S 222 MEGET FERNÁN LASKEMON ARTE perth RECREEREE OFFER PER SUPER HERO FORS * pter 181 49 Gb 1645 32. LUTHERAN WORLD FEDERATION STUDY CENTER Berchtesgaden, D. P. Camp" Insula" Gesangbuch Müx Gemeinden des Evang.- Lutherischen Bekenntniſſes. Herausgegeben von der Allgemeinen Ev.- Luth. Synode von Ohio und andern Staaten. ( COPYRIGHT SECURED.) Vierzehnte Auflage. Columbus, Ohio: Butherische Verlagshandlung. Gb 1645 Univ.- Bibl. Giessen Vorwort. Daß die chriftliche Kirche das reine Bekenntniß des gött lichen Wortes auch in ihren Liedern haben soll, wird von jedem erleuchteten Christen wohl erkannt. Solche Lieder sind dem Herzen des Gläubigen ein heiliges Bedürfniß, und ihr Gebrauch ist ihm heilige Pflicht. Weil nun der Gebrauch reiner Lieder, sowohl für die Kirche insgemein, wie auch für den einzelnen Christen, ein öffentliches Bekenntniß des reinen Wortes Gottes ist, so hat sich denn auch in der Allgemeinen, Evangelisch- Lutherischen Synode von Ohio und andern Staaten, durch Gottes erleuchtende Gnade, schon im Jahr unsers Herrn 1864 der Wunsch nach einem entsprechenden Gesangbuche in dem Beschluß kundgegeben: Daß die Synode die Herausgabe eines rein lutherischen Gesangbuches mit unverändertem und unverwässertem Tert vor die Hand nehmen möge u. s. w. Demgemäß warb eine Committee zur Ausarbeitung einer Gesangbuchs- Vorlage bestimmt, bestehend aus: G. Cronenwett, W. F. Lehmann, M. Loy, E. Schmid, F. A. Herzberger. Diese Committee hat, wenn auch nur unvollkommen, threr Pflicht nachzukommen gestrebt, und zwar im Einklang mit der Anweisung der Synode, wie nicht nur die Vorlage, sondern auch das nun erscheinende Gesangbuch zeigt. Nur hie und da hat sie sich, des bes sern Verständnisses wegen, kleine Veränderungen erlauben müssen, wo etwa bei Unerfahrenen Mißverständnisse vor ( III) N Borwort fommen möchten; oder auch zuweilen allzu ungewohnter Ausbrudsweise und Bärten in den Reimen ein wenig nachzuhelfen, doch ohne sich zu erkühnen, den Sinn zu ändern oder gar abzuschwächen. So hat sie den Gemeins den manche Lieder zugänglich gemacht, welche sie, um obis ger Ursachen willen, entweder gar nicht oder nur ungern bätte aufnehmen können. Es möchten aber auch da und bort Abweichungen vorkommen, weil der Committee manchmal das Original fehlte und sie sich deshalb mit der vorliegenden Lesart begnügen mußte; denn auch in den ältern Gesangbüchern finden sich schon kleine Abweichungen. Mit Ausnahme der genannten Fälle wird man die Lieder dieses Buchs fast durchgängig ganz unverändert hier wieder finden, alle aber gewißlich unverwässert und dem reinen Bekenntniß des Wortes Gottes getreu. Einigen Liedern, in welchen fremde oder ganz veraltete Ausdrücke vorkommen, sind nothdürftige Erklärungen in Randglossen beigefügt. Bei den angegebenen Liederdichtern findet man auch deren Geburtsjahr angezeigt, so gut sich solches ermitteln ließ. Die Gesangbuchs- Vorlage erschien im Jahr des Herrn 1867 zur Prüfung im Probebrud, worauf, einem Synobal- Beschluß vom Jahr 1868 gemäß, zu den bereits gewählten noch einige alte und etliche neuere Lieder aufges nommen wurden. Da nun aber in unserer Zeit, besonders hier zu Lande, etliche alte Melodien oder deren Bezeichnung vielen unserer Rirchfinder gänzlich unbekannt sind, so ist auch ein Melobien- Regifter beigefügt worden, welches zeigt, daß alle Lies ber, bie barin bei einer und derselben Nummer stehen, nach irgend einer unter dieser Nummer angegebenen Melodie Berwort. gefungen werden können. Sonach kann man leicht die befanntefte oder passendste Melodie sich wählen. Es ift bas bei nur noch zu bemerken, daß die über jedem Liebe ange gebene kleinere Nummer( d. i. die Nummer der Melodie) in's Liederregister verweist, welches auch dort bie Nummer der Melodie angibt. Der Anhang enthält einige Zugaben, die nach Anweis sung der Synode dem Gesangbuch beigegeben worden und deren Gebrauch und Nußen keiner näheren Andeutungen bedarf. Die Beifügung des Psalmen- Registers ist jedoch eine spätere Zugabe, die auf Wunsch einiger Glieder der Committee gemacht ward. Der Dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heil. Beift, wolle nun diese Arbeit, und die gläubigen Opfer der Lippen, die nach Anleitung dieses Buches Ihm gebracht werden, sich in Gnaden gefallen lassen, und Seinen Segen dazu geben, daß viele Seelen durch unser geringes Werk im wahren Glauben erbauet werden, und Ihm, dem allein wahren Gott, allein die Ehre geben mögen. Im Auftrag der Ev. Luth. Synode von Ohio u. a. St., Die Gesangbuchs- Committee. Columbus, Ohio, im Februar A. D. 187C. Inhalts- Berzeichnis. Erklärung der in den Gottesdienstordnungen gebräuchlichen Bezeichnungen.. Eingangssprüche für Festtage... Die Ordnung der Gottesdienste. Der Hauptgottesdienſt.. Erster Teil...... Zweiter Teil. Das heilige Abendmahl... Nebengottesdienste Der Nachmittags-, Abend- und Wochengottesdienst Antiphonen ( vii) - XV xvi xvii xvii xvii xxix xliii xliii li Berzeichnis der Lieder nach ihrem Inhalt. I. Das Kirchenjahr. Sonntagslieder. Vor der Predigt........ No. 1- 7,533 Nach der Predigt........ 8- 13 Adventslieder. Zum Anfang des Kirchenjahrs Zum Advent... Weihnachtslieder. Am Tage Stephani... Am Jahresschluß.. Zum Weihnachtsabend... 30-31 Zum Weihnachtsfeſt.... 32- 42, 536-537 43 44- 47, 538 Zum Neujahrstag..... Am Fest der Erscheinung **** Christi( Epiphanias)... Am Fest der Darstellung Jesu im Tempel....... Am Fest der Verkündigung Mariä Passionslieder Ofterlieder me Am Fest der Beschneidung Christi oder Neujahrstag. Zum Gedächtnis der Beschneidung Christi... Von der Himmelfahrt Jesu Christi Pfingstlieder .... " 1 Lieder aufs Fest der heiligen Dreieinigkeit. ( viii) " 1 **** " 1 "" " 1 17 " 1 " 1 11 " 1 " 1 14-16 17-29, 534-535 " P 48-50 51- 54, 539 55-59, 540-541 60-63 64-67 68-93, 542-546 94-106, 547-548 107-112, 549-550 113-123, 551 124-131 Verzeichnis der Lieder nach Inhalt. Am Tage Johannis des Täufers A ex****** Am Tage der Verkündigung Mariä... Auf Michaelis.. Zur Feier der Ecksteinlegung. Zur Kirchweihe... Zur Kirchhofsweihe. Am Erntefest... Am Reformationsfest.... An Bußtagen. ... An Danktagen. Zum Friedensfest..... Auf die Gedächtnistage der Apostel Am Missionsfeſt.. II. Katechismuslieder. .. Von Gott und dessen Eigenschaften... Von Gottes Wort.... Von der christlichen Kirche... Zum Katechismusunterricht.. Von den heiligen zehn Geboten Vom Glauben.... Vom Gebet.. Von der heiligen Taufe. Zur Konfirmation.. In allgemeiner Not...., 157-160 In Teuerung und Hungersnot Bei Seuchen und ansteckenden Krankheiten Zur Zeit des Krieges... Buß- und Beichtlieder. Von der Absolution. ... " 1 11 " 1 11 " 1 " 1 " 1 Allgemeines Lob....... 169 170 171 11 11 " " 1 " 1 " 1 " 1 27 " 1 " 1 " 1 11 11 11 12 132-134 135-136 137-139 140-141 142-144, 552 145 146-149, 553 150-156, 554 161-163 164-166 167-168 ix 172 173-179, 555-557 180-192 193-202, 558 203-208, 559-560 209-213 214-218 219-228, 561-562 229-237, 563-564 238-247 248-254, 564-566 255-271 272-275 X X Verzeichnis der Lieder nach Inhalt. 567 276-285, 568 286-301 Von der Gnadenwahl...... Von der Rechtfertigung... Vom heiligen Abendmahl.... Jesuslieder Morgenlieder Abendlieder Morgenlied in Sterbensläuf ten ..... Abendlied in Sterbensläuften Morgenlied eines Kranken... Abendlied eines Kranken..... Tischlieder. Vor dem Essen... Nach dem Essen... Standes- und Berufslieder ( Für alle Stände)..... **** Von der Nachfolge Jesu..... Von der Liebe zu Gott... Von der Liebe zum Nächsten. " 1 Barmherzigkeit Versöhnlichkeit Friedfertigkeit Gerechtigkeit Wahrhaftigkeit Mäßigkeit und Keuschheit... Selbstverleugnen.. Geistliche Wachsamkeit... " 1 " 1 11 FF ===11 " 1 343-348 Vom Predigtamt.... 349-352 " 1 Von weltlicher Obrigkeit..... 353-355 Vom Haus- und Ehestand...; 356-365 Fürbitte für die drei Hauptstände 11 11 III. Vom Wandel in der Gottseligkeit. Vom Lobe Gottes........ Von der Uebergabe des Herzens an Gott und Bitten um tägliche Erweckung und Erneuerung... " 1 " 1 " 1 11 " 1 " 1 11 11 302-317, 569-572 318-325, 573 326-332, 574-575 28 9 19 333 334 335 336 337-339 340-342 366 367-380, 576-579 381-385 386-395 396-400 401-403 404-405 406-407 408-409 410 411 412-413 414 415-416 Verzeichnis der Lieder nach Inhalt. Geistlicher Kampf und Streit, 417-418 Gehorsam... 419 Rechter Gebrauch der Lebenszeit.. Gottesfurcht Weisheit.... Wahres Christentum. Ernst und Gewissenhaftigkeit ... im Christentum.... Verleugnung der Welt....... Genügsamkeit Zufriedenheit Treue Demut Geduld im Leiden.... Ergebung in Gottes Willen. Vertrauen auf Gott...... Trostlieder in allerlei Anfechtung ... ... ... Hoffnung und himmlischer ... .. Sinn Seelenruhe und göttlicher Friede Gottseligkeit IV. Von den letzten Dingen. Gläubiges Andenken an den Tod..... Trost und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. Im allgemeinen..... Bei Kinderleichen... Beim Gang zum Grabe Am Grabe...... .... Von der Auferstehung der Toten... " .... # 1 " 1 " P 27 " 1 " 1 " 1 " 1 11 " 1 " 1 " 1 21 " 1 " P " 1 " 1 " 7 420-421 422 423-424 425 426 " 1 427-429, 580-581 430-431 432 433 434-435 436-437 438-440 441-445 446-454 455-458, 582-583 459-461 462-465 466-467 468-493, 584 xi Vom jüngsten Gericht und 516-526 Ende der Welt.. Selige und unselige Ewigkeit, 527-532 494-503 504-307, 585-586 508-509 510-511 512-515 Seite Episteln und Evangelien der Sonn- und Festtage des Kirchenjahres... .... 512 Das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi nach den Evangelisten. Zusammengetragen durch D. Bugenhagen... .... 602 Gebete 629 629 ... 630 Morgensegen Abendsegen Tischgebete. Anhang. .... Vor dem Essen..... 630 Nach dem Essen..... .... 630 Morgen- und Abendgebete auf jeden Tag in der Woche. 631 631 631 632 632 633 633 Morgensegen am Sonntag.. Abendsegen am Sonntag.. Morgenfegen am Montag. Abendfegen am Montag. Morgensegen am Dienstag. Abendsegen am Dienstag.. Morgensegen am Mittwoch.. Abendsegen am Mittwoch.. Morgensegen am Donnerstag. Abendfegen am Donnerstag.. Morgensegen am Freitag.. Abendsegen am Freitag... Morgensegen am Sonnabend. 634 634 635 635 636 636 637 Abendsegen am Sonnabend. 637 638 638 Gebet in Mindesnöten, wenn Todesgefahr vorhanden.. 639 Fürbitte für Sterbende.... 640 Gebet bei schwerem Gewitter. 640 Gebet um Glauben..... 641 Morgengebet eines Kranten.. Abendgebet eines Kranken... ( xii) ... ... Gebet vor der Beichte.... Gebet nach der Beichte... Gebet vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. Gebet nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Die Nottaufe..... Anhang. Melodien- Regiſte: Melodien- Register Lieder- Register ... Augsburgische Konfession.... Lieder- Verzeichnis zu den Perikopen, oder Register ſolcher Lieder, welche man bei Betrachtung der Evangelien und Episteln singen mag... Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Melodien zum xiii Seite 642 642 643 643 644 645 Verzeichnis der Psalmen, mit Rücksicht auf die Sonnund Festtage... 678 680 685 696 704 Verzeichnis der Psalmen, nach Maßgabe ihres Inhalts. 706 Erklärung der in den folgenden Gottesdienst- Ordnungen gebräuchlichen Bezeichnungen. Absolutio= Vergebung der Sünde. Agnus Dei= 2amm Gottes; Bezeichnung des Gesanges: Christe, du Lamm Gottes. Antiphone ein Wechselgesang. der Segen. Benedictio Confiteor- Ich bekenne; Bezeichnung des Sündenbekenntnisses. - - Consecratio= die Weihe des Brotes und Weines zum Gebrauch im heiligen Abendmahl. Credo ch glaube; Bezeichnung des Glaubensbekenntnisses. Exhortatio= ermahnung; die Vermahnung zur Beichte oder zur Vorbereitung auf den Genuß des heiligen Abendmahles. Gloria in Excelsis= Ehre sei Gott in der Höhe; Lied No. 2. Gloria Patri= Ehre sei dem Vater; Bezeichnung des betreffenden Gesanges. Graduale Stufengang; ein Psalmwort, das in der alten Kirche an den Stufen des Altars nach Verlesung der Epistel gesungen wurde. Introitus& ingang; Bezeichnung des Eingangsſpruches, welcher die Bedeutung des Tages anzeigt. Kyrie=$ err; Bezeichnung des Gesanges: Herr, erbarm dich unser. Nunc Dimittis= Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren; Bezeichnung des betreffenden Lobgesanges. Præfatio die Vorrede, welche bei der Feier des heiligen Abendmahls die Gemeinde zur Danksagung und zum Lobe Gottes auffordert. - Salutatio= Begrüßung; Bezeichnung des Grußes: Der Herr sei mit euch! Sanctus=$ eilig: Bezeichnung des Gesanges: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott Zebaoth. ( XV), Eingangssprüche für Festtage. Erster Advent. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Erster Weihnachtstag. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Zweiter Weihnachtstag. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist geoffenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, geprediget den Heiden, geglaubet von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. Neujahrstag. Jesus Christus gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. Epiphanienfest. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Passionszeit. Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Erster Oftertag. Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden. Zweiter Ostertag. Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Himmelfahrtstag. Gott fähret auf mit Jauchzen, und der Herr mit heller Posaune. Erster Pfingsttag. Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden. Zweiter Pfingsttag. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, und meinen Segen auf deine Nachkommen, daß sie wachsen sollen wie Gras, wie die Weiden an den Wasserbächen. Trinitatisfest. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Erntefest und Danktag. Dantet dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Reformationsfeft. denn er tut Wunder. seinem heiligen Arm. Singet dem Herrn ein neues Lied, Er sieget mit seiner Rechten und mit Bußtag. Tut Buße und befehret euch, daß eure Sünden vertilget werden. Miffionsfeft. fein Wort läuft famell. Der Herr fendet seine Rede auf Erden; ( xvi) Die Ordnung der Gottesdienste. Der Hauptgottesdienst. Erster Teil. Jedes Gemeindeglied geht zu rechter Zeit in der Kirche an seinen Ort und betet ein stilles Vaterunser oder eir Gebet, wie es die Andacht gibt. Man mag auch beten, wie folgt: Gebet. ende dich zu mir, o Herr, nach deiner großen Barmherzigkeit. Aus deiner Fülle laß mich nehmen Gnade um Gnade, auf daß ich deinen Ruhm verkündige. Amen. Der Gottesdienst beginnt alsdann, wie folgt: Eingangslied. I Dasselbe wird von der Gemeinde oder vom Chor gefungen. Gegen Ende desselben tritt der Pastor an den Altar und betet, dem Altar zugewendet, ein stilles Gebet. Nach Schluß desselben wendet er sich zur Gemeinde und ſpricht den Introitus. er Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt.* Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. * An Festtagen spreche er einen der auf Seite xvi geges benen Eingangssprüche. ( xvii). xviii *** Der Hauptgottesdienst. Die Gemeinde singt das Gloria Patri. Ehre sei dem Va= ter jeßt und im und dem Soh- nie und dem Heiligen Gei ste! Wie es war im An= fang, f mer dar..... & wig feit zu Ewig- feit. : * e * A # und von men. 2. Laffet uns Gott unsere Sünden bekennen und im Namen unseres Herrn Jesu Christi um Vergebung bitten. Denn so wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit iſt nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. Sprechet demnach mit mir also: € Der Hauptgottesdienſt. Der Pastor spricht die Exhortatio. Der Pastor wendet sich zum Altar und spricht das Confiteor. charmer, fündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmeinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden empfangen und geboren bin, also daß alle meine Natur und Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, such' und bitt' um Gnade. Herr, sei gnädig mir armen Sünder! Herr, @pe Die Gemeinde singt das Kyrie. er barm dich un # C foto a Ter! Chri xix = ste, er= XX Der Hauptgottesdienst. barm dich un= ser! Herr, er barm dich un= 9 C Der Pastor spricht, zur Gemeinde gewendet, die Abfolutio. Die Gemeinde singt: 2 A er allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser erbarmt, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetwillen uns berziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden, und den Heiligen Geist verheißen. Wer glaubet und getauft wird, der soll selig werden. Das verleihe Gott uns allen! -6 Chre sei Gott in der Höhe! 용 men. Der Pastor spricht: ser! te Die Gemeinde singt: Allein Gott in der Höh' sei Ehr'.* * An hohen Festtagen mag sie das Gloria in excelsis, Lied No. 2 des Gesangbuchs, oder sonst ein passendes Loblied fingen. Der Hauptgottesdienſt. Nun folgt die Antiphone des Tages. Pastor: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels! Gemeinde: Und...... Der Herr jei mit euch! 8 Denn er hat besucht und erlöſet sein Volk. Der Pastor spricht die Salutatio. I Die Gemeinde antwortet: # mit deinem Gei € A Der Pastor spricht, zum Altar gewendet, Die Kollekte des Tages. ( Die Gemeinde singt: : xxi 응 men. मना ste. = 2. a Der Hauptgottesdienſt. Der Pastor verlieſt Die Epiſtel. ure christliche Liebe vernehme mit gebührender Andacht des Herzens die Epistel des heutigen Tages, als am Sonntag, welche sich aufgezeichnet findet im Briefe an, woselbst sie im- Kapitel vom bis zum Verse folgendermaßen lautet: xxii - Die Verlesung der Epistel schließt mit den Worten: - Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit! Die Gemeinde singt: Dein Wort ist die Wahr Hal- le- lu- jah, f dorée heit. A Der Pastor spricht das Graduale. Die Gemeinde singt: t Hal- le lu jah, H 21₂1 Hal- le- lu men. jah. + Anstatt des Sallelujah" fingt sie während der Base fionszeit das Lied No. 85 bes Gesangbuchs: O Lamm Gots tes, unschuldig." Der Hauptgottesdienſt. Der Pastor verliest Das Evangelium. Cure christliche Liebe vernehme mit gebührender Andacht des Herzens das Evangelium des heu-tigen Tages, als am Sonntag, welches sich aufgezeichnet findet bei dem Evangeliſten es im- woſelbst Verse Kapitel vom bis zum folgendermaßen lautet: Die Verlesung des Evangeliums schließt mit den Worten: Lob sei dir, o Chriſte! CH re Die Gemeinde singt: E fei xxiii ***** = dir, Her Der Pastor spricht das Credo. re! asset uns mit der Kirche des Herrn unsern allerheiligsten Glauben bekennen und also sprechen:* Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen, Schöp* An Fest- und Abendmahlssonntagen kann man ſtatt des Apostolischen das Nicänische, am Trinitatissonntag das Athanasianische Glaubensbekenntnis sprechen. Der Hauptgottesdienst. und an Jesum Chriſtum, ſeinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist; geboren aus Maria, der Jungfrau; gelitten unter Pontio Pilato; gekreuziget, gestorben und be. graben; niedergefahren zur Hölle; am dritten Tage auferstanden von den Toten; aufgefahren gen Himmel; sizend zur Rechten Gottes, des allmächtigen. Vaters; von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. xxiv ch glaube an den Heiligen Geist; eine heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen; Vergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches; und ein ewiges Leben. Ge $ A= men, OF F Die Gemeinde singt: $ A= men, A d. -8 I Darauf folgt das Hauptlied. men. 2 Gegen Ende desselben besteigt der Pastor die Kanzel. Nach einem stillen Gebet grüßt er die Gemeinde etwa mit dem folgenden Kanzelgruß: G nade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Amen. I Darauf die Verlesung des Textes, an welche sich ein kurzes freies Gebet schließen mag. Alsdann folgt die Predigt. Der Hauptgottesdienst. C Dieselbige schließt mit dem folgenden Kanzelgruß: er Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Amen. XXV Der Pastor macht die nötigen Verkündigungen und verläßt nach Angabe des Schlußliedes die Kanzel. Es folgt, während das Opfer gehoben wird, der Gesang der Gemeinde. Der Pastor tritt an den Altar und spricht Das Allgemeine Kirchengebet.* asset uns nun als Glieder und Miterben Jeſu Christi alle für einander also beten: wiger, allmächtiger Gott! Wir beten dich in tiefer Ehrfurcht an und danken dir demütiglich für die unzähligen Wohltaten, womit du uns ohne unser Verdienst und Würdigkeit an Leib und Seel' geſegnet hast. Wir preisen dich insonderheit, daß du dein seligmachendes Wort und reinen christlichen Gottesdienſt noch immer unter uns erhältst; obschon wir dir bekennen müssen, daß wir nicht getreu in deinen Wegen wandeln. Gib und erhalte auch deiner ganzen Christenheit auf Erden die reine Lehre und treue Hirten, die dein Wort mit Kraft verkündigen, und hilf allen, die es hören, zum rechten Verständnis und Glauben. Sei deiner Kirche Schirm und Schild in allen Nöten und Gefahren, und laß uns in ihr mit allen wahren Christen unsere Hoffnung ganz auf Christi Gnade feßen und den guten Kampf des Glaubens kämpfen, auf daß wir einst am Ende unserer Tage der Seelen Seligkeit davon tragen. * An Festtagen tritt ein anderes Gebet an Stelle des obigen. Der Hauptgottesdienſt. Wir bringen auch unser Gebet um alles, was unſere irdische Wohlfahrt betrifft, vor deinen heiligen Thron. Walte nach deinem Willen und Wohlgefallen über allen Ländern, Völkern und Obrigkeiten auf Erden. Segne insbesondere auch unser Land, seine Obrigkeit und seine Bürger, auf daß die Gerechtigkeit gefördert, die Bosheit verhindert und gestraft werde, damit wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie es Christen gebühret, unser Leben vollstrecken mögen. Laß dir zu dem Ende alle unsere Schulen und Anstalten befohlen sein. Mache sie zu Pflanzstätten nützlicher Kenntnisse und wahrer Gottesfurcht. Wende Feuers- und Wassernot, Krieg und Seuchen, Mißwachs und teure Zeit in Gnaden von uns ab. Schütze und fördere einen jeden in seinem Beruf, Stand, Amt und Werk, wozu du ihn berufen hast. Tröste mit deinem Heiligen Geist alle, welche in Trübsal, Armut, Krankheit, Kindesbanden und andern Anfechtungen sind oder sonst Verfolgung leiden, daß sie solches alles als deinen väterlichen Willen erkennen.* xxvi Und da wir nur Gäste und Fremdlinge auf Erden sind, die hier keine bleibende Stätte haben, so hilf uns, daß wir uns für die zukünftige in wahrem Glauben bereiten und treulich unser Tagewerk vollenden. Und wenn unser letztes Stündlein kommt, dann stehe uns bei mit deiner Kraft und hilf uns aus zu deinem ewigen Reich. himmlischer Vater, verleihe uns solches alles durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland, in dessen Namen wir noch also beten: Vater unser, der du bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Hier werden die Fürbitten, Danksagungen u. f. w. eingeschaltet. * Der Hauptgottesdienſt. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Die Gemeinde singt: W tól A men. ( Sind Taufen zu verrichten, so finden diese jetzt ſtatt, wenn sie nicht vor der Antiphone des Tages verrichtet wor= den sind. xxvii Alsdann spricht der Pastor die Benedictio. er Herr segne dich und behüte dich! Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! ( Die Gemeinde singt: HE Die Gna de unsers Herrn : Je su Chri- = xxviii 18th Der Hauptgottesdienst. sti, und die Lie= be H Got= tes, and mein- schaft des Heil'= gen Gei = S4 mit uns al len, mit uns al= len! A C FU und die Gestes RF Man spreche noch ein stilles Gebet. ¥* L fei men. kg Das heilige Abendmahl.* Die Gemeinde singt ein Abendmahlslied, etwa No. 295 des Gesangbuchs: ,, Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze". 3weiter Teil. Gegen Ende des Gesangs tritt der Pastor an den Altar, und es folgt die Praefatio. Der Pastor spricht: Se er Herr sei mit euch! Und...... Die Gemeinde antwortet: mit deinem Gei Der Pastor spricht: ie Herzen in die Höhe! 74 = = ste. a. * Wo die ganze Gemeinde bei der Feier des heiligen Abendmahls zugegen ist, wird diese Feier alsbald nach dem Allgemeinen Kirchengebet und dem heiligen Vaterunſer nach obiger Ordnung eingeleitet. Wo aber diejenigen, welche nicht am heiligen Abendmahl teilnehmen, entlassen werden, da geschehe dies mit dem neutestamentlichen Segen. Alsdann folgt die Feier des heiligen Abendmahls obiger Ords nung gemäß. ( xxix) XXX Ge Das heilige Abendmahl. Die Gemeinde singt: Wir er= he felg Das H ben Der Pastor spricht: Laffet uns Dant sagen dem Herrn, unserem Gotte! sie zum Herrn.... C Die Gemeinde singt: ist wür= dig und recht. Der Pastor spricht, zum Altar gewendet: ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank jagen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Das heilige Abendmahl. Während an gewöhnlichen Sonntagen obige Präfatio gebraucht wird, bediene man sich an Festtagen der folgenden: xxxi Am Christtag. ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank sagen; denn was von der Welt her verborgen war, ist heute erschienen, und ein neu Licht deiner Herrlichkeit hat unser Auge erleuchtet. Darum mit den Engeln und dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und rufen ohne Ende: In der Passionszeit und am Karfreitag. ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir überall und allezeit Dank sagen, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, der du das Heil des menschlichen Geschlechts am Stamm des Kreuzes vollbracht hast, auf daß vom Holze das Leben wieder entsprösse, wie der Tod vom Holze den Anfang genommen hat. Und, der am Holz den Sieg gewonnen, ihn am Holze wieder verlöre durch Jesum Christum, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Am Ostertag. ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dich, Herr, zu aller Zeit, sonderlich aber an diesem Tage preisen. Denn es ist geopfert unser Osterlamm Christus. Er ist das wahrhaftige Gotteslamm, welches die Sünden der Welt getragen, unsern Tod durch seinen Tod zerstöret und durch sein Auferstehen das Leben wiederbracht hat. Darum it Das heilige Abendmahl. den Engeln und dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgefang und rufen ohne Ende: xxxii Am Himmelfahrtstag. ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank jagen durch Jesum Christum, unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung allen seinen Jüngern offenbarlich erschienen und vor ihren Augen aufgehoben ist zum Himmel, daß er uns seiner Gottheit teilhaftig machte. Darum mit den Engeln und dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und rufen ohne Ende: Am Pfingsttag. ahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank sagen durch Christum, unsern Serrn; denn er ist aufgefahren über alle Himmel und hat sich gesetet zu deiner Rechten und ausgegossen heut' den verheißenen Geist über die auserwählten Kinder. Darum mit den Engeln und dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und rufen ohne Ende: e Die Gemeinde singt das Sanctus. g Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr Ze= ba oth. 2 ¥ Himb d Das heilige Abendmahl. Al= le Lan sind seiner EH g g in der Höh'! L * = de, f = re al= le Lan voll. Ho- si # xxxiii = de = an= n1a Ge be ne- deit sei, der da kommt im C = Na= - men des Herrn! Ho- stanna in der Hö dd C he! Das heilige Abendmahl. Nun spricht der Pastor, zur Gemeinde gewendet, die Exhortatio.* xxxiv Geliebte in Christo Jeſu! Weil wir jetzt das Abendmahl unseres Herrn Jesu Christi wollen halten, sollen wir vor allem der großen Gnade und Barmherzigkeit gedenken, nach welcher uns der himmlische Vater alle unsere Sünden vergeben will, allein um deswillen, daß sein lieber Sohn am Stamme des Kreuzes durch die Hingebung seines Leibes und Lebens für uns genuggetan hat. Deswegen trösten wir uns und erquicken unsere angefochtenen Herzen, so oft wir Christi Leib und Blut im heiligen Abendmahle genießen. Denn so wahr ein jeglicher von uns das heilige Sakrament empfängt, so gewiß soll er auch glauben, daß Christus seinen Leib für ihn in den Tod gegeben und sein Blut für ihn vergossen hat und auch ihn aller seiner Wohltaten teilhaftig machen will. Denn wir sollen nicht zweifeln an der Huld und Gnade Bottes, an der Vergebung der Sünden und am Erbe des ewigen Lebens, weil solches alles durch göttlichen Brief und Siegel, nämlich durch das Testament Jesu Christi, unseres Herrn, uns versichert und gewiß gemacht ist. Und weil er uns nun einen solch köstlichen Schatz der wahrhaft himmlischen Güter in seinem Abendmahle beschieden und hinterlassen hat, so lasset uns dieses mit rechter Dankbarkeit gebrauchen, damit wir dadurch also in unserem Glauben geſtärket werden, daß wir alle Anfechtungen der Welt, des Satans und unseres eigenen Gewissens, ja, auch den Tod selbst überwinden und einnehmen das Erbe, welches uns verheißen ist im Himmel. Das wolle euch allen, die ihr jetzt zum Tische des Herrn gehet, der allmächtige und barmherzige Gott verleihen um seines lieben Sohnes Jesu Christi willen! Amen. * Wo der Feier des heiligen Abendmahls eine Beichtoder Abendmahlspredigt vorangegangen ist, mag man die Exhortatio auslasſen. Das heilige Abendmahl. Der Pastor betet, zum Altar gewendet: Vater unser, der du bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Die Gemeinde singt: A -Gmen. XXXV Es folgt nun die Consecratio. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und effet: das ist mein Leib †, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. esselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus: dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. xxxvi Das heilige Abendmahl. Die Gemeinde singt das Agnus Dei. # 1 Chri- ste, du Lamm Got- tes, der du trägst die Sünd' der Welt, 2² erbarm dich un= ser! Chri- ste, du Lamm Got= tes, d# 2 der du trägst die Sünd' der Welt, T Christe, dn Lamm Got= tes, # 222 * नै erbarm dich un fer! der du trägst die Das heilige Abendmahl. # Sünd' der Welt, gib uns dei- nen Frie= den! â ė A = xxxvii Der Pastor spricht, zur Gemeinde gewendet: er Friede des Herrn sei mit euch allen! Die Gemeinde singt: men. A= men. H Hierauf folgt die Austeilung, während welcher die Gemeinde Abendmahlslieder singt. Der Pastor spricht bei Darreichung des Leibes Chrifti: Mehmet hin und effet: das ist der wahre Leib eueres Herrn und Heilandes Jesu Christi, für euere Sünden in den Tod gegeben. Der stärke und erhalte euch in wahrem Glauben zum ewigen Leben! Amen. Der Pastor spricht bei Darreichung des Blutes Chrifti: Mehmet hin und trinket: das ist das wahre Blut eueres Herrn und Heilandes Jesu Christi, für euere Sünden vergossen. Das stärke und erhalte euch in wahrem Glauben zum ewigen Leben! Amen. xxxviii Das heilige Abendmahl. Nach vollendeter Austeilung spricht der Pastor, zur Gemeinde gewendet: asset uns dem Herrn danken! fe Alsdann singt die Gemeinde und der Pastor, zum Altar gewendet, das: Nunc Dimittis.* Herr, nun läßt du deinen Die= ner in Frie- den fah H rent, g g wie du ge= sagt haſt. Denn mei- ne Au- gen ha- ben dei- nen Hei= land ge- sehn, 음 * Statt dieſes Gesanges mag man das Lied No. 300 des Gesangbuchs: Gott sei gelobet und gebenedeiet" singen. Das heilige Abendmahl. Licht zu F den du be- rei- tet hast vor al- len Völ= fern, ein xxxix 7 er= leuchten die Heiden und zum Preis 2 Ţ deines Volfs Is C H ra= el. Ehre sei dem Vater und dem Sohn' und dem Hei= li gen Geist! Wie es war im An fang, jetzt und im= mer- dar 3 xl und tit Und Das heilige Abendmahl. lich. 1 TF & wig = B = feit. Hal= le= lu 8 A F Der Pastor spricht, zur Gemeinde gewendet: anket dem Herrn, denn er ist freundlich! Die Gemeinde singt: seine Gü te wäh= ret f 4 = e= jah. P men. a # wig- Der Pastor spricht, zum Altar gewendet: ir danken dir, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, daß du uns durch die heilsamen Gaben des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes Jesu Christi erquicket hast; und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns solches gedeihen lassen zu einem 目 Das heilige Abendmahl. starken Glauben an dich, zu einer brünstigen Liebe unter uns allen und zu einer seligen Hoffnung für Zeit und Ewigkeit; durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir in Einigfeit des Heiligen Geistes lebet und herrschet immer und ewiglich. Die Gemeinde singt: A 음 men. 11 Die Gemeinde singt: 1 Der Pastor spricht, zur Gemeinde gewendet: er Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet von nun an bis in Ewigkeit! xli Gott sei e= wig= lich Dank! Alsdann spricht der Pastor die Benedictio. er Herr segne dich und behüte dich! Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! xlii e Das heilige Abendmahl. Die Gemeinde singt: Die Gna de = g un= sers Herrn sti, und die Lie= be Got= mein- schaft des Heil'- gen Gei Je tes, = 4 su Chri= € mit uns al= len, mit uns al= len! A und die Ge= stes sei Rep Man spreche noch ein stilles Gebet. 2 € * ment. Der Nachmittags-, Abend- und Wochengottesdienst. Eingangslied. ( Dasselbe wird von der Gemeinde oder vom Chor gefungen. Gegen Ende desselben tritt der Pastor an den Altar und betet, dem Altar zugewendet, ein stilles Gebet. Nach Schluß desselben wendet er sich zur Gemeinde und spricht den Introitus. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.* J m Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Die Gemeinde singt das Gloria Patri. S Ehre sei dem Va- ter und dem Soh= ne und dem = F Hei = li gen Gei ste! Wie es war im An= g fang, dâ * Statt dieses mag er eines anderen Eingangsspruches, an Festtagen eines der auf Seite xvi gegebenen, sich bedienen. ( xliii) xliv Der Nebengottesdienst. jetzt und im & wig feit zu = mer= dar....... & wig- keit. = नै A a und von ment. Alsdann folgt die Kollekte, und der Pastor spricht, zum Altar gewendet:* Allmächtiger, barmherziger Gott! Wir sind hier versammelt, zu hören alles, was uns in deinem Namen und auf deinen Befehl soll verkündiget werden. So gib denn, lieber Vater, daß wir solches mit Andacht vernehmen und mit Treue bewahren. Entferne alle eitlen und fündigen Gedanken, öffne dagegen durch deinen Heiligen Geist unsere Herzen, damit wir aus der Predigt des göttlichen Wortes deinen Willen recht lernen erkennen und nach demselben unser Leben einrichten, dir, o Gott, zu Lob und Preis, uns selbst aber zur Förderung unsrer eigenen Seligkeit, durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. * Statt dieses mag der Pastor sich auch eines anderen Gebetes bedienen. Und... Der Nebengottesdienst. Die Gemeinde singt: A er Herr sei mit euch! - C Der Pastor spricht die Salutatio. ment. Die Gemeinde antwortet: T: mit deinem Gei Der Pastor verliest Die Alttestamentliche Schriftlektion. = Cure christliche Liebe vernehme mit gebührender Andacht des Herzens ein alttestamentliches Schriftet wie dasselbe sich aufgezeichnet findet Kapitel vom im-, woselbst es im bis zum Verse folgendermaßen lautet: Die Verlesung schließt mit den Worten: ein Wort ist unsers Fußes Leuchte. ste. a. 1 xlvi Und E ein 2. Der Nebengottesdienſt. Die Gemeinde singt: Licht auf 1111= ferm A NDE Die Gemeinde singt: = Der Pastor verliest Die neutestamentliche Schriftlektion. Cure christliche Liebe vernehme mit gebührender Andacht des Herzens ein neutestamentliches Schriftwort, wie dasselbe sich aufgezeichnet findet im woselbst es im- Kapitel vom- bis zum Verse folgendermaßen lautet: = Die Verlesung schließt mit den Worten: elig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. g men. O a We= ge. -6Darauf folgt das Hauptlied. O Der Nebengottesdienſt. I Gegen Ende desselben besteigt der Pastor die Kanzel. Nach einem stillen Gebet grüßt er die Gemeinde etwa mit dem folgenden Kanzelgruß: nade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Amen. xlvii I Darauf die Verlesung des Textes, an welche sich ein kurzes freies Gebet schließen mag. Alsdann folgt die Predigt. Dieselbe schließt mit dem folgenden Kanzelgruß: er Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Amen. Der Pastor macht die nötigen Verkündigungen und verläßt nach Angabe des Schlußliedes die Kanzel. Es folgt, während das Opfer gehoben wird, der Gesang der Gemeinde. C Der Paſtor tritt an den Altar und spricht: err, zeige uns deine Barmherzigkeit! Die Gemeinde singt: H Und schen= fe uns dein Heil. xlviii Der Nebengottesdienſt. Alsdann spricht der Pastor, dem Altar zugewendet: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohltaten deiner milden Güte, womit du uns bisher an Leib und Seele so väterlich gesegnet hast. Vornehmlich aber danken wir dir, daß du uns dein heiliges, göttliches Wort auch heute wieder hast verkündigen lassen; und bitten dich: nimm diesen Segen nicht von uns, sondern verleihe gnädiglich, was denselben erhalten und bei uns mehren kann. Nimm deine Kirche, welche auf den Grund deines Wortes gebauet ist, in deinen allmächtigen Schuß; wehre ihrer Feinde Macht, steure in ihr den Verführungen und Aergernissen; regiere durch deinen Heiligen Geist alle ihre Glieder und Diener, daß durch die Verkündigung der reinen und lauteren Wahrheit der Glaube in uns wachse und zunehme und sich überall in Früchten der Gerechtigkeit wirksam erweise. Walte mit deiner allmächtigen Gnade über allen christlichen Regenten und Obrigkeiten, und ſegne hr Regiment zu deiner Ehre und des Landes WohlAhrt und Gedeihen. Nimm uns alle in deine gnädige Obhut; segne jeden Stand und jedes ehrliche Geschäft; laß über allen Häusern, wo man unter deinem Schutz in Frieden und Eintracht wohnet, dein Gnadenantlig leuchten. Versöhne auch die Entzweiten, bringe wieder die Verirrten, befehre die Unbußfertigen, hilf den Kranken und Elenden, tröste die Angefochtenen und Betrübten. Gib, daß wir uns alle mehr und mehr zum Eingang in dein himmlisches Reich bereiten; und wenn die Stunde unserer Erlösung kommt, ſo hilf uns zu einem seligen Ausgang aus diesem zeitlichen Leben, um deines lieben Sohnes Jesu Christi. unseres Herrn und Heilandes, willen, in deffen Namen wir noch also beten: * * In den Advents-, Passions-, Missionsgottesdiensten u. f. w. treten andere Gebete an Stelle des obigen. Der Nebengottesdienſt. Mater unser, der du bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Die Gemeinde singt: A A= men, -8 Alsdann spricht der Pastor die Benedictio. er Herr jegne dich und behüte dich! Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! Die Gemeinde singt:* A= men, 2 ment. A xlix = men. 2 C Man sprede noch ein stilles Gebet. * Anstatt des Amen mag man einen passenden Schlußvers fingen. Wenn das geschieht, wird das Amen vom Pastor geſprochen. 1. 2. 3. 4. P. G. 5. P. G. S 6. P. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. Pastor. Ach, daß die Hilfe käme über Israel. Gemeinde. Und der Herr sein gefangen Volk erlösete. P. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei. Hallelujah. G. Zur Ehre Gottes des Vaters. Hallelujah. P. Aller Augen warten auf dich, Herr. 6. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Also hat Gott die Welt geliebt. Hall. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Hall. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, laß dein Ohr merken auf die Stimme meines Flehens. 14. Antiphonen. P. 6. P. Aus Zion bricht an der schöne Clanz Gottes. Hall. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Hall. B. Befehre du uns, Herr, so werden wir bekehret. Hilf du uns, so ist uns geholfen. Bereitet den Weg dem Herrn. Hall. 6. Und machet seine Steige richtig. Hall. P. Bittet, so werdet ihr nehmen. Hall. G. Daß eure Freude vollkommen sei. Hall. P. Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden. Hall. G. Und der Tag hat sich geneiget. Hall. P. Christus hat dem Tode die Macht genommen. Hall: G. Und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Hall. Christus hat geliebet die Gemeine. 6. Und hat sich selbst für sie gegeben. P. P. Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelaſſen. G. Daß wir sollen nachfolgen seinen Fußstapfen. P. Christus hat unsere Sünde selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz. G. Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. ( li) lii 15. 16. 17. 18. 19. 21. 22. P. Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet. G. Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. P. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben. Hall. G. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferivecket. Hall. 20. P. Christus, von den Toten auferwecket, stirbt hinfort nicht mehr. Hall. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. Christus ist aufgefahren über alle Himmel. Hall. G. Auf daß er alles erfüllete. P. Hall. Antiphonen. Christus ist des Gesetzes Ende. G. Wer an den glaubt, der ist gerecht. P. Christus ist die Auferstehung und das Leben. Hall. Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Hall. P. G. 6. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Hall. Christus wird kommen in seiner Herrlichkeit. Hall. Und alle heiligen Engel mit ihm. Hall. P. G. D. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Hall. Und seine Güte währet ewiglich. Hall. P. G. P. G. Ewigkeit. P. Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht. Hall. G. Und über die da wohnen im finstern Lande scheinet es helle. Hall. Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke. Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu P. Das Wort ward Fleisch. Hall. 6. Und wohnete unter uns. Hall. P. G. P. Deine Hand, Herr, schütze das Volk deiner Rechten. G. Und die Leute, die du dir festiglich erwählet haſt. P. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte. Hall. 6. P. G. Und ein Licht auf meinem Wege. Hall. Der Herr behüte unsern Ausgang und Eingang. Von nun an bis in Ewigkeit. Der Herr hat Großes an uns gethan. Hall. Der Herr hat Grof.s an uns gethan, des sind wir fröhlich. Hall. P. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. 6. Der Name des Herrn sei gelobet. P. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Hall. G. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars. Hall. P. Der Herr ist mein Hirte. Hall. G. Mir wird nichts mangeln. Hall. 33. 3.1. 35. 36. 37. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. Antiphonen. P. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen. Hall. G. Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Hall. P. Der Herr sendet seine Rede auf Erden. Hall. 6. Sein Wort läuft schnell. Hall. P. Der Herr wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit. G. Und die Völker mit seiner Wahrheit. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Hall. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Hall. P. 6. P. Des Priesters Lippen ollen die Lehre bewahren. 6. Daß man aus seinem Munde das Gesez suche. P. Die Güte des Herrn ist's, daß wir nicht gar aus sind. 6. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. P. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln. Hall. 6. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Hall. P. Die Lehrer werden leuchten wie des Himmels Glanz. Hall. liii 49. 50. 51. 52. G. Und die viel zur Gerechtigkeit weisen wie die Sterne immer und ewiglich. Hall. P. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten. G. Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 46. 47. 48.. P. G. P. Dies ist der Tag, den der Herr macht. Hall. G. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Hall. P. Du feuchtest die Berge von oben her. Hall. G. Du machest das Land voll Früchte, die du schaffeft. Hall. P. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz. G. Prüfe mich und erfahre, wie ich's mein.. P. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder. 6. Der gnädige und barmherzige Herr. P. Er hat seinen Engeln befohlen über dir. Hall. 6. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Hal. P. Er ruft mich an, so will ich ihn erhöret.. 6. Ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Er soll Jesus heißen. Hall. Denn er wird sein Volt selig machen von ihren Sünden. Hall. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz feft werde. Hall. 6. Welches geschieht durch Gnade. Hall. P. P. Es ist ein föstlich Ding, dem Herrn danken. Hall. 6. Und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Hall. P. Es segne uns Gott, unser Gott. Hall. 6. Es fegne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Hau. P. Euch ist heute der Heiland geboren Hall. G. Welcher ist Chriftus, der Herr, in der Stadt Davids. Hall. liv 53. 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. P. Freue dich sehr, dein König kommt. Hall. 6. Sanftmütig und ein Helfer. Hall. P. Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über sie alle, die ihr sie lieb habt. G. Freuet euch mit ihr alle, die ihr über sie traurig gewesen ſeid. P. G. 6. P. 6. P. P. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit. 6. Und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gelobet sei der Herr, der Gott Jsraels. P. Hall. 6. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Hall. P. Gelobet sei der Herr täglich. Hall. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Hall. Gnädig und barmherzig ist der Herr. Hall. Geduldig und von großer Güte. Hall. Gott, du krönest das Jahr mit deinem Gut. Hall. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Hall. Gott, du labest die Elenden mit deinen Gütern. Der Herr giebt das Wort mit großen Scharen Evangelisten. Hall. Gott fähret auf mit Jauchzen. Hall. G. P. 6. Antiphonen. P. 6. P. $. Und der Herr mit heller Posaune. Hall. Fürwahr, er trug unsere Krankheit. Und lud auf sich unsere Schmerzen. P. 6. P. Gott, gieb Fried' in deinem Lande, Glück und Heil zu allem Stande. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. Sondern ihn für uns alle dahingegeben. Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoff nung. Hall. G. Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Hall P. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. G. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Gott sei uns gnädig nach deiner Güte. Und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigfeit. P. 6. P. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit. Hall. 6. Dein Wort ist die Wahrheit. Hall. B. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Hall. G. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hall. P: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist. Hall. G. Und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Hall. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. Antiphonen. P. Herr, dein Wort bleibt ewiglich. Hall. 6. Deine Wahrheit währet für und für. Hall. P. Herr, dein Wort ist eine rechte Lehre. Hall. G. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Hall. Herr, erhalte uns dein Wort. Hall. P. 86. 87. 88. 89. G. Dasselbe ist unseres Herzens Freude und Trost. Hall. P. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. G. Denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. P. Herr, halte dir im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast. Hall. G. Und errette sie, die du dir festiglich erwählet hast. Hall. P. Herr, handle nicht mit uns nach unseren Sünden. G. Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. P. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. Hall. G. Sei mir gnädig und erhöre mich. P. lv Hall. Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und aller Treue. G. Die di an deinem Knechte gethan hast. P. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauſes. G. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. P. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen. Hall. 6. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Hall. V. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen. G. Auf daß wir flug werden. P. Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren. Hall. G. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Hall. P. Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn. G. Züchtige mich nicht in deinem Grimm. P. Herr, thue wohl an Zion nach deiner Gnade. Hall. G. Und baue die Mauern zu Jerusalem. Hall. P. Herr, wir liegen vor dir mit unserem Gebet. Hall. G. Nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Hall. P. Herr, zeige mir deine Wege. Hall. 6. Und lehre mich deine Steige. Hall. P. Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe. G. Und weide sie, und erhöhe sie ewiglich. P. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen. G. Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. Hosianna dem Sohne Davids; gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. P. G. Hosianna in der Höhe. 90. P. Jauchzet Gott, alle Lande. Hall. G. Lobfinget zu Ehren seinem Namen. Hall. Ivi 91. 92. 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101. 102. 104. 105. Antiphonen. P. Jesus Christus gestern und heute. Hall. 6. Und derselbe auch in Ewigkeit. Hall. P. Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater. Hall. 106. G. P. G. P. G. P. G. Zu meinem Gott und zu eurem Gott. Hall. Ich weiß, daß mein Erlöser lebet. Hall. Und er wird mich hernach aus der Erde auferivecken. Hall. Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich. Hall. Und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Monde für und für. Hall. P. G. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. P. 8. P. 6. Den Anfänger und Vollender des Glaubens. P. Leben wir, so leben wir dem Herrn. 6. P. G. P. G. P. G. Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht. 211. P. Mache dich auf, werde Licht. Hall. 6. Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Hall. 103. P. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch. Hall. G. Daß der König der Ehren einziehe. Hall. P. 6. P. G. Denn solcher ist das Reich Gottes. Lasset uns aufsehen auf Jesum. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Hall. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Hall. Lobet den Herrn, alle Heiden. Hall. Preiset ihn, alle Völker. Hall. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden. Hall. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Hall. Meine Augen sehen stets zu dem Herrn. Denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen. Meine Seele erhebet den Herrn. Hall. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Hall. Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gieb Ehre. Um deine Gnade und Wahrheit. 107. 198. 109. 110. 111. 112. 113. 114. 115. 116. 117. 118. 119. 120. 121. 122. P. G. B. G. Antiphonen. lvii O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden. Opfere Gott Dank. Hall. Und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Hall. P. P. Preiset mit mir den Herrn. Hall. 6. Und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Hall. P. 6. R. P. Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk. G. Und errette mich von den falschen und bösen Leuten. P. Rufe mich an in der Not. G. So will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. P. Sager unter den Heiden, daß der Herr König sei. G. Und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet. P. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz. Hall. 6. Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Hall. P. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Hall. G. Wohl dem, der auf ihn trauet. Hall. P. Sei getreu bis an den Tod. 6. So will ich dir die Krone des Lebens geben. P. Sei mir ein starter Fels und eine Burg, daß du mir helfest. 6. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Selig sind, die da Leid tragen. P. G. Denn sie sollen getröstet werden. P. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. 6. Und bringen Frucht in Geduld. P. Selig sind, die reines Herzens sind. 6. Denn sie werden Gott schauen. P. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun Hall. Hall. an. G. Ja, der Geist spricht, daß fie ruhen von ihrer Arbeit. P. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden. G. Denn das Himmeireich ist iht. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen. Hall. Der Herr liebt die Thore Zions über alle Wohnungen Jakobs. Hall. Antiphonen. 123. P. Siehe an, Herr, unseren Jammer und Elend. Und vergieb uns alle unsere Sünde. 6. 124. 2. Siehe, das ist Gottes Lamm. G. Welches der Welt Sünde trägt. 125. P. Siehe, des Herrn Auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf seine Gute hoffen. 6. Daß er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teurung. Siehe, eine Jungfrau wird einen Sohn gebären. Hall. G. Ten wird sie heißen Immanuel. Hall. P. lviii 126. 127. 128. 129. 130. 131. ● 132. 133. 134. 135. P. Siehe, ich verfündige euch große Freude. Hall. 6. Die allem Volk widerfahren wird. Hall. P. Siehe, ich will meinen Engel senden. Hall. Der vor mir her den Weg bereiten soll. Hall. 6. P. Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. G. Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden. Hall. P. Singet dem Herrn ein neues Lied. Hall. 6. Denn er thut Wunder. Hall. P So oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket. G. Sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. So man von Herzen glaubet, so wird man gerecht. P. Hall. 6. Und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Hall. P. 6. P. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade. 6. Und baue die Mauern zu Jerusalem. P. Tröste uns, Herr, so sind wir getröstet. G. Hilf uns, so ist uns geholfen. 136. P. G. 137. Sterben wir mit, so werden wir mit leben. Dulden wir, so werden wir mit herrschen. P. G. 2. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn. Hall. Der Himmel und Erde gemacht hat. Hall. Uns ist ein Kind geboren. Hall. Ein Sohn ist uns gegeben. Hall. w. 38. P. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich. G. Und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 149. Antiphonen. P. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit. lix G. Erhaite mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. P. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth. Hall. Meine Seele verlanget und schnet sich nach den Vorhöfen des Herrn. Hall. G. Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? G. Wenn er sich hält nach deinen Worten. P. P. Wir haben auch ein Osterlamm. Hall. 6. Das ist Christus, für uns geopfert. Hall. P. Wir haben ein festes prophetisches Wort. 6. Hall. Und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet. Hall. Wir haben einen Gott, der da hilft. P. G. Und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. P. Wir haben einen findlichen Geist empfangen. Hall. 6. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Hall. P. Wir haben gesündiget samt unseren Vätern. G. Wir haben mißhandelt und sind gottlos gewesen. P. Wir hoffen darauf, daß du so gnädig bist. G. Unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfft. P. Wir loben Gott den Vater, Sohn und Heiligen Geist. Hall. G. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Hall. P. Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen G. geht. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut. L Das Kirchenjahr. Ann Sonntagslieder. ( Vor der Predigt.) Eigene Melodie. 54. 1. Mein Gott in der eingebor'n, Deines himmli Höh' sei Ehr Und schen Vaters; Versöhner der't, Dank für seine Gnace, Da- die war'n verlor'n, Du Stilrum daß nun und nimmer- ler unsers Haders; Lamm mehr Uns rühren kann kein Gottes! heil'ger Herr und Schade. Ein Wohlgefall'n Gott! Nimm an die Bitt' Gott an uns hat; Nun ist von uns'rer Noth, Erbarm dich groß' Fried' ohn' Unterlag, unser aller. All Febd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, Für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermen ist deine Macht, Fort g'schicht was dein Will bat bedacht. Wohl uns des feinen Herren. verlassen. 3. O Jesu Chrift! Sohn 4. O heil'ger Geist, du böchstes Gut! Du all'rbeilsamster Tröster! Vor's Teufels G'walt fortan behüt', Die Jesus Christ erlöset Durch große Mart'r und bittern Tod, Abwend' all' unsern Jamm'r und Noth; Darzu wir uns Job. Spangenberg, 1550; sonst: R. D. Selneder; oder: Nic. Decius, 1524. ( Folgende Lobpreisung Gottes, bas ,, Gloria" genannt, kann in der Gemeine abwechselnd gesungen oder gesprochen werden.) Eigene Melodie. 108. Paftor. Alle. 2. Ebre sei Gott in der Wir loben dich, Wir beten Höhe. Thor. dich an, Wir preifen dich, Wir sagen dir Danf Um deiner Und auf Erden Fried, den großen Ehre willen. Herr Menschen ein Wohlgefall'n. Gott himmlischer König, Gott 1 Sonntagslieder. allmächtiger Vater, Herr ein- bet! Der du sißest zur Rechgeborner Sohn, Jesu Christe! ten des Vaters, Erbarm' dich Du allerhöchster Herr Gott! unser! Denn du bist allein Lamm Gottes! Ein Sohn heilig, Du bist allein der des Vaters! Der du bin- Herr, Du bist allein der nimmst die Sünd' der Welt. Höchste, Jesu Christe! Mit Erbarm dich unser! Der du dem heiligen Geist, In der hinnimmst die Sünd' der Herrlichfeit Gottes des VaWelt. Nimm an unser Ge- ters. Amen. 2 Aus dem Lateinischen. ( Statt obiger Gesänge kann auch das Loblieb No. 367 gejungen werden.) Eigene Melodie. 42. 3. Liebster Jesu wir lichkeit, Licht von Licht aus sind hier, Dich und Gott geboren, Mach' uns dein Wort anzuhören! Lenfe allesammt bereit, Deffne HerSinnen und Begier Auf die zen, Mund und Ohren! Un. süßen Himmelslehren, Daß ser Bitten, Fleh'n und Sin die Herzen von der Erden gen Laß, Herr Jesu! woh. Ganz zu dir gezogen werden. gelingen. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß verbüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet, Gutes denken, Gutes dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 4. Vater, Sohn, Heiliger Geist! Dir sei ewig Preis und Ehre; Tröft' die Herzen allermeist Mit dem Wort der reinen Lehre, Hier in diesen Sterblichkeiten, Bis wir dort dein Lob ausbreiten. 3. O du Glanz der HerrTobias Clausnißer, 1618. Eigene Melodie. 5. 2. Thu' auf den Mund dich zu uns wend, zum Lobe dein, Bereit' das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, Daß uns bein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir fingen mi 4. Herr Jesu Christ Dein'n heil'gen Geist du zu uns send; Mit Hilf und Gnad' Herr uns regier' Und uns den Weg zur Wahrheit ' üor. Sonntagslieder. 3 Gottes Heer: Heilig, 4. Ehr' sei dem Vater und heilig ist Gott der dem Sohn, Dem heil'gen Herr!" Und schauen dich Geist in einem Thron, Der von Angesicht, In ew'ger heiligen Dreieinigkeit Sei Freud' und sel'gem Licht. Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen Weimar, 1598. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. 5. Nun jauchz't dem ben durch der Psalmen Klang, Herren alle Welt. Zu seinem Vorhof mit GeKommt her, zu seinem Dienst sang. euch stellt. Kommt mit Frohlocken, säumet nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm', Lobsingt und danket allesammt. Sott loben, das ist unser Amt. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, Der uns erschaffen, ihm zur Ehr', Und nicht wir selbst; durch Gottes Gnad' Ein jeder Mensch sein Leben hat. 6. Er ist voll Güt' und Freundlichkeit, Voll Treu und Liebe allezeit. Sein' Gnade währet dort und hier, Und seine Wahrheit für und für. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht, Und uns zu seinem Volk gemacht, Zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf grüner Weid'. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, Und Jesus Christ sein ein'ger Sohn, Sammt Gott dem werthen heil'gen Geist Sei nun und immerdar gepreis't. 4. Jhr, die ihr bei ihm wollet sein, Kommt, geht zu seinen Thoren ein Mit LoDavid Denife, 1603. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 77. 6. 3ions Burg ift Seine Wunder, Macht und meine Meine Lust in Gottes Stadt, 2. Nun, mein Gott! laß In derselben find' ich Weide Beten, Singen, Lehren, HöUnd für meine Seele Rath; ren und was mehr, Nur zu Drum erscheine ich allhier, deinem Lob erklingen; Doch Anzuschauen seine Zier, Und auch dieses mir gewähr', Daß, u preisen Gottes Werke, wie ich in deinem Haus. Tes Sonntagslieder. Bo gehe ein und aus, Also Und mit Freuden vor dir ich auch dort mög' gehen, stehen. 7. Cins, das bitt' ich Mel. Singen wir von Herzens Grund, zc. 55. 4. mein Gott, mein mir vom Herrn! Licht, mein Hort, Richte durch Eins, das hätt' ich herzlich gern: Daß ich möchte lebenslang Unter Dank und Lobgesang In dem Hause Got tes sein, Und mich seines Dienstes freu'n, Mir zum Heil und Wohlgedeih'n. dein kräftig Wort Meinen Willen also zu, Daß ich deinen Willen thu'; Und die ganze Lebenszeit, Dir in wahrer Heiligkeit Sei zum Gottesdienst geweiht. 2. Herr, durch deines Geites Trieb Hab' ich den Ort herzlich lieb, Da dein Lob und Ehre wohnt; Da dein Name berrlich thront, Da man deine Stimme hört, Die uns Lebensworte lehrt, Und uns allen Trost beschert. 6. Endlich nach vollbrach3. Leib und Seele freuen tem Lauf, Nimm mich in sich, Herz und Lippen preisen den Himmel auf, Wo dein cich, Wenn die Tage kom- Dienst vollkommen ist, Und men sind, Da ich als dein du selbst der Tempel bist, Da liebes Kind, Kann in deinen man schaut dein Angesicht, Höfen stehn, Und zum Got- Und voll Heiligkeit und Licht tesdienste gehn, Der so lieb- Ewig Halleluja spricht. lich und so schön. E. Neumeister, 1671. 5. Laß den Glauben reich und rein An der Frucht des Geistes sein. Leite mich in allem dem, Was dir lieb und angenehm. Stehe mir in Gnaden bei, Daß ich willig und getreu Auch im Kreuz dein Diener sei. ( Nach der Predigt.) Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. S. Nun danken wir dir, auch Beständigkeit, Daß wir lieber Herr, Für fest dabei halten. dein Wort und der Wahr- 2. Herr bilf uns'rer zeit Lehr', Die uns ist vor- Blödigkeit, Dir zu dienen gehalten. Wir bitten dein' mach uns bereit, Den Geift Barmherzigkeit. Verleib' uns in uns wollst stärken. Daß Sonntagslieder. 3 wir im Glauben fruchtbar| Wortes dein Beweisen mit sein, Dazu die Kraft des den Werken. Eigene Melodie. 3. 9. Ach! bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach! bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser werth, Daß uns, beid' hier und dorte, Sei Güt' und Heil beschert. 3. Ach! bleib mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht, Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach! bleib mit deinem Segen Bei uns, o reicher Herr, Dein' Gnad und all'e Vermögen In uns reichlich vermehr'. 5. Ach! bleib mit deinem Schußze Bei uns, du starfer Held, Daß uns der Feind nicht truge, Und fäll' die böse Welt. 6. Ach! bleib mit deiner Treue Bei uns! mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann, 1588. wir sind hier. 42. Freud' nach Haus, Wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite Und uns alle wohl bereite. Mel. Liebster Jesu 10. Nun, Gott Lob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohlgemacht, Drum laßt uns sein. Lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, Daß er uns so wohl geſpeiset. 3. Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täg lich Brod, Segne unser Thun 2. Weil der Gottesdienst und Lassen, Segne uns mit ist aus, Und uns mitgetheilt| sel'gem Sterben Und mach der Segen, So geh'n wir mit uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk, 1634. Mel. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut. 54. 11. Chr' sei dem Va- gen Geiste, Als er im An ter und dem fang war und nun, Der uns Sobn. Und auch dem beil' fein' Gnade leiſte. Damit 6 Adventslieder wir gehn auf seinem Pfad, nicht schad'; Wer das beDaß unsre Sünd' der Seel' gehrt, sprech: Amen! Mel. Nun laßt uns 12. Mmen! wir hab'n Gott dem Herren. 4. 2. Amen! Gott sei ger gehöret, Was preiset, Der Geist auf Chriuns Gott hat gelehret, Der stum weiset, Der helf' uns heil'ge Geist von oben, Versiegl' es in uns. Amen. all' zusammen In's ew'ge Leben. Amen. Um 1600. Eigene Melodie. 107. 13. Die Gnade un- des heiligen Geistes, Sei mit sers Herrn Jesu uns Allen, Mit uns Allen. Chrifti, Und die Liebe Got- Amen. tes, Und die Gemeinschaft Adventslieder. ( Zum Anfang des Kirchenjahrs.) Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 20. 14. Nun kommt das den Weg zum Leben weist, neue Kirchen- Gott sei für seine Gnad' gejahr, Deß freut sich alle Chri- preis't. Halleluja. stenschaar; Dein König fommt, drum freue dich, Du werthes Zion! ewiglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnadenwort Von Anfang für. Halleluja. immer wieder fort, Das uns 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Das laß bekleiben,* daß wir dir Lob und Preis sagen für une Joh. Olearius, 1611. Mel. Nun freut euch liebe Christeng' mein. 54. 15. Gott Lob! ein Treue; Von neuem will er neues Kirchen- seinen Bund, Den alten ew' jahr Macht wiederum auf's gen Glaubensgrund Durch neue Mit reichem Segen of- seinen Geist uns lehren. fenbar Des großen Gottes 2. Auf Zion! Preis und * baften, einwurzeln. Adventslieder. Ehr' und Ruhm Dem höch-| Herr! dein Wort, Sammt ften Gott zu singen; Dein Tauf und Abendmahle, So königliches Priesterthum Muß wandern wir mit Freuden Dank zum Opfer bringen. fort In diesem finstern Thale. Gelobt sei Gott, der durch Herr segne dieses Kirchensein Wort Die Christenheit jahr! Laß Kirche, Schul, und diesen Ort Zu seinem Tauf und Altar Uns deine Tempel weibet.. Wege zeigen. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld Des Gottes 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner aller Gnaden. Des alten Lehr' und Leben, Dein Wort, Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin, Denn sie bewies den alten mit fein heuchlerischer Schein Sinn Noch stets mit neuen Des Glaubens Kraft verSünden. läugne. das Gottes Weide heißt, Der Heerde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Da7. So balten und vollens den wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit, Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphiren. 4. Ach Herr! gib uns den neuen Geist, Daß wir durch deine Güte, Die sich an uns auf's neu' erweis't, Erneuert im Gemüthe, Den neuen Menschen ziehen an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, 7 H. C. Hecker, 1699. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 16. Mit Ernst, o Empfangt recht diesen Gast, Menschen- Er lindert eure Schmerzen, Erwirbt euch ewig Rast. O wohl! und aber wohl Dem, der sein Herz ihm leeret, Und ihn zum Gast begehret, Daß er drin wohnen soll. 3. Denn er wird ihn begaben Mit ew'ger Himmels2. Bereitet eure Herzen, luft, und ohne Ende laben finder! Betrachtet diese Zeit, In der der Ueberwinder, Der Herr der Herrlichkeit, Sich äußert seiner Ehr', Verläßt den Thron der Freuden, Und fommt für uns zu leiden, Von seinem Vater her. 8 Adventslieder. Mit Freud, die sonst nicht| Herz, Mit Seel' und Gift fost't Ein Mensch, der dieser ich lebe Zum Dienst in Buß Welt Und Eitelkeit nachhan- und Schmerz, Dir einzig und get, Und in Wollüsten pranget. Wohl dem, der Gott gefällt. allein. Ach komm und mich erfreue Mit deiner Lieb und Treue; Laß mich dein eigen sein. Valentin Thilo, 1607. 4. Nun Jesu! schau, ich gebe, Zur Wohnung dir mein ( 3um Advent.) 17. Auf, auf! ihr Mel. Aus meines Herzens Grunde. 64. 4. Nun hört, ihr frechen Reichsgenossen, Sünder, Der König merket Der König kommt heran, d'rauf, Wenn ihr, verlornen Empfahet unverdrossen Den Kinder, In vollem Lasterlauf, großen Wundermann. Ihr Auf Arges seid bedacht, Ja Christen, geht herfür, Laßt thut es ohne Sorgen, Gar uns vor allen Dingen Ihm nichts ist ihm verborgen, E: Hofianna singen Mit beili- gibt auf alles Acht. ger Begier. 2. Auf! ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nab, Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da; Seht, wie so mancher Ort Höchst tröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf! ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern, Seid fröhlich ihr Verjagten, Dort kommt der Morgenstern; Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost ruch speisen, Er will euch Hülf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 5. Seid fremm, ihr Un tertbanen, Der König iſt gerecht, Laßt uns den Weg ihm bahnen, Thut weg was schnöd und schlecht; Fürwahr! er meint es gut; Drum lasset uns die Plagen, Die ei uns schidt, ertragen Mit unerschrocknem Muth. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns alles rauben hin; Geduld! weil ihm zusammen, Gehört doch der Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod Uns, die uns lieb, genommen, Wohlan! so sind sie kommen In's Leben aus der Noth. 7. Frisch auf in Gott! ihr Adventslieder. Armen, Der König sorgt für euch; Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der an ein Thier gedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, welch' auf ihn stets hoffen Mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt alles her, Der läsfet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Sein'Hand ist nicht zu schwer. 9 10. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu beseh'n, Dieweil er kommt geritten, Stark, herrlich, sanft und schön; Nun tretet all' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 11. Der König will be denken Die, welch' er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns gibt, Durch seine Gnad' une Wort; Ja, König hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 9. Frisch auf! ihr Hochbe- 12. Nun Herr, du gibsi trübten, Der König fommt uns reichlich, Wirst felbft mit Macht, An uns, sein' doch arm und schwach, Du Herzgeliebten, Hat er schon liebest unvergleichlich, Du angst gedacht; Nun wird jagst den Sündern nach fein Angst noch Pein, Noch D'rum wollen wir allein Die Born binfort uns schaden, Stimmen hoch erschwingen, Dieweil uns Gott aus Gna- Dir Hosianna singen, Und den Läßt seine Kinder sein. ewig dankbar sein. Joh. Rift, 160" Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 41. 18. Hosianna! Davids gen. Unser Herz ist schon geSohn Kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, Seßt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. rüst't, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite. Alles was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entge 10 erhöht, Und dein Reich allein besteht. Adventslieder. gelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum 4. Hosianna! liebster Gast, Opfer bringen. Du nimmſt Wir sind deine Reichsgenos- jeden Jünger an, Der dir sen, Die du dir erwählet hast. recht gehorchen kann. Ach so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein; Herrsche du in uns allein. 7. Hosianna! laß uns hier An den Delberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied be 5. Hosianna! komme bald, reiten, Dort ist unser BethLaß uns deine Sanftmuth phage, Hosianna in der Höh'. füssen. Wollte gleich die 8. Hosianna! nah' unt Knechtsgestalt Deine Maje- fern, Eile, bei uns einzugestät verschließen, Ei so kennet hen. Du Gesegneter des Zion schon Gottes und auch Herrn, Warum willst du Davids Sohn. draußen stehen? Hosianna bist du da? Ja, du kommst Halleluja. 6. Hosianna! steh' uns bei, Herr hilf, laß wohl Benj. Schmolke, 1672. Eigene Melodie. 71. 19. Macht hoch die er bringt, Derhalben jauchz't Thür, die mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Gr ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. Thor' macht weit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit; Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchz't, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Gnad! 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt', Sein' Königskron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit. 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit, Eu'r U unsre Noth zum End' Herz zum Tempel zubereit't! Adventslieder. 11 Die Zweiglein der Gottselig-| zens Thür dir offen ist; Ach feit Steckt an mit Andacht, zeuch mit deiner Gnade ein, Lust und Freud'. So kommt Dein' Freundlichkeit auch der König auch zu euch, Ja uns erschein', Dein heil'ger Heil und Leben mit zugleich. Geist uns führ' und leit' Den Gelobet sei mein Gott, Voll Weg zur ew'gen Seligkeit. Rath, voll That, voll Gnad'. Dem Namen din, o Herr, 5. Komm o mein Heiland Sei ewig Preis und Ehr'. Jesu Christ! Mein's HerG. Weissel, 1590. Mel. Valet will 20. Wie soll ich dich empfangen? Und wie begeg'n ich dir? O aller Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier; D Jesu, Jesu, sebze Mir selbst dieFackel bei, Damit, was dich ergöße, Mir fund und wissend sei. ich dir geben. 66. machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren, Und schenkst mir großes Gut, Das läßt sich nicht verzehren, Wie irgends Reichthum tout. 2. Dein Zion streut dir 5. Nichts, nichts hat dich Palmen Und grüne Zweige getrieben Zu mir vom Himhin, Und ich will dir in Psal- melszelt, Als das geliebte men Ermuntern meinenSinn; Lieben, Damit du alle Welt Mein Herze soll dir grünen Im steten Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud', Als Leib und Seele faßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried' und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen, Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommit und In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerze, Sich häuft je mehr und mehr; Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür, Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag 12 Adventslieder. und Nacht, Wie ihr ihn wol- dem Schreien Der Feind' let ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt ein König, Dem wahrlich alle Feind' Auf Er den viel zu wenig Zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad' und süßem Lichte, Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm ach fomm, o Sonne! Unc hol' uns allzumal zum ew'gen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhard, 1606. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleibt ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 41. 21. Du Gesegneter des Zion freut sich hoch Ueber Herrn, Warum deinem Kirch- Advente. Ihr. Töchter singen dir Lauter Hosianna für. willst du draußen stehen? Komme doch, o JakobsStern, In uns allen aufzugehen; Eile doch, o werther Gast, Nimm in unsern Herzen Rast. 2. Glaub und Liebe gehen dir, O Immanuel! entgegen; Was wir haben, wollen wir Dir zu deinen Füßen egen. Du bist unser Fleisch und Blut, Darum sind wir wohlgemuth. 3. Du bist kommen, und kommst noch In dem Wort und Sacramente. Und dein 4. Hochgelobter DavidsSohn, Laß dich auf dem Wege füssen; Hier steht noch dein Gnadenthron. Wo wir diese Zeit vermissen, Ach! so kommt dein Richterstuhl, Und zeigt uns dein' Höllenpfuhl. 5. Kehrst du noch in Gnaden ein, Ach! so laß dich feste halten, Und uns immer munter sein, Auch im Glauben nicht erfalten. Denn die erste Zukunft macht, Daß man bei der letzten lacht. Adventslieder. 13 6. Da hebt man das Haupt| schönen Sternen- Erker In empor, Ach! da geh'n wir die Stadt, wo man erfreut aus dem Kerker; Zion öff- Ewig Hosianna schrei't. net uns das Thor Durch den Benj. Schmolke, 1672. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 22. h danke vir mein Gott! Daß du aus lauter Gnaden, Mich treulich warnen läß't Vor allem Seelenschaden, Daß du mit deinem Trost, Mich, wider alle Noth, Verwahrest, daß ich nicht Darf fürchten Höll' und Tod. 2. Wann Himmel, Erde, Sonn' Und Mond zu Grunde gehen; Wann diese ganze Welt Nicht länger kann bestehen, So kann ich fröhlich sein, Weil meine Seligkeit Vorhanden, und das End' Von allem Herzeleid. 3. Bringt gleich die letzte Zeit Viel Schrecken, Angst und Plagen, So darf ich doch darum In keiner Noth Mel. Nun kommt der 23. Gott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig bält, Und der Sünder Trost und Rath Zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar Höchster Wunsch und verzagen; Mein Jeſus, meine Burg, Mein Trost, mein Licht, mein Heil, Bleibt meine Zuversicht Und meines Herzens Theil. 4. Ich danke dir, daß du Mich durch dein Wort geleitet, Daß nicht mein Herz verführt, Was dir sonst widerstreitet, Des Satans Strick und Netz, Die schnöde Trunkenheit, Die Sorge dieser Welt, Die große Sicherheit. 5. Hilf, daß ich würdig sei, Dem Unglück zu entgehen, Und wann die Welt vergeht, Getrofst vor dir zu stehen, Daß, wann hier alles aus, Mir dort die Seligkeit Verbleibet, daß mein Mund Dich lob' in Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611. Heiden Heiland. 15. Sehnen war, Und was sie geprophezeit, Ist erfüllt mit Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, JacobsHeil, der Jungfrau Sohn, Der wohl zweigestammte Held, Hat sich treulich eingestellt. 14 Adventslieder. 4. Sei willkommen, o Sinn, Weil ich schwach und mein Heil! Dir Hosanna, o blöde bin, Und des Satans mein Theil! Richte du auch schlaue List, Sich so hoch an eine Bahn Dir in meinem mir vermißt. Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach' es, wie du gerne thust, Rein von allem Sündenwust. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, Daß ich aller Aengsten frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan. 6. Und wie deine Zukunft war Voller Sanftmuth, ohn' Gefahr, Also sei auch jeder zeit Deine Sanftmuth mir bereit. 9. Daß, wenn du, o lebensfürst! Prächtig wieder kommen wirst, Ich dir mög' entgegen gehn, Und vor dir gerecht bestehn. 7. Tröste, tröste meinen Heinrich Held. Um 1600. Eigene Melodie. 36. 24. Ach schönster Jesu 3. Alles, was man auf Erden schauet, Vergeht wie eine Wiesenblum', Und wer auf diese Welt vertrauet, Erlanget schwerlich Gottes Ruhm. Ach Jesu, laß es bald geschehen, Daß ich dein Antlig möge sehen. mein Verlangen! Ach liebster Jesu meine Lust! Wann werd' ich endlich doch umfangen Mit Freuden deine süße Brust? Ach Jesu, laß es bald geschehen, Daß ich dein Antlig möge sehen. 2. Sag', was ist doch für Freud' zu schauen Hier in dem Leid- und Jammerzelt; Allhier ist nur vergeblich bauen, Weil bald vergeht dies Rund der Welt. Ach Jesu, laß es bald geschehen, Daß ich dein Antlig möge sehen. Mel. O Gott du 4. Nun, Jesu, komm, ach komm bei Zeiten, Lös auf dies Leid- und Jammerjoch Führ' uns in deine Himmels. freuden, Ach, ach, erfreu' die Seele doch! Ach Jesu, laß es bald geschehen, Daß ich dein Antlig möge sehen. frommer Gott. 63. 25. ch preise deine ben! Daß du dich mir zum Gnad' Mein Trost, Und Helfer selbst gegeGott, mein Heil, mein Leben. Du bift's allein. der mir Adventslieder. 15 Hat kommen soll'n zu gut, Von ganzem Herzen hassen; Mein Jesus! der mich hat Erlöset durch sein Blut. Hilf, daß ich dir getreu Verbleibe bis in Tod; Laß mich von dir, mein Gott! Nicht scheiden keine Noth. 2. Du bist der Blinden Licht, Du machst die Lahmen gehen; Es wird der Aussag rein; Die Todten auferste hen; Der Taube hört dein Wort, Das Armen Trost verspricht, Und der ist selig wer An dir sich ärgert nicht. 4. Hilf, daß ich dir den Weg Mit wahrer Buß' bereite, Und alle Sündenlust Durch deine Kraft bestreite, Daß ich gefalle dir, So lang' ich leb' allhier, Bis in dein Freudenreich, Ich endlich komm' zu dir. 3. Laß mich dein theures Wort Mit festem Glauben fassen, Die Unbeständigkeit Joh. Olearius, 1611. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. 25. 26. Kommst du nun verschlingen und gänzlich verJesu vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott! Kann dich mein Jammer und Noth Bringen zu Menschengeberdammen. Mächtiger Gott! Wende den Jammer und Noth; Tilge die höllischen Flammen! den. 4. Gib mir, o Jesu! nur heilige, gute Gedanken; Halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken. Heiliger Gott! Laß mich nach deinem Gebot, Herzlich im Glauben dir danken. 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, Hast du mir, Jesu! durch Leben und Leiden erforen. Gütiger Gott! Alle mein Jammer und Noth, Endet sich, da du geboren. 3. Teufel und Hölle die jürnen und halten zusammen, Wollen mich Sünder 5. Führe mich endlich, o Jesu! in's ewige Leben, Welches du allen, die glauben, versprochen zu geben; Da ich bei Gott Ohne Noth, Jammer und Tod, Ewig in Freuden kann schweben. C. 8. Nachtenböfer, 1624. 16 Adventslieder. 27. hlobe dich mein I Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 3. Laß deines Wortes Gott! Aus mei- Stimm' Allzeit mein Herz nes Herzens Grunde; Ich regieren; Gib mir des Gei preise deine Gnad' Erfreut stes Kraft, So wird mich mit meinem Munde, Daß nicht verführen Die Welt du in diese Welt Bist kom- und ihr Betrug, Pracht, Ehr' men mir zu gut Und hast und Herrlichkeit; Gib mir verkleidet dich In unser Johannis Muth, Treu und Fleisch und Blut. Beständigkeit. 2. Vergeblich und umsonst Wär aller Menschen Denken, Wenn Gott nicht seinen Sohn Uns selbst hätt' wollen schenken; Du bist der 4. Laß mich der Taufe Kraft, Und deinen Trost empfinden, Wann mich des Satans Pfeil Erschreckt mit meinen Sünden; Laß mich große Held, Und Herr von hierauf getrost. Und selig Ewigkeit, Mein Mittler Gott schlafen ein, Daß ich dort und Mensch, Mein Trost ewig kann Im Himmel bei und Seligkeit. dir ſein. Joh. Olearius, 1611. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 28. Es war die ganze Lamm, Das unsre Sünden Welt Von Mo- träget, Das sich der ganzen sis Fluch erschrecket, BisSanct Welt Zum Opfer niederleJohannes hat Den Finger get; Sich, das ist Gottes ausgestrecket Auf Jesum, wel- Lamm, Bei dem man aller chen er Zum Heiland aller Sünd' Vergebung, Friede, Welt, Als sein Vorläufer, Ruh Und alle Gnade find't. hat Gezeigt und vorgestellt. 2. Vor dem er ungebor'n Mit Freuden aufgesprungen, Zu dem er sich bekannt Mit unberedter Zungen In seiner Mutter Leib Und mit Elias Geist Bei Groß' und Kleinen ihn Gepredigt und geweis't. 4. Wohl dem, der dieses Lamm, Das uns Johannes weiset, Im Glauben fest ergreift, Und in dem Leben preiset. Wer dieser Tauf gedenft, Und wahre Buße übt, Der wird von ihm auch sein Begnadet und geliebt. 3. Sieb, das ist Gottes 5. So gib, du großer Weihnachtslieder. 