen Auf die gerechten sehr, Sein ohr erhört ihr flehen, Daß er sie hülf gewähr'; Sein antlig steht dahin, Daß derer name werde Bertilget von der erde, Die gottlos sind vom sinn. 11. Wenn der gerechte schreiet, So hört es GOtt alsbald, Und rettung ihm verleihet In noth so mannig falt. Er ist denselben nah, Die son= * 14. HErr gieb, daß ich dein' ehre Ja all' mein lebelang Von herzensgrunde mehre, Dir sage lob und dank. O vater, sohn und geist, Der du aus lauter gnaden Abwendest noth und schaden, Sei immerdar gepreist! Mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. 21. meine seel', des HErren ſtets mit allem fleiß. Durch psalmen und durch lobgefang Erhebe GOtt dein lebelang. Halleluja. 2. Ich will, so lang ich odem hab', und bis ich scheid von hinnen ab, Des HErren lob mit meinem mund Ausbreiten stets von herzensgrund. Halleluja. 3. Verlaßt euch doch auf fürsten nicht, Sezt nicht auf sie eu'r zuversicht; Weil sie nichts mehr als menschen sind, Bei welchen man nicht hülfe findt. Halleluja. 4. Der mensch ist ja nur erd' und thon, Hie muß er auch gar bald davon: Da liegen denn zu einem mal 3m staube seine anschläg' all. Hallel. 5. Wohl dem hingegen, der sich fest Auf seinen HErrn und GOtt verläßt, Deß hülfe der GOtt Jacob ist, Den er anruft zu aller frist. Hallel. 6. Er hat ja himmel, erd' und meer Gemacht mit allem ihren heer; Wer nur auf ihn verlässet sich, Dem hält er glauben ewiglich. Halleluja. 7. Er hilfet denen, so gewalt Und für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. unrecht leiden mannigfalt; Er speist die hungrigen mit brot, Und wendet der gefangnen noth. Halleluja. 8. Der HErr macht sehend blinde leut', Er liebt und schüßt gerechtigkeit; Was niedrig ist und bei der erd, Das richt't er auf, und macht es werth. Halleluja. 9. Die fremdlinge durch seine güt', Die waisen gleichfalls er behüt't, Die wittwen er im trauerstand Errettet von gottloser hand. Halleluja. 10. So führt der HErr sein reich allhier, Und bleibet könig für und für: Drum jedermann sein lob erkling', Und fröhlich halleluja sing'. Hallel. Mel. Nun freut euch liebe zc. 22. Mein ein GOtt und fönig, deine güt Will ich mit lob erheben, Ich will aus freudigem gemüth In meinem ganzen leben, GOtt, alle tage preisen dich, Und deinen namen ewiglich Vor jedermann erhöhen. 2. Sehr groß und löblich, HErr, du bist, In nöthen kannst du rathen; Dein' größe unaussprechlich ist, Es werden deine thaten Gepreiset noch von findeskind, Weil man sie allenthalben find't Voll stärke, güt' und weisheit. 3. Ich will dein lob mit meinem mund, Nun und zu allen zeiten, Auch inniglich von herzens- grund Bermehren und ausbreiten. Ich will von deiHer ehr und pracht, Von deiner groBen wundermacht, So lang ich lebe, 11 6. HErr, deine werke und gewalt Soll hie bei uns auf erden Den menschen- findern mannigfalt Bekannt gemachet werden. Dein reich, GOtt, ist ein ewig reich, Und deiner herrschaft ist nichts gleich, Sie bleibet jetzt und ewig. lich erbarmen. Durch seine allmacht er erhält, Was hier in dieser ganzen welt Sich regt, bewegt und lebet. 7. Der HErr verstößt die sünder nicht, Wenn sie den fall beklagen; Es werden von ihm aufgericht't, Die nieder sein geschlagen. In feiner noth er die verläßt, Die sich an ihn ergeben fest Und hülfe bei ihm ſuchen. * 8. HErr, aller augen warten dein, Du giebest ihnen speise zu rechter zeit, daß insgemein Man dich, o va= ter, preise. Du thust auf deine milde hand Und sättigst alles in dem land Mit lust und wohlgefallen. 9. Groß ist der HErr und ganz gerecht In allen seinen wegen, Drum fegnet er auch das geschlecht, Das geht auf seinen stegen. Und wie er heilig ist und rein, So liebet er auch die allein, Die heilig vor ihm wandeln. 10. Der HErr ist allen denen nah, Die flehend vor ihn treten, Er ist bei allen denen da, Die ihn mit erst an= beten. Der frommen schreien GOtt erhört Und ihrer bitte sie gewährt, Er läßt sie hülfe finden. 11. Der HErr in gnaden die bewahrt, Die ihn von Herzen lieben, Und tilget aus die böse art, Die from= me leut' betrüben. Mein mund soll stets, nach seinem wort, Auch alles fleisch wird immerfort Des HErren namen loben. * 12. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Ohn anfang und ohn ende, Der du viel gutes mir erweist Durch allmacht deiner hände, Sei von mir jetzt und allezeit, Von nun an bis in ewigkeit, Gelobet und gepreiset! reden. 4. Du bist voll gnade, lieb' und treu, Der frommen zu verschonen, Und gleichwol auch gerecht dabei, Die bösen abzulohnen. Der HErr ist voll barmherzigkeit, Geduldig, gütig alle zeit, Wenn man ihm recht vertrauet. 5. Er ist auch gnädig jedermann Und gern den armen, Nimmt Mel. Nun freut euch liebe christ. reut euch des HErren allaller ſeiner werk' fich an Burch väter: 23. zumal, Shr fromment, ihn zu preisen; Rühmt, ihr gerechten, ihn mit schall Und auserlesnen weisen; Laßt klingen psalter, faiten- ſpiel, 12 Lob- Gesänge und zwar Auf harfen macht der freuden viel, I daß wir dein erbe sein, Und uns hin= Dem großen GOtt zu ehren. 2. Wahrhaftig ist des HErren wort, Er hat es nie gebrochen; Es bleibet jegt und immerfort, Was er einmal versprochen: Gerichte und ge= rechtigkeit Beschüßt und liebt er jeder= und drob fort behüte, Durch deine große gütigfeit, Vor pest, frieg, theurung, noth und leid, Wie wir, HErr, auf dich hoffen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. on ganzem Herzen und 3. Des HErrn wort hat das fir- 24. Vom mit fleiß Sag ich dem mament Des himmels selbst erbauet, Der geist sein's mundes hat vollend't Al' heer, so man dran schauet. Er faßt das wasser in dem meer, Als obs im schlauch beisammen wär, Die tiefe liegt verborgen. HErren lob und preis Und dank im rath der frommen: Ich preise seines namens ruhm Da, wo sein volk und eigenthum Erfreut zusammen kommen. 4. In aller welt muß jedermann Vor unserm GOtt sich scheuen, Was auf der erde wohnen kann Erschricht vor seinem dräuen; Weil, was er red't, sofort ergeht, Was er gebeut, alsbald da steht Durch allmacht seiner hände. 2. Des HErren werke sind voll pracht, Ein jeder kann, der ihrer acht't, Die zeit mit lust vertreiben: Denn was er ordnet, sagt und thut, Ist löblich, herrlich, recht und gut; Sein recht muß ewig bleiben. 3. GOtt stiftet, der voll gnad und rath, Ein denkmal seiner wunderthat, Die er an uns beweiset. Sein bund steht fest und unversehrt, Es wird, wer seine macht verehrt, Mit himmels- brot geſpeiset. 5. Der heiden rath macht GOtt zunicht Und wendet ihr' gedanken, Des HErren rath wird ausgericht't Und bleibet ohne wanken. Die sind wohl selig, die GOtt liebt Und denen er die gnade giebt, Sein erb' und volk zu werden. 6. Vom himmel er der menschenkind Vornehmen schaut auf erden, Er fennt sie all', so viel ihr'r sind, Und sicht, ob sie klug werden. Er merkt auf alle ihre werk', Und kann durch seine gnad und stärk' Ihr'r aller herzen lenken. 7. Des föniges gewalt nichts schafft, Sie muß gar bald vergehen. Dem riesen hilft nicht seine fraft, Sie kann auch nicht bestehen. Bringt gleich der feind viel roff zu feld; So ist doch GOtt der rechte held, Der für die seinen streitet. 8. Des HErren aug' nimmt die in acht, Die sich ihm fest ergeben, Und freies willens tag und nacht Ihn fürchten, weil sie leben; Er speiset sie in hungersnoth, Und rettet ihre seel' vom tod, Dieweil sie ihm vertrauen. 9. GOtt, unser schuß, zu dir allein Steht unser ganz gemüthe, Gedenk', 4. Er läset seiner finger werk, Und seiner thaten kraft und stärk' Bei sei= nem volk erzählen, Daß er der heiden erb' und recht Auf seine treue diener brächt, Sich ihnen zu vermählen. 5. Das alles, was der HErr ver= richt't, Ist recht und wahr und wanfet nicht, und sein gebot bleibt stehen; Denn er's jetzt in der ganzen welt, Hinfort auch ewiglich, erhält. Sein wille muß geschehen. 6. Dem volke, das nach ihm genannt, Hat er erlösung zugesandt, Sein bund wird nie gebrochen. Sein nam' ist heilig, hoch und werth, Und alles das wird uns beschert, Was er uns hat versprochen. 7. Der hat, der GOtt recht fürcht't und liebt und sich in seinem willen übt, Der weisheit grund geseßet; Wer sich derselben nimmet an, Hat flüglich und sehr wohl gethan, Sein lob wird hoch geschäßet. 8. GOtt vater, sohn und geist verleih, Daß diese weisheit bei mir für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 13 fei, Daß ich all deine werke Mit| laff'n auf ihn, Von herzen auf ihn fleiß in gottesfurcht betracht, Dir stets vertrau und habe acht Auf deine güt' und stärke. bauen, Daß uns'r herz, muth und sinn Ihm allezeit anhangen; Drauf fingen wir zur stund: Amen, wir werden's erlangen, Glaub'n wir's von herzens- grund. 25. N Erren, Was in mir ist, un lob', mein' seel', den er mehren, Bergiß es nicht, o herze mein! Hat dir dein' sünd' vergeben, Und heilt dein' schwachheit groß, Errett't dein armes leben, Nimmt dich in seinen schooß, mit reichem trost beschüttet, Berjüngt dem adler gleich; Der fön'g schafft recht, behütet, Die leid'n in seinem reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig recht und sein gericht, Dazu fein' güt' ohn' maaßen; Es mang'lt an sein'r erbarmung nicht. Sein'n zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer schuld, Die gnad' thut er nicht sparen, Den blöden ist er hold; Sein' güt' ist hoch erhaben Bei denn, die fürchten ihn: So fern der oft vom abend, 3st unsre sünd' dahin. 3. Wie sich ein bat'r erbarmet Ueb'r seine lieben finderlein, So thut der HErr uns armen, Wenn wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm' geschlechte, Er weiß, wir sind nur staub, Gleich wie das gras zu rechnen, Ein' blum' und fallend laub: Der wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da: Also der mensch vergehet, Sein ende ist ihm nah. 4. Nur GOttes gnad' alleine Steht fest und bleibt in ewigkeit Bei seiner lieb'n gemeine, Die stets in seiner furcht bereit, Die seinen bund behalten. Er herrscht im himmelreich: Ihr starken engel wartet, Sein's lob's, und dient zugleich Dem großen HErrn zu ehren, Und treibt sein heilig wort; Mein' seel' soll auch vermehren Sein lob an allem ort. 5. Sei lob und preis mit ehren GOtt vater, sohn und heil'gem geist, Der woll' in uns vermehren, Was er aus gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Uns ganz ver26. meine ſeel', bu ſollst den HErren preisen, Was in mir ist, das muß ihm ehr' erweisen, Auf, auf, mein herz, und mache dich bereit. Vergiß ja nicht, vergiß nicht, mein gemüthe, Was dir der HErr für wunderbare güte Erwiesen hat die ganze lebenszeit. 2. Denn er hat dich von sünden los gesprochen Und denkt nicht mehr, was du bisher verbrochen, Er machet dich von schwachheit heil und rein. Es hat der HErr dein leben vom verder= ben Erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben: Dein GOtt will dir forthin barmherzig sein. 3. Er frönet dich mit gnad' und mildem segen, Will deinen mund mit reicher fülle pflegen, Er machet dich von seinen gütern satt, Daß du mit lust darüber dich erfreuest, Und deine fraft, gleich adlern, gar berneuest, Weil er mit heil dich überschüttet hat. 4. Der HErr läßt recht denselben widerfahren, Die vor bedrängt und unterdrücket waren; Er hat sein thun dem Moses kund gethan, Und seine recht' Israel wissen lassen: Er ist voll güt' und will nicht immer hassen Noch ewiglich mit grimm uns sehen an. 5. Der HErr ist fromm, barmherzig und sanftmüthig, Voll gnad' und gunst, geduldig, treu und gütig, Er handelt nicht mit uns nach unsrer schuld, Vergilt auch nicht nach unſern schweren sünden. So weit die höh' des himmels ist zu finden Hier von der erd, so weit reicht seine huld. 6. So weit der grund sich scheidet von der festen, So weit der oft ablieget von dem westen: So weit läßt er die sünden von uns sein. Sein gnaden- blick muß über die stets walten, Die ihn mit furcht für ihren hel Lob- Gesänge und zwar 14 fer halten, Daß er ſie rett' aus ihrer noth und 7. Wie unter uns ein bater- herz erbarmen Mit findern hat, so thut der HErr uns armen; Es stehet GOtt den frommen kräftig bei. Er fennet ja uns dürft'ge erdentöpfe: Ihm ist hewußt, daß dieses sein geschöpfe Ein leichter staub, ein schwaches werkJeug sei. 8. Ein mensch muß stets des lebens end' erwarten, Er ist wie gras, wie eine blum' im garten, Die sich sehr ichön und lieblich lasset an: Wenn aber nur der wind darüber fähret, Ist ihre zierd' hinweg und so verzehret, Daß man die stätt' auch nicht mehr finden kann. 9. Des HErren gnad' ist aber überschwänglich, Währt für und für, und bleibet unvergänglich; Auf findesfind wird seine gut gebracht Bei denen, die in seinem bund sich üben: Die ihren GOtt von ganzem Herzen lieben und sein gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein stuhl im himmel zubereitet, Sein herrschaft ist um diese welt gebreitet, Sein reich und thron umschließt den erdenkreis. Ihr engel lobt, lobt ihn ihr starken helden, Die ihr sein thun und willen müßt anmelden, Lobt unsern GOtt und sagt ihm ruhm und preis. 11. Lobt unsern GOtt, ihr alle feine schaaren, Die ihr ihm dient, und hin und her müßt fahren Auf fein geheiß; lobt ihn an jedem ort, An dem er herrscht; lobt ihn ihr seine werke, Rühmt seine fraft, rühmt seiner allmacht stärke, Lob ihn mein herz, o lob ihn fort und fort! * 12. GOtt vater, sohn und geist, sei stets gepriesen Für alle huld, die du an mit erwiesen Von findheit an bis jetzt auf diese zeit. HErr, steh' mir bet, laß deine gnad sich mehren, So will ich dir drum danken und dich ehren Auf erden hier, und dort in ewigkeit. 27. Laffet uns den Green preis fen, Auf, vermehret ſeinen ruhm, Stimmet an die süßen weisen, Die ihr seid sein eigenthum! Eivig währet sein erbarmen, Ewig will er uns umarmen Mit der süßen liebeshuld, Nicht gedenken unsrer schuld. Preiset ewig seinen namen, Die ihr seid von Abrams saamen, Rühmet ewig seine werke, Gebet ihm lob, ehr und stärke. 2. Ehe noch ein mensch geboren, Hat er uns zuvor gekannt, Und in Christo auserforen, Seine huld uns zugewandt. Selbst der himmel nebst der erden müssen uns zu dienste werden, Weil wir durch sein liebstes find, Seine kinder worden sind. Ewig solche gnade währet, Die er uns in ihm bescheret: Ewig wollen wir uns lieben. üben, Ueber alles ihn zu 3. Ja wir wollen nun mit freu= den Zu dem lieben vater gehn, Uns an seiner liebe weiden, Wie die thun, die vor ihm stehn, Heilig, heilig, heilig fingen. Halleluja soll erklingen Unserm GOtt und auch dem lamm, Unserm holden bräutigam. Laffet seinen ruhm erschallen, Und erzählt sein werk vor allen, Daß er ewig uns erwählet Und zu seinem volk gezählet. 4. Lernet euren JEsum fennen, Der euch theu'r erlaufet hat; Lernet ihn recht gläubig nennen Euren bruder, freund und rath, Euren starken held im streiten, Eure lust in fröhlichkeiten, Euren trost und euer heil, Euer allerbestes theil. Ewig solche güte währet, Die euch durch ihn wiederfähret: Ewig soll das lob erklingen, Das wir ihm zu ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum throne, Wo der gnaden- stuhl zu sehn; Es fann euch von GOttes sohne Nichts, als lieb' und huld geschehn. Er er= wartet mit verlangen, Uns voll gnade zu umfangen, Und das allerhöchste gut 3u ertheilen durch sein blut. Große gnad' ist da zu finden, Er will für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 15 sich mit uns verbinden, Und niemals| Die mein sündlich thun verdient, Deifoll etwas können uns von seiner liebe trennen. nen sohn selbst lassen tragen, Und bist nun dadurch verfühnt, Weil er an dem freuzes- stamm Meine fünden auf sich nahm: Ach, sei auch daz für gepriesen, Was du diesfalls mir erwiesen. 5. Dazu werden deine wege, Mir noch täglich kund gethan, Denn zum rechten himmels- stege Führt dein guter geist mich an, Daß ich schon in meinem sinn Durch die hoffnung selig bin: Dafür muß ich dich hier preisen und dort ewig dank erweisen. 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Seiner gottheit aufgethan, Und es ist sein ernster wille, Daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, Sondern gnad' um gnade nehmen; Wer ein hungrig herze hat, Wird aus seiner fülle satt. Ewig solche fülle währet, Die uns so viel guts bescheret; Wollust, die uns ewig tränket, Wird uns daraus eingeschenfet. 7. Nun, o liebster, unser lallen, Damit wir dir dankbar sein, Zaß dir gnädig wohlgefallen, Bis wir alle insgemein Ewig deine gütigkeiten Mit gesammtem lob ausbreiten, Da wir werden gloria Singen und halleluja. Preis, dant, ehre, macht und stärke, Und was seine großen werke Rühmet, werde GOtt gegeben. Laßt uns ihm zu ehren leben. Mel. Werde munter mein 2c. 28. Got Ott, mein vater, sei gepriesen Für die große gütigkeit, Welche du mir hast erwiesen Durch die ganze lebenszeit; Höchster, ach, wie dank ich dir Recht und würdig g'nug dafür? Mein verstand und alle sinnen Sollen, HErr, dein lob beginnen. 2. Du hast, was genannt mag werden, Anfangs bloß aus nichts gemacht, Auch den menschen aus der erden Durch dein wort hervorgebracht. Diese deine wunderthat Muß ich preisen früh und spat, Denn wo wird die macht gefunden, Die sich dessen unterwunden? 3. Daß ich mit vernunft geboren, Daß ich leb in dieser welt, Bin zum christen auserkoren, Weiß, was dir, mein GOtt, gefällt, Oder mag zu wider sein: Das hab ich von dir allein; Drum, o GOtt, sei hochgepriesen, Daß du mir dies hast erwiesen. 4. Du hast alle straf und plagen, 6. Bin ich schon mit freuz beladen, Seßt mir gleich der satan zu, Muß mir solches doch nicht schaden, Denn du schafft mir hülf und ruh. Ja, es muß die freuzes- pein Mir mehr nüß als schädlich sein: Sollt ich dich dafür nicht preisen, Und dir ewig lob erweisen? 7. Gnadenvoll hast du gegeben Mir hiebei mein täglich brot, Läsfest mich in frieden leben, Frei von pest und hungers- noth, Meine ehre, meinen stand Hab ich bloß von deiner hand; Für so viele gütigkeiten Muß ich, HErr, dein lob ausbreiten. 8. Kurz, HErr, deine güt' und treue Ist wahrhaftig ohne zahl, Sie ist alle morgen neue; Drum, ihr menschen allzumal, Bringet doch mit höchstem fleiß Unserm schöpfer lob und preis, Rühmet seine große güte Lobt sein väterlich gemüthe. 9. Auch ihr engel, und ihr seelen, Die ihr steht vor GOttes thron, Helft des HErren lob erzählen, Preist den großen GOttes- sohn, Rühmet seine herrlichkeit Jeßt und künftig ohne zeit, Lasset euch zu seinen ehren Mit viel lob- gesängen hören. 10. Ich will auch, zu seinen zeiten, Wenn ich werde lei euch sein, GOtt sein lob recht zu bereiten, mit euch fröhlich stimmen ein. Unterdessen soll von mir, So viel möglich ist, allhier GOtt zu ehren und gefallen Schon ein lob- gesang erschallen. 11. Heilig, heilig, heilig werde, 16 Lob- Gesänge und zwar GOtt, dein name stets genannt,| Du, du trittst hervor in flarheit, In Denn der himmel und die erde Ma- gerechtigkeit, gericht, Daß man soll chen deinen ruhm bekannt. Deine aus deinen werken Deine güt' und güte, deine macht, Weisheit, majestät allmacht merken. Tausend- tausendund pracht Hat doch nirgend ihres mal 2c. gleichen, GOtt, wer kann dein lob erreichen? 29. Wo Mel. JEsu meines Lebens 2c. omit soll ich dich wohl loben, Mächtiger HErr zebaoth? Sende mir darzu von oben Deines geistes fraft, mein GOtt! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine huld und liebes- zeichen Tausend- tausendmal sei dir, Großer könig, dank dafür. 2. HErr, entzünde mein gemüthe, Daß ich deine wundermacht, Deine gnade, treu und güte Stets erhebe tag und nacht: Weil von deinen gnaden- güssen Leib und seele zeugen müssen. Tausend- tausendmal sei dir, Großer könig, 2C. 3. Bater, wenn mein herz bedenfet, Wie dich meine sündenschuld Oft betrübet, oft gefränket, Und wie deine lieb und huld Mich aus langmuth doch getragen: O, so muß ich freudig sagen: Tausend- tausendmal 2c. 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was lieb' und gütigkeit Du durch so viel wunder- wege Mich geführt die lebens- zeit, So weiß ich kein ziel zu finden, Noch den grund hier zu ergründen. Tausend- tausendmal 2c. 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen, Mich zu reißen aus der gluth, Denn da mit der sünder haufen Ich nur suchte irdisch gut: Hießest du mich dies verachten Und nur nach dem himmel trachten. Tausend- tausendmal 2c. 6. D, wie hast du meine seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der sünden- höhle Möchte zu den wunden fliehn, Die mich aus8. HErr, du sehest jedem dinge Zeit, ziel, maße und gewicht, Damit Feinem zu geringe, einem auch zu viel geschicht, Und ich hab' auf tausend weisen Deine weisheit auch zu preisen. Tausend- tausendmal 2c. 9. Bald kamst du mit frohen zeiten, Bald mit fummer, angst und last, Nur mein herz dahin zu leiten, Daß es dich allein umfaßt, Daß mein gänzliches verlangen Möcht' an deinem willen hangen. Tausend- tau= sendmal 2c. 10. Wie ein vater nimmt und giebet, Nachdem's kindern nüßlich ist: So hast du mich auch geliebet, So hast du zu jeder frist Dich auch meiner angenommen, Wenn's auch gleich auf 8 höchste kommen. Tausend- tausendmal zc. 11. Trugst du nicht auf adlersflügeln Mich oft treu und väterlich? Hast du nicht in thal und hügeln Wunderbar errettet mich? Wollte alle hülf zerrinnen, Ward ich deinen beistand innen. Tausend- tauſendmal 2c. * 12. Bater, du hast mir erzeiget Lauter gnad und gütigkeit; Und du haft zu mir geneiget, Jesu, deine freundlichkeit; Und durch dich, o geist der gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend- tausendmal ic. 13. Tausendmal sei dir gesungen, HErr, mein GOtt, preis, Lob und dank, Daß es mir bisher gelungen. Ach, laß ferner meinen gang Sicher gehn durch Christi leiten, In die frohen ewigkeiten: Da will ich, o vater, dir Freudig danken für und für. Mel. Es ist das heil uns kommen. geföhnet haben und mit kraft zum 30. Sei lub und ehr' dem höchtausendmal 2c. 7. Ja HErr, lauter gnad' und wahrheit Sind vor deinem angesicht; sten gut, Dem vater aller güte, Dem GOtt, der große wunder thut, Dem GOtt, der mein gemüthe Univ.- Bibl. Giessen für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 17 Mit seinem reichen troft erfüllt, Dem| Mit jauchzen und mit fingen. Be= GOtt, der allen jammer stillt: Gebt zahlet die gelobte pflicht, Laßt lob unserm GOtt die ehre! und preis erklingen; GOtt hat es alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht: Gebt unserm GOtt die ehre! 2. Es danken dir die himmelsheer', O herrscher aller thronen! Und die auf erden, luft and meer In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die alles also Mel. JEsu, meines lebens 2c. wohl bedacht: Gebt unserm GOtt 31. Schwing dich auf, mein die ehre! ganz geh in den himmel ein: Denn es muß des höchsten güte Hier und dort gepriesen sein. Mit viel tausend, tausend= malen Kann ich ihm das nicht bezahlen, Was er mir durch rath und that Lebenslang erwiesen hat. 2. HErr GOtt bater! lauter segen Trieft von deiner milden hand, Den du mir auf meinen wegen Ueberall hast zugewandt; Aus wie viel bekümmernissen Hast du mich, mein GOtt! gerissen? Tausend, tausendmal ſei dir Treuer bater, dank dafür! 3. Was unser GOtt geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In seinem ganzen königreich Ist alles weislich, recht und gleich: Gebt unserm GOtt die ehre! 4. Ich rief zum HErren meinem GOtt: Vernimm, vernimm mein schreien! Da ließ er mir in meiner noth Die hülfe angedeihen. Drum, vater, ach! drum dank ich dir, Ach, danket, danket GOtt mit mir: Gebt unserm GOtt die ehre! 5. Der HErr ist noch und nimmer nicht Von seinem volk geschieden; Er bleibet ihre zuversicht, Giebt ihnen heil und frieden; Mit mutterhänden leitet er Die seinen stetig hin und her: Gebt unserm GOtt die ehre! 6. Wenn trost und hülfe mangeln will, Wenn niemand mehr kann rathen: So setzet GOtt der noth ein ziel, Und hilft durch wort und thaten. Er nimmt sich dessen gnädig an, Der feine hülfe finden kann: Gebt unserm GOtt die ehre! 7. Drum will ich dich mein lebenlang, O GOtt, bon nun an ehren, Man soll, HErr, deinen lobgesang An allen orten hören. Mein ganzes herz ermuntre sich, Mein geist und leib verehre dich: Gebt unserm GOtt die ehre! 8. Ihr, die ihr Christi namen nennt, Gebt unserm GOtt die ehre! Ihr, die ihr GOttes macht erkennt, Gebt unserm GOtt die ehre! Die falschen gößen macht zu spott: Der HErr ist GOtt, der HErr ist GOtt! Gebt unserm GOtt die ehre! 9. So kommet vor sein angesicht 3. O HErr JEsu! heil und leben Ist in deinem blute mein. Alle sün= den sind vergeben, und ich bin ge= recht und rein. Ja du willst in mei= ner seelen Dir sogar die wohnung wählen; Tausend, tausendmal sei dir Liebster heiland, dank dafür! 4. Heil'ger geist! an deinen gaben Spür' ich keinen mangel nicht: Und was wollt' ich größers haben, Als dies gnadenvolle licht, Daß ich weiß, an wen ich gläube, Und ein GOttes= find verbleibe. Tausend, tausendmal sei dir, Werther tröster, dank dafür! 5. Ach, daß alle meine glieder Lauter zungen möchten sein! Daß ich mich durch lobelieder Könnte recht in GOtt erfreun, Und daß lauter preis und ehre Mein beständig opfer wäre, Das ihm würde tag und nacht Tausend, tausendmal gebracht! 6. Doch du wirst ein schwaches Lallen, O GOtt vater, sohn und geist, Dir auch lassen wohlgefallen, Das dich hier auf erden preist; Bis ich dich im himmel oben Mit den engeln werde loben; Ja, da lob' und preis ich dich Ohn aufhören ewiglich. 2 18 Lob- Gefänge und zwar 32. Alles, was mir GOtt gege= ben, Was mir leib und feel' erfreut Hier und dort in ewig= 33. Mein GOtt! ich preife dich keit, mein mein ganzes leben, Zeigt mir meines GOttes treu Alle morgen wieder neu. Für deine huld und fegen, Den du bringst über mich Auf allen meinen wegen. Du hast bishero mir Viel gnade zugedacht, Und deine segensthür Für mich ganz auf= gemacht. 2. Mein Herz soll dir dafür Mit dank verbunden bleiben, und alles, was in mir, Soll dein lob mächtig treiben. Ich will mit lobgesang Dir stets entgegen gehn, Und all mein lebelang zu deinem dienſte ſtehn. 3. Auf demnach, herz und sinn! Auf, seele, geist und glieder! Werft alles von euch hin, Spielt dank- und lobes- lieder Dem GOtt, der seine treu So reich an mir beweist, Mich alle morgen neu Mit reicher gnade speist. 2. Nichts von allem, was ich habe, Nichts von ehre, gut und pracht Hab' ich auf die welt gebracht. GOttes güte, GOttes gabe Schafft alleine hulf und rath, Schüßt und segnet früh und spat. 3. Nun, mein GOtt, ich will dich preifen und in deinem heiligthum Offenbaren deinen ruhm. Ich will, bater, dir erweisen, Jezo und zu aller zeit, Ehre, ruhm und dankbarkeit. 4. Eh mich deine hand bereitet, Hast du schon an mich gedacht. Eh mich deine gnadenmacht Aus der mutter schooß geleitet, Hat mir deine liebeshand Alle wohlthat zugewandt. 5. Meine feele, leib und leben, Au= gen, ohren, fleisch und blut, Was ich habe, ist dein gut: Alles hast du mir gegeben, Wit, vernunft, verstand und finn; Dein ist alles, was ich bin 6. Alle meine freud und wonCA Alles glück in dieser zeit, Alle hul melsherrlichkeit Hat mein Jesus, meine sonne, Meiner seelen höchstes gut, Mir erworben durch sein blut. 7. Rein bin ich von meinen fünden, Los von seelenangst und noth, Frei vom teufel, höll' und tod. In der heil'gen taufe finden Sich die schäße: GOtt ist mein, Ich werd ewig bei ihm sein. 8. In dem lebenswort der gnaden Find' ich meines herzens theil, Meiner feelen troft und heil. Nichts fann alle welt mir schaden, Weil mein GOtt mich selbst bewacht: Er stürzt aller feinde macht. Lob- Lied im gesegneten Wohlstande. Mel. Nun danfet alle GOtt 2c. 9. Alle diese lieb und güte, Die mein JEsus mir bereit't, Preis ich nun und allezeit. Hilf, GOtt, daß sich mein gemüthe Ueber solche gütigkeit Nun und ewiglich erfreut. 4. Denn alles, was ich bin, Bin ich durch GOttes güte, Die ſegnet mit gewinn, Die tröstet mein gemüthe. Was andern dort und hier An chr' und glücke fehlt, Hat GOttes güte mir Gar reichlich zugezählt. 5. Ach ja, du bist mein GOtt, Der mich so hoch beglücket, Der mich befreit von noth, Und mich mit wohl= sein schmücket: Dir schreib ich alles zu, Weil ich sonst nichts mehr kann, Als daß ich glück und ruh Mit danfen nehme an. 6. Ich will mich dir allein Zum eigenthum berschreiben: Du sollst mein vater sein, Ich will dein find perbleiben; Bleib du nur ferner mir Mit liebe zugethan, Auf daß ich für und für Mein glücke rühmen kann. 7. Laß deinen guten geist Mich lehren, leiten, führen, Daß ich, was dein wort preist An mir auch möge spüren. Entzünde mich durch dich, Daß ich in dir allein Vor allen kräftiglich Vergnüget möge sein. 8. Hilf, daß ich nicht im glück Mich fühn und frech erhebe, Und meinen liebesblick Nicht bloß dem reichthum für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. gebe. Ach, hilf mir, daß ich auch Die armen neben mir, Nach deinem vaterbrauch, Durch deine liebe zier. 9. So wird sich all mein glück Durch deine gunst vermehren, So wird den gnadenblick Mein herz und haus verehren. Denn wer in demuth dir, Herz, feel und sinnen schenkt, Der wird auch für und für Mit deiner gunst getränkt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 34. M foll ich sagen, Daß du ein treuer GOtt, was mir so viel gut's gethan In allen meinen lebenstagen, Daß ich's nicht g'nug erzählen kann? Ja, eh ich noch die welt gesehn, 3st mir viel gut's von dir geschehn. 2. Und da ich kaum die welt erblicket, Hat deine güte mich umarmt: Die taufe hat mich hoch beglücket, So meiner erbarmt, Da nahmest du mich an als find, und 35. Bis durch eine Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. hieher hat mich gebracht wuschest mich von meiner sünd'. große güte, Bis hieher hat er tag 3. Mein name ward mir da gege- und nacht Bewahrt herz und gemüthe, ben, Den shriebst du auch im him- Bis hieher hat er mich geleit't, Bis mel ein: Da id) einm il soll ewig bicher hat er mich erfreut, Bis hieleben, Da ich bei dir soll fröhlich sein, Da ich im glanz, der sonnen gleich, Soll herrschen in des baters reich. 4. Indessen hast du alle stunden Mit deiner güte mich ergößt: Ich habe deinen schuß empfunden, Daß mich kein harter fall verlegt. Mein GOtt, bis hieher hast du mir Geholfen immer für und für. 5. 3war ohne freuz bin ich nicht blieben, Es kost't mir manche thränenfluth: Doch machet denen, die GOtt lieben, Der liebste bater alles gut. Belegt er uns mit last, die drückt, So hilft er tragen und erquickt. 19 ist auch deine vatertreu' noch alle morgen frisch und neu. 7. Ja, heut' an diesem lieben tage Erfreuet mich dein gnadenlicht; Ich bin befreit von harter plage, Und fehlt mir's gleich am freuze nicht, Hab ich doch GOtt zum helfersmann, Der aller noth abhelfen kann. 8. Daher bin ich auch wohl zufrieden, Und danke GOtt herzinniglich Für das, was er mir hat beschieden; Ich nehm es an, und freue mich, und sebe meine hoffnung fest Auf GOtt, der mich niemals verläßt. 9. Noch eins will ich von GOtt verlangen: 2aß meinen namen allzeit stehn Im himmel, wo die frommen prangen, Wo sie in weißen kleidern gehn; Und bringe mich auch einst dahin, Wo ich ohn' ende fröhlich bin. 6. Und also rühm ich deine gaben, Mein GOtt, es sei freud oder leid. Was du uns giebest, muß uns laben, Du meinst es gut zu aller zeit; Mir mir geholfen. 2. Hab lob und ehre, preis und dank Für die bisher'ge treue, Die du, e GOtt! mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein gedächtniß schreib ich an: Der HErr hat große ding' gethan An mir, und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer hort! hilf mir zu allen stunden, Hilf mir an all' und jedem ort, Hilf mir durch JEsu wunden, Hilf mir im leben, tod und noth, Durch Christi schmerzen, blut und tod; Hilf mir, wie du geholfen. Lobgesänge für besondere Wohlthaten, als: für die Schöpfung, Erlösung, Heiligung 2c., suche unter diesen Titeln. 2* 20 II. Sonntags- Gesänge und zwar Vorbereitungslieder Mel. HErr JEsu Christ, wah'r2c. 36. Min ein GOtt, die sonne geht herfür, Sei du die sonne selbst in mir: Du sonne der gerechtigkeit, Vertreib der sünden dunkelheit. 2. Mein erstes opfer ist dein ruhm, Mein herz ist selbst dein eigenthum: Ach, fehre gnädig bei mir ein, Du mußt dir selbst den tempel weihn! 3. Gieb, daß ich meinen fuß bewahr, Eh' ich mit deiner firchenschaar Hinauf zum hause GOttes geh, Daß ich da heilig vor dir steh. 7. So geh ich denn mit freuden hin, Wo ich bei dir zu hause bin. Mein herz ist willig und bereit, heilige dreieinigkeit! 4. Bereite mir herz, mund und Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. hand, Und gieb mir weisheit und 38. Mohl auf, herz und gemüldein andacht hör', Zu deines großen namens ehr'. 5. Schreib alles fest in meinen finn, Daß ich nicht nur ein hörer bin; Verleih mir deine kraft dabei, Daß ich zugleich ein thäter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen tag Smit leib und seele feiern mag. Bewahr mich vor der argen welt, Die deinen sabbath sündlich hält. Mel. Nun danfet alle GOtt. 37. Seid stille, finn und geist, Und euch zur Sonntagsfeier. gözet! Heut ist der ruhetag, Den er selbst eingeseget. Er will in stiller lieb Und furcht geehret sein, Wofern er soll bei uns In gnaden kehren ein. 2. Heut ist der tag des heils, Des HErren wort zu hören; Heut ist es recht. zeit, Ihn öffentlich zu ehren. Wer dieses unterläßt, Muthwillig bleibt davon, Verdient nicht, daß er sei Des großen GOttes sohn. 3. Ich will in GOttes haus Mit seinen findern gehen, Ich will im reinen schmuck Bor seinem altar ste= hen; Mein herz soll höchst vergnügt In seinem willen ruhn, Der leib foll nichts als noth- und liebes- werke thun. 4. Komm heute in mein herz, Du fönig aller frommen, Laß mit dir segen, heil Und seelenfrieden kommen! Die sonne deiner huld Kehr heute bei mir ein, So wird mir dieser tag Ein rechter sonntag sein. bricht an: Der zeugt von GOttes güte, Die er an uns gethan. Weg, weg was irdisch heißt! Weich, fleischliches beginnen! Weich, welt- und sündlich sinnen! Es rührt uns GOttes geist. 2. Mein GOtt, hilf mir bedenfen, Wie heilig dieser tag: Was sündlich, hilf versenken, Damit ich ruhen mag. Erwecke lust in mir, Ihn christlich zu begehen, Laß mich dein antlig sehen, und zeuch mein herz zu dir. 3. Mein GOtt, hilf mir anheben Der seelen ruhetag. Laß mich dir sein ergeben, Wend' ab all' angst und plag'. Erfrisch herz, ſinn und muth, Dir treulich mein verlangen, Schenk mir der seelen gut. 4. Hilf, daß ich freudig höre Der firchen ton und flang, Mein herz ganz zu dir kehre: Führ du selbst meinen gang Zu deiner wohnung hin, Wo schön und lieblich wesen, Wo leib und seel genesen, Wo ich schon stig bin. 5. Hilf, GOtt, daß ich die lehre Vorbereitungslieder Des geistes freudig hör', Von herzen mich befehre, Und sich mein glaube mehr'. Mach mich im hoffen treu, Laß fich mein thun und dichten Nach dir alleine richten, Daß ich recht heilig sei. 6. Gieb, daß mein herz die liebe Dem nächsten willig zeigt, Sich so im wohlthun übe, Daß es sein herze beugt. Gieb, daß ich keinen nicht Ohn' wohlthun stehen lasse, Und wohl zu herzen ſafſſe Daß es dir ſelbſt geſchicht. 7. Hilf mir den tag vollbringen Zu deines namens ehr: Mein beten, lefen, fingen 3ur seligkeit erhör'. Laß dieses tages ruh Mich führen zu den tagen, Die ohne weh und klagen Man bringt im himmel zu. Bei der öffentlichen Sonntagsfeier selbst. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 39. Mein Gott, du haſt mich eingeladen, Ich komme bor dein angesicht: Ach, wohn'in mir mit heil und gnaden, Und gieb mir deines geistes licht, Zeuch herz und mund allein zu dir, Und sei der Lehrer selbst in mir. 2. Hier ist der ort, den du erwählet, Hier trifft man bein gedächtniß an: Die wunder werden hier erzählet, Die dein geheimniß aufgethan; Hier ist dein feuer und dein Heerd, Und alles, was mein herz begehrt. 3. Ach, gieb mir himmlische gedanfen, Weil ich hier schon im himmel bin. Laß mich nicht in der andacht wanken, Und lege dich in meinen sinn. Nimm die vernunft gefangen hier, Und öffne mir die glaubens- thür. 4. Mein JEsu, laß es wohl gelingen! Du wort des baters, laß dein wort In mir die rechten früchte bringen, Und streu es auf den guten ort! Gieb daß mein herz, durch dich bestellt, Den saamen faßt, der darauf fällt. 5. Gesegne pflanzen und begießen, Und gieb den lehrern deine fraft, Daß fie das wort zu theilen wissen, Wie es am besten nußen schafft. Gieb uns zur Sonntagsfeier. 21 das rechte himmelsbrot, Zum trost in leibs- und seelen- noth. 6. Wohlan, so rede, HErr, wir hören, Und laß uns feine hinderniß In der gefaßten andacht stören; Denn dieses bleibt einmal gewiß: Wer dein wort hört und glaubt an dich, Der schmeckt den tod nicht ewiglich. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 40. Wie selig iſt der ort zu nennen, wort im schwange geht, Wo licht und recht ganz helle brennen, Und zion niemals wüste steht! Da man im ſchmuck der heiligkeit Dem HErren opfert allezeit. 2. Weh aber, wo die lebensworte So rar und theuer worden sind, Daß man an solchem wüsten orte Von GOtt nur dunkle spuren find't! Wie billig wird der ort beweint, Wo GOt= tes wort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen zweifel tragen, Als wär' allhier nicht GOttes haus. Wo wir nach GOttes worte fragen, Da macht er eine firche draus: Sie sei nun zahlreich oder klein, So muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im geist zusammen, So singen wir des HErren lied, So bringen wir die opferflammen, Auf welche GOtt in gnaden sieht; So lesen wir, und hören an, Was GOttes wort uns lehren kann. 5. Ach, HErr, gieb selber das gedeihen, Laß doch fein wort vorüber gehn, Laß uns die seelenspeis erfreuen, Laß unser herz erquicket stehn, Gieb unsrer einfalt deutlich ein, Das, was uns fann erbaulich sein. 6. Erhalt uns bei dem glaubensgrunde, Den du den eckstein hast ge= nennt, Daß man dich nicht nur mit dem munde, Auch mit dem herzen selbst bekennt. Wenn uns die welt verfolgung dräut, So gieb, o HErr beständigkeit. 7. Ja, bau du selbst in unfrei feele Dir ein lebendig GOtteshaus So wird in dieser jammechöhle Ein angenehmer sabbath draus, Bis wir 22 Sonntagsgesänge und zwar in jenen tempel gehn, Und vor des| trostes gaben Stets in allen nöthen lammes stuhle stehn. laben. ein 41. erschienen An dem orte deiner ehr, Deiner majestät zu dienen, Und zu hören deine lehr: Doch, mein dienst ist viel zu wenig Für dich, gro= per himmelskönig! 2. Drum entzieh mir deine gnade Bei der jeg'gen andacht nicht, Daß mir satans list nicht schade, Wenn mein geist das abba! spricht. Wirst Kommt her und fallt auf eure du sinn und herz nicht lenken, Soknie Vor GOttes majestät allhie: Es kann ich nichts gutes denken. ist sein heiligthum und haus, Wer fünde liebt, gehört hinaus. Halleluja. 3. Wirf hinweg nach deiner güte, Was dir, HErr, an mir mißfällt, Und befreie mein gemüthe Von den sorgen dieser welt. Laß die schlüpfrigen gedanken Nicht von dir auf's eitle 3. Ganz unerträglich ist ſein grimm, Doch hört er gern der armen ſtimm; Deßwegen lobt ihn allesammt, Das ist der christen rechtes amt. Halleluja. wanken. 4. Hilf, daß, da ich vor dich trete, Ich's nicht thu' aus heuchelei, Daß ich nicht ohn' andacht bete, Noch auch unbußfertig sei: Laß mich ohne geist nicht singen, Ohne dank nicht gaben bringen. 5. Bater! schließ die gnadenpforte Nicht vor meinen jeufzern zu: Was du mir in deinem worte 3ugesagt zur seelenruh, Was du mir auch schon verliehen, Wollst du nicht zurüde ziehen. 6. Hilf mir auch mich selber stra= fen, Laß mich nicht mit ärgerniß Plaudern, gaffen oder schlafen; Laß mir auch nicht überdies Wort', gedanken und geberden Unvermerkt zur sünde werden. 7. Laß mich fein gespötte machen, Wenn ich dein wort hören soll, Laß den geist die glaubenssachen, Welje von geheimniß voll, Ohne zweifeln, ohne flügeln, Mir im herzen fest ver= fiegeln. 9. Laß die lehrer nicht verdrossen, Noch die hörer ekel sein. Führ auch 8. Hilf, daß wir uns warnen lassen Ohne widerspenstigkeit, Daß wir die vermahnung fassen, Achten auf die gnadenzeit, Daß uns auch des sprecher ein, Daß wir alle dich dort oben Ohne trennung ewig loben. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 42.tag, Bergesset forge, müh und plag, Treibt eure wochenarbeit nicht, Kommt vor des höchsten angesicht, Halleluja. 2. 4. Rühmt unsers GOttes meisterthat, Da er aus nichts erschaffen hat Den himmel und die ganze welt, Und was dieselbe in sich hält. Halleluja. 5. Und als er sie genug geziert, hat er den menschen drauf formirt, Und ihn nach seinem ebenbild Mit weisheit und verstand erfüllt. Halleluja. 6. Erkennt mit dankbarem gemüth. Wie er allein durch seine güt' uns täglich schüßet und ernährt, Und manches unglück von uns kehrt. Halleluja. 7. Dankt auch, daß heut geschehen ist Die auferstehung JEsu Christ: Dadurch ist wahre freudigkeit In aller noth für uns bereit't. Halleluja. 8. Der von den juden ward ber= acht't, Mit mördern schändlich umgebracht, Daß seine lehr' hätt' kurzen lauf, und mit ihm möchte hören auf. Halleluja. 9. Der ist erstanden offenbar, Und hat erfreut sein' kleine schaar, Die ihn bis in den tod geliebt, Und seinethalben war betrübt. Halleluja. 10. Leibhaftig er sich ihnen wies, Sich sehen, hören, fühlen ließ, Da bei der öffentlichen mil bersichert wär ihr sinn, Des todes macht sei nun dahin. Halleluja. 11. Darum begehen wir mit fleiß Den tag nach rechter christen weis; Wir öffnen freudig unsern mund, Und danken GOtt von herzensgrund. Halleluja. 12. O GOtt, der du den erdenFreis Erschaffen haft zu deinem preis, Uns auch bewahrt so manches jahr In vieler trübsal und gefahr: Halleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine werk' Voll höchster weisheit, güt und stärk' Erkennen, und je mehr und mehr Ausbreiten deines namens ehr'. Halleluja. 14. D liebster heiland JEsu Christ, Der du vom tod érstanden bist, nicht unsre herzen auf zu dir, Daß sich der sünden- schlaf verlier! Halleluja. 15. Gieb deiner auferstehung fraft, Daß dieser trost ja bei uns haft, Und wir uns drauf verlassen fest, Wenn uns nun alle welt verläßt. Halleluja. 16. heil'ger geist! laß uns dein wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine lehr' Glaub, lieb und hoffnung reichlich mehr'. Halleluja. Sonntagsfeier selbst. 23 schein Aus aller trübfal, noth und pein, Den, der nur zu dir schreiet. Durch Christum giebst du deinen geist, Der uns den weg zur buße weist, Und innerlich erfreuet. Laß mich, Bitt' ich, Deine güte Im gemüthe Fort empfinden, Ohn' anfechtung meiner fünden. 3. Sieh ja dasselbe nicht mehr an, Was ich, HErr, wider dich gethan In nächstverwichnen tagen. Nimm zur versöhnung Christi blut: Er hat gelitten uns zu gut, Und völlig abgetragen, Was sich Täglich Noch für sünden In uns finden: Drum wir schwachen Uns zum gnadenthrone machen. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 43. Ich will, o bater, allezeit Erheben deine 4. Mein leib und seel, und was nur mein, Laß dir, o HErr, befohlen sein, Ich will dir all's ergeben. Wend ab noth, angst und herzeleid, Du vater der barmherzigkeit In meinem gan= zen leben, Daß ich Fröhlich Deinen willen Mög erfüllen, Dich stets lieben, Auch die lieb' am nächsten üben. 5. Gieb, daß mir dieser ruhetag Mein inn're ruh befördern mag Durch deines wortes stärke: Daß mir es durch das herze bringt, Und hundertfältig früchte bringt, Als rechte glau17. Erleuchte uns, du wahres licht, benswerke. Bon dir Laß mir BrünnEntzieh uns deine gnade nicht: Allein fließen, Sich ergießen, Daß ich unser thun also regier, Daß wir GOtt preifen für und für. Halleluja. bleibe Stets ein glied an deinem leibe. 18. GOtt vater, sohn und geist, verleih, Daß dieser tag dir heilig sei, Wir auch die sabbaths- ruh und freud' Erlangen drauf in ewigkeit. Halleluja. 6. Verleihe, daß in dieser welt Mein' hoffnung sei auf dich gestellt Und ich dir ganz vertraue, Daß ich die wahre ruh und freud' Erlange dort ohn einig leid, Wenn ich GOtt immer schaue. Durch dich Werd' ich Große gaben Ewig haben Bei dir oben; Deinen namen will ich loben. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. Daß du von so viel jahren Wich haft 44. Helft mir GOttes que pres mein behütet lebtag immerdar, Auch diese woch' erfahren. Singet, Bringet GOtt dem Herren Nah und ferren Dank und ehre: Jedermann sein lob vermehre. sen, christen insge= mein! Wir wollen all erweisen, Daß wir GOtt dankbar sein, Bornäm= lich zu der zeit,(* Da sich die woch' geendet, Der sonntag hergewendet: Des HErren tag ist heut.*) 2. Du führst durch deinen gnaden( Am Sonnabend: 24 Sonntagsgesänge und zwar Da sich die woche endet, Der sonntag| Klage über Mangel der Anzu uns wendet: Des HErrn tag ist nicht weit.) 2. Laßt uns mit ernst betrachten 45. Glagen Meines herzens dacht beim Gottesdienste. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. roßer dir Des höchsten reiche gnad', Und jeder= zeit hoch achten Sein' unzählig' wohl= chweres leid, Und mit thränen dir that: Stets führen zu gemüth,(* Wie vortragen, Wie die schnöde eitelkeit er die woch' gegeben*) Nothdurft zu So viel unruh stift't in mir, Wenn diesem leben Und uns vor leid be= ich seufzen will zu dir, Wie sie mir hüt't; die andacht störe, Wenn ich, HErr, dein wort anhöre. 3. Lehramt, schul', firch' erhalten, In gutem fried und ruh, Nahrung den jung und alten Bescheeret auch dazu: Und gar mit milder hand Sein' güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet Von unserm vaterland. 2. Da ich irdischer gedanken Gänzlich sollte müssig gehn, Mein gemüth ohn' alles wanken Lassen bei mir stille stehn, Und betrachten sorgenfrei, Was der seele nüglich sei, Was uns muß zum himmel bringen: Schlepp? ich mich mit eitlen dingen. 4. GOtt hat unser verschonet Aus väterlicher gnad'. Wenn er sonst hätt' belohnet All unsre missethat Mit gleicher straf und pein: So wär'n wir längst geſtorben, In mancher noth verdorben, Da wir voll fünden sein. 5. Nach vaters- art und treuen Er uns so gnädig ist; Wenn wir die sünd bereuen, Glauben an JEfum Christ Herzlich ohn' heuchelei: Will er die schuld vergeben, Lindert die straf darneben, Macht uns von plagen frei. 6. Drum deine güt' wir preisen, Vater im himmelstbron, Die du une thust beweisen Durch Christum deinen fohn. Wir bitten ferner dich, ( Hilf all'n bedrängten leuten, Befcheer friedsame zeiten, Und nähr uns mildiglich."). Am neuen jahre, darauf dieser ge= fang erstlich gemacht worden, ändert man, was zwischen zwei steht, wie folgt: * Im 1. Gefeß, in den 3 legten Versen: Da sich das jahr geendet, Die sonne zu uns wendet: Das neue jahr ist heut. 3m 2. Geseß, im 6. Vers: Wie er dies jahr gegeben. Im leßten Geseg, in den 3 legten Versen: Gieb uns friedsame jahre, Vor allem leid bewahre, Und nähr uns mildiglich. 3. Da ich sollte ganz entzündet Und im geiste brünstig sein: Schlechte lust sich bei mir findet. Ach, wie schläfrig nehm ich ein, Was mich zu dem himmel führt, Und das höchste gut gebiert. Ach, wie lau sind meine thränen, Ach, wie falt mein himmels= sehnen! 4. Nun, was soll ich armer machen? HErr, es steht ja nicht bei mir: Schaffe rath in diesen sachen, Denn es steht allein bei dir. Du, du kannst den herzensstein, Höchster, heben, du allein Kannst erwecken das verlangen, Dir mit eifer anzuhangen. 5. Zünde deiner liebe flammen Selbst in meinem herzen an, Die gedanken halt zusammen, Daß sie nichts verwirren kann. Laß im beten mich allein, HErr, auf dich gerichtet sein, Daß sich gluth und andacht mehre, Wenn ich deine lehren höre. 6. Bater, lenke mein gemüthe, Daß ich seh dein licht und recht, Daß ich schmecke deine güte, Die dein wort mir schnödem knecht Dargebracht und öffne mir Selbst, mein GOtt, die herzensthür, Mit recht sehnlichem verlangen Solche gnade zu empfangen. 7. Weg ihr eitlen weltgedanken, Weg du schnöde nichtigkeit! Weicht aus meines herzens schranken! Daß bei der öffentlichen ich GOtt zum dienst bereit, Und von aller unruh frei, Ihm allein ergeben fei, Daß ich, in mir selbst verborgen, Könne für die seele sorgen. Vor der Predigt. 46. Liebster 3Efu, wir ſind hier, Dich und dein wort anzuhören: Lenke sinnen und begier Auf die süßen himmelslehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Ist mit finsterniß verhüllet, Wo nicht deine gnadenhand Uns mit hellem licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus GOtt geboren! Mach uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren. Unser bitten, flehn und singen Laß HErr JEsu, wohl gelingen! Sonntagsfeier selbst. 25 2. Drück es mir so feste ein, Daß kein teufel es kann rauben: So werd' ich schon selig sein In der hoffnung und im glauben. Meine seele wird sich laben Und des himmels vorschmack haben. 3. Fluch und segen ist mir nun zu erwählen vorgegeben: Laß die beste wahl mich thun, Und nach deinem willen leben, Daß ich vor der höllen fliehe, Um den himmel mich bemühe. 5. Ist mein ganzes christenthum Boller jammer und beschwerden: Laß dies evangelium Mir zu einem balsam werden, Der in meine wunden fließe, Und mir alles kreuz verſüße. 6. Nun ich gehe fröhlich heim, Denn ich trage, wie die bienen, Lau= ter Der mir zum labſal dienen, Und ich ſchließ in JEsu namen, Sprich dazu, HErr: ja und amen! Err JEfu Chrift! dich 47. Hun wens en bil zu geist du zu uns send: Mit hülf und gnad'er uns regier' Und uns den weg zur wahrheit führ'. 2. Thu' auf den mund zum lobe dein, Bereit' das herz zur andacht fein, Den glauben mehr, stärk' den verstand, Daß uns dein' nam' werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit GOttes heer: Heilig, heilig ist GOtt der HErr! Und schauen dich von angesicht In ew'ger freud und sel'gem licht. 4. Ehr sei dem vater und dem sohn, Dem heil'gen geist in einem thron, Der heiligen dreieinigkeit Sei lob und preis in ewigkeit. Nach der Predigt. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. 4. Laß, HErr, feinen irrthum mir Deine brünnlein trübe machen, Laß bei deinem donner hier Mein gewissen recht erwachen, Daß dein wort durchs herze gehe, Und ein rechter brand entstehe. 48. Selig find, die GOttes wort zugleich bewahren. Mein GOtt, laß an diesem ort Mir dasselbe wiederfahren, Laß dein wort im herzen bleiben, Mich zu allem guten treiben. 49. Dank fagen wir alle GOtt, unserm HErrn Christo, Der uns mit seinem worte hat erleuchtet, Und uns erlöset mit seinem blute Bon des teufels gewalt. Den sollen wir alle Mit seinen engeln loben mit schalle, Singen: preis ſei GOtt in der höhe! Bei dem Schlusse des öffent= lichen Gottesdienstes. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. un es ist voll50. Nt bracht Singen, beten, lesen, hören: GOtt hat alles wohl gemacht, Zaffet uns sein lob vermehren. Unſer GOtt ſei hoch gepreiſet, er uns so wohl 2. Nun, der gottesdienst ist aus, Uns ist mitgetheilt der segon: Drum gehn wir in fried nach haus, Wandeln frei auf GOttes wegen. GOttes Sonntagsgesänge und zwar 26 geist uns ferner leite, Und uns alles wohl bereite. 3. Unsern ausgang segne GOtt, Unsern eingang gleicher maßen: Segne unser täglich brot, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit selgem sterben, und mach' uns zu himmelserben. Abendlied am Sonntage. 51. №u un bricht die finstre nacht herein, Des tages glanz ist todt: Jedoch, mein herz, schlaf noch nicht ein, Komm, rede erst mit GOtt. 2. O GOtt, du großer HErr der welt! Den niemand sehen kann: Du fichst auf mich vom himmelszelt, Hör' auch mein seufzen an. 3. Der tag, den ich nunmehr vollbracht, War insbesondre dein: Darum hat er bis in die nacht Mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, Denn ich bin fleisch und blut, Und pfleg'es öfters zu versehn, Wenn gleich der wille gut. Mel. Was GOtt thut, das ist zc. 52. Die ie neue woche geht nun an, und ist schon eingetreten. Wach' auf mein herz, und denke dran, Daß du zu GOtt sollst beten, Und ihm dabei Für seine treu' Mit danken und mit singen Ein morgenopfer bringen. 2. Wie viele wochen hab' ich schon 3m leben angefangen? Und doch ist keine noch davon Erlebet und begangen, In welcher nicht Ein gnadenlicht Von GOtt mich angeblicket, Der mir viel gut's geschicket. 5. Nun such' ich deinen gnadenthron: Sieh' meine schuld nicht an, Und denke, daß dein lieber sohn Für mich genug gethan. 3. Das freuz und leiden dieser zeit, So mir auch mit begegnet, Hat er durch viel zufriedenheit Gemildert 6. Schreib' alles, was man heut' gelehrt, In unsre herzen ein, und lasse die, so es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt'uns fernerhin dein wort Und thu' uns immer wohl, Damit man stets an diesem ort GOtt diene, wie man soll. 8. Indessen such' ich meine ruh': bater, steh' mir bei, Und gieb mir deinen engel zu, Daß er mein wächter ſei. 9. Gieb allen eine gute nacht, Die christlich heut' gelebt, und besfre den, der unbedacht Der gnade widerstrebt. III. Bei dem Anfange der Woche. 10. Wofern dir auch mein thun gefällt, So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der welt Vollbringe meinen lauf. 11. Und endlich führe, wenn es zeit, Mich in den himmel ein: Da wird in deiner herrlichkeit Mein sab= bath ewig sein. und gesegnet: So, taß er nie In angst und müh' Mich trostlos lassen stehen, Noch drinnen untergehen. was wird in so viel wochen Für 4. Ach, fallen mir die sünden ein: schuld nicht aufgehäufet sein? Und doch, was ich verbrochen, Hat er dabei Auf buß' und reu' In Christo mir verziehen, Und gnad' und huld verliehen. 5. Nun, treuer GOtt, ich danke dir, Ich danke dir von herzen; Zwar meine schwachheit machet mir Bekümmer= niß und schmerzen, Daß meine pflicht Dich also nicht Kann loben, als ich sollte, Und dennoch gerne wollte. 6. Jedoch in Christo wirst du dir Es wohl gefallen lassen. In Christo bei dem Anfange und Schlusse der Woche. 27 will ich ferner mir Die gute hoffnung| so wird die ewigkeit Mir auch den faffen, Daß du mich wirst, Mein lebensfürst, Bei allen meinen werken In dieser woche stärken. tod verfüßen. Denn dich und mich, Ja mich und dich, Kann weder freud' noch leiden, Noch tod und leben schei= den. 7. Nun aus- und eingang sei beglückt An seel- und leibes- segen. Bring' mir, was meinen geist erquidt, In deinem wort entgegen, Denn dies allein Soll einzig sein, Was ich mir zum ergoßen Zeitlebens werde seßen. 8. Doch aber, soll sich meine zeit Mit dieser woche schließen: Ei nun, IV. Bei dem Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c.| keit, Da du dem sünder fest verspronun 53. die schlossen, Doch, treuer GOtt, dein herze nicht. Wie sich dein segensquell ergossen, So bin ich noch der zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt, Und unerschöpflich auf mich fließt. 2. 3ch preise dich mit hand und munde, Ich lobe dich, so hoch ich kann, Ich rühme dich von herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch JEsum Christ Mein dank ein süßer weihrauch ist. 9. Wohlan, so mag's gleich wunderlich In dieser woche gehen, Es kann doch anders nicht um mich, Als gut und heilsam stehen. Denn was GOtt fügt, Wird mich vergnügt, Bei allen meinen sachen, Und endlich selig machen. 3. Hat mich bei meinen wochentagen Das liebe freuz auch mit besucht, So gabst du auch die kraft zu tragen: Zudem, es ist voll heil und frucht In deiner liebe gegen mir, Und darum dank' ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt' ich über ares Ach, du versagst mir solches nicht: Gedenke feines sündenfalles, Weil mich mein JEsus aufgericht't, Mein JEsus, der die missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht in ewigdie leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein gerechter leben soll. 6. Mein glaube hält an diesem segen, Und will also den wochenschluß Vergnügt und froh zurüce legen, Da mich der trost ergoßen muß, Ich solle hier in Christo dein, Und schon in hoffnung selig sein. 7. Doch, da mein leben zugenommen, So bin ich auch der ewigkeit Um eine woche näher kommen, und warte nun der legten zeit, Da du die stunde hast bestimmt, Die mich zu dir in himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den sonntag wieder sehen kann, So blid die sonne deiner treue Mich auch mit neuen gnaden an. Ach ja, da theilt dein wort und haus Den erstund besten segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, Was du mir fünft'ge woche giebst. Du wirst es in der that erweisen, Daß du mich je und immer liebst, Und lei= test mich nach deinem rath, Bis leid und zeit ein ende hat. 28 II. Fest- Gesänge. 1. Bei dem Anfange des Kirchen- Jahres. Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. 54. Nun un kommt das neue firin gnaden auf, Daß wir alle dir gefallen, Und gewiß zum himmel wallen. chenjahr, Deß freut sich alle christenschaar. Dein könig kommt, drum freue dich, Du wahres Zion, heiliglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das gnadenwort Vom anfang wieder immerfort, Das uns den weg zum leben weist; GOtt sei für diese huld gepreist. Halleluja. 3. GOtt, was uns deine wahrheit lehrt, Die unsern glauben stets vermehrt, Das laß bekleiben, daß wir dir, Boll freuden danken für und für. Halleluja. 4. Ehr' sei dem bater und dem sohn, Dem heil'gen geist in einem thron, Der heiligen dreieinigkeit Sei ewig preis und lob bereit't. Halleluja. 2. Gieb forthin solch' wohlergehen, Laß dein theures werthes wort Ferner bei uns feste stehen, Allertreuster feelenhort! Denn an diesem himmelsfegen Ist vor allem viel gelegen. 3. Sacramente, lehren, lehrer Gönn' uns unverfälscht und rein, Mach' die lehrer und die hörer Reich an segen und gedeihn, Laß in glück- und unglücs- zeiten Uns dein haus in ruh' beschreiten. 5. Wenn wir hier mit flehen beten, Und in christlicher gemein' Vor dein gegen sein, Daß auch das geringste heilig antlig treten, Laß dein ohr zuflehen Nicht vergebens mag geschehen. 4. Die da GOttes finder worden Durch das bad der heil'gen tauf, Die erhalt' in diesem orden; Andre nimm ten, Wenn wir hier voll leid und reu' 6. Laß dein gnadenantlig leuchuns hier dein diener frei, Und vergiebt Unsre missethaten beichten. Spricht in deinem namen: HErr, so sprich auch du das amen. 8. Die, so freuz und leiden drücken, Laß dein evangelium Stärken, trö-= sten und erquicken, Mehre aller chriMel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. 55. Großer schöpfer, heute testenthum, Daß die hörer hier auf erden ten ein jahr an, Drum wir dankbar dich anbeten, Daß du uns so wohl gethan; Weil, was leib und feel' beglückte, Man von deiner hand erblickte. 7. Die den tisch des heils genießen speis' ersprießen zu gewisser seligkeit; Denen laß zu jederzeit Diese seelen2aß sie ihnen hier auf erden Jener freuden vorschmack werden. 9. Die dies jahr bei uns entschlafen, aß einst fröhlich auferstehn, Und mit deinen frommen schaafen Zu der himmelsfreude gehn; Sienach laß uns alle ringen, Durch die enge pforte dringen. 10. Nun, o großer GOtt, erhalte Deine kirche weit und breit. Friede, schuß und segen walte Ueber deine christenheit. Laß, wo möglich, all'auf erden Einst bekehrt und selig werden. 11. So wird der gerechte samen, Als dein theures eigenthum, Höchster, deinem großen namen Dank und ehre, preis und ruhm Ewig hier und dorten bringen, Heilig, heilig, heilig! singen. II. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Zur Adventszeit. 56. Neiland, der junge Daß du deinen ſohn mir giebeſt? un komm, Heiden 3. was bin Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine feinde liebest: Was wird sie denn fünftig geben Denen, die in Christo leben? 4. Daß du menschen hast gemacht, Hat dich ja vordem gereuet; Wer hat denn zuwege bracht, Daß sich nun dein herz erfreuet, Wenn man deinen ſohn auf erden Siehet einen menschen werden? frauen find erkannt, Deß sich wundre alle welt, GOtt solch' geburt ihm bestellt. 2. Nicht von mannsblut noch vom fleisch, Allein von dem heil'gen geist Ist GOttes wort word'n ein mensch, Und blüht ein' frucht weibesfleisch. 3. Der jungfrau leib schwanger ward, Doch blieb feuschheit rein bewahrt. Leucht't hervor manch' tugend schön, GOtt da war in seinem thron. 4. Er ging aus der kammer sein, Dem königlichen saal so rein: GOtt von art und mensch ein held, Sein'n weg er zu laufen eilt. 5. Sein lauf kam vom vater her, Und kehrt' wieder zum vater, Fuhr hinunter zu der höll', Und wieder zu GOttes stuhl. 6. Der du bist dem vater gleich, Führ hinaus den sieg im fleisch, Daß cein' ew'ge GOtt'sgewalt In uns bas frank' fleisch erhalt. 7. Dein' krippe glänz't hell und llar, Die nacht giebt ein neu licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein: Der glaub' bleib immer im schein. 8. Lob sei GOtt im höchsten thron, Lob sei GOtt sein'm ein'gen sohn, Lob sei GOtt dem heil'gen geist, Immer und in ewigkeit. 29 57. Adam dam hat im Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. paradies Seinen bund mit GOtt gebrochen; GOtt, der ihn doch nicht verstieß, Hat erlösung uns verspro= chen, Und nun kömmt in seinem namen Der versproch'ne weibessamen. 2. Komm, mein helfer in der noth, Komm, o heiland aller sünder! Du wirst mensch, und bist auch GOtt, Für uns arme menschenkinder, Denn wer konnte sonst erretten, Wenn wir keinen Christum hätten? 5. Auf, mein herz, hier ist dein GOtt, Heiß ihn tausendmal willkommen! Deine sünde, deinen tod Hat er schon auf sich genommen, Durch sein leiden, blut und sterben Sollst du einst den himmel erben. 6. Darum danke, wer nur kann, GOtt dem vater aller gnaden, Betet euren heiland an, Er heilt euren seelenschaden; Ehre sei GOtt in der höhe, Und des satans reich vergehe! Mel. Von Gott will ich nicht 2c. 58. Nun jauchzet, all'ihr from= men, dieser gnadenzeit, Denn unser heil ist kommen, Der HErr der herrlichkeit; Zwar ohne stolz und pracht, Doch mächtig zu verheeren, Und gänzlich zu zerstören Des teu= fels reich und macht. 2. Er fömmt zu uns geritten Auf einem eselein, Und stellt sich in die mitten Für uns zum opfer ein; Er bringt fein zeitlich gut, Er will allein erwerben Durch seinen tod und sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein scepter, keine frone Sucht. er auf dieser welt: Im hohen hima melsthrone Ist ihm sein reich bestellt. Er will hier seine macht Und majeſtät verhüllen, Bis er des vaters willen Gehorsamlich vollbracht. 4. Ihr mächtigen auf erden, Nehmt diesen könig an. Soll euch gerathen werden, So geht die rechte bahn, Die 30 Von der Zukunft Christi ins Fleisch nach dem himmel führt; Weil, wo ihr| mit, was dir gebühre, Mir kund und ihn verachtet, Und nur nach hoheit wissend sei. trachtet, Des höchsten zorn euch rührt. 2. Dein Zion streut dir palmen Und grüne zweige hin, Und ich will dir in psalmen Ermuntern geist und sinn. Mein herze soll dir grünen In stetem lob' und preis, Und deinem namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem trost und freud'? Als leib und seele saßen In ihrem größten leid, Als mir das reich genommen, Wo fried' und freude lacht, Bist du, mein heil, gekommen, Und hast mich froh gemacht. 5. hr armen und elenden In dieser bösen zeit, Die ihr an allen enden Boll angst und jammer seid: Seid dennoch wohlgemuth, Laßt eure lieder klingen, Dem könig zu lobsingen, Der euer höchstes gut. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner herrlichkeit, Und eure flag' und weinen Berwandeln ganz in freud'. Er ist, der helfen kann, Halt't cure lampen fertig Und seid sein stets gewärtig: Er ist schon auf der bahn. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. 59. Mit ernst, o menschenfinder, Das herz in euch bestellt, Damit das heil der fünder, Der große wunder- held, Den GOtt dus gnad' allein Der welt zum licht und leben Gesendet und gegeben, Bei euch auch fehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den weg dem großen gast, Macht seine steige richtig, Laßt alles, was er haßt, Macht alle bahnen recht, Die thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein herz, das bemuth übet, Bei GOtt am höchsten steht; Ein herz, das hochmuth liebet, Mit angst zu grunde geht; Ein herz, das richtig ist Und fol= get GOttes leiten, Das kann sich recht bereiten, zu dem kommtJEsus Christ. * 4. Ach mache du mich armen 3u dieser heil'gen zeit Aus gute und er= barmen, HErr JEsu, selbst bereit. Zeuch in mein herz hinein Vom stall und von der Frippen, So werden herz und lippen Dir ewig dankbar sein. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 60. Wi ie soll ich dich empfangen, Und wie begegn' ich dir, aller welt verlangen, O meiner seelen zier! O JEsu, mich regiere, Und deinen geist verleih', Da= 4. 3ch lag in schweren banden, Du kömmst, und machst mich los; Ich und in spott und schanden, Du kömmst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schenkst mir großes gut, Das sich nicht läßt verzehren Wie irgend reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben 3u mir vom himmelszelt Als dein getreues lieben, Damit du alle welt In ihren großen plagen Und centnerschweren last, Die fein mund kann aussagen, So fest umfangen haſt. 6. Das schreib' dir in dein herze, Du hochbetrübtes heer, Bei welchem gram und schmerze Sich häuft je mehr und mehr; Seid unverzagt, ihr habet Die hülfe vor der thür: Der eure her= zen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit äußerlicher macht: Er kömmt, er kommt mit wil= len, Er ist voll lieb' und lust, All' angst und noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. Vor eurer sündenschuld: Mein JEſus 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken will sie decken mit seiner lieb' und huld. Erkömmt, er kommt den sündern Zum trost und wahrem heil, Schafft, daß bei GOttes findern Verbleib' ihr erb' und theil. 9. Was fragt ihr nach dem schreien Der feind' und ihrer tüd? Der HErr wird sie zerstreuen In einem augen zur Adventszeit. 31 blick. Er kömmt, er kömmt, ein könig,| Von aller fremden liebe! Du bringst Dem wahrlich alle feind' Auf erden viel zu wenig Zum widerstande seind. mir mit gerechtigkeit, Im heil'gen geiste fried' und freud': Dieß sind die reinsten triebe. 10. Er fömmt zum weltgerichte, Zum fluch dem, der ihm flucht, Mit gnad' und süßem lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o sonne! Und hol uns allzumal zum ew'gen licht und wonne In deinen freudensaal. Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. 61. № un hosianna, Davids sohn, Du kommest aus dem himmelsthron Zu allen armen sündern; Zeuch ein, zeuch ein, dir stehet hier Ganz aufgeschlossen thor und thür Bei deinen armen findern. 3. Komm, könig, friedefürst und held, Erlöser, mittler, lösegeld, Nath, licht und trost der heiden, Schuß, seligmacher, todestod, Prophet, versöhner, hülf' in noth, Zeuch in mein herz mit freuden. 2. Mein herz bereitet ſich auch schon: 62. Hofianna, Davids ſohn! Kehr' bei mir ein, o GOttes sohn, Du wahrer weibessaamen, Dufiloh, heiland, hirt und heil, Mein bruder, gnadenthron und theil, Komm in des HErren namen.* 1.B.Mos.49.10. du friedensstifter. Der vaters naJacobs haus und samen, Welchem men Sich erhebet auf den thron Ueber GOtt ein reich bestimmt, Dem die reiche dieser erden Endlich müssen dienstbar werden, Und das selbst kein ende nimmt. 4. Ach sei gelobt Immanuel, Du überwindest tod und höll, Du tilgest meine sünden. Komm, fehr' in meinem herzen ein, Ob du es gleich wirst arm und klein Für dich zur wohnung finden. 5. Denn du bist aller herren herr, Ich asch und staub; ja was noch mehr, Da wir in sünden liegen, So sind wir deiner huld nicht werth. Ich armer mensch, ich arme erd', Wie will ich dich vergnügen? 6. Ich dürfte nicht mehr bitten dich, Wenn du nicht selbst verlangtest mich, Und spräd st: gieb mir dein herze. Willst du es denn, so sei es dein; Dem herzen kann nicht besser sein, Als bei dir, le= benskerze. 8. Ach, nimm von meiner armuth an Lieb', ehre, demuth, und was fann Mein armes herze haben. Mein glaube hängt sich fest an dich Und nimmt aus deinen schäßen sich Die gottgefäll'gen gaben. 7. Du willst es aber ganz allein, Ach, wär' es doch ganz frei und rein 9. Mit diesen bin ich wohl ge schmückt; Zeuch ein so werd' ich höchst beglückt, Mein herz ist dir ergeben. Komm, wähl' es doch zu deiner ruh', Ich rufe dir mit freuden zu: Willkommen, o mein leben! 2. Sei gesegnet theures reich, Das ein solcher herr besißet, Dem kein herr auf erden gleich, Der das recht mit nachdruck schüßzet. Schwinge dich in stetem flor Und im unberrückten frieden, Unter heiden, unter jüden Mit vermehrtem glanz empor. 3. Deines königs majestät Müsse jedes volk verehren, Und, so weit die sonne geht, Müsse sich sein ruhm vermehren. Selbst der kleinen finder mund Mache zum verdruß der feinde Und zur freude seiner freunde, Seinen großen namen fund. 4. Schreibe mich, HErr, auch mit an Unter deinen unterthanen, Ich will dir, so gut ich kann, In mein herz die wege bahnen, Ich geselle mich im geist zu denselben großen reihen, Die das hosianna schreien, Wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchz't ihr kräfte, freuet euch, Seid ermuntert meine sinnen! JEsus und sein gnadenreich Wird bei euch nun raum gewinnen. Kommt und Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch zur Adventszeit. 32 schwört den huld'gungseid, Kommt und küßt den sohn der liebe, Ach, daß niemand außen bliebe, Hier, ach, hier ist seligkeit. 63. A% Mel. O GOtt, du frommer 2c. Pomm, tochter Zion, komm, Den fönig zu empfangen, Der unser heiland ist Und aller welt verlangen. Stimm diesem Davidssohn Dein hosianna an, Bring', was zu seinem dienst Die liebe bringen kann. 2. Anstatt des grünen laub's Der reifer und der palmen, Streut uns're andacht dir Anjetzt dank- und lobpsalmen; Sie spricht: gepriesen sei Der heiland JEsus Christ, Der aus des baters schooß Auf erden kommen ist. 3. Wir danken dir dafür, Daß du haft angenommen, Wie finder, fleisch und blut, Und bist zu uns gekommen Sanftmüthig, arm, gering, Ein könig ohne pracht, Und doch ein GOtt und HErr Von höchster kraft und macht. 4. Soll nicht ein gläubig herz Getrost und freudig werden, Wenn deine anfunft ist Demüthig in geberden? Wenn alles dieses blos Zu unserm trust geschicht, deine niedrigkeit Für uns're sünd' ausricht't? 5. Zu dieser zukunft hat Dich ja sonst nichts getrieben, Als dein erbarmend herz und unverdientes lieben. O was für gnad' und huld, Die sich hierin erweist! Dein name sei darum Gerühmet und gepreist. 6. Laß uns hinführo auch Bereit und fertig stehen, Wenn wir dir sollen einst Geschicht entgegen gehen. Halt uns in heil'ger furcht Und deiner wahr= heit licht, Wenn du erscheinen wirst Zum großen weltgericht. 7. Das hosianna soll Alsdann von neuem flingen, Wenn selbst der engel chor Nebst uns wird fröhlich singen Ihr heil'ges lob und lied Dem, der da war und ist: Gelobet sei der HErr, Der heiland JEſus Christ. Mel. Alle menschen müssen 2c. 64. Liebster 3Efu, sei willkommen Hier in dieser bösen welt, Da du kaum wirst aufgenommen, Da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, Wohne nur in meinem herzen: Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 2.3war du fömmest gar nicht prächtig, Aber ich bin schon vergnügt: Ich weiß, daß du reich und mächtig, Daß in dir verborgen liegt, Was mich sünder, was mich schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 3. Dein so armes fummerleben Soll mein höchster reichthum ſein, Mein herz ist dir ganz ergeben, Und ich trau' auf dich allein. Du, du kannst mir alles geben, Was vergnügt in diesem leben. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 4. Will dich alle welt gleich meiden, Dennoch find' ich mich zu dir, Dich und mich soll nie was scheiden, Son= dern ich will für und für Unverrückt an dir bekleiben, Todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 5. Deine schmach und deine schande, So dir diese welt anthut, Dienet mir zum höchsten pfande, Und ver= sichert meinen muth, Daß du mir in jenem leben Wirst die ehrenkrone geben. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 6. Nun, mein herze steht dir offen, 3euch, mein heiland, bei mir ein, Laß mich nicht vergeblich hoffen, Laß mich nur dein eigen sein. Tilge du all' mein verbrechen, So kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! III. Weihnachts- Gesänge. Von der Menschwerdung und Geburt Chrifti. Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. Ott 65. G lob, die höchſt geunfrer ſeligkeit Und unsrer hülf ist kommen. Des ew'gen vaters einig find Hat, daß es sich mit uns verbind, Fleisch und blut angenommen. 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha längst verkündigt hat*, Ist er ein mensch geboren; Ogroßes heil, wär' dieses nicht, Würd' alles, was das sonnenlicht Gesehn und sieht, verloren.* Micha 5, 1. 33 les eitle weggerückt, Weil ich dich einzig wähle. 66. Emergeift, Und trage groß Ermunt're cher verlangen, Ein kleines kind, das va= ter heißt, Mit freuden zu empfangen. Dies ist die zeit, darin es kam und menschlich wesen an sich nahm, Mit uns und unsern seelen Sich ewig zu vermählen. 2. Willkommen, theurer bräutigam, Du könig aller ehren; Willkommen, JEsu GOtteślamm, Ich will dein lob vermehren. Ich will dir all' mein lebelang Von herzen sagen lob und dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist mensch geboren. 3. O großer GOtt, wie konnt' es sein, Dein himmelreich zu lassen, Zu kommen in die welt hinein, Wo nichts als neid und hassen? Wie konntest du die große macht, Dein königreich, die freudenpracht, Ja dein erwünschtes leben, Für solche feind' hingeben? 4. Ist doch, HErr JEsu, deine braut Ganz arm, und voller schanden: Noch hast du sie dir selbst vertraut Am Freuz, in todesbanden; Ist fie doch ganz und gar befleckt, Mit dem verderben angesteckt: Doch willst du threntwegen Die knechtsgestalt an. legen. 5. Du fürst und herrscher dieser welt, Du friedenswiederbringer, Du fluger rath und großer held, Du starker höllenzwinger, Wie ist es möglich, daß du dich Erniedrigest so jämmerlich, Daß du im ärmsten orden Der menschen, mensch geworden? 3. Sein armer stand, sein dürftigsein Bringt uns den größten reichthum ein, Wir haben nun die füille. Hat Adam uns gleich sehr verletzt Und uns in tiefe schuld gesetzt, Er kommt, daß er sie stille. 4. Seht nicht die schlechten windeln an, Und was vernunft hier tadeln kann, Seht, wer darin gehüllet: Der große GOtt, das heil der welt, Der wunderbare, starke held, Der erd' und himmel füllet. 5. Der ew'ge GOtt, des vaters wort Wird unser bruder, hülf und hort, Auf den wir sicher trauen. Komm, ganze welt, ach, komm herbei, Hier kannst du, daß GOtt gnädig sei Ohn' dein verdienst, anschauen. 6 Willkommen, theurer werther gast, Willkommen, träger meiner last! Mein licht, mein trost, mein segen, Mein einzig gut, was soll ich dir, Zum zeugniß meiner dankbegier, Zu deinen füßen legen? 7. Mich selbst, nimm diese gabe an, Dent', daß ich sonst nichts liefern kann Dir, der du alles hegest. Der du den weltfreis zugericht, Veracht' mein schlechtes opfer nicht, Der du den himmel trägest. 8. 3euch, HErr, in dies mein herz hinein, Laß es dein sanftes bette sein, Verschmäh' nicht meine seele, Laß sie 6. Ogroßes werk, o wundermacht, Desgleichen nie gefunden! Du hast den heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du hast gebracht den starken mann, Der feu'r und wollen zwingen kann, Vor dem die himmel mit dir sein selbst geschmückt, Und al- zittern, Und alle berg' erschüttern. 3 34 Weihnachtsgesänge 7. O liebes find, o werther sohn,| pelein? Weß ist das schöne kindelein? Holdselig von geberden, Mein bruder Es ist das liebe JEsulein. und mein gnadenthron, Mein höchster schaß auf erden: Komm, schönster, in mein herz hinein, Komm eilend, laß die krippe sein, Komm, komm, ich will bei zeiten Dein lager dir bereiten. 8. Sag an, mein herzensbräutigam, Mein' hoffnung, freud und leben, Mein edler zweig aus Davids stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir leib, feel und geist, Und alles, was mensch ist und heißt: Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, preis und dank, Herr JEsu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein bruder worden bist, Und haft die welt bezwungen, Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preis in dieser gnadenzeit, Und dich hernach dort oben In ewigkeit mag loben. 67. Vom himmel hoch da komm ich her, Ich bring euch gute neue mähr, Der guten mähr bring ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein kindlein heut ge= bor'n, Von einer jungfrau auserfor'n, Ein findelein so zart und fein, Soll eure freud' und wonne sein. 3. Es ist der HErr Christ unser GOtt, Der will euch helf'n aus aller noth, Will euer heiland selber sein, Bon allen sünden machen rein. 4. Er bringt euch all'n die seligkeit, Die GOtt der vater hat bereit, Daß ihr mit uns im himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das zeichen recht, Die fripp' und windelein so schlecht, Da findet ihr das kind gelegt, Das alle welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein Und mit den hirten gehn hinein, Zu sehn, was GOtt uns hat beschert, Mit seinem lieben sohn verehrt. * 7. Merk auf, mein herz, und sieh' bort hin, Was liegt dort in dem frip8. Sei willkommen, du edler gast, Den sünder nicht verschmähet hast, Und kommst ins elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? 9. Ach HErr, du schöpfer aller ding', Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind und esel aß? 10. Und wär die welt vielmal so weit, Von edelstein und gold bereit, So wär sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein enges wiegelein. 11. Der sammet und die seide dein Ist nur grob heu und windelein, Drauf du könig so groß und reich Herprangst, als wärs dein himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller welt pracht, ehr und gut Bor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. * 13. Ach, mein herzliebstes JEsulein, Mach dir ein rein, sanft bettelein, 3u ruhn in meines herzens schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, 3u springen, singen immer frei, Die rechte freudenlieder schön, Mit her= zenslust den süßen ton: 15. Lob, ehr sei GOtt im höchsten thron, Der uns schenkt seinen ein'gen und singen uns solch neues jahr. sohn, Deß freuet sich der engel schaar 68. Vom himmel kam der en gel schaar, Erschien den hirten offenbar, Sie sagten ihn'n: ein kindlein zart Das liegt dort in der krippen hart. 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha das verkündigt hat*: Es ist der HErre JEsus Christ, Der euer aller heiland ist. * Micha 5, 1. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, Daß GOtt mit euch ist worden eins, Er ist gebor'n, euer fleisch und blut, Euer bruder ist das ew'ge gut. von der Menschwerdung und Geburt Christi. 1. Was kann euch thun die sünd' und tod? Ihr habt mit euch den wah= ren GOtt. Laßt zürnen, teufel und die hol': GOtt's sohn ist worden eu'r gesell. Bux 5. Er kann und will euch lassen nicht, Seßt nur auf ihn eur' zuversicht. Es mögen euch viel fechten an: Dem sei trop, der's nicht lassen kann. 6. Zulegt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden GOtt's geschlecht. Deß danket GOtt in ewigfeit, Geduldig, fröhlich allezeit. 2. Otheures gnadenpfand, Ein neues in dein land*: Das kind ist uns geboren, Das held und bater ist, Zum gnadenstuhl erforen; Sei tausendmal gegrüßt, Mein Immanuel:,: Jerem. 31, 22. 3. Das heil der ganzen welt It nunmehr festgestellt. Der könig ist erschienen, Der lauter segen weist, Und alle, die ihm dienen, Mit himmelsgütern speist: Gott ist nun mit uns:: 4. So kehre bei mir ein, Holdsel'ges JEsulein, Seß' deine gnadenwerfe In meiner feele fort, Dein leib und blut mich stärke, Es heile mich dein wort, O Immanuel:;: Mel. Nun singet und seid froh. 69. Auf, die ihr Jesum liebt, fleisch gesandt. In seinem lob euch übt: Sept herz und mund zusammen, Stimmt freudenpsalmen an, Schickt heil'ge andachtsflammen 3um himmelsthron hinan: JEsus kommt zu uns:,: 5. Immanuel, mein licht, Ich lass', ich lass' dich nicht, Bis mich dein segen schmücket, Und deine gnade frönt; Mein geist dich an sich drücket, Ob mich die welt gleich höhnt. Mein Immanuel:,: 6. Drum himmel, erh' und meer, Du reines engelheer, Seid zeugen, daß kein leiden, Kein fummer, feine noth Mich soll von JEsu scheiden; Ich fürchte nicht den tod, Jesus ist bei mir:,: 35 Mel. Nun sich der tag 2c. mmanuel, der 70. hier, Und nimmt mein fleisch an sich. Immanuel, ist GOtt mit mir, Wer ist dann wider mich? 2. Also hat GOtt die welt geliebt, Daß er durch freien trieb Den einges bor'nen sohn uns giebt. Wie hat et uns so lieb? 3. Und was sein wunderbarer rath Schon in der ewigkeit Bon JEsu fest beschlossen hat, Das that er in der zeit. 4. Denn als die zeit erfüllet war, Die er vorher benannt, So ward der GOttmensch offenbar, Den GOtt ins 5. Was GOtt vom weibessamen spricht, Das bringt durch GOttes kraft Maria an das tageslicht, In reiner jungfrauschaft. ort Und das geschlecht bestimmt, 6. So hat auch GOtt zuvor den Worin des großen baters wort Das leben an sich nimmt. 7. Es nahm demnach das höchste gut, Der große wundermann, Wie andre finder fleisch und blut, Doch ohne sünde, an. Geheimniß, du bist groß! Der in des 8. 3m fleische wird GOtt offenbar. vaters schooße war, Den trägt der mutter schooß. 9. Der schöpfer wird die creatur, Der ewige wird jung; Jedoch nach seiner menschheit nur In der erniedrigung. 10. HErr JEsu, der du also bist, In dem mich GOtt geliebt; Du find, das uns geboren ist, Du sohn, den GOtt uns giebt; 11. Du wunderbarer GOttmensch wirst Mein rath und kraft und held, Mein vater und mein friedefürst, Und heiland aller welt. 12. Ich war im fleisch ein sündenknecht, Auch so zur welt gebracht: Du aber bringst das findschaftsrecht, Und hast mich losgemacht. 13. Dein mangel ist mein reiches theil, Die windeln sind mein kleid, Die knechtsgestalt bringt mir mein heil, Dein leiden stillt mein leid. 3* Weihnachtsgesänge 36 14. So sei GOtt ehr und lob gebracht, Und frieden dieser welt, Weil GOtt das fleisch gerecht gemacht, Daß es ihm wohlgefällt. 15. Immanuel, der HErr ist da, So lob' ihn, meine seel', Immanuel, halleluja, GOtt lob, Immanuel! Mel. Ein findelein so löbelich. 71. Erheb, o werthe christenheit, Dein mund freuden, Und opfre dank in ewigkeit Gott, für das licht der heiden: Des weibes sam' ist nunmehr dar, Messias, der verheißen war, Ist von dem himmel kommen. GOttes sohn, das höchste gut, Hat der menschen fleisch und blut Alhier an sich genommen. 2. Mit nichten man für klein dich hält, O Bethlehem auf erden, Weil du des heilands aller welt Geburtstadt müssen werden, Weil die holdfel'ge mutter hat Den tilger unsrer missethat Indiese welt geboren, Dessen ausgang allbereit Vor der welt von ewigkeit Gewesen und erforen. 3. Was trieb dich, JEsu, höchstes gut, So tief herab zu steigen, und dich zu unserm fleisch und blut Auf solche art zu neigen? Aus liebe that'st du das allein, Daß du möcht'st unser mittler sein, Und wir, als deine brüder, mit dem vater hier versöhnt, Dort mit ehr' und schmuck gekrönt, Als deines reiches glieder. 4. Lob, ehr' und preis sei GOtt gebracht zu seinem heil'gen throne, Der mit uns frieden hat gemacht, 3n seinem lieben sohne. Dadurch fließt une fein segen zu, Und wächst in uns die wahre ruh Mit vollem strom der gnaden, Daß des satans haß und grimm, Wär' er noch so ungestüm, Uns nimmer könne schaden. allzumal verlor'n: Das heil ist unser aller. Ei, du süßer JEsu Christ, Der du mensch geboren bist, Behüt' uns vor der hölle. 2. Die zeit ist nun ganz freudenreich, Zu loben GOttes namen, Daß Christus von dem himmelreich Auf erden zu uns kommen. Groß ist die demuth, huld und gnad', Die GOtt bom himmel bei uns that: Ein knecht ist er werden reich, Trug unsre sündensünd', uns gleich, Dadurch wir ewig bürde. 3. Wohl dem, der dieses glaubens ist, Mit ganzem Herzen trauet, Dem der darauf bauet, Daß Christus hat wird die seligkeit gewiß. Wohl dem, genug gethan Für uns, darum er ausgegang'n Von GOtt, dem ew'gen bater. O, welche große wunderthat, Christus trägt unsre missethat Uni ſtillet unſern hader. 4. Deß dank' ihm alle christenheit Für solche große güte, Und bitte sein' barmherzigkeit, Daß er uns fort be= wahn, Der unsern seelen schaden kann, hüte Vor falscher lehr' und bösem Er woll' all' schuld vergeben. GOtt pater, sohn und heil'ger geist, Wir bitten von dir allermeist: Laß uns in frieden leben. 73. Mie fündlich groß sind doch Hand und wundermacht An uns, uns fündern hat vollbracht? Wer gründet [ einer allmacht stärke? Wer ist, der ſolch geheimniß find't, Wie GOtt selbst wird ein menschenkind? Wer faßt, wie fich der gottheit fülle In unser sterblich wesen hüle? 2. O theures werk, bon GOtt er= lesen, O wunder, das kein gleiches fennt, liebe, die ohn' ende brennt: GOtt kleidet sich in menschlich wesen! 72. in findelein so löbelich Ist Der HErr, der dieſes rund gebaut, uns geboren heute, Von einer jungfrau säuberlich Zu trost uns armen leuten. Wär' uns dies findlein nicht gebor'n, So wär'n wir Nimmt an des menschen bein und haut, Läßt, uns von satans joch zu scheiden, Der gottheit glanz mit fleisch bekleiden. von der Menschwerdung und Geburt Christi. 3. Wir frebler waren abgewichen:| mir wieder, Tilg' alles, auserwähltes Das bild, das GOtt in uns geprägt, find, Was sich nur sündlich's in mir Ward, als uns edens garten hegt, find't. Du theures haupt der fromMit satans bosheit überstrichen, men glieder, Präg' deinen geist, das GOtt, der uns erst den vorzug gab, theure gut, Das du erwirbst, in mei= Wäscht unsern unflath wieder ab, nen muth, Daß satan, und die macht Will, uns im HErren zu erfreuen, der höllen Mein erbtheil nun und Sein erstes bild in uns erneuen. nimmer fällen. 4. Er deckt durch seines reichthums größe, Durch seine füll' und überfluß, In höchster armuth und verdruß, Der abgefall'nen seelen blöße; Dem schöpfer, der die ganze welt In maaß, gewicht und schranken hält, Kann kaum in dieser weiten erden Ein raum zur ruh berstattet werden. 5. Der, den nicht welt, nicht him-| mel faffen, Schließt sich in stall und frippen ein; Sein glanz und uner= forſchter ſchein Will ſich im finstern bergen lassen. Der sonst voll glanz und gottheitpracht, Liegt dort im heu bloß und veracht't, Er legt sich, uns zu GOtt zu führen, Hin in die frippe, bei den thieren. 6. Ach, süßes kind, doch GOttes erbe, Laß windeln, stall und krippe sein: Komm, fehr' bei mir zur herberg' ein. Ich bin zwar nur dein thon, ein scherbe, Ein wüstes nest; doch deine fraft, Die alles trägt, erhält und schafft, Kann mich, der arm an allen fachen, 3ur würd'gen wohnung GOttes machen. 7. Komm, heil'ge meines geistes gaben, Laß du durch deinen überfluß, 3m größten mangel und verdruß, Mich reichthum und die fülle haben. Hilf, daß ich eitler dinge pracht Als schnöden koth, als wust veracht', Und nur in dir und deinem willen Mög' alle mein verlangen stillen. 37 8. Herodis pracht und eitles prangen Sei mir ein greuel, spott und fcheu: Laß deine demuth, deine treu Mich, dein erworbnes gut, umfangen. Ich bleibe, werthes find, dein kind; Die wollust, so die welt entzünd't, Laß nie an meinem geiste fleben, Dein armsein kann mich hoch erheben. 9. Fall' ich aus schwachheit, hilf 10. Indeß, mein heil und mein vergnügen, Du GOtteskind, du men-= schensohn, Mein schild, mein hort, mein gnadenthron, Hilf mir mein sündlich fleisch besiegen. Mein trost in noth, mein fleisch und blut, Mein eigenthum, mein höchstes gut, Durch dein blut, welches du vergossen, Mach' mich zu deinem reichsgenossen. Mel. Jesus meine zuversicht. 74. Ottes und Marien ſohn, Liebster JEsu, sei will kommen, Der du selber in person Unsre menschheit angenommen: Rette mich aus aller noth, O mein bruder und mein GOtt! 2. Wir empfinden alle noch, Was durch Adams fall verloren, Und mich drückt das sündenjoch, Unter welchem ich geboren: Aber nun hoff' ich auf dich, Andrer Adam, ändre mich. 3. Du bist worden, was ich bin, Laß mich auch, was du bist, werden; Nimm das elend von uns hin, Das die menschen plagt auf erden, Und gieb mir von deinem heil, Mein erlöser, auch ein theil. 4. Aus dem himmel kommst du her, Hilf mir armen aus der hölle; nur ein stall ist dir noch leer: Aber gieb mir eine stelle Unter denen, die bei dir Wohnen werden für und für. 5. Stedt mein herz in böser lust, Hilf, HErr, daß es nicht so bleibe, Wohne selbst in deffen brust, Der ein glied von deinem leibe, Daß ich, ganz bon dir erfüllt, Trage GOttes ebenbild. 6. Jetzt bist du ein menschensohn, Maché mich zu GOttes finde, Daß ich stets vor seinem thron Einen bater an ihm finde, Welcher mir nun nicht 38 Weihnachtsgesänge mehr feind, Weil ich nun dein wah-| der knechtschaft une entreißet, Und zu rer freund. GOttes findern macht, Sei willkommen tausendmal, In dies elendsvolle thal! 7. Deine windeln waren flein, Und zu schlecht für solche glieder: Hülle meine sünden drein, Denn sie sind mir selbst zuwider, Und dein geist, der alles kann, Zieh' uns JEsum Christum an. 8. Ach, dein elend ist sehr groß, Denn du liegest in der krippe: Trage du in GOttes schooß Meinen geist, wenn mein gerippe Seinen farg und bahre füllt; Es geschehe, wenn du willt. 9. Ist der teufel gleich erbost Auf den armen menschenorden, Bleibt doch dies mein fester trost, Daß GOtt selbst ein mensch geworden: Ich bin dein mit leib und seel', Hilf mir, mein Immanuel! 10. Nun ich weiß, es wird geschehn, Gib nur, daß wir's alle glauben, Und hinfort durch fein versehn Dieser wohlthat uns berauben; Hilf auch, daß ich lebenslang, Deinem namen fage dant. Mel. Alle welt was lebt und 2c. eg ihr 75. Wren, Dies geheimniß iſt zu groß! Die vernunft hat ihre schranz ken, Nur der glaube fasset blos, Was dem menschlichen verstand Dunkel, schwer und unbekannt. 2. Der von ewigkeit gezeuget, Wird geboren in der zeit; Vor dem sich der himmel beuget, Wird ein kind der niedrigkeit; Dem, den nichts umfassen kann, Legt man schlechte windeln an. 3. Selbst der reichthum scheint zu schmachten, GOtt der herrscher wird ein knecht; Der, vor dem die berge frachten, Liegt hier schwach, gering und schlecht; Der den ganzen weltbau trägt, Wird im engen schooß gehegt. 4. Der, als brunnquell aller güte, Was da lebt und webet, tränkt, und sein väterlich gemüthe, Als mit strömen, auf uns lenkt, Muß die tropfen seiner luft, Suchen an der mutterbrust. 5. Großes kind, das vater heißet, GOtt an wesen, ehr und pracht, Das 6. Unser fleisch ist nun dem throne, Höchster gottheit zugesellt, Und, nebst unserm fündenlohne, GOttes zorn ganz abgestellt, Daß, weil GOtt ein menschenkind, Wir nun GOttes finder sind. 7. Süßes find, wie hat die liebe Dich so tief herab gebracht? Ach, was zogen dich für triebe In die schwarze fündennacht? Ach, was lenkte deinen sinn Zu uns, deinen feinden, hin? 8. Nun, weil mein mund deine treue, Nicht genug ausbreiten kann, So laß mich dich stets aufs neue Mit bewund'rung sehen an, Und mit andachtsvollem flehn Stets bei deiner krippe stehn. 9. Mache mich auch neu geboren, Nimm mein herz und meinen geist, Laß ihn dir sein auserforen, Daß er stets dein tempel heißt: Ich verspreche, bir allein, Ewig, ewig treu zu sein. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Rm licht 76. finſtern ſtall, o wunder liegt nackt und bloß, Der ew'ge fürst des lebens! O göttlich wort, him-. melepfort', Das thust du nicht vergebens! 2. Weil du so dürftig kommst herein, Räumst du das himmelreich uns ein, Wo wir die fülle haben. Dein' armuth macht, Daß uns wird bracht Der reichthum edler gaben. 3. O menschenfinder! freuet euch, Dies arme kindlein macht euch reich: Es bringt euch von der erden Zur himmelsfreud, Die euch bereit, Und ewiglich soll werden. 4. Drum laßt die herzen wacker sein Und mit den lieben engelein, Die stimm' also erschallen: GOtt, dir sei ehr', Bei uns sich mehr', Dein fried' und wohlgefallen. 5. Du aber, zartes JEsulein, Kehi auch bei uns zur herberg' ein, Erleucht' # von der Menschwerdung und Geburt Chrifti. 39 uns das gemüthe, Daß glaub' und| himmel mache reich und seinen lieben lieb' Sich täglich ab'; HErr, gieb's engeln gleich. Halleluja. durch deine gute. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' lieb' zu zeigen an. Deß freu' fich alle christenheit, Und dank ihm deß in ewigkeit. Halleluja. 77. Mun finget und feid froh, Jauchzt all' und saget so: Unsers herzens wonne Liegt in der trippe bloß, Und leuchtet als die sonne In ſeiner mutter schooß. Du biſt 2 und D, Du bist A und D. 79.gute neue mähr: Der 2. Sohn GOttes in der höh', Nach heiland ist geboren, Er kommt auf dir ist mir so weh, Trost' mir mein ge- erden her. Deß freuet sich dort oben müthe, findlein, zart und rein, Der heil'gen engel schaar, Die GOtt Durch deine große güte, Oliebstes den vater loben Deswegen immerJEsulein! Zeuch mich hin nach dir:,: dar. 3. Groß ist des vaters huld, Der sohn tilgt uns're schuld. Wir waren all' verdorben Durch sünd und eitelfeit, So hat er uns erworben Die ew'ge himmelsfreud; Eia wär'n wir da:,: 4. Wo ist der freudenort? Nirgend sonst als dort, Da die engel singen Mit den heil'gen all', Und die psalmen Flingen Im hohen himmelsfaal: Eia wär'n wir da! Eia wär'n wir da! 78. G elobet feist du, JEsu Christ, Daß du mensch geboren bist Von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar. Halleluja. 2. Des ew'gen vaters einig find Jeßt man in der frippe find't, In uns fer armes fleisch und blut Verkleidet fich das ew'ge gut. Halleluja. 3. Den aller weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marien schooß; Der ist ein kindlein worden klein, Der alle ding' erhält allein. Halleluja. 4. Das ew'ge licht geht da herein, Giebt der welt nun neuen schein, Es leuchtet mitten in der nacht, Und uns Mel. Wacht auf ihr christen 2c. hr art, Ein gast in der welt hier ward, Er führt uns aus dem jammerthal Und macht uns erb'n in seinem faal. Halleluja. 6. Er ist auf erden kommen arm, Daß er unser fich erbarm, Und in dem 2. So singen sie mit schalle: Ihr christen insgemein, Freut euch von herzen alle Ob diesem kindelein! Euch, euch ist es gegeben, Euch ist das heil bereit, Daß ihr bei GOtt sollt leben In steter seligkeit. 3. Kein mensch sich ja betrübe, Denn dieses kindelein Bringt euch nun fried' und liebe, Was wollt ihr traurig sein? Den himmel es dem schenket, Der an ihn glaubet fest; An diesen schaß gedenket, Er ist der allerbest. 4. Nun seid ihr wohl gerochen An eurer feinde schaar, Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war. Tod, teufel, sünd' und hölle Jezt liegen ganz geschwächt, GOtt giebt die ehrenstelle Dem menschlichen geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, JEsu, zweistämm'ger held, Daß du bom himmel oben Bist kommen in die welt. Komm auch in unsre herzen, Und bleib' drinn für und für, Daß weder freud' noch schmerzen uns trennen mag von dir. Mel. Nun danfet alle Gott. zu lichteskindern macht. Halleluja. 80. Mein herzensfreund, ach dir von neuem In meiner seele plaß, Daß ich in dir mich freuen Und sehn und schmecken kann, Wie süß, o JEfu Christ, Du großer GOttessohn In deiner menschheit bist. 2. Befreie doch mein Herz Von fors Weihnachtsgefänge 40 und gen dieser erden, Daß du in selbigem Magst aufgenommen werden. Laß sehn, daß du in mir Gestalt gewonnen habst, Wenn du mit deinem sinn Und geiste mich begabst. 3. Weil mich der vater ihm Zum finde auserkoren Schon vor der zeit der welt, So bist du mir geboren Zum heil, du gnadenkind, Daß GOttes liebesschluß, zu troß des teufels neid, Bestehn und bleiben muß. 4. Doch blieb der weise rath Geheim und tief verstecket, Von anbeginn der welt Mit schattenwerk bedecket, Bis GOttes wahrer sohn, Selbst GOtt von ewigkeit, Im fleisch fich offenbart Zu der erfüllungszeit. Mel. Allein GOtt in der höh' sei 2c. 82. Auf, freuet euch von herzensgrund, Ihr, die ihr war't verloren! Nun wird das größte wunder kund, Denn GOtt ist mensch geboren. Er bringt das heil von oben her, Und wenn er nicht erschienen wär', Müßt' alles fleisch verderben. Das alles hält und träget, Der schöne 2. Er ist das wort, das alles schafft, alles reget. Er kommt uns sterblichen glanz, die ew'ge fraft, Wodurch sich zu gut, Und will, als unſer fleisch und blut, Uns nun mit GOtt verföhnen. 3. Er ist des ew'gen vaters sohn Von ewigkeit gezeuget; Doch sieh', wie er von seinem thron Zu uns hernieder steiget, Mit unserm schwachen 81. A daß in uns die Pls Christus geboren war, 5. O freudenvolle post, Du machst dem feinde grauen! Den engeln lüftet ſelbst, Dies wunder anzuschauen. Geheimnißvoller rath: GOtt senkt von feinem thron Sich in der jungfrau leib, Bleibt GOtt, und wird ihr sohn. 6. Du großes wunderkind, Der du dich uns gegeben, Ach laß mich doch vor dir In solchem glauben leben, Der voller zuversicht, Voll milder thätigkeit, Stets deiner liebe sich zu rühmen ist bereit. schaar Und sangen mit haufen schön: Ehr' sei GOtt im höchsten thron! GOttes sohn ist mensch gebor'n, Hat versöhnt des vaters zorn: Freu' sich, dem sein sünd' ist leid. schaffen all'. GOttes sohn ist mensch gebor'n 2c. 5. Aus der mutter brust so rein Nähret sich das kindelein, Das durch sein' göttliche kraft, Allem vieh sein futter schafft. Gottes sohn ist mensch gebor'n 2c. 6. Solch' große barmherzigkeit Laßt uns preifen allezeit In gottesfurcht und glauben rein, Mit geduld gehorsam sein. GOttes sohn ist mensch gebor'n, Hat versöhnt des baters zorn: Freu' sich dem sein sünd' ist leid. 2. Die hirten erschracken ganz Vor der engel hellem glanz, Hörten fröhlich neue mähr, Daß Christus geboren wär. Gottes sohn ist mensch gebor'n 2c. 3. Sie suchten das kindelein, Eingehüllt in windelein, Wie der engel hat vermeld't, Welches trägt die ganze welt. GOttes sohn ist mensch ge= bor'n 2c. 4. Sie fanden das kindlein zart, Liegen in der trippen hart Bei dem vieh im finstern stall, Das die stern ergöttlich' art Mög' angerichtet werden. 4. Der menschen sündlich herze war zum guten ganz erstorben, Drum stellet sich das leben dar, Daß die, so ganz verdorben, Im schönen rock des heils verhüllt, Mit neuer lebenskraft erfüllt, Den tod besiegen können. 5. Es lag die welt in finst'rer nacht, In furcht und todesschrecken, Ihr selber fehlte kraft und macht, Das licht sich zu erweden. Drum kommt das unumschränkte licht, und will mit hellem angesicht In aller herzen leuchten. 6. Drum sei, o mensch, nicht ferner blind, Bleib' nicht in fünden liegen, Komm, und umfasse dieses find, Sonst wirst du dich betrügen. Ei, folge deiner trägheit nicht, Es will dir leben, von der Menschwerdung und Geburt Christi. 41 kraft und licht, Aus seiner fülle| dammter menschen lag, Die, weil sie Schenken. selbst nicht leben wollten, In ew'gen flammen sterben sollten. 7. Hier ist mein herz, o JEfu Christ, Mein heiland, licht und leben! Ach, mach es, wie dein herze ist, Dazu will ich dirs geben. Ach, heil der alten schlangen biß, Treib' aus des todes finsterniß, So bist du mir mensch 6. Hier war nun rath und hülfe theuer. Es ward für mich kein engel gut, Und fein vergoff'nes bruderblut Besiegte das entbrannte feuer. Du aber fonntest meinen tod, Und die damit verknüpfte noth, Darin ich sollte untergehen, Nicht ohne schmerz und jammer sehen. worden. Mel. Wie kündlich groß sind 2c. mein freund, 7. Du lebtest in vergnügter wonne, 83. Immanuel, melkom! Es ſchallte stets um seinen thron Der men, gast auf dieser welt! Der du die seraphinen hoher ton, Du warest deierde dargestellt, Wirst als ihr bürgernes himmels sonne, Der engel lust aufgenommen. Du könig in des va- und freudenspiel Und ihrer süßen lieters reich Wirst andern unterthanen der ziel. Doch konnt' dies alles dir gleich, Du schöpfer himmels und der nicht wehren, Bei mir auf erden einerden, Willst der geschöpfe bruder zukehren. werden. 8. Du läsfest deinen himmel stehen, Und ziehest ihm die krippe vor; Du läßt die ruh', zeigst mir das thor, Da= durch ich soll zur ruhe gehen; Du nimmest einen körper an, Damit man dich verwunden kann, Läßt blut in deine adern fließen, Für mich es wieder zu vergießen. 2. Du hüllest deiner gottheit größe, Der selbst des himmels raum zu klein, I fleisch von unserm fleische ein; Giebst kleider und fühlst selber blöße, Machst reich und wirst ein armes find, Das faum im stall ein örtchen find't, Wirst einer mutter sohn genennet, Die dich als GOtt und vater kennet. 3. Dwunderkind, durch was für triebe Wirst du in diesen stand gebracht? Wie kommst du, licht, in unf're nacht? Es zieht dich nichts, als holde liebe, Die macht dich, allmacht, schwach und klein, Die flößt dir diese regung ein, Daß du von deinem throne steigest Und dich zu stall und krippe neigest. 4. Mein erster vater war gefallen Und hatte pflicht und bund versehrt, Darum ließ GOtt, den er entehrt, Ein strenges todesurtheil schallen. Es ward des schöpfers zorn erregt Und dessen fluch ihm auferlegt, Er ward mit seinen späten erben Verdammt, an feel' und leib zu sterben. 5. O schwerer fluch für Adams kinder, Der allen jammer in sich hält! Was wurde nun die ganze welt? Der hölle borplag für die fünder, Ein ferfer ohne licht und tag, Der voll ver9. Du kommst und trittst in mei= nen orden, Und legst mir erdwurm deinen bei; Daß ich ein kind des höchsten sei, Bist du ein menschenkind geworden. Du äußerst dich der herrlichkeit, Giebst mir dadurch das ehrenfleid, Und dein geburtstag hat das leben Nicht wen'ger mir, als dir ge= geben. 10. In deiner engen frippe lieget Ein schaß, für den mein herz zu klein; Ach, kindlein, fomm und nimm dies ein, Sei mit der dürftigkeit vergnüget. Hast du doch selbst dich klein gemacht, Entäußert dich der hohen pracht, Daß dich mein enges herze fasse, Und sich von dir erfüllen laffe. 11. So komme dena, mein herz steht offen, Bezieh' es, auserwählter sohn; Berläßt du deinen ehrenthron, So fann ich auch die gnade hoffen, Daß du den stall, o lebensfürst, Mit meiner brust vertauschen wirst. Willst du dich nicht der windeln schämen, 42 Auf das So fomm mein Herz auch einzunehmen. 12. Ich preise deine gütigkeiten, Ich bete deine liebe an, Die mir auf bieser rauhen bahn Den weg zum himmel will bereiten. Was geb' ich dir für deine huld? Ich habe nichts ale sünd' und schuld, Doch du hast blut, sie zu verfühnen: Wir werden wohl jusammen dienen. Mel. Nun danfet alle GOtt. 84. Danfang her gewesen, Du GOtt von GOtt gezeugt, Bon ewig= keit erlesen Zum heil der ganzen welt, O mein HErr Jesu Christ, Willkommen, der du mir zum heil geboren bist! 2. Komm, o selbständig wort, Und sprich in meiner seelen, Daß mirs in ewigkeit An troft nicht solle fehlen. Im glauben wohn' in mir Und weiche nimmer nicht, Laß mich auch nicht von dir Abweichen, schönstes licht! 3. Du wesentliches wort Warst bei GOtt, eh' geleget Der grund der groBen welt, Da sich dein herz beweget 3ur liebe gegen mich; Ja, du warst felber GOtt, Damit machst du im fleisch Sünd', höll' und tod zu spott. 85. Dift, Wir danken dit, HErr as alte jahr vergangen JEfu Christ, Daß du uns in so groß'r gefahr Bewahret so viel zeit und jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen sohn Des baters in dem höchsten thron: Du wollst dein' arme christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns fried' und ruh', Und was uns nöthig ist, dazu; Durch deine starke gnadenhand Be= schüße uns und unser land. neue Jahr. 4. Was hat, o JEsu, dich Von anfang doch bewogen? Was hat vom himmelsthron Dich in die welt gezogen? Adh, deine große lieb' Und meine große noth Hat deine glut entflammt, Die stärker, als der tod. 4. Al' sünd' und schwachheit uns verzeih', Ein gut gewissen stets verleib', Gieb, daß wir deines namens 5. Du bist das wort, wodurch Die ganze welt formiret, Denn alle dinge find Durch dich ans licht geführet. Ach, so bin ich, mein heil, Auch dein gez schöpf und gab', Der ich das, was ich bin, Von dir empfangen hab'. IV. Auf das neue Jahr. Mel. HErr JEsu Christ mein's 2c. ehr, Ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o HErr, ges fällt, Uns abzufordern aus der welt, So gieb ein selig's ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. Mein ganzes herz ergebe, Auch dir 6. Gieb, daß dir allein zum preis Auf dieser erde lebe. Ja, JEsu, laß mein herz Ganz neu geschaffen sein, Laß mich bis in den tod Es dir alleine weihn. 7. Ach, laß nichts in mir sein, Was du nicht selbst geschaffen, Rott' alles unfraut aus, 3erbrich des feindes waffen. Was bös, ist nicht von dir, Dies hat der feind gethan; Du aber, führe du Mein herz zum himmel an. 8. Das leben ist in dir Und alles licht des lebens, Laß deinen glanz in mir, Mein GOtt, nicht sein vergebens. Weil du das licht der welt, So ſei mein lebenslicht, O JEsu, bis mir dort Dein sonnenlicht anbricht. * 6. DJEsu Christ, erbarme dich, Hör' unfte bitte gnädiglich; Durch dein verdienst, durch deinen tod Erlöse uns aus aller noth. Mel. Alles, was mir GOtt 2c. 86. Gott, Ott, der du mit deiner treue Täglich, wenn die sonn' erwacht Und den frühen morgen macht, Dich erzeigest auf das neue, Auf das neue Jahr. 43 Höre deiner finder flehn, Welche seuf-| besopfer bringen, Laß mich nur die zend vor dir stehn. schnelle zeit Wechseln mit der seligkeit. 2. Du bist, der die zeit regieret, Und bleibst doch unwandelbar; Unsre monden, tag und jahr Werden bloß durch dich geführet. Du bestimmest unsrer zeit Maß und ziel von ewigfeit. 3. Du beherrschest wind und wetter, Deiner hände wundermacht Segt der wälder ziet und pracht Jahr für jahr in blüt' und blätter, Giebt den trocknen zweigen kraft, Schenkt den ästen neuen saft. 4. Darum bitt' ich dich, getreuen Schöpfer, trost und lebenshort: Laß sich auf dein gnadenwort Dieses jahr an mir erneuen Alles, was der seele gut, Und dem leibe nöthig thut. 5. Gieb mir erst nach deinem willen Einen neuen sinn und geist, Der mich, was dein wort uns heißt Underrüdet lehrt erfüllen, Daß mein geist fammt seel' und leib Deines geistes wohnung bleib'. 6. Meines alten Adams sünden Lehre mich mit reinem sinn, Weil ich neu geboren bin, Durch den sieg des glaubens binden, Daß der trieb zur missethat nie die herrschaft in mir hat. 7. Gieb mir neue fraft zu siegen, Daß mein herz durch deinen geist, Sich dem irdischen entreißt. Laß mich niemals unterliegen, Gieb, daß ich in diesem streit Kämpfe ohne müdigkeit. 8. Wenn dereinst die himmel krachen Und der erdenbau zerfällt, Nach dem ende dieser welt, Wenn du alles neu wirst machen, Ach, so theile nach der ruh' mir ein neues leben zu. 9. Bringe mich zur neuen erden, Zu der neuen salemsstadt, Welche feinen tempel hat, Wo GOtt selbst will tempel werden, und mit seiner flarheit schein Der gerechten sonne sein. 10. Da will ich mit freuden singen Dir, o GOtt, das neue lied, Und für deine treu' und güt' Dir ein loMel. JEsu, deine heil'gen wunden. 87.3 Qions freudentag erscheinet, HErr, komm' in dein heiligthum! Mund und herz sind schon vereinet Zu vermehren deinen ruhm, Darum schließ den himmel auf, Unsre andacht steigt hinauf, Ach, hör' doch in 3Esu namen, Und sprich selbst dazu dein amen. 2. Da das alte jahr verflossen, Heißt das neu' uns dankbar sein, Weil wir tausend guts genossen Von dir, großer GOtt, allein. Ach, wir preisen dich dafür, Laß den schwachen dank vor dir, Wie das opfer Noä taugen, Sieh uns an mit gnadenaugen. 3. HErr, wir legen an dein herze Unsern könig und sein haus; Lösche seines lebens kerze Lange noch nicht bei uns aus. Mach sein haupt an palmen reich, Und laß ihn, den cedern gleich, Immer wachsen, blühen, grünen Bis zu denen sternenbühnen.. 4. Hoher häupter wohlergehen Halte stets im schönsten flor, Daß sie auf den frieden sehen, Wenn ein unfried bricht hervor. Gieb dem edlen magistrat Weisheit, flugheit, rath und that, Daß gerechtigkeit im lande Blüh' in all' und jedem stande. 5. Laß dein wort in Zion schallen, Geh' mit jedem aus und ein, Und wenn wir mit haufen wallen, Wo die gottesdienste sein, Ach, so segne du uns, HErr, Gieb auchy treue prediger, Die dein wort mit nußen lehren und die welt zu dir bekehren. 6. Leben wir in solchen zeiten, Wo man müh' und sorge hat, Steh' in arbeit uns zur seiten, und mach' leib und seele satt. Gieb der ganzen bürgerschaftllnd dem landmann stärk und kraft, Daß sie bei dem samenstreuen Sich auch guter ernte freuen. 7. Nun, du großer weltregierer, Krön' das jahr mit deinem gut! Ach, sei aller menschen führer Und halt Auf das neue Jahr. 44 uns in deiner hut. Aber sollte dieses jahr Jemand legen auf die bahr', So laß uns nur selig sterben, und des himmels freuden erben. 6. Das jahr( die woch') laß uns gesegnet sein Bom anfang bis zum ende. Wo wir ausgehen oder ein, All' übel von uns wende. Laß alles, was wir unserm amt Mel. HErr Gott, der du erforschest 2c. großer wir dan88. fen bit, Dein name ſei wol gethan, Wenn wir den fleiß nicht sparen. Gieb endlich, wenn es dir gefällt, Uns heim zu holen aus der welt, Daß wir in fried' hinfahren. gepriesen, Daß du uns so viel wohlthat hier Das bor'ge jahr( die vor'ge woch') erwiesen; Gegeben hast du uns dein wort, Die obrigkeit hat unsern ort In friede noch regieret; Du hast gesegnet jeden stand, Uns bei den werken unsrer hand Versorgt und wohl geführet. 2. Du hast viel noth und herzeleid Von uns ganz abgewendet, In andern noch zur rechten zeit Rath, hülf und trost gesendet, Uns, da du, wie ein bater thut, Bald weggeleget deine ruth', 3u dir mehr wollen ziehen, Daß wir dich liebten gleicher uns mit fleiß, Die fünde stets zu fliehen. 3. Da ist nun leider, wenn wirs blos Und frei bekennen wollen, In alle dem der mangel groß, Das wir dit leisten sollen. Wir haben, o du frommer GOtt, Dein recht verlassen und gebot, Sind dir abfällig wor= den, Den nächsten haben wir betrübt, Nicht also, wie uns selbst, geliebt, In feinem stand und orden. oder gar der tod: Ihr' aller dich erbarme. 4. Berschon' uns, bater, gnädiglich, Straf nicht solch böses leben, Gedenk', daß dein sohn selber sich Für uns zur straf gegeben. Um deffentwillen all's verzeih', Gieb deines geistes fraft dabei, Uns täglich zu erneuen, Des nächsten nuß und deine ehr, zu suchen, und uns dessen mehr, Als aller schäß', zu freuen. * 5. In deiner kirche weit und breit Gieb fort die reine lehre, Daß wahrheit, lieb' und einigkeit Auch gottesfurcht sich mehre. Dem landesherrn ( Der obrigkeit) gieb fried' und ruh', But regiment und kraft dazu, Zu schüßen reich' und arme; Hilf denen, die freuz, drangfal, noth Ansichtet, * 7. GOtt bater in dem höchsten thron, Erhöre unser flehen, Verleih' durch deinen ein'gen sohn, Daß alles mag geschehen. Den bater bitt', o JEsu Christ, Weil du für uns gestor= ben bist, Daß er's ihm laß gefallen. Durch deine Fraft, o heil'ger geist, Uns bis ans ende beistand leist: Hilf uns, HErr, hilf uns allen! Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 89. h, wie laufen doch die doch die zeit, Und ich bleibe von der bahre Noch bis diesen tag befreit. Ich weiß wohl, o lebenslicht, Daß ein tag zum andern spricht: Alles, was von Adams erben, Groß' und kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine güte Wie ein wächter mich bewacht, Daß der tod die leibeshütte Noch nicht in das grab gebracht. Ach, wie soll ich bas verstehn, Da doch andre schlafen gehn, Und gar viele schon begraben, Die noch nicht mein alter haben? 3. HErr, ich bin ja zu geringe Dieser großen gütigkeit. Wenn ich mein verzeichniß bringe Der bisher genoff'nen zeit, So entfällt mir aller muth, Weil die rechnung gar nicht gut. Wie viel jahre sind verdorben, Da ich nicht der welt gestorben! 4. Doch ich will auf mittel denken, Und auf buße sein bedacht; JEsus mag die schuld versenken, Die ich bis hieher gemacht. Lieber vater, steh' mir bei, Daß nur keine heuchelei Sid in meinem Herzen finde, Wenn ich mich deß unterwinde. Auf das neue Jahr. 5. Willst du mich noch ferner lassen Hier in dieser bösen welt, Ach, so hilf mir alles haffen, Was dem geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner hoh', So wird auch das größte weh', Das mir oft zu schwer geschienen, Mir zu meinem besten dienen. 6. Steh' mir allezeit zur rechten, Denn du bist ja sonn' und schild; Hilf uns, deinen armen knechten, Wie und wo und wenn du willt. Wenn die tage böse sein, Ach, so ruf' ins herz hinein: Lernt euch in die zeiten schicken, So wird alles heilsam glücken. 2. Ich trete nun durch seine gute Ein neues jahr mit freuden an. Ach, daß mein mund und mein gemüthe Ihn nicht nach würden preisen kann! GOtt thut ja mehr, als ich begehrt, Ich bin nicht des geringsten werth. 45 5. In Christo laß mich deinen segen Auch in dem neuen jahre sehn Und es gesund zurücke legen; Jedoch dein wille mag geschehn; Denn was derselbe schickt und fügt, Damit bin ich auch wohl vergnügt. 7. Endlich, wenn der lauf zum ende, So befehl' ich meinen geist Dir in deine treuen hände, Der du GOtt und vater heißt. Ach, ich freu' mich schon darauf, Daß ich nach vollbrachtem lauf Dort der freude soll genie= Mel. Mein GOtt, ich bin jetzt 2c. ßen, Wo wir keine zeit mehr wiffen. 91. Hilf, HErr Z6fu, laß ge= Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. lingen, Hilf, das neue jahr geht an: Laß es neue träfte bringen, neu ich wandeln 90. tem glúde, und beffer, fann; Neues heil und neues leben Ott lob, so geht mit guals ich selbst gedacht, Der rest des al- Wollst du mir aus gnaden geben. ten jahrs zurücke. Der HErr hat alles wohlgemacht und macht es wohl noch fernerhin, Daß ich bei ihm in gnaden bin. 2. Alles, was ich zu beginnen Und zu reden bin bedacht, All' mein trachten und mein sinnen Werde nur durch dich vollbracht, Daß auch das, was ich erdenke, Dich zu preisen stets sich lenke. 3. Wie kann ich solche wohlthat zählen, Die schlechterdings unzählig ist? Ich sage dies von grund der seelen, Daß du mein GOtt und vater bist, Der hilft und der geholfen hat Und helfen wird durch rath und that. 4. Ach, willst du auf die sünden sehen, Womit ich dies jahr hingebracht, So kann mir anders nichts geschehen, Als was mir angst und schrecken macht. Doch du gedenkest keiner schuld Und schenkst in Christo gnad' und huld. 6. Ich wünsche mir kein langes le= ben, Sonst wünscht' ich mir nur lange noth. Doch willst du mir mehr jahre geben, So gieb, daß ich dir bis in tod Durch glauben, lieb' und hoffnung treu, Und auch dem nächsten nüglich sei. 7. Bringt ja dies jahr mein lettes ende, So trete solches selig ein; Ich gebe mich in deine hände, So bleib' ich todt und lebend dein, Und stelle mir zum wahlspruch für: HErr, wie du willst, so schick's mit mir. 3. Meiner hände werk und thaten, Meiner zunge red' und wort Müsse nur durch dich gerathen Und ganz glücklich gehen fort. Laß mich neue kraft erfüllen Zu verrichten deinen willen. 4. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh' in dir allein: Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, HErr, bei mir sein; Geh' ich aus, laß mich nicht gleiten, Komm' ich heim, steh' mir zur seiten. 5. Laß mich beugen meine knie Nur zu deines namens ehr'. Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein bitten und mein flehen Zu dir durch die wolken gehen. 11384 6. Laß mich, HErr, wie alle from Auf das neue Jahr. 46 men, Fröhlich nehmen speis und tranf: Güter, die von dir herkommen, Fordern ja von mir den dank. Deine weisheit laß mich stärken In der lieb' und guten werken. 7. Mein gebet das müsse steigen, HErr, zu deinem gnadenthron, Dann wirst du dich zu mir neigen, Wie zu deinem lieben sohn. HErr, ich weiß, es wird vor allen Dies mein opfer dir gefallen. 8. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Laß mich büßen meine sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schaden, Und ich bald verzeihung find', HErr, bei dir, denn du, mein leben, kannst die sünd' allein vergeben. 15. JEsu, richte mein beginnen, 3Esu, bleibe stets bei mir, JEsu, zähme mir die sinnen, JEsu, sei nur mein begier, JEsu, sei mir in gedanken, JEsu, lasse mich nie wanken. 9. Tröste mich mit deiner liebe, Nimm, o GOtt, mein flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe Und voll angst und zagen bin. Stärke mich in meinen nöthen, Daß mich sünd' und tod nicht tödten. 16. JEsu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr, Trag' mich stets auf deinen händen, Halte bei mir in gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die welt ver= laffen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 92. So ist das jahr nun auch verfloffen In dieser süßen gnadenzeit. Mein GOtt, was hab' ich nicht genossen Für große lieb dein herz verpflegt mit allem, was es und gütigkeit! Wie hat mich nicht gutes hegt! 10. Salb', o bater, meine wunden, Wasche mich mit hsop ab, Denn ich bin noch unverbunden Und ver= leget bis ins grab. Tilge meine miffethaten, So wird meiner noth gerathen. Die meiner so gewartet hat und über 2. Gelobt sei deine wundertreue, mir war täglich neue, Wie ichs erfahren früh und spat. Du nahmst dich meiner herzlich an, Daß ich dich nicht g'nug preifen kann. 3. Ich war aus Adams bösem 11. Große fünder kannst du heilen, stamme Ein unfruchtbarer feigenAch, ich bin in ihrer zahl; Du, du baum; Du führtest mich zu deinem fannst mir gnad' ertheilen, Hilf mir lamme, Gabst mir in deinem weindoch aus dieser qual, Denn du ken- berg raum, Dein gnadenwort, das nest ja die schwachen, Die du wieder boller kraft, Gab mir stets neuen le= start willst machen. benssaft. 12. Zähle los mich hochbetrübten, Der ich nicht bezahlen kann. Liebe mich in dem geliebten, Dein sohn JEsus nimmt mich an; JEsus läßt mich nicht verderben, Jésus läßt mich nicht im sterben. 4. Du wolltest keinen fleiß ersparen Und mich als deinen baum erzieh'n, Du gabst mir kraft von jahr zu jahren Als ein fruchtbarer zweig zu blühn, Dein lebensthau floß mildiglich, Dein gnadenschein erwärmte mich. 13. HErr, du wollest gnade geben, Daß dies jahr mir heilig sei, Und ich chriftlich könne leben, Ohne trug und heuchelei, Daß ich noch allhier auf erden Fromm und selig möge werden. 14. 2aß mich armen sünder ziehen Deinen weg der frömmigkeit, Laß mich stolz und hoffart fliehen, Baß mich beten jederzeit, Laß mich schand' und unzucht meiden, Laß mich willig unglück leiden. 5. Mein Gott, ich kann nicht g'nug erhöhen Den fleiß, den du an mich gewandt. Ich schlechter staub hab' g'nug gesehen Die pflege deiner treuen hand; Doch, HErr, ich, ich von böser art, Erweise mich noch jezo hart. 6. Du hast nun schon so viele jahre Gewartet, ob ich früchte brächt', Ich läge längstens auf der bahre, Gings nicht nach gnade, sondern recht; Doch. Auf vas neue Jahr. trägst du mich noch immerdar Und schenfst mir immer noch ein jahr. 7. Ja wohl ein jahr, mich zu beFehren; Ach ja, HErr, schenk mir noch dies jahr! Ich will dich mehr als ehmals ehren, Zähl' mich nicht zur verstockten schaar, Hau mich nicht ab, hör deinen sohn, Der für mich bitt't, und meiner schon'. 47 | 3m geist, o mensch, geschehen? Du mußt die fünde meiden, Wenn du willst JEsum sehen. Das mittel ist die buß, Wodurch ein steinern herje In wahrer reu' und schmerze Zerknir= schet werden muß. 9. Laß mich nicht bloße blätter tragen, Wenn dein sohn früchte an mir sucht, Daß ich nicht ewig dürfe flagen, Weil dein sohn ewig die verflucht. Laß früchte der gerechtigkeit Sich an mir finden allezeit. 8. Grab' um, was noch mein herz umgeben, Der welt und aller sünden wust. Laß mich am lebensbaume kle- herzens einigkeit. ben, In dem zu sein, sei meine lust, Und aus demselben frucht zu ziehn, Sei stets mein eifriges bemüh'n. 10. HErr JEsu, baue deinen garten, Laß mich ein baum darinnen sein, Von dem du könnest frucht erwarten; Du kommst darum ins fleisch herein Als andrer Adam, daß die erd' Ein neuer garten GOttes werd'. 11. Ich will dir frucht und zweige bringen, Wenn du mich fruchtbar machen wirst, Ich will dir halleluja fingen Für diese fraft, du lebensfürst, Dort mit der frohen engelschaar Im großen hall- und jubeljahr. Von der Beschneidung JEsu. Mel Von GOtt will ich nicht 2c. er sich im geist beschnei93. 4. Ach gieb zu solchem werke In diesem neuen jahr, HErr JEsu, kraft und stärke, Damit sich offenbar Dein bild der heiligkeit An vielen tausend seelen, Die sich mit dir vermählen In rer christ Des fleisches tödtung leidet, Die so hoch nöthig ist, Der wird dem heiland gleich, Der auch beschnittten, worden, Er fritt in freuzesorden In seinem gnadenreich. 5. Ich seufze mit verlangen, Und tausend noch mit mir, Dich herzlich zu umfargen, Mein' allerschönste zier; Denn hab' ich dich allein, Was will ich mehr auf erden? Es muß mir alles werden, Und alles nüßlich sein. 6. Ach, ihr verstockten fünder, Bedenket jahr und zeit, Ihr abgewichnen finder, Die ihr in eitelkeit und wollust zugebracht, Ach, führt euch GOttes güte Doch einmal zu gemüthe, Und nehmt die zeit in acht. 7. Beschneidet eure herzenUnd fallet GOtt zu fuß In wahrer reu' und schmerzen, So wird die herzensbuß', Die glaubensvoll geschehn, Des vaters herz bewegen, Daß man wird lauter segen In diesem jahre sehn. 8. Ja, mein HErr JEsus gebe, Daß eine christenschaar Mit ihm im geiste lebe In diesem neuen jahr, Daß sie in feiner noth Sich möge von ihm scheiden; Er stärke fie im leiden Durd) seinen bittern tod. Der folget Christi lehr, Weil er im geifte lebet, Und nicht im fleische mehr; Er ist ein GOtteskind Von oben her geboren, Das alles, was verloren, In seinem JEsu find't. 3. Doch wie muß dies beschneiden 9. So wollen wir ihn preisen Die Da er wird ganze lebenszeit, Und uns're pflicht er= offenbar, Und wir mit allen frommen Nach diesem leben kommen Ins große neue jahr. Mel. Mein GOtt, ich bin jetzt 2c. 94. Müfen allbereits die wunden, Heiligzartes JEsulein, Mit dem herbsten schmerz em pfunden, Und dein blut vergoffen sein? Tropfen sieht man jego fließen, Die fich bald wie ström' ergießen. 2. Ohne blut fonnte nicht gesche Auf das Fest der Erscheinung Christi. 48 hen, Daß die blutschuld abgethan, Wir mit GOtt im frieden stehen, Und die welt fich freuen kann; Darum bist du, uns zu retten, Selber blutig aufgetreten. 3. Blut'ge wunden in dem leben, Blut'ge wunden in dem tod Sollen mir bersichrung geben, Daß nun aller angst und noth Mein so sehr verlegt gewissen Durch des mittlers blut entriffen. 4. Laß dein blut mein herz bestreichen, JEsu, in dem neuen jahr, So V. Auf das Fest der Erscheinung Christi. Mel. JEsus, meine zuversicht. 95. Eu, großer wunderſtern, schienen, Meine seele will so gern Dir an deinem feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an. Was ich armer schenken kann. 2. Nimm das gold des glaubens hin; Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin So ist dire die liebste gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem freuzesofen sein. muß jener würger weichen, Sammt verdammender gefahr. Färbt dies blut des herzens schwellen, So wird mich fein unfall fällen. 5. Laß mein blut vor liebe wallen, Da dein blut vor liebe fließt, Laß ein halleluja schallen, Weil ein odem in mir ist. Blutigs lamm, ach, laß mein leben Dir zu ehren sein ergeben! des heilands ankunft fund, Erd und himmel wird beweget; Bei den heiden wird ihr er3. Nimm den weihrauch des gebets, Laß denselben vor dir tügen; Herz und lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich ja und amen drauf. 4. Nimm die myrrhen bittrer reu'; Ach, mich schmerzet meine sünde, Aber du bist fromm und treu, Daß ich trost und gnade finde, Und nun fröhlich sprechen kann: JEsus nimmt mein opfer an. Von den Namen JEsu suche unten Nummer 288 und folgende. 2. Alles was sich auf dem rund Dieser welt bewegt und reget, Macht troft gekommen. 3. Drum bewegt sich auch mein herz, Weil du, JEsu, meinem orden Durch die neue himmelskerz' Öffentlich bekannt geworden. Mich erfreuet deine flamme, Heller stern aus Jacobs stamme. 4. Laß uns doch nach deinem wort, Unserm leitstern, richtig laufen, Das uns zeigt den rechten ort, Da dich die geſammten haufen, Theurer heiland, heilig grüßen, Und mit glaubenslippen füssen. 5. Ich bin auch dein unterthan, HErr, hier bring ich meine gaben, Nimm sie doch in gnaden an, Bessers kann ich sonst nicht haben. Mein gebet und gläubig girren Ist mein weihrauch, gold und myrrhen. 6. Sei auf unser heil bedacht Und beschüße deine schaaren, Laß uns deinen rath und macht Wider unsern feind erfahren. Führ' uns aus so vies lem leiden In das land der ew'gen Mel. Liebster JEsu wir sind 2c. 96. Auf, du fremdes volk, heranfreuden. Finstres erdreich werde lichte! Mache dich doch auf die bahn, Dein licht komint dir zu gesichte. Sich, wie wohl es GOtt gemeinet, Seine herrlichfeit erscheinet. Mel. Nun freut euch liebe christ. 2c. 97. Wie ſchön leucht't uns der morgenstern Mit seinen gnadengaben, Den wir, alsChristum unsern HErrn, Zur rechten GOttes haben. Am firchenhimmel Auf das Fest der Erscheinung Christi. leuchtet er, Und wirft den schönen glanz daher Im wort und facra2. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies licht brach an! Ach, da hatte sich gewendet Von dem himmel jedermann. Uns're augen und geberden Klebten gänzlich an der erden. 3. GOttes rath war uns verborgen, Seine gnade schien uns nicht. Eitel war der menschen sorgen, Zu entdecken jenes licht, Das zum rechten himmelsleben Uns konnt' licht und Fräfte geben. 4. Aber da hervor gegangen Ist der aufgang aus der höh', Haben wir das licht empfangen, Welches uns. von angst und weh Und von seelennoth entbunden, Weil wir wahres leben funden. 5. JEsu, reines licht der seelen, Du vertreibst die finsterniß, Die in dieser sündenhöhlen Unsern tritt macht ungewiß, JEsu, deine lieb' und se= gen Leuchten uns auf unsern wegen. 6. Nun, du wollest hier verbleiben, 5. Doch deren ruhm ist gar nicht Liebster JEsu, tag und nacht, Alfein, Die sich der welt ergeben, Die les. finst're zu vertreiben, Das uns bauch- und mammonsdiener sein Und so viel schrecken macht. Laß uns nicht also heidnisch leben. Ach, wie gefähr- im dunkeln irren, Noch ins höllenlich stehts um die! HErr JEfuChrist, befehre sie, Mach' sie zu wahren chri= sten. menten. 2. Wir müssen unsrer väter schaar Ja blinde heiden nennen, Weil kein licht im verstande war, Den wahren GOtt zu kennen; Sie gingen hin in finsterniß und stürzten sich dadurch gewiß Ins ewige verderben. 3. GOttlob, uns scheint das lebenslicht und machet uns zu christen. Ach, wenn wir diesen segen nicht zu unserm troste wüßten, Wärs besser für uns allzumal, Daß wir nicht in der Menschen zahl Und nie geboren wären. 4. Nun aber, da wir christen find, Steht uns der himmel offen, Ein jeder hat als GOttes find Die seligfeit zu hoffen: Denn wer an JEsum Christum gläubt Und ihm getreu im glauben bleibt, Wird nimmermehr verloren. 6. Der christenname hilft ja nichts, Wenn man nicht christlich handelt, und heilig, wie ein kind des lichts, Auf Chrifti wegen wandelt. Man muß das wahre christenthum Zu JEfu Christi preis und ruhm Im werke selbst erweisen. 7. HErr JEsu, ach, erleuchte mich Mit deinem gnadenlichte, Damit ich wandle würdiglich Vor deinem angesichte: Bis ich vor dir nach dieser zeit Im reiche deiner herrlichkeit, Als wie die sonne, leuchte. 49 Mel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. 98. Merde licht, du ſtadt der heiden, Und du flem, werde licht! Schaue, welch ein glanz mit freuden über deinem haupt anbricht. GOtt hat derer nicht vergessen, Die in finsterniß gesessen. neß verwirren. 7. Schenk' un8, HErr, das licht der gnaden, Das ein licht des lebens ist, Ohne welches leicht in schaden Fallen kann ein frommer christ. Laß uns dieses licht erfreuen, Wenn wir aus der tiefe schreien. 8. Gieb, HErr JEsu, kraft und stärke, Daß wir dir zu jeder zeit Durch beliebte glaubenswerke Folgen in gerechtigkeit, Und hernach im freudenleben Heller als die sonne schweben. 9. Dein' erscheinung müff erfüllen Mein gemüth in aller noth, Dein' erscheinung müsse stillen Meine seel' auch gar im tod; HErr, in freuden und im weinen Müsse mir dein licht èrscheinen. 10. JEsu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen welt, Dein so helles licht zu sehen, Das du mir dort schon bestellt, Wo wir sollen unter kronen In der schönsten klarheit wohnen. 50 VI. Auf das Fest der Reinigung Mariä. Mel. JEsus, meine zuversicht. 99. pfer für die ganze welt, pel brachte, Da sie zur reinigung er= schien, Selbst JEsum, daß er sie vernen tempel, Daß du würdest vorge= stellt uns zum löblichen erempel, Wie man sich von jugend an Deinem vater opfern kann. 2. Deiner mutter reinigung, Im geseße vorgeschrieben, Giebt uns die erinnerung, Dein gebot getreu zu lieben und den weg mit lust zu gehn, Der uns heißt im tempel stehn. 3. D, du brunn der reinigkeit, Nimm von mir die sündenflecken Und laß deiner unschuld kleid Meine blöße ganz bedecken. Deines opfers wohlgeruch Tilge des gesetzes fluch. 4. Hast du dieses schwere joch Willig über dich genommen, Da du ohne sünde doch Warest in die welt gekommen: Ach so stelle, JEsu, dich Zur erfüllung auch für mich. 5. Laß mein opfer taubenart, Reine unschuld an sich haben, Glaub' und liebe sei gepaart, Nimm aus huld die schlechten gaben Von der armen seele an, Die nichts beffres bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, An mein treues herze drücken, Du wirst, ale mein gnadenthron, Mich mit rath und trost erquicken, Du bist der trost Israel, Süßester Immanuel! 7. Sei der müden augen licht, Wenn der tod sie will verschließen. O, mein heiland, laß mich nicht, Wenn ich werde sterben müssen. Du bist deines voltes preis, Und der weg ins paradeis. 8. Dieses sei mein schwanenlied: HErr, laß mich in frieden fahren, Gieb, daß dich mein auge sieht Bei den auserwählten schaaren, Wo man dort in jener welt Erst das rechte licht= fest hält. Mel. Kommnt her zu mir, spricht 2c. 2, daß ein jeder in Maria wohl bedacht, Die in den tem= 100. 20% 2. Wenn man das Herz gereinigt hat, Nach GOttes willen in der that, Alsdann will JEsus kommen, Und sich im tempel stellen dar, Dieweil er nicht wird offenbar, Als bei den wahren frommen. 3. Gedenke nicht, daß JEsus Christ Im herzen gegenwärtig ist, Wo fleisch und blut regieret; Nein, wo der geist nicht triumphirt, Und fleisch und blut gefangen führt, Wird JEsus nicht gespüret. 4. Sein tempel ist ein reines herz, Zerknirscht von wahrer reu' und schmerz; Und wo sein blut die schwellen Gezeichnet, ach, da wohnt er gern, Und da kann man ihn GOtt dem HErrn In glaubenskraft darstellen. 5. Dann kann man vor des vaters thron, Als GOttes und Marien sohn, Ihn als ein opfer bringen, Das für die schuld der ganzen welt Sich willig selber dargestellt, Und GOttes herz bezwingen. 6. Ach, stell', mein herz, dich ganz und gar Dem großen himmelsherren dar, Und laß zurück die sünden, Ber= laß die welt und all ihr thun, Und such' in GOtt allein zu ruh'n, So wirst du gnade finden. 7. Bring' taubeneinfalt, reine lieb' 3um opfer, nach des geistes trieb; GOtt wird dich nicht verschmähen. Bring' lämmleinsart und frömmig= keit, Das wird der HErr zu jeder zeit Mit gnad' und huld ansehen. 8. Laß opfern die verkehrte welt Dem satan wollust, gold und geld, Und was das fleisch erdenket; Es wird ihr dienst nach dieser zeit Belohnt mit qual in ewigkeit, Die GOt= tes zern einschenket. 9. Hergegen wer, mit Simeon, und des at, as heut 3um heil verlangt zu haben, Wer voll des heil'gen geistes ist, und war Auf das Fest der Verkündigung Marta. tet auf den HErren Christ, Der opfert rechte gaben. 10. Wer seinen heiland hier geseh'n Im glauben, kann in fried' hingeh'n Zu schauen seine sonne. Er kann mit Simeon zuleßt Hinfahren, wo er sich ergößt In ew'ger freud' und wonne. VII. Auf das Fest der Verkündigung Mariä. Mel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. verlangen Dich im glauben fest um= 101. Het ist uns der tag er fangen. schienen, Adam schon so oft, Auf den Jacob, Mel. Liebster JEsu wir sind 2c. und ſammt ihnen Alle väter längst 102. Knigsſohn, Von dem du großer kögehofft, Dran sich Abraham Als er ihn im geist erblicket. erquidet, 2. O, des tages voller wonne, Welchem sonst kein tag nicht gleicht Seit den zeiten, da die sonne Hat um diese welt geleucht, der viel ge= wünschten stunden, Die sich nunmehr eingefunden! 3. O du anfang unsrer freuden, O du auserwähltes licht, Das uns, sonst verworfnen heiden, Und den juden heil verspricht! Du vertreibst die finstern schatten, Die uns sonst umgeben hatten. 4. Jeho träufelt uns von oben Leben, heil, gerechtigkeit,* Und GOtt jeigt durch diese proben, Was uns dort für heil bereit. GOtt derHErr kommt selbst auf erden, Uns zu gut ein mensch zu werden.* Jeſ. 45, 8. 5. GOtt wird mensch und trägt die sünde, Allmacht kehrt bei schwachheit ein, Selbst der schöpfer wird zum finde, Sein geschöpf soll mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns armen, Aus der rache wird erbarmen. 51 11. HErr, laß mich stets voll geistes sein Und mache mich gerecht und rein, Laß mich im glauben leben, Bis du mich, wenn es dir gefällt, Aus dieser welt zum himmelszelt In frieden wirst erheben. 6. Gnadenvolles wunderzeichen, Das der HErr an uns gethan, Welches kein verstand erreichen, Keine flugheit fassen kann, Das in dies- und jenem leben Wir bewundrungsvoll erheben. 7. Bater, und doch sohn daneben, Unser bruder, fleisch und blut, Ach, wir preisen und erheben Dich für die ses große gut. Laß die herzen voll himmel zu der erden, und verläsfest deinen thron, Um ein armer knecht zu werden? Ach wie soll man dich g'nug preisen, Dir gebührend dank erweisen? 2. Nazareth, die kleine stadt, Muß dir zur empfängniß dienen. Was die welt verachtet hat, kann in deinen augen grünen; Laß mich allen stolz verfluchen, So wirst du mich auch besuchen. 3. Gabriel wird ausgesandt, Eine reine braut zu grüßen. Engel werden hingewandt, Wo sie keusche seelen wissen; Laß mich reine tugend üben, Daß mich reine geister lieben. 4. Nur ein leib der keusch und rein, Kann dich unterm herzen tragen; Laß auch mich dein wohnhaus sein Und zuvor der lust entsagen, Die mit deiner liebe streitet Und zur sünde mich verleitet. 5. O, ein angenehmer gruß, Den die fromme jungfrau höret, Der des segens überfluß Auf ihr gläubig herze kehret; Sollst du mich holdselig nen= nen, Muß ich dich im glauben fennen. 6. Ihr erschrocknes herze muß Lauter gnade vor dir finden. Laß auch, HErr, auf deinen gruß Alle furcht bei mir verschwinden; Bin ich nur bei dir in gnaden, Ach, so kann mir gar nichts schaden. 7. JEsus soll dein name sein, IEsus heißt ein seligmacher: Darum fürcht' ich keine pein Und auch keinen 4* Auf das Fest der Verkündigung Maria. höchste gut Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. widersacher. Lauter heil liegt in dem| 3st selbst ins mitte! kommen, Das namen, Er wirkt lauter ja und amen. 8. Dir, des allerhöchsten sohn, Will GOtt Davids stuhl bereiten, Deines Königreiches thron Übersteiget alle zeiten, Du sollst Jacobs haus regieren Und, die Jacobs glauben führen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt, Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt, Denn JEsus ist empfangen. Der uns er= hält, Hat sich gesellt Zu den verlor= nen sündern; War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen men= schenkindern. 9. Wir sind dir auch unterthan, Weil wir deinen scepter füssen; Sieh uns stets in gnaden an, Laß uns deine huld genießen, Herrsch' in uns mit lauter segen, So darf sich kein feind mehr regen. 52 3. süßer trost, o großes glüd, Das aller welt entstehet! GOtt giebt uns einen gnadenblick, Und hat uns hoch erhöhet, Denn unser stand Ist nah verwandt Mit GOtt und seinem worte. Nun haben wirDurch JEsum hier Zum himmel eine pforte. 4. GOtt hat sich unser fleisch vermählt, und unter uns auf erden Sich seinen himmel auserwählt, Auf daß wir himmlisch werden zu seiner braut Hat er vertraut Das menschliche geschlechte, Und uns bedacht, Aus liebesmacht, Mit seinem findesrechte. 12. Unterdessen tröst' ich mich, Daß du mein fleisch angenommen. Meine seele freuet sich, Uno spricht: Goel jei willkommen! Komm und wohn' in meiner seele. Die ich nun mit dir vermähle. 5 Troß sei nun dir, du seelenfeind, Troß allen deinen pfeilen, Denn unter uns wohnt unser freund, Der heiland fann uns heilen. Hier ist ber mann, Der helfen kann, Und beinen kopf zertreten; Hier ist ein kind, Das sich verbindt Allzeit für uns beten. zu 6. O JEsu, theurer GOttes sohn, Der du zwar mensch geboren, Und doch von deinem ehrenthronUnd gottErlöser. Hiob 19, 25. Mel. Durch Adams fall ist 2c. 103. Nun ist der tag der selig- heit nichts verloren: Hilf, daß wir keit Den sündern an- dich Nun stetiglich In unsern herzen gebrochen, Nun ist des teufels mord tragen, So kann uns GOtt Einst und neid Gedämpfet und gerochen. nach dem tod Den himmel nicht ver= DennGOttessohn, Dergnadenthron, sagen. 10. Dorten muß der heil'ge geist Über die Mariam kommen, Wie viel heil und fraft beweist Der in gläubigen und frommen! Diesen laß mich stets regieren, Diesen laß mich nie berlieren. 11. Mir geschehe wie du willt, Ich bin dir als fnecht( magd) verbunden: Du bleibst nun mein freudenschild, Wenn der engel gleich verschwunden, Denn du, HErr der engelschaaren, Bist zu mir herab gefahren. VIII. Von dem Leiden und Sterben JEsu 2. Seele siehe, GOttes lamm Gebet zu den leiden, Deiner seelen bräutigam, Als zu Geht, ihr töchter von Zion, JEsum zu empfangen, Sehet ihn in seiner kron Unter dornen prangen. 3. Du ziehst als ein föng ein, Wirst auch so empfangen, Aber bande Mel. Christus, der uns selig 2c. eele mach' dich heilig 104. gleiten; Gen Jerusalem hinauf Tritt ihm an die seiten, Folg' ihm stets in andacht nach Zu dem bittern leiden, Bis du aus dem ungemach Wirst zu JEsu scheiden. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 53 warten dein. Man ist voll verlangen,| diesen stein, Der ihr eckstein sollte sein. Dir statt ehre, hohn und spott, JEsu Christ zu geben, Bis du durch den freuzestod Schließest dieses leben. Ach, dies leidet der gerechte Für die bösen sündenknechte. 4. JEfus steht in strid und banden, Dessen hand die welt gemacht, In verachtung, spott und schanden, Und wird höhnisch ausgelacht.Backen= streich' und fäustenschlag, Jud- und heiden grimm und rach' Duldet er für deine sünden, Wer kann solche lieb' ergründen? 4. Pfahl und freuz ist stuhl und thron, Drauf wird man dich seßen, Man wird mit der dornenkron Dir das haupt verleßen. Ach, dein reich auf dieser welt Ist nur lauter leiden, Und so hast du dirs bestellt, Bis zum legten scheiden. 5. Du wirst, HErr der herrlichkeit, Endlich für mich sterben, und dadurch die seligkeit Huldreich mir erwerben. Aber, ach, wie herrlich glänzt Deine fron' der freuden, Die dein siegreich haupt bekränzt Nach vollbrachtem leiden. 6. Darum tritt getroft hinzu, Es muß dir gelingen: Nach der guten freltagsruh Wirst du freude bringen. Tritt nur auf die todesbahn, Die gestreuten palmen Bieten dir den sieg schon an Aus den osterpsalmen. 7. Laß mich diese leidenszeitFruchtbarlich bedenken, Mich mit herzensreu und leid Meiner fünde fränken; Ach, dein leiden tröste mich Bei so vielem jammer, Bis nach allem leiden ich Geh zur ruhekammer. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 105. ließt ihr augen, fließt bon weinet eure schuld, Brich, mein herz, von seufzen, sehnen, Weil ein lämmlein in geduld Nach Jerusalem zum tod, Ach, zum tod für deine noth Und der ganzen welt, hinwandelt; Denk', ach wie hast du gehandelt! 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon geschrieben ist, Und warum dies thal der erden Hat betreten JEsus Christ. Schauet nun des höchsten sohn In dem leiden, schmach und hohn, In den wunden, in den schmerzen, Und nehmt alles wohl zu herzen. 3. Es wird in der sünder hände Überliefert GOttes lamm, Daß sich dein verderben wende; Jud- und hei= den sind ihm gram, Und verwerfen 5. Laß es dir zu herzen gehen, Besfre und bekehre dich. Wer kann diese that ansehen, Daß er nicht bewege sich? JEsus steht an unsrer statt: Was der mensch verdienet hat, Büßet JEsus, er erduldet Was der sünder hat verschuldet. 6. Er hält seinen heil'gen rücken Geißeln, ruth' und peitschen dar, Wer fann dies ohn' reu' erblicken? Wenn die rohe judenschaar Hand anlegt an GOttes bild, Das so freundlich, fromm und mild, Und doch nackend wird gehauen, Wer kann solchen greu'l anschauen? 7. Strenge sollt' man dir begegnen, Du verruchtes menschenherz, Aber nun kommt, dich zu segnen Und zu tragen deinen schmerz JEsus, er stellt sich für dich Und wird dert so jämmerlich Abgestraft, gepeitscht, zerhlagen, Daß kein maß noch ziet der plagen. 8. Endlich wird der schluß gesprochen: JEsus muß zum tode gehn, Und es wird der stab gebrochen. Merke, was allhier geschehn: Barrabas wird los gezählt, JEsus wird zum freuz erwählt; Weg mit diesem, dem verfluchten! Ruft haufen der verruchten. 9. Folge denn zur schädelstätte Deinem JEsu traurig nach, Aber auf dem wege bete, Bet' im geist mit weh und ach, Daß der vater auf sein Find, Als den bürgen für die sünd. Sehen woll' und sich erbarmen Ueber dich den schwach- und armen. 10. Muß ich, JEsu, dich denn sehen Am versluchten Freuzespfahl, 54 Von dem Leiden und Sterben JEsu. Ach, so laß ich übergehen Meine thrä-| mittel ein, Hilf die schrecken stillen. nen ohne zahl. Ach, erbarm' dich, GOtteslamm, Das da hängt am freuzesstamm, Ach, erbarm' dich, weil dein leiden Mir gedeihen soll zur freuden. Laß mich deine passion Dann im glauben fassen. Liebst du mich, o GOttes sohn, Kann mich GOtt nicht haffen. 11. Ich will dir ein opfer geben: Seel' und leib ist meine gab'; JEsu, nimm dies arme leben, Weil ich ja nichts beffres hab', Tödt' in mir, was dir mißfällt, Leb' in mir auf dieser welt, Laß mich mit dir leben, sterben Und dein reich im himmel erben. 6. Gieb auch, JEsu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Daß ich demuth von dir lern' Und geduld in plage, Daß ich dir geb' lieb' um lieb'. Laß indeß dies lallen, Bis es kommt aus reinerm trieb, JEsu, dir ge= fallen. 12. Tausendmal sei dir gesungen, Liebster JEsu, preis und ruhm, Daß Mel. Herzlich thut mich 2c. du höll und tod bezwungen. Nun 107. We welt, mit deinen freuden, bin ich dein eigenthum, du moine freud' und wonn'; Möcht' ich dich, o schönste sonn' Bald in deiner krone sehen Komm, dein leiden ist ge= schehen. was dir wohlgefällt! Dein JEsus muß jetzt leiden, Der sich zum opfer stellt. Entfernet euch, ihr lüste, Der HErr trägt qual und pein; Wie kann sein fnecht, ein christe, Dabei wohl fröhlich sein? Mel. Christus, der uns selig 2c. 106.fu, deine pasſion Herzlich zu bedenken, Wirst du mir von deinem thron Geist und andacht schenken. Ach, erschein' in diesem bild, JEsu, meinem herzen, Wie du GOttes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag Deine angst und bande, Deine speichel, schläg' und schmach, Deine freuzesschande, Deine geißel, dornenkron', Speer- und nägelwunden, Dadurch du, o GOttes john. Dir mich haft verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein Deine marter sehen, Paß die ursad)' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach, die ursach' war auch ich, Ich und meine sünde, Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade fünde. 4. Silf, daß ich in buß' und reu' Dieses recht bedenke, Und dich fünfng nicht auf's neu' Durch die sünden fränke. Dämpf in mir die sündenlust, Laß mich alles meiden, Was du jego büßen mußt Mit so schwerem leiden. 5. Drohet mir die höllenpein Um der sünde willen, Ach, so tritt in's 2. Ach, seht sein seelenschrecken, Er wird in tod betrübt Und muß den zornkelch schmecken, Den ihm sein va ter giebt. Seht, wie er, uns ju gute, Selbst mit dem tode ringt, Und wie sein schweiß mit blute Durch haut und adern dringt. 3. Er wird verkauft, berrathen, Man legt ihm fesseln an. Ach, unsre missethaten Die haben dies gethan, Die fälschlich ihn verklagen; Es wird verhöhnt, verspeit, Verspottet und geschlagen Der HErr der herrlichkeit. 4. Man segt dir, GOttes sohne, Mit geißeln grausam zu, Du trägst die dornenkrone, Du himmelskönig du, Du wirst an's kreuz geheftet, Das du getragen hast, Doch was dich mehr entkraftet, 3st unsre ſündenlast. 5. Wer hätte bei den mördern Die unschuld doch gesucht? Den segen zu befördern, Wirst du von GOtt ver= flucht. Die dich zu boden treten, Wo= her dir weh geschicht. Für diese willst du beten, Von rache weißt du nicht. 6. Dein durst, o lebensquelle, Geht auf mein seelenheil. Du fühlest tod und hölle, Das leben ist mein theil. Du wirst von GOtt verlaffen, Von dem Leiden und Sterben JEsu. 55 Damit er bei mir ſei, Und weil du| ſündern dräuſt, Keiner kann in sei= mußt erblassen, Bin ich vom tode nen sünden Unversöhnt erbarmung frei. finden. 7. Keiner von den seraphinen, Von der cherubinen chor, Konnte mir den schmuck verdienen, Welchen Adams fall verlor; GOtt, ja GOtt, muß mich versöhnen Und mit heil und segen krönen. 7. Die ausgestreckten hände Sind gegen mich gewandt; Du neigst das haupt am ende, Das ist ein liebespfand. Ich seh in deinem streite Die ruhe für den schmerz, Und durch die offne seite, HErr JEsu, in dein herz. 8. Die welt mag voller freuden Hin nach der hölle gehn, Ich will bei JEsu leiden Und seinem freuze stehn. O JEsu deine liebe Trieb dich in tod und grab, Drum stirbt aus gleichem triebe Mein herz sich ſelber ab. 9. Aber nun, da der gelitten, Und fein theures blut vergießt, Der dein 108. 2, muß GOttes sohn wort nie überschritten, Der vollkomMel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. felbst leiden, Und er= dulden hohn und tod? Muß er sich in blut einkleiden, Um zu tilgen meine noth? Konnt' ich sonst in meinen sünden Weder trost noch rettung finmen heilig ist, So ist alles das ersezet, Was dich, treuer GOtt, verleget. den? 8. Alle menschen waren fünder: einer auf der weiten welt Zahlet für die menschenkinder Solch ein theures lösegeld, Das zur tilgung unsrer sünden Dich, o bater, kann verbinden. 5. Nein, ach nein, es muß so gehen. Selbst der allerliebste sohn Mußt' an unsrer stelle stehen, Wenn du, HErr, von deinem thron Gnädig solltest auf uns schauen, Dich uns wiederum vertrauen. 2. Bater, konnte dein erbarmen Und die theure menschenhuld Mich nicht ohne blut umarmen, Noch erlaffen meine schuld? Mußt du denn das lämmlein schlagen, Welches keine schuld getragen? 3. War fein guter engel tüchtig, Daß er konnte mittler sein? War das werk für die zu wichtig. Die von ſünden frei und rein? Keinnte mich 109. Chriſtus, der uns felig von satans fetten Unter ihnen feiner retten? 4. Oder war aus Adams finvern, Unter der so großen zahl Keiner tüchtig, dies zu lindern, Daß nicht träfe diese wahl Den, der als der eingeborne Kommt, zu suchen das verlorne? macht, Kein hat begangen, Der ward für uns in der nacht Als ein dieb gefangen, Geführt vor gottlose leut', Und fälschlich verflaget, Berlacht, verhöhnt und verspeit, Wie denn die schrift saget. 2. In der ersten tagesstund' Ward er unbescheiden Als ein mörder dargestellt Pilato dem heiden, Der ihn unschuldig befand, Ohn' urfach' des todes, Ihn deshalben von sich fandt' Zum könig Herodes. 3. Um drei ward der GOttes sohn Mit geißeln geschmissen, und sein haupt mit einer fron' Von dornen zerrissen, Gekleidet zu hohn und spott, Ward auch sehr geschlagen, Und das 6. Wie die worte feste stehen, Daß du gut und gnädig seist, Also mag auch nicht vergehen, Was du allen 10. Gieb, daß ich dies wunder ehre, Mit gebet und dankbarkeit Meines geistes fräfte mehre, Daß ich die vollkommenheit Deiner liebe so beschaue, Daß ich freudig darauf baue. 11. Laß mich nicht den sünden leben, Sondern dem, der mich befreit Und deswegen sich ergeben In des todes bitterfeit. Laß mich, wenn ich soll erblaffen, Seinen tod im glauben fassen. 56 Von dem Leiden und Sterben JEfu. kreuz zu seinem tod Mußt' er selber| Für unsre sünde mannigfalt Betrübt tragen. mit angst und zagen: Daß wir nicht unsre übelthat Dort müßten ewig ohne gnad' Betrauern und beklagen. 4. Um sechs ward er nackt und bloß An das freuz geschlagen, An dem er sein blut vergoß, Betet' mit wehklagen. Die zuseher spotten sein, Auch die bei ihm hingen, Daß die sonn' auch ihren schein Entzog solchen dingen. 5. JEsus schrie zur neunten stund', Klaget' sich verlassen, Bald ward gall' in seinen mund Mit effig gelassen. Da gab er auf seinen geist, und die erd' erbebet, Des tempels vorhang zerreißt, Und manch fels zerklöbet. 6. Da man hat zur vesperzeit Die schächer zerbrochen, Ward JEsus in seine seit mit dem speer gestochen, Daraus blut und wasser rann, Die schrift zu erfüllen, Wie Johannes zeiget an, nur um unsertwillen. * Joh. 19, 34. 7. Da der tag sein ende nahm Und der abend kommen, Ward JE= sus vom freuzesstamm Durch Joseph genommen, Herrlich nach jüdischer art In ein grab geleget, Allda mit hütern verwahrt, Wie Matthäus zeuget. Matth. 27, 66. * 8. O hilf, Christe GOttes sohn, Durch dein bitter leiden, Daß wir dir stets unterthan All' untugend meiden, Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wie wohl arm und schwach, Dir dankopfer schenken. Du hast daselbst, o höchstes gut, Aus großer angst geschwißet blut Und mit dem tod gerungen: Daß sich am letzten end' allhier Bei uns die todesangst verlier', Weil du den tod bezwungen. nommen. Daß uns dort ewig reichthum werd', Bist du gewesen arm auf erd', So lang' du drauf gewandelt. Du haft gedienet jedermann, Doch that man dir viel böses an, Als hättest du mißhandelt. 2. Du wurdest in dem garten bald 3. Judas, dein freund und dein gesell, Ließ sich den geiz verführen schnell, Dich schändlich zu verrathen: Daß du uns machtest GOtt zum freund, An dem wir treulos worden seind Durch viele missethaten. Du wurdest nachher ganz und gar Umringet von der feinde schaar, Gebunden und gefangen: Daß wir von satans strick' befreit, Die wahre frei- und sicherheit Durch deine kraft erlangen. Doch als du Petrum drauf allda, Und er mit thränen dich ansah, Nahmst du ihn auf zu gnaden: Daß keine sünde jemand soll, Sie sei so schwer sie immer woll', Wenn buße folget, schaden. 5. Du mußtest, HErr, gar mit beschwer zu vielen richtern hin und 110. Christe JEfu, GOther Mit deinen feinden wandern: tes sohn, Du bist vom hohen himmelsthron Zu uns herunter kommen; Daß GOtt zu sich hinauf uns náhm', Und unser fleisch in himmel käm, Hast tu fleisch angeDaß wir nicht durch des satans macht Dort würden in der hölle bracht Von einer pein zur andern. Du wurdest, o du großer GOtt, Mit vielem schimpf und schmach und spott Berspeiet und verhöhnet: Daß unsre schande sich verlör', Und wir bei GOtt erlangten ehr', Nun wir sind ausgeföhnet. 4. Die jünger flohen von dir all', Auch Petrus leugnet dich dreimal, Eh' als der hahn noch krähet: Daß wir uns hüten desto mehr, Und frei bekennen deine lehr', Woher der wind gleich wehet. 6. Und dennoch hat man kaum ein wort Aus deinem mund, o HErr, gehört Bei allen solchen plagen: Damit wir dorten vor gericht, Und fer Von dem Leiden und Sterben JEsu. ner ewig müßten nicht Verstummen noch verzagen. Zuerst war dir Pilatus hold, Befannte, daß er feine schuld Vermöcht' an dir zu finden: Daß wir erkennen allesammt, Man habe dich für uns verdammt, Von wegen unsrer sünden. 7. Es war so groß der juden haß, Daß auch der mörder Barrabas Dir gar ward vorgesehet: Damit wir, HErr, in deinem reich, Den heil'gen engeln GOttes gleich Dort könnten sein geschäßet. Sie geißelten, HErr JEsu, dich, Da auch dein blut ist mildiglich Von deinem leib geflossen; Damit wir alle möchten sein Von striemen heil, von fünden rein, Hast du dein blut vergossen. 8. Pilatus ging heraus mit dir Und stellte dich dem volfe für: Seht, welch' ein mensch hier stehet! Sonst hätt' der fürste dieser welt Uns dort zum schauspiel vorgestellt, Da keine qual ver= gehet. Der feinde grimm gar nicht abließ, Und ob man bir gleich nichts erwies, Ward doch der stab gebrochen: Daß an jenem großen tag Von sünden und von satans flag' Ganz würden los gesprochen. 9. Eh' man zum tod dich führt hinaus, 3og man dir deine kleider aus; Du mußtest alles leiden, Daß du uns mit dem rechten kleid Des heils und der gerechtigkeit Dagegen möchtest kleiden. Du mußtest auch, o GOttes sohn, Von dornen tragen eine fron', Und dadurch uns erweisen, Wie du die fron' der herrlichkeit Durch deinen tod uns habst bereit't, Dich ewig dort zu preisen. 57 Du mußt nach ihrem bösen sinn, Mit zweien mördern mitten inn, Ans freuz dich lassen henken: Daß du uns in der heil'gen zahl, Und mit den auserwählten all' Die seligkeit könnt'st schenken. 10. Wiewohl du warest schwach und matt, Sollt'st du doch an die schädelstatt Dein freuz noch selber tragen: Daß wir frei aus und le= dig gehn Und nicht für uns're sünd' ausstehn, Was wir verdient für plagen. 11. Den schächer an der rechten seit' Versicherst du zur selben zeit, Er soll dein reich erlangen: Daß man im glauben zu dir tret', Und niemand denk', es sei zu spät, Die buße anzufangen. Den andern schächer ließest du, Daß er nicht kam zu deiner ruh; Er starb in seinen sünden: Daß man mit furcht zur buße eil', Nicht denk', man hab' noch gute weil, Zur gnad' sich einzufinden. 12. O HErr, du großer lebensfürst, Man hat dir essig, als dich dürft, Durch einen schwamm gegeben: Damit des lebens quell und spring Uns ewige erquicung bring Bei dir in jenem leben. Hier zeitlich deine seel' in tod, Uns Du gabst zuleßt, o wahrer GOtt, ewig zu erwerben Das leben in dem freudensaal, Und daß wir in der höllenqual Nicht müßten ewig sterben. 13. Du ließest auch nicht ohngefähr Nach deinem tod mit einem speer deine lieb' und treu, Dein gnadenreiEröffnen deine seiten: Du wolltest ches herz hiebei Eröffnen allen leuten. Es kam zum letzten noch darauf, Daß sich die gräber thaten auf, Man sah die heil'gen gehen: Daß unsre hoffnung feste bleib', Und dies die todesfurcht vertreib', Daß wir auch auferstehen. 14. Wir wollen dir nun dankbar sein, Daß du für uns in solche pein Dich willig hingegeben: Wir wollen sein der sünde feind, Nun wir mit GOtt versöhnet seind, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Die du, o HErr, an uns gethan Mit deinem bittern leiden. O, menschenkind, betrachte recht, Wie GOttes zorn die 58 Von dem Leiden und Sterben JEsu. sünde schlägt, Bemüh' dich, sie zu| Gleich einem knecht geacht't, Daß wir meiden. hingegen werden Sein freies volk ge= macht. Khr. 6. Weil mit GOtt widerstrebet Und dessen klarem wort, Hat er dafür 111. Laßt uns doch Christo gelebet Gehorſam immerfort. Weil Mel. O Christe JEsu, GOttes 2c. wir all' ausgeschritten, Mehr als man zählen kann, Hat er dafür gelitten und völlig g'nug gethan. Kyr. dankbar sein, Daß er für uns in große peinSich willig hingegeben, Auch laßt uns sein der sünde feind, Weil wir mit GOtt versöhnet feind, Nach seinem willen leben, Die lieb' erzeigen jedermann, Wie Christus selbst an uns gethan Mit seinem bittern leiden. menschenkind, betracht es recht, Wie GOttes zorn die funde schlägt, Bemüh' dich, sie zu meiden 7. Sehr hart ist er geschlagen Auf feinen heil'gen leib, Auf daß mit seinen plagen Der satan von uns bleib. Es ist von ihm geflossen Sein rosinfarben blut, Das er darum vergoffen, Daß es uns komm' zu gut. Khr. 4. Du, HErr, hast uns gerathen Auf unerforschlich' art Durch solche wunderthaten, Als nie erhöret ward: Es hat fleisch angenommenDer ew'ge GOttessohn, Und ist herunter fommen Zu uns vom himmelsthron.Kyr. 5. Damit nicht würd' verloren Der mensch durch seine sünd', 3st GOttes sohn geboren Ein schwaches menschenfind: Ja er ist gar auf erden 8. Sein haupt hat auch erduldet Die scharfe dornenfron, Für uns, die wir verschuldet Biel marter, schmach und hohn. Er hat gar nicht gescheuet Am freuz die todespein, Daß wir daburch befreiet Bom andern tode ſein. Mel. O wir armen sûnder. 112. Sich an uns arme fün= der, unfre zu bersicht, Wir sind ja deine kinder, Darum verstoß uns nicht, Ob wir gleich find empfangen In schuld und misse= that, Viel böses auch begangen, Das dich erzürnet hat. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Daß rst des teufels list, Dann Adams 2. Gedenk, o HErr, in gnaden, fall und schaden Des elends ursprung ist, Daß wir drum alle müssen Erdulden hier den tod, Und sollten dort noch büßen Die ew'gehöllennoth.Kyr. 3. Kein rath war da vorhanden Für diese höllenqual, Weil wir vor GOtt mit schanden Bestanden allzu= mal, und hatten eigne werke, ie gut die immer sein, Ganz feine fraft und stärke, zu retten uns von pein. Kyr. 9. Durch solche wundergüte Hat GOtt der ganzen welt Sein väterlich gemüthe Beweglich vorgestellt, Wie er sonst nichts begehre, Als daß der sünder sich Durch JEsum Chriſt befehte Und lebe ewiglich. Kyr. 10. Wenn wir vor GOtt nun treten Und fallen ihm zu fuß, In Christi namen beten Mit wahrer reu'undbuß', So ist die sünd' vergeben, Die Adam auf uns bracht', Von unserm bösen leben Wird auch nichts mehr gedacht. Kyr. 11. Dies sollen wir wohl fassen 3um trost in aller noth, Und uns nicht schreden lassen Sünd', teufel, höll und tod, Denn Christus ist ge= storben Für aller menschen schuld, Dadurch er uns erworben Des baters lieb' und huld. Kyr. 12. Drum wollen wir dich loben GOtt vater, sohn und geist, Daß du vom himmel oben Uns solche gnad' erweist; Gieb, daß wir böses meiden, Gern helfen jedermann, Geduldig sein im leiden, Wie Christus selbst gethan. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Von dem Leiden und Sterben JEſu. wir armen fünder, 113. wir verzagen; verachtet: All' sünd' hast du getragen, barm' dich unser, o JEsu! rin wir empfangen Und geboren sind, Hat gebracht uns alle In so große noth, Daß wir unterworfen Sind dem ew'gen tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. D lamm GOttes, unschuldig zc. Erbarm' dich unser, o JEsu! 3. O lamm GOttes, unschuldig 2c. Gieb uns deinen frieden, o JEsu! Mel. O traurigkeit. 2. Aus dem tod wir konnten Durch unfre eignen werk' Nimmer werd'n er= rettet: Die fünde war zu ſtart. Da 116. falſche treu, heu wir erlöset, konnts nicht anders sein: GOttes sohn mußt' leiden Des todes bitt're pein. Kyr. chelei! das nicht sünd' und schande? JEsum will man dulden nicht In dem lebenslande. 3. So nicht wäre kommen Christus in die welt, Und an sich genom= men Unsre arm' gestalt, Und für unsre sünde Gestorben williglich: So hätt'n wir müs'n werden Berdammet ewiglich. Kyr. 3. Die freche schaar Ganz offen4. Solche große gnade Und bäter- bar Den zarten leib entfleiden, liche gunst hat uns GOtt erzeiget Ganz und gar umsonst In Christo, feinem sohne, Der sich gegeben hat In den tod des kreuzes, 3u unsrer seligkeit. Kyr. Speien ihm ins angesicht, Doppeln pein und leiden. 5. Deß sollen wir uns trösten Gegen sünd' und tod Und ja nicht ver= jagen Vor der höllen glut; Denn wir find errettet Aus all'r gefährlichkeit Durch Christum unsern HErren, Gelobt in ewigkeit. Kyr. 6. Darum woll'n wir loben Und banten allezeit Dem bater und dem sohne Und dem heil'gen geist, Und bitten, daß sie wollen Uns retten in gefahr Und lassen uns stets bleiben Bei seinem heil'gen wort. Kyrie elefon, Christe eleison, Kyrie eleison! 114. Christe, du lamm GOt= tes, Der du trägst die ünde der welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe, du lamm GOttes, 2c. Erbarm' dich unſer! 3. Christe, du tamm GOttes, 2c. Gieb uns deinen frieden: Amen. 59 lamm unfchuldig Am stamm 115. des freuzes geschlachtet, Allzeit gefun= den geduldig, Wiewohl du wurdest 2. Sünd', höll' und tod, Ja see= lennoth Mit dem erlöser kämpfen, Wollen, ihrer meinung nach, Seine gottheit dämpfen. Fron Aus scharfen dornen flechyten, 4. 3u spott und hohn Sie eine Seßen solche auf das haupt JEſu des gerechten. 5. Ja, was noch mehr, Sie geißeln sehr, Durchbohren und durchpfriemen Meinen JEsum, daß sein leib Boller wundenstriemen. 6. Es wird auch nicht Vor dem gericht Ihr haß und neid geschlichtet, Bis sie durch des freuzes pein JEsum hingerichtet. 7. Laß, JEsu, mich Zeitlebens dich Mit meinem herzen faffen, und mich auf dein theures blut Festiglich ver= lassen. 8. Mein fündenleid, Mein' üppigfeit Hat dich so hart geplaget, Jeſu, meine missethat Hat dich angeklaget. 9. Hilf, GOttes lamm, Mein bräutigam, Durch deine gnad' und güte, Daß ich forthin besf're mich Und vor sünden hüte: dann allein deine pein, Auf dein ſo schweres leiden Mag gesegnen diese welt Und von hinnen scheiden. Von dem Leiden Mel. JEsu, meines lebens leben. Esu, der du wollen 117. I bügen Für die fünden aller welt Durch dein theures blutvergießen, Der du dich hast dargestellt Als ein opfer für die sünder, Die verdaminten Adamsfinder: Ach, laß deine todespein nicht an mir verloren sein! 60 und Steben JEsu. der fünden Ruh' in deiner seite fin= den: Ach, laß deine 2c. 9. Hilf, daß mir dein dürften nüße, Das am freuze dich geplagt, Wenn ich lechze, wenn ich schwiße, Wenn ge= wissensangst mich nagt. Laß mich deines durst's genießen, Laß mir le= bensströme fließen: Ach, laß deine 2c. 2. Rette mich durch deine plagen, Wenn mich meine sünde plagt, Laß, ach, laß mich nicht verzagen, Weil du ſelbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein angstschweiß fühle, Wenn ich drangsalshiße fühle: Ach, laß deine todespein nicht an mir verloren sein! 10. JEsu, fomm, mich zu befreien, Durch dein lautes angstgeschrei. Wenn viel tausend sünden schreien, Ach, so steh' mir armen bei. Wenn mir wort und sprach' entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen, Laß mir deine todespein Leben, heil und himmel sein. 3. Mache mich durch deine bande Bon des fatans banden frei, Hilf, Mel. JEsus, meine zubersicht. Esu, daß bein' erlittne ſchande Meine kron 118. fu, wahrer GOttes und ehre sei; Trost der seelen, heil der erden, Laß mich nicht zu schanden werden; Ach, iaß deine 2c. 4. Rede durch dein stilleschweigen, Liebster JEsu, mir das wort, Wenn mich fünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bos gewiffen schreiet und mir mit berdammniß drauet: Ach, laß deine 2c. 5. Laß mich freudenrosen brechen, Liebster JEsu, meine zier, Von den dornen, die dich stechen. JEsu, nahe dich zu mir, Krone mich mit huld und gnade, Daß kein sündendorn mir schade: Ach, laß deine 2c. 6. Heile des gewissens striemen, Nimm von mir der schmerzen last, Durch die geißeln, durch die riemen, Welche du gefühlet hast, Daß ich böser knecht der fünde Satans stricke nicht empfinde: Ach, laß deine 2c. 7. Ah, laß deine tiefen wunden Frische lebensbrunnen sein, Wenn mir alle kraft verschwunden, Wenn ich schmacht' in seelenpein. Sent' in abgrund deiner gnaden Alle schuld, die mich beladen: Ach, laß deine 2c. 8. Ach, zerbrich des eifers ruthe, Ach, erzeige gnad' und huld. Tilge doch mit deinem blute Meine schwere sündenschuld. Laß mich in der angst für uns erlitten, und durch marter, spott und hohn Mir die seligkeit erstritten: Ah, laß deine angst und pein An mir nicht verloren sein. 2. Meine sünd' und missethat 3st die ursach deiner plagen. Sie, ach fie ist, die dich hat So gegeißelt und geschlagen: Sie ist, die dir, o mein GOtt, Zugezogen alle noth. 3. Daß du heißes blut geschwißt, Daß du grausamlich gebunden, Daß die dornen dir gerißt So viel striemen, so viel wunden, Daß dein spottet jedermann: Das hat meine ſchuld gethan. 4. Daß ein schnöder knecht dich schlägt, Daß die geißel dich zerschmeiBet, Daß man dir ein freuz auflegt, Das dich fast zur erde reißet, Ja, zulegt am schädelort Händ' und füße dir durchbohrt. 5. Daß, als einen fluch der welt, man dich an das freuz aufhenket, Und, als dich der durst befällt, Mit vergalltem effig tränket, Daß man hart verfährt mit dir: Dieses alles fommt von mir. 6. Ich bin schuld, daß GOttes grimm Und gerichte dich umfassen, Daß du schreist mit starker stimm', Klagest dich von GOtt verlaffen. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 61 HErr, du leidest todespein, Daß ich| Mich reizen für und für, mit allem möge selig sein. 7. Oder übergroßen treu', Dies fommt alles mir zu gute! Nun bin ich mit GOtt aufs neu Ausgesühnt in Christi blute, Der mir, statt der höllenqual, Öffnet jetzt den himmelsfaal. ernst zu meiden Die sündliche begier, Daß mir nicht komme aus dem finn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 8. Heiland, sieh, es kommet hier Eine sehr geplagte seele, Suchet ruh' und trost bei dir Und in deiner wundenhöhle, Wie ein vogel in der flucht, Der sich einen felsen sucht. 9. Da will sie in deine seit', Als in einen fels, sich legen, Wo sie sicher und befreit Von den harten donnerschlägen, Von der feinde list und macht, Die sie in die flucht gebracht. 10. HErr JEsu, nimm sie auf Mit getreuen vaterhänden, Und wenn sie den harten lauf Dieses le= bens wird vollenden, So gieb ihr für alles leid, Die gewünschte seligfeit. 6. Mein freuz und meine plagen, Sollt's auch sein schmach und ſpott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, a mein HErr und GOtt, Daß ich ver= läugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann, Ohn' eigennuß und heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten stunden, Und des versichern mich: Weil ich auf dein verdienst nur trau', Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau', Mel. Christus, der uns selig 2c. enn meine 119. W mich fränken, 120. fu, meiner ſeelen licht, meiner mein HErr JEsu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestor ben bist Und alle meine schuldenlast Am stamm des heil'gen kreuzes Auf dich genommen hast. den, Meines herzens zuversicht, Nimm doch für dein leiden Dieses schlechte mermehr dir bringen kann, In der danklied an, So viel meine seele Imschwachheitshöhle. 2. O wunder ohne maßen, Wenn man's betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der HErr für seine knecht', Es hat sich selbst der wahre GOtt Für mich verlornen menschen Gegeben in den tod. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich doch bewogen, Daß du so viel herzbeschwer Über dich gezogen: Da du angst, gewalt und noth, Schläg' und hohn in banden, Lästerungen, freuz und tod Willig ausge= standen. 3. Was kann mir denn nun schaden Der sünden große zahl? Ich bin bei GOtt in gnaden, Die schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der hölle qual und glut. 3. GOttes wohlgewogenheit, Vaterlieb' und güte, Deines herzens freundlichkeit und dein treu gemüthe Hat dich darum dahin bracht, Daß kein mensch verzaget, Wenn der sünden meng' und macht Die gewissen naget. 4. Drum sag' ich dir von herzen Jetzt und mein lebelang Für deine pein und schmerzen, OJEsu, lob und dank: Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu'. 4. O, du wunderbarer rath, Den man nie ergründet, O, der unerhörten that, Die man nirgends findet: Was der mensch, der erdenknecht, Trozig5. HErr, laß dein bitter leiden 62 Von dem Leiden und Sterben JEsu. lich verbrochen, Wird an GOtt, der| schläge, strick' und banden, Du ge= doch gerecht, Grausamlich gerochen. rechter GOttessohn, Mich elenden zu erretten Bon des teufels sündentetten: Tausend, tausend 2c. 5. Meine schröde lustbegier Hat dich so zerschlagen, Diese frankheit hab' ich dir, JEsu, aufgetragen. Meine schuld und missethat Hat dich so verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Jämmerlich erwürget. 6. Alle strafe, die mich hat Bis zum tod gebunden, Liegt auf dir an meiner statt, Und durch deine wunden Wird uns fried' und heil gebracht: Drum will mir geziemen, Deine starke liebesmacht Ewiglich zu rühmen. 7. Baß doch diese freudigkeit Gleich falls mein gewissen Gegen angst und noth und streit Kräftiglich genießen. JEfu, meiner seelen hort, Treib' durch deine schmerzen Meine seelenangst hinfort Fern aus meinem Herzen. 8. Laß mich, wenn ich dich erblickt, So bald gnade finden, Als mein herze schnell erschridt Über straf und sünden. JEsu, sich, ich falle dir Mit wahrhafter buße Und mit besserungsbegier Glaubensvoll zu fuße 9. Nun ich weiß, worauf ich bau', Und bei wem ich bleibe, Wessen fürsprach' ich vertrau' Und an wen ich gläube. JEsu, du bist es allein, Der mich hält und schüßet, Wenn gleich alle höllenpein Auf mich schießt und bliget. 10. 3ch will, weil ich mit dir frei Werd' im himmel erben, HErr, in deinen armen treu Leben und auch sterben; Bis man fröhlich sagen wird Nach den todesbanden: Sieh', dein bräutigam und hirt, JEsus, ist erstanden. 3. Du hast lassen wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine plagen und zu sehen mich in ruh'; Ach, du hast zu meinem segen, Lassen dich mit fluch belegen: Tausend, tausend 2c. 2. Du, ach, du hast ausgestanden Läfterreden, spott und hohn, Speichel, 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem schimpf belegt und mit dornen gar gekrönet, Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die ehrenkron' aufseßen: Tausend, tausend 2c. 5. Du hast wollen sein geschlagen Zu befreiung meiner pein, Fälschlich lassen dich anklagen. Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausend 2c. 6. Du hast dich in noth gestecket, Hafst gelitten mit geduld, Gar den herben tod geschmedet, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde los gezählet, Hast du wollen sein gequälet: Tausend, tausend zc. 7. Deine demuth hat gebüßet Meinen stolz und übermuth, Den tod meinen tod versüßet: Es kommt alles mir zu gut. Dein berspotten, dein verspeien Muß zu ehren mir gedeihen: Tausend, tauſend zc. 8. Nun ich danke dir von herzen, 3Esu, für gesammte noth, Für die wunden, für die schmerzen, Für den herben bittern tod; Für dein zittern, für dein zagen, Für dein tausendfaches plagen, Für dein ach und schwere pein Will ich ewig dankbar sein. 121. meines toEsu, meines Lebens le= Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zc. des tod, Der du dich für mich geges 122. H Err JEsu, deine angst ben die tiefste das äußerste verderben, Nur, daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster JEsu! dank dafür! und pein Und dein betrübtes leiden Laß mir allzeif vor augen sein, Die Jünden zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Unt deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 2. Laß deiner seelen höllenqual, Dein' angst und blutig schwißen Und übrig elend allzumal, Darin du mußtest sizen, Mir oftermalen fallen ein, Und eine starke warnung sein Vor fünd' und missethaten. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab'ich dir helfen schlagen, Auch meine große sündenlast Dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster heiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen sein, Laß gnade für recht gehen. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist in das elend gangen, Ertrugest schläge, spott und hohn, Mußt an dem freuze hangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei GOtt versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jeßt zur dankbarfeit Bon herzen dir lobsingen, Und, wenn du mich zur seligkeit Dereinsten wirst hinbringen, Will ich daselbst dich noch vielmehr, Zusammt dem ganzen himmelsheer, Dort ewig dafür loben. 6. HErr JEsu, deine angst und pein Und dein betrübtes leiden Laß meine legte zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden, und hilf, daß ich durch deinen tod, Fein sanft beschließe meine noth Und selig sterbe, amen. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 123. lämmlein geht und trägt die schuld Der welt und ihrer finder, Es geht und büßet in geduld Die sünden aller sünder, Es geht dahin, wird matt und frank, Es giebt sich auf die würgebant, Entzieht sich aller freuden. Es nimmet an schmach, hohn und spott, Angst, wunden, striemen, kreuz und tod Und spricht: ich will's gern leiden. 2. Das lämmlein ist der große freund, Der heiland unsrer seelen, Den GOtt, der uns als sündern feind, Zum mittler wollen wählen. Mein find! sprach er, geh, nimm dich an Der finder, die ich ausgethan Zur straf und zornesruthen; Die straf ist 63 schwer, der zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los Durch sterben, pein und bluten. 3. Leg' auf, sprachst du von herzens= grund, Mein bater, ich wills tragen. Mein wollen hängt an deinem mund, Mein wirken ist dein sagen. O wunderlieb', o liebesmacht, Du kannst, was nie ein mensch gedacht, GOtt seinen sohn abzwingen. Oliebe, liebe, du bist stark, Du streckest den in grab und sarg, Vor dem die felsen springen. 4. Du marterst ihn am freuzesstamm mit nägeln und mit spießen, Du schlachtest ihn als wie ein lamm, Machst herz und adern fließen, Das herze von der seufzer kraft, Die adern von dem edlen saft Des purpurrothen blutes. O süßes lamm, was soll ich dir Dafür erweisen, daß du mir Erzeigest so viel gutes? 5. Mein lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht lassen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit liebesarmen fassen. Du sollst sein mei= nes herzens licht, Und wenn mein herz in stücke bricht, Sollst du mein herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster ruhm, Hiemit zu deinem eigenthum Auf ewiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner lieblichkeit Bei nacht und tage singen, Mich selbst auch dir zu aller zeit Zum freudenopfer bringen, Mein bach des lebens soll sich dir Und deinem namen für und für Indankbarkeit ergießen, Und was du an mir hast gethan, Das will ich stets, sy tief ich kann, In mein ge= dächtniß schließen. 7. Erweitre dich mein herzensschrein, Du sollst ein schathaus wer= den Der schäge, die viel größer sein Als himmel, meer und erden. Weg, ehr' und stand der eitlen welt! Weg reichthum, gold und alles geld! Ich hab' ein bessers funden: Mein großer schaß, HErr JEsu Christ, Ist dieses, was geflossen ist Aus deines leibes wunden. 8. Das soll und will ich mir zu nug zu allen zeiten machen: Im streits 64 Von dem Leiden und Sterben JEsu. foll es sein mein schuß, In traurig-| Aber uns wirst du bekennen. Gieb, teit mein lachen, In fröhlichkeit mein faitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies manna speisen. Im durst ists meine wasserquell', In einsamkeit ists mein gesell, Und mein gefährt' auf reiſen. daß ich mit wahrheit mich Mag nach deinem namen nennen, Und daß ich mag ganz allein Dein und keines andern sein. 6. D, du wunder der geduld, Wende von mir Gottesrache! Du, du leidest ohne schuld, Hilf doch meiner bösen sache Und vertritt mich im gez richt, Wenn mir GOtt das urtheil spricht. 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut ist ja mein leben; Wenn mich des freuzes hiße trifft, Kann mir es schatten geben. Seßt mir der schmerz der schwermuth zu, So find' ich bei dir meine ruh, Als auf dem bett ein franker; Und wenn des kreuzes ungestüm Mein schifflein treibet um und üm, So bist du, HErr, mein anter. 7. 3üchtige mein fleisch und blut, Wie sie dich mit geißeln schlagen; Kröne mich mit deinem gut, Hilf mir auch mein freuze tragen, Und so oft ich denk' an dich, Laß mich weinen über mich. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines reiches freuden, So laß dein blut mein purpur sein, Ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines hauptes kron', In welcher ich will vor den thron Des höchsten vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte braut, An deiner seite stehen. Mel. JEsus, meine zuversicht. 124. Liebster beiland, du bist mir bein leiden. Ich muß mit geſtors 125. D liebe, Gabſt dich aus mein, Ach, so schenke Mel. Nun ruhen alle wälder. brunnquell aller ben sein, Und dein tod gehört uns beiden: Darum rechne mir es an, Was du selber hast gethan. liebestriebe Für uns in tiefe noth; Du wolltest blut und leben Für uns zum opfer geben, uns zu erretten von dem tod. * Rom. 6, 8. 2. Tod und hölle macht mich heiß, Filf doch ihren rachen stopfen, Und von deinem todesschweiß Gieb mir die blutrothen tropfen, Daß sie künftig auch einmal Lindern meine todesqual. 8. Stille allen meinen schmerz, Weil du ihn bereits empfunden. Labe mein verschmachtet herz, Heile mich durch deine wunden, Masche mich mit deinem blut, Kreuzige den bösen muth. 9. Mein GOtt, mein GOtt, laß mich nicht! Ich befehl' am letzten ende, Mit gewisser zuversicht Meinen geist in deine hände. Hilf mir sagen: gute nacht, GOtt sei lob, es ist vollbracht! 3. Nimm die fetten und das band, Wenn mich meine feinde binden, Und zerreiß mit starker hand Das gefängniß meiner fünden, Daß ich ewig los undfrei Von dersünden knechtschaft sei. 4. Caiphas und dessen rath Sudhen lauter falsche klagen, Was mein * herz verbrochen hat, Will ich ungezwungen sagen. Hilf mir nur zu deinem thron, du großer GOttessohn! 5. Petri mund verleugnet dich, 2. Du liebtest die gemeine Und machtest sie ganz reine Von sünden durch dein blut; Du heiligtest die seelen, Die dich zum schatz erwählen, Durch diese theure lebensfluth. 3. Ach, laß dein heilig leiden Auch unsre seelen kleiden Mit schmuck der heiligkeit; Laß deinen geist und gaben Auch unsre herzen laben In wahrer glaubensfreudigkeit. 4. Die alte lust der sünden Hilf uns nun überwinden, Als dein' er= löste schaar; Da demne gnad' erschienen, So stell' uns, dir zu dienen, Boll neuer fraft und lebens dar. Von dem Leiden und Sterben JEsu. Mel. O GOtt, du frommer 2c. steg Und freuzigen dich immerhin 126. Mein JEfus wird ein von neuem mit verkehrtem finn. uns dadurch den segen, Trägt des gesetzes straf Und schuld um unsertwegen. Er opfert sich GOtt auf Zum lieblichen geruch An dem verfluchten holz: Mein JEsus wird ein fluch." 4. Laß mir dein bittres den, HErr JEsu, recht zu herzen gehn Und mir so tiefe wunden schneiden, Die immer blutend offen stehn, Bis von mir alle list und macht Des satans gänzlich weggebracht. 5. Was würd' es helfen, wenn ich fänge Von deinem leiden noch so viel, Und mirs doch nicht zu herzen dränge? Rechtschaffne buß' ist hier das ziel; Bekehre mich, o starker held, Du heil und arzt der ganzen welt! 6. Ich lege mich zu deinen füßen, Laß meiner augen thränenbach Sich häufig und also ergießen, Daß ein herztriefend weh und ach Um meine missethat entspringt Und mir durch mark und seele dringt. 2. Sein segen ist nun mein, Er hat ihn mir erworben, Da er am freuzesstamm Für meine schuld gestorben. Es kann nun das gesetz Mich| nicht vermaledein, Weil ich in Christo bin: Sein segen ist nun mein. 3. Gerechtigkeit und heil, Sein geist und dessen gaben Sind seines letdens frucht, Damit er uns will laben. Im glauben nehmen wir An diesem segen theil, In Christo finden wir Gerechtigkeit und heil 4. HErr, mache mich gerecht, Errette meine seele, Daß für den segen ich Ja nicht den fluch erwähle. Weil du mich haft erlöst, Laß mich der sünden knecht nicht bleiben; durch dein blut, HErr, mache mich gerecht. 5. Dein segen fröne mich, OJEsu, meine wonne, Dein geist belebe mich, O meines lebens sonne! Gesegneter des HErrn, Gieß' auf mich mildiglich Dein blut und dessen kraft, Dein segen kröne mich! 65 7. Laß mich mit allem ernste meiden, Was dir, mein heiland, nicht gefällt. Ach, schaff durch deinen tod und leiden, Daß ich den sünden auf der welt Absterbe, und in fester treu' Ein glied an deinem leibe ſei. 8. Ach, stärke stündlich meinen glauben, Ach, stärke mich im kampf und streit, Laß mir die feinde dich nicht rauben, Noch meines glaubens heiligkeit. Ich weiß, ohn' glauben kann man nicht Dich schauen, HErr, in deinem licht. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 9. Wer deine striemen, schmach' 127. Gieb, JEſu, wenn mein und wunden Mit reifer andacht überherz erwäget, Was uns das zeugniß deiner schrift Von beiner pein vor augen leget, Daß es den zweck des leidens trifft: Zaß mich nur nicht die juden schmähn, Noch blos auf ihre frevel sehn legt, Der wird nicht übermannt gefunden, Wenn sich des satans heer erregt, Dieweil ein solches herz ver=lacht, Woraus die welt ihr alles macht. 2. Laß mich vielmehr mit wehmuth fassen, Was dich in ihre wuth gebracht. Laß mich die schnöde sünde haffen, Die dir, HErr, alle noth gemacht, und deren schweren fluch und last Du so voll angst getragen hast. 3. Fürwahr, du trugest alle schmerzen Und nahmest unsre krankheit weg, Doch gehts den meisten, schlecht zu herzen, Sie bleiben auf dem sünden10. Ruhm, schönheit, woll ehr' und güter, Auch alle schäße dieser zeit, Sind nur ein abgott der gemüther, Die Christi kreuz und niedigkeit Verachten, und dem zugethan, Was ihrem fleische schmeicheln kann. 11. Brich, JEsu, meinen bösen willen Durch das gedächtnuß deiner qual, Laß sie stolz, geiz und wollust stillen. Dein blutschweiß, angst und freuzespfahl Ertödt' in mir durch 5 66 Von dem Leiden und Sterben JEsu beinen geist, Was irdisch, falsch und| noth heran, So liegen sie im schlafe. sündlich heißt. Die schaar der feinde nähert sich, Und alle welt verlässet dich, Du trägst alBon JEfu innerlichem Seelen- lein die ſtrafe. Leiden. Mel. Herr GOtt, der du erforschest ze. 128. So o gehst du nun, o Jesu, hin, Dein leiden zu vollbringen, Du willst, erschredet gleich dein sinn, Selbst mit dem tode ringen. Du gehest hin der sündenlast, So du auf dich genonimen hast, Uns menschen zu entlaven. Der angst am ölberg gehst du zu, Denn dadurch, heiland, trachtest du, Zu heilen unsern schaden. 2. Du gehest über kidrons bach Mit schwermuthsvollen tritten, Den David auch mit weh und ach Bei schwerer zeit beschritten; Die jünger wandeln mit dir fort Und gehn mit furcht an jenen ort, Wo du zu beten pflegest. Du willst dahin, doch nicht allein, Die jünger sollen zeugen sein, Was du für angst hier trägest. 3. 3m garten zu Gethsemane War die betrübte stelle, Da traf dich solches ach und weh, Als wärst du in der holle. Du wurdest vor entsegen kalt, Fielst auf die knie und wolltest bald Vor jammer leblos werden. Du zittertest vor großer noth Und warst betrübt bis in den tod, Dein blutschweiß floß zur erden. 4. Du lagst auf deinem angesicht Voll angst, die dich betroffen, Und riefft: mein bater kann ich nicht noch iegt erleichtrung hoffen? Mein bater, ach, ich fleh' zu dir, Kanns sein, so nimm den felch von mir, Und soll ich ihn ja trinken: Wohlan, so soll dein wink geschehn, Doch laß mich nicht vor angst vergehn, Noch in der noth versinken. 5. Du suchtest hülf und trost für dich, Er war nicht abzusehen. Die jünger zwar vermaßen sich, Mit in den tod zu gehen, Du mahntest sie jum beten an, Doch kaum trat deine 6. Den himmel jammert deine pein: In deinen größten nöthen Stellt sich ein engel bei dir ein, Muß dir zur feite treten. Den großen schöpfer, der anizt Bor seelenangst blutstropfen schwißt, Muß ein geschöpfe stärken. GOtt, hier sieht man hell und klar, Wie du so groß und wunderbar In allen deinen werken. 7. Und ach, mein heil, wie hat dir dies Doch widerfahren können? Weiß auch der fürst der finsterniß Wohl eine schuld zu nennen, Die er dir vorzuwerfen hat? Du kannst ja keiner miſsethat Von ihm beschuldigt werden; Dein reines herz ruft jedermann Zum zeugen deiner unschuld an, Du heiligster der erden! 8. Ich, ich, HErr, bin der fündenknecht, Ich sollte blutschweiß schwißen, Ich sollte mit dem höchsten recht In einem pfuhle sigen, Ich sollt' in ew'ger qual und pein Ohn' alle hülfverloren sein, Und siehe, dein erbarmen Zieht dich, du großer GOttessohn, Herab vom hohen himmelsthron, Zu büßen für mich armen. 9. Wie kann dir nun mein schwacher geist Die große treu' bezahlen, Die mir dein treues herz beweist? Wenn auch zu tausend malen Herz, zunge, mund und ton erklingt Und dir ein ewig loblied singt, Sich dankbar zu erweisen, So lässet sich doch folche last, Die du für mich getragen hast, Dadurch nicht sattsam preisen. 10. Doch, JEsu, weil ich sonst nichts weiß, Tracht' ich nur auf der erde, Daß deines namens ruhm und preis Necht ausgebreitet werde. Ich will dein theures lob erhöh'n, Stets auf dein heilig vorbild sehn, Und dir gefällig leben. Der welt und finde sterb' ich ab; Ach, laß mich doch bis in mein grab Beständig darnach streben. und zwar von dessen innerlichem Seelen- Leiden. Mel. Christus, der uns selig 2c. 129. Mer ist der, der ſeine lich flaget? Vor betrübniß bis zum tod Ganz erbärmlich zaget? Ach, bist du es, Esu, nicht? Meiner seelen wonne, Meines Herzens zuversicht, Meines lebens sonne! 2. Ja, ach freilich bist du der, Den ich sehe stehen, Wo man geht von salem her An des ölbergs höhen, Vol= ler angst und bangigkeit, Voller qual und schmerzen, Die mit höchstem weh und leid Sich gehäuft im herzen. 3. Aber, warum kränkst du dich, O du trost der seelen? Was mag doch so jammerlich Deine seele quälen? 67 so laßt uns in der zeit Uns vor fün= ben hüten, Daß sie nicht in ewigkeit Nengstet dich des todes pein, Scheuft 130. Erwünſchter brunnquell aller freuden, Wirst du dich zu sterben, Willst Du mehr mittler sein, Uns heil zu er= werben? 5. So betrübt gehts auch daher, Wenn der tod berücket Den, dem sein gewissen schwer, Das ihn quält und drücket. Ach, die sünde, die man weiß, Daß sie GOtt will rächen, Macht so ängstig, bang und heiß, Wenn das herz soll brechen. 9. Kränkt die fünde den so sehr, Der sie nicht begangen? O, wie wird sie mir vielmehr, Den sie hält gefangen, Fürchterlich und schrecklich sein, Feig und zaghaft machen, Wenn sie zur gewissenspein Wird in mir erwachen. 10. Darum weich', o sündennacht, Die ich ganz verlasse: Meines JEsu trauern macht, Daß ich dich nun hasse. JEsu, hilf, wenn ich forthin Deiner angst gedenke, Daß ich meines her= zens sinn Stets zum guten lenke. 4. Ach, die schwere zorneslast, So nicht zu ergründen, Die du auf dem halse hast, Nebst der menschen sün- bange brust ergießet? den, Martern deinen treuen sinn, Daß du voller zagen Traurig gehest her und hin Und führst solche klagen. 7. Hinfort nun, wenn uns der tod Drückt und nagt am herzen Und in legter sterbensnoth Häuft viel tausend schmerzen: So hat Christi traurigkeit Für uns überwunden, Und für soldhes schwere leid Reichen trost gefunden. 2. Du wußtest nichts von trüben stunden In deines baters sanftem schooß, Von schmerzen, die dich jetzt gebunden, War deine gottheit frei und los, Es war dein selig freudenleben Mit lauter licht und glanz umgeben. 3. Wie kommt es denn, daß deine seele Jegt lauter angst und trauren spürt, Die doch mit trost und freudenöle So überschwenglich balsamirt? Wie darf das zittern und das zagen 6. Zwar leid't JEsus solche qual Nicht für seine fünden, Denn er konnt' im himmelssaal Ew'ge freud' empfin- Sich an die freudenquelle wagen? den, Sondern durch sein heilig blut Will er nur berwehren, Daß des höchsten eiferglut Uns nicht soll verzehren. 4. So viele theure wahrheitszeugen Sieht man mit unerschrocknem muth Auf ihre scheiterhaufen steigen, Sie fingen in der heißen gluth. Man sieht sie fröhlich, ohn' entfärben, In unerhörter marter sterben. 5. Wie kommts, daß deine glieder zittern, Unüberwindlich- großer held, Daß schmerzen deinen leib erschüttern, Daß dich ein grausen überfällt? Kann dir der tod ein größer schrecken, 18 jenen märtyrern erwecken? 8. Doch weil wegen fremder schuld JEsus voller zagen An dem ölberg hat erduld't Diese seelenplagen: Ei, du mit traurigkeit erfüllt? Muß deine zarte menschheit leiden, Daß schrecken aus dem Herzen quillt Und wie ein strom, der überfließet, Sich durch die 6. Ach ja, der tod, der dich umgiebet, Ist gar von einer andern art, 5* Von dem Leiden und Sterben JEfu 68 Der grimm, den er an dir verübet, Ist mit des himmels zorn gepaart, Dein herz muß seinen stachel schmeden, Daß er die gläub'gen nicht kann schreden. 7. Du bist das lamm, das schuld und strafe Auf den gebeugten schultern trägt, Der gute hirt, der für die schaafe Sein theures leben niederlegt. Du zahlst, als bürge, fremde schulden Und mußt, was wir verdient, erdulden. 8. Drum fällt die angst auf dich alleine, Die allen sündern zugedacht, Drum ist im mark und im gebeine Ein meer der traurigkeit erwacht, Das dich mit solchen wellen decket, Vor welchen leib und seel' erschrecket. 9. Dies ist die ursach' deiner kla= gen, as herz fließt über durch den mund Und macht sein schreckenbolles gagen Durch schreckenbolle worte kund; Indem du von dir selbst gezeuget: Mein geist ist bis in tod gebeuget. 10. Ich will für solche liebesproben, Dergleichen man noch nie gesehn, Dich, mein erlöser, ewig loben, Werd' ich vor deinem throne stehn. Indessen laß dein traurig ringen An mir erwünschte früchte bringen. Mel. JEsu, meines lebens leben. 132. Eu, bu haft blut geschwißet, Dades höchsten eifergluth Dich in deiner angst wird von die erde, Daß ihr erhibet; Bürge, du bezahlst mit blut, fluch getilget werde. Dieser wunderbare schweiß Bringt mir heil, dir ehr' und preis. 2. Ach, was haben meine sünden Dir für arbeit, HErr, gemacht! Was für angst mußt du empfinden In der letzten trauernacht! Doch du wolltest aus den ketten Aller angst mich ganz erretten, Dein blut war das lösegeld Für die sünden aller welt. Mel. Christus, der uns selig 2c. immelskönig, höchster 131. der sünden, Mußt du freilich, heil der welt, Große pein empfinden. 4. Könnt' ich, liebster JEsu, doch Solches leiden mindern Und bei diesem deinen joch Dein ermüden hindern! Könnt' ich doch, o GOttes= lamm, Selbst ein theil mit tragen, Und wie du, mein bräutigam, Auch zugleich mit zagen! 5. Aber ach, ich armer wurm, Wollt' ich mich erfühnen GOtt in seinem eifersturm Selber zu verfühnen? Kann doch auch ein bruder nicht Für den andern sterben und in jenem zorngericht Für ihn gnad' erwerben. 6. Du, o HErr, bist in den tod Meinetwegen kommen, Hast aus liebe meine noth Ganz auf dich genommen, Du ergiebst dich willig drein, Deines baters willen In so unerhörter pein Gänzlich zu erfüllen. 7. Ei, so hilf denn, süßer freund, Meiner armen seelen, Wenn der tod, der letzte feind, Sie mit furcht will quälen. Laß mir deinen theuren schweiß Wohl zu statten kommen, Wenn ich von dem erdenkreis Werde weggenommen. mit dir werden, Daß du liegst voll angst und noth Bebend auf der erden, Daß dein rosinfarben blut Durch dein antlig dringet, Und ein engel trost, und muth Dir, dem tröster, bringet? 2. Du siehst vor dir so viel pein, So viel bittres leiden, Welches dir wird mark und bein, Leib und seel' durchschneiden; Siehst, daß aller menschen schuld, Auch was ich verbrochen, Ernstlich, ohne gnad' und huld, An dir wird gerochen. 3. O wie sollte nicht dein herz Zittern, beben, zagen, Weil es schon des todes schmerz Fühlt und alle plagen. Weil auf dich alleine fällt Alle last 3. Gieb, mein heiland, daß die mühe, Welche du an mir gethan, Und dein blutschweiß mich abziehe Von der breiten sündenbahn. Laß mich wider mich selbst kämpfen Bis aufs blut, und hilf mir dämpfen Alle lust, die und zwar von dessen dich verhöhnt; Wer recht kämpfet, wird gekrönt. 4. Laß mich deinen schweiß bedenken, Den es dir gekostet hat, Mir die himmelsruh' zu schenken, Daß ich auf dem tugendpfad Stets zu wan= deln, mich ergebe, Und dir, Err, zu ehren lebe, Ja für deine liebestreu' Ewiglich dir dankbar sei. 5. Fiel dein blutschweiß auf die erde, So bin ich auch erd' und thon. Gieb, daß er ein thau mir werde In der hig', o gnadenthron; Wenn mich sündenangst will drücken, Solaß ihn mein herz erquicken, Auch in herber todespein Meines lebens balsam sein. Von dem äußerlichen Leiden JEsu. Mel. JEsu, meines lebens leben. 133. Frommes lamm, burch dessen wunden Unser heil wird festgesetzt, 2ch, wie hart wirst du gebunden Und dein heil'ger Leib verletzt! Deiner henter strenge hände Wissen in der wuth kein ende, Und du giebst mit stillem finn Dich in ihre fessel hin. 2. Mehr als zehen legionen Derer, die um jenen thron Deines großen baters wohnen, Stehn bereit, o men= schensohn, Deine ketten zu zerschlagen, Deine feinde zu verjagen; Aber bu verlangst es nicht, Daß man deine bande bricht. 3. Du bist selber reich an stärke, Kraft und allmacht wohnt bei dir, Aber hier in diesem werke Geht geduld der allmacht für; Denn sonst müßten band und schlingen, Wie des Simsons stricke, springen Und dein heller GOttesstrahl Stürzen deiner feinde zahl. 4. Frommes lamm, um meinetwillen Streckst du deine hände dar; Um die schriften zu erfüllen, Läßt du von der frechen schaar Allen frevel an dir üben, und dein unvergleichlich lieben Nimmt die feffeln willig an, Die es doch vermeiden kann. äußerlichem Leiden. 5. Alles, was du ausgestanden. Ist zu meinem trost geschehn, Und dieschmach von deinen banden Macht, daß ich kann ledig gehn. Da man dich gefangen führet, Bleib' ich frei und unberühret, Weil du deiner ketten last mir zu gut getragen hast. 6. Habe dank für diese güte, Gieb nun deinen banden kraft Und be= freie mein gemüthe Ganz von schnöder sünden haft, Daß ich mich von ihren stricken Lasse nimmermehr berücken, Daß ich, von der sünde frei, Dir zum dienst verbunden sei. 7. Laß in meinen lebenstagen Den durch dich erlösten geist eine andren bande tragen, Als die du mich tragen heißt: Bande deiner furcht und liebe Legen meinem fleischestriebe Deine liebesfeile an, Daß ich dir nachwandeln kann. 69 8. Soll ich einst die ehr' erlangen, Daß ich, deines geistes voll, Auch in andern fesseln prangen Und für dich hier leiden soll: Ach, so laß mich in den banden, In gefängniß, schmach und schanden, Ja in aller todespein Ein dir gleiches lämmlein sein. Mel. Ich ruf zu dir, HErr JEsu 2c. 134. Dies war die nacht der finsterniß, Die sum hart gedrücket, Er ward, da er sich küssen ließ, Verrathen und bestricket. Die falschheit grüßt den treusten freund. Mit schwertern und mit stangen, Boll verlangen Kam der ergrimmte feind, Den HErren Christ zu fangen. 2. O sanftmuth, die den sünder trug, Und nicht mit donnerkeilen Den falschen mund zu boden schlug, Leit' mich in deinen seilen. Du nimmst von Juda jenen fuß, Drum kannst du den nicht haffen, Noch verlassen, Der dich in wahrer buß' Und glauben will umfassen. 3. HErr, ich betenn' es, daß ich oft In thörichtem verlangen, Das auf genuß des eitlen hofft, Die welt mit lieb' umfangen. Doch gönnst du 70 Von dem Leiden und Sterben JEsu Juda dein gesicht, Der list und trug| der wahre GOtt, Ach, wie wird sein verübet, Dich betrübet: Ach, so ver- haupt zerschlagen! Der verbund'nen stoß' den nicht, Der dich aufrichtig augen licht Schont kein frebelsdiener nicht. liebet. 4. 3ch nahe mich, mein heil, zu dir, Du heißest mich ja kommen: Ach, nimm den treuen fuß von mir, Du trost und heil der frommen! Mein herz will dich, der fünder heil, Umarmen, doch mit schämen, Buß' und grämen: So soll den besten theil, Dich, niemand von mir nehmen. 5. Ich halte dich, stärk' meinen schluß, Dich nimmermehr zu lassen, Bis mich einst wird dein gnadenkuß In jenem reich umfassen, Wo sich stets freu' und wahrheit füßt, Wo nie die reinsten freuden Von mir scheiden, Wo mir dein trost versüßt, Was bitter war zu leiden. 6. Mein freund, fragst du den falschen feind, warum bist du tommen? Du zeigst ihm, als ein feelenfreund, Wie leicht er aufgenommen, In lieb' umarmet werden sollt', 3m fall er nur mit reue Dich aufs neue Im glauben füssen wollt'; 0 welche huld und treue! 7. Nun dieser treu' erinnre mich, Wenn mir die fünden schmeicheln; Empfind' ich falscher, zungen, ti böser menschen heucheln, So gönn' mir deinen treuen rath; Wenn trost in leidensstunden Ganz berschwunden, Komm, hilf mir in der that, Dich hab' ich treu erfunden. 2. Meine sinnen können nicht- len schimpf und hohn bedenken, Welche dich, o lebenslicht, Sonne der betrübten, fränken; Ach, in dieser trauernacht Stürmt auf dich der höllen macht. 8. Man sucht mit fackeln in der nacht Dich, helle lebenssonne, Mein herz, durch deinen glanz erwacht, Ver= langt mit deiner wonne Und freundlichkeit erfüllt zu sein, Bie deine hand mit freuden Mich wird fleiden In stetem glanz und schein, Den nichts von mir soll scheiden. 3. Dieses alles hast du zwar, Liebster heiland, ausgestanden Von der friegesknechte schaar, Die dich hielt in harten banden; Aber bei der tyrannei War ich armer mit dabei. 4. Strafe nicht in deinem grimm Meine schwere missethaten, Höre meines weinens stimm': Ach, wo bin ich hingerathen? Was hab' ich an dem verübt, Der mich doch so treu geliebt? 5. Hab' ich zu der bösen rott' Und zu spöttern mich gesellet: Ach, so gieb nunmehr, o GOtt, Daß dies ganz sei abgestellet. Hinfort halt' ich mich zu dir, Treuer JEsu, hilf du mir. Von den falschen Zeugen wider JEsum. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. alsche 136. dhe stage bich zungen Klagen mein JEsu, an, Die man nur dazu gedungen, Die dem satan zugethan. Satan selbst verleumd'te dich, Bis er schimpflich von dir wich. Und so hilfst du noch in gnaden, Dem der satan sucht zu schaden. 2. Laß es mich, wie du, HErr, leiden, Wenn die böse zunge sticht. Laß mich alles das vermeiden, Was ein lügner von mir spricht. Laß mich ohne heuchelei, Voll gerechtigkeit und treu', Wahrheit stets im munde führen Und die zunge wohl regieren. Von dem Leiden JEsu bor dem geistlichen Gerichte. Mel. JEsus, meine zuversicht. as für schande, 3. Laß mich alle falschheit haffen, Laß mich, allen lügen feind, Das verläumden unterlassen, Daß mein mund der und 135. Wfuripott, Was für bleibt und im gericht Nie ein falſches läft'rung muß ertragen GOttes sohn, zeugniß spricht, Weil die falschheit und zwar von dessen unterlieget Und die wahrheit endlich sieget. 4. JEsu, wenn ich auch hier leide Falscher leute schandgedicht, Sei dein leiden meine freude. Muß ich dort vor dein gericht, Dem man nicht entgehen kann, Ach, so sieh mich gnädig an, Was mich dort könnt' überzeu= gen, Laß durch dein verdienst, HErr, schweigen. Von Petri und Judä Sü nden bei dem Leiden JEsu. Miel. Zsu, deine heil'gen wunden. 137. I finne, da dein Pewar zu trus, welcher dich Sehr geliebt vom anbeginne, So gar hart verfluchte sich), Daß er nicht dein jünger sei, Nur daß er sich machte frei Von dem spott- und hohngelächter Jener rohen knecht' und wähler? 2. 3war mian legte strick und bande Dir mit größtem frevel an, 3war man hat dir schmach und schande Ohne maßen angethan, Ba= denstreiche, spott und hohn, JEsu, marterte dich schon, Doch dich hat auch dies gequälet, Daß dein jünger so gefehlet. 3. Doch dir gingen diese schmerzen, Die dir Petri fall gebracht, Nicht ſo sehr und tief zu herzen, Als die angst, so dir gemacht Judas, das verlorne find, Dem die unerlassne sünd' Hier den tod und nach dem leben Höllenqual zum lohn gegeben. 4. Zwar hats Petrus grob versehen, Daß er seinen HErrn verneint, Nur dem schimpfe zu entgehen; Doch er gehet und beweint Diese sünde bitterlich und hält sich allein an dich, Als durch den die sünder leben, Drum wird ihm die schuld vergeben. 5. Judas aber war vermessen, Ging in seiner bosheit hin, Hat der wahren buß' vergessen Und geräth auf solchen sinn, Daß er, als verstockt, verrucht, Deine gnade nicht mehr fucht, Endlich in verzweiflung stirbet Und an leib und seel' berdirbet. äußerlichem Leiden. 71 6. JEsu, hilf mir durch dein leiden, Deine bande, hohn und spott, Alle sünd' und laster meiden Von jest an bis in den tod. Sollt' ich aber mich versehn, Laß mit Petro mich aufstehn, Thränen, so wie er, vergießen, Nicht mit Juda en ig büßen. Von JEsu Leiden vor dem weltlichen Gerichte. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ebundner jene 138. Geride, Bomit man dir die hände band, Verſprechen mir ein ewig glücke Und sind mir ein versichrungspfand, Daß ich nun von der sklaverei Der hölle ganz erlöset sei. 2. Entblößter JEsu, deiner glieder Bejammernswerthe pein und schmach Giebt mir die ehre reichlich wieder, Die mir von Adam her gebrach Ich bin bloß von gerechtigkeit, Drum wird dein spott mein ehrenkleid. Die dein gestäupter rücken fühlt, Be3. Gestäupter JEsu, jene schläge, eugen, wenn ich sie erwäge, Was schon auf mich war abgezielt: Ich ewig unterworfen ſein. sollt' der schweren höllenpein uf 4. Ach, blut'ger JEsu, deine liebe Ist wahrlich groß, ja wundergroß! Du machst mich frei aus reinem triebe, Du deckst mich liebreich, da ich bloß. Ja du vergießest nur dein blut, Mein heiland, mir, ja mir zu gut. 5. Geduld'ger IEsu, wenn ich leide, So gieb mir auch durch deine huld, Daß meinen geist dein beispiel weide Und leit' ihn liebreich zur ge= duld, Daß er dir auf der schmerzensbahn Mit stiller sanftmuth folgen fann. 6. Getreuer JEsu, wenn ich sterbe, So gieb, daß ich den matten geist Mit deinem blute lab' und färbe, Das dir die geißel jetzt entreißt. So geh' ich ein zur ewigkeit, Wo mir kein leiden weiter dräut. Von dem Leiden und Sterben JEsu 72 Mel. Erwünschter brunnquell 2c. 139. Komin, feele mit betrüb- werd' ich nur die ruthe fühlen. ten blicken, Und schaue deinen bräut'gam an, Betrachte seinen blut'gen rücken, Den man vor blut nicht fennen kann, Komm her, die dornen zu erwägen, Die sich um seine schläfe legen. 2. Hier stehet, wie ein armer slave, Der HErr, den erd' und himmel ehrt, Hier duldet er dieselbe strafe, Die sonst den knechten zugehört, Hier läßt er mit dem fluch der erden Sein segenshaupt gekrönet werden. da auf dich die geißeln zielen, So 10. Mach' mich so treu durch deine striemen Wie deiner ersten boten schaar, Die selbst in trübsal voller rühmen, In schlägen voller jauchzen war, Die fröhlich und in vollem springen Gestäupet von dem rathe gingen. 11. Erlöser, lege deinen dornen Den segensreichsten nachdruck bei, Gieb ihnen kraft, mich anzuſpornen Zu einer unverfälschten treu; Bis ich dir kann daselbsten dienen, Wo rosen ohne dornen grünen. 4. Dein eitles haupt trägt manche trone, Die es doch billig demuthsvoll Vor deines schöpfers hohem throne Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 3u seinen füßen legen soll; Hier läßt 140. ist das! Ihr men= sich dessen haupt entehren, Dem alle tronen zugehören. 5. Erschrid, o seele, vor der strenge, Damit GOtt deine sünden rächt. Kommt GOttes sohn in solch gedränge, Was wartet auf den bösen knecht? Muß selbst die unschuld streiche fühlen, Wie wird man mit dem fünder spielen? 6. Ach, mittler, laß dein blut mich schüßen, Wenn GOttes strenger zorn erwacht. Laß du mir deine schläge nüßen, Wenn ich, was schläge werth, volbracht. Laß deine dornen mich umzäunen, Wenn tod und hölle mir erscheinen. 3. Erzittre, feele, wenn du siehest, Was an dem grünen holz geschieht, Bedenke, wie du heimlich fliehest, Wenn dich der himmel zu sich zieht; Hier wird der rücken dem versehret, Der GOtt den rücken nie gefehret. 9. Ich danke dir mit frohem her= zen, Gerechtes lamm, für solche pein; Ich danke dir für deine schmerzen, Die meiner schmerzen pflaster sein; Ich danke, daß dich dornen stechen, Von welchen ich kann rosen brechen. schen, kommt zusammen, Ihr ungerechten, seht Die unschuld hier verdammen! Jhr fünder, merket auf, Hier bebt die heiligkeit! Ihr höllen= finder, weint, Der ſohn des höchsten leid't! 2. Seht, welch' ein mensch ist das! Oblicke voller thränen, antlig voller schmach, Olippen voller sehnen, haupt voll todesschweiß, backen voller foth, Oherze voller blut, O leib voll noth und tod! 3. Seht, welch' ein mensch ist das! Ach, seht in seine wunden! Habt ihr, ihr fünder, nicht Den heiligsten gez bunden? Sind eure lüste nicht Die dornen, die er trägt? Jsts eure bosheit nicht, Die ihn ans freuze schlägt? 7. Ich flieh' allhier zu deinen wunden, Ich fasse deinen kreuzespfahl, Un welchen man dich angebunden, 4. Seht, welch' ein mensch ist das! Wenn auf mich blißt des fluches Ach, opfert thränenfluthen, Denn strahl. Will Mosis stab mich blutigeure blutschuld macht Das herze schlagen, Wirst du für mich die JEsu bluten. Geht nicht vorüber streiche tragen. hier, Wo schmerzen über schmerz: Seht durch die offne brust In eures JEsu herz. 8. Gerath' ich oft auf böse wege, Führt mich mein fleisch in sünden ein, So wird mir, wegen deiner schläge, Dein vater nun gelinder sein, Denn 5. Seht, welch' ein mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, o und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 73 meines heils Und meines trostes sein. menschenfreund, Durch menschen ist| Wird mir in aller pein Die stüße geschehen. So lang' ein auge blidt, So lange soll die pein, Die du für uns erträgst, Auch unvergessen sein. 6. Seht, welch' ein mensch ist das! Ach, sich uns auch in gnaden; Wenn wir uns voller huß' In jammerthränen baden, So laß den blick vom freuz In unsre seele gehn Und dein vergossnes blut Für uns im mittel stehn. 6. Seht, welch' ein mensch ist das, Seht, wie man ihn bespieen! Mein JEsu, laß auch mir Hieraus ein trostwort blühen, Daß, da des speichels wust Dich, reines lamm, bespritzt, Die schmach zur reinigung Der seelenflecken nüßt. 7. Ach, JEsu, der du dich Der welt zur schau gestellet, Gieb, daß mir nie dein bild Aus meiner brust entfället, Verleih', mein treuster freund, Daß deine leidenstreu' In mir, zu meinem trost, Stets unauslöschlich sei. Von der Berurtheilung JEsu. Melt, felh ein mens 142. Hast du derbrochen, 141. welch' ist das, Ihr frechen menschenkinder! Erschreckt ihr nicht davor, Ihr undanksvollen fünder? Denn alles, was ihr seht, Hat eure schuld gethan, Die unschuld JEsu giebt Euch selbst zu thätern an. 7. Seht, welch' ein mensch ist das! So werden wir dich schauen Und unsern ganzen trost In deine wunden bauen. Wenn sich dein haupt nun neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser auge bricht, So leben wir da= für. 2. Seht, welch' ein mensch ist das! Ach, seht, der ist gebunden, An dem der richter selbst noch keine schuld gefunden! Ach ja, das osterlamm Muß ohne fehler sein, Darum ist JEsus auch So unschuldsvoll und rein. 3. Seht, welch' ein mensch ist das! Seht, wie die ströme fließen, Die sich, zu unserm heil, So purpurroth ergieBen! Mein JEsus ist ein baum, Bon bem ein balsam quillt, Der unsern schaden heilt Und alle schmerzen stillt. 4. Seht, welch' ein mensch ist das, Den dornenspißen krönen! Hört, wie die lästrer ihn Verspotten und verhöhnen! Mich jammert seine schmach, Doch wohl mir, denn ich weiß, Dies alles diene mir Zum ew'gen ruhm und preis. 5. Seht, welch' ein mensch ist das! Den rohrstab, den er tråget, at man ihm zwar zur schmach In seine hand geleget, Doch meines heilands noth Daß man ein solch scharf urtheil hat gesprochen? Was ist die schuld? in was für missethaten Bist du ge= rathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit dorn gekrönet, Ins angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit effig und mit gall' getränket, Ans freuz gehenfet. 3. Was ist doch wohl die ursach' solcher plagen? Ach, meine sünden haben dich geschlagen! Ich, ach HErr JEsu, ich hab' es verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe? Der gute hirte leidet für die der gerechte, Für seine knechte. schafe, Die schuld bezahlt der HErre, 5. Der fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der böse lebt, der wider GOtt mißhandelt; Der mensch verwirkt den tod und ist entgangen, Du wirst gefangen. 6. Ich war von fuß auf voller schand' und sünden, Bis zu dem scheitel war nichts gut's zu finden, Dafür hätt' ich dort in der hölle müssen Ewiglich büßen. 7. O große lieb', o lieb' ohn' alle maße, Sie dich gebracht auf dieſe Von dem Leiden und Sterben JEsu marterstraße! Ich lebte mit der welt| tödtlich hassen, Der auch seine feinde in lust und freuden Und du mußt liebt? leiden. 2. Warest du doch kaum geboren, Da Herodis grimm und wuth, Zartes lamm, dir schon geschworen, Deine handvoll reines blut, In der wiege zu vergießen; In der ganzen lebenszeit Lag schon deinen heil'gen füßen Ein verstecktes net bereit. 3. Aber ehe deine stunde Nach des vaters rathe kam, Standest du auf festem grunde, Was der feind auch unternahm. Nunmehr, da die zeit gekommen, Die sein weiser schluß benannt, Wirst du vor gericht genommen, Wird der tod dir zuerkannt. 4. Es beflecken jud- und heiden Ihre hand mit deinem blut, Weil du willst für beide leiden, Fühlest du auch beider wuth. Daß dein tod an schönen früchten Desto reicher werden kann, Hörest du vor zwei gerichten Ein so hartes urtheil an. 74 * 8. Ach, großer könig, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam alle treu' ausbreiten? Kein's menschen herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich fanns mit meinen sinnen nicht erreichen, Womit doch dein er= barmen zu vergleichen: Wie kann ich dir denn deine liebesthaten Im werk' erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des fleisches lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu' mein herze nicht entzünden Mit alten sünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen fräften, Fest die begierden an das kreuz zu heften, So yieb mir deinen geist, der mich regiere, 3um guten führe. 12. Alsdann so werd' ich deine huld betrachten, Aus lieb zu dir die welt für nichtes achten, Bemühen werd' ich mich, HErr, deinen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles wagen, Kein freuz nicht achten, feine schmach noch plagen, Nichts von verfolgung, nichts von todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schäßen, Wirst du es doch nicht gar bei seite sehen; Zu gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wenn, o HErr JEsu, dort vor deinem throne Auf meinem haupte steht die ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und dank singen. 143. Sohn des höchsten, sollst du sterben, Fürst, von dem das leben stammt? Wird der töpfer von den scherben, GOtt von menschen hier verdammt? Soll das lebenslicht erblaffen, Das uns licht und giebt? Kann man den so 5. Mir war schon in edens garten: Du mußt sterben! angesagt; Lamm, ich sollte das erwarten, Was dich martert, würgt und plagt. Ach, wie groß ist deine treue und dein liebes= schluß so fest, Daß du, was ich fürcht' und scheue, Selbst an dir vollstrecken läßt. 6. Sei gepriesen, sei verehret, Daß du deiner richter schluß So gelassen angehöret, Daß ich mich verwundern muß. Weil du stehst an meiner stelle, Geht das urtheil mir vorbei; Weist mich das gesetz zur hölle, Dein verdammtsein macht mich frei. 7. Laß den alten menschen sterben, Der zu herrschen sich bemüht, Welcher mich in mein verderben, Dich in tud und leiden, zieht. Gieb mir auf dem sterbebette, Durch dein todesurtheil, trost, Hilf, mein heiland, und errette, Wenn der tod das herz zerstoßt. Von dem Hingange Esu nach Golgatha. 144. Lammee, here rer liebe, Ich verehre und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 75 deine huld Und die ungemeinen triebe,| den traurigen altar Willig sich erhöWelche dich für meine schuld Zu der hen lassen: Gieb, daß in der leßten schlachtbank hingeführet, Gieb, daß noth Ich dich mag im glauben fassen, ich in wahrer reu', Weil sich eine ader Meines todes gift und tod./ rühret, Deiner güte dankbar ſei. 2. Lamm, das meine schulden büBet, Das den fluch der sünde trägt, Das sich zu der last entschließet, Die mein fall dir auferlegt: Laß auch meinen rücken tragen Die von dir versüßte last, Die in deinen leidenstagen Du zuerst getragen hast. 3. Lamm, das seinen todesschmerMel. Wer nur den lieben GOtt 2c. zen Ganz getrost entgegen fam Und 145. Auf, feele, nimm die glaubensflügel mit unverzagtem herzen Alle marter auf sich nahm, Gieb, daß ich auch meinem leiden Frisch und frei entgegen geh', Ja, in jauchzen und in freuden Unter deinem freuze steh'. 4. Lamm, das alle lästerungen Höchst gelassen angehört, Das den hohn der frechen zungen Durch kein widrig wort gestört: Laß mich auch in solchen fällen Meines zornes meister sein, Will das herz sich übel stellen, Flöß' ihm deine sanftmuth ein. 5. Lamm, das sich mit harten fet= ten Ganz geduldig binden ließ, Mich von satans joch zu retten, Das mir nichts als tod verhieß: Neiß die allerdünnsten schlingen, Das subtilste band entzwei, Daß ich, ohne knechtisch zwingen, Dein befreiter diener ſei. 6. Lamm, das seine zarten wangen Jedem schlag' entgegen hielt, Das den biß erzürnter schlangen Durch den ganzen leib gefühlt, Das den blutbeschwemmten rücken An die säule hingestellt: Laß mich diese sluth erquicken, Wenn ich scheide von der 9. Lamm, erzeige mir die güte, Deinem sterben gleich zu sein, Führe mein verführt gemüthe Doch in deine wunden ein, Da ich vor des zornes bligen, Vor dem sturm der bösen welt Kann in stillem frieden sißen, Wenn auch selbst die welt zerfällt. welt. 7. Lamm, das statt der ehrenbinde Eine dornenkrone trägt, Das den fluch, den unsre sünde In dem para= dies erregt, An dem heil'gen haupt empfunden Und uns nun zu helfen weiß: Kröne, wenn ich überwunden, Dort mein haupt mit ehr' und preis. 8. Lamm, das selbst das holz getragen, Das zum opfer nöthig war, Und nach überhäuften plagen Auf eile mit nach Golgatha, Dein JEsus geht zum schädelhügel Und pflanzet deine wohlfahrt da. Er tritt den weg zum sterben an, Nur daß ich ewig leben kann. 2. Der freuzpfahl beuget ihm den rücken, Er schmachtet unter solcher last, Doch mehr will ihn die sünde drücken, Die er voll huld auf sich ge= faßt. Ach, seele, schlag' einmal in dich, Denn JEsus leidet ja für dich. 3. Betrübte bahn, mit blut be= sprizet, Das aus den vielen wunden floß! unter welcher JEsus schwißet, Last, die da groß und übergroß! D, du geduld'ges lämmelein, Ach, könnt' ich dir doch dankbar sein. 4. Fürwahr du trägest unser wehe, Du ladest unsern schmerz auf dich, Dein beugen bringt uns in die höhe Und unsre frankheit mindert sich, Du bist es, der uns rath ertheilt Und uns durch seine wunden heilt. 5. Laß deinen weg zur schädelstätte mir noch sodann recht tröstlich sein, Wenn ich den todesweg betrete, Und flöße mir dies wort noch ein, Daß ich durch deine sterbensbahn Den weg zum leben finden kann. 6. So fahrt denn hin, ihr eitlen gänge, Darauf die welt sich lustig macht: Ich folge JEsu durchs ge= dränge Der freuzesbahn und todes= nacht; GOttlob, daß mich die hoffnung füßt, Daß sie ein weg zum le= ben ist. 76 Von dem Leiden und Sterben JEsu Mel. Herzliebster JEsu, was hast 2c. 1 den Mit einem spiz'gen dornenkranz, 146. amm GOttes, das zur Dein wunderschönes angesicht Ist ret, Welch eine schmach hast du dabei verspüret! Man führt dich hin zum freuz voll schmach und spottes, O du lamm GOttes! 2. Verdienet war der tod, verscherzt das leben, Drum willst du dich für uns ans freuz hingeben; Denn daß wir nun zum leben sind verfühnet, Hast du verdienet. 3. Erschrecket doch, ihr fünder, da ihr sehet, Welch einen sauern weg das lamm jetzt gehet. Ach, sollt' euch dieses nicht zur buß' erwecken Und höchst erschrecken? 4. 3hr frommen auf, ihr müßt mit JEsu eilen Aus sodom und in sünden nicht verweilen, Sucht von der lasterstraße weg zu kommen, Auf, auf, thr frommen! 5. Daß ich mit dir das leben mög' ererben, Komm' mein leben, und will mit dir ſterben, Mit dir, mein fleisch, zur kreuzigung hingeben; Sei nur mein leben. 6. Gieb fräfte, wenn ich auch mein freuz soll tragen, Laß auf der leidensbahn mich nicht verzagen. Durch deinen schweiß und blut, als lebenssäfte, O HErr, gieb fräfte! 7. 3um himmel wollst du mich auch endlich führen, Mich kraft im tode selber lassen spüren. HErr, führ' mich einst aus diesem weltgetümmel Hinauf jum himmel! Bon der Kreuzigung JEsu. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 147. Wen enn ich jetzt ohne thränen bliebe, So wär' ich härter als ein stein, Nun du, o JEfu, meine liebe, Ans freuze mußt genagelt sein, Und da die last der gan= zen welt Auf dich und deine schultern fällt. 2. Dein haupt, an dem man sonst gefunden Den angenehmsten sternenglanz, Ist jetzt gekrönet und umwun3. Die hände, die vor wenig tagen Sehr große wunder noch gethan, Sind jeßt mit nägeln angeschlagen, Daß sich nun keine rühren kann, Die füße leiden gleiche pein, Als die auch angeheftet sein. 4. Und wer ist denn um dich zu finden? Mein heiland, ach, ein mörderpaar, Das wegen missethat und sünden Durchs ganze land beschrieen war; Da stellet man dich mitten ein, Um dadurch recht beschimpft zu ſein. 5. Nun habe dank für alle schnerzen, Die du am freuz erduldet hast; Dein tod ertheile meinem herzen In allen nöthen ruh' und rast, Und wenn ich sterbe komme mir Zum trost dein blutig bildniß für. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 148. 2, HErr, wie ſchrecklich ist dein grimmn! Jeßt hör' ich deine donnerstimm', A hülf will mir zerrinnen. Doch, o mein GOtt, vergönne mir, Daß ich erst reden mag vor dir, Eh' denn ich muß von hinnen. 2. Schau' doch, o frommer vater, an Den, der für uns hat g'nug ge= than Und was er hat erduldet: It's nicht dein allerliebster sohn, Der aus= gestanden spott und hohn Für mich, der ichs verschuldet? 3. Er ist der sohn, ich bin der knecht, Dennoch, auf daß ich leben Wie er denn auch gehorsamlich zum möcht', Hast du ihn lassen tödten, Freuztod eingestellet sich Geholfen mir aus nöthen. 4. Er ist, der mit dir alles schafft, Den du gezeugt aus deiner fraft; Den hast du mir geschenket, Daß er sich macht' zu rechter zeit Theilhaftig meiner dürftigkeit, In todespein ge= ſenket. 5. Drum schaue doch, o GOtt, und merk' Auf dieses große gnadenwerk, Dem feines zu vergleichen; 77 und zwar von dessen äußerlichem Leiden. Dein's fohnes leib hängt ausge- getilget hat, Der ichs mit glauben spannt, Gleichwie ein rothes blutge- faffe. mand: Dies laß dein herz erweichen. 6. Schau doch, wie bluten seine Mel. JEsus, meine zuversicht. händ', Daß man vor blut sie kaum 149. Seele, geh auf Gol= mehr was ich für sünden mit meinen händen hab' gethan, Ob ich sie schon nicht zählen kann, Dein' augen sie doch finden. gatha, unter Christi kreuze Und bedenke, was dich da Für ein trieb zur buße reize. Willst du unempfindlich sein, O, so bist du mehr als stein. 7. Schau an, mit was für grausamkeit at man sein' allerheiligst seit Mit einem speer durchdrungen! Erneure mich aus großer gnad'Durch dieses edle wasserbad, Das hieraus ist entsprungen. 8. Schau' vater, schau, wie deinem find Durchgraben seine füße sind: Laß meinen fuß nicht gleiten! Die welt sehr schlüpfrig macht die bahn, Ohn' dich ich leichtlich straucheln kann, Drum wollst du selbst mich leiten. 9. Schau doch, wie er sein haupt geneigt 2m freuz und jedermann ge= zeigt, Daß er den tod nicht scheue. Von wegen seiner freundlichkeit Sei zur erbarmung mir bereit, Dein arm geschöpf erfreue. 10. Schau, HErr, wie ist sein herz entblößt, Weil man ihm seine seit durchstößt! Wie blaß sind seine wangen! Der leib verschmacht't, der mund erbleicht, Den armen alle fraft entweicht, Die bein' gestrecket hangen. 11. Die augen brechen, die gefehn, Was in der ganzen welt geschehn, Das blut die füße neget, Das blut, so aus den wunden fließt Und sich wie eine fluth ergießt, Das uns in gnade setet. 12. Die glieder sind ihm gar verwund't, an seinem leib' ist nichts gesund, Der schmerz hat ja kein ende. Gedenk an diese schwere straf, So deinen sohn am freuz betraf, Von deinem grimm dich wende. * 13. Ich bitte dich, o treuer GOtt: Von wegen deines sohnes tod All' schulden mir erlasse, Weil er ja meine missethat Am kreuz für mich 2. Schaue doch das jammerbild Zwischen erd' und himmel hangen, Wie das blut mit strömen quillt, Daß ihm alle kraft entgangen. Ach, mein JEsus, welche noth, Hängt er= blasset und ist todt! 3. D lamm GOttes, ohne schuld! Alles das hatt' ich verschuldet, Und du hast aus großer huld Pein und schmerz für mich erduldet; Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich ans freuze hin. 4. Unbeflecktes GOtteslamm, Ich verehre deine liebe; Schaue von des Freuzes stamm, Wie ich mich um dich betrübe, Dein im blut erstarr tes herz Seget mich in tausend schmerz. 5. Nun was schenk' ich dir dafür? Ich will dir mein herze geben, Dieses soll beständig hier unter deinem Freuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein herz mir offen stehn, Öffne deiner wunden thüre; Dahin will ich freudig gehn, Wenn ich noth und kreuz verspüre, Wie ein hirsch nach wasser dürft't, Bis du mich erquiden wirst. 7. Kreuzige mein fleisch und blut, Lehre mich, die welt verschmähen, Laß mich dich, du höchstes gut, Immer vor den augen sehen, Führ' mich, obgleich wunderlich, Doch nur allzeit seliglich. 8. Endlich laß mich meine noth Auch geduldig überwinden, Nirgend wird mich sonst der tod, Als in deinen wunden finden; Wer darin sein bette 78 Von dem Leiden und Sterben JEsu macht Spricht getrost: es ist voll=| schlange, Wenn dich der biß der alten bracht. schlange quält. Macht zorn und tod dich heimlich angst und bange, Gedenk den zorn und tod geist, zorn 150. Belaner and brüdet, Der dich vom fluche frei gemacht Und allen segensschatz dir heilsam zuge= bracht. 8. Auf, greif nur zu mit offnen glaubenshänden, Nimm diesen schak mit tiefster demuth hin, Laß sich von ihm dein auge nicht wegwenden, Sprich: theures lamm, hier ist mein herz und sinn; Dein sieg und segen bleibet mein, Mein herz soll nun dafür dir ewig eigen sein. Den Mosis fluch in furcht und zittern feßt, Der keinen weg zu seinem heil erblicket, Der in der angst sich für verloren schäßt: Laß Sinai und Horeb stehn, Komm mit auf Golgatha, ein wunder anzusehn. 2. Hier steht ein Freuz, daran ein lämmlein hänget, Das ohne schuld und doch die schulden trägt, Das in die schaar der fünder sich gemenget Und gleichwohl nichts von eigner bosheit hegt, Ein lämmlein ohne Mel. Mein herz und seel' den 2c. trug und lift. Das heilig und doch 151. Ihr augen, men a auch ist. freuz, wo JEsus hänget, Wo unsre noth und schmach ihn quält und dränget, Erweiche dich, mein herz, durch reu' und ach Und werde du, mein haupt, ein thränenbach. 3. Was Adam dort im paradies verbrochen, Was eine welt voll menschen böses thut, Ist diesem lamm gerichtlich zugesprochen, Für ihre schuld fagt dieser bürge gut, Als hätt' er solche selbst gethan, Nimmt willig dre person der übelthäter an. 4. Da er demnach die sünd' auf sich genommen, Die auf dem haupt der finder Adams lag, Ist das gesetz mit seinem fluche kommen, Dies rühret ihn mit seinem donnerschlag. Tod, höll und abgrund stürmt auf ihn, Er fühlt des himmels zorn in mark und adern glühn. 2. Es haben dich die sünden, die mich nagen, O JEfu Christ, an dieses freuz geschlagen, Ich habe mich den mördern gleich gemacht, Die dich, mein heil, aus feindschaft umgebracht. 3. O gütigkeit, o liebe sonder ende! Der dich verfolgt, dem reichst du deine hände, Der dein vergaß, an den ge= denkst du noch, Du trägst mein freuz, giebst mir dein sanftes joch. 5. Doch weil er selbst der segen 4. Wie, sollt' ich denn noch an der und das leben, Wird fluch und tod erde kleben? Mein JEsu, nein, dir an seinem Freuz besiegt, Weil er für will ich nunmehr leben, Dein heilig uns sich in den tod gegeben Und un- blut soll meine labung sein, Was ser fluch auf seinen schultern liegt, So wird sein segen uns geschenkt Und seine lebenskraft in unsern tod gesenft. mich erquidt, find' ich in dir allein. 5. Mein bräutigam, schau von des kreuzes höhe, Wie ich betrübt zu deinen füßen stehe, Wie dich mein mund mit freudenthränen füßt Und sehnlich fleht, daß du mir gnädig bist. 6. Du kannst es ja, mein heiland, nimmer lassen, Ein gläubig find mit liebe zu umfassen. Ein speer hat dir die seite aufgethan, Daß sich mein herz darein verbergen kann. 7. Dein rother schweiß ist auch für mich geflossen, Dein theures blut haft 6. Belad'ner geist, kannst du dies wunder glauben, So bist du ganz bon fluch und sünde los; Kein Moses wird dir deinen frieden rauben, Dein mittler schließt dich fest in seinen schooß, Der himmel blidt dich freundlich an, Weil GOttes unschuld dein, der für dich g'nug gethan. 7. So schaue denn auf die erhöhte und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 79 Su für mich vergossen, Ach, dieses| ihn deine lieb' erweckt, So hat mein wäscht mich von den fünden rein, Wie herz sich nach dir ausgestreckt, Daß es follt' ich denn bei dir nicht selig sein? nach dir, gleich einem hirsche lechzet. Es suchet dich, mein freund, und wünschet nun, Allein in dir und deiner huld zu ruh'n. 8. Nun, süßer schaß, ich will dein freuz umarmen, Erblicke mich, mein JEsu, mit erbarmen. Wenn satan [ pricht: du mußt zur höllenpein, So sent' ich mich in deine wunden ein. 9. Du hast der hölle macht nunmehr besieget, Gieb, daß mich höll und welt nicht mehr betrüget, Gieb, daß ich nun dein find und erbe bin, Nimm mich mir selbst, gieb mich dir eigen hin. 10. Dein leiden laß mein leiden stets versüßen, Im tode will ich deinen tod nur wissen. Die seele schließ' in deine arme ein Und laß den leib auch dein im grabe sein. 11. Gedenke mein im paradies der freuden Und laß mich das, was dich betrübet, meiden. So leb' und sterb' ich dir, mein bräutigam. Ich bleibe dein, du mein, o GOtteslamm! 152. Mo ist der ort, da W meine seele weidet? Wo ist die au, darauf mein matter geist Das manna schmeckt, die lebensquell' geneußt? Mir ist dein herz, o JEsu, zubereitet, Da find' ich schon, was meine seele sucht, Ein paradies voll süßer lebensfrucht. 2. Drang' dich hinein, mein herz, mit allen kräften, Geh' nur, weil sich die thür geöffnet hat, Da sich dein freund so brünstig zu dir naht Und, dir zu gut, sich an das freuz läßt heften. Schau, wie sein herz vor treu' zerschmolzen ist, Gleichwie das wachs bor heißer glut zerfließt. 3. Ein jeder muß dein treues herz erkennen, Der dich erblickt, für uns erwürgtes lamm! Ein gläubig herz, das dich am freuzesstamm Betrachtet, muß in heißer liebe brennen Und giobet sich mit leben, seel' und sinn Dir ganz und gar voll dank jum opfer hin. 4. Und dieses ist, wonach mein geist jetzt ächzet; Nachdem, o lamm, 5. Drum weg mit dem, was mich bisher gehalten, Weg fleisches sinn! mein herz faßt diesen schluß: Hat sich mein freund die seite, hand und fuß, Ja gar das herz aus liebe lassen spalten, Se bin ich auch aus lieb' und redlichkeit, Die liebste lust zu freuzigen bereit. 6. Doch schenke mir auch deines geistes fräfte, Ja, floß' in mich, was auf des speeres stoß So mildiglich aus deiner seite floß; Wenn dieser strom der beiden lebenssäfte, Des theuren bluts und wassers in mich fließt, So ist mein geist zum größten kampf gerüst't. 7. Ich seh', o lamm in dir, als einem spiegel, Wie GOttes grimm auf sünd' und unrecht bligt; Da du dein blut um meine schuld versprißt, Hab ich dadurch ein festes liebessiegel, Drum werd' ich theils mit schmerz und ach gebeugt Und theils zu dir mit größter fraft geneigt. 8. Gebeugt werd' ich, wenn ich die schuld bedenke, Womit ich eine solche glut erweckt, Die dich, o lamm, an leib und seel' erschreckt. Dies macht, daß ich mich bis zum tode fränke, Dies quälet, dies zermalmet meinen sinn, Weil ich die ursach deiner marter bin. 9. Doch wird mein herz auch süBiglich geneiget, Wenn es bedenkt, wie dieses theure lamm Aus höchstem trieb', in heißer liebesflamm', Für mich hinauf an pfahl des freuzes steiget Und durch den tod des todes macht bezwingt, Heil, leben, gnad' und friede wiederbringt. 10. Wenn ich die kraft des blutes gläubig merke, Wird des gewissens angst und noth gestillt, Das herz mit trost, daß GOtt versöhnt, erfüllt. Dies wasser dringt mit seiner lebens 80 stärke In mein verwundetes gewissen ein, Erquidet mich und macht mich völlig rein. 11. Nun fängt das herz erst wieder an zu leben, Nachdem es nun des lebens ursprung hat; Immanuel und dessen liebesthat 3st meine lust, ihm bleib' ich fest ergeben, Er ist das ziel, wonach so tag als nacht Mein reinster trieb der zarten liebe tracht't. Von dem Leiden und 12. O herzensschat, o leben meiner seelen, Nachdem ich dies als wahrheit wohl erkannt, So sei mein herz allein zu dir gewandt; Mir kann bei dir fein heil, fein gutes fehlen, Du bist ja selbst mein ewig hab und gut, So hat mein herz, worin es ewig ruht. Sterben IJEfu 7. Du setest dich zum bürgen, Ja läsfest dich gar würgen Für mich und meine schuld; Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du springst ins todes rachen, Mich frei und los zu machen Bon solchem ungeheu'r. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Noch ewiglich ver= derbe, unerhörtes liebesfeu'r! Mel. Nun ruhen alle wälder. 153. welt, sich hier dein leben Am des freuzes schweben, Dein heil sinkt in en tod! Der große fürst der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt, Da aus dem matten herzen, Vor unerschöpften schmerzen Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein sünder, Wie wir und unsre kinder, Von missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer; Die haben dir erreget Das elend, das dich schläget Und das betrübte marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen An händen und an süßen Gebunden in der höll. Die geißeln und die banden Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine seel'. 9. Dir leb' ich höchst verbunden, Mein heil, zu allen stunden, Ich bin dein eigenthum: Was leib und seel' vermögen, Will ich mit fleiß anlegen Zu deiner ehr', zu deinem ruhm. 10. Kann ich gleich nicht viel geben In diesem armen leben, Will ich doch dieses thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will mirs täglich sezen Zur freud' und zum ergößen, Ich ſei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein spiegel Der unschuld und ein siegel Der lieb' und unverfälschten treu'. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein stein. Du bist ein fluch, dagegen Verehrst du mir den fegen, Dein schmerz muß mir ein labsal sein. 12. Wie heftig unsre sünden Den frommen GOtt entzünden, Wie rach' und eifer gehn, Wie grausam seine ruthen, Wie zornig seine fluten, Will ich aus diesem leiden sehn. 13. Dein bild soll mich anführen, Wie ich mein herz soll zieren Mit stillem sanftem muth Und wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben Mit werken, so die bosheit thut. 14. Wenn böse zungen stechen, Mir glimpf und namen brechen, So will ich zähmen mich; Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will ans kreuze schlagen Mein fleisch und dem absagen, Was meinem sinn gelüst't. Was deine augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, So viel mir immer mög= lich ist. 16. Dein seufzen und dein stöhnen Und die viel tausend thränen, Die dir sind ausgedrückt, Die leiten mich am ende In deinen schooß und und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 81 hånde, Wenn mich nunmehr der tod| OJEfu, liebster freund, Für deine hinrückt. todesschmerzen, Da dus so gut gemeint. Ah, gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner treu' Und wenn ich nun erkalte In bir mein ende ſei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das herze sein, So reiß' mich aus den ängsten, Kraft deiner angst und pein. 10. Erscheine mir zum schilde, Zum trost in meinem tod Und laß mich sehn dein bilde In meiner letzten noth: Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein herz drücken: Wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 154. haupt boll blut und wunden, schmerzen, schmach und hohn! Ohaupt zum pott gebunden Mit einer dornenfron! O haupt, sonst schön gekrönet mit höchster ehr' und zier, Jetzt aber höchst berhöhnet, Gegrüßet seist du mir. 2. Du edles angesichte, Davor fonst schridt und scheut Das große weltgewichte, Wie bist du so bespeit, Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein augenlicht, Dem sonst kein licht nicht gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die farbe deiner wangen, Der rothen lippen pracht Ist hin und ganz bergangen: Des blaffen todes macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft Und daher bist du kommen Von deines leibes fraft. Von den Wunden JEsu. Mel. 3Esu, meines lebens leben. 4. Nun, was du, HErr, erbuldet, 155. Eſu, JEſu, deine wunIst alles meine last, Ich hab' es selbst berschuldet, Was du getragen haft. Schau' her, hier steh' ich armer, Der zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein erbarmer, Den anblick deiner gnad'. den, Deine streich- und någelmal' Sind in allen trauerstunden mir ein labfal meiner qual. Wenn ich nur an dich gedenke Und in selbe mich versenke, Ach, so kann in aller pein Ich recht gutes muthes sein. 5. Erkenne mich, mein hüter, Mein hirte nimm mich an! Von dir, quell aller güter, 3st mir viel guts gethan: Dein mund hat mich gelabet Mit troft an deiner brust, Dein geist hat mich begabet Mit mancher himmelslust. 6. 3ch will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir das herz schon bricht. Wenn dein herz wird erblaffen 3m legten todesstoß, 218dann will ich dich faffen In meinen arm und schooß. 7. Es dient zu meinen freuden, Bekommt der seele wohl, Wenn ich in deinem leiden, Mein heil, dich finden soll. Ach, möcht' ich, o mein leben, An deinem freuze hier Mein leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! * 8. 3ch banke dir von herzen, 2. Diese sind die liebeszeichen, Die mein heiland an sich trägt, Daß er nie von mir will weichen, Wenn sich freuz und trübsal regt; Daß er mich nie lassen könne, Mir trost, heil und leben gönne, Soll mir seiner wunden pein Ein beständig zeugniß ſein. 3. Meine handschrift ist entrichtet, Ich bin von der schuld befreit; Meint nicht, dieses sei erdichtet! Meines liebsten JEsu seit' Kann mir über= schwenglich geben Die versicherung jum leben, Seiner wundenmale schein Muß mir dessen quitung sein. 4. O, ihr heil- und lebensbrunnen, Da des heil'gen heilands blut Strömen gleich hervor geronnen, Auch gewißlich mir zu gut! Lebensquellen sich ergießen, Dahier biut und wasser fließen: Ihr, ihr sollt in aller pein Meiner seele labsal sein. 6 Von dem Leiden und Sterben JEsu 82 5. Macht der satan mir viel grauen, Macht er meine sünde groß, Läßt sich Gott erzürnet schauen: Dieses schredens werd' ich los, Wenn ich deine händ' und füße, JEsu, nur im glauben füſſe; GOttes huld und Muß durch dich mein eigen sein. 6. Will mein traurig herz verzagen, Ringts mit mancher angst und noth: Ach, was hab' ich doch zu klagen, Duldest du nicht pein und tod, Wirst zuletzt in's grab gesenket, Daß mir GOtt erbarmung schenket Und daß du in aller pein Kannst mein treuer heiland sein. 7. Seh' ich nicht in deinem herzen Meinen namen eingerigt? Ach, das ist, was meinen schmerzen Als ein wahrer balsam nüßt. Darum ließt du dich durchstechen, Daß dein herz dir könnte brechen Und du könnt'st in unsrer pein Ein barmherz'ger heiland sein. ich in frieden fahren Und nach aller angst und pein Ewig bei ihm selig sein. 11. Ach ja, hieher will ich fliehen, Als zu meiner mutter schooß, Will durch sie zum himmel ziehen; Der fein blut für mich vergoß, JEsus will mich wohl bewahren, So kann Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 156. Sei mir tauſendmal ge= je und je geliebt, JEsu, der du selbst ge= büßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn im geist ich liegen soll Bei dem kreuze, da du stirbest Und um meine seele wirbest. 2. Gläubig ich umfaß' und küsse Der gekränkten wunden zahl Und die purpurrothen flüsse Deiner füß' und nägelmaal'. Wer kann doch, o lebensfürst, Den so sehr nach uns gedürft't, Deinen durst und liebsver= langen Böllig faffen und umfangen. 3. Heile mich, o heil der seelen, Wenn ich krank und traurig bin; Nimm die schmerzen, die mich quälen Und den ganzen schaden hin, Den mir Adams fall gebracht, Den ich selber mir gemacht. Wird, o arzt, dein blut mich neßen, Wird sich all' mein jammer feßen. 4. Schreibe deine heil'gen wunden Mir, HErr, in das herz hinein, Daß fie mögen alle stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes gut, Wo mein ganzes herze ruht. Laß mich hier zu deinen füßen Deiner lieb' und huld genießen. 5. Diese füße will ich halten, So fest ich nur immer kann. Schaue meiner hände falten Und mich selbst in gnaden an Von dem theuren kreuzesbaum Und gieb meiner bitte raum, Sprich: laß all' dein trauern schwinden, Ich tilg' alle deine fünden. 8. Mein' verwund'te matte seele Gehet durch die gnadenthür In die schußesvolle höhle, Wenn ich satans pfeile spür'; Darum ist dein herz gebrochen, Daß, wenn sünde mich durchstochen, Mir dein blut in aller pein Könnt ein heilungsbalsam sein. * 9. Laß, HErr JEsu, deine wunden Einig bleiben mein gewinn, Laß mit dir mich stets verbunden Aufwärts schicken meinen sinn, Laß in dir, als Noä kasten, Mich, dein ar= mes täublein, raften Und in aller meiner pein Sicher, still und ruhig sein. 10. Kommt es endlich auch zum sterben, Mehrt sich meiner seele noth, Laß mich, heiland, nicht verderben, Beig' mir deines freuzes tod, Deine striemen, deine wunden, Sag' in meiner in meine feit hinein, Hier, hier sollst du 157. ficher sein. 157. I munden, Deine qual und bittern tod Laß mir geben alle stunden Trost in leibs- und seelennoth. Wenn mir fällt was arges ein, Laß mich denken deiner pein, Daß ich deine angst und schmerzen Wohl er= wäg' in meinem herzen. und zwar von deffen äußerlichem Leiden. 83 2. Will sich denn in wollust wei-| blut'ge schweiß im garten, Der dørden Mein verderbtes fleisch und blut, Laß mich denken, daß dein leiden Hat gelöscht der höllen glut, Nicht, daß ich nach meinem sinn Soll in wollust leben hin, Sondern leiden mit auf erden, Deinem bilde ähnlich werden. nen schmerz, der geißel schlag, Der rothen striemen ungemach, Die freuzeslast, der schnöde tod Erinnert mich, o starker GOtt, O starker GOtt! Was sünde sei Und dann dabei Der strengen strafen mancherlei. 3. Will die welt mich mit verführen Auf die breite sündenbahn, Wollst du mich also regieren, Daß ich als dann schaue an Deiner marter centnerlast, Die du ausgestanden hast, Daß ich ja in andacht bleibe, mit der welt nicht bosheit treibe. 4. Will mir satan meine sünden Mit viel schrecken zeigen an, Laß mich diesen trost empfinden, Daß du g'nug dafür gethan. Dringt er brüllend ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deiner wunden maal' und zeichen, Daß er von mir müsse weichen. 5. Gieb für alles, was mich fränket, Mir aus deinen wunden kraft; Wenn mein herz hinein sich senket, So gieb neuen lebenssaft, Daß mich stärk' in allem leid Deines trostes süßigkeit, Weil du mir dein heil erworben, Da du bist für mich gestorben. * 6. Laß auf deinen tod mich trauen, O, mein GOtt und zuversicht, Laß mich feste darauf bauen, Daß den tob ich schmecke nicht. Deines todes angst laß mich Stets erquiden fräftiglich, HErr, laß deinen tod mir geben Auferstehung, heil und leben! 7. JEfu, deine heil'gen wunden, Deine qual und bittern tod Baß mir geben alle stunden Trost in leibs- und feelennoth. Sonderlich am letzten end' Hilf, daß ich mich zu bir wend', Trost in deinen wunden finde Und dann fröhlich überwinde. 2. Ach, liebster vater, geh' doch nicht mit deinem fnechte ins gericht: Sieh, wie ich mich jetzt wende In wahrem glauben, reu' und leid, Bon deiner richtersstrengigkeit und faß' die gnadenhände, Ja dein getreues paterherz, Das in den freuz- und todesschmerz Für meine schwere missethat Auch seinen sohn gegeben hat. HErr JEsu Christ: ,, Ich halte mich Getrost an dich Und an dein lieben ewiglich. 3. Du bist das theure lösegeld, Der werthe schaß der ganzen welt; In deinen tiefen wunden Hat mein zerknirschtes sündenherz Von seiner angst und höllenschmerz Erwünschte ruh' gefunden. Sind meine sünden ohne zahl, Ist dein verdienst doch allzumal Auch unermeßlich, denn mein GOtt Giebt sich dafür selbst in den dir und du in mir, So bin ich selig tod. HErr JEsu Christ:,., Weil ich in für und für, 4. Du schenkest mir dein ehrenkleid Der himmlischen gerechtigkeit, Dein ganz hochheilig leiden: Drum tret' ich nun voll zuversicht Vor deines vaters angesicht, mit dir, bu brunn der freuden, Des bruderrechts theilhaft zu sein. Ich weiß, er räumts mir gnäbig ein, Nebst allen schätzen, weil er [ chon Dich mir geschenkt als seinen sohn. HErr JEfu Christ:,: Dein leiden, pein Und freuz ist mein, Drum kann mir nichts versaget sein. 158. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. eble wunden, was soll ich, Du großer richter, gegen dich Verdienen und erVon dem Blute JEsu. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. warten, Dieweil du hier die fünden= 159. 2, allerliebster schaß, Der mei6* 84 Von dem Leiden ner seelen, Bist du es, JEsu, denn, Aus dessen wundenhöhlen Das rofinfarbne blut mit vollen fluten bringt Und, gleichsam als ein quell, Aus deiner seit' entspringt? 2. Herzliebster JEsu, ja, Ach freilich bist dus selber, Von dem das blut so strömt; Es ist kein blut der fälber, Es ist dein eigen blut ,, Das hohe löstgeld, Wodurch du dir erfauft Die menschen in der welt." 3. Dein blut hat uns von sünd? Und höll und tod befreiet, Durch dein blut sind wir nun Ganz wiederum erneuet. Dein auch für mich, o HErr, So mild vergossnes blut Sei meiner seelen schatz Und allerhöchstes gut. 4. Feind, pace dich nun fort, Du haft hier nichts zu schaffen, Mein JEsus läset mich In seiner feit' entschlafen. Geh' hin, verdammter geist, Geh hin, in deine qual, Ich bin in JEsu schooß Und in der frommen zahl. 5. Ruhst du, o sünde, nicht, Willst du mich auch verdammen, Als hätt' ich längst verdient Der hölle feuerflammen: So spricht doch Christi blut Bon dir mich quitt und los, Wär' deine schuldenlast Auch gleich noch eins so groß. 6. Ich bleib' auf Christi blut, 3m leben und im sterben Recht gläubig festgegründ't, Denn das macht mich zum erben Der seligkeit; bin ich mit Christi blut geziert, Hab' ich die himmelsfreud' Im glauben schon geſpürt. und Sterben JEsu 2. Dein blut, mein schmuck, mein ehrenkleid, Dein' unschuld und ge= rechtigkeit Macht, daß ich kann vor GOtt bestehn Und zu der himmelsfreude gehn. 7. HErr JEsu, laß mich bald Zu deiner freud' eingehen und in, mit deinem blut Gewaschnen kleidern stehen, Dir dort vor deinem thron Zu dienen tag und nacht; O selig tausendmal, Wer es so weit gebracht. Mel. HErr JEsu Christ, mein 2c. 160. S Err JEsu Christ, dein ner seelen höchstes gut, Das stärkt, das labt, das macht allein Mein herz von allen sünden rein. 3. JEsu Christe, GOttes sohn, Mein trost, mein heil, mein gnadenthron! Dein theures blut, dein lebenssaft Schenk' mir stets neue lebenskraft. 4. HErr JEsu, in der letzten noth, Wenn mich schreckt teufel, höll und tod, So laß ja dies mein labsal sein: Dein blut macht mich von sünden rein. Mel. Christus, der uns selig 2c. blut, 161. Was hat doch des so mild geflossen Und zum heil'gen opfergut Täglich ward bergossen, In der alten falemsstadt, Zu der juden zeiten Nach des großen GOttes rath Sollen vorbedeuten? 2. Das bestimmte GOtteslamm, Christus ward gemeinet, Der vom himmel zu uns kam Und vor GOtt erscheinet Auf dem hohen kreuzaltar, als ein' opfergabe, Daß die ganze menschenschaar Ihr erlösung habe. 3. Denn, was man daselbst ver= goß, Macht an sich von sünden Uns nicht völlig quitt und los, Daß kein' schuld zu finden. Ach, wie konnt' an sich das blut Von den schaf und rindern Sünden tilgen und die glut GOttes zornes mindern? 4. Christus aber, da er kam, Ist das lamm gewesen, Das die sünde von uns nahm Und uns half genesen. Christi blut, das machet rein Von der sünden schaden Alle menschen, groß und klein, Die damit beladen. 5. Ei, so kommt zu dieser flut, Kommt, ihr menschenfinder, Unsers theuren JEsu blut Reiniget die sünLaßt euch hier beneßen: Eurer sünden häßlichkeit kann dies blut erfeßen. und zwar von den sieben Worten JEsu am Kreuze. 85 Mel. Christus, der uns selig 2c. 6. Ja, mein JEsu, wasch' auch mich Rein aus deinen wunden, Daß 163. GOttes ſohn, dein reiz blut Reinigt nun und ewiglich erfun= den Und mit solcher heiligkeit Mag erfüllet werden, Die mich zieht zu jeder zeit Von der sünd' beschwerden. mich von sünden, Löscht des höchsten eifers glut, Läßt uns gnade finden, Nimmt weg allen sündenfoth, Nei= nigt das gewissen, Hilft der seel' in 162. Eu, troft der armen aller noth, Läßt ihr kraft zufließen. feelen, Du ließt dich Williglich Meinetwegen quälen. Ach, wie kann ich nun verzagen, Da du haft Alle last Meiner schuld getragen. 2. Dein blut rann mit reichen flüssen Als ein saft, Dessen kraft Mir um trost genießen. Laß mich diese fluth erquicken, Meinen geist, Der dich preist, zu dir hin zu rücken. 2. Dein blut sei mein lebensborn, Der mich täglich labe, Weil ich sonst bor GOttes zorn Keinen labsal habe. Laß es mir ein balsam sein, Der die wunden heile Und mir auch in todespein Lebenskraft ertheile. 3. 3. Dieser strom führt in den himmel; Dort, ach dort Ist der ort, Wo fein weltgetümmel. Dahin steht nun mein verlangen, Ehr' und gut Soll den muth Nimmer wieder fangen. 4. Dein blut soll mich stets vergnügen, Ich will nun In dir ruhn 6. Wie du an dem Freuze thateft, Als du dort, Liebster hort, Für die feinde batest. Ob mich spät die sünden reuen, Hoff ich doch, Mich wird noch Deine gnad' erfreuen. And ganz sicher liegen. Ich will zu 164. Da Jesus an dem kreuda kann Jedermann Seine frankheit heilen. 5. Krank bin ich von sündenwunden; Krank und schwach Schrei ich nach Dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, JEsu, fliehen, Doch du mußt Aus dem wust Mich selbst zu zesstamm Der gan= zen welt sünd' auf sich nahm Sprach er in seinen schmerzen Noch sieben wort: die laffet uns Erwägen wohl im Herzen. dir ziehen. 2. 3um ersten: vater, strafe nicht Weil sie es nicht verstehen. Bergieb An ihnen, was mir jest geschicht, uns, GOtt, wenn wir auch noch Aus irrthum sünd' begehen. dacht: Fürwahr, du wirst noch vor 3. 3um andern er des schächers der nacht In meinem reich heut leben. O HErr, nimm uns auch bald zu dir, Die wir im elend schweben. 7. Ich will mich mit thränen neßen Und mein herz Soll im schmerz Sich zum freuze seßen. Hier will ich dich ganz umfassen, GOttes lamm, Bräutigam, Du wirst mich nicht Iaffen. ser lüfte flammen Und, was von der Lösche dadurch aus in mir Bölustbegier Pfleget her zu stammer Theures blut, schrei du für mich, Wasche mich von sünden, Laß des höchsten zorn durch dich, Wie ein rauch verschwinden. 8. Laß mich nicht am letzten ende, Da hilf mir, Wenn zu dir Ich mich gläubig wende; Da laß mich dein blut erquiden. So kann ich Seliglich Mich zum sterben schicken. Von den sieben Worten JEsu am Kreuze. 4. 3um dritten: deinen sohn, sieh', weib! Johannes, ihr zu dienste bleib, Und sie als mutter liebe! Versorg', HErr, die wir lassen hier, Daß niemand fie betrübe. 5. 3um vierten sagte er: mich dürft't! O JEsu, großer lebensfürſt, Du hast durst und verlangen Nach unsrer seligkeit, drum hilf, Daß wir fie auch empfangen. 86 Von dem Leiden und Sterben JEsu 6. 3um fünften: o mein GOtt,| strom mich stillt, Der aus dem stuhl mein GOtt, Wie läßt du mich so in des lammes quillt. der noth! Hier wirst du, HErr, verlassen, Daß uns GOtt wieder dort aufnähm': Den trost laß uns wohl faffen. 4. Laß mich, wenn alles flüchtig gehet, Bei deinem fähnlein halten stand. Wer unter deinem kreuz hier stehet, Steht dort zu deiner rechten hand. Laß mich die wittwen und die waisen, Als dein' und meine brüder, speisen Und wenn ich mir nicht helfen fann, So nimm dich meiner nothdurft an. 5. Wie sollt' ich nicht die sünde hassen, Um welche dich GOtt selbst verläßt? Ich halte dich, du kannst nicht lassen Den, der dich hält, wie Jacob, fest. Wenn dich die zurndeck' mir verstecket, Wenn mich des rodes schatten schrecket, So höre, was mein herze spricht: Mein GOtt, mein GOtt, verlaß mich nicht! 6. O quell', von der viel ströme fließen, Es dürstet dich nach mir, nach mir; Dein durst muß Adams bisfen büßen, Mich dürftet auch nach dir, nach dir. Gieb, daß auch mir die effiggüffe Dein scharfer effigtrank ver= süße, Bis du mich dort, o lebensfürst, Mit wollust ewig tränken wirst. 7. Es ist vollbracht, ich hab' gekämpfet, Russt du, der vater ist bergnügt, Die schrift erfüllt, die sünd' gedämpfet, Tod, teufel, hölle sind be siegt, Daß sie mir nicht mehr schaden werden. Gieb, daß ich, wenn ich geb' der erden An meinem freitag gute nacht, Auch fröhlich rühm': es ist vollbracht!" 7. 3um sechsten: hiemit ist vollbracht und alles nunmehr gut gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen Und was du, HErr, uns auferlegt, Hilf seliglich vollbringen. 8. 3um legten: ich nun meine seel', O GOtt, mein bater, dir befehl' Zu deinen treuen händen! Dies wort sei unser letter wunsch, Wenn wir das leben enden. * 9. Wer oft an diese worte denkt, Wenn seine missethat ihn kränkt, Der wird es wohl genießen, Weil er durch GOttes gnad' erlangt Ein ruhiges gewissen. 10. Berleih' uns dies, HErr JEsu Christ, Der du für uns gestorben bist: Gieb, daß wir deine wunden, Dein leiden, marter, kreuz und tod Betrachten alle stunden. 165. W enn meine seel' den tag bedenket, Da meine sonn' zur nacht geeilt, Da mein geliebter arzt gekränket, Durch seine wunden mich geheilt, Da er sein legtes wort gesprochen, Da JEsu ist das herz gebrochen: So wein' ich, weil ich weinen kann Und stimme diese seufzer an: 2. HErr Christ, der du mit heißen thränen Im tod noch bat'st für deine feind', Laß deine thränen mich verföhnen, Du hast ja auch für mich geweint. Laß mich die rach' dir überlaffen, Gieb, daß ich liebe, die mich haffen, Vergieb den feinden ihre schuld, Gieb ihnen reue, mir geduld. 3. Schaff, daß ich nicht die buß' aufschiebe, Bis daß schon kommt der todesschweiß, Gedent' an mich mit deiner liebe, Nimm mich vom kreuz ins paradeis, Da mir der baum des 166. Beangst und noth, Die Mel. Ich glaub' an einen GOtt 2c. Ledenk', o die wiffens dienet, Da mir das holz des lebens grünet, Da der krystallen- GOtt, der HErr, bis in den tod Am 8. Alsdann komm', deine braut zu holen, Nimm, himmels- Noah, deine taub'. Mein geist sei deiner hand be= fohlen, Mein frisches olblatt ist der glaub'; Neig' gegen mich dein haupt im leiden, Scheid' nicht von mir, wenn ich soll scheiden, Führ' aus der marterwochen pein Mich zu den himmelsoftern ein. und zwar von den sieben Worten JEfu am Kreuze. 87 Freuze mußte leiden, Damit du kämst| Daß ich oft denk' deiner pein Und zu freuden. Sieh, wie sein ganzer leib verwund't Und dennoch läßt der füße mund Viel liebesströmlein flieBen, Die reichlich sich ergießen. was du gesprochen An dem Freuze; laß mich es Fruchtbarlich erwägen, Daß ich dessen nie vergeß', HErr, gieb gnad' und segen. Ach, bater, spricht er, laß ja nicht Die blinden leute im gericht Entgelten diese missethat, Weil sie nicht wissen deinen rath, Wonach ich muß so büßen. 2. Auch dir, du schächer, kommt zu gut Des glaubens fraft, mein tod und blut, Heut will ich dein gedenken, Das paradies dir schenken. Du weib, bist hier versorget schon, Sieh, den sollst du, wie deinen sohn, mit mutterlieb' umfassen, Der sohn wird dich nicht lassen. Nur ich allein muß in dem spott Verlassen sein von dir, mein GOtt! Mein GOtt, dein antlik in mir kehr', Du kannst ja, wär' auch noch so schwer Die marter, mich nicht haffen. 3. Weil deine schwere hand mich drückt, Berdorrt mein saft, mein herz erstict, Vor durst die seel' verschmach tet Und muß noch sein verachtet. Doch wird nun alles sein vollbracht, Wodurch zuvor dein rath gedacht, Dem menschen zu erwerben Das heil bis auf mein sterben. Darauf mein haupt nun neiget fich, Ich weiß, mein geist wird sicher lich In deiner hand verwahret sein, Der leib befreit von aller pein Im grabe nicht verderben. * 4. HErr Christe, heiland aller welt, Der du dich selbst hast eingestellt, Für sünd' und straf zu büßen, Laß mich deß auch genießen! Hilf, daß ich stets in freud' und pein Hinfort mich dir ergeb' allein, Geduldig alles leide, Die sünde herzlich meide. Den vater bitt' für meine sünd', Denk mein, bersorg' mich als dein find, Verlaß mich nicht, gieb kräfte mir, Hilf all's vollbringen, nimm zu dir Den geist, wenn ich abscheide. Mel. Christus, der uns selig macht. 167. Laß mir alle wochen ſein, JEsu, stille wochen, 2. Dein anfänglich wort war das: Bater, vergieb ihnen, Weil sie selbst nicht wissen, was Sie an mir verdienen! Spricht hier GOttes sohn zu GOtt, Für sein' ärgsten feinde, Was wird er nicht in der noth Thun für feine freunde? 3. Drauf der schächer hört, der dir Seinen glauben wiese: Wahrlich, du wirst heut mit mir Sein im paradiese. Gieb, wenn ich nun nicht mehr kann, In des todes schmerzen, Daß ich diese wort alsdann hör' in meinem herzen. 4. Weib, sagst du zur mutter, sieh' Deinen sohn hier stehen; Zu Johanne: du kannst hie Deine mutter sehen. Auch dies dritte wort macht froh Und läßt trost erscheinen, Wenn ich denk', du wirst auch so Sorgen für die meinen. 5. Viertens mußt' bei aller noth Auch der durft dich plagen, Da man dich, o mensch und GOtt, Hort: mich dürftet, klagen. Laß mich, JEsu, doch in mir, Gleich der matten hinden, Lebensquelle, stets nach dir Heil'gen durst empfinden. 6. Fünftens riefst du, als die last Zunahm ohne maßen: Mein GOtt, mein GOtt, warum hast Du mich so verlassen? Daß ich nie verlaffen blieb, Wurdest du verlassen: Oder unerhörten lieb', Wer kann dieses faffen? 7. Sechstens, als du nun mit macht So weit durchgebrochen, Hast du auch: es ist vollbracht! Uns zum troft gesprochen. Denn durch dich iſt ganz und gar GOttes zorn gestillet, Weil, was zu vollbringen war, Du für uns erfüllet. 8. Endlich schriest du laut am end': Bater, ich befehle Meinen geist in deine händ'! Damit schied die ſeele. Wenn mir auch der tod zuſeht und mein herz will brechen, So Von dem Leiden und Sterben JEsu 88 laß mich dies wort zuletzt Denken oder sprechen. 9. JEfu, tilger aller noth, Bitt' für mich den deinen, Gieb des schächers trost im tod, Sorg' auch für die meinen, Laß mich nie aus deiner acht, O durft meiner seele, Daß ich, wenn mein lauf vollbracht, Dir den geist befehle. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 7. Ihr freudenthränen neßt die wangen, Der glaube siehet offenbar Die handschrift an dem freuze hangen, Die wider meine seele war. Wer ist, der nicht voll wonne lacht, Da so erschallt: es ist vollbracht! 168. noch erschallen Durch meines JEsu blassen mund. Ach, bringe doch, du mattes lallen, In meiner feelen tiefsten grund! Ja, kommt die finstre todesnacht, dies mein licht: es ist vollbracht! Sei 8. Es führe mich von allen orten, Wo dieser erden wolluft blüht, Den mund von allen bösen worten, Von. argem dichten das gemüth, Das herz bon aller eitlen pracht, Dies wort am 8 ist vollbracht! muß freuz: es ist vollbracht! 9. Doch steigt die flamme deiner liebe Zu größrer glut in meiner brust; Wenn rege sehnsucht reiner triebe Des alten Adams fleischeslust zu freuz'gen und zu tödten tracht't, So heiß es auch: es ist vollbracht! 10. Soll auch mein haupt in vie= len schmerzen, Gleich deinem, unter dornen stehn, Soll ich mit thränenvollem herzen Durch trübsal ins reich GOttes gehn, Kommts, daß mir seel' und leib berschmacht't, So sei mein trost: es ist vollbracht! 2. Was ist vollbracht? die ganze fülle Bon JEsu welt- und höllennoth. Was GOttes treuer gnadenwille Von unserm heil durch Christi tod In seinem ew'gen rath bedacht, Dabon spricht er: es ist vollbracht! 3. Was uns des geistes lehren sagen, Durch heiliger propheten 11. Schmed' ich in dieser jammermund: Um unsre schuld ist er zer- höhle Mit dir des todes bitterkeit, schlagen, Um unsre missethat verwund't,* Er ist verfolgt, betrübt, veracht't; Davon erschallt: es ist vollbracht! Esaias 53, 5. So sei die tröstung meiner seele Dein frohes leben nach der zeit, Daß ich, wenn glaub' und hoffnung wacht, Mit freuden sprech': es ist vollbracht! 4. Vollbracht des herben kelches trinken, Den bittre leiden angefüllt, Vollbracht der müden kniee sinken, Wenn blutschweiß aus dem körper Von dem Tode JEsu. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. quillt; Von aller fünd' und höllen- 169. Mwas soll ich leben? ein nacht Spricht 3Esu mund es ist vollbracht! 5. Geht nun das licht der heiden unter, So hemmt sein licht der sonne lauf. Die todten selber werden munter, Es schließen sich die gräber auf, Der fels erbebet, springt und fracht, Dies alles ruft: es ist vollbracht! 6. Es sprechen, JEsu, deine wunden, Es spreche dein vergossnes blut Und alle pein, die du empfunden, Da deiner feinde wilde wuth, Dich, GOttes lämmlein, abgeschlacht't, Durch kraft an mir: es ist vollbracht! Mein haupt erblaßt, wo bleibt sein glied? Ach, soll ich ihm den geist nicht geben, Da jetzt sein geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir, Mein JEsu, stirb du auch mit mir. 2. Mein JEsus stirbt, drum soll ich leben, Sein tod befreit mich von dem tod. Nun kann ich erst mein haupt aufheben, Die sünde stirbt, ich lebe GOtt. Ach ja, ich lebe nun in dir, Mein JEsu, leb' auch du in mir. 3. Mein JEfus stirbt, die augen brechen, Ach nimm den letzten blick von mir. Sein mund verschmacht't, und zwar von dem Tode JEsu. was soll ich sprechen? Mein letztes| mild, Du söhnlein der jungfrauen! wort ist: JEsus, hier. Ach JEsu, JEsu, laß mich nicht, Wenn mir der tod das herze bricht. Niemand kann dein heißes blut Ohne reu' anschauen. 4. Mein JEsus stirbt und seine feele Befiehlt er in des baters händ'. Ach, vater, ach, auch ich befehle Dir meinen geist an meinem end'. Wo deines Sohnes seele ruht, Da ists auch meiner seele gut. 7. O selig ist Zu jeder frist, Der dieses recht bedenket, Wie der HErr der herrlichkeit Wird ins grab gesentet. 8. O JEsu, du Mein hülf und ruh, Ich bitte dich mit thränen: Hilf, daß ich mich bis ins grab Nach dir möge sehnen. 5. Mein JEsus neigt sein haupt zur erden: Welt, gute nacht, ich fcheide mit. Soll JEsus eine leiche ten tritt? Ich sterbe, JEſu, mit bes werden, Was scheu' denn ich den letzgier, Ich sterbe mir und lebe dir. 6. Mein JEsus stirbt, er ist verschieden; Wie sanfte neiget er sein haupt! So schlaf ich ein im süßen frieden, Der stirbt nicht, der an JEfum glaubt; Drum seg' ich meinem tode bei, Daß JEsu tod mein le= ben sei. 7. Mein JEsus stirbt, sein eigen leben Ist ihm auch nicht für mich zu theu'r, Nun hat er alles hingegeben: Dunaussprechlich liebesfeu'r! Mein heil, was forderst du von mir? Ich geb' mein alles, alles dir. 170. traurigkeit, herze= leid, Ist das nicht zu beklagen? GOttes baters einig find Wird ins grab getragen. 2. O große noth, Des todes tod 3st selbst am freuz gestorben, Doch hat er das himmelreich mir dadurch erworben. 3. O menschenkind, Nur deine sünd' Hat dieses angerichtet, Als du durch die missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein bräutigam, Das GOtteslamm, Liegt hier mit blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergoffen. 5. jüßer mund, D glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. D lieblich bild, Schön, zart und 89 171. Mir gestorben, Sollt Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ein freund ist man mich nicht voll trauer sehn? Der mir den himmel hat erworben, Den seh' ich in die erde gehn. Der mir das leben hat gebracht, Bersinkt in schwarze todesnacht. 2. 3sts möglich, seh' ich JEsum sterben? Ach ja, ich seh' es allzu klar, Wie sich die blaffen lippen färben; Sein antlig stellt die sonne dar, Wenn solche ganz verfinstert ist Und allen ihren glanz verschließt. 3. Die augen sind nicht nur ge= brochen, Das herz ist selber, was ihm bricht. Kaum ist das letzte wort ge= sprochen, Da man von seinem tode spricht; Das haupt, das so viel strahlen zeigt, hat sich zur erde hingeneigt. 4. O schwert, das meine brust durchfähret, O tod, der mich zum todten macht! Mein herz ist mir ganz umgekehret, Indem es seinen freund betracht't, Wie er den letzten ab= schiedskuß Mit kalten lippen geben muß. 5. Die sonne selbst versteckt die strahlen, Der himmel friecht in einen sad, Das echo ruft zu tausend malen: Dies ist ein rechter trauertag! Der felfen riß macht ein geschrei, Daß GOttes sohn gestorben sei. 6. Ach, sterbet in mir alle fräfte! Weil JEsus stirbt, ist meine pflicht, Daß ich mich an sein kreuze hefte, Wo mein herz an dem seinen bricht; Ach, 90 Von dem Leiden und Sterben Jesu JEsu, nimm mein leben hin, Ich| Gehst du nicht mit ihm in den tod, ruh' nicht, bis ich bei dir bin. Lebst ihm zum spott, So mußt du fühlen höllennoth. 7. Erblaßte lippen, laßt euch küssen, Ihr trieft von lauter lebenssaft; Laß dich, geneigtes haupt, umschlieBen, Das meinem haupte ruh' verfchafft. Erlaube, tiefe feitenhöhl', Daß in dir ruhe meine seel'. 8. Wo soll ich dich nun hin begraben, Daß ich kann immer bei dir sein? Du sollst zur gruft mein herze haben, Da leg' ich dich, mein freund, hinein, Dein freuze soll das grabmal fein, Die schrift darauf, dein blut allein. 9. Und wenn ich meinen lauf vollende, So geb' ich meinen müden geist In deines treuen baters hände, Wie mich dein abschied beten heißt. Der trifft im tod das leben an, Der mit und in dir sterben kann. 7. Ach, bater, ach dein ein'ger sohn Erbleicht am freuz mit schmach und hohn: Nun, dies geschieht für meine schuld, Drum hab' geduld Und zeig' in JEsu gnad' und huld. 3. Die sonn' verlieret ihren schein, Des tempels vorhang reißet ein, Der heil'gen gräber öffnen sich Ganz wunderlich, Man sieht sie aufstehn sicht= barlich. 4. Weil denn die creatur sich regt, So wegt. Ein fels zerreißt und du wirst nicht Durch dies gericht Bewogen, daß dein herze bricht? 5. Du bist ja schuld, dies nimm in acht, Daß JEsus ist ans kreuz gebracht, Ja gar zum tod und in das grab, Da er schied ab Und mit gefchrei den geist aufgab. 6. Drum folge JEsu nach ins grab Und stirb dem sündengräuel ab. 8. Ich will mit ihm zu grabe gehn Und, wo die unschuld bleibet, sehn, Ich will mit ihm begraben sein, Dein tod allein Macht, daß ich selig schlafe ein. 9. Tödt', JEsu, selbst in meiner brust, Was sich noch find't von böser lust Und alten menschen, daß ich streb', Wie ich erheb', Mein Herz zu dir und dir, HErr, leb'. 10. Sollt' ich den sündenunflath doch Noch hegen? nein, dies schwere joch Sei abgelegt, es hat mir lang' Gemachet bang'; Nun weiß ich, daß ich gnad' empfang'. Mel. Ich hab' mein sach' GOtt 2c. ist es alles wohl 172. Ngemacht, Weil JE- Der fünd, und leben dir allein, Es un will nun sein sus ruft: es ist vollbracht! Der neigt fein haupt, o mensch, und stirbt, Der bir erwirbt Das leben, das niemals berdirbt. hat dein tod das leben mir Gebracht herfür Und aufgethan die himmels= thür. 2. Der HErr der herrlichkeit erbleicht, Der lebensfürst, dem niemand gleicht, Was wunder, daß die erde kracht und es wird nacht, Weil GOttes sohn wird umgebracht. 12. O JEsu Christe, stärke mich In meinem vorsag kräftiglich, Laß mich den kampf so führen fort, Nach deinem wort, Daß ich die fron' er=lange dort. 13. So will ich dich, HErr JEsu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von herzen preisen in der zeit Und nach dem streit Mit freud' und wonn' in ewigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterben. 173. Reißt ihr felfen, erde bebe, Sonne gieb nur dunkles licht! Alle welt in trauern schwebe, Weil mein fels des heils zerbricht. Auf so viele marterstreiche Wird der schönste leib zur leiche Und erblaßt, bom blute roth: JEsus, meine lieb', ist todt. 2. Alte schlange, nun du fühlest Durch den schnöden fersenstich Deinen muth; jedoch du fühlest Das und zwar von dem Begräbniß JEsu. zertreten, denn auf dich Fällt der frebel und mir armen Kommt, durch göttliches erbarmen, JEsu theu'r ver= goff nes blut, 218 ein lösegeld, zu gut. Als 3. was ich Meines freund's verschloff'ner mund Und mein eigen herz mußt' flagen, Daß ich ihn so sehr verwund't Und mein leben hab' erwürget, Das sich bis ans freuz verbürget. Sünde macht, daß GOttes sohn Für mich trägt der sünde lohn. 4. Doch, ihr schnellen glaubensflügel, Eilt dem myrrhenberge zu, Fliehet auf den weihrauchhügel*, Wo die matte seele ruh', Wo fie stärke für mich schwachen, Für mein trauern freud' und lachen, Für die galle süBigkeit Find't im leiden dieser zeit. * Hohel. Sal. 4, 6. 5. Dort will ich mich niederlassen, Dort ist mein erquicungsort. Wenn ich muß den tod umfassen, Soll sich meine seele dort In die wundenhöhlen schmiegen, Dort will ich vor anker liegen, Wo mich nichts berühren kann, Stürmen gleich die wetter an. 6. JEsu, auch im fremden grabe Bist und bleibest du doch mein. Alles, was ich bin und habe, Soll zu deinen diensten sein. Ich will dir herz, gut und leben Statt der spezereien geben Und mit dir zu grabe gehn, Einst durch dich auch auferstehn. 7. Freudig sterb' ich, denn das leben Wird an mir auch offenbar, Das sich selbst für mich gegeben. Leid' ich gleich, nimmt die gefahr Doch ein ende mit dem leiden, Uns wird auch der tod nicht scheiden. Unter Christi leichenstein Will ich mit begraben fein. 8. Fels und erde, still' dein beben, Wedet meine liebe nicht! Sonn' erblaffe, bis mein leben Siegreich höll und grab durchbricht. Ich will auch die seufzer zwingen, Doch nach dreien tagen fingen: Meine liebe lebet noch Und zerbricht des todes joch. 91 Von dem Begräbniß JEſu. Mel. O traurigkeit. 174. So ruhest du, meine grabeshöhle Und erweckst durch deinen tod Meine todte seele! 2. Man senkt dich ein Nach vieler pein Dich, meines lebens leben! Dich hat jegt ein felfengrab, Fels des heils, umgeben. 3. Ach, bist du kalt, Mein aufent= halt? Das macht die heiße liebe, Die dich in das falte grab Durch ihr feuer triebe. 4. O lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig herz Vordergruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein Ein käm= merlein, Da ich auf rosen liege, Weil ich nun durch deinen tod Tod und grab besiege. 6. Gar nichts berdirbt: Der leib nur stirbt, Doch wird er auferstehen und in ganz verklärter zier Aus dem grabe gehen. 7. Indeß will ich, Mein JEsu dich In meine seele senken und an deinen bittren tod Lebenslang ge= denken. Mel. Mein Herz und seel' den 2c. 175. lamm, bus meine schuldenlast getragen Und als ein fluch ist an das freuz ge= schlagen, Nun nimmt man noch vor abends dich herab Und trägt dich hin in Josephs neues grab. 2. O tröstlich bild, o gnadenvolles zeichen! Das aber nur der glaube kann erreichen: Der fluch ist weg, die erde ist nun rein*: Zum zeugniß deß mußt du begraben sein. * 5. B. Mos. 21, 22. 23. Gal. 3, 13. 3. Nun weiß und glaub' ich, daß du bist gestorben, Daß du den tod ge= schmeckt und mir erworben Gerechtig= keit, daß ich bestehen kann Vor GOtt und daß die sünde abgethan. 92 Auf das Osterfest 4. Die schrift fonnt' nicht an dir| ein fiegel Der unschuld und der gan= gebrochen werden, Drum muß dein zen welt ein spiegel, Worinnen mit leib auch ruhen in der erden*. Was Daniel** und Jonas*** vorgebild't, Seh' ich nunmehr, mein heil, an dir erfüllt. verwund'rung jedermann Ein vorspiel der erhöhung spüren kann. 7. Ich darf nun nicht vor meinem grab' erschrecken, Da du, mein heil, dich in das grab läßt stecken, Dein grab macht meins zur füßen lagerstätt', Zum schlafgemach, zum stillen ruhebett. 8. Mein heiland, ich bin mit dir schon begraben, Als seel' und leib die tauf empfangen haben, Die taufe, die auf deinen tod geschehn: Nun laß mich auch mit dir stets auferstehn.* Röm. 6, 3. 4. Col. 2, 12. * Pf. 16, 18. Jeſ. 53, 9. Dan. 6, 17 seq. ** Jon. 2, 1 seq.Matth. 12, 40. 5. Du bist das weizenkorn, so man verscharret*, Doch, wenn man nur drei tage lang geharret, Wird man dich aus dem grabe auferstehn Und tausendfache früchte bringen sehn. * Joh. 12, 24. 6. Indeß ist dein begräbniß selbst *** IX. Auf das Osterfest. Von der Auferstehung JEfu Chrifti. 176. Erschienen ist der herr-| tag, Dran niemand sich g'nug freuen mag: Christ, unser HErr, heut triumphirt, Die feinde er gefangen führt. Halleluja. 2. Die alte schlange, sünd' und tod, Die höll', auch alle angst und noth Hat überwunden JEsus Christ, Der heut vom tod erstanden ist. Hall. 3. Am sabbath früh mit specerei Kamen zum grab Marien drei, zu salben da des menschen sohn, Der von dem tod erstanden schon. Hallel. 4. Wen sucht ihr da? der engel sprach, Christ ist erstanden, der hier lag, Hier seht ihr die schweißtüchelein, Geht hin, sagts bald den jüngern sein. Hallel. 5. Der jünger furcht und herzeleid Wird heut verkehrt in lauter freud', Sobald sie nur den Herren fehn, Muß alles trauern bald vergehn. Hallel. 6. Drauf hält der HErr ein schön gespräch mit zween jüngern auf dem weg, Bor freud' das herz im leib ihn'n brennt, 3m brodbrechen wird er erkennt. Hallel. 7. Der rechte Simson, unser held, Christus den starken löwen fällt. Der hölle pforten er hinträgt, Dem teufel sein' gewalt erlegt. Hallel. 8. Jonas im wallfisch war drei tag', So lang im grab' auch Christus lag; Der tod ihn länger keine stund' In seinem rachen halten konnt'. Hallel. 9. Der tod da seinen raub ver= lor, Das leben siegt und kam empor: Zerstört ist nun des todes macht, Christ hat das leben wiederbracht. Hallel. land, Aus Pharaonis dienst und 10. Heut gehn wir aus Egyptenband: Wir essen heut im brod und wein Das rechte osterlämmelein. Hallel. 11. Auch essen wir die süßen brot', Die Moses GOttes volk gebot: Kein sauerteig soll bei uns fein, Daß wir von fünden leben rein. Hallel. 12. Der würgengel vorübergeht, Kein' erstgeburt er bei uns schlägt, Des herzens thür hat Christi blut Bestrichen, das hält uns in hut. Hallel. von der Auferstehung JEsu Christi. 13. Die sonn', die erd', all' creatur Und was betrübet war zuvor, Freut sich deß heut an diesem tag, Weil satanas daniederlag. Hallel. 14. Drum wir auch billig fröhlich fein, Das halleluja fingen fein Und loben dich, HErr JEsu Christ, Zu trost du uns erstanden bist. Hallel. Mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. rüh 11. Der HErr den tod zu boden schlägt, Da er selbst todt und sich morgens, da aus dem in 177. nn aufgeht, Mein eigner fraft, Tod, teufel, höl” nichts heiland Christus aufersteht, Vertrieben ist der fünden nacht, Licht, heil und leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wenn ich des nachts oft lieg' in noth Verschlossen, gleich als wär' ich todt, Laß du mir früh die gnaDensonn' Aufgehn, nach trauern, freud' und wonn'. Hallel. 3. Nicht mehr, als nur drei tage lang, Mein heiland bleibt im todes zwang: Am dritten tag durchs grab er dringt, Mit ehren sein siegsfähnlein schwingt. Hallel. 4. Jetzt ist der tag, da mich die welt Mit schmach am freuz gefangen hält: Drauf folgt der sabbath in dem grab', Darin ich ruh' und frieden hab'. Hallel. 5. In kurzem wach' ich fröhlich auf: Mein ostertag ist schon im lauf, Ich wach auf durch des HErren stimm', Veracht' den tod mit seinem grimm. Hallel. 6. Am Freuz läßt Christus öffentlich Vor allem volke tödten sich: Da er durchs todes kerker bricht, Läßt ers die menschen sehen nicht. Hallel. 7. Sein reich ist nicht von dieser welt, Kein groß gepräng' ihm hier gefällt: Was schlecht und niedrig geht herein, Soll ihm das allerliebste fein. Hallel. 93 an, Was er für thaten hat gethan, Wie er den schlangenkopf zerknickt, Die höll' zerstört, den tod erdrückt. Hallel. 10. Da werd' ich Christi herrlichfeit Anschauen ewig voller freud', Ich werde sehn, wie alle feind' Zur höllenpein gestürzet seind. Hallel. 8. Hier ist noch nicht ganz fund gemacht, Was er uns aus dem grab' gebracht, Den großen schap, die reiche beut', Drauf sich ein christ so herzlich freut. Hallel. 9. Der jüngste tag wird zeigen an ihm schafft. Hallel. 12. O wunder groß, o starker held, Wo ist ein feind, den er nicht fällt? Kein angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des herzens thür. Hallel. 13. Kein freuz und keine noth sich find't, Die Christi sieg nicht überwind't, Er führt mich aus durch seine hand, Wer mich will halten, wird zu schand'. Hallel. 14. Und daß der HErr erstanden sei, Das ist von allem zweifel frei; Der engel selbst bezeugt es klar, Das leere grab machts offenbar. Hallel. 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Wenn mir gleich alle welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Hallel. 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil ich ein glied sein's leibes bin. Hallel. 17. Durch seiner auferstehung kraft, Komm' ich zur engel brüderschaft; Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt, Die feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallel. 18. Mein herz darf nicht entsegen sich, GOtt und die engel lieben mich; Die freude, die mir ist bereit't, Vertreibet furcht und traurigkeit. Hallel. 19. Für diesen trost, o großer held, HErr JEsu, dankt dir alle welt. 94 Auf das Osterfest Dort wollen wir auf beff're weif'| unser, JEsus lebt, Der uns zur herrErheben deinen ruhm und preis. lichkeit erhebt, GOtt fei dafür ge= Hallel. lobet! Mel. Wenn mein stündlein 2c. der marter alle, Deß sollen wir alle froh sein, Christus will unser trost sein. Hallel. 178. ommt wieder aus der 179. Christ ist erstanden Bon K finstern gruft, Ihr GOtt ergeb'ne finnen, Schöpft neuen muth und frische luft, Blickt hin nach zions zinnen: Denn JEsus, der im grabe lag, Hat als ein held am dritten tag Des todes reich besieget. 2. Wär' er nicht erstanden, So wär' die welt vergangen; Weil er nun erstanden ist, So loben wir den vater JEsu Christ. Hallel. 2. Auf, danket ihm mit herz und mund Am tage seiner freuden! Er hat den ew'gen gnadenbund Gegründet durch sein leiden, Er hat bem tod entwandt die macht, Das 180. Christ lag in todesban= leben aber wiederbracht und unvergänglich wesen. den, Für unsre sünd' gegeben, Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das leben; Deß wir sollen fröhlich sein, GOtt loben und ihm dankbar sein Und singen halleluja! Halleluja. 3. Nun tritt, was Christo ähnlich ift, In glaubenskraft zusammen, Weil Christus auferstanden ist. Wer will sein volk verdammen? Hier ist der mann, der überwand Und nach gerriff'nem todesband Zur rechten GOttes fizet. 4. Du wohlgeplagtes christenheer, Vergiß, was drückt und naget! Häuft sich die noth gleich noch so sehr, Nur frisch mit dem gewaget, Der durch des grabes siegel brach Und zu dem tode mächtig sprach: Wo ist nunmehr dein stachel? 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß sollen wir alle froh sein, Christus will unser trost sein. Hallel. 7. GOtt, unserm GOtt sei lob und dank, Der uns den fieg gegeben, Der dem, so sterbend niedersank, Hat wiederbracht das leben. Der fieg ist 2. Den tod niemand bezwingen konnt' Bei allen menschenkindern, Das machte alles unsre sünd', Kein' unschuld war zu finden. Davon kam der tod so bald und nahm über uns gewalt, Hielt uns in seinem reich gefangen. Halleluja. 3. JEsus Christ, wahrer GOttessohn An unsre statt ist kommen Und hat die sünde abgethan, Damit dem tod genommen All' sein recht und sein' gewalt, Da bleibet nichts denn tod'sgestalt, Den stachel hat er ber= 5. Nur Chrifti fieg ist gut dafür, Der hilft uns überwinden Und öffnet riegel, schloß und thür, Troß teu- loren. Halleluja. fel, welt und sünden. Er ist der große fiegesmann, Mit ihm ist alles wohl gethan: Wo bleibt dein sieg, o hölle? 6. 3um fiegel dieser großen beut' Giebt uns der HErr zu essen Die speise der unsterblichkeit, Sein nimmer zu vergessen. Des lebens saft uns heilsam tränkt, Den das erwürgte lamm uns schenkt. O edler ostersegen! 4. Es war ein wunderlicher frieg, Da tod und leben rungen, Das le= ben da behielt den sieg, Es hat den tod verschlungen. Die schrift hat verkündigt das, Wie ein tod den andern fraß; Ein spott aus dem tod ist worden. Hallel. 5. Hier ist das rechte osterlamm, Davon GOtt hat geboten, Das ist hoch an dem kreuzesstamm In heißer lieb' gebraten, Deß blut zeichnet unsre thür, Das hält der glaub' dem tode für; Der würger kann uns nicht rühren. Hallel. von der Auferstehung JEfu Christi. 95 Hallel. 6. So feiern wir das hohe fest| Da wir nun GOttes finder seind. Mit herzensfreud' und wonne, Das uns der HErr erscheinen läßt; Er ist selber die sonne, Der durch seinen gnadenglanz Erleuchtet unsre herzen ganz, Der fünden nacht ist vergangen. Hallel. 6. Deß danken wir dir allzugleich Und sehnen uns ins himmelreich. Es geht zum end', GOtt helf uns all'n, So fingen wir mit großem schall: Halleluja. 7. Wir essen hier und leben wohl* 7. GOtt vater in dem höchsten In rechten ofterfladen, Der alte sau- thron Und Christo, seinem ein'gen erteig nicht soll Sein bei dem wort sohn, Dem heil'gen geist in gleicher der gnaden. Christus will die speise weif In ewigkeit sei lob und preis. sein Und speisen unsre feel' allein: Halleluja. Der glaub' will kein's andern leben. Halleluja. 181. Esus Christus, unser heiland, Der den tod überwand, Ist auferstanden, Die sünd' hat er gefangen. Halleluja. 2. Der ohne fünde war geboren, Trug für uns GOttes zorn, Hat uns versöhnet, Daß uns GOtt seine huld gönnet. Hallet. 3. Tod, sünd', teufel, leben und gnad', Alles in handen er hat. Er Fann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja. Mel. Erschienen ist der herrlich' tag. 182. Nur un triumphiret 3Efus Christ, Der von dem tod erstanden ist Mit großer macht und herrlichkeit, Deß dank'n wir ihm in ewigkeit. Halleluja. 2. Dem teufel hat er all' sein macht Zerstört und ihn zu boden bracht, Wie pflegt zu thun ein starker held, Der seinen feind gewaltig fällt. Hall. 3. Dauferstand'ner JEsu Christ, Der du der sünder heiland bist, Führ' uns durch dein' barmherzigkeit Zu dir in deine herrlichkeit. Hallel. 4. Hier ist doch nichts als angst und noth Von findheit an bis in den tod, Dort aber in des himmels thron Folgt auf den kampf die ehrenfron'. Hallel. 5. Nun kann uns kein feind schaden mehr, Ob er gleich tobet noch so sehr; Verworfen ist der arge feind, Mel. Allein GOtt in der höh' sei ehr'. chel nun, Wo ist 183. tod, wo ist dein ſtadein sieg, o hölle? Was kann uns jeßt der teufel thun, Wie grauſam er fich stelle? GOtt sei gedankt, der uns Frieg Durch JEsum Christ gegeben. den sieg So herrlich hat nach diesem 2. Wie sträubte sich die alte schlang', Als Christus mit ihr kämpfte! Mit list und macht sie auf ihn drang, Jedennoch er sie dämpfte. Ob fie ihn in die fersen sticht, So fieget fie darum doch nicht, Der kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, Die feind' nimmt er gefangen,/ Zerbricht der höllen schloß und thür, Trägt weg den raub mit prangen. Nichts ist, das in dem siegeslauf Den starken held kann halten auf, All's liegt da überwunden. 4. Des todes gift, der höllen pest 3st unser heiland worden Wenn ſatan auch noch ungern läßt Von witthen und von morden Und, da er sonst nichts schaffen kann, Nur tag und nacht uns flaget an: So ist et doch verworfen. 5. Des HErren rechte, die behält Den fieg und ist erhöhet, Des HErren rechte mächtig fällt, Was ihr ent= gegen stehet. Tod, teufel, holl' und alle feind' Durch Christi sieg gedämpfet seind, Ihr zorn ist kraftlos wor= den. 6. Es ward getödtet Jesus Christ Und sieh', er lebet wieder. Weil nun 96 Auf das Osterfest den Zur auserwählten orden. das haupt erstanden ist, Stehn wir| Mit freudenöl Von dir gefalbet wor= auch auf die glieder. So jemand Christi worten gläubt, 3m tod und grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre reu' Mit Christo auferstehet, 3st dort bom andern tode frei, Als der ihn nicht angehet. Genommen ist dem tod die macht, Unschuld und leben wiederbracht und unvergänglich we= sen. 8. Das ist die rechte osterbeut', Der wir theilhaftig werden, Fried', freude, heil, gerechtigkeit Im himmel und auf erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser leib wird ähnlich dort Christi verklärtem leibe. 9. Der alte drach' mit seiner rott' Hingegen wird zu schanden, Erlegt ist er mit schimpf und spott, Da Christus auferstanden. Des hauptes sieg der glieder ist, Drum fann mit aller macht und list Uns satan nicht mehr schaden. 10. O tod, wo ist dein stachel nun, Wo ist dein sieg, o hölle? Was kann uns jetzt der teufel thun, Wie grausam er sich stelle? GOtt sei gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem frieg Durch JEsum Christ ge= geben. 4. Die fraft von deiner majestät Bricht selbst durch grab und steine. Dein sieg ists, der uns mit erhöht Zum vollen gnadenscheine. Des todes wuth, Der hölle glut Hat alle macht verloren Und wir sind neu geboren. 2. Der fünder last und schwere schuld Hieß dich in feffeln fallen, Du gabest dich aus großer huld Ans freuz, anstatt uns allen. Nun sind wir frei Bon stlaberei Und von der hölle banden, Nachdem du auferstanden. 3. GOtt lob, du gehest wieder auf, Du rechte gnadensonne, Und giebst nach unterbroch'nem lauf Uns strahSen neuer wonne! Nun ist die seel' 5. O, daß wir diesen theuren sieg Lebendig möchten kennen und unser herz bei diesem krieg 3m glauben möchte brennen! Denn Christi licht Uns sonsten nicht zum himmels lichte führet, Wo man nicht glauber spüret. 6. So brich denn selbst durch unser herz, OJEsu, fürst der ehren Und laß in uns, nach reu' und schmerze Des glaubens kraft sich mehren, Daß wir in dir Die offne thür Zur ew'gen ruhe finden Und auferstehn von sün= den. 7. Ach, hilf, daß wir zur rechten zeit Zu dir, o JEfu, kommen, Mit fpecerei der reu' und leid, Aus herzensgrund genommen, Daß wir in eil' Zu deinem heil In wahrem glauben laufen Und lebenssalbe kaufen. 8. Vertreib' den schlaf der sicherheit, Daß wir bei frühem morgen Zu suchen dich stets sein bereit, Wenn du dich gleich verborgen. Nimm uns das grab Der sünden ab, Weil du herbor gebrochen und uns am feind geMel. Was GOtt thut, das ist 2c. 184. auferstand' ner sieges= fürst, Du leben aller leben, Heut bringst du friede, da du 9. Laß uns doch mit dir auferwirst 3ur freude uns gegeben. Erst stehn, Wir liegen noch im grabe Und stürzt die noth Dich in den tod, Jetzt können noch das licht nicht sehn, Die bist du auferstanden Und frei von to- traft von deiner gabe, Die deine macht Uns wiederbracht. Führ' uns zum neuen leben, Daß wir fest an dir kleben. desbanden. 10. O wie viel hüter liegen hier, Die unser herz berennen, Daß wir aus dieser grabesthür Nicht zu dir tommen können! Der sünden nacht Hält selbst die wacht, Die welt mit ihren schäßen Sucht solches zu besegen. 11. Die wollust, sorge, neid und geld von der Auferstehung JEfu Chrifti. 97 Sucht solches zu verriegeln, Der pha=| bracht Und des todes raub genomrisäer dieser welt Gedenkt es zu ber- men, Schenfft uns nun die seligkeit: siegeln. Wer öffnet hier Des grabes Freue dich, o christenheit! thür? Wer hebt den stein der sün= den, Den wir in uns befinden? 4. Tod, wo sind nun deine waffen, Hölle, wo ist dein triumph? Satan fann nun nichts mehr schaffen, Seine pfeile wurden stumpf. Christus ist sein gift gewesen, Christus ist der hölle pest, Welt und sünde liegen fest Und wir menschen sind genesen, Singen nun durch Christi streit: Freue dich, o christenheit! 12. Das thust du, JEsu, ganz allein; Die tücher alles bösen, In welche wir verwickelt sein, kannst du allein auflösen. Zerbrich das joch Und führ' uns doch Zum reiche deiner gnade, Daß uns kein feind nicht schade. 13. Versag' uns deine güte nicht, Wenn wir in buße weinen, Und laß uns deines friedens licht In trauernächten scheinen; So können wir, O held, mit dir, Die rechten ostern feiern Und uns in dir erneuern. 14. 2aß uns dein wahres auferstehn Auch selbst in uns erfahren Und aus den sündengräbern gehn. Laß uns den schatz bewahren, Des geistes pfand, Das deine hand 3um siegel uns gegeben; So gehn wir ein zum leben Mel. Sollt' ich meinem GOtt 2c. 185. affet uns den Herren preisen, ihr christen überall! Kommet, laßt uns dank erweisen Unserm GOtt mit süßem schall. Er ist frei von todesbanden, Simson, der vom himmel fam Und der löw' aus Juda stamm, Christus JEsus ist erstanden, Nun ist hin der lange streit: Freue dich, o christenheit! 5. JEsus heilet unsre plagen, Wenn wir nirgends hülfe sehn, Läffet uns nach dreien tagen Freudig mit ihm auferstehn. Die verwesung dieser erden Sieht mein treuer helfer nicht, Der durch grab und ferfer bricht; Darum will ich dankbar sein, Harf und psalter sei bereit: Freue dich, o christenheit! 6. Er ist aus der angst gerissen Und mit ehren angethan; Wer ist, der sein leben wissen, Deffen läng' ausreden fann? Christus ist der eckstein worden, GOtt, das ist von dir geschehn, Wie wir höchst erfreuet sehn. Aus der fünder jammerorden Reißt uns GOtt durch diesen streit: Freuc dich, o christenheit! 7. 3war du trankst vom bach am wege Einen bittern leidenstrant, Littest tausend schmach und schläge, Warst von sündenstrafen frank. Doch nun ist dein haupt erhoben, Dein verflärtes angesicht Stirbet nun und nimmer nicht, Wofür wir dich ewig loben. Dir sei preis in ewigkeit: Freue dich, o christenheit! 2. Christus selbst hat überwunden Des ergrimmten todes macht, Der in tüchern lag gebunden Hat die schlange 8. HErr, dies sind die edlen früchte, umgebracht, Hat des satans reich ver- Die dein' auferstehung giebt: Daß heeret, hat es nach der kurzen ruh' wir gehn vor dein gerichte, Um das Ausgetilget und dazu Seine wuthurtheil unbetrübt. HErr, dies sind und macht zerstöret. Nun sind wir in ficherheit: Freue dich, o christenheit! 3. Ob mein heiland gleich gestorben und ins grab gelegef ist, Blieb er gleichwohl unverdorben, Denn nach dreier tage frist Bist du, held, zurüc gekommen, Hast das leben und die macht Aus der schwarzen gruft gedie schönen gaben, Gnad' und leben, freud' und sieg, Trost und friede nach dem Frieg. O, die sollen kräftig laben Leib' und seel' in allem leid: Freue dich, o christenheit! 9. Ach, ich seufze, ach ich dürfte Nach dem frieden tag und nacht, Den du, großer lebensfürste, Durch den 7 98 Auf das Osterfest kampf haft wiederbracht. Darum| Weg fündliches Egypten! Mein Cas theil' aus diese beute, Als der starke Simson that, Da er überwunden hat. Gieb sie uns und zeig' uns heute Deines sieges herrlichkeit: Freue dich, o christenheit! naan ist mir bewußt Bei JEsu, dem geliebten. Ach, mein schap, verleihe mir, Daß meine seel' stets ruh' in dir Und von der erde fliehe. Hallel. 10. Gieb, HErr JEfu, deine gnade, Daß wir stets mit reue sehn, Was uns armen fündern schade, Daß wir mit dir auferstehn. Brich hervor in unsern herzen, Überwinde sünde, tod, Teufel, welt und höllennoth, Dämpf in uns angst, pein und schmerzen, Seelenfummer, traurigkeit: Freue dich, o christenheit! 11. Meinen leib wird man begraben, Aber gleichwohl ewig nicht. Bald werd' ich das leben haben, Wenn das legte weltgericht Alle gråber wird aufdecken, Wenn der engel fei; Dann wird mich mein GOtt feldgeschrei Beiget, was vorhanden aufweden Und beschließen all mein leid: Freue dich, o christenheit! 12. Dann so werden meine glieder, Die nur staub' und asche sein, Unverweslich leben wieder llnd erlangen solchen schein, Dessen gleichen auf der erden Stimmermehr zu finden ist; Ja mein leib, HErr JEfu Christ, Soll dem deinen ähnlich werden, Ganz voll pracht und herrlichkeit: Freue dich, o christenheit! Mel. Christ lag in todesbanden. 186. allerschönster freudentag, tag, da meine sonne, Mein JEsus durch sein grab durchbrach, zu meines herzens wonne! Ach, laß deiner klarheit schein Doch auch auf mich gerichtet sein, Damit ich fröhlich singe: Halleluja. 4. Mein heiland, weil du lebest mir, So hilf, daß ich dir lebe, Gieb daß ich mich nun für und für Mit ganzem ernst bestrebe, Daß ich aus dem sündengrab' Aufsteh' und alles lege ab, Was mich und dich fann trennen. Hallel. 5. Und weil du auferstanden bist, Laß mich auch einst aufstehen Und dorthin, wo mein erbtheil ist, Mit freudensprüngen gehen. Indeß ist mein herz bei dir, Mein JEsu, hol' mich bald von hier In deine himmelsfreude. Halleluja. 187. Mfoll ich sterben? Hier Mel. Wer nur den lieben GOtt zt. steht mein haupt und triumphirt. So muß ich ja das leben erben, Weil noth und tod die macht verliert. Kein trauerbild erschreckt mich mehr, Mein JEsus lebt, das grab ist leer! 2. Mein JEsus fiegt, drum liegt zu süßen, Was mir das leben rauben kann. Der tod wird völlig weichen müssen, Mir wird der satan unterthan, Der hölle abgrund selber bebt. Denn überall schallt: JEsus lebt! 3. Mein JEsus lebt, das grab ist offen, So geh' ich freudig in die gruft; Hier kann ich auch im tode hoffen, Daß mich sein wort ins leben ruft. Wie süße schallt die stimme hier: Ich leb' und ihr lebt auch in mir. 4. Mein JEsus bleibt also mein leben, Er lebt in meinem herzen hier, Und soll ich ihm mein leben geben, Kommt mir der tod nicht schrecklich für, Weil er mich in den himmel hebt, So wahr als JEsus ist und lebt 2. Nun weiß ich, meine feligkeit Kann mir fein mensch absprechen, Ich kann mit meinem JEsum heut Durch tod und hölle brechen. Mit des Israelis heer Will ich auch durch das rothe meer Hin in mein erbtheil reiſen. Hallel. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 3. Weg, fatan, weg, o fleischeslust, 188. Gott sei gedankt zu je von der Auferstehung 3Efu Chrifti. 99 der gerechtigkeit Der menschen herz| nicht, er ist nicht fern, Nachdem er erfreuet, Sie geht herfür Aus grabes thür, All' creatur erneuet. auferstanden. 2. Es ist der sieg'sfürst JEsus Christ, Der heut vom tod erstanden ist Und hat dem feind genommen All' sein gewalt, Drauf ist er bald Mit freuden wiederkommen. 3. Auch hat der siegsfürst hochgeacht Biel ausbeut' aus dem grabe bracht, Die will er uns gern geben: Das edle kleid Gerechtigkeit, Fried', freud' und ewig leben. 4. Drum geb' ich dir, Immanuel, In deine hände leib und seel', Du bist mein schuß auf erden, Mein ein'ger trost, Der mich erlöst, Nichts liebers mag mir werden. 5. Laß mich mit dir zu grabe gehn, Mit dir auch wieder auferstehn, Den lüsten stets zu steucen, Daß nach der zeit In höchster freud' Ich dort mag oftern feiern. Mel. Nun freut euch, liebe christen 2c. 189. ad auf, mein herz. die nacht ist hin, Die sonn' ist aufgegangen, Ermuntre dich, mein geist und sinn, Den heiland zu empfangen; Er bricht nun durch des todes thür Und geht aus seinem grab' herfür, Der ganzen welt zur wonne. 2. Steh' aus dem grab der sünden auf Und fuch' ein neues leben, Vollführe deinen glaubenslauf, Laß sich dein herz erheben Zum himmel, wo dein JEsus ist, Such' das, was droben, als ein christ Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist Und tracht nach dem, was droben, Damit dein herz zu jeder frist 3u JEsu sei erhoben; Tritt unter dich die böse welt Und strebe nach dem himWo melszelt, Bo Christus ist und lebet. 4. Quält dich ein stein, Dein Jesus wird ihn heben. Es kann ein christ bei Freuzespein In freud' und wonne leben. Wirf dein anliegen auf den HErrn Und sorge 5. Geh' mit Maria Magdalen Und Salome zum grabe, Die liebe zwingt sie früh zu gehn Mit ihrer salbungsgabe. Da siehest du, daß IEsus Christ Von todten auferstanden ist Und nicht im grabe blieben. 6. Es hat der löw' aus Juda stamm Nun siegreich überwunden, Und das erwürgte GOtteslamm Das leben wieder funden. Es bringt heil und gerechtigkeit und hat, nach hartem kampf und streit, Die feinde schau getragen. 7. Drum auf, mein herz, geh' an den streit, Weil JEsus überwunden; Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der feinde macht, daß du aufstehst Und in ein neues leben gehst Und GOtt im glauben dienest. 8. Scheu' weder teufel, welt und tod, Noch gar der hölle rachen; Dein JEsus lebt, es hat nicht noth, Er ist noch bei den schwachen Und bei elenden auf der welt, Als ein gefrönter siegesheld: Drum wirst du überwinden. * 9. Ach mein HErr JEsu, der du bist Bon todten auferstanden, Rett' uns von satans macht und list Und von des todes banden. Führ' uns zusammen insgemein Zu einem neuen leben ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser zeit Bon allen GOtteskindern Und ewig in der herrlichkeit Bon allen über= windern, Die überwunden durch dein blut: HErr JEsu, gieb uns kraft und muth, Daß wir auch überwinden. Mel. GOtt des himmels und der zc. 190. Gu, der du thür und riegel verdammniß aufgemacht, und im grabe stein und siegel Hast so viel als nichts geacht't: Mache doch mein herz: frei, Daß dirs nicht verschlossen sei. 100 Auf das Osterfest 2. Hebe weg die schweren steine,| vor GOtt in allem macht und euern Die kein mensch nicht heben kann, wandel führet. Ein wenig Sauerteig Daß mir nicht unmöglich scheine, gar leicht Den ganzen teig sofort Was du selbst für uns gethan, Daß durchkreucht, Daß er wird ganz durchich alles recht und wohl Glaube, was säuert. ich glauben soll. 3. Also es mit der sünde ist; Wo eine herrschend bleibet, Da bleibt auch, was zu jeder frist Zum bösen ferner treibet. Das ofterlamm im neuen bund Erfordert, daß des herzens grund Ganz rein in allem werde. 3. Thomas will im zweifel stehen, Cleophas will traurig sein: Mir soll alle furcht vergehen, Reiß du selbst den zweifel ein Und in einer jeden noth Bleibe du mein HErr und GOtt. 4. Tod und teufel find bezwungen, Theile nun den sieg mit mir Und wie du bist durchgedrungen, Also nimm mich auch zu dir, Daß ich aus des satans macht Werde ganz zu GOtt gebracht. 5. In mir selbst bin ich gestorben, Wecke mich, mein heiland, auf, Und dein geist, den du erworben, Führe täglich meinen lauf, Daß ich auf der guten bahn Fang' ein neues leben an. 6. Künstig wird die zeit erscheinen, Da wir selber auferstehn Und zu dir mit fleisch und beinen Werden aus dem grabe gehn; Ach, verleih', daß dieser tag Ewig mich erfreuen mag. 7. Bringe dann die armen glieder, Die jest krank und elend sind, Aus dem schooß der erde wieder und verfläre mich, dein kind, Daß ich in des baters reich Werde deinem leibe gleich. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 8. Zeige mir dann händ' und 192. Vofterlamm, Deß blut füße, Welche Thomas hat gesehn, Daß ich sie im schauen küsse, Wie's im glauben hier geschehn, Und hernach von sünden frei Ewig dein gefährte ſei. des hohen freuzes stamm In unschuld erst benezet Und dem, da uns dein schmerz versöhnt, Ein kranz von dor= nen, der es frönt, Sein heilig haupt verleget. Von dir Strahlt mir Eine sonne Süßer wonne, Nach dem hohne Aus des sieges ehrenkrone. 2. Nahm der durch dich versöhnte GOtt Dich selbst, dein sterben, deinen spott, Zum opfer für die sünde, So zeigt mir dein lebendigsein, Als auf den sturm ein gnadenschein, Daß ich das leben finde. Durch dich Schmed ich In den tagen Bittrer plagen Süße weide Angenehmer seelenfreude. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. 191.hr chriften, feht, daß ausfest, in euch von sünden Und altem sauerteig noch regt, Nichts muß sich deß mehr finden; Daß ihr ein neuer teig mögt sein, Der ungesäuert sei und rein, Ein teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf genaue acht, Daß ihr euch wohl probiret, Wie ihre 4. Wer ostern halten will, der muß Dabei nicht unterlassen Die bittren salsen wahrer buß, Das böse muß er haffen, Daß Christus unser ofterlamm, Für uns geschlacht't am freuzesstamm, Ihn durch sein blut rein mache. 5. Drum laßt uns nicht im sauerteig Der bosheit ostern effen, Daß uns nicht schalkheit dahin neig', Der buße zu vergessen, Vielmehr laßt uns die osterzeit Im süßen teig der lauterkeit Und wahrheit christlich halten. * 6. JEsu, du ofterlamm, verleih' Uns deine ostergaben, Daß wir fried', freude und dabei Ein reines herze haben. Gieb, daß in uns dein heil'ges wort Der sünde sauerteig infort Je mehr und mehr ausfege. von der Auferstehung 3Efu Chrifti. 101 3. Wie stärkt dein heilig fleisch so| mir, Der über die vernunft, Mir öff= gut, Wie lieblich labt dein göttlich net sich die himmelsthür, Drum flieh' blut, Olow' aus Juda stamme. Und du höllenzunft! Du schredst mich so macht mir zu gleicher zeit Dich nicht, Mein heiland spricht: Ich deine holde freundlichkeit Zum füßen bringe dir den frieden. ofterlamme. Laß, HErr, Ferner Ohn' verrücken Das erquiden Dieser gaben Meine seele kräftig laben! 4. Wenn des gesetzes donner knallt, Wenn mir in herz und ohr Der fluch aus Mofis büchern schallt, So schüz ich JEsum bor; Dies schreckt mich nicht, mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 4. Hilf, daß ich mich zu jeder zeit 3um süßteig ächter lauterkeit Je mehr und mehr erneure, Daß, wenn du mich erwachen läßt, Ich auch ein ewig ofterfest mit allen engeln feire, Muß hier Mit dir Gleich mein herze, Boll vom schmerze, Noth und schreden Erst als bittres salsen schmeden. 5. Wenn mich die welt erbärmlich plagt Und seßt mir heftig zu, Von einem ort zum andern jagt, So schafft mir JEfus ruh'. Die welt schredt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 5. Weil du vom tod erstanden bist, So werd' ich auch nun als ein christ Nicht in dem grabe bleiben. Nichts wird mich, o mein ofterlamm, Und meiner seele bräutigam Auf erden von dir treiben. Lieblich Will ich Mich im schauen Auf den auen Dei- spricht: Ich bringe dir den frieden. ner freuden Ewig mit und an dir weiden. 7. Wenn mich mein fleisch unruhig macht und reizt zur sündenbahn, Wird doch sein wille nicht vollbracht, Ruf ich nur JEsum an. Das fleisch schredt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 8. Und droht mir gleich zuletzt der tod Mit frankheit, angst und pein, So will auch in der todesnoth Mein heiland bei mir sein. Der tod schreckt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 9. Dank sei dir, o du friedefürst, Für das erworbne gut, Das du mir wohl erhalten wirst. Mein herz, das in dir ruht, Erschricket nicht, Auch wenn es bricht: Ich fahre hin in frieden. Mel. Du friedefürst, HErr 2. Wie 193. Wie lieblich find doch freundlich ist dein mund, Wie tröstet mich dein wort so süß, O meines glaubens grund, Du guter bot', Du todestod, Du friedenswiederbringer. 2. Nun ist des höchsten wort erfüllt, Nun freut sich herz und finn, Nun ist des HErren zorn gestillt, Nun ist das zagen hin. Mein JEsus hat An meiner statt Die fündenschuld gebüßet. 3. Der friede GOttes herrscht in 6. Wenn mich die noth und trübsal drückt, Wenn mich ein freund verstoßt, Werd' ich doch kräftiglich ers quidt, Mir bleibt des HErren trost. Die noth schredt nicht, Mein heiland X. Von der Himmelfahrt Christi. 194. Chrift fuhr gen himmel, Was sandt' er uns hernieoer? Den tröster, den heil'gen geist, 3u trost der armen christenheit. Halleluja. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß soll'n wir alle froh sein: Christus will unser trost sein. Halleluja! 102 Von der Himmelfahrt Christi. Mel. Wie schön leucht't uns der zc.| Ins heiligthum gegangen. Eile, 195. Ah wundergroßer fie- Theile Mit uns armen, Aus erbargesheld, Du fünden- men, Deine gaben, Bis wir sie dort tilger aller welt! Heut hast du dich völlig haben. gefeget 3ur rechten deines baters fraft, Der feinde schaar nun ganz Bis auf Machtig, Prächtig, Triumphiret, Ju- 196. Defu Chrift, Der Mel. Ermunt're dich, mein schwach. 2e. lebensfürst, HErr biliret: Tod und leben Ist, HErr Christ, dir untergeben. du bist aufgenommen Gen himmel, da dein vater ist und die gemein' der frommen, Wie soll ich deinen großen sieg, Den du durch deinen schweren frieg Erworben, würdig preisen Und dir g'nug ehr' erweisen. 2. Du hast die höll und fündennoth Ganz ritterlich bezwungen, Es ist dem teufel, welt und tod Nicht 3. Du bist das haupt von uns wider dich gelungen. Du siegest vol= und wir Sind deine glieder, drumlig nach dem streit: Wie werd' ich von dir Kommt une licht, trost und leben; Heil, friede, freude, stärke, kraft, Erquidung, labsal, lebenssaft Wird uns von dir gegeben. Rühre, Führe, Höchste güte, Mein gemüthe, Dich zu preisen, Dir sich dankbar zu erwei= ſen. solche herrlichkeit, O HErr, in diesem leben Nach würdigkeit erheben. 3. Du hast dich zu der rechten dir alles zuerkannt, Weil du den hand Des vaters hingesetzet, Der hat feind verleßet, Ja ihn nun gänzlich umgebracht, Triumph und fieg da= raus gemacht und ihn auf deinem wagen Sehr herrlich schau getragen. 4. Zieh', JEsu, uns, zieh' uns nach dir, Hilf, daß wir fünftig für 4. Nun lieget alles unter dir, Dich und für Nach deinem reiche trachten, selber ausgenommen, Die engel müz Laß unser thun ohn' wandel sein, sen für und für Zu deinem dienste Leucht' uns durch deinen gnaden- Pommen, Die fürstenthümer stehn schein, Das eitle zu verachten; Un= bereit Zu dem, was deine macht ges art, Hoffart Laß uns meiden, Christ- beut, Luft, wasser, feuer, erde Sucht, lich leiden, Dich umfassen, Sünd' wie es folgsam werde. und bosheit eifrig hassen. 2. Dir dienen alle cherubim, Die dich, nebst allen seraphim, Als siegesfürsten loben, Weil du den segen wiederbracht und dich mit majestät und macht 3ur herrlichkeit erhoben. Singet, Bringet Freudenlieder, Fallet nieder, Rühmt und ehret Den, der jest gen himmel fähret. * 5. Sei JEsu, unser schatz und schuß, Der christen ruhm, der feinde truß, Worauf wir uns verlassen. Lenk' uns nach dem, was droben ist, Auf erden wohnet trug und list, Es ist auf allen gaffen Lügen, Trügen, Angst und plagen, Die uns nagen, Die die seelen Armer christen stündlich quälen. 6. HErr JEsu, komm', du gnadenthron, Du fiegesfürst, held, Davide sohn, Komm, stille das verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, DJEsu, durch dein theures blut 5. Du, herrscher, fährst mit jauchzen auf, mit mehr denn tausend wa= gen Der starken engel, die zu hauf Dir preis und ehre fagen. Du fährest auf mit lobgefang, Es schallet der posaunen Plang: Mein GOtt, bor allen dingen Will ich dir auch lobsingen. 6. Du fährest freudig in die höh Und führeft die gefangen, Die sonst zu unserm ach und weh, Ergrimmt auf uns gegangen: Drum preisen wir mit süßem schall, D starfer GOtt, dich überall, Wir, die wir so viel gaben Hiedurch empfangen haben. Von der Himmelfahrt Christi. 103 7. Du bist das haupt in der ge=| ich ewig fröhlich bin? Wann werd' mein' Und wir find deine glieder, Du wirst ein schuß der glieder sein, Wir fallen vor dir nieder und bitten: gieb uns trost und licht, Wenn uns ich vor dir stehen, Dein angesicht zu sehen? Mel. JEfus meine zuversicht. bor angſt das herz zerbricht, Denn 197. Heute fährt minden auf verläßt heiland du kannst kraft und leben Und fried' und freude geben. Freis der erden; O, mein JEsu, muß dein lauf Schon von dir beschlossen werden, Ach, so bind' mir flügel an, Daß ich dir nachfahren kann. 8. Du falbest uns mit deinem geist, Giebst lehrer, treue hirten, Die uns mit dem, was seelen speist, Erquicken und bewirthen. Du, hoherpriester, zeigest an, Daß uns dein opfer retten tann, Ja gar bon satans rachen Frei, los und ledig machen. 9. Nun hat uns deine himmelfahrt Die straße schon bereitet, Du hast den weg nun offenbart, Der uns zum vater leitet Und weil du denn, HErr JEsu Christ, Nun stets in deiner wonne bist, So werden ja die frommen Dereinst auch zu dir kommen. 10. 3st unser haupt im himmelreich, Wie deine jünger schreiben, So find auch wir einst engeln gleich Und können hier nicht bleiben: Die glieder müssen insgemein Dereinst bei ihrem haupte sein, Wir hoffen mit vertrauen, Dein herrlich reich zu schauen. 11. HErr JEsu, zieh' uns für und für, Lenk' unsere gemüther, Herz und gedanken stets zu dir und deinen himmelsgütern, Daß da schon unser wandel ist, Wo sich fried', freud' und wahrheit küßt Und wir nur solches wesen, Das himmlisch ist, erlesen. 12. Hilf, daß wir unsern schaß allein In jener welt erlesen. Wo GOttes finder ewig sein, Nicht in dem eitlen wesen, und dorthin sehn, was fünftig ist, Da du uns schaß und alles bist, Weil doch in diesen gründen Kein bleibend gut zu finden. 13. Zieh' uns nach dir, so laufen wir, Gieb uns des glaubens flügel, Reiß uns durch deine fraft von hier Aufzions freudenhügel; Mein GOtt, wann fahr' ich doch dahin, Woselbst 2. Auf der welt ist ohne dich Leider doch kein rechtes leben Und darum, wie sollt' ich mich Ohne dich zufrieden geben? Ich begehre nur allein, Da, wo JEsus ist, zu sein. 3. Wo mein schak, da ist mein herz; Suche, welt, in eitlen gründen: Ich gedenke himmelwärts, Wo ich meinen heiland finden und den freund erblicken kann, Der für mich genug gethan. 4. Doch, mein geist, befinne dich JEsus ist noch auf der erde; Scheidet er gleich jego sich Sichtbarlich von seiner heerde, Bleibt er, der verheißung nach, Dennoch bei dir alle tag'. 5. Liebster heiland, bleibe mir, Deinem diener, auch zur seiten, Stelle dich mir siegend für, Wenn ich werde müssen streiten, Bind' mir glaubensflügel an, Daß ich dir nachkommen kann. 6. Keine herzenshärtigkeit Laß in meinem herzen bleiben, Deine huld, der ich geweiht, Laß die zweifel von mir treiben; Daß du auferstanden bist, Glaub' ich, liebster JEfu Chrift! 7. Läsfest du den theuren schatz Deines wortes hier zurücke, So mach' in den herzen plaß, Daß es uns, als liebesstricke, Durch ein eifriges bemüh'n Mag zu dir zum himmel ziehn. 8. Wenn die schlangen dieser welt Gift auf unsre seelen speien, Ach, so laß, o starker held, Ihren endzwed nicht gedeihen, Sondern treibe durch dein wort, Was uns schädlich, vor uns fort. Von der Himmelfahrt Christi. 104 9. Hätten wir auch leider schon Etwas tödtliches getrunken, Daß ivir fast von deinem thron Bis in abgrund hingesunken: Ach, so rett' uns, weil es zeit, Vor dem nu der ewigfeit. 10. Kommt es endlich auch dahin, Daß ich frank danieder liege, O so wollt du dich bemüh'n, Daß ich wieder fräfte friege; Dein' und deiner diener hand Hat schon vieles abgewandt. 11. Soll ich aber auch von hier Und die böse welt verlassen, O, so hilf, mein heiland, mir, Dich in wahrem glauben faffen! Denn so hält auf solche art Meine seele himmelfahrt. Mel. IEsu, deine heil'gen wunden. 198. Se ich leiden und bin boller angst und weh, Warum willst du von mir scheiden, Warum fährst dy in die höh'? Nimm mich armen auch mit dir, Oder bleibe doch in mir, Daß ich dich und deine gaben Möge täglich bei mir haben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke Und nimm meines mit hinauf; Wenn ich seufzer zu dir schide, Mache selbst den himmel auf, Und wenn ich nicht beten kann, Rede du den bater an, Denn du sitzt zu seiner rechten, Darum hilf uns deinen knechten. 3. Zieh' die sinnen von der erde Ueber alles eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin Und im glauben meine zeit Richte nach der ewigkeit; Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist boran gegangen. 5. Meine wohnung mache fertig Droben in des vaters haus, Da ich werde gegenwärtig Bei dir gehen ein und aus. Denn der weg dahin bist du, Darum bringe mich zur ruh' Und nimm an dem letzten ende Meinen geist in deine hände. 6. Komme, wenn es zeit ist, wieder, Denn du hast es zugesagt, Und erlöse meine glieder, Die der tod im grabe nagt. Richte dann die böse welt, Die dein wort für lügen hält, Und nach ausgestand'nen leiden Führ' uns ein zu deinen freuden. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. 199. uf Chrifti himmelfahrt allein Ich meine nachfahrt gründe Und alien zweifel, angst und pein Hiemit stets überwinde; Wird seine glieder JEsus Christ Zur rechten zeit abholen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große gab' empfangen, Mein herz auch nur im himmel kann, Sonst nirgends, ruh' erlangen. Denn wo mein schap gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn: Nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach, HErr, laß diese gnade mich Bon deiner auffahrt spüren, Daß mit dem wahren glauben ich mag meine nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt: HErr, höre dies mein flehen. Bon Christi Sißen zu der rechten Hand GOttes. Mel. Nun lob' mein' seel' den 2c. 4. Dir ist alles übergeben, Nimm 200. Mein heiland figet drobadich der an; mir, daß ich christlich leben Und dir heilig bienen kann. Kommt der satan wider mich, Ach, so wirf ihn unter dich Zu dem schemel deiner füße, Daß er ewig schweigen müsse. ters rechter hand, Allwo ihn herrlich loben Die seraphim; in solchem stand Ist unser fleisch zu finden: O welch' ein ruhm und ehr'! Es müsse nun verschwinden, Was uns betrübet Auf das Pfingstfest. 105 den triumph davon gebracht, Daß du hast aufgeschlossen Des himmels freudenthür Und uns zu reichsgenossen Verordnet für und für. Ach, 2. Lob sei dir, HErr, gesungen, laß es uns gelingen, Den lieben enDaß du dich aus selbsteigner macht geln gleich, Ein loblied dir zu singen Gen himmel aufgeschwungen Und In deines vaters reich. fehr; Denn unser heil regieret In großer herrlichkeit, Wohin er uns auch führet Nach unsrer wallfahrtsgeit. XI. Auf das Pfingstfest. Von dem heiligen Geiste.. 201. K pfer, heil'ger geist, Be- dem glauben verſammelt haft Das Pomm, o GOtt,| deines such' das Herz der menschen dein, Mit gnaden fie füll', wie du weißt, Daß dein geschöpf soll vor dir sein. volk aus aller welt zungen; Das sei dir, HErr, zu lob gesungen. Halleluja, Halleluja. 2. Denn du der tröster bist genannt, Des allerhöchsten gabe theu't, Ein geistlich' salb', an uns gewandt, Des lebens brunnen, lieb' und feu'r. 3. Du bist mit gaben mannichfalt Der finger GOttes rechter hand, Des baters zusag' mit gewalt Durch zungen geht in alle land'. 4. 3ünd' uns ein licht an im verstand, Gieb uns ins herz der liebe brunst, Des fleisches schwachheit, dir bekannt, Stärk' allzeit durch dein' fraft und gunst. 5. Des feindes list treib' von uns fern, Den frieden gieb durch deine gnad', Daß, wie du führst, wir folgen gern Und meiden, was der seele schad't. 2. Du heil'ges licht, edler hort, Laß uns leuchten des lebens wort Und lehr' uns GOtt recht erkennen, Von herzen bater ihn nennen. O HErr, behüt' vor fremder lehr', Daß wir nicht meister suchen mehr, Denn JEsum Christ mit wahrem glauben Und ihm aus ganzer macht vertrauen. Hallel. Hallel. 3. Du heil'ge brunst, süßer trost, Nun hilf uns fröhlich und getroft In deinem dienst beständig bleiben, Die trübsal uns nicht abtreiben. OHErr, durch dein' fraft uns bereit' Und stärk' des fleisches blodigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen. Halleluja. Halleluja. 6. Den bater uns wohl kennen lehr' Und JEsum Christum, ſeinen 203. A fall' die herzen deiner Domm, ersohn, Daß wir auch geben gleiche ehr' Dir, beider geist, in einem thron. gläubigen Und entzünd' in ihnen das feuer deiner göttlichen liebe, Der du durch mannichfaltigkeit der zungen Die völker der ganzen welt versammelt hast In einigkeit des glaubens. Halleluja. Halleluja. * 7. GOtt, unser vater, sei allzeit Aus herzensgrund von uns gepreist, Lob sei, HErr JEsu, dir bereit Mit GOtt dem werthen heil'gen geist. 202. KpErre Gft, Erfüll' omm, heiliger geist, Von der Gottheit des heiligen Geistes. mit deiner gnade gut Deiner gläub'- Mel. HErr JEsu Christ dich zu 2c. gen bers, muth und, finn, Dein' 204.heiliger und reiner lieb' entzünd' ihn'n. Der als 106 Auf das Pfingstfest wahrer GOtt erweist, Dein edler| hat der werthe geist Viel helden ausnam' und eigenschaft Bezeuget dei- gerüst't, So betet, daß er auch Die ner gottheit kraft. herzen hier begrüßt. 2. Ach ja, du ew'ger geist, Du tröster aller frommen, Wir warten, daß du mögst Zu uns mit segen kommen. Dein sind wir durch die tauf, Durchs wort und predigtamt; Des geistes früchte schent Üns reichlich allesammt. 2. Jehovah wirst du, HErr, genennt, Vom sohn und vater nicht getrennt, Dein wesen ist mit beiden gleich, Du lebst und herrschst in gleichem reich. 3. Die allmacht und allwissenheit, Allgegenwart und ewigkeit Und was der eigenschaften mehr, Erweisen deiner gottheit ehr'. 4. Du wirkest stets durch deine fraft, Die alles trägt, erhält und schafft, Dein' erste schöpfung ist vorbei, Die andre machet alles neu. 5. Die taufe gründet sich auf dich, An deinen namen glaube ich. Ich will kein schnöder lästrer sein, Denn solche trifft die höllenpein. 6. Ein' unterschiedene person Von GOtt dem vater und dem sohn Bist du, die ewig ist und bleibt, Wie uns dein heilig wort beschreibt. 7. Du kommst in wirklicher gestalt, Du hörest, redest, zeugest bald, Daß du in frommen seelen wohnst Und, die dich lieben, reichlich lohnst. 8. Du gehest ewig von dem sohn Und vater aus, von Christi thron Wirst du als ein gewisses pfand In aller gläub'gen herz gesandt. 9. Du stellst die feuertaufe dar, Kommst auf die jünger offenbar Und machest, daß durch deine kraft Ihr lehramt reichen nußen schafft. 10. Unsichtbar aber kommest du Und fegest eine seel' in ruh', Die dich durch wort und sakrament Annimmt und hält bis an das end'. 11. Nun fich', ich öffne dir mein Herz, Ach, lindre meinen sündenschmerz. Ich bin dein tempel, wohn' in mir, Denn auf dich hoff' ich für und für: Mel. O GOtt, du frommer 2c. 205. Kommt, feelen, dieser tag Muß heilig sein befungen, Sprecht GOttes thaten aus Mit neuerweckten zungen. Heut 3. Du edler liebesgeist, Laß deine liebesflammen Durch aller herzen gehn Und füge sie zusammen. Bei Christi liebesmahl Willst du geschäftig sein; Ach, präge Chrifti finn Uns allen kräftig ein. 4. Wir sind an Christi leib Zu gliedern auserkoren, Durch deine gnadenkraft In Christo neu gebo= ren, Gieb( deine gaben sind Ja, HErr, so mancherlei), Daß jeder seines orts Ein lebend gliedmaaß sei. 5. Uns lehret Christi tisch Fried und gemeinschaft haben, Und dazu dienen die Von dir empfangnen gaben; Wenn nun der alte feind Uns listig trennen will, So wehre ihm und mach' Uns friedsam, fromm und still. 6. Was unserm wissen fehlt, Das hier nur stückwerk bleibet, Was unfern willen lockt Und zum verderben treibet, Das lasse, großes licht, Durch deinen glanz vergehn Und uns in GOttes kraft Getroft und gläubig stehn. 7. Wen GOttes geist beseelt, Wen GOttes wort erreget, Und wer die erstlinge Von seiner gnade träget, Der stimme mit uns ein Und preise GOttes treu'; Sie ist an diesem fest Und alle morgen neu. 206. t fomm, höchster gaſt, Met. Wie schön leucht't uns 2c. Domm GOttes geist, HErr, den der himmel nicht umfaßt, Noch dieser kreis_der_erde. Komm, offenbare dich auch mir, GOtt heil'ger geist, daß ich in dir Ein geist mit Christo werde. Leite Heute Geist und von dem heiligen Geiste. 107 * 1. Cor. 6, 17. finnen, Mein beginnen Und mein le=| herzenssonne! Du himmelslicht, laß ben, Deiner liebe nachzustreben. deinen schein Bei uns und in uns träftig sein, 3u steter freud' und wonne, Daß wir In Recht zu leben Uns ergeben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gieb fraft und nachdruck deinem wort, Laß es wie feuer immerfort In unsern herzen brennen, Daß wir GOtt vater, seinen sohn, Dich beider geist in einem thron Für wahren GOtt be= kennen. Bleibe, Treibe Und behüte Das gemüthe, Daß wir gläuben Und im glauben standhaft bleiben. 3. Du quell, d'raus alle weisheit fließt, Die sich in fromme seelen gießt, Laß deinen trost uns hören, Daß wir in glaubenseinigkeit Auch andre in der christenheit Dein wahres zeugniß lehren. Höre, Lehre, Herz und sinnen zu gewinnen, Dich zu preisen, Gut's dem nächsten zu erweisen. 4. Steh uns stets bei mit deinem rath Und führ' uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen. Gieb uns beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir hier leiden müssen. Schaue, Baue Was zerrissen, Und geflissen, Dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein' edle balsamskraft Empfinden und zur ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem schuß Begegnen aller feinde truß, So lang' wir sein auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles unglück überwinden. * 6. Du süßer himmelsthau, laß dich In unsre herzen kräftiglich, Und schent uns deine liebe, Daß unser sinn verbunden sei Dem nächsten stets mit liebestreu Und sich darinnen übe, Kein neid, Kein streit Dich betrübe; Reine liebe Woll'st du geben, Sanftund demuth auch daneben. 2. Komm, theures gut, fomm, höchster schatz, Komm in mein herz und mache plaß Dich gläubig einzunehmen. Ich glaube fest, mein heil und licht, Du theurer tröster wirst dich nicht Der armen hütte schämen. Eile, Heile Herz und. seele Mit dem öle Deiner gnaden, Mache gut den sündenschaden. 3. Entzünd' in mir die liebesglut, Und mache brünstig geist und muth, Du flamme reiner liebe! Laß mich mit dir versiegelt sein, Damit in noth und todespein Ich steten glauben übe. Rühre, Führe Mein gemüthe, GOttes güte 3u erkennen, Christum meinen HErrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter wind, Du brunn, wo lebenswasser rinnt, Du süße freudenquelle, Die allen durst der seelen stillt Und aus der gottheit tiefe quillt Ganz rein und ewig helle. Fließe, Gieße Deine gaben, Mich zu laben, Wenn ich size In der angst und seelenhize. 5. Sei meiner ohnmacht kraft und macht, Mein helles licht in dunkler nacht, Mein weg, wenn ich verführet, Mein lehrer in unwissenheit, Mein starker beistand in dem streit, Bis mich die wonne zieret. Schüße, Stüße, HErr, mich schwachen, Stark zu madhen Meinen glauben, Laß mir nichts die frone rauben. 6. Hilf mir in meiner letzten noth, Versüße mir den bittern tod. Wenn herz und augen brechen, So sei du meines Lebens licht, Laß, wenn die zunge nicht mehr spricht, Dein seufzen für mich sprechen. Laß mich Endlich Selig scheiden Zu den freuden Aller frominen. Ach, wann werd' ich dahin kommen! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 207. heil'ger geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns deine wohnung sein, O komm, du 7. Hilf, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit, Sei unsres geiſtes ſtärke, Daß uns fort= hin sei wohl bewußt, Wie eitel ist des fleisches lust, Und seine sündenwerke. 108 Auf das Pfingstfest Rühre, Führe Unsre finnen Und be-| Suchet an dir seine lust. Schmeckt ginnen Von der erden, Bis wir himmelserben werden. mein herz nur deine güte, So berlachet meine brust, Was die welt für luft erdenkt. Weltlust nur die seele kränkt; Rechte freude muß den fromMel. JEsu deine heil'gen wunden. 208. ler geist im himmels- men Einzig von GOtt selber kommen. G throne, Eines wesens, einer fraft Mit GOtt vater und dem sohne, Schwacher seelen lebenssaft! Ach, ergieße deine treu In mein herz und mach' es neu, Daß GOtt selbst mit seiner gabe Luft in mir zu wohnen habe. 8. Geist des betens, lehr' mich beten: Abba vater in der höh'! Treibe mich, vor GOtt zu treten, Und gieb, wenn ich vor ihm steh', Daß mein bitten fräftig sei, Steh' mir stets mit seufzen bei, Sprich in mir in GOttes namen Nach dem flehn ein kräftig amen! 2. Ach, ich bin mit schmach und schanden Gar erbärmlich zugericht't; Satan hat mit seinen banden Meine Schönheit ganz zernicht't, GOttes bild 209. Gwillkommen, Zeuch in Mel. JEsu, meines lebens leben. nadengeist, ach, ist ganz verderbt, Sünden sind mir angeerbt: Und wie kann GOtt solche seelen Sich zur wohnung auserwählen? unsre herzen ein, Da du wohl wirst aufgenommen, Weil wir troft bedürftig sein; Tröste diese schwachen glie= der, Was gebunden, löse wieder, Lenk' zurück, was irrig heißt, du sanfter gnadengeist! 2. 3war fein mensch lebt auf der erden, Der des geistes gaben werth, Weil sie dem versaget werden, Der mit sünden sich beschwert; Alles liegt an Christi gnaden, Denn der heilt der seele schaden, Der hat uns das theure pfand, GOttes geist, auch zugewandt. 5. Geist des trostes, in dem leiden Steh' mir all'zeit kräftig bei; Wenn die besten freunde scheiden, Bleib' du mir beständig treu. Gieb mir ein gelassen herz, Daß ich in dem größten schmerz Trost der seele bei dir finde, Und mich stets mit dir verbinde. 3. Ach, wir waren wilde reben, Gänzlich aus der art gebracht, Tor und fluch traf unser leben, Nun is alles gut gemacht. Was uns fünder was uns schwachen kann gerecht und selig machen, Giebt uns in der tauf der geist, Der ein geist der gnaden heißt. 4. Nun, du brunnquell aller güter Geist, der freud' und trost verspricht, 6. Geist des raths, wie oft ver= ch, bestrahle die gemüther Durch schwindet Rath und that in angst und dein göttlich gnadenlicht, Bessere ver= noth! Wenn mein herz nicht hülfe stand und willen, Hilf uns GOttes findet, Wenn ich leide, wenn der tod wink erfüllen, Gieb uns bestand, heil Herz und augen niederdrückt, Wenn und fraft, Die uns todten leben ich traurig und gebückt Und vor schafft. jammer muß vergehen, Ach, so bleib' du bei mir stehen. 5. Treuer beistand unsrer seelen, Stifter wahrer einigkeit, Wenn uns unsre sünden quälen, So gieb du zu7. Geist der freuden, mein gemüthe 3. Du bist GOttes starker finger, Der der sünden macht zerbricht, Satans mächtiger bezwinger, Meiner feele helles licht; Kehrest du nur bei mir ein, Ach, so wird mein herze rein Und auch schon auf dieser erden Eine wohnung GOttes werden. 4. Geist der weisheit, komm und leite Mich zur rechten weisheitsquell', Geh' und stehe mir zur seite, Mach' mein finstres herze hell Und durch deinen glanz erleucht't, Daß es GOttes finn erreicht, Bis ich nach den trauer= stunden Jene seligkeit gefunden. von dem heiligen Geiste. friedenheit, Daß wir in dir ruhe fin= den, Steure du den unglückswinden, Brich hervor, du gnadenschein, Daß wir in dir selig sein. 6. Ach ich rufe, ach ich schreie, Wie ein hirsch nach wasser schreit, Lebensquelle, fomm, erfreue mich in meiner bangigkeit! Gnadengeist, ach laß dich finden, Komm, dich mit mir zu verbinden, Daß ich jetzt und allezeit Deinen ruhin und lob ausbreit'. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 210. euch ein zu deinen tho= her109 7. Du bist ein geist der liebe, Ein freund der freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, zank, haß, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willst, daß durch liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller zwietracht seind. 8. Du HErr, haft selbst in händen Die ganze weite welt, kannst men= schenherzen wenden, Wo dir es wohlgefällt; So gieb doch deine gnad' Zu fried und liebesbanden, Verknüpf in allen landen, Was sich getrennet hat. 6. Du bist ein geist der freuden, Der unser herz aufricht't, Erleuchtest uns im leiden Mit deines trostes licht. Ach ja, wie manches mal Hast du mein herz erquidet, Und mir trost zugeschidet In trübsal, noth und qual 9. Erfülle die gemüther Mit reiner glaubenszier, Die häuser und die güter Mit segen für und für; Bertreib' den bösen geist, Der sich dir wider= seget Und, was dein herz ergößet, Aus unserm herzen reißt. zens gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, hochgeliebter geist Des baters und des sohnes, Mit beiden gleiches thrones, Mit beiden gleich gepreist. 2. 3euch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Fraft, Die kraft, 10. Gieb freudigkeit und stärke, 3u stehen in dem streit, Der satans die uns von sünden Hülf und erret- reich und werke Uns täglich anerbeut. tung schafft. Entzünde meinen finn, Hilf Fämpfen ritterlich, Damit wir Daß ich mit reinem geiste Dir ehr' überwinden Und ja zum dienst der und dienste leiste, Die ich dir schuldig sünden Kein christ ergebe sich, bin. 11. Richt' unser ganzes leben All3. Ich war ein wilder reben, Duzeit nach deinem sinn, Und wenn wirs hast mich gut gemacht, Der tod durch- follen geben In deine hände hin Und brang mein leben, Du hast ihn um- scheiden aus der welt, So hilf uns gebracht und in der tauf erstickt, Als fröhlich sterben Und nach dem tod er= wir in einer flute, Mit JEsu tod erben Das schöne himmelszelt. und blute, Das uns im tod erquickt. 4. das gefalbet ist Mein leib und meine fecele Dem HErren JEsu Christ Zum wahren eigenthum, 3um priester und propheten, Zum könig, den in nöthen GOtt schützt vom heiligthum. 5. Du bist ein geist, der lehret, Wie man recht beten soll, Dein beten wird erhöret Und macht uns segensvoll; Es steiget himmelan, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. 211. Nun bitten wir den heil'gen geist Um den rechten glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm ende, Wenn wir heimfahren aus diesem elende. Kyrieleis. 2. Du werthes licht, gieb uns deinen schein, Lehr' und JEsum Christ erkennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen heiland, Der uns bracht hat zu dem rechten vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße lieb', schenk' uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von herzen eina ander lieben Und in friede auf einem sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster tröster in aller noth, 110 Auf das Pfingstfest Hilf, daß wir nicht fürchten schand'| stand, erkenntniß, rath und that, Wie noch tod, Daß in uns die sinne nicht Salomo von dir erlanget hat. verzagen, Wenn der feind wird das leben verklagen. Kyrieleis. 4. Aus dir allein, durch deine kraft getrieben, Hat der prophet das wort des HErrn geschrieben, In dem sich GOtt uns menschen offenbart; Du weißt allein die rechte deutungsart. 5. Drum lehre mich mein heil dar= aus erkennen, Lehr' Christum mich recht einen HErren nennen; Ja, reiner geist, erleuchte meinen geist, Daß er verläßt, was falsch und irrig heißt. 6. Entdecke mir der wahrheit heitern morgen Und schließ mir auf, was noch vor mir verborgen, Verkläre doch des vaters wort in mir Und führe mich durch deinen glanz zu dir. 7. Laß mich mein herz dir gläubig übergeben, Entsünd'ge mich, schaff mir ein neues leben, Gieb, daß mein geist in buße, leid und reu' Durch deine kraft zerknirscht, zerschlagen ſei. len trieben, Laß mich nur dich, und 8. Ach, rein'ge mich von allen eitnicht was sündlich, lieben; Ja, mache mich von dem, was irdisch, frei, Daß deinem wink ich stets gehorsam sei. Mel. Helft mir GOtt's güte ac. 212. Falle, Goit schenkt uns reut euch, ihr christen seinen sohn, Lobt ihn auch drum mit schalle, Daß er vom himmelsthron Uns send't den heil'gen geist, Der uns durchs wort recht lehret, Des glaubens licht vermehret Und uns auf Christum weist. 2. Es läsfet offenbaren GOtt unser höchster hort Uns, die wir unweis waren, Sein himmlisch gnadenwort. Wie groß ist seine güt', Nun können wir ihn kennen und unsern vater nennen, Der une all'zeit behüt'. 3. Verleih' daß wir dich lieben, GOtt von großer huld, Aus vorsatz nicht betrüben Durch eigne sünden= schuld. Zeit' uns auf ebner bahn, Hilf, daß wir dein wort hören, Und thun nach deinen lehren, So ist es wohl gethan. 4. Bon oben her uns sende Denim glauben, Laß mir den feind die 9. Versiegle mich und stärke mich geist, den edlen gast, Deß kraft sich zu fiegeskron' nicht rauben. Du freuden= une wende, Wenn uns drückt freu- ol, verleih' mir deine kraft, Die friede, zeslast. Tröst uns in todespein, Mach auf die himmelsthüre, Une troft und freude in mir schafft. mit einander führe Zur himmels= freude ein. 10. Laß, reiner geist, mich deine wirkung spüren, Laß sie mir leib und seele kräftig rühren; Du göttlich licht, entzünde mein gebet, Daß dessen glut sich stets zu GOtt erhöht. 11. Gieb mir den vor= schmack jener freuden, Daß ich dabei der erde schmach und leiden Vergessen fann, ja gieb mir Christi finn, Und ziehe mich stets nach dem himmel hin. Mel. Mein Herz und seel' den 2c. u geist des HErrn, 213. Dibon GOtt ausgehest Und doch mit ihm in gleichem wesen stehest, Kraft aus der höh', steh mir in gnaden bei, Damit mein lob dir wohlgefällig ſei. 2. Erquid' das Herz, entzünde mein gemüthe, Erfüll' es selbst mit neuer lieb' und güte; Du heil'ge kraft, ach fomm, ich wart' auf dich, Komm, fanfter wind, fomm und belebe mich. 3. Du bist's, der uns allein die 12. Komm, heil'ge mich, ja schmücke geist und sinnen Zum tempel aus und wohne selbst darinnen. Erneure mich, so wird durch dich allein Mir jeder tag ein frohes pfingstfest ſein. Mel. Liebster JEsu wir sind 2c. ist ohne dich verblendet. Gieb mir vere 214. Gott, du haſt in deinem sohn Mich von ewig von dem heiligen Geiste. 111 feit erwählet, Sende nun von deinem| leihe mir, Daß ich jetzt möge bringen thron, Was noch meinem heile fehlet Ein opfer frei von heuchelei, Das beiUnd gieb mir des geistes gaben, So- ner huld gefällig sei, Der du die herdann werd' ich alles haben. zen prüfest. 2. Ach, ich bin lebendig todt Und zum guten ganz verloren; Heil'ger geist, mein HErr und GOtt, Mache du mich neu geboren, Denn das fleisch ist mein verderben Und kann nicht den himmel erben. 3. Treibe weg die finstre nacht Meiner irrigen gedanken, Dämpfe das, was GOtt beracht't, Halte die vernunft in schranken, Daß ich anders nicht als gerne Selbst von dir die weisheit lerne. 4. Was mein herze dicht't und tracht't Ist von jugend auf nur böse, Aber hilf, daß deine macht mich auch von mir selbst erlöse, Und zu allen guten dingen Gieb mir wollen und vollbringen. 5. Schaff in mir ein reines herz, Daß ich stets an GOtt gedenke Und mich oft mit reu' und schmerz Über meine fünden fränke; Doch nach den betrübten stunden Führe mich in JEsu wunden. 6. Pflanze mich daselbst in ihn, Als ein glied an seinem leibe, Und, wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe. Wie am weinstock seine reben, So laß mich an IEsu fleben. 7. Hiezu bitt' ich diese drei: Glauben, hoffnung nebst der liebe, Steh' auch sonst mir also bei, Daß kein teufel mich betrübe. Gieb mir demuth, fried' und freude Und auch sanftmuth, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, Auch zuweilen gar nichts sagen, Hilf mir beten, wie ich soll, Hilf mir auch mein freuz ertragen. Wenn es zeit ist, hilf mir sterben, und dabei den himmel erben. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 215. eut' will ich, süßer tröfreude fingen, Ach, heil'ger geist, ver 2. Wie hat doch meiner seele noth Dich, höchster GOtt, erbarmet, Mich hast du, da ich blind und todt, Mit lieb' und huld umarmet; Ich ging in ganz verkehrtem wahn, Du nahmst dich meiner thorheit an, Und wolltest selbst mich lehren. 3. Ich habe GOtt nicht recht erkannt, Demich doch sollte leben, Doch hast du dich zu mir gewandt, Erkenntniß mir gegeben. Dein theures wort zu rechter zeit Hat meiner augen blödigkeit Zum himmelsweg erleuchtet. ich Den vater lernen kennen, Auch 4. O höchstes licht, durch dich hab' kann ich JEsum sicherlich Nun meinen heiland nennen. Du leitest mich mit vaterland Gewißlich finden werde. deiner hand, Daß ich mein rechtes 5. Ich war im höchsten jammerstand In ewigkeit verloren, Wo du dich nicht zu mir gewandt, Und mich aufs neu' geboren. Du nahmest mich in meiner tauf, Als GOttes find mit gnaden auf, Ach, laß michs ewig bleiben. 6. Wie oft bin ich auf bösen rath Und falschen weg gekommen, Doch deine theure gnade hat Sich meiner angenommen. Du ftrafest mich und zeigest frei, Was meiner seele schädlich fei: Das mag ja liebe heißen. 7. Du hast mich armen oft aufs neu' Mit meinem GOtt verbunden, Wenn ich durch wahre buß' und reu' Vergebung habe funden. Du hast mich aus der sündennacht Hinwiederum zu GOtt gebracht und völlig ausgeföhnet. 8. Ich würd' in dieser fündenwelt Mein erbtheil bald verlieren, Drum hast du dich zu mir gesellt, Mich seliglich zu führen. Du nimmst in meinem herzen plaß, Damit ja meinen himmoge. Von dem dreieinigen GOtt 112 9. Dein ist und bleibt allein der ruhm, Wenn du mir fraft gegeben, Daß ich im wahren christenthum, Dir, meinem GOtt fann leben. Ach, nimm doch ferner in mir raum, Auf daß ich als ein guter baum 3um paradies gedeihe. 10. Hab' ich in meiner Freuzeslast Nach hülf' und trost geschrieen, So hast du, süßer seelengast Mir öfters auch verliehen, Daß ich in hoffnung und geduld, Versichert deiner lieb' und huld, Mich GOtt ganz überlaffen. XII. Von dem dreieinigen GOtt und dessen Wesen und Eigenschaften. 2. Ich kann schon von natur In meinem herzen merken, Daß GOtt sei, doch du stellst In deinen schöpfungswerken Die unsichtbare fraft Als sichtbar deutlich dar; So macht schon die vernunft Die gottheit offenbar. Mel. Nun danket alle GOtt. der HErr, Dein HErr GOtt zebaoth 216. GOtt du höchster geist, Ist nur ein einiger Und ewig wahrer GOtt. Ist nichts dir zu vergleichen, Wie will mein schwacher finn Denn deine höh' erreichen? Ach bater, schaue doch Des findes einfalt an, Das durch ein dunkles wort 3m spiegel schauen kann. 3. Doch da die wissenschaft Sehr unvollkommen bleibet, So such' ich, was von dir Die offenbarung schreibet, Ja diese wahrheit macht mir dein geheimniß kund, Da die vernunft erstaunt; O welch ein tiefer grund! LEVE 4. Du hast von ewigkeit und in dir selbst dein leben, Was lebet, muß von dir, In dir lebendig weben. HErr, du bist, wie du bist, Du bleibest, wie du bist, Also, daß außer dir Kein GOtt selbstständig ist. 11. Ach, könnt' ich nun auch, wie ich wollt', Dich, liebster GOtt, recht preisen! Ach, fkönnt' ich, wie ich billig sollt', Mich gegen dich erweisen! O heil'ger geist, laß meinen sinn, So lang' ich noch auf erden bin, Und ewig dies betrachten. 12. Kann ich in dieser sterblichkeit Den wunsch nicht gar erlangen, So will ich doch, wenn nach dem streit Die ruh' dort angegangen, Dir, sammt dem bater und dem sohn, Mit herzenslust vor deinem thron Eins nach dem andern singen. 5. Du einig- höchster geist Bist in dir selber selig, Und deine fräfte sind Unendlich und unzählig. Hör' Israel, 6. Ja hör' es Israel, Was hörst du dreimal nennen? Dreieinig sollt du den, Der einig ist, erkennen. GOtt, der im lichte wohnt Des wesentlichen, scheins, Ist vater, sohn und geist, Und diese drei sind eins. 7. Ach GOtt, wie hoch ist das? Was muß ich hier bemerken In deinen ewigen Und innerlichen werken? Da sich ein unterschied Persönlich- wirklich find't, Weil der personen drei In einem wesen sind. 8. Der vater zeugt allein Den sohn vor allen zeiten, Der in ihm ſelber lebt In gleichen herrlichkeiten. Der sohn wird nur gezeugt, Der geist geht nur allein Von allen beiden aus, und hier ist nichts gemein. 9. Doch wirken alle drei In äußerlichen werken, Darin wir GOttes fraft An den geschöpfen merken, Die schrift zeigt aber auch, Wie vater, sohn und geist In jedem sonderlich Sich vor dem andern weist. 10. Der vater schuf die welt, Er hat sie auch geliebet, Daß er den ſohn für uns und seinen geist uns giebet, und dessen Wesen und Eigenschaften. Und das erlösungswerk Hat GOtt der sohn vollbracht, Das werk des geistes ist, Daß er uns heilig macht. 11. Die andacht darf nicht mehr Zu grübeln sich getrauen; Da selbst die engel nur Gelüstet dich zu schauen, Geheimnißvoller GOtt, Der uns verborgen ist; Ach, wie gelüstet mich zu schauen, wie du bist. 12. Indessen, HErr, HErr, HErr! Ach segne und behüte, Erhebe dein gesicht Mit gnade, fried' und güte. Die gnad' erleuchte mich, Die liebe stärke mich Und der gemeinschaft band In mir vermehre sich. 13. 2ob, ehr' und preis sei GOtt Dem bater, sohn und geiste, Wie ihn der engel chor Schon bei der schöpfung preiste. Nimm dieses lallen an, Das lob und ehre bringt, Bis mein berklärter mund Auch dreimal heilig singt. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 217. heiligste dreieinigkeit ehren, Wie kann doch deine christenheit Dein lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wundersam, Ganz unbegreiflich ist dein nam', Dein wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine gnad', Auch weil wir hier noch leben, In deinem worte so viel hat Uns offenbart gegeben, Daß du bist wahrer GOtt, und heißt GOtt vater, sohn und heilger geist, Dreifaltig und doch einig. 3. O vater aller dinge quell Und ursprung, sei gepriesen Für alle wunder klar und hell, Durch deine macht erwiesen. Du vater, hast vor aller zeit Den ein'gen sohn von ewigkeit, Dein ebenbild gezeuget. 4. Du hast gemacht den erdenkreis Nach deinem wohlgefallen, Uns menschen drauf zu deinem preis, Daß wir dein lob erschallen. Auch wird durch deines mundes wort Dies alles immer fort und fort Erhalten und regieret. 5. Drum steh, o vater, ferner bei Uns, deinen armen findern, Und alle 113 unsre schuld verzeih' Uns bußfertigen sündern, Aus unsern nöthen mannigfalt Errette uns und hilf uns bald, Wie du uns fest versprochen. 6. JEsu Christe, GOttes sohn, Von ewigkeit geboren, Uns menschen auch im himmelsthron 3um mittler auserforen, Durch dich geschicht, was nur geschicht, wahrer GOtt, o wahres licht Bom wahren GOtt und lichte. 7. Du bist des baters ebenbild, Und doch vom himmel kommen, 18 eben war die zeit erfüllt, Hast du fleisd) angenommen, Hast uns erworben GOttes huld, Bezahlet unsre sündenschuld Durch dein unschuldig leiden. 8. Nun sizest du zur rechten hand Des vaters hoch erhoben, Beherrschest alle leut' und land Und dämpfst der feinde toben. Hilf uns, o wahrer mensch und GOtt, Wir wollen dir für deinen tod Und alle wohlthat danken. 9. O heil'ger geist, du werthe kron', Erleuchter unsrer sinnen, Der du vom vater und dem sohn Ausgehest ohn' beginnen, Du bist allmächtig und ohn' end', Der vater und der sohn dich send't, Im glauben uns zu leiten. 10. HErr, du gebierest durch die tauf Uns wiederum aufs neue, Hernach auch nimmest du uns auf, Wenn du giebst wahre reue. Durch dich wird unsre hoffnung fest, Und wenn uns. alle welt verläßt, Bleibst du bei uns im Herzen. 11. Wir bitten dich demüthiglich, Daß es ja mag durchdringen, Was wir für seufzen oft vor dich In unſern nöthen bringen Und wenn die lette stund' da ist, So hilf, deß wir auf JEsum Christ Getrost and selig sterben. 12. GOtt bater, fohn und heil'ger geist Für alle gnad' und güte Sei immerdar von uns gepreist Mit freudigem gemüthe. Des himmels heer dein lob erklingt, Und heilig, heilig, heilig! singt, Das thun auch wir auf erden. 8 Von dem dreieinigen GOtt 114 Mel. Christ unser HErr zum 2c. as alle weisheit in 218. kaum weiß zu lallen, Das läßt GOtt aus dem himmelszelt In alle welt erschallen, Daß er alleine könig sei, Hoch über alle götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der from men schuß und retter, Ein wesen, drei personen. 2. GOtt vater, sohn und heil'ger geist Heißt sein hochheil'ger name; So fennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte same, GOtt Abraham, GOtt Isaak, GOtt Jakob, den er liebet, HErr zebaoth, der nacht und tag Uns alle gaben giebet, Und wunder thut alleine. 7. Ei nun, so gieb, du großer held, GOtt himmels und der erden, Daß alle in der welt Zu befehret werden; Erleuchte, was verblendet geht, Bring wieder, was verirret, Reiß aus, was uns im wege steht, Was freventlich verwirret Die schwachen in dem glauben, 3. Vom Der Mel. Christ unser HErr zum 2c. gerechter Ich flage ſohn gezeuget worden, Der john fam 219., 3 st nach bestimmter zeit Ins fleisch in unsern orden, Der heil'ge geist geht aus ohn' zeit Vom vater und vom sohne, Mit beiden gleicher herrlichkeit, Gleich ewig, gleicher frone Und ungetheilter stärke. dir mit schmerzen Die angeborne sün= dennoth Und finsterniß im herzen, Denn ich kann dich nicht von natur Erkennen, noch dich lieben; Ach, zeige beides mir dazu die spur, Wie ich mag üben Nach deinem wohlgefallen. 4. Sieh hier mein herz, das ist dein gut, Dein schaß, dem feiner gleichet; Das ist dein freund, der alles thut, Was dir zum heil gereichet, Der dich gebaut nach seinem bild, Für deine schuld gebüßet, Der dich mit wahrem glauben füllt, Und all' dein kreuz verfüßet Mit seinem heil'gen worte. 5. Drum auf, mein herz, erhebe dich, Und lerne GOtt recht kennen, Denn die erkenntniß rühret mich, In liebe zu entbrennen, Die meiner seelen hoffnung nährt, GOtt werd' in jenem leben Die freude, die fein ohr gehört, Und solche wollust geben, Die hier fein aug' erblicket. 8. Laß deine fraft uns allzugleich Zur himmelspforte bringen, Daß wir gesammt in deinem reich Ohn' alles ende fingen: Daß du alleine könig ſeist, Hoch über alle götter, GOtt pater, sohn und heil'ger geist, Der frommen schuß und retter, Ein wesen, drei perſonen. 6. Weh' aber dem verstockten heer, Das sich hier selbst verblendet, GOtt von sich stößt, und seine ehr' Auf kreaturen wendet! Ihm wird gewiß des himmels zelt Dereinst verschlossen bleiben; Wer GOtt verläßt auf dieser welt, Den wird er von sich treiben Und ewig dort verstoßen. 2. Gieb, vater, daß ich deine macht, Und liebestreu anbete, Auch deine weisheit wohl betracht' Und findlich vor dich trete. Gieb deine allmacht mir zum schuß, Zum labsal dein erbarmen, Dein recht und wahrheit sei mein trup, Dein licht erfreu' mich armen, Zum lobe deiner gnade. 3. Laß mich auch deinen lieben sohn In deinem licht erkennen, Wie er sei unser gnadenthron Und einig heil zu nennen, Ein wahrer mensch, und doch mit dir Auch GOtt bon gleichem wesen, Das licht vom licht, durch welches hier nun alle wohl ge= nesen, Die durch die sünd' erstorben. 4. Denn drum ist er, das höchste gut, Vom himmelsthrone kommen; Das ew'ge wort hat unser blut Und fleisch an sich genommen, Daß es von unserem geschlecht Den zorn und fluch abkehrte, Den segen aber wieder brächt', Der uns sonst nicht gehörte, Durch thun und auch durch leiden. und dessen Wesen und Eigenschaften. 115 Salleluja, Halleluja. 5. Ja JEsu, du, du bist der weg,| gaben, Die alle freaturen haben. Der uns zum himmel führet, Laß mich dich, ein'gen glaubenssteg So gehn, wie sichs gebühret; Sei meine wahrheit, welcher ich Von ganzem herzen glaube, Sei mir das leben, auf daß mich nicht tod und hölle raube, meines Lebens leben! 6. Laß mich, o höchste majestät, Den heil'gen geist auch ehren, Der von dir und dem sohn ausgeht Und uns durchs wort will lehren; Ach, laß denselben sein mein licht, Mich irrenden zu leiten Und, wenn es mir an muth gebricht, mit tröstung stehn zur feiten Und mich in schwachheit stärken. 7. Laß ihn, o HErr, mich allezeit 3u seinem tempel weihen und mit rechtschaffner heiligkeit mein herze benedeien, Laß ihn die sündliche natur Stets bessern, daß auf erden Zu einer neuen kreatur Ich mag bereitet werden Und so dein erb' erlangen. 8. So gieb uns, der du heilig heißt, Dich, den wir vater nennen, Sammt deinem sohn und heil'gem geist, Im glauben zu erkennen, Weil dich erkennen, wie du bist, und deine liebe schmecken, Des ew'gen lebens vorschmack ist, Bis du uns wirst entdecken Das volle licht im schauen. 3. Dies ewige licht ist befreit Von aller unvollkommenheit, Sein geistlich und nothwendig wesen Läßt nichts schwaches an sich lesen, Sein unerforschlicher verstand Ist keinem, als ihm selbst bekannt, Sein freier und gerechter wille Ist eine ew'ge lebensfülle. Halleluja, Halleluja. 4. Sein herrlicher glanz, der höchst rein, Hat mit dem schatten nichts gemein. Die höchste einfalt* ist zu spü ren, Da sich aug' und sinn verlieren. Legt schon die schrift ihm glieder bei, So macht sie deren schilderei, In unsre schwachheit sich zu schicken Und es begreiflich auszudrücken. Halleluja, Halleluja. 5. Kein menschlicher leib schränkt ihn ein, Ein geist hat weder fleisch noch bein; Die hand bezeichnet seine stärke Und beschirmung seiner werke, Sein offnes aug und hörend ohr Stellt sein unendlich wissen vor, Das alles kennt, nichts ausgenommen; Kurz, alles ist bei ihm vollkommen. Halleluja, Halleluja. 6. Vorschöpfungszeit war er allein, Es wird auch kein GOtt nach ihm sein; Obgleich der satan viele gözen Ihm will an die feite seßen, So ist doch ihre göttlichkeit nur eine mißgeburt der zeit. Der lette brand wird sie verzehren, Ihn aber wird man Mel. Komm heil'ger geist HErre 2c. 220. Unendlicher GOtt, höchewig ehren. Halleluja, Halleluja. stes gut, Das in 7. Der höchste GOtt ist nun zuselbst besteht und ruht, Das unbe- gleich In seinem ew'gen wesen reich, greiflich ist zu nennen, Wer kann dich In welchem ewig drei personen Wunvollkommen kennen? Du bist ein underbar vereinigt wohnen: Der vater umschränktes licht, Bon ziel und hat vor zeit und welt Den sohn gezeugt gränzen weißt du nicht: Dich kann und dargestellt, Der heil'ge geist geht fein sterblich auge sehen, Es muß vor aus von beiden. O wunder- drei, voll dir verhüllet stehen. Halleluja, Hal- glanz und freuden! Halleluja, Halleluja. leluja. 2. Erschaffener geist, blöder sinn, Komm, sege dich voll demuth hin, Mit stummer einfalt anzuhören Unbegreiflich hohe lehren. GOtt ist ein unerschaffner geist, Der aller geister vater heißt, Der ursprung aller guten 8. Ich bete dich an, großes licht, Mit ehrfurchtsvoller liebespflicht, Ach, laß mich arme hand voll erden Deiner liebe fähig werden. Mein herz begehret nur allein Mit dir vertraut bekannt zu sein, Baß mich vor deinem 116 Von dem dreieinigen GOtt thron bald stehen und unverrückt| welt Und alles an das licht gestellt, bein antlig sehen. Halleluja, Hal- Auch väterlich erhalten. leluja. 3. Drum bleib uns ferner zuge= than, Als vater deinen findern, Und nimm dich unsrer wohlfahrt an, Hilf allen armen fündern, Daß wir von deiner mildigkeit Zur guten und zur 221. Kyrie, GOtt vater in böfen zeit Trost, schuß und nahrung ewigkeit, Groß ist deine barmherzigkeit, Aller dinge schöpfer und regierer, Eleison! * Das ist: GOtt ist ein einfaches wesen, das aus feinen theilen zufammengesetet ist. 2. Christe aller welt trost, Uns sünder allein du hast erlöst; O JEsu GOttes sohn, Unser mittler bist du im höchsten thron, Zu dir schreien wir aus höchster begier: Eleison! 3. Kyrie GOtt heiliger geist, Trost', stärk'uns im glauben allermeist, Daß wir am legten end' Fröhlich abscheiden aus diesem elend. Eleison! 222. bater, allmächtiger GOtt, Zu dir schreien wir in der noth: Durch deine große barmherzigkeit Erbarm' dich über uns! 2. Christe, wollst uns erhören, Für une bist du mensch geboren Maria. Erbarm' dich über uns! 3. Vergieb uns all' unsre fünde, Hilf uns in der letzten stunde, Für uns bist du gestorben. Erbarm' dich über uns! 6. GOtt heil'ger geist, du himmelsgast, Der frommen schaß und wonne, Der du den ausgang ewig haft Bom bater und dem sohne, Du süßer tröBonster, freund und hort, Der du die deinen immerfort In alle wahrheit leitest; 7. Komm, wahrer GOtt, mit deiner kraft zu deinen auserwählten, Gieb uns den rechten lebenssaft Und tröste die gequälten, Bleib unser schuß und zuversicht, Der seelen schaß und freudenlicht, und unsers geistes leben. 8. heilige dreieinigkeit, Beherrscher aller schaaren, Der du dich deiner christenheit Haft wollen offen= baren, Daß du mit deinem namen heißt GOtt vater, sohn und heil'ger geift, Wir danken dir mit freuden. 9. Denn wer dich, GOtt, recht weiß und kennt, Der hat das rechte leben, Und wer von deiner liebe brennt, Den kannst du bald erheben, Daß er nach dieser trüben zeit Dich in der frohen ewigkeit Von angesichte saauet. 4. Oheil'ger geist, wollst uns geben, Dich all'zeit herzlich zu lieben, Und nach deinem willen zu leben. Erbarm' dich über uns! Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 223. bater, GOtt von ewigkeit, Der gottheit wahre quelle, Du tiefe der vollkommenheit, Du licht, das ewig helle, Du HErr voll pracht und majestät, Dein unaussprechlich lob erhöht Der himmel sammt der erde. Bon ewigkeit geboren, Wir sehn, da 4. GOtt sohn, des vaters ebenbild nun die zeit erfüllt, Daß du bist auserforen 3um mittler, GOtt und mensch zugleich; Du hast der welt dein himmelreich Durch deinen tod erworben. 2. Als vater hast du deinen sohn ſeiner gottheit thron Das chor der Bon ewigkeit gezeuget, Daß sich vor engel beuget; Als vater hast du diese 5. Als gottmensch sig'st du auf dem thron Zu deines vaters rechten, Uns wider allen neid und hohn Des teufels zu verfechten. Ach, hilf uns durch dein theures blut, Daß uns dein bater bleibe gut und ewiglich gewogen. 224. macht Und gnade zu Mel. Es wolle GOtt uns gnädig zc. GOtt, wir deine und dessen Wesen und Eigenschaften. 117 uns armen, Nach welcher du uns| heil noch trost ist außer dir, Kein helwerth geacht't, Dich unsrer zu erbar= fer noch erretter. Laß mich, o HErr, men. Wir sind voll sünde, du voll auf dich allein Von ganzem Herzen gnad', Wir todt, du bist das leben trauen, Dir lediglich ergeben sein. Und hast nach deinem gnadenrath Auf niemand anders bauen, Dir Dich uns zu eigen geben, abgrund GOtt, allein anhangen. aller liebe! 3. HErr, mein GOtt, du bist ein geist Und theilest bei uns allen An gaben aus, was geistlich heißt, Nach deinem wohlgefallen; Laß mich stets geistlich sein gefinnt, Daß, wenn ich vor dich trete. Ich deine kraft in mir empfind' Und dadurch dich anbete Im geist und in der wahrheit. L 4. Du bist, o GOtt, von ewigkeit, Ohn' anfang und hn' ende; Gieb, daß mein herz von ller freud' Des zeitlichen sich wende, Auf daß ich möge immerdar Drum bitten und drauf denken, Weil alles hier nur wandelbar, Daß du mir dort vollst schenken Ein unvergänglich erbe. 5. O GOtt, du bist an allem ort und gar nicht zu ermessen, Ob einer hier ist oder dort, Ist er dir nicht entfeffen; Laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, Du könnst dich mein annehmen, auch was ich thu, laß mich dabei Des bösen vor dir schämen, Und überall dich fürchten. 6. Unendlich ist, HErr, deine macht, zu retten, die dich lieben, Und, wenn der gottlof dich veracht't, Die rache auch zu üben. Gieb, daß sich deiner allmacht schuß Fort über mich erstrecke, Mich auch nicht menschengrimm und trug, Nur deine straf' erschrecke: Du tödtest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, GOtt, Niemand kann sie ergründen, Wie wunderschwer auch ist die noth, Weißt du doch rath zu finden; Gieb, daß ichs dir stets traue zu, Auf dich werf meine sorgen, Auch übels weder dent' noch thu, Weil du siehst ins ver= borgen' Und prüfest herz und nieren. 2. Wir beten dich als vater an, Du liebest uns als finder, So haft du dich ja kund gethan, Zum trost der armen fünder. Dein zorn weicht deiner lieb' und huld, Dein väterlich gemüthe 3st voll erbarmen, voll geduld, Voll langmuth, treu' und güte; liebreich vaterherze! 3. JEsu, theurer GOttessohn, Du licht vom wahren lichte, Vor dir, dem rechten gnadenthron, Wird sünd' und tod zunichte; Du bist der grund der seligkeit, Worauf wir arme hoffen, Dein gnadenbrunn steht allezeit Für unsre seelen offen, Du ausfluß alles ſegens! 4. Du geist der gnaden, wahrer GOtt, Komm, steure dem verderben, Laß uns durch Christi kreuzestod Der welt und uns absterben, Ja, schlag bas ganze höllenreich In unsern seelen nieder, Damit wir JEsu Christo gleich, Und seines leibes glieder Durch Beine gnade bleiben. 5. So ehren wir in einem thron Dich, unsern GOtt und vater, Sammt Christo deinem lieben sohn, Als unfern heilserstatter, Und GOtt den werthen heil'gen geist Von gleicher macht und wesen. Hilf, der du dreimal heilig heißt, Daß wir in dir genesen Und dich dort ewig loben. Mel. Christ unser HErr zum 2c. 225. meine feel erhebe dich, Mit andacht zu betrachten, Wie GOtt hat offenbaret sich Und wie man ihn soll achten, Daß er der allerhöchste ist Im himmel und auf erden Und soll gepreist zu jeder frist, Auch angerufen werden, Als ursprung aller dinge. 2. GOtt, du bist einig für und für, Nichts sind der heiden götter, Kein 8. GOtt, du bist heilig und gerecht, Du kannst die sünd' nicht leiden, Wer sagen will, er sei dein knecht, Der muß das böse meiden; Gieb, daß ich mich 118 Von dem dreieinigen GOtt zu jeder zeit Der heiligkeit befleiße,| Unendlich größrer GOtt, Als wir ge= Nachjage der gerechtigkeit, Auch dein gericht gut heiße, Ob ichs schon nicht begreife. schrieben lesen, Ach floße meiner armen seele Ein ehrfurchtsvolles schaudern ein, Laß, wenn ich deinen ruhm erzähle, Mich tief vor dir gebeuget sein. 2. Du bist ein selig gut, Du weißt von keinem leide, Dein tiefer abgrund ist Ein meer vollkommner freude, Du konnt'st in süßer stille schweben, Eh' dich der engel schaar geehrt, Es war dein höchst vergnügtes leben Von keiner einsamkeit gestört. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Wenn sich bekehrt der sünder, Erbarmst dich, wie ein bater thut, Von herzen deiner finder; HErr, laß von deiner lieb' und gnad' Mich all' weg' trost bekommen, Von mir auch meine missethat So fern sein hingenommen, Als morgen ist vom abend. 10. GOtt, deine wahrheit stets besteht, Und wohl dem, der dir gläubet, Der himmel und die erd' vergeht, Dein wort, HErr, ewig bleibet; Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du drauest, Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest, Hoffnung wird nicht zu schanden. 3. Dein seligsein wuchs nicht Durch schöpfung dieser erden, Du konnt'st durch meinen fall Nicht unglückselig werden; Doch läßt dein sohn in solche mühe Sich für mich schnöden sünder ein, Daß er mich wieder zu dir ziehe, Als könnt'st du sonst nicht selig sein. 11. Allselig bist du, GOtt, und frei, Du thust, was dir beliebet, Du 14. Du fannst mit größtem recht Allein gewaltig heißen, Dein donner kann die welt Aus ihren achsen reißen. Es ist kein ziel in deiner stärke, Dein bist ein milder HErr dabei, Der reich- wort trägt diese schwere welt, Das ist das kleinste deiner werke, Was jeder für unmöglich hält. lich gutes giebet; Laß mich mit dem zufrieden sein, Was ist dein heil'ger wille, Gieb auch, daß ich von dir allein Und deiner güte fülle Erwarte all's in allen. 12. GOtt, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde seße, Kann ich mich drob erfreuen mehr, Als über alle schäße, Bis ich dort, o mein heil und licht, Ohn' lallen dich werd' nennen, Bon angesicht zu angesicht Anschauen und erkennen Und ohn' aufhören loben. 13. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Der du auch willst auf erden Von mir und allen sein gepreist, Laß deinen ruhm groß werden, Verleih mir gnade, kraft und stärk, Daß ich zu allen zeiten, HErr, deinen nam'n und deine werk' Könn' mehr und mehr ausbreiten, So lang' ich hab' das leben. 5. Du bist der herren HErr, Den erd' und himmel scheuet, Der allen fon'gen selbst Die theuren kronen leihet. Dich fürchten alle majeſtäten, Dich betet jede herrschaft an, Du kannst so leib als seele tödten, Das kein zer= brechlich scepter fann. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besiget Und andre, wenn er will, Bor tod und gruft beschüßet. Was die erschaffnen geister haben, Das tragen sie von dir zu lehn, Du kannst sie in ihr nichts begraben. Bleibst aber selber ewig stehn. 7. Ein unzugänglich licht Muß dir zur wohnung dienen, Ein glanz, der noch zu klar Den lichten seraphinen, Ein bliß, der selbst die engel blendet, Wenn er auf ihre stirnen fällt, Bon welchem sich ihr antlig wendet und sich vor scham verhüllet hält. 8. Welch sterblich auge hat Dein 226. zu Du wesen je geschauet? Wer lebet, der es Von der Majestät GOttes. erklärte majestät, An und dessen Wesen und Eigenschaften. 119 siehst zwar, als am hellen morgen,| morgen neue, Laß nur deinen geist Was nacht und abgrund in sich schleußt, Uns aber bleibst du wohl verborgen, Du unsichtbarer großer geist! uns treiben, Dir beständig treu zu bleiben. 5. Macht uns nicht dein licht bekannt: Ewig sei auch, GOtt, dein wille? Du willst, daß ein jeder stand Solchen in der that erfülle; Ach könnt' ich in meinem leben Doch demselben recht nachstreben. 6. Es ist fund und offenbar: Ewig sei dein hohes wissen, Du erkennest sonnenklar Aller menschen ihr gewissen; Ei so will ich mich bemühen Mich von sünden abzuziehen. 7. Du liebreicher frommer GOtt, Ewig ist auch deine liebe; Trifft mich nun gleich schmach und spott, Ja wenn ich wie staub zerstiebe, Werd' ich doch zu dir gelangen und mit liebe dich umfangen. 9. Was wir von deiner macht Und deinem wesen wissen, Das hast du selbst zuvor Uns offenbaren müssen; Der sohn, den deine seele liebet, Und den dein vaterschooß umschließt, Der ists, der uns die nachricht giebet, Die unserm glauben nöthig ist. 10. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, So werden wir erst unsre blöße Mit vieler scham und demuth sehn, Und, schönster geist, vor deiner größe In ewigkeit entzücket stehn. 11. Indessen sei dein ruhm Mit schwachheitskraft befungen, Nimm hin ein findisch lob Von einer blöden zungen; Wirst du dereinst den mund verklären, So wird er deiner majestät Ein lied im höhern chor gewähren, Das deines namens ruhm erhöht. Von der Ewigkeit GOttes. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. 9. Diese deine ewigkeit, Du HErr himmels und der erden, Laß mir doch ju jeder zeit Tief ins herz gepräget werden, So werd' ich, mein GOtt, 227. Großer Gott, Err ze= bort oben Dich auch ewig, ewig loben. baoth, Dich soll man allein anbeten, Du hilft uns aus aller noth, Wenn wir gläubig vor Darum was wir Von der Allgegenwart und Allwissenheit GOttes. fingen, Zu dir durch die wolken brin= 228. forschest mich, Und Err der du ergen. fennst mich aus und innen, Mein thun und lassen kommt vor dich, Gehn, stehen und beginnen; Was ich im bette denk' und dicht', Siehst du von fern, und fehleft nicht, Du prüfest herz und nieren, Du fannst auch, wenn ich bin allein Und gerne wollt' verborgen sein, All' meine weg' ausspüren. 2. Es ist kein wort in meinem mund, Das ich dir könnt' verhehlen, Du HErr, siehst recht des herzens grund, Was steckt in meiner seelen, Du schaffest, was ich gut's vollbring', 2. Deine gottheit ist ein meer, Dessen tiefe den verschlinget, Der mit vorwiß gar zu sehr Grübelnd in das felbe dringet, Drum will ich in demuth hören, Was du selbst uns wollen lehren. 3. Unser herz und junge spricht: Ewig ist dein heilig wesen; Wie wir diesen unterricht Deutlich in der bibel lesen, O, so laß uns dieses merken, Uns damit im glauben stärken. 8. Frecher fünder, merke dies: Ewig ist auch GOttes strafe, Diese trifft einst ganz gewiß Die verlornen bösen schafe; Drum laß ab von deinen fünden, Hier kannst du noch gnade finden. 4. Dies dein wort zeigt weiter an: Ewig sei auch deine treue; Ja wir denken wohl daran, Sie wird alle Von dem dreieinigen GOtt 120 Wie groß es ist, und wie gering, Ich fanns ohn' dich nicht richten. Wenn aber du durch deine gnad' Verstand mir giebst, auch hülf und rath So fann ich alles schlichten. 3. Wie du die deinen wunderlich, O GOtt, hier pflegst zu führen, Bersteh ich nicht, und lasse mich Bloß deine gnad' regieren. Wo soll ich hin vor deinem geist Weil du auch die gedanken weißt? Es hilft vor dir kein fliehen; Führ' ich gen himmel, bist du da, Auch in dem grab trittst du mir nah, Kann dir mich nicht entziehen. 4. Nun, großer GOtt, weil deine hand Mich finden, all' mein thun dir ist bekannt, So hüt' ich mich vor fünden. Denn finster ist wie licht bei dir, Was heimlich war, kömmt klar herfür, Ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, gered't, gedacht, Das wird vor deinen thron gebracht, Da muß ich vor dir stehen. 5. HErr, meine seel' erkennt dies wohl, Daß du mich hast bereitet, Und, wie ein mensch gestalt't sein soll, Aus mutterleib geleitet. Durch deine vorforg', fleisch und bein Und alle glieder an mir sein, Dein aug' hat mich erwählet. Da ich noch ungeboren war, Hast du schon stunden, tag' und jahr' 3m lebenslauf gezählet. 6. Ich danke dir und preise dich Für solche große thaten, Und daß du mir so wunderlich An leib und seel' gerathen: Sehr föstlich ist dein werk an mir; Wenn ich erwach', bin ich bei dir Und warte deiner gnaden; Ich gläube fest, daß meine sünd' Durch Christum mir vergeben sind, Daß sie mir nicht mehr schaden. 8. Erforsch' mich, GOtt, ergründ' mein herz, Durchsuch' all' mein' gedanken, Und siehe, ob ich hinterwärts Und auf die feit' wollt' wanken; Bin ich vielleicht auf bösem weg, So führ' du mich den rechten steg, Der nach dem himmel weise, Daß ich vom sündendienste frei Und dir, o HErr, gefällig sei, Bis ich von hinnen reise. Von der Allwissenheit * 7. Den borsag gieb mir, HErr dabei, Daß ich, was bös ist, meide; Die gottlof rott' fern von mir sei, Von frommen mich nicht scheide, Daß ich nur lieb', was dir gefällt, Und hasse, was ist von der welt, Auch ihren troß nicht achte, Halt, dein gebot, hör' gern dein wort, Im glauben und in hoffnung fort Das ewige betrachte. GOttes. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig 2c. 229. Allwissender vollauge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet, Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken, Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken und an den tag zu bringen. 2. Selbst die gedanken sind dir fund, Die unsre seele heget, Eh' sie noch der verschloffne mund Durch worte dargeleget. Die herzen sind dir offenbar, Du kannst ihr dichten ſpüren, Den rath derselben siehst du klar, Du prüfest herz und nieren, Und dir bleibt nichts verborgen. 3. Was deiner freunde herz be= gehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh' sie noch vor dich treten. Was deiner feinde herz beschließt, Das ist dir unverborgen, Dieweil du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 4. Was nach verfließung vieler zeit Noch künftig wird geschehen, Das fieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen knechten fund, Es weiter auszubreiten, Und läßt durch ihren schwachen mund Die größten heimlichkeiten Der ganzen welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser zeit ver= schwiegen, So wird dein auge künftig doch Die finsterniß besiegen. Dein und dessen Wesen und Eigenschaften. 121 unparteiisches gericht Wird alles| nungsband, Und hebst es auf durch offenbaren; Was noch so heimlich jetzt geschicht, Wird man alsdann erfah= ren Und öffentlich erzählen. 6. Laß mich, o höchste majestät, Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht Mit falschen schmeicheleien. Durchdringe fräftig feel' und geist Mit dessen heitern blicken, Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich lebenslang vermeiden. Von der Allmacht GOttes. 230. reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet, Nichts ist, das deiner herrlichkeit und deinen thaten gleichet; Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär'. 2. Es fällt auf dein allmächtig wort Dir alles zu den füßen, Du führeſt deinen anſchlag fort Bei allen hindernissen; Du winkst, so stehet eilend da, Was man mit feinem auge ſah. 3. Du hast dies große weltgebäu Allmächtig aufgeführet, Es zeuget erd' und himmel frei, Daß sie dein arm regieret; Dein wort, das sie geschaffen hat, Ist ihnen an der pfeiler statt. 4. Wenn jemand so verständig ist Und sich zum guten neiget, Wenn er der eitlen welt vergißt und unter dich sich beuget, So lösest du des satans band Und machst ihn frei mit starker hand. 5. Die größe deiner wundermacht, Die Christum auferwecket, Den man erblaßt ins grab gebracht, Wird auch alsdann entdecket, Wenn unsers glaubens blödes licht Durch alle nacht der sünden bricht. 6. Die menge vieler wunder zeugt, Daß, schöpfer, dein vermögen Weit über die gesege steigt, So die natur bewegen; Du hast gemacht das orddeine hand. 7. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug' einst sehen, Wenn nach der langen todesnacht Die körper auferstehen, Wenn du der dürren knochen rest Mit fleisch und glanz bekleiden läßt. 8. D allmacht, mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnieder, Die ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebet meine glieder; Mach mich zum zeugen deiner fraft, Die aus dem tod ein leben schafft. 9. Ach, zünd' in mir den glauben Der deiner macht anhange, Daß an, bem ich dich umfange Und traue deiner GOtteskraft, Die alles kann, die alles schafft. Von der Weisheit GOttes. