a. Warg'il 6 1594 Des Christen Kreuz. Des Christen Kreuz und Ordensband Das ist das Kreuz des Herrn, Und wer erst seinen Werth erkannt, Der trägt es froh und gern! Man nimmt's mit Demuth, trägt's mit Luft, Und achtet's für Gewinn, Doch trägt man es nicht auf der Bruſt Onein, man trägt es drin. Und wenn's auch schmerzt, und wenn's auch drückt, Bleibt man doch glaubensvoll, Man weiß ja wohl, wer's uns geschickt, Und was es wirfen soll. Man trägt es auch nur kurze Zeit, Blos als ein Unterpfand, Für das zukünft'ge Ehrenkleid, Im lieben Vaterland. - ( Spitta.) Ai Weichel Lich Betsepfafter. Der 46ste Pfalm. GOtt ist unsere Zuversicht und Stärfe, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken; wenn gleich das Meer wüthete und wallete und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. Dennoch soll die Stadt GOttes fein luftig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr d'rinnen, darum wird sie wohl bleiben; GOtt hilft ihr frühe. Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muß vergehen, wenn Er fich hören läßt. Der HErr Zebaoth ist mit uns, der GOtt Jakobs ist unser Schuß. Bum Besten der Bibelsache und der äußeren, sowie der inneren Mission. Falkenhagen bei Petershagen i. 6. Mark. 200 Betsepsalter. magle mom # 40 CANA Bum Besten der Bibel-, Missions- und Traktatsache. af Dut a G'walt durch unTen. 40. Auflage. ( Galvanotyp- Ausgabe.) Tabliers To Falkenhagen bei Petershagen i. d. Mark, im Magazin der Bibel- Gesellschaft. 1870. کھیے ig der Bearfe, Berlin, im Magazin des Sauptvereins für christliche Erbauunges. Klosterstr. Nr. 67, bei Bed, Wilhelmsstr. Nr. 115, bei W. Sa Echarrnstr. Nr. 11, und bei S. F. Steinhaus in Barme sowie bei 6. Detloff u. E. F. Spittler in Basel und 3. F. Steintepf in Stu کارت Psalm 118, 14 bis 23. Der HERR ist meine Macht und mein Pfalm and mein Heil. Man finget mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HErrn behält den Sieg, die Rechte des HErrn ist erhöhet, die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werk verkündigen. Der HErr züchtiget mich wohl, aber Er giebt mich dem Tode nicht. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe und dem HErrn danke: Das ist das Thor des HErrn, die Gerechten werden da hinein geben. Ich danke Dir, daß Du mich demüthigeft und hilfft mir. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden: Das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Hallelujah! Univ.- Bibl. Giessen Singet und spielet dem HErrn in euren Herzen! 1. Dem dreieinigen GOtt. Figne Melodie. Allein GOtt in der Höh' fei Ehr' und Dank für Seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade, ein Wohlgefall'n GOtt an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten Dich, für Deine Chr' wir danken, daß Du, GOtt Vater, ewiglich, regierst ohn' alles Wanken; ganz unermess'n ift Deine Macht, fort g'schieht, was Dein Will' hat bedacht. Wohl uns des feinen HErren! 3. JEfu Chrift! Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du Stiller unsers Haders; Lamm GOttes, heil'ger HErr und GOtt! nimm an die Bitt' von uns'rer Noth, erbarm' Dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, Du höchftes Gut, Du allerheilsamster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behüt', die JEsus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod; abwend' all' unfern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. 2. Lobe den HErrn, meine Seele! Eigne Melodie. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Scele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Pfalter und Harfe, wacht auf! Lasset die Musikam hören! 1* 4 2. Lobe den HErren, der Alles so berrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; haft du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den HErren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige GOtt über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den HErren, der deinen Stand fichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den HErren! was in mir ist, lobe den Namen! Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht, Seele! vergiß es ja nicht! lobende schließe mit Amen! 3. Frohe Lieder dem HErrn! Mel. Wachet auf, ruft und die Stimme. Bringt dem HErren frohe Lieder, es schalle hier und droben wieder: Wir find GOtt angenehm gemacht." Durch des Heilands Tod und Leiden sind wir, die wir darin uns weiden, mit Seil für Seel' und Leib bedacht. Lob, Preis und Dank sei. Dir, Lamm GOttes! für und für; Hallelujah dem Menschensohn auf GOttes Thron, Hallelujah dem Menschensohn! 2. Hochgelobter HErr und König, dem alle Himmel unterthänig, Du bist den Blöden zugethan; davon zeugen auch wir Armen, die sich zu Deinem Lieb'serbarmen mit allem ihrem Elend nahn und Dir, HErr JEfu Chrift, der Du Mensch worden bist, dankbar singen. ,, Du wardst geschlacht't, Du haft's vollbracht und uns GOttangenehm gemacht." 3. Preis und Dank sei Dir gegeben, Du unser ein'ges Herz und Leben! Dich rühm' ein feder Adernschlag für Dein Lieben und Erwählen, das fich erneu't in unsern Seelen auch heut an dieſem Gnadentag! Der Bund, d'rin wir so schön in Dir vereinigt stehn, ist gegründet auf Dich und Dein Verdienst allein, d'rum wird er ewig bleibend sein. 4. Amen, Ruhm, Dank, Preis und Ehre sei Dir von Deinem Sünderheere, o lamm, in Ewigkeit gebracht! Ewig haben Deine Wunden mit Deinem Herzen uns verbunden, uns Dir zum Eigenthum gemacht. Ach, nimm nun Herz und Hand zum sichern Unterpfand, daß wir bleiben, o GOttes Sohn, Dein Schmerzenslohn, bis Du uns stellst vor Deinen Thron. 4. JEfu, geh' voran! Mel. Wer ist wohl wie Du. JEsu! geh' voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; führ'uns an der Hand bis in's Vaterland. 2. Soll's uns hart ergeh'n, laß uns feste steh'n und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu Dir! 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, oso gieb Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, JEsu, lebenslang; führst Du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu' uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! 6 JEsus- mein Begleiter. Mel.: JEsus meine Zuversicht. 3. Nun, -un, so gehe mit mir aus, JEfu, meine füße Liebe! Komm in meines Herzens Haus, das mich keine Noth betrübe; denn ich weiß, wo Du nur bist, daß daselbst der Himmel ist. 2. Leite mich an Deiner Hand, Deine mehr als blöde Taube; mache mich mit Dir bekannt, daß mein Herz Dir völlig glaube, Du seist ganz und ewig mein, und auch ich sei wieder Dein. 3. Sprich durch's Wort mit meinem Geift, laß mich findlich mit Dir sprechen. Alles, was mich von Dir reißt, wollst Du hemmen, hindern, brechen. Störe Feindeslist und Macht, nimm dein armes Kind in Acht. 4. Laß mich keinen Schritt und Tritt ohne Dich, mein Hetland! gehen; gehe aller Orten mit, höre stets mein sehnlich Flehen. Bist Du nur mein GOtt und Freund, sei die ganze Welt mir feind. 5. Geh' auch wieder mit mir ein; bleibe, JEsu! wo ich bleibe. Eins laß immer bei mir sein, daß Dein Freudengeist mich treibe; so bin ich Dein Eigenthum und Du meine Kraft, mein Ruhm. 6. Mein Leben- ein Pilgrimsstand. Mel.: Ich bin ja, HErr! in Deiner Macht. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand; ich reife nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben GOtt Selbst als eine feste Stadt auf's Bundesblut gegründet hat, da werd' ich meinen GOtt ftets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand, ich reise nach dem Vaterland. 7 2. So schnell ich Land und Stadt verlaff', so schnell läuft meines Lebens Glas, und was vorbet ift, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. HErr JEsu! mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlieder, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach, der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ift eng', der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten geh'n und kann selbst keinen Ausweg seh'n. 4. Der Sonnenglanz mir oft gebricht der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen Brablet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geift find't nirgends Ruh'. Doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das gold'ne Himmelsthor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, JEsu Chrift! der Du ein Pilgrim worden bist, da Du mein Fleisch haft angenommen, zeig' mir im Worte Deinen Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu Deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach, eile Du zu mir mit Deinem Troft herzu. 6. Durch Deinen Geist mich heilig leit', gieb in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Ich falle stündlich; bilf mir auf; zieh' mich, damit ich Dir nachlauf'; sei mir ein Schirm in Trübfalshiße; laß Deinen süßen Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll'! vor Durft nach Dir verschmachten will, so laß mich Dich zum Labfal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der wahren Ruh', da Streit und alle Müh' verschwinden. Laß mich ja sein in Abrams Schooß Dein Liebling und Dein Hausgenoff'. 8 8. Bin ich in diesem Mesechsland der blinden Welt schon unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang'; in Kedars Hütten wird mir bang'. 7. Des Heilands Neisen. Mel. Wunderbarer König. Inschäßbarer Heiland! Laß mich Deine Reisen tief betrachten, dankbar preisen! Ach, die Menschenliebe konnte Deinen Füßen jeden sauren Tritt verfüßen. Auch für mich müht'st Du Dich, hocherbabner König! bin ich nicht zu wenig? 2. Nein! Du liebst die Sünder, die verlornen Schafe, Du erbarmst Dich ihrer Strafe! Darum bist Du kommen, und mit dem Verlangen auf der Welt umbergegangen, unser Herz von dem Schmerz und dem Fluch des Bösen völlig zu erlösen. 3. Hunger, Frost und Kälte, Durst in heißen Stunden hast Du oft genug empfunden. Dein Geschäft war täglich, Deines Vaters Willen uns zum Heil mit Luft erfüllen, wenig ruh'n, Gutes thun, beten, segnen, heilen, Unterricht erthetlen. 4. So hast Du gewandelt und auf Deinen Wegen triefte jeder Tritt von Segen. Laß auch mich so reifen, laß von Deinen Füßen Heil auf meine Pfade fließen! Tag und Nacht sei bedacht, über mich zu wachen und mir Bahn zu machen! 5. O wie manche Feinde pflegen uns auf Reisen ihre Tücke zu beweisen! Vielerlei Zerstreuung, irdische Gedanken, Leichtsinn, Plaudern, Scherzen, Zanken, böse Luft in der Brust zum Nichtsthun und Richten kann uns täglich fichten. 9 6. Selbst bei Deinen Kindern, wenn sie nicht recht wachen, und sich falsche Freiheit machen, wächst dann mancher Same, der vor Dir nichts tauget und die Kraft vom Herzen sauget. Nur zu bald wird man kalt; Segen wird verloren, Anstoß wird geboren. 7. Halte meine Seele fest in Deinen Armen, zeig' mir täglich Dein Erbarmen! Führe Du mich selber, HErr! so oft ich reise, unverrückt in Deinem G'leise; schüße mich väterlich, daß mich Satans Tücken doch ja nicht berücken! 8. Gieb mir Herzensstille, allezeit zu beten, lehre mich behutsam treten, daß ich ja nicht gleite, nein! auf alle Weise Dich mit Wort und Wandel preise; und dazu, so wie Du, mir und Andern nüße, niemals müßig size. 9. Laß mich auf der Reise an des Schöpfers Werken Deine eig'ne Größe merken! Alle Kreaturen sollen mich vergnügen, weil sie mir in ihren Zügen Deine Macht, Deine Pracht, Deiz ner Güte Strahlen vor die Augen malen. 10. Deines Vaters Liebe, Deiner Gnade Kräfte, Deines Geistes Heilsgeschäfte, Deiner Engel Wache sollen mich bedecken, so wird mich kein Unglück schrecken. Lob sei Dir! bleib mit mir, HErr, im sel'gen Bande bis zum Vaterlande. 8. JEsus mein Tro st. Mel. Wachet auf, ruft und die Stimme. ei Du mir nur immer freundlich, wenn wirkfich oder nur vermeintlich mir dies und jenes schwer sein wollt; und laß mich stets inne werden, daß Du mein höchster Trost auf Erden, mein Schap, mein Frieden und mein Gold! HErr JEsu! mache mich recht kindgewöhnt an Dich und verleibe mir einenhang, der lebenslang das Herz nach Dir erhalte frank! 10 9. Neise in JEfu Namen. Mel.: HErr JEfu Christ, Dich zu uns wend'. In JEfu Namen reif' ich fort an den mir vorgefeßten Ort; der Paß muß gut und gültig sein bis in die Ewigkeit hinein. 2. Ich zieh' die Reisekleider an, und bin ich denn so angethan, so seh' ich, ob auch meiner Seel' noch was zur Reiserüstung fehl'. 3. Mein Wanderrock und Reisekleid ist JEfu Blutgerechtigkeit; Sein Wort und Geift zeigt mir auch an den Weg, d'rauf man nicht irren kann. 4. Das Posthorn bläst und rufet mir: Auf! deines Bleibens ist nicht hier! ich fahre fort, schnell bin ich weit; schnell fährt dahin die Lebenszeit. 5. So manche Stund' mein Weg beträgt, so viel ich Meilen hingelegt, so viel gedenk' ich immerhin, daß ich dem Ende näher bin. 6. Kehr ich in eine Herberg' ein, so laff ich mir's ein Merkmal sein an einem jeden Ort auf's Neu', daß ich ein Gast auf Erden sei. 7. Wenn's auf dem Weg zu mancher Frist vor Näubern auch nicht sicher ist, so ruf' ich mei= nen JEsum an, daß Satan mich nicht rauben kann. 8. Hält öfters Rad und Wagen nicht, so daß bald dieß, bald jenes bricht, so stell' ich die Gebrechen mir von meiner ird'nen Hütte für. 9. Bei jedem heitern Sonnenschein fällt mir das Licht der Bibel ein, das übertrifft auch in der Nacht weit aller Sterne Glanz und Pracht. 10. Wenn Ungewitter oft entsteht, wenn Alles stürmet, tobt und weht, so geht der Sturm an mir vorbei und mich bedecket JEsu Treu'. 11. Wenn ich vor großem, tiefen Schnee nun weder Bahn noch Weg mehr seh', so freu' ich mich, daß JEsus Christ mein Weg zum Himmel selber ift. 11 12. Der Schnee, des Feldes Sterbekleid, mahnt mich an meine Sterblichkeit, die wie der Schnee vom Sonnenschein, dort ewig wird zerschmolzen sein. 13. Wenn durch die von des Nebels Duft verschwärzte und verdickte Luft ein sanfter Strahl der Sonne blickt, der innig Aug' und Herz erquickt, 14. So lob' ich JEsu Namens Macht und Licht, wodurch die trübe Nacht, der Nebel, der mein Herz umfing und mich verfinsterte, verging. 15. Käm' ich auch sonsten hier und dar in Lebens- oder Leibsgefahr, so weiß ich, daß ich Christo leb', dem ich auch sterbend mich ergeb'. 16. Ein jeder Baum erinnert mich an's Holz des Lebens innerlich, ein jedes Wasser an die Quell' vom Strom des Lebens, klar und hell. 17. Kommt ungefähr ein Hochgericht mir unterweges zu Gesicht, so denk' ich, wie es Dem erging, der für mich an dem Holze hing. 18. Hör' ich die Vögel in der Luft, wie AlTes da zusammen ruft, fo stimm ich ihrem Lobgeschrei mit Amen! Hallelujah! bei. 19. Seh' ich in einem Waldrevier ein wildes und verlauf'nes Thier: o, denk' ich, so lief ich verirrt, bis daß mich fand der gute Hirt; 20. An diesen denk' ich je und je, so oft ich Schäferhürden seh' und bitt' Jhn, daß Er liebes voll mich heim zum Schafftall führen woll'. 10. GOtt- mein Führer. Mel. Mir nach, spricht Christus, unser Held. Wohl dem, der GOtt zum Führer hat auf allen seinen Reisen; Er ist ihm Selber Rath und That und wird den Weg ihm weisen, den Weg, den er erwählen soll; denn Er ist ja erbarmungsvoll. 12 2. Er wird vor, mit und bei ihm sein und Mund und Weisheit geben; Er giebt zu Allem Sein Gedeih'n und wird die Steine heben, die da und dort zur Hind'rung find; warum? er ift Sein liebes Kind. 3. Der Vater wird ja fort und fort noch alle liebe Morgen, von einem bis zum andern Ort für mich, Sein Kind, wohl sorgen; Er hebt und trägt und hilft mir aus bis in Sein neu erbautes Haus. 4. HErr, geb' mir vor, ich folge Dir, laß Deinen Weg mich wissen; ich seh' auf Dich, o winte mir und laß mich richtig schließen, um Deinen Wink rechtzu verstehn und stets nach solchem Winkzugehn. 5. Ja leite mich nun aus und ein auf allen meinen Wegen, laß alle Hind'rung Förd'rung fein und lauter Heil und Segen; so führ' in allem mich zur Ruh' und unverrückt dem Himmel zu. 6. Es gehe dann nur immerhin durch Sturm und krause Wellen, wenn ich in Deinem Schiff Tein bin, wird mich kein Sturmwind fällen, weil Du mein Steu'rmann Selber bist und weil Dein Geist mein Führer ist. 7. Geht's gut, laß nichts Vermeß'nes ein; geht's schlecht, vertreib' das Zagen; hilfst Du, laß dies nur Stärkung sein, im Glauben mehr zu wagen; doch gieb bet Glaubensfreudigkeit auch kindliche Gelaffenheit. 8. So führe mich nur unverrückt recht mitten durch zum Ziele, dabei mein Herz nach Zion blickt, wenn ich das Fleisch noch fühle; so geh die ganze Pilgerzeit zu lauter froher Ewigkeit. 11. im meian! Mel. JEfus, meine Zuversicht. Pimmelan geht unfre Baba, wir find Gäfte nur auf Erden, bis wir dort in Canaan Surch die 13 Wüsten kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geift; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu Deinem Zweck erlesen. Ein von GOtt erleucht'ter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Güter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schäßen fireben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bet meinem Schaße haben; denn es kann mich anderwärts tein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk' an Ihn. 5. Himmelan! ruft Er mir zu, wenn ich Ihn im Worte höre, das weis't mir den Ort der Ruh', wo ich einmal hingehöre. Hab' ich dieses Wort bewahrt, halt' ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk' ich allzeit, wenn Er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigtüber Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegenjenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. JEsus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das ſoll meine Loosung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. 14 12. Ohne Dich keinen Schritt! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal übergeben, Dir, Dir gehöret Leib und Seel! Ich will mich nichtmehr ſelber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh' nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten; ich geh', ach hör', o HErr, mein Bitten! für mich nicht einen Schritt allein. 2. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste steh'n; Du spricht, Dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll mit mir geh'n; ja Deine Güte und Erbarmen soll mich umfangen und umarmen; o daß ich nur rechtkindlich sei, in Allem gläubig zu Dir flehe und stets auf Dei nen Wink nur sebe; so spür' ich täglich neue Treu'. 3. So lob' und lieb' ich in der Stille und ruh' als Kind in Deinem Schooß; das Schäflein trinkt aus Deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen los, fie forgetimmerdar in Allen, Dir, ihrem Bräut'gam zu gefallen; fie schmückt und hält sich Dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen, was eitel ist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. 13. Mein Wunsch. Mel. Herr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Cines wünsch' ich mir vor Allem Andern, eine Speise früh und spät; felig läßt's im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf Sein Antlig niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll Er mir vor Augen stehen, wie Er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich 15 zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie Er dürftend rang um meine Seele, daß fie Ihm zu Seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als Er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein JEsu, laß mich nie vergessen meine Schuld und Deine Huld! Als ich in der. Finsterniß geseffen, trugest Du mit mir Geduld; hattest längst nach Deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit theurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin Dein!- sprich Du darauf Dein Amen! treufter JEfu, Du bist mein! drücke Deinen süßen JEfusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit Dir alles thun und alles lassen, in Dir leben und in Dir erblassen, das sei bis zur leßten Stund' unser Wandel, unser Bund! 14. JEsus mein Stern. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Hätt' ich Flügel! hätt' ich Flügel! flög' ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hügel folgt' ich immer meinem HErrn. Ach, das war ein schöner Segen, wenn Er mit den Jüngern ging, jedes Herz, wie Matenregen, Seinen Troft, Sein Wort empfing... 2. Ach, das war ein schöner Segen, wenn man Ihm am Munde hing, auf den Feldern, auf den Wegen ein:„ Ich will's, set rein!" empfing. Ander Loos ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, der uns rufet, der uns leitet, unfer lieber Freund entschwand. 3. Doch Er ist uns nicht genommen; nicht zu sehen ist Er nur. Zu den treuen, stillen Frommen kommt Er auf geheimer Spur. Will mich denn zu= 1 16 frieden geben, faffen mich in ftillem Sinn. All' mein Sehnen, Lieben, Leben, geb' ich meinem Freunde bin. 4. Seinen Schwestern, Seinen Brüdern will ich mich in Treuenah'n, an den Armen Ihm erwiedern, was Er liebend mir gethan. Einft erklingen andre Stunden und das Herz nimmt andern Lauf; inden sel'gen Liebeswunden löset aller Schmerz sich auf. 5. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsenstein, bringt mit Liebe und mit Glaube in den Himmel zu Ihm ein. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ew'ge Füll' und reiche Luft: All' ihr Kranken, all' ihr Armen, kommt an eures Heilands Bruft! 15. Seine Gnade. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Gnade, sei mir täglich neu, die ich durch meines JEsu Treu' zum Troft erfahren habe. Er sprach zu mir, da ich d'rum bat: All' deine Schuld und Missethat hab' ich verscharrt im Grabe; was Ich für dich hab' erlitten und erstritten, bringt dir Leben; Deine Sünd' ist dir vergeben!" 16. Frühlingslied. Mel. Wie schön leucht't und der Morgenstern. Was soll ich fingen außer Dir, wenn ich auf Deiner Schöpfung 3ier mit stillem Auge blice, wenn Deine Sonne mich bescheint, wenn Tief' und Höhe sich vereint, daß sie mein Herz erquide, wenn mich lieblich Deine Güte in der Blüthe, in den Halmen weckt zu Dank- und Wonnepsalmen? 2. Dein Name, HErr, allein ist's werth, daß ihn der Mensch mit Liedern ehrt und ewiglich erhöhet. Wohl dem, der frohes Herzens fingt und 817 Dir ein reines Opfer bringt, das vor dem Licht beftehet! Lehr' mich, HErr, Dich würdig preisen, heil'ge Weisen gieb dem Munde bis zur letzten Feierstunde! 3. Hier tönt des Wanderers Gesang oft fröhlich, öfters schwach und bang,- dort ist das Land der Töne; dort strömen ew'ge Melodie'n, o GOtt! durch Deine Himmel hin, dort jauchzen Deine Söhne! Hehre Chöre, Ueberwinder! GOttes Kinder! laffet meinen Dank fich dort mit euch vereinen! 17. Die Schönheit der Natur. Eigene Melodie. Freuet euch der schönen Erde; denn sie ist wohl werth der Freud', o was hat für Her..keiten unser GOtt da ausgestreu't! 2. Und doch ist sie Seiner Füße reich geschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte, wunderreiche Creatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten GOttes Hand, hingefä't auf Seines Thrones weites, glänzendes Gewand: 5. Wenn am Schemel Seiner Füße und am Thron schon folcher Schein: o was muß an Seinem Herzen erft für Glanz und Wonne sein! 18. Der HErr ist hoch zu loben. Me I. Nun ruhen alle Wälder. 71 theure Segensgaben, die wir empfangen haben, HErr, HErr, aus Deiner Hand! Wohin 2 18 wir uns nur wenden, von Deinen reichen Spenden prangt überall das weite Land. 2. Die Luft erschallt von Freude, und mit dem Hoffnungskleide ist Flur und Wald geschmückt. Hier steh' ich ohne Wehe und horche, fühle, fehe, und Aug' und Seele wird entzückt. 3. Was GOtt heißt auferwachen, muß frisch in's Leben lachen, rein, wie ein Engel lacht. Neu durch den Lenz geboren, hat sich mein Sinn verloren in überschwänglich reicher Pracht. 4. An GOttes Welt gebunden, von Schönheit überwunden, schau' ich mich nimmer satt. Auf, Seele, auf, nach oben! Der HErr ist hoch zu loben, der solches dir verliehen hat. 5. Wie schön ist's schon auf Erden! Wie wird es einst dir werden dort, wo du näher bist dem breimal heil'gen Throne, geschmücket mit der Krone, die Gläubigen verheißen ist! - 19. JEsus- der beste Freund. Me I. Alle Menschen müssen sterben. Draußen blüht und duftet wieder die erstandene Natur und der Vöglein frohe Lieder schallen durch die weite Flur; aber ach, im armen Herzen ift die Saat nicht frisch und grün; Sündenängst und Sündenschmerzen lassen sie nicht fröhlich blüh'n. 2. O wann wird das Elend enden und wann hab' ich ausgeweint? Du allein nur fannst es wenden, JEsu, allerbester Freund! Bin ich stets in Deiner Gnade, Deines Kreuzes mir bewußt: Keiner ist, der dann mir schade, Fried' ist dann in meiner Brust. 19 20. Das neue Leben. Sonett. Schon regt sich's unter der erstarrten Hülle, Aus ihrem Todesschlaf erwacht die Flur, Und heimlich in dem Schooße der Natur Entfaltet sich des neuen Lebens Fülle: So webt und waltet in des Herzens Stille Des ew'gen Geistes unsichtbare Spur Doch in gebeugten Seelen wohnt Er nur, Und sterben muß zuvor dein eig'ner Wille! Wenn dann der Erde Blüthen auch zerfallen Und sich zerstreuen in des Windes Weh'n: Der GOttessame kann nicht untergeh'n! In Sturm und Wetter blüht er schöner auf, Zum Gärtner schau't die Blume still hinauf, Bis Er fie pflanzt in Seines Himmels Hallen! 21. Des Frühlings Pracht und Freude. Eigene Melodie. Komm, laß uns geh'n aufs neubelebte Feld, laß uns beseh'n des Frühlings Pracht und Freude, schau' da Dein Werk, die Erd' im neuen Kleide! Es grünt, es blüht, Dir jauchzet alle Welt. 2. Der Vöglein Schaar fingt luftig Tag und Nacht; das Bienlein sammelt ein bei'm bellen Wetter. Wie süß bestrahlt die Sonne Blum' und Blätter! Du bist's, mein Licht, das Alles fröhlich macht! 3. Im Herzen Du; da draußen die Natur! Ich liebe Dich in Deinen Schildereien, und muß mich ja herzkindlich d'rüber freuen; wie schön, wie schön ist Deine Kreatur! 4. Das kleinste Blatt, das feinste Gräfelein rühmt Deine Kunst; was grünt und blüht und lebet, 2* 20 ein liebend Herz entzückt zu Dir erhebet; wie schön, wie groß muß nicht der Künstler sein! 5. Des Himmels Rund, wie tausendfältig schön! Wie im Triumph stets neue Wunder grünen! Dein Leben und Dein Wirken, uns zu dienen, kann ich entzückt in dem Gemälde seh'n. 6. Die Sonne lockt der Blüthe Knospen aus, die Erde trägt den Schooß voll Erstlingsgaben, Gras, Kraut und Korn, zum Nähren und zum Laben; bier bring' ich's Dir als Priester in Dein Haus. 7. Ich schaue dort mit süßem Andachtsblick der Blumen Zier in Gärten und in Wiesen, Geftalt, Geruch und Farben hoch gepriesen, und bringe Dir die ganze Pracht zurück. 8. Die Nachtigall fingt Hallelujah Dir, bewundernd diesen neuen Schmuck im Grünen; HErr, höre mich, so will ich auch Dir dienen, und Deine Liebe jauchz' allein aus mir! 9. Die Lerche trägt Dein Lob so hoch sie kann; ich möcht' in Dir als meiner Luft so schweben, Dich, fel'ges Gut, mit höchstem Lob erheben; doch wer erreicht's?- ich fint, ich bete an. 22. JEsus der Schönheit Urquell. Met. Jesu, komm doch Selbst zu mir. Keine Schönheit hat die Welt, die mir nicht vor Augen stellt meinen Schönsten, JEfum Chrift, der der Schönheit Urquell ist. - 2. Wann die Morgenröth' entsteht und die gold'ne Sonn' aufgeht, so erinn're ich mich bald Seiner himmlischen Gestalt. 3. Oftmals denk' ich bei dem Licht, wenn der junge Tag anbricht: Ach, was ist für Herrlichkeit in dem Licht der Ewigkeit! 21 4. Seh' ich dann des Mondes Strahl und die Stern' am Himmelsfaal, so gedenk ich: Der dies macht, hat viel tausend größ're Pracht! 5. Schau' ich dann im Frühling an den beblümten Wiesenplan, schallt es mir in's Herz hinein: Ach, wie muß der Schöpfer sein! 6. Schön erglänzt der Gärten Ruhm, die erhab'ne Lilienblum': aber noch viel schöner ist meine Lilie, JEsus Chrift. 7. Ja, in aller Blumen Reih'n, wie sie mögen immer sein, wird gar hell und klar gespürt Deffen Schönheit, der fie ziert. 8. Wenn ich zu dem Quellbrunn geh' oder bei dem Bächlein steh', so versenkt sich gleich in Ihn, als den reinsten Quell, mein Sinn. 9. Lieblich singt die Nachtigall, süße klingt der Flötenhall; aber über allen Ton ist das Wort: Mariensohn! 10. Anmuth giebt es in der Luft, wenn das Echo wiederruft; aber nichts ist hier und dort füßer, als des Liebsten Wort. 11. O du Liebe, komm herfür, komm, erscheine Selber mir! Laß mich seh'n Dein eigen Licht und Dein holdes Angesicht! 12. Ach, mein JEsu, nimm doch hin, was mir trübet Geift und Sinn, daß ich Dich zu jeder Frist sehe, wie Du Selber bist! 13. O, daß Deiner GOttheit Glanz meinen Geist durchdränge ganz, und Dein Strahl der HErrlichkeit mich entzückt' aus Ort und Zeit! 14. Zieh' den Geist in Dich empor, daß ich in der Engel Chor Deines Namens Ruhm er= höh' und mit Dir vereinigt steh'! 100 m 23. 22 Sommerlied. Eigene Melodie. Geh' aus, mein Herz! und suche Freud' in Dieser lieben Sommerszett( an deines GOttes Gaben; schau' nur der schönen Gärten Zier und fiehe, wie sie mir und Dir fich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg', Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speis't die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reb ift froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen. Die Wiefen liegen hart dabei und klingen ganz vom Luftgeschrei der Schaaf' und ihrer Hirten. 6. Die unverdroß'ne Bienenschaar fleucht hin und her, sucht hier und dar ihr' edle Honigspeiſe. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk' und Kraft in seinem schwachen Reiſe. 7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruh'n, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit wenn Alles singt, und 23 laffe, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach! denk' ich, bist Du hier so schön und läßt Du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güld'nem Schlosse werden? 10. Welch' hohe Luft, welch' heller Schein wird wohl in Chrifti Garten sein, wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimm' ihr Hallelujah singen! 11. O wär' ich da! o stünd' ich schon, ach, lieber HErr! vor Deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt' ich nach der Engel Weis' erhöhen Deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieſes Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an jedem Ort zu Deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geift mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich Dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer Deiner Gnad' in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht' erziehe. 14. Mach' in mir Deinem Geiste Raum, daß ich Dir werd' ein guter Baum und laß mich wohl bekleiben. Verleihe, daß zu Deinem Ruhm ich Deines Gartens schöne Blum' und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur leßten Reis' an Leib und Seele grünen: so will ich Dir und Deiner Ehr' allein und sonsten Keinem mehr hier und dort ewig dienen. 24 24. Sehet die Lilien auf dem Felde! Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund. u schöne Lilie auf dem Feld, wer hat in folcher Pracht dich vor die Augen mir gestellt, wer dich so schön gemacht? 2. Wie trägst du so ein schönes Kleid mit gold'nem Staub befä't, daß Salomonis Herrlichkeit vor deiner nicht besteht! 3. GOtt hob dich aus dem schwarzen Grund, bat liebend auf dich Acht, Er sendet dir in stiller Stund' ein Englein bei der Nacht, 4. Das wäscht dein Kleid mit Thau so rein und trocknet's in dem Wind, und bleicht es an dem Mondenschein und schmückt sein Blumenkind. 5. Du schöne Lilie auf dem Feld, in aller deiner Pracht bist du zum Vorbild mir gestellt, zum Lehrer mir gemacht. 6. Du schöne Lilie auf dem Feld, du kennst den rechten Brauch, du denkst: Der hohe HErr der Welt versorgt Sein Blümchen auch. 23. Christus ein Gärtner. Mel. Balet will ich dir geben. Ein Gärtner geht im Garten, wo tausend Blumen blüh'n; und alle treu zu warten ist innig Sein Bemüh'n. Der giebt Er sanften Regen und jener Sonnenschein: das nenn' ich treues Pflegen; da müssen sie gedeih'n. - 2. In heiligen Gedanken sieht man fie fröhlich blüh'n; fie möchten mit den Ranfen den Gärtner selbst umzieh'n. Und wann ihr Tag ge= kommen, legt Er fie an Sein Herz, und zu den fel'gen Frommen trägt Er sie himmelwärts, 3. Zu Seinem Paradiese, zu Seiner schönern Welt, die nimmermehr, wie diese in Staub und 25 Asche fällt. Hier muß das Herz verglühen, das Waizenkorn verdirbt; dort oben gilt ein Blühen, das nimmermehr erstirbt. 4. Du Gärtner treu und milde, o laß uns fromm und fein zum himmlischen Gefilde, zum ew'gen Lenz gedeih'n! Gieb Deinen Pflanzen Säfte, damit sie herrlich steh'n, und gieb den Schwachen Kräfte! sonst müssen sie vergeh'n. 26. Des Troftes Quelle. Aus der Schwermuth dumpfer Zelle nach des Troftes frischer Quelle schmachtete mein Sinn; auf die Höhen, Thäler, Triften, zu des Frühlings reinen Lüften drängt' und zog's mich hin. 2. Und ich sah' das junge Leben kühn und fröhlich sich erheben zu der Sonne Licht; sah' die Knospe sich entfalten und zur Blume sich gestalten, zart wie ein Gedicht. 3. Aus des Haines tiefem Schweigen tönt' ein wunderbarer Reigen sanft in meinen Schmerz; und die Augen voller Thränen, und die Brust voll Lieb' und Sehnen, schaut' ich himmelwärts; 4. Und ich dacht' an GOttes Güte, an des Herzens heil'ge Blüthe, an des Geistes Weh'n; sabe dort in Sternengängen grüßend unter Harfenklängen traute Wesen steh'n. 5. Und es wurde still und düster, manchmal bebt es wie Geflüster; und ich war allein, ach! und stand in stummem Bangen, mit unsäglichem Verlangen, stand und dachte Sein: 6. Dacht' an meines JEfu Frieden, wie Er zu Sich alle Müden und Belad'nen rief; Sich und Alles uns entdeckte, mit allmächt'ger Stimme weckte, wer in Sünden schlief. 26 7. Wie Er demuthsvoll erschienen, GOtteslicht in Seinen Mienen, gnadenüberfüllt, uns zu mahnen, uns zu ziehen hin zu Seiner Liebe Glühen, wo das Weh' sich stillt: 8. Daß wir's in die Brust uns schrieben, gerne Seine Schäflein blieben, Er der gute Hirt, der in GOttes Huld und Freude treulich uns auf grüner Weide nun und ewig führt. 9. Wenn wir so in Seinem Leben die Natur, das frische Weben und den Frühling schau'n, dünkt's uns wohl, als ob die Erde fast so schön und herrlich werde wie des Himmels Au'n. 10. Und die kaum enthüllten Keime deuten unsrer Hoffnung Träume leis' und innig an; und die fernen theuren Bilder neigen reiner sich und milder uns entgegen dann. 11. Und ob draußen Stürme wehen, Blumen sterben und vergehen, bleibt das Herz doch voll; möcht' in Wehmuthsluft zerspringen, weiß nicht, was es danken, singen, was es beten soll. 27. Die Lerche. Sieh', wie die Lerche fröhlich steigt, sich immer höher schwinget; aus kleiner Brust so froh und leicht ihr Morgenlied sie finget. 2. Ach, wer doch eine Lerche wär' und hätte folche Lieder! Mich zieht, so sprichst du, trüb und schwer des Lebens Drang darnieder. 3. Wohl sag' ich oft: Wirf Alles fort, was dich betrüben möge, befiehl dem allertreu'sten Hort getroft die steilsten Wege. 4. Doch, ach, will ich dann in die Höh' mit meinen Sorgen fliehen, fühl ich der Erde Noth und Weh mich nur herunter ziehen. Univ.- Bibl. Giessen 27 5. Da Rath die Lerch' dir geben soll. Mich dünkt, als woll' ihr Singen recht kindlich und recht freudenvoll den Psalm des Dankes bringen. 6. Mach's eben so! Fang' erst nur an zu danken für dein Leben und alles, was, seit es begann, der HErr dir bat gegeben. 7. Das Danken soll der Weg ja sein, wo GOtt uns Heil erweiset*).- Der kann sich über Alles freu'n, der Ihn für Alles preiſet. 28. Der Frühling. Hinaus, hinaus in's Freie aus enger Stubenluft! Des milden Himmels Bläue, des ersten Veilchens Duft ruft freudig jeder Seele zu: Willkommen, lieber Frühling, du! 2. Es treibt auf Wies' und Feldern so frisches Grün hervor, und in den dunkeln Wäldern tönt hell der Vögel Chor, es jauchzt des Baumes schwellend Blatt: ,, Der Winter nun ein Ende hat!" - 3. Ift's etwa dir im Herzen noch trübe Winternacht? Hinaus mit deinen Schmerzen, wo heit'rer Frühling lacht! Sein Keimen wirft und sein Gedeih'n in dich auch wohl den Lenz hinein. 4. Auf Wies' und Feld gar trübe hat Winter lang' gefchwebt, doch hat die ew'ge Liebe den Frühlingstag gewebt, mit den Millionen Blüthen, still hier unter Winters Schnee und Hüll'. 5. Und wie nun Blüthe sprießet auf Blüth' so frisch und schnell, so dich aus Allen grüßet ein Aug' gar treu und hell. Kennst du es wohl? In Todesschmach für dich es einst am Kreuze brach. 6. Dieß Aug' voll Heilandsgüte ist stets auf dich gericht't; was auch dein Leben biete, dieß Aug' *) Psalm 50, 23. 28 verläßt dich nicht, Gefahr umdunkelt ob Leiden drückt, ob dich es bleibt ewig klar. 7. Haft du in ihm gelesen:„ Sei von dem Fluch befreit!" dann füllt dein ganzes Wesen auch Frühlingsherrlichkeit- ob außen Winter sei, in dir keimt Lenz und Leben für und für! 8. Dann ist des Himmels Bläue, dann Wiese dir und Feld nur Deutung auf die neue, nur auf die beff're Welt- dann klingt dir in der Vögel Chor des Himmels Harmonie schon vor. 9. Dann magst du selbst ein Veilchen sein auf verborg'nem Land, das hier ein kurzes Weilchen blüht still und ungekannt, und wenn es hier sein Blatt gesenkt, erst recht schön an zu blühen fängt. 10. Hinaus, hinaus in's Freie! Der Frühling in der Brust giebt erst die rechte Weihe für Lenzesblüth' und Luft, ihm weht aus Blüth', ihm weht aus Duft entgegen Heimathslicht und Luft. 29. Der Vöglein Chor. Mel. Geh' aus, mein Herz, und suche- Freud'. Wie lieblich doch im dunklen Wald der Vöglein helles Lied erschallt! Die Amsel läßt sich hören, die Nachtigall klagt fanft hinein, der Finke stimmt so freudig drein, als sollt's ihm Niemand wehren. 2. Du liebes, liebes Sängerchor, nicht nimmst du dir's erst lange vor, ein Lied heraus zu bringen des Augenblickes Luft und Gunft ist deine ganze, ganze Kunst, und eigne Braft lehrt singen. 3. Nicht willst du, Finke, Lerche sein nicht fällt's dir, liebe Amsel, ein: Wer Nachtigall doch wäre!" Wie jedes Schnabel GOtt gebaut, so ruft ihr leise oder laut: Gebt unserm GOtt die Ehre! 11 4. Und GOtt, der HErr, auf Seinem Thron, hört gnädig jeden, jeden Ton und mag Sich recht 29 b'ran freuen, will die verschied'ne Melodie zu einer sel'gen Harmonie vereinigen und reihen. 5. Wie euer Lied in Flur und Wald, ihr trauten Vöglein, nun erschallt, so soll in höh'ren Weisen das inn're menschliche Gemüth in Wort und That, in Lieb' und Lied, den großen Bater preisen. 6. Nicht bloß in blühender Natur hat Seine heil'ge Allmacht nur und Gnade sich gekündet; wo Herz um Herz dem Vater dient, da auch ein Garten GOttes grünt, den Er Sich Selbst gegründet. 7. Und über Meer und über Land möcht' GOttes treue Vaterhand hinausden Garten dehnen- d'rum foll, wo ein begnadigt Herz voll Lieb und Dank schlägt, himmelwärts das Lied gar reich ertönen. 8. Verschieden tönet wohl sein Klang, bald jauchzt es froh, bald klagt es bang' stimmt laut bald an, bald leise: der Buße Schmerz, des Glaubens Glück, die stille That, des Segens Blick ist Alles feine Weise.or 1 9. Doch Jeder soll an seinem Ort es tönen Laffen fort und fort, wie's gerade ihm gegeben; in tausendfacher Art zugleich soll Alles ja im GOttesreich den Einen HErrn erheben. 10. Wenn nur das Herz die Töne bringt, dann von dem Himmel Amen klingt, trop aller ihrer Mängel; begnadigt lied schwebt froh empor und mischt sich in den höy'ren Chor der ſel'gen GOttesengel. si matdet 30. Das Gewitter. Wie man Sie Wolke dort auf Wolk' fich drohend thürmet! Der Tag wird Nacht in dunklen Ungewittern; die Erde bebt; die ält'sten Eichen zittern; es zuckt der Bliß, als wollt' er sie zersplittern. Hör', wie im nahen Dorf es ängstlich stürmet! Der Himmel 30 röthet fich im Flammenschein- es brennt, es brennt! Der Wetterstrahl schlug ein. 2. Wie nähren Flammen wüthend sich an Flammen! Jeßt sind sie in das Kirchlein eingedrungen: die Glocken, die zum Sturme ange= klungen, sie haben sich das Grablied selbst ge= sungen; Altar und Kanzel stürzt zerstört zusammen. Die Bibel, die auf dem Altare lag, nichts aus den hellen Flammen retten mag! - 3. Doch kann sie auch dem Element nicht wehren, das Wort, das sie Jahrtausenden gekündet, die heil'= gen Funken, die sie selbst entzündet, das GOttes= reich, das sie in's Herz gegründet, mag keine Wuth des Elements zerstören; es lebt ein beilig, götts lich Flammenwort in alle, alle Ewigkeiten fort.. 4. Gottlob! die Donner schweigen; heiter wieder wird es am Himmel; Sonn' mit hellem Scheine glänzt auf die Trümmer, glänzt auf die Gemeine, mild tröstend, daß sie zage nicht und weine, die Vögel singen freudig ihre Lieder; ein Regenbogen an dem Himmel schwebt, getroft, ruft Alles, unser GOtt noch lebt!- 5. Mein Herz, wie hast du in dem Sturm gebebet! Ach, wie ergriff dich Zittern nur und Zagen! Was willst du einst, was willst du einft erst sagen, wenn GOttes Sohn in jenen leßten Tagen auf Wolken zum Gerichte nieder schwebet? Wenn Sonn' erbleicht, wenn Stern vom Himmel fällt im nahen Untergang der ganzen Welt? 6. Wenn in den Gräbern sich die todten Leiber regen und neu belebt vor ihrem Richter ftehen, das Buch des Lebens aufgeschlagen sehen, wenn Erd' und Himmel flammend untergehen? wenn es die Besten kaum ertragen mögen, mein fündig Herz, was willst du sagen dann?- dann klagt dich Alles, Alles, Alles an. 31 7. Und wenn's auch klagt!- Wenn Himmel und die Erde vergeht;„ Es sollen Meine Worte bleiben!" so spricht der HErr. Ich will es kindlich gläuben; die Worte find's, die ewig mir's verschreiben, daß ich begnadigt durch Sein Sterben werde- der Richter, der dereinst mein Urtheil spricht, derselbe ist's, deß Herz im Tode bricht. 31. GOttes Größe in der Natur. ( Auf der Bastei in der Sächsischen Schweiz.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. Wie groß sind Deine Werke, Du GOtt der Kraft und Stärke, die Du hier hingestellt! Ich schau' mit trunk'nen Blicken von hoher Felsen Rücken hinab in diese kleine Welt. 12. Kein Sturm in Ungewittern kann diesen Bau erschüttern, den Deine Hand gebaut. Jahrtausende schon zogen vorüber, Völker flogen; stolz hat er Beiden nachgeschaut. 3. Dort über tiefen Gründen, wo kaum der Blick kann finden der Berge starken Fuß, dort lebten kühne Ritter, ihr Schwert trug Ungewitz ter in's stille Thal statt Friedensgruß. 4. Sinab zum ftillen Thale drang oft beim frohen Mahle der laute Jubelschall, wenn von dem Königssteine bei'm Kampfspiel und bei'm Weine ertönte der Posaunen Hall. 5. Wenn dort die Schwerter klirrten, wild hurcheinander irrten, fand mancher Feind den Tod. Und zwischen Berg und Klüften drang dann zu stillen Lüften der Gattin Klag' in ihrer Noth. 6. Die Zeiten sind verschwunden, und and're, ftill're Stunden umlagern diese Höh'n. Es weht des 32 Friedens Palme, fill wiegt sich Thau am Halme, da wir von diesen Felsen seh'n. 480 7. Erhalt', o lieber Vater! Beschüßer und Berather, erhalt' den Frieden uns. Laß über unf're Hütten sich Freud' und Fried' erschütten durch deine Lieb' und Batergunft. 8. Wie dort im stillen Thale die Elb' aus voller Schaale tränkt Felder, Wald und Flur, so laß in vollen Güssen auch Deine Gnade fließen auf uns'res Pilgerlebens Spur. 1. 9. Gieb uns, o HErr, hienieden den rechten Seelenfrieden, durch Christum, Deinen Sohn. Mach' uns aus schwachen Sündern zu reichen GOtteskindern, und führ' uns einst vor Deinen Thron. 32. Gebt unserm GOtt die Ehre! ( Gedanken auf dem Königsstein in Sachsen.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Pier steht mein Fuß, mein Auge schaut hinaus in diese Weiten, Entzücken faßt die Seel', und laut möcht' ich dein Lob ausbreiten, zum Himmel rufen: Groß ist GOtt! zum Thale rufen: Groß ist GOtt! Gebt unserm GOtt die Ehre! 2. Laut predigt mir das weite Rund mit tausend hellen Stimmen: Wald, Thal und Fels aus einem Mund, Gedank' und Augen schwimmen, o GOtt, in dieser Größ' und Pracht, die Dein Wort hat aus Nichts gemacht; gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Stolz liegst du hier, du Königsstein, vom Feinde nie berühret, mit deinem Brunnen, durch's Gestein von Menschenhand vollführet. Groß ist die Kunst von Menschenhand, doch Größ'res schuf hier GOttes Hand. Gebt unserm GOtt die Ehre! 33 14. Wie schön wird sein die Königsstadt dort in dem süßen Himmel, die GOttes Hand gebauet hat, und die nach dem Getümmel uns einst in ihren Schooß aufnimmt, wo man das rechte lied anstimmt: Gebt unserm GOtt die Ehre! 5. Doch hier schon giebt es einen Bau, auf rechtem Fels gegründet: Die Kirche Christi ist es; schau', daß Glaub' dich Ihm verbindet. Dann, trope du der Hölle Macht, der HErr ist Schild und Schirm in Nacht! Gebt unserm GOtt die Ehre! 6. Und hier das Brünnlein helle quillt, das Brünnlein reicher Gnade*), das nur den Durft alleine stillt auf unserm Pilgerpfade. Drum trinke, da es heute heißt, und labe deinen müden Geist. Gebt unserm GOtt die Ehre! 33. Wohl dem, der GOtt zum Führer hat! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. St er nur mit seinem GOtt verreiſet, der findet immer Bahn gemacht; weil Er ihm lauter Wege weifet, auf welchen stets Sein Auge wacht. Hier gilt die Loosung früh und spat: Wohl dem, der GOtt zum Führer hat! 2. Er leitet uns mit Seinen Augen, Er gängelt uns mit Seiner Hand. Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns Sein Gewand. Ja, Seine Liebe kann allein der beste Schirm im Sturme ſein. 3. Er ist uns Wolk'- und Feuerfäule, sowohl bei Tag, als bei der Nacht. Durch Ihn wird uns die längste Meile zu einem Schritte nur gemacht. *) Psalm 46. 3 34 Kein Stein wird in den Weg gelegt, den Er nicht auf die Seite trägt. 4. Er selbst ist Wahrheit, Weg und Leben, und wer Ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand uns d'rauf gegeben, daß uns bei Ihm kein Leid geschicht. Und wenn der Weg voll Drachen wär', so geht Sein Schuß doch vor uns her. 5. Wir reisen, HErr, in Deinem Namen, ſei Du Gefährte, Weg und Stab; die Helden, die zu Jakob kamen, send' auch zu unserm Schuß herab. Mach' Aus- und Eingang so beglückt, daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 6. Bleib' bei uns, wenn's will Abend wers den, gieb Licht durch Deine Gegenwart. Set unser Leitstern hier auf Erden; und ist der Kreuzsteg schwer und hart, so tröst' uns mit der Rosenbahn, die man bort oben laufen kann. 7. Wirst Du mit uns auf diesem Wege durch Deinen Schuß und Leitung sein und auch indesfen Deine Pflege den Hinterlaffenen verleih'n, so soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der HErr allein! 34. In JEsu Namen. Amen! Mel. HErr JEfu Christ, mein's Lebens Licht. In JEsu Namen reis' ich aus, der Selbst in Seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist kommen in dies Jammerthal. 2. Was man in JEsu Namen thut, das macht uns freudig Herz und Muth, es muß in Shm gerathen wohl und Seines Segens werden voll. 3. Du, JEsu, richtest meinen Fuß, daß nichts von Dir mich wenden muß. Du führst mich aus und wieder ein, durch Dich wird Alles heilsam sein. 35 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf alTen Wegen sicherlich begleiten und durch ihre Wach' abwenden alles Ungemach. 5. Treib' uns're Sachen glücklich fort, und bringe Selbst mich an den Ort, wo ich will diesmal reisen hin; lent' aller frommen Christen Sinn, 6. Daß fie mich willig nehmen an, wenn ich nicht weiter reifen kann. Zu solchen Leuten führe mich, die fromm sind und recht lieben Dich. 7. Bor Straßenräubern mich bewahr', vor Was fersnoth und Kriegsgefahr, vor wilden Thieren, Fall und Brand, behüte mich vor Sünd' und Schand'. 8. In Deine Händ' ergeb' ich Dir, Leib, Seel' und was noch sonst bei mir, an allen Orten nah' und weit, bei jedermann zu jeder Zeit. 9. Behüt' in Gnaden Weib und Kind, Bluts freunde, Haus, Hof, Vieb, Gefind', und was ich mehr verlassen hab', allda wend' alles Unglück ab. 10. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe Selbst mich in mein Haus, wo Du mich haft geführet aus; 11. Und laß mich finden unversehrt, was Du aus Gnaden mir verehrt; für solchen Schuß und stark Geleit', o GOtt, dank' ich in Ewigkeit. 35. He i mathslied. Mel. Alle Menschen müssen sterben. onst hat dir mein Herz geschlagen meiner Väter schönes Land; und ich hab' in vor'gen Tagen keinen liebern Plaß gekannt. Wie ein Ton von goldnen Saiten fiel Dein Name mir in's Ohr. Aller Lande Herrlichkeiten zog ich deine Fluren vor. 2. Hier entsprang in heil'ger Stille meines Lebens heller Bach; seinem Lauf ging hier die Fülle treuer, warmer Liebe nach; eine Mutter hat nach 36 Schmerzen hier mit Freuden mich geherzt, und ein Vater recht von Herzen mit mir auf dem Kniee gescherzt. 3. Hier, du blauer Himmelsbogen, hab' ich dir zuerst gelacht; hier zuerst dein Licht gesogen, heit're helle Sternennacht; hier des Mondes gold'nen Nachen für mich ausgestellt gewähnt, eine Fahrt mit ihm zu machen, mich mit Hand und Fuß gesehnt. 4. Hier war's, wo sich mir die Pforte zu des Geistes Reich erschloß, und des Mundes Hauch zum Worte voller Geist zusammen floß; wo zuerst ein Strahl von oben meine Seele fromm durchdrang, und mein Herz dem Schöpfer droben still das erste Heilig" sang! mon on 5. Neues Leben, neues Lieben, altes, liebes Vaterland; laß die Fessel nur zerstieben, die mich vormals an dich band. Heimath nannt' ich deine Auen, Heimath nenn' ich sie nicht mehr; eine and're lernt' ich schauen, eine and're hoch und hehr! 6. Deine lebensvollen Matten haben nur des Lebens Schein; über ihnen flücht'ge Schatten; unter ihnen todt Gebein! Wetter zieh'n durch deine Gauen und verschonen keinen Ort; und dein Pilger fieht mit Grauen: Du haft keinen Friedensport! 7. Und ich suchte, ob ich's fände, einer Heis math Paradies; suchte lange, bis am Ende mir das Kreuz es freundlich wies; anderswo, an heil'gem Strande, wies es mir ein sich'res Dach und in einem fernen Lande die ersehnte Heimath nach. 8. Und ich trank aus ihren Quellen, trank mit hochbeglücktem Sinn; denn in ihren Lebenswellen war das ew'ge Leben drin. Und ich traf in ihren Räumen eine Liebe für mich an, wie ein Engel nur fie träumen, Menschenherz nicht fassen kann. 9. Und was hier kein Ohr vernommen und kein Auge hier geseh'n, hier in Keines Herz gekommen, 37 sah' ich da lebendig steh'n: Treu' und Frieden ohne Wanken, Freude ohne Neid und Streit, Kraft und Leben ohne Schranken und den HErrn der Herrlichkeit. 10. Aus der neuen Heimath klangen neue Laute mir in's Ohr; und von meinem Herzen rangen größ're Worte sich empor: An des höchften Thrones Stufen, frei und froh durch Chrifti Blut, ,, Abba, lieber Vater!" rufen, dazu ward mir Macht und Muth. 11. Eh'mals hast du mich gezogen, meiner Väter schönes Land; doch die Zeiten sind ents flogen, und mein Herz hat sich gewandt. Meine Hand am Pilgerstabe eil' ich beil'gern Bergen zu; und ich suche, bis ich's habe: Heimathsland und Heimathsruh'! @sim 36. Des Glaubens unverrückte Seligkeit in JEſu. Mel. Die Seele Christi heil'ge mich. Lamm GOttes, unveränderlich, und ewig freundlich gegen mich, mit Eifer auf mein Heil bedacht! so bist und bleibst du Tag und Nacht. 2. Der Morgen strahlt von Deiner Huld, der Abend rühmet die Geduld, der helle Mittag lobt Dein Thun, die Mitternacht kann auch nicht ruh'n. 3. So früh, so schnell erwach' ich nicht, als Deiner Gnade süßes Licht. Die Morgenröthe lacht mir zu, doch lange nicht so süß, als Du! 4. Es bringt der Vögel muntre Schaar ihr Morgenopfer fingend dar; und, o wie lieblich klingt es mir! Sie fingen allesammt von Dir. 5. Wie wärmt und hißt der Sonnenschein! Doch seh' ich in Dein Herz hinein, so brennt mein Herz, so wallt mein Blut von Deiner heißen Liebesgluth. 38 6. Sind trübe Wolken über mir, sie scheiden mich doch nicht von Dir! läßt sich auch dicker Nebel seh'n, die Sonne bleibt am Himmel steh'n. 7. Das Wetter ist nur wandelbar, der Himmel bleibet, wie er war. Auch Du bist immer einerlei, unendlich gut und ewig treu. 8. Ja Wolk' und Nebel dauern nicht, fie weichen bald dem Sonnenlicht; so, so vertreibt Dein Gnadenstrahl die Sündennebel allemal. 9. Es lebt und webt die Kreatur. Ich leb' in Deinen Wunden nur, da hab' ich Luft und Sonnenschein, was ich da thu', das muß gedeih'n. 10. Giebt mir ein schattenreicher Baum in groser Hiße fühlen Raum: so denk' ich d'ran, wie wohl es thut, wenn man in Deinem Schatten ruht. 11. Wenn Du den Thieren Speiſe giebst, so seh' ich, wie Du mich erst liebst; Du bist mir Selber Speis' und Trank. Dafür sei Dir unendlich Dank! 12. Der Abend bringt den stillen Schlaf; doch Du bewachst Dein liebes Schaf; es schläft in Deinen Armen ein und weiß gewiß: Mein Hirt ist mein! 13. Find't alles seine Lagerstatt, so weiß ich, wo mein Geift sie bat, er ruht in Dir und sehnet sich: O mein Erbarmer, segne mich! 14. Die Nacht singt auch Hallelujah: denn sucht man Dich, so bist Du da. Die finstern Schatten schaden nicht, dem Glauben ist es immer Licht. 15. Wenn man nichts weiter sieht und hört, so seh' ich Dich recht ungestört; und jeder Stern erzählt von Dir, Dein brünstig liebend Herz zu mir. 16. O Du unendlich treuer HErr! Sei mir boch immer freundlicher! Du bist es wohl, nur schenke mir lebend'ge Zuversicht zu Dir! 39 37. Ein Hallelujah. 29111 Mel. HErr und Nelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Auf! ihr nah' verbund'nen JEsusherzen, die ihr unserm ein'gen Freund gar zu gern für Seinen Tod und Schmerzen Dank- und Freudenthränen weint; fall't im Geist zu Seinen blut'gen Füßen, fie aus Lieb' und Dankbarkeit zu küssen, und schickt eure Seufzerlein in Sein treues Herz hinein. 2. Laßt uns Ihm ein Hallelujah fingen: Machtiglich sind wir errett't. Laßt uns Ihm uns selbst zum Opfer bringen, das Jhm ſei geheiliget. Blut'ge Arme, für die Sünder offen, nehmt uns auf, so wie wir's gläubig hoffen, Weil Sein Mund so freundlich spricht: Kommt nur, ich verstoß' euch nicht. 3. Ach, wer waren wir? wer sind wir Armen? wie blutarm, ist Dir bekannt. O Du Herz voll Liebe, voll Erbarmen, das uns suchte, das uns fand; in dem Marterbilde mit den Wunden, die Dein Leib am Kreuz für uns empfunden, wardst Du jeder Seele nah'; gleich war Gnad' und Friede da. 4. Groß ist Seine Huld und nicht zu fassen, daß Er mit so sünd'ger Art, als wir sind, so nah' fich eingelassen; wahrlich wie Sein Herz so zart mit uns armen Sündern umgegangen, dahin werden keine Worte langen, durch Sein Bitten und Sein Fleh'n ist uns Sündern wohl gescheh'n. 38. Die felige Stunde. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Das ist eine fel'ge Stunde, JEfu, da man Dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in Deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als JEfum kennen, JEsum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der böchsten Seligkeit. 40 2. JEsu, Deine Gnadenquelle fließt so gern in's Herz hinein; Deine Sonne scheinet helle, unser Glaubenslicht zu sein, und bei aller Segensfülle ift Dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil Dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde Dein Gedächtniß in uns sein! in dem Herzen, in dem Munde leb' und herrsche Du allein. Laß uns Deiner nie vergessen! Wie Maria einst gefessen, da sie Dir hat zugehört, mach' das Herz Dir zugekehrt! 39. Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. Wenn Seelen sich zusammen finden, in denen Du, HErr JEfsu! lebst, die sich auf Deinen Tod verbinden, und die Du selber trägst und hebst, die Du mit Deinem Geist erfüllft und deren Herzensnoth Du stillst; wo Christenseelen sich begegnen, da gilt's nur lieben, bitten, segnen. 2. Und wenn sie sich auch nie gesehen und leiblich nimmer sich gekannt, doch können sie sich bald verstehen an jenem fel'gen Liebesband, das innig alle die umschlingt, die Dein allmächt'ger Hauch durchdringt, die Du erweckt vom Sündenschlafe, gezählt haft unter Deine Schafe. 3. Das ist ein köftlich frohes Grüßen, wo Jeder freudig dich bekennt; das ist ein inniges Um= schließen, wo jede Brust vor Liebe brennt: da öffnen sich die Seelen gleich, da redet man vom Himmelreich, vom eig'nen Elend, eig'nen Sünden, von Deiner Gnade tiefen Gründen. 4. Da geht der Mund von allem über, wovon das Herz erfüllet ist, und Alle sehnen sich hinüber, dahin, wo Du, HErr JEsu! bist. Da fühlt man Deine Gegenwart, und Jedem wirst Du offenbart; 41 da schmeckt man recht den sel'gen Frieden der all' den Deinen ist beschieden. 5. Ach, mein HErr JEsu! halt' mich feste in solchem himmlischen Verein; denn das ist ja das Schönst' und Beste, in Dir, o HErr, verbunden fein. O mach' mich fromm und rein und klar, daß ich verbleib' in Deiner Schaar, und wie ein ächter, treuer Rebe in Dir, HErr Chrift, auf ewig lebe! 40. JEsus mein Leben. Mel. JEfus, meine Zuversicht. 5 Perzens- JEfu, nimm mich hin! fülle mich mit Geift und Gnade; Dein, HErr, bin ich, wie ich bin. Mache, daß kein Feind mir schade, fet mir Sonne, Stab und Schild, und verklär' mich in Dein Bild. 2. Drücke mich an Deine Brust, schließe mich in Dein Erbarmen; sei mein Leben, meine Lust! trage mich auf Deinen Armen. Sei mein Wunsch, mein Ziel, mein Grab; Heiland, laß von mir nicht ab! 41. Des Herzens Streben. Wohl ist's ein zartes wundervolles Leben, Wenn draußen Alles duftet, blüht und keimt, Die Erde von des Himmels Frühling träumt, Und Blumen sehnsuchtsstill das Haupt erheben. Und mahnt dich das geheimnisvolle Weben, Der leise Schimmer, der die Wolke säumt, Die Woge nicht, die brausend schwankt und schäumt, An deines Herzens innersttiefes Streben? O will dich's ahnend zu den Sternen ziehen, Aus dunkler Fremde zu der Heimath Landen, In lichtem Freiheitsäther dich zu baden: 42 So laß dich nicht umsonst so innig laden, Entreiße dich der Welt und ihren Banden, d An GOttes Bruft zum Leben zu erglühen. 42. Sei getrost! Des frischen Lebens heit're Stimmen schweigen ,. Der Erde Blüthenkränze sind verdorrt, Und draußen heult der schauerliche Nord Und singt der öden Flur den Todesreigen. Doch ob sich Eichen auch dem Sturme beugen, Und Blatt und Blume welkt und schwindet fort ,. So lebt doch ewig meines GOttes Wort Und läßt mich nicht, und ist und bleibt mein eigen.. Und seh' ich weinend die Natur ersterben, Und mahnt's mich ernst: Auch du mußt einst vergehen, Den fünd'gen Leib in's dunkle Grab zu legen!" So ruft mein Heiland liebend mir entgegen: „ Sei doch getrost! du sollst ja auferstehen Und meines Himmels Seligkeit ererben!" 43. Der GOttesheld. Wenn ob dem Sturm die stärksten Eichen splittern, Und trüb' und bang' die scheuen Wolken zieh'n, Wenn Bliße zuckend durch das Dunkel sprüh'n, Daß alle Wesen rings dem Tod erzittern Der GOttesheld steht freudig in Gewittern, Ihm ftrahlt sein Liebesauge still und kühn, Er fieht getroft die wilden Flammen glüh'n. Sein Glaub' ist fest und nimmer zu erschüttern! Und immer höher färben sich die Wangen, Und heil'ger wogt und voller seine Brust. Er ahnt und fühlt des nahen Himmels Luft. Und stirbt er dann, dem ew'gen HErrn getreu, 43 So schwingt sein Geist sich frisch hinauf und frei: Die Nacht ist hin, die ew'gen Sterne prangen! allga velnias0 00 44. Rath und Trost für dich. Was schleichst du mit des bangen Kummers Blicken So hoffnungslos allein den öden Pfad, Als gäb' es nirgends Trost für dich und Rath Und keinen Quell, dich segnend zu erquicken? O möchtest du dich doch im Staube bücken, Erkennen deines Herzens sünd'ge That, Dich sehnen nach des Geistes ew'ger Saat Und dich mit Demuth und mit Reue schmücken. Dann dürftest du, erfüllt von Himmelsfreuden, Mit kindlichstillem Sinn zum Vater beten Und voll Vertrau'n hinaus in's Leben treten. Und droh'n dir dort auch Klippenrings und WogenHast du den HErrn nur tief in dich gezogen, So kann dich nichts von Seiner Liebe scheiden! 45. Der Fels im Meere. Wie finster auch die falschen Wogen schwellen, Daß Fluth anFluth sich dumpfundschäumend bricht: Feft steht der Fels im Meer und wanket nicht Und was an Ihn sich stößt, das muß zerschellen! Und ob sich Wolken vor die Sonne stellen: Durch Nacht und Dunkelscheintdes Himmels Licht, Die Hölle bebt vor Seinem Angesicht, nj Ihr Fürst entflieht- ein Wörtlein kann ihn fällen! Kennst du den Fels, kennst du des Lichtes Klarheit, Glaubst du dem unerschütterlichen Wort, Und ist dein JEsus dein allmächt'ger Hort, Wohlan! so gieb dich Shm mit Herz und Sinn 44 In lieb' und Demuth ganz und ewig bin, ER ist der Weg, das Leben und die Wahrheit. 46. Gewitterlied. this met. Auf meinen lieben GOtt. Cin Wetter steiget auf: Mein Herz, zu Gott hinauf! fall' Ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu' und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. HErr, der du gut und fromm, zu Dir ich gläubig komm', bitt' mir aus Dein Erbarmen, durch Christum hilf mir Armen; um Dessen willen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Ich will mit dem, was mein, Jhm ganz ergeben sein, Dein Flügel wird uns decken, vera jagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 4. Wohlan! verlaß uns nicht, bleib' unfre Zuversicht, laß Deine Vatertreue erblicken uns auf's Neue, so woll'n wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. 