17 Gott! Daß wir Johannis| Bis wir, nach dieser Zeit, Lehre Von Herzen nehmen Mit Freuden gehen ein Zu an, Daß sich in uns befehre, deiner Herrlichkeit. Was bös und fündlich ist, Joh. Olearius, 1611. 29. Eigene Melodie. 94. reuet euch ihr reuet euch ihr 3. Jesu! wie soll ich dir Christen alle, danken? Ich bekenne, daß Freue sich wer immer fann, von dir Meine Seligkeit herGott hat viel an uns gethan, rühr'; So laß mich von dir Freuet euch mit großem nicht wanken, Nimm mich dir Schalle, Daß er uns so hoch zu eigen hin, So empfindet geacht't, Sich mit uns be- Herz und Sinn Freude, freund't gemacht. Freude, Freude über Freude, Christus Freude über Freude, Christus wehret allem Leide! Wonne, wehret allem Leide! Bonne, Wonne über Wonne, Er ist Wonne über Wonne, Er ist die Genadensonne. die Genadensanne. 4. Jesu nimm dich deiner. Glieder Ferner in Genaden an, Schenke, was man bitten kann, Zu erquicken deine Brüder, Gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein sel'ges Jahr. Freure, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide! Bonne, wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne, Er ist Wonne über Wonne, Er ist die Genacensonne. die Genadensonne. 2. Siche, siehe meine Seele, Wie dein Heiland fommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der Krippen Höhle Harte lieget dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude, Christus Christian Keimann, 1607. Weihnachtslieder. ( Zum Weihnacht- Abend.) Eigene Melodie. 36. 30. Dies ist die dem alle Engel dienen, Nacht da mir Bringt Licht in meine Dunfelheit; Und dieses Weltund Himmels Licht, Weicht erschienen, Des großen Gotles Freundlichkeit; Das Kind, 2 18 hundert tausend Sonnen nicht. Weihnachtslteder. den 2. Laß dich erleuchten meine Seele, Versäume nicht Gnadenschein; Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein, Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der wahren Seligkeit, Wenn Sonne, Mond und Stern' vergeben, Vielleicht noch in gar furzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein, Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubensund dein Lebenslicht! Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, Co darfst du nicht mehr dunkel sein. = 5. D'rum Jesu, schöne Weihnachts Sonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst Dein Licht sei meine Weih, nachts- Wonne, llnd lehre mich die Weihnachts- Kunst: Wie ich im Lichte wandeln soll, Und sei des WeihnachtsGlanzes voll. C. 8. Nachtenhöfer, 1624. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 5. 31. Schaut chaut, schaut, 4. Sollt' auch erscheinen was ist für Wun- dieser Zeit Die Sonne der der dar! Die schwarze Nacht Gerechtigkeit? Der Der helle wird hell und klar, Ein gro- Stern aus Jacobs Stamm, ßes Licht bricht jeßt herein, Der Heiden Licht, des WeiIhm weichet aller Sternen- bes Sam'? schein. 2. Es ist ein großes Wunderlicht Und gar die alte Sonne nicht, Weil's wider vie Natur die Nacht Zu einem hellen Tage macht. 3. Was wird hierdurch uns zeigen an, Der die Natur so ändern fann? Es muß ein großes Werk geschehn, Wie ir aus großen Zeichen sehn. 5. Es ist also; des Himmels Heer, Das bringt uns jetzt die Freudenmähr, Wie sich nunmehr hat eingestellt zu Bethlehem das Heil der Welt. 6. Gütigkeit! was lange Jahr' Sich hat der frommen Väter Schaar Gewünscht und sehnlich oft begehrt, Deß werden wir von Gott gewährt Weihnachtslieder. 19 7. Drum auf, ihr Men13. Dies ist die rechte schenkinder, auf! Auf! auf! Freudenzeit, Weg Trauern, und mehret euren Lauf Mit weg, weg alles Leid! Trop mir hin zu der Stell' und dem, der ferner uns verhöhnt, Ort, Davon gemeld't der Gott selbst ist Mensch, wir Engel Wort. sind versöhnt. 8. Schaut hin! dort liegt im finstern Stall, Deß Herrschaft, gehet überall; Da Speise vormals sucht ein Rind, Da ruht jetzt der Jungfrauen Kind. 9. Menschenkind! betracht' es recht, llnd strauchle nicht, dieweil so schlecht, So elend scheint das Kindelein, Es ist und soll auch uns groß sein. 10. Es wird im Fleisch hier vorgestellt, Der alles schuf und noch erhält; Das Wort, so bald im Anfang war Bei Gott, selbst Gott, das lieget dar. 14. Der Sündenbüßer ist nun hier, Den Schlangentreter haben wir, Der Höllen Pest, des Todes Gift, Den Lebensfürst man hier antrifft. 15. Es hat mit uns nun feine Noth, Weil Sünde, Teufel, Höll' und Tod Zu Spott und Schanden sind gemacht, In dieser großen Wundernacht. 16: O felig, selig alle Welt! Die sich an dieses Kindlein hält; Wohl dem, der dieses recht erkennt, Und gläubig seinen Heiland nennt. 17. Es danke Gott, wer 11. Es ist der eingeborne danken kann, Der unser sich Sohn Des Vaters, unser so hoch nimmt an, Und senGnadenthron, Das A und det aus des Himmels Thron O, der große Gott, Der Uns, seinen Feinden, seinen Siegs- Fürst, der Herr Ze- Sohn. baoth. 18. D'rum stimmt an mit 12. Denn weil die Zeit der Engel Heer: Gott in der nunmehr erfüllt, Da Gottes Höhe sei nun Ehr'! Auf ErZorn muß sein gestillt; Wird den Friede jederzeit, Den sein Sohn Mensch, trägt Menschen Wonn' und Fröhunsre Schuld, Wirbt uns lichkeit. durch sein Blut Gottes Huld! Paul Gerhard, 1606. 20 Weihnachtslieder. ( Zum Weihnachtfest.) Mel. 32. röhlich soll mein Warum soll ich mich denn grämen. 76. 6. Er nimmt auf sich, was Herze springen, auf Erden Wir gethan, Gibt Dieser Zeit, Da vor Freud' sich an, Unser Lamm zu werAlle Engel singen. Hört, den; Unser Lamm das für hört, wie mit vollen Chören uns stirbet Und bei Gott Für Alle Luft Laute ruft: Chri- den Tod Gnad' und Friec" stus ist geboren. erwirbet. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer; Gott wird Mensch, dir Mensch zu gute; Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unserm Blute. 3. Sollt' uns Gott nun können hassen, Der uns giebt, Was er liebt Ueber alle MaBen Gott gibt, unserm Leid za wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, Der sein Reich Und zugleich Sich selbst uns verchret? Sollt' uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt fömmt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? 7. Nun, er liegt in ſeiner Krippen, Ruft zu sich, Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Laßt fahr'n o ihr lieben Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring' alles wieder. 8. Ei so fommt und last uns laufen, Stellt euch ein, Groß und Klein', Eilt mit großen Haufen; Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der euch gern, Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch fein Kreuz wird rühren. 5. Hätte vor der Menschen Orden Unser Heil Einen Gräu'l, Wär' er nicht Mensch worden. Hätt er Lust zu unserm Schaden, Ei so würd' 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd' Une Gewissensschmerzen, Sei getrost, hie wird gefunden, Der Unsre Bürd' Er nicht auf in Eil' Machet heil Die ver sich laden. gift'ten Wunden. Weihnachtslieder. 11. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben Und das Gold Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 21 an mir zu finden, Ich bin gar Rein und flar Aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, Du gibst g'nug Ehr' und Schmuck, Mich darein zu hüllen. Ich will dich in's Herze schließen, Meine Zier! Unverrückt an mein Nuhm, Edle Blum' hangen. Du bist meines Le- Laß dich recht genießen. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen! Laß mich dir, bens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zu frieden geben. 13. Meine Schuld fann mich nicht drücken, Denn du haft Meine Last All' auf deinem Rücken; Kein Fleck ist 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren; Mit dir will ich endlich schwe ben Voller Freud', Ohne Zeit, Dort im andern Leben. Paul Gerhard, 1606. Mel. Wacht auf ihr Christen alle. 66. 33. hr Christen aus- lein Bringt euch nun Fried' erforen! Hört gute neue Mähr: Der Heiland ist geboren, Er kömmt auf Erden her. Deß freuet sich dort oben Der heil'gen Engel Schaar, Die Gott den Vater loben Deswegen imund Liebe, Was wollt ihr traurig sein? Den Himmel es dem schenket, Der an ihn gläubet fest. An diesen Schaß gedenfet! Er ist der allerbest.. merdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen ins gemein! Freut euch von Herzen alle Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben, Euch ist das Heil bereit, Daß ihr bei Gott sollt leben In steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, Denn dieses Kinde4. Nun seid ihr wohl gerochen An An eurer Feinde Schaar; Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd' und Hölle Jetzt liegen ganz geschwächt: Gott gibt die Ehrenstelle Dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir nun auch dich loben, Jesu, zweistämm'ger Held! Daß du vom 22 Weihnachtslieder. Himmel oben Bist kommen in die Welt: Komm' auch drin für und für, Daß weder Freud' noch Schmerzen in unsre Herzen, Und bleib' Uns trennen mag von dir. G. Werner, 1650. Eigene Melodie. 89. Chor. 3. Als die Sonn' durch34. Der Tag der scheint das Glas Mit ihrem ist so freudenreich Aller Creature, Denn Gottes Sohn vom Himmel reich Ueber die Nature Von einer Jungfrau ist gebor'n, Maria du bist auserkor'n, Daß du Mutter wärest. Was geschah so wunderlich?- Gottes Sohn vom Himmelreich Der ist Mensch geboren. flaren Scheine Und doch nicht versehret das, Somerfet allgemeine, Zu gleicher Weif geboren ward Von einer Jungfrau rein und zart, Gottes Sohn, der Werthe. In ein' Kripp ward er geleit, Große Marter für uns leid't Hie auf dieser Erde. Gemeinde. 2. Ein Kindelein jo löbe lich Ist uns geboren heute Von einer Jungfrau säuberlich, Zu Trost uns armen Leuten, Wär' uns das Kindlein nicht gebor'n, so wär'n wir allzumal verlorn, Das Heil ist unser aller. Ei du süßer Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist Behüt' uns vor der Hölle. 4. Die Hirten auf dem Felde war'n, Erfuhren neue Mähre Von den engelischen Schaar'n, Wie Christ gebo ren wäre, Ein König üb'r all' König' groß, Herod' die Red' gar sehr verdroß, Aussandt' er seine Boten. Ei wie gar eine falsche List Erdacht er wider Jesum Christ, Die Kindlein ließ er tödten. Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 5. 35. Vom Himmel| 2. Euch ist ein Kindlein hoch da komm heut gebor'n, Von einer ich her, Ich bring euch gute Jungfrau auserkor'n, Ein neue Mähr, Der guten Mähr Kindelein so zart und fein, bring ich so viel, Davon ich Das soll eu'r Freud' und sing'n und sagen will. Wonne sein. Weihnachtslieder. 23 3. Es ist der Herr Christ du da liegst auf dürrem unser Gott Der mill euch Gras, Davon eiv Rind und führ'n aus aller Noth, Er Esel aß. will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater bat bereit't, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merfet nun das Zeichen recht, Die Krippen, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten geh'n hinein, Zu sehen, was Gott hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sich dort hin! Was liegt dort in dem Krippelein? Was ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Bist willkommen du edler Gast; Den Sünder nicht verschmähet hast, Und kommst in's Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir? 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, Von Edelg'stein und Gold bereit't, So wär' sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich, Herprangst als wär's dein Himmelreich. 9. Ach Herr! du Schöpfer aller Ding', Wie bist du worden so gering, Daß 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebstes Jesulein, Mach' dir ein rein' sanft Bettelein Zu ruh'n in mein Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu springen, singen immer frei, Das rechte Susaninne schon Mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Söhn, Deß freuen sich der Engel Schaar Und singen uns solch neues Jahr.( Luc. 4, 18, 19.) Dr. Martin Luther, 1483. Weihnachtslieder. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 5. 36. Vom Himmel 4. Was kann euch thun fam der En- die Sünd' und Tod, Ihr gel Schaar, Erschien den habt mit euch den wahren Hirten offenbar; Sie sagten Gott. Laßt zürnen Teufel ihn'n: ein Kindlein zart, und die Höll', Gott's Sohn Das liegt dort in der Krippe ist worden eu'r Gesell. hart. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Seßt ihr auf ihn eu'r Zuversicht; Es mögen euch Viel' fechten an, Dem sei Troß der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht; Ihr seid nun worden Gott's Geschlecht; Deß danfet Gott in Ewigfeit, Geduldig, fröhlich, allezeit. Dr. Martin Luther, 1483. 24 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer Herr und Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, Eu'r Bruder ist das ewig Gut. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 55. 37. underbarer Spott. Aller Welt wird of Gnaden- fenbar, Ja, auch deiner thron, Gottes und Marien Feinde Schaar, Daß du Sohn, Gott und Mensch ein Gott bist wunderbar. kleines Kind, Das man in der 3. Laß mir deine Güt' Krippe find't! Großer Held und Treu Täglich werden von Ewigkeit, Dessen Macht immer neu! Gott, mein und Herrlichkeit Rühmt die ganze Christenheit. 2. Du bist arm und machst zugleich Uns an Leib und Seele reich! Du wirst flein, du großer Gott, Und machst Höll' und Tod zu Gott! verlaß mich nicht, Wenn mich Noth und Tod ansicht't: Laß mich deine Herrlichkeit, Deine Wundergütigkeit, Schauen in de: Ewigkeit. Altmärkisches Gesangbuch. 25 Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 18. 38. Gelobet feist du, leucht't wohl mitten in der Nacht, Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. Jesu Chrift, Daß du Mensch geboren bist, Von einer Jungfrau das ist wahr, Deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward, Und führt uns aus dem Jammerthal, Er macht uns Erb'n in seinem Saal. Kyrieleis. 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen find't; In unser armes Fleisch und Blut Verfleidet sich das ewig' Gut. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden femmen arm, Daß er unser sich erbarm', Und in dem Himmel mache reich, Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoos; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an, Deß freu' sich alle 4. Das ewig' Licht geht Christenheit, Und dank ihm da herein, Gibt der Welt das in Ewigkeit. Kyrieleis ein'n neuen Schein, Es Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 5. 39. Christum wir keusche Mutter goß, Ein sollen ioben schon, Der reinen Magd Marien Sohn, So weit die liebe Sonne leucht't und an aller Welt Ende reicht. Mägdlein trug ein heimlich Pfand, Das der Natur war unbekannt. 4. Das züchtig Haus des Herzens zart Gar bald ein 2. Der selig' Schöpfer Tempel Gottes ward; Die aller Ding' Zog an ein's kein Mann rühret noch erKnechtes Leib gering, Daß kannt Von Gottes Wort er das Fleisch durch's Fleisch man schwanger fand. erwürb' Und sein Geschöpf nicht gar verdürb'. 5. Die edle Mutter bat gebor'n, Den Gabriel ver3. Die göttlich'Gnad' vom hieß zuvor'n, Den Sanct Dimmel groß, Sich in die Johann's mit Springen 26 zeigt, Da er noch lag im Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit Urmuth groß, Die Krippen hart ihn nicht verdroß; Es ward ein kleine Milch sein' Speis', Der nie kein Vög'lein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör' sich freuen drob Und die EnWeihnachtslieder. Eigene Melodie. 8. gel singen Gott Lob; Den armen Hirten wird vermeld't Der Hirt' und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ebr' und Dank sei dir gesagt, Christ g'boren von der reinen Magd, Mit Vater und dem heil'gen Geist, Von nun an bis in Ewigfeit.( Amen.) Dr. Martin Luther, 1483. 40. Lobt Gott ihr 5. Das aus sein'm Stamm Christen allzu entsprießen sollt' In dieser leßten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt' Sein Reich und Christenheit:|: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blit. nimmt er an, Und gibt uns in sein's Vaters Reich Die klare Gottheit d'ran: 1: gleich In seinem höchsten Thron, Der heut aufschleußt sein Himmelreich, Und schenkt uns seinen Sohn:|: 2. Er fommt aus seines Vaters Schooß Und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein: 1: 3. Er äußert sich all sein' Gewalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding':|: 8. Heut schleußt er wieder 4. Er liegt an seiner Mut- auf die Thür Zum schönen ter Brust, Ihr Milch ist seine Paradeis, Der Cherub steht Speis, An dem die Engel nicht mehr dafür, Jhm ſei seb'n ihr' Lust, Denn er ist Lob, Ehr' und Preis::Davids Reis:|: n. Herrmann, 1480. 7. Er wird ein Knechy und ich ein Herr, Das maz ein Wechsel sein, Wie könnt es doch sein freundlicher, Das Herze- Jesulein:|: Mel. Komm Gott Schöpfer heil'ger Geift. 13. 41. Kommt und laßt ehren, Herz und Sinnen zu uns Christum ihm kehren, Singet fröblich, Univ.- Bibl. Giessen Weihnachtslieder. 27 laßt euch hören, Werthes che Verlangen, Bricht den Volk der Christenheit. 2. Sünd' und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Rummer bin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! Seinen Sohn zum ew'gen Leben. Dieser fann und will uns heben Aus dem Leid in's Himmels Freud'! 4. Seine Seel' ist uns gewogen, Lieb' und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Satanas betrogen, Zu besuhen aus der Höh'. 5. Jakob's Stern ist auf gegangen, Stillt das sehnliKopf der alten Schlangen Und zerstört der Höllen Reich. 6. Unser Rerfer, da wir saßen, Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze ſelbſt abfraßen, Ist entzwei und wir sind frei. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 20. 12. Wir singen vir Der Väter und Propheten Immanuel, Schaar. Halleluja. Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfrau- Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir in deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', Daß du, o langgewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet bast. Halleluja. 7. O du hoch geſegn'te Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben, und mit unserm Munde Danken dir o Jefulein. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhard, 1606. 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir getracht't, Dich bat gehofft so langes Jahr 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt Der Hirt und König deiner Heerd', Der Mann, der dir so wohl gefiel, Wann er dir sang auf Saitenspiel: Halleluja. 5. Ach! daß der Herr aus Zion käm', Und unsre Bande von uns nähm'! Ach! daß die Hülfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein. Halleluja. 6. Nun, du bist bier! da liegest du, Hältst in dem Kripplein deine Ruh; Biſt 28 Weihnachtslieder. flein und machst doch alles| kann, Wirst du in Gnaden groß, Bekleid'st die Welt und nehmen an. Halleluja. kommst doch bloß. Halleluja. 13. Hast du doch selbsi 7. Du fehrst in fremder dich schwach gemacht, ErHausung ein, Und sind doch wähltest, was die Welt veralle Himmel dein. Trinfst acht't; Warst arm und dürfMilch aus einer Mutterbrust, tig, nahmst vorlieb, Da, wo Und bist doch aller Engel der Mangel dich hintrieb. Lust. Halleluja. Halleluja. 8. Du hast dem Meer 14. Du schlief'st ja auf sein Ziel gesteckt, Und wirst der Erden Schooß, So war mit Windeln zugedeckt; Bist dein Kripplein auch nicht Gott und liegst auf Heu und groß, Der Stall, das Heu, Stroh; Wirst Mensch und das dich umfing War alles bist das A und D. Halleluja. schlecht und sehr gering. 9. Du bist der Ursprung Halleluja. aller Freud', Und duldest so 15. Darum, so hab' ich viel Herzeleid; Bist aller guten Muth, Du wirst auch Heiden Trost und Licht, halten mir zu gut. O JesuSuch'st selber Trost und find'st ihn nicht. Halleluja. lein! dein frommer Sinn Macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 10. Du bist der süß'ste Menschenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Gräu'l, Und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 16. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, Hab' ich ge lebt nicht wie ich soll, Et kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. Halleluja. 11. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag' es frei und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 17. Hätt' ich nicht auf mir Sündenschuld, Hätt' ich kein'n Theil an deiner Huld; Vergeblich wär'st du mir gebor'n, Wenn ich nicht wär' in Gottes Zorn. Halleluja. 12. Der Will' ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz und was es 18. So fass' ich dich nun ohne Scheu; Du machst mich alles Jammers frei. Du 29 gibt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja. 20. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden sin19. Du bist mein Haupt, gen für und für; Und cort hinwiederum Bin ich dein in deinem Ehrensaal, Soll's Glied und Eigenthum, Und schallen ohne Zeit und Zahl. will, so viel mein Geist dir Paul Gerhard, 1606. Am Tage Stephani. trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. Halleluja. Am Tage Stephani. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 77. 43. Seid voll Glau- seiner Zeit, Die an Ohren, Herz und Sinn Liefen unbeschnitten hin, Weil sie ganz halsstarrig lebten Und dem Geist stets widerstrebten. bens, theure Christen! Wie ein treuer Stephanus, Wenn sich Welt und Teufel rüsten, Daß man immer streiten muß, Wenn 4. Ach! ich seh' den Himsie schließen einen Rath Nur mel offen! Rief er, voller zu einer bösen That, Daß sie Freudigkeit, Bis ihn so viel wider uns nicht stehen, Son- Stein' getroffen, Daß er endern Gottes Weisheit sehen. vet seine Zeit. Doch vergab 2. Laßt sie immer auf uns er diese Schuld, Seufzete lügen, Laßt sie lästern wider nur mit Geduld: Jesu! Gott, Ihr Betrug wird sie nimm jetzt an dem Ende betrügen, Ihre Zunge wird Meinen Geist in deine Hände. zu Spott. Stellen sie falsch Zeugniß dar, Bleibet doch die Wahrheit wahr: Wenn sie schon das Volk bewegen, Muß sich doch ihr Stürmen legen.. 5. So standhaftig muß man sterben Und erdulden Stein' und Tod; Denn, wer will den Himmel erben, Achte weder Kreuz noch Noth Nach dem Leiden dieser Zeit Ist die Krone schon bereit't, Die uns dort in jenem Leben Jesus will aus Gnaden geben. 3. Seh't! Stephanus hat ertragen Alle Schmach und Herzeleid, Alle jene schweren Plagen Von den Feinder Benj. Schmolte, 1672, Am Jahresschluß. 44. Anfang sonder Aus meines Herzens Grunde. 64. 5. Die Herzen sind voll Ende! Du gro- Gnaden, Obgleich wir Zorn Ber Herr der Zeit. Wir prei- verdient, Doch hast du allen sen deiner Hände Regierung hocherfreut, Weil du uns noch ein Jahr Mit Segen lässest schließen Und wir bekennen müssen, Dein Thun ſei wunderbar. Schaden Durch Christum ausgesühnt; Wenn wir bei Tag und Nacht Mit Seufzen und mit Beten Vor deinen Thron getreten, Hast du es gut gemacht. 2. Die Kirch' ist fest gegründet Durch Wort und Sacrament, Darín, stets neu entzündet, Dein Licht und Recht noch brennt. Dein Sohn, der ist der Stein, An dem die Feinde fallen; Er, der den Deinen allen Ein Auferstehn wird sein. 6. Nun, Herr, dein ist die Ehre, Du heißest Wunderbar, Drum unser Flehen höre, Daß wir das alte Jahr, Befreit von aller Noth, In deiner Gnade schließen Unt in dem neuen wissen, Du seist der alte Gott. 30 Mel. 3. Das Land ist voller Segen Und trieft von Del und Most, Man schmecket allerwegen Der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert Durch unsre Seele gangen, Da hast du nach Verlangen Auch wieder Trost beschert. 4. Die Häuser sind voll Güte, Die alle Morgen neu; Wo man sich treulich mühte, Da stund dein Sorgen bei. Die Kinder wuchsen auf Und wurden stark am Geiste, Weil Gottes Kind sie weiste Auf seiner Jugend Lauf. 7. Laß dir die Alten dienen Wie Hanna, Simeon; Gieb, daß die Jungen grünen Wie dein und David's Sohn. Nimmt Ein's an Jahren zu, Das soll sich auch nicht schämen, Im Guten zuzunehmen; Dies alles wirke du! 8. Und wenn wir das vollendet, Was uns dein Wort gesagt, Und unser Lauf sich endet, Jung oder wohlbetagt, Dann führ' uns zu der Schaar Der Deinigen dort oben, Dann wollen wit dich loben Im ew'gen Friedensjahr. Benj. Schmolle, 1872. Am Jahresschluß. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 45. Helft mir Gott's All' unsre Missethat Mit Güte preisen, gleicher Straf und Pein, Ihr lieben Kinderlein, Mit Wir wären längst gestorben, G'sang und andern Weisen In mancher Noth verdorben, Ihm all'zeit dankbar sein, Dieweil wir Sünder sein. Vornehmlich zu der Zeit, Da sich das Jahr thut enden, Die Sonn' sich zu uns wenden, Das Neu- Jahr ist nicht weit. 31 2. Ernstlich laßt uns betrachten, Des Herren reiche Gnad', Und so gering nicht achten Sein' unzählig' Wohl that'. Stets führen zu Gemüth, Wie er dies Jahr hat geben All' Nothdurft diesem Leben, Und uns vor Leid bebüt't. 5. Nach Vaters Art und und Treuen Er uns so gnädig ist, Wenn wir die Sünd' bereuen, Glauben an Jesum Christ Herzlich ohn' Heuchelei, Thut er all' Sünd' vergeben, Lindert die Straf' daneben, Steht uns in Nöthen bei. 6. All' solch' dein' Güt' wir preisen, Vater im Himmelsthron, Die du uns thust beweisen Durch Christum deinen Sohn, Und bitten ferner dich: Gib uns ein friedlich Jahre, Vor allem und Ruh, Nahrung für Leid bewahre, Und nähr' uns Jung' und Alten Bescheret auch dazu; Und gar mit milder Hand Sein Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet Von dieser Stadt und Land. 3. Lehramt, Schul', Kirch' erhalten In gutem Fried' mildiglich. 7. Gott Vater und dem Sohne, Und dem heiligen Geist Sei ewig Preis und Wonne, Der hat uns so gespeis't In dem vergang nen 4. Er hat unser verscho- Jahr. Er woll' uns ferner net Aus väterlicher Gnad', geben Ein fein ruhiges LeWenn er sonst hätt' belohnet ben In diesem neuen Jahr. Paul Eber, 1511, Eigene Melodie. 5. 46. Das alte Jahr Christ, Daß du uns haft vor vergangen ist, aller G'fahr So gnädiglich Wir danken dir, Herr Jesu behüt't dies Jahr. 32 Beschneidung Christi oder Neujahrstag. 2. Wir bitten dich, ewigen| Sünd im alten Jahr ge Sohn Des Vaters in dem denk', Ein gnacenreich' Neuhöchsten Thron, Du woll'st jahr uns schenk'. dein' arme Christenheit Ferner bewahren allezeit. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben, und her3. Entzeuch uns nicht nach fröhlich Am jüngsten dein heilsam Wort, Welch's Tage aufzustehn, Mit dir in ist der Seelen Trost und Himmel einzugehn; Hort, Vor's Papst's Lehr 6. Zu danken und zu preiund Abgötterei Behüt' uns sen dich Mit allen Engeln Herr und steh' uns bei. ewiglich. Jesu! unsern Glauben mehr' Zu deines Namens Lob und Ehr'. Johann Steuerlein, um 1600. 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablahn, Und fromm zu werden fahen an, Kein'r Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 17. Durch Trauern und durch Plagen, Durch Noth, durch Angst und Pein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch manchen Sorgenstein, Bin ich, Gott Lob! gedrungen, Dies Jahr ist hingelegt; Dir Gott! sei Lob gesungen, Noth anstoßt. Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil, Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Theil; Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein fester Trost, Dich laß ich ferner walten, Wann mich dle G. W. Sacer, 1635, Am Feste der Beschneidung Christi, oder Neujahrstage. ( 3um Gedächtniß der Beschneidung Chrifti.) Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 48. Ach Jesu! dessen von mir abgewandt, Daß ich Treu Im Him- nicht bin verlor'n. mel und auf Erden Durch 2. Vornehmlich wird in keines Menschen Mund Kann mir All' Herzensangst geg'nug gepriesen werden; Ich stillet, Wenn mich dein süße: banke dir, daß du Ein wah- Nam' Mit seinem Trost errer Mensch gebor'n, Haft füllet. Kein Trost so lieblich Beschneidung Christi oder Neujahrstag. 33 ist, Als den mir gibt dein| Sei meine Stärk, dadurch Nam' Der süße Jesus- Sich alle Schwachheit end't. Nam', Du Fürst aus Davids Stamm. 3. O Jesu höchster Schatz, Du fannst nur Freude bringen. Es fann nichts lieblicher, Als Jesus Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, Weil Jesus heißt so viel Als Heiland oder Held, Der selig machen will. 8. Er sei mein Himmels4. Wenn Satan sich bei weg, Die Wahrheit und das nir Mit Anfechtung will Leben; Und wolle mir zuletzt egen, Ist Jesus Name mir Aus Gnaden dieses geben, Zum Trost, Schuß, Fried' Daß ich alsdann in ihm und Segen, Zur Weisheit Dies Leben schließe wohl, und Arznei In aller Angst Wenn meine Sterbenszeit und Noth, Daß ich nicht Und Stunde kommen soll. fürchten darf Den Teufel und en Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, Das macht die schnöde Sünde; Dein Jesusnam' macht mich zu einem Gnadenfinde. Er nimmt von mir hinweg Die Schuld und Missethat, Bringt mir die Seligkeit Und deines Vaters Gnar’. 7. Er sei mein Licht das mich In Finsterniß erleuchte. Er sei des Himmels Thau, Der mich in Hiß anfeuchte. Er sei mein Schirm und Schild, Mein Schatten, Schloß und Hut, Mein Reichthum, Ehr' und Ruhm. Er sei mein höchstes Gut. 6. Ei! nun, so heil'ge mich, Der ich bin ganz beflecket, Der heil'ge Jesusnam', Der alle Sünd' bededet. Er fehre ab den Fluch, Den Segen zu mir wend', 3 9. Inmittelst helf' er mir, So lang ich hier noch wandle, Daß ich in meinem Thun, Treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei Mit seines Geistes Gab', Wenn ich in meinem Amt' Was zu verrichten hab'. 10. Jesu! in deinem Nam' Bin ich heut aufge standen, In ihm vollbring' ich heut, Was mir fommt In deinem unterhanden; Namen ist Der Anfang schon gemacht, Das Mittel und der Schluß Wird auch durch ihn vollbracht. 34 Beschneidung Christi oder Neujahrstag. 11. Dir leb' ich, und in| Das ew'ge Himmelreich, dir, In dir will ich auch Das du erworben mir; Von sterben. Herr, sterben will ich dir verklärt will ich Dir diedir, In dir will ich erwerben nen für und für. Mel. Meinen Jesum 49. Jesus soll die Loosung sein, Da Johann Heermann, 1585. laß ich nicht. 41. 3. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; ein neues Jahr erschienen; Geht uns dieser Leitstern Jesu Name solt allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf feinem Wege gehn.. für, So wird alles wohl bestehen, und durch diesen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 2. Jesu Name, Jesu Wort, Soll in den Gemeinden schallen; Und so oft wir nach dem Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligthum. 4. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen; So wird alle Bitterkeit Uns zu Honig werden müssen. Jesu Nam' sei Sonn' und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolke, 1672. und Schmerzen. 77. 50. Warum machet liegen, daß es dich Jammert Mel. Zion klagt mit Angst solche Schmer- herz- und inniglich, Die trägst zen, Warum machet solche du ab, uns zu retten, Die Pein, Der von unbeschnitt'- sonst nichts zu zahlen hätten. nem Herzen Dir, o liebes 3. Freut, ihr Schuldner, euch deswegen, Ja, sei fröhlich alle Welt, Weil heut anhebt zu erlegen Gottes Sohn das Lösegeld! Das Gesetz wird heut erfüllt, Heut wird Gottes Zorn gestillt, Heut macht uns, die sollten sterben, Gottes Sohn zu Gottes Erben. 4. Wer mag recht bie Jesulein Mit Beschneidung? da du doch Frei von des Gesezes Joch, Weil du einem Menschenkinde Zwar gleich, doch ganz ohne Sünde. 2. Für dich darfst du dies nicht dulden, Du bist ja des Bundes Herr. Unsre, unsre große Schulden, Die so grausam, die so schwer Auf uns Zum Neujahrstage. 35 Gnad' erkennen? Wer mag| wir Nach Vermögen preisen dafür dankbar sein? Herz hier, Weil wir in derSchwachund Mund soll stets dich heit wallen, Dort soll dein nennen, Unsern Heiland, Lob besser schallen. Jefulein. Deine Güte wollen Paul Gerhard, 1606. Zum Neujahrstage. 51. Mel. Jesu deine heil'gen Wunden. 77. ilf, Herr Jesu, und Sorge bin. Wenn ich laß gelingen, gleich schlaf' oder wach', Hilf, das neue Jahr geht Sieh du Herr auf meine an; Laß es neue Kräfte Sach', Stärke mich in mei bringen, Daß auf's neu ich nen Nöthen, Daß michSünd wanteln kann. Laß mich dir und Tod nicht tödten. befohlen sein, Auch daneben all' das Mein. Neues Glück und neues Leben Wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, Laß mich büßen meine Sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schaden, Sondern bald Verzeihung find'; Auch durch deine Gnad' verleih', Daß ich herzlich sie bereu', Herr, in rir, denn du mein Leben, Rannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe Unt voll Angst 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben, Ohne Trug und Heuchelei, Ich auch meinen Nächsten lieb', Und denselben nie betrüb', Damit ich allhie auf Erden Fromm und selig möge werden. 5. Jesu laß mich fröhlich enden, Dieses angefang'ne Jahr, Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr. Steh' mir bei in aller Noth, Ach! verlaß mich nicht im Tod; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rift, 1607. Mel. Vater unser im Himmelreich. 34. 52. Nun treten wir Herr Jesu rett' uns aus Gen's neue Jahr, fahr; Wend' ab in dieser 36 Zum Neujahrstage. bösen Zeit, Krieg, Theurung, bis an unser End'. Bekrön Pest und alles Leid. Wir das Jahr mit deiner Güt', bitten, laß dir insgemein Und uns mit Segen überDie drei Hauptständ befoh- schütt'. Daß solches Amen len sein. sei und wahr, Von Herzen. wünscht der Christen Schaar. G. Werner, um 1650. 2. Gib uns dein Wort und Sacrament, Im Lande Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. 53. Nun laßt uns Machen, Wo nicht dein gehn und treten Augen wachen. Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater und bleib' mitten In unserm Kreuz und Lei den Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen te nen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jam mer- Pforten, Und laß an allen Orten Auf so vie. Blutvergießen Die Freuden ströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaff' nen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, 2. Wir geh'n dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt berecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern, Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Noth und Trübsal blißen, In seinem Schooße sizzen. 6. Ach! Hüter unsers Lebens, Fürwahr es ist vergebens Mit unserm Thun und Am Feste der Erscheinung Christi.( Epiphanias.) 37 Der Armen Gut und nem Geiste, Der uns hier Habe. herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gib fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der ChristenSchaare Zum sel'gen neuen Jahre. 14. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit dei- l Paul Gerhard, 1606, Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 54. Herr Gott Bater! wir preisen dich Im lieben Jahre; Denn du hast uns gar mildiglich Begnad't mit reiner Lehre, Dadurch den Glauben angezünd't, Die Lieb' gepflanzt in Herzensgrund, Und andre schöne Tugend. wir preisen dich neuen Im lieben neuen Jahre; Denn du hast uns gar väterlich Behüt't vor aller G'fahre, Du hast dies Leben ans vermehrt," Das täglich Brod reichlich beschert, Und Fried' im Lande geben. 2. Herr Jesu Christ! wir preisen dich Im lieben neuen Jahre; Denn du regierst gar fleißiglich Dein' liebe Christenschaare, Die du mit deinem Blut erlös't, Du bist ihr einig Fried und Trost Jim Leben und im Sterben. 3. Herr heil'ger Geist! T 4. Du treuer Gott! wir bitten dich, Zeig' uns auch fort dein' Hulde, Tilg' unsre Sünde gnädiglich, Gedenk' nicht alter Schulde, Bescher' ein fröhlich's neues Jahr Und wenn das Stündlein kommet dar, Ein selig's Ende. Amen. Cyriacus Schneegaß, um 1550. Am Feste der Erscheinung Christi.( Epiphanias.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. 31. 55. Brich auf und Die Herrlichkeit des Herren werde lichte, Laß Glänzt prächtig weit und gehn die Nacht zu nichte, ferren Und zeigt sich um und Dein Licht kommt her zu dir über dir. 38 Am Feste der Erscheinung Christi.( Epiphanias.) 2. Zwar finster ist die Erde, von dir vernommen, Die Der armen Heiden Heerde Söhn' und Töchter kommen Liegt dunkel weit und breit; Und suchen deinen Ruhm Dich hat der Herr, dein und Zier. Leben, Dein Heil und Trost umgeben Mit großer Ehr' und Herrlichkeit. 3. Die Völker auf der Meer; Du wirst die Augen Erden, So je beschienen wer- weiden Am Volke vieler Heiden Durch's flare Sonnen- den, So dringt mit Haufen licht, Die sollen dein Licht zu dir her. fennen, Zum Glanze fröhlich rennen, Der aus der Höh' des Himmels bricht. 6. Es kommen alle Seelen Aus Epha mit Kameelen Mit Läufern Midian. Gold 4. Heb' auf! heb' dein wird dir Saba bringen Und Gesichte! Das Volk folgt Weihrauch; es wird singen deinem Lichte, Die Welt Dein Lob und Preis ein kommt ganz zu dir; Sie hat Jedermann. M. Opis, 1597. Eigene Melodie. 41. 5. Dein Herze wird dir wallen, Wann dir kommt zu Gefallen, Die Anzahl um das 56. Jesu großer Wun3. Nimm den Weihrauch derstern, Der aus des Gebets, Laß denselben zu dir steigen, Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern dir sich neigen; Wenn ich bete nimm es auf Und sprich Ja und Amen d'rauf. Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken fann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin; Wie ich's von dir selber habe, Und damit beschenfet bin, So ist bir's die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem Kreuzesofen sein. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Neu, Ach! mich schmerzet meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, Da ich Trost und Gnade finde, Und nun fröhlich sprechen kann, Jesus nimm mein Opfer an. Erdmann Neumeister 2871 Am Feste der Erscheinung Christi.( Epiphanias.) 39 Eigene Melodie. 85. 57. Es wollt' uns Gott Nichter bist, Und läff'st die genädig sein Und Sünd' nicht walten; Dein seinen Segen geben; Sein Wort die Hut und Weide ist, Antliß uns mit hellem Schein Die alles Volk erhalten In Erleucht' zum ew'gen Leben, rechter Bahn zu walten. Daß wir erkennen seine Werk', Und was ihm b'liebt auf Erden, Und Jesus Christus Heil und Stärk', Bekannt den Heiden werden, Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken Gott und loben dich Die Heiden überalle, Und alle Welt die freue sich, Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden 3. Es danke Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frücht' und bessert sich, Dein Wort ist wohl gerather. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segn' Gott der heilig' Geist, Dem alle Welt die Ehre thut, Für Ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen, Amen. Dr. Martin Luther, 1483. Mel. Christum wir sollen loben schon. 3. 58. Was fürcht'st du der nie kein' Sünde that, Feind Hero Von Sünden uns gewaschen hat. des sehr, Daß uns gebor'n fommt Christ der Herr? Er fucht kein sterblich Königreich, Der zu uns bringt sein Himmelreich. 4. Ein Wunderwerk da nun geschah, Sechs steinern Krüge man da sah Voll Wasser, das verlor sein' Art, Rother Wein durch sein Wort o'raus ward. 5. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, gebor'n von der reinen Magd, Mit Vater und dem heil'gen Geist, Von nun an bis in Ewig2. Dem Stern die Weisen folgen nach, Solch Licht zum rechten Picht' sie bracht', Sie zeugen mit den Gaben drei, Dies Kind Gott, Mensch und König sei. 3. Die Tauf' im Jordan an sich nahm Das himmeli- feit. sche Gottes- Lamm, Dadurch, Dr. Martin Luther, 1483. 40 Am Feste der Erscheinung Christi.( Epiphanias.) Mel. Wo Gott der Herr nicht ic. 54. 59. Ach! wie erschrickt lang nach, Bis sie das Haus die böse Welt erblicken, Wo sie an der geVor Gottes Freund und suchten Sach' Sich in der Kindern! Wie wird ihr An- That erquicken. Ach, daß gesicht verstellt, Wenn sie wir möchten thun, wie sie, nicht kann verhindern, Daß Und sparen weder Zeit noch sie im Glauben fahren fort, Müh', Bis wir dies Heil Des Herren Werk an allem gefunden. Ort Zu treiben und zu bauen. 6. Herodes fraget heimlich 2. Herodes und Jerusa- nach, Wann dieser Stern erlem Erschrecken, wenn sie hö- schienen? Und ob er's thäte ren, Daß Jesus ist in Beth- nur aus Rach', So läßt es lehem Geboren; da ihr Leh- dazu dienen: Daß wir nur ren Doch zeuget aus der um des Sternes Schein, Schrift davon, Daß hier des Der Jesus ist, bekümmert allerhöchsten Sohn Geboren sein, So lang wir forschen sollte werden. 3. Sie wissen dieses aus dem Wort Herodí anzupreisen; Doch gehen sie nicht an den Ort, Den sie doch selbst anweisen. So geht es noch; wie Mancher weiß Des Herren Wahrheit und Geheiß, Thut doch nicht nach dem Wissen. fönnen. 7. Gold, Weihrauch, Myrrhen sei vie Gab', Die wit zum Opfer bringen, Sammi Seel' und Leib, all unser Hab', So wird es uns gelingen, Daß unser Fußfall Gott gefällt, Und Jesus sich zu uns gesellt Im Leben und im Sterben. 4. Wer bleibet in Jerusa- 8. Herr Jesu! der du lem, Im Stolz und Pracht wunderbar Die Heiden haft des Lebeus Und gehet nicht gezogen, Gib, daß ich, wie nach Bethlehem, Der sucht die Heidenschaar, Im Herzen sein Heil vergebens; Auch werd' bewogen, zu suchen wer die Schrift von Außen nennt ,. Und thut nicht, was er wahr erkennt, Wird Jesum nimmer finden. dich und sonst nichts mehr, zu deines Namens Preis und Ehr', So lang ich leb' auf Erden. 