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. alles ganz 231. Du weiſer ſchöpfer aller genau versteht, Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht, Du schreibest der geschöpfe chor Biel, maß, gewicht und regeln bor. 2. Die wundervollen, schönen werke, Die unsern augen fern und nah, Die stehn sowohl durch deine stärke, Als auch durch deine weisheit da; Es zeigt das ganze weltgebäu, Daß dein verstand unendlich sei. 3. Mit eben den geschickten händen, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was dein verstand hervor gebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht, Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun'dir vorgenommen, Das geht unfehlbar in die that, Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath; Die mittel stehn in deiner hand, Die du zum endzwed gut erkannt. 5. Die menge so verschiedner willen, Die bald auf dies, bald jenes fällt, Von dem dreieinigen GOtt 122 Muß doch denselben schluß erfüllen, Den sich dein wille vorgestellt, Der aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit, decke meiner seele Die angeborne thorheit auf, Damit fie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf; Ich weiß den weg des friedens nicht, Ach, gönne mir dein hohes licht. 7. Du hast mich durch mein gan= zes leben Nach deinem flugen rath geführt, Mein geist muß dir das zeugniß geben, Daß du vollkommen wohl regiert, Leit' ferner mich durch welt und zeit Bis an das thor der ewig-| feit. Von der Heiligkeit GOttes. Mel. Kommt laßt euch den 2c. 232. Gott, bor deſſen ange= fichte Nur ein reiner wandel gilt, Ew'ges licht, aus dessen lichte Nichts als reinste flarheit quillt, Laß uns doch zu jeder zeit Deinen strahl der heiligkeit So durch herz und seele dringen, Daß wir stets nach folcher ringen. 2. Du bist rein in werk und wesen, Und das unbefleckte kleid, Das du dir, o Gott, erlesen, Ist die reinste heiligfeit. Du bist heilig, aber wir, Großer schöpfer, sind vor dir Als ein kleid, das sündenflecken Ganz besudeln und bedecken. 3. Nichts wird sonst von dir geliebet, Bater, als was sich allein Deiner heiligkeit ergiebet Und, wie du, voll fommen rein; Darum nimm dich unser an, Deren herz nichts lieben fann, Als was dich zur strafe treibet Und von dir berworfen bleibet. 4. Was dein Herz gedenkt und dichtet, Was dein heil'ger wille thut, Was dein starker arm verrichtet, Ist stets heilig, rein und gut, Und so bleibst du ewiglich, Da wir schwache menschen dich Durch das böse, das wir übent, Thun und dichten stets betrüben. 5. Wounreinigkeit zu finden, Was nur flecken in sich faßt, Was unheilig, was voll sünden, Ist und bleibet dir verhaßt. Du bist nur der reinen freund Und den übelthätern feind, Ach, dies muß uns sünder schrecken Und so furcht als schmerz erwecken. 6. Lindre solche furcht und schmerzen, Du bist rein und machest rein; Darum schaff' uns solche herzen, Die auch rein und heilig sein. Wasche sie, o höchstes gut, Wasch' uns rein mit Christi blut, Laß in uns verstand und willen Deinen heil'gen geist erfüllen. 7. Gieb, o bater, unsern seelen, Glaubensvoll auf dich zu sehn, Deine heiligkeit zu wählen Und darnach einher zu gehn, Bis wir dort mit jener schaar Der erlosten immerdar Heilig, heilig, heilig! singen Und die reinsten opfer bringen. 233. großer geist, o urs aller dinge, Omajestät voll pracht und licht, Wer ist, der dir ein würdig loblied singe, Welch sterblich herz erzittert nicht? Stellt sich der seraphinen schaar Vor deinem thron verhüllet dar* Wie sollte nicht ich hand voll erden Vor dir vell furcht und schauder werden? Efa. 6, 2. 2. Ach, rühre mir die ganz befleckten lippen Mit deines altars fohlen an,' Sonst fahr' ich hin in ungeheure klippen, Wo feel und leib zerscheitern tann. Bring eine demuthsvolle scheu Den kräften meiner seele bei, Laß mich auf knie und antlig fallen, Wenn heilig! heilig! heilig! schallen. Efa. 6, 6. * 3. Dein wohnhaus ist ein licht, das feine schatten, Ein glanz, der keinen wechsel weiß; Eh' sonn' und mond das amt zu leuchten hatten, War schon dein lichter freudenkreis. Wer weiß zu deinem glanz die spur? Faßt dich wohl eine freatur? Und kann der strahl erschaffner augen Dein wesen zu durchforschen taugen? 4. Die sonne selbst hat ihre dun und dessen Wesen und Eigenschaften. 123 feln flecken, Du aber bist ein reinesort wirst bringen, Da wir ein ewig licht, Es kann in dir nichts finstres heilig! singen. fich verstecken, Dein heller glanz verdunkelt nicht, Du bist in dir vollkommen rein, Dein unbefleckter gottheitschein Hat nichts, das sünd' und nacht zu nennen, Nichts, das die flügsten tadeln können. Von der Gerechtigkeit GOttes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 234. Gerechter GOtt, vor dein gericht Muß alle welt fich stellen und sich vor deinem angeficht Ihr urtheil lassen fällen. Du schaust von deinem hohen thron, Ohn' alles ansehn der person, Auf alle menschenkinder. 5. Was deine hand pflegt an das licht zu stellen, Das glänzt von heiligkeit und zier, Es fließet nichts aus deinen lautern quellen, Als ein fristallner bach herfür. Du hasfest, was nach bosheit schmeckt Und was mit fatans gift befleckt, Es können nichts als gute gaben Von dir den ersten ursprung haben. 2. Du bist des satans werken feind Und hasfest gottlos wesen, Der ist gewißlich nicht dein freund, Der sich zum 6. Es zeigt sich zwar in des gewis- zweck erlesen Was dein gerecht gesetz senssprüchen Ein blick von deiner hei= Von herzen nicht besleißet. berbeut, Und der sich wahrer heiligkeit ligkeit, Doch hast du sie mit noch weit Flarern strichen In deinem theuren wort erneut, Allein das allergrößte licht Hat sie in dessen angesicht, Der, um die sünder auszufühnen, Auf er= den ohne sünd' erschienen. 3. Du liebest das, was recht und gut, Und bist ein freund der frommen, Wird von dir aufgenommen; Sein Wer glaubt und deinen willen thut, werk und dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Nach dem gesetz vollkommen. 7. Dies war der sohn, das bild von deinem wesen, Dem dein gesetz 4. Du öffnest deine milde hand, ins herz geprägt, An dessen stirn war Das gute zu belohnen, Und giebest in der that zu lesen, Was Aarons als ein liebespfand Den frommen stirn im schatten trägt. Der hat auf schöne kronen; So zeigest du vor aller seiner todesbahn Die schuld der sün- welt, Daß es dir herzlich wohl gefällt, der abgethan Und, da er als ein fluch gestorben, Die kraft zur heiligung er= worben. Wenn man das gute liebet. 8. Nun kann in uns dein bild von neuem grünen In unschuld und gerechtigkeit, Nun kann dein volk im heil'gen schmuck dir dienen, Da ihm dein sohn die kräfte beut; Es kann in dessen blute rein, Ja ohne fehl und tadel sein, Der auf sich nahm der sünden bürden, Auf daß die sünder heilig würden. 9. So gieb denn fraft, daß wir dich heilig scheuen, mit deines findes blut besprengt, Gieb fleiß und ernst, wenn fich der koth von neuem An die ge= waschnen glieder hängt, Schenk uns ein herz, das heilig ist, Weil du, der vater, heilig bist, Bis du uns an den 5. Hingegen bleibt die bosheit auch Von dir nicht ungerochen; Ein abgrund voller qual und rauch Wird denen zugesprochen, Die sich mit fündenlust beflect, Ja deine hand ist ausgestreckt Sie hier bereits zu strafen. 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen, Das feuer, das auf sodom fällt, Egyptens lange plagen Und andre wunder deiner macht, Bezeugen, wenn dein zorn erwacht, Wie du nach werken lohnest. 7. Bleibt hier viel böses ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines fünders schonet; Da wird sich die gerechtigkeit, Die jedem die bergeltung beut, Am herrlichsten beweisen. 124- Von dem dreieinigen GOtt 8. Gerechter GOtt, laß meinen| ihm werth geacht't, Und wenn höll' finn, Wie du, das gute lieben, Nimm und abgrund brüllt Bleibt er mir alle luft zur sünde hin, Wirk' inniges doch sonn' und schild. betrüben, Wenn sich dies, übel in mir regt; Dein herz, das lauter gutes hegt, Sei meines herzens vorbild. 9. Und weil vor dir, gerechter GOtt, Kein sünder kann bestehen, Der nicht des mittlers blut und tod Zum schild sich ausersehen, So gieb mir die gerechtigkeit, Die mich von deinem zorn befreit, Durch sein verdienst zu eigen. Von der Treue und Wahrheit GOttes. 4. Will die welt den frieden brechen, Hat sie lauter frieg im sinn, GOtt hält immer sein versprechen, So fällt aller zweifel hin; Denn er bleibet immerdar Was er ist und was er Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. er HErr hat sein Mel. GOtt des himmels und 2c. eicht, ihr berge, fallt 236. Den geboten, och 235. Weicht, ihr berge, fallt ihr hügel, Berg und felfen bredhet ein! GOttes treu hat dieses fiegel: Sie will unverändert fein. Laßt die welt zu trümmern gehn, GOttes gnade muß bestehn. 2. GOtt hat mir ein wort bersprochen, GOtt hat einen bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die wahrheit, trüget nicht, Was er faget, das geschicht. 3. Seine gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sondern ihren zweck erreichen, Bis fie mich zufrieden stellt. GOtt ist fromm, und gut und treu, Ob die welt voll heuchelei. war. 5. Laßt sein antlig sich verstellen, Ist sein herz doch treu gefinnt Und beeugt in allen fällen, Daß ich sein geliebtes find, Dem er beide hände reicht, Wenn auch grund und boden weicht. 7. Er, der HErr, ist mein erbarmer, So hat er sich selbst genennt; Das ist trost, so werd' ich armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was leides thu'. 6. Er will friede mit mir halten, Wenn die welt gleich lärmen macht; Ihre liebe mag erkalten, Ich bin bei 8. Nun es bleibt mein ganz bertrauen Auf ihn ankerfest gericht't, Auf ihn will ich felsen bauen, Denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und himmel kann vergehn, Sein bund bleibet feste stehn. seinen gnadenbund verlegt, Was seine wahrheit hat versprochen, Das wird auch in die that gesegt. Er ist entfernt von trug und list, Die eine brut des satans ist. 2. Was er aus lieb und huld ber= heißen, Das läßt er in erfüllung gehn, Er pflegt den grund nicht umzureißen, Darauf des glaubens pfeiler stehn, Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Doch wie er das unfehlbar giebet, Was seine lieb uns zugedacht, So wird auch, wenn er rache übet, Sein drohwort ganz gewiß vollbracht. Wenn er den schluß zu strafen faßt, So fühlt man dessen centnerlast. 4. Drum scheue dich mit frommen herzen Vor dem, was er den sündern dräut, Es ist, o seele, nicht zu scherzen mit seiner strafgerechtigkeit. Fleuch, fleuch, was er zu strafen droht, Sonst findest du in noth und tod. 5. Doch halt dich auch mit festem glauben An sein verheißnes gnadenwort, Es stehet nicht auf sand und schrauben; Drum fahre nur im hoffen fort, So wirst du sehn, daß seine treu Ihr wort zu halten mächtig sei. 6. Wir haben ja zwei starke gründe, Auf welchen unser glaube ruht, Weil und dessen Wesen und Eigenschaften. er, damit er beifall finde, Zu seinen worten eide thut; O wunder, wenn ein sünder hört, Daß selbst die ew'ge wahrheit schwört. 7. Ach seele, laß dich dies beschämen, Da es dein GOtt so treulich meint. Siehst du ihn sich nach dir bequemen, So sei du auch den lügen feind, Beweise dich als GOttes kind, Bei dem man treu und wahrheit find't. Von der Langmuth und Geduld GOttes. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 2c. 237. Ge etreuer GOtt! wieviel geduld Bezeigest du uns armen! Wir häufen täglich unsre schuld, Du häufest dein erbarmen. Des menschen ganzer lebenslauf Ist immerdar, von jugend auf Verderbt und dir entgegen, Und gleichwohl, bater, suchst du ihn Durch gnad' und huld zurückzuziehn, Durch langmuth zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich; Wenn sie sich schon verstocken, Willst du sie gleichwohl väterlich Durch güte zu dir locken. Wie lange siehst und rufest du Den juden in der wüste zu, Bis sich ihr herz bekehret! Wie trägest du so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh' sie die flut verheeret! 3. So giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen, So läsfest du den argen baum Nicht ohne pflegung stehen, Du wartest sein, du 125 5. Nun hättest du, o bater, recht, Sie wieder zu verlassen und einen ungetreuen knecht In ewigkeit zu haffen. Doch nein, das kann dein herze nicht, Dein herz, das aus erbarmen bricht, Wenn deine finder fehlen, Es hat geduld, so lang' es kann, E8 nimmt sich ihrer schwachheit an Und wacht für ihre seelen. 6. Drum rufst du ihnen in gefahr, So oft fie irre gehen, Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen. Du locest sie mit vaterhuld, Bersprichst, durch Christum ihre schuld Und fehler zu vergeben, Giebst selber glauben, geist und kraft Und, nach vollbrachter ritterschaft, Ein ewig freudenleben. 7. O langmuth, der nichts gleichen kann! Ach vater sieh uns armen Auch fünftig so geduldig an, Und trag uns mit erbarmen! Was hülf es, daß dein herz bisher Voll güt' und huld gewesen wär', Wenn sie aufhören sollte, Wenn deine hand, die straf und schwert Bisher in gnaden abge= kehrt, Uns nun verderben wollte. 8. Drum, brunn der güte, duld' uns noch Um Christi tod und schmerzen, Erwede bald und rühre doch Die träg' und sichern herzen, Daß deine huld und vatertreu Uns ja kein sündendeckel sei, Daß wir das böse hassen Und uns noch in der gnadenzeit Den reichthum deiner gütigkeit Zur buße leiten lassen. ſucheſt frucht, und wenn du gleich 238. Unumſchränkte liebe, blöden augen, umsonst du auf zu bauen. Du schonest sein von jahr zu jahr, Dein baterherz hofft immerdar Noch frucht von ihm zu schauen. 4. Gerechter GOtt, so große huld Bezeigst du frechen sündern Und hast nicht weniger geduld Mit deinen schwachen kindern. Sie werden ja, wenn fleisch und welt Und satan häufig nege stellt, Oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deine heil'gen wege. Die sonst kaum auf erden taugen, Daß sie in die strahlen Deiner lang= muth blicken, Die den erdkreis huldreich schmücken Und zugleich Freudenreich Bösen und den deinen, Wie die sonne, scheinen. 2. Wasser, luft und erde, Ja dein ganz gebiete Ist ein schauplaß deiner güte. Deiner langmuth ehre Wird durch neue probenImmer herrlicher erhoben.O wie weit, O wie breit Streckt fie ihre flügel über berg und hügel. Am Tage Johannis des Täufers. 126 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein schatten nur zu nennen. Tag für tag zu leiden, Tag für tag zu dulden So viel millionen schulden, Und dazu Ohne ruh Lieben für das hassen, HErr, wer kann das faffen? 4. Du bergiebest sünde, Hörst der sünder flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine rechte dräuet, Und erbarmt sich wieder, Begt die pfeile gerne nieder, Welche doch Immer noch Neue schuld erreget, Wenn sie faum geleget." 5. HErr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der gnade, recht empfangen; Wer zu deinen füßen Sich mit thränen senket, Dem wird straf' und schuld geschenket. Unser schmerz Rührt dein herz, Und du willst der armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, Daß du so verschonest, Und uns nicht nach werken lohnest. Deiner hand sei ehre, Die so wohl regieret Und mit ruhm den scepter führet. Fahre fort, Zions hort, Langmuth auszuüben, und die welt zu lieben! XIII. Am Tage Johannis des Täufers. Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. Dein lob auf meiner zungen Wird 239. hier, wie dort beſungen. Ott, dem kein ding unmöglich ist Im himmel und auf erden, Der bald der mutter leib verschließt, Bald fruchtbar läffet werden, Der aller welt Vor augen stellt, Es sei in deinem namen Nur lauter ja und amen! 6. Gelobet sei GOtt Israel, Du hast dein volk erhöret; Das horn des heils, Immanuel, Hat Davids haus geehret. Wir sind erlöst Und auch getröst't, Was du vorlängst versprochen, Das hast du nicht gebrochen. 7. Der feinde macht ist nun ge= beugt, Weil der erretter kommen; Du haft barmherzigkeit erzeigt Und uns in schuß genommen. Dein bund und laß mich nicht, Was dein mundeid Ist nun erneut; Nicht Abraham ſpricht, Für zweifelhaftig schäßen, Ja, alleine, Die heiden sind auch deine. felfen darauf segen. 2. Du hast einmal ein wort gered't In Zacharia tagen, Darum muß auch Elisabeth Ein kind im alter tragen. 8. Die finsterniß, die uns betrübt, Weicht nunmehr ganz zurücke, Der aufgang aus der höhe giebt Uns lauter sonnenblicke. Der friedensschluß Sept unsern fuß Aus allen todesschatten, Die uns umgeben hatten. 9. Ist uns auch so viel herrlichkeit Durch deinen sohn erschienen, So mach' auch unser herz bereit, Ihm lebenslang zu dienen. Kein ander heil Wird uns zu theil, Vergebung unsrer sünden Ist nur bei ihm zu finden. 10. Johannes ging vor JEsu her, Wir folgen deinen schritten Und obs auch durch die wüste wär'; Laß uns doch, wie wir bitten, Dir bleiben treu Ohn' heuchelei, Bis wir auf Zions auen Der sonne aufgang schauen. 3. Auch mich zog vormals deine hand Aus meiner mutter leibe, Du hast mich, eh' ich war, gekannt; Ach, diese wohlthat schreibe In meine brust, Daß ich mit lust Allzeit daran gedenke Und mich dir gänzlich schenke. 4. Mein name, welchen man mir gab, Ist auf dein buch geschrieben; O lasse mich bis in mein grab Den christennamen üben. Wer Christi glied, Der lebt bemüht Auch Christo nachzuahmen, Sonst hilft kein schöner namen. 5. Ein Zacharias preiset dich, Ich folge dem erempel; Dein guter geist bereite mich Zu GOttes ehrentempel. So stimm' ich an, So gut ich kann; Am Tage der Heimsuchung Mariä. XIV. Am Tage der Heimsuchung Mariä. Mel. JEsus meine zuversicht. 240. ochgepries'ne leibesfrucht, Liebster JEsu, sei willkommen! Heute bin ich heimgesucht, Du hingegen aufgenommen, Daß ich freudig fingen muß: HErr, du giebst mir gruß und fuß. 6. Vater der barmherzigkeit, Denke ferner an die deinen: Israel muß manche zeit In dem weltegypten weinen; Hebt es an, so merke drauf, Komm und hilf ihm wieder auf. 2. Du gebenedeites lind, Dessen huld nicht zu beschreiben, Komm, be= reite dir geschwind, Wo du immer mögest bleiben; Deine lust ist die allein, Bei and unter uns zu sein. 7. Halte, was du zugesagt Abraham und seinem samen, Dir sei unsre noth geklagt, Komm und schüße deinen namen, Denn durch nichts als deine hand, Wird das übel abge= wandt. 3. O wie selig sind doch die, Die des HErren worten glauben; Liebster hort, zu dem ich flieh, Laß mir diesen schap nicht rauben. Wort und glaube zieht den fuß Hin in edens überfluß. 4. Meine seel', erhebe du, Lob' und preise GOttes güte, Seine liebe schaffet ruh, Und befriedigt mein gemüthe. Wohl, ja wohl ist dir geschehn, Du bist gnädig angesehn. 5. Große dinge sind an dir Durch die allmachtshand erwiesen, Seine huld währt für und für, Darum sei er auch gepriesen, Ja gepriesen unser GOtt, Der da heißt HErr zebaoth. XV. Am Michaelisfeste, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 241. Go Ott meines Lebens meister, Du HErr der ganzen welt, Der so viel tausend geister Um seinen thron bestellt, Wie herrlich mußt du wohnen, Wie schöne muß es sein, Wo cherubim und thronen Bei dir gehn aus und ein. 2. Mir ist es noch verborgen, Was diese geister sind, Bis daß heut' oder morgen Ich, dein geliebtes find, Mit allen seraphinen In jenem hellen licht Dir ewig werde dienen Und sehn dein angesicht. 3. Sie sind ohn' fleisch und bene, Nur lauter kraft und geist, Von dem ganz frei und reine, Was sünd' und sterblich heißt, Ihr wissen übersteiget 127 8. Sucht die hoffartsvolle welt Uns den untergang zu drauen, Wollest du, o starker held, Sie durch deinen arm zerstreuen; Stoße sie von ihrem stuhl In den tiefen höllenpfuhl. 9. Laß die reichen immer leer, Die zwar geld, doch GOtt nicht haben, Wer hingegen hungrig wär', Den er= fülle du mit gaben; So erscheint mehr als zu sehr, Du seist GOtt und keiner mehr. 10. Endlich kommt die zeit heran, Da man denket heimzukehren, Ach, so zeige mir die bahn, Die mir alles kann gewähren. Führe mich zum himmel an, Wo ich ewig bleiben kann. von den heiligen Engeln. Den menschlichen verstand, Weil ihnen schon gezeiget, Was uns noch unbekannt. 4. Sie leben ohne sünde Und werden niemals alt, Sind mächtig und geschwinde, Voll himmlischer gestalt, Boll wunderbarer stärke, Bei der sie nimmer ruhn, Und das sind ihre werke, Den willen GOttes thun. 5. Sie sind die hochvertrauten Des HErren zebaoth; Vortrefflich muß es lauten, Wenn sie vor diesem GOtt Das heilig, heilig, heilig! Mit engelzungen schrein Und alle schnell und eilig In seinen diensten sein. 6. Ach wie viel schöne posten Hat uns ihr mund gebracht, Da GOtt mit großen kosten Auf unser heil ge 128 Am Michaelisfeste, von den heiligen Engeln. dacht: Sie waren Christi boten, Da| So laß mich ihnen gleichen In waher geboren ward, Und aufstand von rer heiligkeit; Wie sie die kinder lieben, den todten, Und bei der himmelfahrt. Und sich in demuth üben, So mach auch mich dazu bereit. 7. Mein GOtt, sei hochgepriesen, Daß du der armen welt Die wohlthat haft erwiesen, Und engel uns bestellt, Die jest auf meinen wegen, Wo sich ein anstoß find't, Die hand mir un= terlegen Und treue wächter sind. 8. Sie thun ja deinen willen, Den laß mich auch erfüllen; Sie leben keusch und rein, D laß mich nichts beflecken Und mich an allen eckten Vor diesen reinen geistern scheun. 8. Die zeit wird auch noch kommen, Da ich verklärt und rein Und aller angst entnommen, Bei engeln werde sein, Da will ich denn recht ehren Dich, vater, sohn und geist, Und deinen ruhm vermehren, So lang' es ewig heißt. Mel. Nun ruhen alle wälder. 242. Duerr der seraphinen, und den engeln ähnlich ſein. dienen Und zu gebote stehn; Du über= großer meister Der wunderschönen erhöhn. 2. Die engelischen thronen, Die in dem himmel wohnen, Giebst du zu meiner wacht; Sie sehn dein angesichte In höchst vollkommnem lichte, Doch nehmen sie mich auch in acht. 3. Das sind die starken helden, Die deinen rath vermelden, Du großfürst Michael! Das sind die feuerflammen, Die schlagen stets zusammen Um frommer christen leib und feel'. 4. 3ch preise deine güte Mit dankbarem gemüthe Für diese wunderschaar, Ich rühme deine rechte Für diese gnadenknechte, Die mich behüten vor gefahr. 5. Laß ferner mich behüten Vor aller feinde wüthen Durch diese himmelswach', Laß sie auf meinen wegen Die hand mir unterlegen, So bleib' ich frei von ungemach. 9. Herz, aug' und hand so zähme, Daß ich an nichtes nehme Ein sünd= lich ärgerniß; Laß mich in meinem leben Auch niemand anstoß geben, Denn dies bringt höllenqual gewiß. 10. Und endlich, wenn ich scheide, So führe mich zur freude Auf ihren armen ein, Da werd' ich dich erst lo= ben, und in dem himmel droben Dir 6. Den feind laß fie erschrecken Und mich beständig decken, Wie dort den gnadenthron. Es sei mein ganzes le= ben Mit ihnen stets umgeben, Als wie das bette Salomon. 7. Doch sollen sie nicht weichen, Mel. Wo GOtt der HErr 2c. 243. Gott, der du aus herzensgrund Die menschenkinder liebest Und uns zu aller zeit und stund' Viel gutes reichlich giebest, Wir danken dir, denn deine treu Ist alle morgen bei uns neu In unserm ganzen leben. 2. Wir preisen dich insonderheit, Daß du die engelschaaren zu deinem lob und preis bereit't, Auch uns mit zu bewahren, Daß unser fuß an feinen stein, Wenn wir auf unsern we= gen sein, Sich stoße noch verlege. 3. Was ist der mensch allhier auf erd', Den du so wohl bedenkest, Und achtest ihn so hoch und werth, Daß du ihm dazu schenkest Nebst andern auch noch diese gnad', Daß er die himmelsgeister hat zu seinem schuße stehen. 4. HErr, diese sonderbare prob' Der freundlichkeit und güte Erheischt ein immerwährend lob, Aus dankba= rem gemüthe. Darum, o bater, rühmen wir Die große lieb', und danken dir Für solche hohe wohlthat. 5. Es stand der starken helden fraft Uns bis anher zur seiten, Durch sie hast du uns ruh verschafft Zu diesen bösen zeiten, Die kirche und die Am Michaelisfeste, von den heiligen Engeln. 129 polizei Und jeden auch für sich dabei| hero pflegen, Mich schüßen immerdar, In seinem stand erhalten. Daß ich auf löwen gehe Und auf der ottern brut, Auf jungen löwen stehe, Ohn' daß mirs schaden thut. 6. Verleih', o HErr, durch deine gnad', Daß wir fest an dir bleiben Und ja nicht selbst durch übelthat Die engel von uns treiben. Gieb, daß wir rein und heilig sein, Demüthig, ohne heuchlerschein, Dem nächsten gerne dienen. 4. Du, HErr, wollst mich behüten Durch deinen starken arm, Vor meiner feinde wüthen, Vor böser geister schwarm, Vor ihrem mord und lügen, Vor ihrem zorn und grimm; Bor list und vor betrügen Beschütz' mich üm und üm. 7. Gieb auch, daß wir der engel amt Verrichten dir zu ehren Und deine wunder allesammt Ausbreiten und vermehren, Die du uns in der ganzen welt Und deinem worte vorgestellt, Voll weisheit, macht und güte. 8. Und wie du durch die engel haft Uns oft aus noth geführet, Ja auch bewahrt, daß manche last Und plag' uns nicht berühret, So thue solches auch hinfort, Befiehl, daß sie an jedem ort Sich stets um uns herlagern. 9. Laß deine firch' und unser land Der engel schuß empfinden, Daß fried' und heil in allem stand Sich bei uns möge finden. Laß sie des teufels mord und list Und was sein reich und anhang ist, Durch deine kraft zerstören. 10. 3ulegt laß fie an unserm end' Den bös'wicht von uns jagen Und unsre seel' in deine händ' Und Abra= hams schooß tragen, Wo alles heer dein lob erklingt Und heilig, heilig, heilig! singt Ohn' einiges aufhören. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 244. Gott, Ott, dir sei dank gegeben, Daß deiner engel schaar Mich schüßt in meinem leben Vor anstoß und gefahr, Daß jener alte drache, Der arge menschenfeind Mich nicht zu schanden mache, Wie er zu thun vermeint. 2. Ach du herzliebster vater, Wie fiehst du auf dein kind, Du treuer 5. Die starken himmelshelden, Die allzeit vor dir stehn Und deinen ruhm vermelden, Laß immer mit mir gehn. Laß sie mich wohl begleiten, Wie Ja= kob, fort und fort, Laß sie auch für mich streiten, Wie für Elisa dort. 6. Laß sie bei mir in nöthen, Als bei Elia, stehn, Und als bei dem propheten, Dem Daniel geschehn. Laß sie mich mächtig retten, Wie Loth aus flamm' und glut, Wie Petrum aus den ketten, Wie Paulum aus der flut. 7. Als du den dreien männern Gabst einen engel zu, Da wurde den bekennern Das feuer fühle ruh; Wenn über mich zusammen Des freuzes feuer fährt, So halte mich in flammen Durch engel unversehrt. 8. Laß mich mein thun bereuen, Auf daß der engel heer Sich über mich kann freuen, Wenn ich von sünden leer; Laß mich mit lobgedichten Dich preisen immerdar Und so schon hier verrichten Das amt der engelschaar. 9. Wenn ich nach meinen tagen Werd' aller bürden los, Laß mich die engel tragen 3ur ruh in Abrams schooß. Wirst du zu richten kommen, So nimm mich in dein reich Mit vie= len tausend frommen, Mach' mich den engeln gleich). Mel. Ejus meine zuversicht. Err, du haſt in deinem reich menschenrather, Wie gut bist du ge= 245. finnt! Dein ist mir zur seiten Und wehret ritterlich, Wenn satans engel streiten Und kämpfen wider mich. 3. GOtt, laß dich bewegen, Laß deiner geister schaar, Wie sie bisvieler engel, Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein herz ist noch voll mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein Als die guten eng.i, jein? 9 130 Von GOttes Werken und 2. Mich beschweret fleisch und blut, Hilf du, daß ich geistlich werde, Gieb mir einen engelmuth, Der sich trenne von der erde, Daß ich, als dein liebes Find, Allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein werk bekannt Durch des heil'gen geistes gabe, Daß ich weisheit und verstand, Wie ein engel GOttes habe, Bis wir einst in jenem licht Bollig sehn dein angesicht. 4. Ach, dein wille soll geschehn In dem himmel und auf erden, Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. Wohlthaten und zwar 5. Unsre welt ist voll gefahr, Alles scheint uns nachzustellen, Sende deiner engel schaar, Daß uns ja nichts möge fällen Und da, wo wir schlafen ein, Laß fie unsre wächter sein. III. Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar I. Von der Liebe GOttes als der Quelle derselben. 2. Liebe wars im schöpfungswerke, Die dem armen erdenkloß Geist und leben, fraft und stärke In die todten glieder goß. Eben diese liebesfrucht hat uns alles ausgesucht, Was wir unter deinen gaben Hier und dorten nöthig haben. Mel. JEsu deine heil'gen wunden. Der, die seine list berüdet, Unvermerkt 246. 2h, was hat für wunder- zur Hölle schicket. liebe Dich, von dem die welt herstammt, GOtt, mit unerhörtem triebe Gegen menschen ange= flammt? Wo ich size, wo ich steh, Wo ich voll betrachtung geh, Läßt der tritt von deinen füßen Lauter liebesströme fließen. 5. Liebe schließt die borrathskam= mer Unerschöpfter nahrung auf Und berschafft in angst und jammer Unster hoffnung freien lauf; Denn wo noth und armuth schrect, Ist die tafel schon gedeckt, Die den armen, der sich fränket, Beides reichlich speist und tränket. 6. Doch wenn ich mich weiter übe, Zeiget uns das heil der welt, Christus, noch viel größre liebe, Weil er sich zum lösegeld Selber in das mittel schlägt Und die schuld für uns erlegt, Die des baters zorn verdienet, Den er durch sein blut verfühnet. 7. Drum hilf, daß ich für die liebe, So mir deine gnad' erzeigt, Meinen dank niemals aufschiebe Und, wenn gleich die zunge schweigt, So entzünde deine hand Mir im herzen einen brand, Der, wie weihrauch, in die höhe Dir zum liebesopfer gehe. 3. Die gesammten Preaturen Deiner hände meisterstück, Zeigen uns in ihren spuren Eben diesen liebesblic, Denn aus bloßer liebe blüht Alles, alles was man sieht, Boller sachen, die uns nüßen, und die nothdurft unterstügen. 6. Mach' es wie mit Lazaro Wenn ich künftig werde sterben Und, damit ich eben so möge trost und segen er= ben, Laß die engel mich zur ruh Tragen nach dem himmel zu. 7. Laß uns dann vor deinem stuhl Bei den auserwählten stehen, Wenn die bösen in den pfuhl Mit dem satan werden gehen, und hernach in jenem reich mache mich den engeln gleich. 4. Liebe macht es, daß der orden Deiner engel, der dich preist, Unser schuß und wache worden, Der den feind zurücke weist, Der uns in der argen welt Allenthalben neße stellt, 8. Laß mich dir alleine leben, Laß mich alles, was ich hab', Dir zum liebespfande geben, Laß mich, bis ins finstre grab, 3mmer der gedanken von der Liebe GOttes als der Quelle derselben. sein, Daß kein freuz und keine pein, Damit man mir drauen wolle, Meine liebe stören solle. 9. Nun ich liebe, gieb gedeihen, Daß die flamme nicht erstickt, Son= dern allemal von neuen Liebesproben aufwärts schickt, Ja, daß auch mein lebensziel Nichts, als was dein wille will Und dein vaterherz ergößet, Sich zu seinem zwede segzet. 247. Sollt ich meinem GOtt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen dingen, Wie so gut ers mit mir mein'; 3ft doch nichts als lauter lieben, Das sein treues herze regt, Das ohn' ende hebt und trägt Die in seinem dienst sich üben. Alles ding währt seine zeit, GOttes lieb' in ewigkeit. 2. Wie ein adler sein gefieder Über feine jungen stredt, Also hat auch hin und wieder Mich des höchsten arm bedeckt, Alsobald im mutterleibe, Da er mir mein wesen gab Und das leben, das ich hab' Und noch diese stunde treibe. Alles ding währt seine zeit, GOttes lieb' in ewigkeit. 3. Sein sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen feuer Durch sein theures blut gewinn'. Unbegreiflich ist die güte, Deren tiefe ja mein geist, Ob er sich gleich sehr befleißt, Nicht fann fassen im gemüthe. Alles ding 2c. 4. Seinen geist, den edlen führer, Giebt er mir in seinem wort, Daß er werde mein regierer Durch die welt jur himmelspfort, Daß er mir mein herz erfülle Mit dem hellen glaubenslicht, Das des todes macht zerbricht Und die hölle selbst macht stille. Alles ding 2c. 5. Meiner seele wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht, Will dem leibe noth zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein können, mein vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein GÖtt und 131 hebet an, Seine kraft mir beizulegen. Alles ding 2c. 6. Himmel, erd' und ihre heere Hat er mir zum dienst bestellt, Wo ich nur mein aug' hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält: Thier und fräuter und getreide, In den gründen, in der höh', In den büschen, in der see, Überall ist meine weide. Alles ding 2c. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein forgen Und ermuntert mein gemüth, Daß morgen nicht gewesen, Hätte mich sein ange= neue lieb' und güt'. Wäre mein GOtt icht nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher angst genesen. Alles ding 2c. 8. Wie so manche schwere plage Wird vom satan hergeführt, Die mich doch mein lebetage Niemals noch bisher gerührt. GOttes engel, den er Anzurichten war gemeint, In die sendet, Hat das böse, das der feind ferne weggewendet. Alles ding 2c. Sein herz niemals ganz entzeucht, 9. Wie ein vater seinem finde Thut es gleich bisweilen fünde, Obs gleich aus der bahne weicht, Alſo hält auch mein verbrechen mir mein from= mer GOtt zu gut, Will mein fehlen nit der ruth' Und nicht mit dem schwerte rächen. Alles ding 2c. 10. Seine strafen, seine schläge Ob sie mir gleich bitter feind, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es zeichen, daß mein freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das kreuze zu ihm lenfe. Alles ding 2c. 11. Das weiß ich fürwahr und laffe Mirs nicht aus dem sinne gehn Christenkreuz hat seine maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der winter ausgeschneict, Tritt der schöne sommer ein Also wird auch nach der pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles ding 2c. 12. Weil denn weder ziel noch ende Sich in GOttes liebe find't, Ei, so 9* 132 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar heb' ich meine hände Zu dir, vater, als dein kind, Bitte, wollst mir gnade geben, Dich aus aller meiner macht Zu erheben tag und nacht, Hier in meinem ganzen leben, Bis ich dich nach dieser zeit Lob' und lieb' in ewigfeit. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 248. liebesglut, wie soll ich dich Mit preis und lobe zieren? In deinen tiefen muß ich mich, volles meer, verlieren. GOtt selber, die vollkommenheit, Brennt ganz bor lieb' und gütigkeit Und ich bin noch erfaltet? 2. Der in sich selbst vergnügte GOtt, Das allerreinste wesen, Hat sich die schnöde sünderrott' 3u lieben auserlesen. Hier schweig, vernunft, gieb GOtt die ehr', GOtt wollt' unendlich lieben mehr, Als du begreifen folltest. 3. O liebe, die GOtt seinen sohn Aus seinem schooß genommen! Er ist von seines vaters thron Zu uns herab gekommen; Sein mangel, fnechtschaft, freuz und grab, Die malen uns, als bilder, ab, Wie stark GOtt lieben könne. bleibt Und welchen keine macht Aus JEsu wunden treibt. 5. O liebster vater, nimm es hin, Gieb kraft, dich recht zu lieben; Verstand und wille, herz und sinn Sein dir hiemit verschrieben. Ach dämpf das feuer böser luft, Laß ewig nichts in dieser brust Als deine liebe brennen. 2. Der vater liebt die welt, Sein väterlich erbarmen Schickt den geliebten sohn 3u uns verlaff nen armen, Und dieser liebet uns, Drum scheut er feine noth, Er träget williglich Sogar den freuzestod. 3. Wie reiche ströme sind Von dieser huld geflossen! Die liebe GOttes ist In unser herz gegossen, Der werthe heil'ge geist Nimmt selbst die seelen ein, So daß wir nun sein haus Und tempel worden sein. 4. Nun wer den heiland liebt, Der hält sein wort in ehren, Und so verspricht der HErr Bei ihm selbst ein-= zukehren; Was muß für freud' und lust, Die göttlich ist, entstehn, Wenn bater, sohn und geist In eine seele gehn? 5. O heil'ger geist, lehr' uns Die liebe JEsu kennen, Laß unsre herzen stets In reiner liebe brennen, Und endlich führ' uns dort In jenes leben ein, Wo unsre liebe wird In dir voll= kommen sein. Mel. JEsu meine freude. 4. Ich grüble nicht und glaub' al- 250. Weſentliche liebe, Bater, lein; Kann ich dies meer nicht gründen, So werf ich mich getrost hinein Mit allen meinen sünden. GOtt gab mir was sein liebstes war, Drum bring' ich ihm mein herze dar, Als herz für herz zum opfer. dessen triebe Gnad' und liebe sind! Uns durch sünden armen, Schenket dein erbarmen Dein gerechtes kind. Sollte nicht, Was uns gebricht, Uns dein herz in JEsu schenken Und an uns gedenken? 2. Der den sohn uns giebet, GOtt der vater, liebet Vor der welt die welt, Und sein wohlgefallen hat uns menschen allen Diesen rath gestellt, Als den grund Und liebesbund: JEsum Christum uns zu geben, Daß wir alle leben. 3. Dies hat er gepriesen Und die lieb' erwiesen Gegen alle welt, Da der HErr, zu sterben Und uns zu erMel. Nun danket alle GOtt. 249. Gott ist die liebe selbst, werben, Selbst ſich dargeſtellt. JEfus Von dem die liebesgaben, Als aus der schönsten quell', Den ersten ursprung haben. Der bleibet fest in GOtt, Wer in der liebe kam, Der heiland nahm Von den feinden, von den schafen, is ein hirt, die strafen. 4. welch eine treue, Die fich von der Liebe GOttes täglich neue An den frømmen preist, Wenn sie das vertrauen Auf die liebe bauen, Die uns GOtt beweist; Väterlich Erzeigen sich an den gläubigen die triebe Von des vaters liebe. 5. Liebe, laß dein lieben, Das dich mir berschrieben und mich dir vertraut, Meinen geist bewegen, Meine lieb' erregen; Weil ich JEsu braut Heiß und bin, So soll mein finn Alle kraft, gemüth und dichten Auch zu JEsu richten. 6. Ja, mein ganzes leben Soll fich dir ergeben, Der du liebreich bist, Mich soll auch kein leiden Von der liebe scheiden, Die in JEsu ist. Keine zeit, Noch ewigkeit, Andert deine gnadentriebe, Wesentliche liebe! Mel. JEsus meine zuversicht. 251. Ah, wer giebt mir worte her, GOttes liebe recht zu preisen? Dieses unerschöpfte meer Will mir einen abgrund weisen, Den ich nicht erforschen kann, Ich seh' ihn erstaunend an. 2. Also, also, spricht der mund, Dem die weisheit zeugniß giebet, Und macht durch dies machtwort fund, Daß GOtt über alles liebet Und daß seine liebestreu So groß, als er selber, fei. 3. Also hat er nun geliebt, Eh' der welt grund ist geleget, Und im lieben sich geübt, Eh' sich unser herz beweget. So liebt er noch in der zeit, So liebt er in ewigkeit. 5. Aber wunder g'nug dabei, Denn er hat die welt geliebet, Die ihn leider, ohne scheu Tausendfältig hat betrübet. Ist wohl seine feindin werth, Daß er ihre gunst begehrt? als der Quelle derselben. 133 den verlornen Und macht diesen festen schluß, Daß er für sie sterben muß. 7. Ach, mein herze kann sich nicht In so große liebe finden, Wenn mein JEsus also spricht, Muß sich die ver= nunft hier binden. Paulus schreit mir gleichfalls für: O, was sind für tiefen hier! 8. Nun, mein GOtt, ich bin zu schwach, Daß ich deine huld ergründe; Wenn ich auch gleich tausendfach Dich zu lieben mich verbinde, Wirds doch biel zu wenig sein Gegen deinen gnadenschein. 4. Doch was wunder, wenn GOtt liebt? Er ist selber ja die liebe; Was 252. ihm nun das wesen giebt, Reizt ihn auch zu solchem triebe, Hier ist aller liebe quell', Die strömt ewig rein und Hell. 6. Und was hör' ich? seinen sohn, Den geliebten eingebornen, Sendet er vom himmelsthron Zur erlösung 9. Ich bin auch in dieser welt, Dein sohn ist auch mir gegeben, Wenn ihn nur mein glaube hält, So ist er mein heil und leben; Ich bin sein und er ist mein, Wie kann ich verloren sein? 10. Hat der glaube solche kraft, Ach, so gieb mir wahren glauben, Der an deinem sohne haft' Und sich ihn nicht läsfet rauben. Glaubt jemand an Christum nicht, Der ist wahrlich schon gericht't. 11. Soll es wahrer glaube sein, So muß er das licht nicht haffen, Drum laß tugend mich erfreun, Bosheit laß mich ganz verlassen, Alles sei in GOtt gethan, Was ich thun und wirken kann. 12. Nun ich hab' ein wort gehört: Also hat mich GOtt geliebet, Und mir seinen sohn verehrt, Der mir heil und himmel giebet; Und ich gläub' an ihn allein, Also muß ich selig sein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. deinem glauben lind suche GOttes abendmahl! Was kann dir tod und fünde rauben? Gedenk' was GOttes gnadenwahl Für reichen trost und freude giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 2. Dein schnöder fall ist zwar geschehen, Doch will GOtt dein verder= ben nicht, Er hat dein elend angesehen, Das ihm sein baterherze bricht, Drum fühlt er selbst was dich betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! Von GOttes Werken und Wohlthaten 1:34 3. Eh er dich will verderben lassen, Eh' giebet er auch seinen sohn, Der muß die noth zusammenfassen, Der träget deinen sündenlohn Und wird bis auf den tod betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 4. Hier ist doch feine funst vonndthen, Daß man für sich viel läuft und rennt, Er sendet lehrer und propheten, Er seßet wort und sakrament. Je mehr uns fehlt, je mehr er giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 5. Er hat dir seinen geist gegeben Der dich in hoher traft regiert, Ja, der im glauben und im leben Dich stets auf rechter straße führt, Weil er durch sich das zeugniß giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 6. Er hat den eid bei sich geschworen, Er, als ein Gott, der glauben hält, Deshalben bist du nicht verloren, Wenn teufel, sünde, tod und welt Dich gleich verfolget und betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 7. Du stehst in seiner hand geschrieben, Die schrift löscht auch kein teufel nicht; nur in dem glauben fest geblieben, So bleibet JEsus stets dein licht, Wenn dich die letzte noth betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 8. Wie bald ist unsre zeit verflossen! So wird der himmel aufgethan Und GOtt hat über uns beschlossen Mehr, als ein mensch begreifen kann, Weil er sich selbst und alles giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 9. Das ist der grund, der hat das fiegel, Daß GOtt sein volk in JEsu tennt. Wir eilen unter JEsu flügel Wenn himmel, luft und erde brennt Und uns vergnügt, was JEsus giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! Mel. Schmücke dich o liebe zc. eiland, deine 253. deiner triebe, Die dein treues herz bewogen, Dich in unser fleisch gezogen, Dich mit schwachheit überdecket, Dich vom freuz ins grab gestrecket. Oder liebe War bie quelle ungemeinen triebe Deiner treuen menschenliebe! 2. Über seine feinde weinen, Jedermann mit hülf erscheinen, Sich der blinden, lahmen, armen Mehr als väterlich erbarmen, Der betrübten flagen hören, Sich in andrer dienst verzehren, Sterben für die ärgsten fün der, Das ist lieb', o menschenkinder! 3. O du zuflucht der elenden, Wer hat nicht von deinen händen Segen, hülf und heil genommen, Der gebeuget zu dir kommen? O wie ist dein herz gebrochen, Wenn dich franke angesprochen! O mie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 4. Die betrübten zu erquiden, 3u den kleinen sich zu bücken, Die unwis senden zu lehren, Die verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu sich locken, War mit schwächung deiner kräfte, Dein gewöhnliches geschäfte. 5. O, wie hoch stieg dein erbarmen, Da du für die schwach- und armen Dein unschäßbar theures leben In den ärgsten tod gegeben, Da du in der fünder orden Aller schmerzen ziel geworden Und, den segen zu erwerben, Als ein fluch haft wollen sterben. 6. Deine lieb' hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben, Ohne schelten, drohen, schlagen Andrer schmach und last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Für der feinde schaar zu beten Und die mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei spott und hohne Deiner liebe schmuck und krone, Diese machte dich zum knechte Einem sünd lichen geschlechte, Diese war, als wie die tauben, Ohne falsch, voll treu und glauben, Mit gerechtigkeit gepaaret, Durch vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine liebe decken Meiner meng' Du haft das gefets erfüllet Und desselben fluch gestillet; Laß mich wider dessen stürmen Deiner liebe schild beschirmen, Heil'ge meines herzens triebe, Salbe sie mit deiner liebe. und zwar von der Schöpfung II. Von der Schöpfung. Mel. Alle menschen müssen 2c. 254. Shwinget euch, mein herz und sinnen, Von der erde himmelan, Singet von der welt beginnen, Was des schöpfers macht gethan, Lobet mit den seraphinen Und mit allen cherubinen GOtt, der alles kräftig trägt, Der den grund der welt gelegt! 2. Ewig warst du, großer schöpfer, In vollkommner majestät, Wir sind thon, du bist der töpfer, In dem alles ist und steht. Eh' der berge gründe lagen, Ch' Orion mit dem wagen An dem firmamente war, Warst du ohne zeit und jahr. 5. Drauf erging das wort von oben, GOtt befahl: es werde licht! Alle morgensterne loben Hierauf GOttes angesicht. Da der erste tag bergangen, Und der zweite angefan= gen, Machte GOtt das firmament, Das man sternenhimmel nennt. 6. An dem dritten ward geschieden Erd' und wasser durch das wort. Meer und wellen wies hienieden GOtt an ihren eignen ort Und befahl sofort der erden, Daß sie mußte fruchtbar werden. Bäume, laub, fraut wuchs hervor, Manche blume stieg 135 3. Doch im anfang, da dein wille Stimmte mit der allmacht ein, Nach der ewig langen stille, Mußte nichts bald etwas sein; GOttes wort erging: es werde! Da ward himmel und die erde; unendlich große fraft, Die so viel auf einmal schafft! 4. 3war der schöpfer wollte lehren, Wie er weiß und gütig sei, Daß wir ihn vollkommen ehren, Darum schuf Mel. Ich gläub' an einen GOtt 2c. er mancherlei. Erst war dieſes welt- 255. Du haft, GOtt, in der öde, und wüste, Nur daß sich da GOttes geist Auf dem wasser schwebend weist. welt Die höchste weisheit vorgestellt, Die wundergüt' und stärke, Durch schöpfung deiner werke. Uns ist bewußt die zahl der jahr', Da du gerufen, das nicht war, Daß all's hervorgekommen Und anfang hat genommen. Von ewigkeit bist du allein Und mußt in ewigkeit fort sein, Was anfang hat, nimmt auch ein end', Durch deine macht wird all's verbrennt, Wenn du es heißt vergehen. 2. Den himmel hast du, GOtt, gemacht Zum siz und pallast deiner pracht, Der nirgend woran hänget, Die erd' und all's umfänget. Du hast, HErr, unterlassen nicht zu schaffen bald das edle licht; Das alles nun erquicket, Hat da hervorgeblicket. Gieb, daß, wenn ich gen himmel schau', Ich deiner zusag' denk' und trau', Für fest sie halte und gewiß, Auch haff die empor. 7. An dem vierten tage blidte Sonn' und mond am himmelszelt Und der sterne menge schickte Strahl und glanz auf unsre welt. Und der fünfte ließ in seen Tausend arten fische. gehen, Daß geflügel füllt die luft, Und die würmer manche gruft. 8. Was sich auf vier füßen reget Kommt den sechsten tag hervor, Alles spielt und wird beweget Und vergnüget aug' und ohr. Endlich muß aus rother erden Adam selbst gebildet werden. GOtt blies ihm den odem ein, Dessen bild er sollte sein. 9. So hat GOtt erst alles schöne, Herrlich und sehr gut gemacht; Man fieht, wie den schöpfer frone Jedes werk in seiner pracht. Da man sieben tage zählte Und GOtt selbst die ruh' erwählte, Rief er gleichsam: GOtt allein Soll, mensch, deine ruhe sein. 10. Wir sind dein, HErr, laß uns immer Unter deinen flügeln ruhn, Strahl' mit deinem gnadenschimmer Über uns und unser thun, Schaff in uns, was dir beliebet, Tilge, was dein werk betrübet, Mach, was alt ist von natur, Zur erneuten freatur. Bon GOttes Werken und Wohltharen 136 werk' der finsterniß, In deinem licht stets wandle. 3. Die wasser in der weiten höh', Thau, regen, hagel, wind und schnee, Bießt du gesondert werden Von dem, was auf der erden, Doch müssen sie uns insgemein Hier unten noch zu dienste sein, Was lebt und sich muß nähren, kann nicht der luft entbehren. Laß sie mir nügen immerdar, Nie sein zu schaden und gefahr, Gieb auch, daß ich mich, wenn du heißt, Daß sich der regenbogen weis't, Des gnaden= bundes freue. 7. Du hast erschaffen alle thier Daß sie hernach dem menschen hier 3um unterhalt auf erden Und dienstbar müssen werden, Dem menschen hast du, GOtt, allein Den odem selbst geblasen ein, Ihm einen leib, daneben Seel' und vernunft, gegeben. Daß er auch nicht alleine wär', Kam die gehülfin von ihm her. Du gabest ihnen drauf gewalt, Die thier' und vögel mannigfalt' Und alles zu be= herrschen. 8. Der mensch empfing dein ebenbild, Du hast ihn mit verstand er4. Das meer ward von dem trock- füllt, Er kann dich schöpfer nennen, nen auch Gesondert als in einen Durchs wort dich recht erkennen. Du schlauch, Daß seine stolzen wellen hast, o GOtt, sein angesicht Gen himZufried sich mußten stellen. Drauf mel von der erd' gericht't, Daß er bracht' die erde strad's herfür Biel dich, HErr, begehre, Ans ird'sche sich frucht zur nothdurft und zur zier, nicht fehre. Drum gieb mir gnad', so Daß wir all' solche gaben, Auch woh- lang' ich leb', Daß ich mein herz gen nung dabei haben. Err, mache auch mein herz bereit, Daß es sei fruchtbar jederzeit; Der baum wird dürre und berflucht, an dem du findest keine frucht, Dies laß mich wohl bedenken. himmel heb', Durch deine kraft dein bild erneu' Und nicht dem dummen vieh gleich sei, Das nur die erd' anschauet. 5. Die lichter, die am himmel stehn Und täglich auf- und untergehn, Hast du gesetzt zu zeichen, Sie kommen oder weichen. Die sonne giebt dem tage schein, Der mond bei nacht, die sterne Fein Zu ihres schöpfers ehren Und dienste ohn' aufhören. Gieb, daß ich auch in meinem lauf Der gottesfurcht nie höre auf, Nicht stille steh', noch müde werd', Daß vor den menschen hier auf erd' Mein licht auch immer leuchte. 9. Dies lehrt uns all's der siebent' tag, Da ich von arbeit, müh' und plag' Soll ruhen, daß dein' ehre Sich unter uns vermehre; Du willst, daß ich ihn heilig acht', Die großen wunderwerk' betracht', Bis ich im himmel oben Dich werd' vollkommen loben. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, nun und in ewigkeit gepreist, Hilf du mir, und regiere mich, Damit ich möge würdiglich Dir, meinem schö= pfer dienen. 6. Die fisch' im wasser schufest du, Die in der dazu, Mel. HErr JEsu Christ mein 2c. durch deinen segen Sich nähren und 256. göttliche selbstbewegen. Der storch, die schwalbe wissen wohl, Wann alles wieder kommen soll, Du giebest ihnen allen Die peis mit wohlgefallen. GOtt, der bu auch die raben nährst Und speise allem fleisch bescheerst, Gieb, daß mit dankbarem gemüth Ich deine vorforg', lieb' und gut' Erkennen mag und preisen. ständigkeit! Du thust für uns viel wunderwerk', Beweisst damit dein' kraft und stärk'. 2. Denn himmel, erde, luft und meer Verkünd'gen deine Fraft und ehr', uch zeugen alle berg' und thal, Daß du ein HErr seist überall. 3. Die sonne geht uns täglich auf, Der mond hält gleichfalls seinen lauf und zwar von So ist auch jeder stern bereit zu preisen deine herrlichkeit. 4. Die thier' und vögel aller welt Und was sich in dem meer aufhält, Beigt uns frei von sich selber an, Was deine fraft und weisheit kann. 5. Du hast den himmel ausgestreckt, mit wasser oben zugedeckt, Ge= macht, daß er ums erdreich geht, In feinem lauf nicht stille steht. 6. Du bist, der alle ding' regiert, Den himmel und das erdreich ziert So wunderlich, daß es kein mann Erreichen noch ergründen kann. 7. Wie möcht doch unsre blödigfeit Ergründen deine herrlichkeit? So wir doch können nicht verstehn Die ding', damit wir stets umgehn. 8. Wir sehn, was du geschaffen haft Und wie viel gut's dies in sich faßt, wie viel lieblicher mußt du, Mein GOtt nicht sein in deiner ruh! 9. Du schließt dies große rund in dich, Regierest es ganz wunderlich, Du biſt ein HErr in ewigkeit, Unend= 258. D 3m schaffen auch Mel. O GOtt du frommer 2c. u allmächtiger, äch ist dein' herrlichkeit. mein schöpfer, Ich nichts sollt' etwas sein, Drum warst du selbst mein töpfer. Denn alles, was ich bin, Hat deine hand gebaut, Du kleidetest mich selbst In dieses fleisch und haut. Das 2. Des leibes glieder sind Jadeine meisterstücke, Du brachteſt mein ge= bein Und adern ins geschicke. leben gabst du mir, Mir hast du wohl gethan, Und deine aufsicht nimmt Sich meines odems an. 3. Gedenke, HErr, an mich, Das werk von deinen händen. Was ist mein leib? ein haus Von mürben leimenwänden, Darinnen wohnt mein geist, Bis du, o lebensfürst, Den leib, der erde war, Zur erde machen wirst. 4. Du hast mich in gewalt, Du läuterst meine nieren, Bewegst und prüfst mein herz Und fannst mein thun regieren. Eh' ich noch licht und welt Und mutterbrust genoß, War ob mir armen schon Dein lieben wundergroß. 10. O vater, sohn und heil'ger geist Dein name, der allmächtig heißt, Sei hochgelobt zu aller zeit, Bon ewigfeit zu ewigkeit! Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 257. GOtt des himmels und der erden, Der du allgegenwärtig bist Und nimmer fannst begriffen werden, Vor dem fein ding verborgen ist, Ach, ziehe meinen sinn zu dir Und offenbare dich in mir. der Schöpfung. 137 4. HErr GOtt, nach deiner menschenliebe Halt mich in deinem gnadenbund Und gieb mir reine geistestriebe, Dein lob sei stets in meinem mund; Nimm, was ich kann und hab' und bin Zu deinem dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die güter dieser erden Mich locken zu dem höchsten gut, Daß sie mir nicht zum fallstrid werden, Der statt des nußens schaden thut; Laß allen mißbrauch ferne sein, Mein schaß und ziel sei du allein. 6. Es ist mein leben eine reise, Kaum leb' ich recht, so bin ich todt, Drum mache du mich fromm und weise, Versorge mich mit himmelsbrot Und, wenn ich ende meinen lauf, So nimm mich in die ruhe auf. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur; Wenn ich voll andacht überdenke Die wunderschöne freatur, So ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist GOtt, wie klein bist du! 3. Es zeugen alle elemente, Wie weis und gut der schöpfer sei; O, wenn das stumme reden könnte, Wie groß wär' immer dies geschrei: Ihr men= schen, ehrt des höchsten pracht, Denn euch zu gui find wir gemacht. Von der Schöpfung des Menschen. Bon GOttes Werken und Wohlthaten 138 5. Es war dir mein gebein Auch damals nicht verborgen, Als ich verborgen lag; Ich stand in deinen sorgen, Als ich gebildet ward, Als mich die mutter trug Und noch mein zartes herz An ihrem herzen schlug. 6. Ich denke, wie ich will, So find' ich feine schranken, Mein geist verlieret sich, Ich will dir ewig danten. Weil ich mit seel' und leib Bon deiner gnade bin: So nimm auch seel' und leib Zu deiner gnade hin. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. sonder 259. Gott, deſſen allmacht preis ich dich doch nach gebühr? Ich bin die arbeit deiner hände, Mein ganzes wesen kommt von dir, Du hast mich wunderlich erbaut und mir viel gaben anvertraut. 2. Dir, wundergott, hab' ichs zu danken, Daß du mich zubereitet hast, Als mich des mutterleibes schranken Und dunkle schatten noch umfaßt; Ich preise deine wundermacht, Die mich ans tageslicht gebracht. 3. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Das theure pfand, das ewig lebt, Das noch in meiner leibeshöhle, So lang' es dir gefällig, schwebt, Du hast mir sinnen und verstand Und leib und leben zugewandt. 4. Du liebſter vater in der höhe, Mein geist wird in mir ganz entzückt, Wenn ich des leibes bau ansehe, Den du mit deiner hand geschmückt. Mein geist bewundert jederzeit Des schönen bau's vortrefflichkeit. 5. Du hast durch dein höchst gnädig walten, O HErr der groß- und kleinen welt, Mich, dein gebäude, wohl erhalten, So daß der tod mich nicht gefällt; Ich stehe noch und preise dich, Denn deine rechte schüßet mich. nerhin, Mein schöpfer, deſſen werk ich bin. 7. Vor dir fall' ich in demuth nieder: Bergieb die schuld, die ich vollbracht; Ich habe leider meine glieder Zu fündengliedern oft gemacht, 3ch wich von dir mit schnellem lauf, Und du nahmst mich doch wieder auf. 8. Ich habe ja mit bösem wesen Mein herze leider sehr entweiht, Mein herz, das du dir auserlesen Zum tem= pel deiner heiligkeit; Doch straftest du mich nicht im grimm, Und heiligteſt mich wiederüm. 9. Hilf, großer GOtt, durch den ich lebe, Hilf, daß ich thu, was dich erfreut und geist und leib und glieder gebe Zu waffen der gerechtigkeit, Daß ich dir bis in tod getreu Und stets ein kind der tugend ſei. 10. Fällt dieses leibes hütte nieder, Wenn ich vollende meinen lauf, D GOtt, so richte sie hinwieder Und führ' sie schön verkläret auf, Laß mich ins haus des himmels gehn Und stets dein heilig antlig sehn. Bon den wesentlichen Theis len des Menschen, Leib und Seele. Mel. Wer nur den lieben GOtt ac. 260. Was ist der menſch, die o GOtt, an ihn gedenkst Und aus dem überfluß der gnade Ihm täglich neue proben schenfst? Was ist der mensch? ein erdenkloß Boll jammer, wär' er noch so groß. 2. Du sahest an den menschenkindern Den schweren fall vor langer zeit und dennoch hast du diesen fündern Aus göttlicher barmherzigkeit Unzählig viel zu gut gethan, Ja mehr, als jemand glauben kann. 6. Ich bin nicht werth der großen 3. Du hast den leib, obschon aus güte, Die du, mein GOtt, an mir erde, Doch wunderbar und schön ge= gethan, Dich preist mein herz und baut Und, daß er recht vortrefflich mein gemüthe, Ach, nimm mein dank- werde, Ihm sprach' und finnen anbar opfer an; Bewahre mich auch fer- vertraut, Du hast die herrschaft dieser und zwar von der Schöpfung. 139 welt Des menschen willen heimge=| let. Du bliefest einen geist ihm ein, stellt. Der sollte sein regierer sein, Den deine gottheit lieben wollte Und der dich wieder lieben sollte. Hallel. Hallel. 3. Sein fähiger verstand war ganz Mit deines reinen lichtes glanz Und mit der weisheit angefüllet, Die selbst aus deinem herzen quillet. Er fannt' dich fast von angesicht. Er wußte seines standes pflicht, Er sah an allen freaturen Der höchsten macht und weisheit spuren. Hallel. Hallel. 4. Sein wille war dir gleich gefinnt, Er liebte dich als wie ein kind. Die heiligkeit war seine zierde, Und eine jegliche begierde War deinem willen unterthan Und ging allzeit auf rechter bahn, Drum war sein herz auch voller freude Und wußte nichts von furcht und leide. Hallel. Hallel. 5. Der leib nahm theil an dieser lust, Ihm war kein schmerz, kein tod bewußt, Er konnt' durch kein geschöpf auf erden Verleget und zerstöret wer= den, Sein antlig war vollkommen schön, Als GOttes meisterstück, zu fehn, Sein auge war zu allen zeiten Ein siß der hold'sten lieblichkeiten. Hallel. Hallel. 6. Sein wohnplatz war ein paradies, Der kein vergnügen mangeln ließ, Was seine seele nur begehret Ward ihm im überfluß gewähret, Die erde war sein königreich, Was er befahl, geschah sogleich, Nichts wider= strebte seinem willen, Ein jedes thier mußt' ihn erfüllen. Hallel. Hallel. 4. Du hast ihm noch vielmehr erwiesen, Indem du ihm den besten theil, Der unverweslich wird gepriesen, Seel' und vernunft und ew'ges heil Theils schon geschenkt, theils zugejagt, Bevor er noch nach dir gefragt. 5. Allein wie schlecht oft beide theile Des menschen dir zu dienste stehn, Als die vielmehr in fatans seile, Als, HErr, nach deiner leitung gehn, Wird alle stunden offenbar Und leider mehr als sonnenklar. 6. Drum laß mich dieses wohl bedenken, Was du, o GOtt, an mir gethan, Dir leib und seele wieder fchenken, Sieh beide doch in gnaden an, Damit sie beide nach der zeit Dich preisen in der ewigkeit. 7. Und nimm indeß sie alle beide In obacht und in deinen schuß, So bieten wir in allem leide Mit dir auch welt und teufel truß, als die wie löwen um uns gehn Und uns nach leib und seele stehn. 8. Dort aber, wenn in zions auen, In der vollkommnen himmelsstadt, Dich leib und seele werden schauen, Und was dies schauen in sich hat, So sollen sie auch beide dich Mit jauchzen rühmen ewiglich. Von dem Ebenbilde GOttes und dem Stande der Un= schuld. Mel. Komm heiliger geist HErre 2c.. 261. höchstes licht, tommnes gut, vollDas sich so freundlich zu uns thut, Und das sich denen, die es liebet, So willig zu genießen giebet, Was hat die güte deiner hand An menschliche natur gewandt! Wie herrlich hast du sie geschmüdet, Wie reichlich haft du sie be= glüdet! Halleluja, Halleluja! 2. Der leib, den du aus staub erbaut, An dem man lauter wunder schaut, Der wird durch deinen mund beseelet Und mit der ewigkeit vermäh7. Es war des schöpfers lieber sohn, Ein erbe von dem ehrenthron, Ein tempel von dem höchsten wesen, Das seine brust zum sig erlesen, Der gottheit schönstes ebenbild, Im schmuck der unschuld eingehüllt, Ohn' allen fehl, ohn' alle mängel, Die freud' und lust der heil'gen engel. Hallel. Hallel. 8. D schöpfer, dir sei lob und preis Für den an uns gewandten fleiß, Für die uns anerschaffnen gaben Die wir längst, ach, verloren haben. HErr, öffn aufs neue deine hand, Gieb wieder, was der feind entwandt; Laß 140 Von GOttes Werken und Wohlthaten uns durch Christum hier auf erden| Erwecke sie zum neuen leben Und Nach deinem bild' erneuert werden. fördre zu dir ihren lauf, Laß mich die Hallel. Hallel. weisheit wieder finden Und mich mit neuer lieb' entzünden. 8. Sei du mein himmel, meine sonne, Mein reichthum, meine herrlichkeit, Mein schaß und theil und meine wonne, Mein ewig leben in der zeit. Find't dich mein herz, o lebensMel. Erwünschter brunnquell 2c. 262. Die feele ist dazu gebo= quelle, So find' ich meine rechte ſtelle. ren, Daß sie was göttliches erfreu', Sie war vom schöpfer auserforen, Daß sie sein bild und gleichniß sei. Wer kann die ehre g'nugsam preisen, Die GOtt der seele wollt erweisen. Von der Beschaffenheit der Seele vor und nach dem Falle. 2. Kein adel glich der ſeele adel, Kein' prácht kam ihrer schönheit bei, Man fand sie ohne fehl und tadel, Ihr schmuck war viel und mancherlei. Es konnt ihr ewiglich nichts fehlen, Denn GOtt war selbst das licht der seelen. 3. Sie schöpfte stets aus ihrer quelle, Aus welcher sie entsprungen war, Die weisheit war ihr spielgeselle, Die trefflichkeit war wunderbar, Sie hatte ehr' und reichthum funden, Weil GOtt sich selbst mit ihr verbunden. 4. Ihr leben war, GOtt stets zu lieben, Ihr alles, daß sie sein sollt' sein. Wär' fie in seiner liebe blieben, So wär' sie frei von qual und pein, Allein der feind hat sie verderbet, Die fünde ist uns angeerbet. 5. Sie ist nunmehr ganz irdisch worden, Sie liebt die eitelkeit der welt, Sie lebt nun in der sünder orden, Der arge hat sie ganz verstellt, Sie kann sich nicht mehr aufwärts schwingen, Sie suchet ruh' in schnöden dingen. 6. Sie ist in thorheit ganz verfallen, Sie spielt mit eitlem sand und foth, Hört sie gleich GOttes donner knallen, So denkt sie doch an keine noth, Sie übt sich nur in schattenwerken, Läßt große einfalt an sich merken. 7. O GOtt, der du ein heil gegeben Und hilfft der seele wieder auf, Von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Mel. O GOtt du frommer 2c. 263. Der mensch ist GOttes anfang gleich gewesen, Das bei der schöpfung ihm Der schöpfer auserlesen zu seinem eigenthum, Und herrlich ausgez schmückt, Daß er an seel' und leib Vollkommen war beglückt. 2. Hat er nun diesen schnuck Gleich durch den fall verloren Und wird von mutterleib In sündenwust geboren, So stirbt doch nur der leib Allhier in dieser zeit, Allein die seele lebt Und bleibt in ewigkeit. 3. Denn wie der höchste selbst Den edlen geist gegeben und ihn erschaffen hat Zu jenem freudenleben, So bleibet er hierin Auch seinem schöpfer gleich Und fällt nicht mit dem leib Ins blaffe todtenreich. 4. Wird sie vom leibe nun Hier durch den tod getrennet, So ist ihr allbereit Ein ort von GOtt ernennet, Allwo sie ewig bleibt, Denn, wie der mensch hier fällt, So ist in ewigkeit Ihm bort ein plaß bestellt. 5. Die frommen seelen läßt GOtt auf Elias wagen Durch seiner engel schaar Hinauf gen himmel tragen; Wer hier durch bosheit sich Von seinem GOtt gefehrt, Der wisse, daß fein geist Hinab zur hölle fährt. 6. Im himmel wird die seel' In ewigkeit erfreuet, Weil ihre seligkeit Vor GOtt sich stets verneuet; Allein im höllenpfuhl 3st unerhörte pein. und zwar von der Schöpfung. Da werden ebenfalls Die seelen ewig sein. 7. Drum sorge doch bei zeit, mensch, für deine seele, Daß nicht der hölle pein In ewigkeit sie quäle; Thu buße, wasche dich In deines JEsu blut, So fähret, wenn du stirbst, Gewiß die seele gut. 8. GOtt, laß durch deinen geist Mich dieses wohl bedenken Und stetig meinen finn 3ur feelenforge lenken. Erwede mich hierzu In dieser gnadenzeit, Daß ich dein lob erhöh' In jener ewigkeit. 141 | unserm leibe dringt Und sich aus dieser höhle Zu ihrem schöpfer schwingt, Wird ihr ein ort beschieden, Wo sie ohn' ende lebt Und, wo nicht dort im frieden, Gewiß im leiden schwebt. 6. Dies zeigt uns GOttes stärke, Deß strenges richteramt Hier gut' und böse werke Nicht stets belohnt, verdammt. Drum muß ein ander leben Der bösen seele pein, Der from= men freude geben, Und sie muß ewig sein. 7. Drum, wer in diesem leben Recht glaubt, und tugend ehrt, Dem wird das reich gegeben, Wo ihn kein elend stört. GÖtt nimmt von seinen Mel. Herzlich thut mich verlangen. 264. komm Die trachte Jetzt dein' un- seelen der gerechten Sind stets in seisterblichkeit, Komm eilend und ver- ner hand. achte, Was diese welt erfreut. Wenn alles sonst verdirbet, So weißt du, daß dein geist Sich, wenn der leib gleich stirbet, Der sterblichkeit entreißt. 2. Ein geist, ein einfach wesen Wie unsre seelen sind, Ist schon dazu er= lesen, Daß er fein ende find't. Ein geist sein und vergehen kann nicht beisammen sein, Was einfach, muß bestehen, Zusammenhang fällt ein. 3. Verwesung wird genennet Wenn die verbindung reißt Und das sich wieder trennet, Was sich vereinigt weist, Wenn das, was vor beisammen, Nun auseinander flieht, Wie man in feuerflammen an einem holze sieht. 4. Dergleichen trennung findet Nur bei den körpern statt, Wenn die ver= bindung schwindet, Die sie verknüpfet hat. Ein geist hat keine theile, Drum fann er nicht zergehn, Er muß nicht eine weile, Nein, immerfort bestehn. 5. So bald demnach die seele Aus 8. Sie leben ohn' aufhören In freud' und herrlichkeit, Kein jammer kann da stören, Was ihre brust erfreut. Das süße holz des lebens Wird ihnen dargebracht, Weil sie hier nicht vergebens Ihr ewig heil bedacht. 9. Doch wehe solchen findern, Die diese welt geliebt, und mit verstockten sündern Nur böses ausgeübt! Sie leiden in der flamme Des feuers ew'ge pein, Und werden von dem lamme Und GOtt verstoßen sein. 10. Da wird ihr wurm nicht ster= ben, Ihr feuer löscht nicht aus, Ein ewiges verderben Bedeckt ihr jammerhaus. Da dauert schmerz und klagen, Da weiß man keine zeit, Da steigt der rauch von plagen Durch lauter ewig= feit. 11. Auf, auf demnach, o seele. Denk an die ewigkeit, Verlaß die fündenhöhle, Damit du nach der zeit zu jenem freudenleben In salems hütten dringst; GOtt wird dir dieses geben, Wenn du hier gläubig ringst. 142 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar III. Von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 265. Hd Mel. Alle menschen müssen 2c. öchstes wesen, ich verehre Deinen glanz und majestät. Ach, erwecke und befehre Den, der dich noch nicht versteht, Damit deines namens ehre Sich auf erden stets vermehre; HErr, dein ruhm erfüll' die welt So wie salems freudenzelt. wohl ein element? Alles, was du aufgerichtet, Würde alsobald zernichtet Und die welt fiel plößlich ein, Benn sie ohne dich sollt' sein. 8. Ueberall bist du zugegen, HErr, vor dem die welt erbebt, Du vermagst mit fluch und segen Den, der fromm und boshaft lebt, Nach gerechtigkeit zu lohnen, Du beherrschest alle thronen, Dir ist aller menschen lust, Werke, wort und that bewußt. 2. HErr, vor dem die cherubinen Und die auserwählte schaar, Nebst den hohen seraphinen, Legen ihre fronen dar, Laß dir jetzt das frohe lallen Meiner lippen wohlgefallen und vernimm in deiner höh', Was ich brünstig zu dir fleh. 3. Laß mich stets getroft bekennen, Daß du, HErr, der wahre GOtt, Laß mich dich im glauben nennen Meinen schuß in noth und tod. Thoren mögen es vergessen und die wahrheit nicht ermessen, Ich verbleibe stets dabei, Daß ein GOtt und schöpfer sei. 4. Dieser GOtt, den ich hoch preise, Ist mit allmacht ausgerüst't, Davon steden die beweise In dem, was er- buch. schaffen ist. Denn wer nur die welt betrachtet und auf ihren bau recht achtet, Merket alsofort die macht, Die das funstgebäu vollbracht. 9. Daß der mensch doch dies bedächte Und verehrte deine macht, Daß er doch auf deine rechte Hätte beff're sorg' und acht! Höchster, laß es mir gelingen, Nicht nur bloß davon zu fingen, Nein, regiere mein gemüth, Daß es sich für fünden hüt't. 10. Du bist unergründlich prächtig, Lebst und bist von ewigkeit Und be= weisst dich herrlich, mächtig In der welt und gnadenzeit. Möchten wir von deinem wesen Mehres wissen, mehres lesen! Auf denn, seele, auf, durchsuch' Das natur- und gnaden7. O mein GOtt, wer kann es faffen, Wer versteht dies regiment? Würde deine hand ablassen, Be blieb 11. Aber merke auch vor allen, Daß GOtt der gerechtste sei, Damit du ihm magst gefallen, Weil es ihm nicht einerlei, Was man glaubt, und wie man lebet, Denn wo sich dein herz er= hebet Und verleget sein gebot, Straft er dich mit höll und tod. 5. Welche kunst und weisheit zeiget GOtt in jeder freatur, Wer das herz auf solche neiget, Findet bald des höchsten spur Und wird willig zuge- 12. Laß dich seinen geist stets leistehen, Daß man deutlich könne sehen, ten, Suche von der rechten bahn, Die Wie die weisheit sie formirt Und rechter zeigt, nie auszuschreiten, Fleh' ihn künstlich ausgeziert. stets um beistand an. Lerne ja sein wort bemerken, Er wird dich im guten stärken, So vermehrt dein christenthum GOttes ehre, preis und ruhm. 6. Doch unmöglich könnt' und würde Eine welt so groß, so schön Und von solcher last und bürde, So viel jahr und zeit bestehn, Wenn sie nicht die hände stüßten Und an allen enden Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ſchüßten, Welche fie hervor gebracht 266. tiefe, wer kann dich Und aus ergründen, forschter GOttesrath, Der kaum mit dem, was menschen finden, Die kleinste spur der gleichheit hat! Durch 143 von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. mittel fucht ein mensch sein ziel, Nur[ hat uns von jahr zu jahren WunderGOtt thut oft das widerspiel. 2. O tiefe, wer kann dich ergründen! Der sonnen, mond und sterne pracht, Die sich um diesen erdball winden, Und alles ist aus nichts ge= macht, Die erd' in freie luft gestellt, Die nichts, als GOttes finger hält. barlich fort gebracht. Nichts ist, was wir an uns haben, Das nicht alles von ihm fließt, Es find lauter GOttesgaben, Die der arme mensch ge= nießt. 3. O wer ist, der ihn verbunden, Dich zu schaffen, menschenfind? Wer, daß wir zu diesen stunden Frisch, ge= sund und fröhlich sind? Wer giebt uns die leibeskräfte, Das vermögen, den verstand zu verrichten die geschäfte? Bloß des höchsten gnadenhand. 3. Befreit das lamm die welt von sünden, So wird es mit dem fluch belegt; Erst muß sich GOttes zorn entzünden, Worauf sein fluch den segen trägt. GOtt hebt die last, das leben fam, Als man dem lamm das leben nahm. 4. O tiefen, wer kann euch ergründen! Ein fünder wird ein Gotteskind, GOtt selbst erleucht't die geiftlich- blinden, Die menschlich- klugen werden blind, GOtt macht die großen erstlich klein, Führt höllenwärts,* doch himmel ein. - 4. Ferner will er noch erhalten Was er uns gegeben hat, Seine gnade läßt er walten Über alle früh und spat, Er will uns vor allem schrecken, Vor des satans trug und list Unter seinem schuße decken, Bo man völlig sicher ist. 5. Lasset darum, liebste seelen, Laßt uns alle, groß und klein, Ihm den besten dank erwählen, Welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises fügen, Rühmet alles, was er schickt; Wer sich daran läßt begnügen, Bleibet immerfort beglückt. 5. O tiefe, wer wird denn ergründen, Wie GOtt dies ganze reich regiert? O daß wir seinen weg verstünden, Wodurch er alles hält und führt! Der gar das meer vertrocknen hieß, Und wasser aus dem felsen ließ. 6. Mein GOtt, erleuchte doch die blinden, dir nicht trauen in der noth. Eh giebst du wasſer aus den 268. rinden, Eh' schaffest du aus steinen brod, Eh' du dein volk verderben läßt, Drum trau' ich dir und glaube fest. GOtt führet durch die erkenntniß der sünden und des göttlichen zorns in der buße erstlich an die pforten der hölle und darauf zur gnade und zum leben. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. GOtt, wie hat der teufel ist Die feut' in seinen stricken, Daß er in ihrem finn und wiß Sie also kann berücken, Als wären wir ohn' hut und schirm, Wie fisch' im wasser, wie gewürm, Das ganz hat keinen herren; 2. Da doch die viel- und großen werk', Die du, o GOtt, vollführet, Durch deine weisheit, güt' und stärk' Auch werden fort regieret. Du sorgest feins so gering, Auf welches du nicht achtest. 267. Ah erkennet, liebſte ſee- noch für alle ding', Keins ist so groß, len, Unsers GOttes gütigkeit, Helfet dessen ruhm erzählen, Die ihr sein' geschöpfe seid. Euch gebühret dant zu geben Dem, der euch viel gut's gethan Und der noch in eurem leben Eurer sich nimmt treulich an. 3. Sonst wärest du von schlechter Fraft Und dem nur gleich geschäßet, Der zum gebäu zwar alles schafft Und es in ordnung seget, Drauf aber von demselben geht, Nicht mehr zusiehet, 2. Denket, da wir gar nichts wa- obs noch steht Und wie man es geren, Hat er uns zu was gemacht, Er brauchet. 144 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar 4. Viel anders bist du, GOtt, ge-| neu und williges gemüth, Den lauf finnt Bei menschen und bei thieren, hier zu vollenden. Wo eine freatur sich find't, Ist deine forg' zu spüren. Zuvörderst sind die frommen leut' Versichert, daß du allezeit In gnaden an sie denkest. 5. Du hast uns bracht aus mutterleib, Den odem eingegossen; Daß man bei stärk' und fräften bleib, Kommt von dir hergeflossen. HErr, aller augen warten auf, Du läßt, obschon sehr groß der hauf, Sie speise bon dir sammeln. 6. Den feld- und waldesvögelein, Die feine scheuren haben, Schafft deine vorsorg' alles ein, Du sättigst auch die raben. Kein sperling auf die erde fällt, Was lebt und schwebet in der welt, Von dir allein sich nähret. 7. Am meisten aber pflegst du dich Der menschen anzunehmen, Was du erschaffen hast, muß sich zu ihrem nug' bequemen. Du führst die deinen wunderbar, Daß deine ehr' sich immerdar Und überall ausbreite. 8. Dieweil du die gedanken weißt, So gilt vor dir kein dichten; Wenn falschheit ist in jemands geist, So kannst du ihn wohl richten. Du strafft und lohnest jedermann; Was er gelassen und gethan, Wird einst von dir bergolten. 9. Durch dein wort giebst du kraft und gnad', Daß man kann überwinden, Menn böse luft zur missethat Uns reizet, und zu fünden. Ein frommes herz inwendig merkt, Daß es von oben wird gestärkt, Wenn du dem bösen wehrest. 10. Durch sitten, durch geseß und recht Lehrst du uns deinen willen, Wie von geschlecht man zu geschlecht Denselben muß erfüllen. Du nöthigest uns fort und fort Durch drohung und durch gute wort: Wir sollen zu dir kommen. 11. Und wenns zuletzt auch nöthig thut, Strafft du, wie du gedräuet, Doch wirfst du wieder weg die ruth', Wenn man die sünd' bereuet; Da giebst du denn durch deine güt' Ein 12. Nun GOtt, mein bater, steh' mir bei, Daß ich dies alles gläube, An deiner fürsorg', lieb' und treu' Mit stillem herzen bleibe; Ob sichs oft wunderlich anläßt, Daß ich dir noch vertraue fest Und alles dir heimstelle. 13. Was du willst haben, das geschicht Und niemand kann es wehren; Verstattest du es aber nicht, So muß sichs anders tehren. Dein wille ists, der alles fügt, Drum hilf, daß ich, was mir anliegt, Auf dich, o HErr, stets werfe. 14. Gieb, wenn du däterlich mich nährst Und neben mir die meinen, mir eine gute stund' bescheerst, Mir deine gnad läßt scheinen, Daß ichs in demuth wohl erkenn', Recht brauche und allein dich nenn' Den geber alles guten. 15. Hilf, daß ich mich alsdann befleiß' 3u thun, was dir beliebet, Dein aug', das alles sieht und weiß, Sonst rache an mir übet. Gieb, daß ich solch' gericht erwäg', Mit andacht bei mir überleg' Und niemals sicher werde. * 16. Wenn mir auch widerwärtigkeit Will sorg' und schwermuth machen, So hilf, daß ich dir jederzeit Befehle alle sachen, Und gar nicht zweifle, daß mirs noch, Wie schwer auch ist des freuzes joch, Zum besten dienen müsse. 17. Denn du willst mich auf solche maß Nur stärker zu dir ziehen, Daß ich forthin von sünden laff, Sie lern' mit sorgfalt fliehen, Dir meine schwachheit alle tag' Bekenne und mit seufzen flag' Und dich um beistant bitte. 18. Die rechte zeit weißt du auch wohl, Wann mir die hülf' wird kom= men Und wie mein kreuz und unglück soll Mir werden abgenommen; Gewiß muß all's, nächst deiner ehr, Des glaubens end' mir mehr und mehr, Die seligkeit, befördern. von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 145 19. 3u schanden mach', o großer| Er ist ja vater, ich sein kind. Er sorgt GOtt, Die deine ehr' dir rauben. für heut', er sorgt für morgen, Weil Hilf, JEfu, hilf in aller noth Und allenthalben spuren sind, Wie GOtt stärke meinen glauben! Oheil'ger die seinen väterlich Versorgt und geist, erleuchte mich, Daß ich all' ar- schüßt. GOtt sorgt für mich. gerniß durch dich Getrost mag überwinden. 2. GOtt sorgt für mich, ich will ihm trauen. Ich weiß, was mir allhier gebricht, Kommt leicht von seinen himmelsauen, Wenn er ein einzig wörtlein spricht. Drum bin ich jetzt und ewiglich Gar wohl versorgt. GOtt sorgt für mich. 3. GOtt sorgt für mich an leib und feele: Sein manna ist die seelenspeis, Den leib speist er mit forn und öle, Wohl dem, der ihm nur_feſtiglich Doch nur bei saurem arbeitsschweiß; Bertraut und gläubt: GOtt sorgt für mich. Mel. Nun ruhen alle wälder. 269. Auf, auf mein ganz gemüthe, Und preife GOttes güte, Die je und ewig währt, Die alles hat zu geben, Was man im ganzen leben Zum segen wünschet und begehrt. 2. GOtt hat sie lassen walten Und mich dadurch erhalten Von mutterleibe an, Ich spüre sie noch täglich, Daß also mir unsäglich Viel gutes wird durch sie gethan. 3. GOtt macht sie alle morgen Durch väterlich versorgen An leib und seele neu, Er läffet sie desgleichen Bei nacht nicht von mir weichen, Daß fie mir schild und sonne sei. 4. Sie fördert meine werke, Daß ich mit freuden merke, Wie GOtt mir freundlich ist; Kein kummer darf mich ſtechen, Noch mein vergnügen brechen, Weil sie mich in die arme schließt. 5. Wenn durch betrübte tage Manch' kreuz und manche plage Mir an die seele tritt, So ist sie auch zuge= gen Und bringet trost und segen Aus meines GOttes liebe mit. 6. Ja, wenn die noth am größten So folgt, daß man am besten Die güte GOttes spürt; zuletzt muß doch erscheinen, Daß GOttes hand die seinen Zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preife, mein gemüthe, Die wunderbare güte, Die dir von GOtt geschicht. Im leben und im sterben Läßt sie dich nicht verderben, Denn GOtt verläßt die seinen nicht. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 270. Go Ott sorgt für mich, was will ich sorgen? 4. GOtt sorgt für mich bei theuren noth Verschafft der HErr den from= zeiten; Auch in der größten hungersbrod. Ists gleich nicht viel, doch glaube men leuten 3um unterhalt ihr täglich ich: Er giebt genug, und sorgt für mich. die meinen, Die mein an blut und 5. GOtt sorgt für mich und für glauben sein; Er läßt uns seinen troft erscheinen Und tränket uns mit freudenwein. Geht es den meinen fümmerlich Und mir auch selbst, GOtt sorgt für mich. leiden; Das kreuz, das er mir aufer6. GOtt sorgt für mich in meinem legt, Verwechselt sich gar bald in freuden, Und wenn GOtt gleich die ſeinen ſchlägt, So schlägt er doch nur väter= lich zu unserm wohl und sorgt für mich.. 7. GOtt sorgt für mich in meinem alter; Da hebt und trägt mich, der mich liebt, Denn er verbleibet mein erhalter, Der mir all' meine nothdurft Wohl also mir, GOtt sorgt für mich. giebt Aus seinem vorrath mildiglich. 8. GOtt sorgt für mich auch in dem sterben, Der tod ist mir ein süßer schlaf. Er macht mich da zum himmelserben, und stellet mich als Christi schaf, Das ihm hier folgt, dort selig10 146 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar lich Zur rechten hand. GOtt sorgt| bleibe, Dein nicht vergesse frebentlich, für mich. Mein vater, so hab' acht auf mich. 9. GOtt sorgt für mich im fühlen grabe, Dem leibe gönnt er da die ruh', Und wenn ich ausgeschlafen habe, So führt er mich dem himmel zu, Wo seel' und leib auf ewig sich Vereinigen. GOtt sorgt für mich). 6. Hab' acht auf mich, auch wenn ich krank Und meine fräfte mir verschwinden, Daß ich annehm' den bittern trant Als eine arzenei der sün= den, Daß ich nicht ungeduldig werde Und denke, daß ich staub und erdé. Ja wenn die schmerzen mehren sich, 271. Hab acht auf mich in Mein bater, ſo hab' acht auf mich). endlich, aller großer GOtt, HErr aller herren! Wenn mir der hölle rotte droht, Wenn sie den rachen schon aufſperren, Wenn sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste noth zu bringen, So bitt' ich dich herzinniglich: Mein bater, ach, hab' acht auf mich! auf mich, Wenn ich der welt muß abschied geben, Stärk' meine zuversicht auf dich Und führe mich in jenes leben, Wo ich des glaubens end' erlange Und jene lebensfron' empfange, Da leb' ich dir, da lob' ich dich. Mein vater, ach, hab' acht auf mich. 8. Ach laß mich auch nicht aus der acht, Wenn uns dein jüngster tag er= scheinet Und im gericht wird vorgebracht, Was man gethan, gered't, gemeinet; Laß mich zu deiner rechten ſtehen und zu des lammes hochzeit gehen. Mein JEsu, dann hab' acht auf mich, So preis ich dich dort ewiglich. 2. Hab' acht auf mich! wenn mich die sünd' Will von dem höchsten gut abwenden, So halte mich, HErr, als dein find mit deinen treuen baterhänden. Bleib du mir stets in den gedanken, Laß mich von deinem wort nicht wanken. Wenn sünden in mir regen ſich, Mein vater, ſo hab' acht auf mich. 3. Hab' acht auf mich, wenns glücklich geht, Wenn mir die freudenſonne ſcheinet. Gieb, wenn mein herz in wonne steht, Daß es nicht bald drauf schmerzlich weinet. Laß mich dem glücke ja nicht trauen, Vielmehr auf deine gute schauen. Das glücksrad dreht und wendet sich, Mein va= ter, drum hab' acht auf mich. 4. Hab' acht auf mich und steh' mir bei, Wenn mir das unglück stürmt entgegen, Daß ich nicht zu verjaget sei, Noch weichen mag von deinen wegen, Die du zu wandeln anbefohlen. Und brennen auch des kreuzes fohlen, Siz' ich und weine bitterlich, Mein bater, so hab' acht auf mich. 5. Hab' acht auf mich, wenn ich gesund Und wenn ich ohne leid und schmerzen, Wenn feine flag' in meinem mund, Kein trauern in dem bangen herzen; Damit ich bei gesundem leibe Dir dankbar und gehorsam Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. 272. Gott, der an allen enden Viel große wunder thut, In dessen treuen händen Mein ganzes leben ruht, Der meiner mon= den zahl Und meine lebenstage Mit ihrem glück und plage BVerordnet allzumal: 2. Da ich noch tief verborgen 3m mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen Für mich, und wie vermag Mein menschlicher verstand Die weisheit auszubreiten, Mit der du zu bereiten Uns pflegst durch deine hand. 3. Du fängst uns an zu lieben Noch eh' wir etwas sind, und hast schon aufgeschrieben, Was sich von plagen find't. Dein herz, das liebensvoll, Denkt schon, wie du willst lindern Die bürde deinen findern, Die sie erst treffen soll. 4. Läßt du mich angst empfinden, Wohlan, so tröst' ich mich, Daß du von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 147 weißt rath zu finden Und daß ich ja| dern, Dein' arbeit kann nicht ruhn, auf dich, Mein GOtt, geworfen bin; Drum werf ich, was zu tragen Mir schwer deucht, ohne zagen Noch täglich auf dich hin. Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne zweifel GOtt nicht zurücke gehn: Was er ihm vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zwed und ziel. 5. Es hat in meinem leben mir diese zuversicht Stets neue fraft gegeben Und fehlt noch jezo nicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt' ich, und war stille, Bis mich dein guter wille Entriß aus der gefahr. 6. Dein name sei gepriesen, Der jederzeit an mir Sich herrlich hat erwiesen. Herz, zung' und mund soll dir, Du retter aus gefahr, Mein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen Jegund und immerdar. 7. Du hast mir wohl gerathen Und lauter gut's gethan, Daß deine liebesthaten Ich nicht g'nug rühmen fann. Hilf, daß ich ewig dort, Verklärt und ganz vollkommen, Dir danke mit den frommen An deinem freudenort. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 273. Befiehl du deine wege, Und was dein herz nur fränkt, Der allertreusten pflege Deß, der den himmel lenkt: Der wolfen, luft und winden Giebt wege, lauf und bahn, Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt du trauen, Soll dir es wohlergehn; Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll bestehn. Mit sorgen und mit grämen Und mit selbsteigner pein Läßt GOtt ihm gar nichts nehmen, Es will erbeten sein. 3. Dein' ew'ge treu' und gnade, Ovater, weiß und sieht, Was gut sei, oder schade Dem sterblichen geblüt; Und was du dann erlesen Vollführst du, starker held, Und bringst zum stand und wesen, Was deinem rath gefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir es, höchster, nicht; Dein thun ist lauter fegen, Dein gang ist lauter licht, Dein werk kann niemand hin6. Hoff', o du arme seele, Hoff und fei unverzagt! GOtt wird dich aus der höhle, Da dich der kummer plagt, Mit großen gnaden rücken, Erwarte nur der zeit, So wirst du schon er blicken Die sonn' der schönsten freud'. 7. Auf, auf, gieb deinem schmerze Und sorgen gute nacht! Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll: GOtt sißt im regimente Und führet alles wohl. 8. Laß ihn nur thun und walten, Er ist ein weiser fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt' in seinem sinn Er deiner sich begeben, Als solltst du für und für In angst und nöthen schweben, Als fragt' er nicht nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubst. Er wird dein herze lösen Von der so schweren last, Die du zu feinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du find der treue, Du hast und trägst davon Mit ruhm und dankgeschreie Den sieg, die ehrenfron'. GOtt giebt dir selbst die palmen In deine rechte hand, Und du fingst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Mach end', o HErr, mach ende Von aller unsrer noth, Stärk' unser herz und hände, Und laß bis in den tod Uns allzeit deiner pflege Und treu 10* Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar 148 empfohlen sein, So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ein GOtt, wie bist du Men 274. so verborgen, Wie ist dein rath so wunderbar! Was helfen alle meine sorgen, Du hast ge= forget, eh' ich war. Mein GOtt und bater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. 2. Man kann dich nicht von vorne sehen, Wir blicken dir nur hinten nach; Was du bestimmt, das muß geschehen Bei unserm glück und ungemach. Mein GOtt und bater, führe mich nur selig, 2c. 3. HErr, wer kann deinen rath ergründen? Dir bleibt allein der weisheit preis, Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen weiß. Mein GOtt und vater, führe mich nur selig, 2c. der welt, Der alles wohl regieret, Der alles schüßet, trägt, erhält Und wohl und weislich führet. Er schüßt und wacht Mit vorbedacht Für aller menschen sachen; GOtt herrschet noch, Das glaube doch, Und loß ihn alles machen. Mel. Hilf mir mein GOtt, hilf 2c. 275. Min ein liebes herz, was zagest du und kränfest deine finnen? Du wirst, sorgst du gleich immer zu, Doch nichts dadurch gewinnen. Gehts nicht so her, Wie dein begehr, Was willst du dich drum grämen? GOtt lebet noch, Den bitte doch, Er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der HErr 3. Wie, wann und wo und was er heißt, So muß es auch geschehen, Was er von dir bei sich beschleußt, Das muß also ergehen. Umsonst ist gunst, Rath, witz und kunst, Läßt GOtt es nicht gerathen. Ach, glaube doch, GOtt führt dich noch In allen deinen thaten. 4. Die gaben seiner gütigkeit Vertheilt er nach gefallen, und mit ge= wissem unterscheid, Er schenkt nicht alles allen; Dort giebt er viel, Hier ſetzt er ziel Und maaß in ſeinem geben. Drum glaube doch, GOtt schenket noch Die nothdurft deinem leben. 5. Dem hat er großes gut bescheert, Der kann sich kaum ernähren; Dem fehlt der wiß, der ist gelehrt; Der nie= brig, der in ehren. So iste beſtellt, So wird die welt Durch ordnung fest erhalten; GOtt selbst hält haus, O, schließ' daraus, Du mußt ihn lasſen walten. 4. Dein' allerheiligste gedanken Sind himmelweit von menschenwahn, Drum leite mich in deinen schranken Und führe mich auf rechter bahn. Mein GOtt und bater, 2c. * 5. Dir will ich mich ganz überlaffen, Mit allem, was ich hab' und bin, Ich werfe, was ich nicht kann faffen, Auf deine macht und weisheit hin. Mein GOtt und vater, 2c. 6. Doch dein GOtt will die arbeit auch nicht unterlassen haben, Er for= dert auch den rechten brauch Der anvertrauten gaben, Drum deine gab' Ja nicht vergrab', All' deine kraft an6. Hilf, daß ich nimmer von dir fehre In glück und unglück, freud' und leid, Schick alles, HErr, zu dei- wende Und glaube doch, GOtt nährt ner ehre Und meiner feele seligkeit. dich noch Durch arbeit deiner hände. Mein GOtt und bater, führe mich Nur selig, ob gleich wunderlich. 7. Wonach ein jeder strebt und ringt, und dem er nachgegangen, Sieht man, daß es ihm oft gelingt Mit GOtt es zu erlangen; Auf sauren schweiß Und steten fleiß Läßt GOtt gedeihen kommen. GOtt segnet doch, Das glaub' ich noch, Er hilft ja allen frommen. 8. Es fommt allein von GOttes kraft, Was mich allhier erfreuet, GOtt ist, der, was mir nußen schafft, Aus bloßer huld verleihet. Weg blind geschick, Weg falsches glück! Ihr könnet hier nichts machen. GOtt gönnt 149 von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. mire doch, Das glaub' ich noch, Stell'| höchster, stärke mich In jeder bösen ihm heim meine sachen. stunde. Wenn mich versuchung plagt Und meine seel' anficht, So weiche nicht von mir. Ach GOtt, verlaß mich nicht. 9. Auf deine vorsicht, GOtt, ich schau Und laffe dich nur rathen, Auf deine gut' ich feste trau In allen meis nen thaten. Ich hoff' und bet' Und frisch fort tret' In meines amtes schranken. GOtt forget doch, Das glaub' ich noch, Und trau' ihm ohne wanten. 10. Ich sei in armuth oder reich, Steh unten oder oben, Mir gilt es, vater, alles gleich, Ich will dich dennoch loben. Ich nehm' es an, So gern ich kann, Was deine vorsicht chidet, Sie schickt es doch, Das glaub' ich noch, Wie mir es nügt und glücket. 11. Gehts gleich den frommen oftmals schlecht und wohl den schlimmsten leuten, Gilt unrecht schon Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. oft mehr als recht, Laß mich es chriftlich 277. Bater, welchem nichts deuten. Du ordnest schon Den gnadenlohn, Mich einst damit zu zieren. GOtt liebt mich doch, Das glaub' ich noch Und werd' es fünftig spüren. verborgen, Was ich denke, red' und thu, Dessen liebe meine sorgen mich, zu meiner seelen ruh, Auf dich selber werfen heißt, Wenn mein blind- und schwacher geist Kenen rath und schluß kann fassen, Was zu thun und was zu lassen: 12. Nun, ich befehl' mein ganzes thun Dir HErr, und mich daneben, Ich lasse angst und sorgen ruhn, Dir fei es heim gegeben. Ich bleibe still, Nur wie es will Mag fünftig alles gehen. GOtt hilft mir doch, Das glaub' ich noch, Sein wille muß ge= schehen. 2. Wie ich meinen gang soll richten, Steht ja nicht in meiner macht; Auch in dem ist unser dichten, Was man reiflich wohl bedacht, Dennoch eitel immerdar, Mißlich, finster, voll gefahr Und wanft in den schweren fällen hin und her, wie meereswellen. 3. Drum entdeck' mir deinen willen hier in dieser finsterniß; HErr, ich 4. Ach GOtt, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen, Uch vater, kröne doch mit reichem himmelssegen Die werke meines amts, Die werke meiner pflicht, zu thun, was dir ge= fällt. Ach GOtt, verlaß mich nicht. 5. Ach GOtt, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer GOtt, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein angesicht. Hilf mir in noth und tod, Ach GOtt, berlaß mich nicht. Mel. O GOtt, du frommer 2c. ch GOtt, verlaß mich 276. A will erfüllen, gnadenhände, Ach, führe mich, dein kind, Daß ich den lauf vollende Zu meiner seligkeit, Sei du mein lebenslicht, Mein stab, mein hort, mein schuß. Ach GOtt, verlaß mich nicht. 2. Ach GOtt, verlaß mich nicht, Regiere du mein wallen; Ach laß mich nimmermehr In sünd' und schande fallen; Gieb mir den guten geist, Gieb glaubenszuversicht, Sei meine stärk' und kraft. Ach GOtt, verlaß mich nicht. 3. Ach GOtt, berlaß mich nicht, Ich ruf aus herzensgrunde: Ach mein herz gewiß, Was dein eigner rathschluß ist, Oder menschenwill er kiest. Laß mich dich recht deutlich spüren, Du allein, HErr, sollst mich führen. 4. Du, mein GOtt, in dem ich lebe, Prüfft mein herz und weißt, daß ich nicht nach eitlen dingen strebe, HErr, mein auge sieht auf dich. Zeige mit, mein bater, nur Deines willens rechte spur, Laß midy eignen wiß nicht äffen, Sondern deinen finn nur treffen. 5. Forsch' und läutre die gedan Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar 150 ken, Die du auf so dunkler bahn Siehst voll ungewißheit wanken, Beige mir nur deutlich an Deines willens weisen rath, Der noch nichts verdorben hat; Wohin dieser mich will lenken, Irrt mich weiter fein bedenken. 6. Kann ich bei den schwachen werken und bei allem, was mich fränkt, Deinen hohen wink nur merfen, Und wohin dein rath fich lenkt, Folg' ich willig und mit lust, Weil mir mehr als wohl bewußt, Was man dich nur läßt regieren, Weißt du herrlich auszuführen. Klage wegen unerkannter Wohlthat der göttlichen Borsehung. Mir Mel. Da JEfus an des freuzes 2c. 278. h weiß, mein GOtt, manchen fehler, manche schuld Bishero nachgesehen, Und daß du nie nach strengem recht Mit mir pflegst umzugehen. 2. Du bist der meister meiner zeit, Du hattest ja von ewigkeit Mein wesen schon beschlossen, Denn, was ich bin, das ist von dir Und deiner huld entsproffen. 4. Noch giebst du des verstandes licht, Das mir ein schnelles urtheil spricht, Ein beißendes gewissen, Dies nagt mich gleich, o oft ein fall Von. dir mich abgerissen. 7. Darum schließ nur, HErr, mich schwachen Ganz in dein regieren ein Und nimm selber meine fachen, Die für mich zu wichtig sein Auszumachen böllig hin, Denn mein zweifelhafter finn kann sich niemals recht entschlieBen; Dir, HErr, leg' ich sie zu füßen. 8. Jest fehlt mir nichts, was gutes 8. Ich will stille sein und schwei- heißt, und dennoch ist mein träger gen, Bis mir, höchster, deine hand geist So langsam, dich zu loben; Wie Wird die rechten wege zeigen; Auf ſelten hat mein steinern herz Noch deine huld erhoben. dich seh ich unverwandt Und erwart' es unverzagt, Hast du mir doch zu= gesagt, Daß du mich zu allen zeiten Willst mit deinen augen leiten. 3. Von dir empfing ich den verstand, Als deiner liebe unterpfand, Das mich zum menschen machet, Dein ist der schuß, der mich erhält Und für mein wohlfein wachet. 5. Und, daß ich ja recht glücklich wär', So nahmst du mich von eltern her, Die selber christen waren, Durch deren auferziehung ich, HErr, deine weg' erfahren. 6. Wer bat dich doch um diese huld? Ich war, so bald ich war, voll schuld, Berdiente straf und plage, Doch warst du gütig und getreu Vom anfang meiner tage. 7. Gefeßt, ich wäre blind und taub, Ich wär' ein eingetheilter raub Von frantbeit und gebrechen, So könnt' ich dieſem deinem schluß Dennoch nicht widersprechen. 9. Wie sträflich ist der undank hier, Wie schwer versündigt sich an dir, Der dieses nicht erkennet, Der nicht in demuth deinen rath, Groß, herrlich, gnädig nennet. 10. Wie billig ist es, daß ein kind Den treuen dater lieb gewinnt, Der es beschußt und pfleget Und der mit seiner schwachheit selbst So viel erbarmung traget. 11. D bater, lenfe meinen finn, Das lob, das ich dir schuldig bin, Mit freuden abzutragen; Ich weiß, du wirft mir deine kraft Hiezu ja nicht bersagen. 12. HErr, dort in der vollkommenheit Will ich für solche gütigkeit Dir rechten dank entrichten, Da kann das fleisch den vorsaß nicht, Wie jest allhier, vernichten. 13. Nimm mich nur selbst zum opfer an, Weil ich nichts beffers geben fann, Als was du mir gegeben; Ach lehre mich, ach hilf mir selbst, Dich fattsam zu erheben. von der Fürsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 151 Um göttlichen Beistand und| deinen gaben umzugehn, So würd' Segen zu unsern Berufs- es wohl im hause stehn. werken. 12. Nun treuer GOtt, erhöre mich, Mein auge siehet nur auf dich, Hilf, daß ich sorge, wie ich soll, Ja, sorge du, so geht mirs wohl. Mel. Vor deinen thron tret' ich 2c. 279. G Ott, deffen hand die welt ernährt Und jedermann sein theil bescheert, Regiere mich doch tag für tag, Daß ich mich täglich Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. n GOttes namen fang' 2. Du forgst für mich, doch so, daß 280. Ito an mas mag ich mir ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Dein offenbarter wille heißt; Dazu verleih mir deinen geist. thun gebühret, Mit GOtt wird alles wohl gethan Und glücklich ausgeführet. Was man in GOttes namen thut, Mit glaubensvollem sinn und muth, Das muß uns wohl gedeihen. 3. Hilf, daß ich in der bösen welt So lebe, wie es dir gefällt, Laß meine erste sorge sein, Wie ich geh' in den himmel ein. 4. Ist meiner armen seele wohl, So lehre mich auch, wie ich soll Dem leibe thun wie ihm gebührt, Damit er feinen mangel spürt. 2. GOtt ist, der das vermögen schafft, Was gutes gu bollbringen, Er giebt uns segen, muth und kraft Und läßt das werk gelingen. Ist er mit uns und sein gedeihn, So muß der zug gesegnet sein 3um reichen überflusse. 5. Und weil du frömmigkeit so liebst, Daß du den frommen güter giebst, So gieb, daß ich in heil'ger scheu Recht fromm und recht gesegnet fei. 6. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht, Du weißt ja wohl, was mir gebricht; Doch schreib' ich vater, dir nicht für, Was du mir geben willst, gieb mir. 7. Mit beten geh' ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk'; Ich stred' die hand mit freuden aus, Komm du mit segen in mein haus. 8. Versüße mir den sauren schweiß Und hilf, daß ich mit allem fleiß Das thu, was meines amtes ist, Ich weiß, daß du mein helfer bist. 9. Ich trau' auf dich von herzensgrund, Du werdest mir zu deiner stund' Auf meine arbeit und bemühn Den nahrungssegen nicht entziehn. 10. Du machst die dürren berge nap, Du kleidest liljen, laub und gras, Du speisest alle bögelein, Sollt' ich denn ohne segen sein? 11. Ach, daß wir unser lebelang Nur wüßten recht zu deinem dank Mit 3. Wer erst nach GOttes reiche tracht't Und bleibt auf ſeinen wegen, Der wird von GOtt auch wohl bedacht Mit dieser erde segen. Dem frommen giebt er früh und spat, Daß er von feiner arbeit hat, Auch armen mitzutheilen. 4. GOtt ist der frommen schild und lohn, Er frönet sie mit gnaden; Der bösen welt ihr neid und hohn Kann ihnen gar nicht schaden. GOtt decket sie mit seiner hand, Er segnet ihnen stadt und land, Und füllet sie mit freuden. 5. Drum komm, HErr JEsu, stärke mich, Hilf mir in meinen werten, Laß du mit deiner gnade dich Bei meiner arbeit merken, Gieb dein gedeihen selbst dazu, Daß ich in allem, was ich thu, Ererbe deinen segen. 6. Regiere mich durch deinen geist, Den müssiggang zu meiden, Daß das, was du mich schaffen heißt, Ge= scheh' mit lauter freuden, Hilf, daß ich dir mit aller treu' Auf dein gebot gehorsam sei Und meinen nächsten liebe. 152 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar 7. Nun JEsu, komm und bleib| herrlichkeit, Und gieb, daß ich zur bei mir! Die werke meiner hände Be- abendzeit Erwünschten lohn em fehl' ich, liebster heiland, dir, Hilf, pfange. daß ich sie vollende Zu deines namens IV. Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 281. Durch Adams fall ist Der solchen troft bei menſchen ſucht, ganz verderbt Mensch- Und nicht bei GOtt dem HErren; lich natur und wesen, Dasselb' gift ist Denn wer ihn will Ein ander ziel auf uns geerbt, Daß wir nicht konnt'n Ohn' diesen tröster stecken, Den mag genesen Ohn' GOttes trost, Der uns gar bald Des teufels g'walt mit sei= erlöst Von dem so großen schaden, ner list erschrecken. Darin die schlang' Evam bezwang, GOtt's zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die schlang' Evam gebracht, Daß sie ist abgefallen Von GOttes wort, das sie veracht't, Dadurch fie in uns allen Gebracht den tod, So war es noth, Daß uns GOtt auch sollt' geben Sein'n lieben sohn, Den gnadenthron, In dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein' fremde schuld In Adam all' verhöhnet, Also hat uns ein' fremde huld In Christo all' versöhnet; Und wie wir all' Durch Adams fall Sind ewigs tod's gestor ben, Also hat GOtt Durch Christi tod Erneuert, was verdorben. 4. So er uns denn sein'n sohn ge= schenkt, Da wir sein' feind' noch waren, Der für uns ist ans freuz gehenkt, Getödt't, gen himm'l gefahren, Das durch mir sein Von tod und pein Erlöst, so wir vertrauen In diesem hort Des baters wort: Wem wollt' bor sterben grauen? 5. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das leben, Des ewigs Das er uns hat gegeben Zu einem schuß, Daß wir mit trug An ihn fest follen glauben, Darum uns bald Kein' macht noch g'walt Aus seiner hand wird rauben. 6. Der mensch ist gottlos und verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, * 7. Wer hofft in GOtt, und dem vertraut, Wird nimmermehr zu schanden, Denn wer auf diesen felsen baut, Ob ihm gleich stößt zu handen Viel unfall hie, Hab' ich doch nie Den menschen sehen fallen, Der sich ver= läßt Auf GOttes troft, Er hilft sein'n gläub'gen allen. * 8. Ich bitt' o HErr, aus herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig wort aus meinem mund, So wird mich nicht beschämen Mein' sünd und schuld, Denn in dein' huld Seß' ich all' mein ver= trauen; Wer sich nun fest Darauf verläßt, Der wird den tod nicht schauen. 9. Mein'n füßen ist dein heilig wort Ein' brennende lucerne, Ein licht, das uns den weg weist fort; So dieser morgensterne In uns aufgeht, So bald versteht Der mensch die hohen gaben, Die GOttes geist Den'n g'wiß verheißt, Die hoffnung darauf haben. 282. Nun freut euch liebe drie chriuns fröhlich springen, Daß wir getrost und all' in ein mit lust und liebe singen Was GOtt an uns gewendet hat, Und seine große wunderthat; Gar theu'r hat ers erworben. 2. Dem teufel ich gefangen lag, Im tod war ich verloren, Mein sünd' bon der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 153 wohl Und in die wahrheit leiten, mich quälte nacht und tag, Darin ich| sten soll Und lehren, mich erkennen war geboren, Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war nichts guts am feben mein, Die sünd hatt' mich befeffen. 3. Mein' guten werke galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben; Der frei will' haßte GOtt's gericht, Er war zum gut'n erstorben; Die angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn sterben bei mir blieb, Zur hölle mußt ich sinken. Mel. Ein' feste burg ist unser 2c. 4. Da jammert GOtt in ewigkeit 283. Mein fester fels und Mein elend üb'r die maßen, Er dacht an sein' barmherzigkeit und wollt mir helfen lassen, Er wandt' zu mir sein vaterherz, Und, daß er heilte meinen schmerz, Zieß ers sein bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben sohn: Die zeit ist zu erbarmen, Fahr' hin mein's herzens werthe fron' Und sei das heil der armen, Und hilf ihn'n aus der sündennoth, Erwürg für sie den bittern tod Und laß sie mit dir leben. 6. Der sohn dem vat'r gehorsam ward, Er kam zu mir auf erden, Von einer jungfrau rein und zart, Er wollt mein bruder werden. Gar heimlich führt er sein' gewalt, Er ging in einer arm'n gestalt, Des teufels reich zu stören. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb' mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen, Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollst du sein, Uns soll der tod nicht scheiden. 8. Bergießen wird man mir mein blut, Dazu mein leben rauben, Das leid' ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein' unschuld trägt die sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen himmel zu dem vater mein Fahr' ich aus diesem leben, Da will ich sein der meister dein, Den geist will ich dir geben, Der dich in trübsal trö10. Was ich gethan hab und ge= lehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das reich GOtt's werd' ge= mehrt zu seinem lob und ehren. Und hüt' dich vor der mensch'n gesaß, Da= von berdirbt der edle schaß, Das laß ich dir zuletzte. starker hort, Darauf ich mich verlaffe, Ist dieses theuerwerthe wort, Das ich im glauben fasse: JEsus, GOttes sohn, Ist mein schild und lohn, Er hat mich erkauft, Ich bin auf ihn getauft Und er bleibt mein erlöser. 2. Ich war zuvor des tódes knecht, Da mich der zorn gebunden, Der teufel hatt' an mir ein recht, Ich war vo sündenwunden; Des gesetzes buch, Des gerichtes fluch Und der höllen tod Verdammten mich zur noth: Wo war, der mich erlöste? 3. Kein bruder, welcher selbst ein knecht, kann mir die hoffnung geben, Und das geseß, durchs fleisch ge= schwächt, Hilft mir auch nicht zum leben; GOtt mein HErr allein Kann mein Helfer sein, Der die schuld vergiebt, Er hat die welt geliebt, Die slaven zu erlösen. Röm. 8, 3. 4. Das ist gewiß und theuerwerth: Mein JEsus ist gekommen, Die große last, die mich beschwert, Hat er auf sich genommen. Der gerechte knecht Machet uns gerecht, Für die schuld der welt Gab er das lösegeld, Durch blut uns zu erlösen. 5. Denn weil er unser bürge war, So trug er unsre fetten, Er stellte sich zur knechtschaft dar, Die knechte zu erretten; Unser Goel* starb, GOtt der HErr erwarb Uns durch eignes blut, Das stärket meinen muth: Ein GOttmensch hat erlöſet. Erlöser. 6. Daher ist für die ganze welt Die zahlung auch vollkommen, Der in dem siege starke held Ist aus der 154 Von GOttes Werken und Wohlthaten und zwar angst genommen, Und sein theures| Hast du erlöst, Wer sich des tröst't, blut Wird mein theures gut, Dieses Den kannst du nicht verdammen. macht mich los; Der schatz ist aber 5. Der treue hirt jetzt kommt vor groß, Dazu es mich erlöset. Und träget mich, Das schaf auf seinem rücken, Das schaf, das ganz verirret war, Ging mit gefahr, Es war in satans stricken; Das hat er bracht Aus eigner macht, Wie du begehrt, Zu deiner heerd', Zur heerde der gerechten. 7. Nun GOtt sei dank, der also mir In JEsu sieg gegeben, Als ein erlöster will ich dir, Mein HErr, zu ehren leben. Finstre todesnacht, Teufel, deine macht, Hölle, dein gericht Erschrecken mich nun nicht, Ich bin von euch erlöset. 8. Ich weiß, daß mein erlöser lebt, Er lebet mir zum leben; Ihm will ich, wenn er mich erhebt, Lob, preis und ehre geben, Denn aus aller noth Wird er durch den tod, Und aus dieser zeit, 3u seiner ewigkeit Mich ganz gewiß erlösen. 284. Err, ich bekenn' von mit dem mund, Nichts soll mich davon wenden, Daß niemand sonst mein heiland ist, als JEsus Christ, Der wahre GOtt ohn'ende, Der mir zu gut Mein fleisch und blut Genom men an, Drum er nicht kann mich armen ſünder hasſen. 2. Gebor'n ist er ein kleines find, Für meine sünd' In windeln eingehüllet. Die jugend mit mühseligkeit, Armuth und leid Ist worden ganz erfüllet. Er hat gewacht, Sich matt gemacht, Er ward gestäupt, Sein heilig häupt Mit dornen scharf gefrönet. 3. Er ward ans kreuzesholz gehenkt, Mit gall' getränkt Und lag in todesbanden; Doch wiederum am dritten tag Nach seiner plag', Ist er vom tod erstanden, mit herrlichkeit Zur himmelsfreud' Gegangen ein Frei aller pein, Geſeßt zu deiner 4. So schaue deinen sohn doch an, Was er gethan, Laß mich in ihm gnad' finden. Du hast mich armen nicht veracht, Ganz frei gemacht Bon meinen schweren fünden Durchs sohnes tod, Den knecht aus noth 6. Mich, den die welt ganz listiglich Von dir zu sich Mit ihrer lust gezogen, Bringt jetzt dein sohn in deinen schooß Von sünden los, Aus lieb' hiezu bewogen. Ich war sehr weit Durch eitelkeit In vollem trab Gewichen ab, Jetzt bin ich dir nachkommen. 7. Was satanas aus bösem sinn Geraubet hin und von dir weggetrieneu die ben, Das bringt dein sohn zu deiner dich lieben. Er stellet dir Jetzt wieder für Dein kind, das sich Muthwilliglich Von dir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun gnad', o GOtt, Durch Christi tod, Den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind', Daß meine sünd' Die höllenpein verschuldet, So hab ich doch Die hoffnung noch Durch deinen sohn Den gnadenthron, Ich werd' nicht sein verloren. 9. Die thür zum schönen paradies Hat er gewiß Durch sein blut aufge= schlossen, Das aus den wunden mildiglich Am Freuze sich Mit strömen hat ergoffen. Ich glaube fest, Daß du nicht läßt, O frommer GOtt, In angst und noth, Der dies mit glauben faffet. Mel. Nun freut euch liebe- christ. 2c. 285. GOttes sohn HErr Christ, Du leben, licht und wahrheit, Du ebenbild des vaters, bist Sein glanz und ew'ge flarheit, Doch nicht geschaffen, nicht gemacht, Aus GOttes wesen vorgebracht, Von ewigkeit gezeuget. 2. Ich ehre, lieb' und lobe dich von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. Aus dankbarem gemüthe, Ich preise dich recht inniglich Für alle deine güte, Ich rühme dich, ich danke dir Für alle gnade, die du mir Bis diesen tag er= wiesen. 3. Voraus ist diese gnade groß, Daß du zu uns gekommen zur für' der zeit vom vaters schooß Und hest an dich genommen Die wahre menschliche natur Von einer armen freatur, Von der jungfrau Maria. 4. Du hast mich armen erdenkloß, Der ewig war verdorben, Von ret= tung, trost und hülfe bloß, Gewonnen und erworben Von sündenfluch, von straf und tod, Ja von der schweren Höllennoth Und teufels strid erlöset. 5. Und solches nicht mit geld und gut, Und was sonst hoch u schätzen, Vielmehr mit deinem th uren blut, Dem gar nichts gleich zu sehen. Du haft in dieser gnadenzeit Ohn' mein verdienst und würdigkeit Mir ein' erlösung funden. 6. Wie herrlich, groß und herzli. ist Doch solche gnad und liebe, Die dich, o mein HErr Esu Christ, Zu solchem schlusse triebe, Daß du, geSo für bie, die ungerecht Und fünder sind, gestorben. 7. Kann eine liebe größer sein, Als die so zärtlich liebet, Daß sie sich gar in todespein Für ihre freunde giebet? Doch Christi liebe thut viel mehr, Sie liebt uns auch als feinde sehr, Und läßt für uns das leben. 155 10. O treuer heiland, JEsu Christ, Der du auch mir geboren, Ja auch für mich gestorben bist, Zaß doch nicht fein verloren An mir das groß' erlöfungswerk, Vielmehr gieb gnade, kraft und stärk', Inbrünstig dir zu danken. 8. Sie wollte für uns allzumal, Die wir verloren waren, Die größte pein, die größte qual Und seelenangst erfahren, Sie ging für uns in grab und tod, Und hat dadurch mit unserm GOtt Uns völlig ausgeföhnet. 9. Denn, weil du auferstanden bist Und nicht im grabe blieben, Hast du dadurch, o JEfu Christ, Auch unsern tod vertrieben, Hingegen die gerechtigkeit, Unschuld und wahre him= melsfreud' Hervorbracht aus dem grabe. que 11. Gieb gnade, daß ich dich hinfort Als meinen heiland liebe, Dir lebe und in deinem wort Mich treu und fleißig übe. Und wie du, HErr, gestorben bist, So hilf mir auch, zu jeder frist Den sünden abzusterben. 12. Du standest von den todten auf, Brachst durch des grabes thüren, Drum laß mich einen neuen lauf Voll geist und tugend führen, Laß mich von sünden auferstehn, In dei= nen heil'gen wegen gehn, Und dir zu ehren leben. 13. Laß hier in deinem reiche mich Dir treu- beständig dienen, In guten werken fruchtbarlich Stets wachsen, blühn und grünen, Bis du, nach meinem pilgrimslauf, Mich nimmst in deinen himmel auf, Wo du zur rechten fizest. Mel. Mein GOtt ich bin jetzt zc. 286. at doch weder maß iebster deine noch ziel; Wenn vor angst oft mein gemüthe Ganz und gar berzagen will, Kommt dein süßer trost von oben, Daß ich dich muß ewig loben. 2. Siehe, HErr, ich bin beladen Mit der schweren sündenlast, Der schmerzhafte seelenschaden Läßt mir weder ruh noch rast: Durch das blut aus deinen wunden Wird derselbe nur verbunden. 3. Deine striemen, deine beulen, Die man dir geschlagen hat, Können arme sünder heilen und verschaffen mir auch rath; Deine scharfe dor= nenkrone Machet mich zu GOttes sohne. 4. Wüthe, teufel, wüthe, hölle! Stürme sünde, welt und tod! Wenn ich mir vor augen stelle Meines heilands große noth, Als er mußt' am 156 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts freuz erblassen, Müßt ihr mich in ruhe| leben wiederbracht: Dank ihm für Iaffen. diese liebe. 5. Dein leib, den man dir zerrissen, JEsu, und das theure blut, Das du reichlich ließest fließen, Als du starbest mir zu gut, Bringt, als eine seelen= weide, Meinem herzen lauter freude. 6. Wie ein hirt eh' läßt sein leben, Eh' er seine heerde läßt, So hast du dich hingegeben, Als mich satan hielte fest. Daß er mich nicht möcht' ermorden, Bist du selbst ein opfer worden. 7. Nun will ich, mein heil, dich ehren, Bis mich schließet sarg und gruft, Ich will deine stimme hören, Die mich aus dem grabe ruft; Deiner lieb' ist nichts zu gleichen, Alle weltgunst muß ihr weichen. 8. Führe mich auf grünen auen, Als ein frommes schäfelein, Laß mich deine gnade schauen Und stets bei dem haufen sein, Der die eitelkeit verachtet Und nach deiner freundschaft trachtet. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. jum Chrift, Den heis alt im gedächtniß 36287. land, der auf erden Bom thron des himmels kommen ist, Dein bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen fleisch und blut: Dank ihm für diese liebe. 9. Giebt mir denn nach vielem leiden tod stoß, Uch so laß mich fröhlich ſcheiden Aus 288. Wam schon GefalMel. Es ist das heil uns kommen 2c. ir menschen in. der welt in deinen, schooß, Da werd' ich recht sanfte liegen, Und mich ewiglich vergnügen. 2. Halt im gedächtniß JEsum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am freuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, sünde, teufel, höll und tod, Und dich erlöst aus aller noth: Dank ihm für diese liebe. 4. Halt im gedächtniß JEsum Christ, Der nach den leidenszeiten Gen himmel aufgefahren ist, Die stätte zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine herrlichkeit: Dank ihm für diese liebe. 5. Halt im gedächtniß JEsum Christ, Der einst wird wieder kommen Und sich, was todt und lebend ist, Zu richten vorgenommen; O denke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, JEsu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mag aus dem herzen lassen, Daß ich mich dessen in der noth Getrösten mag und durch den tod Zu dir ins leben dringen. 3. Halt im gedächtniß JEsum Christ, Der auch am dritten tage Siegreich vom tod erstanden ist, Befreit von noth und plage, Den frieden zwischen GOtt gemacht, Unschuld und Von den Namen unsers Erlösers. len und verdorben, Dadurch wir den gerechten lohn Des todes uns erwor= ben; Das macht, daß man uns fünder nennt, Die sich aus eigner schuld getrennt Von GOtt, dem wahren leben. 2. Dies ist der name, der uns macht Vor GOtt zu spott und schande, Der uns um unsern schmuck gebracht, Gelegt in strick und bande, Mit fluch und finsterniß bedeckt Und uns mit tod und hölle schreckt; Ojammervoller name! 3. Niemand war in der ganzen welt, Der uns durch seinen namen Befreien könnt', als nur der held, Der, als des weibes saamen, Sich bei uns in der füll' der zeit Aus der verborg'nen ewigkeit Im fleische eingestellet. 4. Sein name heißet JEsus Christ, Von GOtt selbst so genennet, Der mir und dir, und wer es ist, Dies große heil gegönnet. Ach, nimm cs und zwar von den Namen unsers Erlösers. ungefäumet an, Es freue sich, wer immer fann, Des friedevollen, namens. 5. Dies ist der name, der uns bringt Vor GOtt aufs neu' zu ehren, Der, wie das chor der engel singt, Uns freude kann bescheeren, Der uns in fried? und freiheit sett, Mit gnad und gaben uns ergößt Und in den himmel hebet. 6. Denn JEsus ists, der unsre schuld Sammt aller straf und plagen, O unerhörte lieb' und huld, Hat willig wollen tragen. Er war gerecht und ließ doch sich Zur sünde machen, daß du dich In ihm gerecht könnt'st nennen. 7. So heißt er denn nicht JEsus nur, Er ist auch was er heißet, Indem er unsere natur Aus allem jammer 4. Die namen, welche dir Dein reißet. Die that stimmt mit dem na- mittleramt gegeben, Als: rath, fraft, men ein, Er heißt und will auch hei- friedefürst, Held, wahrheit, weg und land sein, Er heißt und ist auch JEsus. leben, Bezeugen, daß, indem Du, 8. Er ist der rechte Josua, Der uns zur ruhe bringet, Er, als der priester, ist nun da, Dem es so wohl gelinget, Daß er des HErren tempel baut, An welchem man ihn selber schaut Als grund- und eckstein liegen. Goel, mich befreist, Du wirklich zwi[ chen GOtt Und menschen mittler feist.* Erlöser. Hiob 19, 25. 9. Drum ist in keinem andern heil, 3st auch kein nam' gegeben, Darin wir könnten nehmen theil An seligkeit und leben; Nur JEsus ist derselbe mann, Der uns das leben schenken fann. Gelobet sei ſein name! 5. Du, höchster könig, führst Den namen nicht vergebens, Du bist der friedefürst, Du bist der fürst des le= bens, Du priester, GOtteslamm, Das sich geopfert hat, Du bist mein gnadenstuhl Und treuer advocat. 157 men nennen Und daraus rath und that Und deinen ruhm erkennen. Mein JEsus heißest du, Der selig uns gemacht, Mein Christus, der ge= salbt, Die salbung uns gebracht. 2. Du bist Immanuel, Als GOttmensch zu verehren; Dein name: HErr und GOtt, Kann mich die gottheit lehren. Du bist des vaters wort Und fraft vor aller zeit, Des wesens ebenbild, Der glanz der herrlichkeit. 3. Du heißest auch und bist, Als mensch, des weibes samen, Ein mensch, ein menschensohn; Dies sind die brudernamen, Die du als Davids zweig Gang willig an dich nahmst, Als du dem fleische nach Aus deinen vätern famst. 6. Du heißest ein prophet, Der zu uns kommen sollte, Ein hirt, der meis sterlich Mit lehren weiden wollte. Erniedrigt wurdest du Und als ein knecht erkannt, Erhöhet wurdest du Der herren HErr genannt. 7. Mein hirt, mein A und O, Mein fels, mein ja und amen! Ach nenne du mich auch nach deinem neuen namen. GOtt, wie dein name ist, So ist fürwahr dein ruhm, So nenn' auch sich und sei Nach dir mein christenthum. 8. Dein name bleibt mein fels, Du nennest deine lieben: So steht mein name schon In deiner hand geschrieben, Die schreibet in mein herz Auch deinen namen ein, Drauf soll mein Mel. Nun danfet alle GOtt. 289. Jh. ein Ghu, letztes wort Dein name: JEſus! dich Bei deinem na- sein. 10. Oname, werde doch in mir Durch GOttes geist verkläret, Weil, was verborgen liegt in dir, Kein menschlich herz erfähret. Denn die bernunft begreift es nicht, Ohn' GOttes glanz und gnadenlicht Bleibt es unaufgeschlossen. 11. Laß mich empfinden deine kraft Und innre süßigkeiten, Und, was dein name gutes schafft, Laß sich in mir ausbreiten; So wird der sündennoth gewehrt, So wird die last in luft verfehrt, So bin ich selig, amen. Von der Erlösung des Mel. O GOtt, du frommer 2c. 290. A JEsu, desſen treu' Im himmel und auf erden Durch keines menschen' mund Kann g'nug gepriesen werden, Ich danke dir, daß du, Ein wahrer mensch gebor'n, Den fluch von mir gewandt, Daß ich nicht bin verlor'n. 158 2. Bornämlich wird in mir All' herzensangst gestillet, Wenn mich dein süßer nam' mit seinem trost erfüllet. Kein trost so lieblich ist, als den mir giebt dein nam', Der süße JEsusnam', Du fürst aus Davids stamm! 3. O JEsu, höchster schatz, Nur du fannst freude bringen, Es kann nichts lieblicher, Als JEsu name flingen. Ich kann nicht traurig sein, Weil JEsus heißt so viel Als heiland oder held, Der selig machen will. 4. Will satan sich bei mir Mit an= fechtungen regen, So nam' zum trost, schuß, fried und segen, Zur weisheit und arznei In aller angst und noth, Daß ich nicht fürchten darf Den teufel und den tod. 7. Er sei mein licht, das mich In finsterniß erleuchte; Er sei des himmels thau, Der mich in hig' anfeuchte; Er sei mein schirm und schild, Mein schatten, schloß und hut, Mein reichthum, ehr' und ruhm; Er sei mein höchstes gut. menschlichen Geschlechts wohl, Wenn meine sterbenszeit Und stunde kommen ſoll. 9. Inmittelst helf er mir So láng' ich hier noch wandle, Daß ich in meinem thun Treu und aufrichtig handle; Er steh' mir allzeit bei Mit seines geistes gab', Wenn ich in meinem amt Was zu verrichten hab'. 8. Er sei mein himmelsweg, Die wahrheit und das leben; Er wolle mir zuleßt Aus gnaden dieses geben, Daß ich alsdann in ihm Dies leben schließe * 10. JEsu, in deinem nam' Bin ich heut' aufgestanden, In ihm voll= bring' ich heut', Was mir kommt unter handen; In deinem namen ist Der anfang schon gemacht, Das mittel und der schluß Werd' auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb' ich, und in dir, In dir will ich dir, In dir will ich ererben will ich auch sterben, HErr, sterben Das ew'ge himmelreich, Das du erworben mir, Von dir verklärt will ich Dir dienen für und für. Mel. JEsus meine zuversicht. einen? 5. Daß ich ein zornkind bin, Das macht die schnöde sünde, Dein JEsus2. JEsus, GOttes wahrer sohn, nam' macht mich zu einem gnaden- Ward ein mensch, wie andre kinder; finde, Er nimmt von mir hinweg Die JEsus ist mein gnadenthron, Denn schuld und missethat, Bringt mir die er rufet alle sünder; JEsus heißt und seligkeit und deines vaters gnad'. ist mein heil, Meines herzens trost und theil. 6. Ei nun so heile mich, Mich, der ich ganz beflecket, Der heil ge Jésusnam', Der alle sünden decket; Er fehre ab den fluch, Den segen zu mir wend', Sei meine stärk, dadurch Sich alle schwachheit end't. 291. Menicht, Denn er will mich nicht verlassen; Was sein name mir verspricht, Das will ich im glauben fassen. JEsu name ist sein ruhm, Und zugleich mein eigenthum. 3. JEsus, des verstandes licht, Morgenstern und helle sonne, Meines willens zuversicht, Meine freude, meine wonne. Denn deß tröstet sich mein geist, Daß mein JEsus JEsus heißt. 4. Was von diesem A und O GOtt verspricht in JEsu namen, Das er= füllt er auch also: JEsus ist das ja und amen. JEsus Nazarenus ist Der von GOtt verheißne Christ. 5. Denn es ist kein andres heil Und kein name sonst gegeben, Darin sünder nehmen theil An der seligkeit zum leben. GOtt uns diesen heiland giebt, So hat er die welt geliebt. 6. JEsus fängt den glauben an, und zwar von den Namen unsers Erlösers. 159 JEsus kann ihn auch vollenden, JE-| orden. Du bist mein fels, mein hort, sus ist ein wundermann, JEsus kann mein elend wenden, JEsus ist mein gnadenbund, JEsus ist der hoffnung grund. Mein GOtt, der hülfe schafft, Mein schuß, mein schirm und schild, Und meines lebens kraft. 7. JEsus ist des baters wort, JEfus ist mein weg und leben, JEsus ist mein fels und hort, JEsus ist der stod der reben, JEsus ist mein lösegeld, JEsus ist der starke held. 4. Du bist die ros' im thal, Erquickest meine seele, Mein GOtt, mein treuer freund, Mit dem ich mich vermähle, Mein labsal, dessen kraft Geist, herz und seele stärkt, Daß sie voll himmelslust Auf deine worte merkt. 8. JEsus ist das GOtteslamm, JEsus ist mein arzt und stärke, JEsus ist mein bräutigam, JEsus heiligt meine werke, Jesus ist mein weiser rath, JEsus ist mein advocat. 5. Du bist mein rechter schaß, Mein reichthum, meine freude, Du bist mein treuer hirt Und auch zugleich die weide, Du bist der lebensbaum, An dir hang' ich so fest Als eine reb' am stock, Weil du mich nicht verläßt. 6. Du bist mein festes schloß, Dahin ich allzeit fliehe, Mein fels, auf den ich bau. Ach mein HErr JEsu, ziehe Durch liebe mich zu dir, Du bist im freuz und leid Doch einig nur mein trost Und giebst mir freudigkeit. 7. Du mußt, wenn sich das here Vor seinem GOtt ausschüttet, Mein hoherpriester sein, Der immer für mich bittet, Mein könig und prophet, Der lehrt und hülfe schafft; Welt, satan, holl' und tod Erschricht vor deiner fraft. 9. JEsus ruft: kommt her zu mir, JEsus lehrt den weg des lebens, JEfus spricht: ich bin bei dir, JEsus tröstet nicht vergebens, JEsus hilft in aller noth, JEsus ist des todes tod. 10. JEsu blutgeld ist mein theil, JEsu leiden meine freude, JEsu wunden sind mein heil, JEsu wort ist meine weide. So behält er nichts für sich, Alles, alles ist für mich. 11. Nun, mein alles ist auch sein, JEsum hält mein fester glaube, JEsu folg' ich nur allein, Troß dem, der mir JEsum raube, JEsus endet meinen lauf, Meinen geist nimmt JEsus auf. Mel. O GOtt du frommer 2c. 292. Wie ist, HErr JEſu, Für mich, sein glied, bereit. doch Dein nam' in meinem herzen So groß und wunderfam! Trifft mich gleich angst und schmerzen, So such ich trost bei dir Und find' in deiner kraft, Daß du mein treuer freund, Der alle hülfe schafft. 2. Du bist mein HErr und GOtt, Versöhner und erretter, Der meine sünde tilgt, Des satans untertreter; Dein blut ists lösegeld, Das mich persöhnet hat, GOtt nimmt mich an in dir, Du stehst an meiner statt. 8. Ich kann gerechtigkeit und heil in JEsu haben, und dort in jener welt Hat er mir größre gaben Bestimmt und beigelegt; Selbst seine herrlichkeit und freudenkrone steht 3. Mein seelenbräutigam Bist du nunmehr geworden, Giebst mir den glaubensschmuck Als deiner jünger 9. So oft ich JEsum nur In meinem munde habe, Erfreu' ich mich in ihm, Denn selbst im finstern grabe Wird er mein helles licht, Auch dort mein alles sein, Wenn ich durch seine kraft Geh' in den himmel ein. Mel. JEsu deine heil'gen 2c. reude, Esu, meines Esu, ursprung 293. glaubens licht, JEsu, meiner seele weide, JEsu, meine zuversicht, wie kommt dein name mir So gewünscht und lieblich für! Dein gedächtniß, JEsu, machet, Daß mein traurig herze lachet. 160 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts wiederbracht. 2. Ach, ich liebe dich von herzen, I himmel aufgeschlossen, Das leben Meine liebe wird nicht satt Und mein geist ist frei von schmerzen, Wenn er dich, mein JEsu, hat. Kehr' in meinem herzen ein, Dir mag nichts verborgen sein, Darum kennst du meine triebe, Daß ich dich vor allem liebe. * 3. Laß uns in deiner liebe Und erkenntniß nehmen zu, Daß wir im glauben bleiben, Dir dienen im geist 10, Daß wir hier mögen schmecken Dein' süßigkeit im herzen und dürften stets nach dir. 4. Du schöpfer aller dinge, Du väterliche kraft, Regierst von end' zu ende Kräftig aus eigner macht; Das herz uns zu dir wende Und kehr' ab unsre finne, Daß sie nicht irr'n von dir. 3.3Esu, meine lebenssonne, JEsu, meiner seele lust, Außer dem mir feine wonne, Kein vergnügen mehr bewußt. Ach mein heil, ich bitte dich, Komin, umfang' und halte mich, So umfang' ich dich im glauben, Dich soll mir kein teufel rauben. 4. JEsu, schußherr der bedrängten, JEsu, der verlaßnen schild, JEsu, helfer der gefränkten, Du des baters ebenbild, Ich laß erd' und himmel sein, Bleibet nur mein JEsus mein. Erd' und himmel würden hölle, Wär' nicht JEsus mein geselle. 5. JEsus kann im freuze laben, JEsus ist, der mich erhält. Kann ich seinen beistand haben, Trag' ich allen spott der welt. Wenn der tod die augen bricht, Laß ich dennoch JEsum nicht; Muß ich meinen geift aufgeben, Bleibt er 6. Will mir gut und blut verschwinden, Geht auch leib und leben hin, Und ich kann nur JEsum finden, Ist auch sterben mein gewinn. Nun, ich halte, 3Eju, dich, JEsu, komm und halte mich, Sei mein trost im tod und sterben Und laß mich dein reich ererben. Von der Person des Erlösers. 294. H Err Christ, der ein'ge GOttes sohn Des bat're in ewigkeit, Aus seinem herz'n entsprossen, Gleichwie geschrieben steht: Er ist der morgensterne, Sein'n glanz streckt er so ferne Vor andern sternen flar. 2. Für uns ein mensch geboren 3m legten theil der zeit, Der mutter unberloren Ihr' jungfräulich' keuschheit, Den tod für uns zerbrochen, Den 5. Ertödt' uns durch dein' güte, Erwed' uns durch dein' gnad', Den alten menschen fränke, Daß der neu' leben mag, Allhier auf dieser erden Den sinn und all' begierden, Und gedanken hab'n zu dir. * 6. Dank, lob, preis, ruhm und ehre Sei GOtt in ewigkeit Für seine süße lehre, Die er uns hat bereit't Aus sein'm göttlichen munde; Der helf uns alle stunde, Er helf zur seligkeit. 295. Wie schön leucht't uns der morgenstern Voll gnad' und wahrheit von dem HErrn, Die süße wurzel Jesse! Du ſohn Davids aus Jacobs stamm, Mein könig und mein bräutigam, Hast mir mein herz besessen. Bieblich, Freundlich, Schön und herrlich, Groß und ehrlich, Steich von gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines Herzens werthe fron', Wahr'r GOttes und Marien sohn, Ein hochgeborner könig! Mit freuden rühm' ich deine ehr', Dein's heil'gen wortes süße lehr' Geht über milch und honig. Herzlich Will ich Dich drum preisen Und erweisen, Daß man merke In mir deines geistes stärke. 3. Geuß sehr tief in mein herz hinein, O du mein HErr und GOtt allein, Die flamme deiner liebe, Daß ich in dir nun immer bleib, Und mich fein zufall von dir treib, Nichts fränke noch betrübe. In dir Laß mir Ohn' aufhören Sich vermehren Lieb' und und zwar von der Person des Erlösers. freude, Daß der tod uns selbst nicht scheide. 4. Von GOtt fommt mir ein freudenlicht, Wenn du mit deinem angesicht Mich gnädig wirst anblicken; O JEfu, du mein höchstes gut, Dein wort, dein geist, dein leib und blut Mich innerlich erquicken. Tröst' mich Freundlich, Hilf mir armen Aus erbarmen, Hilf in gnaden, Auf dein wort fomm ich geladen. 5. GOtt vater, o mein starker held, Du hast mich ewig vor der welt In deinem sohn geliebet; Dein sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein schap, ich seine braut, Drum mich auch nichts betrübet. Eia, Eia, Himmlisch leben Wird er geben mir dort oben, Ewig soll mein herz ihn loben. 6. Singt unferm GOtt, singt oft und viel und laßt andächtig saitenspiel Ganz freudenreich erschallen, Dem allerliebsten JEsulein, Dem wunderschönen bräut'gam mein, 3u ehren und gefallen. Singet, Springet, Jubiliret, Triumphiret, Danft dem HErren, Groß ist der könig der ehren. * 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein schag ist das A und D, Der anfang und das ende. Er wird mich auch zu seinem preis Aufnehmen in das paradeis, Deß klopf ich in die hände. Amen, Amen, Komm, du schöne Freudenkrone, Bleib nicht lange, Deiner wart' ich mit verlangen. Mel. Allein GOtt in der höh' sei 2c. 296. hr töchter zions, kommt herbei, Laßt uns ein brautlied hören, Vernehmt, wer euer bräut'gam sei, Von dessen ruhm und ehren Gar lieblich singt des himmels chor, Drum hebt auch eure stimm' empor, Dies loblied zu vermehren. 161 3. Er ist hernach auch in der zeit Ein menschenkind geboren, Das zweiglein Jesse, das verneut, Was vormals war verloren, Er ist der holde menschensohn, Den GOtt zu Davids reich und thron Schon läng= stens auserforen. 2. Er ist des höchsten GOttes sohn, Von ewigkeit gezeuget, Bor dessen fcepter, reich und fron' Sich erd' und himmel beuget. Was ehre, lob und ruhm erweist Dem vater und dem 4. Für uns hat sich dies GOtteslamm Selbst in den tod gegeben, Und schafft dadurch, als bräutigam, Uns, seiner braut, das feben. Er führte seine lebenszeit In großer schmach und niedrigkeit, Zu GOtt uns zu erheben. 5. Darum hat ihn auch GOtt er= höht Und aus der schmach erhoben, Er siget nun mit majestät Zur rechten GOttes droben. Er ist das haupt der christenheit, Er ist der HErr der herrlichkeit, Den alle engel loben. 6. Er ist vor GOtt mit seinem blut Ins heiligste gegangen und hat allda, der braut zu gut, Ein ewig heil empfangen. Die braut fann nun zu jeder frist, Weil er ihr hoherpriester ist, Den gnadenblick erlangen. 7. Er ist der größeste prophet, Den alle welt soll hören, Der meister, dessen stimm' ergeht Mit himmelsfüßen lehren, Der seiner Pirche hirten giebt, Weil es sein weiser rath beliebt, Sein reich durch sie zu mehren. 8. Die braut verehrt ihn auch zu= gleich In seiner königskrone, Sie spürt sein macht- und gnadenreich, Bückt sich vor seinem throne. Sie hoffet in gelaffenheit Das fünft'ge reich der herrlichkeit, Nebst vielem gnadenlohne. 9. Ihr töchter zions freuet euch, Laßt mit den himmelschören Aus euren herzen auch zugleich Viel halleluja hören, Dem allerschönsten bräutigam, Dem auserwählten GOttes= lamm 3u ew'gem lob und ehren. Von der Gottheit Christi. Mel. HErr GOtt der du erforsd). heil'gen geiſt, Bor ihm sich gleichfalls 297. Dir fei, o fu, bank bereit, Beherrscher 11 162 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts und zwar ner fraft Und wirst, wie er, geehret. aller thronen! Du bist in der dreiei-| alles schafft, Du sig'st zur rechten sei nigkeit Die andre der personen, GOtt sohn, den GOtt der vater heut', Das ist, von aller ewigkeit, Selbst aus sich selbst gezeuget. O GOtt, von GOtt, o licht, vom licht, Vor dessen glanz und angesicht Des himmels heer sich beuget! 2. Du wesentliches ebenbild Aus deines baters wesen Mit himmelsherrlichkeit erfüllt, Zu GOttes glanz erlesen! Du wahrer GOtt, der ewig ist, Der du das ew'ge leben bist, Du anfang und das ende! Du A und O, du bist es gar, Es ist, was ist und Bon der Menschheit Christi. Mel. Vor deinen thron tret' ich 2c. wird und war, Ein kunststück deiner 298. Daß GOttes fohn der wahre christ Mein bruder und erlöser ist, Das fasset die vernunft zwar nicht, Doch glaub' ichs, weils die wahrheit spricht. 2. Ein wahres, ein jungfräulich weib Hat, da den unberührten leib Die kraft des höchsten fruchtbar macht, Ihn an das licht der welt gebracht. 3. Die schrift legt unserm aug' und ohr Sein ganz geschlechtregister bor Und lehrt uns, daß von Abraham Er den verheißnen ursprung nahm. 4. Er heißt ein mensch und men= schenkind, Wie andre menschenkinder sind, Des weibes same, Davids sohn, Der erbe von desselben thron. 5. Man find't an dem Immanuel, Gleich andern menschen, leib und seel', Verstand und willen, fleisch und bein, Wie sollt' er nicht mein bruder sein. 6. 3st gleich von sünden keine spur In seiner menschlichen natur, Kann diese doch wahrhaftig sein, Ob fie gleich ganz von flecken rein. 7. Die schwachheit, die uns nun umgiebt, Hat dieser GOttmensch mit beliebt, Durst, hunger, trauern, mü= digkeit Ertrug er mit gelassenheit. 8. Sein förper schwißte blut'gen schweiß, Er gab ihn allen martern preis, Und nach vollbrachtem lebenslauf Gab er den geist im sterben auf. 9. Ich freue mich, o menschenjohn, Daß man nun auf dem höchsten thron Die menschheit, deine liebe 3. Durch deinen schöpferwillen stehn Herrschaften und die thronen, Die werke, so die menschen sehn Und die im dunkeln wohnen, Indem dein allmachtsvoller ruf Ein etwas aus dem nichts erschuf; Dies alles trägt dein walten, Denn was gemacht ist, machtest du, Und dies muß deine macht dazu In wesen noch erhalten. 4. Du GOtt wurd'st auch ein mensch für mich; Als sich die zeit geendet, Die GOtt bestimmt, da hat er Sich In diese welt gesendet, 3u suchen, was verloren war, llnd uns zu retten aus gefahr, Wir sollten selig werden. Du wurd'st mein bruder, fleisch und blut, Du wurd'st, mir armen wurm zu gut, Ein wurm, ein fluch auf erden. 5. Du willst, mein bräut'gam, ( sind das nicht Der zartsten liebe proben?) Dich in gerechtigkeit, gericht Und glauben mir verloben. Du bist Immanuel in noth, Mein hoherpriester durch den tod. Mein könig in dem leben, Mein' fürsprach' in dem himmelszelt, Der mittler, für die ganze welt Zum opfer hingegeben. 7. Du hörest seufzen und gebet, Dich jammert unsre klage Und bist, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Dir sei lob, ehre, dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für deine heißen triebe, Für das, daß du, mein JEsus Christ, Erweckt und aufgefahren bist, Für alle deine liebe. 6. Du bist in finsterniß mein licht, Du bist mein stuhl der gnaden, Mein advocat, der für mich spricht, Mein arzt in seelenschaden. Ja, du bist GOtt und mensch zugleich, Doch nur ein Christus, dessen reich In ewigkeit fort währet, Du lebst mit dem, der 163 von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung JEsu. braut, Im schmuck der gottheit pran-| nun soll in uns der schein Seines gen schaut. bildes strahlen. 10. Mein bruder, sich mich gnädig an, Mach mir zu deinem vater bahn; Du liebest ja dein fleisch und bein. Ach, laß mich ganz dein eigen sein. Von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung JEsu. Mel. Christus der uns selig 2c. 299. Christus, der uns selig macht, Ward ein knecht geboren, Der hat wieder hergebracht, Was wir gst verloren. GOtt erniedrigte sich tief, Menschen zu erheben: Da er Eli, Eli rief, Starb für uns das leben. * 2. In der leiblichen gestalt Wohnt' in ihm die fülle Aller göttlichen gewalt, Doch sein freier wille Äußerte sich wunderlich Des gebrauchs der rechte( a) Und es nahm der HErr an fich Die gestalt der knechte. Col. 2, 9. 3. Als die mutter ihn empfing, Als er, wie die kinder, Mensch ward und auf erden ging, Als er für uns sünder Litte, starb, und da er todt In dem grabe ruhte, Da erwarb uns GOtt aus noth Mit dem eignen blute: * 1. B. Mos. 3, 5. 7. Ach mein JEsu, der du dich So entäußern wolltest, 218 du, theurer heiland, mich Göttlich machen solltest, Ich bin hier, wie du, gesinnt, Ich will niedrig leben; Nach der zeit wirst du dein Find Auch zu dir erheben. bis dahin währte, Da, nach der erniedrigung, Ihn sein GOtt verklärte Und, zu brauchen alle macht mit dem neuen leben, Sammt der gottheit höchster pracht, Ihm erhöht gegeben. 6. Und das that das höchste gut Nur um unsertwillen, Durch sein leiden, tod und blut GOttes zorn zu stillen. Unsern raub, wie GOtt zu fein, Muß der HErr bezahlen, Und 8. Du wirst arm, ich werde reich, Du wirst gleich den knechten; Knechte werden JEsu gleich, Sünder dem ge= rechten. So kann deine ſeelennoth Seelenruhe geben,' HErr, dein leiden und dein tod Bringt mir freud' und leben. 9. Auf, mein geist, erhöhe dich, JEsus ist erhaben, Der empfing er höht für mich Alle gute gaben. Da, wo er mich schon vertritt, Wird er mich erheben; Nun hier duld und sterb' ich mit, Dort mit ihm zu leben. ( a) das ist: Christus entäußerte sich des gebrauchs der göttlichen majestät, gewalt und herrlichkeit, die seiner menschlichen natur, vermöge der persönlichen vereinigung, mitgetheilet worden, und deren er sich also beständig zu gebrauchen völliges recht hatte. Von den Ämtern unsers Erlöfers. 4. Da enthielt er sich der macht Und der höchsten freuden, Der allge= genwart und pracht, Schmach und fpott zu leiden. Er war GOtt, in ihm war auch Aller gottheit stärke, Aber nur nicht ihr gebrauch Bei jedwedem werke. Von dem Mittleramte JEsu überhaupt. Mel. JEsus, meine zuversicht. der ungemeinen 5. Dies ist die entäußerung, Die 300. Die mein heiland mit erzeiget, Meine große sündenschuld Hat sein liebreich herz gebeuget, Daß er, als ich ward verklagt, Für mich armen gut gesagt. 2. Mir ward solch ein schat vertraut, Dessen werth nicht auszusagen; Nie hat eines königs braut Einen solchen schmud getragen, GOttes bild und herrlichkeit War mein schönes ehrenkleid. 11* 164 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts 3. Licht erfüllte den verstand, Fried'| weise. Was Waron vorgebildet hat, und freude das gewissen, Die lust war Das leistet JEsus in der that, Weil mir unbekannt, Die wir nunmehr dort nur blut der thiere floß Und JEtödten müssen, Und an kraft gebrach sus eignes blut vergoß. HErr JEju mirs nicht, zu vollbringung meiner Christ:,: Dein mittleramt Erlöset pflicht. was von Adam stammt. 4. Dieser gaben meng' und zier Hab' ich, leider, ganz verloren, Alles gute mangelt mir, Und ich bin höchst arm geboren, Ohne licht und lebensfraft, Die der fall hinweg gerafft. 2. Am holze würdest du ein fluch Und GOtt der süßeste geruch In deines opfers gabe. Du warest unbefleckt und rein, Für mich mußt du ein opfer sein, Daß ich erlösung habe. Du hast dich für uns dargestellt Als die ver= söhnung aller welt Und dein altar, du GOtteslamm, War deines Freuzes schwerer stamm. HErr JEfu Christ 5. Daher rührt die schuldenlast, Die mich in den abgrund drücket, Diese macht mich dem verhaßt, Der mich erst so schön geschmücket. Wehe mir, die ew'ge pein Wird mein finstrer schuldthurm sein. Dein mittleramt Versöhnt mit GOtt uns allesammt. 3. Als du auf erden dies vollbracht, Erschienest du mit großer pracht Vor GOttes angesichte, Wo du durch dein verdienst vertrittst, Wo du für uns nachdrücklich bitt'st, Daß uns der zorn nicht richte. Ob jemand hier gesündigt hat, So bist du doch der advocat, Dein geist versichert uns dabei, Daß dein gebet erhöret ſei. HErr JEfu Chrift: Dein mittleramt Vertritt, daß GOtt uns nicht verdammt. 6. Doch ein bürge giebt sich an, Der des urtheils schluß vernichtet, Der, was ich nicht zahlen kann, 3u bezahlen sich verpflichtet, Meines schöpfers reicher sohn Kommt herab von seinem thron. 7. Er nimmt auf sich meine schuld, Er bezahlt mit seinem leben, Welches er aus großer huld Für mich in den tod gegeben, Das mir den zum freunde macht, Dessen schäß' ich durchgebracht. 8. Das geseß, das ich verlegt, Ehret sein gehorsam wieder, Was geraubt ist, wird erseßt, Meine straf trifft seine glieder, Meine schuld wird ausgefühnt, Mir wird gnad' und heil verdient. 9. Dank sei dir, mein seelenfreund, Burge, dir sei lob gesungen, Daß du es so tren gemeint Und nun höll' und tod verschlungen. Du hast gnug für mich gethan, Nimm mich als dein eigen an. 1. Von dem hohenpriesterlichen Amte Christi. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 301. wahrer GOtt und menschensohn, HErr JEsu du mein gnadenthron, Den ich in demuth preise! 3um lamm und opfer giebst du dich Und wirst ein priester ewiglich Nach Melchisedechs 4. Laß uns auch deine priester ſein, Laß uns des blutes salbung weihn und schmücke du uns alle, Daß der in angst zerschlagne geist, Der dir ein liebesopfer heißt, In dir GOtt wohl gefalle. Ich opfre dir so herz als mund Und halte des gewissens bund, Mein ganzes leben opfert stets Den rauch des dankes und gebets. HErr JEsu Christ:: Dein mittleramt Hat dieses feuer angeflammt. 302. Mesjohn, Mittler für Mel. JEsus meine zuversicht." GOtdie höllenfinder, Warum läßt du deinen thron Für das heil ſo armer ſünder? Darum, süßter JEsu Christ, Weil du unser mittler bist. 2. Darum, liebster, iste geschehn, Uns dem vater zu versöhnen, Unser elend anzusehn, Üns zu trösten in den und zwar von den Amtern unsers Erlösers. thränen. Du, GOtt, wirst ein menschenkind, Daß sich GOtt mit uns berbind't. 3. Ew'ge liebe, nur durch dich Liebt die wesentliche liebe Uns verlorne ewiglich Mit erbarmungsreichem triebe. GOtt hat keine gnade mehr, Die durch dich nicht unser wär'. 4. Ew'ger hoherpriester, du Bittest für die armen feelen, Sprichst uns GOttes fegen zu, Zäßt dich opfern, schlachten, quälen, Trägst, wie ein ge= duldig lamm, Unsre last am freuzesstamm. 5. Schuldenopfer, das versöhnt, Friedensopfer, das erfreuet! Alle schuld ist abgelehnt, Ob gleich das geseze dräuet, Denn du zahleft sie für mich, Da du selbst geopfert dich. 6. Wenn ich gleich die ganze welt Voller sünden an mir fünde, Ist doch dieses lösegeld Gnug für eine welt boll fünde. Gnug, ja ganz vollgültig ist Dein verdienst, HErr JEfu Christ! Christ, Der du für uns gestorben bist, Du trugst nach deiner großen huld, Was ich ver= schuld't, Mit vnaussprechlicher geduld. 2. Was GOttes zorn bersöhnen Pann, Hast du arlitten und gethan, Die schuldenlast, die alle welt Und mich befällt, Zahlt dein unendlich lösegeld. 165 4. Ja JEsu, du bist selber mein, Du willst mein eigen erbgut sein, Dein blut macht unser arm geschlecht Vor GOtt gerecht, bin nicht mehr ein höllenknecht. 7. Friede, trost und sicherheit Kommt aus diesem zarten triebe, Ruhe, lust und ſeligkeit Fließt aus meines JEsu liebe. Liebt mich nun mein HErr und GOtt, Acht' ich weder höll' noch tod. Von der Genugthuung Von den Thränen JEsu. Mel. O traurigkeit. Christi. Mei. Ich hab' mein' fach' GOtt 2c. 304. wunderflut, Das 303. höchste Beweint die ärgsten fünder. GOttes liebstes find beklagt Adams böse kinder. 2. Immanuel, Der freudenquell Wird hier ein quell der thränen, Die sich nach barmherzigkeit Für die fün= der sehnen. 3. Der richter giebt sich nun zur ruh Und spricht uns als ein vater zu, Er nimmt dich selbst zum zahler an, Da ichs nicht kann, Als hätt' ich selber gnug gethan. 5. Ich sprach zu diesem lösegeld: Du bist mein trost statt aller welt. Ich sagte: seele, du kannst ruhn, Du fannst dir nun Aus JEsu reichthum gutes thun. 6. Der reichthum bringt zufriedenheit, Derreichthum dau'rt in ewigkeit; Sein heilig leben, und sein tod, Sein schmerz und spott Erwirbt mir alle huld bei GOtt. 7. Du bist die himmelsthür allein, Durch dich geh ich zum bater ein: Ach, gieb durch deiner wunden saft Mir trost und kraft, Die mir ein neues leben schafft. 8. So friegt mein glaube zubersicht, Er kämpft, er hält, er läßt dich nicht, Es bringt dein sterben in der zeit Mir allbereit Die ewige gerechtig= feit. 9. Laß mich durch deine leidenspein Ein miterb' deiner freuden sein, So schau' ich dich, wenn alles bricht, In deinem licht Bon angesicht zu ange= sicht. 3. Das zartste herz Zerbricht vor schmerz Und schmilzt in heißen flammen, Unsers herzens härtigkeit Weinend zu verdammen. 4. GOtt selber meint; Der menschenfreund Beweint der menschen sünden, Weil sich keine wahre reu' Läßt bei ihnen finden. 5. Er stellt sich dar, Die freche 1 166 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts schaar Mit thränen zu versöhnen Und| Ich weiß, sie sind gezählet, Und ob sie des himmels schweren zorn Von ihr nicht zu zählen sein, Dennoch dir keine abzulehnen. fehlet. So oft vor dir sie regen sich, So oft bewegen sie auch dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie dir bewußt, Weil du mir allzeit hülfe thust. 6. Komm harter finn, Komm mirf dich hin zu dieser liebe füßen, Laß die thränen, die sie weint, Reichlich auf dich fließen. 7. Ach, schmerzet dich Der schlangenstich, So darfst du deinen schaden In dem blut- und thränenstrom Deines mittlers baden. 8. Laß diesen thau Die dürre au' Des herzens wohl durchdringen, So wirst du durch dessen kraft Gute früchte bringen. 9. Bist du erstarrt, Kalt, fühllos, hart, Kannst keine thränen weinen: Stell' GOtt diese thränen vor, Welche hier erscheinen. 6. Für diese thränen dank' ich dir, Der du die freudenkrone, HErr JEsu Christ, erworben mir, Bei dir im himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deinem auserwähl= ten hauf, Dann will ich recht lobsinmich einst durch dein verdienst Ew'gegen dir, O höchste zier, Für deine freud' ererben. 10. Oheil'ge flut, Komm mir zu gut Im leben und im sterben, Laß thränen für und für. Mel. Allein zu dir HErr JEsu 2c. u weinest für Jerusa305. heiße zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit buß' erschein' Und über meine sünde wein', So wäschst du ab aus lauter gnad' Die missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines baters zorn entbrennt Von wegen meiner sünde, Zu deinen thränen ich mich wend' Da ich erquicung finde. Vor GOtt sind sie gar hoch geschäßt, Wer damit seine fünde neßt, Den blickt GOtt an mit gütigkeit Zu jeder zeit Und macht sein traurig herz erfreut. 5. Wer jego thränen säet aus, Hältin geduld GOtt stille, Wird fröhlich sein in deinem haus, Wo freude ist die fülle; Ja solche freude, die kein mann Mit seiner zung' aussprechen kann Und die da bleibt in ewigkeit; Mein Freuz und leid Wird werden dort zu lauter freud'. 3. Hier muß ich auch im thränenhaus Vor großer angst oft weinen, Der welt aushalten manchen strauß, Sie martert stets die deinen. Auf allen seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an; Dies tröstet mich zu aller frist: HErr JEsu Christ, In noth du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle tbränen mein, Von der Fürbitte JEsu. Mel. Alle menschen müssen 2c. gros 306. Großer mittler, der zur ßen vaters sigt Und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnaden schüßt, Dem auf dem erhabuen throne, In der königlichen Frone, Aller ewigkeiten heer Bringt in des muth preis und ehr': 2. Dein geschäft auf dieser erden Und dein opfer ist vollbracht, Was vollendet sollen werden, Ist nun gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns gnad' und heil erworben, und dein siegreich auferstehn Läßt uns in die freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein geschäfte In dem obern heiligthum, Die erworbnen segenskräfte Durch dein evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum thron der gnaden eilen, Nun wird uns durch deine hand Heil und segen zugewandt. 4. Deines volfes werthe namen Trägest du auf deiner brust, Und an und zwar von den Amtern unsers Erlösers. den gerechten samen Denkest du mit vieler luft. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Und bitt'st in des baters haus Ihnen eine wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der armen, Die der welt noch dienen, nicht, Weil dein herz dir aus erbarmen Über ihrem elend bricht; Daß dein bater ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er ändre ihren sinn, Ach, da zielt dein bitten hin. 6. 3war in deines fleisches tagen, Da die sünden aller welt Dir auf deinen schultern lagen, Hast du dich vor GOtt gestellt, Bald mit seufzen, bald mit weinen Für die sünder zu erscheinen; O mit wie viel niedrigkeit Batest du zur selben zett. 7. Aber jetzo wird dein flehen Von der allmacht unterstüßt, Da in jenen himmelshöhen Die verklärte mensch= heit sigt. Nun kannst du des satans flagen Majestätisch nieder schlagen, Und nun macht dein redend blut Unsre böse sache gut. 8. Die verdienste deiner leiden Stellst du deinem bater dar Und ver= trittft nunmehr mit freuden Deine theu'r- erlöste schaar, Bittest, daß er fraft und leben Woll' dem volk auf erden geben, und die alle zu dir ziehn, Die noch deine freundschaft fliehn. 9. Großer mittler, sei gepriesen, Daß du in dem heiligthum So viel treu' an uns bewiesen, Dir sei ehre, dank und ruhm. Laß uns dein ver= dienst vertreten, Wenn wir zu dem vater beten, Sprich für uns in legter noth, Wenn den mund verschließt der tod. 2. Von dem prophetischen Amte JEsu. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 307. Mrophete JEfu, du biſt Pgroß Bon werten bon thaten; Dein sig ist deines vaters schooß, Jedoch, der welt zu rathen, Hast du dich selber dieser welt Als 167. einen lehrer dargestellt In deinem mittleramte. 2. Wie die propheten allesammt Von Christo zeugniß gaben, So zei= get dein prophetenamt, Daß wir an dir nun haben, Was uns von dir versprochen wird; Du heißt ein lehrer, meister, hirt Und bischof unsrer seelen. 3. Du wurdst es durch des vaters rath In diesen letzten tagen, Da dich dein GOtt erwecket hat, Den irrenden zu sagen, Wie man zum himmel wandeln soll. Du warest kraft- und geistesvoll, Gesalbt mit freudenöle. 4. Vornämlich warst du, hirt, gefandt Zu den verlornen schafen Des hauses, Israel genannt, zu lehren und zu strafen; Wo sich dein herz auch treu erwies, Nachdem es bei der taufe hieß: Dies ist mein sohn, den höret! 5. Wer elend und zerbrochen ist, Gebunden und gefangen, Ein trauriger betrübter christ, Der soll in dir erlangen Erquicung, heilung, linderung, Eröffnung und erledigung, Ein gnädigs jahr und freude. 6. In deinem evangelio, Das gnad' und wahrheit brachte, Macht'st du die matten herzen froh, Die Moses traurig machte. Doch hast du auch zugleich erklärt, Was GOtt durch das gesetz begehrt, Drum lehrt'st du buß' und glauben. 7. Da auch zu deines wortes macht Der zeichen fräfte kamen, So rühmte man, was du vollbracht, An blinden, tauben, lahmen, An menschen, die der aussag fraß, Und die der teufel gar besaß, Ju selber an den todten. 8. Du segtest dieses amt auch fort In dem erhöhungsstande Durch dei=. ner boten reines wort, Die du in alle lande Nach deiner himmelfahrt gesandt, Da alle welt in dir erfannt Das licht und heil der heiden. 9. Du der prophet, und der uns propheten jendet; Ott lob, der feste grund besteht, Bis zeit und welt sich endet. Der treuen lehrer reiner mund Macht uns dich großen 168 Von der Erlösung des lehrer fund, Der GOttes weg recht lehret. menschlichen Geschlechts durch die knechte fort, Die dein beruf herbeigeführt, Und sie mit gaben aus geziert. 10. Mein JEsu, ja du bist allein Das heil, das kommen sollte, Durch 7. Du aber sendest deinen geist, den GOtt seinen gnadenschein Uns Den du den gläubigen verheißt, Der offenbaren wollte, Der mittler und denen seelen, die er liebt, Erkenntniß, der seelenhirt Von dem mein geistlicht und weisheit giebt Und der, wo geweidet wird mit stäben sanft und wehe. man ihn nicht vertreibt, Dein wort in herz und sinnen schreibt. 8. Ach laß, o himmlischer prophet, Mich scheuen deine majestät! Mach mich von eignem dünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei; Du sollst mein höchster lehrer sein, Führ' mich in deine schule ein. 11. So leite denn und führe mich Auf einer grünen weide, Dein wort sei immer kräftiglich Des herzens trost und freude. Und wenn die welt einmal bergeht, Ach, so erfülle, mein prophet, Was du hier prophezeiet. Mel. Vater unser im himmelreich. 308. leher, dem kein andrer gleich, An klugheit, lieb' und eifer reich, Des ew'gen baters höchster rath, Prophet, berühmt durch wort zu heil gesandt Und ihn gesalbt mit eigner hand: 2. Du famst aus deines baters schooß Und machtest alle siegel los, Womit sein rath versiegelt war. Durch dich ward alles offenbar Und an das helle licht gestellt, Was dunkelheit umschloffen hält. 3. Du weisest uns die wahre spur 3u GOtt, dem schöpfer der natur, Du hast den weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum himirel steigt. Was du vom vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der gottheit licht Mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des himmels weisen rath, Man fünftig zu erwarten hat. Dumachtest alles klarer fund, Als jemals der propheten mund. 5. Die lehre, welche du geführt, Hast du mit heiligkeit geziert Und mit viel wundern oft bestärkt, Daraus man deine allmacht merkt, Ja endlich, als es GOtt geschickt, Ein blutig fiegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist Wo aller weisheit ursprung ist, So seßest du an jedem ort Dein lehramt 3. Von dem königlichen Amte Iesu. Mel. Schmücke dich, o liebe seele. 309. önig, bei kein könig gleichet, ruhm tein munt erreichet, Dem, als GOtt das reich gebühret, Der, als mensch, den scepter führet, Dem das recht ge= hört zum throne, Als des baters ein'gem sohne, Den so viel vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten. 2. Himmel, wasser, luft und erde ,. Nebst der ungezählten heerde Der geschöpfe in den feldern, In den seen, in den wäldern Sind, HErr über tod und leben, Dir zum eigenthum gege= ben; Thiere, menschen, geister scheuen,' Menschensohn, dein mächtig dräuen. 3. In des gnadenreiches grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue seelen Dich zu ihrem haupt erwählen. Die durchs scepter deines mundes, Nach dem recht des gnadenbundes, Sich von dir regieren lassen Und, wie du, das unrecht haffen. 4. In dem reiche deiner ehren kann man dich stets loben hören Von dem himmlischen geschlechte, Von der menge deiner knechte, Die dort, ohne furcht und grauen, Dein verklärtes antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir ehr' und dienst er weisen. und zwar von dem Gnadenbunde. 169 erbtheil sammeln willst. 5. HErr in allen diesen reichen, Dir| Durchs wort und sakramente 3um ist niemand zu vergleichen An dem überfluß der schäße, An der ordnung 7. Ja, fönig du regierest Das reich der gesege, Un vortrefflichkeit der ga- der herrlichkeit, Woselbst du triumben, Welche deine bürger haben; Duphirest, Wo nach vollbrachtem streit beschüßest deine freunde, Du bezwin- Der engel stimmen klingen, Wo ausgest deine feinde. erwählte singen: Lob, ehre, preis und macht! 8. Du könig aller ehren! So mach ich in der zeit, Dein gnadenreich zu mehren, Die thore hoch und weit. Dein reich laß zu mir kommen, Daß ich mit allen frommen Dein reich erben mag. 9. Gerechtigkeit und frieden Und freude giebt das reich, Das dir und mir beschieden. Besiz' ich also gleich Von erdengütern wenig, So machi Mel. HErr Christ der ein'ge 2c. 310. Poft ihr feine mich doch mein könig In ſeinem reiche enechte, Verehret reich, Bewundert seine rechte, Denn JEsus ist zugleich In seiner ehrenfrone, Auf seiner allmacht throne Auch unser gnadenthron. 6. Herrsche auch in meinem herzen Über zorn, furcht, lust und schmerzen, Laß mich deinen schuß genießen, Laß mich dich im glauben füssen, Ehren, fürchten, loben, lieben und mich im gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, dir zur seiten. 2. Du glanz der herrlichkeiten, Du wesentliches wort, Bestimmst den lauf der zeiten Und seßest ihn noch fort. Dein reich ist ewig mächtig und bleibet ewig prächtig Nach deiner gottheit fraft. 3. Und da du, HErr, gekommen, Und unsre knechtsgestalt Auf erden angenommen, So hast du die gewalt Uns in dein reich zu sehen, Sammt allen gottheitsschäßen, Der menschheit mitgetheilt. 4. Doch haft du filt die knechte Dich, in der leidenszeit, deiner rechte, Bis du in herrlichkeit 3ur rechten GOttes sigest Und nun bein reich beschüßest In völliger ge= walt. 5. Die hat dir GOtt gegeben Im reiche deiner macht, Du hast uns in das leben Auf diese welt gebracht; Wir preisen dein regieren Anmenschen und an thieren, An aller freatur. 6. Du hast, als du gestorben, Dir auch durch eignes blut Dein gnadenreich erworben, Da du, mein theil und gut Uns dormals abgetrennte, 10. Da hab' ich überwunden. Der sünden herrschaftsrecht Hat JEsus selbst gebunden, Mein herrscher wird ein knecht Und ich soll herrscher werden, Vor GOtt bin ich auf erden Zum könige gemacht. 11. HErr, lege mir die krone Des lebens ewig bei, Daß ich vor deinem throne Ein knecht und könig sei. Hilf du mir mich regieren, Hilf du mir triumphiren, HErr, hilf, so kommt dein reich! Von dem Gnadenbunde. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 311. Mein GOtt, wie groß ist dein Das mir dein gnadenbund beweist: Du nimmst mich auf mit gnadenarmen Und giebst mir deines sohnes geist, Daß ich von sünden rein und frei Dein neuer bundsgenoffe sei. 2. Ich war zuvor von dir gewichen, Da ich in meinem blute lag, Doch da dein sohn die schuld durchstrichen, Erschien mir ein erwünschter tag, Der that mir, HErr, durch deinen bund Heil, segen und erlösung kund. 3. Aufs neue hast du mich geboren, Und mich zu deinem kind erkiest, Da 170 Von dem Werke der Heiligung du den heiland auserkoren, Der meine| chelei; Doch GOttes bund bleibt ewig sündenschuld gebüßt; Die tauf hat stehen, Weil GOtt von ewig fester mich dir einverleibt, Daß deine huld treu'. Er bleibt mein schild und gro= mein eigen bleibt. ßer lohn, Dieweil mein bürge GOttes sohn. 4. 3war dein gesetz macht auch bor zeiten Den bätern deinen bund bekannt, Es zeigte JEsum zwar von weiten, Den du zum heil der welt ernannt, Doch konnte dieser gnadenschein Noch nicht so hell und heiter ſein. am 5. Der heiland ward sogar den heiden Als licht und leben dargestellt; Doch diese wählten eitle freuden, Darum verwarfst du diese welt Und schlossest Israel allein In deinen bund der gnaden ein. 6. Nun zu dem neuen bund der gnaden, Woraus uns heil und segen quillt, Hat JEsus jeden eingeladen, Nachdem er das geseß erfüllt, So daß, wer fest an Christum gläubt, Gerecht und ewig selig bleibt. 7. Dies gnadenbündniß muß bestehen, Wenn teufel, höll' und sünde tobt; Wird welt und himmel gleich vergehen, Bleib ich doch meinem GOtt berlobt, Denn Christi meines bürgen blut Macht alle meine schulben gut. 9. Eh' müßten berg' und hügel weichen, Eh' müßt' die ganze welt vergehn, Als daß dein bund, dein gnadenzeichen nicht sollte ewig fest bestehn. Dein friedensbund, den du gemacht, Macht, daß mein herz der hölle lacht. 10. Wer kann mir nun den himmel rauben, Den GOtt mir durch den bund geschenkt, Der mich ver= pflichtet, fest zu glauben, Der meinen geist schon dahin lenkt, Wo ich im vollen gnadenschein Soll ohn' aufhören selig sein. 11. Erhalte mir, HErr, mein gewissen In deinem gnadenbündniß rein, Und laß durch deinen geist mich wissen, Wie ich dir kann gefällig sein. So hab' ich das erwünschte loos Und ruhe sanft in deinem schooß. 12. Laß mich bis an mein letztes ende Getreu in deinem bunde stehn, Und leite mich durch deine hände, Daß meine tritte richtig gehn, So komm ich als dein bundsgenoß 3u dir, mein GOtt, ins himmels 8. Der menschen bündnisse vergehen, Sie sind voll troß und heu- schloß. V. Von dem Werke der Heiligung nach dem dritten Artikel, und zwar von der Heilsordnung überhaupt. Mel. JEsu deine heil'gen wunden. 312. Anfang, mittler und vollender Alles heils und seligkeit, Ach, wir waren höllenbränder, Doch du branntest vor der zeit In entflammter liebesglut, Uns zu dir, o höchstes gut, Durch der gnadenmittel lehren, In der ordnung zu bekehren. 2. Uns in fünden geistlich armen, Die der fall getödtet hat, Zeigt dein ewiges erbarmen Einen reichen liebesrath. So hat GOtt die welt geliebt, Daß er seinen sohn uns giebt, Dieser ursprung aller gnaden Heilet unsern seelenschaden. 3. Dies erbarmen, das die triebe Vor der zeit in GOtt bewegt, Hat auch in der zeit der liebe Und des hei= les grund gelegt, Da das heil, mein 171 | uns deinen freudenschein In hellen strahlen sehen. Ermuntre mich, du gnadenlicht, Und laß die arme seele nicht In satans stricken gehen. Ruf mich, Daß ich In dem herzen Rechte schmerzen Um die fünde, Die sich an mir zeigt, empfinde. 2. Ach, gieße deinen edlen schein In mein verfinstert herz hinein Und gieb mir reine triebe. Vertreib die schwarze sündennacht, Die mir so angst und bange macht, Zeig mir, wie du aus liebe, Was mich Ewig Sollte plagen, Schon getragen, Zeig die 5. Dieje nimmt an unsrer seiten Nur der glaube freudig an, Und zugleich die seligkeiten, Die er darin finden kann. Doch durch dieses glau- wege, Wie ich zu dir kommen möge. bens kraft, Die GOtt auch durch mittel schafft, Will die weisheit nur das leben In der gnadenordnung geben. 6. GOtt beruft durch seine lehren, Uns erleuchtet GOttes schein, GOtt gebiert, uns zu befehren, Und dann will er gnädig sein, Wenn er uns gerecht erklärt und im kreuze wohl bewährt. GOtt will kraft zur tugend geben, und dies ist der weg zum leben. 3. Erweiche meinen harten sinn, Gieb, daß ich voller reue bin Umt meine schweren sünden. Zerschlag, zerknirsche geist und herz Und laß mich wahren seelenschmerz Im innersten empfinden. Hiezu Gieb du Glanbenstriebe, Steine liebe Und verlangen, Dich, mein heil, recht zu umfangen. 4. Denn du bist ja mein gnadenlicht, Dem niemals glanz und schein gebricht; Wenn ich zum vater gehen Und seinen strengen richterschluß Bor seinem richtstuhl hören muß, Kann ich mit dir bestehen, Weil ich Durch dich Gnadensonne, Lauter wonne Dort erlange Und als ein gerechten prange. 5. So fleide meine seele ganz In deinen reinen schmuck und glanz Und rein'ge mein gewissen. Mich hat zwar deines blutes fraft, Die alles rein und heilig schafft, Dem sündenwust entrissen, Jedoch Laß noch Glaubenskerzen Aus dem herzen Auch aufsteigen Und mein licht den leuten zeigen. 6. Dring' in mein herz, mein licht, mein heil, Ich find' an dir mein bestes theil, Drum will ich auf dich hoffen. Du hast dich fest mit mir vereint, Gieb, daß mein herz es redlich meint, Da nun der bund getroffen. HErr, ich Faß dich, Bleib du meine, Ich bin Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. deine, Und uns beide Scheidet weder 313. Brich, heller morgen- leid noch freude. stern, herein, und zwar von der Heilsordnung überhaupt. JEsus, kam Und die sünden auf sich nahm. Sein verdienst, als er gestorben, hat uns alles heil erworben. 4. Da nun uns in sünden todten Dieses leben leben schafft, So wird dies uns angeboten Durch der gnadenmittel kraft. Treuer lehrer hand und mund Legt in uns dazu den grund Durch das wort und sakramente, Die zu mitteln GOtt ernennte. 7. Hochgelobet und gepriesen Sei der HErr GOtt Israel, Der uns seinen weg gewiesen, Dessen gnade wie ein quell Durch die wunden JEsu floß und den geist auf uns ergoß, Der uns zu dem leben leitet, Das sein lieben uns bereitet. 8. Diese liebe will ich preisen, Bis ich sie dort rühmen kann, Was mir GOttes mittel weisen, Nehm' ich alles gläubig an. Diesen folg' ich ordentlich, GOttes ordnung führet mich Auf dem wege zu dem frieden, Den er ewig mir beschieden. 9. Lob sei dir, du GOtt der gnaden, Der du mich berufen hast, JEsu, den die schuld beladen, Nimm von mir der sünden last. Geist der gnaden, führe mich, Ich verirr' mich ohne dich. Fang es an, mein GOtt, und stärke, Ja, vollende deine werke. 7. Befestige mein wankend herz 172 Von dem Werke der Heiligung Damit es sich durch keinen schmerz 314. Mein find, nach deiBon dir abwenden lasse. In dir, mein bater, gründe mich, Gieb, daß mein fester glaube dich Als seinen schutz umfasse; Halt mich, Daß ich Ja nicht weiche, Komm und reiche Mir die hände, Daß kein fall mich von dir wende. nem bilde Und schaffe selbst in mir Die neue freatur. Laß mich auch gütig sein, Auch heilig, weis und milde, Durch gnade zeig' an mir Sich deines finnes spur. 2. Mein licht, erleuchte mich, 2aß deiner gnade strahlen Mir dringen in mein herz, Bertreib die finsterniß. Ich fall' und irre sonst Zu allzuvielen malen, Ja werd' ich nicht erleucht't, Verderb' ich ganz gewiß. 3. Mein weg zum vaterland, Ach öffne mir die pforte, Die mich, HErr, in dein reich Im glauben überbringt; Du weißt ja, daß dein knecht An ei= nem wüsten orte Schon lange g'nug gewohnt Und nun nach freiheit ringt 8. Den glaubensschmud trag' ich an mir, Vermehr' nun auch die tugendzier, Die man zum schmucke zäh= let. Du hast mich, HErr, zu deinem ruhm, Zum könige, zum priesterthum, Ja gar zur braut erwählet. Schmück mich, Daß ich Diese ehre Ziere, mehre, Nie verliere, Bis ich sie dort ewig führe. 9. Berklär' dich täglich mehr in mir, Ein' reich' erfenntniß gieb von dir, Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner gnade steh Und auf den himmelswegen geh, So lang'ich wall' auf erden. Gänzlich Will ich mich verschreiben, Dein zu bleiben, Daß ich droben, Dich könn' ewig sehn und loben. 10. Erfreue mich, mein seelenschaß, Du hast in meinem herzen plaß, Erfüll' es mit vergnügen, Gieb ihm des himmels lebenssaft, Laß mich durch deine liebeskraft Hier alles leid besiegen. Eil', mich Brünstig Voll verlangen 3u umfangen, Mich zu küssen, Alle noth mir zu versüßen. 11. Erhalte mich in deinem licht Und laß mich, weil ich lebe, nicht Von deiner gnade trennen. Vollführ' in mir dein gnadenwerk, Gieb geistesfraft und glaubensstärk', Laß mich dich ewig fennen Und mich Stetig In dir leben, An dir fleben, Bis ich sterbe Und mit dir das reich ererbe. 12. Umgieb mich endlich überall Mit gnadenproben ohne zahl, Dein auge mich behüte, Daß ich in deiner gnade steh Und stets darinnen weiter geh. Gieb mir, o wundergüte, Täglich, Stündlich Neue gnade, Daß kein schade Mich abtreibe Und ich fest in JEsu bleibe. 4. O wahrheit, heil'ge mich In aller deiner wahrheit und bringe meinen sinn Zur rechten lauterkeit, Bertreib den lügengeist Durch deines wortes klarheit und mache mich recht fest In allem kampf und streit. 5. Mein leben, leb' in mir Und laß mich in dir leben, Ich bin ja ohne dich 3um guten gänzlich todt; Du kannst, o lebensbrot, Mir einzig nahrung geben Für meinen matten geist In aller hungersnoth. 6. Mein lämmlein, still und fromm, Rein, heilig und unschuldig, Ach wirke doch in mir Den sanften lämmleinssinn, So werd' ich auch, wie du, Im leiden recht geduldig Und lasse mich zum freuz Gar willig führen hin. 7. Mein meister, lehre mich Den vater recht erkennen, Weil ohne dich, o licht, Ich GOtt, das licht, nicht seh. Ach unterweise mich Ihn abba recht zu nennen, Daß mein gebet allzeit In rechter brunst gescheh. 8. Mein hoherpriester, hör' Nicht auf für mich zu beten, Ach, rufe doch mit mir Den vater täglich an. Laß deinen heil'gen geist Mit seufzen mich vertreten, Wenn ich im harten kampf Selbst nicht mehr beten kann. 9. Mein könig, schüße mich, Wenn satan, welt und sünde, Die sich noch und zwar von dem in mir regt, Auf meine seele stürmt. Hilf, daß in deinem schooß Ich allzeit ruhe finde, Weil der nur sicher ist, Den deine macht beschirmt. 10. Mein hirte, weide mich Auf einer grünen auen Und lagre mich im durst Ans frische masser hin; Halt mich vom irrweg' ab: Wollt' ich aufs eitle schauen, So bringe bald zurecht Den ausgeschweiften sinn. 11. Mein arzt, bin ich verwund't, Sind ausgezehrt die kräfte, So laß den liebesfluß, Dein theurvergoßnes blut Mich heilen, laß des geists Erneurungslebenssäfte Mich laben und er= freun, Mir stärken herz und muth. Gnadenberufe GOttes. 173 traf. Da wir aus bosheit uns verirrt, So rufet uns der treue hirt. Von dem Gnadenberufe GOttes. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 315. hat zwar GOttes große liebe, Die unaussprechlich heiß und zart, Sich durch gar viele starke triebe In manchem werke offenbart, Doch es gebührt auf viele weis Dem gnadenruf besondrer preis. 2. Man denke doch, was sind wir armen? Wir alle sind verlorne schaf, GOtt ging uns nach mit viel erbarmen, Da uns des falles jammer 3. Er rufet uns durch seine knechte, Er warnet uns vor der gefahr, Durch sein wort lehrt er seine rechte, Er ruft uns schon so manches jahr, Er hört nicht auf, er rufet fort, Wir hören stets sein heilig wort. 4. Er rufet uns zu seinen hütten, Er rufet uns zu seinem mahl, Zur wahrheit und zu guten sitten, In ſeines sohnes hochzeitssaal. O gnad' und huld, o wunderthat! GOtt rufet uns noch früh und spat. 5. Wir konnten nichts, als uns ver= lieren, Wir waren ein berdammter hauf, So aber macht uns GOtt die thüren Zu seiner gnade selber auf; Doch viele bleiben taub und blind, Weil sie verstockt und boshaft sind. 6. Ach HErr, laß uns dein wort nicht rauben, Laß es erschallen fort und fort, Nufferner uns zur buß' und glauben, Bis wir an jenem freudenort Im himmel mit der engelschaar Dich preisen werden immerdar. 12. Mein freund, vertraue dich Noch näher meinem Herzen Und laß mich deiner treu Noch mehr versichert sein, Auf daß zu aller zeit Ich meiner seelen schmerzen Getrost versenken darf In deines herzens schrein. 13. Mein bräut'gam, liebe mich Und sege mir das siegel Der unverfälschten treu, Den geist, auf meine brust, Laß deinen gruß und kuß mich schmecken, sei mein spiegel, Darin ich mich beschau mit wahrer seelenlust. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 14. Wein ein und alles, laß Mit 316. GOtt, dein scepter, stuhl und krone Herrschet dir mich eins hier werden, So wird mir alles nichts, Du aber alles ſein. Und nimmt denn deine huld mich endlich von der erden, So geh ich freudenvoll Zu deinen freuden ein. über alle welt, Du hast deinem liebsten sohne Längst ein hochzeitmahl bestellt; Dir sei dank ohn' end' und zahl, Daß zu diesem liebesmahl Du mich auch, aus lauter gnaden, Von der straße lassen laden. 2. HErr, wer bist du? groß und mächtig, Ich nur erde, staub und foth; Du bist ewig reich und prächtig, Ich voll dürftigkeit und noth; Du voll licht und herrlichkeit, Ich voll nacht und dunkelheit; Du bist heilig, ich verdorben; Du das leben, ich er= storben. 3. Dennoch, o der großen gnaden, Werd' ich zu dem hochzeitmahl Als ein gast von dir geladen: Ich soll in des himmels saal Dort bei dir, O GOtteslamm, O mein HErr und bräutigam, Mit der engel chor und reihen Ewig mich, ach, ewig freuen. Von dem Werke der Heiligung 174 4. Men nur dürftet, kann ich laben, Weil hier lebenswasser quillt; Hier ist seelenbrot zu haben, Welches allen hunger stillt. Süßes mahl, o freudenort, Hier läßt GOttes herz und wort Für die sünd' und seelenplagen Sich zur arzenei auftragen. 5. O du großer HErr und könig, Du rufft selber: fommt herbei! Ich, ich bin ja viel zu wenig Aller deiner lieb' und treu, meine schwachheit dan fet dir niemals würdig g'nug dafür: Rühr' und lehr' mich selbst, die proben Solcher gnade recht zu loben. 6. Rüste mich mit deinen gaben, Rühre die durch deine macht, Die das eitle so lieb haben, Daß ihr herz dein mahl veracht't; Laß die lebensquelle mir Reichlich fließen für und für, Daß mein geist sich in dir lab., Und die volle g'nüge habe. 7. Zeuch du mich, dein mahl zu schmecken, Aus der schwarzen fündengruft, Laß mich deine stimme wecken, Welche mich so sehnlich ruft: Komm, o mensch, und eile schnell, Komm zu dieser lebensquell', komm, und iß dies brot der seelen, Dich mit JEsu zu bermählen. 8. Offne, vater, herz und ohren, Daß dein wort zu herzen dringt Und mich zu den freudenthoren Jener auserwählten bringt; Laß mich, den du theur erkauft, Der auf Christi tod ge= tauft, Bei den träbern nicht verwei= len, zu dem gnadenmahle eilen. 9. Gieb, daß mich dies weltgetümmel, Das als rauch und schatten flieht, Nicht von jenem mahl im himmel, Von der lammeshochzeit, zieht; Zieh mir an das hochzeitskleid, Christi heilsgerechtigkeit, Daß ich mit dem HErrn der ehren Hochzeit feire ohn' aufhören. Mel. Nun danfet alle GOtt. 317. füßes gnadenwort, Das JEsu mund läßt fließen, Das sich durch jeden ort Der erde soll ergießen: Geht hin in alle welt Und predigt GOtt zum ruhm, Weils ihm also gefällt, Das evangelium. 2. Dies ist die friedensstimm' Und botschaft vieler freuden, Die ohn' ge= seges grimm An juden und an heiden Ergehet in der zeit Und noch im herzen schallt; Ach wär' es doch bereit Dem ruf zu folgen bald. 3. GOtt ist noch jetzt getreu, Er ruft und macht hienieden Das herz bon sünden frei Und schenkt ihm sei= nen frieden. Allein der mensch verstoßt Den rath der seligkeit und sündiget getrost Auf gnad' in sicherheit. 4. Mein herz, ach denke nach, Erwäg' die große gnade, Steh auf, dieweil es tag, Daß dir die nacht nicht schade, Die etwa bald einbricht. Es ist der bösen welt Ein schreckliches ge= richt Auf ihren trop bestellt. 5. GOtt läßt die gnadenstimm' Bon neuem heut' erschallen, Darum, mein herz, bernimm, Was GOttes wohlgefallen; Das evangelium Gebieret dich ganz neu, Drum komme wiederum Zu GOtt in wahrer reu'. 6. Wer glaubet, wer getauft, Und fest im glauben bleibet, Dem hilfts, daß er erkauft. Doch, wer nur blendwerk treibet Mit seinem christenthum, Der kann nicht selig sein, Er wird berdammt, kommt um In ew'ger Höllenpein. Boondomi 7. Ach, möcht' die böse welt Doch dieses einmal fassen Und das, was GOtt mißfällt, Von ganzem Herzen haffen, Als wollust, augenlust Und diesen falschen wahn, Daß man bei sündenwust Doch selig werden kann. 8. Hinweg verdammter schein, Der du bas herz verführest Und nichts als weh und pein Und höllenfurcht gebierest, Bei dem, der sünde thut, Kann glaube nicht bestehn; Wo GOtt im herzen ruht, Muß sünd' und nacht vergehn. 9. O JEsu, leite mich In meinem ganzen leben, Laß meine seele sich Zu dir allein erheben, Daß fie im geiste schon zu dir gen himmel fährt, Bis 175 und zwar von dem Gnadenberufe GOttes. fie vor deinem thron Dich ewig preist| ben ließe, Da ich ja mehr genieße, Als und ehrt. ich verdanken kann. Mel. Von GOtt will ich nicht ze. 318. Mein hitte, wie so treu lich Gehst du dem sünder nach, Dem sünder, welcher freilich Gar bald und allgemach In sein verderben läuft, Wo deine hand den armen Nicht selber, aus erbarmen Und gnade, noch ergreift. 2. Wie tröstlich ist die stimme, Die alle fünder lockt! Ach sprächest du im grimme: Weicht, die ihr euch verstockt! Weicht fünder, weicht von mir, Ich will euch nicht erkennen! Wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? wer sind wir? 3. Doch nein, du heißt uns kommen Und suchst uns selber auf, Du läßt indeß die frommen, Dein herze sinnt darauf, Das recht vor liebe brennt, Das doch das schaf zur heerde Zurückgeführet werde, Davon es sich getrennt. * Luc. 15, 4. 4. Nimmt nun der freche sünder Den gnadenruf nicht an, So gehst du viel gelinder, Als man gedenken kann. Du sebst ihm langes ziel, Er Der zugang steht ihm offen, Wenn er nur kommen will. 5. Ach hirte meiner seelen, Ach wahrer herzensfreund, Was soll ich es verhehlen? Du hast es wohl gemeint. Ich war verirrt, verflucht, Du hast mich in der wüste Der ungezäumten lüste In gnaden heimgesucht. 6. Dein wort schallt noch im herzen, Das mich zur buße rief, Als ich, zu deinen schmerzen, Den weg zur Hölle lief. Wie gnädig zogst du mich Von diesem breiten stege Durch kreuz und andre wege: Mein hirt, ich preise dich.. 7. Ach, daß ich deinem triebe Nur auch gehorsam wär' Und deine hirtenliebe Nicht immerzu so leer( Wie ich bisher gethan) Und fruchtlos blei8. Nun JEsu, ich beklage Den groben unverstand, Und daß ich meine tage So übel angewandt. Verstoß den fünder nicht! Es reuet mich der schade, Verwandle deine gnade Nicht in ein zorngericht. 9. Du famest ja, zu suchen Was ganz verloren war, Du ließest dich berfluchen und machtest offenbar, Was uns dein name weist, Daß du an jedem orte, Ach theuer- werthe worte! Der sünder heiland sei'st. 10. Das laß mich feste gläuben, Doch gieb mir selber fraft, Wie ich, auch treu zu bleiben, Den rechten le= benssaft Getrost und glaubensvoll Aus deinem überfluffe Zum wirklichen genusse Noch ferner nehmen soll. bat 11. Doch sollt' ich mich aufs neue Bald hier bald dort vergehn, So laß mir deine treue, Mein hirte, nicht entstehn. Ach wed' und suche mich, Schreib mich in deine hände, So bleib ich sonder ende, Mein hirte, stets um dich. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. bin du 319. rufeſt mir, Du zieheſt mich, ich folge dir. Du forderst von mir herz und sinn, Mein schöpfer. nimm, ach, nimm es hin. 2. Ich hab' oft deinen wink verschmäht, Es ist mir leid, ich komme spät; Doch ist mir lieb, daß deine güt' Noch auf mich armen sünder fieht. 3. Ich wag' es aber länger nicht, zu unterlassen meine pflicht, Ich komme, HErr, voll reu' und buß; Ach aber ach, wie wankt mein fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging, Dort kommt ein sturm, ach HErr, ich sint'! Ach reiche mir die starke hand, So wird das sinken abgewandt. 5. Du rufest mich, nun ruf ich dir: Mein heiland, komm zu hülfe 176 Von dem Werke der Heiligung mir! Mein matter fuß kann nirgend| Und zugleich in GOtt mein alles, fort, Ach trage mich an stell' und ort. 6. Flößt du mir, matten, Fräfte ein, So werd' ich künftig stärker sein, So folg' ich dir, mein HErr und GOtt, Durd) flut und glut, durch noth und tod. Meinen mangel alles lichts, Meine finsterniß des falles, Und wie aus den finsternissen JEsus mich herausgeriffen. 9. Da heißt alles mir ein licht, GOttes gnade, JEsu liebe, Meines glaubens zuversicht und des guten geistes triebe, Daß mir nun im finstern thale Stets ein licht des trostes strahle. 10. GOtt mein licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne, Daß ich durch den geist nur dich ŻEsum meinen HErren nenne; Tödte meiner thorheit dichten, Lehre du mich geistlich richten. Von der Erleuchtung. Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. 320. Gwig wesentliches licht, GOtt, der du im lichte lebest, Aber auch dein angesicht Über uns im licht erhebest, Laß mirs durch dein licht gelingen, Die erleuchtung zu besingen. 2. Deines ebenbildes licht Ist in Adam bald verloren, Deinen geist vernehm' ich nicht, Ich bin fleisch vom fleisch geboren, Ich weiß nichts von meinem heile, Oder habe vorurtheile. 3. Der natur verderbtes licht Kennt in seinen finsternissen Seine thorheit selber nicht, Was will ich von GOtt denn wissen? Dessen weisheit ich nicht kenne Und die thorheit weisheit nenne. 4. Hüter, ist die nacht schier hin? Ja, der tag soll sie vertreiben. Werde licht, mein finstrer sinn, Was willst du im dunkeln bleiben? GOttes gnad' ist dir erschienen, Die soll dir zum leitstern dienen. 5. Ja, der glanz der herrlichkeit JEsus, die gerechte sonne Muß in seiner leidenszeit Uns zur ewighellen wonne Eine nacht des todes leiden, Zu erleuchten alle heiden. 6. Was nun JEsus durch sein wort, Als des lichtes glanz, versprochen, Scheinet in dem dunkeln ort, Und das licht ist angebrochen; Dies sollt' unserm fuß auf erden, Wie ein licht, zum himmel werden. 7. GOtt gab einen hellen schein In die herzen seiner lehrer, Dieser strahlet noch hinein Durch die schrift ins herz der hörer, Da kann man das licht erkennen und sich selbst erleuchtet nen= nen. 8. Ich erkenn' in mir mein nichts 11. Aber laß nicht den verstand Nur allein dein wort verstehen, Leite mich mit deiner hand, Auch im licht einher zu gehen, Denn sonst würd' ich bei dem wissen Nur mehr streiche lei= den müssen. 12. HErr, erhalt uns stets dein wort, Das uns immer weiter lehret, Führ' uns in dem lichte fort, Bis das stückwerk aufgehöret, Und wir zu dem lichte nahen, Das wir hier im spiegel sahen. 13. JEsu, sei demnach mein licht, Dein wort sei mein glanz auf erden, Deine huld verdunkle nicht, Laß mich auch zum lichte werden, Bis vor deinem angesichte Ich dort leucht' in deinem lichte. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 321. Ich frei aus meinen O le= bensquell und licht, zu dir, Mach mein vertrauen nicht zu schanden, Ach neige doch dein herz zu mir! Nimm dich des armen erdwurms an, Der sich nicht selber helfen kann. D 2. Ich flage dir mein tief verderben Und meiner seele jammerstand, Es drohet ihr ein ewig sterben, Wenn sie nicht deine vaterhand Und deiner liebe fanfter geist Aus ihrem finstern ferfer reißt. 3. Du hattest mir dein bild gege und zwar von der Wiedergeburt. ben, Ich sollte sein ein licht in dir; Jegt fann ich nichts als widerstreben, Jetzt fehlt die anerschaffne zier; Ach weh, nun ist mein unschuldskleid Voll sündenkoth und häßlichkeit. 4. Ich bin mit dicker nacht umhüllet, Licht, kraft und schönheit ist geraubt, Das herz, mit böser lust erfüllet, Hält seine tücke für erlaubt Und, da es licht und wahrheit scheut, Liebt es der sünden dunkelheit. 5. Ich hab' des satans falschen striden In sicherheit zu viel getraut, In unerkannten eignen tüden Auf meine macht zu viel gebaut, Bis daß er meinen fuß berückt Und in das sün= dengarn verstrickt. 6. Nun weiß ich, ich voll finsternissen, Nicht, was des geistes GOttes ist, Mir sind die augen ausgerissen Durch satans falsche schlangenlist, So daß es elend um mich steht, Wenn mir nicht bald dein licht aufgeht. 7. Ein wort aus deinem allmachtsmunde Hat welt und alles zugericht, Drum sprich zu mir in dieser stunde: Es werde licht! so werd' ich licht Und bald durch deinen gnadenschein Ein licht in GOtt dem HErren sein. 8. Laß mich im lichte vor dir wandeln Und stets durch deines lichtes fraft In meinem thun behutsam handeln, Laß deiner strahlen eigenschaft Boll kraft durch meine seele gehn Und mich aufs neu' zu dir erhöhn. Von der Wiedergeburt. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 322. n GOttes reich geht denn neu geboren, Sonst ist er bei dem besten schein Mit seel' und leib verloren. Was fleischliche geburt verderbt, In der man nichts als fünden erbt, Das muß GOtt selbst verbessern. 177 ebenbild 3st, was alleine vor ihm gilt, Dies muß er in uns schaffen. 3. Ach bater der barmherzigkeit, Was JEsus uns erworben, Da er zu unsrer seligkeit Am kreuz für uns ge= storben Und wieder auferstanden ist, So, daß du nun versöhnet bist, Das laß auch uns genießen. 2. Soll man mit diesem höchsten gut In der gemeinschaft leben, Muß er ein ander herz und muth Und neue Präfte geben. Denn nur sein göttlich 4. Dein guter geist gebär uns neu, Er ändre die gemüther, Mach' uns vom sündendienste frei, Schenk' uns die himmelsgüter. Zwar in der tauf ist es geschehn, Doch haben wirs nach)her versehn Und solchen bund gebrochen. 5. Drum wirst du durch dein kräftig wort Uns abermals erneuern, Wir wollen dir, o treuer hort, Mit Herz und mund betheuern, Von nun an nicht in sicherheit, Vielmehr mit fleiß, beständigkeit Und treu' vor dir zu wandeln. 6. Nimm uns, o bater, wieder an, Ob wir, als schnöde sünder, Gleich nie, was du befiehlst, gethan, So werden wir doch finder, Wenn uns dein geist von neuem zeugt Und unser herz zum guten neigt 3m glauben und in liebe. 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinführo fester fassen, Wir wollen dich, weil du uns liebst, nicht aus dem herzen lassen, Daß deine göttliche natur In uns, der neuen freatur, Beständig sei und bleibe. 8. Nun, HErr, laß deine vaterhuld Uns jederzeit bedecken, Damit uns weder fündenschuld, Noch zorn und strafen schrecken; Mach' uns der kindschaft ganz gewiß Und schenk uns finder. Mel. Sollt' ich meinem GOtt 2c. 323. bade Mit viel gnade mitgetheilt, Meiner seele tiefer schade Ward durch Christi blut geheilt, Und dein geist, der auf der tiefe, Als er alles schuf, geschwebt, Hat mein todtes herz belebt; Aber wenn ich mich recht 12 178 Von dem Werke der Heiligung prüfe, Ach, so ist die todesnacht Wie-| Und uns durch geist und wasser neu der bei mir aufgewacht. gebären, Wir müssen ja aus GOtt geboren sein, Sonst gehen wir nicht ins reich GOttes ein. 2. Ach, durch die verfluchte sünde Riß ich mich von deiner hand, Nun ist, weh mir armen finde, Dein zorn gegen mich entbrannt. Dich zu fürchten, dich zu lieben, zu vollbringen meine pflicht, Find' ich keine kräfte nicht; Aber böses auszuüben, Dazu reißt den matten sinn Ein sehr starker trieb dahin. 3. Weil ich nun in diesem stande Nicht geschickt, dein reich zu sehn, So zerreiß die todesbande, Laß mich in die freiheit gehn. Zeuge, vater, mich aufs neue Durch dein wort, durch deinen geist, Der des lebens ursprung heißt, Daß sich meine seele freue, Wenn sie, munter und geheilt, Aus dem tod ins Leben eilt. 4. Nimm mich arme hand voll erden, Lebensgeist, in deine fur Und laß mich theilhaftig werden Deiner göttlichen natur. Wirke unter reu' und schmerzen Eine neue glaubensfraft, Die allein dein odem schafft, In dem ganz erstorbnen herzen, Neige meinen geist und sinn Zu dem lebensheiland hin.* 2. Petr. 1, 4. 5. Laß durch ihn mich fraft erlangen, Flöß' mir geist und leben ein, Ihn im glauben zu umfangen; Laß den glauben thätig sein, Laß mich todte werke meiden, Laß mich lieben meinen GOtt, Laß mich halten sein gebot, Heilig leben, muthig leiden; Mache mich als GOttes find, Meinem vater gleich gesinnt. 6. Laß den geist mir zeugniß geben, Daß mich) GOtt als vater liebt, Gieb mir kraft, dich zu erheben, Wenn dein blick mir freude giebt; Gieb mir fraft, getrost zu sterben, Weil ich nach verfloßner zeit, In der frohen ewigkeit Soll ein ewig leben erben. Da werd' ich den vater sehn, Guter geist, laß es geschehn. 2. Denn was allhier als fleisch vom fleisch geboren Ist sündlich fleisch und geht dereinst verloren; Was aber geist vom geist geboren heißt, Vergehet nicht, es ist und bleibet geist. 3. Zerbrich in uns, o GOtt, das sündenwesen, Auf daß wir bald durch deine hand genesen; Vollführ' in uns dein werk, du höchstes licht, Du mußt es thun, wir selber könnens nicht. 4. Ertödt' in uns des fleisches böse triebe, Entzünd' in uns das feuer deiner liebe, Erwecke uns durch deinen gnadenschein, So dringen wir vom tod zum leben ein. 5. Vom himmel laß die lebenswasser fließen, Den strom des geistes sich in uns ergießen, Durch diesen wird der alte mensch versenkt, Durch diesen wird der neue mensch getränkt. 6. So wird der alte mensch zur gruft gebeuget Und durch das wort ein neuer mensch gezeuget, An welchem sich das bild des höchsten weist, Und dies geschieht, o GOtt, durch deinen geist. Mel. Mein Herz und seel' den 2c. 324. Met heiland, du mußt uns verklären Lein Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 325. großer GOtt, du rei= nes wesen, Der du die reinen herzen dir Zur steten wohnung auserlesen, Ach, schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das von der argen welt Sich rein und unbefleckt behält. 2. Vor allem mache mein gemüthe Durch ungefärbte buße rein, Und laß es, HErr, durch deine gute In Christi blut gewaschen sein, Dann mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem geiste, Der mein getreuer beistand sei Und mir erwünschte hülfe leiste; GOtt, stehe mir aus gnaden bei und gieb mir einen ſolchen geiſt, Der neu, gewiß und heißt. und zwar von der Rechtfertigung. 179 straf und schuld mich frei. 4. Doch weil ich meine schwachheit| ich glaube, steh mir bei, Sprich von merke, Men vater, so verwirf mich nicht Und stoß mich wegen meiner werke Ja nicht von deinem angesicht, Laß hier mich in der gnade stehn Und dort in deinen himmel gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Doch nun und nimmermehr von mir, ch, leite mich durch seine triebe und seinen beistand für und für; Ja führe du mich durch die zeit Hin zu der reinen ewigkeit. 6. Ach, was hör' ich? gnade, gnade! Gnade schallt in meinem ohr; Ach, mich sündenwurm, mich made, Hebt ein sanfter zug empor. GOtt spricht: fünder, du sollst leben, Deine schuld ist dir vergeben, Sei getrost, mein lieber sohn, Komm zu meinem gnas denthron. 7. Seht, wie sich der abgrund schließet, Scht, wie sich der himmel freut, Da das blut des lammes fließet, Da mich die gerechtigkeit Des volltommnen mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich 326. Schöpfer aller menschen= an mich wagt, Und ein himmelskind Von der Rechtfertigung. Mel. Alle menschen müſſen 2c. finder, Großer richter aller welt, Sich hier wird ein armer fünder Bor dein streng' gericht gestellt, Der in sünden ist geboren, Der dein ebenbild verloren, Der mit lastern sich befleckt, Der in tiefen schulden stedt. 2. Mein gewissen, das mich quälet, Deine strafgerechtigkeit, Dein gesez, das nichts verhehlet, Nebst dem satan stehn bereit, Meine seele zu verklagen, Ich weiß nichts darauf zu sagen, Denn ein zeuge giebt sich an, Der gesehn, was ich gethan. mein eigen gewissen. 8. Stichter, der mich losgesprochen, Bater, der mich zärtlich liebt, Mitiler, der, was ich verbrochen Und geraubt, GOtt wieder giebt, Geist, der mir den glauben schenket, Mich in JEsu wunden senket, GOtt der gnade, dir sei ruhm, Und mein herz dein eigenthum. 9. Laß mich nun die sünde hassen, Die das Herz mit angst beschwert, Laß mich alles unterlassen, Was den theuren frieden stört. Nein'ge täglich mein gewissen, Laß mich eifrig sein beslissen, Mit verleugnung dieser welt Das zu thun was dir gefällt. 3. Wehe mir, ich muß verderben, Ich seh nichts als höllenpein. Frecher 327. Es ist das heil uns kom sünder, sterben! Wird mein [ trenges urtheil sein. Es erzittert meine seele Vor des offnen abgrunds höhle, Es erstarret geist und blut Vor der ew'gen schwefelglut. men her Von güt' und lauter gnaden, Die werk' vermögen nimmermehr zu heilen unsern scha= den; Der glaub' sieht JEsum Christum an, Der hat g'nug für uns all gethan, Er ist der mittler worden. 4. Doch GOttlob! die furcht verschwindet, Weil ein bürg' ins mittel tritt, Weil sich ein fürsprecher findet, Der für den beklagten bitt't. O beglückte theure stunden! GOttes john hat seine wunden Und sein blutig lösegeld meinem richter dargeſtellt. 2. Da man, was GOtt geboten hat Im g'seß, nicht konnte halten, Erhob sich zorn und große noth Vor GOtt jo mannigfalten; Vom fleisch wollt' nicht heraus der geist, Vom g'setz erfordert allermeist, Es war mit uns verloren. 5. Richter, siehe meinen bürgen, Siehe die bezahlung an, Dieser ließ sich für mich würgen, Dieser hat genug gethan, Der hat dein gesetz erfüllet, Der hat deinen zorn gestillet. Err, 3. Es war ein falscher wahn dabei, GOtt hätt' sein g' seg drum geben, Als ob wir möchten selber frei Darnach vollkömmlich leben; So ist es 12* 180 Von dem Werke der Heiligung nur ein spiegel zart, Der uns zeigt an| sind des nächsten knecht, Dabei wir'n die sünd'ge art, In unserm fleisch glauben merken. verborgen. 11. Der glaub' ergreifet JEfum Christ, Sein freuz, verdienst und sterben, Dadurch die sünd' gebüßet ist, Wir könnens nicht erwerben. Die eigene gerechtigkeit Thut nichts dabei, ist wie ein kleid, So durch und durch beflecket. 4. Nicht möglich war, dieselb' unart Aus eignen träften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich fünd' ohn' maßen, Sie nahm ursache am gebot, Das dräute mir den ew'gen tod, Weil ich der sünde diente. 5. Noch mußt das g'seß erfüllet sein, Sonst wär'n wir all' berdorben, Drum schickt GOtt seinen sohn herein, Der selber mensch ist worden. Das ganz' geseß hat er erfüllt, Damit des vaters zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist Durch den, der es konnt' halten, So lerne jegt ein frommer christ Des glaubens recht' gestalten. Nicht mehr als: lieber HErre mein, Dein tod wird mir das leben sein, Du haft für mich bezahlet; 7. Daran ich keinen zweifel trag', Dein wort kann nicht betrügen, Nun fagst du, daß kein mensch verzag', Das wirst du nimmer lügen. Wer glaubt an mich, und wird getauft, Demselben ist der himm'l erkauft, Daß er nicht werd' verloren. 8. Der ist gerecht vor GOtt allein, Der diesen glauben faffet, Der glaub' giebt aus von ihm den schein, So er die werk nicht lasset. Mit GOtt der glaub' ist wohl daran, Dem nächsten muß die lieb' guts thun, Wenn du aus GOtt geboren. 9. Es wird die sünd' durchs g'seß erkannt und schlägt das g'wissen nieder, Das evangelium kommt zu hand Und stärkt den sänder wieder, E8 spricht: nur Freuch zum freuz herzu, 3m g'seß ist weder rast noch ruh' Mit allen seinen werken. 10. Die werk' tommen gewißlich her Aus einem rechten glauben, Denn das nicht rechter glaube wär', Den man der'r wollt' berauben, Doch macht allein der glaub' gerecht; Die werke 12. Doch, wenn man durch den glauben nun Gerechtigkeit empfangen, Muß man auch rechte werke thun, Dein guten stets anhangen. Denn wer gottloses wesen treibt, Der= selb' im glauben gar nicht bleibt, Mit that er ihn verläugnet. 13. Wer gnad' bei GOtt erlanget hat, Muß ihn vor augen haben, Daß er bei ihm such' hülf und rath, Dank ihm für alle gaben, In seiner furcht freiwillig leb', Des fleisches lüften widerstreb, Das ist der weg zum leben. 14. Wer aber sicher gehet hin, Thut, was ihm nur beliebet, Lebt fort nach seines herzens sinn, Der fleischeslustraum giebet, Ruft GOtt nicht an, daß er ihn führ', Und ja mit seinem geist regier', Der läuft den weg zur Hölle. 15. Dafür sich hütet, wer recht gläubt, Bewahrt, was ihm gegeben, Beracht't die welt, das fleisch betäubt, Sehnt sich nach jenem leben, Den glauben stets im wert erweist, Dem nächsten dient, GOtt ehrt und preist, Es geh' ihm, wie es wolle. 16. Die hoffnung wart't der rechten zeit, Was GOttes wort zusaget; Wann das geschehen soll zur freud' Sept GOtt kein' gewisse tage, Er weiß wohl, wanns am besten ist Und braucht an uns fein' arge list, Des soll'n wir ihm vertrauen. 17. Ob fiche anließ, als wollt' er nicht, Laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein wort laß dir gewisser sein Und ob dein herz und zwar von der Rechtfertigung. 181 spräch lauter nein, So laß dir doch| Wenn du siehst seine nägelmal, Laß nicht grauen. meine fünden ohne zahl Darin ver= borgen bleiben. * 18. Sei lob und ehr' mit hohem preis, Um dieser gutthat willen, GOtt vater, sohn und heil'gem geist, Der woll' mit gnad' erfüllen Was er in uns ang'fangen hat, zu ehren seiner majestät, Daß heilig werd' sein name. 19. Sein reich zukomm, sein will' auf erd' G'scheh wie im himmels throne, Das täglich brot ja heut' uns werd', Wollst unsrer schuld verschonen, Als wir auch unsern schuld'gern thun, Laß uns nicht in versuchung stehn, Los' uns vom übel! amen. hab' zwar dich Durch mich erzürnen können; Wie ich versöhne dich durch mich, kann ich gar nicht aussinnen. Doch tröst't mich, daß dein liebstes find, An dem man nichts sündhaftes find't, Ist mein erlöser worden. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 328. aber das kleid, Damit wird bedecket. Kein mensch so große fünde find't, Die nicht in Christi tod verschwind't, Der unser bruder wor= den. 9. Wer ist so sehr in aller welt Durch hoffart aufgeschwellet, Den Christi niedrigung nicht fällt. Wenn er sie sich vorstellet? Des todes macht so groß ist nicht, Der bittre freuztod fie zerbricht, Den GOttes sohn erlitten. 2. Vom himmel ist er williglich Auf erden zu mir kommen und hat mein fleisch und blut an sich Aus groBer lieb' genommen, Daß er mich schwachen heilen möcht', Dir wieder= um zum opfer brächt', Was dich zum forn gereizet. 3. Dich hat ein mensch zum zorn bewegt, Dich mußt' ein mensch verföhnen, Durchs freuz, das er so willig trägt, Dein'n grimm und zorn ablehnen. Zu deiner rechten zeigt er dir Jegt immerdar, wie er sich mir Mit freundschaft hat verbunden. 6. Wenn du beschaust das blut so roth, Das von ihm ist gefloffen, Wasch ab von mir den sündenkoth, Weil ers für mich vergossen. Weil dich das fleisch erzürnet hat, So laß des sohnes fleisch zur gnad' Dich wiederum be= wegen. 7. Sehr groß ist, was ich oft und viel Mit sünden hab' verschuldet, Je= doch ich nicht verzagen will, Weil Christus hat erduldet Gehorsamlich den bittern tod Und mir dadurch, o treuer GOtt, Die seligkeit erworben. 4. Cich, dies ist meine zuversicht, Dies ist mein ganz vertrauen; Willst du, gerechter GOtt, mich nicht Der sünden halb'r anschauen, So sieh mich doch in gnaden an, Weil g'nug für mich dein sohn gethan Und meine sünd' gebüßet. 5. Nimm wahr, o bater, deinen sohn, Sei gnädig deinem fnechte, Kraft seiner menschwerdung verschon', Straf nicht nach strengem rechte. 8. Groß ist mein' ungerechtigkeit, Die deinen zorn erwecket, Sein' un10. Ja wenn man Christi gnad' und huld Und aller menschen sünden Auf gleiche wage legen sollt', So würde sich befinden Ein solcher großer unterscheid, Als zwischen nacht und tageszeit, Als zwischen höll und himmel. * 11. Darum, o du liebreicher GOtt, Deß gnad' nicht auszugründen, Durch deines sohnes blut und tod Verzeih' mir meine sünden. Laß durch sein unschuld meine schuld, Durch sein' geduld mein' ungeduld Gänzlich getilget bleiben. 12. Gieb seine demuth mir zum schuß, Die mich vor stolz behüte, Sein' fanftmuth steure meinem truß, Daß ich nicht feindlich wüthe. Er sei mir all's, was ich bedarf, So wird kein urtheil sein so scharf, Das mich verdammen möchte. Von dem Werke der Heiligung 182 Mel. Ach GOtt vom himmel zc. 329. Wenn dein herzliebster sohn, o GOtt, Nicht wär' auf erden kommen und hätt', da ich in sünden todt, Mein fleisch nicht angenommen, So müßt' ich armes würmelein Zur hölle fahren in die pein, Um meiner unthat willen. 2. Jeht aber hab' ich ruh und rast, Darf nimmermehr verzagen, Weil er die schwere sündenlast Für mich selbst hat getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, Da er am freuz ließ tödten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein herz und muth Mit findlichem vertrauen, Auf dies sein rosinfarbnes blut Will ich mein' hoffnung bauen, Das er für mich vergossen hat, Gewaschen ab die missethat, Daß ich schneeweiß bin worden. 4. In seinem blut erquid' ich mich Und komin' zu dir mit freuden, Ich suche guad' demüthiglich, Von dir fell mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein sohn, Durch seine marter, spott und hohn, Kann mir der feind nicht rauben. 5. Nichts hilft mir die gerechtigkeit, Die vom geseß herrühret, Wer sich in folchem werk erfreut, Wird jämmerlich verführet. Des HErren JEsu werk allein Das macht, daß ich kann selig sein, Weil ich fest an ihn gläube. * 6. GOtt vater, der du alle schuld Auf deinen sohn geleget, HErr JEsu, dessen lieb' und huld All' meine sünden träget, heil'ger geist, deß gnad' und fraft Allein das gute in mir schafft, Laß mich ans end' beharren. sündenurtheil sprechen, Du hasts mit GOtt verderbt, Vor dem iſt dein verbrechen Und böser herzensgrund Ents deckt und offenbar, Du hast den tod verdient, Das ist gewißlich wahr. 3. Verdammt dich nun dein herz, So hat GOtt gleicher maßen Ein theuer- werthes wort Dir offenbaren lassen, Daß, so gewiß und wahr ATS du ein sünder bist, Auch JEsus dir zu gut Auf erden kommen ist. 4. In dem steht unser heil, Denn darum hat GOtt eben Den einges bor'nen sohn Der welt aus lieb' ge= geben, Der alle sünden trägt, Daß der, so an ihn gläubt, Nun nicht ges richtet wird und ewig selig bleibt. 5. Der bot sich selber dar, Vollkommen zu erfüllen, Was uns unmöglich war Bei dem verderbten wil len, Der etwas guts zu thun Nicht lust noch fräfte hat. Er trug gesch und fluch An unser aller statt. 6. Wir find durch sein verdienst nunmehr aus lauter gnaden Ohn' unser werk gerecht, So daß nun Adams schaden, Der ganz verzweifelt bös' Uns nicht mehr tödtlich ist, Weil JEsus unsre schuld Durch seinen tod gebüßt. 7. Wohlan, ich troße nun Der höll und ihren flammen. Will gleich mein herz sich selbst Voll zweifelmuth berdammen, So ist GOtt, dessen wort Mir solchen trost verspricht, Viel grö ßer als mein herz, Er täuscht und läßt mich nicht. 8. Laß mich nur deinen geist O mein erlöser, stärken, Daß ich dir dankbar sei, Daß von den todten werken Du mein gewissen haft Gereinigt durch dein blut, Und mach' noch immerfort Mein herze rein und Mel. O GOtt du frommer 2c. 330. Mas darfst du blödes gut. herz, Dich ängsten und so zagen, Daß deine sünden dich Ohn' unterlaß verklagen Und gehn dir übers haupt Gleich centnerschwerer last, So daß du keine ruh Bor ihrer menge haft? 2. 3war billig mußt du dir Das 9. Laß die erlösungskraft Stets siegreich in mir kämpfen, Den satan, welt und fleisch Und alles das zu dämpfen, Was meine seel' anläuft, Daß nimmermehr forthin Die fünde herrsch' in mir, Der ich gestorben bin. 183 und zwar von der Rechtfertigung. Mel. JEsus meine zuversicht. Esus nimmt die sünweg die sündenlast, Sich, ich hab' in meinen armen Das lamm GOttes 331. I an. Sagt aufgefaßt, Welches meine fünde dieses trostwort allen, Welche von der rechten bahn Auf verkehrten weg verfallen, Hier ist, was sie retten kann: JEsus nimmt die sünder an. 2. Keiner gnade sind wir werth, Dennoch hat in seinem worte Er sich gnadenreich erklärt Und die theure gnadenpforte Durch sein blut selbst aufgethan; JEsus nimmt die sünder an. 3. Wenn ein schaf verloren ist, Suchet es ein treuer hirte, JEsus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Zeiget ihm die rechte bahn; JEsus nimmt die sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet ihr betrübten sünder, JEsus rufet euch und er Macht aus sündern GOttesfinder, Glaubet es und denkt daran: JEsus nimmt die fünder an. 5. Ich betrübter komme hier Und bekenne meine sünden; Laß, mein heiland, mich bei dir Gnade zur vergebang finden, Daß dies wort mich trösten kann: JEsus nimmt die sun der an. 6. Ich bin ganz getrosten muths, Ob die sünden blutroth wären, Müssen sie, kraft deines bluts, Dennoch sich in schneeweiß kehren, Daß ich gläubig sprechen kann: JEsus nimmt mich sünder an. Und dir deinen zorn gelegt; Ach, um dessen willen schone Und mir nicht nach sünden lohne. 2. Dies lamm hat mit seinem blute Meine secle theu'r erkauft, Ist erwürget mir zu gute, Auf sein blut bin ich getauft. Meine kleider sind nun hell Und mein nam' hat eine stell' In dem lebensbuch, drum schone Und mir nicht nach sünden lohne. 3. Dies blut kann dein herz erweichen, Hör' nur, wie es für mich schreit! Sieh, ich trag' die gnadenzeichen, Daß ich dir, mein GOtt, geweiht Und frei von der sündenmacht, Ob sie mich gleich noch verklagt; Ach, um dessen willen schone Und mir nicht nach sünden lohne. 4. Weil das lamm hat überwuns den, So hilf, daß auch ich dein kind, Durch des lammes blut und wunden Sünd' und hölle überwind'. Dies lamm laß ich nimmermehr, Ihm ge= bühret preis und ehr', Ach, um dessen willen schone Und mir nicht nach ſünden lohne. 5. Wenn das lamm mich dort wird weiden In der himmelsherrlichfeit, Leiten zu dem brunn der freuden, Will ich, in GOtt höchst erfreut, Danken dir zur selben frist, Daß alleine meiner ist Um des lammes blut verschonet Und mir nicht nach sünd' gelohnet. 7. Mein gewissen beißt mich nicht; Will mich das geseß verklagen? Der mich frei und ledig spricht, Hat die schulden abgetragen. Daß mich nichts Mel. JEsu deine heil'gen wunden. verdammen kann; JEſus nimmt die 333. Nichts verdammlichs ist fünder an. 8. JEfus nimmt die sünder an, Mich hat er auch angenommen Und an denen, in Christo JEsu sind, Darum still die flut der thränen, Die aus deinen auden himmel aufgethan, Daß ich seliggen rinnt. Weintest du gleich tausend zu ihm kommen Und auf den trost jahr, Ei so würdest du fürwahr Für sterben kann: JEsus nimmt die sün die kleinste deiner sünden Dadurch doch kein mittel finden. der an. 2. Schaue nur nach Christi blute, Mel. JEsu deine heil'gen wunden. Dieses, dieses macht dich rein, Das 332. Großer Gott, wirf aus erbarmen Von mir soll bei zerknirschtem muthe Dein erquidend labsal sein. Er ruft selber: Von dein Werke der Heiligung 184 komm herzu, Daß dein glaube sich zur ruh Hier in meine wunden lege, Und dich nichts verdammen möge. 3. Was soll dich verdammen können? GOtt ist hier und macht gerecht. Ist wohl eine schuld zu nennen, Welche der gerechte fnecht, JEsus Christus, nicht gebüßt? Wie er aller heiland ist, Also bleibet er alleine Auch insonderheit der deine. 4. Sein verdienst ist dir gegeben In dem evangelio, Seine gnade, heil und leben Machen hier die seele froh, Hier schließt JEsu herz sich auf, Drum vertraue fest darauf, Daß an dir, haft du gleich sünden, Nichts verdaminliches zu finden. 5. Schon im heil'gen wasserbade Hat dich sein verdienst geschmückt Und das zeichen seiner gnade, GOttes bild, dir eingedrückt. Nunmehr bist du GOttes kind, Darum sei getrost geinnt, Denn GOtt wird, hast du gleich sünden, Nichts verdammlichs an dir finden. 6. Sein verdienst wird dir geschenfet, Da sein wahrer leib dich speist Und sein wahres blut dich tränket. Was sich hier für liebe weist, Spricht sogar tein engel aus, Darum folgt gewiß daraus, Daß an dir, hast du gleich sün= den, Nichts verdammliches zu finden. 7. Nun getrost, auf solchen glauben Leb' und sterb' ich als ein christ, Ihn soll mir kein teufel rauben, Ob er noch so grausam ist. Nichts ver= dammlichs ist an mir, Denn mein heiland, mein panier, Spricht mich frei von jenen flammen, Die des satans brut berdammen. 8. O mein liebster JEsu, leiste, Leiste fraft nach deiner treu, Daß mein wandel nach dem geiste Und nicht nach dem fleische sei. Also steh' ich allemal Sicher in der gnadenwahl Und ich faß' den trost zusammen: Nichts fann mich in dir verdammen. eingebornes find Für alle zur versöhnung giebet, Die der verdammniß schuldig sind. Wer glaubt, der soll von sünden rein Und jenes lebens erbe sein. 2. Also hat GOtt auch mich geliebet Und liebt mich diese stunde noch. Ob mein gewissen mich betrübet, Ach, so erfreut mich dieses doch: Ich habe Christi theures blut, Das macht mein bös gewissen gut. 3. Ich weiß, der sünden meiner jugend Gedenkt mein frommer GOtt nicht mehr. Ach, ich verließ den weg der tugend, Und alle laster liebt' ich sehr, Doch ist mir alles herzlich leid, Und such' ich nur barmherzigkeit. 4. 3war, will GOtt ins gerichte gehen, So bin ich ein verlorner knecht, Wie könnt' ich doch vor ihm bestehen? An mir ist alles ungerecht. Doch das ist meine zubersicht: Wer glaubet, der wird nicht gericht't. 5. GOtt zürnet wider alle sünden, Die man die lebenszeit gethan, Doch kann man auch vergebung finden, GOtt siehet reu' und glauben an. Stürmt fünde, tod und strafe sehr, Ist doch die gnade mächtiger. 6. Wirft mein gewissen, höll' und teufel Mir immer meine gräuel für, Mein herz ist frei von allem zweifel, Und spricht: GOtt handelt nicht mit mir Nach meiner sünd' und missethat, Weil Christus sie gebüßet hat. 7. Auf diesen glauben will ich leben, So sterb' ich auch, und anders nicht. Mein JEsus wird mir alles geben, Was meiner schwachheit noch gebricht. Ich habe nichts, doch er allein Soll mir in allem alles sein. 8. So ruhet mein erschreckt gewissen, So hat mein geist getrosten muth, So will ich GOttes liebe füssen, So wird mein end' und alles gut; Das ist mein troft- und freudenlicht: Ich lasse meinen JEsum nicht. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 334. Also hat GOtt die welt 335. 20 all ſeine fünd" allMel. Es ist gewißlich an der zeit. ohl dem, dem GOtt geliebet, Daß er sein und zwar von der Rechtfertigung. 185 hier in diesem leben, Gleich wie ein| heit gut und leib, Wenns nöthig ist bater seinem find, Aus gnad' und huld vergeben Und ihm sie nicht mehr zechnet zu; Wohl ihm, er wird gewisse ruh In seiner seele haben. 2. Der ist nun frei von missethat Und rein von allen schulden, kein' falschheit er im herzen hat, Steht fest in GOttes hulden. Ein heuchler aber geht zu grund, Weil er des HErren gnadenbund In JEsu Christ ver= achtet. 3. Denn da ich meine sünde wollt' Verschweigen und bedecken, Wußt ich nicht, wo ich bleiben sollt' Bor seelenangst und schreden. Ja mir verschmachtet mark und bein, Ich konnte nicht zufrieden sein, Mein herze wollt' mir brechen. 4. Denn dein gerechter ernster zorn, Weil ich mich nicht erkannte, Stach mich gewaltig, wie ein dorn, Und wie ein feu'r mich brannte, Daß ich zulegt bekennen mußt' Und sprach: ich habe feine luft Zum guten allenthalben. 6. Hierum die heil'gen allzumal Im neuen bund und alten Dich wers den bitten überall Und darin recht behalten Im glauben durch den heil'gen geist, Denn ihr' gerechtigkeit, die heißt Vergebung aller fünden. 7. Darum so trau' ich dir allein, Wenn tod und teufel wüthen: Du wirst mich vor der höllenpein, Das glaub' ich fest, behüten, Denn dein sohn JEsus Christus hat Für alle meine missethat Am holz genug bezahlet. zuseße. 9. Seid nicht, wie roß' und mäuler sind, Die ohn' verstand hinleben Und, wenn man sie nicht zäumt und bind't, Halsstarrig widerstreben. Vielmehr gehorchet GOttes stimm', Auf daß euch nicht sein ernster grimm an leib und seel' verderbe. 5. Und da ich solches frei bekannt Und dich anrief um gnaden, Hast du den schweren grimm gewandt, Mit dem du mich beladen. Du mein gewissen wieder Und mir all' meine Mel. Durch Adams fall ist 2c. ch bin getrost, freue ſünd' vergabſt, um deines namens 336. Imid), Dieweil ich ZEwillen. 8. Mein herz wollst du, HErr, durch dein wort Zu deinem eienst bereiten Und, weil ich leb', mich immerfort Mit deinen augen leiten, Daß ich auf deinem wege bleib' Und ob der wahr10. Der gottlos hat viel angst und plag', Das macht sein falsch vertrauen, Denn er vermag an feinem tag Des HErrn gnad' anzuschauen. Wer aber sich auf GOtt verläßt, Den wird die güt' umfahen fest, Deß freut euch, ihr gerechten. * 11. GOtt vater, sohn und heil ger geist, Dir sei lob, preis und ehre Für alles, was du uns erweist; Dein segen sich vermehre, Daß wir fort ſpüren deine gür Und stets mit willigem gemüth Dir und dem nächsten dienen. Von den aus der Rechtfertigung fließenden Früchten, als 1. von dem Frieden des Gewissens. sum funden, Ich lieg' und schlafe sicherlich In seinem schooß und wunden. Dies ist der ort, allwo mich nicht Sünd', tod und hölle schrecket, Weil mir in Christo nichts gebridy Und seine macht mich decket. 2. Er ruft mir zu: nun bin ich dein Und du bist mein hinwieder, Dich mach' ich frei von aller pein, Drum singe friedenslieder. Ich fülle dich mit troft und freud' Und fröne dich mit wonne, Dich schmüct mein schönes unschuldskleid Viel schörer, als die sonne. 3. Was will mich nun von Christi huld Und seiner liebe scheiden? Verflagt mich meine sündenschuld, So faß' ich Christi leiden, Dies stellet mich in sicherheit Und stillet mein gewissen, 186 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Go trieg' ich fried' und freudigkeit| ren, Damit mein geist stets ruhig sei. Zum schild und sanften kissen. Steh mir in mancherlei gefahren Mit deiner kraft und gnade bei, Bis mich die himmelsruh erquickt, Wo mich die sünde nicht mehr drückt. 4. Hab' dant, o JEsu, GOttessohn, Der du den frieden bringest, Der du den höchsten allmachtsthron Verläsfest und bezwingest Was uns den theuren frieden stört. Laß mich zum tempel werden, Wo nichts als fried' und freud' einkehrt, Sei selbst mein fried' auf erden. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 337. Gottlob, ich habe frietäublein iſt in ſeiner rub! 3ch liege 338. 20 t, wie groß Mel. Nun danfet alle GOtt. ie groß ist mun in JEsu wunden, Mich deckt des baters liebe zu. Sein geist bezeuget meinem sinn, Daß ich mit GOtt ver= föhnet bin. ist deine liebe, Die du zum menschen trägst! Wenn ich mich oft betrübe In meinem freuz und denk' An diese güz tigkeit, So wird dadurch mein herz Von aller angst befreit. 2. Du giebst uns deinen sohn, Ung, die wir fünder waren, Die wir zur höllenpein Mit schmerzen sollten fahren Und brennen ewiglich; Uns giebst du deinen sohn, Du giebst ihn, uns zu gut, In noth, tod, spott und hohn; 2. Wie hart schlug des gesehes hammer, Da er an mein gewissen schlug, Was fühlt' ich da für angst und jammer, Was merkt' ich nicht für selbstbetrug! Der fluch zerknirschte mir das herz Und warf mich in den größten schmerz. 8. Ach gieb mir, deinem armen schafe, Mein friedefürst, dies wohlz ergehn, Daß ich in frieden sicher schlafe; Laß mich nach jenen stunden sehn, Worinnen aller friede liegt, Der sünde, höll' und tod besiegt. 3. Sobald ich aber den umfangen, Der auch mein friedensstifter ist, Kann ich nun trost und gnad' erlangen, Weil er den fluch für mich gebüßt Und diesen krieg schon beigelegt, Den satan gegen mich erregt. 4. Nun ist die bandschrift ausge= löschet, Die mir so hart entgegen stund. Da Christi blut mich reine wäschet, Tret' ich mit GOtt aufs neu in bund; Er liebet mich und zürnet nicht, Weil JEsus selber für mich spricht. 5. Wer will mich jetzt mit recht verdammen? Die schuld verlieret ihre kraft: Durch JEsu heiße liebesflammen Thu ich dem vater rechenschaft; So kann mein herz nach erster pein In ruh' und stillem frieden sein. 6. So schenke mir nun diesen frieden, Den diese welt nicht geben kann. War ich zuvor von dir geschieden, So nimm mich nun von neuem an, Und wenn der feind aufs neue droht, So tilge du auch solche noth. 7. Dein friede müsse mich bewah3. Auf daß ein jeder mensch, Der ihn mit glauben fasset Und als ein find des lichts Die finstern werke hasset, Dein fel'ges himmelreich Besik' in ewigkeit und lebe stets bei dir In lauter fried' und freud'. 4. Hast du mir deinen sohn, O frommer GOtt, geschenket, Den man für mich ans freuz In höchster schmach gehenket, Der ausgestanden hat Für mich so schwere pein, Wie solltest du mir gram Und feind noch können sein? 5. Nachdem ich bin mit dir Durch seinen tod vertragen, Bin ich gleich trübsal voll, Darf ich doch nicht verzagen. Ich denke bald bei mir n deine lieb' und huld Und trage, was du mir Auslegest, mit geduld. 6. Ich glaube fest, daß du Aus liebe, mir zu gute, Mich züchtigst väterlich Mit deiner vaterruthe Und werdest endlich noch Abwenden alles leid; Ich weiß, du wirst es thun, O GOtt, zu rechter zeit. als von dem Frieden des Gewissens. 7. Wenn mich die fünde drückt und das gewissen naget, Wenn mich der satan schreckt, Bleib' ich doch unverjaget. Denn dein herzliebster sohn Hat meine große schuld Der sünden an dem kreuz Bezahlet mit geduld. 8. Er hat für alle welt Den bittern tod gelitten Und aller menschen schaar Die seligkeit erstritten. Hierauf verlaß ich mich Und schließe, daß ich sei Ein find der seligkeit Und von der fünde frei. 9. Durch sein verdienst kann ich Bor dir, mein GOtt, bestehen Und aus der welt getrost In deinen him mel gehen. Erhalte nur in mir Des wahren glaubens kraft, Die mich mit dir verbind't Und neues leben schafft. 10. Wenn einst die stunde kommt, Da ich die welt soll lassen, So wollst du meinen geist In deine arme fassen, Und führe ihn hinauf zu jenem freudenlicht, Wo lieblich wesen ist Vor deinem angesicht. bleibt ewig neu. Kreuz, verfolgung, trübsal, schmerzen Trennen nicht mehr unsre herzen, Wir besiegen freuz und noth, Hunger, schwert, gefahr und tod. 3. So wird uns nunmehr nichts scheiden Bon des höchsten liebestreu, Keine freude, keine leiden; Seine huld 187 4. Werden wir auch, wie geschrieben, Durch den ganzen tag gekränkt, Zu der schlachtbank hingetrieben Und mit ach und weh getränkt: O, dies ist uns ja kein schade, Denn wir haben GOttes gnade, Ja wir überwinden weit, Denn GOtt liebt uns jederzeit. 5. Ja ich weiß gewiß und glaube, Daß kein leben, daß kein tod Mir die liebe GOttes raube, Ob gleich welt und hölle droht; Weder macht noch wunderwerke, Fürstenthümer, engel, stärke, Noch was jetzt und fünftig ist, Scheidet mich von Jesu Christ. 11. Da will ich, treuer GOtt, Hochpreifen deine thaten, Wodurch du mir so wohl An seel' und leib gezist. rathen, Wenn ich in stolzer ruh Leb' ohne end' und zeit Und weiß nicht mehr von furcht, Von schrecken, krieg und streit. 6. Weder was man hoch und prächtig, Oder tief und niedrig nennt, Noch sonst ein geschöpf ist mächtig, Daß es mich von JEsu trennt, Daß es mich von GOttes liebe Und von seiner gnade triebe, Die allein in JEſu Christ Meinem HErrn und heiland 2. Von der Gnadenkindschaft Mel. JEsu meines lebens leben. 339. Wauserwählet, Was er will, was GOtt 340. er selbst gerecht gemacht und zu seinen findern zählet, Zu verklagen sein bedacht? Weil GOtt, die erst sündenfnechte, Selbst erkläret für gerechte. GOtt, ihr freund und heil, ist hie, Wessen macht verdammet sie? 2. Hier ist Christus, der gestorben Ja auch auferwecket ist, Welcher durch [ ein blut erworben, Was geraubt des fatans list, Dieser sizet GOtt zur rechten, Seine schafe zu verfechten, Er vertritt uns stets bei GOtt Und erlöst aus aller noth. GOttes. Mel. Allein GOtt in der höh 2c. welch haß, Dies kann mein herze laben, Ich soll dereinst im himmel plag Bei meinem JEsu haben. Ich soll in aller angst und pein Sein liebstes find und erbe sein, Bis ich zur ruhe komme. 2. Was acht' ich doch ein fürstenthum? Was eines fönigs frone? Dies ist mir viel ein größrer ruhm, Daß mich zu GOttes sohne Mein theurer heiland selbst gemacht, Als er am freuze ward geschlacht Um meiner sünde willen. 3. Was kann mir jetzt der teufel thun? Was sünde, tod und hölle? Ich kann vor ihnen sicher ruhn, Weil JEsus mein geselle und liebster bru 188 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten der worden ist, Der alle bitterkeit ver-| Die blind verbleibt bei seinem licht. füßt Im leben und im sterben. 4. Nun wohl, so will ich auf der welt Mit GOtt nach sonst nichts streben, Als, wie es seinem rath gefällt, Beständig fromm zu leben; Sonst läm' ich um mein findesrecht Und würde wieder satans knecht, Wenn ich nicht JEsu folgte. 5. So lang' ich aber dieses thu', Was er gethan will wissen, So kann die innre seelenruh Mir alles leid versüßen. Was acht' ich hoheit, gut und geld, Was frag' ich nach der ganzen welt, Wenn GOtt mein bater heißet? Mel. Vater unser im himmelreich. 341. Stell, liebe feele, dich in ruh Und tritt mit zuversicht herzu, Wir wollen hin zum bater gehn, Den wir so liebreich vor uns sehn, 3um bater, der uns nacht und tag Mehr locket, als man glauben mag.. 2. Dein vater ruft ja für und für: Komm, meine seele, fomm zu mir, Daß ich dir geb', o liebstes find, Was dir mein rath ersprießlich find't; Ich macheja von herzensgrund Aus gnade mit dir einen bund. 3. Du bist ja meiner hände werk: So bleib' ich deiner schwachheit stärk' Und stehe bei dir in der noth, Ich lasse dich auch nicht im tod. Ich helfe dir zu jeder zeit, Wenn deine seele zu mir schreit. 4. Dein vater heiß' ich ewiglich, mert auf dein geschrei, so oft Dein Darum gedenk' ich stets an dich Und glaub' auf meine güte hofft; Da geb' ich, was dir nöthig thut, Was dir an leib und seele gut. 5. O herrlichkeit, o ehr' und pracht, Die uns zu GOttes findern macht! O liebe, daß der starke GOtt, Der Herzog und HErr zebaoth, Der alle ding' erhält allein, Will unser aller bater sein! 6. Wie tief hat sich mein GOtt geneigt! Weil er uns alles dies erzeigt, Was dieser schnöden welt gebricht, Ich bin nun an der seele reich, Werd' einst den engeln GOttes gleich. 7. Drum ruf ich: vater, du bist mein, Ich soll dein kind und erbe sein. Dies lehret mich dein guter geist, Der mich im glauben beten heißt; Ja, der versichert herz und sinn, Daß ich von dir erhöret bin. 8. Dir, welt, dir hab' ich abgesagt, Weil deine lust doch endlich plagt, Dieweil sie leib und seel' betrübt Und ew'ge qual zum lohne giebt. Ich suche jene seligkeit, Die GOtt den seinen hat bereit't. 9. Indessen hab' ich meine lust Am HErrn, dem all' mein thun bewußt, der mir in nöthen helfen kann, Drum ruf ich ihn, als bater, an Und glaube, daß er mich erquickt, Wenn mich die last des freuzes drückt. 10. In schwachheit flag' ich tag und nacht: Mein bater, nimm dein find in acht! In armuth fleh ich voll begier: Mein vater, wende dich zu mir! Ich ruf in höchster traurigkeit: Hilf vater, es ist hohe zeit! 11. So grausam scheint mir keine noth, So bitter nicht der herbe tod, Ich fühle trost, ich spüre rath, Wenn mich mein GOtt erhöret hat. Drum, schnöde welt, fahr' immer hin, Weil ich ein kind des höchsten bin. 3. Von der Vereinigung mit GOtt und JEsu. 342. Geetamm, Mein freund Mel. Wie schön leucht't uns der zc. etreuer und schönster bräutigam! Du strittest, uns zum frieden, Du mußtest, da du dir zur braut Die seele wiederum ver= traut, Die sich von dir geschieden, Schande, Bande, Strick und fetten, Sie zu retten, Schwer empfinden Uns getrennte zu verbinden. 2. Dein gnadenwort, dein sakrament Vereinigt das, was sich getrennt, Mit dir und GOtt aufs neue; Wenn mich dein geist zur buße weckt, Wenn als von der Vereinigung mit GOtt und JEsu. des gesetes fluch mich schreckt, So muß mein geist in reue Herzlich, Schmerzlich Und zerschlagen Dies beklagen Voller sorgen, Daß dein licht vor mir verborgen. 3. Wenn aber dein getreuer geist Mich los von diesen banden reißt 3m sakrament und worte, So hör' ich dich: kommt her zu mir! Drum nah' ich mich getrost zu dir, Zu dir, der gnadenpforte. Lehre, Mehre, Gnadenpforte! In dem worte Meinen glauben, Daß ihn niemand könne rauben. 4. Der glaube machet mich gerecht, Im glauben find'ich böser knecht Den himmel hier auf erden. Im glauben werd' ich JEsu braut, Und GOtt zum tempel aufgebaut, Denn durch den glauben werden Sünder Kinder, Ungerechte Lodestnechte Sollen leben, Dürre reiser werden reben. 6. So kann die seele fröhlich sein, Bei ihr fehrt GOtt und JEsus ein, Sie bleibet unzertrennet. Und meinen gliedern bleibt der ruhm, Daß GOtt sie selbst sein eigenthum Und Christi glieder nennet. Gutes Muthes Kann mein leben GOtt erheben, und mit fingen Ihn zu loben, opfer bringen. 7. Ich erd' und asche, wer bin ich? Und wer bist du, HErr, daß du mich 3um tempel dir erbauet? Geheimniß, du bist wahrlich groß, Vom teufel macht mich JEsus los Und hat sich mir vertrauet. 3agen, Plagen Und die strafe Aller schafe Drückt den hirten, 3ur erlösung der verirrten. 189 aber ist nun mein, Mein freund ist mein, und ich bin sein, Er ist es, der die schafe Kennet, Nennet. JEsus kriegte, JEsus siegte, JEsus kämpfte, Daß er meine feinde dämpfte. * 5. Also hat sich das höchste gut Der menschen herz, durch JEsu blut, 343. Beschränkt, ihr weisen 3ur wohnung auserlesen; Drei, die ein ein'ger GOtt nur sind, Verbinden ein gerechtes kind mit ihrem höchsten wesen. Leben Geben Ihrer liebe Reine triebe Uns auf erden, Daß wir eins in ihnen werden. dieser welt, Die freundschaft immer auf die gleichen, mit denen, die ihn nicht erreichen. Ist Und leugnet, daß sich GOtt gesellt GOtt schon alles, und ich nichts, Ich schatten, er die quell' des lichts, Er noch so starf, ich noch so blöde, Er noch so rein, ich noch so schnöde, Er noch so groß, ich noch so klein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 8. 3a, weil er meine sünden trug, Dieweil das schwert den hirten schlug, So litt er meine strafe. Sein leben * 9. Mein bräutigam, du lebst in mir, Mein HErr und GOtt, ich leb' in dir, Dies band laß ewig bleiben. Ach lebe du in mir, daß ich Die todten sünden, welche dich Aus meinem herzen treiben, Hasse, Lasse, Und die brüder, Deine glieder, Herzlich liebe Nach des reinen geistes triebe. 10. Du wohnst bei mir in dieser zeit, Bei dir wohn' ich in ewigkeit, Hier heißt es nur vertrauen. Doch hab' ich g'nug versicherung, Die völlige vereinigung Und hochzeit dort zu schauen. Wende, Ende Alles leiden, Laß mich scheiden, Nach dem sterben Ungetrennt mit dir zu erben. 2. Mein Goel, mein Immanuel, Mein mittler konnte mittel finden, Sich meiner hochbedrängten seel', Die ihn herabzog, zu verbinden. Mein Salomon, mein Jonathan, Mein bräutigam, mein GOtt und mann Kam von dem himmel auf die erden, Mein muth- und blutesfreund zu werden, Ein leib und geist, mein fleisch und bejn: Mein freund ist mein, und ich bin sein. erlöser. Hiob 19, 25. 3. GOtt, welcher seinen sohn mir gab, Gewährt mir alles in dem sohne, Nicht nur sein kreuz, nicht nur sein grab, Auch seinen thron, auch seine frone; Ja, was er redet, hat und thut, 190 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Sein wort und geist, sein fleisch und| vom fleische, Nehm' speis und trant, blut, Was er gewonnen und erstritten, Was er geleistet und gelitten, Das räumet er mir alles ein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. und was man will: Mein freund bleibt meine hüll' und füll'. Die welt mag mir nur alles rauben, Sie laffe mir nur meinen glauben, So bleibt das beste dennoch mein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 9. Sein ist mein leib und meine seel', Die er erschuf und auch erlöste, Hier nährt und falbt mit freudenöl, Bis er dort beide ewig tröste. Sein ist mein muth, sein ist mein sinn, Sein ist, mit furzem, was ich bin; Ja, was ich um und an mir habe, Ist alles seine gnadengabe, Die macht mich auch vom undanf rein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 4. Ich finde mußen, lust und ehr' Bei unserm bund im höchsten grade. Er heischet von mir sonst nichts mehr Als glauben, und ich nichts, als gnade. O wohl der wahl, die uns gefügt! Weg reu' und tausch! ich bin vergnügt In ihm, und er mit mir zufrieden, Drum bleibt bei beiden ungeschieden Ein herz und mund, ein ja und nein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 5. 3war fann er aller christen muth Mit seiner liebe sattsam weiden, Wir dürfen um dies höchste gut Nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern größesten genuß Erschöpft sich nicht sein überfluß, Drum will ich ihn zwar feinem leugnen, Doch mir vor allem fest zueignen. Welt, zanf' dich um das mein und dein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 6. Mein freund ist meiner feelen geist, Mein freund ist meines lebens leben. Nach einem, der mich seine heißt, Und sonst nach keinem soll ich streben, Dem ich mich, der sich mir ergiebt, Den ich, und der mich wieder liebt, Von dem ich nichts mehr kann begehren, Der mir nichts bessers kann gewähren. Dies licht verblendet allen schein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 7. Ohn' ihn ist mir der himmel trüb, Die erd'ein offuer höllenrachen; Hingegen kann mir seine lieb' Die einöd' selbst zu eden machen. Ohn' ihn ist mir, trotz aller meng', Die zeit zu lang, die welt zu eng. Ich bin, wenn feind und freunde fliehen, Wenn sich die engel selbst entziehen, Zwar einsam, aber nicht allein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 8. Man nehme alles, was ich hab', Man gebe mir nichts, was ich heische, Man schimpfe mich, man streif mich ab, Man zieh' mir kleid und haut 10. Sein ist mein werk, sein ist mein ruhm, Er suchte mich, eh' ich ihn fande. Ich habe für mein eigen thum Sonst leider! nichts als sünd' und schande; Doch hat mein freund auch diese last, Zusammt dem freuz, auf sich gefaßt, Und, meine feindschaft abzuschaffen, Die scharfgebüßte schuld und strafen Bericharrt in seines grabes schrein: Mein freund ist mein, und ich bin ſein. 11. Sein ist mein glück und meine zeit, Sein ist mein sterben und mein leben, Zu seinem ehrendienst geweiht von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, Von ihm her und ihm wieder zu. Sein sind auch alle meine schmerzen, Die er sich zärtlich zieht zu herzen. Er fühlt und ahnet meine pein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 12. Es zürn' und stürme jeder feind, Er macht nicht, daß viel erstaune. Der richter ist mein bester freund, Drum schreckt mich nicht die weltposaune. Ob erd' und himmel bricht und kracht, Ob leib und scele mir verschmacht't, Ob meine beine gleich verwesen, So wird mein wahlspruch doch gelesen An meines finstern grabes stein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. als von der Vereinigung mit GOtt und JEsu. Mel. Mein Herz und seel' den 2c. 344. Eu, fomm zu mir, mein rechtes leben, Und mache mich an dir zum edlen reben. Ich kann und will nicht ferner meine sein, Berleibe mich nur dir, mein heiland, ein. 2. Was bin und kann ich ohne dich doch machen? Ich steckte ja der hölle in dem rachen und konnte nicht vor meinem GOtt bestehn; Hätt' ich nicht theil an dir, müßt' ich vergehn. 3. Drum soll die glaubenshand dich fest umfassen, Du wirst, mein heit, dies treue band nicht hassen. Ich liebe dich, drum nimm mein herze hin Und lieb' auch mich, weil ich der deine bin. 4. Ja, nimm mich ganz nach deis nem heil'gen willen Und eile, mein verlangen zu erfüllen. Ich bin schon selig hier in dieser zeit, Weil JEsus sich mir selbst zu eigen weiht. 5. Was kannst du doch, o seele, mehr verlangen? Auf, schäme dich, dem eiteln anzuhangen. Ach nimm mich bald, mein JEsu, von der welt, Mein vaterland ist dort das himmels= jelt. 6. So komme denn zu mir, mein licht und leben Und mache mich an dir zum edlen reben. Gieb, daß mein herz durch dich viel früchte bringt Und hier und dort dir freudenlieder singt. ich liebe dich, Komm, o treuer seelenrather, Heilger geist, erfülle mich. Laß mich, o dreieinig wesen, Dir zur wohnung sein erlesen. 9. Mein herz, du darfst nicht erschieden, JEsus ist dein aufenthalt, Denn sein fricde wird dich decken Mel. Mein GOtt ich bin jetzt zc. 345.ju, tomm mit deinem Wider alle feindsgewalt. Alle wuth 2. Laß mich, JEsu, deinem worte Bollen glauben stellen zu, Denn dies ist die rechte pforte Zu der süßen seelenruh. Niemand kann den trost er= gründen, Der in deinem wort zu finden. 191 dein liebster sohn, Dessen wort wir oft gehöret, Une von deinem willen lehret. 4. Von mir selbst kann ich nichts fassen, Mein Herz ist verfinstert ganz. Ich geh' auf des irrthums straßen, Wo nicht deines geistes glanz Den verblend'ten sinn regieret Und zur hellen wahrheit führet. 5. Zünde an die liebeskerzen, Mache brünstig geist und muth, Werther geist, laß unsre herzen Brennen in der reiz nen glut. Schaff', daß deine heil'gen flammen Schlagen über uns zusamimen. 6. Führe mir stets zu gemüthe, Was mir JEsus zugesagt, Daß ich traue seiner güte, Wenn vielleicht der zweifel fragt: Ob auf meine bitt und flehen Hülf und rettung werd' ers gehen? 7. Es fann feine noth nicht haben, Denn mein JEsus wohnt in mir. Ich genieße seiner gaben, Die sein geist mir stellet für, Wenn ich ihn be= ständig liebe Und in seinem wort mich übe. 3. Sende nun, o vater, sende Deinen geist von deinem thron, Der mein berze richt' und wende Zu dem, was 8. Wer nach seinem wort nicht lebet Und ihn nicht von herzen liebt, Nur nach schnöder wollust strebet, Der muß ewig sein betrübt. GOtt wird nicht in ihm mehr wohnen, Sondern ihn mit zorn belohnen. beschirmet. 10. Fahre hin mit deinem friede, Mehr als seindgesinnte welt, Deiner werd' ich zeitig müde, Weil dein friede bald zerfällt. GOttes fried' erfreut die herzen, Welt, dein friede bringet schmerzen. 11. Nun soll weder angst noch leiden, JEsu, weder macht noch list Mich von deiner liebe scheiden, Weil dein friede bei mir ist. Ja, es sollen meine sinnen Nichts als JEsum lieb gewinnen. 192 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten 12. JEsu, der voraus gegangen| und kann, Nehm' ich von dir mit Durch den tod zum bater hin, Hol' freuden an. mich, der ich mit verlangen Dir zu folgen willig bin. Willst du, ich will gern aufstehen und mit dir von hinnen gehen. 8. Will neid und spott mein kleid beflecken, Will mich umgeben angst und noth, Will mich gefahr und unglück schrecken, Will mich beschnellen fünd' und tod, So stell' ich meine zu= bersicht Auf dich; mein GOtt, verlaß Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 346. Gottlob! ich habe dich mich nicht! gefunden wort, o burch deine wunden, Du meine schwachheit heilen wirst. Du bist mein trost und glaubenslicht, Ach, segne mich, ich laß dich nicht. 2. Ich halte dich, das weltgetümmel Mag toben, wie es immer will, Ich sehne mich nur nach dem himmel, Da find' ich das gewünschte ziel; Seßt sich gleich alles wider mich, Bleibt doch mein wort: ich halte dich. 3. Hältst du mich auch, wer kann mich reißen Aus deiner treuen baterhand? Wie du mir gnädig haft ver= heißen, Dein wort dient mir zum un terpfand: Wenn mich die ganze welt verläßt, Soll deine hand mich halten feft. 4. Wer aber JEsum will behalten, Der muß auch eifrig sein bemüht, Daß weltlust mög' in ihm erkalten Und was vom bösen in ihm blüht. Wer liebt die lüfte dieser welt, Thut nicht, was seinem GOtt gefällt. 5. Wenn du auch deine gnadenblicke, Mein JEsu, mir entziehen willt, Weil sich geäußert böse tücke, Die nur auf sünden abgezielt, So blicke mich bald wieder an, Daß mich gereut, was ich gethan. 6. Durch glauben kann man dich besiegen, Und wahre buße fesselt dich; Drum will ich dir zu füßen liegen: Mein GOtt, mein GOtt, erhöre mich! Mein hoffen steht zu dir allein, Wie kann ich denn verlassen sein? 7. Ich laß dich nicht, mich mag verlassen Was immer will in dieser welt. Was odem hat, das mag mich hassen, Nur dir, mein GOtt, seis heimgestellt; Was mir begegnen soll 347. Mel. Nun danket alle GOtt lasse mit ZEfu ist gut le ben. Er ist, der anfangs mir Das leben selbst gegeben, Er ist der mirs vermehrt, Er ist der mirs erhält, Wenn gleich der erdenball Zergehet, bricht und fällt. 2. Ich lasse JEsum nicht, mit JEsu ist gut leiden. Er lindert mir mein freuz, Er führet mich zu freuden Durch freuz und traurigkeit. Wenn JEsus bei mir ist, Wird mir die bitterfeit Des freuzes ganz versüßt. 3. Ich lasse 3Esum nicht, Mit 3Esu ist gut streiten. Will teufel, welt und tod Sich rüsten und bereiz ten, 3u streiten wider mich, So steht mir JEsus bei, Er kämpfet selbst für mich, Macht mich von sünden frei. 4. Ich lasse IEsum nicht, Mit Esu ist gut sterben. Wenn er nur bei mir ist, So kann ich nicht verder= ben. Er führt mich durch den tod In jenes freudenzelt, Drum halt ich 3Esum fest, Der mir allein gefällt. 5. Ich lasse IEsum nicht, Denn wenn ich ihn nur habe, So hab' ich hier und dort Die allerbeste gabe. Ohn' dieses höchste gut Acht' ich nichts für gewinn; Er ist mein lebenslicht, Nach ihm nur steht mein sinn. 6. Ich lasse IEsum nicht, Ich hang als eine klette An ihm, und er an mirz Dies ist die liebeskette, Mit, der sind wir verknüpft, Daß uns nichts tren= nen kann, Mit dieser zieht er mich Beständig himmelan. 7. Drum laß ich JEsum nicht; Ich mag vom schlaf erwachen, Ich mag zur ruhe gehn, So bleibt in von der Vereinigung mit GOtt und JEsu. Mel. JEsus meine zuversicht. allen sachen Doch JEsus meine lust. Auf ihn nur iſt gericht't Mein dichten 349. Meinen JEfum laß ich und thun: nicht. Weil er für mich gegeben, So erfordert meine pflicht, Klettenweis an ihm zu kleben. ch will mich mit dir Er ist meines Lebens licht: Meinen 348. 3h et behager Eſum laß ich nicht. JEsu! du allein Wirst von mir aus lieb' erhoben, Nunmehr bin ich gänzlich dein. Zwar die welt wird mich gleich; Kann ich aber dich umfassen, So bin ich vergnügt und reich. 2. Alles soll mir ekel machen, Was zur eitelkeit gehört, und in allen meinen sachen Werde JEsus nur geehrt. Sollt ich JEsum denn nicht lieben, Der mich vor der welt erwählt? Sollt' ich JEfum noch betrüben, Der mich zu den seinen zählt? 3. Nein, die ganze welt soll wissen, Daß ihr thun mir nicht gefällt. Ich will meinen JEsum küssen, Welger mich umarmet hält: Seine lieb' hat mich umfangen, Diese bande laß ich nicht, Denn mein sehnliches verlangen 3ft allein auf ihn gericht't. 4. O wie lang' hab' ich berzogen Und dich, seelenfreund, veracht't! D wie oft ward ich betrogen Und von dir hinweg gebracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das leben, nicht der tod, Nicht das kreuz, nicht schmach und leiden, Weder unglüd, schmerz und noth. 5. Stärke du mir meinen willen Wider meiner feinde list, Denn du in mir erfüllen, unmöglich ist; Laß mich nicht mehr von dir wanken, Ach, wo soll ich sonst auch hin? Weil ich nicht nur in ge danken, Sondern wirklich bei dir bin. 193 2. JEsum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben; Ihm hab' ich voll zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't: Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Laß vergehn geruch, gesicht, Hören, schmecken, fühlen weichen, Laß das lette tageslicht mich auf dieser welt erreichen. Wenn der lebensfaden bricht, Laß ich meinen JEsum nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem angesicht Frommer chri= sten glaube pranget. Mich erfreut sein angesicht: Meinen JEsum laß ich nicht. 5. Nicht nach welt, nach himmel nicht meine seele wünscht und sehnet, JEsum wünscht sie, und sein licht, Welcher mich mit GOtt verföhnet, JEsum laß ich nicht. Und befreiet vom gericht: Meinen 6. Geh' ihm ewig an der seiten; Chriſtus JEsum laß ich nicht von mir, läßt mich für und für Zu dem lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir ſo spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. Mel. HErr deine allmacht 2c. 350. Mein herz, ach, rede mir nicht drein, Ich muß von hinnen eilen, Ich muß bald bei dem lämmlein sein, Was soll ich hier verweilen, Wo eitelkeit, wo keine ruh'? Mein geist eilt nach dem him6. Nun sei tausendmal gegrüßet, JEsu, meine süße lust! Sei mir tau- mel zu. sendmal gefüffet, Sei du mir allein bewußt, Sei mein wunsch und mein bestreben, Sei mein bräutigam und hort, Sei du meiner seele leben, Sei mein alles hier und dort. 2. Mein herzensfreund, dich laß ich nicht, Ich kann nichts bessers haben, In dir ist freude, trost und licht, Du kannst vollkommen laben. Nichts ist, was mir vergnügung giebt, Als wenn mich JEsus herzlich liebt. 13 194 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten 3. Du, du bist mein, und ich bin| Dein mund blies mir odem ein, Deine dein, Wir sind in eins berbunden; gnad' war ausgebreitet Als zur decke, Dies gute theil hab' ich allein Durch ob dem schrein, Der mich hatte erst deine heil'gen wunden. Du bist mein verschlossen; Darum sag' ich unverfels, der mich nicht läßt: Auf dir ruht drossen: Liebster JEsu 2c. meine seele fest. 3. Deine güt' hat mich umfangen, Als mich erst die welt empfing; Dir bin ich schon angehangen, Als ich an den brüsten hing; Dein schooß hat mich aufgenommen, Wenn mein herz nur zu dir kommen: Liebster JEsu zc. 4. HErr JEsu, ohne dich muß mir Die welt zur hölle werden; Ich habe, häng' ich nur an dir, Den himmel schon auf erden. Es quillt mein le= benstrank von dir, Das lebensmanna giebst du mir. 5. O sel'ge stunde, da man dich Kann recht ins herze schließen! Wie läßt du da so süßiglich Heil, gnad' und friede fließen! So oft das herze nach dir blickt, Wird es mit himmelslust erquict. 6. Das schwerste freuz wird leicht und klein, Denn du selbst hilfft es tragen; Du richtest es zum besten ein, Kannst nicht von herzen plagen. Dein ruthenstreich ist voller huld, Du forderst nur von uns geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, Mein freund, durch leid und freude, Weiß ich dennoch, daß alles mich Von deiner lieb' nicht scheide. Es führet mich dein wunderpfad Zu dir, in meines baters stadt. 8. Ich übergeb' mich deiner hand Und deiner treuen liebe, Du bist entfernt von unbestand In deinem liebestriebe. Dein herz ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu. 9. Nun blinde welt, such immerhin Nur koth und dunst der erden; Nur JEsus ist, in dem mein sinn Kann recht ergößet werden. Drum rede mir nur niemand drein, Ich will und muß bei JEsu sein. 4. Auf der findheit wilden wegen Folgte mir stets deine güt', Deines geistes trieb und regen Regte mir oft das gemüth, So id) etwa ausgetreten, Daß ich wieder käm' mit beten. Lieb ster JEsu 2c. 5. Ach, wie oft hat meine jugend Deine gnadenhand gefaßt, Wenn die frömmigkeit und tugend War in meinem sinn berhaßt! Ohn' dich wär' ich längst verdorben Und in sünden hin= gestorben. Liebster JEsu 2c. 6. Irr' ich, sucht mich deine liebe; Fall' ich, hilfet sie mir auf; Kommt es, daß ich mich betrübe, Stillet sie den thränenlauf; Bin ich arm, giebt sie mir güter; Haßt man mich, ist sie mein hüter. Liebster JEsu zc. 7. Schmäht man mich, ist sie mein' ehre; Troßt man mir, ist sie mein trub; 3weifl' ich, ist sie meine lehre; Jagt man mich, ist sie mein schuß. Niemals hab' ich was begehret, War es gut, ich bins gewähret. Liebster JEfu 2c. 8. Deine süße lieb' und güte Hast du in mein Herz geflößt, Drum wird mein verzagt gemithe Aufgerichtet und getröst't. Durch den vorschmack jener freuden Linderst du mir kreuz und leiden. Liebster JEsu 2c. Mel. JEsu meines lebens leben. 9. Dein geist zeiget mir das erbe, 351. Gu, meiner feele leben, Das du mir dort beigelegt. Ich weiß, Meines Herzens höchste freud, Dir will ich mich ganz ergeben Jego und in ewigkeit, Meinen GOtt will ich dich nennen Und vor aller welt bekennen: Liebster JEsu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. wenn ich heute sterbe, Wo man meine seel' hinträgt, 3u dir, IEsu, in die freude; Troß, daß mich was von dir scheide. Liebster JEsu zc. 2. Deine hand hat mich bereitet, 10. Dieses alles ist gegründet Nicht auf meiner werke grund, Dieses, was mein herz empfindet, Thu ich als von der Ruhe und Freude in GOtt. aus deinem blute, Das allein kommt allen menschen kund; Daß es kommt mir zu gute: Liebster JEsu 2c. 11. Drum ich sterbe oder lebe, Bleib' ich doch dein eigenthum, An dich ich mich ganz ergebe, Du bist meiner seelen ruhm, Meine zuversicht und freude, Meine füßigkeit im leide: Liebster JEsu 2c. 12. Hör' noch, JEsu, dieses flehen, Und verwirf die bitte nicht: Wenn mein' augen nicht mehr sehen, Wenn dem munde kraft gebricht Sonst noch etwas vorzutragen, Laß mich noch im sterben sagen: Liebster JEsu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 4. Von der Ruhe und Freude in GOtt. Mel. JEsus meine zuversicht. abe deine lust am 352. Denn er schenket lust und leben; So wird dir sein gnadenstern Tausend holde strahlen geben, Denn er beut dir treulich an, Was dein herz nur wünschen kann. 2. Laß der welt die eitle lust, Die in weinen sich verkehret; Wer nur seele, geist und brust GOtt zum eigen thum gewähret, Trifft in allen stücken an, Was das Herz nur wünschen fann. 3. Lust an GOtt steigt über sich, Wenn man GOtt im worte fennet; Lust an GOtt ist innerlich, Wenn man in der liebe brennet. Solche lust zeigt alles an, Was das herz nur wünschen kann. 4. Wer die lust am HErren hat, Hat auch lust an seinem willen, Suchet ihn durch wort und that Unverdroffen zu erfüllen: Und so trifft er alles an, Was das herz nur wünschen fann. 195 Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Err mein 353. höchstes gut, Mein seelenschap, mein herz und muth, Und aller sinnen freude! Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsrer liebe scheide. Du machst mir deinen weg bekannt, Hältst mich bei deiner rechten hand, Regierst und führst den lebenslauf Und hilfest meiner schwachheit auf. HErr JEsu Christ, du bist mein licht, Ich folge dir, so irr' ich nicht. 5. Ist die lust nicht ohne last? Trag geduldig die beschwerden, Wenn du wohl gelitten hast, Wirst du erst recht freudig werden Und trifft dort im himmel an, Was dein herz nur wünschen kann. rath, Der anders nichts beschlossen 2. Du leitest mich nach deinem hat, Als was mir segen bringet. Gehts gleich zu zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der ausgang wohl gelinget. Nach hartem tritt auf rauher bahn Nimmst du mich dort mit ehren an, Wo mich vor deinem thron erfreut Die krone der gerechtigkeit. HErr JEsu Christ mein GOtt, bei dir. ach, mit begier Wünsch' ich zu sein, 3. Mein alles ist auf dich gericht't, Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach himmel und nach erden. Denn keine lust für mich In tausend himwär' der himmel ohne dich, So könnte meln werden. Wärst du nicht schon auf erden mein, Möcht' ich auch nicht weite welt Hat nichts, das mir, wie auf erden sein, Denn auch die ganze du gefällt. HErr JEsu Christ:: wo du nicht bist, Ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch kreuz und noth, Durch marter, durch gewalt und tod Auch seel' und leib verschmachten, Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine hölle wär', Mein glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein heil, Und meines herzens troft und theil; So wird und muß durch dich allein Auch leib und seele selig sein. HErr JEsu Christ: ich hoffe fest, Daß deine fraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der 13* 196 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten welt Dir nicht beständig glauben hält,| bestehen, Wenn die weltlust muß ver= Muß freilich wohl verderben Und fann, weil er die lust und pracht Des fleisches hier zum himmel macht, Den himmel dort nicht erben. Wer teufeln folgt, und ärgerlich In sünden lebet wider dich, und denkt an keine buße nicht, Den bringst du um durch dein gericht, HErr JEsu Christ:,: und bist dabei Dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine freude. Ich setze meine zuversicht Auf dich, mein fels, der nicht zerbricht, In freud' und auch im leide. Dein thun soll alles und allein In meinem herz und munde sein, Bis ich dich kann mit augen sehn. Ach, möchte solches bald geschehn! HErr JEsu Christ:,: ich warte drauf, Komm, fomm mein schat, und nimm mich auf! 2. Was hatt' ich doch für trost und licht, Als ich dein holdes angesicht, Mein JEsu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, Da mein verkehrter fleischessinn Von weltbegierden brannte? Bis mir Von dir Licht und leben Ward gegeben, Dich zu kennen, Herzlich gegen dich zu brennen. gehen. 4. Wer JEsum fest im glauben hält, Der hat die kraft der andern welt Hier allbereits zu schmecken. Pflegt JEsus gleich zu mancher zeit Bei großer herzenstraurigkeit Sein antlizz zu verstecken, Ist doch Sein joch Sanft, beleget Den, ders träget, Nicht mit bürden, Welche ihn er= drücken würden. 3. Die arme welt hat zwar den schein, Als wär' ihr schlechtes fröhlichfein Ein herrliches vergnügen; Allein wie eilend gehts vorbei, Da sieht man, daß es blendwerk sei, Wodurch wir uns betrügen; Drum muß JEsus Mit den schäßen Mich ergößen, Die 5. So weiß ich auch aus deinem wort, Daß du dich, liebster seelenhort, nicht ewiglich versteckest. Du thust vor mir die augen zu, Auf daß du desto größre ruh Hernach in mir er= weckest, Wenn ich Treulich Als ein rebe An dir klebe, Auch im leide, Nicht nur in der süßen freude. Mel. Wie schön leucht't uns der 2. 354. Mein Jefu, füße see lenlust, Mir ist nichts außer dir bewußt, Wenn du mein herz erquickest; Weil mir dein fuß so lieblich ist, Daß man auch seiner selbst vergißt, Wenn du den geist entzückest, Daß ich Durch dich Aus dem triebe Deiner liebe Vor der erde Über mich gezogen werde. 6. Deshalben soll mich keine noth, Mein JEsu, wär' es auch der tod, Von deinem dienst abschrecken. Ich weiß, daß mich dein herze liebt, Darum so geh ich unbetrübt Mit dir durch dorn und hecken. Plage, Schlage! Ich bin stille, Ists dein wille Mich zu kränken; Du wirst meiner doch ge= 7. Und sollt ich auch, mein seelenlicht, Dein süßes lebensmanna nicht In dieser zeit empfinden, So will ich doch zufrieden sein, In hoffnung, deinen gnadenschein In jener welt zu finden, Wo ich Ewig Mich zu laben Dich werd' haben, Dich erblicken, mich in deiner huld erquicken. 8. Deswegen, holder menschensohn, Erkenn' ich deine liebe schon, Wenn mich gleich dornen stechen. Dein herz, daß mich in trauern setzt, Und sich verschließt, muß doch zuletzt Von lauter liebe brechen. Ja du Giebst ruh Nach den schmerzen, Füllst die herzen Ganz mit freuden, Die mich schon auf erden weiden. 9. Du falbest mich mit freudenöl, So daß sich öfters leib und feel' Recht innerlich erfreuten. Ich weiß wohl, daß du mich betrübst, Ich weiß auch, was du denen giebst, Die sich davor nicht scheuen. Drum gieb Den trieb als von der Ruhe und Freude in GOtt. 197 Unabwendig Und beständig Treu zu| herein. Denen, die GOtt lieben, Muß bleiben, und recht fest an dich zu gläuben. auch ihr betrüben Lauter freude sein. Duld' ich schon Hier spott und hohn, Bleibst du dennoch auch im leide JEsu, meine freude. 10. Der glaub' ist eine starke hand Und hält dich, als ein festes band, Ach stärke meinen glauben! Im glauglauben kann dich niemand mir, 356. I und mein beſter schap Esu, seele ruh dazu, Alles bist du mir allein, Sollst mir fort auch alles ſein. 2. Liebet jemand in der welt Edle schäße, gold und geld, JEsus und sein theures blut Ist mir mehr, denn alles gut. 3. Stellen meine feinde sich Öf fentlich gleich wider mich, JEsus reißt aus aller noth, Tilget teufel, holl' und tod. 4. Bin ich krank, und ist kein mann, Der die schwachheit lindern kann: IE= fus will mein arzt in pein, Und mein treuer helfer sein. 5. Bin ich nackend, arm und bloß, 3st mein borrath schon nicht groß: IJEsus hilft zu aller zeit Mir aus aller dürftigkeit. starfer JEsu, rauben. Durch dich Kann ich Welt und drachen Ganz verlachen, und die sünden Durch den glauben überwinden. 355. Gu, meine freude, Meines herzens weide, JEsu, mein begier! Ach wie lang' ach lange Ist dem herzen bange Und verlangt nach dir! GOttes lamm, Mein bräutigam! Außer dir soll mir auf erden Sonst nichts liebers werden. 2. Unter deinem schirmen Bin ich vor den stürmen Aller feinde frei. Laß die felsen zittern, Laß die welt erschüt= tern, Mir steht IEsus bei. Ob es igt Gleich kracht und blißt, Ob gleich sünd' und hölle schrecken: JEsus will mich decken. 3. Troß dem alten drachen! Troß des todes rachen! Troß der furcht dazu! Tobe welt und springe! Ich bin hier und singe In garsichrer ruh. GOttes macht Hält mich in acht Und wird vor des satans wüthen Mich, sein kind, behüten. 4. Weg mit allen schäzen, Du bist mein ergößen, JEsu meine lust! Weg mit eiteln ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, noth, Kreuz, schmach und tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von JEsu scheiden. 5. Gute nacht, o wesen, Das die welt erlesen, Mir gefällst du nicht. Gute nacht, ihr fünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans licht! Gute nacht, Du stolz und pracht! Dir sei ganz, du lasterleben, Gute nacht gegeben. 6. Weicht ihr trauergeister! Denn mein HErr und meister, JEsus tritt 6. Muß ich in das elend fort, Hin an einen fremden ort: JEsus sorget selbst für mich, Schüßet mich da wunderlich. 7. Muß ich dulden hohn und spott Wider GOtt und sein gebot, JEsus giebt mir fraft und macht, Daß ich allen spott nicht acht'. 8. Hat der bienen honigsaft Und der zucker süße kraft, Mein herzliebster Jesus Christ Tausendmal viel süßer ist. 9. JEsus, was durch ohren bricht, JEsus, was das auge sicht, JEsus, was die zunge schmeckt Und wonach die hand sich streckt. 10. JEsus sei mein speis und trank, JEsus sei mein lobgesang, JEsus sei mein freudenschall, JEsus sei mein ganzes all. 11. Endlich laß, o höchstes gut, JEsu, dein vergoßnes blut, Deine wunden, deine pein, Meine rast im tode sein. 198 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Mel. Auf meinen lieben GOtt. 357. Mein Jesus ist getren, lich ſein. noth steht er mir bei, Auf ihn ist gut vertrauen, Drum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein herz ergeben Im tod und auch im leben. 2. Der welt ihr bester lohn Ist schaden, schimpf und hohn, Wer den nicht will ererben, Der muß der welt absterben, Muß ihrer nicht begehren Und sich zu JEsu kehren. 3. Wenn mich der feinde schaar Will stürzen in gefahr Und mich mit hohn belegen, Ist JEsus mir zuge= gen. Sein schuß sich zu mir wendet Und alle feinde blendet. 4. In aller meiner noth Und wär' es auch der tod, Mein JEsus für mich ringet Und noth und tod bezwinget: Ja aus der hölle rachen kann er mich ledig machen. 5. Wenn sündenschuld mich plagt Und mein gewissen nagt, Mein treuer JEsus wachet, Mich tröstet und anlachet. Sein leiden und sein sterben Läßt feinen nicht verderben. 6. Sei fort, HErr, mein beistand, Mein auge, fuß und hand. Hilf mir auf allen seiten, O JEsu, muthig streiten, So will ich deinen namen Von herzen preisen, amen. Mel. JEsus meine zuversicht. ch will fröhlich sein in 9. Droht der tod und reißt mich hin, O, so stillet GOtt sein wüthen. Sterben ist ja mein gewinn, Darum 358. des mein, ihm ich wird mich GOtt behüten; Er, des to= im leiden fröhlich, Denn ich weiß in aller noth, Daß ich schon in Esu felig; GOtt, die freudenquell' ist mein, Darum kann ich fröhlich sein. 2. Aber ach, ich menschenkind, Kann ich auch von freuden sagen, Da doch die unzählig sind, Die bald hier, bald dort mich plagen? Doch GOtt selbst mein schuß ist mein, Wohl mir, ich kann fröhlich sein. tilger mein, Wohl, so kann ich fröh4. Stürmet satan auf mich los, Will mich höll und tod verschlingen, So bin ich in Christi schooß, Daraus wird mich niemand diingen. Ist der [ chlangentreter mein, O, so kann ich fröhlich sein. 5. Hab' ich gleich sonst keinen freund, Ei was kann mir dieses schaden? Ist mir alle welt auch feind, Steh' ich doch in JEsu gnaden. Dieser menschenfreund ist mein, Mit ihm will ich fröhlich sein. 6. Bin ich gleich nicht groß und reich, Mangeln mir die besten gaben, Bin ich dem geringsten gleich, Hab' ich nicht, was andre haben: Ist doch GOtt, der reichste, mein, Und so kann ich fröhlich sein. 7. Greift mich schmerz und frankheit an, Daß es aus zu sein fast schei= net, So kommt GOtt, der helfen kann, Und zeigt, daß ers gut gemeinet. Er, der arzt, ist selber mein, Darum muß ich fröhlich sein. 3. Sünden, o was quält ihr mich? JEsus hat euch schon gebüßet. Kreuz und trübsal häufen sich, Dies hat JEfus auch versüßet. Ist der sünden8. Wenn mich gleich der feind beschwert Und will mich zu spotte mahen, Ist es doch nicht frauerns werth, Mein herz kann der thorheit lachen. GOtt, mein höchster ruhm, ist mein, Darum kann ich fröhlich sein. fröhlich sein. 10. Herz und geist erfreut sich nun, Es erfreut sich muth und seele. JEsu, gieb, daß alles thun Dich zum zweck und ziel erwähle. Laß mich, o mein sonnenschein, Ohne dich nicht fröhlich sein. 11. Gieb, daß ich da traurig bin, Wo das trauern hingehöret; Sonst gieb, daß mit frohem sinn Mein herz nichts, als dich begehret. Du bist meine freud' allein, Durch dich kann ich fröhlich sein. 12. Gieb, daß ich hier jeden tag als von der Ruhe und Freude in GOtt. 199 Fröhlich lebe, fröhlich leide Und dir| müthe Bei solcher vatertreu'. Die fröhlich sterben mag, Gieb mir dort last werf ich auf ihn, So wird die ardie himmelsfreude. Wenn du denn beit süße, Ob ich gleich schweiß ver= da ewig mein, Werd' ich ewig fröhlich gieße, Denn GOtt ist mein gewinn. sein. 4. Denk' ich an sein erbarmen: Er schentet mir sein kind. O gnade für mich armen! Heißt das nicht treu gefinnt? GOtt ist in Christo mein Mel. Wer nur den lieben GOtt ic. 359. Mas forg' ich doch in das, was nur ein raub der zeit? Verspricht mir doch mein GOtt zu geben Den himmel und die seligkeit. Der ist zu geizig, der nicht satt An GOtt und seinem Esu hat. 2. Versagt mir GOtt der erde gaben, Glück, ehre, reichthum, gut und geld: Mit meinem JEsu kann ich haben Mehr, als den himmel und die welt. Er ist allein mein höchstes gut, Worin mein herz vergnüget ruht. 3. Das wesen dieser welt vergehet, Weil zeit und sterben alles frißt. Mein bestes theil bleibt und bestehet, So lang' ein GOtt im himmel ist, Und wenn der himmel selber bricht, Vergehet doch mein himmel nicht. Mel. Nun danket alle GOtt. 4. Fahr' hin, du ſtolzes nichts der 361. Gieb mir ein fröhlich aller erden, Das fleisch und blut sein alles nennt! In GOtt kann ich vergnüget werden, Von dem mich auch der tod nicht trennt. Was macht mir doch mein herze schwer? Ich habe GOtt: was wünsch' ich mehr. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. 360. Ant will ich geden= ken, Denn er an mich. Wenn mich die sorgen kränken, So hebt mein herze sich zu meinem GOtt empor; Bald weichen alle schmerzen, Denn er stellt meinem herzen Nichts, als vergnügen vor. 2. Denk' ich an seine liebe, Wie werd' ich doch entzückt, Daß, wenn es noch so trübe, Mir doch die sonne blidt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen, Er will mein nie vergessen: Wie könnt' ich traurig sein? er mich wollte lassen, Das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an GOtt denken, Die welt mag immerhin Den finn aufs eitle lenken, Hier ist ein andrer sinn. Ich trage GOtt allein Im herzen und im munde, So kann mir keine stunde Allhier zu lange sein. 6. An GOtt will ich gedenken, So lang'ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh' ich zwar die bahn, Da mein die welt vergißt, Doch glaub' ich dieses feste, GOt denket mein aufs beste, Wo sein gedächtniß ist. 3. Denk' ich an seine güte, Die alle morgen neu, So freut sich mein gegaben, Und laß mich meine lust An deinem worte haben, So bin ich ganz bergnügt, So ist kein trauergeist, Der dich, mein lieber GOtt, Aus meiner feele reißt. 2. Gieb mir ein fröhlich herz Im wünschen und verlangen, Laß meine zuversicht An dir beſtändig hangen, blicke mich Und hoffnung an, Daß sie in deiner huld Vor anter liegen kann. 3. Gieb mir ein fröhlich herz, So oft ich vor dich trete Und durch des geistes trieb Mein Vater Unser bete. Doch deinem willen bleibt Mein wille heimgestellt. Gieb nur, was dir beliebt, Und was mir selig fällt. 4. Gieb mir ein fröhlich herz, Bei kümmerniß und sorgen. Du sorgest ja für mich), Und dir ist unverborgen, Was meiner seele gut, Was meinem leibe dient. Du weißt die mittel auch, Wodurch mein glücke grünt. 200 Von der Heiligung, Nechtfertigung und ihren Früchten 5. Gieb mir ein fröhlich herz, Wenn| mir manch zeitlich gut, Du bist, der ich in unschuld leide. Kränkt mich die oft erfüllt und thut, Woran mir hier falsche welt Mit unverdientem neide, gelegen. So bleib' ich doch getrost: Du bist mein bester freund, Ders ewig treu und gut mit meiner wohlfahrt meint. 6. Gieb mir ein fröhlich herz Bei nassen trauertagen Und laß mich mit geduld Die last derselben tragen. Auf ungewitter folgt Doch wieder sonnenschein, So wird mir auch das kreuz Boll frucht und segen sein. 5. Mit freuden trink' ich meinen tranf, Drum soll mein gläubig fingen Dir, treuer bater, lob und dank Für solche gnade bringen. Ich greif die arbeit fröhlich an, Bollführe durch dich, was ich kann: Du läsfest es ge= lingen. 6. Dies alles muß ich deine gab' Und milde wohlthat nennen, Dein ist und bleibet was ich hab', Ich kann es wohl erkennen. Ach lieber vater, nähre mich Durch deinen segen mildiglich, Sonst hilft kein schweiß noch rennen. 7. Nimm deine freude nicht von mir, Laß meinen finn nicht wanken, Mein herze klebe stets an dir, Gieb fröhliche gedanken. Behüte mich vor üppigkeit, Halt meinen lauf zu jeder zeit In wahrer tugend schranken. 8. Bewahre mich vor fümmerniß Und schwermuthsvollen plagen, Du fannst den trauergeist gewiß Aus meinem herzen jagen. Er darf sich, wenn nur JEſus Chriſt Und deine güte bei mir ist, Ja niemals an mich wagen. 7. Gieb mir ein fröhlich herz, Wenn ich auch endlich sterbe. Der tod ist mein gewinn, Weil ich das leben erbe. 3m himmel gehen erst Die rechten freuden an, Ach daß ich heute nicht Von hinnen scheiden kann! 8. Gieb mir ein fröhlich herz, Das wirst du mir auch geben. Ich will an dir, mein GOtt, Wie eine flette fleben. So werf ich ganz getrost Das trauern hinterwärts und sage noch einmal: Gieb mir ein fröhlich herz. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 362. Gott fei gelobet, der allein Die wahre freude giebet, Der unser herz läßt fröhlich sein, Der uns unendlich lie= bet, Der uns in dieser sterblichkeit Durch manches glück und heil'erfreut, Wenn er uns hat betrübet. 2. Ja GOtt, von herzen dank' ich bir, Daß du mir hast geschenket Ein solch gemüth, das meistens hier Un teinen fummer denket. Du bist, der mich so fröhlich macht, Daß mund und geist voll freude lacht, Wenn sich ein andrer fränket. 3. Mein GOtt, sehr erfreu' ich mich, Daß du aus reichen gnaden Versorgest den so väterlich, Der doch so schwer beladen! Du gönnst mir deine lieb' und huld und läsfest mir die fündenschuld, So groß sie ist, nicht schaden. 4. Du wendest manche schwere noth Und füllest mich mit segen. Mit freuden eff ich hier mein brot Und fann mich ruhig legen. Du schenkest 9. Laß mich, HErr, vor dein ange ficht Mit freuden allzeit kommen, Damit der hoffnung theures licht mir niemals werd'entnommen. Was hilft es, stets voll trauern sein, Da doch die selbstgemachte pein Dem menschen nicht fann frommen. 10. Erfülle mich mit freud' und lust, Laß meine seel' empfinden, Daß den, dem Christi tod bewußt, Nicht angst noch trübsal binden, Daß satanas ihn selbst nicht fällt. Ein GOt= tesfreund, der glauben hält, Kann alles überwinden. 11. Was acht' ich eitle lust der welt? Was hilft mir solch ein leben, Wo geiz und list nach gut und geld Und großen schägen streben? Meir höchstes gut in dieser zeit Ist, sich der tugend, frömmigkeit und ehrbarkeit ergeben. von der Erneuerung und 12. Dom laß nich auch mit freudigkeit Auf dieser welt anschauen, Was du für schöne seltenheit Am himmel, meer und auen, Auf erden, an der sonnenpracht, Und überall durch deine macht So herrlich wollen bauen. 7. So wirkt, so kämpft, so ringt und strebt Der neue mensch, der heilig lebt, Durch freuzigung des alten. Ich 13. Hilf, daß ich freudig, wenn ich jage nach der heiligung, GOtt will soll, Aus diesem leben scheide, Ver- zu meiner besserung Des glaubens leih mir, daß ich freudenvoll Besteh in allem leide. Mit freuden geh' ich aus der noth, Mit freuden dring' ich durch den tod Zu dir ins reich der freude. Erhaltung in der Gnade. 201 Ich will von JEsu lernen; Dem folg' ich nach, ihm nah ich mich, Und von der sündenbahn will ich mich immer mehr entfernen. 3. HErr, stärke diese fraft in mir, Du wirkest selbst, und ich mit dir Durch deines geistes triebe. Erst wirktest du, ich wirkte nicht: Jegt wird des glaubens zuversicht Auch thätig durch die liebe. Von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. 9. GOtt vater, du willst deine treu An mir noch alle morgen neu Erhal= ten und vermehren. Du schenkest mir 363. A Err, befehre mich das kindschaftsrecht: Ach ſo erneure zu dir Und findlich zu verreines herz in mir, 3u einem neuen leben. Denn du mußt zur erneuerung, Zur änderung und heiligung Den neuen geist mir geben. 2. Ich war ein finstrer sündenknecht, Du aber machtest mich gerecht, Dein licht ist mir erschienen. Da treibt mich nun des glaubens fraft, 3m lichte fromm und tugendhaft Dir, als ein knecht, zu dienen. 4. Denn JEsu sakrament und wort Erhält und stärket immerfort Des glaubens kraft und leben, Die mittel müssen zu der frucht, Die JEsus an den reben sucht, Auch saft und nahrung geben. 5. Da nimmt denn die erleuchtung zu, Den willen vollbereitest du, Mein GOtt, zu neuen trieben, Bon ganzer seel' und herzen dich, Und meinen nächsten, gleich als mich, In wahrer that zu lieben. 6. Mein glaubenslicht wird offenbar, Im glauben reich' ich tugend dar. kraft erhalten. 8. 3war fehlet die vollkommenheit, Ich finde selbst, daß allezeit Mein thun nur stückwerk bleibe: Doch darum beffert GOtt auch mich, Sein ebenbild erneuert sich Bei mir an seel' und leibe. ehren. 10. HErr JEsu, groß von rath und that, Dein rath, der angefangen hat, muß auch die that vollenden. Uch hilf du mir, die neue kraft, Die mir dein blut und tod verschafft, zum leben anzuwenden. 11. Gewisser geist, laß mich dein wort Gewiß, und immer weiter fort Auf ebnen wegen leiten, Laß meinen geist unsträflich sein, Berklär' in mir den hellen schein Zu jenen herrlichkeiten. Mel. Aus tiefer noth schrei 2c. 364. Sin reines herz, Mein mir, herz ist ganz verderbet; Es fühlt von fünden großen schmerz, Die ihm sind angeerbet Und die es noch thut ohne scheu. Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es erst erschaffen. 2. Gib mir aufs neue deinen geist, Der immer bei mir bleibe, Der mir zum guten beistand leist' Und dazu mich stets treibe; Der steure meinem fleisch und blut Und gebe, daß ich sanften muth, Zucht, demuth, feuschheit liebe. 3. Verwirf von deinem angesicht, 202 Von dem Werke der Heiligung, und zwar Ob ich es gleich verdienet, Mich, aller= 1366. Du schöpfer dieser gros liebster vater, nicht, Weil JEfus dich verfühnet. Laß mich, dein kind, doch nimmermehr Hier fallen so gar tief und schwer, Daß du mich gar verwürfest. welt, Den alles das als seinen ursprung ehret, Was dieser bau in seinen grenzen hält, Was erd' und meer in seinem schooß ernäh= ret, Der alles selbst in schönster zier und pracht Aus nichts gemacht: 2. Durch dich ist auch der mensch gemacht, Das meisterstück von deinen weisen händen, Ein kurzer riß und auszug aller pracht, Die du der welt beschlossen zuzuwenden, Der mittelpunkt von dem, was deine kraft Gewirkt, geschafft. 4. Den heil'gen geist nimm nicht von mir, Den bösen geist vertreibe, Daß er mich nicht entführ' von dir, Und ich dein sei und bleibe. Beterrsche mein herz, sinn und muth Durch deinen geist, so fahr ich gut Im leben und im sterben. 5. Mit deiner hülfe tröste mich. Hilf, und vergieb die sünden, Und su= chet meine seele dich, So laß dich gnädig finden. Durch dein verdienst. HErr JEsu Christ, Darinnen trost und leben ist, Hilf wider tod und hölle! 6. Dein freudengeist enthalt' mich dir Mitseinem freudenöle, Daß mich nichts zur verzweiflung führ' Und bring' um meine seele. Du bist, HErr, meine freud' allein, Zaß mich auch deine freude sein: Bring' mich zur ew'gen freude. 365. Mel. Durch Adams fall ist zc. aß rechtigkeit mit wahrem glauben finden, Die mich in ewigkeit befreit Von allen meinen sünden. Dein theures blut, Mein höchstes gut, Das heilet allen schaden; Ja deine huld Tilgt meine schuld, Mit welcher ich beladen. 3. Du prägtest ihm dein bildniß ein, Du machtest ihn zum herren deiner werke. Die heiligkeit, der liebe reiner schein, Der weisheit glanz, des leibes muntre stärke, Die stellten ihn dem, was geschaffen war, Zum wunder dar. 4. Wo ist nunmehr dies alles hin? Wer kann die spur der ersten schönheit zeigen? Ein finstrer dampf umgiebt den blinden sinn, Der freie geist muß fich in fefsel beugen. Dein edles bild, o schöpfer, ist zerstört Und umgekehrt. 5. Ach HErr, den unser elend rührt, het, Uch siehe doch, wie uns der feind verführt, Wie es so schlecht um dein geschöpfe stehet. Auf! mache bald, daß alles wieder neu Und heller sei. 6. Dein milder segen sei gelegt In des mit fluch beschwerten herzens erde, Die leider, nichts, als schnödes unfraut trägt; Gieb, daß sie bald voll guter früchte werde. Ach mache doch, daß alles wieder neu Und fruchtbar sei. 2. Gieb, daß ich mich, statt zorn und grimm, Mit wahrer sanftmuth schmücke, Durch demuth allen ungestüm In meiner brust ersticke. Laß 7. Ach mache alles wieder recht, deine macht Die fündennacht Aus Was Adams fall verrücket und vermeinem herzen treiben, und mich all- fehret, Bereite dir ein heiliges gezeit In fried' und freud' Dein liebes schlecht, Das dich im geist und in der find verbleiben. in wahrheit ehret. Ach schaffe doch, daß ich auch wieder neu Und herrlich ſei. 3. HErr, schenk' mir deine güt' und treu So lang ich leb' auf erden, Und laß sie alle morgen neu An meiner seele werden; So rühm' ich dich Be= Mel. HErr JEsu Christ mein 2c. ſtändiglich, So werd' ich deinen nas 367. Etneure mich, o ewig men dieser Von herzen preisen, amen. licht, Erheb' auf mich dein angesicht und laß mit deinem von der Erneuerung und 203 gnadenschein Mein ganzes herz er= füllet sein. Mel. Christ unser HErr zum 2c. 2. Ertödt' in mir des fleisches luft 368. Mein Gott, ich nahe Und rein'ge mich vom sündenwust; Bu streiten wider fleisch und blut Vers leihe mir kraft, geist und muth. 3. Schaff in mir, HErr, den neuen geist, Der dir mit lust gehorsam leist'; Ein willig opfer forderst du, Mein alter mensch taugt nicht dazu. mich und tret' 3u deinem gnadenthrone, Ich opfre seufzer und gebet Vor dir in deinem sohne. Du willst, ich soll der heiligung In deiner furcht nachjagen, Verheißest auch vermögen g'nung, Den sünden abzusagen: Ach gieb mir kraft und gnade! 2. Wo sich der glaube thätig fann Als GOttes werk beweisen, Da scheuet man sich nicht, bergan Mit GOttes volk zu reisen, Man geht getrost den engen weg, Man dringet durch die pforte So schmal sie ist, und sucht den steg Mit ernst nach GOttes worte, Der zu der krone führet. 3. Ach treuer GOtt, begabe mich mit solchem ernsten sinne, Daß ich nichts lau und schläferig 3m christenthum beginne. Erwede, höchste kraft, mein herz, Daß ich beständig kämpfe, Auch bis aufs blut mit ernst und schmerz Die bösen lüste dämpfe Und nach dem kleinod ringe. 4. Mach' in mir das gedächtniß neu, Daß es auf dich gerichtet sei Und, was dahinten ist, vergißt, Vornämlich Christi tod ermißt. 5. Des fleisches willen tödt' in mir, Lent' mich zum guten, daß ich dir Gehorsam sei und deiner bahn In lieb' und einfalt folgen kann. 6. HErr, ohne deines geistes licht Erkenn' ich deinen willen nicht, Darum erleuchte den verstand, Mach' ihm dich und dein wort bekannt. 7. Mach' mein gewissen durch dein blut Ganz rein, daß mit getrostem muth Ich kann vor deinem richtstuhl stehn Und auf den mittler, JEsum, zehn. 8. Laß herz und sinn auf dich allein Und auf dein wort gerichtet sein, Daß ich es freudig hör' und thu'; Gieb selber kraft und lust dazu. 9. Gieb, daß mein geist erfährt und schmect, Was uns dein wort für freud' erweckt, Was es für leben, stärke, kraft Und süßigkeit der seele schafft. 10. Treib mich durch deinen guten geist, Durch seine kraft mir beistand leist, Daß er in mir die herrschaft führ', Herz, sinnen, mund und that regier'. Erhaltung in der Gnade. 5. Du fennst mein herz, HErr JEsu Christ, Und forschest mein ge= wissen; Ach gieb, daß alle tück und list Daraus entweichen müssen. Ver= leihe, daß ich mehr und mehr Mein thun und lassen richte; Was wider dein geheiß und ehr', Das mache selbst zunichte, Und mach mich täglich treuer. 6. Ich bitte mehr: ein weiser sinn Muß wahre christen leiten; Sie gehn nicht in den tag dahin, Noch nach 12. Nimm, JEsu, mich in deine dem lauf der zeiten. Der zweck, den hut, So trop' ich aller feinde wuth, ihr beruf vorhält, Ist ihnen stets vor So sieg' ich stets, mein heil, durch augen, Die mittel werden auch gedich. So preis ich dich dort ewig- wählt, Die nüßlich sind und taugen; lich. Sie können flüglich handeln. 11. Weil dies nur aus dem glauben steigt, Der sich durch werke thätig zeigt, So gieb, daß sich durch deinen geist Mein glaub' in reichen früchten weist. 4. Wen nur ein rechter ernst bewegt, Der reinigt sein gewissen, Er wacht, wenn sich dasselbe regt, Geht mit geraden füßen. Es muß sein auge helle sein Und täglich reiner werden In Christi blute, der allein Bleibt unser licht auf erden Und lehrt im lichte wandeln. 204 Von dem Werke der Heiligung, und zwar GOtt, allein vertraut. 7. Drum gieb mir, höchste weis-| auf dich nur baut Und dir, mein beitsquell' Die flugheit der gerechten. Ach, sende selbst in meine seel' Den glanz von deiner rechten. Lehr' mich mein heil und die gefahr Noch täglich besser kennen, Den unterschied, was falsch und wahr, Was gut und bör zu nennen: Ach, mach' mich täglich flüger. 2. Reiß alles weg aus meiner seele, Was dich nicht sucht und deine ehr'. Siehst du, wie sich die sünd' verhehle, So prüfe selbst je mehr und mehr Mein' innere beschaffenheit Und gieb mir herzensredlichkeit. 8. Und diese weisheit kann uns nicht Kalt und unfruchtbar lassen, Ein wahrer glaub' thut seine pflicht Und eilt auf GOttes straßen. Er ist ein baum, der grünt und blüht Und reiche früchte träget, Ein feuer, das man immer fieht, Ein leben, das sich reget, Und ein geschäftig wesen. 3. Laß mich mit grund der wahrheit sprechen: Du bist mein abba, licht und heil, Du heilest alle mein' gebrechen Und schenkest mir an Christo theil, Du bist mein allerbester freund, Ders treu und herzlich mit mir meint. 4. Darf ich dich meinen bater nennen, O abgrund der barmherzigkeit, So muß mir alles nüßen können, Was man sonst heißet kreuz und leid. Denn wo du, GOtt, im herzen bist, Wird auch das bittre freuz versüßt. 5. Drum gieb, daß ich recht findlich gläube Und mir getrost und unverzagt, Jedoch in demuth, das zuschreibe, Was uns dein theures wort zusagt. Dein geift erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Du unerschaffnes höchstes wesen Haft vor der welt an mich gedacht Und schon, da ich noch nicht gewesen, Den liebevollen schluß gemacht, Daß ich soll dein in Christo sein, und frei von aller sündenpein. 7. Dein find, mein JEsus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit, Hat schuld und strafen abgewendet, Erworben mir die seligkeit; Dein geist, der mir dies macht bekannt, Ist deffen sichres unterpfand. 8. Was soll ich von der güte sagen, Die ich sonst bis hieher gespürt, Mit mich in meinen tagen So wunderbar, doch treu geführt, Und welche mir in ewigkeit Noch ein unsterblich gut bereit't? 9. Mein lebensfürst, gieb frische Fraft 3um neuen geistesleben, Dein zweig zieht von dir seinen saft Und fruchtbarkeit dein reben. Ach, daß ich eine tugend möcht' Darreichen aus der andern, und reiche glaubensfrüchte brächt, Ja allzeit würdig wandern! Du kannst und wirst es schaffen. 10. Wer reich an guten werken ist, Bei dem wird JEsus wohnen. Der fuß, womit sein mund ihn küßt Kann alles reichlich lohnen. O gnadenlohn, der hier schon wird Im vorschmack uns gegeben! Osüße lind'rung unsrer bürd'! O angenehmstes leben, Wo JEsus hütten bauet! 11. HErr, laß mich die beständigkeit In JEsu bei dir finden. Du wirst mich stärken in dem streit, Selbst vollbereiten, gründen. Ich halte mich, HErr, an dein wort, Das ich gehört, gelesen. Ach gieb mir kräfte, höchster Hort, Und ein rechtschaffnes wesen, So hab' ich volle g'nüge. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 369. Mein ein GOtt, du weißt aufs allerbeste, Was mir gut und ersprießlich sei. Ach, seße du mein heil selbst fejte, Weg mit dem eigenen gebäu! Gieb, daß mein herz * 9. Nun, HErr, ich falle dir zu füßen Und bitte dich, o höchstes gut, Laß mich stets deine huld genießen Und mehre meine liebesglut, Berleih', daß meine lieb' und treu' Auch gegen dich recht herzlich sei. 10. Ich bin nun auf so viele weise, von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 205 Mein treuer GOtt, dein eigenthum,| Mein bater wird sein armes find Im Drum halte mich auch dir zum preise, hoffen nicht beschämen. Mein hirt 3n deines großen namens ruhm, In läßt auch das kleinste lamm Nicht in unschuld und gerechtigkeit Und führ' der noth verschmachten. Drum wird mich zur vollkommenheit. achten Auf mich mein bräutigam, Und mir zu helfen trachten. 5. Den glauben, den er mir geschenkt, Den wird er mächtig stärken. Die kraft, die er in mich gesenkt, Wird feinen abgang merken. Er wird durch seines geistes trieb' mich schwachen vollbereiten, Gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, Drum wird mein fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in kampf und streit, So wird er mich auch schützen, Wenn nur gebet und wachfamkeit Die Präfte unterstügen. Fall ich, so wird er mich, sein kind, Nicht hülflos liegen lassen, Noch mich hassen. Ach nein, er kommt geschwind, Mich bei der hand zu fassen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu, Kein tod, fein schmerz, fein leiden Nicht furcht, nicht lust, nicht schmeichelei Soll uns verbundne scheiden. Was er zuſammen hat gefügt, Wird kein geschöpfe können Jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! Ich darf mich selig nennen. 11. Du mußt das gute selbst vollbringen, Drum lenke worte, that, ver= stand, Und reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand, Weil hier nicht fleiß noch eigne kraft, Nur dein erbarmen, alles schafft. 12. Legst du was auf, so hilfs auch tragen, Gieb nur geduld in leidenszeit und sei in gut- und bösen tagen Mein trost, mein rath und meine freud'. Gieb demuth, einfalt, lieb' und zucht, Was falsch und stolz ist, sei verflucht. 13. Nun, amen, es sei fest geschlossen! Bleib über mich, o geistesfraft, Stets reich- und täglich ausgegoffen, Die einzig alles gute schafft! So bleibts in ewigkeit dabei, Daß bu mein und ich deine sei. Mel. Ich ruf zu dir HErr JEsu 2c. 370. Mein treuer GOtt, bein gutes werk, Das in mir angefangen, Muß ganz allein durch deine stärk' Zu seinem ziel gelangen. Soll ich, bis in den tod ge= treu, In deinem dienste bleiben Und bekleiben, So stehe du mir bei, 3m glauben frucht zu treiben. 2. Es fehlet mir an feinden nicht, Die wider mich stets rasen. Der satan auszublasen, Die welt ist auch auf sucht das kleine licht Des glaubens ihrer hut, Mich mit geheimen tücken 3u bestriden; Mein eigen fleisch und blut Sucht selbst mich zu berücken. 3. Doch, vater, deine treu' und macht, Doch, mittler, dein vertreten, Doch, geist der gnaden, deine wacht, Dein trieb zum kampf und beten Wird alles, was mir schaden bringt, Ja selbst den weiten rachen Jenes drachen, Der sonst so viel verschlingt, Bei mir zu schanden machen. 4. Die in der liebe redlich sind, Läßt sich der HErr nicht nehmen. Von der Gnaden- Versiegelung des heiligen Geistes. 371. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. rommer GOtt der stärke, Dein licht ist vom wechsel frei. Du bist in jed wedem werke Heilig, wahrhaft und getreu: Ach, ich flage dir mit leid Meine unbeständigkeit, Denn mein herz ist gleich den wogen, Leicht bewegt und bald betrogen: 2. Bald durch menschenfurcht und liebe, Bald durch ehre, ruhm und geld Bald durch böse wollusttriebe Und durch ärgerniß der welt; Bald treibt die verfolgung mich, Bald die armuth hinter sich, Bald macht son 206 Von dem Werke der sten eine seuche, Daß ich von dem höchsten weiche. 3. Ich bekenne dir, wie billig, Ich bekenn' es, HErr, mit ach: Oftmals scheint mein geist zwar willig, Aber ach, mein fleisch ist schwach. Ach, ich bitte, rechne du mir nicht solche fünde zu, Weil wir armen deine gaben Nur in mürben scherben haben. 4. Ach, befestige mein herze, Nur die gnade macht es fest, Daß mich unter allem schmerze Muth und hoff= nung nicht verläßt. Deine ehre, furcht und ruhm Sei mein einig eigenthum, Lehr' mich, aller gunst und schäßen Deine liebe vorzusetzen. 5. Laß den allertheursten glauben Und die hoffende geduld mir nichts auf der erde rauben. Steh mir bei mit deiner huld, Daß ich, HErr, von deiner treu' Ewig unzertrennlich sei. Gieb mir aber alle stunden Neue kraft aus Christi wunden. 6. Laß den undank dieser erden, Und den hohn der ganzen welt Mir nicht zur versuchung werden, Wenn das leiden mich befällt; Denn es ist der christen freud', Leiden um gerechtigkeit: Laß mich dein verheißen fassen Und mich fest darauf verlassen. 7. Gieb ein herze, das im glücke Nicht verwegen, stolz und frei, Und bei widrigem geschicke nicht verzagt noch mürrisch sei. Zieh' mein herz mit großmuth an, Daß es etwas wagen kann Und nicht vor dem kampf und siege Schon ermüdet unterliege. 8. Wehre allem trug vom teufel, Der die wahrheit will berdrehn. Laß mich wider allen zweifel Auf der wahrheit GOttes stehn, Daß ich alle fatanswuth Und der pfeile schwefelglut Nur aus deines wortes gründen Kräftig möge überwinden. * 9. HErr, versiegle, weil ich lebe, Meinen geist mit deinem geist, Der ein sichres zeugniß gebe, Daß du mich dort erben heißt. Zeichne meine stirn und herz, Daß der feind weich' hinterwärts, Und mich niemand dir entreiße, Weil ich dir versiegelt heiße. Heiligung, und zwar 10. Mach' mich auf den grund erbauet, Den man unbeweglich nennt, Wo man dieses siegel schauet, Daß mein GOtt die seinen fennt. Nimm durch deine GOttesmacht Meine seligkeit in acht, Und bewahre mich im sterben Noch als deinen himmelserben. Von dem Gnadenstande. Mel. Esus, meine zuversicht. 372. Esu, wenn ich mein gemüth Christlich in mich selber lenke, Und den reichthum deiner güt', Meine seligkeit, bedenke, So dünkt mich, als schwebt' ich schon Dort um deinen gnadenthron. 2. An dem schnöden sündenwust Mag mein herz dann nicht mehr fle= ben, Ich verspüre kraft und lust, Heilig und nach GOtt zu leben: Ich bin reiner freuden voll, Mir ist überschwenglich wohl. 3. Dir sei dank, preis, ehr' und macht, JEsu, der du durch dein sterben Mir das heil hast wiederbracht! Du machst mich zum himmelserben In der taufe, wo dein blut Alle meine schuld abthut. 4. Dieses macht mich rein und schön, Daß ich ohne fehl und flecken Kann gerecht vor GOtt bestehn, Dies kann alle schuld bedecken. Deine unschuld, JEsu Christ, Macht mich, wie du selber bist. 5. Holl' und teufel sind gefällt, 3hre macht hat weichen müssen. Die verfluchte böse welt Tret' ich ritterlich mit füßen, Und die freude Christi macht, Daß mein herz den tod verlacht. 6. Donnert das gesez, und blißt Schrecklich über alle bösen? Hier steht Christus, der mich schüßt, Der mich fann vom sluch erlösen, Dessen thun vor GOtt so gilt, Als hätt' ich es selbst erfüllt. 7. Er, der aller heiland heißt, Hat lust in mein herz zu ziehen, und mir seinen werthen geist Als ein liebes pfand verliehen: GOtt fehrt selber von der Erneuerung und bei mir ein, Nun muß ich sein erbe fein. 8. Schweig, vernunft, und sage nicht Ich sei elend und gebrechlich, Denn mein glaub' an Christum pricht: Meine ehr' ist unaussprechlich. Niemand schrecke mich forthin, Weil ich hier schon selig bin. 9. Tilg', o GOtt, mein eigenthum, Was den glauben sucht zu stören, Zaß dein evangelium, Tauf und abendmahl mich nähren. Dies laß mir in freud' und pein Meine seelenweide sein. 10. Und bei solcher werthen kost Will ich mich so lang' ergößen, Bis du mich, mein süßer trost, Wirst zur himmelstafel setzen; Da seh' ich volltommen ein, Was es sei, ganz selig sein. Von der Herrlichkeit der Gerechten. bund, Sein thron ist deines herzens 5. Bedenk, du stehst mit GOtt im grund, Darin er wohnung machet. Er hält dich selbst für seinen ruhm, Du bist sein bestes eigenthum, Darüber er stets wachet. Mein christ! GOtt ist, Der dich träget Und ver= Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 373. Wie groß ist beine herr- Pfleget, Sein erbarmen Schließt dich ein mit mensch, hier in der zeit Und noch vielmehr dort oben! Wenn anders, was dein name heißt, Dein wesen und die that beweist, und deine werk' dich loben. Christus Jesus Salbt mit öle Deine seele; Geistesgaben Sinds, die dich so hoch erhaben. Erhaltung in der Gnade. 207 3. Du bist ein priester und prophet, Der vor des höchsten throne steht Und wird von GOtt gelehret. Du bist ein könig, dessen macht Weit größer, als die welt gedacht, Das reich dir zugehöret. Dein geist Erweist Sich ge= schäftig, Sieget kräftig Durch den glauben, Wer will dir die krone rau= ben? 2. Du bist selbst göttlichen geschlechts*, Der findschaft und des finderrechts mit der natur theilhaftig. Sieh', welche lieb' und ehr' ist dies! Hälts gleich die welt für ungewiß, So bleibt es doch wahrhaftig. Laß fie Dich hie Nur verachten, Laß fie trachten Dich zu hassen, Sie muß dir den ruhm doch lassen. * Ap. Gesch. 17, 29. 4. Du bist auch deines JEsu braut, Er hat sich selbst mit dir vertraut Und dich so schön geschmücket, Er hat dir seines geistes pfand Von seinem allunverrücket Ewig, Brünstig, So im machtsthron gesandt, Daß du ihm leiden Als in freuden Fest anhangest, Und nach ihm allein verlangest. 6. Wer ist, der alles sattſam preist, Was dir der HErr für ehr' erweist, Und zwar schon hier auf erden? Was fünftig, ist nicht offenbar, Doch bleibt es fest und ewig wahr, Du wirst GOtt ähnlich werden. Deine Reine Liebesaugen Sollen taugen GOtt zu sehen, Wenn du wirst verklärt aufſtehen. 7. O christenmensch, in diesen stand Seßt dich des höchsten gnadenhand, Bedenke diese würde! Ja, tröste dich zu jeder zeit Mit dieser großen herrlichkeit, Leg' ab die sündenbürde. Lebe, Strebe, Deinen adel Ohne tadel Zu erhalten, Glaube, bis du wirst erfalten. VI. Von der Gnadenwahl. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden.| frohen blick In den abgrund deiner 374. G w'ge liebe, mein gemüthe Thut jetzt einen güte; Send' ihm einen blick zurück, Einen blick voll heiterkeit, Der die 208 Von der Gnadenwahl. finsterniß zerstreut, Die mein blödes| hört Und umsonst sich unterwindet, auge drücket, Wenn es nach dem lichte Wie sie dessen tief ergründet. blicket. 2. Ich verehre dich, o liebe, Daß du dich entschlossen hast Und aus ei= nem reinen triebe Den erwünschten schluß gefaßt, Der in fluch versenkten welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben Gnad' und freiheit zu erwerben. 3. O ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit, Der so einer welt voll armen Gnade, trost und hülfe beut! Liebe, die den sohn nicht schont, Der in seinen schoße wohnt, Um die sünder zu erretten Aus den schweren sündenketten! 4. Doch du hast, o weise liebe, Eine ordnung auch beſtimmt, daß fich ber darinnen Der am segen antheil nimmt. Wer nur an den mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Diesen glauben anzuzünden, Der ein werk des himmels heißt, Läsfest du dich willig finden, Deinen theuren guten geist Denen, die gebeuget stehn, Die ihr unvermögen sehn Und zum thron der gnade eilen, Gern und willig mitzutheilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, Daß ein mensch auf dieser erd' Deinem geist nicht widerstehen Noch sein werk berhindern werd', Sondern ohne heuchelschein Werd' im glauben feste fein, Diesen hast du auserwählet Und den deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum verderben Ohne grund in bann gethan. Die in ihren fünden sterben, Die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat fluch und tod zum lohn, Sein muthwillig wider= streben Schließt ihn aus von heil und leben. 8. Liebe, dir sei lob gesungen Für den höchst gerechten schluß, Den die schaar verklärter zungen Rühmen und bewundern muß, Den der glaub' in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend 9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu sein, Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist in mir geschafft, Mir zum zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem himmelswege. 10. Laß mich meinen namen schauen In dem buch des lebens stehn, Denn so werd' ich ohne grauen Selbst dem tod entgegen gehn. Keine freatur wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner hand entreißen kön= nen, Noch von deiner liebe trennen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 375. ch bin im himmel an geschrieben, bin ein kind der seligkeit. Die sünde kann mich nicht betrüben, Auch nicht das leiden dieser zeit. Ich weiß, daß ich von anbeginn In Christo auserwählet bin. 2. Das lamm hat mich mit ſeinem blute Gezeichnet in das lebensbuch, Durch das etiang' ich alles gute, Erlösung von dem tod und fluch. Was ist doch, was mein herze quält? Ich bin zum himmel auserwählt. 3. Was schreckt mich des gesetzes wetter? Ich seh ins lebensbuch hinein, Da füllt die gnade alle blätter, Sie ist und bleibet allgemein. Hier les ich, was mir tröstung giebt: Dich hab' ich je und je geliebt. 4. Ob gleich im schwarzen buch der sünden Viel schulden aufgeschrieben stehn, Läßt JEsus mich doch gnade finden, Und mich ins buch des lebens sehn: Da schau' ich meine gnadenwahl Und steh' in seiner finder zahl. 5. Auf IEsum will ich fröhlich sterben, Ich will des glaubens hochzeitskleid Nur in des lammes blute färben, So geh' ich ein zur seligkeit Und zu dem großen abendmahl: O freudenvolle gnadenwahl! 6. Kein teufel soll den trost mir rauben, Daß ich erwählt von anbe Von der Gnadenwahl. 209 ginn, Daß ich aus gnaden durch den| und mund: Laß weder mund noch glauben In Christi blut erlöset bin. herze wanken Und gründe mich auf So leb' ich denn und sterbe drauf: diesen grund. Erhalte nur durch deine Auf Christum schließ' ich meinen treu' Mich bis in meinen tod dabei. lauf. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Err, von unendlichem 376. gründlich liebesmeer! Ich danke dir mit allen armen Und mit dem ganzen christenheer Für deine huld in JEsu Christ, Die vor der welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein erlösen, Für die bezahlung aller schuld, Für den beruf an alle bösen Und für das wort von deiner huld, Ja, für die kraft in deinem wort Dankt dir mein herze hier und dort. 3. Für deinen heil'gen geist der liebe, Der glauben wirft in unserm geist, Weil doch des glaubens fraft und triebe Ein werk der allmacht GOttes heißt: Für die befestigung darin Dankt dir mein neugeschaffner sinn. 4. Für dein so tröstliches versprechen, Daß deine gnade ewig sei, Wenn berge bersten, hügel brechen, Steht doch dein bund und deine treu'; Wenn erd' und himmel weicht und fällt, So lebt doch GOtt, der glauben hält; 5. Für deine theursten sakramente, Als siegel deiner wahren schrift, Wo GOtt, damit wir glauben könnten, Ein denkmal seiner wunder stift't: Für diese gnade in der zeit, Dankt dir mein herz in ewigkeit. 6. Ja, mund und herze soll dir danken, Doch bittet auch mein herz IV. Von den I. Von dem Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 377. Wit ir menschen sind zu dem, o GOtt, Was geistlich ist, untüchtig; Dein wesen, 7. Und fechten satan, welt und lüfte Mich in dem bösen stündlein an, Gieb daß ich mit dem schild mich rüste, Der satans pfeile löschen kann. Doch weil ſtark versuchen zu. 8. Laß mir dein algemein erbarmen, Das allgemeine lösegeld, Den allgemeinen ruf der armen, Den allgemeinen trost der welt, Die mittel, die auch allgemein, Ein fester grund des glaubens sein. 9. Du gabst auch mir den ruf der gnaden, Auch ich erhalte theil daran, Es lag mein herz in gleichem schaden, Drum ist auch g'nug für mich gethan. An deinen worten, trost und heil Hab' ich auch insbesondre theil. 10. An diesen kann ich nun erkennen, Daß ich, dein kind, in gnaden bin. Du willst mir selbst die ehre gönnen. Du gabst dein kind für mich dahin, Und der ward sündern zugezählt, In dem du sünder auserwählt. 11. Laß mich in liebe heilig leben, Unsträflich, dir zum lobe, sein, Versichere mein herz daneben, Es reiße weder lust noch pein Mich von der liebe GOttes hin, Weil ich in Jesu Christo bin. 12. Tod, leben, trübsal, angst und leiden, Was welt und hölle in fich schließt, Nichts soll mich von der liebe scheiden, Die da in Christo JEsu ist; Ja, amen, vater aller treu', Zähl mich den auserwählten bei. Gnadenmitteln als Worte GOttes. wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig, Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht weiset. 14 210 Von dem Worte GOttes. 2. Drum find vor zeiten ausge-| trost in aller noth, Daß wir im leben fandt Propheten, deine knechte, Daß und im tod Beständig darauf bauen. durch dieselben würd' bekannt Dein heil'ger will' und rechte. Zum letzten ist dein lieber sohn, O vater, von dem himmelsthron Selbst kommen, uns zu lehren. 10. GOtt bater, laß zu deiner ehr' Dein wort sich weit ausbreiten. Hilf, JEsu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög' und leiten. O heil'ger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub', lieb', geduld und hoffnung. 3. Für solches heil sei, HErr, gepreift, Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen heil'gen geist, Daß annehmen jederzeit Mit ſanftmuth, ehr- 378. Mein Gott, eg Mel. Hilf mir mein GOtt, hilf 2c. du zeigſt angesicht In furcht, lieb' und freud', Als GOttes, nicht der menschen. deines mortes spiegel, Daffelb' ist uns ein helles licht, Ein theures pfand und siegel: O heil'ger geist, Dein wort selbst weist, Daß du die lehrer treibest, Da du dies wort An allem ort Durch deinen griffel schreibest. 2. 3ft dein geheimniß tief und schwer, So giebt bein wort doch klarheit. Ist die vernunft gleich wüft und leer, Dein wort führt in die wahrheit, Lehrt, straft, berbeut, Bollführt den streit; Die tröstung ist unzählig, Hat himmelskraft Und lebenssaft Und macht uns endlich selig. 3. D morgenstern, o mannathau, angenehmer regen, Dimmer grüne seelenau, In dir ist heil und segen. Drum sei gepreist, Oheil'ger geist, Für diese theuren gaben! Ich will hinfort An diesem wort Mein licht und labsal haben. 4. Ach HErr, bewahr' bor menschentand, Bor falscher lehr' und rotten, Bring' nicht den hunger in das land, Laß uns des worts nicht spotten, Daß man die lehr' Nur laulich hör' Und doch darnach nicht thäte. Ja, stoß' doch nicht Dies helle licht Von seines leuchters stätte. 4. Hilf, daß der losen spotter hauf Uns nicht vom wort abwende, Weil ihr gespött' sammt ihnen drauf Mit schreden nimmt ein ende. Gieb du selbst deinem donner fraft, Daß deine lehre in uns haft', Auch reichlich beiuns wohne. 5. Öffn' uns die ohren und das herz, Daß wir dein wort recht fassen, In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht lassen, Daß wir nicht hörer nur allein Des wortes, sondern thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am weg' der same wird sofort Bom teufel hingenommen, In fels und steinen kann das wort Die wurzel nicht bekommen, Der sam', der in die bornen fällt, Von sorg' und wollust dieser welt Berdirbet und ersticket. * 7. Ach hilf, HErr, daß wir werden gleich Dem guten fruchtbar'n lande, Und sein an guten werken reich In unserm amt und stande, Viel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr' und huld In feinem guten Herzen. 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, Den weg der fünder meiden, Gieb, daß wir halten fest an dir, In anfechtung und leiden. Rott' aus die dornen allzumal, Hilf uns die weltsorg' überall Nebst bösen lasten dämpfen. * 9. Dein wort, o HErr, laß allweg' sein Die leuchte unsern füßen, Erhalt' es bei uns flar und rein, Hilf, daß wir draus genießen Kraft, rath und 5. Hilf, daß ich nicht, wie Thomas, mich Von der gemein' entferne, Nicht, wie Eutychus**, schläferig Die predigt hör' und lerne. Den sorgendorn, Des fleisches zorn, Der wollust feuer dämpfe. Ach, steh' bei mir, Wenn ich allhier Mit sünd' und zweifel kämpfe. Joh. 20, 24. * Ap. Gesch. 20, 9. Von dem Worte GOttes. 211 * 6. Erhalt' uns, HErr, dein theu-| willen, fraft und stärke, Ja jenes leres wort Zu unsers herzens freude, Daß es uns schein' im dunkeln ort Und unsre seelen weide. Hilf, daß mirs ißt 3ur lehre nüßt, Des glaubens werk' zu stärken, Zur besserung, Zur züchtigung, zu allen guten werken. 7. Hilf, daß ichs auch mit freud'gem muth Vor aller welt bekenne Und stets in angst und trübsalsglut Es meinen labsal nenne. Die letzte noth Ist end' und tod, Laß mich der hoffnung trauen: Wer in der welt Dein wort nur hält, Der wird den tod nicht schauen. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. 379. enne mein gemüthe, Wie GOtt so gnädig ist, Aus dessen licht und güte Dir diese wohlthat fließt, Daß er die heil'ge schrift Dir hat zum licht gegeben Und darin, dir zum leben, Den bund mit dir gestift't. 2. GOtt, der erbarmer, sahe Uns in der blindheit stehn, Es ging ihm schmerzlich nahe, Solch elend anzu= ſehn. Sollt' er nun unterricht Nebst den erleuchtungsgaben Zurückgehalten haben? Onein, das konnt' er nicht. 3. Vielmehr erwählt' er knechte, Gab ihnen alles ein, Was uns zum licht und rechte Von nöthen schien zu fein; Er lenkte hand und mund, Daß Mel. Werde munter mein 2c. alles, was ſie dachten Und in die 380. HErr, dein wort, mein grund schriften brachten, Von und aus ihm entstund. 4. Ein heide schreibt und gläubet, Daß GOtt und tugend sei, Doch was er sagt und schreibet, Kommt GOttes schrift nicht bei; 3hr bleibt an alterthum, An richtigkeit und wahrheit, An weisheit, kraft und klarheit Allein der preis und ruhm. ben weist. 6. Sie trägt die höchsten sachen In tiefster einfalt vor und kann doch weise machen, Sie führt zu GOtt empor, Sie schenket dem gemüth Ein solch verklärt gesichte, Daß man im glaubenslichte GOtt recht ins herze sieht. 7. Sie reißt durch eigne stärke Das reich der sünden um Und bauet neue werke Durchs evangelium. Sie stößt ein sündlich herz Erst in die hölle nieder Und führt doch solches wieder Durch tröstung himmelwärts. 8. Sie dient sich zum beweise, Daß fie vom himmel sei. Der geist stimmt, ihr zum preise, Mit seinem zeugniß bei. Es haben hier und dort Blutzeugen sie gepriesen Und durch den tod bewiesen, Sie sei das lebenswort. nicht erfüllet sei, Der ausgang tritt in 9. Kein buchstab' ist entfallen, Der allen Der prophezeihung bei. Und weiß nun GOtt allein Weissagung vorzuschrift muß göttlich sein. tragen, So wird ein jeder sagen: Die 5. Was man sonst nirgend findet Und GOtt alleine weiß, Was kein verstand ergründet, Das lehret sie mit fleiß: Weil sie durch GOttes geist, GOtt. dessen wesen, werke Und GOttes zeugniß an, Weil diese him10. Wohlan, geliebtes herze, Nimm melskerze Dich himmlisch machen kann. So wenig GOtt betreugt, So wenig fann sie lügen, Noch auf dem zeigt. wege trügen, Den sie zum himmel Machet meine seele froh. Wort des vaters, alles wortes Ja und amen, A und O, Geist des vaters und des sohns, Siegel unsers gnadenlohns! Du willst uns in deinen schriften Deiner liebe denkmal stiften. 2. Du verborg'nes hohes wesen, Hast dich uns geoffenbart, Und wir fönnen deutlich lesen, Was das fleisch nach seiner art Nicht bernimmt und thorheit nennt, Weil es deinen geist nicht kennt, Was uns die vernunft nicht lehret, Was die höhen gaf zerstöret. 14* 212 3. Schon im alten testamente Machte der propheten mund, Die dein heil'ger ruf ernennte, GOttes wort den menschen fund, Und im neuen ward die treu' Unsers GOttes gleichfalls neu, Denn sie wußt' evangelisten Und apostel auszurüsten. 4. Was die menschen GOttes. fchrieben, Gab nicht eigner wille ein. GOttes geist hat sie getrieben, Weil Von dem Worte GOttes. daher kommt auch die kraft, Die des geistes früchte schafft, Buße, glauben, neues leben und die seligkeit zu geben. * Joh. 6, 63. 5. Diese regel richt't den glauben Nach des höchsten willen ein, Kann ihm aber nicht erlauben, In den werten todt zu sein, Weil der geift des geistes frucht Bon des geistes samen fucht. Denn ein forscher in der bibel Hört, behält es, thut fein übel. 6. Dieses wort zeigt im geseße Und fm evangelio Unsern mangel, GOttes ichäße, Macht betrübt und wieder froh. Jenes zeiget Adams schuld, Dieses Chrifti lieb' und huld; Jenes lehrt die guten werke, Dieses giebt hiezu die stärke. 7. Durch dies mittel aller gnaden Und der sakramente paar Stellen lehrer, die uns laden, GOttes gnadenordnung dar. Lehre, strafe, besserung Und gerechte züchtigung Kann den menschen GOttes stärken, Macht geschickt zu guten werken. 8. Denn dies wort beruft und lehret, Es erleuchtet den verstand, Es gebieret und bekehret, Macht gerechtigkeit bekannt Und zum guten uns bereit, Tröstet, stärkt zur seligkeit. Kurz, die schrift ist uns gegeben, Daß wir durch den glauben leben. 9. Laß uns, HErr, dies licht erleuchten, Laß den hammer mächtig sein, Laß uns diesen regen feuchten ünd den blöden geist erfreun. Gieb, daß dies zweischneidig' schwert Uns durch geist und seele fährt, Laß den samen nichts ersticken, Sondern unser herz erquiden. 10. Gieb uns allzeit treue lehrer Und die lehre hell und rein, Laß uns aber nicht nur hörer, Nein, zugleich auch thäter sein, Wie bei dir auch rath und that Alles wort erfüllet hat. Laß, die hier dem worte trauen, Dort das wort selbstständig schauen. Mel. GOtt des himmels und 2c. Pheures wort aus 381. Das mir lauter honig trägt, Dich allein hab' ich zum grunde Meiner seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, Was zu GOtt mich führen kann. 2. Will ich einen vorschmack haben, Welcher nach dem himmel schmect', So fannst du mich herrlich laben, Weil bei dir ein tisch gedeckt, Der mir lauter manna schenkt, Mich mit le= benswasser tränkt. 3. Du mein paradies auf erden, Schließ mich stets im glauben ein, Laß mich täglich flüger werden, Daß dein heller gnadenschein Mir bis in die seele dringt Und die frucht des lebens bringt. 4. Geist der gnaden, der im wpporte Un des höchsten brust mich legt, Öffne mir die himmelspforte, Daß mein geist hier recht erwägt, Was für schäße GOttes hand Durch sein wort mir zugewandt. 5. Laß mich stets in diesen schranten Frei von eitlen sorgen sein, Schließe mich mit den gedanken In ein stilles wesen ein, Daß die welt mich gar nicht stört, Wenn mein herz dich reden hört. 6. Gieb dem samkorn einen acer, Der die frucht nicht schuldig bleibt, Mache mir die augen wacker Und, was hier dein finger schreibt, Präge mir im herzen ein, Laß den zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, Was du sagest, laß mich thun. Wird dein wort den glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gieb, daß auch dabei Ihm mein leben ähnlich ſei. Von dem Worte GOttes. 213 8. Hilf, daß alle meine wege Nur| gutes draus. Denn wo solche felder nach dieser richtschnur gehn. Was ich sind, Muß der samen gar geschwind hier zum grunde lege, Müsse wie ein Durch die hindernisse sterben, Und felfen stehn, Daß mein geist auch rath der ker selbst verderben. und that In den größten nöthen hat. 9. Laß dein wort mir einen spiegel In der folge JEsu sein, Drücke drauf ein gnadensiegel, Schließ den schatz im herzen ein, Daß ich fest im glauben steh', Bis ich dort zum schauen geh'. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 382. Guter fa'mann, deine gänge Sieht und spürt man weit und breit, Denn du haft in großer menge Deinen samen ausgestreut. Ja an all' und jedem ort Hast du dein theu'r- werthes wort Vor uns und in unsern tagen Huldund liebreich vorgetragen. 2. Aber ach, wie wenig felder Nehmen diesen samen an! Was sind wir für wüste wälder, Woman gar nichts ernten kann: Dorn und hecken sind der ort, Wo das theure lebenswort Muß verderben und ersticken Und sich lassen unterdrücken. 3. Man zertritt das an den wegen Und die vögel auf felfenharten stegen Muß verdorren, gehet drauf, Doch es ist noch gutes land, So durch deine segenshand, Wenn es recht und wohl gelinget, Hundertfältig früchte bringet. 4. JEsu, der du unsre herzen Dir zum acter zugericht't, Laß uns ja nicht was verscherzen, du theures lebenslicht, Was zum wächsthum muß gedeihn Und mit früchten fann erfreun. Laß, was ohren hat zu hören, Hören, thun nach deinen lehren. 5. Wehr' und steure du dem teufel, Sei des hörens ziel und zweck, Sonst erwedet er uns zweifel, Nimmt das wort vom herzen weg. Wehr' auch aller sicherheit, Daß wir uns zu aller zeit, HErr, an dich mit glauben halten Und in keiner noth erfalten. 6. Reiß auch weiter alle dörner Unfrer geld- und weltlust aus, Sonst ersticken alle förner Und wird nie was 7. JEsu, hilf uns recht bemühen, Ein erwünschtes land zu sein, Wo die früchte nicht nur blühen, Wo nicht nur ein christenschein, Sondern wo auch jedermann Aus den früchten sehen kann, Wie dein wort im herzen blieben und in kraft hervorgetrieben. 8. Laß ein jedes wort gelingen, Das in unsre herzen fällt, Laß es tausend früchte bringen. Wenn dein auge in der welt Da und dort ein herze sieht, Das sich deinem wort ent= zieht, Das entreiß durch deine stärke, Machs zu deinem ackerwerke. 9. Endlich wenn wir auf der erden Durch den schnellen lauf der zeit Selbst zu staub und samen werden, Den man in die erde streut, Ach, so laß uns sanfte ruhn, Bis wir unsern eintritt thun In die schönen himmels= auen, Und die freudenernte schauen. Mel. Durch Adams fall ist zc. 383. Dein wort, HErr, ift rechte lehr', Ein licht, das uns erleuchtet, Ein schild zu unsrer gegenwehr, Ein thau, der uns befeuchtet, Ein stärkungstrank, Wenn wir uns frank An seel' und geist be= finden, Ein festes band, Das unsre hand mit deiner kann verbinden. 2. So führe denn auf rechtem pfad, Durch dies dein licht, mich blinden. Laß mich, durch deinen schuß und rath, Den satan überwinden. Die süßigkeit Laß allezeit Von deinem wort mich schnecken, Und deine gunst In mir die brunst Der gegenlieb' erwecken. 3. Verleih' auch deinen guten geist, Der alles das versiegle, Worin dein wort mich unterweist, Daß ich mich drin bespiegle, Und immerdar Dies. was ich war, Und was ich bin, era fenne, Auch niemals mehr Von dei= ner lehr' In sünd' und irrthum renne. 4. Gieb meinem glauben stärk' und Von dem Worte Gottes und zwar 214 fraft, Die alles fann vollbringen, Damit durch dessen eigenschaft Ich ritterlich kann ringen Und kreuz und noth, Ja gar den tod Viel eher mag erleiden, Als daß ich hier Vom wort, und dir Mich ließ aus fleinmuth scheiden. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. 384. feele, welche seligkeit Ist dir allhier auf erden Von deinem schöpfer zubereit! Da er dir fund' läßt werden Sein theures wort voll lebenssaft, Das eine wahre GOtteskraft Und leben mit sich führet. 2. Gleich wie auf grüner aue sich Ein hungrig schäflein füllet Und seinen durst gar emsiglich Am frischen wasser stillet, So kann dein wort zu aller zeit mit heil, trost und zufriedenheit Mir meine seel' erquicken. 3. Denn was ich suche, find' ich dort, Und was mir noth zu haben, Zeigt mir dein seligmachend wort, Das kann mich fräftig laben. Dein edles wort begreift in sich, Was tröstet und erfreuet mich 3m leben und im sterben. 5. Will mich gleich fünde, höll und tod Und welt und teufel schrecken, So fann dein wort in solcher noth Gewissen trost erwecken, Denn Christus ist, so zeigt die schrift, Der hölle pest, des todes gift, Der alles überwunden. licht, Das lehrt mich richtig gehen und bei der sünder rotte nicht In ihrem rathe stehen. Dein wort giebt meiner seele fraft, Es ist das holz, deß lebensfaft Uns lieb' und glauben stärket. 8. Drum laß mir, HErr, dies edle wort, nicht aus dem herzen reißen. Ja laß es, JEsu, fort und fort Mein trost und labsal heißen. Erhalte mir es klar und rein, Denn ohne dessen glanz und schein Ist all' mein thun berloren. 6. Wenn mir die welt viel trübsal macht, Wenn mich gefahr umgeben, Quält mich verfolgung tag und nacht, Muß ich in fummer leben, Kömmt frankheit, schmerz und selbst der tod: So kann dein wort, o treuer GOtt, Mich immer kräftig trösten. 7 Dein wort ist meines Lebens 9. Gieb, daß ich auf dies wort stets acht' Mit denken und mit sinnen, Und davon rede tag und nacht. Laß mich nichts lieb gewinnen, Als dessen heil und süßigkeit. Laß es in schmerzen, angst und leid Mein trost und stärke bleiben. Vor der Betrachtung des göttlichen Wortes. 4. Aus diesem honigsüßen wort Mel. O GOtt du frommer 2c. Lern'ich dich ſelbſt erkennen Und 36-385. Mein Gott, ich will Dein treuen hort, Mein licht und leben nennen: Ja dieses wort zeigt mir den geist, Das pfand des erb's, das du verheißt Uns sterblichen zu geben. wort erwägen; Ach, gieb doch gnädiglich mir hiezu deinen segen, Damit ich dein gebot Darinnen recht verz steh' Und aus der finsterniß Zum licht des lebens geh'. 2. Ich bin blind von natur Durch angeerbte sünden Und kann nicht von mir selbst Den weg zum himmel fin= den; Jedoch dein wort ist mir Ein leitstern in der nacht, Daß ich durch dessen glanz Entgeh' der todesmacht. 3. D'rum gieb mir deinen geist, Der mich zum lichte führe Und mein verfinstert herz Mit wahrer tugend ziere, Daß glauben, hoffnung, lieb' In vollem wachsthum sei, Und meine gottesfurcht Bleib' ohne heuchelei. 4. Verleihe, daß ich das Was GOtt zuwider, hasse, Das gute aber 10. Ja, laß mich, kommt der tod herbei, Dies wort von JEsu hören, Daß er mein' auferstehung sei; Dann laß mich zu dir kehren Und freudig sterben, weil er spricht: Die sterben nun und nimmer nicht, Die feste an mich glauben. von den fünf Hauptstücken des Katechismus. 215 auch zu thun nicht unterlasse. Denn| rechte und gebot', Daß ich dir fest verwer ein hörer nur Und nicht ein thäter traue, Sonst auf kein' hülfe baue, ist Dem hilft das wissen nichts, Der Daß ich nicht deinen nam'n mißist kein wahrer christ. brauch', Am sabbath bei dem danken auch Und beten dein wort höre, Die obern lieb' und ehre, Daß ich dem nächsten nützlich ſei, meid zwietracht, unzucht, dieberei, Verleumdung, lügen, böse lust. HErr, mache mir ja wohl bewußt, Wie du belohnst und strafest. Nach der Betrachtung des göttlichen Wortes. Mel. Esu, deine heil'gen wunden. 2. Ich glaub' an einen GOtt allein, Von dem all ding' erschaffen sein Und noch erhalten werden, Im himmel und auf erden. Ich glaube 386. Liebster Eu, liebstes auch an JEsum Christ, Der GOtt und mensch geboren ist, Für mich am freuz gestorben, Das heil mir da erwerben, leben, Deine güte sei gepreist, Daß du mir dein wort gegeben, Das mich herrlich unterweist, Das zur seligkeit mich lehrt, Warnet, bessert, straft, bekehrt, Auch, wenn freuz und trübsal drücket, Mich mit süßem trost erquicket. Vom tod erstanden, und darauf 3um himmelsthron gefahren auf, Von da er uns sein warten heißt. Ich glaub' an GOtt den heil'gen geist Und aufersteh'n der todten. 2. Gieb, daß ich dein wort recht liebe Ohne schein und heuchelei, Daß ich mich darinnen übe Und kein bloßer hörer sei. Denn wer deinen willen weiß, Thut ihn gleichwohl nicht mit fleiß, Der ist ärger als die heiden Und soll doppelt streiche leiden. 5. So hilf nun, treuer GOtt, Daß ich dein wort recht höre. Zich du mein herz nach dir, Daß nichts die andacht störe. Lenk' alle sinnen jetzt Nur bloß auf dich allein, Daß ich kann nach der zeit Ein himmelserbe ſein. 3. Darum schreib', was ich vernommen, Jegt in meine seele ein, Laß mich zum erkenntniß kommen Und des wortes thäter sein. Dein geist treibe mich stets an, Daß ich dich, so gut ich kann, Gläubig fase, fürchte, liebe Und mit fünden nicht betrübe. 4. Dein wort sei auch meinen füßen Eine leucht' und helles licht, Daß ich möge frost genießen, Wenn es mir an trost gebricht. Es versüße alle qual In dem finstern todesthal, Führ' mich endlich aus dem leide Zu der süßen himmelsfreude. Von den fünf Hauptstücken des Katechismus. Mel. Ich glaub' an einen GOtt 2c. ehr' mich, o HErr du treuer GOtt, All' deine 387. 3.vater hoch und wundersam, Geheiligt werd' von mir dein nam', Laß mich dein's geistes gaben Im gnadenreich hier haben, Hilf, daß ich deinen willen thu, Gicb gute obern, fried' und ruh' Und, daß ich hab' da= neben Was ich bedarf im leben. Bergieb mir alle meine schuld, Mit meiner schwachheit hab' geduld, In der versuchung stärke mich, Bom bosen rett' mich gnädiglich. Dein ist die macht und ehre. 4. Ich dank' dir, GOtt, von herzensgrund, Daß mich die tauf, der heil'ge bund, Hat wieder neu geboren; Dir hab' ich da geschworen, Entsagt ich dem bösewicht und angeløbet, daß ich nicht mich wollt' verführen lassen, All' seine werke hassen. O bater, sohn und geist, verleih', Daß ich beständig bleib' dabei; Gieb, daß ich täglich sterbe ab Den bösen lüsten, die ich hab', Im neuen leben wandle. 5. Des HErren JEsu leib und blut Kommt in dem nachtmahl mir zu gut; Mein glaube kriegt da stärke, 216 Von dem Worte GOttes und zwar Daß ich's inwendig merke. Dein| milde hand Den armen, die in deis grimm alsdann, o bater, fällt, Wenn dir daselbst wird vorgestellt, Wie das, was ich verschuldet, Dein sohn am Freuz erduldet. Er giebet feinen leib für mich, Sein blut vergießt er mildiglich: O vater, nimm dies opfer an, Verzeih' die sünd', die ich gethan, Hilf mir aus allen nöthen. Von den zehn Geboten als dem Gesebe. 388. Dies find die heilgen Khr. gebot, uns gab unser HErre GOtt Durch Mosen seinen diener treu, Hoch auf dem berge Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr. Kein' götter sollst du haben mehr, Du sollst mir ganz vertrauen dich, Von herzensgrunde lieben mich. Kyr. 3. Du sollst nicht führen zu unehr'n Den namen GOttes deines HErrn, Du sollst nichts preisen recht noch gut, Ohn was GOtt selber red't und thut. Kyr. 4. Du sollst heil'gen den sieb'nten tag, Daß du und dein haus ruhen mag. Du sollst von dein'm thun lassen ab, Damit GOtt sein werk in dir hab'. Kyr. nem land. Kyr. 9. Du sollst fein falscher zeuge sein, Nicht lügen auf den nächsten dein; Sein unschuld sollst auch retten du, Und seine schande decken zu. Kyr. 10. Du sollst dein's nächsten weib und haus Begehren nicht, noch etwas draus; Du sollst ihm wünschen alles gut, Wie dir dein herze selber thut.Kyr. * 11. Die g'bot all' uns gegeben sind, Daß du dein' sünd' o menschen= find, Erkennen sollst und lernen wohl, Wie man bor GOtt recht leben soll. 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, Nicht haffen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften muth, Und auch dem feinde thun, was gut. Kyr. 7. Dein eh' sollst du bewahren rein, Daß auch dein herz fein' andern mein, Und halten keusch das le= ben dein Mit zucht und auch mäßigfeit fein. Kyr. 8. Du sollst nicht stehlen geld noch gut, Nicht wuchern jemands schweiß und blut. Du sollst aufthun dein' 12. Das hilf du uns, HErr JEsu Christ, Der du der mittler worden bist; Sonst ist's mit unserm thun verlor'n, Verdienen nichts denn eitel zorn. Kyr. 13. Kein mensch wird durch verdienst gerecht, Wir bleiben stets unnüze knecht'. HErr JEsu, dein ver-, dienst allein Erwirbt uns, daß wir selig sein. Kyr. 5. Du sollst ehr'n und gehorsam sein Dem vater und der mutter dein, Und wo dein' hand ihn'n dienen kann; Mel. Dies sind die heil'gen zehn 2c. So wirst du langes leben hab'n. 389. Mensch, willst du leben Khr. bei 14. Jedoch steht GOttes will' da flar, Und die gebot' sind offenbar; Drum man nach aller möglichkeit Darnach muß leben allezeit, Kyr. 15. Weil aber in dem jammerthal Die sünd' uns anflebt überall, So gieb, o HErr! uns deinen geist, Der une fraft, stärk' und beistand leist. Kyrieleis. GOtt bleiben ewiglich, So sollst du halt'n die zehn gebot', Die uns gebeut unser GOtt. Kyr. 2. Dein GOtt und Err allein bin ich, Kein andrer GOtt soll irren dich, Bertraun soll mir das herze dein, Mein eigen reich sollst du sein. Kyr. 3. Du sollst mein'n namen ehren schon Und in der noth mich rufen an, Du sollst heil'gen den sabbathtag, Daß ich in dir wirken mag. Kyr. 4. Dem vater und der mutter dein von den zehn Geboten Sollst du, nach mir, gehorsam sein, Niemand tödten, noch zornig sein, Und deine ehe halten rein. Kyr. 5. Du sollst einem andern stehlen nicht, Auf niemand falsches zeugen nicht, Dein's nächsten weibes nicht begehr'n Und all sein's guts gern entbehr'n. Kyr. 6. Die g'bot all' uns gegeben sind, Daß du dein sünd', o menschenkind, Erkennen sollst, und lernen wohl, Wie man vor GOtt recht leben soll. Kyr. 7. Das hilf du uns, HErr JEsu Christ, Der du der mittler worden bist; Sonst ists mit unserm thun ver= lor'n, Berdienen nichts denn eitel zorn. Khr. Mel. Es spricht der unweiſen 2c. 390. HErr, deine rechte und gebot, Darnach wir sollen leben, Wollst du mir, o du treuer GOtt, Ins herze selber geben, Daß ich zum guten willig sei, Mit forgfalt und ohn' heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht' und liebe, Aufmenschen trost und hülf nicht bau, Noch mich darum betrübe; Daß großer leute gnad' und gunst, Gewalt, pracht, reichthum, wiß und kunst mir nicht zum abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen nam'n und bund aus deinem wort erkenne, Auch niemals dich mit meinem mund Ohn' herzensandacht nenne, Daß ich bedenke jeden tag, Wie stark mich meine taufzufag' zu deinem dienst verbinde. 4. Am tage deiner heil'gen ruh' Laß mich früh vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten, Daß ich hab' meine lust an dir, Dein wort gern höre und dafür Herzinniglich dich preise. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, So vorgeseßt mir werden, Laß mich ja ehren allezeit, Daß mirs wohl geh' auf erden! Für ihre freu' und sorg' laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. als dem Gefeße. 217 6. Hilf, daß ich nimmer eig'ne rach' Aus zorn und feindschaft übe, Dem, der mir anthut kreuz und schmach, Verzeihe und ihn liebe, Se und wohlfahrt jedem gönn', Schau, glück ob ich jemand dienen könn' Und thu' es denn mit freuden. mich mein lebtag meiden, Daß ich 7. Unreine werk' der finsterniß Baß nicht für die lustseuch' müff Der hölle qual dort leiden. Schaff in mir, GOtt, ein reines herz, Daß ich schandbare wort und scherz, Auch fress'n und sau fen haffe. nähr', Der bösen ränt mich schäme, 8. Verleih, daß ich mich redlich Mein herz vom geiz und unrecht kehr', Nichts durch gewalt hinnehme Und von der arbeit meiner händ', Was übrig ist, auf arme wend' Und nicht auf pracht und hoffart. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf zu retten mich befleiße, Bon ihm abwende schmach und schimpf, Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abscheu jederzeit An lästern und an litgen. 10. Laß mich des nächsten haus und gut Nicht wünschen noch begehren, Was aber mir von nöthen thut, Deß wollst du mich gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sei, Ich auch ein ruhig herz dabei Und deine gnad' behalte. 11. Ach HErr, ich wollte deine recht' Und deinen heil'gen willen, Wie mir gebührt als deinem knecht, Ohn mangel gern erfüllen; So fühle ich was mir gebricht, Und wie ich das geringste nicht Bermag aus eignen kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem thron, GOtt bater, gnad' und stärke. Verleih' o JEsu, GOttes ſohn, Daß ich thu' rechte werke. O heil ger geist, hilf, daß ich dich Von ganzem herzen, und als mich Ohn' falsch den nächsten liebe. 218 Von dem Worte Mel. Mein Herz und seel' den 2c. 391. Gerechter GOtt, der du bon uns begehrest 3u leben, wie du im geseß uns lehrest, Geuß deinen geist in unsre herzen ein, Daß wir hiezu geschickt und willig ſein. 2. Ohn' deine kraft und heiliges anführen Läßt unsere vernunft nur irrthum spüren. Doch leitest du uns selber bei der hand, So wird uns dein befehl und wort bekannt. 3. So gieb, o GOtt, daß vor abgöttereien Und lästerung wir uns von Herzen scheuen. Du, du allein bist un= fer HErr und GOtt, Sonst keiner nicht; dies lehret dein gebot. 4. Gieb uns die lust, den sabbath recht zu feiern; Dem frevelmuth der finder wollst du steuern, Daß sie in findlichem gehorsam stehn Und sich deßfalls von dir gesegnet sehn. 5. Behüt' uns auch vor haß und mordgedanken, Halt unser herz fest in der keuschheit schranken, Gieb, daß nicht unser sinn zur dieberei, Noch zum betrug und geiz geneiget sei. 6. Laß jedermann sich der verläumdung schämen Und seine schnöden luft begierden zähmen, Daß niemand durch betrüglichkeit und list Das suchen mag, was seines nächsten ist. 7. Drum werden wir, HErr, deinen heil'gen willen Geflissen sein, rechtschaffen zu erfüllen, Auf daß, anstatt der sündenstrafen, wir Für deine huld dir danken für und für. Mel. Mein GOtt ich bin jetzt zc. 392. nen willen In den zehn geboten für. Diesen möglichst zu erfüllen, Wirk' durch deinen geist in mir, Daß ich das gebot'ne fasse Und auch das verbot'ne laſſe. GOttes und zwar 8. Willst du mir mein theil bescheiden, Laß mich stets dabei beruhn Und viel lieber unrecht leiden, Als jemandem unrecht thun, Daß ich schlecht und recht hier wandle, Mit dem nächsten redlich handle. 9. Laß mich alle falschheit meiden Und ein feind der lügen sein, meinen nächsten nicht beneiden, Noch mich seiz nes falles freun. Gieb, daß ich die Grr, du stellst mir dei= wahrheit liebe, Und in redlichkeit mich 2. Laß mich dich allein berehren, Du bist GOtt, und keiner mehr, Wel= chem lieb und furcht gehören. Gieb, daß ich auf nichts so sehr, Als auf deine huld vertraue Und mir feinen abgott baue. 3. Deinen namen laß mich preisen Mit dem munde, mit der that, Durch gebet und dank beweisen, Wie man ihn zu ehren hat. Fluchen, schwören, zaubereien Laß mich stets mit ernste scheuen. 4. Deinen tag recht zu begehen, Heilige mir herz und sinn; Laß dein wort mich recht verstehen und, wenn ich ein hörer bin, So hilf, daß ich mich befleiße, Daß ich auch ein thäter heiße. 5. Gieb, daß ich die eltern liebe, Auch, die statt der eltern sind, Und mich im gehorsam übe, Daß ich auch den segen find' Und denselben nicht verscherze Durch ein widerspenstig herze. 6. 3ürnen, mißgunst, hassen, neiden, Eigenrache, zank und streit Laß mich, HErr, beständig meiden, Auch die unversöhnlichkeit; Daß mich keine laster stürzen, Die das leben hier ver= kürzen. 7. Schenke mir ein keusches herze Und bewahr' durch deinen geist Meinen mund vor geilem scherze. Weil mein leib dein tempel heißt, Laß mich ihn auch selber ehren, Nicht durch fleischeslust zerstören. 10. 3st mein herz voll böser tücke, Reizt mich angeerbte lust, Hilf, daß ich sie unterdrücke Und des alten adams wust, Den ich in dem fleische finde, Täglich tödt' und überwinde. 11. Die begierden zu bezähmen, Gieb mir deines geistes fraft. Laß mich wohl zu herzen nehmen, Wie hart dein geseße straft, Daß ich ja nicht was be= gehre, Das dir, HErr zuwider wäre. von den zehn Geboten als dem Gesetze. 219 thig thut. 12. Nun, du hast mir fluch und| mir doch gewähren, So viel mir ndsegen, Tod und leben vorgestellt. Laß mich alles wohl erwägen, Daß die wahl aufs beste fällt und ich deinem forn entgehe, Stets in deiner gnade stehe. 8. Gieb, daß ich durch die werke Den glauben zeige an, Damit man deutlich merke, Was er durch liebe kann. Ich ruf in diesem streit: HErr, laß es wohl gelingen Und mich durch dich erringen Zuletzt die seligkeit. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 393. Mas fann ich armer W machen, Mein GOtt, aus eigner kraft, Wenn nicht zu guten sachen Dein geist mir beistand schafft? Drum weide selber mich, O Denn wenn ich den nur habe, So wandr 394. HErr, dein geſeß, das Mel. Es ist das heil uns 2. du der welt Zur richt= schnur haft gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wonach wir sollen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche geseße. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt sich es nicht begnügen, Ob gleich die hand nicht schlägt noch dräut, Die lip= pen nicht betrügen, Das auge nichts verbot'nes sieht, Ja überdies ein jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ist einer gleich kein flucher nicht, Kein dieb, fein sabbathsschänder, Kein frebler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von üppigem geschwäß; So ist dein heiliges gesetz Doch damit nicht zufrieden. 2. Laß mich auf deinen wegen In rechter einfalt gehn, Und das bei seite legen, Wonach die fünder sehn. HErr, laß dein reich allein In meiner seele wohnen, So wirst du meiner schonen, Sollt' ich gleich strafbar sein. 3. Laß mich das arge hassen, Dem guten hangen an, Ein neues leben faffenlind wohlthun jedermann. Gieb, daß wir alle gleich, Von deiner furcht getrieben, Einander herzlich lieben Und suchen stets dein reich. 4. Hilf, daß ich nicht vermessen Noch stolz leb' in der welt, Laß alles mich vergessen, Was mich von dir abhält, Laß mich mit freudigkeit zu dir, o bater, beten Und fühnlich vor dich treten, Voraus in leidenszeit. 5. Gieb, daß ich dir vertraue, Zugleich dich auch verehr' Und stets im glauben schaue, Mein GOtt, nach deiner lehr'. Hilf, daß den sabbathstag Mit lauter heil'gen dingen Gottselig zuzubringen Ich mich bemühen mag. 6. Laß mich die eltern ehren Mit worten, mit der that, Laß mich den nicht versehren Der mich erzürnet hat. Tilg' alle böse lust, O GOtt, aus meinem herzen, Damit unnützes scherzen, Mir ganz sei unbewußt. 7. Vor geizen, wuchern, schinden, Behüte mich, mein GOtt, Laß mich die Junge binden, Daß ich nicht fall' in spott, Laß meines nächsten gut Mich nimmermehr begehren, Du kannst Von der Strenge des Geseges. 4. Weiß einer gleich die böse lust Mit nachdruck zu bezwingen, Und die begierden seiner brust In stille ruh zu bringen, Daß sich ihr wüthen legen muß: So ist doch des gesetzes schluß Auch damit nicht zufrieden. 5. Es fordert, daß leib, seel' und muth Sich im gehorsam üben Und daß wir dich, das höchste gut, Aus allen kräften lieben. Es will, daß, wie du heilig heißt, Auch unser herz und ganzer geist Durchaus geheiligt werde. 6. Es soll beim wahren weisheitslicht Der liebe feuer brennen; Kein mangel soll an unsrer pflicht Bemerfet werden können. Es soll gar keine böse lust, Kein arger trieb in unsrer brust Sich auch nur heimlich regen. Von dem Worte GOttes 220 7. Kannst du, o mensch, nach solcher art Wohl das gesetz erfüllen? Du siehst darinnen offenbart Des allerhöchsten willen. Allein wie voll von sklaverei, Wie träg' und matt dein wille sei, Das wirst du leichtlich fühlen. 8. So lerne: weil der fall geschehn, Kann niemand auf der erden Vor GOtt durch das gesez bestehn, Gerecht und selig werden. Es ist zu hoch, du viel zu schwach, Es drohet denen fluch und rach', Die es nicht völlig halten. 9. Drum eile mit gebeugtem finn, Der sich in thränen hüllet, 3u deinem treuen mittler hin, Der das geseß er= füllet. Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den gehorsam gläubig an, 3ur tilgung deiner schulden. 10. Laß aber auch in deinen geist Dir sein geseße schreiben, Thu alles willig, was es heißt. Wenn mängel übrig bleiben, So laß nur deinen glauben ruhn In Christi ganz bollkommnem thun, Der, was dir fehlt, ersetzet. Von der Erfüllung des Gesetzes. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 395. Dot, perr über u hast, o allerhöchster tod und leben, Dein majestätisches gebot Uns nicht umsonst gegeben. Du willst, daß wir aus aller kraft, Die deine wirkung in uns schafft, Dasselbe treulich halten. 4. Er wird an deinem theuren sohn In wahrem glauben hangen Und ihm als seinem schild und lohn, Stets treu zu sein verlangen. Es wird sein neugeborner sinn Zu GOtt und zu dem nächsten hin Sich voller liebe neigen. 5. Die kraft, die er hier nöthig hat, Kann er von Christo erben, Der litt und starb an unsrer statt, Uns kräfte zu erwerben. Was die natur unmöglich nennt, Das wird für süß und leicht erkennt, Wenn Christus in uns lebet. 6. Fehlt unserm halten gleich noch viel Nach des gesetzes strenge, Erreicht man nicht das weitste ziel Nach seiner breit' und länge: So sieht doch GOtt den willen an Und das, was JEsus hat gethan, Die mängel zu ersetzen. 7. Nimmt unser glaube diesen an, So wird ihm alles eigen, Was er gelitten und gethan, Dann muß der kläger schweigen. Wen GOtt in sei= nem sohne find't, Den liebt er, als sein eigen find, Und ist mit ihm zufrieden. 8. Die lust, die noch im fleische stedt, Muß völlig unterliegen, Der geist, der Christi liebe schmedt, Kann ihren trieb besiegen. Man wandelt nicht mehr nach dem fleisch, Man lebet bes vaters willen. fromm, gerecht und keusch, Man thut 9. Mein heiland, mache dein gebot mir angenehm und süße, Dein wille sei, bis in den tod, Die leuchte meiner füße, Schreib dein geseß in meinen sinn, Fall' ich, so wirf mich ja nicht hin, Stärk' mich durch deine gnade. 2. 3war, wer noch todt in sünden liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein joch, das ihn gar nicht vergnügt, Mit lust auf sich zu nehmen. Sein finn, der nichts als irren kann, Ist dem geseß nicht unterthan, Er hafset dessen bande. Von dem Unterschiede des Gesetzes und Evangelii. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 3. Wo aber, HErr, dein guter geift 396. Geles und evangelium Sich in der seele reget, Da thut sie gern, was du ihr heißt, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem herzen liebt und sich in deiner liebe übt, Der wird dein wort auch halten. gaben, Die wir in unserm christenthum Beständig nöthig haben; Doch bleibt ein großer unterschied, Den solch ein auge deutlich sieht, Das GOttes geist erleuchtet und zwar von dem Gesetze. 221 2. Was GOtt in dem geseß gebeut,| des gesetzes fluch, Daß ich die gnade Ist uns ins herz geschrieben: Wir gläubig such' In des erlösers armen. sollen nämlich jederzeit GOtt und der nächsten lieben. Daß aber GOtt die welt geliebt und seinen sohn für sünder giebt, Das muß er selbst entdeden. 10. Gieb aus dem evangelis Mir kräfte, dich zu lieben Und, als dein find, mich frei und froh In dem geseg zu üben. Gieb gnade, daß ich meine pflicht Mit heiligkeit und zuversicht, In lieb' und glauben leiste. 3. In dem gesetz wird unsre pflicht Uns ernstlich vorgetragen; Das evangelium kann nicht, Als nur von gnade fagen; Jen's zeigt dir, was du thun follst, an, Dies lehrt, was GOtt an dir gethan; Jen's fordert, dieses schenket. 4. Was das geseß dir guts verspricht, Wird dir nicht zugewendet, Es sei denn, daß du deine pflicht Vollkommen hast vollendet. Was Christi gnade guts verheißt, Wird dem, der gläubig sich erweist, Frei und umsonst gegeben. 5. Wo das gesetz den fünder find't, Da schlägt es ihn darnieder; Das evangelium verbind't Und heilt die wunden wieder; Jen's predigt sünde, forn und fluch, Dies öffnet dir das lebensbuch In des erlösers wunden. 6. Jen's decet dir dein elend auf, Dies saget von erbarmen; Jen's schläget unbarmherzig drauf, Dies hebt und trägt die armen; Jen's zeigt und drohet dir den tod, Dies hilfet dir aus tod und noth Und bringt dir geist und leben. 7. Was das gesetz zu sagen hat, Gehört für rohe herzen, Für heuchler, die schon reich und fatt, Die mit der sünde scherzen. Des gnadenwortes balsamöl Senkt sich in eine franke feel', Die elend und beladen. 8. Wenn das gesez den zweck erreicht, So hört es auf zu fluchen. Sein zwang, sein bliß, sein drohen weicht, Wenn man will gnade suchen; E8 treibt zum freuz des mittlers hin, Wenn ich an diesen gläubig bin, So hat der trost kein ende. 9. Mein GOtt, laß diesen unter schied Mich in der that erfahren. Nach ſündenangst laß trost und fried' Sich in der seele paaren. Treib mich durch Von dem Evangelio. Mel. JEsu, meine freude. 397. Mort des höchsten mundes! Engel meines bundes, JEsu, unser ruhm! Bald da wir gefallen Ließest du er= schallen Evangelium, Eine fraft, Die glauben schafft; Eine botschaft, die zum leben Uns von dir gegeben. 2. Was dein wohlgefallen Vot der zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was die opferschatten Längst verkün-. digt hatten, Das vollführt dein rath. Was die schrift Verspricht, das trifft Alles ein in JEsu namen und ist ja und amen. 3. Alles ist vollendet, JEsu gnade wendet Allen zorn und schuld. JEsus ist gestorben, JEsus hat erworben Alle gnad' und huld. Auch ist dies Fürwahr gewiß: JEsus lebt in preis und ehre; Ach erwünschte lehre! 4. Uns in sünden todten Machen JEsu boten Dieses leben fund. Lieblich sind die füße, Und die lehren süße Theuer ist der bund. Aller welt Ist nun vermeld't Durch der guten bot-, schaft lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte herzen, Die in bittern schmerzen Das gesetz zer= schlug; Kommt zu dessen gnaden, Der für euch beladen Alle schmerzen trug. JEsu blut Stärkt euren muth; GOtt ist hier, der euch geliebet Und die schuld vergiebet. 6. Dieser grund bestehet; Wenn die welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein vertrauen Evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich In der 222 Von dem Gebete. fraft, die mir gegeben, Evangelisch| deine wissenschaft JEsum mir ins leben. herze schreiben. JEsus ist allein dein fern, Und der schriften glanz und stern. 7. JEsu, deine stärke Schaffet diese werke, Stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein leiden Evangelisch sei. Laß auch mich Einmal auf dich, Als ein find mit dir zu erben, Evangelisch sterben. Mel. JEsus, meine zuversicht. 398. üßes evangelium, Das wie lebensmanna schmecket, Und mir Christi priesterthum Durch viel klarheit aufgedecket, Du bist meines glaubens ruhm, Süßes evangelium! 2. Du bist eine GOtteskraft, Seligmachend die da gläuben. Es kann II. Von dem Gebete. Aufmunterung zum Gebete. Mel. Nun danfet alle GOtt. 399. Wafußt Dem ohlauf mein herz, du HErrn ein opfer bringen. Laß seufzer und gebet Hin durch die wolken dringen, Weil GOtt dich beten heißt Und du durch seinen sohn Ganz freudig treten fannst Vor seinen gnadenthron. 2. Dein bater ist, der dir Befohlen hat zu beten. Dein bruder ist, der dich Getrost vor ihn heißt treten. Der werthe tröster giebt Die worte selber ein, Drum muß auch dein gebet Ge= wiß erhöret sein. 3. Da siehst du GOttes herz, Das kann dir nichts versagen. Sein mund, sein theures wort Bertreibt ja alles zagen. Was dich unmöglich dünkt, Kann seine vaterhand Noch geben, die von dir Schon so viel noth gewandt. 3. Ei, so stell' mir JEsum für, Wie er hat gelehrt, gewandelt Und mit seinen wundern hier, Als Messias, wohl gehandelt, Bis sein sterben mich zuletzt In den gnadenstand gesetzt. 4. Dieses alles laß in mir meinen schwachen glauben stärken und mich ein erempel hier In den stapfen JEsu merken, Daß ich würdig wandle ſo Diesem evangelio 5. Nun ich leb' und sterbe drauf, Diese lehre zu bekennen; Keine schande hält mich auf, Dieses meinen ruhm zu nennen: JEsus bleibt mein eigen= thum, Und sein evangelium. 4. Komm nur, komm freudig her In JEsu Christi namen, Sprich: lieber bater, hilf, Ich bin dein kind, prich: a amen! Ich weiß, es wird geschehn, Dein herz verläßt mich nicht, was dein wort verſpricht. Du weißt, du willst, du kannst; Thu, Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 400. Wenn dich unglück hat betreten, Stedest du in angst und noth, Mußt du fleißig zu GOtt beten, Beten hilft in noth une tod. Denn GOtt hat sein angesicht Auch im kreuz auf dich gericht't, Wie du, dein herz zu erquicken, Kannst aus seinem wort erblicken. 2. Keiner wird jemals zu schanden, Der sich seinem GOtt vertraut: Kommt dir gleich viel noth zu handen, Hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, Weiß er doch, was dir gebricht; Deine noth mußt du ihm klagen Und in keiner angst verzagen. 3. Rufen, schreien, zu GOtt beten. Ist der christen beste kunst; Allzeit freudig vor ihn treten, Findet hülfe, gnad' und gunst. Wer GOtt fest vertrauen kann, Gehet sicher seine Von dem bahn; Er wird allzeit rettung finden, Kein feind wird ihn überwinden. 4. Lerne GOttes weise merken, Die er bei den seinen hält: Er will ihren glauben stärken, Wenn sie unglück überfällt. GOtt dein vater, lebt ja noch, Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei' getrost, du mußt nicht zagen, Dein GOtt kann dir nichts versagen. 5. Laß dich GOttes wort regieren, Merke, was die wahrheit lehrt. Sa= Der die tan wird dich nicht verführen, ganze welt verkehrt. GOttes wahrheit ist dein licht, Dein schuß, trost und zuversicht. Trau' nur GOtt, der fann nicht lügen, Bete, du wirst endlich siegen. 6. Lob sei GOtt für seine gnade! Seine große güt' und treu' Macht, daß mir kein feind nicht schade, Sie ist alle morgen neu; Drum will ich mein lebenlang Immer sagen lob und dank Meinem GOtt in allen dingen, Fröhlich halleluja singen. Erkannte Fehler des Gebets. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 401. allerhöchster GOtt, Dir flag' ich meine noth. Ich fürchte, meine sünden Die sich bei mir befinden, HErr, möchten dir verwehren Mein beten zu erhören. 2. Ach, warum bet' ich nicht In fester zuversicht? Du willst ja nicht das flehen Der traurigen verschmähen, Du lockest sie, mit beten Vor deinen thron zu treten. 3. Wer dir mit reu' und schmerz Ausschüttet so sein herz, Daß er dir gläubig trauet, Auf deine güte schauet, Der soll von deinen gaben, So viel ihm nüßet, haben. 4. Darum verzeihe mir, Daß ich, o höchster, dir Durch sündliche ge= danken, Durch hin und wieder wan= ken Nicht jederzeit getrauet, Noch fest auf dich gebauet. 5. Gieb du mir zuversicht, Daß, Gebete. 223 wenn mir was gebricht, Ich kindlich zu dir trete, So zuversichtlich bete, Als finder eltern bitten, und ihre noth ausschütten. 6. Und plagt mich mancherlei, So mach' mich endlich frei. Führ' einstens meine seele Aus ihrer leibeshöhle Nach überständnen leiden zu deinen himmelsfreuden. Mel. O vater unser GOtt es ist 2c. 402. Mit feufzen flag ich dir, mein GOtt, Gern wollt' ich eifrig beten Und son derlich in meiner noth Voll glauben zu dir treten, Gern brächt' ich, lieber bater, dir Im geist und heiliger begier Die farren meiner lippen. 2. Allein mein herz, ach GOtt mein HErr, Kann sich nicht recht er= heben, Es ist zum guten falt und schwer und bleibt am eiteln kleben.. Ganz träg' ist, leider, finn und muth, Und ich muß auch mein fleisch und blut Mit macht zur andacht zwingen. 3. Der teufel und die böse welt Macht mir an allen enden Viel hinderniß, die mir mißfällt; Will ich mich zu dir wenden Und fleht mein feufzend herz zu dir, So stört sie mich und bringet mir Viel eitles ins gemüthe. 4. Dies nun, o GOtt, dies fränkt mich sehr, Und ich denk' oft mit schmerzen, Als wär' dein guter geist nicht mehr Bei mir in meinem herzen, Das dich so oft beleidigt hat, Weil lust und andacht keine statt In meiner seele findet. 5. Ach freilich, vater, hab' ich dich Und dein wort nicht gehöret, Wenn es mich rief und wenn es mich Erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone jetzt, verzeihe mir Und handle doch nicht nach gebühr, Wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort nachlässigkeit Und alle trägheit meiden. Mach du mein herz nur selbst bereit, Bom irdischen zu scheiden, Laß dich es hören, und allein Zum himmlischen gerichtet sein. Gieb du nur kraft und stärke. 224 Von dem 7. Die hindernisse reiß von mir, Die mich vom flehn abhalten. Laß andacht, feuer und begier Doch nie bei mir erfalten. Gieb mir stets inbrunst, geist und glut, Damit mein herz, sammt sinn und muth Zu dir gen himmel gehen. 8. Laß efel, fleinmuth, heuchelei Aus meiner feel verschwinden. Gieb fraft, dir, GOtt, in buß' und reu' Ein opfer anzuzünden, Das auf des herzens betaltar, Obater, jegt und immerdar Dir wohlgefällig brenne. 9. Ah, lehre mich, durch deinen geist Mit wahrer inbrunst beten, Daß er mich fräftig unterweist Getrost zu dir zu treten und mit entflammter andachtsglut, Mit einem starken glaubensmuth Dich, bater, zu umfaffen. 10. Mein GOtt, ich brenne bor begier, Gespräch mit dir zu halten, Drum laß der findschaft geist in mir Mit reiner andacht walten, Der mich im beten unterricht't, Der in mir täglich, stündlich spricht: Ach abba, lieber bater! 11. Du wirst, weil du mein bater bist, Mich, dein kind, nicht verschmä hen, Das ohne falschheit, trug und list Mit seufzen und mit flehen Jeßt tritt bor deinen gnadenthron: bater, schau doch an den sohn, Der mein fürsprecher worden. Ach 12. Sein leiden und verdienst ist mein, Drum will er mich vertreten. Laß seine fürbitt' gültig sein, Hör', denn er heißt mich beten. In Christi namen bitt' ich dich Und glaube fest, du hörest mich. Ach, sprich selbst ja und amen! Um die Gabe des Gebets. 403. bater, unfer GOtt, es ist Unmöglich auszufinnen, Wie du recht anzurufen bist, Man fanns nicht eins beginnen. Des= halben geuß, wie du verheißt, Selbst über uns aus deinen geist Der gnad' und des gebetes. Gebete. 2. Daß er bei dir uns fräftiglich Mit seufzen mag vertreten, So oft wir kommen, HErr, vor dich, Zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern mund, Hilf, daß zu dir aus herzensgrund, O großer GOtt, wir rufen. 3. Zieh unser herz zu dir hinauf 3m beten und im singen Und thu uns auch die lippen auf, Ein opfer dir zu bringen, Das dir gefalle, wenn allda Das herz ist mit den lippen nah Und nicht von dir entfernet. 4. Im geist und wahrheit laß zu dir Das herz uns immer richten, Mit andacht beten für und für, Ohn' fremdes denk'n und dichten. Gieb uns des glaubens zuversicht, Das, was wir bitten, zweifeln nicht Durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine zeit und maß Im beten dir vorschreiben, Anhalten ohne unterlaß, Bei dem allein auch bleiben Was dein will' ist und deine ehr', Und unsre wohlfahrt uns noch mehr Befördert hier und ewig. auf unserwerk nicht bauen, Auf dein' 6. Laß uns im herzen und gemüth unaussprechliche gut' Laß einzig uns vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, So wollest du aus gnad allein Uns doch der bitt' gewähren. 7. Du, bater, weißt was uns gebricht, Weil wir noch sind im leben. Es ist dir auch verborgen nicht, In was gefahr wir schweben. Um beistand slehen wir dich an, Dein baterherze uns nicht kann Verlassen, deine finder. 8. Wi. haben ja die freudigkeit In JEsu Christ empfangen, Der gnadenstuhl ist da bereit, Die hülfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem end' Uns stets aufheben heil ge händ', Zu dir gen himmel schreien: * 9. Dein nam', o GOtt, geheiligt werd', Dein reich laß zu uns kommen, Dein will' geschehe noch auf erd', Gieb fried', brod, nuß' und fromm n All' unsre sünden uns verzeih', Steh' Von dem Gebete. 225 uns in der versuchung bei, Erlös' uns| geschehen. Kein vater wird so steinern von dem übel. sein, Daß er den findern einen stein Anstatt des brodes gebe. 4. Was hier dein mund so oft ver= spricht, Das sprich mir in das herze. Ach zünde deiner gnade licht Und wahrer andacht kerze In meinem fal= ten herzen an, Damit ich brünstig beten kann Aus angeflammtem glauben. 10. Dies alles, vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar Um JEfu Christi willen, Denn dein, o HErr, ist allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. 404. Sende, vater, deinen geist, Da ich vor dein antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Ich im geist und wahrheit bete. Lehre mich dich recht erkennen, Und dich abba, vater! nennen. 2. Süßer JEsu, hilf du mir, Daß ich bet' in deinem namen, Daß, was GOtt verheißt in dir, Mir auch werde ja und amen. Sprich für mich und laß mich sehen Dich zur rechten GOttes stehen. 3. Heil'ger geist, erleuchte mich Und entzünde mein verlangen, Daß ich GOttes huld durch dich Voller in= brunst mag empfangen. Brich die trägheit, zieh die sinnen Aus der welt zu dir von hinnen. 4. Heilige dreieinigkeit, Ursprung aller guten gaben, Laß mich wahre freudigkeit Und im herzen zeugniß haben, Daß du stets nach deinem willen Wollest meine bitt' erfüllen. Mel. Es ist das heil uns 2c. 405. Ah bater der barmherzigkeit, Du heißt mich zu dir treten; Dein sohn verheißt mit einem eid, Ich soll erhörlich beten, Er schreibt mir selbst die bitten für; Dein guter geist wirkt auch in mir, Daß ich nicht müde werde. 2. Laß mich gedenken an dein wort, Du zuversicht der erden, Wer GOtt anruft als seinen hort, Der solle selig werden; Ja, du antwortest, eh' man ruft, Und dringt mein ach! kaum durch die luft, Willst du es schon erhören. 3. Der HErr ist allen denen nah, Die gläubig zu ihm flehen. In JEsu heißt das amen: ja! Und wird gewiß 5. Laß es zum süßesten geruch, Wie Noä opfer, taugen. Wenn ich dein angesichte such', zeig' dich den glaubensaugen, Wie du dem Abraham erschienst. HErr, gehe nicht vor meinem dienst Und deinem knecht vor= über. 6. Mein beten laß im heiligthum, Wie Narons zimbeln flingen. Sei du mein psalm, mein heil, mein ruhm Und laß bei meinem singen Mein herz wie Davids harfe sein, So dringt der ton zum himmel ein, 3um himmel, in dein herze. 7. HErr, wenn ich vor dir beten will, Befest'ge die gedanken, Mach' sie beständig, sanft und still, Daß sie nicht irrend wanken. Verschließe du mein herzenshaus Sonst schweifen die gedanken aus Und werden ganz zerstreuet. 8. Wenn irgend sich ein sturm erhebt, Führ' mein herz in die höhe, Daß es in deiner ruhe schwebt, Das irdische nicht sehe. Die andacht werde mein magnet, Der sich zum pol der hoffnung dreht, Denn JEsus ist mein hoffen. 9. Führ' mich in eine wüste ein, Worin ich sonst nichts wisse, Als meinen bräutigam allein, Daß ich ihn gläubig füsse. Da hör' ich nur was JEsus spricht, Die welt und ihr getümmel nicht, Damit mich niemand höhne. 10. Dein geist der gnade seufz' in mir Ein unaussprechlich beten, Er rufe, schreie, danke dir In mir durch sein vertreten, Er bring' mir überzeugend bei, Daß ich bei GOtt in gnaden sei Und seine kindschaft habe. 16 226 Von dem 11. Vereinige, mein bater, mich Durch deines geistes triebe Mit meinem JEsu inniglich, Als deinem sohn der liebe. So ist dem glauben auch erlaubt, Durch ihn, inihm, mit ihm, dem haupt, In aller angst zu beten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. etreuer heiland, hilf 406. mir beten! Ich zünde meinen weihrauch an, Wirst du mich nur bei GOtt vertreten, So weiß ich, was ich hoffen kann. Mein beten wird ein amen sein, Ich will in deinem namen schrein. 2. Ich gründe mich in meinem bitten Auf deine fürsprach', hülf und rath. Du stehst als mittler in der mitten, Weil mich dein blut versöhnet hat Mit GOtt, drum hört er nur allein Die, so in deinem namen schrein. 3. Uch freilich, hab' ich auch zu zeiten In deinem namen nichts gefucht. Oft betet' ich nur vor den leuten Und zwar zum schein, oft auf der flucht, Doch hab' ich wohl dabei gedacht, Daß ich es recht und wohl ge= macht. 4. Mein JEsu, laß mich recht erwägen, Was recht mit andacht beten sei, Und ach, wie viel daran gelegen, Daß man in deinem namen schrei. Deß beten gilt bei GOtt nicht viel, Der dieses nicht bedenken will. 5. Ich bete nun in deinem namen, Du eingeborner GOttessohn. Sprich du, mein heil, das ja und amen, Bor deines lieben vaters thron. So wird mein abba, flehn und schrein Ja, amen und erhöret sein. 6. Ich will im beten nichts verhehlen, Denn also mahnt mich JEsus an. Gieb, vater, was zu meinem seelen- Und leibeswohlsein dienen kann, Nur dieses nicht, was du ersiehst, Das meiner seele schädlich ist. 7. Ich steh' vor dir in JEsu namen, Der mir erhörung zugesagt. Sein wahrlich, wahrlich, ist schon amen. Drum hab' ichs auch auf ihn Gebete. gewagt. In 3Esu namen fang' ich an Und rufe, was ich rufen kann. 8. Ich weiß, das herze muß dir brechen, Wenn ich in JEsu namen schrei, Du mußt ein ja und amen sprechen, Drum bleib' ich nunmehr schon dabei Und halt' in JEsu namen an, Weil ich nichts größers nennen kann. 9. In JEsu namen will ich weiter Im beten bis zum ende gehn, Sein name macht den himmel heiter, Durch ihn eilt GOtt, mir beizustehn. Sobald der geist im Herzen schreit, Gedenkt GOtt der barmherzigkeit. 10. In JEsu namen will ich schlieBen, Denn dieses ist der beste schluß, Von welchem alle beter wissen, Daß er bei GOtt gelingen muß. Ach ja, nach solcher seufzer lauf Schließt GOtt mir herz und himmel auf. 11. Nun also wird mein beten siegen, Als wenn es Abels opfer wär'. Das wort der wahrheit wird nicht lügen, Denn GOtt läßt feinen beter leer. Jedoch wer will erhöret sein, Der muß in JEsu namen schrein. Mel. Liebster 3Esu, wir 2c. 407. Liebster JEfu, thu mir auf, Ich steh hier an deiner thüre. Laß der andacht ihren lauf, Daß sie mich gen himmel führe, Und die seufzer hier auf erden Lauter himmelsschlüssel werden. 2. Thu mir auf des vaters herz, Mach es weich in deinem blute, Treib den satan hinterwärts, Daß ich mit getrostem muthe Im gebete mit dir ringe Und im glauben dich bezwin 3. Sei du selber der altar, Drauf mein herz, als opfer, brennet. Beige deine wunden dar, Daß mich GOtt als sein erkennet, Und ich nicht in zittern stehe, Sondern kindlich zu ihm gehe. 4. Nede du, wenn ich nicht kann. Auf dein gültiges vertreten kommt, mein JEsu, alles an, Wenn ich will erhörlich beten. Du wirst schreien, ich Von dem Gebete. 227 will lallen, Und so wird es GOtt ge-| keit, Du giebest alle gute gabe, Die fallen. ich verlange, jederzeit, Du thust noch überschwenglich mehr Als ich versteh', bitt' und begehr'. 5. Ach du wort des vaters, sprich Nur ein wort zu meinen worten; Nur ein wort erfreuet mich. Da ich wart' an deiner pforten, Da ich bet' in deinem namen, Ach, so sprich du selbst das amen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 408. Did fingen, Dir, Jehova, will Wo ist doch solch ein GOtt, wie du? Dir will ich ich meine lieder bringen, Gieb mir des geistes kraft dazu, Daß ich es thu durch Zesum Chrift, Wie dirs durch ihn JEſum gefällig ist. 2. 3ich mich, o bater, zu dem sohne, So zieht dein sohn mich auch zu dir. Dein geist in meinem Herzen wohne, Der mir verstand und herz regier', Daß es den frieden GOttes fühlt Ilnd dir deswegen singt und spielt. 3. Verleih mir, höchster, solche güte, So wird mein singen wohl gethan, So fleht dich, JEsu, mein gemüthe Im geist und in der wahrheit an, So hebt dein geist mein herz empor, Daß ich dir sing' im höhern chor. 4. Der kann mit seufzen mich vertreten, Die unaussprechlich fräftig find; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt zeugniß hier, daß ich dein Find Und ein miterbe Christi sei, Daher ich, abba, vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem herzen schallet Durch deines geistes fraft und trieb, So bricht dein baterherz und wallet Ganz gegen mich aus heißer lieb', Daß mir es nichts versagen fann, Wenn ich mein flehn zu dir gethan. 6. So ist, was dein geist bitten lehret, Nach deinem willen eingericht't Und wird von dir gewiß erhöret, Weil es in deinem sohn geschicht, Durch den ich find und erbe bin und nehme gnad' um gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies zeugniß habe! Ich bin voll trost und freudig8. Wohl mir, ich bitt' in Jesu namen, Der dir zur rechten mich vertritt; In ihm ist alles ja und amen, Was ich im geist und glauben bitt'. Dich lob' ich, HErr, in ewigkeit, Der mich mit so viel heil erfreut. Die rechte Art des Gebetes rechte Art des Gebetes Die von JEsu erlernet. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 409. Deten, Stein treuer u gehst garten, um zu JEsu, nimm mich mit, Laß mich an deine seite treten, Ich weiche von dir keinen schritt. Ich will an dir, mein lehrer, sehn, Wie mein gebet recht soll geschehn. 2. Du gehst mit zittern und mit zagen Und bist bis in den tod betrübt. Ach, dies soll mir ans herze schlagen, Mir, der viel sünden ausgeübt. Drum willst du, daß ein herz voll reu' Mein anfang zum gebete ſei. 3. Du reißest dich von allen leuten Und suchst die stille einsamkeit; Und so will ich auch mich bereiten Und fliehen, was mein herz zerstreut. Zieh mich von aller welt allein, Daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Du fniest und wirfest dich zur erden, Du fällest auf dein angesicht. So muß die demuth sich geberden, Drum säum' ich staub und asche nicht Und beuge mich in niedrigkeit, Wie du, boll trauern, angst und leid. 5. Du betest zu dem lieben vater und rufest: abba! wie ein kind. Dein vater ist auch mein berather, Sein vaterherz ist treu gesinnt; Drum halt' ich mich getrost an dich und ruf auch: abba, höre mich! liebe Den treuen vater an sein herz, 6. Du greifst voll zuversicht und Du schreist aus stärkstem herzenstriebe: Abba mein vater! himmelwärts. Ach, glaub' und liebe sind mir 15* 228 Von dem Gebete noth, Sonst ist mein beten falt und| get, Wenn mein geist durch die wolken todt. dringt Und dir ein lippenopfer bringt; So bin ich unverzaget. 2. Ich werde vielmehr freudenvoll, Daß ich aus frohem muthe, Kaum weiß, wie ich mich fassen soll, Weil du mit deinem gute Mich als mit einem thau erquickst Und dich mir so ins herze drückst, Daß ich die güte schmecke, Die güte, die du bei der last Des freuzes so verborgen hast, Als unter einer decke. 7. Sehr kläglich trägst du deinen jammer Dem höchsterzürnten vater für, Du klopfst mit einem starken hammer Um rettung an die gnadenthür; So flag' ich auch, was mich nur quält, und bitt' um alles, was mir fehlt. 8. Geduldig lamm, wie hältst du stille, Und in der bitte dreimal an! Dabei ist auch für mich dein wille, Daß ich soll thun, wie du gethan. Hilft GOtt nicht gleich das erste mal, So ruf und schrei ich ohne zahl. 9. Dein wille senkt sich in den willen Des allerliebsten vaters ein, Darin muß sich mein will' auch stillen, Dafern ich will erhöret sein. Drum bet' ich in gelassenheit: Was mein GOtt will, gescheh' allzeit. 10. Obgleich die jünger dein vergessen, Gedenkst du doch getreu an sie; Und da dich alle marter pressen, Sorgst du für sie mit größter müh'. Mein beten bleibet ohne frucht, Wenn es des nächsten heil nicht sucht. 11. Nun du erlangest auf dein flehen Trost, fraft, sieg, leben, herrlichkeit; Damit hast du auf mich gesehen, Daß ich zur angenehmen zeit Auf ernstlich beten freudenboll Dergleichen segen ernten soll. 12. Drum hilf mir, JEsu, so zu beten, Wie mich dein heilig vorbild lehrt; So kann ich frei zum vater treten, So werd' ich stets von ihm erhört, So geh' ich beteno himmelein Und will dir ewig dankbar sein. Die im Beten gefundene Erquidung. Mel. HErr GOtt, der du 2c. 410. W enn ich mein herz bor dir, mein hort, In meiner noth ausschütte Und auf dein wahrheitsvolles wort Bei dir um hülfe bitte, Wenn meine seele ruft und schreit Und dir, o GOtt, ihr schweres leid Mit ach und seufzen kla3. Da wird mein herz ein GOtteshaus Und deines geistes kammer, Mein jammer bricht in thränen aus Und ist mir doch kein jammer. Die wehmuth stärket meinen geist, Daß ich nicht weiß, obs wehmuth heißt, Weil alle pein verschwindet Und weil ich bei dem größten weh Als wie auf lauter rosen geh, Wo sich nur anmuth findet. 4. Du läßt mir, bater, dein gesicht In solchem lichte blicken Womit das große sonnenlicht Das land pflegt zu erquiden. Denn da benimmt dein liebesstrahl Mir alle furcht sammt aller qual, Erleichtert meine seele, Daß ich in trostes überfluß, Auch wenn ich heftig kämpfen muß, Viel freudenwechsel zähle. 5. Dann fällt die angst vom herzen hin, Mein glaube schwebet oben, Und so erholt sich denn mein sinn, Als wär' ein stein gehoben. Drum werf ich dir die sorge zu, Mein herz begiebt sich ganz in ruh Und harret in der stille, Bis du dich freudig hören läßt. Darauf besteht mein glaube fest: HErr, es gescheh' dein wille! 6. So mert' ich ja und bin gewiß Daß du, mein GOtt, mich liebest Weil du selbst in der finsterniß Mit licht und freude giebest. Ich merke, daß mein angstgeschrei Durch Christum bei dir kräftig sei, Dein baterHerz zu brechen; Sonst würdest du mir, bater, nicht So reichen trost und zuversicht In herz und seele sprechen. 7. So spür' ich, wie dein tröstlich ja! Mein seufzen schon vergnüget. und zwar von dem Und ist die wirkung noch nicht da, Wenn so mein glaube sieget, So seh' ich dich geduldig an Und warte, wie ein ackersmann Auf seine frucht der erden. Ich harre, HErr, bis daß einmal Mein trost nach überstandner qual Wird offenbaret werden. 8. Hilf denn, mein GOtt, nach deiner macht, Schaff' rettung, trost und friede, Gieb aber, daß ich tag und nacht Im beten nicht ermüde. So will ich, bis die morgenröth' Mit freuden über mir aufgeht, Mit dir, o vater, ringen. Ich fasse dich bei deinem wort Und werde noch bei dir, mein hort, Den segen davon bringen. nicht, Wenn uns der böse geist ansicht 7. Führ' uns, HErr, in versuchung 3ur linken und zur rechten hand, Hilf uns thun starken widerstand, Im glauben fest und wohl gerüst't Und durch des heil'gen geistes trost. * 8. Bon allem übel uns erlös, Es sind die tag' und zeiten böf. Erlös uns von dem ew'gen tod Und tröst uns in der letzten noth, Bescher' uns, HErr, ein selig end', Nimm unsre seel in deine händ'. 9. Amen, das ist, es werde wahr, Stärk' unfern glauben immerdar, 411. Vater unferim himmel. Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, dein wort, in dem namen dein, HErr, Was wir hiemit gebeten hab'n. Auf. sprechen wir das amen fein. Von dem Gebete des HErrn oder Vater Unſer. heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das beten von uns hab'n: Gieb, daß nicht bet' allein der mund, Hilf, daß es geh' aus herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der name dein, Dein wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem namen würdiglich. Behüt' uns, HErr, vor falscher lehr', Das arm' verführte volk bekehr'. 3. Es komm' dein reich zu dieser zeit Und dort hernach in ewigkeit, Der heilge geist uns wohne bei Mit seinen gaben mancherlei, Des satans zorn und groß gewalt Zerbrich, vor ihm dein' kirch' erhalt'. 4. Dein will' gescheh', HErr GOtt, zugleich Auf erden wie im himmelreich, Gieb uns geduld in leidenszeit, Gehorsam sein in lieb' und leid, Wehr' und steu'r allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut. Gebete des HErrn. 229 6. All' unsre schuld vergieb uns, HErr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern schuldigern Ihr' schuld und fehl' vergeben gern. Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter lieb' und einigkeit. 5. Gieb uns heut' unser täglich brot Und was man darf zur leibesnoth, Behüt' uns, HErr, vor krieg und streit, Vor seuchen und vor theurer zeit, Daß wir im guten frieden stehn, Der sorg' und geizes müssig gehn. Mel. O vater unser GOtt, es ist. Ott unser vater, der 412. GSt du bist Im himmel hoch erhoben und schauest, was auf erden ist, Von deinem throne oben, GOtt unser trost und zuversicht, 3u dir ist unser herz gericht't: Erhör uns, deine kinder. 2. Hilf, daß wir deinem heil'gen nam' Die ehr' in allen geben, Wie groß du bist und wundersam, Mit freudigkeit erheben, Dich, deine weisheit, macht und treu Erkennen und ohn' heuchelei Dir und dem nächsten dienen. 3. Laß uns in deinem gnadenreich Des heil'gen geistes gaben, Dein wort und dessen kraft, zugleich Glaub', lieb' und hoffnung haben. Des satans fündenreich zerstör', Schüß' deine kirch' und sie vermehr' In einigkeit und wahrheit. 4. Dein will' geschehe für und für Im himmel und auf erden, Daß un= ser will' und bös' begier Dadurch ge 230 Von dem brochen werden. Verleihe uns in freud' und leid Ein ruhig herz, daß jederzeit Was du willst, uns gefalle. 5. Gieb uns heut unser täglich brot Durch arbeit unsrer hände, Pest, krankheit, feuer, wassersnoth Und was uns schad't, abwende; Gieb gute obern, fried' und heil, Auch jedem sein beschied en theil Und laß uns dran begnügen. 6. Vergieb uns alle unsre schuld Und fündhaft böses leben, Hilf, daß mit liebe und geduld Wir andern auch vergeben. Ach übe an uns feine rach' Und laß uns unrecht, troß und schmach Dem nächsten auch verzeihen. 7. In der versuchung, HErr, uns stärk' Und hilf uns überwinden Das fleisch, die welt, des satans werk Und was uns reizt zu sünden, Daß, wenn uns wollust, ehr' und geld Wird süß und liftig vorgestellt, Wir doch dawider siegen. * 8. Von allem übel, angst und noth In gnaden uns erlöse, Daß uns im leben und im tod nicht schaden kann der böse. Gieb, daß wir freudig und getrost, Wenn uns gleich manches freuz zustoßt, Des glaubens end' erhalten. 9. Dies alles, bater, werde wahr, Du wollest es erfüllen; Erhör' und hilf uns immerdar Um JEsu Christi willen, Denn dein, o HErr, ist allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Gebete 3. Ach vater, unser GOtt, Laß deinen geist uns lehren, Wie deine majestät In demuth sei zu ehren, Daß wir betrachten recht, Wie groß, o GOtt, du bist, Und daß der arme mensch Nur staub und asche ist. 2. Du bist im himmelsthron, An allen ort und enden; Wo wir dich rufen an, Willst du dich zu uns wenden: So höre, HErr, ach hör' Von deinem freudensaal, Warum wir bitten dich Hier in dem thränenthal. 4. Laß uns nichts lieber's sein, Als deinen namen preisen Für alle güt' und gnad, Die du pflegst zu beweisen; Daß jedermann werd' fund, Wie unaussprechlich sei, HErr, deine weisheit, macht, Barmherzigkeit und treu. 5. Ach vater, unser GOtt, Du hast uns aufgenommen Hier in dein gnadenreich, Da wir die tauf' bekommen; Gieb, daß fortan dein wort Uns fall wie himmelsthau Aufs herz, und uns allzeit Zu deinem dienst erbau. 6. Erleuchte den verstand, Den glauben uns vermehre, Die lieb' in uns entzünd', Des satans reich zer= störe. Berleihe, daß auch wir Oftmals an unserm theil Anwünschen deiner kirch' Glück, aufnahm', fried' und heil. 7. Ach vater, unser GOtt, Hilf daß erfüllet werde Dein heilger, guter will' Im himmel, auf der erde, Daß unser eig ner will' Und sündliche begier, Durch deine kraft in uns Absterbe für und für. 8. Regiere unser herz, Daß wir in guten tagen Nicht stolz und sicher sein, In bösen nicht verzagen. Gieb, daß nichts zeitliches Uns machen kann betrübt, Daß uns auch nichts erfreu', Als nur, was dir beliebt. Mel. D GOtt du frommer 2c. 9. Ach vater, unser GOtt, Laß uns fort deine gaben und unser täglich 413. Ah bater, unser GOtt, brot Zur nothdurft heut' auch haben. große daß wir lich halten haus Und auch mit wenigem Begnüglich kommen aus. güte Uns immerfort erweist Dein väterlich gemüthe, Hilf, daß von uns auch werd' Der finder amt verricht't In furcht, gehorsam, lieb' Und fester zuversicht. 10. Gieb einigkeit und fried', Treu, zucht und ehr' daneben, Auch heilsam regiment Dem orte, wo wir leben Wend' feu'r- und wassersnoth Durch deine starke hand, Wend' pest und frankheit ab Von uns und unserm land. und zwar von dem Gebete des HErrn. 231 414. 414.vater in bem_him11. Ach bater, unser GOtt, Aus| Mel. O vater unser GOtt, es ist 2c. lauter gut und gnaden Bergieb uns unsre schuld, Damit wir sind beladen. Es ist ja teine sünd', Dafür nicht habe schon mit seinem blut bezahlt Dein eingeborner sohn. melreich, Laß uns dein lob erhöhen, Dein reich zukomme, und zugleich Laß, was du willst geschehen, Gieb täglich brot, die schuld verzeih', In der versuchung steh' uns bei, 2ös uns vom übel, amen. 12. Hilf, daß wir denen auch All' ihre schuld erlassen, Die uns zuwider sind, Und sie darum nicht hassen, Daß wir von herzensgrund Bergessen troß Mel. GOtt des himmels und zc. und ſchmach Und dir in gütigkeit Und 415. Abba, lieber bater höre, arten 13. Ach bater, unser GOtt, Durch deine wunderstärke Hilf, wenn versuchung kommt, Und dämpf des satans werke, Daß wir auch unserm fleisch Nicht folgen, noch der welt, Wenn uns fur fünde reizt Ehr', wollust, gut und geld. dein gen himmel schreit, Rette deines namens ehre, Denn du bist boll gütigkeit. Un= fre herzen halten dir Unsers JEsu namen für. 14. 