47. Befiehl dem HErrn deine Wege. mel. Herzlich thut mich verlangen. Befiehl du deine Wege und was dein Herze der Himmel lenkt, der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf Sein Werk mußt du schauen, wenn dein Wert soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst eigner Pein läßt GOtt sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 245 ind 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was Du dann erlesen, bas treibst Du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was Deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast Du allerwegen, an Mitteln fehlt's Dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht! Dein Werk kann Niemand hindern; Dein' Arbeit darf nicht ruh'n, wenn Du, was Deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel dir wollten widersteh'n, so wird doch ohne Zweifel GOtt nicht zurücke geh'n; was Er Ihm vorgenommen und was Er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele! hoff' und sei unverzagt, GOtt wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: GOtt fißt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, Jhn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn Er, wie Ihm ge= bühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit Seinem Trost verzieh'n, und thun an Seinem Theile, als hätt' in Seinem Sinn Er deiner fich bege= ben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben und fragt' Er nichts nach dir; 46 10. Wird's aber sich befinden, daß du Ihm treu verbleibst, so wird Er dich entbinden, da du's am mind'sten gläubst, Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu teinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du haft und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron'; GOtt giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingst Freudenpfalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o HErr! mach' Ende an aller unsrer Noth; stärk' unsre Füß' und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit Deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. is dan 48. Hoffe auf Ihn! Eigene Melodie. We er nur den lieben GOtt läßt walten und hoffet auf Ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer GOtt dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Unge= mach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers GOttes gnäd'ger Wille und Sein Allwiffenheit es fügt. GOtt, der uns Ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wenn es nüßlich sei; wenn Er uns nur 47 hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, fo kommt GOtt, eb' wir's uns verseh'n, und läsfet uns viel Gut's gescheh'n. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshiße, daß du von GOtt verlassen sei'st, und daß Der GOtt im Schooße sige, der sich mit stetem Glücke speift: Die Folgezeit verändert viel und seßet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja GOtt sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich: GOtt ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf GOttes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau' des pimmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf GOtt feßt, den verläßt Er nicht. 49. Er wird's wohl machen. Eigene Melodie. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht Sein Wille, wie Er fängt meine Sachen an, will ich Ihm halten stille. Er ist mein GOtt, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, d'rum laß ich Ihn nur walten. 2. Was GOtt thut, das ist wohlgethan: Er wird mich nicht betrügen, Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an Seiner Huld und hab' Geduld: Er wird mein Unglück wenden, es steht in Seinen Händen. 3. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken, Er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für 48 Arzenei, GOtt ist getreu, d'rum will ich auf Ihn bauen und Seiner Güte trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann, ich will mich Ihm ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich Er es meinet. 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuleßt ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben, es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, fo wird GOtt mich ganz väterlich in Seinen Armen halten, d'rum laß ich Ihn nur walten. 50. Wie mein Vater will. Mel. Nun ruhen alle Wälder. In allen meinen Thaten laff ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, Selbst geben guten Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen nach Seinem Willen machen, ich stell's in Seine Vatergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was Er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm' es, wie Er's giebet; was Ihm von mir beliebet, das hab' ich willig auch erkies't. 4. Ich traue Seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; leb' ich nach 490 Seinen Schäßen, so wird mich nichts verleßen ,, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden durch Chriftum mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich Sein süßes Wort. 7. Hat Er es denn beschloffen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß geh'n; fein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig übersteh'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald Er's mir gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür laß ich Ihn sorgen, Er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, Seine, und traue Dem alleine, der dich erschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 51. Jauchzet GOtt, alle Lande! Eigene Melodie. , daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt' ich damit um die Wette aus allertiefftem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was GOtt an mir gethan. 2. O, daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht; ach, wär' ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesana! 50 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? auf, auf, braucht allen euren Fleiß und fliehet munter im Geschäfte, zu GOttes, meines HErren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe GOtt herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir, ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu GOttes Ruhm belebet sein und flimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöh'n, die allenthalben um mich steh'n. 6. Ich will von Deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will Dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich. doch mit Seufzen ein. 7. Ach, nimm dieß arme Lob auf Erden, mein GOtt, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es beffer werden, wenn ich bei Dir verkläret bin; da fing' ich Dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 52. Das Band der Vollkommenheit. Mel. D du Liebe meiner Liebe. Perz und Herz vereint zusammen, jucht in GOttes Herzen Rub' laffet eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er ist's Haupt, wir Seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind Sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder! und erneuert euren Bund; schwöret eurem Ueberwinder Lieb' und Treu'aus Herzensgrund; und wenn eurer 51 Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so fle= het um die Wette, bis sie JEfus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder! auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch sein Leben laffen kann. So hat uns der Freund geliebet, Er vergoß ja dort Sein Blut; denkt doch, wie es 3hn betrübet, wenn ihr euch felbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den Andern, unserm blutbefreund'ten Lamm vor das Lager nachzuwandern, das für uns zur Schlachtbank tam. Einer soll den Andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Vermögen d'ran zu strecken, daß man Jhm gefallen mag. 5. Nichts als nur des Bräut'gams Stimme fei die Regel uns'rer That, weil Er nicht im Löwengrimme uns in Staub getreten hat, sondern in gebäuften Strömen Seines Bluts den Zorn ertränkt; ei so muß sich Jedes schämen, das sich Ihm nicht willig schenkt. 6. Hallelujah! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir Dem in's Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß Du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bift. 7. Ach, Du holder Freund! vereine Deine Dir geweihte Schaar, daß sie sich so herzlich eine, wie's Dein leßter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, die Du selbst im Wesen bist, Alles, was von Deiner Klarbeit in der That erleuchtet ist. 8. So wird Dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche Du in Dich verhüllet, auch in Seine Liebe zieh'; und daß, wie Du eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreu'n. 9. Liebe! Du hast es geboten, daß man liebe üben soll; o so mache doch die todten, trägen Geister 4* 52 lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein Jeder sehen kann: Wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 10. Laß uns so vereinigt werden, wie Du mit dem Vater bist, daß schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von Deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir Deine Jünger sein. 53. Sehnsucht nach JEsu, dem Freunde. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. Liebster Heiland! nahe Dich, meinen Geift berühre und aus allem kräftiglich mich in Dich einführe, daß ich Dich inniglich mög' in Liebe faffen, alles And're laffen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen! denn wenn ich in Dir nicht bin, muß mein Geift fich quälen. Creatur ängstet nur; Du allein kannst geben Ruhe, Freud' und Leben. 3. Mache mich von allem frei, gründlich abgeschieden; daß ich eingekehret sei fiets in Deinem Frieden, kindlich rein, sanft und klein, Dich in Unschuld sehe, in Dir leb' und stehe. 4. Menschenfreund, Immanuel! Dich mit mir vermähle; o du sanfter Liebesquell! salbe Geift und Seele; daß mein Will' sanft und still, ohne Widerstreben Dir sich mög' ergeben. 5. Jedermann hat seine Lust und sein Zeitvertreiben; mir sei Eines nur bewußt, HErr! in Dir zu bleiben. Alles soll folgen wohl, wenn ich mich nur übe in dem Weg der Liebe. 6. Creaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören! JEsu! ich will schweigen gern und Dich in mir hören; schaffe Du, wahre Ruh', wirke nach Gefallen, halt' mich still in Allem. 53 7. Was noch flüchtig, sammle Du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring' zur Ruh'; was noch hart, erweiche, daß in mir nichts hins für lebe noch erscheine, als mein Freund alleine. 54. Lust am HErrn. Mel. JEsus, meine Zuversicht. Pabe deine Lust am HErrn; fing' Ihm frohe Dankeslieder, ruf' Ihn an, Er ist nicht fern, neigt in Gnaden sich hernieder, hält getreu, was Er verspricht und vergißt dein ewig nicht. 2. Habe deine Lust am HErrn; folge Setnem Liebeswillen auch in Trübfalsnächten gern; Er wird all' dein Sehnen stillen; Er ist deine Zuversicht, sei getroft und weine nicht! 3. Habe deine Lust am HErrn; fürchte nicht des Todes Grauen, JEsus ist dein Liebesstern, Seinem Lichte darfst du trauen. Durch das dunkle Todesthal führt Er dich zum Himmelssaal. 55. Heimweh. Mel. Laßt uns alle fröhlich sein. Ad ch, uns wird das Herz so leer in der Welt Gebrause, und wir sehnen uns so sehr nach dem Vaterhauſe. 2. An dem Pilgerkleide hat man gar viel zu flücken, und die Schuhe fangen an schmerzlich uns zu drücken; 3. Hätten Luft, daheim zu sein, zu dem HErrn zu kommen, aller Erdennoth und Pein ganz und gar entnommen, 4. Möchten ganz von Schuld befreit und des Fleisches Mängeln, dort dem HErrn der Herrs lichkeit dienen mit den Engeln. 54 5. Aber, HErr, verziehst Du noch, uns hins auf zu leiten, o so bilf, daß wir uns doch würdig vorbereiten. 6. O wie wohl, wie wohl wird's thun, recht gekämpft zu haben und dann fröhlich auszüruh'n, uns bei Dir zu laben! 56. Die Seligkeit der brüderlichen Gemeinschaft. Mel. JEsu, komm' boch Selbst zu mir. wie lieblich ist's und fein, in dem HErrn vereint zu sein, und in trautem Bruderkreis 3hm zu bringen Lob und Preis. 2. Wie des Hermons frischer Thau mild erquickt die dürre Au', also stärkt in Freud' und Leid der Gemeinschaft Seligkeit. 3. Wie der Balsam köstlich war, der da floß von Aarons Haar nieder in sein ganzes Kleid, Duft entströmend nah' und weit; 4. Also labend ist es auch, wenn der sel'ge Liebeshauch, der aus JEsu Herzen geht, Seiner Jünger Brust durchweht. 5. O wie flieht da Neid und Streit, o wie wird das Herz so weit, wenn die Schaar verfammelt ist um den Hirten Jesus Christ. 6. Aller Augen seh'n auf Jhn, der zum Heil der Welt erschien und mit Seinem GOttesblut Adams Fall macht' ewig gut. 7. Einer ruft dem Ändern zu:„ Ich fand auch in JEsu Ruh', und durch seines Geistes Band bist du mir, ich dir verwandt." 8. Wenn dem Einen wohlgeschieht, freut sich mit das and're Glied; ift betrübt des Bruders Herz, fühlen Alle mit den Schmerz. 55 9. Einer faßt den Andern an, Alle steh'n für einen Mann, und aus einem Munde geht voller Inbrunst ihr Gebet. 10. Alle rühmen JEsu Huld, Seine langmuth und Geduld, Seines Mutterherzens Treu', wie sie alle Morgen neu. 11. Und Er selbst, der Seelenfreund, der die Seinen so vereint und den Liebesbund geweiht, freut sich ihrer Seligkeit. 12. Seine durchgegrab'ne Hand knüpfet fester ftets das Band, ach, und gießt des Segens Meer über Seine Glieder her. 13. Hallelujah sei dem HErrn dargebracht von nah' und fern; Dank sei Ihm in dieser Zeit, Lob und Ehr' in Ewigkeit! 57. Ermunterung auf der Pilgerreise. Mel, Nun ruben alle Wälder. Durch mancherlet Getümmel geht unser Weg zum Himmel, zur schönen Zionsstadt. Dort ist der Ort der Freude, wo einst nach vielem Leide der Pilger ewig Ruhe hat. 2. Drum auf zum Streit hienieden! Das Reich ist uns beschieden, wo Tod und Sünde schweigt. Dort wird nach Buß' und Reue, nach Glauben, Kampf und Treue die Siegespalme einst gereicht. 3. Wie wird uns dort geschehen, wenn wir Ihn werden sehen, den HErrn der Herrlichkeit, wenn Er mit Himmelsschäßen dereinst uns wird ergößen in jener fiillen Ewigkeit! 4. Ach, wär' der Kampf vorüber! D, wär ich schon hinüber in's rechte Baterland, wo einst in ew'ger Wonne der HErr, die Gnadenfonne, Schmerz, Sorg' und alles Leid verbannt! 56 5. Dir will ich mich ergeben in diesem armen Leben, HErr JEsu Chrift, mein Hort. Nimm mich in Deine Hände, und öffne mir am Ende dort Deines süßen Himmels Pfort'! 58. Reiselied eines Predigers. Mel. JEfus, meine Zuversicht. 3euch mit mir, Immanuel, bahne freundlich Steg' und Wege, ich befehle Leib und Seel unter Deiner Obhut Pflege, daß Du mich bet Tag und Nacht halten woll'st in guter Acht. 2. Sei Du Selbst, o Lebenshort! allenthalben mir zur Seite; führe mich nach Deinem Wort, daß ich falle nicht, noch gleite, und des Satans gift'ger Pfeil mich nicht treff', o süßes Heil! 3. Salbe mich mit Kraft und Muth, Deine Gnade zu verkünden, und Dein theures GOttes= blut, das da tilget alle Sünden und erlös't vom Todesbann, anzupreisen Jedermann. 4. Hilf, daß meines Glaubens Licht leuchten mög' und helle brennen, daß ich mich ja fürchte nicht, Dich mit Freuden zu bekennen; schreib' es an die Stirne mir, daß ich angehöre Dir! 5. Laß auch über Kind und Weib Deine Augen offen stehen, schüße sie an Seel' und Leib, daß wir froh uns wiedersehen und mit Dankesthránen dann beten Dein Erbarmen an. 6. Weid' auch, o getreuer Hirt! meine Schäflein unterdessen, daß sich keins von Dir verirrt, ach, und die noch Träber effen, reiße doch mit starker Hand weg von des Verderbens Rand. 7. Nun so sei's auf Dich gewagt, ja, ich reif in Deinem Namen; wos Dein Mund mir zugesagt, 57 hältst Du, denn Du heißest Amen; Preis und Dank und Ruhm und Macht sei Dir ewiglich gebracht! 59. Heimkehr eines Predigers. Mel. HErr JEfu Christ, mein's Lebens Licht. Wie freut sich doch mein ganzes Herz, daß ich nun wieder heimathwärts in des getreuen Weibes Arm darf eilen ohne Sorg' und Harm! 2. Wie sehn' ich, ach, so inniglich auch nach den süßen Kindlein mich und nach den Schafen groß und klein erkauft durch JEsu Todespein! 3. Zwar haft Du, lieber treuer HErr, auf dieser Reis' unendlich mehr, als ich versteh'n und sagen kann, an Deinem ärmsten Knecht gethan. 4. Du führtest mich bei Tag und Nacht, hielt'st mich in fich'rer Hut und Acht, und warst mein Licht, mein Schirm und Heil, daß mich nicht traf des Satans Pfeil. 5. Du thatst mir auf den blöden Mund, zu machen Deine Rechte kund, und schenktest mir getrosten Muth, zu zeugen, HErr, von Deinem Blut. 6. Du öffnetest der Herzen Thür, wenn ich fie bittend wies zu Dir, daß manche Seele tief bewegt nach Dir nun ein Verlangen trägt. denn 7. Deß rühm' ich Dich, o JEsu, mein! Dir gebührt die Ehr' allein, Du bist's, der alles Gute schafft, Dein ist die Herrlichkeit und Kraft! 8. Nun aber, o wie hüpft mein Herz! nun reif' ich wieder heimathwärts; nach Weib und Kindern steht mein Sinn, zur lieben Heerde zieht mich's hin. 9. O fänd' ich Alle doch gefund! so wollten wir mit Einem Mund' aus ganzer Seele brünfiglich, o süßer JEsu, preisen Dich! 58 60. Bundeslied. Mel. HErr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Marter GOttes, wer kann Dein vergeffen, der in Dir sein Wohlfein find't! Unser Herze wünscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank entzind't. Unsre Seele soll sich daran näbren, unfre Ohren nie was Lieber's hören; alle Tage kommt Er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, Du unser treues Herzel Leib und Geist bet' drüber an, daß Du unter Martern Angst und Schmerze haft genug für uns gethan! Laß Dich Jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einft als Deine Braut Dich von Angesichte schaut! 3. Meine tranke und bedürff'ge Seele eilet Deinen Wunden zu; da, da findet sie die sich re Höhle, wo ihr fließen Fried' und Ruh'. Auf Dein Kreuz laß, HErr! mich gläubig sehen; laß Dein Marterbild stets vor mir stehen, so geht mir bis in mein Grab nichts von Deinem Frieden ab. 4. Die wir uns, allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf Deine Mars ter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, fage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! 61. Liebesgruß aus der Ferne. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. - Ich grüße dich aus weiter Ferne, du vielgeliebter Bruder du! und eilt'- ach wie so Herzlich gerne- noch heute dir auf Flügeln zu, an deiner Brust mich zu erquicken, in's Bruders auge dir zu seh'n und dann mit dir mich tief zu bücken vor unserm GOtt in Dank und Fleh'n. 59 2. Doch ob wir leiblich auch geschieden, im Geifte sind wir innig nah'; wir schmecken Eines Heilands Frieden, und Eine Sonne scheint uns ja; ein fich'res Schloß umschirmt uns Beide es find die Wunden uns'res HErrn- wir geh'n auf Eines Hirten Weide, uns leuchtet Einer Liebe Stern. 3. Ja, Eins in Jhm sind unsre Herzen und Eines Leibes Glieder wir, der Eine fühlt des Andern Schmerzen; bist du vergnügt, ich bin's mit dir; wir zieh'n nach Einem Vaterhause, wo aller Trennung Kummer schweigt und alles Leid und Sturmgebrause dem Anschau'n GOttes ewig weicht! 62. Das Wort des Lebens. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Wort des Lebens, laut're Quelle, die vom Himmel sich ergießt, Lebenskräfte giebst du Jedem, der dir Geist und Herz erschließt; der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, bürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? ein beschränftes, finst res Thal. Ohne dich, was ist der Himmel? ein verschloss'ner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? ein erneu'ter finft'rer Tod. Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgrau'n ohne Morgenroth. 3. Wort des Lebens, du erleuchteft, doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schreckest du den Sünder aus der dumpfen, trägen Ruh'; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Waage wägt, doch auch einen Vater lieben, ber mit Langmuth Alle trägt, einen GOtt, der den geliebten ein'gen Sohn zum Opfer giebt, der an 60 Ihm die Sünde richtet, und in Jhm die Sünder ING Tiebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ew'ges Heil! doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zu Theil. Nun, so will ich dich bewahren. Schwert des Geiftes, GOttes Wort, hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron' ererben dort! 63. Lutherslied. Cin' feste Burg ist unser GOtt, ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller: Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alte böse Feind mit Ernst er's jeßt meint, groß' Macht und viel Lift sein' grausam Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 2. Mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir find gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den GOtt Selbst hat erforen. Fragest du, wer der ist? Er heißt JEsus Christ, der HErr Zebaoth, und ist kein and'rer GOtt das Feld muß Er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt'n uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.. Der Fürste dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist ges richt't: Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort fie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dein Plan mit Seinem Geist und Gaben. Nehmen fie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, fie haben's tein'n Gewinns das Reich muß uns doch bleiben. 61 64. Preis dem wunderbaren König! Eigene Melodie. Wunderbarer König, Herrscher von uns Allen, laß Dir unfer Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast Du laffen triefen, ob wir schon von Dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk' uns doch, laß die Zunge fingen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel! lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern', seid bereit zu ehren einen solchen HErren. 3. O, du meine Seele, finge fröhlich, finge! finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder! Er ist GOtt, Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den HErren kennet, wer den HErren JEsum liebet. Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen Ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd' Jhn loben! 65. Seliges Kennen. Kennst du den Ort, da ich am liebsten weile, feitdem ich meines Herzens Jammerstand, der Sünde tödtend Schlangengift erkannt und tief gefühlt des Höchsten Zornespfeile? Kennst du ihn wohl? Er heiBet Golgatha, das GOtteslamm erlös'te mich allda. 2. Kennst du die Burg, darin ich Schuß gefunden, die sich're Freistadt, da kein Feind mich schreckt, kein Blig und Sturm mich aus der Ruhe weckt, da auch die kränkste Seele muß ge= funden? Kennst du sie wohl? ich nenne fie so gern, es sind die tiefen Wunden unsers HErrn. 62 3. Kennst du die Quelle, d'rin ich täglich babe, bie blutig- rothe Flecken belle wäscht und Millionen Schulden tilgt und löscht, daß keine mehr dem armen Sünder schade? Kennst du fie wohl, die wundervolle Fluth? Es ist des heil'gen Lammes theures Blut. 4. Kennst du das Herz voll ewigem Erbarmen, das für die Sünder alle liebend schlägt, der Kranken wartet und die Schwachen trägt und überschwänglich labt die geistlich Armen? Kennst du es wohl? Es ist das JEsusherz, das einst am Kreuze brach in Lieb' und Schmerz. 5. Kennst du das Land, dahin die Pilger wallen, in deren Seele JEsu Liebe glüht, das sel'ge Land, da ew'ger Friede blüht und ew'ge Jubellieder füß erschallen? Kennst du es wohl? Es sind des Himmels Au'n, da wir das Lamm von Angesichte schau'n. 66. Gruß. Mel. Weil ich JEsu Schäflein bin. eid willkommen allzumal! 3hr feid von der Brüder Zahl, die auf JEsu Christi Wunden sich auf's innigste verbunden. Seid gegrüßt! wir lieben euch, ihr gehört in JEsu Reich. 2. Seid willkommen! Ihr habt's gern, wenn man preis't den lieben HErrn, wenn Ihm Alle Lieder fingen und dem Lamm Dankopfer bringen, das mit Seinem blut'gen Tod uns erlös't aus aller Noth. 3. Seid willkommen! Was die Welt für Ge= winn und Wollust hält, das habt ihr schon aufgegeben, kennt ein beff'res Freudenleben. JEsus, Er ist eure Luft, Er allein ist euch bewußt. 4. Seid willkommen! HErr Christ, weil Du Aller Freude bist, ach, so hör' auf uns're Bitte; 63 Tritt hinein in uns're Mitte! Segne uns doch allesammt, daß Dir jedes Herz entflammt. 67. Abschied. Mel. Herzlich thut mich verlangen. at as macht ihr, daß ihr weinet und brechek mir mein Herz? Jm HErrn sind wir vereinet und bleiben's allerwärts! Das Band, das uns verbindet, lös't weder Zeit noch Ort; was in dem HErrn sich findet, das währt in Ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollt's geschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein. Man sieht sich an, als fähe man sich zum letzten Mal, und bleibt in gleicher Nähe dem HErrn doch überall. 3. Man spricht:" Ich bier, du dorten, du ziehest und ich bleib'" und ist doch aller Orten ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch, und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig seh'n, wir kennen ja den Einen, mit dem wir Alle geh'n, in einer Hut und Pflege, ge= führt von einer Hand, auf einem sich'ren Wege, in's eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trennungsleid, nein, einem neuen Bunde mit uns'rem HErrn geweiht. Wenn wir uns Ihn erforen zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh' auch Scheiden thut. 68. Freudiger Glaubensmuth. Viel. Valet will ich dir geben. Ift Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich; so oft ich fing' und bete, weicht Alles binter 64 Fich; hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei GOtt, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß GOtt, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh', und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh'. 3. Der Grund, d'rauf ich mich gründe, ist Christus und Sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Chriftus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein JEsus ist mein' Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn Der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt ich nicht vor GOttes Augen stehen und vor dem strengen Siß; ich müßte gleich vergehen, wie Wachs in Feuership'. 5. Sein Geift spricht meinem Geiste manch füßes Trostwort zu, wie GOtt Dem Hülfe leiste, der bei Ihm fuchet Ruh', und wie Er hab' erbauet ein' edle, neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es gegläubet hat. 6. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht't, wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein JEfus und Sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 7. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein HErr JEsus Chrift; das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist. 65 69. Ein Loblied. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Helb. Auf, Brüder! stimmt ein Loblied an und laßt uns fröhlich fingen; der HErr hat viel an uns gethan, wir wollen Dank Ihm bringen. Das GOtteslamm ist's wahrlich werth, daß jede Seel' es ewig ehrt. 2. Wer waren wir? Wir waren fern von GOtt und Seiner Gnade. Wer sind wir nun? Erlös't vom HErrn und auf dem rechten Pfade, der uns zu unserm JEsus bringt, bei dem man ewig Psalmen fingt. 3. Hier sieht's uns freilich Niemand an, was wir einmal sein werden; armselig sind wir angethan, und unter viel Beschwerden geh'n wir den schmalen Weg, verschmäht, mitThränen wird von uns gefä't. 4. Doch Hoffnung läßt uns fröhlich sein. Wir find des Himmels Erben. Wir fürchten keine ew'ge Pein, wenn wir im Glauben sterben, und GOttes Sohn ist unser Freund, wir sind im Glauben Ihm vereint. 5. Wir sind vergnügt, denn Er, der HErr, ist stets in uns'rer Mitte. Er ist um uns, Sein Völkchen, her und hört auf unsre Bitte. Und droht die ganze Welt mit Krieg, so bleibt mit Ihm uns doch der Sieg. 6. Gar bald wird's überstanden sein. Ihr Brüder! fortgerungen! Dann geht's zur ewigen Freude ein, dann wird das Lamm besungen, das uns von aller Noth befreit, von Angesicht in Ewigkeit. 70. Liebe und Leben in GOtt. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. In GOtt zu lieben und zu leben, das ist des Lebens Seligkeit, das kann uns sichern Frieden geben 5 66 in Freud' und Schmerz, in Glück und Leid. Die Zeit entflieht, die Welt vergeht; doch wer in GOtt lebt, der besteht. 2. Das Leben kommt aus GOttes Händen; d'rum soll's auch uns're Freude sein, Jhm Herz und Liebe zuzuwenden und Kraft und Willen Jhm zu weih'n. Wer liebend Ihn im Herzen hält, der lebt schon hier in höh'rer Welt. 3. Und jede Liebe, die auf Erden mit treuen Seelen uns vereint, beglückend kann sie dann nur werden, wenn sie's mit GOtt auch treulich meint. Haucht uns Sein Geist die Liebe ein, dann muß sie schön und himmlisch sein. 4. 3war mischt in treuer Liebe Freuden auch oft fich Sorg' und Gram und Schmerz; doch wenn in GOtt wir liebend leiden, so tröstet Er im Leid das Herz, und Seelen, die Sein Troft er= freut, wird selbst das Leid zur Seligkeit. 5. Die Seelen, die wir treu umfassen von früher Jugend Zeiten an, wir müssen einst fie von und lassen, wenn ihres Lebens Zeit verrann; doch steht in GOtt der Liebe Grund, dann bleibt im Tod noch fest der Bund. 6. So soll denn unsers Lebens Leben des fel'gen GOttes Liebe sein; Jhm, dessen Lieb' es uns gegeben, Jhm laßt uns Lieb' und Leben weih'n; so bleiben wir durch Freud' und Leid in Ihm vereint in Ewigkeit. 71. Die Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Nun preifet Alle GOttes Barmherzigkeit. Weit durch die Lande und durch die Inseln weit, ja bis an's Ende der Erde ausgestreut, fingt unser Bund in vielen Jungen Psalmen dem Meister und Huldigungen. 67 2. Ein HErr und Meister ist unser Haupt und Hort. Er prüft die Geister und braucht fie da und dort. Doch Alle, fest auf Ihn verbunden, steh'n vor Ihm in geweihten Stunden. 3. Er HErr, wir Brüder! So ruft der ganze Bund. Er Haupt, wir Glieder! So tönt durch's Erdenrund des freien Bundes Volksgemeinde. Eine nur ist es und ewig Seine. 4. Schnell einverstanden sind, die sich nimmer fah'n. Mit Geistesbanden schließt Herz an Herz fich an; weil Brüderseelen, Brüderaugen Zeichen der Seele zu lesen taugen. 5. Wo wir auch wohnen, verknüpft uns Seine Hand. Durch alle Zonen reicht unser Brüderband. In Ihm und Seines Geistes Frieden bleiz ben Entfernte noch ungeschieden. 6. Grüß euch, ihr Lieben, dort über Land und See! Theil nehmt ihr drüben an unserm Wohl und Weh'. O dankt dem HErrn! in Seinen Händen ruh'n wir getroft an den Erdenenden. 7. Zieht bin in Frieden, die ihr zu scheiden scheint; in Norden, Süden fühlt euch mit uns vereint! Mit Blicken und mit Herzensflammen treffen wir immer in Ihm zusammen. 72. Abschiedsgruß. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Nun wollen wir uns scheiden und geh'n den Weg mit Freuden, den JEsus uns gebahnt; er geht sich gar zu herrlich, der Weg ist unbeschwerlich, den auch ein Jeder gehen kann. 2. Geht, bleibt und wachs't im Glauben; den Schaß laßt euch nicht rauben, der Teufel lauert 5* 68 d'rauf. Hört, JEsu Blut, das schreiet:„ Ich habe euch befreiet durch Meinen blut'gen Liebeskauf." 73. Siegeslied. Volksmelodie. Großer Immanuel, Siegesfürft, Lebensquell, mächtigster Held! Nichts bin ich ohne Dich: Darum erhöre mich, schüße mich gnädiglich vor Sünd' und Welt. 2. Satan begehret mein, will in mein Herz hinein, mich von Dir zieh'n; aber wenn Du, HErr Chrift! mir nur zur Seite bist, hilft ihm all' seine List nichts, er muß flieh'n. 3. Bleib' ich nur Dir, o HErr, für mich Gefreuzigter! ewiglich treu, halt' ich nur unverwandt bis an des Grabes Rand Deine durchbohrte Hand; dann bin ich frei; 4. Frei von der Sünde Last, die Du getragen haft, los aller Pein; frei dann vom eitlen Sinn wall' ich zur Heimath hin. Sterben ist mein Gewinn; denn Du bist mein. 74. 3ion, fahre fort! Eigene Melodie. Fabre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle, Zion, dringe durch die enge Pfort'; fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich, leide dich. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nichts 69 ihr Gut und Gelb, nimm nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Luft verspricht, folge nicht, folge nicht. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dich ruft auf beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, Beide das, was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, bringe ein in GOtt; ftärke dich mit Geist und Leben, fet nicht wie die Andern todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich hers für in Kraft; weil die Bruderliebe brennet, zeige, was Der in dir schafft, der als Seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegeb'ne Thür brich herfür, brich herfür. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu', laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das Kleinod rückt herbei. Auf! verlasse, was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! 75. Ja, HErr, aber doch! Mel. Seelenbräutigam. Ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch: zwar kann ich an mir nichts finden, als nur Missethat und Sünden; ja, HErr, aber doch hoff ich Armer noch. 2. Ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch. 3war bin ich ein schlechter Beter und ein arger Uebertreter; ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch. 3. Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund:" Ich bin ja nicht für die Frommen, für 70 die Sünder bin Ich kommen." Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund. 4. Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund: ,, Kommt mühselig und beladen, Ich begegne euch mit Gnaden." Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund. 5. Was Tein Mund verspricht, brichst Du ewig nicht. Ich will ganz zufrieden leben, weil Du mir Dein Wort gegeben. Was Dein Mund verspricht, brichst Du ewig nicht. 76. Ehre dem HErrn! Mel. Nun, so bleibt es fest dabei. O mein JEfu! Du bist's werth, daß man Dich im Staube ehrt. Niemand ist so gut wie Du, meine Seele jauchzt Dir zu. 2. Deine Hand hat mich gemacht, wunderbar an's Licht gebracht, und Dein Blut hat mich erlöst, daß ich ewig sei getröst't. 3. Deine Gnade blickt mich an, sagt mir, daß ich kommen kann, und daß Du der Sündenschuld nicht gedenkst nach Deiner Huld. 4. Nein, ich soll Dein Erbe sein, bleib' ich nur an Dir allein und verlasse Sünd' und Welt, die mein Herz gefangen hält. 5. Nun ich will, reiß mich nur los, mache meinen Glauben groß, gieb mir einen treuen Sinn, nimm mich ganz, mein JEsu! hin. 77. Der Sünderfreund. el. Dem blut'gen Lamme. HErr, ich beweine, was ich vorhin gethan, wasche mich reine, nimm mich zu Gnaden an, ich 71 will auch stets der Deine bleiben, Dir mich mit Leib und mit Seel' verschreiben. 2. Du bist ja gütig und nimmst die Sünder an, die sich reumüthig zu Deinem Throne nah'n; nun siehst Du mich mit vielem Weinen mühselig vor Dir, o HErr, erscheinen. 3. Ich leg' mich nieder zu Deinen Füßen hin und geh' nicht wieder, bis ich begnadigt bin. Groß war an Vielen Dein Erbarmen, ach und Du hast es auch mit mir Armen. 4. HErr, Deine Wunden und Dein unschuld'ges Blut, in schweren Stunden vergossen mir zu gut, verkünden laut mir Dein Vergeben, d'rum will ich hoffen: Ich werde leben. 78. Lebensregeln. Mel. Ich finge Dir mit Herz und Mund. Mert', Seele, dir das große Wort: Wenn JEsus winkt, so geh'; wenn Er dich zieht, so eile fort; wenn JEsus hält, ſo steh'. 2. Wenn Er dich lobet, bücke dich; wenn Er dich liebt, so rub'; wenn Er dich aber schilt, so sprich: Ich brauch's, HErr, schlage zu! 3. Wenn JEfus Seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu' dich der Barmherzigkeit, die Andern widerfährt. 4. Wenn Er dich aber brauchen will, so steig' in Kraft empor; wird JEsus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel', dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan! 72 79. Immanuel! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Laffet uns mit JEsu ziehen, den eitlen Tand der Erde fliehen und wandeln auf der schmalen Bahn; herrlich strahlt die Lebenskrone hernieder von des Himmels Throne und winkt uns heim nach Canaan. Unsruft Immanuel; d'rum laßt uns Leib' und Seel' Ihm ergeben! Die Welt zerstäubt, doch ewig bleibt, wer sich dem Heiland einverleibt. 2. Aber ach, wir sind zu schwächlich, arm, blind und bloß und sehr gebrechlich, wir können und vers mögen nichts; d'rum, HErr JEsu! laß gelingen, gieb uns das Wollen und Vollbringen, daß wir im Strahle Deines Lichts, gestählt durch Deine Kraft, in kühner Ritterschaft muthig kämpfen. Bist Du uns nah', o Jehovah! so siegen wir! Hallelujah! 80. Wahre Erquickung. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Mein Herz ist voller Freudigkeit und fühlet keine Schmerzen; denn Deines Wortes Süßigkeit bringt mir aus Deinem Herzen erquickend in mein Herz hinein und stillet alle Sorg' und Pein und giebt mir neue Kräfte. 81. Er läßt mich nicht. Er läßt mich nicht! Und wenn mich Alle, Alle auch verlaffen, wenn Treue nur ein Wahn auf Erden wird; dann wird, dann muß der himmlisch treue Hirt nur fester noch Sein armes Lamm umfassen. Das Hirtenherz ist meine Zuversicht. Er läßt mich nicht! 2. Er läßt mich nicht! Und wenn auch Höll' und alle Teufel wüthen, die ganze Welt mich reißt 73 aus Seiner Hand, mein Herz selbst fällt, indem es widerstand: Der weiß dem Feind' die Stirne wohl zu bieten, der: Ich bin eins mit meinem Vater spricht. Er läßt mich nicht. 3. Er läßt mich nicht! Und wenn ich auch auf fernen, irren Wegen von Ihm mich scheide. Ja, troß aller Sünd', es schlägt Sein HeilandsHerz dem armen Kind' unendlich treu und gnadenreich entgegen, wo es sich selbst den Stab schon weinend bricht. Er läßt mich nicht. 4. Er läßt mich nicht! Wenn, was ich warm und freudig meine nenne, was meinem Leben Licht und Glänzen giebt, dahin sinkt; wenn sich heit'= rer Himmel trübt, ich Wolken nur und finft're Nächte kenne: Ein Strahl ist's, der durch alle Wolken bricht: Er läßt mich nicht. 5. Er läßt mich nicht! Wenn ich zu schwach bin, um zu Ihm zu fliehen, zu geistestodt, unt noch zu beten, bin, dann stellt Er sich vor Seis nem Vater hin, beugt dort zur Rechten Seine beil'gen Knieen, mein Herz wird wieder stark und frei und licht: Er läßt mich nicht!- 6. Er läßt mich nicht! Und wenn ich liegen werd' in Todesnöthen, wenn dunk'le Nacht den matten Blick umhüllt, wenn Grabesschauer mir die Seele füllt, sie nicht mehr seufzen kann und nicht mehr beten; durch Grabesdunkel strahlt Sein selig licht. Er läßt mich nicht. 7. Er läßt mich nicht! Und wenn die Seel vor Seinem ew'gen Throne nun fühlt: Du haft verdient, daß Er dir flucht! Die Wunden zeigt Er dann, die sie gesucht, die off'ne Seite und die Dornenkrone. Ich ruf', ein Siegesfürft in dem Gericht: Er läßt mich nicht! 74 82. Abschiedsgruß. Arma Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme, Biebt in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen GOttes Gnade und Seiner heil'gen Engel Wacht! Wenn euch JEsu Hände schirmen, geht's unter Sonnenschein und Stürmen getroft und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im HErrn! Er sei euch nimmer fern, ſpät und frühe. Vergeßt uns nicht in Seinem Licht, und wenn ihr sucht Sein Angesicht! 83. Christo dem Könige. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. em König, welcher Blut und Leben dem Leben Seiner Völker weih't, dem König werde Preis gegeben! Erzählt Sein Lob der Ewigkeit! Singt alle Wunder, die Er thut; doch über Alles rühmt Sein Blut! 2. Den König hat mein Herz gefunden, wo anders, als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus Seinen Wunden, auch mich, auch mich erlöft' Er da. Für mich gab Er Sein Leben hin, der ich von Seinen Feinden bin. but 3. Wem anders sollt' ich mich ergeben? O König, der am Kreuz' verblich! Hier opfr' ich Dir mein Blut und Leben; mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör' ich zu der Kreuzes= fahn' als Streiter und als Unterthan. 4. O gieb Dein Manna mir zu esſen! Dein Freudenwein erquicke mich! O laß mich Deiner nie vergessen, in meinem Geist verkläre Dich. So palt' ich täglich Abendmahl; denn Dein Verdienst ist ohne Zahl. 75 84. Der beste HErr. ima Mel. Nun laffet uns den Leib begraben. Ich weiß noch keinen bessern HErrn, was mir gefällt, das thut Er gern; doch weiß ich keinen schlimmern Knecht, ich mach' Ihm keine Sache recht. 2. GOtt Lob! daß mir mein HErr vergiebt und mich aus freier Gnade liebt. GOtt Lob! daß Er mich dulden kann, GOtt Lob! Er nimmt die Sünder an. 93. D'rum bleib' ich stets bei diesem HErrn und das von ganzem Herzen gern; bei Seinem Wort, in Seinem Blut hat's meine Seele ewig gut. 85. Haussegen. Mel. Nun danket Ale GOtt. Laß Dich, HErr Jesu Chrift! durch mein Gebet bewegen, komm' in mein Herz und Haus and bringe mir den Segen! Nichts richten Müh' und Fleiß ohn' Deine Hülfe aus; wo Du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. 86. Mach' dich auf, werde Licht! Mel. JEsus, meine Zuversicht. Mach' dich auf und werde Licht, Zion! denn dein Licht ist kommen. Sage, Zion! hörst du nicht, wie sich GOtt dein angenommen, wie Er Seinen Sohn gesandt, der den Fluch von dir gewandt? 2. Ach, die Herrlichkeit des HErrn ist dir längst schon aufgegangen; warum hältst du dich so fern, Seine Gnade zu empfangen? Mach' dich auf und werde Licht! Thue Buße, säume nicht! 3. Mach' dich auf und werde Licht, daß der Welt geholfen werde! Viele Völker sehen nicht; 76 Finsterniß bedeckt die Erde. Zion, es ist deine Pflicht. Ach, vergiß der Armen nicht! 4. Merke das Verheißungswort: Heiden, die noch irre gehen, werden bald an ihrem Ort auch das Licht und Leben sehen; Königen, die noch in Nacht, wird Dein Heil und Glanz gebracht. 5. Hebe deine Augen auf! Sieh', wie sie von Ferne kommen. Schon hat mancher wilde Hauf' deinen JEsum angenommen, ist aus Satans Reich und Macht schon in GOttes Reich gebracht. 6. Mach' dich auf und werde Licht! Sollten Heiden sich bekehren, ach, und Zion wollte nicht? Zion, laß dich doch belehren! Mach' dich auf und werde Licht! Zion, Zion, säume nicht! 87. Auf, laßt uns Zion bauen! Mel. In allen meinen Thaten. Auf, laßt uns Zion bauen mit fröhlichem Vertrauen im Namen JEfu Chrift! Zion muß größer werden, so groß, daß auf der Erden kein Mensch mehr außer Zion ift. 2. Seid ihr so wohl geborgen und lebt nun ohne Sorgen, und wollet Brüder seh'n, die noch in Finsternissen, vom Satan fortgeriffen, in's ewige Verderben geh'n? 3. Ach jetzt sind Millionen noch unter allen Zonen in Satans Hand und Reich, fie müſſen Wohnung haben in Zion und sich laben am Lebensquell mit uns zugleich. 4. Ach seh't! die armen Heiden ermangeln noch der Weiden für ihr tröstloses Herz. Sie hören nichts von Gnade und wandeln auf dem Pfade, deß Ende ew'ge Qual und Schmerz. 5. O rettet diese Armen und sendet aus Erbarmen zu ihnen GOttes Wort! Laßt euer Herz 77 entflammen und tragt mit Luft zusammen und sendet Glaubensboten fort! 6. Ihr nennet JEsum euer. Jft Er euch wirklich theuer und wollt ihr Seinen Ruhm, so dürft ihr es nicht sehen, daß Tausende hingehen ohn' Licht und Evangelium. 7. Auf, laßt uns Zion bauen mit freudigem Vertrauen, die schöne GOttesstadt! Wenn wir an's Wert erst gehen, wird sie bald fertig stehen. Wohl dem, der mitgebauet hat! 88. Getrost hinauf! Mel. Von GDit will ich nicht laffen. Ob auch die Wellen stürmen in deinem Lebenslauf, und hoch sich Wogen thürmen, so blick" getroft binauf zu Jhm, der Wind und Meer bald kann zum Schweigen bringen, Er merkt wohl auf dein Ringen und sendet Hülfe her. 89. Keine Entschuldigung.ee Römer 1, 20. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. M. enn ich, o Schöpfer, Deine Macht, die Weisheit Deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege; so weiß ich von Be= wund'rung voll nicht, wie ich Dich erheben soll, mein GOtt, mein HErr, mein Vater! do not 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder Deiner Werke; der Himmel, prächtig ausge= schmückt, preist Dich, Du GOtt der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet fic mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer weis't dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß 78 der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? D GOtt der Macht und Herrlichkeit, GOtt! Deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat GOtt gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den Deine Hand fo wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, Dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täg= licher Beweis von Deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' Ihn ewig, o mein Geift, erhebe Seinen Namen: GOtt, unser Vater, sei gepreif't, und alle Welt fag': Amen! und alle Welt ehr GOtt den HErrn, und hoff' auf Ihn und dien Ihm gern; wer wollte GOtt nicht dienen? 90. Diesem Hause ist Heil widerfahren. selig Haus, wo man Dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, HErr JEsus Chrift, wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; wo Aller Herzen Dir entgegen schlagen, und Aller Augen freudig auf Dich seh'n, wo Aller Lippen Dein Gebot erfraz gen und Alle Deines Winks gewärtig steh'n. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in Deiner Liebe eines Geistes find, als Beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo Beide unzers trennbar an Dir hangen in Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei Dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 79 3. O felig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets an's Herz Dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu Deinen Füßen gern fich sammeln und horchen Deiner süßen Rede zu und lernen früh Dein Lob mit Freuden stammeln, sich Deiner freu'n, Du lieber Heiland Du. 4. O felig Haus, wo Knecht und Magd Dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie seh'n, bei allem Werk von einem Eifer brennen, daß es nach Deinem Willen mag gescheh'n; als Deine Diener, Deine Hausgenoffen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdroffen, in kleinen Dingen zeigen große Treu'. 5. D felig Haus, wo Du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude Dein vergißt; o felig Haus, wo Du die Wunden heilest, und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich Alle zie= hen aus dahin, woher der Vater Dich gesendet, in's große, freie, schöne Vaterhaus. mid 91. Herbstlied. Mel. In allen meinen Thaten. Der rauhe Herbst kommt wieder; nun finkt die Freude wieder zum sachten Trauerton. Die Sommerluft vergehet; nichts auf der Welt be= stehet, der Mensch muß eilends auch dahin. 2. Du, GOtt und HErr der Zeiten, bilf, daß wir uns bereiten zu unfrer wahren Ruh'! Stets zeig'st Du Dein Gemüthe, schickst uns aus milder Güte auch stumme Lehrer mahnend zu. 3. Ein Gräf'lein will uns sagen, ein Blatt will uns vortragen, was uns're Pflicht soll sein; 80 Wir sollen GOttes Gnade fein ebnen ihre Pfade, wenn sie bei uns will kehren ein. 4. Die Rose läßt sich brechen, wird niemals widersprechen des Gärtners Meisterhand; der Apfel, zum Genießen, fällt willig dir zu Füßen und läffet willig seinen Stand. 5. Mensch, willst du widerstreben, dich deinem GOtt nicht geben, was doch dein größter Ruhm? Er hat dich ja erschaffen, geziert mit Glaubenswaffen, damit du sei'st Sein Eigenthum. 6. Schickt Er dir Kreuz und Schmerzen, nimmt Er dir was vom Herzen: Er meint's doch immer gut. Und sind wir GOttes eigen, so laßt uns kindlich schweigen zu Allem, was Sein Wille thut! 7. Wer will der Welt Getümmel erwählen für den Himmel? Hilf, JEsu, GOttes Sohn, daß wir uns stets gewöhnen, uns nur nach Dir zu sehnen und Deinem heil'gen Gnadenthron! 8. Gieb einst durch deine Hände mir auch ein fel'ges Ende: die Welt ist nur Beschwer. Was fie sich auserlesen, ist trüglich Thun und Wesen, ein trübes, sündenvolles Meer. 9. Hier fahr' ich hin mit Sorgen; komm', HErr, am guten Morgen, bring' mich zum sichern Port, wo mit der Engel Weisen ich ewig Dich fann preisen als meines Lebens Licht und Hort! 92. Winterlied. Mel. In Dich hab' ich gehoffet, HErr. arque inter er graue Winter weit und breit hat schon mit Frost und Traurigkeit die Fluren überdecket, die einst des Frühlings grüne Zeit ſo lieblich aufgewecket. 2. So sinken wir auch einst in's Grab und legen ab den Wanderstab, von Erd' und Schnee 81 bedecket, bis Chriftus fähret himmelab und uns vom Tod' erwecket. 3. Die Fluthen werden eisenhart, der Bäche frischer Lauf erstarrt, die Bäume stehn gar traurig; denn wo die Sonn' entzogen ward, ift Alles kalt und schaurig. 4. Wenn uns're Herzen find erstarrt und von der Sünde todt und hart, wer will das Elend heben? Des Höchsten Gnad' ist Sonnenart, nur fie kann uns beleben. 5. Der kurze Tag, die lange Nacht gar manche Herzen traurig macht; wie dann in jenem leben? Wer hier nicht recht zum Licht erwacht, muß dort im Dunkel schweben. 6. Wie mancher Arme leidet Noth! Er frieret ohne Kleid und Brod, indeß die Reichen praffen. GOtt wird sie einst in ihrem Tod auch ohn' Erbarmen laffen. 7. Gerechter GOtt in Ewigkeit, der Du verwandelft Jahr und Zeit, füll' uns mit Licht und Gnade! O Sonne der Gerechtigkeit, leit' uns auf ew'gem Pfade! 93. Suche JEsum und Sein Licht! Mel. JEfus, meine Zuversicht. Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu GOtt aufschwingen, richt' ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche JE fum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben, eil' zum Lebensquell binzu, da 6 82 fannst du sie reichlich haben. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 4. Geb' einfältig stets einher, laß dir nicht das Ziel verrücken, GOtt kann aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche JEfum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 5. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, aufdie, so da keusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 7. Laß dir Seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit innigem Gebet fich dein Herz zu Ihm erheben. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 8. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß Sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. D'rum such' JEfum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 94. JEsus hält, was Er verspricht. Mel. JEsus, meine Zuversicht. Cine Heerde und ein Hirt! Wie wird dann bir sein, o Erde, wenn Sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde, mach' dich auf und werde Licht! JEfus hält, was Er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des HErrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger fleh'n um Licht; JEſus hält, was Er verspricht. 1900 83 3. Komm, o komm, getreuer Hirt! daß die Nacht zum Tage werde; ach, wie manches Schäflein trrt fern von Dir und Deiner Heerde. Kleine Seerde, zage nicht; JEfus hält, was Er verspricht. 4. Steh', das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste knie't dürftend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; JEſus hält, was Er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rausch't, verdor= rete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des HErrn, erscheine! JEsus ruft: Es werde Licht! JEfus hält, was Er verspricht. 6. O des Tag's der Herrlichkeit! JEsus Christus, Du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! mach' dich auf! es werde licht! JEsus hält, was Er verspricht. 95. Gebet bei einer Trauung. Bater! blick in dieser heil'gen Stunde gnädig nieder auf dies theure Paar! Hör' den Schwur der Treu' aus ihrem Munde, sprich Dein Segenswort zu ihrem Bunde, sei ihr Schuß und Helfer immerdar! 2. Treuer Bräut'gam frommer Menschenfeelen, JEsu, bis zum Tode treuer Freund! segne Du auch, die sich jest vermählen, laß sie Dich zum Freund und Führer wählen, bleibe stets mit ihrem Bund vereint! 3. Geist der Gnaden! senke Deinen Frieden tief in der Verlobten Seelen ein; laß in Freud' und Schmerz sie ungeschieden, selig in der Liebe schon hienieden, ewig selig einst im Hims mel sein! 6* 84 96. Tauflied. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich fingen. Du hast uns All' einst aufgenommen, dreis ein'ger GOtt! in Deinen Gnadenbund. Dein find wir, Dein! und freudig kommen wir heut vor Dich mit Dank aus Herzensgrund. Ja, Preis fei Dir, daß Du Dich uns vermählt und uns zu Erben ew'gen Heils erwählt! 2. Ein neues Glied zum großen Bunde wird Dir in diesem Kindlein dargebracht. O nimm es auf in dieser Stunde, umschließ' es ganz mit Deiner Huld und Macht! GOtt! Vater, Sohn und Geist! Dir sei's geweiht, Dein sei und bleib* es bis in Ewigkeit! 3. Du, Vater, riefft dies Kind in's Leben, Du haft Dein Ebenbild ihm aufgedrückt, und willst durch Deinen Sohn ihm geben, was Herz und Geist mit Himmelsschönheit schmückt. Ach! senk' es ganz in Deine Liebe ein und laß Dein Vaterherz ihm Alles sein! 4. O JEsu! voller Huld und Liebe, auch Dir wird dieses Kindlein jeßt getauft. Ach, daß es ewig treu Dir bliebe, Dir, der es Sich zum Eigenthum erkauft! Ja, mach' es ganz zu Deinem Eigenthum und laß es leben Dir zum Preis und Ruhm! 5. O Geist vom Vater und vom Sohne, nimm dieses Kindes Herz zum Tempel ein, schmück' es mit Deiner Gnadenkrone und halt' es stets von Schuld und Sünde rein, füll' es mit Glauben, Lieb' und Demuth an, daß Dir sein Leben wohlgefallen kann! 6. So blicke denn in Gnaden nieder auf dieses Kind, das wir, o GOtt! Dir weih'n, und laß die Engel, seine Brüder, mit uns die Zeugen dieses Bundes sein! Hallelujah! der ganze Himmel preis't mit uns Dich Vater, Sohn und heil'ger Geist! # 3 85 97. Nach vollzogener Taufhandlung. Mel. Wachet auf, ruft und die Stimme, Pallelujah! Amen! Amen! Getauft ist jeßt in Deinen Namen dies Kind, o Vater, Sohn und Geist! Stärk' es nun durch Deine Gnade, zu wandeln auf dem rechten Pfade, den uns Dein Wort zum Himmel weist. O Vater, steh' ihm bei! Sohn GOttes, mach' es frei, frei von Sünden! Du Geist des HErrn, sei nie ihm fern und bleib' im Tode noch sein Stern! Geburtstage einer Mutter. Mel. Christus, der uns selig macht. Blickst du freudig heut' hinauf zu dem Va= ter droben? Dringt dich mächtig heut' dein Herz, kindlich Ihn zu loben, der dich einst in's Leben rief und in deinem Leben tausend Proben Seiner Huld dir bisher gegeben? 2. Ja, du liebes Herz! auch wir, wir die treuen Deinen, müssen heut mit deinem Dank unsern Dank vereinen. Was aus GOttes Fülle dri Gutes zugefloffen, hat durch dich ja auch auf uns 3. Ach! wie ist es doch ſo schön, sich so so lieb zu haben, und wie theuer werden uns unsers GOttes Gaben, wenn in Einem Glauben wir mit einander stehen und durch frommen Lebensfinn unser Glück erhöhen.net is 4. Möge GOtt der HErr uns denn ferner fest verbinden, daß in diesem Liebesbund wir viel Segen finden. GOttes Liebe wolle stets fegnend dein gedenken und durch deine Lieb auch uns Freud' und Segen schenken. 98. 3um 86 99. Kurz vor dem Heimgange eines theuren Kindleins. Mel. Nun nimm mein Herz. 3euch hin, mein Kind! in deines JEsu Schoof: da bist du frei und alles Jammers los. Des Lammes Blut, die schöne rothe Fluth, und Seine heil'gen Wunden, die haben dich entbunden. 2. Zeuch hin, mein Kind! uns blutet zwar das Herz; doch schau'n wir wehmuthsfreudig himmelwärts; Er liebt uns sehr, der gute, treue HErr; und daß wir's fühlen mögen, schickt Er uns Kreuzessegen.spo 3. 3euch hin, mein Kind! zum vielgeliebten HErrn, wir lassen dich mit Thränen, aber gern; du bist bei Ihm mit Seinen Seraphim, da fingst du Jubellieder, da finden wir dich wieder. sir idud olud 190 100. An die Mutter beim Heimgange eines freundlichen Kindes. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mutterherze! willst du klagen über dein entSchlaf'nes Kind, das die Engel heimgetragen, wo die Sel'gen alle sind, aus der Erde Nacht und Grauen, aus der Welt und ihrer Pein in des Paradieses Auen, in den ew'gen Sonnenschein? 2. 3war es waren süße Stunden, als sie dir am Busen låg, als du ihre Lieb' empfunden, die aus holden Aeuglein sprach; aber trockne nur die Thräne und vergiß den stillen Harm: Unsre süße Magdalene ruht in JEsu Schooß und Arm! st 9639-000 87 101. Gespräch eines Vaters mit seinem fünfjährigen Töchterlein. ( St. Matth. 21, 19.) Mel. Laßt uns Alle fröhlich sein. $ 10 Kind. Vater, weißt du's ganz gewiß, wenn ich heute sterbe, daß ich dann das Paradies und den Himmel erbe? onu dag bru Bater. Ja, mein Herzenstöchterlein! Engelwerden kommen und dich sanft aus aller Pein holen zu den Frommen. Kind. Werd' ich meinen Heiland dann auch im Himmel seben? blickt Er mich auch freundlich an, wird mich nicht verschmähen? 1190 Vater. Nein, Er wird dich inniglich an Sein Herze drücken, und mit Liebesküssen dich süßiglich erquicken. Kind. Wird man dorten auch noch krank, wie in diesem Leben? und welch' eine Speis' und Trank wird mir da gegeben? Vater. In dem schönen Himmelsfaal weiß man nichts von Leiden, nichts von Krankheit, Nacht und Qual, sondern nur von Freuden. Manna wird von Seinem Tisch dir der Heiland schenken und mit Lebenswasserfrisch wunderbar dich tränken. Kind. Bitte, Vater! Eines noch möchtest du mir sagen: Was für Kleider werd' ich doch in dem Himmel tragen? Bater. Herrlich ist das Himmelskleid und von weißer Seide, Christi Blutgerechtigkeit ist dort dein Geschmeide. Ja, wenn du im Vaterland stehst vor Seinem Throne, schmückt dich Seine Liebeshand gar mit einer Krone. Eine Harfe giebt Er bir freundlich in die Hände, daß du Jhn mit Lieb'sbegier preifen kannst ohn'Ende. 88 Kind. Vater, ach wie freu' ich mich auf das liebe Sterben, weil ich dann ja ficherlich soll den Himmel erben! 100 102. Vor dem Besuch des GOttesackers. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Nun laßt uns geh'n und treten und in der Stille beten an eines Bruders Grab, und an das Grab gedenken, in das uns GOtt wird senten, wenn Er von hier uns fordert ab. un mand ditoline 103. Auf dem GOttesacker. Mel. JEsu, tomm doch Selbst zu mir. Aller Gläub'gen Sammelplaß ist da, wo ihr Herz und Schaß, wo ihr Heiland JEsus Chrift und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das And're dort in die ew'ge Heimath fort, ungefragt, ob Die und Der uns noch irgend nüßlich wär'. 3. Doch der HErr kann nichts verseh'n: und wenn es nun doch gescheh'n, hat man nichts das bei zu thun, als zu schweigen und zu ruh'n. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah'; doch, o Liebe! wir find Dein, und Du willst uns Alles sein! 104. Meine Grabschrift. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Mein Tod ist durch den Tod gestorben, mein rechtes Leben hebt nun an; der HErr, der uns das Heil erworben, hat mir den Himmel aufgethan. " Wer an mich glaubt, wird nicht verderben!" so ruft mir JEsu Stimme zu. Drum legt den Leib 89 nur hin zur Ruh', mein beff'res Wesen kann nicht fterben. Ich glaube, was mein Heiland spricht: Glaubt ihr es auch und zaget nicht. 105. Seliges Sterben. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ich danke Dir von Herzen, o JEsu, liebster Freund! für Deine Todesschmerzen, da Du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu' und, wenn ich nun erkalte, in Dir mein Ende sei. 2. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt Du dann herfür, wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten, kraft Deiner Angst und Pein. 3. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn Dein Bilde in Deiner Kreuzesnoth: da will ich nach Dir blicken, da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 106. Seliges Auferstehen. Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du, mein Staub nach kurzer Rub'; unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gefa't! Der HErr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, die in Ihm starben! Gelobt sei Er! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines GOttes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 90 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; mit JEfu geh'n wir ein zu Seinen Freuden! der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. lo 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heiligthume zu Seines Namens Ruhme. Hallelujah! 107. Morgenlied. Eigene Melodie. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geift! der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, deffen starke Hand die Welt und was d'rinnen ist, erhält. 2. GOtt! ich danke Dir von Herzen, daß Du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergeh'n. O HErr JEsu, laß mich finden Deine Wunden offen steh'n, da alleine Hülf' und Rath ist für meine Miffethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun Dein großer Tag uns erscheint und Dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o HErr! und leite meinen Gang nach Deinem Wort, sei und bleibe Du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends als bei Dir allein kann ich recht bewahret ſein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer GOtt! ich Dir befehle unter Deine starke Hand. HErr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, Dein Eigenthum. 91 7. Deinen Engel zu mir sende, der des böfen Feindes Macht, Lift und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' trage nach dem Himmel zu. 108. Morgengebet. Mel. O GOtt, Du frommer GOtt. JEsu, süßes Licht! nun ist die Nacht vers gangen, nun hat Dein Gnadenglanz auf's Neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu Dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich Dir denn nun, mein GOtt! für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in Deine Gnad' einsenken mit Leib, mit Seel' und Geist heut' diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum fiehe da, mein GOtt, da haft Du meine Seele, fie sei Dein Eigenthum, mit ihr Dich heut' vermähle in Deiner Liebeskraft; da haft Du meinen Geist, darinnen wollst Du Dich verklären allermeist. 4. Da ſei denn auch mein Leib zum Tempel Dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus'; ach allerliebstes Leben! ach, wohn', ach, leb' in mir, beweg' und rege mich, so hat Geist, Seel' und Leib mit Dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die Kleider anges leget; laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget im gold'nen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein JEsu! schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch Deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich 92 vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib' Du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß Dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund lobe inniglich, mein GOtt! zu aller Stund'. Dich 8. Ach! fegne, was ich thu', ja rede und gedenke; durch Deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß Alles nur gescheh' zu Deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib' Dein Eigenthum. 