5. Die Weisen forschen so 9. Ja, preis', o wertbe 41 Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Christenheit, Wie dir es heut'| Finsterniß Ein böses Ende gebühret, Daß Gott aus der nehmen müß', Wenn man Unwissenbeit Die Heiden hat als Heide lebet. geführet; Und denke, daß die l 2. Laurentii, 1660. AAAA Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 60. Herr Jesu! Licht der Heiden, Der Frommen Schaß und Lieb', Wir kommen jetzt mit Freuden, Durch deines Geistes Trieb, In diesen deinen Tempel, Und suchen mit Begier, Nach Simeons Erempel, Dich, großen Gott, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden, Durch dein VerheiBungswort. Vergönnst noch heut zu Tage, Daß man dich gleicherweis' Auf Glaubensarmen trage, Wie dort de. alte Greis. 3. Sei unser Glanz und Wonne, Ein belles Licht in Pein, Im Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagbeit Glut und Flamme, In Noth ein Freudenstrahl, In Krankheit Arzt und Amme, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß uns auch gelingen, Daß jeßt, wie Simeon, Ein jeder Christ kann singen, Den schönen Schwanenton: Mir werden nun im Frieden, Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräu't. Ich wohn' in deinem Herzen, Und in dem meinen du; Uns scheiden eine Schmerzen, Kein' Angst, fein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen Mich hart und ernstlich an, Daß oft vor Angst und Heulen, Ich dich kaum nennen fann; Dort aber wird's geschehen, Daß ich, von Angesicht Zu Angesicht, soll sehen, Dein immer flares Licht. Joh. Frant, 1618, Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Jefus meine Zuversicht. 41. 61. Opfer für die ganze 5. Laß mein Opfer TauWelt! Du kommst heut in deinen Tempel, Und wirst Menschen dargestellt Als ein würdiges Erempel, Wie man sich von Jugend an, Deinem Vater opfern kann. benart, Reine Unschuld, an sich haben; Glaub' und Liebe sei gepaart; Nimm aus Huld die schlechten Gaben Von der armen Seele an, Die nichts bessers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Si2. Deiner Mutter Reini- meon, An mein treues Herze gung Im Gesetze vorgeschrie- drücken; Du, mein Heil, ben, Gibt uns die Erinne- mein Gnadenthron, Wirst rung, Dein Gebot getreu zu mit Troste mich erquicken; lieben; Und den Weg mit Du bist der Trost Israel, Lust zu gehn, Der uns heißt Süßester Immanuel! im Tempel stehn. 3. Quelle aller Reinigfeit! Nimm von mir die Sündenflecken, Und laß dei ner Unschuld Kleid Meiner Seelen Blöße decken, Deines Opfers Wohlgeruch Tilge des Gesetzes Fluch. 7. Sei der müden Augen Licht, Wenn der Tod sie will verschließen, Laß mich, Jesu, laß mich nicht, Wenn ich werde sterben müssen; Du bist deines Volkes Preis Unt der Weg in's Paradeis. 8. Dieses sei mein Sie4. Hast du dieses schwere geslied: Herr laß mich im Joch Willig über dich ge- Frieden fahren! Gib, daß nommen, Da du ohne Sünde dich mein Auge sieht Bei doch Warest in die Welt ge- den auserwählten Schaaren, kommen; Ach so stelle, Jesu! Wo man, dort in jener Welt, dich Zur Erfüllung auch für Erst das rechte Lichtfest hält. mich. Benj. Schmolke, 1672. 42 Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 62. Gott Lob! mein den Strick, des Teufels Jesus macht Macht; D'rum mein Glaub' mich rein Von allen meinen Höll' und Tod verlacht, Weil Sünden; Was er büßt, muß Jesus ist mein Leben. bezahlet sein, Nun kann mich 2. Was trau'r ich denn, nicht mehr binden Der Süner lebt ja noch, Der das Ge 43 Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. seß erfüllet, Der durch den So wird mein Tod mein Tod und Kreuzesjoch Des Schlaf und Ruh', Seh' ich Vaters Zorn gestillet; Was des Himmels Freude. er hat, das ist alles mein, Wie könnt' doch größ'rer Reichthum sein Als den mir Jesus schenket. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein Durch sein Verdienst will machen, Daß ich, los aller Qual und Pein, Nicht fürcht' des Todes Rachen, So tröst't mich seine 6. Hilf Gott, daß ich stets Heiligkeit; Sein' Unschuld, sei bereit, Laß mich nichts Heil und Seligkeit Ist mein von dir wenden, Bring' mich Schatz und mein Leben. 5. Wie werd' ich dann so fröhlich sein, Wenn ich die Welt verlasse, Wenn mich des Himmels Geisterlein Geführt zur Lebensstraße! Wenn ich erblickt die Ewigkeit, Wenn ich erlangt die Seligfeit, Die mir mein Gott bereitet. zu deiner Herrlichkeit, Hilf seliglich vollenden. Komm 4. So kann. ich auch mit Fried' und Freud', Wie Si- bald. hilf mir aus aller Noth, meon mein Leben Beschließen, Hilf mir, Herr, durch dein frei von allem Leid Mich Blut und Tod, Ja komm, meinem Gott ergeben; So- Herr Jesu! Amen. bald ich thu' die Augen zu Joh. Olearius, 1611. Eigene Melodie. 49. 63. Mit Fried' und machst bekannt, Daß er set Freud' fahr' ich dahin In Gottes Willen, Getroft ist mir mein Herz das Leben und Heil In Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du allen fürund Sinn, Sanft und stille, gestellt Mit großen Gnaden, Wie Gott mir verheißen hat; Zu seinem Reich die ganze Der Tod ist mein Schlaf Welt Heißen laden Durch dein theuer heilsam Wort, An allem Ort erschallen. worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, 4. Er ist das Heil und selig Licht Für die Heiden, Herr, bast sehen lahn, Und Zu erleuchten, die dich kennen 44 Am Feste der Verkündigung Mariä. nicht, Und zu weiden. Er ist| Preis, Ehr', Freud' und bein's Volks Israel Der Wonne, Dr. Martin Luther, 1483. AAAA Am Feste der Verkündigung Mariä. Eigene Melodie. 53. 64. Dies ist der Tag ganz von uns genommen; der Fröhlichkeit, D'rum singen heut', Mit Den Gott selbst hat bereitet, Lust die Leut': Herr! dir ſei An welchem seine Gütigkeit, Preis in Ewigkeit! Soll werden ausgebreitet; D'rum singen heut', Mit Lust die Leut': Herr! dir sei Preis in Ewigkeit. 2. Heut hat der Herr den Jammerstand, Der ganzen Welt gewendet, Den Menschen zum Erlösungspfand, Sein liebes Kind gesendet; D'rum singen heut', Mit Lust die Leut': Herr! dir sei Preis in Ewigkeit! 4. Heut ist aus großer Lieb und Treu, Der wahre Gott Mensch worden, Bleibt wie er war und nimmt dabei An sich der Menschen Orden; D'rum singen heut', Mit Lust die Leut': Herr! dir sei Preis in Ewigkeit! 5. Wer wollte denn sein Herz wohl heut, Zur Fröhlichkeit nicht lenken, Den Anfang seiner Seligkeit, Mit 3. Heut ist des grimmen Andacht nicht bedenken? D Todes Macht, Der durch ein singet heut, Mit Lust ihr Weib gekommen, Vom Wei- Leut': Herr! dir sei Preis bessamen umgebracht, Und in Ewigkeit! Valentin Thilo, 1607. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 5. 65. Der Engel zu Ma- Bericht, Daß solch's in thi ría fömmt, Und der Heilig' Geist Verrichten ihr die fröhlich Botschaft werd' auf sondre Weis. bringt: Sie soll empfahen und gebär'n Jesum den wahren Gott und Herrn. 3. Herr Jesu, der du uns zu gut Hast angenommen Fleisch und Blut, Ach hilf! daß wir theilhaftig sein Der theuren großen Wohltbat dein. 2. Maria deß verwundert fich, Der Engel gibt ihr den Am Feste der Verkündigung Mariä. 4. Errett' uns von Sünd, durch die zarte Menschheit Höll und Tod, Erhalt' uns dein, Daß wir mög'n ewig fest in aller Noth. Hilf bei dir sein. Barthold Helder, um 1600. Mel. 66. O Herre Gott dein göttlich Wort. 93. Wunder groß!| 2. Nun bin ich sein, Mein Marien Schooß Gott ist mein, Mein Gott ist selbst Mensch worden; Mein Fleisch und Blut, Mein höchstes Gut Schenkt mir des Himmels Orden. Gott Lob! der mich so väterlich Erquickt, der mir gegeben Durch seinen Sohn Den Gnadenthron, Da ich kann ewig leben. Joh. Olearius, 1611. Hat heut das Heil umgeben, Dem großen Held, Der all's erhält, Der Menschen Trost und Leben. Wunder freud'! Gott selbst wird heut Ein wahrer Mensch empfangen; Vernunft, Verstand Muß Gottes Hand Ergeben ich gefangen. 45 Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 93. 67. Freu dich du wer- der groß, Marien Schooß the Christenheit, Den Dies ist der Tag des Herren, Der Anfang unsrer Seligkeit, Den Gott zu seinen Ehren Nach seinem Rath erwählet hat. Gott, laß wohl gelingen! Hilf uns mit Fleiß Zu deinem Preis Ein fröhlich Lied zu singen. großen Gast empfanget. 3. Sie hört vom Engel Gabriel Sie sollt' Jesum gebären, Der ganzen Welt Immanuel, Den mächtig großen Herren. Das Jungfräulein So feusch und rein, Erschrack ob der Geschichten, Doch glaubt dem Wort, wie sie gehört, Gott wird es wohl verrichten. 2. Gott ist gerecht in seinem Wort, Was er einmal zusaget, Das ist gewiß, an allem Ort, Obschon die Welt verzaget. Heut Gottes Sohn Der Gnadenthron, zu uns auf Erd' gelanget, O Wun4. Wohl uns der gnadenreichen Zeh, Daß wir erlangt den Orden, Daß du, o Gott, von Ewigkeit, Bist unser Bruder worden Wir bitten 46 Passionslieder. dich Demüthiglich, Lehr' uns| wir zugleich Im Himmelreich dein'm Wort vertrauen Bis Das Wunderwerk anschauen. Petrus Hagius, um 1600. Passionslieder. Eigene Melodie. 92. 68. Cinkämmlein geht len hängt an deinem Mund, und trägt die Mein Wirken ist dein Sagen. Schuld Der Welt und ihrer O Wunder- Lieb! o LiebesKinder. Es geht und büßet Macht! Du kannst was nie in Geduld Die Sünden aller kein Mensch gedacht, Gott Sünder. Es geht dahin, seinen Sohn abzwingen. O wird matt und frank, Ergibt Liebe, Liebe, du bist stark, Du Es Sarg, Vor dem die Felsen springen. sich auf die Würgebank Ver- streckest den in's Grab und zeiht sich aller Freuden. nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: Ich will's gern leiden. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm Mit Nägeln und mit Spießen, Du schlachtest ihn als wie ein Lamm, Machst Herz und Adern fließen, Das Herze mit der Seufzer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des Purpur- rothen Blutes. süßes Lamm, was soll ich dir Erweisen dafür, daß du mir Erzeigest so viel Gutes. 5. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stüden bricht, Sollst du mein 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen, Denn den hat Gott zum Sünden- Feind Und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf' und Zornesruthen. Die Straf' ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten. s 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, Leg' auf, ich will bir's tragen, Mein Wol Passionslieder. 47 Herze bleiben. Ich will mich rigkeit mein Lachen, In Fröhbir, mein höchster Ruhm, lichkeit mein Saitenspiel, Und Hiemit zu deinem Eigen wenn mir nichts mehr schmethum Beständiglich verschrei- den will, Soll mich dies ben. Manna speisen. Im Durst 6. Ich will von deiner soll's sein mein Wasserquell, Lieblichkeit Bei Nacht und In Einsamkeit mein SprachTage singen, Mich selbst gesell Zu Haus und auch auf auch dir nach Möglichkeit Zum Freudenopfer bringen. 9. Was schadet mir des Mein Bach des Lebens soll Todes Gift? Dein Blut, sich dir Und deinem Namen das ist mein Leben, Wenn für und für In Dankbarkeit mich der Sonnen Hiße trifft, ergießen, Und was du mir So kann mir's Schatten gezu gut gethan, Das will ich ben. Seßt mir des Schwerstets so viel ich fann, In muths Schmerzen zu, So mein Gedächtniß schließen. Reisen. 7. Erweitre, dich, mein Herzens- Schrein, Du sollst ein Schaßhaus werden Der Schäße, die viel größer sein, Als Himmel, Meer und Er den. Weg mit dem Gold Arabia, Weg Calmus, Myrrhen, Cassia, Ich hab' ein bessers funden. Mein größter Schaß, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was geflossen ist, Aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen, Im Streiten soll es sein mein Schuß, In Traufind' ich bei dir meine Rub' Als auf dem Bett ein Kranfer, Und wenn des Kreuzes Ungestüm Mein Schifflein treibet üm und üm, So bist du denn mein Anfer. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein, Ich will mich darein fleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron', In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen, Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut, An deiner Seiten stehen. Paul Gerhard, 1806. 48 Passionslieder. Eigene Melodie. 1. 69. Chrifte bu Lamm der Welt, Erbarm' dich unGottes, Der du ser. trägst die Sünde der Welt, Erbarm' dich unser. 2 Christe du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünde Frieden. Amen. 3. Christe du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünde der Welt, Gib uns deinen ( Aus dem lateinischen Agnus Dei, Job. 1, 29.) Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 14. 70. Kommt ber und Den Herren um ein schnödes schaut; kommt! Geld verkaufet, Gibt drauf laßt uns doch von Herzen Be- der Rott' die Loosung durch trachten Christi Leiden, Pein sein Grüßen Und falsches und Schmerzen; Er tritt die Küssen. Kelter Gottes, wie ich meine, Wohl recht alleine. 6. Die da mit Spieß' und Stangen fertig stunden, Führten ihn mit vor Caiphas gebunden. Da er um seine Lehre wird gefraget Üînd hart verklaget. 7. In dessen Mund auch kein Betrug gefunden, Der wird durch falsches Zeugnis überwunden, Er wird verspott't, verspeiet und verhöhnet, Mit Dorn'n gekrönet. 8. Er wird gepeitscht mit dichtgeflocht'nen Riemen, Der Rücken lag blutrünstig voller Striemen; Von seinem Haupt, mit Dornen wund gestoßen, Blutstropfen flossen. 2. Ach seht! wie angst wird ihm von unsern Sünden; Er muß sich, wie ein Wurm, am Delberg winden, Daß ihm der Todesschweiß, mit dem er ringet, Blutig ausdringet.. 3. Gott selbst fällt hier im Garten zu der Erden, Ein Engel muß des Trösters Tröster werden Die Creatur muß ihren Schöpfer stärken, Welch's wohl zu merken. 4. Was wir und Adam hatten übertreten, Das muß der unschuldigste Herr verbeten; Den scharfen Zorn, der über uns ergrimmet, Er hier vernimmet. 9. Blutig ward er zum Schauspiel umgeführet, Mit 5. Der treulos' Judas einem Purpur nur zum sorglich rennt und laufet, Spott gezieret, Höhnisch ge Paffionslieder. 49 grüßt, man speit ihm in's] 13. Herr Jesu, dir, dir Gefichte Vor dem Gerichte. soll man Dank erweisen, Für 10. Er ward verurtheilt die Erlösung soll man stets und an's Kreuz gehenfet, dich preisen; Doch kann es Mit Essig und mit bitt'rer feines Menschen Wiß ausGall' getränket; Zuletzt, schon denken, Was dir zu schenals sein Geist sich von ihm fen. machet, Ward er verlachet. 14. Nimm dies so lang, was meine Lippen singen, Bis du mich in der Engel Chor wirst bringen; Daselbst will ich dein Lob in jenem Leben Völlig erheben. 11. Wir sollen nicht ihn, sondern uns beklagen. Ach freilich wir, wir haben ihn geschlagen An's Holz, weil Aram von dem Baum den Schaden Ihm aufgeladen. 15. Hilf, Jesu! daß ich 12. Ach unsre Sünd' ist Gott auch meine Seele, Wie Ursach seiner Wunden; Wir du gethan, an meinem End' baben ihn mit seib'ger ange- befehle, Daß ich mag selig bunden! Wir hätten ewig, auf dein Blut und Namen ewig, ewig müssen Dies alles Einschlafen! Amen. büßen. Eigene Melodie. 75. | 71. Jesu! deine Pas o Gottessohn! Und den Leib voll Schrunden. fion Will ich jeßt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Geist 3. Doch so laß mich nicht allein Deine Marter sehen; und Andacht schenken. In Laß mich auch die Ursach dem Bild jetzund erschein, Jesu! meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. fein Und die Frucht verstehen. Ach! die Ursach' war auch ich, Ich und meine Sünde, Diese hat gemartert did nicht das Heid'ngesinde. 2. Meine Seele sehen mach' Deine Angst und 4. Jesu! lehr' bedenken Bande, Deine Speichel, mich Dies mit Buß' und Schläg' und Schmach, Deine Neue; Hilf! daß ich mit Kreuzesschande, Deine Gei- Sünde dich Martre nicht Bel, Dornenfron', Speer und auf's neue. Sollt' ich darNägelwunden, Deinen Tod, zu haben Lust, Und nicht 4 50 wollen meiden, Was Gott selber büßen mußt' Mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will Machen heiß die Hölle, Jesu! mein Gewissen um Lieb'. still', Dich in's Mittel stelle. 6. Gib auch, Jesu! daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage; Daß ich Demuth von dir lern', Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb' Lieb' Indeß laß dies Lallen,( Bessern Dank ich Dich und deine Passion Laß dorten geb') Jesu, dir gefalmich gläubig fassen! Liebet len. S. von Birken, 1626. Passionslieder. mich sein lieber Sohn, Wie fann Gott mich hassen? Tore zu verderben, Sollt ewig, ewig, ewig sterben. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 37. 72. 8 liegt mein Jesus auf der Erden, Ruft: Vater, fann es möglich sein, So laß von mir genommen werden Des bittern Kelches herbe Pein; Doch den Gehorsam zu erfüllen, Nach deinem, nicht nach meinem Willen. 4. Mein treuer Heiland aber wachet, Und tilgt die Handschrift, die mich bind't, Die mich dem Tode zinsbar machet, So, daß mein Herz nun frei sich find't. Das thut er durch das bitt're Leiden, Das ihm will Leib une Seele scheiden. 5. Das Angstbad, das mir war geseßet, Der Kelch, der mir war eingeschenkt, Hat seinen heil'gen Leib geneßzet, Und seinen Geist mit Schweiß getränft, Weil er von mi der Seelen Schaden Und alle Last auf sich geladen. 6. Was Adam dort am Baum empfangen, Das Garten- Gift, der Sünden Saft, Und das, was ich da zu begangen, Ermattet mei2. Ich seh' ihn mit dem Tode ringen, Und matt im ricken Schweiße steh'n; Ich seh' Blutstropfen aus ihm eringen, Die aus dem heil' gen Leibe geh'n: Sein Angstschweiß will nicht stille werden, Er läuft wie Bäche zu der Erden. 3. Ach! meine Sünd', ach! mein Verüben, Mein' Ilnart und erboste Schuld; Die haben's leider! so getrieben, Daß ich entfernt von Gottes Huld, Im andern Passionslieder. 51 Freibrief durch sein Blut gegeben. 8. Herr Jesu, laß dein' Angst, dein Schwißen, Und 7. Hierdurch hat er des deinen d'rauf erfolgten Tod Zornes Feuer Bei seinem Mich vor der Macht der Vater nun gedämpft, Die Sünde schüßen, In meiner Macht der Höllen- Ungeheuer legten Seelennoth; Laß deiIn seiner Angst ganz ab- nen Schweiß, zum Trostgefämpft, Und also mir Genießen, Eich stets in zum Seelen Leben Den meine Seel' ergießen. nes Jesu Kraft: Was in dem Apfel sie genießen, Muß Jesus hier im Schweiße büßen. ( Aus: ,, Dier liegt mein Heiland in dem Garten." Breslauer Gesangbuch.) Eigene Melodie. 14. derGerechte, Für seine Knechte. 73. Herzliebster Jeſu, Die Schuld bezahlt der Herre, was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du gerathen? 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod, und ist entgangen, Gott wird gefangen. 2. Du wirst verspei't, geschlagen und verhöhnet, Gegeißelt und mit Dornen scharf gekrönet. Mit Effig, als man dich an's Kreuz gebenfet, Wirst du getränket. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts Gut's zu finden. Dafür hätt' ich dort in der Höllen müssen Ewiglich büßen. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach! meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu! habe dies verschuldet, Was du erduldet. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden Und du must leiden. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe, Der gute Hirte leidet für die Schafe. 8. Ach¹ großer König, 52 Paſsionslieder. groß zu allen Zeiten, Wie deine Huld betrachten, Aus kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten! Rein menschlich Herze mag ihm dies ausdenfen, Was dir zu schenken. Lieb' an dich, die Welt für nichtes halten. Ich werde mich bemuhen, deinen Willen Stets zu erfüllen. 9. Ich fann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen; Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? etwas, 10. Doch ist noch das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Daß sie auf's neu' mein Herze nicht entzünden Mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eig'nen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gib mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 12. Alsdann so werd' ich 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen: Kein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen, Nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob's für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei Seite seßen. In Gnaden wirst du dies von mir annchmen, Mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne, Auf meinem Haupte steh'n die Ehren Krone: Da wil ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 74. Geht, welch ein ist das! O blicke voller Mensch ist das! Thränen! O Antlig voller Ihr Menschen kommt zusam- Schmach! O Lippen voller men; Ihr Ungerechten, seht Sehnen! O Haupt voll ToDie Unschuld hier verdam- desschweiß! O Backen voller men. Ihr Sünder, merket Koth! Herze voller Blut! auf, Hier leid't die Heilig- O Lieb voll Noth und Tod. feit; Ihr Höllenkinder weint, Der Sohn des Höchsten schrei't. 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach seht in seinen Wunden! Habt ihr, ihrSünder nicht Den Heiligen ge2. Seht, welch ein Mensch Paffionslieder. 53 die Pein, Die du für uns erträgst, Auch unvergessen sein. bunden? Sind eure Lüfte nicht Die Dornen, die er trägt? Ist's eure Bosheit nicht, Die ihn an's Kreuze schlägt? 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach opfert Thränenfluthen! Denn eure Blutschuld macht Das Herze Jesu bluten: Geht nicht vorüber hier, Wo Schmerzen über Schmerz; Seht durch die offne Brust In eures Jesu Herz. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach! sich uns auch in Gnaden, Wenn wir aus voller Brust, In Jammerthränen baden; So laß den Blick vom Kreuz In unsre Seele gehn, Und dein vergossnes Blut Für uns in's Mittel stehn. 7. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen, Und unsern ganzen Trost In deine Wunden bauen. Wenn sich dein Haupt sehen, Was dir du Men- nun neigt, So sterben wir schenfreund, Durch Menschen mit dir! Wenn unser Auge ist geschehen. So lang ein bricht, So leben wir dafür. Auge blickt, So lange soll Benj. Schmolke, 1672. 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 66. 75. Haupt voll Blut licht, Dem sonst kein Licht und Wunden, nicht gleichet, So schändlich Voll Schmerz und voller zugericht't? Hohn! O Haupt! zu Spott gebunden, Mit einer Dornenkron'! O Haupt sonst schön gezieret Mit höchster Ehr' und Zier, Jetzt aber hoch schimpfiret, Gegrüßet feist du mir! 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ist hin, und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines 2. Du edles Angesichte, Leibes Kraft. Davor sonst schrickt und 4. Nun, was du, Herr scheut Das große Weltge- erduldet, Ist alles meine wichte, Wie bist du so ver- Last: Ich hab' es selbst verspei't! Wie bist du jo erblei- schuldet, Was du getragen chet! Wer hat dein Augen- hast. Schau her, hie steh' ich 54 Passionslieder. Armer, Der Zorn verdienet| ben von mir geben, Wie hat, Gib mir, o mein Er- wohl geschähe mir! barmer, Den Anblick deiner Gnad'. 8 Ich danke dir von Herzen 5. Erkenne mich, mein Hü- Für ter, Mein Hirte, nimm mich Daß an, Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Gut's gethan. Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Rost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir. Wann ich den Tod soll 6. Ich will hier bei dir leiden, Sotritt du dann herstehen, Verachte mich doch für. Wann mir am allernicht, Von dir will ich nicht bängsten Wird um das Herze gehen, Wenn dir dein Herze sein, So reiß mich aus den bricht, Wenn dein Haupt Aengsten, Kraft deiner Angst wird erblassen Im letzten To- und Pein. desstoß, Älsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schooß. 7. Es dient zu meinen Freuden, Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach! möcht' ich, o mein Leben! An deinem Kreuze hier, Mein LeJesu, liebster Freund, deine Todesschmerzen, du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 77. 76. Jefu, deine heil'gen Pein, Daß ich deine Angst Wunden, Deine und Schmerzen Wohl erwäg Qual und bittern Tod, Laß in meinem Herzen. mir geben alle Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth! 2. Will sich gern in Wolluft weiden Mein verderbtes Wenn mir fällt was Arges Fleisch und Blut, Laß mich ein, Laß mich denken deine denken, daß dein Leiden Lö Passionslieder. Da du bist für mich gestorben. schen muß der Höllen Gluth. du mir dein Heil erworben, Dringt der Satan ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deiner Wunden Maal und Zeichen, Daß er von mir müsse weichen. 3. Wenn die Welt mich will verführen Auf die breite Sündenbahn, Wollst du mich also regieren, Daß ich als dann schaue an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast, Daß ich kann in Andacht bleiben Alle böse Luft vertreiben. 55 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, O mein Gott und Zuversicht, Laß mich feste darauf bauen, Daß den Tod ich schmecke nicht. Deine Todesangst laß mich Stets erquicken mächtiglich. Herr, laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 6. Jesu deine heil'gen Wunden, Deine Qual und bittern Tod, Laß mir geben alle Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth. Sonderlich am letzten End', Hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinen Wunden finde, Und dann fröhlich überwinde. Joh. Heermann, 1585, Eigene Melodie. 79. 77. esu meines Le-| rechter Gottessohn. Mich bensLeben, Jesu Elenden zu erretten Von des meines Todes Tod, Der du Teufels Sündenketten. Taudich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 4. Gib für alles, was mich fränket, Mir aus deinen Wunden Saft! Wenn mein Herz hinein sich senfet, So gib neue Lebenskraft, Daß mich stärk' in allem Leid Deines Todes Süßigkeit; Weil send-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine Plagen Und zu sehen 2. Du, ach! du haft aus- mich in Ruh. Ach! du hast gestanden Lästerreden, Spott zu meinem Segen Lassen und Hohn, Speichel, Schläge, dich mit Fluch belegen. Strid und Banden, Du ge- Tausend-, tausendmal sei dir, 56 Passionslieder. Liebster Jesu, Dank da- meineSchuld; Daß ich würde für. losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausends, tausendmal sei dir, Liebster Jeſu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet, Meinen Stolz und Uebermuth, DeinTod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut! Dein Verspotten, dein Verspeien, Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen gar gefrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenfron' aufseßen. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, Zur Befreiung meiner Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den berben bittern Tod, Für bein Zittern, für dein Zagen Hür 6. Du hast dich in Noth dein tausendfaches Pragen gestecket, Haft gelitten mit Für dein Ach und tiefste Pein, Geduld, Gar den herben Tod Will ich ewig dankbar sein. geschmecket, Nur zu büßen Ernst Christoph Homburg, 1605. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 42. 78. Meine Seel', er- Leib ist mit Blut vermenget. Er läßt sich für dich verwunden; Wo ist größre Lieb' gefunden? muntre dich, Deines Jesu Lieb' bedenke, Wie er für dich giebet fich, Darauf deine Andacht lenke. 3. Da du solltest große Ach! erwäg' die große Treue, Pein Ewig leiden in ver Und dich deines Jesu freue! Höllen, Und von Gott verstoßen sein, Wegen vieler Sündenfällen, Träget Jesus deine Sünden, und läßt dich 2. Sieh, der wahre Gottessohn Ist für dich an's Holz gehänget, Sein Haupt trägt die Dornenfron', Sein Genade finden Passionslieder. 57 4. Durch sein Leiden ist recht verbinden; Schenkst du gestillt Deines Gottes Zorn schon so viel auf Erden, Ei, und Rache. Er hat das Ge- was will's im Himmel werseß erfüllt, Gut gemacht die den. böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket, Und den Himmel dir geschenket. 5. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, deß ich sei; Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu! mich nicht lassen; Ewig will ich dich umfassen. 6. Ist bereits schon jetzo hier Große Freud und Ruh zu finden, Wenn im Glauben wir mit dir, Uns, o Jesu! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 31. 79. Welt! fieb hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod; Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren MitSchlägen, Hohn und großem Spott. 7. Was für Luft und Süßigkeit, Was für Freud und Jubiliren, Was für Ruhe nach dem Streit, Was für Ehre wird uns zieren? Ewig, ewig werd' ich loben, Wenn ich ganz in Gott erhoben. 8. Ach, ich freu mich alle Stund Auf dies freudenvolle Leben, Danke dir mit Herz und Mund, Du, o Jesu, hast's gegeben! Nur im Glauben laß mich halten, Und dein Kraft in mir stets walten. 3. C. Schade, 1666. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget Und das betrübte Marter- Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen An Händen und an FüBen, Gebunden in der Höll'. Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestan Passionslieder. 58 den Das hat verdienet meine| Seel'. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein. Du bist ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, Ja, läss'st dich gar erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst in's Todes Rachen, Mich frei und los zu machen Von solchem Ungeheu'r. Mein Sterben nimmst du abe, Vergräbst es in dem Grabe, O unerhörtes Liebesfeu'r. 11. Ich will's vor Augen seßen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld, und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu. 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein Herz soll zieren Mit stillem sanftem Muth, Und wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben Mit Werken, die die Bosheit thut. 14. Wann böse Zungen stechen, Mir Glimpf und 9. Ich bin, mein Heil, Namen brechen, So will ich verbunden All' Augenblick zähmen mich. Das Unrecht und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr'. will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen An's Kreuz, und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst't. Was deine Augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, So viel mir immer möglich ist. 10. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 12. Wie heftig unsreSünden Den frommen Gott entzünden, Wie Rach' und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruthen, Wie zornig seine Fluthen, Will ich aus deinem Leiden sehn. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen, Und die viel Passionslieder. 59 tausend Thränen, Die dir und Hände Begleiten zu der geflossen zu, Die sollen mich ew'gen Ruh. am Ende In deinen Schooß Paul Gerhard, 1606, Mel. Jesu deine heil'gen Wunden. 77. SO. Sei mir tausend- hin, Den mir Adams Fall 80. mal gegrüßet, gebracht, Und ich selbsten mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, Wird sich aller Jammer setzen. Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir dann so wohl, Wenn ich knie'n und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 4. Schreibe deine blut'gen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb' und Gunst genießen. 2. Ich umfange, herz' und füsse Der gefränkten Wunden Zahl, Und die Purpur- rothen Flüsse Deiner Füß' und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, Den so sehr nach uns gedürft't, Deinen Durst und Lieb's- Verlangen Völlig fassen und umfangen. 3. Heile mich, o Heil der Seelen, Der ich krank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, die mich quälen, deine Sünden. Und den ganzen Schaden| 5. Diese Füße will ich halten, Auf das best' ich immer fann; Schaue meiner Hände Falten Und mich selb. sten freundlich an Von dem hohen Kreuzesbaum, Und gib meiner Bitte Raum Sprich: laß all' dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg' all' Paul Gerhard, 1606. meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und FleischesHft; Eure Lieb ist nicht von Mel. Jesu deine heil'gen Wunden. 77. 81. Der am Kreuz ist Gott, Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frevler, was befrem 60 Paffionslieder. det's dich, Daß ich mich im tes Blut hat sie durchmalt Glauben übe; Jesus gab Der am Kreuz ist meine sich selbst für mich, So ward Liebe, Weil ich mich im er mein Friedeschild, Aber Glauben übe. auch mein Lebensbild. Der 5. Der am Kreuz ist meine am Kreuz ist meine Liebe, Liebe, D'rum Tyrann, nur Weil ich mich im Glauben foltre, stoß; Hunger, Blöße übe. Henkersbiebe, Nichts macht 3. Der am Kreuz ist mich von Jesu los. Nicht meine Liebe, Sünde, du ver- Gewalt, nicht Gold, nicht lierst den Sturm! Weh mir, Ruhm, Engel nicht, fein wenn ich den betrübe, Der Fürstenthum. Der am Kreuz statt meiner ward ein Wurm! ist meine Liebe, Weil ich mich Kreuzigt' ich nicht Gottes im Glauben übe. Sobn? Träf' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe, Komm Tod, komm, mein bester Freund, Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, 4. Der am Kreuz ist Wird mein Jesus mir vermeine Liebe, Schweig, Ge- eint! Da, da schau ich Gotwissen! Niemand mahnt. tes Lamm, Meiner Seelen Gott preis't seine Liebestriebe, Bräutigam! Der am Kreuz Wenn mir von der Hand- ist meine Liebe, Weil ich mich schrift ahnt; Schau, wie im Glauben übe. mein Halsbürge zahlt! Got-| Joh. Menger, 1658. Mel. Da Jesus an dem Kreuze stund. 21. 82. Da Jesus an des uns Gott! wenn wir auch Kreuzes Stamm noch Aus Irrthum' was Der ganzen Welt Sünd' auf begehen. sich nahm, Sprach er in seinen Schmerzen Noch sieben Wort, die lasset uns Erwägen wohl im Herzen. 3. Zum andern er deg Schächers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nach In meinem Reich heut leben 2. Zum ersten: Vater! O Herr! nimm uns auch strafe nicht An ihnen, was bald zu dir, Die wir im mir jest geschieht, Weil sie Elend schweben. es nicht verstehen. Vergib 4. Zum dritten: Deinen Passionslieder. 61 Sohn fieb, Weib! Johan-] wir auch durchdringen! Und nes! ihr zu dienste bleib, was du, Herr! uns auferUnd sie als Mutter liebe. legst, Hilf seliglich vollbrinVersorg', Herr! die wir las- gen. sen hier, Daß Niemand sie betrübe. 8. Zum siebenten: Ich meine Seel' O Gott! mein Vater! dir befehl Zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunsch, Wenn wir das Leben enden. 9. Wer oft an diese Wort' gedenft, Wenn seine Missethat ihn fränkt, Der wird es wohl genießen; Denn er durch Gottes Gnad' erlangt Ein ruhiges Gewissen. 5. Zum vierten sagte er: Mich dürft't! O Jesu! großer Lebensfürst, Du hast Durst und Verlangen Nach unsrer Seligkeit; drum hilf! Daß wir sie auch empfangen, 6. Zum fünften: O mein Gott, mein Gott! Wie läßt du mich so in der Noth? Hie wirst du, Herr! verlassen, Daß uns Gott wieder dort aufnehm'. Den Trost laß uns wohl fassen. 7. Zum sechsten: Hiemit ist vollbracht, Und alles nunnehr gut gemacht. Gib, daß 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ! Der du für uns gestorben bist, Gib, daß wir reine Wunden, Dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod Betrachten alle Stunden. Joh. Zwick, um 1500. Eigene Melodie. 73. 83. Es ist vollbracht! niemal vollbringen konnten, Vergiß ja nicht Ist nun vollbracht durch JeDies Wort, mein Herz, das su Wunden; Was Gottes Jesus spricht, Da er am Rath von Ewigkeit bedacht, Kreuze für dich stirbet, Und Das ist durch seinen Tod dir die Seligkeit erwirbet; vollbracht. Da er, der alles, alles wohlgemacht, Nunmehro spricht: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht am Kreuze dort Geseß und der Propheten Wort. Was wir 3. Es ist vollbracht und g'nug gethan, Daß man nicht mehr verlangen fann; Gott ist versöhnt und ganz geftillet, Weil sein Sohn alles hat erfüllet. Was ist's, dak man 62 in Angst und Sorgen wacht? Man glaube nur; es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht! Was soll ich nun Dazu noch, o mein Jesu, thun? Nichts, nichts! denn was von dir geschehen, Wird schon als mein Werk angesehen; Auch das, was ich vollbringe Tag und Nacht, Wird von dir selbst in mir vollbracht. Passionslieder. und Tod sind weggenommen, Ist Gnad' und Leben wiederkommen. Darum, wenn auch gleich alles bricht und fracht, Sag' ich getrost: Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Vergiß ja nicht Dies Wort, mein Herz, das Jesus spricht, Une laß es dir auch dazu dienen, Daß du vollbringst, was will ziemen. So lang du 5. Es ist vollbracht! Ich lebst, laß dies nicht außer bin befreit, Ich habe schon Acht, Daß Jesus spricht: die Seligkeit. Weil Sünd' Es ist vollbracht! Kern des deutschen Kirchenlieds, 1844. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 84. Es ist vollbracht: Schuld ist er zerschlagen, Um 8 muß noch er- unsre Missethat verwund't. schallen Durch meines Jesu Er ist verfolgt, betrübt, verblassen Mund. Ach, bringe acht! Davon erschallt: Es doch, du mattes Lallen, In ist vollbracht! meinerSeelen tiefsten Grund! Ja, kömmt die finstre Toresnacht, Sei dies mein Licht: Es ist vollbracht! 2. Was ist vollbracht? Die ganze Fülle Von Jcsu Welt- und Höllennoth. Was Gottes treuer Gnadenwille Von unserm Heil durch Christí Tod In seinem ew'gen Rath bedacht; Davon spricht er: Es ist vollbracht. 4. Vollbracht des herben Kelches Trinken, Den bittre Leiden angefüllt; Vollbracht der müden Kniee Sinken, Wenn Blutschweiß aus dem Körper quillt; Von aller Sünd- und Höllenmacht Spricht Jesu Mund: Es ist vollbracht! 5. Geht nun das Licht der Heiden unter, So hemmt sein Licht der Sonnen Lauf; 3. Was uns des Geistes Die Todten selber werden Lehren ſagen, Durch heiliger munter; Es schließen sich die Propheten Mund: Um unsre Gräber auf; Der Fels erbe Passionslieder. 63 bet, springt und kracht; Dies 9. Doch steigt die Flamme alles ruft: Es ist vollbracht! deiner Liebe Zu größrer 6. Es sprechen, Jesu! Gluth in meiner Brust, deine Wunden; Es spreche Wenn rege Sehnsucht reiner dein vergoßnes Blut; Und Triebe Des alten Adams alle Pein, die du empfunden, Fleischeslust Zu freuz'gen Da deiner Feinde wilde Wuth und zu töbten tracht't, So Dich, Gottes Lämmlein! ab- heiß' es auch: Es ist vollgeschlacht't: Durch Kraft an bracht! mir: Es ist vollbracht! 10. Soll auch mein Haupt in vielen Schmerzen, Gleich deinem unter Dornen stehn; Soll ich mit thränenvollem Herzen Durch Trübsal in's Reich Gottes gehn; Kommt's daß mir Seel' und Leib verschmacht't, So sei mein Trost: Es ist vollbracht! 7. Ihr Freudenthränen netzt die Wangen! Der Glaube siehet offenbar Die Handschrift an dem Kreuze hangen, Die wider meine Seele war. Wer ist, der nicht voll Wonne lacht? Da sp erschallt: Es ist vollbracht! 8. Es führe mich, von allen Orten, Wo dieser Erden Wollust blüht, Den Mund von allen bösen Worten, Von argem Dichten das Gemüth', Das Herz von aller eitlen Pracht, Dies Wort am Kreuz: Es ist vollbracht! 11. Schmed' ich in dieser Jammerhöhle Mit dir des Todes Bitterfeit, So sei die Tröstung meiner Seele Dein frohes Leben nach der Zeit, Daß ich, wenn Glaub' und Hoffnung wacht, Mit Freuden sprech': Es ist vollbracht! Hannoversches Gesangbuch. Eigene Melodie. 56. Lamm Gottes, 85. 2. O Lamm Gottes ununschuldig Am schuldig.-(.)- Erbarm' Stamm des Kreuzes ge- dich unser, o Jesu! o schlachtet, Allzeit erfunden Jesu! geduldig, Wiewohl du wurdeft verachtet, All' Sünd haft du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser. o Jesu! o Jesu! 3. Lamm Gottes unschuldig-( xc.)- Gib uns deinen Frieden, o Jesu! o Jesu! Nicolaus Decius, um 1500. 64 Passionslieder. 86. Eigene Melodie. 78. bu Liebe meiner ter überlassen, Die selbst starb Liebe! Du er- und für mich bat, Daß mich wünschte Seligkeit! Die du nicht der Zorn sollt' fassen, dich aus höchstem Triebe In Weil mich ihr Verdienst verdas jammervolle Leid Deines trat. Leidens mir zu gute Als ein Schlachtschaf eingestellt, Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Oel5. Liebe, die mit so viel Wunden Gegen mich, als seine Braut, Unaufhörlich sich verbunden, Und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, Meines berg sich betrübt; Liebe,' die Lebens Jammerpein, In mit Blut und Schnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so Niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. dem blutverwund'ten Herzen. Sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben, Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben; Ach, wie denk 3. Liebe, die mit starkem ich an dein Blut! Ach, wie Herzen Alle Schmach und dank' ich deinen Wunden, Hohn gehört; Liebe, die mit Du verwund'te Liebe du! Angst und Schmerzen Nicht Wenn ich in den letzten der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Athem end't; Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt'. Stunden Sanft in deiner Seiten ruh'. 7. Liebe, die sich todt gefränfet Und für mein erfalt'tes Herz In ein kaltes Grab gesenket! Ach! wie dank' ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann; Und der SeelenHeil erworben! Nimm 4. Liebe, die mit ihren Armen, Mich zuletzt umfangen wollt'; Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Hold Ihrem Va- mich ewig liebend an. 87. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 5. ir danken dir,| Christ, Daß du für uns geHerr Jesu storben bist. Und baft uns Passionslieder. atch bein theures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut. 65 uns dein' allmächtige Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein. 2. Wir bitten dich, wahr'r Mensch und Gott, Durch dein heilig fünf Wunden roth, Erlös' uns von dem ew'gen Tod Und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Behüt' uns auch vor Sünd' und Schand', Reich' Christoph Fischer, um 1550. SS. Christus, ber uns jelig macht, Kein Bös's hat begangen, Der ward für uns in der Nacht Als ein Dieb gefangen, Geführt vor gottlose Leut' Und älschlich verklaget, Verlacht, serhöhnt und verspei't, Wie denn die Schrift faget. 4. Und daraus schöpfen Zuversicht, Daß du uns werd'st verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns steh'n, Bis wir durch's Kreuz in's Leben geh'n. Eigene Melodie. 75. Kreuz zu seinem Tod Must' er selber tragen. 4. Um Sechs ward er nackt und blos Antas Kreuz geschlagen, An dem er sein Blut vergoß, Betet mit Wehflagen. Die Zuseher spotten sein, Auch die bei ihm hingen, Bis die Sonn auch ihren Schein Entzog solchen Dingen. 5. Jesus schrie zur neunten Stund', Klaget sich verlassen, Bald ward Gall' in seinen Mund Mit Essig gelassen. Da gab er auf seinen Geist, Und die Erd' erbebet', Des Tempels Vorhang zerreißt Und manch' Fels zerflöbet. 2. In der ersten TagesStund Ward er unbescheiden Als ein Mörder dargestellt Pilato, dem Heiden, Der ihn unschuldig befand, Ohn' Ursach' des Todes; Ihn des halben von sich sandt' Zum König Herodes. 3. Um Drei ward der Gottessohn Mit Geißeln geschmissen Und sein Haupt mit einer Kron' Von Dor= 6. Da man hat zur Vesnen zerriffen. Gekleidet zu perzeit Die Schächer zerbroJoyn und Spott Ward er chen, Ward Jesus in seine ſehr geschlagen, Und das Seit' Mit ein'm Speer ge5 66 Passionslieder. get. stochen, Daraus Blut und wahrt, Wie Matthäus zeuWasser rann, Die Schrift zu erfüllen; Wie Johannes zeiget an, Nur um unsertwillen. 8. D bilf Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Lei7. Da der Tag sein Ende den, Daß wir dir stets unternahm, Der Abend war kom- than, All' Untugend meiden, men, Ward Jesus vom Kreu- Deinen Tod und sein' Ursesstamm Durch Joseph ge- sach' Fruchtbarlich bedenken, nommen, Herrlich nach jüdi- Dafür, wiewohl arm und cher Art In ein Grab gele- schwach, Dir Dankopfer zet, Allda mit Hütern ver- schenken. M. Weiß, um 1500. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 5. 89. Herr err Jesu Chrift!! 3. O Jesu Christe, Gotdein theures tes Sohn! Mein Trost Blut Ist meiner Seelen mein Heil und Gnaden höchstes Gut, Das stärkt, das thron! Dein theures Blut labt, das macht allein Mein dein Lebenssaft Giebt mit Herz von allen Sünden rein. stets neue Lebenskraft. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott besteh'n Und zu der Himmelsfreud' eingeh'n. 4. Herr Jesu! in der letzten Noth, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611. Eigene Melodie. 27. 90. Traurigkeit! o 3. O Menschenkind! Nur Herzeleid! Ist deine Sünd' Hat dieses andas nicht zu beklagen? Gott, gerichtet, Da du durch die des Vaters einig Kind, Wird Missethat Warest ganz verin's Grab getragen. nichtet. 2. O große Noth! Gott felbst ist todt, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb' erworben. 4. Dein Bräutigam, Dag Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches ei ganz mildiglich hat für dich vergossen. Passionslieder. 67 5. O süßer Mund! O 7. O felig ift. Zu aller Glaubensgrund! Wie bist Frist, Der dieses recht bedendu so zerschlagen? Alles was fet, Wie der Herr der Herrauf Erden lebt, Muß dich ja lichkeit Wird in's Grab gebeklagen. ſenket. 6. Olieblich Bild! Schön zart und mild! Du Söhnlein der Jungfrauen, Niemand fann dein heißes Blut Sonder Reu anschauen. 8. O Jesu du, Mein' Hilf und Ruh! Ich bitte dich mit Thränen, Hilf, daß ich mich bis in's Grab Nach dir möge sehnen. Joh. Rift, 1607. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 42. 91. Wohl mir, Jesu Mit viel guten Specereien; du bist todt, Aber diese können mich Von Denn man träget dich zu Verwesung nicht befreien. Grabe; Nunmehr hat es nur im Blute deiner Wunkeine Noth, Weil ich einen den Hab' ich meine Salbung Heiland habe, Der auch bis funden.. zum Grabe kommen, Und sich meiner angenommen. 5. Unsre Fehler waren bloß, Nunmehr sind sie ganz bedecket, In der Erde finstern Schooß Hast du meinen Fluch verstecket, Gottes Zorn ist aufgehaben Und mit dir zugleich begraben. 2. Dieses Grab ist zwar nicht dein, Joseph hat dir's nur gelehnet; Doch es muß geborget sein, Wo man fremde Schuld versöhnet. Du hast Andern Gut's erworben, Und 6. Schlafe wohl, du grobist nicht für dich gestorben. ßer Held! Deine Feince sind 3. D'rum ist auch der Ort bezwungen; Dich hat wohl so rein, Daß noch Niemand der Feind gefällt, Aber du dagelegen. Denn aus deiner hast ihn verschlungen, Und Kraft allein Kommet aller das kann mir Hoffnung geMenschen Segen, Und die ben, Daß wir alle werden Rettung von den Sünden leben. Ist bei Andern nicht zu finden. 4. Nicodemus salbet dich 7. Derowegen habe Dank Ich will mich darauf verlassen, Und zuletzte sterbens 68 Passionslieder. frank Dich in's Herz und ich, auch begraben, Meinen Seele fassen; Sodann weid' Jesum bei mir haben. Caspar Neumann, 1648. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 27. 92. o ruhest du, Ofauferwecken; Sollte denn meine Ruh! In mein gläubig Herz Vor der deiner Grabeshöhle Und er- Gruft erschrecken? weckst durch deinen Tod, Meine todte Seele. 2. Man senft' dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils! umgeben. 3. Ach! bist ru falt, Mein Aufenthalt? Das macht die heiße Liebe, Die dich in das falte Grab Durch ihr Feuer triebe. 4. D Lebensfürst! Ich weiß, du wirst Mich wieder 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod, Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts vertirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen, und in ganz verklärter Zier, Aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, Mein Jesu! dich In meine Seele senken, Und an deinen bittern Tod Bis in Tod gedenken. Salomo Frank, 1669. Eigene Melodie. 52. 93. Wenn meine Knecht! Es hat sich ſelbst Sünt' mich der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. hränken, O mein Herr Jesu Christ! So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist, Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. Wunder obne Masen, Wenn man's betrachtet recht. Es hat sich martern lassen Der Herr für ſeine 4. D'rum sag' ich dir von 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures Blut, Dag ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Gluth. Ofterlieder. 69 Herzen, Jeßt, und mein Le- ich verläugne diese Welt Und benlang, Für deine Pein und folge dem Erempel, Das du Schmerzen, O Jesu, Lob mir vorgestellt. und Dank, Für deine Noth und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb' und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier; Daß mir nie fomme aus dem Sinn, Wie viel es dich gefostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Soll's auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gib o mein Herr und Gott! Daß 7. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächſten lieben, Gern dienen Jedermann, Ohn' Eigennuß und Heuchelschein, Und wie du mir erwiesen Aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten fräftiglich In meinen letzten Stunden, Und deß versich're mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau', Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'. Dr. Justus Gesenius, 1604. ww Ofterlieder. Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 94. Halleluja! Jesus nicht da: Jesus lebt; Halleluja. lebt, Tod und Teufel find bezwungen; Gruft und Fels und Erde bebt', Da der Held hindurch gedrungen. Er, der starb auf Golgatha, Jesus lebt! Halleluja. 3. Halleluja! Suchet nicht Den Lebend'gen bei den Todten; Glaubet aber dem Bericht Der verflärten Osterboten; Diese wissen, was ge schah: Jesus lebt; Halleluja. 2. Halleluja! Seht das Grab, Die ihr seinen Tod beweinet; Trocknet eure Thränen ab, Weil die belle Sonne scheinet. Seht nur ber, er ist begeben. G'nug, daß es mein 4. Halleluja! Dieses Wort Soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort Seines Grabes mich 70 Glaube sah: Jesus Halleluja. 5. Halleluja! Er wird mir Leben in dem Tode ge- leluja. ben; Also sterb' ich freudig Ofterlieder. lebt; hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt; HalBenj. Schmolle, 1672. ( Des Engels und der Maria Gespräch.) Eigene Melodie. 12. ( Engel.) ( Vorgesang der Gemeine.) 7. Erschrecket nicht und 95. Erstanden ist der seid all' froh, Halleluja, Halheilig' Chrift, leluja! Denn den ihr sucht, Halleluja, Halleluja! Der der ist nicht da, Halle- Hal aller Welt ein Tröster ist, leluja! Halle- Halleluja! 2. Und wäre er nicht ers standen, Halleluja, Halleluja! So wäre die Welt vergangen, Halle Halleluja! 3. Und seit daß er erstan- leluja! den ist, Halleluja, Halleluja! Loben wir den Herrn Jesum Christ, Halle- Halleluja. ( Engel.) 4. Es gingen drei heilge Frauen, Halleluja, Hallelu9. Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja, Halleluja! Heut' an dem heil'ja! Des Morgens frühe im gen Ostertag, Halle- HalThauen, Halle- Halleluja! leluja! ( Maria.) 8. Ach! Engel, liebe Engel fein, Halleluja, Halleluja! Wo find' ich doch den Herren mein, Halle- Hal( Maria.) 5. Sie suchten den Herrn Jesum Christ, Halleluja, Hal10. Zeig' uns den Herleluja! Der von dem Tod ren Jesum Christ, Halleluja, erstanden ist, Halle Hal- Halleluja! Der von dem leluja! Tod erstanden ist, Halle- Hal6. Sie funden da zween leluja! Engel schon, Halleluja, Halleluja! Die tröst'n die Frauen lobesan*, Halle Halleluja! D. I. Erbwürdige. ( Engel.) 11. So tret't herzu und seht die Statt, Halleluja, Hal Ofterlieder. leluja! Da man ihn hingeleget hat, Halle- Halleluja! ( Maria.) 12. Der Herr ist bin, er ist nicht da, Halleluja, Halleluja! Wenn wir ihn hätt'n, so wär'n wir froh, HalleHalleluja! ( Engel.) 13. Seht an das Tuch, darin er lag, Halleluja, Halleluja! Gewickelt bis am dritten Tag, Halle- Halleluja! 71 ( Maria.) 14. Wir sehen's wohl zu dieser Frist, Halleluja, Halleluja! Weis' uns den Herren Jesum Chrift, HalleHalleluja! ( Marta.) 16. Habt Dant, ihr lieben Engel fein, Halleluja, Halleluja! Nun woll'n wir alle fröhlich sein, Halle- Halleluja! ( Engel.) 17. Geht hin, sagt ee Sanct Petro an, Halleluja Halleluja! Und seinen Jüngern lobesan, Halle Halleluja! ( Maria znm Bolfe.) 18. Nun finget all' zu dieser Frist, Halleluja, Halleluja! Erstanden ist der heil'ge Christ, Halle- Halleluja! ( Nachgefang der Gemeine.) ( Engel.) 19. Des soll'n wir alle 15. Geht hin in's Galt- fröhlich sein, Halleluja, Hallätsch Land, Halleluja, Hal- leluja! Und Christ soll unser leluja! Da find't thr ihn, Tröster sein, Halle Hallefagt er, zur Hand, Halleluja! Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483. Mel. Heut triumphirt mit Freud und Wonn'. 45. 98. Früh Morgens, oft lieg' in Noth Verschlossen, da die Sonn' gleich als wär' ich todt, Halaufgeht, Mein Heiland Chri- leluja, Halleluja! Läss'st du stus aufersteht, Halleluja, mir früh die Gnadensonn' Halleluja! Vertrieben ist der Aufgeh'n, nach Trauern, Sünden Nacht; Licht, Heil Freud' und Wonn. Halund Leben wiederbracht, Hal- leluja, Halleluja! leluja, Halleluja! 2. Wenn ich. des Nachts 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang, Hat mein 72 Ofterlieder. Heiland des Todes Zwang, 8. Hie ist noch nicht ganz Halleluja, Halleluja! Den fund gemacht, Was er aus dritten Tag durch's Grab er seinem Grab gebracht, Haldringt, Mit Ehren seine leluja, Halleluja! Der große Sieg' sfahn' schwingt. Hal- Schap, die reiche Beut', leluja, Halleluja! D'rauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja, Halleluja! 4. Jeßt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält, Halleluja, Halleluja! Vom Kreuze komm' ich in das Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab'. Halleluja, Halleluja! 5. In Kurzem wach' ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf, Halleluja, Halleluja! Ich wach' auf durch des Herren Stimm', Veracht' den Tod mit seinem Grimm. Halleluja, Halleluja! 10. Da werd' ich Christi Herrlichkeit Anschauen ewig vollerFreud', Halleluja, Halleluja! Ich werde seh'n, wie alle Feind' Zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja, Halleluja! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich Vor allem Volke tödten sich; Halleluja, Halleluja! Da er durch's Todes Kerker bricht, Läßt er's die Menschen sehen nicht. Halleluja, Halleluja! 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt Da er selbst todt, und sich nicht regt. Halleluja, Halleluja! Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll' an ihm nichts schafft. Halleluja, Halleluja! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein groß' Gepräng' ihm hier gefällt, 12. Wunder groß, o Halleluja, Halleluja! Was starker Held! Wo ist ein schlecht und niedrig geht Feind, den er nicht fällt? Halherein, Soll ihm das Aller- leluja, Halleluja! Kein liebste sein. Halleluja, Hal- Angststein liegt so schwer auf leluja! mir, Er wälzt ihn von des 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, Was er für Thaten hat gethan, Halleluja, Halleluja! Wie er der Schlangen Kopf zerknickt, Die Höll' zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja, Halleluja! Ofterlieder. Derzens Thür, Halleluja, Halleluja! 13. Kein Kreuz und Trübsal ist so tief, Mein Heiland thut darin ein'n Griff; Halleluja, Halleluja! Führt mich heraus mit seiner Hand, Wer mich will halten wird zu Schand. Halleluja, Halleluja! 14. Und daß der Herr er standen sei, Das ist von allem Zweifel frei; Halleluja, Halleluja! Der Engel selbst bezeugt es klar, Das leere Grab macht's offenbar. Halleluja, Halleluja! 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Halleluja, Halleluja! Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Halleluja, Halleluja! 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, Sterb' ich, so 73 nimmt er mich zu sich; Halleluja, Halleluja! Wo er jest lebt, da muß ich hin, Weil ich ein Glied sein's Leibes bin. Halleluja, Halleluja! 17. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm ich zur Engel Brüderschaft, Halleluja, Halleluja! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Die Feindschaft ist ganz abgelehnt, Helleluja, Halleluja! 18. Mein Herz darf nicht entseßen sich; Gott und die Engel lieben mich. Halleluja, Halleluja! Die Freude, die mir ist bereit't, Vertreibet Furcht und Traurigfeit. Halleluja, Halleluja! 19. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt, Halleluja, Halleluja! Dort wollen wir mit größer'm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja, Halleluja! Johann Heermann, 1585. Eigene Melodie. 20. 97. Erschienen ist der Sünd' und Tod, Die Höll', Herrlich Tag, all Jammer, Angst und Noth, D'ran sich Niemand g'nug Hat überwunden Jeſus freuen mag; Christ unser Chrift, Der heut vom Tod Herr heut triumphirt, All' erstanden ist. Halleluja! sein' Feind' er gefangen führt. Halleluja! 3. Des Morgens früh, mit Specerei, Kamen zum Grab Marien drei, Daß fie 2. Die alte Schlang, die Ofterlieder. 74 falbten Marien Sohn, Der] vom Tod war erstanden schon. Halleluja! 4. Ben sucht ihr da? der Engel sprach; Christ ist erstanden, der hie lag; Hie seht ihr die Schweißtüchelein; Geht hin, sagt's bald den Jüngern sein. Halleluja! 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid Wird heut verfehrt in lauter Freud; Sobald sie nur den Herren sah'n, Verschwand ihr Trauern, Furcht und Zag'n. Halle luja! 6. Der Hert hielt ein sehr freundlich G'spräch mit zweien Jüngern auf dem Weg, Vor Freud' das Herz im Leib ihn'n brannt, Im Brodbrechen ward er erkannt. Halleluja. 7. Unser Simson, der starke Held, Christus, den starken Löwen fällt, Der Höllen Pforten er hinträgt, Dem Teufel all' sein G'walt er legt. Halleluja! 8. Jonas im Wallfisch war drei Tag, So lang Christus im Grab auch lag, Denn länger ihn der Tod fein' Stund' In seinem Rach'n behalten konnt. Halleluja! to 9. Sein'n Raub der Tod mußt' fahren lahn, Das Leben siegt' und g'wann ihm an, Zerstört ist nun all' seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, Aus Pharaonis Dienst und Band', Und das recht Oster- Lämmelein Wir essen heut im Brod unt Wein. Halleluja! 11. Auch essen wir die süßen Brod', Die Moses Gottes Volk gebot, Kein Sauerteig soll bei uns sein, Daß wir leben von Sünden rein. Halleluja! 12. Der schlagend' Eng'l vorüber geht, Rein' Erstgeburt er bei uns schlägt, Unfre Thürschwell'n hat Christi Blut Bestrichen, das hält uns in Hut. Halleluja! 13. Die Sonn', die Erd', all' Creatur, Und was betrübet war zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag, De der Welt- Fürst danieder lag. Halleluja! 14. D'rum wir auch billig fröhlich sein, Singen das Halleluja fein, Und loben dich, Herr Jesu Christ, Zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nicolaus Hermann, 1489. Ofterlieder. Eigene Melodie. 67. Tod ist worden. Halleluja! 98. Chrift lag in To- Schrift hat verkündigt deß desbanden, Für Wie ein Tod den andern unser' Sünd' gegeben, Der freß, Ein Spott aus dem ist wieder erstanden, und hat uns bracht das Leben. Deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein, Und singen Halleluja, Halleluja! 75 5. Hier ist das rechte Osterlamm, Davon Gott hat geboten, Das ist hoch an t- s Kreuzes Stamm In heißer Lieb' gebraten; Deß Blut 2. Den Tod Niemand zeichnet unsre Thür, Das zwingen konnt' Bei allen hält der Glaub' dem Tode Menschenkindern, Das machet alles unser' Sünd', Rein' Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald, Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! für, Der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unser Statt 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud' unt Wonne, Das uns der Hert erscheinen läßt. Er ist selber die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz; Der ist kommen, Und hat die Sünden Macht ist verschwunSünde abgethan, Damit dem den. Halleluja! Tod genommen All' sein Recht und sein' Gewalt, Da bleibet nichts denn Tod'sgestalt, Den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen. Das Leben, das behielt den Sieg, Es hat den Halleluja! Tod verschlungen; Die 7. Wir essen nun und leben wohl In rechten OsterFladen, Der alte Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Koste sein, Und speisen die Seel' allein, Der Glaub' will kein's Andern leben. Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 105. 99. Christ ist erstan- alle froh sein, Christ will unden von der ser Trost sein. Kyrieleis. Marter alle, Deß soll'n wir, 2. Wär' er nicht erstan 76 Ofterlieder. den, so wär' die Welt ver- 3. Halleluja! Halleluja! gangen, Seit daß er aufer- Halleluja! Deß soll'n wir standen ist, So loben wir alle froh sein, Christ will den Herrn Jesum Christ. unser Trost sein. Kyrieleis. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 65. 100. Auf! auf! mehr grauen Vor Allem, mein Herz was mir will Entnehmen mit Freuden, Nimm, wahr, meinen Muth, Zusammt dem was heut geschicht. Wie edlen Gut, Das mir durch kommt nach großem Leiden Jesum Christ Aus Lieb' erNun ein so großes Licht! worben ist. Mein Heiland war gelegt, Da wo man uns hinträgt, Wenn von uns dieser Geist, Gen Himmel ist gereist. 5. Die Höll' und ihre Rotten, Die frümmen mir kein Haar, Der Sünden kann ich spotten, Bleib' all'2. Er war in's Grab ge- zeit ohn' Gefahr; Der Tod senket; Der Feind treibt groß' mit seiner Macht Wird nichts Geschrei; Eh' er's vermeint bei mir geacht't, Er bleibt und denket, Ist Christus ein todtes Bild, Und wär' wieder frei, Und ruft: Vic- er noch so wild. toria! Schwingt fröhlich hie 6. Die Welt ist mir ein und da Sein Fähnlein als Lachen Mit ihrem großen ein Held, Der Feld und Zorn, Sie zürnt und kann Muth behält. nichts machen, All' Arbeit ist verlor'n. Die Trübsal trübt mir nicht Mein Herz und Angesicht, Das Unglück ist mein Glück, Die Nacht mein Sonnenblick. 3. Der Held steht auf dem Grabe Und sieht sich munter um; Der Feind liegt, und legt abe Gift, Gall, und Ungestüm; Er wirft zu Christi Fuß Sein Höllenreich und muß Selbst in des Siegers Band Ergeben Fuß und Hand. 7. Ich hang, und bleib auch hangen, An Christo, als ein Glied; Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt es mich auch mit. Er reißet durch den Tod, Durch Welt, 4. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel; Nun soll mir nicht durch Sünd' und Noth, Er 77 9. Er bringt uns an die Pforten, Die in den Himmel 8. Er dringt zum Saal führt, Daran mit güldnen der Ehren, Ich folg' ihm Worten Der Reim geleſen immer nach, Und darf mich wird: Wer dort wird gar nicht fehren An einzig mit verhöhnt, Wird Ungemach; Es lobe, was da hier auch mit gekrönt, kann, Mein Haupt nimmt Wer dort mit sterben sich mein an, Mein Heiland geht, Wird hier auch ist mein Schild, Der alles mit erhöht." Toben stillt. Ofterlieder. reißet durch die Höll, Ich bin stets sein Gesell. Paul Gerhard, 1606. Mel. Gott Lob ein Schritt zur Ewigkeit. 51. 101. Tod, wo ist dem Siegeslauf Den starken dein Stachel Held kann halten auf, All's nun; Wo ist dein Sieg liegt da überwunden. o Hölle? Was kann uns nun der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, Der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 4. Des Todes Gift, der Höllen Pest Ist unser Heiland worden; Wenn Satan auch noch ungern läßt Vom Wüthen und vom Morden, Und da er sonst nichts schaffen kann, Nur Tag und Nacht uns klaget an, So ist er toch verworfen. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Da Christus mit ihr kämpfte? Mit List and Macht sie auf ihn drang, Jedennoch er sie dämpfte. Db sie ihn in die Ferse sticht, So sieget sie doch darum nicht, Der Kopf ist ihr zer5. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist er höhet; Des Herren Rechte mächtig fäll't, Was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel Höll' und alle Feind' Durch Christi Sieg gedämpset seind, Jhr Zorn ist kraftlos worden. treten. 6. Es war getödtet Jeſus Christ, Und sieh, er lebet wieder; Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch 3. Lebendig Christus kommt herfür, Den Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Thür, Trägt weg den Raub mit Prangen! Nichts ist, das in auf, die Glieder. So Jemand 79 Ofterlieder. 7. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auf erstebet, Ist dort vom andern Tode frei, Derselb' ihn nicht angehet: Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, Und unvergänglich's Wesen. Chrifti Worten gläubt, Im 9. Der alte Drach' mit Tod und Grabe der nicht seiner Rott' Hingegen wird bleibt: Er lebt, ob er gleich zu Schanden, Erlegt ist er ftirbet. mit Schimpf und Spott, Da Christus ist erstanden: Des Hauptes Sieg der Glieder ist, Drum fann mit aller Macht und List Uns Satan nicht mehr schaden. 8. Das ist die rechte OsterBeut, Der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit, Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Christ gegeben. Bis unser Leib wird ähnlich bort Christi verklärtem Leibe. 10. O Tod! wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns nun der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Luc. Badmeister, oder: I. Gesenius, 1604. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 77. 102. Jauchzet Gott und Zorn gestill't, Und mir in allen Lan- sein Wiederleben Die den! Jauchze, du erlöste Gerechtigkeit gegeben. Schaar! Denn der Herr ist auferstanden, Der für uns getödtet war. Jesus hat durch seine Macht Das Erlösungswerk vollbracht, Welches er auf sich genommen, Da er in das Fleisch gekommen. 3. Hölle, schweig von deinen Banden, Strick und Retten sind entzwei. Da mein Jesus auferstanden, Bin ich vom Gefängniß frei. Und wie seine Höllenfahrt Im Triumph vollzogen ward, So ist seinen Reichsgenossen Nun der Himmel aufgeschlossen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du feine Noth. Alle Schuld, die mich beladen Ist bezahlt durch Christi Tod. Das Geses bat er erfüll't, Also Fluch 4. Sage, was bein Schlangen- Name, Satan, noch zu schrecken hat? Denn hier ist der Weibes- Same, Ofterlieder 79 Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser lebet. Der dir deinen Kopf zertrat.| fahr' ich freudig hin, Da der Der, den du in Tod gebracht, Brachte dich um deine Macht; Und da wir in Christo siegen, Mußt du uns zu Füßen liegen. 6. Jesus, mein Erlöser, lebet, Welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet Seinem Namen Dant und Preis. Singet, singt: Halleluja! Rufet, ruft: Vic toria! Singt und ruft in allen Landen: Heut' ist Chri5. Tod, du kannst an mir nichts haben, Muß ich gleich zu Grabe gebn; Die mit Jesu find begraben, Berden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, Also ftus auferstanden. P. Erdmann Neumeißler, 1871. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 34. 103. Kommt, betet ist der Held, der überwand, an bei Christi Und nach zerriss'nem TodesGruft, Ihr tiefbetrübten band Zur Rechten Gottes Herzen! Schöpft neuen fizet. Muth und frische Luft, Und stillet eure Schmerzen; Denn Jesus, der im Grabe lag, Ist auferstanden diesen Tag, Und hat den Tod besieget. 4. Du vielgeplagtes Christenheer, Vergiß, was drückt und plaget! Und wann sich's bäufet mehr und mehr, Getrost mit ihm gewaget, Der durch des Grabes Siegel brach, Und zu dem Tode mächtig sprach: Wo ist nunmehr dein Stachel? 2. Auf, danket ihm mit Herz und Mund Am Tage seiner Freuden! Er hat den ew'gen Gnadenbund Gegrüntet durch sein Leiden. Er hat dem Tod entwandt die Macht, Das Leben aber wiederbracht und unvergänglich Wesen. 5. Des Herren Sieg ist gut dafür, Er lehrt uns überwinden; Er öffnet Siegel, Schloß und Thür, Troß Teufel, Welt und Sünden. Mit diesem großen Siegesmann Wird selig jedes Werk gethan, 3. Nun tritt, was Christo ähnlich ist, In Glaubenskraft zusammen, Weil Christus Wo bleibt bein Sieg, o auferstanden ist, Wer will Hölle? sein Voll verdammen? Hier 6. 3um Siegel folcher 80 Ofterlieder. Seligkeit Gibt uns der Herr] Lob und Dank, Der uns den zu essen Die Speise der Un- Sieg gegeben, Und, was in sterblichkeit, Sein Heil nie Sünd' und Tod versank, Hat zu vergessen. Sein heil'ger wiederbracht zum Leben! Der Leib wird uns geschenkt, Sein Sieg ist unser: Jesus lebt, Blut ist's, das uns alle Der uns zur Herrlichkeit ertränft; O edler Ostersegen! hebt! Gebt unserm Gott die 7. Gott, unserm Gott, sei Ehre! Valentin Ernst Löscher, 1673. Eigene Melodie. 22. 104. Jesus Christus tes Zorn, Hat uns verſöhnet, unser Hei- Daß uns Gott sein' Huld gönnet. Kyrie eleison. 3. Tod, Sünd', Leben und Genad', All's in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther, 1483. land, Der den Tod überwand, Ist auferstanden, Die Sünd' hat er gefangen. Kyrie eleison. 2. Der ohn' Sünden ward geboren, Trug für uns GotMel. Erschienen ist der herrlich Tag. 20. 105. Wir haben auch ein Osterlamm, Das für uns hing am Kreuzesstamm, Das Süncenopfer Jesus Christ, Der heut' vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Weg Bosheit, Schalkheit, Büberei! Der Süßteig kann nicht steh'n dabei. Der Glaub' bringt wahre Lauterfeit, Das ist das rechte Osterkleid. Halleluja. 4. Ehr' sei dem Vater 2. D'rum laßt uns unsre und dem Sohn, Sammt Ostern heut, Recht feiern mit heil'gem Geist in einem Gerechtigkeit; Der Sauer- Thron; Der heiligen Dreiteig find't feine Statt, Wo einigkeit Sei Ehr' und Preis man recht Osterfreude hat. in Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. Joh. Olearius, 1611, Eigene Melodie. 60. 106. Also heilig ist ihn Niemand mit Lob erfülder Tag, Daß len mag. Weil der einige Lieder von ver Himmelfahrt Jesu Christi. 81 Gottes Sohn Heut' die Hölle überwand, Und den leidigen Teufel darinnen band, Da- rieleis:: 2. D'rum sei Gott Lob! rer Weg ist g'macht, Uns steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit großer Pracht; Vorhin war all's verschlossen. Wer's glaubt, deß Herz ist freudenvoll, Dabei er auch sich rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. mit erlöst' er die Christenheit. Das war Christ selber. KyLieder von der Himmelfahrt Jesu Christi. I Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 54. 107. Auf diesen Tag Blut Sein Himmelreich serbedenken wir, sperren: Am Glauben liegt's, Daß Christ gen Himmel so ver ist recht, So wird auch g'fahren, Und danken Gott g'wiß das Leben schlicht Zu nun voll Begier, Und bitt'n, Gott im Himmel g'richtet. er woll' bewahren Uns arme Sünder hie auf Erd', Die wir von wegen mancher G'fährd' Ohn' Hoffnung han fein Troste. 4. Solch' Himmelfahrt fäbt in uns an, Wenn wir den Vater funden, Und fliehen stets der Welt ihr Bahn, Thun uns zu Gottes Kindern; Die seh'n hinauf und Gott herab, An Treu une Lieb geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. 3. Wer nicht folgt, noch sein'n Willen thut, Dem ist's nicht ernst zum Herren; Denn er wird auch vor Fleisch und M 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wenn uns Gott zu sich nehmen Une seinem Sohn wird macher gleich, Wie wir denn jetzt bekennen; Da wird sich finden Freud' und Muth In Ewigfeit beim höchsten Gut. Gott helf' daß wir's erlangen. Johann Zwick, um 1500. Eigene Melodie. 110. 108. Christ fuhr gen Tröster, den heiligen Geist, Himmel, Da Zu Trost der armen Chriend't er uns hernieder Den stenheit. Kyrieleis. 6 82 Lieder von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 2. Halleluja! Halleluja!) alle froh sein, Christ will un Halleluja! Deß soll'n wir ser Troft sein. Kyrieleis. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 109. Auf Christi wo mein Schaß ist kommen Himmelfahrt bin, Da ist auch stets mein allein, Ich meine Nachfahrt Herz und Sinn. Nach ihm gründe, Und allen Zweifel, mich stets verlanget. Angst und Pein Hiemit stets 3. Ach Herr! laß diese überwinde; Denn weil das Gnade mich Von deiner AufHaupt im Himmel ist, Wird fahrt spüren, Daß mit dem seine Glieder Jesus Christ wahren Glauben ich Mag Zur rechten Zeit nachholen. meine Nachfahrt zieren; Und 2. Weil er gezogen Him- dann einmal, wenn dir's gemel- an, Und große Gab' fällt, Mit Freuden scheiden empfangen, Mein Herz auch aus der Welt. Herr höre doch nur im Himmel kann, Sonst mein Flehen. nirgend, Rub erlangen; Denn Josua Wegelin, um 1600. Eigene Melodie. 11. 110. Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja! Der Ehren fönig Jesus Christ, Halle luja! 4. Nun sißt beim Herren Davids Herr, Halleluja! Wie zu ihm hat gesagt der Herr, Halleluja! 2. Er sißt zur Rechten Gottes Hand, Halleluja! Herrscht über Himm'l und alle Land, Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schall'n, Halleluja! Dem Herren Chrift zu Wohlgefall'n, Halleluja! 6. Die heilige Dreifaltigkeit, Halleluja! Wir lober in Ewigkeit. Halles 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja! bis In Psalmen von dem Her- luja! ren Christ, Halleluja! Michael Franke, 1609. Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 22 111. A Wunder-| hast du dich geseßet Zur Rechgroßer Sie- ten deines Vaters Kraft, ges Held! Du Sünden- Der Feinde Schaar gebracht Träger aller Welt! Heut zur Haft, Bis auf den Tod Lieder von der Himmelfahrt Jesu Christi. 83 verleget. Mächtig, Prächtig, deinem Reiche trachten. Laß Triumphirest, jubilirest, Tod unser Thun ohn' Wanken und Leben, Ist, Herr Chrift, sein, Wo Zucht und Demuth dir untergeben. tritt herein, All' Ueppigkeit 2. Dir dienen alle Che- verachten; Unart, Hoffahrt rubim, Biel tausend hohe Laß uns meiden, christlich Seraphim Dich Siegesfür- leiden, wohl ergründen, Wo ten loben; Weil du den Serie Gnade sei zu finden. gen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet, Klinget, Rühmt und chret den, der fähret auf gen Himmel Mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, ia, es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, Erquickung, Labfal, Herzenssaft Wird uns von dir gegeben; Dringe, Zwinge, Mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, Dir Lob, Ehr' und Dank erweise. 4. Zeuch, Jesu! uns, zeuch uns nach eir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Plaß, Darauf wir uns verlassen; Laß suchen uns was droben ist; Auf Erden wohnet Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, und die quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, fomm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, O Jesu, durch dein theures Blut, In's Heiligthum gegangen. Dafür Soll dir Von uns Allen Preis erschallen; nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605; oder Lucas Backmeister. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 20. 112.Wir danken dir Leib, stärk' uns an Seel. Herr Jesu Halleluja! Christ, Daß du gen Himmel g'fahren bist, O starker Goit! Immanuel! Stärf' uns an 2. Nun freut sich alle Christenheit, Und singt und bringt obn' alles Leid Bott Dank, 84 Pfingstlieder. weil in dem höchsten Thron| steht uns're Begier. HalleIst unser Bruder, Gottes luja! Sohn. Halleluja! 8. Er ist der Herr und 3. Gen Himmel ist ge- unser Trost, Der uns durch fahren hoch, Und ist doch all- sein Blut hat erlöst; Das zeit bei uns noch; Sein' G'fängniß er gefangen hat, Macht und G'walt unendlich ist, Wahr'r Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! Daß uns nicht schad' der bitt're Tod. Halleluja! 4. Ueber all' Himmel hoch erhebt, Uleber all' Engel mächtig schwebt, Ueber all' Menschen er regiert, Und alle Creaturen führt. Halleluja! 5. Zur Rechten Gott's des Vaters groß Hat er all' Macht ohn' alle Maß; All' Ding sind ihm ganz unter than, Gottes und der Marien Sohn. Halleluja! 6. All' Teufel, Welt, Sünd', Höll' und Tod, Er alles überwunden hat; Trot' wer da will, es liegt nichts d'ran, Den Sieg muß er soch all'zeit han. Halleluja! 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, Und hat in ihm nur frischen Muth. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo 9. Wir freuen uns aus Herzensgrund, Und singen fröhlich mit dem Mund: Unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut, Ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 10. Durch ihn der Himmel unser ist; Hilf uns, o Bruder! Jesu Chrift! Daß wir nun trauen fest auf rich, Und durch dich leben ewiglich. Halleluja! 11. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, Der du gen Himmel g'fahren bist, Behalt uns, Herr, bei reiner Lehr', Des Teufels Trug und Listen wehr'. Halleluja! 12. Amen singen wir noch einmal, Und sehnen uns in's Himmels Saal, Da wir mit deinen Engelein Das Amen wollen singen fein. Halleluja! Nicolaus Selneder, 1532. Pfingstlieder. Mel. Herr Jesu Christ du höchstes Gut. 54. 113. beil'gerGeist, Gut, In Gott die dritt' Perdu höchstes sone, Der du ausgehst in Pfingstlieder. 85 aller Welt beweisen. gleichem Muth, Vom Vater| Glauben mit der That Vor und vom Sohne, Bist wahrer Gott von Ewigkeit Und wirst von aller Christenheit Geehrt und angebetet. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad', Uns lehre recht erkennen Christum, und ihn, beid', früh und spat, Den Herrn des Lebens nennen; Dazu ihn herzlich rufen an, Und seine Lehr' vor Jeder- 5. Verleih' uns einen frimann Bis in den Tod beschen Muth, Und hilf uns zeugen. ernstlich kämpfen, Daß wi 3. Führ' uns mit deiner die Welt und unser Blut Kraft gewiß In einem neuen Mit ihrer Reizung dämpfen, Leben, Auf daß wir ja kein Und endlich selig schlafen ein, Aergerniß Empfangen oder Wann unser Stund' wird geben, Weder mit Lehr' noch kommen sein, Von hinnen bösem Rath, Sondern den abzuscheiden. B. Ringwald, 1531. 4. Theil' uns, o Herr, dein' Gnade mit, Salb' uns mit deinem Dele, Dazu mit Seufzen uns vertritt, Und tröst' die arme Seele Im Kreuz mit deiner süßen Gunst, Und gib uns wahre GottesBrunst, Einander recht zu lieben. Eigene Melodie. 87. omm heiliger 114. 2. Du heiliges Licht! Geist! Herre edler Hort! Laß uns leuchGott! Erfüll' mit deiner ten des Lebens Wort, Und Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, Dein' brünstig Lieb' ent zünd' in ihn'n! O Herr! durch deines Lichtes Glast* Zu dem Glauben versammlet bast Das Volf aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr! zu Lob gesungen. Halleluja: lebr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr! behüt' für fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ im rechten Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja:: 3. Du heilige Brunft! * Glanz 86 Pfingstlieder. süßer Trost! Nun hilf uns stärk' des Fleisches Blödigfröhlich und getrost In deinem Dienst beständig blei ben, Die Trübsal uns nicht abtreiben! Herr! durch keit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja:: dein' Kraft uns bereit' Und Dr. Martin Luther, 1483. Mel. Liebe, die du mich zum Vilde. 43. 115. Komm, o tkomm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott son Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll' uns jederzeit; So wird Geist und Licht und Schein In den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille ſucht; Dein' Erkenntniß werde groß, Und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, Das, was hinter uns gethan, Räume ferner aus dem Wege; Schlecht und recht sei um und an; Wirke Neu' an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt bat. 4. Laß uns deinem Zeugniß trauen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine bauen, Wenn sich Noth und Drangsal find't; Denn des Vaters liebe Ruth' Ist uns allewege gut. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten, Frei mit aller Freudigkeit; Seufz' auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit; So wird uns're Bitt' erhört, Und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott! mein Gott! wie lange? Ei, so mache den Beschluß: Sprich der Seelen tröstlich zu, Und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. D du Gefft der Kraft und Stärke, Beistand in der größten Noth, Förd're in uns deine Werke, Wenn mit Zorn der Satan droht. Schenk' uns Waffen in den Krieg, Und erhalt' in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schug und Got Pfingstlieder. Sagt das Fleisch gleich im-[ ie mehr, Als des Himmelreis mer nein, Laß dein Wort ches Erben, Jener Herrlichgewisser sein. feit und Ehr', Die uns unser Gott erfiest, Und nicht 9. Wenn wir endlich sol len sterben, So versich're uns auszusprechen ist. 116. heil'ger Gott! Du Tröster werth in aller Noth, Du bist gesandt von's Himmels Thron, Von Gott dem Vater und dem Sohn. O heil' ger Geist, o heil' ger Gott. 2. heil'ger Geist! o beil'ger Gott! Gieb uns die Lieb' zu deinem Wort, Zünd' an in uns der Liebe Flamm', Darnach zu leben allesamm. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott. 87 Eigene Melodie. 23. 4. O heil'ger Geist! r beil'ger Geist! o heil'ger Gott! Erleucht' uns durch dein göttlich Wort! Lehr' uns den Vater kennen schon, Dazu auch seinen lieben Sohn. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott. 3. O heil'ger Geist! o heil'ger Gott! Mehr' unsern Glauben immerfort, AnChristum Niemand glauben kann, Es sei denn durch dein' Hülf gethan. O heil'ger Geist. o heil'ger Gott. Joachim Neander, 1610. den heiligen Geift, Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns bebüte an unserm Ende, 5. O heil'ger Geist! o heil'ger Gott! Du zeigst die Thür zur Himmelspfort: Laß uns hier kämpfen ritterlich, Und zu dir dringen seliglich. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott. 6. O heil'ger Geist! o heil'ger Gott! Verlaß uns nicht in Noth und Tod! Wir sagen dir Lob, Ehr' und Dank, Jezund und unser Lebenlang. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott. Berthold Helber, 1600. Eigene Melodie. 34. 117. Nun bitten wir Wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, Lehr' uns Jesum Chrift fennen al 88 Pfingstlieder. lein, Daß wir an ihm blei-| Frieden auf einem Sinn bleiben, dem treuen Heiland, ben. Ryrieleis. Der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland. Ryrieleis. 3. Du süße Lieb', schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben, Und im flagen. Kyrieleis. ein, Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzerssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein, Bei uns und in uns fräftig sein, zu steter Freud und Wonne: Daß wir In dir Recht zu leben uns ergeben, und mit Beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer immerfort In unsern Herzen brennen: Daß wir, Gott Vater, seinen Sohn, Dich, beider Geist in einem Thron, Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe, Und behüte das Gemüthe, daß wir gläuben, Und im Glauben standhaft bleiben. 4. Du böchster Tröster in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, Daß in uns die Sinne nicht verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verMel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 99. 