2aß uns in lieb' und leid Gleichmüthig von gedanken, Demüthig ohne falsch, Sorgfältig ohne wan fen, Aufrichtig, tapfer, treu, Keusch, ehrbar, züchtig, rein, Und ohn' leichtfertigkeit, Getrost und fröhlich sein. * 15. Ach bater, unser GOtt, Du wollest uns bom bösen, Und was uns schädlich ist, Genädiglich erlösen, Daß wir durch deine hülp Bald werden aus gefahr, Aus trübfal, freuz und pein Errettet immerdar. 16. Verleih' uns deine kraft, Durch alles durchzudringen, Daß unser glaube mag Die ehrenkron' erringen, Wenn in dem legten kampf, All' elend, angst und noth Ein selig ende nimmt Mit einem sanften tod. 17. Nun vater, unser GOtt, Sieh an dies unser beten, Laß uns nicht unerhört Von deinem throne treten, Denn dein, o HErr, ist fort Je länger und je mehr In alle ewigkeit Das reich, die macht und ehr'. 18. Hierauf, so sprechen wir In JEfu Christinamen, Aufsein untrüglich wort, Ein gläubig, freudig amen. DIEsu Christ, durch dich Und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß, Ja, ja und amen ſein. 2. HErr, wer kann dich g'nug erheben? Wie dein name, so dein ruhm, Ach, erhalt' in lehr' und leben Deines namens heiligthum, Diesen namen laß allein Unsers herzens freude sein. 3. Komm zu uns mit deinem reiche. König, dem kein könig gleich! Daß das reich des satans weiche, Bau in uns dein gnadenreich. Führ' uns auch nach dieser zeit In das reich der herr= lichkeit. 4. Laß auch deinen guten willen, Lieber GOtt, bei uns gescheh'n, Daß wir ihn mit lust erfüllen Und auf deine rechte sehn; So stimmt erd' und himmel ein, Wenn wir deines willens sein. 5. Geber aller guten gaben, Gieb uns das beschied'ne theil, Du weißt, was wir müssen haben, Und bei dir steht unser heil. Hat man GOtt und täglich brod, O, so hat es keine noth. 6. Großer HErr, von großen gnaden, Ach vergieb die fündenschuld, Die wir täglich auf uns laden, Habe doch mit uns geduld. Laß uns andern auch verzeih'n, Sonst kannst du nicht gnädig sein. 7. Sucht der satan uns zu sichten Und versucht uns fleisch und welt, Hilf, daß wir den kampf verrichten, Bis der geist den sieg behält; Laß uns fest im glauben stehn Und in feiner angst vergehn. 8. Alle noth und trübsal wende, 232 Von dem Gebete. Daß fie uns nicht schädlich sei, Und| ten, Sein freuz trag' ich auch freudenmach' uns an unserm ende, Auch von voll. Doch wird geduld gar nöthig allem übel frei. Dein ist reich und kraft sein, Die wollest du mir, HErr, vers und ehr': Amen, großer GOtt erhör! leihn. 8. Das andre wird sich alles fügen, Ich sei bei dir arm oder reich; An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die macht mir glüd und unglück gleich. Kommt mir das glück nicht häufig ein, So laß mich doch vergnüget ſein. 9. Wenn ich dich bitt' um langes leben, Gieb, daß ich christlich leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben Und meinen letzten sterbetag, Damit mein ausgang aus der welt Den eingang in den himmel hält. Allgemeines Gebet um geistliche und leibliche Wohl=" thaten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 416. Mein Gott, ich klopf an deine Mit seufzen, fleh'n und bitten an, Ich halte mich an deine worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach, öffne mir die gnadenthür, Mein JEsus klopfet selbst mit mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Bei dir ist immer rath und that. Du bist der brunn, der immer quillt, Du bist das gut, das immer gilt. 3. Drum komm' ich auch mit meinem beten, Das voller herz und glau= Allgemeine Fürbitte für anben ist. Der mich heißt freudig vor dere Menschen. dich treten, Ist mein erlöser JEsus Christ, Und der in mir das abba Mel. Was mein GOtt will 2c. ſchreit Ist, HErr, dein geist der freu- 417. Mein GOtt, ich komme digkeit. wiederum dei4. Gieb, vater, gieb nach deinem willen Das, weß dein kind bedürftig ist, Du kannst all' mein verlangen stillen, Weil du die fegensquelle bist. Doch gieb, o geber, allermeist Was meiner seele selig heißt. 10. Wiewohl, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, Du wirst mir, was mir nügt, gewähren, Denn JEsus macht den süßen schluß: Ich soll in seinem namen schrein, So werd' es ja und amen sein. 5. Verleih' beständigkeit im glauben, Laß meine liebe brünstig sein; Will satan mir dies kleinod rauben, So halte der versuchung ein, Damit mein armes fleisch und blut Dem feinde nichts zu willen thut. 6. Erwed in mir ein gut gewissen, Das weder welt noch teufel scheut, Und wenn ja strafen folgen müssen, So schid sie in der gnadenzeit. Durchstreich die schuld mit JEsu blut Und mach' das böse wieder gut. 7. Bom kreuze darf ich wohl nicht bitten, Daß mich es gar verschonen soll: Mein heiland hat ja selbst gelitnen thron getreten Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu sein, Bringt christen schlechte freuden. Drückt mich kein joch, So fränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 2. Drum HErr, von dem der sonne licht Auf bös und gute scheinet, und dessen Herz vor wehmuth bricht, Wenn Ephraim beweinet, Womit er sich So freventlich An deiner macht vergangen; Laß aller schmerz Und sehnend herz Vor deinen thron gelangen. 3. Du schufft ja, was von adam stammt, Allein zu deinen ehren Und wolltest uns gern allesammt Der seligkeit gewähren. Erleuchte doch Die jezo noch Bei dicken finsternissen Sich selbst allhier Den weg zu dir Verriegeln und verschließen. Von den Sakramenten. 233 4. Erweiche der verstockten herz,| recht Im ganzen lande küsse. Mach' Bekehre die verführten. Ach, daß sie doch der sünden schmerz Und deine gnade spürten, und keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Uch treibe sie Doch spät und früh 3um vorgesteckten ziele. jeden heilig, fromm und schlecht Und richte jedes füße Vom lasterweg Zum himmelssteg, Daß deines namens ehre HErr, durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 5. Erhalte, die im glauben stehn, Und dich als finder ehren, Daß sie stets weiter vor sich gehn Und deinen preis vermehren. Stärk' ihren fuß, Wenn sich verdruß Und widerwärtigfeiten Nebst macht und list. Die schädlich ist, zu ihrem fall bereiten. 6. Hilf, daß die ganze christenheit Dich recht und heilig ehre, Daß weder hochmuth, haß noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß dessen schall, HErr, überall In firch' und häusern hören, Und, wenn die macht Der feinde wacht, Dein häuflein nirgends stören. 7. Gieb, daß sich ehre, treu und III. Von den Mel. HErr deine allmacht 2c. 418. Wie groß ist GOttes vaterhuld! Er liebet uns aus gnaden Und schenket uns die sündenschuld, mit welcher wir beladen, Denn seine wahrheit trüget nicht, Die uns sein theures wort verſpricht. 2. Und daß ja niemand zweifeln kann An dem, was er verheißen, So hänget er ein siegel d'ran, Das kann fein mensch zerreißen. Die sakramente sind das pfand Von GOttes treuer vaterhand. 8. Gieb armen leuten was zu thun, Ernähre, die nichts haben, Erquiche, die gar selten ruhn, Du kannst die müden laben. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem schenke glück und segen, Und bei gefahr Laß sich die schaar Der engel um ihn legen. 9. Wir alle schrein: erbarme dich! Wir sind ja dein' geschöpfe. Ein jeder liegt und schmieget sich, 3erschmeiß uns nicht als töpfe. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer, Drum sprich durch JEsu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein vielvermögend amen. 4. Denn in der taufe werden wir Dem heiland einverleibet, Hier ist die offne gnadenthür, Der ort, wo man uns schreibet Ins lebensbuch mitJEsu blut, Das er vergoſſen uns zu gut. Sakramenten. 5. Im abendmahl hingegen wird Der gnadenbund gestärket, Hier labet uns der treue hirt Mit kost, woraus man merket, Daß er uns recht inbrün= stig liebt Und sich uns ganz zu eigen giebt. 6. HErr, laß mich dir mit herz und mund Für diese wohlthat danken, Laß mich aus diesem gnadenbund In ewigkeit nicht wanken. Dein guter geist enthalte mich In deiner gnade festiglich. Mel. O GOtt du frommer 2c. Zur seligkeit gerufen, 3. Dadurch versiegelt er uns feſt 419. h bin und werde noch Die im glauben. Dem, der sich auf den trost verläßt, kann nichts das kleinod rauben, Das ihm dereinst der höchste giebt, Wenn er ihn nur von Herzen liebt. Mein GOtt, du leitest mich zu deinen himmelsstufen. Erhalte mir fort= hin Dies wort und sakrament, Gieb, daß sich mund und herz Voll treu dazu bekennt. 2. Laß mich die wichtigkeit Der sakrament erwägen. Trägt man dir HErr, ein find Auf deinen ruf entge= gen, Daß man es taufen will, Und. 234 Von dem Sakramente der heiligen Taufe. ich soll zeuge sein: So nimm, o guter| dem kleiderpuß Das innere vergessen. geist, Mein herz, mein alles ein. Wer keinen glauben hat, Der ist ein heuchelchrist, Der dich, mein heil, vers räth Und doch wie Judas küßt. 7. Schmüd' mich mit glauben aus, Gieb, daß er da recht steige, Daß meine demuth sich In allen stücken zeige. Wer bin ich? ach ein wurm, Der nichts, als fehlen kann. Die selbſt= erkenntniß führt Uns erst zur demuth 3. Laß mich es freudig thun, An meinen taufbund denken, Mich dir, wie dieses kind, Aufs neue völlig schenken. Die wohlthat ist sehr groß Und reichet himmelan, Drum gieb mir trieb und kraft, Daß ich dir danten kann. 4. Wie viele nahen sich zu solchen heil'gen werken und lassen nur ber= druß, Ja stolz und hoffart merken! Sie denken nicht, daß du, GOtt selber zeuge bist, Daß deiner engel schaar Daselbst zugegen ist. 5. Laß mir durch geist und brust Ein'n heil'gen schauder dringen Und mich recht ehrfurchtsvoll Dergleichen werk' vollbringen. Auch wenn ich, JEsu, mich Zu deiner tafel nah, So gieb, daß ich daselbst mit andacht dich empfah. 6. Laß den gebrauch mich nicht Nach vierteljabren messen, Noch bei A. Von dem Sakramente der heiligen Taufe. hab'n, Daß ihr ihn höret alle Und folget seiner lehre. 420. Christ unser HErr zum Jordan kam, Nach feines vaters willen, Von Sanct Johann die taufe nahm, Sein werk und amt zu erfüllen. Da wollt' er stiften uns ein bad, Zu waschen uns von sünden, Ersäufen auch den bittern tod Durch sein selbst blut und wunden, Es galt ein neues leben. an. 8. Laß mich da feinen rang Vor andern menschen suchen, Laß mich dies ärgerniß Vermeiden und verflu= chen, Vor andern hinzugehn; Dies wirkt der stolze geist, Der jeden gern voran Zur offnen hölle reißt. 9. Dies hohe sakrament Beruht auf lauter liebe. Entzünde doch, mein heil, Bei jedem solche triebe, Daß man dies liebesmahl Zur ew'gen wohlfahrt nüßt Und einst im freudenreich An deiner tafel sigt. 2. So hört und merket alle wohl, Was GOtt selbst heißt die taufe Und was ein chrifte glauben soll, zu fliehn der leger haufe: GOtt spricht und will, daß wasser sei Doch nicht allein schlecht wasser, Sein heilig wort ist auch dabei mit rechtem geist ohn' maßen, Der ist allhier der täufer. 3. Dies hat er uns bewiesen flar Mit bildern und mit worten: Des baters stimm' man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: dies ist mein lieber sohn, An dem ich hab' gefallen, Den will ich euch befohlen 4. Auch GOttes sohn hier selber steht In seiner zarten menschheit, Der heil'ge geist bernieder fährt In taubenbild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln d'ran, Wenn wir getaufet werden All drei person'n getaufet hab'n, Damit bei uns auf erden Zu wohnen sich begeben. 5. Sein'n jüngern heißt der HErre Christ: Geht hin, all' welt zu lehren, Daß, die verlor'n in fünden ist, Sich soll zur buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden, Ein neugeborner mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht glaubt dieser großen gnad', Der bleibt in seinen sünden, und ist verdammt zum ew'gen tod Tief in der höllen grunde. Nichts hilft sein eig'ne heiligkeit, All' sein thun ist Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 235 verloren, Die erbsünd machts zur| bekleidet, Daß uns der schlange list nichtigkeit, Darin er ist geboren, Ber- und rath, Noch was uns schreckt und mag ihm selbst nicht helfen. neidet, Von GOttes huld nicht scheidet. 7. Das aug' allein das wasser sieht Wie andre wasser fließen: Der glaub' allein die kraft versteht Des blutes JEsu Christi, Und ist für ihn ein rothe flut, Von Christi blut gefärbet, Die allen schaden heilen thut Von Adam her geerbet, Und von uns selbst begangen. 5. Aus höllenfindern sind wir schon Der gnade kinder worden, Dies ist der christen schönste fron', Der schmuck in ihrem orden. Ja Christus und sein heilig blut, Sein tod und sieg daneben, Ist nunmehr unser eignes gut, Das er uns hat gege= * 8. Drum danken wir dir innig- ben, um ihm dadurch zu leben. lich Für deine treu' und güte, HErr JEsu Christ, und bitten dich, Gieb stets ein neu gemüthe: Daß, wie du uns hast durch die tauf Ins gnadenreich genommen, Wir hier so führen unsern lauf, Damit wir dorten kommen zu dir ins reich der ehren. 6. Er hat uns auch das findesrecht, Die seligkeit, geschenket, Da= durch der sünden macht geschwächt, Sie gar ins meer versenket. Was kann nun teufel, höll und tod, Die uns sonst widerstunden? Weil 36sus Christus alle noth Sammt ihnen überwunden. Nun ist das heil gefunden. Mel. Christ unser HErr zum 2. 421. welch ein unvergleichlich gut Giebst du, HErr, deinen kindern: Das wasser und zugleich dein blut Schenkst du den armen fündern. Drei dinge sind, die allermeist Auf erden zeugniß geben: Das blut, das wasser und der geist, Die können uns erheben Zu dei nem freudenleben. 2. Dies sakrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen, Daß wie dich, 3Eju, sichtbarlich Die wasferflut begoffen, Als dich Johannes selbst getauft, So soll dein blut uns schwachen, Die du durch deinen tod erkauft, Frei von der hölle rachen Und dir ganz eigen machen. 3. Du hast uns durch dies sakrament Der firche einverleibet, Daß man uns nach dir chriſten nennt, 3ns buch des lebens schreibet. Dies was serbad hat uns im wort Auch rein gemacht von fünden: Laß deinen guten geist hinfort Das herz in lieb' entzünden Und in dir, JEsu, gründen. 4. Wir sind, HErr, in dein gnadenreich Durch diesen bund gesetzet, Der uns an feel' und leib zugleich Recht inniglich ergößet. Du haft uns durch dies reine bad Gewaschen und * 7. HErr, laß uns doch den reben gleich Auch gute früchte bringen Und stetiglich nach deinem reich Im festen glauben ringen. Laß uns durch wahre reu und buß Nun täglich mit dir ster= ben, Denn unser alter Adam muß Durch GOttes kraft verderben, Sull man dein reich ererben. 8. Hilf, daß wir diesen gnaden= bund Der taufe nie vergessen, Gieb, daß wir ihn von herzensgrund Be= ständig recht ermessen. Er muß uns hier in angst und pein, Ja geh'n wir gar von hinnen, Der seelen trost und freude sein. Das heißt der welt entrinnen, Den himmel zu gewinnen. Mel. Christ unser HErr zum 2c. 422. GOtt, da ich gar keiz nen rath Für meine seel' konnt' finden, Hast du mich durch das wasserbad Gewaschen rein von fünden. Dabei du klärlich haft er= weist Und durch ein sichtbar zeichen, Ovater, sohn und heil'ger geist, Es sei nichts zu vergleichen Mit deiner gnad' und liebe. Hoy 375100 2. Denn willig und von Herzens grund, Sobald ich zu die kommen, Hast du mich auf- in deinen bund, 236 Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 3um find auch angenommen. Du| gemüthe, Daß du aus unverdienter hattest ursach', mich vielmehr Zu stra- gnad' Mich durch das heil'ge wasserfen und zu hassen, und hast, o großer bad Von sünden abgewaschen. GOtt, so sehr Herunter dich gelassen, Den bund mit uns geſtiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden, Was sich für schwachheit an mir find't, Das läßt du mir nicht schaden. Den geist der kindschaft giebst du mir Und wenn ich vor dich trete, Mein Herz ausschütte, GOtt, vor dir, Nach deinem willen bete, Werd' ich allzeit erhöret. 2. HErr, ich bekenne, daß ich bin Gezeugt aus sündensamen, Ein find des zorns, das immerhin Entheiligt deinen namen. Ich weiß, daß von natur ich leb' Ohn' deine furcht und widerstreb', GOtt, deinem wort und willen. 3. Du aber hast, o vater, mich, Da ich war ganz verloren, zu dir gezogen gnädiglich Und wieder neu geboren Durchs wasserbad der heil'gen tauf, Daß ich in meinem lebenslauf Mich deiner lieb' fann trösten. 4. Hingegen hab' ich mich verpflicht't, Ich will ein gut gewissen Fort bei des glaubens zuversicht Zu halten sein geflissen, Dich, vater, sohn und geist, allzeit Für meinen GOtt erkennen und sammt der werthen christenheit Mit ehrerbietung nennen Den ein'gen HErrn und bater. 5. Ich hab' dem bösen feind entsagt, Auch allen seinen werken; Und dieser bund, der ihn verjagt, Kann gegen ihn mich stärken. Ich bin, o GOtt, dein tempel nu Und wieder neu geboren, Auf daß ich rechte werke thu', Dazu ich bin erforen, Und die du selbst befohlen. 6. Der alte mensch muß sterben ab, Der neue aber leben; Den bösen lüsten, die ich hab', muß ich stets widerstreben. Ich muß dem guten hangen an, Berrichten deinen willen, Mit fleiß und sorgfalt denken dran, Daß ich ihn mög erfüllen Durch deine kraft und stärke. * 7. GOtt vater, sohn und geist, verleih', Daß ich fest an dich glaube, Mich meines taufbunds tröst und freu', Darin beständig bleibe, 218 dein kind teufelswerke haß', Die bösen lüste dämpfe, Das gut' zu thun nie werde laß, Bis an das end' hier kämpfe Und dort dein reich ererbe. Ott Mel. Es ist das heil uns kommen. 423. Go bater, fohn und GOtt von großer güte, Sei jetzt und immerdar gepreist Mit dankbarem 4. HErr JEsu Christ, dein theures blut Wäscht mich von meinen sünden, Kraft dessen macht die wafferflut Den= selben fluch verschwinden, Den ich hab' bon natur verschuld't, Und segt mich in des baters huld, Die Adam hat verloren. 5. heil'ger geist, ich danke dir Für diese edle gabe, Daß ich nun innerlich in mir Dein kräftig zeugniß habe, Dadurch ich meinen schöpfer fann Getrost und freudig rufen an, Und sagen: abba, bater! 6. Weil in der tauf auch JEsus Christ Von mir ist angezogen, So hilf, daß durch des satans list Ich nimmer werd' betrogen. Denn die nun GOttes tempel seind, Die blei= ben vor dem bösen feind In deiner gnade sicher. 7. HErr, an diese würdigkeit, Die du mir wollen schenken, Laß mich jegund und allezeit In meiner noth gedenken, Daß ich dadurch ein herze faß' Und immer mich darauf verlaß', Daß du mir gnad' versprochen. 8. Ich hab' auch bei dem wasserbad Mich dir zum dienst verbunden, Drum gieb, daß keine missethat In mir werd' herrschend funden. Gieb, daß für deine güt' und treu' Ich den gehorsam stets erneu', Den ich da angeløbet. 9. HErr, so ich was aus schwachheit thu', Das wollst du mir verzeihen Und inir es ja nicht rechnen zu, Den Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 237 fiegelt. beistand auch verleihen, Daß ich an| theurer mund Durch einen eid verdir beständig bleib', Bis du die seele von dem leib Zu dir hinauf wirst nehmen. 8. Drum gehet mich dies alles an Was Christi tod erworben, Er hat es mir zu gut gethan, Er ist für mich ge= storben. Sein ganz verdienst ist mir geschenkt, Mein felfenfester glaube Mel. Nun freut euch liebe 2c. 424.36f Shrift, ich preife fenft Mich ganz in ſeine gnade. dich fröhlichem gemüthe, Dieweil du mich so gnädiglich Nach deiner großen güte, Durch deine tauf erreitet hast Von aller meiner fündenlast Und mir dein heil geschenket. 9. Nun bleib' ich GOttes eigenthum, Das läßt sich GOtt nicht nehmen. Der fünde gift soll dieſen ruhm Nicht schmälern, nicht beschämen, GOtt läßt den nun und nimmer nicht, von herzen sezzet. Der seine ganze zuversicht Auf ihn 2. Sobald der heil'ge wafferguß Mein sündlich haupt begossen, Sobald ist auch dein liebesfluß In meine brust geflossen. Dein geist verband mein herz mit dir, Ein göttlich leben gabst du mir, Ich ward aus GOtt geboren. 3. Ich bin in Christi tod getauft, Dadurch mit ihm gestorben Und GOtt zum eigenthum erkauft, Weil Christus mir erworben Die göttliche gerechtigkeit. Dies ist mein schmuck und ehrenkleid, Darin ich ewig prange. 4. Kein engel war so schön als ich, Da ich dich angezogen. Ich prangte vor dir würdiglich, Du wurdest selbst bewogen, Mich nun zu nennen deine braut; Im glauben ward ich dir vertraut, So hoch ward ich erhoben. 6. So war ich dazumal, als du Mich in den bund genommen; Allein gehör' ich dir noch zu? Ach ja, du heil der frommen Bersiegelst mich noch diese zeit Durch deinen geist der freudigkeit, Daß ich dir völlig eigen. werth; Es zeigt mein bös gewiſſen, 10. 3war bin ich dieser huld nicht Daß ich den taufbund oft versehrt, Doch bin ich nun beslissen, Daß durch die buße dieser bund Erneuert werde, weil der grund Bei dir noch feste stehet. 5. Ich war dein glied und lebt' in dir, Du selber warst mein leben, Doch lag dein glanz verdeckt in mir, Den du mir zugegeben. Ich sollt' erst an das leiden gehn Und unter deinem kreuze ſtehn, Bis du mich dort ver- 425. Du unerford, het Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. unerforschlich meer gnaden, Wie selig ist dein wasserbad! Es heilet an mir allen schaden, Den Adams fall verursacht hat; Die fündflut gehet überhin, Wenn ich in dieser arche bin. 2. Wie groß sind, JEsu, deine gaben! Du kommst mit wasser und mit blut, Und wenn wir diese schätze haben, So erben wir das höchste gut. Wenn wir damit gezeichnet sein, So läßt du uns zum himmel ein. 3. Was frag' ich nach der eiteln 7. GOtt hat mich selbst aus vaterhuld In dir zum find erwählet Und hat mich so von aller schuld In gnaden los gezählet. Sein bund ist mir ein ew'ger hund, Dieweil ihn GOttes mich, Um fleisch und blut zu zwingen; 11. 3ch streit' und kämpfe wider Komm selbst und hilf mir ritterlich, Wenn lüste auf mich dringen. Läßt mir der satan keine ruh, Stürmt welt und alles auf mich zu, So hilf mir doch obsiegen. 12. Nun tauf' mich noch mit deinem geist, Entzünde mein gemüthe, Daß sichs der heiligkeit befleißt Und stets vor sünden hüte. Du liebst mich sehr, o höchstes gut, Gieb, daß ein jeder tropfen blut Von gegenliebe walle. Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 238 ehre? Ich bin des allerhöchsten find, Weil ich in deren zahl gehöre, Die gar aus GOtt geboren sind. Kein ehrenstand ist diesem gleich, Dies ist mein recht zum himmelreich. 4. Du schreibest mich ins buch des lebens, O meines lebens leben, ein; Ach lasse mich doch nicht vergebens Auf deinen tod getaufet sein! Ja schreibe mich so kräftig an, Daß mich fein fluch vertilgen kann. 5. Hab' ich dir herz und hand gegeben, So gieb mir, JEsu, diese gnad', Auch dem versprechen nachzuleben, Das selbst dein geist versiegelt hat. Des satans werk und wesen sei Kein hinderniß an meiner treu'. Von der Erneuerung des Taufbundes. 6. Erhalte mich durch deine taufe Im bündlein der lebendigen Und Mel. O GOtt du frommer 2c. nicht, fibre mich in meinem laufe Bom it- 427. A Der taufbund ist geführe શ dischen zum himmlischen, Daß ich durch diesen Jordan geh' Und dort im lebenslande steh'. brochen, Ich schrei in voller angst: Ach, laß es ungerochen Und gehe diesen bund Mit mir von neuem ein! Hier hast du mund und hand, Ich will ge= Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 426.h bin ein mensch, das treuer ſein. wohl, Bin aber auch ein christe. Ach freilich wär' ich trauernsvoll, Wenn ich den trost nicht wüßte, Daß GOtt nach seinem gnadenrath Mich durch das wort und wasserbad Von neuem hat geboren. 2. Die heilige dreieinigkeit Sei ewiglich gepriesen Und dafür herzlich benedeit, Was sie an mir erwiesen: Mich aumen fünder hält sie werth Und giebt mir, was mein herz begehrt, Zu vollem heil und segen. 5. So ist auch GOtt der werthe geist Mein siegel, pfand und gabe, Daß ich, was GOttes wort verheißt, Gewiß zu hoffen habe. Er führet meinen lebenslauf, Er hilfet meiner schwachheit auf, Als meines herzens tröster. 6. Wie könnt' ich denn nun traurig sein In meinem ganzen leben? Wie könnte todesfurcht und pein Mir vor den augen schweben? Ich bin der seligkeit gewiß, Und nichts gewissers ist, als dies: Ich bin ein himmelserbe. 3. GOtt vater will mein bater sein, D was ist das für liebe! Kehrt freuz und leiden bei mir ein Und macht das leben trübe, So weiß ich, daß er zu mir spricht: Mein liebes kind, ich will dich nicht Berlassen noch versäumen. 4. GOtt sohn läßt mich sein theures blut Durch wahren glauben finden, Das machet alle schulden gut, Das wäscht mich rein von sünden. Nichts fann verdammlichs an mir fein, Denn sein verdienst ist gänzlich mein Und ich bin sein dagegen. 2. Dem teufel, welt und fleisch Will ich nun ganz entsagen, Wenn sie mich schon darum Als meine feinde plagen; In deines geistes kraft Greif ich sie alle an, Ihr zorn hat ja noch nie Den deinen leid gethan. 3. GOtt vater, john und geist, Dir sei mein ganzes leben, Leib, seele, geist und sinn Zum eigenthum ergeben. Befördre du mein wohl, Laß auch die meinen nicht, Daß uns an wahrem heil Nichts hier, nichts dort gebricht. 4. In deiner lieb' und treu', O vater voll erbarmen, In JEsu blut und tod, In seinen liebesarmen Und in des geistes trost, Regierung, licht und kraft Da such' und find' ich das, Was ewig nußen schafft. 5. Dies glaub' ich steif und fest, Denn du, dreieinigs wesen, Hast mich dir, und ich dich, Zum eigenthum erlesen; Du vater, ich dein kind; Ich schäflein, du mein hirt; Du HErr, ich unterthan, Dem nichts versaget wird. 6. Mein GOtt, was mag ich dir Von dem Sakramente der heiligen Taufe. Doch zur bergeltung geben? Daß du mich sündenkind, Mich wilden bösen reben So hoch gewürdigt hast, Daß ich nach deinem sinn, Durch geist und wasserbad Ein christe worden bin. 7. Dabei erhalte mich Bis an mein legtes ende Und hilf, daß ich dies bad Zu meinem trost anwende; Wenn meiner feinde list, Tod, sünde, teufel, welt Mir armen tag und nacht Viel tausend nege stellt. 8. Ich will den christenstand Weit über alles achten, Wenn andre mit der welt Nach ehr und hoheit trachten. Ich will mein lebenlang Auf deinem wege gehn Und dort an jenem tag' Bei dir, als christ, bestehn. 9. Dies wollest du, mein GOtt, Um meines JEfu willen, Durch deines geistes fraft In meiner seel' erfüllen, Die jest, an fräften arm, Nach deiner hülfe schreit. Ich lob' und preise dich Hier und in ewigkeit. 239 5. Ach GOtt, es ist mir herzlich leid, Mich beißet mein gewissen, Mein herz ist ganz voll traurigkeit, Zer= schlagen und zerrissen. Und ach, zer= fnirsche nun mein herz Mit wahrer reu' und bitterm schmerz Und mach' mich göttlich traurig. * 2. Cor. 7, 10. 6. Ich glaube deiner güt' und treu', Die du mir zugesaget, Sie ist dem alle morgen neu, Der ernstlich nach dir fraget. Ach, gieb mir wahre zubersicht, Die sich auf die verheißung richt't, So bei der taufe stehet. 7. Drum nimm aufs neu' mich in den bund, Bergieb mir meine sünden. Ach laß mich doch, mein GOtt, jegund Bei dir errettung finden Sprich mich von meinen schulden frei Und steh' mir fünftig treulich bei, Daß ich mich ernstlich beff're. 8. Ich will von heute meinen bund. Nun täglich wiederholen Und thun, was mir dein theurer mund In heil'= ger sage nun den Mel. HErr JEsu Christ du 2c. 428. Mach' auf, mein herz, fünden ab Und will durch dich bis in mal an deine taufe. Jegt währet GOttes gnade noch, Du stehst im christenlaufe, Drum denke, wie du deine pflicht Bis heute diesen tag verricht't, Ob du den bund gehalten? 2. Dein GOtt ist vater, sohn und geist, Auf den bist du getaufet, Sieh', was er doch an dir erweist: Er schuf dich und erkaufet Dich nun mit seines sohnes blut, Verändert herze, sinn und muth, Da er dich neu gebieret. 3. So gnädig hat er dich bedacht, Als er dich angenommen, Er hat den bund mit dir gemacht, Zählt dich zur schaar der frommen; Doch glaubst du auch, und legest flar In worten und Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. in werken dar, Was du ſo theu'r ver- 429. Ich bin getauft auf deisprochen? nen namen, bater, sohn und heil'ger geist; Ich bin gezählt zu deinem samen, 3um volk, das du geheiligt heißt; Ich bin in Christi tod gesenkt, Ich bin mit ſeinem geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem find und erben, Wein lieber vater, mich erklärt; 4. Ach freilich hab' ich bis jegund Den taufbund oft gebrochen, Ich übertrete, was mein mund Dir, hochster, fest versprochen. Mich schrecket die gerechtigkeit, Die jedem zorn und strafe dräut, Der sich von dir abwendet. 9. Dir aber sag' ich feste zu, Getrost an dich zu gläuben. In dir allein ist meine ruh', In dir will ich auch blei= ben. Von dir soll mich nicht freude noth, Angst, furcht, glüd, wollust, le: ben, tod, Noch sonsten etwas scheiden. 10. Gieb mir, mein GOtt, nur deinen geist. Der mich lehrt, stärket, leitet, Mir deine wege richtig weist, Mich gründet vollbereitet, Damit mein herz vor dir besteht, Mit dir zu jenen freuben geht, Wo die erlösten wohnen. Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 240 Du hast die frucht von deinem sterben, Mein treuer heiland, mir gewährt; Du willst in aller noth und pein, guter geist, mein tröster sein. 3. Doch hab' ich dir auch furcht und liebe, Treu' und gehorsam zugesagt, Ich habe mich aus reinem triebe, Dein eigenthum zu sein, gewagt, Hingegen sagt' ich bis ins grab Des satans schnöden werken ab. 4. Mein treuer GOtt, auf deiner seite Bleibt dieser bund wohl feste stehn, Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn, Nimm mich, dein kind, zu gnaden an, Wenn ich hab' einen fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein GOtt, aufs neue Leib, seel' und herz zum opfer Mel. Erwünschter brunnquell c. ein JEsu, der du vor 430. Mein dem scheiden, In deiner leßten trauernacht, Uns alle früchte deiner leiden In einem testament ver= macht, Es preisen gläubige gemüther Dich stifter dieser- hohen güter. 2. So oft wir dieses mahl genießen, Wird dein gedächtniß bei uns neu. Man kann aus frischen proben schlieBen, Wie brünstig deine liebe sei. Dein blut, dein tod und deine schmerzen Verneuern sich in unserm herzen. 3. Es wird dem zitternden gewissen Ein neues fiegel aufgedrückt, Daß unser schuldbrief nun zerrissen, Daß unsre handschrift nun zerstüdt, Daß wir vergebung unsrer sünden In deinen blut'gen wunden finden. B. Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls und zwar von der Stiftung desselben. 4. Das band wird fester zugezogen, Das dich und uns zusammenfügt; Die freundschaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue stüßen friegt; Wir werden mehr in solchen stunden Mit dir zu einem geist verbunden. hin, Erwecke mich zu neuer treue Und nimm besig von meinem sinn. Es sei in mir fein tropfen blut, Der nicht, HErr, deinen willen thut. 5. Dies brot kann wahre nahrung geben, Dies blut erquidet unsern 6. Weich, weich, du fürst der finsternissen, Ich bleibe mit dir unbermengt. Hier ist zwar ein beflect gewissen, Jedoch mit JEsu blut besprengt. Weich, eitle welt! o sünde, weich! GOtt hört es, jetzt entsag' ich euch. 7. Laß diesen vorsag nimmer wanfen, GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Halt mich in deines bundes schranken, Bis mich dein wille sterben heißt. So leb' ich dir, so sterb' ich dir, So lob' ich dich dort für und für. geist. Es mehrt sich unser innres le= ben, Wenn unser glaube dich geneußt. Wir fühlen neue kraft und stärke In unserm kampf und glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure bande Mit deines leibes gliedern ein, Mit denen wir in solchem stande Ein herz und eine seele sein. Die liebe muß uns fester schließen, Da wir ein fleisch und blut genießen. 7. Dein fleisch muß uns zum pfande dienen, Daß unser fleisch, das schwachheitsvoll, Einst herrlich aus dem staube grünen Und unverweslich werden soll, Ja daß du uns ein ewig leben, Nach diesem kurzen, werdest geben. 8. O theures lamm, so edle gaben Hast du in dieses mahl gelegt! Da wir dich selbst zur speise haben, Wie wohl ist unser geist verpflegt! Dies mahl ist unter allem leiden Ein wahrer vorschmack jener freuden. 9. Dir sei lob, ehr' und preis gefungen; Ein solcher hoher liebesschein Verdient, daß aller engel zungen 3u dessen ruhm geschäftig sein. Wird 241 9. Süßer JEsu, laß mich hier Deine süßigkeit oft schmecken, Laß die gnadentafel mir Oft zu meiner labung decken. Nach der himmelsspeis' und Mel. JEsus meine zubersicht.. 431. Allergrößter menschen- trank Bin ich ganz vor liebe krank. freund, Du 10. Laß mich aber würdiglich Dieses dank- und denkmahl halten, Sonsten würde über mich GOttes zorngerichte walten. Wer zu dieſem tisch will gehn, Muß in buß' und glauben stehn. 11. Schrecklich ist, was Paulus spricht: Wer unwürdig ißt und trinfet, Ißt und trinkt ihm das gericht*; Drum, wenn mir dein finger winket, Laß mich ja vorsichtig sein, Daß ich wohlgeprüft erschein. * 1. Cor. 11, 29. und zwar von der Stiftung desselben. unser geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. an dein leiden; Deine lieb' so treu es meint, Daß sie dich uns will bescheiden In dem theuren testament, Das nicht seines gleichen kennt. 2. Laß mich dieses wundermahl Niemals ohne dank betrachten und in diesem jammerthal Für mein bestes labsal achten, Ja bereite mich recht wohl, Wenn ich solches nehmen soll. 3. In der allerlegten nacht, Da dich Judas kuß verrathen, Hast du dies denkmahl gemacht Deiner lieb' und wunderthaten, Daß ja keine trauernacht Dämpfe deiner liebe macht. 4. Will ich hier zu tische gehn, So vertreib die nacht der sünden, Laß ein licht in mir entstehn, Dich, o wahres licht, zu finden, Daß dein mahl die Mel. Christus, der uns selig 2c. todesnacht Mir zum hellen himmel 432. Seele, denk an jene nacht, Drinnen der verrathen, Der die fünder selig macht Von den missethaten; Denke, was er uns zulegt Noch zurück gelassen, Das die seelen höchst ergößt, Die ihn gläubig fassen. 5. Du giebst brot und giebst dabei Deinen leib uns zu genießen, Du sprichst, daß dein blut hier sei, Und ich seh' den wein nur fließen. Das geheimniß ist sehr groß Und der glaube faßt es bloß. 12. JEsu, wahres himmelsbrot, Süßer trank von Edens reben, Laß doch diesem gastgebot Keinen irrthum widerstreben. Halt mit uns dein testa=. ment, Bis sich leib und seele trerint. 6. Laß mich die vernunft doch hier Durch dein wort gefangen nehmen Und mit sehnlicher begier Nach der stiftung mich bequemen. Dem, der mich mit zweifel plagt, Ruf ich: Christus hats gesagt. 7. Wie uns sonst das brot gedeiht, Also stärkt dein leib die seele; Wie der wein das Herz erfreut, So giebt deiner wunden höhle Einen wein, der uns entzückt Und im tode selbst erquickt. 2. JEsus aß das ofterlamm Bei den abendstunden, Drauf er an des Freuzes stamm Uns der schuld entbunden. Hilf, o GOtteslamm, daß ich Deiner nie vergesse Und dein fleisch oft würdiglich mir zum leben esse. 3. JEsus, als er durch den tod Seinen lauf wollt' enden, Nahm mit dank und brach das brot In den allmachtshänden. Laß mich denken deiner treu', Die nicht auszusprechen, Und dem nächsten auch dabei Brot im hunger brechen. 8. O, erwünschtes mahl bei GOtt, 4. Est, das ist mein leib, für euch Wo die liebe tafel decket, Wo man In den tod gegeben, Sprach er: ach lauter himmelsbrot, Wo man lebens- bernunft entweich; Glaube wirkt das wasser schmecket, Wo der trank ausleben. Hilf, HErr JEsu, daß ich mich JEsu fleußt, Wenn sein leib uns sel- Auf dein wort nur gründe Und den ber speist. zweifel ritterlich Dadurch überwinde. 16 242 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 5. JEsus gab die lebensflut Sei-| Will der HErr sein blut uns reichen, nen tischgenossen: Trinkt, sprach er, Da er das gewächs der reben Mit den das ist mein blut, Das für euch ber- worten hingegeben: Nehmet, trinkt, goffen. Gieb den theuren lebenssaft, JEsu, mir zu trinken, Wenn mir leben, muth und kraft In der angst entsinfen. was ihr genießet, Ist mein blut, das sich ergießet Zur vergebung eurer sünden, Mein gedächtniß fest zu gründen. 6. O geheimniß, welches fündlichGroß und herrlich, unergründlich! gemeinschaft dieses gutes, Brot und leibes, wein und blutes! Heiland, auf dein wort zu bauen, Stärke du doch mein vertrauen, Wider die vernunft zu kämpfen, Ihren widerspruch zu dämpfen. 7. Ich halt' mich an dein vermächtniß: Solches thut mir zum gedächtniß! Dies gedächtniß fest zu gründen, Denk' ich, HErr, an meine sünden; Diese, die von GOtt mich scheiden, Brachten dich in alles leiden, Doch du rufft uns abgetrennte Durch dein 6. Liebster, der mein herz ergößt, Der du dieses essen, Dieses trinken eingeseßt Dein nicht zu vergessen, Hilf, daß ich mit lob und dank An dein leiden denke Und mich, wenn ich geistlich frank, In dein blut versenke. 7. Esu, laß durch deine qual, Durch dein blutvergießen, Dein hochtheures abendmahl Würdig mich genießen, Laß mir dieses jederzeit, HErr, zum Leben nüßen Und mich in der ewigkeit Bald zu tische sigen." Mel. Schmücke dich, o liebe seele. 433. Smüde dich, o liebe wort und sakramente. seele, Fülle mit dem glaubensöle Deine lampen, dich bei zeiten Auf die hochzeit zu bereiten, Denn dein bräutigam wird kommen, Der dein fleisch an sich genommen. Was er in den tud gegeben, Giebt er lebend dir zum leben. 8. Ja ich komm' in buß' und reue, Hilf, daß ich in dir mich freue, Gieb, daß sich mein glaube stärke, Schaff' in mir die neuen werke. Du bist mein, uns trennt fein leiden; Ich bin dein, wer will mich scheiden? Laß, was du hier angefangen, Mich vollendet dort erlangen. 2. Ach, wie hoch wirst du geschäzet! JEsu Christi stiftung seget Ein ge= dächtniß ſeiner thaten In der nacht, da er verrathen, Den du mußt, als mächtig, ehren, Dessen weisheit dich muß lehren, Deffen wahrheit du mußt tennen, Ihn allgegenwärtig nennen. 3. Geistlicharmer geist, bedenke, Was dir JEsu fülle schenke, Als er in dem testamente Zu der erbschaft dich ernennte Und nicht etwa einen schatten, Wie die alten väter hatten, Sondern körperliches wesen Zur bersichrung auserlesen." 3. Wer sich will zu dem tisch machen, Der hab' wohl acht auf sein' sachen; Wer unwürdig hinzugeht, Für das leben den tod empfäht. 4. Denn vor seinem schweren leiden Hat der hirte, dich zu weiden, Bei dem 4. Du sollst GOtt den vater preimahle brot gebrochen Und geheimniß- sen, Daß er dich so wohl thut speisen, voll gesprochen: Nehmet hin, was euch zum leben Ich zum tode hingegeben, Dieses ist mein leib, dies esset, Daß ihr meiner nicht vergesset. und für deine missethat In den tod sein'n sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, Daß es ein' speis' sei der kranken, Deren herz von sünden 5. Aber auch desselben gleichen 434. I Esus Christus unser den zorn GOttes wandt', Durch das bittre leiden sein Half er uns aus der höllenpein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, Gab er uns sein'n leib zu essen Ber= borgen, im brot so klein,( a) Und zu trinken sein blut im wein. und zwar bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. 243 schwer Und vor angst ist betrübet| lich Als dein gast bei dir erscheine Und ſehr. mit JEsu mich vereine. 6. Solch groß' gnad' und barmherzigkeit Sucht ein herz in großer arbeit; Ist dir wohl, so bleib davon, Daß du nicht kriegest bösen lohn. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen, Laßt mich über euch erbarmen! Kein arzt ist den starken noth, Sein' kunst wird an ihn'n gar ein spott. 8. Hättst du dir was fönn'n erwerben, Was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von herzensgrunde Und bekennst es mit dem munde, So bist du recht wohl ge= schickt, und die speis' dein' seel' erquict. 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen nächsten sollst du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein GOtt an dir hat gethan. ( a) Das ist: Christus giebt uns mit und unter dem gesegneten, wenigen oder kleinen brote fei= eine verborgene und geheimnißvolle weise zu essen. Bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. Morgenlied eines Kommunikanten. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 435. H Ott sei lob, der tag ist fommen, Da ich JEsu werd' vertraut, Da ich, aller schuld entnommen, Werd' in GOttes huld geschaut; Da mich GOtt mit glauben ziert, Zu des lammes hochzeit führt Und mir JEsum, der mich liebet, Selbst zum lebenspfande giebet. 2. GOtt, bei diesem frohen morgen Suchet dich dein liebes find, Senkt in deine vatersorgen, Was sich in und an mir find't. Sorge, vater, jest für mich, Daß ich heute würdig3. Christe, du lamm GOttes, höre, Weil du trägest meine schuld! Seelenhirt, bei mir einkehre, Schließe mich in deine huld! Deiner güte ich vertrau', Führe mich auf grüner au Und speis'' mich, mir stets zu gute Heut' mit deinem leib und blute. 4. Heil'ger geiſt, du kraft der schwachen, Bleibe heut' und stets bei mir. Deine heiligung kann machen, Daß ich würdig, nach gebühr, Mir zum nuß und GOtt zum preis Esse diese seelenspeis', Daß ich dadurch chriſtlich lebe, Selig einst den geist aufgebe. 5. Nun, dir lieg' ich, GOtt, zu füßen, Deine lieb' umarme mich; JEsu, dein blut seh' ich fließen, Mache mich gerecht durch dich; Heil'ger geist, durch deine kraft, Die ein neues herze schafft, Wollest du mich recht verneuen Und mich hier und dort erfreuen. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 436. Er, bu haft für alle sünder tisch gedeckt. Wo dein brot für deine finder Nach des baters liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein gast, Wie du mir befohlen hast; Aber hilf auch, daß mein herze Nicht mit deiner wohlthat scherze. 2. Räume, bitt' ich, meine seele Ganz von allem bösen aus, Komme selbst darein und wähle. Sie als dein geweihtes haus, Denn ich hoffe nur auf dich, Liebster JEsu, liebe mich Und laß deinen tisch auf erden Mir zum himmelsvorschmack werden. 3. Hilf mir, daß ich recht bedenke, Wie der HErr sein fleisch und blut Seinem armen knechte schenke, Und was deine liebe thut. Gieb mir gnade, daß ich nicht Eß und trinke zum gericht, Was du, JEsu, für mein leben 3ur erlösung dargegeben. 4. Nimm jetzt die vernunft gefangen, Daß ich glaube schlecht und recht, Und erwecke mein verlangen, Wenn das fleisch den eifer schwächt. Gieb 16 Von den Sakramenten des heiligen Abendmahls empfindung meiner noth Und be-| ich mein leer herze stelle, Baß mit treft gierde nach dem brot, Welches allen es fließen voll, So wird meiner seele hunger stillet Und mein Herz mit wohl. Kyriel. GOtt erfüllet. 3. Laß mich recht trauern über meine sünde, Doch den glauben auch anzünde, Den wahren glauben, mit dem ich dich fasse, Mich auf dein berdienst verlasse. Kyriel." Gieb mir ein recht gottfürchtig herze, Daß ich mit der fünde nicht scherze, Noch durch meine sicherheit Mich bring' um die seligkeit. Kyriel. 4. Heftig beschweret find' ich mein gewissen; Ach, laß reichen trost drein fließen Aus deinen wunden, welche du empfangen, Da du an dem kreuz gehangen. Kyriel. Wenn mein herz dies in sich empfindet, Wirds von stund' an still und entzündet, Wird an lieb' und glauben schön, kann vor GOtt mit freuden stehn. Kyriel. 244 5. Denke doch, du fürst des lebens, Denke, daß du JEsus heißt, Denke, daß du nicht vergebens Für die welt gestorben feist. Nimm doch meiner seufzer wahr, Reiche mir dich selber dar Und laß heut' auf mein gewissen Blut aus deinen wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, Nähr' uns auch durch deine kraft. Weil wir insgesammt verloren, Wo nicht JEsus hülfe schafft, Ach so laß dein brot und wein Meines herzens labsal sein, Daß die wirkung dieser speise In der that sich kräftig preise. 7. Laß mich deine liebe schmecken Und vergälle mir die welt. Oder wenn mich furcht und schrecken, Angst und schwachheit überfällt, So verschaffe mir dein blut Einen rechten freudenmuth, Daß ich meinen trost im glauben Mir von niemand laffe rauben. 8. Laß mich dies ins herze fassen, Rühre mich durch deinen tod, Laß mich keinen menschen hassen, Denn man ist von einem brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, Bis ich werde bei dir sein Und die fülle deiner gaben, Meinen GOtt und alles haben. Mel. GOtt sei gelobet und 2c. 437. mein getreuer hirte, Komm, mit gnaden mich bewirthe, Bei dir alleine find' ich heil und leben, Was mir fehlt, kannst du mir geben. Kyrieleis. Dein armes schäflein wollst du weiden Auf Israels bergen mit freuden, Und zum frischen wasser führ'n, Da das leben her thut rühr'n. Kyriel. 2. All' andre speis' und trank ist ganz vergebens, Du bist selbst das brot des lebens. Kein hunger plaget den, der von dir iffet, Alles jammers er vergiffet. Kyriel. Du bist die lebendige quelle, 3u dir 5. Der darf des arztes, den die frankheit plaget, Mit begier er nach ihm fraget. O süßer JEsu, schau, wi tiefe wunden Werden auch in mir gefunden. Kyriel. Du bist ja der arzt, den ich rufe, Auf den ich mit verlangen hoffe. Hilf, o wahrer mensch und GOtt, Hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyriel. 6. Du rufest alle die zu dir in gnaden, Die mühselig und beladen. All' ihre sünde willst du ihn'n verzeihen, Ach komm selbst, leg' an deine hände Und die schwere last von mir wende, Mache mich von sünden frei, Dir zu dienen kraft verleih'. Kyriel. 7. Mein geist und herze wollst du zu dir neigen, Nimm mich mir, gieb mich dir eigen. Du bist der weinstock, ich bin deine rebe, Nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyriel. Ach, in mir find' ich lauter sünden, In dir müssen sie bald verschwinden; In mir find' ich höllenpein, In dir muß ich selig sein. Kyriel. 8. Komm, meine freude, komm, du schönste krone, JEsu, komm und in mir wohne. Ich will dir fallen, und zwar bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. 245 HErr, zu deinen füßen, Dich mit lieb'| Erleuchte mich, denn ich bin blind, und glauben füssen. Kyriel. Du kannst mir gnad' ertheilen. Ich bin verdammt, erbarme dich; Ich bin verloren, suche mich Und hilf aus lauter gnaden. 7. Mein bräutigam, komm her zu mir Und wohn' in meiner seelen, Laß mich dich küssen für und für Und mich mit dir vermählen. Ach, laß doch deine süßigkeit Für meine seele sein bereit Und stille ihren jammer. 8. Du lebensbrot, HErr JEsu Christ, Komm, selbst dich mir zu schenken. O blut, das du vergoffen bist, Komm eiligst mich zu tränken. Ich bleib' in dir und du in mir, Drum wirst du, meiner seele zier, Auch mich dort auferwecken. Bring' mir mit, was meine seel' erfreut, Deiner treu' und liebe süßigfeit, Deine fanftmuth und geduld, Deine unerhörte huld. Kyriel. 9. Dies sind die mittel, die mich können heilen Und mir lebenskraft| ertheilen, Daß ich nun aus mir all' untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyriel. In dir hab' ich alles, was ich soll, Deiner gnade brunnen ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir, und bleib ewig auch in mir. Kyriel. Mel. HErr JEfu Christ, du zc. u lebensbrot, HErr 438. DJEfu Chrift, Mag dich ein sünder haben, Der nach dem himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, So bitt' ich dich demüthiglich: Komm selber und bereite mich, Daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner aue wollest du mich diesen tag, HErr, leiten, Den frischen wassern führen zu, Den tisch für mich bereiten. Ich bin zwar fündlich, matt und krank, Doch laß mich deinen gnadentrank Aus deinem becher schmecken. 3. Du angenehmes himmelsbrot, Du wollest mir verleihen, Daß ich in meiner seelennoth zu dir mag findlich schreien. Dein kleid des heils bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner tafel figen. 4. Tilg' allen haß und bitterkeit, O HErr, aus meinem herzen. Laß mich die sünd' zu dieser zeit Bereuen ja mit schmerzen. Du heißgebratnes osterlamm, Du meiner seelen bräutigam, Laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner gunst nicht werth, Als der ich jetzt erscheine Mit sünden allzuviel beschwert, Die ich boll schmerz beweine. In solcher trübsal tröstet mich, HErr JEsu, daß du gnädiglich Der fünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein mensch, frank von der sünd', Laß deine hand mich heilen; Mel. O GOtt, du frommer 2c. ch will mein 439. Ott, Zum liebesmahl mich nahen Und JEsu leib und blut zu meinem trost empfahen. Ach komm und stärke mich, Ach, weiche nicht von mir, Ach, ziehe doch mein herz In andacht fest zu dir! 2. Vertreibe, HErr, von mir Die sündlichen gedanken, Laß deinen geist doch nie Bon meinem geiste wanken. Ja, richte meinen geist Stets- nach dem himmel hin, Daß er schon bei dir sei, Da ich auf erden bin. 3. Laß ja nichts eitles mich In meiner andacht stören, Ja, laß mich freud' und wonn' In. meiner seele hören. Ach bete du in mir, Mein GOtt, entzünde mich, Daß ich, mit dir vereint, In lieb' umfasse dich. 4. Ach, heilige mein herz Und alle meine sinnen, Nimm herz und seele ein Und wohne selbst darinnen. Ja, mach' durch deinen geist Mich heilig, schön und rein, Und laß mich immerdar Dein haus und wohnung sein. 5. Erwecke jetzt in mir Die wahre seelenstille, Daß andacht, ſeelenluſt Und freude mich erfülle. Gieb, daß ich schmecken mag, HErr, deine süßigfeit und deines geistes trost, Der herz und seel' erfreut. 246 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 6. Wenn ich nun deinen leib| Uns wird Christi blut gegeben. D, der Wahrhaftig selbst genossen, Wenn großen heimlichkeiten, Die nur GOtauch dein theures blut, Das du für tes geiſt kann deuten! mich vergossen, Mich kräftiglich erquidt; So bleib' auch stets in mir, Daß ich in ewigkeit Vereinigt sei mit dir. 7. Ja laß die heiligung, Die in mir angefangen, 3um wachsthum mehr und mehr Durch deine kraft gelangen. Laß mich in frömmigkeit Und glauben feste stehn, Bis ich vom glau-| ben einst 3um schauen weide gehn. 440. Shmücke dich, o liebe feele, die dunkle sündenhöhle, Komm mit gläubigem verlangen An das helle licht gegangen, Denn der HErr voll heil und gnaden Will dich jetzt zu gaste laden, Der, den welt und himmel ehren, Kommt jetzt, bei dir einzukehren. 2. Eile, wie verlobte pflegen, Deinem bräutigam entgegen, Er klopft an die herzensthüre, Daß er dich in andacht rühre; Öffn' ihm deiner seele pforten, Red' ihn an mit schönen worten: Komm mein freund, und laß dich küssen, Laß mich deiner nicht mehr miffen. 3. Ach, wie hungert mein gemüthe, 4. Beides, zittern und ergößen, Will mich in bewegung setzen. Das geheimniß dieser speise und die uner= forschte weise Macht, daß ich erstaunend merke, HErr, die größe deiner werke. Ist auch wohl ein mensch zu finden, Der dein' allmacht könnt' er= gründen? 6. JEsu, meine lebenssonne, JEsu, meine freud' und wonne, JEsu, den ich mir erwähle, Lebensquell und licht der seele! Hier fall' ich zu deinen füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner himmelsspeise, Mir zum heil und dir zum preise. Von der nichtigen Entschuldigung derer, die sich des hei= ligen Abendmahls enthalten. Mel. O GOtt, du frommer 2c. Ach, ich muß mich oft mit thranen 441. ch bitt' entſchuld ge 3 mich, So sprachen Nach dem lebensmanna sehnen; Ach, ich spür' ein herzlich dürsten Nach dem trant des lebensfürsten, Wünsche, daß er, als der meine, Mich durch sich mit GOtt vereine. die verächter Und trieben mit dem mahl Des höchsten ein gelächter. Sie famen dennoch nicht, Ob es schon war bereit. Dergleichen menschen sind Auch noch zu unsrer zeit. 2. Sie sagen: wir sind schon Zum abendmahl gegangen, Dieweil wir es im geist Und glaubenskraft empfangen. 5. Nein, bernunft die muß hier weichen, kann dies wunder nicht erreichen, Daß uns Christus so bedentet, Uns sein fleisch im brote schenket, Macht, daß mit dem saft der reben 7. HErr, es hat dein treues lieben Dich vom himmel abgetrieben, Daß du willig hast dein leben In den tod für uns gegeben Und im leiden unver= droffen Hast dein blut für uns vergossen; Das kann uns jett fräftig tränken, Deiner liebe zu gedenken. 8. JEsu, wahres brot des lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum schaden, Sei zu deinem tisch geladen. Laß mich durch dies seelenessen Deine liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf erden, Mag ein gast im himmel werden. spötter, wenn dich gleich Des glaubens kraft ergößt, Ist denn das abendmahl Vergebens eingesetzt? 3. Dein JEsus, schnödes herz, Will sich dir doppelt geben, Theils in des glaubens kraft zu einem neuen leben, Theils in dem abendmahl; Und dieses nimm in acht: Dem hilft der glaube nichts, Der dieses mahl veracht't. und zwar bei dem Genusse 4. Man wendet ferner ein: Vergebung meiner fünden Ist ohne abendmahl In GOttes wort zu finden. O spötter, lässet dich GOtt doppelt gnade sehn, Muß denn das abendmahl Darum verachtet stehn? 5. Wir sorgen gar zu sehr, So hört man andre sagen, Daß wir unwürdig gehn, Wer wollte dieses wa= gen? Berächter, kehrt zurüc, Sucht JEsum in der zeit, Weil, wenn euch buße fehlt, Ihr schon verdammet seid. 6. Man ruft, das abendmahl Sei 442. 3ich, Mein JEſu blicke Mel. Vater unser im himmelreich. u deinen füßen viel zu hoch zu schätzen. Doch eben diesen schatz Laßt euren geist ergößen. Ach kommt, sonst macht ihrs ja, Als wenn ein franker spricht: Die arzenei ist gut, Allein ich mag sie nicht. doch auf mich. Du bist der arzt und wundermann, Der allezeit erretten fann; Drum, bin ich gleich von hülfe bloß, So ist doch mein vertrauen groß. 7. Wir fürchten, sagen sie Wenn wir dies mahl schon schmecken, Wir möchten uns darauf Mit neuer schuld beflecken. Verächter, fündigt nicht Aus bosheit, sicherheit; Die schwachheit schenkt euch GOtt Aus gnad' und freundlichkeit. 2. Mein trost und meines herzens theil, Mach' erstlich meine seele heil, Besprenge sie mit deinem blut Und mache mein verbrechen gut; Und dann gieb, nach vergebner schuld, Bei mei= ner schwachheit auch geduld. 3. Berühre mich mit deiner hand, Die so viel böses abgewandt. Dein leib mich speise, da ich krank, Dein blut sei meiner seelen trank. Ich will, wie Lazarus allein, Auch wenn ich frank, der deine sein. 4. Wenns meiner seele selig ist, So heile mich, HErr JEsu Christ, Soll sterben aber besser sein, Wohl mir, auf JEsum schlaf ich ein. Mach' du es JEsu, durch dein blut Mit mir an leib und seele gut. 8. Viel' sagen freventlich: Wir haben kein verlangen; Kein hunger und fein durst Treibt uns, es zu empfangen. Ach weh, es mangelt euch Erfenntniß, heil und licht, Ihr fennet Christi mahl Und euer elend nicht. des heiligen Abendmahls. 247 12. Mein heil, dein abendmahl Soll meine seel' erquicken, Bis in der herrlichkeit Ich dich dort werd' erblicken. O theure himmelsspeis', O manna, seelengab', Ich sehne mich nach dir, Wohl mir, wenn ich dich hab'. 11. Ein andrer wendet ein: Ich muß mit schmerzen sehen, Wie man die bösen läßt Zum gnadenmahle gehen. Ach armer, sich auf dich; Und bist du selber rein, So wird der andern schuld Dir niemals schädlich sein. Vor der Kommunion eines Kranken. 9. Man ruft: ich will vorher Dem streit ein ende machen. O menschen, überlaßt Dem richter solche sachen; Lebt ohne zank und haß, Neid, bitterfeit und streit, So schadet der prozeß Nichts an der würdigkeit. 10. Der spricht: jetzt kann ich nicht, Weil mirs an kleidern fehlet. Verächter, hat denn GOtt Den kleider= schmuck erwählet? Er siehet auf das herz, Wenn JEsus das regiert, So Mel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. biſt du ſchön genug Zum liebesmahl 443. Seele, laß die ſpeiſe ſtegeziert. hen, nur ekel dir erweckt; Eile zu dem mahl zu gehen, Welches nach dem himmel schmeckt, Das die teufel zwar entrüstet, Doch die engel selbst gelüftet. Bei dem Genusse des heiligen Abendmahls. 2. Trachte die vernunft zu stillen, Die dem glauben widerspricht; Reinige den argen willen Durch des glau 248 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls bens gnadenlicht; Laß die fünden, dei-| an. Den die himmel nicht umfassen nen hirten JEsum würdig zu bewir- Will in dir sich nieder lassen JEsus then. will im brot und wein Wesentlich zu= gegen ſein. 2. O geheimnißvolle weise, Die kein menschenwiß ermißt! Hier giebt sich ein lamm zur speise, Das der erz= hirt selber ist. Hier will, zu der gäste leben, Sich der wirth zur speise geben, Und zum opfer stellt sich hier Selbst der hohepriester für. 3. Willst du in mein herz einkehren? HErr, deß bin ich ja nicht werth, Deine glut wird mich verzehren. Doch, weil du es so begehrt, Glaub ich fest, du wirst mich schwachen Dieser ehre würdig machen. 4. Soll ich mit dem brot empfangen, Was zuvor am freuze hing? Soll ich aus dem kelch erlangen, Was aus deinen wunden ging? Soll der himmel mit der erden, GOtt und mensch vereinigt werden? 5. Ei, so säume nicht, mein leben, Neiche mir den heil'gen leib, Welchen du für mich gegeben, Daß dein geist in meinem bleib', Und mich weder leid noch freude Von dem haupt und gliedern scheide. 6. Laß die ströme deiner striemen Waschen ab den sündenkoth. Es sei ferne, von mir rühmen, Als von deinem freuz und tod, Als allein von deiner liebe, Die zu diesem bund dich triebe. 7. HErr, ich sage für die schmerzen, Für die speise, für den trank Dir mit meinem mund und herzen Unablässig lob und dank; Um die sünd' in mir zu kränken Will ich deines tods gedenken. 8. Mache mich im glauben fräftig, Laß mich im gewissen rein, In der lieb' und tren' geschäftig, In der andacht brünstig sein. Gieb mir neue kraft zu kämpfen Und der feinde macht zu dämpfen. 9. Gönne, daß die himmelsspeise Meiner seele arzenei Und, bei letter todesreise, Meine kraft und labung sei, Bis ich werde mit den frommen zu des lammes hochzeit kommen. Mel. JEsu meines Lebens leben. 444. M eine seele, laß dich finden Auf der wahren glaubensbahn, Dich mit Christo zu verbinden; Thu ihm auf, er flopfet 3. O wie hungert nach den seelen Selbst das wahre lebensbrot! Selig, die dies brot erwählen Für des geistes hungersnoth! Seht, an dieser heil'gen stelle Lechzet selbst die lebensquelle Nach der armen sünder heil. JEsus ist das beste theil. 4. Sieh, o mensch, den schaß der gnade, Den dir JEsus aufgethan, Rühre nicht die bundeslade Mit ver= wegnen händen an. Soll nicht GOttes grimm erwachen Und dich gar zu nichte machen, Armer sünder, so tritt du Zitternd und mit furcht herzu. 5. JEsu, mache meine finnen Und mein ganzes herze rein, Laß jetzt deine wunden rinnen, Senke mein herz tief hinein. Komm, du könig aller ehren, Eile bei mir einzukehren Unter meines herzens dach, Obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. JEsu, laß mich gnade finden und vertreib mir alles weh, Laß die rosinfarb'nen sünden Weißer sein als woll' und schnee. Komm, mein herz voll glauben, hoffen, Lieb' und sehnsucht steht dir offen: Laß dein herz, das ewig rein, Und mein herz, ein herze sein. Mel. Allein GOtt in der höh' ſei zc. 445. ie heilig ist doch dieanW jego stehe! Ist dieses nicht die lebenspfort', Die ich hier offen sehe? O tisch des HErrn, o himmelsthor! Ich trete jetzt erfreut davor Und kniee gläubig nieder." 2. Wie heilig ist dies lebensbrot, und zwar bei dem Genusse des heiligen Abendmahls. 249 Mel. Wend ab deinen zorn 2c. Das hier mein geist erblicket, Das meine ſeel' nach angſt und noth Ge= 446.vater, groß von gnade, lieb' und güte, Wir kommen mit zerschlagenem gemüthe Und bitten dich, du wollst ansehn uns armen Und dich erbarmen. 2. Nimm von uns weg all' unsre missethaten Und alle schuld, darein wir sind gerathen, Damit wir dir ein reines opfer bringen und recht lobsingen. o himmelsbrot, O lebensmanna, das mir GOtt An seinem altar reichet! 3. Wie heilig ist doch dieser trant, Den ich allhier empfahe, zu dem ich mich mit lob und dank Im glauben freudig nahe! O seelentrank, o heilig blut, Du meiner seelen höchstes gut, Hier komm ich, dich zu nehmen! 4. So nehm' ich, heil'ge speise, dich Mit andachtsvollem herzen; heil'= ger trank, erquicke mich Und stille meine schmerzen. Wie wird und ist mir doch so wohl, Da ich in JEsu leben soll und mich in ihm erfreuen. 5. O welch ein ruhm und glück für mich, Ich bin mit GOtt verbunden! Er kommt zu mir, und so hab' ich Mein ewig heil gefunden. Mein JE= sus kehrt selbst bei mir ein, Will meiner seele bräut'gam sein Und sich mit mir vermählen. 6. Ach, möcht' ich doch ganz heilig sein! Wär' mein herz ohne sünde! Damit, wenn JEsus gehet ein, Er reine wohnung fünde. Ach, wär' mein herz der reinste ort, In welchem JEsus fort und fort In gnaden bleiben möchte! 7. Doch, fehlt mir die vollkommenheit, Die GOtt allein ergößet, So wird durch Christi heiligkeit Doch alles reich erseget. Drum, heiland, komm und rein'ge mich, Damit ich durch dich würdiglich Dies sakrament empfange. 8. Komm, heil'ge mich, daß herz und geist Dein wohnhaus ewig blei= ben. Was sich noch fündlich an mir weist, kannst du allein vertreiben. Bereite mich so, wie du willt, Und laß dein heilig ebenbild Beständig an mir leuchten. 9. Nun GOtt sei dank, deß gütigfeit Mich heute so gelabet, Gepriesen fei, der mich erfreut Und selbst mit sich begabet. Nun höchster, laß mich alle zeit Von nun an bis in ewigkeit Mit dir vereinigt bleiben. 3. Wahr ist es, HErr, wir haben's grob verdienet, Doch hat dein sohn uns völlig ausgefühnet, Nachdem er, uns zu gut, bom himmel kommen, Fleisch angenommen. 4. Weil wir dir oft halsstarrig widerstrebet, Hat er dafür gehorsam stets gelebet; Weil dein gebot von uns war überschritten, Hat er gelitten. 5. Daß wir nicht straf und schande dürften tragen, Hat er für uns erduldet schmach und plagen Und endlich gar sich in den tod gegeben, Auf daß wir leben. 6. Wir können sonst für uns und unsre sünden Kein lösegeld, kein andres opfer finden; Dein sohn, o GOtt, ists, den wir bringen müssen, Für uns zu büßen. 7. Schau seinen leib ans freuz für uns gehenfet, Sieh an sein blut, mit welchem er uns tränket; Der leib, dies blut, so allen schaden heilet, Wird ausgetheilet. 8. Der süß' geruch zu dir gen himmel steiget, Daß sich dein herz zu uns herunter neiget, Nun wir in buß und demuth vor dich treten Und zu dir beten. 9. Dies opfer zum gedächtniß wird begangen: Man ißt den leib, der an dem freuz gehangen, Man trinkt das blut, das von ihm ist geflossen, Für uns vergossen. 10. Du kannst, o GOtt, dies opfer nicht verachten, Das sich für uns so willig lassen schlachten; Auf dies lamm ist die sünd' der welt geleget, Die es all' träget. 11. Drum, vater, laß um JEsu 250 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls Christi willen Sich deines grimms| schöpfer, Dafür dein sohn gestorben gerechten eifer stillen; Dein sohn hat ist, Das du getauft, das JEsus Christ ja an unſrer statt erduldet, Was wir zu seinem tisch geladen. Hier komm verschuldet. ich, ach, dein armes kind, Bin frank, bin elend, boller sünd' Und unwerth deiner gnaden. 2. Allein ich bringe JEsum mit Nebst seinem tod und schmerzen, Der mich durch sein verdienst vertritt: Nimm dessen pein zu herzen. Ach fieh, was er für mich gethan, Sieh mich, dein kind, und JEsum an, Sei mir durch diesen gnädig! In ihm willst du mein bater sein, Und ich dein kind; durch ihn allein Sprich mich von sünden ledig. 12. Vergieb die sünd', in welcher wir empfangen, Und was wir selbst für bosheit oft begangen, Was auch von uns aus schwachheit ist versehen Und nicht geschehen. 13. Ins tiefe meer wollst du es alles senten, nicht mehr daran um Christi willen denken, Deshalben auch, warum wir zu dir schreien, Uns fort verleihen. 14. Schüß' deine kirch', hilf, daß bei reiner lehre Sich gottesfurcht und heil'ges leben mehre, Die jugend sich, all' sünd' und schand' zu fliehen, Wohl lasse ziehen. 15. Gieb friede, glück und heil zu allen zeiten Dem landesherrn und seinem( Der obrigkeit und ihrem*) land und leuten; Das böse laß sie strafen und abwenden An allen enden. 16. Die elenden, die ihre angst und plage Mit seufzen vor dich bringen alle tage, Die in gefahr sind und mit freuz beladen, Errett' in gnaden. 17. GOtt vater, hilf du uns, gieb deinen segen, Um deines sohns und sein's verdienstes wegen, Daß wir dadurch vollkommen gute gaben Von oben haben. 18. HErr JEsu Christ, dein leib, dein blut, dein leiden Erquicke uns, wenn wir von hinnen scheiden, Daß wir getroft und fröhlich darauf sterben, Dein reich ererben. 19. O heil'ger geist, durch deine gnad' und stärke Zerstör' der welt, des fleisch's und satans werke; Wir wollen hier und dann im himmel oben, O GOtt, dich loben. Mel. HErr GOtt, der du erforsch. ezt kommt, o 447. J'en armet gast, Ein thon zu seinem töpfer. Es drücket ihn der sünden last, Es ist dein kind, mein 3. Mein glaube siehet JEsum hier, Und ich lieg' ihm zu füßen. Als hei= land zeiget er sich mir, Läßt sein blut auf mich fließen. Er hänget an des kreuzes joch, Da bluten alle wunden noch, Was reicht er mir für speisen? Sein'n leib im brote, und im wein Soll mir sein blut geschenket sein. D, könnt' ich ihn recht preisen! 4. Mich dünkt, ich hör ihn jezo laut, Als meinen bräut'gam, schreien: Nimm diesen mahlschap, meine braut, Es soll dich nicht gereuen. Iß meinen leib und trink mein blut, Also hast du das größte gut, Mich ganz mit meinem leiden; Ja komme in mein herz hinein, Das jetzt und stets soll offen sein, Komm, ruh' in meiner seiten. 5. Nun seh ich, wie der engel hut mich mauern gleich umringet, Daß weder satans list noch wuth Durch deren wache dringet. Denn der mir schuß und beistand leist't, Ist GOtt der werthe heil'ge geist, Der will nun ob mir schweben. Dreiein'ger GOtt, lenk jederzeit Mein thun zu deiner herrlichkeit und mir zum ew'gen leben. 6. Dir öffn' ich jego herz und mund Und was sich in mir reget; Ach, reinige des herzens grund, Worein sich nun deine treu Leib, herz und geist gereinigt sei, Gieb, was die feele zieret, Gieb glauben, lieb' und luft zu dir und zwar bei dem Genuffe des heiligen Abendmahls. 251 Und wirk' dein heilig werk in mir| Mein herz mit lieb' und glauben zier', Bis du es gar vollführet. Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz' in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb, was mir nüß an seel' und leib, Was schädlich ist, fern von mir treib, Komm in mein herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 7. Nun will ich, theurer JEsu, dich Im brot und wein empfangen Komm selber, speis und tränke mich, Komm, stille mein verlangen! Komm jetzt zu mir, wie ich zu dir, Ich schmecke dich, weil du zu mir In gnad' und liebe kommen. Nun weiche fummer, angst 9. Hilf, daß durch dieser mahlzeit und schmerz, Da mein und dein ein fraft Das bös in mir werd' abge= einig herz, Weil du mich aufgenom- schafft, Erlaffen alle sündenschuld, men.. 8. Ach, habe, frommer JEsu, dank, Für deine liebesspeise, Für deinen edlen blutestrank; Dein bin ich, dir zum preise. Ach, zeig' mir auch zur sterbenszeit, Gleich wie ich dich gesehen heut', Dein leiden und dein ster- pflicht ben! So glaub ich feste, daß du mein, So muß ich stets dein eigen sein Und einst dein reich ererben. Mel. HErr JEsu Christ wahr 2c. 448.3u, du mein bräutigam, du aus lieb' am freuzesstamm Den tod für mich gelitten hast, Getilget meiner sündenlast; 2. Ich komm' zu deinem abendmahl Verderbt durch manchen sündenfall, Ich bin frank, unrein, nackt und bloß, Blind und arm; ach, mich nicht nerstoß! 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der HErr, dem nichts gebricht, Du bist der brunn der heiligkeit, Du bist das rechte hochzeitskleid. Erlangt des vaters lieb' und huld; 10. Vertrieben werden meine feind', Die sichtbar und unsichtbar seind; Den guten vorsag, den ich führ', Durch deinen geist fest mach' in mir. 11. Mein leben, sitten, finn und Nach deinem heil'gen willen richt', Ach, laß mich meine tag'in ruh' Und friede christlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du lebensfürst, 3u dir gen himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An dei-. ner tafel freue mich. 4. Drum, o HErr JEsu, bitt' ich dich, In meiner schwachheit heile mich, Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen gnadenschein. 5. Erleuchte mein berfinstert herz, Zünd' an die schöne glaubensterz, Mein' armuth in reichthum verkehr Und mir des geistes gaben mehr'. 6. Daß ich das rechte himmelsbrot, Dich, JEsu, wahrer mensch und GOtt, Mit höchster ehrerbietung eß', Und deiner liebe nie vergeß'. 7. Lösch' alle laster aus in mir, Mel. HErr GOtt der du erforsch. 449. Dladt hat mich mit er alle eingeladen, Drum stell' ich mich an dieser stätt' Mit ein zum tisch der gnaden. HErr kleide mich, HErr, wasch mich rein! Denn wer bei diesem mahl will sein, Muß sich geprüft einstellen, Daß dies nicht auch sei sein bescheid: Woher, mein freund, ohn' hochzeitskleid? Hinaus mit ihm zur höllen. 2. Mein kleid, o HErr, ist glaub' und reu', Mit vorsaß, fromm zu werden. O vater aller lieb' und treu', Vor dir fnie ich zur erden, Ich bitt', ich fleh', ich schrei um gnad': Vergieb mir meine missethat Durch Christi blut und sterben; All's was er hat verdient, ist mein, Ich will hinführo frömmer sein, und mich nicht mehr verderben. 3. Also geprüft tret' ich hinzu; Gieb JEsu, mir die stärke, Daß ich in stiller glaubensruh' Auf deine worte merke. Du selbst sie mir ins herze schreib: Nehmt hin, und eßt, das ist mein leib, Der für euch wird gebrochen; 252 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 4. Wie damals deine jünger nun Dein fleisch und blut empfangen, So werden auch dasselbe thun Und eben das erlangen, Die, gleichwie deine jünger dort, Auf dein befehl, nach deinem wort Das heilige brot essen Und die, wie du's gesetet ein, Auch trinken Nehmt hin, und trinkt, das ist mein| Doch, nun du selbst dir einen raum blut, Das euch vergossen wird zu gut. In meiner seel' genommen, Werd' So hat dein mund geſprochen. ich erlangen neue fraft Und eine gute rittersch Durch deinen arm bollbringen. Ein neuer mensch bin ich hinfort Und geh' einher nach deinem wort. HErr, hilf! HErr, laß gelingen! Mel. O traurigkeit. von dem heil'gen wein, Dein nimmer 450. Ich teete frisch zu GSzu vergessen. Zu GOtHilf, vater, hilf in gnaden, Daß mir feine missethat Hiebei möge schaden. 2. Ich leugne nicht Was mir ge= bricht, Ich beichte meine schulden. Reu' für fünden pflegst du ja, Frommer GOtt, zu dulden. 5. Daß ich mit brot und wein jegund Dein fleisch eff', dein blut trinfe, Glaub' ich aus meines herzens grund, Wie fremd michs auch bedünke, Denn wenn das: wie? uns wär' befannt Und wir es könnten durch ver= stand Mit der vernunft ergründen, So wär' es kein geheimniß nicht; Wer darf wohl, wenn die allmacht spricht, Am fönnen zweifel finden? 6. Dies mahl halt' ich auf dein gebot, Mit dank dein zu gedenken, Wie du dich selbst zur pein, zum spott, Ja gar ans freuz zu henken, Für uns gegeben hast dahin, Hilf, daß in meiner seel' und sinn Dies wohl erwogen werde. Du bist der HErr, ich bin der knecht; Du ohne schuld, ich ungerecht; Du großer GOtt, ich erde. 7. Was für ein abgrund zeigt sich hie Bon allmacht und von liebe! Es ist kein christ gewesen nie, Der nicht entzückt hier bliebe. Hier spürt man lauter wunderthat; Hier sieht man lauter lieb' und gnad', Gleich starken strömen fließen; Hier fühlt man lauter vatertreu' Und mutterherz, so immer neu Sich über uns ergießen. 8. Mein GOtt, was soll, was kann ich dir Für so viel guts erweisen? Ich will dich lieben mit begier Und über alles preisen, Ich will von herzen jederzeit Dir zu gehorchen sein bereit, Mein kreuz geduldig tragen, Den nächsten lieben mit der that, Wenn er mich gleich beleidigt hat, Dir dank in allem sagen. 9. Weh mir, das wollen hab' ich kaum, Wo werd'ich kraft bekommen? 3. Weils nöthig fällt, Durch lösegeld Die handschrift zu vernichten, Wird der HErr der herrlichkeit Das für mich entrichten. 4. Drauf stell' ich dir Mich, JEsu, für Im findlichen vertrauen, JEsu, den die cherubim Lüftet anzuschauen. 5. Dein leib und blut, So mir zu gut Gebrochen und vergossen, Wird, o tiefe wunderthat, Hier am tisch genossen. 6. Ich soll jezund Mit seel' und mund( Kein wiß kann dies ermessen) JEsu Christi werthes fleisch Unbegreiflich essen. 7. grüble nicht, Wie das geschicht, Noch ob es mag geschehen: GOtt kann überschwänglich thun, Das wir nicht verstehen. 8. Laß immerhin Vernunft und sinn, Was möglich scheint, vergleichen, Ich will nun und nimmermehr Von dem buchstab' weichen. 9. Wer dies verspricht, Betrügt mich nicht und kann mich nicht betrügen; Der die wahrheit selber ist, kann unmöglich lügen. 10. Berleih, o GOtt, Durch Christi tod, Daß weder wiß noch teufel Mir beim heil'gen abendmahl Mache furcht und zweifel. 11. So will ich dir, HErr JEsu, hier Und dort im' himmel oben Für und zwar bei dem Genusse dein theu'rvergoßnes blut Danken und dich loben. Mel. JEsus, meine zuversicht. omm, du angenehmer 451. gaft, Mund und herze feel' erquickt. steht dir offen, Bringe, was du gutes haft Und befriedige mein hoffen, Mel. JEsu, meines Lebens 2c. Freund der seelen, weiß und roth, 452. Wer bin ich? was ist leben, und * Hohel. Sal. 5, 10. 2. Allerhöchste majestät, Baß dich in mein herz hernieder, Ziehe mich als ein magnet, Liebe mich, so lieb' ich wieder, Lege mich an deine brust, Nähre mich mit himmelslust. 3. Führe mich, o treuer hirt, Auf die süßen lebensauen, Daß mein herz gesättigt wird, Wenn du läßt dein manna thauen. Siehe, wie dein schäflein lechzt Und vor heißem hunger ächzt. 4. du wahres ofterlamm, Laß mich jetzt dein fleisch genießen, Wel= ches dort am freuzesstamm Meine fchulden büßen müssen. Du bist mir, o lebensbrot, Arzenei in noth und tod. 5. Schenke mir den felch voll heil, Das aus deinem blute quillet; Wird mir dieser schaß zu theil, So ist aller durst gestillet. Was aus deinen wunden trieft, 3st des todes gegengift. 6. Mache himmlisch meinen sinn Beim genuß der himmelsgaben, Daß ich recht begierig bin, Mich an deiner brust zu laben. Schränke die vernunft hier ein, Laß den glauben brünstig fein. 7. Nun wohlan, so geh' ich hin, Mir gescheh' nach deinem willen; Ob ich gleich nicht würdig bin, Wirst du doch dein wort erfüllen. Mache du mich selbst geschickt Und zum hochzeitsmahl geschmückt. des heiligen Abendmahls. 253 9. Sei willkommen lebensbrot, Sei willkommen wein der freuden! Hier vergess' ich alle noth, Alle mängel müssen scheiden. Ach, hier werd' ich höchst beglückt, Hier wird meine 8. Komm, gebenedeites fleisch, Komm, o blut des neuen bundes, Machet meine seele keusch, Seid der zucker meines mundes Seid das labsal meiner brust, Meiner seele trost und lust. mein JEsus hoch geacht't, Daß er sich für mich gegeben und mich also frei gemacht? Wie soll ich mich zu ihm nahen? HErr, wie soll ich dich empfahen? Komm, zieh in mein herz hinein, Da soll deine wohnung sein. 2. Pein und marter, feuerflammen, Schwefelbäche, belial Schlugen über mich zusammen, Durst und hunger ist das mahl, Das ich hätte schmecken müssen. Nun mich JEsus von den flüssen Seines theuren blutes tränft, Weder noth noch tod mich fränkt. 3. Manna, das den himmel ken= net, Lebensbrot, ja GOttes herz, Welches man mit zittern nennet, Stille doch den heißen schmerz, Den ein heil'ger hunger heget, Der die seele selbst beweget, Die sonst keine lust begehrt Als die dein genuß ge= währt. 4. Süßes blut aus Jakobs samen, Das der ewigkeit verwandt, Bleib mir mit dem holden namen So, wie im genuß, bekannt. Dann wird aller durst verschwinden, Wenn ich diese quell' fann finden, Die aus JEsu wunden springt Und mir heil und leben bringt. 5. Heiland, bräut'gam, schaß und liebe, Nimm mein danken gütig an Für die heißen gnadentriebe, Die dies mahl mir fund gethan. Weil ich noch in diesem leibe Der verwesung wohnend bleibe, Macht, Immanuel, mein mund Deines namens größe fund. 6. Wirke, HErr, zu deinem preise In mir wahre frömmigkeit, Daß die wahre seelenspeise Sei mein trost in allem leid. Sie ertheilt mir schon den frieden Und das reich, so mir beschie Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 254 den, Bis in jener ewigkeit Mich des lammes mahl erfreut. 453. Wiei. Stu danket alle GOtt. JEsu, willst du noch So gnädig an mich denken Und meiner seele dich Im abendmahle schenken? Laß dein gedächtniß auch In mir lebendig sein, Da ich dein fleisch und blut Empfang' im brot und wein. 2. Ich sünder war von GOtt Und GOtt von mir geschieden, Es drückte mich der fluch, Drum hatt' ich keinen frieden. Denn dein geseze stieß mich in die höllenpein, Dahin sollt' ich ver bannt mit leib und seele sein. 5. GOttlob, es ist geschehn, Ich habe nun das leben, Denn du hast leib und blut Zum opfer hingegeben, Und GOtt ist ganz versöhnt. Was, theurer JEsu, du In deiner kraft gethan, Das rechnet er mir zu. 6. Mein glaube hält dich fest, Und, dein nicht zu vergessen, Giebst du mir unter brot Den wahren leib zu essen, Den leib, der für mich starb; Doch nicht den leib allein: Dein blut, dein wahres blut Trink' ich auch unter wein. 7. Geschah dein opfer gleich Vor mehr als tausend jahren, So muß ich dessen kraft Doch jego noch erfahren, Denn dein verdienst ist mir So selig, frisch und neu, Als obs erst diesen tag Bon dir erworben sei. Für deinen theuren tod, Für deinen leib und blut, Und preise dich um dich, Mein allerhöchstes gut! 3. Was ich armer Dir zur verſöhnung ſehen? Kein engel 454. JEſu, laß mich jest A und kein mensch, Kein gold mit allen schäßen Bezahlte meine schuld Und riß mich aus der noth; Mein letztes urtheil war Allein der ew'ge tod. Mel. O GOtt du frommer 2c. ch In deiner liebe brennen, Da deine liebe mir Dein abendmahl will gönnen. O theures liebesmahl! Du willst im brot und wein Der angenehmste trank, Die süß'ste speise sein. 4. Doch du, mein heiland, bist An meiner statt gekommen, Du hast der sünden schuld Und straf auf dich genommen, Du trugest GOttes zorn, Du littest höllenpein, Daß ich in dir gerecht Und selig sollte sein. 8. Ach nun, ich danke dir, Ich danke dir von herzen Für deine huld und treu, Für deine pein und schmerzen, 9. Laß deine liebe doch In mark und seele dringen, Hilf mir mein ſündlich fleisch mit allen lüften zwingen, Halt meine seele rein, Mein herze sei dein haus, Und wirf, was weltlich ist, Durch deinen geist hinaus. 10. Laß mich noch ferner oft 3u deinem tische kommen, Doch würdig jedesmal, Bis du mit allen frommen Mich in den himmel rufft. Ach ja, du führst mich ein; Solls heute noch geschehn, Je lieber wird mirs sein. 2. O möchte meine seel' Recht durst und hunger haben, So würde mich dein mahl Vollkommen kräftig laben. Ach möchte mir dies mahl Von deiner angst und pein, Von deiner lieb' und treu' Ein stetes denkmal sein. 3. Die liebe war, was dich Zum leiden hat bewogen, Die liebe war das seil, Das dich ans kreuz gezogen; Die liebe hat dich gar Ins dunkle grab versenkt, Die liebe hat dich mir Im testament geschenkt. 4. Ach, möcht' ich dich dafür Auch wieder herzlich lieben Und alle stunden mich In deiner liebe üben; bater, du berdienst, Daß man oich brünstig liebt, Da deine liebe uns Den sohn zum heiland giebt. 5. Möcht' ich mein leib und blut, Herz, glieder, seel' und leben Und alles, was ich bin, Zu deinem dienste geben! O liebe, nimm mich dir Nun ganz zu eigen hin, Weil ich zu deinem dienst So theu'r erkaufet bin. 6. Laß dieser liebe frucht mich auch am nächsten üben Und, weil du mich geliebt, Denselben wieder lieben. Du und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahle. 255 hast uns insgesammt zu einem leib| Denn die kost schmeckt nach dem himgetauft, zu einem geist getränkt, 3u einem sinn erkauft. mel; Führ' mein herz auch zu dir ein über alles weltgetümmel. Dorten werd' ich mehr genießen, Wo mir milch und honig fließen. 7. Wir trinken einen felch, Dein blut; ja, HErr, wir efsen Auch nur ein brot, dein fleisch; Drum laß uns nicht vergessen, Daß wir in Christo nur Ein leib, und insgemein, Sowohl hier unter uns, Als Christi, glieder sein. 7. Nun ich geh', du gehst mit mir Fröhlich in mein haus zurücke, Bleib in mir, ich bleib in dir, Da ich dich ins herze drücke. Laß mich, JEsu, dieses essen, Dieses trinken nie ver= 8. O, laß, als glieder, uns Angeffen. einem leibe leben, Und uns einander stets zu treuem dienst ergeben. Erfüll' Mel. Wie schön leucht't uns 2c. geiſt, und gieb, daß und dein leib Bu 456. H preis und dant Fur Für dieser pflicht gespeist. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. diese seelenspeis' und trank, Damit du uns begabet; Im brot und wein dein leib und blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre herzen Labet. Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen Heilig leben, Solches Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. 455. Mun Gottlob, ich bin wollest du uns geben. gespeist Und getränkt mit lauter leben! Sollte nicht mein froher geist Meines JEsu ruhm erheben, Daß er mich so hoch geliebet Und das höchste gut mir giebet? 2. HErr, ich bin ein fleisch mit dir, Du ein geist mit mir geworden. Ich bin, denn GOtt wohnt in mir, Höher als der engel orden. Du hast mich selbst angenommen, Daß ich dein geschlecht bekommen. * 2. Pet. 1, 4. 3. Guter hirte, habe dank Für die süße himmelsweide, Segne beides, speis und trank, Und vermehre meine freude, Daß ich an der theuren gabe 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre seel', Dir wohnung da zu machen, Drum uns ein solches herz verleih', Das von der weltlieb' ledig sei Und allen eiteln sachen. Bleibe, Treibe Unsre sinnen Und ginnen, Daß wir trachten, Alles ird'= sche zu verachten. 3. Ach HErr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes nachtmahl zum gericht! Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem lebensbrot Im glau= ben stillen unsre noth; Der fels des heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig Dich dort oben Stets zu loben, Biš wir werden Zu dir kommen von der erden. 4. Zaß mich dieſes werthe gut, Ms. O, daß wir solche seligkeit Ermein bestes theil, bewahren und mit deinem leib und blut Künftighin also verfahren, Daß ich stets an deinem leibe Ein lebendig gliedmaß bleibe. warten möchten allezeit In hoffnung und vertrauen Und folgends aus dem jammerthal Eingehen in den himmelssaal, Da wir GOtt werden schauen, Tröstlich, Köstlich Uns als gäste Auf das beste Bei ihm laben, Und ganz volle gnüge haben. 5. Dieses sei die frucht davon: Dich und auch den nächsten lieben. Hast du in mir deinen thron, Werd' ich, durch den geist getrieben, Welt und fleisch auch täglich dämpfen, Unter deiner fubne fämpfen. * 5. Das gieb du uns von deinem thron, OJEsu Christe GOttes sohn, Giebs durch dein bitter leiden; Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns 6. Laß mich immer himmlisch sein, 256 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls betrachten für und für, All' böses dar-| mit andacht beten Und von der welt um meiden. Amen, Amen, Hilf uns abtreten. lämpfen, Hilf uns dämpfen Alle sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. 13. Im handel, wandel, effen Laß mich ja nie vergessen, Wie trefflich ich beglücket, Wie himmlisch ich erquidet. 14. Nun kann ich nicht verderben, Drauf will ich selig ſterben Und freudig auferstehen, JEsu, dich zu sehen. Mel. Nun laßt uns GOtt dem 2c. 457.3u, meine wonne, Du meiner feele sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Dies himmelssüß' ergößen Und diese Mel. Nun lob' mein' seel' den 2c. theuern gaben, die uns gestärket 458a. Mie wohl haft bu haben? gelabet, lieb3. Wie soll ich dir nun danken, Oster JEsu, deinen gast, Wie reichlich HErr, daß du mich franken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. 3ch lobe dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schläg' und wunden, Die du für mich empfunden. mich begabet! Jeßt fühl ich freude, ruh' und rast. O wunderbare speise, Osüßer lebenstrank, O liebesmahl, ich preise Dich durch den lobgesang! Es stärket und erquicket Mein leben, herz und muth. GOtt lob, mein geist erblicket Nunmehr das höchste gut. 5. Dir dank' ich für dein leiden, Den ursprung meiner freuden; Dir dank' ich für dein sehnen Und mild vergoßne thränen. 6. Dir dank' ich für dein lieben, Das standhaft ist geblieben; Dir dank' ich für dein sterben, Das mich dein reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein gemüthe Dein' übergroße güte, Dieš theure pfand der gnaden Tilgt allen meinen schaden. 8. HErr, laß mich nie vergessen, Vielmehr mit dant ermessen, Was durch die himmelsspeise Mir deine huld erweise. 9. Du wollest ja die fünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes leben, Was kannst du bessers geben? 11. Laß, schönster, meine seele Doch stets in dieser höhle Des leibes mit verlangen An deiner liebe hangen. 12. Laß mich die fünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich 2. Du hast mich jetzt geführet, O HErr, in deinen gnadensaal, Wo nun mein geist berühret Die gnadengüter allzumal. Du hast mir hier, mein leben, Aus gnaden mildiglich Das lebensbrot gegeben, und das ergößet mich. Du hast mir zugelassen, Den rechten seelenwein Jeht glaubensvoll zu fassen Und deine braut zu fein. 3. Was gabst du mir zu essen? Die speise der unsterblichkeit. Was war mir zugemessen? Der felch, der meinen geist erfreut. O wie viel gnad' und liebe Erzeigt mir deine gunst! Drum schenk' ich dir die triebe Der reinsten liebesbrunst. Was ist, das mich nun schrecket? Da ich dies lebensbrot Dich, JEsum selbst, geschmecket, Beracht' ich höll und tod. 4. So lang' ich hier noch wohne Sei, JEsu, deine huld gepreist, Weil du mich, meine frone, Durch dich so gnadenreich gespeist. Du hast mich reich getränket Und durch dein theures blut Dich selbst zu mir gelenket, O unvergleichlich gut! Nun werd' ich ja nicht sterben, Weil mich dein trost und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 257 und rath Zu deines reiches erben Hiedurch erkläret hat. 5. Allein wie kann ich faffen, Daß du dich mit so viel begier So tief herabgelassen Von deinem himmelssaal zu mir? Du schöpfer aller dinge Befuchest deinen knecht: Ach hilf, daß ich dir bringe Ein herz, das fromm und schlecht, Das gläubig dir vertraue, Damit nach dieser zeit Ich einst dein antlig schaue In deiner ewigkeit. 458b. Gott ſei gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem fleische und mit seinem blute, Das gieb uns, HErr GOtt, zu gute. Kyrieleison. HErr, durch deinen heil'gen leichnam, Der von deiner mutter Maria kam, Durch das heilige blut, Hilf uns stets aus aller noth. Kyriel. 9. Wohl mir, ich bin versehen Mit wahrer himmelsspeis' und trank! Nun will ich fröhlich stehen, zu singen dir lob, ehr' und dank. Fahr' hin, du weltgetümmel, Du bist ein eitler tand, Ich seufze nach dem himmel, Dem rechten vaterland. Da will ich freudig leben Ohn' unglück und verdruß, Da wirst du, GOtt, mir geben Der wolluft überfluß. 2. Der heil'ge leib ist ja für uns gegeben Zum tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein sollen gedenken. Kyriel. 6. Du bist, der ewig bleibet, Ich aber bin dem schatten gleich, Den bald ein wind vertreibet: HErr, ich bin arm und du bist reich. Du bist sehr groß von güte, Kein unrecht gilt bei dir; Ich boshaft von gemüthe, Ich irre für und für. Noch kommest du hernieder Und nimmst dich meiner an: Was geb' ich dir doch wieder, Das dir gefallen kann? 7. Ein herz, durch reu' zerschlagen, Ein herz, das ganz zerknirschet ist, Dem wirst du nicht versagen Dein gnadenöl, o JEfu Christ. Du wirst es nicht verachten, Drum eifert stets mein sinn, Nach deiner huld zu trachten. Nimm doch das opfer hin Des herzens und der zungen, Denn billig wird von mir Dein theurer ruhm bejungen Mit wahrer dankbegier. 8. Gieb, daß die lebensſpeiſe In 459. Meinen buß' und glauben Damit auf feine weife Das herz zur welt zurücke fällt. Gieb, daß es keine wonne In diesem leben spürt, Als die von meiner sonne, Von meinem JEsu, rührt. Gieb, daß ich nichts begehre, Als deine lieb' allein, Denn wenn ich der entbehre, Kann ich nicht selig ſein. HErr, dein lieb' so groß dich gezwungen hat, Daß dein blut an une groß' wunder that Und bezahlte unsre schuld, Daß uns GOtt ist worden hold. Kyriel. * 3. GOtt geb' uns allen seinen gnadensegen, Daß wir gehn auf ſeinen wegen In rechter lieb' und brüderlicher treue, Daß die speis' uns nicht gereue. Kyriel. HErr, den heil'gen geist uns immer laß; Der uns geb' zu halten rechte maß, Daß dein' arme christenheit Leb' in fried' und einigkeit. Kyriel. Mel. JEsus, meine zuversicht. um lei nicht, Meine seel' ist nun genesen, Daß ihr ferner nichts gebricht, Da ich JEsu gast gewesen. Darum ruft mein herz und spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 2. Meinen JEsum laß ich nicht, Weil er mich so brünstig liebet, Daß er, als mein lebenslicht, Sich mir gar zu eigen giebet, Mit mir ewig sich verspricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Dieser leib, dies theure blut, JEsu, das ich jetzt genossen, Stärkt mich und macht alles gut; Wer will mich nunmehr verstoßen, HErr, von deinem angesicht? Meinen JEsum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt! Ach, wie wohl ist mir gesche hen! Meine seel' ist recht erquidt, 17 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls. 258 Weil ich, JEsu, dich gesehen, JEsu, meine zuversicht: Dich, mein JEsu, laß ich nicht. 5. Mofis donner lege sich, Das geses ist schon erfüllet, JEsus hielt es felbst für mich, Der des baters zorn gestillet, Der dies werk durchs blut geschlicht't: Meinen JEsum laß ich nicht. 6. Dich, lamm GOttes, laß ich nicht, Denn du trägst auf deinem rüden, Was mein sündlich herz verbricht Und mich ewig sollte drücken. Wenn mich meine sünd' anficht, Laß ich dich, lamm GOttes, nicht. 7. Meinen JEsum laß ich nicht, Er ist ja mein bruder worden, Troß, daß welt und satan spricht, Ich sei noch in ihrem orden; Nein, mein JEsus ist mein licht: Dich, mein bruder, laß ich nicht. 8. Mein gewissen, stille dich, Denn die handschrift ist zerrissen; JEsus, der so jammerlich Ward gemartert und zerschmissen, Der vertritt mich vor gericht: Meinen JEsum laß ich nicht. 9. Kommt der teufel, spricht mir hohn, Fraget, ob ich GOttes erbe? Freilich: JEsus, GOttes sohn Bleibt mein erbtheil, wenn ich sterbe. Troß, wer mir dies gut abspricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 10. Tod, dein stachel ist entzwei, Christus ist dein gift geworden, Vor dir bin ich ewig frei, Nun kannst du mich nicht ermorden. Troß, daß mich dein stachel sticht, Denn ich lasse 3Efum nicht. 11. Hölle, schweige, deine glut 3st nun völlig ausgelöschet. JEsus ist es, dessen blut Mich von allen sünden wäschet Und vom feuer ledig spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 12. JEsus ist und bleibet mein, Weil er sich mit mir verlobet: Er ist braut'gam, ich bin sein. Ob der feind gleich schrecklich tobet, Weiß ich, daß mir nichts gebricht, Denn ich lasse JEsum nicht. 13. Laß mich auch, mein JEsu, nicht, Kommt es einst mit mir zum ende. Daß mir sinn und herze bricht; Nimm den geist in deine hände. Bleib auch dann mein lebenslicht: Ach mein ŻEsu, laß mich nicht. 14. Und deß bin ich auch gewiß, Weil mein JEsus mir verheißen, Aus des todes finsterniß Mich mit starker hand zu reißen. Nun mein herze glaubt und spricht: Amen, IEfum laß ich nicht. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 460.3u, mein verlangen! Dein eigen fleisch und blut Hab' ich nunmehr empfangen: welch ein theures gut! Deß freut sich leib und seel', Denn ich bin wieder deine, Du bist nun wieder meine, O mein Immanuel! 2. Das opfer für die fünden Wird mir jest speis' und trank. Nun werd' ich hülfe finden, Wenn mein gewissen krank; Ich halt' ihm JEsum für, Den kann mir niemand nehmen, Der teufel muß sich schämen, Der tod hat nichts an mir.. 3. O was ist das für freude, Mit GOtt verbunden sein! Ich weiß von feinem leide, Mich schrecket keine pein. Ja nehmet alles hin, Den himmel ſammt der erden, Doch muß ich selig werden, Weil ich in JEsu bin. 4. Hier ist von seiner liebe mein allerbestes pfand, Das er aus eignem triebe Mir armen zugewandt. Hier ist mein lösegeld, Hier ist mein brod des lebens, Das eff ich nicht verge= bens; Den tisch hat GOtt bestellt. 5. Ach HErr, das sind ja dinge, Die ohne maß und ziel. Bin ich nicht zu geringe? Ists nicht für mich zu viel? Doch nein, HErr JEsu, nein, Denn ich soll das genießen, Daß du hast sterben müssen, Dein tod soll meiner sein. 6. Die welt war dir gehässig Und suchte deinen tod; Man bot dir gall' und essig Auch in der letzten noth Zu deinem labsal dar, Und mir willst du und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 259 das leben In deinem blute geben,| find, Das nach diesem leiden Dort Das schon verloren war? mit tausend freuden Jenes erbe find't, Wo mein geist Den heiland preist, Der mich durch sein blut getränket, Der sich mir geschenket. 6. Nun bin ich erquicket, Denn mein JEsus drücket Mich an seine brust. Ich kann nicht verderben; Muß ich auch gleich sterben, Sterb' ich nun mit lust, Weil der tod Nur meine noth Meine qual und kummer endet, Mich zum himmel sendet. 7. Ich bin nun ergößet, JEsus kommt und seget Mich ins freudenreich; Wie werd' ich ihn loben! Denn ich bin dort oben Seinen engeln gleich Und dann wird Mein treuer hirt Mir, nach diesem frankenleben, Lebenskronen geben. 7. 3ch preise dich von herzen, Mein heiland und mein GOtt, Für alle deine schmerzen, Für den so bittern tod. Hab' dank, mein osterlamm, Daß du, was ich verschuldet, So williglich erduldet An deinem Freuzesstamm. 8. An dich will ich gedenken, So lang' ich denken kann; Die welt mit ibren ränken Ist bei mir ausgethan. Mein aufenthalt bist du, Drum schick ich leib und seele Zu deiner wundenböhle, Daselbst ist meine ruh'. Nach der Kommunion eines Kranken. Mel. JEsu, meine freude. 461. Nun bin ich geneſen, Weil das höchste wesen Mich, als Christi gast, Da ich zu ihm fommen, Gnädig aufgenom men. Keine sündenlast Und fein Schmerz Betrübt mein herz, Christi blut hat mich verneuet Und davon befreiet. 2. Muß ich gleich noch leiden, Ruf ich doch mit freuden: Nun ist JEsus mein. Er hat diese stunden Sich mit mir verbunden Unter brot und wein; herzen feste fassen, Ihn nicht von mir laffen. 3. Nun ich bin zufrieden und von dir geschieden Sündenvolle welt, Weil mir dein gepränge, Deiner lüste menge Nun nicht mehr gefällt. Was du hast, Giebt noth und last, Deine pracht und deine schäße Sind nur feelenneße. 4. Nun bin ich beschirmet, Obgleich satan stürmet. Will sein ganzes heer Mich gleich ängstlich schrecken, Wird mich JEsus decken, Was verlang' ich mehr? Teufel, weicht! Mein JEsus reicht mir die hände, die euch jagen Und zu boden schlagen. 5. Kann ich wohl auf erden Mehr geehret werden? Ich bin GOttes 8. Ich bin nun beglücket Und der welt entrücket, Himmliſch iſt mein sinn. Nicht eh' ruht mein wille, Nicht eh' wird er stille, Bis ich bei dir bin. Drum, mein heil, Ach, fomm in eil', Jesu, JEsu, komm behende, Gieb ein selig's ende! Abendlied eines Kommunifanten. Mel. Christ, der du bist der helle 2c. 462. Wer iſt doch auf der welt, der sich So froh zu bette legt, als ich? GOtt lob, mir gab mein lebensfürst Wornach mein herz so sehr gedürft't. 2. Mein HErr ist bei mir eingekehrt Und hat bei mir nun feu'r und herd. Er ist in mir, mein heil und licht, Ich halt' ihn fest und laß ihn nicht. 3. Nun bin ich freudig und getrost, Ich habe ja die himmelskost. Ich habe Christi fleisch und blut; Darüber jauchzt mein herz und muth. 4. Mein freund ist mein und ich bin sein, Die liebe soll ohn' ende sein. Dich preis' ich, JEsu, für und für, Mein herz erfreuet sich in dir. 5. Ich habe deine lieb' erkannt, Da du dein blut an mich gewandt 260 Von der christlichen Kirche Mich mit dir selbst gespeist, getränkt,| Und schließ' die augen fröhlich zu; Mir volle gnüge hast geschenkt. Bleib auch die finstre nacht bei mir, So bin ich auch im traum bei dir. 6. Ja deine lieb' ist mein panier, Zum schirm und schilde über mir, Darunter schlaf und wach' ich gut, Weil mir kein feind hier schaden thut. 9. In deinen armen schlaf ich ein, Dein blut laß meine decke sein, Hilf, daß mich hier in meinem zelt Nichts stört und weckt, bis dirs gefällt. 7. O freude, die du mir bereit't! Nimm hin mein herz boll dankbarfeit, Nimm leib und seel' und was fonst mein, Es ist doch alles wirklich dein. 8. Ich geh' mit solcher lust zur ruh' IV. Von der christlichen Kirche und zwar von der Stiftung derselben. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 463. Mein Gott, obgleich und die firche. dein weiser rath Nach Adams fall uns sündern Das paradies verschlossen hat, So gabst du deinen kindern Doch wiederum ein paradies Aus vaterhuld, und solches hieß Der garten deiner firche. 2. Derselben grund soll JEsus sein, Der liebte die gemeine, Und, daß sie unbefleckt und rein Ihm dargestellt erscheine, Hat er, mein GOtt, durch eignes blut Sich, als sein eigenthum und gut, Die firche selbst erworben. 3. Er sandt hiezu sein reines wort Und der apostel lehre An jedes volk, an jeden ort, Daß alle welt es höre. Wo nun die gnadenmittel find, Wo man sie rein und lauter find't, Da ist die wahre kirche. 4. 3war stellt sich mancher heuchler ein, Als untraut bei dem samen. Er ist ein christ, doch nur zum schein, Trägt ohne Fraft den namen, Ist nur der sichtbar'n kirche glied, Doch ist ein großer unterschied Der unsichtbaren firche. 10. Ich schlafe, doch mein herze wacht Und bittet, daß es tag und nacht Fest in dein herz geschlossen bleibt, So daß mich nichts von JEsu treibt. 5. Denn da muß man in werk und that Den christennamen weisen, Das das uns hat, man durch werke preisen. Wer GOttes wahrheit lauter lehrt, Durch buße, glauben, leben ehrt, Den liebt GOtt 6. Die firche ist ein himmelreich, Ein tempel ein gebäude, Dem garten und dem acker gleich, Giebt eine see= lenweide. An Christi haupt ist sie der leib, 3st unsre mutter, Christi weib, Ein hochzeitsmahl, ein weinberg. 7. Ach GOtt, befestige den grund, Den deine gnade bauet. Ach JEsu, stärke de: den bund, Der dich mit uns vertrauet. Ach guter geist, sei hoch gepreist, Wir sind durch dich ein leib und geist In deiner kirche worden. 8. Gieb lehrer, welche stets dein wort Der firche lauter lehren, Gieb hörer, die auch immerfort Bollbrin= gen, was sie hören. Ach wehre selbst der feßerei, Ach steure du der heuchelei Und allen firchenfeinden! 9 Doch müssen hier noch rotten sein, Womit die kirche streitet, So führ uns in den himmel ein, Den Jésus uns bereitet. Triumph, lob, ehre, preis und macht Sei dort dem lamm und GOtt gebracht, Triumph, da siegt die kirche! Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 464. schen hort, Durch dessen theuer werthes wort Wir in und zwar von der dein reich gelangen, Wir rühmen deine gütigkeit, Die sich gleich, von der ersten zeit Der gnade, angefangen. 2. Du selber haft vor unsrer zeit 3m stande deiner niedrigkeit Dein lebenswort gelehret; Du septest drauf apostel ein, Die mußten unsre lehrer sein, Als du zu GOtt gefehret. 3. Die haben, was du ausgestreut, Mit treu' und eifer ausgebreit't Und teine schmach gescheuet. Sie zeigten ihren heldenmuth, Wenn gleich der feind mit marterglut Und vieler wuth gedräuet. 4. Sie wurden oft mit schimpf gefiäupt, Sie sind gesteiniget, enthäupt't Und litten es mit freuden; Und was schmach und leiden? 5. Und dennoch hat dein theures wort Durch solche marter fort und fort Mit freuden zugenommen, Es ist durch qual, verfolgung, noth Und durch so mancher christen tod Nur weiter fort gekommen; Mel. Christ unser HErr zum 2c. ertrug die chriſtenheit nicht von den 465. Gott, dir fei ewig preis Für und ruhm, Der unsere vorfahren Gebracht aus jenem heidenthum, Darin sie alle waren Verblendet an verstand und sinn, Sich selbst nicht konnten rathen, Den stummen gößen immerhin Göttliche ehr' anthaten, Die doch kein leben hatten. Stiftung der selben. 261 noth und trübsal finden, So mach' uns, HErr, am glauben reich, Damit wir, jenen zeugen gleich, Durch dich stets überwinden. 7. Nun HErr, die ganze christenheit Wird diese gnade jederzeit Erheben, rühmen, preisen, Daß du, troß aller feinde macht, Dein theures wort empor gebracht, Um unsern geist zu fpeifen. 11. Ja gieb uns einen heldenmuth, Damit wir gleichfalls gut und blut Für deine lehre wagen, Daß unsre treu' in noth und pein Auch viel' er= weckt, dir treu zu sein, Und wir die Prone tragen. 12. Laß dir die christliche gemein, HErr, insgesammt befohlen sein, Erhalte sie auf erden In krieg und sieg, in leid und freud', Bis ihr die himmelsherrlichkeit Wird offenbaret wer= den. 2. Vom baum und hölze ward ein 6. So, daß die ganze welt erkennt, theil Vom zimmermann verbrennt.. Es sei der kirche regiment In deinen Das übrige ward mittlerweil Geallmachtshänden; Daß weder feuer färbt und GOtt genennet. Der meioder schwert Die schäflein deiner rei- ster, der es erst gemacht, mußt' als= nen heerd' Von dir, dem hirten wenden. dann davor treten; Was seine hand hervor gebracht, Das mußt' er nun anbeten, Sein eigen werk höchst ehren. 3. Des himmels heer von andern ward Zumgottesdienst erwählet; Viel sterne sind zu solcher art Der götter mit gezählet. Auch sind gar viel verstorb'ne leut' Hernach zu göttern wor den, Die doch verübt zu ihrer zeit, Sünd', schande, rauben, morden; Die wurden angebetet. 8. Wir seufzen, flehen, bitten dich, Du wolleft ferner gnädiglich Ob deiner heerde walten; Bei deinem wort, durch starken schuß, Nuch gegen aller teufel trug Die christenheit erhalten. 9. Das evangelium, das du Uns diese zeit in stiller ruh So reichlich läsfest hören, Laß stets erkenntniß, glauben, licht, Bertrauen, liebe, zubersicht In unsern herzen mehren. 10. Und sollte sich bei unsrer zeit Verfolgung, marter, herzeleid, Angst, 4. Drum sei, HErr, für dein wort gepreist Und was wir darin lesen, Daß du, o vater, sohn und geist, Nur einig bist im wesen. Du bist der wahre GOtt allein, Der einige erretter; Nichts gegen dich zu rechnen sein Der heiden falsche götter; Die können niemand helfen. 5. Daß uns dein wille würd' be 262 Von der christlichen Kirche und zwar fannt, O vater, hier auf erden, So| schmücket mich Ja gnädiglich mit seihast du deinen sohn gesandt Und ihn nes geistes gaben. mensch lassen werden, Ca GOttes heil und gütigkeit, Uns allen ist erschienen, Daß wir ihm züchtig jederzeit, Gerecht und heilig dienen, Auf sein' erscheinung warten. * 6. HErr JEsu, gieb uns gnad' und stärk', Daß wir der blinden heiden Ungöttlich wesen, thun und werk Verleugnen stets und meiden. Erleucht' auch, die im irrweg sein, Bring sie zu deinen heerden, Führ' sie in dei= nen schafftall ein, Daß aller zung' auferden Dich JEsum Christ bekenne. 7. Wie du vor diesem, HErr, dein wort Durch heil'ge, fromme leute Hast ausgebreit't an manchem ort, So thu es auch noch heute. Gieb treue hirten, die zu dir Fortan auch andre bringen, mit reiner lehce für und für Durch aller herzen dringen Und alle dir zuführen. 8. Hilf, daß sie fleißig allezeit Ermahnen, trösten, strafen, Im glauben, lieb', gottseligkeit Vorgehen ihren schafen. Laß uns ja alle thäter sein Des mortes, nicht nur hörer, Daß überall und allgemein Wir und all' unsre lehrer Des glaubens end' erhal-| ten. Von der Glückseligkeit deren man in der Gemeinschaft der Kirche genießt. 466. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. st Ott hat die firche wohl gebaut; Wer sich derfelben anvertraut, Der ist zum heil erforen. Wer draußen bleibt Und nicht recht gläubt, Hat heil und trost verloren. 2. Drum geht mein sorgen nur dahin, Ob ich ein glied der kirche bin, Wenn ich mich also nenne; Und ob ich mich nur äußerlich Zur christenheit befenne. 3. Doch nein: ich bin ein wahres glied Weil man die zeichen bei mir fiey, Die Christi glieder haben, GOtt 4. GOtt schenket meinem glauben fraft, Es bleibt nicht bei der wissenschaft; Mein geist wird auch erquicket, Wenn mir das wort GOtt, meinen hort, Fest in das herze drücket. 5. Sein wort ist hell und offenbar, Da werd' ich JEsum bald gewahr, Durch den ich trost empfinde, Weil ich mein theil Und ihn, mein heil, In allen sprüchen finde. 6. Er hat das pfand der gnadenwahl In taufe, glauben, abendmahl Ausdrücklich eingesetzet; Drum laß ich auch Den rechten brauch In allen unverleget. 7. So drückt mich keine sündennoth, Ich warte freudig auf den tud, Denn hier ist GOttes namen, Der helfen kann, Den ruf ich an Und spreche fröhlich: amen! 8. Derhalben ist mir herzlich wohl, Wenn ich an himmel denken soll, Wo mein fürsprecher wohnet, Der alles leid In ewigkeit Aus gnaden wohl belohnet. 9. Thut mich der feind schon in den bann, G'nug, daß mich GOtt heraus gethan; Berdammt man meine lehr:, G'nug, daß der geist In mir beweist, Daß ich GOtt zugehöre. 10. Nun GOtt, bewahre dieses gut Und schüße mich vor übermuth, Daß ich gehorsam gläube, In liebe, zucht Und glaubensfrucht Ein gliedmaß Christi bleibe. 11. GOtt gönnet uns noch jego frist; Drum weil die kirche sichtbar ist, So laff er nichts verderben, Daß wir so fort An unserm ort Auf dieſen glauben sterben. Bon der Reformation der Kirche durch Lutherum. Mel. Durch Adams fall ist zc 467. HErr, dein seligmachend wort Ist lang berdunkelt blieben, Dieweil sie fast an jedem ort Nur menschensazung um Erhaltung derselben bei reiner Lehre. 263 trieben. Der glaubenskraft ward in bescheidenheit, Geduld, treu, denicht gedacht, Durch die man dir ver- muth übet, Voll keuschheit, friede, freutrauet Und allen andern trost nicht digkeit GOtt und den nächsten liebet. acht't, Nur blos auf JEsum schauet. 9. So viel sagt uns des HErren. mund, Wobei wir feste bleiben; Wir lassen uns von diesem grund Auch keinen engel treiben. Nun wird von uns die große güt', Die GOtt an uns erwiesen, Allzeit mit dankbarem gemüth' Erkannt und hoch gepriesen. 2. Die heil'gen wurden immerdar Zur fürbitt' hergezählet, Berehrt und endlich auch sogar zu helfern auser= wählet, Da du doch, GOtt, der helfer bist Im himmel und auf erden, Der nur im namen JEsu Christ Will angerufen werden. 3. Die werke, die man da befahl, Hatt' eigenwig erfunden, Der aber= glaube ward zumal Recht ernstlich eingebunden. Was aber du geboten hast, Das war nicht noth zu wissen, War man nur sonst die menschenlast 3u tragen, recht beslissen. 4. Dies einzuführen ist die list, Bornämlich die gewesen: Dein wort, das unsre richtschnur ist, Hat man nicht dürfen lesen; Das blinde volk war zu der zeit Also leicht zu betrügen, Mel. HErr GOtt der du erforsch. Sie wußten nicht den unterscheid Der 468. G Ott, der du licht und wahrheit und der lügen. quelle bist, Daraus 5. Da wurde denn nach eignem finn Ein gottesdienst erdichtet, Den man, aus geiz nur auf gewinn Und gleißnerei gerichtet. Des höchsten wort blieb unbekannt, Man konnt' es selten hören: So mußte sich der menschentand Fast täglich häufig mehren. wir alle gaben, Der'r unser heil be= nöthigt ist, Getrost zu schöpfen haben, Wir danken dir, daß du dein wort Uns bis anher an diesem ort So lauter läsfest hören. Der wahrheit pfeiler stehet noch, So drückt uns auch kein fremdes joch Unnüger menschenleh= ren. 6. Und wenn man gleich das schwere joch Durch lange zeit getragen, So zweifelten die herzen noch Und konnte niemand sagen, Ob er damit genug gethan, Den himmel zu erwerben; Und trat die legte noth heran, Mußt' er im zweifel sterben. 7. HErr, dir sei dank und preis gebracht, Daß wir zur wahrheit kommen, Daß deines wortes licht die nacht Der blindheit weggenommen. Wir wissen: wer auf Christum traut, Erlanget heil und leben; Indem er gläubig auf ihn schaut, Wird ihm die schuld vergeben. 8. Dann thut der mensch auf GOttes rath, Durch dessen geistes stärke, Was GOtt ihm anbefohlen kat, Ale rechte gute werke, Daß er sich 10. HErr, eile und bekehre noch, Die in der irre gehen; Wach' auf, zerbrich und stürze doch, Die dir entge= gen stehen, Laß nichts dein seligmachend wort Und seinen lauf verhindern, Erhalt und schenk' es fort und fort, Nach uns auch unsern findern. um die Erhaltung der Kirche bei reiner Lehre und heiligem Leben. 2. Wir danken dir, daß uns dein licht In alle wahrheit leitet. So lang uns dies dein angesicht Wie Israel begleitet, So haben wir dein kinderrecht, So heißen wir stets dein ge= schlecht, Das du dir auserlesen. Dein wort spricht uns von sünden frei, Es ist der seelen arzenei, Durch welche wir genesen. 3. Es steuert allem herzeleid, Weil Christus in uns wohnet, Und der, als unser trost und freud', Macht, daß GOtt unfer schonet. Es ist der rechte le= benssaft, Es läßt uns niemals wonne, fraft, Trost, heil und stärke fehlen. So still auch GOttes brünnlein fließt, So reich und segensvoll ergießt Ea fi in unsre seelen. Bon der christlichen Kirche und zwar 264 4. Durch dieses zeugniß wird die feel' Mit deiner firch verbunden, Durch dieses wort hat Michael Den drachen überwunden. Es zeigt, als eine richtschnur an, Wie man recht glauben, leben kann, Wenn man nur darauf himmels vorDes th Serhalt uns, HErr, bei ſchmack findet sich, Wenn man dies 469. deinem wort Und wort recht inniglich Erforschet und betrachtet. steur des papsts und türken mord, Die JEsum Christum deinen sohn Stürzen wollen von seinem thron. 2. Beweis' dein' macht, HErr Jesu Christ, Der du ein HErr all'r herren bist, Beschirm' dein' arme christenheit, Daß fie dich lob' in ewigkeit. 3. GOtt heil'ger geist, du tröster werth, Gieb dein'm volt ein'rlei sinn auf erd', Steh' bei uns in der letzten noth, Leit uns ins leben aus dem tod. 5. HErr, gieb uns fraft, damit dein wort Recht tiefe wurzel schlage, Und dieser same fort und fort Viel gute früchte trage. Bring uns dadurch erkenntniß bei, Darin der glaube thätig sei, Der innre mensch stark werde, Auf daß, durch deines geistes fraft, Wir üben gute ritterschaft In allerlei gefährde. 6. Wie wir bisher mit frohem muth Dein liebes wort bernommen, So laß doch dieses theure gut Auf unsre nachwelt kommen. Die firch' und schulen segne du, Erhalt' uns selbst in guter ruh', Als deine hausge= noffen. Den leuchter deiner reinen lehr' Wollst du bei uns, HErr, nimmermehr Von seiner stätte stoßen. 8. Nun GOtt, dein wort bekehre die, So deine wahrheit haffen. Lehr', überzeug' und treibe sie, Den irrthum zu verlassen, Damit, nach aller bitferkeit, Der blindheit schuppen mit der zeit Von ihren augen fallen, So wie du dort dem Saul gethan*, Daß fie mit uns auf rechter bahn Zum himmel mögen wallen. volk beständig siegt, mit deiner gnad' nie unterliegt, Wenn gleich die feinde schrecken. Laß sie bekennen, trop dem spott: 3u 3ion ist der rechte GOtt, Der kann sein volk bedecken. Ap. Gesch. 9, 18. 19. 9. Wenn aber dir es, HErr, gefällt, Dein häuflein zu bewähren, Ob es in noth auch glauben hält, So fiere sein begehren: Gieb, daß dein 4. Ach HErr, laß dir befohlen sein Die arm' bedrängten christen dein, Bei festem glauben uns erhalt' Und reiß uns aus der feind' gewalt. 6. So werden sie erkennen doch, Daß du uns'r HErr GOtt lebest noch und hilfst gewaltig deiner schaar, Die sich auf dich verlässet gar. 7. Warum hast du der ersten welt Die sündflut zugerichtet, Das haus zu Silo abgestellt, Jerusalem zernichtet? Die ursach' zeigst du selber an: Weil sie, nach ihres herzens* 7. Berleih' uns friede gnädiglich, wahn, Dein wort vorüber gingen.| HErr GOtt, zu unsern zeiten, Es ist So geht es noch zu dieser frist: Was doch ja kein andrer nicht, Der für uns ein geruch des lebens ist, kann tod könnte streiten, Denn du unser GOtt und strafe bringen. alleine. 5. Ihr' anschläg', HErr, zu nichte mach', Laß sie treffen die böse sach' Und stürz' sie in die grub' hinein, Die sie machen den christen dein. 8. Gieb unserm könige und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. Mel. Alles, was mir GOtt 2c. 470. Gott, du weißt in was für zeiten Deine liebe firche schwebt, Die nach deinem willen lebt; Ach, an allem ort und seiten überall in jedem stand Nimmt das unfraut überhand. um Erhaltung derselben bei reiner Lehre. 265 der armen. 2. Weil bei hütern und bei schafen| frisch sie greifen an Und sein die kraft Oft zu große sicherheit Herrscht in dieser letzten zeit, Sä't der feind, indem sie schlafen, Auf den acker, da dein wort Wachsen ſoll, list, trug und mord. 3. Hilf, daß deine diener wachen, Daß nicht unfraut, sünd' und schand' Plößlich nehmen überhand. Hilf du selbst in allen sachen, Gieb den regen früh und spat, Gieb trost, hülfe, rath und that. 4. Laß uns deines wortes samen, Lehr' und leben halten rein Und ein reiner weizen sein, Daß wir deinen werthen namen Rühmen hier in dieser zeit Und in alle ewigkeit. 5. Wirst du endlich selber kommen, Bricht die ernte einst herein, Sammle uns mit freuden ein Und laß uns, mit allen frommen, In das lebensbündelein Ewig eingebunden ſein. 471. ht vom himmel, sich darein Und laß dich deß erbarmen: Wie wenig sind der heil'gen dein, Verlassen sind wir armen. Dein wort läßt man nicht haben wahr, Der glaub' ist auch verloschen gar Bei allen menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche list, Die eigenwiß erfindet. Ihr herz nicht eines finnes ist In GOttes wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn' alle maß und glei= Ben schön von außen. 3. GOtt woll' ausrotten ganz und gar, Die falschen schein uns lehren Und deren zung' stolz offenbar Spricht: troß, wer will's uns wehren? Wir habens recht und macht allein, Was wir sehen, das gilt gemein: Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht GOtt: ich muß auf sein, Die armen sind zerstöret, Ihr seufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr' flag' erhöret. Mein heilsam wort soll auf dem plan Getrost und 5. Das silber, durchs feu'r siebenmal Bewährt, wird lauter funden: An GOttes wort man warten soll Desgleichen alle stunden. Es will durchs kreuz bewähret sein, Da wird erkannt sein' fraft und schein Und leucht't start in die lande. 6. Das wollst du, GOtt, bewahren rein Vor diesem arg'n geschlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht slechte. Der gottlos' hauf'sich immer find't, Wo diese losen leute sind In deinem volk erhaben. * 7. O dämpfe selbst, du starter GOtt, Die dir die ehre rauben; O JEsu Christ, in aller noth Stärk' unsern schwachen glauben; heil'ger geist, verleih' uns gnad', Daß wir vor sünd' und missethat mit allem ernst uns hüten. 472.( 8 spricht der unweiſen rechten GOtt wir meinen; Doch ist ihr herz unglaubensvoll, Mit that fie ihn verneinen. Ihr wesen ist verderbet war, Bor GOtt ist es ein greuel gar, Ihr'r keiner thut was gutes. 2. GOtt selbst vom himmel sah herab Auf alle menschenkinder, Zu möcht' finden, Der sein'n verstand geschauen sie er sich begab, Ob er jemand richtet hätt', Mit ernst nach GOttes worten that' Und fragt' nach seinem willen. 3. Da war niemand auf rechter bahn, Sie war'n all' ausgeschritten, Ein jeder ging nach seinem wahn Und hielt verlorne sitten. Es that ihr keiner doch kein gut, Wiewohl gar viel betrog der muth, Ihr thun ſollt' GOtt gefallen. 4. Wie lang' wollen unwissend sein, Die solche müh' aufladen Und fressen dafür das volk mein Und nahren sich mit schaden? Es steht nicht ihr vertraun auf GOtt, Sie ruf'n ihn nicht an in der noth, Sie woll'n sich selbst versorgen. 266 Von der christlichen Kirche und zwar 5. Darum ist ihr herz nimmer| sehr: Man trotzt auf nachtmahl, beicht still Und steht allzeit in furchten; GOtt und taufe Und läßt das herz von JEsu bei den frommen bleiben will, Dem leer; Bei äußerm dienst und sicherheit fie im glaub'n gehorchen. Ihr aber Hofft man doch auf die seligkeit. schmäht des armen rath Und höhnet alles, was er sagt, Daß GOtt sein trost ist worden. 7. Man möchte blut für thränen weinen, Wenn man die brüche Zions sieht! Ach GOtt, wie trennen sich die deinen! Es zankt und beißt sich glied mit glied, Das ärgerniß nimmt überhand Und breitet sich durch stadt und land. 6. Wer soll Israel dem arinen Zu Zion heil erlangen? GOtt wird sich seines volks erbarmen Und lösen die gefangnen. Das wird er thun durch seinen sohn, Davon wird Jakob wonne hab'n, Und Israel sich freuen. Klagen Zions über den Verfall der Kirche. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. u heiligstes und höch473. menste gerechtigkeit, GOtt, du hast uns dir auserlesen Und von Egyptens joch befreit; Daß uns dein evangelisch licht In JEsu alles heil verspricht. 8. Wenn du den leuchter von uns stießest, Wenn du das evangelium Bei uns ganz untergehen ließest, Ja schlügst du uns, dein eigenthum, Mit allertiefster finsterniß, Ach, so verdienten wirs gewiß. 9. Jedoch wir fallen dir zu fuße wahrer Bei Und suchen in der gnadenzeit Mit dir, o GOtt, barmherzigkeit: Bergieb in JEsu alle schuld, Behalt' uns noch in deiner huld. 10. Wir wollen stets in deinem lichte, Als kinder, in der wahrheit stehn Und durch rechtschaffne glaubensfrüchte zu deinem preise einhergehn; Entzieh uns nur dein heitres licht, Dein wort und deine gnade nicht. 2. Du schenkest uns das wort des lebens Nunmehro schon so manches jahr, Uns droht der feind noch jetzt bergebens Mit toben, morden und gefahr, Die feste burg bleibt doch beschirmt, So sehr der satan auf sie stürmt. 3. Wir wissen, daß wir sollen gläuben, Daß unser heil nur JEsus sei; Doch muß des glaubens kraft uns treiben, zu leben ohne heuchelei; Herz, mund und that muß überein Bor dir gut evangelisch sein. Mel. Wo GOtt der HErr nicht ze 4. Ach, aber ach, wir müſſen kla- 474. Err, deine gür und treu gen, Daß wir gar sehr verfallen sind: Viel sind bei hellen gnadentagen Unwissend und mit vorsag blind. Wie kalt und lau wirst du geehrt, Wie ungern wird dein wort gehört! 5. Viel' dichten sich zwar einen glauben. Der doch nur ihr gehirn er= 2. Die sünden nehmen überhand, füllt, Dieweil sie frucht und leben Dies siehest du mit schmerzen, Die rauben, Das aus dem wahren glau- sünden sind dir wohl bekannt Der ben quillt. Sie bilden sich recht fromm zu sein, Unnöthig und unmöglich ein. 6. Doch leider, auch der größte haufe Mißbraucht die gnadenmittel sehr verkehrten herzen. Die schulden nehmen täglich zu, Es haben weder rast noch ruh', Die dir den rücken kehren. Klagen Zions über die Sicherheit und Bosheit der Welt. wir uns wundern müssen. Wir liegen vor dir arm und bloß, Voll schmerz zu deinen füßen; Die bosheit währet immerfort Und du bleibst doch der treue hort Und willst uns nicht ver= derben. um Erhaltung derselben gegen ihre Feinde. 267 3. Dein auge stehet wider die, So| Um Schuß und Erhaltung der beine wege fehlen Und voller bosheit Kirche wider die Macht der spät und früh Die lasterbahn erwählen, Die nur im schnöden sündenwust Des fleisches höchstverderbte lust Zu büßen eifrig trachten. Feinde. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 475. Tr Preuer hirte deiner heerde, Deiner glieder starker schuß, Sieh doch, wie die 4. Deswegen flehn und seufzen wir, Du wirst uns, HErr, erhören Und die, so böses thun, zu dir Durchasch' und erde, Großer GOtt, mit deinen geist bekehren. Erleuchte doch die böse welt, Die sich bei sünden selig hält Und so zur hölle eilet. 5. Erbarme dich, o treuer GOtt, Der welt, die du geliebet, Der welt, die ganz in sünden todt, In sünden dich betrübet. Gieb, daß dein wort durch seine fraft In solchen herzen früchte schafft, Die harten felsen gleichen. 6. Wir bitten dich, entdecke doch Der welt und ihren kindern, Wie fanft und angenehm dein joch Den bußfertigen fündern, Die sich von ihrer sündenschuld Zu Christi blut und deiner huld In buß' und glauben wenden. 7. Die heerde, die du dir erwählt, HErr, sege selbst zum segen, Verleih' ihr alles, was ihr fehlt, Führ' sie auf deinen wegen. Mach' deine treu' und vaterhand Den kindern allen wohl bekannt, Die deiner güte trauen. 8. Ein hirt und vater meint es treu Und herzlich mit den seinen, Du bist noch mehr, deß ich mich freu', Wie fannst du's böse meinen? Drum trauen wir allein auf dich, Ach, leite du uns väterlich Nach deinem rath und willen. 9. Hier sind wir deine erben schon Und freuen uns daneben, Daß du uns wirst zum gnadenlohn Die ehrenkrone geben. Wir hoffen, bald dein angesicht zu sehen dort in deinem licht, Wo uns das lamm wird weiden. grimm und truß Tobt und wüthet wider dich. Sie vermißt sich freventlich, Deine firche zu verstören Und dein erbtheil zu verheeren. 2. Du, HErr, bist ja unser könig, Wir sind dein mit leib und seel'. Menschenhülf ist ja zu wenig, Wo du nicht, Immanuel, Zu der deinen rettung wachst Und dich selbst zu felde machst, Für dein wahres wort zu kämpfen Und der feinde wuth zu dämpfen. 3. Es betrifft selbst deine ehre, Deiner wahrheit heiligthum, JEsu, deine glaubenslehre, Deines leidens kraft und ruhm Und den dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein. Dazu kannst du ja nicht schweigen, Du mußt deine machthand zeigen. 4. Du verlachst der feinde tücke, Treibst den bösen rath und schluß, Wuth und anschlag selbst zurücke, Daß er nicht gelingen muß. Die verfolgung hat ihr ziel, Du verhängst ihr nicht zu viel Und pflegst derer nur zu spotten, Die, HErr, wider dich sich rotten. 5. Stärke nur den schwachen glauben, Den, bei so betrübter zeit, Fleisch und satan uns zu rauben Und mit furcht und blödigkeit Uns zu schrecken, sich bemüht. Deine weisheit fennt und sieht Deiner kinder schwach vermögen, Und wird nicht zu viel auflegen. 6. Hilf den deinen und bekehre Der verfolger blindes heer, Der ver= folgung steu'r und wehre, Daß sie uns nicht sei zu schwer. Nimm dich der bedrängten an, Leit' auch die auf rechter bahn, Die noch jetzt durch satans lügen Sich selbst um ihr heil be= trügen. 268 Von der christlichen Kirche und zwar 7. Laß uns recht und redlich han-| sache nicht beifällt Im himmel hoch deln Und gelassen, heilig, rein In der dort oben, Wo er Israels schuß nicht taubeneinfalt wandeln; Klug dabei ist Und selber bricht der feinde list, So in allem sein, Uns zu schicken in die ists mit uns verloren. zeit und vor falscher heiligkeit Auch der feinde list und wüthen Uns mit schlangenflugheit hüten. 8. Gieb, daß wir mit beten, wachen Allzeit stehn auf unsrer hut, Dich, HErr, alles laffen machen, Denn du machest alles gut. JEsus schüßet uns schon hier Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen erden Bei ihm triumphiren werden. 476. Gin Sin' feste burg ist unser GOtt, Ein' gute wehr und waffen. Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns anjeßt betroffen. Der alte böse feind Mit ernst ers jetzt meint, Groß macht und viel list Sein' grausam' rüstung ist, Auf erd'n ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren: Es streit't für uns der rechte mann, Den GOtt selbst auserforen. Fragst du, wer er ist? Er heißt JEsus Christ, Der HErre zebaoth, Und ist kein andrer GOtt; Das feld muß er be= halten. 3. llnd wenn die welt voll teufel wär' Und wollt'n uns gar verschlin= gen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürste dieser welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts: Das macht, er ist gericht't, Ein wörtlein kann ihn fällen. 4. Das wort sie sollen lassen stahn Und kein'n dank dazu haben, Er ist bei uns wohl auf dem plan Mit seinem geist und gaben. Nehmen sie uns den leib, Gut, ehr', find und weib: Laß fahren dahin, Sie habens fein gewinn, Das reich muß uns doch bleiben. 2. Was menschenkraft und wit anfäht, Soll billig uns nicht schrecken; Er siget an der höchsten stätt' Und wird ihr'n rath aufdecken. Wenn sies aufs flügste greifen an, So geht doch GOtt ein' andre bahn, Es steht in seinen händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her Als wollten sie uns fressen, 3u würgen steht all' ihr begehr, GOtt ist bei ihn'n vergessen. Wie meereswellen einhergehn, Nach leib und leben ſie uns stehn, Deß wird sich GOtt erbarmen. 4. Sie stellen uns wie fegern nach), Nach unserm blut sie trachten; Noch rühmen sie sich christen auch, Die GOtt allein groß achten. Ach GOtt, dein theurer nam' allein Muß ihrer schalkheit deckel sein: Du wirst einmal aufwachen. 5. Auf sperren sie den rachen weit Und wollen uns verschlingen. Lob und dank sei GOtt allezeit, Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n strick zerreißen gar Und stürzen ihre falsche lehr'; Sie werdens GOtt nicht wehren. 6. Ach HErr GOtt wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen; Die gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann dies nicht fassen; Sie spricht: es ist nun alls verlor'n, Da doch das freuz hat neu gebor'n, Die deiner hülf' erwarten. 7. Die feind' sind all' in deiner hand, Dazu all' ihr' gedanken, Ihr anschlag ist dir wohl bekannt, Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den glauben ficht, Aufe fünft'ge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den himmel und auch die erden Hast du, HErr GOtt, gegründet. 477. laß helle Das der W nicht bei uns hält, herz werd uns entzündet In rechter Wenn unsre feinde toben, Und unsrer lieb' des glaubens dein, Laß uns ans um Ausbreitung der christlichen Lehre. 269 end' beständig sein; Die welt laß im-| drauf gedacht, Daß ihm recht würd' mer murren. gedienet. 4. GOtt hat geseßt in seinem reich Zum kön'ge den zu hören, Der an ge= und Der den walt ihm völlig gleich, An herrlichkeit er heut', Das heißt bei GOtt, bon ewigkeit, Gezeugt aus seinem wesen. 5. Der vater hat vom himmels= thron Der heiden erb', daneben Den ganzen weltkreis diesem sohn Zum eigenthum gegeben, Daß, die verachten, was er heißt, Mit seinem scepter er zerschmeißt, Wie eisen bricht die töpfe. 6. Ihr kön'ge laßt euch weisen nu, Des höchsten sohn zu küssen; Ihr richter eilt gesammt herzu, Kommt, fallt zu seinen füßen, Dient ihm mit furcht und freuet euch, Wenn ihr sorgfältig seid, sein reich Und chre zu befördern. 7. Wo ihr die zucht noch ferner haßt Und Christum nicht lernt kennen, nicht das gottlose wesen laßt, So wird sein zorn anbrennen Und ihr mit schanden untergehn; Der aber wird vor ihm bestehn, Der ihm von herzen frauet. * 8. Hilf, JEsu, daß an jedem ort Die mächtigen auf erden Gern hören deine stimm' und wort Und dadurch gläubig werden. Erleucht' sie alle, daß Mel. Es spricht der unweisen 2c. 479. Qeshalben toben faſt fie dir Im land und herzen thor und deinem Mel. Wenn wir in höchsten 2c. erzallerliebster JEsu 478. an die noth, in welcher ist Dein armes firchenschiffelein, Wach' auf, sonst wirds geschehen sein. 2. Die starken wellen brausen sehr, Drum steure doch dem tollen meer; Wo du ihm selbst nicht wirst beistehn, So muß es ganz zu grunde gehn. 3. Wach' auf, wach' auf, du starker hort, Und schüße deine kirch' und wort, Nimm dich des kleinen häufleins an, Weil ihm sonst niemand helfen kann. 4. Die wellen, die um uns her sind, Still', und bedräue selbst den wind. Wend' ab verfolgung, angst und noth Und sonderlich den seelentod. 5. Hab' auf die deinen fleißig acht, Damit man deine stärk' und macht, Nicht halte gar für einen spott Und spreche: wo ist nun ihr GOtt? 6. Nun allerliebster JEsu Christ, Du weißt, wie uns zu rathen ist, Hilf so, damit die christenheit Dich lobt und preist in ewigkeit. all die heiden? Die kön'ge wollen Christi reich In ihrem land nicht lei= den. Die herren halten rath zu hauf', Sich wider GOtt zu lehnen auf und den, den er gefalbet. 2. Sie wollen Chriſti ſanftes joch Und last tragen, fen es und lästerns noch, Weil sic nach GOtt nicht fragen. Der aber in dem himmel wohnt Lacht ihrer, wenn er ihnen lohnt und ihren hochmuth strafet. 3. Er wird im zorn sie sprechen an, Im grimm wird er sie schrecken, Was fie für böses je gethan, Wird er ge= famint entdecken: Wie sie des höchsten nicht geacht't, Mit ernst auch niemals Um Ausbreitung der christlichen Lehre, und um Bermehrung der Kirche. 480. Es wolle GOL uns gnädig sein Und seinen segen geben; Sein antlig uns mit hellem schein Erleucht' zum ew'gen le= ben: Daß wir erkennen seine werk' Und was ihn liebt auf erden, Und JEsu Christi heil und stärk' Bekannt den heiden werde Und sie zu GOtt bekehre. 2. So danken GOtt und loben dich Die heiden über alle, Und alle welt die freue sich Und sing' mit großem schalle, Daß du auf erden richter Von der christlichen Kirche und zwar 270 bist Und läßt die sünd' nicht walten. Dein wort die hut und weide ist, Die alles volk erhalte, In rechter bahn zu wallen. 3. Es danke GOtt und lobe dich Das volk in guten thaten, Cas land bring' frucht und bessre sich, Dein wort laß wohl gerathen. Uns segne vater und der sohn, Uns segne GOtt der heil'ge geist, Dem alle welt die ehre thut. Vor ihm euch fürchtet allermeist Und sprecht von herzen: amen. 481. Mel. Es spricht der unweisen 2c. treuer heiland JEsu Christ, Der du am freuz gestorben Und von dem tod erstanden bist, Du hast uns ja erwor= ben, Daß alle menschen insgemein Durch dein blut können selig sein, Wenn sie nur an dich glauben. 2. Erbarme dich der blinden leut', Die sich selbst so bethören Durch ihrer finnen eitelfeit, Und wollen dich nicht hören, Daß du der wahre GOtt auch feist, Mit vater und mit heil'gem geist Gleich ewig und allmächtig. 3. HErr, mache ihnen doch bekannt, Daß kein geschöpf zu finden, Das durch erschaffenen verstand Den schöpfer kann ergründen. Sein wesen ist verborgen gar; Doch ist durchs wort deinen starken schuß; Laß aller feinde list und trug Zunicht', zu schanden werden. 7. Verleih', daß deine reine lehr' Dämpf allen aberglauben, Damit man dir nicht deine ehr' Aus falschem wahn mag rauben, Daß man auch in der legten noth Nur dich allein, den wahren GOtt, Um hülf' und rettung bitte. 4. Du kamst darum, o GOttes sohn, Herab zu uns auf erden, Daß GOttes will' vom himmelsthron Uns völlig kund möcht werden; Wir dan= ten dir, und bitten dich, Laß deine lehr' gewaltiglich In aller welt erschallen. 5. Die aber in der christenheit GOtt wissen recht zu nennen, Daß er ist drei in einigkeit, Die ihn also bekennen, Verknüpfe durch der liebe band, Daß man in jedem reich und land' Nur fried' und wahrheit suche. 6. Vor denen, die in glaubenssach' Als kezzer uns verdammen Und noch dazu uns stellen nach Mit drangfal, schwert und flammen, Nimm uns in 8. Und weil so viel an manchem ort Aus unverstande fehlen, So giecb, daß die auch durch dein wort Die rechte bahn erwählen. Hilf, daß wir von dem irreweg Sie bringen auf der wahrheit steg In freundlichkeit und fanftmuth. * 9. Dein wort erhalte hell und klar Bei kind und kindeskindern, Daß man dabei bleib' immerdar, So wird uns gar nicht hindern, Was die vernunft je hat erdacht Und menschentand hervor gebracht Zuwider deinem willen. 10. Gieb auch uns allen deine gnad', Daß wir das böse lassen Und vorsägliche missethat Allzeit von herzen hassen, Auf daß wir nach dem jammerthal Des glaubens ende allzumal, Die seligkeit erlangen. Mel. Erhalt' uns HErr bei 2c. uns offenbar, Wie wir dich sollen eh= 482.3Eſu Chriſte, wahren. res Erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner heerd', Daß ihre seel' auch selig werd'. 2. Erfüll' mit deinem gnadenschein, Die in irrthum verführet sein, Auch die, so heimlich sichtet an In ihrem sinn ein falscher wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Bon dir, das suche du mit gnad', und sein verwund't gewissen heil', Laß es am himmel haben theil. 4. Den tauben öffne das gehör, Die stummen richtig reden lehr', Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres herzens glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; Bring her, die sich von uns getrennt; um Ausbreitung der christlichen Lehre. 271 Versammle, die zerstreuet gehn; Mach'| res wort In unverfälschter lehre Und feste, die im zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf erden, wie im himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche gnade preisen dich. rüste selbst noch immerfort, zu deines namens ehre, Getreue streiter Christi aus; Bewahre dein geweihtes haus Und die dasselbe bauen. 8. Laß deine fnechte deinen ruhm In lehr' und leben preisen, Daß sie das wahre christenthum Auch mit der that beweisen, Damit des wortes theure kraft, Die nur allein das leben schafft, Ja nicht verlästert werde. 9. HErr, lad' uns durch die boten ein Und wed' uns aus dem schlafe. Laß alle hörer thäter sein, Als Christi fromme schafe, Daß alle treuen lehrer sich Und die sie hören, HErr durch dich Dort ewig selig machen. Vom heiligen Lehr- und Predigtamte. 483. Mel. Nun freut euch liebe 2c. er HErr ist mein ge= treuer hirt, Der mich im worte weidet; Er ruft das schaf, das sich verirrt Und von der heerde scheidet; Er führet mich mit seiner hand Und heiligt selbst dazu den stand Der hirten und der lehrer. 2. Der HErr berief unmittelbar Der heil'gen Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. etreuer GOtt, dein männer große schaar, Die man pro- 484. Genadenwalten Verpheten nennte. Durch dieser männer schrift und mund Entdeckte GOtt den gnadenbund Und ließ von Christo sorgt und labt uns alleſammt; Dein deiner diener heilig amt. O welcher will' ist, mit uns hauszuhalten Durch gaben theures gut Legst du durch sie in herz und muth! zeugen. 3. Als JEsus sich nun eingestellt, Erwählt' er sich die zwölfe Und schickte fie in alle welt, Als hirten unter wölfe, Durch welche GOtt, an Christi statt, Die menschen treu ermahnet hat: Laßt euch mit GOtt verföhnen. 4. GOtt ruft auch noch, doch mittelbar, Nach seinem herzen, hirten Und sendet sie noch immerdar Den sündern und verirrten; Die lehren uns noch immerfort Des allerhöchsten theures wort, Das in der schrift verfaffet. 2. Wenn deine lehren rein erschallen Durch deiner friedensboten mund, Zaß ihre kraft auch auf mich fallen Bis in der seele tiefsten grund. Ja senke täglich mehr hinein und laß es geist und leben sein. 3. HErr, segne deiner knechte werke, Durch sie regiere stets dein haus; Ach, rüste sie mit muth und stärke Zum kampfe mit den feinden, aus. Hilf, daß ein jeder vor dir treu In lehre, trost und strafe, sei. 5. Dies ist vornehmlich ihre pflicht, Die kirche zu vermehren, Durch lehre, 4. HErr, segne doch auch unser höstraf und unterricht, Durch zucht und ren, Erwecke den, der geistlich tod. trost zu lehren; Wie auch die heil'gen Der gnadenbotschaft füße lehren sakrament', Die man als gnadenmit- Sei'n unser labsal in der noth Und tel fennt, Den menschen mitzutheilen. 6. Ein lehrer ist ein ackermann Und GOttes wort, sein samen; Ein 5. Wird endlich dann, o HErr der wächter, der nicht schlafen kann; Er schaaren, Das letzte richterwort von führt den vaternamen; Erist ein strei- dir Den rath der herzen offenbaren, ter und ein hirt, Ein engel, der gesen- So offenbare doch auch mir Dich, sedet wird, Ja ein haushalter GOttes. ligmacher, als mein heil, Den him* 7. Erhalt' uns, HErr, dein theu- mel, als mein ewig theil. dein geseße sei die kraft, Die reu' und bittre thränen schafft. Von der wahren Buße und Bekehrung. 272 Bei Einweihung, einer neuen Kirche. Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. 485. Dreieinig- heilig- großer GOtt, Sieh von des himmels höhen, Dein armes volk, HErr zebaoth, Dein häuflein vor dir stehen! Bernimm das seufzen und gebet, Das jetzt zu deinem throne geht Von dieser heil'gen stätte. 2. Wir weihen dieses GOtteshaus, Ohöchster, deinem namen; Schmüd' es mit deinem segen aus, Laß uns und unsern samen Dein zeugniß, cecht und heilig wort An diesem dir geweihten ort, 3um heil der seelen, hören. 3. Des glaubens grund ist JEsus Christ, Apostel und propheten Sind pfeiler, und die grundfest' ist Ihr wort, worauf in nöthen, Wie weit der feinde wuth auch geht, Die GOttesstadt doch lustig steht Mit ihrem zionsbrunnen. 4. Nimm an die kinder, die wir dir Hier in der taufe schenken, Laß sich die reinen lehren hier In ihre seele senten und hilf sie selbst zur glaubensfrucht, In deiner furcht und christenzucht, Als himmelspflanzen ziehen. 5. Hier beichten wir mit leid und reu, Gebeugtem herz und knieen, Drum schenk, wenn wir mit glau-. benstreu' 3u Christi kreuze fliehen, Vergebung liebe, gnad' und huld; Lösch aus der sünden große schuld Allhier Christi blute. 6. Hier stell' dich, heiland, selber dar, Hier schenkt uns deine gaben, Wenn bei dem heiligen altar Sich unsre seelen laben. Gieb deinen leib, gieb uns dein blut, So du für uns und uns zu gut, Gegeben und vergoffen. 7. Hier segne selbst den eh'stand ein. Die fürbitt für die franken Erhör', und laß erfüllet sein Dein haus mit lob und danken. Hör', wenn wir den regentenstand, Kirch', schulen, häuser, stadt und land Dir, GOtt, hier anbefehlen. 8. Nun segne, vater, dieses haus, Das wir nach dir, HErr, nennen, Treib feindschaft stolz und zank hinaus, Lehr' uns dich hier recht kennen; Stör' alles, was uns stören will, Laß uns in dieser zionsstill' Dich freudig ehren, loben. 9. Lob, ehre, dank und herrlichkeit Sei dir, o HErr, gesungen, Daß uns bei dieser schweren zeit Dies werk durch dich gelungen. Gieb daß, was wir jetzt fangen an, Nicht eher ende nehmen kann, Bis erd' und himmel brechen. V. Von den Pflichten des Menschen. I. Von der wahren Buße und Bekehrung und zwar Erweckungen zur Buße. nicht lieb des sünders tod; Vielmehr ist dies mein wunsch und will, Daß er in fünden halte still, Von seiner bosheit fehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies wort bedenk', o menschenMel. Vater unser im himmelreich.| kind, Verzweifle nicht in deiner sünd'; 486. Sowahr ich lebe, ſpricht Hier findest du trost, heil und guad', dein dir hat, Und zwar mit einem theuern eid. O selig, dem die sünde leid! 3: Doch hüte dich vor sicherheit, Denk nicht: zur buß' ist noch wohl zeit; Ich will erst fröhlich sein auf erd', Wenn ich des lebens müde werd', und zwar Erwedungen zur Buße. Alsdann will ich bekehren mich, GOtt wird wohl mein erbarmen sich. 4. Bahr ist's: GOtt ist wohl stets bereit Dem sünder mit barmherzigfeit, Doch wer auf gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen sinn Und seiner seele selbst nicht schont, Dem wird mit ungnad' abgelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget GOtt Von wegen Christi blut und tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben ist dir fund, Verborgen ist die todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich: Wer heute frisch, gesund und roth, Ist morgen frank, ja gar wohl tod. So du nun stirbest ohne buß, Dein seel' und leib dort brennen muß. * 7. Hilf, o HErr JEsu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und buße thu' den augenblick, Eh mich der schnelle tod hinrück,' Auf daß ich heut' und jederzeit Zu meiner heim= fahrt sei bereit. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 487. Lebt nicht ſo sicher in der welt, geweihten christen, Als die von nichts, als gold und geld Und eitlen dingen wüßten! Dies alles frißt und raubt die zeit; Sucht schäße jener ewigkeit, Die euch kein zufall raubet. 2. Ihr wendet leider fleiß und zeit Auf dinge, die nichts taugen, Und segt, was cure seligkeit Befördert, aus den augen. Den leib versorgt ihr wunder= schön, Die seele muß zu grunde gehn Und ewiglich verderben. 273 Verlaßt die weite pferte. Betrachtet euern sündenstand, Die jammervolle scheidewand, Die euch vom himmel trennet. 5. Wie bald kommt euer sterbenstag Mit vollem strafgewichte; Ach denkt bei jedem glockenschlag An jenes zorngerichte, Das über jeden sünder geht, Der nicht in buß' und glauben steht, Und rettet eure seelen. 6. Was für ein neues himmelreich Erwarten doch die sünder? Sie leben hier dem viehe gleich, Ja oftmals noch viel blinder. Es geht kein thier zum himmel ein, Es müssen christenmen= schen sein Boll buß- und glaubensfrüchte. 7. Ein heidnisch herz spürt leid und reu', Das seinen herrn betrübet, Der ihn mit mehr als vatertreu Beschüßt, versorgt und liebet: Und ihr wollt GOtt und seinen sohn Und beider treu, mit spott und hohn Beschimpfen und verachten? 4. Thut buße, weil ihr es noch fönnt, Und glaubt an JEsu worte, Bedenkt, daß schon die hölle brennt, 8. Noch ist es zeit, noch kehrt zu= rück, Noch währt das reich der guaden, Ch' ihr durch satans list und strick Den fluch auf euch geladen, Den fluch, der alle sünder drückt, Der euch das lebensziel teufel zittern. 9. Seht, wie der fromme vater steht! Er cilet voll verlangen, Ilm den, der gläubig zu ihm geht, Mit inbrunst zu umfangen. Kommt, werft in buß' euch vor ihm hin, Sein durch den sohn versöhnter sinn Will alle schuld erlassen. 10. Erwecket euch und lernt hiebei, Ja nehmet recht zu herzen, Wie nöthig euch die buße sei, Denn hier ist nicht zu scherzen. Wer sicher schläft, in lü= sten träumt Und so die gnadenzeit versäumt, Der hat sich selbst betrogen. 3. Versäumet doch das kleinod nicht, Darnach die seelen rungen, Die nun durch buß im glaubenslicht Zum leben durchgedrungen. Ja, denkt der lehre JEsu nach), Besinnt euch, was Mel. JEsu deine heil'gen wunden. Johannes ſprach, Als er im geist ent= 488. Willst du noch in fünz brannte: laß dich deine noth Doch einmal zur buße treiben, Auf! verlaß den sündenkoth Und bedenke, was du thust, Wie 18 Von der wahren Buße und Bekehrung 274 du in der sündenlust Dich je mehr und mehr ertränkest Und dich selbst zur hölle senkest. 2. Sichst du nicht, in wessen striden, Du bisher geführet wirst? Der dich suchet zu berücken Ist der schnöde höllenfürst. Brüllend gehet er umher Wie ein löw' und dürstet sehr Von begierde, von verlangen, Dich, verirrtes schaf zu fangen. 3. Denk', es wägen deine sünden Schon viel tausend centner schwer, Wer will dich der last entbinden? Und du häufst noch mehr und mehr Deine schuld und GOttes rach'? GOtt wird dir mit weh und ach Dieses wahrlich einst vergelten Und dich unter augen schelten. 4. Es ist nur ein dünner faden, Welcher GOttes rachschwert hält, Trübsal, angst, noth, seelenschaden Führt es mit sich, wenn es fällt. Da muß schmerzen, qual und pein Sichrer sünder strafe sein, Nach dem kummervollen sterben Folgt ein ewiges verderben. 5. Kannst du nicht den sarg schon sehen, Deines leibes letztes haus? Denfe doch, wie viele gehen Unverhofft zur welt hinaus? Wer kann bis zum morgenlicht, Bis zur stunde, die anbricht, Vor dem tode freiheit geben, Denk: so flüchtig ist das leben. 6. Darum kehre, kehre wieder Du verirrte Sulamith! Fall' vor deinem schöpfer nieder, Fleh' um gnade, eil' und bitt' Mit zerknirschter seel' und geist! Komme, weil es heute heißt, Eh' dich GOttes zorn betroffen; Noch steh'n seine arme offen. 7. Nun ich komm' und kehre wieder; HErr, vor deinem angesicht Leg' ich alle sünden nieder, Bater, ach, ver= wirf mich nicht. Wirf die schulden hinter dich, Zürne ferner nicht auf mich, Laß durch Christum auf mein flehen Gnade für das recht ergehen. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 489. ie, daß du doch, o sündlich herz, So wohlgemuth kannst leben! Empfindest du denn keinen schmerz, Bist nicht mit angst umgeben? Ist nichts mehr, das dir bange macht, Daß du bisher so schlecht bedacht, Was du dir zuge= zogen? 2. Beschau' dein leben, das du führst, Betracht' all' deine wege Und sieh, ob du dich so regierst, Daß du gehst GOttes stege? Hast du den höchsten so verehrt, Wie sein gebot von dir begehrt? Hast du ihn recht geliebet? 3. Ach, du hast schlecht an ihn gedacht, Du folgtest deinem willen; Dein wunsch und ziel war tag und nacht, Die fünde zu erfüllen; Dukehrtest zwar in kreuz und noth Mit thränen oft zu deinem GOtt, Doch wichst du bald zurücke. 4. Mit falten lippen dienst du GOtt, Weißt oft nicht, was sie lallen. Die andacht ist dir oft ein spott, Die fünde dein gefallen Du bist auf luft der welt erpicht Und kannst darum die seele nicht zu deinem schöpfer richten. 5. Kommt dir die reu' bisweilen ein, So fehlt doch dein bestreben. Du wünsch'st von sünden los zu sein, Willst doch nicht frömmer leben. Da ist kein fester vorsatz nicht, Weil ihn die lust oft unterbricht, Die dich zur sünde leitet. 6. Du läßt die andacht bald vergehn, Sie währet niemals lange. Die wollust deucht dir gar zu schön, Bei frommsein wird dir bange. Du suchst die breite sündenbahn, Es kommt dir gar zu lieblich an, Nach deinem sinn zu leben. 7. Erwache doch, o sichres herz, Bereue deine sünden: Noch läßt sich GOtt, aufreu' und schmerz, Wie vormals, gnädig finden. Er hat dir oftmale huld erzeigt, Wenn du dein herz zu ihm geneigt, und dir die schuld ver= geben. 8. Ich weiß, er läßt sich auch jezund Voll güt' und liebe finden, Entsage nur mit herz und mund Aufrichtig deinen sünden. Ja komm, beweine und zwar Erweckungen zur Buße. 275 deine schuld, Faß gläubig seine bater-| folgt er nicht, so wird die zeit Der huld, So wirst du gnad' erlangen. 9. Kehr' dich zu GOtt, GOtt wird auch sich mit gnade zu dir kehren; Doch saß den vorsaß, niemals dich Mit fünden zu beschweren. Berfluch' und haff, was sündlich heißt, GOtt wird dir selbst den neuen geist, Der ihm recht dienet, geben. 10. Nun GOtt, nimm mich durch JEsum an Und laß mich armen leben, Vergieb, was ich bisher gethan, Laß mich fort eifrig streben Dir treu zu sein, durch deine fraft Stets eine gute ritterschaft Bis in den tod zu üben. Erwedung zur Buße durch die gegenwärtige Gnadenzeit. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 490. Mein herz, ach, denk an deine buße, Da noch des hirten stimme lockt. Ach, falle GOtt noch heut' zu fuße, Denn bleibst du fernerhin verstockt, So wird auch dir die straf und pein Jerusalems bestimmet sein. 2. GOtt läßt es nicht an rufen fehlen, Drum fünder auf, und beffre dich! Noch kannst du sluch und segen wählen: GOtt selbst bezeugt ja väterlich, Ihn jamm're deine große noth, Er wolle nicht des sünders tod. 3. Bedenk', was kannst du noch begehren, Das GOtt nicht schon an dir gethan? Er will, du sollst zum himmel fehren, Und zeigt durch einen eidschwur an, Er sei dir gnädig, treu und hold, Er wolle, daß du leben sollt. 4. Wirst du den reichthum nun verachten, Den GOtt dir jegt an gnade reicht, So wirst du leider dann ver= schmachten, Wenn seine gnade von dir weicht Und wenn fein brunn' des trostes quillt, Der deine matte seele stillt. 5. Zwar steht die thür der gnade offen, So lang' es annoch heute heißt. Der fünder kann noch gnade hoffen, Wenn er dem geiste folge leist't, Doch gnade dort zu spät bereut. 6. Drum trau' doch auf die letzten stunden und auf die späte buße nicht. Hat gleich ein schächer gnade funden, Eh' ihm der tod das herze bricht, So fann man auch viel tausend sehn Den'n solche gnade nicht gescheh'n. 7. Wir können uns nicht selbst bekehren, Wir sind dazu gar nicht ge schickt, GOtt selber muß die kraft gewähren, Die uns aus dem verderber rückt. Drum suche GOtt und faß ihr fest, Dieweil er sich noch finden läßt. 8. Wenn wir die herzensthür verstopfen, Wenn wir den gnadenruf ver= klopfen, GOtt läßt uns unerhöret schmäh'n, So müssen wir vergebens stehn. Weil wir den gnadenruf veracht't, So wird uns auch nicht auf. gemacht. 9. O weh, wenn GOtt von uns gewichen! Wie schrecklich sieht es um uns aus! Da kommt der feind mit allen flüchen, Bezieht des herzens schnödes haus Und macht den ſünder ganz verstockt, Daß er nicht hört, wenr. JEfus lockt. stimme, Erneure deinen gnadenbund, 10. Mein herz, brum folge GOttes Eh dich der HErr in seinem grimme, Weil du das theure gnadenpfund So schnöder weise durchgebracht, Zum zorngefäß auf ewig macht. Erwedung zur Buße durch die Gefahr der späten Buße. 491. Sünder, willst du ruhig furcht und pein, Ach, so laß dir nicht fein Und befreit von belieben, Deine bessrung aufzuschieben. Auf, GOtt rufet dich zu sich, Eile, und errette dich! 2. Eile, Sodom brennet schon Und empfängt den schwefellohn, Der erzürnte himmel bliget, Such' ein Zoar, das dich schüßet. Auf, GOtt rufet dich zu sich), Eile, und errette dich! 3. Denke, daß es schaden thut, Wenn das träge fleisch und blut Mag nach seinem willen leben, Weil ihm 18* Von der wahren Buße und Bekehrung 276 stets wird frist gegeben. Auf, GOtt rufet dich zu sich. Eile, und errette dich! 4. Die verstörer deiner ruh'. Deine sünden, nehmen zu, Dein gewissen wird beschweret Und des zornes last vermehret. Auf, GOtt ruft dich noch zu sich, Eile und errette dich! 5. Deines herzens härtigkeit Steigt und wächst von zeit zu zeit, Sünden, die dich jest noch schrecken, Wirst du bald mit lust vollstrecken. Auf, GOtt ruft dich noch zu sich, Eile, und errette dich! 6. Was du böses an dir hast, Wird sonst wie ein alter aft, Dessen frümmen gleich zu ziehen man sich wird umsonst bemühen. Auf, GOtt ruft sich noch zu sich, Eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der tod, Da entstehet angst und noth: Du nußt unbereitet gehen und vor deinem richter stehen. Auf, GOtt ruft sich noch zu sich, Eile, und errette dich! 8. Brauch, ach, brauch die gnaden= eit, Denn die lange ewigkeit Kommet, wie ein strom, geschossen, Will dich in den abgrund stoßen. Auf, GOtt auft dich noch zu sich, Eile, und errette dich! 9. Eile, du hast viel versäumt, Da du bis anher geträumt, Such es wieder einzubringen und mit ernst hindurch zu dringen. Auf,( HOtt ruft dich noch zu sich, Eile, und errette dich! 10. Vater der barmherzigkeit, Gieb doch, daß die gnadenzeit nicht von mir versäumet werde, Führ' mich selbst zu deiner heerde. Bater, ach, ich bitte dich, Eile, und errette mich! Erwedung zur Buße durch die zu befürchtende Verstockung. 2. D du betrug der sünden, Der du durch satans list So schwerlich zu ers gründen Und tausendfältig bist! So scheinbar, unvermerket Dein gift anfänglich lockt, So bald wird es gestärfet, Bis daß es gar verstockt. 3. Erst willst du schwachheit heißen Und leicht entschuldigt sein; Daß du nicht auszureißen, Dringst du bald tiefer ein, Bis dich gewohnheit stärfet Und du in herrschaft bist, Da denn, eh' man es merket, Der mensch ver= stodet ist. 4. Was die vernunft uns lehret, Was GOttes wahrheit sagt, Das wird so dann verkehret, Darnach wird nichts gefragt. Kein rafen, bitten, fle= hen, Kein droh- und eiferwort Bewegt ihn, still zu stehen, Er rennet blindlings fort. 5. Das kann GOtt nicht gefallen, Er selbst verstockt so nicht: Sein rufen Doch wer sich von ihm wendet, Nicht zeiget allen Sein gnadenangesicht. höret, wenn er lockt, Der hat sich selbst verblendet Und selbst sein herz ver= stockt. 6. Da giebt denn GOtt zur strafe Den hart verstockten sinn In seinem todesschlafe Dem eigendünkel hin. Da will GOtt seiner lachen;* Sein unglück wird ein spott, Er fällt dem tod in rachen; Und so verstodet GOtt. Ps. 2, 4. 7. Ach bater, dem aus liebe Das herz in jammer bricht, Der du erbar= mungstriebe, Dein gnadenangesicht, Die uns geneigten ohren, Die ausgestreckte hand, Den mund, der uns geschworen, Uns gnädig zugewandt; 8. Ich sehe deine güte, Du wendest dich zu mir. Beweg" auch mein ge= müthe Und wende mich zu dir. Nimm Mel. Herzlich thut mich 2c. 492. Err, wir arme ſün- weg aus meinem herzen Den harten der Sind leider, so ver- felsenstein, Zerknirsch' es doch mit derbt, Daß wir, als Adams finder, schmerzen Und laß es fleischern sein. Die schuld, die wir geerbt, Durch eig'ne schuld vermehren, Daß mancher wohl julegt, Sich gar nicht zu bekehren, Berstockt sich widerseßt. 9. Nimm weg, nebst ärgernissen, Die stirn, die ebern heißt, Das brandmal im gewissen; Gieb mir den neuen geist, Bewege füß' und hände, Er und zwar Erweckungen zur Buße. 277 leuchte das gesicht, Daß ich mich zu| JEsu, gieb mir andacht, stärke Geist dir wende; Berstocke mich ja nicht. 10. Laß mich zu deinem samen Ein guter acer sein Und streu in JEsu namen Ihn in mein herz hinein. Durch JEsu blut befeuchtet Hat diefer feine fraft, Durch JEsu licht erleuchtet Wird auch die frucht geschafft. 11. GOtt lob, es scheint noch heute Das angenehme licht. Verblendetfinstre leute, Berrockt die herzen nicht! Ach hört, wie GOttes lehre Den tag des heils euch weist. Wer ohren hat, der höre, So lang es heute heißt. Erweckung zur Buße durch das aufwachende Gewissen. Mel. JEsu, deine heilgen wunden. 493. 2h, wie will es endlich werden, Ach wohin, o eitles herz! Ich fleb' immer an der erden, Bin ohn' andacht, reu' und schmerz. Ich geh' im verfehrten sinn Ohne wahre buße hin; JEsu, komm, mein herz zu rühren Und zur buß und reu' zu führen. und kraft zu diesem werke. 6. Ach mein herz, bedenk' die schulden, Die du aufgehäuse hast; Wie lang soll dich GOtt noch dulden, Dessen huld dich noch umfaßt! Er ruft dich zu seiner ruh' Und du eilst der hölle zu; JEsu, hilf mein herze lenken, Meine noth recht zu bedenken. 7. Noch ist zeit mich zu bekehren, Ich verlaß den sündenstand. Du, mein JEsu, wirst mich hören, Komm, und reich mir deine hand, Hilf mir schwachen, hilf mir auf, Steure mei= nen sündenlauf. HErr, um deiner marter willen Wollst du meinen wunsch erfüllen. 4. Ach, indem mein geist erstorben, Hat mein fleisch die oberhand. Ich seh kaum, was ich erworben, Da ich mich) von GOtt gewandt. Mein verderben mert' ich kaum, Denn dem fleische geb' ich raum; JEsu, mir die gnade gönne, Daß ich die gefahr erkenne. 5. Nun, so wache doch von sünden Ernstlich auf, o sichrer geist, Suche GOtt, weil er zu finden, Weil er noch dein vater heißt. Komme, JEsus öff net dir Heute noch die gnadenthür; 8. Heiland, ach, wie tröstlich finde Ich ſchon jezo durch dein blut Die abwaschung meiner sünde! Dieses stärfet meinen muth, Dies erfrischet mei= nen sinn, Obich gleich ein fünder kin; JEfu, mich forthin regiere Und mich stets zum guten führe. 2. Ach, ich fühle feine reue, Ach, mein herz ist falt und todt, Ich erkenne sonderscheue Meine fehler, meine noth; Erwedung zur Buße durch die zur Buße leitende Güte GOttes. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. Aber ohne traurigkeit Leb' ich stets in 494. Großer Gt, jewehr recht zu rühren, Laß mich wahre buße spüren. 3. Ach, ich kann an GOtt nicht denfen Wie ich soll; mein schnöder geist Läßt sich willig dahin lenken, Bas mich JEsus flichen heißt. Diesem hängt er feste an, Was zur hölle stür zen kann; JEsu, hilf mein herz aus gnaden Dieser schweren last entladen. an Du mir le= benslang erzeigt, Desto mehr wird mein gemüthe Jetzt zur kümmerniß gebeugt, Daß ich meinen GOtt und HErrn Oft mit vorsag, oft nicht gern Durch die missethat betrübet, Da du mich doch stets geliebet. 2. Du hast mich mit dir verbunden Durch so manches liebesband, Als du alle tag und stunden Deine huld an mich gewandt. Aber mein verkehrter sinn Hat den schaß und den ge= winn Deiner wohlthat ganz vergessen Und das schuldmaß voll gemessen. 3. Bater, ja ich hab' gesündigt In dem himmel und vor dir, Dir hab' ich oft aufgekündigt Meine schuld'ge findsgebühr. Ach, ich will kein findesrecht, Halt mich nur als deinen knecht. Ich mißfalle mir und allen, Doch laß du mich dir gefallen. Von der wahren Buße und Bekehrung 278 4. Lang' und oft hat deine gute Zu der buße mich gelockt Und noch harrt dein treu gemüthe, Aber ich bin gar berstockt. Kreaturen, freuz und wort Rufen mir noch immerfort, Aber weil mein ohr verstopfet, Hör ich nicht, wer ruft und flopfet. 5. Alle meine seelenkräfte, Leibesglieder groß und klein, Sollten billig zum geschäfte Deines dienstes fertig sein; Aber sie sind allezeit Mehr zur ungerechtigkeit und zum schnöden dienst der sünden Willig und bereit zu finden. 6. Dein ist odem, luft und leben, Sonne, mond und deren licht, Und was du mir sonst gegeben; Aber ich gebrauch' es nicht Dir zur ehre, mir zu gut, Wie es uns von nöthen thut, Ich mißbrauche deiner gnaden Dir zur unehr', mir zum schaden. 7. Bei dem hellen licht der gnaden Sollt ich werk des lichtes thun, Aber so will, mir zum schaden, Nur mein herz im bösen ruh'n. Was ich bis anher vollbracht 3st, was mich zu schanden macht, Sonderlich im glanz des lichtes Deines strengen zorngerichtes. 8. So viel jahre, tag und stunden Du mir armen zugelegt, So sehr war ich auch verbunden, Weil sich blut und herze regt, Dir zum dienst bereit zu stehn; Doch ich hab' es oft versehn Und von meinem ganzen leben Dir das wenigste gegeben. 9. Deiner gnade locungsgaben Hab ich oft bei mir gefühlt, Herz, gedanken, finnen haben Jederzeit dahin gezielt Boller reu' zu dir zu gehn, Dich um gnade anzuflehn; Doch ich habe nie recht betrachtet und die lodung bald verachtet. 10. Jegt, mein bater, nimm ein bitten Aus zerschlag'nem herzen an, Denke was dein sohn erlitten, Er ist, der mir helfen kann. Ist mein geist und fleisch beflect, So hat es sein blut bedeckt; Durch ihn kann ich dich dort oben Mit den engeln ewig loben. Erwedung zur Buße durch die erbarmende Liebe JEsu. Mel. Beschränkt ihr weisen 2c. an, Die 495. Mein heiland nimmt unter ihrer last der fünden Kein mensch, keinengel trösten fann, Die nirgend ruh' und rettung finden. Den'n selbst die weite welt zu klein, Die sich und GOtt ein greuel sein, Den'n Moses schon den stab gebrochen Und sie der hölle zugesprochen, Wird diese freistadt aufgethan: Mein heiland nimmt die fünder an. 2. Sein mehr als mütterliches herz Trieb ihn von seinem thron auf er= den, Ihn drang der fünder weh und schmerz, An ihrer statt ein fluch zu werden. Er senkte sich in ihre noth Und schmeckte den verdienten tod. Nun da er denn sein eigen leben Zur theuren zahlung hingegeben Und seinem vater g'nug gethan, So heißt's: er nimmt die sünder an. 3. Nun findet man in seinem schooß Ein sichres schloß gejagter seelen, Er spricht sie von dem urtheil los Und tilgt ihr jammervolles quälen. Es wird ihr ganzes sündenheer Ins unergründlichtiefe meer Durch seinen tod und blut versenket Und ihnen GOttes geist geschenket, Der freudig abba! rufen kann. Mein heiland nimmt die sünder an. 4. So bringt er sie dem vater hin In seinen blutbefloßnen armen, Das neigt sodann den vaterfinn 3u lauter ewigem erbarmen. Er nimmt sie auf an findes statt, Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Und selbst die thür zum ew'gen leben Wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein heiland nimmt die sünder an. 5. O solltest du sein herze sehn, Wie sichs nach armen fündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre geh'n, Als wenn ihr auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachäi haus, Streckt herz und hand nach zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den mil= und zwar Erweckungen zur Buße. 279 den guß erpreßter thränen, Denkt deß| diesen tag sein heil verträumet, Hat nicht mehr, was sie gethan! Mein hei- eine gnadenzeit versäumet, Die ihm land nimmt die fünder an. den himmel aufgethan. Heut' fomm, heut' nim dich JEsus an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dies hat er nicht allein gethan, Da er auf erden müssen wallen: Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu; Und wie er unter schmach und leiden, So ist er auf dem thron der freuden Den sündern liebreich zugethan. Mein heiland nimmt die fünder an. 7. So komme denn, wer sünder heißt Und wen sein sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willst du dir im lichte stehn Und ohne noth verloren gehn? Willst du Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. der fünde länger dienen, Da dich zu 496. mein herze, Nimm es retten er erschienen? O nein, verlaß die sündenbahn! Mein heiland nimmt die fünder an. nur in deine zucht, Nimin, nach lan= gem sündenschmerze, Was du läng= stens schon gesucht. Mit was sehnsuchtsvollem ach Ging mir deine liebe nach, Mich aus schwarzen höllenketten Endlich kräftig zu erretten. 2. Vielmals fand ich mich beweget Und ich täuschte mich doch nur, Denn was sich in mir gereget, Bar die trügende natur. Bei dem allen dacht' ich doch: Ich bin fromm, was fehlt mir noch? Denn was der und jener übet, Hat mein herz ja nie geliebet. 3. Sah die welt mit ihren blicken Mich liebkosend wieder an, konnte sie mich leicht berücken, Und ihr wille ward gethan. Was mir erst ein laster hieß, Schien mir nachher zuckerſüß, Bis ich zu mir selbst gekommen, Und du mich der welt entnommen. 4. Da ward ich von dir gerühret, Aber ach, wie gar zu bald Wieder von mir selbst verführet, O der sündlichen gewalt! Hätt' ich von der argen welt, Wenn sie mir oft nachgestellt, Mich so bald entreißen können, Wär' ich glücklicher zu nennen. 5. Doch nun bin ich durchgedrungen, Du hast meinen starren sinn 8. Komm nur mühselig und gebückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn dich die last gleich nieder drückt, Wirst du auch friechend angenominen. Sieh, wie sein herz dir of fen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll verlangen Gesucht, dich brünstig zu umfangen! So komm denn, armes herz, heran: Mein heiland nimmt die sünder an. 9. Sprich nicht: ich habs zu grob gemacht, Und alle güter seiner gnaden So lang' und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen fall mit ernst beweinst, So soll ihm nichts die hände binden Und du sollst jetzt noch gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann: Mein heiland nimmt die fünder an. 11. Ja zieh du selbst uns recht zu dir, Holdseligfüßer freund der fünder, Erfüll' mit sehnender begier Auch uns und alle adamskinder! Zeig' uns bei unserm seelenschmerz Dein aufgespaltnes liebesherz, Und wenn wir unser elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen fann: GOtt lob, auch mich nimmt JEsus an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch zeit, Ich muß erst diese lust ge= nießen, GOtt wird ja eben nicht gleich heut' Die offne gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit glaubenshänden zu. Wer die guten Bewegungen des Erwedung zur Buße durch heiligen Geistes. 280 Von der wahren Buße und Bekehrung Durch des geistes fraft bezwungen:| ren mich bekehren, Du wollst mir selEi so nimm mich völlig hin. Von mir selbst kann ich nichts thun, Alles muß auf dir beruhn; Darum stärke mein verlangen, Kröne, was du angefangen. ber hülf' und rath, O GOtt, hiezu bescheren Und deines guten geistes kraft, Der neue herzen in uns schafft, Aus gnade mir gewähren. 2. Natürlich kann ein mensch doch 6. Geist und brunnquell heil'ger nicht Sein elend selbst empfinden, Er triebe, Mehre meines glaubens kraft ist ohn' deines wortes licht Blind, Und der himmlischreinen liebe Se- taub, ja todt in sünden. Verkehrt ist gensvolle leidenschaft. Laß mein dich- will', verstand und thun; Des großen ten dahin gehn, Nein vor GOttes thron zu stehn; Zaß mich stets an JEsum denken, Mich in seine wunden senken. jammers wollst du nun, O vater, mich entbinden. 7. Locken mich die eitelkeiten, Ach, so drück' mein auge zu; Zeig mir die vollkommenheiten Jener eivig sel'gen ruh'. Der verlacht die schnöde lust, Den an des erlösers brust GOttes liebe so entzündet, Daß er freud' an ihm empfindet. 8. Laß mich immer abba! rufen, Zwar du rufft es selbst in mir Die sonst schweren himmelsstufen Gehen wir auch leicht mit dir. Mengt sich gleich das kreuz mit ein, O gar recht, so muß es sein; Es vergällt die lust der erden, Läßt das herz nicht schläfrig werden. 9. Wer sich dir nur überlassen, Wer nur JEsu liebe fühlt, Kann die führung nimmer hassen, Die auf seelen wohlfahrt zielt, Der spürt täglich trieb und fraft, Wodurch man was gutes schafft; Wohl zu thun und GOtt zu loben, Sind stets neue christenproben. 10. Dauert fort, ihr heil'gen triebe, Bis ich meinen lauf vollbracht! So erleuchte Christi liebe Meine finstre todesnacht. Er ist mein und ich bin sein, Er führt mich zum leben ein. Bei so himmlischen gedanken Will ich nie vom guten wanken. Um göttliche Gnade zur Befehrung. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 497. misſethat Zum HErI ch will von meiner 3. Klopf durch erkenntniß bei mir an Und führ' mir wohl zu sinnen, Was böses ich vor dir gethan; Du fannst mein herz gewinnen, Daß ich aus fummer und beschwer Laß über meine wangen her Viel heiße thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden! Mein leben dank' ich deiner hand, Du hast mich überladen Mit ehr', gesund= heit, ruh' und brot, Du machst, daß mir noch keine noth Bis hieher können schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt Tief aus der hölle fluten, Es hat mir sonst auch nicht gefehlt An irgend einem guten; Bisweilen bin ich auch dabei, Daß ich nicht sicher lebt und frei, Gestäupt mit vaterruthen. 6. Hab' ich denn nun auch gegen dich Gehorsains mich beslissen? Ach nein, deshalben ängstet sich Mein herz und mein gewissen, Darin ist, leider, nichts gesund, An allen orten ist es wund, Vom sündenwurm gebissen. 7. Die thorheit meiner jungen jahr' Und alle schnöden sachen Verklagen mich zu offenbar, Was soll ich armer machen? Sie stellen, HErr, mir vors gesicht Dein unerträglich zorngericht, Der hölle offnen rachen. 8. Ach meine gräuel allzumal Schäm' ich mich zu bekennen, Als deren weder maß noch zahl; Ich weiß sie kaum zu nennen. Doch ihrer keiner ist so klein, Daß ich um solchen ganz allein Nicht ewig müßte brennen. 9. Bisher hab' ich in sicherheit Fast und zwar Erweckungen zur Buße. 281 unbesorgt geschlafen, Gedacht: es| Gedenke an dein blut und tod Und an hat noch lange zeit, GOtt pflegt nicht gleich zu strafen, Er fähret nicht mit unsrer schuld So strenge fort, er hat geduld, Als hirt mit seinen schafen. dein schmerzlich sterben, Ach, hilf mir von der fündennoth Und schrecklichem verderben. 10. Jeßt aber all's zugleich erwacht, Mein herz will mir zerspringen. Ich sehe deines donners macht, Dein feuer, auf mich dringen: Du regest wider mich zugleich Des todes und der hölle reich, Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib' ich denn in solcher noth? Nichts helfen thor und riegel. Wo flieh' ich hin? o morgenroth, Ertheil' mir deine flügel! Verbirg mich, o du fernes meer! Bedecket mich, fallt auf mich her, Ihr klippen, berg' und hügel! 12. Ach, all's umsonst, und könnt' ich gleich Hinauf gen himmel steigen, Ja könnt' ich in das höllenreich Mich zu verkriechen neigen, So bist du mir doch immer nah, Siehst meine schuld und wirst sie da Der lichten sonne zeigen. 13. HErr JEsu, nimm mich zu dir ein; Ich flieh' in deine wunden, Laß mich da eingeschlossen sein Und bleiben alle stunden. Dir ist ja, o du GOtteslamm, All' meine schuld am freuzesstamm zu tragen aufgebunden. 14. Dies stell' du deinem bater für, Daß er sein herze lenke, Daß er sich gnädig kehr' zu mir, Nicht meiner sünden denke, Und wegen dieser straf und last, Die du auf dich genommen hast, Ins meer sie alle sente. 15. Hierauf will ich zu jeder zeit Mit ernst und sorgfalt meiden All' böse luft und eitelkeit, Und lieber alles leiden, Als daß ich sünd' aus vorsag thu. Ach HErr, gieb du stets kraft da= zu, Bis ich von hier muß scheiden. Mel. Was mein GOtt will 2c. JEsu, meine zuversicht, Mein heiland und mein leben, Verstoß mich armen sünder nicht Für den du dich gegeben. 498. 2. Du weißt ja selbst, was für ein wust Und wie viel tausend sünden Bon der verderbten adamslust Sich in mir armen finden. Da regt sich wollust, sicherheit, Stolz, hoffart, eigenliebe, Verkehrter will und eitelfeit Und andre sündentriebe. 3. Des satans reich tobt selbst in mir Und schwächt der seele kräfte, Das fleisch verhindert für und für Die göttlichen geschäfte. Mein ohr ist taub, die zung' ist stumm, Mein auge kann nicht sehen, Verstand und urtheil sind zu dumm, Das gute zu verstehen. 4. Ja, HErr, wie kann ich armer doch Den jammer meiner seelen, Das elend in dem sündenjoch Und alle noth erzählen? Ich kenne mich ja selber nicht und habe von dem allen Fast kein' erkenntniß und fein licht: Sv tief bin ich gefallen. 5. O treuer GOtt, was fang' ich an, Bei so verderbtem wesen? Ist denn nichts, das mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Thu buße, rufst du mir zwar zu, Und glaube meinem worte, So öffnet sich zu dei= ner ruh' Die rechte gnadenpforte! 6. Allein wo ist in mir die kraft, Dies beides auszuführen? Wird nicht dein geist, der alles schafft, Mein sündlich herze rühren, So bleibt es todt, so fann es nicht Zur wahren reu' ge= langen, Noch wen'ger kann es zuber> sicht Zu deiner huld empfangen. 7. Drum stehe du mir selber bei, Du abgrund aller gnaden, Und mach' mein armes herze frei Von diesem todesschaden. Ach HErr, verleih', daß ich durch dich mich selber recht verstehe Und alles elend, welches mich Verderbet, recht einſehe. 8. 3erschmelze du mein hartes herz, Daß es wie wachs zerfließe Und in wahrhafter reu' und schmerz Die thränenflut vergieße. Ach mach' es durch den glauben rein Und gieb ge 282 Von der wahren Buße und Bekehrung rechte werke, Ja kehre du selbst bei| seufzer ohne zahl! Brich, du selsenmir ein, O meiner scele stärke! herz, ach brich! Weint, ihr augen! bitterlich Meines GOttes herz zu brechen, Eh' er eilet, sich zu rächen. 9. Zerstör' in mir des satans reich, Zerbrich die macht der höllen, Sprich selber, daß er von mir weich, mit dir kann ich ihn fällen; Ertödt' und zähm' das böse fleisch Sammt aller sündenliebe, Mach' aber mich recht rein und feufch) Und ganz voll glaubenstriebe. 2. Schlage doch mit Mofis stabe, JEsu, diesen felfenstein, Daß ich mich in thränen labe Und die engel sich erfreu'n Über meine buß'; zerbrich Und zerknirsch durch_reue mich. JEsu, rühre mein gewissen, So wird dieser felé zerrissen. 10. Zerbrich die schnöde eigenheit Und meinen bösen willen, Und laß mich, was dein wort gebeut, Durch beinen geist erfüllen. Eröffne ohren, herz und mund, Gieb deines worts verständniß Und thu mir deine wahrheit fund Zu meiner selbsterkenntniß. 11. Gieb deine furcht in meine brust, Das gute auszuüben, Und laß mich dich mit herzenslust Getreu und ewig lieben. Laß mich in demuth, mäßigkeit, Geduld und sanftmuth prangen, Und schmüd' mein herz zu jeder zeit mit heiligem verlangen. 12. O vater, hilf, denn meine fraft Kann dieses nicht erzwingen, Du aber bist, der in uns schafft Das wollen und vollbringen. Ach stärke mich, o treuer GOtt, Durch deine macht in gnaden, Daß sünde, welt und höllenrott' mir niemals können schaden. 13. DJEsu, theurer GOttessohn, Gedenk' jetzt an mich armen. Du bist der ein'ge gnadenthron, Ach gönn' mir dein erbarmen; Und weil ich ganz erstorben bin, Das gute zu vollführen, So wollst du selbst mein herz und sinn Durch deinen geist regieren. 14. O heil'ger geist, mein trost und hort, Su geist voll fraft und stärke, Führ' mich in deiner wahrheit fort, Schaff' in mir deine werke; Laß deiMel. Erwünschter brunnquell 2c. nen frieden in mir sein Und schreib 500. Srquidke mich, du heil den neuen namen, Den der nur kennt, der seele ein, Der ihn empfähet, amen. Offenb. Joh. 2, 17. der fünder, Durch dich und deinen gnadenschein, Und laß, v freund der menschenfinder, Dein herz auf mich gerichtet sein. Komm, gönn' dem heilsbedürft'gen armen, Sich zu bekehren, dein erbarmen. 2. Du bist und bleibst der trost der erden; Wir flehen dich als helfer an, Durch welchen wir errettet werden, Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 499. hönnt' ich mich doch bekehren! herz denn stein und stahl? Fließet doch ihr heißen zähren, Kommt ihr 3. Ach, wie kann ich mich bekchren, Ach ich bin ja geistlich todt! Laß mich deine stimme hören, Hilf aus dieser todesnoth. Ach, ich lieg' im fündenschlamm, Komm, du reines GOt= teslamm! Sprich mit kraft: du sollst aufstehen und ins neue leben gehen. 4. Gieb, daß mir von deiner güte Nur ein blick der gnade scheint, Daß mein ängstliches gemüthe, Petro gleich, die schuld beweint. Ja ich weine bitterlich, Daß ich oft verleugnet dich Als ein schnöder heuchelchriste Bei dem feuer böser lüste. 5. Wirke wahrer buße triebe Und erneure herz und muth, Rein'ge mich in deiner liebe Durch dein rein und theures blut. Liebster JEsu, GOttes sohn, Mache mich verderbten thon Durch ein gläubiges bekehren Zum gefäße deiner ehren. 6. Schaff' in mir ein neues leben, Gieb mir einen neuen geist, Deinem willen nachzustreben, Wie dein wort mich unterweist. Tilge meine missethat, Laß mir nach der thränenfaat Eine freudenernte grünen, So will ich dir ewig dienen. und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 283 Der allen menschen helfen kann, Der allen schaden tilgt und heilet, Der zur bekehrung kraft ertheilet. 3. Durch dich, HErr, kann der blinde sehen, Der taube hört durch deine kraft, Der lahme kann gerade gehen, Der aussaß wird hinweg ge= schafft, Den todten hast du geist und Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. leben, und allen armen troft gegeben. 501. A HErr, dir ist bewußt Die innre 4. Hast du vor diesem solche thaten, DHErr, durch deine hand gestift't, So wirst du jetzt dem jammer rathen, Der unsre schwachen seelen trifft. Ach, zeig' auch jetzo deine stärke Durch un= berdiente gnadenwerke. 5. Du weißt ja, was wir menschen taugen, Wir sind verblend't und sehen nicht, Darum erleuchte mir die augen, Damit sie durch dein gnadenlicht Erkennen, was nur diese sehen Die, HErr, in deinem lichte stehen. 6. Eröffne die verstockten ohren, Daß ich dir recht gehorsam sei. Laß mich, als völlig neu geboren, Mit herzenslust und fester treu Auf dein wort merken, treulich handeln Und stets nach deinem willen wandeln. 7. Ich wanke mit gelähmten füßen, Ich strauchle leider, hier und dort: Laß kraft und segen auf mich fließen Und führe mich gerade fort, Daß meine tritte nimmer gleiten, Noch von der bahn der wahrheit schreiten. 8. Mein arzt, du wirst ja nicht verweilen, Der krankheit allerschlimmsten theil, Der seele aussay, bald zu heilen; Ach, heile mich, so werd' ich heil! Laß deine wunden, o mein leben, Für meine wunden pflaster geben. 9. Ich bin ganz todt, und meine Fräfte, Will' und verstand, sind ohne fraft, zu thun recht göttliche geschäfte. Verleih' mir neuen lebenssaft, Um als ein baum frisch auszuschlagen, Und tausendfache frucht zu tragen. erden Vor GOtt gerecht und selig werden. 10. Ich bin mit elend ganz um= geben, Voll armuth, traurig, ohne ruh': Drum sende mir, mein heil und leben, Die süße friedensbotschaft zu; Laß mich dadurch schon hier auf Von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. Die quelle meiner sünden, Die niestets bleibet Und böse früchte treibet. mals zu ergründen; Der samen, der 2. Des fleisches werk wird gar Auch öfters offenbar; Der zunder wird zu flammen, Die ewiglich verdammen. Ich seh' an mir und merke Des alten. Adams werke. 3. Des bösen herzens grund Regiert den leib, den mund, Die augen, füß' und hände, Daß ich sein werk voll= Der seel' ist, GOtt verachten. ende. Das dichten und das trachten 4. Mein schöpfer, wider dich, Den nächsten und auch mich hab' ich oft gemißhandelt, Bin oft den weg ge= wandelt, Der mich von dir gewendet, Der in der qual sich endet. 5. Doch wie will ich die zahl Der fünden allzumal In meinem fleisch und blute Und das versäumte gute Nach jeder art erzählen? Wer weiß, wie oft wir fehlen? 6. Ein jegliches gebot Berklaget, flucht und droht, Dieweil gar oft dawider Mein geist und meine glieder Gedacht, gethan, gesprochen Und deinen bund gebrochen. 7. Ach HErr, vergieb du mir, 3ch wende mich zu dir. Ich kann die schuld nicht zählen, Doch will ich nichts ver= hehlen, Denn du kannst auch erken= nen, Was wir verborgen nennen. 8. Doch du, mein JEsu, hast Die mir zu schwere last Der schuld auf dich genommen, Du bist für mich ge= fommen. So komm' ich nun beladen Zur fülle deiner gnaden. 9. Ist denn der sünden joch Gleich mächtig, so ist doch Die gnade, die mich liebet Und Christi fülle giebet, 284 Von der wahren Buße und Bekehrung 10. Wie nun des fleisches macht Zuvor ihr werk vollbracht, So soll des geistes stärke, In mir die guten werke Auch wirklich zu vollbringen, Des fleisches macht bezwingen. Weit mächtiger, das leben Durch| Das mich erquickt, denn du, mein hort, Christi fraft zu geben. Sprichst selber voll verlangen: Du hast, o mensch, zwar pflicht und treu Hintan geseßt, und ohne scheu Mit andern zugehalten; 11. HErr, gieb mir deinen geist, Der sich in früchten weist, Der niemals müssig bleibet, Der mich zum guten treibet, Den JEsus mir gesendet, Der anfängt und vollendet. 7. Doch komm, bereu', was du gethan, Laß fremde buhlen fahren, So nehm' ich dich dann wieder an Und will dein herz bewahren. Bei diesem worte faß' ich dich, Ich komm und glaube festiglich, Du werdest mich annehmen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. ch 502. Weh mit, daß ich ſo oft und viel is wär' ich gar verblendet, Gesündigt ohne maß und ziel, Von GOtt mich abgewendet; Der mir doch nichts, als Tauter gnad' Und wohlthat stets erwiesen hat In meinem ganzen leben. 2. Weh mir, daß ich vor meinem GOtt Mein herz so fest verschlossen Deß schuß und trost in meiner noth Ich doch allzeit genossen. Viel missethat hab' ich vollbracht, Des HErren gutthat nicht bedacht, Muthwillig sie vergessen. 3. Mich überzeuget herz und sinn, Und muß ich frei bekennen, Daß ich ein großer fünder bin, Darf mich nicht anders nennen. Doch schau' ich dich, mein heiland, an, Mit nichten ich verzweifeln kann, Du kannst und willst mir helfen. 4. Groß ist zwar meine missethat, Sehr viel sind meiner sünden, Doch ist weit größer deine gnad', Kein mensch kann sie ergründen. So groß, o großer GOtt, du bist, So groß ist auch zu aller frist Bei dir die gnad' und güte. 5. Die hast du keinem je versagt, So lang' die welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht verzagt, Wird nim= mermehr zu schanden. Ich bitt, ich 8. Denn ich bin eben diese seel', Die andern nachgesprungen, Und sich von dir, Immanuel, In allen ſchlainm gedrungen. Ich habe fremde lust ge= fucht, Die nicht erfreut, die du verflucht, Die wie ein rauch verschwindet. 9. Ich bin das ungerath'ne find, Das sich von dir gewendet Und mit dem frechen weltgesind' Sein erbtheil hatverschwendet, Dich als das lebensbrot dabei Hintan gefeßt, und wie die säu' Nach träbern sich gesehnet. 10. Ich habe dir oft widerstrebt, Gefolget meinem willen, Den bösen lüsten nachgelebt, Daß ich sie möcht erfüllen. Das höchste gut hab' ich veracht't, Auf das, was zeitlich ist, gedacht, Mein Herz daran gehänget. 11. Deswegen müßt' ich nackt und bloß In meinem elend sterben, Ich könnte meines vaters schooß Nicht durch mich selbst erwerben, Die ſeele müßte nach dem tod In höllenangst, in pein und noth, Die ewig quälet, büßen. 12. Allein ich bitte dich um gnad': Du wollst nicht mehr gedenken, Was ich verübt für frevelthat, Ins meer wollst du sie senken. Ich bitte dich durch Christ huld: Schenk mir der fünden straf und schuld, Gieb mir ein neues herze. fleb, ich ruf und ſchrei, Ich hoff auf 503. Ich atmer under fomen Mel. Durch Adams fall ist zc. charmer sünder komm deine gnad' treu', laß mich gnade finden! 6. Jetzt denk' ich, welch ein theures wort Aus deinem mund gegangen, vollem herzen, O GOtt, deß gnad' bleibt für und für, Bekenne dir mit schmerzen Die sünden all', Ein'n jeden und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 285 fall, Wie ich ihn hab' begangen Von| Ich habe sie verschuldet, Ich bin nicht jugend auf Mit großem hauf, Drin werth, Daß mich die erd' Trägt, nährt ich jetzt bin gefangen. und auf sich duldet. 2. Die sünden sind, die ich gethan, Unmöglich zu erzählen, Doch ich sie auch nicht bergen kann, Weil sie mich immer quälen. Dein liebster sohn Hat mich davon Durch seinen tod entbunden, Dennoch hab ich Oft lassen mich Den satan neu verwunden. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennnt Ein werk von dir geschaffen; Werth bin ich, daß all' element' Zur strafe mich hinraffen. So weit hats bracht Der sünden macht, Ich muß es frei bekennen: Siehst du, HErr, an, Was ich gethan, So muß ich ewig brennen. * 10. O vater aller gütigkeit, Ich falle dir zu fuße: Verwirf den nicht, der zu dir schreit Und thut rechtschaffne buße. Dein angesicht Mit gnade richt' Auf nich betrübten fünder, Gieb einen blick Der mich erquid'; So wird mein' angst bald minder. 3. So ist auch mein' undankbarfeit Sehr groß bis diese stunde, Ich habe dir zu feiner zeit Gedankt vom herzensgrunde Für deine treu, Die täglich neu, Für deine lieb' und güte, Die ich in mir Gar reichlich spür' Am leib und am gemüthe. 4. Bornehmlich hast du mit geduld Biel' jahr' bisher verschonet Und mir nicht, wie ich oft verschuld't, Im zorn bald abgelohnet, Hast fort und fort, O höchster hort, Dich meiner ange= nommen, Hast nichts gespart Nach mancher art, Daß ich zu dir möcht' kommen. 11. Eröffne mir dein freundlich herz, Die quell' der gut' und liebe, Bergieb die sünd', heil meinen schmerz, Hilf, daß ich mich stets übe In dem, was dir Gefällt an mir, Und alles böse meide, Bis ich hinfahr' Zur engelschaar, Da nichts denn lauter freude. 5. Mit deinem wort hast du gar oft An mein herz angeschlagen, Auf Mel. Mein Herz und seel' den 2c. meine befferung gehofft, Dein heil 504. Hier lieg ich, GOtt, bor dir, als staub und angetragen. früh und spat Durch manche gnad' Zur buße mich bewogen, Auch mit trübsal, Angst noth und qual Zu dir hinauf gezogen. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, Wenn du gleich angeklopfet, Hab' ich dir nie recht aufgethan, Die ohren zugestopfet, Mit unbedacht Dies ganz veracht't, Den rücken dir gelehret; Doch hast du mich So gnädiglich Geduldet, nicht verzehret. 7. Du könntest mir mit gutem recht Das leben zwar verkürzen Und mich, als einen böjen knecht, Hinab zur hölle stürzen, Der ich ohn' scheu, Ohn' leid und reu' In sünden mich verweilet, Dennoch giebst du Mir raum und ruh, Haft mich nicht übereilet. 8. Wenn dies mein herz bei sich bedenkt, Mögt es in stücken springen; Die angst, daß ich dich so gefränkt, Will mark und bein durchdringen. Kein' höllenpein Mag so groß sein, asche, Sich wie ich mich in heißen thränen wasche. Ach, blicke mich mit gnadenaugen an Und strafe nicht, was ich bisher gethan. 2. Ich muß mich selbst vor dir, mein GOtt, verklagen: O was für schuld hab' ich dir abzutragen! Wie schrecklich ist die pein und höllennoth, Womit dein grimm den schnöden sündern droht. 3. Ich ging bisher auf breitem lasterwege, Es war mein herz zum guten faul und träge; Hingegen blieb der schnöden sündenlust Ohn' alle scheu die herrschaft meiner brust. 4. Was stand und pflicht mir täglich vorgeschrieben, Ist oft aus troß und trägheit unterblieben; Was aber mir dein wort verboten hat, War, was ich oft mit lust und freude that. 5. Dein heilig wort hab' ich hintangeseßet, Die majestät verachtet und 286 Von der wahren Buße und Bekehrung verleget; Mich nicht vor dir, gerechter| Dein heilig auge merkt darauf. Ach, GOtt, gescheut, Wenn mir dein zorn mit dir rechten kann ich nicht, D'rum gleich fluch und tod gedräut. schrei' ich: geh' nicht ins gericht, Sonst bin ich gar verloren. 6. Ich habe mich den satan lassen blenden Und mich die welt zum bösen laffen wenden, Mein fleisch, das mir so listig nachgesetzt, Hat mich verführt und meinen GOtt verlegt. 7. Dies ist, was mich am schmerz lichsten betrübet, Daß ich nicht GOtt, nur fündenlust, geliebet, Daß ich nie recht an besserung gedacht, Und so viel jahr' in fünden zugebracht. 8. Du seist verflucht, du schnöde sündenfreude! Du bringest mich zu solchem herzeleide. Du seist verflucht, du so verdorb'ne zeit! Die ich verbracht mit so viel üppigkeit. 9. Nun bring' ich dir, GOtt, ein zerknirschtes herze Boll angst und weh, boll thränen, reu' und schmerze, Das glaubensvoll auf Christum JEsum fieht und in der angst in seine wunden flieht. 10. Ach sprich mich los von allen meinen sünden Und laß mich doch durch Christum gnade finden! Ach laß mich doch, auf dies mein gläubig fleh'n, Nicht ohne trost von deinem antlig geh'n! 11. Umfange mich mit deinen liebesarmen Und laß dich mein und meiner noth erbarmen, Nimm auf das schaf, das sich von dir verirrt, Und sich so sehr in eitelkeit verwirrt. 12. Laß über mir im himmel freud' entstehen, Die engel lust an meiner buße schen. Erwed in mir, GOtt, einen neuen geist, Der dich mit dank für deine güte preist. Mel: Ich glaub' an einen GOtt 2c. 505. ie groß ist meine mifGOtt, erzürnet hat! Dir will ich gern bekennen, Die fünden, die mich brennen; Sie, deren mehr als sand am meer, Geh'n über meine scheitel her, Daß sie mein herz beschweren, Ja mark und bein verzehren. Sie steigen, HErr, zu dir hinauf, 2. Wie könnt' ich dir gefällig sein? Du bist vollkommen, heilig, rein, Und meine vielen sünden Sind nimmer zu ergründen. Wer zählet meine missethat, Die seel' und leib bedecket hat? Sie ist mir angeerbet Und hat mich ganz verderbet. Mein böser will', o HErr, ist dir Ganz widerspenstig für und für. Ich bin ein ungerath'ner tnecht, Der dich nicht kennt, viel wen'ger recht, Wie du befiehleft, liebet. 3. Ich traue deiner allmacht nicht, Ich unterlaſſe meine pflicht. Sogleich von erster jugend Vergaß ich aller tugend. Gleich wie ein brunn' ſein waſfer quillt, Das endlich gründ' und seen füllt, So quillt mein herz die fünde, Die ich in mir empfinde: Als unzucht, lügen, stolzen muth, Neid, rachgier, geiz nach fremdem gut, und andre laster, denen tod Und fluch, ja ew'ge höllennoth Durch dein wort wird gedräuet. 4. Verloren ist dein ebenbild, Drum ist mein herz so roh und wild: Ich bin im sünderorden Ein bild des fatans worden. Mein geist ist blind, frank, elend, bloß, Mein jammer ist erschrecklich groß, Ich kann nicht alles klagen, Ich muß fast gar verzagen. Mein leben und gerechtigkeit Ist ein beflecktes lasterkleid, Die sünde wird mich armes kind Noch endlich, wie die spreu der wind Zerstäubet, dahin führen. 5. Wie sündlich hab' ich doch gelebt, Wie freventlich dir widerstrebt! her gerathen! Mir galt die kurze lust der zeit Mehr, als die frohe ewigkeit, Dies bringet meinem Herzen Jetzt eitel qual und schmerzen. Nun bin ich der verlorne sohn, Dein grimm ist mein verdienter lohn. Ich seh' mich als den schuldknecht an, und zwar von der Reue und Leid über die Sünde. 287 Der nimmermehr bezahlen kann; Wo| sich selbst ein grauen. Ich tret' in soll ich hülfe finden? furcht und scham vor dich, Ich seufze, denn die angst läßt mich Vor zagen nicht recht beten. 6. Bei dir allein ist hülf und rath, Wenn menschenhülf ein ende hat; Mein GOtt, du fannst mich lehren, Du kannst mein herz bekehren. Drum helfer, komm, verwirf mich nicht Von deinem gnadenangesicht, Eil', mir ein neues leben Durch deinen geist zu geben. 4. Viel gutes hast du mir gethan, Ich kann nicht d'rüber klagen; Nun seh' ich es mit trauern an: Mein herz scheint mir zu sagen, Du werdest mir, zu meiner qual, Die liebesproben allzumal Entreißen, oder mindern. 5. Ja, was nur huld und gnade heißt, Und was du mir gegeben, Ist, was jetzt mein gewissen beißt, Weil dich mein schnödes leben Mit undank und mit haß belohnt: Denn da du meiner stets geschont, Ward ich nur immer ärger. 7. Ich habe deiner liebe macht Und meine findschaft nicht bedacht, Die ich nunmehr verloren; Jedoch hast du 6. Ach ja, ich bin ein schnöder christ, geschweren, Du wollest nicht des sün- Der GOttes wink verachtet, Der keiders tod, Drum glaub' ich fest, in meiner gnade würdig ist, Weil ich es nie ner noth Wirst du mich nicht verlassen, betrachtet, Wenn mich gefahr und Vielmehr mit huld umfassen. noth erschreckt, Wenn GOttes geist mich aufgeweckt, Um mich zurück zu ziehen. Laß mich dein kind nun wieder sein, Otreuer GOtt, erbarm' dich mein Um Christi willen, daß ich dich, Durch sein verdienst, dort ewiglich Für deine gnade preise. 7. Ach hör mich jeßt, o treuer GOtt, Mein eing'ger trost auf erden! Ach, laß mich nicht ein fluch und spott, Der sünden wegen, werden. Die huld, die du für fünder hast, Ist ja viel größer, als die last Von meinen missethaten. Mir nunmehr ganz entzogen? Gehö 8. Wie, hat denn deine gnade sich ret JEsus nicht für mich? Ist er mir nicht gewogen? ja, mein theurer heiland hat Ja mein und aller missethat Gebüßet und bezahlet. 9. Wenn meine sünden schon wie blut Und rosinfarbe wären, Kann sie doch Christi rothe flut Wie woll in schneeweiß kehren; So lehrt die schrift*, drum wasche mich, Err, durch dies blut und hilf, daß sich Mein glaube in mir mehre. Efa. 1, 18. Ich bin dein schaf, HErr, suche mich, Laß mich doch ja nicht ewiglich Verirret sein, fomm, steh' mir bei, Daß ich mit thränen, buß' und reu' Dich wieder such' und finde. Von der Reue und Leid über die Sünde. Traurigkeit über die Sünde. Mel. HErr JEsu Christ du 2c. 506. 2h, wie betrübt ist mir mein herz! Es fängt an sich zu grämen Und ist voll trauern, angst und schmerz, Es muß sich, leider, schämen, Weil es so manche missethat Theils insgeheim begangen hat Theils öffentlich berübet. 2. Uch GOtt, ich scheu' und fürchte dich, Ich fürchte deine ruthen; Mein herze quält und ängstet sich, Vor jam= mer möcht' es bluten, So oft es denkt, was ich gethan. Ach, siehst du mich 10. Nimm mich um Christi willen im eifer an, So muß ich ganz verder= an; Merk', vater in der höhe, Was ben. 3. Ich hab' kein freudig herze mehr, Kein findliches vertrauen; Mein herz scheut dich, als richter, sehr, Hat vor er, und nicht was ich, gethan, Damit ich gnade sehe. Gieb mir auch deinen guten geist, Daß er mir kraft und beistand leist' Die lebensbahn zu gehen. Von der wahren Buße und Bekehrung 288 Mel. Wet nur den lieben GOtt 2c. ihn vertraut mein herz und spricht. 507. Mein GOtt, ich leb' in Verstoß mich armen fünder nicht! schweren Ich weiß fast weder aus noch ein. Mein kummer ist dir nicht verborgen, Du weißt, was für ein sorgenstein Mir jegt auf meinem herzen liegt, Der tausend centner überwiegt. 9. Ich weiß, ich finde bei dir gnade, Dein wort sagts meiner seele zu. Verzweifelt bös ist zwar der schade Doch JEsus schafft mir hülf und ruh'. Ich glaub', und darum rufe ich: Erbarme dich, GOtt, über mich. 2. Ich sorge, HErr, für meine sünde, Die ist mir eine schwere last. Weil ich dafür fein mittel finde, So hab' ich weder ruh' noch rast. Die sunde ruhet vor der thür, Ach, was für strafen zeigt sie mir!" 3. Ich führte sonst ein sichres leben, Nun wachet das gewissen auf. Mein herz will mir im leibe beben, Wenn ich betrachte meinen lauf; Ach, wie viel böses ist vollbracht! Mein GOtt! wo hab' ich hin gedacht? 2. GOtt, ich muß mit zittern sas gen: Ich, ich bin ein sündenknecht. 4. Berfluchte lüfte meiner seelen, Nunmehr gebährt ihr mir den tod, Nun fangt ihr an, mich recht zu qua eßo fühl' ich deine plagen, Aber du, len, Nun bringt ihr mich in angst und du bist gerecht. Mein verderbtes fleisch noth, Nun stürzt ihr mich, gedenkt und blut Hat das rechte wahre gut mein herz An GOttes zorn, in höllen- Durch des teufels trieb verachtet Und schmerz. 5. Der zorn schlägt mich zur holle nieder, Ach er ist über mich entbrannt; Berflucht sind meine sündenglieder, Die mir des höchsten huld entwandt. Ich soll, zu ew'ger straf und pein, Nunmehr ein kind des todes sein. 6. Gerechter GOtt, dies ist mein sorgen, Dies liegt mir tag und nacht im sinn. Dies fränfet mich am frühen morgen; Am abend, wenn der tag dahin, Geht diese sorge mit ins bett Und macht mein bett zur thränenstätt'. 7. Ach wälze doch von meinem herzen, Mein GOtt, den stein, der mich so drückt! Ach, nimm hinweg die seelenschmerzen! Und wie du Davids herz erquidt, So schenke mir, nach deiner huld, Auch alle meine sündenschuld. Angst und Schrecken des Gewissens. Mel. JEsu deine heil'gen wunden. 508. 2 was hab' ich ausge= richtet, Ach was hab' ich doch gethan! Wer ist, der die sache schlichtet? Mein gewissen flagt mich an. Ich bin selber wider mich, Weil ich mich so freventlich Durch den sündenwust beflecket Und des höchsten zorn erwecket. 8. Vergieb sie mir um Christi willen, In diesem sich mich gnädig an; Der fann ja deinen eifer stillen, Der Lat ja g'nug für mich gethan. Auf den listen nachgetrachtet. 3. Vorhin hab' ich mich gefreuet Meiner schweren sündenlast, Jezo, da mich solche reuet, Hab' ich weder ruh' noch rast. Was mich ehedem ergößt, at mich jetzt in angst gesetzt; Was vorhin den leib erquidet, Ist, was jeßt die ſeele drücket. 4. Ach, mit dem verruchten haufen Bin ich nun den irreweg Leider so viel jahr' gelaufen. Aber deinem guten steg, Der zur himmelspforte führt, Hab' ich nie recht nachgespürt, Nie bez reut, was ich begangen, Wo werd' ich nun trost erlangen? 5. GOtt, wie ist mir doch geschehen, Da mein herz so von dir wich? Ach, ich soll gen himmel sehen, ber ich seh' unter mich. Ich bin werth, daß zorn und wuth Mich mit trübsal, flamm' und glut Gar zerschmettre, gar zerschlage Und zur pein der hölle jage. 6. Alle freude sei verfluchet, Die und zwar von der Reue und Leid über die Sünde. 289 von sünden hergerührt; Alle zeit, da| lebe auf der erden, Will ich, was sonst ich gesuchet, Was nur höllenangst ge- fleisch und blut Bis anhec so hoch gebiert. Was mir GOttes wort ver- schäßt Und mein herz so hart verlegt, beut, Sei verflucht in ewigkeit; Ewig Fliehen, meiden, ernstlich hassen Und sei verflucht die stunde, Da ich sünden- dich ganz allein umfassen. lust empfunde. 14. Wirst du mir zur seite stehen Durch des guten geistes kraft, Werd' ich nie den weg mehr gehen, Der hinab zur hölle rafft. GOtt, ich kehre mich zu dir, Kehre du dich auch zu mir; Dafür will ich deinen namen Ewig loben, preisen, amen! 7. O, wie bist du sünde, sünde! Eine laft, die centnerschwer. Alles, was ich an mir finde, Ängstet, drückt und kränkt mich sehr. GOtt, dein zorn hot mich erschreckt, Ach, wer ist, der mich bedeckt? Keine freatur fann rathen Meinen schweren missethaten. es steht in deinen händen, Du alleine hilfft aus noth, Du kannſt 509. Ich ner fünder Steh Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. armer ich meinen fummer wenden Und mich retten aus dem tod. HErr, es steht hier vor GOttes angesicht: Ach GOtt, allein bei dir, Denn sonst niemand hil- ach GOtt, verfahr' gelinder Und geh' fet mir. Deine huld kann mich ver- nicht mit mir ins gericht: Erbarme neuen Und in ewigkeit erfreuen. dich, erbarme dich, GOtt mein erbar= mer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner missethat! Hilf, daß ich wieder gnad' erlange, Weil mich dein sohn versöhnet hat. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! 9. Ich verdamme seel' und glieder: Sprich du sie in gnaden los. Bittlich fall' ich vor dir nieder: Nimm du mich in deinen schooß. Laß, HErr, gnade gehn für recht Über mich verworfnen knecht. Willst du ins gerichte gehen, HErr, wer fann vor dir bestehen? 10. Deines sohnes marterzeichen Stell' ich zwischen mich und dich, Hiedurch laß mich gnad' erreichen, Denn er starb ja auch für mich. Schaue, GOtt, auf diesen tod, Dieser reißt mich aus der noth; JEsus hat ja schon die plagen, Der ich würdig war, getragen. 11. Du verheißest gnad' und leben, Und uns aus barmherzigkeit Alle sünden zu vergeben; Denk' an deinen theuren eid, Der den sündern trost verspricht: Du willst ihren tod ja nicht, Sondern heil und leben schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Darum bitt' ich: ach, erhöre, Bater, den verlor'nen sohn, Der ich wieder zu dir kehre, Blicke von des himmels thron. Ich bring' ein zer= knirschtes herz, Ganz voll reue, leid und schmerz, Das nach deiner gnade trachtet; Solches hast du nie verachtet. 13. Laß die engel fröhlich werden, Daß ein fünder buße thut. Weil ich 3. Hör', ach erhör' mein seufzend schreien, Du allerliebstes vaterherz, Eil', mir die sünden zu verzeihen Und lindre meinen seelenschmerz. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! 4. Ach, soll ich gar vergeblich klagen? Hörst du denn nicht, ach, hörst du nicht? Wie kannst du das geschrei vertragen? Hör', was der arme sün= der spricht: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich 5. Wahr ist es, übel steht der schade, Den niemand heilet, als nur du; Ach aber, bater, gnade, gnade! Ich lass dir doch nicht eher ruh'. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! 6. Ach, nicht, wie ich verschuldet, lohne, Und handle nicht nach meiner sünd'. O treuer vater, schone, schone! Erkenn' mich wieder für dein kind. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! 19 290 Von der wahren Buße und Bekehrung 7. Sprich nur ein wort, so werd'| Mel. Herzlich thut mich verlangen. ich leben, Nur dieſes wort ist mein be= 511. A weh mir böſem sünd' ver= finde, weh' der missethat! Mich ängstet meine sünde, Denn deinen guten rath Hab ich, mein GOtt, verachtet Und dir mich wider= sept; Dem hab' ich nachgetrachtet Was deine huld verletzt. geben, Nur sundige forthin nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; Erhöret bin ich zweifelsfrei. Weil sich der trost im herzen mehret, Deswegen end' ich mein geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer, über mich! Mel. O traurigkeit. 510. angst und leid, traurigkeit, Die ich anjeßt empfinde! Mein gewissen naget mich Wegen meiner sünde. 2. O furcht und noth! Denn höll und tod, Die mich mit wuth umrin= gen, Öffnen ihren rachen schon, Um mich zu verschlingen. 3. O ungemach, O weh und ach Wo soll ich mich verstecken? Möchte mich die tiefste gruft Vor dem zorne decken! 4. Der erde saum hat keinen raum, D'rin ich mag sicher bleiben. Meine bosheit will mich ganz In den abgrund treiben. 5. Wie werd' ich dort Ein strenges wort Vor GOttes richtstuhl hören! Weil ich mich die sündenlust Lassen so bethören. 6. O GOttes sohn, Du gnadenthron! Ich flieh' in deine wunden, Wo die fünder jederzeit Nath und trost gefunden. 7. Du hast dein blut Ja mir zu gut Am freuzesstamm vergossen, Und dadurch ist lauter heil Auf mein herz gefloffen. 8. Darum mein heil, Laß mich jetzt theil an deinem gnugthun haben; Meine sünde werd hinfort In dein grab begraben. 9. Zwar, treuer hirt, Der satan wird Mich ferner noch verklagen; Aber still' ihn durch dein blut, Sonst muß ich verzagen. 2. Ich habe deinem willen Unwillig nachgelebt, Das gute zu erfüllen, Muthwillig widerstrebt. Dein wort hab' ich vergessen, Bon dir mich abge= lenkt, Auch vielmal ganz vermessen Dein treues herz gefränkt. 3. Ach weh nun meiner seelen! Sie muß des todes ſein. Will ich es gleich verhehlen, kann ich mich solcher pein Doch hiedurch nicht entbrechen, Weil alles GOtt bekannt. Er will die sünde rächen. Sein zorn ist schon entbrannt. 4. Drum bitt' ich deine treue, Mein GOtt, vergieb mir's doch. Weil ich die schuld bereue. So nimm das schwere joch Von meinemarmen herzen, Nimm weg die sündennoth, Nimm weg die seelenschmerzen und den verdienten tod. 5. Ich falle dir zu fuße In dieser gnadenzeit, Nimm den auf, der in buße Voll glauben zu dir schreit. Sieh mich mit einem blicke Der gnade wieder an; Wirf hinter dich zurücke, Was ich nicht recht gethan. 6. Entbinde mich in gnaden Von meiner schweren last; Berbinde mei= nen schaden, Wie du versprochen hast. HErr, heile mein gewissen Und tröste meinen geist, Ich werde sterben müssen, Wo du nicht troft verleihst. 7. Komm, JEsu, mir zu gute, Vertritt mich kräftiglich, Tilg' aus mit deinem blute Die handschrift wider mich, Wasch ab all' meine sünden, Ded' alle fehlerzu, Für angst laß mich empfinden Die wahre seelenruh'. 8. Denn du bist ja geboren, Die seelen insgemein zu suchen, die ver= loren, Und aller heil zu sein; Drum suche dech mich armen Und zeige mir dein heil, Ja gieb mir aus erbarmen An deinem himmel theil und zwar von der Neue und Leid über die Sünde. 9. Führ' mich aus meiner irre In| deinen liebesschooß; Wenn ich aus angsten girre, So reiß mich gnädig los. Von sünden, tod und hölle Sprich mich in gnaden frei, Zur rechten hand mich stelle, Daß ich dein eigen sei. Scham vor GOtt. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 512. Mein GOtt, ich schäme mich, Weil meine sünden dich Für die genoßnen gaben So sehr beleidigt haben. Wie kann bor deinen augen Ein solches scheusal taugen? 2. Du bist die heiligkeit, Ich voll vermessenheit Und ganz voll sündenflecken. Wo soll ich mich verstecken? Wie kann ich mit den deinen Getrost bor dir erscheinen? 4. Ich habe vielmals schon, Dir zum verdruß und hohn, Dein sanftes joch zerschmissen Und mich der last entrissen, Die denen leicht zu tragen, So nach dem himmel fragen. 5. Ein kind der seligkeit Wird bei bedrängter zeit, Auch wenn die stürme toben, Den allerhöchsten loben; Da ich in ungludszeiten Pflegt' wider dich zu streiten. 6. Dein wort befiehlt zwar wohl, Daß ich beständig soll Mit ringen und mit beten Bor dich, mein bater, treten, Doch blieb ich kalt und träge Auf meinem sündenwege. 291 9. Wie deutlich legst du mir Trost und verheißung für, Du wollest jeden morgen Als vater für mich sorgen; Doch wank' ich in dem stehen, Wenn kleine winde wehen. 12. Mein vater, nimm mich an! Dein sohn hat g'nug gethan, Denn seine schmach und bande, Sein antlig voller schande, Die werden meine flecken Mit reiner unschuld decken. 3. Ich hielt ja gut und geld, Die 13. Ich will mich fernerhin, So schnöd' und eitle welt, Nebst deren luft- lang' ich hier noch bin, Der sündengetümmel, Viel höher als den himmel Und wollte diese gözzen In Salems tempel setzen. ernstlich schämen Und meine neigung zähmen; Drum laß dich gnädig finden, Und hilf mir überwinden. 7. Mein gutes kommt von dir, Doch hab' ich öfters mir Sehr vieles beigemessen und deiner fast vergessen, Wenn mich die ruhmbegierde Auf hohe zinnen führte. 8. Du förderst meinen lauf Und höreft niemals auf Zu meinem wohlergehen Auf treuer hut zu stehen; Ach, aber mein gemüthe Denkt schlecht an deine gute. 10. Mit kurzem: was ich bin Mein herz, mein geist und sinn Hat Adams schuld geerbet Und ist durchaus verderbet, Mich schäm' ich, mich zu nennen, Du wirst mich nicht mehr kennen. 11. Ja, HErr, ich schäme mich: Erbarm', erbarme dich! Ich falle dir zu fuße, Gieb mir doch wahre buße; Laß allen fluch verschwinden Und mich versöhnung finden. Haß gegen die Sünde. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 513. Gud, ihr ſchnöden eitelfeiten, Sag' ich ewig gute nacht, Ich bereue tag und zeiten, Die ich mit euch zugebracht. Seh' ich alle sünden an, die ich bis anher gethan, Muß ich ängstlich und mit klagen Aug'und herz zur erde schlagen. 2. Was ich ernstlich sollen hassen Als ein gift, das mich erstickt, Was ich billig sollen lassen, Daran hab' ich mich erquict. Finsterniß war mir ein licht, Was ich sollte, that ich nicht; So befleckt' ich herz und sinnen Durch mein thörichtes beginnen. 3. Nur die welt hat mich ergößet, GOttes lehre, treu und zucht Hab' ich findisch ausgeschet: O wie war mein herz verrucht! Nun erkenn' ich mein verseh'n, Wie werd' ich der angst entgeh'n? Was ich nur bisher geliebet, Macht mich ängstlich und betrübet. 19* 292 Von der wahren Buße und Bekehrung d 4. Falsche welt, durch deine tücke| barmen Meinen geist mit liebesHast du mich ins neß gebracht; Nun- armen. mehr ziehst du dich zurücke, Da du mich so blind gemacht, Daß ich, als ein sündenknecht, GOtt und tugend, licht und recht, Za die seligkeit ver= achtet Und allein nach dir getrachtet. Mel. Christus der uns selig 2c. 5. Uch dies kränket mein gemüthe, 514. Brunnquell aller gütigfeit, aller gnaDaß ich in der eitelkeit meiner besten jahre blüthe GOtt geraubt, und dir geweiht. Du verkleinertest die schuld Und versprachst mir glück und huld, Nanntest schand' und laster, tugend Und verführtest meine jugend. den, Sieh doch auf das schwere leid, Das mein herz beladen. Ich bin der verlor'ne sohn Und das kind der sünden, Gieb mir nicht verdienten lohn, Laß mich gnade finden. 6. Nun empfind' ich angst und schmerzen, Die mir deine wollust macht. Hilf nun auch dem franken herzen Du, die mich in noth gebracht. Doch dies alles hilft mir nicht, Denn ich selbst muß vor's gericht Und für mein verruchtes leben GOtt genaue rechnung geben. 7. Was für noth ist hier zu finden! Denn vielleicht heißt GOtt mich nun, Wegen meiner vielen sünden, Bald und plößlich rechnung thun. Sei berflucht, verlor'ne zeit, Die ich eitler lust geweiht, Seid berfluchet, dunst und fchatten, Die mein herz beschweret hatten. 8. Hoffart, wollust, fleischestriebe, Augenlust und schnöde pracht, Welt und lastervolle liebe, Euch, euch sag' ich gute nacht. JEsu, komm, erbarme dich, Rühr' mein herz und heile mich, Daß dich nunmehr meine seele Als ihr höchstes gut erwähle. 9. Laß mich alle lüste hassen, Die der Freis der erde hegt; Laß mich nur das freuz umfassen, Das dich meinen JEfum, trägt, Wo dein tod und theures blut G'nug für meine schulden thut. Laß mich dich beständig suchen Und, was eitel ist, verfluchen. Verlangen nach der Gnade. Nach Luc. 15. 10. Dir will ich mein übrig leben, Freund der seelen, ganz allein Als dein eigenthum ergeben; Laß es auch dein eigen sein. Nimm dies opfer gnädig auf. Schließ ich einst den lebenslauf, Ach, so fasse voll er2. Ach, ich fühle qual und schmerz, Weil ich so betrübet Dein getreues vaterherz, Das mich brünstig liebet; Ach, ich habe tag und nacht In dem laſterleben Alle güter durchgebracht, Die du mir gegeben. Der ich nachgewandelt, In dem him= 3. Meine sünd' ist stets vor mir, mel und vor dir Hab' ich mißgehandelt. Bater, der mein heil begehrt, Dir will ich bekennen: Vater, ach, ich bin nicht werth, Mich dein kind zu nennen. 4. Bater, der an gnade reich, Brünenechten gleich, Hilf, ach hilf mir arstig von erbarmen, mache mich den men! Siehe doch die hungersnoth, Die mich schmerzlich plaget; Reiche mir dein gnadenbrot, Eh mein herz verzaget. 5. Sieh' ich falle nackt und bloß, Bater, vor dir nieder; Deine treu' ist ewig groß, Tröste mich doch wieder, Weil ich sonst verschmachten muß In der angst der sünden; Laß den süßen liebeskuß Meine seel' empfinden. 6. 3iere meine glaubenshand Mit des geistes ringe, Gieb, daß mir dies liebespfand Trost und freude bringe, Meinen fuß bereite du, Deine bahn zu gehen, Führ' ihn nach dem himmel zu, Dies ist, HErr, mein flehen. 7. Schenke mir das schöne kleid, Das dein sohn erworben, Als er aus barmherzigkeit Für die welt gestorben. Laß dein theures gnadenmahl Mich und zwar von der Neue und Leid über die Sünde. 293 tm glauben schmecken Und mir wi-| gespart; Jetzt thu ich zu dir den tritt, der alle qual Freud' und trost er- Bringe reu' und glauben mit: HErr, wecken. ich komme hoch beladen, Nimm dein armes kind zu gnaden. 8. HErr mein GOtt, verwirf mich nicht! Vater aller güte, Dessen herz aus liebe bricht, Tröste mein gemüthe, Hilf mir aus der fündennoth, Die mein herz umgeben, Sprich: mein sohn, du warest todt Und sollst wieder leben. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 515. Vater, ach laß trost er= scheinen, Siehest du dein kind denn nicht Bitterlich mit Petro weinen? Wie es mit Manasse pricht? Wie es schlägt an seine brust? Wie es alle sündenlust Höchst bereuet, gar verfluchet? Wie es weinend gnade fuchet? 2. Vater, du hast mich geliebet Je und je von ewigkeit: Da mich nun die schuld betrübet, Tröst' ich mich der gnadenzeit. JEsu kreuz und dornenfron' Bring' ich, HErr, vor deinen thron; Der, so selbst für mich gelitten, Hört nicht auf für mich zu bitten. 3. Du bist heilig, und ich schäme Mich der ungerechtigkeit. Wenn ich feigenblätter nähme, Deckte doch dies heuchlerkleid Meiner sünden blöße nicht. Läsfest du nicht vor gericht Gnade, sondern recht, ergehen, Wer ist rein, wer wird bestehen? 4. Doch verheißest du das leben, Willst den tod des sünders nicht; Du willst alles das vergeben, Was ein böses herz verbricht; Geht es gleich voll missethat Auf dem breiten höllenpfad, Willst du ihm doch alles schenten Und es selbst zur buße lenken. 5. Suche mich, dein schäflein, wieder, Such' es, weil es, treuer hirt, Da es irret auf und nieder, Wölfen sonst zum raube wird. Das verscheuchte täubelein Schließ in Christi wunden ein, Reiß es aus dem weltgebüsche, Daß es satan nicht erwische. 6. HErr, ich habe zwar verzogen, Bin nach Noä raben art, Sicher hin und her geflogen, Hab' die buße lang Mel. JEsu, meines lebens 2c. 516. Ach, wo soll ich fünder finden und sicherheit? Weil die menge mei= ner sünden Wider mich gen himmel schreit, Weil mich mein gewissen naget Und mich tag und nacht verklaget. Ach, wo flich ich armer hin, Weil ich so geängstet bin? 2. Höchster, tröste mein gemüthe, Das zu dir mit weinen fleht. HErr, ich weiß, daß deine güte über alle himmel geht. Wären aller menschen sünden An mir armen gleich) zu finden, Würde deine güt' allein Größer, als sie alle sein. 3. HErr, dein wort hat ja versprochen, Armen fündern hold zu fein. Ach, mein herz ist ganz zerbrochen Und zerknirscht in reu' und pein, Ja mein geist ist ganz zerschlagen; Laß dies opfer dir behagen, Nimm mein herz, das zu dir schreit, Bater aller gütigfeit! 4. Sieh auf deines sohnes büßen, Auf sein leiden ohne zahl, Auf sein theures blutvergießen Und auf ſeine todesqual. Er hat mich mit dir verglichen Und die schuld mit blut durchstrichen, Als er auf dem freuzaltar Für die welt ein opfer war. 5. Löse mich, ich bin gebunden; Stärke mich, denn ich bin matt; Heile mich, ich bin voll wunden; Tröst' mich, denn kein trost hat statt; Hilf, weil du zur hülf erforen; Suche mich, ich bin verloren; Rette mich, ich bin in noth; Gieb mir leben, ich bin todt. 6. Reiche mir die gnadenhände, Hilf mir schwachen täglich auf, Daß ich selig einst vollende Dieses lebens furzen lauf. Hilf, HErr JEsu, hilf mir ringen, Teufel, fleisch und welt bezwingen; Führe mich aus angst und streit Im triumph zur ewigkeit. Von der wahren Buße und Bekehrung 294 Von der im Glauben gesuchten| Gnade und Vergebung. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 517. Wo soll ich fliehen hin, Weil bin Mit viel und großen sünden? Wo kann ich rettung finden? Wenn alle welt herkäme, Mein' angst sie nicht wegnähme. gefunden. 4. Durch dein unschuldig blut, Die schöne rothe flut, Wasch' ab all' meine sünde, Mit trost mein herz verbinde Und ihr'r nicht mehr gedenke, Ins meer sie tief versenke. 2. JEsu, voller gnad', Auf dein 12. Amen zu aller stund' Sprech' gebot und rath Kommt mein betrübt ich aus herzensgrund. Du wollest gemüthe Zu deiner großen güte. Baß mich ja leiten, HErr Christ, zu allen du auf mein gewissen Ein gnaden- zeiten, Auf daß ich deinen namen tröpflein fließen. Ewiglich) preise, amen. 3. Jch, dein betrübtes find, Werf alle meine sünd', So viel ihr'r in mir Und beine tiefen wunden, Da ich stets heil 5. Du bist der, der mich tröst't, Weil du mich selbst erlöst; Was ich gefündigt habe, Hast du verscharrt im grabe: Da hast du es verschlossen, Da wirds auch bleiben müssen. 6. 3st meine bosheit groß, So werd' ich ihr'r doch los, Wenn ich dein blut auffaffe Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All' angst ihm bald verschwindet. 10. Darum allein auf dich, HErr Christ, verlaß ich mich, Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben, Denn du hast mirs erworben, 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem blute, Womit ich überwinde Tod, teufel, holl' und sünde. 8. Und wenn des satans heer Mir ganz entgegen wär', Darfich doch nicht verzagen; Mit dir kann ich sie schlagen. Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr trop bald schweigen. 9. Dein blut, der edle saft, Hat folche stärk' und fraft, Daß es kann ganz alleine Die welt von sünden reine, Ja gar aus teufels rachen Frei, los und ledig machen. Da du für mich geſtorben. 11. Ach führ' mein herz und finn Durch deinen geist dahin, Daß ich mög' alles meiden, Was mich und dich fann scheiden, Daß ich an deinem leibe Ein gliedmaß ewig bleibe. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 518. Pater, laß mich gnade nen blöden sinn, Der ich wegen meinet sünden So betrübt und traurig bin. Sich, mein bater, wie ich hier Jetzt vor deiner gnadenthür Mit dem zölner schamroth stehe Und dich um vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin voll ungerechtigkeit, Muß mich bloß aufs bitten legen; Bloß auf deine gütigkeit Seg' ich meine zuversicht, Denn ach, würde dein gericht Ohne gnad' und huld ergehen: Dwie würd' ich doch bestehen! 3. Doch nach deiner gnadenlehre Willst du keines sünders tod, Sondern, daß er sich befehre Und entgeh' der höllennoth. Dieser trost erquidet mich, Als der ich auch ängstiglich über meine schwere sünde Neu und leid bei mir empfinde. 4. Es vergoß auf dieser erde Selbst dein sohn sein theures blut, Daß ein jeder selig werde, Der im glauben buße thut. Deffen kreuz und dornenfron' Bring' ich jetzt vor deinen thron, Seinen tod und blutvergießen Laß mich armen auch genießen. 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, Aber deiner gütigkeit 3st dadurch noch nichts benommen, Denn noch ist die gnadenzeit. Keine buße ist zu spät, Wenn sie nur von Herzen 295 und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. geht, Darum wird dir auch mein| Weil sünd' und tod Mich bracht' in flehen Jeho noch zu herzen gehen. noth, Hab' ich mich drein gefunden. 6. Großer GOtt, voll lieb' und treue, Laß durch Christi tod und pein Meine späte buß' und reue Jezt noch vor dir gültig sein. Denke doch nicht weiter dran, Wie viel übels ich ge= than, Sprich: dein arges sündenleben Sei aus gnaden dir vergeben. 9. Darin ich bleib', Obgleich der leib Und seel' von'nander scheiden; So werd' ich dort Bei dir, mein hort, Sein in ewigen freuden. * 10. Ehre sei nun GOtt vater, sohn Und heil'gem geist zusammen. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig, amen. 7. Wirst du nur mir armen fünder, O mein GOtt, barmherzig sein, Nimmst du mich zur zahl der finder Wiederum in gnaden ein, Ach, so rühm und preif ich dich Jetzt und einsten ewiglich. Höre in namen, Und sprich selbst ein träftig amen! 519. A GOtt und HErr, Wie groß und schwer Sind mein' begangnen sünden! Da ist niemand Der helfen kann In diefer welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser zeit Bis an der welt ihr ende Und wollt' los sein Der angst und pein, Würd' ich es doch nicht wenden. 3. 3u dir flieh' ich, Verstoß mich nicht, Wie ich es wohl verdienet. Ach GOtt, zürn' nicht, Geh' nicht ins g'richt, Dein sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, Daß straf und pein Auf sünden folgen müssen, So fahr' hier fort, Nur schone dort, Und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, HErr, geduld, Bergiß der schuld, Gieb ein gehorsam herze, Daß ich nur nicht, Wies oft geschicht, Mein heil murrend verscherze. 6. Handle mit mir, Wies dünket dir, Durch dein' gnad' will ichs leiden; Nur dort laß mich nicht ewiglich Von dir sein abgescheiden. 7. Gleichwie sich fein Ein vögelein In hohle bäum' verstecket, Wenns trüb' hergeht, Die luft unftät, Wenn mensch und vieh erschrecket; 8. Also, HErr Christ, Mein' zuflucht ist Die höhle deiner wunden. Mel. HErr GOtt, der du erforschest zc. 520. fönig, deffen majeſtät Dem erd' und meer zu dienste ſteht, Vor dem der erdkreis bebet: Der himmel ist dein helles fleid, Du bist voll macht und herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig. Ich armer wurm ver= mag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner ehr': GOtt sei mir fünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der zöllner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deinen trost und rath, Mein GOtt, du hilfft ja gerne. Doch meiner fehler große zahl Und menge macht mich überall Boll flecken und unflätig; Drum schlag' ich nieder mein gesicht Vor dir, du reines himmelslicht: GOtt sei mir fünder gnädig! 3. Die schulden, der ich mir bewußt, Beängsten mein gewissen, Drum schlag' ich reuend an die brust, Die schmerz und leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gefehrt. Ich bin des le bens gar nicht werth, Doch weil du winkst, so bet' ich Mit ganz zerknirschtem bangen geist, Der gleichwohl dich noch abba! heißt: GOtt sei mir fünder gnädig! 4. Mein vater, schaue JEsum an, Den gnadenthron der sünder, Der für die welt genug gethan, Durch den wir GOttes finder Im gläubigen vertrauen find; Der ists, bei dem ich ruhe find', Er ist ja stets gutthätig. Drum faß' ich ihn und laß ihn nicht, Bis GOttes herz mitleidig bricht: GOtt sei mir sünder gnädig! 296 Von der wahren Buße und Bekehrung 5. Regiere doch mein herz und sinn| dem urtheil durchs blut bedeut', In diesem ganzen leben, Du bist mein Mein' zung verkünd't dein recht GOtt, und was ich bin, Bleibt ewig gebot, Schaff, daß mein mund dein dir ergeben. Ach heilige mich ganz und lob ausbreit'. gar, Mach' meinen glauben immerdar Durch wahre liebe thätig. Läßt sich dann noch viel schwachheit sehn, So soll mein herz mit wehmuth flehn: GOtt sei mir fünder gnädig! 5. Kein leiblich opfer von mir heischst, Ich hätt' dir das auch gegeben; So nimm nun den zerknirschten geist, Betrübt und traurig herz daneben. Verschmäh' nicht, GOtt, das opfer mein, Thu wohl in deiner gütigfeit Dem berg Zion, da christen sein, Die opfern dir gerechtigkeit. * 6. GOtt vater in dem höchsten thron, Steh' mir in allen nöthen bei; OJEsu Christe, GOttes sohn, Dein blut von sünden mich befrei'; heil': ger geist, führ' mich allzeit, Damit ich geh' auf rechter bahn; heilige dreieinigkeit, Nimm meine bitte gnädig an! 6. Mein leben und mein sterben ruht Allein auf deiner gnade, Mir geh' es übel oder gut, Gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt das letzte stündlein an, So sei mir auf der todesbahn, Mein JEsu, selbst beiräthig, Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten seufzer an: GOtt sei mir fünder gnädig! 521.( barın' dich mein, o HErre GOtt, Nach deiner groß'n barmherzigkeit, Wasch ab, rein mein' bekenn' mein' ſünd', und ist mir leib. Allein ich dir gesündigt hab' Das ist reider mich stetiglich, Das bof vor dir mag nicht bestehn. Du bleibst gerecht, ob du urtheilst mich. 2. Sieh, HErr, in sünd' bin ich gebor'n, In sünd' empfing mich mein' mutter. Die wahrheit liebst, thust offenbar'n Deiner weisheit heimlich' güter. Bespreng' mich, HErr, mit hsopo, Nein werd' ich, so du wäschest mich, Weißer denn schnee, mein gehör wird froh, All' mein gebein wird freuen sich. 3. HErr, sich nicht an die sünde mein, Thu ab all' ungerechtigkeit Und mach' in mir das herze rein, Ein'n neuen geist in mir bereit, Verwirf mich nicht von dein'm angesicht, Dein'n heil'gen geist wend' nicht von mir, Die freud' dein's heils, HErr, zu mir richt' Der will'ge geist enthalt' mich dir. 4. Die gottlof'n will ich deine weg', Die sünder auch dazu lehren, Daß sie vom falschen bösen steg Zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm' mich, HErr, mein's heils ein GOtt, Bor Mel. Ich gläub' an einen GOtt 2c. 522. Ach fei mir gnädig, HErr mein GOtt, Nach deiner gür' in meiner noth, Tilg' durch dein reich erbarmen All' sünde in mir armen. Durch deine vatertreu' und huld Wasch mich recht wohl von mei= ner schuld und rein'ge mich von sünden, Die sich in mir befinden. Ach HErr, ach ich bekenn' es dir, Denn meine sünd' ist stets vor mir: Gesündigt hab' ich dir allein, Und meine übelthaten sein Mir immer vor den augen. 2. Du bist gerecht von ewigkeit, Und dein gericht ist recht allzeit; Ich aber muß mich schämen, In sack und asch' mich grämen. Sieh, HErr, ich bin in missethat Gezeugt, und mein mutter hat In sünden mich empfan gen, Die mir nun fort anhangen. Du willst, daß auch des herzens grund Aufrichtig sei zu jeder stund, Drum giebest du mir, daß ich dich Und deine weisheit innerlich Erken= nen kann und wissen. 3. Spreng' mich mit Chrifti blute an, So wird der aussag abgethan, Die sünd', die ich geerbet Und die mich sonst verderbet. HErr, wasche mich und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 297 und mach' mich rein, So werd' ich| ein gut gewissen zu halten sein geunbeflecket sein Und weißer können werden Als nie kein schnee auf erden. fliffen. Laß mich doch hören wonn' und freud' Nach dieser großen traurigkeit, Daß die gebeine, die du hast Zermalmt durch deines grimmes last, Gestärkt und fröhlich werden. 4. Dent' nicht, wie ich gesündigt hab', Ach kehr' dein antlig davon ab; Tilg' alle missethaten, In welche ich gerathen. Schaff' in mir, GOtt, aus lauter güt' Ein reines herze und gemüth, Auf wahre buß' und reue Inwendig mich erneue. Ach vater, ach verwirf mich nicht Im zorn von deinem angesicht, Gieb, daß ich wieder in mir merk' Des guten geistes kraft und stärk', Laß den nicht von mir weichen. 5. Der trost dein's geistes mich erfreu', Daß ich zum guten willig sei, Und darnach, weil ich lebe, Stets un= gezwungen strebe. HErr deinen weg will ich hinfort Die fünder lehren durch dein wort, Daß sie zu dir sich kehren Und buß' zu thun begehren. O GOtt, der du mein heiland bist, Die blutschuld die mein herze frißt, Nimm weg, rett' davon deinen knecht, Daß meine junge deine recht', Das gnadenurtheil rühme. 6. HErr, thu mir meine lippen auf, Zieh mein gemüth zu dir hinauf, Dich, GOtt im himmel oben, Mit herz und mund zu loben, Weil dir dankopfer nicht gefällt, Wenn dir nicht erst wird vorgestellt Ein herz voll angst und klagen, Zerbrochen und zerschlagen. Wer dir in wahrer reu' und buß' Mit heißen thränen fällt zu fuß, Hat ein gar nöthig opfer bracht, Das niemals wird von dir veracht't, Du nimmst es an zu gnaden. 7. Thu wohl an deiner firch' auf erd' Und mach' sie herrlich, hoch und werth, Daß auch fortan die heiden Sich nicht mehr von dir scheiden. Verleih' uns in der christenheit, Daß wir des glaubens einigkeit, Auch sonst Dann wird dir bracht' an jedem ort Ein reines opfer fort und fort, Wenn wir so unser Lebenlang Dir durch gebet und lobgesang Der lippen farren opfern. * 8. GOtt bater in dem höchsten thron, Gedenk an deinen ein'gen sohn Und um desselben willen Laß deinen grimm sich stillen! O JEsu Christ, durch deinen tod Ercette mich aus aller noth! Ich weiß für meine sünden Sonst keinen troft zu finden. O heil'ger geist, regiere mich Durch deine gnade kräftiglich! Daß ich dem böfen widerstreb' Und stets nach deinem willen leb' Bis an mein letztes ende. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 523. Straf mich nicht, mich mich nicht im zorne hin, Da ich aus der zahl der finder Freventlich gewichen bin. Mache mich, gerechter GOtt, Nicht, wie ich verdient, zu spott. Schone, strenger richter, schone und mir nicht nach sünden lohne. 2. Ach, verflucht sein meine werke, Die dich gar zu sehr betrübt! Ach, daß ich so spät vermerke, Was für laster ich verübt! Aus gerechter ſeelennoth Wünsch' ich mir wohl gar den tod. Habe, schöpfer, mit mir armen Und betrübten doch erbarmen. 3. Ach, mein herz beklagt voll jam= mer, Daß es dich verlassen hat. Jetzt schlägt des gesetzes hammer: Ach, wo find'ich trost und rath? Bater, schone, denn ich bin Schon gestraft, mein trost ist hin; Und was mich am meisten schmerzet: GOtt und heil hab' ich verscherzet. 4. Was wird dirs für ehre bringen, Wenn du mich ganz elend machst, mir nun nichts mehr läßt gelingen Und mir zum verderben wachst? Mein GOtt, darum bist du GOtt, Daß du derer, die in noth, Dich erbarmest 298 Von der wahren Buße und Bekehrung und beweisest, Daß du ein erbarmer| gute hirt, Der Israel erlösen wird heißest. Aus seinen sünden allen. 5. Drum, erbarmer, ach verschone, Ob ich dessen gleich nicht werth; Schone mein in deinem sohne, Der den zorn schon abgekehrt. Freilich übt' ich freventlich Tausend laster gegen dich, Doch er hat die straf' erduldet, Die ich armer wurm verschuldet. 6. Nun schlag' ich die augen nieder, Klage mich als sünder an: Nimm mich, liebſter vater, wieder Als dein kind in gnaden an. Gieb mir nun des geistes fraft, Die ein neues herze schafft; Schon', um Chrifti willen, schone Und mir nicht nach sünden lohne. 6. Ehr' sei dem bater und dem sohn Und auch dem heil'gen geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein' gnade leiste, Damit wir gehn auf seinem pfad, Daß uns des teufels list nicht schad'; Wer das bes gehrt, sprech' amen. 525. Aus dieſem tiefen grunde Der ängsten ruf' ich hier Mit herzen und mit munde, O HErr mein GOtt, zu dir. Ich ruf' in buß' und reue, Ach neige, HErr, dein ohr, Erhör', warum ich schreie, Baß meine seufzer vor. 2. Wo du zurechnest sünden Und was wir oft begehn, So ist kein mensch 524. 2us tiefer noth schrei ich zu finden, Der vor dir kann beſtehn. zu dir, HErr GOtt, erhör' mein rufen, Dein gnädig ohr neig' her zu mir Und meiner bitt' es öffne. Denn so du willst das sehen an, Was sünd' und unrecht ist gethan: Wer kann, HErr, vor dir bleiben? Bei dir steht das vergeben, Daß man dich fürchten soll, Und daß man rühm' daneben, Wie du bist gnadenvoll. 3. Ich wart' auf GÖttes güte Und hoffe auf sein wort, Es harret mein gemüthe Des HErren fort und fort: Es harrt mit fleiß und sorgen, Ist, wie die wächter sind, Die warten, bis es morgen Und tag zu sein beginnt. 4. Ein christe muß mit wachen Und sich rühmen kann, Es muß dich fürch- beten halten an, Weil GOtt in allen ten jedermann Und deiner gnade sachen Viel rettung schaffen tann. leben. Gewiß wird er vom bösen Und aller missethat Aus gnaden den erlösen, Der ihm vertrauet hat. 2. Bei dir gilt nichts denn gnad' und gunst, Die fünde zu vergeben: Hiezu ist unser thun umsonst, Auch in dem besten leben. Vor dir niemand 3. Darum auf GOtt will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen; Auf ihn mein herz soll lassen sich, Und seiner güte trauen, Die mir zusagt fein werthes wort: Das ist mein trost und treuer hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die nacht Und wieder bis zum morgen, Soll doch mein herz an GOttes macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So thu' Iſrael 526. geist erzeuget ward Und seines GOttes harre. 5. Ob bei uns ist der sünden viel, Bei GOtt ist viel mehr gnade. Sein' hand zu helfen hat kein ziel, Wie groß auch sei der schade. Er ist allein der * 5. GOtt bater, hilf mir armen Durch deines sohnes tod; Laß, JEsu, dich erbarmen Mein elens, angst und noth; O heil'ger geist, mich führe, Stärk, gründ' und vollbereit, Daß ich ja nicht verliere Des glaubens freudigkeit. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. vater der barmherzigkeit, Ich falle dir zu fuße. Berstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich buße; Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große güte. und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 2. Durch deiner allmacht wunderthat Nimm von mir, was mich quälet, Durch deine weisheit schaffe rath, Moran mir es sonst fehlet. Gieb willen, mittel, fraft und stärk', Daß ich mit dir all' meine werk' Anfange und vollende. 3. O JEsu Christe, der du hast Am Freuze für mich armen Getragen aller sünden last, Wollst meiner dich erbarmen. wahrer GOtt, o Davids sohn, Erbarm' dich mein und meiner schon'! Sieh' an mein kläglich rufen. 4. Laß deiner wunden theures blut, Dein' todespein und sterben Mir kommen fräftiglich zu gut, Daß ich nicht muß verderben. Bitt' du den vater, daß er mir Im zorn nicht lohne nach gebühr, Wie ich es wohl verschuldet. 5. O heil'ger geist, du wahres licht, Regierer der gedanken, Wenn mich die sündenlust ansicht, Laß mich nicht von dir wanken, Verleih', daß nun und nimmermehr Begierd' nach wollust, geld und ehr' In meinem herzen herrsche.. 6. Und wenn mein stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des satans trug und list Durch Christi sieg mag dämpfen, Auf daß mir frankheit, angst und noth Und dann der legte feind, der tod, Nur sei die thür zu leben. 299 3. Nun sollt' ich ja vertrauen Dem HErren JEsu Christ, Auf sein vers dienst fest bauen, Weil er mein fürsprach' ist. So schreckt mich mein ge= wissen, Das zweifelt immerdar. Und spricht: dich werd verdrießen, Daß ich die sünd' nicht spar'. 4. Ich wollt' auch herzlich gerne Bessern das leben mein, Mit werk, wort und geberden Fromm und gott's= fürchtig sein; Ich kanns so nicht vollbringen, Wie ich es oft bedacht, Ich laß mich davon dringen Durch satans lift und macht. 2. Ich bin in sünd' empfangen, In sünden auch gebor'n, Viel sünd' hab' ich begangen, Darum bin ich verlor'n. Ich kann nicht freudig werden, Den himmel anzusehn, Und schäme mich, auf erden Vor dir, o GOtt, zu stehn. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall' der höll' in rachen, Wenn ich dir will entgehn. HErr, zu dir komm' ich wie der Und such' barmherzigkeit, Ich falle vor dir nieder, Mein sünde ist mir leid. 6. Du hast dein'n sohn gegeben Für aller missethat, Daß jedermann soll leben, Der glauben an ihn hat. Will gleich mein herz nicht trauen, So glaub' ich dennoch fest, Hilf du meinem unglauben, Dein' hülfe ist die best'. 7. Ich bin nicht werth der gute Die du an mir gethan, Daß für mich mit sein'm blute Bezahlt dein lieber sohn: Doch war mir dies nothwen= dig, Drum glaub' ich dir allein, Der du versprichst beständig: Wer glaubt, wird selig sein. Mel. Aus diesem tiefen grunde. 8. So wahr, als ich selbst lebe, Sprichst du, mein HErr und GOtt, 527. A GOtt, ich muß dir Ungern ich übergebe Den fünder in flagen, Daß so elend bin: Mein herz will mir verzagen Mein' sünd' liegt mir im sinn; Ich kann ihr'r nicht vergessen, Sie ist zu groß und schwer, Sie hat mich gar beseffen, Sie träntt und quält mich sehr. den tod: Ich will, daß er umkehre Und ewig leb' bei mir. Den rechten weg mich lehre, So komm' ich, HErr, zu dir. 9. Mit deinem heil'gen geiste Meinen schwachen glauben mehr', Mir hülf und beistand leiste Zu deines namens ehr'. Leit' mich auf deinem stege; Vor aller sünd' und schand", Vors teufels strick und wege Bewahr' mich deine hand. 10. Segne mein leib und leben, Auch mein beruf und werk; Was du Von der wahren Buße und Bekehrung mir, HErr, gegeben, Behütt' durch deine| würd' uns verfechten? O HErr sich stärk'; Erhör' mein fleh'n und schreien, uns barmherzig an Und hilf uns wieMein jammervolles wort, Daß ich der auf die bahn, Zur pforte der ge= mich dein kann freuen, Veracht'n des rechten. fatans mord. 300 11. 3ulegt laß mich abscheiden Mit einem fel'gen end' Und nimm aus diesem leiden Mein' seel' in deine händ'. Dafür will ich dich preisen Mit dank zu jeder zeit, Du wirst mir gnad' erweisen, Und helfn in ewigfeit. Mel. Es ist das heil uns 2c. 528. Aus tiefer noth laßt uns zu GOtt Von ganzem Herzen schreien Und bitten, daß er uns aus noth In gnaden mag befreien Und alle sünd' und missethat, Die unser fleisch begangen hat, Uns väterlich verzeihen. 2. Wir sprechen: bater, sich uns an. Erbarm' dich der elenden, Die so viel missethat gethan Mit herzen, mund und händen. Verleih' uns, daß wir buße thun Und sie durch IEMel. Wenn wir in höchsten 2c. ſom Chriſtum nun Zur ſeligkeit voll- 529. Kein größ'rer troft fan im schmerz, Als daß man GOttes våterherz Durch sei= nen sohn darf sprechen an, Der allen zorn abwenden kann. 2. Wie oftmals kommt man, durch den sohn Befördert, vor des königs thron! Wie mancher, der den tod verdient, Wird durch des richters find verfühnt! 3. 3war uns're schuld ist groß und schwer, Unzählig das verbrechen, Doch deiner gnade ist viel mehr, Als die nicht auszusprechen; Die suchen und begehren wir Und hoffen, HErr, du läßt an dir Es uns jetzt nicht ge= brechen. 4. Du willst nicht, daß der sünder sterb' Und zur verdammniß fahre, Vielmehr, daß er das gnadenerb', Erlange und bewahre: So hilf uns nun, HErre GOtt, Damit uns nicht der ew'ge tod In sünden wiederfahre. 5. Bergieb, vergieb und hab' geduld Mit uns armen und schwachen, Laß deinen sohn all' uns're schuld Durch sein verdienst gut machen. Nimm unsrer seelen eben wahr, Daß ihr kein schaden wiederfahr Bon jenem höllendrachen. 7. Wir opfern dir uns arm und bloß Durch reue ganz zerschlagen, O nimm uns auf in deinen schooß, Und laß uns nicht verzagen. O hilf, daß wir getrost und frei Ohn' alle list und heuchelei Dein joch ans ende tragen. 8. Sprich uns durch deine boten zu, Befried'ge das gewissen, Stell unser herz durch sie in ruh', Thu' uns durch sie zu wissen, Wie Christus vor dein'm angesicht All' uns're sachen hat geschlicht'; Des trost's laß uns genießen. 9. Erhalt' in unsers herzens grund Dein wort, den edlen samen, Und hilf, daß wir den neuen bund In deines sohnes namen Vollenden mit beständigkeit, Und so der krone der klarheit Versichert werden, amen. 6. Wenn du sonst vor gerichte gehn Und mit uns wolltest rechten, Wie würden wir doch da besteh'n Und wer 3. So wird auch manch' leibeig'ner tnecht Bei seinem herrn gebracht zu recht Und wird gestellt auf freien fuß, Da er sonst ewig dienen muß. 4. Dies tröstet mich, o frommer GOtt, Der ich befleckt mit sündenkoth, Daß ich vor deine majestät In deines sohnes namen tret'. 5. Aus lieb' zu ihm sei gnädig mir, mich aus dem sündenkerker führ', Des teufele bande reiß entzwei, Mach' meine seel' zum leben frei. 6. 3war mein verdienst und würdigkeit Dräut mir den tod und alles leid, Doch bittet dein sohn selbst für und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 301 mich Drum laß durch ihn versöh= nen dich. 7. Wen soll ich sonsten bringen dir, Der dein herz neigen könnt' zu mir, Als den, der für die schuld der welt Ist worden selbst das lösegeld? 8. Sieh' doch, o GOtt, hier ist dein sohn, Mein ein'ges heil und gnadenthron, Der sich für meine misſethat Am Freuz selbst aufgeopfert hat; 9. Der nicht versöhnet werden darf, Ob das geseß ist noch so scharf: Er selber hat sein eigen blut Vergoffen reichlich mir zu gut. 10. Sieh da, sein opfer ist so groß, Daß ich werd' aller sünden los; Das opfer, das dir wohlgefällt, Dadurch versöhnt ist alle welt. 11. Das unbefleckte lamm ist hier, 531. Allein zu dir, HErr JEſu Das Christ, Mein hoff= meine sünden nahm von mir, Das lamm, das seinen mund nicht rührt, Da man es hin zur schlacht= bank führt. 12. Der gar nichts übels hat gethan, Den man mit recht nicht ta= deln kann, Der hat die schwere sündenlast Der ganzen welt auf sich ge= faßt. nung steht auf erden, Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost mag mir sonst werden. Von anbeginn ist mensch gebor'n. Der mir aus nöthen nichts erfor'n, Auf erden war fein helfen kann. Dich ruf ich an, zu dem ich mein vertrauen hab'. 13. Durch seine wunden sind wir heil Und haben jetzt am himmel theil: Darum, o GOtt, erbarm' dich mein, Der ich vor dir mit ihm erschein'. 14. Laß dies ja kommen mir zu statt, Was er am freuz erworben hat; Ich seg' all' meine Hoffnung d'rauf, Hilf meinem schwachen glauben auf. 15. O GOtt mein bater, mich regier! HErr JEsu, hilf mir, und mich führ'! Oheil'ger geist, mein herz aufmahn' Daß ich stets geb' auf rechter bahn! 3. Erhör' uns, erhör' uns, Erhöre uns're bitt', GOtt vater, schöpfer aller dinge, Du vater der barmherzigkeit, Hilf uns, und sei uns gnädig! 4. Erhör' uns, erhör' uns, Erhöre uns're bitt', o Christe aller welt hei= land, Bitt' für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör' uns, erhör' uns, Erhöre unsre bitt, GOtt heil'ger geist, du ein'ger tröster, Erleucht' uns, und sei uns gnädig! 530. Nimm von uns, HErre unfre sünd' und missethat, Auf daß wir mit rechtem glauben und reinem herzen In deinem dienst erfunden werden. 6. So wahr ich lebe, Spricht GOtt der HErre, Ich will nicht den tod des sünders, Sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. 2. Mein' sünd' ist schwer und übergroß, Und reuet mich von herzen; Derselben mach mich quit und los Durch deinen tod und schmerzen Und zeige deinem bater an, Daß du hast g'nug für mich gethan; So werb' ich quit der sündenlast. HErr, halt mir feft, Weß du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r barmher= zigkeit Den wahren christenglauben, Auf daß ich deine süßigkeit Mög' inniglich anschauen; Vor allen dingen lieben dich Und meinen nächsten gleich als mich. Am letzten end' dein hülf mir send', Damit behend' Des teufels list sich von mir wend'. 4. Ehr' sei GOtt in dem höchsten thron, Dem vater aller güte Und JEsu seinem ein'gen sohn, Der uns allzeit behüte, Und GOtt dem heiligen geiste, 2. Erbarm' dich, erbarm' dich, Er- Der uns sein' hülf all'zeit leiste, Dobarm' dich deines bolfs, o Christe mit wir ihm gefällig sein In diejez Das du erlöset hast Mit deinem theur- zeit, Und folgends in der ewigkeit. baren blute. 302 Von der wahren Buße und Bekehrung 532. V dir welt or gericht, HErr JEsu, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c.| zen bitten: Bergieb mir, HErr, doch gnädiglich, Was ich mein lebtag wibeug' ich mein's herzens tnie, Kann mir selbst gar nicht rathen. Mein' groß und viele missethat Mich hier und dort verdammet hat, Doch will ich nicht verzagen. HErr JEsu Christ, Dein blut allein Macht mich von allen sünden rein, Weil ich in wahrer reu' und buß' An dich glaub' und dir fall' zu fuß. HErr JEsu Christ:: deß dank' ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. 533. höchstes gut, Du err JEfu Christ, du doch, brunnquell aller gnaden, Sieh wie ich in meinem muth Mit schmerzen bin beladen Und in mir hab' der pfeile viel, Die im gewissen ohne ziel Mich armen sünder drücken. 2. Erbarm' dich mein in solcher last, Nimm sie aus meinem herzen, So wahr du sie gebüßet hast Am holz mit todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem weh' In meinen sünden untergeh', Noch ewiglich verzage. 3. Ach GOtt, wenn mir das kommet ein, Was ich mein' tag' begangen, So fällt mir auf mein herz ein stein, Und bin mit furcht umfangen; Ja ich weiß weder aus noch ein Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein wort nicht hätte. 4. Dein heilsam wort mir aber sagt, Daß alles wird vergeben, Was hier mit thränen( buße) mird beklagt, Und nichts soll schad'n am leben, Dieweil es alle gnad' verheißt Dem, der da mit zerknirschtem geist 3m glauben zu dir kommet. 5. Und weil ich denn in meinem sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter sünder bin, Den sein gewissen naget, Und wollte gern im blute dein Bon sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse; 6. So komme ich zu dir allhie In meiner noth geschritten Und will dich mit gebeugtem knie Bon ganzem her7. Ach HErr mein GOtt, vergieb mirs doch Um deines namens willen Und thu' in mir das schwere joch Der übertretung stillen, Daß sich mein herz zufrieden geb' Und dir binfort zu chren leb' Im findlichen gehorsam. * 8. Stärk' mich mit deinem freudengeist, Heil mich mit deinen wunden, Wasch mich mit deinem todesschweiß In meinen letzten stunden, Und nimm mich dann, wenn dirs gefällt, Im wahren glauben aus der welt Zu deinen auserwählten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 534. Gottlob, ich darf noch nicht verzagen, gleich des satans höllenbrut Und mein gewissen mich verklagen; Hier hab' ich meines JEsu blut. Troß allem, was mir schaden kann! Mein JEsus nimmt die fünder an. 2. Ich habe mich zwar sehr versündigt Und bin nicht solcher güte werth. Wer GOtt das bündniß aufgekündigt Und niemals seiner recht begehrt, Berdiente freilich grimm und fluch Und des erzürnten richters spruch. 3. Doch JEsus eilt, mich zu um fangen, Ergreift und nimmt mich bei der hand. Wie sehnlich zeigt er sein verlangen, Wie schmerzt ihn mein verderbter stand! Drum hilft er mir gefallnem auf, Bewahrt und fördert meinen lauf. 4. Er überläßt sich mir zu eigen, und sein verdienst ist mein panier' Will mir der feind die rechnung zei= gen Und hält mir tausend sünden für, So hab' ich JEsum, dessen blut Den allerbesten abtrag thut. fiegeszeichen. 5. Wie sollt ich mir nun grauen lassen? Ich hab' und halte JEsum fest. Mein glaube soll ihn recht umfassen, Bis er mir seinen segen läßt. Wenn erd' und himmel weicht und und zwar von der im bricht, Was acht' ichs? JEsum laß ich nicht. 6. Ich will ihn immer fester halten, Wenn er sich zu entfernen scheint. Ich weiß, wenn herz und blut erkalten, So bleibet er der beste freund. Ich fleb' an seiner gnad' allein, Wie könnt' er mir entgegen sein? 7. Er hängt am freuze aus erbarmen, Und spricht: fommt, arme sünder, kommt, Kommt, ruhet sanft in meinen armen, Bedenkt, was euren seelen frommt, Laßt euer herz mein ei= gen sein, So febr'ich wieder bei euch ein. 8. Mein JEsu, weil dirs so beliebet, So stell' ich mich auch bei dir ein. Mein herz, das sich dir nun ergiebet, Soll deine ruh' und wohnung sein. O wie gewünscht erscheinst du mir! Denn tod und sünde fleucht vor dir. 9. Ich bringe dir mit vielem fämpfen Mein herz, ach schmüd' es selber aus! Hilfsünd' und widersacher dämpfen, Bewahr' dein dir bertrautes haus. Mein glaube hängt und klebt an dir. Bleib' JEsu, bleib' doch stets an mir. Mel. JEsu, meines lebens leben. Esu, der du meine 535. nen bittern tod Aus des teufels finstern höhle Und der schweren sündennoth Kräffiglich herausgerissen, Und mich solches lassen wissen Durch dein gnadenreiches wort; Sei und bleib auch jeßt mein hort. Glauben gesuchten Gnade. 303 4. HErr, ich muß es ja bekennen: Gar nichts gutes wohnt in mir. Das zwar, was wir gutes nennen, Halt ich meiner seele für Aber fleisch und blut zu zwingen, Und das gute zu vollbringen, Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, thu ich wohl. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlor'nen schäfelein, Als sie liefen ganz verfluchet In den höllenpfuhl hinein. Ja, du satansüberwinder, Hast die hochbetrübten sünder So gerufen zu der buß', Daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein kind der fünden, Ach, ich irre weit und breit: Es ist nichts an mir zu finden, Als nur ungerechtigkeit. All' mein dichten, all mein trachten Heißt mich meinen GOtt verachten, Böslich leb' ich ganz und gar Und sehr gottlos immerdar. 5. Aber HErr, ich kann nicht wis sen, Wie viel meiner fehler sein; Mein gemüth ist ganz zerrissen Durch der fünden schmerz und pein, Und mein herz ist matt von sorgen: Ach vergieb mir, was verborgen, Rechne nicht die missethat, Die dich, HErr, erzürnet hat. 6. JEsu, du hast weggenommen Meine schulden durch dein blut. Laß es, o erlöser, kommen Meiner seligkeit zu gut; Und dieweil du so zerschlagen Hast die sünd' am freuz getragen, Ei so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Hölle schreden Und des satans grimmigkeit Vielmals pflegen aufzuwecken Und zu führen in den streit, Daß ich schier muß unterliegen, Ach so hilf, HErr JEsu, fiegen! O du meine zuversicht, Laß mich ja verzagen nicht! 8. Deine rothgefärbten wunden, Deine nägel, fron' und grab Und der alle plagen ab. Deine pein, dein blutig schwißen, Deine striemen, schläg' und rißen, Deine marter, angst und stich, O HErr JEsu, trösten mich). 9. Wenn ich vor gericht soll treten, Da man nicht entfliehen kann, Ach, so wollest du mich retten, Ach so nimm dich meiner an. Du allein, HErr, kannst es wehren, Daß ich nicht den fluch darf hören: Ihr, zu meiner linken hand, Seid von mir noch nie erfannt. 10. Du ergründest meine schmerzen, Du erkennest meine pein; Es ist nichts in meinem herzen Als dein herber tod allein. Dies mein herz mit leid vermenget, Das dein theures blut besprenget, So am freuz vergoffen ist, Geb' ich dir, HErr JEsu Christ! 11. Nun ich weiß, du wirst mir Von der wahren Buße und Befehrung 304 stillen Mein gewissen, das mich nagt, Es wird deine treu erfüllen, Was du selber zugesagt: Daß auf dieser wei= ten erden Keiner je verloren werden, Sondern ewig leben soll, Wenn sein herz nur glaubensvoll. 12. HErr, ich glaube, hilf mir schwachen, Laß mich ja verzagen nicht: Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich sünd' und tod anficht. Deiner güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, HErr JEsu, nach dem streit In der frohen ewigkeit. für mich den tod gekost't, Mein sünd' muß ich bekennen; Sie liegt mir auf dem herzen sehr, Daß ich kaum athem hole mehr, Will mich wie feuer brennen. 2. Ich war empfangen und gebor'n In sünden, ich sollt sein verlor'n; Du machtest mit dem blute, Das dir aus deiner seite floß, Mich ganz von meinen sünden los Und starbest mir Mel. Kommt het zu mir spricht 2c. Err mein 536. böchſter treft Der du Berfahre mit mir nicht ſo ſcharf, Dent, daß ich deiner gnad' bedarf, Der'r wirst du nicht vergessen. 10. Wer ist, der kann und will dem find, Das er in nöthen stecken find't, Nicht lindern seine schmerzen? Und wenn ers gleich mit ruthen schlägt, Er dennoch liebe zu ihm trägt In seinem vaterherzen. zu gute. 3. Nun aber hab' ich mich aufs neu' mit größern sünden ohne scheu An leib und seel' beflecket. Gebor'n lag ich im sündenkoth; Jezund lieg' ich mit schand' und spott Mit eigner sünd' bedecket. 4. Du gabeft mir, HErr JEsu, ein, Ich sollte dir gehorsam sein, Auf rechtem wege wallen, Dich lieben mehr, als alle schäß', Im ganzen le= ben trachten stets, Wie ich dir möcht' gefallen; 5. Und ich beging nach meinem rath, Nur eitel schand und missethat Bei tag und nacht mit haufen. Wenn ich mein leben bessern sollt, So hab' ich nicht daran gewollt, Bin sünden nachgelaufen. laster, schand' und sünd'; Dein bild hab' ich zerstöret. 6. Wie hast du, HErr, so gnädiglich Zu deinem bild erschaffen mich Und mich so hoch geehret. Und doch beging ich böses find Gar oft viel 7. Die sünd' ist eine centnerlast, Sie läßt mir weder ruh' noch rast, Sie wird mich unterdrücken. Ich kann fie länger tragen nicht, Die angst mir alle kraft zerbricht: Wollst mich mit trost erquicken. 8. Schau' doch, o HErr, wie lang' soll ich in meinem herzen ängsten mich? Schau' doch, wie ich mich quäle! Mit gnaden wende dich zu mir Und mich aus meinen ängsten führ', Der ich mich dir befehle. 9. Erbarme dich, HErr JEsu Christ, Der du allein barmherzig bist; 11. Ich bin dein kind, das dir, HErr Christ, So sauer worden, da du bist Für mich am freuz gehangen. Geboren hast du mich mit schmerz, Drum wend' zu mir dein vaterherz, Danach trag' ich verlangen. 12. Ich habe zwar gesündigt sehr: Doch wär' der sünden noch viel mehr, Wirst du sie mir erlassen. Und wenn du gleich auch züchtigst mich, So thust du alles väterlich; Dein kind kannst du nicht hassen. 13. Wo ist ein weib in aller welt, Die ihres findes sich enthält? Sie schleußts in ihre armen; Und wenn sie gleich vergessen wollt Ihr einge pflanzte lieb' und huld, Wirst du dich doch erbarmen. 14. Dies hast du zugesaget mir, Dein wort ist wahr, ich traue dir, Du wirst an mich gedenken Und mich, wie du versprochen hast, Frei machen von der schuldenlast, Ins tiefe meer sie senten. 15. O JEfu Christe, GOttes und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 305 sohn, Erhöre mich von deinem thron:| An einem öffentlichen BußVerzeih' mir alle sünden, Damit dein leiden, tod und pein An mir nicht mag verloren sein. Ach laß mich gnade finden. Mel. Komm heil'ger geist zc. 537. Mein JEsu, liebster menschenfreund, Verstoß den nicht, der hier erscheint Mit sünd' und missethat beladen, Ach nimm den sünder auf zu gnaden! Verwirf mich nicht, mein trost und heil, Gieb mich der hölle nicht zu theil. Schau, wie das herz nach troste lechzet Und meine seele nach dir ächzet. Halleluja, Halleluja. 2. Ich muß gestehn, daß ich gefehlt Und der verdammten weg erwählt; Nun komm' ich auf dein rufen wieder Und werfe mich in demuth nieder. Mein JEsu, nimm den sünder an, Der zwar viel missethat gethan, Jetzt aber alles hoch bereuet Und heiße thränen vor dir streuet. Hall. Hall. 3. Ich bin ja das verlorne schaf, Ich lag im tiefen fündenschlaf; Ach, ich bin der verlorne groschen, Auf welchem GOttes bild verloschen. Du aber bist der treue hirt, Das auge, das mich suchen wird: Ja, ja du hast mich schon gefunden, Und siehest meine seelenwunden. Hall. Hall. 4. Ach heile den, der schmerzlich frank, Ach führe mich den rechten gang, Damit ich, von dir aufgenommen, zu deiner gnade möge kommen. Sprich meiner seele tröstlich zu Und schenke dem gewissen ruh'; Ich liege hier vor dir darnieder. Versöhn' mich mit dem vater wieder. Hall. Hal. 5. Ach hirte, heb' dein schäflein auf Und trage mich in vollem lauf Zu deiner auserrsählten heerde, Die ich im himmel finden werde. Bewahre mich in deinem schaz Und gieb mir bei den engeln plaß, Die sich mit dir jetzt höchstens freuen, Wenn mich die sünden herzlich reuen. Hall. Hall. tage. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 538. Mir liegen hier zu deinen füßen, Ach HErr von großer güt' und treu', Und fühlen leider im gewissen, Wie sehr dein zorn entbrennet ſei. Das maß der ſünden ist erfüllt, Ach weh' uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir alle sünder, Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen finder, Die wege des verderbens gehn, Die würdig, daß uns pest und schwert Und hunger längstens aufgezehrt. 3. Doch vater, denk' an deinen namen, Gedenk' an deinen lieben sohn. Dein wort heißt immer ja und amen, Dein eidschwur zeuget selbst davon; Du willst der sünder tod ja nicht, Drum geh' mit uns nicht ins gericht. 4. Wir liegen vor dir in dem staube, Und unser herz ist ganz zerknirscht. Uns tröstet ganz allein der glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ach du hast noch ein vaterherz; So sich doch jetzt auf unsern schmerz. 5. Der mittler selbst tritt in die mitten; Ach, schaue seine wunden an, Die er für unsre schuld erlitten, Wo durch er dir schon g'nug gethan. Wirst du nicht gnädig auf uns sehn, So muß sein blut verloren gehn. 6. Ach blut, ach blut von GOttes sohne, Schrei für uns um barmherzigkeit! Schau, JEsu, von dem gna= denthrone Und denke doch der alten zeit, Da dich der sünder schmerz ge= beugt, Da du oft gnad' und huld erzeigt. 7. Ach, laß die wohlverdiente strafe Nicht über unsre häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne schafe Von der= ner hut verlassen stehn. Samml' uns in deinen gnadenschooß Und mach' uns aller plagen los. 8. Sted' ein das schwert, das uns soll fressen; Den würger laß vorüber 20 Von der wahren Buße und Bekehrung 306 gehn, Laß uns das brot in frieden essen, Laß keine solche zeit entstehn, Die uns dein wort so theuer macht, Daß unser herz dabei verschmacht't. 9. Gieb fried' im land und im gewissen, Gesunde luft, wohlfeile zeit, Und laß uns deinen schuß genießen, Befördre die gerechtigkeit, Stron' unfer feld mit deinem gut, Nimm kirch' und haus in deine hut. 10. So wollen wir dir opfer brin-| gen Und deine sein mit leib und seel'. Es soll dein lob zum himmel dringen Und dein erlöstes Israel Wird in den hütten Jakobs schrei'n: Der HErr soll mein GOtt ewig sein! Gesuchte Gnade wegen öfte= ren Rückfalles in vorige Sünden. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 539. Wie oft verſprach ich HErr, Von sünden abzustehen, zu thun, was du befiehlst, Den tugendweg zu gehen: Doch hat mich satan stets Mit neuer list bestrickt Und deiner vaterhuld Aufs neue mich entrückt. 2. Ich kannte dein gebot, Doch hab' ichs unterlassen; Mich trieb die fleischeslust Zur breiten höllenstraßen. Ich bin der böse knecht, Der vieler streiche werth, Der wohl verdient, was dort Verdammten wiederfährt. 3. Mein blöder sinn fühlt jest, HErr, deines grimmes schrecken. Wo flieh ich armer hin Und was kann mich bedecken? Dieweil dein unglückspfeil Und strenges richterschwert Von mir schon rache sucht Und schrecklich auf mich fährt. 4. O JEsu GOttes sohn, O zuflucht armer fünder, Du bist der gnadenthron, Der höllenüberwinder: Komm jest, mein heil, mein schuß Und zuversicht zu sein, Komm, still des vaters zorn Und tritt jegt mittenein. 5. 3war meine schuld ist groß, Die mich vor GOtt verklaget: Ich hab' ihn oft getäuscht Und beff'rung zugefaget, Doch wich ich wieder ab. Jetzt steh' mir gnädig bei, Daß ich durch deine fraft Treu und beständig sei. 6. Wasch' mein gewissen rein; Hilf meinem franken herzen Durch dein verdienst und tod; Befreie mich von schmerzen, Bon angst und höllenpein; Halt mich fort gnädiglich Mit deiner treuen hand. HErr hilf, HErr, höre mich! Bußgedanken über die Sünden der Jugend. Mel. Allein zu dir, HErr JEsu 2c. 540. Inem thron, Denn du prüfft aller herzen. Ach schone mich, o GOttes sohn, Mich, der voll sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an, Du bist allein, der helfen kann. Geh' ja nicht mit mir ins gericht, Verstoß mich nicht, Indem mein herz vor angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein herz zurücke denkt, Mit wie viel missethaten Ich dich von jugend auf gefränkt, So kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll unverstand, Dein wille war mit unbekannt, Das böse wußt' ich allzuwohl. Wie blind und toll Macht ich das maß der sünden voll. 3. Trieb mich die zucht zum guten an, Hab' ichs doch wider willen Aus furcht der strafe nur gethan, 3um schein es zu erfüllen. So ging ich hin so wuchs ich auf, So nahm mein schnöder lebenslauf Vn alter nicht an gnade, zu. Die seelenruh Verschwand; dies alles sahest du. 4. Mit trug und lügen deckte ich Des herzens böse tüde, Kein ernstlich dräuen schreckte mich), Es zog mich) nichts zurücke. Mein ganzes thun war wider dich, Mein eigen herz verführte mich, Ich brachte sündengreul zu hauf. Mein lebenslauf War ganz verderbt von jugend auf. 5. Die schuld ward mit den jahren groß, Brach aus zu wildem wesen, und zwar von den Früchten der Buße. Gleich wie ein roß, das zügellos, Lief ich zu allem bösen. Ich wuchs an hoffart, üppigkeit, An frechheit, wollust, troß und neid, Und meine schnöde luftbegier 3og mich von dir. Ach JEsu, ach, vergieb es mir! 6. Gedenke nicht der jugendschuld, Des frechen übertreten, Trag' ferner noch mit mir geduld, Erhör' mein ängstlich beten. Lösch' aus, HErr JEsu, durch dein blut Und mach' das schuldregister gut. Viel mächtiger ist deine gnad', Als meine that, Die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir von sünden abzustehn ein heilig leben wahren tugendweg zu gehn; Dir will ich 542. Somein GOtt, Ein Mel. O GOtt, du frommer 2c. fomm ich denn, deines mich ergeben. Ich will durch geistes fraft, Der wollen und vollbringen schafft, Boll reu' und leid mich dir allein Zum dienste weihn, Ach, laß es ja und amen sein! frommer christ zu werden, zu ändern Herz und sinn, Wort, sitten und ge= berden. Es soll der alte mensch Durch deine gnadenkraft Und was noch sündlich ist, In mir sein abgeschafft. Von den Früchten der Buße, als: dem guten Vorsaße und der Besserung des Lebens. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 541. Glob, nun hab ich wieder Den sünden abgesagt; Der satan liegt darnieder, Der mich bisher verklagt. Ich bin ein find der gnaden, GOtt nimmt midh wieder an, Daß mir kein fluch nicht schaden, Kein zorn mich schrecken fann. 2. Weicht nun von mir, ihr sünden! Denn euer strid zerreißt; Ich will mich dem verbinden, Der mir sein herze weist. Der mich mit blut erworben, Der nach so mancher pein Sogar für mich gestorben, Soll mein beherrscher sein. 307 deine gnadenhand Mir schwachen 4. Ich will stets heilig leben; Laß stärke geben, Erleuchte den verstand Und beuge meinen willen, Daß er dein joch erwählt. Du wollst in mir erfüllen Das, was mir annoch fehlt. 5. Dein geist wird dies verleihen, Der alles gute schafft; Ich will mich dessen freuen: Er giebet trost und fraft. Laß ihn mein herz verriegeln, So kommt kein böses drein; Laß ihn es dir versiegeln, So werd' ich selig fein. 3. Nimm alles, was ich babe, Mein JEsu, von mir hin: Mein herz ist eine gabe, Die ich dir schuldig bin. Ich will mit allen Fräften In deinem dienste stehn, Mein fleisch ans freuze heften. Auf dich, mein vorbild, sehn. 2. Ich will hinfort nicht mehr Nach meinem willen leben, Ich will mich ganz und gar Dir, meinem GOtt, ergeben. Ach, mache du mich selbst Von welt und fünde rein, Laß unser beider herz Ein herz, ein wille ſein. An schnöder erde fleben, Er soll sich, 3. Mein geist soll nun nicht mehr GOtt, zu dir, Zu deinem himmel heben. Ich will dein tempel sein, Ein reines GOtteshaus, In welchem IEsus wohnt; Die fünde soll hinaus. 4. Ich will mein leben nun nicht mehr in fünden führen, Id, wills mit GOttesfurcht Und frommen wandel zieren. Ach GOtt, regiere mich, Ach lebe du in mir und richte mund und herz Und that allein zu dir. 5. Laß mich nun fernerhin Mit mehrer andacht beten, nicht mehr im eiteln sinn Bor dich, mein könig, treten. Ein laulichtes gebet Gefällt dem höchsten nicht, Das nur der bloße mund Und nicht das herz, verricht't. führo werd versprechen, Will ich nicht, 6. Was id) im beichten dir Hinwie bisher, Mit vorsag wieder brechen. 20* 308 Von der wahren Buße und Bekehrung Ich will gehorsamsvoll Durch dich in| mir die sünden ernstlich haffen Und wort und that Bezeugen, was dir laß mich ohne heuchelei Mein leben Herz Und mund versprochen hat. bessern: dies allein Kann ein beweis der buße sein. 7. Dein abendmahl soll mich 3m wahren glauben stärken, Daß man die besserung 3m leben könne merken. Ach, dieses himinelsbrot Und trank beränd're mich, So werd' ich himmlisch sein, So leb' ich heiliglich. 8. Weil ich ein christe bin, Will ich auch christlich wandeln, Nicht wider meinen GOtt Und mein gewissen handeln. Mein thätig christenthum Zeigt sich nun jederzeit Im glauben, GOttesfurcht Und wahrer heiligkeit. 9. Ich will mich auch der welt Hinfort nicht mehr gleich stellen, Noch in gesellschaft mich Den bösen zugesellen. Nur weg, o welt, nur weg! Ich änd're meinen sinn, Ich will nun nicht mehr feir, Der ich gewesen bin. 10. Die sünden will ich nun, Die ich sonst liebte, hassen. GOtt, den ich sonst gehaßt, Will ich in lieb' umfassen; Und will die welt zu lust, Pracht, üppigkeiten geh'n, Will ich mit seel' und leib Zu Christi dienste steh'n. 11.3ch will zum GOttesdienst Nicht aus gewohnheit gehen, Es soll hinfort aus lieb' Zu deinem wort geschehen. Nach dem, was ich gehört, Richt ich mein leben ein, Denn hören und nicht thun Vergrößert straf und pein. 12. Ach JEsu, gieb mir kraft, Damit ich treu verrichte, Wozu ich mich dir jest Aus herzensgrund verpflichte. Ach, ich bin ganz verderbt Und sünd- zu ruh'n. Dies heißt bei Christo: licher natur, Drum mache du mich selbst zur neuen freatur. buße thun. 13. So kann ich auch getrost In JEsu selig sterben Und als ein GOtteskind Dein freudenreich ererben; Da werd' ich ganz und gar Vollkommen und verneut, Bon sünd' und leiden los, In ewigkeit erfreut. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 543. Mein schöpfer, lehre 2. Dein theurer sohn befiehlt: thu' buße! Das heißt: veränd're deinen sinn, Fall GOtt in reu' und leid zu fuße Und bleibe nicht mehr, wie vorhin Als ein verlor'nes sündenkind, Ungöttlich, boshaft, weltgesinnt; 3. Trag' nicht, wie sonst, an dem belieben, Was fleischlich, irdisch, welt= lich heißt; Nun folge GOttes heil' gen trieben, Daß sich dein herz der welt entreißt; Sei nunmehr, als ein GOtteskind, Nur geistlich, himmlisch, fromm gesinnt; 4. Dein frommsein sei kein heuchelwesen, Dein beten nicht scheinheiligfeit; Laß aus den äußern werfen le= sen, Daß du dein herze GOtt geweiht; Vollführe nun, was GOtt gefällt, Und haß das wesen dieser welt; Was wahr' und rechte buße sei, Hilf 5. Gieb deinem nächsten alles wieder, Was ihm betrug und list entwandt; Ja rein'ge die befleckten glieder Von sündenschuld; mit deiner hand Thu' jedem, auch dem feinde, wohl, Sei stets von lieb' und sanftmuth voll; 6. Verwirfbeschimpfung, haß und lügen, Begehr' nicht, was des nächten ist, Zeig', durch den abscheu vor betrügen, Daß du ein freund der tugend bist, Such' stets in GOttes huld 7. So änd're, JEsu, mein gemüthe, So gieb mir einen neuen sinn, So laß mich nun, o höchste güte, Auch buße thun, und reiß dahin, Was noch von sünden an mir klebt, Was deinem willen widerstrebt. 8. Laß mich in meiner feele kränfen, Daß ich das eitle so geliebt, Und dir mein herz zur wohnung schenken, Dir, der mir so viel gnade giebt, Auf daß ich so in buß' und reu' Ein neuer wohl zeitlebens sei. und zwar Beichtlieder vor der Beichte. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 2c. 544. chaff' in mir, GOtt, ein reines herz Und heil'ge meine sinnen, Laß mich forthin in ernst und scherz Nichts sündliches beginnen. Gieb, daß gedanken, werk' und wort Stets lauter sein, gieb, daß hinfort Dein geist mein herze rühre, Daß ich erkenn', wie sündenwust, Pracht, hoffart, geiz und fleischeslust Zulegt zur holle führe. 2. HErr, gieb mir einen neuen geist, Der dir gewiß vertraue, Auf alles, was dein wort verheißt, Ohn' allen zweifel baue, Daß ich getroft und ohne treuen freu', Wenn ich aufrichtig handle Und in dem stande, drein dein rath Mich auf der welt geseßet hat, Treu und unsträflich wandle. 3. Hab' ich gleich böses ausgericht't, Wollst du den zorn nicht schärfen, Noch mich von deinem angesicht, Gerechter GOtt, verwerfen. Denn meiner sünden straf und schuld Tilgt deines sohnes lieb' und huld, Worauf ich mich verlasse, So daß ich um vergebung fleh' Und, weil ich noch auf erden geh', Die fünde flieh' und hasse. 4. Den heil'gen geist nimm nicht von mir Und laß mich seine gaben, Glaub', hoffnung, liebe für und für In meinem herzen haben. Der geist der weisheit lehre mich Recht kennen, recht verehren dich; Auch laß in allen dingen, In meinem amt, durch ihn allein Den anfang stets gesegnet sein, Das ende wohl gelingen. 5. Und wenn du mir zur besserung Biel trübsal zugeschicket, So gieb, daß folche züchtigung Mich nicht gar unterdrücket. Komm selbst, mein GOtt, und tröste mich mit deiner hülfe Fräftiglich Und lehre mich bedenken, Wie alles leiden dieser zeit nicht werth sei jener herrlichkeit, Die du uns dort wirst schenken. 6. Ermunt're mich, daß, HErr, durch dich Mein grom und leid verschwinde. Dein freud'ger geist enthalte mich, Daß ich erkenn' und finde, 309 Nichts auf der ganzen welt sei werth, Daß sich mein herz darum verzehrt Und sich in schwermuth seßet, Die traurig macht, die glieder frißt, Dem nächsten nur beschwerlich ist Und dich, mein GOtt, verleget. Beichtlieder. 1. Bor der Beichte. Morgenlied am Tage, da man beichten will. Mel. Aus meines herzens 2c. 545. Auf, auf an diesem morgen, Mein herz, schwing' dich empor, Die seele zu vers sorgen; Tritt an das licht hervor Und suche nun einmal Das böse zu verlasfen, Die finsterniß zu haffen, Die dir dein leben stahl. 2. Bezeuge deine reue, Erkenne deine schuld, Ruf, ächze, seufze, schreie Um GOttes gnad' und huld; Ver= wirf die sicherheit, Laß feine nacht der fünden In deinem herzen finden: Wach' auf! noch ist es zeit. 3. Bisher läßt dich GOtt leben Und trägt geduld mit dir, Er hat dir frist gegeben, Damit dein herz noch hier Auf wahre beff rung denkt. Drum auf, und thue buße, Fall' ihm in reu' zu fuße, Weil er noch gnade schenkt. 4. Ach, sprich: ich bin in fünden Empfangen und gebor'n, Mein kindsrecht will verschwinden, Das erbtheil ist verlor'n, Den tod hab' ich ver= dient: Dies machen meine thaten. Doch GOtt, du wirst mir rathen, Weil mich dein sohn bersühnt. 5. Er ist für mich gestorben; Was ich nicht zahlen kann, hat mir sein blut erworben, Das g'nug für mich gethan. Und dies bring' ich dir dar, Drum rette mich von banden, Weil Christus ausgestanden, Was mir bestimmet war. 6. Mit diesem starken glauben Tret' ich vor deinen thron; Nichts soll mir3Esum rauben. Und, HErr, durch 310 Von der wahren Buße und Bekehrung diesen sohn Muß ich dereinst sogar| sünders tod, Sondern daß er sich beDas ew'ge leben erben, Weil er dir kehrt Von den sünden und begehrt bis zum sterben Für mich gehorsam Mir, als seinem GOtt, zu leben; So will ich die schuld vergeben. war. 5. Nun wohlan, du kannst nicht lügen, HErr, ich halt' mich an dein wort, Will die kuie in demuth biegen, Dir bekennen, treuer hort, Was sich böses bei mir find't; Ich bin das verlor'ne find, Das, durch satans list verblendet, Deine güter hat ber= schwendet. 7. Wohlan, ich will bekennen Im beichtstuhl meine fünd' Und mich aufrichtig nennen Ein tief verschuldet find. Laß deinen guten geist Mein herz mit andacht zieren, Zerknirschen, schlagen, rühren, Daß es in thränen fleußt: 8. Du hast ja selbst versprochen, Dein geist verachte nicht Ein herz in reu' zerbrochen, Ein flehend angesicht. Ich bitt' um gnad' und huld, Ach laß mich die erlangen, Bergieb, was ich begangen, Und tilge meine schuld. 9. Ich tret' in deinem namen Jeßt meinen bußtag an; Sprich auf mein beichten: amen! Daß ich mich trösten fann, Du seist mein bater noch, Wenn ich dich findlich slehe, In deinen wegen gehe. Erhör', erhör' mich doch! Mel. Jesu, deine heil'gen wunden. 546. duschöpfer aller dinge, bet, Das ich jeho vor dich bringe, Weil mein herz in ängsten steht. Meine sünden drücken mich, Drum fomm ich und suche dich Und bekenne meine sünden: Ach, laß mich doch gnade finden! 2. HErr, du heißest alle kommen, Ladest jedermann zu dir; Drum bin ich nicht ausgenommen, Noch von deiner gnadenthür Ausgeschlossen, sondern du Willst und wirst mich noch dazu Von den sünden, die mich drüden, Ganz entbinden und erquicken. 3. HErr, dein wort bleibt ungebrochen, Das du uns einmal gered't, Da du gnadenreich gesprochen: Sucht mein antlig mit gebet; Darum fomm ich auch vor dich, Such' dein antliß, HErr, laß mich Die vergebung meiner sünden, Leben, trost und gnade finden. 4. Deine handschrift übergebe, Ich dir selbst, o treuer( HOtt, Diese heißt: so wahr ich lebe, Ich will nicht des 6. Nun was soll ich weiter sagen? Ich will nur an meine brust Mit dem armen zöllner schlagen, Weil dir alles wohl bewußt, Was mein böses herz gethan. Sieh mich wieder gnädig an, Ich fall' dir in deine arme. Meiner dich, mein GOtt, erbarme. 7. Ich verleugne nicht die sünden, Ich verleugne nicht die schuld; Aber laß mich gnade finden, Trage nur mit mir geduld. Alles, was ich schuldig bin, Zahlt mein JEsus, nimm es hin, Nimm die zahlung meines bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o bater aller gnaden, Schaue dessen leiden an. Meine schuld fann mir nicht schaden, Er hat für mich g'nug gethan. Dieses ist es, was mich tröst't, Durch sein blut bin ich erlöst, Und in seinen tiefen wunden Hab' ich fried' und ruh' gefunden. 9. Nun ich eile, zu genießen, JEsu, deinen leib und blut; Mein so sehr bedrängt gewissen Tröstet dieses höchste gut. Laß mich würdig vor dir stehn, In dir schmecken und jetzt sehn, Wie du süß und freundlich denen, Die sich herzlich nach dir sehnen. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig 2. 547. Rch will nun in den gehn Und meine sünden beichten. GOtt wird in gnaden bei mir stehn Und meine seel erleuchten, Daß sie der sünden schwere schuld Erkennet und bereuet, Sucht gläubig GOttes gnad' und huld, Und und zwar Beichtlieder nach der Beichte. 311 sich im geist erneuet 3um wahren| dein weinen, GOtt läßt gnade für christenleben. dich scheinen. Du bist frei und sollst allein Deines JEsu eigen sein. 2. Hast du mein GOtt, das wollen mir Aus gnad' und huld gegeben, Daß mich verlangt, hinfort vor dir In frömmigkeit zu leben; So gieb mir auch die kraft dazu, Daß ichs bollbringen möge, Mit freuden deinen willen thu' Und, nie zum guten träge, Was du befiehlst, verrichte. 3. Ach HErr, du selbst bekehre mich, So werd' ich recht bekehret; Ich bitte dich herzinniglich: Laß mich nicht unerhöret. Ach, stehe mir doch gnädig bei, Berleih' mir gnad' und stärke, Mach' mich von allem zweifel frei In diesem seelenwerke; Dein geist mich unterstüße. 4. Laß mich jetund aufmerksam sein Auf alle meine worte, Gieb mir die worte selber ein An deinem heil'gen orte, Gieb, daß ich auch mit allem fleiß Aus deines dieners munde Dein wort recht zu erwägen weiß, Hilf mir in dieser stunde Den gnadenbund er= neuern. 5. Laß mich, HErr, nicht leichtsinnig sein In beff'rung meines lebens, Laß mich dies werk nicht blos zum schein Verrichten, noch vergebens, Daß ich da wieder finge an, Bo ichs zuvor geendet. Ach, wer sich von der sündenbahn nicht zu der tugend wen= det, Der beichtet ganz vergebens. 6. Den guten vorsag stärk' in mir, Nichts laß mich davon treiben, Auf daß ich möge für und für In deiner gnade bleiben; Hilf, daß ich nunmehr wandle stets Im glauben und in liebe, Und durch die fräfte des gebets, Erfüllt mit deinem triebe, Viel gutes schaff auf erden. 2. Nach der Beichte. Mel. JEsu, meines Lebens leben. 548. F reu' dich, ängstliches gewissen, Sei ver= gnügt und gutes muths, Denn die handschrift ist zerrissen; Dein erlöser thut dir guts. Laß dein trauern, laß 2. 3war dich drückten deine sünden, Ihr gift nagte dir das herz: Niemand konnte dich verbinden, Niemand linderte den schmerz. Von den cent= nerschweren fetten konnte dich kein mensch erretten, Doch dein JEsus heilte dich Und nahm alle straf auf sich. 3. Dein verdammliches verbrechen Sollten teufel, höll und ted Unaufhörlich an dir rächen, JEsus aber nimmt die noth, Die dich ewig sollte drücken; Selbst auf seinen heil'gen rücken, Zeidet trübsal, tod und pein, Um dich völlig zu befrei'n. 4. GOttes eifer, grimm und toben, Die dein frevelmuth erregt, Wird ge= stillet und gehoben Und auf GOttes sohn gelegt, Der dich aus geneigtem willen Läßt mit gnad' und fegen füllen, Der dir volle g'nüge schenkt, Sich mit gall' und myrrhen tränft. 5. GOttes find auf seinen reisen, Die es blos für dich gethan, Muß sich so mit fummer speisen Als man kaum erdenken kann, Stur damit an seinem tische Sich dein geist dereinst erfrische. Hier speist seine liebesglut Dich mit seinem fleisch und blut. 6. Ja, er stillt der hölle fluten, Die des höchsten zorn erregt; Durch sein leiden, durch sein bluten Wird des vaters sinn bewegt, Um des theuern sohnes willen Seinen fluch nicht zu erfüllen, Den dein abfall doch verdient: So wirst du mit GOtt ver= fühnt. 7. Treuster JEsu, trost und leben, Meiner seelen bestes theil, Du bist, der mir ruh gegeben, Der mein ganz verlornes heil Sammt dem segen wiederbrachte, Hilf, daß ich nichts höher achte Weder hier noch ewig dort, Als dich, meinen schuß und hort. 8. Nimm mein alles, was ich habe, Zur bergeltung deiner treu: Ists doch dein geschenk und gabe; Billig, daß ich dankbar sei. Richte sinnen und ge 312 Von der wahren Buße und Befehrung müthe Auf den reichthum deiner güte,| stand'nem leide, Das weiß mein hochDaß sonst nichts als deine treu' mir erfreutes herz, Als welches fast der stets im gedächtniß sei. herbe schmerz 3ur, hölle hingerücket. Die sündenlast war schrecklich schw Sie quälte mein gewissen sehr; O webh dem, den sie drücket! 9. Tilge meiner fünden menge Hilf, daß mich fein schneller fall, List und anstoß von dir dränge, Sondern laß mich überall Stets in deinen we= gen bleiben, Deinen geist mich dazu treiben, Was dir, heiland, wohlgefällt, Mich in deinem dienst erhält. 10. HErr, ich will für diese güte, Für so theure gnad' und huld, Mit höchst dankbarem gemüthe, Mein vermögen, meine schuld Dir, mein heiland, gern abtragen, Dir stets lob und ehre sagen. Du sollst ewig und allein Meines herzens freude sein. 5. Nun aber ist die schwere last, GOtt lob, hinweg genommen; Nun darf ich, als ein lieber gast, Zu mei= nem schöpfer kommen. Nun hat er mir durch seinen fnecht 3m himmel schon das bürgerrecht Aus gnaden angetragen. HErr JEsu Christ, deß dank' ich dir, Denn alles dies erwarbst du mir Durch deinen tod und plagen. 6. Gieb mir nur deinen guten geist, Der freudig in mir walte Und mich im glauben allermeist Bis an mein end' erhalte, Damit mein herz in angst und leid Fest auf dich hofft und jeder549. zeit und findlich Und, trifft mich auch ein freuzesstand, Geduldig harrt, bis deine hand Mich deiner hülf gewähret. 7. Verleih' auch, daß ich jeden tag Ein christlich leben führe, Daß ich das übel hassen mag, Daß ich mich prüf und spüre, Wie mein verderbtes fleisch und blut Gar nicht, was recht und christlich, thut: HErr, hilf mir tapfer streben! Mein geist, der wünschet nichts so sehr, Als daß er möge mehr und mehr Nach deinem willen leben. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 2c. ein GOtt, nun bin sündenlast befreiet, Nun bin ich in der christen zahl Aufs neue GOtt geweihet. Mit was für worten preis ich dich, Da du mich wieder gnädiglich Als dein find angenommen? Auf, meine seele, lobe GOtt! Wir wollen nun auf sein gebot zu seinem altar kommen. 2. Mein schöpfer, ich bekenne dir: In meinem fleische wohnet Ein böses sündengift, wofür Dein zorn mit stra= fen lohnet. Ich habe die gerechtigkeit, So dir gefällt, vor langer zeit In Adam ganz verloren. Zum guten bin ich taub und blind, Dieweil ich armes sündenkind In sünden bin geboren. 3. Nun aber bringt dein lieber sohn Mich wiederum zu gnaden, Er kam bon seiner gottheit thron, Erfauft uns arme maden. Durch ihn allein erbarmst du dich, mein treuer vater, über mich, Die schuld ist mir erlassen, und ich kann deine gnad' hinfort Im sakrament, im geist und wort Mit festem glauben fassen. 4. Dein theurer name sei gepreist, DJEsu meine freude! Was mir dein wort für trost erweist Nach ausge8. Jedoch mein fleisch ist träg' und schwach Und lüstet nach den sünden, Es folget oft dem bösen nach, Das ich sollt überwinden. Ich wünsche, dir recht treu zu sein, Doch wirst das fleisch viel hind'rung ein Und unters bricht den willen. Drum komm und hilf, o treuer hort, Den bösen trieb durch geist und wort In meinen gliedern stillen. 9. Es sucht der alte mensch allein Mein ewiges verderben; Flöß' mir fraft, geist und leben ein, Demselben abzusterben; Gieb, daß ich als ein glaubensheld Recht kämpfen mag Und mich der welt Durch deine kraft entreißen. So kann ich nach der bö und zwar Danksagung für die Gnade der Bekehrung. 313 sen zeit In der gewünschten ewigkeit| bosheit fort, Du aber in erbarmen; Dich rath und helfer heißen. Ich widerstrebte dir Und schob die buße auf; Du schobest auf die straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet; Du hast des satans reich Und werk in mir vernichtet. HErr, deine gür und treu', Die an die wolken reicht, hat auch mein steinern herz Gebrochen und erweicht. 4. Selbst konnt' ich allzuviel Beleid'gen dich mit sünden, Ich konnte aber nicht Selbst gnade wieder finden. Selbst fallen konnt' ich wohl und ins verderben gehn, Doch konnt' ich selber nicht Von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht't Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll, Dafür sei HErr, gepriesen. GOtt sei gelobt, daß ich Die alte fünd' nun haß' Und willig ohne furcht Die todten werke laß'. Abendlied an dem Tage, da man gebeichtet hat. Mel. Was mein GOtt will 2c. Ott 550. Golob, mein herz ist wieder frei, Der stein ist abgehoben; Um mich ist alles wieder neu. Die engelschaar dort oben Ist hoch erfreut, Weil ich mich heut' Zur buße eingefunden. Ich eile fort, GOtt, mein hort, In meines JEsu wunden. 2. Ach hüter, ist die nacht schier hin? Du froher morgen eile, Weil ich nach GOtt voll sehnsucht bin. Die nacht und schwarze weile Vergehe bald! Mein herze wallt Nach GOtt dem großen gute; Mein wünschen steht, Mein hoffen geht Nach Christi leib und blute. 3. Geselle, JEsu, dich zu mir Und wecke mich bei zeiten, Kehr' meinen geist allein zu dir Und gieb zu beiden feiten Dein englisch beer, Das mehr und mehr Sich zu den fündern neiget, Wenn Salomon, Wenn GOttes sohn Sich bei denselben zeiget. 4. So gar im traum erquicke mich, Laß mich zu Bethel liegen*; Die himmelsleiter zeige sich, So will ich mich vergnügen. Des hauptes stein Soll JEsus sein, Der hirte bei den schafen. Hab' auf mich acht, Wenn niemand wacht; So will ich selig schlafen. 1. B. Mos. 28, 12. u. 19. Danksagung für die Gnade der Bekehrung. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 551. Wa as kann ich doch für für sagen, Daß du mich mit geduldSo lange zeit ertragen, Da ich in mancher sünd' Und übertretung lag Und dich, o frommer GOtt, Erzürnte jeden tag. 2. Sehr große lieb' und gnad' Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gieb mir deinen geist So lang' ich hier noch walle, Der meine schwachheit stärk' Und darin mächtig sei, Und mein gemüthe stets Zu deinem dienst erneu'. * 7. Ach leit' und führe mich, So lang ich leb' auf erden; Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet wers den. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich bald verführt; Wenn du mich selber führst, Thu ich, was mir gebührt. 8. O GOtt, du großer GOtt, O vater, hör' mein flehen! O JEsu, GOttes sohn, Laß deine kraft mich sehen! O werther heil'ger geist, Regier' mich allezeit, Daß ich dir diene hier Und dort in ewigkeit. Mel. Nun freut euch, liebe 2c. 552. Mein heiland, ach nie liebst du groß sind deine gaben, Die mich von find auf kräftiglich zu dir gelocket haben; Wie theuer, GOtt, ist deine treu, Die mich beständig täglich neu Bis diese zeit behütet! 2. O gnade! denn ich bin erwählt 314 Von der wahren Buße und Bekehrung In dir zum freudenleben; O freude!| Für solche theure gaben! Ach, dies sei denn ich bin gezählt zu deinen edlen reben. Du hast mir schon von ewigfeit Des vaters freudenreich) bereit't, Da soll ich einst hinkommen. täglich meine speis Wenn ich nur dich fann haben. Hilf, daß ich ringe immerfort, Bis du in deinem freudenort Mich ewig wirst ergößen. 3. Wie sorgtest du für meine seel', Wie kräftig war dein ziehen, Daß ich zu dir, Immanuel, Vor GOttes zorn möcht' fliehen! Wie groß war deine gütigkeit, Da du mich aus der sicher= heit Zum himmel rufen lassen! 4. Du haſt, mein treuer ſeelenhirt, Dich meiner stets erbarmet. Ich ging in eitelkeit verirrt, Doch hast du mich umarmet, Mich von den sünden abgeschreckt, Mein herz zur wahren buß' erweckt, Daß ich dich wieder suchte. 5. Wie groß ist, JEsu, die geduld, So du mit mir getragen! Hätt'st du mich gleich nach meiner schuld Zur höllenpein geschlagen, So bliebest du dennoch gerecht, Ich aber ein verdammter knecht, Den du mit recht verstoßen. 6. Nun aber steht es wohl mit mir, Doch blos durch deine gnade, Und bleib' ich nur allzeit an dir, So ist nichts, das mir schade. Ich war der hölle freilich werth, Weil mich der sünden last beschwert Und fast zu boden drückte. 7. Jedoch mein herz erholet sich Durch deinen theuern glauben, Den du geleget hast in mich, Nun soll mir niemand rauben Das kleinod, das du vorgesteckt, Weil mein herz sich nur darnach streckt Und erdenlüfte haffet. 8. Ach holder JEsu, bleibe du Stets meiner seele leben, Sei du nur einzig meine ruh, Laß mich an nichts sonst kleben, Hilf, daß ich dieser argen welt, Der ich mich sonsten gleich gestellt, Von nun an gar absterbe. 9. Weg fleischesluft, weg ehr' und geld, Ihr seid nur schnöde gaben! Die schäße jener freudenwelt, Die sollen mich) nur laben. O eitler tand der eitlen zeit Flieh' weg! die schöne ewigfeit Bringt mir die wahren güter. 10. Mein JEsu, dir sei ewig preis Von der täglichen Buße der Frommen. Mel. Wenn wir in höchsten 20. lebens licht, Du 553. Mein 3Eju, meines weißt gar wohl, was mir gebricht, Esist dir mein betrübter stand Weit bes ser, als mir selbst, bekannt. 2. Das fleisch ist schwach, obgleich der geist Durch deine kraft sich willig weist. Die sünde klebt mir immer an Und zieht mich von der rechten bahn. 3. So thu' ich denn, was ich nicht will, Und steh' im laufen oftmals still. Es lenkt mich der verderbte sinn Stets zum verbot'nen baume hin. 4. Die böse lust regt sich in mir Und zieht mein herz gar oft von dir. Die liebe zu der eiteln welt Macht, daß mein thun dir oft mißfällt. 5. Ich nehme mir das gute vor, Doch steigt der böse trieb empor, Drum flieh' ich, leider, deine zucht Und höre dein wort ohne frucht. 6. Wie laulich ist nicht mein gebet! Wenn ich, HErr, vor dein antlig tret', Mich mit dem munde zu dir nah, Ist oftermals mein herz nicht da. 7. Ich weiß, ich soll rechtschaffen fein, Doch zeigt sich oft nur bloßer schein. Mein christenthum und glauben hat Nur oft den namen ohne that. 8. Siehst du dies als ein richter an, Der herz und nieren prüfen kann, Willst mit mir ins gerichte gehn; So kann ich nicht vor dir bestehn. 9. Ach bater, habe doch geduld, Vergiß der schwachheitssünden schuld! Sich, was ich selbst nicht merken kann*, Um Christi willen ja nicht an. Pf. 19, 13. 10. Dein blur und tod, mein JEsu, schafft, Daß, was von schulden an mir 315 und zwar von der täglichen Buße der Frommen. haft't, Vor GOtt mich nicht verdam-| reißt, Mit eifer nach dem himmel men kann; Ich ziehe deine unschuld strebt Und nur in dir alleine lebt. an. 11. Bespreng' mich täglich durch dein blut Und mache meine fehler gut, Erneur' in mir herz, muth und sinn, Damit ich täglich frömmer bin. 12. Laß meinen vorsatz feste stehn Und mich auf guten wegen gehn, Steh' mir mit deinem geiste bei, Daß ich ein kind des lichtes sei. 13. Dein geist ermuntre meinen geist, Daß er der welt sich ganz entII. Von dem wahren Glauben und zwar von den Lehren, die wir glauben. 554. Mir glauben all an ir glauben einen GOtt, pfer himmels und der erden, Der sich zum bat'r gegeben hat, Daß wir seine finder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und seel' auch wohl bewahren. Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns wiederfahren. Er forget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner macht. 14. Führt fleisch und blut mich in den streit, So rüste mich mit tapferfeit Und treibe mich stets freudig an, Daß ich mich selbst verleugnen kann. 15. Den alten menschen dämpf' in mir, Mit neuer kraft den neuen und mich mit Christo auferstehn. zier', Laß Adam täglich untergehn 16. Und endlich führe mich dahin, Da will ich jauchzend vor dir stehn Wo ich erst recht vollkommen bin; Und ewig deinen ruhm erhöhn. 2. Wir gläuben auch an JEsum Christ, Seinen sohn und unsern HErren, Der ewig bei dem vater ist, GOtt von gleicher macht und ehren. Von Maria der jungfrauen Ist er wahrer mensch geboren, Durch den heil'gen geist empfangen; Für uns, die wir war'n verloren, Am kreuz ge= storben und vom tod Wied'r auferstanden ist durch GOtt. 3. Wir gläuben an den heil'gen geist, GOtt mit vater und dem sohne, Der aller blöden tröster heißt, Uns mit gaben zieret schöne, Die ganze christenheit auf erden Hält in einem sinn gar eben. Hier all' sünd' vergeben werden. Das fleisch soll uns wieder leben, Nach diesem elend ist bereit Uns ein leben in ewigkeit: amen. 1555. I gaub an einen ch gläub' alle dinge groß und klein, Den himmel nebst der erden Aus nichts hat lassen werden, Der auch mich selbst aus lauter gnad' Zu seinem dienst erschaffen hat, Mir leib und seel' ge= geben, Sinn und vernunft daneben. Durch seine weisheit, macht und güt' All' sein' geschöpfe er behüt't. Er ist mein vater und mein GOtt, Der mir zu hülfe kommt in noth, Mich schüßet und ernähret. 2. Ich glaube auch an JEsum Christ, Der GOtt vom bater ewig ist, Und dann ein mensch geboren, Daß ich nicht würd' verloren, Der mir des vaters huld erwarb, An stamm des freuzes für mich starb, Fuhr zu der hölle nieder, Stund auf von todten wieder; Und, zu vollenden seinen lauf, Fuhr er zum himmelsthron hinauf, Bon da er kommen wird einmal, Daß er die menschen richte all', Die lebenden und todten. geist, Der gleich ist wahrer GOtt, und 3. Ich gläub' auch an den heil'gen heißt Ein lehrer unsrer sinnen, Der 316 Von dem wahren ewig ohn' beginnen Vom vater und vom sohn ausgeht, Der den betrübten hier beisteht, Daß sie vergebung fin= den All' ihrer schuld und sünden. Ich glaube, daß erhalten werd' Ein' allgemeine fkirch' auf erd', Bei der stets bleibt des geistes gab'. Ich gläub', daß dieses fleisch vom grab Werd' auferstehn zum leben. Mel. JEsus, meine zuversicht. 556. Schöpfer dieſer ganzen welt! Himmel, erd' und alle werke, Die dein wort schuf und erhält, Zeigen gnugsam deine stärke. Alles dies hat deine macht Blos aus nichts hervorgebracht. 2. Alle freatur ist gut, Gieb, daß ich den mißbrauch meide Und mein sündlich fleisch und blut Nicht in fünden an ihr weide. Das geschöpfe weise mich, Großer schöpfer, nur auf dich. 3. Ich bin auch dein händewerk, Leib und feel' ist dein geschenke; Gieb, daß ich es fleißig mert Und mit dank daran gedenke, Daß ich deiner macht vertrau' Und noch ferner auf dich bau'. 5. Mittler, heiland, gnadenthron, Priester, fönig und prophete, GOttes und Marien sohn, Den man an das freuz erhöhte; Gieb, daß dich mein glaube kennt Und dich meinen JEsum nennt. Glauben und zwar diesen sieg hab' ich Nath im tod und grabe funden. Durch dich werd' ich auferstehn Und getroft zum richter gehn. wift no 9. Geist vom bater und dem sohn, Leuchte mir mit deinem scheine, Stärke mich von GOttes thron, Wenn mein glaube schwach und kleine. Bet' und seufze selbst in mir, Sprich mir selbst das abba! für. 4. HErr, ich web' und leb' in dir, Laß mich dir zu ehren leben. Du wirst auch mir lebens um ein freudiges Bekenntniß der erkannten Wahrheit. Mel. JEsus, meine zuversicht. Ott, der du nothdurft geben. Ich verlaffe mich auf 557. Gbift, Und aus deſſen dich, Sorge hier und dort für mich. herz und munde Lauter gnad' und wahrheit fließt, Daß ich auch auf diesem grunde, Als auf felsen, bauen kann; Frische mich zur wahrheit an. 2. Dieses wort bleibt immer wahr: Wer sich einen christen nennet Und dich doch nicht offenbar Vor den menschen hier bekennet; Den bekennet auch dein sohn, Vater, nicht vor deinem thron. 3. Unter seiner Freuzesfahn' Hab' ich dir die treu' geschworen; Hält mein glaube sich nicht dran, Ist die krone schon verloren. Drum laß JEsum nur allein Meines mundes losung sein. 6. Du, mein süßer JEsu, bist Mir geboren, mir gestorben. Was in Adam ich vermißt, Hast du wiederum erwor= ben. Gieb mir kraft, daß ich forthin Stets dein glied, dein eigen bin. 7. Alles heil kommt nur von dir, Heiland aller armen sünder: Dein tod ist die lebensthür, Du des todes überwinder; Laß dein leiden, tod und pein Mein verdienst im glauben sein. 8. Tod und hölle sind durch dich, Großer sieger, überwunden, Und durch 10. Gieb, daß ich ein wahres glied In der kirche Chriſti heiße, Daß mich nichts von dir abzieht, Deinen tempel nichts zerreiße, Welchen du, o werther gast, Dir in mir erbauet hast. 11. Tröste mich in buß' und reu' Mit vergebung meiner sünde; Stehe mir mit seufzen bei, Daß für recht ich gnade finde. Wenn mir aller trost zerrinnt, Zeuge, daß ich GOttes kind. 12. Laß mich denn nach dieser zeit Auf ein andres leben hoffen, Bis des glaubens freudigkeit In dem schauen eingetroffen, Bis was hier mein glaube weist, Mir dort lauter amen heißt. 4. 3st mein fleisch und blut verzagt, Will die welt die zunge binden, von den Lehren, die wir glauben. 317 Werd' ich hin und her gejagt, Wie| Und bei der welt mit heucheln Sich ein leichtes rohr von winden, Ist der trachtet einzuschmeicheln; Der ist bei feind auf mich erbost; Ach, so mache GOtt verflucht. mich getrost. 5. Fordert man von mir den grund Deffen, was ich hoff und glänbe, Ach, so öffne meinen mund, Daß er bei der wahrheit bleibe Und ein gut bekenntniß thut: Hiezu gieb mir kraft und muth. 6. David gläubt und redet auch, Beides muß beisammen stehen; Das ist wahrer christen brauch Die nicht Heuchelei begehen. Und davor behüte mich, Denn sie ladet zorn auf ſich. 7. Ach, du wirst die kraft verleihn, Daß ich lebe, wie ich gläube; Dieses wird ein zeugniß sein, Daß ich stets in Christo bleibe, Der, als ein getreuer hirt, Mich sein schäflein kennen wird. 8. Laß mich bis an meinen tod Meinen JEsum recht bekennen Und mich in der legten noth Seines leibes gliedmaß nennen. Leb' und sterb' ich nur auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. Von der Treue und Beständigkeit in der erkannten Wahrheit. 558. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. on GOtt soll mich nichts trennen, Es sei auch, was es sei; Sein wort will ich bekennen, Ich bleib' ihm ewig treu. Mein glaube manket nicht, So lang' ich leb' auf erden; Ich will kein Demas werden, Der bund und glauben bricht. * 2. Tim. 4, 10. Vo 2. Auf menschenkraft und muthe Wirds freilich nicht bestehn: Man kann bei fleisch und blute Leicht einen fall begehn. Doch, daß ich muth und fraft In meinem herzen habe, Ist eine gnadengabe, Die Christus in mir schafft. 3. Ach was ist das für fünde, Nicht fest im glauben stehn! Wer wie ein rohr vom winde, Sich hin und her läßt wehn, Wer weiche kleider sucht 4. O weh euch, eitle sinnen! Geseßt, ihr könntet gleich Die ganze welt gewinnen Und würdet überreich, Was hülf' dies insgesammt? Ihr würdet doch nur schaden Auf eure seelen laden, Und ewiglich verdammt. 5. Treibt immer, was ihr treibet, Und thut, was euch gefällt! Wenn mir der himmel bleibet, Was frag' ich nach der welt? Sie drohet oder lacht, Das ist mir was geringes; Ich achte keines dinges, Das mich nicht selig macht. 6. Von herzen kann ich sagen: Mich schrecket keine noth, Mich schrecken keine plagen, Mich schreckt sogar kein tod; Ich bin, mein JEsu, dein Und will im freuz und leide, Als wär' es glück und freude, Treu und beständig sein. Mel. Kommt, laßt euch den 2c. 559. Ott läßt durch ſein wort uns lehren, Daß im letzten theil der zeit Satan menschen wird bethören, Von des glaubens richtigkeit Schnöder weise abzustehn Und den lehren nachzugehn, Die der lügengeist erdichtet Und zum seelengift gerichtet. 2. Er zeigt ihnen herrlichkeiten, So die eitle welt besigt, Welche sie gar bald verleiten, Das, was ihren seelen nügt, Christi evangelium Und das ächte christenthum, Ja GOtt selber zu verlassen Und das eitle zu um= faffen. 3. GOtt, ach, wie so unbesonnen Sind die leute dieser art, Die der hölle zwar entronnen, Da dein sohn ihr heiland ward; Aber ihr verkehrter finn Stürzt sie wiederum dahin, Daß sie hier auf dieser erden, Dir zur schmach abtrünnig werden. 4. Möchten sie doch recht bedenken, Der nur hab' am himmel theil, Der sich läßt zu JEsu lenken, Ihn, ohn' welchen sonst kein heil, Fest umfaßt 318 Von dem wahren sich ihm ergiebt, Ihn als weg und wahrheit liebt; Ach, so würden sie von allen, Was du lehrest, nicht abfallen. 5. JEsus ist der grund im glauben, Welchen keine macht zerstört. Wenn gleich welt und teufel schnauben, Steht er dennoch unversehrt, Hält uns alle fest, und macht, Daß man alle wuth perlacht. Darum müssen diese fehlen, Die sich andern grund erwählen. 6. Ich, mein GOtt, wills besser machen, Ich will niemals von dir gehn, Fleißig beten, sorgsam wachen, Welt und satan widerstehn. Wenn ihr troß mich gleich anficht, Soll er deines wortes licht und den felsenfesten glauben Nie aus meinem herzen rauben. 7. Der mag die welt lieb gewinnen, Der, wie Demas, fallen will; Mich bringt nichts zu solchen sinnen, Nein, ich halte bei GOtt still. Wer in Christi lehre bleibt, Ist GOtt selber einverleibt; Ich will ihn allzeit bekennen, Nichts soll mich von ihm ab2. Tim. 4, 10. 8. Aber HErr, laß dein erbarmen Auch auf die verführten sehn, Leit' auch sie mit deinen armen, Daß sie zu der wahrheit gehn, Die du selbst zur seligkeit, Allen seelen zubereit't. Ach, befehr' sie, daß sie gläuben, Und dir ewig treu verbleiben. trennen. Glauben und zwar Stets ein vergelter seist Und daß ihn deine hand Aus allen nöthen reißt. 3. HErr, laß mich auf dein wort Von ganzem Herzen trauen, Und stets auf deine treu Und wahrheit feste bauen. Gieb, daß ich dir in noth, In freuz und tod getreu, Und durch des glaubens kraft Allzeit gehorsam sei. 4. Mein JEsu, laß mich dich Im glauben recht erkennen, Dich meinen HErrn und GOtt, Trost, schuß und heiland nennen. Laß mich im glauben thun, Was mich dein wort ge= lehrt, Daß dich herz, mund und that Als den erlöser ehrt. Von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir glauben. O Mel. GOtt, du frommer 2c. 560. Hann Dir niemand Err, wohlgefallen, Ach darum lege mir Vor andern gaben allen Den wahren glauben bei: Denn der ist, wie du weißt, Nicht jedermannes ding, Und fommt von deinem geist. 2. Laß mich insonderheit, Daß du feift, herzlich gläuben, und bei dem, was dein wort Verheißet, feste bleiben: Daß du dem, der dich sucht, 5. Mein könig und prophet, Komm, herrsch' in meiner seelen, Negier' und führe mich, Laß mich mit dir vermählen. Du sollst mein könig sein, Dem ich gehorchen will; Mein lehrer und prophet, Deß willen ich erfüll'. 6. Ich will auch, HErr, an dich, Als hohenpriester gläuben; Laß JEsu, dein verdienst Den grund des glaubens bleiben, Daß meine seele fich Hierauf getreu und fest, Als auf mein einzig heil Und wahren troft, verläßt. 7. Ach JEsu, stärke mich In diesem meinen glauben, Laß mir ihn weder tod, Noch welt, noch teufel rauben. Bleib' in demselben stets Genau mit mir vereint, Daß ich dein und du mein, O theurer feelenfreund! Mel. Vater unser im himmelreich. GOttes 561. Der glaub' iſt Ges ich nicht von mir ſelber hab. Ein werk und gab, Den wahn, den fleisch und blut erdicht't, Und was des sünders zunge spricht, Ist heuchelei und selbstbetrug Und rührt nicht von des geistes zug. 2. Der wahre glaub' ist GOttes licht, Das, wie der tag, in uns anbricht. Wenn uns das wort des höchsten lehrt, Uns ruft, erleuchtet und belehrt Und unser herz zur buße lenkt, von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir glauben. 319 Wird uns dies licht von GOtt ge-| buße zu dir wenden, Du fängst den schenkt. glauben in uns an, Du willst ihn auch vollenden. Mein HErr und GOtt, drum bitt' ich dich: Hilf du mir, und bekehre mich: Ach hilf mir, HErr, zum glauben! 2. Es kann vernunft und eig'nefraft Dich, JEsu, nicht erkennen. Dein geist nur giebt die wissenschaft, Dich meinen HErrn zu nennen. Dein wort legt meines glaubens grund, Dein sakrament bestärkt den bund: HErr, gründe meinen glauben! 3. Wenn du die menschen neu gebierst In deinem wasserbade, Und sie mit deinen gaben zierst nach deiner großen gnade; So zündest du den glauben an, Daß er dein licht erken= nen kann: HErr, schaff in mir den glauben! 3. 3war wenn die furcht und lust der welt Das herz bestürmet und befällt Wird oft der glaube schwach und klein Und scheint gar unterdrückt zu sein. Er steigt, wenn er sich wieder fest Auf GOtt und Christi wort verläßt. 4. Er wird durch GOttes geist vermehrt und bleibt in trübsal unver= sehrt, Er geht vielmehr durch spott und schmach Auf schmalem weg' dem heiland nach, Mit dem die seele sieghaft ringt Und sich, gleich adlern, auf wärts schwingt. 5. Der glaube wird durch freuz ge= mehrt Und durch die glut, wie gold, bewährt; Er ringet, wie dort Jakob that, Als er GOtt hielt und brünstig bat*; Er läßt nicht ab, bis GOttes geist Ihm beistand, heil und trost erweist. 1 B. Mos. 32, 26. 6. Beklemmt gleich erst die traurigfeit Das schwache herz in solchem streit, Wird doch die freude hergestellt, So sald der glaube sieg erhält; Drum schmeckt die seel' in Christo lust, Als finder an der mutter brust. 7. Ein herz, das solchen glauben hat, Bezeuget ihn durch wort und that; Es weist durch hoffnung, lieb' und treu, Daß es voll heil'ger triebe sei; Es macht sich stündlich offenbar Und reicht im glauben tugend dar. 8. Doch, was nicht aus dem glauben geht Und nur aus heuchelei entsteht, Zerfället bald, hat nie bestand Und wird von frommen bald erkannt; Denn wollust, eigennuß und ehr' Verräth die gleisner gar zu sehr. 9. Mein GOtt, verleih' mir, daß ich treu Im glauben und in liebe sei, Blas auf den docht, der annoch glimmt, Bevor er gar ein ende nimmt; Im freuzeskampf und legten streit Gieb fraft, muth und beständigkeit. 4. Da wird erst mein verstand ver= flärt, Dich aller heil zu nennen. Das leben, welches ewig währt, Ist, GOtt und dich erkennen. Drum macheſt du, gerechter knecht, Durch dein er= fenntniß uns gerecht: HErr, lehte mich den glauben! 5. Der beifall hält auch alles dies, Was wir dennoch nicht sehen, Für unbetrüglich und gewiß: Es ist und muß geschehen, Was GOttes wahrheit uns verspricht. Vernunft und sinnen, richtet nicht: HErr, richte du den glauben! 6. Dann bringt die feste zuversicht Den glauben recht zum leben, Die im vertrauen feste spricht: Die schuld ist mir vergeben, Mein GOtt und JEsus liebet mich, Für mith gab mein erlöser sich: HErr, segne diesen glauben! 7. Ach ja, mein GOtt, ich fünder bin Mühselig und beladen. Ich bin voll reu' wo flieh ich hin? Zur fülle deiner gnaden. Erquicke mich, die last ist groß, Doch JEsus macht die fnechte los: HErr, halte mich im glauben! Mel. HErr JEsu Christ du 2c. 8. Laß ibn, o HErr, lebendig sein 562. Mein Jesu, du willst In JEfn, meinem leben; Entzünd jedermann Durch ihn, seines lebens schein In kraft von 320 Von dem wahren Glauben und zwar sich zu geben, Daß er in liebe thätig| werd', Wenn mich die sündenlast besei; Behüte mich vor heuchelei: HErr, schwert, Dein freuztod zugerechnet. nähre meinen glauben! 5. Laß meinen glauben trösten sich Des bluts, so du vergoffen, Auf daß in deinen wunden ich Bleib' allzeit eingeschlossen Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb' am höchsten hält, Für koth und unflath achte. 10. Doch leb' ich darauf nicht allein, Ich will auch darauf sterben: Ich soll ein find im glauben sein, Um dort das reich zu erben. Auf dieses leben hoff ich nicht, Auf jenes geht die zuversicht: Herr, ende meinen glauben! 6. Wär' auch mein glaube noch so klein, Und daß man ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine gnad' mich stärke, Die das zerstoßne rohr nicht bricht, Den glimmend' docht auch vollends nicht AusLöschet in den schwachen. 11. Ich kann und will in dieser 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, zeit nicht sehn, und doch vertrauen: Den glauben zu behalten, Ein gut Dort werd' ich meine seligkeit nicht gewissen auch dabei, Und daß ich so glauben, sondern schauen. So kämpf mag walten, Daß ich sei lauter jeder= und end' ich meinen lauf, Hört gleichzeit, Ohn' anstoß, mit gerechtigkeit Ereinst glaub' und hoffnung auf: HErr, füllt und ihren früchten. hilf mir nur zum schauen! * 8. HErr, durch den glauben wohn' in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für, Und reich an guten werken, Daß er sei thätig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb', Dem nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die kraft, Daß ich einst bei dem ende Üb' eine gute ritterschaft, 3u dir allein mich wende Und nach vollbrachter todes= noth Des glaubens end' durch deinen tod, Die seligkeit, erlange. 10. HErr JEsu, der du angezünd't Das fünklein in mir schwachen, Das sich vom glauben in mir find't, Du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ' Bis an das end', daß dort bei dir Auf glauben folgt das schauen. 9. So kann kein leid noch trübsal mir Den trost der hoffnung tauben. Mich scheidet nichts, mein GOtt von dir; Ich faß im wahren glauben, Daß GOttes sohn an meiner statt Viel mehr, als dies, erlitten hat: HErr, stärke diesen glauben! 563. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. GOttes sohn, HErr JEsu Christ, Daß man recht könne glauben, Nicht jedermannes ding hier ist, Noch standhaft drin zu bleiben. Drum hilf du mir von oben her, Des wahren glaubens mich gewähr' Und laß mich drin beharren. 2. Lehr' du und unterweise mich, Daß ich den vater kenne, Daß ich, o JEsu Christe, dich Den sohn des höchsten nenne, Daß ich auch ehr' den heil'gen geist, Zugleich gelobet und gepreist, Als drei in einem wesen. 3. Laß mich vom großen gnadenheil Das wahr' erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe theil, Dem du die daß ichs Mel. O GOtt, du frommer 2c. fuch, wie mirs gebührt; Du biſt der 564. Vihr im glauben Verfuchet Ob weg, der mich recht führt, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Es wohl ins herze fasse, Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse, Daß zur gerechtigkeit mir stehet? Ob Christus in euch ist Und ob ihr ihm nachgehet In demuth und geduld? Ob ihr in freundlichkeit Und liebe jedermann Zu dienen willig seid? von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir glauben. 321 sich für nichts, Sucht blos in Christo kraft, Im ursprung alles lichts; 2. Der glaub' ist zwar ein licht, In uns'rer brust verborgen, och bricht sein glanz hervor, Gleich einem hellen morgen, Und zeiget kraft und glut, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuert muth und herz Und macht zu GOttes kind. 3. Aus Christo schöpft er heil, Gerechtigkeit und leben, Will, was ihm Christus gab, Dem nächsten wieder geben. Weil er in Christo reich An gnade worden ist, So preist er solches hoch, Bekennet JEfum Chrift. 4. Er hofft voll zuversicht Aufdas, was GOtt zusaget, Drum muß der zweifel fort, Die schwermuth wird verjaget; So folgt dem glauben stets Die sichre hoffnung nach, Die hält im wetter aus, Besteht im ungemach. 5. Dann steigt die lieb' empor, Und die erträgt mit freuden, Was GOtt ihr auferlegt; Sie murret nicht im leiden Und glaubt, daß GOtt es gut Und heilſam mit ihr meint, Drum liebt sie jedermann, Sowohl den freund als feind. 6. GOtt schenkt uns seinen sohn, Da wir noch feinde waren, Sept liebe gegen haß und läßt uns gnad' erfahren, Die wir doch längst verscherzt. Wenn dies der glaub' erkannt, So wird die lieb' entzünd't Und zorn und haß verbannt. 7. Und wie uns GOtt geliebt, So lieben wir die brüder, Wir geben, flucht man uns, Den segen dafür wieder, Das leben für den tod; Bei schimpf, bei spott und hohn Getrösten wir uns stets Der ew'gen ehrenkron. 8. Läßt GOtt uns schweres kreuz 3ur glaubensprobe tragen: Der glaube bringt geduld, Erleichtert alle plagen. Statt murren und verdruß Wird das gebet erweckt; Der glaube weiß, daß GOtt Der noth ein ziel gesteckt. 9. Man lernet auch dadurch Sein elend recht verstehen, Merkt GOttes güt' und treu, Hält an mit bitten, fle= hen, Verzaget an sich selbst, Erkennet 10. Hält sich an sein verdienst, Erlanget geist und stärke In solcher zuversicht Zur übung guter werke, Steht ab vom eigensinn, Flieht die vermessenheit, Bleibt bei der gottesfurcht In glück und leidenszeit. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet? Denn Christi leben ist Wornach der glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann heilig, treibt sodann,( Ach spürst du seinen trieb?) Zu guten werken an. 12. HErr, laß sich doch in mir Den wahren glauben mehren, So ehren. Wo licht ist, bricht der schein werde ich dich auch In guten werken In helle strahlen aus. Du bist mein licht, darum Erleucht' mein Herzenshaus. Mel. Vater unser im himmelreich. 565. Du haſt bei mir, der ich den glauben angezünd't: Gieb, daß dein find, O GOtt vollen glanz ausbricht; Erhalt und sein unverfälschtes licht Bei mir in mehr' es jederzeit Zu deines namens herrlichkeit. schwach, Es giebt der geist dem fleische 2. Bisweilen ist mein glaube nach. Oft wirft mich zweifel hin und her, Da wanft mein herz und zaget sehr; Drum stärk' es, daß es ja nicht fällt, Daß sichs an JEsum feste hält. jetzt vor, Daß du, Herr, das zerstoßne 3. Mein herz hält dir dein wort nicht Ein glimmend docht, ein lorohr Nicht brechen willst und daß du dernd licht Berlöschen läßt, weil deine fraft Es stärkt und neue nahrung schafft. schatz Im irdischen gefäße plaß; Sein 4. Es hat bei mir dein glaubenslicht scheint oftmals ganz verstedt, Weil es mein sündlich fleisch bedeckt. Wie leicht, wie listig und wie bald Verlöscht ihn nicht des feind's gewalt! 5. Mein GOtt, was kann ich nun 21 322 Von dem wahren Glauben und zwar hiebei, Als daß ich zu dir seufz' und schein Bon tag zu tag vermehret fein, schrei? Mein glaubenslicht empfehl Damit es, weil ich lebe, leucht't, Bis ich dir, Und fleh', daß es dein geist in es das volle licht erreicht, Und durch mir Durch seine gnadenkraft ver= des todes dunkelheit Mich führet zu mehrt, Damit es ja kein feind ver= ſehrt. der seligkeit. 6. Mach du mich in der finsterniß Des lebens und der welt gewiß, Daß ich in deinem licht allein Soll jest und fünftig felig sein. Dein wort er= leuchte mich, HErr Christ, Das mir trost, licht und leben ist. 7. Wenn mich der böse feind verjucht, Wenn mich die böse welt ver= flucht, Verfolget, drücket, und verjagt, Ja, wenn mich mein gewissen nagt, So gieb, daß deines wortes kraft Mir freudigkeit des glaubens schafft. 8. Schaff du durch deinen geist in mir, Daß meine seele voll begier Dem folge, was die schrift bestimmt, Und die vernunft gefangen nimmt, Sich durch den glauben treu und fest Auf dich und auf dein wort verläßt. 9. Du giebst uns, was dein wort verspricht, Allein aus gnaden, aber nicht Nach werken, denn die gelten nichts: Und dieser strahl des gnadenlichts Giebt mir nun desto größern muth, Weil mein glaub' auf dir selber ruht. 10. Ich weiß, mein JEsus kehrt allein Durch glauben in die herzen ein, Drum gieb mir glauben, daß dabei Mir JEsus stets im herzen sei, Darinnen leb', es selbst regier' Und stets zur wahren tugend führ'. 11. Es ist des währen glaubens fraft Allein, was gute werke schafft, Der grund zur lebensheiligkrit: Drum stärk' ihn, JEsu, jederzeit, Damit er gute werke zeigt Und stets in geistesfrüchten steigt. 12. Gieb mir im glauben muth und fraft, Daß er in seiner ritterschaft Auch wider teufel, höll' und welt Obsieget, und das feld behält, Ja allem bösen widersteht Und siegreich zu dem leben geht. 13. Laß meines glaubens licht und 14. Vollführe bis an meinen tod Das gute werk, das du, mein GOtt, Selbst angefangen in der zeit, Damit ich in beständigkeit Zum glaubensziel und ende geh' Und dort des himmels erbe seh'. 566. dem wir alle gaMel. O GOtt du frommer 2c. Err, allerhöchster GOtt, Von ben Und was uns nüglich ist, Durch fleh'n und bitten haben; Ich fünder Plage dir, Daß leider, ich nicht kann Dich, wie ich gerne will, Im glauben beten an. 2. Ich glaube freilich pohl, Doch nur mit schwachem glauben, und diesen will mir noch Dazu der satan rau= ben. In solcher noth, mein GOtt, Flieh' ich zu dir allein Und traue fest, du wirst Mein treuer helfer sein. 3. Ach, eil' und reiche mir, HErr, deine gnadenhände, Hilf meiner schwachheit auf, Mir kraft von oben sende. Ist schon mein glaube schwach, Und als ein senfforn klein, So laß ihn dech bei mir In stetem wachsthum fein. 4. Ich bin zwar schwach, doch sei Der glaub' in mir geschäftig Und deine stärk' und kraft Sei in mir schwachen kräftig. Ach zieh' mich doch zu dir, HErr, meine zuversicht, Und mehre selbst in mir Des wahren glaubens licht. 5. O GOtt, der du in mir Dies fünklein angezündet, Ach blas es täglich auf, Daß, wenn sich leiden findet, Ich wohl gerüstet sei, Denn durch des glaubens fraft Übt mein gestärkter geist Stets gute ritterschaft. 6. HErr JEsu, sieb mich an, Wie du ansabst in gnaden Das cananäſche weib. Wenn ich mit freuz beladen, Wenn alles mich verklagt, Vertritt mich selbst bei GOtt: So wird mein bon der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir glauben. 323 schwaches licht Des glaubens nicht Meines glaubens döchtlein an In zu spott. 7. Wie du, barmherziger, Für Petrum haft gebeten, Daß er nicht ganz und gar Vom glauben möchte treten: So bitt' auch nun für mich, Der du mein mittler bist, Weil dies dein wille sucht Und mir ersprießlich ist. der lampe meiner feele. Auf der dunfeln todesbahn Stehe mir, o allmacht, bei, Daß ich stark in schwachheit sei, Daß ich dich, bis ich erfalte, Fest mit schwachen händen halte. 8. Erhöre mich, mein GOtt, Und merk' jetzt auf mein flehen; Was meine seele wünscht, Laß, JEſu, bald geschehen, Daß sie die seligkeit, Des glaubens ziel, erlangt, Und dort ſodann bei dir Im vollen schauen prangt. Mel. JEfu, deine heil'gen wunden. 567. Liebe, die nicht auszuwas schwach, empor. Seine hand will nicht zerbrechen Das zerstoß'ne glaubensrohr, Seine huld verschmähet nicht meines glaubens schwaches licht, Das nur einem döchtlein glei= chet, Das kaum glimmt, und fast er= bleichet. 2. Ob ich gleich mit Petro finke, Beut mir JEsus doch die hand, Giebt mir süße liebeswinke, Stärket meinen schwachen stand. Wie ein vaterherz gesinnt Gegen sein noch fleines find, So trägt GOtt auch mit erbarmen Schwache finder auf den armen. Mel. Nun lob mein' seel' 2C. ch Ith 568. weiß, an wen ich gläube; Mein ist des glaubens grund, Bei dessen wort ich bleibe, Und das bekennet herz und mund. Vernunft darf hier nichts fagen, Sie sei auch noch so klug; Wer fleisch und blut will fragen, Der fällt in selbstbetrug. Ich folg' in glaubensdiese mich läßt hören, Muß unbelehren Der heil'gen schrift allein, Was trüglich sein. Denn satan trachtet nacht und tag, 2. HErr, stärke mir den glauben, Wie er dies kleinod rauben Und um mein heil mich bringen mag, Wenn sicher gehn; Wenn mich dein geist redeine huld mich führet, So werd' ich gieret, Wirds selig um mich stehn. mit mir vereint, So laß ich mir nicht Ach segne mein vertrauen und bleib grauen Und fürchte feinen feind. 3. Laß mich im glauben leben; Soll auch verfolgung, angst und pein Mich auf der welt umgeben, So laß mich treu im glauben ſein. Im glauben laß mich sterben Wenn sich mein lauf beschließt; Laß mich das leben erben, Das mir verheißen ist. Nimm mich in deine hände Bei leb- und sterbenszeit, So ist des glaubens ende Der seelen seligkeit. Matth. 14, 30. 3. Beut mein hirte nicht den rücken Seinem schwachen schäflein an? Kranke seelen zu erquiden, Tritt er auf die todesbahn. Selbst die höchste fraft verschmacht't, Da sie ruft: es ist vollbracht! Daß ich schwacher möge fiegen In den letzten todeszügen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 4. JEfu, ſtärk und kraft der ſchwa= 569. Ich haben, de me bin schwach. Du, du fannst mich stärker machen, Höre doch mein seufzend ach! Hebe du das schwache rohr meines glaubens selbst empor, Daß es, bei dem sturm der winde, Schuß an deiner seite finde. gefunden, Der mei= nen anfer ewig hält: Wo anders, als in JEsu wunden? Da lag er vor der zeit der welt( a), Ein grund, der unbeweglich steht, Wenn erd' und himmel untergeht. 5. Feuchte mit dem gnadenöle 2. Es ist das ewige erbarmen, Das alles denken übersteigt; Es sind die 21* 324 Von dem wahren Glauben und zwar offnen liebesarmen Deß, der sich zu| So sing' ich einstens hocherfreut: O den fündern neigt, Dem allemal das abgrund der barmherzigkeit! herze bricht, Wir kommen oder kom= ( a) Nach dem rathschlusse GOttes, men nicht. der Esum von ewigkeit zum grunde unsers glaubens bestimmet hat. 3. Wir sollen nicht verloren werden, GOtt will, uns soll geholfen sein, Deswegen kam der sohn auf erden Und nahm hernach den himmel ein, Deswegen klopft er für und für So start an unsre herzensthür. 4. O abgrund, welcher alle sünden Durch Christi tod verschlungen hat! Das heißt die wunden recht verbinden, Da findet kein verdammen statt, Weil Christi blut beständig schreit: Barmherzigkeit, barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost ver= traun, Und wenn mich meine sünden fränken Nur bald nach GOttes herzen schaun; Da findet sich zu aller zeit Unendliche barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, Was seel' und leib erquicken kann; Darf ich von feinem troste wissen Und schein' ich völlig ausgethan; Scheint die errettung noch so weit: So bleibt mir doch barmherzigkeit. 7. Beginnt das irdische zu drücken Und häuft sich fummer und verdruß, Daß ich mich noch in vielen stücken Mit eitlen dingen plagen muß, Ja werd' ich oftmals sehr zerstreut, So hoff ich auf barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten werfen, In welchen ich beschäftigt bin, Viel unvollkommenheit bemerken, So fällt zwar alles rühmen hin, Doch ist auch dieser trost bereit: Mein glaube hofft barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen willen, Bei dem so viel erbarmen ist; Er wolle selbst mein herze stillen, Damit es ihn nur nicht vergißt, So stehet es in lieb' und leid In, durch und auf barmherzigkeit. 10. Bei diesem grunde will ich bleiben, So lange mich die erde trägt. Dies will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein glied bewegt, Mel. Herzlich lich hab ich dich 2c. 570. 3 tomme ich, der du ſo dir, treu und liebreich mich Zu dir haft heißen kommen. Mich drücket meiner fünden last, Sie läßt mir weder ruh' noch rast; Wird sie mir nicht benommen, So muß ich unter ihr vergehn. Ich kann ja nicht vor GOtt bestehn, Vor dem die himmel selbst nicht rein, Ich müßt' ein kind des todes sein. HErr JEsu Christ:: mein troft und licht, Erquicke mich und laß mich nicht. 2. Das sündenjoch ist mir zu schwer, Es drückt den matten geist zu sehr HErr, eil', es zu zerbrechen. Gedenke, daß du diese last Darum für mich ges tragen hast, Daß GOtt nicht möchte rächen, Was meine missethat verschuldt; Vielmehr, daß seine gnad' theil. Mach' mich durch deine wunden und huld Mir würde wiederum zu heil', HErr JEfu Christ:,: und für mich bitt, Wenn satan wider mich auftritt. 3. 3u dir steht meine zuversicht, Sonst weiß ich keinen helfer nicht, Als dich, o arzt der fünder. All' andre helfer sind zu schlecht, Du bist allein vor GOtt gerecht, Des todes überwinder, Die freistatt, und der sichre ort, Das feste schloß, der schild und hort, Der mittler und der gnaden= thron, Des vaters herz, und liebster sohn; HErr JEfu Chrift:,: das glaube ich, In solchem glauben stärke mich. 4. Ad), komm' und mache mich bereit, So trag' ich künftig jederzeit, Dein joch, die sanfte bürde; Darunter find' ich fried' und ruh', Da nehm' ich stets im guten zu. Wenn ich da müde würde, Weil meine schwachheit dir bekannt, So hilf du mir mit dei von der gläubigen Bubersicht, mit welcher wir glauben. 325 ner hand Doch immer wieder gnädig| Trostund erquicung ein; HErr, stärke auf, Hilf, so bollend' ich meinen lauf. HErr JEsu Christ:,: durch dich allein Kann ich hier und dort selig sein. mich und leiste Mir kraft dir treu zu sein. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 571. Gott Ott lob, ich bin im glauben, Wer will. mir schaden thun? Wenn höll' und satan schnauben, So kann ich sicher fein getümmel, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Rein fall, der sonst verlegt, Mein 572. hemglauben, Als der gewiß in wandel ist im himmel, Mein glaub' ist fest geſetzt. 2. Fragt jemand nach dem grunde, Dem bin ich allezeit Mit herzen und mit munde Zur rechenschaft bereit. Der grund, auf den ich baue, 3st Christus ganz allein, Und weil ich dem vertraue, So muß ich selig sein. mich Christo einverleibt. Wer kann mir dieses kleinod rauben, Das mir sein blut und tod verschreibt? Sein theures wort bekräftigt dies, Drum sagt mein glaub': ich bin gewiß. 3. Auf mein verdienst und werke Vertrau' und bau' ich nicht, Im HErren hab' ich stärke Und feste zuversicht. War ich sehr tief verschuldet, In große noth gebracht: Er hat die straf erduldet und mich gerecht gemacht. 2. Ich bin gewiß in meiner liebe, Die nur an meinem JEsu klebt, Daß, wenn ich mich im glauben übe, Mein JEsus in dein herzen lebt. Ihn lieben ist mein paradies, Er liebet mich, ich bin gewiß. 4. Dies bleibet meine freude, Wenn ich in ängsten bin, Mein troft in allem leide. Reißt auch der tod mich hin, So laß ich mir nicht grauen, Dieweil mein glaube spricht: Geh', eile GOtt zu schauen, Dein hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, Mein heiland, halte mich! Bleib' du mir in gedanken, Wenn furcht und schrecken sich zu meinem fall verbin= den, Wenn die verfolgung blißt, Ge= fahr und noth sid) finden, Und sich die höll' erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, Wiewohl nicht trostlos bin, So sei du mir am nächsten Und stärke meinen sinn, Daß ich dabei gelassen Boll geist und muthes sei, Mich als ein christ zu fassen; Hilf, HErr, und steh' mir bei! 8. Nun, HErr, du giebst den willen, Verleihe mir zugleich Auch kräfte zum erfüllen, So bin ich ewig reich. Drum reiche mir die hände, So bleib' ich unverlegt und bis zum lebensende Durch Christum fest gesetzt. 7. Ich will dich feste halten, Wenn trübsals hiße sticht. Und werd' ich auch erkalten, So laß ich dich doch nicht. Dein geist spricht meinem geiste 3. Ich bin gewiß in meinem leben, Daß JEsu gnade bei mir ist, Die hilft mir allen kummer heben. Wenn sich mein herz an seines schließt, So acht' ich keiner hinderniß, GOtt sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. 3ch bin gewiß in meinem leiden; Kein engel und kein fürstenthum Mag mich von meinem JEsu scheiden, Er ist mein heil, mein theil, mein ruhm. So schadet mir fein schlangenbiß, Geduld sagt doch: ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem hoffen: Was gegenwärtig ist, vergeht; Mein künftig erbtheil steht mir offen, Wohin sich auch mein geist erhöht. Die hoffnung macht die wermuth süß, Weil sie stets singt: ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem ster= ben, Daß mich der tod nicht tödten kann. Nach ihm macht mich mein GOtt zum erben Von dem beglüc= ten Canaan. Ein ander leben folgt auf dies: Mein JEsus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, 326 Von dem heiligen Leben und Wandel Bis aus dem glauben schauen wird.| hände, Ermuntre du die matten fnie, Es soll mich nichts von JEsu reißen, Ich bin sein schaf, er ist mein hirt. In ewigkeit folgt hier kein riß, Die losung bleibt: ich bin gewiß. 573. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. es glaubens ziel einst zu erreichen Ist stets mein eifriges bemühn. Doch, soll mein eifer, HErr, nicht weichen, Mußt du mich selber nach dir zichn; Denn fleisch und blut ist gar zu schwach. Wenns schwer hergeht, so giebt es nach. 2. HErr, stärke selbst die müden 2. Das wahre christenthum besteht Aus glauben und aus liebe; Bo beides in die übung geht Durch deines geistes triebe, Da muß dirs wohlgefällig sein, Und solche herzen schreibst du ein Ins buch der auserwählten. 3697 III. Von dem heiligen Leben und Wandel und zwar von dem wahren Christenthume. Mel. Ach( GOtt vom himmel 2c. Als blinde heiden führen; Vom wah574. A GOtt, wie ist das ren christenthume kann man da feir christenthum Zu dieser zeit verfallen! Der name zwar hat großen ruhm und findet sich bei allen; Doch was es selber mit der that Für einen schlechten zustand hat, Das weißt du, GOtt, am beſten. funklein spüren. Ihr GOtt und him mel ist die welt, Und was der fleischeslust gefällt, Das ist und heißt ihr glaube. 6. Was für ein urtheil werden die An jenem tage hören? Ach GOtt, ach mein GOtt, rühre sie, Daß sie sich bald bekehren, Und hilf, daß sonst ein jeder christ Auch das, was er mit namen ist, In that und wahrheit werde. 3. Biel pflichten einem glauben bei, Der aus verkehrtem wesen, Trug, irrsal, thorheit, heuchelei Zusammen ist gelesen. Sie halten sich für recht und schlecht Und meinen, daß sie so gerecht Und selig werden können. Sonst fehlet leicht am- legten ende Die lange zeit gehabte müh'. HErr, meine stärke, halte mich, Sonst sink' und fall' ich ohne dich. 4. Bei andern wird ein heißes lied hergesungen, in bloßen worten glüht, Sie sißt nur auf den zungen. Dagegen herz und hand vergißt, Was lieb in that und wahrheit ist. O was sind das für heuchler! 5. Viel' stellen solch ein leben an, 3. Doch nein, ich weiß du läßt nicht fallen Den, der auf dich, mein vater, traut; Selbst satan muß zurücke prallen, Wenn er dich stärkern bei uns schaut. Ich weiche feines fußes breit, Ich weiß, der sieg folgt auf den streit. 4. Mein auge blicket nach dem ziele. Mein fuß eilt schon dem zwecke zu, Und ob ich auch aus schwachheit fiele, Getreuer helfer, so wirst du Mir schwachen dennoch gnädig sein Und mir des glaubens ziel verleihn. 7. Gieb du mir deinen guten geist, Daß ich mich thätig übe, So wie dein wort die wege weist. Im glauben und in liebe. So leb' ich als ein wahrer christ, Der voll gewisser hoffnung ist, Daß er auch selig sterbe. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. 575. Unverfälschtes dhriftenthum, Wie bist du so selten worden! Wo ist dein gepries'ner ruhm Unter unserm christenorden? Christen können auf der erden Zwar genug gezählet werden; 2. Aber ach), die christenheit Führet und zwar von dem wahren Christenthume. 327 meistens nur den namen, Die sind| thume Die heuchelei von herzen fliehn. sparsam ausgestreut, Die, als GOttes reiner samen, Christum chren, Christum lieben, Sich in seinem Es dienet mir zu keinem ruhme, Wenn ich den gräbern ähnlich bin, Die man von außen schön geschmückt, Bon innen doch voll asch' erblickt. willen üben. 3. Liebster JEsu, der du mich Selber durch dein blut erfaufet, Und auf dessen namen ich Längstens als ein christ getaufet, Laß mich deinen geist regieren, Solchen namen recht zu führen. 4. Laß mich meiner taufe bund Immerdar mit ernst betrachten, Laß mich doch von herzensgrund Satan, welt und fleisch verachten, Und mich immer treulich üben, GOtt und menschen recht zu lieben. 5. Laß mich, HErr, den schmalen weg Durch die enge pforte gehen, Laß auf deines wortes steg Herz und augen ernstlich sehen, Gieb geduld in kreuz und leiden, Daß sie mich nie von dir scheiden. 6. JEsu, komm, vermähle dich Gnadenvoll mit meiner seelen, Laß Surch wahren glauben mich Dich zum bräutigam erwählen, Stets in deiner hebe brennen, Keine trübsal von dir trennen. 7. Gieb mir fraft in dieser welt Als ein wahrer christ zu leben, Laß mich dann, wenn dirs gefällt, Christlich meinen geist aufgeben, Auch im himmel zu den frommen Und verklärten christen kommen. 8. Freudig laß ich glück und ruhm, Ehre, lust und pracht der erden; Kann ich nur dein eigenthum Dort vor deinem throne werden, Wo die theuren lebenskronen Wahrer christen fleiß belohnen. 3. Die frömmigkeit liebt kein verstellen, Sie braucht der falschen schminke nicht. Die sich den heuchlern zugesellen Vermeiden gern der wahrheit licht; Wer ein rechtschaffnes wesen hat, Beweist es auch in wort und that. 4. Ach laß mich deiner ja nicht spotten, Denn solches thut ein heuchelchrist. Du dräuest, alles auszurotten, Was ein geschminktes wesen ist. Wer böse ist, der bleibet nicht Vor deinem hellen angesicht. 5. Laß mich nicht in schafskleidern gehen und äußerlich voll heiligkeit, Von innen wölfen ähnlich sehen, Die grausam und voll wuth und neid; Denn dieses ist nur Judas art, Der küffend ein veriäther ward. 6. Bekenn' ich dich mit meinem munde, So laß es auch von herzen gehn Und mich in deinem gnadenbunde Durch frommen wandel feste stehn, Daß keine falschheit mich bethört, Noch in der einfalt Christi stort. 7. Was hilft es, vor den menschen prangen, Vor GOttes augen häßlich sein? Soll ich den wahren schmuck erlangen, So fleide mich in tugend ein, Die ungefärbt und lauter ist; Die liebet nur ein wahrer christ. 8. So giebt mir auch ein gut gewissen Im freuze lauter freudigkeit, Und wenn sich schon die augen schließen, Geschieht es ohne angst und leid. Mein tod befördert mich dahin, Wo ich vollkommen selig bin. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 577. Chaffet doch, ihr 576. Mein ein herz und nieren, Du menschenfinder! siehest die gedanken ein, Du weißt, was Schaffet eure seligkeit; Bauet nicht, wir im finne führen Und hasfest allen wie freche sünder, Nur auf dieſe furze falschen schein, Du bringest alles anzeit, Sondern schauet über euch, Ninden tag, Was noch so tief verborgen lag. get nach dem himmelreich Und bemühet euch auf erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Baß mich in meinem christen Von dem heiligen Leben und Wandel 328 2. Daß nun dieses mag geschehen, Müßt ihr nicht nach sleisch und blut Und nach dessen neigung gehen: Nein, was JEsus will und thut, Das muß einzig und allein Eures lebens richtschnur sein; Es mag fleisch und blut in allen Übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt ursach' zu erkennen, Daß in euch noch sünde steckt, Daß ihr fleisch vom fleisch zu nennen, Daß euch lauter elend deckt Und daß GOttes gnadenkraft Nur allein das gute schafft, Ja daß außer seiner gnade, Nichts in euch, ale seelenschade. 4. Selig, wer im glauben kämpfet, finde in fich dämpfet, Selig, wer die Selig, wer im kampf besteht und die welt verschmäht. Unter Christi kreuzesschmach Jaget man dem frieden nach, Wer den himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und lässig sein Böse neigung zu bezwingen, So fällt eure hoffnung ein. Ohne tapfern streit und Frieg Folget niemals rechter sieg. Wahren siegern wird die krone Nur zum beigelegten lohne. 6. Sich in sünden lustig machen, Hat bei christen keine statt; Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den geist und macht ihn matt. Unter Chrifti freuzesfahn' Geht es nun und nimmer an, mit verwvegnem rohen herzen Sicher leben, sicher scherzen. 7. Übt euch, furcht vor GOtt zu tragen, Denn er kann mit leib und geist Euch zur Hölle niederschlagen; Er ist, der auch gnad' erweist Und dem, der sich zu ihm lenkt, Wollen und vollbringen schenkt. O, laßt so uns zu ihm gehen, Ihn um gnade anzuflehen; 8. Und dann schlagt die fündenglieder, Die des fleisches luft erregt, In dem freuzestode nieder, Bis ihm seine macht gelegt. Hauet händ' und füße ab, Was euch ärgert senkt ins grab Und denkt oft an Christi worte: Dringet durch die enge pforte. 9. Ich will zittern vor der sünde Und dabei auf JEsum sehn, Bis ich seinen beistand finde, In der gnade zu bestehn. Ach, mein heiland, geh' doch nicht mit mir armen ins gericht, Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, amen! GOtt versiegle dies in mir, Daß ich so in JEsu namen Meinen glaubenstampf vollführ'. JEsus gebe kraft und stärk' Und regiere selbst das werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum himmel dringe. 578. Gland Der wahrhafte Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. laube, liebe, hoffnung schmuck der christen: Hiemit muß sich GOttes find Höchst bestreben auszurüsten. Wo man GOtt will eifrig dienen, Da muß dieses kleeblatt grünen. 2. Glaube legt den ersten stein Zu des heils bewährtem grunde, Sieht auf JEsum nur allein llnd bekennt mit herz und munde Sich zu seines geistes lehren, Läßt sich keine trübfal stören. 3. Liebe muß des glaubens frucht GOtt und auch dem nächsten zeigen, Unterwirft sich Christi zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet sich in allem leiden Nicht von ihrem JEsu scheiden. 4. Hoffnung macht der liebe muth, Alle noth zu überwinden, Sie kann in der trübsalsflut Ihren anker feste gründen, Sie will künftig dort versüßen, Was wir hier erduiden müssen. 5. JEsu, du mein HErr und GOtt, Ach, bewahr' in mir den glauben, mache du den feind zu spott, Der dies kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache rohr nicht brechen Und ein glimmend docht nicht schwächen. 6. Mache meine liebe rein, Daß sie nicht im schein bestehe; Flöß' mir kraft des geistes ein, Daß sie mir von herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem und zwar von dem wahren Christenthume. 329 triebe Dich und auch den nächsten| Du kannst mich stärker machen. liebe. Kommt nun anfechtung her, so wehr', Daß sie mich nicht umstoßen; Du fannst maßen, Daß mirs nicht bringt gefahr; Ich weiß, du wirst's nicht lassen. 7. Gründe meine hoffnung fest, Stärke fie in allen nöthen, Daß sie dich nicht fahren läßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß sie nach dem himmel schauen Und auf das, was fünftig, bauen. Mel. Nun danket alle GOtt. 8. Glaub' und hoffnung höret auf, 580. Ach wer iſt ſchuld, mein Wenn wir zu dem schauen kommen; Doch die liebe dringt hinauf, Wo sie ursprung hat genommen: Ach, da werd' ich erst recht lieben, Mich im lieben ewig üben. 579. Iefu Chrift, Sch und den ihm theuren ſeelen Die feligzu HErr 2. feit versprach, Läßt seine fraft nie fehlen. Aus liebe gab er ja Den sohn in höllenpein, Um dich heraus zu ziehn; Kann etwas größer sein? 3. Nichts gutes war in dir; Ach, eine nelt voll fünden, Ein pfuhl von schand' und wust War, was in dir zu finden. Du lagst in deinem blut, Trugst Adams sündenbild, Du warst, o jammerstand! Mit zorn und fluch erfüllt. 4. Da kam dein seelenfreund Und heilte diesen schaden Durch sein vergoßnes blut, Und setzte dich in gnaden. Da er dein fleisch annahm, Ber= band er dich mit GOtt; Durch seinen tod entriß' Er dich der höllennoth. 5. Und was hat GOttes herz So gnadenreich bewogen, Daß er so vielmals dich Durch seinen trieb gezogen? sich, ob GOtt es nicht Recht treulich mit dir meint? Bist du nicht selber schuld Und deiner wohlfahrt feind? bitt', erhör' mein flagen: Berleih' mir gnad' zu dieser frist, Laß mich Doch nicht verzagen! Den rechten glauben, HErr, ich mein', Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem nächsten nüß zu sein, Dein wort zu halten eben. 2. Ich bitt' noch mehr, o HErre GOtt, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich werd' nimmermehr zu spott, Die hoffnung gieb daneben; Voraus wenn ich muß hier davon, Daß ich dir mag vertrauen Und nicht bauen Auf all' mein nichtig thun, Sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih', daß ich aus herzensgrund Den feinden mag vergeben, Verzeih' mir auch zu dieser stund', Schaff' mir ein neues leben. Dein wort mein speis laß allweg' sein, Damit mein' seel' zu nähren, Mich zu wehren, Wenn unglück geht herein, Das mich bald möcht' abkehren. 4. 2aß mich fein' lust noch furcht von dir In dieser welt abwenden, Beständigsein ans end' gieb mit, Du hasts allein in händen, Und wem du's giebst, der hats umsonst; Es mag niemand ererben Noch erwerben Durch werke, deine gunst ,, Die uns errett' vom sterben. bleibest, Stets schwach im glauben bist und immer flagen treibest? An JEsu fehlt es nicht, Er ist voll lieb' und treu' Und steht dem, der ihn sucht Und wirken lässet, bei. 5. Ich lieg' im streit und widerstreb, Hilf, o HErr Christ, dem schwachen! An deiner gnad' allein ich fleb', 6. Ach ja, mein treuer GOtt, Du bleibest der gerechte, Wenn man dich richten will: Nur wir sind böse knechte. Du hast mich jederzeit Gesucht zu dir zu ziehn: Ich aber suchte nur Dein gnadenwerk zu fliehn. 7. Bollbringe doch dein werk, Das du selbst angefangen. Laß mich durch deinen geist Gewiß dazu gelangen, Wo mich dein wort hinweist, Zur 330 Von dem heiligen wahren heiligkeit, zu welcher du dein volt Dir hier schon zubereit't.* Tit. 2, 14. 8. So wird mein leib und geist Sich recht in dir erfreuen Und täglich deinen ruhm Durch dieses lob verneuen: Was ist, das GOttes treu', Die mich umfaffet, gleicht? Sein ruhm erstrecket sich So weit der himmel reicht. Leben und Wandel 7. Du bist mein HErr, was hilfts dem knecht, Der gottlos, sicher, unge= recht, Wenn er nur HErr, HErr! saget? Gieb, wenn mein mund dich HErr, HErr! nennt, Daß dich mein herz dafür erkennt, Dich ehrt und nach dir fraget. 8. Ich bin, mein GOtt, auf dich. getauft Und dir zum eigenthum er= fauft, Drum laß mich dir auch leben, Und wieder alles, was du mir Aus vaterhuld geschenket, dir Zum pfand und opfer geben. 9. Gleich wie der baum dem früchte trägt, Der ihn gepflanzet und ver581. dein die glaubenspflegt, So schaff durch deine pflege, Von der göttlichen GnadenRegierung. Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. u, GOtt der weisheit, worte, wie ich dir Soll wohlgefällig dienen, Und wie ich, als ein guter baum, In deines gartens weitem raum zu deinem preis muß grünen. 2. Ach leit' und lenke du mein herz, Damit es sich nicht hinterwärts Von deinem wege wende. Versiegl in mir was wahrheit ist, Behüte mich vor trug und list Bis an mein legtes ende. 3. Die bosheit steigt und wächset sehr, Sie zeigt sich leider mehr und mehr In arger lehr' und leben Drum fei mein führer, trost und licht Und laß sich doch mein herze nicht Dem falschen schein ergeben. 4. Ach bringe mir die flugheit bei, Daß dies mein wahres leben sei, Wenn ich nur dich erkenne, Dich lebenslang mit wahrer treu Im herzen habe und dabei In deiner liebe brenne. frucht, Die es an deinen kindern ſucht, An mir stets finden möge. 10. Es wird der eingepfropfte zweig Dem baum an saft und wachsthum gleich, In welchem er befleibet. So laß mich, HErr, in dir allein Auch leben, wachsen, fruchtbar sein Weil ich dir einrerleibet. 6. Laß mich, wie eine rebe pflegt, Die nur die kraft des weinstocks trägt, An dir, mein 3Eju, hangen. Mein bräutigam, laß deine braut, Mit der du ewig dich vertraut, Trost, heil und gnad' erlangen.. 11. Wenn stum und wetter mir zuseßt, So halte du mich unverlegt, Daß ich nicht von dir weiche; In aller angst gieb trost und kraft, Die auch im sterben freude schafft, Bis ich das ziel erreiche. 12. Nun feelenfreund, ich weiß gewiß, Du wird mich einst ins paradies Der ewigkeit versehen; So komm und bring mich aus der zeit In deines reiches herrlichkeit Zum ewigen ergößen. Mel. Alles, was mir GOtt 2c. 5. Doch weil du meine schwachheit 582. Eiu, du, mein licht und weißt, So bitt' ich, daß dein guter geist Mich unterweis und stärke, Daß man an mir zu deinem ruhm, Durch mein rechtschafnes christenthum Den wahren glauben merfe. troft und zier, Rufest: kommt und lernt von mir! Ich, der ich dir ganz ergeben, Komme jetzt voll reu' und leid: Lehre mich die frömmigkeit. 2. Ach, wie ist mein herz berderbet! Fesselt nicht das sündenband Glieder, sinnen und verstand? Was von Adam angeerbet, Sündlich wesen, fleisch und blut, Bleibet fleisch und thut nicht gut. 3. Reiß mich, HErr, aus dem ver und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. 331 derben, Laß doch unkraut, haß und| Der teufel reizt zu sünden an, Spricht: neid, Hochmuth, ungerechtigkeit, Und eine sünd' ist leicht gethan, Mein was sündlich, in mir sterben. Mach' schwaches fleisch ist bald gefällt, Es mein herz doch täglich neu, Mach' es hat schon luft zum lauf der welt. aller bosheit frei. 4. Pflanze du in mein gemüthe Wahre frömmigkeit, geduld, Sanftmuth, freundlichkeit und huld, Andacht, heiligkeit und güte, Liebe, treu', zufriedenheit, Wahrheit und gerechtigkeit. 5. Laß mich dir zu ehren leben, JEsu, meines lebens licht, Mein trost, heil und zuversicht! Laß mich dir so fein ergeben, Daß ich sterbe dieser welt, Daß ich thu', was dir gefällt. 6. Führe mich auf deinen wegen, Gieb mir deinen guten geist, Der mir hülf und beistand leist't. Laß mich deine gnad' und segen Stets empfinden, früh und spat Segne denken, wort und that. 7. Endlich laß mich), JEsu, kommen Aus der unvollkommenheit Zu des himmels herrlichkeit; Da ich denn mit allen frommen Deine huld nach -dieser zeit Preise dort in ewigkeit. Mel. Bater unser im himmelreich. 583. Dies ist doch ja die letzte zeit, Davon der HErr hat prophezeit: Wunder und zeichen sind gemein, Viel sünd' und schand' bei groß und klein, Der glaub' erlischt, die lieb' erfalt't; Das spüret man bei jung und alt. 2. Hochmuth und pracht nimmt überhand. Biel schwere plagen fühlt das land; Darum erwach', o herz, noch heut, Steh auf vom schlaf der ficherheit, Sei stets im glauben wohl bereit: Des HErren zukunft ist nicht weit. 5. HErr JEsu Christ, thu du das best, Halt mich allzeit im glauben fest; Ich bin ja, HErr, dein fleisch und bein, Ein gliedmaß an dem leibe dein. Mein HErr und GOtt, laß nicht von mir, Auf daß ich auch nicht laß von dir. 4. Die welt fann gar zu listig sein, Ihr gottlos wesen schmücken fein; 6.Der weltlauf gehet nach der höll, Davor bewahre meine seel'. Durch deinen geist regier' mich recht, Daß ich nicht sei der fünden knecht. Hilf, daß der feind zu keiner frist Mir schaden mag mit seiner list. 7. Mein glaub' ist wohl gering und klein, Doch trau ich HErr, auf dich allein Und will mich ganz ergeben dir; Ich weiß, es wird gelingen mir, Wenn sich mein herz in aller noth Auf dich verläßt bis in den tod. 8. Kommt nun freuz, trübsal, herzeleid, Noth, frankheit, angst und bangigkeit, Und wärs auch noch ein härtrer stand, Bleib ich doch fest in deiner hand; Denn mir muß alles heilsam sein, Weil ich vertraue dir allein. 9. JEsu, mit dir will ich bestehn, Sollt' auch die welt zu grunde gehn. Es fürchte sich ein heuchelchrift, Und wer ohn' glaub' und hoffnung ist: Ich wart' auf dich, HErr, komm nur heut, Daß ich eingeh' zu deiner freud'. 10. Indeß, mein GOtt, so bitt' ich doch, Weil ich das elend baue noch: Erhalt dein wort, gieb fried' und ruh, Die schweren zeiten lindre du, Gieb nahrung und gut regiment, Glaub', lieb' und hoffnung bis ans end. Mel. Hilf mir mein GOtt 2c. 3. HErr JEſu Chriſt, deß blut 584, 2ch höchſter GOtt, verleihe mir, Daß ich nur mich tröst't, Du hast mich ja gar theu'r erlöst: Ach sich, ich leb' hier in der welt, Mir sind viel tausend neg' gestellt; Wie leichtlich könnt es gehen an, Daß ich auch lief die breite bahn. dich begehre Und daß dein geist mich für und für Durch dein wort neu ge= bäre, Daß ich, dein kind, Dich such' und find' In allem freuz und leiden, Daß weder tod, Noch angst und noth Mich, vater, von dir scheiden. 332 Von dem heiligen Leben und Wandel 2. Erfüll' mein herz mit wahrer| Des herzens grund Sei wie der mund, reu, Mit glauben, hoffnung, liebe, Dem nächsten nicht zu schaden, So Daß ich das böse haß' und scheu Und werd' ich mich, Nicht freventlich Mit gute werke übe, Daß ich, dein knecht, schmach und schimpf beladen. Stets schlecht und recht Nach deinem worte wandle Und jederzeit Boll freundlichkeit Mit freund und feinden handle. 9. Gieb, daß ich ja den müſsiggang Sammt aller trägheit haffe, Dagegen, HErr, mein lebenlang Mein werk also verfasse, Daß ich zur noth Mein täglich brot Mit ehren mög' erwerben Und, wenn ich soll, Getrost und wohl In dir, HErr JEsu, sterben. 3. 2ösch' aus in mir des fleisches lust Und pflanze Christi liebe Und heiligkeit in meine brust, Daß ich mich täglich übe, Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn, Die tugend zu vollbringen, Mich von der welt, Die dir mißfällt, zu dir, mein GOtt zu schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen finn, Laß mich in demuth leben, Reid, rach' und zorn nimm von mir bin Und laß mich bald vergeben, Wenn gleich durch lift Mein nebenchrist Mich Mel. HErr Christ der ein'ge 2c. angstet und betrübet. Gieb, daß mein 585. jonne, Du wahres herz Bei allem schmerz Die ärgsten feinde liebet. lebenslicht, Läß leben, licht und wonne Mein blödes angesicht Nach deiner huld erfreuen Und meinen geist er= neuen; MeinGOtt, versag mirs nicht! 5. Mein GOtt, ich bitte dich, verleih' Mir einen festen glauben, Der standhaft, treu und thätig sei, Den list und macht nicht rauben; So üb' ich mich, So lieb' ich dich Und hoff auf deine güte, Die mich, o GOtt, Vorschwinden Und hilf mir gnädiglich, schand' und spott Auch bis ins grab behüte. 2. Bergieb mir meine sünden Und wirf sie hinter dich, Laß allen zorn verLaß deine friedensgaben Mein armes herze laben; Ach HErr, erhöce mich! 6. Nach vielem reichthum, gut und geld, HErr, laß mich ja nicht trachten, Laß mich die ehren dieser welt Für eitle schatten achten Und nie nach pracht, Nach großer macht Und gro= Bem namen streben, Laß mich viel= mehr Nach deiner lehr', Als einer richtschnur, leben. 7. Bor schmeicheln, list und heuchelei Bewahre meine sinnen Und laß mich ja durch gleißnerei Den nächsten nicht gewinnen, Laß ja und nein Mein' antwort sein, Laß mich ja niemand richten Und zank und streit Mit freundlichkeit, Mit lieb'und sanftmuth schlichten. 10. Ach, gieb mir deinen guten geist, Daß ich die laster fliehe, Mich nur um das, was christlich heißt, Mit allem fleiß bemühe; So kann kein schmerz Noch leid mein herz Aus deinen händen treiben, Und so laß mich Denn ewiglich Bei dir, mein JEsu bleiben. 8. Entferne mich von eitelkeit, Gieb mir ein rein gemüthe, Auf daß ich mich zu jeder zeit Vor schnöden lüsten hüte. 3. Vertreib' aus meiner seelen Des alten Adams sinn Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Zu deinem dienst ergebe Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein verständniß, HErr, durch dein heilig wort, Damit ich an dich glaube Und in der wahrheit bleibe, Trop satans list und mord. 5. Leit' mich in dieser wüste Und unterdrück' in mir Die herrschaft böser lüste, Und laß mich für und für Der eitlen welt absterben, Dem fleische nach verderben; Mein GOtt, so leb' ich dir. 6. Ja zünde deine liebe In meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. 333 Dich ewig lieben kann Und dir zum| erwedet; Speis ab den leib, Doch daß wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter lebensbahn. er bleib Von geilheit unbeflecket. 7. Nun HErr, verleih' mir stärke, Verleih' mir muth und kraft, Denn das sind gnadenwerke, Die dein geist in uns schafft; hingegen meine finnen, Mein lassen und beginnen 3st bös und mangelhaft. 8. Darum du GOtt der gnaden, Du vater aller treu, Wend' allen seelenschaden Und mach' mich täglich neu, Gieb eifer, deinen willen Mit freuden zu erfüllen Und steh mir kräftig bei. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehr= geiz werd' verführet. Leichtfertigkeit, Haß, zank und neid Laß in mir nicht verbleiben, Verstockten sinn Und diebs= gewinn, Wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete, Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete, Dien' jedermann So viel ich kann, Das böse haß' und meide Nach deinem wort An jedem 586 Hilf mir, mein GOtt, ort, Bis ich von hinnen ſcheide. daß nach dir Bon herzen mich verlange, Daß ich dich 587. GOtt, du frommer mir und bange. Verleih', daß ich Mit freuden dich In meiner angst bald finde; Gieb mir den sinn, Daß ich forthin Meid' alle schand' und sünde. Du brunnquell guter gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib( Ein' unverletzte seel' Und rein gewissen bleib. 2. Hilf daß ich stets mit reu' und schmerz Mich deiner gnad' ergebe, Hab immer ein zerknirschtes herz, In wahrer buße lebe, Vor dir erschein, Herzlich bewein' All meine missethaten, Die händ' allzeit Laß sein bereit, Den dürftigen zu rathen. 2. Gieb, daß ich thu' mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Mozu mich dein befehl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs thue bald Zu der zeit, da ich soll, Und wenn ichs thu', so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Die lust des fleisches dämpf in 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit mir, Daß sie nicht überwinde, Recht- ich kann bestehen; Laß kein unnüßes schaff'ne lust und lieb' zu dir In mei- wort Aus meinem munde gehen. Und ner seel' anzünde, Daß ich in noth Bis in den tod Dich und dein wort bekenne Und mich kein truß Noch eigennuß Von deiner wahrheit trenne. wenn in meinem amt(* stand*) Ich reden soll und muß, So gieb den worten kraft Und nachdruck ohn' verdruß. 4. Find't sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen hel= denmuth, Das freuz hilf selber tragen; Gieb, daß ich meinen feind Mit sanftmuth überwind' Und, wenn ich rath bedarf, Auch guten rath erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An reichthum, gut und geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem gut Nichts untermenget fei. 6. Soll ich auf dieser welt Mein leben höher bringen, Durch manchen 4. Behüte mich vor zorn und grimm, Mein Herz mit sanftmuth ziere, Auch alle hoffart von mir nimm, 3ur de muth mich anführe. Was sich noch find't Von alter fünd' Laß mich hinfort ablegen, Trost, fried' und freud' Laß jederzeit Sich in mir armen regen. 5. Den glauben stärk', die lieb' erhalt, Die hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wante bald: Beständigsein ists beste. Den mund bewahr', Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd' 334 Von dem heiligen Leben und Wandel fauern tritt Hindurch ins alter drin-| zweck bleibt, Ob mein unachtsam herz gen, So gieb geduld, und mich Vor Was sündlich's denkt und treibt; sünd' und schand' bewahr', Daß ich mit ehren trag' Alsdann ein graues haar. 7. Laß mich an meinem end' Auf Christi tod abscheiden; Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen frenden, Dem leib ein räumlein gönn' Bei frommer christen grab, Auf daß er seine ruh’ An ihrer seite hab'. 5. Ob ich mich täglich mehr, HErr, von dir heiligen lasse, Ob auch mein herz dich stets 3m glauben fester fasſe, Ob es die seligkeit Mit furcht und zittern schafft und denkt, wie leicht der tod, Uns von der erde rafft. 6. Hilf, was dahinten ist Von herzen zu verachten, Und laß mich stets mit fleiß Nach jenem kleinot trachten, Das du mir vorgesteckt. Laß JEsum mir allein Das wahr' und böchste gut, Die welt ein efel sein. 8. Wenn du an jenem tag Die todten wirst erwecken, Wollst du auch deine hand Zu meinem grab ausstrecken. Laß hören deine stimm, Und meinen leib wed' auf Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten hauf. 9. GOtt vater, dir sei preis Hier und im himmel oben; GOtt sohn, HErr JEsu Christ, Dich will ich allzeit loben; GOtt heil'ger geist, dein ruhm Erschalle mehr und mehr; O HErr dreiein'ger GOtt, Dir sei lob, preis und ehr'! ²2. Mel. O GOtt, du frommer 2c. Err, lehre du mich thun 588. Nach deinem wohlgefallen, Laß mich im herzen schon Bei dir im himmel wallen, Dein heil'ger guter geist Führ' mich auf ebner bahn Und gebe, daß ich dich Recht sehn und ehren kann. 2. Gieb, daß ich stets durch ihn Im glauben stärker werde Und jederzeit mich selbst, Die lust und pracht der erde Durch ihn verleugnen mag. Laß mich von heuchelschein, Berstellung, laulichkeit Und list entfernet sein. 7. Was du mir auferlegt, Laß mich geduldig leiden; Laß mich die missethat Mit größtem ernste meiden, Und denken, daß, o HErr, Dir nichts verborgen ist, Und daß du überall Selbst gegenwärtig bist. 8. Laß mich behutsam sein, Daß ich dem zorn entgehe Und nichts als segen, heil, Trost, schuß und gnade sehe; Laß mich mit freuden thun, Was mir dein wort gebeut, Gerieth' ich auch dadurch In schmach und herzeleid. 4. Gieb, daß ich überall Bei jeder that bedenke, Ob ich mich auch von dir Und meinem taufbund lenke, Ob deines namens ruhm Mein steter end9. Hilf, daß ich stets auf dich, Als meinen felsen, baue, Dir jederzeit allein In noth und tod vertraue. Du fennest, mehr als ich, Die sorge, die mich plagt, Verläßt, versäumst uns nicht, Weil du es zugesagt. 10. Laß mich hier deinen geist Mit himmelsgütern speisen, Bis ich dich einsten dort mit allen engeln preisen Und völlig rühmen kann Für deine gütigkeit, Wenn mich vor deinem thron, Dein ewig licht erfreut. 3. Laß mich, HErr, meinen gang, Mein denken, thun und dichten, Herz, augen, hand und mund Nach deinem 589. mich regier", Halt Mel. Aus tiefer noth schrei 2c. GOtt, mein bater, worte richten. Gieb, daß ich jederzeit Voll reiner lieb' und treu', Mein bater, gegen dich, Und meinen nächsten fei. mich in deiner gnade; Dein wort mich leite für und für Auf deinem himmels= pfade. O GOtt mein vater, mich bewahr' Bor solcher angst, noth und ge= fahr, Die meinen geist besieget. 2. O JEsu Christe, steh' mir bei, Mach mich von schuldbeschwerden und zwar von der göttlichen Und sünden durch dein leiden frei, Laß mich nicht sicher werden. Erbarm' dich mein, o GOttes sohn, Wenn wir dereinst vor deinem thron Das ur theil hören sollen. 3. O heil'ger geist, der weisheit brunn', Sei meines glaubens nährer, Gieb glück und heil zu meinem thun, Sei stets mein trost und lehrer, Thu' auf den mund zu GOttes ehr', Erhalt' mein herz in deiner lehr', Und laß mich darnach streben. 4. O heilige dreieinigkeit, Mein schug in noth und leiden, Ach, laß mich weder lust noch leid Von deiner liebe scheiden, Bewahr' in mir nach deiner huld Glaub', liebe, hoffnung und geduld, Und laß mich selig werden. 590.vaterherz, o licht, o leben, O treuer hirt, Immanuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret leib und seel'. Ich will mich nicht mehr selber führen, Du, vater, sollst dein find regiecen; So geh' mun mit mir aus und ein Und leite mich in allen tritten. Ich geh', erhör' o HErr, mein bitten, Für mich nicht einen schritt allein. 2. Was kann dein schwaches find vollbringen? Ohn' dich weiß ich ja feinen rath; Drum sei in groß' und kleinen dingen Mir allzeit selber rath und that. Du willst dich meiner selbst nicht schämen, Und wollt' ich dich zu allem nehmen, So willst du mir auch alles sein. Drum wohl, du sollst in allen sachen Den anfang und das ende machen, So stellt sich lauter fegen ein. Gnaden- Regierung. 335 4. Damit sich nun mein glaube stärke, So gieb, daß ich auf deine treu' Und weisheit auch im fleinsten merke, Dich liebe, lob' und ruhig sei Und dich in allem walten lasse, Stets ord= nung halte, dich umfasse, Sonst fall ich, ja sonst lauf an. Laß mich in dir gelassen bleiben und alles dir, mir nichts zuschreiben: Was du nur thust, ist wohl gethan. 3. Du gängelst mich, wie kann ich gleiten? Dein wort muß ewig feste stehn, Das spricht: dein auge soll mich leiten, Dein angesicht soll vor mir gehn, Ja deine güt' und dein erbarmen Soll mich mit vatertren umarmen; Drum gieb, daß ich recht kindlich sei, In allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen willen sehe, So fpir' ich täglich neue treu'. 5. Du weißt allein die besten weiden Und was mir schädlich oder gut; Drum laß dein schäflein alles meiden, Was meiner seele schaden thut. Ach laß mich niemals von dir irren, Mich durch zerstreuung nie verwirren, Es blende mich fein falscher schein. Hab' acht auf mich an allen enden Und trage mich auf deinen händen, So geh' ich sicher aus und ein. 6. Laß deinen geist mich täglich treiben Zum wachen, ringen, seufzen schrein, Laß mir dein wort im herzen bleiben und in mir geist und leben sein, Laß mich nach deinem wohlge= fallen In heil'ger ehrfurcht vor dir wallen, Zich mein herz völlig zu dir hin. Gieb geist und kraft, durch heilig leben Dir ehre, lieb' und furcht zu geben, Hüt' mich vor falt- und lauem finn. 7. O, daß ich mich in nichts verweilte, Was mir hier zeit und kraft verzehrt! O, daß ich stets zum himmel eilte! Mein held, umgürte du dein schwert Und brich durch alle hindernisse, Ja, laß nach deinem wort die füße Hinfort gewisse tritte thun. Laß mich in allen wort und werken Auf deinen wink und willen merken Und nie in eignem willen ruhn. 8. Mach mein herz einmal treu und stille, Daß ich dir immer folgen fann; Nur dein, nur dein vollkommner wille Sei mir stets schranke, lauf und bahn. Laß mich nichts ohne dich vergnügen, Laß mir nichts mehr am herzen liegen, Als deines großen namens ruhm; Der sei allein mein ziel auf erden, Dies laß mir nie verrücket 336 Von dem heiligen werden, So bleib' ich HErr dein eigenthum. 9. Laß deinen geist mir klärlich weisen, Daß mir dein sohn geschenket ist; Laß mich in ihm dich, bater, preifen, Wie du die liebe selber bist. Ach, offenbar' mir deine liebe Und wirke doch die heißen triebe Der reinen gegenlieb' in mir, Siemit erfülle herz und sinnen, Daß ich hinfort mein ganz beginnen In deiner lieb' und lobe führ. Leben und Wandel d 3. Mein tröster, gieb mir kraft, Wenn sich versuchung zeigt, Regiere meinen geist, Wenn er zur welt sich neigt. Lehr' mich den sohn erkennen, Ihn meinen HErren nennen, Sein gnadenwort verstehen, Auf seinen wegen gehen. Du bist, der alles gute schafft: Mein tröster, gieb mir kraft. 4. GOtt vater, fohn und geist, Dir bin ich, was ich bin. Ach, drücke selbst dein bild Recht tief in meinen sinn. Erwähle mein gemüthe Zum tempel deiner güte, Berkläre an mir armen Dein gnadenreich erbarmen. Wohl mir, wenn du der meine heißt, GOtt vater, sohn und geist! 10. Dir, JEsu, sehn' ich mich zu leben, Der du mein HErr und bräut'= gam bist, Ach laß mich dir nie widerstreben. Was dir in mir entgegen ist, Das stelle bald vor mein gewissen, Laß mich von feiner bosheit wissen, Mel. O GOtt, du frommer 2c. Bertilge, was nicht lauter heißt. Laß 592. Der du mir dieſes Und dein gebot mein manna werden füll' uns, JEsu, deine Heerden Mit einer lieb' und einem geist. leben. Leib, seele und vernunft Aus gnaden hast gegeben, Regiere ferner mich Durch deinen guten geist, Daß er in allem thun Mir kraft und beis stand leist'. 11. So lob' und lieb' ich in der stille Und ruh' als find in deinem schooß. Das schäflein trinkt aus deiner fülle, Die braut steht aller sorgen los. Sie sorget nur allein, in allen Dir, ihrem bräut'gam, zu gefallen, Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, heil'ge dir all' meine sinnen und zieh' mich, zieh' mich bald von hinnen Zu dir, o glanz der ewigkeit! 591. bens licht; Dein auge leite mich, Bis mir mein auge bricht. Hier leg' ich herz und glieder Vor dir zum opfer nieder Und widme meine fräfte Für dich und dein geschäfte. Du willst ja, daß ich deine sei: Drum, schöpfer, steh mir bei. ein bei, Sei meines le- argen welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem wort abhält. 2. Hilf, daß ich stets ein feind Det fleischeslüste bleibe, Hingegen emsig= lich Des geistes werke treibe Und gute ritterschaft Ausübe, auch dabei In hoffnung immer start Und fest gegründet sei. 3. Sieb, daß ich, als ein christ Wie Christus mich bezeige Und herz und ohren stets Zu seiner lehre neige. der 2. Mein heiland, wasche mich Durch dein so theures blut, Das alle fleden tilgt Und lauter wunder thut. Schließ' die verirrte seele In deine wundenhöhle, Daß sie von zorn und sünde Hier wahre freiheit finde. Ich bin ein scheusal ohne dich: Mein hei= land, wasche mich! 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren liebe, Und gieb, daß ich zugleich am nächsten liebe übe. Verleihe mir geduld, Wenn trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im glüd Demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Auf daß dein segen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem ewigen Vor allen dingen tracht't, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, falschheit, übermuth Und heuchelei dorneben, Laß ja nicht an Gnaden- Regierung., 337 mir sein In meinem ganzen leben; 6. Gieb mir ein frommes herz, List, unrecht, frevel, geiz Und unbarm- Daß ich fromm sei und bleibe Und herzigkeit Sei ferne weg von mir, Onur, was dir gefällt, In meinem leGOtt, zu aller zeit. * 7. Mit deiner rechten hand, HErr, wollest du mich leiten Und schüßen tag und nacht, Daß meine fritt' nicht gleiten. Du wollest meine burg Und schuß in nöthen sein, Wenn ich in meinem amt Ausgehe oder ein. ben treibe. Heut' fromm sein, mor= gen bös' Und so in wankelmuth, Bald recht, bald unrecht thun, Stürzt in die höllenglut. 7. Gieb mir ein frommes herz, Daß ich nicht von dir weiche Und nicht der schnöden welt In ihren sunden gleiche. Ich trenne mich von ihr nunmehro völlig ab, In meiner gottesfurcht Beharr' ich bis ins grab. 8. Gieb mir ein frommes herz, So wird mirs wohl ergehen; Du wirst mein beistand sein, Wenn unglückswinde wehen. Den frommen ist ja gnad' Und hülfe zugesagt, Wenn dort die böſe ſchaar Verdiente strafe plagt. Gieb mir ein und zwar von der göttlichen 8. Zulegt erlöse mich Von allem kreuz und leiden; Und soll ich denn einmal Bon dieser welt abscheiden, So stehe du mir bei Mit deiner gnadenhand Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland. Mel. Nun danfet alle GOtt. 593. Gieb mir ein frommes aller gaben, Das soll mein reichthum sein, Den ich begehr' zu haben, Das ist mein höchster ruhm, Mein schmuck und schönste pracht; Denn frommsein wird bei GOtt Und engeln hochgeacht't. 2. Gieb mir ein frommes hetz In allen meinem denken, Wenn sich mein eitler sinn 3um bösen wollte lenfen. Ach schrecke mich doch ab Von der gottlosen weg Und führe mich, o GOtt, Den rechten himmelssteg. 3. Gieb mir ein frommes herz, Das sich nicht läßt verführen, Laß deinen guten geist Dasselbe kräftig rühren. HErr, laß mich nimmermehr Auf böses beispiel sehn, Vielmehr mit aller treu In Christi stapfen gehn. 4. Gieb mir ein frommes herz, Wenn ich viel böses höre, Daß die gewohnheit mich nicht auch zuletzt bethöre; Schließ' mir die ohren zu, Gieb deinem worte fraft, Das sagt: du forderst auch Von worten rechenschaft. 5. Gieb mir ein frommes herz, Wenn ich die welt betrachte, Daß ich die Sündenlust Und eitelkeit verachte. Es muß die schnöde welt Mit ihrer luft vergehn, Den frommen aber bleibt Der himmel offen stehn. HErr, laß mich selig sterben Und als ein GOtteskind, Das himmelreich er= erben. Im himmel wird dereinst Die frömmigkeit gekrönt, Die diese böse welt Verlachet und verhöhnt. 10. Gieb mir ein frommes herz, Wirst du mir dieses geben, So will ich dankbar sein In meinem ganzen leben, So lenk' ich herz und sinn Durch dich stets himmelwärts. Drum sag' ich noch einmal: Gieb mir ein frommes herz. Mel. O GOtt, du frommer 20. 594. Mein Gott, verlaß sem weltgetümmel! Ich heb' auf mich nicht In dieJEsu blut Herz, aug' und hand zum himmel; In JEsu liebe mich, Vergieb mir alle schuld, Umfaß mich, als dein kind, Mit ew'ger vaterhuld. lich gepriesen Für alles, was du mir 2. Dein name sei gelobt Und ewigAn leib und seel' erwiesen. Ich will bon nun an stets Dafür dein eigen sein, Ach hiezu flöße mir Geist, kraft und leben ein. dienst des nächsten leben, Mich nie3. Laß mich zu deinem preis, Zum vom schmalen steg 3um breiten weg begeben. Wenn satan nege legt, Su 22 338 Von dem heiligen Leben und Wandel wird. leite mich, mein hirt, Damit dein| was mir nüket, deine ehr' Und Christi schwaches schaf Ja nicht gefangen reich vermehret. Regier' mich, schnödes lästergift Ja niemals anzurühren, Denn wen ein solcher unrath trifft, Den pflegt er zu verführen und gänzlich zu verderben. 4. 3ich' mich, mein GOtt, zu dir Durch Christi tod und schmerzen Und bleib' mir immerdar Vor augen und im herzen, Daß ich nicht sündige. HErr, decke meinen stand, Leib, seele, ehr' und gut, Mit deiner vaterhand. 5. Sei mir, mein bater, trost, Schuß, heil und all's in allen, Mein leiter, wo ich geh', Mein stab, um nicht zu fallen, Mein rath in meinem thun, Mein helfer in der noth, Mein arzt, so oft ich krank, Mein leben in dem tod. 6. Sei mit und neben mir, Dein geist mich leit' und führe, Daß ich kein unglüd stift' Und mich fein unfall rühre; Gieb mir zu allem heil, Gieb mir, o treuer GOtt, Im leben frömmigkeit, Am ende sanften tod. 7. Ich will dir, vater, nun Als find voll glauben trauen Und fest auf deine treu, Macht, huld und wahrheit bauen, Ich will in deiner lieb' Und Christi wunden ruhn: Vor, in und nach dem tod Wirst du mir gutes thun. 4. Regiere meiner augen licht, Daß sie nichts arges treiben; Ein unverschämtes angesicht Laß ferne von mir bleiben. Was ehrbar ist, was zucht erhält, Wornach die engel trachten, Was dir beliebt und wohlgefällt, Das laß auch mich hoch achten, All' üppig= feit verlachen. 5. Behüte mich vor schwelgerei, Vor schlemmen und vor prassen, Daß deine luft mein eigen sei, Ob andre sie gleich hassen. Die lust, so nur das fleisch ergößt, Verleitet uns zur höllen, Und was die welt für freude schäßt, Pflegt seel' und leib zu fällen, Ja ewiglich zu quälen. 6. Gieb, daß mein herz sonst nichts begehrt, Nichts höret, sieht und denfet, Als- was den rechten glauben nährt und kraft zum guten schenket, Was uns zu jenem leben bringt, Wo man bei JEsu lebet, Und mit den engeln heilig! singt, In ew'ger wonne schwebet Und dich unendlich preiset. Mel. Christ unser HErr zum 2c. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 595.6 mein ſchöpfer, 596. Mein Gott, du biſt an weiser Du ter meines Lebens, Wo du mich nicht regieren wirst, So leb' ich hier verge= bens, Denn ach, ich bin auch lebend todt, Der sünde ganz ergeben. Wer sich befleckt mit fündenkoth, Der hat das rechte leben Stoch niemals recht gesehen. allen enden Und also bist du auch bei mir; Ich bin und bleib' in deinen händen, Mein ganzes wesen hängt an dir. Du kennest meines herzens grund, Dir ist all' mein vermögen fund. 2. Drum wende deine gnad' und treu zu deinem armen kinde; Steh' mir mit rath und stärke bei, Damit ich schand' und sünde Auch solche worte meiden kann, Die dir, mein GOtt, zuwider. Treib' mich zu solthen reden an, Die meine schwachen brüder Theils stärken, theils erbauen. 3. Bewahr, o vater, mein gehör; Gieb, daß es sonst nichts höret, Als 2. O, laß mich doch wohl überlegen, Daß ich mich nie vor dir rget Vielmehr voll ehrfurcht allerwegen, Als wie vor deinen augen steh. Ach treib' mich alle stunden an, Daß ich an dich gedenken kann. 3. Wenn satan, welt und fleisch verlangen, Daß ich was böses üben soll, So laß die reizung nicht verfangen, Mach meine secte glaubensvoll, Daß ich der list und heuchelei Zu widerstehen mächtig ſei. und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. 339 recht gut bestellt. 4. Ach, gieb mir, GOtt, in deinem| mir, was dir gefällt, So iste um mich lichte Mein großes elend einzusehn, Laß mich vor deinem angesichte In wahrer herzensdemuth gehn; Ich bin ja nichts als staub und koth, Und du der HErr GOtt zebaoth. 5. Drum laß mich immer vor dir wandeln, Ach gieb mir kräfte, fromm zu sein, So kann ich immer heilig handeln, So trifft die hoffnung rich- ben; tig ein, Daß du mein GOtt und bater bist Und daß mein erb' im himmel ist. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. meiner 597. Mein lieber GOtt, ge= beſten jetzt und allezeit, Denn außer dir, mein heil, ist keiner, Der mich mit rath und troft erfreut. Dein wort macht mich voll zuversicht Und sagt mir: du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süßes evangelium, Und mache mir die himmelslehre Zu saft und fraft im christenthum, Daß so dein fame wohl gelingt Und hundeitfältig früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete Und merke stets in gnaden drauf. Weil ich in Christo vor dich trete, So schließ mir herz und ohren auf; Doch gieb mir, bater, dies allein, Was mir fann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle Und wirf mich nicht im zorne hin. Weil ich, wie andre menschen alle, Im fleische schwach und blöde bin, So fördre meinen gang und stand Durch kraft und stärke deiner hand. 5.( Gedenke meiner, wenn ich leide; Wen hab' ich sonst, als dich allein, Der, bei der menschen haß und neide, Mein freund und tröster fönnte sein? Mit dir verlacht mein froher muth Der welt und gar des teufels wuth. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe Und wenn mich alle welt vergißt; Ber= sege mich in jenes erbe, Wo du mein theil und leben bist. Denn bleibst du nicht im himmel mein, So möcht' ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüIn deine hände hast du mich 3um heil und segen angeschrieben, Drum sieht mein hoffen bloß auf dich Und denkt, im glauben ungefränkt. Daß mein GOtt mein im besten denkt. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich nicht gedenken kann, Und blicke mich mit wohlgefallen In meinem ganzen leben an. Denn giebst du Mel. JEfu, deine heil'gen wunden. 598. Liebſter JEſu, gnadenfonne, Meines herzens zuversicht, meine freude, meine wonne, Ich komm' vor dein ange= sicht; Ob ich schon ein fünder bin, Werf ich doch den muth nicht hin, Weil ich, auch als asch' und erde, Nicht von dir verstoßen werde. 2. Zwar ich muß vor allen dingen, Ob ich gleich nicht völlig kann, Dir ein schwaches danklied bringen, Daß du mir viel guts gethan. Wollt' ich, HErr, von jugend auf Durch den ganzen lebenslauf Alle deine wohlthat zählen, Würden zeit und worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und seele, gut und stand, Kommt als dein geschenk und gabe, Bloß von deiner vaterhand. Habe dank für deine treu', Die mir alle morgen neu; Habe dank für deinen segen, Woran alles heil gelegen. 