109. Sehnsucht am Morgen. Eigene Melodie. im INC 702 Mo Forgenglanz der Ewigkeit, Licht vom un. erschöpften Lichte! schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte und vertreib' durch Deine Macht unsre Nacht. 2. Die bewölkte Finsterniß müsse Deinem Glanz entfliehen, die durch Adams Apfelbiß über uns sich mußte ziehen, daß wir, HErr! durch Deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgenthau fall' auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau' lauter füßen Troft genießen und erquick uns, Deine Schaar, immerdar! 4. Gieb, daß Deiner Liebe Gluth uns're tal, ten Werke tödte und erweck' uns Herz und Muth bei entstand'ner Morgenröthe, daß wir, eh' wir gar vergeh'n, recht aufsteh'n. 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerech tigkeit möge wie ein Rock bekleiden, und wit so vor aller Pein sicher sein. 4900 93 6. Ach Du Aufgang aus der Höh'! gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh', und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 7. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne! führ' uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöh't, nie vergeht. 110. Geburtstagsmorgengruß. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Freue dich, freue dich! jauchze laut, erlös'tes Herz! deine Sünden sind vergeben und gestillt der Seele Schmerz, JEsus hat vom Tod in's Leben dich gerufen sanft und mächtiglich: freue dich, freue dich! 2. Sag' Jhm Dank, sag' Jhm Dank, Lob und Ehre, Ruhm und Preis, daß Er theuer dich ers kaufet und erlös't mit blut'gem Schweiß, dich in Seinen Tod getaufet und gesegnet hat dein Lebenlang; fag' Jhm Dank, sag' Ihm Dank. 3. Halt Ihn fest, halt Ihn fest, Ihn, der deines Lebens Licht; such' Ihn heißer noch zu lieben, geh' von Seiner Seite nicht, bleib' Ihm ewiglich verschrieben. Selig, wer Ihn hat und nimmer läßt. Halt' Ihn fest, halt Ihn fest! 4. Sei getroft, fei getroft in des Todes finst'rer Nacht, JEsus hat ihn überwunden, seinen Stachel stumpf gemacht, weil Er ihn für uns empfunden. Darum, wenn des Jordans Fluth auch tos't, sei getroft, sei getroft! Amen ja! Amen ja! Damit trösten wir uns bie, bis die GOttesharfen klingen, und in ew'ger Har 94 monie wir das neue Lied mitsingen: Ein's hat uns, Lamm, daß Du bist geschlacht't, durchge= bracht, durchgebracht! 111. Himmelwärts, o Herz! Mel. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud¹. Wie tönt um mich so süßer Schall! Schon weckt die frühe Nachtigall der heit're Frühlingsmorgen; und froh begrüßt vom Vögel- Chor, steigt hehr und hell die Sonn' empor, die kurz ihr Licht verborgen. 2. Die Lerch'erwacht auf frischer Au' und schüttelt sich den Morgenthau vom steigenden Gefieder. Sie schwebt und glänzet, kaum geseh'n, und singet aus den blauen Höh'n ihr Morgenlied hernieder. 3. Wohlauf! o neubelebtes Herz, auf! dich den Vögeln himmelwärts in Andacht nachzuschwingen! Wach' auf, dem HErrn, der weit und breit die Erde füllt mit Lieblichkeit, dein Opfer darzubringen! 4. Ja Dich, Du Segens- GOtt, erhebt, was nur in Höh'n und Tiefen lebt, und freut sich Deiner Güte, Dir steigt der stillen Blume Duft, Dich preiset in der hellen Luft des Baumes Silberblüthe. 5. Der frohe Fisch im klaren See, der arme Wurm tief unterm Klee dankt freudig Dir fein Leben; Dir dankt der ems'ge Bienenschwarm, Dir, kurzbelebt, doch frei von Harm, der Schmetterlinge Schweben. 6. Und hell aus tausend Kehlen schallt der Vöglein Lied vom frischen Wald zu Deines Thrones Stufen. Durch Deine Hand gesättigt, ruht im hohen Nest des Raben Brut, die früh Dich angerufen, 7. Das Wild im grünen Dickicht preist Dich, der's in dunkler Nacht gespeist, und legt auf Moos sich nieder. Froh kehret Roß und Rind und Schaf, 95 froh kehrt der Mensch, erquickt vom Schlaf, zu Weid' und Arbeit wieder. ME 8. Auch ich, o Schöpfer! blick' empor mit Deiner Schöpfung großem Chor, mit Kraft zum Werk erquicket, da rings mein Auge hell und frisch in's tausendfache Lustgemisch belebter Wesen blicket. 9. O GOtt! laß mich von Lieb' erfüllt, mit JEsu, als Dein Ebenbild durch's Erdenleben wallen; und wann dies Leben einst verblüht, dann laß mein ew'ges Freudenlied im Himmel Dir erschallen. 112. Du meine Seele, singe! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. ei uns gegrüßt, du schöner Morgen, vom HErrn des Lichts uns zugesandt! Du tilgest vieler Herzen Sorgen, bringst Segen viel aus GOttes Hand. O wie erhöh'st du uns're Freude! Ich seh' in ihrem Jubelkleide der Kreaturen ganze Schaar. Ich höre neue Harmonieen, ich höre tausend Melodieen, denn Alles bringt GOtt Opfer dar. 2. Bergoldet steh'n der Berge Spißen, umwölbt vom blauen Himmelsraum; des Morgenthaues Perlen blißen am Gras und an der Blätter Saum. Die Saat der Aehren beugt sich nieder und rauschet sanft und hebt sich wieder, als brächte sie dem Schöpfer Dank. Es lockt an Hecken, in den Hainen die Vogelmutter ihre Kleinen, und lehrt sie früh den Lobgesang. 3. Auf, sing' auch du, o meine Seele, Ihm, den die ganze Schöpfung preis't! Erhebe Seinen Ruhm, erzähle, wie huldvoll Er sich dir beweis't. Ja, großer Vater, von den Schäßen, die Aug' und Ohr und Herz ergößen, ist auch ein Theil für mich bereit't. D'rum fing' ich in der Wesen Chöre: HErr, 96 Dir sei Lob und Preis und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! 1310 113. Mit Dir, HErr JEsu! Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Wie süß in früher Morgenstund' ertönt in meinem Herzensgrund, o JEfu, Deine Stimme! Sie mahnet mich, daß Du mich liebst und Del dem schwachen Dochte giebst, damit er heller glimme. Nähre, mehre nur Dein Feuer, Du Gefreuer! ach bewahre Dir mein Herze zum Altare! 2. Mit Dir steh' ich vom Lager auf, mit Dir beginn' ich meinen Lauf, Dein will ich stets ge= denken. Mein Heiland! laß mich nie allein; woll'st immer in und bei mir sein, all' meine Schritte lenken. Ich Dein, Du mein; Du mein Friede, Klang im Liede, Troft im Leide; Brunnquell aller Lebensfreude! 114. Sonntagsmorgenlied. msshed! Mel. GOtt des Himmels und der Erden. Großer GOtt von alten Zeiten! dessen Hand die Welt regiert, deffen Treu' auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden; denn sie find des HErren Fest, das mit diesem Troft verbunden, da mein GOtt mich ruhen läßt und durch Seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Doch das bloße Müßiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht bei GOtt be= fiehen, der das Eitle wenig acht't. HErr! ich bringe, was ich kann, nimm Du nur mich selber an. 970 4. Sabe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind uns're besten Sorgen, wenn der Mensch an GOtt gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken bringt. 5. Was ist schöner, als GOtt loben? was ift füßer, als Sein Wort? da das Herz zu GOtt er= hoben öffnen sieht des Himmels Pfort'. Selig ist, wer Tag und Nacht also nur nach droben tracht't. 6. mein GOtt! sprich selber Amen! denn wir find Dein Eigenthum. Alles preise Deinen Namen, Alles mehre Deinen Ruhm; bis es künftig wird gescheh'n, daß wir dich im Himmel seh'n. 115. Morgengebet am Sonntage. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 4142 Hallelujah, schöner Morgen! schöner, als man denken mag; heute fühl' ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen! Sonntag, der voll Lichtes ift! heller Tag der dunkeln Höhlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit! du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich GOttes Güte recht. als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au'. Da hat wohl die Morgenstund' edlen Schaß und Gold im Mund. 4. Ruh't nur, meine Weltgeschäfte! heute hab' ich sonst zu thun. Denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten GOtt zu ruh'n. Heut' schickt keine Arbeit sich, als nur GOttes Werk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich GOttgefallen mag? JEsus wird die Kleiderschicken, 7 98 die ich Ihm zu Ehren trag'. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein JEsus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speis't. 7. HErr! ermunt're meine Sinnen und bereite Selbst die Brust; laß mich Lehr' und Troft gewinnen, gieb zu Deinem Manna Lust, daß mir Deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall'. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne Selber ihren Mund. Mach' mit Allen, die Dich hören, heute Deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet't und singt, solches in Dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der Du HErr des Sabbaths bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. 116. Tischgebet. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. peis' uns, o GOtt! Deine Kinder, tröfte die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir ießund vor uns haben, daß fie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmels- Mahlzeit kommen. 117. Vor Tische." Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Liebster JEsu, Deine Hände thun sich segnend auf ohn' Ende, und troß uns'rer vielen Sünden läßt Du Dich doch gnädig finden und giebst reichlich Deine Gaben. Du sollst Dank und Ehre haben, 99 Lob und Preis sei Deinem Namen; ewig dienen wir Dir. Amen. 118. Bei Tische. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimmes Gnädig bist Du, voll Erbarmen: O HErr wir preisen Dich, wir Armen, für Deine große Freundlichkeit. Deine Huld gab diese Gaben, und daß wir uns im Glauben haben, wir danken's Deiner Gütigkeit. Wie reich sind wir in Dir, wie selig doch schon hier! Hallelujah! Was wird es sein im Reiche Dein, in aller Seligen Verein! 470 118a. Auf einer Hochzeit vor Tische. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. HErr JEsu, komm', sei unser Gast, gesegne, was bescheert Du haft, gesegn' es an uns Allen. Wir setzen uns zum Hochzeitsschmaus, zieh' und den alten Menschen aus, damit wir Dir gefallen. Wenn Du, JEfu, siehst die Gäste bei dem Feste, so sei keiner ohne Hochzeitskleid, nicht Einer. 118b. Auf einer Hochzeit nach Tische. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. JEsu, Du hast uns gegeben, was uns erquickt in diesem Leben, auch was uns ewig laben kann. Preis und Lob soll Dir erschallen, und Dank und Ehre von uns Allen für Alles, was Du uns gethan. O weiche von uns nicht, Du unser Heil und Licht. Sieh'! wir flehen: HErr, hilf uns aus zum Hochzeitsschmaus bei Dir und in des Vaters Haus! 100 mid 119. Nach Tische. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Brüder! nun das Herz erhoben, unsern HErrn dafür zu loben, daß Er freundlich uns gegeben, was uns noth für dieses Leben! Fleh't auch, daß wir Himmelsgaben bis an's Ende mögen haben, bis wir einst nach sel'gem Sterben das verheiß'ne Reich ererben. 120. Danklied, nach dem Essen. In Mel. Wachet auf, ruft und die Stimme. Dant Dir, HErr! für alle Gaben, die Leib und Seel' empfangen haben und deren wir uns heut' erfreu'n. Selig, selig find die Stunden, da man, in Dir, HErr! eng verbunden, in Liebe kann beiſammen sein. Hier, weiß man, ist der HErr und fühlt sich seliger. Hallelujah! Wo JEfus nah', ift Friede da und GOtt mit uns, Hallelujah! 121. Zum Schluß der Mahlzeit. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. La Caß endlich bei des Lammes Tisch in Deinem Reich uns effen, wo schönre Gaben mild und frisch Du Selbst uns wirft zumessen, wo man vom Lebenswasser trinkt, wo man vor Freuden jauchzend springt und Hallelujah finget; 2. Wo Jacob, Isaak, Abraham wird mit zu Tische sißen, wo unser GOtt und unser Lamm wird wie die Sonne blißen: da wird man schmecken Freud' und Ehr', und wir, HErr! wollen nimmermehr zu preisen Dich aufhören. 101 Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOtteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch Dein Blut; HErr JEsu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden! 122. Das Gebet des HErrn. Mel. HErr GOtt, nun sei gepreiset. Bater aller Frommen, geheiligt werd' Dein Nam'! laß Dein Reich zu uns kommen, Dein Wille mach' uns zahm, gieb Brod, vergieb die Sünde, kein Arg's das Herz entzünde, lös' uns aus aller Noth! 30 123. Abendlied. Mel. In allen meinen Thaten. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen! auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonn', geblieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr' hin! ein' and're Sonne, mein JEsus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die gold'nen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal; also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein GOtt aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz! 102 freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder! geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn verdroffen, im Nu find fie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu Deinen Gnaden, set gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Ifrael! 8. Breit' aus die Flügel beide, o JEfu, meine Freude! und nimm Dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: Dieß Kind soll unverleßet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben! soll heute. nicht betrüben ein Unfall, noch Gefahr; GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die gold'nen Waffen um's Bett und Seiner Engel Schaar! 124. Abendgebet. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Die Abendsonne finket, vom stillen Himmel winket herab der sanfte Mond. Bedeckt vom dunkeln Schleier, ruht süß in stiller Feier, was auf der weiten Erde wohnt. 2. Wie haft Du, GOtt, so weise auf unsrer Pilgerreise die Nacht uns zugesellt! Vertraut Hüllt sie den Matten in ihre stillen Schatten, als in ein kühles, sich'res Zelt. 3. Hier lieg' ich bis zum Morgen des Lebens Müh' und Sorgen und allen Kummer ab; und auf den Arbeitsmüden gießt süße Ruh' und Frieden und neue Kraft der Schlaf berab. 4. Kommt einst auch meinem Leben der Abend, ohne Beben laß mich dann gehn zur Ruh'. Leg' 103 fanft mich in die Hülle des Grabes, und drück stille mein Aug' in JEsu Namen zu. 5. Laß, HErr, mich, wann im Grabe ich ausgefchlummert habe, zum schönern Tag erstehn, und, wie die Morgensonne, des neuen Himmels Wonne mit ewig hellen Augen seyn. 124a. Abendlied. Mel. Nun dantet Alle GOtt. Die Nacht ist vor der Thür ,. doch müsſen wir noch singen, dem Seelenbräutigam ein Abendopfer bringen, dem theuern GOttessohn, der Mensch geworden ist, und nun auf Seinem Thron der Sünder nicht vergißt. 2. Der Schönste bist Du doch von allen Menschenkindern, kein Flecken ist an Dir, wie an uns armen Sündern, schön auch am Kreuzesstamm, so hast Du uns erkauft. O rühm' das GOttesTamm, Mensch, der Du bist getauft. 3. Holdselig ist Dein Mund, Dein Wort kann Sünder laben, steht man mit Dir im Bund, was will man mehr noch haben? Im Glauben ist man schön und köstlich angethan, man kann vor GOtt bestehn, wallt fröhlich himmelan. 4. Sei hochgebenedei't, Du Bräut'gam unsrer Seelen, dem wir mit Freudigkeit uns allesamt befehlen. Erquicke uns wie heut' noch oft in dieser Zeit, bis leib und Seel' fich freut vor Dir in Ewigkeit. 125. Der Hüter in der Nacht. Dunkel ist die Nacht, Sterne blinken fern droben um den HErrn, der die Welt bewacht auch in dunkler Nacht. 104 2. Betend schau' ich auf zu dem lieben HErrn; Vater, bist nicht fern, dringt des Herzens Lauf doch zu Dir hinauf! 3. Senkt Dein Geist herab doch in mein Gemüth heil'gen, innern Fried', Fried', der selbst ins Grab freudig schaut hinab. 126. Komm, JEsu, zu mir. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. Ach, daß doch Deine Liebe sich tief ins Herz mir schriebe, wär' dieß nur mein Verlangen, Dich JEsu, zu umfangen. 2. Den alten Menschen lassen, den neuen gang erfaffen, ich selber kann's nicht zwingen, Du, JEsu, mußt es bringen. 3. Komm, komm, mein Herz ist offen, erfüll' mein sehnlich Hoffen, senk' Deinen Geist hernieder, richt' auf die matten Glieder! 127. Mein JEsu, bleibe bei mir! Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Du mein liebster JEsu! verlaß Dein Kindlein nicht, schein' ewig mir im Herzen mit Deinem süßen Licht. 2. Du warst mein treuer Hirte, Dein treues Lämmlein ich; und ach das Lämmlein freute auf Deinen Auen sich. 3. So gieb ihm ferner Weide und reich' ihm Deinen Quell, es töne seinem Ohre des Hirten Stimme hell. 4. Ja, Hirte, komm und führe, Dein Lämmletn folget gern, weiß, wenn es selber suchet, die Weide bleibet fern. 105 128. Die Sterne. Mel. Valet will ich dir geben. Viel tausend Sterne prangen am Himmel still und schön und wecken mein Verlangen, in's Vaterhaus zu seh'n. O, ewig schöne Sterne in ewig gleichem Lauf, wie blick' ich stets so gerne zu eurem Glanz hinauf! 2. Was mögen da für Hallen und gold'ne Städte sein, wo Engelchöre schallen in der Pros pheten Reih'n! Gewiß, bei euch dort oben ist unsers Vaters Haus; vom Erdenleid erhoben ruh'n da die Pilger aus. 4552) 3. Doch wißt, ihr lieben Sterne, auch hier ist GOttes Haus! D'rum strömt ihr ja so gerne des Lichtes Segen aus. Wie lieb muß uns're Erde dem HErrn der Welten sein, daß Er in Knechtsgebehrde kehrt bei den Sündern ein! 4. Was kaum die Engel fassen, in einem Stall geschah, und hier in Zions Gassen strahlt Thabor, Golgatha. D'rum leuchtet nur, ihr Sone nen, im schönen Himmelslicht: doch Zions Pracht und Wonne, ihr überstrahlt sie nicht. 129. Das Sternenheer. Ich seh' das Sternenheer am Himmel stehen, Das durch die Nacht so still hinunterblinkt Und mir hinauf zu seinen Strahlen winkt Und zu der Heimath ahnungsreichen Höhen. Ich seh'- und kann doch nimmer satt mich sehen, Ich weiß nicht, welche Wehmuth mich durchdringt, Welch heil'ger Klang mir durch die Seele klingt Und welcher Wonne Schauer mich durchwehen!- Wohlauf! mein Herz! wenn du in bangen Stunden Von düsterm Grau'n dich ganz umfangen meinf Und einsam still in deiner Kammer weinst: 106 Erhebe dich getroft zum ew'gen HErrn Und dent' an Seinen sel'gen Liebesstern: Er kennt dein Weh' und heilt die tiefen Wunden. 130. Abendfeier. Mel. Nun ruhen alle Wälder. er Mond ist aufgegangen; die gold'nen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der graue Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmrung Hülle so feierlich und hold! wie eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So find wohl manche Sachen, die wir leichthin belachen, weil wir sie nicht mit Augen seh'n. 4. Wir stolze Menschenkinder sind alle doch nur Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter nur vom Ziel. 5. GOtt, laß Dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglich's bauen, an Eit'lem uns nicht freu'n! Laß uns voll Einfalt werden und vor Dir hier auf Erden, wie Kinder, fromm und fröhlich sein. 6. Woll'st endlich ohne Grämen aus dieſer Welt uns nehmen durch einen sanften Tod! Laß, wenn Du uns genommen, uns in den Himmel kommen, Du unser HErr und unser GOtt! 7. So legt euch denn, ihr Glieder, in GOttes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, GOtt, mit Strafen, und laß uns rubig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! 107 131. Bete auch du! Wie ist der Abend so traulich, wie lächelnd der Tag verschied; wie fingen so herzlich erbaulich die Vögel ihr Abendlied! 2. Die Blumen müssen wohl schweigen, kein Ton ist Blumen bescheert, doch, stille Beter, neigen sie alle das Haupt zur Erd'. 3. Wohin ich gehe und schaue ist Abendandacht. Im Strom" spiegelt sich auch der blaue, prächtige Himmelsdom. 4. Und Alles betet lebendig um eine selige Ruh', und Alles mahnt mich inständig: O Menschenkind, bete auch du! 132. 3um Tagesschluß. Mel. Nun preiset Alle. Nun noch von Herzen ein Lied zu guter Nacht dem Mann der Schmerzen zum Opfer bargebracht, der uns auch diesen Tag gegeben und ihn im Glauben uns ließ verleben. 2. JEsu, wir haben Freude in Dir und Luft und Deine Gaben füllen mit Dank die Brust. Laß Dir das Opfer wohlgefallen, was arme Sünder noch spät Dir lallen. 3. Deck unsre Sünden mit Deiner Gnade zu, ach, laß uns finden in Dir, HErr! sanfte Ruh', und wenn wir morgen auferstehen, so laß uns wieder an's Loben gehen. 710 6191 133. Das Element des Glaubens. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. O GOttes Lamm, mein Element ist einzig Dein Erbarmen; Dein Herz, das zu mir wallt und brennt, 108 mit offnen Liebesarmen, Dein Blut, wie es vom Kreuze floß und alle Welt mit Heil begoß. 2. Ich weiß von keinem andern Troft. Ich müßt' in Sünden sterben. Der Feind ist wider mich erboßt. Die Welt will mich verderben. Mein Herz ist unrein, blind und todt. O tiefes Elend! große Noth! 3. Die eigene Gerechtigkeit, das Thun der eig'nen Kräfte macht mir nur Schand' und Herze= leid, verzehrt die Lebensfäfte. Onein, es ist kein and'rer Rath, als der, den Dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott! wie wohl ist mir, wenn ich darein verfinke! o Lebensquell, wenn ich aus Dir Blut der Versöhnung trinke! wenn Dein Erbarmen mich bedeckt, und wenn mein Herz Vergebung schmeckt! 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, hat Alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er falt und matt, wenn er sich selber quälet, wenn Dein Erbarmen ihm entgeht, wenn er auf fremdem Grunde steht. 6. D'rum bleibe Du mein Element, Du Selbft und Dein Erbarmen. Und wie mein Glaube Dich erkennt, so kenne Du mich Armen. Ich leb' in Deiner Gnad' allein. Ich will in Dir erfunden sein. 7. Das Element der armen Welt, Stolz, Geiz und Fleischeslüfte, und was sie sonst für wichtig hält, das ist mir dürr und wüste, das ist mir Galle, Gift und Qual, Du schmeckft mir ein- und allemal. 8. Mein erster Odem, den ich zieh', wenn ich vom Schlaf erwache, ist Dein Erbarmen, Deine Müh', die ich Dir täglich mache, und die Du schon auf mich gewandt, da Deine Lieb' am Kreuz gebrannt. 9. Wenn ich aus meinem Bette steh', so tret" ich in's Erbarmen. Und wenn ich bald gen Himmel seh', mein Himmel ist Erbarmen! Und wenn ich 109 Inice, fällt mein Sinn, o GOtt, in Dein Ers barmen hin. HA 10. Ich wasche mich, Immanuel, im blutigen armen. In Dir erschein' ich rein und hell, mein Kleid ist Dein Erbarmen. Ich eff' und trinke diese Koft, Erbarmen ist mein Brot und Most. 11. Ich fiß' und geh' und was ich thu', so thu' ich's im Erbarmen. Mein Siß, mein Grund und meine Ruh', mein Ziel ist Dein Erbarmen; mein sich'rer Weg, mein Licht und Kraft, mein Wohnhaus in der Pilgrimschaft. 12. Leg' ich des Abends mich zur Ruh', mein Bett ist Dein Erbarmen; es langt auf allen Seiten zu, es wärmt mich Dein Erbarmen! In diese Decke hüll' ich mich. Wie sanft, wie süße schläft es sich! 13. Erwach' ich in der stillen Nacht, so lieg' ich im Erbarmen. Wenn mich die Unruh' schlaflos macht, so wiegt mich Dein Erbarmen. Erschreckt mich Traum und Finsterniß, Erbarmen leuchtet mir gewiß. 14. Ja, bis in's Grab und vor's Gericht begleitet mich Erbarmen. Von Tod und Hölle weiß ich nicht, mein Leben ist Erbarmen. Hierin beschließ ich auch den Lauf und fahre sterbend zu Dir auf. 15. Und wenn ich vor dem Throne bin, Dein Anschau'n zu genießen, foreißt mich Dein Erbarmen hin, im Loben zu zerfließen. Worin allhier mein Herz entbrennt, das bleibt mein ew'ges Element. 134. Abendfegen. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. er Tag ist hin; mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller plage. 110 2. Die Nacht ist da: sei Du mir nah, JEsul mit hellen Kerzen, treib' der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jeßt gebricht: o unerschaff'ne Sonne! brich mit Deinem Licht hervor mir zur Freud' und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu mindern; ach, daß nichts Veränderlich's meinen Lauf möcht' hindern! 5. Das Sternenheer zu GOttes Ehr' ant blauen Himmel flimmert: wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken: laß mich, HErr! in stiller Ruh' Dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will bei solcher Still' der füBen Ruhe pflegen: laß die Unruh' dieser Zeit, JEsu! bald sich legen. 8. Ich selbst will auch nach meinem Brauch nun in mein Bettlein steigen; laß mein Herz zu Deinem sich als zum Bettlein neigen. 9. Halt Du die Wach', damit fein Ach, kein Schmerz den Geist berühre, sende Deiner Engel Schaar, die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag' und Nächte weichen? Wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller fiebenmal Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujah! ei wär' ich da, da Alles liebs lich klinget, da man ohn' Abwechselung: Heilig, heilig! singet. 111 14. O JEsu, Du mein' Hülf' und Ruh'! las mich dahin gelangen, daß ich mög' in Deinem Glanz ewig vor Dir prangen! 135. JEsus- mein Hüter. TL$ 353 Mel. JEsu, meine Freude. Hirte Deiner Schafe! der von keinem Schlafe etwas wissen mag, Deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den vergang'nen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von Deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewiffen. fei mein Rubekissen, ach, vergieb die Schuld; denn Dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlag'nen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben, sie sind mein und Dein. Schließ' uns mit Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein; Du bei mir und ich bei Dir; also find wir ungeschieden und ich schlaf' in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm Dein Küchlein ein; decke zu mit Schuß und Ruh', so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie? wenn ich mein Bette heut' zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt! D'rum, haft Du beschlossen, daß mein Ziel verflosſen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider Dich; lieg' ich nur in JEsu Wunden, sterb' ich alle Stunden. 6. Nun, wohlan! ich thue in vergnügter Rube Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab' ich Dir ergeben, o Du Hüter, Du! Gute Nacht! 112 nimm mich in Acht, und erleb' ich ja den Morgen, wirst Du weiter sorgen. 136. Sonntagsabendlied. Nun ruhen alle Wälder. Mel. er Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; GOtt hat mich unterweiset, mit Lebensbrod gespeiſet und meiner Seelen Durst gestillt. 2. GOtt ruht durch's Wort im Herzen, d'rum leg' ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh', denn allen Sünden- Schaden deckt JEsus nun in Gnaden mit Seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreiein'ges Wesen, mein Geift ift schon genesen, weil ich Dein Tempel bin; ich habe Licht vom lichte, Dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht; bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer; mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär'! 137. Abendseufzer. Mel. HErr JEfu Christ, mein's Lebens Licht. Nun, HErr! gieb eine gute Nacht und habe gnädig auf uns Acht, behüt' vor Angst und aller Noth, vor einem bösen schnellen Tod. 2. Mein GOtt! nimm Leib und Seele hin, ich bring' mich Dir, so wie ich bin, so elend, jämmerlich und arm; o HErr, Dich über mich erbarm'! 113 138. Der HErr ist mein Hirt. Mel. Wach' auf, mein Herz, and singe, Der HErr, der aller Enden regiert mit Setnen Händen, der Brunn' der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang' ich diesen habe, fehlt's mir an keiner Gabe; der Reichthum Seiner Fülle giebt mir die Füll' und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele jaget und sich mit Sorgen plaget, weiß Er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lasſen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um Seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tücke, bin frei vor'm Ungelücke. 7. Denn Du steh'st mir zur Seiten, schüß'st mich vor bösen Leuten; Dein Stab, HErr, und Dein Stecken benimmt mir all' mein Schrecken. 8. Du sehest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du falbst mein Haupt mit Dele und fülleft meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz guten Muthes, voll Lust, voll Freud' und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Ich will Dein Diener bleiben und Dein Lob herrlich treiben im Hause, da Du wohneft und Frommsein wohl belohnest. 8 114 12. Ich will Dich hier auf Erden und dort, da wir Dich werden selbst schau'n im Himmel broben, hoch preisen, fing'n und loben. 139. Anbetung dem heiligen Geiste! Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. allelujah, HErr GOtt heil'ger Geist, sei immer und ewiglich gepreis't von uns, Deinen armen, elenden Sündern, die Du gemacht hast zu GOttes Kindern. Hallelujah! 2. Du ew'ges Licht bist's, das uns erleucht't und uns unter JEsu Kreuze beugt, da an Ihn zu glauben, an Seinen Blicken, an Seinen Wunden sich zu erquicken. Hallelujah! 3. Du heil'ge Flamme und Liebesfeu'r, gieb unsern Herzen, zu lieben treu'r Ihn, den Mann der Schmerzen, der uns're Sünde auf sich ge= nommen, daß Er entbinde vom ew'gen Tod. 4. Du heil'ger Tröster und süßes Gut, schreibft Deinen Namen mit JEsu Blut in die Herzen derer, die nach Ihm weinen. Gieb, daß auch wir Dich lieben und meinen. Erbarm' Dich, HErr! 5. Du beil'ger Priester falbst uns're Seek mit Deinem heil'gen Freudenöl, dem Lamm zur Ehre für Seine Wunden, die es am Kreuze für uns empfunden, GOtt, heil'ger Geist! 6. heil'ge Lieb', verbind' Deine Schaar, so wie die erste Gemeine war, in Liebe und Glauben Ein Herz und Seele, mit ihrem Bräutigam fie vermähle durch's Lammes Blut. 7. Amen, Amen, o GOtt heil'ger Geist, Du sollst empfangen Lob, Dank und Preis, Anbetung und Ehre für Dein Bemühen, Seelen zu rein's gen und zu erziehen, in Ewigkeit! 115 140. Er erkennt die Seinen.' Mel. Weil die Worte Wahrheit sind. Weil ich JEsu Schäflein bin, freu' ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirthen, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter Seinem sanften Stab' geh' ich aus und ein und hab' unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durftig bin, führt Er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt' ich nun nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd' ich endlich beimgetragen in des Hirten Arm und Schooß: Amen, ja, mein Glück ist groß! 141. Es ist Alles euer. Der Du Dich Selber mir geschenkt und nicht Dein Licht nur und Dein Wort, der Du Dich Selbst, ein sel'ger Hort, in meines Wesens Grund versenkt, Des Arm mich überall umfäh't, Deß Fuß mich überall umrauscht Deß Ohr nach meinen Seufzern lauscht: o GOtt, wie hast Du mich erhöh't! 142. Geduld. Geduld! Geduld! Wie lange wird's noch währen, so blüh'n uns aus der Thränenfaat die Aehren der ew'gen Freude auf durch GOttes Huld! Geduld! Geduld! Was sind, seit uns're Herzen mit Chrifti Blut besprengt, der Erde Schmerzen? Der Drangsal Stachel ist die Sündenschuld. 2. Voran! voran! Wie mancher Gruß von Oben versüßt uns mitten unter'm Sturmestoben die Wallfahrt schon auf rauber Dornenbahn! Mit GOtt 8* 116 voran! Drei Schritte noch, so stehen die wunden Füße auf den ew'gen Höhen, und Mühe, Roth und Tod find abgethan. 190 143. Mit Dir voran! Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. alt' Du mich nur bei Deiner Rechten, boldsel'ger Freund, und dann voran! Sei Du der Stern in meinen Nächten, in meinem Boot der Steuermann; und sprich, wo ich in Stürmen zage zwei Worte nur vernehmlich aus; sprich nur: Ich bin's!" und jauchzend schlage ich meine Ruder durch's Gebraus. 144. JEsus- der höchste Schat. Mel. Valet will ich dir geben. Schaß über alle Schäße, o JEfu! liebster Schaß, an dem ich mich ergöße, hier hab' ich einen Plaß, in meinem treuen Herzen Dir, Schönfter! zugetheilt, weil Du mit Deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden! Du wahres Lebensbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Troft und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster! mich anblicken Dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken; komm, tomm, mein Freudenlicht! denn ohne Dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor Deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle! o JEsu, süße Ruh'! Du treuer Kreuzgeselle. schlag' nach Belieben zu, 117. ich will geduldig leiden, es soll mich keine Pein von Deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben Dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit Dir im tiefsten Feuer schwißen, als, JEsu! ohne Dich im Paradiese sißen, veracht't und fämmerlich. 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht, mein Geift will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo JEfus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein, wo JEfus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, JEsu, mein Vergnügen! komm', hole mich zu Dir, in Deinem Schooß zu liegen; komm', meiner Seelen Zier! und setze mich aus Gnaden in Deine Freudenstadt; so kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und satt. 145. Die Lebenskrone. wie strahlt die Lebenskrone, die zum fel'gen Gnadenlohne GOttes Sohn mir zugedacht, wenn ich treu bis hin zum Grabe ritterlich ge= kämpfet habe und den Pilgerlauf vollbracht. 2. wie blinken Zions Mauern, da sich endet alles Trauern und ein ew'ger Sabbath ist, da der Engel Harfen klingen und die Auserwählten singen: Hochgelobt sei JEsus Chrift! 3. O wie glänzt die weiße Seide an der Ueberwinder Kleide droben am krystall'nen Meer! Dort umströmt sie ew'ge Bonne, denn der HErr ist ihre Sonne und ihr Ein und Alles Er. 4. Doch, werd' ich es auch ererben, was durch Leiden und durch Sterben JEsus mir verdienet hat? Werd' ich auch zur Rechten stehen, mit den Heil'gen dürfen gehen in die schöne Gottesstadt? 118 5. HErr, Du weißest, wie ich's meine, ob ich los von allem Scheine ohne Falsch und lauter bin; Deiner Augen Flammenblicke leiden weder Trug, noch Tücke: JEsu, prüfe meinen Sinn! 6. Deffne mir die Herzensgründe, ob auch keine Lieblingssünde heimlich mehr darinnen lebt; ob nicht irgend noch ein Göße, o Du höchster aller Schäßze! neben Dir sich mehr erhebt. 7. Wer nicht Allem will entsagen und Dir nach sein Kreuze tragen, kann auch nicht Dein Jünger sein. Wer nicht Leib und Seel' und Leben Dir will ganz zu eigen geben, geht in Salem nimmer ein. 8. Heile, JEsu! meine Schäden, reiß' entzwei die feinsten Fäden, die von Dir mich wollen zieh'n. Gieb zum Wollen das Vollbringen, hilf mir wachen, beten, ringen, hilf mir Alles Eit'le flieh'n. 9. Ja, Du holder Fürst des Lebens, laß mich Armen nicht vergebens weinend fleh'n zu Dir hinauf. Stärke mich in Freud' und Leide, ach und thu' mir, wenn ich scheide, Deines Himmels Pforten auf! 146. Glaubenstrost. Eigene Melodie. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, wer will mir Den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon GOttes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' pon der Erd' als ein Schatten flieben. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben; will Er's wieder zu Sich kehren, nehm' Er's hin, ich will Ihn dennoch fröhlich ehren. 119. 4. Schickt Er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt' ich drum verzagen? der es schickt, der wird es menden; Er weiß wohl, wie Er soll all' mein Unglück enden. 5. GOtt hat mich bei guten Tagen oft ergößt, follt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist GOtt und schärft mit Maaßen Sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß fie spotten, laß fie lachen! GOtt, mein Heil, wird in Eil' fie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets fich laffen schauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann geh'n zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird mich ohn' Ende laben. 11. HErr, mein Hirt, Brunn' aller Freuden! Du bist mein, ich bin Dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin Dein, weil Du Dein Leben und Dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich Dich faffe und Dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, da Du mich und ich Dich lieblich werd' umfangen! 120 147. An Paul Gerhardt. Gerhardt, theurer GOttesmann! der Lieder fang, wie's Keiner kann, ich fing' im schwachen Nachgefang dir meines Herzens Lieb' und Dank. 2. Voll Glaubens- und voll Liebessinn gingft du den Weg einst still dahin und suchteft als ein wahrer Chrift, was göttlich und von Chrifto ift. 3. Dein Auge war hinaufgewandt zu Dem, der Seinen Sohn gesandt, und der in Ihm dem, der Jhn liebt, des ew'gen Lebens Erbtheil giebt. 4. Und wie der Glaube dich durchdrang, ward jede Regung ein Gesang, und jedes liebende Gefühl zwang deine Hand zum Saitenspiel. 5. Du sangst uns süße Lieder vor, die klingen lieblich uns in's Ohr, die find so himmlisch flar und rein und dringen sanft in's Herz hinein. 6. Gleich Psalmen schallet dein Gesang, wenn er ertönt von Lob und Dank, und wenn du fingst aus Herzensgrund:" Ich singe Dir mit Herz und Mund." 7. Sanft tröstend rührst du das Gemüth, wenn du uns fingst dein Trosteslied:" Befiehi, o Seele, was dich kränkt, dem Vater, der den Himmel lenkt." 8. Und greifft du fühn in's Saitenspiel und sprichst im Glaubenshochgefühl:" Ist GOtt für mich, wer schadet mir?" so fühlen wir uns stark mit dir. 9. Vor allem fingst du ach! so schön, wenn du, den Heiland zu erhöh'n, die Harfe sanft und lieblich rührst und uns Sein Bild vor Augen führst. 10. Wie tönt dein Weihnachtspsalm so hell: Wir singen Dir, Immanuel!" wie süß dein Lied, das zu Ihm spricht: O JEsu Christ, mein schönstes Licht!" 121 11. Wie dankbar preis't dein fremmes Herz des Welterlöfers Tod und Schmerz, wie Er, ge= horsam, in Geduld ein Lämmlein geht und trägt die Schuld!" 12. Wie warnst du ernst die Sünderwelt, wenn du ihr zeigst am Kreuz den Held, der sterbend uns das Heil gewann:„ O Welt, sieh' hier dein Leben an!" stoun 11 13. Wie rufft du glaubensvoll Ihm zu: O Haupt voll Blut und Wunden Du, mein Heil, soll ich einst scheiden hier, so scheide Du nur nicht von mir." 14. Und liebend steigt dein Herz hinab mit Ihm vom Kreuz in's Felsengrab, und wie dein Herz, folgt auch dein Lied dem HErrn, für den dein Herz erglüht. 15. Jhm folgt es, wie Er aus dem Thor des Grabes lebend tritt hervor, und jauchzt voll Sieges= freudigkeit: Sei fröhlich Alles weit und breit!" 16. Ja, bis Er stieg zum Himmelsthron, folgst du dem liebsten GOttessohn, und immerfort tönt dein Gesang von Seiner Lieb' und deinem Dank. 17. Es lebte Christus ganz in dir, drum macht' in heiliger Begier Sein Lob dein geistbegabter Mund dem Volk, das Er erlös'te, fund. 18. Du fühltest dich durch Ihn vereint mit GOtt, als GOttes Kind und Freund, und warst, gleich Ihm, stets hingewandt zum Vater und zum Vaterland. 19. Du blickteft ganz in Chrifti Šinn auf dieses Lebens Wechsel hin, durch Ihn war dir das Leben schön, mocht's auch durch Sturm und Dornen geh'n. 20. Die Freuden, die dein Herz hier fand, nahmst Du voll Dank aus GOttes Hand, und sprachft: Kann ich mich hier so freu'n, wie schön wird's erst im Himmel sein!" 11 122 21. Und ward dein Leben schwer und schwül, da nahmest du dein Saitenspiel, und blicktest tindlich himmelwärts, und sangst dir Christi Troft in's Herz. cold, fot 22. Daß auch das Kreuz uns Segen schafft, daß stark in uns sei GOttes Kraft, und daß das Leiden dieser Zeit nicht werth sei jener Herrlichkeit: 23. Das glaubteft du, und unserm Ohr fangst du's in süßen Weisen vor, was dem, der glaubt und lebt als Christ, in Freud' und Kummer tröstlich ist. 24. Ja tröstend spricht's die Herzen an dein Lied, du theurer GOttesmann! Und wie ein wahres GOtteswort zieht's uns mit sich nach oben fort. 25. O Dank dem Geist, der deine Brust mit Liedern füllt' und Dichterlust, Dank dir für deine Harmonie'n, die wundersam uns an sich zieh'n. 26. In frühen Kindheitsjahren schon klang mir so süß ihr reiner Ton, und immer noch ist ihr Erguß mir oft ein seliger Genuß. 27. Mit Liebe hängt mein Herz dir an so lang' es schlägt, du theurer Mann. O reich' einst freundlich mir die Hand dort in der Lieder Vaterland! 148. Es ist Abend geworden. Mel. Erhalt uns, HErr, bei Deinem Wort. Ach bleib' bei uns, HErr JEfu Chrift, weil es nun Abend worden ist, Dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser leßt'n betrübten Zeit verleih' uns, HErr, Beständigkeit, daß wir Dein Wort und Sakrament rein behalt'n bis an unser End'. 3. HErr JEsu, hilf, Dein Kirch' erhalt', wir find gar sicher, faul und kalt, gieb Glück und Heil zu Deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. 123 4. Erhalt uns nur bei Deinem Wort und wehr' des Teufels Trug und Mord. Gieb Deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach GOtt! es geht gar übel zu, auf dies fer Erd' ist keine Ruh, viel Sekten und viel Schwärmerei auf einen Haufen komm'n verbet. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen Deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', HErr JEfu Chrift, nicht unser, sondern Dein ja ist, darum so steh' Du denen bei, die sich auf Dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist uns'res Herzens Truß und Deiner Kirche wahrer Schuß, dabei erhalt' uns, lieber HErr, daß wir nicht Meister suchen mehr. 9. Gieb, daß wir leb'n nach Deinem Wort und darauf ferner fahren fort von binnen aus dem Jammerthal zu Dir in Deinen Himmelssaal! 149. Der Wächter Stimme. Eigene Melodie. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne: Wach' auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht beißt diese Stunde; fie rufen uns mit frohem Munde: Wo seid ihr klus gen Jungfrauen? Wohlauf! der Bräut'gam kömmt, steht auf! die Lampen nehmt! Hallelujah! macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset 3hm entgegen geh'n! 2. Zion hört die Wächter_singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht ettend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, 124 du werthe Kron', HErr JEsu, GOttes Sohn! Hofiannah! Wir folgen all' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei Dir gesungen mit Menschenund mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cym= beln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an Deiner Stadt; wir steh'n im Chore der Engel hoch um Deinem Thron. Kein Aug' hat je gefehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und fingen Dir das Hallelujah für und für! BISC 150. JEsus- der Morgenstern. qua Eigene Melodie.11025 Wie schön leucht't uns der Morgenstern voll Gnad' und Wahrheit von dem HErrn, die füße Wurzel Jeffe! Du, Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam haft mir mein Herz beseffen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben! 2. Du meines Lebens werthe Kron', wahr'r GOttes- und Marien- Sohn, des Himmels großer König! Mit Freuden rühm' ich Deine Ehr', Dein's heil'gen Wortes süße Lehr' ist über Milch und Honig. Herzlich will ich Dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir Deines Geistes Stärke. 3. Gieß sehr tief in mein Herz hinein, o Du, mein HErr und GOtt allein! die Flamme Deiner Liebe, daß ich beständig in Dir bleib' und mich kein Unfall von Dir treib', nichts fränke noch betrübe. In Dir laß mir ohn' Aufbören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von GOtt kommt mir ein Freudenlicht, wenn Du mit Deinem Angesicht mich gnädig thust anblicken. O JEsu, Du mein böchstes Gut, Dein 125 Wort, Dein Geift, Dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst' mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden; auf Dein Wort komm' ich geladen. H 5. GOtt Vater, o, mein starker Held! Du haft mich ewig vor der Welt in Deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich Sich Selbst vertraut, Er ist mein Schaß, ich Seine Braut, kein Unfall mich betrübet. Eia! Eia! himmlisch Leben wird Er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz Ihn loben. 6. Singt unserm GOtt recht oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich erschallen dem allerliebsten JEsulein, dem wunderschönen Bräut'gam mein zu Ehren und Gefallen. Einget, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem HErren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und O, der Anfang und das Ende! Er wird mich auch zu Seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf' ich in die Hände. Amen! Amen! Komm, Du schöne Freudenkrone, bleib' nicht lange! Deiner wart' ich mit Verlangen. don- D- minn! 151. Die neue Welt. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. W te herrlich ist die neue Welt, die GOtt den Frommen vorbehält, kein Mensch kann sie erwerben. JEsu, HErr der Herrlichkeit! Du haft die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben! Weise, preise ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden; laß mich auf den Anblick enden. 111 126 152. Tausendmal Dank dem HErrn. Mel. Alle Menschen müssen sterben. omit soll ich Dich wohl loben? mächtiger HErr Zebaoth! Sende mir dazu von oben Deines Geiftes Kraft, mein GOtt! denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Wunderzeichen. Tausend, tausendmal sei Dir, großer König, Dank dafür! 2. HErr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich Deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu' und Güte ftets erhebe Tag und Nacht. Denn von Deinen Gnaden= güssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, taufendmal sei Dir, großer König, Dank dafür!- 3. D, wie haft Du meine Seele stets gesucht zu Dir zu zieh'n, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden flieh'n, die mich ausgeföhnet haben und mir Kraft zum Leben gaben! Tausend, tausendmal sei Dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Du, HErr, mein GOtt! zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben Dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht' an Deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei Dir, großer König, Dank dafür! kamft 5. Vater, Du haft mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit, und Du haft zu mir geneiget, JEfu, Deine Freundlichkeit, und durch Dich, o Geist der Gnaden! werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal set Dir, großer König, Dank dafür! 6. Tausendmal sei Dir gesungen, HErr, mein GOtt! Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch JEsu Lleiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, HErr! für und für, ewig, ewig danken Dir. 127 153. Abschiedsgruß.3 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. HErr, Du haft uns reich gesegnet und bift ſe freundlich uns begegnet, daß wir Dein Nahesein gespürt; ja, Du führtest uns zusammen und haft der Bruderliebe Flammen mit Deinem Odem anges schürt; drum wallet unser Herz in Sehnsucht himmelwärts, Dir zu danken; denn Du bist's werth, daß man Dich ehrt und sich in Deinem Dienst verzehrt. 2. Doch, da wir nun wieder scheiden, nachdem Du uns getränkt mit Freuden und auch gestärkt den schwachen Muth, bitten wir dich noch zum Ende, daß Deine heil'gen JEsushände besprengen uns mit Deinem Blut und daß Du fort und fort wollst bletben unser Hort, unsre Liebe, bis Du uns einst, wenn Du erscheinft, in Ewigkeit um Dich vereinft! 154. JEsus meine Freude. Mel. GOtt des Himmels und der Erben. - Meines Lebens beste Freude ist der Himmel, GOttes Thron, meiner Seelen Trost und Weide ist mein Jesus, GOttes Sohn; was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. And're mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu JEfu sein gesellt! Denn der Erde Gut vergeht, JEfus und Sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schon in JEfu bin, alle Schäße dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn; JEsus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge und ist bald damit geschehn; plößlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 128 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein JEfus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt, es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Einen Tag bei JEsu fißen, ist viel besſer als die Welt tausend Jahr' in Freude nützen; aber ewig sein gestellt zu des HErren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 7. Effen, Trinken, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf JEsum fein gericht't, ist der Seelen schönste Zier, geht auch aller Freude für. 8. Ach, so gönne mir die Freude, JEsu, die Dein Himmel hegt, sei Du Selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und bei Dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein! ding. 155. Bleibe bei uns! Mel. Christus, der ist mein Leben. Ach bleib' mit Deiner Gnade bei uns, HErr JEfu Chrift! daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib' mit Deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid', hier und dorte sei Güt' und Heil bescheert. mist ni 3. Ach bleib' mit Deinem Glanze bei uns, Du werthes Licht! Dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.oard mee ni, 10 4. Ach bleib' mit Deinem Segen bei uns, Du reicher HErr! Dein Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'! 5. Ach bleib' mit Deinem Schuße bei uns, Du starter Held! daß uns der Feind nicht trupe, noch fäll' die böse Welt. ada batid 129 6. Ach bleib' mit Deiner Treue bei uns, mein HErr und GOtt! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! 156.0 Hallelujah unserm GOtt! Mel. Wie schön leucht't uns der Morgerstern. allelujah, Lob, Preis und Ehr' sei unserm GOtt je mehr und mehr für alle Seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns Allen Ihm bereit't Dank, Weisheit, Kraft nnd Stärke! Klinget, finget: Heilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebaoth. 2. Hallelujah, Preis, Ehr' und Macht sei auch dem GOtteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit Seinem Blut erkauft, damit bes sprenget und getauft und Sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darin wir uns erlaben. 3. Hallelujah! GOtt, heil'ger Geist, sei ewiglich von uns gepreis't, durch den wir neu ges boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen! Eial Eia! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hofiannah!. 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' fet unferm GOtt je mehr und mehr und Seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und finget nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebaoth! 157. Gieb mir Beständigkeit! Mel. Herzlich thut mich verlangen. Laß mich Dein sein n und bleiben, Du treuer GOtt und HErr, von Dir laß mich nichts treiben, 9 130 balt' mich bei reiner Lehr'; HErr! laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit, dafür will. ich Dir danken in alle Ewigkeit. 158. Dank dem dreieinigen GOtt! Eigene Melodie. Nun danket Alle GOtt mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch ießund gethan. 2. Der emigreiche GOtt woll' uns bei unserm l'uns bei uniems Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in Seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei GOtt, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen GOtt, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jeßund und immerdar! 159. Nur bei Dir, o HErr! Mel. Alle Menschen müssen sterben. Laß, o JEsu! mir auf Erden meinen Ruf und Gnadenwahl alle Tage fefter werden, daß ich mit der Deinen Zahl, die ihr schönes Erbtheil tönnen ewig unverwelklich nennen, bis zu Dir, durch GOttes Macht, werd' im Glauben durchgebracht. 2. Bei Dir, JEsu! will ich bleiben; halte Selbst Dein schwaches Kind, bis durch's sel'ge an Dich Gläuben Seel' und Leib geheiligt sind; alle Noth will ich Dir klagen, Alles Dir in's Herze fagen, bis Du endest meinen Lauf, und dann hört mein Weinen auf. 131 160. Schlußseufzer." Mel. In allen meinen Thaten. N₁ un hierzu sage Amen, verkläre Deinen Namen in einer jeder Seel', verschließe sie auf's Beste in Deine Wundenfeste, gekreuzigter Immanuel! ( Erster Anhang.) 161. Jauchzet dem HErrn, alle Welt! Mel. GOtt des Himmels und der Erden. Alle Welt, was lebt und webet und in Feld und Häusern ist, was nur Stimm' und Zung' er= bebet, jauchze GOtt zu jeder Frist; diene Ihm, wer dienen kann, komm' mit Lust und Freud' heran! 2. Sprecht: Der HErr ist unser Meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Er hat unsern Leib und Geister an das Licht hervor gebracht. Wir find Seiner Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigenthum. 3. Gehet ein zu Seinen Pforten, geh't durch Seines Vorhofs Gang; lobet Ihn mit schönen Worten, faget Shm Lob, Preis und Dank; denn der HErr ist jederzeit voller Gnad' und Gütigkeit. 4. GOtt des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heil'ger Geist, daß Dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand Selbst und Hülf' uns leist'. Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. 162. Dem herrlichen Zions- GOtt. To hi mel. Nun lob' mein' Seel' den HErren. Man lobt Dich in der Stille, Du hocherhab'ner Bions- GOtt! des Rühmens ist die Fülle vor Dir, Du 9* 132 starter Zebaoth! Du bist doch HErr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt Du die Deinen nicht. D'rum soll Dich flündlich ehren Mein Mund vor Jedermann und Deis nen Ruhm vermehren, so lang' er fallen kann. 2. Es müssen, HErr! sich freuen von ganzer Seel' und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der GOtt Jfrael! Sein Name werd' geprieſen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nüß' und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an Ihm stets kleb' und niemals von Ihm scheide, so lang' ich leb' und schweb'. 3. HErr! Du hast Deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, haft Du gar bald an sie gedacht. Du haft mir Gnad' erzeiget, nun wie vergelt' ich's Dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit Dich, HErr, mein GOtt! im Leben und dort in Ewigkeit. It 163. Bitte um ein fröhlich Herz, Mel. Nun danfet Alle GOtt. And the Gieb mir ein fröhlich Herz, Du Geber aller Gaben! und laß mich meine Luft an Deinem Worte haben; so bin ich ganz vergnügt, so ist kein Trauergeist, der Dich, mein lieber GOtt! aus meiner Seele reißt. 1000 2. Gieb mir ein fröhlich Herz im Wünschen und Verlangen; laß meine Zuversicht an dir beständig hangen, und blicke mich mit Trost in meiner Hoffnung an, daß sie in Deiner Huld vor Anker liegen kann. 3. Gieb mir ein fröhlich Herz, so oft ich vor Dich trete, und durch des Geistes Ruf mein Vaters unser bete. Doch Deinem Willen bleibt mein Wille 133 heimgestellt. Gieb nur, was Dir beliebt und was mir selig fällt. 4. Gieb mir ein fröhlich Herz bei Kümmerniß und Sorgen. Du sorgest ja für mich und Dir ist unverborgen, was meiner Seelen gut und meinem Leibe dient, Du weißt die Mittel auch, wodurch mein Glücke grünt. 5. Gieb mir ein fröhlich Herz, wenn ich in Unschuld leide; kränkt mich die falsche Welt mit unverdientem Neide; so bleib' ich doch getroft, Du bist mein bester Freund, der's ewig treu und gut mit meiner Wohlfahrt meint. 6. Gieb mir ein fröhlich Herz in bangen Trauers tagen, und laß mich mit Geduld die Last derselben tragen; auf Ungewitter folgt doch wieder Sonnenschein: so wird mir auch das Kreuz voll Frucht und Segen sein. 7. Gieb mir ein fröhlich Herz, wenn ich auch endlich sterbe, der Tod ist mein Gewinn, weil ich das Leben erbe. Im Himmel geh'n auch erst die rechten Freuden an; ach, daß ich heute nicht von hinnen scheiden kann! 18. Gieb mir ein fröhlich Herz! Das wirst Dut mir auch geben; ich will an Dir, mein GOtt! wie eine Klette kleben, so werf' ich ganz getrost das Trauern hinterwärts und sage noch einmal: Gieb mir ein fröhlich Herz! eun CURIO Tug dan' biz ind it onthlisi amej 400 164. Bitte um viele treue Zeugen. is Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich singen. 201 #Wach' auf, Du Geift der ersten der ersten Zeugen, die auf der Mau'r als treue Wächter steh'n, die Tag' und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind' entgegen geh'n; ja deren Schall die ganze 134 Welt durchdringt und aller Bölker Schaaren zu Dir bringt. 2. O, daß doch bald Dein Feuer brennte! o möcht' es doch in alle lande geh'n! Ach, HErr, gieb doch in Deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit steh'n. O HErr der Ernte, siehe doch darein! Die Ernt' ist groß, da wenig Knechte sein.us 3. So gieb Dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein! laß eilend Hülf' uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O, breite, HErr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus, zu Deines Namens Preis. 4. Ach, daß die Hülf' aus Zion käme! o daß Dein Geist so, wie Dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängniß nähme! o, würd' es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß', o HErr, den Himmel bald entzwei und komm' herab zur Hülf' und mach' uns frei! 5. Ach laß Dein Wort recht schnelle laufen; es ſei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll' in alle Thore ein. Ja, wecke doch auch Ifrael bald auf und also segne Deines Wortes Lauf! 6. O, beff're Zions wüste Stege; und was Dein Wort im Laufe hindern kann, das räum', ach, räum' aus jedem Wege. Bertilg', o HErr! den falschen Glaubenswahn, und mach' uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten GOttes sei. 165. Die Seligkeit des wahren Christen. Mel. Valet will ich dir geben. Sie jauchzet doch mit Freuden, die heil'ge GOttesstadt, die sich durch JEsu Leiden vor nichts 135 zu fürchten hat; denn GOtt ist bei ihr drinnen, das weiß sie sicherlich. Der Zweifel muß zerrine nen, die Furcht verlieret sich. 2. Laß And're wankend fragen, ob GOtt ihr Bater sei! Ein Chrift kann muthig sagen und schwören noch dabei: Ich habe Gnade funden, bie Seligkeit ist mein, und durch des Lammes Wunden geh' ich zum Himmel ein. 3. Ein wahrer Christ ist selig, der Chriftum recht erkennt, der seine Schuld unzählig und sich verloren nennt; der alles herzlich haffet, was sonst dem Fleisch gefällt, der JEsum gläubig. faffet und über alles hält. 4. Ja, selig find die Christen, die ohne Falsch besteh'n. O, daß es alle wüßten, die noch zur Hölle geh'n! Wer ist so reich und prächtig, fo schön, vergnügt und fatt, so fröhlich; stark und mächtig, als der den Glauben hat? 5. Schon hier in diesem Leben grünt seine Seligkeit; was wird's im Himmel geben? da kommt die Erntezeit. Da schmeckt sein Herz vollkommen, was hier im Vorschmack war, und ist mit allen Frommen im ew'gen Jubeljahr. 6. Behalte, Welt! das Deine, du arme, blinde Welt! Der Glaube bleibt das Meine, der Chrifti Blut behält! Wenn alle Reichen darben, wenn Fürsten betteln geh'n, will ich mit Freudengarben in Zions Thoren steh'n. $ 166. Bitte um den heiligen Geist. di Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. heil'ger Geist, kehr' bei uns ein und laß uns Deine Wohnung sein, o komm', Du Herzenssonne! Du Himmelslicht! laß Deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud' und 136 Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben wollft Du geben, wenn wir beten; zu Dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, d'raus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß Deinen Troft uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen Dir ergeben, Dir zum Lob' und uns zum Leben. 3. Steh' uns stets bei mit Deinem Rath und führ' uns Selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir ge= treu Dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, Dich zu schauen und auf Deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns Dein' edle Balsamskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket wer= den, auf daß wir unter Deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden; laß Dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort! laß uns Dein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von Deiner weisheitsreichen Lehr' und Deiner Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte in's Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß Dich in uns're Herzen kräftiglich und schenk' uns Deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu' und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit Dich betrübe, Fried' und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst Du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen uns're Lebenszeit, sei unsers Geiftes Stärke; daß uns hinfort seiunbewußt die Eitelkeit, des Fleisches 137 Luft und seine todten Werke. Rühre, führe unf're Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. 167. Christus mein Alles. Mel. Christus, der ist mein Leben. Mein JEsus ist mein Leben, mein Theil und mein Gewinn; d'rum will ich Ihn erheben, weil ich im Leben bin. bun 1 2. Er ist die höchste Gabe, die mir mein- Abba giebt, und wenn ich Ihn nur habe, fo bin ich unbetrübt. 3. Wenn Er in meiner Seelen mit Gnaden wohnt und ruh't, so kann mir's niemals fehlen an irgend einem Gut. 4. Er heilet meine Wunden mit Seinem Del und Wein, und macht von allen Sünden in Seinem Blut mich rein. 5. Er ist mein Trank und Speise, mein Licht 16 Sheife, main in Dunkelheit, mein Leitsmann auf der Reife, mein Sieg in Krieg und Streit; m 6. Mein König und mein Hirte, mein Priester und Altar, mein Opfer, meine Zierde: Er ist mein Alles gar. 7. Was ich nur kann verlangen, hab' ich in Ihm allein gefunden und empfangen; d'rum kann ich fröhlich sein. anton 168. JEfus meine Freude. Eigene Melodie. JEsu, meines Herzens Freud', süßer JEſu, meiner Seelen Seligkeit, füßer JEsu! des Gemüthes Sicherheit, füßer JEsu, JEsu, süßer JEsu! - 138 2. Tausendmal gedenk' ich Dein, mein Erlöfer! und begehre Dich allein, mein Erlöser, sebne mich bei Dir zu sein, mein Erlöfer, JEsu, mein Erlöser! 3. Nichts ist lieblichers als Du, liebste Liebe, nichts ist freundlichers als Du, milde Liebe, auch nichts füßers ist, als Du, süße Liebe, JEsu, süße Liebe! 4. Weide mich und mach' mich satt, HimmelsSpeise, tränke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide, sei Du meine Ruhestatt, Rub' der Seelen, JEsu, Ruh' der Seelen! 5. Ich bin frank, komm, stärke mich, meine Stärke, ich bin matt, erquicke mich, süßer JEfu; wenn ich sterb', so tröste mich, Du mein Tröster, JEsu, Du mein Tröster. 