118. beil'gerGeist, fromme Seelen gießt, Laß fehr bei uns deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre! Lehre, Herz und Sinnen zu gewinnen, dich zu preisen, Gut's dem Nächsten zu erweisen. 4. Steb uns stets bei mit deinem Rath, Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Weil wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue Was zerrissen und geflissen dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. 3. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, Die sich in Dr. Martin Luther, 1483. 5. Laß uns dein' ecle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärfet werden; Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß, So Pfingstlieder. 89 lang wir sein auf Erden.| uns deine Liebe, Daß unser Laß dich Reichlich Auf uns Sinn verbunden sei Dem nieder, daß wir wieder Trost Nächsten stets mit Liebestreu, empfinden, Alles Unglück Und sich darinnen übe. Kein überwinden. Neid, Rein Streit Dich betrübe, Fried' und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst du geben. 8. Gib, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit, Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine todten Werke. Rühre, Führe Unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606. 6. Du starker Fels und Lebenshort! Laß uns dein Himmel- süßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner Weisheit- reichen Lehr' Und reinen Liebe trennen. Fließe, Gieße Deine Güte in's Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 7. Du süßer Himmelsthau! laß dich. In unsre Herzen kräftiglich, Und schenk Eigene Melodie. 13. 119. Komm, Gott dir bekannt, Erhalt' fest dein' Schöpfer, Kraft und Gunst. Heiliger Geist, Besuch das Herz der Menschen dein, Mit Gnaden sie füll', wie du weißt, Daß dein Geschöpf vorhin sei. 4. Du bist mit Gaben siebenfalt, Der Fing'r an Gottes rechter Hand, Des Vaters Wort gibst du gar bald Mit Zungen in alle Land'. 2. Denn du bist der Tröster genannt, Des Allerhöchsten Gabe theu'r, Ein geistlich Salb' an uns gewandt, Ein lebend Brunn, Lieb' und Feu'r. 3. Zünd' uns ein Licht an im Verstand, Gib uns in's Herz der Liebe Brunst, Das schwach' Fleisch in uns, 5. Des Feindes List treibvon uns fern, Den Fried' schaff' bei uns deine Gnad', Daß wir dein'm Leiten folgen gern Und meiden der Seelen Schad'. 6. Lehr' uns den Vater kennen wohl, Dazu Jesum Christ seinen Sohn, Daß wir 90 Pfingstlieder. des Glaubens werden voll, dem Sohn, Der von den Dich beider Geist zu verstohn. Todten auferstund, Dem Tröster sei dasselb' gethon In Ewigkeit alle Stund. Dr. Martin Luther, 1483. 7. Gott Vater sei Lob und 120. For Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. reut euch, ihr| 3. Verleih'! daß wir dich Christen alle! lieben, O Gott von großer Gott schenkt uns seinen Sohn, Huld! Durch Sünd' dich Lobt ihn mit großem Schalle, nicht betrüben, Vergib uns Er schickt vom Himmelsthron unsre Schuld! Führ' uns Uns seinen werthen Geist, auf ebner Bahn, Hilf! daß Der uns durch's Wort recht wir dein Wort hören, Und lehret, Des Glaubens Licht thun nach deinen Lehren, vermehret, Und uns aufChri- Das ist recht wohl gethan. stum weis't. 4. Von oben her uns sende, 2. Es lässet offenbaren Den Geist, den edlen Gast, Gott, unser höchster Hort, Der stärke uns behende Uns, die wir unweis' waren, Wenn uns drückt KreuzesDas himmelische Wort, Wie last, Tröst' uns in Todesgroß ist seine Güt'! Nun pein, Mach auf die Himkönnen wir ihn fennen, Und melsthüre, Uns mit einander unsern Vater nennen, Der führe Zu deinem Freudenuns allzeit behüt't. schein. Georg Werner, um 1600. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 2. Du bist ein Troft der Frommen, Gieß aus dein der Vom hohen Himmels- heilig Del, Und laß es zu thron, Auf Chrifti Freund' und Brüder, Komm eilig, fomm und wohn' Im Herzen allermeist, Mit deinem Licht und Gaben Und Freudenöl zu laben, Komm, wer ther heil'ger Geist! mir kommen, Daß sich mein Herz und Seel' Erfreuen inniglich. Komm, Tröster! zu erquicken Die Seelen, die sich bücken Im Geist demüthiglich. 3. Laß allen Troft ver121. Komm Tröster! fomm hernie Pfingstlieder. 91 schwinden, Den mir die Welt| Vater, Der meine Seele liebt, verspricht Bei ihrem Dienst der Sünden, Der mich doch tröstet nicht; Was Jesus mir anpreist, Dem will ich feste glauben, Du sollst mein Tröster bleiben, D Gott heiliger Geist! Drum sei auch mein Berather; Wenn mich die Welt betrübt, So komm und tröste mich, Und stärk im Kreuz und Leiden Mein Herz mit vielen Freuden, Daß es erquicke sich. 4. Du kannst mein Herz 7. Ja, zeug in meinem erfreuen, Und kräftig rüsten Herzen Von Jesu ganz allein, aus, Ja ganz und gar er- Von seinem Tod und Schmerneuen Mein armes Herzens- zen, Und seiner Wahrheit haus; Drum komm, mein Schein, Daß ich ganz überschönster Gast! Und bleib zeugt, Kein Bild in meiner im Tod und Leben, Als Seelen, Als Jesum, mög' Tröster mir gegeben, Bis erwählen, Bis sich mein Herz mein Gesicht erblaßt. ihm gleicht. 8. Leit' mich mit deinem Finger, O Geist! von Got tes Thron, Und sei mein Herzbezwinger, Daß mich kein' Schmach, noch Hohn, Kein Trübsal, keine Noth, Von meinem Jesu scheide; Im Kreuz sei meine Freude, Und Trost bis in den Tod. L. Laurentii, 1660. 5. Der du, als Gott, ausgehest Vom Vater und dem Sohn, Und mich im Geist erhöhest Zu Gottes Stuhl und Thron, Kehr gnädig bei mir cin, Und lehr' inich Jesum kennen, Ihn meinen Herren nennen, Mit Wahrheit, nicht zum Schein. 6. Du kommst ja von dem Eigene Melodie. 64. 122. 3euch ein zu nes, Mit beiden gleich gedeinen Tho preist. ren, Sei meines Herzens 2. Du bist das heil'ge Gast, Der du, da ich gebo- Dele, Dadurch gesalbet ist ren, Mich neu geboren hast: Mein Leib und meine Seele, O hochgeliebter Geist Des Dem Herren Jesu Christ Vaters und des Sohnes, Zum wahren Eigenthum, Mit beiden gleiches Thro- Zum Priester und Prophe 92 ten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt vom Heiligthum. 3. Du Herr haft selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohl gefällt; So gib doch deine Gnad' Zum Fried' und Liebesbanden; Verknüpf in allen Landen Was sich getrennet hat. Pfingstlieder. furcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 6. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetzet, Und, was dein Herz ergößet, Aus unserm Herzen reißt. 4. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd', Bring' wieder und erneu're Die Wohlfahrt deiner Heerd'. Laß blühen wie zuvorn, Die Länder, die verheeret, Die Kirchen, die zerstöret Durch Krieg und Feuers- Zorn. 7. Bib Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut; Hilf tämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dierst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 8. Richt' unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, 5. Beschirm die Obrigkei- Und wenn wir's sollen geten, Bei unsern Bürgern ben In Todes Hände hin wohn'; Gib uns getroste Wenn's mit uns hie mird Zeiten, Schmück', als mit aus: So hilf uns fröhlich einer Kron', Die Alten mit sterben, Und nach dem Tor Verstand, Mit Frömmigkeit ererben, Des ew'gen Lebens die Jugend, Mit Gottes Haus. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 110. 123. Komm heiliger Liebe! Der du durch ManGeist! Erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, und entzünd' in ihnen Das Feuer deiner göttlichen nigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja:: Hermann Contractus. Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 93 Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 124. beiligste und fort Erhalten und reDreifaltig- gieret. feit! Voll Majestät und Ehren, Wie kann doch deine Christenheit Dein Lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wundersam, Ganz unbegreiflich ist dein Nam', Dein Wesen unerforschlich. 5. D'rum steh, o Vater, ferner bei, Uns, deinen armen Kindern, Und alle Schulden uns verzeih', Als bußfertigen Sündern; Aus unsern Nöthen mannigfalt Errette uns und hilf uns bald, Wie du uns hast versprochen. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad', Auch weil wir hie noch leben, In deinem Worte so viel hat Uns offenbar gegeben, Daß du bist wahrer Gott und heiß'st Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist, Dreifaltig und doch einig. 6. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Von Ewigkeit geboren, Uns Menschen gar in's Himmels Thron Zum Mittler auserforen. Durch rich geschicht, was nur geschicht, O wahrer Gott, o wahres Licht, Vom wahren Gott und Lichte! 3. Vater aller D Dinge Quell Und Ursprung, sei gepreisen, Für alle Wunder klar und hell, Durch deine Macht erweiset. Du Bater, haft vor aller Zeit, Den ein'gen Sohn von Ewigkeit, Dein Ebenbild gezeuget. 7. Du bist des Vaters Ebenbild, Und doch vom Himmel kommen, Als eber war die Zeit erfüllt, Hast du Fleisch angenommen, Haft uns erworben Gottes Huld, Bezahlet unsre Sünd' und Schuld Durch dein unschuldig Leiden. 4. Du hast gemacht den Erdenkreis Nach deinem Wohlgefallen, Uns Menschen d'rauf, zu deinem Preis, Daß wir dein Lob erschallen. Auch wird durch deines Mundes Wort Dieß alles immer fort 8. Nun sisest du zur rechten Hand Des Vaters, hoch erhoben, Beherrschest alle Leut' und Land', Und dämpfst der Feinde Toben. Hilf uns, 94 Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. o wahrer Mensch und Gott, alle Welt verläßt, Bleibst du Wir wollen dir für deinen bei uns im Herzen. Tod Und alle Wohlthat danfen. 11. Wir bitten dich demüthiglich, Das es mag ja 9, O Heil'ger Geist, durchdringen, Was wir durch du werthe Kron', Er- Seufzer oft vor dich In unleuchte unsre Sinnen, Der sern Nöthen bringen. Und du vom Vater und dem wenn die letzte Stund' da ist, Sohn, Ausgehest ohn' Be- So hilf, daß wir auf Jesum ginnen. Du bist allmächtig Christ Getroft und selig sterund ohn' End', Der Vater ben. und der Sohn dich send't, ten. 12. Gott Vater, Im Glauben uns zu lei- Sohn und heil'ger Geist, Für alle Gnad' und 10. Herr, du gebierest Güte, Sei immerdar von durch die Tauf Uns wieder- uns gepreist Mit freudigem um aufs Neue, Und hernach Gemüthe. Des Himmels auch nimmst du uns auf, Heer dein Lob erklingt, Und Wenn du gibst wahre Reue. Heilig! Heilig! Heilig! Durch dich wird unsre Hoff- singt. Das thun wir auch nung fest, Und wenn uns auf Erden. Dr. Justus Gesenius, 1604. Eigene Melodie. 10. 125. Dreieinigkeit! weit, Isft alles Herr, zu deider Gottheit nem Dienst bereit. wahrer Spiegel! O Licht vom Licht! als dessen Allmachtsflügel Sich um und um durch diesen Erdkreis streckt, Und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt. 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, Und wenn sie jetzt den späten Abend machet; Was lebt 4. Nur weg Vernunft, nur weg mit deinem Dichten, Du kannst dich nicht in Gotund webt auf dieser Erden tes Weisheit richten; Wo 3. Dreicher Schaz; o unumschränktes Wesen! Wer hat wohl je die Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht! Wie groß, ach Gott! wie groß ist deine Macht. Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 95 Gott nicht selbst dich unter| in Jhm sind alle Dinweisen wird, So bleibest du ge." Dem großen Gott sei verloren und verirrt. Ehr' in Ewigkeit; Ja, Amen, ja, singt alle Christenheit. 5. Drum lehr' uns, Herr, o lehr' uns ohne Trennen In Einem drei, in Dreien Eins erkennen; Ach lehr' uns doch, Gott Vater, Sohn, und Geist, Daß du ein Gott in drei Personen heiß'st. 6. Gib, daß von dir dies Wort bei uns stets klinge: ,, Von Ihm, durch Ihn, I 7. Dein Nam' ist groß, dein Reich, Herr, in uns wohne, Dein Will' uns zwing', ernähr uns, und verschone, Versuchung steur', erlös' aus böser Zeit, Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Frank, 1618. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. 25. 126.Was alle Weisheit in der Welt Bei uns hier kaum fann lallen, Das läßt Gott aus dem Himmelszelt In alle Welt erschallen, Daß er alleine König sei, Hoch über alle Götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Perfonen. Ewigkeit, Den Sohn, sein Bild gezeuget; Der Sohn hat in der Füll der Zeit Im Fleische sich eräuget; Der Geist geht ohne Zeit herfür Vom Vater und vom Sohne, Mit beiden gleicher Ehr' und Zier, Gleich ewig, gleicher Krone, Und ungetheilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, Dein 2. Gott Vater, Sohn und Schaß, dem keiner gleichet; Heil'ger Geist Heißt sein Das ist dein Freund, der hochheil'ger Name; Co fennt, alles thut, Was dir zum so nennt, so rühmt und preist Heil gereichet; Der dich geIhn der Gerechten Same, baut nach seinem Bild, Für Gott Abraham, Gott Jsaat, deine Schuld gebüßet; Der Gott Jakob, den er liebet, dich mit wahrem Glauben Herr Zebaoth, der Nacht und füllt, Und all' dein Kreuz Tag Uns alle Gaben giebet, durchfüßet Mit seinem heil'Und Wunder thut alleine. gen Worte. 3. Der Vater hat von 5. Erhebe dich, steig' zu 96 Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. ihm zu, Und lern ihn recht großer Held, Gott Himmels erkennen, Denn solch Er- und der Erden! Daß alle fenntniß bringt die Ruh Und Menschen in der Welt Zu macht die Seele brennen In dir bekehret werden. Erleuchte, reiner Liebe, die uns nährt was verblendet geht; Bring Zum ew'gen Freudenleben, wieder, was verirret; Reiß Da, was allhier kein Ohr aus, was uns im Wege gehört, Gott wirt zu schauen steht, Und freventlich verjeben Den Augen seiner wirret Die Schwachen in Kinder. dem Glauben. 6. Weh aber dem verstockten Heer, Das sich hier selbst verblendet! Gott von sich stößt, und seine Ehr' Auf Creaturen wendet, Dem wird gewiß des Himmels Thür Einmal verschlossen bleiben; Denn wer Gott vor sich treibt allhier, Den wird er dort auch treiben Von seinem heil'gen Throne. 7. Ei nun, so gib, du 8. Auf daß wir also allzugleich Zur Himmelspforte dringen, Und dermaleinst in deinem Reich Ohn' alles Ende singen, Daß du alleine König seist, Hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist, Der Frommen Schuß und Netter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 102. 127. Gott der Vater Entfliehen Teufels Listen wohn' uns Mit Waffen Gott's une bei Und laß uns nicht ver- fristen. Amen, Amen, das derben:: Mach uns von al- sei wahr, So singen wir: ler Sünden frei, Uns bilf Halleluja! uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr', Halt uns bei festem Glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen; Dir uns lassen ganz und gar Mit allen rechten Christen, 2. Jesus Christus wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben:: u. f. w. 3. Heilig' Geist der wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben:: u. s. w. Dr. Martin Luther, 1483. Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. Eigene Melodie. 112. 128. Kyrie, Herr ler Bist in dem höchsten Thron; Gott Vater Zu dir schreien wir aus Herzens Begier. Eleiſon:: 3. Kyrie, Gott heiliger Geist! Tröst, stärk' uns im Glauben allermeist; Daß 2. Christe, aller Welt wir am leßten End Fröhlich Trost! Uns Sünder allein abscheiden aus diesem Elend. Du hast erlös't. O Jesu, Eleison:: Gottes Sohn! Unser Mitt- Johann Spangenberg, um 1500. Mel. O Jefu meines Lebens Licht. 5. 129. Der du bist drei auch beten vor dir, Unser arin Einigkeit, mes Lied rühmet dich JezEin wahrer Gott von Ewig- und, immer und ewiglich. feit, Die Sonn' mit dem Tag von uns weicht, Laß uns leuchten dein göttlich Licht. 3. Gott Vater, dem sei ewig Ehr', Gott Sohn, der ist der ein'ge Herr, Und dem Tröster heiligen Geist, Von nun an bis in Ewigkeit. Dr. Martin Luther, 1483. in Ewigkeit! Groß ist deine Barmherzigkeit, Aller Ding' ein Schöpfer und Regierer. Eleison:: 97 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, Des Abends Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 130. Gelobet sei der geben, Der mich erlöset hat Mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Sich selbst, das höchste Gut. Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat, Mein'n Leib und Seel' 3. Gelobet sei der Herr, gegeben; Mein Vater, der Mein Gott, mein Trost, mein mich schüßt Von Mutter- Leben, Des Vaters werther leibe an; Der alle Augen- Geist, Den mir der Sohn blick Viel Gut's an mir ge- gegeben, Der mir mein Herz than. erquickt, Der mir gibt neue 2. Gelobet sei der Herr, Kraft, Der mir in aller Noth Mein Gott, mein Heil, mein Nath, Trost und Hülfe schafft. Leben, Des Vaters liebster 4. Gelobet sei der Herr, Sohn, Der sich für mich ge- Mein Gott, der ewig lebet. 7 98 Lieder auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. Den alles lobet, was In jeßt Mit Freuden lassen allen Lüften schwebet. Ge- flingen, Und mit der Engel lobet fei der Herr, Deß Name Schaar Das Heilig! Heilig! heilig heißt, Gott Vater, singen; Den herzlich lobt Gott der Sohn, Und Gott und preist Die ganze Chrider werthe Geist. stenheit, Gelobet sei mein 5. Dem wir das Heilig Gott In alle Ewigkeit. Joy. Olearius, 1611, Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 131. Halleluja, Lob, Preis und Ehr', Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget! Singet: Hellig, heilig, freilich, freilich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth. 3. Halleluja, Gott heil': ger Geist! Sei ewiglich von uns gepreis't, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Den Hochzeitstag erkoren. Ei ja! Ei da, Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna, Und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja, Lob, Preis 2. Halleluja, Preis, Ehr' und Ehr', Sei unserm Gott und Macht Sei auch dem je mehr und mehr Und seiGotteslamm gebracht, In nem großen Namen! Stimmt dem wir sind erwählet! Das an mit aller Himmelsschaar, uns mit seinem Blut erkauft, Und singet nun und immerDamit besprenget und ge- dar Mit Freuden Amen, tauft, Und sich mit uns ver- Amen. Klinget, Singet: mählet. Heilig, Selig Ist Heilig, heilig, freilich, freidie Freundschaft und Ge- lich, heilig ist Gott, Unser meinschaft, die wir haben Gott, der Herr Zebaoth. Und darinnen uns erlaben. I Wahrscheinlich: B. Trasfelius, 1607. Am Tage Johannis tes Täufers. Am Tage Johannis des Täufers. 99 Mel. Herr Gott dich loben alle wir. 5. 132. Gelobet ſei Jf-| 7. Wie auch an dieses If raels Gott, Der Herr, der sein Volk in der Noth, Und da es gänzlich war verflucht, Mit großen Gnaden hat beſucht. was er hat Geschworen ihm: an Eides Statt, zu geben denen, die da sind Von ihm gezeugt, auf Kindes Kind. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, Der allen Zorn ganz abgewandt, Und uns erlöset kräftiglich, Deß wird Israel freuen sich. 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein Vom Teufel, Tod und Höllenpein, Ihm dieneten sein Lebenlang Ein jeder ohne Furcht und Zwang. 9. Gerecht und heilig in 3. Da es mit uns war der Welt, Nach solcher Art, alles aus, In seines Die- die ihm gefällt, Nicht wie es ners Davids Haus, Hat er Menschenwiß erdenkt, Damit ein Horn der Seligkeit Ge- man sich vergebens fränkt. ſetzt zum Trost der Christenheit. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet Des Höch4. Als uns vor Zeiten sten heißen, der da geht Vor machte fund Der heiligen seinem Herren fein voran Propheten Mund, Dadurch Und macht ihm richtig seine er uns hat angemeld't, Er Bahn. woll' uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Truß, des Hassers Hand, Ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, Woll' er uns brechen als der Mann, Der Tod und Teufel zwingen kann. 11. Aus herzlicher Barmherzigkeit, Kraft derer uns in unserm Leid Der Aufgang aus der Höh' besucht, Das ist der Liebe Gab' und Frucht. 12. Auf daß, die er im 6. Hierzu hat ihn sein Finstern find't, Und die im Herz bewegt, Das sich mit Todesschatten sind, Des Gnad' und Güte trägt. Er Lichtes Kinder können ſein, hat an seinen Bund gedacht, Durch seinen hellen Glanz Vorlängst mit Abraham ge- und Schein. macht. 13. Daß ihre Füße ric 100 Am Tage Johannis des Täufers. tig stehn, Und auf dem Weg| Freuren gehn in's Himmeldes Friedens gehn. Ja end- reich. lich allesammt zugleich Mit 133. Joh. Heermann, 1585. Mel. Herr Jesu Christ mein's Lebens Licht. 5. Lämmlein S 3. Wie Sanct Johann's Gottes, Jesu der Täufer mich nur alles Christ! Der du mein Trost legen heißt auf dich, Denn und Leben bist, Ich armer du seist da vom Himmelszelt, Sünder komm zu dir, Und zu helfen mir und aller bring viel Missethat mit mir. Welt. 2. Ach Gott, ich hab' gesündigt sehr, Und mir gemacht die Bürden schw.r; Doch bitt' ich, wollst mir gnädig sein Und nehmen weg all' Sünd und Pein. Forthin will ich gern bessern mich, Dein'm Wort gehorchen williglich; D'rum, o Herr, bleib all'zeit bei mir, Und nimm mich endlich gar zu dir. Barthold Helder, um 1600. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 77. 134. röstet, tröstet Soll sich täglich neu vermeine Lieben, mehren, Und ihr Leid in Tröstet mein Volk, spricht Freud' verkehren. mein Gott. Tröstet die sich jetzt betrüben Uleber Feindes Hohn und Spott, Weil Jerusalem wohl d'ran, Redet sie gar freundlich an; Denn ihr Leiden hat ein Ende, Ihre Ritterschaft ich 3. Eine Stimme läßt sich hören In den Wüsten weit und breit, Alle Menschen zu befehren: Macht dem Herrn den Weg bereit, Machet Gott ein' eb'ne Bahn, Alle Welt soll heben an, Alle Thale zu erhöhen, Daß die Berge niedrig stehen. wende. 2. Ich vergeb' all' ihre Sünden, Ich tilg' ihre Missethat, Ich will nicht mehr seh'n, noch finden, Was die Straf' erwecket hat; Sie hat ja zweifältig Leid Schon leben schlicht und recht; Denn empfangen; ihre Freud' des Herren Herrlichkeit, Of 4. Ungleich soll nun eben werden, Und was höck'rich gleich und schlecht, Alle Menschen hier auf Erden Sollen Am Tage der Heimsuchung Mariä. 101 fenbar zu dieser Zeit, Macht, Wie, was Gott spricht, muß daß alles Fleisch kann sehen, geschehen. Joh. Clearius, 1611. Am Tage der Heimsuchung Mariä. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 135. Maria ging Gnade kommen, Daß du, hinauf ge- die Gott selbst ehret hoch, Den Weg zu mir genommen. Du bist die Mutter meines Herrn, Die man wird preisen weit und fern, Hier muß ich gleich verstummen. 5. Sobald ich deinen Gruß bört' an, Da hüpft' in mir mit Freuden Das Kind; woraus ich schließen kann, Es wisse gar gescheiden,* Daß nun der Held vorhanden sei, Der Israel wird machen frei, Und als ein Hirte weiden. schwind, Und in denselben Tagen, Da sie empfangen hat ihr Kind, Das uns mit Gott vertragen, Ging sie mit Eil' von Nazareth Zu ihrer Muhm, Elisabeth, Das Wunder ihr zu sagen. 2. Sie fommt in's Haus fein encelich, Fängt lieblich an zu grüßen, Die Augenbrünnlein müssen sich Vor Freud' und Lieb' ergießen; Der Gruß Elisabeth durch eringt, Das Kind im Leibe hüpft und springt, Mit seinen zarten Füßen. 6. D selig, die du haft geglaubt! Um seiner Wahrheit willen Wird Gott, der Wahrheit ist und bleibt, Dies ganz an dir erfüllen, Was dir rer Engel hat vermeld't, Du wirst gebären den zur Welt, Der Gottes Zorn wird stillen. 7. Maria sang Gott Lob 4. Wober ist nun mir und Dank Mit fröhlichem Armen doch Die Ehr' und Gemüthe, Sie blieb daselbst Gescheit- verständig. 3. Bald gibt die Mutter den Bescheid Durch Gottes Geist entzündet: Du bist und bleibst gebenedei't Vor allen die man findet; Gebenedeiet ist allhier Auch deine Leibesfrucht in dir, Die Gott und uns verbindet. 102 Am Tage der Heimsuchung Maria. drei Monat lang, Und rühmte Nun sei gesegnet tausendGottes Güte, Nach diesem fach, Gott dich und mich zog sie heim und sprach: behüte. Joh. Heermann, 1585. Mel. Nun lob' mein' Seel' den Herren. 98. 136. Mein Gott! sei Gott! so sieg' ich in der hochgepreiset, Schlacht. Gewalt fannst du Daß du mir aus Barmher- leicht üben, Dein Arm ist zigkeit So reiche Gnad' er- stark und groß, Will mich weiset In dieser sehr betrüb- ein Feind betrüben, So such ten Zeit. Wie stark ist deine ich dich nur blos. Denn du, Güte, Wie groß ist deine Herr, fannst zerstreuen, Die Gunst? Dein väterlich Ge- Stolzen weit und breit, Und deine Kirch' erfreuen Nach müthe Hegt lauter süße Brunst. Wohin ich mich nur vieler Traurigkeit. wende, Da find' ich Gnad' und Treu, Dein Lieben hat fein Ende, Ja, wird auch täglich neu. 2. Es haben stets genossen, Herr! deine Liebe Groß und Klein, Kein Mensch wird ausgeschlossen, Du mußt der Welt Erbarmer sein; Uns all' auch Kinder nennen, Wenn wir demüthiglich, Als Vater, stets erfennen und herzlich lieben dich. D'rauf will ichs fühnlich wagen, Und treten zu dir hin, Du wirst mir's nicht versagen, Was ich benöthigt bin. 3. Hinfort soll mich nicht schrecken, Des Teufels Zorn und große Macht; Willst du dein' Hand ausstrecken, Mein 4. Dir, dir will ich stets geben Von ganzer Seele Lob und Dank, Du kannst mich leicht erheben, Bin ich gleich niedrig, schwach und frank. Ich will in großen Dingen, Mein Schöpfer, wandeln nicht, Nach eitlem Thun nicht ringen, Das oft die Seele sticht. Ich will nach hohen Sachen nicht streben in der Welt. Du kannst mich stärker machen, Im Fall es dir gefällt. 5. Ach Herr! ich bin beladen Mit Sünd und Unrecht mannigfalt; Erquicke mich mit Gnaden Und stille meinen Hunger bald. Gleichwie die Hirsche schreien Nach einer frischen Quell', Also kann mich erfreuen Dein Auf Michaelis. 103 Gnadenbrunn so hell. Ich Will ich doch nicht erschrecken, ruf in meinem Zagen: Herr! Denn du bist unser Hort, meiner Seel' ist bang! Er- Dein' Hand kann uns behöre doch mein Klagen, Odecken, So tröstet mich dein Helfer! wie so lang? Wort. Auf dich, Herr! will 6. Ich will mich nicht ich schauen, Du hilfft zur mehr grämen Um das allein, rechten Zeit, Wer dir nur was zeitlich ist; Von dir fann vertrauen, Bleibt ewig fann ich's ja nehmen, Der wohl befreit. du mein Gott und Vater bist. Laß meinen Theil mich fassen, Wenn ich recht dürftig bin, Du kannst mich nicht verlassen, Ich kenn', Herr, deinen Sinn. Es müssen deine Güter Mir stets zu Dienste sein! O treuer Menschenhüter! Du sorgst für mich allein. 7. Obgleich der Feind ſehr dräuet, Ja spriget Feu'r und Flammen aus, Auch Satan Unglück streuet, Zu stoßen um dein heilig Haus; 8. Nun, Herr! was du versprochen, Daß soll, und will, und muß gescheh'n; Dein Wort bleibt unzerbrochen, Ich will auf eine Wahrheit seh'n; Dein Mund fann ja nicht lügen, Nach eitler Menschen Art, Auch wird uns nicht betrügen Dein' hohe Gegenwart. Was uns und unserm Samen Von dir verheißen ist, Das muß in deinem Namen Gescheh'n, Herr Jesu Chrift! Joh. Rist, 1607. Auf Michaelis. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 137. Aus Lieb' läßt 2. Sie lagern sich, wenn Gott der kommt die Noth, In Eil' geChristenheit Viel Gutes wi- faßt sich machen, Und reißen derfahren, Aus Lieb' hat er die, so fürchten Gott, Aus ihr zubereit't Biel tausend ihrer Feinde Rachen; Darum Engelschaaren; Darum man man fröhlich singen mag: fröhlich singen mag: Heut' Heut' ist der lieben Engel ist der lieben Engel Tag, Die Tag, Die immer für ung uns gar wohl bewahren. wachen. 104 Auf Michaelis. 3. Sie führen auf den Darum man fröhlich singen Straßen wohl Die Großen mag: Heut' ist der lieben sammt den Kleinen, Daß Engel Tag, Die uns mit Reiner Schaden leiden soll Treuen meinen. An Füßen oder Beinen; Eigene Melodie. 5. 138.$ Herr err Gott, dich Löw', tracht't früh und spat loben alle egt Garn und Strick, wir, Und sollen billig danken braucht falsche List, Daß dir Für dein Geschöpf der er verderb', was christlich Engel schon, Die um dich ist. schweb'n in deinem Thron. 7. Indeß wachet der En2. Sie glänzen hell und gel Schaar, Die Chrifto folleuchten klar, Und sehen dich gen immerdar, Und schüßer ganz offenbar, Dein' Stimm' deine Christenheit, Wehren sie hören allezeit Und sind des Teufels Listigkeit. voll göttlicher Weisheit. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, Ihr Fleiß ist ganz dahin gericht't, Daß fie, Herr Christe! um dich sein, Und um bein armes Häufelein. 8. Am Daniel wir lernen das, Da er unter den Löwen saß, Desgleichen auch dem frommen Lot Der Engel half aus aller Noth. 4. Der alte Drach' und böse Feind Vor Neid, Haß und vor Zorne brennt, Sein Dichten steht allein darauf, Wie von ihm werd' zertrennt dein Hauf'. 5. Und wie er vor hat bracht in Noth Die Welt, führt er sie noch in Tod; Kirch', Wort, Geseß, all' Ehrbarkeit Zu tilgen ist er stets bereit. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut Verschont und feinen Schaden thut, Den Knaben in der heißen Flamm, Der Engel ihn'n zu Hülfe fam. 10. Also schüßt Gott noch heut' zu Tag, Vor'm Uebel und vor mancher Plag' Uns durch die lieben Engelein, Die uns zu Wächtern geben sein. 11. Darum wir billig loben dich, Und danfen dir, 6. Darum fein' Rast noch Gott! ewiglich, Wie auch Rub' er hat, Brüllt wie ein der lieben Engel Schaar Auf Michaelis. 105 Dich preifet heut' und im-| sein bereit, Zu schüßen deine merdar. kleine Heerd', So hält dein 12. Und bitten dich, du göttlich Wort im Werth. wollst allzeit Dieselben heißen Dr. Paul Eberus, 1511. Nach dem Lateinischen des Philipp Melanchthon. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 34. 139. Gott! der du große Lieb', wir danken dir aus Herzens- Für solche hoh' Wohlthaten. grund Die Menschenkinder 7- best, Und uns zu aller Zeit und Stund' Viel Gutes reichlich giebest: Wir danken dir, daß deine Treu' Bei uns ist alle Morgen neu, In unsetm ganzen Leben. 5. Es ist der starken Helden Kraft Gestanden uns zur Seiten, und hat bei uns noch Ruh verschafft Zu diesen bösen Zeiten: Die Kirche und die Polizei, Ein'n Jeden auch für sich dabei. In seinem Stand erhalten. 6. durch Wir preisen dich insonocryeit, Daß du die Engelwaaren Zu deinem Lobe hast bereit't, Auch uns mit zu bewahren, Daß unser Fuß an feinen Stein, Wenn wir auf unsern Wegen sein, Sich stoße noch verlege. Verleih', o Herr! deine Gnad', Daß wir fest an dir bleiben, Und ja nicht selbst durch Uebelthat Die Engel von uns treiben. Gib, daß wir rein und heilig sein, Demüthig und ohn' Heuchelschein Dem Nächsten gerne dienen. 3. Was ist der Mensch allhie auf Erd'? Den du so wohl bedenfest, Und achtest 7. Gib auch, daß wir der ihn so hoch und werth, Daß Engel Amt Verrichten, dir du ihm dazu schenkest Mit zu Ehren, Und deine Wunandern auch noch diese Gnad', der allesammt Ausbreiten Daß er die Himmelsgeister und vermehren, Die du uns bat Zu seinem Schuße stehen. und der ganzen Welt In 4. Herr! diese sonderbare deinem Wort haft vorgestellt, Prob' Der Freundlichkeit Voll Weisheit, Macht und und Güte Erbeischt ein im- Güte. merwährend Lob Aus dankbarem Gemüthe; Darum, o Gott! so rühmen wir Die 8. Und wie du durch die Engel hast Aus Noth uns oft geführet, Ja auch bewahrt, 106 Zur Feier der Edsteinlegung. daß manche Last Und Plag' List, Und was sein Reich unt uns nicht berühret: So thu' Anhang ist, Durch deine dasselbe noch hinfort, Be- Kraft zerstören. fiehl, daß sie an allem Ort Sich stets um uns her lagern. 10. Zulegt laß sie an unserm End' Den Böswicht von uns jagen, Und unsre 9. Laß deine Kirch' und Seel' in deine Händ' Und unser Land Der Engel Schuß Abrahams Schooß tragen, empfinden, Daß Fried und Da alles Heer dein Lob erHeil in allem Stand Sich klingt, Und heilig! heilig! möge bei uns finden! Laß heilig! singt Ohn' einiges sie des Teufels Mord und Aufhören. Dr. Justus Gesenius, 1604. Zur Feier der Ecksteinlegung. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 3. Gedeihen gieb zu die sem Baue Der deinem Dienst alleine gilt; Auf uns're Opfer gnädig schaue; Sei deines Volkes Schirm und Schild Dann singen fröhlich alle wir Anbetung, Preis und Ehre dir. 140.Wir legen, Herr, in deinem Namen Den Grund zu einem Heiligthum. Sprich gnädig dazu Ja und Amen, Und laß es dienen dir zum Rubm. Dein Geist hier walte fort und fort Durch's reine, laut're Gotteswort. 2. Im Glauben gründe fest uns Alle Auf dich, den Fels, Herr Jesu Christ; Daß unter uns dein Lob erschalle, Der du der Kirche Eckstein bist. O salbe, weihe diesen Stein, Daß er uns mög' ein Bethel sein. 4. Bewahr' uns stets im rechten Glauben Bei'm reinen Wort und Sakrament; Laß Niemand uns're Krone rauben; Ja, bleibe bei uns bis an's End'! Erbaut auf dich, den rechten Grund, Erhalt' uns all' im Gnadenbund. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. 5. 141.Wir blicken auf, Und legen diesen Grundstein o Herr, zu dir, hier Zum Tempel, darin fort Zur Kirchweihe. 107 and fort Verkündet werden sammelt Jesus Christ, Da oll dein Wort. Segen er verheißt und schenkt, 2. Du hast durch Chri- Wo deines. Namens man stum, deinen Sohn, Den gedenkt. Grund in uns geleget schon, Und jedes Glied der Kirche dein Geschaffen zum lebend'gen Stein; 4. So segn' uns denn und wohn' uns bei; Auch diesen Grundstein benedei; Erhalt' auf ihm uns unge3. Drum auch die Stätt' trennt Mit deinem Wort und uns heilig ist, Da uns ver- Saframent. Mann 3ur Kirchweihe. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. 4. Mache mich zum guten 142. Thut mir auf die schöne Lande, Wenn dein Saatkorn Pforte, Führt in Gottes Haus auf mich fällt; Gib mir mich ein! Ach, wie wird an Licht in dem Verstande, Und diesem Orte Meine Seele was mir wird vorgestellt, fröhlich sein! Hier ist Gottes Präge du dem Herzen ein; Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. Laß es mir zur Frucht gedeib'n! 2. Herr, hier willst du zu 5. Stärf' in mir den uns kommen, Darum komm' schwachen Glauben, Laß dein ich auch zu dir! Wo du theures Kleinod mir Nimmer Wohnung hast genommen aus dem Herzen rauben, Ist der Himmel hell vor mir. Halte mir dein Wort stets Zeuch in meinem Herzen ein, für; Ja, das sei mein MorLaß es deinen Himmel sein. genstern, Der mich führet zu dem Herrn! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilige mir Leib und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt. Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herz zu dir em por! 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt! Laß nichts meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrod, Tröste mich in aller Noth! 108 Zur Kirchweihe. 7. Deffne mir die Lebens- mir die rechte Bahn Hie auen, Daß mein Geist sich aus diesem Jammerthal Zu weiden kann; Laß mir Heil dem ew'gen Ehrensaal! vom Himmel thauen, Zeige Benj. Schmolke, 1672. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 143. Dreiein'ger, Furcht, in Christenzucht, Als heil'ger, gro- Himmelspflanzen ziehen. Ber Gott! Sieh' von des 5. Hier wollen wir in Himmels Höhen, Wie hier wahre. Reu', Auf tiefgevor dir, Herr Zebaoth! Die beugten Knieen, Die Sünden Deinen dankend stehen; Merk beichten ohne Scheu, Und auf das Seufzen und Gebet, hier zum Kreuze fliehen, AbDas jetzt zu deinem Throne bitten unsre Sündenschuld geht Von dieser heil'gen Vergebung suchen, Gnad' Stätte. und Huld In Christi Blut und Wunden. 2. Wir haben dieses Gotteshaus Gebauet deinem Namen; Mit dir ist es gezieret aus, Daß wir, sammt unserm Samen, Die heil'ge Saßung und dein Wort An diesem dir geweihten Ort Zum Seelenheil anhören. 3. Der Grund ist selber Jesus Christ, Apostel und Propheten; Ihr Wort der Pfeiler Grundfest ist, Darauf in allen Nöthen, Wie hoch die List der Feinde geht, Die Gottesstadt doch lustig steht Mit ihrem Zionsbrunnen. 4. Hier woll'n wir unsre Kinderlein Dir in der Taufe schenken, Die Catechismus- 8. Herr! hebe nun zu lehre rein In ihre Herzen segnen an Dies Haus, nach senken, Sie in des wahren dir genennet, Daß es kein Glaubens Frucht, In deiner Feind zerstören kann, Wie 6. Beim heil'gen Altar werden sich Die müden Seelen laben, Da unser Heiland Jesus Christ Uns Sünder will begaben Mit seinem wahren Leib und Blut, In Tod gegeben uns zu gut, Und uns zum Heil vergoffen. 7. Hier segnet man den Eh'stand ein, Man bittet für die Kranken; Dies Haus wird stets erfüllet sein Mit Loben und mit Danken. Hier wird man den Regenten- Stand, Kirch', Schulen, Häuser, Stadt und Land Dir, Gott auch anbefehlen. Zur Kirchweihe. 109 hoch sein Eifer brennet. Stoß Herr! gesungen, Daß bei der aus, was uns hier stören jetzt betrübten Zeit Es uns will, Laß uns in dieses Tem- so weit gelungen. Gib daß, pels Still' Dich freudig eh- was wir jetzt fangen an, ren, loben. Nicht eher Ende nehmen kann, 9. Lob, Ehr' und Dank Bis Erd' und Himmel breund Herrlichkeit Sei dir, ochen. Hans v. Assig, 1650. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 14. 144. Herr, vor dem ligthum des Herrn, des Himsich Erd' und mels Pforte, Stets offen Himmel beuget, Du, Gottes Allen, die dem ew'gen Leben Sohn, von Ewigkeit gezeu- Entgegen streben. get: Blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder Huldreich hernieder! 6. Mag bei der Stürme Wüthen Alles zittern: Die Kirche steht, ein Fels in Ungewittern, Und bleibet bei der Hölle wild'stem Truße In Christi Schußze. 7. D'rum freu'n wir uns der heil'gen Tempelweihe, Und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, Daß uns geleite dein mildreicher Segen Auf allen Wegen! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; Hier schmecken deine Gläub'gen hocherfreuet Das Blut, den Leib, Den du zu unserm Leben Dahingegeben. 3. Hier wird in deinem heil'gen Wasserbade Die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; Hier weihen wir, o Todesüberwinder, Dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Heilung, Kraft die Müden, Die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; Hier athmen freier bei des Lebens Schmerzen Die wunden Herzen. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater! Dir, Gottes Sohn, dir, Tröster und Berather! Lehr' uns, dein 5. Des Ew'gen Vorhof Volk, durch alle Ewigkeiten ist an diesem Orte, Das Hei- Dein Lob ausbreiten! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude; Oft kehre dieser Tag zurück; oft weide Dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, Die hier uns laben! Aus dem Lateinischen. Im dritten Jahrhundert nach Christo, oder früher. 110 Zur Kirchhofsweihe. Kirchhofsweihe. 3ur Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 100. 145. Heilig fei uns ,, Erwacht ihr Todten All'!" diese Stätte, Auf stehen Alle dann, Kind, Eltern, Weib und Mann. Dieß große, tiefe Todtenbette, Wo Christus einst uns Jehovah, In deinen Höh'n! schlafen legt! Heilig sei es! Laß Gnad' ergeh'n! Laß Amen, Amen! In's Vaters, uns zum Leben auferSohns und Geistes Namen steh'n! Bleib' ihm dieß Siegel auf- 3. Du allein, o Mann geprägt! Hier ruht die Saat der Schmerzen, Du hast den des Herrn; Der helle Mor- Schlüssel zu den Herzen, Daß genstern Steht darüber, Bis sie dich wählen, nicht den nach der Nacht In Gottes- Tod. Lehr' um dich uns pracht Der Tag der Ewig- gläubig werben, Daß wir feit erwacht. auf deine Wunden sterben, 2. Dann wird dies Ge- Und aufersteh'n im Morgenfilde freisen, Dann hoch aus- roth! Von dir, du Herr der geh'n in neuen Weisen Der Welt, Sei dieses Feld behimmlische Posaunenhall; stellt! Mach' in Gnaden, Brausend wird der Donner Was hier geht bleich zum gehen, Natur und Tod wird Todtenreich, Dort deinem zitternd stehen, Wann's ruft: Sonnenleibe gleich! Albert Knapp. Am Erntefest. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 146. Die Ernt' ist Liebeswerken, D'rum preiſen nun zum wir ihn boch. Ende, Der Segen einge- 2. Wir rühmen seine Güte, bracht, Woraus Gott alle Die uns das Feld bestellt, Stände Satt, reich und Und oft ohn' unsre Bitte fröhlich macht; Der alte Gethan, was uns gefällt; Gott lebt noch, Man kann Die immer noch geschont, Ob es deutlich merken An so viel wir gleich gottlos leben, Die Am Erntefest. Fried und Ruh gegeben Daß Jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Thun verderbt, Den wir auf guten Wegen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüthe Nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreu'n, Und g'nugsam sich bezeiget Durch Reg'n und Sonnenschein; Wird's aber nicht geacht't, So hat er sich verborgen, Und durch verborg'nes Sorgen Zum Beten uns gebracht. 111 frommer Gott, Vor Feuer uns behüten, Und aller andern Noth; Gieb friedenvolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben, Regier' die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Und auch an unserm Ort Dies gute Samkörnlein Verlangte Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Lebens hast geschenfet: Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben seh'n, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben, O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach 6. Zum Danke kommt ausgestand'nem Leiden Die das Bitten, Du wollest, Garben voller Luft. Gottfried Tollmann. 5. allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berather, Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan! dich loben wir Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. Mel. Nun danket alle Gott. 63. 147.rob roblocket Jung' Da Gott den Unterhalt, und Alt! Ihr Von neuem aus Erbarmen, Reichen mit den Armen, Für euch hat auf ein Jahr 112 Am Erntefest. So mildiglich beschert; Was| Der Schnitter Hand geeuer Wünschen war, Ist väterlich erhört. füllt. 