4. Stärke mich mit deiner güte, Bater, ferner tag und nacht, Führ' mich selber und behüte Mich durch deiner engel wacht; Laß dieselbe bei mir stehn, Wenn ich aus und ein muß gehn, Wenn ich reise, wache, schlafe, Wenn ich etwas gutes schaffe. 5. Segne alle meine thaten Durch den werthen segensgeist, Laß sie täglich so gerathen, Daß mein herz dich täglich preist: Es ist dein und nicht 22* 340 Von dem heiligen Leben und Wandel mein werk, Drum verleih' mir muth| Mel. Vater unser im himmelreid). ſtårf, Stets gerade durchzu- 599. majeſtät, Dem alle von gehen, Nicht auf menschengunst zu sehen. welt zu dienste steht, Du bist der HErr, der alles trägt, Was lebet, webt und sich bewegt; Dein ist ja reichthum, ehr' und pracht, In deiner hand steht kraft und macht. 2. Ich aber bin arm, blind und bloß, Mein mangel, meine noth ist groß, Drum bring' ich mein gebet 2ch schenke mir, o höchstes gut, Doch bor dich, Erhör' erhör' es gnädiglich! alles, was mir nichig thut. Gieb wahre buße, reu' und schmerz 3. Erleuchte mein verfinstert herz, und habe, nach so mancher schuld, Noch fernerhin mit mir geduld. Gieb meinem glauben kraft und licht, Ersege selbst, was mir gebricht. 4. Nimm, vater, der es einzig fann, Dich meiner seele herzlich an, Bewahre mich vor heuchelschein Und mache mein gewissen rein, Ja stehe mir, o heiland, bei, Daß ich recht fromm und gläubig ſei. 5. Gieb mir verstand in allem thun Und laß mich ganz in dir be= ruhn. Wo mein gemüth im zweifel steht Und, gleich den kindern, wankend geht, Da leite mich nach deinem rath Und fördere zugleich die that. 6. Treuer GOtt, du wirst mich lehren, Wie ich flüglich handeln soll, Daß mein thun zu deinen ehren und des vaterlandes wohl Immer eingerichtet sei; Höre mich und steh' mir bei, Daß des satans list und tücke Nie mein gutes ziel verrücke. 7. Hilf mir meine noth und pla= gen, Meines amtes bürd' und last Und sonst alles freudig tragen, Was du auferleget hast. Findet sich gefährlichkeit, Hinderniß, verdruß und neid, Laß mein herz sich ja nicht quälen, Sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl' ich meine fachen, Dir sei alles heimgestellt; HErr, du wirst es damit machen, Wie es deinem rath gefällt. Bricht auch freuz und noth herein, Scheinet es gar aus zu sein, Laß mich ruhn in deinem willen Und damit den fummer stillen. 9. Muß ich auch verspottung hören, Werd' ich hier und da verlacht, Laß dies meine ruh' nicht stören. Bin ich, welt, von dir veracht't? Wohl, mach' immer, was du willt, GOtt ist mir doch sonn' und schild, Wider den will ich nicht sprechen, Noch mich an den feinden rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm' ichs gern und willig an; Ich will GOtt nicht widerstreben, Wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, HErr, mach' mich dir getreu, Gieb gefunden leib dabei Und laß mich an deinem fügen und an deiner huld begnügen. 11. Soll ich aber bald erblassen, Will ich auch zufrieden sein; Kann ich sterbend dich umfassen, Ach, so schlaf ich fröhlich ein. Nimm die seel' in deine hand, Laß den leib un kühlen sand Ruhen bis zum auferstehen: Amen, bater, hör' mein flehen. 6. Wenn meine hand das ihre schafft, So gieb dem leibe stärk' und fraft. Erhalte mich gesund und frisch Und segne nahrung, haus und tisch, Beschere mir mein täglich brot Und sorge für mich in der noth. 7. Hilf, daß des lebens hig' und last, Die du mir auferleget hast, Mir nicht zu schwer zu tragen sei. Bricht meines leibes haus entzwei, So führ' durch Christi blut und pein Den geist in salems tempel ein. 8. Nun, HErr, ich bin in deiner hand; Mein leben, tod, beruf und stand, Mein wissen, wollen, reden, thun, Mein gehen, stehen, wachen, ruhn Befehl' ich deiner treuen hut: Mach' anfang, end' und mittel gut. 9. Mein GOtt, ich habe viel be und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit. gehrt und bin doch, leider, keines werth, Allein mich treibt die noth zu dir, Denn dieses alles fehlet mir; Drum tret' ich hier vor deinen thron, Erhöre mich durch deinen sohn. 10. Der hat die handschrift abgethan Und macht, daß ich recht beten fann. Sein geist hilft meiner schwachstehn: heit auf, Er rufet: abba! merke drauf, Daß dies mein flehen und geschrei Vor dir ein süßer weihrauch sei. 600. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. mir Err, wie du willst, so leben und im sterben, zu dir allein steht mein begier, Laß mich doch nicht verderben. Erhalte mich in deiner huld, Sonst wie du willst, gieb nur geduld, Dein will' ist doch der beste. 2. Verleihe mir zucht, treu' und ehr' Und luft zu deinem worte, Behüte mich vor falscher lehr', Gieb mir an jedem orte Was dient meiner seligkeit, Wend' ab all' ungerechtigfeit In meinem ganzen leben. 3. Soll ich einmal, nach deinem rath, Bon dieser welt abscheiden, So gieb mir, HErr, nur deine gnad', Daß ich es thu' mit freuden. Mein leib und feel' befehl ich dir, Ein felig end, o HErr, gieb mir, Durch JEsum Christum, amen. Von dem Gewinne der Gott= feligkeit. 341 zu ehren seßen, Die sich selbst gering hier schätzen. und lernet algumal, Welche die sein, die gehören zu der rechten christen zahl; Sie bekennen mit dem mund, Glauben fest von herzensgrund Und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die demuth haben Und find allzeit arm im geist, Rühmen sich ganz feiner gaben, Daß GOtt werd' allein gepreist, Danken ihm auch für und für; Denn das himmelreich ist ihr: Gott wird dort 3. Selig sind, die leide tragen. Da sich göttlich trauren find't, Die bejeufzen und beklagen Ihr und andrer leute sünd', Auch deshalben traurig gehn, Oft vor GOtt mit thränen Diese sollen noch auf erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen herzen, Da man sanftmuth spüren kann, Welche hohn und trop verschmerzen, Weichen gerne jedermann, Die nicht will der ſchütsuchen eigne rach' Und befehlen GOtt ßen, Daß sie noch das land besigen. Nach gerechtigkeit und treu', Daß an 5. Selig sind, die sehnlich streben ihrem thun und leben Nicht gewalt und recht, Sind aufrichtig, fromm noch unrecht sei, Die da lieben gleich und schlecht, Geiz, betrug und unrecht haffen: Die wird GOtt jatt werden Iaffen. 6. Selig sind, die aus erbarmen Sich annehmen fremder noth, Sind mitleidig mit den armen, Bitten treumit rath, Auch wo möglich mit der lich für sie GOtt; Die behülflich sind that, Werden wieder hülf empfangen Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines herzens jederzeit, Die in werk, wort und geberden Lieben zucht und heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt Die unreine lust der welt, Sondern sie mit ernst vermeiden, Werden Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 601. mit ommt, laßt euch den 8. Selig sind, die friede machen Und d'rauf sehn ohn' unterlaß, Daß man mög' in allen sachen Fliehen haz der, streit und haß. Die da stiften fried' und ruh', Rathen allerſeits daz zu, Sich des friedens selbst befleißen, Werden GOttes finder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, verfolgung, angst und pein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht befunden sein. Ob des freuzes noch so viel, Sepet GOtt doch maß 342 Von dem heiligen Leben und Wandel und ziel, Und hernach wird ers be-| macht mir einen muth, Mit dir mich lohnen Ewig mit den ehrenkronen. zu verbinden. Ach, tilge meine sünben, Bertreibe furcht und zweifel, Welt, schnöde luft und teufel. 8. Ich schwöre dir die treu' Und will hinfort aufs neu' Dein eigen= thum verbleiben Und dir mich ganz verschreiben; Dalt mich in deinen armen, Voll güte, voll erbarmen. 9. Ich weiß, es wird zuletzt Die müh' mit ruh' erseßt, Wenn alles leid geendet, Wenn alle noth gewendet; Drum gieb mir, nach dem leiden, Dort deine himmlsfreuden. 10. HErr, regier' zu allen zeiten Meinen wandel hier auf erd', Daß ich solcher( aller*) seligkeiten Auch aus gnaden fähig werd'. Gieb, daß ich mich acht' gering, Meine flag' oft vor dich bring', Sanftmuth auch an feinden übe, Die gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich armen helf und diene, Immer hab' ein reines herz, Die in unfried' stehn, verfühne, Dir anhang' in freud' und schmerz. Bater, hilf von deinem thron', Daß ich glaub' an deinen sohn, Und durch deines Mei. Wo GOtt der HErr nicht zc. geiſtes ſtärke Mich beſsleiße guter 603. Von allen menſchen abgen himmel oben, O HErr, hab' ich mein 602. Gesegnet ist der mann, herz und hand In meiner noth erhodem man ben. kann, Daß er sich GOtt ergebe Und ihm zu ehren lebe, Das böse meid' und hasse, Sich auf den HErrn ver= laffe. ich hoff' auf dich, Laß nicht zu schanden werden mich, Daß sich mein feind nicht freuet. 2. Denn feiner wird beschämet gehn Von denen, die dir trauen; In deiner hut die sicher stehn, Die feste auf dich bauen. In schande werden die gebracht, Die deine langmuth, güt' und macht Heilloser weis' verachten. 2. Ist nur der HErr sein licht, Trost, heil und zuversicht, Wird er nur GOtt vertrauen, Auf seinen schöpfer bauen, So können seine thaten Im segen wohl gerathen. 3. Aus GOtt entspringt das heil, Er ist das beste theil, Das unsern geist beglücket, Die quelle, die erquidet, Ein hartes herz erweichet, Dem dürren labsal reichet. 4. An diesem bache steht, Als wie ein baum erhöht, Wer fest an JEsu hanget Und weiter nichts verlanget, Als ihm, vor andern allen, Beständig zu gefallen. 5. Man sieht sein wohlsein blühn, Es stehet frisch und grün. Wie kann sein saft veralten? GOtt selbst will ihn erhalten; Und dessen fülle schenket, Was ihn erquickt und tränfet. 6. Fällt eine dürre ein, Die schädlich könnte sein, So bleibt er unbetrübet, Weil GOtt auch gnade giebet, Daß er in trauertagen, Kann seine früchte tragen. 7. Ach JEsu, höchstes gut, Dies 3. HErr, zeige mir doch deinen weg und deine recht mich lehre, Zeit' mich auf deiner wahrheit steg, Du bist mein ruhm und ehre, Mein heil und trost, mein schuß und rath, Auf deine rettung, hülf und gnad', HErr, wart' ich alle tage. 4. Gedenke der barmherzigkeit, Die mir dein wort zusaget, Und wende alles freuz und leid, Das mich im herzen naget. Zeuch deine treu' dir zu gemüth, Und deine wunderbare gür', Die von der welt her währet. 5. Gedenke doch hinfort nicht mehr An meiner jugend sünde, Noch daß ich dich erzürnt so sehr, Wie ich es nun empfinde. Gedenke aber mein allzeit Nach deiner großen gütigkeit Und väterlichen liebe. 6. Der HErr ist gnädig, fromm und gut, Den sünder zu berichten, und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit 343 Der elend ist und buße thut Ohn'| handel Nicht bei den sündern steht, heuchelschein und dichten: Er lehrt ihn seinen willen rein, Schreibt ihm den gar ins herz hinein, Den rechten weg zu wandeln. Tritt auch nicht auf den plan, Wo böse spötter richten Und freventlich vernichten, Was gut und recht gethan. 2. Wer GOtt von herzen liebet Und nimmt sein wort in acht, Sich in dem= selben übet Sowohl bei tag als nacht, Ist wie ein baum am fluß, Der sich stets höher schwinget Und reife früchte bringet, Weil er stets grünen muß. 3. Obschon die winde toben, Wird er doch nicht gefällt, Weil ihn der HErr von oben Mit starkem arm er= hält, Daß ihn kein böses rührt, Weil GOtt selbst, was er sinnet Und durch die that beginnet, 3um guten ende führt. 4. Dagegen zu verachten Sind gott'svergess ne leut'; Ihr dichten und ihr trachten Wird so von GOtt zer= streut, Wie spreu ein schneller wind Hoch in die lüfte treibet, Mit aller macht zerstäubet, Daß man sie nicht mehr find't. 7. Des HErren weg ist lauter treu' Und wahrheit jung und alten, Wenn sie ihn lieben und dabei Sein zeugHiß willig halten. OHErr, durch deine gnad' und huld Bergieb mir meine große schuld Um deines namens willen. 8. Wer in des HErren furcht sich hält, Der geht die beste straße; Wer gerne thut, was GOtt gefällt, Den wird er nicht verlassen. Er segnet ihn mit milder hand, Daß er kann wohnen in dem land', Und giebt es seineur samen. 9. Wer GOtt stets fürchtet, liebt und ehrt, Wird sein geheimniß wissen, Er wird den gnadenbund gelehrt, Kann reichen trost genießen. Mein auge sieht, HErr, stets zu dir, Denn du wirst meine füße mir Bald aus dem nege ziehen. * 10. Ach GOtt, dein antlig zu mir kehr' Durch gnädiges erbarmen, Und schic' mir hülf und rettung her, Mir einsamen und armen. Mein' herzensangst ist groß und viel, Mach'de= ren nun ein end' und ziel, Führ' mich aus meinen nöthen. 11. HErr, siehe meinen jammer an, Mein elend, sorg' und plage, Vergieb die sünd', die ich gethan Und täglich noch beklage. Schau meiner feinde große zahl, Bekehre die doch allzumal, Die mich frevel Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Err, wer wird in den 12. 2h trau auf Dich, bewahre 605. Huttendein Dit wohmich, Laß mich zu spott nicht werden, Laß schlecht und recht mich stetiglich Behüten hier auf erden. Ich harre dein und bitt', o GOtt, Du wollest mich aus aller noth, Als Israel er= lösen. 5. 3ulegt bleibt der gerechte Vor GOttes richterthron, Die frechen sün= denknechte Bekommen ihren lohn: Ihr weg in eil' vergeht. Wer GOttes güte trauet, Sein antlig ewig schauet und wohl vor ihm besteht. 6. HErr, gieb durch deine güte, Daß ich zu jeder stund' Ja hab ein solch gemüthe, Daß ich von herzensgrund Mich deiner recht' befleiß, Daß ich dieselben liebe, Darinnen mich stets übe, Zu deinem lob und preis. nung dort erlangen? Auch in der christlichen gemein Den ruhm noch hier empfangen, Daß er mit glauben sei geziert, Bom heil'gen geiste werd' regiert, Und sei ein kind der gnaden? 2. Wer sich der reinen lehr' befleißt Und liebet die gerechten, Nicht fremde güter zu sich reißt Mit einem schein des rechten, Hat nie betrug in seinem wandel Auf GOtmund, Die wahrheit sagt von hertes wegen geht, In seinem thun und zensgrund Und hasset alle lügen. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 604. Wh ohl dem, der ohne 344 3. Wer seinen nächsten nicht veracht't, noch aus verbitt'rung schändet, Kein unglüd mit der zunge macht, All' ding' zum besten wendet, Und lobet nicht gottlose leut', Hält aber hoch die frömmigkeit Und alle, die GOtt fürchten. 4. Wer seine wort' und zusag' hält, Nicht hinterlistig schwöret, Nicht wucher treibt mit forn und geld Noch wittwenbrot verzehret, Und nimmet tein geschenke an, Zu hindern den gerechten mann In seinen guten jachen. 5. Wer das thut, ist ein frommer christ, Das mag man sicher gläuben; Es wird ihn feine macht noch lift Von seinem orte treiben, Er wird beschüßt von GOttes hand, Behält sein glück und ehrenstand Bis an sein selig ende. Von dem heiligen Leben und Wandel. 4. GOttes gnädiges erbarmen Bleibt den frommen immer fest; Wohl dem, der die noth der armen Sich zu herzen gehen läßt! Wer da niemand unrecht thut, Sondern alles lieb' und gut, Dem wird GOtt viel heil verlei= hen, Alles thun muß ihm gedeihen. 5. Wenn die wolken werden blizen, Wenn es donnert in der luft, Wird er ohne sorge sizen Wie ein vöglein in der fluft; Er wird bleiben ewiglich, Auch wird sein gedächtniß sich Hier und dort auf allen seiten, Wie die grünen zweig' ausbreiten. 6. Wenn das unglück will ankom= men, Das die rohen sünder plagt, Bleibt der muth ihm unbenommen Und das Herz stets unverzagt. Unverzagt ohn' angst und pein Bleibt das herz, das sich allein Seinem GOtt und HErrn ergiebet Und die lieb' am nächsten übet. 7. Wer betrübte gern erfreuet, Wird vom höchsten wohl ergößt; Was die milde hand ausstreuet, Wird vom himmel reich erseßt. Wer viel giebt, erlanget biel; Was sein herz nur wünscht und will, Das wird Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 606. Wohl dem, der sich GOtt nach ſeinem willen Und zu rechter zeit fürcht't und scheuet Vor dem HErren seinem GOtt, Stlig, der sich herzlich freuet zu erfüllen sein gebot! Wer den höchsten liebt und ehrt, Wird erfahren, wie sich mehrt Alles, was in seinem leben Ihm der HErr sein GOtt gegeben. 2. Seine finder werden stehen Wie die rosen in der blüth', Sein ge= schlecht wird einhergehen Reich an GOttes gnad' und güt', Und was diesen leib erhält, Wird der herrscher aller welt Reichlich und mit vollen händen Ihnen in die häuser senden. 3. Das gerechte thun der frommen Steht gewiß und wanket nicht, Sollt' auch gleich ein wetter kommen, Bleibt doch GOtt der HErr ihr licht, Tröstet, ſtärket, ſchüßt und macht, Daß nach ausgestand'ner nach dem betrübten weinen Freud' und sonne wieder scheinen. * 6. GOtt vater, hilf mir fräftiglich Das böse überwinden, O JEsu Christ, befreie mich Von missethat und fünden, Oheil'ger geist, durch deine lehr'Ermuntre mich je mehr und mehr, Dem guten nachzustreben. 8. Aber seines feindes freude Wird er untergehen sehn, Denn den feinden und dem neide Kann es nie nach wunsche gehn. Wenn es ihnen gleich verdrießt, Daß der fromme glück ge= nießt, Bleibt es ihm doch sicher stehen, Neid und bosheit muß vergehen. * 9. HErr, regier' mein ganzes le= ben, Daß ich deine rechte halt', Daß ich herzlich gern daneben Armen helfe mannigfalt. Segne meinen tisch und haus, Daß ich wieder streue aus; Wende doch von mir aus gnaden Noth, verfolgung, spott und schaden Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 607. Lauf immerhin, verkehrte weil dirs so gefällt, Erjage schäß' und gü ter! Was wird dein vortheil endlich Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden. 345 6. Zwar hemmt der satan meinen lauf, Mein fleisch ist träg' und hält mich auf, Die welt will mich berücken; Allein, HErr, der du mächtig bist, Wirst ihre stärfe, trug und lift Ge= waltig unterdrücken. fein? Ein klumpen gold, ein eitler schein, Ein fummer der gemüther. 2. Ein GOtt ergebner christenmuth Erwählet sich ein besser gut, Ein gut, das nicht vergehet, Das, wenn dein schlackenwerk zerfällt Und weder feu'r noch probe hält, In ewigkeit bestehet. 3. Entfernt euch, güter dieser zeit! Die frone der gerechtigkeit 3st meines wunsches fille, Der jag' ich, weil ich lebe, nach Durch kampf und streit, durch noth und schmach, Und stehe niemals stille. 4. Mein leib und seele ruhen nicht, Weil herz und wunsch dahin gericht't, Das kleinod zu ergreifen; Ich eil' und lasse niemals ab, Wenn mir auch schrecken, furcht und grab Die hindernisse häufen. 5. Bleibt, sündenkinder, bleibet weg! Wer sich der tugend schmalen steg Zur laufbahn ausersehen, Wirft alles eitle willig hin und weiß den irdischen gewinn Mit großmuth zu verschmähen. Von der natürlichen Erfenntniß GOttes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 608. Err GOtt, du bist von ewigkeit und bleibeſt sonder ende, Die welt so groß, das meer ſo breit Sind werke deiner hände, Des himmels bau, der erde last Und was du, HErr, geschaffen hast, Lehrt uns dein wesen kennen. 7. Drum gieb, daß weder furcht noch lust, HErr, meine dir geweihte brust Von deiner liebe dringe; Hilf, daß ich auch durch angst und pein, Gehts fleisch und blut gleich schmerzlich ein, Nach jener krone ringe. IV. Von dem heil. Leben und christlichen Tugenden und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 2. Du bist voll glanz und majestät, Voll herrlichkeit und stärke. Wer deine größe nicht versteht, Dem zeigen deine werke, Daß du ein HErr der herren bist, Daß deine macht unendlich ist Im himmel und auf erden. 3. Ich ehre dich in solcher pracht 8. Erhalte mich durch deinen geist, Der mir den weg zum leben weist, mir weder streit noch neid Die krone In unverletztem glauben; So wird der gerechtigkeit, Die mir beſtimmt ist, rauben. 9. Ach JEsu, wann erscheint die zeit? Wann soll ich in der ewigkeit Den gnadenlohn erlangen? Zerreiß, zerbrich das marterjoch Und laß mich, wär's auch heute noch, In meiner frone prangen. Im herzen und mit worten, Mein geist erwäget tag und nacht Dein fennet jedem frei, Daß sonst kein heil an allen orten, Mein mund beGOtt und herrscher sei, Als du, den wir verehren. 4. Ach, aber ach, wie schrecklich blind Sind menschen, die doch sehen! Ach, menschen, die vernünftig sind, Berleugnen dich und schmähen: Es ist kein GOtt, es ist kein GOtt. Ver= dammtes wort, verfluchter spott, Der aus der höll' entspringet. 5. Verkehrte thoren dieser welt, Ihr GOttsvergeßne leute, Die safans strict gefangen hält, Ach, ändert euch noch heute! Erkennet GOtt, jetzt ist es zeit, Sonst müßt ihr ihn 346 Von dem heiligen Leben in ewigkeit Mit qual und pein erfennen. 6. Es zeigt euch ja der sinnen licht, Was doch der wahn bestreitet. Wer hat das erdreich zugericht, Den him- voll, Allezeit das beste wähle Und des mel ausgebreitet? Wer hat der sterne himmels nicht verfehle.. 3. Lehre mich, dich recht erkennen Und den weltdunst einzusehn, So kann ich dich vater nennen Und die eitelkeit verschmähn. So entsag' ich dieser welt, Die mir seelenneße stellt; So kann ich mein heil der seelen, JE= sum, finden und erwählen. großes heer, Das tief und stark um= dämmte meer, So wunderbar geschaffen? 7. Es muß ein großer meister sein, Ein wesen, dem nichts gleichet, Das diesen allen glanz und schein, Nebst der bewegung reichet. Gewiß, wer dieses überlegt, Dem wird sein steinern herz bewegt, Den wahren GOtt zu gläuben. 8. Geht nur zurück in euer herz Und treibt mit dem gewissen nicht etwa selbst verdammten scherz; So müßt ihr gleichfalls schließen, Was jedes volk auf erden gläubt: Es ist ein GOtt, der ewig bleibt, Ohn' anfang lebt und herrschet. 9. Ach GOtt, erwecke doch die welt, Die ganz im argen lieget, Dich und dein wort verächtlich hält Und deinen ruhm bekrieget. Du schlägest sie, sie fühlens nicht: Ach, wenn sie doch dein zorngericht Noch zur erkenntniß 94 21049 6 brächte! 10. Ich glaube, HErr, du bist mein GOtt, Das will ich jeden lehren, Sollt' auch der frechen thoren spott Deswegen sich vermehren. Ich weiß gewiß, ich traue dir: Du wirst noch ihnen, und auch mir, Daß du regierest, zeigen. und- chriftlichen Tugenden Was mir gut und nüglich ist; Gieb verstand, dem nachzugehen, Was ich, als ein rechter christ, Durch den wan= del zeigen soll, Daß ich, deines lichtes Von der übernatürlichen Erkenntniß GOttes. Mel. Werde munter mein 2c. öchster GOtt, in dei609. Höd nem lichte Seh' ich erst das rechte licht; Wenn ich mich nach solchem richte, Fehlen meine tritte nicht. Nun, mein licht, erleuchte mich, Ich bin finster ohne dich; Laß dein licht, zu deinen ehren, Sich in mir beständig mehren. 2. Gieb mir weisheit, zu verstehen, 4. Nun mein licht, ich seh' viel. mängel Und viel finsterniß bei mir; Sende deines bundes engel, Dieser leite mich zu dir. Dein geist stärke mein bemüh'n, Mich dem schatten zu entzieh'n, Hier das licht schon zu er= blicken, Das mich ewig soll erquicken. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 2c. 610. GOtt, mein vater und mein HErr, Du brunnquell aller gaben, Du bautest himmel, erd' und meer Und was sie in sich haben. Zulegt hat deine wundermacht Den menschen selbst hervor= gebracht, Und deine weisheit wollte, Daß er auf erden weit und breit Mit heiliger gerechtigkeit Und weisheit herrschen sollte. 2. HErr, diese weisheit mangelt mir, Der fall hat sie entrissen, Die weisheit, ohne welche wir, Das wahre heil nicht wissen. Sie ists, durch welche wir allein Schon hier im glauben selig sein Und dort im schauen werden. Was dir gefällt, was dein gebot Von uns erfordert, weiser GOtt, Weiß man durch sie auf erden. 3. Ach, diese weisheit sende mir Von deinem heil'gen throne, Daß sie, o'vater, für und für In meinem herzen wohne. Berwirf mich in dem jam= merthal Doch nicht aus deiner finderzahl: Ich bin dein knecht geboren. Ich bin ein schwaches menschenkind, Deß tage böf und wenig sind, Deß weisheit längst verloren. 4. Gieb, daß sie mir in dieser welt und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 347 Stets helfe thun und rathen, Mich lehre, was dir wohlgefällt, Und mich in allen thaten So fuhre, daß ich jederzeit, Durch ehr und schmach, voll freudigkeit Auf deinem wege gehe. Dein geist der weisheit leite mich, So irr ich nicht, bis daß ich dich In jenem leben sehe. 3. Ich kann dich von natur nicht kennen, Weil lauter thorheit in mir stedt; Drum laß dein licht im herzen brennen, Daß mir es deinen glanz entdeckt Und durch den strahl der herrlichkeit Mein herz zu deinem tempel weiht. 5. Kein sterblicher weiß deinen rath, Kein mensch weiß dein beginnen, Und was dein sinn beschlossen hat Begreifen feine finnen. Des menschen thun ist wandelbar, Sein rath und anschlag voll gefahr, Das herz beschwert mit sünden; Wir können, was auf erden geht Und was uns unter händen steht, Kaum treffen und ergründen. 6. Wer will denn nun, was himmlisch ist, O HErr, erforschen können? Wer will, was, HErr, dein rath beschließt, Erfahren und benennen? Es sei denn, daß du weisheit giebst Und fendest denen, die du liebst, Den lehrer aus der höhe, zu lernen, was auf dieser welt Aufrichtig ist und dir gefällt Und so ins Leben gehe. 7. Drum wende dich, mein GOtt, zu mir, Erhöre dies mein flehen, Zaß deine weisheit für und für In, um und bei mir stehen, Gieb, daß sie stets mein herz regiert, Damit mich nichts von dir verführt, Damit ich dich recht kenne, Dich liebe und dich fort und fort, HErr, meinen vater, schuß und hort, Rath, trost und heiland nenne. 4. Dein wort sei mir ein licht im glauben, Das mich zum wahren lichte führt; Laß mir doch keinen irrthum rauben, Was mir ein ewig heil gebiert. Kein schwindelgeist ver= führe mich, Kein zweifel sei mir hinderlich. hin zwar niemand kommen kann, Doch zeigst du uns dein angesichte Im worte deiner wahrheit an. Durch dieses licht seh' ich dein licht und finde troft und unterricht. 2. Befrei' mich von den finsternissen, Die im verstand und willen sein, Daß aug' und herz sich öffnen müſsen Bei deinem hellen gnadenschein. Nimm alle blindheit von mir hin, Daß ich im geist erleuchtet bin. 5. Gieb, daß ich JEfum mit dem munde und mit der that bekennen mag, So legt der glaub' im herzens= grunde Sich auch durch werke an den tag. Leg' mir ein solch erfenntniß bei, Das immerfort lebendig sei. 6. Und, wenn ich dich als vater fenne, Laß mich ein kind des lichtes sein. So oft ich meinen JEsum nenne, Drück mir sein bild ins herz hinein. Ich gläub' an deinen heil'gen geist, Drum gieb, daß er mein führer heißt. Erfenntniß deines willens bei, Daß 7. Leg' mir in deines wortes lichte ich kein baum, der ohne früchte, Kein schein, der ohne wesen sei. So thu' ich denn mit allem fleiß, Was ich nach deinem willen weiß. 8. Laß dein erfenntniß mir im leiden Ein brurnquell wahren trostes sein. Und scheinst du gleich von mir zu scheiden, Berbirgst du deines lichtes Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 611. Mein Gott, du wohnst schein; So hab' ich dich doch ſchon erkannt: Du mit einer hand. 9. 3war mein erfenntriß ist auf erden Noch stets voll unvollkommenheit, Dort aber wird es herrlich werden, In der vollkommnen ewigkeit; Da leuchtet mir der klarheit licht Bon angesicht zu angesicht. 10. Indessen laß mich dich erkennen Und fünftig weder noth noch tod Von deiner hellen wahrheit trennen, Dieweil dein wort mit schrecken 348 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden droht: Wer dich erkennt und nicht| und vein Soll mein liebstes wissen bekennt, Sei ewiglich von dir ge- sein, Weiß ich das in wahrem glauben, Wer will mir den himmel rauben? trennt. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 2. Andre mögen weisheit nennen, 612.b menschen flug und Was hier in die augen fällt, Ob fie weise sein, Es hoch dadurch zu bringen, Ob ihr verstand schon ungemein In weltgesinnten dingen, So sagt doch ein erleucht'ter chrift: Die rechte, wahre flugheit ist Die klugheit der gerechten. den schon nicht erkennen, Dessen weisheit alles hält; Mir foll Christi tod und pein Meine kunst und weisheit sein, Das geheimniß seiner liebe Ist, wo ich mein wissen übe. 2. Wer nur auf GOttes gnade sieht Und sucht darin zu stehen, Wer sich im glauben stets bemüht, Den weg luft zu gehen, Den Christi wort und leben weist, Ein solcher lebenswandel heißt Die Flugheit der gerechten. 3. Schärft, ihr menschen, eure sinnen Nur in list und eitelkeit, Sucht nur ehre zu gewinnen Bei den großen dieser zeit; Ich nur denke jener schmach Meines JEsu ernstlich nach, Weil es christen nicht geziemet, Daß man sich des eitlen rühmet. 4. Ich will andern gerne gönnen, Wenn sie hurtig und geschickt Große schäße sammeln können Und wenn ihnen alles glückt, Denn mein reichthum, glück und theil Ist der armen sünder heil; Dies kann ich in JEsu finden und die welt so überwinden. 3. Laß alle klugheit dieser welt Sich insgesammt verbinden, Sie macht ein herz, das GOtt mißfällt, Dennoch nicht rein von sünden; Dies große werk dagegen thut, Durch Christi JEfu theures blut, Die flugheit der gerechten. 5. Ei so komm, mein wahres leben, 4. Wer ist so klug, daß er vermag Komm und unterweise mich! Dir will Dem tode zu entfliehen? Ja wer er- ich mich ganz ergeben, Daß ich sonst fennet, welcher tag Ihn wird zur grube nichts weiß als dich; Allerliebste wis ziehen? Dies macht, daß er in äng- senschaft: Ach beweise deine kraft, Daß ften bleibt, Doch diese todesfurcht vertreibt Die klugheit der gerechten. ich einzig an dir hange Und nichts, als nur dich, verlange. 5. Wie denkt die klugheit dieser zeit So schlecht an tod und sterben! Wie fel'gen zu ererben! Viel größern trost, viel bessern roth Und ein gewisses erbtheil hat Die klugheit der gerechten. 6. GOtt, mache mich gerecht und flug, Nach deiner großen güte, Damit ich mich vor selbstbetrug Bei welt und fleische hüte, Und seßze, nach vollbrachtem lauf, Mir dort in jenem leben auf Die frone der gerechten. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 613. range, welt, mit deiDas du jeßt so hoch gebracht; Ich kann deine weisheit missen, Die mehr welt als himmel acht't. Meines JEsu kreuz 6. Weiß ich keinen trost auf erden, Klagt mich mein gewissen an, Will nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des geseges joch, So erinnre du mich doch, Daß, da du für mich ge= storben, Du mir gnad' und heil erworben. 7. JEsu, pflanze dieses wissen Täglich tiefer in mein herz, Sei mein licht in finsternissen, Sei mein trost in todesschmerz. Laß mir deinen tod und pein Immer im gemüthe sein, Daß es glaubensvoll bedenket, Wie du mir dich ſelbst geſchenket. 8. Endlich, wenn des todes grauen Alles wissen von mir treibt, So laß mich den trost noch schauen, Der mir einstens ewig bleibt. JEsu leiden, und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 349 freuz und pein Soll mein letztes wissen| daß in mir durch deine kraft Die weissein: JEfu, hilf mir das vollbringen, heit werd' erwecket. So will ich dir dort lobsingen. -614. Gott Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Ott, dessen gür' sich weit ergießt, Du quell, draus alle weisheit fließt, Ich Plage dir mit schmerzen, Daß keine lieb' zur weisheit ist Bei mir in meinem herzen. 3. Ich bin zum guten träg' und blind, Bergieb mir, vater, solche sünd', Erleuchte mein gemüthe, Daß es hinfort die weisheit liebt Und sucht von deiner güte. 2. Die weisheit ist die höchste zier, Doch hab' ich wenig luft zu ihr; Viel- gehren zu erfüllen. mehr hab' ich belieben Zur eitelkeit der schnöden welt, Darinnen mich zu üben. 4. Denn ich erkenn' und spüre nun, Daß mein und aller menschen thun, All's glück und aller segen Bei dir be= steht, wer ihn da sucht, Der geht auf rechten wegen. 5. Es steht in feines menschen macht, Daß sein rath werd' ins werk gebracht, Daß er sich dessen freue; Des höchsten rath macht ganz allein, Daß menschenrath gedeihe. 6. Oft denkt der mensch in seinem muth, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch nicht getroffen. Oft meinet er, daß schädlich sei, Worauf er sollte hoffen. 7. So fängt auch mancher weise mann Ein werk oft stark und eifrig an Und bringts doch nicht zum stande; Er meint, daß er gar fest gebaut, Und steht doch nur auf sande. 10. Verleih', o HErr, daß ich zu dir Mein herz mag richten für und für, So oft ich was anfange, Und daß ich dann aus gnaden auch Den rath von dir erlange. 8. Obgleich ein mensch sonst weisheit hat, So weiß er doch nicht GOttes rath, Noch was der auserwählet. Der ird'sche leib beschwert den geist, Daß er gar leichtlich fehlet. 9. Drum gieb mir, GOtt, das edle licht, Das sich von deinem ange= ficht In fromme seelen strecket, Auf 11. Gieb mir verständniß aus der höh', Und daß ich nimmermehr besteh' Auf eignem sinn und willen; Laß mich ja nicht was du nicht willst, Be= 12. Hilf, daß mein Herz zu jeder zeit Zuvor gern höret andre leut' Und all's wohl unterscheidet, Die geister prüft, ihr herz erkennt, Was mir kann schaden, meidet. 13. 3sts werk von dir, so gieb mir glück; Ists wider dich, so treibs zurück Und ändre meine sinnen. Was dir mißfällt, laß von ſich selbſt Ohn' nachtheil nur zerrinnen. 14. Was ich thun und verrichten foll, Laß andern mit gefallen wohl, Ihr herz auch dazu wende, Daß ichs darauf mit ihrer hülf Auch bald nach wunsch vollende. treib', Daß ich in meinen schranken 15. Den stolz und vorwiß von mir bleib' Und mich zu dem bequeme, Was mich deß annehme. mir obliegt in meinem amt, Daß ich wort', Stets unterscheide zeit und ort 16. Gieb, daß ich wäg' all' meine Bei allem thun und lassen; Wenn sich auch giebt gelegenheit, Daß ich sie recht mag faffen. 17. Das finstre laß mich nicht zum licht, Das licht zum finstern machen nicht; Hilf, daß ich ehrlich handle, In allem thun bis an mein end' Aufrichtig vor dir wandle. * 18. GOtt vater in dem höchsten thron, Gieb mir durch Christum deinen sohn Des geistes gute gaben, Daß ich dadurch in allem mag Die rechte weisheit haben. 350 Von dem heiligen Leben Von der Erhebung des Herzens zu GOtt durch Andacht und gute Betrachtungen. Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. 615. Mein Eu, ach ich nahe mich furcht zu deinem throne, Ich, der ich schwach und jämmerlich In Kedars hütten( a) wohne: Laß mich auf deinem rauchaltar Kein fremdes feuer bringen dar, Das mich verzehren möchte. 2. Laß immer eine reine glut In meinem herzen brennen, Im wahren glauben auf dein blut Dich meinen heiland nennen, Und weil der satan mächtig ist, So mach' mich immerdar gerüst't, Ihm stark zu widerstehen. 3. Ein reines opfer laß nich dir, So lang'ich lebe, bringen, In unschuld, freu und glaubenszier Viel andachtslieder singen. Erhalt' mein herz bei diesem sinn, So lang' ich hier noch wallend bin; Dort wird es besser und christlichen Tugenden 4. Verschließt das Herz den eiteln finnen, Laßt ihre wuth nicht meister fein, Laßt euch die lüste nicht gewin= nen Und haltet die begierden ein. Schweift ihr verkehrter trieb herum, So eilt zu GOttes heiligthum. 5. Ergößet euch an geistes schäßen, Die schön und unvergänglich sind Die euren geist in ruhe setzen, Als der da volle g'nütge find't. Geht selbst in euer herz hinein Und sammelt lauter gutes ein. werden. ( a) d. i. unter den gottlosen Ps. 120, 5. die von Ismaels geschlechte und bosheit sind. 1. B. Mios. 25, 13. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 616. Wie lieblich ist es in 617. Wenn wir des höchſten stille, 6. Mein GOtt, eröffne mir die pforten, Führ' mich in deinen liebesfaal; Ich habe lust zu deinen worten, Denn diese stillen alle qual. Komm, nahe dich, tilg' allen schmerz Und öffne mir jetzt schrift und herz. 7. Mein glaube sieht den himmel offen, Der mich bereits zu dir erhöht, Wo ich kann gnad' und leben hoffen, Ob sturm und wetter auf mich geht. Wer sich in dir vergnügen kann, Sieht welt und pracht verächtlich an. 8. Ich will mich von der welt entfernen, Weg schnöder eitelkeiten wust! Hinauf, mein herz, hinauf zu'n ſternen, Mein 3Esu, du bist meine lust! Wie selig geht die zeit dahin, Wenn ich mit dir alleine bin. allein zugegen ist, Wo unser herz in herzenslust in dieser zeit Zu sehn, zu seiner fülle Der süßen einsamkeit ge- schmecken denken, So müssen wir nießt; Da schmeckt man in zufrieden- herz, muth und sinn Ganz von der heit Des höchsten güt' und freund- welt zum himmel hin, 3u GOtt und lichkeit. 2. Wohl dem, der stets in GOttes schranken Geist, herz und sinne halten fann! Der schwinget sich mit den gedanken In heil'ger lust zum himmel an, Der schmecet schon in dieser zeit Des himmels reiche süßigkeit. 3. Was hängt man doch an eitler erden Und denkt bald da, bald dort hinaus? Ihr, die ihr wollet selig werden, Gedenket doch an jenes haus, Das GOttes huld für euch erbaut Und das ihr jetzt im glauben schaut. JEsu lenken. 2. Glückselig ist, wer seinen geist Der eitelkeit mit macht entreißt, Er lebt in fried' und freuden. Wer aber in der erde wühlt Und nur den trieb zum eitlen fühlt, Spürt nichts als forg' und leiden. 3. Drum richt' ich auch verstand und herz Zu meinem JEsu himmelwärts, Der ist, was mich ergößet; So daß mein geist ganz ungestört Nur JEsum schmecket, sieht und hört, Der mich in ironne sepet. und zwar von der Erhebung des Herzens zu GOtt. 4. Ja zeuch mich, JEsu, selbst von dem, Was welt und fleische an genehm, Und fülle mein gemüthe Mit deines geistes süßigkeit, Mit dem, was mich in dir erfreut, Mit strömen deiner güte. 5. Ich seh' oft sehnlich in die höh'; Es geh' auf erden, wie es geh', Kann dich mein glaube sehen, So acht' ich feine lust der welt, Weil sie mein herz für nichtig hält: Nach dir, HErr, geht mein flehen. 6. Denn wird von dir mein matter geist Mit lebensmanna nur gespeist, Will ich an nichts sonst denken; Ich will dir seele, muth und sinn, Sammt allem, was ich hab' und bin, Zum eigenthume schenken. 7. Ach theurer JEsu, höre mich: Gieb mir ein solches herz, daß ich Doch sonst von nichts mag wissen, Als nur von dem, was dir gefällt; Laß mich der eitelkeit der welt Nur völlig sein entriffen. 351 zum himmel gehn. Doch, wenn man dieselben hört, Sei du selbst, der uns bekehrt, Laß dein wort das Herz durch= dringen Und gewünschte früchte bringen. 5. Rede, HErr, und gieb uns allen Deinen guten geist dabei, Der, wenn uns dein wort entfallen, Unser treuer lehrer sei. Dieser macht das herz ge= wiß Und erinnert alles dies, Was dein theures wort zusaget, Wenn das herz im zweifel fraget." 6. Rede, HErr, und laß uns hören, Daß dein volk in friede sei; Wider alle, die ihn stören, Steh' uns, vater, fräftig bei. Sprich uns muth und leben ein, Wenn wir in bedrängniß sein; Laß uns freud' und wonne hören, Wenn sich welt und höll' empören. 7. Rede, HErr, ich habe ferner, Mit der welt nichts mehr zu thun; Ihre reden sind wie dörner, Ach wer kann auf solchen ruhn? Dein wort ist, was trostreich klingt Und boll kraft ins herze dringt. Weg, was unsre ruhe störet! Rede, HErr, denn dein knecht höret! Mel. Werde munter mein 2c. 618. Rede, Err denn dein knecht höret, Herz und ohr ist aufgethan; Was mich deine stimme lehret, Nimmt mein geist be= Von der Furcht GOttes. gierig an. Gieb mir deinen willen ein, 619. rhab'ne majestät An macht und will gern dein schüler sein; mich in deiner lehre, Daß ich wie ein jünger höre. reich, Wer ist dir an gewalt In melt und himmel gleich? Vor dir erbebet höll und welt, Und was dein arm um= schlossen hält, Muß deinen scepter 2. Rede, HErr, durch deine schriften In des herzens grund hinein, Laß mich hier auf Zions triften Unterscheuen Und sich mit zittern freuen. deinen schafen sein; Diese weide macht mich satt, Wenn die seele schwach und matt, Daß ich neue Fräfte friege, Und, als adler, aufwärts fliege. 3. Rede, HErr, durch mein gewissen, Weck' es doch mit schrecken auf, Reiß' mich aus den finsternissen, Hemme meinen fündenlauf; Wenn sich das gewissen regt, Wird die bosheit abgelegt; Wed' es auf, damit ich kämpfe Und der sünden anfall dämpfe. 4. Rede, HErr, durch deine knechte, Die im heiligthume stehn, Denn da hört man deine rechte, Wonach wir 2. Du hast durch deine kraft Den himmel ausgestreckt, Die erde fest gez sept, Der see ein ziel gesteckt. Dein wort bewegt der berge grund Und stürzt sie in des meeres schlund. Willst du zur strafe ziehen, So kann kein mensch entfliehen. 3. Wir alle sind dein thon Und werke deiner hand, Leib, seele, gut und blut Hast du uns zugewandt. Du schreibst dem menschlichen geschlecht, Geseße vor mit höchstem recht, Und kannst sein thun und den= ken, Wie dirs beliebt, umschränken. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 352 4. Gieb meiner seele doch, O GOtt, dein göttlich licht und unterweise mich, HErr, von meiner pflicht, Bis du mich überzeuget hast, Wie hoch ich, deiner erde gast, Verbunden, deinen willen Gehorsam zu erfüllen. 5. Präg' deine gegenwart, HErr, den gedanken ein, Laß mich im dunfeln auch Dein helles auge scheun. Erinnere mich deiner macht Und jener pein der langen nacht, Wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu verfagen. 6. Doch gieb, daß meine furcht Vor dir nicht knechtisch sei, Befreie mein gemüth Von zwang und heuchelei. Schenk' einen findlich- freien geist, Der willig thut, was du ihn heißt, Und der, bei reiner liebe, Sich im gehorsam übe. 7. Laß, schöpfer, diese furcht Vor deiner majestät Den güldnen zügel sein, Darin mein wille geht, Halt' ihn damit auf rechter bahn, Treib' ihn zu allem guten an; So wird in dem gewissen Eich fried' und freude fuifferz. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 620. Mein ein GOtt, weil ich in meinem leben, Dich stets vor augen haben soll, Wirst du mir auch ein herze geben, Das deiner furcht und liebe boll; Denn soll mein christenthum bestehn, Muß lieb' und furcht beisammen gehn. 2. 2aß deine furcht bei thun und denken Den anfang aller weisheit sein Und mich auf solche wege lenken, Die sicher, heilig gut und rein. Denn fürchtet man dich in der that, So meidet man der thorheit pfad. 3. Der geift, den du mit, Err, gegeben, Ist ja ein geist der furcht des HErrn; Laß mich nach seinem triebe leben, Daß ich dich herzlich fürchten lern', Doch laß die furcht auch findlich sein, Und ihn in mir das abba! schrein. 4. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich hut' und schäme, Was HErr, vor dir ein greuel ist; Ja deine furcht bewahre mich Vor allen sünden gegen dich. 5. Laß mich vor deinem zorn erbeben Und wirke wahre buß' in mir, Laß mich in furcht und sorgen leben, Daß ich die gnade nicht verlier', Die mich, der ich voll missethat, Mit lang= muth noch ertragen hat. 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, Das weder welt noch teufel scheut, Wehr' allen schnöden hindernisſen, Nimm weg des fleisches blödigkeit, Daß keine menschenfurcht mich schreckt, Noch je, unrecht zu thun, erweckt. 7. Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine furcht mein leitstern ſei, Damit ich allzeit redlich handle, Nichts thu' zum schein aus heuchelei. Ich weiß, du siehst ins herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen sein. 8. Doch laß mich feine trübsal scheuen; Durch freuz und widerwärtigkeit Muß wahre gottesfurcht gedeihen, Die krönet uns zu seiner zeit. Drum gieb mir einen tapfern sinn, Wenn ich in furcht und hoffnung bin. 9. Laß mich, mein GOtt, mit furcht und zittern, Stets schaffen meine seligkeit und deinen geist ja nie erbittern Durch eigensinn und sicherheit, Ach stelle mir die hölle für, Daß ich den himmel nicht verlier'. 10. In deiner furcht laß mich auch sterben, So fürcht' ich weder tod noch grab; Da werd' ich die verheißung erben, Die mir dein wort aus gnaden gab: Die gottes furcht bringt segen ein, Ihr lohn wird eine krone sein. Mel. Aus diesem tiefen grunde. 621. gnädigſter erbarmer, treu', Ach hör', jetzt flag' ich armer Voll seufzen, schmerz und reu': So herzlich ich auch wollte, So wenig kann ich dich Doch fürchten, wie ich sollte; Erbarm' dich über mich! 2. Die größe deiner stärke, Den zorn, der schrecklich bräut Die weiß und zwar von der Liebe gegen GOtt und den Nächsten. 353 10. Geld, hoheit und vergnügen, Des fleisches ungeduld, Des satanas betrügen, Der menschen furcht und huld, Und was man sonst kann nennen, Laß mich, HErr, ewiglich Von deiner furcht nicht trennen, Denn sonst verläßt du mich. 11. Laß mir den trost der fromnen, Auch unter aller last, Nicht aus dem sinne kommen, Da du versprochen hast, Du wollst erbarmen, segen, Trost, rettung aus der pein, Und heil auf alle legen, Die gottesfürchtig sein. 12. Gieb fraft zu allen zeiten In deiner furcht zu stehn; Laß sie mich führen, leiten, Mir stets zur rechten gehn. Denn fürcht' ich deinen namen, So bleibest du mir nah, Und so wird auch mein amen In JEsuChristo: ja! heit deiner werke, Die macht, allwisfenheit Und ungemeß'ne güte, HErr, fürchtet jedermann; Nur mein verderbt gemüthe Denkt leider nicht daran. 3. Drum bitt' ich dich von herzen: Ach bater, laß mich nicht mit deinem worte scherzen, Gieb, daß dein streng gericht mir stets vor augen schwebe, Daß ich nicht sicher, frei, Noch gottvergessen lebe Und nie vermessen sei. 4. Weil gottesfurcht und liebe Der weisheit anfang heißt, So schenk' mir deren triebe und gieb mir deinen geist, Den geist der kraft und stärke, Den geist der furcht des HErrn; So üb' ich gute werke Durch seine leitung gern; 5. So merk' ich deine worte, Die scharf und gnädig sind Und fürcht' an jedem orte Dich, als dein liebes find; So sollen herz und sinnen, Wort, werfe, lust und trieb Nichts denken und beginnen, Als, höchster, was dir lieb. Mel. Von GOtt mill ich nicht 2c. uursprung triebe, 6. Laß mich mit schmerz empfin- 622. Dubrund get free den, Was wahre buße sei; Gieb, daßlichkeit, Du wesentliche liebe, Der du ich alle sünden, Als teufelswerke, scheu zu aller zeit Den menschen gnädig bist, Und mich so wohl betrübe, Daß ich Der gegen geistlich armen So mild, der hölle werth, Als, daß ich deine so voll erbarmen, Der auch mein valiebe Verscherzt, in haß verkehrt. ter ist; 7. Wenn trubsal, angst, gebrechen Und freuz mir meine ruh', Geduld und glauben schwächen, So sprich mir tröstlich zu. Ach gieb mir armen sünder Kein knechtisch schrecken ein, Laß mich, wie wahre finder, Voll furcht und liebe sein. 8. Verwahre meine sinnen Und alles, was an mir, Von außen und von innen, Durch wahre furcht vor dir, Daß ich mich zu dir lenke, Nichts denke, red' und thu', Wobei ich nicht gedenke: Mein vater schauet zu. 9. Gieb, daß sich mein begehren Nach deinem willen richt'; Laß mich aufmerksam hören, Was deine weisheit spricht; Laß nichts ohn' überlegen, Ohn' demüthvolles flehn, Ohn' deine furcht und segen In meinem thun geschehn. Von der Liebe beides gegen GOtt und den Nächsten. 2. Ach ich gesteh' mit schmerzen und klage dir mit reu', Daß deiner lieb' im herzen Bei mir gar wenig sei. Zwar deine schöpfershand Schuf uns voll reiner liebe, Doch diese heil'gen triebe Hat uns die sünd' entwandt. 3. Die flamme liegt erstorben, Die du, mein licht, entzünd't. Ich bin durch= aus verdorben, Ein ungerath'nes kind: Dich, JEsu, lieb' ich nicht; Auf das, was ich soll hassen Und was ich müßte lassen, Ist all mein sinn gericht't. 4. Das urtheil ist gesprochen: Tod ist der fünden sold. Du läßt nicht ungerochen, Wenn man der fünde hold; Ja der ist gar verflucht, Der JEsum nicht will lieben, Drum wollst du gnade üben An dem, der sie jetzt sucht. 5. Will etwa mein verlangen An welt und freatur Und an mir selber 23 354 Von dem heiligen Leben hangen, So dämpfe du es nur; Reiß aus was sündlich heißt; Dein göttliches geschäfte Dämpf alle bösen kräfte, Und was mich von dir reißt. 6. O JEsu, deine flammen Sind feurig, zart und rein, Weil sie von liebe stammen und reich an kräften sein. Ach reinster, rein'ge mich; Ach flamme, laß mich brennen; Ach liebe, laß dich kennen; Ach JEsu, zeige dich! 7. Gieb, daß ich alles lasse, Was dir zuwider ist; Gieb, daß ich alles haffe, Dem du entgegen bist. Ach laß doch, schönstes licht, Mich deinen guten willen In lieb' und leid erfüllen, Bis einst mein herze bricht. 8. Gieb mir, o lebensfürste Daß ich nach deiner treu Nur seufze, hungre, dürste Und auch gesättigt sei. Laß nur von dir allein Und deinen liebespro= ben Mein reden und mein loben Und all' mein dichten sein. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 9. Laß mich um deinetwegen Auch 624. Mein Gott, du ſelber gegen jedermaun Wahrhafte liebe hegen; Und wird mir leid gethan, Das ded' die liebe zu. Gieb, daß ich ohn' verschulden Mit segnen, beten, dulden Auch feinden gutes thu'. und wesentliche liebe; Gieb, daß ich als ein wahrer christ, Rechtschaffne liebe übe; Gieb nach dem reichthum deiner güt', Du liebesquell, in mein gemüth Die reinsten liebestriebe. und christlichen Tugenden lieb' entbrenne Und erkenne, Daß in der wahrheit ich Mich JEsu jünger nenne. 4. Laß 2. Ich bitt' noch mehr, o HErr mein GOtt: Gieb, daß es mir gelinge, Daß dich mein geist, HErr zebaoth, Mehr liebt, als alle dinge. Gieb, daß ichs auch von herzen gut Mit meinem nächsten meine. Du alleine Entzünd'st auch diese glut; Was gut an mir, ist deine. 3. Verleih', daß ich aus herzensgrund, Nicht blos mit worten, liebe, Daß sich die hand so wie der mund, In liebeswerken übe; Damit mein nächster auch durch mich In gegennicht lust noch furcht von dir, Mein GOtt und schöpfer, kehren; Laß deinen guten geist in mir Die liebesflamme nähren, Die dir mein treues herze weiht; Laß ihre glut nichts hindern Noch vermindern: Die unvermögenheit Herrscht noch in deinen findern. 5. Ich lieg' im streit' und widerstreb' Der bosheit in dem herzen; Ich fürchte, wenn ich lieblos leb', Dein lieben zu verscherzen. Drum, HErr, verein'ge dich mit mir, Damit ich fromme triebe Reiner liebe, Wie du willst, für und für An meinem nächsten übe. Mel. Ich ruf zu dir, HErr 2. 2. Ich habe dich von herzen lieb, HErr, meine fraft und stärke! Durch 623. hruf dich an, HErr deine gnade, geiſt und trieb VollJEfu Christ, Du brunnquell reiner triebe, Der du die liebe selber bist: Verleih' mir wahre liebe, Entzünde meine falte brust Und gieb mir, wie ich flehe, Aus der höhe 3um lieben rechte lust, Daß dein gebot geschehe. bring' ich liebeswerke, Mein fels und burg, mein horn und heil! Wohin ich allzeit flieh' und eil, Wenn ich ein un-. glück merke. 3. Was alle freaturen mir An trefflichkeiten zeigen, Das find' ich, höchstes gut, in dir Viel besser und ganz eigen; Wie sollte sich nun herz und sinn Nicht, großer schöpfer zu dir hin Ju wahrer liebe neigen? 4. Je näher ich mich zu dir thu", Je mehr werd' ich vergnüget, Dieweil mein theil, darin ich ruh', In dir ver= borgen lieget. Du bist ja allerdinge schön, Hnd was läßt du für weisheit sehn, Die alles herrlich füget! 5. Verlangt mich nach gewalt und macht, So bist du HErr, allmächtig; Begehr' ich hoheit, ehr' und pracht, So bist und machst du prächtig; Be und zwar von der Liebe zu GOtt und JEsu. gehr' ich reichthum, stärk' und kraft, Du bist, der dieses alles schafft Und giebst es wohlbedächtig. 6. Dieweil du mich von ewigkeit Geliebet und noch liebest Und dich in dieser gnadenzeit Mir ganz zu eigen giebest, So lieb' ich dich und will allein Zeitlebens dir ergeben sein, Auch wenn du mich betrübest. 7. Entzünde mich und laß mich nur In deiner liebe brennen; HErr, laß mich keine kreatur Von deiner liebe tren en. Du sollst mein höchstes gut allein Und meiner seele wonne sein, So will ich dich stets nennen. 8. Muß denn aus deiner liebe nun Des nächsten liebe fließen, So laß mich gerne gutes thun Und nie mein herz verschließen Vor deren noth, die deiner huld, Ob sie gleich fünder, die voll schuld, So gnadenreich genießen. 9. Es sei mein nächſter, wer er ist, Er ist in deiner liebe; Jedoch ist er ein wahrer christ, Wie heiß find deine triebe! Du gabst den sohn für alle hin; Gieb, daß ich diesem ähnlich bin Und lieb' an allen übe. 10. Ich liebe, bater, den du liebst, Un dem so viel gelegen, Daß du ihm deinen himmel giebst, Ich lieb' ihn deinetwegen. Laß diesen liebestrieb in mir So wohl zum nächsten als zu dir Sich ohn' aufhören regen. best, Da 2. Da du mich als ein bater liemich dich lieben als ein find; dein eigen kind mir giebeſt, So mach' mich dir auch gleich gefinnt; Laß du 355 Laß meiner liebe gegenschein Aufrichtig und voll inbrunst sein. 3. Gieb, daß dein geist, der geist der liebe, Mein ganzes herz recht brennend macht, Daß ich mich stets im lieben übe, Dieweil du mich so hoch geacht't Und mir dies theure liebespfand 3um trost der seele zugesandt. 4. Hilf, daß ich dir vor allen dingen Mit reiner lieb' ergeben sei; Ja, laß mich deine liebe dringen, Damit ich ohne heuchelei Von ganzem Herzen, muth und sinn Durch lieb' and treu dein eigen bin. 5. Vertilg', o HErr, durch deine liebe In mir die liebe dieser welt, Daß ich dein herz ja nicht betrübe, Wenn mir die eitelkeit gefällt. Die liebe zu der kreatur Erstickt die liebe GOt= tes nur. Von der Liebe zu Gott und JEfu. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 625. Du brunnquell aller rei- als der tod. liebe, Der du mich je und je geliebt, Erfülle mich mit solchem triebe, Daß dir mein herz fich ganz ergiebt und stets mit allen träften strebt, Daß es in deiner liebe lebt. 6. Laß mich, um deiner liebe willen, Was du befiehlst, mit freuden thun; Kann ichs nicht insgesammt erfüllen, Wird deine huld dabei beruhn meine schwachheit leisten kann. Daß ich aus liebe das gethan, Was 7. Wer dich recht liebt, muß alles liert; Drum gieb mir gnade, das zu hassen, Wodurch man deine huld verlassen, Was mir nur fluch und zorn gebiert. Laß mich die liebe zu di ziehn Und alle sünden erristlich fliehn. 8. Aus liebe laß mich endlich leiden, Was mir dein weiser rath betimmt; Nichts soll mich von der liebe scheiden, Wenn mich auch gleich der tod hinnimmt. Liebt JEsus mich, so hats nicht noth, Die lieb' ist stärker 9. In dieser liebe laß mich sterben, So ist auch sterben mein gewinn, Weil ich, mit allen himmelserben, In deiner liebe selig bin. Da wird die lieb' in vollem schein Kein stückwerk, stets vollkommen sein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 626. Mich dich nur habe, ein 23* 356 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Frag' ich nach erd' und himmel nicht,| fest zu dir, Daß ich in dir sei, du in Dieweil ich mich an dir nur labe, mit. Der du mein GOtt, mein trost und licht. Mein herz, dem sonst kein trost bewußt, Sucht dich und lacht der eitlen lust. 2. Sollt' mir auch leib und seel' verschmachten, So hoff ich doch getrost auf dich; Nichts will ich alle plagen achten, Denn blos an dir erquick' ich mich; Erhebt sich alles wider mich, Ich bleib' an dir und liebe dich. 3. Hab' ich nur dich, so hab' ich alles, Was meine seele wünschen kann; Mit dir fürcht' ich mich keines falles: Denn liebst du mich, was ficht mich an? Ich gläub' und weiß: du bist mein theil, Mein herzenstrost, mein seelenheil. 6. Gieb, daß ich mich der welt ent= ziehe, Die nur in fündenstricken führt, Und ihre güld'ne nege fliehe, Darinnen mancher sich verliert, Wenn er, bei wollust, gut und geld In seelennoth und tod verfällt. 7. Führst du mich gleich auf rauhen wegen, Ist doch dein kreuz ein lie= besseil; Die dessen vortheil recht erwägen, Die finden hier das beste theil, Dieweil sie auch die dornenbahn Zu lauter rosen führen kann. 8. Und endlich reiche mir im sterben Auch deine liebesarme zu Und ziehe mich aus dem verderben Durch JEsu tod ins land der ruh'. Dort ist die beste einigkeit, Da liebt man in vollkommenheit. 627. W GOtt nicht lieben, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ie sollt' Der mich doch je und je geliebt, Der 628. Herzlich lieb hab' ich dich, mir sein ganzes herz verschrieben Und seinen sohn zu eigen giebt. Durch diese gabe zeigt er an, Wie herzlich er mir zugethan. von mir nicht fern Mit deiner hülf und gnaden. Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach erd' und himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann 2. Er hat von ewigkeit beschlossen: haben. Und wenn mir gleich mein Ich soll sein kind und erbe sein. Bis- herz zerbricht, Bist du doch meine zuher ist keine zeit verflossen, Da nicht ein neuer liebesschein Mich täglich fester überzeugt, Er sei mir väterlich geneigt. versicht, Mein theil und meines herzens trost, Der mich durch sein blut hat erlöst. HErr JEsu Christ:: mein GOtt und HErr, In schanden laß mich nimmermehr! 3. So liebreich ist er mir gewogen, So liebt er mich von anbeginn; Und weil er mich zu sich gezogen, Daß ich nicht mehr mein eigen bin, So mach' ich billig diesen schluß, Daß ich ihn wieder lieben muß. 4. Wer wollte sich nicht ziehen las fen, Wenn man in liebesfeilen geht? Gewiß, der muß sich selber hassen, Den dieser kräftige magnet, Nicht zu der gegenliebe zieht, Die je und je im herzen glüht. 2. Es ist ja dein geschenk und gab' mein leib, seel' und alls was ich hab' In diesem armen leben; Damit ichs brauch zum lobe dein, Zum nuß und dienst des nächsten mein, Wolst du mir gnade geben. Behüte mich vor falscher lehr', Des satans moid und lügen wehr, In allem freuz erhalte mich, Auf daß ichs trag' geduldiglich. HErr JEsu Christ mein HErr und GOtt, Tröst' meine seel' in todesnoth. 5. Doch weil ich nicht von solchen fräften Bei meines fleisches schwachheit bin, Mich an dein treues herz zu heften, So zieh', mein GOtt, den trägen sinn Durch deine kraft so 3. Ach Herr, laß deine engelein Am legten end' die seele mein In Abrahams schooß tragen, Den leib in seinem kämmerlein Gar sanft ohne und zwar von der Liebe zu GOtt und JEsu. ein'ge qual und pein Ruhn bis zum jüngsten tage. Alsdann vom tod erwecke mich, Daß meine augen sehen dich In aller freud',' o GOttessohn Mein heiland und mein gnadenthron, HErr JEsu Christ, erhöre mich, Ich will dich preisen ewiglich.. 629. Wünschest du, mein herz, zu ruhn Und dir ewig wohl zu thun, Denkest du von angs, beschwerden, Furcht und fummer frei zu werden: Liebe JEsum, und sonst nichts, Liebe seele, so geschichts. 2. Niemand hat sich je betrübt, Weil er JEsum treu geliebt; Niemand hat je weh empfunden, Weil er JEsu sich verbunden. JEsum lieben ist allein Schon so viel, als selig ſein. 357 8. Muß ein herz nicht selig sein, Dessen trieb zu JEsu rein, Das nichts wünschet, nichts verlanget, Als nur ihn, an dem es hanget? Denn in JEsu trifft es an, Was es sucht und wünschen kann. 6. Nun mein JEsu, rühre mich, Gieb mir fraft, so lieb' ich dich Einzig und von ganzem Herzen; Ich will alles gern verschmerzen. Dich zu lieben, soll allein Stets mein wunsch und wille sein. 7. Geuß, mein heiland, deinen geist, Der ein geist der liebe heißt, Reichlich über mein gemüthe, Daß es deine lieb' und gute Völlig schmeckt, und meine treu Durch ihn fest und ewig sei. 9. Leben, friede, sicherheit, Heil und trost und freudigkeit Schenkt mir, JEsu, deine liebe; Hilf, daß ich mich treulich übe, In der liebe fest und rein Und dir ewig treu zu sein. 10. GOtt ist selbst die lieb, und treibt Den zur lieb', in dem er bleibt; Man kann aus den liebeswerken, Ob GOtt in uns wohne merken, Weil uns selber GOttes geist GOtt und JEsum lieben heißt. 11. Nun du reine liebesglut, Komm, entzünde geist und muth, Laß mich nach der liebe ringen, Treibe mich vor allen dingen Dich zu lieben; so allein Kann ich ewig selig sein. 3. JEsus ist das höchste gut; Wer in seiner liebe ruht, Dem wird er bergnügtes leben Und dereinst die krone geben. Seine liebe macht die zeit Gleich der süßen ewigkeit. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 4. Traure doch, mein herz, daß 630. JEſu, JEſu, GÖttes sohn, Mein brudu Diese wahre seelenruh Nicht erfannt, nicht eh'r gesuchet Und den zur welt verfluchet; Trage leid und sei betrübt, Daß du GOft nicht eh'r geliebt. trieb 5. Schäß' der erden freud' und lust Nur für fündenkoth und wust, Denn dir kann von solchen dingen Keines wahre freude bringen. Liebe IEfum, dies allein Wird die wahre freude sein. der und mein gnadenthron, Mein schaß, trost, freud' und wonne! Du weißest, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar, Ja klarer als die sonne. Herzlich Lieb' ich Mit gefallen Dich vor allen; Nichts auf erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein schmerz, dies kränfet mich, Daß ich nicht g'nug fann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd' von tag zu tag entzünd't: Je mehr ich lieb', je mehr ich find', Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine gute Ins gemüthe Lieblich fließen, So wird sich die lieb' ergießen. 3. Durch deine fraft treff ich das ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten welt, Pracht, wollust, freude, ehr' und geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn' dich G'nugsam laben; Ich muß haben 358 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Reine liebe, Die tröst't, wenn ich mich| dich ans kreuze heften, Duldest nägel, betrübe. schmach und tod, Läßt dich schänden und verspeien, Mich verdammten zu befreien. 4. Aber ach, ich bin nicht tüchtig, Dieses völlig zu verstehn; Meine lieb' ist falt und flüchtig Und will nur aufs eitle sehn, Denn die flammen schnöder lüste Machen deine wohnung wüste. 5. Komm, erwärme mich doch wie= der, Komm, o schönster, meine luft, Reiße satans tempel nieder Und erfülle meine brust, Statt der ungezähmten triebe, Mit dem feuer deiner liebe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem herzen fried' und ruh', Erfreuest sein gewissen. Es geh' ihm, wie es will auf erd', Wenn ihn das freuz gleich ganz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Ewig Wird sich Nach dem leide Große freude Für ihn finden, All' sein trauern muß ver= schwinden. 5. Kein ohr hat jemals dies gehört, Kein mensch gesehen noch gelehrt, Es fann niemand beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der liebe bleiben. Gründlich Läßt sich nicht erreichen, Noch vergleichen Den weltschäßen, Was alsdann uns wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, OJEsu, meine sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares wort vermeld't, Aus liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd' abscheiden Und mit freuden Zu dir kommen, Aller trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine süßigkeit, Dein himmlisch manna jederzeit In reiner liebe schmecken Und sehn dein liebreich angesicht, mit unverwandtem augenlicht, Ohn' alle furcht und schre= den. Reichlich Werd' ich Sein erquicket Und geschmücket Bor dein'm throne Mit der schönen lebenskrone. Mel. Mein GOtt, ich bin jetzt 2c. 631. Diebster Eſu, höchste liebe, Der du marter, 2. Was ist ihr wohl zu vergleichen? Du bist GOttes liebster sohn Und berläßt, wer fanns erreichen? Deiner höchsten allmacht thron, Kommst in dieses weltgetümmel Und erwirbest mir den himmel. 6. Laß mich rein und himmlisch werden und entrücke meinen geist Von den lüsten dieser erden, Wo man babels früchte speist. JEsu, herz und adern wallen, Dir alleine zu gefallen. 3. O mil was für wunderkräften Reißest du mich aus der noth! Läsfest 7. HErr, du hast mich aufgenommen, Schlage nur! ich bleibe dein: Schläge, die von liebe kommen, Müssen mir ein balsam sein, Auch im leiden und betrüben Will ich dich, mein heiland, lieben. 8. Mein herz hängt an deinem Denn dies ist, was meinen schmerzen herzen, Treuester, verschmäh' es nicht, Linderung und trost verspricht. Sir sich völlig übergeben, Heißt in lust und qual und last Aus dem allerreinsten Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. triebe Für mich ausgeſtanden haft, 632. Dich will ich liebed meine Deine liebe fann auf erden Nie genug bewundert werden. wonne leben. triebe, Komm, mein JEsu, meine 9. Weicht, ihr funken schnöder lust! Stärke mich in deiner liebe Und ergöße meine brust, Laß mich stets in deinen armen Ruhig liegen, sanft er= warmen. will ich lieben, meine zier, Dich lieb ich, HErr durch wort und werke, Ge= danken, sinnen und begier Dich lieb' ich, o vollkommnes licht, Bis mir der tod das herze bricht. 2. Dich lieb' ich, o mein wahres leben, Dich lieb' ich, meinen besten freund. Dich will ich lieben und erheben, So lange mich dein glanz be und zwar von der Hoffnung auf GOtt. 359 scheint. Dich, dich umfaß' ich, GOttes| So kann ich dennoch fröhlich sein Bei lamm, Als meiner seele bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät gekennet Und dich, mein trost und höchstes gut, So fpät umfaßt und mein genennet, Da doch mein heil in dir beruht. Ach, meine seele ist betrübt, Dieweil ich dich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war berblendet, Ich suchte ruh' und fand sie nicht, Bloß, weil ich mich von dir gewendet, Der einzig ruh' und trost verspricht. GOttlob, nun zeigst und schenkest du Mir dich und wahre seelenruh'. 5. Drum dank' ich dir, du wahre sonne, Weil du mir glanz und licht gebracht; Ich danke dir, du himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Dir dank' ich, höchste gütigfeit, Die mir geist, seel' und leib erfreut. 6. Erhalte mich auf deinen stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn, Laß meinen fuß in deinen wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Du reines licht, dugnadenglanz, Erleuchte meine feele gauz. 7. Gieb meinen augen süße thränen, Gieb meinem heizen lieb und treu', Laß meine seele sich gewöhnen, Damit sie ewig deine sei, Damit verstand und sinn und geist Dich ewig liebt und ewig preist. 8. Dich lieb' ich ewig, meine freude, Dich lieb' ich, meinen HErrn und GOtt, Dich lieb' ich stets in lust und leide, Dich lieb' ich auch in noth und tod, Dich lieb' ich hier in dieser zeit Und völlig in der ewigkeit. Mel. Was GOtt thut, das ist zc. 633. A 3u, meines le= bens licht, Nimm hin mein herz und sinnen; Nach erd' tond himmel frag' ich nicht, Laß mich nur dich gewinnen. Reiß mich zu dir, O meine zier, Schleuß mich und meine seele In deine wundenhöhle. 2. Schlägt trübsal, jammer, noth und pein Gleich) über mich zusammen, Christi liebesflammen. Nur JEsu du Bist meine ruh', Nur du bleibst mein ergößen, Du schatz von allen schätzen. 3. Lebst du in mir und ich in dir, Was kann mir alsdann schaden? Regiere mich nun für und für Durch deinen zug der gnaden; Nichts ohne dich Vergnüget mich, Ein strahl von deiner sonne Bleibt meine lust und wonne. 4. Nun halt, o seelenbräutigam, Mich nur bei festem muthe; Besprenge mich, o GOtteslamm, Mit deinem theuren blute. Entzünde mich, So lieb' ich dich, Erfülle mein gemüthe Mit deiner lieb' und güte. 5. Nimm mich als deinen tempel ein Und wohn' in meinem herzen, So kann ich in dir fröhlich sein Auch in den größten schmerzen. So leb' ich dir Hier für und für, So will ich dir auch sterben, So kann ich nicht verderben. Von der Hoffnung auf GOtt. Mel. JEsu, meines Lebens leben. 634.& w'ge wahrheit, deren stüzt und hält, Ich bekenne und be= rene, Daß mich zweifelmuth befällt. Ach, wie hängt mein herz an dingen, Die mich nicht zur ruhe bringen; Ach, wie leicht vergeß' ich dein, Wenn mein trost soll sichtbar ſein. 2. Ach, vergieb mir diese fünde, Nimm die strafe von mir hin; Schenke deinem armen finde, Bater, einen andern sinn, Den nicht falsche hoffnung bindet, Die, wie dünner reif verschwindet, Die wie leichter rauch versleucht Und das herz zur erde zeucht. 3. Laß mich eitle sorge meiden, Weil du für mich sorgst und wachst Und im trauern wie in freuden Dich um mich zur mauer machst. Laß mich, HErr, auf dein wort hoffen, Das noch allzeit eingetroffen: Hoffnung, die auf 360 Von dem heiligen Leben GOtt nicht baut, Wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den anker meiner feelen Unter aller stürme wuth Nur dein herz zum grunde wählen, Wo er fest und sicher ruht, So wird sich kein zweifel wagen, Mir mein schifflein umzuschlagen; Ich werd' unbeweglich stehn, Wenn auch berge untergehn. 7. Da mein haupt sich aufgeschwungen Und auf GOttes thron gesept, Bin ich auch mit durchgedrungen Und den engeln gleich geschätzt. Ich besig' ein ewig leben, Das mir JEsus selbst gegeben; Ich bin in der hoffnung schon mit erhöht zu seinem thron. 8. Hier muß ich als pilgrim wallen, Oben ist mein vaterland; Dort, wird einst die welt zerfallen, Find'ich meinen ehrenstand. Ich erwarte nur die stunden, Da ich, von der sünd' entbunden, Meinen heiland werde sehn Und verkläret vor ihm stehn. und christlichen Tugenden von dir versprochen ist. Dein wort ist wahr, dein mund ist treu, Dein herz ohn' alle heuchelei. 5. Laß mein herz versichert werden, 3. Drum laß bei mir in meinem Daß dein wort wahrhaftig sei: O, so glauben Die hoffnung fest gegründet werd' ich auf der erden Bieler sorg' sein; Laß welt und satan mir nicht und unruh' frei. So werd' ich im rauben, Was deines wortes heller glauben beten Und erhört zurücke tre- schein Mir für ein trostlicht aufge= ten, So wächst meine zuversicht, Sostedt, Ist mir es gleich noch jetzt ver= wankt meine hoffnung nicht. 6. Bater, meine Hoffnung gründet Sich auf deines sohnes tod; Ach, in seinem blute findet Sie gewissen trost in noth. Durch sein siegreich auferstehen, kann ich neu geboren gehen Zu den bürgern jener welt, Wenn der er= denbau zerfällt. 9. Unterdessen laß mich hoffen, Auch in trübsal, auf dein licht; Zeige mir den himmel offen, So schreckt tod und grab mich nicht. Zaß mich, HErr, voll trost und freuden, Aus dem thal der thränen scheiden Und, was ich gehofft allhier, Mich dort schauen, HErr, bei dir. 2. Du bist ein fels: wer auf dich bauet, Kann fest und unbeweglich stehn; Wer deiner allmacht fest ver= trauet, Wird nie mit schanden untergehn. Sein anker findet guten grund, Er hält sich stets an deinen bund. deckt. 4. Verhüte, daß in meinem leben Mich eitle hoffnung nicht verführt Denn die ist gleich den spinneweben, Wenn sie ein leichter wind berührt. Ein herz, das zeitlichem vertraut, Hat nur auf leichten sand gebaut. 5. Laß mich allein auf JEsum bauen, Laß mich in allem meinen thun, Voll hoffnung dir, mein GOtt, vertrauen und in der zuversicht beruhn, Du werdest auf mein bestes sehn Und mir es lassen wohlergebn. 6. Laß mir die hoffnung leichte machen, Was fleisch und blut beschwerlich fällt; Und wenn auch unglücksstürme frachen, Erhebt sich satan und die welt, So flöße mir die hoffnung ein, Du werdest doch mein helfer sein. 7. Wenn ich von einer morgenwache Bis zu der andern warten muß, Gieb, daß ich mir nicht fummer mache, Schenk' meiner hoffnung den genuß, Daß deine hülfe schöner blüht, Je länger deine hand verzieht. 8. Und wolltest du mich, HErr, auch tödten, So sag' ich doch: ich hoff auf dich; Das sei mein trost in allen nöthen, Drauf leb' und sterb' ich sicherlich, Daß ich bei fester glaubenstreu Schon in der hoffnung selig sei. 635. M heißest hoffen, Und Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. GOtt, der du mich Mel. Alle menschen müssen 2c. Alle traurigkeit auch ein GOtt der hoffnung biſt, Bis- 636. Ich bin ruhig und zu jer ist alles eingetroffen, Was mir und zwar von dem Vertrauen auf GOtt. 361 bergeht, Alle sorgen sind geschieden,| Von dem Vertrauen auf GOtt. Weil mein schiff im hafen steht, Wo der welt wellen mehr zu mir geſellen. Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. 2. Was kann meine ruh' nun stören? Zieg' ich doch an JEsu brust. Eitelkeit mag ich nicht hören, Welt= lust bleibt mir unbewußt, Reichthum will ich andern lassen und ein besser gut umfassen. Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu Gott gericht't. 3. Meine hoffnung grünt dort oben, Wo sie immer grünend bleibt; Sie hat mich zu Gott erhoben, Der die angst und qual vertreibt; Sie erwedt in mir ein grauen, Dieses eitle anzu= schauen. Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. 4. Alles hoffen und verlangen, Das GOtt nicht zum ziel erwählt, Ist mit nichtigkeit umfangen, Die der men= schen Herzen quält; Es sind träume in dem wachen, Die den geist verwirret machen. Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. 5. Drum hinweg, ihr eitelkeiten, Die die welt hofft und begehrt! Weg du wollust dieſer zeiten, Du bist nicht der mühe werth! Alle pracht der gan= zen erden muß mir nun ein ekel wer den. Meine Hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. 6. JEsu, deine liebesseile Binden meinen anfer an, Daß ich nicht mehr von dir eile, Daß ich dich nicht lassen kann. Nichts soll dieſes band gerbre= chen mein mund wird täglich sprechen: Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. 7. Meine Hoffnung und gedanken Werden nimmermehr zu spott; Meine hoffnung kann nicht manken, Meine hoffnung ruht in GOtt, Meine hoff= nung hat die stunden Ihrer freudigfeit gefunden, Meine hoffnung fehlet nicht, Denn sie ist zu GOtt gericht't. Mel. Kommt, laßt euch den 2c. Ottes mund uns 637. Gverheißen: Es ſoll uns aus seiner hand Weder welt noch teuDarum fürchten wir uns nicht, Wenn fel reißen. Seine wahrheit ist bekannt, gleich welt und himmel bricht. Seine treu fann niminer brechen Ihr hochheiliges versprechen. und die felsen untergehn, Ünser trost 2. Mögen doch die berge weichen wird nicht erbleichen und der gnadenbund bleibt stehn. Fallt ihr hügel immerhin! Kann doch GOttes vatersinn Weder schlag noch fall erschüttern, Wenn gleich erd' und himmel zittern. 3. Er hat sich mit uns verbunden Durch den bund, der ewig gilt. Die= bund ist unser schild Gegen des verser bund währt alle stunden, Dieser suchers pfeil. GOtt bleibt unser erb' und theil; Das hat uns sein mund geschworen, Da sein bad uns neu ge= Trau' auf GOtt, der für dich wacht, 4. Drum sei ruhig, meine seele, Wenn in dieser jammerhöhle Dir ein zweifel kummer macht. Wer sich nur auf GOtt verläßt, Der steht unbewegt und fest: Dein erbarmer wird dich stüßen, Seine treu' wird dich beschützen. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 638. Mohl dem, der GOtt Und stets in seinen sachen Dem alles übergiebt, Der alles wohl kann machen. Leg' dein beschwertes haupt nur in des höchsten schoß, So wirst du ruhig sein Und aller sorgen los. 2. Wohl dem, der GOtt vertraut, Denn ihm ist nichts unmöglich: Sein starker allmachtsarm Hilft treu und unverzüglich. Und scheint uns was zu schwer, So ist es ihm gar leicht, Weil auf sein allmachtswort All' unser fummer weicht. 362 Von dem heiligen Beben und christlichen Tugenden 3. Wohl dem, der GOtt vertraut;| leiden ohne zahl, Du mußt vergebens Kannst du kein mittel finden, Dein rufen, Es scheint, die hülfe sei sehr elend, deine noth Und pein zu über- weit, Nur unverzagt: die rettungszeit winden, Vertrau' dem weisen GOtt, Steht auch in seinen händen. Fleh' ihn um beistand an, Bei ihm st rath und that, Wenn niemand helfen kann. 4. Wohl dem, der GOtt vertraut, Denn seine liebesproben Muß selber die natur Mit frohem munde loben. Der jeder kreatur Kraft, speis und nahrung giebt, Der forget auch für dich, Als den er herzlich liebt. 5. Wohl dem, der GOtt vertraut Und nicht den menschenkindern, Denn sie sind öfters falsch Und suchen das zu hindern, Was uns doch nüßlich ist. Ob sie, was uns gebricht, Schon wissen und verstehn, So helfen sie doch nicht. 6. Drum wohl, es bleibt dabei: Ich will nur GOtt vertrauen, Auf seine vaterhand In meiner trübsal schauen. Ach GOtt, ich komm' zu dir, Ach, sorge du für mich, Ach, nimm dich meiner an Und hilf mir gnädiglich. 7. Wohl mir, ich traue GOtt. Es mag mir immer gehen, Wie GOtt mein bater will; Ich bleibe drauf bestehen, Daß GOtt den nicht verläßt, Der feste auf ihn baut, Daß dem ge= holfen wird, Der seinem GOtt vertraut. 8. Sehnst du dich weg von deiner hut Und wird dir öfters bange, Entfällt und sinket herz und muth, Währt dir der streit zu lange; Getrost, die Prone liegt bereit, Es steht auch deine Mel. Wenn mein stündlein 2c. 639. Komm feele, geh' in frönungszeit In GOttes vaterhänfage deinem willen; Vernunft, schließ hier die augen zu, Laß dich den glauben stillen, Ergreife die zufriedenheit, Es stehet alle deine zeit In GOttes vaterhänden. 2. Wo JEsus geht, da folge nach, Wie und wohin er führet, Weil dich gewiß kein ungemach, Wenn er nicht will, berühret. Ohn' ihn geschiehet dir fein leid, Es stehet deine lebenszeit Allein in seinen händen. 4. Du bleibest doch sein liebes kind; Gesetzt, daß aug' und wangen Auch selten ohne thränen sind, Weil alle lust vergangen Und dich gar ſelten was erfreut, So glaube nur: die thränenzeit Steht auch in seinen händen. 5. Die zeiten werden oft gar schwer, Das fleisch fängt an zu fragen: Wo nehm' ich meine nothdurft her? Weil alle leute flagen. Ach, bleib' bei der vergnüglichkeit, Es steht ja die ver= sorgungszeit Auch blos in GOttes händen. 6. Du siehest auf dein christenthum Und bist noch sehr zurücke, Du liebest heimlich lust und ruhm Und merkst viel andre tücke, Dein herz ist noch gar schlecht erneut; Sei nur getreu: die wachsthumszeit Steht auch in GOt= tes händen. 7. Du mußt gar oft mit fleisch und blut, mit welt und teufel kämpfen, Es fällt dir schwer, der lüste glut, Die sie erweckt, zu dämpfen; Ach geh' nur freudig an den streit: Du siegest, denn die siegeszeit Steht nur in GOttes händen. 3. Gefeßt, er stellet dich einmal Auf hohe freuzesstufen, Es trifft dich 9. Verbleibet dir dein todestag Und sterbensart verborgen, Du weißt nicht, wo er kommen mag: Nur weg mit allen sorgen! G'nug, daß dir GOtt die hände beut Und daß auch so die sterbenszeit Darinnen ficher stehet. 10. Nun du regierer meiner zeit, Gieb mir geduld und stärke Bei meiner unvollkommenheit, Bis daß ich dort recht merke, Wenn mich dein angesicht erfreut, Wie sicher alle meine zeit In deiner hand gestanden. und zwar von dem Vertrauen auf GOtt. 363 ich eil' Und meine seele labe. Was 640. mir thun Auf gräm' und fürcht' ich mich denn nun? Mel. O GOtt, du frommer 2c. u bist getreu, mein dir nicht trauen Und auch in aller noth Auf deine hülfe bauen? Ich trau' auf dich, ach hilf, Daß es gegründet sei In deiner lieb' und huld, In deiner batertreu. 2. 3war ist mein fleisch und blut Gar oftmals voll mißtrauen, Wenn es den segen nicht Gleich kann in händen schauen; Deswegen ist es auch Oft voll kleinmüthigkeit, Sieht nicht aufs fünftige, Hängt nur an dieser zeit. 3. Was menschenkinder thun Und rathen, das soll gelten; Was GOttes wort verspricht, Gilt leider, nur gar selten. Was aber kann ein mensch? Was nüßet dessen rath? Es sind ja mehrentheils Nur worte ohne that. 4. Du aber, treuer GOtt, Kannst, was du sprichst, erfüllen; Bei dir ist rath und that, Du kannst den fummer stillen. Wer dir nur fest vertraut, Dem hilfst du aus der noth, Wär' sie auch noch so groß, Ja wär' es gar der tod. 5. Drum wend' ich mich zu dir, In meines JEsu namen, In welchem mein gebet Schon lauter ja und amen. Ach gieb mir in mein herz Des geistes freudigkeit, Daß er in höchster noth Ein kräftig abba! schreit. 6. Ja, abba, höre mich Und hilf mir, deinem kinde, Daß, wenn ich dir vertrau', Ich hülfe bei dir finde. Das recht der findschaft läßt Mich solch vertrauen sehn, Und darauf gründ' ich mich In allem meinen flehn. 7. Ich traue, laß mich nur Nicht bom vertrauen fallen, Das ich auf dich gestellt: Du hilfft den gläub'gen allen. Ich glaube, hilf du mir, So ist die hülfe gut, So dank' ich dir dafür; Ach stärke herz und muth!. Mel. Wo GOtt der HErr nicht 2c. 641. G Ott ist mein licht, er ist mein heil, Das ich erwählet habe; Er ist die kraft, zu der dieser ganzen erde? 2. Wenn mich die böse rott' anfällt Und will mein fleisch verschlingen, Se kann sie dieser starke held Gar leicht zu boden bringen. Und wenn auch gleich ein ganzes heer Um mich und mir entgegen wär': Mein GOtt kann sie bald schlagen. 3. Eins bitt' ich ihn, das hätt' ich gern: O möchte GOtt mir geben, Daß ich bei ihm, als meinem HErrn, Stets wohnen möcht' und leben Und alle meine tag' und jahr' In seinem hause bei der schaar Der heiligen zubringen! 4. Da wollt' ich meines herzens freud' An seinen diensten sehen Und rühmen, wie zur bösen zeit Mir so viel guts geschehen, Wie er mich väterlich gedeckt In seiner hütte, und versteckt In einem starken felsen. 5. Und also wird er ferner noch Mich wissen zu regieren; Er wird mich schüßen und sehr hoch An sichre örter führen; Mein haupt wird über meine feind', Ob sie gleich hoch erhaben seind, Dennoch erhöhet bleiben. 6. Dafür will ich denn wiederum GOtt freudenvoll erhöhen, Sein ruhm soll in dem heiligthum Aus meinem munde gehen. Ich will ihm opfern dank und preis, Ich will sein lob, so gut ich weiß, Vor allem volke fingen. * 7. Hör' meine stimme wenn ich schrei' Und seufz' in meinem sinne, Gieb, daß mein bitten kräftig ſei Und, HErr, dein herz gewinne. Mein herz hält dir, o treuer hort, Beständig ver dein eigen wort: Ihr sollt mein antlig suchen. 8. Ich such' es jetzt, verwirf mich nicht Un meiner vielen sünden; Ich such', o HErr, dein angesicht, Laß mich es gnädig finden. Verstoß mich ja nicht, deinen knecht, Denn du hilfst mir allein zurecht, Bringst mich aus allen nöthen. 364 Von dem heiligen Leben 9. Mein bater, mutter, und was hier Sonst für bekannte leben, Sind viel zu schwach und können mir nicht trost und hülfe geben; Verlässet mich gleich alle welt, Nimmt GOtt mich doch in sein gezelt, Da sind' ich schuß und rettung. und christlichen Tugenden gnädiglich befreie; In allerhand gefahr Mir hülf und rath verleihe; mit deinen flügeln deck' Und halt mich stets in hut, Wie eine henne sonst Bei ihren füchlein thut. 5. Auf dich, GOtt, traue ich, Du hast mir schuß versprochen. Was du uns zugesagt, Hast du noch nie gebrochen; Du hast es immerdar Mit großer treu' erfüllt, Und deine wahrheit ist, HErr, unser schirm und schild. 6. Kein grauen laß bei nacht Mich schrecken oder äffen; Laß mich auch keinen pfeil, Der fliegt bei tage, tref= fen; Behüte mich vor pest, Die in dem finstern schlicht, Bor frankheit, die verderbt, Wenn heller mittag leucht't. 7. Hilf mir den teufel selbst, Sucht er mich zu verschlingen, Im glauben durch dein wort Verjagen und bezwingen; Mach' alles sonst zu nicht, Was menschen wider mich, Der eine heimlich thut, Der and're öffentlich. 8. Gieb, daß es mich nicht trifft, Ob tausend mir zur seite, Zur rechten fielen gar Zehn tausend böser leute. Hilf, daß ich stille schau, Wie du vergeltung übst, Wie du die bösen strafft Und schüßest, die du liebst. 9. Dies, allerhöchster GOtt, Sind deine großen werke, Drum bitt' ich dich, o HErr, Mein' zuflucht, schuß und stärke! Gieb ja, daß sich fortan Kein übel, keine plag' Zu mir und meinem haus Annahe nacht und tag. 2. Ich spreche, HErr zu dir: Mein 10. Befiehl der engel schaar, Sich GOtt, mein heil, mein leben, Fels, rings um mich zu legen; Behüte mich burg und zuversicht, Dir hab' ich mich durch sie Auf allen meinen wegen: ergeben. All' meine hoffnung ist Al- Durch sie und ihr geleit Laß mich belein auf dich gestellt, Was auch für angst und noth Mich in der welt befällt. wahret sein, An welchem orte ich Ausgehe oder ein. 10. HErr, leite mich auf deiner bahn, Halt' mich in deiner gnade Und nimm dich meiner herzlich an, Daß mir fein feind nicht schade; Sie zeu= gen fälschlich wider mich Und thun mir unrecht trogiglich, Dieweil fie niemand scheuen. 11. Noch dennoch hab' ich guten muth Und gläube fest: ich werde Im lebensland das rechte gut Dort sehn; und auf der erde Bin ich getrost und unverzagt, Denn wers mit GOtt im glauben wagt, Der wird den sieg erhalten. * 12. GOtt vater, sohn und heil'ger geist Ohn' anfang und ohn' ende, Der mir viel güt' und treu' erweist Durch allmacht deiner hände, Sei von mir jetzt und allezeit Von nun an bis in ewigkeit Gelobet und ge= prieſen. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 642. G Go Ott, unter deinem schirm zu bleiben mir berstatte, Und mich mit deiner huld Und allmacht überschatte, Der du der höchste bist; Vom himmels thron und siz, So lang' ich wallen muß Auf erden, mich beschüß'. 3. Wenn mir der jäger nun mit seinem strick und neßen, Der list'ge bösewicht, Begehret zuzusegen, So steh' mir bei, daß er Und was sein anhang ist An mir zu schanden wird Mit aller macht und list. 4. Bor gift und pestilenz Mich 11. Verleih', daß sie mich stets Auf ihren händen tragen, Daß ich versichert sei Vor anstoß, noth und plagen, Und daß der satanas, So oft er dringet an, Zurück getrieben wird, Daß er nicht siegen kann. 12. Die man so fürchten muß Als löwen oder drachen, Derselben macht und zwar von dem Vertrauen auf GOtt. und lift Wollst du, HErr, kraftlos rachen, Daß sie nicht schaden thun, Sie sein jung oder alt; Zu schanden mach' die list, zu nichte die gewalt. 13. O frommer, freuer GOtt, Dieweil ich dein begehre, So nimm dich meiner an, Die hülfe mir gewähre; Ich kenne deinen nam', Drum sei mein starker schuß, Wend' ab von mir gefahr, Dämpf aller feinde truß. 14. Ich ruf dich, höchster, an Mit herzen und mit munde, Darum er= höre mich Und sei zu jeder stunde In aller noth bei mir, Reiß mich auch bald heraus und segne mich darauf In meinem stand und haus. 15. Was ich verrichten soll, Laß alles wohl gelingen, Daß ichs zum guten end' Mit ehren möge bringen. Bin ich hier lebenssatt Und hab' ich meinen theil, So zeige mir denn auch Dort ewiglich dein heil. 16. GOtt vater, sohn und geist, Behüte mich aus gnaden Vor allem, was mir kann An leib und seele schaden; Bewahr' mir ehr' und gut, Bewahre, was nur mein: Ich will dir lebenslang Für alles dankbar sein. 365 4. Er kennt die rechte zeit und stunden, Er weiß wohl, was uns nüßlich sei. Wenn er uns nur getreu erfunden Und merket keine heuchelei, Sv kommt GOtt, eh' wirs uns ver= seh'n, Und lässet uns viel gut's gescheh'n. Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderlich erhalten In aller noth und traurigkeit. Wer nur dem allerhöchsten traut, Der hat auf keinen fand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers GOttes heil'ger wille, Wie sein' allwissenheit es fügt: GOtt, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 5. Denk' nicht in deiner drangsalshize, Daß du von GOtt verlassen seist, Daß der nur GOtt im schooße sizze, Der sich mit stetem glücke speist; Die zeit, so folgt, verändert viel Und seßet jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja GOtt sehr schlechte sachen, und ist dem höchsten alles gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Gott ist der rechte wundermann," Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gttes wegen, Verricht' das deine nur getreu Und trau des himmels reichem segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf GOtt setzt, den verläßt er nicht. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 644. I allen ſachen und laß auf in es gehen, wie es geht; Er kann es er nur den am 643. W last walten mein herz in trauern steht. Mir geh es, wie es GOtt gefällt, Es sei ihin alles heimgestellt. 2. Ich trau' auf GOttim ungelücke, Wenn mir gleich sturm und wetter dräut. Wenn ich mich nur in GOtt erquicke Und sich mein geist'in ihm erfreut, Mag sturm und wetter auf mich zehn Und über meinem haupte stehn. 3. Ich trau' auf GOtt, wenn meine feinde Mich schmäh'n, und drücken sie mich oft, So denk ich hab' ich GOtt zum freunde, So zeigt er mir wohl unverhofft, Wie mich sein starker schuß erhält, Wenn list und wuth gleich nege stellt. 4. Ich trau' auf GOtt, bin ich 366 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden verachtet Und lebe jammervoll allhier; 646. Was mein tot ce daß mein nur trachtet, Wo JEsus lebt und wo er mir, Nach ausgestand'ner traurigfeit, Ruhm, ehre, freud' und lust GOtt will, gescheh'all'zeit, Sein will' ist doch der beste. Zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn gläubet feste. Er hilft aus noth, Der fromme GOtt, Er tröstet ohne maßen, Wer GOtt vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. bereit't. 2. 5. Ich trau' auf GOtt, wird mein vermögen Auch täglich schlecht, gering und klein. Ich will auf ihn die sorgen legen, Er segnet, giebt und hilft allein. Wenn ich nur reich in JEsu bin, Hab' ich den herrlichsten gewinn. 6. Ich trau' auf GOtt so lang' ich lebe; GOtt ist mein heil und zuverficht, an dem ich klettenweise klebe, Ich laß ihn nun und nimmer nicht. Dies soll mein fester vorsaß sein: Ich trau' auf meinen GOtt allein. Ott ist mein troft und zuberficht, Mein' hoffnung und mein leben; Was mein GOtt will, daß mir ge= schicht, Will ich nicht widerstreben. Sein wort ist wahr, Daß all' mein haar Er selber hat gezählet. Er hüt't und wacht, Stets für uns tracht't, Auf daß uns ja nichts fehlet. 7. Ich trau' auf GOtt, muß ich erfranken; Ja winket mir sogar der tod Und will mein lebensschifflein wanken, Hilft JEsus doch aus aller noth Und giebet mir auf kurzes leid Des himmels frohe seligkeit. 3. Muß gleich ich sünder von der welt Hinfahr'n nach GOttes willen Zu meinem GOtt; wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein' arme feel' Ich GOtt befehl' In meiner letzten stunden. O frommer GOtt, Sünd', höll' und tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, HErr, will ich bitten Trau' ich in angst und noth, Er kann mich allzeit retten Aus trübsal, angst und nöthen. Mein unglück kann er wenden, Es steht in seinen händen. 645. Auf meinen lieben GOtt dich, Du wirst mirs nicht verſagen: Wenn mich der böse geist ansicht, Laß mich doch nicht verzagen. Ach hilfund wehr', O GOtt mein HErr, Zu el ren deinem namen! Was du zusagst, Das hältst du fest, Drauf sprech' ich fröhlich amen. 2. Ob mich die fünd' anficht, Verzag' ich dennoch nicht: Auf Christum trauen, Ihmn bleib' ich fest ergeben 647. Von GOtt will ich nicht Im tod und auch im leben. Denn er nicht von mir, Führt mich auf rechter straßen, Da ich sonst irrte sehr. Er ieicht mir seine hand; Den abend als den morgen Will er mich wohl versorgen, Sei wo es woll' im land. 2. Wenn sich der menschen hulde Und wohlthat ganz verkehrt, So find't sich GOtt gar balde, Sein' macht und gnad' bewährt, Hilft uns in aller noth, Errett't von sünd' und schanden, Bon fetten und von banden Und wär' es auch der tod. 3. Ob mich der tod nimmt hin, 3st sterben mein gewinn, Denn Christus ist mein leben, Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen, Wird er mein' seel' versorgen. 4. O mein HErr JEsu Christ, Der so geduldig ist Für mich am kreuz ge= storben, Der mir das heil erworben, Führ' uns alle zugleiche Zum ew'gen himmelreiche. * 5. Amen zu aller stund' Sprech' ich aus herzensgrund, Du wollest uns ja leiten, HErr Christ, zu allen zeiten, Auf daß wir deinen namen Ewiglich preisen, amen. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren zeit; Das kann mich nicht gereuen, Denn er wend't alles leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein und zwar von der Demuth. 367 leib, mein feel', mein leben Sei GOtt| mich, mich kind der hölle, Neben deine dem HErrn ergeben, Er machs, wies flarheit stelle. Ach, wie finster, arm ihm gefällt. und klein Schein' ich mir dann selbst zu sein! 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, Schenkt uns den HErren Christ, Sein'n eingebornen fohn, Durch den er uns bescheret, Was leib und seel' ernähret: Lobt ihn im himmelsthron. 2. Dein glanz hat nie angefangen, Du bist GOtt von ewigkeit; Ich bin gestern aufgegangen Und vergeh' vielleicht noch heut'. Deine macht hat. feine schranken, Meine fraft will immer wanken; Du bist selbst die quell' des lichts, Ich bin weniger denn nichts. 3. Nichts von wahrheit, nichts von gute Wohnet in mir von natur, Dem verdorbenen gemüthe Fehlt der ersten schönheit spur. Ach, dein bild ist ganz erblichen, Alle kräfte sind entwichen Und mein körper fällt dahin Wie die blumen, die verblüh'n. 4. Fluch und elend, zorn und sünde Ist, was mich allhier umgiebt, Dies macht mich zum höllenkinde, Das selbst sein verderben liebt. Tausend fehler, tausend flecken Schänden mich an allen eden Und in der verderbten brust Grünt die wurzel böser luft. 5. Was ich gutes an mir habe, Ist ein denkma! deiner hand, Deine wirfung, deine gabe, Die du, HErr, mir zugewandt. Deine freie milde gnade Schmückt mich arinen wurm und made; Nähmest du zurück, was dein, Ach, was würde übrig sein? 6. Doch die menge deiner gaben Klaget meinen undank an, Weil ich fie gar oft vergraben, Oft mit ihnen groß gethan, Oft zur fünde so miß-= brauchet, Daß dein zorn jetzt billig rauchet. Nch, wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 7. HErr, die wunder deiner liebe Machen mich beschämt vor dir. Ach, wie zart sind deine triebe, Was für huld erzeigst du mir, Da du, allerhöchstes wesen, Dir zur lust mich. wurm erlesen, Mich, der elend, arm und bloß; Wie ist deine gnade groß! 8. hier in dem fraube, Von der Demuth. Mel. Alle menschen müssen 2c. du majestätisch wesen, 648. Das einzugänglich unter deinen fuß gekrümmt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der noch in der asche glimmt, Freut sich herm5. Lobt ihn mit herz und munde Für das, was er uns schenkt; Das ist ein' sel'ge stunde, Darin man sein ge= denkt. Sonst verdirbt alle zeit, Die man zubringt auf erden: Wir sollen selig werden und leb'n in ewigkeit. 6. Auch wenn die welt vergehet Mit ihrem stolz und pracht, Wed'r ehr' noch gut bestehet, Das vor ward groß geacht't. Wir werden nach dem tode Zwar in die erd' begraben, Wenn wir geschlafen haben, Erweckt uns unser GOtt. E 7. Die seel' bleibt unverloren, Geführt in Abrams schoß; Der leib wird . neu geboren Von allen sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein kind und erb' des HErren. Daran muß uns nicht irren Des teufels list'ge art. 8. Darum, ob ich schon dulde Hier widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde, Kommt doch die ewigkeit, Ist aller freuden voll. Dieselb' ohn' einig ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir wiederfahren soll. 9. Das ist des vaters wille, Der mich erschaffen hat; Sein sohn hat guts die fülle Erworben und viel gnad'; Auch GOtt der heil'ge geist Im glauben uns regieret, 3um reich des himmels führet. Ihm sei lob, ehr und preis! licht Sich zum sig und thron erlesen, O wie schnöde bin ich nicht, Wenn ich 368 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden lich deiner güte, Und mein tiefgebeugt| sündentilger sein, Weil er ihr heilsgemüthe Hebt sich aus des todes thor erfinder. Voller zuversicht empor. 9. Meine Fräfte, meine glieder Stehn zu deinem dienst bereit; Sieh, hier sink' ich vor dir nieder, Voller ehrerbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sei der gipfel meiner freuden. Du beherrscher aller welt, Thu mit mir, was dir gefällt. 7. Ach JEsu, laß doch unser herz Dies laster recht erkennen, Gieb, daß wir uns voll reu' und schmerz Die größten sünder nennen, Auf daß man ohne heuchelei Bon ganzer seele niedrig sei, Sonst muß man ewig brennen. 8. O du verderbte sündenbrust, An dich schlag' ich voll schmerzen! Du Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. 649. Wie fällt der ſchöne brunnquell meiner böſen luſt Mit dir morgenstern,( a) Wenn er sich selbst erhebet Und wider seinen GOtt und HErrn Verdammter weise strebet. Da muß er von dem ehrenstuhl In seinen pech- und schwefelpfuhl, Wo lauter jammer schwebet. ist nicht zu scherzen! Ach spring' in wahrer buß' und reu', Du felsenherz, nunmehr entzwei, Bewein' die schuld von herzen! 2. Das erste paar verstieg sich auch Durch list der alten schlangen: Drum ist, gleich wie ein leichter rauch, Sein edles bild vergangen. Da fiel des menschen herrlichkeit, Da hat sich alles herzeleid Und elend angefangen. 3. Ich bitte dich, o höchstes gut, Laß mich nicht hoch herfahren, Laß mich mein herz vor stolzem muth Und pracht stets wohl bewahren, Ach laß sich jederzeit mit mir Der christen schönste sittenzier, Die holde demuth paaren. 4. Gieb, daß ich mich in meinem finn, Durchaus nicht frömmer schäße, Als ich im grund der wahrheit bin, Noch mich an mir ergöße, Daß ich nicht auf mich selber bau', Noch auf mein eigen werk vertrau', Denn das sind satans nege. 5. Wenn ich mit meinem tugend12. Erkläre mich gerecht und rein, ruhm Mich über andre stelle, Und Laß dein verdienst mich heilen; Du auch von meinem christenthum Ein fiehest meine ſeelenpein, Du kannst mir milder urtheil fälle, Als mein verhal- trost ertheilen. Ich bin ein armer ten würdig ist, So fall' ich, als ein fündenknecht, Dein blut und leiden heuchelchrist, Vom himmel in die macht gerecht, Drum will ich zu dir hölle. eilen. 6. Was wollen wir uns viel erhohn? Wir sind doch alle sünder, Wir wollen nur zu JEsu gehn, Der will der armen finder, Die aus der tiefe zu ihm schrein, Ihr trost und 9. Ich will allhier von ferne stehn: O darf ich's denn auch wagen Und dir, mein JEsu, näher gehn Und dir mein elend klagen? Ach ja der liebste GOttessohn Ist ja mein heil und gnadenthron, Dem darf ich alles fagen. 10. Wiewohl ich es kaum wagen kann, Den himmel anzuschauen; Doch, weil du, JEsu, g'nug gethan, So will ich auf dich trauen. Beschämet mich gleich meine schuld, So hast du doch mit mir geduld: Auf dich will ich fest bauen. 11. Ach JEsu, ach, ich suche gnad', Ach sieh auf mich elenden, Sei gnädig meiner missethat! Es steht in deinen händen. Sei gnädig, allertreuster GOtt, Du willst ja nicht des sünders tod Und kannst mein elend wenden. ( a) Ist der satan, welchen der hochmuth aus der zahl der heiligen engel, die bei dem Hiob c. 38. 7. morgensterne genennt werden, gestürzet hat. Siehe Jes. 14, 12. und zwar von der Demuth.. 369 Mel. Es spricht der unweisen 2c. Nebst schwülstigen geberden Und 650. Was mag fich doch der ruhmsucht ist vor GOtt verachs't arme staub, Die erd' und asch' erheben? Furcht, elend, noth, des todes raub Ist dessen gan= zes leben. Wie oft er nach dem arzte schickt, Wie lang' auch dieser an ihm flickt, Muß er doch endlich sterben. Und muß zu schanden werden, Denn alles zeiget, daß dabei Ein herz voll eitler hoffart sei, Die doch vor GOtt ein greuel. 2. Er geht gar oft mit weh und ach Voll jammer von der erden, Fällt unverhofft und muß danach Zu staub und moder werden. Und ist sodann nicht arm und reich Und groß und klein einander gleich? Wo bleibt dann stand und ehre? 3. Da wird, statt schöner leib'sgestalt, Ein häßlich bild gefunden, Da ist der vorzug an gewalt, Kunst, wiß und pracht, verschwunden; Der sich vor andern groß gemacht und alles neben sich veracht't, Wird dann als staub zertreten. 9. Wohl aber dem, der oft erwägt, Daß man hier GOttes gaben In irdischen gefäßen trägt, Die große schwachheit haben, Denn er ist stets an demuth reich, Damit er nicht, dem satan gleich, Durch stolz verdammet werde. 10. Er thut, was Christus ihn gelehrt, Indem er demuth liebet Und GOtt, so oft man ihn verehrt, Die ehre wieder giebet; Er achtet sich gering und schlecht. Durch solchen fromm- und niedern knecht Thut GOtt oft große dinge. * 11. HErr, gieb, daß ich voll demuth bin, Den nächsten nie vernichte, In herzenseinfalt immerhin Mein amt getreu verrichte, Nicht menschengunst noch ehre acht', Nur nach der ehrenfrone tracht', Die nimmermehr verwelket. 4. Wie oftmals wendet sich das blatt, Daß gut und pracht verderben, Und, die man hoch verehret hat, In schimpf und schande sterben, Weil GOtt zu seiner zeit und stund' Den stolzen zeigt, daß sie den grund Aufs schlüpfrige gebauet. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Dem, der ſich rühmt, als ob er 651. Was frag' ich nach den gar Bom höchsten nichts bekommen, Und nur sein eigner abgott war, Wird alles schnell genommen. Dem, welcher glaubt, er stehe fest, Sich nur auf macht und pracht verläßt, Ist fall und schlag am nächsten. 6. Wer seine mängel nicht betracht't, nicht siehet oder glaubet, Den nebenchristen doch veracht't Und GOtt die ehre raubet, Auf dessen beistand gar nicht schaut, Vielmehr auf eigne fräfte baut, Deß thun muß untergehen. 7. Und weil aus hoffart, zank und neid Und alles unglück rühret, So wird unsegen, fluch und streit Und tausend noth gespüret. GOtt widersteht dem übermuth, Denn er mißbraucht gewalt und gut; Der demuth giebt er gnade. 8. Stolz, hohe augen, große pracht, welt verspricht? Ich weiß aus GOt= tes lehren, Daß schlechte zuversicht Auf ihren glanz zu sehen. Ein rauch) vergeht geschwind, Und so flieht ihr ergößen Auch schneller, als der wind. 2. Bersuchungsneß und stricke, Verfolgung, haß und neid, Groll, hader, saure blicke, Erbitterung und streit Umgiebt die, so mit sorgen Nach ruhm und ehre stehn, Sie müssen oft vor morgen Mit schrecken untergehn. 3. Die welt führt groß gepränge Und unerlaubte pracht: Der rühmt der güter menge, Der andre seine macht, Der dritte schönheit, fünste, Vergnügen, gunst und geld; Und alles sind nur dünste, Die man für köstlich hält. 4. Man sucht nur groß zu werden, Man kennt sich selber nicht, Bergißt, 24 370 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden daß man aus erden Und asche zuge=| welchen wahre demuth scheint; Der ift richt't. Nur uns're werke taugen; dein freund, der in der welt Sich selz Was andere gethan, Gilt nichts ber nicht, nur dir gefällt. in unsern augen, Man siehts ver= ächtlich an. 5. O höchstverblend'te sinnen, Bedenft des Lebens schluß, Wenn euer geist von hinnen Vor jenen richter muß. Was kann euch dann erretten, Wenn alles flieht und fällt, Was euch mit thorheitsketten Anjegt gefeſſelt hält? 5. Laß mich in Christi stapfen treten, Der hier die demuth selber war; Ich kann sonst nicht erhörlich beten, Ich stürz' mich sonst in die gefahr, Daß mein gebet dir zum verdruß Und mir zur fünde werden muß. 6. Entreiße mich den banden, HErr, reiße mich doch los, Mach' allen stolz zu schanden, Mach' meine demuth groß. Du bist hoch und erhaben, Ich arm, gering und klein; Drum laß auf meine gaben mich nicht vermes= sen sein. 7. Will mich die welt verachten, So geb' ich mich darein; Wirst du nur meiner achten, kann ich vergnüget sein. Die eitle pracht ist schaden, Die ruhmsucht nur betrug; Bin ich bei dir in gnaden, So hab' ich ehre g'nug. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 652. Mei Mein Gott, du wohneft in der höhe, Und siehst auf das, was niedrig ist. Weil ich nun auf der erde gehe, Und du ein HErr des himmels bist, So gieb, daß ich in meinem sinn Der demuth stets ergeben bin. 2. Was bin ich denn? nur asch und erde, Ein armer wurm, ein madenhaus; Wenn ich nun einmal sterben werde, So trägt man meinen staub hinaus. Tas präge mir doch fleißig ein, So werd' ich gerne nie= drig sein. 3. Der hochmuth ist ein schlüpfrig pflaster, Das vielen schon den fall gebracht; So weiß ich auch, daß dieses laster Aus engeln teufel hat gemacht. Behüte mich vor dieſer bahn, Die leicht zur hölle führen kann. 4. Die hoffart hat dir nie gefallen; Du bist und bleibst den stolzen feind, Du liebst die herzen unter allen, Aus 6. Nicht meiner, sondern deiner ehre Laß all' mein thun gewidmet ſein. Und daß sich nur dein ruhm vermehre, So präge mir mit nachdruck ein, Ich sei nicht werth der gnadenkraft, Die alles gute in mir schafft. 7. Hätt' ich gleich alle tugendgaben Und hätte doch die demuth nicht, So würd' ich nur ein blendwerk haben, Nur dampf und schatten, und kein licht. Drum laß der tugend größten schein Bei mir auch wahre demuth sein. 8. Hilf daß ich mich in demuth kleide, Daß ich, von stolz und hoffart frei, Die eitle pracht von außen meide Und demuthsvoll im herzen sei. GOtt sieht nicht auf das schlechte kleid, Er liebt des herzens niedrigkeit. 9. Gieb, daß ich mich nicht überhebe, Dieweil wir alle brüder sind, Daß ich dem kleinsten ehre gebe, Als der sowohl als ich dein kind. Der tod macht endlich arm und reich, Auch schlecht und hoch einander gleich. leiden In demuth unterworfen sein. 10. Auch laß mich dir bei allem Nach ausgestand'ner schmach und Dort wirst du mich mit ehren kleiden pein, Denn wer sich selbst erniez driegt hier, Steht dort gewiß erhöht bei dir. Von der Geduld. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 653. Es ist gewiß ein köstlich in geduld zu fassen Und GOttes weisem baterwink Sich willig überlassen, Sowohl bei trüber noth und pein, Als bei vera und zwar von der Geduld. 371 gnügtem sonnenschein: Geduld erhält| liebesschläge giebt, Ja nie durch undas leben. 2. Drum auf, mein herz, verzage nicht, Wenn dich ein leiden drücket; Flieh' nur zu GOtt, deß freudenlicht Mit trost und kraft erquidet. Er frönt dich oft mit vaterhuld, Drum füß' die ruthe mit geduld: Geduld friegt muth und kräfte. 3. Nur frisch im glauben fortgekämpft, Bis sich der sturmwind leget. Im freuze wird die lust gedämpft, Die sich im fleische reget; Der geist friegt neue fraft und muth, Daß er in GOtt gelassen ruht: Geduld erlangt viel gnade. 4. Es wird auch keiner dort gekrönt, Als der hier recht gestritten; Ja der wird dermaleinst verhöhnt, Der nicht getrost gelitten. Doch dem, der Christi joch hier trägt, Wird Christi schmuck dort angelegt: Geduld erlangt die frone. 5. GOtt hilft dir auch bei aller noth, Dem fannst du sicher trauen, Er übergiebt dich nicht dem tod, Du sollst das leben schauen; Er steht dir bei, er tröstet dich, Beweiset sich recht väterlich: Geduld ist stets voll segen. 6. Erwarte nur die rechte zeit, Du wirst den trost empfinden; Er wird in lieb' und freundlichkeit Sich fest mit dir verbinden, Er wird, nach ausgestand'ner pein, Dein labsal unaufhörlich sein: Geduld wird nicht zu schanden. * 7. Nun GOtt des trostes, der geduld, Geduld ist deine gabe, Drum gieb sie mir nach deiner huld, Weil ich sie nöthig habe. Laß mich im leiden, freuz und pein Hier me JEfu ähnlich sein, Bis ich ihn dort umfasse. m. geduld betrübt. 2. Ich habe ja wohl mehr berdienet, Als du mir jemals auferlegt; Da mir nun noch die hoffnung grünet, Daß deine hand aus liebe schlägt Und mich mit troste will erfreun, Wie sollt ich nicht geduldig sein? 3. Ich bin der thon, du bist der töpfer Und machst aus mir, was dir gefällt; Die freatur bleibt ihrem schöpfer zu seinem willen heimgestellt. Drum gieb geduld, wenn deine hand Mir freuz und trübsal zugesandt. 4. Mir ist die züchtigung ſo nüße, Als meinem leibe täglich brot, Denn wenn ich stets in rosen sige, Stürzt sicherheit mich bald in noth. Drum hilf, daß ich auf jeden schlag Die vaterruthe küssen mag. 5. Behüte mich, daß ich im kreuze Mit murren oder ungeduld Dich nicht zum zorn und strafe reize, Denn also bin ich selber schuld, Wenn mir des freuzes überdruß Zur scharfen ruthe werden muß. 6. Laß mich auf meinen JEfum sehen, Der in geduld den kreuzweg trat, Der alles leiden, fluch und schmähen Ganz willig übernommen hat. Das unschuldsvolle GOtteslamm Ging freudig an den freuzesstamm. 7. Er hat mir stapfen hinterlassen, In welchen ich ihm folgen soll. Ach, laß mich, HErr, ein herze fassen Ihm nachzugeh'n durch weh und wohl, Gieb, daß ich in gelaßnem sinn Dem bilde JEsu ähnlich bin. 8. Wenn du mich auch nicht bald erhörest, So rüste mich doch mit ge= duld; Denn was du mich im kreuze lehrest, Sind lauter proben deiner huld. Halt' ich die trübsal redlich aus, So wird mir lauter labsal draus. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 9. Geduld hilft alles überwinden. 654. Mein Gott, du bist So werd' ich nach dem kampfe dort von großer güte| Die schönste siegeskrone finden; Ge= Und trägst uns selber mit geduld, Re- duld bringt endlich an den port, Da giere du auch mein gemüthe, Damit werden keine dornen sein, Da erntet es deine vaterhuld, Wenn sie mir man nur rosen ein. 24* 372 Von dem heiligen Leben Mel. Sollt' ich meinen GOtt 2c. 655. Lieber vater, GOtt der armen, Der so viel geund christlichen Tugenden vertreib' aus meinem herzen Sorgen, trauern, ungeduld, Furcht und angst um deine huld, Und die allzugroßen schmerzen, Daß ich, unter deiner treu, Stark im überwinden sei. duld bezeigt, Dessen ewiges erbarmen Unsre sünden übersteigt; JEfu Christe, sohn der gnaden, Du geduldig's GOtteslamm, Der am schweren kreuzesstamm Uns der sünden last entla- feinde weiß zu lieben und die eig'ne den; Und du guter friedensgeist, Der der beste tröster heißt; 7. Gieb mir mitten im betrüben Ein verträgliches gemüth, Das auch rache flieht. Wink' und worte, finn und werke Und begierden fasse du Selbst in eine sanfte ruh', Und gieb rechte glaubensstärke, Standhaft in des freuzes pein, Selig nach dem Freuz zu sein. 2. Ich bekenne dir mit schmerzen Meine angebor'ne schuld: Es entspringt in meinem herzen Leider oftmals ungeduld. Ach, ich habe deinem willen nicht gehorsam nachgelebt, Ihm mit murren widerstrebt, Nicht Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. geſucht ihn zu erfüllen. Ach, ich bitte, 656. Mei auf deine stunde, rechne du Mir die sünde doch nicht zu. 3. Ach, befrei' mich von dem dräuen, Da der mund der wahrheit spricht: Die sein joch des freuzes scheuen, Finden seine ruhe nicht. Laß mich dieses elend fliehen, Gieb mir gnade deiner last, Die du selbst getragen hast, Willig mich zu unterziehen, Daß mein herz von unmuth frei Und im kreuz gelaffen sei. Matth. 11, 29. 4. Laß dein schicksal mich vergnügen, Wenns auch mißvergnügen schickt, Denn ohn' unsers GOttes fügen Wird uns nicht ein haar entrückt. Gieb, daß dies mein herz erfennet, Gieb ein dankbares gemüth, Das auf deine schidung sieht Und dich findlich vater! nennet, Das, wie Isaak, erträgt, Was der vater auf erlegt.* 1. B. Mos. 22, 6. 5. Beige, daß mir bösem finde Nur was wenig's widerfährt, Weil auch meine kleinste sünde Schon der größten plagen werth. Laß mich keine pein ermüden, mache mich getroft und still, Daß ich noch mehr leiden will, Wenn dein rath es so beschieden, Wird dein name nur geehrt Und mein wahrer nuß gemehrt. 6. Was du willst, das soll geschehen, Was uns schädlich, willst du nicht. Nur vergieb mir, was versehen, Wenn mein wille widerspricht; Nur Ob sie gleich nicht geschlagen hat. Ich habe diesen trost zum grunde: Bei GOtt ist immer rath und that. Dein wort wird endlich doch erfüllt, Die stunde komme, wenn du willt. 2. Ich bin, mein GOtt, in deinen händen, Mach's nur mit mir, wie dirs gefällt. Ich will mich nach den ber= gen wenden*, Es sei dir alles heimgestellt. Die hülfe kommt allein von dir, Mein bester helfer, hilf du mir. * Ps. 121, 1. 3. Wenn furcht und hoffnung in mir streiten, heißt mich der glaube stille sein. Ich sehe deine hand von weiten, Die wird mir trost und kraft verleih'n; Ich werde, HErr, es wird geschehn, Noch lust an deiner gnade seh'n. 4. Mit Jakob geh' ich dir entge= gen, Mein glaube ringt und kämpft mit dir; Ich laß dich nicht, gieb mir den segen, Dein segen ruh' und bleib' auf' mir, Dein segen ist, der mir die nacht Zur schönen morgenröthe macht. 5. Nur deiner allmacht will ich trauen, Die allen kummer ändern kann; Auf dein wort will ich felsen bauen, Du hast gefaget: ruf mich an Ich hoffe nun, ich rufe nun, Du wirst nach deinem worte thun. 6. Beleg' mich nur mit allen schmerzen: War JEsus doch der schmer und zwar von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in GOtt. zensmann, Und diesem greif ich nach dem herzen, Ich weiß, daß michs nicht laffen fann; 3hm bricht sein herz, sein mund verspricht: Ich laß dich nicht, ach, laß mich nicht! Von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. Mel. Christus, der uns selig macht. 657. Laffet doch den weisen GOtt Nach belieben machen, Überlaßt ihm eure noth Und verworrnen sachen. Seine weisheit weiß ja wohl, Wann sie hülfe geben, Wo und wie sie rathen soll In dem ganzen leben. 2. Schreibt dem weisen GOtt nicht für Stunde, zeit und maße, Fraget nicht mit ungebühr, Was er thu' und laffe. Er fängt ja nicht heute an, Erst für euch zu sorgen; Alles, was euch müßen kann, Ist ihm unverborgen. 3. Was der weise GOtt nur thut, Was er schafft auf erden, Das muß uns gewißlich gut Und ersprießlich werden, Gingen gleich die sachen nicht, Wie wir gerne wollten Und wie sie, nach unserm licht, Etwa gehen sollten. 4. Drum, o weiſer GOtt, bir ſei mich nach deiner treu', Wie es dir gefället. Geht es mir gleich wunderlich Hier auf dieser erden, Laß mich nur, ich bitte dich, Endlich selig werden. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 658. Ras hilfts, das ih mich quäle Durch dies und jenes leid? Entreiß dich, meine seele Doch aller traurigkeit; GOtt machet alles wohl, Er wirds auch ferner machen, Wie dirs und deinen sachen Zum besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, Wirst du gleich nacht und tag Mit furcht und sorgen sinnen, Wie dirs noch gehen mag. Bei GOtt bestehts allein; Laß seine hand dich führen, Die wird dich so regieren, Wie dirs wird nüßlich sein. 373 3. Was dich will niederschlagen, Was dich zur erde biegt, Was dir mit angst und klagen Auf deinem herzen liegt, Das wirf in seinen schoß Und mache dein gemüthe, Durch trost auf seine güte, Von allem fummer los. 4. Er wird dich wohl versorgen Und besser, als man denkt; Wer weiß, wie nab' der morgen, Der dir den ſegen schenkt, Auf den die hoffnung blickt. Ein herz, das ihm vertrauet Und gläubig auf ihn bauet, Wird doch zulegt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, Wie treulich er es meint! Er sorgt für die gerechten Und ist ihr herzensfreund. Siehts gleich gefährlich aus, Kann er sie doch nicht hassen, Noch in der unruh' laffen, Er reißt sie endlich draus. 6. So fall' id) denn mit freuden In GOttes arme hin; Nichts kann mich von ihm scheiden, Weil ich sein eigen bin. Er bleibt auch ewig mein und wird mir alles geben, Was meinem stand und leben Wird gut und selig sein. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 659. Wie GOtt mich führt, so will gehn, Ohn' alles eigne wählen; Geschieht, was er mir außerfehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh' ich mit Und folg' ihm willig schritt vor schritt, In findlichem vertrauen. 2. Wie GOtt mich führt, so bin ich still Und folge seinem leiten, Will gleich des fleisches eigenwill' Ihm öfters widerstreiten. Wie GOtt mich führt, bin ich bereit, In zeit und auch in ewigkeit Stets seinen schluß zu ehren. 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh' in seinen händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er es selbst will wenden, Sei ihm hiemit ganz heimgestellt; Er lenk' es, wie es ihm gefällt, Zum leben oder sterben. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 374 4. Wie GOtt mich führt, so geb' ich mich In seinen baterwillen. Scheints der vernunft gleich wunderlich, Sein rath wird doch erfüllen Was er voll lieb' und treu' bedacht, Eh' er mich an das licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie GOtt mich führt, so bleib' ich treu Im glauben, hoffen, leiden. Steht er mir nur in gnaden bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich faffe mich im glauben fest: Was GOtt mir wiederfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie GOtt mich führt, so will ich gehn. Es geh' durch dorn und hecken. GOtt läßt sich nicht vom anfang sehn; Der ausgang wird ent= decken, Wie er, nach seinem baterrath, Mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein glaubensanker. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 660. Befiehl dem HErren deine wege Und mach' dich aller sorgen los, Bertrau' dich dessen vaterpflege, Dem nichts zu wichtig, schwer und groß, Das er, zu seines namens preis Nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft rathen laffen, Hat er es immer wohl gemacht, Denn was dein denken nicht kann faffen, Hat er schon längst vorher bedacht. Wie dieses nun sein rath er sehn, So muß es, und nicht anders, gehn. 3. Wie wirst du deine lebenstage Von mancher fummerlost befrei'n, Wie leicht wird dir die noth und plage In diesem jammerthale sein, Wenn du nichts wünscheft auf der welt, Als was GOtt will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an feinem gute fehlen, Wenn du dein herz gewöhnst und lehrst, Nur GOttes willen zu erwählen, Und deinem eignen willen wehrst. Uns täuscht nichts mehr auf dieser welt, Als eigne wahl, die uns gefällt. 5. Mach', JEsu, meine seele stille, Mach' sie mit alle dem vergnügt, Was deiner weisheit gnadenwille Mit mir und meinem leben fügt. Nur nimm dich meiner feele an, So hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts; sie ist ja deine, Sie kostet dich dein theures blut; Und dadurch mach' sie schön und reine, Laß dies dein mir vertrautes gut Den endzweck meiner ſorgen sein, So trifft mein ganzes wünschen ein. 7. Indeß, mein heil, ſei stets gepriesen Für alle sorgfalt, die du mir, Eh' ich geboren war, erwiesen, Da du mich, süßer JEsu, dir Zu deinem eigenthum erwählt, Und deinen schafen zugezählt. 8. Dir sei auch preis und lob gegeben, Daß du mich armen erdengast In diesem meinem ganzen leben So gnadenreich versorget hast. Denn was dein rathschluß mit mir thut, Ist alles liebreich, nüß und gut. 9. Dort preis ich deiner liebe tha= ten Dereinst erst in vollkommenheit, Wenn mir der heiße wunsch gerathen, Daß ich in jener ewigkeit Erkenne wie dein weiser rath Es wohl mit mir ge= meinet hat. 661. ist wohl gethan, Es bleibt gerecht sein wille; Wie er fängt meine sachen an, Halt' ich ihm willig stille. Er ist mein GOtt, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Er kann mich nicht betrügen, Er führet mich aufrechter bahn; Drum laß ich mir begnügen An seiner huld Und hab' geduld, Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Er wird mich wohl bedenken. Er, als mein arzt und wundermann, Wird mir nicht gift einschenken Für arzenei; GOtt ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen und seiner gnade trauen. und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. 375 4. Was GOtt thut, das ist wohl| ich fort, In schwachheit, noth und gethan, Er ist mein licht und leben, banden, Und was mir stößt zu hanDer mir nichts böses gönnen kann, den, So tröstet mich sein kräftig wort. Ihm will ich mich ergeben In freud' und leid; Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein ver= hängniß gehn; Kein unfall unter allen Wird mir so schrecklich fallen, Mit GOtt werd' ich ihn überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut. Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß die rechte helfenszeit. 9. So sei nun seele, deine Und traue dem alleine, Der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; Dein vater in der höhe Weiß schon zu allen sachen rath. 5. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Muß ich den felch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken. Weil er zulegt Mich doch ergößt Mit süßem trost im herzen: Da weichen alle schmerzen. 6. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe bahn, Noth, tod und elend treiben, So wird GOtt mich, Ganz väterlich, In seinen armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 663. I walten, Er mach' es, in allem n allen meinen thaten wie es ihm gefällt; Ich will ihm Mel. Nun ruhen alle wälder. 662. gerne rathen, Der alles kann und hat. Er muß zu allen dingen, Solls anders wohl gelingen, Selbst geben segen, rath und that. 2. Vergebens ist mein sorgen Bom abend bis zum morgen, Vergebens müh' und kunst. Er mags mit meinen fachen Nach seinem willen machen. Ich stells in seine vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er selbst versehen Und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab' ich auch zum zweck erkiest. 4. Ich traue seiner gnaden, Die mich vor allem schaden Und allem übel schüßt. Leb' ich nach seinen sägen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wird mich meiner sünden In gnaden ganz entbinden, Durchstreichen meine schuld; Er wird auf mein verbrechen Nicht stracks das urtheil sprechen; Ich weiß, er hat mit mir geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' in dieser welt. Wie er, mein lieber GOtt, es fügt, So ist mein herz auch wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem willen, Stürmt gleich ein unfall auf mich zu, So kann mich GOttes wille stillen, Denn der allein setzt mich in ruh'. Ich bin mit allem, was er fügt, Von ganzem herzen wohi vergnügt. 3. Ist mir nicht großes gut beschieden, Bin ich nicht reich, noch hoch ge= schäßt: Ich bin mit meinem theil zufrieden, Wenn andre großes gut ergözt. Ich bin mit wenigem vergnügt, Weil GOtt. nicht mehr für mich gefügt. 4. Wie mancher fällt in seelenschaden Durch viel erscharrtes geld und gut! Wie mancher fällt aus GOttes gnaden Durch reichthum in die höllenglut! Deshalben leb' ich wohl vergnügt Mit dem, was GOtt mir zugefügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen stufen, Viel sichrer ist der mittelstand: Wie mich der höchste GOtt berufen, 376 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden So folg' ich seiner gnadenhand. Wie| willst, mit mir, Ich bleibe dennoch seine macht es mit mir fügt, So bin stets an dir. ich auch sehr wohl vergnügt. 6. Will mir die glückessonne lachen, So acht' ich ihre reizung nicht; Auch laß ich mich nicht zaghaft machen, Wenn alles unglück auf mich bricht. Ich bin getrost und höchst vergnügt, Wie mein getreuer GOtt rs fügt. 7. Ich steh' in GOttes hand gefchrieben, Der selbst mein haar ge= Mel. Von GOtt will ich nicht zc. zählet hat; Drum kann mich feine 665. Soll ich nach deinem noth betrüben, Mich trifft nichts ohne GOttes rath. Ich leb' in allem wohl bergnügt, Wie mein getreuer GOtt es fügt. winken, O vater, sein gefränkt; Soll ich den becher trinken, Den du mir eingeschenkt; Soll ich des freuzes weh, So lang'ich lebe, dulden, So ist es mein verschulden. O HErr, dein will' gescheh! 2. Du fennest meine sorgen, Du weißt, sie drücken mich; Dir ist ja unverborgen, Was inn- und äußerlich Die matte seele quält. Dir ist es unverholen, Drum sei dir's anbefohlen; Du weißt ja, was mir fehlt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. weiß, es kann mir 3. Willst du es von mir nehmen, Wohlan so dank' ich dir; Soll es mein So 664. Inichts geſchehen In fort mit mir Und schlag', o reiner geiſt, In meinem herzen nieder, Was dir an mir zuwider, Was bös und sündlich heißt. 4. Und kann ich nicht verstehen, Warum bald dies, bald das Bisher an mir geschehen, Warum ohn' unterlaß mich freuz und leid gedrückt, So wirst du's offenbaren, Und werd' ich noch erfahren, Warum du's zuge= schickt. 5. Drum bin ich nur gelassen In einfalt, als ein find, Und gehe meine 8. Mein wille soll sich fest verpflichten, Sich so im leben als im tod Nach seinem baterwink zu richten, So schredt mich weder angst noch noth; Weil ich mit dem, wie GOtt es fügt, 3m leben und im tod vergnügt. meiner ganzen lebensfrist, Als was des höchsten rath versehen Und was mir nug und selig ist: HErr, mach' es, wie du willst, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 2. Du leitest mich bei meiner rechten Und führest mich durch wohl und weh, Du bist mein licht in trübsalsnächten, Mein leitstern auf der jammersee: HErr, mach' es, wie du willst mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein GOtt, dir bleib' ich ganz ergeben, HErr, leite mich auf rechter bahn Und nimm mich einst nach diesem leben Mit gnaden und mit ehren an: HErr, mach' es, wie du willst, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schla- straßen, Bis ich den ausgang find'; gen, Ich weiß doch, daß du vater bist; Ich will in hoffnung still Auf meinen Dein herz kann mir ja nichts versa- JEsum schauen Und ihm die noth gen Was meiner seele selig ist: HErr, vertrauen, Bis er mich retten will. mach' es, wie du willst, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum ſoll mein herz doch standhaft stehen, Ob mancher wind des freuzes weht, Es kann mir niemals übel gehen, Wenn es nach GOttes willen geht: HErr, mach' es, wie du 6. Ich weiß doch, daß mein leiden. Mir nüß und selig ist, Denn also lern' ich meiden Der sünden schlangenlist. Mein sündenleib verdirbt; Des geistes neues leben Wird sich je mehr erheben, Je mehr das alte stirbt. 7. Da lebt mein heil verborgen, und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. 377 Wo sich mein leiden zeigt. Wo kreuz| zieht viel nach sich: GOtt sorgt für und last der sorgen Die seele nieder-| mich recht väterlich. beugt, Da ist er ganz gewiß Mit sei= ner lieb' und segen Im herzen selbst zugegen Und stehet vor dem riß. 2. Zwar mich bekümmern manche fachen, Denn was ich suche, find' ich nicht; Viel nächte muß ich schlaflos wachen, Wo oft das Herz in thränen bricht. Doch meine seele faffet sich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 8. Drum seele sei zufrieden Und dulde deine pein, Es wechselt stets hienieden Bald sturm, bald sonnenschein. Schau an die große zahl, Die mit dir auf dem wege, Und werde ja nicht träge, 3st gleich der weg sehr schmal. 3. 3war fehret mir das glück den rücken Und sein gesicht stets andern zu; Wohin die trüben augen blicken, Da seh' ich nichts zu meiner ruh'. Doch dies allein vergnüget mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 4. Ach schon in meinen besten tagen Bin ich an kreuz und leiden alt, Allein ich wills geduldig tragen; Wer weiß, es ändert sich wohl bald. Denn dieses trostwort stärket mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 5. Wie könnt' ers übers herze bringen, Daß er mich ließ ohn' hülfe stehn? Mein seufzen wird mir wohl gelingen Und alles noch nach wunsche gehn. Sein theures wort versichert mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 6. Ich will nicht mit mir selber zanken, Wie dies und das noch kommen wird, Weil man durch unruh' der gedanken, Sich in sich selber nur verirrt. G'nug dieser trost erquicket mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 7. Und nun, weswegen ſollt' ich ſorgen, Da GOtt die sorgen auf sich nimmt? Kommts heute nicht, ſo fommt es morgen, Was mir sein va= terherz bestimmt. An solche hoffnung halt' ich mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 9. Meinst du, daß deine plagen Zu überhäuft und groß, So denk', was andre tragen, Die elend, nackt und bloß, Ja gar gefangen sind, Die freund und feind verlassen Und als ein scheusal hassen; Dent', was ihr herz empfind't. 10. Ach ja, so denk' ein jeder, Und tröste sich dabei: Es treffe Chrifti glieder So viel und mancherlei, So manche leidensart, So manche noth und schmerzen, Die sich in frommen herzen Durch leiden offenbart. 11. Drum sprich: mein GOtt, ich leide, Was meine schuld verdient, Weil ich in lust und freude Mich sonst zu viel erkühnt. Ich lebe nach der welt; Du bist gerecht, drum richte Und mache ganz zu nichte, Was mich von dir abhält. 12. Ich küsse deine ruthe Und beuge mich vor dir, Bis in dem fleisch und blute Die sündliche begier, Die mich zum bösen treibt, Nebst allem zorn gedämpfet, Damit, wenn der bekämpfet, Der liebe herrschaft bleibt. 13. So will ich dich erheben In allem kreuz und leid Und dir gehorsam leben In zeit und ewigkeit. Wenn dies das freuz gebiert, So hab' ich g'nug erhalten und laß dich ferner walten, Wie deine hand mich führt. 8. So bleibt mein herz in GOtt gelassen und ruhet in zufriedenheit, So kann mein sinn sich freudig fassen Auch mitten in der traurigkeit; Ich [ prech' ihm zu: gedulde dich! GOtt Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 666. h habe finn und herz sorgt für mich recht väterlich. ergeben GOttes herz und sinn, So kann ich Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. ohne ſorgen leben, Weil ich bei ihm 667. Wie mein getreuer bas im segen bin. Dies glaubenswort ter will In allen 378 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden schweren sachen, So halt' ich ihm ges| gleich oft seltsam scheint, So ist doch horsam still Und laß ihn ferner machen. Er wird schon, wenn mir's nüz und gut, Dieweil ich steh' in seiner hut, Für meine wohlfahrt wachen. endlich gut, Was deine wundermacht Und höchste weisheit thut. 2 Ob ich gleich denke dies und das Mit hochbetrübten sinnen, Ob ich gleich sorg' ohn' unterlaß, Was ich doch soll beginnen, So kann ich durch mein herzeleid Der größten 5. 3war ist mein glaube schwach, widerwärtigkeit Doch nie was abge- Doch, HErr, aus lauter gnaden Gieb, daß es heilsam sei Und mir nicht könne schaden, Wie wunderbar sichs kehrt, Denn alles steht bei dir; Ich will auch dir allein Drum danken für und für. 4. Indessen wollest du, O vater, nur verleihen, Daß alles mir, und auch Zum besten muß gedeihen Dem orte, wo ich bin, Damit es insgemein Und mir insonderheit Erträglich möge sein. winnen. 3. Drum laß es gehen wie es geht, Und meine thränen fließen; GOtt wird sie, weil es bei ihm steht, zu rechter zeit versüßen. Sein liebreich herz wird schon einmal Sich über mich nach dieser qual Mit lauter gnad' ergießen. 4. Indessen leid' ich mit geduld Bis GOtt sich wieder finde, Denn dies und mehr hab' ich verschuld't Mit meiner großen fünde; Ich weiß, GOtt reißt mich wunderbar Noch solcherMel. Was mein GOtt will 2c. maßen aus gefahr, Als ich jetzt nicht 669.h hab' in GOttes herz und sinn Mein herz und sinn ergeben; Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben. Ich bin deß kind, Der tod und sünd' Die waffen ausgezogen; Ob er gleich schlägt Und freuz auflegt, Bleibt er mir doch gewogen. 2. Ich gläube fest, es fehlt mit nicht, mein bater muß mich lieben. Berbirgt er gleich sein angesicht, So will er mich nur üben, Mich durch ge= duld In seiner huld Gewöhnen feſt 5. Wirst du nur ferner, GOtt mein hort, Des zweifels mich befreien Und mir im glauben durch dein wort Beständigkeit verleihen, So weiß ich, daß mein großes leid Sammt aller widerwärtigkeit, Mir muß zum nut gedeihen. danken machen, Das nicht zu ändern steht? Befiehl GOtt alle sachen. Was ich nicht fassen kann, Da weiß der höchste wohl, Wie er zu seinem preis Noch alles richten soll. 2. Elender erdenwurm, Willst du gen himmel steigen? Du arme freatur, Willst du dem schöpfer zeigen, Was er anordnen soll? Bedarf der jego rath, Der so viel tausend jahr Die welt regieret hat? 3. Ach nein, dir, großer GOtt, Sei alles heimgestellet; Mach' du es auch fortan Blos, wie es dir gefället. Obs * 6. GOtt vater, dir, nicht uns, Nicht uns, nur dir sei ehre! Dein lob, DJEsu Christ, Dein lob sich immer mehre! Nur dir, GOtt heil'ger geist, Nur dir sei ewig preis Für alles, was du thust 3m ganzen erdenkreis. Mel. O GOtt, du frommer 2c. illst du dir meine 668. ge- zu mein treu erweist, Wird er mich schon erhöhen. 3. Er hat mich selber zugericht't, Mir leib und seel' gegeben; Er ist, der unterhalt verspricht, Er fristet mir das leben, Erbarmet sich. Und zählet mich Aus gnaden zu den seinen. Wer so viel thut, Deß herz und muth Kanns nimmer böse meinen. 4. Bei ihm ist weisheit und verstand Und macht in allen thaten; Zeit, ort und stund ist ihm bekannt zu helfen und zu rathen. Er weiß wann leid Und freudigkeit Uns, seinen und zwar von der Übergebung an GOtt durch Gehorsam. 379 Kindern diene, Und was er thut,| Von der Übergebung an GOtt Ist alles gut, Obs noch so traurig und dessen Willen durch heiligen schiene. Gehorsam. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was fleisch und blut begehret, Mel. Von GOtt will ich nicht zc. Als ob dich GOtt mit großer laft Und 670. Err, dem die engel dies nen, Hier ist gar aus haß beschweret, Hast spät und früh Viel sorg' und müh', An deinen wunsch zu kommen, Und denfest nicht, Das, was geschicht, Gescheh' zu deinem frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und sich zur ehr' erbauet, Hat längst in seinem weisen rath Auch auf dein heil geschauet. Er sieht voll treu', Was dienlich sei Für dich und für die deinen, Drum laß ihn nun, Was er will, thun; Er fanns nicht böse meinen. 7. Gefällt es GOtt, so kanns nicht sein, Es muß zuletzt erfreuen, Und leiden, kummer, noth und pein Muß dir zum heil gedeihen. Wart' in ge= duld, Die vaterhuld Wird sich doch endlich finden; Angst, noth und qual Wird auf einmal, Gleich wie ein dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein GOtt, so fall' ich dir Getrost in deine hände; Nimm mich und mach' es nur mit mir Bis an mein letztes ende So, wie du weißt, Was seel' und geist Erbauet, tröstet, lehret, Was deinen ruhm, Mein christenthum Und meinen glauben mehret. 9. Giebst du mir ruh' und sonnenschein, So nehm' ich es mit freuden; Solls aber kreuz und unglück sein, Will ichs geduldig leiden. Soll ich allhie Noch fort voll müh, Voll freuz und fummer leben, Ich folge dir Doch für und für Gelassen und ergeben. 10. Soll ich denn auch des todes weg Und finstre straße reisen, Wohl= an, ich gehe bahn und steg, Den du mir, HErr, wirst weisen; Du bist mein GOtt, Der noth und tod Zu solchem zwecke fehret, Daß dich mein geist Dort ewig preist Und mit den engeln ehret. denknecht Vor deinem thron erschienen, Verwirf ihn nicht nach recht. Du bist ja treu und gut, Drum laß mich gnade finden Und tilge meine sünden Durch meines JEſu blut. 2. Ach dies ist meine freude, Wenn ich in ängsten bin; Im allergrößten leide Eilt mein gemüth dahin. Ich finde früh und spat Bei noth und jammerstunden In meines JEsu wunden Erwünschten troſt und rath. 3. Drum will ich nicht verzagen und mich vor dein gesicht Getrost und freudig wagen, Denn du verwirfst mich nicht. Was aber bring' ich dir? Mein GOtt, mein heil, mein leben, Was kann ich armer geben? Du for= derst viel von mir. 4. Nun, weil ich sonst nichts habe, Nimm geist, herz, sinn und muth Statt einer armen gabe, Ja leben, leib und blut Und alles von mir hin; Ich schenk' es dir zu eigen, Ulm dir dadurch zu zeigen, Daß ich nur deine bin. 5. Mein denken, reden wissen, Mich selbst, mein ganzes thun, Werf ich zu deinen füßen; Hier will ich stille ruhn, Hier will ich ganz vertraut Mit dir mich dein erfreuen Und feine schmerzen scheuen, Wovor mir ſonst gegraut. Kein leiden, keine pein, Verfolgung, 6. Mich soll kein schicksal trennen; sein. Kommt selbst der tod herbei, Um lästern, brennen Soll mir entsetzlich mir das herz zu brechen, So will ich freudig sprechen: Gottlob, nun werd' ich frei. 7. Da will ich nach dir blicken Und den erlösten geist Dahin gelasſen schicken, Wo man dich heilig preist. HErr, reiche mir die hand, Entbinde 380 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden mich der fünde Und führe mich ge-| Vater, das geschehe nimmer. Weil schwinde In dein gelobtes land. du groß und gütig bist, Und weil dir mein unvermögen Im gehorsam längst bekannt, Ei, so laß doch deine hand Meiner schwachheit kraft beile= gen, Bater, dadurch folg' ich dir, Was du willst, geschehe mir. 8. Nun laß es bald geschehen, So bleib' ich dir verpflicht't; Du wirst mich nicht verschmähen, Ob mir gleich viel gebricht. Ich bin und bleibe dein; Ja, soll ich noch auf erden Dein treuer zeuge werden, So will ich standhaft ſein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 672. Mie felig fann ein chriſt leben, er 671. ergebe mich dem wil= fich ganz an GOtt ergiebt Und ſich dem Mel. Sollt' ich meinem GOtt 2c. ch der mich liebt, Der wird auch an mir erfüllen, Was mir ewig vortheil giebt. Schaue, großer GOtt, hernieder, Sieh, hier leg' ich muth und sinn, Herz und seele vor dir hin; Nimm doch mich und meine glieder, Mach' aus ihnen, was du willt, Was du willt, mein GOtt und schild! 2. Ach, ich kenne dich, mein leben, GOtt, der du mein bater bist; Den, der sich für mich gegeben, Kenn' ich, der ist Jesus Christ, Ja ich kenne meinen führer, Der mir deine wege weist, Das ist GOtt der heil'ge geist. Hab ich dich nun zum regierer, Dich, o du dreieinger GOtt, So erschreckt mich keine noth. 3. Und wie darf ich doch verzagen, Ging' es noch so wunderlich? Da ich bis hieher kann sagen: GOttes hände führen mich. Und erleb' ich denn den morgen, Ei, so lebt mein GOtt auch noch, Dessen treu' verspricht mir doch, Daß er mich, sein find, versorgen, Mich, sein schäflein, führen wird, Als mein bater, GOtt und hirt. 4. Ging' mirs immer, wie ich wollte, So ging' mir es selten gut. Denn wenn das geschehen sollte, Was fich wünscht mein eitler muth, Würd' ich oft mein unglück wählen; Ich empfinde leider oft Böses, wenn ich glück gehofft. Drum halt' ich von grund der seelen Meinem GOtt im glauben still, Mir geschehe, was er will. 5. Was du willst, gescheh' mir immer, Was ich will und schädlich ist, GOtt der höchste vater liebt; Der kann in aller angst und pein Mit seinem GOtt vergnüget sein. 2. Er weiß von keinen weltgedanfen, Er weiß von feiner eitlen lust, Er bleibet stets in GOttes schranken, Ihm ist nichts, außer GOtt, bewußt: GOtt liebet ihn, an dessen rath Er seine lust und freude hat. 3. Ach GOtt, du kennest meinen willen, Du forschest, prüfft, ergründest mich, Was dir gefällt, will ic erfüllen, Mein geist erhebt und lobet dich; Und was mich auf der welt vergnügt IstJEsus, der im herzen liegt. 4. An diesen hab' ich mich ergeben Durch meine ganze lebenszeit, Dem will ich bloß zu ehren leben, Drum bin ich allemal bereit zu thun, was dieser heiland will; Was ihm beliebt ist auch mein ziel. 5. Die welt mag ihre lust behalten, Die nur voll furcht und hoffnung ist; Ich lasse GOtt und JEsum walten, So weichet alle furcht und list. Was weltgefinnte fröhlich macht, Das hat mein herz schon längst veracht't. 6. Denn ich erfreue mich im HErren, An diesem hab' ich meine lust. Will alles wider mich sich sperren, So bleibt mir GOtt, mein trost, be= wußt, Der selbst in meinem Herzen wohnt Und mir mit lust und wonne lohnt. 7. Der hat mich je und je geliebet, In ihm kann ich vergnüget sein; Wenn mich so manches leid betrübet, Flößt er mir trost und leben ein. und zwar von der Übergebung an GOtt durch Gehorsam. 381 Mein herz trifft alles bei ihm an, Was| du aus großer huld Mit meiner es verlangt und wünschen kann. schwachheit noch geduld. 8. Darum befehl' ich meine wege Dem HErrn, der mich so wohl regiert; Ich überlaß ihm tritt und stege, Bis mich der weg zum himmel führt; Auf diesen soll in aller pein, Mein bester trost gerichtet sein. 9. GOtt lob, der wunsch ist eingetroffen, GOtt ist und bleibt mein bestes ziel. Auf diesen will ich eifrig hoffen, So thu' ich, was der höchste will, Der machet alles gut und wohl, Daß sich mein herz erfreuen soll. 10. Wohlan, ich bin in deinen händen, GOtt, führe mich, wie dirs gefällt; Du kannst die noth am besten wenden, Drum führe mich bald aus der welt. Dort geht das rechte leben an, Da ich mich ewig freuen kann. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 673. Gieb mir das wollen und 9. Laß mich im Leben und im sterben Nach deines willens leitung gehn Und diesen trost im glauben erben, vollbringen, mache mich Dein wille werde feſte stehn; Du willſt dazu bereit. aller gütigkeit, und mache mich vor allen dingen Durch deinen guten geist bereit, Daß meinem herzen nur ge= fällt, Was mir dein wille 2. Du hast mir deinen guten tillen In deinem worte g'nug erklärt; Ach könnt' ich den nur recht erfüllen, So wär' ich dir auch lieb und werth. Nun aber fehlt mir noch gar viel, Ich bin noch weit vom rechten ziel. 6. Willst du daß mir die sonne scheine, So laß mirs auch gefällig sein; Willst du, daß mir der himmel weine, So lenke mich gelassen drein; Soll ich zum freuz und grabe gehn, So laß es auch mit lust geschehn. 3. Mein eigenwille steht im wege, Daß ich nicht will, was dir gefällt, Indem ich das zu wollen pflege, Was welt und fleisch für rathsam hält. Des menschen wille bleibt verkehrt, Der oft für segen fluch begehrt. 4. Dein wille, vater, aber lenket Mich allezeit zum guten hin, Denn wo der mensch nicht hingedenket, Da leitest du doch unsern sinn Und läsfest uns am ende sehn, Es sei zu unserm heil geschehn. 5. Gieb, daß mein wille deinem willen Sich findlich unterwerfen kann. Und kann ich alles nicht erfüllen, So nimm den guten willen an Und habe 7. Ich folge demnach deinem willen, Der schatten folgt der sonne nach); Willst du mich nur mit kraft erfüllen, So folg' ich dir, GOtt, allgemach. Wer sich nach deinem willen richt't, Spürt immer fraft und neues licht. 8. Mein JEsus ist mir vorgegangen, Der deinen willen gerne that. Will ich nun mit dem namen prangen Den er mir selbst gegeben hat, So muß ich auch darauf beruhn Und deinen willen willig thun. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 674. Mein GOtt, du haft mir zu befehlen, Ich muß dir auch gehorsam sein; Laß mich das beste theil erwählen: Mein wille stimme deinem ein. Du bist der HErr und ich der knecht, Was du gebeutst, ist gut und recht. 2. Gehorsam soll vor allen dingen, Dein angenehmstes opfer sein, Laß mich nun auch die gabe bringen Und mich nur deiner rechte freun. Die chri=' sten müssen dein gebot Aus liebe thun und nicht aus noth. 3. Ich sehe, wie auf dein geheiße, Dir wind und meer gehorsam sind, Die kreatur mit größtem fleiße Ihr anbefohlnes werk beginnt; Biel mehr fommt mir, als menschen, zu, Daß ich nach deinem winke thu'. 4. Dein sohn that deinen willen gerne Und stellte sich zum muster dar, Daß ich gehorsam von ihm lerne, Wie er dir selbst gehorsam war, Und ſol 382 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden ches freudig in der that, Bis in den| mir, was ich nicht kann, Führ' mich, tod, bezeiget hat.. nur dich zu lieben, an Und dämpf die eigenliebe. 5. Laß mich nicht erst in solchen dingen Mit fleisch und blut zu rathe 3. Gieb, daß ich aller bösen lust gehn, Die mein gehorsam soll voll- Absterbe, dir nur lebe; Kein unbebringen; Sie werden mir nur widerstand sei mir bewußt, Wenn ich mich stehn. In unsern gliedern findet sich Nur ein geseß, das wider dich. dir ergebe. Gieb, JEsu, daß ich niemals mir noch meinem willen, son= dern dir Und deinem willen folge. 6. Ach schreibe selber dein' geseße Mit großer fraft in meinen sinn, Daß ich nicht deinen bund verleßze, Noch sonsten ungehorsam bin. Laß mich dein joch mit freuden ziehn Und alle widerstrebung fliehn. drückt, Wird schnöder eigenwille In 4. Wird fleisch und blut erst untermeiner eitlen brust erstickt, Sind die begierden stille, So fängt GOtt sein werk in mir an, Daß ich durch seine ben. 7. Sobald ich deine stimme höre, So mache herz und ohr bereit, Dagnade kann, Mir selber ganz abſterich sie mit gehorsam ehre Und thue, was sie mir gebeut. Ein hörer soll ich nicht allein, Nein, auch zugleich ein thäter sein. 8. Will mich die böse welt versuchen, Daß ich dir nicht gehorsam sei, So laß du mich ihr werk verfluchen Nebst aller ihrer zauberei. Wer men= schen folgt, ist thorheit voll, Weil er GOtt mehr gehorchen soll. 9/ Und endlich gieb mir auch im Freuze Ein herz, das dir gehorsam ist, Daß ich dich nicht zum zorne reizes Ein find, das deine ruthe küßt, Liegt endlich auch an deiner brust Und alle last wird ihm zur luft. 5. Mein herz ist eitler lüste voll, Blind, finster, ohne leben; Was GOtt in mir gefallen soll, Muß er mir selber geben. Erleuchtet mich sein gnadenschein, So kann ich ihm gefällig sein und ihm zu ehren leben. 2. Du weißt ja, daß es schwerer fällt, Den eigenfinn zu lassen, Sich selbst verleugnen, als die welt Und ihre luft zu hassen. Drum wirk' in 6. Gieb, JEsu, mir den gnadenschein, Daß ich dich recht erkenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer liebe brenne. Entreiß mich mir und gieb mich dir, Laß meine seele für und für Mit dir verbunden bleiben. kraft, Stärk' mich mit deiner güte; 7. Ich seufze, HErr, nach deiner Dein geist, der alles gute schafft, Erfülle mein gemüthe, Daß es nicht Von der Verleugnung sein selbst, und stets verflucht, Was dein reich eigne ehre sucht, Dir ähnlich wird der Welt und aller Eitelkeit. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. in mir störet. 675. Wil jemand Chrifti jünger sein, Der muß sich sein nicht schämen, Sich selbst verleugnen, Christi pein Und Freuz gern auf sich nehmen. Drum JEsu, gieb mir deine fraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 8. HErr, deine liebe giebt allein Seil, feligkeit und leben, Die eigen= liebe kann nur pein, Unruh' und unheil geben. Du giebst uns segen, heil und ruh', Der eigne ruhm schreibt sich es zu, Drum muß er dir mißfallen. 9. Dein ist preis, ehr' und ruhm, den dir Doch stolz und hochmuth stehlen; Darum zerstöre doch in mir Den hochmuth eitler seelen. Nimm eigne liebe völlig hin Und gieb mir Christi herz und sinn, Der dich nur liebt und ehret. und zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. 383 Mel. Was mein GOtt will 2c. ganz allein Die richtschnur meiner 676. Kommt, die ihr nicht geſchlüsſe, Mein einzig ziel und speise ber abzusagen; Kommt, die allein nach eitelkeit, Nach ehr' und weltlust fragen; Seht JEsum, euer vorbild, an Und lernt euch heilsam schämen, Wider den Eigensinn. Mel. HErr JEsu Christ, du zc. Laßt euren fuß nach ſeiner bahn Sich 677. Ein mensch, der ſeinen ungesäumt 2. GOtt war sein alles und allein Sein höchstes gut in allen, Er ließ sich nichts gefällig sein, Als dessen wohlgefallen. Den willen deß, der ihn gesandt, In einfalt auszurichten, War stets die arbeit seiner hand, Der inhalt seiner pflichten. 3. Sein geist war ganz der welt entführt, Der heiligkeit geschenket; Er ward durch keine lust gerührt, Durch feinen schmerz gefränket. Drum, fand man ihn betrübet stehn, Wenn er die bosheit sahe, So hat man ihn sich freuen sehn, Wenn GOttes wort geſchahe. 4. Ward menschenehr' ihm angethan, So wollt' er sie nicht haben, Man bot sie ihm vergebens an, Er floh vor solchen gaben. Die wollust, so die welt verspricht, Berlangt' er nicht zu schmecken; Er sprach zur luft: dich fenn' ich nicht, Und ließ sich nicht beflecken. 5. Es fonnte nichts, was irdisch heißt, In seine seele dringen, Sein ganz mit GOtt verbundner geist War frei von mammons schlingen. Er sah sich dürft'ge eltern aus; Der erbe aller sachen War selbst ohn' eigenthum und haus, Ward arm, uns reich zu machen. 6. Sein wille blieb auf ebner bahn, Doch macht er seinen willen Des va= ters willen unterthan, Den kam er zu erfüllen. Er hatte keinen tropfen blut, Der sich für GOtt nicht regte Und der sich nicht dem höchsten gut Mit luft zu füßen legte. 7. Gieb mir, mein heiland, kraft und lust, Dir völlig gleich zu werden, Berbanne selbst aus meiner brust Die liebe dieser erden, Laß GOttes willen gott verehret, Hält das für flugheit und gewinn, Was ihn die thorheit lehret; Ein fels ist hart, ein demant fest: Ein fopf, der sich nicht rathen läßt, Ist härter als sie beide. 2. Er meint, daß ihn die weisheit sich Zum meisterstück bereitet Und wig und flugheit mildiglich In seine brust geleitet; Allein das höchst verderbte kind, Die eigenliebe macht ihn blind, Daß er den fehl nicht siehet. 3. Was seinem eigensinn gefällt, Das soll auf erden gelten; Was er für recht und billig hält, Soll GOtt und welt nicht schelten. Drum spricht er GOtt und menschen hohn, Gewissen und religion Sind ihm geringe sachen. 4. Ein treu und wohlgemeinter rath Wird nie von ihm betrachtet Und was ein andrer gutes hat, Berhöhnet und verachtet. Schlägt GOtt auch gleich mit strafen drein Und läßt den zorn empfindlich sein, Wird eigensinn doch härter. 5. Wo bleibt des wahren glaubens schein Bei solchem wüsten leben? Wer fromm ist, muß auch fittsam ſein Nicht boshaft widerstreben. Seht, christen, Christi lebenslauf, Der stellt sich euch zum beispiel auf, Die sanft= muth auszuüben. 6. Vollbringt nicht, was euch fleisch und blut Und eigenliebe rathen; Ertennet selber, was euch gut, Und prüfet eure thaten. Will eigner wille meister sein, So räumt ihm feine herrschaft ein, Sonst rennt ihr ins ver= derben. 7. Getreuer JEsu, leite mich Nach deinem rath und willen; Mein sehn= lich auge sieht auf dich, Du kannst die Von dem heiligen Leben 384 unruh' stillen. Drum, wenn ich widerspenstig bin, So hilf mir meinen eigensinn Und bösen willen brechen. 8. Gieb, daß ich nicht zu heftig sei, Wenn man mir widerstehet, Und mache mich von unmuth frei, Wenns nicht nach wunsche gehet. Ja, wenn ich manches dulden muß, So sent' in meinen geist den schluß: Dein wille, HErr, geschehe! Von der guten und bösen Eigenliebe. brächte, Daß man recht ſein wahres wohl Und die seligkeit bedächte, Die uns glücklich machen soll! Wer sich seinem GOtt ergiebt, Nur die ew'gen güter liebt Und der seele hohen adel Kennet, liebt sich ohne tadel. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 678. Gott, daß man sich ſel- zu achten. ber liebe, Kann dir nicht zuwider sein, Denn du pflanzest diese friebe Von natur den menschen ein. Jeder lenket herz und sinn Auf sein eigen wohlsein hin; Niemand, den der erdkreis faffet, hat sein eigen fleisch gehasset. 2. Wenn nur dies den vortheil 3. Aber leider, nach dem falle, Der von Adam auf uns erbt, Sind wir arine menschen alle Auch in diesem stück verderbt. Unser böses herz allein Will sein eigner abgott sein, Sich nicht erst zum höchsten kehren, Sich nur über alles ehren. und christlichen Tugenden Th 6. Wer nur geiz und wollust heget, Liebt sich selbst zu seiner schmach; Wer nach GOtt verlangen träget, Dem geht GOttes liebe nach. Welt und wollust macht nicht satt; Wer nicht GOttes gnade hat, JEsum liebt von ganzem Herzen, Wird sein eigen heil verscherzen. 4. Mein GOtt, diesen schnöden gößen Will mein herz auch mit gewalt über GOtt und menschen seßen; Dämpfe doch dies übel bald, Kämpfe mit mir wider mich. Ich verlasse mich auf dich, Wenn mich satan mit den stricken Eigner liebe will berücken. 5. Statt der schnöden ehrbegierde Flöß' mir wahre demuth ein, Sei du meine freude, zierde, Lust und ehre ganz allein. Ehrgeiz ist dir ja verhaßt Und den menschen eine last; Drum gieb, daß ich mich zwar ehre, Doch nur, weil ich dir gehöre. 7. Mache denn, mein GOtt, in gnaden Meine eigenliebe rein, Laß mich nicht, zu meinem schaden, In mich selbst verliebet sein. Sei du einzig meine lust Und gewöhn' auch meine brust, Nach des nächsten wohl zu trachten und ihn als mich selbst 8. Nun es bleibet fest gestellet: Darauf soll mein herz beruhn, Erst, was dir, o GOtt, gefället, Eifrig und mit fleiß zu thun; Dann dem nächsten beizustehn, Auf ihn, als auf mich zu sehn. Diese liebe will ich üben, Dich, mich und den bruder lieben. 679. Was mich auf dieser währet kurze zeit; Was aber meine seele liebt, Das bleibt in ewigkeit. Drum fahr', o welt, Mit ehr' und geld Und deiner wollust hin; In kreuz und spott Erquidt mein GOtt Mir seele, muth und sinn. 2. Die thorheitsvolle lust der welt, So süß sie heute lacht, Hat morgen ihr gesicht verstellt und den in leid gebracht, Der auf sie baut. Allein bertraut Man GOtt und seiner treu', So sieht man schon Die himmelsfron' Und freut sich ohne reu'. 3. Mein JEsus ist, der mich er= freut, Was frag' ich nach der welt? Sie ist voll furcht und traurigkeit, Die endlich selbst zerfällt. Ich bin ja schon Mit GOttes sohn Im glauben hier vertraut, Der nun erhöht, Zur rechten steht Und schüßt mich, seine braut. 4. Ach JEsu, tödt' in mir die welt Und meinen alten sinn, Der sich dir stets entgegenstellt; HErr, nimm mich bil selber hin und binde mich Ganz und zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. 385 festiglich An dich, o HErr, mein hort,| flüchtig ist! Ich laß es alles fahren; So irr ich nicht In deinem licht, Weil du mir, GOtt, im herzen bist, Bis an den freudenort. Wirst du mein herz bewahren, Daß es die pracht Der welt verlacht. Laß mich nur dich verlangen, Laß meinen muth, O höchstes gut, Nur einzig an dir hangen. Mel. Durch Adams fall ist ganz 2c. ier ist mein herz, HErr, nimm es hin, Dir hab' ich mich ergeben; Welt, immer fort 680. aus meinem sinn Mit deinem lafter 681. Entreißt ud meiner leben! thun und tand nicht bestand, Das werd' ich täglich innen, Drum schwingt und reißt Mein freier geist Sich ganz zu GOtt von hinnen. seele kräfte, Bon allem, was noch weltlich heißt! Wirf hin die eitlen weltgeschäfte, Mein hierbei fast verschmacht'ter geist! Sprich: gute nacht, Welt, geld und pracht! Ich fang' ein andres leben an, Das nicht mit euch bestehen kann. 2. GOtt ist mein allerbestes gut, Nach ihm steht mein verlangen. Ach, fönnt' ich nur mit frohem muth Beständig an dir hangen, Ach, wär' mir doch Das sündenjoch Nun völlig abgenommen, könnt' ich einmal In jene zahl Der auserwählten kommen! 2. Wie preis' ich, JEsu, dein vers langen? Wie preis' ich GOttes vaterhuld, Die mir so liebreich nachgegan= gen? Sie trägt mich noch mit viel geduld. Ich ging verirrt, Doch du. mein hirt, Hafst mich nach deiner güt' und macht Aus dem verderben wie-. derbracht. 3. Es ist ja doch aus dieser welt Und ihren eitlen sachen, Und was sie schönes in sich hält, Kein wahres gut zu machen: Ihr gut verschwind't Wie staub und wind Und ihre lust zerstäubet: Nur GOtt, mein schatz Behält den plaß; Nichts ist, das ihn ver' treibet. 4. Wie thöricht hab' ich doch gethan! Den lüsten dieser erden Hing ich mit großem eifer an, Die doch zu= nichte werden. Ich sehe nun, Daß all' ihr thun, So schön es scheinet, fränfet, In seelennoth Und, nach dem tod, In höllenpein versenfet. 5. Ach schmerz! die jündenlust allein Hat mich so sehr bethöret; Die sünde nahm die sinne ein und hat sie ganz verkehret; Drum ließ ich mich So williglich Von dir, mein schöpfer, trennen. Ich bitte dich: Ach, laß es mich mit wahrer reu' erkennen. 6. Gieb, daß ich seele, geist und finn 3u dir gen himmel schwinge, Im glauben dir vereinigt bin; Laß mich an keinem dinge, Als dir allein, GOtt, mich erfreun. Denn du, mein heil und leben, Kannst jederzeit, Was mich erfreut, Hier und dort ewig geben. 7. Nur weg, was schnöd' und 3. Ich dacht' erst in der welt zu finden, Was unsern geist vergnügen kann, Ich wälzte mich in foth und sünden; Jeht flag' ich meine thorheit an. Verblend'te welt, Was dir gefällt 3st bei der größten herrlichkeit, Ein tand, traum und verlust der zeit. 4. Du reizest die bethörten sinnen, Indem das Herz voll unruh steht. Ein jeder sieht, wie ihr beginnen Von einer luft zur andern geht, Und wie zuletzt, Was sie ergößt Und was ihr lüstern herz gerührt, Sie lebend schon zur hölle führt. 5. Bei dir, o GOtt, find' ich den frieden, Den mir die welt nicht geben mag: Du fennest, labst und stärkst die müden; Ich spüre ja, daß jeder tag In dieser zeit, Die dir geweiht, Von sorgen, lust und fünden frei Viel besser, als sonst tausend sei. 6. So reiß mich doch, du theure liebe, Recht aus der thorheit eitler welt; Vermehr' in mir die süßen triebe, Daß mir von nun an nichts gefällt, Als solche lust, Die meine brust Aus deinem wort und wunden 25 386 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden faugt Und mehr als alle weltlust| gen Labet meine seele nicht, Aber nach taugt. dem himmel ringen 3ft, was reine lust verspricht; Wer sich fest an IEsum hält, hat mehr lust, als alle 7. Verbittre mir die schnöden freuden, Davon ich noch bethöret bin; Zermalme mich durch kreuz und lei- welt. den, Zerknirsch in mir den eitlen sinn. Erbarme dich Und ziehe mich Aus dieser welt beschwerlichkeit Zur freud' und wonne jener zeit. Mel. GOtt des himmels und der 2c. beste 682. Mireude 3ft der hime mel, GOttes thron; Meiner feele trost und weide Ist mein JEsus, GOttes sohn. Was mein herz allein erfreut, Ist in jener ewigkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den gütern dieser welt; Ich will mich zum himmel schicken, Weil mir IE fus nur gefällt. Denn der erde gut vergeht, JEsus und sein reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, Als ich schon in JEsu bin; Alle schäße dieser erden Sind ein schnöder weltgewinn. JEsus ist das rechte gut, Wo- die seele freudig ruht. 4. Glänzet gleich das weltgepränge, Ist es lieblich anzusehn, Währt es doch nicht in die länge Und ist bald damit geschehn; Dieses lebens glanz und schein Pfleget plöglich aus zu sein. 5. Aber dort des himmels gaben, Die mein JEsus innen hat, können herz und seele laben, Machen ewig reich und satt; Jenes lebens herrlichkeit Bleibet nun und allezeit. 6. Rost und motten, raub und feuer Schaden auch der freude nicht, Die mir JEsus, mein getreuer Und sein vater, fest verspricht. Dort ist alles abgethan, Was die seele kränken kann. 7. Einen tag bei JEsu sizzen, Ist viel besser, als die welt Tausend jahr in freuden nüßen; Doch, wen GOtt zur rechten stellt, Der erlangt von seiner hand Erst den rechten ehrenstand. 8. Weltlust, ehre, jauchzen, sprin9. Ach, so gönne mir die freude, JEsu, die dein himmel hegt; Sei du selber meine weide, Die mich hier und dort verpflegt; Nimm mich in den himmel ein, um in dir recht froh zu sein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 683. Mein Gott, dir iſt ja nicht zuwider, Wenn unsre seele fröhlich ist, Wenn unser mund durch freudenlieder So manche traurigkeit versüßt: Dein geist ist ja ein freudengeist, Der uns in dir erfreuen heißt. 2. Erwed in mir dergleichen freude, Die nur aus deinem herzen quillt; Sei meiner seele trost und weide, Dadurch sich aller fummer stillt, Und gieb mir immer frischen muth, Wenn mir das freuz gleich wehe thut. 3. Das weltfind suchet sein ergößen In lauter tand und eitelkeit, Es freuet sich bei großen schäßen, Die nur ein spiel und raub der zeit, Es findet seine lust daran, Wenn es viel ehre haben kann. 4. Doch das giebt christen kein vergnügen, Drum laß es ferne von mir sein. Die eitle luft kann nur betrü= gen, Auf lachen stellt sich trauern ein; Wer aber sich in dir erfreut, Der schmecket lauter süßigkeit. 5. Sollt' ich mich über dich nicht freuen? Du bist mein schatz und höchstes gut, Du giebst mir segen und gedeihen Und deckest mich mit deiner hut; So hab' ich ehre g'nug bei dir, Ich bin dein kind, was fehlet mir? 6. So sei denn dieses meine freude, Daß ich mich zu dir halten kann, Daß ich die schnöde lust vermeide, Der eitle seelen zugethan. Dein wort sei meines herzens lust. Durch dies ergöße meine brust. 7. Laß mich an JEsum stets ge und zwar von der Nachfolge JEsu. 387 denken, So werd' ich allzeit fröhlich| leben soll hievon Ein wahres muster sein; Er kann mein herz mit wollust fassen. Er geht voran Und zeigt die tränken Und schenkt mir freudenbecher bahn, Er will durch sein bemühen ein. So geh' ich zwar als traurig| Uns alle nach sich ziehen. hin, Doch daß ich allzeit fröhlich bin. 8. So werd' ich einen vorschmack haben Von jener süßen himmelslust, Da wirst du mich ohn' ende laben, We mir kein herzeleid bewußt. Führ' mich in deinen himmel ein, Da wird der freuden fülle sein. 2. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg' ihm zwar im glauben, Allein die kraft fommt nur von dir; Soll die kein zweifel rauben, So muß dein wort Mich immerfort In alle wahrheit leiten, Sonst kann ich leichtlich gleiten. 3. Gieb, daß ich folge seiner lehr' Und allen irrthum meide, Daß noth und tod mich nimmermehr Von seiner wahrheit scheide. Ich weiß, es ist mein und Von der Nachfolge JEsu. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. alle mir, 684. Kommt zu mir Und das leben, Er kann mir alles geben. 4. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg' ihm nach im leben, Du aber wollest der begier Den besten nachdruck geben. Zeuch mich nur hin Nach Christi finn Und laß mich ihm auf erden Im wandel ähnlich werden. 5. Hilf mir, so geh' ich, weil ich Fann, Auf seinen tugendwegen, Und führe mich zur demuth an, Laß mich zum grunde legen, Was seine that Erwiesen hat, Die mir nur lauter lieben Im wandel vorgeschrieben. 6. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg' ihm auch im leiden. Zwar folg' ich ihm mit viel begier, Doch muß ich mich bescheiden. Sein kreuzfelch war Sehr wunderbar, Ich denk' an das mit schrecken, Was seine lippen schmecken. 7. 3euch aber mich zum Freuze nach, Das JEsus selbst getragen. Kommt nun verfolgung, hohn und schmach Und tausend andre plagen, So gieb mir muth Durch Christi blut, Bis ich in seinen wunden Den schönsten sieg gefunden. 8. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg' ihm auch im sterben; Sein freuz verbleibe mein panier* Und lasse mich dort erben In ewigkeit, Was mir bereit't, So folg' ich nach dem leiden, Ihm zu viel tausend fürchtet euch doch nicht, die ihr Mühselig und beladen! Kommt her, ich bin der gute hirt, Der euer herz erquicken wird; Kein übel soll euch schaden. 2. Nehmt in geduld auf euch mein joch, Seht nur auf mich und lernet doch, Wie ihr euch sollt erzeigen. Seid stets fanftmüthig wie ich bin, Liebt demuth, laßt sich euren sinn In hoffart nie versteigen. 3. So werdet ihr zu jeder zeit Für eure feel' in freud' und leid Trost und erquidung finden. Mein joch ist sanft, leicht ist die last; Wer sie geduldig auf sich faßt, Dem helf ich überwinden. * 4. Ich komm' zu dir, HErr JEsu Christ, Der du der nachfolg' vorbild bist; Laß mich das stets betrachten, Daß ich mich selbst und was die welt Mir aus betrug für lust vorstellt, Kann gegen dich verachten. 5. Gieb, daß ich wahre demuth üb', Den nächsten stets mit sanftmuth lieb', Dein joch trag' bis ans ende, Für meine seele ruh' erlang' Und dort die ehrenkron' empfang', Wenn ichs durch dich vollende. Mel. Was GOtt thut, das 2c. ein GOtt, mir hat 685. Mbein lieber sohn Ein freuden. borbild hinterlassen, Mein ganzes d. i. mein siegeszeichen. 25* 388 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Mel. Ich will meine stimm' erheben.| sehen und ihn stets mit freuden ge686. bittet, hochgelobtes land. olget mir! ruft uns das hen, Leit uns so mit deiner hand In will ich geben, Gehet nur den rechten steg, Folget, ich bin selbst der weg. Folget mir von ganzem Herzen, Ich benehm' euch alle schmerzen; Lernet von mir insgemein Sanft und reich an demuth sein. 2. Ja, HErr JEsu, dein begehren Will ich dir mit lust gewähren, Weil dein jünger deine last Gern auf seine schultern faßt. Doch, mein heil, zu diesem werke Fehlt mir deine kraft und stärke; seh ich dir gleich sorgsam nach, Fall' ich doch, weil ich zu schwach. 3. 3war mein geist wird oft bewogen, Aber bald durchs fleisch betrogen, Denn die wollust tritt herfür, Rufet freundlich: folge mir! Ehr' und pracht sammt andern sachen Wollen mich zum sclaven machen, Geiz und ungerechtigkeit Mengen sich in diesen streit. 4. Aber ich will alles lassen und dich ganz allein umfassen; Hilf mir gnädig, stärke mich, HErr, so faß' und halt' ich dich. Nur mit dir will ich mich paaren, Welt und wollust laß ich fahren, Ihre wege sind betrug, Wer dir folget, der ist flug. 5. Du bist ohne stolz und prangen Uns in demuth vorgegangen, Du hast jedem guts gethan; Führ' mich diese tugendbahn. Ja dein überschwänglich lieben Hat dich an das freuz getrieben, Gieb, daß meine lieb' und treu Deiner liebe ähnlich sei. 6. Laß mich aus den tugendschranfen Deines wandels niemals wanken, Laß mich allen insgemein Liebreich, hold und freundlich sein, Mich zur wollust nie gewöhnen, Nie nach guten tagen sehnen, Sondern auch zum leiden gehn, Wo wir deine führung sehn. 8. JEsu, du mein licht und leben, Deine bahn ist rein und eben; Gieb, daß mich darauf nichts schreckt Und kein sündenfoth befleckt, Laß mich deine gnade spüren, Meine tritte ſo zu führen, Daß mein fuß voll unschuld geht, nicht bei spöttern stille steht. 9. Mach mich nicht allein in freuden, Sondern auch in freuz und lei= den, Durch so manchen kampf und streit, Dir zu folgen stets bereit; Laß mich nicht bei angst, beschwerden, Kreuz und dornen müde werden; Zeig' mir, daß der erdenplan Nichts als fummer geben kann. 10. Laß mir doch mein ziel auf erden Nimmermehr verrücket werden Und entreiße mir das licht Deiner gnad' und liebe nicht. Gieb, daß ich mir, von der jugend Bis zum alter, deine tugend Recht von herzen, nicht zum schein, Angelegen laffe sein. 11. Hilf mir, HErr, vor allen dingen, Meinen lauf also vollbringen, Daß mein geist dich brünstig liebt, Sich in wahrer demuth übt. Hilf, daß ich dir hier vertraue Und dich dort mit freuden schaue; Jenes gieb mir in der zeit, Dieses in der ewigfeit. Mel. Mein Herz und seel' den 2c. 687. laß mich mit dir gehen Auf zions berg, da laß mich bei dir stehen; Nimm mich auch mit in der geliebten zahl Und führe mich zu deinem hochzeitsmahl. 2. Ach, bilde du mich ganz nach deinem sinne, Gieb, daß ich dich recht herzlich lieb gewinne; Und wo du gehst, da leite mich auch hin, Damit ich hier und ewig bei dir bin. 7. Du bist Josua und führest, Die 3. Willst du mich auch auf goldu leitest und regierest, Auf der selbst- gatha mitnehmen, So laß mich ja betretnen bahn In das rechte Ca- nicht deines freuzes schämen; Soll naan; Gieb, daß wir den weg recht ich denn auch mit dir verkläret sein, und zwar von der Nachfolge JEsu. So nehm' ichs an, bleibst du nur ewig mein. 4. Laß du mich, HErr, die ehre nur erreichen: Schreib' GOttes bild und namen als ein zeichen An meine stirn, daß ich der deine sei, Und mache mich von schnöder weltlust frei. 5. Du hast mich schon von dieser welt erkaufet Durchs bundesblut; ich bin auf dich getaufet. Du zogst auch, als die welt mich von dir nahm, Mich wiederum zu dir, o GOttes lamm. 6. Laß mich nun stets verbleiben bei den deinen Und unbefleckt vor deinem thron erscheinen, Laß bosheit, list und allen heuchelschein Nur fer= nerhin von mir entfernet sein. 7. Laß mich dereinst das neue lied verstehen und dort mit dir zum innern tempel gehen, Wo GOttes stuhl ganz frei zu sehen ist Und wo du selbst in allen alles bist. * Offenb. Joh. 5, 9. o 8. Laß mich es stets mit dir, JEsu, halten Und glaubensvoll mit deinem allmachtswalten Zufrieden sein, weil du, o lebensfürst, Es alles mir zum besten fügen wirst. 9. So soll allhier schon Mosis lied erklingen, So werd' ich dort das lied des lammes singen, Wenn ich den sieg durchs lammes blut erlangt Und, nach dem streit mein haupt mit fronen prangt. * 2. B. Mos. 15 und 5. B. Mos. 32. 389 dir nachzugehn Und nie von dir zurück zu sehn; Ich folge dir, dem lamme. 2. Gieb, daß ich, als ein find des lichts, Die finsterniß besiege; Die arme welt hat wahrlich nichts, Woran ich mich vergnüge. Drum gieb mir fraft, 3. Laß in mir deines lichtes strahl Die dunkelheit vertreiben und mich bei der so kleinen zahl Wahrhafter jünger bleiben, Dir folgen bis zum freuzesstamm, Wo du aus liebe, theures lamm, Mir alle schäz' erworben. 4. Wie groß wird meine freude sein, Wenn ich dir treu geblieben, Wenn weder schmach noch kreuzes pein Mich je zurück getrieben, Wenn ich nur deinen ruf gehört, Dir treu ge= folgt und ungestört In liebe nachge= gangen. 5. Wohlan, so sei es denn gewagt Ich wähle deine dornen. Was mir dein treuer mund gesagt, Dient mich nur anzuspornen, Drum geh' ich nun durch spott und hohn Zur lebensfrone, welchen lohn Dein joch den frommen schenket. 689. Kommt her zu mir, ſpricht ihr seid beschweret nun, Mit sünden hart beladen, Ihr jungen, alten, frau und mann! Ich will euch geben, was ich kann, Und heilen euren schaden. 2. Mein joch ist süß, mein' last ge= ring, Wer mirs nachträgt in dem ge ding, Der wird der höll' entweichen; Ich will ihm treulich helfen trag n, Mit meiner hülf' wird er erjag'n Das ew'ge himmelreiche. 3. Was ich gethan und g'litten hie In meinem leben spät und früh, Das sollt ihr auch erfüllen; Was ihr Mel. Nus tiefer noth schrei' 2c. 688. Mach doch den engen gedenkt, ja red't und thut, Wird dann lebensweg, recht Wenn's mein heil, betreten, Und deinen schma- g'schieht nach GOttes willen. len Freuzessteg, Dein ringen, wachen, beten Mir täglich mehr und mehr bekannt; So eil' ich, HErr, an deiner hand Voll sehnsucht nach dem himmel. 4. Gern wollt die welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär' die schwere pein, Die alle christen leiden; So mag es doch nicht anders sein, Darum er= gebe sich darein, Wer ew'ge pein will meiden. 5. All' freatur bezeuget das; Was lebt in wasser, luft und gras, Sein leiden kanns nicht meiden. Wer nicht 390 Von dem heiligen Leben in GOttes namen will, Der muß zu= lept des teufels ziel Mit schwer'm gewissen leiden. 6. Heut' ist der mensch schön, jung und schlank, Und morgen ist er schwach und krank, Bald muß er wohl gar flerben. Gleich wie die blumen auf dem feld', Also muß auch die schnöde welt In einem hui verderben. 7. Die welt erzittert ob dem tod; Liegt einer in der letzten noth, So will er gleich fromm werden. Der schaffet dies, der andre das, Sein'r armen seel' er ganz vergaß, Dieweil er lebt auf erden. 8. wenn er nicht mehr leben mag, So hebt er an ein' große flag', Will sich erst GOtt ergeben; Ich fürcht' fürwahr, die göttlich' gnad", Die er allzeit verspottet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem reichen hilft doch nicht sein gut, Dem jungen nicht sein stolzer muth, Er muß aus diesen maien; Wenn einer hätt' die ganze welt, Gold, silber, gut und alles geld, Noch muß er an den reihen. 10. Dem g'lehrten hilft doch nicht sein' kunst, Die weltlich' pracht ist gar umsonst, Wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit't, Weil er lebt in der gnadenzeit, Muß ewiglich verderben. 11. Drum hört und merkt ihr lieben kind, Die jego GOtt ergeben sind: Laßt euch die müh' nicht reuen, Halt't stets am heil'gen GOtteswort, Das sei cu'r trost und höchster hort, GOtt wird euch schon erfreuen. 12. Nicht übel ihr um übel gebt, Seht, daß ihr hier unschuldig lebt, Laßt euch die welt nur äffen, Gebt GOtt die rach' und alle ehr', Den en= gen steg geht immer her; GOtt wird die welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des fleisches muth, In gunst, gesund, mit großem gut, Würd't ihr gar bald erfalten; Darum schickt GOtt die trübsal her, Daß euer fleisch gezüchtigt werd' 3ur ew'gen freud' erhalten. und christlichen Tugenden 14. Ist euch das freuz bitter und schwer, Gedenkt, wie heiß die hölle wär', Darein die welt will rennen; An leib und seel' muß leiden sein Ohn' unterlaß die ew'ge pein, Und mag doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber werd't nach dieser zeit Mit Christo haben ew'ge freud', Dahin sollt ihr gedenken. Kein mensch lebt, der aussprechen kann Die wonne und den ew'gen lohn, Den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig güt'ge GOtt In seinem wort versprochen hat, Geschwor'n bei seinem namen, Hält und giebt er gewiß fürwahr; Der helf uns zu der engel schaar, Durch IEsum Christum, amen. Mel, Vater unser im himmelreich. Ich 690. A GOtt, wie viel müh seligkeit hab' ich in meiner wallfahrtszeit! Der schmale weg ist arbeitsvoll, Den ich zum himmel wandeln soll. Wie schwerlich lässet fleisch und blut Sich zwingen zu dem ew'gen gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, HErr JEsu, steht mein finn, Bei dem mein herz trost, hülf und rath Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der sich verließ auf JEsum Christ. 3. Du bist der große wundermann, Das zeigt dein amt und dein' person. Welch' wunderding hat man er= fahr'n, Daß du, mein GOtt, bist mensch gebor'n! Du führest uns durch deinen tod Ganz wunderbar aus aller noth. 4. JEsu, mein HErr, und GOtt allein, Wie süß ist mir der name dein! Es kann fein trauern sein so schwer, Dein süßer nam' erfreut viel mehr; Kein elend mag so bitter sein, Dein süßer trost der lindert's fein. 5. Ob mir gleich leib und feel' verschmacht't, So weißt du, HErr, daß ichs nicht acht'; Wenn ich dich habe, hab' ich wohl, Was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit leib und zwar von der geistlichen Wachsamkeit. und seel', Was kann mir thun sünd',| Von der geistlichen Wachsamtod und höll'? feit. 6. Kein' beffre treu' auf erden ist, nur Als Sch weiß, daß du mich nicht verläßt, 691. M bereit, Bache, fleb Mel. Straf mich nicht in 2c. ache mein geist, und bete, Daß dich nicht die böſe zeit Unverhofft betrete, Denn es ist Satans list Über biele frommen Zur versuchung kommen. fest. Dein' wahrheit bleibt mir ewig Du bist mein rechter treuer hirt, Der ewig mich behüten wird. * 7. JEsu, mein' ehre, freud' und ruhm, Mein herzensschaß und mein reichthum, Ich kann doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein nam' erfreuen fann; Wer glaub' und lieb' im herzen hat, Der wirds erfahren in der that. 8. Drum hab' ich oft und viel gered't: Wenn ich an dir nicht. freude hätt', So wollt' ich den tod wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär', Denn wer dich nicht im herzen hat, Der ist gewiß lebendig todt.. 9. JEsu, du edler bräut'gam werth, Mein ein'ger trost auf dieser erd', An dem allein ich mich ergöß' Weit über alle güldnen schäß, Mein ganz gemüth erfreuet sich, So oft ich nur gedenk' an dich. 10. Wenn ich mein' hoffnung stell' zu dir, So fühl' ich fried' und trost in mir; Wenn ich in nöthen bet' und fing, So wird mein herz recht guter ding'. Dein geist bezeugt, daß solches frei Des ew'gen lebens vorschmack sei. 391 11. Drum will ich, weil ich leben mag, Das kreuz dir fröhlich tragen nach; Mein GOtt, mach' mich dazu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein werk recht greifen an, Daß ich den lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen fleisch und blut, Vor sünd und schanden mich behüt', Erhalt' mein herz im glauben rein, So leb' und sterb' ich dir allein. JEsu, mein trost, hör' mein begier, mein heiland, wär' ich bei dir! 2. Doch wach' erst von sünden auf und vom sündenschlafe. Denke nach, was folgt darauf? Eine lange strafe; Und die noth, Ja der tod möchte dich in sünden Unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst wird das licht Dir noch ferne bleiben. Deine nacht kann Jésus nicht, Wie er wünscht, vertreiben, Denn GOtt will, Für die füll' Seiner gnadengaben Offne augen haben. 4. Wache, laß dich satans list, Ja nicht schlafend finden, Weil er sonst geschäftig ist, Dich in's net zu win= den. Und GOtt giebt, Die er liebt, Oft in seine strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe; Wach' und sieh', Daß dich nie, Falsche brüder fällen, Die dir neze stellen. 6. Wach' auch selber gegen dich Und dein böses herze, Daß es ja nicht liederlich GOttes huld verscherze, Denn es ist Voller list, kann sich selber heucheln Und voll hochmuth schmeicheln. dem wachen; Ruf zu GOtt, er muß 7. Aber bete stets dabei Mitten in dich frei Von dem fummer machen, Der dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein werk nicht treibest. 8. Ja, GOtt will gebeten sein, Soll er etwas geben, und auf unser fleh'n und schrei'n Krönt er unser leben. Ruf ihn an, Denn er kann Welt, fleisch, satan, sünden Kräftig überwinden. 9. Ach so laßt uns immerdar Wa 392 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden chen, flehen, beten, Weil uns trübsal| nicht laß verführen, Daß ich dem arund gefahr Immer näher treten, gen widersteh' Und nie von deinem Denn die zeit Ist nicht weit, Da uns weg' abgeh' Zur rechten oder linken. GOtt wird richten und die welt vernichten. * 8. Ob böse lust noch mannichfalt Mich anficht, weil ich lebe, So hilf, daß ich ihr alsobald Im anfang' wi= derstrebe Und daß ich ja vergeſſe nicht Die todesstunde, das gericht, Den himmel und die hölle. 9. Gieb, daß ich denke jederzeit An die vier letzten dinge Und dadurch alle fündenfreud' Aus meinem herzen bringe, Damit ich mag mein lebelang Dir dienen ohne furcht und zwang Im willigen gehorsam. 10. GOtt bater, deine kraft und treu' Laß reichlich mich empfinden; O JEsu Christe, steh' mir bei, Daß ich kann überwinden; Hilf, heil ger geist, in diesem krieg, Daß ich da immer einen sieg Erhalte nach dem ans dern! Von dem geistlichen Kampfe und Streite. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 692. Shau, lieber GOtt, wie meine feind', Womit ich stets muß kämpfen, So listig und so mächtig seind, Daß sie mich leichtlich dämpfen. Wo mich dein gnadenarm nicht hält, So kann mich teufel, fleisch und welt Gar leicht in sünde stürzen; 2. Weil satanas mit seiner list 3m anfang gar süß locket Und, wenn die sünd' begangen ist, Das herz darauf verstocket. Er treibt mit trug und mit gewalt Von einer sünd' zur andern bald Und endlich in die hölle. 3. Der welt art iſt dir auch bewußt, 693. Dein erbe, HErr, das du augenlust, zu fleisches lust Und hoffärtigem leben. Wenn aber GOttes zorn angeht, Ein jeder da zurücke steht; Die freundschaft hat ein ende. mit dem du freundschaft aufgerichtet, Das, so bald es auf dich getauft, Sich zu des satans haß verpflichtet, Sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann Und rufet dich um sieg und beistand an. 2. Du hast der schlange kopf zerknirscht, Ihr gift gedämpft, ihr reich bezwungen. Es hat dein tod, o sieges= fürst, Den tod in frohen sieg verschlungen, Die schuld getilgt, die freche welt besiegt, Daß nun der feind zu deinen füßen liegt. 4. Und dennoch will mein fleisch und blut Von dem ungerne lassen, Was ihm so großen schaden thut, Es will die welt nicht hassen. Die kurze lust gefällt ihm wohl, Drum wills nicht, daß ich meiden soll Des teufels neß und stride. 5. Nun muß ich armer immerfort Mit diesen feinden streiten, Sie äng= sten mich an jedem ort Und sind mir stets zur seiten: Der satan seßt mir heftig zu, Die welt läßt mir gar keine ruh', Mein fleisch reizt mich zur sünde. 6. 3u dir flieh' ich, o treuer GOtt, Ich weiß sie nicht zu stillen. Hilf vater, hilf in dieser noth Um JEsu Christi willen! Verleih' mir deines geistes stärk, Daß meiner feinde list und werk' Dadurch zerstöret werde. 7. Laß diesen deinen guten geist Mich innerlich regieren, Daß ich stets thu', was du mich heißt, Und much 3. Ward deine ferse gleich verlegt Und blutig von der schlange bissen, Die sich dir äußerst widerseßt, So hat sie doch dir weichen müssen. Ihr kopf ist hin, dein fersenstich ist heil, Ihr wird der fall und dir der sieg zu theil. 4. 2ob, weisheit, ehre, ruhm und macht Sei dir, erwürgtes lamm, gesungen, Du hast in jener großen schlacht Durch blut und tod den feind bezwungen. Der drache liegt nunmehr gefesselt da, Dir aber singt dein volk halleluja! und zwar von dem geistlichen Kampfe und Streite. 393 5. Doch hier ist unsre prüfungs-| deinen ruhm besingen, Wenn du den zeit, Drum hast du ihm die macht ge- tod, den letzten feind, besiegt Und alles lassen, Uns noch durch list, durch nun zu deinen füßen liegt. kampf und streit, Bei unserm fleisch und blut zu faffen. Es ſtimmt die 694. Gott der bater wohn welt, als die ihm folgt, ein, Hier uns bei Und laß uns nicht verderben, Mach' uns aller sünden frei Und hilf uns selig sterben. Vor dem teufel uns bewahr', Halt uns bei festem glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten christen Ent= fliehn des teufels listen, Mit waffen GOtt's uns rüsten. Amen, amen, das sei wahr, So singen wir halleluja. 2. JEsu Christe, wohn' 2c. 3. Heil'ger geist, ach wohn' uns 2c. ist es noth, auf seiner hut zu sein. 6. Mit so viel feinden finden wir, DHErr, uns überall umgeben. Der eine reizt und schmeichelt hier, Dort droht ein andrer umferm leben. Ach schmerz! sie sind gesammt darauf bedacht, Daß unser geist werd' um sein heil gebracht. 7. Wer ist hier tüchtig zu bestehn Und über lust und furcht zu siegen? Soll es durch unsre kraft geschehn, So werden wir bald unterliegen. Die feinde sind zu listig, stark und groß Und wir von macht, von kraft und klugheit bloß. 8. Doch was uns fehlt, das finden wir, Erwürgtes lamm, in deinen schäßen; Dein beistand ist ja gut dafür, Daß uns kein satan fann verlegen; Du ziehest uns mit fraft und weisheit an, Daß unser geist weit überwinden kann. 9. Dein sieg, o lamm, wird unser fieg, Wenn wir dein blut im glauben faffen, Du führst für uns den schweren frieg, Wir können uns auf dich verlassen. Du giebst uns selbst die waffen in die hand Und machst dich uns, als einen held, bekannt. 10. Gieb nur, daß wir nicht träge sein, Noch selbst die waffen niederlegen; Floß uns die kraft des glaubens ein, Damit wir muthig streiten mögen; Bewahr' uns doch vor weicher zärtlichkeit, Wenn fleisch und blut sich vor dem freuze scheut. 11. Ach lege deinen edlen geist, Als zur besatzung, in den willen, Damit, wenn satan sünd'gen heißt, Wir sein begehren nicht erfüllen. Ach laß uns stets erweckt und wachsam stehn, Um durch gebet aus kraft in fraft zu gehn. 12. So wollen wir, wenn nach dem streit Die frohen siegeslieder klingen, Im frieden jener ewigkeit, Oheiland, 695. Mel. GOtt des himmels und der 2. wie sind doch meiner feinde So gar unbeschreiblich viel! Auch die allerbesten freunde Selbst verrücken mir das ziel, Wenn ihr sinn, was GOtt verflucht, Emsig zu erlangen sucht. 2. Ach wo sind so helle augen. Welche alle stricke sehn? Da wir von natur nicht taugen, Gern auf böſen wegen gehn. O wie willig folget man Da man leicht verderben kann. 3. HErr, erleuchte mein gesichte Daß ich nicht so blindlings hin Mich nach jeder reizung richte, Daß ich niemals sicher bin; Lehre mich doch recht verstehn, Wie gefährlich hier zu gehn. 4. Stärke mir die müden hände, Wenn es hart im ringen hält, Wenn der feind mir bis ans ende Viel besondre nege stellt; Sprich: verführer, weich' von hier, Denn dies kind gehöret mir. 5. Ich will, als ein guter streiter An den kampf mit freuden gehn, Durch dich überwind' ich weiter, Du wirst mir zur seite stehn. Ja dir, treuer Jonathan, Folg' ich, denn du gehst voran. 6. In dem freuz werd' ich doch sie gen, Gleich wie du gesieget hast; So werd' ich die krone kriegen, Nach des 394 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden fampfes harter last. Streit', o seele,| auf, Sei mit mir in dem werke, Newohlgemuth, Du siegst durch des lam= gier' und schüße meinen lauf, Daß ich den beistand merke: Du bist rath, fraft und held. Der feind ist schon gefällt; mes blut. 696. In dich hab ich gehoffet Regt er ſich ja aufs neu, Stehſt du glauben bei, kommt HErr, Hilf, daß ich nicht zu schanden werd', Noch ewiglich zu spotte! Das bitt' ich dich: Erhalte mich In deiner treu, HErr GOtte! dem dich zum siege. 3.0 heil'ger geist, du GOttes kraft, Du wirst mich nicht verlassen; Durch dich wird rath und trost geschafft, Dies will ich gläubig fassen. Gieb nur zur schweren zeit Muth, weisheit, freudigkeit, Nimm weg furcht, angst und noth Hilf mir bis in den tod, Hilf mir ins leben dringen. 2. Dein gnädig ohr neig', HErr, zu mir, Erhör' mein flehn, thu' dich herfür, Eil' bald, mich zu erretten! In angst und weh, Ich lieg' od'r steh', Hilf mir aus meinen nöthen. 3. Mein GOtt und schirmer, steh' mir bei, Sei meine burg, darin ich frei und ritterlich kann streiten Wider mein' feind', Der går viel seind An mir auf beiden seiten. 4. Du bist mein' stärke, fels und hort, Mein schild und kraft,( sagt mir dein wort) Mein' hülfe, heil und leben, Mein starker GOtt In aller noth: Wer mag dir widerstreben? Mel. Durch Adams fall ist ganz 2c. 5. Durch Lügen und durch falsch 698. Wir liegen täglich in dem gedicht hat mir die welt trüglich ge= richt't Viel neß und heimlich stricke. HErr, nimm mein wahr In der ge= fahr, B'hüt mich vor falscher tücke. * 6. HErr, meinen geist befehl' ich dir, Mein GOtt, mein GOtt, weich' nicht von mir, Nimm mich in deine hände! O wahrer GOtt, Aus aller noth Hilf mir am legten ende! 7. Glori, lob, ehr' und herrlichkeit Sei dir, GOtt vat'r und sohn, bereit, Dem heil'gen geist mit namen. Die göttlich kraft Mach uns sieghaft Durch JEsum Christum, amen. Mel. Ein' feste burg ist unser GOtt. 697. Ma ein GOtt und bater, steh' mir bei Und hilf mir treulich kämpfen, Du bist von großer güt' und freu, Kannst meine feinde dämpfen. Du bist in aller noth Mein beistand und mein GOtt, Drum nimm dich meiner an, Weil niemand helfen kann, Als du, mein 4. Und wenn du mir dein heil er= weist, Will ich dich ewig preisen Und mich dir, vater, sohn und geist, Fromm, dankbar, treu erweisen. Ich will dir immerfort Allhier und endlich dort, Hosanna, gloria, Preis, ruhm, halleluja Mit deinen findern singen. treuer vater. 2. HErr JEsu, mach' dich eilend selbst zu überwinden. Die welt, das fleisch, die eitelkeit, Die böse lust der sünden Und was dem reich Des satans gleich, Pflegt GOtt zu widerstreben; Dawider sicht Des glaubens licht, Das uns GOtt selbst gegeben. 2. Viel stärker ist, der selber sich, Als andre überwindet, Daß er der alten schlange stich 3m herzen nicht empfindet. Geiz, fleisch und blut, Neid, stolzer muth Herrscht nicht in seinen sinnen; Das fleisch erliegt, Wo liebe kriegt, Sie muß den streit gewin= nen. 3. Wer GOtt also ergeben ist, Wird schnöde lüfte hassen Und wider alle höllenlift Die glaubenswaffen fassen. Der schwere streit Bringt nach der zeit Die ew'ge himmelskrone; Wer überwind't, Gewiß der find't Sie dort zum gnadenlohne. 4. Ach GOtt, der du das wollen giebst, Verleih' auch das vollbringen; Der geist ist willig, den du liebst, Das fleisch ist schwer zu zwingen. Wer und zwar von dem geistlichen Kampfe und Streite. 395 wird uns doch Von diesem joch Des| Mel. In dich hab' ich gehoffet, HErr. leibes noch erlösen? HErr, reich an fomm, o treuer huld, Bergieb die schuld, Errett' uns von dem bösen! 700. I Gott, zu dir: Ach habe doch geduld mit mir, Mit mir betrübtem fünder; Erbarme dich Und zähle mich, HErr, unter deine kinder. bin huld nicht 699. 3, licht mein werth, Weil mich die fündenlaft be dir, o bater schwert. Wer will von diesem bösen, Das täglich siegt Und wachsthum kriegt, Mich sünder doch erlösen? geängstetes gemüthe Und zeiget sein verderben an. Ich bin zu allem guten träge, Da ich mich schnell zum bösen rege, Es auch gar bald vollbringen kann. 2. Dein geist hat stets in mir zu kämpfen Und die erregte lust zu däm= pfen, Die sich so oft dem zaum entreißt. Laß deinen beistand mir auf erden Doch nimmermehr entzogen werden, Stärk' mich durch deinen guten geist. 3. Laß fleisch und blut doch niemals siegen, Und wenn ich ja mit ihnen friegen und ihren anfall spüren muß, So hilf mir, vater, überwinden Und ihre bösen kräfte binden, So folg' ich deines geistes schluß. 4. Du weißt, wie gern ich, ohn' ge= brechen Und ohne heimlich widersprechen, In deinen wegen wandeln will. Hilf mir, um deines namens willen, Des geistes trieb nach wunsch erfüllen, Ach führ' ihn selbst zu seinem ziel. 5. Ich klage selbst des fleisches triebe, Und was mich lau in deiner liebe Und faul zum tampfe machet, an. Ach lehre mich dawider streiten Und jenes kleinod frisch erbeuten, Tilg' selbst, was mich entkräften kann. 6. Es komme mir der sieg zu gute, Dadurch das lamm mit seinem blute Die macht der finsterniß erlegt. Laß mich des mittlers allmacht stärken, Wenn sie mit ihren schnöden werken Sich wieder in der seele regt. 3. Du mußt es thun durch deinen geist, Der uns der sünden macht entreißt Und zu dem guten treibet; Der, wenn der feind Es ernstlich meint, Ein wahrer tröster bleibet. 4. Ach laß doch dessen gnadenkraft, Die, was dir wohlgefällig, ſchafft, In unsre seelen dringen, Und gieb uns muth, Der sünden wuth Und herr schaft zu bezwingen. 5. Durch unsern ganzen lebenslauf Hört deren sturm nicht völlig auf, Drum hilf mir täglich kämpfen, Hilf ihre macht So tag als nacht Bezwins gen, tödten, dämpfen. verschwinden Und mich den ort der ruhe finden, Wo weder schuld noch elend ist. Da will ich dich, o vater, droben Mit allen überwindern loben, Wo du das ziel des lobes bist. 6. Ja mach du selbst mein herz bereit, Der sünden schänd- und schäd= lichkeit Und größe zu erkennen: Die kleinste kann uns von der bahn Zum leben ewig trennen. 7. Drum, wenn die leichtgesinnte welt Die sünden nur für spielwerk hält, Se laß mich anders denken Und seel' und herz, Voll reu und schmerz, In demuth zu dir lenken. 8. Mein heil, der du der sünden macht Und herrschaft unter dich gebracht, Hilf meiner schwachheit rin= gen, Wenn sünd' und noth, Wenn höll und tod Auf leib und seele dringen. Mel. O GOtt, du frommer 2c. ein Und hilf mir armen siegen, Mein Herz fühlt nichts als tod, mein geist muß unterliegen. Das wollen hab' ich wohl, Nur das vollbringen nicht, Wohin der matte geist Die schwachen kräfte richt't. fampf 701. 396 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 2. Mich hat der tod bestrickt, Die| land, überwinden, Laß mich in deisünd' hält mich gefangen; Wo sich nem blut Die siegespalmen finden. mein geist hinkehrt, Bleibt nichts als Dein sanftmuthvolles herz Sei meinur verlangen. Ich lauf und fehle nes geistes schild, Bis du von feinden doch Den weg der wahren ruh, Denn mich Dort ganz befreien willt. des gesetzes fluch Führt mich der hölle zl. 11. Wirst du dich nur in mir So kräftiglich verklären, Mich tödten und aus dir Hinwieder neu gebären, So bleib' ich dir vereint, So geh ich unverrückt Zum vorgesteckten ziet, Das mich mit kronen schmückt. 3. Du JEsu, du allein Kannst meinen jammer wenden, Mein können stehet nur In deinen gnadenhänden. Flöß mir doch neue kraft Zum neuen leben ein Und laß mein sehnen nicht So gar vergeblich sein. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 4. Ja HErr, erbarme dich, Ich 702. Das elend weißt du, lieg' zu deinen füßen: Laß deine gnade stets In meine seele fließen! Ich schrei und laß dich nicht, Bis deines geistes fraft Den tod in mir besiegt Und neues leben schafft. 5. Du hast ja zugesagt, Du wollest gern erquicken, Wenn nur ein armes herz, Befreit von heuchlers tücken, Sich dir ergeben will; Wer deines geistes trieb Nur in sich merken läßt, Der ist dir, JEsu, lieb. 6. So nimm denn alles hin, Laß mich mir nicht mehr leben, Hingegen, treuer hirt, An deiner führung fleben. Ach fasse mich nur fest Und jag den feind hinaus, So wird mein innerstes Ein dir geweihtes haus. 7. Beweise deine macht, Du starfer schlangentreter, Und zeig' der fin= sterniß, Du seist noch mein erretter; Vollführ' in mir den sieg Trotz aller feinde spott, Vollführe deinen rath, Es foste blut und tod. 8. Wie lange soll der feind Sich über mich erheben? Wie lange raubet er Mir freude, trost und leben? Be= frei' die seele bald, Die durch dein blut erfauft, Die sonst, von ihm bestrickt, In ihr verderben lauft. 9. Gieb muth und glaubenskraft, Wenn schändliche gedanken, List, wuth und trug entstehn, Und laß mich ja nicht wanken, Wenn deines gei= ftes fraft Des fleisches fräfte bricht, Wenn deine dornenfron Den alten menschen sticht. 10. Hilf allen widerspruch, O heimir ist angeerbet, Und wie mir alle kräfte sein Durch Adams fall verder= bet. Weil mein verstand verfinstert ist, kann ich dich gar nicht, wie du bist, Noch deinen rath erkennen. 2. Mein wille ist so sehr verkehrt In allem thun und lassen, Daß er am meisten das begehrt, Was du befiehlst zu hassen: Wogegen doch, HErr, was du willst, Bei mir gar oft sehr wenig gilt; Ich seß es aus den augen. 3. Es geht des alten Adams trieb Nur immerdar zur sünde, Daß recht vertrauen, rechte lieb' Ich nicht in mir befinde. Ich diene meinem nächsten nicht, Wenns nicht zu meinem nug geschicht, Ich suche nur das meine. 4. Ja, wenn man alles recht be= tracht't, So wird gar leicht auf erden Ein abgott aus mir selbst gemacht, Dem fort gedient soll werden, Weil eig'ne lieb' und eig'ne ehr', Auch eigennuß und was deß mehr, Mir leider, noch anhanget. 5. Dies ist die wurzel und der grund, D'raus alles unheil rühret, Daß ich zu mancher zeit und stund' Von dir werd' abgeführet. Es steht mir stets mein herz und muth Nach wollust, ehre, geld und gut Und solhen eitlen dingen. 6. Nun sollt' ich mich der sündenlust Nicht gleich gefangen geben Und ( so macht mir dein wort bewußt) Ihr allzeit widerstreben; Doch denk' ich nicht so fleißig d'ran, Ruf dich nicht und zwar von dem geistlichen Kampfe und Streite. fort um beistand an, Ich bin oft träg und sicher. 7. Kommt mir was böses in den finn, Dawider ich soll kämpfen, So tracht' ich nicht alsbald dahin, Das feu'r mit macht zu dämpfen; Das nimmt denn in mir überhand, Daß ich gar leicht in sünd' und schand' Darüber fallen möchte. 8. Oft will mich auch die arge welt, Die ich doch stets soll fliehen, Wenn meinem fleisch ihr werk gefällt, mit zur gesellschaft ziehen; Sie will, daß ich auch übels thu Und andre reizen soll dazu, Daß sie es mit begehen. 9. Ach GOtt, ich hab' nach solcher art Gar lang' mit großem schaden, Eh' ich zu dir bekehret ward, Gelebet außer gnaden, Ich bin auch noch nicht ohn' gefahr, Dieweil mir jetzt und immerdar Die sündenlust anflebet. 10. Darum, HErr, in dergleichen noth Sieh mich an mit erbarmen; Komm mir zu hülfe, treuer GOtt, Und steh' mir bei, mir armen; Erleucht' durch deine gnad' und güt' Mein unverständiges gemüth, Daß ich dich recht erkenne. 11. Den willen leit' nach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe, Dir fest vertrau' und fort und fort In gottesfurcht mich übe; Daß ich dir meine taufzusag' mit starkem vorsaß jeden tag Aufs neue wiederhole. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, Mit wem, und wie ich wandle, Daß ich halt' mein gewissen rein, In allem, was ich handle Und achte keines men= schen gunst, Wenn mich die welt durch ihre kunst Von dir zu sich will ziehen. 20. Dem bösen feind gieb nimmer zes christenthum Des nächsten nutzu, Mich irgend zu verleßen Und und deinen ruhm Ohn' heuchelei be- meine seel' aus ihrer ruh' Aufs neu' fördre. in noth zu sehen; Wenn sich versu= chung zu mir wend't, Laß sie gewinnen so ein end', Daß ich es könn' ertragen. 21. Verleih', o vater, gnädiglich, Daß es ja mag geschehen, Was ich, dein kind, jetzt bitte dich Mit seufzen und mit flehen. Hilf, wenn mir alle 12. HErr, weil dir niemand ohn' gebet Beständig fann anhangen: So gieb, daß ich oft vor dich tret', Die gnade zu erlangen, Und so mein gan= 397 14. Des fleisches und des geistes krieg Ist dies bei jung und alten; Laß mich da immerfort den sieg Durch deine kraft erhalten. HErr, stärke mich und mach' mich neu, Daß ich stets unverdrossen sei, An diesen streit zu treten. 15. Vor stolz und ehrsucht mich behüt', Daß sie nicht funden werden In meinem herzen und gemüth, In worten und geberden. Denn hoffart war des teufels fall, Drum hilf, HErr, daß ich überall Fest an der demuth halte. 16. Die sorg' der nahrung nimm von mir, Laß mich nicht mehr begehren, Als was ich nöthig habe, hier Mich ehrlich zu ernähren; Daß ich auch keinen zweifel hab', Du werdest mich bis in mein grab Mit unterhalt versorgen. * 17. HErr, gieb mir gnade, daß ich dämps Des fleisches bösen willen Und wider mich ja selber kämpf, Die lust nicht zu erfüllen, Wenns gleich nur in gedanken wär'; Hilf auch, daß ich mich nicht beschwer' Mit essen oder trinken. 18. Gieb, daß ich oft der hölle qual Hiewider mag bedenken, Wie häufig man die werd' einmal Für böse lust einschenken; Pech, schwefel, jammer ohne maß Erfolget dort ohn unterlaß Auf kurze luft und freude. 13. Gieb mir des geistes freudigkeit, Daß ich dadurch verachte Geld, ehr' und wollust dieser zeit, Das ewge nur betrachte. Ach nimm mich mir und gieb mich dir, Daß ich dir leb' und sterbe mir Und meinen bösen lüsten. 398 Von dem heiligen Leben bülf zerrinnt, Daß ich doch fröhlich überwind' In JEsu Christi namen. Von der Treue und Beständigkeit im Guten. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 703. Sei getreu bis an das ende, Damit keine qual und noth Dich von deinem JEsu wende, Sei ihm treu bis in den tod. Ach, das leiden dieser zeit Ist nicht werth der herrlichkeit, Die dein JEsus dir will geben Dort in seinem freudenleben. 2. Sei getreu deinem glauben; Laß dir dessen festen grund Ja nicht aus dem herzen rauben, Halte treulich deinen bund, Den dein Herz durchs wasserbad Fest mit GOtt geschlossen hat. Denn wie oft geht der verloren, Der ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner liebe Gegen GOtt, der dich geliebt; Auch die lieb' am nächsten übe, Wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein heiland that, Als er für die feinde bat; Du mußt, soll dir GOtt vergeben, Auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem leiden Und laß dich fein ungemach, Keine noth von JEsu scheiden, Murre nicht in weh und ach. Denn du machest deine schuld Größer durch die ungeduld; Selig ist, wer willig träget, Was sein GOtt ihm auferleget. 5. Hat dich freuz und noth betroffen Und GOtt hilft nicht alsofort, Bleibe treu in deinem hoffen, Traue fest auf GOttes wort. Hoff auf IEfum feftiglich, Sein herz bricht ihm gegen dich, Seine hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu schanden. und christlichen Tugenden 7. Seigetreu in todesstunden, Halt dich glaubensvoll an GOtt, Flieh getroft in Christi wunden, Sei getreu big ringt, Ihn, wie Jacob, hält und bis in den tod. Wer mit JEsu gläuzwingt, Dem will er in jenem leben Seine freudenkrone geben. 8. Nun wohlan, ich bleib im leiden, Glauben, lieb' und hoffnung fest; Ich bin treu bis an das scheiden: JEsus, der mich nicht verläßt, Ist, den meine seele liebt, Dem sie sich im freuz ergiebt. Ihm befehl' ich meine sachen, Denn ich weiß, er wirds wohl machen. Mel. Da JEsus an dem kreuzes. 2c. 704. Du rufft mir zu, o treuer bis in den tod, So geb' ich dir zum lohne Dort in des himmels herrlichfeit Die schöne lebenskrone. 2. Wie gern, o bater, will ich nun Nach deinem gnadenwillen thun Und dir getreu verbleiben, Denn dazu suchest du mich ja Beständig anzutreiben. 3. Allein du siehst, wie fleisch und blut Mir widerstand in allem thut, Es reizet mich zur sünde, Daß ich zu allem guten mich Stets träg' und schläfrig finde. 4. Der satan sucht gelegenheit, Brauchtlift, gewalt und wachsamkeit, Um mich ins net zu bringen; Er setzt mir zu, er wünscht und hofft, Es werd ihm einst gelingen. 5. Die eitle welt sucht überdies Mir täglich durch viel ärgerniß Ein fallbrett zu bereiten, Sie will durch ehre, geiz und lust Mein armes herz verleiten. 6. Ich seg' mir oft was gutes vor, Doch steigt der sündentrieb empor, Um mich davon zu wenden; Ich kann, was bös ist, zwar mit lust, Was gut, nicht so vollenden. 6. Sei getreu in allen sachen, In dem anfang, mittel, schluß, Fürchte GOtt und laß ihn machen, Hüte dich vor Joabs fuß, Such' in allen GOttes ruhm, Führ' ein wahres christen- 7. Ach vater, nimm dich meiner thum, Sei zwar flug in deinem glau- an, Daß ich das gute leisten kann; ben Und doch ohne falsch wie tauben. Gieb mir ein ander herze, Das dir und zwar von der Liebe gefällt, damit ich ja Den himmel nicht berscherze. 8. Dich lieben und dir treu zu sein, Rührt, HErr, von deinem geist allein; Den wollest du mir geben, Der leite mich auf rechter bahn In meinem gan= zen leben. 9. Laß mich in deiner lehre rein, Im glauben treu und redlich sein, Nach deinem worte leben, In reiner lieb' und heiligkeit Dir zu gefallen streben. 10. Gieb fraft, dir auch in leidenszeit Stets mit geduld und freudigkeit Getreulich auszuhalten; Weil kreuz und trübsal heilsam ist, Zaß ich dich, bater, walten. 11. Laß mich dereinst in letter noth Nicht sünde, teufel, höll' und tod Von deiner liebe scheiden Und führe mich durch Christi blut Getrost zu deinen freuden. 12. Gieb, daß ich dir im leben treu Und auch getreu im sterben sei, So wirst du mich ergößen Und mir dort, wie dein wort verspricht, Die lebensfron' aufseßen. 13. Ich bitte nochmals inniglich: Ach, laß bis an mein ende mich Dir, HErr, getreu erweisen; Erhöre mich durch Christi blut, So will ich dich dort preisen. gegen den Nächsten. 3. Die lieb' ist lauter sanftmuth voll, 3st gütig und gelinde, Daß man, es fomme wie es woll', Nichts bitt'= res an finde. Wenn einer etwas gut's verricht't, So eifert und mißgönnt sie nicht, Sie thut nichts ungeschicktes. 2. Wenn einer auch all' seine hab' Austheilete den armen Und thäte nicht dieselbe gab' us liebe und erbarmen, Wenn er sich brennen ließ' dabei Und hätte nicht die lieb' und treu, So wär' es ihm nichts nüße. 399 4. Die lieb' nicht aufgeblasen ist, Die lieb' beschimpfet feinen, Sie sucht nicht ihren nuß' mit list, Sie rathet dem gemeinen, Entrüst't sich nicht, ob man gleich klagt, Daß sie der nächste drückt und plagt, Sie kehret all's zum besten. 5. Die liebe sich da nimmer freut, Wo unrecht wird gerichtet, Der wahrheit und gerechtigkeit Von herzen sie beipflichtet, Des nächsten mängel sie erträgt, Bedecket und zurücke legt Und sie ihm nie aufrücket. 6. Die lieb' vom nächsten gern das best' Ohn' argwohn glaubt in allen, Sie hoffet seine bess'rung fest, Wenn er in sünd' gefallen; Wo man ihr leid thut unverschuld't, Berträgt sie alles mit geduld, Wird auch dabei nicht müde. 7. Und wenn zuletzt die wissenschaft, Und alles wird aufhören, Be= hält die lieb' doch ihre kraft und wird sich noch vermehren, Wenn wir dort in der seligkeit Einander in der höchsten freud' Vollkömmlich lieben wer= den. Von der Liebe und Barmherzigkeit gegen den Nächsten. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 705. W enn einer alle ding' verstünd', Mit en= gelzungen red'te, Wenn er zugleich weisfagen könnt. Den wunderglau= ben hätte, Daß er versetzte berge hin, Mel. JEfus, meine zuversicht. Und hätte nicht der liebe finn, Wär' 706. Meinen nächſten laff alles dies fo * 8. Du selbst, HErr JEsu, stellest dich Zum vorbild wahrer liebe; Vernächsten übe, Daß ich in allem, wo leih', daß dem zufolge ich Die lieb' am ich kann, Treu', lieb' und hülfe jedermann, Wie ich mirs wünsch)', erweise. treu, als mich zu lieben; Dies erfor= dert meine pflicht, Mich im lieben stets zu üben. Liebe ist, was GOtt gebot, Liebe bleibt bis in den tod. 2. Liebe bleibt auch nach dem tod; Dort geht sie recht an im himmel, 400 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Dorten stört sie keine noth, Die sie in| mir, zu deinen ehren, Die liebe dem weltgetümmel Oftmals schwächt mehren. und oft betrübt, Daß man unvollkommen liebt. 3. Vor allen will ich meinen geist bedenken; Du gabst ihn mir, dir will ich ihn auch schenken Und ihn, als einen schat, bei viel gefahren Dir treu bewahren. 3. GOtt ist selbst, der liebe übt, Weil er mich zu sich gezogen Und mich je und je geliebt, Eh' ich muttermilch gesogen; Er nahm, da ich nackt und bloß, Mich voll lieb' in seinen schoß. 4. JEsum trieb der liebe macht, Daß er von dem himmel kommen, Mir das leben wiederbracht Und sich meiner angenommen; Er, das reine GOtteslamm, Starb für mich am Preuzesstamm, 5. Hat die liebe GOttes geist Nicht voll huld zu mir geneiget? Daß er nun mein tröster heißt, Sich mir sünder gnädig zeiget Und mich durch der taufe bad Fest mit GOtt verbunden hat. 6. Weil denn GOtt mich so ge= liebt, Sollt' ich nicht den nächsten lieben? Wer denselben oft betrübt, Wird von satans list getrieben. Mich foll GOttes lieb' und treu Treiben, daß ich liebreich sei. Mel. Herzliebster JEsu, was 2c. 707. GOtt, du brunnquell aller * 7. Gieb, daß meine seele sich, Höchster, stets im lieben übe, Meinen nächsten stets als mich Und dich über alles, liebe. Gieb', daß meine lieb' und treu' Rein und ohne falschheit sei. 8. Endlich bring' in deinem reich Uns nach deiner huld zusammen, Mel. Herzliebster JEsu, was 2. Daß wir dich, o GOtt, zugleich In 708. Hilf, JEfu, daß ich meiten reinsten liebesflammen Ehren, lieben und erhöh'n Und vereinigt vor dir steh'n. nen nächsten liebe, Durch splitterrichten ihn ja nicht be= trübe, Ihn nicht verläumde, noch durch falsche ränke Muthwillig kränke. 2. Gieb, daß ich immer feine schwäch' und flecke In wahrer sanftmuth vor der welt bedecke, Aus treuem herzen seinen fall beklage Und Gieb, daß ich mich mit ernst im lieben übe, Laß mich die liebe, will sie sonst erfalten, Stets fest behalten. 4. Mein nebenchrist soll meiner auch genießen: Es soll von mir stets wohlthat auf ihn fließen, Er soll von deinen mir geschenkten gaben Sein antheil haben. 5. Ich will den brüdern keinen anstoß geben, Vielmehr also mit meinem nächsten leben, Daß alle, die mein thun und wesen schauen, Sich d'ran erbauen. 6. Weg alles, was die seele kann verlegen! Nichts, was es sei, will ich so herrlich schätzen, Daß ich es, weil es GOttes augen hassen, Nicht sollte laffen. 7. O schöpfer, steure selbst der alten schlangen, Die unter uns die seelen sucht zu fangen; Hilf, HErr, und wehr, auf daß dein liebes erbe Ja nicht verderbe. 2. Ach ja, du willst dies feuer gern entzünden, Du suchst uns stets in liebe zu verbinden; Du wirst ja auch in 8. Und endlich, da wir bei viel ärgernissen Uns auf der welt noch immer leiden müssen, So laß mich doch im himmel mit den frommen zur ruhe kommen. 3. Hilf, daß ich fleißig ihn zu bessern trachte Und seine seele hoch und theuer achte, Du haft für solche, bis zu'n todesbanden, Viel ausge= standen. 4. Laß mich das gute, das wir an und zwar von der Einträchtigkeit. ihm haben, In liebe loben, es sind deine gaben; Verleihe, daß ich eher alles leide, Als ihn beneide. 5. Gieb mir ein herz, das wahre demuth liebet Und jedermann das seine gönnt und giebet, Nichts arges denket, ganz in liebe brennet, Sich selber kennet. 6. Und also bleib' ich stets bei dir in gnaden, Feind, welt und teufel wird mir nimmer schaden; Du wirst mich schüßen und ich will dich loben Hier und dort oben. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. o bleibet die barm8. Gieb mir ein herz, das jeden liebt Und das von deinen gaben, Die du mir giebst, auch andern giebt, Die ZE= zu Daß deinem ebenbild Sei liebreich, gütig, sanft und mild; Das bitt' ich herzlich, amen. 3. Bedenke, wie dir GOttes treu Barmherzigkeit erzeiget, Damit dein herz auch gütig sei Und wohl zu thun geneiget, Damit du dem, der dürftig ist und gar ein gliedmaß JEsu Christ, Nach JEsu willen gebest. 401 6. O vater, deine lieb' und treu' 3st gegen mich ohn' ende, Drum gieb, daß ich dir ähnlich sei, Ja gieb, daß herz und hände Von dem mit= theilt, was du bescheert, Daß sich der arme auch ernährt Von deinem milden segen. 709. sus uns anpreiset? Wer findet sich zu dieser zeit, Der sich liebreich erweiset? Der, gleich wie GOtt der reinste geist, Barmherzig ist und gütig heißt, Und zwar aus herzens= grunde. Von der Einträchtigkeit. 2. Daß GOtt barmherzig, spricht der der das nicht Mel. O GOtt, du frommer 2c. on dir, treuer GOtt, gläubet? Ullein macht GOtt es dar- 710. V Muß fried und ein um fund, Daß er zu folgen treibet, Ach, so verschließt man herz und ohr, So wankt der glaube wie ein rohr; Man hält es für unmöglich. tracht kommen, Der du uns gnädiglich Zum frieden aufgenommen. Dir ist die eintracht lieb Und du belohnst sie wohl Und lehrest, wie man hier Recht einig leben soll. 4. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der dies erfannt und gleichwohl nicht In werlen läffet sehen. Das bloße wissen macht es nicht: Die übung deß, was JEsus spricht, Bezeugt erst rechte liebe. welt Ihr böses herz verschlossen, So 7. Hat gleich die schnöd' und harte mach' in dem, was dir gefällt, Mein herz doch unverdrossen, Damit es dir in allem gleich, An mitleid, lieb' und güte reich, Nie wohlzuthun ermüde. 5. HErr, laß mein herz barmherzig sein, Den armen auf ihr fleben Aus wahrer liebe, nicht zum schein, Mit hülfe beizustehen, Damit sie in der hungersnoth An meinem trost und stücklein brot Sich laben und erfreuen. nes geistes gabe, Daß jeder unter uns 2. Drum flehen wir zu dir Um deiEin friedlich herze habe; Gieb, daß wir allesammt Im guten einig sein, So sammeln wir gesammt Die frucht des friedens ein. 3. Laß eins dem andern stets zum edlen balsam werden, Daß ein be= den, Von seinem nächsten trost Und drängtes herz, In allerlei beschwer= hülfe kommen ſeh, Und daß ein bruder ja Den andern nicht verschmäh”. 4. Laß uns in einigkeit Stets bei einander wohnen Und duld' uns alle= zeit Mit gnädigem verschonen, Laß unter deinem volk, Die eintracht herrlich blühn, Bis wir aus frieg und streit Zum ew'gen frieden ziehn. 26 402 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Mel. Nun komm der heiden 2c. Von der Sanftmuth, Fried711. Sie, wie lieblich und fertigkeit und Versöhnlichkeit. sein wenn brüder einig sein, Wenn ihr wandel ohne list, Ohne trug und falschheit 2. Diese finds, den'n GOttes geist Reiches heil und trost verheißt; Diese werden in der zeit und in ewigfeit erfreut. 3. Aber wie verlischt die treu! Überall ist heuchelei, Und fein herz wird mehr gespürt, Das des bruders elend rührt. 4. Jeder lebt nach seinem sinn Auf der erde für sich hin, Denket an den andern nicht; Ach, wo bleibt die liebespflicht? 5. O HErr JEsu, GOttessohn, Schaue doch von deinem thron, Schaue die zerstreuung an, Die sonst niemand bessern kann. 6. Sammle, großer menschenhirt, Alles das, was sich verirrt, Laß in deinem gnadenschein Alles fest ver= einigt sein. 7. Gieß den balsam deiner kraft, Der den herzen leben schafft, Tief in unser herz hinein, Gieb uns deinen freudenschein. 8. Knüpfe selbst durch deine hand Ein geheiligt bruderband, Binde herz und herz so fest, Daß es sich nicht trennen läßt. ging erinon son 9. So, wie bater, sohn und geist Drei, und doch nur eines heißt, So verbind' in einigkeit Deine ganze christenheit. Mel. HErr Christ, der ein'ge 2c. 712. Dein herz, HErr JEſu, über bhaß und neid, Du bist, der deutlich saget, Daß die die seligkeit Dort nicht erlangen mögen, Die haß und feindschaft hegen Und unversöhnlich sind. 2. Regiere meine finnen, Daß zorn und rache nicht Ein böses werk beginnen, Wenn mir verdruß geschicht. Laß mich nur deinen willen In allem treu erfüllen, Gieb sanftmuth und geduld. 3. Ach schmerz! die that bezeuget, Daß ich zur rachgier, haß und bittern zorn geneiget, Weil ich ohn' unterlaß Die rache willig übe, Den feind mit fleiß betrübe, So viel mir möglich ist. 4. Ach, heiland, ach verzeihe Aus gnade diese schuld, Im gegentheil verleihe Mir sanftmuth und geduld, Damit ich gern vergebe, mit allen freundlich lebe, Die mir zuwider sind. 5. Laß mich nicht feindschaft tragen, Laß mich den haß und neid Der welt dir, JEsu, klagen, Laß mich zu jeder zeit, Den segnen, der mir fluchet, Den lieben, der da suchet Mein un= glück und verdruß be the 6. Wie du für die gebeten, Die dich in noth gebracht, und sie am freuz vertreten, So laß mich tag und nacht Die feinde herzlich lieben Und folche sanftmuth üben, Wie du erwiesen hast. Joh. 17, v. 11. 20. 23. 10. Was für freude, was für lust Machest du uns dort bewußt! Was man wünschet und begehrt, Wird uns selbst von GOtt gewährt. Mel. Vater unser im himmelreich). 11. Herzen, die anjeßt, zerstreut, 713. Ah, freundlichster HErr Preisen dann in einigkeit GOttes treu und liebesmacht, Wenn er sie in eins gebracht. JEsu Christ, Der du die liebe selber bist Und nicht von haß und zorne weißt, Der du die ſanftmuth selber heißt, Du rufest uns voll liebe zu: Wir sollen heilig sein, wie du. SAARE 12. Kraft, lob, ehr und herrlichkeit Sei dem höchsten allezeit, Der, wie er ist drei in ein, Uns in ihm läßt eines sein. 2. Liebt, sprichst du, liebt, wie ich geliebt Die feinde, welche euch betrübt; Wünscht niemand böses, fluchet nie, und zwar von der Gerechtigkeit und Billigkeit gegen den nächsten. 403 Und wenn sie fluchen, segnet sie; Thut| wider ihn, der hat nicht theil Un JEdenen, die euch haffen, gut, Ertraget su tod, ist GOtt ein gräu'l mit seiner sie mit sanftem muth. opfergabe. 3. Ach, gieb mir freundlichkeit, und nimm Aus meinem herzen zorn und grimm, Als der die liebe unterdrückt Und alle glaubensfrucht erstickt. Befrei' mich doch, nach deiner huld, Von rachgier, eifer, ungeduld. 4. Die rachgier ist ein sündenwust, Ach, tilge sie aus meiner brust; Ja, allerliebster GOtt, verleih', Daß ich den feinden gern verzeih', Daß mein mund ihnen nimmer flucht, Auch nirgends ihren schaden sucht.og 5. Du schenkst, ob sie schon böse sein, Doch ihnen deinen sonnenschein; So laß auch ihre noth und flehn Bei mir stets trost und hülfe sehn, Und schreib' mir tief in herz und sinn, Wie huldreich ich versöhnet bin. 6. Gieb, daß sie meine freundlichkeit Erquicket, tröstet und erfreut, Gieb langmuth, die ertragen kann, Was sie mir zum verdruß gethan; Gieb huld, die gegenhuld erweckt Und ihrer fehler menge deckt. 7. Mein GOtt, mir trägt es ja nichts ein, Wenn sie gestraft und elend sein, Ihr seelenschaden freut mich nicht, Wenn ihnen fraft und trost gebricht. Viel weniger ist meine luft, Wenn du sie einst verdammen mußt. 8. Davor bewahre sie und mich, Erbarmender, recht väterlich. Obater, der du gnädig bist, Du sohn der liebe, JEfu Christ, Du geist des friedens, höre mich! So preis ich dich dort ewiglich. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 714. Wie ist die welt so feindschaft voll! Sie lebt in rachgier, streit und groll Und will sich nicht verfühnen. Man kommt zum altar ohne scheu Im heuchelglauben ohne reu', Und meint doch, GOtt zu dienen. 2. Doch opfert jemand sein geschenk Und wird vorher nicht eingedent, Daß jemand etwas habe, Das 3. Wer seinem bruder nicht vergiebt, Noch ihn von reinem herzen liebt, Der kann GOtt nimmer lieben; Er ist aus Cains mordgeschlecht Und ein verdammter sündenknecht, GOtt muß da rache üben. 4. O mensch, geh' einmal in dein herz Und treibe ferner keinen scherz Mit GOttes heil'gen lehren! Der heiland spricht: wer feindschaft übt Und seinem bruder nicht vergiebt, muß zu der hölle kehren. 5. Bewahre mich, HErr JEsu Christ, Daß meine seele nicht vergißt, Was du mir vorgeschrieben. Laß mich, HErr, täglich siebzigmal, Ja gar vergeben ohne zahl, Und meinen bruder lieben. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit gegen den Nächsten. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 715. Gerechter heil ger GOtt, Ich flage, daß ich spüre, Wie eigennuß, betrug Und falschheit mich regiere. Ady, die gerechtigkeit Wird oft von mir verlegt, Und eigennuß dem nuß Des nächſten vorgesetzt. 2. Ich weiß, daß ich mich mehr Als meinen nächsten liebe, Durch unrecht richten, thun Und handeln ihn betrübe. Sein schaden freut mich oft, Ich hind're solchen nicht; Da sich mein herz doch dies Von andern selbst verspricht. 3. Ach du gerechter GOtt, Feind aller ungerechten, Du ſelber willst das recht Nothleidender verfechten, Du richtest recht und gut: Ach, geh' mit deinem knecht, Mein GOtt, nicht ins gericht, Wer ist vor dir gerecht? 4. Laß gnad' ergeh'n für recht, Bergieb mir alle sünde, Vergieb, damit ich nicht Verdammten lohn empfinde. Denn ungerechtigkeit Schlägt seel' und leib zugleich, Und du ver26* 404 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden E schließest dem, Der ungerecht, dein reich. Von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. 5. Miß mir nicht mit dem maß, Mit fünde doch Auf ewig ſein vergesſen. 716. Gieb mir den neuen geist, Der mich die rechte lehrt, Die du gegeben hast, Und mich zu solchen kehrt. 6. Entferne meinen geist Bom ungerechten wesen, Gewalt, unbilligfeit, Und laß mich stets erlesen Was recht und billig ist, Was selbst der wahrheit nüßt Und sie bis in den tod Befördert und beschüßt.d 7. Laß mich nicht furcht und gunst Bom rechten wege kehren, Laß mich der heuchler list Und schmeicheln nicht bethören; Gieb, daß aufrichtigkeit Und treu' mein herz regizrt, Und jeder redlichkeit In wort und werken spürt. 8. Laß mich, so viel ich kann, Die trösten, decken, schüßen, Die unter der gewalt Der ungerechten schwitzen; Laß mich auch bei dem schein Des rechten selber nicht Gewalt und unrecht thun, Wenn mir gewalt geschicht; 9. Daß treu' auf erden wächst, Daß recht vom himmel schauet Und jeder land und feld In fried' und segen bauet, Daß GOtt uns gutes thut, Das land im segen steht Und daß gerechtigkeit Bei uns im schwange geht. 10. Gieb mir den geist des raths, Der weisheit und der stärke; Durch den regiere selbst Mein denken, meine werke, Und nicht durch menschenrath Noch eigne phantasei, Daß ich nicht, wider recht, Der welt gefällig sei. 11. Herr, hilf mir doch mein herz Zu deinen rechten neigen Und gegen jeden mich Gerecht und billig zeigen, Und gieb mir dort den lohn Von der gerechtigkeit; Da ungerechten nichts Als fluch und schmach bereit. Mel. Alle menschen müssen 2c. Efu, wahrheit, und , Du bist allen lügen feind, Ach, du wirst mir gnade geben, Daß ich sei ein wahrheitsfreund. Reizt mich satans list zum lügen, Laß die wahrheit in mir siegen; Irr' ich, hilf mir bald zurecht, Denn wer lügt, ist satans knecht. 2. Ach, dein geist, der wahrheit liebet, Kehr' in meine seele ein; Weil ihn lügen höchst betrübet, Ach so laß es ferne sein. Falsche zunge sei berfluchet, Die nur schand' und schaden suchet; Falsche reden ohne grund Treibe mir aus herz und mund. 3. GOtt der wahrheit, ach, regiere Mich, daß ich dir ähnlich bin, Lenk mein denken, leit' und führe Wort und that nach deinem sinn, Daß ich bei der wahrheit bleibe, Alle falschheit von mir treibe. Mach' aus mir der wahrheit find, Wo sich keine lügen find't. 4. Soll ich schweigen, HErr, so lege Selbst ein schloß an meinen mund. Macht mein wort nicht deine wege, Deinen ruhm und ehre kund So verhindr' es, HErr, und zeige, Daß ich klug sei, wenn ich schweige. Schweigen, und zu rechter zeit, Übertrifft beredtsamkeit. 5. Laß die falschheit, die dem herzen Eigen ist, nicht meister sein. Will ich mit der wahrheit scherzen, Stimmet zung' und herz schon ein, Ach, so halte mich zurücke Und zerreiß des lügners stricke; Lenk? den mund, damit er nicht, Was der argwohn denfet, spricht. 6. Andern zu gefallen lügen Und aus list und ehrbegier Mit geschmüdten worten trügen, Treib, o JEfu, weit von mir. Laß mich dir an allen orten ähnlich sein in that und worten, Daß betrug und heuchelei Nie in meinem munde sei. 7. Drückt mich, ohne mein verschul und zwar von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. 405 den, Andrer falscher lügenmund, Hilf| bekennt; Denn wer will dem den es mir getrost erdulden, Gieb nur, himmel rauben, Den GOtt gerecht daß es ohne grund. Doch soll ich mein und selig nennt? Mach' mich zur schweigen brechen Und den lügen wi- rechenschaft bereit, Denn dein wort dersprechen, Gieb, daß ich, wie du gethan, Sie voll sanftmuth strafen fann. bleibt in ewigkeit. 8. So bleibst du mein licht und leben, Meine wahrheit und mein schild, Und ich bleibe dir ergeben, Führe mich nur, wie du willt. Falsche tücke, lügen, trügen Wirst du selbst in mir besiegen, So bin ich der wahrheit find, Woran satan nichts gewinnt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 717. HErr, der sein wahres wort gegeben, Der treu' und glauben ewig hält; HErr Um einen treuen Freund. Mel. Alle menschen müssen 2c. weg und wahrheit in der welt; Du 718. Ich will meinen JEſum geist, der auf der ebnen bahn In alle wahrheit leiten kann; preisen, Der es treulich mit mir meint; Ich will ruhm und ehr' erweisen Diesem meinen herzensfreund, Der mich aus der welt erforen, Eh' ich noch zur welt geboren, Der mein nimmermehr vergißt, Der mein bruder worden ist. 2. Dir flag' ich, was der satan stiftet, Wie dieser mord- und lügengeist Mein armes herz so sehr vergiftet, Daß es der lügen sich befleißt. Die wahrheit hab' ich oft betrübt, Den frieden niemals recht geliebt. 3. Vergieb doch deinem armen finde, Berzeihe deinem eigenthum, Nimm weg die strafe meiner fünde, Die heißt: GOtt bringt die lügner um, GOtt stürzt die falschen in dez eil', Blutgierige find ihm ein gräu'l. 4. Pflanz' in mich seine GOttes= liebe, So hab' ich auch die wahrheit gern, Damit ich mich und meine triebe Recht in dem grunde prüfen lern', Auf daß ich nicht aus schmeichelei Mein eigener betrüger sei. 5. Laß mir kein solches falsches herze Das ja! spricht und doch nein! gedenkt, Kein herz, das mit der wahrheit scherze Und sie nach eignem vortheil lenft. Richt' mir gedanken, wunsch und sinn Nur einzig nach der wahrheit hin. 7. Laß mich die wahrheit gern bekennen, Denn du hast zu der wahrheit lust; Laß mich dein wort mein kleinod nennen, Das liebste kleinod meiner brust, So geb' ich willig in gefahr Um wahrheit leib und leben dar. 8. Gieb mir die wahrheit in der tugend, Damit sie christlich heißen kann, Ach gängle mich, als wie die jugend, In redlichkeit auf ebner bahn Und laß mich einst in zions höh'n Die ew'ge wahrheit ewig sehn. 6. Gieb mir die wahrheit in dem glauben, Die herzlich glaubt und frei 2. Dessen freundschaft ist beständig, Bleibt getreu bis in den tod; Menschenfreundschaft wird leicht wendig Und verliert sich in der noth. Wenn uns glück und segen grünet, Finden wir uns wohl bedienet: Wird das wetter ungestüm, Kehrt sich oft die freundschaft üm. 3. Gieb mir, GOtt, ein treu gemüthe Gegen meinen wahren freund, Das ihm hand und herz anbiete, Wenn die sonn' ihm schon nicht scheint; Das bei gut und bösen tagen, Ihm die bürde helfe tragen, Wenn du, wie ein bater pflegt, Ihm ein kreuz haft auferlegt. 4. Gieb mir auch nach deinem wil len, Einen freund von solcher treu', Der mir, meine qual zu stillen, Tröstlich und beständig sei, Dem ich ohne furcht und grauen Dürfe meine last vertrauen, Die mir auf dem herzen liegt Und oft centner überwiegt. 406 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 5. Davids trost und größtes glücke| dich mir zugeführt, Mein wahrhafter War sein treuer Jonathan, Der freund sein wird. durch göttliches geschicke Ihn so herz= lich lieb gewann, Daß er seines vaters willen nicht begehrte zu erfüllen, Und vielmehr mit hand und mund Wie ein fels bei David stund. Mel. Vor deinen thron tret' ich zc. 6. HErr, ich bitte dich: erwähle 719. Weg, wolluft, die an unlust reich! Mir aus aller menschen zahl Eine tugendhafte seele, Die in diesem jammerthal Mir, nach deinem sinn und geiste, Freundschaft, trost und hülfe leiste, Trost, der in der noth besteht, Hülfe, die von herzen geht. 7. Wo die bloße zunge liebet, Da ist freundschaft schlecht bestellt, Die nur süße worte giebet Und betrug im herzen hält. Alle freundschaft sei verfluchet, Die nur ihr vergnügen suchet, Eigennuß und heuchelschein Muß von freundschaft ferne sein. 8. Hab' ich schwachheit und gebre= chen, HErr, so lenke meinen freund, Mir mit sanftmuth zuzusprechen, Weil wir alle menschen seind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, Ist, als der bei freudentagen Auf mein haupt den balsam gießt, Der von Aarons scheitel fließt. 9. Dwie reich ist dessen habe, Dem der HErr nach seinem rath Eine solthe himmelsgabe, Einen freund be= sheret hat, Der mit unverfälschter treue Ihn in weh und wohl erfreue; Wer GOtt fürchtet, liebt und ehrt, Dem ist solch' ein schatz bescheert. Von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 10. Wahre freunde sind wie stäbe, Dran der menschen gang sich hält, Dran der schwache fuß sich hebe, Der sonst leicht zu boden fällt. Weh' dem, dem das glück entgangen, Solche stäbe zu erlangen; Wenn er fällt in seinem lauf, Wenn er stürzt, wer hilft ihm auf? der ärgsten seuche gleich, Dein gift erschleichet und entzünd't, Was sich bei deinen flammen find't. 2. Hergegen fomm, o GOttes sohn, Mein herz sei deiner liebe thron, Dein wohnhaus und dein element, Dein tempel, wo dein opfer brennt. 3. Treib aus, was in mir wüst und wild, Erneu' in mir dein göttlich bild, Laß mich, HErr, heilig, keusch und rein Durch deines geistes triebe ſein. Was dich, mein hort, ans kreuz ge= 4. Ich habe nie mit ernst bedacht, bracht. Wie kann, bei deiner qual und pein, Mein Herz noch voll von lüsten sein? 5. Und warum sollt ich meine brust Besudeln mit verbotner lust? Indem ihr end' ein elend heißt, Das uns zuletzt zur hölle reißt. 6. Der augenblick, der hier ergößt, Wird nur von thoren hoch geschäßt. Auf einen tropfen fröhlichkeit Erfolgt ein meer voll herzeleid. 7. Schaff' in mir, GOtt, ein reines herz, Bewahre mich vor tand und scherz, Erneure meinen geist und sinn, Wenn ich voll schnöder wollust bin. 8. Erwed' und stärke mein gemüth, Daß es auf das, was droben, sieht; Nimm mich in deinen liebesschoß. So werd' ich alles eitlen los. 9. Ja führ' mich endlich zu der lust, Die eitlen herzen unbewußt, Die der nur siehet und erfährt, Der dir im leben angehört. 11. JEfu, laß mich dir gefallen, Bleib' mein freund bis in mein grab, Bleib' mein trost, bleib' unter allen Mein getreuster, stärkſter stab. Wirſt 720.Gjelig fein, Die ſtets Mel. Nun freut euch, liebe zc. Ott die nur du sich schon jemand finden, Der, durch erfunden werden 3m herzen heilig und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 407 keusch und rein In werk, wort und| GOttes rath In heiligung und ehren geberden, Dieselben sind es, welche hat, Machts nicht zu hurengliedern. dort mit allen engeln fort und fort Ihn ewig schauen sollen. 2. Weh' aber allen, welche sich Der fleischesfreud' ergeben und in der lustseuch üppiglich Als schnöde heiden leben! Die sehen GOttes antlig nicht, Sie bleiben ewig im gericht Mit den unsaubern geistern. 10. Desselben leib und seele bleibt Des heil'gen geistes tempel, Der un= zucht flieht und von sich treibt, Giebt niemand bös erempel, Der Christi marter oft erwägt, An dessen freuz die lüste schlägt Und sie dadurch stets dämpfet. 3. Denn weil ihr schnödes herz so sehr Mit böser luft besessen, Daß sie des höchsten wort und lehr' Gar liederlich vergessen, So zeucht er ab die gnadenhand, Daß sie aus einer sünd' und schand' Bald in die andre fallen. 4. Die augen sind bei ihnen frei, Wild, frech und ungezähmet, Voll eb'brud), lift und hurerei; Die ſtirn ist unverschämet, Das herz verachtet ehr' und zucht; Unreine lust wird nur gesucht Von solchem leichten volke. 5. Sie sind dem vieh an blindheit gleich, Das an der erde hanget, Das GOtt nicht fennet und sein reich Nicht suchet noch verlanget. Sie folgen ihrem frechen sinn Und eilen ungesäumt dahin, Wo sie die lust hintreibet. 6. Doch friegen sie zuletzt den lohn, Nach dem sie so gelaufen, Denn siechthum, armuth, schand' und hohn Kommt über fie mit haufen. GOtt haffet all' unreinigkeit, Drum strafet er zu seiner zeit Die hurer und eh'= brecher. 7. Die, deren gott der bauch allhier, Die zucht und tugend fliehen, Die wird der höchste dort dafür Gewiß zur strafe ziehen. Ihr jammer, herzeleid und pein Wird ewig, ewig, ewig sein, Für kurze zeit und wollust. 8. Wohl aber dem, der immerdar Betrachtet hier auf erden, Daß alles dort muß offenbar Und hart bestrafet werden, Und, was im winkel hier geschicht, Von JEsu an das helle licht Dort soll gestellet werden. 9. Wohl dem, der denkt mit ernst dahin, Daß er ein gut gewissen, Ein keusch gemüth und reinen sinn 3u haben ist geflissen. Der sein gefäß nach) 11: HErr, schaff' in mir ein rein gemüth, Gieb, daß ich mäßig bleibe Und mich vor bös'r gesellschaft hüt', uch meinen leib betäube, Daß er nicht etwa werde geil, Und leib und seele ihren theil Des himmelreichs verlieren. Mel. Vater unser im himmelreich. 721. A HErr, mein GOtt und gut, Du forderst reinen sinn und muth Und willst, wir sollen dir allein In wahrer tugend heilig sein Und ernstlich fliehn, was dich verlegt Und uns in seelenschaden setzt. 2. Du fennest unsere natur, Die ganz verderbet ist und nur Zur sünd' und bösen fust geneigt, Die nichts als schnöde lüste zeigt, Die uns in noth und jammer stürzt Und gar das lebensziel verkürzt. 3. Drum bitt' ich, gieb mir deinen geist, Der seine fraft in mir beweist, Wenn böse lust sich in mir regt, Und mich zu fündigen bewegt, Durch dessen trieb lenk' herz und sinn Zur reinigkeit und tugend hin. 4. Gieb, daß er sich geschäftig zeigt, Sobald die wollust in mir steigt, Damit er ihrem wachsthum wehrt, Eh' ihre fraft sich stärkt und mehrt, Damit er meine seele rührt, Daß mich die reizung nicht verführt. 5. Bewahre mich), wenn lust der welt Mir stricke legt und neze stellt; Sie nimmt das Herz zu schleunig ein, Drum laß mich flug und wachsam sein. Wirf selbst die schlangenbrut hinaus, Denn sonst entheiligt sie dein haus. 6. Erfüll' hingegen meine brust 408 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Mit feuscher zucht und reiner luft.| und geiste Keusch und rein, gehorsam Mein wunsch, verlangen und begier leiste. Sei, höchstes gut, allein nach dir, Daß ich, von schnöden lüsten frei, Dein heiligthum und tempel ſei. 7. Wer unrein, kann GOtt nicht sehen, Denn GOtt ist das reinste licht. Der kann nicht vor dir bestehen, Dem die reinigkeit gebricht. Soll mir nun der helle schein Deines anblicks selig sein, HErr, so rein'ge geist und glieder, Mach' mir böse lust zuwider. 8. GOttes geist wird schon betrü= bet Durch ein einzig schandbar wort, Und wer sich in lüsten übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Geilheit machet sorg' und gram, Ihr vollbringen schand' und scham; Will es denn zum ende laufen, Folget erst die reu' mit haufen. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 722. Hi eil'ger bater, du begehrest, Daß man feusch und züchtig sei, Du verbietest und verwehrest Unzucht und unfläterei. Ach ich fleh durch JEsum Christ, Der mein seelenbräut'gam ist, Der mich ihm zur braut erwählet, Sich in treu' mit mir vermählet: 2. Gieb, daß ich an seel' und leibe, Innerlich und äußerlich, Heilig, feusch und rein verbleibe; Deine gnade stärke mich, Daß mir leib und feele rein Und befreit von wollust sein. Ja laß, HErr, von bösen lüsten Nichts in meiner seele nisten. 3. Tilg' in mir unkeusche triebe, Tödte das verderbte fleisch, Gieb mir deine furcht und liebe, Dadurch mach' mich rein und feusch. Unterbrich der lüste lauf, Zieh mein herz zu dir hinauf, Daß es nicht am eitlen klebe, Sich der wollust nicht ergebe. 4. GOtt der gnaden, ach ergieße Deinen gnadenstrom auf mich, Daß er in mein herze fließe; Dadurch lösche gnädiglich Alle flammen böser lust, So viel ihrer meine brust Überschwemmen, quälen, drücken; Laß sie ganz und gar erquicken. 5. Meine seel' ist deinem bilde Gleich gemacht und hoch geschätzt, Dein sohn hat sein blut so milde Für fie sterbend zugesetzt; Drum, mein bater, that' ich ja Dir und Christo 9. Darum, HErr der reinen scharen, Laß mir deines geistes kraft Und die gnade wiederfahren, Die ein reines herze schafft. Mache mir, o her= zensgast, Die unreinigkeit verhaßt; Hilf mir meine lüste zäumen Und das herz von sünden räumen. 6. Christus wohnet durch den glauben Selbst in mir, sein heil'ger geist Läset sich mein herz nicht rauben, Weil es nun sein tempel heißt. Darum steht er mir auch bei, Daß sein tempel heilig sei, Daß ich ihm, an seel' 10. Laß mich hurerei vermeiden, Alle sündenwerke fliehn, Keine brunst im Herzen leiden, Mich um reinigkeit bemühn. Denn du willst ja nicht allein, Daß nur leib und glieder rein, Sondern daß auch geist und seele Christi keusches vorbild wähle. 11. Kreuz'ge meines fleisches lüste Und was sonst mein herz befleckt, Als wofür du, JEsu Christe, Tod und höllenqual geschmedt. Treib' die geilheit gar von mir, Daß ich geist und feele dir Als dein heiligthum bewahre, Bis ich einstens zu dir fahre. Von der Mäßigkeit. Mel. Ich will meine stimm' 2c. viel zu nah, Wenn ich unfeuſch leben 723. Gott, du biſt alleine wollte, Und dein bild so ſollte. gütig, Darum bitt' ich dich demüthig; Bater, dein verlorner sohn Stellt sich ein vor deinem thron: Laß mich nicht in missethaten Auch in schlemmen nicht gerathen, Ach behüte künftighin Mich vor unverschämtem sinn. 2. Gieb mir, denn du kannst es und zwar von der Begnügsamkeit. 409 mit forn und ähren Sein vorrath nicht geschmückt. geben, Luft, in mäßigkeit zu leben, j ihn gleich armuth drückt, Ob gleich Daß doch nicht durch völlerei Mein gebet verhindert sei. Trunkenheit verdirbt die gaben, Die wir nur zur nothdurft haben, Die man nicht zum überfluß Liederlich mißbrauchen muß. 3. Alle weisheit wird verschüttet, Sinn und nachsinn wird zerrüttet, Gut und ehre wird verheert, Leib und seele wird zerstört. Ja dein geist, der fromme liebet, Wird vertrieben und betrübet, GOttes schwerer zorn er= weckt und die rachglut angesteckt. 4. Lust zur arbeit wird gemindert, Alle munterfeit verhindert, Alles nöthige versäumt, Schand' und lästrung ausgeschäumt, Ernst und vorsag liegt erstorben, Aller weise rath ver= dorben; Selbst die seele scheint erfäuft, Weil sie nichts mehr recht begreift. 5. Da wird böser rath geschlossen, Öl zur wollustglut gegossen; Ja wer ist, der recht beschreibt, Was man da für bosheit treibt? Laß mich, bater, völlig sehen, Was für laster draus entstehen, Daß mir ja die völlerei Lebenslang zuwider sei. 6. Laß mich doch mit fasten, beten, Flehn und danken vor dich treten, Daß mein herz sammt seel' und geist Dein gefällig opfer heißt, Daß die leibs- und seelengaben Täglich neues wachsthum haben, Daß zu dir, o höchstes gut, Steige eine reine glut. 3. Will glut und flut entstehen, Giebt sich ein räuber an, Es wird ihm nichts entgehen, Weil er sich trösten fann, GOtt werd' ihm immer bleiben; Drum hat kein mangel plag. Wenn andre wucher treiben, Schäßt niemand seinen schaß. 4. Wie kann der selig werden, Der nur auf reichthum sinnt, Und wenn er auf der erden Die ganze welt ge= winnt? Die seele geht verloren, schrecklicher verlust! Wenn in des todes thoren Ihm sonst kein trost bewußt. 5. So bin ich denn zufrieden Mit dem beschiednen theil. Ist mir nicht viel beschieden, Denkt GOtt doch auf mein heil; Er will mich nicht beladen, Weil ich zum himmel geh': Genug, daß ich in gnaden Bei meinem vater steh'. 6. Mein Cad* wird immer haben, Mein frug nicht ledig sein, Daß ich den leib kann laben. GOtt giebt dem feinen stein, Der brot begehrt, indessen Hab' ich an GOtt genug, Er segnet bei dem essen Auch meinen wasserfrug. * mein gefäß 1. B. Kön. 17, 16. 7. Giebt mir GOtt nicht die fülle, mag es nach nothdurft sein: Genug, sein baterwille Bringt, was mir nöthig, ein. Wenn andre sorgen treiben, So folg' ich GOttes rath Und will ein mensch verbleiben, Der nichts und alles hat. Von der Begnügsamkeit. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 724. Mas hat der menſch auf erden, Der seinen GOtt nicht hat? GOtt muß 725. I GOtt, zu dir, Dem Mel. Durch Adams fall ist zc. komm', o guter uns alles werden, Bei ihm ist rath und that. Wenn alle mittel weichen, So ist das herz doch froh, Denn er macht einen reichen Aus einem Lazaro. geber aller gaben; Ich wünsche freilich öfters hier Bald dies, bald das zu haben. Wie kümmerlich Bestreb' ich mich Und kanns doch nicht erwerben; Allein du bist Alweis und siehst, Daß dies wohl mein verderben. 2. Wer JEsum nur befizet, Der hat das höchste gut: Dabei wird er geschüßet, Daß ihm nichts abbruch thut. Er wird sich täglich nähren, Ob 2. Ich weiß nicht, was ich wünschen soll, Bin blind mein heil zu sehen; 410 Vor dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Doch ist mein herz verlangensvoll,| HErr, dein geschöpf, und mich. Größer Es heißt mich oftmals gehen Auf will ich wohl auf erden, Aber niemals einem pfad, Der deinem rath Und frömmer werden. willen ganz entgegen; Daher mein fleiß, Wiß, stärke, schweiß Und arbeit nichts vermögen. 3. Du willst uns, weil du gütig bist, Du fannst uns alles geben, Du weißt, was noth und selig ist Zu uns ferm ganzen leben. Du wirst( denn du, HErr, sagst es zu) Für dein' ge= schöpfe sorgen Und was du heut' Aus gütigkeit Gethan, thust du auch morgen. 4. Mein wille sei, HErr, was du willt, Er sei dir heimgegeben; Was dir beliebet, werd erfüllt, Ich will nicht widerstreben. Von deiner hand Wird uns gesandt, Was wir hier nöthig haben; Ja, HErr, du bist, Zu jeder frist Der geber aller gaben. 5. Nun bater, was und wie du willt, Geschehe mir auf erden. Mein wunsch und seufzen wird erfüllt, Kann mir nur dieses werden, Daß ich allzeit, In freud' und leid, In deiner furcht verbleibe Und dir, mein GOtt, Mich bis zum tod Mit fester treu' verschreibe. 6. Hab' ich nur dich und deine huld, So bin ich wohl begabet; So trag' ich alles mit geduld, Wenn mich dein geist nur labet. Ja wäge du Mir so viel zu, Als vater deinem finde, Daß ich zur noth Ein stücklein brot Und noch was übrigs finde. 7. Was soll mir großes gut und geld, Glück, ehr' und langes leben? Es bleibet alles in der welt. Dort willst du mich erheben. Du frönst mich dort, Drum will ich fort, Was hält mich noch auf erden? Ach rufe mir, Nimm mich zu dir, So werd' ich selig werden. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 726. chöpfer aller menschenkinder, Höchster, ich verklage mich, Denn ich armer böser sünder Murre vielmat wider dich. O wie oftmals meistre ich Dich, 2. Seh' ich einen, der gelehrter, Der beglückter ist als ich, Der da reicher und geehrter, O wie schnell entrüst ich mich! Denke troßig und voll neid: Was soll dieser unterscheid? Warum soll ich solche gaben nicht so wohl als jener haben? 3. HErr, du hast mich, dein ge schöpfe, So aus thon hervorgebracht, Als ein töpfer seine töpfe, Und es steht in deiner macht, Was du machen willst mit mir; Und doch widerstreb' ich dir, Ich, den du durch tauſend plagen Leichtlich kannst zu boden schlagen. 4. Gnad' ist alles, was wir haben, Weil du uns nichts schuldig bist; Du giebst alle guten gaben, Wie es dir gefällig ist. Dieses lehre mich doch recht, Laß mich, als ein frommer knecht, Stets mit dem vergnüget le= ben, Was du mir, mein GOtt, gegeben. 5. HErr, der nichts als gutes giebet, Sieh, hier bin ich, dein gefäß! Lege drein, was dir beliebet Und was deinem rath gemäß. Dich, der bessers geben kann Als ich denke, ruf ich an: Mache mich auf dein begehren Zum gefäße deiner ehren. 6. Laß mich kein gefäß der sünden, Noch des satans werkzeug sein; Laß mein herz sich rein befinden, Lege lauter gnade drein, Die es immer rein erhält, Daß es dir stets wohlgefällt. Mein GOtt, dein sind alle gaben: Was ich soll, das werd' ich haben. Mel. Singen wir aus herzens. 2c. 727 weierlei bitt ich von dir, Zweierlei verleihe mir, HErr, der alles reichlich giebt, Was uns dient und dir beliebt. Gieb mirs, weil ich hier noch leb' Und in diesem elend schweb', Eh' der tod von hier mich heb'. 2. Gieb, daß ferne von mir sei und zwar von der Genügsamfeit. note 411 Lügen und abgötterei. Armuth, wo zu| Der bei dem werk' was er verricht't, viel gebricht, Und auch reichthum, gieb Hat kleidung, trank und speise; Ob mir nicht: Allzu arm und allzu reich uns ein mehres werden soll, Das Ist nicht gut und beides gleich Stürzt weiß er, als der vater, wohl, Obs die seel' ins sündenreich. seinen findern nüße. 4. Wer wenig hat und das mit recht, Kann GOttes huld behalten, Er bleibet redlich, fromm und schlecht Und läßt GOtt ferner walten. Sein wenig's auch viel mehr gedeiht, Als großes gut viel böser leut', Das sie er= schunden haben. 3. Laß mich aber, o mein heil, Nehmen mein beschieden theil, Und bescheere mir zur noth Hier mein täglich bißlein brot. Ein klein wenig, da der muth Und ein gut gewissen ruht, Ist fürwahr ein großes gut. 4. Sonst möcht' ich beim überfluß Bald empfinden überdruß, Dich verleugnen, dir zum spott Fragen: wer ist HErr und GOtt? Wird das herz erst frechheit voll, Weiß es nicht, dieweil ihm wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Steht es aber nackt und bloß, Und die armuth wird zu groß, Wird es untreu, stiehlt und stellt Nach des nächsten gut und geld, Thut gewalt, braucht ränk' und list, 3st mit unrecht ausgerüst't, Fraget nicht, was christich ist. 6. GOtt, mein schaß und zuversicht, Armuth, reichthum dient mir nicht; Beides schmälert deine ehr', Beides macht der sünden mehr. Vater, gieb mir speis' und hüll', Und was sonst dein gnadenwill', Daß ich friedlich sei und still. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 728. 2 treuer GOtt, ich ruf zu dir: Hilf, daß mich nicht bethöre Die böse lust, die steckt in mir, Nach reichthum, wollust, ehre, Daß ich mich an dein wort nur halt' Und dadurch, was mich mannigfalt Ansichtet, überwinde. 2. Sollt', der dem vieh sein futter schafft Und speiset auch die raben, Nicht uns durch seine gnadenkraft Mit trank und speise laben? Sollt', der das gras und blumen ziert, An kleidung nicht, was uns gebührt Und nöthig ist, mittheilen? 3. Von vielen gütern lebt man nicht. Der hat, daß er GOtt preise, 5. Der trost, der in dem reichthum steht, Wird unverhofft zu schanden, Und wenn es an das scheiden geht, So ist erst noth vorhanden. Denn geld und gut errettet nicht Von GOt= tes schwerem zorngericht, Dies brennt bis in die hölle. 6. Drum wohl dem, der sein herz erhebt Gen himmel von der erde, Sucht, daß er reich, dieweil er lebt, An guten werken werde; Wenn GOtt ihn segnet und sein haus, Theilt er den armen wieder aus Und giebt es gern und fröhlich. 7. Bei seinem gut erweist er noch, Daß ers darauf nicht seße, Er streuet aus, und sammlet doch 3m himmel wahre schäße; Die fliegen niemals auf in rauch Und sind daneben sicher auch Vor dieben, rost und motten. 8. Es ist fürwahr ein groß gewinn, Wer keinen je betrüget, Wer GOtt vertraut und fürchtet ihn Und sich dabei begnüget. Bloß kommen wir in diese welt, Bloß müssen wir, wenns GOtt gefällt, Hinaus und alles lassen. 9. HErr, was mir hier von nöthen thut, Mich ehrlich zu ernähren, Das wollst du mir an hab und gut Bei meinem fleiß bescheeren, Daß ich und mein geschlecht nach mir, Nicht andre leute vor der thür Aus noth drum bitten dürfe. ** 10. Ach, meine feel' kann ihre ruh' Im zeitlichen nicht finden; Was ich da vornehm' oder thu', Pflegt als ein rauch zu schwinden. Unsterblich ist die seel', und muß Unsterblich sein, 412 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden was ohn' verdruß Dieselbe soll ver-| kleinsten finde Diese schwachheit angnügen. geerbt, Daß es von der jugend auf Durch den ganzen lebenslauf Sündliche gedanken heget Und sich böses in ihm reget. 11. Nun ist auf erden nichts bewußt, Das solche ruh' kann geben, Nicht augenlust, nicht fleischesluft, Nicht hoffärtiges leben; Darum denk' ich auch nicht darauf Und will mein herz zu GOtt hinauf Und seiner fülle richten. 4. Aber GOttes vaterliebe Macht, daß die gedanken rein Und die vor= mals bösen triebe Gut und ihm gefällig sein. Er erneuert unsern sinn, Nimmt die bosheit von uns hin, Heiliget durch seine güte Herz, gedanken und gemüthe. 5. Auch bei den verstockten herzen Klopft der geist der gnade an, Daß man andacht, reu und schmerzen Und viel gutes finden kann; Ja, wenn GOttes gnadenlicht Durch die finstre seele bricht, Wirkt es in den geistlich Franken Rein' und heilige gedanken. 6. Oftmals denft ein missethäter: Ach, was hab' ich doch gethan, Ach, mich frechen übertreter Klaget höll'und himmel an! Dieses wirket GOttes geist, Der ihm sein verderben weist, Der ihn will durch solch bemühen Von den sünden zu sich ziehen. 7. Aber ach, wie gar geschwinde Geht dies denken überhin! Wie der rauch im starken winde, So verfliegt es durch den sinn. Die gedanken geh'n borbei, Und kaum ist die seele frei, So sucht sie im weltgetümmel Wieder freude, ruh' und himmel. * 12. O höchstes gut, sei hier und dort Mein reichthum, lust und ehre; Gieb, daß in mir sich fort und fort Das sehnen nach dir mehre, Daß ich dich stets vor augen hab', mir selbst und allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen. 13. Hilf, daß ich meinen wandel führ' Bei dir im himmel oben, Wo ich werd' ewig sein bei dir, Dich schauen und dich loben. So kann mein herz zufrieden sein Und findet, GOtt, in dir allein Die wahre ruh' und freude. 14. Hiezu gieb mir von deinem thron, vater, gnad' und stärke; Zerstör' o JEsu, GOttes sohn, Des satans reich und werke; heil'gèr geist, steh du mir bei, Daß mein begehren dies nur sei: GOtt über alles lieben. 729. Gutes Von guten Gedanken. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. tutes denken, gutes dichten Ist, was GOttes gnade schafft; Wir selbst könnens nicht verrichten, Denn uns mangelt stärk' und kraft. Wo nicht GOttes gütigkeit Hiezu gnad' und kraft verleiht, Werden wir mit unfern sinnen Nie was heiliges begin= nen. 2. Von natur sind die gedanken Sündlich und voll missethat, Weichen stündlich aus den schranken, Die GOtt vorgeschrieben hat. Unsre herzen sind ein quell, Der nicht lauter, rein und hell, Woraus arges denken fließet Und sich strömen gleich ergießet. 3. Denn die angebor'ne sünde Hat uns leider so verderbt, Daß jogar dem 8. Doch nicht nur bei frechen sündern Wirket dies des HErren hand, Sondern auch bei frommen findern Zeiget sich dies gnadenpfand, Macht herz und gedanken rein, Daß sie GOtt geheiligt sein, Daß die sinne göttlich denken Und sich von der erde lenken. 9. Zwar ein christ muß oftmals flagen: Was ich nicht will, denk' ich doch; Sündliche gedanken plagen Ihn als ein beschwerlich joch. Doch er weiß: GOtt steht ihm bei, Darum tämpfet er getreu, Hofft und fleht, daß GOtt ihn lenke, Daß er gottgefällig denke. 10. Nun mein GOtt und treuer vater, Heil'ge mir herz, muth und sinn, Sei da helfer und berather, Wo und zwar von der Unsträflichkeit im Reden. ich selbst nicht tüchtig bin. Mache die gedanken rein, Gieb mir selbst solch denken ein, Daß ich immer christlich walle Und dir allzeit wohlgefalle. Von der Unsträflichkeit im Reden. Mel. Es ist das heil uns kommen. Err, ung' und mund was Mir gnadenvoll gegeben; Gieb, daß 730. mein herz wohl acht d'rauf hat, Sie bringet tod und leben, Denn ach, sie flucht, sie lobet dich: Drum gieb mir, bater, gnädiglich, Daß ich sie recht gebrauche. 2. Bewahre mir doch zung' und mund, Daß sie dich nicht betrüben, Nichts reden, als was mir dein bund 3u reden vorgeschrieben. Gieb, daß mein mund die wahrheit spricht, Und also mein gewissen nicht Gefahr und schiffbruch leide. 3. Laß es mit flugheit ohn' verdruß, Mit vorbedacht geschehen, Wenn ich ja reden soll und muß; Gieb, daß nur beten, flehen Und was dem nächsten dient und nüßt, Was deine ehre mehrt und schüßt, Aus meinem munde gehe. 4. Schandbare worte, narrentand Laß mir ja nicht belieben, Dies schändet meinen christenstand Und muß dich, GOtt, betrüben. Oheil'ger geist, drum leite mich, Daß kein unnük ge= schwäße dich Aus meinem herzen treibe. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, Sammt allem, was wohl klinget, Das redet billig jeder christ, Dieweil es nußen bringet, Und damit kann man wohl bestehn, Wenn lästerer mit schrecken sehn, Was böse worte schaden. 6. 3ähm' meinen mund, daß er nicht flucht, Vielmehr nur deine ehre Und andrer menschen bess'rung sucht, Daß ich mich nicht bethöre, Denn fluchen bringet fluch und noth Und, wo nicht buße folgt, den tod: Davor bewahr' mich gnädig. 413 7. Laß lügen ferne von mir sein, Der teufel ist ihr vater; Denn dieser bläst sie selber ein Und ist der lügner rather. Die wahrheit bringet lob und ruhm Und ziert das ganze christenthum, Und hiernach laß mich streben. Von guten Werken. Mel. Nun freut euch, liebe 2c. 731. A GOtt, wir menschen ch find so gar Bon jugend auf verloren, Wir sind ein fluch und immerdar Als fleisch vom fleisch geboren, Wir unterlassen unsre pflicht Und halten dein geseße nicht, Weil uns die kräfte fehlen. 2. Du hast uns freilich dein gebot 3ur richtschnur vorgegeben, Jedoch, weil wir in sünden todt, Kann niemand darnach leben. Es stellt mir als ein spiegel dar, Was ich nach GOttes bilde war Und was ich nun geworden. 3. Nur den, der dies mit schmerz erkennt, Bekennet und bereuet, Der JEsum seinen heiland nennt, Sich seines blutes freuet Und als ein neugeborner christ Durch ihn gerecht gemachet ist, Machst du zum guten tüchtig. 4. Der kann erst gute werke thun, Den dein geist dazu treibet. Sein glaube lebt, und kann nicht ruhn, So lang er lebend bleibet, Er muß durch liebe thätig sein Und läsfet seines lichtes schein Auch vor den leuten leuch= ten. 5. Er denket, spricht und thut so fort, Durch GOttes geist getrieben, Mit herzens lust, was ihm dein wort 3u leisten vorgeschrieben; Er zeigt des neuen lebens fraft, Wozu ihn GOtt in Christo schafft, In tugendhaften werken. 6. Dies thut er, dich, o höchstes gut, Durch gutesthun zu preisen Und, weil er es mit freuden thut, Den glauben zu beweisen. So stopft er auch den lästermund Und machet seinem 414 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden nächsten kund, Daß er, wie sich, ihn| oft gethan, Was mich doch verdam= liebe. men fann. 7. Durch solche werk' verdient er nichts; Es sind ja geistes gaben, Die nur, als strahlen deines lichts, Von dir den ursprung haben. Auch fehlet die vollkommenheit, Der geist ist wil= lig und bereit, Das fleisch bleibt schwach und träge. 8. Drum bater, laß doch deine fraft, Die mir zu guten werken Lust, wollen und vollbringen schafft, Auch meine schwachheit stärken. Laß mich in buße zu dir gehn, In wahrem glauben feste stehn Und ihn durch werke zeigen. 9. Ja, theurer heiland, wie du mir Dein vorbild selbst gegeben, Sostärk' mich auch und laß mich hier Beständig danach leben. Dein leiden hat mich GOtt verfühnt Und was mir fehlet, schon verdient: Dies schenke mir in gnaden. 10.guter geist, erneure mich Und wohn' in meiner seele, Damit id) lebenslang durch dich nur gut's zu thun erwähle. Gieb kraft und lehre du mich nun Nach deinem wohlgefallen thun Und gute werke üben. Von dem rechten Gebrauche der Zeit. Mel. JEsus, meine zubersicht. roßer schöpfer, HErr 732. Gro der zeit, Gieb doch, daß ich bis ans ende Von der kurzen sterblichkeit einen augenblick verschwende; Gieb, daß jeder glockenschlag Mich der zeit erinnern mag. 2. Ach wie flügelschnell verstreicht Jahr und tage, zeit und ſtunden! 218 ein rauch, entweicht, ein blig, der schnell verschwunden. Der ist flug und höchst beglückt, Der sich in die zeiten schickt. 3. HErr, vergieb mir väterlich, Daß ich manche zeit und stunde Übel angelegt und dich Oft mit herzen, Hand und munde Sehr betrübt und 4. Dir sei preis, du schenkest mir Annoch zeit und raum zur buße! Nun ich komm und falle dir Mit gebet und flehn zu fuße: Richte diese gnadenzeit Mir zu meiner seligkeit. 5. Laß mich die vergang'ne zeit Niemals aus den augen seßen, Laß mich mit bedachtsamkeit Die vor= hand'ne höher schäßen, Als bisher von mir geschehn, Und vergieb mir mein versehn. 6. Lehr' mich, daß die lebensfrist, Die du mir noch zugemessen, Als ein schneller strom verfließt; Laß mich nimmermehr vergessen, Nach der zeit sei keine zeit, Sondern lauter ewigkeitim 7. Geht die welt den lastersteg, Weil sie nicht die stunden zählet, So gieb, daß mein fuß den weg Nach dem himmel nicht verfehlet, Denn von dieser kurzen zeit Hängt die lange ewigfeit. 8. Bleibet mir die ewigkeit In der eiteln welt im finne, Daß ich JEsum in der zeit Recht von herzen lieb ge= winne, So leg' ich, so gut ich kann, Meine zeit nicht übel an. 9. Muß ich endlich aus der zeit In die ewigkeit hingehen, Ach, so mache mich bereit, Daß ich kann vor dir bestehen. Mach' durch deines sohnes blut Meine böse sache gut. 10. Ich will feinen augenblick Vor der edlen zeit verschwenden; So in. unglück, als im glück Lehr' mich, sie so anzuwenden, Daß mich in der ewigkeit Niemals meine zeit gereut. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 733. Ah, daß der menfch die flüchtigkeit Der zeit doch recht bedächte Und sie nicht so in sicherheit und liederlich verbrachte; Ach, daß er doch zu Herzen nähm' Und ihm nie aus dem sinne käm', In wel= chem stand er lebet. 2. Die ersten jahre bringt man zu Mit lauter tändeleien, Und wenn wir und zwar von dem guten Gewissen. 415 dann der kinderschuh Uns denken zu| so vertieft, Das nicht dein auge findet. befreien Und meinen, daß wir klüger sind, So sind wir oftmals noch so blind, Als wir zuvor gewesen. Wie geht es da so seltsam zu! Wie wunderbarlich ordnest du Die menschlichen gewissen. Daß sie von furcht und freudigkeit, Von gut und bösem, lust und leid Mit wahrheit zeugen müssen. 2. HErr, kann der arme mensch sich nicht Vor seiner eignen seelen, Die selbst sein thun und lassen richt't, Verbergen und verhehlen; Straft das gewissen seinen geist, Das nur ein innrer zeuge heißt; Straft es sein thun und dichten, Wer will vor dir verborgen sein? Du siehst der menschen herzen ein Und wirst sie alle richten. 3. Da mancher sich bemühen sollt' Um wissenschaft und tugend, So ist er schnöden lastern hold Und bringet in der jugend Die schönste zeit mit wollust zu, Ja suchet einzig seine ruh' In schnöden üppigkeiten. 4. So gehn die besten jahre hin, Und wenn sie nun verschwunden, So denkt er dann in seinem sinn: Ach, hätt' ich meine stunden Doch nicht so übel zugebracht! Wär' noch die zeit in meiner macht, Die mir so schnell verfloffen! 5. Allein da hilft kein wünschen nicht, Kein seufzen und beklagen; Er muß das göttliche gericht nur mit geduld ertragen. Und sollts ihm noch so elend gehn, So muß er selber doch gestehn, Daß er es wohl verschuldet. 6. Nun GOtt, ich möchte wohl bor leid Und vor verdruß erkalten, Daß ich auch mit der edlen zeit So übel hausgehalten; Wie manchen tag, wie manche nacht Hab' ich unnüglich zugebracht Und übel angewendet. 7. Indessen kommt das alter nah, Wo alle kräfte schwinden. Vielleicht ist auch mein grab schon da; Doch weiß ich nichts zu finden, Was mein gemüth zufrieden stellt, Wenn du, als richter aller welt, Einst rechnung von mir forderst. 8. Drum bitt' ich dich: vergieb die schuld, Die ich mit reu' beklage, Und hilf durch deine gnad' und huld, Daß ich den rest der tage Noch fünftig wohl anlegen mag. Und kommt der einst mein letter tag, So schenk mir ewig freude. 3. Ach, wahrer GOtt, du bist allein Der wahre arzt der herzen, Du heilest, die zerbrochen sein, Verbindest ihre schmerzen. HErr, heil' mich, weil du gütig bist, Und mein gebein erschrocken ist, Mein geist ist sehr er= schrocken, Ich bin ja todt, belebe mich und laß nicht mein gewissen sich Ver=härten noch verstocken, ind geister prüft, Derjedes herz ergründet; Da liegt fein böses 4. HErr JEsu, durch dein theures blut, Das mich versöhnen müssen, Mach' meinen seelenschaden gut Und rein'ge mein gewissen, Zu dienen dem lebend'gen GOtt, Denn sonst bin ich zum guten todt, Voll fluch und qual der sünden. Laß mein gewissen wieder ruhn; Weil mir die wunden wehe thun, So eil', fie zu verbinden. 5. Ach, gieß dein gnadenöl darein, Den balsam kranker seelen; Dein'n geist laß meinen tröster sein, Wenn mich die sünden quälen. Noch dauert ja die gnadenzeit, Drum hilf du mir mein seelenleid Und meine angst verkürzen, Damit die furcht vor dem ge= richt Mich überzeugten fünder nicht Mag in verzweiflung stürzen. Von dem guten Gewissen. Mel. HErr GOtt, der du erforschest. 734. A des geſeßes 6. Die handschrift ist zwar wider mich, Doch mach' mit Christi blute Dadurch auf ewig einen strich Und tilg' sie mir zu gute. Auf meines herstrenger bund, Den hab ich zwar ge= brochen; Nun schreibe gnade dafür 416 Von dem menschlichen Elende und zwar hin, Schreib, daß ich dein versöhnter| Wenn sich sturm und wetter regt, Und bin, Weil JEsus es versprochen. 7. Ach, schenke doch an deinen knecht Die handschrift: du sollst leben; Die handschrift: nun bist du gerecht, Die fünden sind vergeben. Gieb, daß glaub', hoffnung, lieb' und treu' mir in das herz geschrieben sei, Dein geist sei selbst das siegel; Zeig mir da die gerechtigkeit, Die GOtt aus gnaden anerbeut, Als wie in einem spiegel. 8. Ach treuer JEsu, lasse du, Durch ruh' in dem gewissen, Den vorschmack deiner himmelsruh' mich auf der welt genießen; Laß selber mein gewissen rein, Als wie die reinen engel sein. Will mich die angst ermüden, So zeig mir, was du schenken wirst, Ja schenk' mir, süßer friedensfürst, Hier den gewissensfrieden. Mel. GOtt des himmels und 2c. 735. rommer GOtt, ein gut sten schaß und ruhm; Wenn sie hab' und güter missen, Bleibt doch dies ihr eigenthum. Nimmt der feind, beraubt die glut, Giebt doch dieses trost und muth. Fast 100 fu ap 2. Es steht fester als die mauern, Jul VI. Von dem weiß herzhaft auszudauern, Wenn schon alles auf uns schlägt; Ja man ruht bei list und wuth Doch auf diefem fiffen gut. 3. Aber ach, ein bös gewissen Klagt den frechen sünder an. Wenn er sich von GOtt gerissen Und das böse frei gethan, Tritt es doch zuletzt empor Und hält ihm die bosheit vor. 4. Darum laß die frechen rotten Die nur fleischeslust ergößt, Über das gewissen spotten, Es erwachet doch zuletzt; Denk' du nur bei zeiten dran Und erwähl' die tugendbahn. 5. HErr, von dir kommt alles gute; Mache mein gewissen rein. Ich will dir mit frohem muthe Unterthan und eigen sein. Beffre meinen geist und sinn, Bis ich dir gefällig bin. 6. Halte mich dabei im glauben, Mach' mich Christo gleichgesinnt, Laß mir nichts den vorzug rauben, Daß ich, HErr, dein liebstes kind. Schmämenschlichen Elende und zwar I. Von dem Falle des Menschen. 2. Der mensch war heilig, gut und rein Bon dir, o HErr, geschaffen, Er wußte nichts von schuld und pein, Bon sünd' und sündenstrafen; Sein meines herzens grund. 7. Ziehe mich von deren handel, Wo man falsche ränke schließt, Weil dergleichen lebenswandel Wider das gewissen ist. Laß mich fest darauf beruhn, Nichts zu scheuen, recht zu thun. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. wille war voll zuversicht, Und sein ver736. unausſprechlicher stand voll glanz und licht, Boll friede fein gewissen. berlust, Den wir erlitten haben! Als licht und recht aus unsrer brust, Sammt allen schönen gaben, Die unsers schöpfers milde hand Den ersten eltern zugewandt, Aus seel' und leib entwichen. 3. Du fordertest zur dankbarkeit, Daß du ihn so erhoben, Pflicht, liebe, treu', ergebenheit, Nebst den gehorsamsproben: Die frucht von einem ein'gen baum Sollt' in des großen gartens raum Unangetastet bleiben. 4. Hier nahm das haupt von jener schaar Der abgefallnen geister Der ihm erwünschten stunde wahr, Dir, von dem geistlichen Verderben des Menschen. 417 seinem HErrn und meister, Den äu-| Von dem aus dem Falle ent= Bersten verdruß zu thun; Der feind entschloß sich, nicht zu ruhn Bis er dein bild zerstöret. standenen Verderben des Menschen und zwar 5. Er machte sich, durch neid erregt ,, an deine lieben finder, Und ward, eh' sie es recht erwägt, Mit lift ihr überwinder; Er bracht in die vergnügte brust Den samen der ver= 1. Von dem geistlichen Elende und Berderben. botnen luft, Ein heimlich mißbergnügen. 6. Es ließ ihr herz, durch stolz bethört, Sich von dem feinde neigen; Sie wollten, von dir abgekehrt, Aus hochmuth höher steigen Und dir, dem höchsten wesen gleich, An unumschränkter freiheit reich, Groß, mächtig, weiser werden. 7. Sie glaubten dem verführer mehr Als deinen warnungsstimmen; Ihr herz ward von der unschuld leer Und voll von schlangenkrümmen; Der ungehorsam ward gewagt: Sie aßen, was du untersagt, Verachteten dein drohen. 8. Im augenblick ward der verstand Mit finsterniß umgeben; Der wille, der sich abgewandt, Verlor das wahre leben; Zorn, sünde, jammer, fluch und tod, Ja mehr als fausendfache noth Umringte die rebellen. 9. Dies elend wird nun fortgeerbt Auf alle menschenfinder; So stamm als zweige sind verderbt, Der fluch trifft alle fünder. Die erste schönheit ist dahin, Der schlange gift hat leib und sinn Durchkrochen und verwüstet. 10. O HErr, laß uns in deinem licht Den schweren fall erkennen, Verwirf uns, die gefallnen, nicht, Die wir dich schöpfer nennen. Hilf uns durch Christum wieder auf und mach' uns tüchtig, unfern lauf 3ur ewigkeit zu richten. Mel. HErr JEsu Christ, du höchstes. 737. Ah GØtt, wie wird der mensch verderbt Empfangen und geboren! Die fünde wird ihm angeerbt, Dein bild ist gar ver= loren. Der alte mensch, das fleiſch und blut, Das weder gutes denkt noch thut, Macht ihn dem satan ähnlich. 2. Du ftelltest ihn aus erde dar, Nicht, daß er irdisch werde. Dieweil der mensch dir ähnlich war, Hing er nicht an der erde: Denn sein verstand war weis' und klug, Im willen hatt' er kräfte g'nug, Was himmlisch ist, zu suchen. 3. Wie du gerecht und heilig bist, So war des bildes zierde; Wie deine liebe göttlich ist, So war auch die begierde Des menschen in der liebe rein; Sein leib sollt' auch nicht sterb= lich sein, Ihm dienten die geschöpfe. 4. Dies ebenbild ist ganz und gar Durch Adams fall verloren. Von dem, der erst dein bildniß war, Ward bald sein bild geboren, Ein adamsbild, ein sündenbild, Der ruhm, der vor dem höchsten gilt, Ist weg, wir sind nun fünder. 5. Die erbschuld ist nun von natur Uns allen angeerbet, So daß der mensch durch lüste nur In irrthum sich verderbet. Die eigne luft, die uns regiert, Die leicht empfängt und bald gebiert, Macht, daß wir fleisch vom fleische. 6. Den geist* vernimmt nicht der verstand, Nur thorheit ist sein dichten; Die weisheit ist ihm nicht bekannt, Was geistlich ist zu richten. Im willen ist er ganz und gar nicht gut, und trachtet immerdar Nach dem verbotnen bösen. * den geist GOttes 1. Cor. 2, 14. 27 418 Von dem menschlichen 7. Drum wird der sünden sold der tod; Die erde wird zur erden. Daher fommt auch die seelennoth, Daß wir verdammlich werden. Der mensch wird der geschöpfe knecht, Denn der gebraucht sie ungerecht, Der erst ihr herr gewesen. 8. Ach GOtt, so groß ist meine schuld, Ich kann es nicht verhehlen; Jedoch der reichthum deiner huld Ist auch nicht zu erzählen. Im alten menschen bin ich alt, Doch du erneuerst die gestalt In JEsu dir zum bilde. 9. Der sohn, des vaters ebenbild, Muß für die menschen sterben, Den ruhm, der vor dem höchsten gilt, Uns wieder zu erwerben. Er ward, doch ohne sünd', uns gleich Und stiftete sein gnadenreich, Daß wir ihm ähnlich würden. 10. HErr, durch sein leiden, tod und grab Hilf mir mich selbst bekämpfen. Dem alten menschen sag' ich ab, Sein herrschen will ich dämpfen; Er soll, kraft deiner todespein, Gekreuzigt und getödtet sein, In JEsu tod be= graben. 11. So schaff in mir den neuen geist Und seine glaubenswaffen, Der GOttes werk und bildniß heißt, In Christo neu erschaffen; Damit ich, wenn die welt vergeht Und wenn mein körper aufersteht, Nach deinem bild erwache. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. 738. allgemeine noth, allgemeiner tod! Nach Adams sündenfalle Sind seine kinder alle In Adams schuld geboren Und von natur verloren. 2. In Adam fielen wir, Und seine schuld wird mir, Als hätt' ich selbst gegessen, Mit rechte zugemessen. In ihm ward ich ein sünder, Wie alle seine kinder. 3. Hier ist kein unterschied; GOtt, der vom himmel sieht Auf aller menschen wandeln, Sieht, daß wir thöricht handeln. Das dichten ist verblendet, Das trachten abgewendet. Elende und zwar 4. So bin ich menschenkind, Wie alle menschen sind, zu allem guten träge Und suche böse wege. Die wurzel aller sünden Ist auch in mir zu finden. 5. Ich leugne solches nicht; Alein mein GOtt verspricht: Wie sein gesetz uns alle Verdammet nach dem falle, So will er sich der armen, Die fünder sind, erbarmen. 6. Das ist gewißlich wahr: Ein sünder bin ich zwar, Doch JEsus mußt' auf erden Ein heil für alle werden Und uns aus satans rachen Erlösen, selig machen. 7. So allgemein die schuld, So groß ist auch die huld. Mit allen adamserben mußt' ich des todes sterben; Der allen heil erworben, Ist auch für mich gestorben. 8. Nun so bekenn' ich dir: Mein GOtt, vergieb du mir! Du bleibest der gerechte, Und wir sind böse knechte. Wer mag vor dir bestehen, Vor dein gerichte gehen? 9. HErr, habe nur geduld! Du rechneft Adams schuld Üns billig zu zum sterben, Doch willst du deinen erben, Die glauben, heil und leben Durch Christum wieder geben. 10. So wahr ich sündhaft bin, So feste glaubt mein sinn: Der andre mensch in gnaden Macht von des ersten schaden Und schuld mich los und le= dig. GOtt, sei mir fünder gnädig! Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2. 739. Gerechter GOtt, ich bin in sünd' Empfangen und geboren, Ich ein verderbtes men= schenkind Bin von natur verloren! Der sünden gift hat die natur So gar verderbt, daß keine spur Des guten mehr zu finden. 2. Dein ebenbild, wozu du mich In Adam erst geschaffen, Ist ganz verloren; nun trag' ich Der sünden schnöde waffen. Es ist in mir nun keine fraft, Die etwas gut's und heilig's schafft, Das dir, mein GOtt, gefalle. von dem geistlichen Verderben des Menschen. 419 3. Aus eig'ner kraft kann ich dich| pfängniß heilig sein, Und tilge meine nicht Als meinen GOtt erkennen, sünden. Dich auch, nach wahrer kindespflicht, Nicht meinen vater nennen. Es fehlt mir wahre lieb' und treu, Es fehlt mir findesfurcht und scheu Und herzliches vertrauen. 4. Mein will' ist ganz und gar verderbt, kann nichts als widerstreben, Kann, weil ihm sünden angeerbt, Dir nie gehorsam leben; Er folgt allein der bösen lust Und thut, wie dir, mein GOtt, bewußt, Was dein wort unterfaget. 5. Ich fühle stets der sünden trieb Durch alle meine glieder, Ich thu', was dir und mir nicht lieb, Was dir und mir zuwider. Ich armer, wer er= Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. löst mich doch Bon dieſem ſchweren 740. Ach Gott, wie ſehr bin todes? ich verderbt Durch böses gift der sünden, Die mir von Adam angeerbt, Wo soll ich rettung finden? Es ist mein elend viel und groß; Es ist vor deinen augen bloß, Wie tief mein herz verdorben. 6. 3war bin ich, HErr, als ich getauft, Durch deinen geist erneuet; Von sünden bin ich zwar erfauft, Doch noch nicht ganz befreiet. Die bitt're wurzel bringt in mir Noch immer böse frucht herfür, Die sich in werken zeiget. 7. Mein Herz ist immer zweifelsvoll und hat fast kein vertrauen Zu dir, dem es doch gläuben soll, Ist stets voll angst und grauen, Ist voll geiz, hoffart, ungeduld; Und ach, wer zählt die sündenschuld, Die sich darinnen findet? 8. Was zeugt nicht meines herzens grund Für sündliche gedanken! Wie oftmals tritt nicht hand und mund Aus den gehorsamsschranken! Der gift'ge brunn' wird nie gestillt, Der lauter böses wasser quillt In lüsten, worten, werfen. 11. Um Chrifti willen schone mein, Laß die verborg'nen sünden Der erb= schuld ganz vergeben sein, Die missethat verschwinden. Ach stelle sie ja nie ins licht, Vor dein gerechtes angesicht, Daß sie mich nicht beschämen. 12. Sieh auf den allerliebsten sohn, Den du mir selbst gegeben Zum mittler, heil und gnadenthron; Ach laß mich in ihm leben, Daß seine unschuld alles deckt, Was an mir sündlich und befleckt, Damit ich dir gefalle. 9. Doch liebster vater, handle nicht Mit deinem armen knechte, Vor deinem schrecklichen gericht, Nach deinem strengen rechte; Hör' den, der aus der dürftigkeit Zur fülle deiner gnade schreit, Und sei mir fünder gnädig. 10. Dein sohn ist, bin ich gleich verderbt, In heiligkeit empfangen, Hat weder fündenschuld geerbt, Noch misethat begangen: Drum laß mich doch durch diesen rein, Durch sein em2. Wie schrecklich ist nicht mein verstand Mit finsterniß umhüllet, Der wille von dir abgewandt, Mit bosheit angefüllet! Und die begierden sind geneigt, Die lust, die aus dem herzen steigt, Im werke zu vollbringen. 3. Mir fehlt die kraft, dich, höchstes gut, Zu kennen und zu lieben; Hingegen regt sich fleisch und blut Mitsündenvollen trieben. Dich fürcht' ich und vertrau' dir nicht, Ich unterlasse meine pflicht Und thu, was dir entgegen. 4. Wer sagt, wie groß der gräuel sei, Der leib und seel' beflecket? Wer macht mich von dem aussag frei, Der mein herz angestecket? So groß die noth, so hart dies joch, So wenig weiß ich armer doch Mich davon loszureißen. 5. Doch jetzt komm ich in wahrer reu' Und bitte dich von herzen: Mein JEsu, hilf mir und befrei Die seele solcher schmerzen Und dessen, was sie sonst beschwert, Was ihre lebens27* N 420 Von dem menschlichen Elende und zwar fraft verzehrt; Sonst muß ich unter- 1 über alle rathen; Der ehrgeiz macht finfen. 6. Wen ruf ich sonst um rettung an, Als dich, mein heil und leben! Du bist allein, der helfen kann, Du mußt mir rettung geben. Drum madh' mich durch dein blut und tod Von sünden rein, daß ich vor GOtt Gerecht erfunden werde. 7. Du weißt, o JEfu, was mir fehlt, Du kannst nach deinem willen Die noth vertreiben, die mich quält, Und meinen jammer stillen; Du willst es auch, drum trau' ich fest, Daß du mich nicht in angst verläßt: Du heißt und bist ja JEsus! Mel. HErr GOtt, der du erforschest 2c. 741. Silft, wie hat die eitelkeit Uns menschen so vernichtet, Daß fast kein alter, keine zeit Was gutes mehr verrichtet! Ob mans vom anfang bis zum end' Auch überleget, fehrt und wend't, Muß man es doch bekennen: Worauf man seget Mel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. bis ins alter hin, 3st eitelkeit zu 742. Aſu? Dürftig, arm શ was wir ohne nennen. 2. Die ersten jahre geh'n vorbei Unwissend, wie bei thieren; Man schläft, man treibet kinderei, Nichts weises ist zu spüren. Kommt mit den fräften der verstand, So wächst die bosheit auch zur hand, Die steckt ins fnaben herzen. Wenn nun die zucht und scharfe ruth' Anweisung zu der tugend thut, Bringt's ihm berdruß und schmerzen. 3. Die jugend, so nach frechheit strebt, Die suchet hin und wieder, Wie man in freud' und wollust lebt, Mißbraucht gesunde glieder. Man fähret zu mit unbedacht, Das fünftige wird nicht betracht't, Zum guten ist man träge, Auf zucht und tugend man nicht denkt, Nur herz und sinn man dahin lenkt, zu geh'n die krummen zu zank und streit Ein solches herz gar leicht bereit, Das sich allein hoch schäzet. Ob auch noch etwas guts geschicht, Giebt man doch GOtt die ehre nicht, Er wird hintan gesetet. 5. Wenns alter kommt, so läffet sich Der geiz rechtschaffen blicken, Da spielet man sehr meisterlich Mit bösen ränt' und tücken. Man sorget und hat wenig ruh, Denn man gedenket immerzu, Sein irdisch gut zu mehren; Der leib wird schwach und voller noth, Doch mag man ungern von dem tod Und von dem himmel hören. 6. Ach GOtt, ach sieh dies elend an Und hilf, daß wir bei zeiten Abtreten von der breiten bahn Der sünd' und eitelkeiten; Gieb kraft von oben her, daß wir Das flüchtig eitle wesen hier Für nichts, ja schädlich achten Und nach dem wahren gut allein, Das uns dort soll beständig sein, Zeit unsers lebens trachten. wege. 4. Das männlich' alter folgt darauf Und rühmt sich großer thaten, Man will da immer hoch hinauf Und und jämmerlich, Voll bedrängniß, noth und elend. JEsu, drum erbarme dich! Laß dich unsre noth beweger Die wir dir zu füßen legen. 2. Wir sind ohne dich, o JEsu, Nichts als lauter finsterniß. Ach wie heftig drückt und quälet Uns der gift'ge Schlangenbiß! Dieses gift steigt zu dem Herzen und erweckt gehäufte schmerzen. 3. Ohne dich, getreuer JEsu, Schreckt uns teufel, höll' und tod, Ja, mich seget die verdammniß Sonst in zittern, angst und noth. Mein gewissen will erwachen Und der abgrund scheint zu krachen. 4. Ohne dich, herzliebster JEsu, kommt man nicht durch diese welt Weil sie fast auf allen wegen Unsern füßen nege stellt. Sie kann trogen, fie fann heucheln Und betrügt uns durch ihr schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, theurer JEsu von dem leiblichen Elende des Menschen. 421 Nur hab' ich lust zum argen. Richten sich die kranken auf. Unsre| nun Nichts gutes denken, reden, thun, macht ist lauter ohnmacht Durch den ganzen lebenslauf, Denn man fieht uns, da wir wallen, Ofters straucheln, vielmals fallen. 3. Ich bin nur asche, staub und erd', Und auch daraus erbauet, Der würmer speise, die nicht werth, Daß mich dein aug' anschauet. HErr, alles dies ist dir bekannt; Entziehest du mir deine hand, So muß ich schnell vergehen. 4. Ich bin ein mensch, und habe hie Nur kurze zeit zu leben, Mein leben ist mit unruh', müh' Und herzeleid umgeben; Ich bin wie nichts und muß davon; Mein leib zerfällt als staub und thon, Wenn du mich hart angreifest. 6. Darum stärk' uns, liebster JEsu, Sei in finsterniß das licht, Öffne unsre herzensaugen, Zeig'dein freundlich angesicht, Strahl auf uns mit lebensblicken, Die uns herz und seel' erquicken. 7. Tritt den satan, starker JEsu, Unter unsern schwachen fuß, Geh' uns, deiner braut, entgegen, Gieb uns deinen segenskuß, Laß uns himmelsfreuden spüren, Und kein leiden mehr berühren. 8. Beit' uns selber, süßer JEsu, Führ' uns durch den schmalen steg, Laß uns unermüdet wallen, Führ uns stets den rechten weg, Laß uns strid' und net' entgehen Und ja nicht zurücke sehen. 9. Ach, dein geist der kraft, HErr JEsu, Gebe unserm geiste kraft, Dir stets brünstig nachzuwandeln, Nach der liebe eigenschaft; Mache du uns selber tüchtig, So ist unser wandel richtig. 6. Was ist, das man vom leben find't, Als nur den bloßen namen; Der tod berückt uns so geschwind, Als einen fisch der hamen; Je mehr es steigt, je mehr es fällt, So schnell es eilet durch die welt, So schnell läuft es zum ende. 7. Dies wissen wir; doch kann niemand Die todesstunde wissen. Es ist und bleibet unbekannt, Wann wir zum grabe müssen. Wer jetzt noch munter, jung und stark, Muß oft vor abend in den sarg Und unverhofft erblaffen. 2. Von dem leiblichen Elende. Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. 743. W baoth, Daß ich mich doch dein geſchöpf und werk, Du biſt er ich, o bin * 8. HErr, hilf mir, daß ich nicht vergeh', Laß mich in dir verbleiben Und weder elend, schmerz noch weh', leiden von dir treiben. bin mein heil und meine stärk', Drum laß mich nicht verderben. unterfange Mit dir zu reden? ach die noth Macht mir jetzt angst und bange! Ach wehe mir, erbarmst du dich, mein pater, nicht bald über mich, So bin ich ganz verloren. Darin ich bin empfangen, Bergieb 9. Gedenke nicht der ersten schuld, durch deine lieb' und huld, Was ich hier selbst begangen. Ich beuge, GOtt, vor dir allhie In demuth meines herzens knie, Du woll'st dich mein erbarmen. 10. Dann erschallet dir, o JEfu, Lob und dank aus herzensgrund, Dann soll alles jubiliren, Dann erhebt dich herz und mund, Dann wird dort und hier auf erden JEsus hochgelobet werden. 5. Wie blumen zwar voll anmuth stehn, Wenn sich der sommer findet, Bald aber welken und vergehn; Wie schatten flieht und schwindet; Wie eine wafferblas entsteht, In eil' zerplaßt und schnell vergeht, So ist dies arme leben. 2. Ach GOtt, der ersten eltern fall Und was auf mich geerbet, Hat mich elenden überall An leib und seel' verderbet; Ich kann aus eignen fräften Von dem menschlichen Elende und zwar 422 10. Komm mir zu hülfe, meine fraft, Durch dich werd' ich erhalten. Du lebensbrunn, gieb lebenssaft, Laß mich nicht schnell erkalten. Du bist mein licht und herrlichkeit, Erscheine mir in angst und leid, So werd' ich in dir leben. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8. Die welt ist viel zu böse, Der trübsal ist zu viel, Drum komm mein GOtt, erlöse Mich, wenn dein rathschluß will. Komm, mach' ein selig bin auf erden, meiner Und 744. Igier ist ein feſter stand; was mich kränkt, das wende Durch deine gnadenkraft. Der himmel soll mir werden, Da ist mein vaterland. Hier reis ich nur zum grabe, Zu der gewünschten ruh', Und diese GOttesgabe Schließt auch die arbeit zu., 2. Was ist mein ganzes wesen Von meiner jugend an, Als müh' und noth gewesen? So lang' ich denken kann, Hab' ich so manchen morgen, So manche liebe nacht Mit kummer und mit sorgen Des herzens zugebracht. die welt durchgangen, Daß ich fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find' ich lust, Die meinem geist gefalle, Weil alles foth und wust. 5. GOtt will ich treu verbleiben Und nur in dieser welt Mein werk als pilgrim treiben; Sie ist ein fremdes zelt, Sie ist nur eine straße, Die mich zur heimath führt, Wo GOtt mich ohne maße Mit freud' und wonne ziert. 6. Mein wohnhaus ist dort oben, Wo aller engel heer Den großen herrscher loben, Der himmel, luft und meer In seinen händen träget Und für und für erhält, Der alles hebt und leget Nachdem es ihm gefällt. 7. Dahin steht mein verlangen, Da wünsch' ich sehnlich hin; Ich bin 9. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes haus. Mein ziel ist abgemessen; Ist dies nun einstens aus, So scheid' ich dann mit frieden, So leg' ich alles ab Und wenn ich abgeschieden, Bedecket mich das grab. 3. Hat mich auf meinen wegen Nicht mancher sturm erschreckt? Hat donner, bliß und regen Mir nicht viel angst erweckt? Verfolgung, haß und neiden Muß ich oft ohne schuld Mit angst und schmerzen leiden; Doch trag' ichs mit geduld. 4. Hier ist ein jammerleben, Das voll mühseligkeit; Doch bleib' ich GOtt ergeben Und trage schmerz und leid. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer hier nicht wohl gerungen, Geht nicht zum him- 745. Ach wie so manches unMel. Wer nur den lieben GOtt 2c. den menschen, weil er lebt, Daß er fast alle augenblicke In sorge, furcht und fummer schwebt, Das macht das leben hart und schwer: Ach, wer doch in dem himmel wär'! 10. Du aber meine freude, Du meines lebens licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein angesicht Ins haus der ew'gen wonne Da ich stets freudenvoll, Gteich als die helle sonne, Nebst andern leuchten foll. 11. Da will ich ewig wohnen, Doch nicht mehr als ein gast, Bei denen, die mit kronen Du schön geschmücket haft; Da will ich herrlich singen Bon deinem großen thun Und, frei von schnöden dingen, In meinem erbtheil ruhn. 2. Es mag uns noch so glücklich gehen, So wird die lust doch oft ver= gällt, Und muß ein jeglicher gestehen, Es sei der ganze freis der welt Nichts, als ein großes unglücksmeer: Ach, wer doch in dem himmel wär'! 3. Die findheit muß viel noth erfahren, Die sich schon in der wiege zeigt, Und wenn das alter mit den jahren Zur höchsten lebensstufe steigt von dem leiblichen Elende des Menschen. Ist man doch nie von sorgen leer: Ach, wer doch in dem himmel wär'! 4. Bald muß der leib viel schmer-| zen leiden, Und bald ist das gemüthe frank; Bald sieht man gute freunde scheiden Bald des vermögens untergang; Bald schrecket uns ein frieges= heer: Ach, wer doch in dem himmel wär'. 5. Jeßt stört man uns in unserm glauben, Daß man nicht ruhig beten kann, Jeßt will man uns die freiheit rauben Und legt uns gleichsam fesseln an; Jett kränkt uns etwas ungefähr: Ach, wer doch in dem himmel wär'! 6. Spürt man nun so viel unge-. witter, So lange man die welt durchreist, und ist das leben so gar bitter, Wenn es auch noch so köstlich heißt, So seufzt mein herz um desto mehr: Ach, wenn ich nur im himmel wär'. 7. Ich bin des lebens satt und müde; Ach JEsu, ende meine pein. Es weiß mein herz von keinem friede, Der matte mund kann kaum mehr schrei'n, Die angst verzehrt und drückt mich sehr: Ach, wenn ich doch im himmel wär'! 8. Die welt will mich zwar gern erquicken, Allein ihr labsal reicht nicht zu; Ich kann noch nirgends was er blicken Von einer rechten seelenruh'; Nach jener ruh' verlangt mich sehr: Ach, wenn ich doch im himmel wär'! 9. So fahrt denn hin, ihr eitelkeiten! Du aber, JEsu, halt' mich fest, Daß ich nicht etwa möge gleiten, Da nun mein sinn die welt verläßt, Da ich zu dir allein mich kehr': Ach, wenn ich doch im himmel wär'! Nun gute nacht, du zeitlich leben, Sorg', elend, jammer, angst und 10. noth, Womit der arme mensch umgeben, So lange bis er starr und todt. Das ist mein herzliches begehr: Ach, wenn ich bald im himmel wär'! Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 746. D, GOtt, bist außer ewigkeit zu ewigkeit; Eh' als die welt gealler zeit Von 423 standen, Warst du schon was du jezo bist und bleibst, wenn alles nicht mehr ist Doch immerfort vorhanden. 2. Hingegen ach, wir menschen sind Bergänglich, flüchtig, rauch und wind. Auf dein wort sind wir kommen, Besehen kaum den erdenkreis Und wer= den stracks, auf dein geheiß, Auch wieder weggenommen. 3. Wir fahren hin gleich wie ein traum, Bergehn wie schatten, reif und schaum, Wie eine wasserblase; Der zeit gewalt eilt mit uns fort, Wie mit den wolken thut der nord, Wie herbstluft mit dem grafe. 4. Wenn der und jener auch vielleicht Ein gutes antheil jahr' erreicht, Was wird es groß verfangen, Bei dir, dem sich nichts gleichen mag, Wo tausend jahr' als wie ein tag, Der gestern kaum vergangen? 5. Wie lang' dies leben währen kann, So ist es dennoch um und an Nur arbeit, angst und leiden; Angst ist, was uns zur welt gebiert, Angst, was uns hier begleitet, führt Und einsten heißet scheiden. 6. Erbarmt dichs, vater, alles nicht? Stellst du doch vor dein ange= sicht Den gräuel unsrer sünden? Ach, zürne nicht mir dürrem heu, Mit rauch und staube, dampf und spreu, Ach laß uns gnade finden! 7. Des eitlen lebens flucht und pein Präg' unserm herzen ernstlich ein, Daß wir die bosheit fliehen, Rath suchen bloß bei deinem sohn Und le= bensfatt, wie Simeon, Zu dir von hinnen ziehen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit 2c. du die 747.menſchenkind, So deinen sohn bekennen, Eh'r als die berg' erschaffen sind, Gewußt schon her zu nennen; Du sahst sie schon im gna= denbund, Eh' noch der weiten erde grund Durchs wort geleget worden. 2. Sieh doch, HErr, wie uns Adams fall So schändlich hat verderbet! Der tod verfolgt uns überall 424 Von dem menschlichen Elende und zwar Und ist uns angeerbet, Er steckt in| geist, Dir sei lob, preis und ehre Für unserm fleisch und bein Und nagt die menschen groß und klein, Bis daß er sie verzehret. alles, was du uns erweist, Dein segen sich vermehre; Erzeig' uns deine gnad' und güt', Laß uns mit willigem ge= müth Dir und dem nächsten dienen. 3. Wir wachsen wie die blumen auf Und fallen wieder abe, Oft träget man mit großem hauf Uns menschen hin zum grabe. Das macht, HErr, Mel. JEsu, meine freude 2c. bein gerechter zorn, Weil wir in füne 748. Was ist unser leben Und den sind gebor'n Und dein gebot nicht halten. wonach wir streben? Eitel eitelkeit. Was ist unser dichten, Wollen und verrichten? Eitel müh' und streit. Eitel ist, Was man erfiest, Und die wünsche unsrer herzen Bringen angst und schmerzen. 4. Darum wir auch von deinem grimm So schnell verzehret werden; Eh' man es meint, reißt er uns um Und legt uns in die erden. Wir bringen ohne rast und ruh', Wie ein geschwäß, dies leben zu Und fliehen schnell von hinnen. 2. Ach wie schnöd' und nichtig, Ach wie schnell und flüchtig Ist die lebenszeit! Wenn wir hier auf erden Kaum geboren werden, Droht uns neid und streit. Da ist leid Und traurigkeit, Da muß man mit bösen leuten Unaufhörlich streiten. 5. Ach wie gar nichts ist unsre zeit, HErr, gegen dich zu rechnen! Du bist ein GOtt von ewigkeit, Wer kann dir widersprechen? Du bleibest immer für und für, Ja tausend jahre sind bor dir Wie ein tag, der bergangen. 6. Der menschen leben aber ist Gar kurz und stets voll plagen. Noch steden sie voll trug und list Und lassen sich nicht sagen, Als wären sie ganz ohn' gefahr, Da sie doch selten achtzig jahr' In ihrem lauf erreichen. 7. Lehr' uns bedenken, daß wir nun, HErr, alle sterben müssen, Daß wir flug werden, buße thun, Die zeit der gnade wissen, 3um tode stets bereitet stehn, Voll glauben aus dem leben gehn, Auf Christum sanft einschlafen. * 8. Kehr' dich zu uns, du frommer GOtt, In diesen bösen tagen, Errett' uns nun aus unsrer noth Nach viel und langen plagen, Schaff' uns doch endlich hülf und rath, Weil unfre hoffnung früh und spat, Auf dich allein nur stehet. 9. Gieb heilsam glücklich regiment, Die drangsal end' und wende, Befördre stets zum guten end' Die werke unsrer hände, So wollen wir dich für und für, Auch unsre kinder, HErr, allhier Von herzensgrunde preisen. 10. GOtt vater, sohn und heil'ger 3. Dieses unser leben Pflegt sich anzuheben Mit viel kreuz und noth; Da ist eitel neiden, Sorgen, angst und leiden Und zuletzt der tod. Wem gefällt Nun diese welt? Ich weiß dort ein besser leben, Danach laßt uns streben. 4. Du bist was ich hasse, Welt, darum verlasse Ich die eitelkeit. Für dein schnödes wesen Hab' ich mir erlesen Jene himmelsfreud', Und dahin Steht mir der sinn. Stetig hab' ich die gedanken In den himmelsschranken. 5. Wenn ich nur die gabe Deines geistes habe, HErr, so bleibt die welt Stets von mir verachtet. Wenn die seele schmachtet, Und der leib zerfällt, Bist du doch, O JEsu noch), Meines herzens theil und freude, Wonne, trost und weide. 749. 2h, wie nichtig, ach, wie A flüchtig Ist der men= schen leben! Wie ein nebel bald entstehet Und auch wieder bald vergehet, So ist unser leben, sehet! 2. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Sind der menschen tage! Wie ein strom beginnt zu rinnen, Hält mit und zwar von dem leiblichen Elende des Menschen. 425 laufen niemals innen, So geht unsre| eh' wir es uns versehen, Geld und gut zeit von hinnen. zu grunde gehen. 3. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen freude! Wie sich wechseln stund und zeiten, Licht und dunkel, fried' und streiten, So sind unsre fröhlichkeiten. 13. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Sind der menschen sachen! Alles, alles, was wir sehen, Muß zerfallen und vergehen: Wer GOtt fürchtet, wird bestehen. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig, Ist der menschen schönheit! Wie ein blümlein bald vergehet, Wenn ein 750. Ach, wie nichtig, Und rauher schönheit, sehet! der menschen denken! Kein beginnen 5. Ach, wie nichtig, ach, wie flüch- Kann die sinnen Zu dem guten lentig 3st der menschen glücke! Wie sich ken. Wir sind blind uns vorzusehen, eine fugel drehet, Die bald da, bald Der verstand kann nicht verstehen, dorten stehet, So ist unser glücke, Welchen weg er müsse gehen. sehet! 2. Zwar wir streben, Was im leben Nüßzet, auszuspüren; Unvermögen Steht entgegen Solches auszuführen. Was kann unser denken machen? Fleiß und schweiß, in sorg und wachen Trifft gar nicht das ziel der sachen. 6. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen ehre! Über jenen, dem man müssen Heute füß' und hände küssen, Geht man morgen wohl mit füßen. 7. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig 3st der menschen stärke! Der sich wie ein löw' erwiesen, Überworfen mit den riesen, Schlagen oft nur kleine drüsen. 8. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen wissen! Die, so wiß und weisheit zieren, Wort und thaten klüglich führen, Müssen oft den wig verlieren. 3. Schöpfer, höre! Ich berehre Dein allweis regieren; Dein erbarmen kann mich armen Stets zum zwecke führen. Darum stehe mir zur und auf rechtem wege leiten. seiten, Laß mich deine hand begleiten 9. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen dichten! Der die| lich mit dir überwinde. künste lieb gewonnen, Manches schöne werk ersonnen, Ist dem tode nicht entronnen. 10. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen prangen! Der in purpur stolz, vermessen Und als wie ein GOtt gesessen, Wird im tode bald vergessen. 4. Deine stärke Führ' die werke Stets Die ich trage, Durch der allmacht zum besten ende; Heb' die plage, Daß ich, was ich schweres finde, Fröhhände. Hilf und rathe deinem finde, Wo mein heil entspringet. Ich kann 5. Meinen sorgen Ist verborgen, fehlen Und erwählen, Was mir schaden bringet. Oft hat wider alles hoffen, Weil mir deine gnade offen. Mich ein reiches glück betroffen. 6. Dein geschide Sucht mein glücke, Drum ich meine fachen Dir befehle, Mich nicht quäle, Denn du wirsts wohl machen. Deiner weisheit will ich trauen, Und auf deine allmacht bauen: Also werd' ich wunder schauen. 7. Gieb, versage, Tröste, plage, 12. Ach, wie nichtig, ach, wie flüch- HErr, nach deinem willen; Dein ge= tig Sind der menschen schäße! Es kann glut und flut entstehen, Daß, müthe, Das voll güte, Soll mein herze stillen. Du wirst alles dir zu 11. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig Ist der menschen herrschen! Der durch macht empor gestiegen, Muß im grabe nieder liegen, Und sich vor dem tode schmiegen. 426 ehren, Meine seligkeit zu mehren Und zum nuß des nächsten kehren. Die melodie dieses liedes ist Die Litanei. Erster Chor. 751. K In gemeiner Noth. II. In gemeiner Noth. 3weiter Chor. Eleison. Eleison. Christe Kyrie Eleison. Christe Erhöre uns! HErr GOtt bater im himmel Erbarm' dich über uns! HErr GOtt sohn, der welt heiland Erbarm' dich über uns! HErr GOtt heil'ger geist Erbarm' dich über uns! Sei uns gnädig, Verschon' uns lieber HErre GOtt! Sei uns gnädig, Hilf uns lieber HErre GOtt! Vor allen sünden Vor allem irrfal Vor allem übel Vor des teufels trug und list Vor bösem schnellen tod Vor pestilenz und theurer zeit Vor frieg und blutvergießen Vor aufruhr und zwietracht Vor hagel und ungewitter Vor feuers und wassersnoth Behüt' uns, lieber HErre GOtt! Hilfuns, lieber HErre GOtt! die vorhergehende, nur daß die zwei ersten zeilen derselben wiederholt werden müssen. Vor dem ewigen tod Durch deine heilige geburt Durch deinen todeskampf und blutigen schweiß Durch dein freuz und tod Durch dein heiliges auferstehn und himmelfahrt In unsrer letzten noth Am jüngsten gerichte Wir armen fünder bitten: Du wollest uns erhören, lieber HErre GOtt! Und deine heilige christliche kirche) regieren und führen, Alle bischöfe, pfarrherren und firchendiener im heilsamen worte und heiligem leben erhalten, Allen rotten und ärgernissen wehren, Alle irrige und verführte wiederbringen, Den satan unter unsere füße treten, Treue arbeiter in deine ernte senden, Deinen geist und kraft zum worte geben, Allen betrübten und blöden helfen und sie trösten, Allen königen und fürsten friede und eintracht geben, Unserm könig steten sieg wider deine feinde gönnen, Unsern landesherrn mit allen seinen gewaltigen leiten und schüßen, Unsern{ obern, schule und gerath, meine segnen und behüten, Allen, so in noth und gefahr find, mit hülfe erscheinen, Allen schwangern und säugenden fröhliche frucht und gedeihen geben, Aller finder und franken pfle= gen und warten, Alle unschuldig gefangenen los und ledig lassen, Alle wittwen und waisen ver= theidigen und versorgen, Aller menschen dich erbarmen, Unsernfeinden, verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren, Die früchte auf dem lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören, Erhor' uns, lieber HErre GOtt! O JEsu Christe, GOttes sohn, O du GOtteslamm, das der welt jünde trägt, O du GOtteslamm, das der welt sünde trägt, In gemeiner Noth. Erbarm' dich über uns! O du GOtteslamm, das der welt sünde trägt, Verleih' uns steten fried'! Christe Erhöre uns! Eleison. Kyrie Christe Eleison. Beide chöre zusammen. Kyrie Eleison. Amen. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 752. Ott vater, sohn und geist, Boll weisheit güt' und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre, HErr, und merke! Sieh an all unsre noth! Erbarm' dich gnädiglich, Erbarme dich o HErr! O HErr, erbarme dich! 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wolleft unsrer schonen, uns nicht nach unferm thun, Nicht nach verdienste lohnen; Gieb daß durch deine hülf' Uns allen feel' und leib, Auch ehre, hab' und gut, Ohn' allen schaden bleib. 3. Behüt' uns, treuer GOtt, Vor fatans trug und tücken, Daß er durch seine list Uns ja nicht kann berücken. Laß uns auch niemals thun, Was hier der bösen welt Und unserm sündenfleisch Beliebet und gefällt. 4. Bor irrthum, sünd' und schand' In gnaden uns behüte, Bewahr' uns immerdar Durch deir macht und güte Bor theu'rung, frieg und pest, Vor feu'r- und wassersnoth, Vor schnell und bösem end Und vor dem ew'gen tod. * 5. GOtt vater, hilf uns doch, Wir bitten dich von herzen Durch deines sohns geburt, Blutschweiß, freuz, tod und schmerzen! Auch durch sein auf erstehn Und seinen himmelsgang Hilf uns, HErr, unser GOtt, All unser lebenlang! 427 6. Verleih' uns auch, daß wir Auf sein unschuldig leiden Und heiliges verdienst Aus dieser welt abscheiden. Hilf uns, o HErr, hilf uns, DHErr, verlaß uns nicht In unsrer letzten noth, Am fünftigen gericht! * 7. HErr, gieb, daß deine kirch' Im ganzen freis der erden Durch deinen heil'gen geift Regieret möge wer= den, Daß durch desselben kraft Die wahre christenheit Fort wächset und sich mehrt Durchs band der einigfeit. 8. Erhalt' in reiner lehr' Und hei= lig frommem leben, Die sich in dei= nen dienst In kirch' und schulen geben, Daß sie in deiner ernt' Sein fleißig und getreu Und spüren mehr und mehr Des wortes kraft dabei. 9. Die sect- und rotten dämpf, Den ärgernissen wehre; Und die den irrweg gehn, Durch deinen geist bekehre. Laß uns nichts suchen sonst In unserm christenthum, Als nur des nächsten nuß Und deines namens ruhm. 10. Laß die doch überall Mit schanden untergehen, Die deinem geist und wort Halsstarrig widerstehen. Schüß deine kleine heerd' Und gieb ihr immerdar Trost, rettung, hülf und rath In trübsal und gefahr. 11., 2aß alle könige, Regenten, fürsten, herren Und alle obrigkeit, Sie sei nah oder ferren, Erwägen oft bei sich, Von wem da sei ihr amt, Daß fie es führen wohl Und friedlich ins= gesammt. 12. Gieb unserm könig glück Und fried' zu allen zeiten, Schüß unsern landesherrn Mit seinen land und leuten, Gieb heilsam regiment, Gieb nahrung, nug' und frucht, Auch fleißig, treu gefind' Und gute kin= derzucht. 13. HErr, allen die in angst, In noth und freuz sich finden, Mit deiner hülf erschein', Daß sie es überwinden; Die schwangern wohl entbind', Die säugenden erhalt, Der 428 In gemeiner Noth. finder pfleg', wie auch Der kranken| nen; Gieb, daß durch deine hülf Uns mannigfalt. immer seel' und leib, Auch ehre, hab' und gut Ohn' allen schaden bleib'. 14. Erlöse die, so nicht Von wegen übelthaten, Nur durch neid, unglück, haß In bande sind gerathen. Die wittwen schüß und tröst' In ihrem trauerstand, Die waisen auch versorg' Durch allmacht deiner hand. O pater, hilf uns doch, Wir bitten dich von herzen, Durch deines sohns geburt, Blutschweiß, kreuz, tod und schmerzen! Auch durch sein auf erstehn, Und seinen himmelgang, Hilf uns, HErr unser GOtt, All' unfer lebenlang! 15. Die traurigen erfreu'; Nett' alle, die dir klagen, Daß sie im elend sein, Daß treiber sie noch plagen. HErr, aller menschen dich Erbarme, fie befehr' Und deiner gnad' und hülf' An leib und seel' gewähr. 16. Die uns zuwider sein, Den'n wollest du vergeben; Berleih', daß sie hinfort Stets friedlich mit uns leben; Gieb, daß wir wiederum Dem, der uns leid gethan, Vergeben, und in noth Uns seiner nehmen an. 17. Die früchte auf dem land Wollst du uns, HErr, bewahren Vor hagel, und wodurch kann schaden wiederfahren; Thu' auf die milde hand, Hilf, daß wir all'zeit auch Dir dafür dankbar sein Bei mäßigem gebrauch. * 18. O JEsu, GOttes sohn, In gnaden uns erhöre; O JEsu Christe, hilf Zu deines namens ehre; OJEsu GOttes lamm, Du heil der christenheit, Erbarm' dich über uns, Gieb friede, trost und freud'! 19. GOtt vater, sohn und geist, Voll weisheit, güt' und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre, HErr, und merke! Sieh' an all' unsre noth, Erbarm' dich gnädiglich, Erbarme dich, o HErr! O HErr, erbarme dich! 4. Beschüße deine firch'; Und weil sie stets muß kämpfen, So hilf der feinde macht Und list'gen anschlag dämpfen. Erhalte bis ans end' Auch, HErr, an unserm ort Den reinen gottesdienst, Dein seligmachend wort. 5. Gieb allgemeinen fried', Daß deine kirch' auf erden Und unser vaterland Erquicket möge werden; Be= hüt' vor theu'rung, pest, Vor wassersnoth und brand; Gieb heilsam regiment, Gieb glück zu allem stand. 6. Errett' uns all' aus noth, Die wir darinnen stecken; Ach, wende gnädig ab Furcht, elend, angst und schrecken. Sei unser schuß und rath, GOtt, brich das joch entzwei Und mach' uns überall Bon plag' und drangfal frei. * 7. O JEsu, GOttes sohn, In gnaden uns erhöre; O JEsu Christe, hilf Zu deines namens ehre; O JEsu. GOttes lamm, Du heil der christenheit, Erbarm' dich über uns, Gieb friede, trost und freud'! 8. GOtt vater, sohn und geist, Voll weisheit, güt' und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre HErr, und merke! Sieh an all' unsre noth, Erbarm' dich gnädiglich, Erbarme Mel. O GOtt, du frommer 2c. 753. Gott pater, ſohn und dich, o HErr! O HErr, erbarme geist, Voll weisheit, güt' und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre, HErr, und merke! Sieh an diglich, Erbarme Dich, o HErr! 754. HErr, der bust, t HErr, 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wolleft unsrer schonen, Uns nicht nach unferm thun, Nicht nach verdienste lohall' unsre noth, Erbarm' dich gnä- Mel. Vater unser im himmelreich. du gnad' und hülf verheißt, GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Du heiligste dreieinigkeit, Erbarm' dich deiner christenheit! Erbarm' dich, HErr, In gemeiner Noth. du treuer GOtt! Erbarm' dich, HErr, in aller noth! 2. Verschon' uns, GOtt, ach GOtt, verschon' Und uns nicht nach verdienste lohn'! Gedenk' an deine große gnad', Bergieb uns unsre misse= that, Gieb, daß uns ehr', gut, seel' und leib Durch deine hülf' ohn' scha= den bleib'. 3. Wir bitten dich, o vater, noch: Um Christi willen hilf uns doch! Durch sein' geburt, blutschweiß und 3. Gedenk' der sünden nicht, Die noth, Durch seine wunden, freuz und wir begangen haben So viel und tod, Auch auferstehn und himmel- manches jahr, Da wir oft deine ga= gang, Hilf uns, HErr, unser leben- ben Verachtet und mißbraucht, Die lang! bosheit fortgesetzt und ohne furcht und scheu Dein rachschwert mehr geweßt. 4. Verleihe, daß bei reiner lehr' Auch gottesfurcht sich bei uns mehr', Daß man die jugend wohl erzieht, All ärgerniß und sünden flieht; Hilf, daß mit schanden untergehn, Die deinem worte widerstehn. 4. Ach schone, HErr, ach schon'! Wir fall'n dir in die arme: Jetzt ist die gnadenzeit, In gnaden dich erbarme! Laß deine güt' und treu', Die uns bisher gefrist't, Auch hinfort größer sein, Als unsre sünde ist. 5. Wir lassen eh'r nicht ab, Bis du dich zu uns neigest; Wir seufzen fort und fort, Bis du uns hülf' erzeigest. HErr, deine allmacht kann Mit einem wort allein Uns retten kräftiglich Aus trübsal, angst und pein. * 6. HErr, wir bekennen es: Wir habens wohl verdienet; Doch hat dein lieber sohn Uns völlig ausge= fühnet, Da er am freuzesstamm Für unsre missethat 3um lieblichen geruch Sich dir geopfert hat. 7. Wir können, außer ihm, Für uns und unsre sünden Kein ander lösegeld, Kein ander opfer finden; Der eingeborne sohn Der ists, den tragen wir Dir, bater, allemal zum süßen opfer für. 5. Laß die regenten insgesammt Sorgfältig sein in ihrem amt; Den landesherrn(* Die obrigkeit) und unsern ort Beschüß' und segne immerfort; Gieb heilsam, friedlich regiment, Pest, theurung, unglück von uns wend'. 429 güte, Was unser blöder mund Und trauriges gemüthe In unsrer angst und noth Nicht wohl vorbringen kann. O HErr, hilfuns! o HErr, Sieh uns in gnaden an! 2. Du weißt all' unser leid, Du kennest unsre plagen; Ach tröſt' uns, lieber GOtt, Und laß uns nicht verzagen! Es stehet ja bei dir Und deiner starken hand; Wend' ab die schwere straf Und rette unser land. 6. All' denen, die in nöthen sein, Mit rettung, hülf' und trost erschein'; Zerbrich das joch, nimm weg die last, Womit du sie beleget hast; Durch deine allmacht, güt' und treu' Mach' fie von plag' und drangsal frei. 7. O3Efu Christe, GOttes sohn, OJEsu Christ, du gnadenthron, JEsu Christ, du GOtteslamm, Das aller welt sünd' auf sich nahm, Erbarme dich, hör' unsre bitt', Erbarme dich, gieb deinen fried'! 8. HErr, der du gnad' und hülf verheißt, GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Du heiligste dreieinigkeit, Erbarm' dich deiner christenheit! Erbarm' dich, HErr, du treuer GOtt! Erbarme dich in aller noth! 8. Ach, den hochheil'gen leib Ans kreuz für uns gehenket, Das rofin= farb'ne blut, mit welchem er uns tränket, Das bringen wir vor dich In wahrer ren' und leid, Im glau= ben und gebet, GOtt aller gütig= Mel. O GOtt, du frommer 2c. 755. Gott bater, höre doch keit! Nach deiner großen 9. O bater, du wirst ja Dies opfer 430 In gemeiner Noth. nicht verachten, Das sich so willig-| o heil'ger geist, Dreiein'ger GOtt, der lich Für uns hat lassen schlachten. hülfe leist't, Erhalte deiner firche Es ist dasselbe lamm, Auf welches ist wohl, Mach' alle lehrer geistes voll! gelegt Die sünd' der ganzen welt, Die es alleine trägt. 10. Darauf vertrauen wir, Drum laß uns nicht verderben; Nimm an deins lieben sohne Geburt, freuz, leiden, sterben Und heilig aufersteh'n, Für unsrer väter schuld, Auch selbst begang'ne sünd', Und schenk' uns deine huld. 11. Beschüß', HErr, deine firch'; Und weil sie stets muß kämpfen, So hilf der feinde macht Und list'gen anschlag dämpfen; Erhalte bis ans end' Auch, HErr, an unserm ort Den reinen gottesdienst, Dein seligmachend wort. 12. Gieb allgemeinen fried', Daß deine kirch' auferden Und unser vaterland Erquicket möge werden; Behüt' vor theu'rung, pest, Vor wassersnoth und brand; Gieb heilsam regiment, Gieb glück zu allem stand. 13. Errett' uns all' aus noth, Die wir darinnen stecken; Ach, wende gnädig ab Furcht, elend, angst und schrecken. Sei unser schuß und rath, GOtt, brich das joch entzwei Und mach' uns überall Bon plag' und drangsal frei. 14. Für diese wohlthat all', Die du uns wirst erweisen, O vater, wollen wir Hernach dich immer preisen Und deine gnad' und güt' Und dei= nes namens ehr' In steter dankbarfeit Ausbreiten mehr und mehr. 2. Erhalt' dein wort und sakrament, Wehr' dem, der uns von solchen rennt, Brich aller feinde joch ent= zwei Und mache die bedrängten frei, Laß deine kirch' im wachsthum stehn Und nichts als güldnen frieden sehn. 15. Hierauf so sprechen wir In JEsu Christi namen Auf sein untrüglich wort Ein gläubig, freudig amen. OJEsu Christ, durch dich Und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß Ja, ja! und amen! sein. 3. Regiere unsre sbrigkeit, Daß sie dein lob und ehr' ausbreit, Die unterthanen wohl regiert und einen guten wandel führt. Es schmücke sie zu jeder zeit So gnade als gerechtigfeit. 4. Sei unsers königs schuß und hort, Lenk' sein herz auf dein reines wort; Halt' unsers königs haupt be= glückt, mit alter, heil und ruhm ge= schmückt; Schüß' den beschüßer deiner lehr', Und allen seinen feinden wehr'. 5. Bau' unsers königs hohes haus, Und breite dessen macht weit aus, Laß stamm und zweig im flore stehn, Laß uns stets einen erben sehn, Der thron und kron' von dir besigt Und unser land im frieden schüßt. 6. Gieb seinen räthen weisen rath, Befördre selber rath und that Zu unser aller wohlergehen, Laß selbst ihr wohl im flore stehn, Nimm unsre stadt(* unsern ort") und ganzes land In deine treue vaterhand. 7. Schüß' uns vor frieg, pest, theurer zeit Und gieb uns fried' und frucht= barkeit, Gieb berg- und salzwerk dein gedeih'n, Laß alle nahrung glücklich sein, Gieb allen, die in hungersnoth Und dürftig sind, ihr täglich brot. 8. Sei wittw- und waisen zugethan, Nimm dich der alt- und schwachen an, Bewahr', o HErr, die schwangern wohl, Die jugend mache tugendvoll, Bewahr' die eh' vor Mel. Vater unser im himmelreich. schmerz und weh', Die unterdrückten, 756. HErr, der du unſer va- HErr, erhöh'. ter bist, werther heiland JEsu Christ, Osüßer trost, 9. O frommer GOtt, was nüßlich ist. Das schenk' uns doch zu jeder frist; In gemeiner Noth. 431 Gieb uns dich, als das höchſte gut, 1758. Wend' ab deinen zork, was der seele nöthig thut, was des leibes nothdurft heißt, Daß unser Herz dich lobt preist. lieber in gnaden Und laß nicht wüthen deine schwere ruthe, Richt' uns nicht streng' nach unsern missethaten, Sondern nach güte. 2. Denn so du wolltest nach ver= dienste strafen, Wer könnte deinen grimm und zorn ertragen? Es müßt' vergehen, was du, HErr, geschaffen, Vor deinen plagen. 3. Vergieb uns gnädig unsre großen schulden, Laß deine gnade über das recht walten; Ach GOtt, ach schon nach deiner großen hulde Uns zu erhalten.. Mel. Vater unser im himmelreich. 757. Nim imm von uns, HErr, du treuer GOtt, Die schwere straf und große noth, Die wir mit sünden ohne zahl, Verdienet haben allzumal. Behüt vor krieg und theurer zeit, Vor seuchen, feu'r und großem leid. 2. Erbarm' dich deiner bösen fnecht, Wir bitten gnad' und nicht das recht. Denn so du, HErr, den rechten lohn Uns geben willst nach unserm thun, So muß die ganze welt vergehn Und kann kein mensch vor dir bestehn. 3. Ach HErr und GOtt, durch deine treu' Steh' uns mit trost und rettung bei, Beweis' uns deine große gnad' Und straf uns nicht nach unsrer that, Wohn' uns mit deiner güte bei, Dein zorn und grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du so zornig sein Aufuns, als arme würmelein? Weißt du doch wohl, du großer GOtt, Daß wir nichts sind als erd' und koth: Es ist ja unsre schwachheit nicht Verborg'n vor deinem angesicht. 4. Sind wir doch arme würmer, staub und erden, Mit erbsünd', schwachheit, noth und tod beladen, Ach, warum sollen wir zunichte wer= den Im zorn ohn' gnaden? 5. Sieh an deins sohnes freuz und bittre leiden, Der uns erlöset hat mit seinem blute Und gar eröffnen läßt sein herz und seite Der welt zu gute. 6. Darum, ach bater, laß uns nicht verderben, Durch Christum wollst du geist und gnade geben; Mach' uns sammt ihm des himmelreiches erben, Mit dir zu leben. 5. Die fünd' hat uns verderbet Mel. Vater unser im himmelreich. ſehr, Der teufel plagt uns noch viel 759. Gott vater, denk an und blut Uns zu verführen niemals ruht. Solch' elend kennst du, HErr; wir flehn: Ach laß es dir zu herzen gehn! Christi tod, Sieh an deins sohnes wunden roth, Die sind ja für die ganze welt Die zahlung und das lösegeld; Deß trösten wir uns allezeit Und hoffen auf barmherzigkeit. 6. Gedent' an Christi bittern tod, Sieh an sein' heil'gen wunden roth, Die sind ja für die ganze welt Die zahlung und das lösegeld; Deß trösten wir uns allezeit und hoffen auf barmherzigkeit. 2. Die obern leit' mit deiner hand, Beschüß' und segne unser land, Gieb allerende dein heilig wort, Wend' ab pest, theurung, frieg und mord, All' denen, die in nöthen sein, Mit rettung, hülf' und trost erschein'. 7. Leit uns mit deiner rechten hand Und segn' uns ferner stadt und land, Gieb uns all'zeit dein heilig wort, Behüt' vors teufel list und mord, Bescheer' ein selig stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. 3. Amen, dies alles werde wahr; Erhör' und hilf uns immerdar, vater in dem höchsten thron, Durch Christum deinen ein'gen sohn, Daß 432 In gemeiner Noth. du, dein sohn und beider geift In| sohn Für uns ablegt'; drum bater allem von uns werd' gepreist. schon' Um dieses mittlers willen. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich 2c. Err, schau' in was 760. jetzt zusammen schweben! Gedenke, daß du, treuer GOtt, Versicherung gegeben: Ruf mich nur an zur zeit der noth, So rett' ich dich, dein HErr und GOtt. Drum rufen wir: HErr, hilf uns! unschuld nicht verstehen; Ach, schaue fie mitleidig an, Wie du zu Ninive gethan*, Schon' uns um ihrentwillen. * Jon. 4, 11. 2. HErr, dieser hülfe sind wir zwar Nicht werth als große sünder, Doch finden sich noch hier und dar Viel deiner frommen finder. Um derentwillen schicke du Uns rettung, rath und hülfe zu, In diesen großen nöthen. 3. Der frommen anzahl ist zwar flein, Die dieses land bewohnen; Doch, würden auch nur zehne sein, Wirst du des landes schonen, Damit dein strenges strafgericht Die frommen nebst den bösen nicht Zugleich verderben möge. 4. Laß dir die vielen finder doch Als Mel. Aus tiefer noth schrei' ich 2. Zugleich zu herzen gehen, 28 die, 761. Err, ſtraf uns nicht was links und rechts in deinem zorn, Wie wir es wohl verdienen; Wir sind sonst ganz und gar verlor'n. Ach laß dich doch verfühnen Durch deines sohnes theures blut, Das g'nug für alle sünde thut, Die wir begangen haben. 2. HErr, weil die überhäufte sünd', Die nimmermehr zu zählen, Uns leid von ganzem Herzen sind, Sei gnädig unsern seelen. Dich jam= mert ja des sünders noth, Hast nicht gefall'n an seinem tod. Und willst nur, daß er lebe. 3. Hierauf so rufen wir zu dir In Christo deinem sohne, Wir flehn und seufzen mit begier: Sei gnädig, HErr, und schone! Wend' ab die wohlverdiente noth, Dein grimm uns heftig schreckt und droht, Ach HErr, uns nicht verstoße! 4. Laß es mit uns nicht gar sein 5. Weil sünder, welches möglich ist, Sich noch bekehren können, So wirst du ihnen jetzt noch frist Und raum zur buße gönnen. Du willst ja, HErr, nicht ihren tod, Drum laß die allgemeine noth Sie nicht sammt uns berderben. 8. Laß seine wunden, kreuz und tod Dein vaterherz erweichen, Laß darum diese große noth Ihr ende bald erreichen; Durch seine marter, 6. HErr, würde sich dein großer ruhm Nicht unter uns vermindern, Wo du dein erb' und eigenthum, Mit allen deinen findern In solcher trübfal untergehn Und in gefahr ohn' hülfe stehn Und jetzt verderben ließest? 7. Wiewohl dies alles dienet nicht, Die hülfe zu erzwingen, Daher wir vor dein angesicht Ein ander mittel bringen: Die bitte, die dein theurer ferne sein Und gnädig von uns eilen. 9. HErr unser GOtt, wir liegen hier Vor dir auf unsern knieen, Wir lassen auch nicht ab von dir, Bis du uns dies verliehen. Wir hoffen festiglich darauf Und hören nicht mit beten auf, Bis du uns, HErr, geholfen. 10. Nun, treuer bater, lasse dir Die noth zu herzen gehen Und die gefahr, darinnen wir 3m ganzen lande stehen. Errett' uns bald durch deine hand, Daß wir und unser armes land Beschüßt erhalten bleiben. 11. Wir wollen für die hülfe dich Bon ganzem Herzen preisen Und was der schwachheit halber sich Allhier nicht läßt erweisen, Das wollen wir zu seiner zeit Zusammen in der ewigfeit Durch ewig lob ersetzen. In gemeiner Noth. 433 aus, Wie unsre feinde hoffen; Laß| Hilf uns, die wir dein erbe sein, Du uns dein heiligthum und haus Noch ferner stehen offen. Den feind von unsern grenzen jag', Mach', daß ihm bist ja unser GOtt allein! herz und muth verzag', Wehr' allen, gern * 5. Hilf, HErr, daß wir die güldne zeit Der heimsuchung erkennen, Behüt' vor theurung, frieg und streit, Vor wasser, pest und brennen. Ach sei uns gnädig, HErre GOtt, Ach sei uns gnädig in der noth! Auf deine güt' wir hoffen. 6. Erleuchte unsre herzen nun Mit deines geistes gaben, Daß wir rechtschaffne buße thun, Dich stets vor augen haben, Der wohlverdienten straf entgehn Und ewiglich dein antlik sehn, Durch JEsum Chriftum, amen. 762. Wenn wir in höchsten nöthen sein Und wissen nicht wo aus noch ein Und finden weder hülf noch rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist dies unfer troft allein, Daß wir zusammen insgemein Dich sehnlich bitten, treuer GÖtt, Um ret= tung aus der angst und noth, 3. Und heben unser aug' und herz Zu dir in wahier reu' und schmerz, Flehn um der fünden vergebung Und aller strafen linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich All' denen, die drum bitten dich Im namen dein's sohn's JEsu Christ, Der unser heil und fürsprech'r ist. 5. Drum kommen wir, o HErre GOtt, Und flagen dir all' unsre noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer trübsal und gefahr. 6. Sieh nicht an unsre sünde groß, Sprich uns davon aus gnaden los, Steh' uns in unserm elend bei, Mach' uns von allen plagen frei. 7. Auf daß von herzen können wir Nachmals mit freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem wort, Dich allzeit preisen hier und dort. 8. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Von dem uns alle gnade fleußt, Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 763. 3ion ſpricht: ich bin bermein ganz und gar, Er will nicht zu herzen faffen Meine trübsal und gefahr. Aber find't sich wohl ein weib, Das den sohn von ihrem leib Nicht gern faßt in ihre arme Und sich über ihn erbarme? 2. Ob auch eine mutter sollte Haben solch ein steinern herz, Daß fie ganz nicht achten wollte Ihres findes noth und schmerz, So vergesse ich doch nicht Meine vatertreu' und pflicht; Du bist mir im herzen blieben und in meine hand geschrieben. 3. Dieses hast du, HErr, versprohen; Es ist ja dein eignes wort, Das du nimmermehr gebrochen, Sondern hältst es immerfort. Darum sieh auch nun und hör', Wie sich qual und noth vermehr'; Schau, wie deine kleine heerde Allerends geängstet werde. 4. Reine lehre borzubringen Manches orts verboten ist; Irrthum andern aufzudringen, Brauchet man gewalt und list; GOttesfurcht wird nicht geacht't, Sondern nur dahin getracht't, Wie man seines herzens willen Auch mit sünden mög' erfüllen. 5. Ja tein mitleid, kein erbarmen 3st da, wo man kriege führt; Man beraubt und quält die armen, Denen hülf und schuß gebührt; Man sieht, wie man sie auszehrt, Ohne ende ganz verheert, Insgemein auch so beschwere, Ob kein GOtt im himmel wäre. 6. Noch find sonst viel fromme herzen Die im kreuz und elend sein, Die in frankheit, angst und schmerzen, In anfechtung, noth und pein, der die zu ihrem lohn Haben neid, haß, spott und hohn, Wenn sie nicht in bösen sachen Wollen in der welt mit machen. * 7. Ach HErr, siehe an und höre 28 434 In gemeiner Noth und zwar Die da seufzen fort und fort; Hilf,| sollt' GOtt reden und zusagen, Wie daß übung reiner lehre Sei und bleib an allem ort, Daß man nicht einander haß', Deine wahrheit nicht verlaß, Auch nach solcher möge streben, Heilig und gerecht zu leben. er selbst rettung schaffen( friede geben*) wollt', Und tilgen alle pla= gen, Daß unser land nicht gar verderb', Und daß sein volk und heilig erb' Aufthorheit nicht gerathe. 6. Doch zeigt er die hilfreiche hand, Woman ihn fürcht't und liebet; Daß ehre wohnt in unserm land, Wenn man die tugend übet; Daß güt' und treu' zu jeder zeit Und friede und gerechtigkeit Sich küssen und begegnen; 7. Daß treu' auf erden wachsen kann, Recht auch vom himmel schaue Auf daß hinführo jedermann Sein land mit segen baue; Daß uns der HErr so gutes thu, Und doch gerechtigkeit dazu Im schwange vor ihm bleibe. 8. Die gewaltigen der erden Laß doch stiften fried' und ruh', Laß sie feind den kriegen werden Und daneben sehen zu, Daß krieg, elend, noth und plag Überall aufhören mag, Daß die armen vor GOtt treten, Freudig für die obern beten. 9. Denen, die in noth sich finden, In betrübniß, sorg' und leid, Gieb, daß sie es überwinden, Warten deiner stund und zeit. Bater, hilf doch gnädiglich, Daß dein zion freue sich, Wir auch dann im himmel oben Allesammt dich ewig loben. * 8. Dies alles, bater, werde wahr, Mel. Wo GOtt der HErr nicht 2c. Du wollest es erfüllen; Erhör' und Err, der du uns immerdar 764. gnädig haft Geholfen willen, Denn dein, o HErr, ist alle zeit Von nun an bis in ewigkeit Das reich, die macht und ehre! deinem lande, Jakobs gefangne auch der last Befreiet und der bande; Der vormals auch aus lauter gnad' Dein's volkes sünd und missethat Bedecket und vergeben; 2. Der vormals auch die jammerstimm' Der armen stets erhöret Und Um Abwendung der Kriegsnoth, um beständigen Frieden. Mel. Du friedefürst, HErr JEsu 2c. deines zorns gerechten grimm In 765. Wohl dem, der ruh hat! gnad' und uns nun, unser heil und GOtt, Errett' uns aus der großen noth, Laß all' ungnade fallen. Dem weder furcht noch streit Das furze leben früh und spat In dieser bösen zeit, Bei müh' und noth, Bei thränenbrot, Betrübt und sauer machet. 2. Wer mit dem HErrn in freundschaft steht, Mit menschen friedlich lebt, Dem zwiespalt aus dem wege geht Und nur nach eintracht strebt; Der schläft und wacht, Wenns blizt und kracht Mit ruhigem gewissen. 3. Doch dem wird nur dies glück bescheert, Der gläubig und getreu Den höchsten liebet, fürchtet, ehrt, und keine heuchelei Noch falschen rath In wort und that Beliebet und erwählet. 4. Drum, HErr, weil du den frieden giebst, Gieb doch denselben auch 3. Ach zürnest du denn immerdar, Ohn' ende, ziel und maßen? Willst du den grimm so viele jahr Wie feuer brennen lassen? Geht ohn' erbarmen dein gericht? Willst du uns, HErr, erquicken nicht, Daß wir uns deiner freuen? 4. O großer GOtt, erbarm' dich doch, Es steht in deinen händen; Du fannst allein das schwere joch Der drangfal von uns wenden. Erzeig' uns gnad', und hilf uns, HErr, Um deines großen namens ehr'; Reiß uns aus unsern nöthen. 5. Ach, daß man einmal hören um Abwendung der Kriegsnoth. 435 Den deinen, die du herzlich liebst, Die| mann Sein werk und handel treiben! du, nach vaters brauch, Als schuß und hort Noch immerfort Mit preis und ehre krönest. Wer sich von arbeit nähret, kann Bei brot und ehren bleiben. Der landmann wartet vich und feld Und wenn er seine saat bestellt, So erntet er in frieden. 4. In unserm lande rast kein schwert, Unschuldige zu tödten, Es bleibt von feinden unverheert Und frei von allen nöthen. Man lachet böser leute truß, Die obrigkeit verschafft uns schuß, Wir können sicher schlafen. 5. Bewahre ferner dieses land Bor mord und friegsgeschrei, Und mache hoch und niedern stand Bon noth und fummer frei, Daß dein geschlecht, Nebst heil und recht, Den friedensölzweig führe. 6. Hiebei laß uns mit jedermann In lieb' und freundschaft stehn, Laß jeden, wie er immer tann, Auf friedenswegen gehn; Wend' alles leid, Tritt zank und streit, HErr zebaoth, zu boden. 7. Weil JEsus uns mit dir verföhnt, So schenk' uns deine huld Und gieb, wenn man uns schmäht und höhnt, Nebst sanftmuth auch geduld, Und werm der feind Es böse meint, Ein ruhiges gewissen. 8. Und kommt des lebens schluß herbei, So hilf, daß geist und muth, In dir still und gelassen sei, Daß ich, durch Christi blut, Nach streit und leid, Aus dieser zeit Mit fried' und freuden fahre. 9. Dann will ich in der friedensstadt, Wo zwietracht, haß und streit Und aller frieg ein ende hat, In ruh und sicherheit, Ohn' ende dort Bei dir, mein hort, Die friedenszweige brechen. 766. S Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Err GOtt, wir loben deine macht, Wir preisen deine gute, Die uns so väterlich bewacht, Mit freudigem gemüthe, Dieweil du kriegsgefahr und leid Von uns bis jetzt auf diese zeit, Aus gnaden abgewendet. 2. Wir häufen täglich unsre schuld Durch unser böses leben Allein du hast uns, voll geduld, Noch raum und frist gegeben, Daß jeder von uns immerzu Sein amt und werk in fried und ruh', Berrichtet und vollendet. 5. Allein was hört man für be= schwer Von vielen andern landen! Wie kläglich geht es da nicht her, Wo friegesnoth vorhanden! Weil schwert und hunger manchen frißt, Weil da die pest nicht ferne ist, Nebst raub, brand, noth und jammer. 6. GOtt lob, es macht uns deine treu' Bon den gefährlichkeiten Bis diesen tag in gnaden frei! Gieb ferner stille zeiten, Breit' überall den frieden aus Und treibe frieg und streit hinaus, Gieb ruh' in unsern grenzen. 7. Wenn auch der feind schon auf uns ging, HErr, wollest du ihm wehren, Leg' in die nas ihm einen ring, Heiß ihn zurücke kehren; Beschüß' die riegel unsrer thor', Hilf der gerechtigfeit empor, Daß fried' und recht sich füssen. 8. Gieb allen mächtigen den sinn, Daß sie doch friede halten Und durch gerechtigkeit forthin Ihr amt in ruh' verwalten, So wollen wir denn für und für Die gnadenreiche güt' allhier Mit Herz und munde rühmen. 9. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Für solche hohe gnaden Sei jegt und immerdar gepreist! Bewahr' uns fort vor schaden Und gieb, daß Fünftig immerfort Glück, fried' und ruh' an unserm ort Beständig grün' und blühe. Bei herannahender Kriegesgefahr. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. 3. Wie ruhig kann der handels- 767. A GOtt, wir treten hier ch vor dich Mit trauri28* In gemeiner Noth und zwar 436 gem gemüthe, Wir bitten dich demüt= thiglich: Rett uns durch deine gute, Sich zu uns naht, und ganz und gar Uns zu verderben dräuet. 2. Gedenke vater, jetzt nicht mehr, Daß wirs verdienet haben; Gedenke nicht, daß wir so sehr Geschändet deine gaben. Wir haben sie viel jahr' und zeit Zur pracht, zur wollust, üppigfeit Und schwelgerei mißbrauchet. 3. Wir haben unsern nebenchrift Gedrückt und oft betrogen, Durch schein des rechts, gewalt und list, Das sein' ihm oft entzogen; Darum sich nun die strafe find't. Ach, unsre anerkannte sünd' Wird öffentlich vergolten! 4. Verzeih' uns solche missethat Um JEsu Christi willen, Der für uns deinen eifer hat Am freuze wollen stillen; Da ist die schuld auf ihn gelegt, Er ist das lamm, das für uns trägt Die sünd' und sündenstrafe. 5. Um dessentwillen hilf uns nu Und höre unsre klagen; Verleih' uns wieder fried' und ruh', Daß niemand uns darf plagen. Erbarm', o HErr, erbarme dich Und rett' uns alle gnädiglich Von krieg und kriegsbeschwerden. 6. Der fön'ge herzen, rath und finn Hast du ja, HErr, in händen; Du kannst sie auch allein dahin, Wo dirs beliebet, wenden. Ach neig' sie kräftiglich dazu, Daß fra und rul), und allem jammer steuern. 7. O HErr, wir fallen dir zu fuß, Du wollest uns doch geben, Daß wir gesammt durch wahre buß' Auch besfern unser leben, Daß wir nicht selbst, an unserm theil, Verhindern dieses große heil, In fried' und ruh' zu leben. 8. Breit' allerends um unser land Die flügel deiner gnaden; Beschüß und segne jeden stand Vor drangsal, noth und schaden; Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu' zu jederzeit Mit dankbarkeit erheben. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 768. Groß ist, o treuer 60ft, Die noth, so uns be= troffen, Das unrecht haben wir Wie wasser eingesoffen; Doch dies ist unser trost: Du bist voll gütigkeit, Du nimmst die strafe weg, Wenn uns die sünde reu't. 2. Wir liegen hier vor dir, Bereuen unsre fünden; Ach laß uns gnad' und huld Vor deinen augen finden! Treib friegsgefahr zurück Durch deine starke hand, Verleih' uns fried' und ruh', Schüß' unser vaterland. 3. Erhalte deine kirch' In diesen legten zeiten, Da teufel, höll und welt Sie überall bestreiten. Dein ist die sach', o GOtt, Drum wach' und mach' dich auf, Schlag' eine wagenburg Um deinen kleinen hauf. 4. Laß alle menschen sehn, Laß jedermann erfahren, Du eben sei'st der GOtt, Der sein volk treu bewahren Und hülfe senden kann, Wenn niemand hülfe weiß; Dafür sagt alles volk Dir dank, lob, ehr' und preis. 5. Hierauf so sprechen wir In JEsu Christi namen Auf sein untrüglich wort Ein gläubig freudig amen! JEsu Christ, durch dich und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß Ja, ja! und amen! sein. Bei gegenwärtiger Krigess noth. 769. Defu Chriſt, Du wahrer mensch und GOtt! Der unsre starke zuflucht ist 3m leben und im tod, Drum wir allein Im namen dein Zu deinem bater schreien. 2. Recht große noth fällt uns jetzt an Von frieg und ungemach, Daraus uns niemand helfen kann Als du; drum führ' die sach'! Den vater bitt, Und uns vertritt, Daß uns ſein zorn nicht strafe. 3. Gedenk', o HErr GOtt! an dein amt, Daß du ein friedfürst bist: Und hilf uns gnädig insgesammt Je um Abwendung der Kriegsnoth. 437 Bund zu dieser frist. Laß uns hinfort| ser ein'ger gnadenthron, GOttes alDein göttlich wort In friedc länger lerliebster sohn, Den er in dem herzen hören. trägt, Deffen fürbitt' ihn bewegt, Daß er fein gebet abschlägt; 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die gnadenthür, Wir dein volk und eigenthum, Theu'r er= kauft zu deinem ruhm. HErr, wir sind nach dir genennt, Deines va= ters zorn abwend', Der anjeßt wie feuer brennt. 4. 3war wir verdienen straf und pein, Und leidens mit geduld: Doch deine gnad' soll größer sein, Als unsre sünd' und schuld; Darum vergieb Nach deiner lieb', Die du fest zu uns trägest. 5. Es ist groß elend und gefahr, Wo pestilenz regiert: Allein viel größer ist fürwahr, Wo frieg geführet wird; Da wird veracht't, Und nicht betracht't, Was recht und löblich wäre. 6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit, Nach zucht und nach gericht, Dein wort liegt auch zu solcher zeit, Und geht im schwange nicht; Drum hilf uns, HErr, Treib' von uns fern Krieg und all' schädlich wesen! 7. Erleucht' doch unsern sinn und herz Durch deines geistes gnad', Daß wir nicht treiben damit scherz, Der unsern seelen schad't. O JEsu Christ, Allein du bist, Der solches kann ausrichten! 8. Treuer hort, Immanuel, Du beschüßer unsrer seel', GOtt mit uns in aller noth, GOtt um uns, und in uns GOtt, GOtt für uns zu aller zeit, Trotz sei dem, der uns thut leid! GOttes straf ist ihm bereit. Mel. Singen wir aus herzensgrund. 770. T Preuer wächter Israel, Deiner freut sich leib 9. Du des baters starker arm, und seel', Du nur weißest alles leid Komm und unsrer dich erbarm, Zeig' Deiner armen christenheit; O du uns jego deine macht, Drauf wir wächter, der du nicht Schläfst noch hoffen tag und nacht. Unsrer feinde schlummerst, zu uns richt' Dein hülf- schaar zertrenn', Daß dich alle welt reiches angesicht! erkenn', Aller Herren HErren nenn'. 10. Andre trau'n auf ihre kraft, Auf ihr glück und ritterschaft, Deine christen trau'n auf dich, Auf dich trau'n wir festiglich; Laß nicht wer= den uns zu schand'; Schüße uns und unser land, Unsre noth ist dir bekannt. 2. Schau', wie große noth und qual Trifft dein volk jetzt überall, Täglich wird der trübsal mehr; Hilf, ach hilf! schüß' deine ehr'! Wir verderben, wir vergehn, Wie wir schon vor augen sehn, Wo du uns nicht wirst beistehn. 3. Hoherpriester JEsu Christ, Der du eingegangen bist In das heiligste zu GOtt, Durch dein freuz und bittern tod, Uns versöhnt mit deinem blut, Ausgelöscht der hölle glut, Wiederbracht das höchste gut; 6. Zeig' ihm deine wunden roth, Halt ihm vor dein kreuz und tod; Und was du sonst mehr gethan, Zeig' ihm unserntwegen an. Sage, daß du unsre schuld Schon bezahlet in geduld, Uns erlanget gnad' und huld. 7. JEsu, der du JEsus heißt, Als ein JEsus hülfe leist'! Hilf mit deiner starken hand, Menschenhülf hat sich gewandt; Eine mauer um uns bau', Daß dem feirde davor grau', Und mit zittern sie anschau'. 4. Sigest auch ins vaters reich, Ihm an macht und ehren gleich, Un 11. Gürte dein schwert an die feit', Als ein held, und für uns streit, Und zerschmett're deine feind So viel ihr'r auf erden seind'. Auf die hälse tritt du ihn'n, Leg' sie dir zum schemel hin Und brich ihren stolzen sinn. 12. Du bist ja der held und mann, Der den friegen steuern kann, Wel In gemeiner Noth und zwar 438 cher spieß und schwert zerbricht, Der die bogen macht zunicht, Der die wagen gar verbrennt Und der menschen herzen wend't, Daß der krieg gewinn' ein end'. 13. JEsu, wahrer friedefürst, Der der schlange kopf zerknirscht, Uns durch seinen freuzestod Wiederbracht den fried' bei GOtt; Gieb uns friede gnädiglich, So wird dein volk freuen sich, Und dich preisen ewiglich. Danklied nach wieder erlongtem Frieden. 2. Dir, liebes vaterland, Ist leider wohl bekannt, Wie sehr der feind berheeret Und alles ausgezehret; Dies unglück wird geendet, Weil GOtt den frieden sendet. 3. Erhebt GOtt immerdar 3hr, welche die gefahr Des frieges hart ge= plaget, Von haus und hof gejaget; GOtt bricht nun schwert und waffen, Und will uns friede schaffen. 4. Sagt unser lebenlang Ihm ehre, preis und dank; Er legt das friegen nieder Und giebt den frieden wieder, So, daß der fried' erquicket, Was erst der frieg gedrücket. 5. Was hat uns seine hand Für schätze zugewandt, Dieweil wir alle gaben In friede ruhig haben, Wodurch wir hier auferden Beglückt und fröhlich werden. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 771. Sagt GOtt dem HöchWenn die Pest sich zu unsten dank, Erhebt den lobgesang, Ihr alten nebst den jungen! Erhebet mund und zungen, Daß ihr sern Grenzen nahet. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. den helfer preiſet, Der uns den frie- 772. Ah Gott, du unfer lebenslicht, HErr fre burg und zuversicht, Du trost une heil der armen! Wir bitten dich Des müthiglich: Erzeig' uns doch erbarmen! 6. Nun, GOtt, wir loben dich, Und danken ewiglich, Daß du, was uns geplaget, Nun gnädig fortgejaget, Und uns in diesem leben Nun fried' und rub' gegeben. Laß uns in friede sterben Und deine ruh' ererben. 7. Hilf doch durch deine treu, Daß er beständig sei; Laß uns in unsern jahren Den krieg nicht mehr erfahren, 8. Dein geist, HErr, lehr' uns auch Des friedens rechten brauch, Daß uns die friedenszeiten Zur buß' und beffrung leiten Und wir durch neue sünden Nicht neuen krieg entzünden. 9. Dies alles wollst du nun, HErr GOtt, aus gnaden thun, Sprich selbst das ja und amen Uns, die wir deinen namen Hier und im himmel oben Ohn' alles ende loben. Um Abwendung der Pest und anderer ansteckender Seuchen. 2. Wir hören(* sehen*) HErr, daß jegt die pest Sich hin und wieder ( unter uns stark*) merken läßt, Sie fänget an zu wüthen; Drum flehen wir, Du wollst dafür Uns gnadenvoll behüten. 3. Ach straf uns nicht, o höchstes gut, In deines strengen zornes wuth, Mit dieser bösen seuche: Hilf uns, o GOtt, Daß nicht die noth In unsre häuser schleiche. 4. Zwar könntest du, o treuer hort, Auch unser land und diesen ort Durch seuch' und pest verheeren und ganz und gar Uns sünd'ge schaar Aufreiben und verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt Und öfters arg vor dir gelebt Biel missethat verübet; Wir haben dich Oft freventlich Mit übelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher GOtt, Ach handle nicht, HErr z baoth, Mit uns nach unsern sünden! 439 um Abwendung der Pest und ansteckender Seuchen. Nein, bater, nein, Laß uns allein Für| du uns in deiner hut, Daß wir berecht jetzt gnade finden. wahret bleiben. 7. Ach schenk' uns doch aus gütigfeit Die schuld, die uns ben herzen leid, Und laß uns nicht verderben; Ach sprich uns frei Und steh uns bei, Daß wir nicht plöglich sterben. 5. Befichl den engeln auch hinfort, Auf händen uns zu tragen, Und mach' uns frei an jedem ort Auf unserm weg von plagen; Wend' ab die noth und die gefahr, Und vor der pestilenz bewahr' Uns, die wir auf dich trauen. 8. Nimm unsers armen lebens wahr Und schüß' uns gnädig vor ge fahr Des leibes und der seelen; Laß, ew'ges licht Kein übel nicht Uns töd= ten oder quälen. 6. Nun, vater, thu, was dir beliebt, Wir wollen dirs empfehlen. Wer sich in deinen willen giebt, Darf sich nicht ängstlich quälen. Ein sperling ist sehr wenig werth Und doch fällt keiner auf die erd', Wenn du es nicht verstattest. 7. Wir wissen, daß du alle haar' Auf unserm haupt gezählet; Es dient zum besten immerdar, Was du uns auserwählet. Du wirst uns allen groß und klein, Was uns wird gut und selig sein, Bis an das ende geben. 9. Beschüß' uns, HErr, mit deiner hand, Beschüße dieses ganze land, Sammt allem was wir haben; Ver= laß uns nie, Erfüll' uns früh Mit deiner gnade gaben. 10. So wollen wir, voll dankbarfeit, Dich, höchster vater, jederzeit Bon herzen ehren, preisen, Und dann auch dort, werther hort, Dir ewig lob erweisen. 773. Gett Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. erechter GOtt, uns liegt im finn Die schwere straf und plage, Da in der näh' viel werden hin Gerissen alle tage, Denn ach, die pest, dein scharfer pfeil, Fliegt da herum in schneller eil' Von einem ort zum andern. 2. Wir alle müssen nun vor dir, O großer GOtt, bekennen, Dein grimm hab' ursach', auch allhier Und wider uns zu brennen, Weil wir ja leider insgemein Nicht im geringsten frömmer sein, Als die du jetzt heimsuchest. 3. Deshalben treten wir vor dich In herzens reu' und buße, Wir falſchuß, zu fuße: Die pest und ſeuchen len dir demüthiglich, GOtt, unser von uns kehr' Durch deine güt' und allmacht wehr' Dem engel, dem verderber. 4. Ach HErr, ach zeig' uns jetzt dein heil, Laß uns doch vor dir leben Und auch an dir fort haben theil; Gefundjeit gieb daneben. Gleichwie man dem augapfel thut, So halt' 8. Steh' denen anderswo auch bei, Die schon das unglück troffen; Gieb, daß ihr glaub' beständig sei, Laß in geduld sie hoffen, Daß du aus gnade ihnen doch Mit hülfe wirst erscheinen noch, Es komm' auch wie es wolle. * 9. GOtt bater, sohn und heil'= ger geist, Der du zu allen zeiten Die größte güt' und macht beweist In viel gefährlichkeiten, Behüt auch uns nun gnädiglich, Daß wir für alle wohlthat dich noch hier auf erden preisen. Bei gegenwärtiger Pestseuche. 774. A baoth, Du ewiger ges Mel. Vater unser im himmelreich. ze= rechter GOtt, Es drohet uns in deiner schrift Dein zorn, der alle sünder trifft; Wer dein allmächtig' wort veracht't, Reizt deines eifers strenge macht. 2. Wer GOtt nicht höret, wenn er ruft, Den schlägt er mit vergifter 440 In gemeiner Noth und zwar luft; Wer GOtt nicht sucht, wer ihn| brechen, Die augen weinen bitterlich, verläßt, Den strafet er mit gift und pest; Wer übels thut und stets gethan, Dem hängt er sterbedrüsen an. Der mund kann nicht viel worte sprechen, Der schwache geist betrübet sich. Ach, tröst uns doch, HErr JEsu Christ, Der du der rechte tröster bist. 3. HErr, wir bekennen dir mit reu, Daß unsre wunde stinkend seiz Der sünden giftiger gestank Macht uns an dieser seuche frank. Es ist nur unsre missethat, Die uns die noth erwecket hat. 5. Laß uns durch deinen angstschweiß finden In aller noth den freudenmuth Und mach' uns rein von unsern fünden Durch dein für uns vergoßnes blut. Vergieb die schuld, HErr JEsu Christ, Der du der sündentilger bist. 6. Erlaß die wohlverdienten strafen, Raff' uns im zorn nicht aus der welt, Damit wir nicht im tod entschlafen, Wenn schleunig unser leib zerfällt. Erhalt' uns doch), HErr JEsu Christ, Der du der fürst des le= bens bist. 7. Wir bitten dich um deine wun den, Um deine marter, noth und pein: Ach, laß doch unsre lebensstunden Nicht plößlich abgekürzet sein. Girb raum zur buße, JEsu Christ, Der du von großer langmuth bist. 8. Laß dich des übels doch gereuen, Das uns schon hart getroffen hat; Hör' unser winseln, flagen, schreien, Sei gnädig unserm land und stadt Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Und thu' uns wohl, HErr JEsu 775. Nun wachen GOttes Christ, Weil du die segensquelle Bei überhäuften sünden auf, Nun werden plößlich viel zunichte Und schließen ihren lebenslauf. Ach zürne nicht, HErr JEsu Christ, Der du im zorn auch gnädig bist. 9. Laß unsre seelen vor dir leben, Laß sie dir lieb und theuer sein, So wollen wir dein lob erheben, So preisen wir dich insgemein. Erhör' uns doch, HErr JEfu Christ, Dieweil du unser bruder bist. 4. Wo laster eingeschlichen sein, Da schleichen auch die seuchen ein; Und wo der teufel sonst regiert, Wird ein regierend gift gespürt. Der todten werke ihr geruch Bringt uns den wohlverdienten fluch. 5. Nch vater, der gebrochne bund Reu't uns von ganzem Herzensgrund; Das große übel schmerzet uns, Wir schämen uns jetzt unsers thuns. Wir flagen uns selbst vor dir an, Daß wir so gar nicht recht gethan. 6. Verschon' uns doch, nimm weg den fluch! Ach, riech' den süßesten geruch Des opfers, das der heiland that, Wir wissen sonst ja keinen rath. Erhör' im himmel unsre bitt', Wo unser JEsus uns vertritt. 2. Du sprichst ja selbst, du seist geduldig Und zürnest niemals für und für*, Giebt man sich nur der sünden schuldig Und tritt in wahrer reu' zu dir. Denk an dein wort, HErr JEfu Christ, Der du der mund der wahr- Mel. HErr GOtt, der du erforschest. heit bist. un wollen wir dir lob Jerem. 3, 12. 776. Nund preis, Gott un ser helfer bringen; Wir wollen dir nach höchstem fleiß Mit Herz und mund lobsingen, Dieweil du uns in sterbensnoth So treu beschüßet, daß der tod Uns nicht dahin geriffen, Wofür wir clle lebenslang Dir, o GOtt 3. Wir folgen, wie du uns gerathen, und sagen ohne heuchelschein, Daß unsre schweren missethaten, Wie sand am meer unzählbar sein. Ach gnad', ach gnade, JEsu Christ, Dieweil du der erbarmer bist. 4. Es will das herz vor wehmuth Danksagung nach überstandener Pestseuche. um Abwendung der Theurung und Hungersnoth. 441 bater, preis und dank Von herzen| der sündenlauf Hört mit der pest nun sagen müssen. völlig auf, Nichts soll GOtt mehr erregen, Uns fort mit zorn und pest zu dräun. Du wirst uns, HErr, behülflich sein, Daß wirs erfüllen mögen. 2. Wir waren noch vor kurzer zeit Ein scheusal allen leuten, Sie alle wichen weit und breit Von uns auf allen seiten. Wir wurden deiner strafe ziel, Weil uns die pestilenz befiel, Der lohn für unsre sünden; Hier war kein mensch der sicher war, Kein ort befreiet von gefahr, Kein plaß, wo ruh' zu finden. 3. Wir waren, höchster, allzumal Mit herzensangst umgeben; In lauter qual Bestand Um die tägliche Nothdurft. Mel. Nun freut euch liebe 2c. das arme leben. Der tod ris täglich 777. Gott giebt die nahrung viel ins grab, Die noth nahm zu, die menschen ab, Die arznei war vergebens. Nichts trieb des würgers macht zurück, Es schien uns jeder augenblick Der letzte unsers lebens. 4. Jedoch ein jeder von uns hat Mit ernst zu dir geschrieen, Drum hast du uns die missethat Aus vatertreu' verziehen. Du hast durch deine gnadenhand Das übel von uns abgewandt, Uns gnädiglich behütet. GÖtt lob und dank! wir leben noch, Da die gemeine seuche doch Betrübt um uns gewüthet. 5. GOtt lob, nun kann man ohne scheu Vergnügt beisammen leben; Ein jeder ist der sorge frei, Darin er mußte schweben. So gnädig haft du's, GOtt, gemacht, Drum sind wir sämmtlich drauf bedacht, Daß wir dich würdig preisen Und dir für solche gütigkeit Durch unsre ganze lebenszeit Bon herzen dank erweisen. 6. Rob sei dir, GOtt im höchsten thron, Für deine vatergüte; Lob sagt dir, JEsu GOttes sohn, Herz, lippen. und gemüthe; Lob sei dir, o GOtt heil'ger geist, Sei jetzt und immerdar gepreist, Daß du uns nun erhöret! Wir sind erlöset von der pest Und sehn, wer sich auf Ott verläßt, Der bleibet unversehret. Um Abwendung der Theurung und Hungersnoth. 7. Die sündenstraf ist nun dahin, Drum stehn wir ab von sünden; In unserm gottergebnen sinn Soll sich nichts böses finden. Der vorsag bleibt: hände werken; Wir sehn es mit er= staunen an, Wir könnens täglich merken. Doch will er, daß insonderheit Wir christen seine gütigkeit Gebührend darum bitten. 2. Deshalben rufen wir zu dir, Um deine milden gaben, Die wir, o höchster GOtt, allhier Am meisten nöthig haben. Wir bitten nicht um überfluß, Nur was die nothdurft haben muß An essen und an trinken. 3. Laß uns in gutem fried' und ruh', Was du uns giebst, genießen; Gieb dein gedeihen immerzu Zum pflanzen und begießen; Ernähr' uns, segne dieses land, Die obrigkeit und jeden stand; Laß heil und wohlfahrt blühen. 4. Gieb fleider, nahrung, brot und was 3um unterhalt gehöret, Daß ehr' und zucht ohn' unterlaß Sich unter uns vermehret; Gieb fromme kinder und gemahl, Und laß uns sämmtlich überall Getreue nachbarn finden. 5. Behüt' uns christen insgemein Vor geiz und nahrungssorgen; Laß unser herz zufrieden sein, nicht ängsten um den morgen. Ein jeder tag hat seine last, Drum nehm' ich an, was du mir hast Für dieses mal ge= geben. 442 Bei gegenwärtiger Hungers noth. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. 779. Darmen, Du ſchöpfer reicher Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. aller welt, Du bater voll erbarmen, 778. V zu dir im on dir, liebreicher Der ewig glauben hält! Weil du ser täglich brot. Was hat dich doch be- beten Auch alles fleisch getreten, Weil wogen, Daß du es uns entzogen? du es alles nährst. Nur unsre schweren sünden, Die sich an uns befinden. In gemeiner Noth und zwar 2. Dein eifer höre auf, Brich nun der theurung lauf; Laß dich so vielet armen, milder GOtt, erbarmen; Laß uns nicht gar verderben Und nicht durch hunger sterben. 3. Wir hättens zwar verdient, Jedoch wir sind versühnt Durch Christi tod und leiden; Drum laß den hunger scheiden, Der uns anjeßo plaget, Und groß' und kleine naget. 4. Vergiß der alten schuld, Erzeig' uns deine huld In diesen theuren zeiten, Und schenk' uns armen leuten Zur nothdurft deine gaben, Den matten leib zu laben. 5. Du nährst der vögel schaar, Darum vergiß nicht gar Der halb berschmacht'ten deinen, Hör unser kläglich weinen, Sei gnädig deinen findern, Laß dich den zorn nicht hindern. 6. Die vatertreu' steht fest, Die uns nicht darben läßt; Willst du an die gedenken, So mußt du nahrung schenken, Den jungen nebst den alten, Das leben zu erhalten. 7. HErr, unsre zuversicht, Laß unfern glauben nicht In theurung un= tergehen, Du wirst ja bei uns stehen; Du kannst, was unser leben Erfordert, reichlich geben. 8. Jedoch, gefällt es dir, Nimmst du durch hunger mir Dies jammerbolle leben, Wirst du ein bessers geben. Dir sei es heimgestellet, Machs, HErr, wie dirs gefället. 9. Wir habens wohl verschuld't; Drum gieb uns nur geduld, So lang' dies elend währet. Wird uns dann trost bescheeret, So wollen wir dich oben Bei dir und hier schon loben. 2. HErr, unsre großen sünden Verdienen diese noth, Daß wir mit recht empfinden, Was uns dein wort gedroht: Ein fruchtbar erdreich soll, um seiner bürger willen, Nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser maß ist voll. 3. Ach, unser boshaft leben Drückt uns nun allzuhart: Du wollest uns vergeben Nach treuer vaterart. Die fünde trägt zwar frucht, Doch diese frucht bringt schaden, Ach HErr, ver= gieb aus gnaden Dem, der dein antlig sucht. 4. Ertrag' uns mit erbarmen, Wir tragen herzlich reu'; Erhöre doch uns armen Nach deiner wundertreu. Du bist die zuversicht, zu der wir alle flehen, Nach der wir alle sehen, Darum verlaß uns nicht. 5. GOtt, unser heil, ach, wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, Den schaß der allmacht, auf. Was nur ein leben hat, Nähist du mit wohlgefallen, Drum auf une gieb uns allen, O vater, nahrung fatt! 6 Du rufft dem nichts, o vater, Damit es etwas sei, Sei jetzt auch GOtt und rather Und hör' das angstgeschrei, Da uns der hunger frißt; Ja hilf uns und erhöre Zu deiner gnadenehre, Die immer tröſtlich ist. 7. HErr, deine brünnlein fließen mit wasser angefüllt, Laß uns es auch genießen, Daß uns dein segen quillt. Such' unsre felder heim, Bereichre sie durch wässern, Damit durch dein verbessern Einst alles wieder teim'. 8. Laß alle frucht gerathen Und baue du das land, Erquicke seine saaten Mit deiner gnadenhand; Ja segne, in Feuers- und Wassersnoth. 443 was man pflügt, Und mach' es weich| Laß doch die glut nicht gehen; Und mit regen, Daß sein gewächs und se= mo der brand noch weiter frißt, Da gen Uns wiederum vergnügt. heiß ihn stille stehen und sprich: bis hieher komm allein, Hier sollst du ruhn und stille sein. Ovater, sei uns gnädig! 9. Dein gutes überschütte Und frön' uns jahr' und zeit; Es triefen deine tritte Bon fetter fruchtbarkeit. Laß alles, was nur webt, Am morgen wohl gedeihen, Am abend sich er= freuen; Mach' fröhlich, was da lebt! 7. Wir, Sodoms art, verdienen zwar Den schweren schwefelregen, Kaum zehn sind fromm in unsrer schaar; Doch laß dich, HErr, bewegen, Sieh doch die zarten finder an, D6 dies dein herz noch rühren kann. O bater, sei uns gnädig! 8. Hilf gnädig und erseße auch Durch deinen reichen segen, Was wind und feuer, dampf und rauch In staub und asche legen. Behüt' uns, schone diesen ort Vor glut und brand und sei hinfort Uns, treuer bater, gnädig! In Feuers- und Wassersnoth. In Feuersgefähr. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 780.8 hat dein zorn, der stark entbrannt, Ein feuer angestecket, Das ohne zweifel deine hand, Ohöchster GOtt, erwecket. So strafst du unsre missethat, Die mehr, als dies, verdienet hat. O va= ter, uns Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ein 2. Du ließeſt auf die böſen pech, 781. M ein feuer aus, Bees Glut, feuer, schwefel regnen, Und willst dem noch, der wild und frech, Mit flamm' und glut begegnen; Soll dieses auch an uns geschehn, Wie elend wird es uns ergehn? O bater, ſei uns gnädig! schüße menschen, vieh und haus, Richt' es zu deines namens ruhm, Beded uns, HErr, dein eigenthum. 3. Ein heftig feuer brennet sehr, Wirft funten, glut und flammen. Allein dein eifer brennt vielmehr Und schlägt mit macht zusammen; Und geht er erst vollkommen an, Wer ist dann, der ihn löschen kann? O vater, sei uns gnädig! 4. Bergieb die schuld, heil unsre feel', So wird die glut sich stillen, Die sünden sind ihr nahrungsöl, Und bloß um deren willen, HErr, zündest du dies feuer an, Das niemand bon uns löschen kann. O bater, sei uns gnädig! 5. HErr, stille deines zornes lauf, Gieb, daß wir uns befehren; Denn hört dein zorn nur erstlich auf, Wird auch der brand aufhören. Bewahr' uns, HErr, wir bitten dich, Und die da löschen, gnädiglich. O vater, sei uns gnädig! 6. Dahin, wo noch kein feuer ist, 2. Ich ruf dich an in dieser noth: Beweise deine macht, o GOtt, Und rett' uns doch durch JEsum Christ, Wenn deine stunde kommen ist. 3. HErr, hilf und lösche gnädiglich, Jezt bitt' ich und dann preis ich dich; GOtt, rett' uns doch durch Christi tod Von dieser und von aller noth. Für Abgebrannte. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. 782.jammervolle tage, plage Uns hart betroffen hat! Ein großes maß voll thränen Ist unter ach und sehnen Jeßt unsre speise früh und spat. 2. GOtt hat mit schweren strafen Den hirten mit den schafen Im eifer angesehn; Es war das unglücksfeuer So schnell und ungeheuer, Daß niemand konnte widerstehn. 444 3. Wo find doch unſre häuſer? Sie wurden als die reiser Verzehret durch die glut. Wir suchen allerwegen, Wo wir doch bleiben mögen, Gleichwie ein armer fremdling thut. 4. Man höret auf den gaffen Von denen, die verlassen, Ein kläglich angstgeschrei: Ach weh! wer will der armen Sich fernerhin erbarmen, Wer steht uns in dem jammer bei? In Wassersnoth. Mel. Hilf mir mein GOtt 2c. 5. HErr, deſſen strenge rechte Uns 783. Wir stehn in noth, Laß arme sündenknechte, Wie billig, nicht verschont, Wir häuften nur auf gnaden Born, strafe, grimm und schaden; Drum hast du nach verdienst gelohnt. uns, o GOtt, Die flut nicht überschwemmen! Nimm uns in acht, Wehr' ihrer macht, Du fannst sie leichtlich hemmen; Verbirg jetzt nicht Dein angesicht, Gedenk an uns in gnaden. Die tiefe dräut Uns allbereit Mit einbruch, noth und schaden. 6. Doch fallen wir in buße, Dir, höchster GOtt, zu fuße, Erkennen unsre schuld; Ach, schlage doch gelinder Auf uns erschrockne finder Und zeig' uns wieder gnad' und huld. 7. Gedenk an deine treue, Die alle morgen neue, Gleich wie die sonn', aufgeht; Du bist ja unser bater, Erhalter und berather, Wenngleich ein unglückssturm entsteht. or 8. Ist groß der sündenschade, So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld; Du kannst uns nicht verderben, Denn Christi blut und sterben Erwirbt uns deine gnad' und huld. In gemeiner Noth und zwar 9. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach, gieb uns trost und heil. Laß sich um derentwegen, 3orn, grimm und eifer legen Und bleib du unser bestes theil. 10. Es soll dir leib und leben 3u deinem dienst ergeben und aufge= opfert sein. Dein geist, HErr, soll uns führen Und jederzeit regieren, Dein wort allein soll uns erfreun. 11. Indessen gönn' uns armen, O bater, dein erbarmen Und steh' uns mächtig bei, Daß fernerhin dein segen Auf allen unsern wegen Erfreulich um und bei uns sei. 12. Gieb wieder, was zusammen Wir in den heißen flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren, Wenn solches deinen ehren Und unsrer wohlfahrt dienlich ist. 13. Erbaue, was zerstöret Und was die glut verheeret, Erseße diesen brand, So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, So freuet sich das ganze land. 2. 3war haben wir Viel unrecht hier, Wie wasser, eingesoffen; Drum rauscht dein grimm Mit ungeslüm, Und angst hat uns betroffen; Der sünden hauf Erhebt den lauf Des stroms, der schnellen wogen, Allein verzeih, Aus vatertreu', Die sich uns nie entzogen. 3. Sei unser hort Nach deinem wort Um JEsu Christi willen; Wenn der uns ist nicht selbst beschüßt, Wird nichts die wellen, stillen. Du mußt allein Die schußwehr sein Um unser gut und leben; Wir wollen dir, O HErr, dafür Dank, preis und ehre geben. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 784. Die waffers noth ist groß! wir fliehen bloß zu dir und deiner güte, Daß fie uns jetzt behüte, Weil alles sich er= gießet Und schrecklich auf uns fließet. 2. Ach GOtt, das wilde meer Rauscht schreckenvoll daher, Will alles überschwemmen; Wer will die fluten hemmen, Wer will davor bestehen? Ach, alles muß vergehen! 3. Es raubt die wilde slut Uns güter, muth und blut, Dein grimm läßt ströme fließen, Die sich wie berg' ergießen, Daß länder, städt und flecken Voll angst davor erschrecken. bei großem Sturm und Ungewitter. 445 4. Bergieb uns unsre schuld, Und| wird uns decken, Verjage nur das hab, o HErr, geduld! Laß Christi blut versüthnen, Was wir mit recht verdienen; Befreie deine schafe Von der ver= dienten strafe. schrecken; Umfaß uns, HErr, in gna= den, Laß uns den bliß nicht schaden. 5. HErr, deines zorns gewalt Verderbt uns allzubald; Ach, laß, um JEsu willen, Sich sturm und wellen stillen! Man hört die fluten schallen; Ach, laß das wasser fallen! Mel. Erbarm' dich mein, o HErre 2c. 6. Ach GOtt, ſich an die noth, 786. Ah Gott, wie ſchrecklich At dein Wenn Das elend und den tod, Den wir augen sehen, Laß dirs zu herzen gehen; Ach GOtt! wir müssen sterben, Ach hilf, eh wir verderben! du stark auf den wolken gehst Und deine schwere donnerstimm' Mit starkem krachen von dir stößt. Wir arme, blöde menschenkind Erkennen deine große macht, Drum wir in furcht und schrecken sind, Weils von dem himmel blizt und kracht. 7. Du ließest, GOttes lamm deinem Freuzesstamm Das blut mit strömen fließen, Ach, laß uns deß genießen! Ach JEsu, wir verderben, Ach, laß uns selig sterben! 8. Ach, guter geist, wir flehn: Laß uns bald rettung sehn, Und sende sie behende, Sonst gieb ein selig ende, Daß, wo wir ja verderben, Wir den noch selig sterben. Bei großem Sturm und Ungewitter. Bei heftigen Donner- Gewittern. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. 785. 8 steigt ein wetter auf, Mein herz, zu GOtt hinauf! Fall ihm, durch wahre buße Und reu' in eil' zu fuße, Daß jego deine sünden Durch Christi tod verschwinden. 2. HErr, der du gnädig bist, Ich habe JEsum Christ In meinen glaubensarmen Und flehe um erbarmen; Ach, schon' um dessentwillen, Er kann den eifer stillen. 3. Gieb mir, durch Christi blut, HErr, einen frohen muth, Der sich nicht knechtisch scheue, Dich liebe, deiner treue In allem findlich traue, Auf deine hülfe baue. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, Bleib unsre zuversicht, Daß deine vaterliebe Sich jetzt auch an uns übe. Wir wollen, weil wir leben, Dir preis und ehre geben. 4. Ich will mit dem, was mein, In dir gelassen sein; Dein flügel 2. Die erde, die sich sonst nicht regt, Erschüttert sich jetzt fürchterlich; Wenn du nur schnaubest, wird be= wegt Der berge grund und fürchtet dich. Dein arm ist stark, dein' hand ist schwer, Wenn du im zorn sie hebest auf Und wirfst die strahlen hin und her; Mit zittern treten wir zu hauf. 3. Wir hätten wohl verdient, o GOtt, Weil unsre sünden schwer und viel, Daß du uns schlügst mit grimm zu tod, Weil niemand fast gehorchen will; Doch weil wir deine kinder seind, Dein volk und schafe deiner weid', Das volk, das seine schuld beweint, So hoffen wir barmherzigkeit. 4. Wir wissen nichts und nirgends hin, Durchlaufen wir gleich alle welt, Wohin wir sicher möchten fliehn; Al dein geschöpf zur rach sich stellt. Wir wissen nichts als deine gnad', Die alle morgen neu aufgeht, Die groß ist und kein ende hat, Die jedermann stets offen steht. 5. Wir schreien aus dem jammerthal Durch Christum deinen liebsten sohn, Hinauf zu dir in himmelssaal: Um seinetwillen unser schon'! O va= ter der barmherzigkeit, Straf uns ja nicht, wie wir verschuld't! Uns ist die sünde herzlich leid, Kehr' dich zu uns mit gnad und huld. 446 In gemeiner Noth und zwar 6. Entzünde nicht durch deinen| seine donnerkeile schlägt, Wenn uns bliß, Was du án nahrung hast be- sein strahl zur asche macht, Wird alle scheert; Vor donnerschlägen uns be- schuld auf euch gebracht. schüß', Halt unsern leib doch unver= sehrt. Sei du bei uns in dieser noth, Al' hoffnung ist zu dir gericht't. Behüt' vor bösem, schnellen tod, Versag' uns deine hülfe nicht. 4. Doch vater, höre bei den blißen Doch deiner kinder kläglich schrein, u wollest stadt und land beschüßen Und uns im zorne gnädig sein. Stred aus den arm, der uns bedeckt, Zertreib das wetter, das uns schreckt. 7. Bedecke du mit deiner hand Leib, leben, haus, vieh, gut und hab' Bewahr' die früchte auf dem land, Und was uns sonst dein segen gab. Bor schlossen, hagel, wasserfluth, Bor feu'r und anderm wetterschad' Halt uns, o GOtt, in deiner hut, So rühmen wir dann deine gnad. 8. Du bist allein der HErr und GOtt, Dem donner, bliß, luft, feuer, wind, Dem alles stehet zu gebot Und seinen willen thut geschwind. Ach HErr, wo ist dir jemand gleich 3m himmel und in aller welt? Wer hat ein solch gewaltig reich, Dem alles stracks zu fuße fällt? 5. Allein der donner deines wor= tes Zerknirsch' uns den befleckten geist, Damit ein jeder seines ortes Dich, GOtt, durch frommes leben preist. Rühr' unsre herzen allemal Durch einen buß- und glaubensstrahl. 6. Erscheinst du aber in dem wetter, O JEsu, richter aller welt, So sei mein bruder und erretter, Damit das urtheil gnädig fällt, Das uns den himmel zuerfennt, und keine glut, die ewig brennt. Bei heftigen Sturmwinden. Mel. Kommt laßt euch den 2c. 9. nur ein weichet balb Des schweren wetters grauſam= 788. verderben Und verge= feit; Dein wort durchdringet mit walt, Drum uns zu retten sei bereit. Ach komm, ach komm jetzt, und beweis, Daß du der rechte helfer seist, So singen wir dir lob und preis, Sammt Christo und dem heil'gen geist. gehen in der noth! Ach wir müssen kläglich sterben, Wenn du nicht aus noth und tod Unser armes leben führst Und des windes sturm regierst. HErr, wir fliehn zu deinen armen, HErr, wir suchen dein erbarmen. 3. Ihr fünden, dieses zorngerichte, Dies wetter habet ihr erregt; Wenn GOtt die ganze welt zunichte Durch 2. Grausam ist des windes wüthen, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Der so schrecklich tobt und reißt; Du herrscher allein verbieten. Wie du 787. Galle dinge, Du fürst deine macht erweist, Als der bangen und HErr der ganzen welt, Hilf, daß ich jetzt mit andacht singe, Gieb, daß mein seufzen dir gefällt; Ja, laß den sehr betrübten ton Bor deinen hohen gnadenthron. jünger schaar Mit dir in dem schiffe war, So laß auch anjeßt den deinen Deine gnadenmacht erscheinen. 2. Die wolken ziehen sich zusammen, Der himmel sieht erzürnet aus; Er speiet blig und feuerflammen Auf unsern ort, auf unser haus. Der don ner knallet in der höh, Die menschen sind voll ach und weh. 3. Zwar du hast den wind erschaffen, Übst durch ihn dein schrecken aus, Läßt ihn böse finder strafen, Stürzest durch ihn hof und haus. Und wie grob vergreifen wir uns, liebreicher GOtt, an dir; HErr, du könntest solch verbrechen Wohl mit schrecken an uns rächen. 4. Doch du pflegst an uns zu denfen Und das herz in zorn und wuth, Doch voll huld auf uns zu lenken. für die Früchte des Feldes. 447 Ach wir flehn durch Christi blut: HErr,| ten fertig sind. Sommer, winter, frost ad reiß uns dieses mal Aus der angst und hiße Ordnest du so, wie es nüße und bangen qual, Laß uns eilend Zu dei erde fruchtbarkeit, Alles zu hülfe finden, Schenk uns gnädig straf bestimmter zeit. und sünden. 5. Dräu dem wind, daß er sich lege, Gieb uns wieder stille ruh', Hilf, daß sich kein sturm mehr rege, Denn wir sagen bessrung zu. HErr, wir wollen jederzeit Deines namens herrlichkeit Jego hier und einst dort oben Unaufhörlich dafür loben. 6. Denn dich jammert deiner kin= der. Ob es dir schon wohl bekannt, Daß sie böse sind und fünder, Höret deine milde hand Doch nicht auf, das land zu segnen, Denn du läßt nicht immer regnen; Es muß auch der sonnenschein, Nach dem regen, fruchtbar ſein. Danklied nach überstandenem Ungewitter. Mel. JEsu, meines Lebens 20: 789. G Ott, vor dessen macht und stärke, Erd' und himmel sich bewegt! Wenn mein herz die großen werke Deiner allmacht überlegt, So bekenn' ich dir, mein könig, Mein verstand ist viel zu wenig, Deine wege bleiben mir Unbegreiflich für und für. 2. Geb' ich auf des himmels kräfté Und auf erd' und wasser acht, Wie ein jedes sein geschäfte, Und wozu du es gemacht Gleich auf dein geheiß vollbringe, Find' ich ja in jedem dinge Wunder, deren hohen preis Ich nicht auszusprechen weiß. Für die Früchte des Feldes. Um fruchtbares Gewitter. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 790. vater, deine sonne scheint Auf bös und fromme, freund und feind, Es wird die ganze welt erleucht't, Mit thau und regen auch befeucht't. 2. Du machest berg und auen naß Und läßt d'rauf wachsen laub und gras, Daß sich die thiere mannigfalt 4. Doch vergißt du deine liebe Gegen deine finder nicht. Sind die wol- 3m felde nähren und im wald. fen schwarz und trübe, Ihnen scheint dein gnadenlicht. Mitten in dem sturm und wetter Bist du selbst ihr schuß und retter, Schonest ihrer blödigkeit, Wenn ihr herz in ängsten schreit. 3. Du, HErr, bringst des windes brausen Aus verborg'nen orten her, Und sein ungestümes fausen Hören wir nicht ungefähr. Wenn die wolfen sich ergießen und die strahlen heftig schießen, Wenn der donner blitt und fracht, Zeigst du deines eifers macht. 7. Wer ist, der die liebesthaten Deiner hand nicht rühmen muß? Wenn du alles wohl gerathen Und von deinem überfluß Uns die fülle läsfest nehmen, Muß ich mich ja billig schämen, Daß dich GOtt, mein träger geist, Nicht g'nug rühmet, lobt und preist. 8. Ach daß ich doch, wie ich sollte, Zebte dir, mein GOtt, allein, Nichts als deinen willen wollte, Dir gehor= sam möchte sein, Und von elementen, sternen, Mond und sonne möchte ler= nen! Denn die sind zu jeder zeit Dir zu dienen höchst bereit. 5. Wenn du sprichst, so muß sich stillen Regen, donner, sturm und wind, Als die alle deinen willen Auszurich3. Uns menschen giebst du brot und wein, Daß unser herz kann fröh= lich sein, Du machst, daß es die erde bringt Und uns die arbeit wohl ge= lingt. 4. Wir bitten deine gnad' und güt', Daß deine wohlthat uns behüt'; Die frucht der erde uns bewahr' Und gieb uns ein gesegnet jahr. 448 In gemeiner Noth und zwar 5. Ein fruchtbar wetter uns be-| auch die ursach' aller noth, Die sünde scheer', Frost, hagel, mißwachs von selbst, mit eifer flieht, Die ihm zorn, uns fehr', Wind, regen, thau und son- unglück, strafe, tod Und deinen fluch nenschein Muß deinem wort gehorsam zusammenzieht. sein. 6. Die mäuf und schnecken, deine ruth'. Und was den früchten schaden thut, Solch ungeziefer von uns treib', Daß dein geschenk uns völlig bleib'. 3. Wir schreien in der noth; vernimm, HErr, unser ängstliches geschrei! Wir flehen: lege deinen grimm Und mach' uns von den plagen frei; Ach HErr, wir kehren uns zu dir, Wir ehren dich als unsern GOtt Und flehn voll herzlicher begier: HErr, hör' und hilf uns aus der noth. 7. Und wenn sich sünde bei uns find't, Denk', daß wir deine finder find; Thu auf, HErr, deine milde hand, Dein fußtapf segne unser land. Um Sonnenschein. 8. Den himmel mach' von wolken rein, Auf daß die sonn' beständig schein' Und bald erwärme und aufricht', Was sonst verdirbt und wird zunicht”.* * Um Regen. 8. O GOtt, erhöre unsre bitt' Und theil uns milden regen mit, Daß wir genießen deine gab', Und auch das vieh sein futter hab.* Mel. O GOtt, du frommer 2c. 9. Wenn deine gnad' das jahr 792. HErr, allerhöchſter GÖtt, Dem himmel, denn krönt, Sind wir mit deinem gut belehnt; Thu' aber dieses noch dazu Und gieb gesundheit, fried' und ruh'. 10. Bei dir steht alles, HErr, allein, Wir wollen treu und dankbar sein Und deines großen namens ehr' Dafür ausbreiten mehr und mehr. 4. Ach hilf uns bald von deinem thron, Gedenke nicht der sündenschuld, Verschon' uns, HErr, durch deinen sohn Und zeig' uns wieder gnad' und huld; Zeit' du uns selbst auf rechter bahn Durch deines geistes kraft und licht; Sieh auch das land in gnaden an, Versag' uns doch den regen nicht. Um Regen bei großer. Dürre. Mel. Erbarm' dich mein, o HErre 2c. ſchließ, 791. Schließ auf, den auf, Den deine hand bisher verschließt; Eröffne doch der wolken lauf, Damit ein milder regen fließt. 3war wir verschließen oft vor dir Und unferm nächsten immerhin, GOtt, die herzensthür, Ja beistand, hülfe, muth und sinn; treuer 2. Doch hast du dem ein offnes herz Und offnen himmel zugesagt, Der mit viel reu' und seelenschmerz Dir seine noth und sünden klagt; Der und erden, Dem wolfen, luft und wind Allzeit gehorsam werden, Wenn dein allmächtig wort Sie heißt zu dienste stehn, Laß unser seufzen doch Jegt in erfüllung gehn. 2. Ach überschütt' uns doch, HErr, mit deinem segen; Erfreu'uns gnädiglich mit einem milden regen, Damit das arme land, Das dürr' und elend liegt ich wiederum er= quidt Und lebensfäfte friegt. 3. Ach schau' erbarmend an, Wie vich und menschen schmachten Und nach dem himmelsthau Mit offnem gen stets Bei uns vorüber ziehn? Dein gnadenschatz von uns, Als von verfluchten, fliehn? 4. Ach freilich, ach, wir sind Ja als verfluchte fünder, Als ein abtrünnig volk, Als ungerathne finder, Nicht solcher wohlthat werth, Und unser undank macht, Daß billig feld und wald Und mensch und vieh verschmacht't. 5. Wir brauchen, leider, zwar, Den 449 überfluß, die fülle, So du bisher geschenkt, Nicht so, wie es dein wille, Zu unserm unterhalt, Drum trifft uns jetzt mit recht, Was wir, o GOtt, verdient: Wir sind ein bös geschlecht. 3. Du hörest stets des armen volkes flehen, Willst sein geschrei und seufzen nicht verschmähen; Wir haben kaum vor deinem gnadenthron Die noth geklagt, so hilfest du uns schon. 6. Wir haben öftermals, Was du uns gabst, verschwendet, Auf wollust, 4. Du siehest auf das lechzende geüppigkeit Dein reiches gut verwen- filde Und wässerst es reich, gnädiglich det; Drum stellet sich mit recht Der mangel bei uns ein Und dieser soll nunmehr Des mißbrauchs strafe sein. und milde, Du giebst befehl, daß sich die wolkenflut Ergießen muß, so wie fie jego thut. 7. Doch, HErr, du hast uns schon Durch Christi blut und schmerzen So manche schuld geschenkt, Drum flehen wir von herzen: Bergieb auch diese schuld Und öffne deine hand Und mach' uns deine treu' Und gütigkeit bekannt. 8. Befeuchte doch das land Und tränk' die matten felder; Gieß' deinen segensthau Auf wiesen, gärten, wälder, Daß, was bisher gedürst't, Nun wiederum aufs neu' Aus deinem himmelsschaß Beneßt, getränket sei. 9. Ja bater, nimm uns doch Nun wiederum zu gnaden, Laß unsre sünden uns Hinkünftig nicht mehr scha= den; Wir sind auf deinen dienst Und deinen ruhm bedacht; Erfreue, was bisher Dein zorn betrübt gemacht.. 10. Ergieß zugleich dein wort, Als deinen gnadenregen, In unser mattes herz Mit tausendfachem segen. Gieb dein gedeihen, HErr, Zum pflanzen und beguß, Damit die glaubensfrucht Im segen wachsen muß.. für die Früchte des Feldes. Mel. Mein herz und seel' 2c. 793. Bereit, o Gott, mein herz nebst allen fräften, Entzieh' den sinn von irdischen geschäften, Damit mein lied, das dir die andacht bringt, Dir wohl gefällt und durch die wolken dringt. 5. Ein regenstrom, getrieben vor dem winde, Ergießet sich und neht die dürren gründe, Und unser feld, das zu verschmachten schien, Steht jetzt, GOtt lob, ganz fruchtbar, frisch und grün. 2. Erhebe selbst die flügel meiner finnen, So preis ich dich, der von des himmels zinnen Nun unser flehn und seufzen angehört: Dein name sei, o bater, höchst geehrt! 6. Wo ist doch wohl ein GOtt dir zu vergleichen? Wer giebet uns so gnadenvolle zeichen, Wie du, o GOtt? dir muß der sonnenschein, Wind, regen, bliß stets zu gebote sein. 7. Nun, großer HErr, wir danken. deinem namen, Wir danken ihm, daß er gras, frucht und samen, Zur rechten zeit durch regen, thau erquickt Und wieder drauf ein warmes wetter schickt. 8. Auch bitten wir: laß deinen gnadensegen Sich ferner noch um unfre felder legen, Daß man mit dank in ruh' und ungekränkt Genießen kann, was uns dein segen schenkt. Danklied für den Regen. 