169. JEsus- meine Zuversicht. Mel. Herzliebster JEfu, was hast Du verbrochen? A ch mein HErr JEfu, wenn ich Dich nicht hätte, und wenn Dein Blut nicht für die Sünder red'te, wo sollt' ich Aermster unter den Elenden mich sonst hinwenden? 2. Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer bliebe; benn wo ist solch' ein Herz, wie Dein's, voll Liebe? Du, Du bist meine Zuversicht alleine, sonst weiß ich keine! 902,31 170. Pilgerlied. Mel. Bon GOtt will ich nicht laffen. Ko Lommt, Kinder! laßt uns gehen, der Abend kommt berbei, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Muth, zur Ewig 139 keit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgrimspfad, wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet Dem; ein Jeder sein Gefichte mit ganzer Wendung. richte feft nach Jerusalem. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid, es soll noch besſer gehen zur Abgeschiedenheit: nein, Kinder! seid nicht bang', verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Geht's der Natur entgegen, so geht's gerad' und fein; die Fleisch und Sinne pflegen, noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden, laßt gar euch selbst dahinten, es geht durch's Sterben nur. 5. Kommt, Kinder! laßt uns gehen; der Vater gehet mit, Er Selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt: Er will uns machen Muth, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken, ach, ja, wir haben's gut. 6. Ein Jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern, schau't auf die Feuersäule, die Gegenwart des HErrn; das Aug' nur eingekehrt, da uns die Liebe treibet und den, der folgt und bleibet, den wahren Ausgang lehrt. 7. Es wird nicht lang' mehr währen, halt't noch ein Wenig aus, es wird nicht lang' mehr währen, so kommen wir nach Haus'; da wird man ewig ruh'n: wenn wir mit allen Frommen dahin zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! Sundh andling manise 8. D'rauf wollen wir es wagen, es ist wohl wagenswerth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert: Welt, du bist uns zu klein; 140 wir geb'n durch JEsu Leiten bin in die Ewigkeiten; es soll nur JEsus sein. 9. O Freund, den wir erlesen, o allvergnügend Gut! o ewig- bleibend Wesen, wie reizest Du den Muth! wir freuen uns in Dir, Du uns're Wonn' und Leben, worin wir ewig schweben, Du uns're ganze Zier! 20 od Spind 171. JEsus mein HErr.QUE 941 oldo - Mel. HErr JEsu Christ, Dich zu uns wend'. So lange JEsus bleibt der HErr, wird's alle Tage herrlicher; so war's, so ist's, so wird es sein bei Seiner Blut- und Kreuzgemein'. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit bleibt Seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen ja mit Herz und Mund: o Lamm! Dein Blut ist unser Grund, der fest und unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 4. Du bist und bleibest unser HErr, der Leita stern Deiner Wanderer, der Kirche theures Oberhaupt, woran ein jedes Herze glaubt. 5. Dein Geift, der Geist der Herrlichkeit, mit dem der Vater Dich geweih't, der ruh't nun auch auf der Gemein', und lehrt uns Deine Zeugen sein. 6. Denkt man daran, so weiß man nicht, wie einem recht dabei geschicht, steht nur so da und fieht Dir zu und denkt: Gekreuzigter, nur Du! 7. Mach' Deine Boten herrlicher, Lamm! Dir und Deinem Volk zur Ehr', und gieb mit uns an Deinem Heil der ganzen Welt aus Gnaden Theil! 141 172. GOtt mein Erbarmer. Mel. Alle Menschen müssen sterben. SIR Schuld und Strafe find erlassen; GOtt erbarmt Sich über mich; dies Wort darf ich Sünder fassen und mein Glaube freuet fich. Lobe GOtt, befreite Seele! Diese Gab' ist gar so groß, Seine gnädigen Befehle machen mich von Ketten los. 2. Meine Rechnung ist vollendet, weil ein reicher Bürge kam, der Sein theures Blut ver= wendet und die Zahlung auf sich nahm; nicht ein Heller blieb mir stehen; Millionen sind gebüßt. O, wie wäre mir geschehen, wenn ich felber büßen müßt'! - 3. O wie hat der Schulden Menge mich in tausend Noth gebracht! wie hat mir des Königs Strenge ob der Sünden bang gemacht! GOtt ließ Sich erbitten, da ich Ihm den fall that, weil mein Bürge in der Mitten Selber für den Schuldner bat. Aber Fuß4. Nunmehr darf ich wieder leben, kein Verklagen ficht mich an; Alles hat mir GOtt vergeben, Alles JEfus abgethan. Darauf kann ich froh erblassen; meine Seele tröstet sich, Schuld und Strafe find erlassen, GOtt erbarmt sich über mich. 173. Seliges Verlangen. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Ich fühl's, ich bin entbunden von aller meiner Noth; ich fühl's, ich habe funden das Leben für den Tod. 2. Ich fühl's, ich bin geschieden aus Sodoms Wüstenei; ich fühl's, ich habe Frieden, und JEsus wohnt mir bei. 142 3. Ich fühl's, ich bin sein eigen mit Seele, Geist und Muth; ich fühl's mit fel'gem Beugen: Mein ist das höchste Gut! HOD 174. Freude über JEfum, den guten Hirten. Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund. Wie jauchzt und freu't sich doch mein Sinn, o süßer, heil'ger Christ, daß ich Dein selig Schäf= lein bin und Du mein Hirte bist. 2. Du sahst in öder Wüste mich, an Abgrundstiefen steh'n, da trieb Dein heißes Lieben Dich, mir eilend nachzugeh'n. 3. Du suchtest, HErr, mich ohne Raft und riefft mir Armen nach, bis ich, von Deinem Arm erfaßt, zu Deinen Füßen lag. 4. Ich war so matt, so krank und bloß, voll Sündenangst und Schmerz; doch ach- Du nahmst mich auf den Schooß und zogst mich an Dein Herz. 5. Du heiltest fanft mit Lieb'sbegier und zarter Mutterhand die tiefen Seelenwunden mir, daß all' mein Weh' entschwand. 6. Nun weid' ich unter Deinem Stab auf grüner Lebensflur, und folge still bergauf, bergab, 0 JEsu, Deiner Spur. 7. Dein Gnadenbrunn ist Nacht und Tag gefüllt bis oben an, daß ich, so oft ich's brauch' und mag, mich d'raus erlaben kann. 8. Du giebst mir Alles, was mir fehlt, Licht, Frieden, Kraft und Ruh' und Alles, was mich drückt und quält, das stillst und wende Du. 9. Du wirst mich auch durch's finst're Thal geleiten ohne Grau'n, und droben, HErr, im Himmelssaal, werd' ich Dein Antlig schau'n. 1431 10. D'rum fauchzt und dankt Dir Herz und Sinn, o süßer, heil'ger Chrift! daß ich Dein felig Schäflein bin und du mein Hirte bist. 175. Siehe, Ich stehe vor der Thür. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. JEsus steht an deiner Thür mit dem Gnadenhammer, klopft und rufet: Deffne Mir deines Herzens Kammer! laß mich ein, werde Mein, daß Ich dich bewohne, in dir leb' und throne. 2. Sieh', Ich habe dein gedacht, eh' du noch geboren, und durch Meine Liebesmacht dich für Mich erkoren. Schmach und Noth, Fluch und Tod litt Jch deinetwegen, dir zum Heil und Segen. 3. Deine Sünd' hab' Ich gesühnt, deine Schuld getragen, dir die Seligkeit verdient und den Feind geschlagen, dessen List grausam ist, Seelen zu verderben, daß fie ewig sterben. 4. Thu' mir auf, Ich bitte dich, deines Herzens Pforte und erwähl' im Glauben Mich dir zum Fels und Horte und zum Licht; säume nicht, dich an meinen Gaben seliglich zu laben. 5. Gnad' und Friede will Ich dir überflüssig schenken und mit Wonne für und für deine Seele tränken, Himmelswein, süß und rein soll dein Herz erquicken, dich der Erd' entrücken. 6. Meiner Unschuld Hochzeitskleid soll dich herrlich zieren, und Ich selbst will hocherfreut dich zum Vater führen, daß Er dich väterlich als Sein Kind begrüße, in die Arme schließe. 7. Thu' Mir eilend auf die Thür, eh' Ich weiter gehe; Ich dein König stehe hier, klopfe, bitt' und flebe. Pfeilgeschwind, armes Kind! und als hätt'st du Flügel, öffne Schloß und Riegel. 144 8. Wehe, wenn du mich verschmäßst, ach, und bis an's Ende Meiner Liebe widersteh'ft, und Ich dann Mich wende dort und hier weg von dir, und du geh'ft verloren;- besser, nie geboren! 176. Schieb' es nicht auf! Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Mach dich auf, mach' dich auf, armes, unbekehrtes Herz! falle deinem GOtt zu Fuße, fleb' Ihn an um Reu' und Schmerz und um wahre Herzensbuße, hemm', ach hemme deinen Sündenlauf, mach' dich auf, mach' dich auf! 2. Säume nicht,:,: schnell entflieht die Gnadenzeit, immer näher kommt das Ende, merk auf GOttes Wort noch heut, fleuch aus Sodom, fleuch behende; denn der HErr ist nah und Sein Gericht; säume nicht,:,:. 3. Ringe recht,:,: ring' und kämpfe bis auf's Blut, brich mit GOtt des Satans Ketten, daß du von der Hölle Gluth deine Seele mögst ers retten; bleibe nicht der Sünde Sclav' und Knecht, ringe recht,:. 4. JEsus winkt,:,: komm' und eil' in Seinen Arm, denn Er will von allen Sünden und von allem Leid und Harm dich in seinem Blut ent= binden; felig, wer aus GOttes Brünnlein trinkt, JEsus winkt,:,:. 5. Glaube nur,:,: glaube froh und zitt're nicht; leiner ist dem Lamm zu schnöde, sieh' doch, wie Sein Angesicht schaut so mild auf alles Blöde; ja den Kränksten heilet Seine Kur, glaube nur, glaube nur! 145 " 177. Deine Sünd' ist dir vergeben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Trockne nur die heißen Thränen, JEsus Chrtstus stilltdein Sehnen, der dir treulich nachgegangen, der dich suchte mit Verlangen, als du Seiner noch vergaßeft und im Todesschatten saßest, JEsus will an Šeinem Herzen dich befrei'n von allen Schmerzen. 2. Ist verzweifelt auch dein Schade, größernoch istJEsu Gnade, brennen die Gewissenswunden, o wie bald find fie verschwunden, wenn Er sanft mit Wein und Dele labt die schuldbelad'ne Seele und in Setnen Mutterarmen läßt Sein krankes Kinderwarmen. 3. Wag' es nur, auf Ihn zu schauen, Seiner Kur dich zu vertrauen, Ihn bei Seinem Wort zu faffen, feft auf Ihn dich zu verlassen. Laß das bange, trübe Zagen und die zweifelsvollen Fragen; denn Er schwört's bei Seinem Leben: Deine Sünd' ist dir vergeben. Aug Jun 4. Ei so freue dich von Herzen, jauchze laut dem Mann der Schmerzen, dessen Blut am Kreuz vergoffen, dir den Himmel aufgeschlossen und ge= löscht der Hölle Flammen, daß dich nichts mehr kann verdammen; und dein einziges Begehren sei: Zeitlebens Ihn zu ehren! 178. Das gute Theil. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Cins ist noth! Eins ist noth! Eins nur ift das gute Theil: JEsum suchen, JEfum finden, und durch Seiner Wunden Heil, los zu werden aller Sünden, frei von Satans Macht und ew'gem Tod, Eins ift noth! Eins ist noth! 2. Eins ist noth!:,: Haft du JEsum schon erwählt? ruh'st du schon an Seinem Herzen, bist im 10 - 146 Glauben Ihm vermählt, der für dich mit bittern Schmerzen trug den Zorn des HErren Zebaoth? Eins ist noth!:,: - 3. Eins ist noth!:,: Suche JEsum und Sein Licht, wenn du Jhn noch nicht gefunden- alles Andre hilft dir nicht;-nur durch Ihn kannst du gesunden und der Höll' entflieh'n, die dich bedroh't: Eins ist noth!# ILLG 4. Eins ist noth!:,: JEfus ruft: Komm' her zu Mir! Fall' Ihm demuthsvoll zu Fuße mit wahrhafter Heilsbegier und mit Thränen wahrer Buße; kämpf und ringe bis an's Morgenroth. Eins ist noth!:: 100) 910 in 5. Eins ist noth!:: Wirf den Ballast über Bord, laß die falschen Stüßen sinken; trau' allein auf JEfu Wort, folge Seinen Liebeswinken, glaub' an Ihn; denn das ist Sein Gebot. Eins ist noth!:,: OND 6. Eins ist noth!:,: Seße dich an JEsu Tisch, und satt und JEsu Roft ift mild und frisch, Seine Gaben sind unzählig. Komm, genieß' Ihn ſelbst, das das Lebensbrot.- Eins ist noth!: 7. Eins ist noth!:,: Du bist's, theures GOtteslamm! O daß alle Welt Dich kennte und in heißer Liebesflamm' ewig nur für Dich entbrennte! Ruf' ins Herz doch Allen, die noch todt: „ Eins ist noth!": ing ndit 179. Ja, bleibe bei uns! Mel. Ach bleib mit Deiner Gnade hand ann Ach bleib' mit Deiner Liebe bei uns, Du Liebesmeer, und hilf, daß uns're Triebe nur glüh'n zu Deiner Ehr'! 147 2. Ach bleib' mit Deinen Wunden bei uns, Du höchstes Gut, daß wir zu allen Stunden nichts wissen, als Dein Blut. 3. Ach bleib' mit Deinem Frieden bei uns, Du Friedensfürst, bis Du, wenn wir ermüden, nach Haus' uns bringen wirst. 4. Ach bleib' mit Deinem Leben bei uns in Freud' und Leid, erhalt' uns Dir ergeben für Zeit und Ewigkeit! 180. Meinem süßen Immanuel! Mel. JEsu, meines Herzens Freud'. Dir zu Füßen lieg ich hier tief im Staube, ach, und brenne vor Begier, süßer JEsu! Preis und Dank zu bringen Dir für Dein Lieben, für Dein heißes Lieben. 2. Du hast mich vom Fluch und Tod, von der Hölle losgekauft durch Kreuzesnoth, Mann der Schmerzen! da Dein Blut so purpurroth ward vergoffen, ward für mich vergossen. 3. Du bezahltest meine Schuld, treuer Bürge! und erwarbst mir GOttes Huld, GOttes Frie= den, litt'st und büßtest mit Geduld alle Sünden, alle meine Sünden. 4. Lange Zeit vergaß ich Dein kalt und schnöde; aber Du gedachtest mein, guter Hirte! wolltest in mein Herz hinein, mich zu segnen, Deinen Feind zu segnen. 5. Und obwohl ich widerstand Dir, o König! risfest Du mit starker Hand voll Erbarmen dennoch mich wie einen Brand aus dem Feuer, aus dem ew'gen Feuer. 6. All' mein Elend heiltest Du, Arzt der SeeTen, labtest mich mit Himmelsruh' überschwänglich, 10* GOVIONG: 148 deckteft meine Schande zu mit dem Kleide, HErr, mit Deinem Kleide. 7. O wie wohl ist mir zu Muth, Du mein Alles! daß ich nun in Deinem Blut rein gewaschen Dich, Du allerhöchstes Gut, kenn' und habe, Dich zum Freunde habe! 8. Du versäumst mich Aermsten nicht spät und frühe; bist mein Trost und süßes Licht, wenn ich weine, ach, und läßt Dein Angesicht fiets mir leuchten, zur Genesung leuchten. 9. Ja, Du bist wahrhaftig mein, Hallelujah! Ach und ich bin ewig Dein, Fürst des Lebens! Wer mag nun zuwider sein Deinem Kinde, Dei= nem sel'gen Kinde? 10. Nichts kann Deiner Allmachtshand mich entreißen, noch des Geistes Unterpfand mir entwenden; unauflöslich ist das Band uns'rer Liebe, JEsu, meine Liebe! 32 003 152 somhe 181. Die selige Zeit. Mel. Valet will ich dir geben. We enn GOttes Winde wehen vom Thron der Herrlichkeit und durch die Lande gehen, dann ist es fel'ge Zeit; wenn Schaaren armer Sünder entflieh'n der ew'gen Gluth, dann jauchzen GOt= tes Kinder hoch auf vor gutem Muth. 2. Wenn hier ein Auge thränet vor bitt'rer Seelenpein, und dort ein Herz fich sehnet nach JEfu Gnadenschein; wenn geifflich Taube hören und Stumme schrei'n und fleh'n zum großen HErrn der Ehren, dann ist's gar wunderschön. 3. Wenn Lahme fröhlich springen und geistlich Todte schnell aus Sündengräbern dringen, dann tönt's in Zion hell; dann freu'n fich JEfu Glieder 149 und drücken voller Lust die neugebor'nen Brüder an die bewegte Bruft. ld sojas 4. Dann steigen beil'ge Flammen hinauf zu GOttes Thron und Alles rühmt zusammen den Bater, Geist und Sohn, des Vaters Gnadentriebe, des Geistes Muttertreu', und a ach des Sohnes Liebe erhebt ein Jeder frei. au up 5. Komm," rufen brünstig Alle, und hilf, dreiein'ger GOtt, daß Satans Reich zerfalle und Dir, HErr Zebaoth, bald auf der ganzen Erde, so weit Dein Name dringt, ein Lob bereitet werde, das unaufhörlich klingt!" Ti@ no un dung an donoru 201 182. Des HErrn JEsu Nahesein. id # Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. misd Ach mein HErr JEsu! Dein Nahesein bringt großen Frieden in's Herz hinein, und Dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß auch's Gebeine darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir seh'n Dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber uns're Seele kann's wohl gewahren; Du kannst Dich fühlbar g'nug offenbaren auch ungeseh'n. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär' bedacht, der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie Du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeih'n, heilen, still'n, und trösten, erfreu'n und segnen und uns'rer Seele als Freund begegnen, ist Deine Luft. 5. Ach, gieb an Deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Theil und laß uns're Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach Dir zu blicken ohn' Unterlaß. 150 6. Und wenn wir weinen, so tröft' uns bald mit Deiner blut'gen Todesgestalt! ja, die laß uns immer vor Augen schweben, und Dein wahrhaftiges In- uns- leben zu sehen ſein. 7. Ein herzliches Wesen und Kindlichkeit fei uns're Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus Deinen Wunden erhalt' uns solche zu allen Stunden bei Freud' und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel hinein mit Dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, wenn sich das Herz nur an Dir stets leßen und stillen kann. 9. Du reichst uns Deine durchgrab'ne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim D'randenken beschämt dastehen und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. 119001 183. Der Geliebte. 1h Mel. Herzlich thut mich verlangen. on Dir will ich nicht weichen, o weiche nicht von mir! In aller Dinge Reichen gleicht keine Güte Dir. Ob ich zum Pol mich schwänge, ob ich zum Brunn' des Lichts durch ferne Meere bränge, Geliebt'res find' ich nichts. ma 2. Bringt Edelstein' und Schäße, bringt Glück und Wonne her; was ist's, das mich ergöße, fehlt mir mein Leben, Er? Bringt Kronen her und Güter, bringt, was kein Wunsch noch weiß: Dir, Labfal der Gemüther, mein JEsu, bleibt der Preis. 3. Wenn bitt'rés Leid mir sprießet in Furchen meiner Flur, durch Dich ist's mir verfüßet, Berwandler der Natur! Soll heut' ich Luft geniesen, des Lebens Freudenwein, stets will ich Dir zu Füßen ein treuer Jünger ſein. 151 4. Geh' ich durch Nacht und Nöthe, bloß, hung'rig und verbannt, Du bist mir Morgenröthe, Brod, Heimath und Gewand. Wird voll mein Mund von Gaben, glänzt um mich Herrscherschein: ich kann es Alles haben, doch lieben Dich allein. 5. Du läsfest Felsen grünen und schaffeft Saat im Meer; Dir müssen Welten dienen, und Sterne find Dein Heer. Doch Demuth blüht und Liebe zum Kranze Deiner Macht; es bleibt kein Auge trübe, wo ihre Milde lacht. 6. Weckt mich zum Kampf das Leben, fo waffnet sie den Sinn; will Schlummer mich umweben, fie ist mir Wächterin; und wird mein Leib erblaffen, ist sie des Friedens Thür. Von Dir will ich nicht lassen, o laß Du nicht von mir! 184. Die Freuden der Ewigkeit. Eigene Melodie. $ IG Wie wird mir sein, wenn ich Dich, JEsu, sehe in Deiner göttlich hohen Majestät; wenn ich verklärt vor Deinem Throne stehe, die Ewigkeit mich Staunenden umweht? Wie wird mir sein? o HErr! ich faff' es nicht, nur Thränen rinnen von dem Angesicht. 2. Wie wird mir sein, wenn Deines Hauptes Strahlen mein Haupt umleuchten, das dem Grab' entschwand, und wenn im Himmelsglanz sich vor mir malen die Freuden, die kein sterblich Herz empfand? Wie wird mir sein? o welche Seligkeit empfind' ich, denk' ich dieser frohen Zeit! 3. Wie wird mir sein, wenn Engelsharfen tönen und sanft ich ruh' in des Erlösers Schooß; wenn dann geweint find alle meine Thränen und ich nun ganz von Erdenfesseln los? Wie wird mir sein, o Du, mein HErr, mein GOtt! wenn nicht mehr schrecken Sünde, Höll' und Tod? arou 152 4. Wie wird mir sein, wenn ich sie wiedersehe die Theuren alle, die ich hier geliebt; wenn ich mit ihnen in des Heilands Nähe lobfingend weil', von Trennung nie getrübt? Wie wird mir fein? o Freuden ohne Zahl, ihr strömet Licht in's dunkle Todesthal. 5. Ja, unaussprechlich sind die fel'gen Freuden, die dort der HErr mir einst bereiten wird. D'rum will ich harren, stille sein und leiden, bis mich nach kurzem Streit der treue Hirt aus Gnaden führt zum ew'gen Frieden ein; mein HErr, mein GOtt! wie wird alsdann mir sein! An Tim no 185. Segenswunsch. Mel. Die Seele Christi heil'ge mich. Die Gnade des HErrn JEfu Chrift, Die Liebe Deß, der Vater ist, Des Heil'gen Geist's Gemeinschaft fei Uns allen täglich fühlbar neu! nab@ st di In Dalal72 12 in 109 NEXT TIME OTH Tag Sidoram da ( 3 weiter Anhang.) 186. Guter Rath. nur! So Seele, siehst du keine Spur, so glaube Ja, wer nur glauben könnte!" gieb dich JEfu in die Kur und bete nur! " Ja, wer nur beten könnte!" So seufze nur, geängst'te Kreatur, und weine nur! Und findest du im Glauben, Beten, Weinen nicht deines freuen Heilands Spur, so harre nur! 90 Tabool Ham 153 sed$ 187. Aufforderung zum Gebet. Mel. Nun preiset Alle GOttes Barmherzigkeit. Brüder, ach betet, da ihr beisammen ſeid. Wenn ihr hintretet zum Thron der Herrlichkeit, öffnen sich gleich des Himmels Pforten, Ströme der Gnade entquillen dorten. 2. Denkt, o ihr Brüder, denkt an die Pfingstenzeit. Was floß hernieder vom Thron der Herrlichkeit? Wahrlich! das waren sel'ge Stunden. Was hat die Jüngerschaar da empfunden! 3. Mit heißem Flehen laßt uns zum Vater geh'n. Ihr werdet sehen, Sein Wort bleibt feste steh'n. Was ihr erflebt in JEsu Namen, das ist beim Vater auch Ja und Amen. 4. Käme ein Brausen wie ein gewalt'ger Wind, Brüder, von draußen, füllte das Herz geschwind mit Frieden, Kraft und Licht und Leben, Brüder, was würd' es für Freude geben! 15, Seh'n wir die Flammen auch nicht vor Aus gen sprüh'n, wird uns zusammen Sich der HErr nicht entzieh'n, brennende Flammen in's Herz uns geben, Kräfte des Himmels zum ew'gen Leben. 6. Werft euch nur nieder, werft euch auf's Angesicht, betet, ihr Brüder: Wir lassen, HErr, Dich nicht. Ihr sollt wie Jacob mit Ihm ringen. Uns zum Heil läßt Er Sich gern bezwingen. Blade Mel. Seelenbräutigam.197100 G JEfu, Du allein sollst mein Führer ſein, zeige mir Selbft Deine Wege, Deiner Wahrheit schmale Stege; Deiner Wahrheit Grund ist Dein Wort und Bund. gan idsi 188. JEfus mein Führer. 2. Gründe, HErr! dabei stete Furcht und Scheu in mir und in meiner Seelen, Deinen Weg nicht 154 zu verfehlen; Deine Furcht bewahr' mich vor der Gefahr! 3. Weil Du kommen bist, was verirret ist, wiederum zurecht zu führen und kein Schäflein zu verlieren, darum fleht dein Knecht: Führe mich zurecht! 4. Guter, treuer Hirt! ich bin ganz verirrt, ein verloren Schaf auf Erden; führe mich zu Deinen Heerden, führe mich dahin, wo ich bei Dir bin. 80202 2036 2510 : ang 100! 189. Der Segen Aarons.ne and im Einem Brautpaar. 28' auto gato misd f rapper Mel, JEsus, meine Zuversicht. Der HErr segne dich und behüte dich. Gott der Vater kröne dich mit dem allerreichsten Segen und begegne väterlich dir auf allen deinen Wegen, daß du's unter Seiner Hut habeft überschwänglich gut. Der HErr laffe Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. JEfu Antliß leuchte dir Tag und Nacht in Freud' und Leide und erquicke für und für dich auf grüner Lebensweide; Seiner Gnade süßer Schein strahl' in's Herz dir stets hinein. Der HErr hebe Sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.( 4 Mose 6.) Und der werthe heil'ge Geift, der in alle Wahrheit leitet, hin zum Kreuz die Sünder weif't, Frieden giebt und Trost verbreitet und uns führt zum ew'gen Licht, heb' auf dich Sein Angesicht. namin na anjom ni se tim ni 155 190. Die Seligkeit des gläubigen Christent. Mel. Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, amon wie selig find die Deinen, HErr, schon hier in Deinem Blut! Muß man gleich noch manchmal weinen, läsfest Du Dein Antliß schets nen, bald ist Alles wieder gut. 100 2. Aber ach, was wird es werden, wenn der Geift sich beimwärts schwingt, wo von allen Deinen Heerden ohne Kummer und Beschwerden ewig Hallelujah klingt. 3. Nimm uns hin, o süßes Leben, Dein zu bleiben für und für, laß in Dir uns sein und weben, Du der Weinstock, wir die Reben, zeuch uns alle ganz zu Dir! bujant 201 191. Des Christen Sehnsucht. Ayo Mel. Meine Armuth macht mich schreien. Unter Lilten fener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! als ein Adler fleuch behende, JEsu Hände öffnen mir das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder! doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, füßes Leben! was die Erde in sich hält. Sollt' ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil' ins Himmelszelt. 5. Herzens- Heiland! schenk' mir Glauben, festen Glauben, der durch Alles sieghaft dringt; nach Dir 156 fehnt sich meine Seele in der Höhle, bis fie fich von hinnen schwingt. 6. Dwie bald kannst Du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst burch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei.nisa lombaom 7. Du haft Sünd' und Straf' getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir geh'n! Tod! dein Stachel liegt darnieder, meine Glieder werden fröhlich aufersteh'n. 8. Herzens- Lamm! Dich will ich loben und droben in der zart'sten Lieb's begier. haft Dich zum ew'gen Leben mir gegeben; hole mich, mein Lamm! zu Dir. hier Du ng all m 192. Mein Hauptgesuch. Mel. Nun ruhen alle Wälder. I Die Sünden sind vergeben, das ist ein Wort zum Leben für den geängst'ten Geist, sie sind's in JEsu Namen, in dem ist Ja und Amen, was GOtt uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil GOtt die Welt geliebt, auch ich kann für die Sünden bei GOtt noch Gnade finden. Ich glaube, daß Er mir vergiebt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vera gebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. D, in den Sünden sterben ist ewiges Verderben; denn dort vergiebt GOtt keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst fich zu entladen, auf GOttes Wort zu ruh'n, die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in JEsu Namen thun. 5. Ach GOtt! laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß Du die Schuld vergieb. 157 Wenn ich mich betend beuge, so sei Dein Geift mein Beuge, daß Du Dein Kind in Chrifto liebt. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach' mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin. Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Bes lebung geh' ich alsdann in Frieden hin. dilat insats ad 193. GOttes Gruß. Mel. Ach bleib' mit Deiner Guade. SLO NO Ihr Pilger aus der Ferne und aus der Näh umber, wir grüßen euch so gerne; doch GOttes Gruß ist mehr. 2. Wie an dem Ofterfeste der HErr so freudenreich, so grüße Er euch Gäste, Sein Friede sei mit euch. 3. Wie an dem Pfingsttagsfefte der HErr so gnadenreich, so grüße Er euch Gäste, Sein Geist komm' über euch. 4. So tröstet GOtt die Seelen, die Seine Jünger sind, die Seinen Dienst erwählen und lieben GOttes Kind. 5. Bald sind nach allen Winden wir wieder ausgestreut, doch wird GOtt jedes finden, bald, bald zur rechten Zeit. 6. Dann feiern wir im Himmel ein felig Wiederseh'n, im fröhlichen Getümmel: wie wird's dann sein so schön! 194. Nahe Dich zu mir, wenn ich Dich C anrufe. diorapidom, da Missionsfestlied. Mel. JEfu, komm doch Selbst zu mir. Komm, ach tomm', HErr JEfu Chrift, der Du gar zu freundlich bist und Dich gern erbitten läßt, komm' zu uns auf's Heidenfest. 158 2. Segne Deines Wortes Schall, daß er tief in's Herz uns fall'; laß die Gnadenwinde web'n, daß die Todten aufersteh'n. 3. Sammle, theurer GOttessohn, einen rei= chen Schmerzenlohn aus der Festgemeine Dir, der Dich preise dort und hier. udal 4. Wenn die Christenschaar erwacht, wird auch hell der Heiden Nacht, denn Du kannst dem heißen Fleh'n Deines Volks nicht widersteh'n. 5. Darum komm, HErr JEfu Chrift, der Du gar zu freundlich bist und Dich gern erbitten läßt, komm zu uns auf's Heidenfest. Il 2010 195. Bin Ich nicht ein Gott, der nahe ist? Nach dem Feft. Mel. JEsu, komm' doch Selbst zu mir. Sei gelobt, HErr JEfu Chrift, desſen Treu' unendlich ist, daß Du unser kindlich Flehn' haft in Gnaden angeseh'n. 2. Ja, mein Hort, Du wareft da, trat'st den Seelen fühlbar nah', ach und thatst mit süßem Mund Deine Lieb' uns Armen fund. 3. Manches Auge wurde feucht, mancher starre Sinn erweicht, und in manche Seele drang wie ein Schwerdt des Wortes Klang. 4. O, begieße nun die Saat, daß sie wachf und wohlgerath' und zum Preise Deiner Huld Frucht erzeuge mit Geduld. 5. Ja, gedenk' auf Deinem Thron aller Welt, o GOttessohn, daß Dein süßer Name bald auf der ganzen Welt erschallt. 159 196. In des dreieinigen GOttes Namen. Mel. HErr JEfu Christ, Dich zu uns wend'. In GOttes Namen fahren wir, Sein' Hülf', und Gnad' begehren wir; des Vaters Güt' behüt uns heut', bewahr' auch unser' Seel' und Leib. 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib' stetig bei uns auf der Bahn und wend' von uns des Feindes Lift, auch was Sein'm Wort zuwider ist. 3. Der heil'ge Geist auch ob uns halt' mit Seis nen Gaben mannigfalt. Er tröft' und stärk' uns in der Noth und führ' uns endlich heim zu GOtt. $ 791 197. Das rechte Reisen. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen? HErr, der Du von Ewigkeiten jeden Tritt der Deinen kennst, Ort, Zeit, Maaß und Ziel ernennst, wenn, wo, wie sie sollten schreiten, Deine Hand, die über fie, faßt und führt sie je und je. 111 2. Deinem Licht ist nichts verborgen, wirken, wachen, schlafen, geh'n, leiden, liegen, sißen, steh'n, bleibt ein Stück von Deinen Sorgen; auch wenn wir bei Fremden sein, gängelt uns Dein Augenschein. 3. Wäre auf dem Ball der Erden nur ein Winkel ohne Dich, würde er ganz sicherlich uns zu einer Hölle werden; denn der Trost der Deinen ist, daß du allenthalben bist. 4. Dein so holdes Angesichte geht uns auch auf Reifen vor, da wacht Herz, Hand, Aug' und Ohr, daß uns nichts zu Schanden richte, daß Macht, Lift und Schmeichelei nicht der Seelen Fallstrick fel. 5. Du bewahreft uns're Glieder, unterstüß'st den schwachen Leib, daß auch er dir bräuchlich bleib'. Sinken wir in Schwachheit nieder, so bist Du der rechte Mann, der durch ein Wort helfen kann. 160 6. HErr, ich tret', aus Pflicht gedrungen, auch feßt eine Reise an, mach' Du allenthalben Bahn; hab' ich dies von Dir errungen, daß Du meine Sonn' und Schild, nun so geh' es, wie Du willt. 37. Führe meiner Seele Sache, weil ich un- t terweges bin, präge tief in meinen Sinn, daß ich auch im Kleinsten wache und Dein inn'res Gnadenwerk in mir augenblicklich merk'. ind 8. Treibe mich zu vielem Beten und zu der geheimen Kunst, mit in dich gesenkter Brunft fille vor Dich hinzutreten, wenn indeß die große Welt sich mit Tändeln unterhält. dollard 9. Laß mich glauben, eh' ich spreche, laß mich glauben, eh' ich schweig', mache mich zum Sauerteig, der da alles sanft durchbreche; ſegne Worte, segne That, so glänzt meiner Füße Pfad. 10. Ford're die, die ich verlaffe, stets zum Ringen für mich auf, bis nach meiner Reise Lauf ich fie wieder froh umfasse und ein jedes dann mit mir, HErr, mein GOtt! lobfinget Dir. sid msuis@ 198. Trost im fremden Lande.ht Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. stot Bi ist du gleich ferne von Bekannten, was schadet's, da dir früh und spät ein Heer von glänze zenden Trabanten umber um deinen Wagen fieht? Was schadet's, wenn die Freunde scheiden und kein Gefährte mit dir geht, da dich die Engel felbft begleiten und JEsus dir zur Seite steht? 2. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein JEsus ist das Licht der Welt. Er, der die Sonne selbst formiret, darf eines fremden Lichtes nicht; wenn Deffen weife Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 161 3. Ich weile hier im fremden Lande, allein in GOttes Eigenthum; find' ich gleich lauter Unbekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. Mein Hort, in den mein Herz versenket, zeigt mir Sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, ſei ungekränket; dein treuer Vater läßt dich nicht. 199. Gedanken des Ministers v. Pfeil, als er auf der Reise nach Regensburg den Arm zerbrach. Wie? war mein Paß auf diesem Weg nicht gut? Verfehlten denn die Engel ihrer Hut? Kann, wenn wir GOtt mit Glaubensarmen fassen, Er Seinem Kind den Arm zerbrechen lassen? Der Paß war gut: der Name JEfu Chrift', Der bis an's End' der Himmel gültig ist; Die Engel sind getreu in ihrem Schüßen, Der Glaube kann auf Dich sich sicher süßen, Wer ist, wie Du, so gnädig und getreu? Doch bricht der HErr mir meinen Arm entzwei! Spricht auch: Warum? zum Schöpfer ein Geschöpfe? Der Töpfer hat in seiner Hand die Töpfe; All' mein Gebein soll sagen immerzu: Wer ist, o großer GOtt! wer ist wie Du! Fern sei, daß Du d'rum ungerecht sein sollteft, Wenn Du mich ganz in Stücke brechen wolltest; Du faffest mich bei meiner rechten Hand Und ich faff' auch Dich, mit zerbrochnen Armen Dein gnädiges und väterlich's Erbarmen. Schau' her, ich leg' in JEsu Seitenschrein Die lahme Hand, den morschen Arm hinein. Den Glaubensarm hast Du mir ganz gelassen, Mit dem will ich die Nägelmahle faſſen. Dein Schmerze heilt und lindert meinen Schmerze O schenke mir nur ein zerbrochnes Herz. 11 162 Für mich ward Dir die Seite einst durchstochen, Jedoch kein Bein am Leibe Dir zerbrochen, Für mich gehört's, der ich dem Schächer gleich! Gedenke auch an mich in Deinem Reich, Vergieb mir, HErr, die Werke meiner Hände, Die ich auf's Neu' zu Deinem Dienft verpfände. Ich lobe Dich und preise Deinen Rath Auch für die jeßt an mir vollbrachte That, 081 Wenn Du nur nicht von Deinem Knechte weicheft, Vielmehr mir jeßt die Vaterhände reichest. Ogieb, daß ich fortan, mein Lebenlang Dich unverrückt mit Armen fest umfang, st Und meinen Arm gebrauch' zu keinem Dinge, Als nur, wo ich Dein Wollen, HErr! vollbringe. Zu diesem Zweck heil' den zerbrochnen Stab, Den Arm, den ich nur Dir gewidmet hab', Die Heilungskraft für alle Krumm' und Lahmen Ist ja in Dir, Du theurer JEsusnamen! Du kannst, Du willst, Du thuft es wirklich. Amen. 02 200. Segen der Gastfreiheit. Wenn Deinem Haus' ein Gast sich naht, ſo nimm ihn freundlich an die Hand und führ' ihn ein zu jeder Frist und sieh', ob's nicht ein En gel ist, den dir der HErr gesandt. 2. Gar Mancher nahm schon unbewußt solch einen Engel auf als Gast; doch weil sein Sinn verblendet war, und er nicht sah das Flügelpaar, da ward er ihm zur Laft. Hebräer 13, 2. 3. Nein, naht ein Gast fich Deiner Thür, und fäh' er auch gering nur aus, schau' ihn recht an, es könnte sein, er trät' als Engel bei dir ein, der Segen bringt in's Haus. 4. Vielleicht, daß er von einer Laft, die lange dir schon drückend ward, gar unverhofft dich nun bes 163 freit, und in der Noth dir Rettung beut, wär' das nicht Engel- Art? 5. Vielleicht, daß er den Schmerzensdorn, der lange dir im Herzen saß, heraus dir zieht gar unvermerkt und dich mit Trostes- Balsam ftärkt, wär' nicht ein Engel das? - 6. Vielleicht, daß er den Sündendorn, der noch viel schmerzlicher dich sticht und den dir Herz und Welt verschweigt, mit Lieb' und Freundlichkeit dir zeigt, wär's da ein Engel nicht? 7. Und nicht, daß er ihn bloß dir zeigt, ach nein, er führt dich dann wohl auch dem Einen zu, der einzig ist der rechte Arzt, dem HErren Christ: wär' das nicht Engel- Brauch? 8. Drum, naht ein Gast, o merk' es dir, so führ' ihn freundlich bei dir ein, schau' ihm nur hold in's Angesicht und raub' ihm das Vertrauen nicht, es könnt' ein Engel sein. 201. Tauflied. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. Liebster JEfu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu Dir, weil Du den Befehl gegeben, daß man sie zu Dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unfern Ohren: Wer durch Waffer und durch Geift nicht zuvor ist neu geboren, wird von Dir nicht aufgenommen, kann in GOttes Reich nicht kommen. 1913 06 3. Darum eilen wir zu Dir, nimm dies Pfand von unsern Armen; tritt mit Deinem Geift herfür und erzeige Dein Erbarmen, daß Dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch' es, JEsu, durch Dein Blut, von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser 11* 164 Fluth Deiner Liebe Flügel decken, schenk' ihm Deiner Unschuld Seide, daß es ganz in Dich fich kleide. 5. Hirte, nimm Dein Schäflein an; Haupt, mach' es zu Deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn; Friedefürst, schenk' Du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe stets im Glauben dich umgebe. 6. Nun, wir legen an Dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ'die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen: ja, den Namen, den wir geben, schreib' in's Lebensbuch zum Leben! 202. Traulied. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König. Cente, o Vater! herab Deinen göttlichen Frieden auf diese Herzen, die Du für einander beschieden; gieb ihnen Heil, laß ihnen werden zu Theil Gnad' und Erbarmen hienieden. 2. Leite und führe sie, Heiland! auf ebenen Wegen, laß ihre Herzen in Treue und Liebe sich regen; scheuche zurück Untreu' und böses Geschic; gieb ihnen himmlischen Segen! BIDAN 3. HErr! Du bist weise, Du schenkest nicht immer uns Freuden; um uns zu bilden, zu zie= hen nach Dir, schickst Du Leiden, beugst unsern Sinn, trübest den reichsten Gewinn, doch nicht um von uns zu scheiden. 4. Hast Du für sie denn der Leiden auch manche erforen, damit sie würden für Dich und den Himmel geboren; dann, HErr! gieb Kraft, Du bist's allein, der sie schafft; laß sie nicht gehen verloren! 5. So werden Freuden und Leiden mit Segen fie krönen, und sie Dir danken, o Heiland! am Ziel 165 einst mit Thränen, daß Du erhört, daß Du aus Gnaden gewährt, was wir erflehten mit Sehnen. 203. Triumphlied des freudigen Glaubens beim Ungewitter. 20 20 Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König, nal Rollet, ihr Donner, und praffelt mit schrecklichem Knallen! Laffet vom dunkeln Getöse die Wolken erfchallen! Schlaget mit Macht, daß die Welt schüt tert und kracht: Mir wird der Glaube nicht fallen. 2. Schwärzet, verdunkelt, ihr schweren Gewitter den Himmel. Mache nur, Sturmwind und Regen, ein banges Gewimmel. Brauset daher; rauschet, ergießet ein Meer! Mein Herz ist ohne Getümmel. 3. Leuchtet und strahlet, ihr hellen, durchschneis denden Bliße. Speiet nur Flammen und schreckliche, feurige Spißen. Schwefel und Gluth schießet mit tödtlicher Wuth: Ich will im Friedensthal fißen. 4. JEsus, der starke GOtt, hat mir die Sünden vergeben. Ich bin errettet und habe das ewige Leben. Er ist mein Freund. Ich bin Ihm auch nicht mehr feind: Was soll ich nun noch erbeben? 5. GOtt, der Allmächtige, liebet mich Sünder aus Gnaden. Seine Kraft schüßet die Kinder, die elenden Maden. Alle Gefahr trifft ohne Ihn nicht ein Haar. Der Schade selbft kann nicht schaden. 6. Will sich das Herz aus natürlicher Blödigkeit scheuen, will mich die zweifelnde Furcht von dem Glauben zerstreuen, hat Er Geduld, und Seine mächtige Huld wird mich noch völlig befreien. - 7. Nun so mag alles, was schrecklich ist, fürchterlich toben. Kenn' ich doch Einen, der herrschet und fißet dort oben. Er ist mein Licht, darum entseb' ich mich nicht, ich will den großen GOtt loben. 166 8. Sollt' ich dem König zur Schande so ängstlich erbeben? Sollt' ich nicht immer in göttlicher Freudigkeit leben? Mitten in Noth will ich den herrlichen GOtt im Geist fein luftig erheben. 9. Raubet, ihr Wetter, beraubet mich irdischer Dinge. Das ist dem Herzen zur Traurigkeit viel zu geringe. GOtt ist mein Gut. Mein ist des Heis landes Blut. Verbrennt, ihr Güter: Ich finge. 10. Nehmt mir die Freunde und schlag't die Verwandten darnieder. Sind sie im Glauben, so find' ich sie ewiglich wieder. Nehmt, was ihr wollt, thut, was ihr ausrichten sollt: Mir blei ben fröhliche Lieder. 11. Willst Du mich endlich, mein Abba, im Wetter erschlagen: Wohl mir! so werd' ich im Feuer gen Himmel getragen. Stärke den Muth; stärke den Glauben an's Blut, so will ich nimmermehr zagen. 12. Wahrlich, ich höre den Donner mit Freuden erschallen. Sollte mir denn nicht die Allmacht des Vaters gefallen? O Majestät, die hier so fürchterlich geht! Mich labt Dein Blißen und Knallen. 13. 3ittert, ihr Frechen, und fürchtet den mächtigen Richter. Bebet, erschrecket, verändert die wilden Gefichter. Die ihr noch liebt, was man in Finsterniß übt, seht hier die rächenden Lichter. 14. Fühlet den Schauer, ihr alles verleugnenden Spötter. Sagt doch, was dünkt euch? Wie ist euch bei brüllendem Wetter? Ist da kein GOtt? Spötter, ihr werdet zu Spott! Du fiegeft, großer Erretter! 15. Singet und betet, ihr knechtischen Knechte der Sünden. Ist es vorüber, so laßt ihr den Kum= mer verschwinden; aber gedenkt: Der, den ihr freventlich fränkt, wird ew'ges Feuer entzünden. 16. Fallet doch einmal dem König der Ehren zu Fuße, bittet um Gnade zur redlichen, gläu 167 Bigen Buße. Seine Geduld, die unaussprechliche Huld, vergönnt euch heute noch Muße. 17. Schlage, du Donner des Wortes, zerschlage das Scherzen. Leuchtet, ihr Bliße des Geistes, und treffet mit Schmerzen. Stürmet den Muth, regne du löschendes Blut, so wachsen Früchte der Herzen. 204. Kampflied. Mel. Wachet auf, ruft und die Stimme. 09 Nüftet euch, ihr Christenleute! die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit GOttes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosiannah! Der Starke fällt durch diesen Held und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, befiegt fie, denn ihr seid ja Christen und stehet in des HErren Kraft. Stärket euch in JEsu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3.( Streitet recht die wen'gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn GOtt wird die Todten wecken und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. GOtt Lob! wir sind verföhnt; daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange, und GOttes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron'. MATE 190 4. JEsu, stärke Deine Kinder, und mach' auß denen Ueberwinder, die Du erkauft mit Deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu Dir erheben, wenn uns entfallen will 168 der Muth. Gief' aus auf uns den Geift, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an Dir im Tod und Leben für und für. 65 tim taffor 205. Die Kirche Christi, ein Wunder.d Hohelied 1, 5. Mel. Wie schön ist unsers Königs Braut. Wer ist der Braut des Lammes gleich? wer ist so arm, und wer so reich? wer ist so häßlich und so schön? wem kann's so wohl und übel gehn? Lamm GOttes, Du und Deine sel'ge Schaar find Menschen und auch Engeln wunderbar. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon, ich bin ein Theil von Deinem Lohn, so elend, als man's kaum erblickt, so herrlich, daß der Feind erschrickte so gottlos, daß wohl alle besser sind, und so gerecht, als Du des Vaters Kind. dsungd 3. Ein Wurm, bis in den Staub gebeugt, der auf den Thron des Königs steigt. Bekümmert, trübe, bloß und krank, und doch voll lauter Lobgefang. So schwach, daß meine Kunst in nichts besteht, so stark, daß Satan aus dem Wege geht. 4. Verfolgt, verlaffen und verflucht;*) doch von dem HErrn hervorgesucht. Ein Narr vor aller tlugen Welt;**) bei dem die Weisheit Lager hält. Verdrängt, verjagt, besiegt und ausgefegt. Und doch ein Held, der ew'ge Palmen trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lamm, in Deiner Pracht? ein Mensch, der Engel weichen Sale *) 1 Cor. 4, 11-13. *") 1 Cor. 3, 18. Offenb. 7, 9-14. 169 macht; so rein, so weiß, so schön, so auserwählt, daß mir's an Worten zur Beschreibung fehlt. 6. O Sündenschuld, wie beugst du mich! o Glaube, wie erhebst du dich! Wer faßt hier den geheimen Rath? Nur, wer den Geift des Glaubens hat, der durch des Lammes Blut zusammen schreibt, was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt. 7. Das ist der GOttheit Wunderwerk und Seines Herzens Augenmert, ein Meisterstück, aus nichts gemacht; so weit hat's Chrifti Blut gebracht! Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, bewundert uns, und jauchzt und danket Jhm! 1 Petr. 1, 21. 119 206. Heimweh nach Jerusalem, pined Boltsmelodie. d. 197 Last mich geh'n, laßt mich geb'n, daß ich JEfum möge feh'n,:: meine Seel' ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen und vor Seinem Thron zu steh'n.: 2. Süßes Licht,:,: Sonne, die durch Wolken bricht,:,: o wann werd' ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau' Dein holdes Angesicht?: 3. Ach wie schön:: ist der Engel Lobgetön'!:,: hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, flög' ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höh'n.:, 4. Wie wird's sein,:,: wenn ich zieh' in Safem ein,:,: in die Stadt der gold'nen Gassen HErr, mein GOtt! ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein.: 5. Paradies, Paradies! wie ist deine Frucht so süß!:: unter Deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen:- Bring' uns, HErr, in's Paradies!:,: in 170 ildarist ( Dritter Anhang.) som 3.0 T 1317023- hozim ed 207. Einladung. S Err JEfu Chrift! Dich zu uns wend', Dein'n heil'gen Geist Du zu uns send'; mit Hülf' und Gnaden uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'. Gua 2. Thu' auf den Mund zum Lobe Dein, bereit' das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stärk' den Verstand' daß uns Dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit GOttes Heer: Heilig, heilig ist GOtt, der HErr, und schauen Dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in Einem Thron'; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 102 208. Bußlied. Mel. Kommt her zu Mir, spricht GOttes Sohn. Ach Gott, gieb' Du uns Deine Gnad', daß wir all' Sünd' und Missethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an JEsum Chrift, der uns're Hülf' und Meister ist, wie Er Sich Selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach Deinem Wort gottfelig leben fort und fort zu Ehren Deinem Namen, daß uns Dein guter Geist regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ', durch JEfum Christum. Amen. 209. Abendmahlsvers. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. JEfu, wahres Brod des Lebens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum 171 Schaden sei zu Deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seeleneffen Deine Liebe recht ermes. fen, daß ich einst, wie hier auf Erden, mög' ein Gaft im Himmel werden. B not 210. JEsus, mein Erlöser und mein jam. Vorbild. 125 400 Wenn mir Deines Blutes Kraft, mein Er löser! Ruhe schafft, o lehre mich ermessen, daß Du auch mein Vorbild bist. 2. Aber weil mein schwacher Fleiß Dir nur schlecht zu folgen weiß, o so laß mich's nie vergessen, daß Dein Tod versöhnend ist. 211. Das geweihte Bruderband. Mel. GOtt sei Dank in aller Welt. onne der Gerechtigkeit, gehe auf zu uns'rer Zeit, brich in Deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann! 2. JEsu! Haupt der Kreuzgemein'! mach' uns alle, groß und klein, durch Dein Evangelium ganz zu Deinem Eigenthum. 3. Sammle, großer Menschenhirt! alles, was sich hat verirrt; laß in Deiner Gnade fein Alles ganz vereinigt ſein! 4. Bind' zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz; knüpfe Selbst durch Deine Hand das geweih'te Bruderband! 5. Laß die ganze Brüderschaar lieben, loben, immerdar, in Dir ruhen allezeit, immer und in Ewigkeit. 172 pim el 212. Die Liebesharmonie. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. JEsu! sei Du unser Grund zum Hauſe, das da bleibe; Du holder Freund! richt' auf den Bund, tauf' uns zu Einem Leibe, damit die Freundschaft 2. Mit Seelen, die in Liebe steh'n, läßt sich schon etwas wagen; wenn wir in Einem Sinne geh'n, ist alles leicht zu tragen; wir sind's bei uns auch schon gewohnt, daß jeglichem die Liebe lohnt. 3. Die liebesharmonie ist schön, man hört sie lieblich spielen; wo Brüder in der Eintracht steh'n und sich fein herzlich fühlen, das ist gleich einem Saitenklang, erfreulich wie ein Lobgefang.O 4. Der HErr ist Selbst in ihrer Mitt' und seg= net sie mit Frieden; sie schmecken Seine Lieb' und Güt', und haben schon hienieden den Vorschmack ew'ger Seligkeit, die Er den Seinen zubereit't. 213. Gebet auf der See. Mel. Alle Menschen müssen sterben. THE chwellet fanft, ihr weißen Segel! in des Höchften Lebenswind! Flieget schnell dahin, wie Vögel, führt uns sicher und gelind! Stolzer Abgrund, bleib' im Schlummer! Spare, HErr, uns Angst und Kummer! Schirm' uns, ew'ge Majeftät, die auf Meereswellen geb't. 2. Du, die Kraft der Ewigkeiten, sollst allein der Fährmann sein; Du alleine sollst uns leiten und unsichtbar benedei'n. Dir, HErr JEsu, sei gehuldigt, Dir, vor dem wir schwer beschuldigt, aber bitte fort und fort für uns, Deine Schuldner, dort. 3. O laß Deine Himmelsbläue, die in unser Antliß lacht, geistlich auch, und stets auf's Neue in uns tilgen alle Nacht, daß wir nicht vom Feind 173 ergriffen, keusch auf GOttes Waffern fchiffen. Dich in uns're Herzen zieh'n, nicht, wie Jonas, vor Dir flieh'n! 4. Kommt der Sturm, so steu'r und wehre! Kommt die Nacht, so sei uns Licht! Strahl' uns auf dem dunklen Meere gnadenreich in's Ange= sicht! Laß uns von den ird'schen Wogen immerbar sein hingezogen, wo des Lichts krystall'nes Meer wallt vor Deinem Throne her. 5. Wie die reine Mittagssonne in den Waffern spiegelt fich, also laß in heil'ger Wonne uns're Geister spiegeln Dich, Dich, den höchsten Quell der Lichter, Dich, den König, Freund und Richter! Nun, geh' leuchtend uns voran, gieb uns off'ne Meeresbahn! Blo - 214. HErr, hilf uns! wir verderben. Timel. Auf meinen lieben GOtt. Err JEfu, schlafe nicht, wenn man und Segel bricht! Laß uns nicht unterfinken, noch in dem Meer ertrinken; laß uns nicht also sterben; HErr, bilf uns, wir verderben! 2. Bedräu' der Winde Grimm, wenn sie mit Ungestüm das lecke Schiff zerschellen und an die Felsen prellen. Wach' auf, HErr, wehr' dem Saufen, dem Stürmen, Wüthen, Brausen! 3. Du bist es, welchem Wind und Meer gehorsam sind; darum laß Dich erwecken! Die Fluth will uns bedecken; die stolzen Wellen schlagen, daß wir fast ganz verzagen. 4. Du bist der Wundermann, der in uns will und kann den kleinen Glauben mehren und Furcht und Schrecken wehren; ob wir uns gleich entfärben, läff'st Du uns nicht verderben. 174 5. Du steu'rft dem Sturm mit Macht, wenn alles bricht und kracht, wenn Wirbelwinde toben, so schauest Du von oben zu uns herab auf Erden, daß wir erhalten werden. 6. Du lenkst die wilde Fluth, bezähmest ihre Wuth; wenn gleich das Schiff sich schüttert, wird es doch nicht zersplittert. HErr, Du kannst uns erhalten; Dich lassen wir nur walten. ST 100 hit 11979167 St asidid 215. In Sturmesnoth. Mel. HErr JEfu Christ, mein's Lebens Licht.hife in dieser schrecklichen Gefahr, wo Menschene hülf' ist aus sogar, wo nichts zu seh'n ist, als der Tod, ruf' ich zu Dir aus tiefer Noth. „ Sei gnädig, HErr, sonst sterben wir! Dein Ohr, o Vater, neige fich! Erhör' und rett' uns väterlich! 3. Komm', treuer GOtt, verzeuch nicht lang! Ach siehe, mir ist angst und bang; ich bin bes trübt, der Tod bricht ein, und meine Sünd' er= weckt mir Pein. 4. Ach, Vater, ich bekenn' es hier, ich hab' es wohl verdient an Dir, daß mich verschlingt die wilde Fluth und niederzieht zur ew'gen Gluth. 5. Doch bitt' ich, HErr, um Deine Huld, o trage mich noch in Geduld! Laß wider das Gericht noch heut' sich rühmen die Barmherzigkeit! 6. Schau', großer GOtt! auf JEfum Chrift, der auch mein Mittler worden ist; um Seinet willen fieh' mich an, und räche nicht, was ich gethan. 7. Umfaffe Du mich als Dein Kind; gebiete, HErr, dem Wetterwind und der empörten, wil. den See, daß uns nicht länger Leid gescheb. 175 8. D Heiliger! sprich nur ein Wort, so finkt die Fluth an ihren Ort, so wandelt über'm stil len Meer Dein Friede wieder mild einher. 9. HErr, unsre Zuflucht, unser Heil! Komm' nicht zu spät! hilf uns in Eil'! Wer ist bei uns? Ach Du allein; HErr, laß uns nicht verlaffen sein. 10. Doch wenn es Dir, o GOtt, gefiel', daß hier sei unser Lebensziel, daß uns verschlingt die Meeresfluth: Wohlan, so ist Dein Will' auch gut. 11. Laß, JEsu, wenn wir untergeh'n, uns Dich, nur Dich im Geiste seh'n; Dein theures Blut, Dein bitt'rer Tod versüß' uns auch die leßte Noth. 12. Verschlingt das Meer den Leib allhier, so nimm die Seele, HErr, zu Dir, und ruf' am jüngsten Tage mich, bei Dir zu leben ewiglich. 201 216. Flügelt uns, ihr Winde! Mel. Werde munter, mein Gemüthe. In die Segel fanft und linde und doch stark und fühn zugleich, hauchen GOttes Himmelswinde, flügeln uns durch's Wasserreich. Furchend, aber spurlos doch, schnell und immer schneller noch bricht der Kiel die starken Wellen, fort, nach nie erblickten Stellen. 2. O du Bild vom flücht'gen Leben, dring' uns ernsthaft in den Sinn! Ob wir spurlos auch verschweben, pflügen wir doch Furchen hin, Furchen, d'rein aus fel'ger Welt unsichtbarer Same fällt, unsichtbare Landungsküste winkt uns durch die schäum'ge Wüste. 3. Laßt uns, Brüder, also schiffen, daß in leßter Brandungsnoth Stranden an den Felsenrisen nur den müden Leib bedroht, und, bis der verklärt erwacht, freudig still die Seele lacht in P 176 dem ew'gen Himmelsfrieden, den GOtt Seinem Volk beschieden. 4. O daß dort der Seelen viele, viele mögen friedlich ruh'n! O daß es dem HErrn gefiele, auch durch uns hinzuzuthun Seelen, noch bis feßt umstrickt, noch bis jetzt durch Nacht gedrückt, frei durch uns von Band und Binde. Eia, flügelt uns, ihr Winde! 193 75m 151 7911 hic 102.968 INTE 217. Rufe getrost, schone nicht! Eigene Melodie. Ruft getroft, ihr Wächterstimmen! ruft getrost und schonet nicht; Christus will ein Zeugniß haben! Wenn's die Prediger vergraben, ach, das ist ein groß Gericht! Ruft getroft, ihr Wächterstimmen, rufet laut und schonet nicht. 2. Wahrlich! Steine müßten reden, wenn der Mund der Priester schweigt; ja die Felsen dieser Erden müssen lauter Zeugen werden, wenn kein Mensch von Christo zeugt. Wahrlich, Steine müfsen reden, wenn der Mund der Priester schweigt. 3. Darum auf, ihr Kinder GOttes! bittet um Elia's Geist! Wollt ihr euch nach Christo nenso frei daß Sein Name werd' gepreist. Darum auf, ihr Knechte GOttes, bittet um Elia's Geift! 4. Seid ihr Stimmen in der Wüste, so- verweist die Welt auf's Wort; führt die Kranken und Gesunden zu des Heilands Blut und Wunden, als dem einz'gen Gnadenhort. Seid ihr Stimmen in der Wüste, nun, so weist die Welt auf's Wort! 10 Blon T 177 218. Seufzer vor der Predigt. Mel. Kommt her zu Mir! spricht GOttes Sohn. Ach HErr! erbarm' Dich über mich, ach HErr, mein GOtt, hilf gnädiglich, daß ich nur Dich bekenne mit Wort und Wandel allezeit und Dich in Glaubensfreudigkeit mein Ein und Alles nenne. 2. Ich gehe nun zur Kirche hin, doch ist ſo Herzlich angst mein Sinn, ich bin ein armer Sünder, d'rum fleh' ich: HErr, erbarme Dich und siehe gnädig her auf mich und alle Deine Kinder! 3. Sie möchten gern gesegnet sein; d'rum komm und kehre bei uns ein mit Deinen Friedensgaben; ja komm, Du lieber heil'ger Chrift, der Du auch unser Heiland bist, daß wir an Dir uns laben. 4. Ach thue mir den Mund doch auf und hebe hoch mein Herz hinauf zu Dir, Du wahres Leben, auf daß ich zeugen kann von Dir mit einer himmlischen Begier und ohne Furcht und Beben. 5. O mach' Dein Wort zum Feuer mir und brauche mich zum Hammer hier, für so viel Felfen= herzen! Erwelk', o HErr! die Todten all' durch Deines Mundes Donnerschall, auf daß sie Dich erwählen. 6. Geh' mit mir, HErrder Herrlichkeit, und tilge alle Schüchternheit in Deinem schwachen Knechte, gieb Du mir, was ich reden soll, mein Herz laß, Deines Geistes voll, verkünden Deine Rechte! 7. So will ich preisen Deine Gnad', die mich auch heut besuchet hat, aus tiefstem Herzensgrunde. Ja, HErr, Du sollst mein JEsus sein, Du sollst mein bleiben ganz allein heut' und zu jeder Stunde. 219. Die then'ren Märtyrer. La öwen, laßt euch wiederfinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte überwinden!- 12 178 Seht nur an ihr Märtyrthum, wie in Lieb' fie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt'. 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüften rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des HErrn Gemein'; ihr Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Alle Dinge nach der Wahrheit, und nach Fleischesmeinung nicht, maaßen gründlich sie, voll Klarheit, denn ihr Urtheil stand im Licht. In der Trübsal fröhlich waren sie und selig; fern von Menschensclaverei, und von ihren Banden frei. 4. Ganz großmüthig sie verlachten, was die Welt für Vortheil hält, und wornach die Meisten trachten, Ehre, Wollust, Tand und Geld; Furchtwar nicht in ihnen; auf die Kampfschaubühnen sprangen fie mit Freudigkeit, hielten mit den Thieren Streit. 5. O daß ich, wie diese waren, mich befänd' auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Deine starke Helfershand, mein GOtt, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig, bis zum Tod durch Deine Kraft übe gute Ritterschaft. 6. Ohne Dich bin ich nicht tüchtig, irgend etwas Gut's zu thun; was da heilig, groß und wichtig, seb' ich bloß auf Dir beruh'n. HErr, HErr, meine Hoffnung! Halte Dein' Verheißung; hilf mir, daß ich als ein Held durch den Glauben halt' das Feld. 7. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen kämpf' in JEsu Löwenstark', und ja niemals mög' erschlaffen, daß mir dieses große Werk durch Dich mög' ge= lingen und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich', sondern bald das Ziel erreich'. 8. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Bruder, tapfer drauf! Laßt uns folgen recht herzhaftig jener Zeugenwolke Lauf! Nur den Leib 179 tastelet, und sich nicht gescheuet! Er hat's Leiden wohl verdient, und die Seel' darunter grünt. 9. Fort mit jenem Sinn der Griechen, denen Kreuz nur Thorheit ist! O laßt uns zurück nicht friechen, wenn an's Kreuz soll JEfus Christl Fügt euch dicht zusammen, wenn der Schlangenfamen sich dem Glauben widerseßt, und das Schlachtschwerdt auf uns weßt. 10. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird gedüngt der Kirchenacker; diese Feuchtung treibet sehr; alle Pflanzen sproffen, die davon begoffen; o dann trägt er reichlich Frucht, eine schöne Gartenzucht! 11. Komm, befrucht', o gold'ner Regen, uns, Dein Erb', die dürre Erd', daß wir Dir getreu sein mögen und nicht achten Feu'r und Schwerdt, als in Liebe trunken und in Dir versunken. Mach' Dein' Kirch' an Glauben reich und das End' dem Anfang gleich! 220. Verzage nicht! Mel. Kommt her zu Mir! spricht GOttes Sohn. Verzage nicht, o Häuflein klein! obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang': Es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach' ist GOttes; Dem befiehl die Rach', laß Ihn alleine walten. Er wird durch Seinen Gideon, den Er wohl kennt, dir helfen schon, dich und Sein Wort erhalten. 3. So wahr GOtt Gott ist und Sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort' und was ihn'n thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott. Gott ist mit uns und wir mit GOtt, den Sieg woll'n wir erlangen. 12* 180 4. D'rum sei getroft, du kleines Heer! freit' rits terlich für GOttes Ehr' und laß dir gar nicht grauen, GOtt wird den Feinden nehm'n den Muth; daß fie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 5. Amen! das hilf, HErr JEfu Chrift, dieweil Du unser Schußherr bist, hilf uns durch Deinen Namen; so wollen wir, Deine Gemein', Dich loben und Dir dankbar sein und singen fröhlich: Amen! 221. Bitte um Frieden. Mel. Was mein GOtt will, gescheh' allzeit. Gieb Fried', o frommer, treuer GOtt, Du Vater aller Gnaden! wend' ab die drohend große Noth, verhüt' all' unsern Schaden! der Feind mit Macht dahin nur tracht't, die Völker zu verheeren, die Deinen Sohn, den Heiland fromm, erkennen, lob'n und ehren. 2. Gieb Fried', o JEfu, lieber HErr, Du Schüßer Deiner Heerde! denn es betrifft Dein Amt und Ehr', den GOttesdienst so werthe; solch's all's der Feind mit Ernst jeßt meint, will's hindern und ausrotten; d'rum steh' uns bei, HErr JEsu, frei, die Feinde mach' zu Spotten. 3. Gieb Fried', o HErr GOtt, heil'ger Geift, Du Tröster aller Blöden! Dein' Hülf' uns jept und allzeit leist', laß Dein' Kirch' nicht veröden, das G'bet erweck', den Glauben stärk', gieb wahre Buß und Reue; die Feinde stürz', Dein Volk beschüß' auf daß fich's ewig freue. 222. A Eingangslied. Eigene Melodie. Liebster JEsu! wir sind hier ,. Dich und Dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die 181 füßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht Deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten wollst Du Selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht aus GOtt geboren! mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Fleh'n und Singen, laß, HErr JEsu, wohl gelingen! 223. Ausgangslied. Mel. Liebster JEfu, wir sind hier. Nun GOtt Lob! es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören; GOtt hat alles wohlgemacht, d'rum laßt uns Sein Lob vermehren; unser GOtt fei hoch gepreiset, daß Er uns so herrlich speiset. 2. Weil der GOttesdienst ist aus, uns auch mitgetheilt der Segen, so geh'n wir mit Freud' nach Haus, wandeln frei auf GOttes Wegen; GOttes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang fegne, GOtt, unsern Eingang gleichermaßen. Segne unser täglich Brod, fegne unser Thun und Laffen, segne uns mit fel'gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben! 2000223a. Nach gemeinschaftlicher Er 10 mns 119di bauung. Esil ant 390 56911 1108 Mel. In allen meinen Thaten. Oteht auf, ihr lieben Brüder, ihr, die ihr Chrifti Glieder, ruft Seinen Namen an, daß Ér 182 uns wolle segnen, mit Gnaden uns begegnen, so geh'n wir fröhlich unsre Bahn. 2. HErr JEsu! blick' hernieder auf uns, die wir als Brüder vereint hier vor Dir fleh'n! Verleib' uns Deinen Frieden und bleib' bei uns pienieden, bis wir vor Deinem Throne steh'n. 3. So wollen wir nun scheiden, es geh' durch Freud' und Leiden, es gehe, wie es geh', bleibt Der uns nur gewogen, der uns zu Sich gezogen, der Freund dort oben in der Höh'. 223b. Schlußvers. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Geh't nun heim in eure Hütten, theure Seelen, GOtt mit euch! Folgt dem Lamm auf allen Tritten, bis ihr kommt in's Himmelreich; JEfus geht euch ja voran, führt euch allzeit himmelan. Sucht Ihn immer mehr zu lieben, euch im Glauben recht zu üben. 2. Haltet fest das Wort im Herzen, JEsus fei stets euer Licht; macht euch manche Noth auch Schmerzen, tragt, es währt so lange nicht. Stehet auf und sprecht mit mir: JEsu, ja, wir folgen Dir, Du, o Heiland aller Sünder, segne, fegne Deine Kinder! mdzie mon # 034 224. JEsu Nähe. Mcl. Freu' dich sehr, o meine Seele. Ach, wie schön ist's, lieben Brüder! wenn man JEsu Nähe spürt, wenn uns hier als Seine Glieder JEsu Liebe tief gerührt! Da ist Friede in der Bruft und da fühlt man neue Lust, fortzuwandern auf dem Pfade, stark gemacht durch Seine Gnade. 