6. So daß der Segen ist 2. Es hat, Gott Lob und Nunmehro eingeführet, Und Dank! Hier Fried' und Ruh ihr gestehen müßt, Daß Gott gewohnet, Vor Krieg und der Ruhm gebühret; Der Untergang Hat uns der Herr uns mit reicher Hand Erverschonet; Kein Feuer, keine freuet und erquickt, Und unGlut, Kein schwerer Hagel- serm Vaterland Ein gutes stein, Kein Hunger, keine Jahr geschickt. Fluth, Noch Seuche kam herein. 7. Die Garben sino berein, D'rum sollen Korn und Weizen, Die Garben groß und klein, Zu Lob und Dank uns reizen, Zu preisen unsern Gott, Der seine Kinder liebt, Und alle Jahr ihr Brod Zur Zeit der Ernte gibt. 3. Die Ernte hat der Herr Uns treu und wohl bewahret; Wer hätt', wenn er nicht wär', Die Frücht' uns so gesparet? Wer gäb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? Was würd's ohn' ihn wohl sein Mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär' unsre Müh', Umsonst wär' Saat und Pflügen, Wir würden niemals, nie Ein Körnlein wieder friegen; Wir möchten früh aufsteh'n Und bis zur Mitternacht Nicht wieder schlafen geh'n, Es wär' umsonst gewacht. 5. So aber wacht und hüt't Der Herrscher in der Höhe, Und theilt den Segen mit, Daß unser Werk bestehe; Der hat auch diesesmal Des Sämanns Wunsch gestillt, Und reichlich überall 8. Gut ist, o Herr' as Land, Darein du uns geseget; Groß deine starke Hand, Die uns so oft ergößet; Unendlich deine Macht, llnd ohne Ziel dein Ruhm; D'rum lobt man mit Beracht Dich jetzt im Heiligthum. 9. Verleih, o frommer Gott! Uns ferner deine Gnade, Daß feine Feuersnoth, Nicht unsern Hütten schade! Kein Raub noch Ungemach, Fluth, Sterben, Seuch' und Leid, Noch sonst was komme noch Von großer Fährlichkeit. 10. Gesegn' uns mildig Am Erntefest. lich, Das, was wir täglich effen, Unb luß die Armuth sich nicht sehen ganz vergessen; Gib, daß ein Jeder so, Ohn' allem Ueberfluß, Sei in dem Herzen froh, Als wie ein Christ sein muß. 113 kann, Du sel'ft, Herr Zebaoth! Bei uns ein Wundermann, Der rechte treue Gott. 11. Laß es bis zu der Saat, Ja bis zur Ernte reichen, Gib selbsten Rath und That, Und thu' an uns ein Zeichen, Daß Jeder sehen 12. Lob, Preis und Ebre sei Jetzt und zu allen Zeiten, Dir, der du eins und drei, Ein Gott der Ewigkeiten! Dir, Vater! dir, Gott Sohn! Und dir, Gott heil'ger Geist, Den man im Himmelsthron Und auch auf Erden preis't. M. Christian Schmidt. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 20. 148. Gott Lob! die Herbstzeit zeiget sich, Gott segnet das Land mildiglich, Was Nahrung bringt, was uns erfreut, Das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja. 2. Mein Gott! laß deine Güt' und Gnad' Mich dankbar finden früh und spat, Gib mir was hier mein Herz erfreut, Gib mir dort deine Seligkeit. Halleluja. Joh. Olearius, 1611. ( Bei einer Mißernte.) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 149. Gott! der du bitt're Frucht: So ist doch groß von auch das Wen'ge mehr, Als Gnad' und Güte, Du gebeft wir um dich verdient, o Herr! wenig oder viel: Hör', wie das dankbare Gemüthe Des 3. Wir sind, wir müssen's ja bekennen, O frommer Gott Herbstes Zeit besingen will! selbst Schuld daran, Daß Denn wär' der Segen noch so klein, Soll Mund und Herz doch dankbar sein. deine Hand, die Viel wollt' gönnen, Ein Mihreres nicht geben kann. So wenig auch der Früchte sein, Ift unser Dank roch viel zu klein. 2. Ist's gleich uns dieses Jahr ergangen Wie einem, der im Weinberg sucht, Und säh' gern viele Trauben bangen, Sieht aber nichts als reich gemacht! Wie oft mit 4. Wie vielmal baben wir vergessen, Daß du die Felder 114 Am Neformationsfeft. Sünden unermessen Den rei- Fels reicht' Wasser her; Im chen Segen durchgebracht, Wittwen- Kad und ihrem Und haben uns an deiner Krug Ist immer Mehl und Huld Mit unserm Undanf Del genug.( 1.stön.17, 10-16.) hoch verschuld't! 7. Gedenfe nur der licben 5. Verzeih, o Vater, uns Armen; Schließ auf der Reiin Gnaden Und segne du chen Herz und Hand zu miluns Speis und Trank: dem, thätigem Erbarmen; Dem wird der Mangel selbst Befiehl dem Himmel und dem nicht schaden, Der wenig Land, Daß beides deine nimmt mit rechtem Dank, Stimme hör', Und fünftig Und hält das Wort in sei- reiche Frucht gewähr'. nem Sinn: ,, Verderb's nicht, weil ein Segen D'rin!" ( Jeſ. 65, 8.) 6. Du fannst auch wohl 8. Indeß sei herzlich hoch gepriesen, Für das, was dieses Jahr beschert! Was cu im Kleinen uns erwiesen, das Wen'ge segnen; Wenn Ist größern Danks und Loin der Wüste Mangel wär', bes werth. Dort, wo uns So müßt' die Luft mit deine Fülle tränft, Wire Manna regnen, Der dürre Alles uns in dir geschenkt. Eberhard Ludwig Fischer, 1605. Am Reformationsfest. Eigene Melodie. 86. 150. Cin' feste Burg nichts gethan, Wir sind gar ist unserGott, bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein ander Gott, Das Feld muß er behalten. 3. llnd wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollt' uns gar verschlingen, So Ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst er's jest meint, Groß' Macht und viel List Sein' grausam Rüstung ist; Auf Erd' ist nicht sein's gleichen. 2. Mit uns'rer Macht ist Am Reformationsfest. 115 rier wir uns nicht so dazu haben, Er ist bei uns sehr, Es foll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein fann ihn fällen. wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr' Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie haben's fein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Martin Luther, 1483. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank Eigene Melodie. 54. 151. Wär' Gott nicht wär'n als die ein' Fluth ersäuft, Und über die groß Wasser läuft Und mit Ge walt verschwemmet. mit uns diese Zeit, So soll Ifrael sagen, Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hätien müss'n verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht't von so viel Menschen- Kind, Die an uns sezen alle. 3. Gott Lob und Dank der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht' fangen; Wie ein Vogel des Stricks fommt ab, Ist unsre Seel' entgangen, Strick ist entzwei, und wir sind frei, Des Herren Name steh uns bei, Des Gottes Himm'ls und 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, Wo Gott das hätt' zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin, Mit ganem Leib und Leben; Wir Erden. Dr. Martin Luther, 1483. 8 152. Eigene Melodie. 54. 2. Gott selbst vom Himspricht der] Unweisen mel sah herab Auf aller Mund wohl, Den rechten Menschen Kinden, Zu schauen Gott wir meinen, Doch ist sie er sich begab, Ob er Jemand ihr Herz Unglaubens voll, wird finden, Der sein'n VerMit That sie ihn verneinen. stand gerichtet hätt', Mit Ihr Wesen ist verderbet zwar, Ernst nach Gottes Worten Vor Gott ist es ein Gräuel thät, Und fragt, nach seinem gar, Es thut ihr'r feiner Willen. tein Gut. 3. Da war Niemand auf Am Reformationsfeft. 116 rechter Bahn, Sie war'n all' ausgeschritten, Ein Jeder ging nach seinem Wahn Und hielt verlor'ne Sitten. Es trägt ihr'r Keiner doch kein Gut, Wiewohl gar viel betrog der Muth: Ihr Thun sollt' Gott gefallen. 4. Wie lang wollen unwissend sein, Die solche Müh' 6. Wer soll Israel dem a ifladen, Und fressen viel armen Zu Zion Heil erlanmehr das Volkf mein, Und gen? Gott wird sich sein's Und nähr'n sich mit sein'm Volks erbarmen, Und lösen Schaden? Es steht ihrTrauen die Gefang'nen. Das wire nicht auf Gott, Sie rufen er thun durch seinen Sohn, ihm nicht in der Noth, Sie woll'n sich selbst versorgen. Davon wird Jakob Wonne han, Und Israel sich freuen. Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 54. 153. Ach Gott vom alle Lahr, Die falschen Himmel sich Schein uns lehren, Darzu ihr Zung' stolz offenbar Spricht; Troß! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, Was wir sehen das gilt gemein, Wer ist der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, Die Armen sind men sind verstöret, Ihr Seufzen eringt zu mir herein, Ich hab' ihr' Klag' erböret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan Getrost und frisch sie greifen an, Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber durch's darein Und laß dich deß erbarmen! Wie wenig sind der Heil'gen dein, Verlassen sind wir Armen. Dein Wort man nicht läßt haben wahr, Der Glaub' ist auch erloschen gar Bei allen Menschenkindern. 5. Darum ist ihr Herz nimmer still, Und steht allzeit in Furchten, Gott bei den Frommen bleiben will, Dem sie mit Glauben g'horchen. Ihr aber schmäht des Armen Nath, Und höhnet alles, was er sagt, Daß Gott sein Trost ist worden. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was Eigenwiß erfindet, Ihr Herz nicht eines Sinnes ist In Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der Ander' das, Sie trennen uns ohn' alle Maß, Und gleißen schön von Außen. 3. Gott wollt' ausrotten Am Reformationsfest. 117 Feu'r siebenmal Bewährt, 6. Das woll'st du, Gott, wird lauter funden; Am bewahren rein, Für diesem Gottes- Wort man warten argen G'schlechte, Und laß soll Desgleichen alle Stun- uns dir befohlen sein, Daß den. Es will durch's Kreuz sich's in uns nicht flechte. bewähret sein, Da wird sein' Der gottlos' Hauf' sich umKraft erkannt und Schein, her find't, Wo diese lose Leute Und leucht't start in die sind In deinem Volk erhaben. Lande. Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 5. 154. Grhalt' uns, Herr, bei deinem Wort Und steu'r des Papst's und Türken Mord, Die Jesum Christum, deinen Sobn, Wollen, stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm' dein' arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heil'ger Geist, du Tröster werth, Gib dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd'; Steh bei uns in der letzten Noth, G'leit uns in's Leben aus dem Too. 4. Ihr' Anschläg', Herr, zu nichte mach', Laß sie treffen die böse Sach, Und stürz' sie in die Grub' hinein, Die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, Daß du, uns'r Herr Gott, lebest noch, Und hilfst gewaltig deiner Schaar, Die sich auf dich verlassen gar. Vers 1 bis 3 von Dr. Martin Luther, 1483. Vers 4 und 5 von Dr. Justus Jonas, 1493. uns hält, Wenn uns're Feinde toben, Und er nicht unsrerSach' zufällt Im Himmel hoch dort oben; Wo er Israels Schuß nicht ist, Und Eigene Melodie. 54. 155.Wo Gott der selber bricht der Feinde List, Herr nicht bei So ist's mit uns verloren. 2. Was Menschen- Kraft und Wiß anfäh't, Soll uns billig nicht schrecken, Er sitzet an der Höchsten Stätt', Der wire ihr'n Rath aufdecken; 118 Am Reformationsfeft. Wenn sie's auf's flügste Lahr: Sie werden Gott nicht greifen an, So geht doch wehren. Gott ein' andre Bahn, Es steht in seinen Händen. 6. Ach Herr Gott! wie reich tröstest du, Die gänzlich 3. Sie wüthen sehr, und sind verlassen, Der Gnaden fahren her, Als wollten sie Thür steht nimmer zu; Veruns fressen, zu würgen steht nunft kann das nicht fassen, all' ihr Begehr, Gott's ist Sie spricht, es ist nun all's bei ihn'n vergessen, Wie verlor'n; Da doch das Kreuz Meereswellen einherschlan, hat neu gebor'n, Die deiner Nach Leib und Leben sie uns Hülf erwarten. stahn; Deß wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, Nach unserm Blut sie trachten, Noch rühmen sie sich Christen auch, Die Gott allein groß achten. Ach Gott! der theure Name dein Muß ihrer Schalkheit Deckel sein; Du wirst einmal aufwachen. 7. Die Feind' sind all' in deiner Hand, Dazu all' ihr' Gedanken; Ihr' Anschläg' sind dir wohl bekannt; Hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, Auf's Künft'ge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und auch die Erden Hast du, Herr 5. Sie sperren auf den Gott, gegründet, Dein Licht Rachen weit, Und wollen uns laß uns helle werden, Gib verschlingen; Lob und Dank daß das Herz entzündet, In fei Gott allezeit, Es wird rechter Lieb des Glaubens ihn'n nicht gelingen; Er wird ihr'n Strick zerreißen gar, Und stürzen ihre falsche immer murren. rein Mög' bis an's End' beständig sein, Die Welt laß Justus Jonas, 1493. Eigene Melodie. 93. 156. Herre Gott! andere Apostel mehr, Aus Dein göttlich dein'm göttlichen Munde, Wort Ift lang verdunkelt Deß danken dir, Mit Fleiß, blieben, Bis durch dein' daß wir Erlebet han die Stunde. Gnad' Uns ist gesagt, Was Paulus hat geschrieben, Und 2. Daß es mit Macht An Am Reformationsfest. 119 Tag ist bracht, Wie klärlich nicht lehren. Sie sprechen ist vor Augen. Ach Gott schlecht, Es sei nicht recht, mein Herr! Erbarm' dich Und haben's nie gelesen, Der'r, Die dich noch jest Auch nie gehört Das edle verläugnen, Und achten sehr Wort. Ist's nicht ein teufAuf Menschenlehr', Darin lisch Wesen? sie doch verderben: Dein's Wort's Verstand Mach ihn'n bekannt, Daß sie nicht ewig sterben. 3. Willst du nun fein Gut Christe sein, So mußt du erstlich glauben. ,, Seß dein Vertrau,( Darauf fest bau, Hoffnung und Lieb') im Glauben, Allein aufChrist Zu aller Frist." Dein'n Nächsten lieb' daneben. Das G'wissen frei! Rein Herz dabei! Kein Creatur kann's geben. 6. Ich glaub' g'wiß gar. Daß es sei wahr, Was Paulus uns thut schreiben. Et muß gescheh'n, Daß all's vergeh, Dein göttlich Wort soll bleiben. In Ewigkeit, Wär' es auch leid Viel hart verstockten Herzen, Kehr'n sie nicht um, Werden sie d'rum Leiden gar große Schmerzen. 7. Gott ist mein Herr, So bin ich der, Dem Sterben kommt zu gute, Dadurch uns hast Aus aller Last Erlös't mit deinem Blute. Deß 4. Allein, Herr, du Must dank' ich dir, D'rum wirst solches thun, Doch gar aus du mir Nach dein'r Verheilauter. Gnaden; Wer sich sung geben, Was ich dich deß tröst't, Der ist erlös't, bitt' Bersag' mir nit Im Und fann ihm Niemand schaden. Ob wollten gleich, Papst, Kaiser, Reich, Sie und dein Wort vertreiben, Ist doch ihr' Macht Gen dir nichts g'acht't, Sie werd'ns wohl lassen bleiben. Tod und auch im Leben. 5. Hilf, Herre Gott! In Dieser Noth, Daß sich die auch bekehren, Die nichts betracht'n, Dein Wort veracht'n, Und wollen's auch Amen. 8. Herr! ich hoff' je, Du werdest die In keiner Noth verlassen, Die dein Wort recht, Als treue Knecht', Im Herz'n und Glauben faffen: Giebst ihn'n bereit Die Seligkeit, Und läss'st sie nicht verderben. D Herr, durch dich, Bitt' ich, laß mich Fröhlich und willig sterben. N. 6. 3. B. An Bußtagen. An Baßtagen. ( 9* allgemeiner Notb.) Eigene Melodie. 5. 157.Wenn wir in Sohn's, Jefu Chrift, Der | höchsten Nö- unser Heil und Fürsprech'r ist. then sein, Und wissen nicht wo aus noch ein, Und finden weder Hülf noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat. 120 5. D'rum fommen wir, o Herre Gott! Und klagen dir all' unsre Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar, In großer Trübfal und Gefahr. 6. Sich' nicht an unsre Sünde groß, Sprich uns derselb'n aus Gnaden los, Steh' uns in unserm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir Nochmals mit Freuden danken dir, Gehorsam sein, nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und 2. So ist dies unser Trost llein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o reuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unsre Aug'n und Herz Zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, Und such'n der Sünden Verge bung, Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bit- dort. ten dich, Im Namen dein's Paul Eberus, 1511. Mel. Vater unser im Himmelreich. 34. 158. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf' und große Noth, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal; Behüt' vor Krieg und theurer Zeit, Vor Seuchen, Feu'r und großem Leid. Gnad' und nicht das Recht Denn so du, Herr, den rech ten Lohn Uns geben wollt's nach unserm Thun, So müßt' die ganze Welt vergehn, Und könnt' kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott! durch die Treue dein Mit Troft 2. Erbarm' dich deiner und Rettung uns erschein', bösen Knecht', Wir bitten Beweis an uns dein' große An Bustagen. 121 laß uns dir befohlen sein. Gnad' Und straf uns nicht fennst du, Herr, allein, Ach! auf frischer That, Wohn' uns mit deiner Güte bei, Dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du so zornig sein Uleber uns arme Würmelein? Weißt du doch wohl, o großer Gott, Daß wir nichts sind, denn Erd' Barmherzigkeit. und Koth, Es ist ja vor 7. Leit uns mit deiner dein'm Angesicht Unsre rechten Hand, Und segne unSchwachheit verborgen nicht. ser Stadt und Land, Gieb 6. Gedenk' an dein's Sohn's bittern Tod, Sich an sein heilig' Wunden roth, Die sind ja für der ganzen Welt Die Zahlung und das Lösegeld; Deß trösten wir uns allezeit, Und hoffen auf 5. Die Sünd' hat uns uns all'zeit dein heil'ges verderbet sehr, Der Teufel Wort. Behüt vor's Teufels plagt uns noch vielmehr, List und Mord, Bescher' ein Die Welt, auch unser Fleisch selig's Stündelein, Auf daß und Blut, Uns allezeit ver- wir ewig bei dir sein. führen thut, Solch's Elend Bartholomäus Ringwald, 1530 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 38 Und Hunger längstens aufgezehrt. 3. Doch Vater! denk' an deinen Namen, Gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja unt Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht Ach! geh' nicht mit uns in's Gericht. 159. Wir liegen hier zu deinen Füßen, Ach, Herr! von groBer Güt' und Treu! Und fühlen leider! im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach! weh uns, wenn du strafen willt? 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir 4. Wir liegen vor dir in sind die ungerath'nen Kin- dem Staube, Und unser Herz der, Die nur auf Höllen- ist ganz zerknirscht, Nur tröWegen gehn. Kein Wunder, stet uns allein der Glaube, wenn nns Pest und Schwert Daß du dich noch erbarmen 122 An Bußtagen. wirft. Ach! hast du noch ein] deinen Schooß, Und mach' Vaterherz, So siehe doch auf uns aller Plagen los. unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, Wir reißen seine Wunden auf; Der hat für unsre Schuld gelitten, Und leistet dir die Zahlung d'rauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, So muß sein Blut verloren sein. 8. Steck ein das Schwert. das uns will fressen, Den Würger laß vorüber gehn Gieb deinen Kindern Broe zu essen, Laß keine solche Zeit entstehn, Daß man dein Wort uns theuer macht, Und unser Herz dabei verschmacht't. 6. Ach Blut! ach Blut! von deinem Sohne Schreit 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohlfeile Zeit, Laß Lieb für uns um Barmherzigkeit. und Treu sich stetig füſsen, Schau doch von deinem Gnadenthrone, Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade haft erzeigt, Und dein erzürntes Herz gebeugt. Und förd're die Gerechtigfeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 10. So wollen wir dir Opfer bringen, Und deine 7. Ach! laß die wohlver- sein mit Leib und Seel'. Es diente Strafe Nicht über soll dein Lob gen Himmel unsre Häupter gehn, Daß bringen, Und dein erlöstes wir nicht, als verlorneSchafe, Israel Wird in der Hütten Von deiner Hut verlassen Jakobs schrei'n: Der Her stebn. Ach! sammle uns in soll mein Gott ewig sein! Benj. Schmolle, 1672. Eigene Melodie. 69. großer Gott du verschonen, Nicht nach den von Macht, Werken lohnen! 160. Und reich von Gütigkeit! 2. O großer Gott von Willst du das ganze Land Ehr'! Dieß ferne sei von dir, Strafen mit Grimmigkeit? Daß Bös' und Fromm' zuVielleicht möchten nochFrom- gleich Die strenge Straf' beme sein, Die thäten nach dem rühr'! Es möchten etwa Willen dein; D'rum wollest( fünfzig sein, Die thäten nac An Bußtagen. dem Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Nicht nach den Werken lohnen! 3. O großer Gott von Rath! Laß die Barmherzigfeit Ergehen, und halt' ein Mit der Gerechtigkeit! Es möchten fünf und vierzig sein, Die thäten nach dem Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Nicht nach den Werken lohnen! 4. O großer Gott von Stärk'! Schau an das arme Land, Und wende von der Straf Dein' ausgereckte Hand! Es möchten etwa vierzig sein, Die thäten nach dem Willen dein; D'rum wollefst du verschonen, Nicht nach den Werfen lohneu! 5 großer Gott von Kraft! Laß doch erweichen dia; Weil das arme Gebet So oft erholet sich; Es möchten etwa dreißig sein, Die thäten nach dem Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Nicht nach den Werken lohnen! 123 vernimm: Es möchten etwa zwanzig sein, Die thäten nach dem Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Nicht nach den Werken lohnen! 7. O großer Gott von That! Schau, wie die arme Erd' Von deiner Mildigkeit Noch einen Wunsch begehrt: Es möchten etwa zehne sein, Die thäten nach dem Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Nicht nach den Werfen lohnen! 8. O großer Gott von Lob! Wenn ja das Maß erfüllt Der Sünden, und aus Zorn Du uns verderben willt, So möchten doch die Kinderlein Thun nach dem rechten Willen dein; D'rum wollest du verschonen, Uns nicht nach Sünden lohnen. 9. D großer Gott von Treu! Weil vor dir Niemand gilt, Als dein Sohn Jesus Christ, Der deinen Zorn gestillt: So sich doch an die Wunden sein, Sein' Marter, Angst und schwere Pein; Um seinetwillen schone 6. großer Gott von Gnad'! Erhör auch diese Stimm' Und in dem hohen Und nicht nach Sünden Thror Das Seufzen tief lohne. Vers 1 bis 8. von Joh. Mathias Meyfart, 1590. Bers 9 von M. Jeremia Weber. An Bußtagen. ( 3a Theurung and ungersnotb.) Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 161.Wie bist du doch zagten stehen, D'rum ſuchen so fromm und wir dein Angesicht; Ach! gut, Herr Gott! in deinen merk' auf unser Flehen: Werken? Ganz willig ist Zwar da wir waren satt und dein Herz und Muth, In stark, Da ließen wir dich fahNöthen uns zu stärken: Denn ren, Ein Jeder fraß das beste aller Augen warten nur Auf Mark, So, daß sehr Wenig dich, du sollst sie speisen Und waren, Die etwas wollten deiner armen Creatur Rath, sparen. Hülf und Trost erweisen, Daß sie dich wieder preisen. 2. Wir schreien jegt in unsrer Noth Und hochbetrübtem Stande, Es mangelt uns das liebe Brod, Die Theurung ist im Lande; Der Hunger drückt uns allzu schwer, Das Volf muß fast verschmachten, Es läuft und bettelt hin und her, Dieß will fein Reicher achten, Noch fremde Noth betrachten. 124 3. Du hast den Vorrath ganz und gar, O Gott! von uns genommen, Und leider! ein betrübtes Jahr Zur Strafe lassen kommen; Und weil die Nahrung ist so schlecht, Viel' Arm' und wenig Essen, So sprechen wir: Gott ist gerecht; Der vormals voll gemessen, Hat unser jest vergessen. 4. Nun Herr! wir wollen gleichwohl nicht wie die Ver5. Wir machten lauter gute Zeit Mit Speisen, Es sen, Trinken; Wir ließen die Barmherzigkeit Zum armen Häuflein sinken; Wir halfen nicht der armen Schaar, Sehr bös war unser Leben; D'rum müssen wir jetzt offenbar In diesem Jammer schweben; Doch kannst du Lind'rung geben. 6. So hilf nun, Herr! mit starker Hand, Um deines Namens willen; Du kannst das ausgezehrte Land Mit Gütern wieder füllen: Ernähr' uns in der Theurung doch, Gib Brod den armen Leuten, Dein' Hülfe währet immer noch, Du kannst ja auch vom Weiten Uns Speis und Trank bereiten. 7. Erwed' auch deren Herz und Geist, Die großen Reichthum haben, Daß sie den Armen allermeist Ertheilen ihre An Bußtagen. 125 Gaben: Insonderheit laß| werden wir mit großer Ehr' uns forthin Nach deiner Gnad', Herr! streben, Von ihr allein kommt der Gewinn, Daß du dein Freudenleben Uns ewiglich willst geben. Herr! deinen Ruhm erzählen. Da wollen wir mit frischem Muth In reiner Wollust springen, Und wie die Schaar der Engel that Gar hoch die Stimmen klingen, Dir ewig Lob zu singen. 8. Da wird uns dann fein Hunger mehr, Noch Durst noch Armuth quälen; Dal Joh. Rist, 1607. Mel. Herr Jesu Christ du höchstes Gut. 54. 162. Ach Gott! wie wenn's nun alle Sorgen mancher Kummer macht, Daß ich mich herzlich fränke. Wenn ich bei mancher trüben Nacht An tausend Dinge denke, So geh'n die Seufzer zu dir auf. Ach! lieber Gott, ach merke d'rauf, Und tröste mein Gemüthe. hat Recht ängstlich durchgenommen, So hat es doch nichts ausgericht't; D'rum will ich meine Zuversicht Auf dich und sonst nichts ſeßen. 4. Gib nur Geduld, damit ich stets Die Sorgen überwinde, Und sich der Anfer des Gebets Auf deine Sorge gründe. Der Geist ist willig, aber doch, Das Fleisch fühlt seine Schwachheit noch. D'rum sei du meine Stärke. 5. Hab' ich nur dich, so hat's nicht Noth Mit mir und mit den Meinen; So muß durch Leben und durch Tod Die Gnadensonne scheinen; So streicht der Kummer gänzlich hin. Zufrieden, unvergnügter Sinn! Denn Gott bleibt mein Vergnügen. Erdmann Neumeifler, 1671. mein's Lebens Licht. 5. ter bist, Ich schrei' im Nadu mein Ba- men Jesu Chrift Zu dir, aui 2. Soll's sein, daß ich mein Bischen Brod Mit Thränen noch muß essen: So wirst du doch in feiner Noth Mich, als dein Kind vergessen; Dein Kind, das du von Kindheit an, Auf mancher Dorn- und Rosenbahn, Recht wunderlich geführet. 3. Mein Herze sorgt zwar früh und spat, Wie dies und das wird kommen; Und Mel. Herr Jefu Chrift, 163. Herr Gott, der 126 An Bußtagen. sein Wort, Eid und Tod, Teufel und Tod, Auch Leibes Hör', Helfer treu! in Angst und der Seelen Noth, Ein und Noth. selig's Stündlein uns be2. Laß uns dein Wort, scher', Dein ist das Reich. stärk' uns im Geist, Hilf! Kraft, Preis und Ehr'. daß wir thun, was du uns heiß'st, Gib Fried', Schuß, gute Freund' und Brod, Behüte Stadt und Land, o Gott! 4. Auf dein Wort sprech' ich Amen, Herr! Aus Gnaden meinen Glauben mehr', Du bist allein der Vater mein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 3. Errett' von Sünd', Joh. Mathesius, 1504. ( Bei Seuchen und ansteckenden Krankheiten.) Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 5. 164. großer Gott! 5. In dieser schrecklichen jetzt sehn wir Gefahr Mit deinen Flügeln frei, Daß dein' Zorn- Ruth' uns bewahr'; O! wehre gebunden sei, Du hast sie schon in deiner Hand, Zu strafen unser Vaterland. doch, daß diese Seuch' Ja nicht in unsre Häuser schleich' 6. Ach! schon auch derer, 2. Die böse Seuch' und frommer Gott! Die solches giftig Pest Sich hin und Elend troffen hat; Befiehl wieder sehen läßt, Weil unsre dein'm Engel, daß er eil', Sünd' und Missethat Dir deinen Zorn erreget hat. Und wend' ab alle gift'ge Pfeil'. 3. Gott Vater! wo soll'n wir hin? Zu dir wenden wir Herz und Sinn, Wir fall'n auf unser Angesicht, Laß uns so elend sterben nicht. 7. Gib ihnen Trost, Geduld und Stärf', Sie sind ja deiner Hände Werk, Sie sind erkauft durch Christi Blut, D'rum nimm sie auf in deine Hut. 4. Wir haben's ja ver dienet wohl Mit unsernSünden ohne Zahl, Die reuen uns mit Leid und Schmerz, Ach wend' uns zu dein Vaterherz. 8. So wollen wir mit ihn'n zugleich, Hier zeitlich und dort ewiglich Lobsingen deinem großen Nam'n, Das hilf uns, o Herr Jesu! Am'n. Breslauisches Evang.- Luth. Kirchen- Gesangbuch, 1745. An Bußtagen. 127 Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 5. 165. A Gott! in und schnellem Tod, Und laf uns nicht in dieser Noth. Gnaden von uns wend' Dies große Kreuz und groß Elend, Damit wir sind umgeben gar, Und stehn all' Augenblick in G'fahr. 2. Behüt' uns deine Kinderlein, Um Christi unsers Herren Pein, Vor Pestilenz Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 166. frommer und vor uns läuft und fleucht, getreuerGott, Als wären wir verbannet. Aller die auf dich hoffen, Es hat uns eine schwere Noth, Durch deine Hand getroffen, Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt, Und wirft die Menschen jung und alt, Mit Pestilenz darnieder. 3. In dieser Noth, ach' laß uns nicht, Wend' von uns, Herr! dein Zorngericht, Daß dir lobsinge unser Mund, Für deinen Schuß, aus Herzensgrund. Barth. Ringwald, 1530. 2. O Herr! vergieb, und straf' uns nicht Im Zorn so gar geschwinde, Kehr' doch das Vater- Angesicht Zu deinem lieben Kinde; Laß sinten dein'n gerechten Grimm, Uns wieder zu Genad annimm. Um deines Namens willen. 4. Lehramt und and're Ordnung mehr, Gehn nicht in vollem Schwange, All' unsre Nahrung welket sehr, Uns ist von Herzen bange, Und wissen weder aus noch ein; O Vater! sich doch gnädig d'rein, Und thu' uns wieder trösten. 5. Erzeig' uns Gnad', o frommer Herr! Thu' deinen Grimm aufheben, und sei mit deiner Hülf' nicht fern, Du hast ja Lust zum Leben, Und bist ein Gott von Wahrheit fest, Der seinen Zorn bald fahren läßt, Wenn man dich herzlich bittet. 3. Sieh Herr! wie wir betrübet gebn, Kraftlos, mit Furcht umgeben, In Angst 6. Dein Will' gescheh'! und großen Sorgen stehn, wir bitten all', In Noth Und in viel Rummer schweben; Die Nachbarschaft sich vor uns scheut, Ein Jeder uns nicht verlasse, Hilf uns nach deinem Wohlgefall', Du weißt die rechte Maße, Und 128 An Bustagen. wirst wohl deine Zeit ersehn,| Glaubens Ritterschaft, An Wann uns hierin soll Hülf ihrem End' vermerke. Und gescheh'n, Das woll'n wir sie also mit Fried' und dir vertrauen. Freud' Nehmen einen sanften Abscheid In Christo unserm Herren. Barthold Ringwald, 1530. 7. heil'ger Geist! mit deiner Kraft, Die sterben sollen, stärke; Daß man des ( 3ur Zeit des Krieges.) Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 167. Herr! der du 4. Willst du, o Bater! vormals hast uns denn nicht nun einmal dein Land Mit Gnaden an- wieder laben? Und sollen geblicket, Und des gefang'nen wir in deinem Licht, Nicht Jakobs Band Gelöst und wieder Freude haben? Ach! ihn erquicket, Der du die geuß aus deinem HimmelsSünd' und Missethat, Die haus, Herr! deine Güt' und dein Volk vor begangen hat, Segen aus, Auf uns unt Hast väterlich vergeben; unsre Häuser. 2. Herr! der du deines 5. Ach! daß ich hören Eifers Glut, Zuvor oft ab- sollt' das Wort Erschallen gewendet, Und nach dem bald auf Erden, Daß Friede Zorn das süße Gut Der sollt' an allem Ort, Wo Lieb' und Huld gesendet, Christen wohnen, werden; Ach frommes Herz! ach unser Heil! Nimm weg und heb' auf in der Eil', Was uns betrübt und fränket. Ach! daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Rub' Und alles Unglücks Ende. 6. Ach! daß doch diese böse Zeit Sich stillt' in guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid, Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, Und seine Gnade stehet da, All' Denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm 3. Lösch' aus, Herr! deinen großen Grimm Jm Brunnen deiner Gnaden, Erfreu' und tröft' uns wie derum, Nach ausgestand'nem Schaden; Willst du denn zürnen ewiglich, Und sollen deine Fluthen sich Obn' alles End' ergießen? An Bustagen. 129 sind wird sich Gott Schon wird mit Luft und Freud' wieder zu uns wenden, Den Auf Erden blüh'n, GerechKrieg und alle and're Noth, tigkeit wird von dem HimNach Wunsch und also en mel schauen. den, Daß seine Ehr' in unferm Land Und allenthalben werd' bekannt, Ja stetig bei uns wohne. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun, Das Lant wird Früchte geben, und die in seinem Schooße ruh'n, 8. Die Güt' und Treue Die werden davon leben; werden schön Einander grü- Gerechtigkeit wird dennoch sen müssen, Gerechtigkeit stehn, Und stets in vollem wird einhergehn, Und Friede Schwange gehn, Zur Ehre wird sie füssen, Die Treue seines Namens. Paul Gerharb, 1606. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 14. 168. Herr, unser müssen Wehr und Waffen Gott! laß niederlegen, Kein Glied mehr nicht zu Schanden werden regen. Die, so in ihren Nöthen und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen, Und zu dir rufen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen, Vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen; Mit dir wir 2. Mache zu Schanden wollen Thaten thun, und alle, die dich hassen, Die sich kämpfen, Die Feinde dämallein auf ihre Macht verpfen. lassen. Ach! kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, Laß dich's erbarmen! 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten, Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir trau'n auf dich, wir schrei'n in Jesu Namen: 3. Und schaff' uns Beistand wider unsre Feinde, Wenn du ein Wort spricht Hilf Helfer! Amen! werden sie bald Freunde, Sie Joh. Heermann, 1585. An Danktagen. An Danktagen. ( Allgemeines Lob.) [ Anmerkung: Auf Dankfeste siehe nebst den folgenden Lobliedern auch die andern Loblieder in diesem Gesangbuche.] 130 Mel. Lobt Gott ihr Chriften allzugleich. 8. 169, Nun danfet all' all' Angst, Furcht, Sorg' und bringet und Schmerz In's Meeres Ehr' Ihr Menschen in der Tiefe hin. Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeld't. 6. So lasse deinen Frieden ruhn In unserm ganzen Land, Gib Glück zu allem unserm Thun, Und Heil in jedem Stand. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unferm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält, Und wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Muths, Die Straf' erläßt, die Schuld vergibt, Und thut uns alles Gut's. 5. Gott! gib uns nun ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn, Und wirf 7. Ja, lasse deine Lieb und Güt' Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 7. So lange dieses Leben währt, Sei du stets unser Heil, Und bleib' auch, wann wir von der Erd' Abscheiden, unser Theil. 9. D! brüde, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu, Und zeig' uns d'rauf dein Angesicht Dort in der ew'gen Ruh. Paul Gerhard, 1606. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr! 21. 170. banke dir| Kron', Uns in die Welt geIch Ich demüthig- sendet. lich, D Gott, mein Vater! daß du dich Von deinem Bern gewendet, Und deinen Sohn, Zur Freud' und 2. Herr! du kannst nichts, als gütig fein; Du wollest deiner Güte Schein Uns all und denen gönnen, Die sich An Danktagen. 131 mit Mund Und Herzens- Heer, Vor Pest und Feuersgrund Allein zu dir beken- flammen. nen. 4. Nimm all' der Meinen 3. Halt' unser liebes Va- eben wahr, Treib', Herr! die terland In deinem Schooß böse Höllenschaar Von Junund starker Hand, Behüt' gen und von Alten, Daß uns allzusammen Vor fal- deine Heerd' Hier zeitlich scher Lehr' Und Feindes- werd' Und ewig dort erhalten. Paul Gerhard, 1606. ( 3um Friedensfest.) Mel. Nun danket alle Gott. 63. 4. Herr Gott! dich loben loben wir, wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm getragen; Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh, Herr Gott! wir danken dir. 171. Herr Gott, dich Regier', Herr! unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsernHerzen glinmen; Komm! komm! o edle Flamm, Ach! komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott! dich loben wir. 2. Herr Gott! dich loben wir, Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit herzlichem Gemüthe; Es steiget unser Lied Bis an des Himmels Thür, Und tönt mit großem Schall: Herr Gott! dich loben wir. 5. Herr Gott! dich loben wir, Daß du die Pfeil' und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Gebrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei, Darum so singen wir Mit Herz, mit Zung' und Mund: Herr Gott! dich loben wir. 3. Herr Gott! dich loben 6. Herr Gott! dich loben wir, Für deine große Gna- wir, Daß du uns zwar geden, Daß du das Vaterland strafet, Jedoch in deinem Von Kriegeslast entladen, Zorn Nicht ganz hast wegDaß du uns blicken läss'st geraffet. Es hat die VaterDie güld'ne Friedenszier; hand Uns deine Gnadenthür D'rum jauchzet alles Volf: Jeßt wieder aufgethan; Herr Herr Gott! dich loben wir. Gott! wir danken dir. 132 Auf die Gedächtnißtage der Apostel. 7. Herr Gott! wir dan-| Krön' uns mit deinem Gut. fen dir, Daß du Kirch', Land Erfülle dort und hier, O Vaund Häuser, Den frommen ter! unsern Wunsch: Herr Christenstamm Und dessen Gott! wir danken dir. grüne Neiser Bisher erhalten hast; Gib ferner Gnad' allhier, Daß auch die Nachwelt sing': Herr Gott! wir danken dir. 9. Herr Gott! wir danfen dir Mit Orgeln und Trompeten, Mit Harf- und Saitenspiel, Posaunen, Cymbeln, Flöten: Und was nur Odem hat, Ertön' jeßt für und für: Herr Gott! wir loben dich, Herr Gott! wir 8. Herr Gott! wir danfen dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch fünftig stets In guter Ruhe leben; danken dir. Job. Frank, 1618. Auf die Gedächtnißtage der Apostel. Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. 172. Herr Jeſu, aller vorbedachtem Rath Geordnet, an Dein Wort uns sollen lehren. Menschen Hort! Durch dessen heilig theures Wort Wir himmelan gelangen; Wir rühmen deine große Gnad', Die unter uns sich nicht nur hat Erst neu lich angefangen. 4. Zuerst hast du das Predigtamt Durch die Apostel insgesammt Geordnet zu verwalten, Daß, was du selber ausgestreut, Durch sie werd' ferner ausgebreit't, Und deine Kirch' erhalten. 2. Du selber hast ja vor der Zeit Im Stande deiner Niedrigkeit Das Wort uns vorgetragen, Das Wort, das unsre Seel' erfreut, Und prediget die Seligkeit Mit kräftigem Behagen. 3. Als aber nach vollend' tem Lauf Die Zeit war, daß du himmelauf Zum Vater sollteft fehren, Hast du aus 5. O frommer Gott! wie haben sie Sich so getreulich je und je In deinem Dienst erwiesen! Daß sie auch, was Gefahr und Noth, Noch was gebieret Schand' und Ter Sich nicht erschrecken ließen. 6. Was wird für Marter ausgedacht, Die nicht an Auf die Gedächtnißtage der Apostel. 133 ihnen ist vollbracht; Wenn| Kirchen Regiment Selbst haft sie dein Wort geredet! Sie in deinen Händen; Daß wesind mit Ruthen ausgestäupt, der Feuer oder Schwert Die Sie sind gesteiniget, ent- Schäflein deiner Weid' und häupt't, Und jämmerlich ge- Heerd' Nicht können von cir tootet, wenden. 12. Nun, Herr! wie sol che jederzeit Mit hohem Dank die Christenheit In der Ge meine preiset, Wenn wir betrachten, wie dein Wort So wunderlich ist fommen fort, Das unsre Seele speiset: 13. Also ist unsre Bitt' an dich, Daß du, o Herr! genädiglich noch ferner wollest walten Bei deinem Wort mit deinem Schuß, Und wider aller Feinde Truß Die Christenheit erhalten. 7. O Freudigkeit! o Heldenmuth! Sie haben auch des Feuers Glut, Und was noch mehr erlitten; Und also für dein göttlich' Ehr', Und für die Wahrheit deiner Lehr' Bis auf das Blut gestritten. 8. So auch, ca folgends. nach und nach Viel hundert tausend Ungemach Der Teufel hat erwecket, Den Lehrern in der Christenheit, Ja, allen Christen allezeit, Hat sie doch nichts erschrecket. 14. Das Evangelium, das du Uns dieser Zeit in stiller Ruh' Hast reichlich lassen hören, Laß das Vertrauen gegen dir, Sowohl die Liebe für und für In unsern Herzen mehren. 15. Wenn aber sollte mit 10. Doch aber hat dein der Zeit Verfolgung und theures Wort, Auf solche Trübseligkeit Auch über uns Weise fort und fort, Nur täglich zugenommen; So ist das Wort der Seligkeit Nur desto stärker ausgebreit't, Und weiter fort gekommen. sich finden; So hilf! daß wir auch willig sein, Wie die Apostel in'sgemein, Das Kreuz zu überwinden. 9. Sie sind durch Luft und Berg gejagt, Mit vieler Angst und Leid geplagt, Man hat sie preisgegeben Der Löwen und der Wölfe Grimm, Und mit noch mehrern Ungestüm Vertrieben aus dem Leben. 16. Laß uns mit einem 11. So hat die ganze Heldenmuth Auch gleichfalls Welt erfennt, Daß du der unser Leib und Blut Für Am Missionsfest. 134 deine Lehre wagen; Damit die Nachwelt dir zu Lob Von unsers Glaubens guter Prob' Auch künftig möge sagen. 17. D Herr! laß dir befohlen sein Der Christen den. heil' ge Kirchgemein, Erhalte sie auf Erden Im Krieg und Sieg, in Leid und Freud'. Bis dort die Himmelsherrlichkeit Wird offenbaret werJoh. Christoph Arnschwanger, 1625. ( Siehe auch die Missionslieder.) Am Missionsfest. ( An dem Missionsfest mögen auch von den Liedern, die man für das Fest Epiphanias in diesem Gesangbuch bestimmt hat, gefungen werden.) Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 38. 173.Wach auf! du siehe, wie an allen Orten Geist der er Sich deiner Kinder Herz unt Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig darum anzuflehn, D'rum hör', o Herr, une sprich: es soll geschehn!" 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, Die in der Kraft Evangelisten sei'n! Laß eilend Hülf uns widerfahren, Und brich in Satans Reich mit Macht binein. O breite, Herr, auf weitem Erden- Kreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. sten Zeugen, Die auf der Mau'r als treue Wächter stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn; Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß dein Feu'r doch bald entbrennte! O möcht' es doch in alle lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn.- Herr der Ernt'! Ach siehe doch darein! Die Ernt' ist groß, pa wenig Knechte sein. 5. O beff're Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räum', ach räum' aus jedem 3. Dein Sohn hat ja mit Wege: Vertilg', o Herr, der flaren Worten Uns diese Bitt' falschen Lehre Wahn, Und in unsern Mund gelegt. Omach' uns bald von jedem Am Missionsfest. Miethling frei, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes ſei. 6. Laß jede hob' und nied're Schule Die Werkstatt deines heil'gen Geistes sein, Ja size du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer viel, viel' Beter sein, Die für die ganze Kirche fleh'n und schrei'n. 7. Du hast ja Hirten uns versprochen, Die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, Ein jedes Wort wird Punft für Punkt erfüllt; D'rum balt' ich dieses klare Wort dir vor; Ach denke d'ran, und neig' uns Herz und Ohr! 135 8. D Herr, wo willst du dich hinwenden? Siehst du denn nicht den großen Jammer an? Ach, willst du uns nicht Hülfe senden? Ach siehst du nicht, was Jesus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? Wie fommt es, daß der Feind so Plaß behält? 