794. melslichter, Kläre deiMel. Mein GOtt ich bin jetzt. himUm Sonnenschein bei anhaltendem Regen. nen himmel auf, Sei nicht ein zu scharfer richter Über unſern ſündenlauf, Zaß die wolken einst vergehen Und die sonne wieder sehen. 2. 3war das licht müßt' uns nicht scheinen, Weil wir finsterniß geliebt, Sollte nicht der himmel weinen Über die, die GOtt betrübt? Sollt' er die mit licht erfreuen, Die den HErrn des lichtes scheuen? 3. Doch er läßt die sonn' aufgehen Beides über bös und gut, Sonnen 29 450 klar daraus zu sehen, Wie er als ein vater thut, Der oft mit dem bösen finde Langmuth trägt bei dessen sünde. 4. mer vater, laß uns blicken Deine vaterlieb' und treu', Laß das land die sonn' erquicken, Deine gnade werd'uns neu; Ja, zu unsrer seelenwonne Leucht' uns selbst, o gnadensonne. In gemeiner Noth und zwar Mel. Wo GOtt der HErr nicht 2c. 795. GOtt, du kannſt den himmel ganz Mit schwarzen wolken decken, Du kannst den heitern sonnenglanz Auch wieder bald erwecken, Halt' doch mit vielem regen ein Und gieb uns wieder sonnenschein, Daß unser land sich freue. 2. Die felder trauern weit und breit, Die früchte leiden schaden, Weil fie von vieler feuchtigkeit Und nässe ganz beladen; Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Will leider ganz verderben. 3. Das machet unsre missethat Und höchst verkehrtes leben, Das dei= nen zorn entzündet hat, Daß wir in nöthen schweben; Wir sünder, wir erkennen nun: Weil wir nicht wollen buße thun, Muß jetzt der himmel weinen. 4. Doch denk' an deine gnad' und treu' Und laß uns hülfe sehen; Mach' deine gnade bei uns neu, Um die wir findlich flehen; Wie hält sich deine freundlichkeit So hart bei dieser schweren zeit? Du bist ja unser vater. 5. Gieb uns, o HErr GOtt zebaoth, Das licht der heitern sonne, Und überschütt' uns nach der noth Mit freude, lust und wonne; Entded' uns jetzt, nach deiner treu', Daß außer dir fein segen sei 3m himmel und auf erden. Danksagung nach wieder erlangtem Sonnenschein. Mel. Nun danfet alle GOtt. ein GOtt, du bist gerecht und bleibst doch 796. M lauter liebe, Stehts mit uns armen gleich Oft kümmerlich und trübe; Scheints gleich, als dächtest du, Bei überhäufter schuld, Nicht mehr an deine treu Und väterliche huld. 2. Wir alle reizen dich Mit über= häuften sünden, und gleichwohl läsfest du Uns huld und gnade finden, Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt und der gedrohte schlag Das sündenherz erschreckt. 3. HErr, dein erbarmen kann Kein menschenfinn erreichen, Weils unermeßlich ist. Wenn berg' und hügel weichen, Wenn erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn, Bleibt deine wahrheit doch Stets 8 unbeweglich stehn. 4. Wir haben, dir zum preis, Nun dies von jahr' zu jahren, Mein GOtt, ohn' unterlaß Und jezo noch erfahren, Da du die eifersfluth Nach sünd= lichem verdienst In stetem regenguß Auf uns zu schütten schienst. 5. Die sonne mußt' ihr licht Biel tage lang verstecken, Wind, ungewitter, sturm Erfüllten uns mit schrecken, Weil man nur dunkelheit Und finstre nebel sah, Und unsers landes saat War dem verderben nah. 6. Es schien, als hättest du Den bund zurück gezogen, Den du mit Noah macht'st, Als du den gnaden= bogen Nach der verderbensflut In diese luft gestellt und schwurst: fein regenguß Verderbe mehr die welt. 7. Doch aber was dein mund Ung fündern treu versprochen, Das bleibt an deinem theil Wohl fest und ungebrochen. Dein name heißet treu, Wahrhaft, unwandelbar; Und so ist auch dein ruhm, Dein wort bleibt ewig wahr. 8. Nun HErr, auf deinen wink Verrichten alle träfte, Auch regen, sonne, wind Und himmel ihr geschäfte. Wir preisen deine huld, Die sich jetzt unser flehn Bei unsrer kümmerniß Zu herzen läsfet gehn. 9. Ja, HErr, wir preisen dich, Wir loben deine güte, Versorg' uns für die Früchte des Feldes. 451 fernerhin Mit gnädigstem gemüthe;| Nach deinem rath Hier öfters muß Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein, Wir wollen dir dafür Von herzen dankbar sein. Zur Saatzeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. iebreicher Gott, dein fegenswort Erzeiget sich noch fort und fort Geschäftig auf der 797 erden, Drum kann das feld Mit nuß bestellt und angebauet 2. Der ersten eltern sündenfall Hat auf die welt zwar überall Ein schweres joch geleget; Es kostet schweiß, Weil ohne fleiß Der acker dornen träget. 3. Jedoch hat deine gnadenhand Den fluch gemildert und gewandt, Du läßt uns gnädig wissen, Daß reiche frucht, So man gesucht Die arbeit soll versüßen. 4. Drum streut die hoffnung samen aus; Doch segnest du nicht feld und haus, So ist die müh' vergebens. Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 5. Laß unsre saat nun glücklich sein, Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und früh Nach sorg'und müh' Einst wiederum erfreuen. 6. Bewahre sie das ganze jahr Sowohl vor feindlicher gefahr, Als schädlichem gewitter, Sonst fehlt das brot Und macht die noth Uns alle freude bitter. 7. Nun bei der saat seh' ich allhier Zugleich ein tröstlich bild vor mir, Denn unter sturm und winden Erhebt sie sich: So muß auch ich Durch freuz den himmel finden. 8. Gleichwie das körnlein erst verdirbt und in der erde gleichsam stirbt, Um neue frucht zu bringen, So werd o GOtt, Ich durch den tod Ins besfre leben dringen. 9. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn, Wenn ich bei trüben fällen Die thränenfaat bestellen. bei, 10. Verleih' mir, vater, auch hieDaß ich vor dir fein unfraut sei, Vielmehr zu deiner ehre Stets grün' und blüh, Auch je und je Zur reinen saat gehöre. Vor der Ernte. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 798. GOtt, es steht dein milder segen unsern feldern jezzo schön; Wir sollten billig allerwegen Die wohlthat dankbarlich erhöhn; Du lockest durch jedermann Zur buß' und frommen leben an. 2. Allein wer folget deinem triebe? Wo ist die wahre dankbarkeit? Man steckt in welt- und fleischesliebe, In fünde, schand' und sicherheit, So, daß dein segensüberfluß Uns bloß zur wollust dienen muß. 3. Ach wunder, daß du nicht durch strafe Uns auch wie andre bölfer schredst, Uns aus dem tiefen fünden= schlafe Durch hunger, frieg und pest erwedst; Das machet deine gütigkeit, Die schonet uns bis diese zeit. 4. O GOtt, bekehr' uns große sün= der, Bergieb uns unsre schwere schuld, Erbarme dich der armen finder Und habe doch mit uns geduld, Wirk' in uns kräftig durch dein wort Und treib' die lust zur fünde fort. 5. Ach, segne ferner deine gaben, Die jegund in dem selde stehn, Laß uns gut erntewetter haben und alle noth vorüber gehn. Gieb, lieber GOtt, daß jedermann Die früchte völlig ernten fann. 6. Hilf, daß wir sie in ruh' verzehren Und auch den armen in der noth Boll lieb' und treu' davon ernähren; Verhüte doch, o treuer GOtt, Bei deiner wohlthat jederzeit Den mißbrauch deiner gütigkeit. 7. Und also laß uns künftig leben, Wie uns dein will' im worte lehrt, Daß wir dir dank und ehre geben Und 29 452 In gemeiner Noth und zwar sich dein segen täglich mehrt, Führ'| Der seine kinder liebt, Und alle jahr uns auch endlich insgemein In deine ihr brot Zur zeit der ernte giebt. himmelsscheuren ein. Bei der Ernte. 8. Gut ist, o HErr, das land, Darein du uns gesetzet; Groß deine starke hand, Die uns so oft eigözet; Unendlich deine macht, und ohne ziel dein ruhm, Drum lobt dich tag und Mel. Nun danket alle GOtt. 799.roblocket jung und alt, nacht Dein volk im heiligthum. reichen den 9. Verleih', o frommer GOtt, Uns ferner deine gnade, Daß ja die feuersnoth Nicht unsern hütten schade, Daß uns nicht angst und leid, Nicht ster= ben, wasserflut, Noch andre fährlichkeit Und jammer schaden thut. armen, Da GOtt den unterhalt Bon neuem aus erbarmen Für euch nun auf ein jahr So mildiglich bescheert. Was euer wünschen war, Ist väterlich erhört. 2. Es hat, GOtt lob und dank, Hier fried' und ruh' gewohnet. Vor frieg und untergang Hat uns der HErr verschonet. Kein feuer, feine glut, Kein schwerer hagelstein, Kein hunger, feine flut Noch seuche brach herein. 3. Die ernte hat der HErr Uns treu und wohl bewahret; Wer hätt', wenn GOtt nicht wär', Uns sonst die frucht gesparet? Wer gäb' uns sonnenschein? Wer regen oder thau? Was würde ohn' ihn wohl sein Mit unserm ackerbau? 4. Umsonst mär' unsre müh', Ulmsonst wär' saat und pflügen; Wir würden sonsten nie Ein förnlein wieder kriegen. Wir möchten früh aufstehn, und bis zur mitternacht Nicht wieder schlafen gehn, Es wär' um= sonst gewacht. 5. So aber hüt't und wacht Der herrscher in der höhe, Sein vaterse= gen macht, Daß unser werk bestehe. Der mal Des sä'= manns wunsch geſtillt, Und reichlich überall Der schnitter hand gefüllt. 6. Des segens überfluß Wird nunmehr eingeführet, Daß man gestehen muß, Daß GOtt der ruhm gebühret, Der uns mit reicher hand Erfreuet und erquickt, und unserm vaterland Ein gutes jahr geschickt. 7. Wir bringen garben ein, Drum soll uns forn und weizen Und garben groß und klein Zum lob' und danke reizen. Wir preisen unsern GOtt, 10. Gesegne, treuer GOtt, Dak was wir täglich essen. Gieb auch den armen brot, Du kannst sie nicht vergessen; HErr, deine milde hand Erfreue jedermann, Daß bei uns stadt und land Den segen spüren fann. 11. Laß unser forn zur saat, Ja bis zur ernte, reichen; Gieb selber rath und that Und thu an uns ein zeichen, Daß jeder sehen kann, Du seist, HErr zebaoth, Bei uns ein wundermann, Der rechte treue GOtt. 12. Lob, preis und ehre sei Jetzt und zu allen zeiten Dir, der du eins und drei, Ein GOtt der ewigkeiten! Dir vater, dir GOtt sohn Und dir GOtt heil'ger geist, Den man im himmelsthron, Und hier auf erden, preist. Nach der Ernte. Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. ernte ist zu 800. Die er egen einges bracht, Woraus GOtt alle stände Satt, reich und fröhlich macht. Der alte GOtt lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel liebeswerken, Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen sein erbarmen, Das uns das feld bestellt Und unverdient uns armen Gethan, was uns gefällt; Das immer noch geschont, Ob wir gleich gottlos leben, Das für die Früchte des Feldes. fried' und cuh' gegeben, Daß jeder| ficher wohnt. 3. 3war Hat böſes thun verderbt, Den wir 801. auf guten wegen Sonst noch von ihm ererbt; Doch hat GOtt mehr gethan Aus unverdienter güte, Als mund, herz und gemüthe Nach würden rühmen kann. 4. Er hat sein herz geneiget, Uns fünder zu erfreun, Und sich uns g'nug bezeuget Durch thau und sonnenschein. Wenn wir es nicht geacht't, So hat er sich verborgen Und uns durch noth und sorgen 3u dem gebet gebracht. 5. O allerliebster vater, Du hast viel dank verdient! Du, mildester berather, Machst, daß dein segen grünt! Wohlan, dich loben wir Für abgewandten schaden, Für tausend andre gnaden; HErr GOtt, wir dan= fen dir! 6. 3um danken kommt das flehen: Laß uns, o frommer GOtt Vor feuer ficher stehen, Und auch vor andrer noth. Gieb friedensvolle zeit, Erhalte deine gaben, Daß wir uns damit laben, Regier' die obrigkeit. 7. Verleih' zu deinem worte Besonders dein gedeih'n, Daß wir an unserm orte Uns deß beständig freun; Halt diesen samen rein, Laß ihn viel früchte bringen, Daß wir in allen dingen Recht fromm und christlich sein. 8. Laß dies uns zu dir lenken, Was du zum unterhalt Des leibes wollen schenken, Daß wir dich mannigfalt In deinen gaben seh'n, Mit herzen, mund und leben Dir dank und ehre geben. O, laß es doch gescheh'n! 9. Kommt unser lebensende, So nimm du unsern geist In deine vaterhände, Wo er der ruh' geneußt, Wo ihm kein leid bewußt; So ernten wir mit freuden, Nach ausgestand'nem leiden, Die garben voller lust. 453 Bei reicher Ernte. Mel. Mein GOtt ich bin jetzt 2c. Err im himmel, GOtt u erden, Herrscher dieser ganzen welt, Laß den mund voll lobes werden, Da man dir zu fuße fällt, Für den reichen erntesegen Dank und opfer darzulegen. 2. Ach, wir habens nicht verdienet, Daß du uns so heimgesucht; Ob gleich unser feld gegrünet, Brachten wir doch keine frucht. Wolltest du nach trauben fragen, Hat man heerlinge getragen. 3. Vater, der du aus erbarmen Böse kinder doch gespeist, Der du beiden, reich und armen, Deines segens fraft beweist; Sei gelobet, sei gepriesen, Daß du so viel guts erwiesen. 4. Du hast früh- und späten regen Uns zu rechter zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller korn erblickt; Berg und thäler, tief und höhen Sehen wir in segen stehen. 5. Als das feld nun reif zur ernte, Schlugen wir die fichel an, Da man erst recht kennen lernte, Was dein großer arm gethan. Werden bei des segens menge Doch die scheuern fast zu enge. 6. Ach, wer ist, der solche güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an. Alle felder ſollen schallen: GOtt macht satt mit wohlgefallen. 7. Gieb nun kraft, den milden se= gen, Den uns deine hand bescheert, Auch so löblich anzulegen, Daß der fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten sünden, kann das gute leicht verschwinden. 8. Schent' uns auch vergnügte herzen, Stolz und geiz laß ferne sein; Laß den undank nichts verscherzen, Streu' den samen wieder ein, Daß wir jetzt und künftig haben, Auch die dürftigen zu laben. 9. Laß dein wort auch früchte brin 454 Kreuz- und gen, Daß man täglich ernten kann; So wird man hier jährlich singen, Wie du uns so wohl gethan. Gieb auch, nach den thränensamen, Freudenernt' im himmel, amen. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. 4. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Man laß ihm seinen willen. Es läßt sich oft zum hunger an, Den er doch weiß zu stillen, Ob gleich das GOtt das ernte Man kann 802. Waist wohl gethan, bei den brocken Bergnügt ſein, und frohlocken. So denken GOttes finder. Sieht GOtt uns gleich nur färglich an, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das herz Doch himmelwärts, Ob wir gleich oft auf erden Ein ziel des jammers werden. 2. Was GOtt thut, das ist wohl gethan. Im geben und im nehmen Sind wir bei ihm stets wohl daran, Wenn wir uns nur bequemen. Die linke schmerzt, Die rechte herzt, Und beide hände müssen Wir doch in demuth küssen. 3. Was GOtt thut, das ist wohl gethan. Er weist uns oft den segen, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 803. erderbte welt, wie Trostlieder Und eh' er noch gedeihen kann, Muß sich die hoffnung legen; Weil er allein Der schatz will sein, So macht er andre güter Durch den verlust nur bitter. III. Kreuz- und Trostlieder. 1. In allerlei Trübfalen überhaupt. du nicht unserm becher ein? Bald scheint ein kleines wohl zu laben, Bald quälet große höllenpein. Wie manther dorn verlegt und sticht, Wenn man nur eine rose bricht. 2. Bald streiten geist und fleisch zusammen, Bald fliegt ein pfeil des bösewichts; Bald stehet haus und stadt in flammen, Bald träget feld und acker nichts; Bald mangelt kleid, bald speis und trank, Bald seufzt ein Lazarus, der frank. 5. Was GOtt thut, das ist wohl gethan. Das feld mag traurig stehen, Wir gehn getrost in seiner bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein wort ist brot, So hat's nicht noth; Die welt müßt' eh' verderben, Als wir durch hunger sterben. 6. Was GOtt thut, das ist wohl gethan, So wollen wir stets schließen. 3st gleich bei uns kein Canaan, Wo milch und honig fließen, Doch ists genug Zur sättigung, Wenn GOtt nur sparsam segnet, Obs gleich nicht manna regnet. Durch trübsal in sein reich geführt? himmelan, Denn auf der breiten wollustbahn 4. Wenn uns die welt nicht bitter schmeckte, Würd' uns der Himmel nimmer süß. Wer ist, wenn leibesnoth nicht schreckte, Der seelenlust was fostlich's hieß? Denn wenn der leib aus angst erstickt, Wird doch der geist in GOtt erquict. 5. 3ur trübsal führt der ruf der gnaden, Der uns zu Chrifti gliedern macht; Wie schwer war der nicht selbst beladen, Wie hart verfolgt, wie sehr veracht't! Trägt nun dein haupt so 3. Doch frommen sind es bater- williglich, So nimm auch Christi schläge, Womit sie GOttes lieberührt. kreuz auf dich. Wer weiß, wie manchen GOttes wege 6. Er ward beleidigt ohn' vergel in allerlei Trübfalen überhaupt. 455 ten, Gegeißelt ohne widerstand, Ge-| GOtt hat, der hat was er soll, Und scholten ohne wiederschelten, Ohn' widerspruch ans freuz verbannt; So trage doch was du verschuld't, Die last der trübsal mit geduld. wär' er sonst gleich armuthsvoll, Kann ihm doch kein gut mangeln. 7. Der hirt und bischof unsrer seelen, Der mehr erlitt als ich und du Führt uns aus dieser kummerhöhlen Bald jener himmelsweide zu; Da soll das labsal ohne pein, Das lachen ohne weinen sein. 6. GOtt denkt an dich in allem schmerz, Wer will den trost ermessen? Er faßt dich in sein vaterherz, Kann deiner nie vergessen. Wenn dich in trübsal niemand kennt, GOtt dich bei deinem namen nennt, Den er selbst angeschrieben. 7: Es ist noch mancher fromme mann, Dem GOtt sein herz kann rühren, Daß er dir hilft, so viel er kann, Du kannst es oft wohl spüren. Ja fönnt' ein mensch auch wie ein stein So hart, und wohl noch härter sein, Daß ihn nichts jammern wollte; 8. So kann doch GOtt, der alles kann, Auch wohl die hund' erwecken Und zur erbarmung führen an, Daß sie die schwären lecken. Die raben kann er gleicher weif Ermuntern, dir zu bringen speif, Wenn du das elend baueft. 9. Und schärft ein feind auch mit gewalt Die zähn' in seinem rachen, So kann sie GOttes macht gar bald Stumpf und zunichte machen, Daß er von seinem grimm absteht, Mit sanftmuth dir entgegen geht, Dich liebet und befördert. 8. Dies muß dein leiden überwiegen: GOtt giebt nach kurzer jammerzeit Das allerseligste vergnügen Der freudenvollen ewigkeit. Berschmachte leib! stirb, sink ins grab! GOtt wischt dort alle thränen ab. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. 804. De er arme Lazarus der Lag Veracht't und voll geschwüre, Bat um die brosamen mit flag' Vor's reichen mannes thüre; Und niemand kam und gab sie ihm, Man fuhr ihn an voll ungestüm, Mit hart- und rauhen worten. 2. So gehts der rechten kirch' auf erd' Mit ihren lieben findern: Sie ist verachtet, arm, beschwert, Ihr kreuz will niemand lindern. Sie lieget vor dem reichen mann, Sie flagt, fie fchreit, so sehr sie kann, Und niemand will fie hören. 3. Sie fleht nur um die brofamlein, Drauf man oft tritt mit füßen; Damit will sie vergnüget sein, Und wills zu rühmen wissen. Sie wünscht nur einen kleinen ort, Daß sie mag hören Christi wort; Daran sollt ihr begnügen. 4. Wohlan, du armer christenhauf, Laß dein herz nicht gleich wanken! Schrei nur mit Lazaro hinauf zu GOtt, bleib in den schtanken, Darein er dich gesetzet hat; Dien' in geduld ihm früh und spat, Laß dir an wenig g'nügen. 10. Er jendet stets die engel aus, Das unglück abzutreiben; Und räumt die seele einst ihr haus, Kann sie nicht länger bleiben, So tragen sie aus aller noth Die engel alsofort zu GOtt, Der sie mit troft erquicket. 11. Groß ist das elend, das uns kränkt In diesem ganzen leben, Wer aber an die freuide denkt, Die GOtt uns dort wird geben, Trägt alles Freuz ganz ohn' verdruß, Wenn er auch gleich viel leiden muß Um Chrifti namens willen. 12. Da wird dich GOtt in seinem schooß In ruh' und freude setzen, Macht dich von allem unglück los, Nichts kann dich da verlegen. Da ist und bleibet GOtt dein freund, Da | drückt und quälet dich fein feind, Der 5. Du brachtest nichts auf diese welt, Nichts wirst du mit dir nehmen; Drum darfst du dich um schnödes geld Allhier auch nicht viel grämên. Wer dich anjetzt verfolget. 9 456 Kreuz und Trostlieder helf mir überwinden. * 13. JEfu Christe, hilf du mir| bleib', Wag' gut und leib; GOtt Mein elend überwinden! Erinnre mich selbst für und für, Was ich dort werde finden, Und daß auf erden alles leid Nicht werth sei deiner herrlichkeit, Die du mir dort wirst geben. = Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 805. 2h wie ist mein herz zerschlagen, Stürmt doch alles auf mich zu. Tausend sorgen, tausend plagen Lassen tag und nacht nicht ruh'; GOtt, ach wohin wend' ich mich? Noth ist inn- und äußerlich; Welt und fünde, höll und teufel Stürzen mich in angst und zweifel. 2. Will ich mich gen himmel kehren, Schrei' ich, liebster GOtt, zu dir; Ach, so scheinst du nicht zu hören, und so wärs ja aus mit mir. Aber nein, ich fasse mich, Führt mich GOtt gleich wunderlich; Endlich widerfährt mir armen Dennoch rath, trost und erbarmen. 3. Ja, mein GOtt, dich laß ich walten, Wär' des elends noch so viel. Du wirst mich, dein kind, erhalten, Du sehst aller noth ein ziel. Wenn du mich gleich hart betrübst, Glaub' ich doch, daß du mich liebst. Bleib' ich nur bei GOtt in gnaden, Kann mir noth und tod nicht schaden. Mel. HErr, ich bekenn' von 2c. 806. Mag ag ich denn nicht von angst und pein Befreiet sein, Muß ich im unglück schweben, Weiß ich doch, daß mir meine schuld Durch GOttes huld In Christo ganz vergeben. GOtt ist nicht weit, Nur kurze zeit Tritt er was fern, Und rettet gern, Die seinem wort nachleben. 2. Der menschen hülf in meiner fach' Ist viel zu schwach, Darinnen rath zu finden; Der trost des höchsten ist der best' und bleibet fest. Was zeitlich, muß verschwinden. Das ew'ge gut Macht rechten muth, Dabei ich 3. Allein zu dir mein' hoffnung ist, HErr JEsu Christ, Ach stehe mir zur seiten; Sieh auf mein unglück, noth und pein, Als wär' es dein, Wenns wider mich will streiten. Ich bitte dich: Erlöse mich, HErr, wie du willt, Du bist mein schild Und wirst mich wohl begleiten. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 807. Mein Gott, hast du Denkest du nicht mehr an mich? Soll mein vergessen? mein herz der jammer fressen? Ach wie lang' verbirgst du dich. Ich geh' aus ängsten fast, Weil du verlassen hast; Ich bin nahe bei der höllen, Wer wird mich zufrieden stellen? vermich Rufest du mir selber zu; Ich soll nur 2. Nicht vergessen, nicht verlassen! ruh. Du hast dich nur so gestellt, ein herze fassen, So find't meine seele nur auf die probe seßen Und dann Willst uns, weil dirs so gefällt, Oft wiederum ergößen. 3. Du willst ja in deinem lieben 3arter als die mütter sein; Ich ſoll mich nur nicht betrüben, Du schließt mich ins herz hinein, Welches voll barmherzigkeit, Das zur hülf und trost bereit, Bon erbarmung hingerissen, Wird es endlich brechen müssen. 4. Ja, wenn alle muttertreue In der welt verloschen wär'; Liebest du doch ohne reue, Unterläsfest nimmermehr Uns von herzen wohl zu thun. Wollten wir in dir beruhn, Würdest du bei allen plagen Uns in deinem schooße tragen. 5. Du willst mit den vaterhänden, Drein du mich gezeichnet hast, Meinen kummer treulich wenden; Diese mindern meine laft, Darin bleibt mein name stehn, Wenn gleich welt und zeit vergehn, Und du wirst nach diesen zeiten Mich dadurch zum himmel leiten. 6. Nun ich traue deinen worten, in allerlei Trübfalen überhaupt. 457 Du bist bater, ich dein kind. Wenn| GOtt, Laß dich mein flehn erweichen. mir auch der hölle pforten Noch so sehr zuwider sind, O, so glaub' ich dennoch fest, Daß mich deine hand nicht läßt, Weil du dich so hoch vermessen, Meiner nimmer zu vergessen. Errette mich aus dieser noth Und thu? an mir ein zeichen, Daß jedermann dadurch versteh', Daß kein gerechter untergeh', Der deinem worte trauet. 7. Du wirst schon dein wort erfüllen, Daß fein punkt verloren geht, Und den durst der seele stillen, Die um trost zum himmel fleht. Deine wahrheit stellet mir Lauter ja und amen für; So darf ich mich nicht mehr kränken, Du wirst schon an mich gedenken. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 808. Mein Gott, ich schreie für und für, Du wollst dich mein erbarmen; All' meine hoffnung steht zu dir, Ach rette bald mich armen, Der ich mit angst umgeben bin; Ich weiß jegund sonst nirgends hin, Als nur zu dir alleine. 2. Mein' arme seel' voll jammers ist, Der geist in mir verschmachtet; Mein herz im leib sich nagt und frißt, Viel finnet und betrachtet, Und find't doch weder rast noch ruh': O lieber GOtt, spring du mir zu, Sonst muß ich gar versinken.. 3. Ich bin geachtet, wo du nicht Mich gnädig wirst bewahren, Als einer, der aus diesem licht zur finsterniß muß fahren. Ich steh' mit einem 7. Doch bitt' ich nicht aus frechem muth, Ich stells in deinen willen: Was mir an leib und seele gut, Wollst du an mir erfüllen. Thu an mir, vater, wie du weißt, Daß mir es dient, und allermeist Zu deines namens ehre. 4. Die freunde stehen fern von mir Und scheuen meine plage. Ein jeder denkt: wer fragt nach dir? Mir hilft nichts, daß ich flage. Die trübsal häuft sich mehr und mehr, Des freuzes last drückt mich so sehr, Daß ich fast muß vergehen. 5. Ach HErr, ach HErr, erbarm' dich mein, Bergieb mir meine sünden, Eil', mich von angst, von furcht und pein Aus gnaden zu entbinden. Nach deiner weisheit hülf mir schic', Im jorn mich nicht von hinnen rück', Du allerliebster vater. 6. Bend' dich zu mir, o treuer 8. Ich will, HErr, dir und deiner macht Mich ganz und gar ergeben, Auf rettung hoffen tag und nacht, Zum sterben oder leben. Es geh' mir, vater, wie du willt, Der tod mir wie das leben gilt; Gieb nur, was mir das beste. 9. Weil ich durch deines geistes gab', Wie ich es fann empfinden, Den heiland in dem herzen hab', Muß aller zweifel schwinden. Ich glaube feste, daß mein GOtt Mich wird durch leben oder tod Gewaltiglich erlösen. 10. Nun was mir GOtt der höchste hat Hierinnen ausersehen, Das wird nach seinem weisen rath Bald folgen auf mein flehen. O HErr mein GOtt, ich laß dich nicht, Bis mir die gnadenhülf' geschicht, Drauf ich so sehnlich warte. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich 2c. fuß im grab, Da ich zudem ſonst nie= 809. 2h treuer GOtt, barmmand elenden tröstet. herzig herz, Deß güte sich nicht endet! Ich weiß, daß du mir diesen schmerz Und fummer zugesendet, Ich weiß, daß du mir diese laſt Aus liebe zugetheilet hast, Und nicht aus haß und grimme. 2. Denn das ist allzeit dein gebrauch, Wer kind ist, muß auch leiden. Wen du, HErr, liebst, den stäupst du auch, Giebst schmerzen, statt der freuden Führst uns zur hölle, thust uns weh' Und führst uns wieder in die höh' Und wechselst lust und thränen. 3. HErr, dies erfuhr dein lieber sohn Ja selber auf der erden, Denn eh' er kam zum ehrenthron, Mußt' er 458 Kreuz- und Trostlieder gefreuzigt werden. Er ging durch| zu heftig an, Daß ich geduldig tragen trübsal, angst und noth, Ja durch den herben bittern tod Drang er zur himmelsfreude. kann, Was mir dein rath beschieden. 4. Hat sich dein sohn, der so gerecht, So willig drein gegeben, Was will ich armer sündenknecht Dir noch viel widerstreben? Er ist ein spiegel der geduld, Und sehnt man sich nach seiner huld, Muß man ihm ähnlich werden. 5. Ach bater, ach, wie schwerlich pflegt Es die vernunft zu gläuben, Daß die, so deine rechte schlägt, In deiner gnade bleiben. Das freuz segt uns in bangigkeit, Wie schwerlich läßt sich lieb' und leid Bei uns zu= ſammen reimen. 6. Was mir noch fehlt, gieb selbst o GOtt, Erhalte meinen glauben, Daß mir ihn weder freuzesnoth Noch trübsalswinde rauben. Erhalte mich, mein fels und hort, Befest'ge mich in deinem wort, Behüte mich vor murren. Mel. Ich will meine stimm' 2c. aß, o HErr, dein ohr neigen, Dir mein ich unverdroffen sei Zum rufen, seuf- wort zu herzen steigen, Stoß mich ja 7. Bin ich ja ſchwach, laß deine 810. treu' mir an die feite treten, Hilf, daß fich zen, beten. So lang' ein herz noch hofft und gläubt Und im gebet beständig bleibt, So lang' ists unbenicht von dir hin, Weil ich arm und elend bin. Hüter über seel' und leben, Welches ich dir ganz ergeben, Bringe deinen knecht aus noth, Der auf dich nur hofft, o GOtt! zwungen. 8. Daß, JEsu, du mein heiland bist, Zeugst du mit deinem blute; Du weißt, was kreuz und trübsal ist, Du weißt, wie dem zu muthe, Den leiden, noth und unglück plagt, Und wirst, was angst und wehmuth klagt, Auch leicht zu herzen fassen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem finn Jeßt mitleid mit mir haben Und mich, wie ichs bedürftig bin, Mit gnad' und hülfe laben. Ach, eil' mir schwachen beizustehn, Laß mich durch dich gewisser gehn, Laß meinen fuß nicht straucheln. 11. Und findet mirs dein rathschluß gut, Ein wenig hier zu leiden, So laß mich nur in deiner hut, Als wie ein schäflein, weiden, Daß ich im glauben die geduld, Und durch geduld, GOtt, deine huld, Nach schwerer pein, erhalte. 12. O heil'ger geist, du freudenöl, Das GOtt vom himmel schicket, Erfreue mich, gieb meiner feel', Was mark und bein erquicket. Laß mich schon hier die freude sehn, Die alle, so durch trübsal gehn, Voll herrlichkeit erlangen. 13. Da wirst du dann in ew'ger lust Höchst gnädig mit mir handeln, mein kreuz, das dir und mir bewußt, In freud' und ehre wandeln. Da wird mein weinen lauter wein, Mein ächzen lauter jauchzen sein, Das glaub' ich: hilf mir! amen. 10. Sprich meiner seele kräftig zu Und tröste mich aufs beste, Denn du bist ja der müden ruh', Der schwachen thurm und feste. Greif mich auch nicht 2. Gnade! wenn ich mit gebete Alle tage vor dich trete, Meine fünden mir freu. Denn zu dir steht mein gemüthe, verzeih' Und mich, deinen knecht, erDu bist gut und selbst die güte, Du verstößest keinen nicht, Welcher dich um schuß anspricht. 3. HErr, ich bitte, laß mein schreien Vor dein treues ohr gedeihen, Höre mir geneiget zu, Wie ich meine bitte thu. Will mich trübsal ganz umringen Und mit ängsten auf mich dringen, So geht mein geschrei vor dich Denn ich weiß, du hörefst mich. 4. Niemand kann sich dir vergleichen, Jede that muß deiner weichen, Aller heiden große zahl, Deine werke allzumal, Werden, HErr, sich vor dir 5 in allerlei Trübfalen überhaupt. 459 neigen, Deinem namen ehr' erzeigen;| von herzen trauen. Drum ruf ich dich Du bist groß, und deine werk Sind auch jezzo an, Da mir sonst niemand voll weisheit, güt' und stärk'. helfen kann, Als du, GOtt, meine hülfe! 5. Lehr' mich deine wege gehen Und in deiner wahrheit stehen, Halt mein herz bei dem allein, Daß ich dich, GOtt, fürchte rein. Dank will ich dir, höchster, sagen, Wenn du mich befreist von plagen; Deines namens herrlichkeit Will ich preisen jederzeit. 3. HErr, der du vormals gnädig haft Aus unglück mich geführet, Dazu verhüt't, daß manche last Und noth mich nicht berühret, Der vormals mir aus lauter gnad' All' meine sünd' und missethat Bedecket und vergeben; 4. HErr, der du meine jammerstimm' Auch vormals oft erhöret Und deines jorns gerechten grimm In gnad' und huld verkehret, Erhöre mich auch dieses mal Und schick' vom hohen himmelssaal Trost, hülfe und errettung. 5. O großer GOtt, erbarm' dich doch! Es steht in deinen händen, Du kannst allein das schwere joch Der trübsal von mir wenden; Ich sege nicht zeit, maaß noch ziel, Bei dir sind ja der mittel viel: Ach hilf mir, HErr, in gnaden! 6. Groß ist deine gut' und gabe: Du hast aus dem tiefen grabe Meine seele borgebracht. Laß nicht stolzer leute macht, Die dich nicht vor augen haben, Sich an meinem jammer laben; Die gottlosen stehen mir Nach der seele für und für. 7. Du hingegen hast erbarmen, HErr mein helfer, mit den armen, Du bist gnädig für die schuld, Trägest lange zeit geduld, Deine güt' ist nicht zu zählen, Deine wahrheit kann nicht fehlen; Siehe mich nun wieder an, Daß ich gnade spüren kann. 8. Laß doch deinen knecht sich stärken, Deiner magd sohn rettung merken; Laß ein gnadenzeichen sehn Und es mir zu gut geschehn, Daß sich meine feinde grämen Und darüber müssen schämen, Daß du mich in schuß gefaßt Und so reich getröstet hast. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 9. Hilf, GOtt, daß sich deine ehre 812. in gnaden Meine mein JEsu Allenthalben herrlich mehre; Christ, durch deinen tod Rette mich aus aller noth; Heil'ger geist, mich fort regiere Und auf rechtem wege führe, Daß ich jetzt und allezeit Dir zu dienen sei bereit. seufzer, die ich thu, Wende von mir spott und schaden, Schick' mir rath und hülfe zu; Denke nicht der missethat, Die mein fleisch begangen hat, Sondern sich auf diese plagen, Die mich alle tage nagen. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 2. Ach, ich hab' es wohl verschuldet! 11 811. haft gefagt, o treuer Was ich jetzt für straf empfind”, Und dagegen noch gelind'. Dein gericht, HErr, ist gerecht Über mich, den bösen knecht, Der ich mich von dir verlaufen, Sünden ausgeübt mit haufen. 3. Was ich hätte sollen hassen, Hab' ich leider oft gethan; Gutes hab' ich unterlassen Mehr als ich nur wissen kann, Durch gedanken, werk' und muß ertragen Kreuz, trübsal, unglück, angst und noth, Der solle nicht verzagen; Du wolleft ihn auf seine bitt', Wenn er im glauben vor dich tritt, Durch starke hand erlösen. 6. Erhör', o bater, mein geschrei, Laß deinen grimm sich stillen, Und, was ich bitte, das verleih' Um JEsu Christi willen, Daß ich, weil ich noch lebe hier, HErr, deine güte für und für Mit herz und mund erhebe. 2. Nun bleibt dies wort auch heute wahr Bei denen, die drauf bauen, Und du errettest immerdar, Die dir 460 Kreuz und Trostlieder wort Dich erzürnt an manchem ort,| betrübniß, sorg und leid. Komm, Auch den nächsten nicht geliebet, Son= HErr, komm, und eile doch, Nimm dern öftermals betrübet. mir ab das schwere joch. GOtt, ich weiß, du hörst mein flehen; Amen laß es bald geschehen! 4. Wenn ich nun daran gedenke, Steigt mirs dergestalt zu finn, Daß ich mich von herzen kränke Und in höchsten ängsten bin. Meiner schul- 813. Nach dir, HErr, steht den große zahl Drückt und kränkt mich überall; Ach, ich fürcht', ich müßt' vergehen, Weil ich nirgends kann bestehen. 5. Dir, HErr, fall' ich jetzt zu fuße Und begehre gnad' und güt: Nimm für meine schuld die buße Aus zerschlagenem gemüth. Bater, schenk' mir gnädiglich, Daß ich oft erzürnet dich; Laß um Jesu Christi willen Sich den grimm nun völlig stillen. 2. HErr, du wollest mich stets führen Und mir zeigen deine bahn, Mich durch deinen geist regieren, Daß ich richtig gehen kann. Schreib mir selbst ins herz hinein, Was dein wort befehl' und sage: Du bist, der mir hilft allein. GOtt, dein wart' ich alle tage! 3. Denk' o HErr, daß deine güte Vor der welt her ewig ist, Zeuch dir, vater, zu gemüthe, Daß du voll erbarmen bist; Meiner jugend missethat 7. Solltest du mich fort so lassen Wollst du jetzt nicht mehr gedenken, Und mir fünftig nicht beistehn, Wür- Sondern mir aus lauter gnad' Aller den die, so dein wort hassen, Ihren sünden strafe schenken, spott nur an mir sehn Und mir höhnisch rücken für, Daß ich zwar stets schrei' zu dir, Weil ich aber so gefehlet, Bleib' ich tag und nacht gequälet. 8. Ich bekenn' in reu' und schmerzen, Dieses wär' mein rechter lohn; Hätt' ich dich gefürcht't von herzen, Wär ich frei von solchem hohn. Doch dein rath und weisheit ist So groß, als du selber bist; Laß mir noch dadurch auf erden Alles nüß und heilsam werden; * 6. GOtt, ach GOtt, durch dein erbarmen, Güte, weisheit, lieb' und macht, Hilf mir einsamen und armen, Auf dich wart' ich tag und nacht. Ach, erlöse mich doch bald Aus der noth, die mannigfalt! HErr, ich bitte, du wollst eilen Und nicht länger mehr verweilen. dich hoff' ich, HErr mein GOtt! Laß mich keinen schimpf empfangen, Noch den feinden sein ein spott, Weil du den in schand' und hohn, Der dein harrt, nicht läsfest sezen; Schand' und schmach ist deren lohn, Die dein wort verächtlich schätzen. * 10. Nun, GOtt, du kannst rettung fenden Zu der angenehmen zeit; All mein elend kannst du wenden, Nebst 4. Fromm ist GOtt und weiset allen, Die voll wahrer reu' und buß, Wie man ihm soll wohlgefallen, Wie man vor ihm wandeln muß. Die zer= brochnes Herzens sind, Tröstet er zu allen zeiten; Wo er geistlich arme find't, Will er seinen weg sie leiten. 5. GOttes wege find zu nennen Treu und gut an jedem ort, Denen, die ihn recht erkennen, Thunnach seiz nem bund und wort. HErr, vergieb durch deine huld Und um deines na9. Daß ich deines namens ehre, mens wegen, Meiner sünden große Deine wundergüt' und treu' Immer- schuld, Die sich häufig bei mir regen. fort allhier vermehre Und dem näch- 6. Wer GOtt herzlich fürcht't und sten nüglich sei, Daß auch kund wird liebet, Wandelt auf der rechten bahn; jedermann, Wie viel besser der gethan, Wer auf seinen bund acht giebet, Ist Der auf deine allmacht bauet, Als deram allerbesten d'ran, Denn im guten seinem wig vertrauet. ✓ friedenstand Wird der HErr ihn allzeit schüßen, Und sein same wird das land Erblich haben und besigen. 7. Wer GOtt fürchtet, wird genie in allerlei Trübfalen überhaupt. 461 sucht Ihre allzuschnelle flucht. Ben Reichen trost und wahre ruh, Das| dem erfreuten; Mein gemüthe unter= geheimniß wird er wissen, In erkenntniß nehmen zu. Meine augen sind zu dir, HErr, gericht't in allen sachen, Weil du meine füße mir Aus dem neße frei wirst machen. 4. Ach mein saitenspiel und singen Will vor trauren jetzt nicht flingen, Meine seele forscht bei nacht Und hat oftmals dies gedacht: Wird der HErr denn stets so bleiben, Mich im zorne von sich treiben? Hat sein gnaden= bund ein end', Daß sich GOtt so von mir wend'? 8. Wend' dich zu mir mit erbarmen, Daß mir gnad' und hülf' er= schein'; Ach errette bald mich armen, Der ich muß so einsam sein. Große angst und bangigkeit Hab' ich jetzt in meinem herzen: Führe mich aus noth und leid, Mach' mich frei von sorg' und schmerzen. 9. Schau, was ich für plag' em pfinde, Siehe meinen jammer an Und vergieb mir alle sünde, Die ich lebenslang gethan. Andr' auch meiner feinde finn, Die sich auf gewalt verlassen, Denen ich im wege bin Und die mich aus frebel hassen. * 10. HErr GOtt, groß von wunderthaten, Sei mein schuß und mich bewahr', Laß mich nicht in spott gerathen, Dir vertrau' ich ganz und gar. Schlecht und recht behüte mich, Denn dir hab' ich mich ergeben. GOtt, wir hoffen stets auf dich: Hilf uns, hilf, so lang' wir leben! GOttes rettung streben; Meine stimme steigt empor, Und er neigt zu mir sein ohr. Dich, HErr, such' ich an dem tage Meiner großen noth und plage, Und bei nacht breit' ich zu dir Meine hände für und für. 7. Überleg' ich im gemüthe Bet mir deine lieb' und güte, Deine weisheit, deine macht, Hoff' ich darauf tag und nacht. HErr, ich bitte, hilf mir armen Durch dein väterlich erbar814. ch will meine stimm' I erheben men, Sende mir bald rettung zu an leib und seele ruh'; 8. Daß ich mich zufrieden gebe Und dir immer heilig lebe, Deines namens herrlichkeit Auszubreiten sei bereit. Ich will beten, ich will wachen, Dich, was übrig, laffen machen; GOtt, ich weiß, du hörest mich, Denn dir trau' ich festiglich. 2. Meine seel' ist als verlassen Und will feinen trost mehr fassen; Nicht ohn' seufzen in der noth Tret' ich vor dich, treuer GOtt! Mein gebet muß zu dir dringen und mein elend, bot dich Meines ist so viel, Daß mein geist verschmachten will. 5. Will er nicht mehr güt' erweisen, Daß man ihn drum könne preisen? Seine zusag' und sein wort, Währen die nicht immerfort? Ist der HErr zu weit entseffen? Hat er lieb' und huld vergessen? Will er nicht barmherzig sein Nach so vieler straf und pein? 3. Du bist, der mein auge rühret, Daß es keinen schlaf mehr spüret. Mich kommt angst und ohnmacht an, Daß ich auch nicht reden kann. Ich gedenk' der alten zeiten, Die mich ehe6. Letztlich sprach ich in dem denfen: Soll ich mich zu tode fränken? Kann doch GOttes rechte hand Leicht= lich ändern solchen stand. Starker GOtt, du kannst noch rathen Durch dergleichen wunderthaten, Als du schon der ganzen welt Hin und wieder vorgestellt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 815. Ich will be hand mich ruthe füffen, Die zu meinem besten schlägt; GOtt läßt mich seine liebe wissen, Die er, als va= ter, zu mir trägt, Er zeiget, daß mir seine treu In ewigkeit gewogen sei. 2. Ich weiß nicht viel von guten tagen, Doch also bin ich Christo gleich; Drum will ich alles freudig tragen, 462 Kreuz- und Trostlieder. Er macht mich doch an troste reich,| wunden; Er liebt, wenn er uns gleich So daß mir leiden und verdruß zu meinem besten dienen muß. betrübt. Ja, wenn wir faum den schmerz empfunden, Sucht er schon, was uns labsal giebt. Aus seiner hand kommt lieb' und leid, Bei ihm quillt luft und traurigkeit. 3. Die sonne fann nicht immer scheinen, Der himmel ist nicht allzeit tlar; GOtt hälts nicht anders mit den seinen, Er führt die heil'gen wunderbar. Doch wie's GOtt meint und was er thut, Das meint und macht er alles gut. 3. Drum sei getrost, gefränktes herze, Das kreuz trennt dich und JE= sum nicht. Verkehrt sich deine freudenferze Anjetzt schon in ein todtenlicht, O, lerne dieses wohl verstehn: Den frommen pflegt es so zu gehn. 4. Hier führt uns GOtt durch rauhe wege Auf einer bahn, die trübsal heißt; Erträgt man aber seine schläge Geduldig und mit stillem geist, Wird doch zuletzt, was uns beschwert, In lauter honigseim verkehrt. 5. Trink nur getrost das maß voll thränen, GOtt zählt sie dir ja selber zu. Ich weiß, es trifft dein ängstlich sehnen Noch endlich die gewünschte ruh'. Geht gleich das freuz sehr bitter ein, Muß dir doch alles heilsam ſein. 6. Bei dieser welt muß lust und freuden Oft reu und schmerzen nach sich ziehn; Hingegen aus der from= men leiden Kann nichts, als tugendrosen blühn. GOtt prüfet nur erst unsern muth, Eh er uns wieder gütlich thut. 4. Muß ich nun gleich in meinen jahren und auf dem wege dieser zeit, Die größe vieler angst erfahren, So bleib ich doch in GOtt erfreut. Ja wär' ich auch dem tode nah, Ist den= noch kraft und leben da. 5. Und kommt es endlich gar zum sterben, So fällt mir doch der muth nicht hin; Im tode kann ich nicht ver= derben, Weil ich sein find und erbe bin. Ich weiß, daß GOtt mich ewig liebt und mir die lebenskrone giebt. 6. Liegt schon der leib im finstern grabe, So steht er doch verkläret auf. Denn wenn ich ausgeschlafen habe, Holt GOtt mich aus der tief herauf Und führt mich in den himmel ein; Da werd' ich ewig bei ihm sein. 7. Ich wünsche mich von dieser erden Je eher noch, je lieber los. Im himmel muß mir alles werden, Da macht mein GOtt mich herrlich groß, Da, da bin ich an troste reich, Und GOtt und seinen engeln gleich. 7. Fromm und geduldig sein in plagen, Bricht GOtt sein treues vaterherz. Er kann uns nicht beständig 8. Ei nun mein GOtt, so magst schlagen, Ihn jammert endlich unser du walten, Ich dulde mich im kreuzschmerz. Ja, wenn er uns am weitund schmerz Und will dir willig stille sten scheint, Tritt er zu uns, eh' man halten, Gieb du mir nur ein fröhlich) es meint. herz, Daß du, mein liebster GOtt, allein Magst meine lust und hoffnung sein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. etrübtes herz, ach still' 816. Bein weinen, Mußt du schon jetzt auf dornen stehn; Pflegt doch der himmel mit den seinen Hier in der welt so umzugehn. Ist gleich dein jammer noch so schwer, Ach, seiner gnade ist vielmehr. 2. Er schlägt, doch heilt er auch die 8. Verlieren wir die besten freunde. ihn verliert man nimmermehr! Was thun uns denn die größten feinde? GOtt geht im streite vor uns her. Ach, wer nur fest auf ihn vertraut, Hat auf den stärksten fels gebaut. 9. Ruht demnach, ihr betrübte sinnen, Adh, lebt nur GOtt, so hats nicht noth. Die hoffnung muß zuletzt gewinnen: Er giebt nicht immer thranenbrot. Kreuz, elend, schmach und alle pein Kann keinem christen schädlich sein. 463 in allerlei Trübfalen überhaupt. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8. Und läßt sich schwachheit sehen 817. Strete Gleich alles wi- bitten, flehen, das unausſprechlich heißt. GOtt, dem der grund der herzen, Und meine noth bewußt, Erhört es, hebt die schmerzen, Giebt geistund seelenlust. der mich; So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab' ich das haupt zum freunde, Und liebet mich mein GOtt, Was schadet mir der feinde Und neider schmach und spott. 2. Nun weiß und glaub' ich feste Und rühm' es ohne scheu, Daß GOtt der höchst und beste, Mein freund und vater sei, Daß er in allen fällen Zu meiner rechten steh'. Er dämpfet sturm und wellen, Er stillt mein ach und weh. 3. Der grund, d'rauf ich mich gründe, Ist Christus und sein blut; Durch dieses seh' und finde Ich dort das wahre gut. An mir und meinem leben Ist nichts der liebe werth, Nur was mir GOtt gegeben, Ist, was man würdig ehrt. 4. Wenn JEsus, meine ehre, Mein glanz und schönstes licht, mir nicht im herzen wäre, So dürft' und könnt' ich nicht Vor GOttes augen stehen, Weil ich ein sünder bin; Ich müßte stracks vergehen, Sein zorn riß mich dahin. 5. Mein JEsus tilgt und löschet Fluch, höllenpein und tod, Er ist, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was nur roth. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen heldenmuth, Darf fein gericht nicht scheuen, Wie sonst ein fünder thut. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, Nichts nimmt mir meinen muth: Die höll und ihre flammen Löscht Christi theures blut. Kein urtheil kann mich schrecken, Mich tröst't, was mich betrübt, Denn mich will Christus decken, Der mich als bruder liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen sinn, Bertreibt mir sorg' und schmerzen, Nimmt allen fummer hin, Giebt segen und gedeihen Dem, was er in mir schafft, 9. Sein geist spricht meinem geiste Manch süßes trostwort zu, Wie GOtt dem hülfe leiste, Der ihn mit stiller ruh Gesucht und ihm vertrauet; Er zeigt ihm GOttes stadt, Wo herz und auge schauet, Was es gegläubet hat. 10. Da ist mein theil und erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein JEsus hilft mir ringen Muß ich gleich meine zeit Oft thränenvoll zubringen, Durchsüßt er doch mein leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den satan flieht und haßt, Der wird verfolgt, und findet Nur hart' und schwere last zu leiden und zu tragen, Geräth in hohn und spott, Das freuz und alle plagen Sind ihm ein täglich brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich unverzagt; GOtt will ich lassen sorgen, Dem ich mich zuge sagt. Es foste leib und leben, Mich selber, gut und ehr'; Ihm bleib ich fest ergeben, Ihn laß ich nimmermehr. 13. Kein engel, feine freuden, Kein thron und herrlichkeit, Kein lieben und kein leiden, Kein' angst, gefahr und streit, Was man nur kann erden= ten, Es sei flein oder groß, Soll mich von JEsu lenken, Reißt mich aus sei= nem schooß. 14. Mein herz ist wohl zufrieden Und kann nicht traurig sein, Bon angst und furcht geschieden, Sieht es nur sonnenschein. Die sonn' ,. die mich anlachet, Ist mein HErr JEsus Christ; Das, was mich singend mahet, Ist, was im himmel ist. Mel. Alle menschen müssen 2c. dich los von allen Dilft mir das abba! ſchreien Aus aller 818. Reiß bi, teine feele, meiner schmerzen, 464 Kreuz und reiß' dich los; Wirf die unruh' aus dem herzen, Fall' in GOttes gnadenschooß, Trockne deine heißen thränen, Stille dein gehäuftes sehnen, Denn dein vater in der höh' Siehet auf dein ach und weh. = Trostlieder 8. Alles, was dich jego quälet, Dient zu deiner seelen heil, Ja dein schmerz ist schon gezählet Und dein JEsus trägt ein theil; Greif nur zu mit glaubenshänden, Deine schmach wird sich bald enden, Wenn GOtt nach der jammernacht Dir den tag der freuden macht. 9. Mache dir nun keine sorgen, Denn der höchste sorgt für dich, Und vielleicht siehst du schon morgen, Wie dein lieber vater sich Innigst um dein wohl bemühet Und auf dein vergnügen fiehet, Wie er dich nach kurzer pein Auch recht lange kann erfreun. 2. Eile doch zum gnadenstuhle, Wenn sich sünd' und unglück regt, Wenn dich in der elendsschule GOtt mit harten ruthen schlägt, Eil' zu GOttes baterarmen, Flehe sehnlich um erbarmen, Sprich: HErr, meines JEju blut Machet alle schulden gut. 3. Flieh' zu des erlösers wunden, Wodurch er sich ewiglich Ganz genau mit dir verbunden; Hier ist ruh' und schuß für dich. Wer in JEsu wunden lieget, Hat schon manche noth besieget, Und sein blut, der lebenstrank, Heilet die, so schwach und krank. 4. Immer an das kreuz gedenken, Macht die last noch eins so groß; Durch ein ungeduldig kränken Wirst du doch der last nicht los. Dein trost sei geduld und glaube, Mach' es nur wie Noä taube, Die auf trübem wasser fliegt, Bis daß sie ein ölblatt kriegt. 5. Nimm die hoffnung wahrer christen, Die auch noch im tode hofft; Trost, nach welchem wir gelüsten, Kommt bei JEsu unverhofft. Kreuz und palmen, schmerz und lachen Sind zwar unterschiedne sachen, Doch ein froher augenblick Läßt uns oft ein weh zurück. 6. Achte das für fein verderben, dich drückt, Wenn der HErr ein täglich ſterben 819. Wich, mein herz, Bedu Dir in deine glieder schickt; Das sind feine bösen schläge, Sondern lauter liebeswege, Wo das ziel der freuden steckt, Ob dirs JEsu gleich verdeckt. 7. Trinke nur den freuzesbecher, Den dir JEsus eingeschenkt. Wird der leib, die schale, schwächer, Und mit angst und noth gefränkt, Kriegt dein geist doch neue fräfte, JEsus mischt die bittern säfte Durch sein stärkungsvolles blut, Das die größte wirkung thut. 10. Mußt du gleich noch immer weinen, Ei, dein GOtt bleibt deine lust; Will das licht nicht immer schei= nen, JEsus schmückt doch deine brust Endlich nach den trüben stunden Mit dem purpur seiner wunden, Und du bist als seine braut Ewiglich mit ihm vertraut. 11. Ist es aber GOttes wille, Dich von dieser welt zu ziehn, O so half gelassen stille, Denn so wirst du felig fliehn Von dem jammer zu der freude, Von der schmach zum ehrenkleide, Nach der überstandnen qual 3u des lammes hochzeitsmahl. 12. Nun so komm, mein JEsu, eile, Eile, mich verlangt nach dir! Weil ich aber hier verweile, mein freund, so gönne mir Glauben, liebe, hoffnung, freude Und nach hingelegtem leide, Jenes schöne Canaan, Wo ich ewig jauchzen kann. kümmerst dich und trägest schmerz Nur um das zeitlich gut? Vertrau doch deinem HErrn und GOtt, Der alle ding' erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und erd' ist sein; Er ist mein vater, HErr und GOtt, Der mir beisteht in aller noth. 3. Weil du mein GOtt und bater bist, Wirst du dein kind verlassen in allerlei Trübfalen überhaupt. 465 nicht, Du väterliches herz; Ich bin| than Durch dein göttliches wort; ein armer erdenkloß, Auf erden weiß Verleih' mir auch beständigkeit zu ich keinen trost. meiner seelen seligkeit. 14. Lob, ehr' und preis sei dir ge= sagt Für alle dein' erzeigte wohlthat; Ich bitt' demüthiglich: Laß mich nicht von dein'm angesicht Verstoßen werden ewiglich. 4. Der reich' verläßt sich auf sein gut, Doch ich vertraue meinem GOtt, Und werd' ich gleich veracht't, So weiß und glaub' ich festiglich, Wer dir vertraut, dem mangelt nicht. 5. Elia, wer ernähret dich, Da es so lange regnet nicht In so schwerMel. JEsu, deine heil'gen wunden. theurer zeit? Ein' wittwe im 3820. 3 ion, gieb dich nur zu der du von warst frieden, GOtt ist noch bei dir darin, Du bist nicht von ihm geschieden, Er hat einen vatersinn; Wenn er straft, so liebt er auch, Dies ist sein beliebter brauch: Zion, lerne dies bedenken, Warum willst du dich so fränken? gefandt. 6. Da unter dem wachholderbaum Der engel GOtt's vom himmel kam, Bracht' er ihm speis und trank; Ei ging gar einen weiten gang Bis zu dem berg, Horeb, genannt. 7. Des Daniels GOtt nicht verpaß, als er unter den löwen saß, Sein' engel sandt' er hin, Ließ ihnen nehmen grimm und wuth Durch seine wundermacht und hut. 8. Joseph in Egypten verkauft ward, Vom Pharao gefangen hart, Um seine frommigkeit; GOtt macht' ihn zu ein'm großen Herrn, Daß er konnt' vat'r und brüd'r nähr'n. 9. Es ließ auch nicht der treue GOtt Die drei männ'r im feu'rofen roth; Sein' engel sandt' er hin, Bewahrt' fie vor des feuers glut, Half ihnen aus der angst und noth. * 10. Ach GOtt, du bist noch heut' so reich, Als du gewesen ewiglich), Mein vertrau'n steht ganz zu dir; Mach' mich an meiner seele reich, So hab' ich g'nug hier und ewiglich). 11. Der zeitlich'n ehr' will ich gern entbehr'n, Du woll'st mir nur das ew'ge gewähr'n, Das du erworben hast Durch deinen herben bittern tod, Das bitt' ich dich, mein HErr und GOtt! 12. Das alles, was auf dieser welt, Es sei gold, silber oder geld, Reichthum und zeitlich gut, Währt hier nur eine kleine zeit Und hilft doch nicht zur seligkeit. 13. Ich dank' dir, Christe, GOttes sohn, Daß du mir solches fund ge2. Treiben dich die meereswellen In der wilden tiefen see, Wollen fie dich gar zerschellen, Rufst du ängstlich ach und weh! Schweigt auch JEsus still dazu, Gleich als in der sanften ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, Diese flut wird sich bald legen. 3. Berg und felfen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn; Mond und sonne mag erbleichen, Ja die welt mag untergehn: Hat es doch mit dir nicht noth; So im leben als im tod Wird dich GOtt nicht sinken lassen, Sondern väterlich umfassen. 4. Müssen deine thränenquellen Dir anstatt der perlen sein, Muß fich angst und noth gesellen, Drückt dich fummer, schmerz und pein, Ist dein purpur, schmach und blut, Dürftig= feit dein hab' und gut: 3ion, laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem GOtt vertrauen. 5. Dräut man dir mit schmach und banden, Schreckt dich tod und herzeleid? Ei, du wirst doch nicht zu schanden, Denk' nur an die ewigkeit; Sei nur froh und wohlgemuth, Da der HErr dir solches thut: Zion, GOtt wird dich schon stärken, Dieses mußt du gläubig merken. 6. Freue dich, es kommt das ende Und der abend schon herbei, Gieb dich nur in GOttes hände, Dieser machet 30 466 Kreuz und Trostlieder dich bald frei, Und für trübsal, spott| mensch kanns wehren Und wärs ihm und hohn Giebt er dir die freudenfron': Zion, so stehn deine sachen, Darum laß die welt nur machen. noch so leid; Will es GOtt aber nicht, So kanns niemand forttreiben, Es muß zurücke bleiben. Was GOtt will, das geschieht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, All's sei ihm heimgestellt; Nach nichts ich sonst mehr strebe, Als nur, was ihm gefällt. Drauf wart' ich und bin still; Sein will' ist doch der beste, Das glaub' ich steif und feste, GOtt mach es, wie er will. 7. Halleluja, deine wonne Wird nun herrlich, schön und groß; JEsus, deine gnadensonne, Nimmt dich gar in seinen schooß, Tröstet, liebt und küsfet dich, Deckt und schützt dich gnädiglich: Zion, wo ist nun dein flagen? Kannst du nicht von freuden sagen? 8. Freuen sich die himmelserben, Zion, nicht schon über dir? Denn du lebest nach dem sterben Dort bei ihnen für und für, Wo dein JEsus dich erfrischt, Dir die thränen selbst abwischt; Wer will dich nun von den freuden Bei des lammes hochzeit scheiden? Mel. Aus meines herzens grunde. 822. Mein herz, sei wohl zufrieden, Stell' doch 821. Noch berzaget dein trauern ein; Du mußt nicht Mel. Von GOtt will ich nicht 2c. as willst du dich besein, Wenn dich ein unglück drückt. Laß dir es doch in allen Mit freuden wohl gefallen, Wie GOtt es mit dir schickt. 2. GOtt sucht durch kreuz und plagen Dein bestes allezeit. Du weißt, bei guten tagen Find't sich oft sicherheit, Bist dann voll sündenlust, Hängst an den eitelkeiten, Die dich also verleiten, Daß du zur hölle mußt. 3. Kommt aber je zuweilen Ein kreuz und drücket dich, Pflegst du zu GOtt zu eilen, Dein geist ermuntert sich, Dein beten hat mehr kraft, Du lernest GOtt vertrauen, Geduldig auf ihn bauen, Bis er dir hülfe schafft. liebe seel'? Sieh', daß du den magst lieben, Der heißt Immanuel; Vertrau' dich ihm allein, Er wird es all's gut machen und fördern deine sachen, Wie dirs wird selig sein. 2. Denn GOtt verlässet keinen, Der sich auf ihn verläßt; Er bleibt getreu den seinen, Die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, Mit freuden wirst du schauen, GOtt schüt und rette dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, Mit unerschrocknem muth; Du wirst mit ihm erjagen, Was dir hier nützt und gut. Was GOtt beschlossen hat, Das kann niemand verhindern Aus allen menschenkindern, Es geht nach ſeinem rath. 4. Wenn auch gleich aus der höllen Der satan selber sich Dir wollt' entgegen stellen und untertreten dich, So muß er doch mit spott Von seinen ränken lassen, Womit er dich will faffen, Denn dein werk fördert GOtt. * 7. HErr, gieb, daß ich dein' ehre Ja all' mein lebelang Von herzensgrunde mehre, Dir sage lob und dank; vater, sohn und geist, Der du aus lauter gnaden Abwendest noth und schaden, Sei immerdar gepreist. 5. Er richts zu seinen ehren Und deiner seligkeit: Solle sein, kein 4. Drum sei doch gutes muthes, Mein herz, in deiner noth, Bedenke, wie viel gutes Erweiset dir dein GOtt; Dem klage deine pein, Ermuntre dein gemüthe Und hoff auf seine güte, So wirst du glücklich sein. 5. Laß nur den höchsten machen, Sei still und murre nicht, Befiehl ihm deine sachen, Er weiß, was dir gebricht Und wird, nach seiner treu, Durch seiner allmacht' tharen, Dir in allerlei Trübfalen überhaupt. wohl und weislich rathen; Getrost! GOtt steht dir bei. 6. Und ob er lang' ausbliebe, So warte mit geduld; Es wartet seine liebe Auch dein mit großer huld. Je länger Freuz und leid, Je beffer es sich 823. Warum ſollt ich mich beſſer hülfe sendet, endet; denn grämen? Hab' Und wenn Je mehr sie dich erfreut. ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den him-. mel rouben, Den mir schon GOttes sohn Beigelegt im glauben. 7. Darum sollst du nicht sorgen In langer Freuzespein, Vielleicht kann dir schon morgen Nach wunsch geholfen sein. GOtt ist niemals so nah', Als wenn die noth sich mehret; Wenn menschenrath aufhöret, Ist seine hülfe da. 8. Wer GOtt in allen dingen Getrost vertrauen kann, Dem wird es nie mißlingen, GOtt nimmt sich seiner an. Denn wo er ihn berließ, Müßt auch sein wort betrügen; Allein GOtt kann nicht lügen, Drum hilft er auch gewiß. 9. Es ist niemals geschehen, Daß ein geplagter christ, Wenn er auf GOtt gesehen, 3u schanden worden ist. Gewiß ist, daß sich GOtt Nicht unsern vater nennte, Wenn er nicht helfen könnte Noch wollte in der noth. 10. Mein herz, von diesem allen Nimm trost in deiner noth. Hat dich ein freuz befallen, Es bringt nicht gleich den tod; Dein vater kann und will Dich heben, retten, tragen, Auf ihn wirf deine plagen Und halt' ihm willig still. 467 zu erweisen, Ich leider, viel zu schwach: So gieb, HErr, daß ich dort In jenen himmelsfreuden, Für alles freuz und leiden, Dich preise fort und fort. * 11. Nun GOtt, was dir gefället, So mir begegnen soll, Das werd' ins werk gestellet; Ich bin der hoffnung voll, Du wirst nach deinem rath Geduld und trost verleihen, Zulegt mich auch erfreuen Durch hülfe in der that. 2. Nackend lag ich auf dem boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten odem. Nackend werd' ich auch hinziehen, Wenn ich werd' Aus der erd' Als ein schatten fliehen. 3. Gut und blut, leib, seel' und leben Ist nicht mein, GOtt allein Ist, der mirs gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, Nehm' ers hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein freuz zu tra= gen, Dringt herein Angst und pein, Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All' mein unglück enden. 5. GOtt hat mich bei guten ta= gen Oft ergößt, Sollt' ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist GOtt und straft mit maßen, Er, mein licht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, welt und ihre rotten Können nun Nichts mehr thun, Als nur meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen, GOtt mein heil Kann in eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der tod aufreiben, Soll der muth Den= noch gut Und fein stille bleiben. 12. Du wollest mich nur stärken 8. Kann uns doch kein tod nicht In meiner blödigkeit, Ja, laß mich tödten, Sondern reißt Unsern geist christlich merken Des freuzes nußbar- Aus viel tausend nöthen, Schließt feit, Und daß desselben pein, Wie sehr fie auch betrübet, Doch jedem, der dich liebet, Muß nüß und heilsam sein. das thor der bittern leiden, Und machtbahn, Da man kann Gehn zu'n himmelsfreuden. 13. Weil ich dich auch soll preisen Für kreuz und ungemach, Dies aber 9. Da soll ich bei Christi schäßen Geist und herz Auf den schmerz 30* 468 Kreuz- und Ewiglich ergößen. Hier ist fein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 10. Was sind dieses lebens güter? Eine hand Voller sand, Kummer der gemüther. Dort, dort sind die edlen gaben, Christus wird, Als mein hirt, Mich dort ewig laben. 11. HErr, mein hirt, brunn aller freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod ge= geben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, 20o du mich Und ich dich, Ewig werd' umfangen. Mel. JEsus, meine zuversicht. 824. Traure nicht, betrübtes herz, Steht dir doch der himmel offen; Da kannst du im größten schmerz Trost und freudenblicke hoffen. Laß den seufzern ihren lauf, Nimm den weg zu GOtt hinauf. 2. Der das ohr gepflanzet hat, Sollte der nicht selber hören? Nur bei GOtt ist rath und that, Die erfahrung wird dichs lehren. Klopfe nur an seine thür, Stell' ihm deine nothdurft für. 3. Bricht dein herz? ihm bricht es auch, Und er muß sich dein erbarmen. Es ist seiner liebe brauch, Nach den schlägen zu umarmen, Weil dem sohn, den er gestäupt, Doch sein herz gewogen bleibt. 4. Überwind' ihn durch geduld; Du mußt stille sein und hoffen, Das segt dich in seine huld. Wenn dich kreuz und noth betroffen, Trag' es willig, mit der zeit Erntest du auch fröhlichkeit. 5. Harre nur mit Israel, Hoff mung machet nicht zu schanden. Es ist ja noch freudenöl Für die traurigkeit vorhanden: GOttes wort, dein Gilead, Ist, was immer balsam hat. Trostlieder 6. Will ich Christi jünger sein, muß ich ihm das freuz nachtragen, Und wer wollte sich nur freun In den angenehmen tagen? Auch ein böser tag stellt mir Meines GOttes güte für. 7. D, wie macht das freuz so fromm, Treibt es doch zu GOttes armen! Ist es gleich ein bitt'rer strom, GOtt versüßt ihn durch erbarmen. Perlen liegen auf dem grund, Welch' ein segensreicher fund! 8. Liebes herz, ach finde dich In des lieben GOttes weise, Er führt uns nur wunderlich, Daß man seinen namen preise, Wenn er nach der finstern nacht, Einen tag der wonne macht. Mel. Alle menschen müssen 2c. 825. Merde munter, mein gemüthe, Warum kränkest du dich so? Dent' an deines GOttes güte, Diese machet dich noch froh, Denn der, so dich jetzt betrübet, Hat dich je und je geliebet, Und sein güldner gnadenschein Wird auch künftig um dich sein. 2. Seine hand hält diese sitten, Daß sie schläget, eh' sie heilt. Wer mit viel geduld gelitten, Was ihm JEsus zugetheilt, Den bringt er hernach zu ehren, Wie uns alle fromme lehren, Die GOtt durch die böse welt Eingeführt ins himmelszelt. 3. JEsus stehet hinterm gitter Und sieht deinem kampfe zu, Daß er, nach dem ungewitter, Dich verseße zu der ruh'. JEsus, der des Freuzes plagen Selbst persönlich hat getragen, Weiß am besten stund' und zeit, Wenn sich enden soll dein leid. 4. Traue seinem wahren munde, Deffen wort ist lauter that, Der auch deine trauerstunde Richtig abgetheilet hat. Freud' und leid' hat er ermessen, Und er sollte dein vergessen? Nein er ist dir viel zu hold, Daß er dich verlaffen sollt'. 5. Mußt du jego galle trinken, Und ist wermuth deine kost? Laß dich in allerlei Trübfalen überhaupt. 469 machen. dies nicht fremde dünken, Hierauf| Er wird deine fachen Gut und besser folgt der freudenmost. JEsus, der an dich gedenket, Hat den wein schon eingeschenket; Der wird dir, auf freuzespein, Ein erwünschtes labsal ſein. 7. Weine nicht, GOtt tröstet dich Nach den thränengüssen. Endlich wird der fummer sich Ganz verlieren müssen. Durch den tod Stirbt die noth: Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet. 6. JEsu, ich will gerne leiden, Gieb mir nur geduld und fraft, Bis ich komme zu den freuden, Welche mir dein Da in unge= tränftem leben Ich werd' unaufhör 827. W höchsten ist Und Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. er in dem des lich schweben; Darnach trachtet muth und sinn, Ach, wann komm' ich doch dahin? sich an GOttergeben, Spricht: HErr, du meine zuflucht bist Mein' hoffnung, heil und leben; Ich weiß ja, du errettest mich Von teufelsstricken gnädiglich, Und von der pestilenze. Mel. Straf mich nicht in 2c. eine nicht, 826. Webt not, Du bes trübte ſeele! Drückt dich gleich ein hartes joch In der trauerhöhle: Nur geduld, GOttes huld Läßt oft nach dem weinen Auch die sonne scheinen. 2. Weine nicht, GOtt denkt an dich, Ob du's gleich nicht denkest. Of termals verbirgt er sich, Wenn du dich sehr kränkest; Da die welt Eh' zerfällt, Eh' er dich wird hassen, Oder gar verlassen. 3. Weine nicht, GOtt siehet dich, Scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich Seinen felch ges schmecket, Reichet er Zucker her und giebt nach dem leiden Wieder trost und freuden. 2. Mit deckt er dich, Drum sollst du ihm vertrauen; Ja seine wahrheit schüßet mich, Daß mich bei nacht kein grauen Noch sonsten was erschrecken mag, Auch kein pfeil, fliegt er gleich bei tag, Weil uns ſein wort selbst leuchtet. 6. Weine nicht, GOtt sorgt für dich, Ei, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich Mit den sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin, 3. Kein' pestilenz dir schaden kann, Die in dem finstern schleichet; Dich rührt kein' seuch noch frankheit an, Die im mittag umstreichet. Ob tausend fielen dir zur seit', Und zehentan= send anderweit, Soll dich es doch nicht treffen. 4. Ja du wirst lust und freudigfeit mit deinen augen sehen, Wenn GOtt dir nach dem herzeleid, Auch hülfe läßt geschehen, Denn er ist deine zuversicht, Der dir gewissen schuß ver= spricht, Dieweil du ihm vertrauest. 5. Kein übels wird begegnen dir, Dein haus bleibt frei von plagen, Weil dich die engel für und für Auf ihren händen tragen, Den'n er be= fiehlt, dich überall zu schüßen, daß dir weder fall Noch stein den fuß 4. Weine nicht, GOtt höret dich, Wenn dein herz nur girret. Hast du dich gleich wunderlich In der noth verwirret, Ruf ihn an, Denn er fann Deinen unglückswellen Ziel und grenzen stellen. 5. Weine nicht, GOtt liebet dich, Wenn die welt betrübet, Und so man= chen schlangenstich Deinem herzen gie-| verleße. bet. Nichts betrübt Den GOtt liebt; Will gleich alles frachen, GOtt kann fröhlich machen. 6. Auf löw' und ottern wirst du gehn Und treten auf die drachen, Auf jungen löwen wirst du stehn, Ihr gift und zähn' verlachen, Weil dir der feines schaden kann, GOtt( rufst du ihn nur brünstig an) Behütet dich in gnaden. 470 Kreuz- und Trostlieder 7. Er suchet mich aus herzens-| Obs gleich den feind verdrießet, Begrund Und hofft auf meine güte, gießt mein haupt mit öle frisch, Daß ( Spricht GOtt) drum helf ich ihm es herunter fließet, Und schenkt mir zur stund', Er ists, den ich behüte. den trostbecher voll, Auf daß ich ja Ich will sein helfer sein, denn er Kennt nicht zweifeln soll an seinem wort meinen namen und daher Soll er sich der gnaden. deß auch trösten. 8. Er ruft mich an als seinen GOtt, Drum will ich ihn erhören. Ich steh' ihm bei in aller noth, Ich will ihm schuß gewähren, zu ehren ich ihn bringen will Und ihm der tage geben viel, Mein heil will ich ihm zeigen. 6. Viel gutes und barmherzigkeit Wird über mir stets schweben, und große gnade jederzeit Nachfolgen in dem leben; Ich werde so ganz offenbar Im hause GOttes immekdar Hier und dort ewig bleiben. 7. Das hilf mir, o HErr JEsu Christ, Durch deine große güte, Und mich vor satans macht und list Mit starkem arm behüte, Auf daß ich, als dein liebes schaf, Im rechten glauben sanft einschlaf Und mit dir ewig lebe. 9. Ehr' sei dem vater und dem sohn Und auch dem heil'gen geiste, Der mir vom hohen himmelsthron Stets hülf und gnade leiste, Daß ich nach seinem willen leb', Mit ernst dem bösen widerstreb', Bis ich von hinnen ſcheide. Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. 829. Ott lebt; was kann 828. Deur hitt, pält mich wär' kein GOtt zu finden? Er weiß Mel. Nun freut euch, liebe 2c. HErr mein ich Als in seiner hute, Darum mir gar nichts mangeln wird An irgend einem gute. Wie soll und kann mirs übel gehn? Denn GOttes sohn will bei mir stehn, Mich schüßen und regieren. ja wohl von meiner pein, Die ich muß hier empfinden. Er kennt mein herz Und meinen schmerz, So darf ich nicht verzagen Und ihm nur alles klagen. 2. Er weidet mich mit seinem wort 2. GOtt hört, wenn niemand höAuf einer grünen auen Und läßt sich ren will; Was will der feind denn bei mir fort und fort Auf beiden sei- sprechen, Als schwieg' GOtt zu den ten schauen, Er ist, der mich mit trost seufzern still, Die durch die wolken berührt, Und mich zum frischen was brechen. Schrei' ich empor, So hört ser führt, Zum brunn' der reichsten sein ohr, So steigt die hülfe nieder, gnaden. Und schallt das amen wieder. 3. Er ist, der mich in noth erquickt Mit seiner wahrheit munde, Mir hülf' und trost von oben schickt Zur rechten zeit und stunde; Er führt mich auch ohn' unterlaß an seiner hand auf rechter straß', Um seines namens willen. 4. Er leitet mich bei tag und nacht Mit seinem hirtenstabe, Mir leib und feel' mit fleiß bewacht, Treibt alles unglück abe. Ich fürchte nichts im finstern thal, Denn GOtt ist bei mir überall Auf allen meinen wegen. 5. Er segnet täglich meinen tisch, 3. GOtt sieht, wie klaget denn mein herz, Als säh' er nicht mein weinen? Vor ihm muß auch der tiefste schmerz Ganz offenbar erscheinen. Kein thränlein fällt, Das er nicht zählt, Ja werth und theuer schäßzet, Worauf er mich ergößet. 4. GOtt führt; so geh' ich immerfort Auf allen meinen wegen. Und will die welt durch list und mord Mir tausend stricke legen, Ist ers, der mich Zwar wunderlich), Jedoch auch selig führet, Daß mich fein unfall rühret. 5. GOtt giebt; und fehlt mirs in allerlei Trübfalen überhaupt. 471 Ott, du bleibest doch mein GOtt, Mein fels, mein schuß und retter! GOtt in freude, noth und tod! Stürmen auf mich alle wetter, Will ich doch fest bei dir stehen und auf deine hülfe sehen, Denn sie läßt nicht untergehen. 2. GOtt, du bleibest doch mein GOtt! Wie ich oft und viel erfahren, Rettest mich von deren spott, Welche mir gehässig waren, Daß sie selbst be= schämet sagen: Sein GOtt hilft ihm seine plagen Freudig und getrost er= tragen. 3. GOtt, du bleibest doch mein GOtt! Will mich welt und teufel 830. doch verhassen, Drückt und quält mich manche lassen. Hölle, welt und satan, wüthe! Dennoch freut sich mein gemüthe, Denn mich schüßzet GOttes güte. 4. GOtt, du bleibest doch mein GOtt! Ob ich gleich mit ſünden kriege. Macht mich mein gewissen roth, Macht mein JEsus, daß ich siege. Seine plagen, seine wunden Und was er für mich empfunden, Haben mich der straf entbunden. überall, Soll ich doch nicht verderben. 1831. Was hilft qual, Als müßt' ich hungers sterben? Er hat ja brot, Und wenn die noth " Uns nach der wüste weiset, Wird man auch da gespeiset. 6.( Ott lebt; wohlan ich merke das. GOtt hört; ich wills ihm sagen. GOtt sieht; er sett den thränen maß. GOtt führt; ich darf nicht klagen. GOtt giebt und liebt; Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. Ott herrschet und hält ſagst du, mensch, dawider? Was schlägst du seinen willen aus? Leg' dich zum staube nieder. Schweig still, laß ihn nur meister sein; Er ist das haupt, wir insgemein Sind seine schwachen glieder. 2. Belegt er dich mit kreuz und noth Und greift dir nach dem herzen, So denke nur: es kommt von GOtt. Drum laß es dich zwar schmerzen, Doch hüte dich vor ungeduld, Du möchtest sonst durch große schuld Dein bestes theil verscherzen. 3. Dies ist sein brauch von alters her: Jetzt hält er sich verborgen, Als wüßt' er nichts um dein beschwer, Und läßt dich immer sorgen, Hat gegen dich sich hart gemacht; Dies währt vom abend in die nacht, Und wieder an den morgen. 5. GOtt, du bleibest doch mein GOtt! Hätt' ich keinen freund auf erden, Tritt mich bosheit in den koth, Will die list mein meister werden, Wirst du dich doch zu mir neigen Und mir deine freundschaft zeigen, So wird list und bosheit schweigen. 6. GOtt, du bleibest doch mein GOtt! Kann ich dich, o HErr, nur haben, So veracht' ich noth und tod, Himmel, erd' und ihre gaben. Sollte auch mein leib zerstäuben, Soll mich doch nichts von dir treiben: GOtt wird doch mein GOtt verbleiben. 4. Doch bald erscheint sein freudenblick, Der endet alles leiden, Nimmt deinen sack von dir zurück, Umgürtet dich mit freuden. Er züchtigt dich zwar väterlich, Jedoch soll seine gnade sich Darum nicht von dir scheiden. 3. Wie wohl ist doch der mensch 832. I still, Er ist mein troſt, Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. n meine seele In 5. daran, Der sich in GOttes wege tiefster demuth schicken kann, Ihm aushält alle schläge! Dies nimmt der höchsten kunst den preis. HErr, gieb uns, daß sich aller fleiß Auf dies zu lernen lege. mein leben, Mein schuß, der allzeit helfen will. Weil ich mich ihm ergeben, Stürzt mich nunmehr fein unfall nicht, Wie groß er mir auch zugericht't Von denen, die mich haffen. 472 Kreuz und Trostlieder 2. Wie lange stellt die bosheit doch| deine lehr' Ermuntre mich je mehr Nur einem nach vor allen Und weiß und mehr, Dem guten nachzustreben. nicht, daß sie selber noch Muß in die grube anders als ein' alte schenhand Zunichte wird und fället. te wand, Die plößlich ohne men- 833. Gre: Sein herz bricht Mel. Nun danfet alle GOtt. Ott und ihm von lieben. Pflegt er gleich öfter= mals Die seinen zu betrüben, So prüft er durch das freuz, Wie rein der glaube sei, Wie standhaft die geduld: GOtt ist und bleibt getreu. 2. GOtt ist und bleibt getreu: Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die last der schweren plagen; Er braucht die ruthen oft Und bleibet doch dabei Ein vater, der uns liebt: GOtt ist und bleibt getreu. 3. GOtt ist und bleibt getreu: Er weiß, was wir vermögen. Sollt' er den schwachen wohl Zu schwere last auflegen? Er macht sein Israel Von last und banden frei, Wenn große noth entsteht: GOtt ist und bleibt getreu. 4. GOtt ist und bleibt getreu: Er tröstet nach dem weinen, Er läßt in trüber nacht Die freudensterne scheiGeht, eh' mans glaubt, vorbei. Sei nen. Der sturm, der kreuzessturm seele, nur getrost: GOtt ist und bleibt getreu. stillet dein begehren, Er will dein 5. GOtt ist und bleibt getreu Und glaubensgold In trübsalsglut bewähren. Nimm nur von GOttes hand Den kreuzkelch ohne scheu, Der lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. GOtt ist und bleibt getreu: Laß alle wetter frachen, GOtt wird der trübsal doch Ein solches ende machen, Daß alles treuz und noth Dir ewig nüglich sei. So liebt der höchste dich: GÖtt ist und bleibt getreu. 3. Der welt sinn ist dahin gericht't, Daß sie die tugend dämpfe, Mit lugentand und mit gedicht Stets wider fromme fämpfe; Sie giebt zwar oftmals gute wort' Und fluchet doch im herzen fort, So falsch ist ihr ge= schlechte. 4. Ich aber wart' auf GOtt allein, Zu dem steht mein vertrauen: Er wird mein trost und helfer sein, Drum will ich auf ihn bauen. Ich weiß, ich fint' und falle nie, Er ist mein heil und schuß allhie, Mein fels, mein ehr' und stärke. 5. Ihr lieben leute, hofft auf GOtt, Entdeckt ihm eu'r gemüthe, Er läßt den nimmermehr zu ipott, Der traut auf seine güte. GOtt ist nicht wie die menschen sind, Wo sich oft wenig hülfe find't, Ob man gleich darauf harret. 6. Wenn GOtt was redet, so ge= schichts, Er hält stets sein versprechen. Die menschen aber sind ja nichts, Sie haben viel gebrechen. Es fehlen auch die großen leut', Und wiegen ſo nicht allezeit, Wie sie wohl billig sollten. 7. Auf unrecht, frebel und gewalt Soll feiner sich verlassen, Pracht, title luft soll man alsbald Von erster jugend hassen. Fällt etwa einem reich= thum zu, So halt er doch sein herz in ruh', Daß er es nicht dran hänge. 8. Ich hab' ein wort gehört von GOtt, Daß niemand sonst zu finden, Der uns so mächtig reißt aus noth, So gnädig hilft aus sünden. HErr, du vergiltest jedermann, Was er berdient, was er gethan Durch werke seiner hände. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 9. GOtt vater, hilf mir kräftig- 834. Mer will mich von der W lich Das böse überwinden; O JEsu Christ, befreie mich Von missethat und sünden; O heil'ger geist, durch nur allein in JEsu ist? Und sollt' ich allen jammer Iriden, Der hier die herzen nagt und frißt, So bleib' ich im in allerlei Trübfalen überhaupt. 473 mer unbetrübt, Mein trost ist, daß| trauen, Hier liegt die müde seele still. mich JEsus liebt. Wenn alles wider mich sich regt, Bleibt dieser grund doch unbewegt. 5. Bei dieser zuflucht bin ich fröhlich, Hier hab' ich alles was mir dient. Bei dem bin ich gewiß schon ſelig, Hier ist der baum, der ewig grünt, Hier ist mein anfer und mein stab, Hier ist mein helfer bis ins grab. 2. Mein JEsus hat mir heil verschrieben, Die handschrift ist mit blut gemacht; Die liebe selbst hat ihn getrieben, Daß er sein leben nicht geacht't. So leb' ich immer unbetrübt, Mein heil ist, daß mich JEsus liebt. 3. Will mir die welt hier neße stellen? Mein JEsus hat ein liebes= band; Will mich der feind zu boden fällen? Mein JEsus hält mich bei der hand. So leid' ich immer unbetrübt, Mein schuß ist, daß mich JEsus liebt. 4. Ein andrer mag sich schäße graben; In JEsu liebe bin ich reich. Wer wollt' rin solches gut nicht haben, Dem nichts auf dieser erde gleich? So geh' ich immer unbetrübt, Mein schatz ist, daß mich JEsus liebt. 5. du vergnügte JEsusliebe, Mein heil und theil, mein schaß und schup! Erhalt' mich nur in solchem triebe, So biet' ich allen feinden truß, So sterb' ich endlich unbetrübt: Mein trost ist, daß mich JEsus liebt. 2. Bei ihm kann ich geruhig leben, Er nimmt mich gnädig auf und an. Wenn alle feinde mich umgeben, Daß ich nicht widerstehen kann, So stärket er die müde hand, Thut ihnen selber widerstand. 6. Troß kann ich jeßt dem satan bieten, Er rase mit gewohnter wuth; Mein wächter wird mich schon behüten, Daß er mir keinen schaden thut. Drum lach' ich gar der höllenmacht, Ich bin in sicherheit gebracht. 7. Gerath' ich auch in finsternissen, So leuchtet mir sein gnadenschein; Er wird mich zu erhalten wissen, Wenn sonst gleich keine mittel sein. Wohl dem, der sich zu GOtt gefügt, Der wird durch dessen schuß vergnügt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. machen, 9. Will sich der neider an mich Gebraucht er ränke, kunst 835. Ich bin getrost in mei= und lift, Muß ich doch ſeiner thorheit nem leiden, GOtt ist mein heil, GOtt ist mein licht. Er überschüttet mich mit freuden Und ist der seele zuversicht. Er heißet meine lebenskraft, Ein GOtt, der schuß und ruh' verschafft. lachen, Die ihm am meisten schädlich ist. Er glaube, daß sein grimm und gift Mich nicht nach seinem wunsche trifft. 3. Vor wem darf ich alsdann erschrecken? Wer stürzet den, den GOtt bewahrt? Ich weiß die flügel, die mich decken, Ich kenne seine baterart; Die ist, daß er mich brünstig liebt Und sich mir selbst zu eigen giebt. 4. Auf diesen grund kann ich nun bauen, Wenn unglück auf mich stürmen will. Es ist gut, auf den höchsten 8. Will bliß und hagel auf mich regnen, Will alles mit mir untergehn, Weiß mich dennoch mein GOtt zu segnen, Ich werde seine treue sehn. Es gehe noch so wunderlich, Es bleibt dabei: GOtt schüßet mich. 10. Behalt' ich meinen GOtt zum freunde Und wird mein glaube offen= bar, So fallen alle meine feinde, So zittert, was sonst muthig war. Denn so erfennt man in der that, Was GOttes freundschaft auf sich hat. 11. Der letzte feind kann mich nicht zwingen, Denn GOtt steht mir im sterben bei; Muß ich auch sterbend schmerzlich ringen, Hilft doch mein GOtt und macht mich frei. Bei ſo gewünschter sicherheit Betrübet mich kein herzeleid. 12. So fann der wahre glaube sprechen, So eignet er sich alles zu; Nichts soll die freude unterbrechen, Nichts störet meiner seele ruh'. Mein 474 Kreuz- und Trostlieder herz und mund spricht einerlei, Daß| mir vielmehr, Daß, dir zur ehr', Ich GOtt mein licht und erbtheil sei. sieg und kraft verneue. 7. Ach HErr, du bist und bleibst auch wohl Getreu in deinem sinne, Darum, wenn ich ja kämpfen soll, So 836. ich auf die Die du mir hast Beschlossen aufzu legen; Leg' auf, doch daß Auch nicht das maß Sei über mein vermögen. Mel. Durch Adams fall ist ganz 2c. armherz'ger bater, denk' an deine worte! Du sprichst: ruf mich an in der noth Und klopf an meine pforte, So will ich dir Errettung hier Nach deinem wunsch er= weisen, Daß mich dein mund Und herzensgrund Voll freudigkeit soll preisen. 8. Du bist ja ungebund'ner kraft Ein held, der alles stürzet, Und deine hand, die alles schafft, Ist auch noch unverkürzet. HErr zebaoth Wirst du, 2. Ach süßer hort, wie tröstlich mein GOtt, Genannt zu deinen ehflingt Was du versprichst: demren, Bist groß von rath, Und deiner frommen Will ich, wenn trübsal ein- that Kann keine stärke wehren. her dringt, Nach wunsch zu hülfe fommen; Er liebet mich, Darum will ich Ihn lieben und beschüßen: Er soll bei mir Im schooße hier Frei aller sorgen sigen. 3. Ach lieber GOtt, ach baterherz, Mein trost von so viel jahren, Wie läßt du mich so manchen schmerz Und so viel angst erfahren! Mein herz verschmacht't, Mein auge wacht Und weint sich frank und trübe, Mein angesicht Berliert sein licht Vom seufzen, das ich übe. 9. Du bist Israels trost und licht, Deß ist mein herz gegründet; Bei dir, o meine zuversicht, Sich immer hülfe findet. Drum schaffest du Auch denen ruh', Die du nach dir läßt heißen, Und bist bereit, zu rechter zeit Sie aus der noth zu reißen. 10. Ach GOtt, ich klopf jetzt inmiglich Voll flehn an deine pforte, Ach höre doch und rette mich, Ich traue deinem worte. Hilf, HErr, hilf mir! So will ich dir Hier freudenopfer bringen, Auch nachmals dort Dir fort und fort Dank, lob und ehre singen. 4. Uch HErr, wie lange willst du mein So ganz und gar vergessen? Wie lange soll ich traurig sein Und mein leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt Dein herz und nimmt Dein heil von meiner seelen? Wie lange foll Sich sorgenboll Mein Herz im quälen? Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. leib mint bu verstoßen ewiglich 837. Geht ihr traurigen ge 5. Willst du Und nicht mehr guts erzeigen? Soll dein wort und verheißung sich Nun ganz zum ende neigen? Zürnst du jo sehr, Daß du nicht mehr Dein heil magst zu mir senden? Doch, HErr, ich will Dir halten still, Dein arm fann alles wenden. danken, beschwert ihr mir das herz? Flieht aus meiner finne schranken, Schwermuth, traurigkeit und schmerz! Ich will frei und freudig sein, Denn mein JEsus wird die pein, Die mich drückt, nach seinem willen Völlig heben, tilgen, stillen. 2. Was sollt' ich mich selber kränken, Da mich doch mein JEsus liebt? Hieran will ich stets gedenken. Satanas, sei du betrübt! Du bist nicht, wie ich, getauft, Du bist nicht, wie ich, erfauft, Dir ist Christus nicht gestor* 6. Nach dir, o HErr, verlanget mich 3m jammer dieser erden; Mein GOtt, ich harr' und hoff auf dich, Laß nicht zu schanden werden, HErr, deinen freund, Daß nicht mein feind Sich meines unglücks freue. Sieb 2. In besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 475 in besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. ben, Nicht, wie mir, das heil erwor-| geschieden, Ach, so bin ich wohl ben. zufrieden. 3. Wenn ich freuden, ehren, schätze Gegen dieses lösegeld, Gegen diese würde sege, So verlach' ich alle welt. Wüßt' ich gleich die größte lust, Die der ganzen welt bewußt, Aber JEsum nicht zu haben, Würde sie mich doch nicht laben. 4. Nun er ist mir ja gegeben, Daß ich mich sein freuen kann. Leiden, tod, verdienst und leben, Was mein JEsus mir gethan, Er, und was er hat, ist mein, Und ich bin auch wieder sein; Teufel, hölle, tvd und sünden Kann ich durch ihn überwinden. 10. Laß mich ungeduld vermeiden, Die sich oftmals bei mir regt; Laß mich dir zu ehren leiden, Was du, HErr, mir auferlegt; Zwinge selbst mein fleise und blut Und erhebe meinen muth, Daß ich deine sei und bleibe Und mich nie was von dir treibe. 7. Freilich satan tobt und schrecket Und ist tag und nacht bemüht, Wie er angst und furcht erwecket, Noth und pein zusammen zieht. Doch ich weiß, daß JEsus Christ Auch der starke helfer ist, Der des teufels macht ge= schlagen Und die hölle schau getragen. 8. JEsus hat den pfuhl bestürmet, Nebst der macht der finsterniß; Nun beschüßt er und beschirmet Seine gläubigen gewiß. Fürchte nichts, bedrängter sinn, Lege furcht und sorgen hin! Esus wird dich wohl erhalten, Laß ihn nur geduldig walten. 9. JEsu, meiner feele freude, Gieb mir deinen freudengeist, Der mein herz mit troste weide, Wie dein heilam wort verheißt. Ach mein hort, benimm mir doch Dieses schwere trauerjoch! Werd ich nie von dir 11. JEsu, laß mich ja nicht fa len, Deine rechte halte mich, Daß ich unverwandt in allen, Treuer JEsu, seh' auf dich. Laß mich alle pein und noth, Angst und furcht, ja selbst den tod Durch dich fröhlich überwinden Und des glaubens ende finden. 5. Es ist wahr, ich bin ein sünder; Aber meines JEsu blut Seßt mich unter schulden gut. Das gerechte GOttes= 838. Grann ich sagen? Es GOttes finder Und macht alle Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. was lamm Mußte mich am freuzesstamm Durch sein heiliges verdienen Mit scheint, ich soll verloren sein; Da dem höchsten GOtt verfühnen. mich so viele sünden nagen, Em= 6. Es ist wahr, ich muß zwar ster- pfind' ich lauter höllenpein, Und bei ben, Durch das thal des todes gehn; den martern meiner noth Fehlt Doch ich kann ja nicht verderben, Ich nichts, als gar der ew'ge tod. muß wieder auferstehn. JEsus tilgt des todes kraft Durch sein sterben und verschafft, Daß er mir zum engelorden Nur ein schritt und durchgang wor2. Ich weiß, daß mich dein geist im herzen Auch allzuoft erinnert hat, Doch wollt' ich mit der gnade scher= zen, Damit verwarf ich allen rath; So, daß ich schändlich von mir stieß, Was heilig, gut und christlich hieß. den. 3. Wie kann ich alle schulden zählen, Die deinen zorn auf mich gehäuft? Da nun nach meiner armen seelen Der satan durch ver= zweiflung greift, So weiß ich weder aus noch ein Und soll ein brand der hölle sein. 4. Wo lauf' ich hin in solchen schmerzen? Wo eil' ich in den ängsten hin? Ach HErr, es reuet mich von herzen, Daß ich so abgewichen bin. Verschließest du die gnadenthür, So ist es gänzlich aus mit mir. 5. Laß dich mein elend doch erbarmen, Barmherz'ger GOtt, durch JEsum Christ, Durch JEsum Christ, der für mich armen Geplaget und gestorben ist! Er hat für mich genug 476 Kreuz- und Trostlieder stod gethan, Nimm sein verdienst zur zah=| freud', Der arzt, das heil und leben; lung an. 6. Ihn halt ich fest mit glaubenshänden, In ihm verstößest du mich nicht. Der sünder wird die gnade schänden, Die allen sündern trost verspricht, Der durch verzweiflung unter= geht Und nicht bei JEsu feste steht. Ich eitel, frant, voll traurigkeit, Muß schnell den geist aufgeben. Der leib muß die verwesung sehn, Es kann in kurzer zeit geschehn Und nichts kann mich erhalten. 7. Ja GOtt, du hast mich losgesprochen Von dem, was mein gewissen schrect, Und was ich gegen dich verbrochen, Ist ganz bezahlet und bedeckt. Troß, satan, troß, und halte mir Nun meine sünden weiter für! 8. Von nun an, GOtt, sei meinem leben Dein wort zur richtschnur borgestellt. Du wirst mir kraft und segen geben, Und wenn das fleisch aus schwachheit fällt, So richte mich von neuem auf Und fördre meinen tugend= lauf. 9. 3war, treuer GOtt, wenn du die fünden Hier zeitlich noch bestrafen willt, So laß mich auch den trost empfinden, Der aus der vaterliebe quillt: Du bleibst im freuze doch mein freund, Ders niemals böse mit mir meint. 10. GOtt lob, so kann ich ruh' verspüren, So wirst du mich auf rechter bahn, Nach deinem weisen rathe führen, So nimmst du mich mit ehren an Und frönest mich, nach dieser zeit, Im reiche deiner herrlichkeit. Mel. Wo GOtt der HErr 2c. 839. D JEfu Christe, GOttes sohn, Du schöpfer aller dinge, Schau doch herab von deinem thron, Hör', was ich vor dich bringe: Du bist, o HErr das höchste gut; Ich bin ein mensch, der arges thut, Ein' handvoll erd' und asche. 2. Du bist sehr herrlich, schön geziert, Voll majestät und ehren; Ich bin in jammer tief geführt, Der niemals will aufhören; Du bist das licht, ich aber blind; Du bist gerecht und ich voll sünd', Als die mich ganz besessen. 3. Du bist die wahrheit, licht und 4. Wahr ist es, du hast selber mich Mit deiner hand bereitet, Aus mut= terleibe wunderlich Ans tageslicht ge= leitet; Was hilfts mir aber, daß ich bin, HErr, dein geschöpf? jetzt fahr' ich hin und muß zunichte werden. 5. Doch weil du selbst mein schöpfer bist, Wollst du dein werk nicht haffen Und mich in meiner angst, HErr Christ, Mit hülf und trost nicht laſs sen. Du hasfest nicht, was du gemacht, Vor dir ist alles hoch geacht't Und werth in deinen augen. 6. Ach schau doch deine hände an, Durch die bin ich formiret. Dein herz mich nicht verstoßen kann, Weil dich erbarmung rühret. Dies sind die hände, die für mich Mit nägeln haben lassen sich Ans holz des kreuzes schlagen. 7. Darinnen steht mit deinem blut Mein name angeschrieben. Lies doch die schrift, die mir zu gut In deinen händen blieben, So wird und muß dein liebreich herz Sich mein erbar= men, allen schmerz, Den schmerz des geistes, stillen. 8. Ich schrei, dein' arme freatur; Mit gnaden auf mich blicke! Du bist mein arzt, in deiner fur Mit labsal mich erquice! O GOtt mein heiland, hilf du mir Und bring' mich wiederum zu dir, Eh' ich gar muß verderben. 9. Was sind doch alle meine tag'? Als nichts sind sie zu rechnen. Ich armer mensch, wie daß ichs wag', So frei dich anzusprechen? Ach, großer GOtt, ach zürne nicht, Daß ich vor deinem angesicht zu reden mich er= winde. 10. Die noth, o HErr, hat kein gesey, Die mich jest hart umringet. Drum dies für feine frechheit schätz', Die angst mich zu dir zwinget; Der franke nach dem arzte schreit, Der in besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 477 blinde sich des lichtes freut, Der todte| Zähle meine heißen thränen, Laß mich sucht das leben. 11. Eil', JEsu, großer lebensfürst, Dich meiner zu erbarmen, Den stets nach deiner hülfe dürft't; Hilf mir, HErr, hilf mir armen! O GOttes und auch Davids sohn, Erbarm' dich mein, und meiner schon', Hör' den, er nach dir schreiet! 6. Sent', o JEsu, meine sünden, In des tiefen meeres grund. Laß den harten zorn verschwinden, Thu' mir deine gnade fund. Deiner fürbitt' ängstlich schrein Laß bei GOtt stets träftig sein. Zeig mich ihm in deinen wunden, Denn dadurch bin ich ent= bunden. 7. Alsdann will ich täglich fingen, HErr, von deiner liebestreu. Ich will dank und opfer bringen, Rühmen, daß GOtt gnädig sei; Ja in deinem Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 840. Laß es Esu, dich erbar= heiligthum, HErr, erheb' ich deinen men, Treuer mittler, schläfest du? Denkst du nicht mehr an mich armen? Sprichst du mir nicht weiter zu? GOtt, mein GOtt, ach ruhm, Wo mein herz ihn täglich ehret; Amen, ja, ich bin erhöret. Mel. Herzlich thut mich verlangen. wie ſo lang! Meiner ſeel' ist angst 841. aß, IEſu, dir mein flehen und bang'; Schaust du noch, mein freund, durchs gitter In dem schweren ungewitter? 12. Eil' nicht so fort, du wahres licht, Hier ist, der auf dich hoffet; Steh' still, dein auge zu mir richt', Hör' den, der dir nachrufet. Mit deiner hand mich zu dir leit, Daß ich das licht der ewigkeit In deinem licht anschaue. 2. Hölle, satan, welt und sünden Stürmen schrecklich auf mich zu. Wann werd' ich die stätte finden, Wo für mich schirm, schuß und ruh? Hilf mir, HErr, mein fels, mein hort! Mein herz hält dir vor dein wort, Da du schwörst, dein herze wolle, Daß der sünder leben solle. 3. Sünde, wie magst du nun drücken und mich plagen ohne rast? Hier auf meines JEsu rücken, Liegt die mir zu schwere last. Alle meine schwere schuld Trägt und zahlt er mit geduld. GOtt bestraft an seinem finde Seiner knechte schmach und sünde. 4. Kommet, kommet her, ihr armen! Höret, wie GOtt selber schreit: Eurer will ich mich erbarmen, Die ihr hoch beladen seid. Nun ich komme mit begier, Als ein matter hirsch zu dir; Laß es, JEsu, mir gelingen, Laß dein lebenswasser springen. trost und hülfe sehn. Stärke die er= schrockne seel' Mit dem süßen freudenöl Und erleichtre mein gewissen, Nach so viel bekümmernissen. 5. Theurer JEsu, hör' mein sehnen Und mein wiederholtes flehn, ohne zahl Anjetzt zu herzen gehen, Be= merke meine qual, Mein weinen und mein klagen, Erhör' und rette mich: So will ich dir lob sagen Hier und dort ewiglich. 2. Du schlossest mit mir armen Den bund der lieb' und treu', Daß ich durch dein erbarmen Der höll' entrissen sei. Du hast mich in dem bade Des lebens rein gemacht, Ich bin durch deine gnade Dem himmel zuge= bracht. 3. Du, satansüberwinder, Kamst selber in die welt, zu retten alle sün= der; Du hast, o starker held, Der bosheitsvollen schlangen Den alten kopf zerknickt, Den seelenfeind gefangen, Vor dem mein Herz erschrict. 4. Du hast dein blut vergossen, O JEsu GOttes lamm, Du gingest unverdrossen Für uns ans freuzes stamm, Schmerz, jammer zu empfin= den, Ja gar den tód zu sehn, Damit wir, rein von sünden, Des satans macht entgehn. 5. Dieweil du meine seele Durch deinen herben tod, Aus satans pfuhl 478 Kreuz und Trostlieder und höhle Aus aller angst und noth| Sein dräuen zu zernichten, Gieb mir Nun ganz und gar befreiet, So bitt' ich, höre doch Dein kind, das ängstlich schreiet Und lindre dessen joch. des geistes schwert, So kann ichs wohl ausrichten, Wenn alles auf mich fährt. 6. Laß sich den feind nicht freuen, Daß er mich schreckt und plagt; Laß mich nicht länger schreien, Du hast ja zugesagt, Daß uns, was wir begehren Gewißlich werden soll, Wenn unsre heißen zähren Und flehn nur glaubensvoll. 7. Beweise deine stärke An mir, o großer GOtt, Zerstör' des satans werke, Hilf mir aus dieser noth. Ich bin ein find des HErren, Der über alles ist; Du kannst dem satan wehren, Drum steure seiner list. 8. 3war lässet meine fünde E8 leider schwerlich zu, Daß ich die hülf' empfinde, Sie störet meine ruh. Doch will ich nicht verzagen, Ich weiß, daß du, HErr Christ, Die strafe schon getragen und mein erlöser bist. 9. Kanns sein, ach so befreie Mich doch von dieser pein! Ach höre, wie ich schreie, Laß es nicht fruchtlos sein! Ach zähle meine zähren, Wie lange willst du doch Dein antlig von mir kehren? Nimm weg das schwere joch! 10. Doch will ich dich nicht lehren; Mach' du, was dir gefällt. Willst du dem freuze wehren, So sei dirs heimgestellt; Soll mich es länger plagen, Dein wille mag geschehn, Du wirst mirs helfen tragen, und mir zur seite ſtehn. 14. So kann ich widerstreben, Wenn GOttes harnisch mich So fest und treu umgeben; So, teufel, spott ich dich, Denn du bist schon gebunden, Du fällst, du liegest schon, Denn der dich überwunden Ist selber GOttes ſohn. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 842. Ach Gott, der satan giebt mir Du wollst, der sünden wegen, Forthin mir nicht mehr gnädig sein, Du seist mir ganz entgegen, Rufft alle kreatur herbei, Daß sie zur rache fertig sei, Mich ewig zu verderben. 2. Du wirst mich ja nicht, liebster GOtt, Von deiner gnade scheiden, Denn deines sohnes bittrer tod Und ausgestand'nes leiden Bertilget meine sündenschuld Und hat mir wieder deine huld, Durch sein verdienst er= worben. 3. Drum gieb mir einen gnaden= blick, Wo werd' ich sonsten bleiben? Ach treib des satans list zurück Und lehre mich fest gläuben, Daß du mein freund und vater seist, Der mir nun alle gnad' erweist Um Jesu Christi willen. 4. Ach stell' dich nicht so lange zeit, Als wollst du mich nicht sehen; Ich möcht' in meiner bangigkeit, Sonst ohne trost vergehen. Ach eil' und sich mich gnädig an, Daß ich mich wieder freuen kann, So will ich dir, HErr, danken. 11. Des seelenfeindes tücke Sind zwar sehr groß und viel, Er stellt mir netz und stricke, Doch hast du, HErr, ein ziel Für seine wuth gestecket, Da muß sie stille stehn, Die sich nur so weit strecket, Als du sie läsfest gehn. 12. 2aß mich durch deine waffen, Die du mir vorgestellt, Viel nuß und vortheil schaffen. Wenn mich der herr der welt Mit seinen feuerpfeilen, Mit seiner list und wuth Gedenkt zu übereilen, Halt mich in deiner hut. Mel. HErr GOtt, der du erforschest 2c. 13. Umgürte meine lenden, Gieb 843. Dir sei es, heil'ger geiſt, mir den glaubensschild, Die pfeile abzuwenden, Womit er auf mich zielt. geklagt, Daß ich auf teine maße mich bei der unruh', die mich plagt, Jemals recht trösten laſſe. Klage über die Unempfindlichkeit bei den göttlichen Tröstungen. in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 479 Ja, ob du gleich in meiner last Mir| Was ich gutes find' an mir, Das tröstung angeboten hast, Faß ichs hab' ich allein von dir; Auch giebst doch nicht zu herzen. Drum ist mir du, nach wohlgefallen, Selbst den auch um trost sehr bang', Denn du glauben mir und allen. verbirgst dich gar zu lang' Und läsfest mich in schmerzen. 3. O mein GOtt, vor den ich trete, Hör' in meiner großen noth, Wie ich jetzt so sehnlich bete, Laß nicht werden mich zu spott, Mach zunicht' des teufels werk, Meinen schwachen glauben stärk, Daß ich nimmermehr verzage, 2. Gieb doch, daß deine süßigkeit Mein hartes herz erweiche, Damit ich einst, auf langes leid, Auch deinen trost erreiche; Denn was mir Adam angeerbt, Hat leider, mich so sehr ver= Christum stets im herzen trage. derbt, Daß ich, mir selbst gelassen, HErr, deinen trost und dessen kraft, Die alles gute in mir schafft, Nicht kann zu herzen fasſen. 3. Ich müßte ja, HErr, ohne dich Ohn' allen trost verderben, Drum eile und erquicke mich, Laß mich nicht trostlos sterben; Schau' mich, mein GOtt, in gnaden an, Daß ich mit David sagen kann: Ich ward in angst geseget, Doch deines wortes gnaden Fraft Hat meiner seele ruh' geschafft Und sie mit trost ergözet. 4. Ach laß mich doch nicht länger schmerz Und so viel kummer haben; Ach fang' doch an, mein mattes herz Durch deinen trost zu laben; Verwandle meine angst in ruh' Und sprich mir wieder gnädig zu; Führ' mich, nach diesem leben, zu deinen himmelsfreuden ein, Wo ruh', trost und erquidung sein, So will ich dich erheben. Klage über die Schwachheit des Glaubens. 4. JEsu, du brunn aller gnaden, Der du keinen von dir stößt, Der mit schwachheit ist beladen, Sondern deine jünger tröst't, Sollt' ihr glaube gleich so klein Als ein kleines senf= forn sein, Woll'st du sie doch würdig schäßen, Große berge zu berseßen; 5. Laß mich gnade vor dir finden, Der ich ganz voll traurigkeit, Hilf du mir selbst überwinden, Hilf, so oft ich muß in streit. Daß mein glaub' sich täglich mehrt, Gieb mir deines geistes schwert, Womit ich den feind kann schlagen, Alle pfeile von mir jagen. 6. Heil'ger geist ins himmels throne, GOtt, bon gleicher ewigkeit Mit dem vater und dem sohne, Der betrübten troft und freud', Der du in mir angezünd't, So viel glauben ich noch find', Über mir mit gnade walte, Ferner deine gab' erhalte. 7. Deine hülfe zu mir sende, O du edler herzensgast, Und das gute werk vollende, Das du angefangen hast; Blas das kleine fünflein auf, Bis ich, nach vollbrachtem lauf, Allen auserwählten gleiche, Dort des glauMel. JEsu, deine heil'gen wunden. 844. Creuer Gott, ich muß bens ziel erreiche. dir klagen, Meines herzens jammerstand, Ob dir gleich all' meine plagen Besser, als mir selbst, bekannt; Große schwachheit ich bei mir In anfechtung oftmals spür', Wenn der satan allen glauben Will aus meinem herzen rauben. 2. Du GOtt, welchem nichts verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab', Nichts von allen meinen sorgen, Alles, HErr, ist deine gab'; 8. GOtt, groß über alle götter, Heilige dreinigkeit! Außer dir ist kein erretter, Tritt mir selbst zur rechten seit', Wenn der feind die pfeil abdrückt, Meine schwachheit mir aufrückt, Will mir allen trost verschlingen Und mich in verzweiflung brin= gen. 9. Zieh' du mich aus seinen striden, Die er mir geleget hat, Stürz' ihn selbst nebst seinen tücken, Drauf 480 Kreuz- und Trostlieder er finnet früh und spat; Gieb kraft,| bezeugter buß' und reu' Auch gnade daß ich allen strauß Ritterlich mag werde geben; Es ist mir aber heftig stehen aus, Und so oft ich noch muß leid, Ich gräme mich, mein herze kämpfen, Hilf du mir die feinde däm- schreit Und seufzet sehr darüber. pfen. 5. O frommer GOtt, ich fühl' in mir Ein fünflein bon dem glauben, Das rühret doch allein von dir Das will der feind mir rauben; Gieb, daß des geistes sanfter wind Den fast verloschnen docht entzünd' Und meinen glauben stärke. 6. Den glauben, welcher jetzt so Plein Als wie ein fenfforn scheinet, Laß doch nicht ganz verwerflich sein. Dein kind, das jezo weinet, Erfüll', o HErr, mit zuversichtund mehr' mein schwaches glaubenslicht, Damit es helle leuchte. 10. Reiche deinem schwachen finde, Das auf matten füßen steht, Deine gnadenhand geschwinde, Bis die angst vorüber geht; Wie die jugend gängle mich, Daß der feind nicht rühme sich, Solch ein herz hab' er gefället, Das auf dich sein' hoffnung stellet. 11. Du bist meine hülf, mein leben, Mein fels, meine zuversicht, Dem ich leib und seel' ergeben, GOtt, mein GOtt, berzieh' doch nicht! Eile doch und steh' mir bei, Brich des feindes pfeil entzwei, Laß ihn selbst zurücke prallen Und mit schimpf zur hölle fallen. 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand, Daß du meine noth und plage, HErr, so gnädig abgewandt. Nicht nur in der sterblichSeit Soll dein ruhm sein ausgebreit't, Ich wills auch hernach erweisen Und dich) dort einst ewig preisen. Mel. Aus tiefer noth schrei zc. 845. gnädiger und barmnicht kann helfen. herz'ger GOtt, Du willst uns selig haben, Du machst den bösen feind zu spott Und giebst des glaubens gaben; Ach schau, ich seufze zwar nach dir, Allein der glaube fehlet mir, Ich sinke fast zur hölle. 7. Vollführ' das gute werk in mir, Das du selbst angefangen; Gieb meinem glauben kraft, um dir Beständig anzuhangen; Behalte mein ge wissen rein, Laß mich im kampf beständig sein, Bis ich in JEsu siege. 8. Hilf meinem unvermögen auf Und stärk' mir herz und hände, Wohn' selbst in mir, daß ich den lauf Durch deine kraft vollende, Und gieb mir einen freien sinn, Ergreif' mich, der ich kraftlos bin Und selbst mir 2. Wie gerne wollte sich mein geist In deiner lieb' erquicken, Nach wel= cher deine treu' verheißt Uns trostreich anzublicken! Wie gerne wollt ich Christi tod In meiner schweren seelennoth Mit festem glauben fassen! 3. Ich kann mein blödes herz doch nicht, Wie ich wohl wünsch', erheben; Mir mangelts an der zuversicht, Ach, alle glieder beben; Mich dünkt, daß meine sündenschuld Mir deine väter= liche huld Bereits entrissen habe. 4. Ich zweifle fast an deiner treu', Ob sie den sündern leben Und, nach 9. Die wasserwogen heben sich, Es fängt an hart zu wittern, Die winde stürmen sehr auf mich, Mein Schiff will fast zersplittern; Drum, HErr, den glauben mir bewahr', Daß ich nicht in den abgrund fahr', Wo ferner fein erretter. 10. GOtt, der du nach dem glauben siehst, Ach stärke doch mich schwachen! Wenn du, o höchster, von mir fliehst, Wer wird mein heil bewachen? Komm, treuer GOtt, und steh' mir bei, Auf daß ich unbezwungen sei, Bis an den tag des HErren. Mel. Alle menschen müssen 2c. 846. Err, stärke meinen glauben, Ach HErr, hilf, er wird sehr schwach! Satan will mir ihn fast rauben, Da sich häuft in besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 481 traut, wie sichs gebührt. mein ungemach. Ach, mein glaubens-| führt, zu prüfen, ob mein herz Dir licht verschwindet, Weil sich keine hülfe findet; Wo ist doch mein HErr und GOtt? Ruf ich jetzt in meiner noth. 2. Ich hätt' aus dem, was du Mich oft erfahren lassen, Die weisheit deines thuns Schon längstens sollen fassen, Daß du mich nicht versäumst, Mich zu verlassen scheinst, Doch hilfest, wenn es zeit, Und alles treulich meinst. 3. Ich aber will den trost Sogleich mit händen greifen, Eh' deine prüfung noch zu solcher frucht kann reifen, Wozu du sie geschickt; Bin angst- und zagensvoll, Wenn ich nach deinem rath Auf hülfe warten soll. 2. Wo sind seiner allmacht proben? Wo ist seine vaterhand, Die viel andre freudig loben? Bin ich ihm denn unbekannt? Weiß er nicht, wie mir es gehet? Weiß er nicht, wie's um mich stehet? Ist mein leid zu groß für ihn, Daß ich ohne hülfe bin? 3. HErr, ich gläube, hilf mir schwachen! Ja ich gläube festiglich, Du weißt alles wohl zu machen, Darum komm und stärke mich; Gläub' ich doch, daß du noch lebest Und stets ob und bei mir schwebest, Daß dein auge auf mich sieht, Ob die hülfe gleich verzieht. 4. HErr, ich glaube, daß mich armen JEsus auch erlöset hat, Der sich aller will erbarmen, Der der fünder trost und rath, Daß er in dem größten leide Gleichwohl sich von mir nicht scheide; Nur mein herz empfind't es nicht, Weil mir stärk' und trost gebricht. 5. Hilf, daß ich bald stärke finde, Stärke mich doch fort und fort, Schenke deinem schwachen finde Ei= nen trost aus deinem wort, Der mich lehre dir vertrauen Und auf die berheißung schauen, Die du mir im worte giebst, Ob du schon die hülf aufschiebst. 6. Laß mich deinen geist noch trösten, Nimm ihn nimmermehr von mir; Wenn die noth am allergrößten, Überzeug' er mich von dir, Daß du noch an mich gedenkest Und mir deine hülfe schenkest, Kommet nur erst stund' und zeit, Welche du zur hülf bereit't. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 847. 3D mit vielen for ch muß mich, o mein gen grämen, Und mit verzagtem sinn Vor deinen augen schämen, Wenn wieder neue noth Mich in die schule 4. Ach, mehr' und stärke du Mein kindliches vertrauen, Wenn mein berderbter sinn Sich oft will lassen grauen, Wenn lauter finsterniß Der trübsal auf mich fällt, Wenn sich auf mein geschrei Dein herz verborgen hält. 5. Je mehr die noth sich häuft, Je fester laß mich faffen Dies wort: Du woll'st mich nicht Versäumen noch verlassen, Dein treues vaterherz Vergesse meiner nicht, Wie mein verzagtes herz Oft unrecht denkt und spricht. 6. Dein geist ist mächtig g'nug, Die hoffnung aufzurichten, Wenn sa= tan, welt, vernunft Sie denken zu ber= nichten. Wenn eine noth erscheint, Der aller rath entsteht, Die über men= schenmacht und ihre weisheit geht; 7. Da zeiget deine kraft Ihr übergroß vermögen, Daß sich unmöglichfeit Und alle zweifel legen. Auf dieſe soll, mein GOtt, Mein glaub' und hoffnung ruhn; Was du schon oft gethan, Wirst du noch ferner thun. ken wegen der Erwählung. Bei zweifelhaften Gedan= Mel. Kommt, laßt euch den 2. fich zweifel macht, Ob du, GÖtt. 848. Laß mich nicht in irrthum mein herz uns menschen allen Deinen himmel zugedacht, Oder ob du eine zahl Auserlesen, deren qual Christi blut nicht 31 482 Kreuz- und Trostlieder tilgen wollen, Weil sie ewig leiden| Er ruft aus der nacht zum licht; Hiersollen. an fann mein geist sich laben, Daß mich GOtt will selig haben. 2. Du schließt ja mit deinen armen Aller himmel himmel ein; Sollt' an uns denn dein erbarmen, HErr, so sehr verkürzet sein? Wer hat deine gnadenhand Solchermaßen eingespannt? Sollte dir, dem nichts zu gleichen, Nicht der sünden menge weichen? ve 3. Was verloren, willst du suchen; Ei so wirst du mich auch nicht, Aller= liebster GOtt, verfluchen. Wende, HErr, dein angesicht Und verwirf mich nicht von dir, Deinen heil'gen geist gieb mir, Laß ihn immer in mir bleiben Und sein heil'ges wesen treiben. 4. Dein sohn ist darum geboren, Daß, wer sich nur zu ihm hält, Selig sei und nicht verloren, Sein blut gilt für alle welt; Dein wort stehet unverleßt: Buße haſt du, HErr, geſeßt Nicht gerechten, sondern sündern Und gefallnen menschenkindern. 9. Dem, den GOtt zur buße locket, Öffnet er den himmel auch, Weil er feines herz verstocket, Falschheit ist nicht sein gebrauch; Der da sizt im höchsten thron, Hält kein ansehn der person, Weil er selbst für aller leben Christum in den tod gegeben. 7.3ft für alle welt gestorben, GOtt, dein sohn aus lieb' und huld; Ei, so ist auch mir erworben Die vergebung meiner schuld. Sollte denn des Adams noth Stärker sein als Christi tod? Adams fall hat all' ersticket, Christi tod hat all' erquicket. 8. Dein geist tröstet mein gewissen, Er giebt meiner seele ruh', Zeugt, ich sei der straf entriffen, Rufet mir die buße zu. Christi zeuge schweiget nicht, 10. Christi blut tilgt alle fünden, Ob sie noch so groß und schwer, Sein verdienst will überwinden, Schreckt gleich satan noch so sehr. Hier ist Christus, unser held, Der verſöhner aller welt; Weg, was meine seele quälet! Christus macht mich auserwählet. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 849. Meg, mein herz, mit den gedanken, ob du verstoßen wärst; Bleib' in GOttes 5. Will nun Christus selig machen, wort- und schranken, Wo du anders Was verderbt ain fleisch und sinn, reden hörst. Bist du bös und ungeWohl, so hilft er auch mir schwachen, recht? Ei, so ist GOtt fromm und Weil ich auch ein sünder bin; Will schlecht, Hast du zorn und tod verdieer nicht des sünders tod, Wird er mich net, Sinke nicht, GOtt ist verfühnet. in meiner noth, Die mich ängstet, 2. Du bist, wie die menschen alle, auch nicht lassen, Sondern sie zu.her- Durch das sündengift befleckt, Welzen faffen. dan m 6. Hat dein sohn durch seine wunden Ganz bezahlt, so bin ich rein, Denn was gänzlich abgefunden, Muß auch ganz vergessen sein; Mich erquickt der friedensbund, Und was mir dein wort und mund Zugesagt, das fann nicht trügen: Welt und teufel mögen lügen. ches Adam mit dem falle Durch der schlange list erweckt: Aber kehrst du nur zu GOtt, Besserst dich, so hats nicht noth; Sei getrost, GOtt wird dein flehen Und dein bitten nicht verschmähen. 3. Er hat stets ein herz voll liebe, Das uns nie zu schaden denkt, Das sich, durch die reinsten triebe Des er= barmens, zu uns lenkt; GOtt hat einen vaterfinn, Unser jammer jammert ihn, Unser unglück macht ihm schmerzen, Unser tod kränkt ihn von herzen. 4. Ruft er nicht so wahr ich lebe, Ich will nicht des sünders tod, Sondern daß er sich bestrebe Zu bekehren? ja, mein GOtt Freut sich herzlich, wenn er hört, Daß ein fünder wiederkehrt, Will nicht, daß aus sei in besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. ner heerde Nur ein schaf verloren werde. 5. Kein hirt kann so fleißig gehen, Wenn sich dessen schaf verläuft. Solltest du sein herz nur sehen, Wie sich lieb' und sorgfalt häuft, Wie es vor verlangen brennt, Wenn ein kind sich von ihm trennt Und von den geliebten seinen, Würdest du vor freuden weinen. 6. GOtt liebt nicht allein die frommen, Sondern die der seeelenfeind Ihm durch list und wuth entnom= men, Weil ers treu mit allen meint. Und sein ſie zurück zu ziehn, Ja fein loden, sorgen, wachen Will die sünder selig machen. 7. Darum bleiben auch die flammen Seiner liebe immer groß, Denn er ruft uns allzusammen In den weiten himmelsschooß. Stellt man sich nun gläubig ein, Sucht von sünden los zu sein, Fliehet satans reich und rachen, Thut man gottgefäll'ge sachen. 8. GOtt und alles heer dort oben, Das ihn jetzt und ewig ehrt, Jauchzet auch, wenn sie ihn loben, Daß der sünder sich bekehrt. GOtt bedecket und vergißt Alles was verbrochen ist; Ales, alles wird vergraben, Wie wir ihn beleidigt haben. 9. Himmel, erde, meer und seen Mögen noch so grundlos sein, Dies und alles, was wir sehen, Ist und bleibt unendlich klein Gegen GOttes lieb' und huld, Die bei unsrer sündenschuld Uns erträget, duldet, liebet Und uns raum zur buße giebet. 10. Nun so ruh' und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist, Was willst du dich viel ermüden, Da es doch nicht nöthig ist? Sind gleich deiner sünden viel: GOttes huld ist ohne ziel, Und kann alle deine flecken, Als die welt ein stäubchen, decken. 11. Könnt'st du tausend welten finden, Die der höchste GOtt gemacht, Und du hättest alle sünden, Die in 483 selbigen vollbracht; Wär' es viel, doch seine treu', Welche täglich groß und neu, Würde solche last besiegen Und unendlich überwiegen. 12. Mein GOtt, öffne mir die pforten Solcher gnad' und gütigkeit, Zeige mir an allen orten Deiner huld vollkommenheit, Liebe mich und treib' mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang' und liebe Und dich ja nicht mehr be= trübe. Mel. Alles, was mir GOtt 2c. 850.ual und angst muß ich empfinden, Ob ich GOttes kind noch sei, Denn der kindschaft pflicht und treu Brach ich oft durch schwere sünden, Die ich ohne scheu verübt, Und wodurch ich GOtt betrübt. 2. Ach, der bund ist übertreten, Den GOtt durch das wasserbad Mit mir aufgerichtet hat. Will ich nun zum höchsten beten, Fällt mir oft der zweifel bei: Ob ich GOttes find noch sei? 3. GOtt erhört nur seine finder, Welche seinen willen thun; Kann mein herz nun also ruhn, Da ich ein verhaßter sünder? Ja mich drückt der sorgenstein: Wie kann GOtt dein bater sein? 4. Stürmen auf mich trübfalswinde, Ach, so wird mein glaube klein, Und der satan giebt mir ein: GOtt verfährt mit seinem kinde Nicht so scharf; wärst du sein kind, Wär' er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh' ich: hilf mir armen, Vater der barmherzigkeit, Tilge die= ses herzeleid Durch dein väterlich erbarmen, Und verwirf mich armen nicht Ganz von deinem angesicht. 6. Vater, laß mich gnade finden, Sprich mich, den verlornen sohn, Wieder frei vor deinem thron; Christi blut soll mich entbinden, Darum schenke mir die schuld Und ertrag' mich mit geduld. 7. Dein kind fernerhin zu heißen, 31* 484 Kreuz- und Trostlieder Bin ich freilich nicht mehr werth;| dienst mein eigenthum, Wo ich sicher Doch da mich dein geist bekehrt, wohne Als in einem festen schloß, Kannst du auch den bund nicht rei- Das kein feind kann fällen; Wär Ben. Schau', ich fehr zu meiner sein ganzes heer auch los, Nebst der pflicht, HErr, darum verstoß mich macht der höllen. nicht. 8. HErr, ich sage dir aufs neue Wieder pflicht und liebe zu, Die du forderst; blicke du Nun nach dei ner vatertreue Den mit gnadenaugen an, Für den JEsus g'nug gethan. 9. Du sollst doch mein bater bleiben, Wenn gleich deine ruthe schreckt Und mir schmerz und angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben: HErr, dir leist' ich treu' und pflicht, Bis mein herz im sterben bricht.. 6. Stürme teufel, höll' und tod, Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner noth GOtt mit vielen gnaden, Der GOtt, der mirseinen sohn Selbst geschenkt aus liebe, Daß der ew'ge spott und hohn Mich dort nicht betrübe. 7. Schreie, tolle welt, es sei GOtt mir nicht gewogen, Es ist lauter tăuscherei Und im grund erlogen; Wäre GOtt mir gram und feind, Würd' er mir die gaben, Die mein eigen worden seind, Nicht verliehen haben. 8. Denn was ist im himmelszelt? Was im tiefen meere? Was ist guMel. Christus, der uns selig macht. 851. Swing' dich auf zu tes in der welt, Das mir nicht gut deinem GOtt, Du betrübte seele, Was liegst du GOtt fast zum spott, In der schwermuthshöhle? Merkst du nicht des satans ist? Er will durch sein kämpfen Dei= nen trost, den JEsus Christ Dir erworben, dämpfen. wäre? Und wem brennt das sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und wasser? dient es nicht mir und meinem leben? 2. Schüttle deinen kopf und sprich: Fleuch du alte schlange, Was erneu'rst du deinen stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der kopf zerknickt, Und ich bin durchs leiden Meines JEsu dir entrückt In den saal der freuden.rem 3. Wirfst du mir die fünde für? Wo hat GOtt befohlen, Daß mein urtheil ich bei dir Über mich soll holen? Wer hat dir die macht geschenkt, Andre zu verdammen? Liegest du doch selbst versenkt In den höllenflammen. 4. Hab' ich was nicht recht gethan, Reut es mich von herzen; Dahingegen nehm' ich an Christi blut und schmerzen, Denn dies ist die ranzion* Meiner missethaten, Bring' ich die vor GCttes thron, Ist mir wohl gerathen. das lösegeld. 5. Christi unschuld ist mein ruhm, Sein recht meine frone, Sein ver9. Ich bin GOttes, GOtt ist mein, Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe kreuz herein Sammt dem bittern leide, Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten händen. Wie bald weicht des freuzes joch, Wenn es GOtt will wenden? 10. Kinder, die der vater soll Ziehn zu allem guten, Die gerathen selten wohl Ohne zucht und ruthen. Bin ich denn nun GOttes kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner sünd' Auf was guts will ziehen?? 11. Es ist herzlich gut gemeint Mit der christen plagen; Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig kla= gen, Sondern hat vollkommne lust Dort in Christi garten( Dem allein er recht bewußt) Endlich zu gewarten. 12. GOttes finder säen zwar Traurig und mit thränen, Aber endlich bringt das jahr Wornach sie sich sehnen, Cenn es kommt die erntezeit, Da sie garben machen. Da wird all in besonderen geistlichen Nöthen und Anfechtungen. ihr gram und leid Lauter freud' und lachen. 13. Ei so faß, o christenherz, Alle deine schmerzen, Wirf sie fröhlich hinterwärts; Laß des trostes kerzen Dich entzünden mehr und mehr, Gieb dem großen namen Deines GOt= tes preis und ehr', Er wird helfen, amen. Klage über gotteslästerliche Gedanken. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. ch armer mensch, wo 852. laß ich jego herz und sinn, Zwar wider meinen willen. Doch gegen dich, HErr JEsu Christ, Durch satans tücke, trug und list Mit lästerung erfüllen! 2. Du hast mir ja von findheit an An leib und seel' viel guts gethan Und alle gnad' erwiesen: Ist denn nun dies der dank dafür? Wirst du, mein GOtt, also von mir Für deine huld gepriesen? 3. Ach HErr, ich hätte wohl verdient, Daß du mich als ein böses kind, Alsbald zur Hölle stießest Und mich daselbst bei höchster qual Die lästerungen allzumal Im feuer büßen ließest. 4. Drum lehre mich doch recht verstehn, Daß solches lästerliche schmähn Bom bösen geist herrühre, Daß er durch solche lästerung Mich armen in verzweifelung Und andre laster führe. 5. HErr, rette deinen ruhm und mich, Daß nun in meinem herzen dich Der satan nicht mehr schmähe; Gieb, daß ich diesem lästergeist, Der mich nur dich betrüben heißt, Nun kräftig widerstehe. 485 7. Ach HErr, ich schreie noch zu dir: Laß deinen guten geist in mir Mit seiner gnade bleiben; Ich räum' ihm herz und alles ein, will sein heil'ger tempel sein, Sein werk darin zu treiben. 6. Verleih' mir kraft, zu solcher zeit, Wenn sich der böse geist nicht scheut Durch lästerung zu toben, Dich, HErr, in meines herzens grund Und auch zugleich mit wort und mund, Zu preisen und zu loben. 8. Ach heil'ger geist, komm, heil'ge mich! Daß satans bosheit, welche dich Bisher gelästert, weiche. Ach, wirt in mir fraft, fried' und ruh', Daß alles, was ich red' und thu', Nur dir zum preis gereiche. Mel. O GOtt, du frommer 2c. Mit hochbetrübter seele Wie große seelenangst Mich täglich nag' und quäle: Ach, böse läste= rung, Gedanken wider dich, Die oft bei mir entstehn, Mein GOtt, betrüben mich. 2. Ach weh, wo soll ich hin? Wem soll ich davon sagen? Den menschen trau' ich nicht. Ach GOtt, dir will ichs flagen, Du kennst des herzens grund, Du kennest meinen sinn, Wie ich darüber stets Von Herzen traurig bin. 3. Wie herzlich gern wär' ich Der läst'rung überhoben, Ich quäl und martre mich, Wenn sie fast in mir toben. Ach, wenn mein herz auch nur An dich, mein GOtt, gedenkt, So wird es gleichsam ganz In lästerung versenkt. 4. Dein wort, woran ich denk', HErr, wird in mir verkehret Und ganz herum gedreht; Die andacht wird ge= störet. Ich höre andre wort, Als ich im herzen hab', Und diese große qual Frist mir das herz noch ab. 5. Ach, schaue meine noth: Bald will mich der verdammen, Der selbst verdammet liegt Mit ketten in den flammen; Bald kommt ein feuerpfeil, GOtt wüßte nicht von mir, Du ſtieBest o mein GOtt, Mich ganz und gar von dir. 6. Ach ja, die lästerung Mischt sich in alle dinge, In alles, was ich nur 486 Kreuz- und Thu, lese, bete, finge. Was ich zu dei= ner ehr' Und rühm vollbringen soll, Das mach' ich, wie mich deucht, Von sünd und schande voll. 7. Der lästerworte kann Ich mich nicht gleich entschlagen; Auch wider willen muß Ich sie oft lange tragen. Ach, rechne mir nicht zu, Was ich so leiden muß, Ich widersprech' ihm oft Und leid' es mit verdruß. 8. Mein GOtt, dir ist bekannt, Wie heftig ich mich wehre, Wie ich mich bald zu dir Und bald zum beten kehre. Ich schreie tausendmal, Ich mein' und will das nicht, Was böse lästerung In meinem herzen ſpricht. Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. ch A mir 9. Drum gieb doch, daß bein geist 855. 2 GOtt, wie schwer, Die läst'rung von mir treibet, Mich Wie angst ist mir zu muthe! Mein gutes denken lehrt, In meinem her- geist empfindet großen schmerz Und zen bleibet, Es durch dein lob erfüllt, wird niemals zu gute. Mir ist an Mich heilig macht, regiert, Gedan- allen orten bang', Ach frommer bater, fen, zung und mund, Dich stets zu ach wie lang Willst du mein so preisen, rührt. vergessen? Trostlieder 4. Ist GOtt in uns, so steigt im herzen Durch seine kraft ein heldenmuth, So spürt man luft in noth und schmerzen, So heißt uns alles böse gut. GOtt und ein gut gewissen macht, Daß man der feinde zorn ver= lacht. 5. Wer wollte nun an GOtt ver= zagen? Er will für, mit, bei, in uns sein. Drum weg mit euch, ihr bangen flagen! Ich traue meinem GOtt allein. Tritt, welt und teufel nur herfür, Ich sage: trotz! GOtt ist allhier. 3. In besonderen leiblichen Nöthen und Leiden, als in Verfolgungen. 2. Wie lange willst du, treuer GOtt, Dein antlig so verdecken Und meine seel' in solcher noth Und trübsal lassen stecken? Soll ich denn sorgen immerzu Und auf dem lager keine Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ruh' In meinem herzen haben? ft 854. I GOtt für uns, was fann uns schaden, Ob sich uns alles widersetzt? Denn sind wir nur bei GOtt in gnaden, So blei= ben wir stets unverleßt. Wer GOtt nur hat, hat immer schuß, Er bietet welt und teufel truß. 2. Ist GOtt mit uns, wird aus dem feinde Gar oft der allerbeste freund. Und haben wir nur GOtt jum freunde, Was schadet uns der ärgste feind? GOtt hintertreibet allen rath, Der trug und falschheit in sich hat. 3. 3st GOtt bei uns, so stehn wir feste, Wenn sturm und wetter blißt und kracht. GOtt decet uns aufs allerbeste Und machet tag aus finstrer nacht. Wer unter seinem schatten fißt, Der wird vor aller noth beschüßt. 3. Wie lange soll sich doch mein feind noch über mich erheben, Ders mit mir auf das ärgste meint Ind gönnt mir faum das leben? Er froßt und pochet auf gewalt Und seget mir gar mannigfalt Sehr zu an leib und seele. 4. Sieh an, o HErr, und höre doch Mein flehen und wehklagen, Erlöse mich vom harten joch Der viel und schweren plagen! Die augen, GOtt, erleuchte mir, Daß ich nicht plößlich muß von hier Und in dem tod entschlafen; 5. Daß sich mein feind nicht rühm' dabei, Er habe radhe funden, Noch sich in seinem herzen freu', Als wär' ich überwunden; Nicht über meinen unfall lach', Da du doch weißt, daß meine fach' Kein unrecht mit sich führet. in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 487 6. Ich aber hoffe, daß du mich| uns herzlich lieben. Ein bloßer nam' Bald rettest und in gnaden Von mir und eitler ruhm Ist nur ein solches abwendest kräftiglich Angst, elend, christenthum, Wo fried' und liebe spott und schaden. Ich weiß, du bist fehlen. voll güt' und treu' Und stehst mir ar= men kräftig bei, Der täglich darauf wartet. 7. Drum sei nur fröhlich, banger geist, Laß alle schwermuth fahren Und glaub: GOtt, der dein vater heißt, Wird dich getreu bewahren Vor aller feinde list und tüd', In kurzem auch dein ungelück In ruh' und freude kehren. * 8. D vater, sohn und heil'ger geist, Voll weisheit, güt' und stärke, Sei stets aus herzensgrund gepreist Für alle großen werke! HErr, führ und schüß mich immerfort Durch deine gnad' an allem ort zu deines namens ehre! Bei Neid und Verfolgung. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich 2c. 856. 2 treuer GOtt, wie 4% geht mirs doch, Da meine feinde toben? Wie hart und schwer ist dieses joch, Ach, schaue doch von oben! Die trübsal macht mich müd' und matt, Ach), komme bald, ch, schaffe rath Und stille mein ver= langen! 2. Ach, schaue, was für gram und pein Mir die verfolgung bringet, Dieweil sie mir durch mark und bein Bis in die seele dringet. Ach schmerz, der bis zum herzen frißt, Wenn der, so selbst voll laster ist, Uns lästert, schimpft und schmähet! 3. Wie quälet den nicht haß und neid, Der stets nach freundschaft strebet, Der gern in fried' und einigkeit Mit seinem bruder lebet! Der neid ist bloß des satans ruhm, Der haß der hunde eigenthum, Die wuth ein werk der tiger. 4. 3u fried' und ruh' beruft uns GOtt, Wir müssen sanftmuth üben; Es ist ja dieses sein gebot, Daß nir 5. Und dennoch sieht man weit und breit, Wo christenleute leben, Nichts als verleumdung, zwist und streit, Man ist dem haß ergeben. Doch soll dies laster tugend sein, Deswegen sucht man falschen schein, Um es damit zu schmücken. 6. Der hat bald dies, bald das gethan, Den wir nicht leiden können; Den nennt man einen bösen mann, Dem wir die luft nicht gönnen, Wir plagen, drücken, suchen ihn Auf alle weise durchzuziehn, Und dies heißt wohl gehandelt. 7. So glücket manchem zwar die kunst, Durch heucheln, trug und lügen, Durch hinterlist und falschen dunst Die menschen zu betrügen, Weil sein verstand durch falsche list, Durch haß und neid versinstert ist; Doch kann er GOtt nicht täuschen. 8. Wer jedem zu gefallen denkt, Muß ohn' gewissen leben Und dem, der zucht und tugend kränkt, In allem beifall geben; Er achte weder amt noch pflicht, Denn sonst gefällt er diesem nicht, Den haß und neid besessen. 9. Ach HErr, erbarm' dich über die, So sich dem neid ergeben, Erwecke, rühr' und lenke sie Von solchem bösen leben, Und führ' sie Christi schafen zu, Damit sie jedermann in ruh' Und stillem frieden lassen. 10. Erbarm' dich meiner! denn ich bin mit solcher zunft umgeben, Verleih' mir einen sanften finn Und laß mich freundlich leben. Ach, gieb mir sanftmuth und geduld, Damit ich ihnen ihre schuld Vergeb' und auf dich hoffe. 11. Mein helfer, ach, verlaß mich nicht, Ach, eil', mir beizustehen und zeige mir dein angesicht! HErr, laß mich freudig sehen, Wie mächtig deine gnade sei, Durch diese mach mich völlig frei, Dir will ich fest vertrauen. 488 Kreuz und Mel. Wo GOtt der HErr nicht 2c. 857. HErr, bilf mir, denn ich und ende. werde sehr meinem feind gedränget, Der wider meinen glimpf und ehr' Viel böses ausgesprenget. Er suchet mich um hab' und gut, Ja gar um leben, leib und blut, Durch seinen mund zu bringen. 2. Du, HErr, der du allwissend bist, Erkennest seine lügen; Er sucht in dem, was unwahr ist, Sein schändliches vergnügen. Du weißt, daß mir zu viel geschicht. Denn ich verschulde das ja nicht, Was er mir aufgebürdet. 3. Drum nimm dich meiner gnädig an Und rette meine ehre; Daß jedermann erkennen kann und überzeugend höre, Daß alles falsch und ohne grund, Was meines feindes lästermund Mir schändlich nachgesprochen. 4. Verleih' mir einen solchen muth, Der fich darob nicht kränfet, Was mein feind redet oder thut, Und der vielmehr bedenket, Der lügen werde leichtlich rath, Wenn man sich vor der bösen that Nur hütet und fromm lebet. Trostlieder Und daß mir deine hände Gesetzet ziel Mel. Auf meinen lieben GOtt. mir Fest 858. Mein Gott, ich habe allhier Will ich mich fleißig hüten, Ob gleich die feinde wüthen, Daß ich, wenn ich was spreche, Ja dein gebot nicht breche. 2. Wenn mein gemüth entbrennt, Daß man sich von dir wend't, So will ich vor dich treten, In meinem herzen beten, Daß du gebst deinem knechte zu thun nach deinem rechte. 3. Herr, lehre mich doch wohl Bedenken, daß ich soll Von dieser schnöden erden Hinweg geraffet werden, 4. Die tage meiner zeit Sind einer hand nur breit; Und wenn man dies mein bleiben Soll recht und wohl beschreiben, So ist es nichts und bleibet Ein staub, der leicht zerstäubet. 5. Ach HErr, wie gar nichts sein Die menschen insgemein, Die doch so sicher leben Und gar nicht acht drauf geben, Daß all' ihr thun und glücke Verschwind' im augenblicke. 6. Sie suchen gut und geld, Gehn her in dieser welt Als wie ein schatt und schemen Und können nichts mitnehmen, Wenn sie dereinst voll leiden Aus diesem leben scheiden. 7. Sie schlafen ohne ruh', Arbeiten immerzu, Sind tag und nacht ge= flissen Und können doch nicht wissen, Wer, wenn sie niederliegen, Ihr erbtheil werde kriegen. 9. Laß mich doch, treuer GOtt, Nicht sein der thoren spott. Mein 5. Auch bitt' ich dich, liebreicher mund soll stille schweigen, Das herz GOtt, Du wollest die bekehren, So zur ruh' sich neigen; Du stifter aller mich mit lügen, hohn und spott Bis- fachen, Kannst, willst und wirsts wohl her so sehr beschweren. Führ' sie zur baße, reu' und leid, Damit sie ja die seligkeit Deswegen nicht verlieren. 8. Nun, HErr, weß soll ich mich Doch trösten sicherlich? Auf dich will ich nur bauen Und deiner güte trauen: Rett' mich von aller sünde, Die ich noch in mir finde. machen. 10. Wend' deine plag' von mir, Schlag mich nicht für und für, Denn ich bin arm, berachtet, Beinahe ganz verschmachtet, Weil du die hand ausstreckest Und mich im zorne ſchreckeſt. 11. Strafst du die missethat, Die man verübet hat, So fällt die kraft der glieder Und alle schönheit nieder. So gar nichts sind die sünder Und alle menschenkinder. 12. Zu dir, o HErr, mein hort, Ruf ich noch immerfort: Sieh' an mein herzlich sehnen, Mein' angst und heiße thränen; Erhöre meine bitte, Wenn ich mein herz ausschütte. 13. Dein pilgrim bin ich hier, Dein bürger für und für, Wie meine väter waren, Und alle die vorfahren, Die in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 489 von dir aufgenommen, Zur rechten| ein gut das eitel ist; GOtt giebt dir heimath kommen. 14. 2aß meiner qual und pein Nunmehr ein ende sein, Benimm mir freuz und leiden, Eh' ich von hier muß scheiden, Daß ich dich ewig droben, Und auch noch hier, mag loben. zudem noch mehr, Als du brauchst und würdig bist: Sag', ob dich sein weiser rath Nicht bisher versorget hat? * 15. GOtt vater, sohn und geist, Sei immerdar gepreist! Du wollst in meinem leben Mir trost und stärke geben, Daß ich drauf selig sterbe, Dein reich aus gnaden erbe. Bei Sorgen und Bekümmernissen um das Zeitliche. 859. Nicht ſo traurig, nicht ſeele, sei betrübt, Daß dir GOtt an gut und ehr' nicht so viel als andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem GOtt, Hast du GOtt, so hats nicht noth. 2. Was hast du, o menschenkind, Für ein recht zu gut und geld? Sind nicht, die geschaffen sind, Gäste dieser fremden welt? GOtt ist HErr dies ist sein haus: Wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du erde haben sollt. Schau den himmel über dir, Da, da ist dein edles gold, Da ist ehre, da ist freud', Freud' ohn' end', ehr' ohne neid. 4. Thöricht ist, der sich hier kränkt Um ein' hand voll eitelkeit, Da ihm JEsus schäße schenkt, Welche keine zeit zerstreut. Bleibt der himmei dein gewinn, Gieb den staub nur immer hin. 8. Wüßte, der im himmel lebt, Daß, wonach dein fleisch und blut Mit so großer sehnsucht strebt, Deiner seele nüß und gut, O so reicht' er dir fürwahr Dies und mehres reichlich bar. 9. GOtt ist lieb- und gnadenvoll, GOtt ist dir von herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl Wie dein wunsch beschaffen sei; Ist dirs gut, so geht ers ein, Ist dirs schädlich, spricht er: nein. 10. Unterdessen trägt sein geist Dir in deines herzens haus Manna, das die engel speist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja, er wählet dir zum heil, Dich zu seinem gut und theil. 11. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes angesicht! Laß das seufzen, nimm davor Deines glaubens freudenlicht; Das behalt, wenn dich die nacht Deines kummers traurig macht. 12. Seße, als ein himmelssohn, Deinem willen maß und ziel, Rühre stets vor GOttes thron Deines dantens saitenspiel, Weil dir mehr gegeben ist, Als du, fünder, würdig bist. 13. Führe deinen lebenslauf Allzeit GOttes cingedenk; Wie es fommt, nimm alles auf Als ein wohlbedacht geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn, GOtt und himmel bleibt dir stehn. dein herz für güter hält: Sag', ob 860. W laſſen, Mein GOtt, 5. Schau' nur alle güter an, Die Mel. Herzlich thut mich verlangen. arum du ver= eins mitgehen kann? Bleibt nicht alles in der welt, Wenn dein fuß nach GOttes schluß, Diese welt verlassen muß? 6. Aber was die seele nährt, GOttes huld und Christi blut, Wird von keiner zeit verzehrt, Ist und bleibt ein ewig gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut verschwindet nicht. dein seufzend kind, Das sich nicht weiß zu fassen, Da sich viel sorge find't? Ach sorge doch, mein vater, Mein GOtt von alters her! Sei ferner mein berather, Sonst wird die last zu schwer. 2. Schwer wird mirs zwar vor andern, Sie gehen fröhlich her; Nur ich muß traurig wandern Mein 7. Darum denke nicht so sehr Auf Kreuz- und Trostlieder 490 leben wird mir schwer. Ich scheu' michs zu entdecken, Drum seufz' ich inniglich: O GOtt, laß dich erwecken, Mein bater, rette mich! 3. Das matte herz voll grämen Spricht: lieber ehrlich todt, Als daß mich soll beschämen Bald die, bald fene noth. Mein sorgen wird gemehret, Wenn auch der kummer gar Des betens andacht störet, Das sonst das Beste war. 4. Hört GOtt vielleicht mein flagen Und ängstlich seufzen nicht? So dent' ich in dem zagen, Wenn mir dus herz fast bricht. Bligt etwa, du gerechter, Dein fluch und zorn auf mich? Wie? strafst du den berächter, O HErr, und rächst du dich? 5. Ich hätt' es wohl verdienet, daß GOtt ein rächer wär'; Und wär' ich nicht verfühnet, Ging ich in zittern her. Doch laß den teufel zittern, Der ohne hoffnung ist; Bei allen ungewittern Bedeckt mich JEsus Christ. 6. Drum will ich jetzt noch hoffen, Mein GOtt verwirf mich nicht, Sein ohr steht ja noch offen, Ich weiß, sein herze bricht. Gieb, geber, gute gaben, Mein vater, segne mich, Laß uns die nothdurft haben, Berath' uns väterlich. 7. Laß alles wohl gelingen, Der fluch geh hinter sich, Rath mir in allen dingen Und benedeie mich. Rett' mich, bewahr' vor schande Und hilf dem elent ab; Ich will in solchem stande Dios preisen bis ins grab. 8. Ich leb' in deinem willen, Als ein gehorsam kind. Willst du die noth nicht stillen, Die sich bei mir befind't, So füll das herz mit freuden Und mach es sorgenfrei Und schaff', daß ich im leiden Boll ruh', geduldig sei. stehn, Die mich armen immerdar Nagen, und mir manches jahr Cent= nerschwer am herzen liegen: Hilf, ach hilf sie mir besiegen! 2. Siehst du nicht, wie vielen jammer Mir die große noth erweckt? Weil der schwere sorgenhammer Mich erbärmlich schlägt und schreckt. Hörst du nicht das angstgeschrei, Das wir in so vielerlei Noth, gefahr und höllenstricken, Sie zu wenden, zu dir schicken. 3. Hebe doch die noth und plage, So die arme seele drückt, Daß ich endlich fröhlich sage: GOtt hat es doch wohl geschickt. Sorge für uns allzumal, Sorge für die harte qual, Die, so sehr wir uns bestreben, Ohne dich doch nicht zu heben. 4. Du regierst ja alle dinge, Du versorgest mensch und vieh, Ja, kein wurm ist so geringe, Ohn' dein wissen stirbt er nie. Du berpflegest groß und klein, Wie du willst, so muß es sein, Was du heißest, muß geschehen; Laß uns rath und beistand sehen. 5. Laß um JEfu Chrifti willen einen von uns untergehn, Noch, um unsre noth zu stillen, uns nach bösen mitteln sehn. Gieb, daß jeder zu dir flieht Und sein leiden so ansieht, Daß du uns von höllenstufen Dadurch willst zum himmel rufen. as hier ohne segen ist, Daß wir dich 6. Und gesegne denn von oben, mit freuden loben, Der du rath und helfer bist, Der das leid, so uns beDer uns nun für das verderben, Heil schwert, Nun in fröhlichkeit verkehrt, und himmel läffet erben. Wenn jemand durch Unglück das seine verloren. In Dürftigkeit und Armuth. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 861. Vater, du weißt meine 862. Hier fib' ich, Hiob gleich, V sorgen, die mit mir haufen, Da noth und herzeleid Bei zu bette gehn Und auch an dem frü- mir zusammen laufen. Ich seh', wohen morgen Wieder mit mir auferhin ich will, So seh' ich lauter noth; in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 491 Uch GOtt, wie beugest du Mein herz| feel' und leib erquict, Der ehre, gut bis in den tod! und heil Zu deiner wohlfahrt schickt. 2. Wie ruhig war ich sonst! Wie war ich fromm und stille! Der kammer fehlte nichts An vorrath, schatz und fülle. Ich nahm, in dir vergnügt, Bald dies, bald das heraus; Hier, glaubte jedermann, Sei ObedEdoms haus." * 2. Sam. 6, 11. 3. Der seele fehlt es nicht An reichem trost von oben, Ich mußt' im leiblichen Auch deine güte loben. Mein gut vermehrte sich Fast jeden augen= blick, Du gabst mir überall Gedeihen, heil und glück. 7. Drum auf, bedrängtes herz! Wenn dich die roth beschweret, So schrei nur ängstiglich, GOtt ist es, der dich höret. Gtt läuft als mutter zu, Er tröstet, hilft, ergößt, Bis er dich wiederum In sanfte ruh' geſetzt. 8. Hat dir dein vorig glück Den rücken zugekehret, Hat dich gehäufte noth Fast ganz und gar verzehret? Hier ist ein reicher GOtt, Der wieder füllen kann; Der bauherr dieser welt Nimmt sich des schadens an. 10. Des freuzes augenblick, So plößlich er entstanden, So plötzlich geht er hin und ist nicht mehr vor= handen. So bald der ruthenstreich Des findes bess'rung schafft, Erlangt es wieder huld, Und die giebt neue fraft. 4. Ich sprach in solcher zeit, Da mich dein rath vergnügte Und mir es In Krankheiten. alles wohl Nach wunsch und willen Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. fügte: Nun hat es keine noth, Ich 863. Mir ist bekannt Die falle nimmermehr; Trotz aller unglücksnacht! Troß aller feinde heer! 5. Ach, aber das entziehn Von GOttes angesichte Reißt allen muth dahin, Macht allen ruhm zunichte; Wo ist nun deine lust, Vergnügung, freud' und scherz? O sehr verzagtes ding! O tropig menschenherz! 6. Doch, HErr, du lehrest mich Durch der propheten schriften: Wer kann wohl in der stadt Ein einzig unglück stiften, Wobei nicht GOtt der HErr Die hand im spiele hat? Er ist der schlägt und heilt, Von ihm kommt rath und that. 9. Drum, seele, fehr' zurück Und fuche deine stille; Ach sorge nicht, mein leib, Für nothdurft, hüll' und fülle: GOtt bleibt ein treuer GOtt, Der 11. Gefeßt, daß dich die noth Bis zu dem grabe drücket; Wenn der er= löste geist Sodann nur GOtt erblicket, Wo gar kein unglück ist, So nehm' ich alles an, Wenn ich sodann nur GOtt Voll freude schauen kann. krankheit, die mich drücket; Ich weiß, sie kommt von deiner hand, Du haſt. sie zugeschicket. Das glaube ich, Du prüfest mich und kannsts nicht böse meinen In züchtigung der deinen. 2. Wo wend' ich mich nun aber hin? Wem soll ich mich vertrauen? Zu JEsu Christo steht mein sinn, Auf diesen will ich schauen. Er ist der welt Ja vorgestellt 3um arzt an leib und seele; Der ist es, den ich wähle. 3. Mein JEsu, heile doch dein Find Zuvörderst an der seele. Die besten arzeneien sind In deiner wundenhöhle. Ich rufe nur Um diese kur; Laß mich doch meiner fünden Vergebung bei dir finden. 4. Befriedige du mir das Herz Und tröste das gewissen, So wird des franken leibes schmerz Zur hälfte weichen müssen. Dein gnadenbund Macht schon gesund Und giebt den kranken stärke, Mehr als des arztes werke. 5. 3war brauch' ich auch des arztes rath; Doch soll er mir gedeihen: So muß, HErr, deine wunderthat Die beste kraft verleihen. Drum hilf mir auch Bei dem gebrauch Erwählter arzeneien Und laß sie wohl gedeihen. 492 Kreuz- und Trostlieder 6. Wenn man sonst nur ein einzig| für, Daß sich die schmerzen legen, wort Aus deinem munde hörte, So Allein die hülfe kommt von dir, Und mußte schmerz und krankheit fort, Die ohne deinen segen Macht uns kein ruh' und wohlsein störte. Sprich auch fraut noch pflaster frei. Dein wort, zu mir: Ich helfe dir, So wird mein HErr, ist die arzenei, Die unsre schmerganzes wesen Sich stärken und gene- zen heilet. jen. 7. Du kannst es auch anjeßo thun, Da du im himmel wohnest; Es schreit mein herz, und wird nicht ruhn, Bis du, HErr, meiner schonest. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst, In gnaden an mich denken Und die gesundheit schenken. 8. Sei du der arzt und helfersmann Um deines namens willen. Wenn niemand sonst mehr helfen kann, Kannst du die krankheit stillen. Ich liege hier Und schrei zu dir: HErr, hilf mir armen kranken, Ich will dir ewig danken. Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. 864. Die frankheit, du geich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Denn jede stund' und jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit, Und spricht: denk' an dein ende. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die jetzt die glieder tragen, Und da mich deine ruthe schlägt, So willst du damit sagen: Des todes ursach' ist in dir, Dein leben aber kommt von mir Und steht in meinen händen. 3. So ist es; deine vaterhand Will mich durch leiden rühren Und mich so in den gnadenstand Und von der welt abführen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vaterfinn Mir aus der krankheit hel= fen. 4. Du giebst den blinden ihr gesicht, Die lahmen heißt du gehen; Es müssen, wenn dein wort nur spricht, Auch todte auferstehen. Und also fannst du auch allein Der arzt in meiner schwachheit sein, Wenn du ein wort wirst sprechen. 5. Die menschen schreiben mittel 6. Beschließest du in deinem rath, Ich solle länger leben, So kannst du leicht auch in der that Den mitteln fräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich anjego sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 7. Dies eine bitt' ich: heile nur Die wunden meiner seelen, Wenn gleich im leiblichen die fur Und alle mittel fehlen. Denn lebt der geist in dir, mein GOtt, So soll der mund bis in den tod Auch diese güte preisen. 865. Itt In aller angſt Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. trau auf meinen und noth; Hat mich viel freuz betroffen, Will ich doch auf ihn hoffen. Er wird mir Und alles elend wenden. 2. Ist gleich mein leib voll schmerz Und ängstet sich mein herz, Will es vor leid und plagen Fast gar in mir berzagen, Wird GOtt, nach seinem willen, Doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die schwachheit an, Daß ich daher nicht kann Das haus des HErren schauen Und mich daselbst erbauen, Soll mir mein lager dienen, Mit GOtt mich zu verfühnen. 4. Mein GOtt, du hörtest mich So oft und gnädiglich; Ach hör' mein flehn und sehnen, Zähl' jetzt auch meine thränen Und kehre dies mein leiden In trost und süße freuden. 5. Dies bitt' ich, dies geschicht; Und kommt die rettung nicht In diesem weltgetümmel, So gieb mir nur den himmel, Wo lauter licht und sonne, Wo stete freud' und wonne. 6. Nun mach' es auf der welt, Mein GOtt, wie dirs gefällt, Hilf mir aus allen nöthen; Und wirst du mich auch tödten, Will ich im tod und leben Mich dir doch ganz ergeben. in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 493 866. S chaue von des himmels bühnen, GroBer herrscher dieser welt, Wie mein findliches erfühnen Deine hand umschlossen hält, Wie sich meine demuth übt, Deine ruthe küßt und liebt. Mel. GOtt des Himmels und der 2c.| Wahre buß' und rechte reu', Mach' auch mich durch deine schmerzen, Jetzt von meinen schmerzen frei. Oder ist es dein belieben Mich noch mehr im freuz zu üben, So gieb auch geduld und muth, Kraft und stärke durch dein blut. 2. Laß die bäche meiner thränen Länger nicht vergeblich sein, Laß mich nicht beständig sehnen Nach verlangtem sonnenschein, Brich die trübe jammernacht, Die mich fast entseelt gemacht. 3. Zu den füßen deines thrones Leg' ich meine werke nicht, Nur die wunden deines sohnes Stell' ich vor dein angesicht. Dieses opfer hält den lauf Des entbrannten eifers auf. 4. G'nüge dich an meiner plage, Gönne meiner seele ruh'; In der hälfte meiner tage Geh' ich sonst dem grabe zu. HErr, in tiefer höllennacht Wird fa deiner nicht gedacht. 5. Blos zu deines namens ehren Wünsch' ich meines lebens frist, Doch verwerf ich mein begehren, Wenn es dir zuwider ist. Deinem willen geb' ich sinn, Seel' und leib zu eigen hin. 6. Willst du mir das leben geben, Nehm' ich es mit freudigkeit; Soll ich auch nicht länger leben, HErr, so bin ich auch bereit. Mich vergnügt allein der schluß, Der zum besten dienen muß. 7. Hilf indessen tapfer kämpfen, Hilf, mein GOtt, in diesem streit, Was dir widerstrebet, dämpfen, Hilf zur frohen ewigkeit. Da wird, ohne streit und pein, Geist und fleisch in frieden sein. Mel. JEsu, meines lebens 2c. 867. unden, Höchſt unschuldigs GOtteslamm, Die dein zarter leib empfunden, Als du an den freuzes stamm, Blos um meine bösen thaten, In die größte noth gera then, Da ich jetzt um eigne fünd' Deine züchtigung empfind'. 2. Wirke doch in meinem Herzen 3. Sollt' ich dem wohl widerstreben, Der es doch so herzlich meint? Nein, ich will mich ihm ergeben, Wenn es noch so trübe scheint. Ich will harren, ich will hoffen, Es ist allzeit eingetroffen: Kinder, die der bater liebt, Werden durch die zucht betrübt. 4. Ich muß zwar in hiße brennen, Es wird meine fraft verzehrt, Doch muß ich dabei erkennen, Daß GOtt nur dem bösen wehrt. Darum will ich meinen rücken Unter seine ruthe bücken, Macht er nur das herz recht rein, Wird der schmerz erträglich sein. 5. Es sind dies die leidensstunden, Es ist dies die prüfungszeit; HErr, ich fühle tiefe wunden, Stärke mich in diesem streit, Daß ich alles auf dich wage Und mein leiden willig trage. Leiden bringt dem fleische pein, Führt doch auch zum himmel ein. 6. Ach, ich kann mich nicht beschweren, Daß du mir zu viel getban; Willst du meine schmerzen mehren, Nehm' ich sie geduldig an. Mir ge= bührt nicht, vorzuschreiben, Sondern stille zu verbleiben; Mach mich nur zu deinem knecht lind durch dein verdienst gerecht. 7. Ich will den nicht scheel ansehen, Der in steten freuden lacht; Meine seele soll nur flehen, Daß mir deine gnadenmacht Kräfte schenket, meine plagen, Meine schmerzen so Rch gedent' an deine zu tragen, Daß ich hier nur fromm und treu Und dort ewig selig sei. 8. Du bleibst dennoch mein er= gößen, Meine fast und fröhlichkeit; Muß ich gleich die wangen negen Und in manchem herzeleid Meine lebenszeit zubringen, Auch mit vie len feinden ringen, Schau ich doch 494 Kreuz- und Trostlieder durch diese zeit In die frohe ewig-| Mehr als wir menschen bitten. Ich feit. weiß, du wirst, Mein lebensfürst, Dem freuze grenzen segen, Und mich sodann ergößen. 868. Jer lebt, er ſelber Sa, wenn mich gar mein herz berMel. Was GOtt thut, das ist 2c. ch weiß, daß mein 8. Macht gleich der feind mich oft mich sichten, Flagt, Die hoffnung zu zernichten, So rufe du Mir gnädig zu: Du bleibst in meinem frieden, Bist von mir un= geschieden. ist mein leben. Ob gleich mein herz in fummer schwebt, Mit schmerz und tod umgeben, Ist seine fraft, Die hülfe schafft, Doch mächtig in mir schwachen, Drum laß ich ihn nur machen. 2. Er lebt, mein arzt; ihm fehlt es nicht an weisheit und vermögen, Er ist es, der mir troft zuspricht. Wenn Fleinmuth sich will regen, So läßt er doch Der frankheit joch, nicht ohne sein erquicken, Die schwachen glieder drücken. 3. Ihm leb' ich, was ich leb' allhier; Mein leben ist verborgen In ihm, und er lebt selbst in mir, Wie sollt' er denn nicht sorgen Für meine noth? Troß, daß der tod Mir darf das leben rauben! Denn hier leb' ich im glauben. Col. 3, 3. 4. Du lebst, daß ich auch leben foll, Du leben meines lebens! Dies macht mein herz vertrauensvoll, Weil du das nicht vergebens Fest zugesagt. Drum unverzagt, Dein wort muß wahrheit bleiben, Und auch an mir bekleiben. 5. Wenn du mich gleich zu tödten scheinst, Bleib ich doch an dir kleben. Ich weiß, mein heil, wie gut du's meinst, Du denkst auf lauter leben. Laß nur den schmerz, Der mir mein herz Fast stündlich droht zu brechen, Mir diesen trost nicht schwächen. 6. Auf menschenhülfe wart' ich nicht, Denn die ist hier nicht nüße, Mein aug' ist bloß auf dich gericht, O meines Lebens stüße, In meiner noth. Droht gleich der tod Mit aufgesperrtem rachen, Es mit mir auszumachen. 7. Es soll mein glaube niemals ruhn, Dir mein herz auszuschütten, Du kannst ja überschwänglich thun, 9. Laß diesen frieden herz und sinn Ohn' unterlaß bewahren, Und laß mich, daß ich in dir bin Und lebe, stets erfahren; Ja stelle mir Dein kreuzbild für, So wird in deinem willen Sich meine seele stillen. 10. Ich bin von aller sündenlast Durch dein verdienst entbunden, Und die erlösung, die du hast Durch deinen tod erfunden, Gilt für und für, Mein GOtt, bor dir; Dein mir erworbnes erbe Bleibt mein, auch wenn ich sterbe. 11. Sind gleich der leiden viel und schwer, Die meinen leib betrüben, So laß mein herz sich desto mehr In dir an deinem lieben, Das mich als braut Mit dir vertraut Und dir will ähnlich haben, In größter schwachheit laben. 12. Du, mein erlöser bist ja treu, Wie bleibst du denn so lange? Ach eil' mit deiner hülf' herbei, Das warten macht mir bange. Denn meine fraft, Mein lebenssaft Vertrocknet als die scherben, Ach hilf, ich muß verderben! 13. Nein, aber nein, du kannst mich nicht Bersäumen noch verlassen, Das ächzen meiner zuversicht Wirst du zu herzen fassen. Du eil'st herzu, Mir hülf und ruh' Und neue kraft und leben Zu deinem preis zu geben. 14. Mich soll und kann nicht schmerz und noth, Nicht trübsal, angst und leiden, Noch auch der letzte feind, der tod, Von dir, mein Jesu, scheiden. Dir leb' ich hier, Auch sterb' ich dir in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 495 In dir kann, auch im sterben, Mein| klärt Und väterlich verheißen, Den, leben nicht verderben. der dich suchet und begehrt, Aus seiner noth zu reißen; Drum komm' ich auch vor deine thür: Ach, frommer vater, hilf du mir Und wende meine plage. 4. Denn du bist doch ein starker held, Der tod und leben zwinget, Ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wohl gelinget; Drum eil' und stärke meinen geist, Nimm weg, was noth und frankheit heißt, Und tilge meine schmerzen. 5. Beschenke mich mit deiner huld, Erhalte mich in gnaden, Verleihe christliche geduld; Was aber mir kann schaden, Laß, liebster GOtt, entfernet sein, Und gieb mir trost und leben ein Durch deines geistes gaben. 6. O JEsu, treuer seelenhort, Sprich, wegen deiner wunden, Anjegt ein einzig liebeswort, So bin ich schon verbunden. Ja, wenn du, liebster meister, willt, So wird mein lei= den bald gestillt Und meine pein ge= dämpfet. 7. Nun, treuer GOtt, ich traue dir; Weil du mich selbst geschlagen, So werde deine liebe mir Die schwachheit helfen tragen, Daß mich die schwere schmerzenslast, Die du mir aufgeleget hast, Nicht gänzlich unterdrücke. 15. Mach' mich nach deiner liebe frei Bon dieses todes leibe, So bleibt es, lebensfürst, dabei, Daß ich doch lebend bleibe; Denn so bin ich, Mein heil, durch dich, Der du den tod verschlungen, Zum leben durchgedrungen. 16. Nur wollest du mich, JEsu, dir Recht wohlgefällig machen, Reut' alles aus, und tilg in mir, Was noch von eiteln sachen Den sinn zerstreut; An eitelkeit, An sorge, noth und kränken Laß mich nicht mehr gedenken. 17. 2aß deinen geist, des erbes pfand, Mit trost nicht in mir schweigen, Mir sterbend das verheißungsland Auch schon von ferne zeigen; Weil nur ein blick In solches glück Mein herz so muthig machet, Daß es des todes lachet. 18. Dort fänget erst mein leben an, Wo mich das lamm wird weiden, Wenn schmerz und leiden abgethan, Und ich mit tausend freuden Umgeben bin, Wo nichts forthin Mir wird mein leben rauben, Wo schauen folgt auf glauben. Bei anhaltender Krankheit. Mel. HErr JEsu Christ, du 2c. 869. 2h frommer GOtt, dir fei geklagt, Was mich in meinem Herzen Für angst und elend drückt und plagt: Mein leib ist ganz boll schmerzen, Ich bin mit frankheit hart beschwert, Und meine kraft ist fast verzehrt Von deinem zorn und dräuen. 8. Soll aber ich in dieser noth Und Frankheit unterliegen, So laß mich über meinen tod Im wahren glauben siegen, Daß ich durch jammer, kreuz und leid, zu deiner himmelsherrlich= feit Getrost und fröhlich dringe. Mel. Werde munter mein 2c. 2. Ich werde für die miſſethat Mit 870. Krankheit und ein fieches recht also gequälet, Daß mir dein trost, dein treuer rath Und vaterhülfe fehlet. Ich liege da ganz ohne ruh', Die schwachheit nimmt beständig zu, Daß ich den tod besorge. 3. Doch hast du dich voll huld erneuer tod, Und der hat auch mich umgeben, Da ich fummer, schmerz und noth, Jammer, qual und herzeleid Schon so eine lange zeit Unter winseln, ach und klage An dem schwa chen leibe trage. 496 Kreuz- und Trostlieder ten Alles labsals mußt' entbehren. 2. Glücklich war ich, als vor die-| umfaßt, Und wie Lazarus voll schwäsen Herz und glieder, noch gesund, Täglich neue träfte wiesen Und der leib sich wohl befund; Ach, gesund heit, welch ein schatz! Der den allerbesten plag Unter dieses lebens gaben Muß vor allen gütern haben. 9. Nun, mein GOtt, so schwer und lange Trag' ich weder schmerz noch noth; Kranker leib, was ist dir bange? Trau' auf deinen starken GOtt. Hat er noch zu rechter zeit Jene mit der hülf erfreut, so wird er dich vom bösen Auch zu rechter zeit erlösen. 3. Ach, um den bin ich gekommen! Von dem scheitel bis zum fuß Ist mir alle kraft benommen, Daß ich nun= 10. Ists nicht eher, doch im stermehr siechen muß. GOtt, der jeder- ben, Da verschwindet alle pein, Da zeit gerecht, Läßt mich armen sünden- sind die des himmels erben, Die allknecht, Wegen meiner missethaten hier beständig sein. Ei so machs, In des arztes hand gerathen. GOtt, wie du weißt, Daß es gut und selig heißt; Wenn du mich auch wolltest tödten, Hoff ich doch in allen nöthen. 4. Ach, ich habe viel erlitten! Ach, ich bitte schmerzensvoll, Daß er mich aus Kedars hütten Bald in Zion führen soll, Wo mir keine schwere nacht Schmerzen, angst und bange macht, Wo man JEsu nur lobsinget Und ein ewig danklied bringet. 5. Doch bisher hat ihm gefallen, Daß ich buß- und hoffnungsvoll, Gleich den gläub'gen findern allen, erkennen soll: zen, tuminer, angst und noth, Krankheit und zulegt der tod Rühren bloß von unsern sünden, Die sich häufig bei uns finden. 6. Ach vergieb, vergieb, o vater, Dent' an Christi blut und pein, Und sei jegt auch mein berather, Denn kein mensch kann helfer sein; Nimm und tilge meine schuld, Gieb mir kräfte zur geduld, Laß mich, vater, voll vertrauen, Bloß auf deine hülfe schauen. 7. Laß mich Christi wort erkennen Und mit diesem tröste mich: Die sich meine jünger nennen, Nehmen auch mein freuz auf sich; Durch viel trübfal, schmerz und pein Geht ein christ zum himmel ein Und wer dort will freude schmecken, Den muß hier kein freuzkelch schrecken. 8. Daß ich recht geduldig werde, Laß mich sehn wies andern ging, Was Hiskias für beschwerde Trug, bevor er trost empfing, Was für cent nerschwere last Hiob deinen knecht Bei zunehmender Krankheit und herannahender Todesgefahr. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 871. Ah, ſo lieg' ich und em= pfinde, die fünde angericht't; Sünde, ach verdammte fünde, Wie verderbest du uns nicht! Du, o feel- und leibesgift, Plagest uns, durch dich betrifft Meinen leib nebst meinem herzen, Krankheit, jammer, pein und schmerzen. 2. Ach mein GOtt, schau' wie ich liege Schmerzensvoll, matt, mud'und schwach; Schau', wie ich mich vor dir schmiege, Ganz voll thränen, weh' und ach. Was an mir ist, leidet noth, Ach, wie nah' tritt mir der tod! Zung' und mund sind matt zu sprechen, Herz und augen wollen brechen. 3. GOtt, zu dir nur will ich fliehen, Dich, dich ruf ich sehnlich an, Du wirst dich mir nicht entziehen, Denn du bist der helfen kann. Herz und knie beug' ich vor dir, Mund und seele schreit: hilf mir! Hilf, ach hilf, in meinen nöthen, Laß mich doch die angst nicht tödten! 4. In der hälfte meiner tage Reiß mich, schöpfer, nicht dahin, Schau' und höre meine flage, Der ich kaum noch lebend bin. Lindre mein ſe in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. schmerzlich leid, Friste meine lebenszeit; Du alleine fannst es geben, Daß wir sterben, daß wir leben. 5. Willst du mir das leben schenlen, So soll seele, herz und muth Deiner gnade stets gedenken Und erheben, was sie thut; Herzlich will ich zu dir flehn, Um mir gnädig beizustehn, Daß ich deines namens ehre Durch ein heilig leben mehre. 6. Doch, mein GOtt, was dir beliebet, Soll auch mir gefällig sein; Hilf dem, der sich dir ergiebet, Ich bin dein und du bist mein. Leb' ich, HErr, so leb' ich dir; Sterb' ich, wohl, bleib' nur bei mir; Bater, was dein weiser wille Mir ersprießlich sieht, erfülle. 7. Leib und feel', mein ganzes leben hab' ich nur allein von dir, Alles hast du mir gegeben, Nichts, ja nichts gehöret mir; Drum so nimm was deine heißt, Vater, sohn und heil'ger geist, Nimm es hin zu deinen händen, Hilf mein leben selig enden. 8. Dir will ich auch die verschrei= ben, Die in dieser sterblichkeit Einst nach mir zurücke bleiben, Hilf auch ihnen jederzeit; Sei der wittwen schuß und schild, Bleib' den waisen gut und mild, Gieb doch gnade recht zu gläuben Und dabei recht fromm zu bleiben. 9. Nun, ich will mich zu dir wenden, Liebster GOtt, ich fasse dich Mit des wahren glaubens händen, Halte mich auch gnädiglich; Heilige dreieinigkeit, Timm mich zu dir, wenn es zeit; Dir leb' ich, dir will ich sterben, Mach' mich nur zum himmelserben. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier 2c. 872. Soll es, liebster GOtt, geschehn, Daß ich heut' an diesem tage Dir das letzte mal mein flehn, Trübsal, noth und freuz vortrage, Ach, so richte meine sinnen Nach den hohen himmelszinnen. 2. Tausend und viel tausend mal Sei, o vater, hochgepriesen, Daß in deiner finder zahl Du mir einen plag gewiesen, Bo mein herz dich lernen kennen und in Christo vater nennen. 497 3. Heilig, heilig, heilig sei Deines großen namens ehre, Deine güte mancherlei, Deine fraft und wahre lehre; Ich will dich dort ewig loben, Wenn du mich zu dir erhoben. 4. Dein reich hast du auch zu mir Hier in gnaden lassen kommen, Mich berufen, auch zu dir Aus des satang macht genommen; JEsus hat mir heil und frieden Durch sein blut und tod beschieden. 5. Darum wart' ich mit begier Ganz getroft aufs reich der ehren, Nichts durchaus kann mich allhier Mehr von jener freude kehren; Komm, o fönig! was die deinen Mit mir hof= fen, laß erscheinen. 6. Deinem willen will ich mich Ganz zu einem opfer geben. Hab' ich hier nicht völliglich Nach demselben können leben, So werd' ich dort deinen willen Mit den engeln recht er= füllen. 7. Täglich brot und mancherlei, Was zu meinem stand gehöret, Hat mir deine vatertreu Durch die lebenszeit bescheeret; Nun du himmelsbrot willst geben, Laß ich gern dies arme leben. 8. 3war die meinen bleiben hier, Die mich gern noch länger sähen, Doch ich weiß, mein GOtt, bei dir Steht ihr weh und wohlergehen; Drüct noch etwas mein gemüthe, So befehl' ichs deiner güte. 9. Nur, o bater, sprich zu mir: Dir ist alle schuld vergeben, Ach, so geh' ich rein zu dir Aus dem sündenvollen leben; JEsus hat mir gnad' erworben, Mit ihm ist die schuld gestorben. 10. So vergeb' ich auch gar leicht, Wie du, höchster GOtt, geheißen; Rache, zorn und strafe weicht, Ich will nichts als lieb' erweisen, Weil du, GOtt, so viel erlassen, Will ich armer mensch nicht haffen. 11. Nückt der letzte kampf herzu, Tobt und wüthet sünd' und hölle, Daß sie mir die himmelsruh Raub' und meinen glauben fälle, Ach, so steh' a 32 498 Kreuz- und Trostlieder ing meiner seiten, Die versuchung zu be-| geist in mir Und sehnt sich, großer streiten. GOtt, nach dir. 12. Mach' mich alles übels los, Gieb der fündennoth ein ende, HErr, ich flieh' in deinen schooß Und in deine vaterhände; Laß mich die von allen bösen, Wie du willst und kannst, erlösen. 13. Nun du hörst, ich zweifle nicht, Denn du bist der himmelskönig; zu dir steht die zuversicht, Welt und höll' ist dir zu wenig, Deine fraft wird ewig stehen, Deine herrschaft nie vergehen. Mel. Vater unser im himmelreich. 873.jeele schreit, Sie ſehnt HErr, matte ſich nach der ewigkeit; Ach fieh, wie der Bis er sich dem leibe reißt; Schau' wie er durst und hiße fühlt, Bis ihn die lebensquelle fühlt. 2. Ach GOtt, wie früh bin ich gejagt, Wie hat mich sünd' und welt geplagt, Wie manche seel- und leibes= noth Betrübet mich bis in den tod! Du kennest mich, dein armes find, Wie viele sorgen in mir sind. 3. Du aber bist der seele ruh', Drum eilt sie dieser quelle zu; Wie lieblich ist dein angesicht, Wie hell dein allerklarstes licht, Wie stark ist deine vaterhand, Wie schön ist dort mein baterland! 4. Du lebest, HErr, und ich bin dein, So führ' mich auch zum leben ein; Was ich hier lebe, ist ein tod, Selbst meine freud' ist angst und noth, Bei dir ist leben ohne streit, Bei dir vergnügung ohne leid. 5. Ich soll vor deinem antlitz stehn, Ich soll mit vollen freuden sehn Den bater, der mich hoch geliebt, Den sohn, der sich selbst für mich giebt, Den geist, der trost und weisheit schenkt; O selig, welcher dies bedenkt! 6. So oft mein herz im geist be= schaut Den tempel, den du aufgebaut, Die tafel, die du zubereit't, Und alle deine herrlichkeit; So wallet herz und 7. Nun HErr, du kennest meinen sinn, Wie elend, arm und schwach ich bin, Du hast die tage längst gezählt, Wie lange mich die trübsal quält; O lebenshüter, ist die nacht Der trübsal bald hindurch gebracht? 8. Die leidenstage sind vorbei, Es endet sich das angstgeschrei, Mein JEsus kommt und holet mich, Er kommt und holet mich zu sich; Die quell' ist frischen wassers voll, Wo ich mich ewig laben soll. Morgenlied eines Kranken. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 874. Gottlob und dank, die kommt der liebe morgen; Auf, schwacher geist und matter sinn, Dir ist ja unverborgen, Wie du die finstre schmerzensnacht In GOttes schuße zugebracht Und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der ruh' gelegt, War ich mit schmerz ungeben; Ich sprach, durch schmerz und furcht bewegt: Werd' ich auch morgen leben? Die fast verdorrte zunge frug, So oft die viertelstunde schlug: Wann wird der tag erscheinen? 3. GOtt hat mir mein gebet gewährt, Ich kann das licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, Mit dank und preis erhöhen Und flehn, daß er es diesen tag Mit mir und meinem Freuze mag Nach seinem willen machen. 4. Leb' ich nicht fröhlich, frisch, gefund, Bin ich dennoch zufrieden; Hat schon der schmerz mein herz verwund't, Will ich doch nicht ermüden; Ich trage dieses harte joch Auch diesen tag und weiter noch, So lang' es GOtt beliebet., 5. Mein elend ist um tag und nacht Nun gleichwohl kürzer worden; GOtt, der mich so getreu bewacht, Wird, nebst der engel orden, Auch heute mit und bei mir sein Und hülfe, rath und in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 499 troft verleihn, Er weiß wohl, was| gen leben, So will ich dein lob ermich drücket. heben. 6. Ihm will ich meinen schwachen geist Und franken leib befehlen, Was JEsus, der mein helfer heißt, Erwählt, will ich auch wählen; So geht es mir im leben wohl Und wenn ich heute sterben soll, Kann mir der tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, HErr, dein liebes find Und werd' es ewig bleiben, kein schmerzenssturm, fein freuzeswind Soll mich von JEsu treiben. Ach, bleib bei mir bis an mein end' Und nimm die seel' in deine händ', So bin ich wohl versorget. hör' 875. Arzt des leibes, troft der mein danklied an, Ich will deine huld erzählen, Die du heut' an mir gethan: Durch sie, die mich hebt und trägt, Ist der tag zurückgelegt. Deine fraft hat mich erquicket, Daß der schmerz mich nicht ersticket. Abendlieder eines Kranken. 7. Ach, wann werd' ich dich erreiMel. JEsu, deine heil'gen wunden.chen, Du von GOtt gefeßtes ziel? Schrecke, tod, ich will nicht weichen! Und ob mir der muth entfiel, Stäift mich, HErr, dein theures wort Und zeigt mir den rechten port, Der mich aus dem weltgetümmel Führt in deinen freudenhimmel. Sind die stunden fortgerückt. Ach, ich 2. Unter ſchmerzen und verlangen, wär' den tag vergangen, Wo ich, HErr, dich nicht erblickt. Ach, ich leide große noth, Doch hast du, getreuer GOtt, Sie auf mein gebet ver mindert und mir schmerz und angst gelindert. 3. Dein erbarmendes gemüthe Hat mich franken wohl bedacht; JEsu, deine lieb' und güte Schüße mich auch diese nacht. Leg' mir nicht mehr schmerzen zu, Gieb den schwachen gliedern ruh'. Bleib, HErr, es will abend werden, Bei mir, lindre die beschwerden. 5. Doch soll mich des todes schreden, HErr, nach deinem weisen rath, Diese schwarze nacht bedecken, Ad), so denke, was ich bat: Tod und sterben scheu' ich nicht, Wenn es selig nur geschicht. Dir hab' ich nichts vorzut= schreiben, Du wirst mein, ich dein verbleiben. 4. Laß dir mich, zusammt den meinen, Treulich anbefohlen sein; Wed' uns wieder, als die deinen, Wenn der helle sonnenschein Aus des schlafes finstrer gruft Uns dir dank zu opfern, ruft. Laß mich bis auf mor6. Laß mich nicht in fünden sterben, Nimm die seel' in deine hand, Mache mich zum himmelserben, Führe mich ins vaterland. JEsu, laß mich auf mein flehn Einst ein selig ende sehn, Bringe mich, nach freuz und leiden, In das reich vollkomm= ner freuden. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. mich die krankheit matt gemacht; Ich 876. Ich will mich nach der will mit JEsu schlafen gehen, Der selber bei den franken wacht; Ich denke jetzt an meinen GOtt, Doch auch dabei an meinen tod. 2. Das bett ist gleich dem stillen grabe, Mein bett und grab liegt mir im sinn. Doch wenn ich JEsum bei mir habe, Wenn ich mit ihm vereinigt bin, So schlaf ich aller ſorgen los und ruhe sanft in seinem schooß 3. Dec' ich mich zu, denk' ich: die erde Bedecket auch dereinsten mich, Wenn ich darein geleget werde. Doch, theurer JEsu, hab' ich dich, So ruh' ich wohl in meinem bett Und wohl in meiner grabesstätt'. 4. Man eilt, das licht schon auszuthuen, Denn was hat man des nachts zu sehn? So wird, soll ich im grabe ruhen, Mein lebenslicht ge= 32* 500 Kreuz und Trostlieder ent schwind ausgehn. Doch JEsus, mei-| herzlich gern Uns gnad' und hülfe ner seele licht, Berlischt in meinem giebt, Rühmt den, deß hand uns träherzen nicht. get Und, wenn er uns ja schläget, Nicht allzusehr betrübt. 5. Ich denke, da ich mich entkleide: So fleidet man mich einsten aus, Wenn ich von dieser welt abscheide llnd geh' in meines grabes haus; Fahrt hin, ihr kleider, fahrt nur hin, Weil ich in GOtt gekleidet bin. 4. GOtt hat ja vaterhände, Er nimmt strafet mit geduld, Sein zorn bald ein ende, Sein herz ist voller huld Und gönnt uns lauter guts. Des abends währt das weinen, Des morgens macht das scheinen Der sonn' uns gutes muths. 5. Als GOtt fein angesichte Unlängst von mir gewandt, Ging zwar mein trost zunichte, Ich fiel in armen stand, Ich war in angst und noth, Ich führte schwere flagen, Ich rief in meinen plagen: Ach, wie so lang', o GOtt! 6. Nun wohl, ich bin erhöret, Mein seufzen ist erfüllt, Mein kreuz ist abgekehret, Mein herzeleid gestillt. Mein grämen endet sich. Es gehn der frankheit schmerzen Aus meinem bangen herzen, Und dies geschieht durch dich. 7. Mein GOtt, für solche güte Sag' ich mit höchstem fleiß, Aus dankbarem gemüthe, Dir ehre, lob und preis, Bis ich, nach dieser zeit, Dort deine wunderdinge Mit mehrem lob besinge, In alle ewigkeit. 6. Man will die kammer nun verschließen, Ja man verriegelt haus und thür, Der sichern ruhe zu genies Ben; Drum stell' ich mir im geiste für: So schließt mein GOtt, zu meiner ruh', Mein grab mit liebeshänden zu. 7. Wie wir denn aus dem bett aufstehen, Wenn uns die morgenröth' anbricht, So werd' ich aus dem grabe gehen, Wenn JEsus, meiner seele licht, Mich aus dem moder, der inich deckt, Zur ew'gen herrlichkeit erweckt. 8. Dies sind die seligen gedanken, Und damit schlaf ich fröhlich ein. Mein herz soll nicht von JEsu wanfen, Ich will im schlaf auch bei ihm sein. O süßer schlaf! o helle nacht! Da JEsus in dem herzen wacht. Danklied nach überstandener Krankheit. Mel. Aus meines herzens grunde. 877 h preise und befinge, derrath, Der mir ſo große dinge Bisher erwiesen hat, Denn das ist meine pflicht, In meinem ganzen leben Dir lob und dank zu geben; Mehr hab' und kann ich nicht. 2. HErr mein GOtt, wenn ich armer Bom bette zu dir schrei', So wirst du mein erbarmer Und stehst mir gnädig bei. Viel andre fahren hin zur finstern todeshöhle, Doch hältst du meine seele, Daß ich noch lebend bin. 3. Ihr heiligen, lobsinget Und danket unserm HErrn, Der, wenn die noth eindringet, Bald hört und Bei dem Verzuge göttlicher Hülfe. dir Mel. Liebster JEfu, wir sind hier. 878. Err, wie lange ſoll ich vergessen bleiben? Und wie lange willst du noch Mich von deinen augen treiben? Soll ich denn von einem morgen Immer zu dem andern sorgen? 2. Soll denn diese qual und pein Meine feel ohn' ende plagen? Soll mein herz denn nur allein, HErr, von keiner hülfe sagen? Soll mein feind inzwischen leben Und sich über mich erheben? 3. Schaue doch und höre mich, HErr mein GOtt, nach deiner strafe! Salt mein auge fräftiglich, Daß ich in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 501 nicht im tod entschlafe, Oder meine| fannsts nicht böse meinen. Obs gleich feinde sagen: Dieser ists, den wir ge= bisweilen scheint, Als wärest du uns schlagen. feind Und gänzlich wider mich, Doch endlich findet sich Dein vaterherz ja wieder. 4. Was ich leide, kommt von dir, Dir gebührt der ruhm der siege. Warum soll man über mir Jauchzen, daß ich niederliege? Hält mich deine hand an tetten, So kann sie mich auch erretten. 6. Es lacht mein herz vor freudigfeit, Wenn ich bei mir bedenke, Wie herzlich gern in böser zeit Dein herz sich zu uns lenke. Der HErr ist from= men muths, Erweist uns lauter guts! Das ist mein lobgesang, Den ich ihm lebenslang So hier als dort will bringen. 5. Nun, o HErr, ich hoff auf dich, Denn ich kenne dein gemüthe Und mein herz erfreuet sich über deine große güte. Ich will dir mit lob und fingen Auch noch dank und opfer bringen. Mel. Ein' feste burg ist unser GOtt. 879. Wie lang', o HErr, Dein herz doch mein vergesſen? Wie lange soll ich jammervoll Mein brot mit thränen effen? Wie lange reichst du nicht Dein gnädig angesicht zu meinem trofte dar? Willst du denn ganz und gar Dich nun vor mir verbergen? 2. Wie lange soll mein banges herz Im trauerkerker sigen? Wie lange soll ich doch voll schmerz Im fummerbade schwißen? Soll ich denn jederzeit Nur angst und herzeleid, Die welt im gegentheil Nur immer lust und heil Nach ihrem' wunsche haben? 3. Ach, schaue doch vom himmelssaal Und siehe, wie ich leide! Mein herzensweh und große qual 3st meiner feinde freude. HErr, mein getreuer hort, Erhör' mein ängstlich wort, Das sich, durch leid gepreßt, Voll wehmuth hören läßt: Laß dein gemüth erweichen! 4. Erleuchte meiner augen licht Mit deinem gnadenwinke, Damit ich in dem tode nicht Entschlafe noch ver= finte. Gieb, daß die böse schaar Sich doch nicht immerdar An meinem fall erfreut, Als wär' ich jederzeit Von dir, mein GOtt, verlassen. 5. Ich glaub' und hoffe steif und fest, Daß du, mein GOtt, die deinen Nicht endlich untergehen läßt, Du Danklieder nach erlangter Hülfe. Err unser GOtt, wenn Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 880. Htch betracht Deinteri ges regieren, Und wie durch deine wundermacht Du mich oft pflegst zu führen, Verwundert sich mein herz, und spricht: HErr, deiner weisheit recht gericht 3st sonnentlar zu spüren. 2. Du läsfest mich zwar sehr viel noth Nebst großer angst erfahren, Doch giebst du mich nicht in den tod, Du kannst mich wohl bewahren Und wiederum zur rechten zeit Des lebens neue freudigkeit Mir gnädig offenbaren. 3. Verstoßest du mich gleich von dir Oft hin zur tiefen erde, So bist du wieder bald bei mir und reißt mich aus gefährde. Du tröstest mich mit deinem wort Und holest mich vom finstern ort Daß ich erquidet werde. 4. Wie sollte dir mein harfenklang Nicht ruhm und ehre geben? Mein pfalterspiel und lobgesang Soll dich, mein GOtt, erheben. Dich, heiliger in Israel, Preist meine seel', die von der höll' Du selbst erlöst zum leben. 5. Auch dichtet meine jung' allzeit Allein zu deinen ehren, Daß dein lob der gerechtigkeit Sich immer möge mehren. Mach' die zu schanden, welche dich Nicht ehren wollen, bis sie sich Voll reu' zu dir belehren. * 6. O barer, sohn und heil'ger 502 Kreuz- und Trostliederad ni geist Boll weisheit, güt' und stärke,| rühmet und erhoben; Laß spät und Sei stets aus herzensgrund gepreist früh, Mein GOtt, mich nie Ermüden, Für alle große werke. Negiere mich dich zu loben. doch immerfort, Daß ich, o HErr, an jedem ort Den gnadenbeistand merke. 881. lo Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. elobet, seist du GOtt, mein hort, Der du noch täglich fort und fort Dein wahres wort erfüllest, Der trübsal wehrst, Gebet erhörst Und allen fummer stillest. 2. Schlägst du die deinen väterlich, So rufen sie ganz ängstiglich Und halten dein versprechen Dir gläubig. für, Wie sollte dir Dein vaterherz nicht brechen? 3. Ihr beten steigt mit macht empor Und dringt zu deinem baterohr, Das dem geschrei des armen Stets offen steht Und, wenn er fleht, Geneigt ist zum erbarmen. 4. Eh' fie dich rufen, bist du da Und sprichst, noch weil sie bitten: ja. So bald sie vor dich treten, HErr, hilfft du oft Ganz unverhofft, Eh' sie recht Pönnen beten. 5. So liebreich ist dein herz gesinnt; Dies hab' ich selbst, dein böses find, Bon meiner findheit jahren Unzählig mal und überall Bis diese stund' erfahren. 6. Wenn angst und kummer mich umfing, Die flut mir an die seele ging Und über mich sich häufte, Hieltst du den lauf Derstrafen auf, Daß er mich nicht 7. Wär' dein erbarmen nicht so groß, Ich käm' so gnädig niemals los, Wenn du mir billig lohntest Nach meiner schuld, Und mit geduld Mein nicht vielmehr verschontest. 8. Du missest aber allezeit Mir, Herr, nach deiner gütigkeit und nicht nach meiner sünde Mein freuztheil zu; Drum stäupest du, Mein vater, To gelinde. 9. Drum mein erbarmer, sei jegund Und immerdar von herzensgrund Ge= 10. Du hast durch deine gnadenhand Mein Freuz nun abermals ge= wandt, Drum will ich, und die meinen Zugleich mit mir, Ein danklied dir Jeßt bringen nach dem weinen. 11. Dein großer name sei geprest, Der uns so vieles heil erweist, Der herrlich ausgeführet Zu seiner ehr', Was uns zu schwer; Daher ihm dank gebühret. 12. Seiferner unser trost und schild; Und wenn du noch uns schwache willt Mit einer last belegen, So schaue doch auch unterm joch Auf unser unvermögen. 13. Denn unsre schwachheit kennest du Drumsprich dem blöden herzen zu, Den glauben stärk' und mehre, Daß unser herz Bei allem schmerz Dich mit gehorsam ehre. 14. Und wenn die noth ihr ziel erreicht, Das dir zu sehen gut gedäucht, So laß das schwache lallen, Das dir mein mund Aus herzensgrund Entrichtet, dir gefallen. or Than 15. Ja nimm mein danklied gnädig an, So schlecht und schwach ich dir es kann In diesem leben bringen; Ich werde dir Dort für und für Ein halleluja! singen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 882. Mein herz, ermuntre nun wieder Und singe mit erquictem muth Jezt neue dank- und freudenlieder Dem HErrn, der große dinge thut, Denn er beschämt zu rechter zeit Nun wieder deine furchtsamkeit. 2. HErr, deine hand ist immer offen, zu geben, was mein herz begehrt; Hingegen ist mein zaghaft hoffen Oft leider keiner hülfe werth, Und doch verträgst du mit ge= duld Des wankenden vertrauens schuld. 3. Wenn oft der trost, womit dein in besonderen leiblichen Nöthen und Leiden. 503 sorgen Midh armen zu erquicken| sich bei uns ein. Er versüßet unsre meint, Bor meinen augen tief verborgen Und noch sehr weit entfernet scheint, Hast du schon meine noth bedacht lnd dich zu helfen aufge= macht. schmerzen Und erquickt die matten herzen, Denn der höchste vater thut Stichte, als was uns nüß und get. 4. Cein unermeßliches erbarmen It immer wohlzuthun gewohnt, Drum wird mir sündlich- schwachen, armen Nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der gebrechlichkeit, Du hilfft zu recht gewünschter zeit. 5. Ist deine zeit doch stets die beste; Indessen wenn die noth sich häuft. So bist du meine starke feste. Wenn flut und jammer auf mich läuft, So siehst du mit erbarmen drauf Und endest schleunig ihren lauf. 6. Herz, feel und geist, muth und gemüthe Sind deines ruhms, mein helfer, voll. Die wunder aber deiner güte Mit dank zu preisen, wie ich soll, Neicht mein verinögen nimmer 313 Es ist voll schwachheit, was ich thu'. 7. Doch läßt du auch mein schwaches lallen, Der du des herzens redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen, Siehst auf die unvollkommenheit, Als wie ein holder vater pflegt, Der schwachheit mit geduld erträgt. 8. Nichts hat mein armes unvermögen, Wie dir, mein GOtt, schon offenbar, Dir zur vergeltung darzulegen. Böt' ich mich selbst zum opfer dar, So ist ja alles schon vorhin Dein eigen, was ich hab' und bin. 4. Was mich noch am meisten quälte, War, o allerhöchstes gut, Daß mir deine hülfe fehlte, Denn mein sehr verzagter muth Wollte keinen trost annehmen, Sich zum beten nicht bequemen; Scheiden wollte zwar mein sinn, Doch bedacht' ich nicht, wohin? 5. Ach, wie wär' es mir ergangen, Wo mich nicht, HErr, deine macht Mit dem gnadenarm umfangen, Und aus meiner noth gebracht? Daß ich deiner so vergessen, Hast du mir nicht beigemessen, Dein gesicht davon ge= wandt Und mir rettung zugesandt. 6. HErr, du hast mir nun das leben Nach der bangen kreuzesnacht, Ja dich selbst, mein GOtt, gegeben, 9. Doch will ich dir mein opfer Da du mich entledigt hast. Denn ein bringen, Das opfer meiner dankbar- leben, das voll quälen, Ohne trost feit, Und dir zum lobe lieder fingen, und ruh' der seelen, Ja, was mehr So viel dein geist mir fraft verleiht ist, ohne GOtt, Ist viel ärger als Im namen Jesu fing' ich dir, In die- der tod. sem nimm es an von mir. Mel. Alle menschen müssen 2c. 883. Menn die noth aufs 2. Dieses hab' ich auch empfunden, Wie du, HErr, am besten weißt, Ul= lec trost war fast verschwunden Meinem hochbetrübten geist, Sorgen, schwermuth, angst und klage Häuften sich mit jedem tage, Ja die herz- und feelennoth Machte mich lebendig Pfleget GOtt nicht weit zu sein; Wenn uns aller rath benommen, Findet er todt. 3. Meine fraft lag ganz darnieder Unter solcher schweren last, Meine Franken augenlieder Hatten weder ruh' noch rast. Was mir lieb und werth vor allen, konnte mir nicht mehr gefallen; Kein vergnügen fannt' ich nicht, Ja ich scheute gar das licht. 7. Nun sollt' ich ein opfer bringen, Daß du mir so wohl gethan; Welch' ein danklied kann ich singen Das vor bir beſtehen kann? Doch erfordert deine Ind das soll auch dir allein Ewiglich gewidmet sein. Kreuz- und Troftlieder. 504 8. Wenn ein freuz mich treffen follte, Stößt mir fünftig leiden zu, Daß mein herz verzagen wollte, Ach so sebe mich in ruh', Daß mein glaube nie erfalte, Sich an dein wort feste halte. Ich werf alle sorg' auf dich, Denn ich weiß: du sorgst für mich. 9. Laß mich traurige gedanken Nicht mehr ängsten, o HErr Christ! Denn dies macht den glauben wanfen, Dieses kommt von satans lift. Gieb, daß ich in diesem leben mich an dem, was du gegeben, Stets erfreu' und daß dabei Meine lust nicht sündlich sei. 10. Allen zweifel von mir wende, Der doch nie was gutes schafft; Deinen heil'gen geist mir sende, Daß ich durch desselben kraft Ein getrostes herz gewinne Und mit muntrem muth und sinne Dir, o GOtt der freudigkeit, Stets zu dienen sei bereit. 884. 3 Mel. Das ist fürwahr ein köstlich 2c. ch will so lang' ich leb', allhier Den höchsten preisen für und für. Biel gutes hat er mir gethan, Weit mehr, als ich erzählen kann. 2. Er hat geholfen überall, Und sonderlich zu diesem mal Hat er allein durch seine hand Mein unglück völlig abgewandt. 3. Sonst niemand mir zu hülfe fam, Noch meines elends sich annahm; Ja menschenhülfe war zu schwach, Darum befahl ich GOtt die sach'. 4. Zu ihm rief ich bei tag und nacht, Daß seine weisheit, güt' und macht Mich reißen möcht' aus der gefahr, mit der ich ganz umringet war. 5. Der bitte hat er mich gewährt, Und solche rettung mir bescheert, Daß ich erkenne, seine treu Sei alle morgen an uns neu. 6. Durch seinen engel hat er mich Aus meiner noth gewaltiglich Errettet und zu rechter zeit Bon trübsal, sorg' und furcht befreit. 7. Sehr groß, o HErr, ist deine güt', Die mich beschüßet und be= hüt't; Ich will sie rühmen hier auf erd', So lang' ich odem holen werd'. 8. Ich sage dir lob, ehr' und preis, Daß du auf wunderbare weis' Mir meine schwere freuzeslast So gnädig abgenommen hast. 9. Wiewohl ich alles höchst vers: schuld't, So hat doch deine lieb' und huld mit viel erbarmen mein verschont, mir nicht, wie ichs verdient, gelohnt. 10. Nun seh' ich, HErr, dein vaterherz Schickt mir deswegen pein und schmerz, Daß du mich ziehen willst zu dir, Weil ich auch gnad' im strafen spür'; 11. Weil da mein herz erfreut erwägt, Wie GOtt die ruth' bald niederlegt, Wie liebreich er die hülfe schickt; Er zürnt kaum einen augenblick. 12. Und ob es schon was länger scheint, Ists doch zum besten stets gemeint; Er weiß wohl mittel, zeit und rath, Ich habs erfahren in der that. 13. Verleih', o HErr, daß mire zugleich Hinfort zur lehr' und trost gereich', Wenn mich vielleicht noch in der welt Neu unglück wieder überfällt. 14. Gieb, daß ich denke, zu was end' Die probe mir wird zugesend't, Daß ich dem golde gleich mag sein Und durch dies feuer werde rein; 15. Daß ich auch alsbald vor dich tret' Mit glauben, hoffnung und gebet, Damit anhalt' und laß nicht ab, Bis ich die hülf erlanget hab'. 16. Und wenn die rettung kommen ist, Weil du, GOtt allzeit, gnädig bist, Daß ich dir danke nacht und tag, Mit herz und munde also fag: * 17. Gelobet sei des HErren nam', Der mächtig ist und wundersam, Erschallen müsse seine ehr' In allen landen mehr und mehr. 505 VII. Von den vier letzten Dingen des Menschen. I. Vom Tode und Sterben und zwar Vorbereitungslieder zum Tode. 6. Drum, HErr, lehre mich bez 885. A anders Ach denken, Daß ich nimmer sicher bin. Mel. Kommt, laßt euch den 2c. HErr, lehre mich einmal sterben muß, Lehre mich die sinne lenten Auf den letzten lebensschluß, Stelle mir mein ende für Und erwede die begier, Mich noch bei gefunden zeiten Auf das grab wohl zu bereiten. so schreib' in meinen sinn: Du mußt sterben, menschenfkind! Daß sich ja mein herz geschwind Von der eitelfeit erhebe Und sich dir voll reu' ergebe. 7. Laß mich nicht die buße sparen, Bis die krankheit mich ergreift; Son= dern bei gesunden jahren, Eh' fich sünd' und strafe häuft, Laß mich täg= lich buße thun, Daß das allerlegte nun mich schon frei von aller sünde, Und mit dir versöhnet finde. 2. Endlich muß ein licht verbrennen, Endlich läuft die stunde aus; Also kann ich leicht erkennen, Daß ich dieses leimenhaus Endlich auch gesegnen muß, Denn es ist der alte schluß: Menschen, als des todes er= ben, müssen endlich alle sterben. 3. Wenn wir faum geboren werden Ist vom ersten lebenstritt Bis ins fühle grab der erden nur ein kurz gemeßner schritt. Ach, ein jeder augenblick Weist uns auf das grab zurück, Und wir sind in jedem jahre Reif genug zur todtenbahre. 4. Und wer weiß, in welcher stunde Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Uns die legte ſtimme wedt, Denn 886. dh ſterbe täglich, und noch sein ziel entdeckt. Wer sein haus nun wohl bestellt, Geht mit freuden aus der welt, Und die sicher= heit dagegen Kann den ew'gen tod erregen. 5. Predigen doch meine glieder Täglich von der sterblichkeit: Leg' ich mich zur ruhe nieder, Zeigt sich mir das leichenkleid; Wenn der schlaf die augen füllt, Zeigt er mir des todes bild; Ja das bette will mir sagen: So wird man ins grab getragen. 8. Nun, mein GOtt, du wirst es machen, Daß ich fröhlich sterben kann. Dir befehl' ich meine sachen, Nimm dich meiner seele an. Deines sohnes theures blut Komme mir alsdann zu gut, Daß mein legtes wort auf erden JEsus! JEsus! möge werden. mer nach dem grabe hin. Wer kann mir einen bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die zeit geht hin, der tod kommt her; Ach, daß ich täglich fertig wär'! 2. Ein mensch, der sich mit sünden träget, 3st immer reif zu sarg' und grab. Ein apfel, der den wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Der alte bund schließt feinen aus, Mein leib ist auch ein todtenhaus. 3. Es fann vor abend anders wer= den, Als es am morgen mit mir war: 506 Vom Tode und Sterben und zwar Den einen fuß hab' ich auf erden, Den| trüben, Ich weiß gewiß, daß meine andern auf der todtenbahr. Mich zeit In GOttes händen angeschrieträgt ein einz'ger schritt dahin, Wo ben; Der tod hilft mir zur seligkeit: ich der würmer speise bin. Wenn ich, was sterblich, abgethan, Zieh' ich, was unverweslich, an. 4. Es schickt der tod nicht immer boten, Er kommet oft unangemeld't Und fordert uns ins reich der todten, Wohl dem, der herz und haus bestellt! Denn ewig wohl und ewig leid Hängt nur an einem punkt der zeit. 3. Ich weiß aus GOttes theurem worte, Der tod sei gläubigen kein tod, Er ist nur eine himmelspforte, Ein ziel und ende meiner noth, Ein fanfter abend, der mich kühlt, Wenn 5. HErr aller herren, tod und leich des tages last gefühlt. ben Steht nur allein in deiner hand, Wie lange du mir frist wirst geben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden glockenschlag Auf meinen abschied denken mag. 6. Ein einz'ger schlag fann alles enden, Wenn fall und tod beisammen sein, Drum schlage nur mit baterhänden, Schließ' mich in Christi wunden ein, Daß, wenn der leib zu boden fällt, Die seele sich an JEsum hält. 7. Vielleicht kann ich kein wort mehr sagen, Wenn sich mund, ohr und auge schleußt, Drum bet' ich bei gesunden tagen: HErr, dir befehl' ich meinen geist. Berschließen meine lippen sich, So schreie Christi blut für mich. 4. Drum wart' ich sehnlich voll verlangen, Bis mich der tod der welt entrückt; Mit freuden will ich ihn erapfangen, Weil JEsus dieſen boten schickt, Der mir den weg zum himmel weist, Wo JEsus mich mit wonne speist. 5. Laß nur, HErr JEsu, meine seele Im wahren glauben fertig stehn; Soll sie aus dieser jammerhöhle Und von der schnöden erde gehn, So mache stets mein herz bereit Zur reise nach der seligkeit. 6. Gieb, daß ich stets in buße lebe, Verleih' mir ein zerknirschtes herz, und wenn ich einst den geist aufgebe, Gescheh' es bloß auf Christi ſchmerz; Dann laß mir seine todespein Mein labſal, trost und leben sein. 7. HErr JEsu, laß mich täglich sterben, Steh' mir im legten kampfe bei, Damit der tod mir kein verder= ben, Vielmehr des lebens anfang sei; So scheid' ich fröhlich von der welt, Wie, wo und wann es dir gefällt. 8. Laß ich den meinen keinen segen, So fegne du sie selbst für mich; Ja, flagt und weint man meinetwegen, Obater, so erbarme dich, Laß der verlaff'nen schmerz und pein Bei meinem tod erträglich sein. 9. Dringt mir der letzte stoß zu herzen, So schließ' mir, HErr, den himmel auf; Verkürze mir des todes schmerzen zu dir So pein, 3war traurig, dennoch selig sein. auf, so wird mein abschied feine 888. meine tage, Du ſiehst, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Err du kennest daß ich, dein schwaches kind, Den schap in solchen schalen trage, Die irdisch Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 887. Ich weiß, es wird mein und zerbrechlich sind, Drum mache ende sterben weiß ich nicht wo, wann und wie? Vielleicht werd' ich der welt entnom= men Heut' abend oder morgen früh, Vielleicht ist auch mein ziel bestimmt, Eh' diese stund' ein ende nimmt. 2. Dies alles kann mich nicht beund bereit. 2. Laß mich nach der erkenntniß streben, Daß du mir selbst ein ziel be stimmt, Und daß mein ungewisses leben Vielleicht gar bald ein ende nimmt; Ja, lehre du mich deinen Borbereitungslieder zum Tode. hluß, 3, Daß ich einmal von hinnen muß. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mich von den sünden abzuziehn, Mich von der erde zu entfernen Und um den himmel zu bemühn, Dieweil der tod allein beweist, Was christenthum und glaube heißt.. 4. Ich muß ja nach der wohnung trachten, Worin ich ewig bleiben auf den himmel achten, Den ſeh' ich als mein ei= 889. weiß gar wohl, Daß Mel. Wenn mein stündlein 2c. ich gen an, So wird mein haus hier auf der welt Und auch im himmel wohl bestellt. ich einmal muß sterben, Wann aber das geschehen soll Und wie ich werd' verderben, Dem leibe nach, das weiß ich nicht; Es steht allein in dein'm gericht, Du siehst mein letztes ende. 5. Mein herz ist nun im himmel droben, Denn da ist auch mein schaß und theil, Den hat mir JEsus aufgehoben, Da ist das mir versprochne heil; Die weltlust ist mir viel zu schlecht, Im himmel ist mein bürgerrecht. 2. Und weil ich denn, wie dir be= wußt, Durch deines geistes gabe An dir allein die höchste lust In meinem herzen habe, Und gläube fest, daß du allein Von sünden mich gewaschen rein Und mir das reich erworben; 3. So bitt' ich dich, HErr JEsu Christ, Halt' mich bei den gedanken Und laß mich ja zu keiner frist Bon diesem glauben wanken, Daß ich das bei beständig bleib', Bis daß die seel' aus ihrem leib' Wird in den himmel fahren. 4. Kanns sein, so gieb durch deine hand Mir ein vernünftig ende, Daß ich die seele mit verstand Befehl in deine hände, Und so im glauben, sanft und froh, Auf meinem bettlein oder stroh Von hinnen fahren möge. 6. Wohlan so will ich täglich sterben, Ich lebe so, als lebt' ich nicht, Und also kann ich nicht verderben, Wenn mir der tod die augen bricht; Mein ende kommt mir süße für, Denn du, mein JEsu, lebst in mir. 507 sein; Wer deinen rath erkennt und ehrt, Der ist zum himmelreich gelehrt. 11. Laß mich dich, mich, die welt erkennen; Dich, daß du mir mein alles bist; Mich, daß ich staub und nichts zu nennen; Die welt, daß sie mein ferker ist. Wer dich, sich und die welt erkennt, Der macht ein richtig testament. 7. Dein bote kann mich nicht er= schrecken, Die welt nur schreckt des todes bild; Mir soll es lauter lust erwecken, Weil du mich durch ihn holen willt; Wo man mit ihm bekanntschaft hat, Da hat das schrecken keine statt. Ford 5411 on 8. So kommt, ihr angenehmen stunden, Komm, eile, mein erlösungstag! Da ich, von aller noth entbunden, Zum leben sterbend bringen mag, Da find' ich in des höchsten hand Mein Eden und gelobtes land. 9. Doch, HErr, dir will ich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin; Du liebster JEsu, bist mein le= ben Und sterben bleibet mein gewiny. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Sei du nur mein, so gnüget mir. 10. Willst du mich länger leben lassen, So geb' ich mich geduldig drein, Und soll ich heute noch erblassen, So wird dein schluß mein wille 5. Willst du mich aber auf dem feld, Durch raub, auf fremder grenze, In wassersnoth, hig' oder kält', Krieg oder pestilenze, Nach deinem rathe nehmen hin, So richte mich nach mei= nem sinn, Den ich im leben führe. 6. Wenn ich auch, weil die schwachheit groß, Mich ungebührlich hätte, Ging etwa oder läge bloß Und unbe= scheiden red'te, So laß mich dies ent= gelten nicht, Weils wider mein bewußt geschicht, und mich nicht kann besinnen. * 7. Ach HErr, gieb mir in todes 508 Vom Tode und Sterben und zwar pein Ein' säuberlich geberde, Und| Und mach mich so zu jeder zeit Zum hilf, daß mir das herz dann fein Und sel'gen ende wohl bereit. fanft gebrochen werde Und wie ein licht ohn' übrig weh Auf dein unschuldig blut ausgeh', Das du für mich vergossen. 6. Nimm, JEsu, nimin zu treuen händen Den, der auf deinen tod getauft; Laß meinen geist nichts von dir wenden, Den du durch dein verdienst erkauft, Er stehet nicht in meiner macht, Drum nimm ihn selber wohl in acht. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, Noch dir mein end' vorschreiben, Vielmehr dir allweg' halten still, Bei deinem worte bleiben Und gläuben, daß du, als ein fürst Des lebens mich er= halten wirst, Ich sterbe, wie ich wolle. 7. Bereite mich von auß' und innen, Wie du mich selber haben willt, Vermehr' den glauben, stärk' die finnen Und sei mir immer sonn' und schild; Bergieb die schuld, wehr' satans macht Und schüß' mich durch der engel wacht. 8. 3ur ruh' wähl' ich mir deine wunden, Dein wort und blut zur arzenei, Zur stärkung in den todesstunden Des vaters huld, des trösters treu'; Mein grab sei deine offne Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 890. Nichts ist gemeiner als feit und dein verdienſt mein ſterbekleid. das sterben, Vielleicht 9. Auf diese weise mag ich sterben muß ich auch bald daran, Drum will ich mich nur bald bewerben, Daß ich In kurzer oder später zeit, Mir ist, recht selig sterben kann; Ich will erst als einem himmelserben, Das herz sterben eh' mein licht Erlischt, so sterbohn' alle bangigkeit, Denn GOttes ich sterbend nicht. lieb' und JEsu blut Machts schon mit meinem ende gut. 9. Darum will ich in meinem finn Mich, HErr, dir ganz ergeben, Denn sieh', der tod ist mein gewinn, Du aber bist mein leben Und wirst den leib ohn' alle flag', Das gläub' ich fest, am jüngsten tag' 3um leben auf erwecken. 2. Jedoch es ist dies eine sache, Die nicht in unsern frästen steht; Damit ich es nun flüglich mache, Daß dies mein werk von statten geht, So lauf ich meinen JEsum an, Der, wohl zu sterben, helfen kann. 3. Er ist mein JEfus, der sein leben, Für meines aufgeopfert hat Und der mir sein verdienst gegeben, Er litte ja an meiner statt; Sein blut und seine todesnoth Erwirbt mir ei= nen sel'gen tod. 4. Ach liebster schaß, ach denke meiner, Steh' mir in nöthen treulich bei; Es macht mich sonst auf erden keiner Von todesfurcht und sünden frei. Drum laß ich dich, mein JEsu, nicht, Ob mir der tod das herz gleich bricht. 5. Gieb, daß ich erst der welt und fünde Absterben kann durch buß' und reu', Im glauben mich mit dir verbinde, Erkenne, daß ich sterblich sei, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 891. Mein GOtt, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauert und besteht, Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein GOtt, ich weiß nicht wann ich sterbe, Kein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe? Die blume kann ja leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit Hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein GOtt, ich weiß nicht wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält: Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn jener sanft und ruhig fällt. Doch wie du willst, gieb, daß dabei Mein ende nur vernünftig sei. 4. Mein GOtt, ich weiß nicht wo Vorbereitungslieder zum Tode. 509 Machs nur mit meinem ende gut. ich sterbe, Und welcher sand mein| GOtt, ich bitt' durch Christi blut, grab bedeckt. Doch wenn ich nur dies heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben wedt, So nehm' ich leicht ein pläßchen ein; Die erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster GOtt, wenn ich ja sterbe, So nimm du meinen geist zu dir, Den ich mit Christi blute färbe. Und hab' ich JEsum nur bei mir, So gilt mirs gleich und geht mirs wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 892. Wer er weiß, wie nahe mir mein ende! Die zeit geht hin, herkommt der tod. Ach wie geschwind, ach wie behende Kann fommen meine todesnoth! Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war, Denn weil ich leb' auf dieser erden, Leb' ich in steter todsgefahr. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 3. HErr, lehr' mich stets ans ende denken Und laß mich, wenn ich ster= ben muß, Die seel', in JEsu wunden senten Und ja nicht sparen meine buß'. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Mache nur mit meinem ende gut. 4. Laß mich bei zeit mein haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage frisch in allen fällen: HErr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 5. Mach' mir stets zuckersüß den himmel Und gallenbitter diese welt, Gieb, daß mir in dem weltgetümmel Die ewigkeit sei vorgestellt. Mein blut, Machs nur mit meinem ende gut. 6. Ach vater, ded' all' meine sünde Mit dem verdienste Christi zu, Darein ich mich festgläubig winde, Das giebt mir recht erwünschte ruh'. Mein 7. Ich weiß, in JEsu blut und wunden Treff ich die schönste ruhstatt an, Da find' ich trost in todesstun= den Und alles was erquiden kann. Mein GOtt, ich bitt' durch Chriſti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 8. Nichts ist, das mich von JEsu scheide, Nichts, es sei leben oder tod; Ich leg' die hand in seine seite Und fage: mein HErr und mein GOtt! Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 9. Ich habe JEsum angezogen Schon längst in meiner heil'gen tauf, Du bleibst mir auch daher gewogen, nimmst mich zum kind und erben auf. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 10. Ich habe Christi leib gegessen, Sein blut hab' ich getrunken hier, Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib' in ihm und er in mir. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 11. So fomm' mein end'heut' oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit JEsu glückt, Ich bin und bleib' in deinen sorgen, Mit JEsu blut schön ausgeschmückt. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 12. Ich leb' indeß in dir vergnüget Und sterb' ohn' alle kümmerniß; Mir g'nüget wie mein GOtt es füget, Ich gläub' und bin es ganz gewiß: Durch deine gnad' und Christi blut Machst du's mit meinem ende gut. Mel. HErr JEsu Christ du höchstes 2c. 893. GOtt, wenn ich bet mir betracht, alles fleisch verdirbet, Und nehm' ich dies dabei in acht, Wie schleunig mancher stirbet, So ruf ich dich, o bater, an, Denn deine güt' und allmacht kann mir auch hierinnen helfen. 510 Vom Tode und Sterben und zwar 2. Ich weiß wohl, daß ich sterben| Weck' mich nur stetig auf, Daß, wenn muß, Doch nicht in welcher stunden; mein ziel erfüllt, Ich stets bereitet ſei, Drum gieb, daß ich in steter buß' Und Wie du mich haben willt. gottesfurcht werd' funden, Auf daß ich jetzt und allezeit Zu meiner heimfahrt sei bereit So bald du mich abforderst. 3. HErr, rechne mir es ja nicht zu, Daß ich michs unterfange Und an dich diese bitte thu', Warum mir oft wird bange: Aus lauter unverdienter güt' Vor vielen schmerzen mich behüt' Und langwierigem lager. 4. Doch aber auch bewahre mich Vor schnellem bösen ende, Wahnwig und jammer gnädiglich, O treuer GOtt, abwende. Ein solches stündlein mir verleih', Daß ich noch meine sünd' dabei 3m glauben mag bereuen. 5. Laß mich den werthen heil'gen geist Bis an mein end' regieien, Gieb, daß ich alsdann allermeist Kann seinen beistand spüren, Daß mir ja kräftig komm' zu gut Des HErren JEsu theures blut, Das er für mich vergoffen. 894. Mel. O GOtt, du frommer 2c. Den ich mir auserdu dreiein'ger GOtt, 7. Tritt, JEsu, vor den tod, Vor sünd' und satans schrecken, Und laß mich dann dein blut Vor ihrer wuth 6. Hilf HErr, hilf in der todes- bedecken. Flöß mir im sterben schon noth, Laß mich nicht lange quälen. Des lebens vorschmack ein, So kann Dir will ich meine seel' o GOtt, In bei dessen lust Mein tod nicht bitter deine händ' befehlen; Berkürz' mir sein. alle angst und pein, Daß, wenn mein ende da soll sein, Ich bald in fried' abscheide. Toine ent molest lesen, Gedenk' an deine treu', Die vor der welt gewesen; Ach, sieh mich sünder doch So hold und gnädig an, Daß ich dir christlich leb' Und selig sterben kann. 4. Ich traue deiner treu' Durch JEsu blutvergießen Und will auch weder zeit Noch ort zum tod ausschlieBen. Komm, wann, wie, wo du willt, Löf mich nur selig auf Und führ' mich durch sein blut Und tod zu dir hinauf. 5. So lang' ich lebend bin Und werd' ich einst entschlafen, GOtt vater, geb' ich dir Das, was du selbst erschaffen; GOtt sohn, was du erlöst, Das übergeb' ich dir; Was du, GOtt heil'ger geist, Geheil'get, nimin von mir. 2. Hier will ich leib und seel' In Christi wunden senken. Ach, lehre du mich stets An meinen tod gedenken Und sterben, eh' ich sterb', Und mach' mir stündlich kund: Auch du mußt sterben, mensch! Es ist der alte bund. 3. Weil JEsus mir zu gut Gestorben, wie geboren, So gläub' ich ganz gewiß, Auch ich sei nicht verloren. 6. Mein JEsu, zeige dich mir stets in deinem leiden Und sprich mir freudig zu: Nichts soll dich von mir schei-. den. Halt mich mit deiner hand, Worein mich deine pein Gezeichnet, sprich: du sollst nicht, nicht verloren sein. 8. Was ich verlassen muß, Versorge, schüße, liebe, Daß mich im sterben nichts Verhindre noch betrübe. Erhalt' mich bei verstand, Gieb einen frohen muth, Daß mitten im gebet Ich sterb' auf JEsu blut. 9. Nun geb' ich meinen geist Nochmals in GOttes hände Und warte bis er kommt mit einem selgen ende; Drück du mir nach dem tod Die augen selber zu, Bis auf den jüngsten tag Gieb eine sanfte ruh'. 10. Ich weiß, durché lammes blut Werd' ich schon überwinden Und einen gnädigen GOtt Im tod und leben finden. Ich halte mich an GOtt Und meines JEsu blut, Ich weiß, GOtt macht es schon mit meinem ende gut. 11. Nun sag' ich amen drauf In meines JEsu namen; Sprich du Vorbereitungslieder zum Tode. 511 nimm, HErr, meiner selber wahr, Mit trost bleib bei mir immerdar. 12. Verleih', daß ich dir still dabei Aushalte und geduldig sei, Bis daß die seel' zu rechter zeit Aus dem ge= fängniß wird befreit. Mel. HErr JEsu Christ, wahr 2c. 13. Gieb ja nicht zu, daß mittler= 895. vater, ſohn und heilweil Der satan mich da übereil, Hilf, ger geist, Erhör' mich hierin allermeist, Daß durch ein sanft vernünftig end' All' meine noth sich selig end't. daß durch deiner wunden kraft Sein feurig pfeil nicht an mir haft'. 14. Laß dieses sein mein letzt gebet, Was du zuletzt am freuz gered't, Daß ich mit seufzen meine seel' In deine treue hand befehl'. auch selber, HErr, Mein GOtt und bater: amen! Sprich: ja! dreiein'ger GOtt! Mein vater komme du, Und fage: sei getrost, Mein find ich komme 1111. 2. O JEsu, wahrer mensch und GOtt, Der du den tod durch deinen tod Und auferstehn zunicht gemacht, Auch heil und leben wiederbracht; 3. Laß mich so enden meinen lauf, Damit ich komm' zu dir hinauf, Laß mich gehn aus dem jammerthal Und eingehn in den freudensaal. 4. Ich weiß, mein leben hat ein 896. Ich bin ja, HErr, in deiziel, Es sei nun wenig oder viel, So muß ich sein zu jeder zeit Zum tod und zum gericht bereit. ner macht, Du hast mich an das licht gebracht, Du unter= hältst mir auch das leben, Du kennest meiner monden zahl, Auch, wenn ich diesem jammerthal Die letzte gute nacht muß geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, from= mer bater, wohl. 2. Wen hab' ich doch, als dich allein, Der mir in meiner letzten pein Mit trost und rath weiß beizuſpringen? Wer nimmt sich meiner seelen an, Wenn nun mein leben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem tode ringen, Wenn aller sinnen kraft zerbricht? Thust du es, GOtt, mein heiland, nicht? 5. Gestorben bist du, HErr, für mich, Für mich hat man gerichtet dich; Drum mir, jedoch aus lauter gnad', Der tod und das gericht nicht schad't. 6. Wenn dieser hütte irdisch haus Zerbrochen wird, und ich muß draus, So führ' die seel' aus diesem nest Ins haus, das ewig bleibet fest. 7. Wenn mir wird dunkel das gesicht, Ja sehen meine augen nicht, So günd' des glaubens licht recht an, Daß ich dich, GOtt, erkennen kann. 8. Schwächt mich die krankheit dann so sehr, Daß mir vergehet mein gehör, So laß mich innerlich das wort Des lebens hören fort und fort. 9. Wenn sich die zunge nicht mehr regt Und sich die sprache gänzlich legt, So hör' die seufzer, die ich thu', Und bring' mich bald zu deiner ruh'. 10. Bricht drauf in meiner angst an mir Der todesschweiß bereits herfür, So laß mir fommen da zu gut, HErr, deinen todskampf, schweiß und blut. 11. Wenn ich zuletzt verlassen werd' Bon allen menschen hier auf erd', So 15. Wenn ich so selig scheid' von hier, Ist mir der tod die lebensthür, So werd' ich fröhlich auferstehn Und mit dir in dein reich eingehn. 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon und seh' Den franken leib mit ach und weh, Das herz mit todesangst befallen; Gehör und sprache nehmen ab, Die augen neigen sich zum grab, Doch fränkt die sünde mich vor allen. Auch setzt mir satan ohne ruh' Mit anklag' und versuchung zu. 4. Mich dünket, der posaunenton Verkünd'ge den gerichtstag schon, Das letzte urtheil mir zu fällen. Hier weiset mein gewissensbuch Und dorten des gesetzes fluch Mich sündenkind hinab zur höllen. Wer hilft mir nun 512 in solcher noth, des todes tod! Vom Tode und Sterben und zwar le du, mein GOtt,| hof ist doch nicht so schön, Als wenn wir gar zum tempel gehn. 5. So hast du mir auch manche tage Durch deine güte gut gemacht, Doch jeder hatte seine plage Und mancher seine trauernacht. Ich hoffe noch ein schöner licht, Das alles leiden unterbricht. 5. Der feind hat keine macht an mir: Ich hab' allein gesündigt dir, Dir, der du missethat vergiebest. Was maßt sich denn der meiner an, Der fein geseß mir geben kann und nichts an dem hat, den du liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; Ich weiß, daß ich des HErren bin. 6. Ich bin besprengt mit Christi blut, Zum zeugniß, ich sei Christi gut, Das niemand sonsten angehöre; Was darf mich denn der bösewicht Viel schrecken mit dem zorngericht? HErr rette deines namens ehre, Laß reißen nicht aus deiner hand, An wel chen du so viel gewandt. 7. Nein, nein, du hältst mich fest, mein heil, Läßt mich, dein glied, dein's leibes theil, In deinen wunden sicher fißen. Da spott' ich aller macht und mich her donnern oder blizen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Lodt kann ich keines andern sein. 2. Der tag, der mich der welt geschenket, Zeugt wohl von deiner gütigkeit; Doch wenn mein herz dabei gedenket, Daß er mit thränen eingeweiht Und ein prophete vieler pein, So kann er nicht der beste sein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. hab' ich mich ergeb'n. 897. Mein GOtt, ich hab in meinem Leben Schon manchen tag zurück gelegt; Jedoch soll ich den ausschlag geben, Wer wohl den preis vor allen trägt, So steh' ich billig bei mir an, Wen ich den besten nennen kann. 3. Der tag, der mich zur taufe brachte, War noch ein größrer gnadentag, Der mich zu deinem finde machte, Das dir an deinem herzen lag. Doch stand ich nur im glauben hier, Das schauen aber fehlte mir. 6. Es kommt ein tag, der allen tagen Dereinst ein selig ende macht, Dann werd' ich auch mit wahrheit sagen, Daß er das schönste licht gebracht, Und bild' ich mir gewißlich ein, Der letzte wird der beste sein. 7. Mein GOtt gieb, daß ich alle tage An diesen tag gedenken mag Und daß ich fleißig sorge trage, Daß er ein buß- und glaubenstag, So führt er mich zum himmel ein, Wo tausend jahr ein tag nur sein. 4. Ein tag in deinem heiligthume Gab mir wohl manche füßigkeit, Doch fehlte mir bei solchem ruhme Das unbefleckte feierkleid. Der vor898. GOtt heimgestellt, Er machs mit mir, wies ihm gefällt. Ich will, soll ich hier länger leb'n, Nicht widerstreb'n, Sein'm willen 2. Mein' zeit und stund' ist, wenn GOtt will, Ich seg' ihm weder maß noch ziel. Es sind gezählt all' härlein mein, So groß als klein Fällt keines ohn' den willen sein. 3. Es ist allhier ein jammerthal, Angst, noth und trübsal überall, Des bleibens ist nur kurze zeit, Voll mühseligkeit, Und were bedenkt, ist stets im streit. 4. Was ist der mensch? ein erdenklos, Von mutt'rleib fommt er nact und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese welt, Kein gut noch geld, Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft fein reichthum, geld noch gut, Nicht kunst, noch gunst, noch stolzer muth; Für'n tod kein fraut gewachsen ist, Mein frommer christ, Alles was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und start, und liegen morgen todt im sfarg; Heut' blühn wir wie die rosen roth, Vorbereitungslieder zum Tode. 513 Bald krank und tod, Und überall ist| seligkeit, Die mir bereit; Ihm sei lob, müh' und noth. preis in ewigkeit. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus den augen aus dem sinn. Die welt vergisset unser bald Sei'n jung od'r alt, Auch unster ehren mannigfalt. * 8. Ach HErr, lehr' uns bedenken wohl, Daß wir hier sterblich allzumal, Auch wir allhier kein bleiben hab'n, Müss'n all' davon Gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die sünd', o treuer GOtt, Denn dadurch kam der bittre Mel. Was mein GOtt will, gescheh'2c. tod, Der nimmt und frißt all men- 899. dieſem leib Des todes wer wird von er nicht, weß stands und ehr'n sie find. 10. Ich hab' hier wenig gute tag', Mein täglich brot ist müh' und flag, Wenn mein GOtt will, so will ich mit Hinfahr'n in fried', Sterb'n ist mein gewinn und schad't mir nicht. mich erlösen? So lang' ich noch im fleische bleib', Empfind ich luft zum bösen. Das gute wollen hab' ich wohl. nicht aber das vollbringen: Drum laß mich, wenn ich sterben soll, Vom tod ins leben dringen. 11. Und ob mich schon mein sünd' anfisht, Will ich dennoch verzagen nicht, Ich weiß, daß mein getreuer GOtt Für mich in tod Sein'n ein'gen sohn gegeben hat. 12. Derselbe mein HErr JEsus Christ Für all mein fünd gestorben ist, Und auferstanden mir zu gut, Der höllen glut Gelöscht mit seinem theuren blut. 13. Dem leb' und sterb' ich allezeit, Von ihm der tod selbst mich nicht scheid't, Ich leb' od'r sterb', so bin ich sein, Er ist allein Der ein'ge trost und helfer mein. 14. Dies ist mein troft zu aller zeit In allem freuz und traurigkeit, Ich weiß, daß ich am jüngsten tag Ohn' alle klag' Werd' auferstehn aus meinem grab. 15. Mein frommer GOtt, mein treuer hirt All' mein gebein' bewahren wird, Da wird nicht eins vom leibe mein, Sei groß oder klein, Umkom= men noch verloren sein. * 17. O JEsu Christe, GOttes sohn, Der du für uns hast g'nug gethan, Schließ mich in deine wunden ein, Du mußt allein Mein ein'ger trost und helfer sein. 18. Amen, mein lieber frommer GOtt, Gieb uns all'n einen sel'gen tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich) In deinem reich) Bald mit dir leben ewiglich. 16. Mein'n lieben GOtt von angesicht Werd' ich anschau'n, dran zweifl' ich nicht, In ew'ger freud' und 2. Zwar häßlich scheint es anzuVoraus denn endlich würmer gehn, sehn, Den leib mit foth zu decken, Doch laß dich dies nicht schrecken; Der beste theil, die seel' ist dann Be= enden, Wo keine reits an ort un qual sie rühren kann, Sie ruht in GOttes händen. bracht, Wird leichtlich meine glieder, 3. Der all's aus nichts hervorgeIn ordnung bringen wieder. Das Ob sie gleich staub, durch seine macht fruchtbar sein, verwesen, So fault der weizenkörnlein muß voran, Solls leib auch, eh' er kann Dort ewiglich genesen. Werd' ich auch mit ihm leben, Der 4. Ich weiß, weil mein erläser lebt, wird mich, wenn der erdkreis bebt, Mit dieser haut umgeben; Da werd' ich, und kein fremder nicht, Mein glaub' hat dies vertrauen, Des allerhöchsten angesicht In meinem fleisch anschauen. 5. Hievon fann mich nicht pracht noch ruhm, Noch selbst der hölle rachen, Nicht engel oder fürstenthum Noch schmerz abwendig machen. De wird mich weder noth noch tod, Nach 33 Vom Tode und Sterben und zwar ausgestandnem leiden, Ja teine krea-| der heil'ge geist; GOtt, mehr' uns tur bon GOtt Und seiner liebe schei- dies vertrauen, Daß wir im sterben den. allermeist Aufs andre leben schauen. 514 6. Inzwischen muß der leib jedoch Den tod empfinden Und dulden dieses schwere joch Von wegen ſeiner sünden; Er muß auf eine kleine frift, Dieweil er war von erden, So bald die feel' im himmel ist, Zur erde wieder werden. 7. Geh' hin, mein volk, spricht unser held, Geh' hin in deine kam= mer, Berbirg dich in dein schlafgezelt Und schleuß vor diesem jammer Die thür ein wenig nach dir zu, Bis daß mein zorn verschwinde Und ich nicht mehr so schrecklich thu' Von wegen * Eſa. 26, 20. deiner sünde. 8. Es hat ja GOtt durch seine macht Der hölle reich zerstöret Und unsre legte todesnacht In einen schlaf verkehret. Ins grab gehn, heißt sein kämmerlein Verschließen ohne sorgen Und halten sich vor größrer pein Ein' augenblick verborgen. 9. Was zagst du denn, o meine feel', Den leichnam zu verlassen? Dort wird dich dein Immanuel Recht brüderlich umfassen und deinen leib, der nichtig war, Voll unflath und voll schwären, An jenem tage ganz und gar, Wie seinen leib verklären. 10. Wacht auf, und rühmt des höchsten rath, Die ihr in gräbern lieget, Nachdem der fürst des lebens hat Dem sterben obgesieget. Wie herrlich wird zu aller zeit, In solchem freudenleben, Die krone der gerechtigkeit Auf euren häuptern schweben! 11. Wer nur ein' auferstehung gläubt, Vergebung auch der sünden, Und daß ein ewig leben bleibt, Der wird sich leichtlich finden, Ob frank heit, angst, gefahr und noth Ihn plößlich überfallen; Der wird mit freuden durch den tod In Abrahams schooß wallen. 12. Wie selig sind die todten nun, Die in dem HErren sterben! Sie ruhn von allen ihrem thun, Und wer= den nicht verderben Von nun an, sagt 900. wahr't mensch und GOtt, Der du littst marter, angst und spott, Für mich am kreuz auch endlich starbst Und mir des baters huld erwarbst; 2. Ich bitt' durchs bittre leiden dein, Du wollst mir fünder gnädig ſein, Wenn ich nun komm' in sterbensnoth Und ringen werde mit dem tod. und meine ohren hören nicht, Wenn 3. Wenn mir vergehet mein gesicht, meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst mein herz zerbricht; 4. Wenn mein verstand sich nicht besinnt, Und mir all' menschlich' hülf zerrinnt, So komm, o HErr Christ, mir behend' Zu hülf' an meinem leßten end', 5. Und führ' mich aus dem jammerthal, Verkürz' mir auch des todes qual, Den bösen geist fern von mir treib', mit deinem geist stets bei mir bleib; 6. Bis sich die seel' vom leibe trennt; So nimm sie, HErr, in deine händ'. Der leib hat in der erd' sein' ruh' Bis sich der jüngst' tag naht herzu. 7. Ein fröhlich aufstehn mir verleih', Am jüngst'n gericht mein fürsprach sei, Und meiner fünd' nicht mehr gedenk', Aus gnaden mir das leben schenk. 8. Wie du, HErr, zugesaget mir In deinem wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, Wer mein wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins gericht Und den tod ewig schmecken nicht, und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 10. Sondern ich will mit starker hand Ihn reißen aus des todes band' Vorbereitungslieder zum Tode. 515 6. Alle, die mich hier geliebet, Alle, denen ich bekannt, Die mein abschied jetzt betrübet, Übergeb' ich GOttes hand: GOtt versorget, GOtt be= schüßzet, GOtt bescheeret, was euch nüßet. Also ist mein haus bestellt; Gute nacht, du eitle welt. Und zu mir nehmen in mein reich, Da soll er dann mit mir zugleich 11. In freuden leben ewiglich, Dazu hilf mir ja gnädiglich). Ach HErr, vergieb all unsre schuld, Hilf, daß wir warten mit geduld, 12. Bis unser stündlein kommt herbei, Daß unser glaub' stets wader fei, Dein'm wort zu trauen festiglich, Bie wir einschlafen seliglich. Mel. Nun danfet alle GOtt. Leg, 902. g, eitelkeit der welt! Ich fühle himmels= freuden, Ich will mit größter lust In meinem scheiden, Ich will zu. GOtt hinauf, Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. 2. Ich fürchte nicht den tod, Ich liebe nicht das leben; Wer wollte doch die welt Nicht für den himmel geben? Die himmelsfreude liegt Mir so in herz und sinn, Daß ich nicht ruhen fann, Bis ich darinnen bin. 3. Ach daß die seele nicht kann wie ein adler fliehen! Sie sollte heute noch. Aus ihrem ferker ziehen und unermüdet sein, Bis daß sie GOttes stadt, Das haus der herrlichkeit, Für sich gefunden hat. Bezeugtes Verlangen nach einem seligen Tode. Mel. Alle menschen müssen 2c. 901. Sitte itle welt, ich bin dein müde! Meine seele sehnet sich nach des himmels ruh' und friede, Ach, mein GOtt, wann rufst du mich? Rufe mich; mit allen freuden Will ich aus der trübsal scheiden, Denn ich weiß, durch Christi blut Machest du mein ende gut. 2. Mich macht gar der tod nicht bange, Denn ich bin des lebens satt. Wer das jammerthal so lange, Als wie ich, gemessen hat, Wird wohl alle stunden zählen, Bis die freiheit seiner seelen Und der abschied aus der welt Sich erwünschet eingeſtellt. 3. 3war ich bin nicht ungeduldig, Daß mich freuz und elend drückt, Ich bin mehr zu leiden schuldig, Als mir JEsus zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein leiden kann von seiner liebe scheiden, Sondern daß das kreuz ein fuß Seiner gnade heißen muß. 4. Bloß deswegen will ich sterben, Daß ich JEsum möge ſehn Und sein 903. Eſu, meine luſt, ewig heil ererben; Möcht' es heute noch geschehn! Doch wer weiß, wie nah' die stunden, Da ich aller angst entbunden, Auf der müden lebensbahn Meinen lauf vollenden kann. Mel. O GOtt, du frommer 2c.. O leben meiner Seele, Wann rufst du mich zu dir Aus dieser jammerhöhle? Wann werd' ich einst befreit Dich, liebster JEsu, sehn, Und zu dir in dein reich Erlöst und selig gehn? 5. So ist mir der tod ein segen, Und das sterben ein gewinn. Kommt ihr engel, fommt entgegen, Traget meine seele hin! Ach, mir wird von jenem leben Jeßt der vorschmack schon gegeben, Darum wünsch' ich nur allein, Auch im schauen da zu ſein. 2. O du mein aufenthalt, Mein leben, meine wonne, Mein einziger gewinn Und rechte freudensoune! Mein herz und ganzer geist Schreit stets, o GOtt, zu dir: Wann, ad), wann schau' ich dich, O JEſu, meine zier? 33* 4. Drum will ich aus der welt Und nach dem himmel scheiden, Weg, eitelkeiten weg! Weg welt, mit deinen freuden! Hinauf nach GOttes stuhl, Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. 516 Vom Tode und Sterben 3. Wann schickst du doch die zeit,| kurzem kampf und kurzer noth Soll Da ich in deinen freuden Mich ewig ich bei JEsu schweben Boll freude, freuen soll? Wann endest du das ruh' und herrlichkeit, Voll friede, trost leiden? Wann soll ich doch zu dir Und und wonne, Voll seligkeit, wo jederdeiner wonne gehn? Wann kann ich zeit GOtt selber licht und sonne. dich, mein heil, In deinem lichte ſehn? 4. Da wirst du mich erfreut zu deiner rechten stellen Und mir, den du erlöst, Ein gnädig urtheil fällen; Dann führst du mich ins reich, Wo deine herrlichkeit, Die ich dann schauen fann, Mich ewiglich erfreut. 5. Der herzog meines Lebens ist Vom tod' ins leben gangen, Und ich werd auch zu JEsu Christ Durch diesen weg gelangen. Der schritt zu ihm aus dieser zeit Geschieht durch selig sterben, Ist dort mein haupt in herrlichkeit, Wie soll sein glied verderben? 5. Ach, könnt' ich heute noch Von diesem jammer scheiden! Ach, käm' ich heute noch zu jenen himmelsfreuden! Ach, daß ich heute noch Die welt verlassen müßt'! Ach, käm' ich an den ort, Wo nichts als jauchzen ist! 6. Wann wirst du mich, mein heil, Bu solchen freuden führen und in der herrlichkeit Mit jener krone zieren, Die du mir beigelegt? Wann küß ich deine brust In jenem freudensaal? OJEsu, meine lust! 904. Mel. Was mein GOtt will 2c. o fomm, du ausgang meiner pein, Erwünschte todesstunde, Und führ' mich bald zum himmel ein Aus diesem sündengrunde. Ach, liebster tod, komm bald heran, Ich warte mit verlangen, Mit weißen kleidern angethan Vor GOttes thron zu prangen. 2. Ihr, schwache glieder, scheuet zwar So früh entseelt zu werden; Die seele selber kann nicht gar Ohn' alle pein der erden, Auf welcher sie bisher gelebt, Den letzten abschied fagen, Bald ist sie freudenvoll, bald schwebt Sie wiederum in zagen. 3. Doch, JEsu, deine liebe macht, Daß furcht und angst verschwinden; Ich werd in dieser todesnacht Dich lebensfürsten finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein leben, mein verlangen! Mein leben, du wirst selber mich Mit deinem licht umfangen. 4. Drum sterb' ich nicht in diesem tod, Er ist ja nur mein leben. Nach 6. Drum zage nicht, o schwacher sinn! Verlaß den leib der erden, Wirf alles eitle willig hin, Der leib muß erde werden, Die seele bleibt in GOt= tes hand Bei solchem wohlergehen, Das dort der geist, hier kein verstand, Erkennt und kann verstehen. 7. Es wird am ende dieser zeit Die freudenzeit entdecken, Daß GOtt der seele jetzig kleid Auch aus dem staub' erwecken Und ewig herrlich machen kann; O was ist das für wonne, Wenn wir, mit klarheit angethan Dort leuchten wie die sonne! 8. An uns stirbt nichts als sterblichkeit, Wir selbst sind unverloren; Der leib wird nur der last befreit Und himmlisch nen geboren. Er wird in schwachheit ausgefä't Und fällt ver= weslich nieder Und kommt, so bald er aufersteht, Voll pracht und klarheit wieder. 9. Drum, schwache glieder, leget ihr Euch willig in die erde! Wißt, daß von eurer zahl und zier Gar nichts verloren werde. Die haut, die euch anjetzt bedeckt, Wird euch dort wieder. kleiden, Wenn ihr, in eurem fleisch erwedt, GOtt seht in seinen freuden. 10. Den ich im glauben hier gesehn, Der wird mich dorthin bringen Wo tausend, tausend vor ihm stehn, Und ewig heilig! singen; Da werd' ich seine herrlichkeit mit meinen augen sehen Und was mir hier in dieser zeit Für heil von ihm geschehen. 11. GOtt wird in seinem angesicht Mich ewiglich erquicken Dort werd' and zwar in ich ihn in seinem licht, Mir selbst zum heil, erblicken. O herrlichkeit, wie freu' ich mich, Wenn engelreine seelen Mit sonnenklaren leibern sich Vor GOttes stuhl bermählen. In Todesnöthen. 905. Go Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Ottlob, es geht nun mehr zum ende, Das größte schrecken ist vollbracht, Mein JEsus reicht mir schon die hände, Mein JEsus, der mich selig macht. Drum laßt mich gehn, ich reife fort, Denn JEsus ist mein letztes wort. 2. O zweifelt nicht an meinem glauben! Ich glaube, daß mich IEfus liebt; Kein tod soll mir die freude rauben, Weil JEsus trost und leben giebt. Ich fahre wohl, und weiß den ort, Denn JEsus ist mein leptes wort. 3. Die hoffnung hat mich nie betrogen, Ich bin auf sein gebot getauft, Da hab' ich IEsum angezogen, Da hat er mich vem tod' erkauft. Drum bleibt er auch mein heil und hort, Sein name sei mein letztes wort. 4. Wiewohl die fünde will mich fränken, Wer ist, der ohne tadel lebt? Allein ich darf an Jesum denken, Der mich in seinen tod begräbt. So fomm ich an den lebensport, Und JEsus bleibt mein legtes wort. 5. Mein JEsus hat den tod bewungen, Als er am freuze selbst verschied, Da ward mein tod zugleich verschlungen, Er ist mein haupt, ich bin sein glied. Was JEsus hat, das hab' ich dort, Drum sei er auch mein legtes wort. 6. Gedenkt mir nicht an eitle sachen; die fehlt es ihm, er wirds wohl machen, Daß licht und recht den play behält. GOtt wende jammer, list und mord Durch JEsum, als mein legtes wort. 7. Nun freuet euch, es geht zum ende, Mein JEsus heißt mein letter ruhm. Wie fröhlich flopf ich in die Todesnöthen. 517 hände! Wo bleibst du doch, mein eigenthum? Ach JEsu, JEsu! sei mein wort, Ich schweig' und eil' zum himmel fort." 906. 2 enn mein stündlein vorhanden ist, Und ich soll fahr'n mein' straße, So leit’ du mich, HErr JEfu Christ, Mit hülf mich nicht verlasse. Mein' feel' an meinem leßten end' Befehl' ich, HErr, in deine händ', Du wirst sie wohl bewahren. 2. Mein' sunde wird mich kränken fehr Und mein gewissen nagen, Denn ihr ist mehr als fand am meer, Doch will ich nicht verzagen Und denken nur an deinen tod, HErr JEsu! deine wunden roth Die werden mich er= halten. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tröst' ich mich von herzen, Ven dir ich ungeschieden bleib' In todesnoth und schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' ich dir, Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erwor= ben. * 4. Weil du bom tod erstanden bist, Werd' ich im grab nicht bleiben. Mein höchster trost dein auffahrt ist. Sie kann tod'sfurcht vertreiben, Dear wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich stets bei dir leb' und bin, Drum fahr' ich hin mit freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, Mein' arm thu' ich ausstrecken, Ich ruhe sein und schlafe fest, Kein mensch kann mich aufwecken, Als JEsus Christus GOttes sohn, Der wird die himmelsthür aufthun, Mich führ'n zum ew'gen leben. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2 907. 2uf meinen JEſum' will ich sterben Getrost, voll fried' und freudigkeit; In seinem blute will ich färben Mein allerschönstes hochzeitskleid. Mein JEfus ist mein trost allein, Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. 2. Auf meinen JEsum will ich 518 sterben, In seinen wunden stirbt sichs gut, Er läßt mich nimmermehr verderben, Ich wasche mich in Christi blut. Mein JEsus ist mein trost allein, Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. Vom Tode und Sterben 3. Auf meinen JEsum will ich sterben, In seine seite schließ' ich mich), Das paradies heut' zu ererben. mein herz, ach brich! Mein herz und ſchaß ſoll 36 sus sein, Auf 3Esum leb' und schlaf ich ein. 4. Auf meinen 3Esum will ich sterben, Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit blut mich wollen werben, Steh' ich bei seiner fahne fest. Sein freuz ist mein panier allein, Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. 5. Auf meinen JEsum will ich sterben, Vergeht mir gleich der augen licht. Wenn mund und lippen sich verfärben, Und wenn mein Herz im leibe bricht, Soll JEsus heil und leben sein. Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. 6. Auf meinen JEfum will ich sterben, Ach JEsu, hilf in letzter noth, Laß mich das beste theil ererben, Berfüße mir den bittern tod! Dein blut foll mir das leben sein, So leb' und schlaf ich selig ein. Mel. HErr ich bekenn' von berzen 2c. 908. Me Mein lauf, GOtt lob, Welt, gute nacht! Wir werden uns nun scheiden. In JEsu namen sanft und still Ich wandern will Zur seligfeit mit freuden. In dieser welt Ist mir bestellt Nur angst und noth, Zulegt der tod: Dort endet sich mein leiden. 3. In JEsu namen fahr' ich hin, Denn mein gewinn Ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, Und glaube fest, 3m tod ich nicht verderbe. In ewigfeit Ist mir bereit Von GOttes sohn Die ehrenkron', Das rechte himmelserbe. 2. In JEsu namen schlaf ich ein; Er führt allein Mich aus dem tod ins leben, Denn sein am freuz vergoßnes blut kommt mir zu gut, Macht fröhlich mich darneben. Der edle saft Bringt rechte fraft, Stärkt mir mein herz In todesschmerz, Kann freud' und wonne geben. erzlich thut mich ver909. Her langen Nach einem sel'gen end', Denn hier bin ich umfangen Mit trübsal und elend. Ich hab' lust abzuscheiden Von dieser bösen welt, Sehn' mich nach ew'gen freuden: OJEsu, komm' nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset Von sünd', tod, teuf'l und höll', Es hat dein blut gekostet, D'rauf ich mein' hoffnung stell'. Warum sollt' mir denn grauen Vor'm tod und höllschem g'sind? Weil ich auf dich thu' bauen, Bin ich ein selig find. bald denn der 3. Ob gleich süß ist das leben, Der tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser leben, Da fährt die seele hin; Deß freu' ich mich gar eben, Weil sterben mein gewinn. 4. Der leib wird in der erden Von würmern zwar verzehrt, Doch unsre haut wird werden Durch Christum neu verklärt, Ganz leuchten als die sonne Und leben ohne noth In himmelsfreud' und wonne. Was schad't 5. Ob mich die welt gleich reizet Länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget, Ehr', geld, gut, all' ihr zier, Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur furze zeit; Das himmlisch ich betrachte, Das bleibt in ewigkeit. 6. Muß ich auch gleich nun scheiden Von meinen Freunden gut, Das mir und ihn'n bringt leiden, Doch tröstet mich mein muth, Daß wir in großen freuden Zusammen werden komm'n Und bleiben ungescheiden Vor dem himmlischen thron. ** 7. Ob ich gleich hinterlasse Be und zwar in Todesnöthen. trübte finderlein, Der'n noth mich über die maße Jammert im herzen mein, Will ich doch gerne sterben Und trauen meinem GOtt, Er wird sie wohl versorgen, Retten aus aller noth. 8. Was thut ihr so verzagen, Ihr armen waiselein! Sollt' euch GOtt hülf versagen, Der speift die raben flein? Frommer wittwen und waisen Ist er der vater treu, Der kann und will sie speisen: Das glaubt ohn' allen scheu. 9. Gesegn' euch GOtt der HErre, Ihr vielgeliebten mein! Ach, trauert nicht zu sehre Über den abschied mein, Beständig bleibt im glauben, Wir werd'n in furzer zeit Einander wieder schauen Dort in der ewigkeit." 10. Nun will ich mich ganz wen= den Zu dir, HErr Christ, allein: Gieb, mir ein selig ende, Send' mir dein' engelein, Führ' mich ins ew'ge leben, Das du erworben hast Durch dein leiden und sterben Und blutiges verdienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht weiche Von dir, HErr JEfu Chrift! Den schwachen glauben stärke 3n mir zu jeder frist. Hilf mir ritterlich ringen, Halt' mich durch deine macht, Daß ich mag fröhlich singen: GOtt lob, es ist vollbracht! ** B. 7,8 und 9 können nach Beschaffenheit der Umstände ausgelassen werden. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 910. 519 3. Und sehen mir die sünden Gleich noch so heftig zu, So kann ich mich doch finden, Ich stelle mich in ruh Und weiß, daß JEsus Christ, Mein heil, der starke beter, Mein fräftiger vertreter, Zu GOttes rechten ist. Dein JEsus kommet schon, Führt aus der leibeshöhle Dich hin vor seinen thron; So sei nun wohlgemuth, Denn der für dich gestorben, Dir alles heil erworben, Schenkt dir das höchste gut. 2. Nimm abschied von der erden, Die hier den leib behält; Dir soll ein beffres werden, Du fährst ins sternenzelt, An jenen freudenort, Wo GOtt die seraphinen Und alle heil'gen dienen; Da lebst du fort und fort. 4. Muß gleich der leib erblaffen, Hüllt ihn das grab schon ein, Und muß ich die verlassen, Die meine freunde sein, Dies alles schadet nicht, Ich sehe sie ja wieder, Wenn meine leibesglieder Erstehen zum gericht. 5. Und da ich auch hinfahren Und die verlassen muß, Die mir zuwider waren, Vergeß ich den verdruß; Ja ich verheiße noch, Ich will zum vater treten, Mit meinem JEsu beten: Ver= gieb, bekehr' sie doch! 6. Indeß sei hoch gepriesen GOtt bater, sohn und geist! Der sich mir treu erwiesen, Mich lebenslang gespeist Mit huld und gütigkeit; In jenem freudenleben Wirst du weit mehres geben, Das du für mich bereit't. 7. So sei denn, feele, deine Und in dich selbst vergnügt, Sei deine und auch seine, Deß, der die welt besiegt. Er führt dich himmelein; Wo ich mit meinem leibe, Berspricht er, ewig bleibe, Soll auch mein diener sein. Mel. HErr JEsu Christ, wahr 2c. 911. mein lebenslicht, Mein heil, mein trost und zuversicht, Auf erden bin ich nur ein gast, Und freu' dich, liebe seele, drückt mich sehr der fünden last. 2. Ich hab' vor mir ein' schwere reis Zu dir ins himmelsparadeis; Da ist mein rechtes vaterland, Woran du dein blut haft gewandt. 3. 3u reisen ist mein herz sehr matt, Der leib gar wenig kraft mehr hat, Die seele ruft und schreit in mir: HErr, hol' mich heim, nimm mich zu dir! 4. Stärk' mich, HErr, durch das leiden dein In meiner letzten todespein; Dein blutschweiß mich tröst 520 Bom Tode und Sterben und erquie Eh' mich der sünden last| zeugt der geist, Daß GOtt selbst mein bater heißt, llnd durch dessen gnadengaben Werd' ich die erlösung haben. 4. Christi des erlösers wegen Bleibst du mir, mein GOtt, getren, Und sein hochverdienter segen Wohnet mir wahrhaftig bei, So gewiß der bund besteht, Der in meiner tauf angeht, Und so wahr ich für die sünde Durch sein blut vergebung finde. 5. Hilf nur, daß ich JEsum fasse, 7. Hilf, daß meine seel' den him- Bis er mir den segen spricht, Und mel find't, Wenn meine augen wer= wenn ich die welt verlasse, So verlaß den blind; Dein leptes wort laß sein die meinen nicht; Nimm sie wohl und mein licht, Wenn mir der tod das gnädig an, Führe sie aufrechterbahn, herze bricht.nl Bis sie ferner nach den thränen Sich nach deiner wonne sehnen. 8. Durch deine aufgespalt'ne seit Mein' arme feele heim begleit'; HErr, auf dein aufersteh'n ich trau', Auf deine zukunft hoff und bau'. 6. Nun, GOtt lob, hier ist das ende, Herz und geist hat wohl gezielt, Welcher sich in deine hände Zu der schönsten ruh' befiehlt. Nun ich werde nicht zu spott, Denn du bist mein treuer GOtt, llnd auf diesen theuren namen Spricht mein Jesus selber: amen. erdrück. 5. Dein backenstreich und ruthe frisch Der sünden striemen mit abwisch, Dein hohn, dein spott und dor nenfron, Laß sein mein' ehre, freud' und wonn'. 6. Dein durst und gallentrank mich lab', Wenn ich nun feine fraft mehr hab'; Dein angstgeschrei komm' mir zu gut, Behüt' mich vor der höllenght. 9. Thu' mir die thür des himmels auf, Wenn ich beschließ' den lebenslauf; Mit dem gericht nicht lang' aus= bleib', Mach' mich gleich dein'm verflärten leib; 10. Daß ich mit allen engelein Dann fingen mag und fröhlich fein, 913. Mitten wir im leber Ind Dein antlig ewig schauen klar. sind Mit dem tod umfangen: Wen suchen wir, der hülfe thut, Daß wir gnad' erlangen? Das bist du, HErr, alleine. Uns reuet unsre missethat, Die dich, HErr, erMel. JEfu, deine heil'gen wunden. 912. Preuer GOtt, in deine geist befohlen sein, Denn der troft am legten ende Stellt sich nun gedoppelt ein, Daß du mich von herzen liebst, Und dich mir zu pfande giebst; Weil ich nun dies wohl bewahre, Weiß ich schon, wohin ich fahre. 2. Meine Fräfte sind verschwunden, Doch dein heil ist mir bekannt; Noth und tod hat mich gebunden, Doch du reichst mir deine hand, Als in welcher ich forthin Gnädig eingezeichnet bin, Und worin ich mein geschenke Ewig zu behalten denke. 3. JEsus läßt den nicht verder ben, Den sein blut erlöset hat; Alſo bin ich in dem sterben Nur am leibe schwach und matt; In dem herzen Heiliger starker GOtt, Heiliger barmherziger heiland, Du ewiger GOtt! Laß uns nicht versinken In der bittern todesnoth. Kyrie eleison. 2. Mitten in dem tod ansicht Uns der höllenrächen, Wer will uns aus solcher noth Frei und ledig machen? Das thust du, HErr, alleine; Es jammert dein' barmherzigkeit Unsre fünd' und großes leid. Heiliger HErre GOtt, Heiliger starker GOtt, Heiltger barmherziger heiland, Du ewiger GOtt! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen höllenglut. Kyrie eleison. 3. Mitten in die höllenangst Unsre sünd' uns treiben. Wo sollen wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? und zwar in Todesnöthen. 521 Zu dir, HErr Christ, alleine; Ver-| mir jego deine wonne, Mir, den dein goffen ist dein theures blut, Das g'nug für die sünde thut. Heiliger HErre GOtt, Heiliger starker GOtt, Heiliger barmherziger heiland, Du ewiger GOtt! Laß uns nicht entfallen Bon des rechten glaubens trost! Kyrie eleiſon. verdienst erlöst; Hilf daß ich noch diez sen tag Selig zu dir fahren mag; Hilf mir, o mein licht und leben, Meinen geist bald aufzugeben. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 914. reu' dich nun, o meine feele, Und vergiß angst, noth und qual, Denn aus dieser jainmerhöhle Ruft dich GOtt zum freudensaal. Aus bekümmerniß und leid Führt er dich zur seligkeit, Die fein ohr jemals gehöret, Die bei JEsu ewig währet. 2. Bisher rief ich nacht und tage Zu dem HErren meinen GOtt: Reiß mich aus der freuzesplage, Hilf mir endlich aus der noth! Ach, ich wünscht und seufzte oft, Wie ein wandrer wünscht und hofft Seinen weg bald zu vollenden, Auch mein leben bald zu enden. 5. Von dem allerersten morgen, Wenn wir aus dem bette gehn, Beigen sich die bangen sorgen, Welche stündlich um uns stehn. Thränen müffen unser wein, Sorgen unsre speise sein; Wenn der tag auch schon vergangen, Sind wir doch mit noth umfangen. 7. Laß mich jetzt in todesstunden In dein' offne seite fliehn; Laß mich, HErr, durch deine wunden Zu dem paradiese ziehn, Wo der schächer hin= gereift, o mich brot des lebens speist, Wo du mich mit klarheit schmücest Und in ewigkeit erquitfest. 6. Drum, HErr JEsu, gnadenjonne, Der du emiglich aufgehst, Zeig' 8. Kann der mund schon nicht mehr sprechen, Ob gleich mein gehör verschwind't, Ob mir schon die augen brechen, Mein verstand sich nicht befinnt; Bist du doch mein licht, mein heil, Leben, wahrheit schatz und theil, Der mich leitet und regies ret Und die bahn zum himmel führet. 3. Denn wie rosen auf der erde Unter scharfen dornen stehn, So muß Christi fromme heerde Unter angst und trübsal gehn. Wie die meere nie von wind, Sturm und wellen sicher find, So ist auch auf dieser erden Unfer lauf stets voll beschwerden. 4. Welt, tod, teufel, seelenschmerzen, Unser eigen fleisch und blut Plagen unsre armen herzen, Nehmen uns fast allen muth. Täglich drückt uns angt und noth, Kreuz und leid ist 915. Christus, der iſt mein les unser brot, wir nur geboren werden Find't sich jammer g'nug auf ben, Und sterben mein gewinn, Ihm hab' ich mich ergeben, Mit freud' fahr' ich dahin. erden. 2. Mit freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem bruder mein, Daß ich mag zu ihm fommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, leiden, angst und noth, Durch seine heil'gen wunden Bin ich versöhnt mit GOtt. 9. Führ' mich auf Elia wagen Durch die engel himmelan, Laß sie meine feele tragen, Wie sie Lazaro gethan; Laß sie dir im schooße ruhn. Tröst, erfreu' und lab' sie nun, Bis der leib kommt aus der erde Und mit ihr vereinigt werde. 10. Freu' dich sehr, o meine seele, Und vergiß jetzt noth und qual. Chriftus ruft dich aus der höhle Dieser welt, zum freudensaal; Da sollst du in ewigkeit Schön verkläret, hoch er= freut Mit den engeln jubiliren, Und vor JEsu triumphiren. 4. Wenn meine Präfte brechen, Mein odem geht schwer aus. Wenn Bom Tode und Sterben 522 ich nicht mehr kann sprechen; HErr, nimm mein seufzen auf. 15 Mein Herz, sinn und gedanken Zergehn schon, als ein licht, Das hin und her thut wanten, Weil mir die fraft gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben Wie eine flett' am kleid Und ewig bei dir leben In deiner seligkeit. 7. Fein selig, sanft und stille, Gleich als vom süßen ton, Schlaf ich, weils GOttes wille, Mein trost ist GOttes sohn. 8. Ich fing' im himmelsthrone Ihm nun lob, ehe' und preis, Wo ich nun ewig wohne In jenem paradeis. 916. Mmein sterben ist vorMel. Herzliebster JEsu was 2. ein JEsus kommt, handen, Ich werde frei von dieses leibes banden: Wie soll ich aber wohl und selig sterben, Dein reich erer= ben? 2. Wie du, mein trost, am freuze bist gestorben Und mir dadurch die feligkeit erworben, So laß auch mich auf deinen tod abscheiden Zu deinen freuden. 3. Und was du noch zum letzten ausgesprochen und deines baters herz damit gebrochen, Das will ich dir, indem die augen brechen, Getrost nach sprechen. 4. Bergieb, o vater, denen, die mich hassen, Die wider mich viel bos= heit ausgelassen; Bergieb, dieweil die feinde nicht verstehen, Was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o vater, alle sünde Und was ich jetzt noch böses an mir finde; Bergieb, wenn fleisch und blut mich wider wissen Von dir geriffen. 6. Ich hab', o JEfu, seele, leib und leben In meinem testament dir übergeben, Ich weiß, du wirst die meinen heut' und morgen Auch wohl verforgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen händen, Du wollest sünd' und schmach von ihnen wenden; Du wirst, o vater, diesen meinen willen Liebreich erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein herz von dieser erden: Dein paradies, HErr, laß mein eigen werden, In deinem paradiese stell' mich heute Dir, HErr, zur Seite. 9. Ach JEsu, zeige mir jetzt deine güte, Gieb mir ein gläubig himmlisches gemüthe Und richt' es ganz nach deinem gnadenlohne, Der lebens-= frone. 10. 3war sünd' und hölle fangen an zu quälen Und ängsten mich an meiner armen seelen, Weil ich dein wort in dieser sündenhütten Oft überschritten. 11. Ich aber will die seufzer tiefer faffen: Mein GOtt, mein GOtt, du kannst mich nicht verlassen! Dieweil du selbst von GOtt verlassen hingest Und mich umfingest. 12. Ich dürfte, GOtt, nach dir, ich schrei' und ächze, Ich seufze nach dem himmel, ach, ich lechze Nach dir, nach dir, mein Esu, dürst' ich armer, O mein erbarmer! 13. Ach, laß mich nicht in meiner noth versinken, Laß mich die kraft aus deinen wunden trinken; Ich dürfte wie ein hirsch, laß dich erblicken Mich zu erquiden. 14. Jetzt kommt der trost, jetzt wird mein herz gelabet, Jegt wird es schon mit Christi blut begabet. Ich bin nunmehr, was ich noch nie gewesen, Ich bin genesen. 15. Es ist vollbracht, nun endet sich mein jammer, Nun schwacher leib, schlaf sanft in deiner fammer, Bis Jesus kommt, der giebt mir dieſe glieder Einst schöner wieder. 16. Nimm meinen geift an meinem leßten ende, O treuer GOtt, in deine baterhände. Ich bleibe dein, ich sterb' in deinem namen; Sprich, JEsu: amen! und zwar in Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 917. Mit dir, HErr JEſu, will ich scheiden, So leb' ich ewig dort bei dir. Dein lettes wort im tod und leiden, Sei auch mein letztes wort allhier; Nimm, JEsu, mich, mit deinem sinn Bereinigt, aus dem leben hin. vergeben, Den vater ruf ich für euch an, Die 918. Alle menschen müſſen sterben, Alles fleisch ihr in meinem ganzen leben Mir ir- vergeht wie heu; Was nur lebet, muß gend was zu leid gethan: Mein JE- verderben, Soll es wieder werden hus hat auch euch geliebt, Nicht ihr, neu. Dieser leib muß erst verwesen, die sünd' hat mich betrübt. Soll er anders einst genesen Und erstehn zur herrlichkeit, Die den frommen dort bereit. Candi 3. Der mutterbrust des allerhöchsten, Des sohnes ewigfester treu' Be= fehl' ich euch, ihr meine nächsten, So mach' ich mich der sorge frei. GOtt forge lebenslang für euch Und mache leib und feele reich. Todesnöthen. 523 9. Dies soll mein wort und finn verbleiben, Wenn mir auch wort und sinn vergehn; Du wirst mirs in die seele schreiben, O JEfu Chrift, und bei mir stehn. Ach reich mir deine hände zu Und führe mich zu deiner ruh'. 2. Darum will ich dieses leben, Weil es meinem GOtt beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt, Denn in meines JEsu wunden Hab' ich schon erlösung funden, Und mein trost in todesnoth Ist des HErren JEsu tod. 5. Mein JEsu, höre du mich armen In meiner größten bangigkeit; Hör' meine seele mit erbarmen, Die jezo laut und sehnlich schreit: Achzeit Schauen die dreieinigkeit. tränke mich, du lebensfürst Und freu= denquell, nach der mich dürft't. 3. JEsus ist für mich gestorben Und sein tod ist mein gewinn; Er hat mir das heil erworben, Drum fahr' ich mit freuden hin Aus dem sündenweltgetümmel, Aus der trübfal in den himmel, Da ich werde jeder4. Noch heut'( hör' ich dich, JEsu, fagen) Bist du bei mir im paradies: Auf dies versprechen will ichs wagen. Ach mach' es, JEsu, doch gewiß, Laß nunmehr alle meine pein Bei dir mit trost versüßet sein. 6. Mein JEsu, hast du mich verlaffen? Nein, GOtt verließ dich ja für mich. Mein GOtt, hiebei will ich dich faffen, Giebt gleich der tod den letzten stich; Mein GOtt, wenn mir das herz ja bricht, Mein GOtt, mein GOtt verlaß mich nicht! 4. Da in jenem freudenleben So viel tausend seelen schon mit des himmels glanz umgeben, Dienen GOtt vor seinem thron; Da die ſeraphinen prangen Und dies hohe lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt GOtt der vater, sohn und geist. 5. Da die patriarchen wohnen, Die propheten allzumal; Wo auf zwölf 7. Es ist vollbracht, du hast erhö- erhabnen thronen Sizet der apostel ret! Mein HErr und GOtt, ich sterbezahl; Wo in so viel tausend jahren wohl; Mein JEsu, du hast mir ge- Alle frommen hingefahren, Deren je währet, Daß ich mit dir berscheiden der GOtt zu ehr'n Läßt sein halleluja foll; Gott lob, der alles wohl gemacht, hör'n. GOtt ewig preis, es ist vollbracht! 8. Nimm, vater, nimm in deine hände Den geist, den nun mein seelenhirt, Mein JEsus, an dem lebensende Von diesem leibe scheiden wird. Er geht zu ihm in himmel ein, Da fann er ewig selig ſein. 6. Jerusalem du schöne, O wie helle glänzest du! Wie ein lieblich lobgetöne Hör' ich jetzt in stiller ruh'! der großen freud' und wonne! Jetzo gehet auf die sonne, Jeho geht mir an der tag, Der kein ende nehmen mag. 7. Nunmehr hab' ich schon erblicket 524 Vom Tode und Sterben Jenen glanz der herrlichkeit, Zezo| Die meine scheitel deckt, 218 die er werd' ich schon geschmücket Mit dem mir zum lohne Des glaubens vorgesveißen himmelskleid; Mit der güld- steckt. nen chrenfrone Steh' ich schon vor GOttes throne, Schaue solche freu den an, Die fein mensch beschreiben fann.is 5. Den rock von weißer seide Legt mir nun JEsus an, Wo ich auf Zions weide Dann rosen brechen fann. J 8. Nun hier will ich ewig wohnen, Hinterbliebne, gute nacht! GOtt woll' euch die treu' belohnen, Die ihr habt an mit vollbracht. Allen meinen anverwandten, Freunden, lieben und bekannten Wünsch' ich nochmals gute nacht; GOtt sei lob, es ist vollbracht! 919. Mit fried und freud" fahr'ich dahin, Weils GOttes wille, Getroft ist mir mein herz und sinn, Sanft und stille, Wie GOtt mir verheißen hat, Der tod wird mein schlaf werden. 2. Das machet Christus, GOttes sohn, Der treue heiland, Den du mich, HErr, haft lassen sehn Und machst bekannt, Daß er mein heil und leben sei In noth und auch im sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen gnaden, zu seinem reich die ganze welt Heißen laden Durch sein heilsam theures wort, Das über= all erschollen. 4. Er ist das heil und sel'ge licht Für die heiden, zu erleuchten, die dich fennen nicht Und sie zu weiden; Er ist dein's volkes Israel Preis, ehre, freud' und wonne. 6. Er hat mich eingeschrieben Ins buch der seligkeit, Da bin ich auch ge= blieben, Troß aller feinde neid. 7. Da löscht mich weder fünde, noch tod, noch teufel aus, Dort wo ich JEsum finde, 3st meines vaters haus. 8. Dort ernt' ich lauter freuden Nach milder thränenſaat, Die Chriſti blut und leiden Mir längst erwor= ben hat. 3. Die wahlstatt ist gefärbet Mit meines JEfu blut, Der alles selbst ererbet, Was meiner seele gut. 4. Er reicht mir schon die frene, 9. Nun HErr, nun muß ich scheiden, dh hilf, ach, laß mich nicht! Hilf, daß mein herz voll freuden Sanft, still und selig bricht. 10. Ach reiße nur die stricke Des lebens bald entzwei, Daß ich dich bald erblicke Und ewig bei dir sei. 11. 3u guter nacht, o erde! Du himmel, sei gegrüßt, Wo ich getröstet werde, Mit dem, was ewig ist. 12. Mein glaube geht zum schauen, Ich zieh' als pilger ein Und werd' in GOttes auen Ein froher bürger sein. Mel. Wie schön leucht't uns der 2. 921. G 921. Gottlob es fommt die zeit heran, Daß ich die hoffnung haben kann, Bald von der welt zu scheiden; Wie wünscht' ich mich so manches mal Aus dieſem thränenvollen thal Zu meines JEsu Dieſes 920. Ben, Nun gute nacht, leben Aufzugeben Oft begehret, Bis Mel. Christus, der ist mein leben. ald hab' ich o welt! Ich zieh' durch Christi wunden In jenes sternenzelt. mich GOtt nunmehr erhöret. 2. Nun wird daš netz zerrissen, Das sünd und welt gelegt; Bald lieget mir zu füßen Was noth und schmerz erregt. 2. Der teufel und die böse welt Hat mir hier täglich nachgestellt, Um mich in noth zu bringen; Die sünde, die mir angeklebt, Mein fleisch und blut, das widerstrebt In allen guten dingen, Hat mir Nie hier Zugege= ben, So zu leben, Wie ich sollte Und von herzen gerne wollte. 3. Es kam zu alle.diesem noch Der und zwar in Todesnöthen. 525 tribjal hart und schweres joch, Das| Gefäet wird mit fleiße, Verfault und mußt' ich öfters tragen; Bald kam verfolgung, haß und neid, Bald frankheit, schmerz und andres leid Und sonst viel tausend plagen; Drum ich Sehnlich GOtt deswegen Angelegen, Meinem leben Bald ein selig end' zu geben. grünt hernach sehr fein, So müssen gleicher weise Die frommen christen in der erd' Ein' weil' verscharret bleiben; Hernach erstehn sie unversehrt, Mit schön verklärten leibern. 11 4. Nun die erlösung nahet sich; GOttlob, deswegen mach' ich mich Gefaßt zur himmelsreist; Da werd' ich nun in kurzer zeit Bei GOtt, mit GOtt, in GOtt erfreut, Den ich dann ewig preise. Ewig Werd' ich Um ihn schweben, Bei ihm leben; Welche frende Find ich nach dem kurzen leide! 5. Nun so beschließ ich meinen lauf; HErr JEsu, nimm den geist nur auf In deine treuen hände. Ich sterbe, komm und laß mich nicht, Gieb, daß mein herz bald selig bricht, Gieb mir ein fanftes ende, Daß ich Ewig GOtt dort oben Möge loben, Dir lobsingen Und ein ewig danklied bringen. Mel. Was mein GOtt will 2c. ein' ich vollendet hab' In diesem bösen leben. Jeßund trägt man mich in das grab, Darauf wird sich anheben Die neue freud' und seligkeit Bei Christo, meinem HErren, Die allen frommen dort bereit, Das ist die fron' der ehren. 2. Der leib verwvest zwar ganz und gar Und muß zu staube werden, Doch hieraus wird ein körper klar, Der nicht mehr hier auf erden, Nein, sondern dort bei JEsu Christ Ohn' jammer und elende Verbleiben wird zu aller frist, Der sich von GOtt nicht wende. 3. Solch ewig leben hat er mir Und jedermann erworben. Der tod harrt auch vor meiner thür, Bis ich nunmehr gestorben. Und dieses ist der fünden schuld: Wir müssen alle ster ben; Jedoch läßt GOtt nach seiner huld Die glaub'gen nicht verderben. 4. Nein, wie ein weizenkörnslein 5. Ich hab' auf meinen JEsum Christ Mein' hoffnung, thun und lassen Gestellt, der auch zu jeder frist Mein heiland ist gewesen. Der wird die lieben freunde hier, Die ich muß hinterlassen, Beschirmen und mit groBer zier Auch endlich zu sich fassen. 6. Drum lasset alle traurigkeit, Hört auf, mich zu beweinen; In mir ist nichts als lauter freud, Weils GOtt so gut will meinen. Ja meine seele preist den HErrn Für solches freudenleben, Was könnt' ich herrlichers begehr'n? GOtt woll's euch allen geben. Aufmunterung an einen Sterbenden. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 923. Werde munter, liebe ist es bald geschehn, Daß du aus der leibeshöhle Wirst zu Chrifti freuden gehn. Alles leiden, freuz und noth Endet sich nun durch den tod, Nunmehr wirst du überwinden Und ein besser leben finden. 2. Schaue nur, die engel schweben Um dein bette, welche dir Das geleite wollen geben, Bis zur schönen himmelsthür. Schaue mur, GOtt fendet schon Von der allmacht gnadenthron Den triumph- und ehrenwagen, Dec soll dich zum himmel tragen. 3. JEsus heißt dich zu sich kommen, GOtt dein vater wartet dein Und räumt dir bei jenen frommen Die bestimmte wohnung ein. Er hält dir das weiße fleid Und die frone schon bereit, Diese sollst du frei von plagen, Ewig und mit freuden tragen. 4. Drum, o seele, sei doch fertig. Eile dahin, wo die zahl Der erlösten dein gewärtig. Diese reichen allzumat Vom Tode und Sterben 526 Dir bereits die hände dar; Ja, die ganze frohe schaar Kommt mit heiligem verlangen, Dich voll freuden zu empfangen. ne 5. Und dabei sind viel der deinen, Deren herzenswunsch schon ist, Daß du möchtest bald erscheinen, Weil du sehr willkommen bist. Denfe, wie wird dir geſchehn, Wenn du die wirft dir vor jahren Durch den tod genommen waren? Buffy the der 6. Diese auserwählten frommen, Nebst den engeln, heißen dich Tausend- tausendmal willkommen, Führen dich dann prächtiglich Hin vor deines GOttes thron, Wo sie mit erhöhtem ton JEsu lob und dank erweisen Und GOtt ewig also preisen: 7. Lob und preis mit höchsten ehren, Sei dir, HErr, daß unsre zahl Sich noch täglich muß vermehren, Sonderlich daß dieses mal Auch dies dir geliebte find Sich in unsern chören find't; Laß doch bald die andren from= men Aus der welt auch zu uns komwir dich dort wieder sehn. GOtt, der alles wenden kann, Sieh auch uns in gnaden an, Laß uns bald von allem bösen, Durch den sanften tod erlösen. Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib 20. 924. Nun laſſet uns den leib begraben, wir keinen zweifel haben, Er werde wieder auferstehn Und schön verklärt zum himmel gehn. 2. Er ist nur erd' und von der er= den, Drum muß er wieder erde wer= den. Jedoch nach dieser zeiten lauf Steht er von dieser erde auf. 3. Sein geist befreit von schmerz und leiden, Lebt unterdeß bei GOtt in freuden; Denn seines JEsu blut und tod Entreißet ihn der höllennoth. 4. Sein leiden, trübsal, noth und plagen Sind nun durch seinen tod zerschlagen. Nur hier ertrug er Christi last, Dort ist es lust, was ihn umfaßt. men. 5. Ist nun auch gleich der leib ge= 8. Dann wird dich GOtt selbst storben, So bleibt der geist doch unumfangen und mit lieb' und freund- verdorben; Denn dieser ist in GOttes lichkeit Dir abwischen von den wan- hand Und jener schläft im fühlen gen Alle thränen, so das leid Dir hier ausgepresset hat. Er wird an dersel= ben statt Dir sein himmlisch freudenleben Ewig zu besigen geben. 9. Da weißt du sodann von sünden, Elend, freuz und jammer nicht. Lauter wonne wirst du finden, Und vor GOttes angesicht Zebst du dann in ewigkeit Herrlich, in vollkommenheit, Die dir Christi blut erworben, Als er selbst für dich gestorben. 10. Nun, geliebte seele, reise Hin zu deinem lieben GOtt. Wohl dir! denn auf solche weise Endet sich auch deine noth. Eile nur aus dieser zeit, Freue dich der seligkeit, Da wird, mehr als wir verstehen, Dir es ewig wohl ergehen. 11. Beh' uns aber, denn wir mit 925. Nun laßt und den leib sen Noch im jammerthale gehn, Da wir leider, noch nicht wissen, Wann keinen zweifel haben, Er werd' am sand; 6. Bis daß ihn GOtt am jüng sten tage, Vollkommen frei von aller plage, Erweckt und jauchzend dahin führt, Wo er dann ewig triumphirt. 7. Hier ist er nur in angst gewesen, Dort aber wird er einst genesen, Wo er sogar der sonne gleicht Und in vollfomm'ner wonne leucht't. 8. Nun schlafet sanft, erblaßte glieder, Wir unterdessen fallen nieder Und bitten dich, getreuer GOtt: Berleih' uns einen sanften tod. 9. O JEsu, dessen blut und sterben llns von welt, satan und verder= ben Ganz frei gemacht, ach, führ’ uns ein, Wo wir auch ewig bei dir sein. und zwar bei Begräbnissen. 527 jüngsten tag aufstehn Und unverwes-| An welchem GOtt ihn verklären Und lich hervor gehn. ew'ger freud' wird gewähren. 2. Er ist erd', und von der erden, Wird auch zur erd' wieder werden, Und von der erd' wieder aufstehn, Wenn GOttes posaun' wird angehn. 3. Sein' seele lebt ewig in GOtt, Der sie allhier aus lauter gnad' Von aller sünd' und missethat Durch seinen sohn erlöset hat. 6. Hier ist er in angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger freud' und wonne Leuchten wie die helle sonne. 190 1919 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen Und geh'n all' heim unsre straßen, Schicken uns auch mit allem fleiß, Denn der tod kommt uns gleicher weis'. pom 8. Das helf uns Christus unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst Von teufels g'walt und ew'ger pein, Ihm sei lob, preis und ehr allein. 4. Sein jammer, trübsal und elend Ist kommen 311 ein'm sel'gen end', Er hat getragen Christi joch, Ist gestorben und lebet noch. 5. Die seele lebt ohn' alle flag', Der leib schläft bis am jüngsten tag; II. Von der Auferstehung der Todten. Mel. JEsu, meines Lebens leben. 926. Sch eht zu grabe, müde die welt so frech hinein, Daß sie sich ihr ganz ergeben, Gleich als folgte glieder, Und be- feine pein Auf den frevel ihrer thaten. schließt des lebens rest, Legt die ban- Ach, wie wollen sie sich rathen, Wenn gen sorgen nieder, Die euch lange satt das große weltgericht Einstens durch gepreßt. Doch ihr dürfet nicht er= die wolken bricht? schrecken, Daß euch erd' und staub be= decken, Denn ihr steigt, wenn JEsus ruft, Wiederum aus eurer gruft. 2. Ihr zerfallet zwar als scherben, Als ein haus, das nicht mehr hält; Doch die seele kann nicht sterben, Ob ihr wohnhaus gleich zerfällt. Ob den leib gleich moder drücket, Wird sie doch bei GOtt erquicket Und genießet nach der zeit Der gewünschten ewigkeit. 3. Müsset ihr gleich zur verwesung In des todes fammer gehn; Zweifelt nicht an der geneſung, Ihr sollt herrlich auferstehn. Was euch jetzt für schwachheit drücket, Wird dann völlig weggerücket, Wenn den höchsten leib und geist Wiederum vereinigt preist. 4. O, wie freudig kann der sterben, Der in solchem glauben stirbt, Weil er weiß, daß im verderben Seine seele nicht verdirbt, Denn sie bleibet unverloren. Wer demnach aus GOtt geboren, Legt den zweifel völlig ab Und geht hoffnungsvoll ins grab. 5. Aber, ach, wie viele leben In 6. Dieses wird nicht außen bleiben, Lacht ihr spötter immerhin! GOtt wird schon die rechnung schreiben Und euch vor gerichte ziehn, Daß die bösen nebst den frommen Den verdienten lohn bekommen; Euch erwartet schmach und hohn, Dieser kämpfen folgt der lohn. 7. GOtt, der du vor allen zeiten Ewig und unendlich bist, Hilf mir diesen wahn bestreiten, Der in vieler herzen ist. Gieb, daß ich für meine seele Jederzeit das beste wähle, Denn ich weiß, es folgt der zeit Ganz gewiß die ewigkeit. 8. Darum ziehe meine sinnen Bon der eitelkeiten wust, Zu des himmels hohen zinnen, Zu der ewig süßen lust. muß ich hier mit löwen kämpfen, So hilf ihren hochmuth dämpfen, Sprich mich ihres grimmes frei und brich ihren zahn entzwei. 9. Kommt es endlich zu dem ende, Ei, so nimm, HErr, meinen geist In die treuen baterhände, Denen ihn 528 Von der Auferstehung der Todten. fein feind entreißt. Laß mich dort auf| im leben; Dieses weiß ich, sollt' ich falems höhen Bei den auserwählten nicht mich darum zufrieden geben? stehen und von deinem glanz und Was die lange todesnacht mir auch schein Ewig ungetrennet sein. für gedanken macht. Mel. Nun freut euch liebe zc. 927. dh weiß, daß mein er. löser lebt, Das kann mich nicht betrügen; So lang' mein glaube an ihm klebt, Werd' ich nicht unterliegen. Nimmt gleich der tod mein leben hin, Genug, daß ich versichert bin, Mein JEsus wird mich 16 2. JEsus, der mein heiland, lebt, Ich werd' auch das leben schauen, Sein, wo mein erlöſer ſchwebt, Warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein haupt sein glied, Welches es nicht nach sich zieht? 5. Ist JEsus wieder aufgewacht, So giebt er mir die glieder, Wenn einst der letzte donner fracht, Voll fraft und leben wieder. Er läßt aus seiner siegeshand, Womit er tod und hölle band, Die seinen sich nicht nehmen. 6. Nimm dann, o schöpfer, meinen geift In deine vaterhände. Wenn meines lebens band zerreißt Und ich die wallfahrt ende, So zeige mir in deinem licht Bon angesicht zu ange= ficht, Daß mein erlöser lebet. Efus, meine zuversicht 3. Ich bin durch der hoffnung band Ganz genau mit ihm verbunden; Meine starke glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch fein todesbann Ewig von ihm trennen kann. wecken. 2. Er wird mich dann mit dieser haut Und diesem fleisch umgeben, Denn was er ihm zur ehr' erbaut, 4. Ich bin fleisch und muß daher Muß ewig mit ihm leben. Mit diesem Auch einmal zu asche werden; Dieses meinen augenlicht Werd' ich ihn selbst, weiß ich, doch wird er Mich erwecken fein fremder nicht, Den lebensfürsten 1 aus der erden, Daß ich in der herrschauen. 3. So komm, o tod, wenne GOttlichkeit Um ihn sein mag allezeit." 5. Dann wird eben diese haut gefällt, Nimm an die müden glieder. Mich umgeben, wie ich gläube: GOtt Berlaß ich gleich den bau der welt, wird dann von mir geschaut Selbst Dort find' ichs beffer wieder: Mir ste= in diesem meinem leibe, Und in diehet in der ewigkeit Die schönste woh- sem fleisch seh' ich meinen JEſum nung schon bereit, Die nimmermehr ewiglich. zerfället. 4. Wird auch mein leib zu afdh' und staub, Ein scheusal dieser erden, Der maden und der würmer raub, Wird er doch herrlich werden, Weil der auch meinen staub bewacht, Der diese welt aus nichts gemacht und die gebeine zählet. 6. Dieser meiner augen licht Wird ihn, meinen heiland, kennen; Selber ich, fein fremder nicht, Werd' in seiner liebe brennen; Nur die schwachheit um und an Wird von mir ganz abgethan. 7. Was hier kraftlos seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen: Irdisch werd' ich ausgesä't, Himmlisch werd' ich auferstehen; Hier geh' ich natürlich ein, Nachmals werd' ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut, JEsus trägt euch, meine glieder! Lasset furcht und traurigkeit; Sterbt ihr? Christus ruft euch wieder, Wenn einst die posaune klingt*, Die auch durch die gräber dringt. * 1. Cor. 15, 52. 9. Lacht der finstern erdenkluft, Lacht des todes und der höllen, Denn ihr sollt euch durch die luft Eurem 928. legt Von dem jüngsten Gerichte. 529 2. Ach, käm' die stunde bald heran, Die stunde der erlösung, Die stunde, wo ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung; Wo engeln gleich, Im himmelreich Mich wonne, pracht und leben In ewigkeit umgeben. 100 3. Ich weiß, daß ich durch JEsum Christ, An den ich herzlich gläube, Der meine auferstehung ist, Auch nicht im tode bleibe; Und sein gericht 3st mir dann nicht Ein tag voll angst und Mel. Was GOtt thut, das ist zc. 929. Ich freu mich auf die schmerzen, Wie den verruchten herzen. zeit, soll auferstehen Und GOtt in schönster herrlichkeit und meinen heiland sehen. Da werd' ich sein In der gemein' Der auserwählten frommen Und zu den vätern kommen. 4. Ich hoffe dann den gnadenlohn Durch Christum zu erlangen Und vor des allerhöchsten thron Im schönsten schmuck zu prangen. Komm JEsu, doch, Komm heute noch, Mich bei dir zu erquicken Und ewig zu beglücken. heit und verdruß Völlig unter euren fuß. 10. Nur daß ihr den geist erhebt Von den listen dieser erden, und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt sollt werden: Schickt das herz jetzt dahinein, Wo ihr ewig wünscht au sein. III. Von dem Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 930. u siehst, o mensch, wie jüngsten Gerichte. empor, Mein Herz fühlt angst und an, berg schrecken. Ihr hügel, hebt ein böser Fann, Fallt her, mich zu bedecken! 6. Du aber, meine zuversicht, HErr JEsu, laß dein zorngericht, Ach laß es mir nicht schaden! Zeig' deinem bater den vertrag, Damit ich dort einst hören mag Den süßen spruch der gnaden. 2. Bedenk' es weislich in der zeit Und flieh' den schlaf der sicherheit, Sei augenblicklich wacker: Denn sieh, 7. Bereite mich bei gutem sinn, es bleibet nicht dabei, Daß hier dein Und weil ich noch bei kräften bin, leib begraben sei Auf einem gottes- Durch deinen geist zum sterben. Und acter. laß mich dann nach dieser zeit, Der seele heil und seligkeit Durch dein verdienst ererben. eine hier, der andre dort Uns gute nacht muß geben; Der tod hält keinen andern lauf, Er sagt zuleßt die wohnung auf Uns allen, die wir leben. 3. Wir werden aus den gräbern gehn Und alle vor gerichte stehn, Das Christus selbst wird hegen: Wenn auf der engel feldgeschrei Die glut dies große weltgebäu Wird in die asche 4. Alsdann wird erstlich aller welt Straf und belohnung vorgestellt: Die fünder sollen büßen und sich dann ohne trug und schein Selbst fläger, richter, henker sein, Verdammt durch ihr gewissen. 5. Ach GOtt, kommt mir dies urtheil vor, So steigen mir die haar' Mel. Wacht auf, ihr christen 2c. 931. Das blinde bolk der heiden, Das keine hoffnung hat, Empfindet großes leiden Und ist ohn' allen rath, Wenn ihm was liebes stirbet: Uns lehrt des glaubens kraft, Daß keiner je verdirbet, Den hier der tod wegrafft. 2. Weil Christus auferstanden, So wird er dich und mich Auch aus den todesbanden Erretten fräftiglich); 34 Bon dem jüngsten Gerichte. Bum allerersten werden Die todten| vor allen, Denn deine seele ist ein auferstehn, Eh' alles volk der erden geist, Der ewig und unsterblich heißt. Wird vor gerichte gehn. Thi3. Er selbst der HErr der herren Wird durch ein feldgeschrei Bezeugen sweit und ferren, Daß er zugegen sei. Des engels wort wird schallen, Wird sagen: kommt herfür! Zu denen men= fchen allen So je gewesen hier. 5. Der todte leib wird auferstehn Und aus des grabes höhle gehn, Der seele sich verbinden, Und gleich von solcher stunde an, Nach dem, was er allhier gethan, Gnad' oder strafe finden. Die himmelslust, die höllenpein Wird beiderseits auch ewig sein. 4. Er wird uns, die wir leben, Bom erdenkreis zu sich Hin in die wolken heben, Da wir denn ewiglich Beim HErren wohnen werden. Glaubt sicherlich und frei, Daß unser tod auf erden Des lebens anfang sei. 5. HErr JEsu, komm und eile zu halten dein gericht! Gieb, daß wir mittlerweile, Im glauben wanken nicht, Uns dazu fertig machen und immer sein bereit Mit beten und mit wachen, Bis kommt die rechte zeit. 6. Ach was für angenehme luft Wird dort der auserwählten brust In ewigkeit genießen! Hingegen die verdammte schaar Wird mit den teufeln immerdar Zu neuer qual geriffen, Die ohne maaß und ende währt Und die verfluchten nie verzehrt. 7. Willst du derselben noth entfliehn, So mußt du dich mit ernst be mühn Die sünden zu verlassen. Du mußt wahrhafte buße thun, In JEsu wunden gläubig ruhn Und sein verdienst umfassen. Wer dieses sich zu eigen macht, Dem ist der himmel zu gedacht. 8. Um GOttes willen säume nicht, Es kann das große weltgericht Eh'r als du meinst, erscheinen. Drum wache stets und sei bereit, So darfst du deine sicherheit Nicht ewiglich beweinen, Und du erlangst das schöne ziel, Das ende komme, wann es will. 9. HErr JEsu, gieb, daß solcher tag Mich wohl bereitet finden mag, Laß mich zur rechten stehen, Ruf mir mit freud und liebe zu: Getreuer knecht, du sollst zur ruh' Der auserwählten gehen. Dann schenke mir in jener zeit Die krone der gerechtigkeit. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 932. Auf, auf mein geist, ermuntre dich, Der tag des HErren nahet sich, Ein tag, der ganz voll schrecken, Voll kummer, angst und jammer ist, Wofern du nicht bereitet bist: Drum laß dich doch erwecken, Daß dich derselbe große tag Nicht unbereitet finden mag. 2. Du weißt, daß GOttes wundermacht Die ganze welt hervorgebracht; Doch dieses prachtgebäude Wird endlich auch sein ende sehn, Und das wird ganz gewiß geschehn. GOtt schwört mit einem eide, Daß einstens erd' und himmel bricht, Sein wort allein vergehet nicht. 3. Du thörichter verblend'ter sinn, Wo nimmst du deine zuflucht hin? 933. Macht auf, ihr chriften alle! auf Zur welt, die doch vergehet, Und zwar in einem kurzen nu, Die selbst, und ihre pracht dazu Schon nah' am ende stehet; Wenn sie nun in einander fällt, Wie ist es dann um dich bestellt? 4. Es ist darum mit dir nicht aus, Muß jenes groß'erschaffne haus Gleich in sein nichts verfallen. Ob erd' und himmel gleich verbrennt, Und jedes element sich trennt, So bleibst du doch und seid bereit In diesem jammerthale, Wacht auf, es ist schon zeit! Der HErr wird nun bald kommen Und zum gerichte gehn, Die sünd wird er verdammen: Wer wird vol ihm bestehn? 2. Geld, gut kann da nicht rathen, Es hilft nicht hoher muth; Du mußt es furz verlassen, Wenn kommt der Von dem jüngsten Gerichte. 531 bittre tod. Bist du gleich schön von| reit 3um tod, zum jüngsten tag, Bu farben, Bist du gleich jung und reich, jener herrlichkeit. GOtt fann dich bald verderben Im augenblick der zeit. 4. Laß mich den lebenslauf Allein zu JEsu wenden; Hilf, was ich nicht 3. Darum ihr christen alle, Die vermag, Durch deine kraft vollenden, hier beisammen seid, Laßt euren hoch- So ist dein wort: fomm her! Ein le= muth fallen llnd wartet auf die zeit. benswort für mich; So preis ich deine Wollt ihr bei JEsu leben, So sucht treu' Dort, höchster, ewiglich. das ew'ge gut, Er wirds euch reichlich geben Und helfen aus der noth. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 4. GOtt's wort ist uns gegeben 935. Es sind schon die letzten mein Aus groß'r barmherzigkeit, Daß wir darnach soll'n leben und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen Und kleben fest daran; Woll'n wir das nun verlassen, So ists mit uns gethan. 5. Ach, wär' der nie geboren, Der GOttes wort veracht't! Es ist mit ihm verloren, Er wandert in der nacht, Boll laster und voll schande, Er spott't mit GOttes wort; weh, die höllenbande Erwarten ihn schon dort. herz, bereite dich! Das gerichte kommt von weiten, Seine zeichen zeigen sich. Himmel, erde, luft und meer Machen sich, als GOttes heer, Auf, zur rache, sonder schonen, Über die im finstern wohnen. 2. Es ist alles fast verdorben In der ganzen christenheit, Glaub' und liebe sind erstorben, Alles lebt in eitelfeit, Alles ist in sicherheit, Als wie dort zu Noah zeit; Denn ach, fast die meisten christen Folgen ihren bösen lüften. 6. Der armen noth und grämen Laßt euch zu herzen gehu, Daß sie euch nicht beschämen, Wenn ihr vor 3. Heuchelei und sündenleben g'richt sollt stehn. Denn wer den ar- Herrschet und nimmt überhand; men giebet, Erlangt den gnadenlohn; Den, der sie hier betrübet, Verdammt einst GOttes sohn. GOtt und menschen widerstreben Ist durch alle welt bekannt; Gottesfurcht ist sehr veracht't, Und die bosheit wächst mit macht. Wie ist Senn der welt zu rathen Bei so vielen fre= velthaten? einbreMel. O GOtt, du frommer 2c. wird jüngste tag 934. in frentag der chen, Er hat sich schon aufgemacht, 4. wird bald frommen, Der bösen qual und pein, Sein erwähltes volk zu rächen, Denn Nun bald und plöglich kommen. dies seufzet tag und nacht. Darum Wohl dem, der sich mit ernst Auf hebt das haupt empor Zu des himdiesen tag bereit't; Weh' dem, der mels thür und thor, Daß ihr euer dies versäumt, Weh' dem in ewig- heil umfahet, Weil sich die erlösung feit! nahet. 2. Hilf GOtt, daß ich mit fleiß So 5. Wenn der baum jetzt knospen früh als spät bedenke, Was dort ge- träget, Sagt uns dieses hoffnungsschehen wird. Ach, rühr' mein herz Fleid, Daß sich frost und fälte leget, und lenke Mich von der eitelkeit, Laß Daß der sommer nicht mehr weit mir vor augen stehn, Wie alle men- Ach, jetzt läßt der frommen flehn, schen einst nur an zwei orte gehn. Angst und schmerz, die knospen sehn, Und die noth der schweren zeiten Lehrt uns dieses gleichniß deuten. 3. Hilf mir in dieser welt In diesen legten zeiten, Mich jeden augenblick -Recht würdig zu bereiten Zum letzten augenblick; Ja madh' mich selbst be6. Wächst das reich der finsternissen, So wächst auch des lichtes 34* 532 Von dem jüngsten Gerichte. reich. Jenes wird bald weichen müssen,| Hilf wegen deiner wunden, Daß ich Aber der gerechten zweig Wird in steter blüthe stehn, Wird die welt gleich untergehn. Darum freuet euch, ihr frommen! Euer JEsus wird bald im buch der seligkeit Werd' eingezeich net funden; Woran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den feind gericht't Und meine schuld bejablet. kommen. 17. Hütet euch, daß ihr indessen Eure herzen wohl beschickt Und sie nicht mit faufen, fressen, Noch mit nahrungssorgen drückt, Daß nicht dieser schwere tag Wie ein blik und donnerschlag Über die auf erden wohnen Schrecklich kommt, ohn' einig schonen. 8. Nun, wir folgen deinen worten, JEsu, theurer seelenschap! Stör' der hölle troß und pforten Und mach' selber bahn und plaß, Daß dein Zion werd' erbaut, Und laß diese deine braut Von den banden dieser erden Bald, ach, bald erlöset werden. 8 936. Es ist gewißlich an der zeit, Daß GOttes fohn wis kommen In seiner großen Herrlichkeit, zu richten bös und fromme; Dann wird das lachen werden then'r, Wenn alles wird vergehn im feu'r, Wie Petrus davon schreibet. 2. Petr. 3, 12. 2. Posaunen wird man hören gehn Bis an der welt ihr ende, Darauf bald werden auferstehn All' todten gar behende. Die aber noch das leben hab'n, Wird GOtt der HErr von stunde an Verwandeln und berneuen. 3. Darnach wird man ablesen bald Ein buch, darin geschrieben, Was alle menschen, jung und alt Auf dieser welt getrieben; Da denn gewißlich jedermann Wird hören, was er hier gethan In seinem ganzen leben. 4. O weh demselben, welcher hat Des HErren wort verachtet, Und nur auf erden früh und spat Nach lust, geld, ehr' getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn Und mit dem satan müssen gehn Von Christo in die hölle. 5. O JEsu, hilf zur felben zeit, 6. Deshalben mein erbarmer sei, Wenn du nun wirst erscheinen, Ind lies mich aus dem buche frei, Darinnen stehn die deinen, Auf daß ich sammt den brüdern mein Mit dir geh' in den himmel ein, Den du uns selbst erworben. 7. JEfu Christ, du machst es lang Mit deinem jüngsten tage! Den menschen wird auf erden bang' Von wegen vieler plage. Komm doch, komm dochy, du richter groß, Und mach' uns bald in gnaden los Von allem übel! amen. 937. Der große tag des HErren, Der tag zur rach' bestellt, Kann jetzt nicht mehr sein ferren, Nah ist das end' der welt: Drum, mensch, bei zeit Dein herz bes reit, Steh' auf vom schlaf der sünden, Damit dich nicht GOtt im gericht Untüchtig möge finden. 2. Er selber wird aufschlagen Die bücher, und daraus Genau zu jedem fagen, Wie er gehalten haus. Drauf wird mit spott Der fünder rott' Bald zu der hölle müssen, Da allzumal Am ort der qual Sie ewig werden büßen. 3. 3orn, furcht, ungnad' und schreden Ist ihnen da bereit, Kein berg wird sie bedecken Noch schützen vor dem leid. Ihr wurm sie nagt, 3hr feu'r sie plagt, Und mögen doch nicht sterben. O große noth! Weil auch der tod Nicht endet das ver= derben. 4. So strafft du, HErr, die sünden, Dein urtheil ist gerecht; Ach, laß mich gnade finden, Sprich mich, den bösen knecht, Durch deine huld Frei aller schuld, Daß ich der straf entgehe Und recht bereit, mit freudigkeit Vor deinem richtstuhl stehe. 533 Mel. Dies sind die heil'gen 2c. Ich suche rettung, hülf und rath 938. 8 Es find nunmehr die Für alle meine misſethat. Kyrieleis. zeichen da, Daß nun der jüngste tag schon nah', An dem der himmel nebst der erd'n Durch feuer soll verzehret werd'n. Kyrieleis. 2 Da wird erschrecken alle welt, Wenn sie der fallstrick überfällt Ganz unverseh'ns mit eil' und macht, Wie ein dieb einbricht bei der yacht. Kyr. Bon dem jüngsten Gerichte. 3. Der starke siegesheld alsbald Wird sehen lassen sein' gewalt, Die menschen durch posaunenschall Dann vor sich fordern allzumal. Kyr. 4. Sehr wunderbarlich wird es sein, Wenn alle todte groß und klein Stracks aus den gräbern auferstehn Und vor den strengen richter gehn. Khr. 5. Niemand sich da verbergen kann, Er muß hervor und auf den plan. Der muß da selber vor gericht, Der alles hier hält für gedicht. Kyr. 6. Da hilft nicht pracht noch stol= zer muth, Zurück ist blieben geld und gut, Gewalt, trog, frevel hat ein end', Und alles hat sich umgewend't. Kyr. 7. Da gilt die gleißnerei nicht mehr, Schmückt man sie hier gleich noch so sehr; Der heuchler sich hier ber= gen mag, Dort kommt der falsche schein an tag. Kyr. 8. Da ist ganz hell und offenbar, Was allen hier verborgen war; Was hier bedeckt die finsterniß, Ist da ganz licht, flar und gewiß. Kyr. 9. Der richter kennt des Herzens grund, Er achtet nicht des men= schen mund, Ob er ja saget oder nein; Er sieht nur, ob das herz auch rein. Kyr. 10. Dies liegt mir tag und nacht im sinn, Weil ich ein großer sünder bin, Ich weiß nicht, was ich machen soll, Mein herz ist furcht und schrecken voll. Kyr. 11. Zu dir flieh ich, HErr JEsu Christ, Der du der richter selber bist, 12. Ich falle dir, mein GOtt, zu fuß, Laß mich thun rechte frucht der buß, Daß sich mein herz in steter reu' 3um guten jeden tag erneu'. Kyr. 13. Ach HErr, der bitte mich gewähr, Daß ich mich nicht von dir abkehr, Daß mich der tod nicht mittlerweil' In ein'ger sünde übereil'. Kyr. 14. 3war meiner schulden sind sehr viel, Doch deine gnade hat fein ziel; Dein leiden, freuz und theures blut Macht alles für mich armen gut. Kyr. 15. Auf dies allein verlaß ich mich, Ich weiß und glaube sicherlich, Daß du auch meine schuldenlast Am kreu= zesstamm ertragen hast. Kyr. 16. Ich acht auch keine sünd' gering, Ich lieb' dich über alle ding', So daß ich alles böse haß' Und dein gebot zu herzen faß'. Kyr. 17. Ob gleich das fleisch stets widerstrebt Und gern nach seinen lüsten lebt, So dämpf ichs doch durch deine fraft Und übe gute ritterschaft. Kyr. 18. Jetzt mach' ich meinen taufbund neu, Ich will dir bleiben ewig treu, Mit wissen keine sünd" begehn, Im guten vorsaß feste stehn. Kyr. 19. Komm' ich nun also vor ge= richt, So weiß ich, du verdammſt mich nicht, Du wirst vielmehr, wenn ich erschein', Mein heiland und erbarmer sein. Kyr. 20. Darauf ich denn mit freuden kann Das gnadenurtheil hören an, Das wird sein, wie ichs wünsch' und such', Der ew'ge segen, nicht der fluch. Kyr. 21. Wenn die verächter deiner güt', Die hier verstocken ihr gemüth, Fort müssen nach der hölle zu, Und ewig, ewig sein ohn' ruh. Khr. 22. So werd' ich dort zur rechten seit Die freude deiner seligkeit Frer 534 Von dem jüngsten Gerichte. ben in des vaters reich, Und leben da| ten Wird lauter schmach und pein. den engeln gleich. Kyr. Die seligen erlangen Der engel brüderschaft, Die bösen nur empfangen Des ew'gen feuers fraft. 23. Dahin denk' ich nun immerfort, Daß ich bald sei an jenem ort. Machs, JEsu, nicht mehr lang' allhier, Bereit' mich, und nimm mich zu dir. Kyr. 8. Laß, JEsu, dies gerichte Mir stets vor augen sein. Daß mich dein angesichte Dereinsten mag erfreun, So laß mein ganzes leben Aus wahrem glauben gehn Und mir selbst Mel. Herzlich thut mich verlangen. 939. I den an dein gerichte, zeugniß geben, Ich werde wohl beDu richter aller Das nur für ein gedichte Manch' rohes weltfind hält; Dein wort und mein gewissen Zeigt mir ja deutlich an, Du werdest richten müssen, Was jeder mensch gethan. 2. Ich höre die posaunen In meinen ohren schon, Und sehe mit erstau= nen Den großen richterthron; Auf diesem wirst du sigen In deiner herrlichkeit, Wenn seldgeschrei und blißen Der welt das ende dräut. 3. Mein geist erblickt die scharen Vor deinen stuhl gestellt, So viel als menschen waren Von anbeginn der welt. Hier muß sich jeder stellen, Und seinen urtheilspruch Sich von dir lassen fällen Zum segen oder fluch. 5. Ach, ihr zur rechten ſeiten, Wie liebreich ruft man euch: Kommt, ihr gebenedeiten, Erbt meines vaters reich! Denn ihr habt mich gespeiset, Mit trank und kleid versehn; Wer armen guts erweiset, Zäßt mir es selbst geschehn. 6. Doch was für donner schießen Auf die zur linken hand! Sie, als verfluchte, müssen, Als wie ein höllenbrand, Ins ew'ge feuer rennen, Denn JEsus kann sie nicht Aus ihrem glauben kennen, Dem lieb' und fraft gebricht. 9. Gieb, daß ich mich anschicke Und auf den letzten tag Mich alle augenblicke Recht wohl bereiten mag; Treib' mich, voll furcht und schrecken, 3ur ew'gen seligkeit, Weil zeichen g'nug entdecken, Das ende sei nicht weit. 4. Da geht es an ein scheiden: Du läßt zur rechten hand Die lieben lämmer weiden, Die dir allein bekannt; Die böcke gehn zur linken Von deinem angesicht und müssen da versinken, Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. Wo weder trost noch licht. 940. Liebster GOtt, wie wird es gehen Bei der allerletzten zeit? Ruft man nicht in Zions höhen, Der gerichtstag sei nicht weit? Treffen schon die zeichen ein? Ach, wie bange wird uns sein, Wenn die zeit sich selber zeiget, Da es sich zum ende neiget. 7. So gehen die gerechten Ins freudenleben ein, Und jenen satansknech10. Und wenn dein tag vorhanden, Da alles soll vergehn, So laß mich nicht mit schanden Vor deinem throne stehn. Laß mich dein blut von strafen Der ew'gen qual befrein, Stell' mich zu deinen schafen, Die dir zur rechten sein. 11. Ach, komm' doch, mein erlöser, Mit deiner herrlichkeit; Die welt wird immer böser, Drum komm in kurzer zeit Und laß die stimme hören: Kommt ihr gesegneten! So wollen wir dich ehren Mit allen heiligen. 2. Ich erstaune vor dem tage, Den der HErr hiezu bestimmt, Weil erst da die noth und plage Ihren rechten anfang nimmt. Ach, wer bildet sich nicht ein, Daß ihm bange werde sein, Wenn die wasserwogen brausen Und die wetter schrecklich sauſen. 3. Doch was können diese sachen., Die nur todt und leblos sind, Mit Den der Eirigkeit. viel angst und bange machen? Bin ich doch ein gotteskind. Ich erschrecke gar nicht sehr, Sondern freue mich vielmehr, Weil der heiland selbst bejahet, Daß sich die erlösung nahet. 4. Nun sobald dies wird geschehen, Werd' ich JEsum über mir In den wolken kommen sehen, Den um fang' ich voll begier. Ach, wie werd ich mich erfreun, Wenn der HErr bei mir wird sein! D, wie will ich da mit beten Unter die erlösten treten! 5. Bäume werden uns zu zeichen, Wenn sie ausgeschlagen sind, Daß die wintertage weichen, Daß sich nun der sommer fins e. Auch die zeichen in der höh' Sagen, daß die welt vergeh' Und erweisen allen landen, GOt= tes reich) sei nun vorhanden. * 6. JEsu, laß mich stets bedenken, Daß die welt vergänglich sei, Hilf den geist zum himmel lenken Und erhalte mich dabei; Denn so glaub' ich jederzeit, Der gerichtstag sei nicht 5354 weit; Ja, so zähl ich alle finden, Bis du dich selbst eingefunden.eus 90 7. Deine zukunft soll auf erden, nicht wie sonst ein andrer tag, Son dern wie ein fallstrick werden, Den man kaum bermerken mag. Ja, der schluß ist schon gemacht: Wie ein bieb& in dunkler nacht, Also wirst du auch erscheinen, Eh' die welt es wird vermeinen. 2. Gefeßt, ihr lebtet hundert jahre, Das doch nur selten möglich ist, Doch müßt ihr endlich auf die bahre, Da euch denn wurm und moder frißt. Erwägt, wie kurz ist diese zeit! Drum denkt doch an die ewigkeit. 3. Erfreut ihr euch, ihr mammonsbrüder, Mit eurem reichthum, geld und gut? O schlaget doch die augen nieder, Seht, wie der reiche kläglich thut, Der um ein tröpflein wasser schreit. Ach denkt doch an die ewigLuc. 16, 24. feit! 4. Vergnügt ihr euch an Sodoms 8. JEsu, ach, drum hilf mir was chen, Hilf, es ist nun hohe zeit, Daß ich alle meine fachen Nichte nach der ewigkeit. Ewig ist ein schweres wort, Ewigkeit ein solcher ort, Wo man keine zeit wird wissen, Sondern ewig bleiben müssen. 9. Nun ich werde täglich treten Vor des großen vaters thron; Hilf mir wachen, hilf mir beten, Du ge= rechter GOttes sohn, Daß ich dem gericht entgeh' Und in allem wohl besteh', So wird mich kein böses zeichen Weder hier noch dort erreichen. IV. Von der Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c.| freuden, An lüften, geilheit, völlerei? 941. Ihr hr menschen, wie seid ihr bethöret, Weil ihr die schnöde lust der welt Und ihren schaum weit höher ehret, Als was der himmel in sich hält. Was ist denn, das euch so erfreut? Ach denkt doch an die ewigkeit. So denket, daß ein ewig leiden Und ewig weh erschrecklich sei. Wenn ihr von wollust trunken seid, So denkt doch an die ewigkeit. 5. Erhebt ihr euch, die ihr in chren Und vor der welt in ansehn lebt? Laßt euch den hochmuth nicht bethören, Was habt ihr, wenn man euch begräbt? Nichts, als ein schlechtes sterbekleid. Ach denkt doch an die ewigfeit! 6. Ja auch ihr andern frechen fün= der, Die ihr euch an der welt ergößt Und also GOttes liebe finder Für thoren und für narren schäßt, Die ihr auch keine bosheit scheut, Ach denkt doch an die ewigkeit! 7. Ihr werdet euch einst selbst verfluchen, Wenn ihr in der verdammniß steht, Und ganz umsonst erlösung suchen, Wenn alle marter auf euch 536 Von der Ewigkeit. geht. GOtt hat euch längst damit gedraut. Ach denkt doch an die ewigkeit! 8. Ihr aber, ihr verfolgten from= men, Könnt ihr in dieser jammerwelt Bu keiner ruh' und friede kommen, Wenn unglück häufig auf euch fällt, Ja wenn euch alles elend dräut, So denkt nur an die ewigkeit. 4. Was ist doch aller christen qual, Die pein der märt'rer allzumal, Der jammer aller zeiten? Wenn man es gleich zusammen trägt Und alles auf die wage legt, Und dann zur andern feiten Des ew'gen lebens herrlichkeit, So überwiegt dies jenes weit. 5. Sieht man denn die verdamm9. Die lust der welt muß bald ver- ten an, Wie lang die marter währen gehen, Sie habe noch ſo schönen schein, kann, Die sie so grausam plaget: Nur cute in dauern, weil ein GOtt wird sein. Dort ist der sieg, hier kampf und streit; Hier schmerz, dort freud' in ewigkeit. 109 So gebt euch denn allhier zu frieden Und haltet es für einen ruhm, Daß euch hier angst und noth beschieden; Und wenn man euer christenthum Berlacht, berhöhnt, ja gar verspeit, So tröstet euch der ewigkeit. 11. Mußt du, mein fummervolles herze, Gleich oft in freuz und trübsal stehn: Auf, fasse dich im größten schmerze, Laß dir ihn nicht zu nahe gehn. Gedenk' in deinem freuz und leid An GOtt und an die ewigkeit. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 942. wort, Ach, du erquicst mich fort und fort, O anfang sonder ende! Dewigkeit, freud' ohne leid! Ich weiß vor herzensfröhlichkeit Fast nichts mehr vom elende, Das uns in diesem leben quält, Da ich die ewigfeit erwählt. 2. Kein' herrlichkeit ist in der welt, Die nicht in kurzer zeit verfällt Und gänzlich muß vergehen; Allein die lange ewigkeit Bleibt ohne jahre, ziel und zeit Stets unverändert stehen. Ja, wie der heil'ge Petrus spricht*, Verweset und verwelkt sie nicht. 1. Petr. 1, 4. 3. O ewigkeit, du währest lang'! Wird mir gleich oft auf erden bang, Weiß ich, daß dies aufhöret; Erwäg' ich aber jene zeit Der ewig langen fe= Die acht' ich alles leiden kaum Als einen ängstlich bösen traum. der höchsten noth, Von glut und wurm benaget; O welch ein glück ist dies allein, Von solcher qual befreit zu sein! 6. 3m himmel lebt der christen schaar Bei GOtt viel tausend- tauſend jahr Und werden deß nicht müde. Sie haben mehr als sonnenlicht, Sie sehen GOttes angesicht Und haben güld'nen friede, Wo Christus giebt, wie er verheist, Das manna, so die engel speist. 7. Mit wie viel sehnlicher begier Verlangt mein mattes herz nach dir, Du höchsterwünschtes leben! 2fch wann gelang ich doch dahin, Wornach jest seele, muth und sinn Mit allen kräfe ich ganz, So reizet mich des himmels glanz. 8. Fahr' hin, du schnöde lust und pracht, Die nur bei GOtt verächtlich macht, Fahr' hin, du sündlich wesen, Du stolzer geist, du schnöde brunst, Gold, gut und reichthum, eitler dunst, Und was die welt erlesen, Gleich als ihr einig höchstes gut; Das ew'ge macht viel bessern muth. 9. O ewigkeit, du freudenwort, Du tröstest mich hier fort und fort, anfang sonder ende! O ewigkeit, freud' ohne leid! Ich weiß von feiner traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. HErr JEsu, gieb mir ſolchen finn, Bis ich dort ewig bei dir bin. 943. ewigkeit, du donner Oschwert, das durch die seele bohrt, O anfang sonder ende! O ewigkeit, zeit ohne zeit! Von der Ich weiß vor großer traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes herz erbebt, Daß mir die jung' am gaumen klebt. 2. Kein unglück ist in aller welt, Das mit der zeit nicht endlich fällt, Und gänzlich wird gehoben; Nur die unsel'ge ewigkeit Ist ohne maße, ziel und zeit, Läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein heiland selber spricht, Stirbt da ihr wurm und feuer nicht. Marc. 9, 44. 9. Ach GOtt, wie bist du so gerecht, Wie strafest du den bösen fnecht Im heißen pfuhl der schmerzen! Auf kurze sünden dieser welt Hast du so lange pein bestellt. Ach nimm es wohl zu herzen, Und merk' auf dies, o men= schenkind, Die zeit ist kurz, der tod ge= schwind. 10. Ach, fliehe doch des teufels strid, Die lust fann einen augenblick Und länger nicht ergößen; Und dafür willst du armer dich In jenem feuer ewiglich In größte trübsal sezen? Verworfner tausch, der etwas wägt, Das er in ew'ger pein beklagt! 4. Was acht' ich wasser, feuer, schwert? Dies alles ist faum nennenswerth, Es kann nicht lange dauern. Was wär' es, ließ mich ein tyrann, Der wenig jahre leben kann, 11. So lang' ein GOtt im himMit tausend schmach bermauern? Ge- mel lebt Und über alle wolken schwebt, fängniß, marter, angst und pein Die Wird solche marter währen; Es plagt können ja nicht ewig sein. sie trübsal, angst und wuth, Zorn, schrecken, weh und feuerglut Und wird sie nicht verzehren; Sodann nur endet sich die pein, Wenn GOtt nicht mehr wird ewig sein. 3. Dewigkeit, du machst mir bang'! O ewig, ewig ist zu lang', Hier ist gewiß fein scherzen! Drum wenn mein geist die lange nacht Zusammt der großen pein betracht't, Erschreck ich recht von herzen. Denn ach, nichts ist ja weit und breit So schrecklich, als die ewigkeit. 5. Und sollte der verdammten qual So manches jahr, als an der zahl Sich mensch und vieh ernähren, Als manchen stern der himmel hegt, Als manchen staub das erdreich trägt Und noch viel länger währen; So wär' doch solcher pein zulegt Ein ende, maß und ziel gesetzt. 6. Nun aber, wenn du die gefahr Viel hundert tausend tausend jahr Voll schmerzen ausgestanden, Und dann von ihr durch lange frist Boll grausamkeit gemartert bist, Ist voch kein schluß vorhanden. Die zeit, so niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. Ewigkeit. 537 8. Und was ist dies? der hölle pein Wird nicht wie leibeskrankheit sein, Noch mit der zeit vergehen; Es wird dann die verdammte schaar In glut und feuer immerdar Mit wuth gemartert stehen, Und dies ihr unbes greiflich leid Soll währen bis in ewigkeit. 7. Liegt einer Frank und ruhet gleich In betten die an purpur reich Und herrlich ausgezieret, So haffet er doch solche pracht, Auch so, daß er die ganze nacht Ein kläglich leben führet. Er zählet jeden glockenschlag Und hofft mit seufzen auf den tag. 12. Die marter bleibet immerdar, Als anfangs sie beschaffen war, Sie kann sich nie vermindern: Da ist nur arbeit sonder ruh', Sie nimmt an flag und seufzen zu Bei jenen höllenfindern. O sünder, deine missethat Empfindet weder trost noch rath! * 13. Wach auf, o mensch, vom sündenschlaf, Ermuntre dich, verlor= nes schaf, Und beffre bald dein leben! Wach' auf, noch ist es hohe zeit, Es kommef schon die ewigkeit, Dir deinen lohn zu geben. Vielleicht ist jetzt der legte tag, Wer weiß, wie man noch sterben mag. 14. Laß dir die wollust dieser welt, Pracht, hoffart, reichthum, ehr' und geld Nicht länger mehr gebieten. Schau an die große sicherheit, Die 538 Von der Hölle. falsche welt und böse zeit, Zusammt| ter mann, Der dieses recht aussprechen des teufels wüthen; Vor allen dingen kann. nimm in acht Die vorerwähnte lange nacht, bilbugjimi 31500 du verführtes menschenkind, Bon finnen toll, von herzen blind, Laß ab die welt zu lieben! Ach, soll dich denn die höllenpein, Wo mehr denn tausend plagen sein, Dort ewiglich betrüben? Wo lebt ein so bered944. günder, hört doch Chrifti flage: Ach daß ihr so sicher seid! Wißt ihr nichts vom jüngsten tage? Ach vielleicht ist er nicht weit. Hätt' es auch noch keine noth, So kann euch der schnelle tod Durch ein unverhofftes schrecken Einen jüngsten tag erwecken. Buc. 19, 42. 2. Ach, da wird auf alle sünder Ein betrübtes urtheil gehn, Weil sie als verdammte kinder, Doppelt in der rechnung stehn; Erstlich setzt die sündenschuld Sie aus GOttes gnad' und huld, Doch das wird sie mehr beschweren, Daß sie JEsum nicht be= gehren. 3. Was ein mensch für marter fiehet, Was ihn selbst am leibe fränkt, Was für angst und noth geschiehet, Was man noch dazu erdenkt, Das wird kaum ein ſchatten ſein Gegen die gewissenspein, Welche fünden In dem höllenpfuhl empfinden. 16. O ewigkeit, du donnerwort, O schwert, das durch die seele bohrt, anfang sonder ende! O ewigkeit, zeit ohne zeit! Ich weiß vor großer traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm JEsu, wenn es dir gefällt, Mich bald zu dir ins freudenzelt. alconsonal si toig A. Von der Hölle. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. I perzehren kann. Ewig, ewig bleibt es wahr, Keine zeit, kein tag und jahi Wird die höllenqual vertreiben, Sie wird ewig neu verbleiben. 6. Drum ihr seelen, laßt euch lenken, Nehmt doch euer heil in acht! Wollt ihr reden, thun und denken, Was euch dort verdammlich macht? Ach, die süße gnadenzeit, Die euch GOtt noch hier verleiht, Ist vielleicht in wenig stunden Mit der lebenszeit verschwunden. 4. Macht uns hier das feuer bange, Jene glut verlöscht gar nicht; Fürchtet man hier eine schlange, Jener wurm nagt stets und sticht; Zittert unser ganzer geist, Wenn sich hier was schrecklichs weist, Ach, was wird alsdann geschehen, Wenn wir tausend teufel sehen? 15. Und bei solchen fummernöthen Giebt sich kein erlöser an. Weil die flamme weder tödten Noch den leib Gadi 7. JEsus heißt der überwinder, Der sich in das mittel schlug Und anstatt der armen sünder, GOttes zorn am freuze trug; Wer sich nun an diesen hält, Der bekommt das lösegeld, Und darf endlich nach dem sterben In der hölle nicht verderben. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 945. unerhörte höllengua jaht und zahl, Dungemeines leiden! Mein geist erzittert innerlich, Mein ganzes Herz entseget sich, Bergisset alle freuden. Ja die betrübte höllenpein Nimmt mein gemüth vollkommen ein 2. Wie schrecklich ist der marterort. Sie liegen als die schafe dort, Wo sie der tod stets naget. Nichts ist auf erden weit und breit, Kein jammer, angst und herzeleid, Das sie nicht grausam plaget. Der schmerz ist un ermeßlich groß, Bon allem troft und hoffnung bloß. Von der Hölle. 539 hölle.illo ote ditur situat and 3. Man bringe jede marterart,| gen nie zu sein, 3st es die qual der Die noch so grausam, streng und hart, Aus aller welt zusammen; Man zähle tausendmal so viel, So bleibt es doch ein kinderspiel Dort gegen jene flam= men. Denn was nur ängstlich quälen kann, Trifft man daselbst beisam5. Da trägt der mensch, fommt er hinein, Ein unaussprechlich quälen, Er leidet unerhörte pein Am leiband an der seelen; Den jammerfurme der nimmer stirbt, Das feuer, welches nie verdirbt, Muß er beständig fühlen. men an. 6. Die angst, die sein gewissen hat, Die furcht in seinem herzen, Die pein für manche frebelthat Macht ihm viel tausend schmerzen; Was er gethan, gedacht, gesagt, Das kommt ihm vor, das nagt und plagt Die fündenvolle feele. 4. Da wird die ordnung umge= fehrt, Viel, die man hier als götter ehrt, Trifft dort die größte schande. Die, so in ungezähmter lust Geweidet ihre geile brust, Empfinden solche bande, Die mit der übergroßen pein Ganz unerträglich schmerzlich sein. 5. D unerhörte höllenqual, O marter ohne ziel und zahl, O ungemeines leiden! Mein JEsu, ach bewahre mich Vor diesen schmerzen gnädiglich, Schenk' mir des himmels freuden; Entreiß mich durch dein theures blut, Das mich erlöst, der höllenglut. Mel. Ach GOtt vom himmel sieh 2c. 946. 11[ ns menschen stehn zwei orte vor, Eh' wir von hinnen scheiden; Der tod eröffnet uns das thor zu einem dieser beiden. So wie man seine zeit beschließt Und selber einen auserliest, So wird man ihn erhalten. 2. Der ein' ist jener freudenort Wo GOtt und Christus wohnet; Der andre führt zur hölle fort, Wo er den sündern lohnet; Dort geht es wohl, hier übel zu; Hier ist viel pein, dort hat man ruh'; Dort lacht man, hier ist weinen. 3. O hölle, welch ein wort ist das? Nichts wird dadurch bedeutet, Als jammer ohne ziel und maß, als qual, für die bereitet, Die GOttes schnöde feinde sein, Für alle teufel insgemein, Für sünder, die verworfen. 4. 3ft etwa eine noth bewußt Und schrecklich anzuhören, Kann etwas unsre freud' und lust In traurigkeit verkehren, Macht etwas schmerjen, noth und pein Und ein verlan7. Die augen, die nach pracht ges schaut, Die wollustvollen ohren, Die zunge, die auf lügen baut und oft= mals falsch geschworen, Der mund, der oft gelästert hat, Die hand voll more und missethat, Die lasterhaften füße; O 8. Ja alle glieder insgemein, Die sich in sünden üben, Wird künftig die verfluchte pein In ewigkeit betrüben; Sie werden ihre fröhlichkeit Mit desto größerm herzeleid Dort ewig büßen müssen. Dies wird sich dort begeben, Dent', 9. O mensch, das überlege wohl, was man thun und lassen soll Und führ ein christlich leben; Ovater, lehr' uns jederzeit Hier recht zu thun, und jenem leid Der hölle zu entfliehen. Mel. Vater unser im himmelreich. 947. fichrer mensch, bekebre dich, Du lebest hier nicht ewiglich, Du mußt zu deiner zeit davon Und dann empfängst du deinen lohn, So wie du hier auf dieser welt Dein thun und leben angestellt 2. Bedenke doch die ewigkeit; O was für eine lange zeit, Die sonder ende bleibt und ist! Nach dieser furzen lebensfrist Muß da der fünder in der pein Gemartert und gequälet ſein. 3. Man nenne so viel plagen her, Als körner sand am weiten meer, Als sternenlichter groß und klein Um je= nen kreis der erden sein; Wär' jener 540 Von der Hölle. schmerzen nur so viel, So hätten sie| Hebt sich dort stets von neuem an, doch maß und ziel. Egun com 4. Doch in der hölle geht sodann Die marter stets von neuem an; Viel hundert tausend tausend jahr Sind wie der tag, der gestern war, Und ach, es wird der harten pein In ewigkeit kein ende sein. Daß sie, wenn sie gleich nagt und frißt, Doch nie zu tode quälen kann; Das feuer brennet immerdar Und jederzeit mit neuer wuth, Und doch verzehrt es keinen gar, Sigt er gleich mitten in der glut. 5. Darum, o fichres menschenkind, Schlag' diese warnung nicht in wind: Laß ab von deiner missethat, Noch ist es zeit, noch ist es rath, Bersäumst du dies in dieser zeit, So büßest du in ewigkeit. Mel. Erbarm' dich mein, o HErre. 948. Grwach, mensch, erwach einmal Vom tiefen schlaf der sicherheit, Verlaß der frechen fünder zahl, Der GOtt die strafe schon bereit't; Jetzt lebt sie zwar in lust und scherz, Hat weder noth noch angst um sich, Dort quält sie feuer, pein und schmerz Für ihre bos= heit ewiglich. 2. Ach, ach, welch' angst und weh' wird sein, Wie schwer und traurig wird es stehn, Wenn die verdamm= ten in die pein Mit schrecken, furcht und zittern gehn, Wenn sie von GOttes angesicht Verstoßen sind und gehn dahin, Wo schmerz und angst fie ewig sticht, Wo höllisch feuer ihr gewinn. 3. Sie leben zwar, doch fort und fort In ach und weh, in angst und qual, Sie fnirschen, heulen, schreien dort, Entfernt von GOttes freudenfaal; Sie schmachten da vor herzeleid Und jammer, der unendlich ist, Der ihnen dann voll traurigkeit Die glieder drückt, das herz abfrißt. 4. Sie leben in dem finstern thal, In wuth und glut und schreien sehr Nach labsal in der heißen qual, Und doch wird ihnen nimmermehr Ein einzig tröpflein dargereicht Zur linderung in ihrem leid', Weil alle hülf und rettung weicht, Die marter bleibt in ewigkeit. 5. Die pein, die ohne grenzen ist, 6. Der strenge GOtt vergilt sodann, Nachdem ihn dort nichts mehr versühnt, Was jeder sündliches gethan, Was jede missethat verdient; Lebt jemand hier den fündern gleich, Boll frevelthat in fünd' und schand', So muß er in das höllenreich, In jenen großen jammerstand. 7. Da hört das ohr zu jeder zeit Zähnknirſchen, winſeln, angſtgeſchrei; Die augen sehn nur grausamkeit, Wuth, rauch, glut, feuer und dabei Viel tausend, die in solcher qual, Berdammniß, noth und flammen stehn, Worin sie ohne jahr und zahl, Dieweil sie GOtt verachtet, gehn. 8. Ihr wurm, der ihr gewissen nagt, Segt allzeit seinen stachel an; Die glut, die unaussprechlich plagt Und nie gedämpfet werden kann, Beißt, quält und brennt sie stetiglich, Verfolgt und drückt sie für und für; Und bei der qual verschließet sich Die helfershand und gnadenthür. 9. Gestant und dampf wird ewig sein, Davon zwar seel' und leib verdirbt, Doch so, daß er in steter pein zu sterben wünscht, doch nimmer stirbt; Sie sterben stets und leben auch Im sterben stets in pein und noth, Sie leben da im dampf und rauch, Ihr leben ist ein ew'ger tod. 10. So sehr wird dort die angst ge= häuft Dem sünder, der verstockt und blind Anjeßt in satans stricken läuft Und gnad' und warnung schlägt in wind; Wer aber sich zu GOtt bekehrt, Erlanget dort ein ewig gut, Schläft sanft in JEsu ein und fährt Ins paradies durch Christi blut. 11. Wohlan, o mensch, du hast die wahl, GOtt hat dir jezo vorgestellt Entweder freuden oder qual: Aus Von der Hoffe. 541 nem angesicht In ewigkeit berstößet. zweien nimm, was dir gefällt; Kann| GOttes strafgericht, Das sie von seidich die ew'ge seligkeit Nicht locken, daß du buße thust, So laß, durch ew'= ges herzeleid Gerührt, von deiner sündenluft. de din 12. O JEsu Christ, mein heil, du hast mich durch dein leiden, tod und blut Von meiner schulden schweren last, Und von der tiefen höllenglut Erlöst, und warnst und suchest mich Von jener pein zurück zu ziehn; Belehre mich auch gnädiglich Und lehre mich die sünden fliehn. 13. Negiere mich durch deinen geist, Ohn' den ich nichts vermag noch kann, Daß er mir deine wege weist Und mich von breiter höllenbahn Auf Christi reine stapfen führt, und mich dereinst zum himmel bringt, Wo mich fein leid noch jammer rührt, Wo alles heilig, heilig ſingt. 190 Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 949, er an die höllenglut gedenkt, Die er durch viele sünden Verdient, wodurch er GOtt gefränkt, Muß angst und schmerz empfinden; Denn weil ihn das gewissen plagt, Verklagt, ver= dammet, quält und nagt, Fühlt er schon höllenschmerzen. 2. Es kommt zuletzt der schnelle tod, Sept fünder in viel schmerzen, Beigt ihnen noch in letzter noth, Mit jammervollem herzen, Wie schrecklich 3. Ein baum, so wie er niederfällt, Bleibt er beständig liegen; Wie sich ein mensch im tode hält, Wird er den lohn dort kriegen, Und dann hilft feine thränenflut, Weil die verdammten in der glut Sonst ewig weinen würden. 4. Wer kann in einer flamme sein, Die sich doch nimmer leget? Wer winselt nicht in einer pein, Die pech und schwefel heget? Wo man nach tausendfacher noth Doch ohne trost ist, weil kein tod Das jammerleben endet. Suondra Il 5. Sodann ist alle reu' zu spat. Die man für thoren hielte, Sind gegentheils in GOttes stadt, Wohin ihr wandel zielte; Da hat sich denn das blatt gewandt: Die frommen sind in GOttes hand, Die bösen in der flamme. 6. Bedenk', o seele, diese noth Und ändre doch dein leben; Errette dich, noch hat dir GOtt Zur buße frist gez geben; Versäumest du die gnadenzeit, So ist dir dort in ewigkeit Die höllenqual bereitet. 7. Hilf, höchster, daß doch jeder mann, Sein leben so anstelle, Daß er nach seinem tode kann Befreit sein von der hölle; Hilf uns durch Christum, deinen sohn, Daß wir der frommen gnadenlohn Im himmel all' erlangen. B. Von Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 950. ie lieblich sind dort oben All' deine wohnung, GOtt, Da wir stets werden 3. Dort wird nicht mehr emloben Dich, o HErr zebaoth; Mein pfunden Des fleisch's und geistes herz und seel' begehrt, Daß ich bald frieg, Dann hab' ich überwunden hingelange Und ruh' von dem em- Durch Christi tod und sieg; Ich kann pfange, Was mich allhier beschwert. da meinen GOtt Von ganzem Herzen lieben, Erfüllen und stets üben Dies allergrößt' gebot. 1930 93 4. Hier hab' ich manche plage 2. Hier muß ich immer streiten, Weil bei mir böse luft Einschleicht von allen seiten, Oft ohne mein bedem Himmel. wußt; Die seßt mir dann so zu, Daß ich mich unterweilen Von ihr laß übereilen Und manche sünde thu'. 542 Bon dem Himmel. dru, Origi men, Was uns da wird geschehn. Mah, arbeit, forg' und last; Hier| bernommen, Es ist in fein Herz kom hab' ich nacht und tage Oft wenig ruh und rast; Ist ein anliegen hin, Muß ich aufs andre denken Und damit oftmals fränken Leib, seele, muth und sinn.bl 5. Dort werd' ich von nichts wissen, Das mir zuwider sei, Und immer ruh genießen, Bon müh' und plagen frei; Sorg', schwachheit, hitz' und fält man da nicht mehr erfäh= ret, Was uns allhier beschweret, Ist nicht in jener welt. sping dur * 30 6. Hier muß ich manchmal leben In noth und dürftigkeit; Was mir das glüd gegeben, st in gefahr allzeit, Von allem, was ich hab', Kann ich im tod' nichts fassen, Ich muß es alles lassen, Bis auf ein tuch ins grab. 7. Dort hab' ich zu empfangen Reichthum und überfluß, Ich werd' es all'e erlangen Ohn' mißgunst und verdruß, Auch ist es ohn' gefahr Vom roste und von schaben, Kein dieb kann danach graben, Es bleibt mir immerdar. 8. Hier bin ich oft von leuten Ganz einsam und allein, Ich muß auch wohl zu zeiten Bei bösen menschen sein; Ist noch ein frommes herz, Das ich nicht gern will missen, Wirds doch von mir gerissen nicht ohne leid und schmerz. 9. Dort aber find' ich wieder Die frommen allzumal, Dort lieben mich die brüder und heilgen ohne zahl, Die engel werden sich Mein selber da nicht schämen, Mich willig zu sich nehmen, Ulm mich sein ewiglich. 10. Hier muß ich oft erdulden Verachtung, schmach und hohn, Ost frieg' ich ohn' verschulden Für wohlthun schlechten lohn; Der menschen gunst und ehr Sich insgemein bald endet, Eh' man die hand umwendet, Hat man davon nichts mehr. 12. Wenn ich dies recht betrachte, Vergeß' ich alles leid, Für nichts ich dann mehr achte Die welt mit ihrer freud': Ehr', wollust, geld und gut Ist eitel und betrüget; Was ewig bleibt, vergnüget Vollkömmlich herz und muth. 11. Da dort im himmelsthrone, Aus unverdienter gnad', Mir GOtt die ehrenkrone Schon beigeleget hat: Rein auge hat gesehn, Kein ohr hat je 13. Die hier mit thränen säen, Mit freuden ernten dort; Die seufzen hier und flehen, Dort jauchzen fort und fort. Ist hier der trübsal viel, Die ich ein' zeitlang leide; Weit mehr ist dort der freude, Die ohne end' und ziel. 14. Gieb, HErr, daß ich auf erden Mich sehne stets danach Und nie mag müde werden Bei allem ungemach. ab' ich mehr arbeit hier, Wird auch ins himmels wohnung Vor andern mehr belohnung Dort wiederfahren mir. 15. Gieb auch, daß mich nichts ziehe Auf breite fündenbahn, Daß ich mit sorgfalt fliehe, Was dich erzürnen kann, und niemals laffe ab, Die böse Lust zu dämpfen, Dawider stets zu kämpfen, Weil ich das leben hab'. 16. Hilf, daß mit reinem herzen Ich all' mein thun verricht', Daß ich auf müh' und schmerzen Dich schau' von angesicht, Wo du, GOtt, alles bist, Und lohnest deinen knechten, Dort, wo zu deiner rechten Stets lieblich wesen ist. 17. Der engel dhor wird bringen Uns da der wollust viel; Weit besser wird erklingen Als alles saitenspiel, Das dank- und siegeslied, Dadurch man, HErr, dich ehret Und deinen ruhm vermehret In herzensfreud' und fried'. 18. Drum will ich hier auch loben Dich vater, sohn und geist, Daß du im himmel oben mir so viel freud' verheißt In alle ewigkeit. Du wollst mich nur vom bösen Auf erden bald erlösen, HErr, fomm zur rechten zeit! Von dem Himmel. Mel. Es ist gewißlich an der zeit.| haus 951. it, wer dieses aus leben wohl tet, der wird finden, Daß solches allenthalben voll Angst, elend, noth und sünden, Boll müh', beschwerniß, sorg' und leid, Boll schwachheit und voll eitelkeit, Auch wo es noch am besten. 2. Nun hab' ich leider, so viel jahrheit leben. Dies niemals recht erwogen, Es hat die welt mich immerdar Mit falschem schein betrogen. Vergieb mir, HErr, durch deine gnad' Auch diese meine missethat Und andre schwere sünden. 3. Allein ich denke jetzt hieran Und an das fünft'ge leben, Ich rufe dich demüthig an, Du wollest mir doch geben, Wozu du mich erschaffen hast, Erlöset von der sündenlast, Aus lauter gnad' berufen. 4. Was mich allhier für sorg' anficht, Die mich noch möchte quälen, Will ich, GOtt meine zuversicht, Dir einzig anbefehlen. Wenn mir dann leib und seel' verschmacht't, So hilfft du, HErr, daß ichs nicht acht', Weil ich dich hab' im Herzen. 7. Der leib wird leuchten hell und flar, Wie Christi leib verkläret, Und ob er schon von würmern war Gefressen und verzehret, So wird er doch im himmelreich, Den heil'gen engeln GOttes gleich. Mehr als die sonne glänzen. 543 erbrochen wird und ich dareh' in des HErren freude * 9. DGOtt mein bater, höre doch Mein sehnliches begehren, Und laß mich hier das fündenjoch nicht länger mehr beschweren; Bring' mich bald an denselben ort, An welchem ich werd immerfort Ohn' sünd' und schwach5. Es ist das leiden dieser zeit, Wie schwer es auch auf erden, Nicht werth der großen herrlichkeit, Die uns darauf soll werden; Wer die erlangt Mel. Nun freut euch liebe 2c. von GOttes ſohn, Empfängt ganz 952. Wie froh wird meine überreichen arbeit. 6. Die thränen werden allzumal Von augen abgewischet, Weil stolze ruh' im freudensaal Die herzen stets erfrischet; Kein schmerz, fein trübsal, feine pein Wird allda mehr zu finden fein, Nur lauter freud' und wonne. seele sein, Wenn JEsus einst wird sagen: Kommt ihr gesegneten herein, Befreit von allen plagen, kommt, erbet meines vaters reich, Das er bereitet hat für euch, Eh' er die welt erschaffen. 2. Wie froh werd' ich zu JEsu gehn, 3um freunde meiner seelen! Ich werd' ihm dann zur rechten ſtehn, Mich wird kein feind mehr quälen. Das auserwählte GOtteslamm, mein schönster und mein bräutigam Wird mich zur hochzeit führen. 3. Der vorschmack muß mich schon allhier Im gnadenreiche laben, Im himmel soll ich für und für Das brot des lebens haben. Die lebensbrünnlein sollen dort Auf leib und feele fort und fort Aus seiner fülle fließen. 910 8. Alsdann wird unser augenlicht GOtt, wie er ist, ansehen Von angesicht zu angesicht: Ach, wann wird das geschehen, Daß dieser hütte irdisch 10. O GOttes fohn, HErr JEfu Christ, Der du vom himmel kommen, Und wiederum zusehens bist In himmel aufgenommen: Hol' mich bald nach und zeige mir Die macht und herrlichkeit, die dir Der vater hat gegeben. istorijand ond thion ac 11. O heil'ger geist, regiere mich, Bis ich von hinnen scheide, Daß ich empfinde kräftiglich Den vorschmack jener freude, Die fein mensch je erfahren hat Und doch an uns, nach GOttes rath, Soll offenbaret werden. * 12. Nun hilf denn, daß ich meinen lauf, HErr JEsu, bald vollende; Ich sehne mich zu dir hinauf, Mach' hier ein selig ende. Komm bald, HErr, und erlöse mich, Denn meine hoffnung steht auf dich, Komm, JEsu, fomm in gnaden! 344 Von dem Himmel. 4. Gesegnet bin ich durch sein blut, 1 denort zu gehn, Wo fich unser freuz Das er für mich vergossen; Dies blut in palmen, Unser klagelied in psalmacht allen schaden gut An seinen men, Insre last in lust verkehrt, Wo reichsgenossen. Es tilget alle meine das jauchzen ewig währt. schuld, Drum läßt mir GOtt auch feine huld So reichlich wiederfahren. 5. GOtt ist mein bater, ich sein find, Drum kann ich nicht verderben. Die güter, die erworben sind, Soll ich im himmel erben; Ich trage Christi ehrenkleid, Ich erbe jene seligkeit, Die hier kein auge siehet. 4. Da wird unser aug' erblicken, Was ganz unvergleichlich ist; Da wird unsern mund erquicken, Was aus GOttes herzen fließt; Da wird unser ohr nur hören, Was die freude kann vermehren; Da empfindet unser herz Lauter freuden ohne schmerz. 5. O wie werden wir so schöne Bei der klarheit GOttes sein! Wie wird uns das lobgetöne Seiner engelschaar erfreun! Wie wird unsre krone glänzen Bei vielen siegeskränzen! Wie wird unser kleid so rein, Heller als die sonne sein! 6. Manna wird uns dorten thauen, Wo GOtt selbst den tisch gedeckt Auf den schönheitsvollen auen, Wo man reinste wollust schmeckt. Wollust wird wie ströme fließen Und uns alle noth versüßen; Was für anmuth wird man sehn Dort in edens garten stehn! 7. Ach, wann werd' ich dahin kommen, Daß ich GOttes antlig schau? Werd' ich nicht bald aufgenommen In den schönsten himmelsbau, Dessen grund den perlen gleichet, Deffen glanz die sonne weichet, Dessen wundervolle pracht Alles gold beschämet macht? 8. Nun ich sterbe voll verlangen, du großer lebensfürst! Laß mich dich dort bald umfangen, Wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf erden Hier mein herz schon himmlisch werden, Bis mein loos in jener welt Auf das allerschönste fällt. 6. Mir ist von anbeginn der welt Dies erbtheil schon bereitet, Ihm gleichet weder gold noch geld, Das oft zur hölle leitet. Dies erbtheil bleibet ewig mein, So lange GOtt wird ewig sein, So lange soll ichs haben. 7. Drum, o mein herz, verzage nicht In deinem Freuz und leiden! Dein JEsus ist dein trost und licht, Nichts kann dich von ihm scheiden. Das kurze leid, das dich beschwert, Ist jener herrlichkeit nicht werth, Zu der wir kommen sollen. 8. Da wirst du, GOtt, von ange= sicht zu angesichte sehen: Wie wohl wird dir bei diesem licht In ewigkeit geschehen! Du wirst befreit von aller pein, Gesegnet in dem HErren sein Und dich dann ewig freuen. Mel. Alle menschen müssen 2c. 953. wie fröhlich, o wie selig Werden wir im himmel sein! Droben ernten wir unzählig Unsre freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, So wird dort die sonne scheinen; Dort ist tag und feine nacht, Wo man nach den thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses leben Nur ein jämmerliches thun, Und die noth, die uns gar selten ruhn. Bon dem abend bis zum morgen Kämpfen wir mit lauter forgen, und die überhäufte noth Heißt hier unser täglich brot. 3. Ach, wer sollte sich nicht sehnen, Dort in Zion bald zu stehn, Und aus diesem thal der thränen In den freuMel. O vaterherz, o licht 2c. 8 ist noch eine ruh Auf, müdes herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen banden Und deine sonne scheinet nicht. Sieh auf das lamm, das dich mit freuden Dort wird vor seinem stuhle weiden, Wirf hin die last und eil' herzu. Bald ist der schwere kampf geendet, Bald ist 954. der saure lauf vollendet, ein zu deiner ruh'. Bon dem Himmel. 545 So gehst du| große sabbath ist erschienen, Da man von feiner arbeit weiß. OD 119 80@ 2. GOtt hat dir diese ruh' erkoren, Die ruh' so nie ein ende nimmt; Eh' noch ein menschenkind geboren, Hat fie die lieb' uns schon bestimmt. Das lämmlein wollte darum sterben, Uns biese ruhe zu erwerben, Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden seelen und ihr frommen, Versäumt nicht, heute noch zu kommen zu meiner ruhe lieblichkeit. 7. Da ruhen wir und sind in frieden Und leben ewig sorgenlos. Ad) fasset dieses wort, ihr müden, Legt euch dem lamm in seinen schooß! Wahy flügel her! wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, Dort wartet schon die frohe schaar. Fahr' hin, mein geist, zum jubiliren, Umgürte dich zum triumphiren! Auf, auf, es kommt das ruhejahr! d 3. So fommet denn, ihr matten feelen, Die manche last und bürde drückt, Eilt, eilt aus euren fummerhöhlen, Geht nicht mehr krumm und sehr gebückt. Ihr habt des tages last getragen, Dafür läßt euch das lämmlein sagen: Ich will selbst eure ruhe sein. Ihr seid sein volk, gezeugt von oben, Ob sünde, welt und teufel toben; Seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Franken laben, Was stärkt den müden wandersmann? Wo jener nur ein bettlein haben Und sanft auf solchem ruhen fann; Wenn dieser sich darf niederfeßen, An einem frischen brunn' er- welt. gößen, So sind sie beide höchst vergnügt. Doch dies sind kurze ruhe= stunden; Es ist noch eine ruh' erfunden, Wo man in Christi armen liegt. 5. Da wird man freudengarben bringen, Denn unsre thränenfaat ist aus; welch' ein jubel wird erklingen, Welch' danklied füllt des vaters haus! Schmerz, seufzen, leid, tod und dergleichen Muß fliehn und ewig von uns weichen; Es wird das lämmlein, das wir sehn, Uns aus dem lebensbrunn' erfrischen, Die thränen von den augen wischen: Wer weiß, was sonst noch soll geschehn. 6. Kein durst und hunger wird uns schwächen, Denn die erquicungszeit ist da. Die sonne wird uns nicht mehr stechen, Das lamm ist seinem volle nah, Es will selbst unter ihnen wohnen Und ihre treue wohl belohnen Mit licht und troft, mit ehr' und preis. Es werden die gebeine grünen, Der Mel. O GOtt, du frommer 2c. 955. Was frag ich nach der d welt? Der himmel steht mir offen, Und was mich JEsus da Für wonne läffet hoffen, Hat mir sein wort bereits 3m spiegel vorge= stellt; Drum sprech' ich glaubensvoll: Was frag' ich nach der welt? 2. Mein geist ist außer sich, Wenn er daran gedenket, Mit was für wollust ihn Dort JEsus labt und tränket. Den vorschmack hab' ich schon. Und weil mir der gefällt, Bin ich im himmel mehr als unten auf der 3. Ach möchte heute noch mein heißer wunsch geschehen, Dich allerliebster schaß, Bon angesicht zu sehen! Ist meine zeit bald hin? Wann wird die uhr gestellt, Da meine stunden aus? Wann geh' ich von der welt? 4. Hinweg, du eitelkeit, Hinweg, du lust der erden! Mein geist kann nimmermehr Durch dich vergnüget werden. Mir gilt kein irdisch gut, Das mich zurücke hält; Was jener freude gleicht, Ist gar nicht auf der welt. 5. Was frag' ich nach der welt? Jetzt öffnen sich die thüren, Wodurch die engel mich zu meinem JEsu füh ren. Die stätte seh' ich schon, Die er für mich bestellt; Drum fag' ich noch einmal: Was frag' ich nach der welt? 956. Grmuntre dich, beklemmlaß dein banges flagen, Das dir nur muth 35 546 Von dem Himmel. und fraft entreißt, Du sollst dich ein-| dienen, Dieweil der könig, der sie mal wagen, Dich wie ein adler, auf- liebt. Ihr gleichen glanz und ehre zuschwingen Und in des himmels giebt. glanz zu dringen Weit über sterne, fonn' und mond, Wo JEsus, dein versöhner, wohnt. 2. Willst du dein traurig angesicht Nur auf dein elend heften: Was wunder, daß dirs dann gebricht An freudigkeit und kräften? Weg mit den augen von den sachen, Die deinen kampf nur schwerer machen! Nur da boll glauben hingeschaut, Wo dir dein heiland hütten baut! 8. Da siehest du die große schaar, Die deinen mittler ehret, Aus deren mund man immerdar Das heilig, heilig! höret. Du wirst mit in die reihen treten, Das höchste wesen anzubeten; Da rühmt dein ewig muntrer fleiß Des vaters ruhm, des lammes preis. 9. Was wird da für ein strom der lust Durch alle glieder dringen! Wie wird in der jetzt bangen brust Das herz vor freuden springen! Und, was die sinnen übergehet Und jenes lebens werth erhöhet, Ist, daß desselben süßer schein Wird ewig, ewig, ewig sein. 10. Auf, auf, mein geist, entschließe dich, Bis in den tod zu kämpfen, Erlege was dir hinderlich und deinen muth will dämpfen. Willst du den Franz der ehren tragen, So mußt du was für JEsum wagen; Es wird die frone, die so schön, nur auf der sieger haupte stehn. 3. Ist dir das kleinod noch zu klein, Aufe blut darum zu streiten? Du follst ein erbe GOttes sein Und seiner herrlichkeiten, Du sollst nicht nur von ferne stehen Und sie, wie Moses Ca= nan* sehen; Ach nein, du wohnst da für und für, Was JEsus hat, das giebt er dir.* 5. B. Mos. 32, 49. 4. Angst, flagen, jammer, weh und leid Wird wie ein rauch verfliegen, Du wirst im schooß der ewigkeit Vergnügt und ruhig liegen. Die thränen, die sich hier ergießen, Die werden dort nicht weiter fließen; Der schweiß, Mel. Alle menschen müssen 2c. der sich damit vermiſcht, Wird dort 957. Dbäude, Magst gefal 7. Die engel GOttes werden dich, Als ihren bruder, grüßen Und dich, mein geist, gar süßiglich In ihre mitte schließen. Es werden selbst die cherubinen Der großen braut des lammes vom vater abgewischt. 5. Da wirst du an das meer ge- len, wem du willt: Deine scheinbarführt, Das feine grenzen kennet, Boliche freude Ist mit lauter angst umman im überfluß verspürt, Was man nur anmuth nennet; Jeßt mußt du dich mit tropfen laben, Dann wirst du recht und freiheit haben Dich gar zu baden in der flut, Die dir so sanft und lieblich thut. hüllt. Denen, die den himmel hassen, Will ich ihre weltlust lassen; Mein verlangen und begier, JEsu, geht allein nach dir. 2. Müde, die der arbeit menge Und der sonne glut beschwert, Wünschen, 6. Da wirst du deinen vater sehn daß des tages länge Mit der nacht zu Und deinen bruder finden, Sein glanzende kehrt, Daß sie nach so vielen wird dir durchs herze geta Und deine lasten, Wieder sanft und füße rasten. glut entzünden. Du wirst in steter Ich nur sehne mich allein, JEsu, bald liebe brennen, Wenn du die schönheit bei dir zu sein. wirst erkennen, Dafür der erde pracht und schein Nur koth und todte fohlen| sein. 3. Fänd' ich bald in deinen armen, Wo man ewig sicher ruht, Theurer seelenschap, erbarmen, Ach so wollt' ich alles gut, Das wir auf der erde zählen, Nicht für solchen schaß erwäh len; Könnt' ich bald bei dir allein, Schönster JEsu, ewig sein! 4. Andre mögen durch die wellen Bon dem Und durch wind und klippen gehn, Großen schäßen nachzustellen, Gut und ehre zu erhöhn. Ich will mich zu GOtt erheben Und mich sehnsuchtsvoll bestreben, JEsu, nur bei dir allein Nun und ewiglich zu sein. 5. Tausendmal pfleg' ich zu sagen, Und noch tausendmal dazu: Würd' ich bald ins grab getragen, Ach, so käm' ich bald zur ruh', Und mein bestes theil das würde, Frei von dieser leibesbürde, Nun und ewig um dich sein, Allerschönstes JEsulein! 6. Komm, o tod, du schlafesbruder, Komm, und führe mich nur fort, Löse meines schiffleins ruder, Bringe mich in fichern port: Es mag wer da will, dich scheuen, Du kannst mich vielmehr erfreuen, Denn durch dich komm' ich dahin, Wo ich stets bei JEsu bin. 7. Laß doch, HErr, die lebensbande Heute noch zerriffen sein, Führe mich zum frohen lande Deiner auserwähl= ten ein, Laß mich da mit engelweisen Christi lieb' und gottheit preisen Und bei dir und ihm allein Nun und einstens ewig sein. 8. Doch soll ich jetzt salemsauen Und den güldnen freudensaal Noch nicht, wie ich wünsche, schauen, Soll ich hier im thränenthal Noch voll angst und kummer leben: Soll sich doch mein herz erheben, und indeß bei dir allein, JEsu, schon im himmel ſein. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 958. A wie betrübt sind fromme seelen αhier auf dieser jammerwelt; Wer kann ihr leiden alles zählen, Das sie fast stets gefangen hält? Das schmerzet nun und kränket sehr: Ach wer doch wär'! 2. Ich mag mich, wo ich will, hinwenden, So seh' ich nichts als tausend noth. Ein jeder hat sein kreuz in händen Und sein beschieden thränenbrot, Und deß wird immer mehr und mehr: Ach wer doch nur im himmel wär'! Himmé.. 547 3. Im himmel wird das freuz der erden Und was uns hier für kummer drückt, zu lauter lebenstronen werden; Ach wär' ich nur schon hinge rüdt! Die liebe noth ist ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himmel wär'! 4. Hier kann das glück oft vieles machen, Doch kommt es nicht in jedes haus, Und bringt zwar diesem lust und lachen, Doch preßt es jenem thränen aus. Mich quält es nur, mich läßt es leer: Ach wenn ich nur im himmel wär'! 5. 3m himmel sind viel größre gaben, Im himmel sind wir alle reich, 3m himmel fann man alles haben, 3m himmel sind wir engeln gleich, 3m himmel ist fein unglüd mehr: Ach wenn ich nur im himmel wär'! 6. Hier ist der mensch in stetem jammer, Mit jammer kommt die abendruh', Mit jammer geht er aus der kammer, Mit jammer gar dem grabe zu; Das macht das leben ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himmel wär'! fränken, Im himmel wird nur freude 7. Im himmel wird sich niemand ſein; Mein JEsus wird uns alle wein. Im himmel ist kein jammer tränken Mit engelsluft und freudenmehr: Ach wenn ich nur im himmel wär'! 8. Ei nun, mein liebster JEsu, melszeit, Daß mich die lebenskrone führe, Ach führ' mich bald ins hims giere, Worauf mein wunsch und ziel gestellt. Ich achte mun die welt nicht wär'! mehr: Ach wenn ich nur im himmel b oder Mel. Christ unser HErr zum 2. 959. wach', Ob ich trink oder esse; Jedennoch ich bei feiner sach' Mein legtes end' vergesse. Ich denke stets, was ich auch hier Zu schaffen immer habe, An dieses wort: nun kommt herfür, Ihr todten, aus 35* 548 Bon dem Himmel. dem grabe, Steht auf, kommt vor| bar: Dort werd' ich erst verstehen gerichte! Dies allerhöchst' geheimniß. 2. Ich weiß, daß man an jenem ort Bon allem thun und leben, Auch jeglichem unnüßen wort Dann rechenschaft muß geben; Was hier für übelthat geschicht und oft nicht wird erfahren, Wird dort das schreckliche gericht Hanz flärlich offenbaren Bor allen heil'gen GOttes. 3. O JEfu Chrift, ich ruf dich an, Du wollest von mir nehmen Was ich 9. Niemand kann hier der engel für missethat gethan, Laß sie mich zahl, Herrschaft und thronen nennen; nicht beschämen, Durch deinen tod Dort werde ich sie allzumal Stets die schuld schon ist Bezahlet für mich sehen und erkennen; Ich werde dort armen, Drum, weil du selbst der rich erst würdig sein, HErr, deinen ruhm ter bist, Wirst du dich mein erbar- zu mehren, Wo diese heilige gemein' men, Mich in dein reich einführen. Dir, großer GOtt, zu ehren Singt heilig, heilig, heilig! 4. So wird die seele deß gewährt, Warum sie hier gebeten; Der leib wird herrlich und berklärt Hervor da tonnen treten, Er wird mehr leuchten als die sonn' Und an ihm alle glieder, Keins wird da in der freud' und wonn' Dem andern sein zuwider, Da ist nur fried' und freude. 10. Es werden sein in solcher reih' Erzväter und propheten, Die treuen märtyrer dabei, Die sich hier lassen tödten; Auch die an GOtt gehalten fest In trübsal, noth und plagen Und stets beständig sein gewest, Die werden fröhlich sagen: Das lamm hat überwunden. 5. Wie hart geht hier es manchmal her, Um wohnung zu erlangen! Dort werd' ich sie ohn' all' beschwer Mit größter ruh' empfangen. Hier muß man endlich doch heraus, Man kann nicht immer bleiben; Dort aber in des vaters haus, Wird niemand mich vertreiben, Die stätte bleibt mir ewig. 6. Dort werd' ich in der herrlichfeit Von schwachheit und von sünden, Von trübsal, noth, gefahr und leid Durchaus nichts mehr empfinden; Was ich für fummer, angst und pein Hier oftmals müssen leiden, Wird alles dort vergessen sein, Ich werd' in höchsten freuden GOtt, wie er ist, anschauen. 8. Wie JEsus Christus GOttes sohn Ein mensch hat können werden, Und wie GOtt selbst vom himmelsthron Ein knecht gewes'n auf erden, Hat nie ein menschlicher verstand Ergründet und gefunden; Dort wird mirs flar und recht bekannt, Und wie in ihm verbunden Die gottheit und die menschheit. 7. Daß GOtt dreifaltig und zugleich nur einig ist im wesen, Wird aus dem wort im gnadenreich Gelehret und gelesen; Von herzen gläub' ich es auch zwar, Doch wie es mag zugehen, Ist mir allhier nicht offen11. Dein lob, o HErr, kann hier mein mund Bisweilen nur was lallen; Dort laß ich es von herzensgrund und allezeit erschallen. Ich werde ganz mit neuer fraft Sein angethan schaft Ohn' unterlaß dich loben, Das dort oben, und in der engel brüderstückwerk hat ein ende. 12. Wenn ich bei mir in meinem finn Dies alles recht betrachte, So fehn' ich mich alsbald dahin, Daß ich die welt verachte, Ehr', reichthum, wollust dieser welt Für koth und thor= heit schäße, Mir eitelkeit nicht mehr gefällt, Mich hier an nichts ergöße Und lust hab abzuscheiden. * 13. So fomm, o JEfu, wie ich nu Mit seufzen dein begehre, Und mich der wahren freud' und ruh' In deinem reich gewähre; HErr JEsu, dir befehl ich mich In deine treuen hände, Hilf, daß ich alles seliglich Durch dich allhier vollende, Komm, JEsu, mein erbarmer! VIII. Morgen-, Tisch- und Abendgesänge. I. Morgenlieder. Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. sie nacht ist hin, wach 960. auf mein herz, Du follst ein opfer bringen! Laß die gedanken himmelwärts. Sich nach den wolken schwingen, Denn GOttes treu' Ist wieder neu, Als die dir licht und leben Von neuem hat gegeben. 2. Bringt, seufzer, lieblichen geruch Zu meines schöpfers throne! Kommt, bittet segen für den fluch, In Christo seinem sohne! Der öffnet hier Die gnadenthür, Drum laffet euer beten Zu GOttes herzen treten. 549 6. Du bist mein GOtt, das weiß ich wohl, Laß mich nur dein verbleiben, Und was ich heute wirken soll, Zu deinen ehren treiben; Dein segen blüh' Durch meine müh', Daß, wenn ich schweiß vergieße, Er nicht vergeb= lich fließe. Mel. Werde munter mein 2c. 961. G bleibet, Das ohn du ewig allen wechsel ist, Das die finsterniß vertreibet, Der du bleibest, wie da bist! Ich verlasse meine ruh', Rufe: werde licht! mir zu, Daß ich, der ich nacht und erde, Durch dein licht ver= kläret werde. 2. Wecke, da der leib geschlafen, Auch die seele geistig auf, Gieb ihr deines lichtes waffen, Nicht und leite ihren lauf; Laß mich sein des lichtes find, Hilf mir der ich geistlich blind, JEsu, daß ich wieder sehe Und in deinem lichte gehe. 3. Du sonne der gerechtigkeit, Vertreib' die nacht der sünden, Laß mich bei dieser morgenzeit Den thau der gnade finden, Hast du die nacht Mich wohl bewacht, So sei auch nun am tage Ein schuß für alle plage. 3. Schenke mir, HErr, und gewähre, Was die arme seele stillt, Ach, erneure und verkläre Stets in mir dein ebenbild; Sende mir den 4. Das gute wende du zu mir, Das geist der kraft, Der ein neues leben böse laß mich fliehen; Laß deine hand schafft, Daß ich himmlisch auf der mich für und für nur nach dem him- erde Und ein geist mit Christo werde.. 4. Segne meiner hände werke Und mel ziehen; Gieb rath und that So früh als spat Zu allen meinen wer- befördre meine pflicht, Bleibe meiner ken, Baß deinen geist mich stärken. 5. Ich werfe meine aft auf dich, Ach hilf fie treulich tragen; Machs wie du willst, nur ſeliglich, Mit dir will ich es wagen. Kein Freuz ist mir Zu schwer bei dir, Ich küsse deine ruthen, Sie leiten stets zum guten. schwachheit stärke, Meines lebens traft und licht; Laß mein lebensziel allein Deines namens ehre sein, Hilf, daß ich stets wahre liebe Gegen meinen nächsten übe. 5. Führ' mich bald zu jenem lichte Deiner höchsten majestät, Wo vor deinem angesichte Die verklärte scele steht, Heller, als der sonnenschein, Schön, unsterblich, engelrein; Laß sie sein mit dir vereinet, Wenn mein legter tag erscheinet. Mel. HErr Christ, der ein'ge 2c. 7. Baß auch die meinen dieſen tag 962. HErr GOtt, nun ſei ges gnadenauge Dein leiten, Und weil ich gar nicht wissen mag Das ende meiner zeiten, So gieb, daß ich mich stetiglich In glauben, buß' und reue Des letzten tages freue. priesen! Du in dieser nacht Durch deinen schuß erwiesen, Wie treulich du gewacht; Du wollest heut' auch geben, Was meinem leib' und leben Zum segen dienen kann. 550 Morgenlieder. 2. Gieb mir ein gut gewissen, Das| finden, Dir hab' ich alles heimgestellt, von der bösen welt Und ihren ärgerniffen Sich unbefleckt behält, Daß ich des fleisches lüfte, Als ein gerechter christe, Stets überwinden mag. Ach, nur behüte mich vor fünden! Doch wenn das fleisch aus schwachheit fällt, So richte mich durch JEsum auf Und sei du selbst mein lebenslauf. 3. Gieb mir ein fröhlich herze, Damit ich alles leid In dir getrost verfchinerze, Daß feine traurigkeit Den muth mit sorgen schwäche, Noch meine hoffnung breche, Die sich auf dich ver14. Gieb mir ein treu gemüthe, Das redlich lebt und liebt, Das auch mit aller güte Den armen hilft und giebt, Das ehr' und tugend suchet Und alles das verfluchet, Was dir ein gräuel ist. 5. Gieb mir auch gute freunde, Sie sind ein großer trost, Und wären etwa feinde Durch neid auf mich erbost, So wollst du sie bekehren Und mir ein herz bescheeren, Das wahre freundschaft hält. 6. Gieb mir, was du willst geben, Ich will zufrieden sein Und dir nicht widerstreben, Gieb mir nur dich allein; Denn fann ich dich nur haben, Veracht' ich alle gaben, Weil du mir alles bist. m Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 963. Ermuntert euch, erquicte glieder, Die dunkeln schatten sind vorbei; Der liebe morgen zeigt sich wieder und machet GOt= tes güte neu, Die mich in dieser nacht bedeckt Und nun zur arbeit aufgewedt. 2. GOtt lob, der mich vor allem schaden Bei meiner stillen ruh' be= wacht, Daß mich der reichthum seiner gnaden 3u seinem preise tüchtig macht; Ich bin vergnügt, ich bin erguidt Und warte, was GOtt heute schickt. 3. Sein guter geist wird mich regieren, Er leite mich auf ebner bahn Und helfe mir mein werk vollführen, In seinen namen fang'iche an; Sein segen wird mein sonnenschein Und seine huld mein schatten sein. 4. Mein GOtt, so laß dich gnädig 5. Weil jeglicher von unsern tagen Auch seine plage mit sich führt, Mein GOtt, so laß mich nicht verzagen, Wenn mich ein kreuz und unglüd rührt. Dec' mich durch deine gnadenhand, So wird es glücklich abgewandt. 6. Nun feel' und leib sei dir erges ben, Bei dem sie wohl verwahret stehn; Und soll der rest von meinem leben Noch diesen tag zu ende gehu, So mache du durch Christi blut Auch meinen letzten abschied gut. 7. Wohlan, deß tröst' ich mich im glauben, Im glück und unglück bin ich dein, Aus deiner hand kann mich nichts rauben, Drum soll mein stetes denkmal sein, Das mir im sinn und herzen liegt: Was mein GOtt fügt, macht mich vergnügt. Mel. Straf mich nicht in 2c. 964. 2h ermuntre dich, mein geist, Bei den frühen stunden, Da sich licht und sonne weist, Da die nacht verschwunden. Weißt du nicht Deine pflicht? Willst du nicht mit singen GOtt ein opfer bringen? 2. GOtt, mein herz lobsinget dir, Sei du hoch gepriesen Für die wohlthat, die du mir Diese nacht erwiesen. Deine fraft Hat verschafft, Daß ich ohne weinen Seh' die sonne scheinen. 3. Finsterniß und schwarze nacht Hatten mich umgeben, Doch haft für mich gewacht, Daß ich noch kann leben. Deine treu' Stand mir bei, Welt und satans tüde Hieltest du zurücke. 4. Doch laß mich auch diesen tag Deine güte spüren; Gieb, daß ich mein leben mag Dir zu ehren führen; Lehre mich, Daß ich dich über alle schäße Dieser erde sebe. 5. Behre mich den falschen schein Dieser welt verachten, Behre mich nur Morgenlieder. 5318 Du sollst die sonne schauen. bloß allein Nach dem himmel trach-| Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, ten. Wenn die welt Neße stellt, HErr, so hilf mir kämpfen Und das böse dämpfen. 190 108 5. Dein wort ist nung geschehen, Ich kann das licht noch sehen, Voni noth bin ich befreiet, Dein schuß hatt mich verneuet.d 6. Hilf, daß ich die alte schuld Nicht noch mehr erhöhe, Doch hab' auch mit mir geduld, Wo ich mich vergehe. Fällt mein fuß, Laß den guß, Laß den thränenregen Dich, o GOtt, be= wegen. 7. Gieb, daß ich das sündengift Stets mit sorgfalt meide Und, wenn mich ein unfall trifft, Stets geduldig leide. Doch, o GOtt, Laß in noth Mich nicht unterliegen, Hilf mir wieder siegen. 8. Laß mich mein beschieden theil Bis ans ende finden, Sei, o GOtt, mein schuß und heil Bei den unglückswinden. Steh' mir bei, HErr, verleih', Daß ich bis zum grabe Dich vor augen habe. 9. Segne, was ich red' und thu', Baß es wohl gelingen Und mich in gewissensruh' Meinen lauf vollbringen; Bis ich dort, Dir, mein hort, Bei den seraphinen Ewig werde dienen. wird 10. Soll auch meines lebens band JEsu starke Hand Mir auch helfen ringen. JEsu pein Soll allein Auf dem sterbekissen Meinen tod verfüßen. Mel. Nun laßt uns GOtt 2c. 965. Mach auf mein herz schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Dem frommen menschenhüter. 2. Heint als die dunkeln schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat satan mein begehret, GOtt aber hats gewehret. 3. Ja, bater, als er suchte, Daß er mich freffen möchte, War ich in deinem schooße, Dein flügel mich umschloffe. 4. Du sprachst: mein find, nun liege, Troß dem, der dich betrüge! 6. Du willst ein opfer haben: Hier bring' ich meine gaben; Mein weihrauch), farr und widder Sind mein gebet und lieder. prie puntod 7. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst ins herze sehen Und weißt wohl, daß zur gabe Ich ja nichts bes sers habe. noman in 2 silp aslin 8. So wollst du nun vollenden Dein werk an mir, und senden, Der mich an diesem tage Auf seinen händen trage. 9. Sprich ja zu meinen thaten, Hilf selbst das beste rathen, Den anfang, mittel, ende, Ach HErr, zum besten wende. 10. Mit segen mich beschütte, Mein herz sei deine hütte, Dein wort sei meine speise, Bis ich zum himmel reise. Mel. Alle welt, was lebt zc. 966. Gott des himmels und der erden, Vater, sohn und heil'ger geist, Der uns tag und nacht läßt werden, Senn' und mond uns scheinen heißt, Dessen starke hand die welt Und was drinnen ist erhält; 2. GOtt, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Treu behütet und bewacht, Daß des bösen findes list Mein nicht mächtig wors den ist. 3. Laß die nacht auch meiner fünden Jeßt mit dieser nacht vergehn; O HErr JEsu, laß mich finden Deine wunden offen stehn, Wo alleine hülf und rath 3st für meine misſethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer tag Uns erscheint und dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o HErr, und leite 552 Morgenlieder. Meinen gang nach deinem wort; Sei| solche große güte, Die ich empfangen und bleibe du auch heute Mein beschüßer und mein hort. Nirgends, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret ſein. de nomaduniy hab' an allen enden Aus deinen händen. 6. Meinen leib und meine seele Sammt den sinnen und verstand, Großer GOtt, ich dir befehle Unter deine starke hand. HErr, mein schild ,. mein ehr' und ruhm, Nimm mich auf, dein eigenthum. 7. Deinen engel zu mir sende, Der des bösen feindes macht, List und anschlag von mir wende Und mich halt in guter acht, Der auch endlich mich zur ruh' Bringe nach dem himmel zu. * 8. Höre GOtt, was ich begehre, Vater, sohn und heil'ger geist! Meiner bitte mich gewähre, Der du selbst mich bitten heißt, So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. Mel. Wend' ab deinen zorn 2c. n dieser morgenstund' 967. GOtt mein vater in dem himmel oben, Was du für gnade mir pflegst zu beweisen, Will ich nun preisen. 2. Du hast mich an das tagslicht laffen kommen, Auch durch die tauf in dein reich aufgenommen und läsfest mich in deinem sohn entbinden Bon schuld und fünden. 3. Du giebest mir den heil'gen geist daneben, Daß er mich lehrt und führt in meinem leben, Damit ich lern' auf dich alleine schauen Und dir ver= trauen. 7. Ich bitt', du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen tag erhalten, Daß satan nicht durch seine list und pfeile mich übereile. 8. Erhalte mich, wie zusteht frommen christen, Nein von der welt und ihren fündenlüften, Daß ich auch meinen eignen bösen willen Nicht mög' erfüllen. 9. HErr, laß in deinen schuß sein eingeschlossen Leib, seele, freund, ver= wandte,( Leib, seele, eh'gatt', finder,) hausgenossen Und was ich sonst durch deine milde gabe Auf erden habe. 10. Die obrigkeit erhalt' in gutem stande, Gieb friede, glück und heil im ganzen lande, Behüt' uns allerseits, o HErr, aus gnaden Bor sünd' und schaden. 11. Du wollst mich auch an diesem werken, daß ich möge in tage stärken Durch deine fraft in des denselben allen Dir wohlgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem leiden, Es sei heut' oder morgen, werd' abscheiden, Daß ich auf Christi tod mag fröhlich sterben, Den himine! erben. 13. So bin ich dann an leib und seel' genesen Und wohl auf dieser welt allhier gewesen; Dort hab' ich dann das rechte kleinod funden, Hier überwunden. 14. Das hilf mir, bater, der du mit dem sohne Und heil'gem geist regierst in einem throne; Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, Ja werd' gewähret. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, Was ich bedurft, mir immerzu bescheeret, Und wenn mich noth und unglück hat berühret, Bald draus geführet. Mel. Das ist fürwahr ein köstlich 2c. For thron tret' 5. Zeßt haſt du auch durch deiner 968. Vich hiemit, O GOtt, engel schaaren Mich lassen heint in dieser nacht bewahren, Daß mich darin kein unfall hat erschrecket, Noch aufgewecket. und dich demüthig bitt': Wend' doch dein gnädig angesicht Von mir blutarmen fünder nicht. 6. O HErr, mit meinem munde und gemüthe Erzähl' und rühm' ich 2. Es hat, o vater, deine macht mich an das tageslicht gebracht, In Morgenlieder. 553 dir web', schweb' und lebe ich, Verge-| thum Aufrichtig und rechtschaffen sei, hen müßt' ich ohne dich. Nicht bloßer schein noch heuchelei. 14. Erlaß mir meine sündenschuld Und hab' mit deinem kind geduld, Zünd' in mir glauben an und lieb', 3u jenem leben hoffnung gieb. 15. Ein felig ende mir bescheer', Am jüngsten tag erweck' mich, HErr, Daß ich dich schaue ewiglich, Amen, amen, erhöre mich. 3. Errettet du mich gar oft Ganz wunderbar und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. 4. Verstand und ehr' hab' ich von dir, Des lebens nothdurft giebst du mir, Dazu auch einen treuen freund, Der mich in glück und unglück meint. 5. GOtt sohn, du hast mich durch dein blut Erlöſet von der höllenglut, Das schwer gesetz für mich erfüllt, Damit des vaters zorn gestillt. 6. Wenn sünd und satan mich anflagt Und mir das herz vor angst verzagt, Alsdann brauchst du dein mittleramt, Daß mich der vater nicht verdammt. 7. Du bist mein' fürsprach allezeit, Mein heil, mein trost und meine freud', Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 8. GOtt, heil'ger geist, du höchste traft, Deß gnade in mir alles schafft, Ist etwas guts am leben mein, So ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ist, daß ich GOtt recht ertenn', Ihn meinen HErrn und vater nenn', Sein wahres wort und sakrament, Behalt und lieb' bis an mein end'; 10. Daß ich fest in anfechtung steh' Und nicht in trübsal untergeh', Daß ich im herzen trost empfind', Zulegt mit freuden überwind'. * 11. Drum dank' ich dir mit herz und mund, O GOtt, in dieser ( morgen=) mittags- stund, Für alle güte, treu' abendund gnad', Die meine seel' empfangen hat. 12. Und bitt' daß deine gnadenhand Bleib' über mir heut( heint) ausgespannt. Mein amt, gut, ehr', freund, leib und seel' Ich dir in deinen schuß befehl. * 13. Hilf, daß ich sei von herzen fromm, Damit mein ganzes christen969. Aus meines Herzens lob und dank, In dieser morgengrunde dir stunde, Dazu mein lebelang, O GOtt in deinem thron, Dir zu lob, preis und ehren, Durch Christum unſern HErren, Dein'n eingebornen sohn; 2. Weil du mich, HErr, aus gnaden In der vergang'nen nacht Vor g'fahr und allem schaden Behütet und bewacht; Ich bitt' demüthiglich, Wollst mir mein fünd' vergeben, Womit in diesem leben Ich oft erzürnet dich. 3. Du wollst auch mich behüten Aus gnaden diesen tag Vors teufels list und wüthen, Vor sünden, schmach und plag', Bor feu'r und wassersnoth, Vor armuth und vor schanden, Bor ketten und vor banden, Vor bösem, schnellen tod. 4. Mein leib, mein seel' und leben, Mein ehr' und gut bewahr'. Dir will ich übergeben Jepund und immerdar, Als dein geschenk und gab', Mein eltern( obern) und verwandten, Gefreund'te und bekannten Und alles, was ich hab'. 5. Dein' engel laß stets bleiben Und weichen nicht von mir, Den satan zu bertreiben, Auf daß der bös feind hier In diesem jammerthal Sein' tüd' an mir nicht übe, Leib und seel' nicht betrübe Und mich nicht bring' zu fall. 6. GOtt will ich lassen rathen, Der alle ding' vermag; Er segne meine thaten, Mein vornehmen und sach', Weil ich ihm heimgestellt Mein leib, mein' seel', mein leben Und was er 554 Morgenlieder. sonst gegeben; Er machs, wie's ihm| Von deiner rechten bahn; Der feind gefällt. jat si 800x 7. Darauf so spredch' ich amen Und zweifle nicht daran: GOtt hört in Christi namen Mein seufzen gnädig an. Nun stred' ich aus die hand, Greif an mein werk mit freuden, Wozu mich GOtt bescheiden In mein'm beruf und stand. mich nicht erschleiche, Damit ich irr' möcht' gehn. Halt mich durch deine güte, Das bitt' ich fleißig dich, Vors teufels list und wüthen, Womit er setzt an mich. 970. Mel. HErr JEsu Christ, meins 2c. u heiligste dreifaltigfeit, Du hochgelobte einigkeit! GOtt, bater, sohn und heil ger geist, Heut diesen tag mir bei stand leist'. 2. Mein feel, leib, ehr' und gut bewahr', Daß mir nichts böses wieder fahr', Daß mich der satan nicht verleg, Noch mich in schand' und schaden feb'. 3. Des baters huld mich heut anblic', Des sohnes güte mich erquid', Des heil'gen geistes glanz und schein Erleucht' mein's finstern herzens Schrein. 4. Mein schöpfer, steh' mir kräftig bei, mein erlöser, bei mir sei, tröster, weiche nicht von mir, Mein herz mit deinen gaben zier. * 5. HErr, segne und behüte mich, Erleuchte mich, HErr, gnädiglich, HErr, heb' auf mich dein angesicht Und deinen frieden auf mich richt'. Mel. Aus diesem tiefen grunde 2c. 971. ch dank' dir, lieber 4. Den glauben mir verleihe An dein'n sohn JEsum Christ, Mein' sünd' mir auch verzeihe Allhier zu diefer frist; Du wirst mirs nicht versagen, Weil du verheißen hast, Daß er mein' sünd' soll tragen, Mich lösen von der last. 5. Die hoffnung mir auch giebe, Die nicht verderben läßt, Dazu christliche liebe Zu dem, der mich verlegt, Daß ich ihm guts erzeige, Darin nicht such' das mein', Ihn liebe als mich eigen, Nach all' dem willen dein. 6. Dein wort laß mich bekennen Vor dieser argen welt, Mich deinen diener nennen, Nicht fürchten g'walt noch geld, Das mich bald möcht' ableiten Von deiner wahrheit klar, Wollst mich auch nicht abscheiden Von der christlichen ſchaar. 7. Laß mich den tag vollenden 3u lob dem namen dein, Laß mich nichts von dir wenden, Ans end' beständig sein. Behüt' mir leib und le= ben, Dazu die frücht' im land; Was du mir, HErr, gegeben, Steht all's in deiner hand. * 8. HErr Christ, dir lob ich sage Für deine wohlthat all', Die du mir all' mein' tage Erzeiget überall. Dein'n namen will ich preisen, Der mich speise, Tränk' mich mit deinem blut. treu bewahrt In dieser nacht vor g'fährde, Darin ich war so hart Mit finsterniß umfangen, Dazu nicht außer noth; Draus bin ich nun entgangen, Drum preis ich dich, mein GOtt. 2. Mit dank will ich dich loben, O du mein GOtt und Herr Im himmel hoch dort oben; Den tag mir auch gewähr', Warum ich dich will bitten, Das auch dein will' mag sein: Beit' mich in deinen sitten Und brich den willen mein. Mel. HErr unser GOtt, beherrscher. as walte der 3. Gieb daß ich nicht abweiche 972. Dich als lauter gna9. Dein ist allein die ehre, Dein ist allein der ruhm, Dein' gür' sich bei uns mehre, Dein segen zu uns komm, Daß wir in fried' einschlafen, Mit gnaden zu uns eil'; Gieb uns des glaubens waffen Bors teufels list und pfeil. Morgenlieder. 555 den Erhalten hat vor leibs- und see-| stehen; Regier' mich auch in dieser lenschaden! Ich lobe dich, denn deine güt' und treu' st mit der morgensonne wieder neu. welt, Du weißt, was heute wird ge schehen: Mach' alles so, wie dirs ge= fällt, Schleuß mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend sein. 4. Bergieb mir, bater, alle fünden, Die mit mir aue dem bette gehn, Und laß mich gnade vor dir finden, Erhöre mein gebet und flehn, Denn steh' ich nur bei JEsu wohl, So geh' es, wie For mode inke es gehen soll. 2. Ich bin, o HErr, zu solcher gnadengabe, Viel zu gering, die ich em= pfangen habe; Was legt dir doch mein herz dagegen dar, Als lob und dank auf deinem brandaltar? 3. Nimm gnädig an das opfer meiner lippen, Das ich dir bring' in dieser jammerklippen; Entzünd' in mir das herz mit deiner brunst, Auf daß ich stets empfinde deine gunst. 4. So lang' ich noch hier auf der welt muß wallen, Laß mich, mein GOtt, in keine sünde fallen; Gieb, daß ich stets dent' an das lebensend' Und meinen sinn nach deinem willen wend'.. 5. Befiehl, daß deiner engel schaar mich leite Und wider meine feinde fräftig streite, Denn nimmst du dich nicht meiner treulich an, So weiß ich wohl, wie leicht ich fallen kann. 6. Ach, find vor dir die ſperling hoch geachtet, Hast du die zahl der kleinsten haar betrachtet, So wird von dir auch nicht vergessen sein, Den du in deine hand geschrieben ein. 7. Laß deine gut' ob allen frommen walten, Du kannst sie wohl in noth und tod erhalten. Regier' uns HErr, wir warten deiner gnad' Und treten frisch auf unsers dienstes pfad. 973. Mein Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ein GOtt, nun ist es wieder morgen, Die nacht vollendet ihren lauf, Nun wachen alle meine sorgen Auf einmal wieder mit mir auf. Die ruh' ist aus, der schlaf dahin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo jeder tag sein elend hat, Wo ich nur immer älter werde Und häufe sünd' und missethat; Ich leb' und web' in GOtt allein, Ach möcht' ich ihm auch nüße sein! 3. Du giebst mir traft jeßt aufzu5. Hilf du in allen sachen rathen, Ich bin mir selbst nicht flug genug. Behüte mich vor missethaten, Vor bö ser menschen list und trug; Hilf gutes schaffen, wo ich kann, So leg' ich diesen tag wohl an. 6. Behüte mir leib, seel' und leben, Verwandte, freunde, hab und gut; Laß deine hand den segen geben, Wenn meine hand das ihre thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht', Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. 974. gnaden, HErr, ich preise deine macht, Die mich diese nacht vor schaden Voller lieb' und treu bewacht, Daß mein seelenfeind durch list Mein nicht mächtig worden ist, Daß ich freudig auferstehe Und mit lust die sonne sehe. 2. Wär' ich ohne dein erbarmen Eingeschlafen, was für pein Würde mir verlass'nem armen Diese nacht begegnet sein! Satan und die böse welt Hätten mich mit list gefällt, Aber weil du mich bedecket, Haben sie mich nicht erschrecket. 3. Laß mich nun, mein fels und hügel, JEfu, meine zuversicht, Unter deinem gnadenflügel, Als wohin mein herz gericht't, Diese furze tageszeit Ohne noth, gefahr und leid, Ganz beglückt zu ende bringen, Laß mir auch mein thun gelingen! 4. Leib und feele, geist und sinnen, Muth, gedanken, werk und wort, Thun und lassen und beginnen Sei allein dir, treuer hort, 3u regieren Morgenlieder. heimgestellt, Machs mit mir, wie dire| dacht, Auch dieser tag bereits volls gefällt; Dir nur will ich mich ergeben, bracht Mit seiner last und plagen! Ich mag sterben oder leben. Des abends hab' ich dann gespürt Daß mich dein gnadenarm geführt Und alles helfen tragen, Daß mir auf meinem Freuzespfad Dein gnadenlicht geleuchtet hat. 4. Weil ich denn deß versichert bin, So traure nicht, verzagter sinn, Die bürd' auf dich zu legen: Trag', was du fannst, GOtt träget mit, Er folget dir auf jedem schritt Mit gnade, kraft und segen; Mit diesem geh' ich frisch daran Und scheue keine leidensbahn. 556 5. Tilge meine schweren sünden, JEsu, durch dein theures blut, Laß mich deine gnad' empfinden, Wenn in angst sie nöthig thut; Sei mein reichthum, schuß und licht, Wenn mir alles sonst gebricht; Gönne meiner matten seele Ruh' in deiner wundenhöhle. 6. Laß auch diese hülf empfinden, Die in angst und nöthen sein; Will ihr trost und rath verschwinden, Geuß dich selbst ins herz hinein. Segne, va= ter, jeden stand, Segne dieses ganze land Und laß deiner engel schaaren Uns vor allem leid bewahren. 7. Ach HErr JEsu, ach regiere Mich durch deinen heil'gen geist, Daß ich so mein leben führe, Wie dein wort mich unterweist. Richte meinen lebenslauf, Heiland, ſtets zu dir hinauf; Kommt es aber zu dem sterben, Laß mich dann den himmel erben. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 975. N Nun un tret' ich wieder aus der ruh' Und geh' dem sauren tage zu, Wie GOtt mir auferleget; 3war weiß ich nicht, was mir den tag Für plag' und noth begegnen mag, Allein ich weiß, mich träget Mein frommer GOtt in jeiner hut, Daß mir die last nicht schaden thut. 2. 3war meine bürd' ist täglich neu, Doch ist mein GOtt auch täglich treu, Er träget meine sorgen. Wer ist, der vor der nacht bernimmt, Was ihm den tag hindurch bestimmt? Es bahnt ein jeder morgen Mir einen frischen weg zur pein, Der kann mit GOtt erstiegen sein. 3. Ach wär' doch, hab' ich oft ge5. So freuet sich mein frischer muth, Wenn ich mich in des höchsten hut Kann eingeschlossen sehen: Doch, daß ich deß versichert sei, Muß ich von allen sünden frei, Auf GOttes wegen gehen; Mein GOtt geht nimmer meinen steg, Ich wandle denn erst seinen weg. 6. Drum führ' mich, GOtt, auf deiner bahn, Daß ich in buße folgen fann, Und läutre mich von sünden. So streit' ich, als ein fühner held, Mit satan, sünden, fleisch und welt, Denn du hilfft überwinden; So tret' ich muthig an den tag Und scheue nicht, was kommen mag. 7. 3ch leg' auf dich, mein GOtt und HErr, Die last, die mir allhier zu schwer, Die last, die mich gebogen; Ich lege bürde, pflicht und stand In deine große allmachtshand, Die du mir nie entzogen, Die führte ja von jugend auf Schon meinen ganzen lebenslauf. 8. Ich schließ' in Christi wunden ein Die meine blutsverwandte sein, Da sind sie wohl beschlossen, Ich lege meinen geift dazu, Hier schließ ihn ein, hier giev ihm ruh', Und wenn mein ziel verflossen, So nimm ihn auf und fei mein GOtt 3m leben, leiden, noth und tod. II. Tischgesänge. Mel. Herzliebster JEsu, was 2c. 976 en GOttes güte, Denn obt und erhöht des grofie bezeugt sein väterlich gemüthe, Sie ist es, die den tisch so reich beseget Und uns ergößet. 2. Er suchet uns so väterlich zu nähren: Wie sollte das nicht unsre hoffnung mehren, Daß wir nach wunsch auch seines geistes gaben Jeßt von ihm haben? 3. Die werden uns im glauben feste gründen, Das herz mit liebe gegen ihn entzünden, Die seel' in andacht durch gebet und singen Stets aufwärts schwingen. 4. Sie füllen uns mit vielen geisteswerken, Sie werden uns den trieb zum guten stärken, Daß wir uns auch der franken und der armen Allzeit erbarmen, 5. Daß wir in unschuld unsern wandel führen, Mit treu' und demuth alle thaten zieren, Der weltlust und dem fleisch, als GOttes erben, Getrost absterben, 6. Und so im vorschmad seine ruh' genießen, Bis wir in Christo unser leben schließen Und dann, von ihm aus gnaden aufgenommen, 3ur freude kommen, 7. Die er bereitet denen, die ihn lieben, Die er uns selbst durch Christi blut verschrieben, Darauf wir einzig und alleine bauen Und fest vertrauen. 8. Nun ihm, sammt vater und dem heil'gen geiste, Dem alle welt dank, dort mit herzen, mund und zungen Stets lob gesungen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 977. GOtt, von dem wir alles haben, Die welt ist ein sehr großes haus, Du aber theilest deine gaben, Recht wie ein bater, drinnen aus. Dein segen 557 macht uns alle reich: Ach lieber GOtt, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die menschen alle zählen. Die jetzt bei dir zu tische gehn? Doch muß die nothdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn. Es giebet deine vaterhand Die nahrung für ein jedes land. 3. Du machst, daß man auf hoffnung säet Und endlich auch der frucht genießt. Der wind, der durch die fetder wehet, Die wolke, so das land be= gießt, Des himmels thau, der son= nenstrahl Sind deine diener allzumal. 4. Und also wächst des menschen speise, Der ader selbst reicht ihm das brot. Es mehret sich vielfält'ger weise, Was anfangs schien, als wär' es todt, Bis in der ernte jung und alt Erlanget seinen unterhalt. 5. Nun HErr, was soll man erst bedenken? Der wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, Und dein erbarmen hat fein ziel, Denn immer wird uns mehr bescheert, Als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollen dieses nie vergessen Und dir ein täglich danklied weihn; Ein jeder bissen, den wir essen, Soll deines segens denkmal sein, Und herz und mund singt lebenslang Für unsre nahrung preis und dank. Mel. HErr Christ, der ein'ge 2c. 978. preiset! Wir sagen dir jetzt dank, Du hast uns wohl gespei= fet, Du gabst uns guten trant, Dein' mildigkeit zu merken Und unsern glaub'n zu stärken, Daß du seist unfer GOtt. 2. Und haben wirs genommen Mit luft und übermaß, Dadurch wir möchten kommen Vielleicht in deinen baß, So laß es uns aus gnaden, D 558 Tischgefänge. HErr, doch ja nicht schaden, Durch| sein'n geboten gehn, Seinen namen Christum, deinen sohn." machen groß In Chrifto ohn' unters laß; So sing'n wir recht das gratias. 3. Du wollest allzeit nähren, HErr, unsre seel' und geist, In Christo sie befehren Und helfen allermeist, Daß wir den hunger meiden, Stark sein in allem leiden Und leben ewiglich. 201 * 4. Vor dem Essen. Mel. JEfu, deine heil'gen wunden. pater aller frommen, Ge- 980. Großer GOtt, wir arme fünder Seufzen, flehn und bitten dich: Speise doch uns arme Gieb uns ohne schmach und noth finder Jetzt aus gnaden mildiglich, Immer unser täglich brot, Segne solches und verleihe, Daß es uns auch wohl gedeihe. heiligt werd' dein nam', Laß dein reich zu uns kommen, Dein wille mach' uns zahm. Gieb brot, vergieb die fünde, Kein arg's das herz entzünde, 2ös uns aus aller noth. 979. gingen wir aus herzensgrund, Loben GOtt mit unserm mund, Der uns so viel güt' erweist Und uns reichlich hat gespeist, GOtt, der thier und vögel nährt, hat auch gnädiglich bescheert, Was wir jetzt allhier verzehrt. 2. Lobet ihn als seine knecht', Wie wir schuldig sind mit recht, Und er= fennt, wie er uns liebt Und dem menschen gnate giebt, Den er von bein, fleisch und haut Artig hat zusamm'n gebaut, Daß er dieses licht anschaut. 3. So bald er sein leben hat, Seine füche vor ihm steht; In dem leib der mutter sein Ist er zugerichtet fein. Ist er gleich ein kleines kind, Doch er nirgends mangel find't, Bis er an die welt dann kommt. 4. GOtt hat die erde zugericht't, Läßts an nahrung mangeln nicht: Berg' und thäler macht er naß, Daß dem bieh auch wächst sein gras; Aus der erde wein und brot Schaffet GOtt, und giebts uns satt, Daß der mensch sein leben hat. 5. Das waffer muß uns geben Die tragen zu Ei'r, von vögeln eingelegt, Werden junge draus geheckt, Müssen unsre speise sein; Hirsche, schafe, rinder, schwein' Schaffet GOtt und giebts allein. 6. Wir danken sehr, und bitten ihn Um des heil'gen geistes sinn, Daß wir solches recht verstehn, Stets in 2. Hilf doch, daß wir nicht vermessen, HErr, dein wort und dein gebot Bei dem überfluß vergessen. Halt uns doch, o treuer GOtt, Bei der gaben rechtem brauch; Gieb und gnade, daß wir auch, Was du täglich wirst bescheeren, Stets in deiner furcht verzehren. 3. Lehr' uns deine gab' erkennen, Daß wir, großer schöpfer, dich Kind lich unsern bater nennen, Welcher uns so gnädiglich Schüßet, nähret und erhält, Der uns, was uns nöthig fällt, Hier in diesem armen leben Pflegt mit reicher hand zu geben. 4. Nun wohlan, auf deine güte nehmen wir, was du bescheert; Gieb, daß sich leib und gemüthe Wohl ers frischt und nicht beschwert, Daß sich beides, wohl erquickt, Wieder zu der arbeit schickt. Laß die mahlzeit so ge= schehen, Wie du es wirst gerne sehen. Nach dem Essen. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 981. Die mahlzeit iſt vollbracht, Wir haben schon gegessen; Mein GOtt, du hast es wohl gemacht und jedem zugemessen Was ihm von dir beschies den war, Du reichest uns voll güte dar, Was unsre leiber speiset. 2. Wie groß ist deine freundlichkeit, Wie herrlich deine güte, Denn sie versorgt zu jeder zeit Den leib und Abendlieder. 559 das gemtithe. Du lebensfreund, du| Als liebe finder, für und für Dich los menschenlust, Du hast uns allen rath gewußt Und uns sehr wohl gelabet. ben, rühmen, preisen; Wir danken dir nach unsrer pflicht, Getreuer GOtt, verschmöh' es nicht, Laß dir es wohl gefallen. 3. Des himmels fenster öffnest du Und schenfest milden regen, Du schließt die erde auf und zu und giebst uns deinen segen. Die kost ist da auf dein geheiß, Wen sollte das zu deinem preis, O bater, nicht bewegen? 6. Vergieb uns unsre missethat Und gieb, was wir begehren, Schaff uns, o vater, ferner rath, Daß wir uns ehrlich nähren, Verleihe künftig gute zeit, Glück, nahrung, fried' und einigkeit, Gesundheit, heil und segen. 4. Du selber speisest alles vieh Und auch die jungen raben, Du machest, daß sie täglich hie Brot, speis und nahrung haben, HErr, du thust auf die milde hand Und sättigest das ganze land Mit großem wohlgefallen. 5. Mildreicher GOtt, nun wollen wir Für deinen trank und speisen, III. Abendlieder. Mel. O traurigkeit, o hetzeleid. er tag ist hin; Mein 8. Ich selbst will auch Nach meinem brauch Nun in mein bette steis 982. gen; mein zu Als zum bette neigen. sich nach jenem tage, Der uns ganz entreißen wird Aller noth und plage. 2. Die nacht ist da; Sei du mir nah', Mein heil, mit deinen kerzen, Treib' der fünden dunkelheit Beg aus meinem Herzen. 3. Der sonne glanz Entweichet ganz; unerschaffne sonne, Brich mit deinem licht hervor, Mir zur freud' und wonne. 7. Laß uns dereinst in ewigkeit Am tisch des lammes essen; Da wird, was leib und seel' erfreut, Uns reichlich zugemessen, Da schmeckt man deine freundlichkeit, Da wollen wir in jener zeit Dich unaufhörlich preisen. 4. Des mondes schein Fällt nun herein, Die finsterniß zu mindern; Laß doch nichts veränderliche Meinen lauf verhindern. 5. Es kommt nunmehr Das sternenheer Und glänzet schon von ferhen; Wohl dem, der im himmel einst Leuchtet gleich den sternen. 6. Was sich geregt Und erst bewegt, Rubt jest von seinen werfen; Laß dein werk in meiner ruh' Sich, HErr, in mir merken. 7. Ein jeder will, Weil alles still, Der süßen ruhe pflegen; Laß die unruh' dieser zeit, JEsu, sich bald legen. 9. Halt du die wach, Damit kein ach Und schmerz den geist berühre, Sende deiner engel schaar, Die mein bet ziere. 10. Wann soll denn nun Der wechsel ruhn Und tag und nächte weien? Wann erscheint denn jener tag, Welchem nichts zu gleichen? 11. Führ' uns von hier, O GOtt, zu dir, Uns, die wir hier noch weinen, Dahin, wo dein sonnenglanz Uns wird ewig scheinen. 12. Da sollen wir Der nne zier Und freude nie verlieren, Denn das lamm ist selbst das licht, Das die stadt wird zieren. 13. Halleluja! Ach wär' ich da, Wo alles lieblich flinget, Wo man ohn' abwechselung Heilig, heilig, singet! 14. JEsu du, Mein troft und ruh', Laß uns dahin gelangen, Wo wir denn in deinem glanz Ewig vor dir prangen. 5000 Meh 3Gfus, meine zuversicht wache mit alle schuld; Deine große bater treu' neu, So 983. T Denn jest geb' ich, will ich nach deinem willen Künſtig mehr als heut erfüllen. einzuschlafen Gieb mit und den meinen ruh', Bleib', o hirt, bei deinen schlafen Schließ die thüren selber ju, Treuer ICsu, mache dusd siden 112 Tretter JEfu, weiche nicht 4. Heilige mir das gemüthe, Daß der schlaf micht sündlich sei, Dede mich mit deiner güte, HErr, dein engel steh mir bei Schüß und decke stadt und haus, wird und as miche glut und flammen aus, nicht in noth und kummer weinen. te Abendlieder. den, Das oft mit der nacht einbricht, Uns mit ach und weh erwecken: Bleib bei unso gnadenlicht, Treuer JEsu, weiche nichtnism listninn 03. Treuer JEsu steh' uns bei, 5. Steure selbst den bösen leuten, Die im finstern arges thun; Wollen sie sich gleich bereiten Uns zu schaden, Wenn wir schlafen wacker sei, Undrath Und verhindre selbst die that. fein feind uns solchen raube; Deine Wend' auch alles andre schrecken, Das hülfe mach' uns freil Trener JEfu, der satan kann erwecken. steht uns bei nidum dedim! CHITE 6. HErr, dein auge geht nicht un4. Treuer JEsu, kommt es nuter, Benn es bei uns abend wird, Einst einmal mit mir zum sterben, Denn du bleibest ewig munter Und So bring' mich zu deiner ruh, Mache bist selbst der gute hirt, Der auch in mich zum himmelserben, Schließ mir der finstern nacht über seiner heerde. selbst die augen zu, Treuer JEsu, wacht; Darum hilfuns, deinen schameine ruh! bid HOW hid fen, Daß wir alle sicher schlafen. 