183 2. Saltet fest an dieser Gnade, traut dem HErrn, Er läßt euch nicht; geht und folget immer grade betend Jhm, dem ew'gen Licht! Steht von nun an nicht mehr still; höret, was der Heiland will: Selig will Er euch vollenden, alles Kreuz und Elend enden.n 225. Vor und nach dem Schlußgebete in einer Versammlung. ldal Mel. Marter GOttes, wer kann dein vergessen. a) Vor dem Gebete: Ch' wir heute von einander geben, falten wir die Hände gern, um gemeinschaftlich zu GOtt zu flehen, zu dem treuen, guten HErrn. JEsus wird mit Seinen Gnadenhänden uns den Segen liebend reichlich spenden, Er erhört Gez bet und Fleh'n, läßt uns Seine Hülfe seh'n. b) Nach dem Gebete: CHI Nun wir glauben, ja es wird geschehen. Amen, spricht der Heiland heut', unfer Loben, Beten, Singen, Flehen, bringt doch lauter Seligkeit. JEfus kann und wird uns nimmer laffen, wenn wir treu im Glauben Ihn erfassen, Er führt uns in's Himmelreich, spricht:„ Mein Frieden sei mit euch!“ 226. Schlußgefang. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Endlich kommt einmal die Stunde, wo wir scheiden nimmermehr, endlich tönt aus JEfu Munde: Kommet Kinder, kommet her, kommt, ge= nießt die ew'ge Freud' hier in Meiner Herrlichkeit! Brüder, Schwestern, welche Freuden folgen dann auf uns're Leiden! 184 2. Nun so gehet im Gefühle dieser Hoffnung heut' nach Haus. Glaubt, der HErr wird an dem Ziele theilen schöne Kronen aus. Steht nur fest im Glauben hier, Sein Verdienft ſet eure Zier, und Sein Geift woll' euch stets letten, stärken, trösten, vollbereiten. 21 dan 227. Abendgebet. Mel. In allen meinen Thaten. Wenn ich mich schlafen lege, mein Heiland! und erwäge, was Du an mir gethan, so preif't Dich mein Gemüthe, und Du, voll Gnad' und Güte, nimmst auch des Nachts Dich meiner an. 2. Ich gehe nun zu Bette; Du weißt, was ich gern hätte: im Traum Dein Marterbild, im Schlafe Deine Nähe; wenn ich Dich gleich nicht fehe, sei doch mein Herz mit Dir erfüllt. 3. Schleuß diese Nacht mich Armen aus Gnade und Erbarmen in Deine Arme ein; gieb, daß kein Feind mich schrecke, Dein Heil sei meine Decke, Dein Licht in Finsterniß mein Schein! 228. Ein Lied von Zion. ( Pfalm 126.) hier in Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Die ihr die stillen Harfen noch an Babels Weiden hänget, singt euer Lied von Zion doch, wiewohl der Feind euch dränget. Stimmt nur von der Erlösung an, ob in das Lied schon dann und wann sich eine Thräne menget. 2. Wenn einst der HErr nach Seiner Kraft aus so viel Drang der Bösen die noch gefang'ne Bürgerschaft von Zion wird erlösen; so werden wir 185 nach langem Web' dort sein, wie frohe Träumende bei Seiner Wundergröße. 3. Da wird, wie von dem süß'ften Traum, der munt're Mund voll Lachen, und,' s glaubt das frohe Herz es kaum, die Zunge jauchzend machen. Nehmt die Berheißung, wenn ihr müd', so könnt ihr ein erquicklich Lied von Zions Hoffnung machen. 4. GOtt Lob! der Chrift hat's dennoch gut; er kann im Trauern fingen, und noch als fremd im Glaubensmuth sein Herz zur Heimath schwingen. Letzt geht's auf Zions Berg recht an; dieß Große hat uns GOtt gethan, hier soll es fröhlich klingen. 1119 110 P 01 069 ( Vierter Anhang.) 20 one 229. Arme habt ihr allezeit bei euch. Der Du Dich Selbst für mich dahingegeben, und sterbend mir erwarbst das ew'ge Leben, wie soll ich Deine Lieb', o HErr der Welten! Dir je vergelten! 2. Du weißt, wie arm ich bin,- und was ich habe, das ist ja Alles, Alles Deine Gabe; doch laß Dir meines Dankes kindlich Lallen, o HErr, gefallen! 3. Und weil Du willst, daß ich in Deinen Brüdern Dir Deine Lieb' und Treue soll erwidern, so wag' ich es, den Armen, HErr, zu schenken, ein Angedenken, 4. Und leg' in stiller Demuth diese Lieder für sie zu Deinen Gnadenfüßen nieder. Nicht wahr, mein Hort! Du wirst fie freundlich nehmen, mich nicht beschämen? 186 5. Und da Du gern bist mächtig in dem Schwachen, und kannst aus Nichts, mein JEsu, etwas machen, so laß auch dieß mein anspruchlofes Singen nicht ganz verklingen. 6. Bespreng' es, HErr, mit Deinem reinen Blute, das mir und allen Sündern floß zu gute, und laß es, wenn auch unter Schaam und Beugen, Dein Heil bezeugen: 7. Wie mich Verlor'nen auf des Irrwahns Pfade gesucht hat und gefunden Deine Gnade, und wie unendlich viel Du mir vergeben, o süBes Leben! 8. Und hast Du dann durch diese schwachen Töne ein Herz gelenkt auf Deiner Marter Schöne, so gieb, daß es zum Dank mit Bitt' und Gabe die Armen labe! 230. Barmherzig und gnädig ist der HErr, POTR geduldig und von großer Güte. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Wenn ich an Dein Erbarmen dente, Du meines Lebens Sonn' und Schild, und mich ins Liebesmeer versenke, das Dir, o HErr, vom Herzen quillt, so weiß ich oft vor Rührung kaum, ob's Wahrheit oder nur ein Traum. 2. Ich war Dein Feind- ach HErr, so lange, und trank mit frevelnder Begier den Taumelkelch der alten Schlange, anstatt mich zu erge= ben Dir, und treulos mit verkehrtem Sinn ging ich auf breiter Bahn dahin. 3. Du mühtest Dich, mich zu bekebren und riefft und lockteft für und für; doch ach ich wollte Dich nicht hören, noch öffnen Dir des Herzens Thür, weil mich die Welt mit ihrem Tand gefesselt hielt durch Satans Band. - 187 4. Doch immer wieder trat'st aufs Neue, 0 JEfu, Du mir in den Weg, und suchtest mich mit Muttertreue zu leiten auf den schmalen Steg; denn größer noch als meine Schuld war Deine Langmuth und Geduld. 5. Ja, HErr, Du haft mit mir gerungen und endlich mein erstarrtes Herz durch Deine Liebesmacht bezwungen, mich aufgelös't in Reu' und Schmerz und mir, als ich Dich weinend bat, vergeben alle Missethat. 6. D'rauf haft Du mit dem besten Kleide Dein ungetreues Kind geschmückt und mit fo fel'ger Hirtenfreude mich Würmlein an die Bruft gedrückt, als hätt' ich stets Dich heiß geliebt und nie gekränkt Dich, noch betrübt. 7. Du bot'st mir Himmelsbrot zu essen und tränktest mich mit Lebenswein; und daß ich ja mein Leid vergessen und ganz befeligt möchte sein, gabst Du mir Deiner Treue Pfand, den Ring der Kindschaft an die Hand. 8. Da wallte Dir, o süßes Leben, mein Herz in Liebesflammen zu und all mein Dichten, Sehnen, Streben war anders nichts, als JEsu, Du! Du warst mein Anfang, Mittel, End' und meis nes Wesens Element. 9. Ich hing an Deinem GOttesmunde und sog in mich Dein Lebenswort; ich dachte Dein zu aller Stunde und sprach mit Dir an jedem Ort; es war, als wär' ich außermir und lebt und webt' allein in Dir. 10. Doch ach, wie oft hab' ich gebrochen, was ich in heißer Liebesgluth Dir damals doch so fest versprochen!- Wie sank mir oft der Glaubensmuth; wie regte sich das Fleisch in mir und 20g mich oft zur Erde schier. 11. Da lernt' ich immer mehr verstehen, wie durch und durch verderbt ich bin, und mußte tief 188/ und tiefer sehen, wie troßig und verzagt mein Sinn und wie die freie Gnad' allein mein Licht und Seil vermag zu sein. 12. Ja nichts als Deine freie Gnade und Deines Blutes edler Saft giebt mir auf meinem Pilgerpfade tagtäglich neue Stärk' und Kraft; Dein mitleidvolles JEsusherz heilt immer wieder meinen Schmerz. 13. Ich weiß von nichts als Deinen Wunden, die sind mein Schloß und Paradies; da hab' ich Ruh' und Troft gefunden; da wird mir auch das Herbste süß; da rühm' ich auch der Trübsal mich und preif auch unterm Kreuze Dich. 14. Drum hilf mir stets der Gnade trauen, und wenn mich meine Sünde beugt, nur schnell auf Deine Marter schauen, die laut von Deiner Gnade zeugt und noch im Tod und vor Gericht mich füllt mit fel'ger Zuversicht! 231. Wann werde ich dahin kommen, daß ich GOttes Angesicht schaue? Mel. Nun preiset Alle. Sch bab' von ferne, HErr, Deinen Thron erblickt und wär' so gerne, der Erde ganz entrückt, hinauf geeilt mit raschen Schwingen, ewig Hallelujah Dir zu singen. 2. Denn ach hienieden bangt noch so oft mein Herz, und Deinen Frieden stört mir der Sünde Schmerz; es ist mein tägliches Betrüben, daß ich Dich, JEfu, nicht g'nug kann lieben. 3. 3war Dein Erbarmen ist überschwänglich groß; Du läff'st mich Armen, Elenden niemals los, und Deines Blutes heil'ge Quelle wäscht immer wieder mich rein und helle. 189 4. Doch geht mein Sehnen stets nach dem Vaterland, wo alle Thränen stillt Deine Liebeshand, wo Sünd' und Welt mich nicht mehr schreden, wo ich ohn' Ende Dein Heil soll schmecken. 5. Wann wird's geschehen, daß ich im ew'gen Licht, Dich werde sehen, JEsu, von Angesicht?- Mein Herze jauchzt in fel'ger Wonne feßt schon entgegen Dir, Lebenssonne! 232. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? San MM32 sun Eigene Melodie. Cins ist Noth und hätt'st du Krösus Schäße, aber dieses Eine fehlte dir Gold und Silber sind ein todter Göße, der nicht öffnen kann des Himmels Thür. 2. Eins ist noth- und trügst du eine Krone und den Herrscherstab in deiner Hand arm und elend wärst du auf dem Throne, wenn du dieses Eine nicht erkannt. - - 3. Eins ist noth- und machten hohe Gaben dich zum Meister in jedweder Kunst ohne diefes eine Gut zu haben, wär' auch all' dein Wissen Schein und Dunft. - 4. Eins ist noth- du fragst, was ist dies Eine? GOttes Gnad' in JEsu Chrifti Blut! Selig, wer sie nennen darf die feine, felig, wer in JEfu Wunden ruht. 5. Selig, wem der Sünden Schuld vergeben, die das GOtteslamm gebüßt so schwer; selig, wer im Sohne fand das Leben und mit Ihm den Tod nicht fürchtet mehr. 6. Offen steht das Paradies dem Glauben, wenn das Herz in GOttes Gnade schwimmt und, troß 190 aller Feinde Droh'n und Schnauben, Gnad' um Gnad' aus JEsu Fülle nimmt. 7. Aber leben ohne GOttes Gnade ist hienieden schon der Hölle Pein, ohne JEsum zieh'n auf breitem Pfade heißt nichts and'res, als verloren sein! - 233. Heute ist unseres Königs Fest. Festgesang. du selige, o bu fröhliche, lang' erfehnete Gnadenzeit! da wir uns sammeln, Dank Jhm zu stammeln, Shm, dessen Tod uns vom Tod' befreit. 2. O du köstliche, o du festliche, wunderherrliche Segenszeit! da wir in Haufen JEsum anlaufen und vor Ihn bringen der Brüder Leid. 3. O du glückliche, herzerquickliche, unvergesliche Wonnezeit! Christ in der Mitten hört unser Bitten, Jhn laßt uns preifen in Ewigkeit! 3100 231. Er hat ein Gedächtniß gestiftet Seiner Wunder. 100001 Missionsfestlied. erbei, o ihr Gläubigen, dankend und fürbittend o kommet, o kommet aufs Heidenfest. Seht GOttes Wunder an den Menschenkindern! D lasset uns anbeten, o laffet uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 2. O König der Ehren, Herrscher der Herrschaaren, Du trugest die Sünde der ganzen Welt, uns zu erretten von der Hölle Flammen. O laſfet uns anbeten den König! 3. Du Herzog des Lebens, Preis sei Deinem Namen, daß Du Dich im Wort uns geoffenbart. Wir haben Frieden, HErr, in Deinem Blute; o lasset uns anbeten den König! 191 4. Doch, ach unfre Brüder, die Dein Heil nicht fennen; sie fißen im Schatten des Todes noch. Bringe sie Alle, HErr! zu Deinem Lichte, auf daß fie Dich anbeten, mit Freuden Dich anbeten, sammt allen Deinen Kindern, o König! Born 235. Machet die Thore weit! Festgefang. Macht auf das Thor, die Thüren weit: Es naht der HErr der Herrlichkeit, Er will die Herzen nehmen ein, die Er erkauft mit Todespein; bell leuchtet bernieder der Gnade Schein. nieder, fingt Ihm Lieder! Dankt fröhlich. macht selig; huldigt Alle Seinem Namen, Ihm ſei die Ehre! Amen. Fallt EN 236. Es wird Eine Heerde und Ein Hirt 400 g werden. Ich will Dich erheben mit Herz und mit Mund, Dich, o mein Heil und Leben, HErr, meiner Hoffnung Grund. 2. Denn Du hast mich Armen mit mächtiger Hand gerettet voll Erbarmen von des Verderbens Rand. 3. Nun bin ich so fröhlich, von Sündenschuld los, so unaussprechlich felig in Deinem Liebesschooß. 4. O wüßten's doch Alle, wie freundlich Du bift, und folgten Deinem Schalle, Du süßer JEsus Christ! 5. Send' aus Deine Boten nach Süd und nach Nord, und wecke Selbst die Todten durch Deiner Allmacht Wort: 192 6. Daß bald auf der Erde zum Preis Deis ner Treu' nur Eine sel'ge Heerde in Deinen. Hürden sei! 237. Kindermissionslied. 20 Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Die armen Heiden jammern mich; denn groß ist ihre Noth, ach lieber GOtt, erbarme Dich, fie find in Sünden todt. 2. Sie beten stumme Gößen an, fie knie'n vor Holz und Stein, und wissen nicht in ihrem Wahn, daß Du bist GOtt allein. - 3. Sie kennen auch den Heiland nicht, der ihre Sünden trug; fie leben ohne Troft und Licht und liegen unter'm Fluch. 4. O Vater der Barmherzigkeit, HErr voll Lieb' und Macht, wann ist erfüllt der Heiden Zeit? wann endet ihre Nacht? dier 5. Ihr Elend schrei't so laut zu Dir, und Deine Kinder flehn: Ach öffne bald der Heiden Thür, und laß fie JEsum sehn! 6. Sie find ja auch Sein Erb' und Gut, Sein theurer Schmerzenslohn;- wir bitten durch Sein Kreuz und Blut: O gieb fie Deinem Sohn! 7. Daß fie durch Ihn mit uns zugleich und Deiner ganzen Schaar auf Erden und im Himmelreich Dich preisen immerdar! - 238. Weihnachtswonne. Die heilsame Gnade ist erschienen allen Menschen." Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Gottes Gnad' ist uns erschienen, strahlt aus JEsu holden Mienen, aus des süßen Kindes Blicken 193 und entgegen zum Entzücken. Kommt nur her, ihr Adamskinder, eilt zum Kripplein nur, ibr Sünder, inteet voll Erstaunen nieder, hört der Engel Freudenlieder! aslo tim nigd 2. Alle Menschen sind geladen, Allen quillt der Born der Gnaden; die verwundeten Gewisfen, die der Sünde Schmerz zerrissen, und die Schafe, die verirrten, die sich losgemacht vom Hirten Alle, Alle sollen kommen, Alle werden angenommen. 3. Dieses Kind weiß Rath für Alle, aufzusteh'n von Adams Falle, der Verdammniß zu entrinnen und den Himmel zu gewinnen; denn es hat die Schuld entrichtet und die Handschrift ganz vernichtet; durch Sein Opfer und Vers fühnen ist uns GOttes Gnad' erschienen. Jef. 9,6. 1 4. Nun so weicht, ihr Trauergeister, vor dem holden Freudenmeister! Schwindet all', ihr bangen Sorgen, meine Seel' ist wohl geborgen. GOttes Wort steht nicht auf Schrauben,- darum will ich's muthig glauben: Der Sein Kind nicht abgeschlagen, kann in Jhm mir nichts versagen. 5. JHM sei Preis und Dank gegeben! Ja, mich selbst, mein armes Leben, all' mein Dichten, Sinnen, Denken will ich Ihm zum Opfer schenken. Fleuch nur, Welt, mit Deinen Schäßen, mich kann JEsus nur ergößen und der Duft von Seinem Namen; sonst ist Alles eitel. Amen. Hohelied 1, 3. Pred. Sal. 1, 2. 239. Einem Brautpaare. Der HErr ist mit euch, weil ihr mit Ihmseid. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. freue dich!:: Jauchze still, o sel'ges Paar, denn der HErr, der dich verbunden, dessen Lieb 13 194 unwandelbar, denket dein zu allen Stunden, will dich segnen heut und ewiglich, freue dich!:,: 2. Er ist dein!:: wie Sein holder Mund verspricht, dein mit allen Seinen Schäßen, Seinem Leben, Heil und Licht, Er, der Alles kann erseßen, der die ganze Welt regiert allein-, Er ist dein!:: 3. Du bist Sein!:,: Sein mit Leib und Geist und Muth, denn Er hat dich auserwählet, dich besprengt mit Seinem Blut, ja Sich Selbst mit dir vermählet und dein ganzes Herz genommen ein, du bist Sein!:: 4. Fürchte nichts!:: weder Sünde, Welt, noch Tod, noch des Satans Dräu'n und Schreden; GOtt ist bei dir in der Noth, dich mit Seinem Schild zu decken; und im Frieden Setnes Angesichts fürchte nichts!:: 5. Eins in Jhm!:,: der Sich Selber dir geschenkt und gekrönt mit Seiner Gnade, ganz ins Liebesmeer versenkt, walle fröhlich deine Pfade, auf Ihn schauend, wie die Cherubim, eins in Jhm!:,: 240. Friede sei mit dir! ( Bei Uebersendung der geistlichen Friedensstörer" von Bogahly, einer Jüngerin des HErrn.) Aus des Heilands tiefgeschlag'nen Wunden Strömt, wie aus dem Fels der Wunderquell, GOttes Frieden mild und sanft und hell Und beseligt den, der Ihn gefunden. Sündenangst und Schmerzen sind verschwunden, Wenn der Friedefürst Immanuel Seinen Frieden haucht in eine Seel' Und sie fühlt sich aller Noth entbunden. Gab Er nicht auch dir ihn zu genießen, O du theure Magd des treu'sien HErrn? Wahrlich, ja dir glänzt des Friedens Stern; 195 Jauchze laut, denn JEsus Selbst ist dein, Ach und will dein ew'ger Friede sein, Ob auch Trübfalsfluthen sich ergießen.nl 241. Fürchte dich nicht, glaube nur! Mel. JEsus, meine Zuversicht.ied outl Bist du Sein, o theures Herz, bist du Sein, der dich erwählet und durch bittern Todesschmerz liebend Sich mit dir vermählet, daß du alles Elends los könntest rub'n in Seinem Schooß? 2. Glaubst du fest an GOttes Blut, das, geströmt aus JEsu Wunden, immerdar noch Wunder thut? Glaubst du, daß es dich entbunden von der Sünde Schuld und Pein und gewaschen weiß und rein? 3. Bist du voll getroften Muths, wenn du heute solltest sterben, daß du kraft des JEsusbluts ganz gewiß mit JEsu erben und in sel'ger Herrlichkeit um Ihn sein wirst allezeit?- 4. Ja, du bist Sein Eigenthum-, glaub' es ohne Furcht und Zweifel; glaub's zu Seines Namens Ruhm, glaub's und troße fühn dem Teufel; denn ob Erd' und Himmel bricht JEfu Treue wanket nicht! BLI 242. ,, Meine Gnade soll nicht von dir weichen." Ob Hügel weichen und Gebirge sinken, Doch bleibt dir Meine Gnad' auf ewig steh'n; Mein Friedensbund mit dir soll nie vergeh'n, Ich schirme dich zur Rechten und zur Linken." So spricht der HErr, vor dessen Allmachtswinken Der Feinde Schaaren gleich der Spreu verweh'n; O trau' Jhm fest, Er hört dein heißes Fleh'n Und läßt dich nicht im Trübsalsmeer ertrinken. 13* 196 Du bist ja Sein und rub'st an Seinem Herzen Von Seiner starken Liebeshand umfangen Und haft in Ihm schon hier das ew'ge Leben. Und Er, der alle Sünden dir vergeben, Wird einst noch völlig stillen dein Verlangen Und heilen dich von allen deinen Schmerzen. 243. Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit, die Du weißt, HErr JEsu! was mir fehlt, Du zähleft meine Thränen, Du kennst die Sorge, die mich quält, ja, Du verstehst mein Sehnen, Du blickft mir tief ins Herz binein und siehst die fille Seelenpein, die mich zur Erde beuget. - 2. Daß ich so wenig liebe Dich, der Du mich erft geliebet und von der Höll' erlöfet mich das ist's, was mich betrübet; und daß ich nicht bei Tag und Nacht auf Deinen Ruhm nur bin bedacht, das macht mir bitt're Schmerzen. 3. Du bist so überschwänglich gut, o reiche Lebensquelle, und Deines Brünnleins Gnadenfluth strömt ewig klar und helle; ich aber, ach! ich schäme mich, ich bin so untreu gegen Dich, so fündig und so schnöde. 4. Wie oft vergeff'ich Deiner noch und bin so matt und träge, als wäre schwer Dein süßes Joch und lästig Deine Wege, die doch nur Heil und Güte sind und feliglich Dein armes Kind in's ew'ge Leben führen. 5. Die Bruderliebe fehlt mir oft, die nicht das Ihre suchet, die Alles duldet, glaubt und hofft, nur fegnet, nimmer fluchet, die gern der Sünden Menge deckt, mit Heuchelei sich nicht befleckt und nicht nach Schaden trachtet. 6. O hätt' ich mehr Barmherzigkeit und wallendes Erbarmen mit Freundes und mit Feindes leid 197 und ach mit all' den Armen, die noch auf breitem Wege geh'n und fern von Dir, HErr JEsu! steh'n am Abgrund des Verderbens! 7. O wär' ich brünst'ger im Gebet, Dir, HErr! an's Herz zu bringen und aller Orten früh und spät mit dir im Ernst zu ringen, daß Du Dich bald der armen Welt, die Satan noch gefangen hält, in Gnaden wollst erbarmen! - 9. Doch ach, ich muß vor Gram und Schmerz-f mein Angesicht verhüllen, verzagt und tropig ist mein Herz und voll von Eigenwillen, das Fleisch ist mit dem Geist im Streit und macht mir tausend Herzeleid, daß ich mich selber haffe. 9. Doch wohl mir, daß ich, wie ich bin, mit allen meinen Sünden darf fliehn zu Dir, o JEfu! hin und Gnad' um Gnade finden. Dein Blut ist meine Wundarznei, das macht mich immer wieder frei von Schmerz und bitt'rem Harme. 10. In Deinen Wunden hab' ich Ruh' vor aller Feinde Schnauben; Dein' Unschuld deckt mein Elend zu, wenn ich Dich faff' im Glauben, in Dir hab' ich des Vaters Huld, Vergebung aller meiner Schuld' und Freud' und sel'gen Frieden. 11. Hallelujah sei Dir gebracht, Du meines Lebens Leben, denn Du haft Alles wohl gemacht und mir Dich Selbst gegeben. Ja, HErr! Du bist mein Licht und Heil, mein höchstes Gut und bestes Theil, mein Ein und Alles, Amen. 320 903 ja 244. Ich weiß, an Welchen ich glaube. Anmel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Ich weiß, an Wen ich glaube und wer die Zuflucht ist für mich gescheuchte Taube-, Du bist's, HErr JEsu Chrik! 198 2. Du haft für mich gebeten als ich, noch blind und todt, muthwillig übertreten Dein heiliges Gebot. 3. Du bist mir nachgegangen in meines Irrs fals Nacht, haft Dich an mich gehangen und mich zurecht gebracht. 4. Laut schrieen meine Sünden zu GOtt, dem höchsten Gut,- Du ließeft fie verschwinden und zeigtest Ihm Dein Blut; 5. Und drückteft voll Erbarmen, in sel'ger Liebeslust, mich Wurm, mich Staub, mich Armen 6. Du hauchtest Fried und Leben mir tief in's Herz hinein, ich schmeckte Dein Vergeben und trank des Himmels Wein. Ho 7. Da schwur ich, voller Wonne und frei von aller Noth, o JEsu, Gnadensonne! Dir Treue bis zum Tod. 8. Ach hilf, daß ich sie halte, so lang' ich athme hier; und wenn ich einst erkalte, so nimm mich auf zu Dir. 310577400 9. Da will ich Dir zu Füßen, o kamm, für mich geschlacht't, in ew'gem Dank zerfließen, daß Du mich durchgebracht. 245. Es ist in keinem Andern Heil. Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund. Es ist in keinem Andern Heil als, JEfur nur in Dir; Du bist das allerbeste Theil, des Paradieses Thür. 2. Wer ohne Dich vor GOtt erscheint, den trifft Sein heil'ger Zorn; doch wer Ihm naht, mit Dir vereint, dem fließt der Gnadenborn. 3. Denn Du hast uns mit GOtt verföhnt, gewandt des Richters Schwerdt, als Du, gemars tert und verhöhnt, des Kreuzes Kelch geleert. 199 4. Du bist das wundervolle Lamm, das für uns Sünder starb, der holde Seelenbräutigam, der blutend um uns warb. 5. Du hast die Handschrift uns'rer Schuld getilgt und abgethan, so daß in Dir,( o große Huld!) uns nichts mehr schaden kann.rel 6. Dein Nam' ist uns'res Glaubens Burg und unser festes Schloß, da dringt kein Wetters strahl hindurch, da trifft uns kein Geschoß. 7. Dein Nam' ist wie ein süßer Duft, wie Balsam für das Herz, voll warmer, frischer Les bensluft- und lindert allen Schmerz. 8. Dein theurer JEsusname macht, daß auch im Todesthal das Auge Deiner Kinder lacht, als ging's zum Hochzeitssaal. 9. O drücke Deinen Namen mir sehr tief in's Herz hinein; so kann ich all'zeit fröhlich bier und ewig selig ſein. 246. Seid allezeit fröhlich! Mel. Nun danket Alle GOtt. Ich bin ein fel'ger Mensch, mein Herz ift voll Entzücken und Himmelswonne strahlt aus allen meinen Blicken, die Kniee sind gebeugt, die Hände falten sich, die Lippe jauchzet laut und lobt und preiset Dich; 2. Ja Dich, HErr JEfu Chrift, Du süße Freudenquelle, der Du die schwere Schuld gebüßt an meiner Stelle und mich verlornes Kind erlös't vom Tod und Fluch und eingezeichnet mich in's schöne Lebensbuch. 3. Was wär' ich ohne Dich? ach ewiglich verloren!- Was bin ich, HErr, in Dir? zur GOttesstadt erkoren, die Deiner Allmacht Hand fo 200 wundervoll erbaut! und wo man Dich, o GOtt, von Angesichte schaut. 4. Das ist's, was mein Gemüth mit heil'ger Luft erfüllet; das ist's, wovon der Mund fro lockend überquillet, Dein Blut, o GOtteslamm! Dein theures Opferblut und Deine Lieb' und Huld macht mich so wohlgemuth. 5. Ach richte meinen Blick allein und alle Stunden auf Dein erbarmend Herz und Deine Todeswunden! Du meiner Seele Freund,- fo weiß ich nichts von Pein und schlafe sterbend noch mit sel'gem Lächeln ein. - 247. Ist GOtt für uns, wer mag wider uns sein! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 12 10 Sie wohl ist mir, o süßes Leben, wenn mich Dein Gnadenlicht bescheint, wenn ich Dein seliges Vergeben im Herzen fühl', o Seelenfreund, wenn Du mich tränkst mit Deinem Frieden und ich, von aller Welt geschieden, mich legen darf in Deinen Schooß-, dann weiß ich nichts von Erdgetümmel, ich hab' hienieden schon den Himmel, mein Glück ist überschwänglich groß. 2. Doch ach, die alte Höllenschlange fie gönnt mir diese Freude nicht, sie lechzt danach, wie sie mich fange und lösche meines Glaubens Licht-, von Deiner Brust will sie mich reißen, mir nehmen, was Dein Mund verheißen und trennen, JEsu, mich und Dich; ja, wie sie Evam einst belogen und um das Paradies betrogen, so will sie auch verführen mich. - 3. Den Tod hat Satan mir geschworen und zielt beständig auf mein Herz;- d'rum hilf, HErr! fonst bin ich verloren, hilf mir durch deinen Tod 201 und Schmerz! Ach bleibe Du mir stets zur Seite und fei mein Schirm und Schild im Streite und meine Burg und gute Wehr; bin ich von Deinem Arm umschlungen, von Deiner Liebeskraft durchdrungen, so fürcht' ich nicht des Teufels Heer. 4. Mit Dir will ich durch Feuersgluthen getroft und ohne Zittern geh'n, an Deiner Hand den Trübfalsfluthen mit heit'rer Stirn entgegenfeh'n. Du darfst ja nur ein Wörtlein sprechen, so müssen sich die Wogen brechen und mir wohl gar für Mauern sein; die Flamme muß vor Dir erbleichen und kann in Dir mich nicht erreichen; denn Du bist mein und ich bin Dein. stodont) 248. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Mel. JEsus, meine Zuversicht. Set getroft, betrübtes Herz, fei getroft und unverzaget: JEsus kennt den bittern Schmerz, der an deiner Seele naget, und die schwere Kreuzeslaft, die du auf den Schultern haft. 2. JEsus, der dich auserwählt, sieht dein namenloses Sehnen, hört dein Seufzen, ach und zählt alle deine Trauerthränen; und Sein Aug', o zweifle nicht!- ist in Lieb' auf dich gericht't. 3. Sa fürwahr, Er ist dir hold und will nur im Trübfalsfeuer läutern deines Glaubens Gold, weil du Jhm so werth und theuer; tran' auf Ihn und faffe Muth, denn Er Selber schürt die Gluth. 4. Denk' an Sein unendlich Weh', an Sein Zittern, Angst und Zagen, da Er in Gethsemane deiner Sünden Schuld getragen, da Er mit dem Tode rang, bis Er ihn für dich bezwang. 202 5. Schaue, wie am Kreuzesstamm Ihn umringen Zornesfluthen, wie das heil'ge GOtteslamm bort sich muß für dich verbluten, wie Er gern aus Liebe stirbt und den Himmel dir erwirbt! H 6. Folg' 3hm still und willig nach auf dem fteilen Dornenpfade, dulde fröhlich Seine Schmach, achte sie für lauter Gnade; denn der Geist der Herrlichkeit ruht auf dir in solchem Leid. 7. Und wie dein Immanuel stieg vom Kreuz hinauf zum Throne, also wird auch deine Seel' erben einst die Lebenskrone, wenn du treu und ritterlich hier ertrugft der Schlange Stich. 8. Ja, dann wird die Thränensaat tausendfache Früchte bringen und des Heilands Gnadenrath dich zum ew'gen Jubel dringen. Die Erlösungszeit ist nah',- jauchz' ihr zu: Hallelujah! 249. Meine Seele erhebet den HErrn. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich singen. Wo find' ich Worte, Dir zu danken! Du wunderfüßer, theurer Lebenshort! daß Du mich Armen, Schwachen, Kranken so unaussprechlich labst mit Deinem Wort und tränkft mit Deiner Gnaden lleberfluß, daß ich vor großer Freude weinen muß. 2. Die ganze Schuld ist dir vergeben, so spricht Dein holder Liebesmund zu mir, Ges rechtigkeit und ew'ges Leben, ja Alles, was Ich habe, schenk' Ich dir; du soust Mein Bruder, Mein Miterbe sein, kraft Meines Blut's und Meiner Todespein." 3. JEsu, JEsu, darf ich's glauben, ist's keine Täuschung, ist's kein schöner Traum? Auch ich bin eine Deiner Tauben und find' in Deiner Wundenhöhte Raum? Jch Asch' und Thon, ich Sündenwürmlein ich darfzuden Auserwählten zählen mich? 203 4. Ja! spricht Dein Wort auf allen Seiten, ja! ruft Dein Geist mir tief in's Herz hinein; du darfft auf Dich es Alles deuten, was GOtt verheißen, es ist Alles dein! O zweifle nicht, o glaub' und freue dich und preise deinen Retter ewiglich! 5. Nun, HErr, ich wag's in Deinem Namen, ob auch mein Herz und Satan widerspricht; ich glaub' und jauchze fröhlich Amen! ich bin erlös't und werde nicht gericht't! Ich bin Dein ganzes, fel'ges Eigenthum, und Du bist mein, zu Deines Kreuzes Ruhm. 6. Dir will ich Jubellieder fingen, so lange noch die ird'ne Hütte steht, mich fest um Deine Füße schlingen und sie mit Thränen neßen früh und spät, bis Du mich einst auf ewig zu Dir nimmst und Selber mir die gold'ne Harfe stimmst. 250. Lehre uns bedenken, daß wir sterben matilandsi tim müssen! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. HErr, wir Alle müssen sterben. Ach, daß wir dann nur nicht verderben und fahren in die ew'ge Pein! Laß in Deines Blutes Quelle uns waschen uns're Kleider helle, nimm uns in Deine Wunden ein. Ja, mach' uns Selbst bereit, Du HErr der Herrlichkeit! abzuscheiden; verbirg uns nicht Dein Angesicht, daß wir besteh'n im Weltgericht! 251. Frühe wache ich zu Dir. Mel, Dir, Dir, Jehovah! will ich singen. Mein erster Blick, wenn ich erwache, find Deine Wunden, o HErr JEfu Chrift! und die une endlich große Sache, daß Du für mich am Kreuz ge= ftorben bist, erfüllt mit Dank und Staunen meinen Sinn und reißt mein Herz zu Deinen Füßen hin. 204 2. Ist's möglich, wunderbarer König! daß Du zu Sündern kommst in Knechtsgestalt, daß Du, dem Alles unterthänig, Dich Selbst entäus Berft Deiner Allgewalt? 3ft's möglich, daß Du, ew'ger HErr und GOtt! für mich erduldest Lets. den, Hohn und Spott? 3. Ja, Amen, ja, es ist geschehen, was nie ein Ohr gehört, ein Herz erdacht, kein menschlich Auge je gesehen:- Der Schöpfer hat Sich Selbst zur Schuld gemacht; die Liebe hat des Richters Zorn gestillt mit einem Opfer, welches ewig gilt. 4. Nun ist für Alle Rath zu finden, und wär' auch ihre Sünde roth wie Blut, Dein GOttesblut tilgt alle Sünden und macht den allertiefsten Schaden gut; Dein Gnadenbrünnlein fließt für Jedermann; wer noch so elend ist, Du nimmst ihn and 5. Du haft auch mich zu Dir gezogen aus lauter Güte, mich verlor'nen Sohn, mit Liebeskräften überwogen, daß ich geworden Deiner Schmerzen Lohn und nun nichts And'res kann und mag und weiß, als Deines süßen JEsusnamens Preis. 6. O laß die Wunder Deiner Gnade mir aller Orten, HErr, vor Augen steh'n, daß ich auf mei= nem Pilgerpfade nur Dich und Dein Erbarmen möge seh'n, bis Deine treue, starke JEsushand mich heimgebracht in's ew'ge Vaterland! 252. JEsus Christus, gestern und heute und Derselbe auch in Ewigkeit. Geburtstagsgruß. JEfus fei mit dir auf allen Wegen; JEsus fröne dich mit Huld und Segen; JEsu Antlig leuchte dir in Gnaden, JEsus heile dich von allem Schaden: JEsus nur allein fei deine Freude, 205 JEfu Liebesmeer dein Troft im Leide; JEfu Blut sei deiner Seele Leben, JEsu Ebre deines Herzens Streben. JEsu Unschuld decke deine Sünden, JEfu Bildniß sei an dir zu finden, JEfu Name strahl' in deinem Herzen, JEfu Kreuz verfüße deine Schmerzen; JEsu Hand regiere deine Schritte, JEfu Ohr erhöre deine Bitte; JEsus sei der Grundton deiner Lieder, JEsus mache dir die Welt zuwider, JEsus sei dein Hoffen und dein Sehnen; JEsus nur das Ziel von deinen Thränen; JEsu Wille deine liebste Speiſe, JEsu Wort dein Stecken auf der Reise, JEsus sei dein Himmel schon hienieden, JEsus bringe dich zum ew'gen Frieden! 13 253. Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen. JEfus klopft an deines Herzens Pforte, Der am Holz des Fluchs für dich gehangen, All dein Sehnen kennt und leifes Bangen, JEsus beut sich dir zum Lebenshorte. O vernimm doch Seine Liebesworte, s Stille doch Sein brennendes Verlangen, Dich mit Mutterarmen zu umfangen, Selig dich zu machen hier und dorte. Nirgends, als bei Ihm ist Troft zu finden, Und in Seinen heil'gen Liebeswunden Kann allein dein krankes Herz gefunden. Darum komm' zum Arzt, o komm' noch heute, Wie du bist, und gieb dich Ihm zur Beute: Glaub' an Ihn, Er tilget deine Sünden! 206 254. Gedenke, wovon du gefallen bist, und thue Buße. 1st 18 DA 19 3102 Mel. Alle Menschen müssen sterben. ich', es steht der Mann der Schmerzen, den du ausgestoßen haft aus dem sündenvollen Herzen, vor dir, ein betrübter Gast, klopfet leis' an deine Thüre, fleht und bittet:„ Laß Mich ein, daß Ich dich aus Sodom führe und erlös' aus aller Pein. 2. Sprich, wo willst du Frieden finden in der leeren, armen Welt, die mit schwerem Dienft der Sünden Vieler Herz gefangen hält? Ach, mit ihren Zauberbanden hat sie Neß' auch dir geftellt, und du wirst mit ihr zu Schanden, wenn fie einst in Nichts zerfällt. 1490 110 3. Jeßt noch such' Ich das Verirrte, gehe jedem Schäflein nach;- denn Ich bin der gute Hirte, dem das Herz am Kreuze brach. Ach, Ich hab' auch dich erkaufet von der ew'gen Höllenpein, und, in Meinen Tod getaufet, schwurst du, ewig Mein zu sein. 4. Aber bald hast du zerriffen deiner Taufe heil'gen Bund; – doch Ich weckte dein Gewissen; und dein Herz, so krank und wund, beugte fich vor Mir mit Thränen, rief Mich um Erbarmen an, und Ich stillte bald dein Sehnen, Ich, der Ich allein es kann. lite 5. O, da jauchztest du mit Schalle, rühmteft Meine Gnad' und Huld, riefest die Gespielen alle, frei zu werden auch von Schuld; deine Seele schwamm in Wonne, dankt' und lobte Tag und Nacht; denn Ich Selbst war deine Sonne, Ich, der dich zum Licht gebracht. mot mu 6. Doch da kam die dunkle Stunde, wo die Schlange dich belog und mit schmeichlerischem Munde dich zum zweiten Mal betrog. O, da 207 mußt' Ich von dir fliehen, denn du gingst den breiten Weg, wollteft nicht mehr mit Mir ziehen, auf dem schmalen Lebenssteg. 7. Ach, wie tief bist du gefallen, einst so reiche Himmelsbraut! und wie hab' Ich oft von Allen weg und nur nach dir geschau't, ob du deinen Fuß nicht wendest aus des Satans finst'rem Reich und zu Mir Gebete sendest,- that's du's o Ich hörte gleich! 8. Darum komm zum dritten Male tief ge= beugt von deiner Schuld, beichte deine Sünden alle, hoff auf Meine JEfushuld; komm', so will Ich dich entbinden von der centnerschweren Last und von allen deinen Sünden, weil du Gm 9. Auf der allertiefsten Stufe fiß' und höre ftill Mir zu, bis Ich Selbst dich wieder rufe aus der angewies'nen Ruh'; steh' nicht auf, bis Ich dich fende, geh' nicht fort vom Kreuzes= stamm; bebe betend stets die Hände auf zu Mir, dem GOtteslamm. 4 10. Aber gieb mir auch das ganze, ja, das ganze Herz gieb Mir, daß Ich Selber es ums schanze gegen Satans Mordbegier; folge Mir auf Meinen Wegen, klamm're fest dich an Mein Wort: so erfüll' Ich dich mit Segen zeitlich hier und ewig dort." 255. Habe deine Lust am HErrn, Der wird dir geben, was dein Herz wünschet. ( Geburtstagsgruß.) Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. Nur einen Wunsch, nur ein Verlangen hab' ich für dich, du theures Herz! daß du an JEfu mögest hangen, unwandelbar in Freud' und 208 Schmerz; daß deine Freistadt Seine Wunden und Seine Liebe dein Panier und Er dir nah' in allen Stunden, das wünsch' ich und erfleh' ich dir. 2. 3ft Er dein Licht in Finsternissen, dein Compaß auf des Lebens Meer, dein Troft und Balsam im Gewissen, dein Sieg im Kampf und deine Wehr, ruh'st du in Seinen Mutterarmen, gebunden an Sein sanftes Joch und tief versenkt in Sein Erbarmen,-o fage selbst, was fehlt dir noch? 256. Laß ihn noch dies Jahr! A Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Kommt her, ihr theuren Seelen, o kommt und hört mich an; der Sünder will erzählen, was GOtt an ihm gethan! 2. Ich war ein Knecht der Sünde, ein Kind ber eiteln Welt, ein Rohr, geknickt vom Winde, durch Satans Lift gefällt. 3. Ich ging auf breitem Pfade in falscher Todesruh' und fern von GOttes Gnade dem ew'gen Feuer zu. 4. Es lag die Art dem Baume längst an der Wurzel schon, und ich im Sündentraume vergaß des Richters Droh'n. - 5. Und als Er immer wieder die Frucht an mir nicht fand, da hieß es: Schlag ihn nieder! was hindert er das Land? Of 6. Doch Er, deß Nam' Erbarmen, der große Schmerzensmann ließ jammern Sich des Armen und nahm Sich meiner an. 7. Ein Jahr noch laß ihn stehen, den unfruchtbaren Baum!" so klang Sein heißes Fle= hen und weckte mich vom Traum. 8. Ich sah' der Schulden Größe, die tödtend auf mir lag, und meine Schand' und Blöße,- daß ich zusammenbrach. 209 9. Da floffen bitt're Thränen, des Herzens Eis zerrann, ich schrie in bangem Sehnen: D GOtt, was fang' ich an? 10. 3ft nirgend eine Stätte zum Trost in meiner Pein? Ist Niemand, der mich rette? Muß ich verloren sein? whbibe 11. 3u Mir, zu Mir, du Armer, zu Mir, verlor'nes Kind!" rief JEsus, mein Erbarmer, - " Ich tilge deine Sünd'! 12. Ich hab' auch dich erworben am Kreuz mit meinem Blut, bin auch für dich gestorben, d'rum komm' und fasse Muth! 13. Ja, glaub' an Mich und lebe und dank' und freue dich; wem Ich die Schuld vergebe, darf rühmen ewiglich!" 14. So sprach Er voller Gnade- ich that, was Er gebot; und gut war aller Schade, ver= schwunden Noth und Tod. 15. Ich warf mich weinend nieder zu Seinen Füßen hin, und weiht' Ihm Herz und Glieder, Geist, Seele, Muth und Sinn. 16. Und hätt' ich tausend Leben, so wollt' ich diesem HErrn sie jauchzend übergeben, ja, für Ihn sterben gern. 257. Dein Stecken und Stab trösten mich. JEsu Gnadensonne, süße Seelenzier, Brunnquell aller Wonne, neige Dich zu mir! 2. Blicke voll Erbarmen auf Dein Kind herab, tröste Selbst mich Armen, sei mein Schild und Stab. 3. Tilg' all' meine Sünde, HErr, in Deinem Blut, daß der Zorn verschwinde, o du höchstes Gut! 4. Laß mir Deine Wunden, Deiner Marter Schön' alle Tag'und Stunden vor den Augen steh'n. 14 210 5. Dir nur will ich leben und für Dich nur fein, Dir mich ganz ergeben und zum Opfer weth'n. 6. Sprich dazu Dein Amen, o mein Fels und Hort! Preis sei Deinem Namen ewig hier und dort! 258. Selig find die Todten, die in dem HErrn sterben. 3uruf einer seligen Jungfrau an thre Freundin. Weine nicht, daß ich so früh entschlafen, du geliebte, theure Schwester du! Jefus rief mich heim zu Seinen Schafen in des Himmels ew'ge Sabbathsruh', wo der Erde Noth und Seufzer schwinden, jeder Thränenquell versiegen muß, und die Seele, frei vom Dienft der Sünden, schmeckt Jehovah's sel'gen Friedenskuß. and 2. Weine nicht- wir bleiben fest verbunden und im Tod und Leben ungetrennt; denn des Lammes heil'ge Liebeswunden find ja unf'rer Freundschaft Element; ach, und wenn nach furzen Pilgerwegen einst auch deines Leibes Hütte bricht, kommen wir frohlockend uns entgegen. droben vor des Vaters Angesicht. 259. Ach, daß du den Himmel zerrissest und führest herab. Gebet eines Predigers. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. HErr, nach Deines Geistes Regen schmacht' und lechz' ich allerwegen; denn umsonst ist meine Mühe, meine Sorgen spät und frühe. All' mein Graben und Begießen bringt den Samen nicht zum Sprießen, all' mein Bitten, Rufen, Lehren, kann die Sünder nicht bekehren. 211 2. Nein, ich sehe sie mit Haufen blindling's in's Verderben laufen; Satan hat sie ganz verblendet und von Dir hinweg gewendet. Ihre Seel' ift fündetrunken, tief in Eitelkeit verfunken, abgeftumpft und ohne Leben, nur des Fleisches Luft ergeben. 3. Du allein kannst Todte wecken und die sich're Welt erschrecken; Du allein machst Blinde sehen, Taube hören, Lahme gehen; ja, Du kannst aus harten Steinen Herzen schaffen, die da weinen und, zerknirscht in Reu'undBuße, zitterndliegen Dir zuFuße. 4. O so bilf doch Deinen Knechten, starter Held zu GOttes Rechten! Komm' HErr JEfu, komm' in Eile, schärfe Deines Wortes Pfeile, daß fie Mark und Bein durchdringen, aller Sünder Herz bezwingen und des Satans Reich zerstören, Dir allein zu Lob und Ehren! 5. HErr, Du hast es fest versprochen, und Dein Wort wird nie gebrochen, daß Du auch das schwächste Fleben wollst in Gnaden nicht verschmähen. Ach, so laß Dich doch erbitten, Deinen Geist herabzuschütten, daß die ganze Menschenheerde Deines Kreuzes Beute werde. du 260. Widerstehet dem Teufel! Met. Laßt mich geh'n. Gottes Lamm:: theurer Seelenbräutigam! Eines bitt' ich Dich von Herzen, laß mich unter Freud' und Schmerzen schau'n auf Dich am Kreuzesstamm. 2. Unverrückt:,: fei Dein Blut mir eingedrückt, ach und Deine tiefen Wunden öffne mir zu allen Stunden, wenn mein blöder Geist erschrickt. 4. Satan wacht:: mich zu zieh'n in Zweifels Nacht, ja er legt mir Neß und Schlingen, mich von Deiner Spur zu bringen, groß ist seine List und Macht. 14* 212 4. Doch er flieht:: wenn er mich beim Kreuze flebt; da muß Angst und Trauer schwinden, Du vergiebst mir alle Sünden und ich sing' ein Jubellied. 5. Ja Dein Blut:: macht den tiefsten Schaden gut; balt' ich Dich nur fest im Glauben, laß fe Welt und Satan schnauben, und hab' einen Heldenmuth. 261. Ich bin beides, Dein Pilgrim und Dein Bürger. Volksmelodie. Ich bin ein Pilger GOttes hier auf Erden und wall' an meines Hirten treuer Hand; ich möchte gern ein Himmelsbürger werden; denn droben ist mein rechtes Vaterland. Hier wird mir oft noch bange, ich frag': Ach HErr, wie lange? Wann kommt der Tag, da ich im ew'gen Licht darf schau'n Dein mildes Heilandsangesicht? 2. Zwar fühl' ich schon Dein Nahesein hienieden, wenn aus dem Gnadenbrünnlein Du mich tränkst, und Deinen süßen, wundervollen Frieden in meine schuldbelad'ne Seele senkst; dann steh ich auf vom Staube und jauchze laut: Ich glaube! Mein Herz ist leicht, die Wolken sind dahin, ich weiß gewiß, daß ich begnadigt bin. 3. Doch ach, fie bleiben nicht, die ſel'gen Zeiten, weil sich im Busen noch die Sünde regt, weil Fleisch und Geist noch täglich müssen streiten, und Satan mir noch oftmals Wunden schlägt. Das beugt den Muth darnieder, verstimmt die Jubellieder und preßt der Brust den tiefen Seufzer aus: Ach wär' ich doch nur erst im Vaterhaus! 4. Nein, nein, die vollen, ungetrübten Freuden, sie blüh'n tm dunklen Thränenthale nicht; 213 bier giebt's noch manchen Dornenstich zu leiden, und oft noch wechseln Finsterniß und Licht; d'rum sehn' ich mich von hinnen nach Salems gold'nen Zinnen, wo auf des kurzen Pilgerstandes Leid mich labt des ew'gen Lebens Herrlichkeit. 262. Rufe getrost, schone nicht!!! Geistlicher Schlachtruf. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. tehet auf, ihr Gottesmänner, ihr kühnen, muthigen Bekenner, steht auf und rüstet euch zum Streit! Hört ihr nicht der Hölle Toben? denn Satanas hat sich erhoben, sein Zorn ist groß, furz seine Zeit. Er sammelt seine Macht zur legten, blut'gen Schlacht, zähneknirschend;- doch fürchtet nicht den Bösewicht, denn seiner harrt schon das Gericht. 2. Aber laßt euch ja nicht blenden, mit Wahrheit gürtet eure Lenden und feßt den Helm des Heiles auf; ziehet an den Harnisch GOttes zum Truß der Welt und ihres Spottes, und wallt in Eintracht. euren Lauf. Wie auch der Löwe brüllt, des Glaubens starker Schild macht ihn zittern. Der gift'ge Pfeil zerbricht in Eil', dem Glauben wird der Preis zu Theil. 3. Ja fürwahr, ihr werdet siegen, und Satans Heer muß unterliegen, wenn ihr in JEsu Namen kämpft; wenn ihr wachet, betet, ringet, des Geistes Schwert fein tapfer schwinget und eures Fleisches Lüste dämpft. D'rum greift den Feind nur an,- der rechte Kriegesmann, GOtt ist mit euch, und nach dem Streit liegt euch bereit der Kranz der ew'gen Herrlichkeit. 214 263. Er ist unser Friede. ( Seinem mit ihm an Einem Tage wiedergebor'nen Bruder zum Geburtstage.) Gelobt sei Er, der dich und mich gefunden Und aus des langen Wahnes tiefer Nacht Erbarmungsvoll uns hat an's Licht gebracht, Und ach so wunderbar in Ihm verbunden, Wir wohnen in der Freistadt Seiner Wunden, Wir rub'n im Schatten Seiner Lieb' und Macht, Ja, JEsus ist die Sonne, die uns lacht, Das Manna, das uns labt zu allen Stunden. O laß auf's Neu' uns gänzlich Ihm verschreiben, Deß Herz am Kreuz für uns in Liebe brach, Und freudig tragen Seine fel'ge Schmach. Komm', Bruder, komm', wir pilgern Hand in Hand, Die Krone strahlt, uns winkt das Vaterland, Da wir auf ewig einst beisammen bleiben. 264. GOtt wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Hoffnungsfeufzer einer felig Entschlafe= nen vor ihrem Ende. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Er wischt all' meine Thränen einst von den Augen ab! d'rum gehet all' mein Sehnen nach Ihm bis in mein Grab. 265. Na chruf. An dieselbe. Gestillt ist nun dein Sehnen, du theure Himmelsbraut! getrocknet deine Thränen, verballt des Seufzers Laut. 215 2. Der hier im Thal der Leiden dein Ein und Alles war, Den schau'st du nun mit Freuden und lobst Jhn immerdar. 3. Wir lassen dich mit Schmerzen aus unsern Armen los; doch gönnen wir von Herzen dir auch dein köstlich 2008. Culise 4. Bald zieh'n auch wir hienieden die Pilgerkleider aus und geh'n durch JEsu Frieden in's süße Vaterhaus. 5. Da finden wir dich wieder vor JEfsu Angeficht, und uns're Jubellieder verstummen ewig nicht. 60 1970 266. Weine nicht! Heimathsgruß der seligen C- e St. an ihren K. Weine nicht, liebes, theures, süßes Herz! daß ich deinem Blick entnommen; denn ich bin aus allem Schmerz zu des Himmels Freude kommen, aus dem dunklen Thal zum ew'gen Licht- weine nicht! 2. Weine nicht, daß mein Plaß im Hause leer, und ich nicht in deinen Armen, du Geliebter, weile mehr; JEfus wird Sich dein erbarmen; Er ist bei dir, wie Sein Mund verspricht- weine nicht! 3. Weine nicht, wenn die Waislein um dich steh'n und nach ihrer Mutter fragen: heiße sie nur aufwärts seh'n- JEsum rührt ihr kindlich Klagen, daß Sein Mutterherz in Liebe bricht- weine nicht! 4. Weine nicht, JEsus bleibt dein Schild und Lohn; und wie lange wird es währen, bis auch dich vor Seinen Thron ruft hinauf der HErr der Ehren und wir All' Ihn schau'n von Angeficht? Weine nicht! 216 267. Noch ein Trostwort. Weine nicht! fie weilt im Licht; mit den Seraphinen allen wird ihr Loblied laut erschallen, und mit fel'gem Angesicht hört sie, was ihr Seiland spricht. Sei getroft, weine nicht! 268. Trachtet nach dem, das droben ist! Nach droben laß mich trachten, nach dem nicht, das auf Erden ist, die Weltluft ganz ver= achten nach Deinem Wort, HErr JEsu Chrift! 2. Verborgen laß mein Leben in Dir sein, lieber GOtt, allein! und mich Dir ganz erge= ben, aufrichtig, ohne Heuchelschein. 3. Dir leg' ich meine Seele so gern in Deine treuen Händ', ja Leib und Geift befehle ich Dir bis an mein leßtes End'. 269. Kommt, denn es ist alles bereit. Nichts, nichts ist an mir zu finden, als viel tausend, tausend Sünden; durch Dich aber, GOtt der Gnaden, bin auch ich ja eingeladen zu dem himmlischen Verein: JEsu Blut, das macht mich rein. 270. Dein Wille geschehe! Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Ach gieb mir, HErr, doch nur die Gnade, daß ich nie mag, was Du nicht willst; es wäre ein zu großer Schade, wenn Du nicht meine Wünsche stillst; denn ach auf selbsterwähltem Weg verlieret man den rechten Steg. 217 2. Und hätt' ich Dich, mein Heil, verloren, ich armer Wurm, wo wollt' ich hin? d'rum halt' mich feft, die Du erkoren, und gieb mir einen solchen Sinn, der sich gleich einer treuen Braut nur Deinem Herzen anvertraut. 271. Wenn ich nur Dich habe! Mel. HErr JEsu Christ, mein's Lebens Licht. Gieb, daß ich keinen Andern mein', o Heiland, als nur Dich allein, daß ich Dich lieb' in Freud' und Leid und einst Dich schau' in Ewigkeit. 2. Ist auch der Weg zu Dir hin schmal, geht's schwer auch durch dies Thränenthal, hältst Du mich nur an Deiner Hand, so komm' ich doch in's Vaterland. 272. Ich habe Lust abzuscheiden und bet Christo zu sein. Mel. Wie groß ist des Almächt'gen Güte. u, HErr, verließeft einst den Himmel und tamst in dieses Jammerthal, erlittest von dem Weltgetümmel viel Schmerzen, Noth und große Qual, und gabst für mich Dein theures Leben aus treuer Lieb' am Kreuzesstamm, ach könnt' ich meines ganz Dir geben, wie selig wär' ich, GOtteslamm! 2. Nur still! ich freu' mich herzlich d'rüber, daß einst wird kommen diese Zeit, wo Du, mein Heiland, mich hinüber gebracht aus dieser Zeite lichkeit, wo keine Sünde mehr mich quälet, wo Alles überwunden ist, wo mir mein Heiland nie mehr fehlet, mich nicht mehr fällt des Feindes Lift. 3. Ach HErr, gieb mir nur unterdeffen hies nieden auf der Pilgerbahn die Gnade, Dich nicht zu vergessen, noch das, was Du an mir gethan; 218 so muß ich fiets in diesem Leben hoch preisen Deine Treu' und Huld, weil Du die Sünde mir vergeben und Selbst gebüßt für alle Schuld. 4. Hat erst das Glauben aufgehöret, hast Du mich erst dahin gebracht, wo man von Buße nicht mehr höret, wo nach dem Weinen wird gelacht: dann wird das Loben besser schallen aus reinem Herzen, heil'gem Mund, wo mir wird mit den Sel'gen allen ganz werden Deine Liebe kund. 273. Es ist euch gut. Mel. Nun lasset uns den Leib begraben. Mein Heiland meint es immer gut, wenn mir das Kreuz auch wehe thut; will Er ja doch mein Bestes nur, daß ich soll folgen Seiner Spur. 274. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Muß ich heiße Thränen weinen, will der Schmerz zu groß mir scheinen, bleibst Du nur mein Glaubenslicht, schadet mir das Leiden nicht. 275. Alles und in Allen Christus! Mel. O du Liebe meiner Liebe. Perzens- JEfu, komm und dämpfe meiner Seelen- Feinde list, hilf, daß ich recht treulich támpfe, der Du meine Stärke bist. Dazu bist Du ja gekommen, los zu machen mich und frei und Du bast mich angenommen, schaff' in mirdoch Alles neu! 2. Krank bin ich nach Leib und Seele, HErr, nimm mich in Deine Hut; Du kennst alle meine Fehle, wasche mich mit Deinem Blut. Laß mich Dich recht frei bekennen vor der hoh'n und niedern 219 Welt, mag sie schmeicheln oder brennen oder wie sie sich auch stellt. 3. HErr, es soll mein ganzes Leben zeigen, daß ich Deine sei; aber Du nur fannst es ge= ben; mache Selber mich recht treu. Ach, wenn ich auf mich nur sehe, dann vergeht mir aller Muth; wenn ich aber zu Dir flehe, wärmt mich Deine Liebesgluth. 276. Mein Joch ist fanft. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. Laß mich in falscher Sicherheit mein Leben nur nicht enden; HErr, mach' zum Sterben mich bereit, laß mich in Dir vollenden und stets in meinem Lebenslauf mit Freuden Dein Sech nehmen auf. 2. Dein Joch ist sanft und leicht die Luft, d'rum laß mit Dank im Herzen, was Du mir aufgeleget haft, Leib's- oder Seelenschmerzen, hinnehmen mich aus Deiner Hand, die sicher führt in's Vaterland. 277. Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei. Mel. Nun danket Alle GOtt. HErr! hindurch hilf mir durch dieses arme Leben, und gieb, daß ich an Dir von Herzen möge kleben und Allem sagen ab, was mich nicht zieht zu Dir; ich will bis in mein Grab Dich suchen stets allhier. 2. Mach' mich nur Selber frei von dem, was mich will binden, Sohn GOttes! mach' mich treu und laß Dich von mir finden. Wenn meine Seel' beschwert vor Dir liegt, zagt und klagt, gieb mir ein Ohr, das hört, was Dein Wort zu mir sagt! 220 278. Und nun, Kindlein, bleibet bei Ihm! Der seligen Mutter Bitte. In der Hälfte meiner Tage rief mich mein Erbarmer ab aus des Erdenslebens Plage, und ich sank in's tühle Grab; früh, recht früh rief Er mich ab. 2. Meine lieben Kindlein weinen zwar wohl um das Mutterherz; aber ftill nur! euch, die Seinen, trifft aus Liebe nur der Schmerz, glaubt es feft, ich kenn' Sein Herz. 3. O wie werden wir Ihn loben, wenn auch ihr seid, wo ich bin! Kinder, trachtet nur nach droben, laßt euch zieh'n nach JEsu Sinn, folget! Vater weis't euch hin. 279. Seid fröhlich in Hoffnung! Mel. GOtt des Himmels und der Erden. Lieber Vater in dem Himmel, höre Deines Kindes Fley'n: Komm' ich aus dem Weltgetümmel, laß mich dann zu Dir nur geb'n, wo mich Deine Herrlichkeit wird erquicken ohne Zeit. 2. O wie köftlich wird's dann werden, ganz vereint mit Dir zu sein; kann man doch schon hier auf Erden innig sich im Glauben freu'n. Fröhlich bin in Hoffnung ich: JEsu Blut macht selig mich. 280. HErr, Du erforschest mich und kennest mich. Mel. Wie groß ist des Almächt'gen Güte. u, HErr, kennst alle meine Werke, Du weißt, es steht nicht gut mit mir; doch Deine Gnad' in mir ich merke und nah' im Glauben kindlich Dir. 1 221 Denk' ich an Deine Fuerblicke, Sohn GOttes, die mich schauen an, so tröstet mich zu meinem Glücke: Du bist's auch, der vergeben kann. 2. Die Sünde kann mir nicht mehr schaden, anfechten wohl, doch tödten nicht; ich komm, weil Du mich eingeladen zu Dir, ach sei mein Trost und Licht, Du treuer und wahrhaft'ger Zeuge! Hilf Selbst doch überwinden mir, in Gnaden stets zu mir Dich neige, wenn ich klopf' an die Lebensthür. 281. Maria hat das gute Theil er: wählet. A HErr Chrift! Du willst mein Heil; gieb mir Gnad', Maria's Theil; gern lieg' ich zu Deinen Füßen, laß mich Deine Huld genießen. Strecke Deine Segenshände über mich, o HErr! und sende Deinen heil'gen Geist herab, mir zum Tröster bis in's Grab. 282. Fürwahr, Er trug unsere Krankheit. Mel. Nun laff't uns den Leib begraben. Krant bin ich sehr nach Leib und Seel'; d'rum beides, HErr, ich Dir befehl', ach nimm in Deinen Schuß mich hin, mach' in Dir fröhlich Herz und Sinn. 2. Doch mußt Du, HErr! nicht von mir zieh'n und von dem armen Sünder flieh'n, weil er es hat zu grob gemacht?- Das hat die alte Schlang' erdacht. 3. Jft meine Sünde gleich blutroth, hab' ich verdient den ew'gen Tod, gesenkt ist sie in's tiefe Meer, nur wüthen kann das Höllenheer. 222 4. Die Lift des Feindes ist so start, fie kann verzehren Fleisch und Mark; doch Deine Gnad', * JEsu! ist viel mächt'ger, als des Feindes lift. 5. Erhalt' mir stets den Blick recht klar, daß ich im Glauben immerdar kann blicken nach dem Kreuzesstamm, wo Du für mich starbst, GOttes= Iamm! 283. Lobe den HErrn, meine Seele! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Es soll mir gar nichts lieber sein, als GOt= tes Sohn zu loben; ich kann mich über nichts mehr freu'n, als daß Du kamst von oben zu mir, Du ein'ge Lebensthür, daß ich durch Dein Verdienst nun hier bin zu dem Vater kommen. 284. Vor Jhm sollen Aller Kniee fich beugen. Mel. Kommt Her zu Mir! spricht GOttes Sohn. Wenn meine Seel' zum Heil betracht't, daß einst mein HErr, der mich gemacht, hing an dem Kreuzesstamme, so fint' ich voll Anbetung hin, dieß Wunder beugt mir Herz und Sinn, Dank sei dem GOtteslamme! 2. Dem Lamme, dem stets Ruhm erschallt, von dem auch alle Zungen bald bekennen werden müssen, daß Er der HErr alleine ist, des Name heißet JEsus Christ, den wir nur wollen wissen. 3. Dieß Lamm, das alle Seraphim anbeten und die Cherubim, allein ich mir erwähle; es hat gebüßt auch meine Schuld, unendlich groß ift Seine Huld: Lobfing' Jhm, meine Seele! 223 285. Ohne Mich könnet ihr nichts thun. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ei hochgelobet, GOttessohn! für Deine große Treue! Ach blick' herab von Deinem Thron und gieb mir Gnad' aufs Neue, daß ich von Herzen liebe Dich, allein nur Dir ergebe mich im Leben und im Sterben. 286. Fürbitte. Hilf, HErr JEfu! all' den Meinen, ach, es find ja auch die Deinen, laß sie ihre Schuld erkennen und Dich gläubig Heiland nennen. 2. Hilf, daß fie die Welt verachten, ernst nach Deinem Reiche trachten, hilf, daß fie Dich brünftig lieben und sich gern im Guten üben. 3. Hilf, o HErr, daß sie mit Thränen sich nach Deiner Gnade sehnen, öffne Du doch ihre Herzen, heile fie durch Deine Schmerzen. 4. Wollst, HErr JEsu! uns erhören, Aller Herzen zu Dir kehren, selig, selig machen Alle, daß Dein Lob ftets freudig schalle! 287. Krankentrost. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Ni Licht mehr als meine Kräfte tragen, HErr JEfu! legest Du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen, es folgt gewiß Erquickung d'rauf; d'rum laß mich immer mit Vertrau'n, auch wenn ich krank bin, auf Dich schau'n! 224 288. Mein Geist freuet sich GOttes, meines Heilandes. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Mein liebster JEsu! Du bist kommen zu mir vom hohen Himmelsthron und haft Dich meiner angenommen, auf daß ich sei Dein Schmerzenslohn! Du bist es werth, o Mann der Schmerzen, daß man Dich liebet und Dich ehrt und daß man stets von ganzem Herzen Dich preiset und sich zu Dir kehrt, 2. Gern möcht' auch ich's; d'rum hilf mir Schwachen! Du bist mein allertreu'ster Freund. Hilf kämpfen mir, hilf beten, wachen, Du haft's ja immer gut gemeint. Auch mich, der Deinen Zorn verdienet, trägst Du mit großer Lieb' und Huld, hast mich durch Deinen Tod verfühnet und mich erlös't von aller Schuld. 3. Wenn ich auch gleich vor Dir, mein König! nur Asche, Staub und Erde bin, ist Dir mein Lob doch nicht zu wenig, ich weiß, Du nimmst's in Gnaden hin. D'rum, meine Seele, lob' und preise den großen, lieben, treuen HErrn und Seines Rathes Wunderweise, erheb' Ihn hoch: Er hört es gern. 289. HErr JEsu, nimm meinen Geist auf! Mel. Kommt Her zu Mir, spricht GOttes Sohn. Was doch mein lieber HErr wird thun, ob Er mich bald wird heißen ruh'n von dieser Pilgerreise, ob ich Ihn bald nun werde seh'n, vor Seinem Thron im Himmel steh'n zu Seinem Lob und Preiſe? 2. So wie Du willst, mein lieber HErr! nur Deine Gnad' in mir vermehr', halt mich bei Deiner Rechten. Ach laß mich ja nur wanken nicht, bleib' 225 Du nur meines Glaubens Licht, will mich der Feind anfechten. 3. Mit Thränen sehn' ich mich nach Dir, ich weiß, nichts Gutes wohnt in mir, vergieb mir meine Sünden! Du hast ja Selbst gebüßt für mich, ich danke, rühm' und preise Dich, Du hilfft mir überwinden. 4. O JEfu, theurer Schmerzensmann! Dich bet' ich tief im Staube an, erhör mein schwaches Lallen, verlaß Du mich nur, Heiland, nicht, und wenn mein Aug' im Tode bricht, laß mich an Dein Herz fallen. 5. Wenn meine leßte Stunde schlägt und man ben Leib zur Ruhe legt, wo er muß ganz verwes fen, laß sein durch Deine Liebesmacht nur meinen Geist zu Dir gebracht, dann bin ich ganz genesen. 290. Heimathsgruß eines felig Entschla: fenen. Trauert nicht um mich, ihr treuen Herzen, Meine Wallfahrt hat ja nun ein Ende Und die durchgegrab'nen JEsushände Haben mich entbunden aller Schmerzen. Ewig strahlen hier die Lebenskerzen, Und wohin ich rings das Auge wende, Strömt mir Wonn' und Frieden zu ohn' Ende, Nirgend Wolken, die den Himmel schwärzen. Weinet nicht, ich ruh' in JEsu Armen, Seliglich versenkt in Seine Schöne Und umrauscht von ew'gem Lobgetöne; Ach und wie Er mich aus Sturm und Wogen Hat hinauf an Seine Bruft gezogen, Wird auch euch vollenden Sein Erbarmen. 15 226 him in( Fünfter Anhang.) 291. Kennst du diese Sehnsucht? daß mir allhier im Dunkeln möcht' ein Strahl des Lichtes funkeln! Mein Herz schwimmet mir in Thränen, ich fühl ein recht heißes Sehnen, aufgelös't zu sein von der schweren Pein, wo die tiefste Schwermuth fliehet und der Feind von dannen ziehet; ach! wer hilft mir doch? 2. Ich weiß nichts, als JEsu Wunden, da manch' Täublein Ruh' gefunden; ach, in dieſe Felfentlüfte schwingt mein Geist sich durch die Lüfte, da ist meine Ruh'; dahin eil' ich zu; hier ist doch für mich kein Bleiben; ich will stets an JEsum gläuben, bei Ihm ist gut sein. 3. Wird mir gleich die Welt zu enge, bald komm' ich aus dem Gedränge; JEsus wird den Kummer stillen und mir meinen Wunsch erfüllen; das weiß ich gewiß, und kein Hinderniß raubt mir dieses sel'ge Hoffen; mir steht schon der Himmel offen, da ich wohnen werd'. 4. Mag die Noth gleich näher treten, ich will kämpfen, wachen, beten. Mein Freund läßt sich alles sagen, ich will Ihm den Kummer klagen. Ach! auf Golgatha schallt mein Gloria. Er kann mir den Schmerz verfüßen. Ich darf Seine Wuns den küffen: Da ist Seligkeit. 5. Wenn ich werd' nach Zion kommen zu den auserwählten Frommen, da will ich, mich zu etquicken, gleich nach meinem Heiland blicken; da werf ich vor Ihm meine Krone hin und will Hallelujah fingen und voll Freuden jauchzend springen mit der Zionsschaar. 6. Nur aus Gnaden werd' ich selig, denn der Gaben sind unzählig', die Er mir giebt zu genießen; follt' ich nicht im Geist zerfließen? Herzeliet nicht falt, 227 Stunden! schlaget bald; Himmel! in dir wär' ich lies ber! Engel! traget mich hinüber, fliehe, Welt und Erd'! 7. Der Sohn GOttes, der Allein'ge, kommt zu uns, daß Er uns rein'ge von den Sünden, die uns drücken und uns ganz von GOtt verrücken; Er nimmt williglich diese Last auf Sich, zärtlich spricht Er: Statt der Strafe will 3ch, daß GOtt mich abstrafe! Amen, das geschieht. 8. Angst- und qualvoll ist Sein Leben, unabläffig Sein Bestreben, und nach mehr als dreiz Big Jahren sieht er Sich noch nicht im Klaren; Er litt viel und doch kommt das schwere Joch! Ach, die leßten Martertage find für Ihn voll Höllenplage: Kommt zum Delberg, kommt! 9. Er alleine tritt die Kelter des Zorns GOttes; sebt, da fällt Er auf die Erde!- feht den Boden naß von JEsu Bußkampfstropfen; wie Er wimmernd flagt! Ach hört, was Er sagt: Abba! schreit Er zu drei Malen, Abba! reiß Mich aus den Qualen, doch nicht, wie Ich will. 10. Seht Sein Antliß, wie voll Kummer; blaß, faft wie im leßten Schlümmer- wie der Seraph tief fich bucket, Ihn zum Todeskampf erquicket. Seht die Thränenfluth antermengt mit Blut. Angstschweiß träufelt wie Blutstropfen; hört des bangen Herzens Klopfen; fühlt ihr, was Er fühlt? 