5. Treuer JEsu, nimm zu dir Endlich mich und auch die meinen; Bricht dereinst der tag herfür, Da du selber wirst erscheinen, Ach, so führ' uns insgemein, Treuer JEsu, zu dir ein. alijod stres Mel. JEsu, deine heil'gen wunden. Err, von meinem 984. leben Wiederum tag dahin: Lehre mich nun achtung ein geben, Ob ich frömmer worden bin; Beige mir auch selber an, So ich was nicht recht gethan, Und hilf mir in meinen fachen Ein gesegnet ende machen. ** Pls 30 2. Freilich wirst du manches finden, Das dir nicht gefallen hat, Denn ich bin annoch voll sünden In gedanfen, wort und that, Und vom morgen bis jepund Pfleget feele, hand und mund So geschwind und oft zu sehlen, Daß es leider nicht zu zählen. 3. Aber, o du GOtt der gnaden, Habe noch einmal geduld; Ich bin freilich schwer beladen Doch vergieb 86 7. Laß mich denn gefund erwachen, Wenn es rechte zeit wird sein, Richte selber meine sachen Bloß zu deinen ehren ein; Doch bestimmst du, lieber' GOtt, Mir noch heute meinen tod, So befehl' ich dir am ende Leib und seel' in deine hände. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 985. beschloſſen, Die ruhes 985. Gott lob, der tag iſt nun stunde stellt sich ein; Viel gutes hab' ich heut' genossen, GOtt muß dafür gepriesen sein. An GOtt und an sein lob gedacht, Bringt eine rechte gute nacht. 2. Des leibes arbeit geht zu ende, Die seele nimmt das ihre vor: Mein GOtt, ich hebe herz und hände In JEsu nun zu dir empor. Weil ich dich bater nennen kann, So nimm mein findlich opfer an. 3. Der tag verstreichet ohne plas gen, Der abend bricht vergnügt herein; Muß mancher über unglück klagen, So fann ich gutes muthes sein Abendlieder. Dein auffehn schützt mich väterlich| reißt, Wird JEsus doch die seele Und deine liebe krönet mich. fleiden Mit dem, was unberweslich heißt; Dies ist mein ziel bei freud' und leid: Stets näher zu der ewigfeit. 4. Nun GOtt, vom grunde mei= ner seelen Stimm' ich ein lob- und danklied an; Gern wollt' ich alles das erzählen, Was deine hand an mir gethan, Doch, lieber GOtt, unzählig ist, Was seel' und leib von dir genießt. 5. Ach nur vergieb mir alle sünde! Mein JEsus nimmt die schuld auf sich; Darum in diesem deinem kinde, Getreuer GOtt, erbarme dich! Ich weiß, du gehest mit mir nicht Um Christi willen ins gericht. 6. Drauf schlaf ich unter deiner liebe, Und was mir lieb, befehl' ich dir; Siehts um mein lager schwarz und trübe, So leuchte nur dein licht in mir, Das nacht und dunkel lichte macht und mich mit vatertreu' bewacht. 7. Wohlan, ich will der ruh' genießen! Soll diese nacht die letzte sein, Da ich mein leben muß beschließen, Mel. GOtt des himmels und 2c. So geb' ich mich von herzen drein; 987. Da ich mich zur ruh Das kein will GOtt, fo bis ich wohl gestorben bin. 8. So geb' ich mich in deine hände, Ich leb' und sterbe, wie du willt; Ich weiß, daß aus dem lebensende Des rechten lebens anfang quillt. So schlaf ich nun auf JEsum ein, So muß mein schlaf gesegnet sein. 4. Ich finde nur im fühlen grabe Das beste bette meiner ruh', Und wenn ich ausgeschlafen habe, Führt JEsus mich dem himmel zu; So bringt mich jeder blick der zeit Stets näher zu der ewigkeit. 5. So lieg' und schlaf ich ganz mit frieden, Dieweil mein hirt selbst bei mir wacht; Von JEsu bleib' ich ungeschieden Auch in der letzten todesnacht, Er lenket meiner tage zeit Stets näher zu der ewigkeit. 6. So fommt ihr sanften abendstunden, Ihr müden augen schließt euch zu! Die seele ruht in Christi wunden, So hat der leib auch seine ruh'; Mein wunsch und ziel ist jederzeit: Stets näher zu der ewigkeit. 986. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Ott lob, es ist von meinem Leben Nun abermals ein tag vorbei, Die stille nacht hat mich umgeben und macht mein herz von sorgen frei; Dies ist mein trost, der mich erfreut: Stets näher zu der ewigkeit. 2. Ein jeder abend kann mir zeigen, Es werde sich mein lebenslicht Sum stillen todesabend neigen; Dies ist mein troft und schreckt mich nicht, Ich komm' aus dieser kurzen zeit Stets näher zu der ewigkeit. 3. Ob sich gleich leib und seele scheiden Und meines leibes kleid zerdenk' ich erst daran, Wie mir dein gewünschter segen Heute so viel guts gethan; Nun in Christo opfern dir Geist und lippen dank dafür. 2. Segne mich mit neuen gnaden, Segne mich mit neuer huld, Laß mir feine sünde schaden Und erlaß mir alle schuld, JEsum nimm zum bürgen an, Der bezahlen will und kann. 3. Segne mich in meinem schlafe, Gieb, daß unter deiner hut, Treuer hirte deiner schafe, Leib und seele sicher ruht; O, wie schläft sichs ſv vergnügt, Wenn man dir in armen liegt! 4. Segne mich mit schutz und sehirmen Durch die engel deiner wacht, Daß des teufels wuth und stürmen mir nicht furcht und schrecken macht. Ich bin dein, so hat bei dir Satan auch fein theil an mir. 5. Segne mich an meiner habe, Weil du deine freunde liebst Und 36 Abendlieder. adland 562 Ead so manche gute gabe Ihnen auch émiſſ ſchlafe dievſt; Alſo wieſ mir in der ruh he mir gut und nißTichte Staat deur dist unso junto tiefen grabes strecken, So blicke mich mit gnadenaugen an, Woraus ich licht im tode nehmen kann. 9 m 6. Sightmit mit fraft und stärke, Segie mich auf fünft'gen fag, Daß ich meines standes werke Frisch und froh berrichten mag Daß dann altes wohl gelingt Was die arbeit mit fich bringts no smlo 119 Vor dem die nächt tag, 7. Segtie mich mit fatigem leben, 989. Chrift, der du biſt der helle nicht bleiben mag Du leuchtest uns vom vater her und bist des lichtes prediger. Comits anders Telig fällts Alles ſei dir übergeben Und gelassen heimgestellt wie du willst, so dhids mit mit Denn ich leb und sterbe die. 18. Warum ich dich jetzt gebeten, Laß, mein GOtt, erhöret sein; Morgen will ich vor dich treten und mich dankbar drüber freun. Nun, mein leib, so lege dich, Schlafe wohl, GOtt 1100) and Chod segnet mich). 2. Ach, lieber HErr, behür uns heint In dieser nacht vor'm bösen feind, Und laß uns in dir ruhen fein und vor dem satan sicher ſein. 3. Ob schon die augen schlafen ein, So laß das herz doch wacker sein, Halt über uns dein' rechte hand, Daß wir 100 indad find all nicht fall'n in fünd' und schand'. 5. Vergönne, daß der lieben engel schaaren Mich vor der nacht der finsterniß bewahren, Damit ich vor der lift und tyrannei Der feinde nun im schlafe sicher ſei. 7. Laß mich hernach zugleich mit allen froumen zu jenem glanz des andern lebene kommen, wo du uns den großen tag bestimmt, Dein feine nacht licht, glanz und klarheit nimmt. Mel. HErr unser GOtt, beherrscher. 988. Die fonn hat sich mit ihrem glanz gewendet Und ihren lauf auf diesen tag vollendet; Die dunkle nacht dringt allenthalben zu, Bringt menschen, vich und alle welt zur ruh'. 2. Ich preise dich, du HErr der nächt' und tage, Daß du mich heut' bor aller noth und plage Durch deine hand und gnadenreiche macht So unverlegt und sicher durchgebracht. 3. Vergieb, wo ich bei tage so gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, Laß alle schuld durch deinen gnadenschein In ewigkeit bei dir erlassen sein. 4. gehindert schaue, Indem ich mich der 990. Chrifte licht, Bor bir ist, Schaff, daß mein geist dich unund trüben nacht vertraue Und daß der leib auf diesen schweren tag Sich seiner fraft sein sanft erholen mag. 6. HErr, wird mich einst die lange nacht bedecken und in die ruh' des 0911 191030-350 tr 08 Christ, Behür uns vor des teufels list, Der stets nach unsern sfeelen tracht't, Daß er an uns nicht habe macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes gut, Erworben durch dein theures blut: Das war des ew'gen vaters rath, Als er uns dir geschenket hat. * 6. Befiehl dem engel, daß er komm Und uns bewach', dein eigenthum, Gieb uns die lieben wächter zu, Daß wir vor'm satan haben ruh'. 7. So schlafen wir im namen dein, Weil deine engel bei uns sein; Du heilige dreieinigkeit, Wir loben dich in ewigkeit! HErr, verborgen nichts, Du väterlichen lichtes glanz, Lehr' uns den weg der wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein' göttliche macht: Behüt' uns heint in dieser nacht, Bewahr'uns doch vor allem leid, GOtt, vater der barmherzigkeit! 3. Bertreib' den schweren schlaf HErr Christ, Daß uns nicht schad adgilanadi Abendlieder. des feindes list, Das fleisch in züchten reine sei, So sind wir mancher sorgen frei, d brand 4. Wenn unſre augen ſchlafen ein, Laß unser herz doch munter sein; Beschirm uns, GOttes rechte hand, Und löf uns von der fünden band. stil i due and dag du sponont of 7. Mein angen stehn verdressen. Wie bald sind sie geschlossen!, Wo bleibt denn leib und seel? Nimm sie zu deinen gnaden, Sei gut für allen schaden Du aug' und wächter Israel! 8. Breit aus die flügel beide, D JEsu meine freude, llnd nimm dein füchlein, ein; Will jatan mich ver schlingen, So laß die engel ingeni 5. Beschirmer deiner christenheit, Dein' bülf sei uns allzeit bereit; Silf Durch deine wunden, pein und tod. 6. Gedenk der schweren zeit, HErr Chrift, Darin der leib gefangen ist, Die seele, die du hast erlöst, Der gieb, o JEfu, deinen trost. 991. Ny un ruhen aller wälder, Vich, menschen, städt' und felder, Es schläfet diese welt; Ihr aber meine sinnen, Auf, auf! ihr sollt' beginnen, Was eurem schöz pfer wohl gefällt. 200 2. Wo bist du sonne blieben? Die nacht hat dich vertrieben, Die nacht, des tages feind: Fahr'hin! ein' andre sonne, Mein JEsus, meine wonne, Ist der in meinem herzen scheint. 3. Der tag ist nun vergangen, Die güldnen sterne prangen Am blauen himmelsfaal': Also werd' ich auch stehen, Wenn GOtt mich heißet gehen Zum himmel aus dem jammerthal. 4. Der leib eilt nun zur ruhe, Begt kleider ab und schuhe: Das bild der sterblichkeit Zieh' ich nun aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den rock der ehr und herrlichkeit. 563 * 7. GOtt vater, dir sei lob und preis und deinem sohne gleicherweis, Des heil’gen geiſtes gütigkeit Sei bei 992. GOlt, Daß du mich Mel. Bater unser im himmelreich ch danke dir, uns bis in ewigkeit. heut' vor schand' und spott und schwe ren fällen hast behüt't, Es kommt von deiner gnad' und güt'; Mein ganz verderben ist aus mir, Mein heil kommt, HErr, allein von dir. 2. Wenn du nicht hättest mir ge= reicht, HErr, deine hand, wär' ich gar leicht Gefallen auch so tief in sünd', A18 sonsten manches menschenkind; Ohn' deine hülf und gnadenhand Fällt auch der frömmst' in sünd' und schand'. 3. Doch bin ich gar nicht engelrein, Ich find', o JEsu, stets das mein', Den alten Adam ich noch spür', Der mich anreizet für und für, Daß ich mein herz, begierd' und sinn Zur eitelfeit soll neigen hin. 4. Ich flag' an mein' unachtsamfeit Bor dir, o GOtt, mit reu' und leid, Wie du auch alles selbst gesehn, Was oft aus schwachheit ist geschehn: Den innern menschen hab' ich nicht Mit fleiß verwahrt nach meiner pflicht. 5. Das haupt, die füß' und hände Sind froh, daß nun zu ende Die arbeit kommen sei; Herz freu' dich, du sollst werden Vom elend dieser erden Und von der sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten glieder, Gehf hin und legt euch nieder, Der betten ihr begehrt; Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Zur ruh' ein bettlein in der erd'. 9. Auch euch, ihr meine lieben, Goll heint fein leid betrüben, Kein unfall, noch gefahr; GOtt laß euch felig schlafen, Stell' euch die güldnen waf fen Ume bett und seiner engel schaar. 5. Den sinnen hab' ich oft zu weit Den zaum gegönnt zur eitelkeit, Ich habe viel gered't, gedacht, Gehört, gesehen und vollbracht, Das mir nicht wohl gestanden an Und ich nicht alles wissen kann. 6. Aus gnaden alles mir vergieb, Verbrenns im feuer deiner lieb'; Du 36* Abendlieder. 564 bist boll heiligkeit und g gnad, Was mir noch fehlt, für mich erstatt, Dein blut mich wasche, daß ich werd' So rein, wie mich dein Herz begehrt. 7. Ich dank' auch, liebster JEfu, dir Bir alle ghade die du mir Erzeiget hast von kindheit auf, Bis diese und' in großem hauf; Du haft mir ſo viel guts gethan, Daß ich nicht alles zählen kann. um id 8. Ich bitte, halt auch gnädiglich Dein auge offen über mich, Daß mich der feind mit list und macht Nicht überfall in dieser nacht. Bor unglück schüße feel' und leib, Gefahr und noth weit von mir treib'. men trägt, Als dein gut zu schügen um dall of tim 700 811 pflegt. 4. Laß dein heil mich jetzt bethauen, Gieb mir dessen überfluß, Schütze mich vor angst und grauen, Wende schaden und verdruß, Brand und sonst betrübte fälle, Zeichne meines Hauses schwelle, Daß hier feinen jener schlag Des verderbers treffen mag. light 2. B. Mos. 12, 29. 9.( Sieb, daß ich nach gepflogner ruh Erwach, aufsteh' und freudig thu', Was du, HErr, anbefohlen mir, Und einen guten wandel führ'. Steh' mir mit deinem geiste bei, Daß nichts berdammlichs an mir ſei. 10. Vor einem bösen schnellen tod, Odu liebreicher frommer GOtt, Mich heut' und jederzeit bewahr', Laß bei mir ſein der engel ſchaar, Daßfatanas und mir ja nicht find'. Mel. JEsu, meines lebens 2c. u läßt mich die nacht 993. mein erretter ist, Das ist mir ein neues zeichen, Daß du treu und gnädig bist. Laß anjetzt mein schwaches fingen Durch die trüben wolken dringen, Und sei gegen diese nacht Ferner auf mein heil bedacht. 2. Neige dich zu meinem flehen Und verstoß mein opfer nicht. Hab' ich gleich sehr viel versehen und viel böses ausgericht't, So verfluch' ich meine sünden Und will mich mit dir verbin= den; Reiß du nur aus meiner brust Alle wurzel böser luſt. 3. HErr, es sei mein leib und leben, Und was du mir sonst geschenkt, Deiner allmacht übergeben, Die den himmel selbst umschränkt. Laß um mich und um die meinen Einen strahl der gnade scheinen, Der, was deinen najož 5. Wirke selbst in meinen finner Steh' mir auch im dunkeln bei, Daß mein schlafen und beginnen Dir auch nicht zuivider sei. Laß mich jego schon auf erden Einen solchen tempel werden, Der nur dir und nicht der welt, Ewig licht und feuer hält. 6. Geht ihr meine müden glieder, Geht und senkt euch in die ruh'. Reget ihr euch morgen wieder, Schreibt es eurem schöpfer zu, Der so treue wacht gehalten, Müßt ihr aber heint erkalten, Wird des bittern todes pein Doch der seele vortheil ſein. 994. W Ferde munter mein gemüthe, Daß ich tret' zu GOtt herfür Und noch preist feine güte, Die er heut' gethan an mir, Da er mich den ganzen tag Vor so mancher noth und plag', Vor beWe behütet hat in gnaden. 2. Lob und dank sei dir gesungen, Vater der barmherzigkeit, Daß mein werk durch dich gelungen, Daß du mich vor allem leid Und vor sünden mancher art So gar väterlich bewahrt, Auch den feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine zunge fann aussprechen Deine güt' und wunderthat, Kein mensch kann jemals ausrechnen, Was dein' hand erwiesen hat. Deiner wohl that ist zu viel, Ihr ist weder maß noch ziel; HErr, du hast mich so geführet, Daß kein unfall mich berühret. 4. Dieser tag ist nun vergangen Und die dunkle nacht bricht ein: Nach dir, GOtt, ist mein verlangen, Dein licht kann nur mich erfreun. Stehe Abendlieder. mir, o bater, bei, Daß dein glanz ſtets vor mir Und mir finstern scheine, Denn ich hoff' auf dich alleine sted under 5. HErr, verzeihe mir aus gnaden Alle sünd' und missethat, Womit sich mein herz beladen Und dich hoch erzürnet hat. Treib' des satans list und tück, GOtt, durch deine kraft zurüc; Laß es ihm ja nicht gelingen, Mich in angst und noth zu bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich doch wieder ein; Hat uns doch dein sohn verglichen Durch 9. Wenn die tageswerke machen, Daß die augen schlafen ein, Laß ich doch mein herz stets wachen Und zu dir gerichtet sein. Geist, gedanken, seel und finn Gehen immerfort dahin, Daß mich nichts von dir abtreibe Und ich dein im schlaf auch bleibe. 565 200 10. Laß mich diese nacht empfinden Eine sanft und süße ruh', Alles übel laß verschwinden, Deck mich selbst aus gnaden zu. Leib und seele, sinn und muth, Auch mein zeitlich hab' und gut, Freund', verwandte, (* Eh'gatt, finder,*) hausgenossen, Sein in deinen schuß geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor schrecken, Schüße mich vor überfall, Laß mich frankheit nicht aufwecken, Treibe weg des frieges schall, Wend' ab feu'r böſen, schnellen tod, Laß mich nicht in finden sterben, noch an leib und feel" verderbendail chure And th 9101 1197 12. du großer GOtt, erhöre, Was dein kind gebeten hat; Elu, den ich allzeit ehre, Bleibe doch mein schuß und rath, du werther, heil ger geist, Stärke du mich allermeist; HErr, erhöre dies mein flehen! Amen, ja, es soll geschehen. radi o spun an@ ſein' angst und todespein. Ich ber: 995, dh bank dir, bater, leugne nicht die deine gnad' und huld Ist viel größer als die sünden, Welche sich in mir befinden. dur denn du Die nachtzeit bei dem tage Erschaffen frei von sorg' und last, Bon arbeit, noth und plage, Daß man sie bring' in stille zu, Und vieh und menschen ihre ruh' Zur leibesnothdurft haben. 7. O du licht der frommen seelen, du glanz der ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese nacht und allezeit, Bleibe noch, mein GOtt, bei mir In dem finstern thal allhier, Tröste mich mit deiner liebe, Daß fein unfall betrübe. 2. HErr, deine weisheit, güt' und macht Ist nimmer zu ergründen, Du hast es alles wohl bedacht, Wie wir es oft empfinden. Gieb, daß ich dich je und und dein lob und ehr' Bei tag und nacht ausbreite. 3. Bor des teufels ſtrick' und neßen, GOtt mein bater, mich bewahr', Daß er mir nicht kann zusehen Mit angst, unglück und gefahr. Laß mich dich, o wahres licht, Nimmermehr verlieren nicht, Denn wer dich nur hat im herzen, Fühlet feine seelenschmerzen. 3. Jetzt preis ich dich insonderheit, Daß du aus lauter gnaden Mich und die meinigen auch heut' Bewahrt vor allem schaden, Daß deine treu' ver= hütet hat, Daß ich in schand' und misfethat Nicht gröblich bin gerathen. 4. Wobei ich doch nicht leugnen kann, Daß ich viel gute gelassen, Hingegen aber das gethan, Was du befiehlt zu haffen; Ich habe nicht so immerfort, Wie mir gebeut dein heilig wort, Untadelig gewandelt. 190 Mel. Aus tiefer noth Tchrei ich zc. 5. Was aber noch versehen ist Und wo ich ausgeschritten, Das hat ver= söhnet Jesus Christ, Als er am freuz gelitten; Um deffentwillen, HErr, verzeih' mir alle fünden, und verleih', Daß ich mich täglich beffre. 6. Nun stehet noch, o HErr, zu dir Mein herzliches verlangen, Du wolleft nun auch sein bei mir Jetzt, da der tag vergangen, Und mir leib, feele, sinn und muth, Mein' ehre und mein hab' und gut In dieser nacht behitten. 50% Abendlieder. Du wollest vor dem argen feind| trachte zeit und stunden, Die dir den In deinen schuß mich fassen, Daß er tag hindurch Bis diese zeit verschwun und die sein anhang seind, Mich stets den. Fingst du mit beten an? Und zufrieden lassen se Mich auch vor lobtest du den tag Den HErren deinen schnellem bösen tod, Vor feuer und GOtt Bei jedem glockenschlag? prowassersnoth Und allem leid beſchirmen. 8. Erhalt durch deine guadenhand, Zu deines namens ehren, Die mir mit freundschaft sind verwandt, Und ſouft mir angehören. Gieb, daß die nacht und immerdar Dein heil'ger engel uns bewahr' Bor unfall, noth und schaden. pin), pod2g juch! 5. Steht auch dein taufbund fest? Und dachtest du mit freuden Un GOttes guadengeist? Mit dank an Christi leiden? Hast du GOtt treu geliebt? Den nächsten, gleich als dic? Warst du auch fromni, gerecht, Und feinem ärgerlich? 6. Hast du fein faul geschwäß, Kein fluchen angefangen? Erwäge wo du warst, Mit wem du umgegangen? Ob du auch GOttes wort GeHErr, laß mich ruhig schlafen ein, Hilf, daß mich nichts erschrecke, Alsdann mich wieder wecke, Daß ich an meine arbeit tret', Wenn ich zu= vor durch mein gebet Dir meine werk' befohlen. 10. Verschmäh', o GOtt mein vater, nicht Mein seufzen, bitten, flehen; Laß JEsu, mich dich, wahres licht, Auch in dem finstern sehen; heil'ger geist, am letzten end' Mit deinem trost dich zu mir wend', Daß ich drauf sanft einschlafe. 8. Hast du wohl ohne dank Des HErren gab' empfangen? Dem geiz und eitler ehr' Unbillig angehangen? Die GOtt dir vorgeseßt Geliebet und geehrt? Des nächsten fehler nie Zum schimpf und spott gefehrt? Mel. O GOtt, du frommer 2c. 9. Hast du den nächsten wohl Be996. HErr mein GOtt, lehre ſchimpfet und betrübet? Ihn um ſein mich Stets meine tage zählen, Denn also werd' ich flug Und scheue mich zu fehlen. Es ist nun abermal Ein stück des lebens hin, Daß ich dem richterstuhl Schon etwas näher bin. gut gebracht? Dies mehr, als ihn geliebet? Hast du ihm stets genüßt? Ihn nicht aus haß gericht't? Thatst du den armen guts? Verließt den bruder nicht? 2. Vor diesem soll ich nun, Was ich im ganzen leben Gered't, gedacht, gethan, Genaue rechnung geben. Hilf, daß ich dir anjeßt, Zu meiner seelenruh', Noch erst mit buß' und reu' Durch Christum rechnung thu'. gericht't Und GOtt darnach geehrt? 7. Hast du im glauben so, Als vor dem HErrn gewandelt? Mit will' und wissen auch nicht wider ihn ge= handelt? Wie? oder liebtest du Den alten fündenwust? Vergnügte sich dein herz An schnöder fleischeslust? 3. Komm, meine seele, komm, Wir wollen uns selbst richten, Und auf mein heutig thun Mit wahrer sorgfalt dichten. Schon' deiner selber nicht, Durchsuch' es ja mit fleiß Und denke, daß es GOtt llnd dein gewissen weiß. 4. Fang von dem morgen an, Be10. Hast du auch feusch gelebt? Ließt du in wort und werken, In fleidung, speif und trank Dich immer mäßig merken? Hast GOttes ruhm gesucht, Gerechtigkeit geliebt? Die demuth und geduld Im leiden treu geübt? 11. Erwäg', ob sich dein herz An GOtt begnüget habe? Mißbrauchtst du seine huld, Zeit, güter, glück und gabe? Kurz, hast du fromm gelebt Und immerdar gewollt, Daß dich der HErr so fänd. Wenn er jest kommen 200endlieder. 12. Die prüfung ist geschehn, Und leider, fo befunden, Daß Gott belei digt zwar zu allen stundeng Daß ich die zeit mißbraucht, An GOttes güte, macht, Gericht, wort, ewig Feit Und ende schlecht gedacht. 13. d), meine fünden sind nicht alle zu erzählen, Denn ach, wer mer ket doch, Wie oft und viel wir fehlen? Ich zittre, teil mein herz Und leib voll fünde steckt, Die augen, ohren, mund Und hand und fuß befleckt. PUEDES 14. Das böse nicht mehr thun, 3t eine frucht der bußes Drum fall' ich weinend dem, Den ich betrübt, zu fuße. Ich schlag an meine brust, Ich fleh', so sehr ich kann: GOtt, sich mich sünder doch In Christo gnädig an. 15. Doch ich getröste mich Blos mich jefund Im blute deines ſohnes. Dies hat die schuld getilgt, Die dich beleidigt hat; Hiemit bezahl' ich dir All' meine missethat. 16. Mein JEsu, laß mich nicht, Ich hüll' mich in dein leiden, Die sünde, die uns schied, Soll uns nicht wieder scheiden. Durch deines geistes fraft Sag' ich nun bis ins grab, Dir, GOtt, gehorsam zu Und allen sünden ab. 17. HErr, lehre mich stets thun Nach deinem wohlgefallen, Laß mich nie wissentlich In ein ge fünde fallen, Regier und führe mich, Daß ich in glück und noth Dich besser fürchten mag Und halten dein gebot. Nun Christi theures blut Hat meine schuld durchstrichen Und mich mit meinem GOtt Auf ewiglich verglichen. Die rechnung ist gethan Und alles wieder gut; Wie ruhig schlaf ich nun Auf meines JEsu blut! 19. Mein Herz ist mir nun leicht, Ich lebe oder sterbe, Ich weiß, daß ich gewiß Das himmelreich ererbe. Ich gleich offenbar Bor Christi richterstuhl, Geh' ich zur engelschaar. Mel. Werde munter neu gemüthe 997, fer bort mitte ges priesen, Für die gra de, die du hent Bafetlich an miers erwiesen Ohne meine to uzdigrere Schenke mit noch dieses git: E mich durch dein theures blut Die ber gebung ineiner fünden Zepf in graden bei dir finden, ansIDA COMISO HE 2. HErr, nimm win ay hlasen dey geen hen, Gieb mir deinen engel zu, Laß ihi um mein bette stehen und f ſhke meine rüh. Laß midfufiter des nem schuß Wider satans list und trig Durch den glauben tapfer siegen. Und die nacht sein sicher liegen. i mis 3. Wend' o treuer menschenhüter. Schaden, noth, gefährlichkeit, Halte habe, haus und güter Diese nacht in ficherheit, Nimm dich meiner gnädig an, kann. 2aß die treuen engelſchaaren Mich und was nur mein, bewahren. 19 4. Sollt' auch dein gerichte kommen, Sollt es diese nacht geschehn, HErr, so laß mich mit den frommen Diese nacht zum himmel gehn. Laß mich dir zur rechten sein, Sprich dies urtheil: komm herein, Du getreuer knecht, zum leben, Wo die frommen ewig schweben. 5. Oder reißest du den faden Meines lebens diese nacht, HErr, so habe doch aus gnaden Auf mich armen treulich acht. Nimm mich nur im glauben hin, Wenn du willst, denn ach, ich bin Willig, zu den himmelsfreuden In dir, heiland, abzuschei= den. 6. Ist es aber auch dein wille, Daß ich heint noch leben soll, Ach so schlaf ich sanft und stille, Denn in Esu ruh' ich wohl. Laß mich morgen frisch aufstehn Und an meine arbeit gehn, Die du mir in diesen tagen zu verrichten aufgetragen. 7. Hierauf geh' ich nun zu bette, Schlafe, JEſu, auf dein wort, Keleb chend, fort und fort, Weil mein herz beständig gläubt, Daß es fest dabei 568 Berufs- und Standeslieder verbleibt, Daß du uns willst selig| dich über mich! Ich fall' dir in die ar-= machen, Ob wir schlafen oder wachen. men, Ach schone gnädiglich! Abendlied am Sonnabend. Met. Herzlich thut mich verlangen. 998. Die allinienwoche legeht zum rende, nicht aber GOttes treu, Denn wo ich mich hinwende, Da ist sie immer neu. Die jeit kann wohl verschwinden, Nur GOttes güte nicht, Sie läßt sich täglich finden und giebt mir trost und licht, njun dilgün sim 80.35 dton 2. Ognädigster erhalter Von allem was ich bin, Hör', meines mundes pfalter Und nimm mein opfer hin Für 18. Ja du, mein GOtt, wirst waGOtt, wirst waalle gnadengaben, Die nicht zu zäh- chen, Ich werde ruhig sein; So mag der höllenrachen Sein gift nur auf mich spei'n. Dein kind wird sicher licgen, Als wenns im himmel wär'. Will mich der feind bekriegen, Deckt mich der engel heer.gg 9. Du wirst auch die versorgen, Die mein' und deine sein, So werden wir uns morgen In deiner kraft erfreun; Wir werden opfer bringen Und deiner gnadenmacht Mit Herz und mund lobsingen, Die uns so treu bewacht. 10. Soll dies in diesem leben Die letzte woche sein, Will ich nicht widerstreben Und mich im geiste freun Auf jenen feierabend, Den Christi tod geinacht, Und diese hoffnung habend Sag' ich nun: gute nacht! haben, Ist, höchster, alles dein. 3. Die ganze woche zeuget Von deiner gütigkeit, Die du zu mir geneiget. Ja meine lebenszeit Bom ersten wasserbade Bis diesen augenblick Rühmt deine wundergnade Im glück und ungelück. 4. Allein mein herze bebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein GOtt, gefränkt. Je mehr du mich geliebet Und meiner haft verschont, Je mehr ich dich betrü= bet Und nur mit haß belohnt. 5. Straf nicht in deinem grimme, HErr, meine missethat. Weil deine baterstimme Mich selbst gerufen hat, So schrei ich um erbarmen: Erbarm' 6. Mein glaube heißt mich hoffen, Es sei durch Christi blut Ein neuer bund getroffen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben Von nun an treu zu sein, Dein guter geift von oben Wird hiezu kraft verleihn. Mel. O GOtt, du frommer 2c. 999. t, der uns nach dem fall Die arbeit zugemessen, Der uns das brot im schweiß Des angesichts heißt essen, Dir ist der müssiggang, Der böses lehrt, verhaßt, Dem satan eine lust, Dem nächsten eine last time bin 7. Ich bin dein find aufs neue, Drum gieb, daß diese nacht Mich auch dein schuß erfrene, Der alles ficher macht. Ich werde gleichsam sterben, Der schlaf ist wie ein tod; Doch kann ich nicht verderben, Du lebst in mir, mein GOtt. IX. Berufs-, Standes- und Reiselieder. I. Für jeden Stand insgemein. 2. Gieb, daß ich willig mich In deine ordnung schicke und unter meis ner müh' Auf deinen rathschluß blicke. Wird gleich mein angesicht Mit saurem schweiß beneßt, Genug, daß du mich selbst In den beruf gesetzt. 3. Bewahre mur mein herz Bor bauch- und nahrungssorgen, Gieb für jeden Stand insgemein. mir mein täglich brot Und sorge selbst für morgen; Baß mich an meinem theil Das meine fleißig thun, Doch mein vertrauen stets In deiner liebe ruhn, 530 dni nofontag dard 4. 2d fördre, segens- GOtt, Die werke meiner hände, Sei du mein A und O, Mein anfang und mein ende. Laß mich bei meiner last Auf jenen fabbath sehn, Wo wir nach müh' und kampf Zu deiner ruhe gehn.und medisit molchisig sosur b2 thu 569 6. Gieb mir fleißig zu bedenken, Wozu ich geseget bin; Laß mich deis nen geist stets lenken Und regiere meis nen sinn, Daß ich, als dein treiler knecht, Dein wort lieben solches recht Und so viel ich kann, erfülle, Deur dies ist dein gnadenwille. Sour 7. HErr, so wird es auch gesche hen, Daß mir deine mildigkeit Alles reichlich wird ersehen, Was mir nütt in dieser zeit. Gieb mit mir mein taglich brot Und was mir zum himmel noth. Was mir nüßlich auf der erden Und dort selig, laß mir werden. 1000. Et, nichts fann mit bonim 100-jud chì ângi mus Mel. Werde munter mein 2c. Err, auf dieser erden Mel. Wer nur den lieben GOtt 20. Von uns menschen insgemein Ohne dich verrichtet werden, Oder wohlgedeihlich ſein. Steht uns deine gnad 1001. Mein GOtt, es ist und treu' Nicht in allen werken bei, Ach, so wirds in allen dingen Anders nicht als mißgelingen. bad this dein guter wille, Daß ich was gutes schaffen soll. Du giebest uns zwar hüll' und fülle Und machest alles segensvoll, Doch sollst du fraft dazu verleihn, So willſt du angerufen sein. 2. All' mein thun und meine fachen, HErr, empfehl' ich deiner treu', Du weißt alles wohl zu machen, Drum steh' mir in allem bei. Laß mich deinen segen sehn, Baß mein werk von statten- gehn Und, wozu es angefangen, Sein erwünschtes ziel erlangen. 3. Laß mich treulich alle pflichten, Die mich mein beruf gelehrt, Immer unversäumt verrichten, Hilf mir thun, was mir gehört. Richte meinen gan= zen sinn, Eifer, herz und fleiß dahin, Dir zu dienen, als dem höchsten, Doch zugleich auch meinem nächsten. 4. Hilf, daß ich durch müssiggehen Keine zeit verderben mag, Laß mich stets beschäftigt stehen, Hilf mir ferner crist, 1984 218 ein gottergebner träften ist, Deiner ordnung nachzuleben, Alles mit dir anzuheben. Was 5. Laß dem satan nicht gelingen Sein ihm vorgesetztes ziel, Der mich um den himmel bringen und zur hölle stürzen will. Stehe mir, o bater, bei, Daß sein werk vergebens sei, Wehre seinem mordbeginnen, Laß ihn nichts an mir gewinnen.1061 td 2. Gebet und arbeit bringt den egen Und müssen stets beiſammen stehn, So mich nun auf allen wegen In meines JEſu namen gehn; Mein auge heb' ich auf zu dir, Wirf einen blick herab zu mir. 3. Gieb mir gemüths- und leibeskräfte und stärke mich auf dieſen tag, Damit ich die berufsgeschäfte Mit freudigkeit verrichten mag. Was mir zu schwer und mühſam däucht, Mach' mir durch deinen beistand leicht. 4. Laß mich in allen meinen werten Auf deines namens ehre sehn Und das vor allen dingen merken, Nichts könne sonder dich geſchehn, Und ſo verdienst auch du den preis, Nicht aber unser schweiß und fleiß. 5. Bewahre mich vor hindernissen, Die welt und teufel öfters macht, Und gieb mir stets ein gut gewissen, Das auch bei saurer arbeit lacht. Bezähme du mein fleisch und blut, Wenn ihm die arbeit bange thut. 6. Gieb mir auch ein vergnügtes herze, Daß ich mit dir zufrieden bin 5702 Und deinent segen nicht verscherze Dinh ungeduld und eigensinn. Der ist gesegnet in der that, Der sein bes schieden theil me hat. to Bermehren sich gleich die beschwerden Stellt sich dein ſegen nicht bald ein, Sodaß mich doch nicht müde werden. Die ſtunde will erwartet sein, Smwelcher du nach hitz und last Den groschen mir bestimmet haft.dpusid 8th llnd wenn du mir nun das gegeben, Was mir hier nüß und ſelig ifth So laß mich deine gut' erheben, Brilt du die segensquelle bist, Die disld thift 191bdiladů mad ol Gall Berufs- und Standeslieder man gav leicht verstopfen kann, Nimmt man nicht alles dankbar an. 2. Ach, laß dein wort uns allen Noch ferner rein erschallen, Zu unsrer seelen muß. Bewahr' uns vor den rotten, Die deiner wahrheit spotten, Biet allen deinen feinden trup. 3. Gieb HErr, getreue lehrer Und unverdroß'ne hörer, Die beide thäter sein; Auf pflanzen und begießen Laß dein gedeihen fließen Und ernte reiche früchte ein. 9, Die arbeit kann nicht ewig währen, Es kommt einmal der ruhetag, Der wird die laft in lust verkehren, Die uns hier auf dem rücken lag, Da leget uns der tod ins grab Und wischet schweiß und thränen ab. 10. So werf ich nun in deinem namen Mein neß, wie du befohlen, aus; u8;* Sprich du zu allem thun dein amen, Und mache lauter segen draus. Thu' ich nicht einen reichen zug, Hab' ich mit dir doch stets genug.* Luc.5,5. nchi aum id solwog mig, and hoft. Für die drei Hauptstände. sid 1 802 mphiskon tre galle 4. Gieb unserm könig glücke, Laß deine gnadenblicke auf den gesalbten gehn, Schüß' ihn auf seinem throne, Laß scepter, reich und krone In segens= vollem glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr amt getreulich führen und schaffe jedem recht, Daß fried' und treu' sich füssen, Wir nichts als gnade wissen; Segn' uns als dein erwählt geschlecht. 6. Ach, wend in allen gnaden Krieg, feuer, wasserschaden, Sturm, pest und hagel ab; Bewahr' des landes früchte und mache nicht zunichte, Was uns dein milder segen gab. af 1120.stm radalla Bondil murdi no al 28 Mel. Nun ruhen alle wälder. 7. Verleih' uns ruh' und friede, Gieb 1002. Herhöre, Breit dei- funde luft; Laß noth und theure jeialle feinde uns genes namens ehre Un allen orten aus, Behüte die drei stände Durch deiner allmacht hände, Schüß' firche, obrigfeit und haus. ten Sich nie bei uns ausbreiten, Wo man nach brot aus hunger ruft. 8. Die hungrigen erquice Und bringe die zurücke, Die sonst verirret sein. Die wittwen nebst den waisen Wollst du mit troste speisen, Wenn sie zu dir um hülfe schrein. 9. Sei vater aller finder, Der schwangern ihr entbinder, Gieb säugenden gedeihn; Zieh unsre zarte jugend zur frömmigkeit und tugend, Daß sich die eltern ihrer freu'n. 10. Hilf, als ein arzt, den kranken, Und die im glauben wanken, Laß nicht zu grunde gehn. Die alten heb' und trage, Auf daß sie ihre plage Und noth geduldig überstehn. 11. Bleib der verfolgten stüße, Die reisenden beschüße; Die sterben= den begleit' mit deinen engelschaaren, Laß sie in frieden fahren Zu Zions freud' und herrlichkeit. 12. Nun, HErr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem willen In demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun das amen In unsers JEsu namen, So ist gewiß der wunsch gewährt. sod 1000 pall on our bod usluk für die drei Hauptstände: Bet, Wird GOttes stell' verwalten, Soll man in ehren halten, Der sie drum götter mot Für die Obrigkeit. ile 1003. 20 obrigkeit GOtt Mel. HErr Christ, der ein'ge 2c. feget als seine ord Wer sie nicht dafür schä Hands nung echt ohn' strafe sein. Die Binich, v HErr, bereitz Mein thun nennt. 2. Was sie amts halber heißen, Muß man nicht weigern sich, Gehorsams sich besleißen, Sind sie gleich wunderlich. GOtt kann ihr herz bald lenten, Daß sie doch einst bedenken, Sie stehen unter GOtt; bor ge= 3. Daß sie von ihrem leben, Was hier durch sie geschicht, Einst schwere rechnung geben Dort richt, Auf daß von ihnen werde Die anvertraute heerde Geliebet und ge= pflegt. 4. Durch sie uns GOtt verleihet Nuh', ficherheit und schutz, Wir sind durch sie befreiet Bon böfer leute truß Es müssen, die uns hassen, uns doch zufrieden lassen, Das schafft die obrigfeit. 5. Darum ihr auch gebühret Schoß, schagung, dienst und pflicht, Denn was ihr amt mitführet, Wird da= durch ausgericht't, Und soll mans auf begehren Ohn' murren und be schweren Entrichten williglich. 6. Wenn man zu dienst nur stehet Vor augen und zum schein, Daß man der straf entgehet, Da ist das Herz nicht rein; Der hat ein gut gewissen, Deß Herz also beflissen, Daß es die obern liebt. 5018 * 7. Ach HErr, verleih' uns allen, Daß wir nach deinem wort Den obern zu gefallen Bereit sein immerfort, Daß wir als treue glieder Dem haupt nie sein zuwider, Das für uns sorgt und wacht. zu werden, Ein großer königslehørt!! Deß regiment vor allen Dem HEr2 rent wohlgefallewdi Eri fagetipdiefest Jon David, Pis10tb] 2. Borguladhind recht zu fingen wort: breit, und stets vorsichtig wandlen laß so gelingen, Daß ich dein lobi nusl Auch redlich mit den handle, Der mit hier zugehört immined im nochforg 3. Ich nehminicht vor die sachen, Die bös und unrecht sein, Daß ich fier gut wollt' machen Durch lift und recht und laff den übelthäter Nicht bleiben tesscheinz Ich haffh den übertreter hier bei mir. Den bösen leid ich nicht, Noch den, 4. Ein gottlos herz muß weichen, leut' vernicht'; Bei mir kann nicht alt der pflegt zu schleichen, Daß er die werden, Der stolz ist von geberden und hoch von muth und sinn. Nach denen, welche treu, Mein herz 5. Mein aug' im lande schauet dem diener frauet, Der GOtt fürcht't ohne scheu; Die falschen leut' ich meide, Den lügner ich nicht leide In meinem haus bei mir. 6. Die bosheit thun und schande, Bertilg' ich allesammt, Ich jag' ſie aus dem lande Und brauche bald mein amt; Die müssen von mir ferren Sein aus der stadt des HErren, Die übels thun. gerne * 7. GOtt, er du uns gegeben im Christliche obrigkeit, Erhalt' sie lang' leben und deiner furcht allzeit, Gieb ihnen kraft und gnade, Daß sünde, schand' und schade Durch fie werd' abgewandt. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 1005. GOtt voll macht und dem der stand und orden Der obrig wunderthat, Bon feit durch weisen rath Selbst einges seget worden, Du hast, nachdem du ihn gestift't, Ihn auch in deiner heil Mel. HErr Christ, der ein'ge 2c. 1004.hr richter hier auf ergen schrift Aus guaden feſtgeſeßet.iſsu 2. Erhalte doch die obrigkeit, Durch amtleut', hört, Wie euch, recht flug die wir sicher bleiben, In segen und 572 Berufs- und Standeslieder zufriedenheit, Baß deinen geist sie treiben und fülle sie mit glaubensfraft, Damit sie dir viel nußen schafft Und niemals von dir weicherd 3. Eieb ihr gesundheit, stärk' und muth Und laß fie reichlich spüren, Was leib und seele nöthig thut, Baß fie gerecht regieren; Ja, fröne sie mit glüd und heil, Sei selbst ihr vater, ichup and theike Halt' fie in deiner grade.Duleschish not de bod 1402aß unter ihrer hut und macht llus nichts als friede spüren, Daß wir, durch ihren schuß bewacht, Ein stilles leben führen Geruhig in gottfeligkeit, Die tugend üben jederzeit Zu deines namens ehre. 5. Beſchirme ſie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, mit aller macht, gewalt und trug Ihr niemals schaden können. Was ihrem amt entgegen ist, Der feinde trug, der bosheit list, Laß, HErr, zu schanden weriden.sonda goniná 6. Gieb denen eifer, fleiß und treu', 18. Bekehre, die verirret sein, Und hilf vor allen dingen, Daß haupt und glieder insgemein Dir lob und ehre bringen; Führ' uns dereinst nach dieser zeit Gesammt zu jener herrlichkeit, Wo wir dich ewig preisen. werden, Du pflanzest dein so theures wort Durchs predigtamt beständig fort, Das uns zur buße locket. 2. Nun HErr, du woll'st uns gnädig sein Und immer lehrer geben, Die heilig, unverfälscht und rein 3m leh= ren und im leben; Verleih' uns deinen geist, daß wir Sie freudig hören, und allhier Auch heilig darnach leben. 3, 2aß uns den lehrern, die dir treu, Gehorsam sein, sie lieben, Uns, ihnen ohne heuchelei 3u folgen, treulich üben, Sie wachen auf des HErrn befehl und müssen wegen unsrer seel' Einst schwere rechnung geben. enfrer feel Vom Ehestande. Mel. HErr JEfu Christ, meins 2. Die unter ihnen leben, Daß jeder: 1007. GOtt, deß gnaden mann und pflicht zu geben. Laß uns das haupt, den höchsten stand, Und alle, die von ihm gesandt, In allen ehren halten. voller rath eh'stand eingesetet hat, Der du ihn segnest, schüßest, liebst Und ihm glück, heil und gnade giebst: 7. Behüt' uns aber, höchstes gut, Vor dem, der leicht entbrennet, Durch übereilung schaden thut, Durch zorn in unglüd rennet; Gieb obern fanftmuth und geduld, Daß sie durch macht, doch mehr durch huld, Flor, heil und ruh' befördern. Der Zuhörer für die Lehrer. Mel. HErr JEfu Christ, du höchstes. 1006. ie liebt du doch, o treuter GOtt, Die menschen auf der erden! Du läsfest ihnen dein gebot Und willen kundbar 4. Regier' uns auch, daß wir sie nun Versorgen, lieben, ehren, Daß sie ihr amt mit freuden thun Und nicht mit seufzen lehren. Denn solches ist uns ja nicht gut, Wenn jemand ihnen übels thut; Davor behüt' uns gnädig. 2. Wend' ab des satans macht und list, Als der ein feind der ehen ist, Damit sein bosheitvolles gift Nicht zwietracht, haß und schaden stift. 3. Gieb segen, wenn ihr treuer fleiß In ihres angesichtes schweiß Die nahrung sucht, gieb, daß dabei Auch stets ein rein gewissen sei. 4. Gieb, daß sie mit gebet und flehn, Mit lieb' und eintracht zu dir gehn, Und wenn ihr herz voll andacht schreit, Gieb, daß ihr werk quch wohl gedeih't. 5. Ja, wenn sie freuz und kummer drückt, So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald und gieb, daß sie zulegt Dein gnadenreicher trost ergößt. 6. Laß eltern schand' und sünde fliebn Und fromme finder auferziehn, Daß einigkeit, zucht, schaam und treu' Zu aller zeit im wachsthum ſei. 7. Laß, die im ehestande stehn, für die drei Hauptstände. Stets tausendfachen segen sehn; Gieb daß fie deinen willen thun Und stets in deinen armen ruhn. 8. O treuer GOtt, wir bitten dich: Regiere fie stets gnädiglich und halte fie die lebenszeit In deiner furcht und heiligkeit. nadal i de o 9. So sagen sie dir lebenslang, 6. Führ' ihre ganze lebenszeit Bur Dreiein'ger GOtt, von herzen dank, Bis dich, GOtt väter, sohn und geist, Dort unser mund unendlich preist. gottesfurcht und heiligkeit Durch deiz nes geistes stärke Regier und denke doch ihr herz Von fleischeslust) voin deitlen scherz, Allein auf gute werke. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 1008. Wie herrlich leucht't der gnadenstern Voll güt' und liebe von dem HErrn, Im stande heil'ger ehe! Fängt je mand ihn mit Eſu an, Dem ift GOtt gnädig zugethan, Cem hilft Laß die, So hie Ehen schließen, Heil genießen, Segen ſehen, Und zur lammeshochzeit gehendi dil esin 1193909 1911 disput- si@ listpilst Der Eltern für ihre Kindet. Mel. IEsu, deine heil'gen wunden. finder, nimm er aus der höhe, Denn er Selber 1009. Sorge doch für meine die triebe den herzen Und versüßt des kreuzes schmerzen. 573 gemacht Und willst sie noch bedecken, Dein geist regiere mann und weib, Daß sie ein herz, ein fleisch und leib, Dein bündniß nie befleckenzithre, Führe Thre seelen Dich zu wählen, Dich zu ehren, Laß sie keine hoth bes schweren. dion als dour diet onde dich ihrer an! Sind sie gleich vor dir nur fünder, Sind sie dir doch zugethan, Und durch deines sohnes blut Gleichwohl dein erworbnes gut; Darum sei ihr lieber vater, Heiland, schüßer und beratherap 2. Sie sind dir von findesbeinen Schon durch Christum deinen sohn, Zugeworfen als die deinen, Weil dein gnadenbund sie schon Durch das heil'ge wafferbad Liebreich aufgenommen hat, Und du machst sie, wenn sie sterben, Gar zu deines reiches erben. 100 3. Du hast sie bisher ernähret Und so manchem unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie sonsten überall Leicht und plößlich umgestürzt Und ihr leben abgekürzt; Aber deine vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt' ich dir für solche güte, HErr, nicht stets verpflichtet sein Und mit dankbarem gemüthe Mich bei solchem glücke freu'n? Zeigt' ich, HErr, nicht jedermann Diese gnadenwohlthat an, Ach, so müßt ich, als vermessen, GOttes, meines heils, ver= geffen. * 5. Nun GOtt, du hast es wohl 09039 300 TD mcm bedacht, Die heil'ge ordnung selbst 5. HErr, du bist was mich ergößet, 2. GOtt ist es, dessen weiser rath Den ehestand gestiftet hat; Er ist, der Evam machte, Und diese tugendvolle braut, Die er aus Adams ribb' erbaut, Zum ersten menschen brachte. Chen Sehen Derowegen GOttes segen; GOtt beglücket, Was er stiftet, fügt und schicket. 3. So lebt ein Abraham beglückt, Wenn ihm GOtt eine Sara schickt; Ein Jakob wird gesegnet, Wenn ihn die Lea zärtlich liebt, Wenn ihm der HErr die Rahel giebt. Und so viel wohlfein regnet Täglich Reichlich Auf die seelen, Die GOtt wählen, Die fich lieben Und zugleich die tugend üben. 4. GOtt schmückt ihr ihm geliebtes haus Mit wohlgerathnen zweigen aus, Woran sie freude sehen, Und bricht gleich oft ein freuz herein, Will er selbst trost und helfer sein Und stets zur feite stehen. Endlich Soll sich Nach dem leide Ew'ge freunde Für sie finden, GOtt will ihnen kränze winsinun o Benifsund Standeslieder Meinerseeletrostand heil, Das mein| Daß ihr das brot est ohne ruh', Und herz am höchsten schäßef, HErr, du bringt die zeit mit sorgen zu fing bist mein gut und theil. Bleib auch m3m Wert bei der arbeit GOtt ruft meiner finder GOtt Baß sie doch in an, Befindet, daß er wohl gethan, feiner hothundsin keinem Freuz ver- Weil GOtt es denen, die er liebt, Im derben Bighie endlich selig sterben schlaf und ohne sorgen giebt. 816 Schüße sie vor bösen leuten Und vor der verführten schaar, Laß doch ihren fuß nicht gleiten, Führe sie doch ininterdar Auf der wahren tugendbahn, Bent' ihn herzh stets himmelan, Bis fieleinst guideinen freuden Aus dem jammerleben scheidend on 171Können sie auf dieserlerden Hier und wo es dir gefällt Dir und men schen mitglich werden; So laß ihnen indder welt Wo sie wandeln, stehn und gehn Deine furcht vor augen stehn, Daß sie dich im thun und lassen Stets in ihre herzen fassen. s 7. Hilf GOtt, daß ja die kinderzucht Geschehe stets mit nuk' und frucht, Daß aus der finder mund dir werd' Ein lob bereitet auf der erd'. n8 Madhy' fie dein- und ihren feinden Trotter bater, nie zum spott; Mache sie zugleich den freunden Nie zur last; verleih', o GOtt, Daß fie nie ein unfall schrect, Ihnen nie ein leid erweckt. Laß den feind nicht ihrer lachen, Noch ihr unglück größer machen. 8. Laß sie den eltern insgemein, Den obern auch gehorsam sein, Und meiden all' ihr lebenlang Den eigensinn und müssiggang. 9. Endlich wenn die zeit verflossen, Daß sie diese lebenszeit Tugendhaft und fromm genossen, Und sie nun zur ewigkeit Ihren eintritt müssen thun, So laß alle schmerzen ruhn Und sie 10. Darinnen laß sie sein gewiß, dann, nach sanftem sterben, Glau- Auch fliehen schand' und ärgerniß, bensvoll den himmel erben. 9. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht Heilsame lehr' und unterricht, Damit aus deinem wort und mund Ihr glaube habe festen grund. 10. Gönne mir die große freude, Daß ich an dem jüngsten tag Nach so vielem kreuz und leide Einst mit jauchzen sagen mag: Liebster vater, ich bin hier Nebst den kindern, die du mir Dort in jener welt gegeben, Ewig will ich dich erheben. Mel. Das ist fürwahr ein köstlich zc. o GOtt nicht fel1010. 23° be baut das haus, Da richtet keine müh' was aus; Wo GOtt die stadt nicht selbst bewacht, Da schüßt sie keine stärk' und macht. indis hid thin and 2. Es ist umsonst, daß ihr aufsteht Früh morgens, und spät schlafen geht, 4. Sieh, finder sind des höchsten gab' Und edler als all' andre hab'; GOtt ist, der leibesfrucht bescheert, Wenn er der eltern bitterhört. 5. Wie pfeile in des starken hand, So iste mit knaben auch bewandt: Viel gutes da gewiß geschieht, Wo man die jugend wohl erzieht. Jade 6. Wohl dem, dem GOttes gnadenrath Viel fromme föhn' gegeben hat, Der wird zu schanden nimmermehr, Er hat bei freund und feinden ehr. Daß man sie ja daselbst nicht find't, Wo sich versammelt leicht gesind'. 11. Durch deine weisheit, macht und güt' Vor allem unfall sie behüt', Führ' du sie selbst auf rechter bahn, Weil dann ihr fuß nicht gleiten kann. 12. Hilf, daß sie dich, GOtt, überall Bor augen haben allzumal, Und sich befleißen jederzeit Der tugend, zucht und ehrbarkeit. 13. laß du fie geſegnet ſein, Daß ſie die Wo sie ausgehen oder ein, Da lebenszeit und fahr Zubringen christlich immerdar." 14. Und endet sich dereinst ihr lauf, So nimm sie, HErr, zu dir hinauf, Auf daß sammit ihnen wir zugleich Dich preisen dort in deinem reich. für die drei Hauptständé 6nt15. GOttbater, sohn und heil'ger geist, Von dem uns alle gnad her fleußt, Wir loben dich, wir danken dir Busammt den findeen für und für. Idsil as sidd a HC list! idaro magsal ando du Jaldi Der Kinder für ihre Eltern. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2. on 1011. frommer GOtt, ich danke dir, Daß du ſo liebe eltern mit Aus gnad und huld gegeben, und noch zur zeit Sie mir zur freud' Erhalten bei dem leben. door onspurg 310 Nm 2. Verzeihe mir die misſethat, Die dich und sie beleidigt hat; Laß mich es nicht entgelten, Daß ich, mein GOtt, Auf dein gebot Geachtet so gar selten. 3. Gieb mir ein herz voll dankbarfeit, Das meiner eltern eifer scheut, Nicht thut, was ihn erreget, Sich ihrer lehr' Auch nimmermehr Aus bosheit widerleget. 4. Ach, präg' mir ein, wie sau'r und schwer Ich bis aujeßt vom urprung her Den treuen eltern worden. Belohne sie Für solche müh' Dort in der engel orden. 5. Gieb meinen eltern fried' und ruh', Es decke sie dein segen zu, Hilf ihr freuz ihnen tragen; Behüte sie Doch spät und früh Vor trübsal, angst und plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre zeit, So führ' sie aus der sterblichkeit Hinauf ins reich der ehren: So preif ich didy, HErr, ewiglich, Wenn du mich wirst erhören. 875 Sonstehe diismir beig 13h dirnsicht meine zuversicht Seisselbst mein pas ter trost und licht.nu tug nism fid 3. Ach flöße mit wahre tugend So werd'nichimmer glücklich sein HErr, leit und führe michh; Laßt mich Bei dirin gnaden ſtehn, So wird müré immer wohl ergehnistidid 1 FOO 4. Von die kommt alles, was mib gut: Drum gieb mir weisheit, Braft und muth Durch deinen guten grift; und stets das beste theil erwählti mod Damit mein herz ja niemals fehlt? 1954 Beschüß mich auch treler und noth, In seeb und leibsgefahns GOtt, Im freuz, verfolgung, angst Beded mich durch der engel watch, Als GOtt und helfer, stag und nachtu 64 Onbrunnquell aller gütigkeit, Bescheere mir doch jederzeit Mein leicht für jeden rath, Den deine hand stüdlein täglich brot! Du weißt ja erschaffen hat. nss thisleny si sporte 17. Du hörest, wenn die fraben schrein, Drum laß dein kind erhöret sein Und nimm mein seufzen auf, viel zu diesem leben nothing e Gieb kleider, unterhalt und brot, So 8. Ich werf all' meine forg' auf dich: Mein GOtt und HErr, versorge lob' ich dich, so dank' ich dir Für solche mich und mach' es immer wohl, So gnade für und für. 9. Bricht dann mein lebensziel mels sein. Erlang' ich dieses mur, So herein, Laß mich ein kind des himacht' ich weder noth noch qual In dies sem jammervollen thal. Eines Kaufmannes. Eines Waisen. betrübst Mel. Herzlich thut mich verlangen. vater, du re= 1012. weld ein leiden, 1013. Mierest Dengan das mich drückt, Das du mir, vater, zugeschickt, Weil leider mir der tod Die eltern zwar auff deinen rath, Doch viel zu früh, entrissen hat. zen freis der welt, Du leitest, lenteft, führest Uns, wie es dir gefällt. Du hast es selbst gegeben, Daß ich, als handelsmann, In ehr' und tren' mein leben Durch dich erhalten kann..thom 2. Ich weiß in ängsten nicht wohin: Uch, weil ich arm und elend bin, 2. Mir ist ein pfund vertrauet Von deiner gnadenhand; Dein heilig aut 576 Berufsund Standeslieder ligsfaner Wie es wird angewandt:|| Druin gieb mir deinen segen, Regiere meinen finn, Daß ich auf allen wegen Geschickt und weise bin. G and thu' auf dein geheiß, Bum guten ende kommen, Und lenke meinen fleiß 3u Beinem preis und ehren. HErr, hilf mir guädiglich, Du kannst die nahrung mehren, Drum komm und ſegne mich. pdnim dusuls 3. Ady lente meinen fauren fdheiß Zu deines großen namens preis und dann zu meinem nuß' dabei, Gieb, daß es niemand schädlich sei. 4. Bei flein deinen milden feger sein, Weil ich nicht großes gut vermag, S gieb mir nöthigen verlag.. Eines Handwerksmannes. Mel. HErr JEsu Christ, dich zu 2c. 1014. De as walt' GOtt vater, und GOtt sohn, Und heil ger geist im höchsten thron! Mit dir fang'ich die arbeit an, Hilf, daß ich sie vollenden kann. 2. HErr, segne mich! dein geist verleih', Daß, was ich treibe, glücklich sei, Leit meinen anschlag, that und rath, Daß er erwünschten fortgang hat. doff( 20) Jus TE 5. Nimm dich auch meines hauses. an, Das ohne dich nichts schaffen fann, Steh' ihnen bei, gieb ihnen ein, Daß sie fromm, treu und fleißig sein. 4. Laß mich zum ersten trachten, DGOtt, nach deinem reich. Ich weiß, die dicy verachten, Die müssen einst zugleich An leib und feel verderben; Wer dich nur liebt und ehrt, Der kann sein brot erwerben, Weil ihn dein segen nährt. bid stid be 615. Gieb mir zu meinen fachen Ver= stand und guten rath Und kraft, es so zu machen, Wie man es gerne hat. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. ein GOtt, du fel= Eines Ackermannes. E Regier auch die gedanken, Und laß 1015. Mber haft Ja meidoch meinen sinn Nie von der tugend wanten, Wenn ich im handel bin. 6. Nun HErr, mein vater, sende Die engel vor mir her! Durch diese wächter wende, Was mir allein zu schwer. Doch wo du mich mit plagen Und freuz belegen willt, Laß michs geduldig tragen, Bis daß dein will' erfüllt. nen stand gestiftet: Sobald der schlange list Des menschen herz vergiftet, Hast du dem Adam schon Den feldbau auferlegt; Du bist, der noch den stand Voll treu' erhält und trägt. 7. Dies alles wirst du geben, Du, dessen weiser rath Mir seele, leib und leben Und gut verliehen hat. HErr, schüß es, HErr, behüte Mich selbst und was nur mein, Nimm mich aus lauter güte Zulegt in himmel ein. 2. Gieb, daß ich fleißig sei In meines standes werken, Laß deine fraft mich stets Bei meiner arbeit stärken, Gieb, daß mein herz an dich Bei größter arbeit denkt und sich von eitelkeit Und geiz zum himmel lenkt. 3. Erhalte mir dein wort Und saframente reine, Gieb, daß ichs treu mit dir und meinem nächsten meine, Erhalte mich gesund, Bewahre mir mein land, Bewahre haus und hof Vor dieben, mord und brand. 6. Nun, HErr, durch deine milde hand Gesegne mich und meinen stand, Bring' uns auch endlich allzugleich Mit freuden in dein himmelreich. 4. Gesegne mich, mein GOtt, Gesegne was ich habe, Denn alles dieses ist Nur deine gnadengabe. Gesegne feld und frucht, Gesegne thier und vieh, Gesegne haus und hof, Gesegn es spät und früh. 5. Laß mich zufrieden fein Mit dem, was du mir giebest, Du kannst leicht mehr verleihn, Wenn du es nur beliebest. Gieb mir mein lebenlang Mein bischen ehrlich brot, Und bleib für die drei Hauptstände. 577 im sterben auch mein und der meinen|| deinem wohlgefallen. Leit' mich allzeit GOttan Brimon- storesnis auf rechter bahn, Und feng' ich etwas gutes an, So führ' es wohl zu ende. de 5. Dir ist, o GOtt, mein amt bes Du weißt, daß mir in meinem stans fannt Und was dies mit sich führet, den weg zu thun gebühret: Bring mich gesund, wohin ich soll, meine werke segensvoll, Führ mich gesund zurücke ordem pourdon Lent 6. Wend' unterdessen noth und pein Bon meinen anverwandten, freunden und bekannten, Laß sie dir, Bon allen, die zu hause sein, Bon GOtt, befohlen sein, Hilf, daß ich ſie und was nur mein Im guten stande finde endin tond mist line? 7. Ich bitte dich, mein GOtt, ber leih', Daß ich behutsam wandle, Und immerdar voll vorsicht sei In allem was ich handle. Durch deines geistes gütigkeit Gieb rath, verstand und rechte zeit Zu meinem thun und lasſen.and be nisa intrea 8. Schic' deinen engel vor mir her, Den weg mir zu bereiten, Befiehl, daß er dem satan wehr Und allen bösen leuten; Nimm mid), o HErr ,in deinen schuß, Daß ihre list, gewalt und truß Mit nimmer schaden könne. 9. Nun, vater, dir ergeb' ich mich), Du kannst mir hülfe senden. Bewahr' und führ' mich gnädiglich Hier und an allen enden, Und laß mich bald, wo dirs gefällt, Nach aller unruh' dieser welt Bei dir dort ruh' erlangen. Alter Leute, sin 29 and Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 1016. Di preifid, och ich ster GOtt, Mein schuß und mein erhalter, Weil du mich gnädig führst Und leitest bis ins alter. Vergieb mir alles, was Ich wider dich gethan, Und sich durch Christi blut Mich mit erbarmen an. 2. Ich nehm' an kräften ab und zu an unvermögen, Drum wirst du mich hinfort Auch väterlich verpflegen. Mein hoffen ist und bleibt Auf dich mein GOtt, gestellt, Bring' mich mit ehren durch, Und selig von der welt. 3. Heb', trag' und führe mich, Mein GOtt, wie du verheißen; Laß mich für deine huld Dich lieben, lvben, preisen. HErr JEsu, schließe mich In deine wunden ein, Laß mich durch sanften tod Bald ewig bei dir sein. Reisegesänge. Mel. Nun freut euch lieben christ. 2c. 1017. In einem namen, o ich zur reise gehen: Du, der mein hirt und hüter ist, Wirst mir zur seite stehen. Mein leib und seel' befehl' ich dir, Nebst ehr' und gut, und was du mir Auf dieser welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser zeit in dieſer sterblichkeit Wuch niemals Mit viel gefahr umfangen, Ich werd' ruh' erlangen: Ich bin ein pilgrim, der so fuß Als stab stets weiter setzen muß Und hier fein bleiben findet. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu Die noth auch überwinde, Bis daß ich dort die wahre ruh' Und rechte heimath finde. Da ist dann müh' und forgen aus, Da bin ich eigentlich zu haus; Die unruh' hat ein ende. 4. An diese ruhstatt' denk' ich nun Anjeßt bei meinem wallen, HErr, hilf und lehre mich hier thun Nach er nur 1018. GOtt verreiſet, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Dem wird von GOtt auch bahn gemacht, Weil er ihm lauter wege weiset, Worauf sein gnadenauge wacht. Hier gilt die lofung früh und ſpat Wohl dem, der GOtt zum führer hat 2. Wenn Jakob durch die wüstz gehet, Trifft er ein liebes Bethel anz Wenn Israel am Jordan stehet, Zeigt ihm der HErr ein Canaan; Geht David in das that hinab, So lehnt er sich auf GOttes stab. 37 ind 578 Berufs- und Standeslieder. 3 GOtt hat sich gar zu sehr ver-| Mach' aus- und eingang so beglückt, bunden, Er wolle bei den seinen sein: Daß mir kein fall das ziel verrückt. Kein ort wird in der welt gefunden, * 1. B. Mos. 32, 1. GOtt zieht mit ihnen aus und ein, Durch feuer und durch wassersnoth, Auch selber mitten durch den tod. 4. Er gängelt mich mit vaterhänden, Sein gnädig auge leitet mich, Er will mir luft und wetter senden, Das meiner reise förderlich; Ja seine liebe soll allein Mein bester schirm im sturme sein. 5. Er ist mir wolf- und feuersäule Sowohl bei bei der iſt, der mir die langſte melle Butt Furzen schritte macht. Kein stein wird in den weg gelegt, Den er nicht auf die feite trägt. 6. Er selbst ist wahrheit, weg und leben, Und wer ihm folgt der irret nicht; Er hat uns selbst sein wort ge= geben, Daß uns bei ihm fein leid ge= schicht: Und wenn der weg voll dra= chen wär', Geht doch sein schuß stets vor uns her. 11. Bleib bei uns, wenns will abend werden, Gieb licht durch deine gegenwart, Sei hier mein leitstern auf der erden, und ist der kreuzsteg schwer und hart, So tröst' uns auf die ruhestatt, Die man in Christi schooße hat. 12. Wirst du bei mir auf diesem wege Mit deinem schuß und leitung sein, Und auch indessen deine pflege * 2. B. Kön. 6, 17. 8. So wallen wir allhier auf erden, Wo wir nur arme pilger sein, Bis wir dort himmelsbürger werden, Da gehen wir zu JEsu ein. Ein sanfter tod zeigt uns die bahn, Wie man zur heimath kommen kann. So soll dies unser opfer sein: Gelobet sei der HErr allein! 13. Wir wollen einen altar bauen, Der Eben- Ezer heißen soll*; Daran soll man die worte schauen: GOtt führet feine finder wohl. So findet diese losung statt: Wohl dem, der GOtt zum führer hat! * 1. Sam. 7, 12. 7. Die wagenburg ist stets geschlagen, Die er um Dothans berg gelebt 1019. Nendet, HErr, die zu Nach geendigter Reise. Mel. Werde munter mein gemüthe. un reise vollEr läsfet uns auf händen tragen, Daß uns fein stoß den fuß verlegt. Die engel müssen, wo wir gehn, Zur rechten und zur linken stehn. vollenden war; Dir, durch den ich sie geendet, Bring' ich nun mein danklied dar, Weil mich deine gnadenhand Wohl und sicher durch das land Wieder bis hieher geführet, Daß mich keine noth berühret. 2. Du, mein GOtt, hast mich bewachet, Deiner engel schirm und hut Schüßte mich und hat gemachet, Daß ich frisch und wohlgemuth Hier nun angelanget bin. Nimm mich selbst zum opfer hin Für die gnade, die mich deckte, Daß mich kein betrüben schreckte. 9. Indessen lassen wir uns führen, Wie GOttes hand uns gnädig lenkt, Weil wir aus seiner leitung spüren, Daß er auf unser bestes denkt. So wunderlich es oftmals scheint, So felig ist es doch gemeint. 10. Ich reise, HErr, in deinem namen, Sei du gefährte, weg und stab. Die helden, die zu Jakob kamen Send' auch zu meinem schuß herab, 36k palthod is A zdaj si bod ASA githuais do quhen sind 200 mlindad * T8 3. Nun ich bitte, vater, weiche Nicht von mir mit rath und that, Bis ich jenes ziel erreiche, Das mein geist noch vor sich hat. Führ' mich aus der jammerzeit Dort zur frohen ewigkeit; Ich verlange von der erden, Laß mich ewig selig werden. 136ledno dnu ju 818 abolgad of goonis Cru- Bun cost? 390 l ug ang con tod 100% ablas laig Bed Dot nisi sionist neist med ind ellom 13 nomurd 1 SJ01 admila tisa 190 mi oni to ni mis du aun nandi tim Idriz na dianésinar chud onu su b 6.17 Dim 8mma and dist smisd torud til den sdzsat 6msdo mai im midis geg gagn and ins67 796 um un omur but one du nord dot med band mettim ols] buls borlod tim im topning 10 A him tatal squn giding ind da nam si tofados sinons tot anu fiul im Dim 10 and sooth mastoid no sim ind ud fik& mutil du dich) mand til apsu gold anisa nolladril chus dull mis sms) 6+ 670) 21197 mm 80 mi maih) sed nisi nisin Dol adsil a) mad sinbrisust day loat tim d Register des Gesangbuchs.d B006 notratnom bom sting) nut noured antin nomiy asosak Etwo thin is maging gaat med mi notoll oth 10-10 14 Jobs$ 119) 910 3000 407 76 276 331 158 from ho do tisdadoar fi fobi 10 Ach HErr, stärke meinen glauben 480 pach HErr mein GOtt und. Ach HErr, wie schrecklich ist 2ch HErr, wir arme sünder Ach, höchster GOtt, verleihe Ach JEsu, dessen treu' im Ach JEsu, laß mich jetzt in... 254 Ach JEsu, meines lebens licht. 359 Ach, könnt' ich mich doch bekehren. 282 Ach, muß GOttes sohn selbst Ach, sei mir gnädig, HErr. Ach, so lieg' ich und empfinde Ach treuer GOtt, barmherzig Ach treuer GOtt, ich ruf zu Ach treuer GOtt, wie geht 487 Ad) vater der barmherzigkeit.. 225 Ach bater, unser GOtt, der Ach bater, zürne nicht, der Ach was hab' ich ausgerichtet. Ach, was hat für wunderliebe 55 296 496 457 411 230 A. 231 Abba, lieber vater höre Ach, allerliebster schaß, ach. 83 Ach, daß der mensch die flüchtig. 414 Ach, daß ein jeder nähm' in acht 50 Ach, erkennet liebste seelen 143 Ach ermuntre dich, mein geist,. 550 Ach, freundlichster HErr JEsu. 402 Ach frommer GOtt, dir sei 495 Ach GOtt, der satan giebt mir. 478 Ach GOtt, deß geist die geister 415 Ach GOtt, du unser lebenslicht 438 Ach GOtt, ich muß dir flagen. 299 Ach GOtt, verlaß mich nicht 149 Ach GOtt und HErr wie groß. 295 Ach GOtt vom himmel sieh 265 . • • Ach GOtt, wie ist das christen. 326 Ach GOtt, wie schrecklich ist 445 486 Ach GOtt, wie schwer ist mir Ach GOtt, wie sehr bin ich. 419 Ach GOtt, wie viel mühseligkeit 390 Ach GOtt, wie wird der mensch 417 Ach GOtt, wir menschen sind 413 435 Ach GOtt, wir treten hier vor Ach HErr, befehre mich zu. 201 Ach HErr, dir ist bewußt die. 283 Ach HErr, lehre mich bedenken. 505 ... ... 238 288 130 Ach, was sind wir ohne JEsu. 420 Ach weh' mir bösem finde, ach. Ach, wer giebt mir worte her Ach, wer ist schuld mein herz 329 2ch, wie betrübt ist mir mein 287 Ach, wie betrübt sind fromme: 547 Ach wie ist mein herz zerschlagen 456 Ach, wie laufen doch die jahre. 44 Uch wie nichtig, ach wie flüchtig 424 37* .. 290 133 1580 Register des Gesangbuchs. Ich wie nichtig, und untüchtig: 425| Betrübtes herz, ach still dein 462 Ach wie so manches ungelüde, 422 Bis hieher hat mich GOtt... 19 Ach, wie will es endlich werden. 277 Brich heller morgenstern... 1171 Ach, wo soll ich fünder finden Bringt her dem HErrent.in2 Brunnquell aller gütigkeit wnp.8292 NCZO nous or" ling di 293 5 1868 Ich wundergroßer siegesheld.. 102 Adam hat im paradies seinen 29 Allein GOtt in der höh' sei ehr' Allein zu dir, HErr JEsu Christ 301 Alle menschen müssen sterben.. 523 sep Allergrößter menschenfreund.. 241 Alles, was mir GOtt gegeben. 18 Alle welt, was lebt und webet3 Allmächtiger HErr zebaoth All' obrigkeit GOtt feget. Allwissender vollkommner geist. 120 Als Christus geboren war 40 Also hat GOtt die welt geliebet 184 Anfang, mittler und vollender. 170 An GOtt will ich gedenken 439 571 .. 199 Arzt des leibes, trost der 499 309 Auf, auf an diesem morgen Auf, auf mein ganz gemüthe.. 145 Auf, auf mein geist, ermuntre 530 Auf Christi himmelfahrt. 104 Auf, die ihr JEsum liebt Auf, du fremdes volk, heran Auf, freuet euch von herzen. 35 Auf meinen JEsum will ich Auf meinen lieben GOtt 366 Auf seele, nimm die glaubens. 75 Aus diesem tiefen grunde 298 Aus meines herzens grunde B. . . Aus tiefer noth laßt uns zu Aus tiefer noth schrei' ich zu ... ... . ● • . . . .. Bereit, o GOtt, mein herz Beschränkt, ihr weisen dieser. . Bald hab' ich überwunden... 524 Barmherz'ger bater, höchster.. 474 Bedenk', v mensch die angst.. 86 Befiehl dem HErren deine wege 374 Befich! du deine wege, und Beladner geist, den jorn und 147 .. 48 40 517 553 300 298 78 449 189 and C. in firinn s@ midsing and hodinol si . 101 Christ, der du bist det helle... 562 Christe, der du bist tag und 562 Christe, du lamm GOttes, der. 59 Christ fuhr gen himmel Christ ist erstanden von der Christ lag in todesbanden Christ unser HErr zum jordan. 234 Christus, der ist mein leben Christus, der uns selig macht, 94 94 521 fein bös' hat Christus, der uns selig macht, ward ein knecht D Dank sagen wir alle GOtt Das alte jahr vergangen ist Das blinde volk der heiden Da ich mich zur ruh' will legen. 561 DaJEsus an dem freuzes stamm 85 25 42 529 396 7 162 554 576 Dein erbe, HErr, das du 392 213 251 Dein herz, HErr JEsu, flaget. 402 Dein wort, HErr, ist die. Der alle fünder zu sich läd't Der arme Lazarus der lag. Der glaub' ist GOttes werk Der große tag des HErren. Der HErr hat nie sein wort 455 318 532 124 Der HErr ist mein getreuer hirt, der mich Das elend weißt du, GOtt, Das ist fürwahr ein köstlich Daß GOttes sohn der wahre Das walte GOtt, der mich Das walt' GOtt vater, und • ● . . . ● . 55 • 163 271 Der HErr ist mein getreuer hirt, ehält mich Register des Gesangbuchs. v470 Der mensch ist GOttes bild 140 Der tag ist hin; mein geist und. 559 Des glaubens ziel einst zw40 326 Dich preis' ich, höchster GOtt. 577 Dich will ich lieben, meine... 358 Die ernte ist zu ende, der. Die krankheit, du gerechter. Die mahlzeit ist nunmehr. Die nacht ist hin, wach auf. 452 492 558 549 Die neue woche geht nun an Die seele ist dazu geboren Die sonn' hat sich mit ihrem Die wassersnoth ist groß. Die woche geht zum ende Dir, dir Jehova will ich singen. Dir sei es, heil'ger geist, Dir sei, o JEsu, dank bereit M •• Dies ist doch ja die letzte zeit Dies sind die heil'gen zehn. Dies war die nacht der finsterniß Dreieinig heilig großer Du bist, allmächtiger, im Du bist getreu, mein GOtt Du, brunnquell aller liebe Du brunnquell aller reinen Du friedefürst, HErr JEsu ● .. ... 26 140 .. 562 444 568 227 478 161 331 216 69 220 Du gehst in garten um zu. Du geist des HErrn, der du 110 Du, GOtt, bist außer aller zeit. 423 Du, GOtt der weisheit, zeigest. 330 Du hast bei mir, der ich dein.. 321 Du hast gesagt, o treuer 459 Du hast, GOtt, in der ganzen. 135 Du hast, o allerhöchster GOtt Du heiligste dreifaltigkeit Du heiligstes und höchstes. Du HErr der seraphinen 128 Du läßt mich die nacht erreichen 564 Du lebensbrot, HErr JEsu.. 245 Du lebensfürst, HErr JEsu.. 102 Du, o schönes weltgebäude Durch Adams fall ist ganz. 152 Du reicher GOtt der armen 442 Du rufft mir zu, o treuer GOtt 398 546 515 Ein mensch, der seinen eigensium 383 Eitle welt, ich bin dein müde. Entreißt euch meiner seele... 385 Erbarm' dich mein, o HErre... 296. Erfreu' dich, liebe seele, dein.. 519 Erhabne majestät an macht.. 351 Erhalt' uns, HErr, bei deinem. 264 Erheb, o werthe christenheit 36 Erkenne mein gemüthe, wie. 211 Ermuntert euch, erquidte 550 545 33 227 202 355 Ermuntre dich, beklemmter 436 Ermuntre dich, mein schwacher. Erneure mich, o ewig licht. Erquide mich, du heil der 282 Erschienen ist der herrlich' tag. 92 Erwach', o mensch, erwach'. Erwünschter brunnquell aller Es hat dein zorn, der stark. Es hat zwar GOttes große Es ist das heil uns kommen 540 67 443 173 179 Es ist gewiß ein köstlich ding.. 370 Es ist gewißlich an der zeit. 532 Es ist noch eine ruh' vorhanden Es ist vollbracht! muß noch: Es sind nunmehr die zeichen Es sind schon die letzten zeiten. 531 Es spricht der unweisen mund. 265 Es steigt ein wetter auf, mein 445 Es wird der jüngste tag ein 531 Es wolle GOtt uns gnädig 269 272 137 363 64 0381 Du schöpfer dieser großen 202 Du siehst, o mensch, wie fort!!( 529 Du unerforschlich meet..( 237 Du ursprung guter triebe 01. 353 Du weinest für Berufalem!( 166 Du weiser schöpfer aller dinge em 121 Du wesentliches wort, bon42 554 266 dnipola adima 019 Guns Com maiornill 1909058 100 tim anar es Edler geist im himmelsthtone.¹108 Chr' sei GOtt in der höh', und 15 Ein' feste burg ist unser GOtt. 268 Ein findelein so löbelich ist. 36 Ein lämmlein geht und trägt 63 .. ... 544 88 533 582 Register des Gesangbuche. 359 176 173 etc 146 263 894 42 316 Euh, ihr schnöden eitelfeiten.. 291| Glaube, liebe, hoffnung sind, 328 Ew'ge liebe, mein gemüthe... 207 Gnadengeist, ach, sei willkommen 108 Ew'ge wahrheit, deren treue GOtt, daß man sich selber... 384 Ewig wesentliches lichtg GOtt, dein scepter, stuhl und. GOtt, dem kein ding unmöglich 126 GOtt, der an allen enden GOtt, der du licht und quelle GOtt, der du mit deiner treue GOtt, der du wahrhaftig bist GOtt der vater wohn' uns bei. 393 GOtt, der uns nach dem fall... 568 GOtt des himmels und der GOtt, dessen allmacht sonder GOtt, dessen güt' sich weit. GOtt, dessen hand die welt. GOtt, dir sei dank gegeben GOtt, dir sei ewig preis und GOtt, du bist alleine gütig HS, dhing nim heal mind me musid laens ajo mad d un tagad di OCA Ale my pimend w Falsche zeugen, falsche zungen Fließt ihr augen, fließt von Folget mir, ruft uns das leben. 388 Freu' dich, ängstliches gewissen. 311 Freu' dich nun, o meine seele 521 Freut euch des HErren. Freut euch, ihr christen alle. Frohlocket jung und alt, ihr Frommer GOtt, ein gut. 416 Frommer vater, GOtt der 205 Frommes lamm, durch dessen Früh morgens, da die sonn'. 551 138 ● 10 349 151 129 261 408 GOtt, du bleibest doch mein 471 GOtt, du hast in deinem sohn. 110 GOtt, du licht, das ewig. 549 GOtt, du weißt in was für.. 264 GOttes mund hat uns verheißen 361 GOttes sohn, dein reines blut 85 71 GOttes und Marien sohn. 474 GOtt giebt die nahrung 37 527 GOtt hat die firche wohl GOtt, herrscher über alle.. .... ... Gebundner JEsu, jene stricke Geht ihr traurigen gedanken Geht zu grabe, müde glieder. Gelobet sei der HErr, der. Gelobet, seist du GOtt, mein Gelobet seist du, JEsu Christ Gerechter GOtt, der du von Gerechter GOtt, ich bin in Gerechter GOtt, uns liegt im Gerechter GOtt, vor dein Gerechter GOtt, was kann ich Gerechter, heil'ger GOtt, ich Gesegnet ist der mann, an Gefeß und evangelium sind Getreuer GOtt, dein gnaden. Getreuer GOtt! wie viel ● ● ... ●. 70 53 11 110 452 69 93 5 502 39 218 418 439 123 475 403 342 220 271 125 226 65 Getreuer heiland, hilf mir Getreuer hirt und GOttes... 188 Gieb, JEsu, wenn mein herz. Gieb mir das wollen and Gieb mir ein fröhlich herz, du Gieb mir ein frommes herz... 337 288 anda din sight 381 199 .. ... . 441 262 446 471 132 363 472 317 470 GOtt lob, der tag ist nun 560 GOtt lob, die höchstgewünschte 33 517 GOtt herrschet und hält bei GOtt ist die liebe selbst, von GOtt ist mein licht, er ist GOtt ist und bleibt getreu GOtt läßt durch sein wort. GOtt lebt, was kann ich ● ... ● . . ... ● . • . . GOtt lob, es geht nunmehr GOtt lob, es ist von meinem. 561 GOtt lob, es kommt die zeit.. 524 GOtt lob, ich bin im glauben. 325 GOtt lob, ich darf noch nicht.. 302 GOtt lob, ich habe dich gefunden 192 GOtt lob, ich habe frieden. 186 GOtt lob, mein herz ist 313 GOtt lob, nun hab' ich wieder. 307 GOtt lob, so geht mit gutem 45 fridd med .. Register des Gesangbuche. 498 127 98 200 243 145 431 GOtt lob und dank, die nacht GOtt, meines lebens meister GOtt, mein bater, fei gepriesen. 15 GOtt, mein bater, zähl' in GOtt sagt, daß die nur selig: GOtt sei gedankt zu jeder GOtt sei gelobet, der allein GOtt sei gelobet und gebenedeit 257 GOtt sei lob, der tag ist GOtt sorgt für mich, was GOtt vater, denk an Christi GOtt vater, höre doch nach GOtt vater, sohn und geist Eben dies fürzer... 0 GOtt vater, sohn und heil ger GOtt unser bater, der du bist GOtt, unter deinem schirm GOtt, vor desfen angesichte GOtt, vor dessen macht und Großer GOtt, HErr zebaoth Großer GOtt, ich muß dir. Großer GOtt, je mehr an Großer GOtt, wir arme. Großer GOtt, wirf aus Großer mittler, der zur Großer schöpfer, HErr der Großer schöpfer, heute treten Groß ist, o treuer GOtt, die Guter fä'mann, deine gänge 213 Gutes denken, gutes dichten.. 412 28 436 .. . . 459 406 . 429 427 428 236 229 364 DNMG Err, es ist von meinem Leben 560 HErr GOtt, der du erforschest 119 HErr GOtt, dich loben wir 6 HErr GOtt, du bist von 345 HErr GOtt, du fennest 506 HErr GOtt, nun sei gepreiset. 557 HErr GOtt, nun sei gepriesen 548 558 HErr GOtt, von großer 183 HErr GOtt, wir loben deine 277 340 H. Hab' acht auf mich in aller 146 Habe deine lust am HErrn 195 Halt aus, mein herz, in deinem 133 Halt im gedächtniß JEsum.. 156 Heiland, deine menſchenliebe. 134 Heil'ger vater, du begehrest 408 Helft mir GOttes güte preisen 23 HErr, ach hilf uns, wir 446 HErr, allerhöchster GOtt, dem. 448 HErr, allerhöchster GOtt, pon. 322 HErr, auf erden muß ich 104 HErr Christ, der ein'ge GOttes. 160 122 447 119 24 583 $ Err, deine allmacht reicht d. 121 Err, deine gut and then ail: 0266 HErr, deine rechte und dydog 20217 HErr, dein gesey, das du vér, 0219 HErr, dein wort, mein grund. 211 HErr, dem die engel dienen.. 379 HErr, der du gnad' und hülf'. 428 HErr, der du unser vater bist 430 $ Err, der bu vormals gnädig 434 Err der schönen himmelstichter 449 HErr, der sein wahres wort 1405 HErr, du haft für alle sündet 243 HErr, du hast im wasserbade 477 HErr, du hast in deinem reich. 129 mus 1218 Err, du stellst mit deinen 166 414 .. ... 435 HErr, hier bin ich, nimm mein 279 Err, hilf mir, denn ich. 488 ' HErr, höre, HErr, erhöre. 570 HErr, ich bekenn' von herzen 154 HErr, ich danke deiner gnaden. 555 HErr JEsu, aller menschen 260 HErr JEsu Christ, dein theures 84 HErr JEfu Christ, dich zu uns 25 HErr JEsu Christ, du höchstes 302 HErr JEsu Christe, mein. 244 HErr JEsu Christ, ich weiß.. 507 HErr JEsu Christ, mein höchster trost der 304 HErr JEsu Christ, mein höchstes gut, mein 514 62 N 195 HErr JEfu Christ, mein lebens. 519 HErr JEsu Christ, wahr'r. HErr JEsu, deine angst und HErr JEsu, dir sei preis und HErr JEsu, gnadensonnes HErr im himmel, GOtt auf 453) HErr, lehre du mich thun... 334 255 332 ... . ● 282 584 are chudounja ad mijingle Register des Gesangbuchs. jol usindi ronisin millo 2| 104 Err mein GOtt, lebre mich 566 HErr, inte fann auf dieser 569 SErr phne glauben kann dir HErr, day in was gefahr Ere fraf uns nicht, in ir unser GOtt, beherrscher HErr unfer GOtt, wenn ich 22 Err pou unendlichen G209 HErr, wer wird in den hütten. 343 HErr, wie du willst, so schid's. 341 HErr, wie lange soll ich doch. 500 fell HErr, zung' und mund ist 413 Hetzallerliebster GDit der 70. 336 Hetzallerliebster BER Christ 269 Hetzlich lieb hab ich dich Herzlich thut mich verlangen Herzliebster JEsu, was hast. Heute fährt mein heiland auf Heut ist der christen ruhetag Heut ist uns der tag erschienen 51 Heut will ich, süßer tröster, dir 111 Hier bin ich, HErr, du rufest 175 Hier ist mein herz, HErr, nimm 385 Hier lieg' ich, GOtt, vor dir Hier fiß ich, Hiob gleich, in 490 Hilf GOtt, wie hat der teufel. 143 Hilf GOtt, wie hat die eitelkeit. 420 Hilf, HErr JEsu, laß gelingen. 45 Hilf JEsu, daß ich meinen. 400 Hilf mit, mein GOtt, hilf, daß 333 Himmelskönig, höchster GOtt 68 Hochgepries'ne leibesfrucht Höchster GOtt, in deinem 285 127 346 Höchstes wesen, ich verehre... 142 Hosianna, Davids sohn! der 31 318 432 432 9 501 . 356 518 73 103 3. adal ringi um Ich armer mensch, ich armer 289 Ich armer mensch, wo denk'. 485 Ich armer fünder komm' zu dir 284 Ich bin ein gast auf erden... 422 Ich bin ein mensch, das weiß. 238 Ich bin getauft auf deinen 239 Ich bin getrost in meinem: 473 Ich bin getrost, und freue 185 $ 67 ustida i sam ra 3ch bin gewiß in meinem Ich bin ja, HErr, in deiner Ich bin im himmel- 144 208 Ach bin ruhig und zufrieden 360 325 511 3ch hin und werde noch zur Ich bitt entschuldige mich Ich dank dir, lieber HErre i Ich dank' dit, bater, denn du 3ch danke dir, liebreicher, ni.6.563 Ich denk' au dein gerichte d. 1534 h ergebe mich dem willen, Ich freu mich auf die frohe. 3ch geden an deine wunden Ich glaub' an einen GOtt d. Ich habe nun den grund. 380 529 ♥ 12 233 246 .. Ich habe sinn und herz 2.377 Ich hab' in GOttes herz und Ich hab' mein' fach' GOtt. Ich kann, mein JEsu, dich bei. 157 Ich klage dir, o GOlt, mit 485 Ich komm, o guter GOtt, zu dir 409 3ch fomm, o treuer GOtt, zu 3ch lasse GOtt in allem 395 375 192 354 329 Ich lasse IEsum nicht, mit Ich muß mich, o mein GOtt.. 481 3ch preise und besinge, Err,. 500 3ch ruf dich an, HErr JEsu Ich ruf zu dir, HErr JEsu 3ch schäme mich vor deinem 3ch schrei' aus meinen fünden. 176 Ich sterbe täglich, und mein.. 505 Ich trau' auf GOtt in allen 3ch trau' auf meinen GOtt. Ich trete frisch zu GOttes 306 365 492 252 Ich weiß, an wen ich gläube.. 323 Ich weiß, daß mein erlöser lebt, das kann 528 Ich weiß, daß mein erlöser lebt, der selber. 494 506 150 3ch weiß, es kann mir nichts.. 376 Ich weiß, es wird mein ende Ich weiß, mein GOtt, daß Ich will anjegt, mein GOtt. 245 Ich will die hand und ruthe: 461 Ich will fröhlich sein in GOtt 198 3ch will meinen JEsum.... 405 554 565 493 315 323 ● 378 512 Register des Gesangbuchs. andphone and milighe 461 Ich will meine stimm' erheben Ich will mich mit dir verloben. 193 Ich will mich nach der ruh!!. 499 Ich will nun in den beichtstuhl 310 Ich will, o bater, allezeit! Ich will so lang ich leb', allhier 504 Ich will von meiner missethat. 280 Ich will zu aller stunde erheben JEsu, deine heil'gen wunden JEsu, deine passion herzlich JEsu, der du meine feeler JEsu, der du thür und riegel! JEsu, der du wollen büßen JEsu, du hast blut geschwißet 68 JEsu, du, mein licht und leben 330 JEsu, großer wunderstern. 48 JEsu, JEsu, deine wunden. 81 JEsu, komm mit deinem vater 191 JEsu, meine freude, meines.. 197 JEsu, meiner secle leben. 303 99 60 194 JEsu, meiner seelen licht 61 197 62 . 585 188 3n allen meinen thaten laß.. 375 In deinem namen, vªÿEr™ 11577 In dich hab' ich gehöffet,$ Err ¹394 In dieser morgenstund will ich 553 233n GOttes namen fang' ich 151 In GOttes reich geht hiemand 177 3n GOtt ist meine feele still": 471 3st GOtt für mich, so trete! ¹463 3ft GOtt für uns, was tann. 486 54& intirdino in on JEsu, meiner seele ruh... JEsu, meines lebens leben JEsus Christus, unser heiland, der den tod JEsus Christus unser heiland, der von uns 242 .. JEsu, sei von mir gepriesen.. 567 JEsus, meine zuversicht und. 528 JEsus nimmt die fünder an 183 000 GIA 72 i 6mm dun guz TID Rein größ'rer troft tann fein in. 300 Komm, du angenehmer gast all. 253 Komm, GOttes geist, komm 106 Komm, heilger geist, erfüll' die. 105 Komm, heiliger geist, HErre 105 Komm, o GOtt, schöpfer, heil'ger 105 Komm, seele, geh' in GOtt zur. 362 Komm, seele, komm betrachte... 141 Romm, feele mit betrübten... Komm, tochter zion, komm den. Kommst du großer königssohn. 51 Kommt alle zu mir, kommt zu. 387 Kommt, die ihr nicht gewohnet. 383 Kommt her zu mir, spricht... 389 Kommt, laßt euch den HErren. 341 Kommt menschenkinder, rühmt 2 Kommt, seelen, dieser tag muß. 106 Kommt wieder aus der finstern 94 JEsu, ursprung meiner freude 159 König, dem kein könig.. 32 JEsu, trost der armen seelen 85 168 Krankheit und ein fieches. 404 60 JEsu, wahrheit, licht und. JEsu, wahrer GOttessohn JEſu, wenn ich mein gemüth. 206 JEsu, wie war dir zu finne.. 71 Jetzt kommt, o HErr, ein armer 250 Ihr augen, weint beim kreuz 78 Ihr christen auserforen, hört Ihr christen, seht, daß ihr. Ihr menschen, wie seid ihr. Ihr richter hier auf erden 3hr töchter zions, fommt... 3m finstern stall, o wunder.. Immanuel, der HErr ist hier Immanuel, mein freund... 41 MODE 35 ● .. . 9 82 .. 95 39 100 8.8'bubl of fullan yo sim não thud hi gual sim 10 535 571 161 38 . 495 Kyrie eleison, Christe eleison.. 426 Kyrie, GOtt vater in ewigkeit. 116 2. Lamm, du muster wahrer liebe. 74 Lamm GOttes, das zur schlacht. 76 Laß es JEsu, dich erbarmen.. 477 Laffet doch den weisen GOtt.. 373 Basset uns den HErren preisen, 14 auf, vermehret. Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen .. 97 586 481 87 Laß. JEfu, bir mein flehena 477 Laß mich, HErr, die gerechtigkeit 202 Laß mich nicht in irrthum Laß mir alle wochen sein Laß, o HErr, dein ohr sich. 458 Laßt uns doc) Christo dankbar. 58 Bauf immerhin, verkehrte Lebt nicht so sicher in der welt Lehr mich, o HErr, du treuer: 534 64 Biebe, die nicht auszuſprechen Bieber vater, GOtt der armen. 372 Liebreicher GOtt, dein segens. 451 Liebster GOtt, wie wird es Liebster heiland, du bist mein Liebster JEfu, deine güte... 155 Liebster JEsu, gnadenfone 339 Liebster JEiu, höchste liebe 358 Liebster 3Eju, liebstes leben. 215 Liebster JEsu, set willkommen. 32 Liebster JEfu, thu mir auf Liebster JEsu, wir sind hier Litanei 226 Register des Gesangbuchs. M. .. .. Lobet den HErrn, denn er. Lobt GOtt, ihr seine knechte.. Lobt GOtt mit vollem schalle Lobt und erhöht des großen ... . ● ● 25. 344 273 215 323 391 456 Mach doch den engen lebens.. 389 Mache dich, mein geist, bereit. Mag ich denn nicht von angst Mein bester freund ist mir Meinen SEsum laß ich nicht, denn er will mich 89 158 Meinen JEsum laß ich nicht, meine seel' ist 257 Meinen JEsum laß ich nicht; weil er sich für. 193 Meinen nächsten laß ich nicht.. 399 Meine seele erhebt den HErren. 4 Meine seele laß dich finden... 248 Meines Lebens beste freude Mein fester fels und starker. Mein GOtt ach wenn ich 386 153 355 ... 25 426 3 169 1 557 Mein GOtt, der du mich. 360 Mein GOtt, die sonne geht 20 Mein GOtt, dir ist ja nicht: 386 Mein GOtt, du bist an allen.. 338 Mein GOtt, du bist gerecht. 450 Mein GOtt, du bist von: 371 Mein GOtt, du hast mich... 21 Mein GOtt, du hast mir zu 381 Mein GOtt, du prüfest herz. 327 Mein GOtt, du selber hast. 576 Mein GOtt, du selber heißt. 354 Mein GOtt, du weißt aufs.. 204 Mein GOtt, du wohnest in.. 370 Mein GOtt, du wohnst in... 347 Mein GOtt, du zeigst dein... 210 Mein GOtt, es ist dein guter 569 Mein GOtt, es kommt ein. Mein GOtt, hast du mein Mein GOtt, ich bin jetzt.... Mein GOtt, ich habe mir 443 456 22 488 512 232 232 Mein GOtt, ich komme Mein GOtt, ich leb' in. 288 18 Mein GOtt, ich nahe mich... 203 Mein GOtt, ich preise dich. Mein GOtt, ich schäme mich.. 291 Mein GOtt, ich schreie für. 457 Mein GOtt, ich wart' auf . 372 Mein GOtt, ich weiß wohl... 508 Mein GOtt, ich will anjegt.. 214 Mein GOtt, mir hat dein .. 387 Mein GOtt, nun bin ich.... 312 Mein GOtt, nun ist es wieder. 555 Mein GOtt, obgleich dein... 260 Mein GOtt und fönig, deine 11 Mein GOtt und vater, stch.. 394 Mein GOtt, verlaß mich nicht. 337 Mein GOtt, weil ich in Mein GOtt, wie bist du so. Mein GOtt, wie groß ist dein 352 148 169 Mein heiland, ach wie liebst.. 313 Mein heiland, du mußt dich. 178 Mein heiland nimmt die sünder 278 Mein heiland fizet droben 104 Mein herz, ach. denk an... 275 Mein GOtt, ich hab' in Mein GOtt, ich flopf an • ●• ● . .. Register des Gesangbuchs Mein herz, ach, rede mir nicht. 193 Mein herzensfreund, ach 13. 39 Mein herz, ermuntre dich 2. 502 Mein herz, sei wohl zufrieden. 466 Mein herz und seel' den HErren 4 Mein hirte, wie so treulich. 175 Mein JEsu, ach ich nahe mich. 350 Mein JEsu, der du vor dem.. 240 Mein JEsu, du willst jedermann 319 Mein JEsu, liebster menschen. 305 Mein JEsu, meines lebens. 314 Mein JEsu, sieh darein und.. 395 Mein JEsus ist getreu... 198 Mein JEsus kommt mein 522 Mein JEsus lebt, was soll 98 Mein JEsus stirbt, was soll.. 88 Mein JEsu, süße seelenlust. 196 Mein JEsus wird ein fluch. 65 Mein lauf, GOtt lob, ist bald. 518 Mein lieber GOtt, gedenke. 339 Mein liebes herz, was zagest.. 148 Mein liebster GOtt, dir ist... 491 Mein schöpfer, lehre mich 308 Mein schöpfer, steh mir bei... 336 Mein treuer GOtt, dein. Mein treuer GOtt, was soll. Mein bater, du regierest den.. 575 Mein vater, zeuge mich, dein.. 172 Mein' wallfahrt ich vollendet.. 525 Menschgeborner GOttessohn. 164 Mensch, willst du leben 205 19 216 N. 524 Mit dir, HErr JEfu, will ich Mit ernst, o menschenfinder. 30 Mit fried' und freud' fahr ich. Mit seufzen klag ich dir 223 Mitten wir im leben sind... 520 Müssen allbereits die wunden 47 587 Nimm von uns, HErre GDt 30F Nun bin ich genesen, weil 2 bin 259 Nun bitten wir den heiligen in 109 Nun bricht die finstre nachts. 26 Nun danket alle GOtt 2017 578 Nun die reise ist vollendet of Nun freut euch liebe christen Nun GOtt lob! es ist vollbracht 25 Nun GOtt lob, ich bin.. 2552 152 Nun hosianna, Davids sohn..431 Nun jauchzt dem HErren alle.3 Nun jauchzet all' ihr frommen Nun ist der tag der seligkeit. Nun ist es alles wohl gemacht Nun komm, der heiden heiland Nun kommt das neue kirchen. Nun lasset uns den leib. 1526 Nuu laßt uns den leib... 526 Nun laßt uns GOtt dem! Nun laßt uns GOttes güte8 Nun lob, mein feel', den HErren 13 Nun ruhen alle wälder, vieh.. 563 Nun singet und seid froh.... 39 Nun tret' ich wieder aus der 556 Nun triumphiret JEsus... 95 Nun wachenGOttes strafgerichte 440 Nun wollen wir dir lob und 440 Nach dir, HErr, steht mein. 460 508 489 Nichts ist gemeiner als das Nicht so traurig, nicht so sehr.. Nichts verdammlichs ist an Nimm von uns, HErr, du... 431 183 . 523 O allerhöchster GOtt, dir... 223 O allerschönster freudentag 98 allgemeine noth. 418 D angst und leid, o traurigkeit: 290 O auferstandner siegesfürst 96 Ob ich einschlafe oder wach... 547 Ob menschen flug und weise.. 348 O Christe JEsu, GOttes sohn. 56 O der ungemeinen huld, die. 163 O du dreiein'ger GOtt, den. 510 29 052 ●• 90 29 28 du majestätisch wesen, das: 367 ? 310 1611083 O du schöpfer aller dinge D edle wunden, was soll ich D ewigkeit, du donnerwort. 536 O ewigkeit, du freubenwort. 536 Register des Gesangbuchs. 256 O JEsu, meine zuversicht 281 128 0 JEsu, mein verlangen 258 572 O JEsu, willst du noch so 137 falsche treupo heuchelei 70 591 O JEsu, du mein Bräutigam. 251 D frommet GDtt, ich danke dol 575 O JEsu, JEsu, GOttes sohn. 357 gläubig Horze, benedei, un 18 zu mir, mein 191 gnädiger und barmherz'get 480 JEsu, meine lust, o leben. 515 Ognädigster erbarinering 301352 O JEsu, meine wonne, du GOtt, da ich gar keinen. 235 DIGDtt, der du aus herzens. DGDtt, deß gradenvoller D GDtt, des Himmels mid D GOtt, di briunquell aller 400 D GOtt, du frommer GOtt.1 333 DGOtt, du haft die menschen. 423 DGDtt, du höchster geistme! 112 DAGOtt du kannst den himmel reganz 130.6450 DGOttes lamm, o laß mich DIGOttes sohn, HErr JEsu Er Christ, daß man.. 320 D GOttes sohn, HErr JEsu Christ, du leben 154 GOtt, es steht dein milder. 451 DGOtt, mein schöpfer, weiser. 338 DGOtt, mein bater, mich... 334 DGOtt, mein bater und mein. 346 O GOtt, voll macht und... 571 D GOtt, von dem wir alles 388 557 509 563 .. D GOtt, wenn ich bei mir. D GOtt, wer dieses leben 543 O GOtt, wer wird von diesem. 513 O GOtt, wir ehren deine O großer geist, o ursprung. Ogroßer GOtt, du reines. D großer GOtt, wir danken. Dhaupt voll blut und wunden 81 Oheil'ger geist, kehr' bei uns.. 107 Dheilige dreieinigkeit 44 136 . Oheiliger gerechter GOtt 114 105 113 262 Oheiliger und reiner geist Oheiligste dreieinigkeit. OHErr, dein seligmachend OHErr, mein GOtt, ich hab'. 181 O höchstes licht, vollkommnes. 139 O jammervolle tage, da... 443 OJEsu Christe, GOttes sohn. 476 DJEsu Christe, wahres licht 270 OJEfu Chrift, ich preise .. 237 .. ... ● • ● ● .. ● 116 122 178 ● • Okönig, dessen majeſtät. lamm, das meine schulden Olamm GOttes, unschuldig Olehrer, dem kein andrer 254 295 91 59 168 liebesglut, wie soll ich dich.. 132 O meine seel', des HErren. O meine seel', du sollst den. 10 13 meine seel' erhebe dich, mit. 117 Opfer für die ganze welt, du.. 50 O feele, welche seligkeit ist 214 O seligmacher, JEfu Christ.. 165 O fich'rer mensch, bekehre dich. 539 O süßes gnadenwort, das O tiefe, wer kann dich 174 142 95 O tod, wo ist dein Stachel. O traurigkeit, o herzeleid 89 O treuer heiland, JEsu Christ. 270 Ounaussprechlicher verlust , 416 unerhörte höllenqual ... 538 O vater, allmächtiger GOtt.. 116 O bater, deine sonne scheint 447 Obater der barmherzigkeit... 298 Obater, GOtt von ewigkeit Obater, groß von gnade. 116 249 baterherz, o licht, o leben.. 335 O bater in dem himmelreich.. 231 O vater, sohn und heil'ger geist 511 bater, unser GOtt, es ist. 224 • O wahrer GOtt und menschensohn 164 575 187 235 welch' ein leiden, das mich O welch ein ungemeiner. D welch ein unvergleichlich O welt, sich hier dein leben Dwie fröhlich, o.wie selig O wie find doch meiner feinde. 393 O, wir armen fünder, unsre. 80 544 59 O wunderflut, das höchste. 165 megituba Pantud 20 28. ndol BaCO uroc Prange, welt, mit deinem 348 Prophete JEsu, du bist groß 167 30 31 SEI a. 100 s 180 Qual und angst muß ich..483 AGS Register des Gesangbuche. re 101 Russo, poi mediul unin Brommal Rede, HErr, denn dein knecht 351 Reiß dich los von allen and... 463 Reißt ihr felsen, erde bebe... 90 100 810, Q Inma & 1 ( 10 438 Sagt GOtt dem höchsten Schaffet doch, ihr menschen.. 327 Schaff in mir, GOtt, ein reines herz, mein. 201 Schaff in mir, GOtt, ein reines .. herz; und heil'ge 309 Schaue von des himmels. 493 Schau, HErr, die matte seele. 498 Schau, lieber GOtt, wie 392 448 .. .. Schließ auf, schließ, HErr. Schmücke dich, o liebe seele, fülle 242 T. Schmücke dich, o liebe seele, laß die dunkle. 246 Schöpfer aller menschenkinder, Theures wort aus GOttes.. 212 Traure nicht, betrübtes herz.. 468 großer richter Treuer GOtt, ich muß dir... 479 Schöpfer aller menschenkinder, Treuer GOtt, in deine hände. 520 höchster Treuer hirte deiner heerde. 267 Schöpfer dieser ganzen welt.. 316 Treuer JEsu, wache du. 410 560 Treuer wächter Israel. 437 Schwing dich auf mein ganz 17 Schwing dich auf zu deinem.. 484 11. Schwinget euch, mein herz 135 ● 179 303 Sei getreu bis an das ende bllBSg Sei lob und chridem höchstenia to Sei mir tausendmal gegrüßtülg 82 Selig sind, die GOttes wytling 25 Sende, vater, deinen geist pidang 223 Sich an uns arme sänder. 11.30 58 Sich, wie lieblich und wie sein( 402 Singen wir aus herzensgrund2558 So gehst du nun, o ŽEsu, hine 66 Sohn des höchsten, sollst du 20 74 So ist das jahe mun auch 110 46 So ist die woche nun daud 127 So komm, du ausgang meiner 516 So komm ich denn, mein GOtt 307 Soll es, liebster GOtt 497 91 272 Soll ich nach deinem winfen2376 Sollt in meinem GOtt nicht.0131 Sorge doch fir meine finder 573 So ruhest du, o meine ruh So wahr ich lebe, spricht dein Stell', liebe seele, dich in ruh 188 Straf mich nicht, mich großen.0297 Sünder, hört doch Christi.. 538 Sünder, willst du ruhig sein. 275 Süßes evangelium, das wie. 222 Seele, denk an jene nacht. 241 Seele, geh' auf Golgatha Seele, laß die speise stehen. 77 Seele mach dich heilig auf. Seht, welch ein mensch ist das, 247 52 ● ihr frechen 73 A Seht, welch ein mensch ist dastral ... piliad a da Unendlicher GOtt, höchstes 115 Uns menschen stehn zwei orte. 539 Unverfälschtes christenthum Unumschränkte liebe, gönne.. 125 326 OC ihr menschen....... 72 Bater, ach laß trost erscheinen 293 Seid stille, sinn und geistg 20 Bater, du weißt meine sorgen 490 590 Register des Gesangbuchs. Bater, laß mich grade finden. 294| Was mich auf dieser welt.. 384 Bater unfer i himmelreich. 229 Was sorg' ich doch in diesem. 199 du dich betrüben. 466 0182515 Bater, welchem nichtsm149 was with er welt! ich Meg Weg ihr irdischen gedanken. 38 Weg mein Herz mit 482 406 Weg welt, mit deinen freuben. 54 Weg, wollust, die an unlust Weh mir, daß ich so oft und. 284 Weicht ihr berge, fallt ihr hügel 124 Weine nicht, GOtt lebet noch. 469 Wend' ab deinen zorn, lieber 431 Wenn dein herzliebster sohn.. 182 Wenn dich unglück hat 222 Wenn die noth aufs höchste.. 503 Wenn einer alle ding' verstünd 399 Wenn ich jetzt ohne thränen. 76 Wenn ich mein herz vor dir.. 228 Wenn meine seel' den tag. Wenn meine sünden mich 86 61 517 350 .. 541 421 Wenn mein stündlein. Wenn wir des höchsten Wenn wir in höchsten nöthen. 433 Wer an die höllenglut. Wer bin ich, o HErr zebaoth Wer bin ich, was ist mein. Werde licht, du stadt der Werde munter, liebe seele Werde munter mein gemüthe, daß ich tret'.. 253 49 525 Werde munter, mein gemüthe, Berderbte well, wie bittle 454 ild Berriarte ndjestal anberens 118 HQU Bersuchet euch doch felbft 320 Bom himmel hoch da komin 34 Bom Himmel tant det engel Bourtod erstand'nes ofterfamm 100 Bon allen menschen abgewandt 342 Von dir, fiebreicher GOtt. Von dit, o trener GOtt. 34 442 401 12 Bon ganzem Herzen und mit Von GOtt foll mich nichts Von GOtt will ich nicht lassen Bor deinen thron tret' ich 552 Vor gericht, HErr JEsu, teh. 302 * 88 and man W. Wach auf, mein Herz, die 99 Wach auf, mein herz, und denke 239 Wach auf mein herz und singe. 551 530 Wacht auf, ihr christen alle Warum betrübst du dich... 464 Warum sollt' ich mich denn.. 467 Warum willst du verlassen 489 Was alle weisheit in der welt. 114 Was darfst du blödes herz.. 182 Was frag ich nach den ehren.. 369 Was frag ich nach der welt Was für schande, was für 545 70 Was GOtt thut, das ist wohl gethan, es bleibt 374 Was GOtt thut, das ist wohl 454 409 84 • .. 9 ... gethan, so denken. Was hat der mensch auf 373 .. 424 Was hat doch des viehes Was hilfts, daß ich mich Was ist der mensch, die arme. 138 Was ist unser leben und Was kann ich armer machen. 219 Was kann ich doch für dank 313 Was lobes soll man dir. Was mag sich doch der arme Was mein GOtt will, gescheh' 366 6 369 317 366 ... . ... ● .. .. .. ... .. warum 468 Wer in dem schuß des höchsten 469 Wer ist der, der seine noth. 67 • 564 Wer ist doch auf der welt 259 Wer nur den lieben GOtt.. 365 Wer nur mit seinem GOtt.. 577 Wer sich im geist beschneidet.. 47 187 Wer weiß wie nahe mir mein. 509 Wer will mich von der liebe... 472 Wer will, was GOtt.. Wesentliche liebe, vater Weshalben toben fast. Wie, daß du doch, o sündlich Wie fällt der schöne.. 132 269 274 368 Wie froh wird meine seele... 543 . Register des Gesangbuchs. 186 573 574 79 Wie GOtt mich führt, so will. 373| Wir liegen täglich in dem Wie groß ist deine herrlichkeit. 207 Wir menschen sind in Adam Wie groß ist doch, o GOtt Wir menschen sind zu dem Wie groß ist GOttes vaterhuld 233 Wir stehn in noth, laß uns Wie groß ist meine missethat. 286 Wo bleibet die barmherzigkeit. 401 Wie heilig ist doch dieser ort 248 Wo GOtt der HErr nicht bei. 268 Wie herrlich leucht't der. Wo GOtt nicht selber baut Wie ist die welt so feindschaft. 403 Wo ist der ort, da meine seele Wie ist, HErr JEsu, doch dein 159 Wo soll ich fliehen hin, weil. Wie fündlich groß sind doch.. 37 Wohl auf, herz und gemüthe Wie lang, o HErr, wie lange. 501 Wohlauf mein herz, du mußt. 222 Wie lieblich ist es in der. Wohl dem, dem GOtt all' seine 184 Wohl dem, der GOtt vertraut 361 Wohl dem, der ohne wandel. 343 Wohl dem, der ruh und frieden 434 Wohl dem, der sich fürcht't und 344 Womit soll ich dich wohl loben 16 Wort des höchsten mundes 221 Wünschest du, mein herz, zu 357 29 20 350 101 Wie lieblich sind doch deine Wie lieblich sind dort oben Wie liebst du doch, o treuer Wie mein getreuer vater will Wie oft versprach ich, HErr.. Wie schön leucht't uns der mor= genstern mit seinen. Wie schön leucht't uns der mor.. ... 600 Wir gläuben all' an einen Wir liegen hier zu deinen. 160 21 genstern voll gnad' Wie selig ist der ort zu nennen Wie selig kann ein christ hier. 380 Wie soll ich dich empfangen. Wie sollt ich meinen GOtt Wie wohl hast du gelabet. Will jemand Christi jünger. Willst du dir meine seel' Willst du noch in sünden 30 356 .. • .. . . .. • 541 572 377 306 48 ● 256 382 378 273 315 . 305 79 .. 591 394 156 209 3euch ein zu deinen thoren 109 3ion, gieb dich nur zufrieden. 465 3ions freudentag erscheinet 43 3ion spricht: ich bin verlaffen. 433 3u deinen füßen liege ich.. 247 3u dir, HErr JEsu, komme ich 324 .. .. 3u dir, o bater aller güte... 395 3weierlei bitt ich von dir... 410 di af 1.6 All CA on the sing it 5670 3d mom lop 5 do 40222 ad chod bil gom Bill start ng or dost site 1000 teha ka 10 nism 6088 Anhang. Lob- und Danklieder. 1020. Mel. Nun danket alle GOtt 2c. o lang' ich athme, GOtt, Will ich dein lob erheben: Du riesst mich aus dem nichts, Du gabst mir dieses leben, Du schenktest mir vernunft, Die dich erkennen kann, Und botest ewig heil Durch deinen sohn mir an. 2. Was bin ich, milder GOtt, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der erdensohn, HErr, daß du sein gedenkest? Und doch gedachtest du Schon vor der welt an mich, Denkst meiner auch noch stets: Nur ich vergeß' oft dich. 3. Und dennoch nimmst du mich, Wenn ich die schuld bereue, Voll gnade wieder an Und segnest mich aufs neue. Bis an des grabes nacht Sei dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, GOtt der barmherzigkeit. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. 1021. ie viele freuden Die du mir, HErr, verliehen, und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! O GOtt voll langmuth und geduld, Noch täglich häuf ich meine schuld, Und deine liebe währet. 2. Bedenk' ich, schöpfer, deine macht, Blic' ich in jene ferne Und überseh' des himmels pracht Und fonne, mond und sterne, So bet' ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmeſt! 3. Dein auge schaut auf ihn herab, die welt, nicht für das grab Ist er So geht er nicht verloren. Nicht für allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer luft: Der du den willen GOttes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk' ich dein, Und wenn ich schlafen gehe, Denn du, mein bater, fannst verleihn, Um was ich findlich flehe. Drum seufz' ich immerfort zu dir: HErr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen. Mel. Vom himmel kam der zc. 1022. Di, HErr und bater aller welt, Preist mein gesang, und dir mißfällt Mein und meine zuDer menschen stammelnd loblied versicht! 2. Von mutterleib an warst du es: Wie freut sich meine seele deß, Daß du auch mir ein vater bist, Der seis nes findes nie vergißt. 3. Früh ward ich in der taufe schon 2 Anhang. Geweihet dir und deinem sohn; Früh lehrte mich dein unterricht Mein heil und meine ganze pflicht. 4. Du sorgtest täglich für mein wohl, Trugst meine fehler langmuthsvoll, Und stürmte trübsal auf mich zu, Wer half sie überstehn als du? 5. HErr, dessen augen stets mich sahn, Du ließ'st auf meiner pilgerbahn Für mich so viele freuden blühn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 7. Bergaß schon deiner oft dein find, Doch bliebst du väterlich gefinnt, Und nahmst, bereut' ich meine schuld, Mich wieder auf in deine huld. 6. Du bist und warest immer- gest ihn. dar Mein schuß, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergens, Und der erhörer meines flebus. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu. Dir rinnt, o GOtt, der gern erfreut, Die zähre.meiner dankbarkeit. 2. Dich preisen aller engel heere, Dir singt der ganze himmel dank, Dir, herrscher, brausen wind und meere, Ihr brausen ist dein lob= gefang. Die ganze schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein solcher GOtt, wie du? Mel. O GOtt des himmels und 2c.) 1023. Di Gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist; Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, GOtt, du bist ganz lieb' und treu. Gieb, daß mein Herz ganz freude sei. 3. Du, unser GOtt, bist hoch zu loben, Denn nichts gleicht deiner mildigkeit; Du, hoher schöpfer, blickst von oben Auf der geschöpfe dürftigfeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin, Du siehst, du nährst, du schü*) Von den beiden Melodien des Gefanges: Wer nur den lieben GOtt läßt walten 2c. ist die neue bei den Gesängen zu ge= brauchen, bei denen als Melodie darüber gesetzt ist: OGOtt des himmels und der erden; die alte aber, wo darüber als Melodie gesetzt ist: Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 4. Du hast, o vater, mein gemütthe Durch manche wohlthat schon erfreut. gieb mir auch nach deiner güte, Noch ein geschenk: die dankbarfeit. Zehr alles, GOtt, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 9. Nimm, da ichs nicht vergel- mer ten kann, Das opfer meines danfes an. Mein leben müsse zeuge sein, Ich sei erkenntlich, ich sei dein. 5. Wer schuf die seel' und ihre fräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet mein berufsgeschäfte? Wer stärkt die arbeitſame hand? Wer schenket mir den edlen freund, Der treu mit mir im fumweint? 6. Wer wog so weislich meine leiden Mir nach dem maß des glaubens zu? Wer wechselte sie bald mit freuden? Wer gab in ihnen trost und ruh? Wer schüßte mich vor der gefahr, Die ungesehn mir nahe war? 19- na 7. Wer fristet meine lebenstage? Wer schmückt und krönet sie mit heil? Thuts nicht mein GOtt? drum ſeele, sage: GOtt, ewig bleibest du mein theil! Von ganzem Herzen liebst du mich, Von ganzem Herzen preis ich dich. * 8. Wie kann ich deine treu' vergelten? Ich bin zu schwach zu dieser pflicht. Das lob aus millionen welten Erreicht, GOtt, ihre größe nicht. Mein wärmster dank ist viel zu klein, Ein würdig opfer dir zu sein. dinghamt 9. Dir will ich ferner auch verz trauen, Denn stets hast du mir Anhang. wohlgethan. Ich will auf dich mit| von der erde los! GOtt, frei von giauben schauen, Schau mich mit vaterblicken an; So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Kommt, menschen, und lob fingt Vor seinem angesichte! GOtt wohnt in einem lichte, zu dem kein auge dringt. adtum Kein endlicher verstand. Wer darf 2. Kein sinn fann ihn erreichenp sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm jede tief erfüllt? fein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und walten. 2. Wer schenkt uns leben, glück und ruh? Wer giebt uns fraft zur pflicht? nur du Schaffst wollen und vollbringen. Wird dein gedeihn Uns nicht erfreun, So kann uns nichtssichte Doch dunkler, als die nacht. gelingen. 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn! Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seid ihr gegen ihn? Mit aller eurer pracht Seid ihr im schönsten lichte Vor seinem ange= 3. Du schufst und du regierst die welt Nach deinem rath, wie dirs gefällt, Du lenkst der menschen herzen Sei auch mein licht, Und laß mich nicht, GOtt, deine huld verscherzen. Der deinen ruhm erhöht; Der vater 4. Du bist des weltbaus meister, aller geister, Voll macht und majestät. Du schufest, GOtt, auch mich, um selig einst zu leben. Mein herz sei dir ergeben! Mein leben preise dich! Mel. In dich hab' ich gehoffet, HErr. 1024. Von ganzer ſeele preis ich dich, HErr, der du mich so väterlich Bie für Laß über mir Dein segnend auge diesen tag erhalten. Noch für und 4. Dein wort lehrt, wie ich wandeln soll. Ich folg' ihm auch, doch fühl ich wohl Die schwachheit mei-. 5. Im geiste bet' ihn, seele, Und ner seele. Ach GOtt der huld! Ver- in der wahrheit an. Lieb' ich des gieb die schuld, Wenn ich aus schwach- HErrn befehle, Wie selig bin ich heit fehle. dann! Er hat unsterblichkeit und seligkeit und leben: Das alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht. 5. Verstand und herz ist fehlerhaft, Bald fehlt mir licht, bald fehlt mir kraft, Mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, Laß, höchster, mich Steté deine weisheit führen. 6. HErr, desſen huld uns ewig liebt! Laß mich beim segen, den sie giebt, Auf dich, den geber, schauen. Selbst, wenn du schlägst Und freuz auflegst, Laß dir mich fest vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine lebeszeit, Nur dir mit ganzem ernst geweiht, In deiner furcht vollbringe, Bis ich einst dir Dort für und für Lob, preis und ehre singe. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 1026. Wenn ich, o ſchöpfer, weisheit deiner wege, Die liebe, die für alles wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll; Mein GOtt! mein HErr! mein bater! blickt, Die wunder deiner werke. Der 2. Mein auge sieht, wohin es himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du GOtt der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer Mel. Aus meines herzens 2c. 1025. Schwingt, heilige kleidet sie mit majestät? Wer ruft gedanken, Euch dem heer der sterne? 1* Anhang. 4 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? OGOtt der macht und herrlichkeit! GOtt, deine gute reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der fand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die faat, hat GOtt gemacht! Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand, Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist! Erhebe seinen namen. GOtt unser bater, sei gepreist, Und alle welt fag' amen! Und alle welt fürcht' ihren HErrn, Und hoff auf ihn und dien' ihm gern; Wer wollte GOtt nicht dienen? Mel. HErr, deine allmacht reicht 2c. 1027. Nie bist du, höchster, von uns fern, Du wirkst an allen enden; Wo ich nur bin, HErr aller HErrn, Bin ich in deinen händen. Durch dich nur leb' und athme ich, Denn deine rechte schüzet mich. 2. Was ich gedenke, GOtt, weißt du, Du prüfest meine seele, Du fichst es, wenn ich gutes thu, Du fiehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem aug' entfliehn, Und nichts mich deiner hand ent= ziehn. 3. Du merkst es, wenn des herzens rath Verkehrte wege wählet, Und bleibt auch eine böse that Vor aller welt verhehlet, So weißt du sie, und strafest mich zu meiner beff'rung bäterlich. 4. Wenn ich in stiller einsamkeit Mein herz an dich ergebe Und, über deine huld erfreut, Lobsingend dich erhebe, So siehst du es, und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen seufzern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen schmerz Und stärkst mit deinem trost mein herz. 6. O drüc", allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o HErr, Mein herz zur zuflucht wähle, Daß ich dein heilig auge scheu' Und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit fraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o GOtt, stets um mich seist, Dieß tröst' und beff're meinen geist. In eigner Melodie. 1028. ie groß ist des allmächt'gen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem gimüthe Den dank erſtickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte pflicht. Der HErr hat mein noch nie vera gessen: Bergiß mein herz auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der GOtt, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, deffen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel glüc genießen? Ists nicht sein arm, alles schafft? der 3. Blid', o mein geist, in jenes leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit herrlichkeit um geben, GOtt ewig sehn wirst wie er ist. Du hast ein recht zu diesen Anhang. 5 freuden, Durch GOttes güte sind| sten qualen, Gleich nebeln leicht zerfie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig fein. streut. Wer zählt die millionen, Die fie erwärmt und nährt? So weit nur wesen wohnen, Hat sich auch sie verklärt. 4. Und diesen GOtt sollt' ich nicht ehren und seine güte nicht ver= 3. Zwar lieblich ist die sonne Dem stehn? Er sollte rufen? ich nicht auge, das ihr strahl entzückt, Doch hören? Den weg, den er mir zeigt, lieblicher die wonne, Womit uns nicht gehn? Sein will' ist mir ins GOttes güt' erquict. Erfreulich ist herz geschrieben, Sein wort bestärkt das leben und schauerboll der tod, ihn ewiglich: GOtt soll ich über alles Doch besser noch, als leben, 3st deine lieben, und meinen nächsten gleichgüte, GOtt! Wie ist sie uns so als mich. theuer! Sie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, Und tröstender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht loben, Sie, die doch allen alles gab, Vom hohen seraph droben Bis zu des staubs gewürm herab? Denn wie sie von entzücken Stets für den himmel quoll, Ist auch, wohin wir blicken, Von ihr der erdkreis voll. Uns zeigen ihre spuren Luft, berg' und thal und meer; Von so viel kreaturen Läßt sie nicht eine leer. * 5. 3u GOttes lob erwecke Vor allem du dein herz, o christ! Komm her und sich und schmecke, Wie freundlich GOtt, dein bater, ist. Auf, seinen ruhm erzähle Dein frommer lobgesang Und deine ganze feele Sei lieb' und heißer dank! Von seiner güte sage, Wie treu sie für uns wacht, Ein tag dem Mel. Nun lob, mein' seel' 2c. 1029. Mit fröhlichem ge- andern tage, Die nacht der nächsten nacht. müthe Danft, die ihr Christo angehört! Dankt GOtt, daß seine gute, Gleich als sein leben, ewig währt. Nach so viel tausend jahren, Die durch sie alle reich An frohem segen waren, Bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, Und forget immer treu Und wird mit jedem morgen An den geschöpfen neu. 5. Dies ist mein dank, dies ist sein wille: Ich soll voll liebe sein, wie er. So lang' ich dies gebot er= fülle, Stell' ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner feele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und, ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. O GOtt, laß deine gült' und liebe Mir immerdar vor augen sein, Sie stärk' in mir die guten triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur zeit der schmergen, Sie leite mich zur zeit des glüce, Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks. 2. Stürzt felfen! berge, weichet! Doch wanft nicht GOttes vaterfinn, Und seine gute reichet Durch aller himmel himmel hin. Vor ihren 6. Wir find viel zu geringe Der treu', die du an uns gethan, Wir schaun die großen dinge, Erbarmer, mit bewundrung an. Du schenkst den sohn uns fündern, Erlösest uns durch ihn, Erwählest uns zu findern, Willst selbst uns zu dir ziehn. Auf, da in JEsu namen Ihm unser lob gefällt, Lobfingt. ihm, amen! amen! Sein lob füll' alle welt! A Mel. Komm heiliger geist, zc. licht erfreut, Fliehn selbst die bange 1030. ob, preis und ehre 6 Anhang. unser GOtt und bater, dir, Dein| Wie selig, wie begnadigt ist Ein volk, ruhm soll unter uns erschallen, Laß unser lob dir wohlgefallen. Laßt, menschen, seiner lieb' uns freun, Und ewig, ewig dankbar sein. Lobsingt ihm, christen, unsre brüder! Fallt vor dem GOtt der liebe nieder! Und betet an! Und betet an! deß zuversicht du bist! Almächt'ger, deinem großen namen Sei ewig ruhm und ehre! amen. Sei hochgelobt! Sei hochgelobt! Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 2. Er hieß uns leben, wir find 1031. Dein leben, Gott, fein; die und wir ist seligkeit, Dein sind dein. Wie groß und schön sind denken ist allwissenheit Und allmacht deine werke, Du GOtt der weisheit, ist dein wollen. Unendlicher, wie groß güt' und stärke! Dein ist der erdkreis, bist du! Stets ruft uns alles, alles und in dir, höchster, sind und leben zu, Daß wir dich preisen sollen. Heiwir. Du, HErr, erschufft der engel lig, Heilig, Heilig singen, Dir zu heere; Uns auch erschusst du, dirbringen Preis und ehre, Deiner engel jur ehre, Uns sterbliche, Uns sterb- hohe chöre. liche! 3. HErr, du gedenkst nicht unsrer schuld, Uns sünder trägst du mit geduld, Umfassest uns mit vaterarmen, Neigst, wenn wir flehn, dich zum erbarmen, Hilfst uns durch unsre prüfungszeit, Führst uns durch sie zur seligkeit, Schickst nur zu unserm heil uns leiden, Und seg= nest lieber uns mit freuden, Du gnädiger! Du gnädiger! 4. Zob, ehr' und preis, sohn GOttes, dir! Verlorne sünder waren wir, Du aber bist für uns gestorben . Und hast uns ewig heil erworben. Wer dir nachfolgt und an dich gläubt Und in versuchung treu dir bleibt, Der soll, befreit vom sluch der sünden, Erbarmung, ruh' und leben finden In ewigkeit, In ewigkeit. 5. Lob, ehr und preis dir, geist des HErrn! Wir waren einst bon Christo fern, Fern von der seele wahrem leben, Mit irrthum, wahn und nacht umgeben. Du hast durch deines wortes macht Auch uns zum wahren licht gebracht, Du lehrst fromm leben, freudig sterben, Und weihest uns zu himmelserben Durch Christi tod, Durch Christi tod. 6. Lob, preis und ehre bringen wir, GOtt vater, sohn und geist nur dir. Es müsse jedes land auf erden Boll deines hohen ruhmes werden. 2. O bater, deine güt' und macht Läßt uns, die sie hervorgebracht, Auch nun fein gutes fehlen. Du hast uns, da wir dich verkannt, Aus liebe deinen sohn gesandt Zur rettung unsrer seelen. Vater, Vater, Dein erbarmen Bleib' uns armen Unber= geßlich! Deine lieb' ist unermeßlich. 3. O sohn, der aus des vaters schooß Hernieder kam, die gnad' ist groß, Die uns dein tod erworben. Wer danket jemals gnugsam dir? Als mensch geboren, gleich als wir, Bist du für uns gestorben. Mittler! Mittler! Dies heil bleibet Dem, der gläubet, Unvergänglich. Deine gnad' ist überschwänglich. 4. O heil'ger geist, der du uns lehrst, Das herz erforschest, uns be= kehrst, Uns hin zu Christo führest, Die wunden des gewissens heilst, Der kindschaft zeugniß uns ertheilst, Uns leitest, uns regierest: Tröster! Troster! Wie erquickend, Wie beglückend, Himmelsgaben Durch gemeinschaft mit dir haben! 5. GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Dich, geber hoher segen, preist Dein volf mit einem munde. Bon dir erschaffen, dir erfauft, Geheiligt dir, auf dich getauft, Stehn wir mit dir im bunde. Heilig, Heilig, Heilig singen, Dir zu bringen Preis und ehre, Wir auch in der engel chore. Anhang. An hohen Festen. Mel. HErr GOtt, dich loben wir. Err GOtt, dich 1032. Toben wir! Ha HErr GOtt, wir danken dir! Dir, vater, sohn und heil'gem geist! Dir, den die ganze schöpfung preist! Bom aufgang bis zum niedergang Erschallet dir ihr lobgefang. Der engel lobgesang bist du. Ein seraph ruft dem andern zu: Heilig ist unser GOtt! PANE Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt! der allge= walt'ge GOtt! Weit, über alle himmel weit, Reicht deine macht und herrlichfeit. Was je den erdkreis aufgeklärt, Was je die welt dein heil gelehrt, Prophet, apostel, märtyrer, Preist dort im höhern chor dich, HErr. Hier preist dich, noch vom leib be= schwert, Dein volk nur schwach, doch gern gehört. Dich, vater, auf der himmel thron, Dich, JEsu Christ, des vaters sohn, Und dich, o geist, deß gnad' und fraft In sündern neues leben schafft. Du, GOttes sohn von ewigkeit! Du, abglanz seiner herrlichkeit! Ließ'st dich herab, ein mensch zu sein, Uns menschen wieder GOtt zu weihn, Und herrschest nun in deinem reich Mit gnad' und macht, dem vater gleich, Bis du in herrlichkeit dereinst Als richter aller welt erscheinst. Hilf, hilf uns, HErr, wir sind ja dein, Freun uns, durch dich erlöst zu fein. Zu deines hohen namens ruhm, Hilf deinem volk und eigenthum! Leit' uns durch unsre prüfungszeit 7 Den weg zu deiner herrlichkeit! Wir wollen ihn, dir folgsam, gebn. Und dankbar froh dein lob erhöhn. Die erd' erfülle, HErr, dein ruhm, Wie deines himmels heiligthum. In unsers lebens pilgerschaft Ist, HErr, dein wort uns licht und fraft. Sei gnädig uns, o treuer GOtt! Du starker schuß in jeder noth! Du hilfft, wo hülf und rath gebricht; Im tod auch läsfest du uns nicht. Dann wird im himmel unser theil Dein großer lohn, dein ewigs heil. Amen. Bei feierlichen Vorfällen. Mel. HErr GOtt, dich loben 2c. Err GOtt, dich loben 1033. wir! HErr GOtt, wir danken dir! Dein segen strömt ohn' unterlaß Auf uns herab im reichsten maß; Von uns steig' denn zu deinem ohr Ohn unterlaß auch dank empor. Unendlicher! wer ist, wie du? Uns rufens alle himmel zu: Der uns erschuf, ist groß! An macht und weisheit groß! An güt' und segen groß! ist unermeßlich groß! Der du das nichts ins dasein rufft, Groß zeigtest du dich, als du schufft. Dein wort gebot und es geschah, Gleich standen zahllos welten da; Und jede trat alsbald die bahn, Die ihr dein wink wies, freudig an. Groß bleibst du, da du aller denkst, Du aller welten schicksal lenkst. Die erd' auch ist dir nicht zu klein, Du willst ihr milder herrscher sein. Wer deine wege forscht, erkennts, Und freut sich deines regiments. Groß, weise, gut und herrlich ist, Aherrscher, was dein rath beschließt. Die kronen sind in deiner hand, Den weisen schenkst nur du ver. stand, Anhang. 3 Giebst helden ihren Heldenmuth, Und frönst das jahr mit deinem gut. Du treibst vom staate seuch' und frieg, Verleibst am tag des streites sieg, Gewährst zu fröhlichem genuß Durch frieden neuen überfluß. In unserm staub, HErr, flehen wir, GOtt, unsre zuflucht für und für: Thu' deinem knecht, dem könig, wohl, Das land mach' deines segens voll, Schüß es und sichre seinen flor Und hebe stets ihn mehr empor; Vor allem hilf, daß frömmigkeit In unserm land stets mehr gedeiht. Bon deines hohen namens ruhm Erschallet heut' dein heiligthum, Nimm an die opfer unsers danks, Die jubel unsers lobgesangs. HErr, dir gefällts ja wohl, wenn dein Vor dir sich deine menschen freun. Sie zu beglücken, schufst du sie, Und deine güt' erschöpft sich nie. Wenn wir dich lieben und dir traun, Wirst du auf uns mit gnade schaun. Amen. lachen. HErr, deine lust ists, alles froh zu machen. Durch dich, GOtt, teimt und reifet das getreide, 3u unsrer freude.:,: 5. Und dank und jubel:,: Jauchzet denn aus allen, Und wald und hügel und gefild' erschallen:: Vom lauten dir frohlockenden getümmel Bis zu dem himmel.:,: 6. Dankt, christen, danket!:,: Danfet dem erhalter! Dem schuß der findheit! ihin, der stüß' im alter!:,: Dem frohen geber, dessen treu' nicht wanket. Dankt, christen, danket!:,: 2. Höchster, wir entfagen Allen eitelkeiten, Die von dir die seele leiten. Unsers geistes kräfte, Sinne, leib und leben Wollen wir dir übergeben. Du allein Sollst es sein, Dessen wir uns freuen, Dem wir ganz uns weihen. 3. Erntelied. Mel. Lobet den HErren:,: denn 2c. Dei1034.Jauht, rien, jailbe nen namen preiſen, Stets dir dankbar uns erweisen! Möchten wir, gleich engeln, Einst dein lob erhöhen, Und, wie sie, dein antlig sehen! Hilf, daß wir Hier schon dir, Einzig dir vor allen, Streben zu gefallen. 4. Gieb, daß unsre fenntniß Sich von dir vermehre, Uns zum heil und dir zur ehre. Unsre ganze seele Müffe schon auf erden, Großer GOtt, dein tempel werden. Wo wir stehn, Wo wir gehn, Hilf uns, dir nur leben Und dich stets erheben. 2. Mit jedem jahre:: Füllt das land dein segen. Auf glut der sonne giebst du milde regen.:: Gleich stehn erfrischt die hingesunfnen saaten Und fie gerathen.:: Sonntagslieder. Mel. Unumschränkte liebe. 1035. Gott ist gegenwärtig: Laßt uns vor ihn treten, Ihn in ehrfurcht anzubeten! GOtt ist gegenwärtig: Jedes herz erfülle Demuth, andacht, fromme stille! Wer ihn fennt, Wer ihn nennt, Falle vor ihm nieder, Singe fromme lieder! 3. Stets unerschöpflich:,: Bleibt, GOtt, deine gnade, Und, wo du wan= delft, zeichnen deine pfade:: Gedeihn und wachsthum, also daß von ihnen Selbst wüsten grünen.:,: 4. Du welternährer:: Läsfest keiMel. Liebster JEsu, wir sind hier 2c. nen darben. Den arm der ſchnitter 1036. GOtt, vor dir erſchein füllen volle nen wir, Heerden auf der fetten weide Beseelet eintracht zu verehren Und mit fromfreude:,: mer lehrbegier Auf dein göttlich wort Anhang. 9 zu hören, Daß es unsre fenntniß| unfern herzen rauben, Der fest an dich mehre Und uns wohl sie nüßen lehre. 2. Gieb durch deinen geist, o GOtt, Daß wir an dein heil fest glauben! Nimmer laß der lästrer spott Diesen besten trost uns rauben, Gieb auch licht und muth und stärke Uns zu jedem guten werke 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch dein wort zu dir bekehren, Auch wir alle, GOtt, durch dich Gern vollbrin= gen, was wir hören, Alle fromm durch Mel. Jesu, meine freude. dich auf erden, All' im himmel felig 1038. GOttes ſohn ist kom werden. men. Dankt ihm, seine frommen! Dankt ihm, daß er er Advents- und Weihnachtslieder. heil zu werden, Seine wohnung nahm. Mensch, wie wir, Erschien er Mel. Aus meines herzens 2c. 1037. Erhebet GOtt, ihr hier, Der zum erdkreis ſprach: ent= stehe! Und einst spricht: vergehe! frommen! Er hält, was er verspricht: Der heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. GOtt, der uns nicht verstößt, Hat, uns zum heil und leben, Selbst seinen sohn gegeben, und der hat uns erlöst. 2. Laßt uns niederfallen, Danken, daß er allen Freund und retter ist. GOtt auf seinem throne Ziebt uns in dem sohne, Hilft durch JEsum Christ. Welch ein heil, Am sohne theil, Theil, durch ihn und seine ga= ben, Auch am vater haben! 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden, Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. Sißt er schon Auf GOttes thron, Seine brüder sind ihm theuer. O wer liebt uns treuer! 4. Von der wallfahrt müde, Sinfen wir in friede In des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erd' einst wieder Dem, der sie bewacht. JEsus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den die gruft auch deckte. 2. Erlöst! o welche gnade! Ach ganz unheilbar schien Der seele tiefer scha= de, Nun heilt GOtt dennoch ihn. Sein rath ist wunderbar: Von sünd' und vom verderben Uns rettung zu erwerben, Stellt GOttes sohn sich dar. 3. Er stellt sich dar auf erden In niedrer knechtsgestalt. Voll müh' und voll beschwerden War hier sein auf= enthalt; Er floh geräusch und pracht, Entfagt auch gern den freuden, Bis er durch todesleiden Sein hohes werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! o danket, Rühmt laut: er hats vollbracht! Der, dessen rath nicht wanket, hat seines bund's gedacht. Der helfen will und kann, Der mittler ist geboren. Ihr seid nun nicht verloren, Nur nehmt ihn gläubig an. 5. Dich gläubig anzunehmen, HErr, kommen wir zu dir; Uns deiner nie zu schämen, Das, das gelo= ben wir. Nichts, heiland aller welt, Nichts soll uns je den glauben Bon sich hält. 6. Die fest an dich sich halten, Die läsfest du auch nie, Dein gnadenreiches walten Schüßt, stärket, leitet sie. Nach wohlvollbrachtem lauf Nimmst du sie, wenn sie scheiden, Hinauf in deine freuden. Nimm einst auch uns hinauf! 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern heiland schaun. Er wird ewig's leben Dann dort allen geben. Die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir. Überschwänglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt ihr fünder, Werdet GOttes finder! Werdet seiner werth! Eilt, des HErrn verehrer! Folgt dem 10 Anhang. großen lehrer, Bleibet seiner werth!| ner größe denkmal sein. Bewundernd Preiset ihn Daß er erschien, Durch das freudigste bestreben, Ihm, nur ihm zu leben. schau'n einst alle wesen Auf uns, die seine gnad' erlesen, zu zeigen, wie er lieben kann. Dankt ihm, und euer dank sei liebe! Gedenkt, er selber ist die liebe Und nimmt zum dank nur herzen an. 1039. Gist erschienen, Der achter! Wie fühllos und wie uns Mel. O vaterherz, o licht, o leben. elobt et 6. blind veruns von GOtt verheißen war: Der ſelbst, dem alle himmel dienen, Stellt sich zu unſerm retter dar. Das ew'ge wort wird mensch geboren, Heil uns! wir sind nun nicht verloren, Der fluch wird von uns abgewandt. Welch pfand, daß GOtt uns nicht verstoße! Er selbst, er hat aus seinem schooße Uns seinen eignen ſohn geſandt. dankbar! Wohlan, ihr GOttes söhn' und töchter, Ihm, ihm bringt eure herzen dar! Laßt seine weg' euch wohlgefallen, Nie werdet müde, sie zu wallen, Bis ihr hinauf zu ihm gelangt! Wie wird er euer glück vollenden, Wenn ihr dann dort aus seinen händen Der finder erbtheil nun empfangt. 2. Uns will er nicht nur nicht verstoßen, Die gnade soll noch höher gehn: 3u unsers elends mitgenossen Mel. Vom himmel kam der 2c. Macht er den ſohn, uns zu erhöhn. 1040. Dies ist der tag, den so wer erreichen? Die sichs erfrecht, von ihm zu weichen, Läd't er zu seinem himmel ein: Sie sollen, kehren sie nur wieder, Aufs neu', als seines sohnes brüder, Nun seine werthen finder sein. 3. Wer kann der liebe größ' ermessen, Womit uns GOtt in Christo liebt? Wer dürfte dessen je vergessen, Der uns den sohn zum heiland giebt? Freut euch vor ihm, erlöste sünder! Freut euch, daß ihr nun wieder kinder Und erben seines himmels seid! Fühlt, fühlt der freude fromme triebe! Die allmacht ist zugleich die liebe, Für zorn wird euch barmherzigkeit. 4. O wie so reich ist an erbarmen, Der selber niemands je bedarf! Der höll' entreißt mit baterarmen GOtt ein geschlecht, das ihn verwarf. Uns zu befrei'n von stlabentettén, Uns vom verderben zu erretten, Schont er des eignen sohnes nicht. Schaut, wie er unser elend kehret In herrlichkeit, die ewig währet, Und unsre finsterniß in licht. * 5. Stimmt in der engel laute chöre Durch eure frohe jubel ein. Ihr, ihr sollt eures GOttes ehre, Ihr seiSein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch JEsum Christ Im himmel und auf erden ist. 2. Die väter haben dein geharrt, Bis daß die zeit erfüllet ward, Da sandte GOtt von seinem thron Das heil der welt, dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dies wunder fassen will, So steht mein geift anbetend still, Fühlt hier, was fein verstand ermißt, Daß GOttes lieb' unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, HErr der welt, Nimmst selbst an unsrer mensch= heit theil, Wohnst unter uns, und schaffst uns heil. 5. Welt, freue dich! dein retter spricht: Ich komm', ich komme, zage nicht, Des vaters willen thu' ich gern. Gelobt sei, der uns kommt vom HErrn! 6. HErr, der du mensch geboren wirst! Immanuel und friedefürst! Auf den die väter hoffend sahn, Dich, GOtt, Messias, bet' ich an. 7. Du, unser heil und höchstes gut, Vereinest dich mit fleisch und Anhang. blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und GOttes kinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät, Du bist es, der das herz erhöht! Gedanke voller seligkeit, Du bist es, der das herz erfreut! 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt! Und erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem HErrn, ein neues lied! * 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein mittler iſts, der ſie erhält. 1042. Was zagt der mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des vaters schooße figt? 11. Dies ist der tag, den GOtt gemacht, Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch JEsum Christ Im himmel und auf erden ist. Mel. Gelobet feist du, JEsu 2c. 1041. Slob elobet feist du, GOttes sohn, Der du auf der allmacht thron Jetzt herrschest, und einst warst, wie wir. Preis sei, o weltversöhner, dir! Dir ewig preis! 2. Dich, Davids sohn und Davids HErrn, Sahn die väter schon von fern. Wie sehnlich seufzten sie nach dir! O wie viel seliger sind wir! Wir freun uns dein. 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an Über die, die nie ihn sahn; Auf die, die finsterniß umgab, Strahlt GOttes wahrheit nun herab. GOtt ſei gelobt! 4. Durch den die welt einst worden ist, Der einst richtet, JEsus Christ, Wird uns, als seinen brüdern, gleich, Wird selber arm, und macht uns reich. Wie liebt er uns! 6. Gelobet seist du, IEsu Chrift, Daß du mensch geboren bist. Dir ist der erdkreis unterthan, Dich beten alle himmel an: Sei hochge= lobt! 5. Jauchzt, himmel! erde, freue dich! GOtt versöhnt die welt mit sich. Uns, Adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Dankt, menschen, dankt! Mel. Nun freut euch lieben 2c. o tief der mensch gefunken war, So hoch wird er erhöhet. Welch' wunder stellt der welt sich dar! Kommt, menschen, her, und sehet: Des ew'gen vaters ebenbild Erscheint, in unser fleisch gehüllt, Wie wir, zur welt geboren. 2. Im elend schauten wir umher Nach rettern, da war keiner; Doch unsrer noth erbarmt sich er, Wird als der unsern einer. Er, der der welt ihr dasein gab, Läßt bis zu uns sich tief herab, zu sich uns zu erhöhen. 3. Wenn nun schon tod und elend drohn, Was wollten wir noch zagen? Uns wird der menschgewordne ſohn Nie unser flehn versagen. Er hilft, er ist uns nah' verwandt. Mit uns, ge= schöpfen seiner hand, Stammt er aus einem blute. 4. Mit uns freun über unser glück Sich selbst der engel chöre. Der friede kehrt zu uns zurück. GOtt in der höh sei ehre, Der von der höhe seines throns, Auf uns, die brüder seines sohns, mit wohlgefallen schauet. 5. Des glücks, das hier dir widerfuhr, Christ, würdig dich zu freuen, Mußt du die menschliche natur Durch fünden nie entweihen. Sie, die dein GOtt so hoch geehrt, Sie sei dir hei= lig, sei dir werth, Daß nun auch du fie ehrest. * 6. Auf! deine würd' ist groß, du bist Dem ew'gen sohn verbrüdert: O schande, wenn nun noch der christ Zur fünde sich erniedert! Drum, wenn sie locket, widersteh', Blick auf und sieh, auf welcher höh' Durch ihn die menschheit strahlet. 7. Denn, ob er wohl zu leiden kam, Wollt' er doch nach dem leiden 12 Anhang. Der menschheit, die er an sich nahm,| brüder find, Ein dulder von beschwer Nicht wieder sich entkleiden. Er nahm, nach ganz vollbrachtem lauf, Sie im triumph mit sich hinauf; Und stets bleibt er dein bruder. den, Der duldend überwind't. Was du denn nun bist, werden Einst deine brüder sein, Wenn sie, entrückt der erden, Sich deines anschauns freun. 5. Bald sind auch wir zum lohne Der himmelsbürger dort erhöht, Nah' sind wir dann dem throne Und schauen deine majestät. Nicht mehr aus dunkler ferne Dringt dann der dank zu dir, Hoch über sonn' und sterne Erhaben, jauchzen wir, Und in der engel chöre Schallt unser lobgefang: Erbarmer, dir sei ehre! Dir, weltversöhner, dank! 8. So fühle fich denn auch dein geist Mit ihm zur höh' erhoben! Wie dorthin dich dein glaube weist, Sei auch dein wandel droben. Christ, göttlichen geschlechts bist du! Des sohnes menschheit ruft dir zu: Denk' edel! denke göttlich! 1043. Vwir wallen, Soll, Mel. Nun lob mein' seel' den 2c. om grab, dem JEfu Christ, dein lobgesang Empor jeele dank! Und jeder der gebornen zum himmel schallen, Dir opfre jede Freu' sich, ein mensch zu sein! Und jeder der verlornen Freu' sich, erlöst zu sein! Uns ist das kind gegeben, Geboren uns der sohn. Mit ihm er= scheint das leben, Mit ihm des himmels lohn. 2. Kommt, laßt uns- niederfallen Vor unserm heiland, JEsu Christ, Und danken, daß er allen Erretter, freund und bruder ist. Er, gleich der morgensonne Mit ihrem ersten strahl, Berbreitet licht und wonne Und leben überall. Durch ihn kommt heil und gnade Auf unsre welt herab, Er segnet unsre pfade Durchs leben bis ins grab. 3. Getrost, ihr mitgenossen Des elends und der sterblichkeit! Klagt nicht, euch sei verschlossen Der eingang zu der herrlichkeit. Zu unsrer erd' hernieder Kam GOttes eigner sohn, Nun hebt er seine brüder Empor zu GOttes thron. Er ward das heil der fünder: Sie, gläubig durch sein wort, Sind hier nun GOttes finder, Und GOttes erben dort. 4. Du, dem in jubelliedern Sein lob durch alle himmel schallt, Neig' auch dein ohr zu liedern, Die dein noch sterblichs volk dir lallt. Auch du warst einst auf erden, Was deine Neujahrslieder. 1044. DHöhe wohnt, Wog Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. er droben in der selbst das maß der zeiten, Er schuf die sonn' und rief den mond, Die erde zu begleiten. Der lauf der sonne mißt das jahr, Der lauf des mondes theilt das jahr. Rühmt, rühmt den HErrn der zeiten! 2. HErr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sei dir für das verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen, Für jeden segen deiner gnad', Für das gedeihen jeder that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr gesegnet sein. Das du uns neu gegeben. Verleih' uns kraft,( die kraft ist dein) In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der menschen glüd, wenn sie zuerst Nach deinem reiche trachten. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh' und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So üb' uns auch durch leiden. Nur stärke zur geduld das herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Laß auf uns deine gnade ruhn, Daß auch in diesem jahre Sich, HErr, in allem unserm thun Dein Anhang. 13 fegen offenbare. Regier' uns, bater, I bedenken, Mich in das meer der väterlich, Daß an sich jeder, daß auch ich, Wie gut du seist, erfahre. liebe zu versenfen, Die dich bewog, von aller schuld des bösen uns zu erlösen. 6. Daß unsers landes flor gedeih', Bei uns furcht GOttes wohne, Dem Fönig seine vatertreu' Der völker liebe lohne, Wir alle deiner huld uns freun: Dies, vater, wollest du verleihn In Christo, deinem sohne. 2. Vereint mit GOtt, ein mensch gleich uns auf erden, und bis zum tod am freuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen; 3. Welch' wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Fräfte. Mein herz erbebt, Mel. Nun komm der heiden 2c. 1045. Christen, unser leben ich seh' und ich empfinde Den fluch der sünde. eilt. Ohne rast und unverweilt Eilt sie hin, die kurze zeit, Hin ins meer der ewigkeit. 2. Wellenreich und ohne ruh' Stürzt ein strom dem meere zu. Schaut, wie keine welle bleibt, Eine stets die andre treibt. 3. So vertreibt auch immerdar Dies jahr schnell ein folgend jahr, Und das legte rauscht herbei, Eh'man merkt, wie nah' es sei. 4. Laßt uns sorgen, daß uns nie Ungenugt die zeit entflieh'. Weil der tag des heils noch währt, Bleib' uns jede stunde werth. 5. Laßt uns hig' und last nicht scheun, Stets zum guten wirksam sein, Denn die nacht rückt schnell heran, Wo man nichts mehr wirken kann. 6. Jede stunde, wo der geist Sich der erde mehr entreißt, Bleibt uns, flieht sie schon dahin, Doch ein ewiger gewinn. 7. Jede stunde, wo man nügt, Andre tröstet, bessert, schüßt, Gern erfreut, die dauert dort Stets in ihrem lohne fort. 8. Nimm, HErr, unsrer gnädig wahr! Allen werde dieses jahr, Das uns deine huld verleiht, Fruchtbar für die ewigkeit. Passionsgesänge. Mel. Herzliebster JEsu, was hast zc. 1046. ein leiden zu Err, stärke mich, H& 4. GOtt ist gerecht, ein rächer alles bösen; GOtt ist die lieb', und läßt die welt erlösen: Dies kann mein geist, mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst danieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein glück, macht mich aus GOttes feinde 3u GOttes freunde. 6. O HErr, mein heil, an dessen blut ich glaube! Ich liege hier vor dir gebückt im staube, Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken: Doch sollt' ich drum im glauben zweifelnd wanken? Ich bin ein mensch; darf der sich unterwinden, GOtt zu ergründen? 8. Das größt' in GOtt ist, gnad' und lieb' erweisen; Uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, 3u sehn, wie hoch, wenn GOtt uns gnad' er= zeiget, Die gnade steiget. 9. Laß deinen geist mich stets, mein heiland, lehren, Dein göttlich freuz im glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 10. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, HErr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Kann ich zus gleich das böse mir erlauben Und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich da Anhang. 14 hin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben? Nur dir leb' ich, dir dem ich angehöre, Zu deiner ehre. Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. 1047. Meine feel, er- nichts die krone raube. muntre dich, Dessen liebe, dessen segen, Der für Mel. Herzliebster JEsu, was hast ic. dich am freuz erblich, Fromm und dankbar zu Daß dein herz der großen treue Deines JEsu sich erfreue. 2. Sieh, dein JEsus, GOttes sohn, Ist für dich ans freuz geheftet, überhäuft mit spott und hohn, Blutig, schmerzenvoll, entträftet, Ach, für dich mit fluch beschweret! Wo ist größre lieb' erhöret? Jip 3. O wie mag mein volles herz Dem sich dankbar g'nug erweisen, Der sogar durch blut und schmerz Seine lieb' an mir will preisen? Er, er selbst, trägt meine sünden, Daß ich könnte gnade finden. 4. Fern denn, sünden, fern von mir, Euch kann ich an mir nicht dulden. Welch ein schnöder greul seid ihr, Mir ganz untilgbare schulden! Und was brachtet ihr dem Herzen Meines JEsu nicht für schmerzen! 5. Dir, mein JEsu, dir, mein heil, Will ich ganz mich übergeben, Als dein eigenthum und theil, Was ich lebe, dir zu leben, Daß ich dir einst sterben könne, Und kein tod von dir mich trenne. GOtt dort loben, Wenn er mich zu sich erhoben. 8. Oft und herzlich freu' ich mich Auf dies freudenvolle leben. Heiland, dir sei dank, durch dich Wird es mir dereinst gegeben. Du, HErr, hilft, ( das hofft mein glaube,) Daß mir 6. HErr, wie viel schenkst du schon hier, Welchen hohen seelenfrieden! Freudigkeit zu GOtt in dir, Neue kraft, wenn wir ermüden, Schenkst du schon so viel auf erden: Wie weit mehr wird dort uns werden! 7. Was für wonne nach dem leid! Nach der schmach, o was für ehre! Was für ruhe nach dem streit! Was für frohe jubelchöre! Ewig werd' ich 1048. Wie reich, mein heis an dem besten segen Ist mir dein leiden! laß michs recht erwägen! Stets müsse mir sein bild vor augen schweben, Stets in mir leben! 2. Unendlich glück! du littest mir zu gute, Ich bin versöhnt mit deinem theuren blute; Du hast am freuz, da du für mich gestorben, Mir heil er= worben. 3. So bin ich denn schon selig hier im glauben und mir wird nichts, nichts meine frone rauben. Ich werde dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 4. Wenn ich nur stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf, im glauben wach' und bete, So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als JEfus lebet. 5. Lockt böse lust mein herz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom freuze; Und werd' ich matt im laufe guter werke, So sei mirs stärke. 6. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dank für deines Freuzes schmerzen, Und GOtt giebt uns die kraft in deinem namen, Dir nachzuahmen. 7. Wie sollt ich nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn freuz mich trifft, gelaßnen herzens werden, Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet. 8. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie meine brüder, hassen? Und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, Für fie noch beten? Anhang. 9. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, will ich nicht wieder schelten. Du heiliger, du HErr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. * 10. Seh ich dein freuz den flugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden, So seis doch mir, troß alles frechen spottes, Die weisheit GOttes. 11. Dein strafgericht verzieh, fie zu zerschmettern! Erbarm' dich, GOtt, wenn einer von den spöttern Sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, Um gnade flehet. 12. Wenn endlich, HErr, mich meine sünden fränken, So laß dein Freuz mir wieder ruhe schenken. Dein kreuz, dies sei, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. Mel. Herzliebster JEfu, was haft 2. 1049. Der bu für uns dich in den tod gegeben, Wie kann ich g'nugsam deine treu' erheben! Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der liebe stärke! 2. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest? Für ihn dich selbst so tief ins elend senkest? Du willst die strafen, die wir selbst verschulden, Für uns erdulden. 15 6. HErr, lehr' mich selbst des heiles größ' erkennen, Dich meinen HErrn in thät'gem glauben nennen, Den ganzen trost von tilgung meiner sünden Gerührt empfinden. 5. Allweiser rath! auf dir steht mein vertrauen. Gelüstet engel selbst, dich zu durchschauen, Sollt' ich nicht dich, von danke hingerissen, Anbeten müssen? * 7. Ich, heiland, flieh' zu deinen offnen armen, Gewiß, du werdest meiner dich erbarmen. Nein! du ver= stößest nicht, die sünden hassen Und dich umfassen. 8. Ja, hülf' und trost find' ich bei deinem Freuze; Gieb nun auch, daß dies freuz mich dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 9. Dir, JEsu, leb' ich, dir will ich auch sterben; Ich weiß, du läßt die deinen nicht verderben, Hilfst, daß ich nicht im letzten kampf erliege Und sterbend siege. Mel. Herzlich thut mich verlangen, 11, sün1050. Du, der aus edlem dern heil errang, Du, den ſein herz voll liebe Für uns zu bluten drang: O mit wie schweren plagen Schloß deine laufbahn sich! Welch zittern und welch zagen Befiel am ölberg dich! 2. Schon lag vor deinen blicken Dein ganzes leiden da, Von des verräthers tücken Zum freuz auf golgatha. Du sahst die grabeshöhle Und fühltest todesnoth. Betrübt war deine seele, Betrübt bis in den tod. 3. Des ew'gen sohn tritt, gleich als menschenfinder, In unsre welt; der heil'ge büßt für fünder; Des le= bens fürst will selbst,( wer kann das fassen?) Am freuz erblassen. 4. Kannst du, o mensch, so hohe gnadenzeichen, So große wunder sei3. Auf dich, der menschen bester, Drang angst auf angst herzu, Und doch hing niemand fester An ſei= nem GOtt, als du. ,, Sollt' ich den ,, kelch nicht trinken, Den mir mein ner lieb' erreichen? Thut er nicht ,, bater beut?" Dies ließ dein Herz mehr, vom staub uns zu erhöhen, nicht sinken, Wars gleich voll banAls wir verstehen? gigkeit. 4. Nach seinem rath zu leiden, Bleibt dein entschluß doch fest, Der dich so hohe freuden Von fern erblicken läßt. Um millionen seelen Vom tode zu befrei'n, Willst du den 16 Anhang. tod selbst wählen, Nicht schmach noch| nur leben, Dir ganz mich übergeben marter scheun. Zur treusten liebe, HErr JEsul 5. Zwar aus der bosheit fülle Strömt auf dich wilde wuth, Doch welche geistesstille! Welch unerschrock ner muth! Du ſcheueſt keine schmer: zen, Womit ihr grimm dir droht; Zu schwer wird deinem herzen Selbst nicht der freuzestod. 6. Der menschen heil zu fördern, Gabst du mit sanftem sinn Dich willig deinen mördern und ihren martern hin. Um dich war alles trübe, Doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine liebe Zu uns und unserm wohl. * 7. O freund der menschenkinder, Den ehr' und preis nun schmückt, Wie hoch hast du uns fünder Durch deinen tod beglückt! Er heilet das gewissen, Stärkt uns zu jeder pflicht, Giebt trost in fümmernissen, Im tode zuversicht. 8. Wie viel sind wir dir schuldig, Daß du die schwere last Des freuzes so geduldig Für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, So viel die schwachheit kann, Und dir zu ehren leben: Nimm unser opfer an. Mel. O lamm GOttes, unschuldig. 1051. fohn GOttes, fohn GOttes im staube Mit blut und thränen bedecket! Auf dich hin blicke mein glaube, Wenn tod und fünde mich schredet. Dein trauern, feufzen, flagen, Dein ringen, zittern, zagen, Sei meine ruhe, HErr JEsu! 2. O sohn GOttes, unschuldig Trugst du die herbe verhöhnung, Und trugst, als held, sie geduldig, 3u meiner fünden versöhnung! Dein bild muss uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, HErr JEsu! 3. O sohn GOttes, freiwillig Für uns am freuze gestorben! Dir, dir nur, leben nun billig, Die du so theuer erworben. Auch ich will dir Mel. Herzlich thut mich verlangen. 1052. Der du voll blut wunden Für uns am kreuze starbst, Und unsern legten stunden Den höchsten trost erwarbst, Der du dein theures leben, Noch eh' ich war, auch mir Zur rettung hingegeben: Mein heil, wie dank' ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, Erhabner menschensohn, Als du, der nichts verschuldet, Empfingst der sünder lohn! Da folgte schmerz auf schmerzen, Da traf dich schmach auf schmach, Da lag auf deinem herzen Angst, die das herz dir brach. 3. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem Freuze, Ein fluch vor aller welt. Dich flohen alle freunde, Du warst des voltes spott, Dich höhnten deine feinde: Wo ist denn nun sein GOtt? 4. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du von sünden Uns zu erretten rangst. Es stürzte plag' auf plage Mit felsenlast auf dich, Drang dich zur lauten klage: GOtt, wie verläßt du 5. Und diese last von plagen, HErr, es war meine last; Ich hätte sollen tragen, Was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich armen, Der zorn verdienet hat, Und hilf mir aus erbarmen Von meiner missethat. 6. Du hast uns durch dein leiden Vergebung, beff'rungskraft, Hier trost und muth, dort freuden, Die ewig sind, verschafft. Ogieb an dies ser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, fraft, trost und heil. * 7. Aus tiefgerührtem herzen Sag ich nun lebenslang Für deine todes= schmerzen, Mein treuster freund, dir dank. Ach hilf, daß ich mich halte Anhang. Bu dir mit gleicher treu Und, bis ich einst erfalte, Ganz, ganz der deine sei. 8. Und wenn ich dann soll scheiden, Ach, HErr, verlaß mich nicht. In meinen todesleiden Sei du mein trost und licht; Und wenn am allerbängsten Mir um mein herz wird sein, Dann reiß mich aus den ängsten Kraft deiner angst und pein. 9. Dann. JEsu, laß mein hoffen In schauen übergehn: Im geiste laß mich offen, HErr, deinen himmel sehn, Im geiste mit entzücken Und heil'ger sehnsucht voll, Nach dir, vollender, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 1053. er du der strafen meiner statt getragen hast, Für mich den tod erlitten: Wie soll ich dir g'nug dankbar sein, Daß du durch leiden, tod und pein Das leben mir erstritten? HErr, dessen eigenthum ich bin, Nimm ganz zu deinem dienst mich hin. 2. Trost hab' ich ja allein durch dich, So stärket auch dein leiden mich zu meinen schwersten pflichten. Ich schaue, HErr, auf meiner bahn Stets glaubensvoll dein vorbild an, Den gang darnach zu richten; Mich schreckt fein noch so steiler pfad, Da ihn dein fuß vor mir betrat. 17 erst brach, Trag' ich das freuz nun willig nach. 5. Mich schreckt nicht roher spötter hohn, Du auch ließ'st in der dornenFron' Gelassen dich verspotten. Sollt alle welt auch wider dich Und wider deine lehre sich Aus haß zusammenrotten: Ein weltfinn scheu des frevlers spott! Er ehrt mich, er ist ruhm bei GOtt. 4. Wer nur nach sinnenlust begehrt, Der ist, o JEsu, dein nicht werth, Ist fleischlich, ist verblendet. Leg' leiden auf, ich bin bereit: Du, stifter unsrer seligkeit, Bist auch durch sie vollendet. Dir, der mir diese bahn 6. Auch hab' ich auf mein herz stets acht, Daß es nicht stolz nach eitler pracht, Nach ruhm und hoheit geize. Von allem stolze heilst dr mich: Wie tief erniedrigtest du dich, Tief bis zum tod am freuze, Wo du der slaven schmach empfingst, Du als ein fluch am holze hingst. * 7. Bloß auf das meine dürft' ich sehn Und, statt dem nächsten beizustehn, Ihm meinen dienst versadu, zu dienen kamst, Die schwersten bürden auf dich nahmst, Um sie für uns zu tragen? Wie du, dien' ich, von trägheit fern, In müh' und schweiß dem nächsten gern. 8. Du, JEsu, selbst bists, der mich stärkt, Daß nicht mein herz sich unvermerkt Von deinem pfad ent= ferne. Da ich dir ganz mich schuldig bin, Hilf, daß von dir ich edlen sinn Und selbstverleugnung lerne, Denn für das heil, das du gewährst, Ist dies der dank, den du begehrst. 3. Nichts ist, was mich gefesselt Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, 2t. hält: Du haft den himmel, Err 1054. 11m gabe für die der Für Was auch mein Herz liebt, opferts doch Dir gern auf, weil es nichts so hoch, Als deine liebe, schäßzet. O wie so viel hab' ich in ihr! Du dankst mir nichts, ich alles dir. sünderwelt Fleht JEsus blutig und entstellt, Da sünder ihn verspotten. Durch alle glieder tobet schmerz, Doch rührt sein. liebevolles herz Das heil so wilder rotten. Von ihnen, die voll grimm8 ihn schmähn, Kehrt sich sein sanfter blick auf den, Den ihre wuth in ihm entehrt, Und, daß es erd' und himmel hört, Ruft er: vergieb! Führ, bater, nicht Sie ins gericht! Was sie jetzt thun, verstehn sie nicht. 2 18 2. Erstaunt bewundr' ich solche huld, Die mit so göttlicher geduld So bitterm haß begegnet, Ach, nicht nur mit geduld ihn trägt, Zum wärm= sten mitleid auch bewegt, Die mör= Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. der gar noch ſegnet. HErr, dies dein 1055. Es ist vollbracht; oft uns auch ihm Anhang. heil erfleht. Auch uns sagt es, zu Mein geist, dem wort, das Christus unsrer ruh', Erbarmen und verge- sprach), Als er am freuze sich nun bung zu. HErr, sei gelobt! Durch nah Dem ausgang seiner leiden sah: deinen tod, Den theuern tod, Ist Es ist vollbracht. uns versöhnt, GOtt, unser GOtt. 2. Es ist vollbracht; Ganz ist erfüllt Die schrift, und alles nun ent= hüllt, Vollführet des allweisen rath, Geschehn die große gottesthat: Es ist vollbracht. 3. Daß die, die ſchuld auf schuld gehäuft, Nicht GOttes straf alsbald ergreift, Wie sie's verdienet hätten; Daß GOtt deß, der doch sein ver= gißt, So gnädig denfet, und ihm frist Gewährt, sich noch zu retten; Daß ich auch freudig sagen kann: Auch mich, mich sünder, nimmt GOtt an; Wer hat, mein heiland, dies geschafft, Als du durch deiner fürsprach kraft? JEfu Chrift! Mein HErr und GOtt! Mein HErr und GOtt! Vertritt du mich bis an den tod. selig ist Der mensch, daß du sein hel land bist. * 4. Hilf HErr, daß ich dir ähnlich sei, Gleich dir, beleidigern verzeih' Mit sanfter froher seele. Hilf, daß ich ohne rachbegier, GOtt meine fache, GOtt, gleich dir, Der feinde heil befehle. Und wenn mein herz, bom zorn empört, Durch stolz und eigenmuß bethört, Der rachsucht glut nicht dämpfen kann, Dann, dann erinnre du mich dran, O JEsu Chrift! Wie du gefleht, Und dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erfieht. 3. Es ist vollbracht; vollkommen ist Das opfer, dessen blut hier fließt. Das was sein sohn that, sieht GOtt an, Als hätt' es ich, ich selbst gethan: Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht; ich bin erlöst, Weiß nun, daß GOtt mich nicht verstößt. Der Christi tod mit ehre Frönt, Bezeugt, ich sei durch ihn versöhnt: Es ist vollbracht. 5. Es ist vollbracht; der zugang steht 3u GOtt mir offen im gebet. 3ch darf mit findlichem vertrau'n In noth auf seine hülfe bau'n: Es ist vollbracht. 6. Es ist vollbracht; in heitrer ruh Wall' ich nun meinem grabe zu. Er, der dem tod die macht hier nimmt, Hat dort sein leben mir bestimmt: Es ist vollbracht. 7. Es ist vollbracht; ach nie vergiß, Mein geist, dies wort! es ist gewiß, Und folg' im glauben Christo nach, So sprichst du einst wie Chriftus sprach: Es ist vollbracht. 5. Wenn du selbst seinde so vertrittst, So bin ich deß gewiß, du bitt'st Stets fräftig für die deinen. Sink' ich, so nimm dich meiner an, Und, sollt' ich fallen, laß mich dann Um troft nicht fruchtlos weinen. Und ſchreckt des todes grauen mich, Sei 1056. du nur mir nicht fürchterlich, Du, meine zuversicht in noth, Dann hab' ich trost und muth im tod. HErr 3Efu Chrift! Wie selig ist, Wie Ostergesänge. Mel. Nun jauchz' dem HErren 2. Erin rinnre dich, mein geist, erfreut Des hohen tags der herrlichkeit! Halt' im gedächtniß JEsum Christ, Der von dem tod erstanden ist. 5 Anhang. 19 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn,| währt, Halt im gedächtniß JEsum Als ob er heute dir erschien. Als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. Christ, Der von dem tod erstanden ist. 3. Schau' tiber dich, und bet' ihn an: Er mißt den sternen ihre bahn, Mel. Allein GOtt in der höh' sei ze. Er lebt und herrſcht, mit Gott ver= 1057. Bringt preis un eint, Und er, dein ist dein freund. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sei gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit! dem heiland dar! Auf, singt ihm jubellieder! Er, der für uns getödtet war: Heil uns, er lebet wieder! Indem er starb hat er gesiegt, Er stand vom tod auf und nun liegt Der tod zu seinen füßen. 2. Wo ist, da ihn sein GOtt erhöht, Der unsern trost uns raube? Nein, ewig unerschüttert steht, Durd ihn des christen glaube. Troß dem, was sich dagegen legt: Die hohe gotteslehre trägt Der wahrheit festes siegel. 5. O glaube, der das Herz erhöht! Was ist der erde majestät, Benn sie mein geist mit der vergleicht, Die ich durch GOttes sohn erreicht? 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein: HErr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und berwund'rung kämpft in mir. Dich, GOtt, bet' ich voll ehrfurcht an, Der mehr schenkt, als ich fasſen kann. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst, Und du erfüllst einst mein vertrau'n, Dort deine herrlichkeit zu schau'n. 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In herrlichkeit erscheinen wirst, Erwedt aus meinem grabe gehn, Verklärt zu deiner rechten stehn. 10. Mit engeln fing' ich dann dein lob, Das ich hier stammelnd nur erhob; mit allen frommen aller zeit Freu' ich mich dein in ewigkeit. 11. 3u welchem glück, zu welchem ruhm, Erhebet uns das christenthum! Mit dir gekreuzigt, GOttes sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin, Damit ich, stets in liebe treu, 3u deinem bilde mich erneu. 13. Auf denn, mein geist! er ist es werth. So lange deine wallfahrt 3. Wo wollt' ich, fünder, wär' er nicht Erstanden, ruhe finden? Ich hätte weder trost noch licht, Und blieb in meinen fünden. Doch seines opfers hoher werth Ist feierlich von GOtt bewährt. Er hat ihn auferwedet. 4. Sein werk wars, uns die neue bahn Zum himmel zu bereiten. Sein opfer gilt, dankt, betet an! Es gilt auf alle zeiten. Denn GOtt hat ihn, da er, mit sieg Gekrönt, aus seinem grabe stieg, Als seinen sohn verkläret. 5. Mein herz frohlodt, erstandner, dir, Der du mun ewig lebest. Ich weiß, du lebst, daß du auch mir Das ew'ge leben gebest, Weiß, daß du mein versöhner seist, Weiß, daß du Fräfte mir verleihst, Mit freuden GOtt zu dienen. 6. Mein HErr und GOtt, hilf mir dazu! Hilf, daß ich, frei von sünde, Im frieden GOttes feste ruh' Für meine seele finde. HErr, pflanze deinen sinn in mich, Und lebe selbst in mir, daß ich Stets deiner würdig wandle. 7. So darf ich nicht vor tod und grab, Wenn GOtt mich ruft, erschre den, Denn herrlich kommst du einst herab, Die todten zu erweden. Froh 2* 20 Anhang. werd' auch ich dann auferstehn, Froh| Der HErr ist mein bertrauen, Fr dich, des todes sieger, sehn, Nicht dei- starb für mich, und lebt. nen richtstuhl fürchten. * 8. Wo du, HErr, bist, soll auch dein freund, Mit ben, Auf ewig nun mit dir vereint, In deiner wonne leben; Solch hohes erbtheil werd' auch mein, Und ewig werd' ich deß mich freun, Daß du vom tod, erstanden. Mel. JEsus, meine zuversicht. Esus lebt, mit ihm 1059. Juch ich; Zod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den todten auferweden, Er verklärt mich in ſein licht: Dies ist meine zuversicht. 2. JEsus lebt; ihm ist das reich über alle welt gegeben, mit ihm Mel. Nun lob', mein' seel', den 2c. 1058. obfinge meine seele, werd' auch ich zugleich Ewig herrſchen, Bet leben. er standnen an! Lobsing' ihm und er- verspricht: Dies ist meine zuversicht. zähle, Was dir zum heil der HErr gethan: Er hat für dich gerungen, Er hat durch seine macht Des todes macht bezwungen, Erhellt des grabes nacht; Singt, singt ihm jubellieder, Sein fieg hat uns befreit, Uns frönet GOtt nun wieder Mit gnad' und seligkeit. 3. JEsus lebt; wer nun verzagt, Schmälert unsers GOttes ehre; Gnade hat er zugesagt, Daß der fün= der sich bekehre. GOtt verstößt in Christo nicht: Dies ist meine zuversicht. 2. Froh führte seine sonne Den festlich hohen tag herauf. Da stand er, meine wonne, Der held, der weltver= föhner, auf. Gedanke, der zu freuden Des himmels mich erhebt! Gedanke, der in leiden Mit reichem troft belebt! Des höhern lebens quelle, Mein schild in jeder noth! Wo ist dein sieg, o hölle? Wo ist dein stachel, tod? dir und deinem geist gelehrt, Die gößentempel liegen, Der erdkreis wird zu GOtt bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, Bin freudenvoll ein christ, Ich bet' ihn an im staube, Ihn, der mein retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. 4. JEsus lebt; fein heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes leben; Reines Herzens will ich sein und den lüften widerstreben. Er verläßt mich schwachen nicht: Dies ist meine zu versicht. 5. JEsus lebt; ich bin gewiß, Er, mein heiland, hats verheißen; Keine macht der finsterniß Wird mich seiner hand entreißen. Seine treue wanket nicht: Dies ist meine zuversicht. 6. JEsus lebt; nun ist der tod mir ein eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: HErr, HErr, meine zus versicht! 3. Der felfen grund erbebet, Die wächter fliehn, das grab ist leer, Der todt war, sieh! er lebet, Ev lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwadhen jünger wanken, Er stärkt die wankenden, Sie sehn ihn, freun fich, danken Dem auferstandenen. Sie fehn empor ihn steigen, Und gehn, wie er gebot, Mit freuden hin und zeugen Von ihm bis in den tod. Mel. Hosianna, Davids sohn 2. er für mich gefreu4. HErr, deine boten fiegen, Von 1060. Digt war, Wein er löser, lebt nun wieder, Lebt auch mir, lebt immerdar, Nun schlägt mich kein fummer nieder. Mich schreckt nicht des todes nacht, nicht das grauen der verwesung, Ganz vollbracht ist die erlösung: Christus ist vom tod' erwacht. Anhang. den, Suche stets, was droben ist. 2. Er, er lebt, der sich für mich In| banden Und, mit Christo auferstauden tod dahin gegeben: Wahrlich, leben werd' auch ich, Bei ihm leben, ewig leben. Wahrlich, wahrlich! er, leibes glieder, Liebt die gläubigen als brilder; Selig ist, wer an ihn glaubt. 3. Stets ist er mit hülf uns nah'; Wenn wir diesen trost nicht hätten, Ach, was gäb' uns schwachen da Trost auf unsern sterbebetten; Nun erquict uns Christi heil: Wenn auch seel' und leib verschmachten, Christus hilft, daß wirs nicht achten, Bleibt im tod' auch unser theil. 4. Drum getrost, dort lebet ihr, Brüder, wenn ihr hier schon sterbet; Lebet dort noch mehr als hier, Dort, wo ihr mit Christo erbet. Selbst, was an euch stirbt, selbst dieß Stirbt nicht ewig, lebt einst wieder; Solche hoff= nung,( freut euch, brüder!) Bleibt in Chrifto euch gewiß. 21 7. Ewig werd' ich dann dich schau'n, Den ich längst zu schau'n begehret, Sicher vor des todes grau'n; Ahnlich dir; wie du, berkläret; Ewig dankbar, ewig dein, Der du für mich fündenbollen Dulden, bluten, sterben wollen, Mich vom tode zu befrein. 8. Seele, folche seligkeit Gieb nicht hin für tand der erde, Flieh' den schlaf der sicherheit, Daß nicht pein, statt glüds, dir werde; Auf! wofern bu weise bist, Neiß' dich los von allen Mel. Erschienen ist der herrlich zc. r erstanden! Chri1061. tus legt! O trofl der unser herz erhebt! Gestärkt durd ihn sehn wir aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab: O süßer trost! 2. Welch neue welt voll seligkeit Erwartet uns nach dieser zeit; Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist: Oseligkeit! Auf die Himmelfahrt Christi. Mel. Komm, o GOtt, schöpfer 2c. 5. Seht nicht auf des tod's gestalt, Die so leicht das auge schrecket, 3hm 1062. Schau', großer HEr fehlt stachel und gewalt, Seit GOtt Christum auferwecket. Strahlen deiner herrlichkeit Haben, großer hirt der schafe, Uns nunmehr zum sanften schlafe, Unsre gräber eingeweiht. 6. Deine stimme, HErr, schallt einst In die gräber aller todten, Wenn du zum gericht erscheinst mit den engeln, deinen boten. Mich, auch mich erwedst du dann Wie ich auf dein wort fest glaube; Dich, eriveder aus dem staube, Schau' ich froh bewuns dernd an. 3. Der du für unsre seelen wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, aß uns mit freudigem bertraun Im tod' auf dich, vollender, schaun: Das hilfst du, HErr! der Herab vom thron der majeſtät, Um den, auf deinen wink bereit, Die schaar der starken helden steht. 2. Denn als du ganz dein werk vollbracht, So schloffest du den edlen lauf Und fuhrst in göttlich hoher pracht Zu deinem vater wieder auf. 3. Schau', HErr, aus deiner heil gen höh' Auf uns, die deinen, die du fennst, Daß alle welt erkenn' und seh, Daß du uns deine brüder nennst. 4. Du bist in deine herrlichkeit Schon eingegangen, aber wir, Wir sind noch immerdar im streit Und seufzen noch im elend hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, Da deine hand uns hält und schüßt; Du, unsre fraft und unser licht, Bist mitten unter uns auch ißt. 6. So seßen wir denn unverzagt und freudig unfre wallfahrt fort; Ein hoher lohn( du hast's gesagt), Erwartet deine kämpfer dort. 7. Ja, aufgefahrner JEsu Christ, Auf dich nur schaun und hoffen wir, Anhang. 22 Drum fuchen wir, was droben ist, Und unser herz ist schon bei dir. 8. Bollenden wir einst unsern lauf, So eil', uns mächtig beizustehn, Nimm unsre seelen zu dir auf, Laß deine herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom himmel kam der 2c. 1063. Groß, HErr, iſt deine freut sich deine christenheit, Daß bu, erstandner JEsu Christ, Erhöht zur rechten GOttes bist. 2. Du sigest auch als menschensohn, Sohn GOttes, auf der himmel thron, Und doch schämst du dich unfrer nicht, Bleibst ewig unsre zuberficht. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich, Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein, beherrscher der natur. 4. Umsonst, umsonst empöret sich Das reich der hölle wider dich; Du hafts besieget, GOttes sohn, Und unerschüttert steht dein thron. 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schuß und ew'ges heil. * 6. HErr, unsre herzen traun auf dich, Dein freuet unsre seele fich; Du, held von unserm fleisch und blut, Du, du bist unser höchstes gut. 7. Was uns gebricht, ist dir befannt; Der segen ist in deiner hand. Bon feinem deiner freunde fern, Siehst du auf ihn, und hilft ihm gern. 8. Mit huld sich bis an unser grab Von deinem thron auf uns herab und zu der tugend schwerem lauf Hilf du, HErr, unsrer schwachheit auf. 9. Gen himmel fuhrst du als ein held; Als HErr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn, Da wirst du uns zu dir erhöhn. 10. Dann rühmen wir dich hocherfreut, Dann zeigt der deinen seligkeit, Daß du, erstandner JEsu Christ, Erhöht zur rechten GOttes bist. Pfingstlieder. Mel. Komm, heil'ger geist, 2c. 1064. Tag, der erleuchtung uns gebracht, Tag, den uns unser GOtt gemacht, Mit inbrunst sei von allen zungen Zu GOttes ew'gem preis besungen. Die erde lag von nacht umhüllt, Mit wahn und gößendienst erfüllt, Da hat den dicken finsternissen Der geist des HErrn die erd' entrissen. GOtt sei gelobt, Sei hochgelobt! 2. Heil uns! der uns erlöset hat, st nach vollbrachter großer that 3um bater siegreich hingegangen, Für uns viel gaben zu empfangen. Untrüglich ist, was er ver= heißt. Von ihm gesandt, kommt GOttes geist Auf seine jünger, die als brüder, Ein fromm gebet vereint, hernieder. GOtt sei gelobt, Sei hochgelobt! 3. Ein sturmwind braust, das haus erbebt, Und seht, in feuerflammen schwebt Der geist des HErrnherab auf jeden, Lehrt sie in fremden sprachen reden, Giebt schüchternen freimüthigkeit, Unmündigen beredsamkeit. Erstaunend sieht der kreis der erden Nun fischer seine lehrer werden. GOtt sei gelobt, Sei hochge= lobt! 4. Ihr glaubenshelden, GOtt mit euch! Ihr baut dem HErrn sein weites reich Und wirkt, troß alles grimme und spottes, Vor feinden große thaten GOttes. Das wort vom freuze sieget schnell, Wo nacht einst herrschte, wird es hell, Erkenntniß JEsu dringt zu heiden Und völker dienen ihm mit freuden. GOtt sei gelobt, Sei hochgelobt! 5. Entfesselt von abgötterei, Bernt Anhang. 23 nun die weifre welt aufs neu Den| geist, Du geist und quell der liebe, längst vergeßnen schöpfer kennen, Ja, ihn in Christo bater nennen, und folcher segen dauert fort. Gelobt sei GOtt! er gab sein wort Mit schaaren von evangelisten. Auf, rühme, danke, volf der christen, Lobsinge GOtt, Lobsinge GOtt! Den JEsus betenden verheißt, Ach heil'ge meine triebe. Gieb mir ein herz, das gläubig, treu Und stets in liebe thätig sei, So kann ich nicht ver= derben. Tröst' in bangen stunden mich, Hilf im letzten kampf, daß ich Mag froh und selig sterben. Mel. Ein findelein so löbelich. Mel. JEsu, deine heil'gen 2c.. 1065. Ftoh band ich, batet, 1066. Der du unſrer hulddir, daß du Ung deinen sohn gegeben, Denn der bracht' unsern seelen ruh', Erwarb uns ewigs leben; Froh dank' ich dir, daß du den geist, Der uns den weg zu JEsu weist, Wie ers verhieß, ge= fendet. Er, der geist, der wundersam Auf die boten JEsu kam, Hat ganz Dein werk vollendet. reich Treuer GOtt, und deinen geist Denen die dich bitten, schenkest, Ja um ihn uns bitten heißt: Demuthsvoll fleh' ich zu dir: Bater, send' ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Erfüllt mit seiner wunderkraft, Gehn sie, die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen, sie bekehren. Der gnadenlehre freudenschall Erfüllt den erdkreis überall, Vernunft und wahrheit siegen, Blindheit, wahn und laster flieht, Wo man 3. Komm denn, komm, mich zu GOttes finger sieht, Muß satan un- beseelen! Du, geist GOttes, kannst terliegen. 2. Ohn' ihn fehlet meinem wissen Licht und kraft und fruchtbarkeit, Trost dem zagenden gewissen, Und dem herzen frömmigkeit. Ja von GOttes heile fern, Fern von JEsu, meinem HErrn, Blieb' ich todt in meinen sünden, Ließ nicht er mich hülfe finden. allein Durch die sünd' entstellte seelen Zu der gottheit bild erneun. Komm, mein herz begehrt nach dir, Schaffe du dein werk in mir, Mache mich zu deinem preise Gläubig, fromm, zum himmel weise. 4. Lente meines herzens triebe Von der liebe dieser welt Hin auf meines GOttes liebe, Hin auf das, was ihm gefällt, Daß, da er so hoch mich liebt, Mir solch heil in Christo giebt, Ich mein ganzes herz ihm gebe Und nur seinem ruhme lebe. 5. Geist des friedens und der liebe, Bilde mich nach IEsu sinn, Daß ich doch noch sanftmuth übe, Wenn ich oft gereizet bin. Laß mich denken, deine frucht Sei nicht haß, nicht eifersucht, Sei nur lieb' und herzensgüte; Die, die pflanz' in mein gemüthe. 6. Lehre mich, mich selbst erken3. Umsonst, daß wilder eifer stürmt, mit schwert und martern bräuet: Das christenthum, von GOtt beschirmnt, Wankt nicht, wächst an, gedeihet. Die jünger schreckt nicht pein noch müh', Du geist der stärke, stärkest fie In martern und im tode. Sie bekennen JEsum frei, Bleiben ihrem HErrn getreu Und preisen ihn im tode. 4. Noch jetzt bist du der geist der kraft, Noch jetzt der menschen lehrer, Ihr schuß auf ihrer pilgerschaft, Des höllenreichs zerstörer. In fündern wirkst du ernste reu, In gläub'gen findessinn und treu', In frommen tugendeifer. Beidenden gewährest du Trost, geduld und seelenruh', machst fie zum himmel reifer. 5. Des vaters und des suhnes 24 Anhang. in bemuth GOlt bekennen Und ihn 1068. W fomm hernies nen, Auch verborgne fehler sehn, Sie| Mel. Warum sollt' ich mich denn ze. erther tröster, um vergebung flehn. Doch auch bes sern laß mich sie. Fordert dies schon ernst und müh' Dennoch wirds durch dich mir glücken, Stets sie mehr zu unterdrücken. der! Geist des HErrn, Sei nicht fern, Stärke Christi glieder. Der sein wort noch nie gebrochen, Christus hat Trost und rath Uns in dir bersprochen. 2. Schöpfer unsers neuen lebens! Fern von dir, Suchen wir Unser heil vergebens. Giebst uns du nicht licht und stärke, So gebricht Kraft und licht Uns zum schwersten werke. 3. HErr, wir fallen dir zu fuße! Eins ist noth, Eins ist noth: Buße, wahre buße. Zeig' uns du den gräul der sünde, Daß das herz Angst und schmerz, Reu' und scham empfinde. 4. 3eig uns des versöhners wunden, Ruf uns zu: Ihr habt ruh, Ihr habt heil gefunden. GOtt hat uns den sohn gegeben. Wer so liebt, So viel giebt, Giebt auch ew'ges leben. * 7. Wenn, der vor'gen sünden wegen, Angst aufs neu' mich nieder= beugt; Wenn in inir sich zweifel regen, Wie sie wahn und stolz erzeugt; Wenn mein aug' in ängsten weint, Daß GOtt nicht zu hören scheint: Sei, geist GOttes, meine stüße, Sei der schild, der mich beschüße. 8. Was ich gutes an mir habe, Hab' ich nur durch dich erlangt, Und felbst das ist deine gabe, Daß mein herz nach dir verlangt. Geist des HErrn, sey' durch dein wort Dein geschäft in mir stets fort, Bis es, wenn mein lauf sich endet, Mich zur feligkeit vollendet. Mel. Nun sich der tag geendet 2c. 5. Sichre wed' aus ihrem schlafe, 1067. Nicht um ein flüchtig Rette doch heute noch Die verlornen gut der zeit, Ich fleh' um deinen geist, Den mir zu meiner seligkeit, GOtt, dein wort verheißt. schafe; Rette du sie vom verderben, Daß sie nicht Im gericht Der verstodung sterben. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, Obater, lehr' er mich, Die weisheit, die das Herz entflammt 3ur liebe gegen dich. 6. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir GOtt gefallen. Lehr' uns, froh zum vater treten, Sei uns nah, Und sprich ja, Wenn wir findlich beten. 3. Dich lieben, GOtt, ist selig feit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. Dann, dann hab' ich vertraun zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur wahrheit bin, 3ur tugend stärker mich, Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines herz, Versiegle deine huld, Und waffne mich in jedem schmerz Mit muth und mit geduld. * 7. Geist der kraft, hilf du uns kämpfen, Gieb uns muth, Jede glut Böser lust zu dämpfen. Laß uns auch gefahr und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod Nie von JEsu scheiden. 8. Hilf uns nach dem besten streben, Gieb uns fraft, Tugendhaft, 3Esu gleich, zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen. Treib uns an, Seine bahn Froh, wie er, zu gehen. 9. Sei in schwachheit unsre stüße, Steh' uns bei, Mach' uns treu In der drangsalshize. Und ruft Anhang. 25 GOtt uns nach dem leiden Nun| ben angst und schmerz, Daß noch da zur ruh, Führe du Uns zu seinen freuden. mein brechend herz Deines trostes kraft empfinde, Männlich kämpf und überwinde. Mel. JEsu, deine heil'gen 2c. eist vom bater Mel. Alle menschen müssen 2c. 1069. und vom ſobne, 1070. Geist der weisheit, fraft und Der du unser tröster bist Und von unsers GOttes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich GOtt ergeben sei, Daß mein ganzes herz auf srden Mög' ein tempel GOttes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir sein Und, daß ich nicht irren möge, Deine wahrheit mich erfreun. Suchen laß mich in der welt Nichts, als was dir wohl= gefällt: Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir getrieben, Meinem GOtt und vater treu, Ihn mög' über alles lieben, Und mir nichts so wichtig sei, Als mich seiner huld zu freun Und drum sünden stets zu scheun, Seinen namen zu erhöhen, Seine wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der sünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so stärke selbst mein herz, Daß ich, unter reu' und schmerz, Mich vor GOtt demüthig beuge, Meinen finn zur beßrung 5. Fehlt mir kraft zu guten werfen, Treibe zum gebet mich an, Das zur tugend schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein vertraun Nie auf meine tugend baun, Nie der thaten fohn verlangen, Was GOtt giebt, als gnad' empfangen. 6. Steh' in allen meinen leiden Mir mit deinem troste bei, Daß ich auch alsdann mit freuden Deiner führung folgsam sei. Still' im sterDer du fromme herzen lenkst, Und die wahlthat guter triebe Gottgeweihten seelen schenkst, Seelen schenkst, die arges hassen, Gern von dir sich leiten lassen: Wohne, heil ger geist, in mir, Sieh', mein herz ergeb' ich dir. 2. Mich auch laß dein licht erfüllen, zu erkennen meine pflicht; HErr, beherrsche meinen willen Und verlaß mich schwachen nicht. Gieb mir wollen und vollbringen, Laß mir auch den kampf gelingen, Wenn nuein herz sich träge zeigt, Sich schon hin zur fünde neigt. 3. Zeige mir des mittlers wunden, Wenn mein herz sich selbst verklagt. In der prüfung heißen stundenStärk' es, daß es nicht verzagt. Wachen lehre mich und stehen. Und hinauf zum kleinod sehen, Das GOtt dem zum lohne giebt, Der ihn bis ans ende liebt. Vom Worte GOttes. Mel. O GOtt des himmels und zc. 1071. Dein wort, o böch 6 men, Es lehrt uns unsre ganze pflicht, Es giebt dem sünder und dem frommen Zum leben sichern unterricht. O selig, wer es achtſam hört, Bewahrt und mit gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums finsterniß, Verkündigt guade, heil und fegen und macht uns deiner huld gewiß, Lehrt, daß du unser vater bist, Und JEsus unser heiland ist. 26 Anhang. 3. Dein wort erweckt uns, dich zu| lehre Gehorchen mit stets größrer luft, lieben, Weil du so väterlich uns liebst; Erwedt uns, dein gebot zu üben, Weil du uns so viel gutes giebst; Erwedt uns, sünden stets zu scheun, Um heilig, gleich als du, zu sein. Und keines zweiflers spott zerstöre Ihr troftgefühl in meiner brust. Mein ganzes leben preise dich, Dein heil im tod erfreue mich. 4. GOtt, deine tröstungen ergözen, Veredeln auch geist, herz und finn. Weit ihr zu Mel. Liebster JEsu, wir sind 2c. fchäßen, Als einer ganzen welt ge- 1073. Klich ist, peiland, winn. Wenn andrer trost uns ganz verläßt, Steht dieser trost noch felfenfest. 5. Laß mich dein wort mit ehrfurcht hören, Drin forschen mit bescheidenheit, In demuth glauben sei nen lehren, Mit freuden thun, was es gebeut: So führte mich deinem himmel zu, Und hier schon schenkts mir heitre ruh'. Mel. O GOtt des himmels und 2c. 1072. Der du bein wort mir haft gegeben, Wie preif ich würdig dich dafür! Nie kann mein dank dich g'nug erheben. Durch Christum schenkst du weisheit mir. Kennt' ich die lehre JEfu nicht, Wie wenig hätt' ich trost und licht. 2. Auf ungewissem finstern pfade Würd' ich ein raub des irrthums sein; Ach, unbekannt mit deiner gnade, In dir den strengen richter scheun. Ich fände feinen trost in noth, Und schrecklich wäre mir der tod. deine gnadenlehre. Ach, so oft mein geist ermißt, Was ich, fennt' ich sie nicht, wäre, So entflammet der gedanke Mich zum freudenvollsten danke. 2. Keines menschen weisheit lehrt, Wie wir GOtt uns nahen sollen, Wenn wir, seiner strafen werth, Gnad' und trost erlangen wollen. Nun hat, was kein ohr gehöret, Uns dein wort vom freuz gelehret. 3. Dieses theure wort zeigt mir, Wo ich heil und ruhe finde, Zeigt, o 3Esu, mir in dir Den versöhner meiner sünde, Der, mir gnade zu erwerben, Sich entschloß, für mich zu sterben. 4. Huldreich rufst du allen zu: Kommt, belad'ne, müde seelen! Kommt zu mir, hier find't ihr ruh', Wenn euch angst und unruh' quälen. Zaget nicht, GOtt will vergeben; Wer an mich glaubt, der wird leben. 5. HErr, dein evangelium, Hats nicht millionen zeugen, Die, zu deines namens ruhm, Dankbar ihre knie dir beugen, Daß du dies dein wort erfüllest, Gern die angst der herzen stillest? 3. Doch diesen trüben finsternissen Des irrthums und der sünde macht Hat JEsu lehre mich entriffen, Ihr licht zerstreut des zweifels nacht, Lehrt mich, wie viel GOtt für mich that, Und ebnet selbst den rauhsten pfad. 4. Ich weiß, wozu mich GOtt geschaffen, Ich kenne meine ganze pflicht, Weiß, muß ich gleich im tod entschlafen, So stirbt mein ew'ger geist doch nicht. Der thaten lohn 7. Din welchem mildern licht folgt dort ihm nach), Und GOtt er- Lern' ich dadurch GOtt erkennen, füllt, was er versprach. 6. Theures gnadenreiches wort! Wenn nun das gefeß mir dräuet, Als ein schwert mein herz durchbohrt Wie werd' ich durch dich erfreuet! Denn in GOtt seh' nun ich armer, Statt des rächers, den erbarmer. 5. GOtt, laß mich dieser guten Ihn mit voller zuversicht Kindlich meinen bater nennen! Denn erhebt Anhang. 27 er nicht uns fünder Bis zur würde| der tod, Nichts soll bon dir uns feiner finder? 8. Und nun schiene mir noch last Sein mir vorgeschriebner wille? So biel huld läßt mir nicht rast, Bis ich freudig ihn erfülle, Stets ihn fertiger vollbringe, Stets nach höhrer tugend ringe. 9. O wie löstlich ist sie mir, Deine holde gnadenlehre! Dank sei, heiland, bir dafür! Hilf, daß sie mein wandel ehre, Bis dein himmel ganz mich leh ret, Welch ein heil sie uns gewähret. 2. GOtt, durch dies wort erkennen wir: Im himmel und auf erden Kommt alles, alles nur von dir; Du hießest welten werden. Der du des segens quelle bist, Deß furtht der weisheit anfang ist, Dir, dir gebühret ehre. Mel. Es ist das heil uns 2c. erührt erhebe 1074. tes ruhm, Wer ihn, als christ, erkennet, Daß er sein evangelium Von jugend auf uns gönnet, Uns hier den weg zur wahrheit zeigt, Selbſt unser herz zum guten neigt. 1075. 2 3. Dies wort entdecket uns das heil, Das du der welt gegeben. Dir, JEsu, durch den unser theil Hier ruh' ist und dort leben, Der du für uns am freuze starbst, Und uns ein ewig heil erwarbst, Dir, dir gebühret ehre. 4. Dies wort verspricht uns deinen geist, Der uns zum glauben leitet, Zur gottesfurcht uns unterweist, 3um himmel uns bereitet. Es giebt uns freudigkeit ins herz, Bersüßt uns einst des todes schmerz Und hilft uns überwinden. scheiden. * 6. Den weg der wahrheit wählen wir, Wir wissen deinen willen. Gieb uns die kraft, sie kommt von dir, Ihn treulich zu erfüllen. Erhalt' in deiner furcht das herz, Daß es in freuden und in schmerz An dich sich kindlich halte. 5. Sei innigst, GOtt, dafür gepreist, Du, den wir vater nennen; Von dem, was uns dein wort ber= heißt, Soll ewig uns nichts trennen. Nicht lob der menschen, nicht ihr spott, ein leiden, wär' es auch 7. HErr, wir sind dein, verlaß uns nicht, Stärk' uns in unserm glauben, Vermehr' des glaubens zuversicht, Nichts, nichts laß uns sie rauben. Getreu bist du; auch uns mach' treu, Daß uns dein wort stets wichtig sei. GOtt, dir sei dank und ehre! Auf das Reformationsfest. Mel. Nun jauchzt dem HErren 2c. obfingt! das licht strahlt wieder hell, Das einst, in seinen siegen schnell, Durch wahrheit, die GOtt selbst gelehrt, Den finstern erdkreis aufgeklärt. 2. Ach, kaum war jene nacht zerstreut, Als selbst im schooß der christenheit Schon viele herzen menschenwahn Der wahrheit GOttes abgewann. 3. Verdunkelt ward ihr helles licht, Biel christenlehrer sahens nicht, Aus unterricht ward glaubenszwang, Der kämpfend nach der herrschaft rang. 4. Und bald hatt' er sich sie er= kämpft, Bald war der edle muth ge= dämpft, Der für der wahrheit rechte sprach, Da der verfolgung grimm ihn brach. 5. Lobsingt! besiegt durch GOttes macht Ward schnell des aberglaubens nacht, Die auf der kirche JEsu lag. In ihr wards plößlich wieder tag. 6. Du, GOtt, standst deinen knechten bei, Nur du haft von der tyrannei, Die die gewissen unterjocht, So herrlich zu befrei'n vermocht. 28 Anhang. 7. Ob auch noch jetzt die wahrheit| klären, Wie stärket das die seele nicht! nicht Die nebel überall durchbricht, Gebet giebt muth, gebet giebt fraft Ihr licht nicht alle länder sehn, GOtt Zur dämpfung jeder leidenschaft. hat sich seine zeit ersehn. 08. Seht GOttes sonn' an: fie er hellt nicht auf einmal die ganze welt. Wohl dem, der reinres licht genießt, Wenn er ein find des lichtes ist. 9. Bleibt, wenn sich mancher irrthum regt, An GOttes wahrheit unbewegt! Doch bleibt dabei auch stets bereit 3u frommer, sanfter duldsamfeit. 10. Die tugend sei der wahrheit zier; So sieget sie, GOtt ist mit ihr. Der hilft ihr, und sein wort besteht, Bis einst der erdkreis untergeht. 2. Erschein' vor seinem angesichte Mit dank, mit demuth, oft und gern, Und prüfe dich in seinem lichte Und Plage deine noth dem HErrn; So wird sie hülfe dich erfreun Und deine tugend recht gedeihn. Vom Gebete. Mel. Allein GOtt in der höh' sei 2c Mel. O GOtt des himmels und 2c. 1076. Dein heil, o christ, 1077. Ott, deine gitte nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum gebet; Ein flehn aus reinem gutem herzen Hat GOtt, dein bater, nie verschmäht. Er ist die liebe selbst, er hört, Was seiner finder herz begehrt. reicht so weit, So weit die wollen gehen, Du frönst uns mit barmherzigkeit Und eilst, uns beizustehen. du, zu dem der engel fleht, Vernimm, o GOtt, auch mein gebet, Bernimms, und sei mir gnädig! 3. Welch glück, so hoch geehrt zu werden und im gebet bor GOtt zu stehn! Der HErr des himmels und der erden, Bedarf der eines menschen flehn? Ists nicht bloß deine seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut? 4. Sagt GOtt nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des gebetes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, GOttes freund zu sein, Und stößt das angebotne glück Undankbar selbst von sich zurück. 6. Was kann zum fleiß in guten werken Mir kräftiger den muth erhöhn? Was mehr in leidensstunden stärken, Als, GOtt, zu dir mit inbrunst flehn? Ja, bater, meiner seele ruh' Nimmt, wenn ich bete, fühlbar zu. 5. Sein heil von dir, o GOtt, begehren, Wie leicht ist sie, wie süß die hflicht! Des herzens wünsche dir er7. Drum laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebet. Und wenn aus reinem, frommen herzen Mein mund zu dir um hülfe fleht, So höre mich von deinem thron Durch JEsum Christum, deinen ſohn. schäße dieser erden: Laß mir, so viel 2. 3ch bitte nicht um überfluß Und ich haben muß, Nach deiner gnade werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, GOtt, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr' und ruhm, So sehr sie menschen rühren; Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm sei meine pflicht, Der ruhm bor deinem angesicht Und frommer freunde liebe. 4. So bitt' ich dich, mein HErr und GOtt, Auch nicht um langes leben: Nur wollest du mir muth in noth, Im glücke demuth geben. In deiner hand steht meine zeit, Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden. Anhang. Mel. HErr JEfu Christ, dich zu zc. 1078. homme vor dein angesicht, e GOtt, mein flehen nicht, Vergieb mir alle meine schuld, Du GOtt der gnade und geduld. 2. Schaff du ein reines herz in mir, Ein herz, voll lieb' und furcht bor dir, Ein herz, voll demuth, preis und dank, Ein ruhig herz mein lebenlang. Mel. Dies sind die heil'gen zehn 2c. 3. Sei mein beschüßer in gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein übel, das mich schreckt, Wenn deine 1079. Du, beß fich alle bim rechte mich bedeckt? mel freun, Auch unsre seele freut sich dein, Daß du, deß macht unendlich ist, Daß du, GOtt, unser vater bist; Sei hochge lobt! 4. Ich bin ja, HErr, in deiner hand, Bon dir empfing ich den verstand; Erhalt' ihn mir, HErt, fort und fort Und stärk' ihn durch dein göttlich wort. 5. Laß deines namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen augen fein; Laß meines glaubens mich zu freun, Ihu stets durch liebe thätig sein. 29 12. Bestimmst du mir ein längres ziel Und werden meiner tage biel, So laß du, meine mich auch im alter nicht. laß 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst, Das sei mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht' und treu In allen meinen pflichten fei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Praft Zum siege meiner leidenschaft Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt Mir, HErr, so viel als dir gefällt; Gieb deinem knecht ein mäßig theil, zu feinem fleiße glück und heil. 9. Schenkt deine hand mir überfluß, So laß mich mäßig im genuß Und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber sein. 10. Gieb mir gesundheit und verleih', Daß ich sie nüg' und dankbar sei, Und nie aus liebe gegen sie mich zaghaft einer pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen freund, Ders treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 13. Und wird sich einst mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Christum, deinen sohn, Mein schirm, mein schild und großer lohn. 2. Weit über unser stammeln, weit Geht deines namens herrlichkeit. Ihn ehre stets, von lieb' entbrennt, Wer deinen großen namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deiner gnade ruhm Durch JEsu evangelium, Mach'unser herz ihm unterthan, So beten wir dich findlich an, Allgütiger! 4. Der du ein milder herrscher bist, nichts willst, als was uns heilſam erden so wie in der höh, Das hilf ist, Dein wille, weisester, gescheh' Auf uns, HErr! 5. Gieb du, ernährer aller welt, Uns täglich, was den leib erhält, Das dankbar und genügsam ſei Und Doch gieb uns auch ein herz dabei, dir vertrau'. 6. Erlaß, erlaß uns unsre schuld, Trag' unsre schwachheit mit geduld. Wir wollen auch, von rachgier rein, Des bruders fehler gern verzeihn; Wir wollens HErr! 7. 3u heiß sei die versuchung nicht, Uns leucht', erbarmender, dein licht, Steh' uns zum siege mächtig bei, Mach' uns im guten fest und treu, GOtt, mach' uns treu! 8. Erlös, erlöf uns, unser GOtt, Nach deinem rath aus jeder noth. Auch wenn das Herz uns sterbend 30 Anhang. bricht, ch, vater, dann berlaß uns, ihm so viel uns giebt, Schenk' ihm, nicht, Verlaß uns nicht! der väterlich uns liebt, Das frohste längste leben. GOtt, schütt' auf ihn und auf sein haus Die besten deiner segen aus, Laß seiner räthe thun gedeihn, Necht, ordnung, treu' das land erfreun. HErr, unser GOtt, In deiner hand Ist unser land, Beglück' es, segne jeden stand! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. Ott, bater, der 1080. Gmit gade frönt, daß er nicht erliege. Gieß” troſt in je5. Vernimm der leidenden gebet; Dem, der dir im elend des wunde herz, Die kranken lab'in ihrem schmerz, Hilf sterbenden zum siege! Doch du thust mehr als wir verstehn, Kannst mehr gewähren als wir flehn, Weißt besser, was uns nügt, als wir: Wir überlassen ganz uns dir. HErr, unser GOtt, Durch alles leid Der prüfungszeit Führ' uns zu deiner herrlichkeit! Obiger Gesang kann in den beiden letzten, mit einem Asterisfus bezeichneten, Versen nach der Predigt statt des sonst gewöhnlichen: GOtt, bater, denk' an Christi tod 2c. mit gebraucht werden; ganz aber an den öf= fentlichen Buß- und Bettagen. 9. In deines himmels heiligthum, Auf deiner erd' erschallt dein ruhm; GOtt, groß an macht und herrlichfeit, Sei hochgelobt in ewigkeit! In ewigkeit! GOtt, mittler, sohn, der uns verföhnt, GOtt, tröster, geist der gnaden! Erbarm' dich unsrer, denn vor dir, Du heiligster, erscheinen wir, Mit sündenschuld beladen. Groß aber, groß ist deine huld, Uns fünder trägst du mit geduld; Ach merk' auf unser heißes fléhn, Laß gnade noch für recht ergehn. HErr, unser GOtt! Verbirg uns nicht Dein angesicht) Und geh' mit uns nicht ins gericht. 2. Durch böse lust, durch wort und that Sind wir oft aus dem ebnen pfad Der tugend ausgeschritten; Doch fündern willst du ja verzeihn, Die ernstlich ihre schuld bereu'n Und um erbarmen bitten. Der du herab bom himmel kamst Und unsre menschheit an dich nahmst, Sohn GOttes, der du für uns litt'st, GOtt hört uns, wenn uns du vertrittst. Herr JEsu Christ, du, trost Mel. O baterherz, o licht und zc. uns zu! So finden unsre ſeelen rub. 1081. Gott, herrscher über 3. Schüß' uns vor irrthum und bewahr' Uns, Christi gliedern, immerdar Der glaubenseintracht segen; Dein wort zeig' an uns seine fraft, Bleib' uns in unsrer pilgerschaft Ein licht auf unsern wegen; Behüt' uns, HErr, daß feuersglut, Der theu'rung druck, der fluten wuth, Der seuchen gift, des frieges schwert Nie unsre wohnungen verheert; HErr, unfer GOit, Hör unser flehn Und laß uns sehn, Daß wir in deiner obhut stehn. alle lande, Nach deiner weisheit rath sind wir Verknüpft im staat durch feste bande, Und obrigkeiten sind von dir; Für sie dich bitten, ist dein wille: Hör' denn, aus unsers herzens fülle Flehn wir mit findlichem vertraun: Stärk' unserm Pönig seine Fräfte Zu dem schwerlastenden geschäfte, So vieler völker wohl zu bau'n. 4. Den könig schüße deine macht; Er, der für unsre wohlfahrt wacht, Ist une von dir gegeben. Du, der in 2. GOtt, laß an ihm mit jedem morgen Sich deine gnad' und treu' erneu'n; Für seine väterlichen sorgen Sei aller herzen liebe sein; Laß für die wohlfahrt seiner staaten Stets seine räthe weislich rathen,-Und hilf, daß jeder rath gedeih', Sich stets des Anhang. landes flor mehr hebe, Fleiß aller herz und hand belebe, Des fleißes schußwehr friede sei. 31 Wie es die Confirmanden zu singen haben. 3. Schenk ihm der jahre längste 1082.b. thor o GOtt, das reihe Und noch im alter munterfeit, Daß sein sich auch der enkel freue, Wie unser herz sich seiner freut; Daß er sich stets ermuntert fühle, So ſchütt' auf ihn der segen viele, Auf ihn die besten segen aus. Und gegen jedes unglücks stürme Bedeck mit deiner allmacht schirme Sein ganzes königliches haus. heiße flehn Bon uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, Denn dein sind wir, sind Christi glieder. Gieb uns, GOtt, vater, sohn und geist, Den segen, den dein wort verheißt, Erfüll' uns du mit deinen gaben, Laß uns mit dir gemeinschaft haben; Erbarme dich, Erbharme dich! Confirmationslied, 2. Wir wollen, deiner uns zu freun Uns jetzt, GOtt, deinem dienste weih Den taufbund feierlich erneuern Und dir mit herz und mund betheuern, In unserm glauben fest zu stehn, In un= serm thun auf dich zu sehn, Im wandel rein und rein im herzen, Dein heil wie es die Gemeine singt. Mel. Komm heil'ger geist, HErre 2c. 1082.a. Erhör, o Gott, das nie sorglos zu verscherzen; Gieb kraft dazu, Gieb kraft dazu! heiße flehn Der Finder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, Denn dein sind sie, find Christi glieder. Gieb ihnen, vater, sohn und geist, Den segen, den dein wort verheißt, Erfülle sie mit deinen gaben, Baß sie mit dir gemeinschaft haben; Erbarme dich, Erbarme dich! 3. Schenk' ihnen muth und freudigkeit, Laß ihrer zusag' heiligkeit So stark, so tief ihr herz durchdringen, Daß sie ihr wollen treu vollbringen; Auch uns laß jetzt mit herz und mund Mit dir erneuern unsern bund, Und einst( hör unser brünstig flehen!) Mit ihnen ein zum himmel gehen; Erhör' uns GOtt, Erhör' uns GOtt! 3. Schenk, HErr, uns muth und freudigkeit, Laß unsrer zusag' heiligfeit So stark, so tief das Herz durchdringen, Daß wir das wollen treu und mund, Gleich uns, erneuern ihvollbringen; Ach, laß jetzt aller herz ren bund. Sie alle laß,( hör' unser flehen!) Mit uns einst ein zum himmel gehen; Erhör' uns, GØtt, Erhör uns, GOtt! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun Sich jeßt, GOtt, deinem dienste weihn, Den taufbund feierlich er= neuern Und dir mit herz und mund betheuern, In ihrem glauben fest zu stehn, In ihrem thun auf dich zu sehn, Abendmahllieder. 3m wandel rein und rein im herzen, 1083. Daftarb, befahl Zu Mel. Ich glaub' an einen GOtt 2c. er für die fünder Dein heil nie sorglos zu verscherzen; Gieb kraft dazu, Gieb fraft dazu! feiern ein gedächtnißmahl Der wunder seiner liebe, Das auf die nachwelt bliebe, Bis einst der erdkreis untergeht Und er in pracht und ma jestät, 3um jubel aller frommen, Wird sichtbar wieder kommen. Dann zeigt sichs ganz, was er erwarb, Als er für uns aus liebe starb; Noch währt jetzt unser prüfungsstand, Und doch schon hier, welch segenspfand In seinem leib und blute! 2. O herrlich's mahl, an wonne reich, Was ist der liebe JEsu gleich? 32 Anhang. Daß er uns ihm vereine, Macht er| 5. Ja HErr, mein glück ist dein im brot und weine Uns theilhaft seines leib's und blut's. Wie wird die seele da voll muth's, Im glauben fest gegründet, 3u heiß'rer lieb' entzündet! gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen tod Um kraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes herz dir, HErr, zu weihn, Und deinen tod zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung Durd) eine wahre besse= rung Mir und der welt beweisen. Wir fühlen uns mit neuer fraft Gestärkt zu unsrer pilgerschaft, Wie sollten wir uns deß nicht freun! Der HErr ist unser, wir sind sein; Oselige gemeinschaft! Mel. HErr GOtt, der du erforschest ze. 1084. 3 ch komme, HErr, und suche dich Mühselig und beladen: GOtt, mein erbarmer, würd'ge mich Des wunders deiner gnaden. Ich liege hier bor deinem thron, Sohn GOttes und des menschen sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühle meiner sünden müh', Ich suche ruh' und finde sie Im glauben der erlösten. Mel. JEsus, meine zuversicht. 1085. Sohn des höchsten, wir sind hier Deinen mittlertod zu feiern Und mit ganzem Herzen dir Das gelübde zu erneuern, Wie du uns erkauft hast, dein, Dein bis in den tod zu sein. 2. Freudig nah'n wir uns herzu, Wir empfahn hier heil und leben. Hier, hier stärkt dein leib, den du Selbst für uns dahin gegeben, Dein für uns vergoff'nes blut uns das herz mit trost und muth. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: Du bist das heil der fünder, Du hast die schulden abgethan, Und wir sind GOttes finder. Ich denk' an deines leidens nacht Und an dein wort: es ist vollbracht. Du hast mein heil ver- 4. Unser HErr und unser GOtt! dienet, Du haft für mich dich darge- Nur an dir hängt unser glaube. Hilf, stellt. GOtt war in dir, und hat die welt In dir mit sich verfühnet. daß weltlust oder spott Uns ihn nie, vom herzen raube, In des todes finsterniß Mach' er noch das herz gewiß. 3. So freue dich, mein herz, in mir! Er tilget deine sünden, Und läßt an seiner tafel hier Dich gnad' um gnade finden. Ich ruf und er erhört Mel. JEsus, meine zuversicht. mich schon, Spricht liebreich: fei ge 1086. Die ihr Ehrifti jän trost ist dir vergeben. Du bist auf meinen tod getauft Und du wirst dem, der dich erkauft, Bon ganzem Herzen leben. ger seid, Theure miterlöste brüder, Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte, kommt, erneut Euren bund der seligkeit! 4. Dein ist das glück der seligkeit: Bewahr' es hier im glauben Und laß durch keine sicherheit Dir deine krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der weinstock, bleib' an mir, So wirst du früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die liebe gegen mich Wird dir der fieg gelingen. 2. Nehmet hin, und eßt sein brot! JEsus Christus ward gegeben Für die sünder in den tod; Nehmt und trinkt, ihr trinkt das leben! Seht, wie er die fünder liebt, Da er selbst für sie sich giebt. 3. Die mit voller zuversicht, JEsu, deines heils sich freuen, Die laß stets * 3. Auf, bringt Christo preis und ehr'! Betet an, er ist zugegen, Mitten unter uns ist er, 3sts mit allen seinen segen. Und, o wie gesegnet ist, Wessen freund du, JEsu, bist! Anhang. in diesem licht Wandeln und sich ganz dir weihen. Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner demuth fein. 4. Die, die noch voll kümmerniß 3agen, aber stehn und wachen, Mach' in deinem heil gewiß. HErr, fie glauben, hilf den schwachen! Unerhört läßt du nicht flehn, Die gebeugt von ferne stehn. 5. GOtt ist gnädig, und wir trau'n Seiner gnade nicht vergebens, Theures pfand vom fünft'gen schau'n, Hoher vorschmack ew'gen lebens! Inniger fühlt heut' der geist, Daß GOtt hält, was er verheißt. 6. JEsu Christi mittlertod Werd' in aller welt verkündigt, Er, der segensreiche tod, Der uns rettet, uns entsündigt, Neuige mit GOtt persöhnt, Gläubige mit gnade frönt. 7. In das chor des himmels schwingt, HErr, sich unser schwaches lallen. Wenn, von engeln einst um= ringt, Wir auch vor dir niederfallen, Singt ein höh'rer lobgesang Dir dann einen würd'gern dank. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 1087. I ch preise dich, o HErr, mein heil, 2. Den hohen werth von deinem tod Laß mich jetzt ganz empfinden, Er tilgt den fluch, der mir gedroht, Er reinigt mich von sünden. Gewissensruh' und beff'rungskraft, Und trost in meiner pilgerschaft: O was für theure gaben! 33 lang'ich lebe, mich An deine gnade halte. 4. HErr, da ich jetzt voll reu' und schmerz Der sünden bürde fühle, So gieb, daß mein gebeugtes herz Jetzt deinen trost auch fühle, Den trost: wenn wir die schuld bereu'n, Mach' uns dein blut von sünden rein Und stärk' uns, GOtt zu dienen. 3. Dein mahl ist mir ein unter pfand Von deiner großen güte: Wie viel hast du an mich gewandt! Dies stärke mein gemüthe Im gläubigen vertrau'n auf dich, Daß ich, so 5. Trost, der zu himmelswonn' entzückt, Dir wallt mein herz entge= gen. Wie fühl ich mich durch dich erquickt, Werd' ewig mir ein segen! Wenn ich ermüde, stüße mich, Und zag' ich, so ergieße dich In mich mit neuer stärke. * 6. Die liebe JEsu, meines HErrn, O wer kann sie ermesſen? Stets sei von mir der undank fern, Je ihrer zu vergessen, HErr mache du mich selbst ihr treu, Daß dir geweiht mein leben sei, Und noch mein tod dich preise. an ihren früchten theil, Was fehlt dann 1088. Ter gemacht, Mel. JEsus, meine zuversicht. Pag, den mir der meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich). O gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. Sergesegnet, tag der freude! Du erhellst des kummers nacht Und erquichest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir, GOtt, wie dank ich würdig dir? 2. Unachtsam auf seinen ruf, Hab' ich oftmals GOtt betrübet, Ihn, der mich zum glück erschuf Und mich stets so treu geliebet. Ich, mit scham gesteh' ichs ein, Bin nicht werth, sein kind zu sein. 7. Ach, mir errang in schwerer qual Dein tod ein ewig leben. Mich wecke denn dein abendmahl, Mit ernst darnach zu streben, Es rüste mich dazu mit kraft, Und, end' ich meine pilgerschaft, So stärk' es nich zum ficge. 3. Und doch nimmt er huldreich mich, Wieder auf zu seinem finde Und vergißt nun väterlich, der güt'ge! meiner sünde, Ja er thuts, 3 34 Anhang. es bürget mir JEsu leib und blut| reiz zu sünden Ungesäumt mich überdafür. winden, Mich der sünden folgen schrecken, Mich der unschuld freuden schmecken. 4. Tag der wonne, heilig's mahl, Ewig will ich dein gedenken! Meines JEsu todeequal Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben soll allein Seinem ruhm gewidmet sein. Auch besonders bei Confirmationen zu gebrauchen. Mel. Schmücke dich, o liebe seele. 1089. Dankbar fall' ich vor Nach der Communion. dir nieder, Singe dir, HErr, freudenlieder: Wer, o tilger meiner fünden, Wer kann deine 1090. Dant, 36fu, bir ergründen? wie liebevollem herzen Wolltest du die tiefsten schmerzen, Schmach und spott für meine schulden, Ja, des freuzes tod er= dulden! Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. JEsu, dir, ach, sind wirs werth, Daß so viel heil uns wiederfährt? Du unsrer so gedenkest? Erst bis zum fod am freuz uns liebst, Nun solch ein pfand der lieb' uns giebst, Ach! dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, Rein von fünden, GOttes frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. 2. Meine sünden willst du decken, Mich zur tugend neu erwecken, Auch mir dort ein ewigs leben, Wenn ich an dich glaube, geben. Nun, so sei der bund erneuet, Ganz sei dir mein herz geweihet! Täglich will ich mich bestreben, So, wie du gelebt, zu leben. 3. Dir gelob' ich, deine glieder, JEfu Chrift, als deine brüder, Stets mit reinen, frommen trieben, Stets in ihnen dich zu lieben. Ich gelobe dirs von herzen, Meiner brüder noth und schmerzen Gern und brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. 4. Ich gelob' es dir, auch freuden, Leicht zu missen, still zu leiden, Ungeduldig nie zu klagen, Und an GOtt nie zu verzagen. HErr, was du liebst, will ich lieben, Nie mit vorsatz dich betrüben, Was du hafsfest, fliehn und hassen, Ganz von dir mich leiten laffen. 6. Schaff dir noch der jünger viele, Die bis zu des laufes ziele Dir, HErr, leben, leiden, sterben, Deine herrlichkeit zu erben. Großes abendmahl der frommen, Freudentag, wann wirst du kommen, Wo wir mit der engel chören Dich, HErr, sehn und ewig ehren? 5. 3war ich fenne meine schwäche, JEsu, da ich dirs verspreche. Drum hilf du mir selbst, und stärke Mich zu jedem guten werke. Laß den ersten Von der Buße. 1091. rbarmer S Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. deiner menschenkinder, Du, der allein begnad'gen kann: 0 sich auch mich gebeugten fünder, Mit schonung und erbarmen an. Ich fühle reuvoll meine schuld. Den mißbrauch deiner vaterhuld. 2. Wie oft hab' ich dir nicht versprochen, zu fliehn der übertretung schmach, Und doch hab' ich so oft ge= brochen Was ich dir feierlich versprach. Anstatt der sünde reiz zu fliehn, Ließ in ihr neß ich doch mich ziehn. 3. Wie beugt das mich, wie ist mir bange Um trost in dieser meiner noth! Wer rettet mich vom unter= gange, Den dein geseß den fündern droht? Mein ganz vertraun sez' ich Anhang. 35 auf dich: Du freund des lebens, rette] tes gnade! Noch mächt'ger ist sie. mich! als dein tiefer schade, Und einst wird er dich ganz von allem bösen Im tod erlösen. 4. Es floß ja auch für meine fünden Des welterlösers theures blut. O laß durch ihn mich gnade finden, Und mache mich gerecht und gut! Sprich, mein erbarmer, sprich zu mir: Die ganze erlaß dir. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ie theuer, GOtt, güte, 5. Dir, Gott, gelob ich es aufs 1093. Without t Die alle missethat vergiebt, Sobald ein reuiges gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher merden, Weil du so reich an gnade bist: Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir von dir verliehne frist! Hilf, daß sie stets mir wichtig sei, Ich meiner beff'rung ganz sie weih. 3. 3war, deine gnade zu verdienen, Vermögen reu' und bessrung nicht. Doch darf mein herz sich wohl erfühnen, Daß es sich deine huld vers. neue, Mein herz soll dir gewidmet sein, Dir will ich nun mit ernst und treue Hinfort mein ganzes leben weihn. Der sünde will ich widerstehn Und standhaft deine wege gehn. 6. Doch ich bin schwach, wer wird mich stärken, Wer helfer in versuchung sein, Wer mir zum fleiß in guten werken Kraft und beständigkeit verleihn? Du kannst es, meine zu versicht! O stärke mich, so want' ich nicht. Mel. Herzliebster JEsu, was hast 2c. 1092. flomm'nem, schwerem herzen Ruf ich zu dir in meinen fündenschmerzen: O mache, GOtt, mich meines fummers ledig, Und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine sünden, Laß vater, mich erbarmung bei dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein steht's, sünden zu bergeben, Du willst nicht tödten, nein, wir sollen leben, Uns soll die größe deiner liebe lehren, Dich findlich ehren. 4. Verzeih denn mir auch alle meine fehle! GOtt, deiner harret meine müde seele. Laß trost und ruh', un des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Vom abend an bis zu dem frühen morgen Hoff ich auf dich, o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja hoffe, feele, hoff' auf GOtbereut, Nicht ganz sich reiner tugend weiht? 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der wissentlich in fünden lebt? Darf der ein herz zu JEsu fassen, Der sein verdienst zwar hoch erhebt, Doch in der fünde noch beharrt Für die der HErr ein opfer ward? 5. In demuth fall' ich dir zu fü ßen: Bergieb, mein GOtt, mir meine schuld Und heile mein verwund't gewissen Durch troft aus deiner vaterhuld. Ich will( HErr, dir gelob' iche an,) Die fünden fliehn, so viel ich fann. 6. In steter übung guter werke Will ichs zu zeigen mich bemühn, In Christo sei mit gnad' auch stärke Zu jeder tugend mir verliehn. In allem thun beseele mich Dankbare liebe gegen dich. 7. Du wirst mich ungestärkt nicht laffen, Der du so gnädig mir vergiebst! Was du HErr, hasfest will ich hassen, Und alles lieben, was du liebst. Laß, vater, mein gewis3* 36 Anhang. sen rein, Und heilig meinen wandel| Daß auch fünder gnad' empfahn. fein. Würd'ge mich, die großen segen Scines tod's auf mich zu legen, Daß mein herz, von angst befreit, Deines frie= dens sich erfreut. Mel. IEsu, meines Lebens leben. heuer, ist * 8. Dir will dies ergeben: 1094. Teine gute, GOtt, mein GOtt, berlaß mich nicht! Hilf, daß ich mag heilig leben, Treu sei meiner ganzen pflicht. Keine schnöde lust der sünden Soll hinfort mich überwinden. Ach bestärk', ich bitte dich, In dem frommen vorsab mich. wie theuer ist sie mir! Sieh, mein harrendes gemüthe Dürstet sehnfuchtsvoll nach dir. GOtt, urheber unsers lebens! Keiner harrt auf dich bergebens, Nur berächter deiner huld Stürzt ins elend eigne schuld. 2. Lehre mich, HErr, deine wege, Daß ich deinen willen thu'; Ach, ich selbst bin blind und träge, Leite du Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. mich ihnen zu. Täglich, täglich hart 1095. Wie felig, Gott, der meiner, Deine vatertreu', GOtt, ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach, denk aller meiner fünden, Auch der jugendsünden nicht! Laß bor dir mich gnade finden, Geh' mit mir nicht ins gericht. Sünden willst du ja verzeihen, Wenn sie ernstlich uns gereuen: Vater, sich denn auch auf mich Und verzeih' mir väterlich. 4. Ja, du willst des sünders leben, Dir ist seine seele werth, Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege; Kehrt er um zu seiner pflicht, Wohl ihm, du verwirfst ihn nicht! 5. Alle, die zu dir sich wenden, Nimmst du, vater, gnädig an, Leitest fie mit vaterhänden Auf der tugend ebne bahn., wie freut sich deiner güte Ein geängstetes gemüthe, Das du seiner fündenlast Liebevoll entledigt hast. 6. Und zu was für seligkeiten Willst du in die beßre welt Jeden treu hinüberleiten, Der nur dir auch treue hält! Welch ein heil! wohl allen feelen, Die zu ihrem theil dich wählen. Deinem himmel führest du, Die in Christo dein sind, zu. 7. Nun, so darf denn ich auch hoffen, Darf in Christo dir mich nahn. Durch ihn steht der zugang offen, Ihn drückt nicht mehr der sünde joch. O daß ich ganz gerecht sein möchte! Doch ach, wie wenig bin ichs noch. Wie bin ich leider noch so weit Bom ziele der vollkommenheit! 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, Was deiner vorschrift widerspricht! Oft werd' ich übereilt von sünden Und billige sie selbst doch nicht, Oft weich' ich auch aus deiner bahn Und mein', ich habe recht gethan. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Ganz siehst nur du mich, wie ich bin. Nur du kannst mich zum guten stärken, Drum werf' ich, GOtt, bor dir mich hin und flehe: hilf mir, daß ich frei Auch von verborguen fehlern sei. 4. Bom selbstbetrug der eigenliebe Befreie mich durch deine fraft, Erwed' und mehr' in mir die triebe Zu dem, was wahre beßrung schafft, Laß meinen fleiß gesegnet sein und reichlich seine frucht gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle flehen Des sünders, der dich scheut und ehrt, O GOtt, mein bater, nicht verschmähen, Du bist es, der gebel erhört. Mein fels, mein heil, ich traue dir, Was ich dich bitte, giebst du mir. Anhang. Bom christlichen Glauben. Mcl. Allein GOtt in der höh' sei 2c. 1096. Wir glauben all' an einen GOtt, Den geber aller gaben, Von dem wir hülfe hier in noth, Dort ew'ges leben haben; Kein GOtt ist außer ihm, er heißt GOtt vater, sohn und heil'ger geist, Der ewige, der eine. 2. An GOtt den vater glauben wir. Wie sein allmächt'ger wille Die welt erschuf, so giebt er ihr Noch stets des guten fülle; Auch hat er, da wir ihn verkannt, Uns seinen eignen sohn gesandt, Mit ihm uns zu versöhnen. 3. Wir glauben auch an GOttes sohn, Der mensch ward, uns zu ret ten. Er starb am freuz in schmach und hohn, Damit wir frieden hätten, Bezwang der hölle macht, erstand, Fuhr auf zu GOttes rechter hand Und kommt dereinst zu richten. 4. Wir glauben auch an GOttes geist, Der heilig uns verbindet Und durch sein wort uns unterweist, Wie man vergebung findet. Er flößt, wenn tod und grab uns dräum, llne trost der auferstehung ein Und trost des ew'gen lebens. Präge tief dem herzen ein, Daß ich nicht zu spät beweine, Elend durch mich selbst zu sein, Denn unsterblich ist die seele. Wenn ich hier nicht weislich wähle, Ach, verloren ist sie dann, Daß ich sie nicht retten fann. 37 und tugendhaft. Er erleichtert jede Giebt geduld und trost im schmerz, bürde, Ergiebt thätigkeit, giebt würde, Giebt im tode muth ins herz. 4. Solcher glaub' erfüllet feinen, Der noch seinen sünden fröhnt, Drum hilf, HErr, daß nach dem einen Ernstlich stets mein herz sich sehnt. Lehr' mich nach dem eigen leben Stets begehren, trachten, streben, Bis es einst mein geist im tod Froh ergreift, denn eins ist noth. 2. Wahre hoffnung ew'gen lebens, Diese, diese sei das ziel Meines eifrig= Mel. IEsu, meines Lebens leben. 1097. ing is noth, ach gefahren. HErr, dies freuden viel. Und wo kann ich die wohl finden? Wahrlich nicht im dienst der sünden! Nein, mit ihr erfüllet mich, JEsu, nur der glaub' an dich. 3. Und die segen sind unzählig, Die uns dieser glaube schafft; Er, er macht gerecht, er selig, Er auch weis Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 1098, o hoff ich denn mit festem muth Auf GOttes gnad' und Christi blut, Ich hoff ein ewigs leben. Gott ist ein vater, der verzeiht, Hat mir das recht zur seligkeit In seinem sohn gegeben. 2. HErr, welch ein unaussprechlich beil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben, Im herzen durch den glauben rein Dich lieben und versichert sein Bon deines geistes gaben. 3. Dein wort, das wort der seligfeit, Wirft göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns trost im elend zu, Verfüßet dieses lebens ruh' Und stärkt uns in 4. Erhalte mir, HErr, fort und fort Den glauben an dein göttlich wort Um deines namens willen. Laß ihn mein licht auf erden sein, Ihn täglich mehr das herz erneun Und mich mit trost erfüllen. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, 21. 1099. Selobt feist du, barnaherz'ger GOtt, Grlobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben. Wie hast du, GOtt, auch mich geliebt! Er, der mir ew'ges leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes herz frohlockt in mir, O bater, ich lobsinge dir, Hilf, 38 Anhang. daß ich jeden tag aufs neu' Mich deis| Mel. Es ist das heil uns kommen xc. ner weiß, an wen heils, Sei ewig mein:: Und laß mich 1100. In her fich hält. mein dir recht dankbar ſein. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, sohn GOttes, der du dich Für mich dahingegeben. Nie fomm' es mir aus meinem sinn, Wie viel ich dir, HErr, schuldig bin: Dein tod bringt mir das leben. Durch dei= nes opfers ew'ge fraft Hast du mir, welch ein heil! geschafft, Ein heil, das mich der straf entrückt, Ein heil, das ewig mich beglüct. HErr JEfu Christ, Wie liebst du mich!:,: Hilf, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit inbrunst fleh' ich, HErr, zu dir, Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe. Wie sehnet meine seele sich, Owie, erlöser, dürstet mich Nach deiner großen güte! Mit schmerz fühl' ich, was mir ge= bricht, stärke meine zuversicht, Daß du auch mein erlöser seist, Auch mich vom ew'gen tud befreist. HErr, dieser trost Sei fest in mir,:,: So dien' ich voller freuden dir. 4. 3ur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten gewinn Gabst du dein leben willig hin, Hör' denn auch nun mein flehen. Mein heiland, zieh' mich ganz zu dir, Ja durch den glauben wohn' in mir, So nimmt in mir die seelen ruh' Und meines herzens beßrung zu. Mein HErr und GOtt, Verlaß mich nicht,:,: So komm' ich einst nicht ins gericht. 5. Du öffnest deinen himmel mir: Der freuden fülle ist bei dir, Auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgerschaft zu führen und zu schließen, Daß ich dein sanftes joch nie scheu, Stets bis zum tode dir getreu, Mit freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O HErr, mein heil, Sei stets mit mir,:,: So tomm' ich einst gewiß zu dir. Den troft soll nichts mir rauben. Als bürger einer bessern welt Leb' ich zwar noch im glauben, Doch schau' ich einst, was ich geglaubt. Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in JEsu händen. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die frone; Die trone der gerechtigkeit Wird mir zum ewgen lohne. Und wer entreißt mir die? mich schüßt, Der nun zur rechten GOttes sißt, Mein heiland, mein vollender. 3. Du, JEsu, du bist mir allein Mein schuß und trost auf erden, Und dort soll ich dir ähnlich sein; Was fann mir größers werden? Voll muthes eil' ich unverweilt Dem ziele zu, bis ichs ereilt, Und nun die kron' empfange. Bom eiteln weltgetümmel Auf dich, 4. HErr, lenke selber meinen blick auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze zeit, Im himmel sei mein wandel. 5. Jeßt, da mich dieser leib beschwert, 3st mir noch nicht erschienen, Was denen jene welt gewährt, Die hier GOtt freulich dienen. Wenn mein erlösungstag erscheint Und nun mein auge nicht mehr weint, Dann werd' ichs ganz empfinden. 6. Hier zwar ist schwachheit noch mein theil, Die hellern blicken wehret, Nur dunkel seh' ich hier dies heil, Dort wird mirs ganz verkläret. Dort wird mein werth mir ganz enthüllt, Wenn ich, erwacht nach deinem bild, Dein antlig ewig schaue. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O HErr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft. Wer will von dir mich scheiden? Nein, ich, von dir als dein erkannt, Gezeichnet, HErr, in deine hand, Bin schon in hoffnung ſelig. 8. Wie groß ist deine herrlichkeit, Anhang. 39 Frohlode, meine feele! Bom tand der| tem lauf, Dort ewig mit den deinen weltlust unentweiht, Sei GOttes Dir ohne fehltritt diene. ganz, o seele! Der weltluft glänzend nichts vergeht, Nur des gerechten glüd besteht Durch alle ewigkeiten. Bom christlichen Wandel überhaupt. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig 2c. 1101. Bewahr' mich, GOtt, erlöſung? daß nie der wahn Mein schwaches herz bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist; Erinnre das gewissen, Daß in der wahrheit und im geist Die dich verehren müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die HErr! zu JEsu sagen, Doch nicht mit ganzem ernst zugleich Der heiligung nachjagen. Nur die, die deinen willen thun, Läßt du, als deine kinder, Bei dir in ew'gem frieden ruhn, Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen, Mich nicht für JEsu jünger hie Bloß äußerlich bekennen. Laß meinen glauben thätig sein und reiche früchte bringen, Baß mich, im Herzen vor dir rein, Mit eifer darnach ringen Im guten zuzunehmen. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. ein bin 1102. Dir will ich mich Zum opfer übergeben, Rechtschaffen, heilig, rein will ich Ber deinen augen leben. Wie könnt' ich eines andern sein? Bin ich nicht durch die schöz pfung dein? Nicht dein durch die * 4. Du kennst, o GOtt, der menschen herz Und liebst, die redlich handeln: Olaß in freude, wie in schmerz, Vor dir mich richtig wandeln. Dein wille sei mein augenmerk, Hilf selbst mir ihn vollbringen; Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle, So thu' an mir barmherzigkeit, Sei gnädig meiner seele. Silf selbst alsbald mir wieder auf, Dein wort laß hell mir scheinen, Bis ich, nach wohlvollbrach2. Ich fiel und wandte mich von dir, Zur finsterniß vom lichte, Doch wandtest du dich, GOtt, zu mir mit deinem angesichte. Erbarmen war dein angesicht, Mich von der finsterniß ins licht Zu dir zurückzubringen. 3. Dein, dein ist die barmherzigfeit: Dich jammert selbst der sünder. Seid, rufst du, wieder mir geweiht, Seid wieder meine kinder! Laßt euch erneuern, werdet gut, Dort fließet der versöhnung blut, Bon sünd' euch rein zu machen. 4. Dein sohn, o Ott, wird mensch und stirbt Und leidet unfre strafen, Büßt selbst für laster und erwirbt Befreiung ihren sklaven. Wie dürft' ich eines andern sein? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die erlös fung? 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum ruhm Erkauft durch seine leiden, Will niemals ich, dein eigenthum, Von dir mich wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die welt, Ertödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke deine kraft in mir. mir selbst fehlts am vermögen, Mich umzubilden, und was dir, GOtt, mißfällt, abzulegen. Hier ist mein herz, nimm ganz es hin, Bild' es du selbst nach deinem sinn, Damit es dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte, Besteh' 40 Anhang. mit deiner frommen schaar Bor dir| leiden, Allein der schmerz, mit dem einst im gerichte, Frohlocke dann und preise dich, Daß deine guad' und treue mich Dem himmel zugeführet. er kämpft, Verwandelt sich in freuden. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 1103. W 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen, Allein sein fortgang wird gefahr, Sein end' ist nacht und grauen; Der tuer sich des heilandsgend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts rühmen will, Der als müh' erblicken, Doch weiter fort muß auch ihm nur leben; Ihm wohlführt er zum heil Und endlich zum gefallen, sei mein ziel, Ihm folgen, entzücken. mein bestreben! Nein ist er selbst, ſo muß auch rein, Wer ihm will ange= hören, sein, Und dienst der sünde fliehen. 2. Denn nicht vergoß der HErr sein blut, Der sünde reich zu schüßzen; Mir folls, wie zu getrostem muth,- 3ur heiligung auch nüßen. Am Freuz dein banges flaggefchrei, Versöhner, zeugt, wie schwer es sei, Der sünde schuld zu tilgen. 3. Wie darf nun, wer sich selbst nicht hast, Ihr noch zu dienen wagen? Nein, mein entschluß ist fest gefaßt: Ich will der sünd' entsagen; Und fann ichs, wenn ich nicht mit macht, Sobald die böse lust erwacht, Ihr männlich widerstehe? 4. Ich will im kampfe wider sie Durch nachsicht nichts verschulden, Verwerfliche begierden nie In meiner seele dulden. Bei JEsu frenz gelob' ichs an: Ich will, so viel ich immer Pann, Sie freuzigen und tödten. Mel. Durch Adams fall ist ganz 2c. ft flagt der christ, 1104. Den weg des HErrn zu wandeln Und täglich, seinem worte treu, Zu denken und zu handeln. Wahr ists, die tugend fostet müh', Denn sie bekämpft die luste; Dechrichte selbst: was wäre fie, Wenn sie nicht lämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die fein schmerz hienieden? Sie find die sllaven eigner pein Und haben keinen frieden; Der fromme, der die lüfte dämpft, Hat oft auch seine 4. Nimm an, GOtt hätt' es uns vergönnt, Nach unsrer lüste willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt, Sie ungestraft zu stillen; Nimm an, GOtt ließ' den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Bon diesem GOtte denken? 5. GOtt will, wir sollen glücklich sein, Drum gab er uns geseße; Sie sind es, die das Herz erfreun, Sie sind des lebens schätze. Er spricht in uns durch den verstand Und spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Flichn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist weisheit nur, Und freiheit ists, sie wählen; Ein thier folgt fesseln der natur, Der mensch dem licht der seelen. Was ist des geistes eigenthum, Was sein be ruf auf erden? Die tugend ists; und was ihr ruhm? GOtt ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur geschmack am wort des HErrn Und seiner gnade finden, Und übe dich getreu und gern Dein GOtt herz zu überwinden. Wer träfte hat, mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne fraft, Drum muß es dir gelingen; GOtt ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein bater einen stein Dem sohn, der brot begehrte? Bet' oft, GOtt müßte GOtt nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. Anhang. 41 9. Dich stärket auf der tugend pfad| hilf auch, daß ich, ihr getreu, Stets Das beispiel sel'ger geister; Ihn zeigte dir und ihn betrat Dein GOtt und HErr und meister. Dich müsse nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei GOtt Und nicht bei menschenkindern. sie zu üben eifrig sei, Hilf es um JEsu willen! Hilf mir durch deines geistes fraft, Die stürme wilder leidenschaft Bekämpfen und sie stillen. 4. Mein GOtt, mein GOtt! ges denke nicht Der sünden meiner jugend; Wie hart schien mir oft meine * 10. Sei stark, tritt oft mit heiter- pflicht, Wie rauh die bahn der tus feit Im geist an deine bahre, Ver- gend! Und doch trugst du mich mit gleiche mit der ewigkeit Den kampf so geduld: Laß, vater, laß mich diese kurzer jahre; Das kleinod, das deinhuld zu meinem heile nüßen! Dein glaube hält, Wird neuen muth dir weg, HErr, ist mein wahres heil, Ich geben, und kräfte der zukünft'gen will ihn gehn, ist er schon steil: Du welt, Die werden ihn beleben. wirst mich unterstüßen. 5. Ich bin ein mensch und irre leicht Und schwach sind meine fräfte Und schwer ist, wie dem herzen deucht, Der heiligung geschäfte, Du aber wirst mein herz erneun, Du aus der höh' mir kraft verleihn, Vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erfaustes eigenthum, Will dort einst deines namens ruhm In ewigkeit erheben. 11. Und dann auch, christ, bleib' unverzagt, Wenn dirs nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein herz auch wagt, Stets neue schwachheit drücket; GOtt sieht nicht auf die that allein, Er sieht auf deinen willen; Ein göttliches verdienst ist dein, Dieś muß dein herze stillen. Mel. Erforsch' mich, GOtt, erfahr'ze. Mel. Alle menschen müssen 2c. 1105. barm' dich, GOtt, her, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bal 1106. 2, wann werd' ich von der sünde, GOtt, durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten; So schwankt ein rohr, vom wind bewegt, So schwankt, wenn leidenschaft sich regt, Oft unftät meine seele; Jezt fühl' ich, daß entschlossenheit, Zeßt wieder, daß die festigkeit In dem entschluß mir fehle. 2. O laß in seiner neigung doch Den geist nicht länger wanken, Erheb' ihn aus der sinne joch 3u himmlischen gedanken. Wenn von dem dienst der eitelkeit Mich deines geistes fraft befreit, So wird es mir gelingen. Ich will mich bessern, HErr, ich will, Dies, dies ist meiner wünsche ziel, Gieb du, HErr, das vollbringen. 3. Umsonst such' ich der tugend bahn, Wenn du nicht mich begleitest, Nicht du von täuscherei und wahn Bur wahrheit selbst mich leitest; Doch mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Dir gesteh' ichs mit beschämung: Des verderbten hangs bezähmung, Die die kräfte ganz ihm bricht, Glüdet mir noch immer nicht. 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo der geist auf wahrheit hört, Hab' auch ich das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Dann wünscht' ich auch mir hienieden Nichts so sehr, als innern frieden, Als ein herz, dir ganz geweiht, Als der tugend feligkeit. 3. Gleich war mein entschluß gefasset, Dir mein leben ganz zu weihn, Alles, was dein auge haffet, Sollte mir ein abscheu sein; GOtt, du sahest mein bestreben, Diesem vorsag nachzuleben, Sünden stets zu widerstehn, Standhaft deinen weg zu gehn. 4. Aber ach, wie oft empören Lei 42 Anhang. den) chaften sich in mir, überraschen| pfinden Und fühle ganz wie nichts mich und stören Meine freudigkeit zu dir; Des verderbten herzens triebe, Sinnlichkeit, stolz, eigenliebe, Haben mich schon oft berückt, Mich, eh' ichs gemerkt, verstrict. du bist, So wirst du nie dich unterwinden, zu tadeln, was sein rath beschließt; Was dein verstand nicht fassen kann, Das betest du in ehrfurcht an. 5. Ach, ich schwacher, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft aufricht'ge reue Und so oft doch fruchtlos quält! Ach, wer wird mich doch bom bösen, Das mich stets bekämpft, erlösen? Ich elender, wer befreit Mich vom joch der finnlichkeit? 6. Toch du trägst ja die gebrechen Unsrer fündigen natur: Schwachheit willst du, GOtt, nicht rächen, Bösen borsag strafst du nur. Wär' bei meiner fehler bürde Dies mein trost nicht, ach, ich würde Ganz erliegen und mich dein, Höchstes gut, nie können freun. * 7. Stellt mir, GOtt, schon hier auf erden Lebenslang die fünde nach, Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich hier noch schwach: Du, du segneft mein bestreben, Stets der tugend mehr zu leben, Ganz vom fundendienste frei, Rein von aller gleißnerei. 8. Lehr' auf meinen weg mich merken, Und, wenn sich versuchung naht, Ach, dann eile, mich zu stärken, Eh' fie mich gefället hat; Sei mein schuß, fei mein begleiter, Täglich führe, GOtt, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit. Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen GOtt. 3. Wenn du den höchsten kindlich scheuest, So wird dir keine pflicht zur last; Du übst sie freudig und bereuest, Daß du sie je versäumet hast, Denn wer GOtt gern zum zeugen hat, Der freut sich jeder guten that. Furcht GOttes. Mel. O GOtt des himmels und 2c. 4. Wenn fünder sich in nacht verhüllen, So scheuest du doch nicht das licht, Erfüllest freudig seinen willen Und bebst vor deinem richter nicht, Denn schwache trägt er und verzeiht Der tugend unvollkommenheit. 5. Den höchsten überall verehren, Vor menschen und in einsamkeit, Auf des gewissens stimme hören, Selbst, wenn sie, was dich reizt, verbeut: Auch das lehrt dich die furcht des HErrn, Auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Die eitle welt mag dich verachten, Daß nicht auch du ihr gleich dich stellst; Furcht GOttes lehrt dich das nicht achten, Wenn du nur deinem GOtt gefällst; Was kümmert den der ihm gefällt, Spott und verachtung dieser welt? 7. Sich stets vor dem allmächt'gen scheuen, Giebt heldenmüth'ge tapferkeit, Wenn mächt'ger menschen stolzes dräuen Dir sünden wider GOtt gebeut; Ist GOtt mein schuß, mein heil und licht, So bebt mein herz vor menschen nicht. 8. Laß, GOtt, mich deine furcht regieren, In allem nur auf dich zu fehn, Sie, fie laß mich zur weisheit führen, So werd' ich niemals irre illst du der weis- der kind1107.2 heit quelle ken- lich scheut, Dich findlich ſcheun isſt ſeligkeit! nen? Es ist die furcht vor GOtt, dem HErrn. Soll man dich klug und weise nennen, Thu' alle deine pflichten gern; Nicht, weil dein herz die strafe scheut, Nein, weil dein GOtt fie dir gebeut. 2. Lern' GOttes größe recht emLiebe gegen GOtt. Mel. JEsu, meines lebens leben. 1108. Urquell der vollkom menheiten, GOtt, Anhang. wie liebenswerth bist du! Und o, wel-| freud then seligkeiten Führt uns deine liebe zu! Wer dich liebt, der wirds nicht achten, Wollt' ihm auch sein herz verschmachten, Ihm wird deine lieb' allein Mehr als erd' und himmel 1109. 3 schwing' dich auf, Mel. Es ist gewißlich an der zeit. GOtt, o feele, Und freue dich der wonne! Er, der da lenkt der sterne lauf, Den lauf der milden sonne, Er, der die ganze schöpfung lenkt, Uns täglich, stündlich freude schenkt: Er ist allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller einsamkeit Der geist zu ihm erhebet, Ganz toll von lieb' und dankbarkeit, In hoher wonne schwebet, Da freut GOtt, o wie väterlich! Sich meines glückes, denn um mich 3st er stets gegens wärtig. 3. Auch wenn sich unser schicksal trübt Und thränen uns entfließen, Wenn stets uns didre nacht umgiebt, Uns leiden ganz umschließen, Ist er bei uns mit seiner fraft, Die tröstet, stärket, hülfe schafft, Im leiden gegen wärtig. 4. Wenn nun mein sterbend auge bricht, Wenn alle sinne schwinden, Das starre herz hier ferner nicht Der freundschaft trost empfinden, Nicht liebevoll mehr schlagen kann: Wohl mir, du vater, du bist dann Bei mir noch gegenwärtig. ſein. 2. Dent' ich dein, o wie erhebet Meine seele sich in mir, Wie getröstet, wie belebet Fühl ich mich, mein GOtt, vor dir! Jeder blick auf deine werke, Deine weisheit, güt' und stärke, Wie entlastet der mein herz Bon bekümmerniß und schmerz! 3. Flossen nicht aus deiner fülle Segen mir auf segen zu? Daß ich ward, war, GOtt, dein wille, Daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, Das auch dankt dir meine seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt Und dich findlich bater nennt. 4. Du erlöstest vom verderben Mich durch deinen sohn, o GOtt, Ließest mir zum heil ihn sterben, Mir zum leben ward sein tod. Nur durch ihn ward mir gegeben, Ewig dort bei dir zu leben und in deinem anschaun dein Ewig mich, mein Ott, zu freun. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst geliebt? Ja weit mehr als väter lieben, Unermeßlich mich geliebt. Und wo fänd' ich doch hienieden, Liebt' ich dich nicht, wahren frieden? Wo im himmel fähigkeit Zum genuß der seligkeit? 43 entzückt, Fühlen, wie mich GOtt beglückt. 5. 3u GOtt, o feele, schwing dich auf, und freue dich der wonne! Er, der da lenkt der sterne lauf, Den lauf der milden sonne, Er, der die ganze schöpfung lenkt, 3m tod' und leben freude schenkt: Er ist allgegenwärtig. 6. Heil mir dann, wenn ichs empfinde, Wie so liebenswerth du bist, Wenn mein herz vom haß der sünde Inniglich durchdrungen ist, Wenn ich allen deinen willen Freudig eile zu erfüllen. Heil mir, dann verwirfst du nicht mich von deinem angesicht. Gehorsam gegen GOtt. Mel. Sollt' ich meinem GOtt 2c. 7. Noch lieb' ich dich unvollkom- 1110. Gut und heilig if ist dein wille, men, Das fühlt meine seele wohl. Ach, wann werd' ich zu dir kommen, Ganz dich lieben, wie ich soll? Ganz werd' ich dann deinen willen kennen, schäzen und erfüllen, Stets zu neuer du selbst es bist, o GOtt, Und in ehrerbiet'ger stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron be 44 Anhang. reit, Freuen sich der seligkeit, Deinen| was wir sind. Du bist mein HErr willen zu vollbringen; Nur der und ich dein knecht, Du bist mein mensch erfennts oft nicht Für sein vater, ich dein kind. glück und seine pflicht. 3. Wie darf, wer, vater, dich nicht 2. Dir gehorcht mit sanfter wonneehrt, Des glücks, dein kind zu sein, Aller welten zahllos heer, Deine feste, sich freun? Nur die sind dieser ehre deine sonne, Sturm und donner, erd' werth, Die ganz sich deinem dienste und meer. Alles dienet deinem willen, weihn. Alles, schöpfer, was du schusst, Cilt und drängt sich, wenn du rufst, Dein gebot schnell zu erfüllen; Nur der mensch erkennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 4. Wie billig, wie gerecht, wie gut It alles, was uns GOtt gebeut. Wohl dem, der seinen willen thut: Ihn thun, ist freud' und feligkeit. 5. Nur das, was bös und schäds lich ist Und uns entehrt, verbeut uns GOtt. Weh' dem, der seiner pflicht vergißt! Er stürzt sich selbst in schand' und noth. 3. Stolz empört des frevlers seele, Großer schöpfer, wider dich; Deine göttlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren; Klüglicher nach seinem wahn Wählt er eine beßre bahn. Diese foll zum glück ihn führen; Und die bahn ist sündenvoll, Die zum glück ihn führen soll. 4. Laß doch, GOtt, uns früh empfinden, Daß uns unser herz ver= führt, Daß die eitle lust der sünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach' uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns hin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn, Denn dein weg allein ist richtig. Mach' uns unsern pflichten treu, Daß der wandel heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel dein gebot Freudig ausgerichtet werden, Heiliger und großer GOtt! Würde doch einst noch von allen, HErr, dein wille gern gethan: Auf die erde schaut'st du dann, O mit welchem wohlgefallen! Denn sie wär' an tug reich, Wäre deinem himmel gleich. Und alles ist dir unterthan, Dir werde preis und ruhm gebracht! Fallt nieder, menschen, betet an! 6. Leicht ist die last und sanft sein joch; Wers willig trägt, fegt seinen lauf Stes freudig fort, und fällt er doch, So hilft GOtt selbst ihm wieder auf. 7. Bald heißt uns seine lieb' und buld Gehorsam sein aus dankbarkeit; Bald warnt er uns vor neuer schuld Und übet uns durch schmerz und leid. 2. Du schufst das menschliche geschlecht, Durch dich, GOtt, sind wir, 8. Sein wort ermahnet, droht, verheißt Und hält uns tod und leben vor, Uns rühret und erweckt sein geist; Und ich verschlösse herz und ohr? Demuth gegen GOtt. Mel. O meine seel', du sollst den 2c. Err, lchre mich, Mel. Komm, o GOtt, schöpfer, 2c. 1112. n ich ber tu 1111. Gott, dein ist maje- gend diene, Daß nicht mein herz wenn 9. Nein, GOtt, dir sei mein herz geweiht, Gehorsam sei mein größter ruhm; Verleih' mir auch beständigkeit, So bleib ich stets dein eigenthum. vor dir auf sie vermessen sei. HErr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der mensch bei seinen guten werken? Wann sind sie je ganz von gebrechen frei. Anhang. 45 2. Wie oft fehlt mir zum guten| den pfad der heiligung, Bogst mich selbst der wille, Wie oft, wenn ich auch dein gebot erfülle, Erfüll' ichs doch weit minder als ich soll. Sind lieb' und furcht stets die bewegungsgründe Der guten that, der unterlaß= nen sünde? Und ist mein herz'des tugendeifers voll? durch kreuz, durch wohlthat auch, von sünden, Ließt, wenn ich rief, mich wieder gnade finden Und gabst gedeihn zu meiner besserung. 3. Gedenke nicht der sünden meiner jugend, Gedenke nicht der un= vollkommnen tugend. Im weisern lauf der reifern lebenszeit. Wenn ich noch oft aus stolz nach tugend strebe, Aus menschenfurcht mich lastern nicht ergebe, Mit welchem recht nenn' ich das frömmigkeit? 4. Wenn ich den geiz aus furcht der schande fliche, Aus weichlichkeit mich mäßig bin, bloß um geſund zu ſein, wenn ich die rach' aus eigennuße hasse, Der ehrsucht pfad aus trägheit nur verlasse: Ists tugend wohl? nicht bloß der tugend schein? 5. Und, GOtt, wie oft sind unsre besten triebe Nicht frömmigkeit, nicht früchte deiner liebe, Sind wirkungen bloß von natur und zeit. Wann fühlen wir der tugend ganze würde? Dünkt dein geseß uns niemals schwere bürde? Gehorcht das herz ihm stets mit freudigkeit? 6. Doch, HErr, mein GOtt, wenn auch zu deiner ehre Mein herz nun rein, rein meine tugend wäre, Nührt das von mir? ists nicht dein eigenthum? Wer ließ mich früh zur tugend unterrichten? Mein wahres glück mich fehn in meinen pflichten? In folg= samkeit mich suchen meinen ruhm? 7. Wer gab mir muth, HErr, dein gebot zu lieben? Wer gab mir fraft, es freudig auszuüben? Und wer im kampf entschlossenheit und sieg? Weß ist der quell, der mich mit weisheit tränkte? Und weß der freund, der mich zum guten lenfte Und, fehlt' ich), mir den fehler nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das gute wählte, Und riefest oft, wenn ich des wegs verfehlte, Mich wieder auf 9. Was ist der mensch, daß du, GOtt, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem sohn ihm schenkest, Der find= schaft recht, der seligkeit gewinn? Und wenn ich nun, durch deines geistes gabe, Des glaubens fraft und alle werke habe: Thu' ich wohl mehr, als was ich schuldig bin? Bertrauen auf GOtt. Mel. Was GOtt thut, das ist 2. 1113. Auf GOtt, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in mei= nen tagen Als GOtt und bater tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und. meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre, Nicht zu besiegen wäre. 3. GOtt fennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, ch' ichs bat, gewährt, Wenns feine weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich; Nicht was ich mir ersehe, Sein wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschic, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt doch der tod, Und ehre, glück und habe Berläßt mich doch im grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt GOtt es feinem fehlen. Gesundheit, ehre, glück und pracht Sind nicht das glück der seelen. Wer GOttes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen. 46 Anhang. thig ist. 6. Was ist des lebens herrlichkeit?| geben, Was mir zur wohlfahrt ndWie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den HErrn! Er hilft uns gern. Stillt, dulder, euer weinen! GOtt hilft ge= wiß den seinen. Mel. Was GOtt thut, das ist 2c. 4. Dein wille sei der meine: Auch wenn ich hülflos scheine, Soll dies 1114. Der alle welten über= mir muth verleihn. Es müſſe, HErr, mir armen beistand, dein erbarmen Stets mehr als aller reichthum sein. nicht nach menschen weise. Er ist es, dem mein herz vertraut, Denn er ist der allweise; Er setzt sein ziel Sich, wie er will, Und hat der wege viele Zu jedem seiner ziele. 5. Nie laß mich zweifelnd wanfen, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens, Zu dir, HErr, meines lebens, Mit findlichem vertrauen fliehn. 6. Erleichtre meine leiden Durch deines geistes freuden, Durch muth und hoffnung mir. Beugt mich die last von schmerzen, So sprich zu meinem herzen: Ich, dein erretter, helfe dir. 2. Ein blick deß, der uns stets bewacht, Herab zu uns auf erden Ist schon entschluß, reif überdacht, Der gleich eilt, that zu werden; Und immer muß That, wie entschluß, Ihm wohl, ihm ganz gelingen, Auf einmal viel vollbringen. 3. Nie hat er lust an unserm schmerz Bei seinen züchtigungen: Nein, die auch hat sein baterherz, Hat lieb' ihm abgedrungen. Er prüft und übt Die, die er liebt; Und wohlgenüßte leiden Verwechselt er mit freu= den. 4. Auch bleibt er, deß bin ich gewiß, Getreu in seinem bunde. Mein schicksal dede finsterniß! Still wart' ich seiner stunde. Verzieht sie noch: Einst fommt sie doch, Da werd' ich den allweisen Für den verzug auch preisen. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn wir sie erringen, Uns doch bloß bürde sind. Ein schein, der uns bethöret Und unsern stolz nur nähret, Macht uns für bef're güter blind. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 1115. A Puf deine weisheit bauen, Auf deine güte trauen, Das, GOtt, giebt trost und muth. Du führest selbst durch leiden zu wahren sichern freuden, Denn alles, was du thust, ist gut. 2. Vor dir ist nichts verborgen. Was wollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du gabst mir, GOtt, das leben, und wirst mir alles 7. Was sollt' ich mich betrüben? GOtt, denen, die dich lieben, Muß alles segen sein. Ich bin ja dein erlöster; Sonst weiß ich keinen tröster, Sonst keinen schuß, als dich allein. Ergebung in GOttes Fügungen. Mel. Alles, was mir GOtt 2c. 1116. Mohl bein, der mit stillem Herzen GOtt, der ihn als vater liebt, Ganz sein bestes übergiebt Und, wenn auch die leiden schmerzen, Seinem schmerze weislich wehrt, Nicht durch gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch, kein schicksal deines lebens, Sorgst du schon von jugend auf, Nimmt drum einen andern lauf. Sorge quält, fie quält vergebens, Deine kräfte zehrt sie ab, Stürzt dich zeitiger ins grab. 3. Längst eh du die welt betratest, Anhang. 47 Wog, der dir dein leben gab, Was| entschieden; Was du bestimmst, das dir nun begegnet, ab, Gab dir glück, eh' du noch batest; Eh' noch deine thräne rann, Sah er sie schon gnädig an. dient zu meinem frieden. Lu wogst mein glück, du wogst zugleich mein leid, Und was du schickst, ist für mich seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine plage Sich zu mir nahn, gieb mir zu= fried'ne tage; Doch hindern sie der seele ewige heil, So bleibe nur dein trost, o GOtt, mein theil. 5. Du giebst aus huld uns dieser 4. Dankbar nimm des lebens freuden Aus des höchsten milder hand. Hat er schmerz dir zuerkannt, Schicke dann dich, wohl zu leiden. Gut ist alles, was GOtt will, Dulde willig und sei still. 5. Will dein anschlag nicht gedei- erde freuden, Aus gleicher huld ver= hen, Mislingt alles dein bemühn: O, was glück dem menschen schien, Mußt' er oft hernach bereuen. Wohlthat wars für dich vielleicht, Daß du nicht dein ziel erreicht. hängst du unsre leiden. Zud ich sie nicht auf mich durch eigne schuld, So zag' ich nicht, ich weiß, du giebst ge= duld. 6. Wenn GOtt nicht so reiche segen, Als dem nächsten, dir verlieh, Müsse doch ihr anblick nie Neid in deiner bruft erregen. Lerne fremden glücks dich freun, Fremdes glück wird dadurch dein. 7. Wenn dir frevler angst er wecken, Dich ihr haß verfolgt und fränft: GOttes macht hält ihn um= schränkt. Droht der tod mit seinen schrecken: Der vom tod erretten kann, Ist dein GOtt, nimmt dein sich an. 8. Sei denn unbesorgt und heiter, Im vertrauen auf sein wort Sege deine wallfahrt fort. Der bisher half, hälft dir weiter, GOtt hält feſt, was er dein verläßt dich nicht. und lebe, Gieb, daß ich mich in deinen rath ergebe, Laß stets mein herz des murrens frevel scheun, Dein wille müff' auch stets der meine sein. 6. Soll ich ein glück, das du mir gabst, verlieren, Und willst du, GOtt, mich rauhe wege führen: So wirst du doch),( denn du erhörst mein flehn,) 3u rechter zeit mir eine hülf ersehn. * 7. Vielleicht muß ich nach wenig tagen sterben. HErr, wie du willst: soll ich den himmel erben, und ist nur der gewiß im glauben mein, Wie sollte dann der tod mir schrecklich sein? 2. Du, du regierst, bist weisheit, lieb' und stärke, Du, HErr, erbarmst dich aller deiner werke. Was zag' ich denn noch einen augenblick? Du bist mein GOtt und willst nichts, als mein glück. 3. Bon ewigkeit hast du mein loos Geduld im Leiden. Mel. Herzliebster JEsu, was hast ze. 1118. in herz, o Gott, Mel. Mein Herz und seel' den 2c. HErr, 1117. durch den ich bin meine väter? Bin ich vor dit, HErr, 2. Bin wie alle nicht ein übertreter? Leist' ich zu viel, wenn ich die schweren tage Mit muth ertrage? 3. Wie mancher, der ein leiden muß erdulden, Erduldet dann nur seiner thorheit schulden Und nennt doch lohn, den er verdient bekommen, Ein kreuz der frommen. 4. Ist dürftigkeit, mit der die tregen ringen, Sind haß und pein, die stolz und wollust bringen, Des schwel duldig, Das bin ich dir und meinem heile schuldig. Laß diese pflicht, der wir so oft vergessen, Mich wohl ermessen. 48 Anhang. gers schmerz, des neide bermißte| weise wissen? Jeßt weißt du nicht, freuden, Ein christlich leiden? 5. Ist derer qual, die deinen rath verachtet, Nach deiner furcht, nach glauben nie getrachtet, Benn sie sich nun in finstrer schwermuth quälen, Prüfung der seelen? 6. Doch selbst, o HErr, in strafen unsrer sünden, Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, wenn wir dadurch uns, sie forthin zu hafsen, Erwecken lassen. 7. Du züchtigst uns, daß wir zu dir uns nahen, Die heiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Auch andre stärken. 8. Jag' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du HErr regierst, dein väterlicher wille Wirkt gut's die fülle. 9. Die trübsal bringt geduld, ge= duld erfahrung, Erfahrung giebt dem glauben muth und nahrung. Ein solches herz steht auch in nöthen feste, Hofft stets das beste. warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Hernach erfahren. Nachahmung JEfu. Mel. HErr, deine allmacht reicht 2c. 1120. Melch hohes beispiel gabst du mir, Mein heiland, durch dein leben! Sollt' ich nicht gern und mit begier Dir nachzuahmen streben? Nicht gehn den weg, den du betratst? Nicht freudig thun, was du, HErr, thatst? 2. Dein herz, von sünden nie entweiht, War rein wie deine lehre, Dein ganzer wandel heiligkeit, Dein streben GOttes ehre. Du gabst mit ächtem findessinn Dich ganz in seinen willen hin. 3. Der fummervollen trost zu sein, Zu wehren jedem leide, Stets wohlzuthun und zu erfreun, War deine sorg' und freude; Und jedes menschen noth und schmerz Durchdrang und jammerte dein herz. 4. Du trugst mit sanftmuth und mit huld Die schwachheit deiner freunde, Auch fünder trugst du mit geduld, Batst selbst für deine feinde, und uns zum dienst entsagtest du Gern deiner hoheit, freud' und ruh'. Mel. Herzliebster JEsu, was hast 2c. 1119. Sin in pilger nur, ein gast bin ich auf erden, Nicht hier, erst dort, soll ich ganz glücklich werden. Dort warten mein, muß ich schon hier oft leiden, Des himmels freuden. 2. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als christ, was GOtt verhängt, erdulde, So darf auch ich der hülfe der erlösten Mich sicher trösten. 3. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken. Doch in der noth an seinen schöpfer denken Und ihm vertrau'n, stärkt in den herbsten schmerzen Der christen Herzen. 4. Schau' über dich, wer trägt der himmel heere? Merk' auf, wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist nicht Mel. HErr GOtt, der du erforschest zc. auch er dein helfer, dein berather, 1121. Dich, freun fu Dein bester 5. Willst du so viel, als der all Christ, Erhebet mein gemüthe, Der 5. Solch hohes beispiel hast du mir Zum borbild hinterlassen, Wie du zu leben, ähnlich dir, In meinem thun und lassen. O wohl mir, wenn ich deinem sinn In jeder tugend ähnlich bin! 6. HErr, stärke mich, gieb kraft und licht, Daß ich mein heil erkenne, Dein wahrer jünger sei und nicht Mich nur den deinen nenne, Damit ich, deinem bilde treu, Nun andern auch ein beispiel sei. Anhang. 49 du das höchste muster bist Von wohl=| Und haßt doch seine brüder, Der treibt thun, lieb' und güte: O neige selbst mein herz dazu, Daß ich gesinnet sei, wie du, Wie du gewandelt, wandle, Daß ich dein ächter jünger sei, Mich fremder wohlfahrt herzlich freu", Stets menschenfreundlich handle. mit GOttes wahrheit spott, Tritt sein geseg darnieder. GOtt ist die lieb' und will, daß ich, Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Uns alle schuf ein GOtt und HErr Zu bürgern einer erde, Daß auf ihr jeder glücklicher Durch andrer liebe werde, Und ich, um dieser mich zu freun, Muß auch zur, liebe thätig sein. 2. Dein leben in der niedrigkeit War für uns heil und segen, Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Der franfen trost, der schwachen stab, Ließt du, voll demuth, dich herab zu niedrigen und armen. Elenden halfst du und fogar Dein tod für uns am freuze war Großmüthiges erbarmen. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Erbarmst du dich der sünder, Auch da bleibst du, o GOttes sohn, Ein freund der menschenkinder. Den dei-| nen schaffst du trost und ruh Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten, Du hörst der seufzenden gebet Und brauchest deine majestät Nur segen auszubreiten. 4. O laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem nächsten beizustehen, Verlass'ner stüß' und trost zu sein, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu flagen. Nie müß' ich dem, der meinen rath, Der meine hülfe nöthig hat, Was er bedarf, versagen. 5. Mit nachsicht laß mich brüderlich Des nächsten fehler decken, Den trägen laß mit sanftmuth mich Aus seinem schlummer wecken. HErr, gieb mir deinen edlen finn, So oft ich auch beleidigt bin, Großmüthig zu verzeihen, So wird in deiner herrlichkeit Mich dort dereinst in ewigkeit Der liebe lohn erfreuen. Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen den Nächsten. Nächstenliebe. Mel. HErr, deine allmacht reicht 2c. 1122. jemand spricht: o 3. Ein heil giebt allen trost und muth, Und die, die sollt' ich haffen, Die GOtt durch seines sohnes blut, Gleich mir erkaufen lassen? Daß GOtt mich fünder ihm versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du HErr von meinen tagen, Und ich, ich sollte nicht geduld, Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? Nicht lieben, den du, bater, liebst? 5. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein erlöser, an, als hätt' ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch sein Und dich im bruder nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir GOtt, durch deinen geist Ein herz, das dich durch liebe preist. Mel. JEsus, meine zuversicht. 1123. Alle mensehen wer auch mir Hat schöpfer vorgeschrieben: Euern nächsten sollet ihr Als euch selbst von herzen lieben. Bei ihm gilt, so sagt sein wort, Menschenhaß als brudermord. 2. Wir, die bürger einer welt, Sind aus einem blut entsprossen, eines heils genossen, und uns alle Auch macht Christi lösegeld Uns zu drücket hie Einer wallfahrt laſt und 4 ich liebe GOtt, müh'. Anhang. 50 3. Eine sterbliche natur Kürzt Mel. O GOtt, du frommer GOtt. uns allen unser leben, Uns hat eine 1124. Gieb mir, o Gott, hoffnung nur seinem gegeben, Eines himmels seligkeit Steht uns allen dort bereit. alle menschen liebet, Sich ihrer wohlfahrt freut, Bei ihrer noth betrübet; Ein herz, das eigennuß Und neid und härte flieht, Sich, wie um eignes glück, Um andrer glück bemüht. 2. Erblick ich dürftige, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gabst, Gern ihnen mitzutheilen; Nicht aus dem eitlen trieb, Groß vor der welt zu sein Und mich verehrt zu sehn: Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein gottesdienst: Auch unbemerkt von ihnen, Müff ich durch hülf' und rath Mit freuden andern dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an: Nein, was ich brüdern thu', Das werde dir gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet, Ein blick boll trost, womit mein herz bedrängte segnet, Ein rath, durch den mein mund Im fummer andre stärkt, Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, GOtt, unbemerkt. 8. Dein erlöser sagt es dir: Wer hier der geringsten einen Mild er= 5. Freut sich ein boshaft herz Un= frieden anzurichten, So freu' das meine sich, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht fränke nie Mein mund des nächsten ruh quickt, der thut es mir, Labt mich sel- Verdienste rühm' er gern, Gern deck ber in den meinen. Mancher, den die welt verschmäht, 3st in GOttes aug' erhöht. 4. Und wir sollten uns entzwein, Lieblos uns einander hassen, Uns zu unsrer eignen pein Stolz und neid beherrschen lassen? Wer der mensch= heit pflicht vergißt, Rühme nicht, er sei ein christ. 5. Laßt uns auch aus GOttes hand Manchen äußern vorzug haben, Ehre, reichthum, hohen stand, Leibeskräfte, geistesgaben: Alles dies befreit uns nicht von der menschenliebe pflicht. 6. Nein, der gaben unterschied Knüpft das große band auf erden, Wo, um eignes wohl bemüht, Allen alle nüglich werden. Den, der höhern dienen muß, Nährt der höhern überfluß. 7. Nach dem dir vertrauten pfand Messen sich auch deine pflichten: Gab GOtt viel in deine hand, Viel hast du dann zu entrichten. Mit dem herrn hat dort der knecht Zur belohnung gleiches recht. * 9. Gieb, mein heiland, mir ein herz, Das von menschenliebe brennet, Theil nimmt an des bruders schmerz, Selbst den ärmsten nicht verkennet, Nie voll stolzen wahns vergißt, Daß auch er mein nächster ist. 10. Laß, du großer menschen freund, Mich, so lang' ich leb' auf erden, Allem menschenhaffe feind, Ahnlich dir an liebe werden, um der hoffnung mich zu freun, Stets von dir geliebt zu sein. er fehler zu. * 6. Die rach' ist dein, o GOtt, Du sprichst: ich will vergelten. Lehr' mich gelassen sein, Wenn menſchen schmähn und schelten; Gieb, daß ich dem verzeih' Der mir zu schaden sucht, Den liebe, der mich haßt, Den fegne, der mir flucht. 7. Noch höher laß bei mir Die nächstenliebe streben: Ihr ziel sei nicht allein Sein glück in diesem leben, Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun, Noch mehr sein seelenheil Mir werth, mir wichtig sein. 8. Hilf, daß ich, wenn er wanft, 3hn mög' im glauben stärken und, Anhang. wenn er fallen will, Ihn warn', auf fich zu merken, Und wenn er auf den pfad Des lasters sich verliert, Nicht raste, bis ich ihn Der tugend zugeführt. 9. Ach heilige du selbst mein herz und seine triebe Durch deine lieb' und furcht nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein; Laß diese wahrheit, GOtt, Mir stets vor augen sein. 2. Wer zwar dem armen gaben beut, Ihn hülfreich unterstüzet, Doch nur aus ehrsucht, weichlichkeit Und eigennuß ihm nüket, Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht: Der liebet feinen nächsten nicht. 51 sein bild gegeben. Denk' oft: GOtt, was ich hab', ist dein, Sollt' ich, gleich dir, nicht milde ſein? Mildthätigkeit und Barmherzigkeit. 2. So viel menschen, so viel brider, Ein GOtt ists, der alle schuf; Alle find wir Christi glieder; Allgemein ist GOttes ruf. So den bösen, Mel. HErr, deine allmacht reicht 2c. 1125. Mer dieser erde gül- wie den seinen, Läßt GOtt ſeine ſonne W scheinen. ter hat Und dürftige sieht leiden, und macht doch hungrige nicht satt, Nicht nackende läßt Fleiden, Verlegt des christen erste pflicht Und fennet GOttes liebe nicht. 3. Gleicht dem bater an erbarmen, Seid barmherzig, seids wie er, Gebt mit milder hand den armen, Was ihr gebt, empfängt der HErr Helft und eilt, auch ungesehen, Euren brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, Der verlaßnen stüße sein, Kummer lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und erfreun, Und das thun aus edlem triebe: Das ist echte men schenliebe. 5. GOtt wir gebens von dem deis nen; Unsre hand verweigre nie Hülfe da, wo brüder weinen, Unser mitleid tröste sie, Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch hälf und trost empfahen. sist du nur geneigt, die pflicht Ge= treulich auszuüben, und wünschest Dir die kraft dazu, Und strebst nach ihr, so liebest du. 1126. Mel. Mein GOtt, ich bin jetzt 2c. eid barmherzig, christen höret Hört das heilige gebot, Das euch der erlöser lehret: Seid barmherzig, feids wie GOtt. Gebt, so wirds auch euch gegeben: Segen hier, dort ew'ges leben. 3. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, Ein dürft'ger erst erscheinet, Nicht eilt, dem frommen beizustehn, Der im verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: Der liebt auch seinen nächsten nicht. 4. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet, Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft fie dürftig machet, Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. Dienstfertigkeit. 5. Zwar allezeit vermagſt du nicht 1127. Dienfifertig fott id Mel. O GOtt, du frommer GOtt. soll Wohl mir, So zu lieben, wenn ichs erkenne Und nun, was ich erkannt, zu thun, vor eifer brenne. Verpflichtet mich auch schon nicht amt und eid dazu, Ohn' amt und eid es doch Aus menschenliebe thu'. 2. Die welt hat ja ein recht Auf meine dienst und kräfte, Ihr nüßen, 4 6. Ermattef dieser trieb in dir, So fuch' ihn zu beleben, Sprich oft: GOtt ist die lieb', und mir hat er 52 Anhang. fei für mich Ein seliges geschäfte. I du uns, bater, alle liebst. Denn alle Nichts ist, was unserm GOtt Un menschen mehr gefällt, Und darum schuf er uns Zu bürgern einer welt. sollen glücklich sein Und einer sich des andern freun. 3. So denkt der menschenfreund, Dies, dies ist sein bestreben: Er fucht, so lang' er lebt, Für andrer wohl zu leben. Er, seines hohen rufs Zum wohlthun sich bewußt, Verbreitet überall Zufriedenheit und lust. 4. Dir, höchster, ahmt er nach, Um deinem bild zu gleichen; Dem sucht er sich zu nahn, Kann ers schon nicht erreichen. Er fördert andrer wohl Und nüßt, so biel er fann, Und sieht nicht bloß für sich Die welt geschaffen an. 5. Nichts, was er hat, wird er Für sich allein besigen, Macht, reichthum, scharfsinn, freund, Gern auch für andre nüßen. Er trägt die bürde mit, Die seine brüder drückt, Voll freude, wenn es ihm, Sie zu erleichtern, glückt. 6. Was ihr bedürfniß heischt, Reizt jeden seiner triebe, Auch ohne ruhm und lohn, zu werken echter liebe. Nicht stolz, nicht eigennuß Wirkt seine gütigkeit, Er übt sie, und mit lust, Weil sie sein GOtt gebeut. 7. Durch Christum laß mich, GOtt, Solch eines finnes werden, Denn das war Christi sinn, Das war sein thun auf erden. Was that er nicht für uns! Ihm will ich ähnlich sein, Um sein und seines heils Einst ewig mich zu freun. 3. Beglücken und beglücket werden, Ist aller ruf, ist aller loos; Nur darum, GOtt, ist der auf erden Gering' und arm, der reich und groß; Der hat mehr kraft, der mehr verstand; Denn jener nüßt, was der erfand. 4. Wer hat mich andern vorgezogen? Wer wieder andre menschen mir? Du, HErr, durch freie huld bewogen, Denn alles gute fommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor und ich Bin alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, Ich sollte stolz und eitel sein? Ich den berachten, den beneiden? Mich, weil er mehr empfing, nicht freun? Als wär' ich, hätt' ich mehr als er, Auch besser dann, auch seliger? 6. Laß drum in meinem ganzen leben mich meines glücks und vorzugs nicht zu andrer kränkung überheben, Verkennen nie der demuth pflicht, Nie bloß auf meinen vorzug sehn, Nie andrer gaben stolz verschmähn. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c.. 1128. Von on dir auf diese welt gerufen, Stehn, schöpfer, alle menschen hier Auf vielerlei verschiednen stufen Der Fräfte, die du gabst, vor dir; Nie gleich einander an gestalt, An ständen, gütern und gewalt. 2. Nicht jeder hat, was andre haben; Und das ist güte, denn du giebst Dem diese, jenem andre gaben, Weil 7. Der niedrige soll ehrerbietig, Leutselig soll der hohe sein; Der reiche niemals übermüthig, Der dürftige nie kriechend klein; Denn edel denkt, wer demuth liebt, Schlecht denkt, wer sich dem stolz ergiebt. * 8. Wer eitler ehre gern entbehret, Und tugend auch an niedern gern Erkennt und schäßt und ehrt, der ehret Der niedrigkeit und hoheit HErrn. Demuth gegen den nächsten. Wohl, wohl ihm, denn bescheidenheit Ist aller stände herrlichkeit. 9. Sie schmückt das alter, giebt der jugend Reiz, liebenswürdigkeit und werth, Und glanz und hoheit jeder tugend, Die eiteln schimmer gern entbehrt, Denn demuth und bescheidenheit 3st unsre wahre herrlichkeit. 10. Gieb, HErr, zu allen deinen gaben Auch die, daß wir von stolze rein, So alles brauchen, was wir haben, Daß wir einander gern er Anhang. freun. Wir werden alle dann zu-| schand' und hohne, Nun hocherhöht, gleich An frohem muth einander gleich. hinauf zu GOttes throne; Du, HErr, regierst und schüßest, die auf erden Dir ähnlich werden. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Herzliebster JEfu, was haft zc. 1129. HErr, mein verſöhmich littest Und jetzt zur rechten GOttes für mich bittest, Ach lehre mich, gleich dir, gern sanftmuth üben, Selbst feinde lieben. 2. Wann hast wohl du je haß mit haß vergolten? Wann schaltest du, so frech man dich gescholten? Du segnetest mit wohlthun nicht bloß freunde, Nein, auch selbst feinde. 3. Und ich, ich dürfte mich den deinen nennen und doch von rachgier gegen feinde brennen? Je ihren haß mit gleichem haß vergelten? Je wie der schelten? 4. Wie kann ich, vater, zu dem höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie zu ihm flehn, mir fünden zu verzeihen, Und rache schreien? 5. HErr, dein verdienst bedeckt nur dessen schulden, Der auch erläßt dem nächsten seine schulden. Hilf, daß mich deines heils nie durst nach rache Verluftig mache. 6. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen Und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen; HErr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein herz gelassen. 7. Erneu' dann selbst alsbald in meinem herzen, HErr, das gedächtniß der weit herbern schmerzen, Die du in deinen bangen leidensstunden Für mich empfunden. 8. Reizt mich der wahn, ich müss' auf rache dichten, Sonſt würd' ich vernichten: Alsbald müss' ich auf dich, mein vorbild, schauen, Dir, HErr, vertrauen. 9. Du selber stiegst aus marter, 53 Mel. Mein GOtt, ich bin jetzt 2c. 1130. Allen, welche nicht du, bater, nicht verzeihn, Troftlos vergeben, Wirst tode sein. Sündern, welche brüder hassen, kannst du keine schuld er= lassen. 2. Wie dein herz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat, Wie der todesüberwinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der christ ver= zeihen Und sich nicht der rache freuen. 3. Wir gelobens dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn, Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zul dir um rache schrein, Nein, versöhnlich vor dich treten Und für unsre feinde beten. 4. Bater, stärk' uns, deine frommen, Treu zu bleiben dieser pflicht; Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht. Laß sie uns gewaffnet finden, Laß uns schnell sie überwinden. 5. Mach' in unserm ganzen leben Deinem sohn uns gleichgesinnt, Lehr' uns dann noch gern vergeben, Wenn wir oft beleidigt sind, Daß wir, so wie wir vergaben, Auch in ihm vergebung haben. 6. Heil uns, GOtt verzeiht uns sündern, Geht nicht mit uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Nachgier ganz in uns zu dämpfen. Mel. HErr, deine allmacht reicht zc. 1131. Dead, für die, die er nah', dich erwürgten, batest, Zur rettung ihrer seelen sie Beim vater treu vertratest: Wann werd' ich doch dir ähn 54 Anhang. lich sein Und meinem feinde gern| entflieht, Wenn er bekümmerniß und verzeihn? sorgen In seines bruders auge sieht, Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 3. Sein liebliches gespräch erheitert Des blöden schüchtern angesicht, Und jedes herz fühlt sich erweitert Und freudenvoller, wenn er spricht, Denn haß in lächelnder gestalt Liegt nie bei ihm im hinterhalt. 2. Ich wollte hoffen trost im tod, Gnad' im gericht zu finden? Zu dir einst flehen: richte, GOtt, Mich nicht nach meinen sünden! Und hörte nicht die stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt GOtt dir? 3. Du, stimme GOttes, schalle mir Durch meine ganze seele: Wie du bergiebst, vergiebt GOtt dir, Erwäg' es, und dann wähle. Der wählt den fegen, wer bergiebt, Und der den fluch, wer rache liebt. 4. Auch mein beleidiger hat theil Um heiland aller fünder, Mit blut erwarb auch ihm sein heil Der todes= überwinder, Un mich und ihn ergeht der ruf Des GOttes, der uns beide schuf. 5. O könnt ihn meine sanftmuth noch Zur seligkeit bekehren, Ihn, der mich haßt, das sanfte joch Der liebe tragen lehren: Wie göttlich würd' es mich erfreun, Der retter meines feinds zu sein! 6. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o HErr, Uns aller menschen freude werden, Dir, heiland, immer ähnlicher, So wer= den wir uns ewig freun Und GOttes wahre kinder sein. 6. Wie würd' er mir am weltge= richt mit heißen thränen danken, 218 freund und bruder ewig nicht Von meiner seite wanken, Mit mir GOtt preisen, dessen hand Uns für die seligkeit verband. Wahrhaftigkeit und Redlichfeit. 7. S seele, welche seligkeit, Sich überwinden! Duld' und ver= gieb, denn GOtt verzeiht Und ſtraft 1133. Wrig wandelt, Der Mel. Ich dank' dir, lieber HErre. ohl der nicht deine fünden. Nicht rache, segen rufe du, Begnadigte, dem feinde zu. als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Ganz das ist, was er scheint, Nie lügen red't, nie schmeichelt, Nie doppelzüngig spricht, Nie redlichkeit bloß heuchelt, Nie treu' und glauben bricht. Freundlichkeit. Mel. O GOtt des himmels und 2c. 1132. Nicht mürrisch finster, ungesellig, Ist, wer ein christ zu sein, sich freut, Ist ohne schmeichelei gefällig, Vereinigt ernst mit freundlichkeit, Und was er sagt und was er thut, Ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. 4. Verlangt sein stand, daß er gebiete: Nie spricht er stolz, wenn er ge beut; Und wenn er strafet, mildert güte Selbst der verweise bitterfeit; und tröstet er, wenn fummer drückt: Wie fühlt sich jedes herz erquickt! 5. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft und anmuthsboll und freundlich Soll jeder jünger JEsu sein. Ach wären wirs, ach glichen wir, Du vorbild wahrer liebe, dir! 2. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Umwölkt sich, seine freud' d 2. Wohl ihm, da deine gute Ihn leitet, ihn umgiebt! Ein redliches ge= müthe Hast du, HErr, stets geliebt. An lügnern, an verräthern, An falschen hast du gräul, Und bei den übelthätern Ist dort dereinst ihr theil. 3. Laß falschheit denn und lügen, GOtt, ferne von mir sein; Nie laß die lippen trügen, Nie sei die tugend Anhang. schein. Erinnre mein gewissen, Du haffest heuchelei, Damit ich stets befliffen Der treu' und wahrheit sei. 4. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht wohl bedacht, Auch dann mein wort nie brechen, Weil mirs beschwerde macht; Nie reize meine seele Wig oder leichtsinn an, Daß ich als wahr erzähle, Was lästersucht ersann. 5. Gieb muth, daß ich nicht blöde, Wenn pflicht mich dazu dringt, Die wahrheit dennoch rede, So viel gefahr fie bringt; Gieb flugheit, daß ich wisse, Wo ich ohn' alle scheu Freimüthig reden müsse, Wo schweigen beffer sei. 6. Kämpft, mich zu unterdrücken, Durch arglist fürchterlich, Ein feind mit argen tücken Und fügen wider mich, Müss ich doch deß mich schämen, 3u lügen gleich als er Die zuflucht je zu nehmen, Und nicht zu dir, o HErr. 7. Ein herz voll treu' und glau= ben, Das, GOtt, dein auge scheut, Dies soll mir niemand rauben, Dies giebt mir freudigkeit; Frei darf ich aufwärts blicken, Wenn lügner alles schreckt, und mich wird ruhm dort schmücken, Wenn jene schande deckt. Glimpf im Urtheilen. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. sten ehr' Und ach 1134. W enn du des nächtung fuchst zu schmälern, Selbst von niches lieber sprichst, Als von des bruders fehlern, Aus ehrsucht oder stolz Berkleinerst seinen ruhm Und seine schuld erhöhst: Wo bleibt dein christenthum? 2. Wenn du aus argwohn bloß Vom nächsten böses denkest, Du durch ein falsch gerücht Ihm schadest und ihn fränkest, Dein leichtsinn, 55 3. Wer, wenn er läst'rer hört Und unter spöttern fizet, Aus scheuer menschenfurcht nicht andrer unschuld schüßet, Wer aus gefälligkeit Selbst ein verläumder ist, und nichts zum besten kehrt, Sprich: ist der wohl ein christ? 4. O mensch, bedenk' es wohl: GOtt, der an jedem orte Bei dir zugegen ist, Hört jedes deiner worte; Er, er, der alles sieht, Wie sollt' er dich nicht sehn, Wenn sich dein mund erfühnt, Die unschuld frech zu schmähn? 5. Wenn du des frommen lachst, Die reinste tugend schändest, Dem würdigen das lob, Das ihm ge= bührt, entwendest: Verläumder! siehts nicht GOtt, Wie zügellos dann du Ihn in den seinen schmähst? Hört nicht der rächer zu?. 6. Er hört dir zu und zählt Die ehret hast, Vor ihm im stillen weithränen, die die seinen, Die du entWo GOtt einst vor gericht Im annen; Es kommt ein tag, er kommt, gesicht der welt Auch dir ein urtheil spricht. 7. Statt deines nächsten ehr' Aus ſchmähsucht zu verletzen, Such' sie, erseßen; Sein guter name ſei Dir, wenn du sie schon Gekränkt, ihm zu als ein heiligthum, So deinem herzen werth, Als selbst dein eigner ruhm. * 8. Ach, GOtt, bewahr' uns doch Bor mißbrauch unsrer zungen, Flöß' selbst uns abscheu ein Vor allen lästerungen; Das präg' uns tief ins herz: Nur der sei deiner werth, Der feine brüder liebt Und durch die that sie ehrt. Sorge für des Nächsten Seelenheil. Mel. JEsu meines lebens leben. emneid und haß Ihn vor der welt ent= 1135.aß es, Jeju, mich ent ehrt: du alsdann wohl noch Des christennamens werth? pfinden: Mehr als einer welt gewinn, Sei es, wenn ich Anhang. 56 selbst von sünden Durch dein heil ge= rettet bin; Denn, von deinem geist getrieben, Nun von herzen GOtt zu lieben, Nun zu fliehn, was er ber= beut: Was gleicht dieser seligkeit? 2. Ach, wie könnt' ich dies empfinden Und doch fühllos andre sehn, In der sklaverei der sünden Wege des verderbens gehn? Sehn, wie sie zum abgrund eilen Und doch träg' und falt verweilen, Sie zu retten, wenn ichs kann, Eh' sie sich dem abgrund nahn? 3. Auch für meiner brüder seelen, Nicht für mein heil nur allein, Soll ich sorgen, wenn sie fehlen, Soll dann gern ihr führer sein; Vor der laster schlauen garnen, Soll ich, wo ich kann, sie warnen Und, eh' die sie noch umziehn, Ihnen rathen, daß sie fliehn. 4. Nicht erbittern, nur erweichen Soll ich, und wenn bitten nicht Bis zu ihren herzen reichen, Dann leucht' ihnen doch mein licht, Daß sie an mir sehen mögen, Wie auf unsers GOttes wegen, Wenn das herz sie lieb gewinnt, Fried' und heil zu finden sind. 5. Wenn sie sehn, mit was für freuden Mich die frömmigkeit beglückt, Und wie selbst im herbsten leiden Mich der reichste trost erquickt, Müff' ihr taumel sich zerstreuen, Sich ihr herz der tugend weihen, Selig, so wie ich, zu sein, Dein HErr, ewig sich zu freun. 2. Erst, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Von sünden lasſen wollen, Im sterben anfahn erst, was man Vorlängst vollenden sollen: Dies ist der weg zum leben nicht, So lehret nicht der unterricht, Den GOt= tes geist ertheilet. 3. GOtt ruft uns hier zur heiligung, 3um himmel reif zu werden; So sei denn meine besserung Mein hauptgeschäft auf erden. Gieb, GOtt, dazu verstand und trieb, Nichts, was es sei, sei mir zu lieb, Dirs willig aufzuopfern. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt mit allen ihren freuden, Doch wollt' ich nicht, was dir gefällt, Um ihrentwillen meiden; Kann wohl die welt mit ihrer lust, Die schnell vergeht, mir den berlust Von deiner gnad' ersetzen? 5. Was führet zur zufriedenheit? Bersüßt schon dieses leben? Was kann mir trost und freudigkeit Selbst noch im tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nein, Christi heil nur und ein blick Auf jenes le= bens freuden. 6. Nach diesem fleinod lehre mich Aus allen kräften trachten, Und, ist die welt mir hinderlich, Sie und ihr glück verachten; Daß ich, GOtt, deine wege geh' Und im gericht dereinst besteh', Dies sei mein täglich streben. 7. Doch was vermag ich, wenn mich nicht Du selbst vor trägheit schüßest, Du selbst zur treu' in dieser pflicht mich fräftig unterstüßest? O stärke mich, mein GOtt, dazu, So find' ich hier schon wahre ruh' Und dort einst ew'ges leben. Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst. Sorge für die Seele. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 1136. Nach einer ele fez 1137. Gott, meiner feele ligkeit Will ich voll eifers ringen, Mich hüten, meine kurze zeit Im schlummer hinzubringen; Jetzt ist für mich der tag des heils, Jeßt sei die wahl des bessern theils Die erste meiner sorgen. großen werth, Den mir dein theures wort erklärt, Lehr' mich mit ernst bedenken und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, Anhang. 57 Welch glück hast du ihr zugedacht,| zu seiner herrlichkeit Dich dort dein Welch glück schon zugewendet! Du GOtt erheben. schufest sie, dein bild zu sein, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. 3u groß für diese furze zeit, der ewigkeit, fie im fleiſch auf erden, Durch glau ben und gottseligkeit zu himmlischer vollkommenheit Hienieden reif zu werden. 4. Mit batertreue willst du sie Durch dieses lebens kurze müh Zu deinem himmel führen: Olaß sie nicht durch eigne schuld Die seligkeit, die deine huld Ihr zugedacht, verlieren! HErr, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die wahrheit sage Und laß mich achtsam auf mich sehn; Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich kam, o GOtt, aus deinen händen, Du schufest mich zu deinem preis; Dazu mein leben anzuwenden, Ist mein beruf und dein geheiß: Doch, leb' ich als dein eigenthum? Und, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich zähle mich zu deinen christen: Beweist es aber auch die that, Daß dein bekenner allen lüsten Der sünde ganz entfaget hat? Und folg' ich, wie ich dirs versprach, Mit fester treue Christo nach? 4. Du fennest meines herzens tiefen, Oft täuscht mich eigne heuchelei; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich dir gleichgesinnet sei; Verwahre mich vor menschenwahn, Der auch den flügsten täuschen kann. * 7. Wer bös ist, GOtt, bleibt nicht vor dir; Drum schaff durch deinen geist in mir Ein herz, das sünden haffet, Boll reu' sich selbst das urtheil spricht Doch auch durch Christum zubersicht Zu deiner gnade fasset. 5. Wer viel zwar weiß, doch sich verborgen, Stets unbekannt sich selber bleibt, Wie kann der für sein bestes sorgen? Was ist, das ihn zur 8. Umringt mich schon jetzt schwach- beß'rung treibt? Sich selbst recht kenheit noch: Du hilfft, daß ich im glau- nen, ist verstand, Drum mache mich ben doch Der tugend könne leben; mit mir bekannt. Im glauben, daß dein sohn auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 5. Wenn sie in fünden blieb' und nicht Dem uns erwartenden gericht Und seinem fluch entrönne: In welch ein elend stürzt' ich mich! Dann ach, was hülf' es mir, wenn ich Die ganze welt gewönne? 6. Stets sei, mit dir vereint zu fein, GOtt, deiner ewig mich zu freun, Der heiße wunsch der seele; Du, ihr erbarmer, hilf, daß sie Aus leichtsinn oder trägheit nie Ihr großes ziel verfehle. 9. Auf denn, o seele, laß nicht ab, Auf deiner wallfahrt bis ans grab Dem kleinod nachzutrachten; Auf, strebe, ringe sonder rast! Welch glück, wenn du's errungen hast, Ist deinem gleich zu achten? Selbsterkenntniß. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 1138. Wer bin ich? welche wicht'ge frage! 10. Ach, wer ist seliger als du! Schon hier verbreitet heitre ruh' Sich auf dein ganzes leben. Und schließt sich deine prüfungszeit, Dann wird * 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Zehr', GOtt, mich immer mehr verstehn Und, hab' ich deinen weg ge= wählet, Mich deinen weg auch standhaft gehn; Stets leite mich dein helles licht, So täuscht mein eignes herz mich nicht 7. Bin ich noch fern vom schmalen stege, Der uns zum ew'gen leben führt: Zeit' mich auf ihn vom breiten wege, Der ins verderben sich verliert; Gieb mir zur beß'rung lust und kraft, Du bists, der beides in uns schafft. 58 Anhang. verschmäh', Gern seinem ausspruch folge. 8. Ich muß dereinst es doch erfah-| wink versteh', Nie seine warnungen ren, Was ich hier war, was ich hier that; Laß mich die prüfung nicht verparen, Bis sich die letzte stunde naht. Was nügt mir selbsterkenntniß dann, Wenn ich mich nicht mehr bessern fann? 7. Mich müsse, täuscht mich sicherheit, Schnell mein gewissen wecken; Bei fehlern steh's sogleich bereit, Sie frei mir aufzudecken, Und dringe mich, daß unverweilt Mein herz voll reu und glaubens eilt. Vergebung zu erflehen. Gutes Gewissen. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 1139. Welch ebles unschäß gut nicht ein rein gewissen! Wer das besigt, hat da noch muth, Wo frevler jagen müssen; Sein ruhig herz erzittert nicht, Ihn schreckt nicht tod, nicht weltgericht, Denn er hat GOtt zum freunde. 2. GOtt, deines beifalls sich bewußt, Bertraut er deiner gnade; Dein in seiner brust, Und wer ist, der ihm ſchade? Er fieht auf dich in jeder noth, Mit der die zukunft ihn bedroht; Ihn tröstet deine borsicht. 3. Beflect auch seines namens ruhm Das gift von lästerzungen: Gemüthsruh' bleibt sein eigenthum, Wird nicht durch sie verdrungen. Er weiß ja sein gewissen rein, Auch flieht er sorgsam bösen schein; Die unschuld wird GOtt retten. 4. Sein geist ficht mit zufriedenheit Der fünft'gen welt entgegen, Die giebt ihm muth und freudigkeit Selbst auf den rauhsten wegen; Denn dort, o HErr, macht einst dein mund Den wahren werth von jedem kund, Dort wird der fromme siegen. 5. Verleihe denn, mein bater, mir Ein unverlegt gewissen, Und meine seele werde dir Durch sünden nie entriffen; GOtt, deines beifalls mich zu freun, Dein heilig recht nicht zu entweihn, Sei täglich meine sorge. 6. Wer des gewissens richterspruch Als stimme GOttes ehret, Hört nie dann des gesetzes fluch, Den einst der frevler höret; Hilf, daß ich seinen * 8. GOtt, deine gnade stärke mich, Daß ich stets wach' und bete Und nie voll leichtsinns wisſentlich Aus deinem pfade dem, der reines herzens ist! Hier dir versöhnt durch JEsum Chrift, Wird er einst dort dich schauen. Wachsamkeit über das Herz. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ergriffen 1140. Nicht, daß du's schon hättest! Das kleinod wird uns erst am ziel; Christ, daß du deine seele rettest, Auf, eil' ihm zu und steh' nie still! Ach, tugend ohne wachsamkeit Verliert sich leicht in sicherheit. 2. So lange du im leibe wallest, Bleibst du ein kind, das strauchelnd geht: Sieh' sorgsam zu, daß du nicht fallest, Wie bald kann fallen, wer noch steht; Auch die bekämpfte böse lust Stirbt niemals ganz in unsrex brust. 3. Nicht jede besserung ist tugend, Oft ist sie nur ein werk der zeit; Die wilde hize roher jugend Wird mit den jahren sittsamkeit, Und was na tur und zeit gethan, Sieht unser stolz für tugend an. 4. Oft ist die änd'rung deiner seele Ein tausch der triebe der natur; Du fühlst, daß stolz und ruhmsucht quäle, Du dämpfft sie, doch du wechselst nur: Dein herz fühlt einen andern reiz, Dein stolz wird wollust oder geiz. 5. Oft ist, wenn du dich auch bezwungen, Weltflugheit, was dir tus gend scheint; Durch bitterkeit und Anhang. lästerungen Erwecktest du dir man= chen feind: Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die schmähsucht, nur den schein. 6. Du denkst, weil reize dich nicht rühren, Wodurch der andern tugend fällt, So werde nichts dein herz ver= führen, Doch jedes herz hat seine welt; Den, welchen stolz und gold nicht rührt, Hat oft ein blick, ein wortpflicht mir heilig sei. verführt. 7. Oft schläft die sünd' in deinem herzen, Du scheinst von rachsucht dir befreit; Jeht sollst du eine schmach verschmerzen, Und sieh', dein herz wallt auf und dräut Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst ge= scholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das herz im stillen tugendhaft; Kaum lachet uns die welt entgegen, So regt sich unsre leidenschaft, Wir werden im geräusche schwach Und geben endlich strafbar nach. * 9. Du opferst deine schwächern triebe, GOtt, wenn ers fordert, willig auf; Doch opferst du, will's seine liebe, Ihm auch die liebste neigung auf? Dies ist das auge, dies der fuß, Die sich der christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu ruh' und stille, Die welt und liebst die einsam feit; Doch bist du, forderts GOttes wille, Auch dieser zu entfliehn bereit? Dein herz haßt habsucht, neid und zank, Doch flieht es auch den müssiggang? 11. Sei emsig, bist du drum bescheiden? Sei mäßig, übst du auch geduld? Du leidest mit, wenn freunde leiden, Vergiebst du feinden auch die schuld? Von allen lastern sollst du rein, 3u aller tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen, wach' und streite, Denn wachen muß, wer fallen fann; Dein herz hat seine schwache feite, Die greift der feind der tugend an, Die sicherheit droht dir den fall. Drum wache stets, wach' überall! 59 Sorge für den Leib. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 1141. Des leibes warten und ihn nähren, Nein, Muthwillig seinen bau versehren, Das schöpfer, das verbeutst du nicht: streitet gegen meine pflicht; Steh' du mir selbst mit weisheit bei, Daß diese 2. Sollt' ich, mein GOtt, geringe schäßen, Was deine hand mir anver= traut? Den wundervollen bau verlezen, Den du, sein schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja dein; Wie dürft' ich sein zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand; Dir ist die sorge nicht zu klein, Wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde glieder, muntre fräfte, Wieviel sind die, o GOtt, nicht werth! Wer taugt für des berufs geschäfte, Wenn krankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein froher muth. 5. So lehr' mich denn mit sorgfalt meiden, Was meines förpers wohl= sein stört, Daß nicht, wenn seine kräfte leiden, Mein geist den innern borwurf hört: Du selbst bist störer deiden zu. ner ruh', Du zogst dir selbst dein leiMüss ich vernünftig sorgsam sein; 6. Für jeden sinn, für alle glieder Wirft eine frankheit mich darnieder, So flöße selbst geduld mir ein, Gieb frohen muth und dann verleih', Daß auch des arztes rath gedeih'. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des leibes pflege zielt, Nein, stets in jenen schranken bleibe, Die dein gesetz mir anbefiehlt; Des leibes wohl laß me allein Das ziel von meinen sorgen sein. * 8. Mein bester fleiß auf dieser erde Sei stets auf meinen geist gericht't, Daß ich zum himmel weise Anhang. 60 werde, Eh dieses leibes hütte bricht, So wird sich leib und seele dein In jener bessern welt erfreun. Mäßigkeit. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 1142. Wie mannigfaltig sind die gaben, Wodurch, GOtt, deine hand uns nährt, Die alles gute, das wir haben, Aus freier huld uns gern gewährt. Auch das, was unser mund genießt, Zeigt, welch ein milder GOtt du bist. 2. Du fegnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die jährlich, vater, deine milde, Daß feiner darben mög', erneut: Denn jeder soll sich deiner freun, Und im genuß dir dankbar sein. 4. Doch laß die kraft, uns zu bergnügen, Die dem, was nährt, verliehen ist, Nie, schöpfer, so mein herz besiegen, Daß es nun deiner huld vergißt, Der huld, die keine lust uns wehrt Als die, die schadet und zerstört. satt, Dem bleibt der himmel dort verschlossen, Der auch für ihn nicht wonne hat. Weh' ihm, denn hier ist schande schon Und dort verdammniß einst sein lohn. 5. Mit speis' und trank sein herz beschweren, Geziemet dies uns christen wohl? Wird nicht dadurch, was uns ernähren Und auch zugleich erquicen soll, Ein gift, das in die adern schleicht Und zum verderben uns gereicht. Keuschheit. 3. Du giebst, daß ich nicht man- Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. gel leide, Brot, das die kräfte mit 1143. Der widerstreben, zu zum auch noch freude, Bomit der wohlschmack mich ergößt; Wie ist zum wechsel im genuß So reich, so groß dein überfluß! * 8. GOtt, ich will mäßig im genusse Der gaben deiner güte sein, Will nichts von deinem überflusse Je durch unmäßigkeit entweihn. Denn mäßigkeit und nüchternheit Die sind die beste dankbarkeit. 6. Unmäßigkeit entnervt die kräfte, Bringt mißmuth, reizt zu streit und zank, Verefelt die berufsgeschäfte, Erzeuget schmerz, macht siech und frant, Erniedrigt unters thier herab Und stürzet vor der zeit ins grab. 7. Wer hier bloß sinnenlust genossen, In dem genusse nimmer 9. So oft ich speis und trank genieße, So laß es mit vernunft geschehn Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn, Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uns nahrung und erquidung giebst. Laß, höchster, meine weisheit sein. Sie ist ein gift für unser leben, Und unsre freuden werden pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: schaff ein reines herz in mir. 2. Die wollust fürzet unsre tage, Verzehret früh des Körpers kraft, Bringt armuth, seuchen, schmerz und plage: O schnöde früchte, die sie schafft! Wie haßt sich selber, wer sie liebt, Sich hin in ihre fesseln giebt. 3. Sie raubt der seele muth und stärke, Schwächt den verstand, der seele licht, Erstickt den eifer edler werke, Hemmt ernst und lust zu jeder pflicht, Und das in wollust trunkne herz Zerfoltern bald drauf reu und schmerz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer bürde Zur niedrigkeit des thiers herab. Wie schändet er die hohe würde, Die ihm sein milder schöpfer gab! GOtt haucht ihm fraft zu denken ein, Und er wünscht nichts, als sinn, zu sein. 5. So schimpflich sind der wollust bande, Oft sind sie schon der welt ein Anhang. 61 dir verwehrt. Leicht ists, ihn im entstehn ersticken, Schwer aber ists, ihn unterdrücken, Wenn ihn dein herz zubor genährt. 6. Oft fleiden sich der wollust triebe In die gestalt erlaubter liebe, Und du erblickst nicht die gefahr. Ein langer umgang macht dich freier Und oft wird ein verbot'nes feuer Aus dem, was anfangs freundschaft war. 7. Dein fühlend herz wird sichs verzeihen, Es wird des lasters aus= bruch scheuen, Indem es seinen trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben Und kleine fehler dir erlauben, Bis deine tugend sich entehrt. 8. Doch nein, du sollst sie nicht entehren, Du sollst dir stets die that verwehren: Ist drum dein herz schon tugendhaft? Ists sünde nur, die that Mel. Zu dir, o bater aller 2c. 1144. Shrift, stets sei vollbringen? Sollst du nicht auch den trieb bezwingen, Nicht auch den wunsch der leidenschaft? feuschheit deine zierde, Trau' nicht der schmeicheln den begierde, Als sei, der wollust fröhnen, süß. Die wollust rächt einst an den frechen Durch schmerz und elend die verbrechen, Die sie erst felbst verüben hieß. 2. Laß, ihr die nahrung zu verwehren, Nie speis' und trank dein herz beschweren, Und sei ein freund der nüchternheit. Versag' dir, um dich zu besiegen, Auch öfters ein erlaubt bergnügen Und steure deiner sinnlichkeit. spott; Straft ihre slaben hier nicht chande, Dort straft mit höllenpein fie GOtt, GOtt, der vor sein gericht einst zieht, Was außer ihm kein zeuge fieht. 6. Den wirst auch du, o GOtt, verderben, Der deinen tempel frech verderbt, Er wird des ew'gen todes sterben, Wenn keuschheit ew'ges leben erbt. Fliehn, fliehn will ich der wollust gräul, Daß dein gericht mich nicht ereil'. 7. Gieb, daß ich ihren schnöden lüsten Bald anfangs ernstlich widersteh', Auch stets zum siege mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'ger seh. Wer dich, GÖtt, stets vor augen hat, Flieht auch verborg'ne missethat. ** 9. Begierden sind es, die uns schänden, und ohne, daß wir sie vollenden, Verlegen wir schon unsre pflicht. Wenn du vor diesen nicht erröthest, nicht durch den geist die lüste tödtest, So rühme dich der feuschheit nicht. 10. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, Oft mit dem mächtigen gedanken: Die unschuld ist der seele glück. Einmal verscherzt und aufge= geben, Berläßt sie mich im ganzen leben, und keine reu' bringt sie zurück. * 11, Christ, fliehe vor der wollust pfade Und wach' und flehe GOttes gnade Um weisheit in versuchung an. Erzittre vor dem ersten schritte, Mit ihm sind schon die andern tritte 3u einem neuen fall gethan. 3. Laß nicht dein auge dir gebieten, Und sei, die wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen leib. Flieh' vor des leichtfinns rohen scherzen, Und such' im umgang edler herzen Erheit'rung, beispiel, zeitvertreib. 4. Unthätig und zur arbeit träge, Verläßt der mensch leicht GOttes wege: Und den, der müssig ist, schüßt nichts. Der sind geſchäfte. Entzieh' der wollust ihre 1145. Mött, dein femMel. Es ist gewißlich an der zeit. ein soll, kräfte Im schweiße deines angesichts. 5. Erwacht ihr trieb, dich) zu bekämpfen: So wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, Eh' er die freiheit pel sein mit allen seinen gliedern, Ich soll ihn dir zum dienste weihn, Bum dienst auch meinen brüdern. 62 Anhang. Gieb, daß ich dies dein heiligthum| deinen tempel ehret! Heil ihm, froh Für sie und, HErr, für deinen ruhm wird er auferstehn, Dein antlig wird Stets unbeflect bewahre. er ewig sehn, Verklärt wie JEsus Christus. 10. Mein leib soll, GOtt, dein tempel sein mit allen seinen gliedern, Ihn soll ich dir zum dienste weihn, 3um dienst auch meinen brüdern. Gieb, daß ich dies dein heiligthum Für sie und, HErr, für deinen ruhm, Stets unbefleckt bewahre. 2. Gieb eine keusche seele mir In einem feuschen leibe, Daß er, den du erbaut, auch dir, GOtt, stets geheiligt bleibe, Daß rein und keusch mein auge sei, Daß ich, durch nichts beschämt, es frei zu dir erheben könne. 3. Auch meine zunge rede nie, Was schändlich ist zu hören; Nie laß der unschuld rechte fie Durch frechen spott entehren. Bestimmt zum opfer des gebets Und deines lobes rede stets Mein mund, was nüßt und bessert. 4. Mein ohr laß dir nur offen sein, Nie der verführung bitten, Mein herz und meine fitten rein, Wie Josephs herz und sitten, Damit der wollust schmeichelei mir nicht durch ihre zau= berei Der unschuld würde raube. 5. Denn, wo sie wandelt, haucht fie gift. Welch elend, das die sllaven Unheiliger begierden trifft In taufendfachen strafen! Zu welcher schande tiefe finkt, Wer ihren zauberbecher trinkt, Berstrict in ihren neßen! 6. Ach, wo die unschuld weicht, da flicht Der tugend ruh' und stilles Da, wo der wollust flamme glüht, Fehlt selbst der gute wille. Sie wil= thet, tödtet und verheert Weit mehr, als je das schwert zerstört, Als pest und glut zerstören. Verhalten gegen irdische Güter. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. mich doch nie 1146. Mein Gott, laß Den schäßen dieser erden So meine neigung weihn, Daß sie mein abgott werden. Beim überfluß fehlt doch ft die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Ein weises frommes herz, Das sei meinschaß auf erden; Sonst alles, nur nicht dies Kann mir entriffen werden. Das bleibt im tod auch mein Und folgt mir aus der zeit, zum seligsten gewinn, Hin in die ewigkeit. 9. Heil dem, der deiner nie vergißt, Nie, GOtt, dein werk zerstöret, Der immer reines herzens ist, Der 3. Wenn dieses fehlt, dann ist Das reizendste vergnügen Nur süßen träumen gleich, Die unsern geist be trügen. Drum lenke, GOtt, den wunsch Bom irdischen gewinn Durch deines geistes kraft zu ew'gen gültern hin. * 7. In seinem taumel, GOtt, vergißt Der trunkene verbrecher, Daß du allgegenwärtig bist, Des frebels ernster rächer. Der tugend lacht sein frecher spott, Lacht deines heil'gen worts, o GOtt, Lacht ruchlos des erlösers. Mel. HErr, deine allmacht reicht 2c. 8. Und dieſer leib, den er entweiht, 1147. Whätze liebt, 2016 Mohl dem, der re Der wird einst auferstehen, Ihn wird er in der ewigkeit Bedeckt mit schande sehen, Wird selbst sich fluchen: auch wird er Der wollust opfer um ihn her Ihm ewig sluchen hören. schäße dieser erden, Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden, und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. Wahr ist es, GOtt verwehrt uns nicht, Hier güter zu befizen; Er gab sie uns, doch auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nüßen. Sie dür Anhang. 63 fen unser Herz erfreun Und unsers| mich hier mein lebenlang Durch arfleißes antrieb sein. 3. Doch nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht erst nach heil und seligkeit Und wahrer tugend trachten: Ist das für menschen wohl beruf, Die GOtt zur ewigkeit erschuf? beit nüglich werden. Gieb mir verstand und lust und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft Mein werk hier zu verrichten. 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe und macht dir, der vernunft zum spott, Ein todtes gold zu deinem GOtt. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein gut genießen, Er quält durch habsucht deinen geist Und tödtet dein gewissen, Und reißt durch schmeichelnden gewinn Dich blind zu jedem frevel hin. 6. Um wenig vortheil wirst du schon Des meineids dich erfrechen, Nicht anstehn, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen. Du wirst aus geiz der wittwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. 7. Dein durch den geiz verhärtet herz Schmeckt nie des wohlthuns freuden, Dich rühret keines franken schmerz Und feines armen leiden. Wo ist wohl eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 8. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit frei zu sagen, Du schweigst, wo sie dich reden heißt, Darfst fühnlich lügen wagen Und wirst um ein verächtlich gold Der tugend feind, dem laster hold. * 9. Erhalte mich, o GOtt, dabei, Daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern' und haffe. Ein weises herz und froher muth Sei meines Lebens größtes gut. 2. Hilf, daß vor träger weichlichkleit Ich standhaft mich bewahre Und, wenn die pflicht mir müh' gebeut, Nie meine fräfte spare. Wenn sie erschöpft sind, dann will ich Durch reine, stille freuden mich zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb weisheit, mir zum vorwurf nicht Die zeit mit nebendingen Und mit versäumniß meiner pflicht, Verschwendrisch hinzubringen. Mein eifrig streben müsse sein, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 4. Ein heil'ger trieb beseele mich, Treu meines standes pflichten, In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden auszurichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterfeit, Läßt ihre last nicht fühlen. * 5. Lehr' mich, mein schöpfer, wo ich bin, Vor deinen augen wandeln, Und mich erkaufe kein gewinn, Gewissenlos zu handeln. Mich sporn' ein frommer eifer an, So viel zu nüßen, als ich kann: Das sei mir ehr und reichthum. 6. Mir sei bei allem, was ich thu', Mein ziel dein wohlgefallen, So werd' ich zur gewissensrub Auf ebnem wege wallen. Dem, der dir, heiligste mißfällt, Was nülget ihm die ganze welt Mit allen ihren freuden? 7. Statt meinen irdischen beruf Je träg' hintanzuseßen, Lehr' mich du, der zu ihm mich schuf, Für gottesdienst ihn schäßen, So werd' ich durch geschäftigkeit In treuer nützung meiner zeit Zu höhern würden steigen. Arbeitsamkeit. Mel. O vater, unser GOtt, e8 2c. Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Nun ruhen alle wälder. 1148. 3ur arbeit, nicht zum Sind wir beſtimmt auf erden, Drum las 1149. GOtt, mein irlaß disch leben, Das 64 Anhang. du mir selbst gegeben, Welch un-| soll es thätig's streben, Ganz wonne schäßbares gut! Du gabst es mir, dort erst sein. Glück, wie das herz beauf erden Zum himmel reif zu wer- gehrt, Glück, das nie furcht erschütz den: Wie viel ists, das auf ihm be= tert, Nie müh' und neid verbittert, Wird uns erst dort gewährt. ruht! 2. Hier wird die saat gestreuet Und dort, wem sie gedeihet, Wird reich die ernte sein. Je frömmer ich hier lebe, Hier gut zu handeln strebe, Je größer wird mein glück dort sein. 3. Sollt' ich dies glück mir rauben? HErr, hilf, daß mir im glauben Der fünft'gen erntezeit Mein leben auf der erde So werth, so wichtig werde, Als mir dein wort des heils gebeut. 4. Euch, staub, hat GOtt erwählet, Das ihr mit engeln dort Sein hohes lob erzählet, Seßt froh die 4. Wer unnüß es verschwendet, wallfahrt fort. Auf! bis euch GOttes Eh' GOtt ruft, selbst es endet, ruh' In ihren schooß empfange, Vergißt der treue pflicht. Ein red- Wallt unter lobgesange Der engel liches gemüthe Lohnt nie mit un- chören zu. dank güte, Entweicht von seinem posten nicht. Trostgesänge. 5. Was leicht in krankheit stürzet, Mein leben leicht verkürzet, Lehr' mich mit sorgfalt flichn, Doch auch Mel. In dich hab' ich gehoffet, 2. es ohne zagen, Menns mein berufiſt, 1151. In trübfal, chrift, fet wagen, Nie meinen pflichten mich ent= ziehn. 6. In deine baterhände Befehl' ich, GOtt, mein ende Und meiner tage lauf. Ich will, mich dein zu freuen, Ganz deinem dienst sie weihen, Hilf du nur meiner schwachbeit auf. unverzagt! Wenn schwermuth an dein herz sich wagt, Erheitre dein gemüthe. In jeder noth Blick auf zu GOtt Und trau' auf seine güte. 2. Kein leiden kommt von ohnge= fähr, Dein GOtt schickt dir es zu und er Bleibt stets in seinen wegen So groß von rath, Ais groß von that und reich an gnad' und segen. 3. Der dich in Chrifto herzlich liebt Sucht, wenn er dich durch leiden übt, Die wohlfahrt deiner feele, Weat dich, daß nicht zu deiner pflicht Dir luft und eifer fehle. 4. Solch leiden beugt den übermuth, Erstickt der wollust wilde glut, Bricht die gewalt der sinne, Erweicht dein herz, Daß fremder schmerz Dein mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt dich leiden zur geduld, Erhöht den werth von GOttes huld, Stärkt mächtig dein vertrauen, Lehrt im verlust Dich nun mit lust Aufs unsichtbare schauen. 6. Der drangsal hig' entflammt dich 3. Hier hofft ihr das vergebens, Hier herrschen furcht und müh'. Gebraucht denn dieses lebens, Wozu es GOtt verlieh'. Der hoheit euch bewußt, zu der euch GOtt erhöhet, Flieht weltlust! es vergehet Die welt mit ihrer luft. 7. Was nüßt ein langes leben, Wenn man nicht, GOtt ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer GOtt und menschen liebet Und sich im guten übet, Nur der hat lang' und wohl gelebt. Mel. Aus meines herzens 2c. 1150. Wir Mir wallen hier, ale pilger, 3u jener ew'gen stadt, Die uns der sündentilger Aufs neu' eröffnet hat. Als sünder sanken wir Tief in den staub hernieder, Doch er erwarb uns wieder Das bürgerrecht in ihr. 2. Drum laßt uns unser leben Der großen hoffnung weihn, Hier Anhang. 65 stets zu größrer inbrunst des ge-| mehr zurück, Scheints dich nicht mehr bets Und läutert deinen glauben. Weit minder kann Versuchung dann Dir deine krone rauben. anzulachen: Wohl wirds GOtt doch machen. 3. 7. Zwar stört die drangsal deine ruh', Denn unter thränen säest du Und unter viel beschwerden. Christ, hoffe doch, Sie wird dir noch Zur reichen ernte werden. 8. Verschmerzt ist leicht ein irdisch leid, Kurz ist der augenblick der zeit, Dann folgt, was ewig währet, Folgt ein genuß Ohn' überdruß, Wie ihn der geist begehret. 9. Auch bleibt, so weißt du, GOtt getreu, Mit vaterhuld steht er dir bei, Sorgt, daß er dich erquicke, Und schafft auch rast, Daß deine last Dich nicht ganz niederdrücke. * 10. Berbirgt dein GOtt sein angesicht, Dies raube deinen muth dir nicht, Er kann sein kind nicht hassen. Sei als sein find Wie er gesinnt, Er wird dich nicht verlassen. 11. Viel fromme sind zu aller zeit Durch leiden in die herrlichkeit, Gleich JEfu, eingegangen. Begehrst denn du In träger ruh' Die frone zu er= langen? 12. Demüthige dich gleich als sie, Fleh' brünstig und ermüde nie, Dein GOtt erhört dein flehen. Bald weicht dein leid; Zu seiner zeit Wird dich dein GOtt erhöhen. Mel. JEsu, meine freude. 1152. Chrift, aus deinem Christ, aus deinem Herzen Banne gram und schmerzen, Schöpfe neuen muth. Wenn ein leid dich drücket, GOtt ists, der es schicket, Was GOtt schickt ist gut. Wenn dich noth Ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Wohl wirds GOtt doch machen. 2. Stürmen auf dich feinde, Wankt die treu' der freunde, Drückt die last zu schwer, Stürzt mit jedem tage Eine neue plage Über dich daher, Weicht das glück Stets Bürden abzunehmen, Hilft nicht angst, noch grämen, Schafft auch keine rast; Ungeduld macht bürden, Die sonst leicht sein würden Dir zur felsenlast. 3agend herz, Still' deinen schmerz! Beugt die bürde tief dich schwachen: Wohl wirds GOtt doch machen. 4. Du führst Christi namen: Christum nachzuahmen, Das ist deine pflicht. O wie schwere plagen Mußte der ertragen, Und er wankte nicht. Halt' auch du Dein herz in rub', Benn rings um dich wetter krachen: Wohl wirds GOtt doch machen. 5. Herrlich ist die frone, Die der christ zum lohne Seiner treu' empfängt. Selbst nur nichts verschuldet, Und dann still erduldet Was dein GOtt verhängt! Sieg' als held! Mag schon die welt Deiner hoffnung spöt= tisch lachen: Wohl wirds GOtt doch machen. 6. Nun, so soll es bleiben: Ich will nie mich sträuben, Stets GOtt folgsam sein. Stets in tod und leben, Bleib' ich ihm ergeben, Ich bin sein, er mein; Was er will Sei stets mein ziel; Wunderbar mag GOtt es machen: Wohl wird ers doch machen. Mel. Nun ruhen alle wälder. 1153. Was ist, daß ich mich Harr' seiner, meine seele, Harr' und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüßet, GOtt weiß es und er schüßet, Er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage Eh' ich die welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn bater nannte, War er mir schon mit hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner sorgen 3ft dem GOtt nicht verborgen. Der alles 5 66 Anhang. sieht und hält; Und was er mir be-| noth mich quält? Du hart dein herz schieden, Das dient zu meinem frieden, Wärs auch die größte last der vor mir verschließen, Du, der der seinen thränen zählt? Nein, über deiner finder schmerz Bricht dir dein väterliches herz. welt. 5. Wie? derer solltest du nicht achten, Für die du deinen sohn doch gabst? Sie ließest du vor dir ver= schmachten, Du, der du gern mit troste labst? Du, vater, der du, die du liebst, Gern bittrer leiden überhübst? 6. Wenn du lust zum verderben hättest, Hättst du uns da den ſohn gefandt? Hier fühlts mein herz, wie gern du rettest; Von deiner güt' o welch ein pfand! Du rettest feinde deines throns Selbst mit dem blute deines sohns. 4. Ich lebe nicht auf erden, Um glücklich hier zu werden, Die lust der welt vergeht. Ich lebe hier, in segen Den grund zum glück zu legen, Das ewig, wie mein geist, besteht. 5. Was dieses glück vermehret, Sei mir von dir gewähret, GOtt, du gewährst es gern. Was dieses glück verleget, Wenns alle welt auch schäßet, Sei, HErr mein GOtt, mir ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen Und mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich und bin stille 3u GOtt, denn nicht mein wille, Dein wille nur gescheh', o GOtt. 7. GOtt ist der müden stärke Und aller seiner werke Erbarmt er ewig fich. Was kann mir wiederfahren, Wenn GOtt mich will bewahren? Und er, mein GOtt, bewahret mich. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 1154. chweigt, zweifel, die ihr euch vermessen Bei langem leid in mir empört, Als habe meiner GOtt ver= geffen, Weil er mich nicht alsbald er= hört. Mag seine hülfe schon verziehn, Doch werf ich meine sorg' auf ihn. 2. GOtt sorgt für mich; wann find nicht väter Für ihre kinder wohl besorgt? Und du, GOtt, bester aller päter, Wärst für mein heil ganz unbesorgt? Du sorgt für mich, ich bin dein kind, Und du bist väterlich gefinnt. 3. Stets stellt sich deinem hellen blicke Die ganze zukunft offen dar; Du übersahst mein ganz geschicke, Eh' mich die mutter noch gebar; Du warst es selber, dessen rath Mein ganz geschick geordnet hat. 4. Und du, du solltest das nicht wissen, Wenn furcht mich ängstet, 7. Verhüllen dich schon finstre wetter, Doch bist du, GOtt, mit hülf uns nah'; Ja helfen willst du, starker etter, Nur deine stund' ist noch nicht da. Die stunde kommt, die trübsal weicht, Sobald sie ihre frucht erreicht. 8. Du wirst dann auch an mir er= füllen, Was mir dein theures wort verspricht; Du wirst auch meinen fummer stillen, Dir trau' ich fest, und zweifle nicht; Bald läsfest du mich hülfe sehn: HErr, amen, ja, es wird geschehn. 1155. frommen Oft ſein Mel. JEsu, meine freude. wird selbst dem muth benommen, Seine last zu schwer. Wenn sich wetter thürmen, Unablässig stürmen, Ach, dann klagt auch er; Und sein herz, Voll angst und schmerz, Klagt in seines unglücks größe, Daß GOtt sein vergesse. 2. Deine fümmernisse Still', o christ, und wisse: GOtt vergißt dein nicht. Selbst aus herben leiden Schafft er neue freuden, Kehrt die nacht in licht. Unverhofft Führt er uns oft Auf den rauhsten dornen= wegen Größerm glück entgegen. 3. Drum lobfing' und preise! Dich Anhang. 67 geist hier leitet. liebt der allweise Als sein eigenthum.| Und dem ist sie bereitet, Den GOttes Stets für uns zu wachen, Alles wohl zu machen, Ist und bleibt sein ruhm. Eh du's meinst, Der du jezt weinst, Wird er dir auch deine zähren Schnell in wonne kehren. 8. O leite lebenslang, Geist GOt= tes, meinen gang, Hilf immerdar mir weiter und bleibe mein begleiter, Der nimmer von mir weichet, Bis ich das ziel erreichet. 4. Dies, o christ, erwäge, Wenn in GOttes wege Sich dein blick ver= tieft. Lerne das wohl fassen: Du bist nicht verlassen, Du wirst bloß geprüft. Folge gern Der hand des HErrn, Die dereinst, was dich jetzt kränket, Dir zum besten lenket. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 1156. uf meinen GOtt Auf verläßt Mein gläubig herz sich fest. So oft ich im gebete Hin vor sein antlig trete, Wird auf mein findlich flehn GOtt gnädig auf mich ſehn. 2. Sein geist, den er verheißt, Giebt zeugniß meinem geist, Ich sei, obgleich voll sünde, Erwählt zu seinem finde, Und soll durch ihn auf erden Rein, fromm und heilig werden. 3. Nur soll nie frevelhaft Mein herz der gnade kraft Selbst schwächen, soll nur streben, Wie er mich führt, zu leben; Verführungen zu fünden kann ich dann überwinden. 4. Er giebt entschlossenheit. Ich flehe fest im streit; Erneut zu GOttes bilde, Bedeckt mit seinem schilde, Werd' ich nicht unterliegen, Er selber hilft mir siegen. 5. Und wohl, o wohl mir dann, Hängt mir schon schwachheit an; Durch Chriftum GOtt versöhnet, Bleib' ich mit heil gekrönet Und werd' einst, wenn ich sterbe, Dort seines himmels erbe. 6. Gedank', ich fühle dich! Du, du beruhigst mich, Auch in den rauhsten tagen Läßt du mich nicht verzagen. Nichts müsse diesen glauben Mir je vom herzen rauben. * 7. Welch leiden dieser zeit 3st werth der herrlichkeit, Der jenseits dieser erde Ich mich erfreuen werde? 9. Versiegelt bin auch ich, Du geist des HErrn, durch dich Auf jenen tag der freuden, Wo, fern von schmerz und leiden Der unschuld, die hier weinet, Ihr rettungstag erscheinet. Mel. HErr JEsu Christ, wahr'r 2c. 1157. Glück oder unglück, ich von deiner vatertreu, Gft, der was es sei, Nehm' mich nie verlassen kann, Bertrauensvoll und dankbar an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam ist, Nur du, GOtt, siehst, wie jedes leid 3u ew'gem segen mir gedeiht. 3. Ist alles dunkel um mich her, Die seele müd' und freudenleer, Bist du doch meine zuversicht, In finstrer nacht, o GOtt, mein licht. 4. Verzage herz, verzage nie, Die last sei schwer, GOtt fennet sie; Er weiß den fummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, GOtt, weint' ich und wie oft Half deine hand mit unverhofft. Den abend weint' ich und bald drauf Ging mir ein froher morgen auf. 6. Sagts alle, die GOtt je geprüft, Die ihr zu ihm um hülfe rieft, Sagts, fromme: hat er das gebet Des frommen dulders je verschmäht? 7. Ich weiß, es kommt die stunde noch, Früh oder spät, so kommt sie doch, Wo leiden, das nur stunden währt, In freudenjahre sich verkehrt. 8. Ich ernte meiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon, Vielleicht, daß, eh' ich ausgeweint, Mir GOtt mit seiner hülf erscheint. * 9. Wenn mich kein freund erquicken kann, Darf ich mich meinem 68 Anhang. heiland nahn; Ihm schütt' ich frei| himmels sei. Barmherziger! Fest, in seinen schooß Mein Herz aus, seine huld ist groß. ohne graun, Will ich dir traun, Denn einst werd' ich dein antlig schaun. 10. Einst hat auch er, der men= schenfreund, Viel thränen, sie für mich, geweint; Er weiß, wie schweres leid betrübt, und welche schwachheit mich umgiebt. Vom Tode. Mel. Zu dir, o bater aller güte. 11.& r hilft gewiß, ich zweifle 1159. Was ſorgst du ängst nicht, Er hält getreu, was er ver= spricht; Der mit uns mitleid haben kann, Nimmt sich barmherzig meiner an. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 1158. Dir trau' ich, GOtt, und wanke nicht, Will gleich von meiner hoffnung licht Der letzte funke schwinden; Mein helfer, HErr, mein GOtt, bist du, Ich weiß, durch dich werd' ich noch ruh Und frende wieder finden. Von je her hast du mich geführt Und meines fchicksals lauf regiert, Mit segensvoller vaterhand So manche noth hinweggewandt. Unendlicher! Jeh trau auf dich, Du leitest mich; Ich kämpf und siege, GOtt, durch dich. 2. Schwer ist der kampf der leiden, schwer! Kaum fühl' ich muth und stärke mehr, Die prüfung auszudulden; Doch ewig, vater, zürnst du nicht, Du gehst nicht mit uns ins gericht, Strafft nicht nach unsern schulden; Bald ist der thränen maß ge= füllt, Bald meiner feele schmerz ge= stillt, Bald hat GOtt all' mein flehn erhört, Mich g'nug geprüfet, mich bewährt. Du GOtt voll huld! Erhört von dir, Lobsingt in mir Dann meine ganze seele dir. Es GOtt gelassen übergeben, Ist wahre ruh' und deine pflicht; Du sollst es lieben, weislich nüßen, Es dankbar als ein gut besigen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll mcht dein Herz erschrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken Soll er dir stets vor augen sein, Des ird'schen lebens liebe mindern, Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr die kraft dazu verleihn. * 3. GOtt, alle leiden dieser zeit Sind doch nicht werth der herrlichkeit, Die du wirst offenbaren; Bald wird auch mir der dulder lohn, Bald steh' auch ich vor deinem thron Mit treuer kämpfer schaaren und danke dir, mein GOtt, verklärt, Der jegt mich prüft, dann mich bewährt, Daß ich, von allen leiden frei, Ein seliger des 3. Ermattest du in deinen pflichten, So laß den tod dich unterrich ten, Wie wenig deiner tage sind; Sprich: sollt' ich gutes wohl verschieben? Nein, meine zeit, es auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Dent' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen und ersticke sie; Sprich: kann ich nicht noch heute ster ben? Und, könnt' ich auch die welt erwerben, Beging' ich doch solch übel nie. 5. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wonach die reichen streben, Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. 6. Denk' an den tod in hohen ehren, Und wenn sich deine schäße mehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst Und, wenn die güter dieser erden Dir, eh' du's denkst, entrissen werden, Dich nicht zu sehr darum betrübst. * 7. Denk' an den tod in frohen tagen; Kann deine lust sein bild vers Anhang. 69 tragen, So ist sie rein und un-| dich kein gericht: GOtt ist deine zuschuldsvoll; Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd' ich einst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 8. Denk' an den tod, wenn leiden schmerzen, Sprich: alle trübsal frommer herzen Ist zeitlich und im glauben leicht; Ich leide, doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen, Er ist's, der mir die krone reicht. 9. Dent' an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend spotten Und laster stolz ihr haupt erhöhn; Sprich bei dir selbst: GOtt trägt die frechen; Einst wird er seine wahrheit rächen Und ewig wird sein wort bestehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen, Dann wirst du ihn nicht zitternd scheun, Dann wird er dir ein trost in flagen, Ein weiser freund in gu= Mel. Ich hab' mein sach' GOtt 2c. ten tagen, Ein schild in der versu- 1161. Dein bin ich, GOtt, In eil' ich zu dem grabe; Wenig tage finds vielleicht, Die ich noch zu leben habe: Denke mensch, an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Nichts wird dich im tod erfreun: Diese güter sind nicht dein. versicht. 5. Daß du dir dies herz erwerb'st, Fürchte GOtt und bet' und wache; Sorge nicht, wie früh du sterb'st, Deine zeit ist GOttes sache. Lern' nicht nur den tod nicht scheun, Lern' auch seiner dich erfreun. Mel. JEsus, meine zuversicht. 1160. Meine lebenszeit ver- von dir. streicht, Stündlich 3. Nur ein herz, das JEsum liebt, Nur ein ruhiges gewissen, Das vor GOtt dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen, Giebt im leben heiterfeit, Giebt im sterben freudigfeit. 6. Schreckt auch dich des grabes graun, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Ja, ich weiß, ich werd ihn schaun, Schauu in diesem meinem leibe; Auch dem grabe nahm die macht, Der dort rief: es ist vollbracht! 7. Tritt im geist zum grab' oft hin, Sieb' da dein gebein versenken; Sprich: HErr, daß ich erde bin, Lehre du mich oft bedenken, Lehre das mich jeden tag, Daß ich weiser werden mag. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben, Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erheben, Dann erschreckt deiner hand steht meine zeit. Eh' zeiten waren, ward schon mir mein le= ben hier Und auch sein ziel bestimmt 2. Rückt meine stunde nun heran, Dann schau' mich mit erbarmen an, Hilf mir in meiner todesnoth, Mein Err, mein GOtt! Ein sanfter schlaf fei mir mein tod. 3. Durchstürmt den leib der frantheit schmerz, So stärke das beklommne herz; Selbst in der schmerzen größter wuth Gieb mir den muth, Zu denken: GOtt machts dennoch gut. 4. Verleih' gelassenheit und ruh'; In meinem herzen wohne du, Geist GOttes, daß ich ohne graun Und voll vertraun, Kann in die nacht des todes schaun. 5. Sei von mir schwachen dann nicht fern, 3eig' mir den himmel, geist des HErrn, Daß ich, wenn ich um gnade fleh', Getröstet seh', Wie der mich liebt, zu dem ich geh'. Anhang. 70 6. Bist du nur mir nicht fürchterMel. Herzlich lieb hab' ich dich, 2c. lich, water, und erbarmest dich, 1163. Mein heiland, wenn mir du und nicht In dein gericht: So schrecket selbst der tod mich nicht. 7. So, so vollende meinen lauf, So nimm in deine ruh' mich auf; Werd' ich vor deinem throne stehn, Dein antlik sehn, Wie froh will ich dich dann erhöhn! geist erfreut 3m glauben auf die herrlichkeit Des ew'gen lebens blicket, Das du für mich bereitet haft: Wie leicht dünft mir dann jede last, Die mich hienieden drücket; Dann wird der eitelkei= ten tand Von mir in seiner blöß' er= kannt; Beim anblick jenes ew'gen lichts Verliert sich ird'sche pracht in nichts. HErr JEsu Christ, Mein HErr und GOtt!:: Dies heil ver dank' ich deinem tod. 1162. Itod' erheben, Selbſt Mel. O GOtt des himmels und 2c. ch will dich noch im nah' am grabe preis ich dich; Zum fegen gabst du mir mein leben, Du nimmst es mir und segnest mich: Mein GOtt, im leben war ich dein, Dein will ich auch im tode sein. 2. GOtt, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd' entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlöftem, nicht. 3. Wenn dieses leibes irdne hütte, Die jest mein geist bewohnt, zerfällt, Dann geh' ich mit gelaff'nem schritte Den weg zu GOtt aus dieser welt; Ich bin getroft und zage nicht, Denn GOtt ist selbst mein heil und licht. 4. Wie sollt' ich vor dem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst; Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, Wie du, werd' ich auch auferstehn. 5. Ob leiden schon mich dann umringen, Mir dann die bängsten schreden dräun: Du HErr, halfft mir die welt bezwingen, Mit dir darf ich den tod nicht scheun; So nah' dem lohn, den GOtt verspricht, So nah' am ziele sink' ich nicht. 6. Ich will dich noch im tod erheben Selbst nah' am grabe preis ich dich, Denn ewig werd' ich bei dir leben: Wie segnest du, mein vater, mich! Für mich ist selbst der tod gewinn, Wohl mir, daß ich erlöset bin! 2. Wenn einst auf deinen wint mein geist Des körpers banden sich entreißt, Dann stärk' ihn aus der höhe, Daß, ungeschreckt von tod und grab, Ich in des todes thal hinab Getroft und heiter gehe. Die klarheit jener bessern welt Schaff', wenn mich dunkelheit befällt, In meinem finstern herzen licht Und heiterkeit im angesicht; Dann JEsu Christ, Mein HErr und GOtt:: Dann wird ein schlummer mir der tod. 3. Doch wenn mein geist mit bangigkeit Sich dennoch vor dein tode scheut, Weil ihn die sünden fränken: Dann mach', o HErr, dein mittlertod Mein herz gewiß, es werde GOtt Der. sünden nicht gedenken. Der trost, den du auch mir erwarbst, Als du zum heil der fünder starbst, Stärk' mich, wenn andrer trost entweicht, Und mach' den schweren kampf mir leicht. O JEsu Christ, Mein HErr und GOtt: Verlaß mich nicht in meinem tod! 4. Auf kurze zeit schließt sich zur ruh' Mein thränenvolles auge zu, Und schlummert in dem staube; Doch meine hülle bleibt nur hier, Mein geist schwingt sich gleich auf zu dir: Ich weiß, au wen ich glaube, Und du, der mich zum grabe ruft, Rufft mich einst wieder aus der gruft; Dann, o wie schön verklärt erscheint Mein leib, mit mir aufs neu' vereint! HErr JEsuChrist, MeinHErr und GOtt!:,: 3um leben führst du durch den tod. Anhang. 71 nen lauf gut enden. 5. Du bleibst mein trost, mich| seele Deinen händen, Baß mich mei= schreckt einst nicht Der erde brand, das weltgericht, Der donner der posaunen. Vor deinem thron werd' ich dann stehn, Dich, richter aller völker, fehn, Dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes heil, Der auserwählten selig's theil. Ich soll, dein mund sagt mir es zu, 3ch foll lebendig sein, wie du. HErr JEsu Christ, Mein HErr und GOtt:: Stärk' diesen glauben einst im tod! 5. Bielleicht sind meiner tage biel, Ich bin vielleicht noch weit vom ziel, An dem die krone schimmert. Doch seis, daß erst in später zeit Die hütte meiner sterblichkeit Der tod zu staub zertrümmert: Durch dich Hoff' ich Reiche saaten Guter thaten Auszu= streuen, Die zur ernte dort gedeihen. 6. O wie wird, JEsu, dann mir sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Dich dort anbeten werde, Von feiner fünde mehr entweiht, Ein mit= genoß der herrlichkeit, Nicht mehr der mensch von erde. Preis dir, Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 1164. Wi ie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich mich ganz des HErrn zu freun, In ihm entschlafen werde, Von keiner sünde mehr entweiht, Entladen von der sterblichkeit, Nicht mehr der mensch von erde. Seele, Seele! Stärke, tröste Dich, erlöfte, 1165. dem leben, Das dir dann dein GOtt wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines elends joch, Der fünde fluch danieder. Der HErr erleichtert mir mein joch, Es stärkt durch ihn mein herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. JEsu! JEsu! Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Deines vaters reich zu erben. 3. Verachte dann des todes graun, Mein geist, er ist der weg zum schaun, Der weg im finstern thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, 3um aller= heiligsten führt dich Der weg im finstern thale. Reichlich, Herrlich, Unvergänglich, Überschwänglich Wird dich trösten Dort das erbtheil der erlösten. 4. HErr! HErr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn mun mein auge bricht, Zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre nacht, Eh' ich dies flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Bater! Bater! Ich befehle Meine Mel. Werde munter mein gemüthe. Hut brach mein eute, heiland, heute, fein blutigs freuz erhöht, Als ein sünder ihm zur seite Sterbend noch dir, Heute noch sollst du mit mir In um gnade fleht: Heute, so betheur' ich das paradies erhaben, Theil an meiner wonne haben. de, Fest versiegelt durch sein blut! In 2. Theures wort aus JEsu mun= freudigkeit und muth. Wenn der der finstern todesstunde Giebst du christ nun scheiden soll, Bleibt er fester hoffnung voll, Sieht die nacht in licht verwandelt, Weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne zagen kann er sterben, Seine seele stirbt ja nie, Ihr droht nicht nur fein verderben, Auch kein schlaf betäubet sie, Wo sie erst aus langer nacht Nach jahrhunderten erwacht: Nein, sie soll zu neuem leben, Scheidend schon empor sich heben. 4. Theures wort des ew'ger le= bens, Tröste du mein brechend herz, Und dann ängstet nur vergebens Meinen geist der trennung schmerz. Er sinkt nicht in finsterniß, Denn wahrhaftig und gewiß Ist das wort 72 Anhang. des treuen zeugen. Hier muß jeder| raub, Er wird doch wieder leben, zweifel schweigen. 5. Nun, wenn ich von hier soll scheiden, 3agt mein herz nicht mehr in mir. Dort sind unbefleckte freuden, Aber müh' und sünden hier. Kein auch noch so frühes grab Kürzet je mein leben ab, Es soll nur, los von beschwerden, Zeitiger veredelt Wird einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Nun deinen todten rufen wirst: Erwacht nach meinem bilde! 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir mein heiland, stehen, Dann nimmst du mich mit ehren an, Läßt in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, an leib und seele ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. werden. * 6. Selig, frei von sünd' und mängeln, Ja, von nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von engeln Der im HErrn entschlafne christ. Was sein glaube je gethan, Jedes gute werk folgt dann Seiner seele von der erden Hin vor GOtt, sein lohn zu werden. 7. Nun denn, wohl mir, ich befehle, Einst, wenn ich kaum lallen kann, Die durch dich erlöste seele, Heiland, deinen händen an. Du, HErr, hörst und stärkest mich, Rufest mir auch zu, daß ich noch am tage, da ich sterbe, Deine herrlichkeit ererbe. 6. Denn da, wo du bist, sollen die, Die hier dir treu sind, leben Und ewig frei von schmerz und müh' Ihr siegreich haupt erheben. O was sind leiden dieser zeit, HErr, gegen jene herrlichkeit Und unbegränzte freuden. 7. Dies wort voll wonne müsse mich Im stillen oft entzücken, Und 8. Ja, noch an demselben tage Geh' ich in den himmel ein, Los von aller furcht und plage, HErr, bei dir daheim zu sein. Dort genieß' ich deines lichts, Bis der tag des weltge= unauslöschlich müss es sich in meine richts Auch dem grab die macht ent- seele drücken, Daß oft mein auge wendet, Ganz die seligkeit vollendet. dorthin blickt, Wo keine schwachheit mehr mich drückt, Nie sinnenlust mich blendet. lauf Den geist in seine hände. Auch weckt er meinen leib einst auf, Daß er mich ganz vollende. Ich bin getrost und unverzagt, Er hats den seinen jugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes * 5. O welch ein seligs theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden füll ist, HErr, bei dir, Zu der dein geist mich leitet. Ich werde dort in deinem reich, Unsterblich, deinen engeln gleich, Bollkommner lust ge= nießen. Von der Auferstehung. Mel. Allein GOtt in der höh' 2c. heiland macht 1166. Mein hat die Des todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des grabes nacht Zu GOtt sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt, sein sieg ist mein, Sein soll mein ganzes leben sein Und ihm will sterben. Mel. HErr, deine allmacht reicht zc. du 2. 3hm geb' ich nach vollbrachtem 1167. HErr, bu bist mein 8. Mich stärke dieser blick zum fleiß Der heil'gung nachzujagen Und, als dein jünger, dir zum preis Dein zu ich auch hier noch noth und ſchmerz, So tröste dies das bange herz: Es kommt ein beffres leben. lebst und ich soll leben, Du wirst mir, wie dein wort verspricht, Der freuden fülle geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht, Denn du bist meine zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend Anhang. hin, Den samen auszustreuen; Dort wird der herrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Auch tief in noth verjag' ich nicht, Denn du bist meine zu versicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte last Und fühle meine würde, Die eitle welt, die sie nicht faßt, Höhnt sie für schmach und bürde; Sie höhne nur, das irrt mich nicht, Denn fest steht meine zuversicht. 4. So darf ich auch den tod nicht scheun, Mein geist fann ja nicht sterben, Er eilt, bei dir daheim zu sein, Eilt, dort mit dir zu erben. Dies, wenn das matte herz nun bricht, Ist meine frohe zuversicht. Vom Weltgerichte. 5. Zerfällt schon dieser leib in staub, Du kommst, ihn herzustellen, Und ihn, nur hier des todes raub, tod Mel. O ewigkeit, du donnerwort. er einst zum wohniſst im finstern that mein licht, Dies 1169. Dla bich erfieft, stärket meine zuversicht. 6. Wenn erd' und himmel einst bergehn, Auch dann darf ich nicht beben: Nic, HErr, kann dies dein wort vergehn: Ich leb' und ihr sollt leben. Nicht tod, nicht grab, nicht weltgericht Entreißt mir diese zubersicht. 7. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Tod und verwesung schredt mich nicht, Denn du bleibst meine zuversicht. 73 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst verklage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wach' ich auf: Dank sei dir! zu dir hinauf Führ' mich jeder meiner tage, Jede freude, jede plage. 3. Gern müff ich sie vor mir sehen, Wenn ihr legter nun erscheint, Ich ins todesthal soll gehen und mein freund schon um mich weint. Lindre dann des todes pein, Laß mein end' ihm lehrreich sein, Daß ich ihn zum himmel weise Und dich, HErr des todes, preise. Auch als Morgenlied zu brauchen. Mel. Werde munter mein 2c. 1168. enn ich einst von W jenem schlummer, Welcher tod heißt, aufersteh', Frei von dieses lebens fummer, Nun den schönern morgen seh': O dann wach' ich anders auf! Schon am ziel ist dann mein lauf, Träume sind des pilgers sorgen, Großer tag, an deinem morgen. Dein retter, dein versöhner, ist Dein richter auch, o erde! Verdeckt ist seiner zukunft zeit, Gewiß, daß er in herrlichkeit Einst plößlich kommen werde. Vernimms o erd' und beff're dich, Der tag des schreckens nahet sich. 2. Warum verzieht, so fragt der spott, Mit seinem weltgericht noch GOtt? Hört, sünder! hörts mit bes ben: Euch, die ihr frech ihm widers strebt und in der bosheit ficher lebt, 3ur beffrung frist zu geben. Doch bald ist euer maß erfüllt: Zagt! der zu richten kommt, vergilt. 3. Dann öffnet sich euch fluch zu dräun, Der abgrund jener ew'gen pein Mit allen seinen schrecken. Dann wird, wenn dieser fluch euch droht, Nicht berg noch meer, nicht grab und tod, Euch vor dem richter becken. Denn mun nicht mehr er barmt er sich, Und sein gericht ist fürchterlich. 4. Wenn GOtt zur erde spricht: vergeh'! Und donner aus der tief und höh' Ihr innerstes erschüttern, Ihr bau kracht von der flammen wuth, Und felsen, mürbe von der glut, Im sturz wie glas zersplittern; Wenn, 74 Anhang. vor den richter hingedrückt, Der spöt-| sünder, die dich hier verschmäht, Sie ter glaubet und erschrickt; stürzen hin zur Höllen. Da trifft sie unerforschte pein, Wer wird da noch ihr retter sein? Ihr warten ist ver= loren. 5. Dann ist nicht mehr zur buße zeit. Wo wollt ihr dann barmherzigkeit, Wo hülf' und rettung finden? Die ihr der sünden maß noch häuft, Fühlt, eh' euch dieser tag ergreift, Die lasten eurer fünden, Daß nicht ihr felbst euch einst verflucht, Und in verzweiflung lind'rung sucht. 6. Tag GOttes, tag der ewigkeit, Du predigst uns den werth der zeit Laut mit des donners stimme. Mensch, nüße sie zu deinem heil, Damit GOtt nicht zum lohn und theil, Dir ew'ge pein bestimme, Denn ewig wird der sünder pein, So wie der frommen wonne, sein. Mel. Es ist gewißlich 1170. an der zeit. chon ist der tag von GOtt be stimmt, Wo, wer hier je gewohnet, Sein lvos aus GOttes händen nimmt, Das ihm nach werken lohnet. Er fommt, er kommt, des men= schen sohn, Er kommt und wolfen find fein thron Und engel sein gefolge. 2. Hier an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf diesem erdkreis wohnen, Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen; Hier, wo das recht die wage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frist; Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. Der richter spricht, der himmel schweigt, Und alle bölfer hören Erwartungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das reich der ehren, So spricht er zu der frommen schaar, 3u der, die widerspenstig war: Weicht, weicht ihr übelthäter. 5. HErr, mit welcher majestät Wirst du dein urtheil fällen; Die 6. Doch deiner frommen leid und müh' Verwandelt sich in wonne, Und herrlichkeit umstrahlet sie Gleich als der glanz der sonne. Nun sehn sie mit erstauntem blick, Zu welchem unnennbaren gluck Uns glaub' und lieb' erhöhen. 7. Sie gehn in jenes sel'ge reich, Das ihnen GOtt beschieden, Und schmecken, seinen engeln gleich, Des himmels hohen frieden. Das stüdwerk wird vollkommenheit, Kein fummer, feine traurigkeit Stört ferner ihre freuden. * 8. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken, Es stärke meine zuversicht, Wenn hier mich leiden fränken; Es reize mich gewissenhaft Und eingedenk der rehenschaft Nach deinem wort zu wandeln. Mel. Mache dich, mein geist, bereit. 1171. S Err, ich bin dein ist auch mein leben; Mir zum heil und dir zum ruhin, Hast du mirs ge= geben. Väterlich Führst du mich Auf der prüfung wegen Meinem ziel ent= gegen. 2. Einst fommst du mit großer fraft Zum gericht auf erden; Dann soll ich zur rechenschaft Dargeſtellet werden. Dein gericht Schont dann nicht, Richter aller welten, Denn du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine fräfte, meine zeit, Hier gemißbraucht habe! Weh' dann mir, Hab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Thöricht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben, Möcht' ich immer meiner pflicht Treu zu bleiben, ♥ Anhang. streben! Daß ich nie Thöricht sie Aus den augen setzte, Noch mit fleiß verlegte! * 5. Lehr' mich, GOtt, gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft Nur, was gut ist, wählen. Gieb, daß ich Ernstlich mich Täglich und auch heute Zum gericht bereite. 6. 3eigt die ewigkeit schon sich Furchtbar in der nähe: Ist wohl das die zeit, daß ich Erst um gnade flehe? Wenn der tod Mir schon droht, Kann ich deinen willen Dann wohl noch erfüllen? 7. Mein gewissen straf alsbald Mich um jede sünde, Daß ich, HErr, durch dich alsbald Gnade such' und finde. Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, du sollst leben! 8. Dann am tage des gerichts Werd' ich mit den frommen Zu dem anschaun deines lichts Gnädig ange= nommen. Bonnevoll, JEsu, soll Dich im höhern leben Dann mein dank erheben. Vom ewigen Leben. Mel. O GOtt des himmels und 2c. 1172. Nach einer prüfung furzer tage Erwartet uns die ewigkeit; Dort, dort verwandelt sich die klage In göttliche zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, Und jene welt reicht ihr den preis. 2. Wahr ists, der fromme schmeckt auf erden Schon manchen sel'gen augenblick, Doch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh' Nimmt in dem herzen ab und zu. 3. Bald stören ihn des körpers schmerzen, Bald das geräusche dieser welt, Bald kämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der öfter siegt, als fällt, Bald sinkt er durch des nächsten schuld In fummer und in ungeduld. 75 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist, Wo man den glücklichen beneidet Und des bekümmerten vergißt: Wer kann je sicher hier vor pein, Wer frei von eigner schwachheit sein? 5. Hier such' ichs nur, dort werd' ichs finden, Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich gro= ßen werth. Ihn, der die lieb' ist, werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der vorsicht heil ger wille Mein will' und meine wohlfahrt sein, Und lieblich wesen, heil die fülle 2m throne GOttes uns erfreun. Dann läßt gewinn stets auf gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht er= kennen, Was ich auf erden dunkel fah, Das wunderbar und heilig nen< nen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und dank Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo GOtt, mein heil, fich offenbart, Ein heilig, heilig, heilig fingen Dem, der für mich gekreuzigt Daß er die fünderwelt versöhnt. ward, Dem aller himmel lob ertönt, 9. Da werd' ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn. Da wird mit jedem augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd' ich dem den dank bezahlen, Der GOttes weg mich gehen hieß Und ihn zu millionen mas len Noch segnen, daß er mir ihn wies, Da find' ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft( o möchte GOtt es geben!) Vielleicht auch mir ein sel'ger zu: Heil dir, denn du, du hast das leben, Die seele mir gerettet, du! O GOtt, wie muß das glück erfreun, Der retter einer seele sein! 12. Was seid ihr, leiden dieser erden Doch gegen jene herrlichkeit, 76 Die offenbart an uns soll werden Bon ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh'! Anhang. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. edanke voller selig1173. trust der sterblichkeit, Glaub' an ein ew'ges leben: Was wär' mein dasein ohne dich? Mit welchem schauder würde mich Die zukunft oft durchbeben? Umsonst erhübe sich mein herz Bum himmel bei so manchem fchmerz. nen. 2. Ich irrt' ein dunkles that hinab Bis an mein schreckenvolles grab, Das ziel von meinen thräWas wäre meines lebens glück Mehr, als ein flücht'ger augenblick, Mehr, als ein banges sehnen? Was sind die freuden diefer welt, Wenn ew'ge nacht uns einst befällt? 3. Der leiden welche große zahl oft in thal Das Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 1008 des pilgerlebens! Hier ist das 1175. Mit, wird ent ein GOtt, laster oft beglückt, Und seufzt nicht, tief in staub gebückt Die tugend oft vergebens? Wie manchen geist beugt fflaberei, Und wer bleibt hier von irrthum frei? zückt Wenn er nach jenem erbe blickt, Das du uns dort bereitest, Wo du, von uns schon hier erkannt, Durch neue wunder deiner hand Zum vol len schaun uns leitest. Seele, Seele! Deinen brüdern Preis in liedern GOttes treue, Daß mit dir sich jeder freue. 4. Heil mir, daß mich mein schöpfer schuf! Die ewigkeit ist mein beruf Und stufe nur dies leben. 3war diese hülle fällt einst ab Und asch' und moder füllt mein grab, Doch wird mein geist sich heben, Sich heben über erd' und staub, Dann keinem tode mehr ein raub. Mel. O vaterherz, o licht, o 2c. ruh' vorhanden, 1174. auchzt, es ist eine Wo tapfre streiter GOttes nun, Wenn sie durch Christum überwanden Von aller ihrer arbeit ruhn. Dort fließen ferner keine zähren, Kein mund und plagen nie, läßt dort noch seufzer hören, Dort Dort sind wir selbst der furcht entrücket; Ruh', die den müden geist erquicket Folgt auf des lebens last und müh'. 2. Christ, froh entschlaf' in Jesu namen, Denn der ist, wenn du stirbst, dir nah. Voll freudigkeit stund ist da. Ich bin am ziel; sprich: amen, amen! Die feierliche und gestritten! Er ist vollbracht, genug gelitten, Genug gerungen der schwere lauf! Nun folgt die rub'; aus allen leiden Schwing' ich mich nun in ew'ge freuden Zu dem verklärten mittler auf. 5. Heil mir, mein frches aug' erblickt Die lieben, die, nun schon beglückt, Vor mir den sieg erstritten, Und andre lieben folgen mir. GOtt, alle sammelst du zu dir In jene friedenshütten, Und meinem blick enthüllt sich dann, Mein GOtt, dein großer weiser plan. 2. Was sind die freuden dieser zeit, GOtt, gegen jene herrlichkeit, Die wir bei dir dort finden. Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden, Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben; Dort nur ist vollkommnes leben. 3. Dort ist kein tod mehr und kein grab, Dort trocknest du die thränen ab Von deiner kinder wangen, Dort ist kein leid mehr, fein geschrei, Ges Anhang. worden ist nun alles neu, Das alte ganz vergangen. Rühmet, Rühmet, Denn ihr frommen, Sollt entnom men Allen plagen, Dort vor keiner zufunft zagen. 4. In GOttes höherm heiligthum Erschallet seines namens ruhm Von millionen zungen. Hier stammelten sie nur sein lob; Was hier ihr lied nur schwach erhob, Wird würd'ger dort besungen. Völlig, Völlig Giebt fich ihnen, Die ihm dienen, Der zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. 5. Vor seinem antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh' Und schmecken seine güte. Dies glück, das fie mit wonne nährt, Den frieden ihrer herzen stört Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die, ganz heilig, nicht mehr fehlen. * 6. GOtt, welche schaar ist dort * 6. GOtt, welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Die deine liebe hier verband, Sie knüpfet deine vaterhand Nun all' in eins, als brüder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. O ein umgang boller segen! 7. Wo ist mein freund, des höchsten sohn? Wo find' ich ihn? wo glänzt sein thron? O himmlisches entzücken! Ihn, der mich liebte bis zum tod, Ihn meinen HErrn und meinen GOtt, Jhn, ihn soll ich erblicken. JEfu, JEsu, Wie wird ewig, Ja, HErr, ewig, Dir zu füßen Sich mein herz in dank ergießen! 8. Wie herrlich ist die neue welt, Die GOtt den frommen vorbehält, Wer konnte sie erwerben? Du, JEsu, der du sie erwarbst, Als du für deine menschen starbst; Ach, hilf mir sie er erben. Ein strahl, Ein strahl Jener sonne, Jener wonne Stärk' mich schwachen, Einst den tod mir leicht zu machen. 77 Mel. JEsu, meines Lebens leben. 1176. Wie so unaussprechselig Werden wir im himmel sein, Denn die freuden sind unzählig, Die dann ewig uns erfreun. Keine sorgen, feine zähren Werden den genuß dort stören. GOtt, zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit! 2. Hier zwar ist, was du den frommen Dort für glück bereitet hast, Noch in feines herz gekom= men, Kein verstand hats noch ge= faßt. Nach der erde kurzen leiden Warten dort der ew'gen freuden Mehr, als je ihr herz begehrt, Aller, die dich treu verehrt. 3. Neue wunder deiner güte Stellen ihrem blick sich dar; Mit erstaunendem gemüthe Nehmen sie stets heller wahr, Deine huld sei überschwänglich, Groß das heil und unvergänglich Das dein rath dort jedem giebt, Der hier redlich dich geliebt. 4. Dann wirst du dich unserr keine wonne wird uns fehlen, Da seelen Offenbaren, wie du bist, wo alles wonne ist. Zu so hohen seligkeiten Wird uns da der mittler leiten, Die er, als er für uns starb, Uns in müh' und pein erwarb. 5. Da wird deiner finder menge Ein herz, eine seele sein, Liebe, dank und lobgesänge Dir, GOtt, ihrem vater, weihn, Dir und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm treusten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten thränen Engelsfreuden uns erfreun. Kämpfer tragen siegespalmen, Dulder singen freudenpsalmen, Auf die angst folgt heitre ruh: GOtt, wie hoch beseligst du! Anhang. 78 7. Was ist unser loos auf erden, Obs auch noch so köstlich sei? Ganz ists niemals von beschwerden, Ganz von fummer niemals frei. Bittre thränen weint oft heute, Wer noch gestern hoch sich freute; Dort, wo uns fein wechsel beugt, Sinkt die wonne nie, sie steigt. 8. Auf, bestimmt zu solchem glide, Sei, o feele, hoch erfreut! Täglich richte deine blicke Anf des himmels herrlichfeit. Streb' auch du mit allen frommen, Strebe, dorthin einst zu kommen; Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben iſt. 9. Ohne heiligung wird keiner, HErr, in deinen himmel gehn; Mache drum mein herz stets reiner, Daß auch ich dich möge sehn. Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewigs lob dir fingt. Register des Anhangs. A. Uch wann werd' ich von der Auf deine weisheit bauen Auf GOtt und nicht auf 45 67 49 Auf meinen GOtt verläßt. Allen menschen und auch mir Allen, welche nicht vergeben. 53 B. .. . . .. ●• Bewahr' mich, GOtt, daß nie.. 39 Bringt preis und ruhm dem... 19 C. . Christ, aus deinem herzen. Christen, unser leben eilt Christ, stets sei keuſchheit D. Dankbar fall' ich vor dir nieder. 34 Dank, JEsu, dir, ach sind wirs. 34 Dein bin ich, GOtt, von ewigkeit 69 Dein bin ich HErr, dir will ich Dein heil, o christ, nicht zu. 39 28 6 26 Dein leben, GOtt, ist seligkeit.. Dein wort, o höchster, ist vollkom. 25 Der alle welten überschaut. 46 Der droben in der höhe wohnt.. 12 Der du dein wort mir hast Der du, dem tode nah, für die. Der du der strafen schwere last.. 17 Der du für uns dich in den Der du unsrer huldreich denkest. 23 Der du voll blut und wunden. 16 Der einst zum wohnplaß dich 53 15 73 Dich, freund der menſchen. Dich herr und vater aller welt. Die ihr Christi jünger ſeid . ● ● ●. ● .. ● ● • 41 Ein herz, o GOtt, in leiden stete. 47 Ein pilger nur, ein gast bin 46 48 Eins ist noth, ach HErr, dies.. 37 Erbarm' dich, GOtt, mein 41 Erbarmer deiner menschenkinder 34 Erhebet GOtt, ihr frommen... 9 Erhör', o GOtt, das heiße flehn. 31 Erinn're dich, mein geist, erfreut. 18 Er ist erstanden! Christus lebt.. 21 Es ist vollbracht, oft denk' ihm.. 18 Der für die sünder starb.. Der für mich gekreuzigt war. Der wollust reiz zu widerstreben. 60 Des leibes warten und ihn 59 65 13 61 25 .. 50 ... 67 Gedanke voller seligkeit. Geist der weisheit, kraft und Geist vom vater und vom Gelobet seist du GOttes sohn.. 11 Gelobt sei GOtt, er ist erschienen 10 Gelobt seist du barmherziger... 37 Gerührt erhebe GOttes ruhm.. 27 Gieb mir, o GOtt, ein herz Glück oder ungluck, was es GOtt, deine gute reicht so GOtt, dein ist majeſtät und GOtt, herrscher über alle lande GOttes sohn ist kommen GOtt ist gegenwärtig. GOtt, meiner seele großen. GOtt vater, der mit gnade GOtt, vor dir erscheinen wir Groß, HErr, ist deine herrlichkeit 22 31 Gut und heilig ist dein wille... 43 28 44 30 9 8 56 30 8 20 48 1 32 51 Dienstfertig soll ich ſein Dies ist der tag, den GOtt 10 2 Dir, GOtt, dir will ich fröhlich. Dir trau' ich, GOtt, und wanke. 68 Du, der aus edlem triebe F. Froh dank' ich, vater, dir, daß.. 23 G. 15 Du, deß sich alle himmel freun.. 29 76 -25 H. HErr, du bist meine zuversicht.. 72 HErr GOtt, dich loben wir, HErr GOtt wir danken dir! Dein segen 7 HErr GOtt, dich loben wir, HErr GOtt wir danken dir! Dir vater 7 Err, höre, mit beklommnem.. 35 HErr, ich bin dein eigenthum 74 HErr lehre mich, wenn ich der.. 44 HErr, mein versöhner, der du.. 53 HErr, stärke mich, dein leiden.. 13 Register des Anhangs. Heute, sprach mein heiland... 711 Seid barmherzig, christen.... 51 Hier wird selbst dem frommen.. 66 Sohn des höchsten, wir sind. 32 So hoff ich denn mit festem... 37 So jemand spricht, ich liebe. So lang' ich athme, GOtt So tief der mensch gesunken... 11 49 I. Jauchzt, christen, jauchzet.... 8 Jauchzt, es ist eine ruh' vorhand. 76 Ich komme, HErr, und suche Ich komme vor dein angesicht 1 32 29 T. Ich preise dich, o HErr, mein 33 38 Tag, der erleuchtung uns geb... 22 Tag, den mir der HErr gemacht. 33 Theuer, GOtt, ist deine güte 11. 70 Ich weiß, an wen mein herz. Ich will dich noch im tod Jesus lebt, mit ihm auch ich.. In trübsal, christ, sei unverzagt. 64 K. 36 20 Köstlich, wie so köstlich ist.... 26 2. 5 Laß es, JEsu, mich empfinden. 55 Lob, preis und ehre bringen. Lobfinge meine seele Lobsingt, das licht strahlt wieder 27 M. 20 76 62 Meine lebenszeit verstreicht.. Meine seel', ermuntre dich Mein ganzer geist, GOtt, wird Mein GOtt, laß mich doch nie Mein heiland lebt, er hat die Mein heiland, wenn mein geist 70 Mein leib soll, GOtt dein tempel 61 Mit fröhlichem gemüthe... N. 72 5 Nach einer prüfung furzer tage Nach meiner seele seligkeit ● 69 14 75 56 Nicht, daß du's schon ergriffen.. 58 Nicht mürrisch, finster, ungesellig 54 Nicht um ein flüchtig gut der Nie bist du, höchster, von uns. 4 24 • . Oft flagt der christ, wie schwer.. 40 O GOtt, mein irdisch leben. 63 DHErr mein GOtt, durch den. 47 O sohn GOttes im staube 16 Schau' großer HErr der herrlichk. 21 Schon ist der tag von GOtt... 74 Schweigt, zweifel, die ihr euch.. 66 Schwingt heilige gedanken 3 17 . Um gnade für die fünderwelt Urquell der vollkommenheiten.. 42 V. Von dir auf diese welt gerufen.. Vom grab, an dem wir wallen. Bon ganzer seele preis' ich dich.. 3 W. Was ist's, daß ich mich quäle Was sorgst du ängstlich für • ● ● ● . Welch edles unschäßbares gut.. 58 Welch hohes beispiel gabst du Wenn du des nächsten ehr² Wenn ich einst von jenem. Wenn ich, o schöpfer, deine Wer bin ich? welche wicht'ge Wer dieser erde güter hat ● Wer sich des heilands rühmen.. 40 Werther tröster, komm hernieder. 24 Wie groß ist des allmächt'gen. Wie mannigfaltig sind die Wie reich, mein heiland, an Wie selig, GOtt, ist der gerechte. 36 Wie so unaussprechlich selig. Wie theuer, GOtt, ist deine. Wie viele freuden dank' ich dir . 25384621848587856615068866843 Wie wird mir dann, o dann Willst du der weisheit quelle Wir glauben all' an einen Wir wallen hier als pilger Wohl dem, der bess're schätze. Wohl dem, der mit stillem. Wohl dem, der richtig wandelt 3. 3ur arbeit, nicht zum müssiggang 63 3u GOtt, o feele, schwing' dich auf 43 52 12 . . Vermehrtes Gebet- Buch aus Arnds, Gerhards, Lassenii und anderer evangelischen Lehrer geistreichen Büchern zusammen getragen, nebst den Kirchen- Collecten und Antiphonen. Hannover. Drud der Schlüter'schen Hofbuchdruckerei. bis 10-15 Honda 19 mt. Apar I. Wochen-, Morgen- und Abendgebete. Gebet um die Gnade des heiligen| auch dir hierinnen nicht zeit, ziel oder Geistes, daß man recht und GOtt maß der hülfe seßen, sondern uns wohlgefällig beten könne. deinem gnädigen willen, der allewege der beste ist, in allen dingen mit star= ker hoffnung und geduld in demuth unserer herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gieb gnade, daß wir nicht vor dir liegen mit unserm gebet auf unsere gerechtigkeit, sondern auf deine große barmherzigkeit, und in dem namen deines lieben sohnes JEsu Christi, in welchem wir freudigkeit haben, vor deinen gnadenstuhl zu tre ten und dich mit kindlicher zuversicht unsern lieben vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom beten nicht abgeschreckt werden um unserer unwürdigkeit willen. Odu gütiger GOtt, so hilf nun, daß wir( jest allhier im hause GOttes und sonst) an allen orten aufheben heilige hände, ohne zorn, zwietracht und zweifel und emsiglich anhalten mit fleben, damit wir nach deiner gnädigen verheißung, was uns an leib und seele nöthig ist, von deiner milden güte empfangen, ( und insonderheit in gegenwärtiger allgemeinen gefahr und noth hülfe und rettung erlangen) durch deinen lieben eingebornen sohn JEsum Christum unsern HErrn, amen. 1. ewiger, barmherziger GOtt, du vater unsers HErrn JEfu Chrifti, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwänglich zu thun vermagst, über alles was wir bitten und verstehen mögen, so schreien wir: geuß über uns aus nach deiner verheißung den geist der gnaden und des gebets, der uns bei dir bertrete mit unaussprechlichem seufzen, auf daß wir dich mit mund und herzen andächtig in rechtem ernst anrufen und dir ein angenehmes lobopfer bringen mögen. HErr, thue unsere lippen auf, daß unser mund deinen ruhm verkündige. Erwecke unsere seele und gemüth, daß wir uns nicht nur mit unserem munde zu dir nahen und dich allein mit den lippen ehren, aber das herz ferne von dir sei, sondern verleihe uns gnade, daß wir dich, als die rechtschaffenen anbeter, im geiste und in der wahrheit, ohne andere und fremde gedanken, anrufen mit herzlicher aufmerkung unseres gemüthes, ohne heuchelei und ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren, als nur allein was dein göttlicher wille, dein lob und ehre, dazu unserer feelen seligkeit ist. Berleihe auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir biten, mit ſtarkem glauben und ge= güte zu erlangen, ungezweifelt hoffen, Gebet um die Gnade recht zu beten und um gnädige Erhörung des Gebets. HErr, mein hort und mein laß dir wohlgefallen das opfer meines mun1* 2. 4 Morgengebet am Sonntage des und das gespräch meines herzens| mir deine barmherzigkeit erzeiget, meis nen feind vertrieben und mich frisch, gesund und ohne gefahr ſchlafen laſsen, daß du mich behütet wie einen augapfel im auge, und mich beschirmet unter dem schatten deiner flügel, auch mir pergönnet, das licht dieses tages wieder fröhlich anzuschauen. vor dir. Laß mein gebet vor dir tügen wie ein rauchopfer, und das aufheben meiner hände wie ein abendopfer. Höre mein wort, merke auf meine rede, vernimm mein schreien, mein könig und mein GOtt, denn ich will vor dir beten. HErr, frühe wolleft du meine stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken. Höre die stimme meines fle= hens, wenn ich zu dir schreie; sei mir gnädig und verbirg dich nicht vor meinem flehen. Merke auf mich und erhöre mich, denn ich rufe täglich zu dir; erfreue die seele deines fnechtes, ( deiner magd) denn nach dir, HErr, verlanget mich. Meine seele wartet auf dich von einer morgenwache bis zur andern. Mein herz hält dir vor dein wort: Ihr sollt mein antlig suchen; Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, flopfet an, so wird euch aufgethan. Auf solch dein wort suche ich auch, HErr, dein antlig; ich thue meinen mund getrost auf, und bitte dich herzlich, o HErr: gieb mir, was mir zu meiner zeitlichen und ewigen wohlfahrt nöthig und nüglich ist. Auf dies dein wort suche ich, o HErr, laß mich dein vaterherz finden. Auf dein wort klopfe ich an; thue mir, o HErr, die thür deiner gnade hier in dieser welt auf und öffne mir endlich die thür deines ewigen himmelreichs, um 3Esu Christi deines lieben sohnes willen, vater, so groß ist deine liebe: wer kann sie aussprechen? Ich preise dich um alle deine wunder, und danke dir für alle gnade, die du mir von mutterleibe an bis auf diese stunde erwies sen hast. Ich erkenne gar zu wohl, daß ich meiner sünde und undankbar= feit wegen so großer güte nicht werth bin. Aber, ach grundgütiger GOtt, gedenke an deine barmherzigkeit, die von der welt her gewesen ist. Erbarme dich über mich armen, elenden menschen, vergieb mir alle meine fünde und zeuch deine hand nicht von mir ab. Ja vater, gedenke an das theure blut, das dein find JEsus für mich vergossen hat, um desfentwillen ſei mir gnädig und verwirf mich nicht von deinem heiligen angesichte. Nimm mich aber auch heute diesen tag in dei nen väterlichen schuß und schirm. Bes wahre meine seele, daß sie nicht aus den schranken deiner gebote trete. Wehre dem satan, daß er mich nicht zum falle bringe. Bändige mein eigen fleisch und blut, daß es mich nicht verführe. Gieb mir himmlische gedanken und zeuch mich von der lust dieſer welt ab. Ach vater, laß mich heute völlig von dem schlafe der sünden aufstehen, laß sich meine seele durch die predigt deines heiligen wortes weiden, bis sie endlich zu ihrem einigen hirten JEsu in den himmel wird aufgenommen werden. Behüte mir auch diesen tag nach deinem väterlichen willen leib und leben, beſchüße mich durch deine heiligen engel und laß sich kein böſes zu meiner hütte nahen. Denn in deine väterlichen hände befehle ich alles, was mein ist. Du bist mein bater, ich dein kind; ach laß mich in deine heiligen hände, zum amen. Morgengebet am Sonntage. In deinem namen steh' ich auf, HErr, segne meinen lebenslauf, Bedecke mich aus huld und gnaden Vor sünden, unglück, noth und schadely den. об 3. Lob und dank, preis und ehre, sei dir, barmherziger GOtt und vater, du getreuer hüter Israel, der du nicht schläfft noch schlummerst, daß du diese vergangene nacht an Abendgebet am Sonntage. 5 zeitlichen und ewigen segen stets ein-| verlaß mich nicht. Schaue liebster gezeichnet bleiben. Du licht der menfchen, laß leuchten dein antlig über mich, daß ich im lichte wandle und heute deinen fabbath also heilige, daß ich der schuldigen ehre, die dir gebühret, und der werke der liebe, damit ich meinem nächsten verpflichtet bin, nicht vergesse, bis ich endlich, kraft der fröhlichen auferstehung deines sohnes JEsu, auch zu dir, zu dem ewigen ruhetage des himmels aufgenommen werde. Erbarme dich über mich( und alle die meinigen) und sei mir gnädig, jegt, in der stunde meines todes und am tage deines legten und strengen gerichtes, um deines heiligen namens willen, amen. vater, jest bricht die nacht herein und es ist ganz finster um mich. Ach du mein licht, verlaß mich nicht. Meine sonne, gehe ja nicht unter in meinem herzen. Lege die wache deiner heiligen engel um mich, daß sie mich( mein haus und hof, mein weib und find und alle das meinige) vor allem schaden und gefahr gnädiglich bewahren. Gesegne meinen schlaf und treibe das schrecken des satans ferne von mir, daß dieser mein feind feine macht an mir finde. Laß mich in dir ruhe haben, o grundgütiger vater! Dein heiliges wort, das ich heute gelehret bin, ſei mein leitstern und mein licht. Die befehle ich mich, meine hoffnung stehet zu dir. In dir schlafe ich ein. Laß mich unter dem schatten deiner allmächtigen flügel wohl bewahret sein. Nimm dich meiner seele ferner an und laß mich nach deinem willen mors genden tages dir zu lob und ehre frühlich wieder erwachen, um der fürbitte deines geliebtesten sohnes JEsu wilAbendgebet am Sonntage. Der tag ist hin, es kommt die nächt, HErr, schüße mich durch deine macht Und bleib' in finsterniß mein licht, So schreckt mich nacht und hölle nicht. Err GOtt vater im him4. mel, und HErr meines len, amen. lebens, dein thun ist ja lauter güte und treue; du hast mich diesen tag lebendig erhalten und mir alles gute erzeiget, auch mich nach deiner großen und unergründlichen barmherzigkeit vor allem übel behütet, mein leben erhalten und mich mit wohlthaten Morgengebet am Montage. Meinen anfang und mein ende Geb' ich, HErr, in deine hände; Vater, steh' mir gnädig bei, Daß der tag gesegnet sei. überſchüttet, ja dein aufſehen hat 5. Barmherziger, mildreichſter und vater! in meinen odem bewahret. Darum prei= set dich meine seele, und mein mund ist voll deines ruhmes. Billig aber muß ich mich schämen, daß ich mich auch heute an dir versündigt und nicht rechtschaffen in deinem wege gewandelt habe. Aber, ach HErr, wer fann merken, wie oft er fehle? Vergieb mir doch auch die verborgenen fehler, hilf mir um deines namens willen, u trost Israels, vertilge meine missethat wie eine welke und meme sünde wie den nebel; reinige mein gewissen von allen todten werfen durch das blut JEfu Chrifti, ziehe deine hand nicht von mir ab und ser morgenstunde erscheine ich vor dem throne deiner göttlichen güte mit herzlichem danke, daß du nach zurückgelegter finsterer nacht mich abermals ge= sund und frisch aufstehen lassen. D vater, deine hand hat mich geschüßet, daß mich der satan nach seinem willen nicht betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein mund deines ruhmes und deines preises täglich voll sei, so vergieb mir alle meine sünde und thue mir wohl. Gedenke nicht der sünden meiner jugend noch meiner übertretung, gedenke aber meiner nach deiner barmherzigkeit um 6 Abendgebet am Montage. deiner güte willen, und regiere mich| von ganzem herzen, und flehe dich in heute, diese angehende woche, und die ganze zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem vornehmen deinem worte folge. Behüte mich, liebster bater, bor der versuchung des satans und meines eigenen fleisches und blutes, daß ich nichts übels thue, noch wider dich fündige. Laß mich deine heiligen engel auf allen meinen wegen behüten, daß ich vor allem schaden väterlich behütet werde. Denn dir, o GOtt, übergebe ich meinen leib und seele,( mein haus und hof, mein weib und find und alle die meinen.) Behüte, schüße und erhalte mich, daß fich fein übel zu mir nahe. Sei du mein schild und schirm, segne meinen eingang und ausgang und verlaß nicht, die deinen namen kennen. Tröste alle betrübte und franke. Hilf allen nothleidenden und verlassenen. Und wenn auch eine trübe unglückswolke nach deinem willen über mich kommen sollte, so gieb mir geduld und rath. Gesegne auch, liebster vater, heute und die ganze woche über meine arbeit und nahrung und die werke meines berufe, daß meine mühe und arbeit nicht verloren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem herzen behalten und deine furcht vor augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe: das verleihe mir um Jesu Christi deines lieben sohnes willen, amen. dem namen deines geliebtesten sohnes JEfu Christi demüthigst an: vergieb, o bater, mir deinem finde, womit ich dich diesen tag in gedanken, worten und werken beleidigt habe. Ach GOtt voll gnade und güte! gedenke an das theure und blutige lösegeld meines erlösers JEsu, um dessentwillen sei mir gnädig und rechne mir weder meine wiffentlichen noch verborgnen fehler zu. Erbarme dich meiner, o liebreichster GOtt! Ich liege hier vor deinem heiligen angesichte mit bußfertigem und gläubigem herzen und rufe: ach GOtt, sei mir armen fünder gnädig! Wende die augen deiner väterlichen barmherzigkeit zu mir und laß deinen heiligen segen, schuß und schirm auch diese instehende nacht über mich kommen. Bewahre rair leib und seele, alle das meinige und die meinen vor aller gefahr und noth, daß uns kein schrecken und betrübniß beunruhige. Sei du unser wächter, unser heil und hort. Auf dich allein verlasse ich mich, o GOtt, und unter dem schatten deiner gnadenflügel traue ich; wehre dem satan und der bösen welt, daß sie mir weder am leibe noch an der seele schaden zufügen können. Laß meine glieder sanft ruhen und schlafen, das herz aber stets zu dir machen, daß ich auch im traume dein gedenke. Ach, gnädiger GOtt, tröste auch in dieser nacht alle bekümmerten und verlassenen menschen, laß deine güte allen angefochtenen und betrübten zu statten kommen. Sei gnädig der ganzen christenheit, deinem auserwählten häuflein, und gieb, daß wir allesammt den weg deiner gebote Schüß' mich durch deine gnaden- willig laufen. HErr GOtt, allmächAbendgebet am Montage. Der tag entweicht, ich fleh' zu dir: Mein licht, mein JEsu, bleib' bei mir, hände Von nun an bis zum letzten ende. tiger vater, in deinem namen schlafe ich ein, laß die heiligen engel, meine aller= um und 6. rechter zeit dir zu lob und ehre wieder erwachen. Dir sei lob und ehre in ewigkeit, amen. gütigster, liebreichster GOtt und vater, und ich bin an demselben durch deine stets wachende gnädigste borschung väterlich bewahrt worden. Deiner barmherzigkeit danke ich dafür Morgengebet Morgengebet am Dienstage. JEsu, meines Lebens leben, Dir sei alles, was nur mein, Dir sei leib und seel' ergeben, Laß es dir befohlen sein. 7. am Dienstage. 7 schlange biß und berführung. Bes schüße mich vor der welt betrug und list, und laß mich unter deinem gnädigsten schuße sein und unbeschädigt verbleiben. HErr JEsu, dir befehl' ich heute und allezeit meinen leib und ster HErr JEsu, geliebtester heiland! deinem heiligen namen und deiner theuren liebe habe ich es zu danken, daß die finstern schatten dieser nacht mich nicht in die finstre nacht des todes versetzen können. Ja du fonne der gerechtigkeit, du hast mich an leib und seele gnädiglich behütet und mich nach deiner allmacht auch diesen tag erleben lassen. Du sorgest Abendgebet am Dienstage. ja, mildreicher heiland, täglich für JEsu, licht der frommen seelen, mich und überschüttest mich mit dei-| Laß in deinen wundenhöhlen ner gnade biel tausendmal mehr, als Diese nacht mein bette sein, denn ich erkenne, daß ich bisher verdanken kann und würdig Ach, so schlaf ich ruhig ein. kann ich deinen namen bin; ich dir 8. Wigenugsam erheben und nicht rechtschaffen an dir gehangen und mein gemüth mehr auf das zeitliche als auf dich gerichtet habe. Ich erfenne, daß mein ganzes leben und alle meine werfe vor deinen allerheis ligsten augen nichts sind als sünde und ungerechtigkeit, wodurch ich den jorn deines himmlischen baters und den ewigen tod vielfältig verdienet habe; aber ich bitte dich, holdseligster HErr JEsu, der du aller menschen fünde getragen und gebüßet hast, auch allen bußfertigen sündern deine gnade versprichst: ach, sei auch mir armen fünder gnädig und barmherzig, vertritt mich mit unaussprechlichem seufjen bor deinem himmlischen vater, und laß deine liebe sattsam preisen, o aller= liebster HErr JEfu Christe! Deinem gnadenflügel habe ich es zu danken, daß ich mit allem, was ich um und um bin, diesen tag gnädiglich behütet und vor allem leide bewahret worden, auch daß mein werk wohl gelungen ist. Ach JEsu, gedenke auch meiner ferner im besten und laß mir bei dieser einbrechenden finstern nacht deine barmherzigkeit nicht untergehen. Sei du, o mildester heiland, bis an das ende meines lebens mein licht und mein hort. Gedenke nicht meiner übertretung, damit ich diesen tag wider dich mißhandelt habe. Bergieb mir alle meine wiffentliche und unwissentliche fünde; wirf sie in die tiefe des meeres, und gieb mir hinführo deine gnade und deinen heiligen beistand, daß ich um deiner liebe willen mich aller luſt zu fündigen entschlage, mein herz dir allein einräume und in deiner erfenntniß und furcht stets beharre. O liebreicher JEsu, tritt doch diese nacht in meinem herzen mitten ein und sprich: friede sei mit dir! Durch deine fraft wehre dem fürsten der finsterniß, ich gnade vor ihm und vor dir finden. Ach HErr JEsu, laß dein heiliges blut an mir armen fünder nicht verloren sein. Regiere mich auch heute diesen tag durch deinen heiligen geist, daß ich das böse meide und in deinem dienste getreu sei. Laß alle meine glieder zu deinen ehren wirken, alle meine gedanken, worte und werke auf dich gerichtet und in dir gethan sein; bewahre mich, du allmächtiger fchlangentreter, vor der höllischen alle das meinige,) ach, laß deinen segen stets über mir bleiben. Gesegne die werke meines berufes und gieb mir meinen beschiedenen theil. Sorge du für mich, o JEsu, und verbleibe stets mein heil, so werde ich hier und dort genug haben, amen. Morgengebet am Mittwoch. daß er mir nicht schade. Treibe alle| tempel und wohnung sein. Ach HErr betrübniß leibes und der seele von mir ab. Sei diese nacht mein schuß und schirm, daß mir nichts böses begegne. HErr, ich bin dein und du bist mein, du mein haupt, verlasse nicht das glied an deinem leibe. Zu deinen heiligen wunden habe ich alle meine zuversicht, ach laß mich darinnen ruhen. Gesegne meinen schlaf und laß die süßigkeit des heiligen namens JEfu meine seele erfreuen. Erhalte mir mein leben nach deinem willen. Lege die feurige und heilige wache deiner engel um mich und um alle das meine, daß ich an dem morgenden tage unbeschädigt wieder auf wache und dich, HErr, mit freudigem munde preise. Erhöre mich, o JEsu mein licht, um dein selbst willen, amen. allmächtiger GOtt, du bist mein bater, ich dein kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus mutterleibe, mein glück und unglück steht allein bei dir. Soll ich nach deinem willen diesen tag glück haben, ſo verleihe mir deinen beistand, daß ich mich dessen wohl bediene. Soll aber auch ein unglück über mich kommen, so gieb mir geduld es zu ertragen. In deinem namen, o bater, fange ich alles an, gieb, daß ich mein werk in dessen kraft vollbringe, für deinen väterlichen beistand dir stets herzlich danke, mit dem, was mir deine güte verliehen hat, mich findlich begnügen laffe und nicht nach mehrem oder ver= botenem trachte. Zeuch mich von der welt und ihrer lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein GOtt, nicht schrecklich in der noth, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach himmel und erde. Du bist mir werther, als alle schäße der welt. Ach, gieb daß ich dich, du süße liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen tag und allezeit bei mir. Ich dir alle das meinige, auch alle meine freunde und feinde; jene er= freue, diese bekehre. Nimm dich auch nach deiner großen liebe aller armen und nothleidenden, aller bekümmerten und trostlosen, und insonderheit aller verlornen und irrenden schafe Israelis an; sei das ewige heil deiner firche, und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges glied sein, daß, wenn ich aus diesem leben scheiden soll, ich zu dir in den himmel auf gehoben werde. Ach bater, erhöre mich und gewähre mich meines ge= bets, in dem namen deines Sohnes JEsu, amen. Morgengebet am Mittwoch. Meiner seele trost und licht, JEsu, fomm, berweile nicht. Nimm mich auf zu deinen gnaden, Und bewahre mich vor schaden. 9. und HErr meines lebens! ich danke dir von grunde meiner seele, daß du auch in dieser vergangenen nacht die hand deiner väterlichen barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den schuß deiner heiligen engel behütet hast und mich zu deinem lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum deinen sohn, meinen heiland: ach grundgütiger bater, laß mich dir diesen tag zu gleicher gnade, liebe und fürsorge befohlen sein. Regiere mein herz, sinn und gedanken, worte und werke durch deinen werthen und heiligen geist, daß ich nichts übels thue, noch dich beleidige. Beite mich auf ebner bahn. Gieb mir die erkenntniß, deine liebe je mehr| Wirst du mich, JEsu, selbst bes und mehr zu erkennen. Gieb mir das verlangen und die kraft, mich derselben je mehr und mehr würdig zu machen, und laß mein herz deinen Abendgebet am Mittwoch. wachen, So darf ich mir nicht sorge machen. Drum bleibe doch, ich schrei' zu dir, Die nacht und lebenslang bei mir. Morgengebet am Donnerstage. 10. Allerliebreichster GOtt, gnä- ich geruhig ein. HErr, bleibe bei mir, diger himmlischer vater, der du den tag zur arbeit und die nacht zur ruhe geschaffen: ich will mich auch jetzt zur ruhe begeben; aber meine angst mehret sich um ein groBes, denn mein herz und gewissen zeiget mir, wie mannigfaltig ich durch übereilung, nachlässigkeit, versäumniß meiner besserung und auf andere weise dich, o du getreues vaterherz, diesen tag erzürnet, und wie ich bannenher in dieser hereinbrechenden finsterniß mehr deinen gerechten zorn, als deinen schuß und gnade ver= dienet habe. Ich komme aber dennoch als jener verlorne sohn wieder und bitte um gnade und vergebung. Ach pater, verstoß dein gefallenes und schwaches kind nicht im zorne. Ge sei mein wächter und schuß. Ich befehle mich dir und bitte: laß mich an dem morgenden tage fröhlich aufwachen. Hast du aber beschlossen, daß ich in dieser nacht von hinnen schei= den soll, ach HErr, so gieb, daß ich recht bereit sei. Mache es mit mir, wie du willst, dein wille geschehe. Sei mir gnädig und laß deine güte über mich kommen, denn ich hoffe auf dich, amen. denk an dein ja an deinen schwur, daß du nicht begehrest den tod des sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Es ist mir alles leid, was ich mißgehandelt habe. Belehre du mich, HErr, so werde ich belehret. Nimm deinen heiligen geist nicht von mir, sondern leite mich durch denselben, dir stets nach deinem willen zu dienen und immer heiliger zu werden. Ach vater, nimm auch diese nacht mich, dein küchlein, unter deine flügel. Bewahre mir leib und seele, alle das meine und alle christen, vor des teufels und der welt bosheit, vor meinem verführerischen fleisch und blute, daß es mich nicht verführe noch zu falle bringe. Sei du in dieser fin" stern nacht das licht meiner seele, und venn ja unglück, gefahr und noth über mich kommen sollte, so halte mich, HErr, unter dem schirm deiner hände, daß es mich nicht treffe. Bewahre mich vor bösen, schändlichen träumen, daß ich auch im schlafe nicht an dir fündige. Erbarme dich in dieser nacht aller menschen, die zu dir rufen. Sei der franten troft, der ar= men schuß, der waisen und wittwen zuflucht, aller menschen vater und versorger. In deinem namen schlafe Morgengebet am Donnerstage. Unter deinem schuß, o GOtt, Fürcht' ich weder noth noch tod, Sei mit inir, gieb rath und that, Bis mein thun ein ende hat. 11. allmächtiger, starker und himmlischer vater, der du mich von mutterleibe an bis auf diese stunde lebendig erhalten hast: ich komme vor dein majestätisches angesicht an diesem morgen und preise dich um alle deine barmherzigkeit, die du auch in dieser nacht väterlich an mir erwiesen hast. Deiner allmacht habe ich es zu danken, o vater, daß ich gesund wieder aufgestanden. Ach HErr, du erzeigest mir ja tausendfältig viel gutes. Ich aber muß mit herzlicher reue und leid bekennen, daß ich nicht vor dir wandle, noch fromm bin, wie sich es gebühret. Aber, ach GOtt, gedenke an die fürbitte deines sohnes, meines gekreuzigten heilandes. Vergieb ihnen, vater, sprach er, sie wissen nicht, was sie thun. Ach, ich sündige oft unwissend und werde übereilt von meinem eignen fleisch und blut; es ist mir aber leid, o GOtt, ja es ist mir leid, daß ich dich so oft versuche. Ach vater, vergieb mir es doch um deines namens willen. Erzeige deinem knechte barmherzigkeit und verstoße dein schwaches kind nicht im zorne. Du bist ja mein bater, von ewigkeit her ist das dein name. Laß mich wieder gnade bei dir finden, und erbarme 10 Abendgebet am Donnerstage. dich auch heute diesen tag über mich.| GOtt, bin ich in der finsterniß dieser Dein heiliger geift regiere mich zu allem guten und stärke mich, daß ich täglich, ja stündlich gottseliger und dir gefälliger werde; deine heiligen engel beschüßen mich vor allem bösen. Denn siehe, o HErr, meinen leib und seele und alles, was mir deine gnadenhand gegeben hat, befehle ich dir zu deinen treuen baterhänden. Sei bu mein und aller menschen, die dich erkennen und fürchten, licht und heil. Sei mit mir in allem meinen thun, daß ich in deinem namen und auf deinen befehl in dem amte und stande, darein du mich gesetzet hast, wache. Laß es alles wohl gerathen, daß ich mein stüdklein brot für mich und die meinigen, nach deiner zusage von deiner hand mit danffagung empfange. Regiere meine zunge und behüte mich vor schändlichen reden, fluchen, schwören und narrentheidung, daß nicht dein fluch über mich komme. Bewahre mein herz vor bösen gedanken und meine glieder vor verbotenen werken. Laß mich aber den ganzen tag in deiner furcht dir zur ehre und mir zur seligkeit zubringen, um JEsu Christi deines geliebtesten sohnes, meines heilandes willen, amen. nacht verloren. Du aber bist mein licht und starker hort, nimm mich in deine gnadenarme, o GOtt, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Mein herz ist betrübet meiner sünde wegen, damit ich dich auch heute vielfältig beleidigt habe; ach GOtt, vergieb sie mir und schaffe in mir einen freudigen geist, daß ich in wahrem bertrauen stets zu dir rufen möge: Abba, lieber bater! Segne diese nacht meinen schlaf, daß es nicht ein sündenschlaf sei. Laß meine seele stets ihre ruhe in dir haben. Und wenn meine augen und glieder ruhen, so halte du, o mildreicher GOtt, deine augen stets über mir, daß mich fein unfall berühre und sich fein böses zu meiner hütte nahe. Ich übergebe auch diese nacht deiner väterlichen fürsorge meinen leib, seele und alle das meine, Err, sorge für mich. Wenn ich schlafe, HErr, so wache für mich, daß ich vor allem leid behütet, in deiner gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser nacht alle befümmerte und betrübte und laß allen, die den namen deines sohnes JEsu in wahrem glauben anrufen, hülfe wiederfahren. Und weil det schlaf ein vorbote des todes ist, so ver= leihe mir, o gütiger vater, deine gnade und den beistand deines geistes, daß ich mich also zubereite, daß ich am ende meiner tage zur ewigen ruhe des himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o GOtt, um der kräftigen fürbitte dei nes sohnes JEsu willen, amen. Abendgebet am Donnerstage. JEsu, dessen starke macht Mich den ganzen tag bewacht, Sei auch diese nacht mein licht, Schüße mich und laß mich nicht. 12. H Err GOtt vater, boll gnade und güte, der du barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste glied, wie soll ich deinem namen genugsam ehre und ruhm ge= ben, daß du mich so herzlich geliebet, und diesen tag ohne allen schaden und gefahr hinbringen lassen. Ach vater, nimm an meiner statt das vollkommene opfer deines liebsten sohnes JEfu Chriſti an und ſei mir um ſeiallerfreundlichster, herz lichgeliebteſter JEfu, wie net willen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein fanft und wohl habe ich diese nacht Morgengebet am Freitage. 2aß mich, HErr, mein thun und dichten Ganz zu deinen ehren richten, Laß mich heute dir allein Heilig, fromm, ergeben sein. 13. Morgengebet am Freitage. geruht und geschlafen, wie vergnügt| anbangen, und gieb einem jeden sein bin ich nun wieder aufgestanden! Ach, getreuester heiland, deine liebe ist in der vergangenen nacht mein schild und schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine güte, die du an mir armen und elenden menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich flehentlich: ach HErr JEsu, zeige mir auch heute diesen tag deine gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die seele deines findes mit deiner heiligen gegenwart. Stärke mich mit dem beistande deines werthen heiligen geistes. Vergieb mir alle meine sünde und missethat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes leben, und in demselben meine werke, daß ich nichts böses thue, täglich brot und verlasse dein kirchenhäuflein nicht, dessen erzhirte du bist. Gieb uns ferner die süßigkeit deiner heiligen liebe zu genießen, und wenn wir endlich am ende unsers lebens den weg des todes gehen sollen, ach HErr JEsu, so laß deinen tod unser leben und dein heiliges grab unsere ruhe sein, daß wir durch den tod zum leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines namens und um deiner liebe willen, amen. Abendgebet am Freitage. Beschüße mich in dieser nacht Mein JEsu, durch der engel wacht, Hüll' mich in deine wunden ein, So kann ich hier schon selig sein. Ott nichts gutes unterlaſſe. HErr JEfu, 14. GO lob, der tag hat fich und meinen mehre meine liebe zu dir und gieb mir ein festes vertrauen zu deinem heiligen versöhnungsblute. 3euch mich nach dir, so werde ich den weg deiner gebote nimmermehr vergessen. HErr JEsu, der du an dem heutigen tage deinen heiligen leib in das grab legen lassen, ach, gieb mir deine gnade, daß ich meine fünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Ja, HErr JEsu, wirf du sie alle hinter dich zurück. O freundlichster heiland, decke meine übertretungen zu und zieh mir deine heilige gerechtigfeit an. Laß mich heute in deinem lichte wandeln und unter dem schuße deiner heiligen engel sicher sein. Gesegne mich an leib und seele, bewahre mich als einen augapfel. Nimm dich meiner an, als deines theuer erlöseten findes. Und wenn der satan und andere meine sichtbaren und unsichtbaren feinde an mich wollen, so laß das zeichen deines heiligen blutes ihnen ein schrecken und mir ein starker schuß sein. Sei du, o JEfu, mit mir in allen meinen verrichtungen; laß sie wohl gerathen, wenn sie in dir gethan find. Erbarme dich auch aller, die dir die nacht ist herbei kommen; ich fom= me auch immer einen tag nach dem andern näher zu dem grabe und zu dem tode. Ach allgütigster und lieb reichster JEsu, deine gnade und grundlose güte hat auch diesen tag barmherzigkeit an mir erwiesen und mich unbeschädigt bewahret. Getreue ster Immanuel, wie sorgest du ſo văterlich für deine kinder, wie beschüßest du fie so fräftiglich vor allem unheil! Ach, daß ich dir so vollkommen dienen könnte, als vollkommen du mir deine liebe mittheilest, aber ach leider, ich muß mit wehmüthigem herzen klagen, daß meine seele betrübt ist bis in den tod, daß ich dich, du heilige liebe, diefen tag, mit meinen fünden mannigfaltig betrübet habe und nicht gedacht an die todesangst, die du meiner übertretungen wegen im olgarten ausgestanden hast. Ach HErr Jesu, vergieb mir es doch um deiner heiligen wunden und um deines blutes willen. Ach, zeige mir, wie deinen jüngern zu Jerusalem, deine heilige seite, darinnendich ruhen und sicher sein möge. HErr JEsu, vergieb mir meine bekannten und unbekannten 12 Morgengebet am Sonnabend. sünden und entsündige mich durch dein| ren werden, und mich zu einem mitheiliges blut und leiden. Laß mich diese nacht mich, dein armes find, deiner gnade und aufsicht empfohlen sein. Laß deinen heiligen frieden über mich kommen an leib und seele, und mich in den felslöchern deiner heiligen wunden wohl verwahret bleiben, daß ich das morgende tageslicht fröhlich wieder anschaue. Sei allen gnädig, die dich im wahren vertrauen anrufen, und erbarme dich der ganzen christenheit. Fördere die gerechten, und befehre die gottlosen, daß dein heiliges blut ja an niemandem verloren sei. O HErr JEsu, laß mir in dieser nacht das licht deines göttlichen trostes und deiner gnade stets helle scheinen, daß meine seele allezeit zu dir wache, und ich allhier im glauben meine freude an dir habe, bis ich dich an jenem tage von angesicht zu ange= ficht schauen werde. Das bitte ich dich, o mein heiland, um deiner theuren hebe und verheißung willen, amen. gliede derselben gemachet, auch mich mit deinem heiligen worte lehrest, tröstest und unterrichtest. Ach allergütigster GOtt, ich bitte dich herzlich: gieb, daß ich solcher deiner großen gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem danke dafür ehre. Ich bitte dich auch demüthigst: verleihe mir deine gnade und den beistand deines werthen heiligen geistes, daß ich mich aller solchen himmlischen güter durch mein fündliches leben ja nicht verlustig mache. Laß mich stets vor dir, o GOtt, wandeln und fromm sein. Bergieb mir, ach ich bitte demüthig, alle meine sünde und mißhandlungen, so ich die ganze zeit meines lebens, die abgewichene woche und allezeit, mit gedanken, worten und werken wider dich begangen habe. Gedenke nicht der sünden meiner jugend, noch meiner übertretung, ge denfe aber meiner nach deiner barmherzigkeit um deiner güte willen. Verwirf nicht im zorne dein kind, welches sich auf das theure verdienst deines einigen sohnes JEsu verläßt. Und weil der satan mich stets von dir abzuführen suchet, allmächtiger GOtt, so steht du mir bei, daß dessen tücke und list an mir vergeblich sein mögen. Leite du mich in deiner liebe und stehe fest bei mir. Ach lieber himmlischer vater, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn; so müsse denn auch heute diesen tag alle mein thun gesegnet sein. In deinem namen fange ich es an, fei mit mir, und laß es zu deiner ehre und meiner seligkeit wohl gerathen. Auf dich, HErr, berlasse ich mich. Laß mich in meinem amte und berufe treulich wandeln und dich über alles suchen, mehre deine erfenntniß in mir und erhalte mich ver dem einigen, daß ich dich fürchte. Gejegne auch nach deiner zusage meinen vorrath, daß ich für mich und die meinigen meine täg liche nothdurft haben möge, und laß meinen samen nicht nach brode gehen. Soll ich auch nach deinem willen dieMorgengebet am Sonnabend. Steh' heute, treuer GOtt, bei mir, Denn meine hoffnung steht zu dir. Ach, gieb durch deine vatertreu', Daß mir der tag gesegnet sei. 15. allmächtiger, barmherziger GOtt, vater voll gnade und liebe! ich armer, elender und fündiger mensch erkenne in dieser morgenstunde deine väterliche gnade und huld, dadurch du mir von meiner sündlichen geburt an, bis auf diese stunde, alles gute an leib und seele reichlich bewiesen hast. Ich preise dich, o gnädiger vater, für alle solche unzählige wohlthaten; absonderlich aber, daß du mich in deinem sohne JEsu, ehe noch der welt grund geleget worden, so herzlich geliebet, auch ihn um meinetwillen am stamme des Preuzes hast sterben lassen, damit ich dem ewigen tode entginge. Ach vater, ich danke dir, daß du mich in der wahren christlichen firche haft lassen gebo Abendgebet am Sonnabend. 13 sen tag über oder sonst mit freuz und| GOtt und lieber himmlischer vater, brangsal, verfolgung und anderer noth, beleget werden, so reiche mir elenden in den wellen der trübsal nur deine hand, daß ich nicht versinke; stärke mich, daß ich nicht falle; lehre mich, daß ich geduld habe und auf dich hoffe. Erbarme dich nach deiner unendlichen güte aller menschen, die dich suchen und lieben. Schüße deine bedrängte firche, und erhalte dir in dieser letzten und bösen zeit ein häuflein gläubiger christen, die dich anbeten und ehren. Laß aller nothleidenden und verlassenen gebet bei dir erhörlich sein, schaffe ihnen rath und trost. Gieb dem lande, darinnen ich wohne, frieden, welchen die welt nicht geben kann, und laß uns die gaben deiner güte darinnen mit danksagung em= pfangen und mäßig gebrauchen. Absonderlich gieb mir deinem finde ein herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein GOtt, denn ich hoffe auf dich. Meinen leib und seele,( mein haus und hof, mein weib und find, meine ehre, stand und gut) und alle das meine befehle ich jetzt und allezeit in deine hände. Ach HErr, sei mein schuß und heil, mein helfer und erretter. Lege deiner heiligen engel wache um mich und um alle das meine, daß ich vor aller gefahr gesichert in deiner gnade bis an mein lettes ende verbleibe. Laß mir diesen tag, wie die ganze vergangene woche glücklich sein, daß ich mich deiner gnade und deines göttlichen beistandes zu erfreuen und zu getrösten habe. Erhöre mich, o GOtt vater, um JEsu Christi deines geliebten sohnes willen, ameni ist so groß, als du selber bist; das erfennet meine seele mit herzlichem danke in dieser abendstunde. Durch deine hand und obhut bin ich, liebreicher vater, diesen tag und die ganze woche über so gnädiglich vor aller gefahr be= hütet worden. Aber ach, wie oft hat dich meine seele betrübet, und wie sehr zeugen meine fünden wider mich! Ich befenne, o bater, daß ich ein verlorner sohn bin, der deine großen güter und gaben vielfältig übel angewendet hat. Ja mein GOtt, ich muß gestehen, daß ich ein schwaches find, ja nur ein verlornes schaf bin, das leider oft auf böse irrwege der sünden gerathen ist. Doch ich weiß, HErr, daß du gnädig und barmherzig bist, und um das heil der fünder auch deinen einigen sohn in das fleisch gesandt hast, daß er die verlorne gerechtigkeit wies derbrächte. So bitte ich dich denn mit zerschlagenem und zerknirschtem herzen: ach vater, sei mir armen fünder gnädig, sei gnädig meiner misfetbat, die da groß ist. Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen güte. Tilge alle meine missethat, und gieb mir hinführo ein gehorfames herz. Bereite mich, mein GOtt, selbst hier in der zeit, wie du mich dort in der ewigkeit haben willst. Entzeuch mir deine gnade und beistand nicht in der noth. Mein GOtt, verlasse dein kind nicht, um welches willen dein sohn sein heiliges blut vergossen hat. Ach HErr JEſu, komme mir mit deiner fräftigen fürbitte zu hülfe, und laß mein geang= stetes herz und betrübtes gewissen die tröstlichen worte hören: Friede sei mit dir! HErr GOtt heiliger geist, sei du schwachheit, nimm weg aus meinem mein lehrer und hilf mir in meiner Herzen das befleckte gewissen, und gieb mir, daß ich wie am tage in deinem lichte wandle. O du hochgelobte breiflügeln deiner göttlichen gnade, deines einigkeit, laß mich ferner unter den schußes und schirmes, als dein find, wohl verwahret bleiben und in die Abendgebet am Sonnabend. Ich bin ein glied an deinem leibe, O JEsu, meiner seele schuß, Gieb, daß dein geist stets bei mir bleibe, m So biet' ich allen feinden trug. 16. De eine gnade und barmherzigkeit, gnädigster 14 Gebet nach den Morgen- und Abendgebeten. fer anbrechenden finstern nacht dar-| bater, weißt es. Wohlan, soll dieser unter vor aller gefahr leibes und der tag( oder diese nacht und stunde) die seele gesichert sein. Meine seele, mei- legte meines Lebens sein, HErr, so nen leib und alles, was mir deine geschehe dein wille, der ja allezeit und gnadenhand gegeben hat, befehle ich allewege der beste ist. Nach demselben deiner göttlichen liebe. Wache, o deinem heiligen willen laß mich alleHErr, über mir, daß mich fein un- zeit bereit sein, in wahrem glauben an glück betrübe. Laß auch meine seele meinen erlöser JEsum Christum zu zu dir wachen, und ihre lust an dir leben und zu sterben. Allein mein haben. Dämpfe den satan, steure der frommer( Ott, gewähre mich dieser bösen welt und hintertreibe alles, bitte, daß ich nicht plößlich in meiner. was mir schädlich sein könnte, daß sünden sterben und verderben möge. ich in deiner gnadenhand angezeichnet Stelle sie mir erst in diesem leben zu bleiben, in deiner fraft morgen wieder meiner bekehrung unter augen, damit aufstehen und dich preisen möge. Und sie mir nicht am jüngsten tage zu weil du meinem leben ein ziel geseget meiner verdammniß vorgestellet und hast, das ich nicht überschreiten kann, zugerechnet werden mögen. Verleihe ich aber nicht weiß, wann es herbei mir, daß ich noch in der gnadenzeit nahen dürfte, so laß ja meinen schlaf meine mannigfaltigen schweren fün diese nacht nicht einen sünden- oder den erkenne, bekenne, sie von Herzen todesschlaf sein. Bewahre mich vor bereue, einen festen vorsaß fasse mein einem bösen schnellen tode; gieb mir leben zu bessern, und auch vergebung aber deine gnade, daß ich mich zum derselben von dir erlange. Alsdann, tode stets bercit halte, und am ende mein GOtt, geschehe dein heiliger meines lebens meine seele mit ver- wille; laß mich sterben, wann es dir nunft in deine hände befehlen kann. gefällt, nur gieb mir ein sanftes und So schlafe ich denn sicher ein, o GOtt, vernünftiges ende. Barmherziger denn du bist bei mir. Bedecke mich, GOtt und bater, der du bei deinem HErr JEsu, mit deinem purpur- leben geschworen hast, du wollest nicht mantel, und laß mich mit dem zeichen den tod des gottlosen, sondern daß er deines heiligen blutes besprenget sein, sich von seinem bösen wesen bekehre, daß sich kein unfall zu mir nahen und lebe; GOtt sohn, der welt heifönne. Sei du in meinem herzen, o land, der du alle, die an dich glauben, HErr GOtt heiliger geist, daß ich bei deiner wahrheit versichert hast, auch im schlafe meines GOttes nicht was sie den vater in deinem namen bergesse, oder wider ihn sündige. Obitten werden, das wolle er ihnen du heilige dreieinigkeit, dir befehle ich mich jegt und allezeit, sei mit mir im leben und tode. Laß mich nach der finsterniß wiederum des tages licht fröhlich und gesund anschauen, zu deines namens preis und ehre, amen, in JEsu namen, amen. geben; GOtt heiliger geist, der du unserer schwachheit aufhilfest, und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichen seufzen vertrittst: erbarme dich über mich armen sünder und laß diese meine bitte, ja, amen, und erhöret sein. In deine Hände belöset, du getreuer GOtt! amen. fehle ich meinen geist, du hast mich ers Ein Gebet nach dem täglichen Morgen- und Abendgebete. 17. 2 lieber GOtt und HErr! ich lebe, und weiß nicht wie lange, ich muß ſterben, und weiß 18. Barmherziger Gott wit und mein nachdem 1 Wochengebet in den öffentlichen Montags- Betstunden. Gebet in den Montage- Betstunden. 15 abermals eine woche zurück gelegt| glück und heil zu unserer aller beruf und in eine neue eingetreten sind, so und stande. Und weil wir nun mit danken wir dir für alle erwiesenen der neuen woche unsere amts= und wohlthaten. Du hast dein wort und berufsarbeit wieder antreten, so faframente unter uns rein und laufange, o GOtt, bon neuem an uns ter erhalten, uns ruhe und friede, auch tägliche nahrung bescheeret, und ob wir dich schon mit sünden oft erzürnet, dennoch unser in gnaden geschonet, uns zwar gezüchtiget aber im zorne nicht aufgerieben, noch dem tode übergeben. Du hast uns der vorigen woche tage und plage gnädig überwinden helfen und läsfest uns diese woche mit gesundheit und freuden antreten. Für folche u: id alle andere gutthaten sagen wir dir von herzen lob und dank. Weil wir aber in der vergangenen woche wider dich, HErr unser GOtt, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid und bitten wir alle um gnade und vergebung. Laß uns der heiligen leidens- und marterwoche deines lieben sohnes, und dessen, was er uns durch sein leiden, freuz und tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gieb, daß wir aus der alten woche feine alten sünden mit in die neue nehmen, sondern den alten fündlichen menschen ausziehen, hingegen den neuen menschen, der nach dir in rechtschaffener gerechtigkeit und heiligkeit geschaffen ist, anziehen. Gieb uns mit dieser neuen woche neue herzen und einen neuen gewissen geist und fräfte, ein neues dir wohlgefälliges leben zu führen. Insonderheit laß deine gnade alle morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen worte und bei dem rechten gebrauche der heiligen sakramente. Stärke auch mit fraft aus der höhe unsere gnädigste landesherrschaft und alle christlichen obrigkeiten und frommen regenten, sonderlich an diesem orte. Fördere guten rath und nügliche that und wende frieg, pest, theurung, feuersbrunst, wassersnoth und sonst alles herzeleid in gnaden von uns ab. Gieb uns friede und gesundheit, auchmid zu segnen: laß uns das werk, dazu du uns beschieden hast, mit freuden angreifen und führe durch deinen segen alles, was wir in deinem namen anfangen, zu deiner ehre, zu unserer und unseres nächsten wohlfahrt, glücklich hinaus. Und wenn es uns bei unserm stande und nahrung sauer und schwer fällt, so laß uns an die hoffnung unsers berufe im himmel gedenken, wo alle unsere arbeit von dir aus gnaden desto völliger soll bes lohnet werden. Befiehl deinen heili gen engeln diese woche über uns, daß fie uns und die lieben unsrigen auf allen unsern wegen behüten, ja gar auf den händen tragen, damit der böse feind und sein anhang feine macht an uns finde. Ist es ferner dein wille und uns nüglich und selig, so laß uns nicht diese woche allein, sondern auch viele folgende in guter gesundheit und erwünschtem wohlstande leben und ableben. Gefällt es dir aber, lieber vater, uns in der angehenden woche mit freuz und trübsal heimzusuchen, so gieb geduld, vergiß der schuld, verleih ein gehorsames herz und mache uns das freuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser woche durch den zeitlichen tod aus dieser welt abzufordern, so gieb demselben hier ein seliges ende, daß er dort ewig bei dir sei und wir zulegt insgesammnt, nach aller mühe und arbeit auf erden, bei dir im himmel einen sabbath nach dem andern in ewiger freude und herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o GOtt, in des heiligen geistes fraft durch JEsum Christum, amen. ( 1380 on in Morgengebet, wenn man beichten will. Morgengebet, wenn man beich-| fonderen bußtages, aller borsatz und alle neigungen zur fünde bei mir auf hören und alle begierde und bemüten will. hung zur heiligkeit in meinem Herzen werden. 16 19. mächtiger und gnädiger GOtt, du herzigkeit! ich danke dir von grunde der seele, daß du mich diesen tag erleben läsfest, woran ich mich mit ernst und eifer zur buße anschicken will und mich sowohl mit dir als mit deiner gemeine recht herzlich versöhnen kann. Groß ist deine treue, welche mich in der verwichenen nacht umge= ben, denn sie hat mich vor allem übel bewahret, an leib und seele erhalten, wider alle anfälle des teufels beschüßet, in sanfter ruhe gestärket, und jegt von neuem mit leben und gesundheit mildiglich begabet. Ich bin dir dafür, o mein GOtt, zu ewigem lobe und dienste unentgeltlich verpflichtet, und wünsche nichts mehr, als daß ich mich heute und allezeit recht erkenntlich und ehrerbietig gegen dich bezeigen möge, in wahrer veränderung und heiligung des herzens, mit ernstlicher vermeidung aller sünden und mit freudiger vollbringung deines heiligen willens. Am allermeisten, o großer menschenfreund, bewundere und preise ich den herrlichen reichthum deiner güte, geduld und langmuth, womit du auch bei dem jetzt angebrodhenen tageslichte meine gnadenzeit verlängerst, und mir die tröstliche verficherung giebest, daß du buße für die sünde annehmen wollest. Heiliger GOtt, lehre mich bedenken, daß mich deine gute zur buße leite und daß ich, weil es noch heute heißet, mein herz ja nicht länger verstocken dürfe. Wie biele jahre und tage habe ich jetzt schon erlebt? Wie lange hast du bereits auf meine belehrung gewartet? Ich schäme mich deswegen mit betrübniß vor dir und bekenne, daß du nichts gesparet habest, meines herzens härtigkeit mit unaufhörlicher güte und wohlthat zu erweichen und zu überwinden. Darum soll auch gleich mit dem anfange dieses meines bemir, o getreuer und gütiger GOtt, deinen heiligen geist zu einem so heiligen vorhaben nicht. Du weißt am besten, daß ich ohne dich in meiner belehrung nichts vermag. Ziehe mich mit dem seile deiner liebe völlig zu dir. Laß nicht nach, bis ich aller sünde und eitelkeit auf ewig abschied gebe. Wecke mich recht auf von dem schlafe der sicherheit, wie du mich jetzt aus dem leiblichen schlafe erwecket hast. Mache ein kind des lichtes aus mir, und laß die sonne nicht wieder über meiner fünde untergehen. Gieb mir fraft und vermögen, in meinem stande und berufe viel gutes auszurichten. Laß deine ehre das ziel aller meiner gedanfen, worte und werke sein; zu meines nächsten dienste mache mich freudig, tüchtig und munter. Zehre mich auch bedenken, daß ich sterben müsse, auf daß ich klug werde, und erinnere mich jederzeit, daß nur eins noth sei und ich das beste theil erwählen müsse. Ich befehle dir mich und die meinigen, mit seele und leib, sammt deiner ganzen christenheit; nimm sie alle in deine heilige regierung, väterliche beschirmung, mildthätige fürsorge und ewige gnade. Versorge sie und mich mit alle dem, was dir gefällig ist und uns zu zeitlichem und ewigem wohlsein gereichen kann. Verwirf deine armen geschöpfe nicht von deinem angesichte, und nimm deinen heiligen geist nicht von uns. Behüte auch mich und alle menschen vor allem unglücke leibes und der seele. Willst du aber mit deinem Freuze bei mir einkehren, so gieb, daß solches eine beförderung meiner buße und ein offenbares zeugniß deiner liebe sei. Segne meinen ausgang und eingang von nun an bis in ewigkeit. Thue deinen engeln befehl über mir, daß sie mich mit ihrer heiligen wache umgeben und Abendgebet nach der Beichte. 17 vor allem anstoß bewahren. Erhalte| dir, daß du, o mein arzt und helfer, und heilige mich und die ganze christenheit im wahren glauben an 3Esum Christum deinen sohn, und laß mich sammt ihr diesem meinem heiland leben und sterben. Gieb mir endlich gegen meinen nächsten ein versöhnliches, wohlthätiges, friedliches und liebreiches herz; ja verschaffe, daß dieser ganze tag ein rechter versöhnungstag sei, woran ich mit dir, meinem bater, und mit allen deinen findern frieden mache und den ewigen segen in frieden empfahe, um JEfu Christi willen, amen. um derselben willen mich nicht verstos ßen, sondern das gute werk, welches du in mir angefangen hast, bis auf den tag JEsu Christi vollführen werdest. Diesemnach ist nur noch übrig, daß ich auch in der gegenwärtigen nacht mich deiner göttlichen liebe und barmherzigkeit, und alle die meinigen deinen treuen händen anbefehle. Nimm mich auf, HErr, und sei in der finsterniß mein licht; wenn ich schlafe, sei mein wächter; wenn ich erwache, mein leben und mein heil. Thue zu deinen wohlthaten, die ich heute von dir empfangen habe, auch diese noch hinzu, daß du mich in dieser nacht auf die morgende vereinigung mit deinem ſohne noch rechtschaffen reinigest und vorbereitest. Bewahre mich und alles, was du mir gegeben hast, vor des teufels bosheit, lift und macht. Hilf auch deiner ganzen chris stenheit wider das reich der finsterniß mächtig streiten und laß sie alle höllenpforten fiegreich überwinden. Wenn sich meine augen schließen, so öffne mein herz, deine gnade zu em= pfangen. Wenn mein leib auf feinem lager ruhet, so laß die seele in und bei dir ihre ruhe finden. Behüte mich vor sündlichen und erschrecklichen träumen, vor unruhigem wachen, vor unnügen sorgen und vor aller schädliches qual. Soll etwa diese nacht eine nachi des leidens sein, so laß mir in derselben das licht deiner göttlichen hülfe hell aufgehen und gieb gnade zum wachen und beten, damit ich in der anfechtung nicht versinke. Stehe auch allen andern nothleidenden bei. Laß niemanden zu schanden werden, der auf dich hoffet. Wenn ich niederliege, so hilf mir wieder auf; gefällt es dir aber, mich in dieser nacht von der welt abzufordern, so laß mich selig sterben und aus aller finsterniß in das ewige licht eingehen, durch JEsum Christum, meinen heiland, amena nis isla un lojman moniandi Abendgebet nach der Beichte. 20. Mein bersöhnter, liebrei= cher, himmlischer vater, ich, dein von dir begnadigtes find, opfere dir in dieser abendstunde dank und bete dich demüthig an, weil du den verwichenen tag über nicht nur mein natürliches leben erhalten, und mich mit unzähligen wohlthaten überschüttet, sondern auch mein geistliches und ewiges leben durch die gnade der buße befördert und mich dessen verfichert hast. D du treuer GOtt, heute ist meiner seele großes heil wiederfahren; heute habe ich recht gesehen, daß du nicht lust habest an der armen sünder tode, sondern wollest, daß sie sich bekehren und leben sollen. Ich kann nun gerechtfertiget in mein bette gehen, o der großen gnade! Mein gewissen ist in deinem frieden beruhiget, oder unaussprechlichen seligkeit, welche du mir geschenket hast! Alles, was ich zu deinem lobe hievon sagen kann, ist noch viel zu wenig und zu geringe gegen deine unermeßliche erbarmung. Doch soll mein mund deinen ruhm niemals verschweigen und alles, was in mir ist, soll deinen heiligen namen loben. Sind noch viele unvollkommenheiten bei mir übrig geblieben, finden sich noch unzählige fehler und gebrechen zu heilen und abzuthun: ach, so habe ich das herzliche vertrauen zud esmism aprognojna med time 2 Morgengebet eines Communicanten. Morgengebet eines Communi-| thum und gefäß deiner gnade und heiligkeit. Willst du mir heute sonst nichts geben, so schenke mir nur mei= canten. 21. ba= nen denn wird mir O ter, so ist denn durch deine barmherzigkeit nun wieder eine nacht vergangen und das erfreuliche licht angebrochen. Ich erlebe aber mals den tag, woran ich meinen seelenbräutigam, Christum JEsum, freudig umfangen und ihm als eine wohlgeschmückte braut zugeführet werden soll. Wecke mich auf, daß ich vor allen deinen findern deine barmherzigkeit mit fröhlichem munde preifen möge; diese ist es, welche mich diese nacht beschüget, beruhigt und gesegnet hat. Jetzt aber ist solche deine erbarmung neu über mir, und ich werde durch sie wieder erwecket, aufgerichtet, und mit neuer lebensund geisteskraft begnadiget. Ermuntre mich hiedurch, o bater des lichtes, meinem heilande mit heiligem verlangen entgegen zu eilen und ihn mit reinem herzen zu empfangen. Du hast mir das natürliche licht wieder geschenket; ach, laß mir auch das geistliche und ewige licht aufgehen. Deine gnade werde mir im glauben zu einem leit stern in das ewige leben. Die erhaltung meines leibes sei eine stufe zur wohlfahrt und errettung meiner seele. Gieb, daß ich diesen ganzen tag zu deinen ehren gebrauchen möge und alle meine jetzt erneuerten Präfte zum preise deiner liebe gewidmet sein lasse. Alle neigungen meines herzens laß zur ergreifung meines heilandes angewandt werden. Ich empfehle dir meinen dürftigen leib, daß du ihn ferner heiligen, erhalten, beschüßen, bersorgen, ernähren und zu deinem dienste stärken wollest. Noch viel mehr aber empfehle ich dir auch meine arme feele. HErr, mache sie in Christo schon genug, ja alles sein. Soll ich mein leben an dem heutigen tage beschließen, so laß mich in JEsu, dem lebensfürsten, durch den tod in das leben dringen. Soll ich aber noch länger auf der welt wallen, so verei= nige mich heute und allezeit so genau mit meinem erlöser, daß er meines lebens ursprung und fortgang sei. Willst du mir diesen tag über einige freude, ruhe, vergnügung und glüdseligkeit mittheilen, ach, so laß den grund davon deine vereinigung sein, daß ich mich nämlich an dich und meinen heiland halte. Gieb daneben auch eine findliche dankbarkeit für deine wohlthaten in mein herz, und laß mich alles, was du mir gutes giebest, zu deinen ehren anwenden. Soll aber dieser tag ein tag der trübsal oder des leidens werden, soll ich heute im elende, jammer und traurigkeit leben, so versüße mir alles dadurch, daß ich meinen gekreuzigten JEsum in meiner brust tragen könne und von ihm zu geduld und gelassenheit gestärket werde. Mein GOtt, ich ergebe mich selbst, die meinigen und alle meine mitchristen ganz und gar in deine hände. Thue wohl an mir und an allen deinen findern nach deiner großen güte. Sei mein schirm und schild, mein leben und heil. Laß mich bei dem heiligen abendmahl JEsu Christi dermaßen in deiner liebe vergnügt werden, daß mir dieser tag in ewigkeit zum segen sei, um deines heiligen namens willen, amen. JEfu reich; erfreue sie mit der berei= 22. Preife Jerusalem nigung dieses meines feelenschapes; segne, sättige und erquide sie ferner, wie sie es nöthig hat, und bereite sie endlich zu einem eigenden lobe 3ion deinen GOtt! Lobe den HErrn meine seele, und was in mir ist, seinen heiligen namen! Lobe den 18 Abendgebet eines Communicanten. Abendgebet eines Communicanten. HErrn meine seele, und vergiß nicht, I ret, sondern auch dermaßen geweidet, was er dir gutes gethan hat, der dir alle deine fünde vergiebt und heilet alle deine gebrechen, der dein leben vom verderben erlöset, der dich krönet mit gnade und barmherzigkeit, der deinen mund fröhlich machet. Ich danke dir von ganzem Herzen und will dir lobfingen, so lange ich lebe, denn du hast deinen namen über alles herrlich gemacht durch dein wort. Du hast mich mit vielem segen geschmücket und mein herz mit überschwänglicher ehre, trost und freude erfüllet. Barmherzig und gnädig ist der HErr, ge= duldig und von großer güte und treue. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden und vergilt uns nicht nach unserer missethat. Denn so hoch der himmel über der erde ist, lässet er seine gnade walten über die, so ihn fürchten; so ferne der morgen ist vom abend, läffet er unsere übertretung von uns sein. Wie sich ein vater über finder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Die gnade des HErrn währet von ewigfeit zu ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine gerechtigkeit auf findesfind bei denen, die seinen bund halten und gedenken an seine gebote, daß sie darnach thun. Gelobet seist du derowegen, mein GOtt und heiland, daß du so wohl an mir gethan, mich armen, elenden und fündigen menschen abermals zu gnaden angenommen, mich von allen meinen fünden gereiniget und losgezählet, auch zu wahrer versicherung deiner gnade und der erlangten vergebung der sünden, mich in deinem hochheiligen abendmahle mit deinem wahren leibe und blute unter dem brot und weine heilsamlich gespeifet und getränket haft. Dwie treulich hast du, mein treuer hirt und bischof meiner seele, an dem heutigen tage mich, dein armes schäslein, gepfleget und gehütet! Du hast mir nicht allein leib und feele und alles, was ich habe, vor aller gefahr und unfall gnädiglich bewahgelabet und erquicket, daß ich dir folche liebe und wohlthat in alle ewigs feit nicht genug verdanken fann. GOtt sei gelobet und gepreiset, der uns selber hat gespeiset mit seinem leibe und mit seinem blute, das gieb uns, HErr GOtt, zu gute. Nicht größere güte konntest du uns schenken, dabei wir deiner sollten gedenken. Ach, daß ich nun dich, mein HErr und erlöser, von ganzem Herzen, von gan= zer seele, von allen fräften und von ganzem gemüthe so hoch zu loben vermöchte, als deine wohlthaten von mir erfordern! HErr, du hast mich dir unendlich und unabträglich verbunden. Nun so thue auch diese wohl=' that hinzu und verleihe mir deine gnade, daß ich durch deines guten heiligen geistes wirkung solche güte und barmherzigkeit in stetem andenten behalte und erkenne, dich in mei= nem ganzen leben dafür lobe und preise, nichts gedenke, rede, oder thue, das deinem heiligen willen oder meiner zusage zuwider sei, sondern in allen dingen deinen heiligen geboten freudig nachwandle; auch, so ich wieder in sünden fallen sollte, alsobald durch wahre buße wieder zu dir fehre, und meinen glauben durch liebe gegen meinen nächsten thätig erweiſe. Tröste mich sodann herzlich und versichere mich der erlangten gnade und bergebung der sünden, der versiegelung der gerechtigkeit, der allerge= nauesten vereinigung mit dir, deiner hülfe und deines beistandes in allem freuz und leiden, auch der gnädigen erhaltung und erfolgenden auferweckung zum ewigen leben. Ach treuer GOtt und HErr, ziehe die hand nimmermehr von mir ab. GOtt mein heil, laß auch diese nacht, da der leib sich zur ruhe leget, meine seele und. geist stets zu dir wachen. Walte über mir und den meinigen mit deiner gnade; beschirme mir seel' und leib, habe und gut und was du mir gegönnet hast, durch deiner heiligen 2* 19 20 Morgengebet eines Kranken. mei= engel gewaltigen schuß, daß der böse| den von mir und bringe mich zu feind mit allen seinen werkzeugen und ner vorigen gesundheit; gieb auch der gefährten mir keinen schaden zufügen arzenei fraft und stärke, meiner möge. Laß mich nach deinem gnädi- schwachheit abzuhelfen. Wo du aber, gen willen morgenden tages gesund gnädiger vater, ein anderes und bes wieder erwachen, und mit dem frohen seres über mich zu meiner seele wohl= tageslichte deine güte und treue, die fahrt beschlossen hast, so geschehe dein alle morgen neu ist, von neuem sehen, wille; nur gieb mir geduld zu ertras spüren und genießen, auch loben und gen, was deine vorsehung über mich preisen, ja jegt und allezeit freudig beschlossen hat. JEsu, du sonne der fagen: GOtt vater, was du erschaffen gerechtigkeit, erleuchte diesen tag mein hast, GOtt sohn, was du erlöset hast, betrübtes herz und laß auch die zerGOtt heiliger geist, was du geheiliget schlagenen gebeine, wo nicht völlig gehast, das befehle ich dir in deine hände, nesen, doch durch dein heiliges zudas erhalte, stärke, regiere und führe sprechen ein tröpflein troftes und deiner in diesem, und nach diesem, zum ewi- ruhe finden. Vor allen dingen halte gen leben. Deinem namen sei lob, deine hand über mich, dein kind, daß ehre, preis und herrlichkeit, uns aber ich mitten in den größesten schmerfriede, freude, trost und seligkeit jetzt zen deiner süßen liebe eingedenk sei und in ewigkeit, amen. und mich deines gewiß ankommenden trostes und hülfe stets erfreue. Erhöre mich, o JEsu, mein arzt und meister zu helfen, und sei mir gnädig um deines namens willen, amen. Abendgebet eines Kranken. 24. mächtiger, gnädiger angst mer hat mich umfangen, denn du, HErr, hast mir jammer zugefügt. Die angst meines herzens ist groß, ich winfele wie ein franich und schwalbe, ich girre wie eine taube; ach HErr, siehe an meine schmerzen, die ich in dieser krankheit empfinde und die sich bei dieser anbrechenden finstern nacht vermehren. Ach HErr JEsu, du licht der menschen, laß leuchten dein antlig über mich, so genese ich. Erbarme dich meiner, mein heiland, und weiche nicht von mir in dieser nacht, da mich sonst alle welt verläßt, denn alle meine hoffnung steht zu dir. Ich bin von aller welt verlassen; doch du bist mein bater und ich dein find, darum führe meine seele aus dieser tiefen höhle, erquicke mich auf meinem fiechbette, hilf mir von aller meis ner frankheit und tröste mein wegen der fünde betrübtes herz. Ach HErr, Morgengebet eines Kranken. 23. Gerechter GOtt, barmherziger vater, du liebhaber des lebens, hier liege ich in einer frankheit, mit welcher du mich heimgeſucht hast. Mein herz bebet, meine fraft verläßt ver= fällt, die angst meines herzens ist groß, meine gebeine sind erschrocken. Hier liege ich unter deiner ruthe und ist nichts gesundes an meinem leibe. Ich weiß wohl, gerechter GOtt, daß du mich billig um meiner fünde und unbußfertigkeit willen strafest; ich wende mich aber jetzt mit bußfertigem Herzen zu dir: Ach GOtt, sei mir armen sünder gnädig, wende dein erbarmendes herz wieder zu mir, denn fiehe, um troft ist mir sehr bange. Wende dich, HErr, und errette meine feele, siehe an meinen jammer und elend, nimm dich meiner herzlich an und errette mein leben vom verderben. Gedenke, HErr, an deine treue und lege mir ja nicht mehr auf, als ich ertragen kann. Ist es dein gnädiger wille, so mache meines heulens und seufzens ein ende und nimm diese beschwerliche Prankheit in gna Gebet, wenn man zur Kirche gehen will. 21 [ prich nur ein wort, so werde ich ge-| HErr, durch deine große güte erhöre fund; es heilet uns doch weder fraut mich mit deiner treuen hülfe, amen. noch pflaster, sondern dein wort, HErr, welches alles heilet. Soll es Gebet in der Kirche. zum gehen, mich, mein GOtt, getroft sein und geben= 26. Mheiland, fiehe, auf dein fen, daß der tag des todes besser sei, als der tag der geburt. HErr JEsu, wort und befehl komme ich jetzt in du bist mein leben und sterben ist dein haus, dich zu ehren und deinen mein gewinn. Schicke es mit mir namen zu preisen. Ich erscheine an nach deinem väterlichen willen und der heiligen stätte, da deine ehre wohhilf, daß ich meine seele mit geduld net, dein seligmachendes wort anzufaffe, jederzeit fröhlich in hoffnung, hören und süßen trost für meine seele muthig in trübsal, willig zum leiden, zu holen. Du weißt aber, o HErr, bereit zum sterben, beständig im glau- wie träge mein gemüthe, wie unheilig ben bis ans ende verbleibe. Meine mein herz, wie blind mein verstand, seele wartet auf dich von einer mor= wie schwach mein gedächtniß, wie ge= genwache bis zur andern und vom ringe mein bermögen ist, daß ich von mittage bis zur mitternacht schreie ich mir selber als von mir selber, solches nach deiner hülfe, so komme nun, gute vorhaben nicht vollbringen kann. HErr, mein arzt und heile mich, Darum bitte ich dich, liebster heiland, fomm mein vater und hilf mir, kommermuntere doch mein gemüthe, heilige mein HErr und GOtt und führe das herz, erleuchte den verstand, stärke mich aus aller noth, amen. das gedächtniß, mehre das vermögen und hilf, daß ich dein theures wort mit freudigem verlangen hören und in gläubiger andacht fassen und bes halten, dadurch auch in deiner seligen erkenntniß und in dem verſtändniß der göttlichen wahrheit merklich zunehmen, ja mein ganzes leben hinfort nach deinem willen gottselig einrichten möge. Erquicke meine arme seele mit deinem troste wider fünde, tod, teufel und hölle und alle zeitliche trübsal, und verleihe, daß ich dermaleinst aus dieser streitenden kirche zu der triumphirenden gemeine deiner auserwählten im himmel gelange. Amen, mein JEsu, verweigere mir nicht, was mein mund zu deiner ehre und meiner seligkeit bittet, um deines heiligen verdienstes willen, amen. Gebet, wenn man zur Kirche gehen will. 25. Allmächtiger GOtt, himmlischer bater, auf deine große güte will ich in dein haus gehen und anbeten in deinem heiligen tempel in deiner furcht. HErr, leite mich in deiner gerechtigkeit, richte deinen weg vor mir her, führe mich auf dem steige deiner gebote, denn du bist mein GOtt und HErr meines heils. Lust habe ich zu deiner wohnung und bin gerne in der gemeine der heiligen, die dich loben und bekennen. Wie lieblich find deine wohnungen HErr jebaoth! meine seele verlanget und sehnet sich nach deinen vorhöfen. Kommet lasset uns anbeten, knien und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat; denn er ist unser GOtt und wir das volk seiner weide und schafe seiner heerde. Erhebet den HErrn unfern GOtt, betet an zu feinem fußschemel, denn er ist heilig. Ich bete zu dir zur angenehmen zeit, Gebet, wenn man aus der Kirche nach Hause gehen will. 27. Barmherziger vater, die durch die himmlische gnadenspeise deines göttlichen wortes abermals ge 22 Gebet, wenn man aus der Kirche nach Hause kommt. sättiget hast, so sage ich dir deswegen gnade ist mein leitstern, deine liebe herzlich loh und dank und bitte dich mein gefährte, deine wahrheit mein von grunde meines herzens, du wol- schirm und schild, dein wort meine left hierauf mich in meinem stande speise und mein trank gewesen. Nun und berufe deiner verheißung nach bin ich abermals an meiner Seele gnädiglich ansehen und segnen, mich erquicket worden. Laß mich nun nicht allezeit in wahrer andacht erhalten, vergessen, wie du mich so wohl bedacht damit ich dich dermaleinst in der selig- hast. Gieb, daß ich in einem reinen feit mit allen himmlischen heerschaa- herzen behalte, was mir durch die preren unaufhörlich preisen möge. Dir fei sammt deinem geliebten sohne JEsu Christo und dem heiligen geiste für diese und alle andere wohlthaten auch hier zeitlich lob, ehre und dank gesagt, amen. digt deines wortes darein geleget worden. Deine lehren laß mich klug, deine vermahnungen fromm, deine tröstungen stark machen, und so wird meine seele indessen nahrung genug haben, bis ich wiederum in deinen tempel vor dein heiliges angesicht fomme. Soll aber dieses das letzte mal sein, daß ich in deinem hause gewesen bin, so bringe mich in das mit den gemacht ist, da will ich deine rechte preisen und deinen ruhm berkündigen immer und ewiglich, amen. Gebet, wenn man aus der Kirche nach Hause kommt. anf 28. GOtt, daß du mich dieses gute werk hast vollenden lassen; preis sei dir für alles, was du jetzt an meiner seele gethan hast. Deine II. Danksagungen für die Wohlthaten GOttes. Danksagung für die Schöpfung.| HErrn, daß du mich, deine kreatur, zu einem bernünftigen menschen nach mir leib und 29.himmlicher bater, ber féele und alle glieder, vernunft, bers du nicht geschaffen, nicht geboren, son- stand und alle sinne gegeben hast und dern vor allem anfange bon ewigkeit noch bewahrest. Groß und wunderbist, ich bete dich an, ich ehre, lobe, bar ist deine güte an mir, der du mich, preise dich und sage dir von grund als ich noch im mutterleibe verschlos meines herzens dank für alle deine fen war, erhalten und ernähret, auch wohlthaten, und sonderlich, daß du bon dannen heraus gezogen und mich himmel und erde, sonne, mond und nicht blind, taub, stumm, lahm, oder alle freaturen, dazu alles, was da le- gebrechlich haft lassen geboren wer bet und ist, durch deine allmacht und den, mich auch nicht zu einem viehe, göttliches wort geschaffen haft und welches ohne verstand und vernunft durch deine weisheit regierest und er- ist, geschaffen hast. Viel und manhältst. Auch danke ich dir, daß du nigfaltig ist deine barmherzigkeit an den ganzen erdboden sammt allen mir, wer kann die großen thaten des Preaturen durch deine gute und barm- HErrn ausreden und alle seine löbherzigkeit, dem menschlichen geschlechte lichen werke genugsam preisen? Wer dienstbar untergeben und ihm zu gut fann alle sein lob erzählen? Niemand ausgetheilet hast. Insonderheit aber ist, der alle seine wohlthaten auszulobe ich dich, meinen schöpfer und sprechen vermag. Ob mun wohl ich Danksagung für die Erlösung. 23 armer sünder dich nicht loben kann,| GOtt, wie groß ist deine liebe gegen so viel und hoch als du würdig bist und ich schuldig bin, so will ich doch darum nicht schweigen, sondern deinen heiligen namen ohne unterlaß rühmen, so viel ich kann und so viel du gnade geben wirst. Ich will deine gerechtigkeit, gnade und große barmherzigkeit preifen, so lange ich lebe, und weil ein lebendiger odem in mir ist, will ich nicht vergessen, was du mir gutes erzeiget hast. Meine zunge, die du mir gegeben, soll deiner ehre voll werden und immer sagen: Hochge= lobet bist du in allen deinen werken, hochgelobet ist deine göttliche majestät. Ich danke dem HErrn in seinem heiligthum, ich lobe ihn in der feste seiner macht, ich preise ihn in seinen thaten, ich rühme ihn in seiner groBen herrlichkeit. Alles, was odem hat, danke dem HErrn, halleluja. das menschliche geschlecht, sintemal du gerechter für die ungerechten und gottlosen gestorben bist. Wie kann doch immer größere liebe sein, als wenn einer sein leben für seine freunde läffet? Nun aber beweisest du deine allerhöchste und überschwängliche liebe an uns, daß du für uns gestorben bist, da wir noch sünder und deine feinde waren, und hast uns durch) deinen tod mit dem vater versöhnet, seinen gerechten zorn gestillet und die handschrift ausgetilget, so wider uns war, welche durch saßungen entstand und uns entgegen war, und haft fie aus dem mittel gethan und an das kreuz geheftet. Du hast ausgezogen die fürstenthümer und die gewaltigen der finsterniß, und sie schau getragen öffentlich und einen triumph aus ihnen gemacht durch dich selbst. Dazu hast du mit deiner heilwärtigen aufz von den Danksagung für die Erlösung. 30. Chriſte, des lebendigen GOttes sohn, der du bist das ebenbild und der glanz deines baters, nicht gemacht noch erschaffen, sondern von ewigkeit gebound ewiges leben, wahre gerechtigkeit mir und allen wieder bracht, die solches von herzen gläuben. O du treuer heiland, laß dein heiliges leiden an mir armen fünder nicht übel angewendet sein. Hilf, daß ich ren, in einem göttlichen unzertrenn- hinfort nicht mir selbst lebe, sondern lichen wesen, gleicher majestät und herrlichkeit: ich bete dich an, ich ehre, lobe, preise dich und sage dir dank für alle deine wohlthaten, sonderlich aber, daß du zur bestimmten zeit, nach deinem göttlichen willen und wohlgefallen, von Maria, der reinen und feuschen jungfrau, wahre menschliche natur an dich genommen hast, mich armen verlorenen und verdammten menschen erlöset, erworben und ge= wonnen, von allen sünden, vom tode und der gewalt nicht dir, der du für mich gestorben und wieder auferstanden bist, daß ich auch von sünden aufstehe und in dir lebendig werde, dein eigen sei und in deinem reiche unter dir lebe und dir diene, der du bist aufgefahren gen himmel, fizest zur rechten deines vaters immer und ewiglich, amen. HErr JEsu Christe, du mit gold oder fülber, sondern mit den 31. A bist ber anfang, bad eit nem heiligen, theuren blute, und mit deinem unschuldigen leiden und sterber und solches alles aus lauter grundloser liebe, gnade und barmherzigkeit, ohne alle meine werke, verdienst und würdigkeit. O lieber HErr Danksagung für die heilige Taufe. tel und ende unserer seligkeit, du hast das sakrament der heiligen taufe gestiftet und dasselbe in dem werke der erlösung bezeuget, da aus deiner eröffneten seite blut und wasser geflossen ist; daher Johannes faget: Drei sind, Danksagung für 24 die heilige Taufe. die da zeugen auf erden, der geist, das ben, durch welchen wir rufen: Abba wasser und das blut, und die drei sind lieber vater! hast mich dadurch in dei= beisammen. Du hast auch dieses sa- nen ewigen gnadenbund aufgenomframent durch deine eigene taufe in men und dich mit mir verbunden dem Jordan, als durch dein eigenes durch deine verheißung, mein bater zu exempel, bestätigt und geheiliget. Ich sein in ewigkeit; hast mir auch das danke dir herzlich, daß du mich durch findesrecht, nämlich das ewige himmdieses sakrament deiner heiligen christ- lische erbe und die seligkeit gegeben. lichen firche einverleibet und mich da- Summa, mir ist in der heiligen taufe durch in die gemeinschaft aller deiner das höchste gut, GOttes lieber sohn Himmlischen und ewigen güter ge mit allen seinen wohlthaten geschenfeket, die du durch dein bitteres leiden fet. Christus ist mein mit allem, was und sterben erworben hast. Du hast er ist und hat. Was kann mir nun mich dadurch von dem gräulichen gift die sünde thun? Ist doch Christus und aussaß der erbsünde gereiniget meine gerechtigkeit. Was kann mir und abgewaschen, mir alle meine fün- der tod thun? Ist doch Christus mein de, schuld und missethat aus gnaden leben. Was kann mir der teufel bergeben und mich gereiniget durch thun? Christus ist meine stärke und das wasserbad im heiligen worte und sieg. Was kann mir die welt thun? alle meine übertretungen getilget, daß Christus hat sie überwunden. Ja nicht eine überblieben, die mich ver- mein HErr Christus hat mich schon dammen könne, weil nun nichts ver- felig gemacht und mir alle ſeligkeit in dammliches mehr an denen ist, die in der heiligen taufe geschenket, darum Christo JEsu find. Du hast mich warte ich der künftigen herrlichkeit in auch, weil die sünde vergeben, von geduld. Was kann mir armuth, dem ewigen tode und von der angst, elend, Freuz, verfolgung und verachfurcht und schrecken des zeitlichen to- tung schaden, bin ich doch schon selig; des, auch von der gewalt des teufels die güter der gnade habe ich alle in erlöset, weil du mich dir einverleibet, und mit Christo empfangen, nun zut einem gliede deines geistlichen lei- warte ich nur auf die güter der herrbes gemachet, mich in dein gnadenlichkeit. Weil ich aber, o mein HErr reich verseket, mich mit dir vermählet und in ewigkeit verlobet hast. Und weil ich durch die taufe dich angezogen, so bin ich mit deinem ganzen heiligen gehorsam, verdienst, gerechtigteit, heiligkeit und unschuld, als mit dem rocke der gerechtigkeit bekleidet. Du hast mich durch das bad der wie= dergeburt und erneuerung des heiligen geistes neu geboren, aus einem fünder einen gerechten gemachet, indem ich in deinen tod getaufet, der frucht deines todes theilhaftig worden, deinem gehorsam und verdienste einverleibet und demnach aus einem finde des zorne ein kind der gnade worden bin. Du hast mich aus einem armen, elenden, verlorenen menschenPinde zu GOttes finde gemacht, mir den heiligen geist der findschaft gegeJEsu Christe, durch die taufe mit dir gestorben und begraben bin, so hilf mir, weil ich noch im fleische lebe, daß ich nicht nach dem fleische lebe, sondern daß meine taufe täglich in mir fruchtbar sei und die tödtung des flei sches wirke, daß ich durch herzliche reue und leid täglich mit dir sterbe, denn wer täglich in ihm selbst stirbet, der hat allezeit einen neuen anfang seines lebens in dir. Und weil ich dir, mein HErr und GOtt, als ein pfropfreis dem baume des lebens einberleibet bin, so laß mich in dir, als eine rebe am lebendigen weinstocke, frucht bringen, nicht früchte des alten, sondern des neuen menschen, der neuen freatur, früchte des geistes, daß ich täglich bedenke, daß ich zu einem neuen leben getauft sei; ja, daß ich Danksagung für die Offenbarung des göttlichen Wortes. 25 dich angezogen habe als ein geschenk| das vor der zeit her verborgen geweder ewigen gerechtigkeit und feligkeit sen ist. Du hast uns gesegnet mit und als ein neues leben, dadurch du allerlei geistlichem segen in himmlis in mir und ich in dir ewiglich leben schen gütern durch Christum; wie du und bleiben möge. Ja laß mich den uns denn erwählet hast durch denselbund, den du mit mir gemacht hast, ben, ehe der welt grund geleget war, nimmermehr vergessen, denselben und hast uns wissen lassen das genicht brechen noch verleugnen, weder heimniß deines willens nach deinem mit dem herzen und munde, noch mit wohlgefallen und dasselbige durch einem gottlosen leben, sondern laß ihn hervor gebracht, daß es gepredis mich dessen jederzeit freuen und trö- get würde, jetzt da die zeit erfüllet sten und darauf wider alle anfech- ist; durch welchen wir hören das wort tung mich sicherlich verlassen, daß ich der wahrheit, nämlich das evange in diesem bunde, welcher ewig fest und lium von unserer seligkeit, durch wel gewiß ist, auch ewig bleiben und selig chen wir auch haben freudigkeit und werden möge, amen. zugang in aller zuversicht, durch den glauben an dich. Denn außer dem= selben ist sonst in keinem andern heil, ist auch kein anderer name den menschen gegeben, darinnen sie sollen selig werden, denn allein in dem naDanksagung für die Offenbarung des göttlichen Wortes. 32. ch preise dich, vater und erden, daß du dein heiliges wort, das liebe evangelium, und in demselben deinen eingebornen sohn, JEsum Chriftum, in welchem alle schäße der weisheit und der erkenntniß verborgen liegen, uns unmündigen und berachteten offenbaret hast, welches doch den weisen und klugen dieser welt unbekannt ist. Ja vater, es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Um folche deine wohlthat will ich dich alle zeit loben und mein lebelang dir dan ken, daß du mich von christlichen eltern wahrheit und das leben, die thür und pforte zum himmelreich, der mit dem vollkommenen opfer seines unbefleck ten leibes uns eine ewige erlösung, ohne alle unsere werke und verdienst erworben hat. Denselben hast du von den todten auferwecket und gesetzet zu deiner rechten im himmel, über alle fürstenthümer, gewalt, macht, herrschaft und alles, was genennet werden mag, nicht allein in dieser welt, sondern auch in der zukünftigen. Ich bitte dich, du wollest uns bei solhaft laffen geboren werden, durch welchem heilwärtigen glauben und er= che ich mit deiner hülfe zu dem rechten feligmachenden glauben und zu der neuen geburt aus dem wasser und geiste kommen bin. Ich preise dich, daß du die finsterniß meines herzens mit dem glanze deines göttlichen lichtes erleuchtet, und mich von aller falfchen lehre und abgötterei errettet hast, auf daß ich ein miterbe und mitgenoß deiner verheißung in Christo durch das evangelium sei, welches uns den unerforschlichen reichthum deiner gnade verkündiget, und jedermann er= leuchtet, daß wir erkennen, welches da fei die gemeinschaft des geheimnisses, herz und munde, der du allenthalben fenntniß fest erhalten, denn dich er= kennen und deine macht wissen, ist eine wurzel des lebens; auf daß unser glaube, den wir mit einander ha ben, in uns fräftig werde, durch ers fenntniß alles des guten, das wir haben in Christo JEsu, unſerm HErrn, amen. ch lobe, HErr, deinen namen und danke dir mit Danksagung für die göttliche Fürsorge. 33. J Danksagung für GOttes Barmherzigkeit. jedermann odem giebest, und gema-| gen, nimm mich auch nicht weg in chet hast, daß von einem blute aller der hälfte meiner tage. Die haare menschen geschlechter auf dem ganzen auf meinem haupte sind gezählet, erdboden wohnen, und ihnen ein ziel darum fürchte ich mich nicht; auf gesetzet, wie lang und breit sie woh- dich habe ich mich verlassen von meinen sollen, damit sie dich, den HErrn, ner mutter leibe an. Du hast mich suchen. Ich danke dir, daß auch ich so wunderbarlich geführet, aber alles wunderbarlich gemacht bin, denn wohl gemacht; ich hoffe noch darauf, deine hände haben mich gearbeitet, ja mein herz freuet sich, daß du so und gemacht alles, was ich um und gnädig bist und immer hilfest. Verum bin. Du hast mich aus leimen ge- laß mich nicht in meinem alter und macht und wirst mich wieder zu erde wenn ich grau werde, thue deine hand machen. O wie wunderbarlich sind, nimmer von mir ab. Bewahre mich HErr, deine werke, und das erkennet vor allem übel und errette mich von meine seele wohl. Ich erkenne, HErr, allem bösen. Ach HErr, habe deine daß du GOtt bist, du hast uns ge- wohnung unter uns, daß uns deine macht, und nicht wir selbst. Ich danke seele nicht verwerfe. Wandle ferner dir auch, daß du mich von mutter- unter uns, sei unser GOtt und laß leibe an lebendig erhalten und mir uns dein volk sein. Laß den bund alles gute gethan hast. Hilf, daß deines friedens nicht hinfallen, und ich dich mein lebelang vor augen und wenn es abend mit uns werden will, im herzen habe, mein anliegen auf so bleibe, HErr, bei mir. Denn wenn dich werfe und fest hoffe, du werdest ich nur dich habe, so frage ich nichts mich und uns alle versorgen, denn du nach himmel und erde, denn du allein bist unser vater; wir sind thon, du bist meines herzens trost und mein bist unser töpfer; wir sind alle deiner theil. Hilf aber, daß ich auch deinen hände werk. Gedenke denn, daß wir bund halte, an deine gebote gedenke staub sind. Thue deine hand nicht und mein lebelang darnach thue, dich von mir und verlaß mich nicht. In fürchte und ehre in einem vernünftideiner hand ist ja alles, die seele alles gen gottesdienste, daß ich den tod nicht deffen, das da lebet, und der geist sehe ewiglich und mich niemand aus alles fleisches eines jeglichen. Du deiner hand reiße, so will ich den haft auch alles geordnet mit maß, HErrn loben, weil ich lebe, und dir zahl und gewichte. Deine vorsicht, meinem GOtt lobsingen, weil ich hier bater, regieret es und du erbarmest bin, amen. dich über alle deine werke, forgest auch für alle gleich. HErr, meine wege sind in deiner hand. Du bist meine zuversicht, HErr, HErr, meine hoffnung von meiner jugend an; du willst, daß allen 34 du heiligſte dreifaltigkeit, werde, denn du bist der heiland aller schiedlich in drei personen, und doch menschen. So sei nun, mein GOtt, einig im wesen, ein HErr und ein auch mit mir; gieb mir ferner, was GOtt in gleicher majestät und herr mir zum unterhalt dieses zeitlichen lichkeit! Wir beten dich an, wir ehren, lebens nöthig ist. Ich werfe alle mei- loben, preisen dich, wir danken dir ne sorge auf dich, denn du sorgest für von grund unserer herzen für alle mich. Beweise auch an mir deine deine wohlthaten, die du uns erzeiget wunderliche güte, du heiland derer, hast. Denn es ist ja billig und recht, die dir vertrauen. Laß mich nicht und ist heilsam, daß wir dir, o heiliversuchet werden über mein bermöger vater, an allen orten und zu jeder 26 Danksagung für GOttes Barmherzigkeit. Danksagung, daß une GOtt in Noth erhalten. zeit dank sagen, durch JEsum Chriftum, unsern HErrn, welchen da loben die engel und welchen alle chöre der himmlischen heerschaaren, die ge= waltigen und fürsten im himmel und alle fräfte der erde anbeten, welchen auch absonderlich deine heilige christliche lirche in dem ganzen umkreis der welt mit hohem gezeugniß ohne unter laß lobet und preiset. Mit denselben wollest du auch unsere stimme zulassen, und dieses unser gebet, lob und banksagung annehmen, die wir jetzt für deine große barmherzigkeit thun, welche, so hoch der himmel über der erde ist, über uns alle morgen neu aufgehet. Denn da wir todt waren in fünden, hast du uns in Christo lebendig gemacht, und den überschwänglichen reichthum deiner gnade durch deine güte über uns erzeiget. O wie ist die barmherzigkeit des HErrn so groß und läßt sich gnädig finden de nen, so sich zu ihm bekehren! Wer fann seine barmherzigkeit erzählen? fie ist ja so groß, als er selber ist. Er strafet und züchtiget, er lehret und pfleget uns, wie ein hirt seine heerde. Er erbarmet sich aller, die sich ziehen laffen und GOttes wort fleißig hören. Wie sich ein vater über finder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Wo ist solch ein GOtt, wie du bist? der die sünde vergiebet, und erlässet die missethat den übrigen seines erbtheils, der seinen zorn nicht ewiglich hält, sondern sich unserer wieder erbarmet, unsere missethat dämpfet und alle unsere fünde in die tiefe des meeres wirft. Solche deine güte und über alle maße reiche barmherzigkeit wollen wir rühmen und verkündigen, von geschlecht zu geschlecht, und dich preisen, daß du gnädig und barmherzig, geduldig und von großer güte und treue bist. Wir bitten dich: laß uns arme sünder bei dir auch barmherzigkeit erlangen, durch JEsum Christum, unsern HErrn, amen. 27 | Danksagung, daß uns GOtt in mancherlei Noth und Gefahr erhalten und behütet hat. 35. obe den HErrn, meine seele, und was in mir ist seinen heiligen namen! Lobe den HErrn, meine seele, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat! Der dir alle deine sünde vergiebet und heilet alle deine gebrechen, der dein leben vom verderben erlöset, der dich frönet mit gnade und barmherzigkeit. Mein GOtt, ich danke dir, daß du meinen gang erhalten haft auf deinen fußsteigen, daß meine tritte nicht ges gleitet haben. Du hast deine wunderbare güte an mir bewiesen wider die, so sich gegen deine rechte hand ge= seget haben, du heiland derer, die dir vertrauen. Du hast mich behütet, wie einen augapfel im auge, du hast mich beschirmet unter dem schatten deiner flügel vor den gottlosen, vor meinen feinden, die um und um nach meiner seele trachten. Darum will ich schauen dein antlig in gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem bilde. Du, HErr, erleuchtest mich; der HErr, mein GOtt, machet meine finsterniß lichte. Ach, mein GOtt, du hast mich in meiner noth oft erhöret, dein name hat mich oft geschüßet, du hast mir oft hülfe gefandt von deinem heiligthume und mich aus 3ion gestärket. Darum rühme ich, daß du mir hilfst und in deinem namen werfe ich das panier auf. Du hast mich mit deinem segen überschüttet und erfreuet mit freuden deines antliges. Du hast das elend der armen nicht verschmähet, und dein antlig vor mir nicht verborgen, und da ich zu dir schrie, hast du mir ausgeholfen. Du getreuer hirt hast mir, deinem armen schäflein, nie et= was mangeln lassen, hast mich allezeit auf grüner aue deines göttlichen worts geweidet, und zum frischen trostbrünnlein Israels geführet. Du haft allezeit meine seele erquidet, und Danksagung für die gnädige Erhörung des Gebets. 28 mich auf rechter straße geführet um deines namens willen. Und ob ich gleich oft im finstern thale des freuzes und in mancherlei gefahr gewandelt habe, so habe ich doch kein unglück gefürchtet, denn du bist allezeit bei mir gewesen; dein stecken und stab hat mich allezeit getröstet; du hast vor mir einen tisch bereitet gegen meine feinde. Du hast mein haupt mit dem himmlischen freudenöle deines heiligen geistes gesalbet und mir deinen göttlichen troft und rath voll eingefchentet. Du hast mir gutes und barmherzigkeit mein lebeiang folgen lassen, daß ich hoffe zu bleiben in dei= nem hause immer und ewiglich. Ach HErr, du hast meine seele aus der hölle geführet, du hast mich lebendig erhalten, da andere in die hölle fuhren. Du hast mich unterwiesen und mir den weg gezeiget, den ich habe wandeln sollen; du hast mich mit deinen augen geleitet. Ach GOtt, wie theuer ist deine güte, daß menschenfinder unter dem schatten deiner flügel trauen und zuflucht finden. Sie werden trunken von den reichen gütern deines Hauses, und du tränkest fie mit wollust als mit einem strome. Denn bei dir ist die lebendige quelle, und in deinem lichte sehen wir das licht. Mein GOtt, du hast mich viele und große angst erfahren lassen, du hast mich wieder lebendig gemacht und aus der erde heraus geholet. Darum sei nun zufrieden, meine seele: der HErr thut dir gutes, denn er hat meine feele aus dem tode geriffen, meine augen von den thränen, meine füße vom gleiten. Ich will wandeln vor dem HErrn im lande der lebendigen. Wie soll ich dem HErrn vergelten alle seine wohlthat, die er an mir thut? Ich will den heilsamen felch nehmen und des HErrn namen predigen. Ach, mein GOtt, wie oft hast du mich vor dem brüllenden löwen, dem teufel, bewahret, daß er meine seele nicht verschlungen; wie oft hat der satan mein begehret, daß er mich sichten möchte, wie den weizen. Du aber, mein HErr JEsu Christe, mein fürsprecher, haft für mich gebeten, daß mein glaube nicht aufgehöret hat. Wie oft hast du mich von den lügenmäulern und zänkischen leuten errettet, die ihre zunge schärfen, wie eine otter. Wie oft hast du mich aus noth und gefahr gerissen und mich bedecet in deiner hütte zur bösen zeit, und mich heimlich verborgen in deinem gezelte bor jedermanns trop. Wie oft hast du mich vor zorn, rachgier und anderen fleischlichen lüsten bewahret, daß ich nicht schrecklich gefallen bin. Ja, wie oft bin ich gefallen, und du hast mich nicht wegge= worfen, sondern mich bei meiner hand gehalten und mich wieder aufgerichtet. Ach GOtt, wie kann ich dir genugsam für deine gnädige hülfe, errettung, stärke und trost danken? Wie oft hast du deinen engeln über mir befehl gethan, daß sie mich behütet haben auf allen meinen wegen, daß sie mich auf den Händen tragen müssen und ich meinen fuß nicht an einen stein gestoßen habe. Gelobet seist du, o mein HErr und GOtt, der du allein wunder thust; gelobet sei dein heiliger name ewiglich, und alle lande müssen deiner ehre voll werden, amen. Danksagung für die gnädige Erhörung des Gebets. 36. HErr GOtt, du gedenkeſt ja noch an mich verläsfest nicht, die dich anrufen und dich lieben, denn du erhörest gebet, darum kommt alles fleisch zu dir. Du haft auch mich zur angenehmen zeit erhöret und mir am tage des heils geholfen. Ich sprach in meinem za gen: ich bin von deinen augen vers stoßen; dennoch hörtest du meines flehens stimme, da ich zu dir schrie. Ich danke dir, daß du meine stimme und mein flehen erhörest und dein ohr zu mir neigest, darum will ich Gebet um rechtschaffene Buße. 29 dich mein lebelang anrufen. Denn| gebet ist erhöret. Bater, ich danke dir, wenn ich rufe, werde ich inne, daß du mein GOtt bist. Mein Herz ist fröhlich in dem HErrn, der mich erhöret hat zur zeit meiner trübsal. HErr, ich lobe deinen namen ohne unterlaß, ich preise dich und danke dir, denn mein daß du mich erhöret hast, ich weiß, daß du mich allezeit erhörest. Gelobet sei GOtt, der mein gebet nicht verwirft, noch seine güte von uns wendet, amen. III. Gebete vor und nach der Beichte. Um rechtschaffene Buße. ich deine gebote nicht vergesse. Beschneide du die vorhaut meine's hec37. Gnädiger und barmherzens. Entsündige mich, daß ich rein ziger GOtt, du bist geduldig, von großer güte und treue, du berufest uns täglich durch die gnadenpredigt deines wortes zur christlichen bekehrung, du läsfest in deinem namen allen menschen buße und vergebung der fünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner langmuth und unaussprechlichen barmherzigfeit geduld mit uns, indem du die fünder nicht auf frischer that in ihren mißhandlungen plöglich überfällst, dieselben mit deinem gerechten zorn und gerichte zu strafen; sondern du giebst raum und frist zur bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jeder mann zur buße bekehre und das ewige leben habe. O lieber GOtt, du weißt unsers fleisches trägheit und des herzens härtigkeit, daß wir durch die erbschuld dermaßen verderbet und so tief in die sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die wunden JEsu Christi unsers HErrn: bekehre mich, so werde ich bekehret, denn du bist mein GOtt, und so ich bekehret werde, thue ich buße. Heile du mich, HErr, werde, wasche mich, daß ich schnees weiß werde: Schaffe in mir, GOtt, ein reines herz und gieb mir einen neuen gewissen geist. Verwirf mich nicht von deinem angesichte und nimm deinen heiligen geist nicht von mir. O lieber GOtt, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige sünderin, als sie zu deinen füßen- lag und herzlich über ihre missethat weinte, und wie den zöllnet im tempel, als er an seine brust schlug und um gnade bat. Verleihe mir ernstliche reue und leid über meine fünde, auch einen wahren glauben mit rechter zuversicht auf deine gnade, dazu würdige früchte der buße. Laß mich die zeit meiner heimsuchung erkennen und den reichthum. deiner güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme zeit und den tag des heils nicht versäume und nicht verziehe, mich zu dir, meinem GOtt und HErrn, zu bekehren, daß ich meine buße nicht von einem tage auf den andern, noch auf das letzte stündlein spare, sondern daß ich jetzt diesen tag mich befehre und bessere, amen. so werde ich heil. Hilf du mit, ſo ift 38. Siehe, ich bin wie ein verirrtes und verlorenes schaf; suche deinen Pnecht,( deine magd) auf daß Gebet um wahre Erkenntniß der Sünden. heiliger und gerechter barmherziger vater, ich bekenne und klage dir meine angeborne blindheit, daß ich meine 30 Gebet um Vergebung der Sünden. funde nicht so vollkommen erkenne,| ist nur zum bösen geneiget. Ach HErr, noch so herzlich bereue, als es wohl wer fann merken, wie oft er fehle? sein sollte. Ach HErr, du stellest unsere Siehe, ich erkenne meine missethat anerkannte sünde ins licht vor deinem und meine fünde ist immer vor mir. angefichte. Gieb mir die größe und Allein an dir habe ich gefündiget und mannigfaltigkeit meiner fünden zu übel vor dir gethan, auf daß du recht erkennen, stelle sie mir in diesem leben behaltest in deinen worten und rein unter die augen, damit sie mir nicht bleibest, wenn du gerichtet wirst. Ich am jüngsten tage unter die augen ge- bitte aber deine unaussprechliche stellet und ich dadurch vor engeln und barmherzigkeit: gehe nicht ins gericht menschen zu schanden werden möge. mit deinem fnechte,( mit deiner magd) Ach HErr, du siehest und weißt mei- denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. nes herzens härtigkeit, die mit ange- Wenn du, HErr, willst sünde zurechboren ist; nimm dieselbe von mir nen, HErr, wer wird bestehen? Denn hinweg und erweiche mein herz durch siehe, auf tausend kann dir der mensch dein heiliges wort, daß ich meine nicht eines antworten; sintemal alle sünde inniglich bereuen möge. O unsere gerechtigkeit vor dir ist wie ein HErr JEsu, der du dein heiliges blut beflecktes fleid. Derohalben erbarme am stamme des freuzes vergossen hast, dich meiner nach deiner güte und auf daß du mein herz dadurch erwei- tilge meine fünde nach deiner großen dhen möchtest; laß dieses dein heiliges barmherzigkeit. Wasche mich wohl blut und theures leiden an mir nicht von meiner missethat und reinige mich verloren sein. Du treuer lehrer hast von aller meiner fünde um deines in den tagen deines fleisches gerufen: namens willen. HErr, sei mir gnäThut buße! du wollest jetzt auch fräs- dig, heile meine seele, denn ich habe tiglich in mein herz rufen: Thue buße leider an dir gefündiget. Gedenke, und bereue deine sünde! Du stehest HErr, an deine barmherzigkeit und vor der thür meines herzens und an deine güte, die von der welt her Flopfest an; ach, gieb gnade, daß ich gewesen ist. Gedenke nicht der sünden deine stimme höre, daß ich nicht mein meiner jugend, noch meiner übertreherz verschließe, sondern die thür auf- tung; gedenke aber meiner nach deithue. Oheiliger geist, der du in tau- ner großen barmherzigkeit, um deiner bengestalt über Christum herab ge- güte willen. Gedenke auch, daß wir fahren bist, gieb mir auch, daß ich in fleisch sind, ein wind, der dahin fähret wahrer reue und leid über meine sünde und nicht wieder kommt, und laß ab girren möge wie eine taube. O du von deinem zorn und grimm über ewiges himmlisches licht, erleuchte uns. O gütiger GOtt, ich bekenne mein finsteres herz, daß ich in deinem ja, daß nicht meine werke noch mein lichte die finsterniß meiner fünden er verdienst meine sünden austilgen Fennen und herzlich bereuen möge, mögen; sondern allein das heilige leiden und sterben Jesu Christi, des unbeflecten lammes ist eine reiche bezahlung für unsere mißhandlungen, und sein blutvergießen zur bergebung unserer sünden, ist eine abwaschung amen. und reinigung unserer ſeelen. Auf Gebet um Vergebung der Sünden. 39. barmherziger GOtt, find meine sünden, viel und mächtig find meine missethaten, unzählig find meine übertretungen, denn alle mein dichten und trachten von jugend auf nung rufe ich zu dir, du wollest mir meine übertretungen aus gnaden vergeben, die sünde bedecken und meine missethat mir nicht zurechnen. Gebet um Vergebung der Sünden. 31 Verzeihe mir auch die verborgenen| herzig, und von großer güte. Darum fehler, auf daß meine betrübte seele und die gebeine, welche sehr erschrocken sind, wiederum erfreuet und getröstet werden. Denn dein ist die barmher= zigkeit und vergebung, bei dir ist gnade und viel erlösung. O HErr, erhöre die stimme meines flehens und verachte nicht das heulen meines herzens um JEsu Christi deines lieben sohnes willen, amen. trete ich mit freuden zu deinem gnadenstuhle und begehre demüthiglich gnade. Erlaß mir, o GOtt, was ich dir schuldig bin; ich kann nicht zahlen aus unvermögen, du aber fannst es mir erlassen aus gnade. Gehe nicht, ach gehe nicht mit deinem knechte( mit deiner magd) ins gericht! Rechne mir die sünde nicht zu, die ich entweder aus vorsaß oder aus irrthum und unwissenheit begangen habe. Siehe ist vergossen für die fünde der welt. an das blut deines sohnes, dasselbe Ich bin auch in der welt und bin ein sünder, darum ist es auch für mich bergossen. Ach HErr, du hast mich geschlagen, verbinde mich; du haft mich zerrissen, heile mich. Gieb mir glauben mit beständigkeit, daß ich an deinem tische ein würdiger gast sei und in der gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das gute, so ich mir vorgenommen, ins werk richten möge. Beuge das herz zur gottesfurcht, die ohren zur fleißigen aufmerkung deines wor= tes, die zunge zum lobe deines naNoch ein Gebet um Vergebung der Sünden. Joel. II, 12. 13. 14. o spricht der HErr: Befehret euch zu mir von ganzem Herzen, mit fasten, mit weinen, mit flagen. Berreißet eure herzen und nicht eure kleider und befehret euch zu dem HErrn eurem GOtt, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer güte und reuet ihn bald der strafe. Wer weiß, es mag ihn wiederum gereuen und einen segen hinter sich lassen. Mehe 40. fommt, den werde ich nicht hinaus stoßen; auf solche deine verheiBung fomme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drücket und beschweret mich der sünden last, welche ich in demüthiger beichte vor deinem angesicht niederlege. Uch vater, ich habe gesündiget in dem himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein kind heiße. Ach, wie oft habe ich dich belei diget und zum zorne gereizet. Ich mag nicht alle meine fünden erzählen, es gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel worte davon zu machen. Dies einige sage ich und bekenne es gerne, daß ich viel und große strafe verdienet habe, welche ich mit meinen kräften nicht abwenden fann. Du aber bist gnädig und barmfrieden im hause und öffentlich, wende ab die ärgernisse, behüte die meinen und regiere alles unser thun, daß es dir angenehm und den gläubigen heilsam sein möge. Höre mein seufz zen, o mein GOtt, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest, amen. Gebet, wenn man zum Beichtstuhle treten will. 41. llmächtiger, ewiger GOtt, unsers HErrn JEsu Christi, der du dem donner deines heiligen wortes kraft giebest, du hast mir mein herz mit deinem geseße gerühret, daß ich nun meine sünden er= kenne, bereue und nach der gnädigen vergebung derselben ein herzliches verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten worte geordnet 32 Von der Buße und Bekenntniß der Sünden. daß ich armer, verderbter, sündhafter| herzliches verlangen nach diesem heilmensch zum reichthum deiner himm- samen und tröstlichen gnadenwerke. lischen gnade kommen und vergebung Gieb mir auch dessen fraft und nußen suchen soll. So gehe ich nun hin, wohl zu erkennen, daß alles dasjemeine sünde dir zu bekennen, dage- nige, was der diener deines wortes gen trost und absolution zu empfan- in der absolution auf deinen befehl gen. Bitte derowegen, du wollest in mit mir redet und handelt, so gewiß mir eine rechte andacht, begierde und und wahr sei, als wenn es von dir verlangen nach deiner gnade anzün- selbst vom himmel geschähe und du den und mir einen festen glauben an mich selbst von meinen sünden losdeine verheißung geben, daß, ob ich zähltest. Laß mich dessen in aller wis wohl schwach und verzagt bin, ich derwärtigkeit, anfechtung und noth mich dennoch solches nicht irren lasse, trösten und mich fest darauf verlassen. sondern die vergebung der sünden mit O GOtt heiliger geist, absolvire, starkem glauben ergreife und dadurch wasche, reinige, stärke und erhalte zum rechten vaterlande komme, amen. mich auch jetzt durch deine grundlose güte und fraft, auf daß ich die große gnade mit freuden und danksagung erkenne und gewiß glaube, weil ich von allen sünden entbunden bin, daß ich nicht übel fahren noch verloren werHErr JEfu Christe, mein erlöser, du hast deiner lieben firche hier auf erden und ihren getreuen die nern, das heilige amt der schlüssel hinterlassen, mit angehefteter verheiden könne; dazu verhelfe mir das Bung: was sie in fraft derselben lösen theure verdienst JEsu Christi, unsers oder binden werden, das solle auch im erlösers, amen. himmel gelöset oder gebunden sein. Für dieses gnadenreiche mittel fage ich dir ewiges lob, ehre und preis und bitte von grunde meines herzens, weil ich als ein armer gebundener fünder dieses löseschlüssels bedürftig bin, damit ich von allen sünden und bon den banden der höllen befreiet werde: du wollest desselben kraft durch meinen beichtvater tröstlich an mir fund machen und mich von allen meinen sünden um deines blutes und todes willen gnädig entbinden, daneben mir deinen heiligen geist verleihen, daß ich die heilige absolution in rechtem glauben, in ungezweifelter zubersicht, gutem vorsaß, brüderlicher liebe und dankbarkeit fasse und endlich ewig selig werde, amen. D GOtt heiliger geist, barmherziger GOtt, dieweil ich auf erfenntniß meiner fünden zu stärkung meines glaubens, jegt gleich zur beichte gehe, allda die vergebung meiner fünden zu empfangen, so bitte ich dich von herzen: erwecke in mir ein Beichten und Bekenntnisse der Sünden. Eine gemeine öffentliche Beichte. du großer 42.und erschrecklicher GOtt, der du deinen bund und gnade hältst denen, die dich lieben und deine gebote halten: wir haben gesündiget und unrecht gethan, wir sind gottlos gewesen und von deinen geboten und rechten gewichen. Verfündiget haben wir uns an dir unserm GOtt mit unglauben und mißtrauen, mit ungehorsam und halsstarrigkeit. Wir haben uns oftmals zu viel auf menschen oder auf andere vergängliche dinge verlassen. Wir haben dich nicht allezeit über alles geliebet wie wir sollten, noch deinen heiligen namen genugsam geehret; den schuldigen gottesdienst und was demselben angehörig, haben wir manchmal versäumet oder nicht, wie uns wohl gebühret Eine Privatbeichte. 33 hätte, in acht genommen. Verfündi-| geist in unsere herzen und mache solche get haben wir uns auch oft an unserm menschen aus uns, die in deinen genächsten und denselben nicht geliebet boten wandeln und deine rechte halwie uns selbst; seinen nußen nicht ten. Du hast geboten fleißig zu halallezeit befördert, wie wir billig ge- ten deine befehle, o daß unser leben sollt; seinen schaden nicht allezeit ab- deine rechte mit ganzem ernst hielte! gewendet, wo wir wohl gekonnt hät- Nun, HErr unser schöpfer, du weißt, ten. Und, o lieber GOtt, wie oft, wie was für ein geschöpf wir sind, du unbesonnen haben wir wider unsern weißt, daß wir ohne dich nichts thun nächsten gesündiget mit bösen, hoffähr- können. Du bist es allein, der in uns tigen, neidischen, zornigen, argwöh- wirket beides, das wollen und das vollnischen, schmähligen gedanken, wor= bringen, nach deinem wohlgefallen. ten, geberden und werken. Versün- Wollen haben wir wohl, aber das diget haben wir uns zum öftern an gute jedesmal zu vollbringen, finden uns selbst mit bösen begierden, lüsten wir nicht. So gieb uns denn, lieber und mancherlei unbesonnenem bor- vater, daß wir es vollbringen können nehmen. Summa, wir haben sehr und nach deinem willen leben. Neige mißgehandelt und unserer sünden sind doch unser herz nicht auf etwas böses, mehr, denn daß sie gezählet werden ein gottloses leben zu führen mit den mögen. Dieselben sind uns aber, o übelthätern; neige es aber zu deinen HErr und GOtt, von herzen leid und zeugnissen, damit wir dir dienen in uns dürftet nach deiner barmherzig- heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefeit und vergebung. Darum beugen fällig ist. Erhöre uns, lieber himmwir nun die knie unserer herzen vor lischer vater, um deines lieben sohnes dir und bitten dich, HErr, um gnade. unsers mittlers und erlösers willen, Ach HErr, wir haben gesündiget und erkennen unsere missethaten. Wir bitten und flehen: vergieb uns, o HErr, amen. vergieb uns! Laß uns nicht in unsern 43. befenne und flage meiEine Privatbeichte. charmer sünden verderben, sondern erbarme dich unser; habe geduld mit uns und hilf uns elenden und unwürdigen nach deiner großen barmherzigkeit, so wollen wir unser lebelang dich loben. Entfündige uns, unser GOtt, mit dem theuren blute JEsu Christi, daß wir rein werden; wasche uns, daß wir schneeweiß werden. Laß uns hören freude und wonne, daß die gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Berbirg dein antlig vor unsern sünden und tilge alle unsere missethaten. Schaffe in uns GOtt, ein reines herz und gieb uns einen neuen gewissen geist. Berwirf uns nicht von deinem angesichte und nimm deinen heiligen geist nicht von uns. Tröste uns wieder mit deiner hülfe und der freudige geist enthalte uns. Bekehre du uns, HErr, so werden wir bekehret. Girb je länger je mehr deinen nem lieben GOtt, daß ich in sünden empfangen und geboren bin, also, daß in mir von natur nichts gutes, sondern lauter sünde wohnet, und daß dieselbe angeborene fünde mich leider oft zu falle gebracht in wirkliche fünde, mit gedanken, worten und wer= ken, wider die erste und andere tafel des gesetzes GOttes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den reizungen des satans, der welt und meines eigenen fleisches nicht allezeit mit gehörigem fleiße widerstrebet, sondern leider oft die sünde in mir herrschen lassen und dadurch den heiligen geist betrübet habe. Ja wenn ich gleich einen guten vorsaß habe, so hänget mir doch das böse allezeit an, daß ich zum guten unwillig, falt, faul und überdrüssig, zum bösen aber leider sehr geneigt und willig bin. Der glaube ist 3 34 Danksagung nach der Abfolution. schwach, die liebe ist kalt. Ich erkenne| hat meine finsterniß licht gemachet. und weiß auch, daß solcher meiner fünden sold GOttes zorn und der ewige tod sei. Derohalben gereuen mich meine fünden und sind mir leid, allein das beklage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht so leid sein lasse, wie ich billig follte, und wie mein lieber GOtt von mir haben will. Weil aber JEsus Christus in die welt kommen ist, die sünder selig zu machen, und mein frommer treuer GOtt spricht: So wahr ich lebe, ich will nicht den tod des sünders, sondern daß er sich befehre und lebe, so wende ich mich in wahrem glauben zu meinem lieben mittler und erlöser JEsu Christo und bitte GOtt den himmlischen vater, daß er meinen schwachen glauben stärke, mir um desselben seines lieben sohnes willen aus gnaden alle meine fünden bergebe, mir durch seinen heiligen geist, wahre buße und beständige besserung des lebens verleihe, und mich in meinem guten vorsage durch seine Praft stärken und bis an mein ende erhalten wolle, amen. Darum lobe den HErrn, meine seele, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat, der dir alle deine fünde vers giebet und heilet alle deine gebrechen, der dein leben vom verderben erlöſet, der dich krönet mit gnade und barmherzigkeit. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden und vergilt uns nicht nach unserer missethat; sondern so fern der morgen ist vom abend, läsfet er unsere übertretung von uns sein. Wie sich ein vater über seine finder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Dar= um freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen namen, du allerhöchster. Laß mich noch ferner bor deinen augen gnade finden. Weise mir, HErr, deinen weg, daß ich wandele in deiner wahrheit. Erhalte mein herz bei dem einigen, daß ich deinen namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem wohlgefallen, denn du bist mein GOtt, dein guter geist führe mich auf ebener bahn. Erhalte meinen gang auf deinen fußsteigen, daß meine tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit fraft aus der höhe und mache meine wege ohne wandel, damit ich glauben und gut gewissen behalte und in deiner gnade bleiben möge; um deines will loben 44. alleet, fein fob foll im- lieben ſohnes, meines einigen erlöſers und heilandes willen, amen. Danksagung nach der Absolution. merdar in meinem munde sein. Meine seele soll sich rühmen des HErrn, daß die elenden hören und sich freuen. daß ich dir von ganzem Herzen danund mit vollem munde loben könnte! Nun merke ich, daß der HErr 45. a du mein hartes und ch danke dir mein nahe ist bei denen, die zerbrochenes herzens sind, und denen hilft, die ein unbußfertiges herz zu dir bekehret, zerschlagenes gemüth haben. O wie das steinerne herz aus meinem fleische ist die barmherzigkeit des HErrn so weggenommen und mir ein fleischern groß und läffet sich gnädig finden de- herz und einen neuen gewissen geist nen, die sich zu ihm bekehren! Denn gegeben hast. Von mir selber habe da ich den HErrn suchte, antwortete ich zwar in sünden und schuld fallen er mir und errettete mich aus aller können, aber von mir selbst konnte meiner furcht, Er hat meine seele ich zur buße nicht wieder auferstehen. beim leben erhalten, er hat meine Irren und des rechten weges fehlen traurigkeit in freuden verwandelt, er konnte ich wohl durch mich selbst, aber Danksagung für die Buße und Bekehrung. Danksagung, daß GOtt so lange auf die Buße gewartet. 35 durch niemanden, als durch dich, konnte ich wieder auf den rechten weg kommen. Gleichwie derjenige, so von mutterleibe an frumm und lahm ge= boren wird, durch natürliche kräfte und mittel nicht zurechte gebracht werden mag, sondern deine göttliche allmacht muß ihn aufrichten und richtig wandeln machen: also war auch meine seele gleichsam krumm, zu allem bösen und allein zur liebe zeitlicher dinge geneigt, sie konnte sich deswegen durch keine menschliche kraft noch vermögen, sondern allein durch deine gnade wieder zu deiner liebe und zu verlangen der ewigen himmlischen güter aufrichten und erheben. Ich konnte mich wohl mit mancherlei sünden sehr schändlich zurichten und verderben, du aber allein konntest mich wieder verändern und erneuern. So wenig ein mohr seine haut oder ein parder seine flecken wandeln kann, so wenig konnte ich auch gutes thun, weil ich des bösen gewohnt und der sünde ergeben war. Du aber, o mein GOtt, hast mich bekehret, und siehe, ich) bekehret worden. Nachdem ich durch dich bekehret ward, that ich buße, und nachdem ich gewißigt bin, schlage ich mich auf die hüfte. Ich war in sünden todt und du hast mich le- blindheit. Für solche unaussprechbendig gemacht; so viel ein todter hun kann zu seiner auferweckung, so viel habe ich thun können zu meiner bekehrung. Hättest du mich nicht zu dir gezogen, ich wäre nimmermehr zu dir kommen; hättest du mich nicht er= wedet, so hätte ich mich nimmermehr allein zu danken, der du den fleischlichen sinn von mir genommen und mir deinen guten und gewissen geist mitgetheilet hast. Ich ging in der irre wie ein schaf und folgte meinem wege in der ungerechtigkeit; du aber, als der gute und getreue hirte, hast mich) gesuchet und zu der heerde der heiligen zurück gebracht. Ach ich habe dich spät kennen lernen, du wahrhaftiges ewiges licht! Denn es schwebte eine dicke finstre wolke der weltlichen eitelkeit vor meinen augen, die mich verhin= derte, daß ich dich, o seliges licht, nicht sehen konnte. Ja spät habe ich dich kennen lernen; denn ich war blind, und liebte die blindheit, wandelte auch in den werken der finsterniß nach der höllischen finsterniß hinzu. Du aber mein erleuchter und seligmacher hast mich gesuchet, da ich dich nicht anrief; da ich von dir abgewendet war, hast du dich zu mir gewandt und mich bekehret. Wie du in der schöpfung das licht aus der finsterniß hieBest hervor leuchten, also hast du die kräftigen worte zu mir geredet: Es werde licht, und ein heller schein inwendig in diesem herzen! Und siehe, es ward hell und licht darinnen, und ich sah dein licht und erkannte meine liche wohlthat will ich deinen namen preisen immer und ewiglich, amen. Danksagung, daß GOtt auf die Buße und Bekehrung so lange gewartet hat. i dir aufgerichtet, hätteſt du mich 46. Barmherziger, gnädiger. nicht dich nie erund bater, fannt. Meine finden waren mir füßer denn honig und honigseim; daß fie mir aber nunmehr herbe und bitter sind, das habe ich dir zu danken, der du mir des geistes vorschmack verliehen hast, daß ich nun alles nach dem geiste richten kann. Die guten werke waren mir bitterer als galle und wermuth, daß sie mir aber nunmehr lieb und angenehm sein, habe ich auch dir bin ich schuldig immer und ewiglich lob und dank zu sagen, daß du mit so großer güte und langmuth auf meine bekehrung warten wollen und mich von dem wege der sünde zur gemeinschaft deines ewigen reiches gebracht hast. O wie groß ist deine geduld und langmuth, daß du mich, unangesehen ich es wohl tausendmal verdienet, dennoch nicht gar von dei3* 36 Gebet um Besserung des Lebens. nem angesicht hast verstoßen und zur| mung. Was hatte ich damals gutes Hölle stürzen wollen! Dagegen, wie gethan? Ganz nichts, sondern noch so unzählig viele leute hat doch der tod dazu sehr viel böses. Es war meine dahin gerissen, ehe sie wahre buße ge- fünde und übertretung nicht allein than haben! Wie viele sünder hat der viel und mannigfaltig, sondern auch teufel verstocket und ihnen die herzen über macht groß und schwer, ja fast verhärtet, daß sie keine vergebung der über alle maßen abscheulich und ere sünden vor ihrem ende erlanget ha- schrecklich. Darum habe ich es allein ben! Bon solchen leuten hat mich deiner gnade und güte zu danken, daß nicht meine eigene bessere natur oder du mit solcher langmuth und geduld die werke meiner gerechtigkeit, son- auf meine belehrung hast warten und dern allein deine langmüthige gnade meine arme seele aus so vielen sündenund güte unterschieden und meiner stricken befreien und los machen wolmehr denn jener verschonet. Meine len. Dir HErr, sei lob, ehre und herrschuld ist nicht geringer, sondern deine lichkeit von nun an bis in ewigkeit, gnade ist größer und überschwäng- amen. licher über mir gewesen. Dein mitlei= den und erbarmen stritt gleichsam mit meinem jammer und elende. Ich fuhr fort mit fündigen und du fuhrest fort mit erbarmen. Ich hielt mit mei= ner bekehrung zurück und du hieltest zurück mit deiner ganz gerechten strafe; ich ging in der irre und du riefest mir; ich weigerte mich zu kommen, und du wartetest auf mich. Diese deine große güte, o geduldiger lieber bater, fann ich nimmermehr genugsam rühmen und preisen. Diese deine langmuth, o gütiger GOtt, kann ich durch keinerlei verdienst jemals vergelten. Du hast mich behütet vor unzähligen sünden, darein ich mich we= gen meines verderbten fleisches durch reizung der bösen welt und verführung des satans, so wohl als andere, hätte stürzen können. Ja, du hast mich nicht allein vor vielen sünden behütet, daß ich nicht darein gefallen bin, sondern haft auch bei denselben, darein ich leider gefallen bin, meine erwar= tet. Deine güte und gnade ist weit größer, denn meine sünde und bosheit. Ich fündigte und du thatest, als fähest du es nicht; ich enthielt mich nicht von allerlei gottlosigkeit, du aber enthieltest dich von den verdienten schlägen und plagen. Ich blieb lange in meiner ungerechtigkeit, und du bliebest viel länger in deiner erbarGebet um Besserung des Lebens zu der heiligen Dreieinigkeit. 47 GOtt, ich habe dir zuges faget, zu wers den, hilf du mir es vollenden, gieb mir das wollen und das vollbringen. Gieb mir deinen heiligen geist, der mich meiner zusage täglich erinnere, und zum gottseligen leben antreibe. Laß alle sündenlust, alle üppige liebe und verkehrte gedanken und alles, was sündlich ist, in mir sterben und hilf, daß ich mich mein lebelang an deiner huld und gnade ergöße, mich an deiner liebe sättige, mich an deiner treue halte, mich nach deinem worte richte, durch deine gnade christlich lebe, geduldig leide und auf des HErrn 3Esu theures verdienst selig sterbe und freudig in den himmel eingehe, amen. h HErr JEſu, ändere und reiz nige hinführo die art meines verderbten herzens mit deinem heiligen blute, daß es gebesſert werde. Rühre es mit der traft des heiligen geistes, daß es hinführo lust gewinne, dir zu dienen und dich nach deinen geboten zu ehren. Hilf auch, o HErr JEsu, daß ich alles so viel immer möglich, verrichte, was du mir besohlen hast, und dich und deinen Gebet um würdige Genießung des heiligen Abendmahle. 37 neue in GOttes ungnade und zorn falle und mir also nicht zeitliches und ewiges unheil auf leib und seele muthwillig zuziehe und mich an dem leibe und blute meines HErrn JEfuChristi nicht selber schuldig mache. Ach du heiliger guter geist, erhalte meinen gang auf deinen fußsteigen, daß meine tritte nicht gleiten, hilf mir aber zur ewigen seligkeit, amen. heiligen willen mehr liebe, als die ganze welt, und daß ich endlich zu der gewünschten ewigkeit gelange, wo ich in wahrer gerechtigkeit und heiligkeit dir ohne unterlaß diene und endlich aus gnaden selig werde, amen. HErr GOtt heiliger geist, leite, regiere und führe mich auf ebner bahn, bewahre mich vor allen sünden und lastern, damit ich nicht auf das IV. Gebete vor und nach dem heiligen Abendmahle. Gebet um die Gaben, welche und vollender meines glaubens! zur würdigen Genießung des heiligen Abendmahls nöthig sind. Darum gieb mir, was dir wohlgefällig ist. Nimm gnädiglich von mir, was dir mißfällt, oder bedecke es zum wenigsten, ich bitte dich demüthiglich, mit dem roce deiner barmherzigkeit. 48. Siehe, hier komme ich, mein heiland, auf der deine holdselige einladung. Laß mich gnade finden vor deinen augen, du liebhaber des lebens. Denn wer bin ich, daß du mich so freundlich rufest? Wäre ich gleich heiliger als die engel, so wäre ich doch darum dieser mahlzeit nicht würdig; wie sollte ich denn würdig sein, nachdem ich unreiner lippen, ein gräuel und schnöde bin, es sei denn, daß du mich würdig macheft. Derowegen komme mir zubor mit deiner gnade und bereite mich. Du hast ja gefaget: wer zu dir komme, den wollest du nicht hinaus stoßen; so nimm dich doch nun meiner feele an nach deiner großen barmherzigkeit. Gedenke, mein JEsu, daß ich von mir selbst zwar viel böses, aber nichts gutes habe, und hilf mir um deiner güte willen. Siehe doch, wie arm und elend ich bin. Gedenke an deine treue, du heiland der welt, und erfülle mein herz mit gnade. Wie gerne wollte ich mit brünstiger andacht und gebührender ehrerbietigkeit im völligen glauben erscheinen; aber wo ist das vollbringen, wenn ich es nicht von dir erlange, du anfänger Eröffne mir die augen, daß ich sehe die wunder an deiner einfeßung. Erwecke mein herz und entledige mich von allen fremden gedanken. Stärke meinen glauben, mehre meine hoffnung, entzünde meine begierde, mache meine andacht brünstig, reinige mich von aller unreinigkeit und heilige mich durch und durch, auf daß ich in freudiger zuversicht hinzutrete, mit reinem munde und heiligem herzen nehme, und mit herzlicher begierde esse und trinke zu meiner seele leben, heil und segen, amen. Gebet um wahre Vorbereitung zum würdigen Genuß des heiligen Abendmahls. 1. an die Cor. 11, 28. 29. Der mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem brode und trinke von diesem felche. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den leib des HErrn. 38 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. Err Zebaoth, du| mir und 49. heiliger in Israel, ich entzünde mein herz mit einem herzweiß fast wohl und muß bekennen, lichen verlangen, hunger und durst daß ich nicht werth bin meinen mund nach der ewigen speife meiner seele. aufzuthun und das hochwürdige sa- Erleuchte mein schwaches fleisch und frament des leibes und blutes deines lieben sohnes JEsu Christi zu em= pfangen, denn ich bin ein sündiger mensch, ein armer wurm und eine elende made, ein fliegendes blatt und dürrer halm, erde und asche, die wie ein wind dahin fährt und nicht wieder kommt; ja ich bin unreiner lippen, in sünden empfangen und geboren und freilich nicht werth des irdischen brotes, geschweige, daß ich sollte geschickt sein, diese himmlische mahlzeit würdiglich zu genießen. Ich glaube aber von Herzen und hoffe festiglich, du werdest, als mein barmherziger vater, mich unwürdigen mit deiner gnade würdig machen, denn du bist der blut, daß ich mich bei dieser heiligen handlung der unnüßen gedanken und sorgen entschlage, damit ich meinen HErrn Christo JEsu eine heilige wohnung bereite und diese kostbare speise, nicht anders als ich schuldig bin, mit gebührlicher ehrerbietung und herzlicher andacht zur stärkung meines glaubens und zum troste meiner armen seele empfangen möge, um des bittern leidens und sterbens JEsu Christi meines heilandes und erlösers willen, amen. GOtt, der allein vermag rein und 50. Foyn GOttes, du haſt in Err von unheilig zu machen das, was reinem samen kommt. Aus sündern wahrer menschheit für uns den tod fannst du gerechte und heilige men- erlitten und uns von sünden und der schen machen, darum bitte ich dich: ewigen verdammniß erlöset, und daerbarme dich meiner nach deiner gro- mit wir solcher deiner treue himmerBen barmherzigkeit, vergieb mir meine mehr vergessen mögen, hast du in dem missethat und reinige mich von allen legten abendmahl uns ein ewiges ge= meinen sünden! O HErr JEsu dächtniß des aufgerichteten neuen Christe, der du am stamme des kreu- bundes gestiftet, darinnen der fünde zes für meine und der ganzen welt sünde deinen allerheiligsten leib gegeben und dein theures rosinfarbnes blut vergossen hast: ich komme zu dir auf deine würdigkeit, auf deine große liebe gegen alle bußfertigen fünder, auf deine allerholdseligste verheißung, durch welche du alle zu dir rufest und sprichst: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ich habe es nicht verdienet, bin auch nicht würdig, daß du unter das dach meines herzens eingehest. Darum komme ich in feiner andern zuversicht, als weil ich deine füßen worte gehöret habe, womit du mich zu diesem tische einladest. O GOtt heiliger geist, du mächtiger und reicher geber alles guten, komme| ehrerbietung und gebührlicher hochder gläubigen mun und in ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden, indem du uns verordnet und verschaffet hast deinen wahrhaftigen leib mit dem ge= segneten brode zu essen und dein heiliges blut mit dem gesegneten weine zu trinken, sammt angehefteter ver= heißung der vergebung unserer ſünden, welche du uns hiemit versiegelst und deren du unsere herzen hiedurch vergewisserst. Wir arme, elende menschen kommen zu dir, dem brunnen aller gnaden und barmherzigkeit, und bitten dich, du wollest alle unsere sün= den und flecken abwischen und unsere seele reinigen und erquicken, auf daß wir mit wahrer reue und leid in rechtem, festen glauben, mit schuldiger Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 3 Gebet im Hinzugehen zum heiligen Abendmahl. 39 nämlich zu meiner seele seligkeit. O GOtt sohn der welt heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjeßt bei deinem heiligen abendmahl einen dir angenehmen gast sein. Gieb mir was du verheißen hast und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner wahrheit, und dieses zu meiner gerechtigkeit. achtung geschickt und würdig deinen| nießen, wie du sie mir bereitet hast, allerheiligsten leib und blut zu unserer seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses geheimniß des neuen testamentes der glaube gemehret, die hoffnung gestärket, die liebe entzündet, das schwache gewissen getröstet, alle anfechtungen überwunden, und wir in unserm herzen deiner göttlichen huld und der ewigwährenden erlösung unserer seelen allenthalben versichert und versiegelt werden, damit wir also die überschwängliche gnade, welche in diesem sakramente verborgen ist, cm= pfinden. O gütiger HErr, gieb uns erleuchtete augen unsers verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der reichthum deines herrlichen abendmahle, in welchem du uns nebst deinem leibe und blute vergebung der fünden, wahre gerechtigkeit und alle himmlischen güter ertheilest, auf daß wir oft mit herzlicher begierde und verlangen dies heilige sakrament würdig empfahen, deine süßigkeit schmecken, deine liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der früchte des Heilwärtigen tisches theilhaftig und unsere hungrigen und durstigen seelen allhier auf erden mit deinem allerhei= ligsten leibe und blute zu ihrem sonderbaren troste und großer freudigkeit gespeiset und getränket werden und wir auch in jenem leben das himmelebrot mit dir ewiglich effen mögen, D GOtt heiliger geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine gnade, daß ich dieses heilige sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen glauben stärke, mein faltes herz mit liebe entzünde, mein blödes gewissen tröste, meine hoffnung er= frische, mein fündhaftes leben bessere und darauf selig werde. O HErr hilf, o HErr laß wohl gelingen, amen. O HErr JEsu Christe, dieweil du dein fleisch und blut für meine sünde an das freuz gegeben, so bitte ich dich von herzen: verleihe mir deine gnade und kraft, daß ich das sakrament deines leibes und blutes, als meinen himmlischen zehrpfennig, mit rechtschaffenem und starkem glauben zu meiner seele heil und seligkeit würdiglich genießen möge, amen. Ach GOtt, sei mir armen sünder gnädig. amen. Gebet im Hinzugehen zum heiligen Abendmahl. 51. GOtt vater im himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem finde, welches anjeßt mit kindlicher furcht deinem heiligen mich deiner himmlischen mahlzeit geHErr JEsu, du sohn des hochge= lobten GOttes, erbarme dich meiner. HErr JEsu, du lamm GOttes, das da träget die fünde der welt, er= barme dich meiner. HErr JEsu, laß mich dein abendmahl würdig und fruchtbarlich ge= nießen, amen. Seufzer bei dem Gebrauche des heiligen Abendmahls, und zwar bei Reichung des gesegneten Brodes. 52. Sei mir willkommen, du HErr Christe, mit der edlen speise deines Gebet bei währender Communion. allerheiligsten leibes, den du mir jetzt| Bei währender Communion, im sakramente des altars mit dem auch für diejenigen, so nicht gesegneten brode, auf unbegreifliche zum heiligen Abendmahl gehen. art, jedoch wahrhaftig zu essen giebest, 40 wie du ihn für mich in den bittern fod 55. Es ist ja, lieber himmliſcher gegeben zur vergebung meiner fünde; das laß mir zum ewigen leben gedeihen. bater, opfer deines sohnes nicht weniger Fräftig, sondern eben so gültig und so theuer vor deinen augen geachtet, als es an dem tage war, da der heilige leib gegeißelt und gefreuzigt wurde und da das theure blut aus seiner seite floß. So ist ja auch allhier in diesem sakramente derselbige leib und dasselbige blut gegenwärtig, welches damals das opfer für meine sünde worden ist. Darum bitte ich dich nun durch den tod deines sohnes, durch seinen heiligen leib und blut: sei mir und allen armen ſündern gnädig und barmhersig. Wir haben zwar, lieber HErr und GOtt, die wir hier beiſammen find, insgesammt schwerlich und vielfältig an dir gefündigt und fehlen noch alle tage mannigfaltig. Aber dein lieber sohn ist ja die vollkommene versöhnung worden für unsere und für der ganzen welt fünde. Er hat sich selbst dargegeben für uns zur gabe und opfer, dir, o GOtt, zu einem süßen geruch. Wir wissen auch im himmel und auf erden kein ander lösegeld noch opfer zu finden, als diefen deinen eingebornen sohn, welchen wir glauben und findlicher zuversicht vortragen. So wissen wir auch keinen andern mittler das und fürſprecher zwiſchen dich und uns zu stellen, als diesen einigen. HErr, deines sohnes heiliger leib, der an das holz des freuzes für uns gehänget ist, wie auch das rosinfarbne blut, aus seinen händen und füßen und aus seiner eröffneten seite geflossen ist, bringen wir in herzlicher reue und ungefärbtem glauben vor dich. Das vollkommene versöhnopfer, das un schuldige unbefleckte lamm, das sich so willig für uns schlachten und der ganzen welt fünde auf sich werfen laffen und getragen hat, wirst du, o HErr JEsu Christe, dein heiliger leib stärke und bewahre mich im rechten glauben zum ewigen leben, amen. Bei Reichung des gesegneten Kelches. 53. Sei mir willkommen, du süßer HErr JEsu Christe, mit dem edlen tranke deines allerheiligsten blutes, das du mir jetzt im sakramente des altare mit dem gesegneten weine, auf unbegreifliche art, jedoch wahrhaftig zu trinken giebest, wie du es für mich am freuze bergoffen hast, zur vergebung meiner sünden, das laß mir zum ewigen leben gedeihen. HErr JEsu Christe, dein heiliges blut stärke und bewahre mich im rechten glauben zum ewigen leben, amen. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder in seinen Stand getreten. 54. Dein heiliger leib, JEfu Christe, speise mich; dein rofinfarbnes blut tränke mich; dein bitteres leiden und sterben stärke mich. HErr JEfu Christe, erhöre mich. Berbirg mich in deine heiligen wunden, laß mich von dir nimmer geschieden werden. Errette mich vom bösen feinde, erhalte mich in wahrem glauben, auf daß ich dich mit allen auserwählten ewiglich lobe und preise, amen. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. 41 HErr, nicht verachten, sondern sein| ihren nöthen zu statten kommen, und Freuz, sein leiden und sterben für un- hilf endlich uns allen zu deinem serer väter missethat und für die von ewigen und unvergänglichen reiche, uns selbst begangenen sünden zur amen. genugsam völligen bezahlung gnädiglich annehmen. Das trauen wir von Danksagung nach Genießung des heiligen Abendmahls. ganzem Herzen und sprechen in solchem glauben: Err, laß uns nicht ber= derben, laß an uns armen verlorenen, und verirrten schafen seine theuren wunden, seine bitteren schmerzen, seine schreckliche angst, marter und pein und das so mildiglich vergoffene, unschuldige heilige blut, den todeskampf ind blutigen schweiß, die thränen und pas angstgeschrei, den schmählichen und schmerzlichen tod nicht umsonst noch verloren sein. Ach das blut dei= nes lieben sohnes, unsers heilandes JEfu Chrifti, wasche und mache uns rein von allen unsern sünden. Sein heiliger leib sei unsere stärkung und fraft, und das theure und heilige blut 56. Barmherziger, ewiger ein trost und Psalm 111, 1 bis 5. Ich danke dem HErrn von ganzem herzen, im rath der frommen und in der gemeine. Groß sind die werke des HErrn, wer ihrer achtet, der hat eitel lust daran. Was er ord= net, das ist lich und herrlich, und seine gerechtigkeit bleibet ewig= lich. Er hat ein gedächtniß gestiftet seiner wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Er giebt speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen bund. in unserer leßten todesstunde. Ja preis sei deiner göttlichen majestät alles, was wir an leib und seele be- für die überschwängliche gnade und dürfen, das bitten und begehren wir güte, daß du mich abermals mit dem von dir durch den tod deines sohnes, wahren leibe und blute deines geliebwelchen wir hier verkündigen, und ten sohnes JEfu Chrifti gespeiset und durch die marter und freuzigung des getränket hast, wodurch ich mit dir heiligen leibes, der hier im sakramente nun ganz und gar wieder versöhnet genossen, und durch die vergießung und zufrieden gestellet bin. Ich bitte des theuren und allerheiligsten blutes, dich von grunde meines herzens: verſo hier jegund ausgetheilet und ge- leihe mir deinen heiligen und guten trunken wird. Du weißt, HErr, alle geist, der mich erleuchte und regiere, unsere anliegen und in was für noth daß ich dieser großen wohlthat nimund gefahr wir stecken; was uns mermehr vergesse, sondern daß, so mangelt und noth thut, ist dir unver- oft ich von diesem brot esse und von borgen. So erhöre uns doch in dieser diesem kelche trinke, ich an den tod stunde und verweigere uns nicht, was deines sohnes gedenke, denselben verwir so flehentlich durch den tod deines kündige und erzähle, was du mir dasohnes und durch seinen gekreuzigten durch erworben und zuwege gebracht leib und vergoffenes blut von dir bit- hast, nämlich vergebung der sünden, ten. Hilf auch, o HErr, durch densel- ewiges leben und seligkeit. Laß mir, ben tod und durch diesen leib und blut allen elenden, armen, betrübten, traurigen, verlassenen und trostlosen, auch den irrenden und verführten christen, und allen denen, für die wir bei dir bitten müssen. Laß ihnen de nes sohnes tod und leiden in allen o treuer GOtt, dieses hochwürdige sakrament eine starke anreizung sein zu der liebe gegen meinen nächsten, daß ich denselben als mich selbst liebe, ihm seine gebrechen und fehler von herzen vergebe, damit ich in der übung der gottseligkeit von tage zu tage wachse 48 42 Danksagung nach dein heiligen Abendmahl. und zunehme und nach vollendung| gen lebens einnehmen und besitzen meines lebens das liebliche wesen zu deiner rechten immer und ewiglich ge= nießen möge, amen. möge, amen. Noch eine Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. un wird mein GOtt und 57. Nun wird mein GOtt und vater mein verschonen, nun wird JEsus Christus in und " bei mir wohnen, nun hilft mir der heilige geist zu der ehrenkrone, denn ich habe den HErrn gesehen, sein heiliges abendmahl empfangen und eine seele ist genesen, amen. 3u GOtt dem bater. Allmächtiger GOtt, himmlischer vater, ich sage dir herzlich lob und dank, daß du mir armen fünder nicht allein aus gnaden um deines geliebten sohnes JEsu Christi willen alle meine fünde verziehen, sondern mir auch darauf seinen leib und blut im heiligen abendmahl zum pfande gegeben hast. Wie hättest du mich besser trösten können? Wie hättest du mich mehr deiner gnade versichern und der verheißung des ewigen lebens ver= gewissern können? Nch, verleihe mir deine gnade, daß ich dieses nimmer mehr aus meinem herzen lasse, sondern alle augenblicke bedenke, daß ich in Christo gnade, vergebung der fünden, leben und seligkeit habe. Gieb, daß es meinen schwachen glauben stärke, mein blödes gewissen tröste, mein gemüth erquicke und zu allem guten in mir kraft schaffe. Du wollest dir auch meinen leib und seele allezeit befohlen sein laffen und, so es zu deinem lobe und meiner seele heil gereichet, mich auch an dem leibe wie an der seele gesund erhalten; wo aber nicht, mir doch beständigen glauben, christliche geduld und hoffnung bis ans ende geben, auf daß ich nach deiner verheißung durch JEsum Christum, dessen leib und blut ich darauf empfangen habe, die freude des ewiZu Jesu Christo. HErr JEsu Christe, du treuer Immanuel, dir sei lob und ehre, daß du mich würdig geschäßet hast, zu deinem heiligen abendmahl zu kommen und mir darinnen nicht nur brot und wein, sondern auch deinen wahren leib und dein wahres blut zum unterpfande des ewigen lebens gegeben hast. Ich bitte dich von grunde meines herzens: laß an mir armen fünder auch in gnaden erfüllet werden, was du gesaget haft: Wer mein fleisch isfet und trinket mein blut, der bleibet in mir und ich in ihm. Ach HErr, in dir bin ich gerecht, heilig, fromm, ein kind und erbe des ewigen lebens; aber außer dir ist keine verheißung, keine gnade, keine vergebung der sünden, feine gerechtigkeit, fein leben, feine ſeligkeit. Darum halte ich mich an dich, ich senke mich ganz in dich, ich lege mich in deine eröffnete ſeite und laſſe dich nicht, du segnest mich denn ewiglich. Ich bin zwar für mich selbst nackt und bloß, mangele des ruhms, den ich vor GOtt haben sollte; aber mit wahrem glauben kleide ich mich in deine kleider des heils und ziehe an damit zu deinem vater, nicht zweiden rock der gerechtigkeit, und komme felnd, er werde mich auch für sein kind nehmen. Und wie sollte mir es fehlen? und erbe aus gnaden auf- und andenn du, HErr Christ, wohnest in mir und ich in dir, der vater hat dich lieb und hat dir alles in deine Hände gegeben, und wer an dich glaubet, der hat das ewige leben. Verleihe mir nun auch deine gnadenreiche einwohnung, in dem glauben beständigkeit und in der hoffnung freudigkeit, fo feit in und bei dir finden. Amen, HErr werde ich gewiß auch die ewige selig= JEsu, amen. Zu GOtt, dem heiligen geiste. heiliger geist, HErr GOtt, welch eine große gnade ist mir armen 43 Gebet um Erhaltung der erlangten Gnade. menschen anjetzt wiederfahren! wie| Gebet um Erhaltung und Verwohl hast du mich geweidet, wie reich lich hast du mich gespeiset und wie gnädiglich hast du mich getränket! Wie hätte ich doch immermehr dazu kommen können, wenn du mich nicht dahin mehrung der durch den Gebrauch des heiligen Abendmahls erlangten Gnade. berufen hätteſt? Wie hätte ich daran glauben können, wenn du mir nicht davon gepredigt hättest? Wie hätte ich JEsumChristum einenHErrn nennen können, wenn du mich nicht erleuchtet hättest? Und wie hätte ich sein heiliges abendmahl würdiglich empfangen können, wenn du mich nicht dazu bereitet hättest? Ach du edler tröster, ich danke dir von grunde meines her-| zens daß du nach dem willen des vaters und nach der verheißung meines heilandes Christi mich lehrest, tröstest, bereitest und in alle wahrheit führest. Ich bitte auch ferner demüthiglich: komm heiliger geist, HErre GOtit, komm jetzt und allezeit zu mir und erfülle mit deiner gnade mein herz, mein gemüthe, meine finne und alle meine gedanken. Erhalte das licht des glaubens in meinem verstande, entzünde brünstige liebe in meinem herzen, erwecke friede und versöhnlichfeit in meinen ohren, zucht in meinen augen, pfalmen und lobgesänge auf meiner junge, das gebet in meinem munde, heiligen beruf unter meinen händen und den weg des HErrn unter meinen füßen. Verlaß mich auch in der gegenwärtigen noth und trübfeligen zeit nicht mit deinem troste, denn ich bin dessen hoch benöthigt. Hilf durch deine fraft meiner schwachheit auf, denn ich bin deren sehr bedürftig, und stehe mir mit deiner gnade bis an das ende bei, als welches die letzte, höchste und größte noth ist. Darum hilf, daß ich schande und tod nicht fürchte, sondern allezeit beständig bleibe und die trübsal mich nicht abtreiben lasse. O HErr, bereite mich durch deine fraft und stärke des fleisches blodigkeit, daß ich hier ritterlich ringe, durch tod und leben zu dir dringe, amen. 58. Nun, mein heiland, in deiner fraft will ich hingehen und, was noch übrig ist im fleische zu leben, nach deinem willen zubringen. Weil es aber nicht in eines menschen kraft stehet, wie er wandele und seinen gang richte, so gieb du mir das vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen geist, laß deine güte und treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den glauben in mir wohnest, durch die liebe in mir lebest und durch die hoffnung mich täglich stärkest. Gieb, daß ich ohne heuchelei in sanftmuth und demuth beständig einhergehe, damit dein leben je länger je mehr an mir offenbar werde. Gieb mir alle tage neue fraft, daß ich mich verleugne, die welt verschmähe, dein kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gieb mir muth und stärke, daß ich meinen feinden getrost widerstrebe, die werke des teufels in mir beständig tödte, auch die welt und was in der welt ist, als augenlust, fleischeslust und hoffärtiges wesen großmüthig untertrete. Laß meine seele an allen geistlichen und übernatürlichen kräften zunehmen. Laß mich wachsen an den früchten des geistes, laß mich wachsen an der gnade und erfenntniß, laß mich wachsen im glanben und in der liebe, laß mich wachsen in einem unbefleckten leibe, laß mich wachsen in allen stücken an dir, meinem haupte, bis ich endlich gelange an das maß deines vollkommenen alters. Laß mich fruchtbar sein in allen guten werken und gieb gnade, daß ich im glauben bringe tugend, und in der tugend bescheidenheit, in der bescheidenheit mäßigkeit, in der mäßigkeit geduld, in der geduld gottseligkeit, in der gottseligkeit brüderliche liebe und in der brüderlichen 44 Gebet um den heiligen Geist und seine Gaben. liebe gemeine liebe. In summa, voll-| bleibe und dir im geiste fo diene, daß führe das gute werk, welches du in ich hier ritterlich ringe und durch den mir angefangen hast; bleibe in mir tod zu dir in das leben dringe, wo und laß mich in dir bleiben, mein heil, freude die fülle, und liebliches wesen denn wenn ich nur dich habe, so frage zu deiner rechten ewiglich ist, da ich ich nichts nach himmel und erden, denn mit allen auserwählten vor deiwenn mir gleich leib und seele ver= nem throne stehen und singen werde: schmachtet, so bist du doch, o GOtt, Lob, preis und dank und weisheit meines herzens trost und mein theil. und kraft und stärke sei unserm Gott Laß mich in deiner liebe und erkennt von ewigkeit zu ewigkeit, amen. niß zunehmen, daß ich im glauben V. Gebet um Zuwendung alles Guten und um Abwendung alles Bösen. | treulich zu warten; die himmlische göttliche weisheit, das höchste gut zu lieben; die heiligkeit der furcht 59. gefallen; die Gebet um den heiligen Geist und seine Gaben. ch lieber bater, ich flage und bekenne dir, daß ich von natur ungeistlich, unheilig, ungöttlich bin und mich mehr mein fleisch und blut und des bösen geistes trieb, als deinen heiligen geist habe führen lassen. Ach vergieb mir die sünde und erbarme dich meiner. Wende von mir die schwere strafe, die du allen denen drauest, so deinem heiligen geiste widerstreben; denn die den geist Christi nicht haben, die sind nicht sein, und nur diese find GOttes finder, die der geist GOttes treibet. Darum gieb mir deinen heiligen geist, nach der verheißung deines lieben sohnes, da er selbst spricht: Weil ihr, die ihr böse seid, euren findern gute gaben geben könnet, wie viel mehr wird der himmlische vater den heiligen geist geben allen, die ihn darum bitten. Laß den selben deinen werthen heiligen geist meinen leib, geist und feele heiligen zum gebete und den tempel meines herzens reinigen von aller unsauberkeit und darin anzünden das feuer der göttlichen liebe und brünstigen andacht; das licht deines göttlichen erkenntnisses, das böse zu meiden; die gnade des verstandes, meines berufes herzhaftigkeit der Fraft GOttes, mein freuz geduldig zu tragen; die tapferkeit der göttlichen stärke, den teufel, die welt und alle menschenfurcht zu überwinden. Gieb mir den geist der wahrheit, der mich lehre, den geist des trostes, der mich erquicke, den geist der freudigkeit, der mich erfreue, den geist der wiedergeburt, der mich erneure, das siegel GOttes, durch welches ich bekräftiget werde im glauben, das pfand des ewigen erbes, welches meine Hoffnung stärke. Schreibe durch deinen göttlichen finger dein geseg in die tafel meines herzens, deinen willen in liebe und leid zu vollbringen. Gieb mir den geist der kindschaft GOttes, der in meinem herzen zeuge, daß ich GOttes kind sei. Geuß aus deine liebe in mein herz durch deinen heiligen geist, zünde durch denselben in mir an eine heilige begierde und verlangen nach himmlischen dingen und nach dem ewigen leben. O GOtt heiliger geist, der du die ruchlosen fleuchst für und für, aber dich in die heiligen seelen giebest und machest propheten und GOttes freunde: mache mein herz zu einem lebendigen opfer, das im feuer deiner 6 Gebet um den rechten feligmachenden Glauben. 45 liebe brenne und dadurch ganz erfüllet| und verstand, auf daß ich dir, merwerde, so daß alle meine fleischlichen nem HErrn, würdiglich wandele zu begierden durch dies heilige feuer völ- allem gefallen und fruchtbar sei in lig getilget werden. Komm in mein allen guten werken und wachse in herz du göttliches licht, du göttliches derselben erkenntniß und gestärket feuer, du göttliche liebe, du himmli- werde mit aller kraft nach deiner herrscher trost, du süßer gast meiner see- lichen macht, in aller geduld und len, du göttliche zierde, du göttliche langmüthigkeit mit freuden. Gieb fraft. Treibe von mir alles was mir kraft nach dem reichthum deiner fleischlich ist und gieb mir dagegen herrlichkeit, stark zu werden an dem was göttlich ist. Mache mich zur woh- inwendigen menschen, daß Christus nung und zum heiligthum GOttes. durch den glauben in meinem Herzen Du himmlisches täublein, der du über wohne. O lieber GOtt, dieweil niemeinem HErrn Christo in seiner taufe mand deinen sohn kennet, denn nur geruhet hast, gieb mir heilige, kindliche der vater, und niemand kennet dich einfalt des herzens, daß mich, was vater, denn nur derselbige dein sohn, schlecht und recht ist, behüte. Du gött- und wem es der sohn offenbaren will, liche salbung und freudenöl, lehre und so bitte ich dich ziehe du mich zu ihm tröste mid). O eine selige feele, die und er führe mich zu dir. Gieb mir dich zum einwohner hat, denn du er- erkenntniß deines heils, die da ist in leuchtest der seelen finsterniß, du hei- vergebung der sünden. Komme meileft die verwundete scele, du tröstest die nem schwachen glauben zu hülfe, auf traurige seele, du stärkest die schwache daß er zunehme und ich in dir einge= seele, du erhältest die strauchelnde seele, wurzelt und erbauet, dazu fest und du lehrest die demüthige seele, du er- unbeweglich sei. O frommer GOtt, quickest die müde seele, du giebst kraft der du das fünklein des glaubens in den sterbenden, wenn leib und seele mir angezündet und das gute werk in sich scheiden; du bleibest ewiglich bei mir angefangen hast: ich schreie zu der gläubigen seele. Zeige dieses alles dir, du wollest es auch vollführen bis auch an mir und bleibe auch bei mir an das ende, daß ich je mehr und mehr nun und ewiglich), amen. reich) werde in allerlei erkenntniß und erfahrung, auf daß ich lauter und uns anstößig sei, bis auf den tag Christi, erfüllet mit früchten der gerechtigkeit, die zu deiner ehre geschehen. Erhalte, was du in mir gewirket hast, auf daß mein glaube im freuz und anfechtung nicht abnehme. Mache mich beständig in wahrem christlichen bekenntniß des glaubens, damit ich das vorgesetzte ziel der seligkeit erreiche. Behtite mich, mein GOtt, daß ich unter so vielen irrthümern und spaltungen dieser welt nicht verführet werde. Bewahre mich vor aberglauben und allem falschen gottesdienste, daß ich in keinem artikel des heiligen glaubens irre oder zweifle. Dazu gieb auch gnade, daß derselbe mein glaube nicht todt, werklos oder unkräftig, sondern thätig und geschäftig sei, der durch die liebe ausbreche, Um den rechten seligmachenden Glauben und Erkenntniß Christi. 60. S Err, allmächtiger GOtt, cin vater des lichts, bei welchem keine veränderung noch wechsel des lichtes und der finsterniß ist, von dem alle gute und vollkommene gaben zu uns herab kommen: ich bitte dich, weil der glaube nicht jedermannes ding ist, du wollest durch deinen heiligen geist rechtschaffene erkenntniß deines sohnes Jesu Christ in mein herz pflanzen und darinnen erhalten, auch von tage zu tage mehren, daß ich erfüllet werde mit erkenntniß deines willens, in aller geistlichen weisheit 46 Gebet um die Wiedergeburt. auf daß ich das ende des glaubens,| neue lied singen, das ewig nie vernämlich der seele seligkeit, davon altet, amen. bringe, amen. Gebet um die Wiedergeburt. 61. Att dir jei demütigt Ich liebster vater, heiliger dank gesagt, daß du nicht nur so willig bist, uns von natur verdammten zornkindern die macht zu geben, in kraft des verdienstes deines sohnes deine kinder zu werden, sondern uns alle bereits in der heiligen taufe wiedergeboren hast. Ach, daß wir aber solches edle gut noch alle bei und an uns hätten und wir nicht besorgen müßten, daß derer viele wären, die aus dem gnadenstande der wiedergeburt gefallen sind und dir nicht mehr in dem neuen wesen des geistes dienen. Gelobet aber sei deine große barmherzigkeit, daß du allen solche gnade wieder anbietest. Ach, so rufe denn diejenigen zur buße, welche deine gnade bisher von sich gestoßen haben, und lasse sie aufs neue wiedergeboren werden, bis daß Christus eine gestalt in ihnen gewinne. Wo du aber noch den unvergänglichen samen deines geistes in uns hast, so erhalte ihn fer= ner. Nimm völlig von uns hinweg, was noch von dem steinernen herzen bei uns übrig ist, daß unsere Herzen ganz fleischern und geneiget zu deinen geboten werden. Schreibe dein gesetz mit lebendigen buchstaben deines gei= stes in unsere seelen und mache uns demselben gleich gefinnet. Damit auch dein himmlisches licht alle finsterniß aus unserm verstande ver= treibe, die begierde des guten alle bösen neigungen in dem willen über winde und den alten Adam in uns tilge, so laß uns in täglicher erneuerung einhergehen und zunehmen, bis alles an uns neu werde, und wir durch jene wiedergeburt in die heilige stadt des neuen Jerusalems, wohin nichts des alten eingelassen wird, eingehen und dir und dem lamme das Gebet um die Rechtfertigung. gerechter GOtt, wir deine güte und barmherzigkeit 62. Hlieber vater, wie fomen genugsam preisen, daß, da wir die wahre anerschaffene gerechtigkeit, in der wir sonst vor dir hätten bestehen sollen, selbst verloren haben, du dich unserer doch erbarmet und von deinem rechte gegen uns gleichsam nachgelassen, hingegen diese gnadenordnung gemacht hast, daß du uns aus lauter güte, ohne unsere werke und verdienst, durch den glauben rechtfertigen, uns die sünde vergeben und die gerechtigfeit deines lieben sohnes vor deinem gerichte zurechnen und schenken wollest. Ach große weisheit, daß du uns eine solche gerechtigkeit schenfest, die keine menschliche vernunft hätte erfinden können! Ach unermeßliche güte, daß du uns eine solche theure gabe der ge= rechtigkeit selbst anbietest, deinen sohn dazu gemacht und uns denselben ge= schenket hast, auch noch ferner in uns, was dazu nöthig ist, wirken willst! O welch ein gewisser trost, in dem wir unseres heils versichert sind! Vergieb uns gnädiglich, daß wir bisher so undankbar gegen deine gnade gewesen sind, da wir uns theils nicht bemühet haben, dieses geheimniß, daran uns doch alles lieget, rechtschaffen zu nen; theils wohl gar solche guadenlehre zum muthwillen und zur sicherheit mißbrauchet, zum wenigsten deiner gnade uns nicht so sorgfältig bedienet haben, als wir sollten. Erhalte doch diese deine reine evangelische troftlehre und gieb, daß die trostlose lehre der rechtfertigung aus den werfen uns dieselbe um unsers undanks willen richt entreiße, als womit die feinde der gnade umgehen. Ja laß vielmehr das licht solches deines gnadenevangelii auch denjenigen helle aufgehen, die noch jetzt in irrthum G Gebet um den geistlichen Frieden. 47 und finsterniß des zweifels stecken.| frieden in unsere herzen zu geben. VerGieb deinen predigern weisheit, solche gieb uns gnädiglich unsern schändlehre der rechtfertigung deinen ge- lichen undank, da wir uns so oft aufs meinden allezeit also vorzutragen, daß neue wiederum gegen dich feindselig weder der muthwilligen sünder sicher= bezeiget, deinen zorn mit muthwilligen heit gestärket, noch auch der frommen sünden gereizet, und also den frieden feelen trost geschwächet werde. Schreibgebrochen haben. Aber gelobet sei du aber selbst die wahrheit deines wortes mit lebendigen buchstaben in unser aller herzen, daß wir wahrhaftig, und vornehmlich aus eigener erfahrung, erkennen, was die wahre rechtfertigung sei. Wirke und stärke in uns allen wahre buße und glauben und vergieb uns also alle unsere sünde vor deinem gerichte. Wirke aber auch ferner in unsern feelen durch deinen heiligen geist die gerechtigkeit der hei= ligung, ohne welche dich niemand sehen wird, daß man auch an unserem les ben erkenne, wie wir durch deine gnade gerecht worden sind, ja erfülle uns mit früchten der gerechtigkeit, die durch JEfum Christum in uns geschehen, zu deiner ehre und lobe, bis wir in kraft der gerechtigkeit deines sohnes in jene ewigkeit eingehen und daselbst in vollkommenster gerechtigkeit, nach ablegung aller flecken, bei dir prangen, und in deiner anschauung dir, gerechter GOtt, ähnlich werden. Ach lieber vater, erfülle alles dieses in uns allen um der erworbenen ge= rechtigkeit JEsu Christi willen, amen. deine barmherzigkeit, daß du dennoch auf deiner seite den frieden und dessen bund nicht gänzlich aufgehoben häst, sondern uns noch immer wieder dazu gelangen läsfest. Ach, laß denn die kraft deiner stimme, die uns rufet uns mit dir versöhnen zu lassen, also in unsere seelen eindringen, daß wir den heiligen entschluß fassen, nimmermehr etwas feindliches wider dich zu bege= hen. Wirke also deinen frieden in unsern seelen, daß wir darinnen mit freudigem vertrauen deiner gegen uns tragenden liebe und treue versichert, und dadurch unser gewissen zu einer heiligen ruhe gebracht werde, sich alle= zeit gegen dich des besten zu versehen. Befriedige aber auch unsere seelen in dir, daß wir wegen der versicherung deiner gnade mit allem zufrieden sein, und in dir, es mag auch äußer= lich um uns stehen wie es will, ruhen lernen. Lehre uns auf unser herz ach= tung geben, uns vor allein zu hüten, was einigermaßen unsern frieden stören wollte; sonderlich daß wir alle sünden meiden, die das gewissen verlegen, und deinen frieden aufheben: hingegen lehre uns unsern frieden mit einem heiligen wandel befevor augen, wie gütig du gegen uns gesinnet feift, und wie wir in dir alles, und daher überflüssig genug haben, auch wie dein wille zu allen zeiten der beste und besser als der unsrige sei, damit wir diesen recht verleugnen lernen, der uns sonst in unruhe seßen würde. Laß uns die geistlichen güter über alles halten, und nimmermehr die herzen an einige irdische dinge hängen, wo= durch wir uns in unruhe seßen. Laß uns vor aller vermessenheit und vorwig, auch vor unnöthigen geschäften Gebet um den geistlichen Frieden. G Gerechter, barmherziger 63. friedens, wir sagen dir herzlich dank, daß, da wir von dir leider durch die sünde abgewichen und deine feinde worden sind, daher du auch wohl ur= fache gehabt hättest, uns ewig als deine feinde zu strafen und von dir zu stoBen, du dich dennoch unser erbarmet, und durch deinen sohn uns, deine feinde, dir hast versöhnen lassen; auch uns stets auf das freundlichste durch das amt der versöhnung zu deiner völligen freundschaft und zu deren genuß einladest, und bereit bist deinen 48 Um die Gnade GOttes, ein heiliges Leben zu führen. und gesellschaften, uns sorgfältig hü-| GOtt, zu dienen in heiligkeit und ten, auf daß wir uns nicht selber dei- gerechtigkeit, die dir wohlgefällig ist, nes friedens verlustig machen. Hin- auf daß ich also mich dankbar erzeige gegen laß uns streben nach der sanft- gegen deine große güte, daß ich meines muth, demuth und geduld, zur be- berufes und meiner erwählung desto wahrung deines friedens. Wende gewisser werde und damit ich meinen ferner alle hindernisse dieser deiner nächsten dir gewinnen und ich endtheuren gabe von uns ab, stille son- lich selber zu dir in dein heiliges, herrderlich in dem leiden die angehende liches und ewiges reich kommen möge. unruhe bald und schaffe vielmehr da-= Ach mein GOtt, wollen habe ich durch eine friedsame frucht der ge- wohl, aber das gute vollbringen finde rechtigkeit, wenn du uns nach deinem ich nicht! Du aber, o HErr, der du willen wirst geübet haben. Lehre uns das wollen gegeben hast, gieb auch das alle sorgen wegen des künftigen, und vollbringen nach deinem wohlgefallen was dieses leben angehet, schlechter- durch deinen heiligen geist um Christi dings auf dich und deine väterliche willen. GOtt, der du verheißen hast: fürsorge werfen, damit sie uns den Ich will ihnen meine furcht in das frieden unsers herzens nicht nehmen. herz geben, daß sie nicht von mir wei= Ja drücke du selbst die edle gabe dei- chen; ich will ihnen einerlei herz und nes friedens in unsere seelen, die uns feine freatur geben kann. Nun dein friede, welcher höher ist denn alle vernunft, bewahre unsere herzen und finne in Christo JEsu im glauben und liebe, bis du uns endlich mit freuden zu dem ewigen frieden und der unzerstörlichen ruhe, zu deinem ewigen preise, fahren läsfest. Ach, erHöre uns lieber vater, um deines sohnes, unsers friedefürsten JEsu willen, amen. wesen geben, daß sie mich fürchten sol= len ihr lebenlang, auf daß es ihnen und ihren kindern nach ihnen wohl= gehe; gieb auch mir deine furcht in mein herz, daß ich dich findlich fürchte, und dir heiliglich diene mein lebenlang, damit es mir und den meinigen wohl gehe. Stärke mich, lieber vater, damit ich alle hindernisse und böse anreizungen des satans, der welt und meines eigenen fleisches überwinden möge. Laß mich nicht mir selbst, damit ich nicht mich selbst ver= Um die Gnade GOttes, ein hei- derbe. Ich ergebe mich dir, denn du liges Leben zu führen. hast mich erschaffen, ich bin dein, 64. ziger, gerechter GOtt, du bist heilig und gerecht, ich aber bin von unreinen lippen, und muß mich schämen. Dir bekenne ich meine unart und vielfältigen, schweren gebrechen und fünden und bitte dich um gnädige vergebung derselben im namen JEfu Christi deines_sohnes. Und dieweil du mich erschaffen haft zu guren werken in Christo JEsu, auch durch desselben theures blut mich erlöset zu deinem bunde, mich zur hoffnung des ewigen lebens berufen, und uns allen befohlen hast, wir sollen heilig sein, dieweil du heilig bist: so bin ich freilich schuldig, dir, o mein mir doch die gnade, daß ich auch dir heiliglich diene, und allerdings nach deinem wohlgefallen lebe. Behüte mich, mein GOtt, vor heuchelei und gleißnerswerken. GOtt, der du in das verborgene siehest und herzen und nieren prüfest, der du alle unsere gedanken erforscheft und an den tag bringest auch was im finstern verborgen ist: heilige, erleuchte und reinige mein herz durch deinen heiligen geist, damit ich allezeit redlich, aufrichtig und ohne falsch, als vor deinem ange= sichte, wandele, nicht auf menschen, sondern auf dich, den richter aller ge= danken, sehe, und dir wohlgefallen Gebet um wahre Weisheit. 49 möge. Weil ich auch als ein schwa-| klugheit und kunst in allerlei geschäfcher mensch vielfältig strauchele und fündige, so wirf mich doch nicht weg, lieber vater, sondern erhalte mich mit deiner starken hand. Richte mich auf, und verleihe mir eine herzliche, beständige besserung, ungefärbten glauben und fröhliche Hoffnung. Bekehre auch sonst andere, die zu bekehren sind, damit dein heiliger name in allen landen geehret werde, und deine augen an den menschenkindern ihre lust sehen. Heiliger vater, du GOtt des friedens! heilige uns durch und durch daß unser ganzer geist, sammt seele und leib unsträflich behalten werden, bis auf die zukunft unseres HErrn JEsu Christi. Du bist getreu, der du uns rufest; so thue es mun, HErr, um dein selbst, und um des theuren verdienstes Christi JEsu willen, amen. ten. Lehre mich deine weisheit, die aller fünfte weisheit ist; gieb mir den geist der weisheit, der verständig, heiz lig, einig, mannigfaltig, scharf, be= hende, beredt, rein, klar, sanft, freundlich, ernstlich, frei, wohlthätig, leutselig, fest, gewiß und sicher ist, welcher fich in die heiligen seelen giebt, propheten und freunde GOttes machet und alles wohl regieret. Laß diese deine weisheit meine braut sein, und laß mich ihre schönheit lieb gewinnen, denn sie ist herrlichen adels, ihr wesen ist bei GOtt, und der HErr aller dinge hat sie lieb. Sie ist der himmlischerath in der erkenntniß GOttes und ein angeber seiner werke, ihre arbeit ist eitel tugend, sie lehret zucht, gerechtigkeit und stärke, sie ist ein tröster in sorgen und traurigkeit. Ein jüngling Gebet um wahre Weisheit. hat durch dieselbe herrlichkeit bei dem volke und ehre bei den alten; sie machet 65. Ah du ewiger, unvergäng- einen unsterblichen namen und ein licher, unsichtbarer und ewiges gedächtniß bei den nachkomallein weiser GOtt; ach HErr JEsu men. O GOtt mein vater und HErr Christe, du ewige weisheit und himm- aller güte, der du alle dinge durch lischer rath GOttes; o GOtt heiliger dein wort gemachet und den menschen geist, du brunn der göttlichen weis- durch deine weisheit bereitet hast, daß heit! ich bekenne und klage dir meines er herrschen soll über die Freaturen, herzens angeborne blindheit und thor- daß er die welt regiere mit gerechtigheit, daß ich von natur nicht tüchtigkeit und richte mit rechtem herzen: bin, etwas gutes zu gedenken oder gieb mir die weisheit, die stets um rath zu finden von mir selbst, daß ich deinen thron ist; denn ich bin ein auch ganz feine lust noch liebe zu dei- schwacher mensch, und kurzen lebens, ner göttlichen weisheit, sondern mehr und zu geringe in erkenntniß deffen, gefallen an der fleischlichen thorheit was recht ist, und wenn einer gleich und eitelkeit dieser welt habe, welche unter den menschenkindern vollkomdie weltfinder loben. Ach vergieb mir men wäre, so gilt er doch nichts, wo die große sünde und wende die strafe er ohne die weisheit ist, die von dir von mir, die du denen dräuest, die kommt. Sende sie herab aus deinen wie rosse und mäuler sind, welchen heiligen himmel, aus dem throne deiman zaum und gebiß in das maul ner herrlichkeit; sende sie, daß sie bei legen muß, wenn sie nicht zu dir wol- mir sei und mit mir arbeite, daß id) len; imgleichen da du bezeugest, du habest an niemandem gefallen, er bleibe denn in der weisheit. Ach HErr, führe du mich auf dem wege der weisheit, der du die weisen regierest, denn in deiner hand sind beide, wir selbst und unsere reden, dazu alle erkenne, was dir wohlgefalle, denn sie weiß und verstehet alles; laß sie mid) leiten in meinen merken und mich be halten durch ihre heiligkeit, so werden. dir meine werfe angenehm und deines raths würdig sein; denn welcher mensch weiß GOttes rath, und wer 4 50 Um Verleugnung sein selbst und alles Weltwesens. fann denken, was GOtt will? denn| Um Berleugnung sein selbst und der sterblichen menschen gedanken sind alles Weltwesens. mißlich und ihre anschläge sind gefährlich, denn der ſterbliche leib bes 66. Ach HErr JEſu, mein eis die seele und hütte drüdet den zerstreuten sinn. Wir treffen das faum, was auf erden ist, und erfinden kaum, was unter den händen ist, wer will denn erforschen, was im himmel ist, wer will GOttes rath erfahren? Es sei denn, daß du weisheit gebest und deinen heiligen geist aus der höhe sendest, daß also das thun auf erden richtig werde und die menschen lernen, was dir gefällt, und sie durch die weisheit selig wer= den. Darum gieb mir, lieber vater, daß ich meines herzens gedanken zu dir richte, ehe ich etwas anfange und um deinetwillen in dir, zu dir, durch dich alles thue, was dir wohlgefällt; daß ich in allen dingen deinen willen durch das gebet erforsche und mit dir rathschlage und rath nehme; daß ich darnach erwähle, was recht ist und dir wohlgefällt; daß ich auch anderer leute rath höre und ihn nicht verachte; daß ich auch in meinem berufe bleibe und nicht außer demselben noch über mein bermögen etwas vornehme, auch zeit und ort, fünftiges und gegenwärtiges unterscheiden lerne. Lehre mich auch alle geister prüfen und unterscheiden und die rathschläge beurtheilen, daß ich den stricken des teufels und seiner werkzeuge und den negen ihres irrthums entfliehen möge; daß ich auf das künftige gedenken, flüglich sorgen und verstehen möge, was gegenwärtig und künftig werden kann; daß ich in allen dingen dich fürchte, denn das ist die wurzel und der anfang der weisheit; daß ich mich die ehre und eitelkeit dieser welt nicht betrügen lasse, und in allen dingen erfennen möge, was recht und gut ist; daß ich nicht aus der finsterniß licht, und aus licht finsterniß mache; daß ich ewig in deiner liebe bleiben möge, denn du liebest niemanden, ohne der in der weisheit bleibet, amen. niger heiland, ich bekenne von ganzem Herzen, daß die blinde liebe meiner selbst und des irdischen wesens und lebens mir leider noch allzusehr anklebet. Ach, wie schwer fommt es unserm fleische an, das irdisch gefinnet ist, sich des indischen, davon es genommen ist, zu entschlagen und zu enthalten. Ja mein lieber GOtt, das fleisch, die sündliche natur, sehnet sich immer nach der erde, und wenn die noth kommt, so bemühet es sich, die liebe deines namens, deiner ehre also zu drehen, zu mitteln und zu theilen, daß ich gleichwohl auch bei dem irdischen ruhig bleiben möge. Ach wie gar eitel, schädlich und thöricht sind alle solche gedanken und anschläge! Mache mich, mein heiland, durch die kraft deines heiligen geistes davon frei. Stärke und wappne mein herz mit einem solchen sinne, daß ich, dir zu gefallen und um deinetwillen, mich selbst verleugnen, alle weltliche ehre verachten, meinem eigenen willen absagen, aller welt freundschaft hintan sehen, den raub meiner güter mit freuden erdulden, die weltliche gesellschaft und luft meiden, auch mein leben, wenn es dein wille ist, getrost lassen möge. Ach verzeihe mir es, mein GOtt, daß ich bisher das vergängliche wesen so sehr geliebet habe. Ich weiß, HErr, daß ich dein jünger nicht sein kann, ich verleugne mich denn selbst und alles was in der welt ist. Gieb, daß ich hinführo mich desto eifriger dir als dem höchsten gute und meinem einigen troste, ergebe. Zeuch mich nach dir, daß ich aller ehre, freude, luft, freundschaft und allen gütern dieser welt absage und meine gedanken, sinn und willen nach dir richte, dir zu dienen und deinen namen ohne unterlaß hier zeitlich und dort ewig zu preisen, amen. Um Tödtung des alten Menschen. 51 lim Tödtung des alten Menschen sich selbst, zu streiten! O wie schwer und der Geschäfte des sündlichen und mühselig fällt es, diesen einheiFleisches. mischen feind zu überwinden! Wahrlich, wo du, HErr, in dem kampfe mit 67. der der kraft aus der höhe mich nicht auseiliger und barmherziger grausamen gewalt und list dieses täg= lichen, einheimischen feindes gewonnen geben. Ach HErr, unterdrücke, freuzige und tödte diesen alten verderblichen menschen und seine irrigen lüste in mir, auf daß ich seiner liebkosenden betrüglichkeit und verführung entfliehen möge. Laß mich täglich in mir selbst sterben, damit ich durch das sündliche fleisch an dem wahrhaftigen leben, das in Christo deinem sohne ist, nicht gehindert oder davon getrennet werde. Ach zünde in meinem herzen das heilige feuer. deines guten geistes an, auf daß dadurch alle unziemlichen begierden und mein eigener böser wille unterdrücket und gänzlich getilget, hingegen nur heilige triche und neigungen darinnen angezündet werden. Denn, HErr, die nach dem fleische leben, mögen dir nicht gefallen, noch das reich der herrlichkeit ererben. Laß derowegen mein sündliches fleisch sterben, damit ich von deinem reiche nicht ausgeschlossen werde. Die nach dem fleische leben, die müssen sterben; die aber durch den geist des fleisches geschäfte tödten, die werden leben; darum auch diejenigen, so Christo angehören, ihr fleisch freuzigen sammt den lüsten und begierden. So lak mich nun, o du gekreuzigter HErr JEsu, mein fleisch rechtschaffen betäuben, freuzigen und tödten, auf daß ich hinführo nicht den lüsten der menschen, sondern dem willen GOttes deines baters lebe und dermaleinst mit dir die ewige ruhe, das himmlische leben und die ewige seligkeit besigen möge, amen. HErrn JEsu Christi, ich rufe dich an und bitte dich im namen desselben deines einigen und geliebten sohnes, durch den heiligen geist, daß du die Freuzigung und tödtung des alten menschen, welcher ich täglich bedarf, träftiglich in mir wirken wollest, damit ich nach dem inwendigen men schen in mir stark und mächtig werde. Es wohnet leider, o mein HErr und GOtt, in meinem fleische nichts gutes, sondern die leidige sünde. So verleihe mir doch wider dieselbe deines geistes kraft, damit ich sie nicht stark werden, noch über mich herrschen lasse. Du, HErr, stellest ja sonst unsere unerkannte sünde ins licht vor deinem angesichte; ach so stelle sie doch auch meinem her= zen ins licht, damit ich sie sehen, bereuen, und die vergebung in herzlicher demuth bei dir suchen möge. Ich bin noch nicht frei von der sünde, die in mir wohnet; gieb aber, o HErr, daß ich frei sei von ihrer herrschaft, schuld und verdammniß. Das geseß der fünden in meinen gliedern streitet wider das gesetz in meinem wiedergebornen und erneuerten gemüthe. Verleibe mir aber dagegen deines geistes gnade, dadurch ich solches geseß überwinden und gefangen nehmen möge, damit es mich nicht gefangen nehme, Das fleisch, so in mir ist, gelüftet wider den geist, und den geist wider das fleisch. Der geist zwar ist willig, aber das fleisch ist schwach; verleihe dannenher meinem geiste deine fraft und stärfe, damit er die bösen begierden des sündlichen fleisches überwältigen Fönne. Du, HErr, allein mußt mich durch deinen geijt an dem inwendigen menschen stärken, damit ich nicht kraftlos werde und unterliege. O wie ist cin und beschwerlicher Gebet gegen die täglichen Sündenfälle. eiliger GOtt, gerechter kampf, wider ſein fleiſch, das ist wider 68. Hrichter, vor bir ift nie4* 52 Gebet wider die täglichen Sündenfälle. mand unschuldig, niemand ist von allen und also auch von diesen meis der befleckung der fünden befreiet, nen sünden. Laß mir dieses vollkom= darum mangele ich auch des ruhmes, mene lösegeld deines sohnes zur ver= den ich billig mit vor dein gericht brin- gebung aller meiner sünden gedeihen, gen sollte; es fehlet mir das kleid der amen. unschuld, mit welchem ich angezogen vor deinem antlig erscheinen sollte. wie oft fündige ich! Der geift ist zwar willig was thun, aber das fleisch ist schwach; gestärket wird wohl zu zeiten in mir der inwendige mensch, frank aber lieget darnieder der äußerliche; denn das gute, das ich will, das thue ich nicht alle= mal, sondern das böse, das ich nicht will, das thue ich leider vielfältig. Ach wie oft steigen bei mir eitele, böse und gottlose gedanken auf, wie oft entfahren mir unnüße und schändliche worte, wie oft verunreinigen mich wohl gar verkehrte werke! Alle meine gerechtigfeit ist wie ein unflätiges kleid; was will denn erst meine ungerechtigkeit sein? Darum darf ich mich freilich nimmermehr unterstehen, mit meiner eigenen gerechtigkeit vor dir aufzutreten; sondern ich demüthige mich vor deinem richterstuhle und rufe aus der tiefe zu dir: HErr, so du willst sünde zurechnen, wer wird bestehen? Wenn du mit mir in das gericht gehen wolltest, wo würde ich bleiben? Wo du mich nach der schärfe deiner gerechtigfeit auf die probe seßen wolltest, wie Fönnte ich vor dir beharren? Hättest du lust mit mir zu hadern und wolltest genaue rechnung meines Lebens, thuns und lassens von mir fordern, so könnte ich dir auf tausend nicht eines antworten. Deswegen will ich zu meiner entschuldigung den mund nicht aufthun, sondern vielmehr erFennen, daß ich auch dieser meiner täglichen fündenfälle halber den ewigen tod verdienet hätte. Damit aber derselbe an mir keine macht haben möge, so stelle ich dir, heiliger bater, für diese meine täglichen fündenfälle das theure blut deines sohnes dar, das er auf dem altare des Freuzes vergoffen hat, das reiniget mich von Gebet um ein gutes Gewissen. 69. Ah GOtt aller herzen füns ch diger, du das gewissen des menschen so wunderbarlich gemacht und zum zeugen des guten und bösen berordnet und mit furcht und freudigkeit, mit freude und leid wunderbarlich begabet, daß es alle menschen der gerechtigkeit erinnere und einen jeden überzeuge, daß du ein gerechter GOtt seist, vor welchem sich jedermann fürchten müsse, daß du auch überall gegenwärtig seist, bor welchem sich niemand verbergen könne. Denn so man sich vor seis nem eigenen gewissen nicht verbergen kann, welches nur ein richter und innerlicher unbetrüglicher zeuge eines einigen menschlichen Herzens ist, wie sollte man sich vor dem allwissenden GOtt verbergen, der ein richter ist aller menschlichen herzen? A wie oft habe ich meinem eigenen gewissen widerstrebet und bin demselben nicht gefolget, ob mich es gleich erinnert und gestrafet hat. Ich habe einen großen, schweren und unruhigen zeuz gen wider mich selbst erwecket. Ach, mein GOtt, du wahrer und einiger seelenarzt, der du heilest, die zerbrochenen herzens sind und verbindest ihre schmerzen: heile mich, HErr, denn meine gebeine sind erschrocken und meine seele ist sehr erschrocken. Ach, reinige mein gewissen, HErr JEsu, mit deinem blute von den todten werPen meiner fünde, zu dienen dem le= bendigen GOtt. Heile die wunden meines gewissens, die mir schmerzlich wehe thun; geuß dein gnadenöl hinein, als den rechten seelenbalsam, nämlich deinen heiligen geist, der mich tröste und mir die seelenschmerzen line dere, daß ich nicht allzusehr erschrecke, daß nicht die furcht vor deinem ge Gebet um ein gutes Gewissen. 53 strengen gerichte mich in verzweiflung| aber, wer kann mich erfreuen, wenn stürze. Tilge die handschrift, die wi- mich mein gewissen betrübet, ohne du der mich ist, mit deinem blute aus; allein, o meines herzens freude! wer schreibe in die tafel meines herzens fann mich rechtfertigen, wenn mich und gewissens, die ich zerbrochen habe, mein gewissen verdammet, als du deine gnade, vergebung der sünden, allein, o mein erlöser JEsu Christe gerechtigkeit, den glauben, die liebe, in dessen verdienst meine gerechtigkeit die lebendige hoffnung, geduld und stehet und gegründet ist. Ach mein gebet, daß in meinem gewissen, als HErr und mein GOtt, laß mich dies in einem spiegel, deine gerechtigkeit sen schatz wohl bewahren, und wenn leuchte, die mir aus gnaden durch den durch dein blut mein gewissen gereis glauben geschenket ist. Deine edlen niget ist, so laß mich durch deine gnade blutströpflein zieren meine seele als dasselbe rein behalten, daß ich in dieder schönste schmuck; die kraft deines ses geheiligte und reine gefäß nichts heiligen opfers, leidens und todes er- unreines lege, damit es nicht wieder quide mein gewissen. Ach, du edler beflecket und verunreiniget werde, weinstock, blühe in meinem herzen sonst ist leib und seele beflecket. Laß und gewissen und vertreibe durch mich aber einen guten schaß hinein deinen lebensgeruch alles höllische sammeln, welchen ich an jenem tage schlangengift; tödte den nagenden hervor bringen möge, als aus einem herzenswurin und stille die anklage guten schabe meines herzens. Ach du der fünden und des geseßes in gerechter GOtt, der du herzen und mir. Laß mein gewissen den rech- nieren prüfest, wie hast du in dein ge= ten freudenwein des heiligen geistes wissen des menschen, beides himmel schmecken, daß ich mich in dir al- und hölle und die unsterblichkeit der lein erquicke und erfreue. O mei- seelen zu erkennen gegeben! denn ein nes herzens einige freude und ruhe! gut gewissen ist der himmel, und ein in mir selbst muß ich erschrecken und böses gewissen ist die hölle; so wunberzagen: in dir aber erfreuet und derbarlich hast du das gewissen ge= erquidet sich mein betrübtes gewissen. macht, daß ein jeder mensch entweder Ach, laß mich empfinden, was Da- seinen himmel oder seine hölle in ihm vid faget: darum freuet sich mein herz selbst haben und tragen muß. Und und meine ehre ist fröhlich. Ach, laß weil wir in diesem leben mit fleisch und dein licht, das in mir ist, den glauben, blut, auch wider die arge welt käm= die liebe, die hoffnung und deine er- pfen müssen, so hilf, mir lieber GOtt, fenntniß in mir nicht finster werden einen guten kampf kämpfen, daß ich und erlöschen, sondern laß es in dir diese beiden edlen schäße, den glauben und durch dich leuchten und helle wer- und das gute gewissen behalten möge. den, daß es mir leib und seele erleuchte Laß mich durch die ruhe meines ge= wie ein bliß, daß ich mit freudigem wissens die ruhe des ewigen lebens, geiste vor dir erscheinen, und vor dei- friede und freude in dir, o mein HErr nem angesichte bestehen möge. Ach, wie ist ein gut gewissen eine große freudigkeit vor GOtt und menschen, wie freudig find die heiligen märtyrer, so um der gerechtigkeit und wahrheit willen gelitten haben, zum tode gegangen! Wer kann mich verklagen, wenn mich mein gewissen losspricht? Wer kann mich betrüben, wenn mich mein gewissen erfreuet? Dagegen und mein GOtt, schmecken, so wird mich keine schmach der welt betrüben, kein verlust des zeitlichen traurig machen, kein verläumder beleidigen, keine furcht erschrecken, keine gewalt verlegen, keine sünde verdammen, fein feufel mit seinen feurigen pfeilen überwinden, amen. Um die Nachfolge Chrifti. Um die Nachfolge Chrifti. nen leib und eine seele mit dir sein, auf daß ich in dir und du in mir ledu holdseliger, freund- Lebe du in mir und nicht ich 70. A licher und liebreicher felbst, laß mich dir leben, und nicht HErr JEsu Christe, du sanftmüthiges und geduldiges herz! wie ein schönes tugendreiches exempel eines heiligen lebens hast du uns gelassen, daß wir nachfolgen sollen deinen fußstapfen. Du bist ein unbefleckter spiegel aller tugenden, ein vollkommenes borbild der heiligkeit, eine untadelhafte regel der frömmigkeit, eine gewisse richtschnur der gerechtigkeit. Ach, wie ist doch mein sündliches le= ben beinem heiligen leben so ungleich! Ich sollte in dir als eine neue freatur leben; so lebe ich mehr in der alten Freatur, nemlich in Adam, als in dir, meinem lieben HErrn JEsu Christo. Ich sollte nach dem geiste leben; so lebe ich leider nach dem fleische und weiß doch, was die schrift faget: Wo ihr nach dem fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Ach, du freundlichster heiland, vergieb mir meine sünde, decke zu meine gebrechen, überfiebe meine missethat, berbirg deine hei ligen augen vor meiner unreinigkeit, verwirf mich nicht von deinem angeficht, verstoß mich nicht aus deinem hause als einen unreinen und ausfäßigen. Tilge aus in meinem herzen alle hoffart, als des teufels unkraut, und pflanze in mich deine demuth, als die wurzel und den grund der tugend. Reute in mir alle rachgier mir selbst. Gieb, daß ich dich also erkenne und lieb habe, daß ich auch also wandele, gleichwie du gewandelt hast. Bist du mein licht, so leuchte in mir; bist du meine zierde, so schmücke mich schön; bist du meine freude, so erfreue mich in dir; bin ich deine wohnang, so besige mich allein; laß mich allein dein werkzeug sein, daß mein leib, meine seele, und mein geist heilig sei. Du einiger weg, leite mich; du ewige wahrheit, lehre mich; du ewiges leben, erquide mich. Laß mich ja nicht des bösen geistes werkzeug sein, daß er nicht seine bosheit, lügen, hoffart, geiz, zorn, unsauberfeit durch mich und in mir ausübe und vollbringe; denn das ist des satans bild, davon du mich, o du schönes, vollkommenes ebenbild GOttes, erlösen wollest. Erneuere aber meinen leib, geist und seele täglich nach deinem bilde, bis ich vollkommen werde. Laß mich der welt absterben, auf daß ich in dir lebe; laß mich mit dir auferstehen, auf daß ich mit dir gen himmel fahre; laß mich mit dir gekreuziget werden, auf daß ich zu dir in deine herrlichkeit eingehen möge, amen. Gebet um die Liebe GOttes. völlig aus, und gieb mir deine eble 71. du liebreicher Gott, 54 aller tugenden, schmücke mein herz mit reinem glauben, mit feuriger liebe, mit lebendiger hoffnung, mit heiliger andacht, mit findlicher furcht. Odu meine ewige zuversicht, meine liebe, meine hoffnung, meine ehre, meine zierde! dein leben ist ja nichts anders gewesen, als liebe, sanftmuth und demuth, darum laß dieses dein edles leben auch in mir sein, daß ich dein tugendhaftes leben auch in meinem leben zeige. Laß mich einen geist, eidiger vater, du ursprung und brunnquell aller liebe, aller freundlichkeit, güte, gnade und barmherzigkeit! Ich flage und bekenne dir schmerzlich, daß in meinem Herzen die göttliche liebe, mit welcher ich dich über alle dinge lieben sollte, durch die erbsünde so gar erloschen und erstorben ist, daß ich von natur mehr geneigt bin zu mir selbst, zu meiner eigenen liebe der freaturen, als zu dir, meinem lieben GOtt und bater, und daß ich 55 Gebet um die findliche Furcht GOttes. demnach dich, meinen lieben GOtt| schönste weisheit, und wer sie siehet, und bater, meinen erlöser JEsum Christum und den heiligen geist, meinen wahren tröster nicht rechtschaffen und über alle dinge geliebt habe, da du doch das höchste und ewige gut selber bist, welches über alle dinge geliebet werden sollte. Ach, vergieb mir solche schwere sünde und große thor= heit, und wende die schwere strafe von mir ab, da geschrieben stehet: Wer JEsum Christum nicht lieb hat, der fei verfluchet. Tilge aber in mir aus alle unordentliche liebe, die welt- und treaturenliebe, die eigene ehre, die augenlust, die fleischeslust, das hoffärtige leben, welches die herzen der menschen von dir abreißet. Zünde aber dagegen in mir an die reine und unbefleckte flamme der liebe, daß ich dich um dein selbst willen, als das höchste gut, als die ewige liebe, als die höchste freundlichkeit, als die holdselige lieblichkeit, als die überschwängliche gütigkeit, als die wesentliche heiligkeit, als die lauterste weisheit, gerechtigkeit und wahrheit und überhaupt als alles gute und als einen ewigen ursprung der liebet sie, denn er siehet, wie große wunder sie thut. Gieb, daß mich auch deine liebe zu dir ziehe, mit dir ver= einige und mit dir, meinem HErrn, einen geist mache, daß ich allezeit an dich gedenke, von dir rede, nach dir hungere und dürfte und in deiner liebe gesättiget werde, in dir bleibe und du in mir; daß ich durch solche liebe alle menschen in dir und um deinetwillen als mich selbst liebe; daß ich aus erbarmender liebe meinen feinden vergebe, dieselben liebe, für sie bitte, ihnen wohl thue und sie also mit güte überwinde; und das alles um der großen liebe willen meines lieben va= ters im himmel, meines erbarmers, um der vollkommenen liebe willen GOttes des sohnes, meines erlösers und um der inbrünstigen feurigen liebe willen GOttes des heiligen geistes, meines einigen und wahren trdsters, amen. nicht sowohl in ansehung der belohnung, des nußens und der vergeltung, welche du mir aus gnaden deswegen verheißen hast, als vielmehr um dein selbst als des höchsten gutes willen; daß ich dir mein herz, willen und verstand unterwerfe, mit freuden deine gebote halte und deinen willen gerne thue, denn darinnen bestehet die wahre liebe gegen dich. O HErr JEsu, die reine liebe deines herzens entzünde mein faltes herz; die zarte liebe deiner unbefleckten feele erleuchte meine seele; die liebe deines edlen gemüthes erfülle mir sinn und gemüthe; die liebe deiner göttlichen fraft stärke meine feele und leibeskräfte in deiner liebe, daß ich auch, um deiner liebe willen, alles unterlasse was dir mißfället und alles thue und leide was dir gefället, und darinnen beharre bis ans ende, denn dich also lieben ist die allerGebet um die kindliche Furcht GOttes. 72. schrecklicher GOtt, der du himmel, erde, meer und alles was darinnen ist, gemacht hast, dich soll billig fürchten alles was da lebet, denn groß ist deine güte, die du verheißen hast denen, die nicht auf men= schen, sondern auf dich trauen. Groß und wundersam sind deine werke, HErr allmächtiger GOtt! gerecht und wahrhaftig sind deine wege, du könig der heiligen! Wer sollte dich nicht fürchten, HErr und deinen namen nicht preisen, denn du bist allein heiz lig! Aber ach HErr, wie gar verderbt sind wir von natur, daß wir so leicht und gerne ohne gottesfurcht in eitelem wesen dahin wandeln, dein wort und gesetz, deine liebe und wohlthaten, ja deine gerichte und strafen aus den augen sehen und den lüften des fleisches wie auch den verführungen der welt leider allzuviel folgen. Ich bekenne 56 Gebet um beständige Hoffnung. auch in diesem stücke meine übertre=| Christo JEsu unserm heilande. Das tungen vor dir und bitte dich in dem namen Christi JEsu deines sohnes um vergebung. Und dieweil ich mir selbst in diesem elende nicht helfen fann, so wollest du, o HErr, durch deinen heiligen geist die fleischliche sicher= heit von mir austilgen und mein Herz zur wahren gottesfurcht lenken, daß ich dich allezeit vor augen habe, vor sünden mich hüte und dich nicht als meinen feind, sondern als meinen vater fürchte und ehre. Weise mir, HErr, deinen weg, daß ich wandele in deiner wahrheit. Erhalte mein herz bei dem einigen, daß ich deinen namen fürchte und in solcher kindlichen furcht und festem vertrauen auf deine güte bis an das ende beständig bleibe, amen. Gebet um beständige Hoffnung. armherziger, gnädiger 73. dir, wie es die wahrheit erfordert, daß alles in dieser welt ganz eitel und vergänglich ist und daß demnach alle diejenigen unweislich handeln und sich felbst mit thörichter hoffnung betrügen, welche sich auf menschen, auf geld und gut oder sonst auf irgend etwas irdisches verlassen. Denn es ist freilich nichts anders, als ob man auf träume halten, nach dem schatten greifen oder den wind haschen wollte. Gelobet aber seist du, bater unsers HErrn JEsu Christi, daß du uns nach dei rum, HErr mein GOtt, schütte ich jegund mein herz vor dir aus und be= zeuge, daß ich, mit hintanſeßung aller irdischen zuflucht, meine hoffnung ganz und gar auf deine güte und allmacht seße. Du bist der allmächtige und allein weise GOtt, darum weiß ich, du kannst wohl helfen; du bist mein gnädiger vater um Christi willen, darum hoffe ich auf deine väterliche güte, du wirst mich nicht verlassen. Es ist ja keiner jemals zu schanden worden, der auf dich gehoffet hat, und dein wort versichert uns, die hoffnung der elenden werde nicht verloren sein ewiglich. So laß denn auch mich nicht zu schanden werden über meiner hoffnung, sondern erweise an mir deine große güte. Ja, HErr, erhalte und stärke in mir eben diese hoffnung, fühle und bekenne, daß mein sünddie ich auf dich gesebet habe, denn ich und vergänglichen ſiehaftes fleisch und blut allzusehr auf het und sich deswegen eine hoffnung machet, die doch nichtig und umsonst ist. Vergieb mir, mein GOtt, solche meine sünde. Tilge aus meinem her= zen alle falsche betrügliche hoffnung, die wie ein traum vergehet, wie ein schatten verschwindet und wie der wind dahin fähret. Nimm auch von mir alle vergebliche, ungläubige und herzfressende sorge und gieb die gnade und fraft deines heiligen geistes, daß ich im festen glauben beständig auf dich hoffe, deiner grundlosen barmner großen barmherzigkeit wiederge- herzigkeit, unaussprechlichen güte und boren haft zu einer lebendigen hoffnung durch die auferstehung JEsu Christi von den todten, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen erbe, das behalten wird im himmel, une, die wir aus GOttes macht durch den glauben bewahret werden zur seligkeit. Denn nun wissen wir arme menschen, worauf wir unsere hoffnung seßen sollen, nämlich nicht auf irdische dinge, sondern allein auf deine grundlose barmherzigkeit in unfehlbaren verheißung gänzlich vertraue und deine gnadenhülfe ungezweifelt erwarte. Stärke und wappne mein herz, o GOtt, daß ich den liftigen anläufen des satans in steter hoffnung auf dich getroft begegne, die feurigen pfeile seiner anfechtungen ritterlich ausschlage und also, nach dem erempel meines heilandes JEsu Christi, einen guten kampf kämpfen und selig überwinden möge. Lindere und verkürze mir auch die trübsal, da= Gebet um die Ruhe des Herzens in GOtt. 57 mit ich sie ertragen könne. Ja du| nehme, was du mir nach deinem heiGOtt der hoffnung, erfülle mich mit aller freude und friede im glauben, daß ich völlige hoffnung habe, durch die kraft deines heiligen geistes, um JEsu Christi willen, amen. ligen, allein weisen willen zuschickest. Ach wie wohl ist dem menschen, der solchergestalt ruhe und friede in seis nem herzen hat! Hilf mir, lieber GOtt, daß ich solche ruhe in allem elende em= pfinden möge. Tröste mich mit deihalte mich. O HErr, mein GOtt, auf ner hülfe und dein freudiger geist ent= dich bin ich ja geworfen von mutterleibe. Meines herzens lust stehet zu 74. namen; mich in findlichen vertrauen auf deine gute, damit ich alle feurigen pfeile des satans, alle anfechtungen des gewissens, ja auch alle versuchungen der welt und meines eigenen fleisches ritterlich und mit freuden überwinden und die verheißene krone der ehre erlangen möge, amen. Gebet um die Ruhe des Herzens in GOtt. immlischer vater, heiliger es ist ja diese welt voll unruhe und trübseliger veribirrung, denn die gottlofen sind wie ein ungestümes meer, das nicht stille sein kann und dessen wellen foth und unflath auswerfen. So ist auch in unserm eigenen fleisch und blute lauter unruhe, welche uns bald zur sicherheit, bald zur kleinmüthigkeit oder verzweiflung, bald zur vergeblichen hoffnung, bald zur ängstlichen sorge antreibet. Ach der großen eitelkeit und des elendes, daß der mensch ſein lebetage ſo viel schmerzen daß auch hat mit sein herz des nachts nicht ruhet! Das machet alles unsere sünde und verderbniß, dadurch der friede gestöret, die gewissensruhe aufgehoben und hingegen unruhe, grämen und herze= leid in uns angerichtet worden ist. Ich bitte dich, barmherziger lieber vater, bergieb mir meine sünde und tilge meine missethaten um deines lieben sohnes JEfu Chrifti willen. Erwecke auch in mir friede und freude in dem heiligen geiste, daß ich aus erkenntniß und empfindung deiner gnade in allen zufällen dieses elenden lebens allein deiner barmherzigkeit mich tröste und erfreue; ja daß ich in meinem ganzen leben mich deiner väterlichen und allein weisen vorsehung gänzlich ergebe, in meinem berufe, was mir gebühret, nach meinem besten vermögen fleißig verrichte und im übrigen dir alles befehle und deine hülfe und göttlichen segen in findlicher zuversicht erwarte, auch darüber geduldig sei und mit freuden aus deiner hand anGebet um die Erhaltung der christlichen Kirche. 75. bater aller barmherzigfeit, der du dir deine heilige gemeine und kirche auf erden durch dein wort und den heiligen geist sammelst und erhältst: ich bitte dich, du wollest deine kleine heerde, das arme häuflein, so dein wort durch deine gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden lehre, auch bei dem rechten gebrauche der heiligen sakramente wider alle pforten der höllen, wider alles wüthen und toben des leidigen teufels, wider alle bosheit und tyrannei der argen welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein schifflein sammt deinen chri= sten mitten auf dem ungestümen mee= re, unter allen wellen und wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe firche fest und unbe= weglich auf dem grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O GOtt zebaoth, wende dich doch, schaue vom himmel und siehe an und suche heim deinen weinstock und halte ihn im bau, den deine rechte gepflanzet hat und den du 58 Gebet um rechtschaffene Liebe. dir festiglich erwählet hast, auf daß| hast, wie wir uns unter einander er sein gewächs ausgebreitet und seine zeigen sollen: ich bitte dich durch deine zweige groß werden. Nimm uns, große treue, du wollest unsere falten deine schafe, in deinen schuß, daß herzen mit dem feuer deiner göttlichen uns niemand aus deiner hand reiße. liebe erwärmen, daß wir dich wahren Behüte uns vor allen denjenigen, GOtt, mit dem vater und dem heiliwelche die vertilgung der rechten lehre gen geiste in einem ewigen und unzer= und die aufrichtung und bestätigung trennlichen wesen, über alle dinge und der schändlichen abgötterei suchen. von ganzem Herzen lieb haben und Laß dein liebes wort, das helle und aus solcher liebe dein wort und gebot unwandelbare licht, so uns jetzt schei- halten; daß wir uns auch nach deinem net, nicht unterdrücket oder ausge= neuen gebote und exempel unter einlöschet werden, sondern thue hülfe ander herzlich lieben und damit, als durch deinen großen und ausgestrec- deine rechtschaffene jünger und wahre ten arm und erhalte deine kirche und christen, beweisen, daß wir wiedergegemeine unter so viel anstößen in der boren sind, nicht aus vergänglichem, welt, auf daß du unter uns hier auf sondern aus dem unvergänglichen erden auch ein volk habest, das dich samen, nämlich aus dem lebendigen erkenne, ehre und anbete und deinem worte, das da ewiglich bleibet. Verheiligen namen mit reinem herzen leihe, daß sich ein jeder christ des andiene. Ach HErr, schone deines vol- dern, als glieder eines leibes, mit brükes und laß uns nicht entgelten unsere derlicher liebe und herzlicher treue ansünden, der du die missethat vormals nehme und daß solche liebe nicht vergeben hast deinem bolfe und alle falsch oder erdichtet, sondern rechtihre sünde bedecket, der du vormals schaffen und ungefärbt sei, daß wir hast allen deinen zorn aufgehoben uns unter einander nicht nur mit und dich gewendet von dem grimme worten und mit der zunge, sondern deines zorns; tröste uns, GOtt unser auch mit der that und mit der wahrheiland, und laß ab von deiner un- heit lieben. Entzünde durch deinen gnade über uns. Beschüße deine chri- heiligen geist unsere herzen, daß wir stenheit, welche sich auf dich allein ver- nach deinem vorbilde auch unsere läffet, daß die pforten der höllen sie feinde lieben und gutes thun denen, nicht überwältigen. Sei und bleibe die uns hassen und verfolgen, und dir du mitten unter uns und weiche nicht die rache in allen dingen mit geduld von deiner gemeine, thue solches um übergeben. O du sohn GOttes, nimm deines namens willen, daß derselbe von uns weg allen haß, neid, feindnicht entheiliget werde; ja thue es um schaft und laß alle bitterkeit, sammt JEfu Christi deines lieben sohnes aller bosheit, ferne von uns sein, auf willen, amen. daß wir nicht das band der vollkommenheit trennen und auflösen. Hilf. daß wir einander von Herzen verzei= hen, gleich wie du uns vergeben hast 76. Gebet um rechtschaffene Liebe des lebendigen GOttes sohn, du spiegel der göttlichen majestät und ewigen flarheit, der du uns geliebet hast bis in den tod und aus brünstiger liebe am freuze für uns arme sünder gestorben bist, uns damit von dem ewigen tude erlöset und ein vorbild der rechten inbrünstigen liebe gelaffen und die über unſerem auch zorne nicht untergehen lassen, nicht raum geben dem lästerer und leidigem bösewicht. Gieb gnade, daß wir dir dienen in rechtschaffenem glauben, der durch die liebe kräftig und thätig ist, auf daß wir in dir ewiglich bleiben und du in uns, also, daß uns weder tud noch leben, weder engel Gebet um Geduld in Leidenszeit. 59 noch fürstenthum noch gewalt, weder| und deine hand heilet. Aus sechs trübgegenwärtiges noch zukünftiges, we= der hohes noch tiefes noch keine andere kreatur von deiner ewig währenden liebe scheiden könne, der du lebest und regierest mit dem vater und heiligen geiste in ewigkeit, amen. falen wirst du mich erretten und in der fiebenten wird mich kein übel rühren. So hilf mun, ewiger, barmherziger GOtt, daß ich meine seele mit geduld fasse und in gewisser hoffnung unab= gewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher zuversicht dein väter= liches herz, welches unter dem kreuze verborgen ist, erkennen möge, mit allerlei kraft mächtig gestärket werde fest im glauben und beständig in der geduld erhalten. Verleihe mir gnade, daß ich deine väterliche hand und züchtigung mit sanftem geiste und stillem herzen ertragen möge. Gieb mir geduld in leidenszeit, welche mir hoch bon nöthen ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem GOtt, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die trübsal nicht achte für ein zeichen deiner ungnade und in meinem herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, HErr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner besserung, denn die trübsal bringet geduld, geduld aber bringet erfahrung, erfahrung bringet hoffnung, hoffnung aber läsfet nicht zu schanden werden, und selig ist der mann, den du, GOtt, strafest oder züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der züchtigung des allmächtigen, denn du ver= lezest und verbindest, du zerschmeißest Gebet um Geduld in Leidenszeit. 77. Umächtiger, gütiger GOtt, schwachen, ein heil der kranken, eine kraft der mühseligen, ein trost der betrübten, eine freude der traurigen, eine zuflucht der verlassenen, eine hülfe der angefochtenen, ein leben der sterbenden, ein GOtt der geduld und alles troftes, du siehest und weißt, daß wir von natur schivach, blöde und verzagt sind und im freuze ohne deine göttliche hülfe und beistand nicht bestehen können. Derowegen rufe ich zu dir: wenn du mir frankheit oder sonst widerwärtigkeit, nach deinem göttli- Gebet um wahre Gottseligkeit. chen willen und wohlgefallen, aus 78. Verleihe mir, allmächtiger und barmherziger GOtt, daß ich nach demjenigen, was dir wohlgefällig ist, fleißig und inbrün= stig verlangen trage, weislich und ver= ständlich darnach forsche, es wahrhaftig und eigentlich erkenne, es recht= schaffen und vollkömmlich ins werk stelle. Richte und lenke meinen stand zu deines namens lob und ehre; und was du von mir forderst, das ich thun soll, dazu gieb deine gnade, daß ich es recht wisse und verstehe, auch durch deine fraft könne und vermöge; gieb, daß ich es also ins werk richten möge, wie sich es geziemet und wie es meiner seele zu ihrer seligkeit müßlich und heilsam ist. Verleihe mir deine gnade, daß der weg, den ich zu dir wandele, sicher, richtig und vollkommen sei, ich auch davon im glück und unglück nicht abweiche, daß ich bei guten tagen mich nicht erhebe und in bösen tagen nicht verzage, daß ich dir dank sage, wenn es mir wohl gehet und geduldig sei, wenn mir es übel gehet, daß mich feit, und mit aller geduld und lang= muth in aller anfechtung und widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem gemüthe in aller noth sammt allen deinen gläubigen, dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo JEsu deinem lieben sohne allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen herrlichkeit erhaben werde. amen. 60 Gebet um heiligen Gehorsam. Gebet um heiligen Gehorsam. 79. mächtiger GDit, himmallnichts erfreue, als das allein, so mich| zur dankbarkeit, bis ich deiner freude zu dir leitet, und mich nichts betrübe, genieße in der herrlichen ewigkeit, ohne allein das, so mich von dir ab- amen. führet. Laß mich alles thun aus liebe zu dir; und was zu deinem dienste und ehren nicht gereichet, laß mich als ein lauter todtes werk achten. Baß mich nicht nur aus gewohnheit gutes thun, sondern alles zu dir richten mit lischer vater, ich bekenne und flage dir herzlicher andacht. Laß alles, was von grunde meines herzens, daß vergänglich ist, vor meinen augen ge- ich dir nicht allezeit gehorsam gewesen, ringe scheinen und alles, was dein ist, als ich billig sein sollen, sondern daß mir lieber sein, als das andere alles. manches mal ungehorsam und wiLaß mich einen ekel haben vor allem, derspenstigkeit in meinem herzen aufwas ohne dich ist; und laß mich nichts steiget. Ach lieber vater, verzeihe mir begehren, was nicht zu deiner ehre die schwere sünde des ungehorsams, oder zu des nächsten muß gereiche. und gieb gnade, daß ich forthin im Laß mich mein ganzes Herz zu dir kindlichen gehorsam gegen dich wanrichten und meine mängel und ge- dele. Ich rufe zu dir, himmlischer brechen mit einem guten vorfaße der vater, mit dem könige Salomon: du besserung bereuen. Hilf, mein GOtt, wollest deinem knechte,( deiner magd) daß ich sei demüthig ohne heuchelei, ein gehorsames herz geben. Solches fröhlich ohne leichtsinnigkeit, traurig mein demüthiges gebet wollest du ohne zagen, wahrhaftig ohne betrug. gnädig erhören und dir es so, wie des Laß mich dich fürchten ohne zweifel, Salomonis gebet, gefallen lassen. D auf dich hoffen ohne vermessenheit, HErr JEsu Christe, der du uns einen züchtig sein ohne unreinigkeit, den flaren spiegel und ein heiliges exempel nächsten strafen ohne rachgier, ihn eines vollkommenen gehorsams vorlieben ohne falschheit, ihm erbaulich gestellet, indem du deinem himmlisein mit worten und werken ohne schen vater gehorsam worden bis zum hochmuth, gehorsam sein ohne wider- tode, ja zum tode am freuze: du wolspenstigkeit, geduldig ohne murren. left auch in meinem herzen solchen ges Gieb mir, o du gnädigster vater, ein horsam wirken, daß ich in die heiligen munteres und wachendes herz, wel= fußstapfen deines gehorsams treten dhes keine unnüßen sorgen und gedan= möge. Du hast allen denen, die dir fen von dir abführen; ein unbeweg- gehorsam sind, ewige seligkeit verliches herz, das keine bösen neigungen sprochen; ach, verleihe mir deine und begierden zu sich ziehen; ein un- gnade, daß ich diesen schaß der ewigen überwindliches herz, das keine wider- feligkeit ja nicht durch ungehorsam wärtigkeit müde oder matt mache; verscherze. O heiliger geist, der du ein freies und lebendiges herz, wel- von GOtt gegeben wirst denen, die ches keine böse lust binden und zwin- ihm gehorchen: tilge aus meinem gen könne; ein richtiges herz, das kein böser borsag frümmen und beugen möge. Gieb mir verstand, dich zu erkennen, fleiß, dich zu suchen, weisheit, dich zu finden, einen wandel, so dir gefalle, einen glauben, so dir vertraue, eine beständigkeit, so sicherlich deiner warte; laß mich deine strafen reizen zur buße, deine wohlthaten treiben herzen allen ungehorsam und pflanze in mich die himmlische frucht des gehorsams, auf daß ich auch deiner gnade und güter möge theilhaftig werden. Du bist ein geist des glaubens: du wollest auch in mir den gehorsam des glaubens wirken. Du bist ein geist der heiligung: du wolleft in mir den gehorsam eines heili Gebet um gen lebens wirken, zur ehre GOttes und erlangung meiner ewigen seligfeit, amen. Demuth. 61 left, auf daß ich dieselbigen nicht mißbrauche, noch jemanden vor mir ver= achte, denn wir haben ja nichts von uns selber, sondern alles, was wir haben, das kommt von dir; wie kann sich denn jemand rühmen, als ob er GOtt, hätte? Darum Gebet um Demuth. 80. dir ein hoffärtiges herz hilf, daß niemand weiter von sich halte, denn sich es gebühret zu halten, sondern daß wir von uns mäßiglich halten, unsere sünde erkennen und ein zerknirschtes und zerbrochenes herz haben, welches du nicht verachten wirst. Behüte mich auch vor den ruhmräthigen, daß ich nicht der stolzen spott und der hoffärtigen verachtung werde; laß mich von ihnen nicht untertreten werden. Gieb, daß wir uns allesammt demüthigen unter deine gewaltige hand, auf daß du uns erhöhest zu deiner zeit, amen. ein gräuel ist und nicht ungestraft bleiben mag: denn wer zu grunde gehen soll, der wird zuvor stolz, und stolzer muth kommt vor dem falle; ja du, HErr zebaoth, hast allezeit den hochmuth geschändet und endlich gestürzet; du zerstreuest die hoffärtig find in ihres herzens sinn, aber den demüthigen giebst du gnade und er= hebest die niedrigen aus dem staube; so bitte ich dich: verleihe mir rechtschaffene christliche demuth, daß ich lerne von Herzen demüthig sein nach dem erempel meines HErrn JEsu Chrifti, welcher, ob er wohl in gött- Gebet um christliche Sanftmuth. licher gestalt war, es nicht für einen raub hielt, GOtt gleich sein, ſondern entäußerte sich und nahm fnechtsgestalt an, er erniedrigte sich selbst, auf daß wir durch ihn zum ewigen leben erhöhet würden, auch solche demuth von ihm lernen möchten. Behüte mich vor aller geistlichen und fleischlichen hoffart, laß sie nicht in meinem Herzen noch in meinen worten herrschen, fintemal sie ein anfang ist alles verderbens, denn hochmuth thut nimmer gut und kann nichts denn arges daraus erwachsen, und wer darinnen stedet, der richtet biel gräuel an. Verleihe mir gnade zu bedenken, daß ich nichts als ein schändlicher koth sei. Was will sich denn die arme erde und asche erheben? dazu, was hilft einem der reichthum samt dem hochmuth? es fähret ja alles dahin wie ein schatten. O lieber GOtt, bewahre mich vor aller hoffart und vermessenheit, welche nichts gutes, sondern einen jammer nach dem andern anrichtet. Laß mich nicht aufgeblasen und übermüthig werden in gaben, die du mir mitthei- gung und schaden nicht mit ſanftmü81. gütiger HErr und GOtt, du uns leutſelig zur buße einladest und so langmüthig auf unsere belehrung wartest, gönne und gieb mir den reichthum deiner langmuth und sanftmuth. Ach HErr, wenn mir das allergeringste von meinem nächsten zuwider geschieht, ſo gehet leider oft das feuer des zorns und der rachgier in meinem Herzen an. Darum bitte ich demüthiglich, du wollest diese schnöde begierde meines sündlichen fleisches durch deinen geist tödten. O wie viel harte worte und wie viel härtere schläge, ja die aller= härteste pein und schmerzen hat dein lieber sohn, mein heiland, meinetwe= gen erlitten und hat, da ihm gefluchet ward, nicht wieder gefluchet, sondern alles dem heimgestellet, der da recht richtet. Was ist es denn für ein hoch= muth und widerspenstigkeit von mir, daß ich elender, sterblicher mensch, ich arme erde und asche, nicht einmal ein hartes wörtlein vertragen und die von dem nächsten mir zugefügte beleidi 62 Gebet um Billigkeit und Barmherzigkeit. thigem herzen erdulden und überwin-| tödten und mich dem ewigen tode und den kann? Ach du liebster HErr verdammniß übergeben will. Gieb JEsu, du schreiest ja überlaut: ler= auch, daß ich meinen mund bewahre net, lernet von mir, denn ich bin und meinen gang in allen meinen fanftmüthig und von herzen demü- wegen Flüglich führe und richte, auf thig. So rufe ich dich nun an mit daß ich meinen nächsten weder mit flehentlichem seufzen: nimm mich auf worten noch mit werken beleidige. O in die schule des heiligen geistes, da HErr JEfu Christe, du leutseliger, man ein thäter deines wortes wird, sanftmüthiger und freundlicher lieber daß ich darinnen von dir rechte, wahr- heiland, gieb, daß ich vor allen dingen haftige sanftmuth wohl fassen und den fußstapfen deiner sonderbaren lernen möge. Ach mit wie so man- fanftmuth und geduld richtig nachnigfaltigen und schweren sünden er- folge und mit aufrichtigem, treuen zürne ich dich, o gütiger bater, deren herzen meinen nächsten liebe und bergebung ich täglich bedarf. Wie unsträflich sei vor GOtt und unserm dürfte ich denn, der ich ein mensch bin, bater auf deine zukunft sammt allen gegen einen menschen zorn halten und deinen heiligen, amen. hingegen von dir, dem HErrn des himmels und der erde, vergebung bitten? Das wollte ja ein ungeschickter handel sein: gegen meines gleichen begehre ich keine erbarmung zu tiben, 82. Bamüthiger, liebreicher vaaber von dir, o HErr, dürfte ich ver= zeihung bitten; nein, wo ich dem ter, wir arme, sündliche menschen benächsten seine fehler nicht vergebe, so kennen dir unseres herzens angeborne kann ich auch von dir meiner sünden unart und härtigkeit, daß wir leider vergebung nicht hoffen. Darum, o zur unbarmherzigkeit, haß, feind= gnädiger vater, der du bist von großer schaft, ungerechtigkeit, unbilligkeit langmuth und erbarmung, gieb mir und eigennuß von natur geneigt sind, den geist der geduld und sanftmuth, damit an unserem nächsten uns mandamit ich wider meinen nächsten, nigfaltig versündigt haben, mit ihm wenn er mir etwas zuwider thut, dergestalt nicht mitleiden gehabt, noch feinen zorn faffe, sondern mich vor ihm so willig vergeben, noch beigeeifer und rachgier, als vor meiner sprungen, wie wir sollten. Wir haben feele feinden hüte; oder da ich ja aus leichtlich gerichtet und verdammet, unvorsichtigkeit einen zorn und un- ungern vergeben, sparsam und nachmuth gefaffet, daß ich denselben ge- lässig gegeben. Ach HErr, barmher schwind ablege. Laß die sonne nie- ziger vater, vergieb uns diese schweren mals über meinem zorne untergehen, sünden, um deines lieben sohnes damit sie nicht zum zeugniß meines JEsu Christi willen, und laß ja nicht grimmes wegscheide. Laß mich auch hinwieder nach deinem gerechten ges nicht im zorne einschlafen, damit sol- richte unbarmherzigkeit oder strenges cher schlaf mich zornigen menschen recht wider uns ergehen. Gieb uns nicht dem tode überantworte. Und allesammt mitleidige, erbarmende her= wenn ich ja wider meinen feind zür- zen, welche da des nächsten elend jam= nen und räche üben will, so gieb, daß mere, damit wir ja seine betrübniß ich wider meinen eigenen zorn und nicht größer machen, sondern so viel also wider mich selbst zürne und er möglich sie lindern helfen, daß wir grimme, denn der zorn ist ja einer uns der fremdlinge, der wittwen und bon meinen größten und gefährlich- waisen erbarmen und allerwegen nach ften feinden, weil er meine seele vermögen gerne helfen. Ach lieber Gebet um Billigkeit und Barmherzigkeit gegen den Nächsten. Gebet um die Versöhnlichkeit. 63 GOtt, du hast gefallen an barmher=| werfen, und mir auch nicht zu verges zigkeit und nicht am opfer; so laß une ben: aber du bist GOtt und nicht ein doch allesammt anziehen herzliches mensch; bei dir ist gnade und viel erbarmen, freundlichkeit, demuth, vergebung, weil deine wege nicht wie sanftmuth, geduld, daß wir ja gerne unsere wege sind. Darum vergieb vergeben, gleichwie uns Christus ver- und tilge in mir, mein GOtt, solche geben hat. Gieb, daß wir allenthal- unversöhnlichkeit. Lehre mich bedenben in worten und werken gegen un- fen, wie ich dich so oft, täglich und sern nächsten also handeln, wie wir stündlich beleidige und doch verge= wollen, daß man mit uns handeln bung von dir hoffe, daß ich also nach soll und unsere sachen also einrichten, deinem erempel meinem bruder, der daß wir niemand unrecht thun. Ne- an mir fündiget, voll liebe und sanftgiere uns durch deinen heiligen geist, muth, nicht nur siebenmal, sondern daß wir vorsichtiglich wandeln, nicht siebenzigmal siebenmal vergebe. Gieb zu weit greifen, noch jemand übervor- mir gnade die strafe recht zu betrach= theilen im Handel. Neige unsere her- ten, die du den undersöhnlichen zen zu deinen zeugnissen und ja nicht dräuest, welchen du auch nicht vergezum geiz, welcher eine wurzel ist alles ben, sondern sie in den kerker werfen übels. Gieb uns erbarmende und willst, bis sie den legten heller bezahmitleidende herzen, daß wir dem dürf- len. Laß mich auch das erempel tigen gern mittheilen und wohl zu thun nimmermehr vergessen. Laß ja, o HErr, unsere herzen durch die schändliche liebe des zeitlichen nimmermehr bethöret werden, sondern gieb, daß wir alles für foth achten gegen die überschwängliche erkenntniß JEfu Christi und unser zeitliches nicht auf das fleisch, sondern auf den geist säen, auf daß wir nicht von dem fleische das verderben, sondern von dem geiste das ewige leben ernten mögen. So wirst du uns, HErr, erChristi, meines HErrn, der für seine feinde und freuziger bat, zur wahren und herzlichen versöhnung bewegen, daß ich meinem bruder feine fehler von herzen vergeben möge. Endlich laß mich auch der vergebung meiner sünden theilhaftig und gewiß werden; laß mich in deiner gnade leben und in derselben selig sterben, durch IEsum Christum unsern HErrn, amen. retten zur bösen zeit und nicht geben in unserer heit wirst du uns barmherzigkeit bei dir finden lassen an jenem tage und in unserer letzten noth, und wirst nach deiner großen barmherzigkeit uns aushelfen zu deinem himmlischen reiche. Dir sei ehre von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Gebet um die Versöhnlichkeit. 83. Gnädiger GOtt und vater, ich beklage meine unart vor dir, wie ich so träge bin denen zu vergeben die mich beleidiget haben. Du hättest ursache mich deswegen von deinem angesichte zu verGebet um Sieg über den Satan. starker, gütiger Gott, wir 84. hören aus deinem göttlichen worte, daß der teufel, der alte drache, die li-= stige schlange, unser widersacher, um uns hergehe, wie ein brüllender löwe, und suche, welchen er verschlinge, und als ein tausendkünstler nach unserer seele stelle, wie er uns in schande und laster, oder gar zur verzweiflung bringen möge. Denn siehe, er hat uns nachgestellet, uns mit überfluß, mit armuth, mit wollüſten, mit befümmerniß, mit begierde nach zeitlicher ehre und hoheit, mit verlangen nach zeitlichem reichthum und gewalt, mit bauch- und nahrungsforgen, mit aller ungerechtigkeit und sünden zu 64 Gebet um Regierung der Zunge. fangen; er hat uns fallstricke geleget| GOtt, lieber himmlischer vater! ich bein worten und werken, tag und nacht. Wo wir uns hinwenden, schleicht er uns mit seinen versuchungen nach; wir wachen oder schlafen, so gehet er uns nach als ein brüllender löwe und suchet uns zu verschlingen. O HErr! wer fann entfliehen? denn siehe, er wachet ohne unterlaß und ruhet nicht; wir aber, aus trägheit unsers fleisches, wachen nicht emsig genug, daß wir ihm durch deine hülfe widerstand thun möchten. So eröffne nun unsere augen, daß wir erkennen, was für einen gewaltigen und listigen feind wir haben, da wir nicht mit fleisch und blut, sondern mit dem fatan, der ein fürst dieser welt ist, zu tämpfen haben. Erbarme dich unser, du getreuer GOtt! mache uns wacker und stark in der macht deiner stärke. Thue uns an mit deiner rüstung, daß wir bestehen können gegen die listigen anläufe des teufels; ziehe uns an deinen harnisch, umgürte unsere lenden mit wahrheit, lege uns an den krebs der gerechtigkeit, und hilf, daß wir gestiefelt sein mit dem evangelio des friedens. Vor allen dingen aber gieb in unsere herzen den schild des glaubens, mit welchem wir auslöschen können alle feurigen pfeile des bösewichts. Seße uns auf den helm des heils und reiche uns das geistliche schwert, welches ist dein feligmachendes wort; damit wollen wir thaten thun, und mit dir wollen wir unsern widersacher, den teufel, ritterlich überwinden und in deinem namen zurüd schlagen. So du uns beistehest, fürchten wir uns nicht, wenn gleich die welt unter= ginge und die berge mitten ins meer fänken, denn du bist unser helfer, der du lebest und regierest in ewigkeit, kenne und klage dir von grunde meines herzens, daß ich armer elender mensch neben andern vielen sünden auch da mit deine gebote sehr übertreten habe, daß ich meine zunge und mund nicht recht und vorsichtig regieret, auch in meinen worten und geberden die wahrheit, aufrichtigkeit, glimpf und verschwiegenheit, wie auch den rechten ehrerbietigen gebrauch deines hohen und heiligen namens nicht gebührlich in acht genommen habe. Ach, wie oft habe ich, mein GOtt, mit meiner zunge die unwahrheit geredet, oder meinen nächsten verunglimpfet, unbesonnener weise verachtet, oder ungütlich von ihm geurtheilet. Wie oft habe ich deinen namen mißbraucht und vergeblich geführet, auch wohl gar im zorn, oder sonst geschworen, gefluchet, und dem nächsten böses ge= wünschet. Das ist mir alles von grunde meines herzens leid. Ja HErr, du kennest meines herzens grund, du weißt, daß mir es herzlich leid ist; ach, so vergieb mir doch alle solche meine fünde um JEsu Christi willen. Erleuchte meinen verstand, daß ich erkenne, wie hoch und heilig deine majestät sei. Nühre mein und unser aller herzen, daß wir aus findlicher furcht uns vor allem mißbrauch deines heiligen namens, und vor allem leichtfertigen schwören, fluchen und bösen wünschen von herzen hüten und vors sehen Regiere mich auch durch deinen heiligen und guten geist, welcher ein geist der wahrheit ist, daß ich die zeit meines lebens mich alles lügens, verachtens, verrathens, afterredens, verleumdens und aller falschheit enthalte und schäme; der wahrheit aber und des glimpfes mit allein ernste mich befleisse und alles zum besten wenden helfe und gegen meinen nächsten mich auch im reden also verhalte, wie ich wollte, daß man mir thun möchte. Lehre mich ein schloß amen. an legen und ein siegel auf mein maul drücken, daß ich Gebet um Regierung der Zunge, daß man mit der Rede nicht sündigen möge. 85. haftiger und getreuer Gebet gegen des Fleisches Anfechtung. 65 und unsere freude nicht im faulen ge= schwäß oder afterreden über unsern nächsten, sondern im fröhlichen lobe deines heiligen namens suchen; damit wir dermaleinst mit herzen und munde in deinem reiche dich ewiglich ehren, und mit freuden zu deinem lobe und preise singen mögen: Heilig, heilig ist GOtt, der HErr zebaoth! amen. dadurch nicht zu falle komme, und meine zunge mich nicht verderbe. Dein wort saget mir ja ausdrücklich: die narren haben ihr herz im maule, aber die weisen haben ihren mund im herzen; wo viel worte sind, da gehet es ohne sünde nicht ab; wer aber seine lippen hält, der ist klug, und wer seinen mund bewahret, der bewahret sein leben; wer aber mit seinem munde herausfähret, der kommt in schrecken. So lehre mich nun auch die edle tugend der verschwiegenheit, und daß ich kein unnüßes faules geſchwäß aus 86. Barmherziger, sanftmüthiewiger meinem gehen lasse, sondern was gut und nützlich zur besserung ist, da es noth thut, daß es holdselig sei zu hören. Thue meinen mund auf, daß meine lippen deinen ruhm verkündigen. Laß mich allenthalben deines namens ehre suchen, dich recht erkennen, loben und preisen, daneben meinem nächsten aus christlicher liebe alles gute von herzen gönnen und wünschen, ja auch diejenigen segnen, die mir fluchen, und für die bitten, so mich beleidigen. Gieb, daß ich die wahrheit von ganzem gemüthe liebe und kein falsch herz habe, sondern treu und wahrhaftig sei in allen meinen zusagen. Stärke mich durch die kraft deines heiligen geistes, daß ich den listigen und geschwinden verführungen des bösen feindes, welcher ein vater der lügen ist, fräftiglich widerstehe. Pflanze hingegen in mein herz treue und aufrichtigkeit, damit ich ein gutes freudiges gewissen vor dir habe und jedermann redlich unter die augen gehe. Gieb, lieber himmlischer bater, daß wir allesammt aus betrachtung deiner hochheiligen majestät uns vor aller gotteslästerung, vor allem mißbrauch deines heiligen namens und seligmachenden wortes, bor schandbaren worten, narrenthei= dungen und unziemlichem scherz, auch bor falschen worten und geberden hüten, von deinem namen, worte und werken nicht anders als ehrerbietig und mit andacht gedenken und reden Gebet gegen des Fleisches Anfechtung. ter, du weißt, daß in meinem fleische nichts gutes wohnet, sintemal ich ganz in sünden empfangen und aus sündlichem samen gezeuget bin, dazu mein fleisch und blut also verderbet ist, daß ich aus eigener vernunft nicht vernehmen noch verstehen kann, was des geistes GOttes ist: ich rufe zu dir, du wollest mir die rechte erfenntniß deines lieben sohnes offen= baren, auf daß ich dein heiliges wort und die geistlichen dinge nicht nach meinem fleischlichen verstande richte oder beurtheile, auch nicht fleischlich gefinnet sei. Gieb, daß ich meinen leib betäube, das böse fleisch zwinge und es sammt den lüsten und begierden kreuzige; also, daß mich dein hei= liger geist regiere und ich demselben in wahrer gerechtigkeit folge, weil ich und alle, die Christo deinem sohne angehören, nicht fleischlich, sondern geistlich sein sollen und schuldner sind, nicht dem fleische, sondern nach dem geiste zu leben, auf daß wir nicht an der seele sterben müssen. Nachdem aber das fleisch allewege wider den geist und den geist wider das fleisch gelüstet und dieselbigen stets wider einander sind und im kampfe liegen, so hilf, o getreuer GOtt, daß der hei= lige geist, welchen du mir in meiner heiligen taufe und durch dein liebes wort geschenket hast, in mir über das fleisch herrsche und die oberhand ge= winne und ich demselben allezeit un5 Gebet gegen des Fleisches Anfechtung. terworfen sei, auch durch seine kraft| nes herz, und gieb mir einen neuen des fleisches geschäfte mit allen begierden und wollüsten tödten möge, daß ich hinfort nicht nach meinem eigenen willen in eitelfeit meines finnes wan= dele. Laß mich nicht von sünden und werken des fleisches gefangen noch überwunden werden. Und wenn ich ja bisweilen vom fleisch und blute übereilet werden, oder aus schwachheit in fünden fallen und straucheln sollte, so gieb gnade, daß ich durch deine göttliche hülfe und durch die kraft des heiligen geistes mich endlich wieder aufrichten möge. Verleihe, daß mein leib nicht geil, frech und ungezähmet werde, sondern daß ich ihn betäube durch ein nüchternes und mäßiges le= ben und ihn unter das joch deiner gebote bezwinge, auf daß ich mich durch deine gnade reinige von aller befleckung des fleisches und gemüthes und fortfahre mit der heiligung in deiner furcht, damit mein geist sammt der seele und dem leibe unsträflich behalten werde auf die zukunft unseres HErrn JEsu Christi zur ewigen herrlichkeit, amen. gewissen geist, damit ich die vergängliche lust der welt fliche und nicht nach meinen lüften wandele, sondern meinen willen breche und deinem allein guten willen von herzen gehorche. Vergieb mir auch, o HErr, meine verborgenen fehler um Christi willen und wappne mich durch deinen geist, daß ich ja die sünde in meinem sterb= lichen leibe nimmermehr herrschen lasse, ihr gehorsam zu leisten in ihren lüsten, sondern daß ich dir lebe im glauben und rechtschaffener heiligkeit. Regiere mich allezeit, daß ich von herzen alle dinge fliehe, durch welche des fleisches lust angereizet und entzün= det wird und daß ich mich hingegen zu deinen zeugnissen halte und alle meine lust an deinen geboten habe, sonderlich aber daß ich allezeit bedenke, wie so eine große, unaussprechliche und ewige pein auf die kurze und elende lust dieses lebens erfolgen werde, damit ich desto lieber aller fleischlichen lust widerstrebe und allein trachte nach dem, das droben ist, da mein heiland JEsus Christus ist, damit ich dermaleinst allezeit bei ihm sein möge, da ich mit rechter himmliNoch gegen des Fleisches Anfech- scher wollust, als mit einem strome, tung, böse Gedanken und Lüste. werde getränket werden, da ewige 87. Heiliger und gerechter GOtt, freude über meinem haupte ſein, freude wonne barmherziger, lieber vater, dir bekenne und klage ich die große unart meines verkehrten fleisches, und die unreinigkeit meines herzens, aus welchem, als aus einer giftigen quelle, allerlei böse lüfte entspringen, die wider die seele streiten. Ach HErr, wie oft, wie geschwind übereilet und bethöret mich ein böser gedanke, eine verfehrte 66 mein herz einzunehmen und zur sünde zu verleiten. Herzlich leid ist mir solches und ich habe keinen gefallen an den bösen gedanken und lüsten des fleisches. So verwirf mich doch nicht von deinem angesichte, o mein GOtt, und nimm deinen heiligen geist nicht von mir. Schaffe aber in mir ein reischmerz und herzeleid weg müssen wird. Dahin hilf, o vater, mir und allen frommen herzen, um JEsu Christi willen, amen. Gebet um sein selbst Erkenntniß. 88. dh mein lieber himmliſcher vater, bon alle weisheit und alle erkenntniß kommt: gieb mir weisheit, daß ich mich selbst recht erfenne, wer ich von natur ſei, woher ich sei und was ich sein werde. Von natur bin ich leider ein armer sünder, voll unreinigkeit; ich bin aus fündlichem samen gezeuget und meine mutter hat mich in fünden empfan Gebet um treue Verrichtung seines Berufes. 67 gen, überdies bin ich annoch im| und ich dein werkzeug sei, dadurch du elende, außer dem rechten vaterlande, im hause der fünder, und werde dem tode und den würmern zu theil werden. Aus gnaden aber bin ich dein liebes kind, von oben herab geboren aus dem wasser und heiligen geiste, bin hier im reiche der gnaden und glaube, daß ich in das reich der herrlichkeit kommen werde. Ach mein GOtt, ich danke dir, daß du mich zu einem bernünftigen menschen und nach deinem ebenbilde geschaffen. Gieb, daß ich freundlich, sanftmüthig, liebreich, gütig, barmherzig, demüthig und milde sei gegen jedermann. Du hast mir, lieber vater, eine un sterbliche seele gegeben: gieb mir nun auch die gnade, daß ich nicht sterbliche dinge suche und meine unsterbliche seele nicht mit sterblichen dingen beschwere, denn wer seine seele mit eitel sterblichen dingen beschweret, der macht sie zum guten immer ungeschichter und versenket sie endlich in den ewigen tod. Ach wie viel feinde hat unsere arme seele, und wenn wir dieselbe dem HErrn wieder geben, der fie uns gegeben hat, so haben wir hier wohl gestritten. Ach mein HErr JEfu Christe, du haſt mich durch dein nen heiligen geist zu einer neuen frea- lenne und klage dir von grunde meitur wiedergeboren. Gieb mir die gnadenes herzens, daß ich in meinem stande daß ich in der neuen geburt lebe in und berufe nicht so treulich und fleißig rechtschaffener gerechtigkeit. Gieb mir gearbeitet, als ich billig thun sollen, gnade, daß ich bedenke, daß ich zum daß ich manchmal träge gewesen zu ewigen leben geschaffen und erlöset dem, was ich hätte thun sollen. Ach sei, auf daß ich die zeitliche wollust lieber bater, verzeihe mir diese sünde berschmähen lerne. Gieb, daß ich stets und gieb gnade, daß ich forthin die bedenke, daß ich zu göttlichen himm- werfe meines berufe mit treuem fleiße lischen dingen erleuchtet und geheili- verrichte, sende die weisheit herab von get bin, damit ich nicht irdisch gesin- deinem heiligen himmel und aus dem net sei, sondern mein fleisch zwingen throne deiner herrlichkeit, sende sie, lerne, auf daß es die göttlichen werke daß sie bei mir sei und mit mir arbeite, in mir nicht verhindere. Gieb, daß daß ich erkenne, was dir wohlgefalle. ich stets bedenke, daß du mich zu dei- O HErr JEsu Christe, der du uns nem tempel und wohnung geheiliget so treulich und fleißig vermahnet hast, hast, auf daß ich mich durch die fleisch- wir sollen in den weinberg GOttes lichen lüste nicht verunreinige, son- gehen und darinnen arbeiten, wir dern daß ich thue, was dir wohlgefällt, sollen handeln, bis du wiederkommen 89. Allmächtiger, ewiger GOtt, 5* deinen heiligen willen vollbringen mögest. Gieb, daß in mir nichts sei, als was dein ist, und was du in mir wirkest. O mein GOtt, behalte und bewahre deinen stuhl, deinen siz und wohnung in meinem herzen, auf daß ich in dir und du in mir ewig bleibest, auf daß nicht ich, sondern mein HErr Christus in mir lebe, und daß, was ich hier im fleische lebe, ich im glauben des sohnes GOttes leben möge, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargegeben hat. Darum gieb, daß ich als eine rebe in dir, dem lebendigen weinstocke bleiben und gute früchte bringen möge, daß ich in dir grüne wie ein palmbaum, und wachse im glauben, wie eine ceder auf dem geistlichen Libanon, und daß ich gepflanzet bleibe im hause des HErrn, und in den vorhöfen meines GOttes grünen möge, damit ich verkündige, wie du, o mein HErr und GOtt, so fromm bist, und ist kein unrecht an dir, amen. Gebet um treue Verrichtung seines Berufes. 68 Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. wirst; bist uns auch selber mit deinem| lob nicht verschweigen, sondern deine erempel vorgegangen, indem du das güte verkündigen den findeskindern werk, dazu dich dein himmlischer vater und von deiner treue sagen den nachauf erden gesandt hatte, mit großem kommen, weil ich hier bin. Ich bitte fleiße verrichtet hast: gieb gnade und dich, du wollest mich hinfort auch nicht segen, daß ich deiner getreuen ver- verlassen, sondern mir speise und mahnung und deinem heiligen erem- trank, nahrung und kleider bescheepel folge, in meinem stande und be- ren, denn du weißt, daß wir solcher rufe fleißig arbeite und des göttlichen deiner gaben zu diesem zeitlichen le= segens und gedeihens dabei erwarte. ben nicht entbehren können, auch Oheiliger geist, dämpfe und bezwinge solche uns selber ohne dich nicht zu in mir mein sündliches fleisch, welches erwerben vermögen; sondern wenn immerdar zum müssiggange, zur träg- du giebest, so sammeln wir, und wenn heit und faulheit geneigt ist. Hilf, du deine hand aufthust, so wird alles, daß ich brünstig im geiste sei und den was da lebet, mit wohlgefallen gesätz weg meines berufs und der göttlichen tigt. Desgleichen verleihe auch, daß gebote mit freudigkeit laufen möge. wir deine milden gaben nicht mißSegne meine arbeit und regiere mein brauchen zur fünde, uns nicht damit herz also, daß ich alle mein thun und überschütten, noch unsere herzen bearbeit zu GOttes ehren und des schweren mit fressen und saufen und nächsten muß richten und endlich in mit sorgen der nahrung, damit wir die ewige ruhe und freude nach der nicht dem mammon dienen und in mühseligen arbeit dieses lebens ein- versuchung und stricke des satans und gehen möge, durch JEsum Christum viel thörichter und schädlicher lüste meinen treuen heiland, amen. fallen, welche die menschen ins verder= ben und in die verdammniß versenken. Behüte uns vor dem leidigen geize, welcher eine wurzel alles übels ist, daß wir uns durch denselben nicht verführen lassen, damit wir nicht vom glauben irre gehen und uns viel schmerzen schaffen. Dagegen aber, o gütiger GOtt, gieb gnade, daß wir alle unsere sorgen und anliegen auf dich unsern lieben vater im himmel jederzeit werfen und uns an dem täglichen brote und an deiner milden gabe begnügen lassen, sintemal es ein großer gewinn ist, wer gottselig ist und ihm begnügen läffet in Christo JEsu unserm HErrn, amen. Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. 90. 3 Rch danke dir, du könig der ehren und HErr himmels und der erde, daß du mich die ganze zeit meines lebens, von jugend an bis auf diese gegenwärtige stunde so väterlich ernähret haft und mir alle tage speise, trank und kleider verschaffest, mich mit aller nothdurft und nahrung des leibes und lebens reichlich und täglich versorgest. Denn siehe, nackend und bloß, elend und dürftig bin ich auf diese welt kommen, du aber bescheerest mir, was zu meiner unterhaltung nöthig ist. Aller solcher deiner wohlthaten bekenne ich mich ganz unwürdig und habe deren feine groß sind deine wunder der gnade, die du an uns beweisest, dir ist nichts gleich, ich will sie verkündigen und davon sagen. Und wiewohl sie nicht zu zählen sind, so will ich doch dein Gebet um ein seliges Ende. 91. gültiger GOtt, du haft dem menschen ein ziel gesetzet zu leben, welches er nicht überschreiten kann, denn er hat seine bestimmte zeit, die zahl seiner monden stehet bei dir. Alle unsere tage hast du gezählet, welche doch schnell dahin Gebet um ein seliges Ende. fahren wie ein strom, nicht anders als flögen sie dahin; alle unsere jahre sind wie ein rauch und schatten, der plößlich vergehet. Der mensch ist wie gras, welches bald verdorret, und wie eine blume auf dem felde, die bald verwelket. So lehre mich doch nun erkennen, daß es ein ende mit mir ha= ben muß, daß mein leben ein ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine tage sind einer hand breit bei dir und mein leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts find alle menschen, die doch so sicher leben! Ja HErr, lehre mich bedenken, daß ich sterben muß und allhier in dieser pilgrimschaft keine bleibende stätte habe. Thue mir kund mein kurzes und vergängliches wesen, daß ich oft und viel an mein ende gedenke, auf daß ich in dieser welt nicht mir selbst, sondern dir lebe und sterbe, damit ich im wahren glauben den tag meiner heimfahrt und der erscheinung deines sohnes JEfu Chrifti wacker und fröhlich erwarte und derselben mit heiligem wandel und gottseligem wesen freudig und geschickt entgegen eile. Begnade mich mit einem seligen abschiede, wenn mein stündlein herzu nahet, daß ich selig sterbe und ein vernünftiges ende nehme, daß mir ver= stand und sinne nicht verrücket werden und ich nicht aberwißig rede, oder lästerworte wider dich, meinen HErrn, und wider meine seligkeit führe. Behüte mich auch vor einem bösen schnellen tode und vor der ewigen verdammniß. Laß mich nicht plößlich und unversehens von meinem letzten stündlein überfallen werden, sondern daß ich mich zuvor mit wahrer buße und rechtem glauben bereite, und wenn daffelbige kommnt, so mache mich freudig und unverzagt zu dem zeitlichen tode, der mir nur die thür aufthut zum ewigen leben, und laß mich, deinen diener, alsdann in friede fahren, denn meine augen haben deinen heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen völkern, ein licht zu erleuch ten die heiden und zum preise deines 69 volkes Israel. Gieb, daß mein letztes wort sei, welches dein lieber sohn am freuze gesprochen: Bater, in deine hände befehle ich meinen geist. Und wenn ich nicht mehr reden kann, so erhöre doch mein letztes seufzen, durch JEsum Christum, amen. Noch um ein seliges Ende. 92. Err JEsu Christe, der du durch deinen tod den tod überwunden und durch dein lei= den ihm den stachel genommen hast, also, daß der tod uns nur eine thür zu dem himmel und ein eingang zu der ewigen seligkeit worden ist: erbarme dich meiner und insonderheit in meiner letzten todesstunde; sodann nimm dich ja, lieber HErr, meiner armen seele herzlich an. Laß mich doch deine gnade alle tage meines les bens regieren und leiten, damit ich in starkem glauben und heiligem wandel auf deine zukunft warte und fertig und bereit sei zu dir einzugehen, zu welcher zeit du auch kommest und mich abforderst. Ach HErr, laß mich) doch nicht unversehens noch allzu schleunig sterben, sondern nach gemeiner weise der menschen, aber mit rechtschaffenem glauben und wahrer gottseligkeit, auf daß alle, die mich sterben sehen, deine sonderbare gnade an mir erkennen und dieselbe meinetwegen preisen. Ach HErr, laß mich doch bis an meinen legten seufzer bei vollem verstande, und verleihe ja, daß ich sterbe des todes der gerechten. Gieb, daß ich vorher alles zum ende gebracht habe, was ich dir angelobet und versprochen, und daß ja niemand nach mir zurückbleibe, den ich gedrücket oder dem ich unrecht gethan. hätte. Walte mit deiner gnade über diejenigen, so ich hinterlasse und gieb, daß wir an dem orte der ruhe und erquicung wiederum zusammen kommen. Erhalte mich, o HErr, in frieden und in der einigkeit deiner kirche und gemeine und segne mein todtenbette mit 70 Testament eines frommen Christen. einem treuen, weisen und trostreichen| ben sohnes JEsu Christi. In derselseelsorger, oder mit einem andern treuen und verständigen christen, wie denn auch mit dem beistande und geleite deiner heiligen engel, mit würdiger genießung deines allerheiligsten abendmahls, mit starkem glauben, mit fester hoffnung, mit geduld und mit brünstiger liebe gegen dich, meinen GOtt und gegen alle menschen. Dir befehle ich meine seele, o HErr, als eine theure kostbare beilage, nimm sie auf in deine arme und laß sie da warten auf den tag deines großen gerichtes und laß sie alsdann mit dem leibe der vollkommenen flarheit und herrlichkeit deines ewigen und himmlischen reiches theilhaftig werden; laß mir dieses alles aus gnaden wieder fahren, HErr JEsu, amen. ben bekenne ich hiemit vor dir, daß ich ein armer fünder bin wegen der berderbten natur, auch wegen täglicher wirklicher sünden, die ich wissend und unwissend begangen habe, über welche alle ich schmerzlich leid trage; jedoch aber traue und baue ich mit kindlicher zuversicht auf deine grundlose gute und väterliche gnade, in Christo JEsu, der für meine sünde mit seinem verdienste vollkommen genug gethan und die strafe der ewigen verdammniß aufgehoben hat. In solchem wahren glauben bin ich gewiß, daß du mich durch dein heiliges wort und durch die heiligen sakramente, als ein kind des ewigen lebens, annehmest und liebest, darauf ich auch, in fraft deines heiligen geistes, dir in heiligkeit und gerechtigkeit, in findlichem gehorsam und schuldiger dankbarkeit hier zeitlich dienen will, so viel ich wegen meiner schwachheit kann, bis ich dich dort in ewigkeit vollkom= men preise; dazu hilf mir, mein ge93. Barmherziger GOtt, himm- treuer GOtt, in Christo JEfu, durch den heiligen geist, amen. lischer vater, dieweil ich weiß, daß ich einmal sterben werde, weiß aber nicht, wann es geschehen soll, sondern muß alle augenblicke gewärtig sein, daß ich durch den zeitlichen tod von dir abgefordert werden könne, so treibet mich die höchste noth, daß ich mich, weil ich noch odem in mir habe, zum sterben bereite und mein testament aufrichte: solches wirst du, o GOtt, nicht verachten. Derowegen danke ich dir vor allen dingen, allmächtiger GOtt, für alle deine gaben, die du mir die ganze zeit meines Lebens bis hieher geschenket hast, daß du mir einen menschlichen leib und eine vernünftige seele gegeben, auch mich mit innerlichen und äußerlichen gütern der seele, des leibes und des lebens gezieret hast. Insonderheit sage ich dir in ewigkeit von grunde meines her-| zens lob, preis und dank für alle feligmachende erkenntniß deines lieTestament eines frommen Christen, alle Wochen oder alle Monate zu sprechen oder zu betrachten. Dies, lieber GOtt, ist meines glaubens bekenntniß, in welchem ich) leben will, so lange du willst, auch bereit bin zu sterben, wenn es deinem väterlichen willen gefällig sein wird. Darauf sei dir in deine guade und allmacht befohlen meine seele, ver= nunft, finne und gedanken, mein leib und alle dessen glieder, mein le= ben und alles was ich bin. Regiere mich, weil ich lebe, und zwinge meinen willen, damit er sich dir nie wider= sebe, noch etwas begehe, was deinen heiligen geboten zuwider ist, es sei was es wolle. Lebe in mir, wenn ich sterbe; und wenn nun meine seele aus diesem meinem leibe, als aus ihrer herberge, reisen wird, so nimm meinen geist in deine hände zu den himmlischen freuden, den leib aber laß in die erde verscharret werden und verleihe ihm am jüngsten tage eine fröhliche auferstehung zum ewigen Testament eines frommen Christen. 71 leben. Und damit mir zu meiner gesetzet werden. Mache mich bereit reise aus diesem leben nichts hinder- und komme alsdann, lieber vater, so liches vorfalle, so habe ich schon wegen soll mir keine zeit zu früh sein, aus der des irdischen richtigkeit gemachet. Ich zeit in die ewigkeit zu gehen. fage derohalben in meinem herzen ab Dies, lieber GOtt, ist mein testaden zeitlichen gütern, allen weltlichen ment und letzter wille, welchen ich mit angelegenheiten und kürzlich allem, wohlbedachtem rathe meines herzens was meinen seligen abschied nicht be- gestellet, dir demüthig zu deinen füßen fördert und nur in diese welt gehöret. lege, darauf ich auch das heilige sas Nackend und ohne sorgen bin ich aus Prament des altars, welches von meimeiner mutter leibe kommen, nackend nem HErrn Christo zur stärkung meiund ohne sorgen des zeitlichen will ich nes glaubens und zur versicherung meinen abschied wieder nehmen. Alle des ewigen lebens eingesetet ist, vermeine freunde und verwandten geschiedentlich empfangen habe, auch segne ich und befehle sie, o mein GOtt, in deinen schutz und schirm, du wirst sie wohl versorgen. Allen meinen feinden vergebe und verzeihe ich alles, was sie mir übels gethan haben, sie erkennen gleich ihre sünde, oder nicht, und habe ich wider keinen einzigen menschen auf der ganzen erde haß, neid oder einigen widerwillen, sondern gönne von ganzem Herzen jedermann alles gute und bitte meinen GOtt, er wolle allenthalben bei allen menschen mit seiner väterlichen guade wohnen. Hingegen bitte ich jedermann, den ich jemals mit worten oder mit werken möchte beleidigt, ge= ärgert, oder wohl gar verführt haben, er wolle mir aus brüderlicher liebe, um unsers allgemeinen bruders Christi JEsu willen, meine gebrechen zu gute halten und verzeihen, gleich wie uns GOtt der himmlische vater unsere schuld und missethat gnädig vergiebt. Darauf nehme ich nun ei= nen christlichen abschied von meinen freunden und von allen menschen, begebe mich auch alles zeitlichen, was mir unser HErr GOtt in dieser welt anvertrauet hat, und verlasse willig und bereit alles, was zu diesem leben gehöret. Schließlich, lieber GOtt, ist gier meine seele und wartet, wann sie nach deinem willen in Abrahams schooß, ja in die arme meines lieben heilandes JEsu Christi soll getragen werden. Hier ist der leib, welcher sanft jur ruhe in mein kämmerlein soll beinoch ferner nach deinem willen empfangen will, mit gewissem vorsaße, fest und steif, beständig und unverz brüchlich dabei zu verharren. Dieses testament will ich die zeit meines le= bens, so lange ein lebendiger geist in mir ist, stets wiederholen, auf daß es nimmermehr aus meinem gedächtniß falle. Wenn es aber geschehen sollte, daß ich durch geschwinde zufälle übereilet oder durch größe der krankheit geängstiget, dieses testament mündlich und in eigener person nicht genugsam aussprechen und wiederholen könnte, oder ich mich der schmerzen halber ungeduldig erzeigen, oder aus heftigkeit der hiße irre reden sollte, oder wie sich die fälle sonst ereignen möchten, welches doch GOtt nach dem reichthum seiner unaussprechlichen barmherzigkeit abwenden und mich mit einem wohlversehenen, friedlichen, fröhlichen, getrosten und sanften christlichen ende in allen gnaden segnen wolle: so bezeuge ich doch vor dem angesichte meines schöpfers, erlöſers und heiligmachers, jest als sodann und sodann als jest, auf alle begebnisse, wie sie namen haben mögen, daß dasselbe gegen und wider meinen willen geschehe und daß diese jetzt abgelegte bitte und anbefehlung meiner feele meine endliche schlußbitte in meinem herzen sein und bleiben solle; ja, daß ich auf diese maße und durchaus nichts anders, mit dem beistande GOttes des heiligen geistes, jetzt oder 72 Gebet vom jüngsten Gerichte. wann und wie es dem allmächtigen erbarmung die gnade, daß wir diese gefället, leben und sterben, meinen HErrn und seligmacher JEfum Chriftum allezeit in meinen gedanken fest haben und behalten, auch in seine bluttriefenden wunden beständig eingeschlossen sein und bleiben wolle. Das geschehe und werde wahr! Amen, erhöre mich GOtt vater, sohn und heiliger geist, amen. böse gefährliche, arge welt und das elende, kümmerliche leben von Herzen geringe schäßen und verachten und, wenn du es forderst, gern und willig verlassen, daß wir doch, die geringe zeit dieses kurzen lebens hindurch, unserer seligkeit halber, gerne mühe und fleiß anwenden, auch, wo es sein soll, willig leiden und also bis an das ende treu und beständig bleiben; auf daß wir dermaleinst das erfreuliche ant= lit unsers liebsten bräutigamé Jesu Chrifti mit freuden ſehen, ihm als die Gebet bom jüngsten Gerichte. 94. Allmächtiger, ewiger und FAG ber himmlischer vater, wir sagen dir lob und dank, daß du uns nicht allein das leibliche und zeitliche leben gegeben und bisher erhalten, sondern uns auch das himmlische und ewige selige leben in deinem worte geoffenbaret und darinnen gnädiglich versprochen hast, daß dein lieber sohn JEsus Christus, dem du das gericht übergeben, wiederkommen und, nachdem er dasselbe gehalten, uns in das reich der ewigen herrlichkeit zu sich nehmen folle. Wir erkennen, lieber vater, daß wir gegen solche gnadenreiche offenbarung nie recht dankbar gewesen, noch uns zu dem bevorstehenden legten gerichte so zubereitet haben, wie sich es gebühret. Wir bitten dich aber, o barmherziger GOtt und HErr, du wollest um desselben deines lieben sohnes JEfu Christi willen solchen undank und unachtsamkeit gnädiglich verzeihen und uns durch deinen geist also regieren, daß wir ja in zeiten bedenken, was zu unserer ewigen wohl fahrt und seligkeit dienet, damit wir von tage zu tage in wahrer erkenntniß deines sohnes, in glauben, gottesfurcht, hoffnung und geduld zunehmen, alles ungöttliche wesen und die weltlichen liste verleugnen, und also mit aufgerichteten häuptern und groBer freudigkeit, die erscheinung des großen GOttes und unseres heilandes JEfu Christi erwarten. Ach HErr, verleihe uns doch nach deiner großen himmlischen hochzeit aufbricht, mit den brennenden lampen des glaubens und der liebe voll freuden entgegen gehen und aus der sterblichkeit in die unsterblichkeit, aus der schwachheit in die kraft, aus dem leid in die Freude, aus dem irdischen in das himmlische mit ihm eingehen und versetzet werden mögen. Ach laß uns doch, du frommer GOtt und bater, nimmermehr sicher werden, noch der zukunft deines sohnes und dieses großen gerichtes vergessen; denn er wird ja plößlich kommen wie ein blik und unversehens wie ein dieb in der nacht, und mit großem schrecken wider die gottlosen; weil himmel und erde in einander fallen und das feuer die ganze welt verbrennen soll. So behüte uns nun, du frommer GOtt, daß wir unsere herzen ja nicht beschweren mit fressen und faufen, mit unreinigkeit und fleischeslust, oder mit sorgen der nahrung, damit dieser tag des großen gerichtes nicht schnell und wie ein fallstrick über uns komme, sondern laß uns allezeit wader sein und beten, auf daß wir würdig werden mögen zu entfliehen solchen erschrecklichen dingen und zu stehen vor des menschen sohn. Hilf uns HErr, durch deines geistes kraft, daß wir allemal mit heiligem wandel und gottseligem wesen geschickt und bereit sein, und also auf diese zukunft des tages des HErrn warten und ihr freudig entgegen eilen. Und weil wie Gebet vom ewigen Leben. 73 nach deiner verheißung eines neuen| theil. Was ist dieser zeit leiden? es ist himmels und einer neuen erde, darinnen gerechtigkeit wohnet, warten sollen, so gieb ja vor allen dingen, daß wir fleiß anwenden, damit wir vor deinem ſohne unserm heilande unbefleckt und unsträflich in frieden erfunden werden und mit allen deinen auserwählten den erfreulichen ausspruch anhören mögen: Kommet her, ihr gesegneten meines baters, ererbet das reich, welches euch von anbeginn der • welt bereitet gewesen. Gieb, daß wir doch nicht werth der herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden. Ach wann werde ich dahin kommen, daß ich dein angesicht sehe, mein GOtt, da ich von deiner gerechtigkeit werde satt werden; da ich in sicheren wohnungen und in stolzer ruhe sein werde, da alle thränen von meinen augen werden abgewischet werden, da aller schmerz und herzeleid wird weg müssen und freude und wonne wird über meinem haupte sein, da mein leib verkläret und ähnlich sein wird dem herrlichen leibe JEfu Chrifti, da ich den engeln gleich sein und leuchten werde wie die sonne in deinem reiche; da ich dich, o mein GOtt und mein erlöser, von angesicht zu angesichte sehen und mich mit unaussprechlicher ewiger freude. freuen werde, da ich bei dir, meinem GOtt, bei den lieben engeln, bei der gemeine der erstgeborenen, die im himmel angeschrieben sind, bei den geistern der vollkommen gerechten allezeit sein und bleiben werde. Ach wie gut wohnen wird da sein in deinem, als meines vaters, hause, welches ein haus voll heiligkeit und gerechtigkeit, ein haus voll freude und wonne, ja ein haus voll leben und ewiger seligkeit ist. Ach vater, nimm mich zu dir, ach HErr JEsu, komme bald und zeuch mich zu dir, auf daß ich sei wo du bist und deine herrlichkeit sehe, die dir der vater gegeben hat. Ach HErr GOtt heiliger geist, laß mich unterdeß bis an mein seliges ende allezeit einen vorschmack dieser ewigen freude und herrlichkeit empfinden. Ich weiß zwar, daß ich von der obrigkeit der finsterniß erlöset und sammt Christo in das himmlische wesen versehet bin; ich weiß, daß ich ein kind GOttes bin, aber es ist noch nicht offenbar, was ich sein werde; es wird aber offenbar werden, wenn mein HErr JEsus kommen und mich in sein reich zu sich nehmen wird. Ach komme doch bald, HErr JEsu! der tag deiner zukunft wird mir ein tag des trostes, ein tag darauf sammt allen gerechten in das ewige leben eingehen. Das verleihe uns, lieber himmlischer vater, um deines allerliebsten sohnes JEfu Christi, unsers HErrn und heilandes willen, amen. Gebet vom ewigen Leben. 95. Err mein GOtt, ich erkenne die eitelkeit und das nichtige wesen der welt und dieses zeitlichen lebens. Es ist ja lauter elend, sünde, schwachheit, gefahr, widerwärtigkeit, sorge, furcht, hoffnung und zuletzt der tod, ja mühe und arbeit, wo es am besten ist. Ach wie wohl ist dem, der überwunden hat und selig abgeschieden ist! Ich habe es bisher nicht erkannt, wie sich es gebühret; ich habe nach dem himmlischen gute nicht also getrachtet, wie ich follte. Vergieb mir es, mein GOtt und habe geduld mit mir. Dir ergebe ich mich nun, o HErr, von ganzem herzen. Du hast mich geheiliget und zur seligen hoffnung und gemeinschaft des ewigen lebens gebracht. Ich hätte zwar viel sorgen, die mich sehr plagen möchten, aber ich lade sie ab in deinen schooß. Ich schütte mein herz vor dir aus, denn du bist meine zuversicht. Dir befehle ich mein leben, meinen leib und feele. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach himmel und erde; wenn mir gleich leib und feele verschmachtet, so bist du doch, o ( 6Ott, meines herzens trost und mein Gebet nach der Ordnung des Vater Unsers. 74 Ser erquicung, ein tag der freude und des wohllebens sein; wie kann ich seliger sein, als wenn ich GOtt sehen, GOtt hören, GOtt loben, GOtt in mir und um mich haben, ja mit GOtt ewiglich sein werde? da wird GOtt mein licht, mein heil, mein leben sein. Hilf mir, mein GOtt, daß ich im glauben und in der gottseligkeit beständig sei und getreu bleibe bis in den tod, damit ich bei dir sein, mit dir leben und dich in himmlischer freude ewiglich loben möge. Amen, HErr JEsu, amen. auf erden also verrichten, wie die heiligen engel im himmel thun. Bersorge uns auch, o lieber vater, mit aller leiblichen nothdurft und gieb uns den lieben frieden. Wende ab die wohlverdienten strafen des krieges, der theurung, der feuers- und wassersnoth und mancherlei krankheiten, und segne uns nach deinem gnädigen willen, damit wir dir in unserm göttlichen berufe desto ungehinderter und besser dienen können. Erhalte und regiere auch alle christliche obrigkeit. Erbar-= me dich, o HErr, des ganzen landes und sonderlich deiner lieben gläubigen und beschüßge dieselben in aller noth und gefahr. Bergieb uns alle unsere sünde um Christi willen, wie barmherziger, himmli- wir denn auch durch deine gnade das und daß Gebet nach der Ordnung des Bater Unsers. 96. allmächtiger GOtt, der du uns bis hero so gnädiglich erhalten hast und auch als ein getreuer vater und allmächtiger GOtt uns noch ferner alles gute geben willst und fannst: wir arme sünder bitten dich in dem namen JEfu Christi deines sohnes, du wolleft uns erleuchten durch dein wort und wahrheit, daß wir dich recht erkennen und mit herz und munde, mit worten und werken, im thun und lassen, in liebe und leid, glück und unglück, leben und sterben dich heiligen, ehren, loben und preisen. Regiere und führe uns durch deinen guten und heiligen geist, bleibe bei uns mit dem reiche deiner gnaden und breite es unter uns aus, bis du auch endlich am jüngsten tage mit dem reiche dei= ner unendlichen herrlichkeit zu uns kommest und uns in die ewige freude und herrlichkeit einführest. Erhalte unterdeß bei uns das heilige predigt= amt und den reinen gottesdienst, verleihe uns deine gnade, daß wir alle und ein jeder in unserm ganzen christenthume und gemeinem leben, wie auch in unserem sonderbaren amte und berufe, als fromme christen, treu und fleißig sein und in demselben deinen willen allhier wir unserm nächsten verzeihen und in christlicher liebe und einigkeit zu leben begehren. Du wollest uns, o HErr, nicht mehr versuchung auflegen, als wir ertragen können, damit wir nicht versinken, sondern stärke du unsere herzen und hilf uns überwinden. Erlöse uns auch endlich von aller gewalt und von allen anläufen des bösewichts und aller seiner werkzeuge, und hilf uns aus zu deinem himmlischen reiche. Denn du HErr, bist unser könig, dess sen kraft unendlich und dessen herrlichteit ewig ist. Darum vertrauen wir dir, daß du als ein allmächtiger GOtt könneft und als unser lieber vater auch wollest uns erhören, gewähren und helfen um deines eingeborenen allerliebsten sohnes JEsu Christi willen, amen. Gebet für die drei Hauptstände und gemeine Wohlfahrt. 97 mächtiger GOtt und unseres HErrn JEsu Christi, ein HErr himmels und der erden, wir danken dir von herzen für deine gnade, liebe und treue, die du uns bisher erwiesen; insonderheit, daß du dein heiliges wort und den Gebet für die drei Hauptstände. 75 reinen gottesdienst unter uns erhalten| gieb gottesfürchtige eheleute, eltern haft, und bitten dich herzlich, du wollest deine heilige christliche firche, mit ihren dienern, wächtern und hirten, durch deinen heiligen geist regieren, daß sie bei der rechtschaffenen weide deines seligmachenden wortes erhalten werden möge, dadurch der wahre glaube und die liebe gegen dich und alle menschen in uns erwachse und zunehme. Du wollest auch der weltli= chen obrigkeit, allen christlichen königen, fürsten und herren, gedanken des friedens geben und das löbliche haus Braunschweig und Lüneburg dabei in gnaden erhalten und beschirmen, insonderheit aber unserm geliebtesten könige und landesherrn, dero königliden gemahlin, wie auch dem gefammten föniglichen und fürstlichen hause, alles wahre wohlergehen, lanund herren, gehorsame finder, eine wohlgezogene jugend, ehrliche und gewissenhafte zünfte, faufleute und handwerker, frommes und getreues gesinde, redliche arbeiter und tagelöhner und segne alle ehrliche handthierung, nahrung und gewerbe. Gieb, daß alle unsere feinde und widersacher ablassen und sich begeben, mit uns friedlich zu leben; steure und wehre, v du starker GOtt, allen friedhässigen leuten; schaffe unsern grenzen beständigen frieden und mache des raubens, plünderns, blutvergießens und alles frebels und feindseligkeit an allen or= ten durch deine allmächtige hand ein gnädiges ende. Du wollest auch, gnädiger lieber vater, alle wittwen und waisen und alle diejenigen, so in trübfal, armuth, krankheit, findesbanden, ges leben, beständige gesundheit, glück-| hungersnoth, kriegesgefahr und anliche regierung und deinen zeitlichen und ewigen segen verleihen; auch deroselben geheimen und andern räthen, geistlichen und weltlichen, sammt allen königlichen beamten und bedienten im lande,( wie auch bürgermeistern und rath dieser stadt) wollest du mit dem geiste der weisheit und des rathes beistehen, gnade, einigkeit und gewissenhaften fleiß geben, die unterthanen nach deinem göttlichen willen und wohlgefallen zu regieren, auf daß die gerechtigkeit befördert, die bosheit gehindert und gestrafet werde, damit wir in stiller ruhe und gutem frieden, als christen gebühret, unser leben führen und vollenden mögen. Laß dir auch in gnaden befohlen sein die löbliche Georg- Augustus- Universität zu Göttingen, wie auch die schulen insgefammt, damit solche dem ganzen lande und deiner kirche zum besten bei gutem wohlstande erhalten werden und viele tüchtige und geschickte männer zu deinem dienste und zu des vaterlandes wohlfahrt auferziehen und darstellen mögen. Wir bitten dich ferner, lieber himmlischer vater, für den hausstand und alle die dazu gehören; dern anfechtungen sind, auch die, so um deines heiligen namens und der wahrheit willen angefochten und ge= fangen sind, oder sonst verfolgung lei= den, mit deinem heiligen geiste trösten, daß sie solches alles als deinen väterlichen willen aufnehmen und erken= nen. Du wollest uns auch alle früchte der erden, die zur leiblichen nothdurft gehören, mit fruchtbarer erwachsung und gutem bequemen gewitter gera= then und gedeihen lassen, auch unsere berg- und salzwerke, sammt dem löblichen brauwesen jedes ortes, segnen und erhalten. Und ob wir zwar mit unsern überhäuften fünden deinen ge= rechten zorn und allerhand strafen wohl verdienet haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger vater, du wollest unserer sünden nicht gedenken, noch uns unsere übertretung zurechnen, sondern vielmehr deiner grandlosen gnade, güte und barmherzigkeit eingedenk sein, deine strafe und zornruthe von uns abwenden und uns vor großem unglück und herzeleid, wie auch vor alle dem, so uns sammt und sonders an leib und seele schädlich sein mag, väterlich) behüten. Auch bitten 76 Gebet frommer Unterthanen für ihre Obrigkeit. wir dich um alles, darum du, ewiger| mit der könig der ehren, Christus3EGOtt, gebeten sein willst, daß du uns sus, in ihrem lande mit seinem gnasolches gnädiglich verleihen wollest, denreiche einziehe. Du freudiger geist, durch das bittere leiden und sterben erhalte alle christlichen fürsten und redeines lieben sohnes JEsu Christi, genten, daß sie christliche gedanken hawelcher mit dir und dem heiligen geiste ben und darüber halten zur ehre deilebet und regieret in gleicher macht nes göttlichen namens und zu der unund ehren, wahrer GOtt und mensch, terthanen zeitlichen und ewigen wohlunser mittler, hochgelobet in ewigkeit, fahrt, amen. amen. Gebet in Kriegesnoth. Gebet frommer Unterthanen für 99. herz hält dir vor dein unser ihre Obrigkeit. wort: Ihr sollt mein antlig suchen; darum suchen wir nun, HErr, dein antliß. Verbirg dein antlig nicht vor uns, verstoße deine kinder nicht in deinem zorne. Wir wissen nicht was wir thun sollen, sondern unsere augen sehen nach dir, dein name heißet HErr zebaoth, groß von rath und mächtig von that; bei dir allein, HErr, findet man hülfe und segen über dein volk. So sei uns nun gnädig, HErr, sei uns gnädig, denn auf dich trauet unfere feele und unter dem schatten deiner flügel haben wir zuflucht, bis daß das unglück vorüber gehe. HErr, fehre dich doch wieder zu uns, und sei deinen knechten gnädig. Fülle uns früh mit deiner gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser lebelang. Erfreue uns wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange unglück leiden; und der HErr unser GOtt sei uns freundlich und fördere das werk unserer hände. Ach HErr, unsere missethaten haben es ja verdienet, aber hilf doch um deines namens willen; so wollen wir dir ein freudenopfer thun, und deinem namen danken, daß er so tröstlich ist, amen. 98. allmächtiger GOtt, himmlischer vater, du HErr aller herren und könig aller fönige, wir danken dir von grunde unserer seelen, daß du uns christliche und gottselige obrigkeit gegeben und unter derselben schuß und schirm uns bisher gnädig erhalten hast, und bitten dich herzlich, du wollest dieselbe bei beständiger leibesgesundheit und langem leben erhalten, sie durch die wache deiner heiligen engel ferner bewahren und sie vornämlich mit deinem guten geiste also leiten und führen, damit fie erkenne, daß sie allein von dir ihr amt habe und demnach gehalten sei, die person des gerechten vorzuziehen und den armen und dürftigen zu ihrem rechte zu verhelfen. O HErr JEsu Christe, du bist die weisheit GOttes, durch welche die könige regieren und die rathsherrn das recht fest setzen; berleihe deine gnade, daß wir alle famint diese deine heilige und nüßliche ordnung erkennen und unserer lieben obrigkeit schuldigen gehorsam leisten. Du himmlischer friedefürst, gieb gnade, daß wir unter ihrem schuß ein geruhiges, stilles und friedsames leben führen mögen, in aller gottseligkeit und ehrbarkeit. O heiliger geist, der du bist ein geist der stärke und der mit weisheit und ſtärke, daß fie ihr kraft, rüste unsere liebe obrigkeit aus hohes amt auch in der kirche GOttes recht führe, daß sie die thore weit und die thüre in der welt hoch mache, daNoch ein Gebet in Kriegesnoth. 100. wir bekennen vor deidu GOtt, nem heiligen angesichte, daß wir die schwere strafe des langwierigen frieges Gebet in Kriegesnoth. 77 und der verwüstung mit unseren viel| den muth und bist erschrecklich unter fältigen groben sünden wohl ver- den königen auf erden, du zerstreuest schuldet und verdienet haben. Denn die völker, die da gerne kriegen: ach, ach, wir haben ja deiner großen und so habe doch nun endlich gedanken überhäuften wohlthaten undankbar- des friedens über uns und nicht gelich vergessen, deine gnädige heim- danken des leidens. Hilf, daß wir auf suchung schändlich verachtet, des lie- deine gebote merken, so wirst du den ben güldenen friedens, und deines frieden über uns ausbreiten wie einen so reichen jährlichen segens zur wol- strom und wie einen ergoffenen bach. lust, hoffart, üppigkeit oder zum geiz Du, HErr, gedenkest ja und fragest und anderer ungerechtigkeit böslich nach dem vergossenen blute und ver= mißbrauchet, das gebet versäumet, gisest nicht des schreiens der armen, dein wort hintangeseget, mit haß und ach, so höre doch von deiner heiligen neid, hader und zwietracht, hochmuth höhe und siehe an unsern jammer und und verachtung, mit unrecht und fre- elend. Erhöre doch das ängstliche vel uns unter einander beleidiget und seufzen, die heißen thränen, das eraufgefressen, haben uns auch an die bärmliche winseln und wehklagen ſo strafen, mit welchen du uns lange vieler verlassenen und bekümmerten borher gedräuet, wenig gekehret. herzen, und laß sie erfahren, daß du Darum hast du nun auch deinen frie- noch richter auf erden und ein schild den von uns hinweg genommen und seist denen, die dir vertrauen. Um uns dahin gegeben, daß wir jeder- deines namens willen erleuchte die mannes raub sein müssen. Ach lieber herzen der hohen häupter der christenHErr und GOtt, das land siehet al- heit, daß sie doch den großen jammer lenthalben jämmerlich und elend aus, und das herzeleid so vieler hundert= der fluch frißt es und seine einwohner werden geängstigt, beraubt, verjagt und getödtet. Ein solches verderben läßt du, gerechter GOtt, in deinem jorne über uns ergeben, daß die menschen sich unter einander selbst auffressen und verzehren. Willst du uns denn aber, o HErr, ewig verstoßen und keine gnade mehr erzeigen? ist es denn ganz und gar aus mit deiner güte über uns? hast du denn vergessen gnädig zu sein und deine barmherzigfeit aus zorn verschlossen? ach nein, tausend christen zu herzen nehmen und die feindschaft fahren lassen, die ein solches verderben und solche ver= ödung stiftet und ganze länder und reiche mit mord, brand, frevel, tyrana nei und allen schanden und lastern anfüllet. Ach GOtt, laß doch nicht zu, daß kirchen und schulen bei uns untergehen, sondern laß einen segen übrig, daß wir dir noch in ruhe und frieden dienen und ein jedweder seines berufe mit stillem wesen warten und das seinige schaffen könne. Behüte du bist ja gnädig, barmherzig, gedul- uns vor der giftigen seuche der pestidig und von großer güte und treue. Du hast nicht lust an der fünder ver= derben, sondern willst, daß sie sich bekehren und leben; so bekehre uns nun, o HErr, und gieb uns buße zum leben. Sei gnädig unserer missethat, die da groß ist und neige unsere herzen zu deinen zeugnissen, daß wir in allen deinen wegen wandeln und alle deine gebote und rechte halten. Du bist ja der HErr und niemand mehr, der den frieden machet; du nimmst den fürsten lenz, vor mißwachs, theurer zeit und vor allen andern verderblichen landplagen. Befiehl deinen engeln, den heiligen wächtern und himmlischen heerschaaren, daß sie sich rings um uns her lagern und uns aushelfen. Erbarme dich sonst auch aller andern bekümmerten herzen in andern reiz chen und landen, die in gleicher noth und gefahr stecken. Tröste und stärke alle arme, gefangene, franke, ange= fochtene und nothleidende christen. Co 78 Gebet in Pestzeiten oder andern Sterbensläuften. Hilf allen verlaffenen wittwen, wai-| lichen pestilenz, decke mich mit deinen fen, unmündigen und säuglingen, fittigen, daß ich nicht erschrecken müsse welche in diesen zeiten große unbarm- vor dem grauen des nachts, vor den herzigkeit, frebel und tyrannei erfah- pfeilen die des tages fliegen, vor der ren müssen, zeige ihnen und uns pestilenz die im finstern schleichet, voi allen dein heil, wie du weißt, daß es der seuche die im mittage verderbet. uns nüglich und selig ist, um deines Behüte mich, daß mir kein übels be allerliebsten sohnes JEsu Christi, gegne und keine plage zu meiner hütte unsers einigen mittlers und erlösers sich nahe. Befiehl deinen engeln über willen, amen. mir, daß sie mich behüten auf allen meinen wegen, daß sie mich auf den händen tragen und ich meinen fuß nicht an einen stein stoße. Ich begehre dein, fo hilf mir doch; ich kenne dei101. allmächtiger GOtt, nen namen, so beſchüße mich; ich rufe danke herzlich, daß du mich von jugend auf bis hieher gnädiglich und väterlich erhalten und so mächtig beschüßet, ja mich auch durch dein seligmachendes wort zur hoffnung des ewigen lebens berufen hast. Ach mein GOtt, ich bekenne von herzen, daß ich nicht weniger als andere dich mit sünden erzürnet und die jest graffirende plage der giftigen seuchen und frankheiten wohl verdienet habe. Du bist wahrhaftig in deinen dräuungen und gerecht in allen deinen gerichten; wir aber müssen uns schämen, denn wir haben deine gebote übertreten und vielfältig gesündiget. Daher trifft uns nun auch der fluch, den du uns gedräuet hast. Wir hadich an, bei mir in der noth, reiß mich heraus und zeige mir dein heil. Ist es aber dein wille, mich heimzusuchen oder gar aus diesem leben abzufordern, so verleihe mir beständigkeit im glauben, kräftigen trost und eine fröhliche hoffnung und geduld durch die kraft deines heiligen geistes. Lindere mir die schmerzen, verkürze die todesqual, wende ab des satans gewalt und nimm du meine seele auf in deine hände um JEsu Christi meines erlösers und seligmachers willen, amen. ben mit unſern ſtinkenden ſünden die 102. Ach HErr, du großer und luft vergiftet, daher treffen uns nunmehr billig die pfeile der frankheiten. Aber, ach HErr, du bist ja barmherzig, gnädig, geduldig und von großer güte; handele doch nicht mit uns nach unsern sünden und vergilt uns nicht nach unsern missethaten, sondern sei uns gnädig um JEsu Christi willen. Entsündige uns mit dem theuren blute Christi, wasche uns, daß wir schneeweiß werden. Heilige und regiere uns auch durch deinen geist, daß wir von herzen buße thun und dir in deine arme fallen. Du bist meine zu bersicht, meine burg, mein GOtt, auf den ich hoffe. Errette mich von dem stride des jägers und von der schädGebet in Pestzeiten oder andern Sterbensläuften. Gebet in Theurung und Hungersnoth. über alle, die dich anrufen, wir beken= nen dir von grunde unserer herzen, daß wir die eingerissene theurung und hungersnoth mit unsern vielfältigen sünden und sonderlich mit dem schändlichen mißbrauche deiner herrlichen gaben sehr wohl verdienet haben. Denn du, HErr, hast dich zwar nicht unbes zeuget gelassen, sondern uns viel gutes gethan und bisher fruchtbare zeiten genug gegeben und unsere herzen er= füllet mit speise und freuden. Wir aber haben nicht allein für solche deine wohlthaten dir nicht, wie wir schuldig waren, gedanket, sondern noch dazu theils deine gaben unnüßlich ver= Gebet eines Reisenden. 79 schwendet und mit völlerei und unor-| harret und hunger gelitten hatte, so dentlichem leben entheiliget; theils haben wir gegeizet, den nächsten über vortheilet, den armen verlassen und nur das zeitliche gut gesuchet und geliebet. Darum, o gerechter GOtt, hast du uns billig solchen segen entzogen, den himmel wie eisen und die erde wie erz gemachet, unsere mühe und arbeit verloren sein lassen, daß unser land sein gewächs nicht giebt und hast den vorrath des brodes verderbet. Ach HErr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere sünden um JEsu Christi willen. Erhöre doch den himmel, daß derselbige die erde erhöre und die erde forn, most und andere früchte erhöre. Thue deine milde hand auf und sättige uns wieder nach deinem wohlgefallen. Suche das land heim und wässere es und mache es fruchtbar; deine brünnlein, HErr, haben ja wassers die fülle. Ach, laß das getreide wohl gerathen, baue das land und segne sein gewächs, und Fröne das jahr mit deinem gute und laß seine fußstapfen triefen von fett. rufen dem, das laß dich doch auch unser elend jam= mern, die wir jetzt theurung und fummer leiden. Hebe doch wieder an, zu segnen die hände deiner knechte, denn was du, HErr, segnest, das ist geſeg= net ewiglich. Verleihe auch uns allen wahre herzliche buße und regiere uns durch deinen geist, daß wir deine väterliche güte hinführo besser erkennen und deine gaben und wohlthaten mit größerer dankbarkeit gebrauchen, zu deiner ehre, zu unserm unterhalt und zu des armen dürftigen nächsten er= quickung. Vor allen dingen aber speise uns mit dem geistlichen brode deines heiligen wortes zu unserer seligkeit und gieb, daß wir der zeitlichen nahrung also gebrauchen, daß wir derselben ja nicht mißbrauchen, sondern allezeit vornämlich trachten nach dem, was droben ist, da JEsus Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen güter genießen mögen in alle ewigkeit, amen. Gebet eines Reiſenden. vater, barmnicht ist, daß es ſei; der du dem bieh 103. herziger getreuer GOtt, fein futter giebest, den jungen raben, die dich anrufen: laß doch uns menschen, die wir nach deinem ebenbilde geschaffen, auf deinen namen getauft, ja mit dem theuren blute JEsu Christi deines sohnes erkauft sind, nicht verschmachten. Deine augen sehen ja auf die, so dichy fürchten und auf deine güte hoffen, daß du ihre seele errettest vom tode und ernährest sie in der theurung; ach, so siehe doch bei dieser schweren theuren zeit in gnaden auf uns. Siehe, lieber GOtt, wie unsere angesichter verfallen, unsere leiber verschmachten und unsere herzen abgemattet sind. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller augen sehen auf dich. Thue doch die fenster des himmels auf und überschütte uns wieder mit deinem segen. HErr JEsu, dich hat ja des volkes herzlich gejammert, das nur etliche tage bei dir verich danke dir herzlich, daß du mich bisher so gnädiglich behütet und mit so viel gutes an leib und seele erzeiget hast. Ich bitte dich, o HErr, sei mir armen sünder gnädig und verzeihe mir alle meine missethaten um JEsu Christi willen. Heilige und erneure mich je länger je mehr durch die kraft deines heiligen geistes, damit ich mein leben täglich bessere, in deinen wegen wandle und dir diene in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Heiliger vater, leite und führe mich ferner auf dieser reise durch den schuß deiner lieben engel, daß ich vor mördern und räubern, vor giftiger luft und bösen seuchen, vor streit und unfall sicher sei. Gieb mir, o HErr, nahrung und klei= dung, führe mich den rechten weg, den ich wandeln soll und gieb deinen segen zu meinem vorhaben, damit alles zu 80 Gebet in Noth deiner ehre und zum gemeinen besten, wie auch zu meiner und der meinigen zeitlichen und ewigen wohlfahrt gereis chen möge. Erhalte und bewahre unterdessen auch alle die meinigen und was du mir bescheeret hast und gieb, daß wir einander gesund und mit freuden wieder sehen mögen. Sonderlich bitte ich dich, mein GOtt, bewahre mich vor aller list und bosheit des höllischen feindes und seiner werkzeuge. Erhalte und stärke in mir den wahren seligmachenden glauben, die liebe, geduld und hoffnung und gieb, daß ich die wallfahrt dieses lebens getroft und mit unverleßtem gewissen verrichten, seliglich enden und fröhlich in das himmlische vaterland eingehen möge. Dir, o HErr, befehle ich meinen ausgang und eingang von nun an bis in ewigkeit, durch JEsum Christum, amen. And Gebet in Noth und Trübsal. 2 ch du grundgütiger 104. barmherzigkeit und GOtt alles trostes, ich flage und bekenne dir mit reuendem und zerbrochenem herzen voll demuth, daß ich nicht allein die trübsal, so du mir aufgeleget hast, sondern noch viel größere strafen mit meinen sünden wohl verdienet habe; darum will ich deinen zorn tragen, denn ich habe wider dich gesündiget. Ich erkenne und weiß auch, daß du es bist, der mir dieses leiden zugeschicket und daß es von deiner hand herkomme. Ach HErr, laß deine hand nicht zu schwer auf mir sein, daß ich nicht vergehe. Ich will den felch gern trinken, den du mir, lieber vater, eingeschenket hast, laß ihn nur nicht einen felch deines zorns, sondern deiner gnade sein. Sei, lieber bater, meiner schwachheit eingedenk und strafe mich nicht in deinem zorn und züchtige mich nicht in deinem grimme, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; übe nicht deine gewalt wider mich, der ich und Trübfal. ein schwacher halm bin; ich kann deine gewalt und zorn nicht ertragen, ich fürchte mich vor deiner hohen majestät, ich beuge die knie meines herzens bor dir und bitte um gnade, laß mich in diesem unglücke nicht verderben. Ach vater, so es ja dein wille ist, daß ich dieses leiden tragen soll, so vollbringe deinen heiligen willen an mir, nicht zu meinem verderben, sondern mir zum besten und zu meiner feligfeit. Du hast ja nicht lust an der sünder tode und hast deinen lieben sohn nicht gesandt die menschen verder= zu ben, sondern zu erhalten. Ach lieber vater, erhalte mich unter dieser last des leidens. Du hast mich verwundet, heile mich wieder; du hast mich getödtet, mache mich wieder lebendig; du hast mich in die hölle geführet, führe mich wieder heraus; laß mir das licht deiner gnade in der finsterniß wieder aufgehen, daß ich meine lust an deiner gnade sehe. Du hast meine wunden mit scharfem weine gewabeiner gnade. Zaß meinen ſchwachen schen, lindre nun dieselben mit dem öle glauben, das glimmende döchtlein, nicht auslöschen, zerbrich das zerbrochene rohr nicht vollends. Gieb, daß ich dich im freuze so herzlich liebe, als in guten tagen, und das vertrauen zu dir habe, du werdest mitten im kreuze ein baterherz gegen mich dein armes kind behalten. Stärke meine hoffnung, daß sie nicht zweifle, meine geduld, daß sie nicht wanke noch zage. Mache mir diesen bittern kelch heilsam und süße, daß ich denselben getrost von deiner hand annehme und deinen namen anrufe. Ach, lieber vater, du hast ja gesagt: kann auch eine mutter ihres findes vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den sohn ihres leibes? und ob sie gleich desselben vergesse, will ich doch dein nimmermehr vergessen; siehe, in die hände habe ich dich gezeichnet. Dieses deines wortes wollest du, HErr, eingedenk sein, und meiner nie vergessen. Ach, stärke meine hoffnung, lieber vater, Gebet eines Kranken. 81 denn du hast gesagt: es sollen nicht zuletzten noth. Leite mich aus diesem schanden werden alle, die auf.dich hof- jammerthale in das rechte vaterland, fen. HErr, auf dich traue ich, laß mich amen. nimmermehr zu schanden werden. Errette mich durch deine gerechtigkeit, neige deine ohren zu mir, eilends hilf mir. Sei mir ein starker fels und Noch ein Gebet eines Kranken. eine burg, daß du mir helfeft, denn 106. Barmherziger, ewiger du bist mein fels und meine burg. Um deines namens willen wollest du mich leiten und führen, du wollest mich aus dem nege ziehen, denn du bist meine stärke. Ich begehre dein, HErr, darum wollest du mir aushelfen; ich Fenne deinen namen, darum wollest GOtt und lieber vater, ich bekenne dir von herzen, daß ich diese leibesschwachheit mit meinen sünden leider mehr als zu viel verdient und meiner gesunden tage sehr mißbrauchet habe. Ich habe dir freilich nicht gedienet, wie ich schuldig war, sondern mehr der welt, dem flei= du mich schüßen, ich rufe dich an, dusche und mir selbst gelebet als dir: das wollest mich erhören. Sei du bei mir in meiner noth, reiß mich heraus und mache mich zu ehren; sättige mich mit langem leben und zeige mir dein heil, amen. ist mir, HErr, von Herzen leid. Ich bitte dich aber in dem namen JEsu Christi: vergieb mir doch alle meine sünden um ſeines theuren leidens und sterbens willen und strafe mich nicht in deinem zorne, sondern laß mir diese leibesschwachheit nur eine väterterliche züchtigung sein. Lindere mir aber doch auch meine schmerzen, hilf die last tragen, die du mir auferleget hast, und laß deine kraft in mir schwachen mächtig sein. Tröste und stärke mich auch durch deinen geist, damit ich im wahren glauben und in chriſtlicher geduld beständig bleibe. Laß mich nicht versucht werden über mein vermögen, sondern mache den schmerzen und der anfechtung so ein ende, daß ich es ertragen könne. Ist die krankheit nicht zum tode, so segne die ordentlichen mittel und arzenei, die du bescherest, und hilf mir gnädiglich, daß ich hinfort mein leben bessern, dei= ner wohlthaten nimmermehr vergessen, sondern deinen namen mit freuden preisen möge, so lange ich lebe. Ist es aber dein wille, daß ich von dieser krankheit nicht aufstehen, sondern dieſe welt gesegnen soll, so geschehe dein wille. Ich weiß doch, daß mein erlöser lebet, und er wird mich hernach aus der erden auferwecken, und ich werde darnach mit dieser meiner haut umgeben werden, und werde in meinem fleische GOtt sehen, und meine 6 Gebet eines Kranken. 105. Err, himmlischer vater, du bist ja ein getreuer GOtt und läsfest niemand über sein vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die versuchung so ein ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen: ich bitte dich in meinen großen nöthen und schmerzen, laß mir das kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit geduld ertragen möge, und an deiner barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen GOttes sohn, der du des kreuzes pein für mich gelitten haft und endlich für meine sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines herzens grunde: erbarme dich über mich sündigen menschen, vergieb mir alle meine mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen le= ben gethan habe. Erhalte mich im wahren glauben bis an mein ende. O GOtt heiliger geist, du wahrer tröster in aller noth, erhalte mich in der geduld und herzlichen anrufungGOtz tes, heilige mich mit wahrer zuversicht und weiche nicht von mir in meiner 82 Gebet eines Kranken. augen werden ihn schauen, und kein| der du bist das lamm GOttes, welfremder. Ich habe lust, abzuscheiden und bei Christo meinem HErrn zu sein, welches mir auch viel besser wäre. Darum hier bin ich, HErr, mache es mit mir, wie dir es gefället. Verlaß mich nur nicht, damit ich dich nicht verlasse, und erlöse mich endlich von allem übel und hilf mir aus zu deinem ewigen himmlischen reiche, um JEsu Christi willen, amen. Gebet eines Kranken, der sich des Todes versiehet. 107. ter, ich merke, daß Err lieber vameine zeit fast dahin ist, und mein leben bald wird abgerissen werden: nun dein wille geschehe. Aber weil mein herz noth leidet und meine schwachheit und qual groß ist, daraus bu allein helfen fannst, ach HErr, so lindre und verkürze mir die todesschmerzen. Laß ab von mir, daß ich erquidet werde, ehe denn ich hinfahre, 109. und nicht mehr hier sei. Mir ist um trost sehr bange, ach HErr, nimm dich meiner feele herzlich an; vergieb mir meine fünde um JEfu Chrifti willen; stärke meinen glauben, ver leihe mir trost, geduld und standhaf= tigkeit durch die fraft des heiligen geistes und hilf mir selig überwinden, amen. Noch ein Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben anfchicket. vater aller gnade, erches da trägt die sünde der welt, der du mich mit deinem blute gewaschen und gereinigt haft: ich bitte dich durch dein bitteres leiden, sonderlich aber durch die schmerzen, die du zu der stunde empfunden hast, da deine alleredelste seele von deinem heiligen leibe ausging: erbarme dich über meine arme seele bei ihrem ausgange, und führe sie zum ewigen leben. O GOtt heiliger geist, du süßer trost, erhalte mein herz wider alle anfechtung des bösen feindes; stärke meinen glauben, daß ich eine vergebung der sünden und ein ewiges leben glaube. So bemeinen geiſt in deine hände. Du nun, treuer GOtt, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in ewigkeit, amen. arme seele. Bergieb mir alle meine sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Berachte nicht dein armes geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner hände werk bin. Laß den nicht umfommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine hülfe und mein GOtt. O Christe, wahrer heiland, Gebet der Umstehenden für den Sterbenden. Barmherziger, lieber GOtt und vater, der du tod und leben in deinen händen hast, weil du dieses dein kind ſo schwerlich heimgesuchet, so bitten wir dich in dem namen Jesu Christi, im wahren glauben auf seine theure ver= heißung: sei uns und diesem armen franken menschen um Christi willen gnädig. Verzeihe ihm und uns allen unsere sünden; heilige und stärke uns, und sonderlich diese franke person, mit der Fraft deines heiligen geistes. barmherzigkeit, siehe das geängstigte Ach gnädiger GOtt, du vater der herz, die matte seele, die zerschlagenen an bald mit deiner hülfe. Sei du durch deine kraft in seiner schwachheit machtig. Lindere und verkürze ihm die große angst und schmerzen; tröste ihn, du gewaltiger tröster; hilf du starker nothhelfer und zeige uns und ihm dein heil. Erhalte in ihm den wahren glauben, beständige hoffnung und geduld, und so es ja dein wille ist, ihn Danksagung eines, der von seiner Krankheit wieder aufkommnt. 83 sterben zu lassen, so hilf ihm selig| heiligen engel, daß sie mich bewahren überwinden durch die fraft des heili- auf allen meinen wegen. Und dieweil gen geiftes zum ewigen leben, um ich doch endlich dieses leben werde geJEsu Christi willen, amen. segnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachenden glauben, gottesfurcht, geduld und trost, damit ich ritterlich Pämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches reich eingehen mein o vater aller Danksagung eines, der von seiner Krankheit wieder aufkommt. 110. trost, mein erretter, mein einiger nothhelfer, dir danke ich von grunde meines herzens, für deine unaussprechlichen, vielfältigen wohlthaten, die du mir armen fünder er zeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen noth, frankheit und elende mich in gnaden angesehen, mein herz gestärket, mein gebet erhöret daß und mir ſo väterlich wiederum aufges du zornig über mich gewesen bist und dein zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemüthiget hast. Du hast, o lieber vater, mich gezüchtiget, damit ich nicht mit der gottlosen welt verdammet werde. Um trost war mir sehr bange, aber, HErr, du hast dich meiner seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten alle das gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir danken mein lebelang und deinen ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, HErr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner noth. Du verläsfest die nicht, die dich suchen. Du erhöreft gebet, darum kommt alles fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen herzené sind, und hilsst denen, die zerschlagene gemüther haben. Ach, mein GOtt, verleihe mir eine herzliche beständige buße durch die kraft des heiligen geistes um JEfu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas ärgeres wiederfahre, sondern daß ich mich mein lebelang vor solcher betrübniß meiner seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine feit, sammt deinem sohne und heiligen geiste, den einigen wahren GOtt, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster GOtt, sei lob, ehre und dank ge= sagt in alle ewigkeit, amen. Gebet bei großem Donner und Ungewitter. 111. du großer und er schredlicher GOtt ,. dem feuer, hagel, schnee, dampf und sturmwinde dienen müssen, der du auf den wolken fährest wie auf einem wagen und deinen donner mit hagel und blizen ausläsfest: wir armen menschen müßten ja in einem augenblicke verderben, wenn du deine donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die erde bebet und wird beweget, die grundfesten der berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. HErr, wir sehen und hören deine große macht und entseßen uns vor dem erschreck= lichen prasseln deines donners. Ach, gedenke nicht unserer sünden und missethaten, sondern sei uns gnädig um deines sohnes JEfu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen donnerschlägen; be= wahre uns leib und feele, haus, hof, vieh und die lieben früchte auf dem felde. Behüte uns vor grausamen schrecken und einem bösen schnellen tode. Nimm von uns alle fleinmüthigkeit und ungläubige furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren glauben, herzliche bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und geduld, damit wir bereit sein, wenn es dein wille ist, aus 6* 84 Danksagung nach diesem leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o HErr, unter den schatten dei= ner flügel, bis das ungewitter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die donnerstimme deines grimmigen zorne, womit du die gottlosen der maleinst in das höllische feuer weisen wirst, in ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein reich, daß wir dich, vater, sammt deinem sohne Jesu Christo und dem heiligen geiste, den einigen wahren GOtt, in ewigkeit preisen mögen, amen. Danksagung nach dem Ungewitter. dem Ungewitter. bor hiße zerschmelzen werden? Hilf, lieber GOtt, daß wir geschickt sein mit heiligem wandel und gottseligem we= sen, damit wir unbefleckt und unsträf= lich erfunden werden und mit freuden in das reich der ewigen herrlichkeit zu dir eingehen mögen, amen. Danksagung nach erhaltener guter Ernte. 113. Almächtiger GOtt, und der erde, der du uns reichlich allerlei zu genießen darreichest: wir deine geschöpfe bekennen vor dir in tiefster ehrfurcht, daß wir ohne deine gabe und segen gar nichts haben, noch das geringste hervorbringen können, aber 112. armherziger, getreuer von ganzem herzen, daß du das un- so sammeln wir; wenn du segen her= gewitter so gnädig abgewendet und abschüttest, so werden menschen und uns so väterlich verschonet hast. Du vieh auf erden mit wohlgefallen gehast uns deine große macht gezeiget sättigt. Deiner überschwänglichen und deinen donner mit hagel und güte haben wir es zu danken, daß du bligen ausgelassen. O wie bald wäre unser land auch in diesem jahre fo es um uns arme menschen geschehen, heimgesuchet hast, daß es sein gewächs wenn du deine strahlen auf uns schie- gegeben. Du hast abermals deine Ben und uns zerstreuen wolltest! Wie follte doch ein mensch noch an deiner göttlichen macht und mächtigen borfehung zweifeln? Ach HErr, regiere doch unser aller herzen, daß wir dich je länger je mehr recht erkennen, fürchten und ehren, in deinen wegen wan= deln, unter dem schatten deiner flügel zuflucht suchen und alle sicherheit und gottloses wefen von Herzen meiden, damit du nicht über uns dermaleinst blig, feuer und schwefel regnen läsfest. Schrecklich ist es, wenn du uns deinen donner hören, deine wassergüsse und hagel sehen und dein erdbeben fühlen läsfest. Wie viel schrecklicher wird sein der tag des jüngsten gerichts dann, wenn der HErr JEsus mit feuerflammen, mit einem feldgeschrei und mit der stimme des erzengels fommen wird, wenn die himmel vom feuer zergehen und die elemente gnädige verheißung erfüllet, daß, so lange die erde stehe, nicht aufhören solle samen und ernte, frost und hize sommer und winter, tag und nacht. Du hast, o brunnquell alles guten, die arbeit derer gesegnet, welche das feld bauen. Durch deine segenskraft muß der acker das brot, so des men= schen herz stärket, hervorbringen und geben. Wenn du von oben herab die berge befeuchtest und das land voll früchte machest, die du schaffest; wenn du gras wachsen läsfest für das vieh und saat zu nuß den menschen; wenn du vom himmel herab regen und fruchtbare zeiten giebest; wenn du deine sonne über böse und gute aufgehen und über gerechte und ungerechte regnen lässfest: so wird alles, o gnädiger vater im himmel, durch deine gnadenstrahlen erquicket und erfreuet. Ach du einiger höchster be Danksagung nach erhaltener guter Ernte. 85 herrscher des ganzen erdbodens, wir Igen, nicht weniger auch von dem bes bekennen, daß wir nicht allemal so scheerten segen, was zur erhaltung der leben, als es unser beruf erfordert, kirchen und schulen erfordert wird, noch deine gaben so anwenden, als willig darlegen und also von unserm wir billig sollten. Aber, o HErr, gute und einkommen dich ehren. VerHErr, du bist dennoch barmherzig hüte, daß niemand, dessen feld wohl und gnädig, geduldig und von großer getragen, deine gaben zum geize und güte und treue. Wolltest du uns nicht vertrauen auf das irdische mißbrauche, eher gutes thun, bis wir aufhörten zu noch zum schändlichen wucher und be fündigen, so müßten wir verschmach- schwerung der armen. Der überfluß ten und verderben. So aber lockest müsse uns nicht zum stolz und hochdu uns mit deinen vielfältigen wohl- muth, noch der mangel zum bittern thaten zum aufrichtigen gehorsam; neid und mißgunst gegen die begüterdarum ist es ein werk deiner gött- ten verleiten. Gieb, daß wir uns an lichen gnade, daß du nicht abläsfest dem begnügen lassen, das da ist, und noch aufhörest uns zu segnen. Am allezeit an den großen gewinn desjes gegenwärtigen tage erkennen, ehren nigen gedenken, der gottselig ist und und preisen wir insgesammt, o gnä- ihm begnügen lässet. Wenn wir denn diger vater, solche deine erhaltende also den mißbrauch meiden, uns und verschonende güte, nach welcher dankbar gegen dich, unsern milden du auch dieses jahr mit deinem gute wohlthäter, und liebreich gegen unsern gekrönet hast. Wir bitten dich, lieber nächsten erweisen und unsre arbeit himmlischer vater, du wollest durch mit fleiß und gebete christlich verrich deinen heiligen geist uns allezeit re- ten, so zweifeln wir nicht, du werdest gieren und gnade geben, daß wir dir das, was uns deine milde hand so nicht nur mit dem munde danken, gnädig geschenket hat, väterlich besondern auch mit unserm ganzen wan- wahren, auch krieg, krankheiten und del und christlichen leben dich im kind- seuchen unter menschen und vieh, lichen gehorsam ehren, loben und feuers- und wassersnoth und andere preisen. Behüte uns, daß wir diese plagen in gnaden von uns abwenden, deine geschenke und gaben nicht miß- deinen uns verliehenen segen uns in brauchen zur üppigkeit und wollust, friede, ruhe und gesundheit genießen zum fressen und saufen und derglei= lassen und, was uns sonst nöthig und chen unordentlichem wesen, wodurch nüßlich sein möchte, uns gnädiglich wir unsere herzen beschweren, in man- verleihen, bis wir endlich, nachdem cherlei sünde gerathen und von dir alle beschwerliche arbeit vollbracht ist, weichen, sondern daß wir mäßig essen, zur ewigen ruhe kommen; dazu wols trinken und uns fleiden und sparsam lest du uns verhelfen durch unsern haushalten, den armen und dürftigen HErrn und heiland JEsum Chris die schuldigen liebeswerke gern erzei- stum, amen. 86 VI. Dankgebete auf die vornehmsten Feste im Jahre. Gebet auf Advent von dem Ein-| bereiten, die thore weit und die thüren zuge Chrifti in unsere Herzen. danken vor dein angesicht fommen in der welt hoch machen, daß wir mit und GOtt. Hilf, daß wir dich öffentlich und ungescheuet mit jenem volte vor der welt bekennen und allezeit in christlicher bereitschaft erfunden wer= den, dir in heiligkeit und gerechtigkeit unser lebelang zu dienen. Laß uns dir handreichung von unserem vers mögen thun und deinen geistlichen einzug, so viel als möglich, befördern; auch im falle der noth deinethalben gerne alles verlassen, der du um un= fertwillen so arm worden, daß du eine eselin entlehnen müssen und am stamme des freuzes in deinem höchsten durfte nicht einen trunk wasfers bes kommen können. Gieb, daß wir also in deiner lezten zukunft das ende des glaubens, nämlich der seele seligkeit davon bringen, die du uns durch dein eigen blut so theuer erworben hast. Indessen bleibe, o HErr, mit deinem worte und mit der reinen wahrheit auch in diesem nunmehr angetretenen firchenjahre bei uns, wie du das vers wichene bei uns geblieben bist. Breite deine wahrheit je länger je weiter aus und segne die arbeit getreuer lehrer und prediger. Beschüße, regiere und segne unsere und alle andere christliche obrigkeit, sammt dero räthen und ges treuen dienern. Hilf, HErr JEsu, du starker helfer, daß sie alle mit einander und wir sammt ihnen dir von Herzen dienen, das reich deiner wahrheit bez fördern und alles, was wir bermögen, dir zu ehren unterlegen und ausbreiten, daß unser christenthum alles wege grüne, als ein schöner palmzweig und wir durch deine fraft alle schmach, 114. du könig der ehren, ein sohn des lebendigen GOttes und Davids, du bist im namen deines baters in die welt kommen, du hast dich als ein könig von Israel, als ein gerechter und helfer, bei deinem volte zu Jerusalem eingestellet, daß du dasfelbige zur gerechtigkeit brächtest, deine elenden rettetest und sie von sünden selig machtest, weil sie dich aber nicht auf- und angenommen haben, so hast du dich zu uns armen heiden gewendet, daß wir dein volk sein sollten. Du zichest noch täglich in deinem worte und sakramenten bei deiner firche ein, dafür wir dir von herzen danken. Wir bitten dich, daß du uns solche deine gnade recht zu erkennen gebest. Ach HErr, ziehe auch bei uns ein und mache dir eine wohnung in unsern herzen. Du bist ja unser heiland und helfer, nicht allein in leiblichen nöthen, fondern zuvörderst gegen tod und teufel; darum fragen wir nichts nach himmel und erde, wenn wir nur dich bei uns haben; und wenn uns gleich leib und seele verschmachtet, so bist du doch, GOtt, allezeit unsers herzens troft und unser theil. GOtt ist ja unser vater, darum wirst du als ein vater die tochter Zion, deine kirche, nicht lassen; und du, o JEsu, kannst und mußt sie schüßen als ihr mächtiger könig. So hilf nun, daß wir auch, wie die apostel, uns dir im vollen gehorsam unterwerfen und unsere verderbte vernunft unter deinen gehorsam gefangen nehmen. Hilf, daß wir dir den weg zu unsern herzen Gebet von der Geburt des Sohnes GOttes. 87 verfolgung und trübsal dieser welt| menschen, insonderheit aber für unsere überwinden, bis wir einmal mit dir, unserm könige, den seligen und fröhlichen eintritt in das himmlische reich der ewigen herrlichkeit thun. Amen, HErr Christe JEsu, amen. christliche obrigkeit. Negiere sie durch deinen geist, daß sie zuvörderst und vor allen dingen bei ihrer regierung, so viel an ihnen ist, das reich unseres einigen ewigen königs JEsu Christi befördern und ausbreiten und ja ihren stand und wandel auf dieser welt also führen, damit sie dermaleinst mit ihm im himmelreiche in alle ewigkeit herrschen möge. Siehe auch deine arme, bedrängte kirche und kleine heerde in gnaden an, komme ihr zu Hülfe und errette sie endlich aus den großen nöthen, die sie betroffen haben. Tröste sie, HErr, durch deinen geist, nachdem du weißt, daß es ihre nothdurft erfordert, auf daß sie sich deiner güte erfreuen und deinen namen ewig preisen möge. Laß heute in den her= zen aller angefochtenen, franken, berfolgten, wittwen, waisen und aller andern, so in noth und trübsal stecken, eine tröstliche christfreude aufgehen. Auch die, welche deinen sohn JEsum Christum noch nicht erkennen noch ehren, bringe an das licht deiner wahrheit, damit sie sammt uns und allen auserwählten engeln und menschen dich loben und dir zu lobe im wahren glauben und mit herzlicher freudigkeit fingen mögen: Ehre sei GOtt in der höhe, friede auf erden und den mens schen ein wohlgefallen, amen. Gebet von der Geburt des Sohnes GOttes am Chrifttage. 115. allmächtiger GOtt, himmlischer vater, wir danken dir von grunde unserer herzen, daß du aus lauter wohlgefalten und unaussprechlicher liebe deinen eingebornen sohn JEsum Christum, den glanz deiner herrlichkeit und das ebenbild deines wesens, in diese welt gesandt hast, welcher unser armes fleisch und blut an sich genommen und uns in allem gleich worden ist, ausgenommen die sünde, auf daß er uns von sünden, tod, teufel und Hölle erlösete und mit sich in das reich der ewigen seligkeit versetzte. Dies alles, o höchster GOtt, hat deine herzliche barmherzigkeit gethan, durch welche uns besuchet hat der aufgang aus der höhe, auf daß er erscheine denen, die da sißen in finsterniß und schatten des todes und richte unsere füße auf den weg des friedens. So erfülle nun, o HErr, unser aller herzen mit deiner gnade und gieb, daß wir solche deine große liebe und barm= herzigkeit dankbarlich erkennen, nicht Gebet am Neujahrstage. uns, ſondern dir leben, dir vertrauen, 116. dich lieben lebelang. Gieb auch, daß wir in allem freuze und trübsal unsers einigen heilandes, seligmachers und getreuen hirten JEsu Christi uns trösten und daß wir alles, was in der welt ist, getrost hintenan setzen und es gegen der überschwänglichen erkenntniß deines lieben sohnes für foth achten mögen. Erhalte auch bei uns und unsern nachkommen dein heiliges, seligmachendes wort, sende treue diener in deine ernte. Wir bitten auch für alle HErr himmels und der erde, du und starker GOtt, wir sagen dir von herzen lob und dank, daß du uns nicht allein erschaffen, bisher erhalten und sonderlich auch das vergangene jahr so gnädig und väterlich besd üzet und uns so viel unzählbare wohlthaten erzeiget hast, sondern auch und vornehmlich, daß du uns aus lauter gnaden deinen sohn, JEsum Chris stum, zum erlöser und heilande ges schenket und, da die zeit erfüllet war, ihn in die welt gesandt hast, welcher 8888 Am Tage der Offenbarung Christi. sich seiner göttlichen gestalt geäußert,| und in den folgenden jahren deinen knechtsgestalt an sich genommen, sich segen zu den früchten der erde; wende dem gesetze unterworfen und dir ge= alle wohlverdienten landplagen gnähorsam worden ist bis zum tode, ja dig ab und sei uns noch ferner gnäzum tode am freuze, damit er also für dig. Laß dir auch unsere christlichen uns das gesetz erfüllete und uns von herrschaften und obrigkeiten in deinen dem fluche, den wir verdienet hatten, väterlichen schutz befohlen sein; regiere erlösete. Wir erkennen und bekennen und segne ihre anschläge, ihr thun von ganzem Herzen, daß wir nicht al- und lassen, daß es zur ausbreitung lein das abgewichene jahr, sondern deiner ehre, zu fortpflanzung der gött= auch die ganze zeit unsers lebens von lichen wahrheit und des vaterlanzu jugend auf für solche deine wohltha- des wohlfahrt gereiche. Dafern auch ten sehr undankbar gewesen und dich in dem neuen jahre neues freuz und vielfältig erzürnet haben, daß du ja trübsal erfolgen sollte, so wollest du, wohl ursache hättest, deine gnade von o GOtt, uns mit neuem troste, stärke uns abzuwenden und uns nach deiner und geduld wappnen und durch deine strengen gerechtigkeit zu bestrafen. Fraft in unserer schwachheit mächtig Wir bitten dich aber, himmlischer sein, damit wir überwinden, alles bater, in dem namen deines sohnes wohl ausrichten und wider alle anJEfu Christi, unsers einigen heilan- fechtungen das feld behalten mögen. des, du wollest uns mit dem neuen Laß doch dieses fünftige neue jahr jahre neue gnade wiederfahren lassen, deiner armen bedrängten firche und unsere alten bisher begangenen sün- allen betrübten, angefochtenen, berden uns aus gnaden um Jesu Christi folgten, oder sonst nothleidenden herwillen schenken und sie mit dem alten zen, ein trost- und freudenreiches, fröhjahre zurück, ja in die tiefe des meeres liches erlösungsjahr sein. Und wenn werfen und derselben nimmermehr wir die zeit unsers elenden lebens in gedenken. Gieb uns auch mit dem dieser welt nach deiner bestimmung neuen jahre neue fraft, dir in heilig- erfüllt haben, so hilf uns getrost hinfeit und gerechtigkeit zu dienen. Er durch in das rechte neue himmlische leuchte aufs neue unsern verstand, ewige jubeljahr, um deines allerliebdeinen willen und geheimniß zu ersten sohnes unsers ewigen heilandes kennen, lenke und erneure unsern JEsu Christi willen, amen. willen zu einem neuen und heiligen ge= horsam, auf daß wir es genug sein laffen, daß wir die vergangene zeit in fünden und eitelem wandel zugebracht haben und was noch hinterstelliger zeit im fleische ist, nicht uns, nicht der welt, 117 Shimmliſcher vater, wir Err nicht den fleischeslüsten, sondern dir leben und auf deinen wegen gehen. Beschneide du, o HErr, durch deinen geist unser aller herzen und reinige sie von aller ungerechtigkeit und bösen Lüsten. Gieb uns nach deiner verheiBung einerlei herz und wesen, daß wir dich fürchten unser lebelang, auf daß es uns und unsern findern nach uns wohl gehe. Erhalte ins fünftige bei uns und unsern nachkommen dein heiliges wort. Gieb auch in diesem danken dir herzlich, daß du auch uns, die wir aus dem heidenthum herkom= men, das licht und den hellen stern deiner wahrheit zur seligmachenden erkenntniß JEsu Christi, deines sohnes, hast leuchten lassen. Wir bitten dich, barmherziger GOtt, erhalte das selbige licht bei uns und gieb, daß wir ihm folgen, dich und den du gesandt hast, JEsum Christum, je länger je mehr erkennen und im wahren glauAm Tage der Offenbarung Chrifti. Am Tage. der Reinigung Maria. 89 ben und rechter gottseligkeit dir die-| dem HErrn im tempel dargestellt bist, nen, daß wir dir auch das bewährte Föstliche gold des beständigen glaubens, den weihrauch des inbrünstigen gebets und die myrrhen der geduld in allem Freuze mit aufrichtigen und freudigen herzen opfern. Verzeihe uns auch, o HErr, unsere bisher begangenen sünden und leite uns durch deinen heiligen geist, daß wir von den vorigen irrwegen unserer sünden abweichen und durch einen andern weg in unser ewiges, himmlisches vaterland eingehen. Warne und bewahre uns, o du treuer menschenhüter, vor allen unsern verfolgern und widersachern und verhüte alles unheil. Laß dir sonderlich unsere liebe obrigkeit, als deinen augapfel in deinen väterlichen schuß befohlen sein, erhalte sie gnädig und schüße sie an leib und seele. Gieb, daß durch sie die gerechtigkeit und wahrheit befördert, die bosheit aber gehindert und bestrafet werde. Segne ganze und wir danken dir, daß du unsertwegen dich unter das gesetz gethan und bits ten dich: erleuchte uns, daß wir uns dir ergeben zu einem opfer, das lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, auch deinen tempel oft mit andacht besuchen. Reinige unsere sündliche natur und unser verkehrtes herz durch deinen heiligen geist und durch dein unschuldiges blut. Zünde in uns an das licht der erkenntniß deines gött= lichen willens und eines thätigen glaubens, dich in unsere glaubensarme fest zu fassen. Erleuchte unsere augen, daß wir nicht im tode entschlafen, sondern vielmehr mit Simeon eine stille und fröhliche hinfahrt aus der welt in den himmel erlangen, amen, o HErr JEsu, amen. Gebet am Zage der Verkündigung Maria. überschütte ſie mit väterlicher bestän- 119. her vater, wir danErr GOtt, diger gnade. Segne die früchte des landes, tröste alle armen, franken, verfolgten und betrübten herzen. Erbarme dich unser, o HErr, verzeihe uns um Christi willen alle unsere sünde und wende die wohlverdiente strafe des frieges und blutvergießens gnädiglich ab. Decke uns mit deinen fittigen und bewahre uns durch deine heiligen engel. Wende allen jammer und verwüstung ab, gieb, daß wir in steter bereitschaft, buße, glauben und geduld erfunden werden und würdig sein mögen, endlich zu stehen vor des menschen sohn und mit ihm in die ewige seligkeit einzugehen, amen, HErr JEsu, amen. ken dir, daß du deine tröstliche verheißung erfüllet, uns deinen allerliebsten einigen sohn zum heilande gesen= det und denselben in dem leibe der jungfrau Maria hast menschliche natur annehmen lassen. Hilf, daß wir une solcher deiner liebe, die du hierinnen gegen une arme sünder erivie= sen hast, jederzeit von herzen trösten und erfreuen. Laß deines sohnes heilige empfängniß unsere unreinigkeit, sünde und missethat tilgen, daß wir deiner gnade wieder theilhaftig sein mögen. O HErr JEsu Christe, GOt= tes und Mariä sohn, wir danken dir, daß du unsere menschliche natur an dich genommen und unser heiland und seligmacher worden bist. Wir Gebet am Tage der Reinigung freuen uns dessen von herzen und sind Mariä. nun versichert, daß du uns, als dein eigen fleisch und blut, nie verlassen 118. gewünschtes hellleuchtendes licht der heiden, der du heute worden, daß du uns helfen möchtest; daher vertritt uns bei deinem himm Gebet am grünen Donnerstage. 90 lischen vater. Schütze und erhalte uns wider welt, sünde, teufel, tod und hölle und laß uns in deinem reiche mit dir leben und dir dienen in ewiger gerechtigkeit, unschuld und seligfeit. O GOtt heiliger geist, der du durch deine fraft die empfängniß des sohnes gewirket hast, hilf, daß wir uns deiner unendlichen kraft und macht jederzeit trösten, die mit wahrem glauben, willigem gehorsam und herzlicher demuth jederzeit anhangen und also die frucht der seligmachenden menschwerdung Christi, nämlich die ewige freude im himmel, davon bringen und erhalten mögen, amen. Gebet am grünen Donnerstage. 120. Ah liebster JEfu, treuer hirte, der du deine schafe mit deinem fleische speisest und mit deinem blute tränkest, dir sei für deine unaussprechliche liebe ewig dank gesagt, daß du dich für unsere sünde und um unserer seligkeit willen in den tod und zu dessen versicherung uns deinen leib und blut zu essen und zu trinken gegeben und uns damit deiner göttlichen natur theilhaftig zu machen verordnet hast. Ach, freilich eine große liebe, daß du nicht nur in uns wohnen, sondern dich, als unsere himmlische speise und trank, innigst mit uns bereinigen willst! Dir sei dank, daß du auch bisher solches dein heiliges sakrament in deiner firche wider des satans gewalt, list und verführung, sowohl was die wahre lehre davon, als was den rechten gebrauch desselben anlanget, erhalten, auch uns bereits zu vielen malen zu solchem deinen gnadentische gelassen hast. Vergieb aber gnädiglich, daß solche deine heilige ordnung so oft verkehret und nicht allezeit von allen denen, die sich bei deinem mahle eingefunden haben, gehöriger fleiß, würdig dabei zu erscheinen, angewendet, ja sogar auch nachmale dein theurer leib und blut oft verunehret und mißbrauchet, dadurch aber dein gericht gereizet wors den ist, daß du uns solches theure gut mit recht entziehen könntest. Laß aber auch hier gnade für recht ergehen und erhalte uns dein heiliges sakrament und dessen reinen gebrauch so lange, bis du selber kommst. Steure dem satan, daß derselbe die würdige ge= nießung auf keine weise hindere und also verursache, daß dasjenige, was von dir zu unserm heil verordnet wor= den, zu der seelen verderben gereiche. Nichte dagegen deine kirche also ein, daß dieses heilige sakrament von allem mißbrauche der unwürdigen gerettet, hingegen die wahre würdigkeit bei allen befördert werde. Wirke auch, treuer heiland, deine gnade in uns, so oft wir uns zu deinem tische nahen, daß du uns allezeit durch deinen heiligen geist herzlich zur wahren würs digkeit bereitest, uns selbst nach dem geseße und evangelio aufrichtig z prüfen, ja uns selbst zu richten und zu verdammen, damit wir nicht von dir gerichtet, sondern durch deine gnade losgesprochen werden. Gieb uns auch die gnade, nicht nur deinen leib und blut zu essen und zu trinken, sondern auch deinen leib im wahren glauben und herzlicher ehrerbietung zu unterscheiden, ja dein gedächtniß in dem glauben zu begehen. So oft wir aber dieses pfandes unsers heils gewürdiget werden, so sei kräftig in uns, daß wir dabei deinen tod würdiglich verkündigen, die wohlthaten, die aus deinem leiden auf uns fließen, in dem heiligen sakramente dankbarlich erkennen, deinem exempel im liebreichen gehorsain gegen dich und dei= nen vater, in aufrichtiger liebe gegen unsern nächsten und in williger ges duld in allem leiden, freudig nachfol gen. Laß also unsern innern men= schen durch diese seelenspeise stets wachsen und zunehmen an dir, unserm hochgelobten haupte, und führe uns endlich, erfüllet mit früchten der gerechtigkeit, so du in uns wirkest, ju deinem himmelssaale, wo du, nach Danksagung für das Leiden JEsu am stillen Freitage. 91 daß es gesaget: Siehe, welch ein mensch ist das! Du bist wegen meiner mißHandlungen unter die übelthäter ge= rechnet und als ein fluch mitten zwischen sie aufgehentet, an händen und füßen mit någeln durchgraben, dazu in deinem höchsten durfte mit essig und galle getränket worden und mit großen schmerzen hast du deinen geist aufgegeben, auf daß du meine schuld bezahletest und ich durch deine wunden geheilet würde. Für alle diese deine marter und pein sage ich dir lob und dank, und bitte dich: laß dein heis liges bitteres leiden an mir nicht vergieb, daß dessen von herzen tröste und rühme, auch desselben gedächtniß also begehe und es solchermaßen betrachte, daß alle böse lüste dadurch in mir ausge= löschet und gedämpfet, dagegen alle tugenden eingepflanzet und gemehret werden; auf daß ich der sünde ab= gestorben der gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen vorbilde nachfolge, in deine fußstapfen trete, das übel mit geduld ertrage, und das uns recht mit gutem gewissen leide. Das gieb und verleihe mir nun, o HErr JEsu, um deines heiligen, theuren vers dienstes willen, amen. dem du uns durch den vorschmack jes| ner freuden hier schon erquidet hast, uns mit dir selbst in ewigkeit sättigen wirst. Ach, haben wir dich und giebst du dich uns ganz, so haben wir genug, amen. Dir sei für deine liebe und güte ewig preis, sammt dem vater und heiligen geiste, amen. Danksagung für die Erlösung oder für das Leiden Christi am stillen Freitage. ch danke dir, HErr 121. rer GOtt und mensch, daß du mich armen fünder und verdammten menschen, ohne alle meine werke, verdienst und würdigkeit, durch dein heiliges leiden, sterben und blutvergießen er löset hast. DHErr JEsu Christe, wie groß ist dein leiden, wie schwer ist deine pein, wie viel ist deiner marter, wie tief sind deine wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein tod, wie unaussprechlich ist deine liebe, wodurch du mich mit deinem lieben vater versöhnet hast, da du am ölberge blutigen schweiß vor großer angst geschwißet, daß die blutstropfen auf die erde ge= fallen und du darauf von allen deinen jüngern verlassen worden und dich in die hände der schnöden juden und gottlosen schaar willig für mich gegeben hast, welche dich hart gebunden und von einem ungerechten richter zu unbarmherzig geführet Err JEsu du hat. Daſelbſt biſt du fälſchlich verlas 122. Hur fu Chrift, bu get, verurtheilet, verspeiet, verhöhnet und mit fäusten in das angesicht ge= schlagen worden. Du bist um unserer missethat willen verwundet und um unserer sünde willen zerschlagen, ge= geißelt, mit dornen gekrönet und jämmerlich zugerichtet worden, wie ein armer wurm, der feinem menschen ähnlich ist. Denn du warest der aller= verachtetste und unwertheste, voll schmerzen und frankheit, also, daß es auch ein heidnisch herz erbarmnet hat, Danksagung für die sieghafte Auferstehung 3Esu Christi, am heiligen Ostertage. und zerstörer der hölle, wir sagen dir herzlich dank für deine sieghafte, fröhliche auferstehung, dadurch du dem tode die macht genommen, und ein ewis ges und unvergängliches wesen wieder an das licht gebracht hast. Du hast dich als einen allmächtigen HErrn bewiesen, der die schlüssel der hölle und des todes hat, der da ausschließt und niemand zuschließt. Du warest todt, und siehe, nun lebest du von ewigkeit zu ewigkeit. Du hast dein 92 Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti. volk vom tode errettet und aus der| sest mit den früchten deiner auferstehölle erlöset, daß wir nun mit freu- hung; du theilest dieselben früchte aus digkeit sagen können: Tod, wo ist dein stachel? Hölle, wo ist dein sieg? Dir sei dank, daß du uns den sieg gegeben hast, denn du bist dem tode ein gift und der hölle eine pestilenz gewesen, du hast den tod verschlungen ewiglich; darum freuet sich unser herz, und unsere ehre ist fröhlich. Denn GOtt hat deine seele nicht in der hölle gelassen, und nicht zugegeben, daß sein heiliger die verwesung sehe. Du bist eine kleine zeit von GOtt verlassen gewesen, aber nun mit ehren und schmuck gefrönet worden, Du bist aus der angst und gericht hinweg gerissen, wer will deines lebens länge ausreden? Der stein, den die bauleute verworfen hatten, ist zum eckstein werden, das ist von dem HErrn geschehen, und ist ein wunder vor unsern augen. Man singet mit freuden in den hütten der gerechten: die rechte des HErrn behält den sieg, die rechte des HErrn ist erhöhet, die rechte des HErrn behält den sieg. Ach HErr JEsu, du bist hervorgebrochen, wie die schöne morgenröthe, majestätischer weise bist du auferstanden in einem erdbeben. Deine heiligen engel eröffnen und zeigen uns das grab und sagen: Was sucht ihr den lebendigen bei den tod= ten? kommet her, sehet die stätte, da der HErr gelegen. O du freundlicher leutſeliger HErr, du erſcheineft ber 123. HErr JEfu Chrift, du allmächtiger Maria Magdalena Petro, und sprichst: Gehe hin, und sage mei- fürst, der du dich durch deine siegbafte nen brüdern: ich fahre auf zu mei- und fröhliche himmelfahrt zur rechten nem bater und zu eurem vater, der majestät und kraft GOttes gesetzet zu meinem GOtt und zu eurem und alle deine feinde, sünde, tod, teu= GOtt. Du wirst ein pilgrim nach fel, hölle und welt zum schemel deiner Emmaus, und legest deinen be- füße geleget hast, wie sollen wir diesen trübten jüngern alle schrift aus; du triumph, diesen sieg, diese herrlichkeit, kommst zu den aposteln in dem ver- diesen deinen hohen namen genugsam schlossenen hause, zeigest ihnen hände und würdiglich rühmen und preisen? und füße, deine offene seite und wun- Denn nachdem du die reinigung undenmaale und heilest damit die wun- serer fünde durch dich selbst gemachet den ihres unglaubens, isfest mit ihnen aus liebe und zum zeugniß, daß du wahrhaftig lebest, auf daß du sie speihast, hast du dich in den himmel gefeget zur rechten der majestät GOttes, und bist so viel besser worden als die durch deinen edlen frieden, welcher alle himmlischen güter in sich begreift. Wir bitten dich, lieber HErr, gieb ung die gnade des heiligen geistes, daß wir die kraft deiner auferstehung, und den beständigen trost in unsern herzen em= pfinden, daß nunmehr weder fünde noch verdammniß, weder fluch noch tod, weder satan noch hölle, einige macht und anspruch an uns habe. Laß uns auch, o HErr, mit dir durch wahre buße auferstehen; laß uns theil haben an der ersten auferstehung, auf daß der andere tod an uns nicht macht habe. Erwecke auch an jüngsten tage durch die kraft deiner auferstehung unsere leiber zum ewigen leben, damit unser nichtiger, verweslicher, sterbe licher leib unverweslichkeit, unsterblichkeit, kraft und ehre anziehe und wir ähnlich sein deinem verklärten leibe, denn unser leben ist jego bei dir verborgen; wenn du aber, unser leben, offenbar werden wirst, so wers den wir auch mit dir offenbar werden in der herrlichkeit. Das verleihe uns, o HErr JEsu Christe, durch deine siegreiche auferstehung und um deines namens ehre willen, amen. Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti. Danksagung für die Wohlthaten des heiligen Geistes. 93 engel, so viel gar einen höhern namen| glieder, gewiß nicht draußen bleiben; du vor ihnen ererbet hast. Denn zu du wirst uns alle nachholen, auf daß welchem engel hat GOtt jemals ge- wir sein wo du bist, daß wir deine sagt, sebe dich zu meiner rechten? Dein herrlichkeit sehen. Durch deine himhimmlischer vater hat dir alles unter melfahrt ist unsere selige hoffnung be= deine füße gethan, nichts ausgenom- stätiget, daß wir gewiß zu dir kommen, als nur sich selbst, du hast dir men werden; es ist auch unsere ge= die engel, die gewaltigen, die fürsten- rechtigkeit dadurch bekräftiget, denn thümer und alle kräfte unterthan ge- du erscheinest nun vor deinem himmmacht, auch hast du in diesem herr- lischen bater, zum zeugniß, daß du lichen siege die höllischen fürstenthü- durch dein blut in das allerheiligste mer und gewaltigen ausgezogen, sie eingegangen bist und eine ewige erldöffentlich schau getragen, und einen fung erfunden und die ewige gerech= triumph aus ihnen gemachet durchtigkeit wieder gebracht hast. Zeuch dich selbst. Du starker GOtt fähreft uns nach dir, daß wir mit unsern auf mit jauchzen, und du HErr mit gemüthern bei dir im himmlischen hellen posaunen. Lobsinget unserm wesen und leben wandeln und wohGOtt, lobsinget ihm flüglich! derer nen mögen, daß wir allda unser herz wagen GOttes ist viel tausendmal haben, wo unser schatz ist, und suchen, tausend. Du bist aufgefahren in die was droben und nicht was auf erden höhe, und hast das gefängniß gefan- ist, und uns nach dem strecken, was gen geführet. Du hast gaben empfan- zukünftig ist; zeuch uns nach dir, so gen für die menschen, du bist erhöhet laufen wir. Gieb uns flügel der himmüber alle engel und fürstenthümer, lischen morgenröthe und des heiligen über alle gewalt und macht und über verlangens nach dir, daß wir zu dir alles, was in dieser und jener welt ge- flichen. O wann werden wir dahin nennet werden mag. GOtt hat dich kommen, daß wir dein angesicht sezum haupte deiner gemeine geseget, hen und mit dir auffahren zu deinem die da ist dein leib, und die fülle deß, vater und zu unserm bater, zu deinem der alles in allem erfüllet. Du bist GOtt und zu unserm GOtt? Komm, unser ewiges, einiges haupt, das sei- HErr JEsu! und nimm uns zu dir, nen leib und seine glieder mit leben, amen, amen. licht, fraft, trost, stärke, sieg, friede und freude erfüllet. Du bist unser ewiger hoherpriester, salbest uns mit deinem heiligen geiste, giebst evangelisten, apostel, propheten, hirten und lehrer, auf daß dein geistlicher leib erbauet werde. Ach sende treue und fleißige bauleute mit dem geiste der weisheit und des verstandes, Du hast ein ewiges hohepriesterthum, darum kannst du alle= zeit selig machen, und deren gebet er= hören, die zu dir kommen und dich anrufen. Du hast uns durch deine himmelfahrt den richtigen weg zum himmel gezeiget, das paradies eröffnet und die stätte im himmel bereitet. Weil du nun als unser hauptim himmel bist, so werden auch wir, deine Danksagung für die Wohlthaten des heiligen Geistes am Pfingst feste. 124. GOtt heiliger geiſt, der du bater und dem sohne ausgehest, mit ihnen in einem göttlichen und unzertheilten wesen gleich ewig bist, wir beten dich an, wir ehren, loben und preisen dich und danken dir von grunde unserer herzen für alle deine wohlthaten; son= derlich, daß du uns durch deine gnade zum heiligen christlichen glauben berufen und gebracht, dich selbst unseren seelen in der taufe eingegossen hast und noch ohne aufhören deine werke Danksagung für die Offenbarung der heiligen Dreieinigkeit. in uns wirkest. Wir bitten dich, weil| sündlichen lüste in unserm sterblichen wir nicht aus eigener vernunft noch leibe nicht fräftig werden, sondern Fraft an JEsum Christum unsern mache du deine wohnung in uns und HErrn glauben oder zu ihm kommen herrsche in allen unsern gliedern; bekönnen, du wollest une lehren, in gleite uns auch endlich in das rechte alle wahrheit leiten und führen, den ewige vaterland, auf daß wir daselbst wahren glauben in uns erhalten und in vollkommner heiligkeit dich, sammit vermehren, mit rechtem verstande dei- dem vater und sohne, von angesicht nes wortes begaben und in wahrer zu angesicht anschauen und ewiglich anrufung und rechtem vertrauen hei= loben und preisen mögen, amen. ligen, uns innerlichen frieden des ge= wissens mit ewig währendem troste, nebst aller freudigkeit und beständigfeit geben und schenken. Schreibe du JEsum Christum in unsere herzen, der du der lebendige finger Gites bist, deinem zeugniß, tröste uns wider alle furcht und blödigkeit des fleisches, sei duunser treuer beistand wider des bösen feindes anklagung, stärke uns wider die verzagung, auf daß wir also im glauben durch deine gnade der verheißung vergewissert und versiegelt werden; denn du bist das pfand unseres erbes zu unserer erlösung. Verleihe uns auch rechte andacht zu unserin seufzen und gebet, daß wir mit wahrer zuversicht und findlichem vertrauen schreien und sprechen: Abba, lieber vater! Gieb uns rechte einfalt des herzens, ohne alle galle und bitterkeit, der du in gestalt einer taube über unserem HErrn JEsu Christo am Jordan in seiner heiligen taufe erschienen bist. Entzünde in uns das feuer der herzlichen, inbrünstigen liebe, der du dich in feurigen zungen über den heiligen aposteln hast sehen lassen, damit wir die salbung empfangen. Erneuere uns an dem inwendigen menschen, daß wir durch dich, der du durch das wort und die sakramente kräftig bist, je mehr und mehr wiedergeboren und nach dem innerlichen menschen von tage zu tage erneuert werden. Behüte uns vor abgötterei und lügen, vor irrthum und unglauben und vor aller bosheit und gottlosem wesen, nimm hinweg die unreinigkeit unsers gemüthes. Laß die Danksagung für die Offenbarung der heiligen Dreieinigkeit. 125. du allerheiligste hoch dreieinigkeit, du ewiges, unendliches, unbegreifliches, geistliches und einiges wesen, dreifaltig in personen, wir sagen dir lob, ehre und dank für die göttliche offenbarung deiner heiligen erkenntniß, in welcher das ewige leben stehet, nämlich, daß wir dich, GOtt den vater, und welchen du gesandt hast, IEsum Christum deinen lieben sohn, in fraft des heiligen geistes erkennen. O GOtt vater, der du die erste person der heiligen dreieinigkeit bist, dich erkennen, lieben, ehren, preisen und beten wir an, als unsern allerliebsten vater, der der rechte vater ist über alles, was finder heißet im himmel und auf erden. Dein lieber sohn hat befohlen, dich als unsern lieben vater anzurufen, und gesagt: Was ihr in meinem namen bitten werdet, das wird er euch geben; Ich fahre auf zu meinem bater und zu eurem vater, zu meinem GOtt und zu eurem GOtt. GOtt sohn, der du bist die andere person der heiligen dreieinigkeit, aus dem göttlichen wesen des vaters von ewigkeit her gezeuget, GOtt von GOtt, wahrhaftiger GOtt vom wahrhaftigen GOtt, licht vom lichte, du wesentliches ebenbild deines himmlischen vaters, du glanz seiner herrlichkeit, du wahrhaftiger GOtt und ewiges leben, du anfang und ende aller dinge, durch welchen alles geschaffen, Gebet am Tage Johannis des Täufers. 95 O du heilige dreieinigkeit, komme zu uns, und mache wohnung bei uns. Du bist ja über uns allen, durch uns alle und in uns allen. Ach GOtt vater, du ewige liebe und barmherzig-= teit, du unerschöpflicher brunn aller gütigkeit; ach GOtt sohn, unsere ewige gerechtigkeit, weisheit, heiligkeit und erlösung, unser licht, unser heil, unfer leben und seligkeit; ach GOtt heiliger geist, unser einiger und ewiger trost, friede, freude, stärke und fraft, bereinige uns mit dir, befize und bewohne unser Herz, bewahre uns wie einen augapfel im auge, beschirme uns unter dem schatten deiner flügel, segne uns, erleuchte uns, tröste uns in unserer letzten noth, nimm unsere seelen zu dir, erwecke unsern leib am jüngsten tage zur ewigen freude und laß uns deine herrlichkeit ewiglich sehen, amen. beides das sichtbare und unsichtbare, beide die thronen und herrschaften, durch welchen alle dinge gemacht sind, und in welchem alles bestehet; du bist in der fülle der zeit mensch worden und von deinem himmlischen vater gesandt zu suchen und selig zu machen, was verloren war; du bist unser fleisch und blut worden, bist unser erlöser, fürsprecher, gnadenstuhl, hoherpriester, mittler, einiges versöhnopfer, und seligmacher, GOtt und mensch in einer person; du sigest auf dem stuhle der herrlichkeit zur rechten der majestät GOttes, hörest unser gebet und seufzen und bist bei uns alle tage bis an das ende der welt: dir sagen wir auch für deine große liebe, leiden und tod, auferstehung und himmelfahrt, lob, ehre und dank. O GOtt heiliger geist, ewiger und allmächtiger GOtt, gleich ewig und allmächtig mit dem vater und dem sohne, der du ausgehest und von dem vater und dem sohne, als ein geist des vaters und des sohnes, gesandt wirst und uns tempeln wohnungen heiligen dreieinigkeit macheſt, der du 126. Gelobet sei der HErr der GOtt Israel, denn uns neu gebierest, erleuchtest, heiligest er hat besuchet und erlöset sein volk! und tröstest, du bist unser einiger, al- Wir danken dir, o allerliebster vater, lerliebster und allerhöchster tröster, der ewiglich bei uns bleibet, wenn uns die ganze welt und alle kreaturen verlassen: dir sagen wir lob und dank für die wiedergeburt, erleuchtung und heiligung. du heilige dreieinigkeit, unterschiedlich nach den personen, un= zertrennlich nach dem wesen, GOtt vater, sohn und heiliger geist, eines göttlichen wesens, einer ewigen gottheit, wir bekennen drei unterschiedene personen, gleich ewig, gleich allmächtig, gleich heilig, gleich herrlich, gleich unermeßlich darum singen wir mit den seraphim: heilig, heilig, heilig ist GOtt der HErr zebaoth! heilig ist GOtt der bater, heilig ist GOtt der sohn, heilig ist GOtt der heilige g.ist! und sagen mit Paule: von ihm, in ihm und durch ihn sind alle dinge, ihm sei ehre und preis in ewigkeit anten. daß du uns mit der sendung deines lieben sohnes in gnaden heimgesucht hast. O du ewiger GOtt, der du die engel im himmel und deine auser= wählten auf erden mit heiligkeit begnadet und erfüllet hast, wir danken dir demüthiglich, daß du uns zu der gemeinschaft der heiligen berufen hast. Hilf, daß wir täglich in der gottesfurcht wachsen und zunehmen und in der gemeinschaft der heiligen ewiglich bleiben mögen. Im hause 3achariä und Elisabeth war große freude über die geburt Johannis des täu-= fers: ach du ewiger GOtt, gieb uns die rechte geistliche seelenfreude in unsere herzen, daß wir uns über deine große, uns reichlich erzeigte barm= herzigkeit im leben und sterben freuen und dir allezeit dafür danken. Und gleichwie du Zachariam und JohanGebet am Tage 3Johannis des Täufers. 96 Gebet am Tage der Heimsuchung Mariä. nem den täufer mit dem heiligen geiste| und unermeßliche barmherzigkeit ers erleuchtet und beständig im glauben kennen und deinen namen mit unserm erhalten hast, also erfülle uns, alle ganzen leben heiligen, loben und preiz christlichen hausväter und hausmütter fen. Gieb auch, gütiger GOtt, daß sammt ihren kindern und gesinde, wir dem exempel der hochgelobten mit deiner gnade. Erhalte uns bei jungfrau Maria nachfolgen, die deider rechten seligmachenden lehre Jo- nem worte geglaubet hat, weswegen hannis, daß wir deinen sohn JEsum sie von Elisabeth selig gepriesen wor= Christum, der da ist das lamm GOt- den und in betrachtung der gnade, die tes, welches der welt sünde träget, ihr wiederfahren, eines demüthigen allezeit mit wahrem glauben an- geistes gewesen ist, ihre freundin beschauen. Ach HErr zebaoth, bewahre uns vor unglauben; du aufgerichte= tes horn des heils, beschüße uns, er= rette uns von unsern feinden, gieb, daß wir dir dienen in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. 3a= charias und Elisabeth leben jegund in den himmlischen freuden; ach, gieb und verleihe, o allerliebster bater, daß wir nach diesem zeitlichen leben die ewige himmels und engelfreude erlangen mögen. Wenn unser todesstündlein kommen wird, so laß GOtt den heiligen geist uns mund und her= zen regieren, uns des HErrn Christi und seines theuren verdienstes trösten und dermaleinst auch mit Zacharia, Elisabeth, Johanne dem täufer und allen gläubigen im ewigen leben mit. engelzungen singen: Hochgelobet und gepreiset sei GOtt sammt seinem eingebornen sohne und dem heiligen geiste immer und ewiglich, amen. suchet, ihr gedienet hat und allen christen zum vorbilde des glaubens an dein wort, zum vorbilde der liebe, der demuth und aller christlichen tugenden worden ist. Gieb uns, lieber HErr GOtt, auch einen rechten glauben, wahre liebe und demuth, daß wir deinem morte, welches uns deine diener verkündigen, glauben. Behüte und bewahre uns vor hoffart, daß die weisen dieser welt deinem worte in ihrer weisheit nicht widerstreben und nicht zerstreuet werden, daß die gewal= tigen sich nicht wider deine hand, deine macht, deinen rath und deine firche sehen und nicht von ihrem throne ge= stoßen und erniedrigt werden, daß sie sich nicht auf den vergänglichen reichthum berlassen und ledig gelassen werden. Du hast die arme und niedrige jungfrau Maria gnädig ange= sehen und, da sie vor der welt verachtet und von keinem ansehen war, sie zu hohen ehren gebracht, du hast große dinge an ihr gethan; deine güte und barmherzigkeit währet noch immerdar bei denen, die dich findlich fürchten. Du erhöhest die niedrigen und erfülleft die hungrigen mit gutern; hilf uns, 127. mächtiger, gütiger GOtt und bater, wir danken dir von herzen, daß du schaffe und mache, daß wir auch unter den gottesfürchtigen, unter den nienach deiner zusage, welche dem Abra- drigen und hungrigen sein, die du z seiner zeit erhöhen und init den reichen gütern deines Hauses sättigen wollest, damit unsere seele dich erhebe und alles, was in uns ist, deinen heiligen namen lobe, amen. Gebet am Tage der Heimsuchung Mariä. ham und seinem samen geschehen ist, uns barmherzigkeit bewiesen und dem ganzen menschlichen geschlechte durch deinen sohn aufgeholfen hast, welchen du in diese welt gesandt, daß wir durch ihn leben sollen. Wir bitten dich: er= fülle uns mit dem lichte deines heiligen geistes, daß wir deine große liebe Gebet am Michaelistage. 97 31 Am Michaelistage, Danksagung| finden möge. Laß und allesammt in für den Schuß der heiligen beiner furcht leben, dein wort und Engel. evangelium lieb haben, welches auch die engel zu schauen gelüstet. Gieb in aller fünder und unbußfertiger leute herzen wahre, ernstliche buße, auf daß die engel GOttes im himmel sich ihrer freuen mögen. Laß uns allezeit inbrünstig beten und ohne unterlaß deinen namen von ganzem Herzen lo= ben, wie deine engel im himmel dich allezeit preisen und gegen einander das: Heilig, heilig, heilig ist GOtt, der HErr der heerschaaren! immerfort singen. Und wenn wir von dieser welt scheiden müssen, so laß doch deine lieben engel unsere seelen auffassen und sie in Abrahams schooß tragen, bis wir endlich in der auferstehung an jenem tage ihnen, den heiligen engeln, gleich werden, in ihrer erfreulichen gesellschaft ewig bei dir sein und wohnen mögen, durch deinen lieben sohn JEsum Christum, der uns solches alles theuer versprochen und erworben hat, amen. 128. Au dh du gerechter GOtt, du beschirmer und erhalter des menschlichen geschlechts, du HErr der heerschaaren, durch wel= chen alles geschaffen ist, beides, das sichtbare und unsichtbare, die thronen und die herrschaften, wie hast du die menschen so lieb, daß du ihnen von Tindheit auf deine heiligen engel, die starken helden und heiligen wächter zugeordnet hast, welche sich als das heer GOttes um diejenigen herlagern müssen, die deinen namen fürchten, durch welche du auch die drei hauptstände auf erden, so du selbst geordnet hast, beschüßest. Ach lieber getreuer GOtt, was ist der mensch, daß du ihn so achtest? Dir sagen wir einmüthig lob und dank, daß du diese dienstba= ren geister, die vor deinem throne stehen und dir tag und nacht dienen, noch immerfort zum dienst um derer willen aussendest, so die seligkeit erer= ben sollen und bitten dich herzlich, du wollest diesen deinen freaturen, deinen heiligen engeln, auch über uns befehl uns unsern wegen, daß sie uns auf den händen tragen, damit wir unsern fuß nicht an einen stein stoßen, daß wir auf löwen und ottern gehen und auf die jungen löwen und drachen treten. Ach HErr, treibe alle bösen, unsaubern geister von uns hinweg, welche lügner und mörder von anfang sind. Behüte uns vor ihrem grimm und wüthen, vor ihren lügen und lästerungen, vor ihrer argen lift und betrug. Wehre dem lügengeiste in aller falschen propheten und lehrer munde, dem mordgeiste in allen tyrannen, dem hoffarts- und unflatsgeiste im hausstande. Laß uns hingegen deine heiligen engel leiten, daß sie uns, die unsrigen und alles, was wir haben, allezeit bewahren, daß der böse feind an uns und den unsrigen keine macht Gebet am Reformationsfeste.. 129. gnädiger GOtt, du vater des lichts, der du willst, daß allen menschen geholfen werde und sie zur erkenntniß der wahrheit kommen, wir preisen an dem heus tigen tage deine gnade und wahrheit, daß du dein allein seligmachendes evangelisches wort in seiner reinigkeit und lauterkeit bei der gesegneten reformation wieder ans licht gebracht, auch unser land bald dadurch erleuchtet und uns solches bisher mächtig und gnädig erhalten hast. Ach HErr, du gnädiger und barmherziger GOtt, die reine lehre nach deinem worte, der rechte gebrauch der heiligen sakramente nach deiner einsegung, nebst dem freien, ungehinderten bekenntniß der wahrheit, sind ja die größten wohlthaten, die du deinem volke erzeigest. Diese theuren gaben hast du uns und unsern vorfahren durch den dienst 7 Gebet am Reformationsfeste. 98 Lutheri und seiner treuen gehülfen, wiederum geschenket, da vorhin dein wort lange zeit sehr theuer, unbekannt und verdeckt worden war, daher unwissenheit, aberglaube und irrthum allenthalben in deiner christenheit herrschten. Dagegen kennen wir durch deine gnade den richtigen weg zum leben, wie wahrhaftig bußfertige durch den glauben an unsern einigen mittler, ohne eigene genugthuung, vergebung der sünden und freudigen zugang zu dir erlangen. Wir haben eine lehre, dabei wir in der rede Christi bleiben und erbauet sind auf den grund der apostel und propheten, auch die gelegenheit und freiheit, dein festes prophetisches und apostolisches wort in unserer sprache zu lesen. Unsre gewissen sind frei von dem zwange menschlicher gebote und allem vergeblichen gottesdienste. An unserer seligfeit dürfen wir nicht zweifeln, wenn wir in der erkannten ordnung des heils zu beharren uns aufrichtig bemühen. Ja, wir haben auch die freudigkeit und hoffnung im tode, daß deine gläubigen alsobald zur ruhe kommen. In diesen und andern schägen der erkenntniß hast du unsere finder reicher gemacht, als unsere erwachsenen vorfahren in jenen finstern zeiten waren. Für diese unaussprechlich groBen wohlthaten und deren bisherige erhaltung sind wir um so viel mehr schuldig, dir, o GOtt, zu danken, je mehr wir bekennen müssen, daß diese großen vorzüge nicht von allen unter uns gebührend geachtet worden, songern vielmehr manche durch kaltsinnigkeit, unglauben, unbußfertigkeit und gottloses leben sie gemißbraucht haben. Dadurch hätten wir ja wohl verschuldet, daß du diese theuren heilsund gnadengüter auch von uns wieder wegnähmest, wie nach deinem gerechten gerichte verschiedenen ländern und städten schon wiederfahren ist. Wir erkennen aber, o heiliger GOtt, dieses eingerissene verderben mit scham, wehmuth und reue und bitten F demüthig: vergieb es und habe geduld mit uns, um unsers heilandes JEſu Christi willen. Erzeige uns, o getreuer bater, auch ferner deine güte, sonderlich durch fernere erhaltung der reinen lehre unter uns und unsern nachkommen. Thue wohl an deinem evange= lischen Zion, gieb demselben frieden, daß sich deine gemeine baue und in deiner furcht nach dem lichte wandele. Gieb, daß dein name sehr erhöhet sei bei den mächtigen der erde. Erhalte in deiner wahrheit alle diejenigen, welche dieselbe noch erkennen. Be= wahre uns vor allen falschen lehien, daß sie uns von der lauterkeit und dem rechtschaffenen wesen in Christo JEsu nicht abziehen. Steure und wehre auch den feinden und abergläubischen verfolgern der evangelischen wahrheit, daß sie weder durch list noch gewalt uns schaden. Ber= hüte aber auch in gnaden, daß die schädliche gleichgültigkeit in der religion nicht statt des grausamen ver= folgungsgeistes, noch der unglaube statt des blinden aberglaubens ein= reißen, sondern laß deine christenheit beides die wahrheit und den frieden in liebe suchen. Weil es aber dein heiliger wille ist, daß die, so dein wort haben, auch im gehorsam des glaubens darnach leben sollen, so mache uns von herzen gehorsam dem vorbilde der lehre, welchem wir ergeben sind. Komm auch mit deinem kräfti= gen troste und beistande allen zu hülfe, die um deines namens und wortes willen verfolgung leiden. Gieb ihnen geduld und standhaftigkeit und schaffe nach deiner weisheit ihnen schuß und errettung. Erleuchte übrigens und bekehre alle, die noch im irrthum stecken, auf daß sie mit uns dir, o GOtt, in reinem glauben und mit gutem gewissen dienen und dich ewig loben und preisen mögen. Das thue alles in gnaden um unsers einigen hauptes JEsu Christi willen, amen. poh Bußtagsgebet. unfers einigen mittlers und heilandes willen. Gicb ja, gnädiger vater, um 130. Barmherziger, gnädiger unsere großen undankes willen nicht Bustagegebet.mhalla 99 arme, fündige menschen kommen mit feinde und tyrannen über deine arme demüthigem herzen zu dir, dir, o christenheit macht bekommen, die deiHErr, unsere unwürdigkeit und fünde nen namen nicht kennen, oder sonst zu bekennen, deine gnade zu suchen die wahrheit des heiligen evangelii und uns in deinen schuß und schirm anfeinden und verfolgen, daß sie sich zu ergeben. Ach lieber GOtt und nicht rühmen und sagen: wo ist nun vater, wir müssen ja bekennen, daß ihr GOtt? Hilf, daß wir dich desto wir deine vielfältigen gutthaten, die mehr fürchten und uns befleißigen, du uns an leib und seele erwiesen nach unserm berufe und dem evanhaft und noch täglich erweisest, leider gelio würdiglich zu wandeln, damit wenig wahrgenommen und dir dafür wir, deine finder, welche dein sohn nicht von herzen und in der that ge- Christus JEsus zum frieden berufen danket haben. Wohl die meisten unter und dazu so theuer erkaufet hat, alluns haben deine güte und gnade hier im frieden leben und dir unschändlich mißbraucht, dein wort, ferm GOtt unser lebelang in heiligwelches du uns reichlich vortragen feit und gerechtigkeit dienen, die lassen, entweder geringe geschäßet, dir gefällig ist. Erhalte uns zu oder gar verachtet und nicht hören dem ende immerdar bei deinem heiliwollen, oder da sie es gehöret, es nicht gen worte, denn das ist unsers hermit sanftmuth angenommen, noch nach zens freude und trost. Laß uns dademselben in deiner furcht zu leben und durch mit erkenntniß deines willens rechtschaffene früchte zu bringen sich in allerlei geistlicher weisheit und ver= beflissen; also daß auch der unge- stand erfüllet werden, dir würdiglich horsam gegen dich und dein wort nur zu wandeln zu allem gefallen und immer größer worden und allerhand fruchtbar zu sein in allen guten werungerechtigkeit und sünden auch bei fen. Behüte uns vor falscher lehre uns überhand genommen haben, wie und aller verführung, sende tüchsolches offenbar und am tage ist und tige, fromme und treue diener in deine wir vor dir, du allwissender und all- kirchen und schulernte und gieb reigegenwärtiger GOtt, nicht leugnen chen segen und gedeihen zu aller ihrer können. Deswegen müssen wir ja gearbeit. Laß dir sonderlich unsere liebe stehen, daß du, HErr, als ein gerechter richter, dem gottloses wesen nicht gefällt, ursache genug hättest und uns nicht unrecht thätest, wenn du die verdienten strafen über uns kommen ließest, uns gar zu vertilgen. Aber wir kehren uns zu dir, o getreuer barmherziger GOtt, wir beugen die knie unserer herzen vor dir und bitten dich demüthig um gnade. Wir bitten und flehen: vergieb uns, ach HErr, vergieb uns und sei gnädig unserer missethat, die da groß ist. Wende dich nicht wieder von uns wegen unserer sünde, sondern vergieb uns dieselbe um deines lieben sohnes JEfu Chrifti, = obrigkeit befohlen sein, gieb derselben den geist der weisheit, des verstandes und deiner furcht und verleihe gnade, daß durch sie allenthalben deines namens ehre und die gemeine wohlfahrt gesuchet und befördert werde. Beschirme uns und das ganze land wider alles unheil und übel. Mache, o GOtt, die riegel unserer thore feste und segne deine kinder darinnen. Laß in unserm lande ehre wohnen, daß güte und freue einander begegnen und gerechtigkeit und friede sich küssen. Behüte uns auch, lieber vater, vor neuen strafen und plagen, vor innerlichem aufruhr und zwietracht, vor 100 Collecten oder kurze Kirchengebete schädlichem mißwache und theurer| in rechter bußfertigkeit und wahrem geit, vor feuer- und wassersnoth, in- glauben zu dir wenden, so bitten wir fonderheit vor giftigen, ansteckenden dich von herzen: erneure und bekehre feuchen und frankheiten. Erbarme du uns je mehr und mehr durch die dich auch aller irrigen und verführten fraft deines heiligen geistes. Erhalte und aller so im unglauben und un- und vermehre in uns den wahren bußfertigkeit steden, erleuchte und be= glauben, herzliche buße, beständige Fehre dieselben durch deinen heiligen hoffnung und geduld in allem leiden. geist und bringe sie wieder zurechte. Lehre uns thun nach deinem wohlge= Laß dir auch zu herzen gehen die angst fallen, denn du bist unser GOtt, dein und gefahr aller betrübten und trau- guter geist führe uns auf ebener bahn. rigen, aller elenden und nothleiden- Dieses alles und was wir sonst an den, auch derer, so anderswo betrübet, leib und seele bedürfen, wollest du gedränget und geplaget werden. Zeige uns, o himmlischer vater, geben ihnen und uns allen dein heil, wie du, und verleihen, um Jesu Christi detfrommer GOtt, weißt, daß es uns nes lieben sohnes willen, in kraft und sammt und sonders nüglich und selig gemeinschaft des heiligen geistes, du sein mag. Weil du aber deine hülfe wahrer GOtt, hochgelobet in ewigkeit. und gnade denen verheißest, die sich amen. VII. Collecten oder kurze Kirchengebete auf die vornehmsten Feste im Jahre. Auf Adbent, Danksagung für| ewig selig werden mögen, durch den die Ankunft Chrifti. selben deinen sohn JEsum Christum unsern HErrn, amen. Err 131. lischer vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen sündern zum troste Am Christtage, von der Geburt des Sohnes GOttes. einem falbten verordnet und geſandt haft, 132. Has wir der heiligen ilf, lieber daß er ein gerechter könig und heiland sein, sein volf von sünden erlösen und aus des teufels tyrannei von dem ewigen tode erretten sollte. Wir bitten dich von herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geist also er= leuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten könig und heiland wahrhaftig erkennen, uns an ihn allein halten, une an seiner geringen an seinem berachteten worte geburt deines lieben sohnes theilhaf tig werden und von unserer sündlichen geburt erlediget, dir in der neuen geburt dienen, durch denselben deinen lieben sohn JEsum Christum unsern HErrn, amen. und reiche nicht ärgern, ſondern in 133. lischer vater, wit Err GOtt, himmeinem gerechten vertrauen auf ihn Danksagung für die Geburt Christi. auf die vornehmsten Feste. 101 danken dir für deine große gnade und| diefem neuen jahre) nicht gleiten. barmherzigkeit, daß du deinen einge- Bewahre und fegne unsere liebe bornen sohn in unser fleisch kommen obrigkeit und herrschaft und alle, und uns durch ihn von sünden und die ihre stelle vertreten. Gieb gnädem ewigen tose gnädiglich haft erlö- diges gedeihen zu dem dienste deisen lassen. Wir bitten dich: erleuchte nes wortes. Laß die kinderzucht unsre herzen durch deinen heiligen und nahrung und was wir sonst geist, daß wir dir für solche deine gutes schaffen, wohl gerathen. Laß gnade dankbar sein, uns derselben in uns allesammt ein stilles und rualler noth und anfechtung trösten und higes leben führen und dir unserm dermaleinst dadurch ewig selig wer- HErrn und GOtt dabei mit lust den mögen, durch denselben deinen und freude unsers herzens dienen, sohn unfern HErrn JEsum Christum, durch 3Esum Christum deinen sohn unsern HErrn, amen. amen. Noch für die Geburt Chrifti. HErr GOtt, gnädiNoch am Neuenjahre von der Beschneidung Christi. 134. ger bater, der du in der fülle der zeit deinen ſohn haft 136. Err GOtt himmmensch werden lassen, daß er unser fleisch und blut an sich genommen und unser bruder worden ist; wir danken deiner väterlichen güte, daß du uns diesen heiland geschenket und uns durch seine geburt von sünden, tod, teufel und hölle errettet hast, und bitten dich von herzen, du wollest uns in der rechten erkenntniß dieses unsers erlösers bis an unser ende erhalten, auf daß wir uns über seine geburt mit allen heiligen engeln freuen und ihn mit dir und dem heiligen geiste in seiner herrlichkeit ewiglich anschauen mögen, amen. lischer vater, wir danken dir für deine väterliche gnade, daß du dich der armen fünder anges nommen und deinen sohn Christum, ihnen zu gut, unter das geseh gethan hast, daß er mit seinem vollkommes nen gehorsam deinen gerechten zorn stillen und unsern ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen geist unsere herzen also erleuchten, daß wir uns solches gehorsams wider unsere sünde und das böse gewissen trösten können und durch die hülfe des heiligen gei= stes auch anfangen, gehorsame kinder zu werden, und endlich die ewige seligkeit erlangen mögen, durch denselben deinen sohn Christum JEsum unsern HErrn, amen. Am Neujahrstage. ( Auch sonst für alle Stände.) 135. Ah lieber himmlischer Auf das Fest der Erſcheinung vater, sind zu geringe aller barmherzigkeit und aller oder Offenbarung Christi. treue, die du( in dem vergangenen jahre und die ganze zeit unsers le= bens) an deinen unnüßen knechten und mägden gethan hast. Bergieb uns unsere vielen sünden und missethaten und erhalte unsern gang auf deinen fußsteigen, daß unsere tritte( in Err GOtt, 137. lischer vater, der du deinen eingebornen sohn JEsum Christum den heiden offenbaret und uns auch in diesen letzten zeiten durch das selige licht deines göttlichen wortes zu der erkenntniß dei 102 Collecten oder furze Kirchengebete nes lieben sohnes hast kommen| dem heiligen geiste ewig leben und lassen; wir bitten von ganzem her= selig werden mögen, amen. zen, du wollest uns durch deinen heiligen geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem lichte deiner wahrheit immerdar Am grünen Donnerstage. wandeln, uns mit ganzer zuver= 140. HErr JEfu Chriſte, allezeit er= du liebhaber des freuen und also zur wigen selig- lebens, der du denen, die dich feit erhalten werden, durch denselben deinen sohn unsern HErrn, amen. suchen, das brot des lebens bist, wir bitten dich: sei auch im heiligen abendmahl die rechte speise und der rechte tranf unserer seelen, daß wir dadurch erwecket, zu allem guten und zu einem dir wohlgefälligen leben gestärket werden und in dir allhier leben und volle genüge finden, auch dermaleinſt vor deinem throne im himmel ewiglich erfreuet und barmherzigkeit willen, amen. werden, um deiner grundlosen güte Auf das Fest der Reinigung Maria. 138. Horretter, der du deinen sohn uns zum heilande be= reitet hast, daß er der heiden licht und der juden preis sein sollte; wir bitten dich: erleuchte unsere herzen, daß wir deine gnade und väterlichen willen in ihm erkennen, auch hülfe und schuß wider die ſünde, verdammniß und den leidigen satan an ihm haben und end lich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen ſohn unsern HErrn, amen. Auf das Fest der Verkündigung Mariä. 139. lischer vater, wir danken dir für deine unaussprechliche gnade, daß du uns arme sünder so gnädig bedacht und deinen sohn in unser fleisch geschicket und ihn um unserntwillen mensch haft werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geist guade verleihen, daß wir uns seiner menschwerdung, seines leidens und ster= Von den Leiden Christi. 141. Barmherziger, ewiger GOtt und vater, der du deines einigen sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahin gegeben hast, daß er unſere sünde am freuze tragen sollte; verleihe uns, daß unsere herzen in solchem glauben nimmermehr erschrecken noch verzagen, sondern fest darauf vertrauen, daß er alle unsere sünde hinweg und die strafe auf sich genommen, auf daß ber bater, dieser großen erlösung nim= mermehr undankbarlich vergessen, sondern den sünden, die dein sohn so theuer für uns gebüßet hat, absterben und der gerechtigkeit leben, durch den selben deinen lieben sohn Jesum Christum unsern HErrn, amen. Noch von dem Leiden Chriſti. bens trösten, ihn für unsern HErrn 142. barmherziger, gnäs anund ewigen und banehmen und durch ihn mit dir und ter, wir danken dir von herzen, daß auf die vornehmsten Feste. 103 du deinen lieben sohn JEfum Chri-| unsere blutrothen sünden mit deistum für uns den schmählichen tud des freuzes hast leiden und ihn unsere fünde an seinem leibe auf dem holze tragen lassen, auf daß wir durch seine wunden heil werden möchten, und bitten dich demüthiglich: gieb, daß wir uns solches seines leidens und sterbens wider alle anfechtung des teufels, der welt und unsers fleisches fräftiglich trösten, nach seinem erempel in allerlei kreuz und leiden geduld, und gegen unsern nächsten herzfiche liebe und treue beweisen, und, nachdem wir so theuer erlöset worden, nimmermehr sicher oder vermessen als deine kinder, alleeit in deiner furcht und liebe wandeln 145. her vater, der du mögen, bis wir endlich von allem übel erlöset, ewig selig werden, durch denselben deinen lieben sohn unsern HErrn, amen. deinen eingeborenen sohn um unserer fünde willen dahin gegeben und um unserer gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast; hilf, daß wir als glieder. seines leibes an ihm, unserm haupte und lebensfürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen auferste= hung der gerechten an jenem tage mit vor mit nem purpurmantel bedecken und une mit gnade und barmherzigkeit krönen, auch unsere füße auf den weg des fries dens und des ewigen heils richten, daß wir endlich durch dich zu der frone der ehren im lande der lebendigen gelangen und vor deinem throne, mit einem weißen kleide angethan, dich ewiglich preisen mögen, um deines heiligen und unschuldigen leidens willen, amen. Am stillen Freitage, von der Krönung Christi. 144. HErr JEfu Christe, wir danken von berzen für deine schmähliche krönung und unschuldiges leiden, und bitten dich demüthiglich, du wollest uns deine unschuld zu gute kommen lassen, Am heiligen Ostertage, von der Auferstehung Christi. Noch von dem Leiden Christi. 143. mächtiger GOtt, ewis bater, der du deinen sohn für uns des Freuzes pein haft leiden lassen, auf daß du uns von des feindes gewalt erretten möchtest; verleih uns, daß wir das gedächtniß seines leidens also dankbarlich begehen, daß wir dadurch die vergebung der sünden und erlösung vom ewigen tode erlangen und dermaleinst durch den zeitlichen tod zu dir in das ewige leben dringen mögen, durch denselben deinen ſohn Jeſum Chriſtum unfern 146. mächtiger Gott und amen. barmherziger ihm in sein ewiges reich eingehen mögen, da er als ein siegħafter überwinder aller seiner und unserer feinde, mit dir und dem heiligen geiste in ewigfeit lebet und herrschet, amen. Noch von der Auferstehung Christi. lischer vater, der du durch den tod deines sohnes die sünde und den tod zunichte gemachet und durch seine auf= erstehung unschuld, gerechtigkeit und ewiges leben wiedergebracht hast, daß wir von der gewalt des teufels erlöſet, in deinem reiche leben und dir dienen sollen; verleihe uns, daß wir solches von ganzen. herzen gläuben und in solchem glauben der sünde und dem alten menschen absterben und zu einem 104 Collecten oder kurze Kirchengebete neuen leben auferstehen, auf daß wir| tigen GOttes, wir bitten dich, du wolhinfort nicht uns selbst, sondern dem- lest deinen heiligen geist durch dein felben, der für uns gestorben und auf- wort in unsere herzen geben, daß dererstanden ist, leben und an jenem selbe uns allezeit nach deinem heiliherrlichen tage zur ewigen freude und gen willen regiere und führe, in allerherrlichkeit auferstehen mögen, durch lei unglück und anfechtung tröste und denselben deinen sohn JEsum Chri- in deiner wahrheit wider allen irr= stum unsern HErrn, amen. thum leite und erhalte, auf daß wir im glauben fest bestehen, in deiner liebe und guten werken zunehmen und durch eine gewisse hoffnung auf deine erworbene und geschenkte gnade ewig vater und heiligem geiste regierest von Chrifte, der du dem ewigkeit zu ewigkeit, amen. Am Himmelfahrtstage. du 147. Dou fohn des allmäch tigen GOttes, der du nun forthin nicht mehr auf erden arm und elend bist, sondern zur rechten deines vaters, als ein gewaltiger HErr, über alles was im himmel und auf erden ist, herrschest und regierest; wir bitten dich, du wollest uns bei deinem bater ohne unterlaß vertreten, uns deinen heiligen geist senden, fromme und getreue lehrer und vorsteher deiner ge= meine geben, dem satan und allen feinden deiner firche wehren und dein reich gewaltig beschüßen und erhalten, bis daß alle deine feinde zu deinen füßen liegen und wir auch fünde, tod und teufel durch dich und deines gei= stes fraft überwinden, amen. Am Pfingsttage, von der Heiligung. Erc GOtt, lieber 148. Sfer, der du( an dieſem tage) deiner gläubigen herzen durch den heiligen geist( erleuchtet und gelehret hast,) erleuchtest und lehrest, gieb uns, daß wir auch durch denselben geift rechten verstand haben und uns seines troftes und seiner kraft zu aller zeit freuen, um Jesu Christi un fers HErrn willen, amen. Noch von der Heiligung. 149. Err JEfu Chriſte, du sohn des allmächcor Am Tage der heiligen Dreieinigkeit. 150. ewiger, allmächtiger, einiger GOtt, du heilige dreieinigkeit, der du allenthalben gegenwärtig bist, alles kräftiglich erhältst, erfüllest und regierest; du hast uns, da wir nichts waren, erschaffen, und da wir verloren waren, uns aus großer güte erlöset, uns auch zu solcher deiner erkenntniß erleuchtet. Wir danken deiner göttlichen majeſtät und herrlichkeit für alle deine hohen werke und großen wohlthaten, auch in= sonderheit, daß du uns gelehret hast, im rechten glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien personen von gleicher macht und ehre, ein einiger, der biſt und bitten dich herzlich, du wollest solche erkenntniß deines heiligen namens in unsern herzen erhalten und vermehren und deine gnade und treue noch ferner an uns groß machen, auf daß wir mit allen engeln und auserwählten dich, GOtt vater, sohn und heiligen geist, den einigen wahren GOtt, immerfort ehren und preisen mögen, der du lebest und regierest von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Trond om gesint s Himmel auf die vornehmsten Feste. 105 lich haft wiederfahren lassen und bitten dich: behüte uns vor hoffart und ficherheit, daß wir nicht in undankuns 151. Almächtiger, ewiger barkeit und fünden gerathen und deine GOtt, der du huld verlieren, weil weder weisheit arme menschen gelehret hast, im rech- und gewalt noch reichthum denen helten glauben zu wissen und zu beken- fen soll, die dich nicht fürchten. Gieb nen, daß du in dreien personen, von uns aber ein solches Herz, das in deigleicher macht und ehre, ein einiger, ner furcht bleibe und an deinem worte ewiger GOtt und dafür anzubeten hange, auf daß wir deinen segen er= bist; wir bitten dich, du wollest uns halten und endlich selig werden möbei solchem glauben allezeit fest er- gen, durch deinen sohn JEsum Chrihalten, wvider alles, was uns dagegen stum unsern HErrn, amen. anfechten mag, beschüßen, damit wir die drei personen der gottheit in der einigkeit des göttlichen wesens hier und dort in der ewigkeit recht anbeten, rühmen und preisen mögen, amen. Noch am Tage der heiligen Dreieinigkeit. Am Feste Johannis des Täufers. 152. her bater, der du erworben und uns von fünde, tod, ieufel und hölle errettet hast, und bit= ten dich: regiere uns durch deinen het= ligen geist, daß wir solches bis an unser ende festiglich gläuben, auch dir im reinen gewissen hier zeitlich also dienen, daß wir an jenem tage das verheißene ewige erbe empfangen, der du mit dem vater und heiligem geiste le= best und regierest, ein ewiger, allmächtiger und einiger GOtt in ewigkeit, amen. Am Feste Johannis und der Heimsuchung Mariä. 154. HErr JEfu Chriſte, du sohn des ewigen GOt= tes, wir danken dir von herzen, daß du durch deine menschwerdung, leiden, durch den heiligen täufer Johannem, uns allem zum troste haft bezeugen laffen, daß JEsus Christus das wahre unschuldige lamm sei, welches der ganzen welt sünde tragen sollte, in welchem auch alle gläubigen das ewige leben erlangen werden; wir bit= ten dich von herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geist erleuchten, daß wir uns solches zeugnisses von unserm heilande JEsu Christo allezeit trösten und erfreuen, im rechten glauben darinnen beständig beharren und endlich mit Johanne dem täufer und allen gläubigen die ewige seligkeit erlangen mögen, durch denselben deinen ſohn JEfum Chriftum unfern 155. Allmächtiger HErr amen. vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du deine heiligen engel zu dienstbaren geistern erschaffen und verordnet hast, daß sie sich rings um die gottesfürchtigen her lagern und sie auf allen ihren wegen behüten müssen, damit sie vom teufel und der gottlosen welt nicht beleidiget werden. Wir bitten dich von herzen, du wolleft uns durch Am Feste der Heimsuchung Mariä. 153. Err GOtt himmlis H scher bater, wir dans fen dir für alle geistlichen und leiblichen wohlthaten, die du uns so reich Am Michaelistage, vom Schuße der heiligen Engel. 106 Collecten oder kurze Kirchengebete. deinen heiligen geist im rechten glau-| chen werden, damit uns weder der saben und in wahrer gottesfurcht erhal= ten, damit wir in dem geleite und schuße dieser himmlischen heerschaaren und heiligen wächter allezeit sein und bleiben mögen, auf daß wir allhier an leib und feele, sammt allem, was wir haben, wohl bewahret, dir allezeit ungehindert dienen und dermaleinst zu ihnen in dein reich) versammelt wer= den, um deines lieben sohnes JEsu Christi unsers HErrn willen, amen. tan noch die arge welt schaden könne und wir durch das geleite der heiligen engel ficher und ungehindert zum ewigen leben gelangen und unsere seelen in der stunde des todes in den schooß Abrahams getragen werden, um deines lieben sohnes JEsu Christi unsers HErrn willen, amen. Noch vom Schuße der heiligen Engel. der pater, wir dan Err GOtt himmli156. fen dir für deine väterliche barmherzigkeit und treue, daß du deine lieben engel dazu verordnet hast, daß sie auf uns sehen und uns gegen des leidigen fatans vornehmen und list schüßen follen und bitten dich: erleuchte unsere herzen und sinne durch deinen heiligen geist dermaßen, daß wir beständig in deiner furcht und findlicher demuth bleiben und wider deinen willen nichts vornehmen, auf daß wir in allerlei zufällen und nöthen die zuversicht behalten mögen, daß deine lieben engel um uns und um alles, was wir ha= ben, eine starke und feste mauer maNach der Communion. 158. Mir danken dir, allAm Reformationsfeste. 157. 2 barmherziger vater, GOtt, der du das licht aus der finsterniß hervor gehen wir dir vorfahren, die in finsterniß und ſchatlich, daß du dich unsrer und unsrer VIII. Andere Collecten oder kurze Kirchengebete. GOtt, daß du uns durch diese heilfame und bitten deine barmherzigkeit, daß du uns fol. ches gedeihen lassest zu starkem glaus ben gegen dich und zu brünstiger liebe ten des todes saßen, erbarmet und uns durch den treuen dienst Lutheri und seiner gehülfen zum lichte des evangelii gebracht hast. Wir bitten dich: vertreibe durch deines heiligen geistes erleuchtung alle finsternisse aus aller menschen seelen, erhalte uns deine lehre in der wiederhergestellten lauterkeit, bewahre uns vor undank, schändlichem rückfall und vor der list und gewalt aller feinde, daß wir ruhig leben und auch würdig dem evangelio wandeln mögen; um Jesu Christi unsers seligmachers willen, amen. unter uns allen, um Jesu Christi unsers HErrn willen, amen. Noch nach der Communion. 159. Ott, wit fagen dei ner göttlichen mildigkeit lob und dank, Collecten oder kurze Kirchengebete. 107 daß du uns jego mit dem heilsamen den seufzen nicht verschmähest und Reische und blute deines sohnes JEsu Christi gespeiset und getränket hast, und bitten demüthiglich, du wollest dadurch gnädiglich in uns wirken, daß wir deiner göttlichen gnade, der vergebung aller fünden, der vereinigung mit Christo und des ewigen lebens, welches alles du uns in diesem heiligen sakramente fräftiglich versie gelst, im festen glauben und ungezweifelter hoffnung versichert sein und bleiben. Wollest uns auch damit wider die listigen anläufe des teufels stark und unüberwindlich machen der betrübten herzen verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser gebet, welches wir in unserer noth vor dich bringen und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns sowohl vom teufel als von menschen widerstrebet, zunichte und durch den rath deiner gütigkeit zerstöret werde, auf daß wir, von aller anfechtung unversehret, dir in deiner gemeine danken und dich allezeit loben, durch JEsum Christum, deinen sohn, unsern HErrn, amen. und, wie wir alle eines brotes und felches theilhaftig worden sind, also mit bande der liebe und unter einander verknüpfen, damit wir in einem aneinfinn und einerlei meinung fest under halten und mit der that und wahrheit uns unter einander bis an das ende lieben, durch JEsum Christum deinen lieben ſohn unsern HErrn, amen. 160. Um Erhörung des Gebetes. mächtiger, Almächtiger, ewiger durch deinen sohn vergebung unserer fünden, gerechtigkeit und ewiges leben verheißen hast, wir bitten dich, du ligen geist also führen und erwecken, daß wir solche hülfe durch tägliches gebet, und sonderlich in aller anfechtung, bei ihm suchen und durch festen glauben auf seine zusagung und auf sein wort gewiß finden und erlangen, durch denselben deinen sohn unsern HErr JEsum Christum, der mit dir und dem heiligen geiste lebet und regieret in ewigkeit, amen. Um Erhörung in Gefahr und Noth. Um den Frieden. 162. her vater, der du himmlis heiligen muth, guten rath und rechte werke schaffest, gieb deinen dienern frieden, welchen die welt nicht geben kann, auf daß unsere herzen an deis nen geboten hangen, und wir unsere zeit durch deinen schuß still und sicher vor feinden leben, durch JEsum Chriftum deinen sohn, unsern HErrn, amen. 161. mächtiger GOtt und Um Bergebung der Sünden. 163. Err GOtt himmlis scher nicht lust hast an der armen fünder tode, läsfest sie auch nicht gerne vers derben, sondern willst, daß sie bekehret werden und leben; wir bitten dich herzlich, du wolleft die wohlverdienten strafen unserer sünden gnädiglich abwenden und uns hinfort deine barmherzigkeit zu unserer besserung mildiglich verleihen, um JEsu Christi, unsers HErrn willen, amen. Noch um Vergebung der Sünden. vater, der ou der elen- 164. h Err, du großer GOtt, unsere sünden 108 Collecten oder kurze Kirchengebete. find groß und wie eine schwere last Noch um Bergebung der uns zu schwer worden, darum beu= gen wir vor dir die knie unserer herzen und bitten um gnade und verges bung. So vergieb uns nun, o HErr, und laß uns nicht in unsern sünden verderben, sondern hilf uns elenden und unwürdigen nach deiner großen barmherzigkeit. Ach, GOtt, laß doch das theure verdienst deines lieben sohnes JEsu Christi an uns armen, elenden fündern nicht verloren sein; gieb deinen geist je länger je mehr in unsere herzen und mache solche leute aus uns, die in deinen geboten wandeln und deine rechte halten, um des felben, deines lieben sohnes, unsers HErrn und heilandes willen, amen. Sünden. 166. HErr JEsu Christe, du sohn GOttes des allerhöchsten, wir bitten dich von herzen, du wollest uns arme sünder gnädig ansehen mit den augen deiner güte und barmherzigkeit, mit welchen du angesehen hast Petrum, der dich verleugnete, die große sünderin im hause des pharisäers und den schächer am freuze. Gieb uns auch, lieber HErr und erlöser, daß wir unsere sünden mit Petro bitterlich beweis nen, mit der großen sünderin dich herzlich lieben und dich einst mit dem schächer in deinem paradieſe immer und ewiglich loben und preis fen, um deines heiligen namens und theuren leidens willen, amen. Noch um Vergebung der Sünden. 165. Barmherziger GOtt, Daß uns GOtt mit der ewigen himmlischer bater, der du nahe bist denen, die zer= Strafe berschonen wolle. brochenes herzens find: du siehest, wie 167. Verschone, HErr, ver= sind und wie wir uns von herzen zu bessern begehren. So vergieb uns doch unsere missethaten und laß uns durch die kraft des heiligen geistes freude und wonne empfinden, daß die gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen haft. Wir hoffen ja darauf, daß du so gnädig bist und unser herz freuet sich, daß du so gerne hilfest; darum sei doch uns armen fündern gnädig und barmherzig. Erfreue uns wieder mit deiner gnade, so wollen wir rühmen sein und wiewohl den fündern ewige strafe gebühret, so bitten wir doch von gan= zem herzen: laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen strafe und erträglichen züchtigung kommen, was wir zum ewigen berderben gar wohl verdienet haben, durch JEsum Christum deinen sohn unsern HErrn, amen. Um Linderung der Strafen und um Stärke in Anfechtungen. Err Neige unsere hetzen nicht auf etwas 168. lischer vater, du böses, ein gottloses wesen zu führen mit den übelthätern; neige fie aber zu deinen zeugnissen, auf daß wir deine gebote bewahren und thun, was dir gefällig ist, durch JEsum Christum deinen lieben sohn unsern HErrn, amen. weißt, daß wir aus menschlicher schwachheit in so mancher und großer gefahr, die uns auf erden befällt, ohne deinen beistand nicht bleiben noch bestehen mögen. Verleih uns, beides an leib und seele, kräfte, daß wir alles, so uns um unserer fünde willen quälet und ansicht, durch deine hülfe über Collecten oder kurze Kirchengebete. 109 100 winden und durch deine starke hand| Um den heiligen Geist und dessen davon gewaltig errettet werden, um JEsu Christi unsers HErrn willen, amen.d pilis and und Gaben. blowjon madanions 171. Sicher vater, weil Err dein lieber sohn versprochen hat, daß du deinen heiligen geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem namen Um die Wiedergeburt und Kindschaft GOttes. 169. Glicher vater, wir sind du wollest uns deinen heiligen geiſt nädiger GOtt, Christi geben, daß er uns in alle wahrheit leite, uns zu allem guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch und erfülle uns mit seinen heiligungsgaben, damit wir als deine kinder wandeln Christo angehören und deine rechte halten mögen, um der theuren verheißung und fürbitte deines geliebten sohnes JEsu Christi willen, amen, von natur fleisch, vom fleische geboren und nicht geistlich gesinnt, es sei denn, daß du uns deinen geist gebeft, der unseren seelen das geistliche leben mittheile. Ach, so gieb uns doch deinen guten geist, daß er unsere herzen, unsern verstand, willen und begierden ändere, uns neue geistliche lebenskräfte mittheile und uns zu Findern GOttes wiedergebäre, die dir, als ihrem liebreichen vater, in findlicher furcht, liebe, vertrauen und gehorsam heilig und williglich dienen, um deines heiligen findes JEsu Christi willen, amen. Um die Erleuchtung. 172. H eiliger und gnädiger Um die Rechtfertigung. GOtt und vater, du, HErr, bist GOtt, der uns erleuchtet: gieb uns den geist der weisheit und der offenbarung und erleuchtete aus wir dich 170. Gott, vor welchem in deinem lichte recht erkennen, uns erechter und von der finsterniß zu dem lichte und von der gewalt des satans zu dir beFehren, auch als finder des lichtes wandeln und dir gefällig leben indgen, um deines eingebornen sohnes unsers HErrn willen, amen. unsere eigene gerechtigkeit und ver= dienst nicht bestehen mag, sondern aus dessen gnade wir ohne unser verdienst durch Christi erlösung gerecht werden sollen; wir danken dir für deine unermeßliche barmherzigkeit und bitten dich von ganzem herzen: sprich uns bußfertige fünder vor deinem gerichte von unserer sündenschuld und strafe los und ledig; rechne uns unsere missethaten nicht zu unserer verdammniß zu, sondern rechne uns vielmehr an deren ſtelle zu nes lieben sohnes Jesu Christi, und laß uns um dessentwillen gnade, ver= gebung der fünden, leben und seligfeit erlangen, um seines vollgültigen und hohen verdienstes willen, amen. die gerechtigkeit Um den wahren beständigen Glauben. Err 173. HE GOtt, himm lischer vater, der du aus väterlicher liebe uns armen sündern deinen sohn geschenket hast, daß wir an ihn glauben und durch solchen bitten dich: gieb deinen heiligen geist glauben selig werden sollen, wir in unsere herzen, der unsern schwa 110 Collecten oder furze Kirchengebete. den glauben allezeit stärke, damit| Um die Gnade GOttes ein hei wir in anfechtung an deinen ver= liges Leben zu führen. Jespe niemals ming mont zweifeln, sondern uns im leben und 176. herziger und gerechter barm= GOtt, du hast uns befohlen, wir solalles überwinden mögen, um dessel- len heilig sein, weil du heilig bist, haft sterben von ganzem Herzen darauf verlassen und durch solchen glauben ben deines lieben sohnes JEsu Christi unsers HErrn willen, amen. uns auch deswegen durch deinen eingebornen sohn aus der Hand unserer feinde erlöset, daß wir dir unser lebelang ohne furcht dienen sollen in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefäl= lig ist. AchHErr, unser GOtt, wir sind Um die Bereinigung mit GOtt. 174. Seiliger Gott und hei= ars fündlichem ſamen gezeuget und als land JEsu ge= der du als die himmlische weisheit boren. Wollen haben wir wohl, aber nicht in eine boshaftige seele kommst, das gute zu vollbringen finden wir auch nicht in einem leibe wohnest, nicht. So gehe nun, HErr, nicht ins welcher der fünde unterworfen ist: gericht mit deinen fnechten und mägreinige und heilige unsere herzen den, denn vor dir ist kein lebendiger durch dein wort und deinen geist, gerecht. Neinige und heilige uns aber in deiner wahrheit, damit unser geist, daß wir dich über alles lieben und dein wort halten. Ach, mache uns sammt feele und leib auf die zukunft dadurch zu deinen heiligen tempeln unsers HErrn JEsu Christi unsträfund zu deiner beständigen wohnung lich behalten werde, um desselben deiund laß uns mit dir im glauben und nes lieben sohnes unsers HErrn und in der liebe vereinigt sein und blei- heilandes willen, amen. ben um deiner ewigen liebe willen, amen. Um die Erneuerung. 175. 2llmächtiger, heiliger 177. HErr GOft und vater, der du das alte sündliche weg nimmst und das neue in uns schaffest, wir bitten dich: gieb uns die fraft deines heiligen geistes, daß wir den alten menschen, der sich durch böse lüfte in irrthum verderbet, täglich ablegen, hingegen unsere herzen in heiligkeit und gerechtigkeit immer mehr und mehr erneuern, in der wahren lehre fester werden und im gottseligen leben von tage zu tage zunehmen, durch unsern lehrer und heiland JEsum Christum, amen. sold Noch um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. Err du heiliger und gerechter Gott, der du gesagt hast, du wollest dein gesetz in unser herz geben und in unsern sinn schreiben: gieb, daß wir dich herzlich fürchten und in allen deinen geboten untadelig einhergehen. Be= hüte uns, o GOtt, vor heuchelei und gleißnerswerken. HErr, der du ins verborgne siehest und herzen und nieren prüfest, erleuchte uns durch deinen heiligen geist, daß wir allezeit redlich), aufrichtig und ohne falsch vor deinem angesichte wandeln und in allem unserm thun und lassen nicht auf men= schen, sondern auf dich, den richter aller gedanken, sehen, auf daß wir dir wohlgefallen und an jenem herrlichen tage freudigkeit haben und Collecten oder furze Kirchengebete. 111 nicht zu schanden werden mögen, um| verleihen, durch JEsum Christum deines lieben sohnes JEsu Christi unsern HErrn, amen. unsers HErrn willen, amen. 1108) nad Um die Liebe zu GOtt. Err GOtt, himm- 181. Gnädiger Gott, liebreicher vater, der du uns in Christo JEsu vor der welt geliebet hast, und uns mit allerlei gütern an feel und leib täglich und reichlich überschüttest: verleihe uns, daß dein geist in unsern herzen recht= schaffene liebe anzünde, daß wir dich, deine güte und wohlthaten erkennen, dich von ganzem Herzen über alles lieben und alles was in der welt ist, gegen dich für nichts achten, und also deiner ewigen liebe fähig werden, um deines lieben sohnes JEsu Christi willen, amen. Um einen christlichen Wandel. 178. lischer vater, der du uns elende menschen durch das selige licht deines wortes zu der erkenntniß deines lieben sohnes JEsu Christi haft kommen lassen, wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geist also regieren, daß wir nach solchem lichte immerdar wandeln, uns mit ganzer zuversicht unsers heilandes allezeit er= freuen und also zur ewigen seligkeit erhalten werden mögen, durch denselben deinen lieben sohn unsern HErrn, amen. Um die Liebe gegen den Nächsten. Um göttliche Regierung. 179.mächtiger HErr GOtt, 182. Ewiger GOtt und vader du bist ein beschüßer aller, die auf dich hoffen, ohne welches guade niemand etwas vermag, noch vor dir gilt: laß uns deine barmherzigkeit reichlich wiederfahren, auf daß wir durch dein heiliges eingeben denken, was recht ist und dasselbige auch durch deine fraft vollbringen, um JEsu Christi unsers HErrn willen, amen. ter, wir danken dir von herzen, daß du uns durch dein wort gelehret hast, wie wir mit einander allhier wandeln und unserem nächsten dienen sollen; wir bitten dich: gieb deinen heiligen geist in unsere herzen, daß er die rechte herzliche liebe in uns anzünde und uns por alle dem, das der liebe entgegen ist, behüte und bewahre, auf daß wir nach deinem willen leben, und unserm nächsten alle liebesdienste und hülfe gern und willig beweisen, allen zorn, ungeduld und rachgier fallen und fahren lassen, der welt spott und verachtung geduldig leiden, unsern feinden ter liebe und ungefärbtem glauben von und in red)von tage zu tage zunehmen und bis ans ende beständig darinnen verharren; durch JEsum Christum deinen sohn unsern HErrn, amen. Um göttliche Regierung und den lieben Frieden. 180. Sicer pater, wir Err GOtt, bitten dich), du wollest deinen heiligen geist in unsere herzen geben, uns in deiner gnade und wahrheit ewiglich erhalten, in aller anfechtung behüten und trösten, vor unsern feinden und verfolgern bewahren und deiner ar= men christenheit heilsamen frieden ARXI 19.681 112 Collecten oder kurze Kirchengebete. Lebens. 183. Um die Hoffnung des ewigen| wohl dem menschen, der sich auf dich verlässet, denn du bist eine zuflucht aller derer, die dir festiglich vertrauen. Tilge in uns allen unglauben, mißwie auch alle sicherheit und vermeſſentrauen, zweifel und kleinmüthigkeit, heit. Laß uns unser vertrauen nicht auf andere menschen, noch auf ehre, barmherziger, gnädiger GOtt und vater, wir loben, ehren und preisen dich von grunde unserer herzen, daß du uns nach deiner großen barmherzigkeit zu der lebendigen hoffnung eines unver= gänglichen, unbefleckten und unver- gewalt, ansehen, gut und reichthum welklichen erbes durch die auferstehung setzen, sondern dir als dem lebendiJEfu Chrifti wiedergeboren und angen, unsterblichen, allmächtigen, weigenommen hast; und bitten dich demüthiglich: tröste, stärke und regiere uns durch deinen heiligen geist, daß wir uns keine trübsal noch anfechtung von dir abwendig machen lassen, sondern durch die Hoffnung des ewigen lebens alles mit geduld überwinden, und zuletzt auch das ende unsers glaubens, die ewige seligkeit, davon brin= gen mögen; durch denselben deinen fen, gütigen und wahrhaftigen GOtr fest vertrauen, und von dir allerlei geistliche und leibliche gaben, hülfe, errettung, beistand und segen erlangen, um deines heiligen namens ehre und um Christi willen, amen. ſohn Jeſum Chriſtum unsernHErrn, 186. HErr GOtt himmliſcher S bater, bitten dich, ainen. du wollest uns durch deinen heiligen geist also regieren und führen, daß wir als die wahrhaftigen anbeter dich in geiste und in der wahrheit heute und allezeit anbeten, dein wort mit gan und Um wahre Gottesfurcht. 184. Gerechter, starker und himmlischer vater: erhalte unser herz bei dem einigen, daß wir deinen namen fürchten, und ernstlich zu aller zeit und an allen orten sorgfalt tragen, dich im geringsten auch nicht mit einer sünde zu beleidigen. Laß uns alle unsere worte und werke zuvor wohl bedenken, deine allgegenwart, allwissenheit, zorn und strafgerechtigkeit uns stets vor augen stellen und uns hüten, daß wir nicht in eine fünde willigen und wider eines deiner gebote handeln, sondern dich vielmehr in deiner furcht, als deine kinder, allezeit ehren, dir dienen und gehorchen mögen; der du unser HErr und GOtt bist, hochgelobet in ewigkeit, amen. Um rechte Heiligung des Sabbaths.ind wahrhaftiger GOtt, den sabbath recht heiligen, damit wir durch dein wort und durch die anrufung deines namens auch geheiliget werden, auf JEsum Christum deinen sohn alles unser vertrauen und hoffnung im tode und leben segen, uns vor allem ärgerniß hüten, uns von aller befleckung des fleisches und geistes reinigen und mit unserer heiligung in deiner furcht immer fortfahren, bis wir endlich aus gnaden ewig selig werden; durch denselben deinen lieben sohn JEsum Christum unsern HErrn, amen. Um kräftige Wirkung des gepredigten und angehörten Wortes GOttes. Um Bertrauen auf Gott. 185. 187. GOtt und bater, wir Collecten oder furze Kirchengebete. 113 danken dir herzlich, daß du uns dein| wir unter ihrer herrschaft sammt ihheiliges evangelium geoffenbaret und uns bisher treue diener desselben gegeben hast, und bitten demüthiglich: stärke und regiere uns durch deinen heiligen geist, damit dein liebes wort biel frucht in uns schaffe, und wir in erkenntniß deines willens, im glaunen deinen göttlichen namen heiligen und preisen mögen, durch deinen lieben sohn JEsum Christum, unsern HErrn, amen. Um Friede und Einigkeit. ben, in der liebe, geduld, fanftinuth 190. Ewiger, allmächtiger und demuth täglich zunehmen und bis an das ende beständig dabei ver- himmels und der erden, durch welches harren, auch die zeit unserer wall- geist alles regieret, durch welches vorfahrt zu deinem gefallen allhier wür- sehung alle dinge geordnet werden, diglich wandeln, daß wir endlich mit der du bist ein GOtt des friedens, allen heiligen die selige hoffnung, die von welchem alle einigkeit zu uns uns beigeleget ist, erlangen und in kommt; wir bitten dich, du wollest das reich deines sohnes verseßet wer= uns alle unsere sünde vergeben und den mögen, durch denselben deinen uns mit deinem göttlichen frieden und sohn, unsern HErrn, amen. einigkeit begnaden, damit wir dir in rechter furcht dienen, zu lob und preise deines namens, durch JEsum Chris stum, unsern HErrn, amen. Für die gemeine Christenheit. 188. mächtiger, ewiger GOtt, der du die Für Bekümmerte und Traurige. heiligen geiſt heiligeſt und reinigeſt, erhöre un- 191. fer gebet und gieb gnädiglich, daß sie traurigen und eine stärke der schwamit allen ihren gliedern dir in reinem chen, laß vor dein angesicht gnädig glauben, in heiligkeit und gerechtigfeit, so dir gefällig ist, durch deine lich kommen die bitte aller derer, so gnade diene um Jesu Christi deines dir seufzen und schreien, auf daß jein bekümmerniß und anfechtung ju sohnes, unsers HErrn und heilan- dermann in der noth deine göttliche des willen, amen. hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch IEsum Christum, unsern HErrn, amen. allmächtiger, ewiger GOtt, eist troft der Für die weltliche Obrigkeit. 189. Barmherziger himmlischer vater, in welches hand aller menschen gewalt und Um Trost und Errettung im Kreuz und Unglück. obrigkeit ſtehet, wir bitten: fei gnädig 192. 