11. Gethsemane! Angstgarten, wo Zornfluthen auf Ihn warten, auf den ewiglich Geliebten, jeßt bis in den Tod Betrübten. kommt Er heran, der gequälte Mann. Ach! wie Ihn der Tod erschüttert, wie Er bebet, zagt und zittert, unser Schmerzensmann. - 12. Welch' ein harter Kampf! welch' Ringen, um die Hölle zu bezwingen; ein Erzengel stärkt 3hn kräftig, und nun betet Er gar heftig, heft'ger als vorher, o, wie wimmert Er! Binselnd 15* 228 krümmt Er Sich im Staube jammert in der Folter Schraube, und weint immer mehr. 13. Nacht am Delberg, Nacht voll Trauer! Nie gefühlte Höllenschauer, die Ihm Mark und Bein durchwühlen, muß hier mein Erlöser fühlen. Herzfressende Gluth! Seh't, seh't! Er schwist Blut Blut mischt sich in Seine Thränen; hört Sein Nechzen, Fleh'n und Stöhnen! Seh't! der HErr schwißt Blut. Ho 14. O, Calvaria, Blutstätte! voll von Kreuzigungsgeräthe; angenagelt, Blut vergießend, Aug' und Mund im Tode schließend, ehr' ich hier den HErrn. Ach! hier stürb' ich gern! Heil'ge, feierliche Stunden, welch ein Blutstrom aus den Wunden! Ach, hier stürb' ich gern. 15. O mein guter HErr! ich Armes bin d'ran Ursach', nimm mein warmes, Dir geweih'tes Herz voll Liebe; fanft und feurig find die Triebe, wo= mit Dich mein Geift für die Martern preif't. Reusch und heilig wird mir werden Leib und Seele schon auf Erden; Amen, so wird's sein. 16. Volk des HErrn, sei vor Ihm fröhlich, denn GOtt Selber macht sich selig; und Sein Geist wird ohn' Aufhören an dir schmücken und dich lehren, bis du einst dort bist, wo GOtt sichtbar ift. Bonnevoll wirst du da stehen und wirst GOtt, wirft JEfum sehen, GOtt Selbst, wie Er ift. 17. Mit entsündigt reinen Zungen wird nun JEfus dort befungen. Aber schon in diesem Leben will ich mich Ihm ganz ergeben, diesem Marter= mann; alles wag' ich d'ran, um Ihm einzig zu gefallen, bis zu den Erlös'ten allen Er mich rufen wird. 18. Ei! wie prangen da die Wunden für die Augen der Gesunden, und vom Arzte ist kein Schweigen. Hört den Hochgefang der Reigen, und den Harfenton; seht den Menschensohn! An 229 betung und feurig's Danken wird von den geheilten Kranken ewig Ihm gebracht. 19. Wie vortrefflich wird das klingen, wenn wir dort einstimmig fingen: Du, o Lamm! für uns erwürget, haft Dich selbst für uns verbürget; haft alles vollbracht, Dir gebührt die Macht; Du bist würdig zu empfangen, ja, Du kannst mit Recht verlangen Dank, Ruhm, Preis und Macht. 20. 3m Jerusalem dort oben, wo wir ohne Sünd' Ihn loben, scheinet weder Mond noch Sonne; denn es leuchtet stets zur Wonne GOtt Selbst und das Lamm, unser Bräutigam. Durch Ihn ist in jenen Chören selig, selig ohn Aufhören, selig, wer da wohnt. 292. Vesper zur See. Schiffshauptmann. Laß Deine Rechte unser Lied sein im Hauſe uns'rer Wallfahrt Der Du auch im Meere Wege gegeben hast, und mitten unter den Wellen sicheren Lauf. HErr, was ist der Mensch, daß Du fein gedenkest, und ein Menschenkind, daß Du Dich seiner annimmst! Chor( Matrosen). Mel. Valet will ich dir geben. O Herzog aller Gnaden, bleib' bei uns in der Nacht, der Du uns sonder Schaden bis hierher durchgebracht! Zünd' an der Liebe Kerzen, Du Wächter in der Höh', und segn' an unsern Herzen den Lobgesang zur See. Steuermann. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Mit dieser Wimpel Wallen im leßten Abendstrahl laß froh hinauf ihn schallen zu Deinem Gnadensaall Alle. Vorige Melodie. Durch alle Seemannschöre gieb uns am Lobe Theil, daß Dein der Flaggen Ehre, und Dein der Segel Heil. 230 Schiffshauptmann. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Wer ist so gnädig, HErr, wie Du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit so viel langmuth zu bei so viel schweren Schulden, die aus der ganzen, weiten Welt ohn' Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen? Steuermann. Mel. Es ist das Heil uns fommen her. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben. Alle. Du kannst nicht anders sein, als gut, daher fließt Deiner Güte Fluth auf alle Deine Werke. Schiffshauptmann. Mit Deinem Wandeln auf dem Meere, das alle Waffer geheiliget hat; mit Deiner theuern Gegenwart im Schiffe der Apostel; mit Deiner Fürbitte in der Nacht, als sie Noth litten;*) mit dem ewigen Gnadenlichte, als sie Dir zu Füßen fanken im Schiffe;**) mit dem allmächtigen Worte, dem Wind und Meer gehorsam sind;. mit der Gnade des leßten Abendmahls, das Du mit uns gehalten; mit Deiner Hohenpriesterlichen Fürbitte für Deine ganze Kirche auf Erden; mit dem ganzen Verdienste Deines Lebens ,. Leidens, und Sterbens *) Matth. 14, 23, 24, m **) V. 33. 231 Chor. Segne uns, lieber HErre GOtt! Steuermann. SIR el. Allein GOtt in der Höh' sei Ehr'. Du führeft Deiner Kirche Schiff durch aller Zeiten Walten. Noch hat kein Bliß, kein Felfens riff den heil'gen Bau gespalten. Der Compaß rubt in Deiner Hand, die Heil und Segen nur umspannt, weil sie für uns durchgraben. Chor. Vorige Melodie. D'rum haben wir zum Steuermann Dich, Fürst der Ehr'n, erforen; mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir find gar bald verloren. Sind wir doch ein Gemächt von Staub, der Sünde, wie der Wellen Raub, wo Du nicht Gnade schenkest. Steuermann. sin Mel. JEsus, meine Zuversicht. Walte mit mir, wo ich bin; laß mich nicht den Pfad verlieren und die Engel her und hin liebreich unser Segel führen; und die Welle unter mir rausche Pfalmen für und für! Schiffshauptmann. Mel. In allen meinen Thaten. Gedenke unf'rer Lieben jenseit des Meeres drüben, die jeßt in dieser Stund' mit uns die Hand erheben; laß ihre Seelen leben, und steh zu Deinem Gnadenbund. Chor. Vorige Melodie. Wenn sie voll Angst und Grämen, so wollf Du fie beschämen durch Deinen Friedensfuß; den gieb auch uns'rem Volke, das Deine Zeugenwolke Dir über's Meer ja schaffen muß. 232 Schiffshauptmann. Mel. JEfus, meine Zuversicht. Geb' nicht mit uns in's Gericht, wenn die Windsbraut sich erhoben, dann versag' uns nicht Dein Licht aus der Zionsburg da droben, wo, wenn Alles untergeht, klar der ew'ge Leuchtthurm steht! -IM Chor.hoffmail Mel. Herzlich thut mich verlangen.# Du kannst mich nicht verlaffen, der Deinem Worte traut, und ganz auf Dein Erblassen ſein ewig Heil gebaut. Wenn Maft und Steu'r zerbrochen und todt die Kraft des Lichts, dann sprich, wie Du gesprochen:„ Ich bin es! fürchtet nichts!" Und wenn ich in den Tiefen, wo's nun und nimmer tagt, von Sünden, die da schliefen, mich sebe angeklagt, dann sprich Du voll Erbarmen: Komm', Menschenkind, zu Mir!" und trag' auf Deinen Armen gen Himmel mich zu Dir! Alle. Mel. JEsus, meine Zuversicht. Ja, auch in des Meeres Grund ruht mein Herz in Dir geborgen. Wecken wird Dein Segensmund mich am großen Oftermorgen. Ueber mir rauscht sanft die Well': Friede über Israel!" Hafen ist in aller Welt, wo man liegt zu Deinen Füßen; und Dir sei's anheimgestellt, ob wir so, ob so ihn grüßen. Bleibt uns nur Dein ewig Reich, ist uns alles And're gleich. Schiffshauptmann. O du Liebe meiner Liebe. Mel. Aber wenn der Thürme Spißen, d'rauf die gold'nen Kreuze steh'n, wieder uns entgegen blißen und wir in den Hafen geh'n, dann durch alle Seemannschöre gieb am Lob uns wieder Theil, daß der Flaggen Macht und Ehre Dein, und Dein der Segel Heil! 233 Steuermann. Mel. Fren' dich sehr, o meine Seele. Ach, wir werden wohl erscheinen mit gesenktem Angesicht. Uns're Augen werden weinen vor dem ew'gen Gnadenlicht, wenn mit Deinem Kelch und Brod Du gestillet alle Noth, und im Frieden Deiner Wunden wieder wir das Land gefunden. Schiffshauptmann. Du GOtt aller Gnaden, der Du uns berufen haft zu Deiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto JEfu, Du wolleft uns, die wir eine kleine Zeit leiden, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen, von allem lebel uns erlösen und uns aushelfen zu Deinem himmlischen Reiche durch JEsum Christum, welchem Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Alle. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen Deinen Namen durch JEfum Chriftum! Amen. 293. Das betet jetzt fleißig! Mel. Alle Menschen müssen sterben. Geift des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller GOts teswerke, Träger aller Himmelsfrucht! Geist, der einst der heil'gen Männer, Kön'ge und Propheten Schaar, der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugniß war! 2. Rüste Dumit Deinen Gaben auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Glaubensmuth zu haben, Eifer für des HErren Haus; eine Welt mit ihren Schäßen, Menschengunst und gute Zeit, Lieb' und Leben d'ran zu sehen in dem großen heil'gen Streit. 3. Gieb uns Abrahams gewisse, feste Glau 234 benszuversicht, die durch alle Hinderniffe, alle 3weifel fiegend bricht; die nicht blos dem Gnadenbunde trauet froh und unbewegt, auch das Liebste jede Stunde GOtt zu Füßen niederlegt. 4. Gieb uns Josephs keusche Sitten, wenn die Welt ohn' Schaam und Zucht uns durch Dränen, uns durch Bitten in ihr Garn zu ziehen sucht. Lehr' uns fliehen, lehr' uns meiden diese üpp'ge Pothiphar, ihren Haß geduldig leiden, GOtt getreu sein immerdar. 5. Gieb uns Mosis brünft'ges Beten um Erbarmung und Geduld, wenn durch freches Uebertreten unser Volk häuft Schuld auf Schuld. Laß uns nicht mit kaltem Herzen unter den Verdorb': nen steh'n, nein, mit Mofis heil'gen Schmerzen für fie seufzen, weinen, fleh'n. 6. Gieb uns Davids Muth zu streiten mit den Feinden Israels, sein Vertrau'n in Leidenszeiten auf den HErren, seinen Fels; Feindeslieb und Freundestreue, seinen königlichen Geist, und ein Herz, das voller Neue GOttes Gnade sucht und preis't. 7. Gieb Elias heil'ge Strenge, wenn den Gößen dieser Zeit die verführte, blinde Menge Tempel und Altäre weiht, daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, sondern fest als Deine Zeugen dasteh'n, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen, ungebeugten Zeugenmuth, aller Welt, troß Spott und Drohen, zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, die uns froh und frei gemacht; gieb, daß wir's nicht laffen können, habe Du die Uebermacht. 9. Schenk' uns wie Stephano Frieden mitten in der Angst der Welt, wenn das Loos, das uns beschieden, in den schwersten Kampf ung stellt. In dem rasenden Getümmel schenk' uns 235 Glaubensheiterkeit, öffn' im Sterben uns den Himmel, zeig' uns JEsu Herrlichkeit. 10. Geift des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller GOtteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, Du Geist der heil'gen Männer, Kön'ge und Proauch pheten Schaar, der Apostel und Bekenner bei uns werd' offenbar! - 294. Wir haben einen GOtt, der da hilft. Eigene Melodie. Erhalt uns, HErr, bei Deinem Wort und steure stets der Feinde Mord, die JEfum Chriftum, Deinen Sohn, wollen stürzen von Deinem Thron. 2. Beweis Dein' Macht, HErr JEfu Chrift, der Du ein HErr all'r Herren bist, beschirm' Dein' arme Christenheit, daß sie Dich lob' in Ewigkeit. 3. GOtt heil'ger Geist, Du Tröfter werth, gieb Dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd'; steb' bei uns in der leßten Noth, g'leit' uns in's Leben aus dem Tod. 4. Jhr Anschläg', HErr, zu nichte mach', laß treffen sie die böse Sach', und stürz' fie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen Dein; 5. So werden sie erkennen doch, daß Du, 0 HErr GOtt! lebeft noch und hilfst gewaltig Det= ner Schaar, die sich auf Dich verläfset gar. 295. Das thut der Kirche noth. Mel. HErr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Gnad' und Heil und Friede sei mit Allen, die in Chrifto JEfu find, und die zu dem Sinn, 3hm 236 zu gefallen, Lieb und Dankbarkeit verbind't. Seid zum Dienst und zum Genusse tüchtig, beides ist der Kirche Christi wichtig; dien't, als wär't ihr Stahl und Erz, liebet, wie ein frankes Herz! 2. Kirchlein! folge lauterlich dem Worte deines Heilands JEfu Chrift, dem man Herz und Hand und Fuß durchbohrte, da Er uns're Schuld gebüßt. Thue stets mit Lust, was Dessen Wille, der dir Kräfte giebt aus Seiner Fülle; schäm' dich, wenn Er dich erhebt; freu' dich, daß Er für dich lebt! 3. Hab' an Ihm, was nur dein Herz begehret; denn Er will dir Alles sein; wenn dir wo was schmerzlich's widerfähret, sieht Sein freundlich Auge d'rein; wenn dir's wohl geht, beugt dich Seine Gnade; wenn du wanderst, krönt Er deine Pfade, segnet, was du für Ihn thust, und erquickt dich, wenn du ruhst. 4. Jhm ist nichs zu viel und nichts zu wenig, was man braucht, warum man weint; Er ist unser Hirte, Haupt und König, Schöpfer, Bruder, HErr und Freund, Hülf' und Rath und Trost und Fried' und Freude, Schuß und Habe, Leben, Licht und Weide, Hoherpriester, Opferlamm, unser GOtt und Bräutigam. 296. Auf! nach dem himmlischen Jernsalem! Eigene Melodie. Jerufalem, du hochgebaute Stadt, wollt' Gott, ich wär' in dir! mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt. es sich über Alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schön're Stund', wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit 237 freiem Freudenmund die Seele geb' von mir in GOttes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß fie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so fanft, so wunderlich die Stätt' der Element', fährt auf Eliä Wagen, mit engelischer Schaar, die fie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu' auf die Gnadenpfort'! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh' ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir GOtt hat gegeben das Erb' der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein' edle Schaar kommt dort gezogen schon? was in der Welt von Auserwählten war. Ich seh' die beste Kron, die JEsus mir, der HErre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chriften insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klars heit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuleßt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud' erfület wird der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Hofianna feine ohn' End' in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schon in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton fich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie vom Anfang gesungen das himmelische Seer. 238 ( Sechster Anhang.) 297. Familien- Vesper. Hausvater. Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Chor( Kinder und Gefinde.) Mel. Alle Menschen müssen sterben. Ja, HErr, bleib' mit uns im Bunde, laß uns leuchten als ein Licht, das man in der Abendstunde auf dem Leuchter zugericht't. Hausmutter. ( Sonnabend Abend): Uns're Arbeit ist zu Ende und der Sabbath bricht nun an; ( Sonntag Abend): Unser Sabbath geht zu Ende und die stille Nacht bricht an; ( Sonst am Abend): Unser Tagwerk geht zu Ende und die stille Nacht bricht an; Deine durchgegrab'nen Hände haben All's für uns gethan. Chor. Vorige Melodie. Und nun stehn wir an der Pforte Deiner Felsengruft, HErr Christ, und es fehlen uns die Worte, Dir zu danken, wie Du bist;-alle Creaturen schweigen und zu Grabe geht das Licht, aber freudig laß uns zeugen; denn es geht nicht zum Gericht. Hausmutter. Mel. Nun ruben alle Wälder. Denn, eh' wir schlafen gehen, hältst du aus Deinen Höhen nach Deiner Gnadenwahl mit uns, die wir Dich bitten, in allen unsern Hütten Dein theuerwerthes Abendmahl.( Offb. 3.) 239 su Sausvater. Vorige Melodie. Und sprichst noch immer:„ Friede!", zu Allem, was nun müde sich sehnt nach Deiner Ruh', kommst nicht in Sturm und Bliße und neigst des Scepters Spiße uns zur Erhörung gnädig zu. Chor. Mel. Allein GOtt in der Höb' sei Ehr'. Hab' Dank für Segen und für Noth, für Freude und für Schmerzen, für Wort und Zeugniß und Gebot, und laß an Deinem Herzen, Du ewigtreue Liebe Du! uns finden nun die Sabbathsruh': Laß Deine Kirche wachsen. - CH 01 Hausvater. O, Du Hirte und Hüter Ifraels, Der Du nicht schläfft noch schlummerst, Hausmutter. Bewahre Dein Erbe! Hausvater. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Chor. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Gedenke, HErr, der Tage, wo Du ein Mensch wie wir all' uns're Noth und Plage menschlich empfunden hier, wo einsam auf den Höhen bei'mWeh'n der Sternennacht Du mit Gebet und Fleben Dein Opfer dargebracht, Hausmutter. Mel. Balet will ich dir geben. Und dann im Morgenlichte die Jünger Dir erwählt:( Luc. 7.) Alle. O heilige Geschichte, so ganz für uns erzählt! Ach wähle, wenn wir schlafen, Du ewigtreuer Hirt, 240 auch uns zu Deinen Schafen, wenn's wieder Morgen wird! Hausvater( recitirend), Pfleg' auch der Kranken als Deiner Geliebten. Hilf den Gefangenen, tröft' die Betrübten. Wittwen und Waisen wollest Du speisen, bleis ben ihr Rath und ihr Licht und ihr Recht! Hausmutter. Mel. HErr, Es ist gewißlich an der Zeit. Soll diese Nacht die leßte sein? der uns aufgenommen, die volle Liebe hat nicht Pein und heißet Dich willkommen; denn Du, deß Treue uns bekannt, Du führst mit der durchgrab'nen Hand in's Paradies den Schächer. Chor. Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, ich kann nicht sterben; Du lebst in meiner Brust; ich soll das Leben erben, das ist mir klar bewußt. Ich weiß, ich muß zerstäuben, sei's morgen oder heut; doch bei Dir werd' ich bleiben in alle Ewigkeit. Hausvater und Hausmutter. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du ruh'ft durch's Wort im Herzen, d'rum leg' ich ohne Schmerzen einst meinen Leib zur Ruh', denn aller Sünde Schaden deckft Du aus ew'gen Gnaden mit Deinem Purpurmantel zu. Chor. Vorige Melodie. O Du dreieinig Wesen, mein Geift ist schon genesen, weil ich Dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte- Dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsterniffe hin. Alle. Mel. Valet wil ich dir geben. Vor Deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit, ein unverrücktes Leben mit Dir schon in der 241 Zeit. Nichts können und nichts wissen, nichts wollen und nichts thun, als Dir nur folgen müssen das heißt: im Frieden ruh'n. Hausvater. GOtt Vater, nimm uns in Deine Hut! GOtt Sohn, wasch' uns mit Deinem Blut! GOtt beil'ger Geift, erleuchte uns, daß wir in den Himmel kommen! Chor. Die Gnade unsers HErrn JEfu Chrifti und die Liebe GOttes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns Allen, mit uns Allen! Amen. 298. Der Berg Golgatha. Mel. Alle Menschen müſſen ſterben. Meine Seele geht voll Freuden zu dem Berge Golgatha, und bei Christi Kreuz und Let=den finget fie Hallelujah. Mich betrübet zwar die Sünde, doch, was ich bei JEsu finde, das verwandelt alles Leid in die größte Fröhlichkeit. 2. Ach fünf Brunnen reich an Blute quellen da mit vollem Lauf und das fang' ich mir zu Gute mit der Hand des Glaubens auf. Wenn mich das Gefeße zwinget und auf volle Zahlung bringet, so bezahl' ich nur damit, so sind alle Schulden quitt. 3. Fällst du mich mit deinen Klauen, arger Feind, recht grausam an? O ich lasse mir nicht grauen! Kennst du wohl denselben Mann, der hier an dem Kreuze hänget? Weil mich Deffen Schuß umfänget, so verlach' ich deine Wuth, die mir keinen Schaden thut. 4. GOttes Gnade, Heil und Leben, Troft und Segen hab' ich hier. Meine Sünden sind vergeben. Nichts Verdammlich's ist an mir. JEfus ist für mich gestorben und, was Sein Verdienst 16. 242 erworben, dessen maaß' ich mich so an, als hätt' ich es selbst gethan. 5. O wie wohl hab' ich's getroffen! Hier foll meine Wohnung sein. Chrifti Wunden steh'n mir offen, da begeb' ich mich hinein. Hier will ich mein Lusthaus haben. Hier soll sich die Seele laben. Hier ist meine Ruhebank. Hier verbleib' ich lebenslang. 6. Hier soll auch des Lebens Ende und mein Sterbebette sein. Mich bedecken JEfu Hände, also schlaf' ich selig ein. In dem Tode Chrifti sterben heißt das rechte Leben erben. So bin ich dem Himmel nah' auf dem Berge Golgatha. 299. Die drei großen christlichen Feste. du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtzeit!:,: Welt war verloren, Christ ward geboren; freue, freue dich, o Christenheit!: 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Ofterzeit!:,: Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit!: 3. du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit!:: Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christenheit!:,: Die Gnadenzeit überhaupt. O du heilige, odu selige, friedenbringende Gnadenzeit!:: Welt liegt in Sünden, Christ läßt sich finden; freue, freue dich, o Christenheit!:,: 300. Nur Jhn! W Penn ich Ihn nur habe, wenn Er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe, Seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 243 2. Wenn ich Ihn nur habe, laff' ich Alles gern, folg' an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem HErrn; lasse still' die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich Ihn nur habe, schlaf' ich fröhlich ein, ewig wird zur süßen Labe Seines Herzens Fluth mir sein, die mit fanftem 3wingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich Ihn nur habe, hab' ich auch die Welt; und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält. Tief versenkt in Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich Ihn nur habe, ist mein Vaterland; und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand, längst vermißte Brüder find' ich nun in Seinen Jüngern wieder. 301. JEfu Christi Blut. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. ammes Blut! Lammes Blut! Du allein behältst den Preis. Aller Seligkeiten Quelle, komm, ergieß dich Fluthenweis: Komm, durchdring' mir Leib und Seele; o du unvergleichlich ewig Gut, Lammes Blut! Lammes Blut! 2. Mächtig Blut!:,: Du haft eine That gethan, die ein ewig Lob verdienet, die niemand aussprechen kann: GOtt hast du mit uns versuhnet, löschest aus gerechte Zornes- Gluth, mächtig Blut!:: 3. Schönes Blut!:,: O du freier, offner Born, aus dir quillet Heil und Leben; was der erste Mensch verlor'n, wird hier wieder frei gegeben. Du machst desperate Schaden gut, schönes Blut!:,: 4. Reines Blut!:: Du machst von der Strafe los, bringst Vergebung aller Sünden, öffnest GDt16* 244 tes Liebesschooß, da läßt du Verzagte finden einen recht getroften, guten Muth, reines Blut!:,: 5. Herrlich Blut!:,: Brautschmuck der Gerechtigkeit, den befleckten Adamskindern dienet dieses reine Kleid; auch den allerärmsten Sündern kommt dein Purpur im Gericht zu gut, berrlich Blut!:,: 6. GOttes Blut!:,: Wunderbar verwandelst du Tod in Leben, Leid in Freude, Fluch in Segen, Qual in Ruh', Zorn in füße Gnaden- Weide. Se= het, wie so große Wunder thut GOttes Blut!:,: 7. Kräftig Blut!:,: Du zermalmest Stein und Klipp'; Herzen, gleich den harten Felsen, muß dein. beißer Liebestrieb ganz durchdringen und zerschmelzen, bis quillteine süßeThränenfluth: Kräftig Blut!:,: 8. Mildes Blut!:,: O du hochgewünschter Thau, komm, du sanfter Gnaden- Regen, wäff're meine dürre Au', seße sie in Flor und Segen: Du bist's, was Verschmacht'ten sanfte thut, mildes Blut!:,: 9. Süßes Blut!:,: Süßer als der beste Most, wie vollkommen kannst du laben den, der dich im Glauben kon't, all' sein Leiden ist vergraben, seine Seele jauchzt vor gutem Muth, süßes Blut!:,: 10. Redend Blut!:,: Du, du redest mir das Wort bei dem Vater in der Höhe; ja, du bringst mich an den Ort, wo ich Ihn mit Freuden seher du erschreiest mir unendlich Gut, redend Blut!: 11. JEfus- Blut!:,: Mit dir strömet lauter Heil; alle Tropfen schreien Gnade, armer Sunder süßes Theil, nach dir dürft' ich arme Made; überschmemme mich, du edle Fluth, JEsus- Blut!:,: 12. Christi Blut!:: O du Balsam voller Kraft! der vom Oberhaupte fließet, der mit süBem Lebenssaft sich in alle Glieder gießet: Du machst alles Blöde wohlgemuth, Chrifti Blut!:: 13. Bundes- Blut!:,: Du läßt die Gefangnen aus aus der wasserlosen Höhle, führst fie ein in's 245 Vater- Haus, da die sonst getrennte Seele in Golt als in stolzem Frieden ruht: Bundes- Blut!:: 14. Siegend Blut!:,: Du führst unsern Kampf und Streit aus zum sel'gen Ueberwinden, schmückst uns mit dem weißen Kleid, läßt uns ew ge Weide finden dort auf's Lammes allersüß'ster Hut, fiegend Blut!:,: 15. Theures Blut!:,: Blut von unschäßbarem Werth; Schäßze aller Königreiche, ja die Himmel sammt der Erd' sind mit dir nicht zu vergleichen; du, du bist mein ewig Hab' und Gut, theures Blut, theures Blut! 302. JEsus mein Alles. Was hätt' ich, hätt' ich JEfum nicht auf ewig mir erkoren? für flücht'ge Freude ew'gen Schmerz!- Ach, ohne JEsum, armes Herz, hátt'st du dich selbst verloren! 2. Was konnt' mir doch die ganze Welt für meinen JEfun geben? Und wär' die ganze Welt auch mein;- nein, sollt' ich ohne Hoffnung sein, da möcht' ich auch nicht leben. - 3. Wer wär' mein Tröster dann im Schmerz, wer auf dem Sterbebette? wer einst am Tage des Gerichts? Ach, hier und dort hätt' ich ja nichts, wenn ich nicht JEfum hätte. 4. Ich hätte nichts als ew'ge Pein für stundenlang Ergößen; ach, ohne JEsum dort und hier Gedanke, weiche fern von mir, Gedanke voll Entfeßen! 5. Nun aber, da ich JEsum hab', o welch' ein reiches Leben! Ist Erde doch und Himmel Sein, d'rum ist auch Alles, Alles mein, weil Er Sich mir gegeben. 19000 QUE 246 303. Simon Johanna, hast du Mich lieb? Eigene Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Laft der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh' und Ret= tung finden, den'n selbst die wette Welt zu klein, die sich und GOtt ein Greuel sein; den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistadt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb Jhn von Seinem Thron auf Erden, Ihn drang der Sünder Noth und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; Er senkte Sich in ihre Noth und schmeckte den verdienten Tod; nun, da Er denn Sein eigen Leben zur theuern Zahlung hingegeben und Seinem Vater g'nug gethan, so heißt's: Er nimmt die Sünder an.:,: 3. Nun ist Sein aufgethaner Schooß ein fichres Schloß gejagter Seelen, Er spricht fie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer in's unergründlich tiefe Meer von Seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn': Mein Heiland nimmt die Sünder an.:: 4. So bringt Er sie dem Vater hin in Seinen blutbefloff'nen Armen; das neiget denn den Vaterfinn zu lauter ewigem Erbarmen; Er nimmt fie auf an Kindes- Statt; ja, Alles, was Er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben und selbst die Thür zum ew'gen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan; mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 5. O, solltest du Sein Herze febn, wie Sich's nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch 247 irre gehn, als wenn ihr Auge vor Ihm thränet. Wie ftredt Er Sich nach Zöllnern aus, wie eilt Er in Zachai Haus, wie sanft stillt Er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen u. denkt nicht, was fie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 6. Wie freundlich blickt Er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun dies hat Er nicht nur gethan, da Er auf Erden mußte wallen; nein, Er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie Er unter Schmach und Leiden, so iſt Er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan; meinHeiland nimmt die Sünder an.: 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sünden- Greu'l betrübet, zu Dem, der Keinen von Sich weis't, der sich gebeugt zu Jhm begicbet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dein Erlöser nun erschienen? O nein, verlaß die Sünden- Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an.:: 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch friechend angenommen; sieh', wie Sein Herz dir offen steht und wie Er dir entgegen geht! Wie lang' hat Er mit vielem Flehen Sich brünstig nach dir umgesehen! So komm' denn, armer Wurm, heran: Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 9. Sprich nicht: ich hab's zu grob gemacht. ich hab' die Güter Seiner Gnaden zu lang und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wofern du's nur jeßt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll Ihm nichts die Hände binden und du sollst dennoch Gnade finden; Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 248 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Luft genießen, GOtt wird ja eben nicht gleich heut' die offnen Gnaden- Pforten schließen. Nein, weil Er ruft, so höre du und greif' mit beiden Händen zu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan; heut' komm, heut' nimmt dich JEsus an.:: 11. Ach zieh' uns Selbsten recht zu Dir, holdfelig- süßer Freund der Sünder! Erfüll' mit sehnender Begier auch uns und alle Adams- Kinder. Zeig' uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgespalt'nes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: GOtt Lob! auch mich nimmt JEsus an.:,: 304. Weine nicht! NT enn Kummerthränen das Auge weint, weil unserm Sehnen kein Freund erscheint; wenn bang' und trübe die Seele zagt und ihre Leiden dem Vater klagt: 2. Dann bleibt die Hülfe doch oft noch fern, und wir vermissen den treuen HErrn; Er scheint das Fleben nicht zu verstehn, und läßt in Kummer uns fast vergehn. 3. Doch bleibt das Herz nur getroft und still und spricht geduldig: Nun, wie GOtt will! was mir geschehe,- Du bleibst mein Licht, Du bleibst mein Leben, Dich laff' ich nicht!! 4. Dann ist der Schmerz dir schon halb gestillt, und was zum Heil ist, wird dir erfüllt; fei fromm und treu nur, treu deinem HErrn, die ew'ge Liebe bleibt ja dein Stern. 249 305. Die Ruhe. Met. Nun lasset uns den Leib begrab'n. Nach treu vollbrachtem Lebenslauf nimmt uns des Grabes Rube auf; wir wallen nun der Heis math zu, kurz war der Schmerz, süß ist die Ruh'. 2. Das, was uns liebte, bleibt zurück; das, was wir liebten, unser Glück und uns'rer heißen Sehnsucht Ziel- wir geben's auf wie Kinderspiel. 3. Doch was im Glauben wir erkannt, das folgt uns in das bess're Land; noch fester schließt es sich uns an und leitet uns die dunkle Bahn. 4. Auch was wir wirkten treu und rein- es soll uns nicht verloren sein; die Saat, die liebreich wir gestreut, gedeiht uns für die Ewigkeit. 5. O wohl uns, wenn an Grabes Rand noch eine treue Freundeshand mit Schmerz uns Hülf und Labung beut und unsre Seele mild erfreut! 6. O wohl uns, wenn ein Armer weint, daß uns're Stunde schon erscheint, wenn uns're Lieben für uns fleh'n und schmerzerfüllt zum Himmel seh'n! 7. Doch Heil mir, wenn Du, JEsus Christ, mein Helfer, dann mir nahe bist: O nimm mich nach vollbrachtem Lauf in Deines Himmels Frieden auf! 306. Sehnsucht nach GOtt. Wi Pie dürftet meine Seel', o GOtt, nach Dir! Wann, wann, o HErr, werd' ich Dein Antlig schauen! Wann, himmlisch Licht, o wann erscheinst Du mir und leuchtest mir zu ew'gen Himmels. Auen; ah, wann wird endlich meiner Ahnung Bild, mein Sehnen und mein Hoffen mir erfüllt? 2. Hier bin ich, HErr, und fasse Deine Hand, nimm sie und führ' mich durch den Tod zum Leben; es ist ja schnell gelös't das ird'sche Band, 250 und leicht kann sich der freie Geift erheben zu feinem Urquell, zu dem reinen Licht, wo Alles klar vor Deinem Angesicht; 3. Wo mir die Binde von den Augen fällt und Deiner Führung Räthsel mir sich lösen, wo alles Wunderbare Deiner Welt, und was hier unbegreiflich mir gewesen, sich meinem Auge mehr und mehr enthüllt und tiefes Staunen meine Seel' erfüllt; 4. Wo Deine Lieb' und Gnade mir erscheint unendlich höher noch als hier auf Erden, wo nur der Wonne Thräne wird geweint, der Trens nung Schmerzen mir zur Freude werden, wenn nun, befreit von allem Leid und Weh', ich die verklärten Lieben wiederseh'. 5. Doch soll es halten noch das ird'sche Band, HErr, wie Du willst, ich will nicht widerstreben; und wie Du mir, schon eb' ich Dich gekannt, unendlich viel verheißen und gegeben, so laß auch ferner Deiner Gnade Schein und Deine treue Liebe um mich sein, - 6. Daß ich, so lang' ich hier noch Pilgrim bin, den Blick zwar fest nach Deinem Himmel wende, doch wirk' und schaffe und mit treuem Sinn, was Du befiehlst, erfülle und vollende, bis die ersehnte Stunde nun erscheint, die meinen Wunsch mit Deinem Willen eint. 7. Wenn dann der Ruf in meine Seele tönt: Komm in Mein Reich und leb' ein höh'res Leben! wie wird sich da, mit ihrem GOtt verföhnt, die freie Seele leicht und froh erheben und mit Johannes rufen hocherfreut: Komm, komm, HErr JEsu, komm, ich bin bereit! 251 307. Missions- Festlied. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Aus der Näh' und aus der Ferne sind wir vereint und wollten gerne von Dir, o HErr! gesegnet sein; denn umsonst ist unser Streben, wenn Du uns fehlst, o liebstes Leben, drum komm, ach komm zu uns herein! Komm wie ein frischer Thau, der dürren Herzen Au' zu befeuchten. Gieb Licht und Muth, fach' an die Gluth der Lieb' und Freud', o höchstes Gut! 2. Salbe, JEsu, Deine Knechte, die Deinen Ruhm und Deine Rechte verkünden heut' und Deinen Bund. Gnadenströme laffe fließen von ihrem Leib' und sich ergießen in unsrer Seele tiefsten Grund. Die Todten rufe Du aus ihrer falschen Ruh', HErr und König! daß fie erwacht aus ihrer Nacht, dann preisen Deine Liebesmacht. 3. Denk' auch an die armen Heiden, die auf des Teufels gift'gen Weiden noch ohne Trost und Hoffnung gehn. Schau', wie sie den Götzen fröhnen, weil sie Dein heiliges Verföhnen nicht kennen, HErr! und nicht verstehn. Ach grauſenvolle Noth, von ew'ger Qual bedroht, zu verschmachten! O JEfusherz, ihr stummer Schmerz schreit um Erbarmen himmelwärts. 4. Laß Dich jammern jener Blinden und rette sie von ihren Sünden durch Deines Wortes Schall und Licht. Sende viel Evangeliften hinaus und hilf, daß allen Christen das Herz vor Lieb' und Mitleid bricht, und daß sie früh und spät erscheinen mit Gebet für die Heiden, o GOttessohn! vor Deinem Thron, bis alle Welt Dein Schmerzenslohn! 252 308. Abschieds- Gruß. Zum Andenken an die Passionszeit 1850, in welcher die Stereotypie des Reisepfalters vollendet wurde. Mel. Nun ruhen alle Wälder, Lebt wohl, ihr theuren Herzen, in Ihm, der uns mit Schmerzen vom ew'gen 3orn befreit. Lebt wohl in JEfu Wunden, die uns so eng verbunden, daß uns nicht scheidet Raum noch Zeit. 2. Auf Ihn nur laßt uns schauen und unbeweglich trauen dem starken GOttessohn, daß wir in Freud' und Plagen mit Wahrheit können sagen: Ich hab' nur Eine Paffion. 3. In Seinen Liebesarmen, umschlossen vom Erbarmen, hat man's unsäglich gut; Er will uns fest umfassen, Er kann uns nicht verlassen, wir kosten Ihm Sein theures Blut. 4. Wohlan, so laßt uns schwören, daß wir nur Jhm gehören, bis unser Aug' einst bricht. Ja, JEfu, süßes Leben! wir bleiben Dir erge= ben, laß leuchten uns Dein Angesicht! 5. Wir fleh'n in Deinem Namen: Begieße Selbst den Samen, den Du hier ausgestreut und hilf, daß alle Seelen Maria's Theil erwählen, Dich Selbst, o Quell der Scligkeit! 6. Weck' auf die sich'ren Herzen, die mit der Sünde scherzen auf breiter Höllenbahn; und die in eignen Werken noch ihre Hoffnung stärken, erlöse bald von ihrem Wahn. 7. Stärk' aber Deine Kinder, daß sie als Ueberwinder im Glaubenskampf besteh'n, bis wir auf Salems Zinnen, wenn Du uns rufft von hinnen, im ew'gen Licht uns wiederseh'n. 253 ( Siebenter Anhang.) 309. Der Segensgang. Eigene Melodie. 407 471 Ich ging unter Erlen am kühlenden Bach und dachte der Huld meines Heilandes nach, da ward mir im Herzen so weh und so wohl, da standen die Augen von Thränen mir voll. 2. Mir schwebte vor Augen, holdselig und mild, der Freund meiner Seele im blutigen Bild; da sank ich am Ufer in's kühlende Moos, da stürzten die Thränen herab auf den Schooß. 3. Da kniete ich Armes vorm Heilande hin, und bat mir zu schenken ein neu Herz und Sinn, zu ändern mich durch Seine göttliche Kraft, durch's Blut Seiner Wunden, das Fried' und Heil schafft. 4. Ich fühlte, wie JEfus, mein Alles, mein Freund, Sich zu mir her nahte, wie gut Er es meint; Er legte die Hand auf mein jammervoll Herz, befreite mich gnädig von Jammer und Schmerz. 5. Dann schenkt' Er mir reichlich vom Gnadenquell ein; dann nahm Er mein Herz in Sein Herze hinein; die Freistatt der Wunden ward mir aufgethan, das Kleid Seiner Unschuld auch legt' Er mir an. 6. Er sprach: Laß dir's wohl sein, du bist nun befreit vom ewigen Tode, vom ewigen Leid, gehörst zum königlichen Eigenthums- Volk, zum Priesterthum GOttes, zum Blutzeugen- Volk. 7. So hat sich mein JEsus mit mir nun vertraut, mein Herz Sich zum Tempel und Wohnung erbaut; nun fühl' ich erst, was ich für Sorgen und Müh'n, für Arbeit gemachtJhm, mich zuSich zu zieh'n. 8. Nun ist's Jhm gelungen, nun bleib' ich Sein Lohn der bittersten Schmerzen, ich elender Thon; 254 nun laff' ich auf ewig nicht mehr von Ihm ab, ich bleibe Sein Eigenthum bis in mein Grab. 9. Die Welt, fie mag spotten, die kann mir nichts thun, an JEsu kann ich nun recht seliglich ruh'n; wer JEsum zum Freunde hat, dem ist stets wohl, wenn gleich die Welt arg ist und Satans List voll. 10. Er hilft ja den Seinen ins Freudenreich ein, befreit sie auf ewig von Strafe und Pein; d'rum muthig und freudig, wer JEsu sich weißt, Er hilft ia so herrlich aus irdischem Leid. 11. Ofelig, o selig, wer JEfum bekennt, wer Ihn seinen Heiland mit Herz und Mund nennt, der wird einst von JEfu ein Erbe genannt, wenn Er die Ungläub'gen zur Hölle verdammt. 12. Schon schwebte die Sonne im sinkenden Strahl, schon zogen sich dunkele Schatten in's Thal, der Mond schien durch Erlen schon still in den Bach, ich dachte noch immer dem Heilande nach. 13. Da lag ich am Ufer, vergaß nun den Bach, die schattigen Gänge- nur Ihm dacht' ich nach, nicht duftenden Blumen, nicht Kühle am Bach, ich dachte nur immer dem Heilande nach. 14. So ging ich von dannen mit thränendem Blick und sah nach dem Bach und den Erlen zurück; fie schwanden: es schwand nicht das blutige Bild, das wachend und schlafend die Seele mir füllt. 15. Mein JEfus, der blieb mir im Herzen zurück, o Herrlichkeit GOttes, o ewiges Glück! daß ich den Freund habe, der einzig allein für mich ist gestorben- Dein Lohn will ich sein. 16. Er schwindet nicht, wenn mir auch alles verschwind't, wenn alles vergehet wie Rauch vor dem Wind; Du bleibest mein JEfus, Du bleibst meine Zier, Du bleibest mein Alles, hier schwöre ich's Dir. 17. Du giebst mir auch Kräfte zu halten den Schwur, thust selbst in mir Alles, Dir laff' ich mich 255 nur; Du führeft mich selig, Du bleibeft mein GOtt, Du bleibeft mein Leben, mein Heiland im Tod. 18. Doch höre! ach höre des Heilandes Stimm'! heut ruft Er! heut komme! heut gieb dich Ihm hin; denn morgen, ach morgen kann's wohl zu spät sein, komm' heute, so wirst du dich ewig mitfreu'n. 310. Die Macht der Liebe. Eigene Melodie. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in JEfu offenbart, ich geb' mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, in's Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist Du mir so sehr gewogen und wie verlangt Dein Herz nach mir; durch Liebe fanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu Dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab' Dich erlesen. 3. Ich fühl's, Du bist's, Dich muß ich haben; ich fühl's, ich muß für Dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Pläßchen ist in Dir allein. gnügen; d'rum Hier ist die Ruh', hier ist Verfolg' ich Deinen fel'gen Zügen. 4. Für Dich ist ewig Herz und Leben, Erlöfer, Du, mein einzig Gut! Du haft für mich Dich hingegeben zum Heil durch Dein Erlösungsblut. Heil des schweren, tiefen Falles, für Dich ist ewig Herz und Alles! 5. Ich liebt' und lebte recht im Zwange, als ich mir lebte ohne Dich. Ich wollte Dich nicht, ach, so lange, doch liebtest Du und suchtest mich! D, wenn doch dies der Sünder wüßte, sein Herz wohl bald Dich lieben müßte. 6. DJEsu! daß Dein Name bliebe im Grunde! Drück' ihn tief hinein! Mocht' Deine süße JEsus 256 Liebe in Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei JEsus und sonst nichts zu lesen. 7. Des Vaterherzens Eingeweide in diesem Namen öffnen sich; ein Brunn' der Liebe, Fried' und Freude quilli nun so nah", so mildiglich! Mein GOtt! wenn's doch der Sünder wüßte, sein Herz alsbald Dich lieben müſſte. 8. Lob sei dem hohen JEsus- Namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die sel'ge Schaar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände!— Wir beugen uns mit ohne Ende; wir falten mit die frohen Hände! 311. JEsus- der Schönste. Kreuzbrüderlied. chönster HErr JEsu, Herrscher aller Enden, GOttes und Mariä Sohn, Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Du meiner Seelen Freud' und Kron'. 2. Schön sind die Felder, noch schöner sind die Wälder in der schönen Frühlingszeit: JEfus ist schöner, JEsus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, noch schöner leucht't der Monden und die Sternlein allzumal: JEsus leucht't schöner, JEsus leucht't reiner, als all' die Eng'l im Himmelssaal. 312. Schifferlied. Volksmelodie. ach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, Dir unsern Dank erschallen. Lobt Ihn mit Herz und Mund! Lobt 257 Ihn zu jeder Stund'! Christ Kyrie! komm' zu uns auf der See! 2. Einst in meiner letzten Noth laß mich nicht versinken, sollt ich von dem bittern Tod Well' auf Welle trinken; reich' mir dann liebentbrannt, HErr! Deine Gnadenhand; Chrift Kyrie! komm' zu uns auf der See! 313. Die heiligen zehn Gebote. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. Dies sind die heiligen zehn Gebot', die uns gab unser HErre GOtt, durch Mosen Seinen Diener treu, hoch auf dem Berge Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr, kein' Götter sollst du haben mehr; du sollst Mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben Mich. Kyrieleis. 3. Du sollst nicht führen zu Unehr'n den Namen GOttes, deines HErrn, du sollst nicht preiz sen recht noch gut, ohn' was GOtt selbsten red't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollst heil'gen den sieb'nten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß GOtt nur Sein Werk in dir hab'. Kyrieleis.ARTA 5. Du sollst ehr'n und gehorsam sein dem Va ter und der Mutter dein, und wo dein' Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langes Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, nicht haffen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feinde thun das Gut'. Kyrieleis. 7. Dein' Ch' sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein' Andre mein', und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit recht fein. Ryrieleis. 17 258 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut; du sollst aufthun dein' milde Hand den vielen Arm'n in deinem Land. Kyrieleis. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein' Unschuld sollst auch retten du, und seine Schande decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollst dein's Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus. Du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herze selber thut. Kyrieleis. 11. Die G'bot all' uns gegeben sind, daß du dein' Sünd', o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor GOtt recht leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf uns der HErr JEsus Christ, der unfer Mittler worden ist! Es ist mit unserm Thun verlor'n, verdienen doch nur eitel Zorn. Kyrieleis! Durch Dr. Luther verbessert. 314. Der christliche Glaube. Eigene Melodie, Wir glauben all' an Einen GOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater g'ge= ben hat, daß wir Seine Kinder werden; Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will Er wehren, kein Leid soll uns widerfahren, Er sørget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in Seiner Macht. 2. Wir glauben auch an JEsum Christ, Seinen Sohn und unsern HErren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher GOtt von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heil'gen Geist im Glauben; für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod' wied'r auferstanden ist durch GOtt. 259 3. Wir glauben an den heil'gen Geift, GOH mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne; die ganze Christenheit auf Erd'n hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd'n vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben, nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. 315. Das Gebet des HErrn. Eigene Melodie. Vater unser im Himmelreich, der Du uns alle heißeft gleich Brüder sein und Dich rufen an, und willst das Beten von uns han; gib, daß nicht bet' allein der Mund, hilf, daß es geb' aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name Dein, Dein Wort bei uns bilf balten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach Deinem Namen würdiglich, behüt' uns, HErr, vor falscher Lehr', das arm' verführte Volk bekehr'. 3. Es komm' Dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heil'ge Geist uns wohne bei mit Seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß' Gewalt zerbrich, vor ihm Dein' Kirch" erhalt'. 4. Dein Will' gescheh', HErr GOtt, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich, gib uns Ge= duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb' und Leid, wehr' und steur allem Fleisch und Blut, das wider Deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; behüt' uns, HErr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 17* 260 6. All' unfsre Schuld vergib uns, HErr, daß sie uns nicht betrübemehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern, zu dienen mach' uns all' bereit. in rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ' uns, HErr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand im Glauben fest und wohl gerüst't, und durch des heil'gen Geistes Troft. 8. Von allem Uebel uns erlöf', es sind die Zeit'n und Tage böf'; erlös' uns von dem ew'gen Tod und tröst' uns in der letzten Noth; bescheer uns all'n ein sel'ges End', nimm unfre Seel' in Deine Händ'. 9. Amen, das heißt: es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten han auf Dein Wort in dem Namen Dein, so sprechen wir das Amen fein. 316. Die heilige Taufe. Vel. Alle Menschen müssen sterben. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Chrift, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind GOttes ift! Was sind alle Schäße nüße, da ich einen Schaß besiße, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange die fer Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, JEsu, durch Dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Chrift! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe 261 kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet GOttes Bund mich frei. 4. Freudig fag' ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist; lieg' ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf' ich auch auf solchen ein; ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! 317. Die Beichte. 100 Met. Nun laßt uns den Leib begraben. frommer und getreuer GOtt! ich hab' gebrochen Dein Gebot und sehr gefündigt wider Dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber Du, gnädiger GOtt, nicht haft Gefall'n an meinem Tod und ist Dein herzliches Begehr'n, daß ich mich soll zu Dir bekehr'n: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm! ich armer Sünder zu Dir komm', und bitt' Dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Dein's lieben Sohnes JEfu Christ', der mir zu gut Mensch worden ist, laß Deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o HErr, laß Deine Huld zude= den alle meine Schuld, so werd' ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd'. 6. Ich will, o HErr! nach Deinem Wort mich veffern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 262 318. Das heilige Abendmahl. Mel. GOtt sei gelobet und gebenedeiet. HErr JEfu Christe, mein getreuer Hirte, komm' mit Gnaden mich bewirthe, bei Dir alleine find' ich Heil und Leben; was ich darf, kannst Du mir geben. Kyrie eleison! Dein arm Schäflein wollest Du weiden auf Ifraels Bergen in Freuden, und zum frischen Wasser führ'n, da das Leben ber thut rühr'n. Kyrie eleison! 2. All' andre Speis' und Trank ist ganz vergebens, Du bist selbst das Brod des Lebens; kein Hunger plaget den, der von dir iffet, alles Jammers er vergiffet. Kyrie eleison! Du bist die lebendige Quelle, zu Dir ich mein Krüglein stelle, laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seelen wohl. Kyrie eleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich Dich faffe, mich auf Dein Verdienst verlasse. Kyrie eleison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünd nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring' um die Seligkeit. Kyrie eleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen: Ach! laß die Bluts- Tröpflein fließen aus Deinen Wunden, welche Du empfangen, da Du bist am Kreuz gehangen. Kyrie eleison! Wird damit mein Herz gerühret, wirds von Stund' an rein und g'zieret durch Dein Blut mit Glauben schön, kann in Dir vor GOtt besteh'n. Kyrie eleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget: O süßer JEsu! schau', wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrie eleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den ich mit Verlangen hoffe. 263 Hilf, o wahrer Mensch und GOtt! hilfft Du nicht, so bin ich todt. Kyrie eleison! 6. Du rufeft alle zu Dir in Genaden, die mühfelig und beladen: Alle ihre Missethat willst Du verzeihen, ihrer Bürde sie befreien. Kyrie eleison! Ach! komm selbst, leg' an Deine Hände und die schwere last von mir wende. Mache mich von Sünden frei; Dirzu dienen Kraft verleih'. Kyrie eleison! 7. Du wolleft Geist und Herze zu Dir neigen! nimm mich mir, gib mich Dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin Dein Rebe, nimm mich in Dich, daß ich lebe. Kyrie eleison! Ach! in mir find' ich eitel Sunden, in Dir müss'n fie bald verschwinden; in mir find' ich Höllenpein, in Dir muß ich selig sein. Kyrie eleison! 8. Komm, mein Freund, o komm, Du schöne Krone! JEfu, komm und in mir wohne. In mir will ich Dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb' und Glauben tussen. Kyrie eleison! Komm, und schenk' mir Deine Liebe, so wird nichts sein, das mich betrübe, Deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht Deiner Gnad' und Huld. Kyrie eleiſon! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenskraft ertheilen, daß ich aus mir nun all' Untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyrie eleison! In Dir hab' ich, was ich soll haben, Deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig sein in Dir und bleib' ewig auch in mir. Kyrie eleison! 319. Die Betglocke. Mel. Christus, der uns selig macht. chlage, JEsu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus dem Sündenschmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, 264 daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran, und doch nicht verzage. 2. Weck' mich durch der Glocke Ton aus dem Schlaf der Sünden. Laß, o HErr! vor Deinem Thron mich Erbarmen finden, und nimm mich in Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Heil und Kraft; so sterb' ich mit Freuden; in der Stunde letzter Noth woll'st Du mein gedenken und ein sel'ges End' im Tod mir, o JEsu! schenken. 320. Unendlicher Reichthum. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. S was bin ich doch in JEsu, wie unendlich reich und groß! Niemand kann mein Heil ermessen; denn mein Glück ist grenzenlos; keine Zunge mag beschreiben, was es heißt: an JEfum gläuben. 2. Von Natur bin ich ein Sünder, der des Richters Zorn verdient; aber JEfus, mein Erbarmer, hat auch mich mit GOtt verfühnt. Seine Marter, Angst und Wunden haben mich vom Fluch entbunden. 3. Meine Schulden sind bezahlet durch des Lammes theures Blut, und Sein ganzes Thun und Leiden kommt aus Gnaden mir zu gut. Mich erschreckt nicht Tod noch Hölle: JEsus stand an meiner Stelle. 4. Seiner Unschuld weiße Seide ist nun meis ner Blöße Kleid, und mein königlicher Purpur ist die Blutgerechtigkeit, die mein Bürge mir erworben, da statt meiner Er gestorben. 5. Wer will nun mich noch verklagen? GOtt ist hier und spricht mich frei; alle Sünden find vergeben, Satans Kette ist entzwei; Ebals Flüche find verklungen und in Sieg der Tod verschlungen. 265 6. Abba Vater! darf ich rufen zu dem höchsten GOtt hinauf, denn in JEsu, dem Geliebten, thut Sein Herz fich ganz mir auf, und Er füßt mit Lieb'serbarmen als Sein Kind mich Staub, mich Armen. 7. Könnt' ein Weib ihr Kind vergessen- Er vergißt mein ewig nicht, zählet alle meine Thränen, ist und bleibt mein Schild und Licht, ja, Er hat o heißes Lieben!- mich in Seine Hand geschrieben. 8. Ach, und wenn ich überwinde in der Kraft von JEsu Pein, soll ich Würmlein GOttes Erbe durchs Verdienst des Sohnes sein, ewiglich mit Ihm regieren und ohn' Ende triumphiren. 9. Ď, was bin ich doch in JEfu, wie unendlich reich und groß! niemand kann mein Heil ermessen, denn mein Glück ist grenzenlos; keine Zunge mag beschreiben, was es heißt: an 3Efum glauben. 321. Weihnachtslied. Vollston. Perbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphirend, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein uns zum Heil geboren! O laffet uns anbeten den König! 2. König der Ehren, Herrscher der Heerschaaren, Dich trug der Jungfrau reiner Schooß, Dich, wahrer GOtt, von Ewigkeit geboren. O laffet uns anbeten den König! 3. Kommt, finget dem HErren, o fingt Ihm, Engelchöre, frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei GOtt im Himmel und auf Erden! D laffet uns anbeten den König! 4. Dir, der Du heute bift für uns geboren, o JEfu, sei Ehre, Preis und Ruhm! Dir Fleisch geword'nes Wort des ew'gen Vaters! O laffet uns anbeten den König! 266 mici 322. Neujahrsanfang. Mel. Vom Himmel hoch, da tomm' ieh her. as neugeborne Kindelein, das herzeliebe JEfulein bringt abermal ein neues Jahr der auserwählten Christens schaar. 2. Des freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns fein und fingen in den Lüften frei, daß GOtt mit uns verföhnet fei. 3. Ift GOtt versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? Troß Feindes- Macht und Höllen- Pfort das JEfulein bleibt unfer Hort. 4. Er bringt das rechte Jubeljahr: was trauern wir denn immerdar? Frisch auf! jest ist es Singens- Seit, bas JEfulein wend't alles Leid. 79-190 323. Jahresschluß. Mel. Liebster JEfu, wir sind hier, lad hin egnet uns zu guter Letzt auch noch dieses Jahres Ende, fegnet künftig, fegnet jest, o ihr theuren JEfus- Hände! fegnet, daß an Leib und Seele Niemand etwas Gutes fehle. 2. Spelft, fo wir gefallen sind, helft uns wieder aufzuste hen! lehrt uns munter und gefchwind in den Wegen JEfu gehen; daß an Weisheit, Gnad' und Segen wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja, versiegelt diefes noch, o ihr treuen JEfus- Hände! am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis an's Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen laffen. to 324. Das Jubeljahr. Mel. Christus, der ist mein Leben. Schaar! inft kommst Du prächtig wieder, Du König Deiner und holest Deine Glieder zum frohen Jubeljabr. 2. Dann wird man von den Choren, die sich Dein Tod errang, weit beff're Lieder hören, als je ein 3ion fang. 3. Uch, laß uns nur getreulich in Glaubenskampfe steh'n, so wird das Herz erfreulich einst seinen Richter feh'n! prooi tad mithun 267 allad mual( Achter Anhang.) ist sid 3099002 snim sbrud og din ilaid Di san old chiud 325. Mein Bethesda.g ( Beim Gebrauch der Brunnenkur.) sin Mel. Sollt' ich meinem GOtt nicht ſingen. STION Mein Bethesda ist die Gnade, die so große Wunder thut. Hier in diesem warmen Bade wird die ärgste Krankheit gut. Wen die Gnadenfluth berühret, der wird göttlich ausgeheilt, ihm wird große Kraft ertheilt, er wird aus dem Grund kuriret. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade fuch' ich nur. 2. Mein Bethesda hat fünf Hallen, worin viele Kranke sein. JEfu Wunden sind ja Allen, welche um Erbarmung schrei'n, fünf willkomm'ne Gnadenhöhlen; in denselben ist nie kaum, sondern immer reichlich Raum für recht geistlich kranke Seelen. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 3. Mein Bethesda ruhet nimmer, dieses Meer steht niemals still. Nein, die Gnade wallet immer, man gebraucht sie, wenn man will. Seht, wie sich die Fluthen regen, die da mehr als wunderreich. Unsers Arztes Gnadenteich darf kein Engel erst bewegen. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 4. Hier darf man nicht lange fragen, welcher unter Menschen sich will erbarmen, uns zu tragen; nein, der Arzt will brünstiglich uns auf Seine Achseln laden und uns durch Sein GOttesblut als die rechte Gnadenfluth waschen, heilen, stärken, baden. D'rum bleibt Gnade meine Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 5. Gnadenarzt der kranken Herzen, nimm Dich meiner gnädigst an; tilge Du der Seele Schmerz 268 zen, die kein Mensch mir lindern kann. Seile meine Todeswunde, deren Gift mich ganz durch. geht, woraus aller Schmerz entsteht, durch die Gnad' recht aus dem Grunde. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 6. Wo es Dir nun nicht zuwider, ach, so gieb auch Dein Gedeih'n zu dem Bade meiner Glieder, die da frank und kraftlos sein. Du bist ja die Quell' des Lebens; segne Du des Bades Fluß mir durch Deinen Gnadenguß; so brauch ich es nicht vergebens. Gnade ist die beste kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 7. Dir will ich mich ganz ergeben, Deiner Gnad' befehl' ich mich. Gnad' ist besser als das Leben und deswegen bitt' ich Dich: Laß mir's gnädig nur gelingen, daß ich nach so mancher Last sterbe als ein Gnadengaft; so will ich im Himmel singen: Gnade war dort meine Kur; Gnade such' ich ewig nur. 326. GOttes Barmherzigkeit. Eigene Melodie. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbar. mung, deren ich nicht werth. Das zähl' ich zu dem Wunderbaren; mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. 3ch hatte nichts als Zorn verdienet, und foll bei GOtt in Gnaden sein; GOtt hat mich mit fich selbst verfühnet und macht durch's Blut des Sohn's mich rein. Wo kam dies her? warum geschiebt's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich Dir, mein GOtt, bekennen, das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich 269 kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laff ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet' ich auch allein, auf dieses duld' ich in der Noth, auf dieses hoff' ich noch im Tod. ad THE 5. GOtt, der Du reich bist an Erbarmen, nimm Dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu Dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 327. Stundenlied. Mel. Vater unser im Himmelreich. Die Zeit eilt nach der Ewigkeit; mein Gott, mach' mich doch stets bereit, daß ich, es sei Nacht oder Tag, bei jeder Stund' und Glockenschlag am Glauben reich, von Sünden frei, zur Ewigkeit bereitet ſei. 22. Schlägt's Eins mein Herze glaube d'rauf, es ist ein GOtt, ein Glaub', ein' Tauf'. Schlägt's zwei- alsdann ich GOtt befehl zwei Stücke, meinen Leib und Seel'. Schlägt's Dreiich bete zu der Zeit zur heiligen Dreieinigkeit. 3. Schlägt's Vier- ich stell' mir vor's Geficht den Tod, Höll, Himmel und Gericht. Schlägt's Fünf dann schließ' ich mich allein in die funf Wunden JEsu ein. Schlägt's Sechs so weiß ich, daß vollbracht, was in sechs Tagen GOtt gemacht. 4. Schlägt's Sieben meine Seel', bes merk', GOtt ruhte nach dem Schöpfungswerk. - 1 270 Schlägt's Acht- bedenk' die erste Welt, da nur acht Seelen GOtt erhält. Schlägt's Neun ach, JEfus krümmet sich und ruft: Mein GOtt verläffet mich." 5. Schlägt's Zebn- ich denk' der zehn Gebot'; ach, GOtt, erbarm' Dich meiner Noth! Schlägt's Eilf- der Hausherr heißt mich geb'n zur Arbeit und nicht müßig steh'n. Schlägt's 3wölf- lob' GOtt je mehr und mehr; gieb Acht auf zwölf Apostel Lehr'. 6. Nun, Mensch, erforsche deinen Stand, ob deine Zeit gut angewandt. Ift GOttes Wort dein Stern, dein Licht, thust wahre Buß' und heuchelft nicht, ift Glaub' und Lieb' in Herz und Mund, so ist GOtt bei dir alle Stund'! 328. Kindergebet. Eigene Melodie. Bambu Mit tausend Gaben will GOtt uns laben; aber Eins weiß ich, das bet' ich fleißig: Abba, der auch mein Vater heißt, Abba, gieb mir den heiligen Geist! 2. Bei allen Spielen muß ich's ia fühlen: ich bin nicht ſelig, nicht innig fröhlich, wenn nicht mein Herz den Schöpfer preis't: Abba, gieb mir den heiligen Geist! 3. Gut ist's, viel lernen, Trägheit entfernen; aber das Beste, das Schönste, Größte: Liebe zu dem, der JEsus beißt: Abba, gieb mir den heiligen Geift! 4. O Vater leite mein Herz noch heute zu Seiner Liebe; alles zerstiebe, was mich von meinem Heiland reißt, Abba, gieb mir den beiligen Geist! 5. Er ist das Leben, und allen Reben giebt Er die Kräfte: O Vater, hefte fest mich an Jhn, der Weinstock" heißt, Abba, gieb mirden heiligen Geist! 271 6. Dann blühet Wonne, dann glänzt die Sonne, die Himmel träufen, die Früchte reifen alle für Dich, der Du fie weibst: Abba, gieb mir den heiligen Geist. 329. Mein Schifflein. Mel. Valet will ich Dir geben. Mein Schifflein geht behende dem Friedenshafen zu; der Lauf ist bald zu Ende. Es folgt die fel'ge Ruh'. Ich sehe schon von weitem des Leuchtthurms hellen Schein; ich will mich nur bereiten, ich geh' zur Ruhe ein. 2. O Schifflein, du mußt eilen! Ihr Segel, schwellet an! Ich mag nicht länger weilen auf stürm'scher Meeresbahn. Schon lange hör' ich toben die wilde Meeresfluth; geht's auch durch schwere Proben, doch faff' ich neuen Muth. 3. Der Trübsal hohe Wellen bedrohen stets mein Schiff; oft scheint es zu zerschellen an einem Felsenriff. Es giebt der bösen Stunden nur leider gar zu viel! Ich fühle mich gebunden. Wann kommt mein Schiff an's Ziel? 4. Getroft! in meinem Nachen ist JEsus Steuermann, Ihn laß ich thun und machen, und ich bin glücklich d'ran. Ihm darf ich fest vertrauen auch in der schwarz'sten Nacht, ich hoff', ich werde schauen, wonach mein Herze tracht't. 5. Der Mast in diesem Nachen ist's Kreuz des lieben HErrn, das zeigt mir armen Schwachen den wahren Hoffnungsstern. Am Kreuz hing meine Liebe, am Kreuze hing mein Heil, d'rum hoff' ich, wenn's auch trübe: Mein Heiland ist mein Theil. 6. Der Purpur Seines Blutes des Schiffes Wimpel schmückt, das macht mich frohen Muthes, wenn Angst mein Herze drückt. Geschmückt mit dies 272 fem Blute kann ich verfinken nicht, es redet mir zu Gute, es schüßt mich im Gericht. 7. Mein Anker läßt mich hoffen, ich habe feRen Grund, der Himmel steht mir offen in meiner leßten Stund'. Des Geistes fanftes Wehen schwellt meine Segel hier, ich werde feste stehen in Dir, mein HErr, in Dir. 8. An meinem Schifflein wehet die Flagge meines HErrn, daran geschrieben stehet: Die Nube ist nicht fern, die einst wird Seinem Volke." Das macht mich wieder still, wenn manche schwarze Wolke dies Licht verdunkeln will. 9. So fahr' ich sicher weiter, mein JEsus mit mir schifft, Er macht mich froh und heiter, wenn Unglück mich auch trifft. Wenn schwere Wetter wüthen, wird Seine starke Hand mich armes Kind schon huten; sie führt in's Vaterland. 10. D'rum Schifflein, eile, eile! Ich sehne mich nach Haus'. Du grauf'ger Sturmwind, heule; getobt haft du bald aus. Ich sehe schon den Hafen, ich schaue GOttes Stadt, wo JEfus Seinen Schafen die Stätt' bereitet hat. 11. Mein Lauf ist bald vollendet: Wohlauf, mein armes Herz! Die Fahrt ist bald geendet, es geht stracks himmelwärts. HErr JEfu, wär' ich droben, wie wollt' ich freuen mich! Dort will ich preisen, loben Dich, JEsu, ewiglich! 247301 TET 330. Säelied. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Bufrieden freu' ich diesen Samen in das gepflügte Erdreich hin, und thu' es, HErr! in Deinem Namen, ich, der ich nichts als Erde bin; ach! 273 Taß mein Werk gesegnet sein, schließ' es in Det nen Machtschuß ein. 2. Du, GOtt! weißt, was für Ungelücke, was ihm für Wetter schaden kann; man spürt nicht immer Sonnenblicke, es meld't sich Sturm und Hagel an, heut' kommet Hiße, morgen Wind, die oftmals scharf und schädlich sind. 3. Hier kann ein Wurm das Korn bezwingen, bald blißt es von des Himmels Haus; mag ich gleich meine Furchen düngen, geht doch die Saat zuweilen aus. Korn, Hafer, Gersie, Waizen, Lein geräth oft nicht und bleibet klein. 4. So steht's, mein Vater! um die Früchte, wenn Deine Hand nicht Segen schenkt; der Schweiß von meinem Angesichte wird vielmals mit der Saat vermengt; doch ist mein Sorgen Tag und Nacht umsonst, wenn nicht Dein Auge wacht. 5. Da nun mein Sorgen, Pflügen, Eggen dem Acker nicht die Früchte bringt, ist es, o HErr! an Dir gelegen, daß meine Arbeit wohlgelingt. Wohlan, so thu' ich, was ich kann, Du aber nimm Dich meiner an! 6. Laß doch mein Seufzen vor Dich kommen, das unter freiem Himmel schallt; wie Du Dich meiner angenommen, ob ich nun jung bin oder alt, so stehe mir noch ferner bei, daß mein Beruf gefegnet fei. 7. Behüte doch die edlen Gaben, die meine Hand von Dir erhält; GOtt Lob! daß wir die Saat noch haben, die in das milde Erdreich fällt. Ach, Vater! laß sie wohl aufgeh'n, laß sie in vollem Segen steh'n. 8. Wend' gnädig ab, was sie fann fränken und gieb uns ein gesegnet Land: so wollen wir mit Freuden denken an Deine milde Baterhand, wenn Vorrath unsre Scheunen füllt und unser groß Verlangen stillt. 18 274 9. Frost, Regen, Dürre, Mehlthau, Fluthen und was sonst unsre Früchte schlägt, find freilich oft sehr scharfe Ruthen und hemmen, was das Erdreich trägt; treib' von uns, was das Land verheert und gieb, was Leib und Seel' ernährt. 10. Doch will ich Dir das nicht vorschreiben, HErr Zebaoth! was mich ergößt; Du wirst uns doch gewogen bleiben durch Chriftum, der uns das erfeßt, was jener Fluch uns hat gebracht, als Adam GOttes Wort veracht't. 11. Wenn Andre ihrem Kopfe trauen, so trau" ich Deinem Vaterfinn; wenn sie auf Aberglauben bauen, so weiß ich, daß ich sicher bin. Gott, meine Zeit steht nur bei Dir; was Dir beliebt, das giebst Du mir. 12. So geh' ich denn in Deinem Namen auf Sem Gepflügten hin und her. Sprich, HErr! dau Dein kräftig Amen! und meine Bitte mir ge= währ'; mach' mich zu solchem Ackersmann, der fich in Dein Herz finden kann. 13. Laß mich zu einem Erdreich werden, das nichts als Glaubensfrüchte trägt; spürt man Frost, Hiße und Beschwerden, wird mir ein Hauskreuz. auferlegt, so führe mich nach Deinem Rath zu frommer, gottgelaff'ner That. 14. Willst Du mit Thau die Furchen tränken und geben, was mein Heil vermehrt; willst Du uns gute Nahrung schenken und wenden, was die Ernte stört: so soll mein Mund bei Tag und Nacht Dich preisen für der Felder Pracht. 15. Sollt' aber, was wir doch nicht hoffen, ein Sturm auf unsre Aecker weh'n, sollt' Mißwachs auch, der uns getroffen, die Saat verkümmern, die wir fä'n: so gieb, nach Deiner Gnad' und Huld, Trost, Rath und christliche Geduld.d 16. Nun kann ich nichts als dies noch sagen: 275 Err! wie Du willst, so schick's mit mir; Du wirst die Sorgen ferner tragen, wie Du bezeugt haft für und für, bis nach der Saat- und Thränenzeit folgt jene Ernt' der Seligkeit. 331. 3immermannsspruch. Zuvor ist zu singen nach der Melodie: HErr JEsu Christ, Dich zu uns wend'. Gott Lob und Dank durch JEsum Chrift, Daß dieses Haus gerichtet ist; GOtt Lob und Dank! Mit Vatertreu' Stand Er uns bei der Arbeit bei. 2. Wir können nichts durch unsre Macht; GOtt schüßet uns bei Tag und Nacht. Er ist's, der uns durch Seine Güt' Auch jetzt bei diesem Bau behüt't. 3. Drum Preis und Ehre GOtt allein! Ihm wollen wir das Haus nun weih'n. Er breite Seine Hände aus Und segne uns und dieses Haus. Der Zimmermann betet: Ja mein GOtt und Vater im Himmel droben, Dich wollen wir herzlich für Alles loben, Du walteft über uns in Gnaden, Du hast uns behütet vor allem Schaden; Du gabst zum Werke das Gelingen, Daher wir von Herzen Dank Dir bringen. Erhöre auch, was wir findlich beten, Und segne, o Vater, auch meine Reden. Sie mögen durch Deine Gnade Allen 3um Segen sein und wohl gefallen. Amen. Spruch: Ich weiß, ihr Brüder und lieben Herr'n, Es ist so Sitte, und ihr habt es gern, 18* 276 Wenn wir Zimmerleute nach Art der Alten Euch nach der Arbeit noch Reden halten. Doch sollt ihr wissen, mich haben die Poffen, Die sonst vorkamen, schon längst verdroffen. Der fromme Sirach spricht so sich aus: Des Narren Rede steht wie ein eingefallen Haus. Und der liebe Apostel Sankt Paulus spricht: Scherz und Narrentheidinge ziemen euch nicht. Jhm geb' ich recht. Wir find ja Christen. Ja, wenn wir wie Heiden von GOtt nichts wüßten, Nicht wüßten, wie GOtt so heilig ist, Und unser lieber HErr JEsus Chrift Um unsrer vielen Sünden willen, Um GOttes Zorn über uns zu stillen, Am Kreuzesstamm so elend starb Und dadurch uns ewiges Heil erwarb; Wir haben als Christen ja Chriftenpflichten, Auch wenn wir Häuser bauen und richten. Da ziemt es uns, GOtt die Ehre zu geben Und nicht wie Heiden sündlich zu leben. In einem in GOtt gebauten Haus Bleibt auch Sein Segen gewiß nicht aus;Doch da muß GOttes Fluch fich finden, Wo man gebaut hat Luft und Sünden. ( Diese eingerückten Verse können auch ausgelassen werden wenn Jemandem das Lernen schwer fällt.) Wohlan, ich rede zu GOttes Ehren Und hoffe, ihr werdet es gern so hören. Wir bauen, ihr Lieben, ein neues Haus, Die alten zerbrechen, man zieht hinaus. Wir müssen Wohnung und Scheunen haben, Darin uns zu bergen und GOttes Gaben.. Da wendet man sich an den Zimmermann, Der die Arbeit versteht und bauen kann. Doch sage, wohin willst du dich wenden, 277 Wenn du wirst dein zeitlich Leben enden, Wenn das irdische Haus dieser Hütten zerbricht? Daran denken leider die meisten nicht. Und doch, wie lange wird es denn währen, So werden die Würmer den Leib verzehren. Wer wird dann der armen Seele geben Ein wohnliches Haus für das ewige Leben? Schau höher hinauf, da ist der Mann, Der ein himmlisches Haus dir geben kann, Dein JEfus ift's, des Zimmermanns Sohn Zur Rechten GOttes auf hohem Thron. An Ihn sollen sich von allen Enden Die armen Sünder auf Erden wenden, Ihm beugen die Knie, die Sünden bekennen, Ihn ihren HErrn und Erlöser nennen, Von Herzen an Seine Versöhnung glauben, So soll ihnen Niemand den Himmel rauben. Wer ungläubig bleibt, geht ewig verloren; Es wäre viel beffer ihm, nie geboren; Es muß in der Hölle und ewigen Pein Fürwahr ein erschreckliches Wohnen sein. Doch zu Seinen Jüngern der Heiland spricht: Ihr glaubet an Mich, drum erschrecket nicht. Viel Wohnungen sind in des Vaters Haus, Und wär' es nicht so, so geh' Ich voraus, Um euch, Meinen Jüngern, die Stätt' zu bereiten, Und komme auch wieder, dahin euch zu geleiten. Wo Ich bin, da sollt ihr auch mit Mir sein, Wer mit Mir geweint, soll sich mit mir auch freu'n. Wohlan, meine Brüder, ergebt euch dem HErrn, Verlaffet die Welt und folget Ihm gern, Ergreift Jhn im Glauben und seid Jhm getreu, So legt Er euch Himmel und Seligkeit bei. Gebet nach dem Spruch. Ach erbarm' Dich unser, Du großer GOtt, Vergieb uns die Sünden, HErr Zebaoth. 278 O JEsus, Immanuel, laß doch Dein Blut Uns armen Sündern kommen zu gut. Wir wollen's ergreifen, Dich gläubig fasſen, Und so lange wir leben, nicht von Dir lassen. Du aber hilf uns vom Jammerthal auss Und bringe uns endlich in's Vaterhaus. Gesangvers nach obiger Melodie. Ja, Amen, HErr, erhör' das Fleh'n, Laß uns die Himmelswohnung sehn, Wenn unser Leib für diese Welt Im Tode bricht und sterbend fällt. Hausweihe. Nun haben wir noch das Haus zu weih'n. Der Bauherr wolle so gütig sein Und laut erklären hier vor uns Allen, Ob ihm der Bau auch wohlgefallen. ( Der Bauherr antwortet: D, ja, ich bin ganz zufrieden.) Ihr wollt auch ferner noch erklären, Wollt thr's gebrauchen zu GOttes Ehren? ( Bauherr: Zu nichts Anderm.) Und soll ich's weih'n dem GOtt, der heißt GOtt Vater, Sohn und heil'ger Geist? ( Bauherr: Ja, dem breieinigen GOtt.) Nun, so sei's dem dreieinigen GOtt geweiht, Der hebe an, es zu segnen heut' Und fahre fort, so lang' es steht, Daß der Segen nie zu Ende geht. ( Während der leßten Verse seßt der Zimmermann die Krone auf das Haus.) Wir haben's gekrönt mit GOttes Gaben, So lieblich wir sie im Garten haben; 279 So möge es GOtt um JEsu willen Mit lieblichen Gaben beständig füllen. Er segne den Hausherrn mit Abrahams Glauben, Mit Stephanus Muth, wenn die Feindeschnauben, Mit Salomos Weisheit, das Haus zu regieren, Mit Petri Beredtsamkeit, Herzen zu rühren, Mit Hiobs Geduld, wenn sich Leiden einfinden, Mit Simeons Trost, will der Odem verschwinden, Er fegne die Hausfrau mit Sarah's Gehorsam, Der auch aus dem Glauben und nicht aus dem Fleisch kam, Mit der Sünderin Liebe, der nichts war so süße, Als JEfu zu neßen mit Thränen die Füße, Mit Mariä Ergebung in GOttes Willen, Mit dem Fleiß der Tabea, die Zeit auszufüllen, Mit Hanna's Gebetsgeift, den HErrn zu loben, Bis wir's ohne Sünde vermögen dort oben. Er fegne die Kinder, die Eltern zu ehren Und früh sich zum Heiland, der Welt zu bekehren. Er segne mit Samuels frommem Leben Sie alle, fich ganz ihrem GOtt hinzugeben. Er fegne das Haus auch mit frommem Gefinde, Daß es gern zum Gebete zusammen fich finde, Daß es fleißig die Arbeit im Hause betreibe Und willig und folgsam der Herrschaft verbleibe. Er segne das Vieh auf dem Hof' und im Stalle, Daß nichts davon jemals mißrathe und falle. Er segne den Boden, die Kammern und Keller, Er segne die Kannen, die Schüffeln, die Teller, Er fegne die Felder, die Gärten, die Wiesen; Ja, Er laffe Ströme des Segens fließen Auch auf Alle, die hier anjeßo zugegen, Er gebe auch mir Seinen reichen Segen, Und verleihe, daß wir Ihm für Alles stets danken Und in Seinem Gehorsam und Liebe nie wanken. Amen! 280 Gebet! AMI OS Ja, segne uns, mein GOtt, so find wir gesegnet. Wie ein Vater seinen lieben Kindern begegnet, So bist Du allezeit mit uns umgegangen, O möchten wir nur treuer an Dir hangen. Gieb uns, wir bitten Dich, immer mehr Gnade, Mit Treue zu wandeln auf heilsamem Pfade, Bewahre uns immer vor allen Sünden, Die Deinen Zorn erwecken und entzünden, Und habe Dank, daß Du durch Deinen Namen, Uns alle labteft, die hier zusammenkamen. Amen! Schlußgesang nach der obigen Melodie. 1. Ja Dank sei Dir, Lob, Ruhm und Ehr', HErr, unser GOtt! alltäglich mehr; Du bist sehr gut, und wir nicht werth, Was Du uns Gutes schon beschert. 2. HErr, wer Dich recht lieben könnt'! Gieb, daß uns recht das Herz entbrennt, Zu lieben Dich, zu danken Dir Mit immer feuriger Begier; 3. Bis wir vor Deinem Throne stehn. Herz, freu' dich auf das Lobgetön. Man bricht schon jetzt vor Freude aus, Gedenkt man an das Vaterhaus. 332. Wiegenlied. Eigene Melodie. Ach lieber HErre JEfu Chrift! Weil Du ein Kind gewesen bist, so gieb auch diesem Kindelein die Gnad' und auch den Segen Dein! Ach JEfu, HErre mein, behüt' dies Kindelein! 2. Dein'r Engel Schaar, die wohn' ihm bei, es schlaf', es wach', und wo es fei, Dein Geift behüt's, o GOttes Sohn, daß es erlang' der Heil'= 281 gen Kron'. Ach JEsus, HErre mein, behüt dies Kindelein! 3. Nun schlaf', nun schlaf' mein Kindelein! JEfus soll freundlich bei dir sein. Er gebe, daß dir träume wohl und werdeft aller Tugend voll, ach JEsu, HErre mein, behüt' dies Kindelein! 4. Ein' gute Nacht, ein'n guten Tag geb' dir, der alle Ding' vermag! Hiermit sollst du gesegnet fein, du herzeliebes Kindelein, ach JEsu, HErre mein, behüt' dies Kindelein! 333. Sein Vergeben. Eigene Melodie. Bist Du hier? den ich tausendfach betrübt, tausendfach vergessen habe? HErr, der wunderbar uns liebt, Geber aller guten Gabe! Warum trittst Du zur verschloff'nen Thür ein zu mir? 2. Frendenleer, mir zur Laft, zum Ueberdruß war ich von Dir weggegangen; mir gebührt kein Friedensgruß, mir kein Trösten und Umfangen; doch Du trittft mit sanftem Friedensschein still herein.- 3. Alles ist, alles ist nun wieder gut; wie die Regenwolke fliehet, wie sich vor der Sonne Gluth schnell der Nebel niederziehet, also tilgest Du mit ew'ger Huld meine Schuld. 4. HErr, mein Heil! schenke mir ein offnes Ohr, fchenk' ein Auge mir zum Sehen, festen Blick zu Dir empor und ein Herz, Dich zu verstehen, zu versteh'n, was Du, HErr JEfu Chrift, Sündern bift! 334. Flehentliche Einladung des HErrn JEsu in die Versammlung. Mel. Nun nimm mein Herz und Alles ic. Nun, JEsu, komm! OHErr! wir warten Dein, damit wir nicht umsonst beisammen sein. O süßes 282 Licht! verschmäh' uns Arme nicht. Wir wissen keine Freude, als Dich, Du Seelenweide. 2. Okomm herein, Du Seelenbräutigam. Komm, Sirte, tomm, ja komm, erwürgtes Lamm! Des Geistes Kraft, die lauter Segen schafft, ergreife uns zusammen, und schenk' uns heil'ge Flammen. 3. Du haft gesagt: Wer bittet, der empfängt. Wir glauben, daß Dein Herz daran gedenkt. Drum bitten wir bei Deiner Gnadenthür. Wir suchen, laß uns finden, Du Helfer von den Sünden. 4. Wir laffen Dich, Du treuer JEſu, nicht, bis uns Dein Mund den vollen Segen spricht. Wir klopfen an, so gut ein Jeder kann. HErr, laß Dein Herz erbitten und sei in unsrer Mitten. 5. Wir finken hin, o Lamm, vor Deinem Thron. Da liegen wir, Du gnadenvoller Sohn. Wir haben nichts, find Kinder des Gerichts, die doch, was Du verheißen, im Glauben zu sich reißen. 6. Wir rufen Dich, o JEfu, insgeſammt: Gieb Feuer her, das in den Herzen flammt! Du Lebensbrød, vertreibest ja den Tod. So wolleft Du Dein Leben den todten Herzen geben. 7. Wir faffen, HErr, Dich Selbst bei Deinem Wort, und lassen Dich nicht ohne Segen fort. Wir liegen da, bis zum Hallelujah.*) Wir halten an mit Bitten, bis Du wirst Segen schütten. 8. Wir schreien Dir zusammen Alle vor: Ach, öffne uns Dein gnadenreiches Ohr! Wo fich Dein Geift im Herzen nicht beweist, ist alles Thun verloren. Denn wir sind todt geboren. 9. So komm denn nun! Ach bleib' nicht ferne stehn. Du kannst ja nicht vor uns vorüber ge'hn. Nein, JEsu, nein, das kann nicht möglich sein. Du mußt uns recht begegnen und unsre Seelen fegnen. *) D. i. bis wir Gnade erlangen und Dich also fröhlich loben können. 283 10. Komm, faß uns an, verdopple Deine Kraft. Ach, wären wir doch ganz hinweggerafft! Hinweg von hier, hinauf, o Lamm, zu Dir, hinein in Deine Wunden! HErr, gieb uns solche Stunden!. 335. Schlußlied bei geendigter Versammlung. #G Mel. Nun nimm mein Herz. wichine! geht nun hin, ein jeder kehre heim und hungre recht nach JEsu Honigseim. Geht seufzend fort. Verschüttet nicht das Wort. Was euer Herz erfahren, das laßt euch recht bewahren. 2. O, sei uns selbst, HErr JEfu, was Du bift, die höchste Luft, die unaussprechlich ist, das höchste Gut, darin die Seele ruht, der Brunnquell aller Freuden, wo wir beständig weiden. 3. Wir gehen weg, doch nicht aus Deiner Hand. Dein Auge sei auf jeden Tritt gewandt! 3euch uns und mich, HErr JEsu, ganz in Dich, daß wir Dein Manna effen und allen Land vergessen. 4. Hallelujah! gelobt sei unser HErr! In Seinem Dienst wird's täglich herrlicher. Je mehr man nimmt, je mehr ist schon bestimmt. Das soll uns ewig dringen, Jhm Gloria zu fingen. 336. Das Reich des HErrn. Mel. Fahre fort. Reich des HErrn,:,: brich hervor in vollem Tag! Deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag! Wolk' und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des HErrn,:,:. 2. Siege bald,:,: komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh', es sammelt seine Macht; doch wer kann den Sieg Dir wehren? Denndie Sonne der Gerechtigkeitführtden Streit,:,:. 284 3. GOttes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind darnieder! Bring' in Deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud' und Friede sich ewiglich,::. 4. Ueberall,:,: laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden Deinen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, bis Du als der Völker Friedefürst herrschen wirft,:,:. 5. Menschenhuld,:,: klopft in Deiner milden Bruft. Unter Menschenkindern wohnen, das ist Deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, nimm zum Wohnsiß alle Länderein. Sie find Dein,:,:. 6. Aber ihr,:,: die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen! Bahnt die Weg' und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der HErr regiert, triumphirt,:,:.. 7. Welch' ein HErr!:: Ihm zu dienen, welch' ein Stand! Wenn wir Seines Dienstes pflegen, lohnt Er unsrer armen Hand schwaches Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt Sein Friede mit Schritt vor Schritt,:,:. 8. Kommt herbei,:,: frohe Zeiten, fäumet nicht, daß der HErr Sich offenbare als der Völker Recht und Licht! Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenheerd' ihr großer Hirt weiden wird!:. 337. Missionslied. Mel. Valet will ich dir geben. Du Stern in allen Nächten, Du Schild in jedem Streit, Du Mann zu GOttes Rechten in purpurfarb'nem Kleid; verlaß die ew'ge Hütte und Deiner Engel Reih'n, und trag in unsre Mitte heut Deinen Stuhl hinein! 2. Du haft vom Marterhügel uns huldreich angeblickt, Du hast Dein fürstlich Siegel uns an 285 die Stirn gedrückt. Drum wagen wir's und laden Dich ungescheut herbei. Die Allmacht Deiner Gnaden macht uns den Muth so frei. 3. Es ist ein froh Getöne ringsum im Land erwacht. Das hat uns, Deine Söhne, vom Schlafe wach gemacht. Weinlese- Lieder schwingen sich durch die öde Welt, und Sens' und Sichel klingen in Deinem Erndtefeld. 4. Das klingt uns wunderfüße, das dringt durch Mark und Bein. Ei, ständen unfre Füße auch bei den Schnittern Dein! Ei, wär' Dein Garbenacker auch unser Arbeitsplan! HErr JEsu, mach' uns wacker, nimm unser Helfen an! 5. Ob wir gleich kaum geboren, noch wie in Wieglein ruh'n; auch mit zerstoßnen Rohren kannst Du, HErr, Thaten thun. Sieht man auch kaum uns glimmen in Deines Vaters Haus, mit Blißen, Donnern, Stimmen kannst Du uns rüften aus. 6. Das war ja so Dein Wesen, von alten Tagen her, daß Du Dir haft erlesen, was schwach, gebeugt und leer, daß mit zerbroch'nen Stäben Du Deine Wunder thatst, und mit geknickten Reben die Feinde untertratst. 7. Zeig's denn in dieser Stunde durch Deine Taube an, ob Dir aus unserm Bunde ein Bruder dienen kann; die noch in Wüsten schlafen, zu rufen in Dein Schloß! Zeig's an, wer soll im Hafen sein Schifflein binden los. 8. Wer foll die Ruder schlagen wohl über's weite Meer? Wer Deine Fahnen tragen in's blinde Heidenheer? Zeig's an, wen Du erforen, greif' in die Schaar hinein!- Wir haben's AL' geschworen: Dein find wir, Amen- Dein! 286 del 338. Die Heimath der Ruh'. sid Indi Wo findet s o findet die Seele die Heimath der Ruh'? Wer deckt sie mit schüßenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht: die Heimath der Seelen ist droben im Licht. 2. Verlaffe die Erde, die Heimath zu sehn, die Heimath der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimath der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplaß und Heimath der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei JEsu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh', Ruh', Ruh', Ruh', himmlische Ruh' im Schooße des Mittlers, ich eile dir zu! 4. Wie freut sich ein Jeder im Himmel zu sein! Wo Viele schon prangen, von Sünden ganz rein; die hier schon im Leben mit JEsu verwandt, find droben geschmücket mit heil'gem Gewand. Rein, rein, rein, rein von Sünden rein ziehn droben errettet die Seligen ein. 5. Ach, theuerster JEsu, verseße uns bald dorthin, wo Dir ew'ges Hallelujah schallt! Das Herz in uns brennet von inniger Gluth, mit himmlischen Zungen zu preisen Dein Blut. Still, ftill, ftill, ftill!- Wie bald kann's sein, so holt mich mein JEsus auch zu Sich hinein. 6. Drum auf, liebe Seele, die Heimath ist nah'! Nach wenigen Tagen, so sind wir schon da. So kämpfe nun muthig und mach' dich bereit, schon winket die Krone nach Kampf und nach Streit: 1 287 Freud', Freud', Freud', Freud'- ewige Freud' erwartet den Dulder nach Trübsal und Leid. 339. Mein Kranz. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. Ich will ein Kränzlein binden von schönen Blümlein mir; wo werd' ich solche finden, die nicht verderben hier? Der Blümlein Art ist ja, wenn sie am besten stehen, daß alsdann ihr Vergehen auch gar gewiß ist nah'. 2. Ein edler Gärtner träget dort Blümlein in der Hand, Sein schöner Garten heget dergleichen, wie bekannt. Ach, JEfum, meine ich, den seh' ich meiner warten in Seinem Kirchengarten, alloa zu laben mich. 3. Darf ich Dich wohl ansprechen, HErr JEsu, mein' Begier? so bilf mir Blümlein brechen zu einem Kranz und Zier! Gieb mir das Blümlein her des Glaubens, welcher banget an Dir allein und pranget für andern Blümlein sehr. 4. Das Blümlein GOtt erkennen, GOtt fürchten stets kindlich, Ihn herzlich Vater nennen, gieb mir, ich bitte Dich, das Blümlein der Geduld, der Hoffnung, Demuth, Liebe und Frömmigkeit mir giebe nach Deiner Treu' und Huld. 5. Ach, gieb mir auch zu solchen das Blümlein Zucht, Keuschheit; laß mir die Blümlein folgen der Mäß- und Emsigkeit, Du giebest gerne doch, gieb sie mir auch zum Kranze und was zu dessen Glanze und Zier gehöret noch. 6. Es sollen die Violen und meine Röslein sein, die ich mir wollen holen aus Deinem Luftgärtlein; mein' Tausendschön' find fie, sammt denen Bundernelken und Blümlein, die nicht welken, wie schöne riechen die! 288 7. Nun, JEsu, winde, winde Du Selbft den Kranz allein, ein Reiflein nimmgeschwinde; mein' arme Seel' foll's sein; ach, mach' fie Tugend voll, denn wenn Du Selbst mich schmückest, mich kröneft und beglückest, so steht mein Kranz mir wohl. 1340. Die wahre Ruh'. Eigene Melodie. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn! Beg, hinweg mit deinem Leide, hin, zu deinem JEsu hin! Er ist dein Schap; JEsus ist dein einzig's Leben; will die Welt kein'n Ort dir geben, bei Ihm ist Plaß. 2. Fort, nur fort, steig' immer weiter in die Höh' zu JEsu auf; an, hinan die Glaubensleiter, flettre mit geschwindem Lauf! GOtt ist dein Schuß. JEfus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer und bietet Truß. 3. Feft, fein fest dich angehalten an die starke JEsustreu, laß du, laß du GOtt nur walten, Seine Güt' ift täglich neu; Er meint's recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen, hab' guten Muth!@ da sdaly stat 4. Ein, hinein in GOttes Kammer, die dir JEfus aufgethan! Klag' und sag' Ihm deinen Jammer, schreie Ihn um Hülfe an. Er steht dir bei; wenn dich alle Menschen hassen, kann und will Er dich nicht lassen, das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinnen von der Erd', schwing dich, Dem zu übergeben, was du haft, der dein ist werth, dein JEfus ift, der um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet, drum Sein du bist. 289 6. Auf, hinauf, was droben suche, trachte doch allein dahin, wo dein JEsus; sonst verfluche allen schnöden Sündenfinn. Zum Himmel zu, Welt und Erde muß verschwinden, nur bei JEsu ist zu finden die wahre Ruh'. 341. Hallelujah! Eigene Melodie, Lobe den HErren, o meine Seele! ich will Ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobfingen meinem GOtt. Der Leib und Seel' gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah! 2. Fürsten find Menschen, vom Staub geboren, und sinken wieder in den Staub. All ihr Regieren ist auch verloren, wenn nun das Grab nimmt ſeinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man GOtt um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig, ja felig ist Der zu nennen, deß Hülfe der GOtt Jacobs ist, welcher vom Glauben fich nicht läßt trennen und hofft getroft auf JEsum Christ. Wer diesen HErrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist, gemacht. Alles muß treulich erfüllet werden, was Er uns einmal zuge= dacht. Er ist es, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Sollt' Er was sagen und doch nicht halten? Sollt' Er was reden und nicht thun? Kann auch der Wahrheit Kraft veralten? Kann auch Sein wallend Herze ruhn? O nein! Sein Wort steht felfenfeft; wohl dem, der sich auf Ihn verläßt! Hallelujah, Hallelujah! 19 290 Neunter Anhang. 342. ,, Ich und mein Haus wollen dem HErrn dienen." Friedrich Wilhelm, Preußens König,*) stieg auf seiner Väter Thron, ¹) hatt' ein Recht, das Haupt zu schmücken mit der gold'nen Königskron': Seht, da beuget er sein Scepter vor dem HErren Zebaoth, legt die Krone Dem zu Füßen, der sie ihm zu Lehn nur bot.) Geb. 15. Oct. 1795. ¹) 2m 7. Juni 1840. 2. Und vor seines Volkes Augen hebt zum Schwur er auf die Hand: HErr, wenn Alle untreu würden, Dich verließ' das ganze Land, will ich und mein Haus Dir dienen das soll sein mein Königsrecht- zu Dir beten, vor Dir knieen Du der HErr und ich Dein Knecht." - 3. Spricht's, und nach der Väter Weise, die ihr Haus mit GOtt gebaut, schreibt er an des Schlosses Kuppel, daß es jedes Auge schaut, eine Inschrift, die ein Richter für viel tausend Häuſer ist: Heil und Seligkeit alleine in dem Namen JEsus Chrift." 4. Also dienet er dem HErren und sein Haus die Königin, er ein Salomo an Weisheit, sie Maria gleich an Sinn. Landesvater, Landesmutter! wer zählt Eurer Kinder Zahl, die im Dienst desselben HErren stürben für Euch allzumal?! 5. Friedrich Wilhelm, Preußens König, liegt gebeuget und geknickt auf dem schweren Schmerzenslager, das der treue HErr ihm schickt,*) und dem Hause, das GOtt dienet, eine Hiobsprobe hart, da ihm eine Dornenkrone um die Stirn' gewunden ward.*) Ex erkrankte am 6. Oct. 1857. 291 6. Und die Schmerzensdornen bohren Jahre lang in's treu'fte Herz- doch aus Königsmund' ertönet es voll Glauben himmelwärts: HErr, wenn All' in Trübsal weichen das soll sein mein Königsrecht- will ich und mein Haus Dir dienen- Du der HErr und ich Dein Knecht."- 7. Friedrich Wilhelm, Preußens König, lieget auf der Todtenbahr',*) mit der Landesmutter weinet treuer Landeskinder Schaar, tausend Gloden, tausend Herzen stimmen an den Klagefang: Landesmutter, Landesmutter! wie ist uns das Herz so bang!" *) Er starb am 2. Januar 1861. 8. Doch die Landesmutter rufet uns den bangen Kindern zu: Einsam ist mein Haus zwar worden, da mein König ging zur Ruh', aber meines Königs Loosung soll der Kön'gin Recht auch sein: HErr, wenn Alle troftlos wären, sollst mein Trost Du sein allein, 9. Dem ich dienen will fein stille in dem engen Herzenshaus, weil nicht Leben, noch auch Sterben löschet diese Inschrift aus, die, wie an des Schlosses Kuppel, darein eingegraben ist: " Heil und Seligkeit alleine in dem Namen Jesus Christ." 343. aussegen. 1. Euer Anfang sei im Namen des HErrn! Der Anfang fei mit GOtt gethan, " Das walte GOtt, der helfen kann!" Mit Ihm, in Ihm zu dieser Stund' Beginnt und schließt ihr euren Bund. Der rechte Anfang jederzeit, 19* 292 Er heiße fort und fort wie heut: „ Das walte GOtt, der helfen kann!" Was so beginnt, ist recht gethan. 2. Der HErr sei mit euch! In eures Bundes Mitte Sei stets der HErr der Dritte. Singt d'rum bis hin zum Grabe: Wenn ich Ihn nur habe!" Ach mein Herr Jesu, Dein Nahesein Bringt großen Frieden in's Herz hinein." 3. 12 Der Segen des HErrn sei über euch! WoGOtt zumHaus nichtgiebt Sein'Gunft, Arbeitet Jedermann umsonst." Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält Und uns'rer Sach' Er nicht zufällt, So ist's mit uns verloren." Doch, wo man Ihn erkoren, Klingt das Lied auf allen Wegen: „ Alles ist an GOttes Segen Und an Seiner Huld gelegen." 4. O HErr hilf! O Herr, laß wohl gelingen! Geht betend eure Pfade, Und singt zu jeder Frift: „ Ach bleib' mit Deiner Gnade Bei uns, HErr JEfu Chrift!" Zu jedem Werk, zu jeder That Giebt Er den Seinen Hülf' und Rath. HErr JEsu Christ, Dich zu uns wend', Dein'n heil'gen Geist Du zu uns send'!" 293 Ruft nur getroft bei jedem Schritt- Er hört, Er kommt, Er gehet mit JEsu, geh' voran Auf der Lebensbahn!" An Seiner Hand muß es ja stets gelingen; Er giebt den Geist, das Wollen und Vollbringen. " O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns Deine Wohnung sein! 5. Danket dem HErrn, denn Er ist freundlich! Beten ist die Himmelsleiter; Betend geht es fröhlich weiter. Wo im Gebet vereint nach oben Die Herzen zieh'n, da giebt es Gnadenproben, Die zu dem Preisgefang die Stimmen lieblich einen: „ So führst Du doch recht selig, HErr, die Deinen." Da klingt's und singt's zu mancher Stund': „ Ich finge Dir mit Herz und Mund." Man hört nach mancher dunklen Nacht: " Der HErr hat Alles wohlgemacht." „ Sollt' ich meinem GOtt nicht fingen, Sollt' ich Ihm nicht dankbar sein?" Und- wo solche Lieder klingen, Wahrlich- da ist Sonnenschein! 6. Der HErr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang. So pilgert fort und habet frohen Muth, Von Ihm geschüßt, gesegnet, habt ihr's allzeit gut. Wer nur den lieben GOtt läßt walten # und hoffet auf Ihn allezeit, 294 Den wird Er wunderbar erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit." Drum fingt bei allen Dingen, Den großen und geringen: " In allen meinen Thaten 149 Laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat." Und wenn euch etwas fränkt: Befiehl du deine Wege und was de in Herze kränkt Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt." 7. Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. Alles nehmt für gut, Was GOtt mit euch thut. Allzeit fröhlich fingt ein Chrift, Wenn's ihm schwer um's Herze ift: GOtt will's machen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist." Drum stimmt an in Freud' und Leid: Was mein GOtt will, gescheh' allzeit." Und drängt ein Zweifel fich herfür: HErr, wie Du willst, so schick's mit mir!" Wohl dem, der gläubig sagen kann: " Was GOtt thut, das ist wohlgethan;" Der jauchzt zuletzt voll Freud' Ihm zu: Wo ist ein solcher GOtt, wie Du?" 8. Uns ist bange! Mach' dich gefaßt! es kommen dunkle Stunden, Das Auge thränt, es bluten tiefe Wunden. 295 " Ach GOtt, wie manches Herzeleid Begegnet uns zu dieser Zeit!" Ohn' Trübsal kommst du nicht zur Friedenshöh', Du feufzest schwer, es ist dir angst und web,, Aus tiefer Noth schrei' ich zu Dir!" Wo soll ich bin, wer hilfet mir? „ O GOtt, erhör' mein Klagen Und laß mich nicht verzagen!" 9, Aber wir verzagen nicht. Ein' feste Burg ist unser GOtt!" Das geb' euch Muth in aller Noth; Ift GOtt für mich, so trete Gleich Alles wider mich" Das fing' nun frisch und bete: Das Stürmen leget sich. Wer GÖtt vertraut, Hat wohl gebaut." Darum rühmt nun sonder Schämen: Warum sollt' ich mich denn grämen?!"* Statt zu sorgen, statt zu klagen, Sehet stets auf GOttes Händ': ,, Meine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End'. 10. Die Loosung. Eins sei und bleib' das Loosungswort An jedem Tag, an jedem Ort: Mein Leben ist ein Pilgrimsstand, Ich reise nach dem Vaterland." Ein Anders schließet sich dann an, Da man's erfährt und rühmen kann: ,, Wo JEsus Christus ist der HErr, Wird's alle Tage herrlicher." 296 11. Ich und mein Haus wollen dem HErrn dienen.al Nun bitten wir den heil'gen Geist Um den rechten Glauben allermeist." Erdenglück ist ja zu wenig, Luft und Gut fliegt bald davon: ,, Sieh', hier sind wir, Ehrenkönig, Legen uns vor Deinen Thron!" Ja, täglich es mit Herzensbegier: liebster wir sind hier, Dich und Dein Wort anzuhören," Wirst uns ja Licht und Kraft bescheeren. So sei's, wollst Dich mit uns vermählen, Wir sagen uns Dir gänzlich zu, ,, Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in Deiner Liebe ruh'!" 12. Der Schlußstein. Wohl einem Haus, wo JEsus Christ, Allein das All in Allem ist; Ja, wenn Er nicht darinnen wär', Wie finster wär's, wie arm und leer! Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind, In Einem Glaubensgeift verbindt, Zu dienen ihrem HErrn und GOtt Nach Seinem Willen und Gebot! Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort, Als GOttes Werk und GOttes Wort! Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern sieht man's an, Wie GOtt die Seinen segnen kann! 297 So mach' ich denn zu dieser Stund' Mit meinem Hause diesen Bund: LER du Wenn alles Volk vom HErrn abwich',- Wir dienen doch Ihm ewiglich! 19103103 si ist 344. Lobgesang am Abend. Eigene Melodie. Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, der Tag hat sich geneiget; schon senkt die Nacht berunter sich auf Erden und Alles ruht und schweiget. Ihr Tage und Nächte, lobet den HErrn, ihr Sterne des Himmels, lobet den HErrn, lobet und preifet Ihn hoch, alle ihr Werke des HErrn! 2. Bleibe bei uns, denn dunkel wird's auf Erden; Nachtthau hernieder steiget! Müd' ist das Herz und duldet viel Beschwerden, wenn sich Dein Trost nicht zeiget. Ihr thauenden Lüfte, lobet den HErrn! Ihr Wolken des Himmels, lobet den HErrn! Alle ihr Engel des HErrn, lobet und preiset den HErrn! solo ma 3. Bleibe bei uns, dann mag es Abend werden; laß nur Dein Licht uns scheinen, der Du im Himmel wohnest und auf Erden, gern bleibst Du bei den Deinen! Jhr Diener des HErren, Lobet den HErrn! Jhr Priester des HErren, 10bet den HErrn! Alles was lebet und liebt, lobe und preise den HErrn! 19 4. Bleibe bei uns, bis daß von dieser Erden wir einstens müssen scheiden! HErr, fieh' auf uns, damit wir selig werden, eingeh'n zu DeiJnen Freuden! Ihr Wunder der Liebe, preiset den HErrn! Ihr Seine Erbarmung, preiset den HErrn! Lobet und preiset den HErrn in dem Altare des HErrn! 298 5. Bleibe bei uns, denn es will Abend wers den; der Tag hat sich geneiget! Bei Tag und Nacht, im Himmel und auf Erden, sich Deine Hoheit zeiget! Dir, GOtt, sei die Ehre, Vater und Sohn, und heiligem Geist auf himmlischem Thron; wie Er von Anbeginn war, jeßo und immerbar! 345. Der Frühling. Eigene Melodie. Blumenglöcklein läuten durch die Thäler hin, weiße Schäflein weiden in der Wiesen Grün. 2. Vöglein singen Lieder, fingen lauten Schlag, Frühling kehrte wieder, rief die Erde wach. 3. Und auf linden Lüften kommen Engelein, schmücken rings die Triften, kehren bei uns ein; 4. Sagen, daß dort oben ew'ger Frühling sei, wer hinaufgehoben, sei von Kummer frei; 15. Wer hinaufgehoben, schaue JEfum Chrift, der zum Vater droben segnend gangen ist. 6. Wenn der Lenz gekommen, dann gedenke Sein; wen Er aufgenommen, wird im Himmel ſein. 346. Neise zur himmlischen Hochzeit. 8 geht zur Hochzeit zu, die Krone blinkt von oben! Ich klopf' in meine Händ' mit Singen und mit Loben, die Hochzeit ist gewiß, der Bräut'gam auf dem Weg, es ist Zeit über Zeit, daß ich den Schmuck anleg'! 2. Es geht zur Hochzeit zu, in JEsu Blutgeschmeide, als in dem schönsen Gold und reinften weißen Seide: Sein Unschuld ist mein Rock, Sein Name meine Kron', Sein Blut mein bester Schmuck, darin fahr' ich davon. 299 3. Es geht zur Hochzeit zu, da ich nach allem Leide bei meinem Bräut'gam bleib' in Sriner Himmelsfreude, die nie kein Aug' geseh'n, die nie kein Ohr gehört, die noch kein Herz verseht, die ewig, ewig währt. THIS GOR 4. Es geht zur Hochzeit zu, der Tod klopft an die Thüre, daß als des Bräut'gams Bot' er mich zum Bräut'gam führe; er macht die Türe zum mein GOtt will, gar gern zur Welt hinaus. 5. Es geht zur Hochzeit zu! Wie will ich mit Verlangen doch meinen Bräutigam in Hera zenslust umfangen! Ich zähle alle Stund' und warte auf das Nu, da's heißt: Der Bräut'gamt kommt, es geht zur Hochzeit zu! 347. Erandi!( Erhöre!) Fröhlich, fröhlich laßt uns sein! Wir gehören Ihm allein, unserm süßen JEsu Christ, der auch unser HEiland ist; 2. Der in dieser Segenszeit Freude uns und Frieden beut, da Er liebend uns verheißt Seinen werthen, heil'gen Geist. 3. Komm, o komm in uns hinein, heil'ger Geist, und laß uns sein Deine Wohnung für und für, sei Du uns'rer Seele Zier! 4. Laß hinfort uns Zeugen sein Deiner Wahrheit; Du allein bist vom Vater uns gesandt, Seiner Liebe theures Pfand. 5. Unser Tröster willst Du sein, unsre Freude ganz allein, unser Beistand immerdar, unser Licht, so hell und klar. 6. Ja, wir lieben inniglich, o Du Geist der Wahrheit, Dich! Heil'ge Freude, heil'ge Luft sei in Dir uns stets bewußt! 300 mala con 1 7. Denn die richtet unsern Sinn auf das, was zukünftig, hin, da nach dieser kurzen Zeit uns erwartet ew'ge Freud', rodap d2 gist 8. Wo erfüllt mit Wonne ganz wir des Himmels Pracht und Glanz selber seh'n, o da wird sein fel'ger Freude Gnadenschein! 348. Wer bist du? Ich bin ein armes Würmelein; so arm ift teins als ich. In JEsu Wunden tief hinein kriech' und verschlupf' ich mich. 2. Ein schüchtern Vögelein bin ich, von Sturm und Wind erschreckt, das in die Seitenhöhle fich des GOtteslamms versteckt; 3. Ein Hündlein, nicht ein Stücklein Brot vom Gnadentische werth, das nur allein zur böchsten Noth ein Brosamlein begehrt. 4. Ein Küchlein, dem die Henne gluckt, unde das sich unter fie und unter ihre Flügel duckt, daß es dem Weih' entflieh'; 5. Ein Kindlein bin ich nackt und bloß, das an der Mutter hangt, das nach der Mutter Brust und Schooß und weiter nichts verlangt. 6. Und endlich, was bin ich noch mehr im Auge Seines Lichts? Und was dagegen, was ist Er? Er Alles, und ich nichts! 349. Kleinkinderlied. Ich bin ein kleines Kindelein und meine Kraft ist schwach; ich möchte gerne selig sein und weiß nicht, wie ich's mach'! 2. Mein HEiland, Du bist mir zu gut ein Kindelein gewest und hast mich durch Dein theures Blut von aller Noth erlöft. 301 3. Ach liebster HEiland, rath' mir nun, was ich zur Dankbarkeit für alle Deine Lieb' soll thun und was Dein Herz erfreut. 4. Ach nimm mein ganzes Herz Dir hin, nimm's, liebster JEsu Christ! ich weiß, daß ich Dein Eigen bin und Du mein HEiland bist. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit Deinem Heil bekleid't, und eh' ich etwas wußt' und sah', zu Deinem Kind geweiht. 6. Und so gehör' ich jener Schaar, die droben vor Dir steht, in lichten Kleidern immerdar der Engel Lied erhöht. 7. Ja, HErr, ich will, wie man's versprach, auf ewig Deine sein, Dir folgen gern durch Freud' und Schmach, um dort mich auch zu freu'n. 8. Ich armes Kindlein aber kann nichts von mir selber thun, d'rum hilf mir, o Du starker Mann, HErr JEfu, hilf' mir nun! 9. So nimm mein ganzes Herz denn hin, nimm's, liebster JEsu, an. Ich weiß ja, daß ich Deine bin, Dein Arm nur retten kann. 10. Bewahr' mein Herz und halt' es rein von Allem, was befleckt; ja, Deines Geistes heller Schein halt immer mich bedeckt. 11. Nimmst Du mich früh aus dieser Zeit, dann ist mir wohl gescheh'n; ich komm' in jene Herrlichkeit, wo Friedenspalmen weh'n. 12. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm' ich an Jahren zu, so bilf, daß in des Glaubens Schein ich fröhlich Gutes thu'. 13. Und schließ' ich endlich meinen Lauf in Liebe gegen Dich, so hebe mich zu Dir hinauf, dann freu' ich ewig mich. 302 350. Meine Freude. Mel. HErr JEsu Christ, Dich zu uns wend'. Mein HEiland! daß ich ohne Dich nichts hab' noch kann, deß freu' ich mich, und Alles, was Du thust an mir, beugt meine Seel' inn Staub vor Dir. # 0000 mg mny, the 2. Ich bin Dein armes Würmelein, mir ist so wohl, daß ich's darf sein und hab's erfahren in der That, daß man Dich so am nächsten hat. 3. Als ich noch etwas wollte sein, so hatt' ich nichts, als lauter Pein; seitdem ich nun einf Würmlein bin, ist mir so wohl in Herz und Sinn.nd 4. Ach blieb' ich's und würd's immer mehr, so würd' ich Dir noch ganz zur Ehr', Du bliebst mir Alles, und ich nichts, ich wär' ein selig Kind des Lichts. 351. Weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden: ich fahr' zu JEsu hin in Seinen Himmelsfreuden, zu JEsu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird hin in's Grab getragen: wißt, daß die Seele ift zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die GOtt den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Her 303 smid med 13121 Jozensluft umfassen, wenn GOtt mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 5. 3hr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden- die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 352. Mein Kind, du bist nicht todt. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. 3euch hin in GOttes Himmel, du vielge. liebtes Kind, aus diesem Weltgetümmel, wo nichts denn Leiden sind. 2. Du blühtest eine Blume, die man mit Freuden sah, zu deines Schöpfers Ruhme; nun bist du nimmer da! # 003. Im Paradieses- Garten prangst du in neuer Pracht, wohin nach kurzem Warten dein HEiland dich gebracht. 4. Die Engel, deine Brüder, die trugen dich zu Ihm. Nun fingst du deine Lieder mit allen Seraphim. 5. Aus deines Mundes Lallen hat sich der HErr bereit't ju Seinem Wohlgefallen ein Lob in Ewigkeit. 6. Dein Mund der ist voll Lachen, voll Weinen ist mein Herz, seit dir die Augen brachen im bittern Todesschmerz. 7. Doch bin ich ohne Kummer; mein Kind, du bist nicht todt. Dein Leib schläft süßen Schlummer; die Seele ist bei Gott. 8. Kein Leid kann dich versehren, du bist in Chrifti Schooß, das will ich dir nicht wehren, dein Glück ist gar zu groß. 304 9. Ich kann dich nicht mehr holen vom Himmel her zu mir; GOtt Lob, daß wir wohl follen bald kommen hin zu dir! 1152 10. Wir gehen Alle schlafen und stehen Alle auf, die Sämmer fammt den Schafen, wie freu' ich mich darauf! 11. An jenem Tag der Wonne, wo Groß' und Kleine stehn im Glanz der Himmelssonne, will ich dich wiedersehn. i HY9110 12. Deß will ich mich getrösten, ich hoffe auf den HErrn; im Herzen der Erlösten geht auf der Morgenstern. 13. HErr JEsu, komm, vollende uns durch Dein theures Blut, und nimm am leßten Ende uns auf in Dein Erbgut. n 14. Mach uns, das ist Dein Wille, dem selgen Kinde gleich, recht fromm, fein, sanft und fille, so erben wir Dein Reich. 15. Mit allem Engelbeere fingen wir allermeist: Dir sei- Lob, Preis und Ehre, GOtt Vater, Sohn und Geist! 353. Euer Leben ist verborgen mit Christo in GOtt. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist Keinem, als ihnen nur selber, bekannt. Was Niemand verspüret, was Niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, 305 der Zierrath, die Krone, die JEfu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. der 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinund tragen das Bilde des Irdischen auch; fie leiden am Fleische, wie andere Sünder, fie effen und trinken nach nöthigem Brauch. În leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor Andern nichts sonderlichs machen; nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die GOtt durch Sein mächtig Wort selber gezeugt, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, vom obern Jerusalem freundlich gesäugt. Die Engel find Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und lieblich absingen; das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen! 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, fie bleiben ohnmächtig und schüßen die Welt; fie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, fie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, fie bleiben in Freuden; fie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen! 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn Er sich einst, wie Er ist, öffentlich stellt; so werden sie mit Ihm als Kön'ge der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Froblocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt¡ denn das ist Jehovah Sein göttliches Siegel, 20 306 zum Zeugniß, daß Er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen auf's prächtigste grünen, wenn erft ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. JEsu, verborgenes Leben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, wenn gleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet; hier heimlich mit Chrifto im Vater gelebet: dort öffentlich mit Jhm im Himmel geschwebet! 354. Gebet nach dem Lesen der heiligen Schrift. Du heil'ger Finger meines GOttes, schreibe mir tief in's Herz Dein Lebenswort hinein! O füßer JEsu, bleibe, bleibe bei mir mit Deinem hellen Gnadenschein! Du Licht, verlösche meiner Seele nicht, bleib' Du mein Trost und meine Zuversicht. 2. Du willst Dich mir ja ganz zu eigen geben, Du trauter, hochgelobter HEiland mein! Du Selber willst mein Heil und Leben, mein Ein und Alles, meine Liebe sein, Du siehst nicht an der Sünden große Zahl, erquickest mich nach Deiner Gnadenwahl. 3. Viel größer, herrlicher ist Deine Gnade, als alle meine Sünde, meine Schuld, Du leiteft mich auf Deinem Pfade hin zu der reichen, unermess'nen Huld und schmück'st mich mit dem weißen, seidnen Kleid des Heils und Deiner Blutgerechtigkeit. 4. Wenn die im tiefsten Herzensgrunde strahlet, dann bin ich schön als meines Königs Braut, 307 wenn Deffen Bild in mir sich malet, der göttlich mild vom Kreuze auf mich schaut, dann kann ich still und froh und selig sein, denn JEsus ist und mit Ihm Alles mein! 355. Christnachtslied. Morgenstern auf finstre Nacht, der die Welt voll Freude macht: JEsulein! komm herein, leucht' in meines Herzens Schrein. 2. Deines Glanzes Herrlichkeit übertrifft die Sonne weit: Du allein, JEsulein! bist, was tausend Sonnen sein. 3. Deinem freudenreichen Strahl folgt man willig überall: schönster Stern, nah und fern ehrt man Dich als GOtt den HErrn. 4. Ei nun, wahres Seelenlicht! komm herein und fäume nicht: komm herein, JEsulein! leucht' in meines Herzens Schrein! 356. Die heilige Nacht. Volksmelodie. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe, der ist und der war, schlaf' in himmlischer Ruh! 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht; durch der Engel Hallelujah tönt es laut von ferne und nah; Christ der Retter ist da! Stille Nacht, heilige Nacht! GOttes Sohn, o wie lacht Lieb' aus Deinem göttlichen Mund, 3. 20* 308 da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in Deiner Geburt! 357. Bergmannslied. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Wir fahren in den tiefen Schacht, in Codesschatten und in Nacht, viel Schäße auszuspüren: das Eisen, so die Erd' aufreißt, das Gold, das auf der Krone gleißt, und Steine, die schön zieren. Glück auf! Glück auf! wer den einen Schaß, den feinen trägt in Händen, dem kann ihn kein Dieb entwenden. 2. Uns leuchtet weder Mond noch Stern, wir find vom Sonnenlichte fern, vergessen, wie die Todten; hoch über uns geht Menschenfuß, kein Vöglein bringt uns seinen Gruß, den Blumen ist's verboten. Glück auf! Glück auf! eine Sonne bringt uns Wonne, selig funkeln GOttes Aus gen auch im Dunkeln. 3. Auf Steigen, die kein Adler kennt, da keines Falken Auge brennt, kein Löwe wagt zu gehen, da Schwaden zieh'n und Wetter dräu'n, da wagen wir uns fühn hinein, der Wunder viel zu spähen. Glück auf! Glück auf! köstlich Finden! wer in blinden, tauben Schlünden GOttes Tiefen lernt ergründen. 4. HErr, mach' uns reich an Glaubensgold, befrei' uns von des Teufels Sold! laß uns Dir treulich dienen. Als Grubenlicht bis an das End' leucht uns Dein Wort und Sacrament und Deines Blut's Rubinen. Glück auf! Glück auf! bis wir droben einst mit Loben Dich umfassen in der Stadt mit güld'nen Gassen! 309 358. JEsus betet, JEsus wacht. Weil das Tagwerk nun gethan, steigt mein JEfus ftill bergan, hat gewirkt vom frühen Morgen, Sich verzehrt in Hirtenforgen; schläft Er nun in stiller Nacht? Nein, Er betet noch und wacht; 2. Schwingt die Seele himmelzu, sucht im Schooß des Vaters Ruh', will den Staub vom Herzen spülen, im Gebet die Seele kühlen: Winde, säuselt süß und sacht; JEfus betet, JEsus wacht. 3. Erdennoth und Sündenschmerz schnitten durch Sein heilig Herz; schweige nur, o Weltgetümmel, tröst' Ihn du, o sel'ger Himmel; Sterne glänzt in stiller Pracht: JEsus betet, JEsus wacht. 4. O, wer dem Gespräch gelauscht, das da Sohn und Vater tauscht! Engel, sammelt euch in Chören, fern anbetend zuzuhören; halt' den Odem an, o Nacht: JEsus betet, JEsus wacht. 5. Tief in Schlummer ausgestreckt, ruht die Welt von Nacht bedeckt, und verträumf in dumpfer Kammer ihrer Tage Lüft' und Jammer; schlaf', o Welt, in finstrer Nacht: JEsus betet, JEsus wacht. 6. Aus der Nacht verborg'nem Schoß macht der böse Feind sich los, schleicht mit leisen Mörderschritten um der Menschenfinder Hütten; bö ser Feind, haft keine Macht: JEsus betet, JEfus wacht. 7. Wacht wo noch im Kämmerlein einsam Eins beim Lampenschein, scheucht wo noch den süßen Schlummer vom verweinten Aug' der Kummer; schlaf, o Herz, ein Hirt hat Acht, JEsus betet, JEsus wacht.- 310 8. Zwar vollbracht ist nun Sein Lauf, doch Sein Lieben hört nicht auf; droben in den ew's gen Hütten wacht Er noch, für uns zu bitten; hat auch mein und dein gedacht: JEsus betet, JEsus wacht. 359. Des Glaubens Frage und Antwort. 3ef. 53, 5. Mel. Ringe recht, wenn GOttes Gnade. Ach, wo findet meine Seele, wenn ihr Mofis Donner blißt, eine tiefe Felsenhöhle, da der Glaube sicher sigt? Keine weiß ich, als die Wunden, die man meinem Heiland schlug: als Er Mosis Fluch empfunden, als Er meine Sünden trug. 2. Wer kann mir die Freistadt sagen, die dem Sünder offen steht, wenn er unter Furcht und Zagen nach Errettung seufzen geht? Keine weiß ich, als die Bunden, welche GOttes Lamm empfing, das, von Liebesmacht gebunden, in des Todes Rachen ging. 3. Wohin soll ich mich verstecken? Ach, wo treff' ich Kleider an, daß, ich meine Schande decken und vor GOtt bestehen kann? Keine weiß ich, als die Wunden, die vom Haupte bis zum Fuß meine Seel' an Dem gefunden, der am Kreuz verbluten muß. 4. Aber meiner Schulden Menge( denn sie sind wie Sand am Meer) bringt mich heftig ins Gedränge, schreit: Wo kommt die Zahlung her? Keine weiß ich, als die Wunden und Sein Blut, das Lösegeld. Schuld und Rechnung ist verschwunden. Er versöhnt die ganze Welt. 5. Weiß denn Niemand eine Quelle, die den 311 Durft des Herzens löscht, und den Koth der Sündenfälle ganz von meiner Seele wäscht? Keine weiß ich, als die Wunden und des heil'gen Lammes Blut. Ach, es labt mich alle Stunden; ach, es macht mich rein und gut. 6. Wo ist aber meine Hütte, Tag und Nacht daheim zu sein, daß mein Herz sich nicht zerrütte? fagt: Wo geh' ich aus und ein? Keine weiß ich, als die Wunden, die der HErr dem Thomas wies. Wer sich da hinein gefunden, hat ein ew'ges Paradies. 360. Wer da bittet, der nimmt. Keiner wird zu Schanden, welcher GOttes harrt; sollt' ich sein der Erste, der zu Schanden ward? Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hort! eher fällt der Himmel, eh' mich täuscht Dein Wort. 2. Du haft zugefaget: ,, Wer da bittet, nimmt," wer da sucht, soll finden, was ihm GOtt bestimmt. Wer im festen Glauben muthig klopfet an, dem wird ohne Zweifel endlich aufgethan. 3. Nun so will ich's wagen, HErr, auf Dein Gebot, alle meine Sorgen, eign' und fremde Noth, all' mein heimlich Grämen, alles was mich quält, Dir an's Herz zu legen der die Thränen zählt." 4. Du bist mein Erbarmer und mein bester Freund, meines Lebens Sonne, die mir lacht und scheint auch in finstern Nächten, und durch's Todesthal mir hinüber leuchtet zu des Lammes Mahl. 361. Opferduft zum Preis des Lammes. daß mein Herz ein Altar wär' voll Räuchwerk des Gebets; o daß ich Dank und Preis und Ehr' dem Lamm darbrächte siets! 312 2. Dem theuer werthen GOtteslamm, das mich vom ew'gen Leid mit bitterm Web' am Kreuzesstamm erbarmungsvoll befreit. 3. Wüßt' ich von diesem Lamme nichts, so wär's um mich geschehn; und ach! am Tage des Gerichts müßt' ich zur Linken stehn. 4. Doch wohl mir, dieses Lämmlein trug die Sünden aller Welt, für alle ward Es Selbst ein Fluch und zahlt' ein Lösegeld, 5. Ein Lösegeld, das ewig gilt, genug für Alle thut, der Sünde Pein und Jammer stillt; das Lös'geld ist Sein Blut. 6. GOtt Lob! Es hat auch mich erkauft, Hallelujah! auch mich, in Seinen Tod bin ich getauft, ich armes Würmlein ich. 7. Wo sind die Sündenschulden all'?- im Meer des Bluts ertränkt; ich weiß, daß GOtt von ihrer Zahl nicht einer mehr gedenkt. 8. Onein, ich bin Jhm lieb und werth in dem erwürgten Lamm, ich habe, was mein Herz begehrt; Er ist mein Bräutigam. 9. Nun fürcht' ich weder Noth noch Tod, trop' allen Feinden nun, in Seinen heil'gen Wunden roth kann ich fein sicher ruhn. 10. Mein Herz frohlockt, es jauchzt mein Mund, mir ist so wohl zu Muth; und fragst du nach der Freude Grund: es ist des Lammes Blut. 11. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' sei diesem Lamme stets! O daß mein Herz ein Altar wär' voll Räuchwerk des Gebets! 313 Sehnter Anhang. 362. Das Meisterstück des Glaubens. mel.: Es ist das Heil und kommen. her. Das ist des Glaubens Meisterstück: Sein Wort GOtt vorzuhalten, zu Ihm zu sagen: Zeuch's zurück, kannst Du Er muß es halten. Er ist kein Mensch, der, was er spricht, zurüdnimmt; nein, Er ändert nicht. Es bleibt bei Ihm beim Alten. - 2. Spricht Er: Ruf Mich in Nöthen an, so will Ich dich erhören!" so ruf' ich Ihn in Nöthen an, und Er muß mich erhören. Ihm halt' ich Seine Worte für, so muß Er meine Bitte mir nach Seinem Wort gewähren. 3. Dein Wort, sprech' ich, o GOtt! gebeut, Barmherzigkeit zu üben; und Du, Brunn der Barmherzigfeit! voll von Erbarmungs- Trieben, Du solltest un barmherzig sein, und hättest Selbst, bei Höllen- Pein, mir Mitleid vorgeschrieben? 4. Ich soll den Elenden in's Haus, wie Du befiehleft, führen; und Du, Du stießest mich hinaus? verschlöffest mir die Thüren, die Thüren der Barm berzigkeit? von ferne sähest Du mein Leid und ließeft Dich's nicht rühren? 5. Du sähest meine große Noth, die Armuth und die Blöße, und es bewegte Dich, o GOtt! nicht mei nes Jammers Größe? Wo ist ein Vater, der sein Kind, das bloß und nackend sich befind't und hungrig, von sich stöße? 6. Ich soll mein Brod dem Hungrigen hier bre chen; ich soll tränken den Durst'gen, und dem Nackenden mein Kleid vom Leibe schenken; und Du- Du könntest bloß mich hier und hungrig, durstig sehn und mir zu helfen Dich bedenken? 7. Du sprichst: Dem, der dich bittet, gieb! und solltest Selbft nicht geben? Nein! solcher Wider spruch der Lieb' der kann in Dir nicht leben. Ich 314 foll nicht weigern eine Gab'- und Du schlügst Selbst die Bitten ab? Wie stünde das daneben? 8. Wenn ich des Nächsten Thiere seh' verirrt und sich verlieren, so ich, sagst Du, selbige zurechte wieder führen. Und Du, Du solltest in der Frr mich sehn und laufen lassen hier gleich denen wilden Thieren? 9. Nein! Nein! so denkt und handelt nicht ein GOtt, der GOtt der Güte. Fern sei, daß Er das, was Er nicht Selbst thun mag, mir gebiete; noch ferner, daß Er was verhieß' und mich Sein Wort betrügen ließ! Zu tren ist Sein Gemüthe. 10. Der GOtt, an Den ich glaub', an Den ich ewig all' mein Glüce alleine häng', auf Ihn mich lehn', zeucht nicht ein Wort zurücke. GOtt, sag' ich, Der Du Wahrheit bist, sieh' hier Dein Wort! Und dieses ist des Glaubens Meisterstücke. 363. Des Kindes Frage. In stiller Kammer ruht das Kind; es ächst ber Wald, es braust der Wind. Die Mutter bei dem Kinde kniet, singt ihm das fromme Abendlied. Sag' mir, mein trautes Mütterlein, wo ist denn wohl der Vater mein? Sei still, mein Kino, und bet' für ihn, dein Vater muß zum Kriege ziehn! In stiller Kammer ruht das Kind; es ächzt der Wald, es braust der Wind. Die Mutter zu dem Kind' sich neigt, und heiß ihr Fleb'n zum Himmel steigt. Und leis im Traum der Knabe spricht: Kommt immer noch mein Vater nicht? Sei still, mein Kind, es naht die Nacht, dein Vater ist in heißer Schlacht. In stiller Kammer ruht das Kind; es ächzt der Wald, es braust der Wind. Die Mutter weint, das Kind schläft süß und träumt vom schönen Paradies. Und leise klingt's: Sag', Mütterlein, kommt denn 315 mein Vater noch nicht heim?- Dein Vater liegt in kühler Erd', bet' nur, daß reicher Trost uns werd? 364. Grablied. Wie sie so sanft ruhn alle die Seligen in ihren Kammern, die GOttes Sohn geweiht zu Friedensstätten, durch Sein Sterben, durch Seine Ruhe im Felsengrabe! 2. Manch' heiße Thräne nette den Pilgerpfad der Heimgegangnen hier in dem Mesechsland, beim Kampf von außen und von innen wollten die Kniee gar oft ermüden. 3. Da schlug die Stunde, deren sie längst geharrt; da brach die Hütte, die sie so oft beschwert, und auf der Engel Himmelswagen eilte der selige Geist nach Hause. 4. Dort führt das Lämmlein Seine getreue Schaar zum Lebensbrunnen, der nimmermehr versiegt, und trocknet huldreich von den Augen alle die Schmerzensund Wehmuthsthränen. 5. Und wenn der große herrliche Frühlingstag der Auferstehung einstens erschienen ist, und der Posaune Ton erschallet, werden sich öffnen der Gräber Thüren; 6. Und JEsus Christus wird mit allmächtigem Hauch die nicht'gen Leiber Seiner Vollendeten dann ähnlich machen Seinem Leibe, daß sie so hell wie die Sonne leuchten; 7. Und Leib und Seele werden ohne Ende sich in Ihm erfreuen, in dem lebend'gen GOtt, und unablag wird erschallen: Ehre dem Vater, dem Sohne, dem Geiste!" 8. Ach HErr, mein König! Hilf, daß auch ich dereinst vor Deinem Stuble, unter den Seligen, im Blut des Lammes rein gewaschen, dürfe mit Freuden Dein Antlitz schauen! 316 365. Ein Lied aus dem siebenjährigen Kriege. Mel.: Ich finge Dir mit Herz und Mund. Ihr Brüder, singt Victoria! Geschlagen ist der Feind. Da liegen sie bei Haufen, da! Lobt GOtt den HErrn vereint! 2. Nicht unser Arm, nicht unser Schwert hat diese That gethan. GOtt, der Sein Volk Selbst kriegen lehrt, hat es durch uns gethan. 3. Er gab uns Muth und Tapferkeit; Er führt' uns Selbst die Hand. Dem Feldherrn gab er in dem Streit auch Weisheit und Verstand. 4. Den Feinden nahm Er Herz und Muth, macht' fie verzagt und feig'; hingegen gab Er Herz und Muth uns, Seinem Heer und Zeug. 5. Er donnerte Dampf, Feu'r und Blitz und tödtendes Geschoß denn unser Feu'r war Sein Geschütz auf unsre Feinde los. 6. Wie konnten sie vor uns bestehn?- Wir waren Seine Hand. Wer hält vor dem Allmächtigen und Seinen Heeren Stand? 7. Mit einer GOttes- Helden- Schaar stritt der geschlag'ne Feind, die ihm zuvor verächtlich war und nun erschrecklich scheint. 8. So singet denn Hallelujah! und lobet Ihn dafür: Ihr Brüder, singt Victoria! HErr, GOtt, Dich loben wir! 366. Der Abendstern. Mel.: Laßt mich gehn. Abendstern, Abendstern! Wie betracht' ich dich ſo gern! labe mich im stillen Dunkel bei dem lieblichen Gefunkel in der Nähe meines HErrn. 2. Stille Pracht, Diamantenschmuck der Nacht, in dem feierlichen Reigen stebst du dort, um still zu zeugen von der ew'gen Liebe Macht. 317 3. Schön und mild taucht dort auf des Mondes Bild, und mein Blick folgt seinen Bahnen, während tief geheimes Ahnen meiner Seele Grund erfüllt. 4. Heimathsweh'n säuselt von den ew'gen Höh'n; du erquickst den Kampfesmüden, der sich sehnt zum ew'gen Frieden in die Ruhe einzugeh'n. 5. Herrlichkeit! o, was ist der kurze Streit gegen jene ew'gen Freuden; auch das schwerste Pilgerleiden ist nicht werth der Herrlichkeit! 6. Dürft' ich zieh'n, dürft' ich jetzt schon schauen Jhn, Der mich liebt, an Den ich glaube, und entfeffelt von dem Staube in die ew'ge Heimath ziehu! 7. Doch ganz still folg' ich, wie mein JEsus will, es genügt mir Seine Gnade, des verborg'nen Lebens Pfade enden am erwünschten Ziel. 367. Des Christen Kreuz. Eigene Melodie. Unterm Kreuze stehen ist ein sel'ger Stand dem, der unterm Kreuze Heil und Leben fand. 2. Er vergißt der Schmerzen, fühlt nur Seligkeit, Seligkeit im Glauben, Ihm von GOtt bereit't; 3. Und so ist er fröhlich auch bei Kreuz und Pein, ruft getroft: Nur selig laß, o HErr, mich sein! 4. Dafür leid' ich gerne, was Du mir bestimmst, bis Du Selbst mein Leiden gnädig von mir nimmst. 5. Wie wird's dann doch werden, da im Kreuze schon ich so reichlich schmecke Deiner Gnade Lohn; 6. Da mich jetzt schon labet Deiner Gnade Näh', daß bei Kreuz und Dornen ich auch Rosen seh'! 7. Ach, das wird ein Leben, das wird Freude sein, wenn wir frei vom Leide zieh'n in Salem ein! 8. Drum so laßt uns eilen, denn die Sonne sinkt, Laßt uns fröhlich wandern, denn die Palme winkt. 318 9. Sieg ist uns gegeben, Sieg nach Kreuz und Leid, Sieg der unsern Glauben frönt mit Seligkeit. 368. Pilgersinn. Mel.: Mir nach! spricht Christus, unser Held. Weil ich hier nur ein Pilgrim bin, wie meine Väter alle, zieh' froh ich meine Straße hin, zum Ziel, dahin ich walle; denn Israel vor Augen hat Jerufalem, die GOttestadt. 2. Ich wand're hier im Pilgerkleid der Heimath zu, die oben, erfleh' dazu mir das Geleit der Engel schaaren droben, die vor dem HErrn in Klarheit stehn und unverhüllt Sein Antlitz sehn. 3. Ich nehme meinen Wanderstab und zieh' die Straße selig, der Welt ich lasse ihre Hab', bekümm're mich deß wenig, wenn ich nur habe JEsum Chrift, der mir mein Ein und Vlles ist. 4. Ich trage auch mein Reis'gepäck, es kann nicht schwer mir werden, mein Eigen nenn' ich keinen Fleck auf dieser sünd'gen Erden; bleibt mir nur Glaube, Hoffnung, Lieb', die in mir weckten Pilgertrieb. 