2ächtiger, ewiger A GOtt, lieber himmregenten, insonder= heit unserm fönige und landesherrn, wie auch allen, die gewalt von ihm haben; erleuchte und regiere sie durch deinen heiligen geist, gieb ihnen weisheit, verstand, eine glückliche und friedliche regierung, auf daß sie alle ihre unterthanen in gottesfurcht, in friede und ruhe schüßen und regieren. Verlängere ihnen ihre tage, auf daß lischer vater, der du uns deine kinder aus väterlicher wohlmeinung allhier auf erden unter das kreuz stellest, und allerlei leiden über uns ergehen lässest, der fünde damit zu wehren und uns zur buße, glauben, hoffnung und emsigem gebete zu reizen, wir bitten dich, du wollest uns durch deinen heiligen géift in aller anfechtung und noth 8 114 Collecten oder turze Kirchengebete. stärken und trösten, unser gebet er-| Um die Tödtung des Fleisches hören, und gnädige hülfe verschaffen, und Erneuerung des Geistes. auf daß wir nicht von dir weichen noch verzagen, sondern deine bäterliche gnade und beistand reichlich empfinden und dich mit allen heiligen hier und dort ewiglich loben und preis fen mögen, durch Jesum Christum, deinen sohn, unsern HErrn, amen. Um Dankbarkeit für die Wohlthaten Gottes. 193.mächtiger HErr GOtt, himmlischer vater, von dem wir ohne unterlaß allerlei gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich vor allem übel gnädiglich behütet werden; wir bitten dich: laß une folches alles durch deinen geist mit ganzem Herzen in rechtem glauben erkennen, auf daß wir deiner milden güte und barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben, durch deinen lieben sohn JEsum Christum, unsern HErrn, amen. 195. Barmherziger, ewiger GOtt und vater, wir sagen dir lob, ehre und preis, daß du une arme, verlorne sün der durch das blut deines sohnes gez reiniget und zu neuen menschen und erben des ewigen lebens gemacht hast, und bitten dich: regiere uns durch deinen heiligen geist, daß wir die werke des alten verderbten menschen, als da sind allerlei sünden und unreinigkeit, ge= ablegen, und dagegen den neuen menschen, der nach deinem bilde schaffen ist, mit seinen guten werken anziehen und also im heiligen un sträflichen leben, mit gutem, fröhlichen gewissen hier zeitlich vor dir wandeln, und endlich dort ewig selig werden, durch JEsum Christum, deinen lieben sohn, unsern HErrn, amen. Gegen des Teufels Anfechtung. 194. SE GOtt himmlischer vater, du weis sest, in was für großer gefahr wir alle augenblicke wegen des leidigen satans schweben, und daß wir ohne deine gnädige hülfe, schuß und schirm gegen die listigen anläufe des grausamen feindes nicht bestehen können, darum bitten wir dich vom grunde unserer herzen, du wollest uns mit deinem worte und heiligen geiste wider den bösen feind ausrüsten, auf daß wir in bir stark sein, und in der macht deiner stärke alle feurigen pfeile des bösewichts auslöschen, auch wenn das böse stündlein kommt, uns mit dem schwerte des geistes wehren, alles wohl ausrichten und das feld behalten mögen; durch deinen sohn JEsum Christum, unsern HErrn, amen. Um einen heiligen Wandel nach dem Taufbunde. 196. mächtiger, barmherziger GOtt und bater, wir danken dir von herzen, daß du uns in der heiligen taufe, um deines lieben sohnes Jesu Christi willen, alle fünde vergeben, uns gerechtigkeit, den heiligen geist, und ein ewiges le= ben geschenket haft und bitten dich, du wollest uns durch denselben deinen heiligen geist bis an unser ende also regieren, daß wir solche deine väterliche gnade an uns nicht verloen fein lassen, sondern wie wir in der taufe zugesaget haben, also auch dem teufel und der fünde mit allen ihren lüften von tage zu tage je länger je mehr absagen und absterben, hingegen aber dir und deiner gerechtigkeit leben, bis wir endlich durch den tod von aller sünde gänzlich befreiet, ewig selig werden, durch JEfum Christum, deinen sohn, unsern HErrn, amen. Collecten oder kurze Kirchengebete. 115 Um Keuschheit und Reinigkeit| fen dir bon herzen, daß du uns zu mancherlei ämtern berufen und dazu nothdürftige gaben durch deinen heides Herzens. Err, der du befohlen 197. und bitten demüthiglich, du wollest solche gaz ben um unsers undankes und mißbrauches willen nicht von uns nehmen, sondern sie in uns vermehren und uns durch deinen heiligen geist lehren, leiten und führen, daß wir uns in unse= rem berufe allezeit treu und fleißig erweisen, alles in deiner furcht anfans gen und vollenden, und alle deine gnade und gaben zu deinen ehren, zu des nächsten dienste und unserer eigenen wohlfahrt recht gebrauchen und als deine treue haushalter und diener hier zeitlich erfunden und hernach dort ewig selig werden mögen, durch deinen sohn, JEsum Christum, unsern HErrn, amen. follet heilig sein, denn ich bin heilig, der du das anschauen GOttes und die feligkeit nur denen verheißen, die reines herzens sind: laß uns alle unreinen lüfte und begierden ernstlich fliehen, und reinige unsere herzen von aller befleckung des fleisches und des geistes. Gieb, daß wir auch unsere leiber dir begeben zum opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig ſei, damit wir in das himmlische Jerufalem, wo fein unreines eingehen wird, gelangen und dir hier und dort mit reinem geiste dienen mögen; der du bist ein reiner und heiliger GOtt, hochgelobet in ewigkeit, amen. Wider die Knechtschaft und Dienstbarkeit der Sünde. 198. Barmherziger GOtt und bater, wir sagen dir lob und dank für deine unaussprechliche güte und gnade, daß du uns durch deinen sohn unsern heiland JEsum Christum von der dienstbarfeit der fünde und vom sluche des gefeges frei gemachet und zu erben des ewigen lebens angenommen hast, und bitten dich von herzen: regiere uns durch deinen heiligen geist, daß wir nicht wieder unter das joch der sünde und des todes gefangen werden, son dern in der christlichen freiheit und in deiner gnade bis an unser ende verharren, und dir ohne knechtische furcht unser lebelang dienen in heiligfeit und gerechtigkeit die dir gefällig ist, um desselben deines lieben sohnes JEsu Christi willen, amen. Um die Vermehrung der Gaben GOttes. 1.99. Err GOtt himmlischer bater, wir danUm den rechten Gebrauch der Gliedmaßen unsers Leibes. 200. 2llmächtiger, ewiger GOtt, du gnädiger schöpfer aller dinge, wir danken dir, geben, und unsere zungen, ohren und daß du uns einen gesunden leib ges anderen gliedmaßen vor dem bösen feinde behütet hast, und bitten dich: gieb uns deine gnade daß wir unsere ohren, unge und alle glieder unsers Leibes, brauchen; mit unsern ohren dein wort nach deinem heiligen willen recht ge= fleißig hören und wohl merken und mit unserm munde und zungen deine gnade preisen und rühmen, auch niemand damit ärgern, sondern jedermann dadurch bessern und erbauen mögen. Laß une, lieber HErr und GOtt, unsere leiber und glieder allefammt begeben zum opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, auf daß wir dich sowohl an unferm leibe, als an unserm geiste immerfort ehren und preisen; um deines lieben sohnes JEsu Christi willen, amen. 8* 116 Collecten oder turze Kirchengebete. Um Bereitschaft zum jüngsten| ende also glauben und leben, damit Gerichte. wir der fröhlichen auferstehung un201. Lieber HErr GOtt, ferer Leiber am jüngsten tage mit denwecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein lieber sohn fommt, ihn mit freuden zu empfangen und dir mit reinem herzen zu dienen, durch denselben deinen sohn, freuden erwarten mögen, selben deinen sohn, JEsum Chriſtum, unsern HErrn, amen. JEſum Christum, unsern HErrn, amen. Noch um Bereitschaft zum jüngsten Gerichte. 202. Er GOtt himmlischer vater, wir bitten dich: gieb uns deinen heiligen geist, daß wir nach deinem heiligen willen unsere lenden recht umgürten, unser fleisch und blut zähmen und be täuben, in dem lichte deines wortes ohne anstoß wandeln, auch das licht eines rechten glaubens und heiligen lebens vor den menschen scheinen und leuchten lassen, und als treue diener auf die zukunft deines lieben sohnes alle stunden und augenblicke warten, damit wir an jenem großen tage mit freuden von und mit ihm zum ewigen, himmlischen freudenleben eingehen mögen. Das gieb uns, o lieber himmlischer vater, durch denselben deinen sohn, JEsum Christum, unsern HErrn, amen. Um ein seliges Ende. 203. allmächtiger GOtt, lieber, himmlischer vater, der du durch den tod deines lieben sohnes die fünde und den tod zunichte gemachet, uns durch sein heiliges blut von sünden gereinigt und unNoch um ein seliges Ende. 204. Allmächtiger HErr, ewiz શ und barmherziger GOtt, der du durch den tod uns aus und hinweg nimmst, daß wir durch dieser fündigen welt zu dir forderst stetiges sündigen nicht verderben, sonbern in deinem reiche die vollkommene heiligkeit und gerechtigkeit deiner auserwählten erlangen und besißen mögen; wir bitten dich, du wollest und solches erkennen und glauben lassen, auf daß wir uns unsers abschiedes herzlich freuen und dem berufe zu deinem ewigen reiche gern und willig folgen, durch JEsum Christum, deis nen sohn, unsern HErrn, amen. Noch um ein seliges Ende. 205. Allmächtiger, ewiger GOtt, du durch deinen sohn vergebung der sünden und rettung von dem ewigen tode zugesaget hast, wir bitten dich; stärke uns durch deinen heiligen geist, daß wir in solchem vertrauen auf dich durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entſchlafen und am jüngsten tage zum ewigen leben erwecket werden sollen, durch denselben deinen sohn, JEsum Christum, unsern HErrn, amen. Um das ewige Leben. schuld und ewiges leben wiederges 206. B Gott und bater, der bracht hast, daß wir in deinem reiche vor dir ewiglich leben sollen; gieb, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, uns in solchem glauben mit heiligem leben und wandel zu einem feligen ende bereiten und bis an unser du uns in Christo JEsu zu einer les bendigen hoffnung des ewigen lebens berufen hast; verleihe uns, daß wir durch deinen geist die welt und alle lüfte dieses lebens bestreiten, unser Gebet an der Hagelfeier. fleisch freuzigen und tödten und nach| triefen, so werden unsere wohnungen dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im glauben, hoffnung und geduld alles überwinden und vor deinem angesichte gekrönet und ewiglich erfreuet werden, um JEsu Christi, unsers seligmachers willen, amen. auch fett werden, daß sie triefen und die hügel umher werden lustig sein, die anger werden voll schafe sein und die auen werden dicke mit forn stehen, daß man jauchzet und singet. So laß dir, lieber GOtt, den lieben samen und alle früchte des ganzen erdreichs in deinen gnädigen schuß befohlen sein, erhalte sie in frost, fälte, eis, schnee und wind, hiße und dürre, in regen und allem vorfallenden wetter, daß sie nicht beschädigt werden. Behüte uns vor mißwachs, und fummer. 207. Hein könig himmels und Siehe, wir bekennen unsere fünde Err, allmächtiger mit reuendem herzen und schreien zu dir unserm GOtt, du wollest hören im himmel, in dem sike, da du wohnest und gnädig sein der fünde deines volkes und uns nicht mit leiblicher nahrung verlassen, sondern unser leben erhalten und uns mit aller nothdurft versorgen, auf daß wir in allen dingen deine göttliche fraft und milde hand mit danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an leib und seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest, amen. 117 Gebet um die Früchte des Landes, an der sogenannten Hagelfeier. der erden, der du durch deine überschwängliche güte den ganzen erdboden mit allerlei früchten zierest und erfüllest, von welchen menschen und vieh ihre nahrung haben; wir bitten dich um deiner barmherzigkeit willen, du wolleft unser land segnen, daß es feine früchte und vermögen gebe; fintemal wir von uns selber nicht ein förnlein aus der erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das gedeihen giebest. Darum verleihe den lieben früchten ein gnädiges gewitter, daß sie wachsen und wohl gerathen. Behüte sie vor hagel und vor bor allem ungeziefer und ſchaden. Laß 208. Ser du alles, was da Um ein gnädiges Gewitter. GOtt, 1 das land nicht feiern in deinem zorne, laß es nicht wüste liegen und un- ist, regierest und ernährest, ohne wels fruchtbar bleiben. Schließ den him- ches gnade nichts geschehen kann, gieb mel in deinem grimme um unserer fünde willen nicht zu, daß er nicht wie eisen und die erde su hart wie erz werde; sondern gieb uns früh- und [ patregen, dazu fruchtbare zeiten, suche das land heim und wässere es und mache es sehr reich. GOttes brünnlein hat ja wasser die fülle; o HErr, so laß doch unser getreide wohl gerathen, denn also bauest du das land. Tränke unsere furchen und befeuchte sein gepflügtes mit regen, mache es weich und segne sein gewächs. Kröne das jahr mit deinem gute, daß deine fußstapfen von fette uns deinen findern, lieber vater, ein gnädiges gewitter und wärmen sonnenschein,( und fruchtbaren regen) auf daß unser land durch deinen segen mit früchten erfüllet werde und die früchte, so du uns aus gnaden bes scheerest, nicht verderben, sondern fein trocken eingesammelt werden und wir unser tägliches brot und nothdurft davon haben mögen: so wollen wir dich gnädigen GOtt und vater dafür loben und preisen, durch deinen sohn, JEsum Christum, unsern HErrn, amen. 118 Gebete vor und nach der Ernte. Bei anhaltendem Regen oder Dürre. von uns mit großem nugen, in gutem frieden und sicherheit troden einge= 209. mächtiger, barmher- fammelt, auch von uns und den ziger GOtt, himmlischer vater, wir haben es mit unsern sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen regen und betrübtem nassen wetter strafest und heimsuchst,( daß du den himmel wie eisen und die erde wie erz machest und unserm lande staub und asche für regen giebest.) Aber hilf doch um deines namens willen und laß die liebe sonne wiederum scheinen und leuchten,( und laß doch das land durch einen fruchtbaren regen wieder um befeuchtet werden,) damit sich die nothleidenden früchte erholen und wir folchen deinen segen zu unserer nothdurft wohl einbringen und mit dankfagung in friede genießen mögen, durch deinen lieben sohn JEsum Christum, amen. unsrigen aus deiner milden hand genommen, zur nothdurft unseres leibes mit danksagung gebraucht und in guter gesundheit von uns genossen werden. Du weißt, lieber vater, daß wir des täglichen brotes und deines erdensegens hoch bedürfen, weil du es also geordnet hast, daß der mensch vom brote lebe und sein herz damit stärke, daß auch das vieh aus dem erdboden seine nahrung habe; darum gönne uns auch für dieses jahr deinen gezeigten segen, und wie du angefangen hast uns zu segnen, so segne uns ferner. Gieb uns unsere speise zu seiner zeit, thue deine milde hand auf und sättige uns mit deinem gute. HErr, du erhörest das gebet, darum fommt alles fleisch zu dir; höre auch jegt unser gebet und bernimmn unser schreien, daß wir hiebei dein väterliches herz erkennen und ursache haben, dich für deine wohlthat zu loben und zu preisen, so lange wir leben; Um eine glückliche Ernte. 210. HErr, allmächtiger fers HErrn JEfu Christi, du machest fröhlich, was da lebet, beide des morgens und abends; du bauest das land, segneft sein gewächs, läsfest das getreide wohl gerathen und frönest das jahr mit deinem gute, und hast auch dieses jahr unser land heimge fucht, reich gemacht und das getreide wohl jegt an der arbeit, diesen deinen segen einzusammeln und in unserm nußen zu verwenden; darum bitten wir dich herzlich, weil dir wind und meer gehorsam ist, die wollen sich fehren wohin du willst und thun, was du ihnen gebeutst, du wollest zu dieser erntearbeit bequemes wetter und beständigen sonnenschein geben und das angesicht der erde fröhlich sein, auch nach dem regenwetter die sonne wieder scheinen lassen, damit allerhand feldund gartenfrüchte, vor allem schaden behütet, ihre völlige reife erlangen, gieb uns, was wir von uns selber nicht vermögen, denn dein ist das reich und die kraft und die herrlichkeit in ewigkeit, amen. Danksagung nach der Ernte. 211. Barmherziger, gnädiger und danken dir herzlich für deinen reichen segen, den du uns bisher auf dem felde und sonst täglich aus väterlicher güte mitgetheilet hast, und bitten dich: verzeihe uns um deines lieben sohnes Jesu Christi willen, daß wir so undankbar gewesen und dir und unserm nächsten nicht treulicher damit gedienet, sondern denselben zum öftern zur fünde mißbraucht haben. Hilf durch deinen heiligen geist, daß wir hinfort alle deine gaben mit dank annehmen und sie zu deinen ehren, zu des nächsten besten und unserer nothdurft also Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. 119 anwenden, damit wir auch hinfort| dein ist das reich und die kraft und deinen segen und gnädige benedeiung die herrlichkeit in ewigkeit, amen. in allem, was wir bedürfen, allezeit verspüren, dasjenige, was du bescheerest, in friede und ruhe genießen und zugleich mit allerlei geistlichem segen in himmlischen gütern gesegnet werden, durch JEsum Christum, deinen sohn, unsern HErrn, amen. Das Vater Unser. Nach Matth. 6, 9. 2c. ater unser,( unser va212. im himmel; geheiliget werde dein name; dein reich komme; dein wille geschehe, wie im himmel, also auch auf erden; unser täglich brot gieb uns heute; und bergieb wir vergeben unsern schuldigern; und führe uns nicht in versuchung; sondern erlöse uns von dem bösen. Denn 3u aller Zeit. 1) Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure freude vollkommen sei. Halleluja. 2) Rufe mich an in der zeit der noth, So will ich dich erretten und du sollst mich preisen. IX. Antiphonen, oder gebräuchliche Verse vor den Kirchen- Collecten. 3) Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, Halleluja. Klopfet an, so wird euch aufgethan. Halleluja. 4) Der HErr denke an uns und segne uns, Halleluja. Er segne, die den HErrn fürchten, beide kleine und große. Hall. 5) Bei dem HErrn findet man hülfe, Halleluja. Der Segen des HErrn, welchen der Diener GOttes über die christliche Gemeine spricht. Und deinen segen über dein voll. Halleluja. 213. Dund behüte dich; der er segne dich HErr laffe sein angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HErr hebe sein angesicht über dich und gebe dir friede. Seufzer, von der christlichen Gemeine hierauf zu sprechen. 214. Der friede GOttes, wel denn alle bernunft, bewahre unsere herzen und finne in Christo JEsu, amen. Auf Sonn- und Festtage.. 6) Der HErr sei mit euch, Und mit deinem geiste. Nach der Communion. 7) Danket dem HErrn, denn er ist freundlich, Und seine gute währet ewiglich. 8) Lobe den HErrn meine seele, Hall. Und was in mir ist seinen heiligen namen. Halleluja. 9) Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist, Halleluja. Wohl dem, der auf ihn trauet. Hall. Auf Advent. 10) Bereitet dem HErrn den weg, Halleluja. Machet seine steige richtig. Hall. 11) Machet die thore weit und die thüren in der welt hoch, Hall. Daß der könig der ehren einziehe. Halleluja. Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. Zur Fastenzeit. Auf Weihnachten. 12) Euch ist heute der heiland gebo- 24) Christus ist um unserer miffe. ren, Halleluja. Welcher ist Christus der HErr in der stadt David. Halleluja. 13) Ein find ist uns geboren, Hall. 120 Ein sohn ist uns gegeben. Hall. 14) Das wort ward fleisch, Hall. Und wohnet unter uns. Hall. 15) Kündlich- groß ist das gottselige geheimniß, Halleluja. Gott ist offenbaret im fleische. Halleluja. 16) Christus kommt her aus den vätern nach dem fleische, Hall. Welcher ist GOtt über alles, gelobet in ewigkeit. Halleluja. Am Neuen Jahrstage. 17) HErr, kröne das jahr mit deinem gute, Halleluja. Und laß deine fußstapfen triefen von fett. Halleluja. 18) Die güte des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind, Halleluja. Und seine barmherzigkeit hat noch Fein ende. Halleluja. Am Feste der Erscheinung Christi. 19) Es wird ein stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein scepter aus Israel aufkommen. Halleluja. 20) Das voll, so im finstern wan= delt, siehet ein großes licht, Hall. Und über die, ſo da wohnen in finsterniß, scheinet es helle. Hall. 21) Lobet den HErrn alle heiden, Halleluja. Und preiset ihn alle völker. Hall. Auf Maria Reinigung. 22) Bald wird kommen zu seinem tempel der HErr, den ihr sucher, Halleluja. Und der engel des bundes, deß ihr begehret. Halleluja. 23) HErr, nun läsfest du deinen diener in friede fahren, Halleluja. Denn meine augen haben deinen heiland gesehen. Halleluja. that willen verwundet, Und um unserer sünde willen zerschlagen. 25) Die strafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten, Und durch seine wunden sind wir geheilet. 26) Mir hast du arbeit gemacht in deinen sünden, Und hast mir mühe gemacht in deinen missethaten. 27) GOtt hat seines eigenen sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 28) Christus hat unsere sünde selbst geopfert an seinem leibe auf dem holze, Auf daß wir, der sünde abgestorben, der gerechtigkeit leben. Auf Mariä Verkündigung. 29) Siehe, eine jungfrau wird schwanger sein, Halleluja. Und einen sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Hallel. Am grünen Donnerstage. 30) So oft ihr von diesem brote effet und von diesem felche trinket, Sollt ihr des HErrn tod verkündigen. 31) Siehe, das ist GOttes lamm, Halleluja. Welches der welt sünde trägt. Hall. Auf Ostern. 32) Christus ist um unserer fünde willen dahin gegeben, Hallel.- Und um unserer gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. 33) Christus, von den todten er= wecket, stirbet hinfort nimmer, Halleluja. Der tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. 34) Christus hat dem tode die macht genommen, Halleluja. Und das leben und ein unvergångliches wesen an das licht gebracht. Halleluja. Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. 35) Ich weiß, daß mein erlöser lebet,| Halleluja. Und er wird mich hernach aus der erde aufwecken. Halleluja. An der Hagelfeier, auch sonst um gutes Gewitter. 36) HErr, erzeige uns deine gnade und güte, Halleluja. Daß unser land sein gewächs gebe. Halleluja. 37) Aller augen warten auf dich, HErr, Halleluja. Und du giebest ihnen ihre speise zu seiner zeit. Halleluja. 38) HErr, du feuchtest die berge von oben her, Halleluja. Du machest das land voll früchte, die du schaffest. Halleluja. Auf Himmelfahrt. 39) GOtt fähret auf mit jauchzen, Halleluja. Und der HErr mit heller posaunen. Halleluja. 40) Ich fahre auf zu meinem bater und zu eurem vater, Halleluja. 3u meinem GOtt und zu eurem GOtt. Halleluja. 42) Schaffe in uns, GOtt, ein rei= nes herz, Halleluja. Und gieb uns einen neuen gewissen geist. Halleluja. 43) Also hat GOtt die welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingeborenen sohn gab. Halleluja. 44) HErr, lehre uns thun nach deinem wohlgefallen, denn du bist unser GOtt, 121 46) Heilig, heilig, heilig ist der HErr zebaoth, Halleluja. Alle lande sind seiner ehre voll Hall. Auf Johannistag. 47) Siehe ich sende meinen engel vor dir her, Halleluja. Der deinen weg vor dir bereiten soll. Halleluja. 48) Gelobet sei der HErr, der GOtt Israel, Halleluja. Dein guter geist führe uns auf ebner bahn. Auf Pfingsten. 41) Ich will meinen geist ausgießen über alles fleisch, Halleluja. Den geist der gnade und des ge= 53) bets. Halleluja. Auf Trinitatis- Fest. 45) Wir loben GOtt den vater, sohn und heiligen geist, Hall. Und preisen ihn von nun an bis in ewigkeit. Halleluja. Denn er hat besuchet und erlöset sein volt. Halleluja. Siehe auch Num. 10. Auf Mariä Heimsuchung. 49) Meine seele erhebet den HErrn, Halleluja. Und mein geist freuet sich GOttes meines heilandes. Halleluja. GOtt stößet die gewaltigen vom stuhle, Halleluja. 50) Und erhebet die niedrigen. Hall. 51) Es wird eine ruthe aufgehen von dem stamme Isai, Hallel. Und ein zweig aus seiner wurzel wird frucht bringen. Halleluja. Auf Michaelistag. 52) Der HErr hat seinen engeln bes fohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deiDer engel des HErrn lagert sich nen wegen. Halleluja. um die her, so ihn fürchten, Halleluja. Und hilfet ihnen aus. Halleluja. An Bußtagen und zu anderen Beiten. Um Bergebung der Sünden. 54) HErr, handle nicht mit uns nach unsern fünden, Und vergilt uns nicht nach unserer missethat. 55) Wir haben gesündiget mit unfern vätern, Wir haben mißgehandelt und find gottlos gewesen. 56) Hilf uns, HErr unser helfer, um deines namens ehre willen. Errette uns und bergieb uns unsere fünde um deines namens willen. Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. 122 57) HErr, gehe nicht ins gericht mit deinen knechten und mägden, Denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. 58) GOtt, sei uns gnädig nach deiner güte, Und tilge unsere sünde nach deiner großen barmherzigkeit. In gemeiner Noth. 59) GOtt, gieb friede in deinem lande, Und ein licht auf meinen wegen. Halleluja. Klage der Kirche über wenig Heilige. 64) Hilf, HErr, die heiligen haben abgenommen, Glück und heil zu allem stande. 60) HErr, hilf uns deinem volke und segne dein erbe, Halleluja. Und weide sie und erhöhe sie ewig- 69) lich. Halleluja. Siehe Num. 42 u. 44. Um göttliche Regierung und den heiligen Geist. Um Erhaltung des göttlichen Wortes. 61) Heiliger bater, heilige uns in deiner wahrheit, Denn dein wort ist die wahrheit. 62) HErr, erhalte uns dein wort, Halleluja. Dein wort ist unsers herzens freude und trost. Halleluja. 63) Dein wort ist meines fußes leuchte, Halleluja. Und der gläubigen ist wenig unter den menschenkindern. Dank der Kirche für ihre Erhaltung. 65) GOtt gedenket der barmherzigfeit, Halleluja. Und hilft seinem diener Israel auf. Halleluja. Um Glauben und Liebe. 66) HErr, laß Christum durch den glauben in unsern herzen wohnen, FACE 67) Und durch die liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn brüder einträchtig bei einander wohnen. Denn daselbst verheißet der HErr fegen und leben immer und ewiglich. Allgemeine Danksagungen für göttliche Wohlthaten. 68) Ich will den HErrn loben so lange ich lebe, Halleluja. Und meinem GOtt lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. Preiset mit mir den HErrn Halleluja. Und lasset uns mit einander seinen namen erhöhen. Halleluja. 70) Freuet euch) des HErrn, ihr ge= rechten, Halleluja. Die frommen sollen ihn schön preisen, Halleluja. 71) Der name des HErrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in ewigkeit. Hall. Siehe auch Num. 7 1. 8. Vom Tode und Sterben. 72) In deine hände befehle ich mei= nen geist, Halleluja. Du hast mich erlöset, HErr, du ges treuer GOtt. Halleluja. Selig find die todten, die in dem HErrn sterben von nun an, Ja der geist spricht, daß sie ruhen von aller ihrer arbeit. 73) 74) HErr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir flug und selig werden. Siehe auch Num. 23 u. 35. Vom jüngsten Gerichte. 75) Siehe, der HErr kommt mit viel tausend heiligen, Halleluja. Gericht zu halten über alle. Hall. Vom ewigen Leben. 76) Vor dir ist freude die fülle, Hall. Und lieblich wesen zu deiner rech ten ewiglich. Halleluja. Register des Gebetbuchs. 1. Wochens, Morgen- und| 25. Gebet, wenn man zur Kirche gehen will 26. Gebet in der Kirche 21 3 27. Gebet, wenn man aus der Kirche gehen will. Gebet, wenn man aus der Kirche nach Hause kommt..22 Danksagungen für die Wohlthaten GOttes. 3. AmSonntage, Morgengebet 4. Am Sonntage, Abendgebet. 5. Am Montage, Morgengebet 6. Am Montage, Abendgebet. 6 29. Danksagung für die Schö7. Um Dienstage, Morgengebet 7 pfung 22 8. Am Dienstage, Abendgebet. 7 30.Danksagung für die Erlösung 23 9. Am Mittwoch, Morgengebet 8 31. Danksagung für die heilige 10. Am Mittwoch, Abendgebet. 8 11. Am Donnerstage, Morgen23 Abendgebete. 1. Gebet um die Gnade, GOtt wohlgefällig zu beten. 2. Um gnädige Erhörung des Gebets. gebet 16. Am Sonnabend, Abendgebet 17. Gebet nach dem Morgenund Abendgebete 18. Wochengebet in den Montags= Betstunden 19. Morgengebet, wenn man beichten will 20. Abendgebet nach der Beichte 21. Morgengebet eines Communicanten 3 28. 4 5 II. 5 22. Abendgebet eines Communicanten Taufe 32.Danksagung für die Offenbagebet rung des göttlichen Wortes 25 12.AmDonnerstage, Abendgebet 10 33. Danksagung für die göttliche 13. Am Freitage, Morgengebet. 10 9 Fürsorge. 25 14. Am Freitage, Abendgebet. 11 34. Danksagung für GOttes 15. Am Sonnabend, Morgen.. ● Barmherzigkeit..... 12 35. Danksagung, daß uns GOtt 13 14 14 16 17 18 23. Morgengebet eines Kranken 24. Abendgebet eines Kranken. 20 21 21 22 18 20 42. 26 in Noth und Gefahr erhalten 27 36. Danksagung für die Erhörung des Gebets..... 28 III. Gebete vor und nach der Beichte. 37. Um rechtschaffene Buße.. 29 38. Um wahre Erkenntniß der Sünden 29 39.) Um Vergebung der Sün-( 30 31 40. den. 41. Wenn man zum Beichtstuhle treten will 31 Eine gemeine öffentliche Beichte.. 32 Register des Gebetbuchs. 33 34 34 124 43. Eine Privatbeichte... 44. Danksagung nach der Absolution 45 Danksagung für die Buße und Bekehrung. 46. Danksagung, daß GOtt auf die Bekehrung so lange ges wartet 35 47. Um Besserung des Lebens. 36 IV. Gebete vor und nach dem heiligen ... heiligen Abendmahls. 37 49. Um wahre Vorbereitung zum würdigen Genuß. 50. Vor dem heil. Abendmahl 51. Im Hinzugehen zum heiligen Abendmahl 52. Seufzer bei Reichung des gesegneten Brodes 53. Seufzer bei Reichung des gesegneten Kelches 76. Um rechtschaffene Liebe 77. Um Geduld in Leidenszeit 48. Um würdige Genießung des 78. Um wahre Gottsfeligkeit. 79. Um heiligen Gehorsam. 80. Um Demuth. .. 54. Wenn man nach empfangenem Abendmahl in seinen Stand getreten... 55. Während der Communion, auch für diejenigen, so nicht zum heil. Abendmahl gehen 40 56. Danksagungen nach dem( 41 57. Genuß des h. Abendmahls( 42 58. Um Erhaltung und Vermehrung der durch das Abendmahl erlangten Gnade.. 43 V. Gebete um Zuwendung alles Guten und Abwen= dung alles Bösen. 59. Um den heiligen Geist und seine Gaben 60. Um den Glauben und Erfenntniß Christi 61. Um die Wiedergeburt 62. Um die Rechtfertigung 63. Um den geistlichen Frieden. 64. Um die Gnade ein heiliges Leben zu führen .. . 65. Um wahre Weisheit. 66. Um Berleugnung sein selbst 67 UmTödtung des alten Menschen. 68. Gegen die täglichen Sündenfälle.. 37 38 39 39 • 40 40 54 69. Um ein gutes Gewiffen. 52 70. Um die Nachfolge Christi. 71. Um die Liebe GOttes 72. Um die findliche Furcht GOttes 54 46 47 73. Um beständige Hoffnung 74. Um die Ruhe des Herzens 75. Um Erhaltung der christlichen Kirche 48 49 50 51 51 81. Um christliche Sanftmuth. 82. Um Barmherzigkeit gegen den Nächsten 83. Um Versöhnlichkeit .. 84. Um Sieg über den Satan 85. Um Regierung der Zunge. 86. Gegen des Fleisches Anfechtung 87. Gegen böse Gedanken und Lüfte 88. Um sein selbst Erkenntniß. 89.Um treue Verrichtung seines Berufes. 90. Um des Leibes Unterhalt. 91.) Um ein seliges Ende. 92. 93. Testament eines frommen Christen. 44 45 99. 46 100. In Kriegesnoth 94. Bom jüngsten Gerichte 95. Vom ewigen Leben 96. Nach der Ordnung des Vater Unsers. • .... 101. In Pestzeiten und Sterbensläuften. 102. In Theurung und Hungersnoth 103. Eines Reisenden 104. In Noth und Trübfal 105.) Eines Kranten.. 106. 107. Eines Kranken, der fich 108.) des Todes versiehet.. 55 56 57 .... 57 58 59 59 60 61 61 74 97. Für die drei Hauptstände und gemeine Wohlfahrt. 74 98. Für die Obrigkeit... 76 76 62 63 63 64 65 66 66 67 68 ( 68 69 70 72 73 78 78 79 80 81 82 Register bes Gebetbuche. 109. Der Umstehenden für den Sterbenden. 110. Danksagung für die Genesung 111. Bei großem Donner und Ungewitter.. 112. Danksagung nach dem Ungewitter. 113. Danksagung nach erhaltener guter Ernte 103 82 146. Am Osterfeste. 147. Am Himmelfahrtstage.. 104 83 148. m Pfingstfeste. 104 149. 83 84 84 VI. Dankgebete auf die bot= 155. Auf Michaelis nehmsten Feste im Jahre. •... 114. Auf Advent... 115. Am Christtage. 116. Am Neujahrstage 117. Am Tage der Offenbarung Christi 131. Auf Advent 132:) 133. Am Christfeste. 134. 118. An Maria Reinigung 119. An Mariä Verkündigung 89 120. Am grünen Donnerstage. 90 121. Am stillen Freitage. 122. Am Osterfeste 123. Am Himmelfahrtstage 124. Am Pfingstfeste 91 125. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 126. Am Johannistage 127. An Mariä Heimsuchung 128. Am Michaelisfeste.. 129. Am Reformationsfeste 130. Bustagsgebet ... 86 87 87 ... 88 89 • VII. Collecten oder fürze Kirchengebete auf die vor= nehmsten Feste im Jahre. • 135. Am Neujahrstage 136. 137. Auf das Fest der Erschei101 nung Christi. 138. Auf Mariä Reinigung 102 139. Auf Mariä Verkündigung 102 140. Am grünen Donnerstage. 102 141.) 142. Vom Leiden Christi... 102 ( 103 143.) 144. Von der Krönung Christi 103 ..... .... 100 100 ( 101 101 150. Am Feste der heiligen( 104 151.) Dreieinigkeit....( 105 152. Am Johannisfeste.... 105 153. Auf Mariä Heimsuchung. 105 154. Auf Johannis und Mariä Heimsuchung 105 ( 105 106 157. Am Reformationsfeste... 106 VIII. Andere Collecten oder kurze Kirchengebete.co ... 91 163. 92 164. Um Vergebung derSün-( 107 93 165. den.. ( 108 166. 94 167. Um Verschonung von ewi95 125 158.) 159. Nach der Communion.. 106 160. Um Erhörung des Gebets 107 161. Um Erhörung in Gefahr. 107 162. Um den Frieden .... 107 ... ger Strafe 108 96 168. Um Linderung der Strafe 108 97 109 97 99 169. Um die Wiedergeburt 109 109 170. Um die Nechtfertigung. 109 171. Um den heiligen Geist 172. Um die Erleuchtung 173. Um den wahren Glauben. 109 174. Um Vereinigung mit GOtt 110 175. Um die Erneuerung .. 110 110 178. Um christlichen Wandel 111 179. Um göttliche Regierung.. 111 180. Um den Frieden 111 111 176. Um ein heiliges Leben 177.) 181. Um die Liebe zu GOtt 182. Um die Liebe gegen den Nächsten.. . 111 . 112 183. Um die Hoffnung. 184. Um wahre Gottesfurcht. 112 185. Um Vertrauen auf GOtt. 112 186. Um Heiligung d. Sabbaths 112 187. Um Wirkung des gepre112 digten Wortes. 188. Für die gemeine Christenheit 113 126 Register des Gebetbuchs. 113 189. Für die Obrigkeit 190. Um Friede und Einigkeit. 113 191. Für Bekümmerte und Traurige 113 192. Um Trost und Rettung in Kreuz und Unglüd. 113 114 193. Um Dankbarkeit für GOt tes Wohlthaten 194. Gegen des Teufels Anfechtung.. 195. Um Lödtung des Fleisches 114 196. Um einen heiligen Wandel 114 115 nach dem Taufbunde.. 114 197. Um Keuschheit 198. Wider die Knechtschaft der. Sünde 115 115 199. Um die Vermehrung der Gaben GOttes .... 200. Um rechten Gebrauch der Gliedmaßen. 201.) UmBereitschaft zum jüng202. sten Gerichte. 203.) 115 116 204. Um ein seliges Ende... 116 205.) .... 206. Um das ewige Leben... 116 207. Gebet an der Hagelfeier.. 117 208. Um ein gnädiges Gewitter 117 209. Bei anhaltendem Regen 118 210. Um glückliche Ernte. 118 211. Danksagung nach der Ernte 118 212. Das Vater Unser 119 213. Der Segen des HErrn.. 119 214. Seufzer nach dem Segen. 119 IX. Die Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. 119 ... Biblische Vorlesungen an den Sonntagen. Nachmittags. Evangelium Marci. 1 und 2 Epistel an die Corinther. Evangelium Johannis. Vormittags. Episteln Petri, Johannis, Jacobi Evangelium Matthäi. und Judä. Evangelium Luca. Anmerk. 1. Wenn solchergestalt das Neue Testament geendet ist, so kommen nachher diejenigen Bücher auf den Vormittag, die vorhin Nachmittags berlesen worden, und die auf den Nachmittag, die vorhin am Vormittage gebraucht sind. Anmerk. 2. Wenn ein Buch von obigen eher zu Ende kommt, als das mit ihm zugleich vorgeschriebene, so werden auserlesene Stücke aus dem Alten Testamente, sonderlich aus den Psalmen und Sprüchwörtern, so lange berlesen, bis das andere Buch geendet ist. Biblische Vorlesungen an den Festen und ähnlichen Tagen. Vormittage. Psalm 40, sonderlich v. 6-18, oder was in der Ordnung folget. Psalm 90. Psalm 33. Epistel an die Römer. Apostel- Geschichte. Epistel an die Galater bis an den Philemon. 1. Johann. C. 4, b. 1-16. Epistel an die Hebrder und aus der Offenbarung Johannis C. 1-5. C. 15. C. 20, 11-15. C. 21. C.22. Am ersten Advents- Sonntage. Röm. C. 8, v. 28-39. Nachmittags. Am ersten Weihnachtstage. Hebr. C. 2. Am zweiten Weihnachtstage. Ephef.( 5 24-22 1. Tim. C. 3, v. 15. Ein PfeilerC. 4, b. 16. Am Sonntage nach Weihnachten. Psalm 139. Am Neuen Jahrestage." Psalm 67. Am Feste der Erscheinung Christi. Refaid S. 42, v. 1-12. Vormittags. 1. Johann. C. 1. Die Passions Geschichte. Rom. C. 5. 1. Corinth. C. 2. 11 11 Psalm 145. Fastenzeit. Am Sonntage Quinquag. Matth. C. 16, v. 13. oder 21-28. 11 Pfalm 103. Am Tage Mariä Reinigung. Coloffer C. 2. Joh. C. 14, b. 1-17. Buca C. 3, b. 2-22. " 1 17 Johann. C. 6, v. 47-58. oder Psalm 111. Matth. C. 28. 1. Corinth. C. 15, b. 1-22. 11 38 Am Tage der Verkündigung Mariä. Die Passionsgeschichte. " 1 Hebräer C. 4, b. 14.-C. 5, v. 9. Ephes. C. 1, b. 2-23. Stachmittags. Am grünen Donnerstage. Invocavit. 1. Cor. C. 1, v. 18-31. Reminisc. 2. Cor. C. 5, v. 14-21. Oculi. Hebr. C. 12, b. 1-15. Lätare. Joh. C. 17. Palmarum. Jef. C. 52, b. 13.-C. 53, b. 12. Am ersten Ostertage. Matth. C. 11, v. 20-30. Am zweiten Ostertage. 1. Corinth. C. 15, b. 35-58. Auf Christi Himmelfahrt. Hebräer C. 9, b. 24.-C. 10, b. 14. Am ersten Pfingsttage. Nömer C. 8, b. 1-11. Am zweiten Pfingsttage. 1. Petr. C. 1, sonderlich v. 3-21. Am Feste der Dreieinigkeit. Am str Apost. Gesch. C. 2, b. 32-47. Am Johannistage. 5. B. Mos. C. 6, b. 1-15. oder Jef. C. 48, v. 10-22. Am Tage Mariä Heimsuchung. Die in der Ordnung folgende oder Jesaiä 40 ganz. 1. Chron. C. 30, b. 10-18. Am Engelfeste. Psalm 104, v. 1-15. 24-35. Reformationsfeste. 1. Corinth. C. 3. Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage nebst den festlichen Vorlesungen so wie die aus den vier Evangelisten zusammengezogene Geschichte von dem Leiden, Sterben und Auferstehen unsers HErrn JEsu Christi und die Beschreibung der Zerstörung Jerusalems. Hannover. Drud der Schlüter'schen Hofbuchdruckerei. Pod gulment qualurons Am ersten Adventsonntage. Epistel, Röm. Cap. 13, v. 11 bis 14. eil wir solches wissen, nämauf einem füllen der lastbaren eselin. Die jünger gingen hin und thaten, wie ihnenJEsus befohlen hatte und brachten die eselin und das füllen und legten ihre kleider drauf und setzten stunde Aber volf breitete die da ist, aufzustehen vom schlafe, sintemal unser heil jegt näher ist, denn da wir es glaubeten; die nacht ist vergangen, der tag aber herbei kommen: so laffet uns ablegen die werke der finsterniß, und anlegen die waffen des lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am tage, nicht in fressen und saufen, nicht in fammern und unzucht, nicht in hader und neid, sondern zie= het an den HErrn JEsum Christum, und wartet des leibes, doch also, daß er nicht geil werde. 16 Evangelium, Matth. Cap. 21, v. 1 bis 9. Dª a fie nahe bei Jerusalem tamen, gen Bithphage an den Delberg, sandte JEsus seiner jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den flecken der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine eselin finden angebunden und ein füllen bei ihr; löset fie auf, und führet sie zu mir; und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der HErr bedarf ihr; so bald wird er sie euch lassen. Das geschahe aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesaget ist durch den propheten, der da spricht: Saget der tochter Zion, siehe, dein könig kommt zu dir sanftmüthig und reitet auf einem esel und fleider auf den weg, die andern hieben zweige von den bäumen und streuten sie auf den weg. Das volk aber, das borging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem sohne David, gelobet sei der da kommt in dem namen des HErrn, Hosianna in der höhe! Vorlesung, Vormitt. Pf. 40, v. 6 bis 18. wunder, und deine gedanken, die du an uns beweisest, dir. ist nichts gleich; ich will sie verkündigen, und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Opfer und speisopfer gefallen dir nicht, aber die ohren hast du mir aufgethan, du willst weder brandopfer noch sündopfer. Da sprach ich: siehe ich komme, im buch ist von mir geschrieben; deinen willen, mein GOtt, thue ich gerne, und dein gesetz habe ich in meinem herzen. Ich will predigen die gerechtigkeit in der großen gemeine, siehe, ich will mir meinen mund nicht stopfen lassen, HErr, das weißest du. Deine gerechtigkeit ver= berge ich nicht in meinem herzen; von deiner wahrheit und von deinem heil rede ich, und verhehle deine güte und 4 Episteln und Evangelien, treue nicht vor der großen gemeine.| JEfu Chrifti. Darum nehmet euch Du aber, HErr, wollest deine barmherzigkeit von mir nicht wenden, laß deine gute und treue allewege mich behüten. Denn es hat mich umgeben leiden ohne zahl; es haben mich meine sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann, ihrer ist mehr denn haar auf meinem haupt und mein herz hat mich verlassen. Laß dirs gefallen, HErr, daß du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen. Schämen müssen sich und zu schanden werden, die mir nach mei= ner seele stehen, daß sie die umbringen; zurüd müssen sie fallen, und zu schanden werden, die mir übels gönnen. Sie müssen in ihrer schande er= schrecken, die über mich schreien: da, da! Es müssen sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen, und die dein heil lieben, müssen sagen alle= wege: der HErr sei hochgelobet. Denn ich bin arm und elend, der HErr aber forget für mich; du bist mein helfer und erretter: mein GOtt, verzeuch nicht. unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu GOt= tes lobe. Ich sage aber, daß JEsus Christus sei ein diener gewesen der beschneidung, um der wahrheit willen GOttes, zu bestätigen die verhei= ßung, den vätern geschehen, daß die heiden aber GOtt loben, um der barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den heiden, und deinem namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr heiden, mit seinem volke! Und abermal: Lobet denHErrn, alle heiden, und preiset ihn, alle bölker! Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die heiden, auf den werden die heiden hoffen. GOtt aber der hoffnung erfülle euch mit aller freude und friede im glauben, daß ihr völlige hoffnung habet, durch die kraft des heiligen geistes. Am andern Adventsſonntage. Epistel, Röm. Cap. 15, v. 1 bis 13. Wir ir, die wir start sind, sollen der schwachen gebrechlichkeit tragen und nicht gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem nächsten gefalle zum guten, zur besserung, denn auch Christus nicht an ihm selber gefallen hatte; sondern wie geschrieben stehet: die schmach derer, die dich schmähen, sind über mich gefallen. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur lehre geschrieben, auf daß wir durch geduld und trost der schrift Hoffnung haben. GOtt aber der geduld und des trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnt seid unter einander, nach JEsu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit einem munde lobet GOtt und den vater unsers HErrn Evangelium, Luc. Cap. 21, v. 25 bis 36. Esus ſprach zu feinen jüngern: 68 an der sonne und mond und sternen und auf erden wird den leuten bange sein und werden zagen und das meer und die wasserwogen werden brausen. Und die menschen werden verschmachten vor furcht und vor warten der dinge, die kommen sollen auf erden, denn auch der himmel kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des menschen sohn kommen in den wolken mit großer Fraft und herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure häupter auf, darum daß sich eure erlösung nahet. Und er sagete ihnen ein gleichniß: Sehet an den feigenbaum und alle bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jegt der sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das reich GOttes nahe nebst den festlichen Vorlesungen. 5 ist. Wahrlich, ich sage euch: dies ge=| aber, das du nicht empfangen hast? schlecht wird nicht vergehen, bis daß So du es aber empfangen hast, es alles geschehe. Himmel und erde was rühmest du dich denn, als der es werden vergehen, aber meine worte nicht empfangen hätte? vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure herzen nicht beschweret werden mit fressen und saufen und mit sor= gen der nahrung, und komme dieser tag schnell über euch, denn wie ein fallstrick wird er kommen über alle, die auf erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen Siesem allen, das geschehen soll und zu stehen vor des menschen sohn. statt dessen: Das Evangelium vom 26. Sonnt. nach Trinitat. Matth. Cap. 25. v. 31. bis 46, wenn solches in demselben Jahre ausgefallen. Am dritten Adventssonntage. Evangelium, Matth. Cap. 11, b. 2 bis 10. a Johannes im gefängniß die seiner jünger zween, und ließ ihm ſagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Eſsus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die blinden sehen, die lahmen gehen, die aussäßigen werden rein und die tauben hören, die todten stehen auf und den armen wird das evangelium gepredigt, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing JEsus an zu reden zu dem volke von Johanne: Was seid ihr hinausge= gangen in die wüste, zu sehen? wolltet ihr ein rohr sehen, das der wind hin und her wehet? oder was seid ihr hin= nen menschen in weichen kleidern ſe= ausgegangen zu sehen? wolltet ihr ei= hen? Siehe, die da weiche kleider tragen, find in der könige häuser. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? wolltet ihr einen propheten sehen? ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein propbet; denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: Siehe ich sende meinen engel vor dir her, der deinen weg vor dir bereiten soll. Am vierten Adventssonntage. Epistel, 1 Cor. Cap. 4, v. 1 bis 7. Dafür halte uns jedermann, näm= lich für Christi diener und haus= halter über GOttes geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen tage, auch richte ich mich ſelbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der HErr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der zeit, bis der HErr komme, welcher auch wird an das licht bringen, was im finstern verborgen ist, und den rath der herzen offenbaren, alsdann wird einem jeg. lichen von GOtt lob wiederfahren. Solches aber, lieben brüder, habe ich euch. Eure lindigkeit laffet fund sein auf mich und Apollo gedeutet, um allen menschen. Der HErr ist nahe. euretwillen, daß ihr an uns lernet, Sorget nichts, sondern in allen dingen daß niemand höher von sich halte, lasset eure bitte im gebet und flehen denn jegt geschrieben ist, auf daß sich mit danksagung vor GOtt fund wernicht einer wider den andern um jeden. Und der friede GOttes, welcher mandes willen aufblase, denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du höher ist, denn alle vernunft, bewahre cure herzen und sinne in Christo Epistel, Philipp. Cap. 4, v. 4 bis 9. reuet euch in dem HErrn allewege 6 Episteln und Evangelien, JEfu. Weiter lieben brüder, was| Israel, darum bin ich kommen, zu wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was feusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine tugend, etwa ein lob, dem denket nach. Welches ihr auch gelernet, und empfangen und gehöret und gesehen habet an mir, das thut, so wird der HErr des friedens mit euch sein. taufen mit wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sahe, daß der geist herabfuhr, wie eine, taube vom himmel, und blieb auf ihm. Und ich tannte ihn nicht; aber der mich fandte zu taufen mit wasser, derselbige sprach zu mir: Über welchen du sehen wirst den geist herabfahren, und auf ihm bleiben, derselbige ist es, der mit dem heiligen geiste taufet. Und ich sahe es, und zeugete, daß dieser ist GOttes sohn. Evangelium, Joh. Cap. 1, v. 19 bis 34, ies ist das zeugniß Johannis, rufalem priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er be= fannte und leugnete nicht, und er be= fannte: Ich bin nicht Christus. Und fie fragten ihn: Was denn? bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir antwort geben denen, die uns gesandt haben; was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine stimme eines predigers in der wüste: richtet den weg des HErrn, wie der prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich feine schuhriemen auflöse. Dies ge= schahe zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Des an= dern tages siehet Johannes JEsum zu ihm kommen, und spricht: Siehe, das ist GOttes lamm, welches der welt sünde trägt. Dieser ist es, von dem ich gesaget habe: Nach mir fommt ein mann, welcher vor mir gewesen ist, denn er war ehe denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Am ersten Christtage. Epistel, Tit. Cap. 2, v. 11 bis 14. die gnade GOttes allen menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche wesen und die weltlichen lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser welt und warten auf die selige hoffnung und erscheinung der herrlichkeit des großen GOttes und unsers heilandes JEsu Christi, der sich selbst für uns gege= ben hat, auf daß er uns erlösete von aller ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein volk zum eigenthum, das fleißig wäre zu guten werken. Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 1 bis 20. 8 begab sich zu der zeit, daß ein gebot von dem kaiser Augusto ausging, daß alle welt geschäßet würde. Und diese schakung war die allererste und geschahe zu der zeit, da Chrenius landpfleger in Syrien war; und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine stadt. Da machte sich auch auf 30seph aus Galiläa, aus der stadt Nazareth, in das jüdische land, zur stadt David, die da heißet Bethlehem; darum, daß er von dem hause und geschlechte Davids war; auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem ver= trauten weibe, die war schwanger. nebst den festlichen Vorlesungen. 7 Und als sie daselbst waren, kam die es sind viele falsche propheten ausge= zeit, daß sie gebären sollte und sie ge- gangen in die welt. Daran sollt ihr bar ihren ersten sohn und wickelte den geist GOttes erkennen: Ein jegliihn in windeln und legte ihn in eine cher geist, der da bekennet, daß JEsus Frippe, denn sie hatten sonst keinen Christus in das fleisch kommen, der raum in der herberge. Und es waren ist von GOtt. Und ein jeglicher geist, hirten in derselbigen gegend auf dem der da nicht bekennet, daß JEsus felde bei den hürden, die hüteten des Christus ist in das fleisch kommen, nachts ihrer heerde. Und siehe, des der ist nicht von GOtt. Und das ist HErrn engel trat zu ihnen und die der geist des widerchrists, von welflarheit des HErrn leuchtete um sie chem ihr habet gehöret, daß er komund sie furchten sich sehr. Und der engel men werde und ist jetzt schon in der sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, welt. Kindlein, ihr seid von GOtt siehe ich verkündige euch große freude, und habt jene überwunden, denn der die allem volke wiederfahren wird, in euch ist, ist größer, denn der in denn euch ist heute der heiland geboren, der welt ist. Sie sind von der welt, welcher ist Christus der HErr, in der darum reden sie von der welt und die stadt David. Und das habet zum zei- welt höret sie. Wir sind von GOtt chen: ihr werdet finden das find in und wer GOtt erkennet, der höret windeln gewickelt und in einer frippe uns; welcher nicht von GOtt ist, der liegen. Und alsbald war da bei dem höret uns nicht. Daran erkennen engel die menge der himmlischen heer- wir den geist der wahrheit und den schaaren, die lobten GOtt und spra- geist des irrthums. Ihr lieben, laschen: Ehre sei GOtt in der höhe und set uns unter einander lieb haben, friede auf erden und den menschen denn die liebe ist von GOtt und ein wohlgefallen. Und da die engel wer lieb hat, der ist von GOtt ge= von ihnen gen himmel fuhren, spra- boren und fennet GOtt. Wer nicht chen die hirten unter einander: Lasset uns gehen gen Bethlehem und die geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr fund gethan hat: Und sie famen eilend und funden beide, Mariam und Joseph, dazu das kind in der krippen liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das wort aus, welches zu ihnen von diesem finde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der rede, die ihnen die hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese worte und bewegte sie in ihrem herzen. Und die hirten kehrten wieder um, preiseten und lobeten GOtt um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesaget war. Vorlesungen, Vorm. 1. Joh. Cap. 4, v. 1 bis 16. 2hr lieben, glaubet nicht einem jeglichen geiste, sondern prüfet die geister, ob sie von GOtt sind, denn lieb hat, der kennet GOtt nicht, denn GOtt ist die liebe. Daran ist erschienen die liebe GOttes gegen uns, daß GOtt seinen eingebornen. sohn gesandt hat in die welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die liebe, nicht, daß wir GOtt geliebet haben, sondern, daß er uns geliebet hat und gesandt seinen sohn zur versöhnung für unsere sünde. Ihr lieben, hat uns GOtt also geliebet, ſo sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat GOtt jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibet GOtt in uns, und seine liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem geiste gegeben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der vater den sohn gesandt hat zum heiland der welt. Welcher nun bekennet, daß JEsus GOttes sohn ist, in dem bleibetGOtt und er inGOtt. Und wir ha 8 Episteln und Evangelien, ben erkannt und geglaubet die liebe,| nen brüdern und mitten in der gemeine die GOtt zu uns hat. dir lobsingen. Und abermal: Ich will mein vertrauen auf ihn setzen. Und abermal: Siehe da, ich und die kinder, welche mir GOtt gegeben hat. Nachdem nun die kinder fleisch und blut haben, ist ers gleichermaßen theilhaftig worden, auf daß er durch den tod die macht nähme dem, der des. todes gewalt hatte, das ist dem teufel; und erlösete die, so durch furcht des todes im ganzen leben knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die engel an sich, sondern den samen Abrahä nimmt er an sich. Daher mußte er aller dinge seinen brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer hohepriester ver GOtt, zu versöhnen die sünde des volls. Denn darinnen er gelitten hat und versuchet ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Am zweiten Christtage. Nachm. Hebr. Cap. 2, v. 1 bis 18. Wir ir sollen desto mehr wahrnehmen des wortes, das wir hören, daß wir nicht dahin fahren. Denn so das wort fest worden ist, das durch die engel geredet ist und eine jegliche übertretung und ungehorsam hat empfangen seinen rechten lohn: wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche seligkeit nicht achten, welche, nach dem sie erstlich geprediget ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehöret haben. Und GOtt hat ihr zeugniß gegeben mit zeichen, wundern und mancherlei kräften und mit austheilung des heiligen geistes nach seinem willen, Denn er hat nicht den engeln untergethan die zukünftige welt, davon wir reden. Es bezeuget aber einer an einem orte, und spricht: Was ist der mensch, daß du sein ge= denkest, und des menschen sohn, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn eine fleine zeit der engel mangeln lassen, mit preis und ehre haſt du ihn gekrdnet über deiner hände. Alles hast du untergethan zu seinen füßen. Indem, daß er ihn alles hat untergethan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht unter than sei; jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles unterthan sei. Den aber, der eine kleine zeit der engel ge= mangelt hat, sehen wir, daß es JEsus ist, durch leiden des todes gekrönet mit preis und ehren, auf daß er von GOttes gnaden für alle den tod schmedete. Denn es ziemete dem, um deß willen alle dinge sind und durch den alle dinge sind, der da viele finder hat zur herrlichkeit geführet, daß er den herzog ihrer seligkeit durch) leiden vollkommen machte. Sintemal sind alle von einem kommen, beide der da heiliget und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie brüder zu heißen und spricht: Ich will verkündigen deinen namen meiEpistel, Hebr. Cap. 1, v. 1 bis 14. Nachdem vor zeiten GOtt manchweise geredet hat zu den vätern durch die propheten, hat er am letzten in diesen tagen zu uns geredet durch den sohn, welchen er gefehet hat zum erben über alles, durch welchen er auch die welt gemacht hat. Welcher, sintemal er ist der glanz seiner herrlichkeit und das ebenbild seines wesens und trägt alle dinge mit seinem kräftigen worte und hat gemacht die reinigung unsrer sünden durch sich selbst, hat er sich ge= seßet zu der rechten der majeſtät in der höhe. So viel besser worden, denn die engel, so gar viel einen höhern namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem engel hat er jemals gesaget: Du bist mein sohn, heute habe ich dich gezeiget? Und abermal: ich werde sein vater sein und er wird mein sohn sein. Und abermal, da er einführet den erstgebornen in die welt, spricht er: Und es sollen ihn alle engel nebst den festlichen Vorlesungen. 9 GOttes anbeten. Von den engeln| Er kam in sein eigenthum, und die spricht er zwar: Er machet seine engel seinen nahmen ihn nicht auf. Wie geister, und seine diener feuerflam- viele ihn aber aufnahmen, denen gab men; aber von dem sohne: GOtt er macht, GOttes finder zu werden, dein stuhl währet von ewigkeit zu die an seinen namen glauben, welche ewigkeit, das scepter deines reiches nicht von dem geblüte, noch von dem ist ein richtiges scepter. Du hast ge- willen eines mannes, sondern von liebet die gerechtigkeit und gehaffet die GOtt geboren sind. Und das wort ungerechtigkeit, darum hat dich, o ward fleisch, und wohnete unter uns, GOtt, gefalbet dein GOtt mit dem und wir sahen seine herrlichkeit, eine öle der freuden, über deine genoffen. herrlichkeit als des eingebornen sohUnd: Du, HErr, hast von anfang die nes vom vater, boller gnade und erde gegründet und die himmel sind wahrheit. Johannes zeuget von ihm, deiner hände werke; dieselbigen wer- rufet und spricht: Dieser war es, von den vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein fleid, und wie ein gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln. Du aber bist derselbige und deine jahre werden nicht aufhören. Zu welchem engel aber hat er jemals gesagt: Seße dich zu meiner rechten, bis ich lege deine feinde zum Schemel deiner füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare geister, ausgefandt zum dienst um derer willen, die ererben sollen die seligkeit? dem ich gesaget habe: nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist, denn er war ehe, denn ich. Und von seiner fülle haben wir alle genommen gnade um gnade. Denn das geseß ist durch Mosen gegeben, die gnade und wahrheit ist durch JEsum Christum worden. Niemand hat GOtt je ge= sehen; der eingeborne sohn, der in des vaters schooß ist, der hat es uns ver= fündiget." Evangelium, Joh. Cap. 1, v. 1 bis 18. Vorlesungen, Vorm. Röm. C. 8, b. 28 bis 39. ir wissen, daß denen, die W dinge zum m wort war bei GOtt, und GOtt war das wort; dasselbige war im anfang bei GOtt. Alle dinge sind durch daffelbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das leben, und das leben war das licht der menschen. Und das licht scheinet in der finsterniß, und die finsterniß habens nicht begriffen. Es war ein mensch von GOtt gesandt, der hieß Johannes; derselbige kam zum zeugniß, daß er von dem lichte zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubeten. Er war nicht das licht, sondern daß er zeugete von dem lichte. Das war das wahrhaftige licht, welches alle menschen erleuchtet, die in diese welt kommen. Es war in der welt, und die welt ist durch dasselbige gemacht, und die welt fannte es nicht. berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verord= net, daß sie gleich sein sollten dem ebenbilde seines fohnes, auf daß derselbige der erstgeborne sei unter vielen brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat ge= recht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn wei= ter sagen? Ist GOtt für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die auserwählten GOttes beschuldigen? GOtt ist hier, der da gerecht machet. Wer will verdammen? Chris . 10 stus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur rechten GOttes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der liebe GOttes? trübsal, oder angst, oder verfolgung, oder hunger, oder blöße, oder gefährlichkeit, oder schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen tag, wir sind geachtet für schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder tod noch leben, weder engel noch fürstenthum noch gewalt, weder gegenwärtiges noch zukünftiges, we= der hohes noch tiefes, noch keine andere freatur, mag uns scheiden von der liebe GOttes, die in Christo JEsu ist, unserm HErrn. Episteln und Evangelien, Stachmitt. 1. Tim. Cap. 3, v. 15 bis Cap. 4, v. 16. welcher du immerdar gewesen bist. Der ungeistlichen aber und altvettelischen fabeln entschlage dich. Übe dich selbst aber an der gottseligkeit; denn die leibliche übung ist wenig nüße, aber die gottseligkeit ist zu allen dingen nüße und hat die verheißung dieses und des zukünftigen lebens. Das ist je gewißlich wahr und ein theuer werthes wort. Denn dahin arbeiten wir auch und werden geschmähet, daß wir auf den lebendigen GOtt gehoffet haben, welcher ist der heiland aller menschen, sonderlich aber der gläubigen. Solches gebeut und lehre. Niemand verachte deine jugend, sondern sei ein vorbild den gläubigen, im worte, im wandel, in der liebe, im geiste, im glauben, in der keuschheit. Halte an mit lesen, mit ermahnen, mit lehren, bis ich komme. Laß nicht ist durch die weissagung, mit handaus der acht die gabe, die dir gegeben auflegung der ältesten. Solches dein wahrheit und kündlich groß ist das gottselige geheimniß: GOtt ist offenbaret im fleisch, gerechtfertiget im geiste, erschienen den engeln, geprediget den heiden, geglaubet von der welt, aufgenommen in die herrlichkeit. Der geist aber saget deutlich, daß in den letzten zeiten werden etliche von dem glauben abtreten und anhangen den verführerischen geistern und leh= ren der teufel, durch die, so in gleißnerei lügenredner sind und brandmale in ihrem gewissen haben, und verbieten ehelich zu werden, und zu meiden die speise, die GOtt geschaffen tephanus voll glaubens und hat, zu nehmen mit danksagung, den kräfte, that wunder und große gläubigen und denen, die die wahr- zeichen unter dem volke. Da standen heit erkennen. Denn alle freatur etliche auf von der schule, die da heißet GOttes ist gut, und nichts verwerf- der Libertiner und der Chrener und lich, das mit danksagung empfangen der Alexanderer und derer, die aus wird, denn es wird geheiliget durch Cilicia und Asia waren, und befragdas wort GOttes und gebet. Wenn ten sich mit Stephano; und sie ver= du den brüdern solches vorhältst, so mochten nicht wider zu stehen der wirst du ein guter diener JEsu Christi weisheit und dem geiste, aus welchem fein, auferzogen in den worten des er redete. Da richteten sie zu etliche glaubens und der guten lehre, bei männer, die sprachen: Wir haben ihn zunehmen in allen dingen offenbar sei. Habe acht auf dich selbst und auf die lehre; beharre in diesen stücken, denn wo du solches thust, wirst du dich selbst selig machen und die dich hören. Am Sonntage nach dem Chrifttage. Epistel, vom Tage Stephani. Ap. Gesch. Cap. 6, v. 8 bis 15 und Cap. 7, v. 54 bis 59. nebst den festlichen Vorlesungen. 11 getödtet habt zwischen dem tempel und altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies ges schlecht kommen. Jerusalem, Jerufalem! die du tödtest die propheten und steinigest die zu dir gefandt sind: wie oft habe ich deine kinder versammeln wollen, wie eine henne versammelt ihre füchlein unter ihre flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer haus soll euch wüste gelassen werden, denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jegt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei der da kommt im namen des HErrn. gehöret lästerworte reden wider Mo-| Zacharia, Barachiä sohn, welchen ihr sen und wider GOtt. Und bewegten das voll und die ältesten und schriftgelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den rath, und stellten falsche zeugen dar, die sprachen: Dieser mensch höret nicht auf zu reden lästerworte wider diese heilige stätte und das geseg, denn wir haben ihn hören sagen: JEsus von Nazareth wird diese stätte zerstören und ändern die sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle die im rathe saßen, und sahen sein angesicht, wie eines engels angesicht. Da sie solches hörten, ging es ihnen durch das Herz und bissen die zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen geistes war, auf gen und sah die herrlichkeit Gottes, und 3Gſum stehen zur rechten GOttes und sprach: Siehe, ich sehe den himmel offen und des menschen sohn zur rechten GOttes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre ohren zu und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur stadt hinaus und steinigten ihn. Und die zeugen legten ab ihre kleider zu den füßen eines jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: HErr JEsu, nimm meinen geist auf! Er fniete aber nieder und schrie laut: HErr, behalte ihnen diese sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Borlesungen, Vormittags. Ps. 90. Err du bist unsere für und flir. Ghe denn die berge worden und die erde und die welt ge= schaffen worden, bist du, GOtt, von ewigkeit zu ewigkeit. Der du die menschen läsfest sterben und sprichst: Kommet wieder, menschenkinder. Denn tausend jahr sind vor dir wie der tag, der gestern vergangen ist, und wie eine nachtwache. Du läsfest sie dahin fahren wie einen strom, und sind wie ein schlaf, gleich wie ein gras, das doch bald welk wird, das da früh blühet und bald welk wird, und des abends abgehauen wird, und verdorret. Das machet dein zorn, daß wir so vergehen, und dein grimm, daß wir so plößlich dahin müssen. Denn unsere missethat stellst du vor dich, unsere unerkannte sünde ins Evangelium, Matth. Cap. 23, v. 34 bis 39. und schriftgelehrten und obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch propheten und weise und schriftgelehrte, und derselben werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren schulen, und werdet sie verfolgen von einer stadt zu der andern, auf daß über euch komme alle das gerechte blut, das vergossen ist auf erden, von dem blute an des gerechten Abels, bis auf das blut fahren alle unsere tage dahin durch deinen zorn, wir bringen unsere jahre zu, wie ein geschwäß. Unser leben währet siebenzig jahr, und wenns hoch kommt, so finds achtzig jahr; und wenns köstlich gewesen ist, so ists mühe und arbeit gewesen, denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubts aber, daß du so sehr zürnest? und wer fürchtet sich vor solchem deinem grimm? Lehre uns Episteln und Evangelien, bedenken, daß wir sterben müssen, auf| nicht verholen, da ich im verborgenen daß wir flug werden. HErr, fehre dich doch wieder zu uns und sei deinen knechten gnädig. Fülle uns frühe mit deiner gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser lebelang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange unglück leiden. Zeige deinen knechten deine werke, und deine ehre ihren kindern. Und der HErr, unfer GOtt, sei uns freundlich, und fördere das werk unserer hände bei uns, ja das werk unserer hände wolle er förgemacht ward, da ich gebildet ward unten in der erde. Deine augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle tage auf dein buch ge= schrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war. Aber wie köstlich sind vor mir, GOtt, deine gedanken! Wie ist ihr so eine große summa! Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein, denn des sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. Ach GOtt, daß du tödtest die gottlosen, und die blutgierigen von mir weichen müssen! Denn sie reden von dir lästerlich und deine feinde er= heben sich ohne ursach. Ich hasse ja, HErr, die dich hassen, und verdreußt dern. 12 Nachmittage. Ps 139. nest mich. Ich size oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest moine gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und fichest alle meine wege. Denn siehe, es ist kein wort auf meiner zunge, das du, HErr, nicht alles wissest. Du schaffest es, was ich vor oder hernach thue, und hältst deine hand über mir. Solches erkenntniß ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich fanns nicht. begreifen. Wo soll ich hingehen vor deinem geist und wo soll ich hinfliehen deinem ich gen himmel, so bist du da. Bettete ich mich in die hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich flügel der morgenröthe und bliebe am äußersten meer, so würde mich doch deine hand daselbst führen und deine rechte mich halten. Spräche ich: finsterniß möge mich decken, so muß die nacht auch licht um mich sein. Denn auch finsterniß nicht finster ist bei dir und die nacht leuchtet wie der tag, finsterniß ist wie das licht. Denn du hast meine nieren in deiner gewalt, du warest über mir im mutterleibe. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine werke, und das erkennet meine feele wohl. Es war dir mein gebein auf seßen. Ich hasse sie in rechtem ernst, darum sind sie mir feind. Erforsche mich, GOtt, und erfahre mein herz, prüfe mich und erfahre, wie ich s meine. Und siehe, ob ich auf böse n wege bin, und leite mich auf ewigem wege, Am Neujahrstage. Epistel, Gal. Cap. 3, v. 23 bis Cap. 4, v. 7. She denn der glaube kam, wurden unter und beschlossen auf den glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das geseß unser zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den glauben gerecht würden. Nun aber der glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem zuchtmeister. Denn ihr seid alle GOttes finder durch den glauben an Christum Jesum, denn wie viel eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein jude noch grieche, hier ist kein knecht noch freier, hier ist kein mann noch weib: denn ihr seid allzumal einer in Christo JEsu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams samen, und nach der verheißung erben. Ich sage aber, so lange der erbe ein find ist, so nebst den festlichen Vorlesungen. 13 st unter ihm und einem knechte kein| da. Der HErr macht zunicht der heiunterschied, ob er wohl ein HErr ist aller güter: sondern er ist unter den vormündern und pflegern, bis auf die bestimmte zeit vom vater. Also auch wir, da wir finder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen fazungen. Da aber die zeit erfüllet ward, sandte GOtt seinen sohn, ge= boren bon einem weibe, und unter das gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem geseße waren, erlösete, daß wir die kindschaft empfingen. Weil ihr denn finder seid, hat GOtt gefandt den geist seines sohnes in eure herzen, der schreiet: Abba, lieber bater! Also ist nun hier kein knecht mehr, sondern eitel finder. Sind es aber finder, so sind es auch erben GOttes durch Christum. den rath und wendet die gedanken der völker. Aber der rath des HErrn bleibet ewiglich, seines herzens gedanken für und für. Wohl dem volk, des der HErr ein GOtt ist; das volt, das er zum erbe erwählet hat. Der HErr schauet vom himmel und siehet aller menschen kinder; von ſeinem festen thron siehet er auf alle, die auf erden wohnen. Er lentet ihnen allen das herz, er merket auf alle ihre werke. Einem könige hilft nicht seine große macht, ein riese wird nicht errettet durch seine große kraft. Nosse helfen auch nicht, und ihre große stärke er= rettet nicht. Siehe, des HErren auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf seine güte hoffen, daß er ihre feele errette vom tode und ernähre fie in der theuerung. Unsere seele harret auf den HErrn, er ist unsere hülfe und schild. Denn unser herz freuet sich Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 21. a acht tage um waren, daß das sein name genennet JEsus, welcher genennet war von dem engel, ehe enn er im mutterleibe empfangen ward. Vorlesungen, Vormittags. Pf. 33. reuet euch des HErrn, ihr gerechpreisen. Danket dem HErrn mit harfen und lobsinget ihm auf dem psalter von zehn saiten. Singet ihm ein neues lied, machets gut auf saitenspielen mit schalle. Denn des HErrn wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. Er liebet gerechtigkeit und gericht, die erde ist voll der güte des HErrn. Der himmel ist durchs wort des HErrn gemacht und alle sein heer durch den geist seines mundes. Er hält das wasser im meer zusammen, wie in einem schlauch, und leget die tiefe ins verborgene. Alle welt fürchte den HErrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem über uns, wie wir auf dich hoffen. gen namen. Deine güte, HErr, sei Nachmittags. Pf. 67. Gott, Ott, sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein antlig leuchten, Sela: Daß wir auf erden erkennen seinen weg, unter allen hei= ſein G8 dit, die bölfer, es danken dir alle völker. Die völker freuen sich und jauchzen, daß du die leute recht richtest, und regiereft die leute auf erden, Sela. Es danken dir, GOtt, die völker, es dan= ten dir alle völker. Das land giebt sein gewächs; e8 segne uns GOtt, unser GOtt. Es segne uns GOtt, und alle welt fürchte ihn. Auf das Fest der Erscheinung Christi, so am Sonntage nach dem Neuen Jahre gefeiert wird. Epistel, Tit. Cap. 3, v. 3 bis 8. erdboden wohnet. Denn so er ſpricht, Wir waren auch weiland unweiſe, er dienende Episteln und Evangelien, 14 den lüften und mancherlei wollüsten, und wandelten in bosheit und neid, und haßten uns unter einander. Da aber erschien die freundlichkeit und leutseligkeit GOttes unsers heilandes, nicht um der werke willen der gerechtigfeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner barmherzigkeit, machte er uns selig durch das bad der wiedergeburt und erneuerung des heiligen geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch JEsum Christum unsern heiland, auf daß wir durch des felben gnade gerecht und erben sein des ewigen lebens nach der hoffnung; das ist gewißlich wahr. Solches will ich, daß du fest lehrest, auf daß die, so an GOtt gläubig sind worden, in einem stande guter werke funden werden. Solches ist gut und nüß den menschen. oder: Die Epistel vom 1. Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi, wenn es auf diesen Sonntag fällt. Evangelium, Matth. Cap. 2, v. 1 bis 12. a JEfus geboren war zu Bethlehem zeit des fönigs Herodis, siehe, da kamen die weisen vom morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne könig der juden? wir haben seinen stern gesehen im mor= genlande und find kommen ihn anzubeten. Da das der könig Herodes hörte, erschraf er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ bersammeln alle hohepriester und schriftgelehrten unter dem volke und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen lande, denn also stehet geschrieben durch den propheten: Und du Bethlehem im jüdischen lande, bist mit nichten die kleinste unter den fürsten Juda, denn aus dir soll mir tommen der herzog, der über mein volk Israel ein HErr sei. Da berief Herodes die weisen heimlich und erlernte mit fleiß von ihnen, wann der stern erschienen wäre, und weisete fie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem findlein, und wenn ihr es findet, so faget mir es wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den könig gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der stern, den sie im morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das findlein war. Da sie den stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das haus und fanden das kindlein mit Maria seiner mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre schäße auf und schenkten ihm gold, weihrauch und myrrhen. Und GOtt befahl ihnen im traume, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes len= fen; und zogen durch einen andern weg wieder in ihr land. Borlesungen, Vorm. Ephes. Cap. 2, v. 4 bis 22. Ott, der da reich ist von barmgroße damit er uns geliebet hat, da wir todt waren in hat er uns sammt Christo lebendig gemacht, denn aus gnaden seid ihr selig wor den, und hat uns sammt ihm aufer= wecket und sammt ihm in das himmlische wesen gesetzet in Christo JEfu, auf daß er erzeigte in den zukünftigen zeiten den überschwänglichen reichthum seiner gnade, durch seine güte über uns in Christo Jesu. Denn aus gnaden seid ihr selig worden durch den glauben, und dasselbige nicht aus tuch, GOttes gabe ist es; nicht aus den werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein werk, geschaffen in Christo JEsu zu guten werken, zu welchen GOtt uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Darum ge= denket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem fleische heiden gewesen seid und die vorhaut genennet wurdet, nebst den festlichen Vorlesungen. 15 recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf erden das recht anrichte und die inseln werden auf sein geseß warten. So spricht GOtt, der HErr, der die himmel schaffet und ausbreitet, der die erde machet und ihr gewächse, der dem volk, so darauf ist, den odem giebt und den geift dez nen, die darauf gehen: Ich, der HErr, habe dir gerufen mit gerechtigkeit und habe dich bei deiner hand gefasset und habe dich behütet und habe dich zum bund unter das volk gegeben, zum licht der heiden, daß du sollst öffnen die augen der blinden und die gefangenen aus dem gefängniß führen, und die da sizen in finsterniß, aus dem ferker. Ich, der HErr, das ist mein name und will meine ehre keinem andern geben, noch meinen ruhin den gößen. Siehe, was kommen soll, verkündige ich zuvor und verkündige neues; ehe denn es aufgehet, lasse ichs euch hören. Singet dem HErrn ein neues lied, sein ruhm ist an der welt ende; die im meer fahren und was darinnen ist, die inseln und die darinnen wohnen. Rufet laut, ihr wüsten und die städte darinnen, sammt den dörfern, da Kedar wohnet. Es jauchzen, die im felsen wohnen und rufen von den höhen der berge. Lasset sie dem HErrn die ehre geben und seinen ruhm in den inseln verkündigen. von denen, die genennet sind die beschneidung nach dem fleische, die mit der hand geschiehet, daß ihr zu derselbigen zeit waret ohne Christo, fremde und außer der bürgerschaft Israel, und fremde von den testamenten der verheißung, daher ihr keine hoffnung hattet und waret ohne GOtt in der welt. Nun aber, da ihr in Christo JEsu seid und weiland ferne gewesen, seid nun nahe worden durch das blut Christi. Denn er ist unser friede, der aus beiden eines hat gemacht und hat abgebrochen den gaun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein fleisch wegnahm die feindschaft, nämlich das geseß, so in geboten gestellet war, auf daß er aus zween einen neuen men= schen in ihm selber schaffete und friede machte. Und daß er beide versöhnete mit GOtt in einem leibe, durch das Freuz und hat die feindschaft getödtet durch sich selbst und ist kommen, hat verkündiget im evangelio den frieden, euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir den zugang alle beide in einem geiste zum bater. So seid ihr nun nicht mehr gäste und fremdlinge, sondern bürger mit den heiligen und GOttes hausgenossen, erbauet auf den grund der apostel und propheten, da JEsus Christus der eckstein ist, auf welchem der ganze bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen tempel in dem HErrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer behausung GOttes im geiste. Am ersten Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, Nachmitt. Jes. 42, b. 1 bis 12. Ziehe, das ist mein knecht, ich erhalte ihn, und mein auserwählter, welchem meine Röm. Cap. 12, b. 1 bis 6. brüder, fallen hat. Ich habe ihm meinen geift I durch die barmherzigkeit Gottes, gegeben, er wird das recht unter die heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen und seine stimme wird man nicht hören auf den gassen. Das zerstoßene rohr wird er nicht zer brechen und das glimmende docht wird er nicht auslöschen, er wird das daß ihr eure leiber begebet zum opfer, das da lebendig, heilig und GOtt wohlgefällig sei, welches ser euer vernünftiger gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser welt gleich, sondern verändert euch durch verneuerung eures sinnes, auf daß ihr prüfen möget, wel 16 Episteln und Evangelien, ches da sei der gute, der moyigefällige und der vollkommene GOttes wille. Denn ich sage durch die gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sich es gebühret zu halten, son- Am zweiten Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, dern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem GOtt ausge= theilet hat das maß des glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem leibe viele glieder haben, aber alle glieder nicht einerlei geschäfte haben, nach der gnade, die uns gege= also find wir viele ein leib in Christo, ben ist. Hat jemand weissagung, so aber unter einander ist einer des an- sei sie dem glauben ähnlich. Hat jedern glied und haben mancherlei ga= mand ein amt, so warte er des aités. ben nach der gnade, die uns gege- Lehrt jemand, so warte er der lehre. ben ist. Röm. Cap. 12, b. 6 bis 16. Wir haben mancherlei gaben, Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Negieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet jemand barmherEvangelium, Luc. Cap. 2, v. 41 bis 52. Esu eltern gingen alle jahr gen F da er zwölf jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach gewohnheit des festes. Und da die tage vollendet waren und sie wieder zu hause gingen, blieb das kind JEsus zu Jerufalem und seine eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den gefährten, und famen eine tagereife und suchten ihn unter den gefreundeten und bekannten. Und da sie ihn nicht funden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien tagen, fanden sie ihn im tempel sißen mitten unter den lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle die ihm zu höreten, verwunderten sich seines ver= standes und seiner antwort. Und da sie ihn sahen, entfaßten sie sich, und feine mutter sprach zu ihm: Mein ſohn, warum hast du uns das ge= than? fiehe, dein bater und ich haben dich mit schmerzen gesuchet. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesuchet habet? wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines vaters ist? Und sie verstanden das wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine mutter behielt alle diese worte in ihrem herzen. Und JEsus nahm zu an weisheit, alter und gnade bei GOtt und den menschen. liebe sei nicht falsch. Hasset das arge, hanget dem guten an. Die brüderliche liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun follet. Seid brünstig im geiste. Schicket euch in die zeit. Seid fröhlich in der hoffnung, geduldig in trübsal. Haltet an am gebet. Nehmet euch der heiligen nothdurft an. Her= berget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den fröhlichen und weinet mit den weinenden. Habt einerlei sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen dingen, sondern haltet euch her= unter zu den niedrigen. Evangelium, Joh. Cap. 2, v. 1 bis 11. ward Cana in alla und die mutter JEſu war da; JEsus aber und seine jünger wurden auch auf die hochzeit geladen. Und da es an wein gebrach, spricht die mutter JEsu zu ihm: Sie haben nicht wein. JEsus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? meine stunde ist noch nicht kommen. Seine mutter spricht zu den nebst den festlichen Vorlesungen. 17 dienern: Was er euch saget, das thut.| ihn an und sprach: HErr, so du willst, Es waren aber allda sechs steinerne wasserkrüge gesetzet, nach der weise der jüdischen reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei maß. JEsus spricht zu ihnen: Füllet die wasserFrüge mit wasser, und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem speisemeister, und sie brachten es. Als aber der speisemeister kostete den wein, der wasser gewesen war und wußte nicht von wannen er kam,( die diener aber wußten es, die das wasser geschöpfet hatten) rufet der speisemeister dem bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten wein und wenn sie trunken wor= den sind, alsdann den geringeren; du haft den guten wein bisher behalten. Das ist das erste zeichen, das JEsus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine herrlichkeit. Und feine jünger glaubeten an ihn. fannst du mich wohl reinigen. Und JEsus streckte seine hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es thun, sei gereinigt, und alsbald ward er von seinem aussage rein. Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem priester und opfere die gabe, die Moses befohlen hat, zu einem zeugniß über sie. Da aber JEsus einging zu Capernaum, trat ein hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: HErr, mein knecht liegt zu hause und ist gichtbrüchig und hat große qual. IE= sus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: HErr, ich bin nicht werth, daß du unter mein dach gehest, sondern sprich nur ein wort, so wird mein knecht gesund. Denn ich bin ein mensch, dazu der obrigkeit unterthan, und habe unter mir friegsfnechte, noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er; und zum andern: Komm her, so kommet er; und zu meinem knechte: Thue das, so thut er es. Da das JEsus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich ich sage euch, solchen glauAm dritten Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. Cap. 12, b. 17 bis 21. altet euch nicht selbst für klug. mit sem. Fleißiget euch der ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist. so habet mit allen menschen friede. Nächet euch selber nicht, meine liebsten, sondern gebet raum dem zorne( GOttes), denn es stehet geschrieben: Die rache ist mein, ich will vergelten, spricht der HErr. So nun deinen feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn; wenn du das thust, so wirst du feurige fohlen auf sein haupt sammeln. Laß dich nicht das böse überwinden, sondern überwinde das böse mit gutem. Evangelium, Matth. Cap. 8, v. 1 bis 13. vom berge herab ging, folgete ihm viel volks nach. Und fiehe, ein ausfäßiger kam und betete Aber ich sage euch: viele werden kommen vom morgen und vom abend und mit Abraham und Isaac und Jakob im himmelreiche sigen, aber die finder des reichs werden ausgestoßen in die äußerste finsterniß hinaus, da wird sein heulen und zähnklappen. Und JEsus sprach zu dem hauptmann: Gehe hin, dir geschehe wie du geglaubet hast. Und sein knecht ward gefund zu derselbigen stunde. Am vierten Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. Cap. 13, v. 1 bis 10. der obrigkeit, die gewalt über ihn hat, denn 2 per 18 Episteln und Evangelien, es ist keine obrigkeit, ohne von GOtt;| zu ihnen: Ihr kleingläubigen, warum wo aber eine obrigkeit ist, die ist von seid ihr so furchtsam? und stand auf GOtt verordnet. Wer sich nun wider und bedräuete den wind und das die obrigkeit seget, der widerstrebet meer, da ward es ganz stille. Die GOttes ordnung; die aber widerstre- menschen aber verwunderten sich und ben, werden über sich ein urtheil em- sprachen: Was ist das für ein mann, pfahen. Denn die gewaltigen sind daß ihm wind und meer gehorsam ist. nicht den guten werfen, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der obrigkeit, so thue gutes, so wirst du lob von derselbigen haben, denn sie ist GOttes dienerin, dir zu gut. Thust du aber böses, so fürchte dich, denn ſie träget das schwert ettes, heilige und geliebte, Col. Cap. 3, v. 12. bis Cap. 4, b. 1. an, als die nicht umsonst: sie ist GOttes dienerin, eine rächerin zur strafe über den, der herzliches erbarmen, freundlichkeit, deböses thut. So seid nun aus nothmuth, sanftmuth, geduld, und verunterthan, nicht allein um der strafe willen, sondern auch um des gewissens willen. Derohalben müsset ihr auch schoß geben, denn sie sind GOttes diener, die solchen schuß sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: schoß, dem der schoß gebühret; zoll, dem der zoll gebühret; furcht, dem die furcht gebühret; ehre, dem die ehre gebühret. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das geseß erfüllet. Denn das da gefaget ist: Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht tödten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch zeugniß geben; Dich soll nichts gelüsten, und so ein ander gebot mehr ist, das wird in diesem worte verfasset: Du sollst deinen nächsten lieben als dich selbst. Die liebe thut dem nächsten nichts böses. So ist nun die liebe des gesetzes erfüllung. trage einer den andern und vergebet euch unter einander, so jemand klage hat wider den andern; gleichwie Chriftus euch vergeben hat, also auch ihr. über alles aber ziehet an die liebe, die da ist das band der vollkommenheit, und der friede GOttes regiere in euren herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem leibe, und seid dankz bar. Lasset das wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit pfalmen und lobgesängen und geistlichen, lieblichen liedern und finget dem HErrn in eurem herzen. Und alles was ihr thut, mit worten oder mit werken, das thut alles in dem namen des HErrn JEsu und danket GOtt und dem vater durch ihn. Ihr weiber, seid unterthan euren männern in dem HErrn, wie sich es gebühret. Ihr männer, liebet eure weiber und seid nicht bitter gegen sie. Ihr finder, seid gehorsam den eltern in allen dingen, denn das ist dem HErrn gefällig. Ihr väter, erbittert eure finder nicht, auf daß sie nicht schen werden. Ihr knechte, seid gehorsam in allen dingen euren leiblichen HErren, nicht mit dienste vor augen, als den menschen zu gefallen, sondern mit einfältigkeit des herzens und mit gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von her= zen, als dem HErrn und nicht dem Evangelium, Matth. Cap. 8, b. 23 bis 27. 3 Efus trat in das schiff und seine jünger folgten ihin. Und siehe, da erhob sich ein groß ungestüm im meere, also, daß auch das schifflein mit wellen bedecket ward und er schlief. Und die jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: HErr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er Am fünften Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, nebst den festlichen Vorlesungen. menschen, und wisset, daß ihr von dem HErrn empfahen werdet die vergeltung des erbes, denn ihr dienet dem HErrn Christo. Wer aber unrecht thut, der wird empfahen, was er unrecht gethan hat und gilt kein ansehen der person. Ihr herren, was recht und gleich ist, das beweiset den knechten, und wisset, daß ihr auch einen HErrn im himmel habt. Evangelium, Matth. Cap. 13, v. 24 bis 30. und b. 36 bis 43. Igleich einem menſchen, der guten Esus sprach: Das himmelreich ist samen auf seinen acker säete. Da aber die leute schliefen, kam sein feind und fäete unkraut zwiſchen den wei= zen und Da nun das fraut wuchs und frucht brachte, da fand sich auch das unkraut. Da traten die fnechte zu dem hausvater und sprachen: HErr, hast du nicht guten samen auf deinen acker gefäet, woher hat er denn das unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der feind gethan. Da sprachen die knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den weizen mit ausraufet, so ihr das unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der ernte, und um die erntezeit will ich zu den schnittern sagen: Sammelt zuvor das unkraut und bindet es in bündlein, daß man es verbrenne, aber - den weizen sammelt mir in meine scheuren. Da ließ JEsus das volk von sich und kam heim. Und seine jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns dieses gleichniß vom unfraut auf dem acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des menschen sohn ist es, der da guten samen säet. Der ader ist die welt. Der gute same sind die kinder des reichs. Das unfraut sind die finder der bosheit. Der feind, der ſie fäet, iſt der teufel. Die ernte ist das ende der welt. Die schnitter sind die engel. Gleichwie man nun 19 das unkraut ausgätet und mit feuer verbrennet, so wird es auch am ende dieser welt gehen. Des menschen sohn wird seine engel senden und sie werden sammeln aus seinem reiche alle ärgernisse und die da unrecht thun, und werden sie in den feuerofen werfen, da wird sein heulen und zähnflappen. Dann werden die gerechten leuchten, wie die sonne, in ihres vaters reich. Wer ohren hat zu hören, der höre. Am sechsten Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, 2. Petr. Cap. 1, v. 16 bis 21. Mir haben nicht den klugen fabeln wir gethan haben die kraft und zukunft unsers HErrn JEsu Christi, sondern wir haben seine herrlichkeit selber. gesehen, da er empfing von GOtt dem vater ehre und preis, durch eine stimme, die zu ihm geschahe von der großen herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber sohn, an dem ich wohl= gefallen habe. Und diese stimme haben wir gehöret, vom himmel bracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen berge. Wir haben ein festes prophetisches wort und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein licht, das da scheinet in einem dunkeln orte, bis der tag anbreche und der morgenstern aufgehe in euren herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine weissagung in der schrift geschiehet aus eigener auslegung. Denn es ist noch nie keine weisfagung aus menschlichem willen hervorgebracht, sondern die heiligen menschen GOttes haben geredet, getrieben von dem heiligen geist. Evangelium, Matth. Cap. 17, b. 1 bis 9. nahm Petrum und Jacobum und Johannem, ſeinen bruder, und führte sie beiseits auf ei2* 20 Episteln und Evangelien, nen hohen berg. Und ward verkläret| dir nachgefolget, was wird uns davor ihnen, und sein angesicht leuchtete für? JEsus aber sprach zu ihnen: wie die sonne, und seine kleider wur- Wahrlich ich sage euch, daß ihr, die ihr den weiß als ein licht. Und siehe, da mir seid nachgefolget, in der wiedererschienen ihnen Moses und Elias, die geburt, da des menschen sohn wird redeten mit ihm. Petrus aber ant- figen auf dem stuhle seiner herrlichwortete und sprach zu JEsu: HErr, feit, werdet ihr auch sizen auf zwölf hier ist gut sein; willst du, so wollen stühlen und richten die zwölf geschlechwir hier drei hütten machen, dir eine, ter Israel. Und wer verlässet häuſer, Mofi eine und Elias eine. Da er oder brüder, oder schwestern, oder vbanoch also redete, siehe, da überschattete ter, oder mutter, oder weib, oder kin= fie eine lichte wolke. Und siehe eine der, oder äcker um meines namens. stimme aus der wolke sprach: Dies willen, der wird es hundertfältig nehist mein lieber sohn, an welchem ich men und das ewige leben ererben.. wohlgefallen habe, den sollt ihr hö- Aber viele, die da sind die ersten, wer= ren. Da das die jünger höreten, fie- den die letzten und die letzten werden len sie auf ihr angesicht und erschrafen die ersten sein. Das himmelreich ist sehr. JEsus aber trat zu ihnen, rüh- gleich einem hausvater, der am morrete sie an und sprach: Stehet auf gen ausging, arbeiter zu miethen in und fürchtet euch nicht. Da fie aber feinen weinberg. Und da er mit den ihre augen aufhoben sahen sie nie- arbeitern eins ward um einen_gromand, denn JEsum allein. Und da schen zum tagelohn, fandte er sie in fie vom berge herab gingen, gebot seinen weinberg. Und ging aus um ihnen JEsus und sprach: Ihr sollet die dritte stunde und sahe andere an dies gesicht niemand sagen, bis des dem markte müssig stehen und sprach menschen sohn von den todten aufer- zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den standen ist. weinberg, ich will euch geben, was recht ist, und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte stunde und that gleich also. Um die eilfte stunde aber ging er aus und fand andere müssig stehen und sprach zu ihnen: Was ſtehet ihr hier den gan= zen tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den weinberg und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun abend ward, sprach der HErr des weinberges zu seinem schaffner: Rufe den arbeitern und gieb ihnen den lohn, und hebe an von dem letzten, bis zu dem ersten. Da kamen die, so um die eilfte stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen groschen. Da aber die ersten kamen, meineten fie, sie würden mehr empfangen und sie empfingen auch ein jeglicher seinen groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den letzten Am Sonntage Septuagesimä. Epistel, 1. Cor. Cap. 9. v. 24 bis 27. Miſſet ihr nicht, daß die, ſo in den schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles dinges; jene also, daß sie eine vergängliche frone em= pfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf das ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die luft streichet, sondern ich betäube meinen leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Evangelium, Matth. C. 19, b. 27. bis C. 20, b. 16. etrus sprach zu JEsu: Siehe, wir nebst den festlichen Vorlesungen. 21 haben nur eine stunde gearbeitet und| HErrn geflehet habe, daß er von mir du hast sie uns gleich gemacht, die wir wiche. Und er hat zu mir gesaget: Laß des tages last und hiße getragen ha- dir an meiner gnade genügen, denn ben. Er antwortete aber und sagte zu meine fraft ist in den schwachen mächeinem unter ihnen: Mein freund, ichtig. Darum will ich mich am allerthue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen gro= schen? Nimm, was dein ist und gehe hin. Ich will aber diesen leßten geben, gleich wie dir, oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die legten die ersten und die ersten die leßten sein. Denn viel sind berufen, aber wenig find auserwählet. liebsten rühmen meiner schwachheit, auf daß die kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes muths in schwachheiten, in schmachen, in nothen, in verfolgungen, in ängsten, um Christus willen, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Am Sonntage Seragesimä. Epistel, & 2 Cor. Cap. 12, b. 1 bis 10. s ist mir das rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die gefichte und offenbarungen des HErrn: Ich kenne einen menschen in Christo, vor vierzehn jahren,( ist er in dem leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er außer dem leibe gewe= sen, so weiß ich es auch nicht, GOtt weiß es,) derselbige ward entzüdet bis in den dritten himmel. Und ich kenne denselbigen menschen,( ob er in dem leibe oder außer dem leibe ge= wesen ist, weiß ich nicht; GOtt weiß es.) Er ward entzücket in das paradies und hörete unaussprechliche worte, welche fein mensch sagen kann; davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich nichts rühmen, ohne meiner schwachheit; und so ich mich rühmen wollte, thät ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein pfahl in das fleisch, nemlich des satans engel, der mich mit fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Evangelium, Luc. Cap. 8, v. 4 bis 15. a biel volls bei einander war und zu sprach JEsus durch ein gleichniß: Es ging ein fäemann aus, zu säen seinen famen, und indem er säete, fiel etliches an den weg und ward vertreten und die vögel unter dem himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den fels, und da es aufging, berdorrete es, darum, daß es nicht saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die dornen, und die dornen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut land, und es ging auf und trug hundertfältige frucht. Da er das sagte, rief er: Wer ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine jünger und sprachen: was dies gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist ge= geben zu wissen das geheimniß des reiches GOttes; den andern aber in gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das gleichniß: Der same ist das wort GOttes. Die aber an dem wege sind, das sind die es hören; darnach kommt der teufel und nimmt das wort von ihrem herzen, auf daß sie nicht gläubig und selig werden. Die aber auf dem fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das wort mit freuden an, und die haben nicht wurzel; eine zeitlang glauben sie und zu der zeit der anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die dornen fiel, sind die, so es 22 Episteln und Evangelien, hören und gehen hin unter den for=| stückweise, dann aber werde ich es ergen, reichthum und wollust dieses le= bens, und ersticken und bringen keine frucht. Das aber auf dem guten lande, sind, die das wort hören und behalten in einem feinen guten herzen und bringen frucht in geduld. kennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet glaube, hoffnung, liebe, diese drei; aber die liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium, Am Sonntage Quinquagesimä I prach zu ihnen: Schet, wir geLuc. Cap. 18, v. 31 bis 43. die und oder Esto mihi. Epistel, hen hinauf gen Jerusalem und es wird alles vollendet werden, das ge1. Cor. Cap. 13, v. 1 bis 13. schrieben ist durch die propheten von ich mit er Wengelzungen redete und hätte überantwortet werden den heiden und = der liebe nicht, so wäre ich ein tönend erz oder eine klingende schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle geheimnisse und alle erkenntnisse und hätte allen glauben, also, daß ich berge versetzte, und hätte der liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine habe den armen gäbe und ließe meinen leib brennen und hätte der liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die liebe ist langmüthig und freundlich, die liebe eifert nicht, die liebe treibet nicht muthwillen, fie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach schaden, sie freuet sich nicht der ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die liebe höret nimmer auf so doch die weissagungen aufhören werden und die sprachen aufhören werden und das erkenntniß aufhören wird. Denn unser wissen ist stüdwerk und unser weissagen ist stüdwerk. Wenn aber kommen wird das vollkommene, so wird das stückwerk aufhören. Da ich ein kind war, da redete ich wie ein find und war flug wie ein find und hatte kindische anschläge; da ich aber ein mann ward, that ich ab was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen spiegel in einem dunkeln worte, dann aber von ange= ficht zu angesicht. Jeht erkenne ich es er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden, und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines und die rede war ihnen verborgen und wußten nicht was das gesaget war. Es geschahe aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein blinder am wege und bettelte. Da er aber hörete das volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, JEsus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: JEsu, du sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen; er aber schrie viel mehr: Du sohn David, erbarme dich mein! JEsus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: HErr, daß ich sehen möge. Und JEsus sprach zu ihm: Sei sehend, dein glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgete ihm nach und preisete GOtt. Und alles volf, das solches sahe, lobete GOtt. Vorlesungen, Bormitt. An diesem und den folgen= den Sonntagen in der Fasten, ein Stück der Leidensgeschichte JEsu Christi; außer am Feste der Empfängniß Christi, auf Judica, da nebst den festlichen Vorlesungen. 23 folches Nachmittags vorgelesen| verleugne sich selbst, und nehme sein werden kann. Freuz auf sich und folge mir. Denn wer sein leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein leben ver= lieret um meinetwillen, der wird es Nachm. Matth. Cap. 16, v. 13 oder 21 bis 28. Cäsarea Philippi und fragte seine jünger und sprach: Wer sagen die leute, daß des menschen sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen: du seist Johannes der täufer; die andern, du seist Elias; etliche, du seist Jeremias, oder der propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen GOttes ſohn. Und JEsus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du Simon, Jonä sohn, denn fleisch und blut hat dir das nicht offenbaret, sondern mein vater im himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen felfen will ich bauen meine gemeine und die pforten der höllen sollen sie und will dir Am ersten Sonntage in der Fasten, genannt Invocavit.. Epistel, des himmelreichs schläffel geben; al- W daß ihr nicht vergeblich die 2 Cor. Cap. 6, v. 1 bis 10. ir les, was du auf erden binden wirst, foll auch im himmel gebunden sein, und alles, was du auf erden lösen wirst, soll auch im himmel los sein. Da verbot er seinen jüngern, daß fie niemand sagen sollten, daß er Jesus der Christ wäre. gnade GOttes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angeneh men zeit erhöret und habe dir am tage des heils geholfen. Sehet, jegt ist die angenehme zeit, jetzt ist der tag des heils. Lasset uns aber niemand irgend ein ärgerniß geben, auf daß unser amt nicht verlästert werde; sons allen lasset beon der V und zeigte seinen jüngern, wie weiſen, als die diener GOttes in gro ßer geduld, in trübsalen, in nöthen, in ängsten, in schlägen, in gefängniſ= sen, in aufruhren, in arbeit, in wachen, in fasten, in keuschheit, in erfenntniß, in langmuth, in freundlichkeit in dem heiligen geiste, in ungefärbter liebe, in dem worte der wahrheit, in der kraft GOttes, durch waffen der gerechtigkeit zur rechten und zur linken, durch ehre und schande, durch böse gerüchte und gute gerüchte; als die verführer und doch wahrhaftig; als die unbekannten und doch bekannt; als die sterbenden und siehe, * er müßte hin gen Jerusalem gehen und viel leiden von den ältesten und hohenpriestern und schriftgelehrten und getödtet werden und am dritten tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: HErr, schone dein selbst, das widerfahre dir nur nicht. Aber er wandte sich um und sprach zu Petro: Hebe dich, satan, von mir, du bist mir ärgerlich, denn du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Da sprach JEsus zu seinen jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der so er die ganze welt gewönne und nähme doch schaden an seiner ſeele? der was kann der mensch geben, damit er seine seele wieder löse? Denn es wird je geschehen, daß des men[ chen sohn komme in der herrlichkeit seines vaters, mit seinen engeln und lichen nach seinen werken. Wahrlich, alsdann wird er vergelten einem jeg= ich sage euch: Es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den tod, bis fie des menschen sohn kommen sehen in seinem reiche. daß Episteln und Evangelien, 24 wir leben, als die gezüchtigten und doch nicht ertödtet; als die traurigen, aber allezeit fröhlich; als die armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben und doch alles haben. Evangelium, JG Matth. Cap. 4, v. 1 bis 11. Esus ward vom geiste in die wüste geführet, auf daß er von dem teufel versuchet würde. Und da er vierzig tage und vierzig nächte gefa= stet hatte, hungerte ihn. Und der verſucher trat zu ihm und sprach: Bist du GOttes ſohn, so ſprich, daß diese steine brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der mensch lebet nicht vom brote allein, sondern von einem jeglichen worte, das durch den mund GOttes gehet. Da führete ihn der teufel mit sich in die heilige stadt und stellete ihn auf die zinne des tempels und sprach zu ihm: Bist du GOttes sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen engeln über dir befehl thun und sie werden dich auf den händen tragen, auf daß du deinen fuß nicht an einen stein stoßest. Da sprach JEsus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst GOtt deinen HErrn nicht versuchen. Wiederum führete ihn der teufel mit sich auf einen sehr hohen berg und zeigete ihm alle reiche der welt und ihre herrlich keit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach JEsus zu ihm: Hebe dich weg von mir, fa= tan! denn es stehet geschrieben: Du fost anbeten GOtt, deinen HErrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der teufel und siehe da traten die engel zu ihin und dieneten ihm. Nachm. Borlesung, 1 Cor. Cap. 1, v. 18 bis 31. wort eine heit denen, die verloren werden; uns aber, die wir ſelig werden, ist es eine ge= He schrieben: Ich will zunichte machen die weisheit der weisen und den verstand der verständigen will ich ver= werfen. Wo sind die klugen? Wo sind die schriftgelehrten? Wo sind die weltweijen? Hat nicht GOtt die weißheit dieser welt zur thorheit gemacht? Denn dieweil die welt durch ihre weisheit GOtt in seiner weisheit nicht er= fannte, gefiel es GOtt wohl, durch so daran gläuben. Sintemal die juthörichte predigt selig zu machen die, ben zeichen fordern und die griechen nach weisheit fragen. Wir aber predigen den gekreuzigten Christum, den juden ein ärgerniß und den griechen eine thorheit: denen aber, die berufen sind, beide juden und griechen, predigen wir Christum göttliche Fraft und göttliche weisheit. Denn die göttliche thorheit ist weiser, denn die menschen sind; und die göttliche schwachheit ist stärker, denn die men= euren beruf: nicht viel weise nach dem schen sind. Sehet an, lieben brüder, fleische, nicht viel gewaltige, nicht viel edle sind berufen; sondern was thöricht ist vor der welt, das hat Gott erwählet, daß er die weisen zu schänden mache; und was schwach ist vor der welt, das hat GOtt erwählet, daß er zu schanden mache, was stark ist; und das unedle vor der welt und das ve shtete hat GOtt erwählet und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein fleisch rühme. Von JEsu, welcher uns gemacht ist von welchem auch ihr herkommt in Christo GOtt zur weisheit und zur gerechtigkeit und zur heiligung und zur erldwer sich rühmet, der rühme sich des sung, auf daß,( wie geschrieben stehet,) HErrn. Am andern Sonntage in der Fasten, oder Reminiscere. Epistel, 1 Thess. Cap. 4, v. 1 bis 12. Lieben brüder, wir bitten euch und nebst den festlichen Vorlesungen. 25 Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HErr, hilf mir! aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den findern ihr brot nehme und werfe es vor die hunde. Sie sprach: Ja HErr, aber doch essen die hündlein von den brosamen, die von ihrer herren tische fallen. Da antwortete JEsus und sprach zu ihr: O weib, dein glaube ist groß, dir ge= schehe wie du willst. Und ihre tochter ward gesund zu derselbigen stunde. nachdem ihr von uns empfangen ha-| lornen schafen von dem hause Israel. bet, wie ihr sollet wandeln und GOtt gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche gebote wir euch gegeben haben, durch den HErrn JEsum. Denn das ist der wille GOttes, eure heiligung, daß ihr meidet die hurerei und ein jeglicher unter euch wisse sein faß zu behalten in heiligung und ehren, nicht in der luftfeuche, wie die heiden, die von GOtt nichts wissen, und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen bruder im handel; denn der HErr ist rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesaget und bezeuget haben. Denn GOtt hat uns nicht berufen zur unreinigkeit, sondern zur heiligung. Wer nun verachtet, der ver= achtet nicht menschen, sondern GOtt, der seinen heiligen geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen liebe aber ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr seid selbst von GOtt gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen brüdern, die in ganz Macedonia sind. Wir ermahnen euch aber, lieben brüder, daß ihr noch völliger werdet und ringet darnach, daß ihr stille seid und das eure schaffet und arbeitet mit euren eignen händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die draußen sind, und ihrer feines bedürfet. Evangelium, Matth. Cap. 15, v. 21 bis 28. Esus ging aus von dannen und Sidon, und siehe, ein Cananäisch weib ging aus derselbigen grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach HErr, du sohn David, erbarme dich mein! meine tochter wird vom teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein wort. Da traten zu ihm seine jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verNachm. Vorlesung. 2 Cor. Cap. 5, v. 14 bis 21. ie liebe Christi dringet uns also, ner für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen. selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Da= rum von nun an kennen wir niemand nach dem fleische. Und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem fleische, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue creatur; das alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von GOtt, der uns mit ihm selber vers föhnet hat durch JEsum Christum und das amt gegeben, das die versöhnung prediget. Denn GOtt war in Christo und versöhnete die welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre gerichtet das wort von der versöh= nung. So sind wir mun botschafter an Christi statt, denn GOtt vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi statt: Lasset euch versöhnen mit GOtt. Denn er hat den, der von keiner sünde wußte, für uns zur sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die gerechtigkeit, die vor GOtt gilt. 26 Episteln und Evangelien, Am dritten Sonntage in der| beelzebub. So aber ich die teufel durch Fasten, oder Oculi. beelzebub austreibe, durch) wen treiben fie eure finder aus? darum werden sie Epistel, eure richter sein. So ich aber durch Ephes. Cap. 5, v. 1 bis 9. GOttes finger die teufel austreibe, eid GOttes nachfolger, als die so kommnt je čas reich GOttes zu euch. lieben finder, und wandelt in der Wenn ein starker gewappneter seinen liebe, gleich wie Christus uns gelie- pallast bewahret, so bleibet das seine bet hat und sich selbst dargegeben für mit frieden. Wenn aber ein stärkerer uns zur gabe und opfer, GOtt zu über ihn kommt und überwindet ihn, einem süßen geruch. Hurerei aber so nimmt er ihm seinen harnisch, darund alle unreinigkeit, oder geiz lasset auf er sich verließ und theilet den raub nicht von euch gesaget werden, wie den aus. Wer nicht mit mir ist, der ist heiligen zustehet, auch schandbare worte wider mich; und wer nicht mit mir und narrentheidung oder scherz, welche Sammlet, der zerstreuet. Wenn der uneuch nicht ziemen, sondern vielmehr saubere geist von dem menschen aus= danksagung. Denn das sollt ihr wiſs- fähret, so durchwandelt er dürre stätte, sen, daß kein hurer oder unreiner suchet ruhe und findet ihrer nicht; so oder geiziger( welcher ist ein gößen- spricht er: Ich will wieder umkehren diener) erbe hat an dem reiche Christi in mein haus, daraus ich gegangen und GOttes. Lasset euch niemand bin. Und wenn er kommt, so findet verführen mit vergeblichen worten, er es mit besemen gekehret und ge= denn um dieser willen kommt der zorn schmücket. Dann gehet er hin und GOttes über die kinder des unglau- nimmt sieben geister zu sich, die ärger bens. Darum seid nicht ihre mitge= noffen; denn ihr waret weiland finsterniß, nun aber seid ihr ein licht in dem HErrn. Wandelt wie die kinder des lichts. Die frucht des geistes ist allerlei gütigkeit und gerechtigkeit und wahrheit. sind denn er selbst, und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da und wird hernach mit demselbigen men= schen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein weib im volk die stimme und sprach zu ihm: Selig ist der leib, der dich ge= tragen hat, und die brüste die du ge= sogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die GOttes wort hören und be= wahren. Evangelium, Jefu Luc. Cap. 11, v. 14 bis 28. Efus trieb einen teufel aus, der war stumin, und es geschahe, da der teufel ausfuhr, da redete der stumme, und das volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die teufel aus durch beelzebub, den obersten der teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein zeichen von ihm vom himmel. Er aber vernahm ihre gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich reich, se es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste und ein haus fället über das andere. Ist denn der fatanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein reich bestehen? dieweil ihr faget: Ich treibe die teufel aus durch Nachm. Vorlesung. Hebr. Cap. 12, v. 1 bis 15. affet uns ablegen die sünde, so uns immer anklebet und träge machet und lasset uns laufen durch geduld in dem kampfe, der uns verordnet ist und aufsehen auf JEsum, den anfänger und vollender des glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen freude haben, erduldete er das freuz und achtete der schande nicht und ist gesessen zur rechten auf dem stuhle GOttes. Gedenket an den, der ein solches widersprechen von den sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem muthe matt werdet und nebst den festlichen Vorlesungen. ablasset, denn ihr habt noch nicht bis| ter, durch eine größere und vollkommaufs blut widerstanden über dem fämpfen wider die sünde und habt bereits vergessen des trostes, der zu euch redet, als zu den kindern: Mein sohn, achte nicht geringe die züchtigung des HErrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestrafet wirst; denn welchen der HErr lieb hat, den züchtiget er, er stäupet aber einen jeglichen sohn, den er aufnimmt. So ihr die züchtigung erduldet, so erbeut sich euch GOtt als kindern, denn wo ist ein sohn, den der vater nicht züchtiget? seid ihr aber ohne züchtigung, welcher sie alle find theilhaftig worden, so seid ihr bastarde und nicht kinder. Auch so wir haben unsere leibliche väter zu züchtigern gehabt und sie gescheuet, follten wir denn nicht vielmehr unter than sein dem geistlichen vater, daß wir leben? und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige tage nach ihrem dünken; dieser aber zu nuß, auf daß wir seine heiligung erlangen. Alle güchtigung aber, wenn sie da ist, dünfet sie uns nicht freude, sondern traunere hütte, die nicht mit der hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der böcke oder kälber blut, sondern er ist durch sein eigen blut einmal in das heilige eingegan= gen und hat eine ewige erlösung er= funden. Denn so der ochsen und der böcke blut und die asche von der kuh gesprenget, heiliget die unreinen zu der leiblichen reinigkeit: wie viel mehr wird das blut Christi, der sich selbst ohne allen wandel durch den heiligen geist GOtt geopfert hat, unser gewissen reinigen von den todten wer= ken, zu dienen dem lebendigen GOtt? Und darum ist er auch ein mittler des neuen testaments, auf daß durch den tod, so geschehen ist zur erlösung von den übertretungen,( die unter dem ersten testamente waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige erbe empfahen. geben eine friedsame frucht der gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind. Darum richtet wieder auf die lässigen hände und die müden knie und thut gewisse tritte mit euren füßen, daß nicht jemand strauchele wie ein lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jaget nach dem frieden gegen jederman und der heiligung, ohne welche wird niemand den HErrn sehen. Und sehet darauf, daß nicht jemand GOttes gnade versäume, daß nicht etwa eine bittere wurzel aufwachse und unfriede anrichte und viele durch dieselbige verunreiniget werden. sünde zeihen? So ich euch aber die wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von GOtt ist, der höret GOttes wort: darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von GOtt. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den teufel? JEsus antwortete: Ich habe keinen teufel, sondern ich ehre meinen vater und ihr verunehret mich, ich juche nicht meine ehre, es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So je= mand mein wort wird halten, der wird den tod nicht sehen ewiglich. Da Am vierten Sonntage in der fennen wir, daß du den teufel hast; sprachen die juden zu ihm: Nun erFasten, oder Lätare. Abraham ist gestorben und die pro= pheten, und du sprichst: So jemand mein wort hält, der wird den tod nicht Epistel, Hebr. Cap. 9, v. 11 bis 15. 27 Christus ist kommen, daß er sei ein hoherpriester der zukünftigen güEvangelium, Joh. Cap. 8, v. 46 bis 59. Esus sprach zu den juden: Wel= schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser vater Abraham, welcher 28 Episteln und gestorben ist? und die propheten sind gestorben: was machst du aus dir felbst? JEsus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine ehre nichts. Es ist aber mein bater, der mich ehret, welchen ihr sprechet: er sei euer GOtt, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich fenne sein nicht, so würde ich ein lügner, gleich wie ihr seid; aber ich kenne ihn und halte sein wort. Abraham, euer vater, ward froh, daß er meinen tag sehen sollte, und er sah ihn und freuete sich. Da sprachen die juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig jahr alt und hast Abraham gesehen? JEsus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben sie steine auf, daß sie auf ihn würfen. Über JEsus verbarg sich und ging zum tempel hinaus. Borlesung, Nachm. Joh. Cap. 17. Efus hot feine augen auf gen himmel und die stunde ist hier, daß du deinen sohn verklärest, auf daß dich dein sohn auch verkläre. Gleichwie du ihm macht haft gegeben über alles fleisch, auf daß er das ewige leben gebe allen, die du ihn gegeben hast. Das ist aber das ewige leben, daß sie dich, daß du allein wahrer GOtt bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf erden und vollendet das werk, das du mir gegeben hast, das ich thun sollte. Und mun verkläre mich, du vater, bei dir selbst, mit der klarheit, die ich bei dir hatie, ehe die welt war. Ich habe deinen namen offenbaret den menschen, die du mir von der welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir, denn die worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben es angenommen und erkannt Evangelien, wahrhaftig, daß ich von dir ausgez gangen bin und glauben, daß du mich) gesandt hast. Ich bitte für sie und bitte nicht für die welt; sondern fü. die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein, und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der welt; sie aber sind in der welt und ich komme zu dir. Heiliger vater, erhalte sie in deinem namen, die du mir gegeben hast, daß sie eins sein, gleich wie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der welt, erhielt ich sie in deinem namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorne kind, daß die schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der welt, auf daß sie in ihnen haben meine freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein wort und die welt haffet fie, denn sie sind nicht von der welt, wie denn auch ich nicht von der welt bin. Ich bitte nicht, daß du fie von daß du sie bewahrest vor dem übel. Sie sind nicht von der welt, gleich wie auch ich nicht von der welt bin. Heilige sie in deiner wahrheit, dein wort ist die wahrheit. Gleich wie du mich gesandt hast in die welt, so sende ich sie in die welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiligt sein in der wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins sein, gleich wie du, vater, in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eins sein, auf daß die welt glaube, du habeft mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins sein, gleich wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf daß sie vollfommen sein in eins und die welt erkenne, daß du mich gesandt haft und liebest sie, gleich wie du mich liebest. Bater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir sein, die du mir gegeben nebst den festlichen Vorlesungen. 29 gebenedeiete unter den weibern. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine rede und dachte: welch ein gruß ist das? Und der engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast gnade bei GOtt funden. Siehe, dit wirst schwanger werden im leibe und einen sohn gebären, deß namen sollst du JEsus heißen: der wird groß und ein sohn des höchsten genennet wer= den, und GOtt der HErr wird ihm den stuhl seines vaters David geben, und er wird ein könig sein über das haus Jakob ewiglich und seines königreichs wird kein ende sein. Da sprach Maria zu dem engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von keinem manne weiß. Der engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige geist wird über dich kommen und die fraft des höchsten wird dich überschatten; darum auch das heilige, das von dir geboren genannt werden. Und siehe, Elisabeth deine gefreundin ist auch schwanger mit einem sohne in ihrem alter und gehet jetzt in sechsten monat, die im geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei, denn bei GOtt ist kein ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HErrn magd, mir geschehe, wie du gesaget hast; und der engel schied von ihr. hast, daß sie meine herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebet, ehe denn die welt gegründet ward. Gerechter vater, welt fennet dich nicht, ich aber kenne dich und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen dei= nen namen kund gethan, und will ihnen kund thun, auf daß die liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. Auf das Fest der Empfängniß Christi, oder der Verkündigung Mariä, so am fünften Sonntage in der Fasten, oder Judica, gefeiert wird. Epistel, Jes. Cap. 7, v. 10 bis 15. er HErr redete abermal zu Ahas chen von dem HErrn deinem GOtt, es sei unten in der hölle, oder droben in der höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den HErrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr von dem hause David: Ist es euch zu wenig, daß ihr die leute beleidigt, ihr müsset auch meinen GOtt beleidigen? Darum so wird euch der HErr selbst ein zeichen geben: Siehe, eine jungfrau ist schwanger und wird einen sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und honig wird er essen, daß er wisse böses zu verwerfen und gutes zu erwählen. Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 26 bis 38. De er engel Gabriel ward gesandt von GOtt in eine stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer jungfrau, die vertrauet war einem manne, mit namen Joseph, vom hause David, und die jungfrau hieß Maria. Und der engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du Holdselige, der HErr ist mit dir, du Vorlesungen, Vorm. Rom. Cap. 5, v. 1 bis 21. Wenn Nachmittags ein Stück der Passion, oder die Epistel vorgelesen wird; sonst bis v. 11 und Nachmittags die andere hälfte. un wir sind gerecht worden durch N mit GOtt, durch unsern HErrn JEsum Christ. Durch welchen wir auch einen zugang haben im glauben zu dieser gnade, darinnen wir stehen und rühmen uns der hoffnung der zukünftigen herrlichkeit, die GOtt geben soll. nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der trübsale, dieweil wir wissen, daß trübsal geduld Episteln und Evangelien, 30 bringet; geduld aber bringt erfahrung; erfahrung aber bringt hoffnung; hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, denn die liebe GOttes ist ausgegossen in unser herz durch den heiligen geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren, nach der zeit, ist für uns gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des rechtes willen: um etwas gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset GOtt seine liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch sünder waren. So werden wir je vielmehr durch ihn behalten werden vor dem zorn, nachdem wir durch sein blut gerecht worden sind: Denn so wir GOtt versöhnet sind, durch den tod seines sohnes, da wir noch feinde waren, vielmehr werden wir selig werden durch sein leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch GOttes, durch unsern HErrn JEsum Christ, durch welchen wir nun die versöhnung empfangen haben. erohalben, wie durch einen menwelt und der tod durch die sünde, und ist also der tod zu allen menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gefündigt haben. Denn die sünde war wohl in der welt, bis auf das geseß; aber wo fein gesetz ist, da achtet man der fünde nicht, sondern der tod herrschte von Adam an bis auf Mosen, auch über die, die nicht gesündigt haben, mit gleicher übertretung, wie Adam, welcher ist ein bild deß, der zufünftig war. Aber nicht hält sichs mit der gabe, wie mit der sünde: denn so an eines sünde viele gestorben sind, so ist vielmehr GOttes gnade und gabe vielen reichlich widerfahren, durch die gnade des einigen menschen JEfu Christi. Und nicht ist die gabe allein über eine sünde, wie durch des einigen fünders einige sünde alles verderben: denn das urtheil ist kommen aus einer sünde zur verdaminniß; die gabe aber hilft auch aus vie= len sünden zur gerechtigkeit. Denn ſo um des einigen sünde willen der tod geherrschet hat durch den einen; vielmehr werden die, so da empfahen die fülle der gnade und der gabe zur gerechtigkeit, herrschen im leben, durch einen, JEsum Christ. Wie nun durch eines sünde die verdammniß über alle menschen kommen ist, also ist auch durch eines gerechtigkeit die rechtfertigung des lebens über alle menschen kom= men. Denn gleich wie durch eines menschen ungehorsam viele fünder worden sind, also auch durch eines gehorsam werden viele gerechte. Das geseß aber ist nebeneinkommen, auf daß die sünde mächtiger würde. Wo aber die sünde mächtig worden ist, da ist doch die gnade viel mächtiger wor= den; auf daß, gleich wie die sünde geherrschet hat zu dem tode, also auch herrsche die gnade durch die gerechtigfeit zum ewigen leben, durch JEsum Christ, unsern HErrn. Am Palmsonntage. Epistel, Phil. Cap. 2, v. 5 bis 13. in jeglicher ſei gefinnet, wie JEfus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher gestalt war, hielt er es nicht für einen raub, GOtt gleich sein. Sondern äußerte sich selbst und nahm knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer mensch, und an geberden als ein mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum tode, ja zum tode am freuze. Darum hat ihn auch GOtt erhöhet und hat ihm einen namen gegeben, der über alle namen ist, daß in dem namen JEsu sich beugen sollen aller derer knie, die im himmel und auf erden und unter der erde sind; und alle zungen bekennen sollen, daß JEsus Christus der HErr sei zur ehre 31 nebst den festlichen Vorlesungen. GOttes des baters. Also, meine lieb-| Da er gestraft und gemartert ward, sten, wie ihr allezeit seid gehorsam gewesen, nicht allein in meiner gegenwärtigkeit, sondern auch nun vielmehr in meinem abwesen, schaffet, daß ihr felig werdet mit furcht und zittern: Denn GOtt ist es, der in euch wirket, beides, das wollen und das vollbringen nach seinem wohlgefallen. that er seinen mund nicht auf, wie ein lamm, das zur schlachtbank geführet wird, und wie ein schaf, das verstummet vor seinem scheerer und seinen mund nicht aufthut. Er ist aber aus der angst und gericht genommen, wer will seines Lebens länge ausreden? Denn er ist aus dem lande der lebendigen weggerissen, da er um die missethat meines volks geplaget war. Und er ist begraben wie ein gottloser und gestorben wie ein reicher, wiewohl er niemand unrecht gethan hat, noch betrug in seinem munde gewesen ist. Aber der HErr wollte ihn also zer= schlagen mit krankheit. Wenn er fein leben zum schuldopfer gegeben hat, jo wird er samen haben und in die länge leben und des HErrn vornehmen wird durch seine hand fortgehen. Darum, daß seine seele gearbeitet hat, wird er seine lust sehen und die fülle haben, und durch sein erkenntniß wird er, mein knecht, der gerechte, viele gerecht machen, denn er träget ihre sünden. Darum will ich ihm große menge zur beute geben und er soll die starken zum raube haben, darum, daß er sein leben in den tod gegeben hat und den übelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler fünde getragen hat, und für die übelthäter gebeten. Statt des Evangelii, Jef. Cap. 53, welches auch Nachmittags vorgelesen wird. o spricht der HErr: Siehe, mein knecht wird weislich thun, und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein: Daß sich viele über dir ärgern werden, weil seine gestalt häßlicher ist, denn anderer leute, und sein ansehen, denn der menschenkinder. Aber also wird er viel heiden besprengen, daß auch könige werden ihren mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, dieselben werdens mit lust sehen, und die nichts davon gehört haben, die werdens merken. Aber wer glaubet unserer predigt? und wem wird der arm des HErrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein reis und wie eine wurzel aus dürrem erdreich. Er hatte keine gestalt noch schöne; wir sahen ihn, aber da war keine gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der allerverachtetste und unwertheste, voller schmerzen und krankheit; er war so verachtet, daß man das angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unfere frankheit und lud auf sich unsere schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplaget und von GOtt ge= schlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer missethat willen ver= wundet und um unserer sünde willen zerschlagen. Die strafe liegt auf ihm, auf daß wir frieden hätten, und durch seine wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der irre wie schafe, ein jeglicher sah auf seinen weg, aber der HErr warf unser aller sünde auf ihn. * Wo Nachmittags über die Pasfion gepredigt wird, ist Vormittags die Epistel zu erklären. Am grünen Donnerstage. Epistel, 1. Cor. Cap. 11, b. 23 bis 32. habe es Ipfangen, das ich euch gegeben habe: denn der HErr JEsus, in der nacht da er verrathen ward, nahm er das brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, effet, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird, solches thut zu meinem gedächtniß. Def= re 32 Episteln und Evangelien, selbigen gleichen auch den felch, nach| und sprach zu ihm: Was ich thue, dem abendmahl, und sprach: Dieser das weißt du jetzt nicht, du wirst es Felch ist das neue testament in meinem aber hernach erfahren. Da sprach blute, solches thut, so oft ihrs trinket, Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst zu meinem gedächtniß. Denn so oft ihr du mir die füße waschen. JEsus antvon diesem brote effet und von diesem wortete ihm: Werde ich dich nicht felche trinket, sollt ihr des HErrn tod waschen, so hast du kein theil mit verfündigen, bis daß er kommt. Wel- mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: cher nun unwürdig von diesem brote HErr, nicht die füße allein, sondern iffet, oder von dem kelche des HErrn auch die hände und das haupt. trinket, der ist schuldig an dem leibe Spricht JEsus zu ihm: Wer ge= und blute des HErrn. Der mensch waschen ist, der darf nichts, denn die prüfe aber sich selbst, und also esse er füße waschen, sondern er ist ganz rein, von diesem brode und trinke von die- und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn sem kelche. Denn welcher unwürdig er wußte seinen verräther wohl, darisfet und trinket, der iffet und trinket um sprach er: Ihr seid nicht alle rein. ihm selber das gericht, damit, daß er Da er nun ihre füße gewaschen hatte, nicht unterscheidet den leib des HErrn. nahm er seine kleider und setzte sich Darum sind auch so viele schwache wieder nieder und sprach abermals zu und franke unter euch und ein gut ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan theil schlafen. Denn so wir uns selber habe? Ihr heißet mich meister und richteten, so würden wir nicht gerich- HErr, und saget recht daran, denn ich tet. Wenn wir aber gerichtet werden, bin es auch. So nun ich, euer HErr so werden wir von dem HErrn ge- und meister, euch die füße gewaschen züchtigt, auf daß wir nicht sammt der habe, so sollet ihr auch euch unter einwelt berdammet werden. ander die füße waschen. Ein beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Evangelium, Vor Joh. Cap. 13. v. 1 bis 15. or dem feste der ostern, da JEsus erkannte, daß seine zeit kommen war, daß er aus dieser welt ginge zum vater; wie er hatte geliebet die seinen, die in der welt waren, so liebte er sie bis ans ende. Und nach dem abendeffen, da schon der teufel hatte dem Juda Simonis Ischaristh in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte JEsus, daß ihm der vater hatte alles in seine hände gegeben und daß er von GOtt kommen war und zu GOtt ging: stand er von dem abendmahl auf, legte seine kleider ab und nahin einen schurz und umgürtete sich. Darnach goß er wasser in ein becken, hub an, den jüngern die füße zu waschen, und trodnete sie mit dem schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro und derselbe sprach zu ihm: HErr, solltest du mir meine füße waschen? JEsus antwortete Borlesungen, Joh. Cap. 6, v. 47 bis 58. Esus sprach: Wahrlich, wahrlich, an glaubet, der hat das ewige leben. Ich bin das brot des lebens. Eure väter haben manna gegessen in der wüste und sind gestorben. Dies ist das brot, das vom himmel kommt, auf daß, wer davon iffet, nicht sterbe. Ich bin das lebendige brot, vom himmel kommen; wer von diesem brot essen wird, der wird leben in ewigkeit. Und das brot, das ich geben werde, ist mein fleisch, welches ich geben werde für das leben der welt. Da zankten die juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein fleisch zu essen geben? JEsus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das fleisch des menschensohnes und trinken sein blut, so habt ihr kein leben nebst den festlichen Vorlesungen. in euch. Wer mein fleisch isset und trinket mein blut, der hat das ewige leben, und ich werde ihn am jüngsten tage auferwecken. Denn mein fleisch ist die rechte speise und mein blut ist der rechte trank. Wer mein fleisch isset und trinket mein blut, der bleibet in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige vater, und ich lebe um des vaters willen: also, wer mich iffet, auch leben um meinetwillen. Dies ist das brot, das vom himmel kommen ist: nicht, wie eure bäter haben manna gessen und sind gestorben. Wer dies brot isset, der wird leben in ewigkeit. 33 ihr ein neuer teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns ostern halten, nicht im alten sauerteige, auch nicht im fauerteige der bosheit und schalkheit, sondern in dem süßteige der lauterkeit und wahrheit. Evangelium, oder: Pf. 111. ch danke dem HErrn von ganzem in der gemeine. Groß sind die werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel lust daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich und seine gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein gedächtniß gestiftet seiner wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Er giebt speise denen, so ihn fürchten, er gedenket ewiglich an seinen bund. Er läßt verkündigen seine gewaltigen tha= ten seinem volk, daß er ihnen gebe das erbe der heiden. Die werke seiner hände sind wahrheit und recht; alle seine ge= bote sind rechtschaffen. Sie werden er= halten immer und ewiglich und ge= schehen treulich und redlich. Er sendet eine erlösung seinem volk, er verheißet, daß sein bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein name. Die furcht des HErrn ist der weisheit an-= fang, das ist eine feine flugheit; wer darnach thut, des lob bleibet ewiglich. Marc. Cap. 16, v. 1 bis 8. der tauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome ſpezerei, auf daß sie kämen und salbeten JE sum. Und sie kamen zum grabe an einem sabbather sehr frühe, da die sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den stein von des grabes thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das grab und sahen einen jüngling zur rechten hand sizen, der hatte ein lang weiß kleid an; und sie entſetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht, ihr suchet JEsum von Nazareth, den gekreuzigten; er ist aufertanden und ist nicht hier, siehe da die stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa, da werdet Und sie gingen schnell hinaus und ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. flohen von dem grabe, denn es war sie zittern und entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Borlesungen, Vorm. Matth. Cap. 28. Am Am ersten Ostertage. Epistel, ' m abend des sabbaths, welcher anbricht am morgen des ersten feiertages der sabbathen, kam Maria Magdalena und die andere Maria, 1. Cor. Cap. 5, v. 6 bis 8. das grab zu besehen. Und siehe, es Suer Luer ruhm ist nicht fein. Wisset geschah ein großes erdbeben, denn der ihr nicht, daß ein wenig sauerteig engel des HErrn kam vom himmel den ganzen teig versäuert? Daruherab, trat hinzu und wälzte den stein feget den alten sauerteig aus, auf daß von der thür und setzte sich darauf 3 Episteln und Evangelien, 34 Und seine gestalt war wie der bliß und sein Fleid weiß als der schnee. Die hüter erschrafen vor furcht und wurden als wären sie todt. Aber der engel, antwortete und sprach zu den weibern: Fürchtet euch nicht, ich weiß, daß ihr JEsum den gefreuzigten suchet. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er stätte, da der HErr gelegen hat. Und gehet eilend hin und saget es seinen jüngern, daß er auferstanden sei von den todten. Und siehe, er wird vor euch hingehen in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch ge= faget. Und sie gingen eilend zum grabe hinaus mit furcht und großer freude, und liefen, daß sie es seinen jüngern verkündigten. Und da sie gingen, seinen jüngern zu verfündigen, siehe, da begegnete thuen JEsus und sprach: Seid gegrüßet. Und sie traten zu ihm und griffen an seine füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach JEsus zu ihnen: Fürchtet euch nicht, gehet hin und verkündiget es meinen brüdern, daß sie gehen in Galildam, daselbst werden sie mich sehen. Da sie aber hingingen, siehe, da famen etliche von den hütern in die stadt und verkündigten den hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zusammen mit den ältesten und hielten einen rath und gaben den friegsfnechten geldes genug und sprachen: Saget: seine jünger famen des nachts und stahlen ihn, dieweil wir schliefen. Und wo es würde auskommen bei dem landpfleger, wollen wir ihn stillen, und schaffen, daß ihr sicher seid. Und sie nahmen as geld und thaten, wie sie gelehret waren. Solches ist eine gemeine rede worden bei den juden bis auf den heus tigen tag. Aber die eilf jünger gingen in Galiläam auf einen berg, dahin JEsus fie beschieden hatte. Und da fie ihn sahen, fielen sie vor ihin nieder, etliche aber zweifelten. Und JEsus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle gewalt im himmel und auf erden. Darum gehet hin und lehret alle völker, und taufet fie im namen des vaters und des sohnes und des heiligen geistes. Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle tage, bis an der welt ende. Gelo Nachm. 1. Petr. Cap. 1, v. 3 bis 21. elobet sei GOtt und der vater unsers HErrn JEsu Christi, der uns nach seiner großen barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen hoffnung, durch die auferstehung JEſu Christi von den todten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen erbe, das behalten wird im himmel, euch, die ihr aus GOttes macht durch den glauben be= wahret werdet zur seligkeit, welche zu= bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jeßt eine kleine zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei anfechtungen, auf daß euer glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche gold, das durch das feuer bewähret wird, zu lobe, preis und ehre, wenn nun offen= baret wird JEsus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habet, und nun an ihn gläubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet; so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher freude und das ende eures glaubens davon bringen, nämlich der seele seligkeit. Nach welcher seligkeit haben gefuchet und geforschet die propheten, die von der zukünftigen gnade auf euch geweisfaget haben. Und haben gefor= schet, auf welche und welcherlei zeit deutete der geist Christi, der in ihnen war und zuvor bezeuget hat die leiden, die in Christo sind und die herrlichkeit darnach; welchen es offenbaret ist, denn sie habens nicht ihnen selbst, sondern uns dargethan: welches euch nun verkündiget ist durch die, so euch das evangelium verkündiget haben, durch den heiligen geist vom himmel gesandt, welches auch die engel gelüftet zu schauen. Darum so begürtet die nebst den festlichen Vorlesungen. 35 lenden eures gemüths, seid nüchtern| gefund gemacht alle, die vom teufel und feget eure hoffnung ganz auf die gnade, die euch angeboten wird durch die offenbarung Jesu Christi, als gehorsame finder und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in unwissenheit nach den lüsten lebtet; sondern nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem wandel. Denn es stehet geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Und sintemal ihr den zum bater anrufet, der ohne ansehen der person richtet nach eines jeglichen werk, so führet euren wandel, so lange ihr hier wallet, mit furcht, und wisset, überwältiget waren, denn GOtt war mit ihm. Und wir sind zeugen alles des, daß er gethan hat im jüdischen lande und zu Jerusalem: den haben sie getödtet und an ein holz gehangen. Denselbigen hat GOtt auferwedet am dritten tage und ihn laffen offen= bar werden, nicht allem volfe, sondern uns, den vorerwählten zeugen von GOtt, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den todten. oder golde erlöset seid von eurem ei= teln wandel, nach väterlicher weise; sondern mit dem theuren blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten lammes. Der zwar zuvor ver= sehen ist, ehe der welt grund geleget ward, aber offenbaret zu den letzten zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an GOtt, der ihn aufer= wecket hat von den todten, auf daß ihr glauben und hoffnung zu GOtt haben möget. Am andern Ostertage. Epistel, Ap.- Gesch. Cap. 10, b. 34 bis 41. etrus that seinen mund auf und Pfprach: Nun erfahre ich mit der wahrheit, daß GOtt die person nicht ansieht, sondern in allerlei volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der predigt, die GOtt zu den findern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den frieden durch JEsum Christum( welcher ist ein HErr über alles), die durch das ganze jüdische land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der taufe, die Johannes predigte; wie GOtt denselben JEsum bon Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen geifte und fraft, der umher gezogen ist und hat wohl gethan und Evangelium, Luc. Cap. 24, v. 13 bis 35. 3 ween aus den jüngern JEfu gingen an dem tage seiner auferste= hung in einen flecken, der war von Jerusalem sechzig feldweges weit, des namen heißet Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete JEsus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für reden, die ihr zwis schen euch handelt unterwegs und seid traurig? Da antwortete einer mit namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen tagen darin geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von JEsu von Nazareth, welcher war ein prophet, mächtig von thaten und worten, bor GOtt und allem volfe, wie ihn unsere hohenpriester und obersten überantwortet haben zur verdammniß des todes, und gefreuziget; wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschredet etliche weiber der unfern, die sind frühe bei dem grabe gewesen, haben seinen leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein gesicht der engel gesehen, welche sagen, er 3* 36 Episteln und Evangelien, lebe. Und etliche unter uns gingen| erstanden sei am dritten tage nach der hin zum grabe und fanden es also, wie die weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Dihr thoren und träges herzens, zu glauben alle dem, das die propheten geredet haben. Mußte nicht Christus folches leiden und zu seiner herrlich feit eingehen? Und fing an von Mose und allen propheten und legte ihnen alle schrift aus, die von ihm gesaget waren. Und sie famen nahe zu dem flecken, da sie hingingen, und er stellete fid), als wollte er fürder gehen, und fie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will abend werden und der tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschahe, da er mit ihnen zu tische saß, nahm er das brot, dankete, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre augen geöffnet und erkenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser herz in uns, da er mit uns redete auf dem wege, als er uns die schrift öffnete. Und sie standen auf zu derselbigen stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die eilfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahrhaftig auferstanden undŠimoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das brot brach. schrift; Und daß er gesehen worden ist von Kepyas, darnach von den zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen geburt, gesehen wor= den. Denn ich bin der geringste unter den aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein apostel heiße, darum, daß ich die gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnade bin ich, das ich bin, und seine gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern GOttes gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene, also predigen wir und also habt ihr geglaubet. So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den tobten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch: Die auferstehung der todten sei nichts? Ist aber die auferstehung der todten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, fo ist unsere predigt vergeblich, so ist auch euer glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche zeugen GOttes, daß wir wider GOtt gezeuget hätten, er hätte Christum auferwedet, den er nicht auferwecket hätte, fintemal die todten nicht auferstehen. Denn so die todten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanVorlesungen, Vorm. 1. Cor. Cap. 15, b. 1 bis 22. ch erinnere euch, lieben brüder, des get habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere sünden nach der schrift; Und daß er begraben sei, und daß er auf standen, so ist euer glaube eitel, so seid ihr noch in euren sünden. So sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den todten und der erstling worden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen menschen der tod und durch einen menschen die auferstehung nebst den festlichen Vorlesungen. 37 der tobten kommt. Denn gleichwie| wie wir getragen haben das bild des sie in Adam alle sterben, also werden fie in Christo alle lebendig gemacht werden. irdischen, also werden wir auch) tragen das bild des himmlischen. Dabon sage ich aber, lieben brüder, daß fleisch und blut nicht können das reich GOttes ererben, auch wird das ver= wesliche nicht erben das unverivesliche. Siehe, ich sage euch ein geheimniß: Wir werden nicht alle entschla= fen, wir werden aber alle verwandelt werden. Und dasselbige plötzlich in einem augenblick, zur zeit der letzten posaune, denn es wird die posaune schallen und die todten werden auferstehen unverweslich und wir werden verwandelt werden. Denn dies verwesliche muß anziehen das unver= wesliche, und dies sterbliche muß an= ziehen die unsterblichkeit. Wenn aber dies verwesliche wird anziehen das unverwesliche und dies sterbliche wird anziehen die unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das wort, das. geschrieben stehet: Der tod ist ver= schlungen in den sieg. Tod, wo ist dein stachel? hölle, wo ist dein sieg? Aber der stachel des todes ist die fünde, die kraft aber der sünde ist das gesez. GOtt aber sei dank, der uns den sieg gegeben hat, durch unsern HErrn JEsum Christum. Darum, meine lieben brüder, seid feste, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem werke des HErrn, sintemal ihr wisset, daß eure arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. Möcht Nachm. 1. Cor. C. 15, b. 35 bis 58. Löchte jemand sagen: Wie werden die todten auferstehen und mit welcherlei leibe werden sie kom men? Du narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der leib, der werden soll, sondern ein bloß forn, nämlich weizen, oder der andern eins. GOtt aber giebt ihm einen leib, wie er will, und einem jeglichen von den famen seinen eigenen leib. Nicht ist alles fleisch einerlei fleisch, sondern ein ander fleisch ist der menschen, ein anders des viehes, ein anders der fische, ein anders der vögel. Und es sind himmlische Förper und irdische körper. Uber eine andere herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere klarheit hat die sonne, eine andere klarheit hat der mond, eine andere klarheit haben die sterne, denn ein stern übertrifft den andern nach der klarheit. Also auch die auferstehung der todten. Es wird gefäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in unehre und wird auferstehen in herrlichkeit. Es wird gesäet in schwachheit und wird auferstehen in fraft. Es wird gefäet ein natürlicher leib und wird auferstehen ein geistlicher leib. Hat man einen natürlichen leib, so hat man auch einen geistlichen leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste mensch, Adam, ist gemacht ins natürliche leben und der letzte Adam ins geistliche leben; aber der geistliche leib ist nicht der erste, ſondern der naz türliche, Der erste mensch ist von der erde und irdisch, der andere mensch ist der HErr vom himmel. Welcherlei der irdische ist, folcherlei sind auch die irdischen, und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und Am ersten Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Epistel, 1. Joh. Cap. 5, v. 1 bis 13. Mer da glaubet, daß 36fus fet Christ, der ist von GOtt geboren. Und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den. der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir GOttes kinder lieben, wenn wir GOtt lieben und seine gebote halten. Denn das ist die 38 Episteln und Evangelien, liebe zu GOtt, daß wir seine gebote| daß sie den HErrn sahen. Da sprach halten, und seine gebote sind nicht JEsus abermal zu ihnen: Friede sei fchwer. Denn alles, was von GOtt mit euch! Gleich wie mich der vater geboren ist, überwindet die welt, und gesandt hat, so sende ich euch. Und unser glaube ist der sieg, der die welt da er das sagete, blies er sie an und überwunden hat. Wer ist aber, der spricht zu ihnen: Nehmet hin den heidie welt überwindet, ohne der da glau- ligen geist; welchen ihr die sünde erlasbet, daß JEsus GOttes sohn ist? set, denen sind sie erlassen, und welchen Dieser ist es, der da kommt mit was- ihr sie behaltet, denen sind sie behalser und blut, Jesus Christus; nicht ten. Thomas aber, der zwölfen einer, mit wasser allein, sondern mit wasser der da heißet zwilling, war nicht bei und blut. Und der geist ist es, der da ihnen, da JEsus kam. Da sagten die zeuget, daß geist wahrheit ist. Denn andern jünger zu ihm: Wir haben drei sind, die da zeugen im himmel: den HErrn gesehen. Er aber sprach der bater, das wort und der heilige zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seigeist, und diese drei sind eins. Und nen händen sehe die nägelmahle und drei sind die da zeugen auf erden: lege meine finger in die nägelmahle, der geist und das wasser und das und lege meine hand in seine feite, blut, und die drei sind beisammen. will ichs nicht glauben. Und über acht So wir der menschen zeugniß anneh- tage waren abermal seine jünger drinmen, so ist GOttes zeugniß größer, nen und Thomas mit ihnen: kommt denn GOttes zeugniß ist das, das er JEsus, da die thüren verschlossen wagezeuget hat von seinem sohne. Wer ren, und tritt mitten ein und spricht: da glaubet an den sohn GOttes, der Friede sei mit euch. Darnach spricht hat solches zeugniß bei ihm. Wer er zu Thoma: Reiche deine finger GOtt nicht glaubet, der machet ihn her und siehe meine hände, und reiche jim lügner, denn er glaubet nicht dem deine hand ber und lege sie in meine jeugniß, das GOtt zeuget von seinem feite, und sei nicht ungläubig, sondern fohn. Und das ist das zeugniß, daß gläubig. Thomas antwortete und uns GOtt das ewige leben hat gege- sprach zu ihm: Mein HErr und mein ben, und solches leben ist in seinem GOtt! Spricht JEsus zu ihm: Diesohn. Wer den sohn GOttes hat, der weil du mich gesehen hast, Thoma, so hat das leben; wer den sohn GOttes gläubest du; selig sind, die nicht sehen nicht hat, der hat das leben nicht. und doch gläuben. Auch viel andere Solches habe ich euch geschrieben, zeichen that JEsus vor seinen jündie ihr glaubet an den namen des sob- gern, die nicht geschrieben sind in dies nes GOttes, auf daß ihr wisset, daß sem buche; diese aber sind geschrieben, ihr das ewige leben habet, und daß daß ihr glaubet, JEsus sei Christus, ihr glaubet an den namen des sohnes der sohn GOttes, und daß ihr durch GOttes. den glauben das leben habet in seinem namen. Evangelium, Joh. Cap. 20, v. 19 bis 31. m abend desselbigen fabbathe, da die jünger versammelt und die thüren verschlossen waren, aus furcht bor den juden, kam JEsus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das fagete, zeigete er ihnen die hände und seine seite; da wurden die jünger froh, Am andern Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Epistel, 1. Petr. Cap. 2, v. 19 bis 25. Das ist gnade, ſo jemand um des zu das übel berträgt und leidet das unrecht. nebst den festlichen Vorlesungen. 39 Denn was ist das für ein ruhm, so| Am dritten Sonntage nach ihr um missethat willen streiche leidet? Aber wenn ihr um wohlthat willen leidet und erduldet, das ist gnade bei dazu seid Ostern, Jubilate genannt. Epistel, 1. Petr. Cap. 2, v. 11 bis 18. ieben euch, als fintemal auch Christus gelitten hat die fremdlinge und pilgrimme: für uns, und uns ein vorbild gelasſen, daß ihr sollet nachfolgen seinen fußtapfen. Welcher feine fünde gethan hat, ist auch fein betrug in seinem munde erfunden, welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht bräuete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere sünden selbst geopfert hat an seinem leibe auf dem holze, auf daß wir, der jünde abgestorben, der gerechtigkeit leben, durch welches wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem hirten und bischof eurer seelen. enthaltet euch von fleischlichen lüſten, welche wider die seele streiten und führet einen guten wandel unter den heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von übelthätern, eure guten werke sehen und GOtt preisen, wenn es nun an den tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen ordnung, um des HErrn willen, es ſei dem könige, als dem obersten, oder den hauptleuten, als den gesandten bon ihm, zur rache über die übelthäter und zu lobe den frommen. Denn das ist der wille GOttes, daß ihr mit wohlthun verstopfet die unwissenheit der thörichten menschen, als die freien, und nicht als hättet ihr die freiheit zum deckel der bosheit, sondern als die knechte GOttes. Thut ehre jeder= mannn. Habet die brüder lieb. FürchtetGOtt. Ehret den könig. Ihr knechte, ſeid unterthan mit aller furcht den herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunder= lichen. Evangelium, Joh. Cap. 10, v. 12 bis 18. Ejus sprach: Ich bin ein guter hirte, ein guter hirte läffet sein leben für die schafe. Ein miethling aber, der nicht hirte ist, deß die schafe nicht eigen sind, siehet den wolf kommen, und verläsſet die schafe und fleucht, und der wolf erhaschet und zerstreuet die schafe. Der miethling aber fleucht, denn er ist ein miethling und achtet der schafe nicht. Ich bin ein guter befannt den meinen, wie mich mein bater fennet, und ich kenne den vater, und ich lasse mein leben für die schafe. Und ich habe noch andere schafe, die sind nicht aus diesem stalle, und die felbigen muß ich herführen und sie werden meine stimme hören und wird eine heerde und ein hirte werden. Da= rum liebet mich mein bater, daß ich mein leben lasse, auf daß ichs wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es macht zu lassen und habe es macht wieder zu nehmen. Solches gebot habe ich empfangen bon meinem vater. Evangelium, Joh. Cap. 16, v. 16 bis 23. Ejus Über ein fleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Pleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum vater. Da sprachen etliche unter seinen jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich um vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: über ein Pleines? wir wissen nicht, was er redet. Da merkte JEsus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet 40 Episteln und Evangelien, ihr mich nicht sehen, und aber über ein| denn des menschen zorn thut nicht, Pleines, so werdet ihr mich sehen. was vor GOtt recht ist. Darum, so Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr leget ab alle unsauberkeit und alle werdet weinen und heulen, aber die bosheit, und nehmet das wort an mit welt wird sich freuen, ihr aber werdet sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, traurig sein, doch eure traurigkeit soll welches kann eure seelen selig machen. in freude verkehret werden. Ein weib, Evangelium, wenn sie gebieret, so hat sie traurigfeit, denn ihre stunde ist kommen; wenn ſie aber das kind geboren hat, Joh. Cap. 16, v. 5 bis 15. zu un gehe ich hin zu dem, der mich um denket sie nicht mehr an die angst, der freude willen, daß der mensch zur gesandt hat, und niemand unter euch welt geboren ist. Und ihr habt auch fraget mich: wo gehest du hin? sonnun traurigkeit, aber ich will euch wiedern dieweil ich solches zu euch geredet der sehen und euer herz soll sich freuen und eure freude soll niemand von euch nehmen, und an demselbigen tage werdet ihr mich nichts fragen. Am vierten Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Epistel, Jac. Cap. 1, v. 12 bis 21. elig ist der mann, der die anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die krone des lebens empfahen, welche GOtt verheiBen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von GOtt versucht werde. Denn GOtt ist nicht ein versucher zum bösen, er versuchet niemand: sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen lust gereizet und gelocket wird. Darnach, wenn die lust empfangen hat, gebieret sie die sünde; die sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebieret sie den tod. Irret nicht, lieben brüder! alle gute gabe und alle vollkommene gabe fommt von oben herab, von dem bater des lichtes, bei welchem ist keine veränderung noch wechsel des lichtes und finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem willen, durch das wort der wahrheit, auf daß wir wären erstlinge seiner Freaturen. Darum lieben brüder, ein jeglicher mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum zorn, habe, ist euer herz voll traurens wor= den. Aber ich sage euch die wahrheit: es ist euch gut, daß ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so kommt der tröster nicht zu euch, so ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die welt strafen um die fünde und um die ge= rechtigkeit und um das gericht: um die sünde, daß sie nicht glauben an mich); um die gerechtigkeit aber, daß ich zum vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet; um das gericht, daß der fürst dieser welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen; wenn aber jener, der geist der wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. Alles was der vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: er wird es von dem meinen nehmen und euch verkündigen. Am fünften Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel, Ja. Cap. 1, bv. 22 bis 27. eid thäter des wortes und nicht hörer allein, damit ihr euch 41 nebst den festlichen Vorlesungen. selbst betrüget. Denn so jemand ist| ben wir, daß du bon GOtt ausges ein hörer des wortes und nicht ein thäter, der ist gleich einem manne, der sein leiblich angesicht im spiegel beschauet; denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene gesetz der freiheit und darinnen beharret und ist nicht ein vergeßlicher hörer, sondern ein thäter, derselbige wird felig sein in seiner that. So aber sich jemand unter euch läsfet dünken, er diene GOtt und hält seine zunge nicht im zaum, sondern verführet sein herz, deß gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter gottesdienst bor GOtt dem vater ist der, die waisen und witwen in ihrer trübsal beſuchen Epistel, und sich von der welt unbefleckt belieber Theophile, von alle dem, Apost. Gesch. Cap. 1, v. 1 bis 11. rede habe halten. das JEsus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den jüngern: er hatte I Bahrlich, wahrlich, ich( age euch: durch den heiligen geiſt befehl gethan So ihr den vater etwas bitten werdet in meinem namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebe= ten in meinem namen; bittet so werdet ihr nehmen, daß eure freude vollfommen sei. Solches habe ich zu euch durch sprichwort geredet; es kommt aber die zeit, daß ich nicht mehr durch sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem vater. An demselbigen tage werdet ihr bitten in meinem namen, und ich sage euch nicht, daß ich den vater für euch bitten will, denn er selbst, der vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von GOtt ausgegangen bin. Ich bin vom vater ausgegangen und kommen in die welt, wiederum verlasse ich die welt und gehe zum vater. Spre= chen zu ihm seine jünger: Siehe nun redest du frei heraus, und sagest kein sprichwort, nun wissen wir, daß du alle dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauhatte, welchen er sich nach seinem lei= den lebendig erzeiget hatte durch mancherlei erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen vierzig tage lang und redete mit ihnen von dem reiche GOt= tes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Je= rusalem wichen, sondern warteten auf die verheißung des vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit wasser ge= taufet: ihr aber sollt mit dem heiligen geiste getaufet werden, nicht lange nach diesen tagen. Die aber, jo zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: HErr, wirst du auf diese zeit wieder aufrichten das reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen zeit oder stunde, welche der vater seiner macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die kraft des heiligen geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird und werdet meine zeugen sein zu Je= rusalem und in ganz Judäa und SaEvangelium, Joh. Cap. 16, v. 23 bis 33. gangen bist. JEsus antwortete ih nen: Jegt glaubet ihr. Siehe es kommt die stunde und ist schon tom= men, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das seine, und mich alleine lasset, aber ich bin nicht alleine, denn der vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir friede habet. In der welt habt ihr angst, aber seid getrost: ich habe die weit überwunden. Am Tage der Himmelfahrt Christi. 42 Episteln und Evangelien, maria und bis an das ende der erden.| einen hohenpriester, der nicht könnte Und da er solches gesaget, ward er mitleiden haben mit unserer schwachaufgehoben zusehens und eine wolke heit, sondern der versucht ist allent= nahm ihn auf vor ihren augen weg. halben, gleich wie wir, doch ohne Und als sie ihm nachsahen gen him- fünde. Darum laffet uns hinzutremel fahren, siche, da stunden bei ihnen ten mit freudigkeit zu dem gnadenzween männer in weißen kleidern, stuhle, auf daß wir barmherzigkeit welche auch jagten: Ihr männer von empfahen und gnade finden auf die Galiläa, was stehet ihr und sehet gen zeit, wenn uns hülfe noth sein wird himmel? Dieser JEsus, welcher von Denn ein jeglicher hoherpriester, der euch ist aufgenommen gen himmel, aus den menschen genommen wird, wird kommen, wie ihr ihn gesehen der wird gesetzt für die menschen gehabt gen himmel fahren. gen GOtt, auf daß er opfere gaben und opfer für die sünde; der da könnte mit leiden über die da unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst um= geben ist mit schwachheit. Darum er gleichwie für also auch für sich selbst, opfern für die sünde, und niemand nimmt ihm selbst die ehre, sondern der auch berufen fei von GOtt, gleich wie der Aaron. Alſe auch Christus hat sich nicht selbst in die ehre geseßt, daß er hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein sohn, heute habe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern orte spricht: Du bist ein priester in ewigkeit, nach der ordnung Melchifes dek. Und er hat am tage seines fleisches gebet und flehen mit starkem ge= schrei und thränen geopfert, zu dein, der ihm von dem tode konnte aushelsen und ist auch erhöret, darum, daß er GOtt in ehren hatte. Und wiewohl er GOttes sohn war, hat er doch an dem, das er litte, gehorsam geler= net. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine ursache zur ewigen seligkeit. Evangelium, Marc. Cap. 16, v. 14 bis 20. a die eilfe zu tische saßen, offen unglauben und ihres herzens härtigfeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden, und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle welt und predigt das evangelium aller freatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird berdammet werden. Die zeichen aber, die da folgen werden, denen die da glauben, sind die: in meinem namen werden sie teufel austreiben, mit neuen zungen reden, schlangen vertreiben, und so sie etwas tödtliches trinfen, wirds ihnen nicht schaden, auf die kranken werden sie die hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der HEri, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen himmel und sizet zur rechten hand GOttes. Sie aber gingen hin und predigten an allen orten und der HErr wirkete mit ihnen und bekräftigte das wort durch mitfolgende zeichen. Vorlesungen, Vormitt. Hebr. Cap. 4, v. 14 bis Cap. 5, v. 9. Dieweil wir einen großen hohensohn GOttes, der gen himmel gefahren ist, so lasset une halten an dem bekenntnisse; denn wir haben nicht Nachm. Hebr. Cap. 9, v. 24 bis Cap. 10, b. 14. Christus ist nicht eingegangen in das heilige, so mit händen ges macht ist,( welches ist ein gegenbild des rechtſchaffenen,) ſondern in den himmel selbst, zu erscheinen vor dem angesichte GOttes für uns. Auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleichwie der hohepriester gehet alle jahr in nebst den festlichen Vorlesungen. 43 wartet hinfort, bis daß seine feinde zum schemel seiner füße gelegt wers den, denn mit einem opfer hat er in ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. der das heilige mit fremden blute; sonst hätte er oft müssen leiden vom anfang der welt her. Nun aber am ende elt ist er einmal erschienen, durch sein eigen opfer die sünde aufzuheben. Und wie den menschen ist gesegt, einmal zu sterben, darnach aber das ge= richt; also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler sünde. Zum anderumal aber wird er ohne sünde erscheinen, denen, die auf ihn warten, zur seligkeit. Denn das geseß hatte den schatten von den zukünftigen gü= tern, nicht das wesen der güter selbst. Alle jahr muß man opfern, immer einerlei opfer und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen. Sonst hätte das opfern aufgehöret, wo die so am gottesdienste sind, fein gewissen mehr hätten von den sünden, wenn sie einmal gereiniget wären. Sondern es geschiehet nur durch die felbigen ein gedächtniß der sünden alle jahr, denn es ist unmöglich, durch ochsen- und bodsblut sünden wegnehmen. Darum, da er in die welt fommt, spricht er: Opfer und gaben hast du nicht gewollt, den leib aber hast du mir zubereitet. Brandopfer und sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im buche stehet vornämlich von mir ge= schrieben, daß ich thun soll, GOtt, deinen willen. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und gaben, brandopfer und sundopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht,( welche nach dem geseße geopfert werden,) da sprach er: Siehe, ich komme zu thun, GOtt, deinen willen. Da hebet er das erste auf, daß er das andere einseze. In wel= chem willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das opfer des leibes JEsu Christi. Und ein jeglicher priester ist eingesetzt, daß er alle tage gottesdienst pflege und oftmals einerlei opfer thue, welche nimmermehr können die sünde abnehmen. Dieser aber, da er hat ein opfer für die sünde geopfert, das ewiglich gilt, fizet er nun zur rechten GOttes und Am sechsten Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Epistel, 1. Petr. Cap. 4, v. 8 bis 11. geid mäßig und nüchtern zum gebet; vor allen dingen aber habet unter einander eine brünstige liebe, denn die liebe decket auch der sünden menge. Seid gastfrei unter einander ohne murmeln und dienet einander, ein jeglicher mit der gabe, die er empfangen hat, als die guten haushalter der mancherlei gnade GOttes. So jemand redet, daß er es rede als GOttes wort; so jemand ein amt hat, daß er es thue, als aus dem vermögen, das GOtt darreichet, auf daß in allen dingen GOtt gepreisset werde durch JEsum Christum, welchem sei ehre und gewalt, von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Evangelium, Joh. Cap. 15, b. 26 bis C. 16, b.4. Wenn der tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom vater, der geist der wahrheit, der vom vater ausgehet, der wird zeugen von mir und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den bann thun. Es kommt aber die zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue GOtt einen dienst daran. Und solches wer= den sie euch darum thun, daß sie weder meinen vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gefaget habe. Solches aber habe ich euch von anfang nicht gefaget, denn ich war bei euch. 44 Episteln und Evangelien, fintemal es die dritte stunde am tage; sondern das ist es, das durch den propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten tagen, spricht GOtt: Ich will ausgießen von meinem geiste auf alles fleisch und eure föhne und eure töchter sollen weissagen und eure jünglinge sollen gesichte sehen und eure ältesten sollen träume haben. Und auf meine knechte und auf meine mägde will ich in denselbigen tagen von meinem geiste ausgießen und sie sollen weisfagen. Am ersten Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. Cap. 2, b. 1 bis 18. Ale Pls der tag der pfingsten erfüllet war, waren die jünger des HErrn alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein brausen vom himmel, als eines gewaltigen windes, und erfüllete das ganze haus, da sie saßen. Und man jahe an ihnen die zungen zertheilet, als wären sie feurig und er sagte sich auf einen jeglichen unter ihnen und wurden alle voll des heiligen geistes und fingen an zu predigen mit andern zungen, nachdem der geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jeruſalem Biebet ihr mich, so haltet meine wohnend, die waren gottesfürchtige männer, aus allerlei volk, das unter gebote. Und ich will den bater bitten dem himmel ist. Danun diese stimme und er soll euch einen andern tröster geschahe, kam die menge zusammen geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, und wurden bestürzt, denn es hörete den geist der wahrheit, welchen die ein jeglicher, daß sie mit seiner sprache welt nicht kann empfahen. Denn sie redeten. Sie entsagten sich aber alle, siehet ihn nicht und fennet ihn nicht, verwunderten sich und sprachen unter ihr aber fennet ihn, denn er bleibet einander: Siehe, sind nicht diese alle, bei euch und wird in euch sein. Ich die da reden, aus Galilaa? wie hö- will euch nicht waisen lassen, ich komme ren wir denn ein jeglicher seine sprache, zu euch. Es ist noch um ein kleines, darinnen wir geboren sind?( Parther so wird mich die welt nicht mehr se= und Meder und Elamiter und die wir hen, ihr aber sollt mich sehen, denn wohnen in Mesopotamia und in Ju- ich lebe und ihr sollt auch leben. An däa und Cappadocia, Ponto und demselbigen tage werdet ihr erkennen, Asia, Phrygia und Pamphylia, Egyp- daß ich in meinem vater bin und ihr ten, und an den enden der Libyen bei in mir und ich in euch. Wer meine Chrenen und ausländer von Rom, gebote hat und hält sie, der ist es, der Juden und Judengenossen, Creter mich liebet. Wer mich aber liebet, und Araber,) wir hören sie mit un= der wird von meinem vater geliebet fern zungen die großen thaten GOt- werden, und ich werde ihn lieben und tes reden. Sie entsagten sich aber mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm alle und wurden irre und sprachen ei- Judas, nicht der Ischarioth: HErr, ner zu dem andern: Was will das was ist es, daß du uns dich willst werden? Die andern aber hatten es ihren spott und sprachen: Sie sind voll füßen weins. Da trat Petrus auf mit den eilfen, hub auf seine stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, lieben männer und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch fund gethan und laffet meine worte ju euren ohren eingehen, denn diese find nicht trunken, wie ihr wähnet, Evangelium, Joh. Cap. 14, v. 15 bis 31. offenbaren und nicht der welt? JEsus antwortete und sprach zu ihm- Wer mich liebet, der wird mein wort halten und mein bater wird ihn lieben und wir werden zu ihm fommen und wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine worte nicht; und das wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des vaters, der mich gesandt hat. Solches nebst den festlichen Vorlesungen. 45 habe ich zu euch geredet, weil ich bei| Und hat uns wissen lassen das ge= euch gewesen bin. Aber der tröster, heimniß seines willens, nach seinem der heilige geist, welchen mein vater wohlgefallen und hat dasselbige her= senden wird in meinem namen, der vorgebracht durch ihn, daß es ge= felbige wird es euch alles lehren und prediget würde, da die zeit erfüllet euch ccinnern alles des, das ich euch war, auf daß alle dinge zusammen gefaget habe. Den frieden lasse ich unter ein haupt verfasset würden in euch, meinen frieden gebe ich euch. Christo, beides das im himmel und Nicht gebe ich euch, wie die welt giebt. auch auf erden ist, durch ihn selbst; Euer herz erschrecke nicht und fürchte durch welchen wir auch zum erbtheil sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich kommen sind, die wir zuvor verord= euch gefaget habe: Ich gehe hin und net sind nach dem vorsage deß, der fomme wieder zu euch. Hättet ihr alle dinge wirket nach dem rathe seimich lieb, so würdet ihr euch freuen, nes willens, auf daß wir etwas sein daß ich gesaget habe, ich gehe zum zu lobe seiner herrlichkeit, die wir zu= vater, denn der vater ist größer denn bor auf Christum hoffen. Durch welich. Und nun habe ich es euch gesa- chen auch ihr gehöret habet das wort get, ehe denn es geschiehet, auf daß, der wahrheit, nämlich das evangelium wenn es nun geschehen wird, daß ihr von eurer seligkeit, durch welchen ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr auch, da ihr glaubetet, versiegelt wor= viel mit euch reden, denn es kommt den seid mit dem heiligen geiste der der fürst dieser welt und hat nichts verheißung, welcher ist das pfand unan mir. Aber auf daß die welt er- sers erbes zu unserer erlösung, daß kenne, daß ich den vater liebe und ich wir sein eigenthum würden, zu lobe also thue, wie mir der vater geboten seiner herrlichkeit. Darum auch ich, hat: stehet auf und lasset uns von hin- nachdem ich gehöret habe von dem nen gehen. glauben bei euch an den HErrn JE= sum und von eurer liebe zu allen heiligen, höre ich nicht auf zu danken für euch, und gedenke eurer in meinem gebete, daß der GOtt unsers HErrn JEsu Christi, der vater der herrlichkeit, gebe euch den geist der weisheit und der offenbarung, zu seiner selbst erkenntniß, und erleuchtete augen eures verständnisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die hoffnung eures berufes und welcher da sei der reichthum seines herrlichen erbes an seinen heiligen und welche da sei die überschwängliche größe sei= ner kraft an uns, die wir glauben, nach der wirkung feiner mächtigen stärke, welche er gewirket hat in Chri= sto, da er ihn von den todten auferwedket hat und geseßet zu seiner rech= ten im himmel, über alle fürstenthum, gewalt, macht, herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser welt, sondern auch in der zukünftigen. Und hat Vorlesungen, Vorm. Eph. Cap. 1, v. 2 bis 23. Gna nade sei mit euch und friede von GOtt, unserm vater und dem HErrn JEsu Christo. Gelobet sei GOtt und der vater unsers HErrn JEsu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem segen in himmlischen gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denfelbigen, ehe der welt grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der liebe und hat uns berordnet zur kindschaft gegen ihn selbst, durch JEsum Christ, nach dem wohlgefallen seines millené, zu lobe seiner herrlichen gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem geliebten, an welchem wir haben die erlösung durch sein blut, nemlich die vergebung der sünde, nach dem reichthum seiner gnade, welche uns reichlich wiederfahren ist, durch allerlei weisheit und flugheit. Episteln und Evangelien, 46 alle dinge unter seine füße gethan und hat ihn gesetet zum haupte der gemeine über alles, welche da ist sein leib, nemlich die fülle deß, der alles in allem erfüllet. Am andern Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. Cap. 10, b. 42 bis 48. etrus sprach: Der HErr hat uns Nachm. Röm. Cap. 8, v. 1 bis 11. Es ist nichts verdammliches an denen, die in Christo JEfu sind, die nicht nach dem fleische wandeln, sondern nach dem geiste. und zu zeugen, daß er ist verordnet von GOtt ein richter der lebendigen und der todten. Von diesem zeugen alle propheten, daß durch seinen namen alle, die an ihn glauben, verge= Denn das gesez des geistes, der da leben- bung der sünden empfahen sollen. dig macht in Christo JEfu, hat mich frei gemacht von dem geseße der sünDa Petrus noch diese worte redete, fiel der heilige geist auf alle, die dem worte zuhörten. Und die gläubigen aus der beschneidung, die mit Petro kommen waren, entfaßten sich, daß auch auf die heiden die gabe des heiligen geistes ausgegossen ward. Denn sie hörten, daß sie mit zungen redeten wortete Petrus: Mag auch jemand und GOtt hoch preiseten. Da ant= taufet werden, die den heiligen geist das wasser wehren, daß diese nicht ge= empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem namen des HErrn. den und des todes. Denn das dem gesehe unmöglich war,( sintemal es durch das fleisch geschwächet ward,) das that GOtt und sandte seinen ſohn in der gestalt des sündlichen fleisches und verdammte die sünde im fleische durch fünde, auf daß die ge= rechtigkeit, vom geseße erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem fleische wandeln, sondern nach dem geiste. Denn die da fleischlich find, die sind fleischlich gesinnet, die aber geistlich sind, die sind geistlich ge= sinnet. Aber fleischlich gesinnet sein, ist der tod, und geistlich gesinnet sein, ist leben und friede. Denn fleischlich ge= finnet sein ist eine feindschaft wider GOtt, fintemal es dem geseße GOttes nicht unterthan ist, denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, mögen GOtt nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders GOttes geist in euch wohnet. Wer aber Christi geist nicht hat, der ist nicht sein. So aber Christus in euch ist, so ist der leib zwar todt um der fünde willen, der geist aber ist das leben um der gerechtigkeit willen. So nun der geist deß, der JEsum von den todten auferwedet hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Christum von den todten auferwedet hat, eure sterblichen leiber lebendig machen, um deßwillen, daß sein geist in euch wohnet. In thum mo na bru doing án xp khu Evangelium, Joh. Cap. 3, b. 16 bis 21. Esus sprach zu Nicodemo: Also er seinen emgeborenen sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige leben haben. Denn GOtt hat seinen sohn nicht gesandt in die welt, daß er die welt richte, sondern daß die welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den namen des eingeborenen sohnes GOt= tes. Das ist aber das gericht, daß das licht in die welt kommen ist, und die menschen liebten die finsterniß mehr, denn das licht, denn ihre werke waren böse. Wer arges thut, der hasfet das licht und kommt nicht an das iicht, auf daß seine werke nicht gestrafet werden. Wer aber die wahrheit thut, der kommt an das licht, daß seine werke offenbar nebst den festlichen Vorlesungen. 47 werden, denn sie sind in GOtt ge-| mensch aber vernimmt nichts vom than. geiste( GOttes, es ist ihm eine thorheit und kann es nicht erkennen, denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles und wird von oder Denn wer hat des HErrn sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi sinn. Borlesungen, Vormittags. 1 Cor. Cap. 2. Lieben brüder, da ich zu euch kam, mit hoher weisheit, euch zu verkündigen die göttliche predigt, denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein JEsum Christum, den gefreuzigten. Und ich war bei euch mit schwachheit und mit furcht Und mein Nachmitt. Apost. Gesch. Cap. 2. b. 32 bis 47. hat wort und meine predigt war nicht in Paufer wedet, des sind wir alle ge vernünftigen reden menschlicher weisheit, sondern in beweisung des geistes und der kraft, auf daß euer glaube bestehe nicht auf menschen weisheit, sondern auf GOttes fraft. Da wir aber bon reden, das ist dennoch weisheit bei den vollkommenen, nicht eine weisheit dieser welt, auch nicht der obersten dieser welt, welche vergehen, sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen weisheit GOttes, welche GOtt verordnet hat vor der welt, zu unserer Herrlichkeit. Welche keiner von den obersten dieser welt- erkannt hat, denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den HErrn der herrlichkeit nicht gefreuziget, sondern wie geschrieben stehet: Das fein auge gesehen hat und fein ohr gehöret hat und in feines menschen herz kommen ist, das GOtt bereitet hat denen, die ihn lieben, uns aber hat es GOtt offenbaret durch seinen geist, denn der geist erforschet alle dinge, auch die tiefen der gottheit. Denn welcher mensch weiß, was im menschen ist, ohne der geist des menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in GOtt ist, ohne der geist GOttes. Wir aber haben nicht empfangen den geist der welt, sondern den geist aus GOtt, daß wir wissen können, was uns von GOtt gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit worten, welche menschliche weisheit lehren kann, sondern mit worten, die der heilige geist lehret und richten geistliche sachen geistlich. Der natürliche * gen. Nun er durch die rechte GOttes erhöhet ist und empfangen hat die verheißung des heiligen geistes vom vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen himmel gefahren. Er spricht aber: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Seße dich zu meiner rechten, bis daß ich deine feinde lege zum schemel deiner füße. So wisse nun das ganze haus Israel gewiß, daß GOtt diesen JEsum, den ihr gefreuziget habt, zu einem HErrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging es ihnen durchs herz, und spra= chen zu Petro und zu den andern aposteln: 3hr männer, lieben brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den namen JEsu Christi zur vergebung der sünde, so werdet ihr empfahen die gabe des heiligen geistes. Denn euer und eurer finder ist diese verheißung und aller, die ferne sind, welche GOtt, unser HErr, herzu rufen wird. Auch mit vielen anderen worten bezeugete er, und ermahnete und sprach: Laffet euch helfen von diesen unartigen leuten. Die nun sein wort gerne annahmen, ließen sich taufen und wurden hinzu gethan an dem tage bei drei taus fend feeelen. Sie blieben aber beständig in der apostel lehre und in der gemeinschaft, und im brotbrechen und im gebet. Es kam auch alle seelen furcht an und geschahen viel wunder 48 Episteln und Evangelien, und zeichen durch die apostel. Alle| aus dem wasser und geiste, so kann er aber, die gläubig waren worden, waren bei einander und hielten alle dinge gemein. Ihre güter und habe verkauften sie und theilten sie aus unter alle, nachdem jedermann noth war. Und fie waren täglich und stets bei einander einmüthig im tempel und brachen das brot hin und her in häusern, nahmen die speise und lobeten GOtt mit freuden und einfältigem herzen und hatten gnade bei dem ganzen volk. Der HErr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der gemeine. nicht in das reich GOttes kommen. Was vom fleische geboren wird, das ist fleisch, und was vom geiste geboren wird, das ist geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gefaget habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der wind bläset wo er will und du höreft sein sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret; also ist ein jeglicher, der aus dem geiste geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? JEsus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmet unser zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen dingen sagen würde? Und niemand fähret gen himmel, denn der vom himmel hernieder kommen ist, nämlich des menschen sohn, der im himmel ist. Und wie Moses in der wüste eine schlange erhöhet hat, also muß des menschen sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige leben haben. Am Feste der Dreieinigkeit. Epistel, D Röm. Cap. 11, b. 33 bis 36. welch eine tiefe des reichthums, beide der weisheit und erkenntniß GOttes! wie gar unbegreiflich sind seine gerichte und unerforschlich seine wege! denn wer hat des HErrn finn erkannt? oder wer ist sein rathgeber gewesen? oder wer hat ihm et= was zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle dinge. Ihm sei ehre in ewigkeit, amen. Evangelium, Joh. Cap. 3, v. 1 bis 15. 28 war ein mensch unter den phaein oberster unter den Juden, der fam ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein lehrer von GOtt kommen, denn niemand kann die zeichen thun, die du thust, es sei denn GOtt mit ihm. JEsus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, fann er das reich GOt= tes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner mutter leib gehen und geboren werden? JEsus antwor= tete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: es sei denn, daß jemand geboren werde Vorlesungen, Vorm. Joh. Cap. 14, b. 1 bis 17. Esus sprach zu seinen jüngern: Euer herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an GOtt, so glaubet ihr auch an mich. In meines vaters hause sind viele wohnungen. Wenn es nicht ſo wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: HErr, wir wissen nicht, wo du hingehest und wie können wir den weg wissen? JEsus spricht zu ihm: Ich bin der weg nebst den festlichen Vorlesungen. 49 und die wahrheit und das leben, nie-| vermehret werdest, wie der HErr, deiner mand kommt zum vater denn durch väter GOtt, dir geredet hat, ein land, mich. Wenn ihr mich kennet, so ken- da milch und honig innen fließt. Höre, net ihr au meinen vater. Und von Israel, der HErr, unser GOtt, ist ein nun an fennet ihr ihn und habt ihn einigerHErr. Und du sollst denHErrn, gesehen. Spricht zu ihm Philippus: deinen GOtt, lieb haben von ganzem HErr, zeige uns den vater, so genüget herzen, von ganzer seele, von allem uns. JEsus spricht zu ihm: So lange vermögen. Und diese worte, die ich dir bin ich bei euch und du kennest mich heute gebiete, sollst du zu herzen nehnicht? Philippe, wer mich siehet, der men, und sollst sie deinen kindern schär= siehet den vater, wie sprichst du denn: fen, und davon reden, wenn du in deiZeige uns den vater? Glaubest du nem hause sigest oder auf dem wege nicht, daß ich im vater und der bater gehest, wenn du dich niederlegest oder in mir ist? Die worte, die ich zu euch aufstehest. Und sollst sie binden zum rede, die rede ich nicht von mir selbst. zeichen auf deine hand, und sollen dir. Der vater aber, der in mir wohnet, ein denkmal vor deinen augen sein. derselbige thut die werke. Glaubet Und sollst sie über deines Hauses pfomir, daß ich im vater und der vater in sten schreiben und an die thore. Wenn mir ist? Wo nicht, so glaubet mir doch dich nun der HErr, dein GOtt, in das um der werke willen. Wahrlich, wahr- land bringen wird, das er deinen välich, ich sage euch: Wer an mich glau- tern, Abraham, Isaac und Jakob ge= bet, der wird die werke auch thun, die schworen hat, dir zu geben, große ich thue und wird größere, denn diese und feine städte, die du nicht gebauet thun, denn ich gehe zum vater. Und hast, und häuser, alles guts voll, die was ihr bitten werdet in meinem na- du nicht gefüllet hast, und ausgehauene men, das will ich) thun, auf daß der ba- brunnen, die du nicht ausgehauen hast, ter geehret werde in dem sohne. Was und weinberge und ölberge, die du ihr bitten werdet in meinem namen, nicht gepflanzet hast, daß du esfest und das will ich thun. Liebet ihr mich, so satt wirst, so hüte dich, daß du nicht haltet meine gebote. Und ich will den des HErrn vergessest, der dich aus bater bitten und er soll euch einen an- Egyptenland, aus dem diensthauſe, ge= dern tröster geben, daß er bei euch führet hat, sondern sollst den HErrn. bleibe ewiglich, den geist der wahrheit, deinen GOtt, fürchten, und ihm diewelchen die welt nicht fann empfahen, nen, und bei seinem namen schwören. denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn Und sollst nicht andern göttern nach)nicht, ihr aber kennet ihn, denn er folgen, der bölfer, die um euch her sind. bleibet bei euch und wird in euch sein. Denn der HErr, dein GOtt, ist ein eifriger GOtt unter dir, daß nicht der 3orn des HErrn, deines GOttes, über dich ergrimme der erben und vertilge dich von 1001 br oder: tilido Jef. Cap. 48, v. 10 bis 22. o spricht der HErr: Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie filber, sondern ich will dich auserwählt machen im ofen des elendes. Um meinetwillen, ja um meinetwillen, will ichs thun, daß ich nicht gelästert werde, denn ich will meine ehre reinem ans dern lassen. Höre mir aut Jakob, und Di Nachm. 5. B.Mos. C. 6, v. 1 bis 15. ies die und gebote und rechte, die der HErr, euer GOtt, geboten hat, daß ihr sie lernen und thun ſollt im lande, dahin ihr ziehet, daffelbe einzunehmen: Daß du den HErrn, deinen GOtt, fürchtest und haltest alle seine rechte und gebote, die ich dir gebiete, du und deine kinder und deine findeskinder, alle eure lebtage, auf daß ihr lange lebet. Israel, du sollst hören und behalten, daß du es thust, daß dirs wohl gehe und sehr 50 Episteln und Evangelien, du Israel, mein berufener: Ich bins,| völlig bei uns, auf daß wir eine freuich bin der erste, dazu auch der letzte. Meine hand hat den erdboden gegründet und meine rechte hand hat den himmel umspannet; was ich rufe, das stehet alles da. Sammelt euch alle, und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der HErr liebet ihn, darum wird er seinen willen an Babel und seinen arm an den Chaldäern beweisen. Ja, ich habe es gesagt, ich habe ihm gerufen, ich will ihn auch kommen lassen und sein weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir und höret dies: ich habs nicht im verborgenen zuvor geredet. Von der zeit an, da es geredet wird, bin ich da, und nun sendet mich der HErr HErr und fein geist. So spricht der HErr, dein digkeit haben am tage des gerichtes. Denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser welt. Furcht ist nicht in der liebe, sondern die völlige liebe treibet die furcht aus, denn die furcht hat pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe GOtt, und haffet seinen bruder, der ist ein lügner; denn wer seinen bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er GOtt lieben, den er nicht siehet? Und dies gebot haben wir von ihm, daß, wer GOtt liebet, daß der auch seinen bruder liebe. Evangelium, et der HErr, dein GOtt, der dich lehret, was nüßlich ist, und leitet dich auf dem wege, den du gehest. O daß du auf meine gebote merktest, so würde dein friede sein wie ein wasserstrom und beine gerechtigkeit wie meereswellen, und dein same würde sein wie sand, und das gewächse deines leibes wie desselbigen fies; des name nicht würde ausgerottet noch vertilget vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem schall, verfündiget und lasset solches hören, bringets aus bis an der welt er de, sprechet: der HErr hat seinen knecht Jakob erlöset. Sie hatten keinen durst, da er sie leitete in der wüste, er ließ ihnen wasser aus dem felsen fließen, er riß den fels, daß wasser heraus rann. Aber die gottlosen, spricht der HErr, haben keinen frieden. Am 1. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit, oder Triniund köstlicher leinwand, und lebte alle tage herrlich und in freuden. Es war aber ein armer, mit namen Lazarus, der lag bor seiner thür voller schwären, und begehrte sich zu sättigen von den brosamen, die von des reichen tische fielen, doch kamen die hunde und leck= ten ihm seine schwären. Es begab sich aber, daß der arme starb, und ward getragen von den engeln in Abrahams schooß. Der reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der hölle und in der qual war, hob er seine augen auf, und sahe Abrahain von ferne und Lazarum in seinem schooße, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines fingers in das waffer tauche und fühle meine zunge, denn ich leide pein in dieser flamme. Abraham aber sprach: Gedenke sohn, daß du dein gutes empfangen hast in deinem leben und Lazarus dagegen hat böses empfangen; nun wird er ge= tröstet und du wirst gepeiniget. Und über dies alles ist zwischen uns und euch eine große fluft befestiget, daß, 1. Joh. Cap. 4, v. 16 bis 21. die da wollten von hinnen hinab fahOtt ist die liebe, und wer in der ren zu euch, können nicht, und auch liebe bleibet, der bleibet in GOtt nicht von dannen zu uns herüber fahund GOtt in ihm. Daran ist die lieberen. Da sprach er: So bitte ich dich, tatis. Epistel, G Luc. Cap. 16, v. 19 bis 31. Esus sprach: Es war ein reicher nebst den festlichen Borlesungen. 51 rater, daß du ihn sendest in meines| seines sohnes JEfu Christi und lievaters haus, denn ich habe noch fünf brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen ort der qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, vater Abraham, ſondern wenn einer von den todten zu ihnen ben uns unter einander, wie er uns ein gebot gegeben hat. Und wer seine gebote hält, der bleibet in ihm, und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet, an dem geiste, den er uns gegeben hat. ginge, ſo würden fie buße then. Er sprach zu ihm: sie Mosen und die propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den todten auferstände. Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 1 bis 14. Glusſprach): Das himmelreich ist gleich einem fönige, Am 2. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, V sohne hochzeit machte, und sandte seine knechte aus, daß sie die gäste zur hochzeit riefen, und sie wollten nicht kom= men. Abermal sandte er andere knechte aus und sprach: Saget den gästen: siehe, meine mahlzeit habe ich bereitet, meine ochsen und mein mastvieh ist 2. Joh. Cap. 3, b. 13 bis 24. geschlachtet, und alles bereit, kommet erwundert euch nicht, meine brü- zur hochzeit. Aber sie verachteten das der, ob euch die welt hasset. Wir und gingen hin, einer auf seinen acker, wissen, daß wir aus dem tode in das der andere zu seiner handthierung. Etleben kommen sind, denn wir lieben liche aber griffen seine knechte, höhnedie brüder. Wer den bruder nicht lie- ten und tödteten sie. Da das der köbet, der bleibet im tode. Wer seinen nig hörete, ward er zornig, und schickte bruder haffet, der ist ein todtschläger, seine heere aus, und brachte diese mörund ihr wisset, daß ein todischläger der um, und zündete ihre stadt an. Da nicht hat das ewige leben bei ihm blei= sprach er zu seinen knechten: Die hochbend. Daran haben wir erkannt die zeit ist zwar bereitet, aber die gäste waliebe, daß er sein leben für uns gelas- ren es nicht werth, darum gehet hin auf sen hat, und wir sollen auch das leben für die brüder lassen. Wenn aber jemand dieser welt güter hat, und siehet seinen bruder darben und schleußt sein herz vor ihm zu, wie bleibet die liebe GOttes bei ihm? Meine kindlein, lasset uns nicht lieben mit worten, noch mit der zunge, sondern mit der that und mit der wahrheit. Daran erken nen wir, daß wir aus der wahrheit sind, und können unser herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz verdammet, daß GOtt größer ist denn unser herz und erkennet alle dinge. Ihr lieben, so uns unser herz nicht verdammet, so haben wir eine freudigkeit zu GOtt. Und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen, denn wir halten seine gebote und thun, was vor ihm gefällig ist. Und das ist sein ge- us machte ein groß abendmahl die straßen, und ladet zur hochzeit, wen ihr findet. Und die fnechte gingen auf die straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die tische wurden alle voll. Da ging der könig hinein, die gäste zu besehen, und sahe allda einen menschen, der hatte kein hochzeitlich kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen und hast doch kein hochzeitlich kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der könig zu seinen dienern: Bindet ihm hände und füße, und werfet ihn in die äußerste finsterniß hinaus, da wird sein heulen und zähnflappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. oder: bot, daß wir glauben an den namen der Luc. Cap. 14, v. 16 bis 24. Esus 52 Episteln und Evangelien, und lud viele dazu und sandte seine| zu seiner ewigen herrlichkeit in Christo fnechte aus zur stunde des abendmahle, zu sagen den geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an, alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen acker gekauft und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der anJEsu, derselbigt wird euch, die ihr eine Pleine zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei ehre und macht von ewigkeit zu ewigfeit, amen. Evangelium, Luc. Cap. 15, v. 1 bis 10. dere ſprach: Ich habe fünf joch ochsen naheten zu JEſu allerlei zöllner gekauft und ich gehe jept hin sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein weib genommen, darum kann ich nicht lommen. Und der knecht kam und sagte das seinem herrn wieder, da ward der hausherr zornig und sprach zu seinem knechte: Gehe aus bald auf die straßen und gassen der stadt und führe die armen und krüppel und lahmen und blinden herein. Und der knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch raum da. Und der herr sprach zu dem tnechte: Gehe aus auf die landstraßen und an die zäune und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein haus boll werde. Ich sage euch aber, daß der männer feiner, die geladen sind, mein abendmahl schmecken wird. und sünder, daß sie ihn höreten. Und die pharisäer und schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die sünder an und isset mit ihnen. Er sagete aber zu ihnen dies gleichniß und sprach: Welcher mensch ist unter euch, der hundert schafe hat und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der wüsten und hingehe nach dem berlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine achseln mit freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen freunden und nachbaren und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein schaf ge= funden, das verloren war. Ich fage euch: also wird auch freude im himmel sein über einen sünder, der buße thut, vor neun und neunzig gerechten, die der buße nicht bedürfen. Oder welch weib ist, die zehn groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein licht anzünde und kehre das haus und suche mit fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet ſie ihren freundinnen und nachbarin mit nen denn ich habe meinen groschen funden, den ich verloren hatte. Viso auch, sage ich euch, wird freude sein vor den engeln GOttes, über einen sünder, der buße thut. Am 3. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Petr. Cap. 5, v. 5 bis 11. efammt ſeid unter einander un terthan und an der demuth; denn GOtt widerstehet den hoffärtigen, aber den demüthigen giebt er gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige hand GOttes, daß er euch erhöhe zu seiner zeit. Alle eure forge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer widersacher, der teufel, gehet umher wie ein brüllender löwe und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im glauben und wiffet, daß eben dieselbigen leiden über eure brüder in der welt gehen. Der GOtt Am 4. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Nom. Cap. 8, v. 18 bis 27. ch halte es dafür, daß dieser zeit leiden der herrlichkeit nicht werth aber aller gnade, der uns berufen hat sei, die an uns soll offenbaret werden. nebst den festlichen Vorlesungen. 53 Denn das ängstliche harren der krea-| sten sein, denn er ist gütig über die untur wartet auf die offenbarung der Finder GOttes. Sintemal die kreatur unterworfen ist der eitelkeit, ohne ihren willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf hoffnung. Denn auch die freatur frei werden wird von dem dienste des vergänglichen wesens, zu der herrlichen freiheit der finder GOttes. Denn wir wissen, daß alle freatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des geistes erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der kindschaft und warten auf unsers leibes erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der hoffnung. Die hoffmung aber, die man siehet, ist nicht hoffnung, denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch geduld. Desfelbigen gleichen auch der geist hilft unserer schwachheit auf, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich es gebühret, sondern der geist selbst bertritt uns aufs beste, mit unaus sprechlichem seufzen. Der aber die heren forschet, der weiß, was des geistes finn sei, denn er vertritt die heiligen, nach dem, das GOtt gefället. Evangelium, dankbaren und boshaftigen. Darum seid barmherzig, wie auch euer vater barmherzig ist. Richtet nicht, so wer= det ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch ver= geben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig maß wird man in euren schooß geben, denn eben mit dem maße, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und JEsus sagte ihnen ein gleichniß: Mag auch ein blinder einem blinden den weg weisen? werden sie nicht alle beide in die grube fallen? Der jünger ist nicht über seinen meister, wenn der jünger ist wie sein meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber den splitter in deines bruders auge, und des balkens in deinem auge wirst du nicht gewahr? oder wie fannst du sagen zu deinem bruder: Halt stille, bruder, ich will den splitter aus deinem auge ziehen, und du siehest selbst nicht den balken in deinem auge? Du heuchler, zeuch zu vor den balken aus deinem auge und siche denn, daß du den splitter aus deines bruders auge ziehest. Luc. Cap. 6 v. 31 bis 42. Esus sprach: Wie ihr wollet, daß Am 5. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Petr. Cap. 3, b. 8 bis 15. eid allesammt gleich gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht böses mit bösem, oder scheltwort mit scheltwort, sondern dagegen seguet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den segen ererbet. Denn wer leben will und gute tage sehen, der schweige seine zunge, daß sie nichts böses rede und seine lippen, daß sie nicht trügen; er wende sich vom bösen und thue gutes, er suche friede und jage ihm nach. Denn die augen des HErrn sehen auf die gerechten und seine ohren auf ihr gebet. Das angesicht aber des HErrn thut ihnen gleich auch ihr. Und so ihr liebet, die euch lieben, was danks habt ihr davon? Denn die sünder lieben auch ihre liebhaber. Und wenn ihr euren wohlthätern wohl thut, was danks habt ihr davon? Denn die sünder thun dasselbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was danks habt ihr davon? Denn die sünder leihen den sündern auch, auf daß sie gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure feinde, thut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer lohn groß sein und werdet finder des allerhöch- fiehet auf die, die da böses thun. Und 54 Episteln und Evangelien, wer ist, der euch schaden könnte, so ihr| Am 6. Sonntage nach dem Feste dem guten nachkommet? Und ob ihr der Dreieinigkeit. Epistel, auch leidet um der gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem trogen nicht und er= Röm. Cap. 6, von 3 bis 14. in JEsum Christum getauft ſchrecket nicht. Heiliget aber GOtt den Wiſſet ihr nicht, daß alle, die wir find, die sind in seinen tod getauft? So find wir je mit ihm begraben durch die taufe in den tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den tod= HErrn in euren herzen. Evangelium, Luc. Cap. 5, v. 1 bis 11. s begab sich, da sich das volk zuten, durch die herrlichkeit des vaters, GOttes, und er stund am see Geneza- leben wandeln. So wir aber sammt reth und sahe zwei schiffe am see stehen, ihm gepflanzet werden zu gleichem die fischer aber waren ausgetreten und tode, so werden wir auch der auferstewuschen ihre nehe, trat er in der schiffe hung gleich sein, dieweil wir wissen, eines, welches Simonis war und bat daß unser alter mensch sammt ihm ihn, daß er es ein wenig vom lande gekreuziget ist, auf daß der sündliche führete und er sagte sich und lehrete Leib aufhöre, daß wir hinfort der das voll aus dem schiffe. Und als er sande nicht dienen. Denn wer gestor= hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu ben ist, der ist gerechtfertiget von der Simon: Fahret auf die höhe und wer- sünde. Sind wir aber mit Christo fet eure neße aus, daß ihr einen zug gestorben, so glauben wir, daß wir auch thut. Und Simon antwortete und mit ihm leben werden und wissen, daß sprach zu ihm: Meister wir haben die Christus, von den todten erwecket, hins ganze nacht gearbeitet und nichts ge- fort nicht stirbet, der tod wird hinfort fangen, aber auf dein wort will ich über ihn nicht herrschen. Denn daß er das neß auswerfen. Und da sie das gestorben ist, das ist er der sünde gethaten, beschlossen sie eine große menge storben zu einem mal, daß er aber lefische und ihr neß zerriß. Und sie win- bet, das lebet er GOtt. Also auch ihr, keten ihren gesellen, die in dem andern schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen und sie famen und fülleten beide schiffe voll, also, daß sie fanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er JEsu zu den knieen und sprach: HErr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger mensch! Denn es war ihm ein schreden ankommen und allen die mit ihm waren, über diesen fischzug, den sie miteinander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die söhne Zebedäi, Simonis gesellen. Und JEsus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von mun an wirst du menschen fahen. Und fie führeten die schiffe zu lande und nerließen alles und folgeten ihm nach. haltet euch dafür, daß ihr der sünde ge= storben seid und lebet GOtt in Christo JEsu unserm HErrn. So lasset nun die sünde nicht herrschen in eurem sterblichen leibe, thr gehorsam zu leisten in seinen listen. Auch begebet nicht der fünde eure glieder zu waffen der ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst GOtt, als die da aus den todten lebendig sind und eure glieder Gtte zu waffen der gerechtigkeit. Denn die fünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem gesetze seid, sondern unter der gnade. Evangelium, Matth. Cap. 5, v. 17 bis 26. Esus Inen, daß ich kommen bin, daß geſeß oder die propheten aufzulösen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu nebst den festlichen Vorlesungen. 55 erfüllen. Denn ich sage euch: wahrlich,| knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid: bie daß himmel und erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste buchstabe, noch ein titel vom gesege, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen fleinsten geboten auflöset und lehret die leute also, der wird der kleinste heißen im himmelreich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure gerechtigkeit besser, denn der schriftgelehrten und pharisäer, so werdet ihr nicht in das himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den alten gefaget ist: Du sollst nicht tödten, wer aber tödtet, der soll des gerichtes schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem bruder zürnet, der ist des gerichtes schuldig; wer aber zu seinem bruder saget: Racha, der ist des raths schuldig; wer aber faget: Du narr, der ist des höllischen feuers schuldig. Darum, wenn du deine gabe auf den altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem altar deine gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem bruder und alsdann komm und opfere deine gabe. Sei willfertig deinem widersacher bald, dieweil du es sei der sünde zum tode, oder dem gehorsam zur gerechtigkeit. Gott sei aber gedanket, daß ihr knechte der fünde gewesen seid, aber nun gehorsam worden von Herzen dem vorbilde der lehre, welchem ihr ergeben seid. Denn nun ihr frei worden seid von der fünde, seid ihr knechte worden der gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden, um der schwachheit willen eures fleisches. Gleichwie ihr eure glieder begeben habet zum dienste der unreinigkeit und von einer ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure glieder zum dienste der gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der sünden knechte waret, da waret ihr frei von der gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der zeit für frucht? welcher ihr euch jetzt schämet, denn das ende derselbigen ist der tod. Num ihr aber seid von der fünde frei und GOttes knechte worden, habet ihr eure frucht, daß ihr heilig werdet, das ende aber das ewige leben. Denn der tod ist der sünden sold, aber die gabe GOttes ist das ewige leben, in Christo JEsu, unserm HErrn. Evangelium, Marc. Cap. 8, v. 1 bis 9 noch bei ihm auf dem wege biſt, auf daß und hatten nichts zu effen, rief u der zeit, da viel volks da war dich der widersacher nicht dermalcinst überantworte dem richter und der richter überantworte dich dem diener und werdest in den kerker geworfen. Ich fage dir: wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten heller bezahlest. JEsus seine jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des volks, denn sie haben nun drei tage bei mir verharret und haben nichts zu essen und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem wege verschmachten; denn etliche wa= ren von ferne kommen. Seine jünger Am 7. Sonntage nach dem Feste antworteten ihm: Woher nehmen wir der Dreieinigkeit. brot hier in der wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dim volke, daß sie sich auf die erde lagerten. Und er nahm die sieben brote und dankete und brach sie und gab sie seinen jüngern, daß sie dieselbigen vorlegeten und sie legten dem volke vor. Und hatten ein wenig Epistel, Röm. Cap. 6, v. 15 bis 23. ollen wir fündigen, dieweil wir nicht unter dem geseß, sondern unter der gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu knechten in gehorsam, deß Episteln und Evangelien, 56 fischlein und er dankete und hieß diefelbigen auch voitragen. Sie aßen aber und wurden satt und huben die übrigen brocken auf, sieben förbe. Und ihrer waren bei vier tausend die da ge= geffen hatten, und er ließ sie von sich. oder: Jesu Joh. Cap. 6, v. 1 bis 15. Esus fahr weg über das meer an der stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm biel volks nach, darum, daß sie die zeichen sahen, die er an den franken that. JEsus aber ging hinauf auf einen berg und sette sich daselbst mit seinen jüngern. Es war aber nahe die ostern, der juden fest. Da hub JEsus seine augen auf und siehet, daß viel volks zu ihm kommt und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir brot, daß diese essen? Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: 3weihundert pfennige werth brots ist nicht ge= nug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer feiner jünger, Andreas, der bruder Simonis Petri: Es ist ein knabe hie, der hat fünf gerstenbrote und zween fische, aber was ist das unter so viele? entwich er abermal auf den berg, er selbst alleine. Epistel, Röm. Cap. 8, v. 12 bis 17. Wir find, lieben brüder, ſchuldner, daß dem fleische leben; denn wo ihr nach dem fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen, wo ihr aber durch den geist des fleisches geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der geist GOttes treibet, die sind Ottes finder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber vater. Derselbige geist giebt zeugniß unserm geiste, daß wir GOttes kinder sind. Sind wir denn finder, so sind wir auch erben, nämlich GOttes erben und miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zu der herrlichkeit erhaben werden. Evangelium, Matth. Cap. 7, b. 13 bis 29. Esus 3Gfus aber ſprach: Schaffet, daß fich fuß ſprach; Gehet die proche das war aber viel enge pforte, denn ist weit und der weg ist breit, der zu verdammniß abführet, und ihrer sind viel, die darauf wandeln. Und die pforte ist enge und der weg ist schmal, der zum leben führet, und wenig sind ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen propheten, die in schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende wölfe. An ihren früchten sollet ihr sie erkennen. Kann man auch trauben lesen von den dornen, oder feigen von den disteln? Also ein jeglicher guter baum bringet gute früchte, aber ein fauler baum bringet arge früchte. Ein guter baum kann nicht arge früchte bringen und ein fauler baum kann nicht gute früchte bringen. Ein jeglicher baum, ber nicht gute früchte bringet, wird gras an dem orte. Da lagerten sich bei fünf tausend mann. JEsus aber nahm die brote, dankete und gab sie den jüngern, die jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen jüngern: Sammlet die übrigen brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülleten zwölf körbe mit brocken, von den fünf gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die menschen das zeichen sahen, das JEsus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der prophet, der in die welt lommen soll. Da JEsus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haichen, daß sie ihn zum könige machten, Am 8. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. nebst den festlichen Vorlesungen. 57 abgehauen und in das feuer gewor=| ihrer vielen hatte GOtt feinen wohlfen; darum an ihren früchten sollt ihr gefallen, denn sie sind niedergeschlagen fie erkennen. Es werden nicht alle, die in der wüste. Das ist aber uns zum zu mir sagen HErr, HErr, in das vorbilde geschehen, daß wir uns nicht himmelreich kommen, sondern die den gelüsten lassen des bösen, gleich wie willen thun meines baters im him- jene gelüstet hat. Werdet auch nicht mel. Es werden viele zu mir sagen abgöttische, gleich wie jener etliche an jenem tage: HErr, HErr, haben wurden, als geschrieben stehet: Das wir nicht in deinem namen geweisfa- volk setzte sich nieder zu essen und zu get? Haben wir nicht in deinem na- trinken und stand aufzu spielen. Auch men teufel ausgetrieben? Haben wir lasset uns nicht hurerei treiben, wie nicht in deinem namen biele thaten etliche unter ihnen hurerei trieben, und gethan? Dann werde ich ihnen be- fielen auf einen tag drei und zwanzig= kennen: Ich habe euch noch nie er- tausend. Lasset uns aber auch Chrikannt, weichet alle von mir, ihr übel- stum nicht versuchen, wie etliche von thäter. Darum, wer diese meine rede jenen ihn versuchten und wurden von höret und thut sie, den vergleiche ich den schlangen umgebracht. Murret einem flugen manne, der sein haus auch nicht, gleich wie jener etliche auf einen felsen bauete. Da nun ein murreten und wurden umgebracht plaßregen fiel, und ein gewässer kam, durch den verderber. Solches alles und weheten die winde und stießen an wiederfuhr ihnen zum vorbilde. Es das haus, fiel es doch nicht, denn es ist aber geschrieben uns zur warnung, war auf einen felfen gegründet. Und auf welche das ende der welt kommen. wer diese meine rede höret und thut ist. Darum, wer sich läßt dünken, er sie nicht, der ist einem thörichten manne stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht gleich, der sein haus auf den sand falle. Es hat euch noch keine, denn bauete. Da nun ein plaßregen fiel, menschliche versuchung betreten. Aber und kam ein gewässer, und weheten GOtt ist getreu, der euch nicht läffet die winde und stießen an das haus, versuchen über euer vermögen, sonda fiel es und that einen großen fall.dern macht, daß die versuchung so ein Und es begab sich, da JEsus diese ende gewinne, daß ihr es könnet er= rede vollendet hatte, entsegte sich das boll über seine lehre, denn er predigte gewaltig und nicht wie die schriftge= fehrten. tragen. Am 9. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Cor. Cap. 10, v. 1 bis 13. ch will euch, lieben brüder nicht alle unter der wolke gewesen und sind alle durchs meer gegangen. Und sind alle unter Mosen getauft mit der wolfe und mit dem meer. Und haben alle einerlei geistliche speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen trank getrunken; sie tranfen aber alle von dem geistlichen fels, der mit folgete, welcher war Christus. Aber an Evangelium, Luc. Cap. 16, v. 1 bis 12. 35 Esus sprach zu seinen jüngern: Es war ein reicher mann, der hatte einen haushalter, der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue rechnung von deinem nicht mehr haushalter sein. Der haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? mein herr nimmt das amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem amte geseßet werde, daß sie mich in ihre häuser nehmen. Und er rief zu sich alle schuldner seines herrn 58 Episteln und Evangelien, und sprach zu dem ersten: Wie viel| den geift zu reden von der weisheit; bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert tonnen öls. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen brief, sebe dich und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert malter weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen brief und schreibe achtzig. Und der herr Lobete den ungerechten haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die finder dieser welt find flüger, denn die finder des lichts in ihrem ge= schlechte. Und ich sage euch: Machet euch freunde mit dem ungerechten mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen hütten. Wer im geringsten treu ist, der ist auch im großen treu, und wer im geringsten unrecht ist, der ist auch im großen unrecht. So ihr dem andern wird gegeben zu reder von der erkenntniß, nach demselbigen geist; einem andern der glaube in demselbigen geist; einem andern die gabe gesund zu machen in demselbigen geist; einem andern wunder zu thun, einem andern weissfagung, einem andern geister zu unterscheiden, einem andern mancherlei sprachen, einem andern die sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige geist und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleich wie ein leib ist und hat doch viele glieder, alle glieder aber eines leibes, wiewohl ihrer viele sind, sind sie doch ein leib; also auch Christus. nun in nicht treu seid, wer will euch das wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, was euer ist. Am 10. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Cor. Cap. 12, b. 1 bis 12. Evangelium, Luc. Cap. 19, v. 41 bis 48. ls JEsus nahe bei Jeruſalem kam, sah er an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner zeit, was zu deinem frieden dienet, aber nun ist es vor deinen augen verborgen. Denn es wirt die zeit über dich kommen, daß deine feinde werden um dich und deine Pinder mit dir eine wagenburg schlagen, dich belagern und an allen orten äng= sten, und werden dich schleifen und V euch, verhal2 on den geistlichen gaben will ich keinen stein auf den andern lassen, ten. Ihr wisset, daß ihr heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand JEsus verfluchet, der durch den geist GOttes redet. Und niemand kann JEsum einen HErrn heißen, ohne durch den heiligen geist. Es find mancherlei gaben, aber es ist ein geist; und es sind mancherlei ämter, aber es ist ein HErr, und es find mancherlei träfte, aber es ist ein GOtt, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die gaben des geistes zum gemeinen nugen. Einem wird gegeben durch zeit, darinnen du heimgesuchet bist. Und er ging in den tempel und fing an auszutreiben, die darinnen berkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben, mein haus ist ein bethaus, ihr aber habt es gemacht zur mördergrube. Und er lehrete täglich im tempel. Aber die hohenpriester und schriftgelehrten und die bornehmsten im volle trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles volk hing ihm an und hörete ihn. nebst den festlichen Vorlesungen. 59 Am 11. Sonntage nach dem Feste| dere leute, räuber, ungerechte, ehebreder Dreieinigkeit. Epistel, 1. Cor. Cap. 15, b. 1 bis 10. ch cher, oder auch wie dieser zöllner; ich faste zweimal in der woche und gebe den zehnten von allem, das ich habe. wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel, sondern schlug an seine brust und sprach: GOtt sei mir fünder gnädig. Ich sage euch: Dieſer ging hinab gerechtfertiget in sein haus, bot jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habet, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habet; es wäre denn, daß ihr es umsonst ge= glaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch der Dreieinigkeit. empfangen habe, daß Christus ge- Am 12. Sonntage nach dem Feste storben sei für unsere sünde, nach der schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten tage, nach der schrift; und daß er ge= ſehen worden ist von Kephas, dar nach von den zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert brüdern auf einmal, de rer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir als einer unzeitigen geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein apostel heiße, darum, daß ich die gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnaden bin ich, das ich bin, und seine gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern GOttes gnade, die mit mir ist. Evangelium, Luc. Cap. 18, v. 9 bis 14. Efus sagte zu etlichen, die sich felbst Epistel, ge= des 2. Cor. Cap. 3, v. 4 bis 9. in solch vertrauen haben wir durch Christum zu GOtt: nicht daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber,. sondern daß wir tüchtig sind, ist von GOtt, welcher auch uns tüchtig macht hat, das amt zu führen neuen testamentes, nicht des buchstabens, sondern des geistes. Denn der buchstabe tödtet, aber der geiſt machet lebendig. So aber das amt, das durch die buchstaben tödtet und in die steine ist gebildet, klarheit hatte, alſo, daß die kinder Israel nicht konnten klarheit willen seines angesichtes, die ansehen das angesicht Mofis, um der doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das amt, das den geist giebt, flarheit haben. Denn so das amt. das die verdammniß prediget, klarheit hat, vielmehr hat das amt das die gerechtigkeit prediget, überschwängliche klarheit. menschen hinauf in den tempel zu be= ten, einer ein pharisäer, der andere ein zöllner. Der pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, GOtt, daß ich nicht bin wie an Evangelium, Marci Cap. 7, v. 31 bis 37. wären, und berachteten die andern, Da JEfus wieder ausging von den grenzen Sidon, er an das galiläische meer, mitten unter die grenze der zehn städte. Und sie brachten zu ihm cinen tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die hand auf ihn legte. Und er nahm 60 Episteln und Evangelien, ihn von dem volke besonders und legte| ist, und ist gestellet bon den engeln ihm die finger in die ohren, und spüßete und rührete seine zunge und sah auf gen himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha, das ist: thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine ohren auf, und das band seiner zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die tauben macht er hörend und die sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Chi Gal. Cap. 3, b. 13 bis 22. hristus hat uns erlöset von dem fluche des gesetzes, da er ward ein fluch für uns,( denn es stehet geschrieben: Berflucht ist jedermann, der am holz hänget); auf daß der segen Abrahä unter die heiden käme in Christo JEsu, und wir also den berheißenen geist empfingen durch den glauben. Lieben brüder, ich will nach menschlicher weise reden: verachtet man doch eines menschen testament nicht, wenn es bestätiget ist und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die ver= heißung Abraham und seinem samen zugefaget; er spricht nicht: durch die famen, als durch viele sondern als durch einen, durch deinen samen, wel= cher ist Christus. Ich sage aber das von: das testament, das von GOtt zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die verheißung sollte durch das geseg aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig jahr hernach. Denn so das erbe durch das geseß erworben würde, so würde es nicht durch verheißung gegeben; GOtt aber hat es Abraham durch verheißung frei geschenket. Was soll denn das geset? Es ist dazu kommen um der sünde willen, bis der same käme, dem die verheißung geschehen durch die hand des mittlers. Fin mittler aber ist nicht eines einigen mittler; GOtt aber ist einig. Wie? ist denn das gesetz wider GOttes verheißungen? Das sei ferne. Wenn aber ein gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die gerechtigkeit wahrhaftig aus dem gesebze. Aber die schrift hat es alles beschlossen unter die sünde, auf daß die verheißung fäme durch den glauben an JEsum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Je Luc. Cap. 10, v. 23 bis 42. Esus wandte sich zu seinen jüngern und sprach insonderheit: Selig find die augen, die da sehen, das ihr sehet, denn ich sage euch: viei propheten und könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige leben er= erbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im gesege geschrieben? wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst GOtt deinen HErrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer seele, von allen fräften und von ganzem ge= müthe, und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haft recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu JEsu: Wer ist denn mein nächster? Da antwortete JEsus und sprach: Es war ein mensch, der ging von Je= rusalem hinab gen Jericho und fiel unter die mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtodt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein priester dieselbige straße hinab zog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Lebit, da er kam bei die stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber nebst den festlichen Vorlesungen. reisete und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm und verband ihm seine wunden und goß darein öl und wein, und hob ihn auf sein thier, und führete ihn in die herberge und pflegete sein. Des andern tages reisete er und zog heraus zween groschen und gab sie dem wirthe und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder tomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der nächste sei gewesen dem, der unter die mörder gefallen war? Er sprach: der die barmherzigkeit an ihm that. Da ſprach JEsus zu ihm: hin und thue desgleichen. Es begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen markt. Da war ein weib mit namen Martha, die nahm ihn auf in ihr haus. Und fie hatte eine schwester, die hieß Maria, die setzte sich zu JEsu füßen und hörete seiner rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: HErr, fragest du nicht darnach, daß mich meine schwester läsfet alleine dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. JEsus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel sorge und mühe, eines aber ist noth. Maria hat das gute theil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. 61 terei, zauberei, feindschaft, hader, neid, zorn, zank, zwietracht, rotten, haß ,. mord, saufen, fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesaget, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das reich GOttes nicht ererben. Die frucht aber des geistes ist liebe, freude, friede, geduld, freundlichkeit, gütigkeit, glaube, sanft= muth, keuschheit; wider solche ist das gesetz nicht. Welche aber Christum angehören, die Freuzigen ihr fleisch sammt den lüsten und begierden. Evangelium, Am 14. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Luc. Cap. 17, v. 11 bis 19. s begab sich, da JEſus reiſete gen zog er mitten Samariam und Galiläam. Und als er in einen markt kam, begegneten ihm zehn ausfähige männer, die standen von ferne und erhoben ihre stimme und sprachen: JEsu, lieber meister, erbarme dich unser. Und da er fie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den priestern. Und es geschahe, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er say, daß er gesund worden war, fehrete er um und preisete GOtt mit lau ter stimme, und fiel auf sein angesicht zu seinen füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. JEsus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und gäbe GOtt die ehre, denn dieser fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. Cap. 5, v. 16 bis 24. wandelt im geiste, so I werdet ihr die Lüfte begiftig Am 15. Sonntage nach dem Feſte der Dreieinigkeit. Epistel, Gal. Cap. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. nicht vollbringen. Denn das fleisch gelüstet wider den geist und den geist wider das fleisch, dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der geist, so seid ihr nicht unter dem gefeße. Offenbar aber sind die werke des fleisches, als da sind: chebruch, hurerei, unreinigkeit, unzucht, abgöto wir im geiste leben, so kaffet uns auch im geisten wandeln.d Lasset uns nicht eitler ehre geizig sein, uns unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben brüder, so ein mensch etwa von einem fehl übereilet Episteln und Evangelien, 62 würde, so helfet ihm wieder zurechte mit sanftmüthigem geiste, die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern last, so wer= det ihr das gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünfen, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein werk selbst, und alsdann wird er an ihm selber ruhm haben und nicht an einem andern; denn ein jeglicher wird seine last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem worte, der theile mit allerlei gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, GOtt läßt sich nicht spotten; denn was der mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein fleisch säet, der wird von dem fleische das verderben ernten. Wer aber auf den geist säet, der wird von dem geiste das ewige leben ernten. Lasset uns aber gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner zeit werden wir auch ernten ohne aufhören. Als wir denn nun zeit haben, so lasset uns gutes thun an jedermann, allermeist aber an den glaubensgenossen. den andern verachten. Ihr könnet nicht GOtt dienen und dem mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das leben mehr, denn die speife? und der leib mehr, denn die kleidung? Sehet die vögel unter dem himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die scheuern, und euer himmlischer vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn fie? Wer ist unter euch, der seiner länge eine elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die kleidung? Schauet die lilien auf dem felde, wie sie wachsen, fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eine. So denn GOtt das gras auf dem felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? o ihr kleingläubigen! Darum sollet ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach sol= chem allen trachten die heiden, denn Evangelium, Matth. Cap. 6, v. 19 bis 34. Esus sprach zu seinen jüngern: I euch euer himmliſcher water daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem reiche GOttes und nach seiz ner gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern morgen, denn der morgende tag wird für das seine for gen. Es ist genug, daß ein jeglicher tag seine eigene plage habe. meln auf erden, da sie die motten und der rost fressen, und da die diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber schäße im himmel, da sie weder motten noch rost fressen, und da die diebe nicht nachgraben noch stehlen, denn wo euer schag ist, da ist auch euer herz. Das auge ist des leibes licht; wenn dein auge einfältig ist, so wird dein ganzer leib licht sein. Wenn aber dein auge ein schall ist, so wird dein ganzer leib finster sein. Wenn aber das licht, das in dir ist, finsterniß ist, wie groß wird denn die fin= sterniß selber sein? Niemand kann zwveen herren dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und Am 16. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Ephes. Cap. 3, v. 8 bis 21. ir, dem allergeringsten unter allen heiligen, ist gegeben diese gnade, unter die heiden zu verkündigen den unerforschlichen reichthum Christi, und zu erleuchten jedermann nebst den festlichen Vorlesungen. welche da sei die gemeinschaft des ge=| HErr sahe, jammerte ihn derselbigen heimnisses, das von der welt her in GOtt berborgen gewesen ist, der alle dinge geschaffen hat durch JEsum Christ, auf daß jetzt fund würde den fürstenthümern und herrschaften in dem himmel, an der gemeine die mannigfaltige weisheit GOttes, nach dem vorsage von der welt her, welche er bewiesen hat in Christo JEsu, unserm HErrn, durch welchen wir haben freudigkeit und zugang in aller zuverficht, durch den glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine ehre sind. Derohalben beuge ich meine tnie gegen den bater unsers HErrn JEsu Christi, der der rechte bater ist über alles, was da finder heißet im und sprach zu ihr: Weine nicht! und trat hinzu und rührete den sarg an und die träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der todte richtete sich auf und fing an zu reden, und er gab ihn seiner mutter. Und es kam sie alle eine furcht an und preiseten GOtt und sprachen: Es ist ein großer prophet unter uns aufgestanden und GOtt hat sein volk heimgesuchet. Und diese rede von ihm erscholl in das ganze jüdische land und in alle umliegenden länder. fraft gebe nach dem reichthum seiner herrlichkeit, stark zu werden durch seinen geist an dem inwendigen menschen, und Christum zu wohnen durch den glauben in euren herzen, und durch die liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen heiligen, welches da sei die breite und die länge, und die tiefe, und die höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles wisfen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, was wir bitten oder verſtehen, nach der kraft, die da in uns sei ehre in der gemeine, die in Christo JEsu ist, zu aller zeit, von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Evangelium, Luc. Cap. 7, v. 11 bis 17. 28 begab sich, daß JEsus in eine 63 und seiner jünger gingen viele mit ihm und viel volks. Als er aber nahe an das stadtthor kam, siehe, da trug man einen todten heraus, der ein einiger sohn war seiner mutter, und sie war eine wittwe, und viel bolks aus ber stadt ging mit ihr. Und da sie der Am 17. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Ephes. Cap. 4, v. 1 bis 6. ch gefangener in dem HErrn erwie sich es gebühret eurem berufe, darinnen ihr berufen seid, mit aller demuth und sanftmuth, mit geduld, und ver= traget einer den andern in der liebe, und seid fleißig zu halten die einigkeit im geiste, durch das band des friedens. Ein leib und ein geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei hoffnung eures berufs. Ein HErr, ein glaube, eine taufe, ein GOtt und vater unser aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Evangelium, Luc. Cap. 14, v. 1 bis 11. 8 begab sich, daß IEſus kam in der pharisäer auf einen fabbath, das brot zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein mensch vor ihm, der war waffersüchtig. Und JEsus antwortete urt sagte zu den schriftgelehrter und pharisäern und ſprach: Ist es aber schwiegen stille; und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein ochse oder esel in den brunnen fällt und er nicht alsbald ihn herausziehet am sabbathtage? Und sie konnten ihm 64 Episteln und Evangelien, barauf nicht wieder antwort geben.| Meister, welches ist das vornehmste Er sagte aber ein gleichniß zu den gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: weiche diesem! und du müsfest dann mit scham unten an sigen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! dann wirst du ehre haben vor denen, die mit dir zu tische figen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet wergebot im geset? JEsus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben GOtt deinen HErrn von ganzem Herzen, von ganzer seele und von ganzem gemüthe; dies ist das vornehmste und größte gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien geboten hanget das ganze geseß und die propheten. Da nun die pharisäer bei einander waren, fragte sie JEsus und sprach: Wie dünket euch um Christo? weß sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im geiste einen HErrn? da er saget: Der HErr hat gesaget zu meinem HErrn: sebe dich zu meiner rechten, bis daß ich lege deine feinde zum schemel deiner füße. So nun David ihn einen HErrn nennet, wie ist er denn sein sohn? Und niemand konnte ihm ein wort antworten, und durfte auch niemand von dem tage an hinfort ihn fragen. den. Am 18. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Cor. Cap. 1, v. 4 bis 9. 34 ch danke meinem GOtt allezeit Am 19. Sonntage nach dem Feste eurethalben, für die gnade GSt- der Dreieinigkeit. tes, die euch gegeben ist in Christo JEsu, daß ihr seid durch ihn an allen stücken reich gemachet, an und in aller erkenntniß. Wie denn die predigt von Christo in euch fräftig worden ist, also, daß ihr keinen man= gel habet an irgend einer gabe und wartet nur auf die offenbarung unsers HErrn JEsu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis an das ende, daß ihr unsträflich seid auf den tag unsers HErrn JEfu Chrifti. Denn GOtt ist getreu, durch welchen ihr berufen seid zu der gemeinschaft seines Sohnes JEsu Christi unsers HErrn. Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 34 bis 46. Epistel, Ephes. Cap. 4, v. 17 bis 32. h fage euch und zeuge in dem nicht mehr wandelt, wie die andern heiden wandeln in der eitelkeit ihres sinnes; welcher verstand verfinstert ist, und sind ent= fremdet von dem leben, das aus GOtt ist, durch die unwissenheit, so in ihnen ist durch die blindheit ihres herzens; welche ruchlos sind, und ergeben sich der unzucht, und treiben allerlei unreinigkeit sammt dem geize. Ihr aber habt Christum nicht also gelernet, ſo ihr anders von ihm gehöret habt und in ihm gelehret seid, wie in ŻEsu ein rechtschaffen wesen ist. So leget nun von euch ab nach dem vorigen wandel Da die pharifäer höreten, daß 36= den alten menſchen, der durch lüfte den maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: euch aber im geiste eures gemüthes und ziehet den neuen menschen an, der nach GOtt geschaffen ist, in rechtschaf nebst den festlichen Vorlesungen. fener gerechtigkeit und heiligkeit. Darum leget die lügen ab und redet die wahrheit, ein jeglicher mit seinem nächsten, sintemal wir unter einander glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; laffet die sonne nicht über eurem 65 Auf das Fest der Reformation, so am 20. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit gefeiert wird. Epistel, Ephes. Cap. 5, v. 8 bis 21. hr waret weiland finsterniß; nun raum dem lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den händen etwas gutes, auf daß er habe zu geben dem dürftigen. Baffet fein faul geschwäß aus eurem munde gehen, sondern was nüßlich zur besserung ist, da es noth thut, daß es holdselig sei zu hören; und betrübet nicht den heiligen geist GOttes, damit ihr versiegelt seid auf den tag der erlösung. Alle bitter feit und grimm und zorn und geschrei und lästerung sei ferne von euch sammt aller bosheit. Seid aber unter einander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleich wie GOtt euch vergeben hat in Christo. Evangelium, Matth. Cap. 9, v. 1 bis 8. Esus trat in das schiff und fuhr HErrn. Wandelt wie die kinder des lichts. Die frucht des geistes ist allerlei gütigkeit und gerechtigkeit und wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefallig dem HErrn. Und habet nicht gemeinschaft mit den unfrucht= baren werken der finsterniß, strafet fie aber vielmehr, denn was heimlich von ihnen geschiehet, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom lichte gestrafet wird, denn alles, was offenbar wird, das ist licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schläfft und stehe auf von den todten, so wird dich Chriftus erleuchten. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die unweisen, sondern als die weisen; und schicket euch in die zeit, denn es ist böse jeit. Darum werdet nicht unver= über ſtändig, ſondern verſtändig, was da in seine stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen gichtbrüchigen, der lag auf einem bette. Da nun JEsus ihren glauben sahe, sprach er zu dem gichtbrüchigen: sei getrost, mein sohn, deine sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert GOtt. Da aber JEsus ihre gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so arges in eurem herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe, sei des HErrn wille, und saufet euch nicht voll weins, daraus ein unordentlich wesen folget, sondern werdet voll geistes und redet unter einander von psalmen und lobgesängen und geistlichen liedern, singet und spielet dem HErrn in eurem herzen, und saget dank allezeit für alles GOtt und dem bater, in dem namen unsers HErrn JEsu Christi, und seid unter einander unterthan in der furcht GOttes. oder: auf und wandele? Auf daß ihr aber BeChriftus befreiet hat, und laſſet Epistel, Gal. Cap. 5, v. 1 bis 15. estehet in damit uns wisset, daß des menschen sohn macht habe auf erden, die fünde zu vergeben, sprach er zu dem gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein bette auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das volk das sah, verwunderte es sich, und preisete GOtt, der solche macht den menschen gegeben hat. euch nicht wiederum in das knechtische joch fangen. Siehe, ich Paulus fage euch: Wo ihr euch beschneiden lasset, so ist euch Christus kein nüße. Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden läsfet, daß er noch das ganze geseß schuldig ist zu thun. Ihr habt Christum verloren, die ihr durch 5 66 Episteln und Evangelien, das gesetz gerecht werden wollt, und| nach unnüger lehre, sondern erquide seid von der gnade gefallen. Wir aber warten im geiste durch den glauben der gerechtigkeit, der man hoffen muß. Denn in Christo JEsu gilt weder beschneidung noch vorhaut et was, sondern der glaube, der durch die liebe thätig ist. 3hr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der wahrheit nicht zu gehorchen? Solch überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig sauerteig versäuert den ganzen teig. Ich versehe mich zu euch in dem HErrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre machet, der wird sein urtheil tra= gen, er sei, wer er wolle. Ich aber, lieben brüder, so ich die beschneidung noch predige, warum leide ich denn verfolgung? So hätte das ärgerniß des freuzes aufgehöret. Wollte GOtt, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören. Ihr aber, lieben brüder, seid zur freiheit berufen, allein sehet zu, daß ihr durch die freiheit dem fleische nicht raum gebet, sondern durch die liebe diene einer dem andern, denn alle gesetze werden in einem worte erfüllet, in dem: Liebe deinen nächsten als dich selbst. So ihr euch aber unter einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Statt des Evangelii, Ps. 119, b. 29 bis 52. mich auf deinem wege. Laß deinen knecht dein gebot festiglich für dein wort halten, daß ich dich fürchte. Wende von mir die schmach, die ich scheue, denn deine rechte sind lieblich. Siehe, ich begehre deiner befehle, erquicke mich mit deiner gerechtigkeit. HErr, laß mir deine gnade wiederfahren, deine hülfe nach deinem wort, daß ich antworten möge meinem lästerer, denn ich verlasse mich auf dein wort. Und nimm ja nicht von meinem munde das wort der wahrheit, denn ich hoffe auf deine rechte. Ich will dein gesetz halten allewege, immer und ewiglich. Und ich wandle fröhlich, denn ich suche deine befehle. Ich rede von deinen zeugnissen vor königen und schäme mich nicht, und habe lust an deinen geboten, und sind mir lieb, und hebe meine hände auf zu deinen geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen rechten. Gedenke deinem fnechte an dein wort, auf welches du mich läsfest hoffen. Das ist mein trost in meinem elende, denn dein wort erquicket mich. Die stolzen haben ihren spott an mir, dennoch weiche ich nicht von deinem gesetz. HErr, wenn ich gedenke, wie du bon der welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. Vorlesungen, weg und gönne mir dein gesetz. Ich habe den weg der wahrheit er= wählet, deine rechte habe ich vor mich gestellet. Ich hänge an deinen zeugnissen, HErr, laß mich nicht zu schanden werden. Wenn du mein herz tröstest, so laufe ich den weg deiner gebote. Zeige mir, HErr, den weg deiner rechte, daß ich sie bewahre bis ans ende. Unterweise mich, daß ich bewahre dein geseß und halte es von ganzem Herzen. Führe mich auf dem steige deiner gebote, denn ich habe lust dazu. Neige mein Herz zu deinen zeugnissen und nicht zum geiz. Wende meine augen ab, daß sie nicht sehen Vorm. Matth. C. 11, v. 20 bis 30. Esus fing an, die städte zu schelthaten geschehen waren und hatten sich doch nicht gebessert: Wehe dir, Chorazin! wehe dir, Bethsaida! wä= ren solche thaten zu Thro und Sidon geschehen, als bei euch geschehen sind, sie hätten vor zeiten im sack und in der asche buße gethan. Doch ich sage euch: Es wird Thro und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten gericht, denn euch. Und du, Capernaum, die du bist erhaben bis an den himmel, du wirst bis in die hölle hinunter ges stoßen werden. Denn so zu Sodoma die thaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, sie stände noch heutiges nebst den festlichen Vorlesungen. Nachm. 1. Cor. Cap. 3. tages. Doch ich sage euch: Es wird| Denn wir sind GOttes mitarbeiter, der Sodomer lande erträglicher er- ihr seid GOttes ackerwerk und GOt= gehen am jüngsten gericht, denn dir. tes gebäu. Ich von GOttes gnade, Zu derselbigen zeit antwortete JEsus die mir gegeben ist, habe den grund und sprach: Ich preise dich, vater und gelegt, als ein weiser baumeister, ein HErr himmels und der erden, daß du anderer bauet darauf. Ein jeglicher solches den weisen und klugen verbor- aber sehe zu, wie er darauf baue. Eigen hast und hast es den unmündigen nen andern grund kann zwar niemand offenbaret. Ja vater, denn es ist also legen, außer dem, der geleget ist, welwohlgefällig gewesen vor dir. Alle cher ist JEsus Christ. So aber jedinge sind mir übergeben von meinem mand auf diesen grund bauet gold, vater. Ind niemand kennet den sohn, silber, edelstein, holz, heu, stoppeln, so denn nur der vater; und niemand wird eines jeglichen werk offenbar fennet den vater, denn nur der sohn werden, der tag wird es flar machen; und wem es der sohn will offenbaren. denn es wird durchs feuer offenbar Kommet her zu mir alle, die ihr müh- werden und welcherlei eines jeglichen selig und beladen seid, ich will euch er= werk sei, wird das feuer bewähren. quicken. Nehmet auf euch mein joch Wird jemands werk bleiben, das er und lernet von mir, denn ich bin sanft- darauf gebauet hat, so wird er lohn müthig und von herzen demüthig, so empfahen. Wird aber jemands werk werdet ihr ruhe finden für eure seelen. verbrennen, so wird er des schaden Denn mein joch ist sanft und meine leiden; er aber selbst wird selig wer last ist leicht. den, so doch, als durchs feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr GOttes tempel seid und der geist GOttes in euch wohnet? ch, lieben brüder, konnte nicht mit So jemand den tempel GOttes vereuch reden als mit geistlichen, son- derbet, den wird GOtt verderben, dern als mit fleischlichen, wie mit jun- denn der tempel GOttes ist heilig; gen findern in Christo. Milch habe ich der seid ihr. Niemand betrüge sich euch zu trinken gegeben und nicht speise, selbst. Welcher sich unter euch dünket denn ihr konntet noch nicht, auch kön- weise zu sein, der werde ein narr in. net ihr jetzt nicht, dieweil ihr noch dieser welt, daß er möge weise sein. fleischlich seid; denn sintemal eifer und Denn dieser welt weisheit ist thorheit fank und zwietracht unter euch sind, bei GOtt, denn es stehet geschrieben: seid ihr denn nicht fleischlich und wan= Die weisen erhaschet er in ihrer flugdelt nach menschlicher weise? Denn heit. Und abermal: Der HErr weiß so einer faget: Ich bin Paulisch, der der weisen gedanken, daß sie eitel sind. andere aber: Ich bin Apollisch, seid Darum rühme sich niemand eines ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun menschen. Es ist alles euer, es sei Paulus? Wer ist Apollo? Diener Paulus oder Apollo, es sei Kephas sind sie, durch welche ihr seid gläubig oder die welt, es sei das leben oder der worden, und dasselbige, wie der HErr tod, es sei das gegenwärtige oder das einem jeglichen gegeben hat. Ich habe zukünftige, alles ist euer. Ihr aber gepflanzet, Apollo hat begossen, aber feid Christi, Christus aber ist GOttes. GOtt hat das gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begießt, etwas; sondern GOtt, der das gedeihen giebt. Der aber pflanzet und der da begießt, ist einer wie der andere. Ein jeglicher aber wird ſeinen 3th Am 21. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. 67 Epistel, Ephef. Cap. 6, v. 10 bis 20. Meine brüder, ſeid ſtark in dem in seiner 5* 68 Episteln und Evangelien, stärke. Ziehet an den harnisch GOt=| sohn lebet. Der mensch glaubete dem tes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen anläufe des teufels. Denn wir haben nicht mit fleisch und blut zu kämpfen, sondern mit fürsten und gewaltigen, nämlich mit den herren der welt, die in der finsterniß dieser welt herrschen, mit den bösen geistern unter dem himmel. Um des willen so ergreifet den harnisch GOttes, auf daß ihr, wenn das böse stündlein fommt, widerstand thun und alles wohl ausrichten und das feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure lenden mit wahrheit und angezogen mit dem krebs der gerechtigkeit und an den beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das evangelium des friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen dingen aber ergreifet den schild des glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen pfeile des böse= wichts. Und nehmet den helm des worte, das JEsus zu ihm sagte und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein kind lebet. Da forschete er von ihnen die stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente stunde verließ ihn das fieber. Da merkte der vater, daß es um die stunde wäre, in welcher JEsus zu ihm gesagt hatte: Dein ſohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen hause. Das ist nun das andere zeichen, das JEsus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. heils und das schwert des geiſtes, wel= hter gedenke( welches ich allezeit ich ches ist das wort GOttes. Und betet stets in allem anliegen, mit bitten und flehen im geiste, und wachet dazu mit allem anhalten und flehen für alle heiligen und für mich, auf daß mir gegeben werde das wort mit freudigem aufthun meines mundes, daß ich möge fund machen das geheimniß des evangelii, welches bote ich bin in der fette, auf daß ich darin freudig handeln möge und reden, wie fich es gebühret. thue in allem meinem gebet für euch alle und thue das gebet mit freuden) über eurer gemeinschaft am evange lio, vom ersten tage an, bisher. Und bin desselbigen in guter zuversicht, daß der in euch angefangen hat das gute werk, der werde es auch vollführen bis an den tag JEsu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem herzen habe in diesem meinem gefängniß, darinnen ich das evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der gnade theilhaftig seid. Denn GOtt ist mein zeuge, wie mich nach euch allen vers langet von herzensgrunde in JEsu Christo, und daselbst um bete ich, daß eure liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei erkenntniß und erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den tag Christi, erfüllet mit früchten der gerechtigkeit, die durch JEsum Christum geschehen in euch zur ehre und lobe GOttes." Evangelium, Joh. Cap. 4, v. 47 bis 54. S8 war ein königischer, deß sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß JEsus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er herab käme und hülfe seinem sohne, denn er war todtfrank. Und JEsus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht zeichen und wunder fehet, so glaubet ihr nicht. Der königische sprach zu ihm: HErr, komm herab, ehe denn mein find stirbet. JEsus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Am 22. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 1, v. 3 bis 11. 69 Am 23. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 3, v. 8 bis 21. nebst den festlichen Vorlesungen. Evangelium, Matth. Cap. 18, v. 21 bis 35. etrus sprach zu JEsu: HErr, wie meinem an mir nug sieben mal? JEsus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht sieben mal, sondern fiebenzig mal sieben mal. Darum ist das himmelreich gleich einem könige, der mit seinen knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der herr vertaufen ihn und sein weib und seine finder und alles was er hatte und bezahlen. Da fiel der knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe geduld mit mir, ich will dir es alles bezahlen. Da jammerte den herrn desselbigen knechtes und ließ ihn los und die schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige knecht hinaus und fand einen seiner mitknechte, der war ihm hundert groschen schuldig und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn in das gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein herr vor sich und sprach zu ihm: Du schaltsknecht, alle diese schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein herr ward zornig und überantwortete ihn den peinigern, bis daß er bezahlte anes, was er ihm schuldig dh Rch achte es alles für schaden gegen der überschwänglichen erfenntnißChristi JEsu meines HErrn, um welches willen ich alles habe für schaden gerechnet und achte es für dreck, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde; daß ich nicht habe meine gerechtigkeit, die aus dem gesebe, sondern die durch den glauben an Christum fommt, nemlich die gerechtigkeit, die von GOtt dem glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die kraft seiner auferstehung und die gemeinschaft seiner leiden, daß ich seinem tode ähnlich werde, damit ich entgegen komme zur auferstehung der todten. Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen sei: ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nach dem ich von Christo JEfu ergriffen bin. Meine brüder, ich schäße mich selbst noch nicht, daß ich es ergriffen habe. Eines aber sage ich: ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vor= nen ist, und jage nach dem vorgesteckten ziele, nach dem kleinod, welches vorhält die himmlische berufung Gttes in Christo JEsu. Wie viel mun unser vollkommen sind, die lasset uns also gefinnet sein, und sollt ihr sonst etwas halten, das laffet euch GOtt offenbaren; doch soferne, daß wir nach einer regel, darein wir kommen sind, wandeln und gleich gesinnet sein. Folget mir, lieben brüder und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesaget habe, nun aber sage ich auch mit weinen, die feinde des freuzes Christi, welcher ende ist die verdammniß, welwar. Also wird euch mein himmlichen der bauch ihr gott ist und ihre scher bater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren herzen, ein jeglicher ſeinem bruder seine fehle. ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gefinnet sind. Unser wandel aber ist im himmel, von dannen wir auch warten des heilandes JEsu Christi Episteln und Evangelien, 70 des HErrn, welcher unfern nichtigen leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten leibe, nach der wirkung, damit er kann auch alle dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 15 bis 33. Die pharifäer gingen hin und hiel= der lebendigen. Und da folches das ten einen über fingen in seiner rede und sandten zu ihm ihre jünger, sammt Herodis dienern und sprachen: Meister, wir wis sen, daß du wahrhaftig bist und leh= rest den weg GOttes recht und du fra= gest nach niemand, denn du achtest nicht das ansehen der menſchen. Darum es engel GOttes im himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der todten auferstehung, das euch gesagt ist von GOtt, da er spricht: Ich bin der GOtt Abraham und der GOtt Isaat und der GOtt Jakob? GOtt aber ist nicht ein GOtt der todten, sondern daß man dem kaiser zins gebe oder nicht? Da nun JEsus merkete ihre schaltheit, sprach er: Ihr heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die zinsmünze. Und sie reichten ihm einen groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das bild und die überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem faiser, was des faisers ist und GOtt, was GOttes ist. Da sie das höreten, ber= wunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. An demselbigen tage traten zu ihm die sadducäer, die da halten, es sei fein auferstehen und fragten ihn und sprachen: Meister, Moses hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht finder, so soll sein bruder sein weib freien und seinem bruder samen erwecken. Nun sind bei uns gewesen fieben brüder. Der erste freiete und starb und dieweil er nicht samen hatte, ließ er sein weib seinem bruder. Des selbigen gleichen der andere und der dritte, bis an den siebenten. Zulegt nach allen starb auch das weib. Nun in der auferstehung, welches weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. JEsus aber ant= wortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wiffet die sdrift nicht, noch die fraft GOttes. In der auferstehung werden sie weder freien, noch sich freien laffen, sondern sie sind gleich, wie die ner lehre. Am 24. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, Coloff. Cap. 1, v. 9 bis 14. Mir hören nicht auf für euch zu daß erfüllet werdet mit erkenntniß seines willens in allerlei geistlicher weisheit und verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem HErrn zu allem gefallen, und fruchtbar seid in allen guten wer= fen, und wachset in der erkenntniß GOttes, und gestärket werdet mit aller kraft, nach seiner herrlichen macht, in aller geduld und langmüthigkeit, mit freuden; und danksaget dem vater, der uns tüchtig gemachet hat zu dem erbtheile der heiligen im lichte, welcher uns errettet hat von der obrigfeit der finsterniß und hat uns verseget in das reich seines lieben sohnes, an welchem wir haben die erlösung durch sein blut, nämlich die vergebung der sünden. Evangelium, Matth. Cap. 9, v. 18 bis 26. s kam der obersten einer und fiel vor und HErr, meine tochter ist jetzt gestorben, aber komm und lege deine hand auf sie, so wird sie lebendig. Und JEsus stund auf und folgete ihm nach und seine jünger. Und siehe, ein weib, das zwölf jahr den blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines fleides saum an, denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich JEsus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine tochter, nebst den festlichen Vorlesungen. dein glaube hat dir geholfen. Und das weib ward gesund zu derselbigen stunde. Und als er in des obersten haus kam und sahe die pfeifer und das getümmel des volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der hand, da stund das mägdlein auf. Und dies gerücht er schallete in dasselbige ganze land. Am 25. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 1. Thess. Cap. 4, v. 13 bis 18. W von ir wollen euch, lieben brüder, da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß JEsus gestorben und auferstanden ist, also wird GOtt auch, die da entschlafen sind durch Zsum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein wort des HErrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem feldgeschrei und der stimme des erzengels und mit der posaune GOttes hernieder kommen vom himmel und die todten in Christo werden auferste= hen zuerst, darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücktet werden in den wolken, dem HErrn entgegen in der und bei dem Epistel, 2. Theff. Cap. 1, v. 3 bis 10. ir sollen GOtt danken allezeit ſein allezeit. So tröſtet euch nur mit Wum euch, lieben brüber, wie et diesen worten unter einander. Evangelium, Matth. Cap. 24, v. 15 bis 28. Esus sprach zu seinen jüngern: 71 fliehe auf die berge, wer um jüdischen lande ist. Und wer auf dem dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem hause zu holen. Und wer auf dem selde ist, der fehre nicht um, seine kleider zu holen. Wehe aber den schwangern und säugern zu der zeit. Bittet aber, daß eure flucht nicht ge= schehe im winter oder am sabbath, denn es wird alsdann eine große trübsal sein, als nicht gewesen ist vom anfange der welt bis hieher und als auch nicht werden wird. Und wo diese tage nicht würden verkürzet, so würde kein mensch selig, aber um der auserwählten willen werden die tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sa= gen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollet ihr es nicht glauben. Denn greuel der verwüstung, davon gesaget ist durch den propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen stätte:( wer das lieset, der merke darauf,) alsdann propheten aufstehen und große zeichen und wunder thun, daß verführet wer= den in den irrthum,( wo es möglich wäre,) auch die auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesaget. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der wüſste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der kammer, ſo glaubet es nicht. Denn gleich wie der bliß aufgehet vom aufgange und scheinet bis zum niedergange, alſo wird auch sein die zukunft des men= schen sohnes. Wo aber ein aas ist, da sammeln sich die adler. Am 26. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. billig ist, denn euer glaube wächset sehr, und die liebe eines jeglichen un= ter euch allen nimmt zu gegen einander, also, daß wir uns eurer rühmen GOttes, von eurer geduld und glauben, in allen euren verfolgungen und trübsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget, daß GOtt recht richten wird, und ihr würz 72 Episteln und Evangelien, dig werdet zum reiche GOttes, über| wir dich einen gast gesehen, und beherwelchem ihr auch leidet, nachdem es recht ist bei GOtt, zu vergelten trübsal denen, die euch trübsal anlegen, euch aber, die ihr trübsal leidet, ruhe mit uns, wenn nun der HErr JEsus wird offenbaret werden vom himmel, sammt den engeln seiner fraft und mit feuerflammen, rache zu geben über die, so GOtt nicht erkennen und über die, so nicht gehorsam sind dem evangelio unsers HErrn JEsu Christi, welche werden pein leiden, das ewige verderben, von dem angesichte des HErrn und von seiner herrlichen macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen heiligen und wunderbar mit allen gläubigen, denn unser zeugniß an euch von demfelbigen tage babt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. Cap. 25, v. 31 bis 46. berget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der könig wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zu der linken: Gehet hin von mir, ihr verfluchten, in das ewige feuer das bereitet ist dem teufel und seinen engeln. Ich bin hungrig gewe= sen, und ihr habt mich nicht gespeiset; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket; ich bin ein gast gewesen, und ihr habt mich nicht be= herberget; ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich bin frant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden Wenn des menschen sohn kommen wird in seiner herrlichkeit und alle heiligen engel mit ihm, dann wird er figen auf dem stuhle seiner herrlichkeit und werden vor ihm alle völker versammelt werden, und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein hirte die schafe von den böcken scheidet, und wird die schafe zu seiner rechten stellen und die böcke zu der linken. Da wird denn der könig sagen zu denen zu seiner rechten: Kommet her, ihr geseg= neten meines vaters, ererbet das reich, das euch bereitet ist von anbeginn der welt, denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket; ich bin ein gaſt geweſen, und ihr habt bin nadend gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die gerechten antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben HErr, wann haben wir dich hungrig, oder durstig, oder einen gast, oder na= dend, oder frank, oder gefangen gesehen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habet einem unter diesen geringsten, das habet ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige pein gehen, aber die gerechten in das ewige leben. Am 27. Sonntage nach dem Feste der Dreieinigkeit. Epistel, 2. Petr. Cap. 3, v. 3 bis 14. Wiſſet das auf das erste, daß in den den spötter, die nach ihren eigenen lüsten wandeln und sagen: Wo ist die verheißung seiner zukunft? denn nach dem die väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es vom anfange der kreatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der himmel vor zeiten auch war, dazu die erde aus wasser, und im wasser bestanden nebst den festlichen Vorlesungen. Evangelium, 3 durch GOttes wort; dennoch ward zu der zeit die welt durch dieselbigen mit Matth. Cap. 25, v. 1 bis 13. der fündflut verderbet. Also auch der Esus sprach zu seinen jüngern: himmel jezund, und die erde werden Das himmelreich wird gleich sein durch sein wort gesparet, daß sie zum zehn jungfrauen, die ihre lampen nahfeuer behalten werden am tage des ge- men, und gingen aus dem bräutigam richtes und verdammniß der gottlosen entgegen; aber fünf unter ihnen wamenschen. Eines aber sei euch unver= ren thöricht und fünf waren flug. Die halten, ihr lieben, daß ein tag vor dem thörichten nahmen ihre lampen, aber HErrn ist, wie tausend jahr, und tau- sie nahmen nicht öl mit sich, die klusend jahr wie ein tag. Der HErr ver- gen aber nahmen öl in ihren gefäßen, zeucht nicht die verheißung, wie es fammt ihren lampen. Da nun der etliche für einen verzug achten, son- bräutigam verzog, wurden sie alle dern er hat geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur buße fehre. Es wird aber des HErrn tag fommen als ein dieb in der nacht, in welchem die himmel zergehen werden mit großem frachen, die elemente aber werden vor hiße zerschmelzen, und die erde und die werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollet ihr denn geschickt sein mit heiligem wandel und gottseligem wesen, daß ihr wartet und eilet zu der zukunft des tages des HErrn, in welchem die himmel vom feuer zergehen, und die elemente vor hize zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen himmels und einer neuen erde, nach seiner verhei= Bung, in welcher gerechtigkeit wohnet. Darum, meine lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im frieden erfunden werdet. Am Feste der Darstellung JEsu im Tempel, oder der Reinigung Maria. Die Epistel desselben Sonntags; oder, 73 Episteln, Evangelien und Vorlesungen an den Festen, welche, wenn sie nicht auf Sonntage fallen, an dem nächstfolgenden gefeiert werden. Malach. Cap. 3, b. 1 bis 5. iehe, ich will meinen engel senden, der vor mir her den weg bereiten schläfrig und entschliefen. Zur mitternacht aber ward ein geschrei: Siehe, der bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da stunden diese jungfrauen alle auf und schmückten ihre lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem öle, denn unsere lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche, gehet aber hin zu den krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der bräutigam, und welche bereit wa= ren, gingen mit ihm hinein zur hochzeit, und die thür ward verschlossen. Zulegt kamen auch die anderen jungfrauen und sprachen: HErr, HErr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum, wachet, denn ihr wisset weder tag noch stunde, in welcher des menschen sohn kommen wird. soll, und bald wird kommen zu seinem tempel der HErr, den ihr suchet, und der engel des bundes, des ihr begehret. Siehe er fommt, spricht der HErr Zebaoth. Wer wird aber den tag seiner zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das feuer eines gold 74 Episteln und Evangelien, schmidts, und wie die seife der wä-| preise deines volkes Israel. Und sein scher. Er wird sißen und schmelzen bater und mutter wunderten sich des, und das silber reinigen; er wird die das von ihm geredet ward. Und Sifinder Levi reinigen und läutern, wie meon segnete sie und sprach zu Maria gold und silber. Dann werden sie dem seiner mutter: Siehe, dieser wird geHErri speisopfer bringen in gerech- sezet zu einem fall und auferstehen vie= tigkeit, und wird dem HErrn wohlge- ler in Israel, und zu einem zeichen, fallen das speisopfer Juda und Jeru- dem widersprochen wird,( und es wird falem, wie vorhin, und vor langen ein schwert durch deine seele dringen,) jahren. Und ich will zu euch kommen, auf daß vieler herzen gedanken offen= und euch) strafen, und will ein schneller bar werden. Und es war eine prophezeuge sein wider die zauberer, ehebre- tin Hanna, eine tochter Phanuel, vom cher und meineidigen und wider die, geschlechte Aser, die war wohl betaget so gewalt und unrecht thun den tage- und hatte gelebet sieben jahre mit ihlöhnern, wittwen und waisen, und rem manne, nach ihrer jungfrauschaft, den fremdling drücken, und mich nicht und war nun eine wittive bei vier und fürchten, spricht der HErr Zebaoth. achtzig jahren, die kam nimmer vom Evangelium, tempel, dienete GOtt mit fasten und beten tag und nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen stunde, und preiLuc. Cap. 2, v. 22 bis 40. a die tage ihrer reinigung nach ten Maria und Joseph das kind JEsum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem HErrn,( wie denn geschrieben stehet in dem geseße des HErrn: allerlei männlein, das zum ersten die mutter bricht, soll demHErrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das opfer, nachdem gesaget ist in dem gejeße des HErrn: ein paar turteltau= ben, oder zwo junge tauben. Und siche, ein mensch war zu Jerusalem, mit namen Simeon, und derſelbige mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den trost Israel, und der heilige geist war in ihm. Und ihm war cine antwort worden von dem heiligen geiste, er sollte den tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des HErrn gesehen, und kam aus anregen des geistes in den tempel. Und da die eltern das kind JEsum in den tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem gefseße, da nahm er ihn auf seine arme, und lobete GOtt und sprach: HErr, nun läsfest du deinen diener im frieden fahren, wie du gesaget hast, denn meine augen haben deinen heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen völkern, ein licht, zu erleuchten die heiden, und zum allen, die auf die erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem geseße des HErrn, kehreten sie wieder in Galiläam zu ihrer stadt Nazareth. Aber das kind wuchs, und ward stark im geiste, voller weisheit, und GOttes gnade war bei ihm. Vorlesungen, Vorm. 1. Joh. Cap. 1, v. 1 bis 10. as da von anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern augen, das wir beschauet haben, und unsere hände betastet haben, vom wort des lebens( und das leben ist erschienen, und wir haben gesehen und zeugen, und verkündigen euch das leben, das ewig ist, welches war bei dem vater, und ist uns erschienen): was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns gemeinschaft habt, und unsere gemeinschaft sei mit dem vater und mit seinem sohne, JEsu Christo.Und solches schreiben wir euch, auf daß eure freude völlig sei. Und das ist die verkündigung, die wir von ihm gehöret haben, und euch verkündigen, daß GOtt ein licht ist, und in ihm ist feine finsterniß. So wir sagen, daß. nebst den festlichen Vorlesungen. 75 wir gemeinschaft mit ihm haben, und| der beschneidung ohne hände, durch wandeln in finsterniß, so lügen wir und thun nicht die wahrheit. So wir aber im licht wandeln, wie er im licht ist, so haben wir gemeinschaft unter einander, und das blut JEsu Christi, seines sohnes, machet uns rein von aller sünde. So wir sagen, wir haben keine sünde, so verführen wir uns selbst, und die wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die sünde vergiebt und reiniget uns von aller untugend. So wir sagen: wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum lügner, und sein wort ist nicht in uns. ablegung des fündlichen leibes im fleische, nämlich mit der beschneidung Christi, in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die taufe, in welchem ihr auch seid auferstanden durch den glauben, den GOtt wirket, welcher ihn auferwedet hat von den todten. Und hat euch auch mit ihm lebendig ge= macht, da ihr todt waret in den sünden, und in der vorhaut eures fleisches, und hat uns geschenket alle sünde, und ausgetilget die handschrift, so wider uns war, welche durch saßungen entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem mittel gethan, und an das freuz geheftet, und hat ausgezogen die fürstenthümer und die gewaltigen, und sie schau getragen öffentlich, und einen Nachm. Col. Cap. 2, v. 1 bis 23. ch fampf ich habe um euch, und um die zu Laodicea, und alle, die meine person im fleische nicht gesehen haben, auf daß ihre herzen ermahnet und zu sammen gefasset werden in der liebe, zu allem reichthum des gewissen verstandes, zu erkennen das geheimniß GOttes und des vaters, und Christi, in welchem verborgen liegen alle schäße der weisheit und der erkenntniß. Ich sage aber davon, daß euch niemand betrüge mit vernünftigen reden. Denn ob ich wohl nach dem fleische nicht da bin, so bin ich aber im geiste bei euch, freue mich, und sehe eure ord nung und euren festen glauben an Christum. Wie ihr nun angenommen habt den HErrn Christum JEsum, so wandelt in ihm und seid gewurzelt und erbauet in ihm, und seid fest im glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die philosophie und lose verführung, nach der menschen lehre und nach der welt sagungen, und nicht nach Christo, denn in ihm wohnet die ganze fülle der gottheit leibhaftig, und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das haupt aller fürstenthümer und obrigkeit, in welchem ihr auch beschnitten seid, mit selbst. So lasset nun niemand euch gewissen machen über speise oder über tranf, oder über bestimmte feiertage, oder neumonden, oder sabbather, welches ist der schatten von dem, das zukünftig war, aber der körper selbst ist in Christo. Lasset euch niemand das ziel verrücken, der nach eigener wahl einher gehet in demuth und geistlichkeit der engel, des er nie feines ge= sehen hat, und ist ohne sache aufgeblasen in seinem fleischlichen sinne, und hält sich nicht an dem haupte, aus welchem der ganze leib durch gelenke und fugen handreichung empfähet, und an einander sich enthält, und also wächset zur göttlichen größe. So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den sagungen der welt, was laffet ihr euch denn fangen mit sagungen, als lebtet ihr noch in der welt? Die da sagen: Du sollst das nicht angreifen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht an= rühren, welches sich doch alles unter händen verzehret, und ist menschen gebote und lehre, welche haben einen schein der weisheit durch selbsterwählte geistlichkeit und demuth, und dadurch), daß fie des leibes nicht verschonen und dem fleische nicht seine ehre thun zu seiner nothdurft. 76 Episteln und Evangelien, Am Feste Johannis des Täufers.nes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein mund und seine zunge aufgethan, und redete und Lobete GOtt. Und es kam eine furcht über alle nachbaren, und diese geschichte Epistel, Jefaiä Cap. 40, v. 1 bis 8. Pröstet, tröstet mein volk, spricht schen gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu herzen und sprachen: Was meinest du, will aus dem findlein werden? denn die hand des HErrn war mit ihm. Und sein vater Zacha= rias ward des heiligen geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der HErr, der GOtt Israel, denn er hat besuchet und erlöset sein volk, und hat uns aufgerichtet ein horn des heils in dem hause seines dieners Davids, als er vor zeiten geredet hat durch den mund seiner heiligen propheten, daß er uns errettete von unsern feinden, und von der hand aller, die uns hassen, und die barmherzigkeit erzeigete unsern vätern, und gedächte an seinen heiligen bund, und an den eid, den er geschworen hat unserm vater Abra= ham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der hand unsrer feinde, ihm dieneten ohne furcht unser lebelang, in heiligkeit und gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du kindlein wirst ein prophet des höchsten heißen, du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du sei= nen weg bereitest, und erkenntniß des heils gebest seinem volke, die da ist in Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 57 bis 80. Elifabeth kam ihre zeit, daß fie ge= vergebung ihrer fünde, durch die herzbären gebar nen sohn. Und ihre nachbaren und gefreundte höreten, daß der HErr große barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten tage, kamen sie zu beschneiden das kindlein, und hießen ihn nach seinem vater Zacharias. Aber seine mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner freundschaft, der also heiße. Und ſie winketen fei= priester waren, da geſchah ber Vorlesungen, Vorm. Luc. Cap. 3. v. 2 bis 22. a Hannas und Caiphas hohes nem vater, wie er ihn wollte heißen laffen? Und er forderte ein täflein, schrieb und sprach: Er heißet Johanbefehl GOttes zu Johannes, Zacharias sohn in der wüste. Ilnd er kam freundlich, und prediget ihr, daß ihre ritterschaft ein ende hat, denn ihre missethat ist vergeben, denn sie hat zweifältiges empfangen von der hand des HErrn, um alle ihre sünde. Es ist eine stimme eines predigers in der wüste: Bereitet den weg, machet auf dem gefilde eine ebne bahn unserem GOtt. Alle thale sollen erhöhet werden, und alle berge und hügel sollen erniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die herrlichkeit des HErrn soll offenbaret wer= den, und alles fleisch mit einander wird sehen, daß des HErrn mund redet. Es spricht eine stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles fleisch ist heu, und alle seine güte ist wie eine blume auf dem felde. Das Heu verdorret, die blume verwelket, denn des HErrn geist bläset darein. Ja, das volk ist das heu. Das heu verdorret, die blume verwelket aber das wort unsers GOttes bleibet ewiglich. durch welche uns besuchet hat der aufgang aus der höhe, auf daß er erscheine denen, die da sigen in finsterniß und schatten des todes, und richte unsere füße auf den weg des friedens. Und das findlein wuchs, und ward stark im geist, und war in der wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das volk Israel. nebst den festlichen Vorlesungen. 77 in alle gegend um den Zerdan und pre-| fen. In desselben hand ist die wurfdigte die taufe der buße, zur vergebung der sünde. Wie geschrieben stehet in dem buch der rede Jesaias, des propheten, der da sagt: Es ist eine stimme eines predigers in der wüste: Bereitet den weg des HErrn und machet seine steige richtig. Alle thale sollen voll werden und alle berge und hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll richtig werden und was uneben ist, soll schlechter weg werden. Und alles fleisch wird den heiland GOttes sehen. Da sprach er zu dem volke, das hinaus ging, daß es sich von ihm taufen ließe: Ihr otterngezüchte, wer hat denn euch geweiset, daß ihr dem zu fünftigen zorn entrinnen werdet? Sehet zu, thut rechtschaffene früchte der buße und nehmet euch nicht vor, zu sagen: Wir haben Abraham zum bater, denn ich sage euch: GOtt kann dem Abraham aus diesen steinen kinder erwecken. Es ist schon die art den bäuschaufel und er wird seine tenne fegen und wird den weizen in seine scheure faminlen und die spreu wird er mit ewigem feuer verbrennen. Und viel anders mehr vermahnete und verfündigte er dem volke. Herodes aber, der vierfürst, da er von ihm gestrafet ward, um Herodias willen, seines bruders weib und um alles übels willen, das Herodes that, über das alles legte er Johannem gefangen. Und es begab sich, da sich alles volk taufen ließ und JEsus auch getaufet war und betete, daß sich der himmel aufthat und der heilige geist fuhr hernieder in leiblicher gestalt auf ihn, wie eine taube, und eine stimme fam aus dem himmel, die sprach: Du bist mein lieber sohn, an dem ich wohlgefallen habe. baum nicht gute früchte bringet, wird abgehauen und in das feuer gewor= fen. Und das volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zween röcke hat, der gebe dem, der keinen hat, und wer speise hat, der thue auch also. Es kamen auch die zöllner, daß sie sich taufen ließen und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: For= dert nicht mehr, denn gesetet ist. Da fragten ihn auch die kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut niemand gewalt noch unrecht und lasset euch begnügen an eurem solde. Als aber das volk im wahn war und dachten alle in ihrem herzen von Johanne, ob er vielleicht Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit wasser, es kommt aber ein stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die riemen seiner schuhe auflöse, der wird euch mit dem heiligen geiste und mit feuer tauNachm. Jes. Cap. 40. Also nebst der vorstehenden Festepistel v. 1 bis 8 auch das folgende v. 9 bis 31. ion, du predigerin, steige auf einen hohen berg, Jerusalem, du predigerin, hebe deine stimme auf mit macht, hebe auf und fürchte dich nicht, sage den städten Juda: Siehe, da ist euer GOtt. Denn siehe, der HErr HErr kommt gewaltiglich und sein arm wird herrschen. Siehe, sein lohn ist bei ihm und seine vergeltung ist vor ihm. Er wird seine heerde weiden, wie ein hirte, er wird die lämmer in seine arme sammlen und in seinem busen tragen und die schafmütter füh= ren. Wer misset die wasser mit der faust und fasset den himmel mit der spanne und begreifet die erde mit einem dreiling und wieget die berge mit einem gewicht und die hügel mit einer waage? Wer unterrichtet den geist des HErrn und welcher rathgeber unterweiset ihn? Wen fraget er um rath, der ihm verstand gebe und lehre ihn den weg des rechts und lehre ihn die erkenntniß und unterweise ihn den weg des verstandes? Siehe, die heiden sind geachtet wie ein tropfen, so im eimer bleibet, und wie ein scherflein, so in der Episteln und Evangelien, 78 waage bleibet. Siehe, die inseln sind wie ein stäublein. Der Libanon wäre zu geringe zum feuer und seine thiere zu geringe zum brandopfer. Alle hei= den sind vor ihm nichts und wie ein nichtiges und eiteles geachtet. Wem wollt ihr denn GOttnachbilden? oder was für ein gleichniß wollt ihrihm zu= richten? Der meister geußt wohl ein bild und der goldſchmied übergüldetes und harren, kriegen neue kraft, daß sie auffahren mit flügeln wie adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Am Feste der Heimsuchung Mariä. Epistel, Jes. Cap. 11, v. 1 bis 5. Es wird eine ruthe aufgehen von Desgleichen wer eine arme hebe ver- aus seiner wurzel wird frucht bringen, mag, der wählet ein holz, das nicht auf welchem wird ruhen der geist des faulet und suchet einen flugen meister HErrn, der geist der weisheit und des dazu, der ein bild fertige, das bestän- verstandes, der geist des raths und dig sei. Wisset ihr nicht? höret ihr der stärke, der geist der erkenntniß und nicht? ist es euch nicht vormals ver- der furcht des HErrn und sein riechen kündiget? habt ihr es nicht verstan- wird sein in der furcht des HErrn. Er den von anbeginn der erden? Er si- wird nicht richten, nachdem seine auBet über dem freis der erden und die gen sehen, noch strafen, nachdem seine darauf wohnen, sind wie heuschrecken; ohren hören, sondern wird mit gerechder den himmel ausdehnt wie ein dün- tigkeit richten die armen und mit ge= nes fell und breitet sie aus wie eine richt strafen die elenden im lande, und hütte, da man inne wohnet. Der die wird mit dem stabe seines mundes die fürsten zu nichte machet und die rich- erde schlagen und mit dem odem seiner ter auf erden eitel machet, als hätte lippen den gottlosen tödten. Gerechihr stamm weder pflanzen, noch sa- tigkeit wird der gurt seiner lenden sein men, noch wurzel in der erde; daß sie, und der glaube der gurt seiner nieren. wo ein wind unter sie wehet, verdorren und sie ein windwirbel wie stop= peln wegführet. Wem wollt ihr denn nachbilden, ich gleich sei, spricht der heilige? Hebet eure augen in die höhe und sehet: wer hat solche dinge geschaffen und führet ihr heer bei der zahl heraus? Der sie alle mit namen rufet; sein vermögen und starke Fraft ist so groß, daß nicht an einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagest: Mein weg ist dem HErrn verborgen und mein recht gehet vor meinem GOtt über? Weißt du nicht? hast du nicht gehöret? der HErr, der ewige GOtt, der die enden der erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein verstand ist unausforschlich. Er giebt dem müden kraft und stärke genug dem unvermögenden. Die knaben werden müde und matt und die jünglinge fallen. Aber die auf den HErrn Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 39 bis 56. Maria stand auf in den tagen und ging auf zu der stadt Juda, und kam in das haus Zachariä und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den gruß Maria hörete, hüpfte das find in ihrem leibe. Und Elisabeth ward des heiligen geistes voll und rief laut und fprach: Gebenedeiet bist du unter den weibern und gebenedeiet ist die frucht deines leibes! Und woher kommt mir das, daß die mutter meines HErrn zu mir fommt? Siehe, da ich die stimme deines grußes hörete, hüpfte mit freuden das kind in meinem leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast, denn es wird vollendet werden, was dir gesaget ist von dem HErrn. Und Maria sprach: Meine seele erhebet den HErrn und mein geist freuet sich GOttes meines heilandes, denn er nebst den festlichen Vorlesungen. 79 hat seine elende magd angesehen.| dich, und du giebest ihnen ihre speise Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle findeskinder. Denn er hat große dinge an mir gethan, der da mächtig ist und deß name heilig ist, und seine barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet gewalt mit seinem arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres herzens sinn. Er stößt die gewaltigen vom stuhle und erhebet die niedrigen. Die hungrigen füllet er mit gütern und läsfet die reichen leer. Er denket der barmherzigkeit und hilft seinem diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern vätern, Abraham und seinem samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei monate, darnach kehrete sie wiederum heim. Vorlesungen, Vormittags. Pf. 145. zu seiner zeit. Du thust deine hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit wohlgefallen. Der HErr ist gerecht in allen seinen wegen, und heilig in allen seinen werken. Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit ernst anrufen. Er thut, was die gottesfürchtigen begehren, und höret ihr schreien, und hilft ihnen. Der HErr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle gottlosen. Mein mund soll des HErrn lob sagen, und alles fleisch lobe seinen heiligen namen immer und ewiglich. sprach vor der Gelobet seist du, HErr GOtt Israels, Ich will dich erhöhen, mein Gott unsers vaters ewiglich. Dir gebühret die du und deinen namen ewiglich. Ich will dich täglich loben und deinen namen rühmen immer und ewiglich. Der HErr ist groß und sehr löblich und seine größe ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine werke preisen und von deiner gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen pracht und von deinen wundern, daß man solle reden von deinen herrlichen thaten, und daß man erzähle deine herrlichkeit, daß man preise deine große güte und deine gerechtigkeit rühme. barmherzig ist der HErr, geduldig und von großer güte. Der HErr ist allen gütig und erbarmet sich aller seiner werke. Es sollen dir danken, HErr, alle deine werke, und deine heiligen dich loben. Und die ehre deines königreichs rühmen und von deiner gewalt reden. Daß den menschenkindern deine gewalt fund werde und die verehrliche pracht deines königreichs. Dein reich ist ein ewiges reich, und deine herrschaft währet für und für. Der HErr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller augen warten auf majestät und gewalt, herrlichkeit, sieg und dank. Denn alles, was im himmel und auf erden iſt, das ist dein. Dein ist das reich und du bist erhöhet über alles zum obersten. Dein ist reichthum und ehre vor dir, du herra scheft über alles; in deiner hand stehet kraft und macht, in deiner hand stehet es, jedermann groß und stark zu màchen. Nun, unser GOtt, wir danken dir und rühmen den namen deiner herrlichkeit. Denn was bin ich? Was ist mein voll, daß wir sollten vermoGnädig und| gen fraft, freiwillig zu geben, wie dies gehet? Denn von dir ists alles kommen und von deiner hand haben wir dirs gegeben. Denn wir sind fremds linge und gäste vor dir, wie unsere väter alle. Unser leben auf erden ist wie ein schatten und ist kein aufhalten. HErr unser GOtt, alle dieser haufen, den wir geschickt haben, dir ein haus zu bauen deinem heiligen namen, ist von deiner hand kommen, und ist alles dein. Ich weiß, mein GOtt, daß du das herz prüfest und aufrichtigkeit ist dir angenehm. Darum habe ich dies alles aus aufrichtigem herzen freiwillig gegeben, und Nachmitt. 1. Chron.( Cap. 30, v. 10 bis 18. lobete GOtt und ganzen gemeine: Episteln und Evangelien, 80 habe jetzt mit freuden gesehen dein volk, das hier vorhanden ist, daß es dir freiwillig gegeben hat. HErr GOtt unserer väter, Abraham, Isaak und Israel, bewahre ewiglich solchen sinn und gedanken im herzen deines volks, und schicke ihre herzen zu dir. Am Feste der Engel od. Michaelis. Statt der Epistel, Ps. 34. ch will den HErrn loben allezeit, gerechte muß viel leiden, aber der HErr hilft ihm aus dem allen. Er bewahret ihm alle seine gebeine, daß derer nicht eines zerbrochen wird. Den gottlosen wird das unglück tödten, und die den gerechten hassen, werdeu schuld haben. Der HErr erlöset die seele seiner knechte und alle, die auf ihn trauen, werden keine schuld haben. Evangelium, Matth. Cap. 18, v. 1 bis 11. munde ſein. Meine ſeele soll sich rüh- Die jünger traten zu JEſu und sprachen: Wer ist doch der grömen des HErrn, daß die elenden hö- Beste im himmelreich? JEsus rief ren und sich freuen. Preiset mit mir ein kind zu sich und stellte es mitten den HErrn und lasset uns mit einan- unter sie und sprach: Wahrlich, ich der seinen namen erhöhen. Da ich sage euch: es sei denn, daß ihr euch den HErrn suchte, antwortete er mir umkehret und werdet wie die kinder, und errettete mich aus aller meiner so werdet ihr nicht in das himmelreich furcht. Welche ihn ansehen und an- kommen. Wer sich nun selbst ernielaufen, derer angesicht wird nicht zu driget, wie dies kind, der ist der gröschanden. Da dieser elende rief, hörete Beste im himmelreich. Und wer ein der HErr und half ihm aus allen sei- solches find aufnimmt in meinem na= nen nöthen. Der engel des HErrn men, der nimmt mich auf. Wer aber lagert sich um die her, so ihn fürchten, ärgert dieser geringsten einen, die an und hilft ihnen aus. Schmecket und mich glauben, dem wäre besser, daß fehet, wie freundlich der HErr ist; ein mühlstein an seinen hals gehänwohl dem, der auf ihn trauet. Fürch- get würde und er ersäufet würde im tet den HErrn, ihr seine heiligen, denn meer, da es am tiefsten ist. Wehe der die ihn fürchten, haben keinen man- welt der ärgerniß halben! Es muß ja gel. Die reichen müssen darben und ärgerniß kommen, doch wehe dem hungern, aber die den HErrn suchen, menschen, durch welchen ärgerniß haben keinen mangel an irgend einem kommnt. So aber deine hand oder gute. Kommet her, finder, höret mir dein fuß dich ärgert, so haue ihn ab zu, ich will euch die furcht des HErrn und wirf ihn von dir: es ist besser, lehren. Wer ist, der gut leben begeh- daß du zum leben lahm oder ein krüpret und gern gute tage hätte? Behüte pel eingehest, denn daß du zwo hände deine zunge vor bösem und deine lip- oder zween füße habest und werdest in pen, daß sie nicht falsch reden. Laß das ewige feuer geworfen. Und so dich vom bösen und thue gutes, suche friede dein auge ärgert, reiß es aus und wirf und jage ihm nach. Die augen des es von dir: Es ist dir besser, daß du HErrn sehen auf die gerechten, und einäugig zum Leben eingehest, denn seine ohren auf ihr schreien; das daß du zwei augen habest und werdest antlig aber des HErrn stehet über die, in das höllische feuer geworfen. Sehet so boses thun, daß er ihr gedächtniß zu, daß ihr nicht jemand von diesen ausrotte von der erde. Wenn die ge- kleinen verachtet, denn ich sage euch: rechten schreien, ſo hörek der HErr und ihre engel im himmel sehen allezeit errettet sie aus aller ihrer noth! Der das angesicht meines vaters im himHErr ist nahe bei denen, die zerbro- mel. Denn des menschen sohn ist chenes Herzens sind, und hilft denen, kommen, selig zu machen, das verlodie zerschlagen gemüth haben. Der ren ist. small from and dnebst den festlichen Vorlesungen. Vorlesungen, pre Vormittage. Pf. 103. Lobe den HErrn, meine ſeele, und was in mir ist, seinen heiligen namen. Lobe den HErrn, meine seele, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat. Der dir sünde vergiebet und heilet alle deine gebrechen, der dein leben vom verderben erlöset, der dich krönet mit gnade und barmherzigkeit; der deinen mund fröhlich macht und du wieder jung wirst, wie ein adler. Der HErr schaf fet gerechtigkeit und gericht allen, die unrecht leiden. Er hat seine wege Mosen wissen lassen, den findern Israel sein thun. Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden, und vergilt uns nicht nach unserer missethat. Denn so hoch der himmel über der erde ist, läßt er seine gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der morgen ist vom abend, läßt er unsere übertretung von uns sein. Wie sich ein bater über finder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein gemächt wir sind; er gedenket daran, daß wir staub sind. Ein mensch ist in seinem leben wie gras, er blühet wie eine blume auf dem felde; wenn der wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, und ihre stätte fennet sie nicht mehr. Die gnade aber des HErrn währet von ewigkeit zu ewigkeit, über die so ihn fürchten, und seine gerechtigkeit auf findesfind, bei denen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat seinen stuhl im himmel bereitet und sein reich herrschet über alles. Lobet den HErrn, ihr seine engel, ihr starken helden, die ihr feinen befehl ausrichtet, daß man höre die stimme seines wortes. Lobet den HErrn alle seine heerschaaren, seine diener, die ihr seinen willen thut. Bobet den HErrn alle feine werke, an 81 allen orten seiner herrschaft. Robe den HErrn meine seele. Nachmittags. Pf. 104, v. 1 bis 15 und v. 24 bis 35. Lobe den HErrn, meine ſeele. HErr mein herrlich, du bist schön und prächtig geschmüct. Licht ist dein kleid, das du an hast; du breitest aus den himmel wie einen teppich. Du wölbest es oben mit wasser; du fährest auf den wolken, wie auf einem wagen, und gehest auf den fittigen des windes, der du machst deine engel zu winden und deine diener zu feuerflammen, der du das erdreich gründest auf seinen boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der tiefe dedest du es, wie mit einem kleide, und wasser stehen über den bergen. Aber von deinem schelten fliehen sie, von deinem donner fahren fie dahin. Die berge gehen hoch her= bor und die breiten seßen sich herunter zum ort, den du ihnen gegründet hast. Du hast eine grenze geseßt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das erdreich bedecken. Du läsfest brunnen quellen in den gründen, daß die wasser zwischen den. bergen hinfließen, daß alle thiere auf dem selde trinken und das wild seinen durst lösche. An denselben sißen die vögel des himmels und singen unter den zweigen. Du feuchtest die berge von oben her; du machest das land voll früchte, die du schaffest. Du läsfest gras wachsen für das vieh, und saat zu nuß den menschen, daß du brot aus der erde bringest, und daß der wein erfreue des menschen herz, und seine gestalt schön werde vom öl, und das brot des menschen herz stärke. HErr, wie sind deine werke so groß und viel? Du hast sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner güter. Das meer, das so groß und weit ist, da wimmelts ohne zahl, beide groß und kleine thiere. Daselbst gehen die schiffe; da sind wallfische, die du gemacht hast daß sie darinnen scher6 82 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben zen. Es wartet alles auf dich, daß du| der HErr hat wohlgefallen an seinen ihnen speise gebeft zu seiner zeit. Wenn du ihnen giebest, so sammeln sie; wenn du can hand austhust, so werden sie mit gut gesättiget. Verbirgest du dein angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren odem, so vergehen sie und werden wieder zu staub. Du läsfest aus deinen odem, so werden sie ge= schaffen, und erneuerst die gestalt der erde. Die ehre des HErrn ist ewig; werken. Er schauet die erde an, bebet sie; er rühret die berge an, so rauchen sie. Ich will dem HErrn fingen mein lebenlang, und meinen GOtt loben, so lange ich bin. Meine rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HErrn. Der sünder müsse ein ende werden auf erden, und die gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HErrn, meine seele. Halleluja. Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers HErrn und Heilandes JEsu Christi, aus den vier Evangelisten zusammen gezogen. D Erste Abtheilung.| wußte den ort auch, denn JEsus vers Das Leiden JEsu am Ölberge. sammelte sich oft daselbst mit seinen a JEsus und seine jünger,( nach jüngern. Da sprach JEsus zu ihnen: dem genuß des osterlamms und Seget euch hier, bis daß ich dort hinder einsetzung des heiligen abend- gehe und bete. Und er nahm zu sich mahls), den lobgefang gesprochen Petrum und Jacobum und Johanhatten, ging er hinaus, nach seiner nem, die zween söhne Zebedäi, und gewohnheit, über den bach Kidron, fing an zu trauern, zu zittern und zu an den ölberg. Es folgten ihm aber zagen, und sprach zu ihnen: Meine seine jünger nach. Da sprach JEsus feele ist betrübt bis in den tod, bleibet zu ihnen: In dieser nacht werdet ihr hier, wachet mit mir, und betet, daß euch alle ärgern an mir, denn es stehet ihr nicht in anfechtung fallet. Und er geschrieben: Ich werde den hirten riß sich von ihnen bei einem steinwurf, schlagen und die schafe der heerde wer- und knieete nieder, fiel auf sein ange= den sich zerstreuen. Wenn ich aber sicht auf die erde, und betete, daß, so auferstehe, will ich vor euch hingehen es möglich wäre, die stunde vorüber in Galiläam. Petrus aber antwor- ginge, und sprach: Abba, mein vater, tete und sprach zu ihm: Wenn sie auch es ist dir alles möglich, überhebe mich alle sich an dir ärgerten, so will ich dieses felchs, doch nicht, was ich will, mich doch nimmermehr ärgern. JE- sondern was du willst. Und er fam sus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage zu seinen jüngern und fand sie schladir, heute in dieser nacht, ehe denn der fend, und sprach zu Petro: Simon, hahn zweimal krähet, wirst du mich schläfst du? vermöchtest du nicht eine dreimal verleugnen. Er aber redete stunde mit mir zu wachen? Wachet noch weiter: Ja, wenn ich auch mit und betet, daß ihr nicht in anfechtung dir sterben müßte, so wollte ich dich fallet. Der geist ist willig, aber das nicht verleugnen. Desselbigengleichen fleisch ist schwach. Zum andern mal sagten auch alle jünger. ging er hin, betete und sprach: Mein bater, ist es nicht möglich, daß dieser felch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, denn ihre se o dopl Da kam JEsus mit ihnen zu einem hofe, der hieß Gethsemane, da war ein garten, darein ging JEsus und seine jünger. Judas aber, der ihn verrieth, Donne un jun di mandi unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. augen waren voll schlafs und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin und betete zum dritten mal und redete die felbigen worte. Es erschien ihm aber ein engel bom himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem tode rang und betete heftiger. Es war aber sein schweiß wie blutstropfen, die fielen auf die erde. und Und er stund auf vom gebet und fam zu seinen jüngern und fand e schlafend vor traurigkeit, sprach zu ihnen: Ach! wollet ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Sehet, die stunde ist kommen und des menschen sohn wird überantwortet in der fünder hände; stehet auf, und lasset uns gehen, siehe der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in anfechtung fallet. Und alsbald da er noch redete, kam Judas, der zwölfen einer, da er hatte zu sich genommen die schaar und diener der hohenpriester und pharisäer, der ältesten und schriftgelehrten, ging vor ihnen her und kam dahin mit fadeln, lampen, mit schwerten und mit stangen. Als nun JEsus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm, JEsum von Nazareth. JEsus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun JEsus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu koden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: JEsum von Nazareth. JEsus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ichs sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das wort erfüllet wurde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Der berräther aber hatte ihnen ein zeichen gegeben und gesaget: Welchen ich füs fen werde, der ist es, den greifet und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zu JEsu, ihn zu küssen und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete 83 ihn. JEsus aber sprach zu ihm: Mein freund, warum bist du kommen? Juda, verräthest du des menschen sohn mit einem fuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an JEsum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HErr, sollen wir mit dem schwert drein schlagen? Da- hatte Simon Pe= trus ein schwert und zog es aus und schlug nach des hohenpriesters knecht und hieb ihm sein recht ohr ab. Und der knecht hieß Malchus. JEsus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Stecke dein schwert in die scheide, denn wer das schwert nimmt, der soll durch das schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf legionen engel? Wie würde aber die schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Soll ich den felch nicht trinken, den mir mein bater gegeben hat? Und rührete sein ohr an und heilete ihn. Zu der stunde sprach JEsus zu den hohenpriestern und hauptleuten des tempels und den ältesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid als zu einem mörder mit schwerten und mit stangen ausgegangen mich zu fahen; bin ich doch täglich bei euch gewesen und habe gelehret im tempel und ihr habet keine hand an mich geleget. Aber dies ist eure stunde und die macht der finsterniß, auf daß die schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle jünger und flohen. Und es war ein jüngling, der folgte ihm nach, der war mit leinwand gekleidet auf der bloßen haut, und die jünglinge griffen ihn, er aber ließ die leinwand fahren und flohe blos von ihnen. sor miniBweite Abtheilung. Das Leiden JEsu vor dem mon geistlichen Gerichte. Die ſchaar aber und der oberhauptmann und die diener der jus den nahmen JEsum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, 6* 84 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben der war Caiphas schwäher, welcher| zum tode brächten und fanden feines, des jahrs hoherpriester war. Es war wiewohl viele falsche zeugen herzu traaber Caiphas, der den juden rieth, ten, denn ihre zeugnisse stimmeten es wäre gut, daß ein mensch würde nicht überein. Bulegt traten herzu umgebracht für das voll. Und sie zween falsche zeugen und sprachen: führten ihn zu dem hohenpriester Cai- Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich phas, dahin alle hohenpriester und kann und will den tempel GOttes, schriftgelehrten und ältesten sich ver- der mit händen gemacht ist, abbrechen sammelt hatten. und in dreien tagen einen andern bauen, der nicht mit händen gemacht ist. Ihr zeugniß aber stimmete noch nicht überein. Und der hohepriester stund auf unter sie und fragte JEsum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? JEsus aber schwieg stille und antwor tete nichts. Da fragte ihn der hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen GOtt, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der sohn des hochgelobten GOttes? JEsué sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: von nun an werdet ihr sehen des menschen sohn sißen zur rechten hand der fraft und kommen in den wolken des himAber der hohepriester fragete JEsum mels. Da zerriß der hohepriester seine um seine jünger und um seine lehre. kleider und sprach: Er hat GOtt ge= JEsus antwortete: Ich habe frei öf- lästert, was dürfen wir weiter zeugfentlich geredet vor der welt, ich habe niß? Siehe, jetzt habet ihr seine gotallezeit gelehret in der schule und in teslästerung gehöret, was dünket euch? dem tempel, da alle juden zusammen Sie aber berdammten ihn alle und kommen und habe nichts im verbor- sprachen: Er ist des todes schuldig. genen geredet. Was fragest du mich Die männer aber, die JEsum hieldarum? Frage die darum, die gehö- ten, verspotteten ihn und speieten aus ret haben, was ich zu ihnen geredet in sein angesicht und schlugen ihn mit habe, fiche, dieselbigen wissen, was ich fäusten, etliche aber verdeckten ihn, und gefaget habe. Als er aber solches re- die knechte schlugen ihn ins angesicht dete, gab der diener einer, die dabei und sprachen: Weissäge uns Christe, stunden, JEsu einen backenstreichwer ists der dich schlug? Und viel anund sprach: Solltest du dem hohenpriester also antworten? JEsus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem hohenpriester Caipba8. dere lästerung sagten sie wider ihn. Die hohenpriester aber und die ältesten und der ganze rath suchten falsch jeugniß wider JEfum, auf daß sie ihn Simon Petrus aber folgete JEsu von ferne und ein anderer jünger bis an den pallast des hohenpriesters. Derselbe jünger war dem hohenpriefter bekannt und ging mit JEsu hinein in des hohenpriesters pallast. Petrus aber stund draußen vor der thür. Da ging der andere jünger, der dem hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der thürhüterin und führte Petrum hinein. Es hatten aber die knechte und diener ein fohlfeuer gemacht danieden mitten im pallast, denn es war falt und wärmeten sich. Petrus aber segte sich mitten unter sie und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Simon Petrus aber war,( wie borhin erzählet worden,) draußen im pallast; da kam des hohenpriesters mägde eine, die thürhüterin, und da sie pe= trum unter den knechten bei dem feuer sahe, schauete sie ihn an und sprach zu ihm: Und du warest auch mit dem, JEsu aus Galiläa. Er aber verläugnete vor ihnen allen und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne ihn 3 1 unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 85 höret aus seinem munde. nicht, ich weiß auch nicht, was du sa-| weiter zeugniß? Wir habens selber ge geft. Und er ging hinaus in den vor= hof und der hahn frähete. Und als er zur thür hinausging, sahe ihn nebst der vorigen eine andere magd, die sprachen zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem JEsu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und sprach: Mensch, ich bins nicht, und schwur dazu: ich kenne des menschen nicht. Und über eine kleine weile bei einer stunde bekräftigte es ein anderer, Da das sahe Judas, der ihn ver= rathen hatte, daß er verdammet war zum tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die dreißig silberlinge den hohenpriestern und den ältesten und mit denen die dabei stunden und spra- sprach: Ich habe übel gethan, daß ich chen: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer und deine sprache verräth dich. Spricht des hohenpriesters fnechte einer, ein gefreundter des, dein Petrus das ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich tenne des menschen nicht, von dem ihr faget. Und alsbald, da er noch redete, frähete der hahn zum andern mal. Und der HErr wandte sich um und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das wortJEsu, das er zu ihm gefaget hatte: Ehe der hahn zweimal trähet, wirst du mich dreimal verleugnen und er ging hinaus und weinete bitterlich. unschuldig blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die silberlinge in den tempel, hub sich davon, ging hin und erhentete sich selbst und ist mitten entzwei geborsten und sein eingeweide ausgeschüttet. Aber die hohenpriester nahmen die silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den gotteskasten legen, denn es ist blutgeld. Sie halten aber einen rath und kauften eines töpfers acer darum, zum begräbniß der pilger. Und es ist fund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige acker genennet wird auf ihre sprache, Akeldama, das ist, ein blutader, bis auf den heutigen tag. Da ist ers füllet, das gesagt ist durch den pros pheten Jeremiam, da er spricht: Sie haben genommen dreißig silberlinge, damit bezahlet ward der verkaufte, welchen fie fauften von den findern Israel und haben sie gegeben um ei nen töpfersacker, als mir der HErr befohlen hat. Des morgens aber versammelten fich alle hohenpriester, schriftgelehrten und die ältesten des volks, dazu der ganze rath und hielten einen rath über JEsum daß sie ihn tödteten. Und führten ihn hinauf vor ihren rath und fprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und laffet mich dennoch nicht los. Darum von num an wird des menschen sohn fißen zur rechten hand der kraft GOttes. Da sprachen sie alle: Bist du benn GOttes fohn? Er aber sprach zu ihnen Ihr fagets, denn ich bins. Sie aber sprachen. Was dürfen wir Dritte Abtheilung. Das Leiden JEsu vor dem weltlichen Gerichte. Und der ganze haufe stund auf und banden Esum, führeten ihn von Caipha vor das richthaus und überantworteten ihn dem landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Die juden aber gingen nicht in das richthaus auf daß sie nicht un rein würden, sondern die oftern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine klage wider diesen menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. 86 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben fangen bis hieher. Da sprach Pilatus zu ihnen: So| schen lande und hat in Galiläa anges nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem geseß. Da sprachen die juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das wort JEsu, welches er fagete, da er deutete, welches todes er sterben würde. Da fingen an die hohenpriester und die ältesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das volk abwendet und verbeut den schoß den kaiser zu geben und spricht: Er sei Christus, ein könig. Da ging Pilatus wieder hinein in das richthaus und rief JEsum und fragte ihn und sprach: Bist du der juden könig? JEsus aber stund vor dem landpfleger und antwortete Redest du das bon dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein jude? Dein volk und die hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? JEsus antwortete: Mein reich ist nicht von dieser welt; wäre mein reich von dieser welt, meine diener würden darob kämpfen, daß ich den juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein fönig? JEsus antwortete: Du sagest es, ich bin ein könig; ich bin dazu geboren und auf die welt kom= men, daß ich die wahrheit zeugen soll: wer aus der wahrheit ist, der höret meine stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist wahrheit? Und da er bas gefaget, ging er wieder hinaus zu den juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine schuld an ihm. Und die hohenpriester und ältesten beschuldigten ihn hart, er aber antwortete nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal und sprach: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein wort mehr, also, daß sich auch der landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das bolk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdiDa aber Pilatus Galiläam hörete, fragete er: ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbi gen tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes JEsum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen, denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffete, er würde ein zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei, er antwortete ihm aber nichts. Die hohenpriester aber und schriftgelehrten stunden und verklage= ten ihn hart. Aber Herodes mit sei= nem hofgesinde verachtete und ver= spottete ihn, legte ihm ein weißes kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den tag wurden Pilatus und Herodes freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die hohenpriester und die obersten und das volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habet diesen men= schen zu mir bracht, als der das boll abwendet, und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem menschen der sachen feine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gefandt und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des todes weith sei, darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das ofterfest aber mußte der. landpfleger nach gewohnheit dem volle einen gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der zeit einen gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welz er war um eines aufcuhrs, der in der stadt geschahe und um eines mords willen in das gefängniß geworfen. Und das volk ging hinauf und bat, daß er that, wie er pflegete. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habet eine gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf oftern: welchen wollet ihr, daß ich euch lo8= gebe, Barrabam, oder JEsum, den 3 unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 87 Fönig der juden, von dem gesagt| richthaus und riefen zusammen die wird: Er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die hohenpriester aus eid überantwortet hatten. Und da er auf dem richtstuhl saß, schickte sein weib zu ihm und ließ ihm fagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem gerechten, denn ich habe heute viel erlitten im traum von seinetwegen. Aber die hohenpriester und ältesten überredeten und reizten das volk, daß fie um Barrabas bitten sollten und JEsum umbrächten. Da antwortete nun der landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr unter diesen ween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte JEsum los las fen und sprach: Was soll ich denn machen mit JEsu, von dem gesagt wird: Er sei Christus und den ihr beschuldiget, er sei ein könig der juden? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freujige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn übels gethan? Ich finde feine ursach des todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sielagen ihm an mit großem geschrei und forderten, daß er gefreuzigt würde und ihr und der hohenpriester geschrei nahm überhand. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer getümmel ward, gedachte er dem volke genug zu thun, und urtheilete, daß ihre bitte geschehe, nahm wasser und wusch die hände vor dem volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem blute diefes gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze volk und sprach: Sein blut komme über uns, und über unsere finder. Da gab er ihnen Barabam los, der um aufruhrs und mords willen war ins gefängniß geworfen, um welchen sie baten, aber JEsum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuziget würde. Da nahmen die friegsknechte des landpflegers JEsum zu sich in das ganze schaar und zogen ihn aus und legten ihm einen purpurmantel an und flochten eine frone von dornen und setzten sie auf sein haupt und ga ben ihm ein rohr in seine rechte hand und beugeten die knie vor ihm, spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der juden könig! und gaben ihm backenstreiche, speieten ihn an und nahmen das rohr und schlugen damit sein haupt. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine schuld an ihm finde. Also ging JEsus heraus und trug eine dornenkrone und purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein mensch! Da ihn die hohenpriester und die diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und Freuziget ihn, denn ich finde keine schuld an ihm. Die juden antworteten ihm: Wir haben ein geseß und nach dem gesetz soll er sterben, denn er hat sich selbst zu GOttes sohn gemacht. Da Pilatus das wort hörete, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das richthaus und spricht zu JEsu: Von wannen bist du? Aber JEsus gab ihm keine antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe dich zu freuzigen, und macht habe dich los zu geben? JEsus antwortete: Du hättest keine macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du dies sen los, so bist du des faisers freund nicht, denn wer sich selbst zum könige macht, der ist wieder den faiser. Da Pilatus das wort hörete, führete er JEsum heraus und sagte sich auf den richtstuhl, an der stätte die da 88 Die Geschichte von dem beißet Hochpflaſter, auf hebräiſch aber Gabbatha. Es war aber der rüsttag in ostern, um die sechste stunde. Und er spricht zu den juden: Sehet, das ist euer könig. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ibn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren fönig freuzigen? Die hohenpriester antwor= teten: Wir haben kemen könig, denn den faiser. Da überantwortete er ihn, daß er gefreuziget würde. Vierte Abtheilung. Die Kreuzigung und der Tod JEsu. a nahmen die friegsknechte JEzogen ihm den mantel aus und zogen ihm seine eigenen kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten; und er trug sein freuz. Und indem sie hinaus gingen, funden sie einen menschen, der vorüber ging, ben Cyrene, mit namen Simon, der vom felde kam, der ein bater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie und legten das freuz auf ihn, daß ers JEsu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein großer haufe volks und weiber, die flageten und beweinten ihn. JEsus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure finder. Denn fiche, es wird die zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig find die unfruchtbaren, und die leiber, die nicht geboren haben, und die brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den bergen: Fallet über uns! und zu den hügeln: Decket uns! denn so man das thut am grünen holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die stätte, die da heißt auf ebräisch Golgatha, das ist verdeuschet, Schädelstätte, und sie gaben ihm myrrhen in wein zu trinken und da ere schmedte, wollte ers nicht trinken. Leiden und st Sterven p Und fie freuzigten ihn daselbst und die zween übelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken, JEsum aber mitten inne. Da ward die schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die übelthäter gerechnet. JEsus aber sprach: Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine überschrift und setzte sie auf das freuz, oben zu feinem haupt, als die ursache seines todes. Es war aber geschrieben: JE= sus bon Nazareth, der juden fönig. Diese überschrift lafen biele juden, denn die stätte war nahe bei der stadt, 3& lus gefreas geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische sprache. Da sprachen die hohenpriester der juden zu Pilato: Schreib nicht: der juden könig, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der juden könig. Pilatus antwor tete: Was ich geschrieber habe, das habe ich geschrieben. Und die friegsfnechte, da sie JEsum gefreuziget hatten, nahmen ſeine Fleider und machten vier theile, einem jeglichen friegsfnechte ein theil, dazu auch den rod. Der rock aber war ungenähet, von oben an gewirket, durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern darum losen, weß er sein soll. Aufdaß erfüllet würde die schrift, die da saget: Sie haben meine kleider unter sich getheilet und haben über meis nen rod das loos geworfen. Solches thaten die friegsfnechte. Und sie saßen allda und hüteten sein. Es war aber um die dritte stunde, da sie ihn freuzigten. Und das volk stund und sahe zu. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Föpfe und sprachen: Pfui dich, wie sein zerbrichst du den tempel und baueft ihn in dreien tagen; hilf dir selber! Bist du GOttes sohn, so steige herab vom freuz. Des= gleichen auch die hohenpriester ver= spotten ihn unter einander mit den schriftgelehrten und ältesten, sammt dem volke und sprachen: Er hat an unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 89 deren geholfen und kann ihm selber| schrift erfüllet würde, spricht er: Mich nicht helfen. Ist er Christ, der könig dürstet. Da stund ein gefäß voll effig von Israel, der auserwählte GOttes, und bald lief einer unter ihnen hin, so helfe er ihm selber und steige nun nahm einen schwamm und füllte ihn som freuz, auf daß wirs sehen und mit essig und steckte ihn auf ein rohr glauben ihm. Er hat GOtt vertrauet, von ysop und hielts ihm dar zum der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn munde und tränkete ihn und sprach er hat gesagt: Ich bin GOttes sohn. mit den andern: Halt, laß sehen, ob Es verspotteten ihn auch die kriegs- Elias fomme und ihn herab nehme. frechte, traten zu ihm und brachten Da nun JEsus den essig genommen ihm effig und sprachen: Bist du der hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und juden könig, so hilf dir selber. abermal rief er laut und sprach: Ba= ter, ich befehle meinen geist in deine hände. Und als er das gesaget, neigete er das haupt und gab seinen geist auf. Aber der übelthäter einer, die da gehenfet waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürch= test dich auch nicht vor GOtt, der du doch in gleicher verdammniß bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsre thaten werth find, dieser aber hat nichts ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu JEsu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein reich kommst. Und JEsus sprach zn ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im paradiese sein. Es stund aber bei dem kreuze JEsu feine mutter und seiner mutter schwester Maria, Cleophas weib und Maria Magdalena. Da nun JEsus feine mutter sahe und den jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner mutter: Weib, siehe das ist bein sohn. Darnach spricht er zu dem jünger: Siehe das ist deine mutter. Und von stund an nahm sie der jünger zu sich. Und von der sechsten stunde an ward eine finsterniß über das ganze land, bis an die neunte stunde, und die sonne berlor ihren schein. Und um die neunte stunde rief JEsus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani, das ist: mein GOtt, mein GOtt, warum hast du mich verlassen? Et= liche aber, die da stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet Fen Elias. Darnach als JEfus wußte, daß Jhon alles vollbracht war, daß die Und siehe da, der vorhang im tempel zerriß in zwei stücke, von oben bis unten aus, und die erde erbebete und die felsen zerrissen und die gräber thaten sich auf und stunden auf viele leis ber der heiligen, die da schliefen und gingen aus den gräbern nach seiner auferstehung und kamen in die heilige stadt und erschienen vielen. Aber der hauptmann, der dabei stund gegen ihm über und die bei ihm waren und bewahrten JEsum, da sie sahen, daß er mit solchem ge= schrei verschied, und sahen das erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten GOtt und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein from= mer mensch und GOttes sohn gewesen. Und alles volk, das dabei war und zusah, was da geschah, schlugen sie an ihre brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine ver= wandten von ferne und viele weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses mutter, und Salome, die mutter der kinder Zebedäi und piele andere, die mit ihm gen Jeruſa= lem gegangen waren und hatten ihm gedienet, und sahen das alles. Die juden aber, dieweil es der rüsttag war, daß nicht die leichname am Freuze blieben den sabbath über,( denn desselbigen sabbaths tag war groß) ba 90 Die Geschichte von dem Begräbniß ten fie Pilatum, daß ihre beine gebro-| der stätte, da er gekreuziget ward, ein chen und sie abgenommen würden. Da garten, und in dem garten ein neues famen die friegsfnechte und brachen grab, das war Josephs, welches er dem ersten die beine und dem andern, hatte lassen in einen felfen hauen, in der mit ihm gefreuziget war. Als sie welches niemand je geleget war. Das aber zu JEsu kamen, da sie sahen, daß selbst hin legten fie JEsum um des er schon gestorben war, brachen sie ihm rüsttages willen der juden, dieweil der die beine nicht, sondern der friegs- fabbath anbrach und das grab nahe fnechte einer öffnete seine feite mit eis war, und wälzeten einen großen stein nem speer und alsbald ging blut und vor die thür des grabes, und gingen wasser heraus. Und der das gesehen davon. Es waren aber allda Maria hat, der hat es bezeuget, und sein zeug- Magdalena, und Marie Joses, und niß ist wahr, und derselbige weiß, daß die weiber, die mit JEsu kommen er die wahrheit faget, auf daß auch ihr waren aus Galiläa, die folgeten nach, glaubet; denn solches ist geschehen, septen sich gegen das grab und be= daß die schrift erfüllet würde: Ihr sollt schaueten, wohin und wie sein leib ge= ihm fein bein zerbrechen. Und abermal leget ward. Sie kehrten aber um und spricht eine andere schrift: Sie werden bereiteten specerei und sakben und den sehen, in welchen sie gestochen haben. sabbath über waren sie stille nach dem geseg. Fünfte Abtheilung. Di Die Begräbniß JEsu. arnach am abend, weil es der rüste tag war, welcher ist der vorsabbath, kam ein reicher mann von Arimathia, der stadt der juden, mit namen Joseph, der war ein rathsherr, ein guter frommer mann, welcher auch auf das reich GOttes wartete; der hatte nicht gewilliget in ihren rath und handel, denn er war ein jünger JEsu, doch heimlich, aus furcht vor den juden. Der wagte es und ging zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den leichnam JEsu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den hauptmann und fragte ihn: ob er längst gestorben wäre? Und als er es erfundet von dem hauptmann, be= fahl er, man sollte Joseph den leichnam JEfu geben. Und Joseph kaufte eine leinwand. Es fam aber auch Nicodemus, der vormals bei der nacht zu JEsu kommen war, und brachte myrrhen und aloe unter einander, bei hundert pfunden. Da nahmen sie den leichnam JEſu und widelten ihn in eine reine leinwand, und banden ihn in leinene tücher mit specereien, wie die juden pflegten zu begraben. Es war aber an Des andern tages, der da folgte nach dem rüsttage, famen die hohen= priester und pharisäer sämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien tagen auferstehen. Darum be= fiehl, daß man das grab verwahre bis an den dritten tag, auf daß nicht seine jünger kommen und stehlen ihn, und fagen zu dem volke: er ist auferstanden von den todten, und werde der letzte betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr die hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahrten das grab mit hütern und versiegelten den stein. Sechste Abtheilung. Die Auferstehung und Himmelfahrt JEsu. Zur Ersparung des Raums ist das in den Evangelien und Vorlesungen hievon enthaltene nur dem Inhalte nach anges führt; das übrige aber in barmonischer Ordnung ausführlich beigefügt worden. 18 die im vorigen abschnitt benannten gottseligen weiber und etliche mit ihnen an dem ersten sabs bather( d. i. wochentage) mit dem anbruch des tages sich nach dem grabe unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 91 3Esu begaben, um ihn mit den zube| war, früh am ersten tage der sabbather, reiteten specereien zu falben, wird noch vor ihrer anfunft das grab JEsu, bei seiner auferstehung, unter einem erdbeben, durch einen engel, zur großen bestürzung der hüter eröffnet. Siehe das Evangelium und die vormittägige Vorlesung am ersten Ostertage, berglichen mit Luc. 24, 1. erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nämlich( die Petro und dem andern jünger gefolget und bei deren weggehen zurück geblieben war) stand vor dem grabe und weinete draußen. Als fie nun weinete, guckte ſie in das grab und siehet zween engel in weißen fleidern sigen, einen zum haupte und den andern zu füßen, da sie den leichnam JEsu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weis neft du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HErrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hinges legt haben. Und als sie das ſagte, wandte sie sich zurück und siehet ZEum stehen, und weiß nicht, daß es JEsus ist. Spricht JEsus zu ihr: du? Sie meinet, es sei der gärtner, Weib, was weinest du? wen suchest und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt? so will ich ihn holen. Spricht JEsus zu ihr: Maria. Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet, meister. Spricht JEsus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem vater. Gehe aber hin zu meinen brüdern und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem bater und zu eurem vater, zu meinem GOtt und zu eurem GOtt. Maria Magdalena kommt und verkündigt den jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da leid trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen und solches hat er zu mir gesagt. Und dieselbigen, da sie hö reten, daß er lebte und wäre ihr er= schienen, glaubeten sie nicht. Unter ihnen kommnt Maria Magdalena zu dem grabe und siehet, daß der stein vom grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und dem andern jünger, welchen JEsus lieb hatte und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem grabe, und wir wissen nicht, wo fie ihn hingelegt haben. Auch die übrigen weiber sehen den stein abgewälzet und gehen hinein in das grab, wo sie den leib JEsu nicht finden; aber zu verschiedenen malen durch engel die versicherung seiner auf erstehung und den auftrag erhalten, folche seinen jüngern zu verkündigen. Siehe das Evangelium und die Vorlefung des ersten Ostertages, verglichen mit Buc. 24, 2 bis 11. Unterdessen ging Petrus und der andere jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene nachricht hinaus und kamen zum grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam zuerst zum grabe, gudt hinein und siehet die leinen geleget, er ging aber nicht hinein. Da tam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das grab, und siehet die leinen geleget und das schweißtuch, das JEsu um das haupt gebunden war, nicht bei die leinen gelegt, fondern beiseits eingewickelt an einen befondern ort, und es nahm ihn wunder, wie das zuginge. Da ging auch der andere jünger hinein, der am ersten zum grabe kam, und sah und glaubete es. Denn sie wußten die schrift noch nicht, daß er von den todten auferstehen müßte. Da gingen die jünger wieder zusammen. JEsus aber, da er auferstanden Gleich nach dieser ersten erscheinung des HErrn JEsu geschah die zweite den übrigen weibern, als sie auf dem wege waren, um die verkündigung der engel den jüngern anzuzeigen. 3u welcher zeit auch die hüter des grabes den hohenpriestern von demjenigen, was geschehen war, nachricht bringen; 92 Die Geschichte von der Auferstehung und Himmelfahrt aber von selbigen durch bestechung zur| nicht fern vom lande, sondern bei zweiverfälschung der wahrheit verleitet hundert ellen) und zogen das neß mit werden. den fischen. Als sie nun austraten auf das land, sahen sie fohlen gelegt und fische darauf und brot. Spricht JEsus zu ihnen: Bringet her von den fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das dert und drei und funfzig. Und wies neß aufs land voll großer fische, hunwohl ihrer so viel waren, zerriß doch das neg nicht. Spricht Isus zu ih nen: Kommt und haltet das mahl. Niemand aber unter den jüngern durfte ihn fragen: wer bist du? denn sie wußtens, daß es der HErr war. Da tommt JEsus, und nimmt das brot, und giebts ihnen, desselbigen gleichen auch die fische. Das ist nun das dritte mal, das JEsus offenbaret ist seinen jüngern, nachdem er von den todten auferstanden ist. Nachdem sie nun das mahl gehalten hatten, spricht JEsus ju Simon Petro: Simen Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine lämmer. Spricht er zum andern mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine schafe. Spricht er zum dritten mal zu ihin: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten mal zu ihm sagte, hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HErr, du weißt alle dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht JEsus zu ihm: Weide meine schafe. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine hände ausstreden, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem tode er GOtt preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mit nach: Petrus saber wandte sich um, Siehe die Vorlesung am ersten Ostertage. JEsus offenbarte sich hierauf noch an dem tage seiner auferstehung den zween jüngern, die nach Emmaus gingen. Nach dem Evangelio des zweiten Osterta ges, wo zugleich die nach 1. Cor. 15, 5 bem Pefro besonders geschehene Erscheinung erwähnet wird. Und am abend desselbigen tages feinen versammelten jüngern, Siche den ersten Theil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, bergl. mit Marc. 16, 14, Luc. 24, 36 bis 44. denen er acht tage darauf im beisein des Thomas zum andern male erscheinet. Siehe den andern Theil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern. Darnach offenbarete, sich JEsus abermals den jüngern an dem meer bei Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet willing, und Nathanael von Cana in Galiläa, und die söhne Zebedäi und andere zmeen seiner jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das schiff alsobald, und in derselbigen nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt morgen war, stand JEsus am ufer, aber die jünger wußten nicht, daß es JEsus war. Spricht JEsus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach ju ihnen: Werfet das neß zur rechten des schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie und konntens nicht mehr ziehen bor der menge der fische. Da fpricht der jünger, welchen JEsus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Petrus hörete, daß es der HErr war gürtete er das hemd un fich, ( denn er war nackend) und warf sich ins meer. Die andern jünger aber famen auf dem schiffe,( denn sie waren unsere HErrn und Heilandes JEfu Chrifti $ 93 dert brüdern wiederfahrene Erschei= nung gehöret. und sahe den jünger folgen, welchen| 1. Cor. 15, v. 6. mehr denn fünfhunJEsus lieb hatte, der auch an seiner brust am abendessen gelegen war, und gesagt hatte: HErr, wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu JEsu: HErr, was soll aber dieser? JEsus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? folge du mir nach. Da ging eine rede aus unter den brüdern: Dieser jünger stirbt nicht. Und JEsus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich fomme, was gehet es dich an? Dies ist der jünger, der von diesen dingen zeuget, und hat dies geschrieben. Und wir wissen, daß sein jeugniß wahrhaftig ist. Hierauf erfolgete die offenbarung des erlösers auf einem berge in Galiläa. Nach der Vorlesung am 1.Ostertage, bergl. mit dem Evang. am Himmelfahrtstage. Wohin auch wahrscheinlich die nach synor Nach selbiger ist er gesehen worden von Jakobo; darnach von allen Aposteln, Siehe die Epistel am 11. Sonntage nach bei seiner Himmelfahrt. Er führte sie nämlich hinaus bis gen Bethania, und hob die hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehrten wieder gen Jerufalem mit großer freude und waren allewege im tempel, preiseten und loz beten GOtt. Siehe auch das Evangelium und die Epistel am Himmelfahrtstage; Und in Ansehung der dem Paulo nach der vorhin angezogenen Epistel geschehenen sehr merkwürdigen Offenbarung.Apost. Gesch. Cap. 9. Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Als IS DIT ment onder m Te das vormals von GOtt so| dem ausbruche dieser gerichte GOttes außerordentlich begnadigte volk hergegangene zeichen; allein die sicherste der juden das maß seiner gehäuften und nächste anzeige davon war wohl fünden durch die verwerfung und das sich in dem jüdischen reich immer freuzigung des unter ihnen erschiene weiter ausbreitende gänzliche verder= nen heilandes der welt erfüllet hatte; ben. Man verließ nun völlig die heili so näherte sich dasselbe demjenigen er- gen geseze GOttes, setzte die ganze reliz schrecklichen strafgerichte immer merk- gion nur in eine abergläubische beob licher, welches durch die propheten und achtung äußerlicher gebräuche und den mitleidigen erlöser selbst mit thrä- überließ sich mit einem frechen leichte nen zuvor verkündiget war, und in der sinn allen lastern. Daher nahmen une gänzlichen zerstörungJerusalems und ordnungen und spaltungen in allen des ganzen jüdischen reichs, der welt ständen immer mehr überhänd; Zr= ein belehrendes denkmal vor augen rusalem und das ganze land ward mit legte, wie schwer der zorn GOttes ge= räubern und mördern angefüllet und gen beharrliche verächter seiner gnade, die ganze nation beschleunigte ihren und wie groß insonderheit die verschul- untergang durch ihre eigene jerrüttung dung sei, die dieses unglückliche volk mehr, als die gewalt der romernomi durch die vergießung des unschuldigen und heiligen blutes JEsu Christi auf sich geladen. Josephus erzählet verschiedene vor Diese beherrschten seit deng zeiten Jesu Christi das jüdische land durch landpfleger, welchendurch geigmund härte das römische joch den juden noch 94 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerufalems. unerträglicher machten. Geffius Florus, der zuletzt diese stelle verwaltete, übertraf hierin alle seine vorgänger. Er beförderte alle unordnungen, auch selbst die öffentlichen räubereien, wenn er nur seine unersättliche gewinnsucht dabei befriedigen konnte; vergriff sich sogar an dem schaß des tempels, und war recht geflissen, das volk immer mehr wider die römer aufzubringen. Hieraus entstanden in mehreren ge= genden des landes sehr blutige empörungen, und Florus ließ selbst bei einem aufstande in Jerusalem über 3000 juden erschlagen und viele der angesehensten geißeln und freuzigen. Die juden suchten zwar in diesen bedrängnissen bei dem syrischen statthalter Cestius Gallus hülfe; allein Florus wußte nicht nur solche zu vereiteln, sondern auch die unruhen also zu vermehren, daß endlich Cestius genöthigt ward, mit einem heere anzurücken. Nach vielen verwüstungen drang er mit felbigem in Jerusalem, schloß die juden in dem innern theile der stadt und dem tempel ein und würde dem friege ein ende gemacht haben, wenn nicht die juden schwereren gerichten wären aufbehalten gewesen. So aber verleitete Florus den Cestius durch lift und verrätherei zur verzögerung, die juden gewannen zeit zur gegenwehr und nöthigten sogar den syrischen statthalter mit einem sehr beträchtlichen verlust zum abzuge. Dieser anscheinende vortheil vermehrte ihnen zu ihrem unglück den muth. Die damals fast allgemeine erwartung eines irdifchen erretters und mächtigen beherrschere stärkte ihre eitle hoffnung, sich von der beherrschung der römer zu befreien, und der frieg wider selbigeward mit großer heftigkeit beschlossen. Man machte dazu überall die stärksten zurüstungen, wählte in Jerusalem den 30feph, einen ſohn Gorions, nebst dem hohenpriester Unanus in 3dumäa denEleazarundin GaliläaBosephum, einen sehr verständigen und tapfern main, der diese geschichte hinterlassen hat, zu anführern, und fing die feindseligkeiten in verschiedenen gegenden, doch mehrentheils mit sehr großem verlust an; wie den allein vor der stadt Ascalon über 18,000 juden ihr leben einbüßten. Die christen hingegen waren der warnung ihres heilandes eingedenk, und setzten sich durch ihre flucht in die benachbarte stadt Pella in sicherheit. Als der römische kaiser Nero diesen allgemeinen aufstand der jüdischen nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr erfahrenen feldherrn, den krieg wider die juden auf, der nebst sei= nem sohne, dem Titus, mit einem zahlreichen heere den anfang desselben in Galilää machte. Josephus hatte daselbst 100,000 mann versammelt; allein der schrecken zerstreuete solche sogleich bei der ankunft der römer und Josephus ward genöthigt, mit dem rest seiner truppen sich in die festung Jotapata zu werfen, welche nach einer tapfern bertheidigung erobert und 40,000 juden dabei erschlagen wurden. Josephus gerieth selbst in die gefangenschaft der römer; erhielt aber durch die fürsprache des Litus, und weil er dem Bespasian die künftige gelangung zur kaiserlichen würde vorher sagte, sein leben, und nach der erfüllung diefer seiner vermuthung auch die freiheit. Bespasian bemächtigte sich gar bald des ganzen Galiläa, wobei viele tausende erschlagen, oder als leibeigene verkauft, oder sonst in eine elende sklaverei geführet wurden. In Jerusalem und den übrigen gegenden des jüdischen landes häufte sich gleichfalls aufruhr und elend. Die partei derer, die auf den frieg drangen, verübte gegen diejenigen, die zum frieden riethen, die äußersten gewaltthätigkeiten. Mit ihnen verband fich unter der anführung des Eleazar eine andere art von räubern, die Zeloten oder eiferet genannt wurden, weil sie unter dem vorgeben eines besondern eifers für res ligion und freiheit die größten grausamkeiten begingen, und plünderung 95 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalem. und mord breiteten sich allenthalben| dem Eleazar den innern tempel beaus. Der hohepriester Ananus suchte in Jerusalem dieser bösen rotte einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr berüchtigter bösewicht, nach Jerusalem fam und die Zeloten daselbst auf seine seite brachte, auch 20,000 Idumäer in die stadt zog, so ward die partei des Ananus überwältiget, und dieser hohepriester, den Josephus als einen der besten männer der damaligen zeit beschreibet, nebst 12,000 der vornehmsten einwohner getödtet. hauptete, so bekriegten diese drei räuberischen haufen sich unter einander auf das heftigste, opferten eine große menge der einwohner ihrer wuth auf, verdarben durch raub und brand den in der stadt befindlichen vorrath der le= bensmittel und legten dadurch den grund zu der bald nachher erfolgenden erschrecklichen hungersnoth. Vespasianus eroberte in dem folgenden jahre unter vielem blutvergieBen die um Jerusalem liegenden festen örter und näherte sich darauf dieser hauptstadt des jüdischen landes. Sein heer verlangte, daß er solche, bei der darin herrschenden uneinigkeit, unverzüglich angreifen möchte, allein der römische feldherr hielt rathsamer, einem volke, das sich selbst aufrieb und welches GOtt, wie er sagte, in die hände der römer geben würde, zur ei= genen beförderung seines unterganges längern raum zu lassen. Der tod des Nero und die darauf erfolgenden öfteren veränderungen mit dem römischen taiserthum, verzögerten die belage= rung noch weiter; und als Vespasian selbst zum kaiser erwählt ward, begab er sich nach rom und überließ die fort segung des krieges dem Titus. Die durch die unerhörten grausamfeiten des Johannes und der Zeloten äußerst beängstigten einwohner in Jerusalem hatten in dieser zeit ein neues heer von räubern, unter einem anführer namens Simon, in die stadt gelaffen, um durch sie von jenen unge heuern befreiet zu werden, allein diese abermalige verblendung vergrößerte nur ihr elend. Denn dieser Simon, der bereits in Idumäa die fürch= terlichsten verwüstungen angerichtet, übertraf annoch den Johannes an grausamkeit und blutbegierde, zwang denselben, sich in den tempel zurück zu ziehen, und da auch dessen partei sich trennte und ein theil derselben unter Bei einer solchen verfassung rückte Titus im siebenzigsten jahre nach Christi geburt im anfange des Aprils mit seinem wohlgerüsteten heere und in begleitung des Josephus vor die stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken mauer und vielen thürmen versehen, und faßte, außer dem sehr befestigten tempel, die burg Antonia und andere feste schlösser in sich. Die feier des ofterfestes hatte auch damals eine ungewöhnliche menge juden in derselben versammelt, wodurch sowohl die hungersnoth desto geschwinder vermehret, als auch der auf der ganzen nation ruhende sluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem anfange der belagerung vereinig ten sich zwar die drei aufrührerischen rotten zum tapfern widerstande gegen die römer, fügten ihnen durch heftige ausfälle vielen schaden zu, und setzten bei einem derselben selbst den Titus in die äußerste gefahr. Allein jene vereinigung dauerte nicht lange. Johannes überwältigte durch list und gewalt die partei des Eleazar und bemächtigte sich unter vielem blutvergießen des ganzen tempels. Die vertheidigung der stadt war also zwischen ihm und dem Simon getheilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich unter einander zu befriegen, so bald nur die römer ihnen einige ruhe ließen. 11801 Nachdem Titus den juden vergeb lich den frieden anbieten lassen, ward die belagerung mit großem eifer fortgesetzt, und gegen das ende des Aprils die erste mauer und fünf tage nachher die andere eingenommen, und obwohl die juden sich der lettern wieder beat 96 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. mächtigten, ward solche doch nach einer dreitägigen bestürmung mit einer gro= ßen niederlage der juden völlig behauptet. Wenige tage nachher ward der angriff auf die burg Antonia gerichtet. Titus ließ nach seiner gütigen und mitleidigen gesinnung die bela= gerten abermals durch den Josephus zur übergabe ermahnen; allein, ob dieser gleich durch eine sehr nachdrückliche rede und mit thränen sie zu bewegen suchte, so wurden doch alle vorstellungen nur mit schimpfworten und fogar mit pfeilen erwiedert. Viele einwohner suchten indeß durch die flucht ihre errettung und erhielten auch solche, wenn sie der wachsamkeit und den schwertern der besaßung zu entgehen vermochten, durch die gelindigkeit des Titus. Die aber in die hände der römer fielen, wurden in so großer menge in dem angesichte der stadt gekreuziget, daß nach Josephi ausdruck es zuletzt an raum und holz zu freuzen mangelte. Ein gewiß sehr merkwürdiger anblick vor einer stadt, deren einwohner die Freuzigung Christi dem Pilatus mit der größten wuth abgedrungen hatten. Titus ließ inzwischen diese grausamkeit zu, um zu versuchen, ob bielleicht die furcht vor einer gleichen bestrafung die hartnäckigkeit der belagerten überwinden möchte. Aber so wenig dieses, als die bereits sehr zunehmende hungersnoth, noch auch die wiederholten warnungen des römi[ chen feldherrn, die stadt, den tempel und ihr eigenes leben zu retten, vermochten etwas bei diesen gänzlich verstodten auszurichten; sie erklärten bielmehr dem Titus selbst mit untermengter verschmähung, daß sie lieber sterben, als sich ergeben wollten, und beriefen sich dabei frech auf den schuß GOttes, dessen berächter sie doch waren. Die fortsegung ihrer verzweiflungsvollen gegenwehr nöthigte endlich den Titus, die stadt mit einer mauer böllig einzuschießen. Hiedurch ward das jenige aufs genaueste erfüllet, was Christus vorher geweisfaget und die erschreckliche hungersnoth, nebst allen damit verbundenen äußersten elend nahm nun völlig überhand. Ausge= zehrte menschen suchten bei tausenden vergeblich ihre erhaltung. Die bewaff= neten räuber fielen in die häuser, bes mächtigten sich aller nahrungsmittel, und quälten mit den entseßlichsten martern alle und jede, auf welche nur der berdacht einiger verbergung fiel. Die eltern rissen ihren findern, und diese ihren eltern und geschwistern den legen bisfen aus dem munde. Viele, die diesem jammer durch die flucht zu den römern zu entrinnen suchten, wurs den von den soldaten in der vermuthung, daß sie gold verschlungen, bendig aufgeschnitten. Man suchte durch die unnatürlichsten mittel die stillung des hungers, und eine bemittelte mutter, die durch diese plage zur äußersten verzweiflung gebracht war, schlachtete und kochte ihr eigenes kind, und bot, da sie einen theil desselben verzehret, den grausamen friegsknechten die andere hälfte dar. Alle straßen waren mit leichen bedeckt und das ster ben war so häufig, daß vom 14. April bis zum 1.Julius115,880 leichen zu ei= nem thore hinaus gebracht u. 600,000 über die mauer geworfen wurden. Tis tus ward durch diese erschrecklichen umstände äußerst gerührt, und bezeugte mit gen himmel gehobenen händen, daß er an diesen unnatürlichen grausamkeiten unschuldig sei und solche unerhörte greuel unter den trümmern der stadt begraben werden müßten. Nachdem die burg Antonia unter vielem blutvergießen erobert und böllig niedergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine lage als die stärksten mauern ausnehmend feste tempel angegriffen werden, zu welcher zeit denn auch das tägliche opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche gebäude und für den gottesdienst der juden eine bewundernswürdige ehrerbietung äußerte, ließ sich dessen erhaltung mit der äußersten Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 97 ten, aber vergeblich; der ganze tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem tage, da der erste von den Babylonien verbrannt worden, durch die flammen völlig verzehret. Ein allge= meiner raub und die blutigste niederlage verbreitete sich ohne einiges verschonen in dem ganzen raum des tempels. Die römischen soldaten pflanzten an das östliche thor desselben ihre friegeszeichen, brachten daselbst ihre heidnischen opfer und riefen den Litus als sieger aus. Eine anzahl prie= ster, so auf einer mauer des tempels ihre sicherheit gesucht, flehete vergeblich um ihr leben; Titus antwortete, die zeit der begnadigung sei geendet, und fie mußten nunmehr mit ihrem tempel umfommen. forgfalt angelegen sein, und ermüdete nicht, sowohl in, eigener person, als durch den Josephus, den Johannes mit seinem gottlosen haufen durch wiederholte rührende vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fortgesetzten frevel das heiligthumGOttes nicht entweihen, vielmehr durch eine endliche übergabe es dem nahen untergange entreißen möchten, versprach ihnen auch die ungestörte fortseßung ihres gottesdienstes. Allein diese bösewichter verschmäheten dieses alles, besetzten die thore des tempels mit friegesmaschinen, und machten denselben durch raub und blutvergießen, nach Chrifti worten, nun völlig zur mördergrube. Daher sah sich Titus endlich genöthiget, die äußerste gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abge= schlagenen stürmen an die thore desselben feuer legen zu lassen, welches denn alle bedeckten gänge um den tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den befehl, das feuer zu löschen, um das noch unversehrte hauptgebäude des tempels zu erhalten, aber keine menschliche vorsicht vermochte den rathschluß GOttes zu verhindern. Ein heftiger ausfall der juden zog das gefecht in die nähe des tempels, und ein römischer soldat warf aus eigenem antriebe, oder vielmehr von einer höhern hand geleitet, einen feurigen brand in ein fenster der an den tempel gebaueten zimmer. Sogleich breitete sich das feuer in diesem nebengebäude aus. Titus eilte alsbald den brand zu löschen, aber seine befehle wurden nicht vernommen. Die römischen legionen drangen wüthend auf den tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifenden flammen, und er Die aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter hand den weg aus dem tempel geöffnet und verlangten eine unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das leben zu schen= ten, wenn sie sogleich die waffen nies derlegen und sich ergeben würden, als sie sich aber dessen, unter der vorschüzung eines eides, weigerten und einen freien abzug verlangten, versagte er ihnen alle gnade, übergab die untere stadt der plünderung und dem feuer, und griff den noch übrigen obern theil derselben an, in welchen sich die sämmt= lichen aufrührer unter dem Simon und Johannes gezogen hatten. So bald die römischen maschinen auch hier die mauer durchbrochen, überfiel diese hartnäckigen die muthloseste verwirrung. Boll furcht und schrecken verlie= ßen sie die von ihnen besetzten sehr festen thürme, versuchten vergeblich durch die römischen verschanzungen zu ent= kommen, und verbargen sich endlich füllten alles mit blut und leichen. Ti- in unterirdische höhlen. Die römer tus begab sich mit einigen seiner heerführer selbst in den tempel, besah dessen heiligthum und die darin befindlichen geräthe, und fand, daß die pracht alle nachrichten davon weit überträfe. bemächtigten sich also auch der ganzen obern stadt, plünderten selbige und zündeten sie nach der entseßlichsten niederlage unter den einwohnern mit feuer an. Dieses geschahe am 8. Sep Er erneuerte die eifrigsten bemühun- tember des jahres 70 nach Christi gen, dieses innere des tempels zu ret- geburt. 7 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 98 Als Titus in die nun völlig eroberte| stadt ging, und die ungemeine festigfeit ihrer mauern und thürme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche geständniß aus: Wir haben mit GOt= tes beistand krieg geführt; es ist GOtt, der die juden aus diesen festungen herausgetrieben hat, denn was würden menschliche hände und maſchinen gegen solche thürme vermögen? Gleich nach der eroberung wurden die noch übrigen aufrührer sämmtlich getödtet. Die ansehnlichsten jünglinge wurden zum triumphe des Titus, die übrigen yefangenen aber zu den römischen schauspielen oder zu schweren arbeiten bestimmet; die, so unter 17 jahren, wurden verkauft. Die zahl aller in dem ganzen kriege gefangenen rechnet Josephus auf 97,000, und der in der belagerung umgekommenen auf 1,100,000, außer der großen menge, die sonst in diesem kriege ihr leben verloren, und macht jene große anzahl aus der unter dem Cestius berechneten zahl der ofterlämmer begreiflich. Simon und Johannes geriethen aus ihren höhlen auch endlich in die hände der Sie wurden gleichfalls zum röm smemintiims triumph des Titus aufbehalten, und nach selbigem der erste zum tode, der andere aber zeitlebens zum gefängniß verurtheilet. stadt, außer dreien thürmen und einem Die sämmtlichen überbleibsel der theil der mauer, wurden auf Titi befehl dem erdboden gleich gemacht. Jerusalem ward also nach Christi weissagung völlig geschleifet. Wie nun diese merkwürdige geschichte, nebst der ganz sonderbaren erhaltung der jüdischen nation bei ihrer großen zerstreuung, die göttlichkeit der lehre JEsu ausnehmens bestätiget, so muß einem jeden, der solche bekennet, bei einer mitleidigen erwägung dieser gerichte GOttes, jene warnung des apostels stets wichtig bleiben: Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat GOtt der natürlichen zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die güte und den ernst GOttes: den ernst an denen, die gefallen sind; die güte aber an dir, so ferne du an der güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden. 165 you mohuat 10and sin anginis sinaron start Photo stangen Invi Robi Judg- 197 ug slagmat estream abord خور را به امور گوره Inches Centimetres Blue 12¹4 3 4 Cyan 2 5 ¹6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 8873 W. Heise. £ 1870. 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8