5. Ich eile über Berg und Thal nach jenen schönern Zonen, wo in des Himmels Freudensaal die Sel'gen tragen Kronen. Wie wird mir sein, wenn ich auch bort, versöhnt durch Christi Blut und Wort! 369. Des Christen Kreuz. Mel.: Ich finge Dir mit Herz und Mund. es Christen Schmuck und Ordensband das ist das Kreuz des HErrn, und wer erst seinen Werth erkannt, der trägt es frob und gern. 2. Man nimmt's mit Demuth, trägt's mit Luft, und achtet's für Gewinn, doch trägt man es nicht auf der Brust, o nein, man trägt es drin. 319 3. Und wenn's auch schmerzt, und wenn's auch drückt, bleibt man doch glaubensvoll, man weiß ja wohl, wer's uns geschickt, und was es wirken soll. 4. Man trägt es auch nur kurze Zeit bloß als ein Unterpfang für das zukünft'ge Ehrenfleid im lieben Vaterland. 370. Selige Luft. Mel.: Meinen Heiland im Herzen. Meinen Heiland zu loben ist selige Luft; es ist mir auf Erden nicht Sel'gers bewußt. Kein Mensch ist auf Erden, keinen Engel es giebt, der könnte aussprechen, wie sehr Er mich liebt. 2. Er hat mich geliebet, noch ehe ich war, und liebt mich noch heute und immerdar. Drum liebe und lob' ich Ihn hier in der Zeit, und lobe und lieb' Ihn in Ewigkeit! 371. Altes Missionslied. Mel.: HErr JEfu Christ, Dich zu uns wend'. JEfu Christe, wahres Licht! erleuchte, die Dich kennen nicht, und bringe sie zu Deiner Heerd', daß ihre Seel' auch selig werd'. 2. Erfüll' mit Deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein, auch die, so heimlich sichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von Dir, das. suche Du mit Gnad' und ihr verwund't Gewiſſen heil', laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr', die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 320 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring' her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn, mach' feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich, auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen Dich. Inhalt des zehnten Anhangs. Nro. 362 Das ist des Glaubens Meisterstück( v. Pfeit) 363 In stiller Kammer 364 Wie sie so sanft ruhn( G. Knat) 365 Ihr Brüder, singt Victoria( v. Pfeil) 366 Abendstern ● 367 Unterm Kreuze stehen( C. Straube,+ 1862) 368 Weil ich hier nur ein Pilgrim bin( 3. Buser) 369 Des Christen Schmuck und Ordensband Seite 313 314 315 316 316 317 318 ( Spitta) . 318 370 Meinen Heiland zu loben( W. Springer). 319 371 O JEfu Christe, wahres Licht( Joh. Heer319 mann, † 1647). Paffionsbüchlein. Möchte diese Zugabe von viel Tausend Christen im Segen benutzt werden, vornämlich in der Charwoche jedes Jahres! Des dreieinigen GOttes Gnade jei auch ferner mit dem Reisepsalter! Amen. 321 372. Neisepaß und Wanderbuch 3) eines Christen. Charakter. Vorzeiger dieses ist mein Unterthan und Knecht, ( Jef. 65, 13. 14.) Mein Kind,( Gal. 3, 26.) Mein eigner Prinz, aus göttlichem Geschlecht,( Ap. Gesch. 17, 29.) Mein theures Ebenbild,( Röm. 8, 29.) Mein Königshut und Krone,( Jef. 62, 3.) Mein Erbtheil,( Pf. 47, 5.) Eigenthum( Tit. 2, 14.) und Haus, darin Ich wohne,( Ebr. 3, 6.) Mein Gast, ( 1 Chron.30, 15.) Mein Schaf, Joh. 10,27.) Mein Schatz,( 5 Mos. 32, 9.) Mein theu'r erkauftes Gut, ( 1 Cor. 6, 20. 1 Petr. 1, 18. 19.) Mein Liebling, ( Röm. 9, 25.) ja die Braut,( Hohel. 4, 9.) die Mir im Schooße ruht, Mein Glied,( Eph. 5, 30.) Mein Reb' an Mir,( Joh. 15, 5.) Mein Küchlein, ( Matth.23, 27.) Meine Taube,( Hohel.6,8.) Mein Lohn für meinen Dienst,( Jef.53,11.) Mein Raub ( V.12.) von Satans Raube,( Jef. 49, 14.15.) Mein Freund,( Joh. 15, 14. 15.) Mein Bruder felbft, ( Matth. 25, 40. Ebr. 2, 11. 12.) ein Erbe Meines Theils,( Röm. 8, 17.) Mein Haus-( Eph. 2, 19.) und Tischgenoß,( Luc. 22, 30.) ein Zeuge Meines Heils,( Joh. 16, 27.) ein Pflänzlein Meiner Hand, ( 3ef. 60, 21. c. 61, 3.) das selbft Mein Geift verpflegt, Mein Eichbaum,( Jes. 61,3.) der nicht weicht, Mein Baum, der Früchte trägt,( Matth. 7, 17.) Mein Werk,( Jes. 60, 21.) ein Schüler Meiner Zucht,( Joh. 13, 35.) Mein Acker,( 1 Cor. 3, 9.) Mein Gebäu,( Hohel. 4, 17.) Mein Garten, Meine Frucht,( Hosea 14, 9.) Mein reines Waizenkorn, ( Matth. 13, 30.) ein Säugling Meiner Gnade ( Pf. 8, 3. 1 Petr. 2, 2.) ein Heil'ger,( 1 Petr. 2, 9.) 21 322 deffen Fuß allein auf Meinem Pfade,( Ps. 119, 59. 101.) Mein theures( Jer. 31, 20.) Wunderkind, ( Pf. 4, 4.; 71, 7.) ein Kind der neuen Welt,( Luc. 20, 35. 2 Petr. 3, 13.) ein Mensch, der niemals ftirbt,( Joh. 11, 25. 26.) dem nichts unmöglich fällt, ( Marc. 9, 23.) Min theu'rer Bund'sgenoß,( Ps. 25, 10.) ein Freuni von meinen Freunden,( Pf. 119, 63. 1 Joh. 3, 14.) der Engel Mitgesell, ( Ebr. 12, 22. Offb. 22, 9.) ein Feind von Meinen Feinden,( Pf. 139, 21.) ein Streiter,( 2 Tim. 2, 4.) der sich nie in Nahrungshändel flicht, der in den Schranken läuft,( 1 Cor. 9, 24-26.) und um die Krone ficht, ein Kaufmann Meiner Perl,( Matth. 13,45. 46.) ein Schaffner Meiner Habe,( 1 Petr. 4, 10.) ein Bergmann Meines Gold's,( Spr. Sal. 2, 3 5.) ein Wuch'rer Meiner Gabe,( Matth. 25, 20. 27.) Mein Priester,( Offb. 1, 6.) Mein Prophet,( Col. 3, 16.) Mein königlicher Held, ( Offb. 22, 5. 1 Cor. 6, 2. 3. Offb. 12, 11. Pf. 48, 8. Röm. 8, 37.) ein Bürger Meiner Start, ( Phil. 3, 20.) ein Pilgrim dieser Welt( Ebr. 11, 13. c. 13, 14.) Name. Sein Nam' ist unbekannt,( 2 Cor. 6, 9.) und übel angeschrieben,( Luc. 6, 22.) doch denen wohl bekannt,( 2 Cor. 6, 9.) die Meinen Namen lies ben. Sein Nam' ist wie die That, er heißt und ist ein Chrift,( Ap. Gesch. 11, 26.) ein Mensch, den Ich gefalbt,( 2 Cor. 1, 21. 22.) und der Mein Jünger ist.( Joh. 8, 31.) Statur. Die Demuth macht ihn klein,( Matth. 11, 29.) nach seinem Augenmaaße.( Eph. 4, 2. 2 Sam. 6, 22.) Er nennt sich einen Wurm,( Pf. 22, 7.) ein Stäublein auf der Straße,( 1 Mof. 18, 27.) 323 und wenn die Welt ihn mis't, so heißt es, der gilt nichts,( B. Weish. 2, 11.) doch nehmt nur Meinen Stab, den Maaßstab Meines Lichts, ( Pf. 36, 10.) und thut die Augen auf, so wird er größer werden, als Og und Goliath, und alles Volk der Erden( Jef. 43, 4.) Angesicht. Sein Angesicht ist schön,( Hobel. 4, 7.) ganz heiter,( 2 Cor. 6, 10.) roth und weiß, und meiner Unschuld Bild,( Eph. 5, 27.) sein Haupt trägt Ehr' und Preis.( Röm. 2, 7.) Mein neuer( Offb. 3, 12.) Name steht auf seiner Stirn geschrieben, wer Meine Schönheit kennt und liebt,( 1 Joh. 5, 1.) der muß ihn lieben. Scheint aber sein Ge ficht nicht lieblich nzuleh'n, wie kann ein Reifender der Sonnen Brand entgeh'n?( Hohel. 1, 6.) D'rum ist Mein Kind so schwarz, wie Kedars Hütten;( V. 5.) das ist sein Ordensband,( Pf. 116, 10.) geglaubt und d'rum geftritten; die Sonne dieser Welt( Joh. 17,4.) steht seinem Sinn nicht an, drum sticht und brennt sie ihn und rächt sich, wo sie kann. Doch Meine schöne Braut wird darum nicht erröthen, von innen( Pf. 45, 14. Hobel. 1,5.) sieht sie aus wie Salomo's Tapeten. Kleidung. Sein Kleid ist weiß und hell,( Offb. 7, 14.) im Blute rein gemacht, im Himmel selbst gewirkt, von unerhörter Pracht;( Hef. 16, 13.) er ist mit Purpur,( Spr. Sal. 31, 22. Offb. 19, 8. Pf. 45, 14.) Seid' und güld'nem Stück gekleidet, und dann mit meinem Rock,( Jes. 61, 10.) der keine Schminke leidet,( Eph. 4, 24.) weil er von Unschuldswoll' und Liebesgarn gewebt, und weil darauf gedruckt, wie Ich im Fleisch gelebt.( Phil. 2,5.) 21* 324 Das ist ein neues Kleid, das wider alle Mode, von GOttes Hand gemacht, und frei von Fleischessode; ( Judä v. 23.) eins aber merket wohl, verwundert euch nur nicht, wenn dieser schöne Schmuck nicht in die Augen sticht;( Col. 3, 3. 1 Joh. 3, 1.) denn wer Mir dienen will und Meiner Gnade leben, dem wird ein schwarz Gewand zum Ueberkleid gegeben, von Schande, Schmach( Matth. 5, 11. c. 10, 22.) und Spott und Haß der Welt gemacht, mit Koth und Staub gefärbt, mit giftigem Verdacht,( 2 Cor. 6,8.) ganz um und um beseßt, mit lästerung be= schrieben,( 1 Cor. 4, 12. 13.) von denen, die die Welt und ihren Fürsten lieben. Dies ist Mein Hofgewand,( Matth. 10, 25. c. 16, 24.) das allen Zierrath deckt, das häßlich anzuseh'n,( 1 Cor.4, 10.) das alle Reichen schreckt. Matth. 19, 22.) Doch ist es meinem Knecht ein Zeichen großer Ehre, ( Ap.Gefch. 5, 41.) und ihr erkennt dabei, daß er Mir angehöre;( Joh. 15, 18-20.) ja zündet nur Mein Licht, das Wort der Wahrheit, an, daß auch, was unsichtbar, euch sichtbar werden kann, so sollt ihr alsobald verwund'rungsvoll gesteh'n, es sei noch nie ein Schmuck von solcher Pracht geseh'n. Rüstung. Mein Knecht trägt überall Mein ganzes Ebens bild, d'rum führt er, wie ihr seh't, Schwert,( Eph. 6, 13. 16. 17.) Panzer, Helm und Schild, der Wahrheit festen Gurt,( v. 14. 15.) die Stiefeln an den Füßen, den Bogen, Köcher, Spieß und Pfeile g'nug zum Schießen; denn wer Mein Pilgrim ist, muß durch die Wüste geh'n, wo Teufel,( 1 Petr. 5, 8. Gal. 5, 17. Joh. 15, 19.) Fleisch und Welt, die bittern Feinde steh'n. Doch fürchtet euch nur nicht vor seinen scharfen Waffen,( Ebr. 4, 12.) fie sollen nicht den Tod, nein, Heil und Leben schaffen; und 325 wenn euch auch sein Schwert bis auf den Tod verwund't, so macht's euch nur dadurch lebendig und gesund. Die Augen sind ihm klar,( Marc. 13, 27. 1 Petr. 5, 8.) er pflegt herum zu blicken, ob Satan, Fleisch und Welt nicht ihre Boten schicken, bei wem und wo er ist, was um ihn her geschieht;( 1 Theff. 5, 21.) d'rum laff't es nur gescheh'n, daß er euch scharf befieht.( 1 Joh. 4, 1.) Reise Gepäck. Er reis't in meinem Dienft, auf Mein'n Befehl und Willen, drum ließ Ich ihn mit Fleiß in Pilgrims- Kleider hüllen, ein schlechter Reiserock deckt feinen Zierrath zu, und was er sonsten trägt, ift Gürtel,( Luc. 12, 35. Pf. 23, 4. Eph. 6, 15. 2 Mos. 12, 11.) Stab und Schuh. Viel nimmt er niemals mit,( Luc. 21, 34. c. 14, 33. c. 12, 33. 34.) denn alles Gut der Erden muß, wenn Mein Pilger reis't, zurück gelassen werden, und was er mit fich nimmt von Geld und Proviant,( Ps. 119, 56. 72. 127.) ist leicht und unsichtbar, und wird ihm nie entwandt.( Matth. 6, 20.) Gesellschaft. Seht ihr, daß Andre mehr zu seiner Seiten geben, so wißt, er pflegt sich gern nach Brüdern umzusehen;( 1 Joh. 3, 14.) doch kommt er oft allein,( Matth. 7, 14.) weil wenig Pilgrimm' sind, denn ſelten lebt ein Mensch, der Meine Straße find't; wer aber Augen hat, sieht viel zu seiner Seiten, weil Wir und Unser Heer ihn Tag und Nacht begleiten.( Pf. 91, 11. Ebr. 1, 14.) E Brief und Siegel. Sorgt Jemand für Betrug und meint, es set Gefahr, dem legt Mein ächtes Kind auch Brief 326 und Siegel dar; sein Brief ist Unser Wort,( 2 Joh. v. 10.) das ihn legitimirt, sein Siegel ist Mein Geift,( Eph. 1, 13. 14.) die Salbung, die ihn ziert. Lebensart. Doch thut die Augen auf, ja, seht auch, ob ihr höret; denn seine Sprache( 1 Joh. 4, 9.) klingt den Fremden ganz verkehret; er sieht nicht, wie man sieht, er sieht gerad' hinauf,( Matth. 6, 21.) dahin sein Schaß ihn zieht; er geht nicht, wie man gebt, er fliegt mit Adlers Kraft,( Jes. 40, 31.) durch Hecken, Berg und Thal, vom Geiste weggerafft; er ist nicht, wie man ist, er ist von and'rer Speise,( Joh. 4, 32. 34. Hohel. 2, 4. 5.) man sieht ihn stets zu Haus( Hohel. 4, 12.) und immer auf der Reise, er reis't nach Canaan( Ebr. 11, 13-16.) hinaus aus dieser Welt, hindurch durch's Jammerthal,( Pf. 84, 7.) hinauf in's Himmelszelt.( 2 Cor. 5, 1. 2. 6.8.) D'rum fann und will er nicht in Sodoms Stadt verweilen,( 2 Cor. 6, 15. Offb. 11, 8. c. 18, 4.) ſein Wunsch ist Ertrapoft, sein Wahlspruch: Eilen, eilen! ( 1 Mof. 19, 17. 22. Ebr. 4, 1. phil. 3, 12-14.) Instruction feinetwegen. So ist nun Mein Befehl: Laßt Meinen Diener geb'n; es halt ihn Niemand auf, es muß ihm nichts gescheh'n,( Ps. 105, 15.) begehrt ihr Meine Huld und wünscht, Ich soll euch segnen, so müßt ihr Meinem Knecht, als käm' Ich Selbst, begegnen.( Joh. 13, 20.) D'rum, seid ihr Meines Volks, so nehmt ihn fröhlich auf,( Nöm. 12, 13.) erquickt und labet ihn, befördert seinen Lauf,( 2 Tim. 1, 16.) bemüht euch, ihm mit Fleiß den rechten Weg zu zeigen, ja, nichts verhind're euch, mit Freuden mitzureisen, und wiffet, daß gewiß Ich schreib' euch alles an,( Ebr. 6, 10.) ( ist's auch ein Wassertrunk) was ihr ihm Gut's 327 gethan.( Matth. 10, 42.) Die aber meinen Knecht verleßen, hindern, schaden,( Pf. 34, 22.) dte sollen Meinen Zorn und Urtheil auf sich laden,( Matth. 22, 6. 7. 5 Mos. 32, 43.) denn wer sich wider ihn ( und wär's ein König) feßt,( Apoftg. 12, 1. vergleiche 23) der wisse, daß er mir das Auge selbst verleßt;( 3ach. 2,8.) Ich will ihn namentlich ins Buch des Todes schreiben, und dennoch soll Mein Kind, Troß allen, sicher bleiben;( Pf. 27, 1. 2. 5.) verfolgt, zerschlagt ihn nur, ihr krümmt ihm doch kein Haar,( Luc. 21, 18.) Mein Flügel decket ihn, er lachet der Gefahr;( Pf. 63, 8.) Jch kenne seinen Weg und werd' ihn ewig kennen,( Pf. 1, 6.) wer Mich und ihn nicht liebt, hört's, der soll ewig brennen,( 1 Joh. 3, 15.) Mein Vater und Mein Geift beschließen eben das,( Joh. 10, 30.) und Ich verfiegle Selbft mit Blut und Geist den Paß. die Seinen. Erworben durch Mein Blut und Leben, Vom Thron der Herrlichkeit gegeben, Geschrieben schon von Ewigkeit, Und gültig durch die ganze Zeit. Der әuuә HERN Ich aller Herren HErr und aller Kön'ge König, deß Erd' und Himmel ist, dem aller Ruhm zu wenig, der ohne Titel- Prunk allmächtig ist und heißt, und was man von Ihm fagt, im Werke Selbst beweis't. 1801 ban? manis d 328 ( 01.11n1 and! Nro. 148. Ach bleib* bei uns, HErr JEfu Chrift ( Selneder,+ 1592) 155. Ach bleib' mit Deiner Gnade( Stegmann, 179. 126. 218. 224. 360. 1. Register. 103. 161. 110. 270. Ach gieb mir, HErr, doch nur( Caroline Straube, 1844, 11. Sept.) 332. Ach lieber HErre JEfu Chrift( von Laufenberg 1449) 182. Ach, mein HErr JEsu, Dein Naheſein ( Gregor) 169. Ach, mein HErr JEsu, wenn ich Dich 55. 208. + 1632) Ach bleib' mit Deiner Liebe( G. Knat) Ach, daß doch Deine Liebe( 2. Sybel, + 1838, 15. Dez.) ( 3ehner, 1633) 281. Ach HErr Christ, Du willst mein Heil ( Caroline Straube) Ach HErr, erbarm'Dich über mich( K.Str.) Ach wie schön ist's, lieben Brüder( Dräger) ( Gregor) + Ach, uns wird das Herz so leer( C. 3. Ph. Spitta) Ach GOtt, gieb Du uns Deine Gnad' Seite. 122 128 146 104 216 280 149 138 53 170 221 177 182 Ach, wo findet meine Seele( Woltersdorf) 309 Allein GOtt in der Höh' sei Ehr'( n. Decius, um 1524) Aller Gläub'gen Sammelplaß( 3ingen dorf und Gregor) Alle Welt, was lebt und( 3. Frant,+1677) Amen ja, Amen ja, damit tröften. 88 131 93 Nro. 69. 87. 307. 26. 344. 198. 333. 241. 98. 345. 123. 3. 187. 119. 106. 37. 340. Auf, hinauf zu deiner( e. Schade,+ 1698) Auf, ihr nah' verbund'nen JEsusherzen( C. N. v. 3inzendorf,+1752.) Auf, laßt uns Zion bauen( M. Görde) Aus der Näh' und aus( Knat) Aus der Schwermuth dumpfer Zelle ( G. Knat) 25 240. Aus des Heilands tiefgeschlag'nen( Kuat) 194 Bei Dir, JEsu, will ich( Costiel) Befiehl du deine Wege( P. Gerhardt,+ 1676, 7. Juni) 159. 130 ♦ 47. Bleibe bei uns( Knapps Liederschap) 120. 329 38. Auf, Brüder, stimmt ein Loblied an ( M. Görde) Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du ( Klopstod,+ 1803) Bist du gleich ferne von Bekannten Bist Du hier?( A. Knapp) Bist du Sein?( Knat) Blickst du freudig heut hinauf( C. Fr. A. Stratibe, 1841, 21. August) Blumenglöcklein läuten( Kalendermann) Breit' aus die Flügel beide( P. Gerhardt) Bringt dem HErren frohe Lieder Brüder, ach betet( M. Görde) Brüder, nun das Herz erhoben( M. Görde) ♦ ● Seite. + Dank Dir, HErr! für alle Gaben ( M. Görde) Das ist eine sel'ge Stunde( E. 6. Woltersdorf, 1761, 17. Dezember) 65 89 288 39 76 251 44 297 160 281 195 85 298 102 4 153 100 100 39 322. Das neugeborne Kindelein( C.Schneegas) 266 83. Dem König, welcher Blut und Leben ( Woltersdorf) 74 Nro. 141. 229. 92. 138. 130. Der Du Dich Selber mir geschenkt ( Fr. W. Krummacher) Der Du Dich Selbst für mich( Knat) Der graue Winter weit und breit Der HErr, der aller Enden( P. Gerhardt) Der Mond ist aufgegangen( M. Claus dius,+ 1815) 91. Der rauhe Herbst kommt wieder( s. Albert,+1664) 136. Der Sabbath ist vergangen( B.Schmolk, + 1737) 112 134. Der Tag ist hin( 3. A. Freylinghausen, + 1739) 109 Des frischen Lebens heit're Stimmen d ( G Knat) 330 42. 124. Die Abendsonne finket( c. v. 3inzendorf) Die armen Heiden( Knat) 237. 185. 228. Die Gnade des HErrn JEfu Chrift Die ihr die stillen Harfen noch( Hiller) 124a. Die Nacht ist vor der Thür( M. Görde) Die Sünden sind vergeben( viller) Die wir uns allhier beisammen finden 192. 60. ( v. Zinzendorf) 327. 313. 180. 19, 96. 272. 280. Seite. 354, 125. Dunkel ist die Nacht( Sybel) 115 185 80 113 106 + 79 58 Die Zeit eilt nach der Ewigkeit 269 Dies sind die heil'gen zehn Gebot' 257 Dir zu Füßen lieg' ich hier( G. Knak) 147 Draußen blüht und duftet( G. Knat) Du hast uns All' einst aufgenommen 18 ( Straube, 1841) 42 102 192 152 184 103 156 84 Du, HErr, verließeft einst( Car. Straube) 217 Du, HErr, kennst alle meine Werke ( Car. Straube) 220 Du heil'ger Finger( Maria Straube, t 10. März 1860) 306 103 Nro. 57. 24. Durch mancherlei Getümmel( C. Becker) Du schöne Lilie auf dem Feld'( C. I. Ph. Spitta) 337. Du Stern in allen Nächten( F. W. Krummacher) 243. Du weißt, HErr JEſu( Knat) 225. Ch' wir heute von einander gehen ( Dräger) 94. Eine Heerde und Ein Hirt( Fr. Aug. Krummacher) 63. Ein' feste Burg ist unser GOtt( Mart. 25. 13. 178. 232. 46. 324. 266. 81. 264. 331 294. 245. 283. 346. 353. 74. Luther, 18. Febr. 1546) Ein Gärtner geht im Garten( Mar v. Schenkendorf,+ 1817) Eines wünsch' ich mir vor( alb. Knapp) Eins ift noth( G. Knat) Eins ift noth und( Knat) Ein Wetter steiget auf( Aem. Juliane, + 1706) Einst kommst du prächtig wieder( Schöner) Endlich kommt einmal die Stunde ( Dräger) Er läßt mich nicht( F. Arndt) Er wischt all' meine Thränen( Carol. Straube) Erhalt' uns, HErr, bei Deinem( eather) Es ist in keinem Andern( Knat) Es soll mir gar nichts( Car. Str.) Es geht zur Hochzeit zu( Gräfin E. Julie, Schwarzburg- Rudolstadt) Es glänzet der Christen inwendiges Leben( Fr. Hiller) ♦ Fabre fort, fahre fort, 3ion( 3. E. Schmidt,+1745) Seite. 55 24 284 196 183 82 60 24 14 145 189 44 266 183 72 214 235 198 222 298 304 68 Nro. 297. Familien- Vesper( H. Schüße) 110. 239. 17. 342. 347. 223b. 293. 263. 265. 221. 163. 271. 295. 118. 189. 107. 238. 260. 114. 332 Freue dich, freue dich( G. Kuat) Freue dich, jauchze still( Knat) Freuet euch der schönen Erde( Spitta) Friedrich Wilhelm, Preußens König ( Arend) Fröhlich, fröhlich laßt uns sein( Maria Straube+) 142. Geduld! Geduld! wie lange wirds noch 23. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' ( P. Gerhardt) Geht nun heim in eure Hütten( Dräger) Geift des Glaubens( Spitta) 73. 54. 97. 139. ♦ mann, † 1715) Großer Immanuel( G. Knat) ♦ ♦ Gelobt sei Er, der dich und mich( Knat) Gestillt ist nun dein Sehnen( Knat) Gieb Fried', o frommer, treuer GOtt ( Schneegas,+ 1597) Gieb mir ein fröhlich Herz( E. Neumeister,+1756). ✦ Gieb, daß ich keinen Andern( Car. Str.) Gnad' und Heil und Friede( Mayfarth) Gnädig bist Du, voll Erbarm.( M. Görde) GOtt, der Vater, kröne( G. Knat) GOtt des Himmels und der( s. Albert) GOttes Gnad' ist uns( Knat) GOtteslamm( Knat) Großer GOtt von alten Zeiten( K. Neus + ♦ • Sabe deine Lust am HErrn( G. Knat) Hallelujah, Amen, Amen( Straube+) Hallelujah, HErr GOtt heil'ger Geist ( E. Luße) Seite. 238 93 193 17 290 299 115 23 182 233 214 214 180 132 217 235 99 154 90 192 211 96 68 53 85 114 333 Nro. 156. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 115. Hallelujah, schöner Morgen( 3. Krause, 143. 343. 14. 77. 207. † 1746) Halt' Du mich nur bei Deiner Rechten ( Fr. W. Krummacher) Haussegen( Kellners Leben) Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel( M. v. Schenkendorf) 234. Herbei, o ihr Gläubigen( Knat) 321. Herbei, o ihr Gläubigen 197. 153. HErr, der Du von Ewigkeiten HErr, Du haft uns reich gesegnet ( M. Görde) ♦ HErr, ich beweine( M. Görde) HErr JEsu Christ, Dich zu uns wend' ( Wilhelm II.,+ 1662) 318. HErr JEsu Christe, mein getreuer 118a. HErr JEfu, komm', sei unser Gast ( M. Görde) 214. HErr JEsu, schlafe nicht 259. 250. 275. HErr, nach Deines Geistes Regen( Knat) HErr, wir alle müssen sterben( Knat) Herzens- JEsu, komm'( Car. Str.) 40. Herzens- JEsu, nimm mich hin( Frdr. 2. Weibe,+1771). 52. Herz und Herz vereint zusammen ( N. L. v. Zinzendorf) 32. Hier steht mein Fuß, mein Auge( e. Becker) 286. Hilf, HErr JEsu, all' den Meinen ( FI. Knat,+ 1833) Himmelan geht uns're Bahn( B. Schmold) 11. Hinaus, hinaus in's Freie( Ferb. Arndt) 135. Hirte Deiner Schafe( B. Schmold) 28. Seite. 129 97 116 291 15 190 265 159 127 70 170 262 99 173 210 203 218 41 50 32 223 12 27 111 Nro. 75. 310. 261. 246. 348. 349. 129. 244. 84. 236. 339. 334 Ja HErr, aber doch( m. Görde) Ich bete an die Macht der Liebe ( Tersteegen) v. Zinzendorf) 105. Ich danke dir von Herzen( P. Gerhardt) Ich fühl's, ich bin entbunden( G. Knat) 227. Ich gehe nun zu Bette 173. 309. Ich ging unter Erlen( Gr. Reus) 61. Ich grüße dich aus weiter Ferne( Kuat) Ich hab' von ferne( nat) 231. 257. 168. Ich bin ein Pilger GOttes( Knat) Ich bin ein sel'ger Mensch( Knat) Ich bin ein armes Würmelein( v. Pfeil) Ich bin ein kleines Kindelein( n. L. Ich seh' das Sternenheer( G. Knat) Ich weiß, an wen ich glaube( Knat) Ich weiß noch keinen bessern( Woltersdorf) Ich will dich erheben( Knat) Ich will ein Kränzlein binden( Ludämilia Elisabeth, † 1672) 296. 188. Jerusalem, du hochgebaute( Meyfahrt) JEsu, Du allein, sollst( v. Pfeil,+1784) 118b. JEfu, Du haft uns gegeben( m. Görde) JEsu geh' voran( n. L. von Zinzendorf, + 1760) 4. JEfu, Gnadensonne( Knat) JEsu, meines Herzens Freud'( 3. Flitner,+1678) JEfu, wahres Brot des Lebens( 3. Frant, † 1677) 253. JEfus klopft an deines Herzens Pforte Seite. 69 255 212 199 300 300 89 141 184 253 58 188 105 197 75 . 191 287 236 153 99 5 209 137 170 ( Knat) 205 252. JEsus sei mit dir( Knat) 204 175. JEsus steht an deiner Thür( G. Knat) 143 Nro. 351. Jhr Eltern, gute Nacht! 193. 50. 278. 216. 215. 196. 70. 34. † 1640) 48 In der Hälfte meiner Tage( Car. Str.) 220 In die Segel sanft und linde In dieser schrecklichen Gefahr. 175 In GOttes Namen fahren( M. Heermann) In GOtt zu lieben und zu leben( Str.+) In JEsu Namen reif' ich aus( 3. Heermann) 9. 68. In JEsu Namen reif' ich fort( 2.v. Pfeil) Jft GOtt für mich, so trete( p. Gerhardt) 22. Keine Schönheit hat die( F. Scheffler) Keiner wird zu Schanden( G. Knat). Kennst du den Ort( G. Knat) Komm', ach komm', HErr JEsu( G. Knat) Komm', laß uns geh'n( G. Tersteegen,+ 1769) Kommt her, ihr theuren Seelen( Knat) Kommt, Kinder, laßt uns( G. Zersteegen) Krank bin ich sehr( Car. Str.) Lamm GOttes, unveränderlich( E. G. Woltersdorf). 360. 65. 194. 21. 256. 170. 282. 36. 301. 85. 335 121. Jhr Pilger aus der Ferne( M. Görde) In allen meinen Thaten( P. Flemming, 157. Lammes Blut! Du allein Laß Dich, HErr JEsu Christ( 3. Heermann,+ 1617) Laß endlich bei des Lammes Tisch ( F Rift,+ 1667) Laß mich Dein sein und bleiben( n. Selnecker) 276. 159. Laß mich in falscher Sicherheit( Ear. Str.) Laß, o JEfu, mir auf Erden( Costiel) Saffet mich voll Freuden( Neumeister) 79. Laffet uns mit JEsu ziehen( G. Knat) 316. Seite. 302 157 174 159 65 34 10 63 22 311 61 157 19 208 138 221 37 243 75 100 129 219 130 260 72 Nro. 206. 308. 279. 53. 117. 201. 222. 2. 341. 219. 176. 86. 235. 162. 60. 325. 251. 192. 273. 303. 350. 80. 167. 154. 6. 336 Laßt mich geh'n( G. Knat) Lebt wohl, ihr theuren Herzen( G. Knat) Lieber Vater in dem Himmel( Car. Str.) Liebster Heiland, nahe Dich( G. Tersteegen) Liebster JEsu, Deine Hände( M. Görde) Liebster JEfu, wir sind hier, Deinem ( Schmold) Liebster JEsu, wir sind hier, Dich und ( Clausnißen) Lobe den Herren, den mächtigen Rö nig( 3. Neander,+ 1680) Lobe den HErren, o meine Seele ( Herrnschmidt,+ 1723) Löwen, laßt euch wiederfinden ● . Mach' dich auf, armes, unbek. Herz ( G. Knal) Mach' dich auf und werde( M. Görde) Macht auf das Thor( Knat) Man lobt Dich in der( J. Rist,+1667) Marter GOttes, wer kann Dein ver= ● geffen( e. R. v. Zinzendorf). Mein Bethesda ist die Gnade Mein erster Blick( Knat) Mein Hauptgesuch( e. Hiller) Mein Heiland meint es( Car. Straube) Mein Heiland nimmt die Sünder an ( Lehr, † 1744) Seite. 169 252 220 52 98 Mein Heiland, daß ich ohne( Brüderges.) Mein Herz ist voller Freudigkeit( e. 2. F. Straube t) Mein JEsus ist mein Leben Meines Lebens beste( S. liscow,+1689) Mein Leben ist ein Pilgrimsstand ( Fr. A. Lampe, t 1729) 163 180 3 289 177 144 75 191 131 58 267 203 156 218 246 302 72 137 127 6 Nro. 298. 288. IT 329. 104. 78. 326. 328. 355. 109. 274. 100. 268. 312. 305. 269. 287. 337 160. 334. 102. 132. 123. Meine Seele geht voll Freud.( Neumeister) Mein liebster JEsu, Du bist kommen ( Car. Straube) Mein Schifflein geht behende( Dreger) Mein Tod ist durch den Tod( Straube+) Mert' Seele, dir das große Wort ( N. L. von Zinzendorf) Mir ist Erbarmung widerfahren( Fr. Hiller,+ 1769) Mit tausend Gaben( A. Knapp) Morgenstern auf finstre Nacht( Brorgs.) Morgenglanz der Ewigkeit( Chr. K. v. Rofenroth, 1689) Muß ich heiße Thränen w.( Car. Str.) Mutterherze, willst du klagen( G. Knat) ♦ Nach droben laß mich trachten( Car. Straube, t) Nach dem Sturme fahren wir Nach treu vollbrachtem Lebenslauf ( 3. Chr. E. Straube,+ 1849, 2. Nov.) Nichts, nichts ist an mir( Car. Str.). Nicht mehr, als meine Kräfte( Flor. Knat,+ 1833, 27. April) 158. 223. Nun danket Alle GOtt( M. Rinkart, † 1649) Nun GOtt Lob, es ist vollbracht( Schent) 137. Run HErr, gieb eine gute( Car, Str.) Nun hierzu sage Amen Nun JEsu, komm( Woltersdorf) • 22 Nun laßt uns geh'n und treten( klee) Nun noch von Herzen( M. Görde) 5. Nun ruhen alle Wälder( P. Gerhardt) Nun so gehe mit mir aus( Fr. A. Weihe) Nun wollen wir uns scheiden. 255. Nur einen Wunsch( Knat) 72. • Seite. 241 224 271 88 71 268 270 307 92 218 86 216 256 249 216 232 130 181 112 131 281 88 107 101 6 67 207 Nro. 88. 242. 51. 15. 362. O daß mein Herz ein Altar wär'( G.Knat) O daß mir allhier im Dunkeln 291. 127. Du mein liebster JEfu( A. Sybel) 233. O du selige, o du fröhliche( Knat) O du fröhliche, o du selige 299. 317. O frommer und getreuer GOtt 147. D Gerhardt, theu'rer GOttesmann 166. 133. 277. 212. 108. 76. 186. 90. 18. 122. 338 Ob auch die Wellen( Carol. Straube, + 11. September 1844). Ob Hügel weichen( Knat) O daß ich tausend Zungen hätte( S. Menger, geb. 1658) 320. 56. + + ( C. A. Fr. Straube,+) O Gnade, sei mir täglich ne neu( Chr. Gregor,+1801). O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein ( M. Schirmer,+ 1673) • O GOtteslamm, mein Element( E. G. Woltersdorf) geb. 1531) 4 12. O Vaterherz, o Licht und Leben( K. Seite. H. v. Bogazky) O was bin ich doch in JEsu( Knat) O wie lieblich ist's und fein( G. Knat) 77 195 49 311 226 104 190 242 261 120 135 107 O HErr, hindurch hilf mir( Car. Str., t) 219 O JEsu, sei Du unser Grund 172 O JEsu, süßes Licht( 3. Lange,+ 1744) 91 O mein JEsu, Du bist's werth( m. Görde) O Seele, fiehst du keine Spur O selig Haus, wo man Dich aufge= nommen( Spitta) O theu're Segensgaben( Fint) O Vater aller Frommen( B. Ringwaldt, 16 70 152 78 17 101 14 264 54 Nro. Seite. 190. O wie felig find( G. Knat) 155 145. O wie strahlt die Lebenskrone( G.Knat) 117 336. Reich des HErrn( Garve) 203. 217. 204. 339 144. 319. 20. 93. 323. 8. ♦ Rollet, ihr Donner( Woltersdorf) Ruft getroft, ihr Wächterstimmen Rüftet euch, ihr Christenleute. Schaß über alle Schäße( S. Liscow) 116 Schlage, JEsu, an mein Herz( Megander) 263 Schon regt sich's unter der erstarrten Hülle( G. Knat) 19 311. Schönster HErr JEfu( aus dem 12. Jahrhundert) 256 172. Schuld und Strafe sind erlasſen( Ph. Fr. Hiller,+1769) 141 213. Schwellet sanft, ihr weißen Segel ( A. Knapp) Seele, was ermüd'st du dich( 3. G. Wolff, t 1754). 283 165 176 167 ♦> 81 266 9 Segnet uns zu guter Leßt( v. Pfeil) Sei Du mir nur immer( Chr. Gregor) 66. Seid willkommen allzumal( M. Görde) 195. Set gelobt, HErr JEsu( G. Knat) 248. 62 158 + Sei getroft, betrübtes Herz( Knat) 201 285. Sei hochgelobet, GOttes Sohn( Car. Straube) 223 121. Sei hochgelobt in dieser( e. Laurenti, 1722). 112. Sei uns gegrüßt, du schöner Morgen ( Fröbing,+ 1805) 202. 254. Sente, o Vater, herab( Langbecker) Steh', es steht der Mann( Matth. Knat) 27. Sieh', wie die Lerche fröhlich( F. Arndt) 22* 172 101 95 164 206 26 Nro. 165. Sie jauchzet doch mit Freuden( Wol335. 171. 211. 35. 116. 262. 223 a. 357. 290. 177. 95. 315. 101. 220, 340 292. 128. 183. 372. 164. 149. tersdorf) So geht nun hin( Woltersdorf) So lange JEsus bleibt der HErr ( n. 8. v. Zinzendorf) Sonne der Gerechtigkeit Sonst hat dir mein Herz geschlagen ( H. Möwes) Speif uns, o GOtt, Deine Kinder ( J. Heermann) Stehet auf, ihr GOttesmänner( Knat) Steht auf, ihr lieben Brüder( Dräger) Stille Nacht, heilige Nacht! 4 191. 7. Unschäßbarer Heiland( E. G. Woltersdorf) 8 Unter Lilien fener Freuden( Allendorf) 155 Bater, blick in dieser( Straube, t) Vater unser im Himmelreich( Luther) Vater, weißt du's ganz gewiß( G. Knat) Verzage nicht, o Häuflein klein( G. Adolph, † 1632) Seite. 134 283 Trauert nicht um mich( Knat) 225 Trocknenur die heißen Thränen( G. Knat) 145 + 140 171 Wach' auf, Du Geist der ersten Zeugen( K. H. v. Bogasty, † 1774) Wachet auf, ruft uns die Stimme ( Ph. Nicolai,+ 1608). 35 98 213 181 307 ♦ 179 Vesper zur See( s. Schüße) 229 Viel tausend Sterne prangen( de Valenti) 105 Von Dir will ich nicht weichen( F. v. 83. Meyer) 150 Vorzeiger dieses ist Mein Unterthan 321 359 87 133 123 Nro. 146. Warum sollt' ich mich denn( P. Gerhardt) Was doch mein lieber HErr wird 289. 49. 302. 67. 44. 16. 140. 258. 266. 267. 71. 200. 181. 230. 105. 300. 227. 89. 210 341 304. 284. 210. 43. thun( Car. Straube) Was GOtt thut, das ist wohlgethan ( S. Rodigast,+ 1708). Was hätt' ich, hätt' ich JEsum( A. Moraht) Was macht ihr, daß ihr weinet( Spitta) Was schleich'st du mit des bangen ( G. Knat) Was soll ich fingen außer Dir( A. Knapp) Weil ich JEsu Schäflein bin( 2. v. Hayn, geb. 1724) Weine nicht, daß ich so früh( Knat) Weine nicht, liebes, theures, süßes Gerhardt) Wenn ich Ihn nur habe( Novalis) Wenn ich mich schlafen lege Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht ( Chr. F. Gellert, † 1769) Wenn Kummerthränen( 3. Chr. E. Straube,+1849) Wenn meine Seel' zum Heil( Car. Str.) Wenn mir Deines Blutes Kraft Wenn ob dem Sturm die stärksten ( G. Knat) 39. Wenn Seelen sich zusammen( G. Kuat) Herz( Kuat) Weine nicht, sie weilt( B. Str.) Weit durch die Lande und durch die Inseln( C. B. Garve) Wenn deinem Hauf' ein Gast Wenn GOttes Winde wehen( G. Knat) Wenn ich an Dein Erbarmen denke ( Knat) Wenn ich einmal soll scheiden( Paul 4 Seite. 118 224 47 245 63 43 16 115 210 215 216 67 162 148 186 89 242 184 77 248 222 171 43 40 Nro. 205. 48. 33. 359. 306. 45. 59. 31. 151. 174. 131. 29. 113. 358. 314. 338. 342 Wer ist der Braut( Woltersdorf).. Wer nur den lieben GOtt läßt walten 249. -10. ( G. Neumart,+ 1681) Wer nur mit seinem Gott Weil das Tagwerk nun gethan Wie dürftet meine Seel'( S. Chr. E. Straube,+1849) Wie finster auch die falschen( G. Knat) Wie freut sich doch mein ganzes( G.Knat) Wie groß sind Deine Werke( C. Becker) Wie herrlich ist die neue( A. Fritsch,+1701) Wie jauchzt und freu't sich( G. Knat) Wie ist der Abend so traulich( Spitta) Wie lieblich doch im dunk'len Wald ( F. Arndt) Wie süß in früher Morgenstund'( a. Knapp) 150. 111. 199. 184. Wie wird mir sein( G. Langbecker,+1843) 247. Wie wohl ist mir( Knat) 30. Wie schön leucht't uns der Morgenstern( Ph. Nicolai) Wie tönt um mich so süßer Schall ( J. M. Müller,+ 1814) Wie? war mein Paß( v. Pfeil) + Wie Wolke dort auf Wolke drohend ( F. Arndt) Wir fahren in den tiefen Schacht Wir glauben all'an Einen GOtt( Luther) Wo findet die Seele die Heimath der Ruh' Wo find' ich Worte( Knat) Wohl dem, der GOtt zum Führer hat ( K. v. Bogasty) 41. Wohl ift's ein zartes, wundervolles Leben( G. Knat) ♦ Seite. 168. 46 33 308 249 43 57 31 125 142 107 28 96 124 94 161 151 200 29 307 258 286 202 11 41 Nro. 152. 62. 64. 58. 82. 343 + 353. 99. 3euch hin, mein Kind( G. Knat) Zeuch hin in Gottes Himmel( a, Böttcher) Zeuch mit mir, Immanuel( G. Knal) Zieht in Frieden eure Pfade( G. Knat) Zimmermannsspruch( Görde) 331. 330. Womit soll ich Dich wohl loben( 2. 2. Gotter,+ 1735) Wort des Lebens, laut're Quelle( Spitta) Wunderbarer König( J. Neander) ➜ Seite: + 126 59 61 275 Zufrieden streu' ich diesen Samen 72 ( Inhalt des 10. Anhangs siehe S. 320.) Sachregister. 1) Anbetung, Lob und Dank: Nro. 1. 2. 3. 37. 51. 64. 139. 152. 156. 158. 161. 162. 249. 283. 284. 285. 288. 341. 2) Gebet: Nr. 4. S. 15. 122. 155. 157. 159. 163. 166. 179. 182. 183. 187. 188. 207. 218. 221. 275. 276. 277. 281, 286. 293. 314. 319. 328. 86 303 56 74 3) Chriftliche Gemeinschaft: Nr. 38. 39. 52, 53. 56. 60. 69. 71. 181. 193. 211. 212. 224. 334. 335. 347. 4) 3um Abschied: Nr. 67. 72. 82. 153. 160. 185. 223. 223, a) und b). 225. 226. 308. 5) Liebesgrüße: Nr. 61. 66. 252. 255. 263. 278. 6) Reiselieder: Nr: 5. 6. 7. 9. 10. 11, 12, 33. 34. 55. 57. 58. 59. 79. 170. 196. 197. 198. 199. 309. 7) 3ur See: Nr. 213. 214. 215. 216. 292. 312. 326. 8) Heimathslied: Nr. 35. 9) JEsuslieder: Nr. 22. 25. 36. 40. 76. 83. 84. 139. 140. 141. 144. 150. 167. 168. 171. 174. 175. 180. 210. 230. 240. 245. 246. 298. 301. 311. 10) Des Christen Sehnsucht: Nr. 13. 14. 126. 127. 145. 231, 259, 271, 272, 289. 291. 306. 340. 346. 362. 11) Frühling: Nr. 16. 18. 19. 20. 21. 28. 41. 345. 12) Die Schönheit der Natur: Nr. 17. 27, 29, 31, 32, 89, 111, 13) Sommer: Nr. 23. 24. 26. 14) Gewitter und Sturm: Nr. 30. 43. 44. 45. 46, 203. 15) Herbst: Nr. 42. 91, 16) Winter: Nr. 92. 344 17) Chriftliche Geduld, Ergebung, Vertrauen und Eroft: Nr. 47. 48. 49. 50, 63, 68. 70. 75, 80. 81. 83. 146. 177. 248. 273. 274. 287, 304, 342. 361. 18) Luft am HErru: Nr. 54. 154. 300. 302. 339, 350, 354. 19) Frage und Nath: Nr. 65. 78. 186. 241. 360. 20) Haussegen: Nr. 85. 90. 200. 297. 343. 21) Ermunterungs- und Wächterlieder: Nr. 74. 93, 142. 143, 149, 176. 204. 217. 219. 220. 253. 262. 268. 22) Christliche Volkslieder: Nr. 73. 190., 206, 236, 257, 260.261. 309, 310. 329. 332. 338. 23) Wort GOttes: Nr. 62. 148. 294. 313. 352. 24) Buße: Nr. 77. 178. 192. 208. 232. 243. 254, 256, 269. 270. 280. 282. 303. 333. 348. 25) Glaube: Nr. 133. 169. 172. 173. 242. 244. 247. 314. 320. 26) Die Kirche Chrifti: Nr. 165. 203. 228. 295. 27) Missions- und Festlieder: Nr. 86. 87. 94. 164. 194. 195. 233. 234. 235. 237. 238. 299, 307, 336. 337. 28) Taufe: Nr. 96. 97. 201. 316. 29) Beichte und Abendmahl: Nr. 209. 317. 318. 30) Trauung und Hochzeit: Nr. 95. 118, a) b), 189, 202, 239. 31) Geburtstag: Nr. 98. 110. 32) Troft beim Sterben: Nr. 99. 100. 102. 103. 104. 105. 106. 250. 255. 265. 266. 267, 290. 351. 353. 33) Blicke in die wigkeit: Nr. 101. 151. 184. 191. 264. 279. 296. 305. 320. 34) Morgenlieder: Nr. 107. 108. 109. 112. 113, 114, 115.251. 35) Tischlieder: Nr. 116. 117. 118. 119. 120. 121. 36) Abendlieder: Nr. 123. 124. 124, a). 125. 128. 129. 130. 131. 132. 134. 135. 136. 137. 227. 344. 359. 37) Weihnacht: Nr. 321. 355. 356. 357. 38) Jahresanfang: Nr. 322. 39) Jahresfchluß: Nr. 323. 40) Bei besonderen Beranlaffungen: Nr. 147. 229. 325, 327. 330. 331. 358. 41) Kinderlieder: 349. 355. Die Melodien zum Reisepsalter mit Klavierbegleitung ent hält die Reiseharfe, welche ebenfalls im Berlage ber Bibel: Gesellschaft erschienen ist. Viele Melodien des 9ten Anhangs stehen in den Liedern zur Ehre des HErrn, von denen jedes Heft 2 Sgr. kostet. O HErr, hilf! O HErr, laß wohlgelingen! Psalm 118, 25. Galvanotypirt und gedruckt bei 3. F. Steinhaus in Barmen. - Das Leiden und Sterben unseres HErrn und Heilandes JEsu Christi mit paffenden Liederversen zum gesegneten Gebrauch in der heiligen Passionszeit. Christe, Du Lamm GOttes, der Du trägest die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm GOttes, der Du trägest die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm GOttes, der Du trägest die Sünde der Welt, gieb uns Deinen Frieden! Amen. So spricht der HErr: Schauet doch und sehet, ob auch ein Schmerz sei wie Mein Schmerz, der Mich getroffen hat! ¹) Große Farren haben mich umgeben. 2) Ich sprach zu ihnen: Gefällt es euch, so bringt her, wieviel Sch gelte; wo nicht, so laffet es anstehen: und sie wogen dar, wie viel Ich galt, dreißig Silberlinge. 3) Es treten frevle Zeugen auf, die zeihen Mich, deß Ich nicht schuldig bin. 4) Ich muß bezahlen, das Ich nicht geraubet habe. 5) Ich bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten Mein und schütteln den Kopf. 6) Dafür, daß Ich sie liebe, sind sie wider Mich, Ich aber bete. 7) Ich hielt Meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und Meine Wangen denen, die mich rauften; Mein Angesicht verbarg Ich nicht vor Schmach und Speichel. 8) So bin Ich ge1) Klagelieder 1, 12. 2) Psalm 22, 13. 3) 3acharias 11, 12. 4) Pi. 35, 11. 5) P. 69, 5. 6) P. 22, 7. 8. 7) Pf. 109, 4. 8) Jesaia 50, 6. 1 schlagen im Hause derer, die Mich lieben.) Ich bin ausgeschüttet wie Waffer, alle Meine Gebeine haben sich zertrennet, Mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben und Meine Zunge klebet an Meinem Gaumen. Sie haben Meine Hände und Füße durchgraben. Ich möchte alle Meine Gebeine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an Mir. Sie theilen Meine Kleider unter sich und werfen das Loos um Mein Gewand. 10) Die Schmach bricht Mir Mein Herz. 1¹) Ich warte, ob es Jemand jammere, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber Ich finde feine. Und sie geben Mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst. 12) Ja, Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden und hast Mir Mühe gemacht in deinen Missethaten. 18) HErr, HErr GOtt, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue: Der Du bewahrest Gnade in tausend Glied und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, vor welchem Niemand unschuldig ist, 14)- gehe nicht in's Gericht mit deinen Knechten, 15) sei Du uns Sündern gnädig, 16) heile Du uns, HErr, so werden wir heil; hilf Du uns, so ist uns geholfen, 17) befehre Du uns, so werden wir bekehret; denn Du, HErr, bist unser GOtt! 18) Amen. Amen. D, Lamm GOttes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet: All Sünd' hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen: Erbarm' Dich unser, o JEsu, JEsu! Psalm 22, 15-19. 11) Psalm 69, 21. 13) Jefaia 43, 24. 14) 2 Mofe 34, 16) Luca 18, 13. 17) Serem. 17, 14, 9) Zacharias 13, 6. 10) 12) Psalm 69, 21. 22. 6. 7. 15) Píalm 143, 2, 18) Jerem. 31, 18. Erster Abschnitt. ( Palmsonntag.) St. Marci 14, 1-9, oder St. Matth. 26, 1-13. Und nach zween Tagen war Ostern und die Tage der süßen Brote. Und die Hohenpriester suchten, wie sie JEsum mit List griffen und tödteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, daß nicht ein Aufruhr im Volt werde. Und da Er zu Bethanien war in Simonis des Aussäßigen Hause, und saß zu Tische, da kam ein Weib, die hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas und goß es auf Sein Haupt. Da waren etliche, die wurden unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben, und dasselbe den Armen geben, und murreten über sie. JEsus aber sprach: Laßt sie mit Frieden; was bekümmert ihr fie? Sie hat ein gutes Werk an Mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun; Mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie fonnte. Sie ist zuvor gekommen, Meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, Ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, das sie jetzt gethan hat. Mel.: Liebster JEsu, wir sind hier. - Nun, so bleibt es fest dabei: JEsus soll es fein und bleiben, dem ich lebe, deß ich sei, nichts soll mich von IJEsu treiben; Du wirst, JEsu! mich nicht lassen, ewig will ich Dich umfassen. Marci 14, 10-19, oder Matth. 26, 14-25. Und Judas Ischarioth, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, daß er Ihn verriethe. Da sie das höreten, wurden sie froh und verhießen ihm das Geld zu geben. Und er suchte, wie er Ihn füglich verriethe... Und am ersten Tage der süßen Brote, da man das Osterlamm opferte, sprachen Seine Jünger zu Ihm: Wo willst Du, daß wir hingehen und bereiten, daß Du das Osterlamm essest? Und Er fandte Seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Waffer; folget ihm nach. Und wo er eingehet, da sprechet zit dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist das Gasthaus, darinnen Ich das Osterlamm effe mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der gepflastert und bereitet ist; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger gingen aus, und kamen in die Stadt, und fanden es, wie Er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach JEsus: Wahrlich, Ich sage euch, einer unter euch, der mit Mir isset, wird Mich verrathen. Und sie wurden traurig und sagten zu Ihm, einer nach dem andern: Bin ich's? Und der andere: Bin ich's? Mel.: Nun ruhen alle Wäser. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll'! Die Geißeln und die Banden und was Du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel'. Marci 14, 20-25, oder Matth. 26, 26-29. Er antwortete und sprach zu ihnen: Einer aus den Zwölfen, der mit Mir in die Schüssel tauchet. Zwar des Menschen Sohn gehet hin, wie von Ihm geschrieben stehet; wehe aber dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre demselben Und Menschen besser, daß er nie geboren wäre. indem sie aßen, nahm JEsus das Brod, dankte und brach es, und gab es ihnen und sprach: Nehmet, effet; das ist Mein Leib. Und nahm den Kelch und dankte, und gab ihnen den, und sie tranken alle daraus. Und Er sprach zu ihnen: Das ist Mein Blut des neuen Testaments, das für Viele vergoffen wird. Wahrlich, Ich sage euch, daß Ich hinfort nicht trinken werde vome 4 Gewächs des Weinstocks, bis auf den Tag, da Ich es neu trinke in dem Reich GOttes. Mel.: Nun laßt uns den Leib begraben. HErr JEsu Christ, Dein theures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, daß labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein.- Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor GOtt besteh'n und zu der Himmelsfreud' eingeh'n. Marci 14, 26-36, oder Matth. 26, 30-12. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Delberg. Und JEsus sprach zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an Mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe werden sich zerstrenen. Aber nachdem Ich auferstehe, will Ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber sagte zu Ihm: Und wenn fie sich alle ärgerten, so wollte doch ich mich nicht ärgern. Und JEsus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du Mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit Dir sterben müßte, wollte ich Dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten fie alle. Und sie kamen zu dem Hofe, mit Namen Gethsemane. Und Er sprach zu Seinen Jüngern: Setet euch hier, bis Ich hingehe und bete. Und nahm zu sich Petrum und Jacobum und Johannem; und fing an zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; enthaltet euch hier, und wachet. Und ging ein wenig weiter, fiel auf die Erbe, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge; und sprach: Abba, Mein Vater, es ist Dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht was Ich will, sondern was Du willst. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen GOttes Zorn und Eiser trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat Dein Sterben hingelegt. Marci 14, 37-42, oder Matth. 26, 43-46. Und kam und fand sie schlafend; und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermöchtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Und ging wieder hin und sprach dieselben Worte; und kam wieder, und fand sie aber mal schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie Ihm antworteten. Und Er kam zum dritten Mal, und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf, laffet uns gehen; siehe, der Mich verräth, ist nahe. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. JEfu, meines Lebens Leben, JEsu, meines Todes Lod! der Du Dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausend Mal sei Dir, liebster JEsu! Dank dafür. 3 weiter Abschnitt. ( Gründonnerstag.) Marci 14, 43-50, oder Matth. 26, 47-56. Und alsobald, da Er noch redete, kam herzu Jubas, ber Zwölfen einer, und eine große Schaar mit ihm, mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Aeltesten. Und der Verräther hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich füssen werde, der ist es, den greifet und führet Ihn gewiß. Und da er kam, trat er bald zu Ihm und sprach zu Ihm: Rabbi, Rabbi! 6 0 und küssete Ihn. Einer aber von denen, die dabei standen, zog sein Schwerdt und schlug des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm ein Ohr ab. Und JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Shr seid ausgegangen, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, Mich zu fangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehret, und ihr habt Mich nicht gegriffen. Aber auf daß die Schrift erfüllet werde. Und die Jünger verließen Ihn alle und flohen. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ich will hier bei Dir stehen, verachte mich doch nicht; von Dir will ich nicht gehen, wenn Dir Dein Herze bricht. Wenn Dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich Dich fassen in meinen Arm und Schook. Marci 14, 51. 52. Und es war ein Jüngling, der folgte Ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. bi Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor GOtt besteh'n, wenn ich zum Himmel werd' eingeh'n. Marci 14, 53-64, oder Matth. 26, 57-66. Und sie führten JEfum zu dem Hohenpriester, dahin zusammen gekommen waren alle Hohenpriester und Aeltesten und Schriftgelehrten. Petrus aber folgte Ihm nach von ferne, bis hinein in des Hohenpriesters Palast; und er war da und saß bei den Knechten und wärmte sich bei dem Licht. Aber die Hohenpriester und der ganze Rath suchten Zeugniß wider JEsum, auf daß sie Ihn zum Tode brächten, und fanden nichts. Viele gaben falsches Zeugniß wider Ihn, aber ihr Zeugniß stimmte nicht überein. Und etliche standen auf und gaben falsches Zeugniß wider Ihn und sprachen: Wir haben gehöret, daß Er sagte: Ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter ste, und fragte JEsum, und sprach: Antwortest Du nichts zu dem, das diese wider Dich zeugen? Er aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte Ihn der Hohepriester abermal und sprach zu Ihm: Bist Du Christus, der Sohn des Hochgelobten? JEsus aber sprach: Ich bin's. Und ihr werdet sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen mit des Himmels Wolken. Da zerriß der Hohepriester seinen Rock und sprach: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Ihr habt gehöret die Gotteslästerung; was dünket euch? Sie aber verbammten Ihn alle, daß Er des Todes schuldig wäre. Herzliebster JEfu, was hast Du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen, was ist die Schuld? in was für Missethaten bist Du gerathen?- Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben Dich geschlagen. Ich, ach HErr JEsu! habe dies verschuldet, was Du erduldet. Marci 14, 65, oder Matth. 26, 67, 68. Da fingen an etliche Ihn zu verspeien und zu verdecken Sein Angesicht, und mit Fäusten zu schlagen und Ihm zu sagen: Weissage uns. Und die Knechte schlugen Ihn in's Angesicht. Mel: Herzlich thut mich verlangen. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist Du so bespeit! Wie bist Du so erbleichet! Wer hat Dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't? Marci 14, 66-72, oder Matth. 26, 69-75. Und Petrus war danieden im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde eine. Und da fie fah 8 Petrum sich wärmen, schauete sie ihn an und sprach: Und du warest auch mit dem JEsu von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich kenne Ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähete. Und die Magd sah ihn, und hob abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser ist der'r einer. Und er leugnete abermal. Und nach einer kleinen Weile sprachen abermal zu Petro, die dabei standen: Wahrlich, du bist der'r einer; denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache lautet gleich also. Er aber fing an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und der Hahn krähete zum andern Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das JEsus zu ihm sagte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du Mich dreimal verleugnen. Und er hob an zu weinen. Mel.: Freu' dich febr, o meine Seele. Fließt, ihr Augen, fließt von Thränen und beweinet eure Schuld, brich, mein Herz, von Seufzen, Stöhnen, weil ein Lämmlein in Geduld nach Jerusalem zum Zod, ach, zum Tod für deine Noth und der ganzen Welt hinwandelt; denk', ach wie hast du gehandelt! Marci 15, 1-5, oder Matth. 27, 1-14. Und bald am Morgen hielten die Hohenpriester einen Rath mit den Aeltesten und Schriftgelehrten, dazu der ganze Rath, und banden JEsum und führeten Ihn hin und überantworteten Ihn Pilato. Und Pilatus fragte Ihn: Bist Du ein König der Juden? Er antwortete aber und sprach zu ihm: Du sagest es. Und die Hohenpriester beschuldigten Ihn hart. Pilatus fragte Ihn abermal und sprach: Antwortest Du nichts? Siehe, wie hart sie Dich verklagen. JEsus aber antwortete nichts mehr, also, daß sich auch Pilatus verwunderte. Mel.: Wenn meine Sünd'n mich fränken. Wunder ohne Maaßen, wenn man's betrachtet recht, es hat Sich martern lassen der 9 HErr für Seine Knecht'; es hat Sich Selbst der wahre GOtt für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. Marci 15, 6-15, oder Matth. 27, 15-26. Er pflegte aber ihnen auf das Osterfest einen Gefangenen los zu geben, welchen sie begehrten. Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührischen, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie erpflegte. Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden los gebe? Denn er wußte, daß Ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Aber die Hohenpriester reizten das Volk, daß er ihnen viel lieber den Barabbas lcs gäbe. Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr denn, das ich thue dem, den ihr beschuldigt, er sei ein König der Juden? Sie schrieen abermal: Kreuzige Ihn! Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat Er Uebles gethan? Aber sie schrieen noch viel mehr: Kreuzige Ihn! Pilatus aber gedachte dem Volk genug zu thun, und gab ihnen Barabbas los, und überantwortete ihnen JEfum, daß Er gegeißelt und gekreuziget würde. Mel.: Freu' vich febr, o meine Seele. Laßes dirzu Herzen geben, beff're und bekebre dich; wer kann diese That ansehen, ohne tief zu beugen sich? JEsus steht an uns'rer Statt; was der Mensch verdienet hat, büßet JEsus und erduldet, was der Sünder hat verschuldet. Dritter Abschnitt. ( Charfreitag.) St. Marci 15, 16-18, oder Marth. 27, 27-29. Die Kriegsfnechte aber führten Ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Schaar; und zogen Ihm einen Purpur an und flochten eine dornene Krone und setzten sie Ihm auf; und fingen an Ihn zu grüßen: Gegrüßet seist Du, der Juden König! 10 Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, JEsu, der Du selbst gebüßet das, womit ich Dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knie'n und liegen soll an dem Kreuze, da Du stirbest und um meine Seele wirbest. Marci 15, 19-22, oder Matth. 27, 30-34. Und schlugen Ihm das Haupt mit dem Rohr, und verspeieten Ihn, und fielen auf die Knie, und beteten Ihn an. Und da sie Ihn verspottet hatten, zogen sie Ihm den Purpur aus und zogen Ihm Seine eigenen Kleider an, und führeten Ihn aus, daß fie Ihn freuzigten. Und zwangen einen, der vorüber ging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Felde tam( der ein Vater war Alexandri und Ruft), daß er Ihm das Kreuz trüge. Und sie brachten Ihn an die Stätte Golgatha, das ist verdolmetschet Schädelstätte. Vorige Melodie Folge denn zur Schädelstätte deinem JEfu traurig nach, aber auf dem Wege bete, bet im Geist mit Beh und Ach: daß der Vater auf Sein Kind, als den Bürgen für die Sünd', sehen woll' und Sich erbarmen über dich Elenden, Armen. Marci 15, 23-26, oder Matth. 27, 35-37. Und sie gaben Ihm Myrrhen in Bein zu trinten; und Er nahm's nicht zu Sich. Und da sie Ihn gefreuzigt batten, theilten sie Seine Kleider und warfen das Loos darum, welcher was überfäme. Und es war um die dritte Stunde, da sie Ihn freuzigten. Und es war oben über Ihm geschrieben, was man Ihm Schuld gab, nämlich: ein König der Juden. Mel.: Herzliebster JEfu, was hast Du verbrochen? Ach, großer König! groß zu allen Zeiten; wie kann ich g'nugsam solche Zreu' ausbreiten? 11 Kein menschlich Herz vermag dies auszudenken, was Dir zu schenken. Marci 15, 27-33, ober Matth. 27, 38-45. Und sie freuzigten mit Ihm zween Mörder, einenzu Seiner Rechten und einen zur Linken. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und die vorüber gingen, lästerten Ihn und schüttelten ihre Häupter und sprachen: Pfui Dich, wie fein zerbrichst Du den Tempel und baueft ihn in dreien Tagen. Hilf Dir nun selber und steig' herab vom Kreuz. Desselbigen gleichen die Hohenpriester verspotteten Ihn unter einander, sammt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann Sich Selber nicht helfen. Ist Er Christus und König in Israel, so steige Er nun vom Kreuz, daß wir sehen und glauben. Und die mit Ihm gefreuziget waren, schmäheten Ihn auch. Und nach der sechsten Stunde ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde. Mel.: Ich hab' mein' Sach' GOtt beimgestellt. ( Erschrecklich, daß der HErr erbleicht der Herrlichkeit, dem Niemand gleicht, der Lebensfürft! Die Erde kracht und es wird Nacht, weil GOttes Sohn wird umgebracht.) Marci 15, 34-37, oter Matth. 27, 46-50. Und um die neunte Stunde rief JEsus laut und sprach: Eli, Eli, lama ajabthani? das ist verdolmetschet: Mein GOtt, mein GOtt, warum hast Du Mich verlassen? Und etliche, die dabei standen, da sie das höreten, sprachen: Siehe, Er ruft den Elias. Da lief einer und füllete einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte Ihn und sprach: Halt, laßt seben, ob Elias komme und Ihn herabnehine. Aber JEsus schrie laut und verschied. ( Stilles Gebet während dreimaligen Anschlagens der Betgloce.) Mel.: Auf meinen lieben GOtt. - D mein HErr JEsu Christ, der Du so 12 g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ew'ge Himmelreiche: Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt' ich Dich; bilf mir am legten Ende, nimm mich in Deine Hände, daß ich selig abscheide zur ew'gen Himmelsfreude! Marci 15, 38. 39, oder Matth. 27, 51-54. Und der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabei stand gegen Ihm über, und sah, daß Er mit solchem Geschrei verschied, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch ist GOttes Sohn gewesen. Mel.: Christus, der uns selig macht. ( D hilf, Christe, GOttes Sohn! durch Dein bitter Leiden, daß wir, Dir stets unterthan, all' Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken.) Marci 15, 40-47, oder Matth. 27, 55-61. Und es waren auch Weiber da, die von ferne solches schaueten, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Ihm auch nachgefolget, da Er in Galiläa war, und gedienet hatten; und viele andere, die mit Ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren. Und am Abend, dieweil es der Rüfttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, ein ehrbarer Rathsherr, welcher auch auf das Reich GOttes wartete; dieser wagte es und ging hinein zu Pilato und bat um den Leichnam JEsu. Pilatus aber verwunderte sich, daß Er schon todt war; und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob Er längst gestorben wäre. Und als er es erfundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam. Und er faufte eine Leinwand, und nahm Ihn ab, und wickelte Ihn in die Leinwand, und legte Ihn in ein Grab, das war in einen Fels gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes 13 Thür. Aber Maria Magdalena und Maria Joses schaueten zu, wo Er hingelegt ward. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. Liebe, die Sich todt gekränket und für mein erkalt'tes Herz in ein kaltes Grab versenket, ach, wie dank' ich Deinem Schmerz! Habe Dank, daß Du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben. Nimm mich, liebster JEsu! an. Vierter Abschnitt. ( Der große Sabbath.) St. Lucä 23, 54-56. Und es war Rüsttag und der Sabbath brach an. Es folgten aber die Weiber nach, die mit Ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschaueten das Grab und wie Sein Leib gelegt war. Sie kehrten aber um und bereiteten Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. Mel.: Nun laffet uns den Leib begrab'n. Der Du, HErr JEsu, Ruh' und Rast in Deinem Grab gehalten hast, daß wir auch in Dir ruhen all' und unser Leben Dir gefall': Verleih', o HErr! uns Kraft und Muth, die Du erkauft mit Deinem Blut, und führ' uns zu des Himmels Licht vor Deines Vaters Angesicht. Wir danken Dir, o GOttes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; ach laß uns Sündern Deine Pein den Eingang in das Leben sein! Jefaias 53, 4-12. Fürwahr, Er trug unsere Krankheit und lud auf Sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten Ihn für den, der geplaget und von GOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber Er ist um unsrer Missethat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten und durch 14 Seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Frre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünden auf Jhn. Da Er gestraft und gemartert ward, that Er Seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will Seines Lebens Länge ausreden? Denn Er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da Er um die Missethat meines Volkes geplaget war. Man bestimmte Ihm bei Gottlosen Sein Grab, aber bei einem Reichen war Er nach Seinem Tode, wiewohl Er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in Seinem Munde gewesen ist. Aber der HErr wollte Ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn Er Sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird Er Samen haben, und in die Länge leben, und des HErrn Vornehmen wird durch Seine Hand fortgehen. Darum, daß Seine Seele gearbeitet hat, wird Er Seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch Sein Erkenntniß wird Er, mein Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Darum will Ich Ihm große Menge zur Beute geben und Er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß Er Sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Ulebelthätern gleich gerechnet ist, und Er Vieler Sünde getragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ich danke Dir von Herzen, o JEsu, liebster Freund! für Deine Todesschmerzen, da Du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu', und wenn ich nun erkalte, in Dir mein Ende ſei. Johannis 1, 29. Siehe, das ist GOttes Lamm, welches der Welt Sünde trägt! 15 Lamm GOttes, unschuldig am Stamme des Kreuzes geschlachtet, all'zeit erfunden geduldig, wiewohl Du wareft verachtet: All' Sünd' hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns Deinen Frieden, o JEsu, JEsu! Offenbarung Joh. 5, 12. Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichthum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. Tausendmal sei Dir gesungen, liebster JEsu! Preis und Ruhm, daß Du Höll' und Tod bezwungen; nun bin ich Dein Eigenthum und Du meine Freud' und Wonn'. Möcht' ich Dich, o schönste Sonn', bald in Deiner Krone sehen; komm! Dein Leiden ist geschehen! Der HErr spricht: Siehe, Ich komme bald und Mein Lohn mit Mir, zu geben einem Jeglichen, wie seine Werte sein werden. Ich bin das A und das D, der Anfang und das Ende, der Erste und der Lette. Ja, Ich komme bald! Amen. Ja, komm, HErr JEsu! Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Zod soll leiden, so tritt Du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft Deiner Angst und Pein. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn Dein Bilde in Deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach Dir blicken, da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! - 16 Offenb. Johannis 7, 9-17. Darnach sabe ich, und siehe, eine große Schaary welche Niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl ste= hend und vor dem Lamm, angethan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei Dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm GOtt und dem Lamm! Und alle Engel standen um den Stuhl und um die Aeltesten und um die vier Thiere, und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht und beteten GOtt an, und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm GOtt, von Ewigteit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Aeltesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese, mit weißen Kleidern angethan? Und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die gekommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl GOttes und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel. Und der auf dem Stuhl sißt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürften; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne, oder irgend eine Hiße. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen; und GOtt wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan 2 15 44 17 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 4 B.I.G. Black