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, Da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, Gibst selber mir etwas von deinem Sinn, Daß mich der Menschen Elene jammern fann. D'rum bitt' ich, Herr! o nimm mein Bitten an. C. H. v. Bogazky, 1690. Mel. Wie soll ich dich empfangen. 66. 174. fomm, eu schlaffen Und glaubensarmen Geist der Zeit Die scharfgeschliff'nen Wahrheit, Und kehre bei uns Waffen Der ersten Christenein, Verbreite Licht und Klar- beit! heit, Verbanne Trug und 3. Unglaub' und ThorSchein! Gieß aus dein hei- heit brüsten Sich frecher jetzt lig Feuer, Rühr' Herz und als je; Darum mußt du uns Lippen an, Daß jeglicher rüsten Mit Waffen aus der Getreuer Den Herrn beken- Höh'. Du mußt uns Kraft nen fann! verleihen, Geduld und Glaubenstreu', Und mußt uns ganz befreien Von aller Menschenscheu. 2. O du, den unser größ'ster Regent uns zugesagt, Komm zu uns, werther Tröster, Und mach' uns unver- 4. Es gilt ein frei Gejagt! Gib uns in dieser ständniß In dieser unsrer 136 Am Missionsfeft. Zeit; Ein offenes Bekennt- gericht; Uns ist das Licht niß Bei allem Widerstreit; erschienen, Allein wir glauTroß aller Feinde Toben, ben nicht. Ach, lasset uns Troß allem Heidenthum Zu gebeugter Um Gottes Gnade preisen und zu loben Das flehn! Daß er bei uns den Evangelium. Leuchter Des Wortes lasse stehn. 5. Fern in der Heiden Lande Erschallt dein kräftig Wort; Sie werfen Satan's Bande Und ihre Gößen fort. Von allen Seiten fommen Sie in das Reich herein. Ach, soll es uns genommen, Für uns verschlossen sein? 7. O wahrlich, wir verdienen Solch strenges StrafHerrn In Andacht ehr'n, Mit gläubigem Vertrauen. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 21. 175. Nun liebeSeel', Heiland schauen, Und ihren nun ist es Zeit, Wach' auf, erwäg' mit Lust und Freud', Was Gott an uns gewendet: Sein'n lieben Sohn Von's Himmels Thron In's Jammerthal er sendet. 2. Nicht nur den Juden blos allein, Die sein's Geblüts und Stammes sein, Sondern auch allen Heiden Ist aufgericht't Dies ewig' Licht, Erleuchtet sie mit Freuden. 7. Du beil'ger Geist bereite Ein Pfingstfest nah' unt fern; Mit deiner Kraft begleite Das Zeugniß von dem Herrn! O, öffne du die Herzen, Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud' und Schmerzen Dein Heil ihr machen fund! A. 3. Spitta, 1801. 3. Der Heiden Erstling' wunderlich Durch einen Stern er holt zu sich, Daß sie den 4. Nun, die ihr Heiden seid gewest, Begeht mit Danf der Heiden Fest, Laßt cure Stimme klingen; Laßt ihm zu Ehr'n, Euch fröhlich hör'n, Mit freudenreichem Singen. 5. D Jesu, unser Heil und Licht, Halt' über dein Angesicht, Mit deinen Strahlen walte, Und mein Gemüth Durch deine Güt Bei deinem Licht erhalte. 6. Dein Glanz all' Finsterniß verzehr' Die trübe Nacht in Licht verkehr', Leit' Am Missionsfest. 137 uns auf deinen Wegen, Daß| Licht Wir ewig schauen mödein Gesicht Und herrlich gen. Joh. Christian Arnschwanger, 1725, Oder: Georg Werner, 1768. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 77. 176. Gottesfin der, Preiset mit mir Göttes Macht, Freuet euch ihr armen Sünder, Gott hat nun an uns gedacht, Und den Heiland fund gethan, Der uns führet himmelan, Daß wir armenHeiden können Uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket Ueber alles, was da lebt, Seine Hand schützt und bedecket, Was sich reget, lebt und schwebt; Wenn er spricht, so geht sein Wort Schnell wie Blig und Donner fort, Es durchdringet Geist und Leben, Kann Trost, Heil und Leben geben. 3. Nun ihr Sünder hier auf Erden, Wollt ihr es auch haben gut, Wollt ihr Gottes Kinder werden! Ei so ändert euren Muth. Preiset Gottes Güt' und Macht, So wird er euch geben Kraft, Daß ihr auch zu Ihm könnt kommen Und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist fommen, Jesus unser Freudenlicht, Der Beschirmer aller Frommen, Unser Schuß und Zuversicht. Preiset seine Güt' und Treu, Die uns noch wird immer neu, So wird er euch allen geben, Hier und dort mit Ihm zu leben. Joh. Olearius, 1611. Hen Jemi Met. Herr Gott dich loben alle wir. 3. Vom Hianal 177. Jesu Christe, In ihrem Sinn ein falscher h wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd', Daß ihre Seel' auch selig werd'. 2. Erfüll' mit deinem Gnadenschein Die in Irr thum verführet sein, Auch 5. Den Tauben öffne das die. so heimlich fichtet an Gehör, Die Stummen richWahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad', Und ihr verwund't Gewissen heil', Laß sie am Himmel haben Theil. 138 Am Missionsfest. tig reden lehr', Die nicht be-| Mach' feste, die im Zweifel fennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche 5. Erleuchte, die da sind verblend't, Bring' her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585. Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 178. Du bist's, du Durchwehet seine Tiefen; Da -- bist's, o Jesus steigt das Leben aus dem Christ, Kein Helfer sonst Tod, Da glänzt ein edles auf Erden ist, Der uns gen Morgenroth, Und alle HimHimmel führet. Wer stam- mel triefen. Wer dich In met aus dem Wahrheits- sich Aufgenommen der wird grund, Wenn er nicht hört fommen zu dem Leben, Das auf deinen Mund, Nicht uns kein Geschöpf kann geglaubt, dein Heil nicht spü- ben. ret? Nur du, Jesu, Kannst die Heiden selig weiden, und die Christen Rüsten zu Evangelisten. 2. D Herr! das weite Schöpfungsall, Und dieser Erde dunkler Ball, Sie liegen dir zu Füßen. Du schaust herunter mild und hehr,-Es wallt vor dir ein Sündenmeer, Und doch willst du uns grüßen! Große Loose Der Vergebung und Belebung wirfst du nieder, Haupt, auf deine armen Glieder! 5. Du famest von dem Vater her, Und außer dir kommt Keiner mehr, Die Sünder zu befreien.- So 3. Herr! wer dir glaubt, gib uns neue Zeugenkraft, der lebet auch; Der ersten Gib freud'ge LiebesritterSchöpfung Morgenhauch schaft, Dir jeden Trieb zu 4. D'rum hilf, o König auf dem Thron, Du gottverklärter Menschensohn, Daß alle Welt dich kenne; Daß bald von deinem Lebensblig Die Creatur im dunkeln Sig Für dich, du Sonn', entbrenne! Strahle!-Male In die Wildnis flar dein Bildniß aus den Höhen, Daß die Todten auferstehen. Am Missionsfest. 139 welben! Schone!- Lohne| tern deine Bahnen, Ueber deinen Streitern! hilf erwei- alles Fleh'n und Ahnen! Albert Knapp. Mel. Befiehl du deine Wege. 66. 179. Grhalt' uns großer Hirte! Leit uns auf deine Lehre, gute Weid', Treib', nähr', erfreu', bewirthe Uns in der wüsten Haid'. 5. Erhalt' uns, Herr! dein Erbe, Dein werthes Heiligthum, Zerreiß, zerschmeiß, verderbe, Was wider deinen Ruhm; Laß dein Geseß uns führen, Gönn' uns dein Himmelbrod, Laß deinen Schmuck uns zieren, Heil' uns durch deinen Tod. Herr! zu der leßten Zeit, Erhalt' dein Reich, vermehre Dein' evle Christenheit; Erhalt' standhaften Glauben, Der Hoffnung Leitstern Strahl; Laß uns dein Wort nicht rauben In diesem Jammerthal. 2. Erhalt' dein Ehr' und wehre Dem, der dir wider spricht, Erleucht', Herr! und bekehre, Alwissend ewiglicht! Was dich bisher nicht fennet, Entdecke doch der Welt, ( Der du das Licht genennet), Was innig dir gefällt. 6. Erhalt' und laß uns hören Dein Wort, das selig macht, Den Spiegel deiner Ehren, Das Licht in dieser Nacht; Daß dieser Brunn 3. Erhalt' was du ge- uns tränke, Der Himmelsbauet Und durch dein Blut thau uns neg', Daß diese erkauft, Was du dir hast Richtschnur lenke, Der Hovertrauet, Die Kirch' auf welch' anlauft Der grimm'ge Sturm des Drachen; Sei du ihr Schuß und Wall, Daß, ob die Welt will krachen, Sie nimmermehr verfall. nigseim ergöß'. 7. Erhalt' in Sturm und Wellen Dein Häuflein, daß doch nicht Uns Wind und Wetter fällen, Steu'r selbst dein Schiff und richt' Den 4. Erhalt' Herr! deine Lauf, daß wir erreichen Die Schafe, Der grimm'ge Wolf Anfurt, nach der Zeit, Und kommt an; Erwach' aus dei- hilf uns Segel streichen, In nem Schlafe, Weil Niemand sel'ge Ewigkeit. retten fann, Ohn' dich, dul Andreas Gryphius, 1616. 140 Von Gott und dessen Eigenschaften. II. Catechismuslieder. M n Bon Gott und dessen Eigenschaften. Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 180. meine Seel! erhebe dich, Mit Andacht zu betrachten, Wie Gott hat offenbaret sich, Und wie man ihn soll ach ten, Daß er der Allerhöchste ist Im Himmel und auf Erden, Und soll gerühmt zu jeder Frist, Auch angerufen werden, Als Ursprung aller Dinge. 2. Gott! du bist einig für und für, Nichts sind der Heiden Götter, Kein Heil und Trost ist außer dir, Rein Helfer, noch Erretter. Laß mich, o Herr! auf dich allein Von ganzem Herzen trauen, Dir inniglich ergeben sein, Auf Niemand anders bauen, Dir Gott allein anhangen. 3. D, Herr! mein Gott! du bist ein Geist, Und theileft bei uns allen An Gaben aus, was geistlich heißt, Nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich sein gesinnt, Daß, wenn ich vor dich trete, Ich deine Kraft in mir empfind', Und dadurch dich anbete, Im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott! von Ewigkeit, Ohn' Anfang und ohn' Ence. Gib, daß mein Herz von aller Freud Des Zeitlichen sich wente, Auf daß ich möge immerdar D'rum bitten und d'rauf denken, Weil Alles hier ist wandelbar, Daß du mir dort wollst schenken Das unverwelklich' Erbe. 5. Gott! du bist an allem Ort, Und gar nicht zu ermessen, Ob Einer hie ist oder dort, Ist er dir nicht entsessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, Du könn'st dich mein annehmen; Auch was ich thu' laß mich dabei Des Bösen vor dir schämen, Und überall dich fürchten. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, Zu retten, die dich lieben, Und wenn der Gottlos dich veracht't, Die Rache auch zu üben. Gib, daß sich deiner Allmacht Schuß Fort über mich erstrecke, Mich auch nicht Menschen- Grimm noch Truß, Nur deine Straf' er Von Gott und dessen Eigenschaften. 141 schrecke! Du tödtest Leib und Himmel und die Erd' verSeele. 7. Voll höchster Weisheit bist du Gott, Niemand kann sie ergründen, Wie wunderbar auch ist die Noth, Weißt du doch Rath zu finden; Gib, daß ich dir stets traue zu, Auf dich werf' meine Sorgen, Auch Ulebels weder denk' noch thu', Weil dir nichts ist verborgen, Und prüfest Herz und Nieren. geht, Dein Wort, Herr! ewig bleibet. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, Und alles, was du dräueft, Und hoffe, was dein Wort verspricht, Das du mir gern verleihest! Hoffnung wird nicht zu Schanden. 8. Gott! du bist heilig und gerecht, Du kannst die Sünd' nicht leiden, Wer sagen will, er sei dein, Knecht, Der muß das Böse meiden. Gib, daß ich mich zu jeder Zeit Der Heiligkeit befleiße, Nachjage der Gerechtigkeit, Auch dein Gericht gut heiße, Ob ich's schon nicht begreife. 12. Gott! wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein Wort zum Grunde sebze, Kann ich mich d'rob erfreuen 9. Du bist sehr gnädig, mehr, Als über alle Schätze, fromm und gut, Wo sich be- Bis ich dort, o du wahres fehrt der Sünder, Erbarmst Licht! Ohn' Lallen dich dich, wie ein Vater thut, werd' nennen, Von Angesicht Von Herzen deiner Kinder. zu Angesicht Anschauen und Herr! laß von deiner Lieb' erkennen, Und ohn' Aufhöund Gnad' Mich allweg ren loben. Trost bekommen, Von mir auch meine Missethat So fern sein hingenommen, Als Morgen ist vom Abend. 13. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Der du auch willst auf Erden Von mir und Allen, sein gepreis't, 10. Gott! deine Wahr- Laß deinen Ruhm groß werbeit stets besteht, Und wohl den! Verleih' mir Gnade, Dem! der dir gläubet, Der Kraft und Stärk', Daß ich 11. Allselig bist du, Gott! und frei, Du thust, was dir beliebet; Du bist ein milder Herr dabei, Der reichlich Gutes giebet; Laß mich mit dem zufrieden sein, Was ist dein heil'ger Wille, Gib auch, daß ich von dir allein Und deiner Güte Fülle Erwarte All's in Allem. 142 Von Gott und dessen Eigenschaften. zu allen Zeiten, Herr! dei-| breiten, So lang ich leb' auf nen Namen und dein Werk Erden. Könn' mehr und mehr ausJustns Gesenius, 1604. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Chr. 54. 181. Bater! Gott reich Durch deinen Tod ervon Ewig- worben. feit, Der Gottheit wahre 5. Als Gott und Menfdh Quelle, Dich ehrt die ganze hast du den Thron Zu deiChristenheit; Denn deines nes Vaters Rechten, Uns Thrones Stelle Ist herrlich, wider allen Neid und Hohn voller Majestät, Daß billig Des Teufels zu verfechten.. dir zu Dienste steht Der Ach! hilf uns durch dein Himmel sammt der Erde. theures Blut, Daß uns dein Vater bleibe gut Und ewiglich gewogen. 2. Als Vater hast du deinen Sohn Von Ewigkeit gezeuget, Daß sich vor seiner Gottheit Thron Das Chor der Engel neiget; Als Vater hast du diese Welt Und alles an das Licht gestellt, Auch väterlich erhalten. 3. D'rum bleib' noch fer6. Heil'ger Geist! du werther Gast, Der Frommen Schuß und Krone! Der tu den Ausgang ewig haft Bom Vater und vom Sohne; Du füßer Tröster, treusterFreund! Der du die Deinen wohlgener zugethan, Als Vater, meint In alle Wahrheit deinen Kindern, Und nimm leitest. dich unsrer Wohlfahrt an, 7. Komm, wahrer Got Hilf allen armen Sündern, mit deiner Kraft Zu deiner Daß wir von deiner Mildigfeit, Zur guten und zur bösen Zeit, Trost, Schuß und Nahrung haben. Auserwählten, Gib uns del rechten Lebenssaft, Und tröste die Gequälten; Bleib' unser Schuß und Zuversicht, Der 4. Gott Sohn! des Va- Seelen Schaß und Freudenters Ebenbild, Von Ewigkeit licht, Und unsers Geistes Legeboren, Und endlich, da die ben. Zeit erfüllt, Als Mittler, 8. O Heilige Dreieinigauserforen, Ein wahrer Gott feit, Jehovah der Heerschaaund Mensch zugleich; Der ren! Der du dich deiner ganzen Welt dein Himmel Christenheit Hast wollen 143 Von Gott und dessen Eigenschaften. offenbaren, Daß du mit dei-| Geist; Wir danken dir mit nem Namen heißt: Gott Freuden. Vater, Sohn und Heil'ger! S. Liscovius, 1640. Eigene Melodie. 28. 182. Mein Schöpfer, 4. Du hast dies große deine Crea- Wunder- Rund Mit deiner tur Will deiner Allmacht Allmacht ausgeführet, Es Ruhm besingen, Ach! zeige machet Erd' und Himmel mir die wahre Spur Bei fund, Daß sie ein starker solchen ungewohnten Din- Arm regieret, Dein mächtig gen, Gib mir ein Herz, das Wort, das sie geschaffen hat, seine Ohnmacht fühlt, Wenn Ist ihnen auch an aller Pfeies ein Lied von deiner All- ler Statt. macht spielt. 5. Das Wort ward Fleisch; 2. Es reichet deine Macht ein' Jungfrau hat DenSchöso weit Als selbst dein gan- pfer selbst ein Mensch emzes Wesen reichet, Nichts ist, pfangen. O wundergroße das deiner Herrlichkeit Und Gottesthat! Vernunft verdeinen hohen Thaten glei- stumm', sei Gott gefangen! chet. Es ist kein Ding so- Geschehen ist's, aus vorwichtig groß und schwer, bedachtem Rath, Durch GotWas deiner Hand zu thun tes Macht, des heil'gen Geiunmöglich wär'. stes That. 3. Es muß anf dein all- 6. O Allmacht! mein ermächtig Wort Sich Alles staunter Geist Wirft sich vor unterthänigst bücken, Du dir im Staub darnieder, Ich führest deinen Anschlag fort, bin erstarret, allermeist, Ich Du sprichst, so muß sich alles schleppe träg' und todte Glieschicken, Du rufft, so kommt, der, Ach! mache mich zum du winkst, so stehet da, Was Zeugen deiner Kraft, Die man vorhin mit feinem Auge aus dem Tod ein neues Lesab. ben schafft. 3. 9 Rambach, 1893. Eigene Melodie. 35. 183. großer Geist, alles füllet, Und den kein deß Wesen Ort in seine Grenzen hület, 144 Von Gott und dessen Eigenschaften. Der unumschränkt, Sich nie- sen, Und läß't es deineKnechte dersenkt Mit seiner Kraft in wissen. alle Dinge, Dem nichts zu groß, nichts zu geringe. 2. Kein Salomo kann einen Tempel bauen, In welchem man dich könnt' um6. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, Und siehst, wenn sie verborgen vor dich treten, Macht gleich ihr Mund, Nicht alles fund, ringet schauen, Dein bloßer So kannst du selbst des HerSaum Füllt dessen Raum, zens Sehnen Mit Segen Es muß selbst Himmel, Meer und Erhörung krönen. und Erden Ein Schauplat deiner Ehre werden. 7. Vor Menschen bleibt jest manches Thun verbor3. Will unser Fuß hinauf gen, Dir aber ist die Nacht zu'n Wolken steigen, So wird ein flarer Morgen, Und dein daselbst dein heller Glanz Gericht Wird an das Licht sich zeigen, Steigt er hinab Und an die helle Sonne In Höll' und Grab, Senft bringen, Was finst're Winer sich zu des Meeres Grün- fel jetzt umringen. den, So wird er dich, du ihn, da finden. 4. Dein Auge sieht, was Macht und Abgrund decken, Es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken, Es dringet ein In Mark und Bein, Und der verborg'ne Siß der Nieren Muß deine helle Fadel spüren. 8. Auge, das nicht Trug noch Falschheit leidet, Wohl Dem, der auch verborg'ne Sünden meidet, Der los und frei Von Heuchelei Vor dir und Menschen redlich handelt, Und unter deiner Aufsicht wandelt. 9. Erforsche selbst die innersten Gedanken. Ob sie 5. Kein falscher Gott, aus vielleicht von deiner Richtfalschem Wahn verehret, Hat schnur wanken, Lenk Herz je sein Volf, was fünftig sei, und Sinn Zur Wahrheit gelehret, Du aber weißt, hin, Sei du der Leitstern Vollkommener Geist, Was meiner Füße, Bis ich, mein künftig wird geschehen müs- Licht, die Augen schließe. 3. 3. Rambach, 1693. Von Gott und dessen Eigenschaften. Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 184. Uwissender, vollfomm' ner Geist, Deß Auge alles siehet, Was Nacht und Abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet! Es kann vor deinem hellen Licht Sich kein Geschöpf verstecken. Was in der Finsterniß geschicht, Das weißt du aufzu- Der decken, Und an den Tag zu bringen. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein Auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, Es weiter auszubreiten; Und läß't durch ihren schwachen Mund Die größten Heimlichkeiten ganzen Welt entdeden. 145 5. Bleibt gleich vor Men2. Selbst die Gedanken schen Manches noch In diesind dir fund, Die uns're ser Welt verschwiegen, So Seele beget, Eh' sie noch der wird dein Auge künftig doch verschloss ne mund Durch Die Finsterniß besiegen. Worte dargeleget. Die Her- Dein unparteiisches Gericht zen sind dir offenbar, Du Wird alles offenbaren; Was fannst ihr Dichten spüren: noch so heimlich jetzt geschicht, Den Rath derselben siehst du Wird man alsdann erfahflar, Du prüfest Herz und ren, Und öffentlich erzähNieren, Und dir bleibt nichts len. verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr Seufzen wird von dir erhört, Eh' fie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, Das ist dir unverborgen, Dieweil du ihren Anschlag siehst, Als wie den lichten Morgen, Den feine Schatten becken. 10 6. Laß mich, o höchste Majestät! Dein helles Auge scheuen, Das nie ein Heuchler hintergeht Mit falschen Schmeicheleien. Durchdringe kräftig Seel' und Geist Mit dessen heitern Blicken. Laß, was geheime Schande heißt, Sammt allen bösen Tücken, Mich lebenslang vermetden. Hannover'sches Gesangbuch. Von Gott und dessen Eigenschaften. Nun danket alle Gott. 63. Mel. 185. S welch ein 3. Von ihm, durch ihn, tiefes Meer in ihm Sind all' und jede Und Abgrund ist zu finden Dinge Ein Tröpflein gegen's In Gottes weisem Nath! Meer, Das ist ja nur geWelch' Neichthum ist dahin- ringe. Von Gott, dem Vaten, Wenn man Gott recht ter kommt, Durch Chriſtum erkennt! Wie unbegreiflich ist seinen Sohn In Kraft des Dein Weg, mein Gott! weil heil'gen Geist's, Mein Heil du Ganz unerforschlich bist. und Lebenskron'. 4. Gelobet sei mein Gott, Du Brunnquell aller Güte, Der mir allein erfreut Mein Herz, Sinn und Gemüthe, Gott Vater, Gott der Sohn, Und Gott der heil'ge Geist, Der ewig einig ist, Und coch Dreifaltig heißt. Joh. Olearius, 1611, 146 2. Wer kann doch dein Gericht Verstehn? wer kann erkennen Ohn' dein Wort ceinen Sinn? Wer darf sich lassen nennen Rathgeber dei ner Macht? Wer ist wohl, der bei dir Als Schuld zu fordern hab' Ein Stäublein der Gebühr? Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 186. Gerechter Gott! Heiligkeit Von Herzen nicht vor dein Ge- befleißet. richt Muß alle Welt sich stellen, Und sich vor deinem Angesicht Ihr Urtheil lassen fällen, Du schaust von deinem hohen Thron, Ohn' alles Anseh'n der Person, Auf alle Menschenkinder. 2. Du bist des Satans Werken feind, Und hassest gottlos's Wesen; Der ist gewißlich nicht dein Freund, Der sich zum Zweck erlesen, Was dein gerecht Geseß verbeut, Und der sich wahrer 3. Du liebest das, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen; Wer glaubt und wahre Buße thut, Wird von dir aufgenommen, Sein Werf und Dienst gefällt dir wohl, Ob er gleich nicht ist, wie er soll, Nach dem Gesetz vollkommen. 4. Du öffnest deine milde Hand, Das Gute zu belohnen, Und giebest als ein Liebespfand, Den Frommen Von Gott und dessen Eigenschaften. 147 schöne Kronen. So zeigest unbelohnet, So kommt ein du vor aller Welt, Daß es Tag der Rechenschaft, Der dir herzlich wohl gefällt, feines Sünders schonet; Da Wenn man das Gute liebet. wird sich die Gerechtigkeit, 5. Hingegen bleibt die Die Jedem die Bergeltung Bosheit auch Von dir nicht beut, Am herrlichsten beweiungerochen, Ein Abgrund sen. voller Qual und Rauch Wird denen zugesprochen, Die sich mit Sündenlust befleckt, Ja deine Hand ist ausgereckt, 8. Gerechter Gott! laß meinen Sinn, Wie du, das Gute lieben; Nimm alle Lust zur Sünde hin, Wirk' inniSie hier bereits zu strafen. ges Betrüben, Wenn ſich das Uebel in mir regt; Dein Herz, das lauter Gutes hegt, Sei meines Herzens Muster. 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschlagen, Das Feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange Plagen, Und andre Wunder deiner Macht, Die zeugen, wenn dein Zorn erwacht, Wie du nach Werfen lohnest. 9. Und weil vor dir, o ew'ge Glut! Kein Sünder kann bestehen, Der nicht des Mittlers Tod und Blut zum Schild sich hat ersehen, So gib mir die Gerechtigkeit, Die mich vor deinem Zorn befreit, Gerechter Gott! zu eigen. 3. I. Rambach, 1693. 7. Bleibt hier manch Böses ungestraft, Manch Gutes Eigene Melodie. 59. großer Gott, 187. 2. Ach! rühre mir die o Ursprung ganz befleckten Lippen Mit aller Dinge, O Majestät voll deines Altars Kohlen an, Pracht und Licht! Wer ist, Sonst fahr' ich hin in ungeder dir ein würdig Loblied heure Klippen, Wo Seel und singe, Welch sterblich Herz Leib zerscheitern kann, Bring erzittert nicht! Stellt sich der eine demuthsvolle Scheu Seraphinen Schaar Ver Den Kräften meiner Seele deinem Thron verhüllet dar, bei, Laß mich auf Knie' und Wie sollte nicht, ich Handvoll Antlig fallen, Wenn heiErden, Vor dir voll Furcht lig, heilig, heilig! und Schauer werden? schallen. 148 Von Gott und dessen Eigenschaften. 3. Dein Wohnhaus ist Gewissens Sprüchen Ein ein Licht, das keinen Schat- Blick von deiner Heiligkeit, ten, Ein Glanz, der keinen Doch hast du sie mit noch Wechsel weiß; Eh' Sonn' weit flarern Strichen In und Mond das Amt, zu deinem theuern Wort erneu't, leuchten, hatten, War schon Allein das allergrößte Licht dein lichter Freudenkreis. Hat sie in dessen Angesicht, Wer weiß zu deinem Glanz Der, dir die Sünder auszudie Spur? Fast dich wohl fühnen, Auf Erden ohne eine Creatur? Und kann der Sünd' erschienen. Strahl erschaffner Augen Dein Wesen zu durchforschen taugen? 7. Dies war der Sohn, das Bild von deinem Wesen, Dem dein Geseß in's 4. Die Sonne selbst hat Herz geprägt, An dessen thre dunkeln Flecken, Du aber Stirn war in der That zu bist ein reines Licht, Es kann lesen, Was Aaron's Stirn in dir nichts Finstres sich im Schatten trägt; Der hat verstecken, Dein heller Glanz auf seiner Todesbahn, Die verdunkelt nicht, Du bist in Schuld der Sünden abgedir vollkommen rein, Dein un- than, Und da er als ein beflecter Gottheitschein Fluch gestorben, Die Kraft Hat nichts, das Sünd' und zur Heiligung erworben. Noth zu nennen, Nichts, das die Klügsten tadeln fönnen. 5. Was deine Hand pflegt an das Licht zu stellen, Das glänzt von Herrlichkeit und Zier, Es fließet nichts aus deinen lautern Quellen, Als ein frystallner Bach herfür, Du hassest, wer in Bosheit steckt Und was mit Satans Gift befleckt; Es können nichts als gute Gaben, Von dir den ersten Ursprung haben. 8. Nun fann in uns dein Bild von Neuem grünen In Unschuld und Gerechtigkeit; Nun kann dein Volk im heil'gen Schmuck dir dienen, Da ihm tein Sohn die Gnad' verleih't; Es kann in dessen Blute rein, Ja ohne Fehl und Tadel sein, Der auf sich nimmt der Sünden Bürden, Auf daß die Sünder heilig würden. 9. So gib nun Kraft, daß wir dich heilig scheuen, Mit deines Kindes Blut be6. Es zeigt sich ja in des Von Gott und dessen Eigenschaften. 149 sprengt, Gib Fleiß und Weil du, der Vater, heilig Ernst, wenn sich der Koth bist, Bis du uns an den von Neuen, An die gewasch'= Ort wirst bringen, Da wir nen Glieder hängt, Schenk' dir ewig heilig singen. uns ein Herz, das heilig ist, 3. J. Rambach, 1693. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. 5. Er sprach einmal nur: 188, Amen, Amen, lauter Amen Es werde! Da vorbin doch Hat des treuen Gottes Mund, gar nichts war, So ward Und er führt vorlängst den Himmel und die Erde; Und Namen, Daß in ihm der sein Machtwort stellte dar, Wahrheit Grund; Was er Daß ihm nichts unmöglich sagt, trifft alles ein, Es muß Ja und Amen sein. sei, Und es bleibet noch dabei. 2. Menschen können ja wohl trügen, Weil sie alle Lügner sein, Doch fann unser Gott nicht lügen, Denn er liebt nicht falschen Schein; Er treibt uns mit feinem Scherz; Wie der Mund, so ist sein Herz. 3. Die Verheißung kann verzichen; Kommt nicht bald, was er verspricht, Muß man allen Zweifel fliehen, Weil er sein Wort niemals bricht; Ist die rechte Zeit nur da, So heißt alles lauter Ja! 6. Nicht ein Wort ist, das vergebens Auf die Erde fallen kann, Also gibt das Wort des Lebens Sich zum treuen Zeugen an: Der uns seinen Sohn versprach, Kam auch seinen Worten nach. 7. Wohl; mein Herz, du kannst ihm trauen; Was er dir verheißen hat, Wirst du auch erfüllet schauen, Kommt es gleich bisweilen spat, Spart er es auch weit hinaus, So wird doch ein Amen d'raus. 4. Hat er es doch so gehalten Von dem Anbeginn der Welt; Seine Wahrheit wird auch walten, Bis die Welt zu Boden fällt, Weil 8. Amen! Herr, du wirst erfüllen, Was dein treuer Mund verspricht; Ich erwarte es im Stillen, Bis es in der That geschicht, Daß er jegund und fortan Sich du die Erfüllung gibst. nicht selber läugnen kann. Amen! Ja! so wahr du lebst. Benj. Schmolle, 1672. Von Gott und dessen Eigenschaften. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. 189. Nun lassetGot-| Kinde, Und läßt es für uns tes Güte Uns würgen, Als einen rechten führen zu Gemüthe, Kommt, Bürgen. lasset uns erwägen Des frommen Vaters Segen. 2. Eh' wir an's Licht geſeßet, Hat er uns hochgeschäßet, Und hat uns eingeschrieben Zum Leben und zum Lieben. 9. Dies lasset uns bedenken, Wenn uns die Sor= gen fränken; Wer seinen Sohn hergiebet, Derselb' auf's Höchste liebet. 10. Sollt' er uns' was versagen, So wir ihm gläubig flagen, Was wir von Nöthen haben, Zur Kleidung, Nahrung, Laben? 11. Die Vögel in den Lüften, Die Thierlein in den Klüften, Die Blümlein auf den Wegen, Uns müssen widerlegen. 12. Der sie so reichlich heget, Und ihrer fleißig pfleget, Sollt' einen Himmelserben Verlassen zu verderben? 13. Vater! Vater, giebe, Daß deine große Liebe Wir inniglich betrachten, Und so gering nicht achten. 14. Bater! uns be schere, Zu deinem Lob und Ehre, Daß wir dir recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 150 3. Da wir noch sind gelegen Ohn' Regen und Bewegen, Ohn' Menschenhilf und Sorgen, Der Mutter auch verborgen; 4. Hat er allein uns geben Die Glieder und das Leben, Ohn' einig unsern Heller War Küche da und Keller. 5. Er hat zu rechter Stunde, Vollkommlich und gesunde, Auf seiner Engel Wagen, Uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns eingenommen In die Gemein' der Frommen, Gemacht zu seinen Erben, Die auch nicht tödtet Sterben. 7. Er gibt uns zu erfennen Sein Wort, daß wir ihn nennen Ein'n Vater und Ernährer ,. Und alles Guts Bescherer. 8. Er gibt für unsre Sünde Sein eingebor'nes ben. 15. Wenn wir nun dieses haben, So werden uns die Gaben, Die wir zu diesem Leben Bedürfen, wohl gege Von Gott und dessen Eigenschaften. 151 16. Eh' Himmel und die den, Als sollten sein verlassen, Erden Zu nichte müssen wer- Die gläubig dich umfassen. 3. M. Dillherr, 1604. Eigene Melodie. 91. 190. ollt' ich mei- Tief' ergründen können? nem Gott Alles Ding währt seine Zeit: nicht singen? Sollt' ich ihm Gottes Lieb' in Ewigkeit. nicht dankbar sein? Denn 4. Seinen Geist, den edich seh' in allen Dingen, Wie len Führer, Gibt er mir in so gut er's mit mir mein'; seinem Wort, Daß er werde Ist doch nichts als lauter mein Regierer Durch die Lieben, Das sein treues Herze Welt zur Himmelspfort', regt, Das ohn' Ende hebt und trägt Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes tieb' in Ewigkeit. Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Macht zerbricht, Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des. Höchsten Arm gedeckt. Also bald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab, Und das Leben, das ich hab', Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht, Will dem Leibe Noth zustehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in Acht; Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer; Nein! er gibt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer 6. Himmel, Erd' und ihre Durch sein theures Blut ge Heere Hat er mir zum Dienst winn'. O du unergründ'ter bestellt; Wo ich nur mein Brunnen! Wie will doch Aug' hinkehre, Find' ich, was mein schwacher Geist, Ob er mich nährt und hält. Thier' sich gleich hoch befleißt, Deine unt Kräuter und Getreide 152 Bon Gott und dessen Eigenschaften. In den Gründen, in der währt seine Zeit: Gottes Höh', In den Büschen, in der Lieb' in Ewigkett. See, Ueberall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zett: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, Ob sie mir gleich bitter seind; Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke, Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Al- Ewigkeit. les Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus 8. Wie so manche schwere dem Sinne gehn; ChristenPlage Wird vom Satan freuz hat seine Maße, Und hergeführt, Die mich doch muß endlich stille stehn. Wenn mein Lebetage Niemals noch der Winter ausgeschneiet, bisher berührt. Gottes En- Tritt der schöne Sommer ein; gel, den er sendet, Hat das Also wird auch nach der Pein, Böse, was der Feind Anzu- Wer's erwarten fann, errichten war gemeint, In die freuet. Alles Ding währt seine Ferne weggewendet. Alles Zeit; GottesLieb' in Ewigkeit. Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus der Bahne weicht; Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Ruth' Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 12. Weil dann weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei! so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater! als dein Kind: Bitte, woll'st mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu empfangen Tag und Nacht, Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb' in Ewigkeit Paul Gerhard, 1606. 153 191. Der Herr, der Von Gott und dessen Eigenschaften. Mel. Wach auf mein Herz und singe. 4. 7. Denn du stehst mir zur aller Enden Seiten, Schüß'st mich vor bösen Leuten, Dein Stab, Herr! und dein Stecken Benimmt mir allen Schrecken. Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ew'gen Güter, Der ist mein Hort und Hüter. 8. Du seßest mich zu 2. So lang ich diesen habe, Tiscje, Machst, daß ich mich Fehlt mir's an keiner Gabe, erfrische, Wenn mir mein Der Reichthum seiner Fülle Feind vielSchmerzen Erweckt Gibt mir die Füll' und in meinem Herzen. Hülle. 9. Du salbst mein Haupt 3. Er lässet mich mit Freu- mit Dele, Und füllest meine den Auf grünen Auen wei- Seele, Die leer und durstig den, Führt mich zu frischen saße, Mit vollgeschenktem Quellen, Schafft Nath in Maße. schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquiden, Aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen, Um seines Namens willen. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz gutes Muthes, Voll Lust, voll Freud' und Lachen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben, lind dein Lob herrlich treiben, Im Hause, da du wohnest, Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf 6. Und ob ich gleich vor Erden, Und dort, da wir dich Andern Im finstern Thal werden Selbst schau'n im muß wandern, Fürcht' ich Himmel droben, Hoch rühdoch keine Tücke, Bin frei men, sing'n und loben. vor dem Unglücke. Paul Gerhard, 1606. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 192. Was kann ich duld So lange Zeit getradoch für gen? Da ich in mancher Danf, O Herr! dir dafür Sünd' Und Uebertretung sagen, Daß du mich mit Ge- lag, Und dich, o from 154 Von Gottes Wort. mer Gott! Erzürnet alle deln soll; Dafür sei, Herr! Tag'. gepriesen. Gott sei gelobt, daß ich Die alte Sünd' nun haff', Und willig ohne Furcht Die torten Werke laß. 2. Sehr große Lieb' und Gnad' Erweisest du mir Armen; Ich fuhr in Sünden fort, Du aber im Erbarmen; 6. Damit ich aber nicht Ich widerstrebte dir, Und Auf's Neue wieder falle, schob die Buße auf, Du schobest auf die Straf', Daß sie nicht folgte d'rauf. So gib mir deinen Geist, Dieweil ich hier noch walle, Der meineSchwachheit stärk', 3. Daß ich nun bin be- Und drinnen mächtig ſei, fehrt, Hast du allein verrich- Und mein Gemüthe stets tet; Du haft des Satans Zu seinem Dienst erneu'. Reich Und Werk in mir vernichtet. Herr! deine Güt' and Treu, Die an die Wolfen reicht, Hat auch mein steinern Herz Zerbrochen und erweicht. 7. Ach leit' und führe mich, So lang ich leb' auf Erden; Laß mich nicht ohne dich Durch mich verführet werden; Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich bald verführt. Wenn du mich führefst selbst, Thu' ich, was mir ge bührt. 4. Selbst fonnt' ich allzu viel Beleid'gen dich mit Sünden; Ich fonnte aber nicht Selbst Gnade wieder finden; Selbst fallen fonnte ich, Und in's Verderben gehn; Ich konnte selber nicht Von meinem Fall aufstehn. 8. D Gott! du großer Gott! O Vater! bör' mein Flehen; O Jesu! Gottes Sohn! Laß deine Kraft mich sehen; werther heil'ger 5. Du hast mich aufge- Geist! Regier mich allezeit richt't, lind mir den Weg Daß ich dir diene hier Und gewiesen, Den ich nun wan- dort in Ewigkeit. 3. Gesenius, 1604; ober: D. Denike, 1603; Vers 7 von Joh. Heermann. Von Gottes Wort. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 93. 193. Her Zebaoth! Wort, Das du uns haft gedein heilig geben, Daß wir darnach an Von Gottes Wort. 155 allem Ori Soll'n richten in Traurigkeit Zeigt es die Lehr' und Leben, Ist worden Freudenquelle; Den Sünfund, Aus deinem Mund, der, dem die Sünd' ist leid, Und in der Schrift beschrie- Entführet es der Hölle. Gibt ben, Gar rein und ächt Durch Trost an Hand, Macht auch deine Knecht', Vom heil'gen bekannt, Wie man soll wilGeist getrieben. lig sterben, Und wie zugleich Das Himmelreich Durch Christum zu ererben. 2. Dies Wort, das nun in Schriften steht, Ist fest und unbeweglich; Zwar Hlmmel und die Erd' vergeht, Dein Wort bleibt aber ewig. Plag, Noch jüngster Tag Vermag es zu vernichten, D'rum denen soll Sein ewig wohl, Die sich darnach recht richten. 5. Sieh', solchen Nußen, solche Kraft, Die nie genug zu schäßen, Des Herrn Wort Kein Höll', fein' in uns wirkt und schafft; Darum wir sollen setzen Zurück Gold, Geld, Und was die Welt Sonst herrlich pflegt zu achten; Und jederzeit, In Lieb und Leid, Nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr! erhalt dein heilig Wort, Laß. uns sein' Kraft empfinden; Den Feinden steu'r an allem Ort; Zich uns zurück von Sünden: So wollen wir, Dir für und für, Von ganzem Herzen danken. Herr, unser Gott! Laß uns bein Wort Fest halten und nicht wanken. Breslauer Gesangbuch, 1745. 3. Es ist vollkommen hell und flar, Die Richtschnur reiner Lehre; Es zeigt uns auch ganz offenbar DesHöchsten Dienst und Ehre, Und wie man soll Hier leben wohl, Lieb', Hoffnung, Glauben üben. D'rum fort und fort Wir dieses Wort Von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibt's Lust, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 194. Hilf, mein Gott! wie muß sich leiden Deine Wahrheit immerdar! Wie so beftig pflegt zu neiden Welt und Teufel deine Schaar! Ach! wie tobt die Lüge doch, Wenn dein göttlich Wort sich noch Etwas weiter will ausbreiten Und den Lügengeist bestreiten. 2. Doch dein Sohn hat 156 Von Gottes Wort. selbst empfunden Unrecht, 3. Gottes Wahrheit wirt Lügen, Spott und Hohn; bestehen, Sein Wort bleibt Schläge, Marter, Kreuz und gewiß und fest, Sollte gleich Wunden War sein unver- die Welt vergehen; Wohl dienter Lohn. D'rum weil er dem, der sich d'rauf verläßt. den Feind bekriegt, Und dem Wer auf diesen Grund geTeufel obgesiegt, Wird die baut, Und nur seinem Gott Wahrheit stehen bleiben; vertraut, Der wird fröhlich Keine Macht kann sie ver- überwinden, Und im Tod treiben. sein Leben finden. Breslauer Gesangbuch, 1745. ( Wider die Mißachtung desselben.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 195. Gott macht ein und Gut, Sie lieben ihres 54. großes Fleisches Muth, Und thun was sie gelüftet. 4. Sie fahren in dep Sünden fort, Und wollen nicht verstehen, Daß sie ja einen Seelenmord An ihnen selbst begehen. Verachtet man das Himmelsmahl, So wird zuletzt der Hölle Qual Zur Strafe d'rauf erfolgen. 2. So höre doch nun jedermann, Wer Ohren hat 5. Vor solchem Wesen hüzu hören: Gott spricht die tet euch, Ihr gottergeb'ne Sünder gnädig an, Sie sol- Christen, Und stellt euch dielen sich bekehren, Und welcher ser Welt nicht gleich, Noch wahre Buße thut, Der soll folget ihren Lüften! Bedendurch Christi theures Blut ket doch die Ewigkeit Und Gerechtigkeit erlangen. forget in der Gnadenzeit Für cuer Heil der Seelen! 3. Ach Gott, wie ist's um uns bestellt! Wie treibt's der Menschen Haufen? Haufen? Sie wollen lieber zu der Welt, 6. Ach, lieber Gott! regiere mich, Daß ich von Herzen gläube, Im Glauben Als zu dem Himmel laufen; auch beständiglich Bei deiSie suchen schnödes Geld nen Worten bleibe, Bis einAbendmahl Vom Reichthum seiner Gnaden, Und läßt in Christi Kirchensaal Die Gäste freundlich laden. ,, Kommt," ruft er, alles ist bereit! Kommt alle, die ihr hungrig seid, Und lasset euch erquicen!" Von Gottes Wort. 157 stens in dem Himmelsfaal| denmahl Mich ewig wird Dein überschwenglich Freu- ergößen. Erdmann Neumeifler, 1671. Mel. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut. 54. 196. Wir Menschen ein Ende. Gib du selbst deisind zu dem, nem Donner Kraft, Daß o Gott! Was geistlich ist deine Lehre in uns haft', untüchtig. Dein Wesen, Auch reichlich in uns wohne. Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wist sen's und verstehen's nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 2. D'rum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, Daß durch die selben würd' befannt Dein heil'ger Will' und Rechte; Zum letzten ist dein lieber Sohn, O Vater! von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 6. Am Wege wird der Same fort Vom Teufel hingenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen. Der Sam' der in die Dornen fällt, Von Sorg' und Wollust dieser Welt Verdirbet 3. Für solches Heil sei, Herr! gepreis't, Laß uns dabei verbleiben, llnd gib uns und ersticket. deinen guten Geist, Daß wir 7. Ach hilf, Herr! daß dem Worte gläuben, Das wir werden gleich Allhier selb' annehmen jederzeit Mit dem guten Lande, Und sein Sanftmuth, Ehre, Lieb' und an guten Früchten reich, In Freud', Als Gottes, nicht der unserm Amt und Stande, Menschen. Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In feinem gutem Herzen. 4. Hilf! daß der losen Spötter Hauf Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött', sammt ihnen 8. Laß uns so lang wir d'rauf, Mit Schrecken nimmt leben hier, Den Weg der 158 Von Gottes Wort. Sünder meiden; Gib, daß aller Noth, Daß wir im Lewir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott' aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg' über all Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr! laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen, Erhalt es bei uns klar und rein; Hilf! daß wir d'raus genießen fort: Geduld, Lieb, HoffKraft, Rath und Trost in nung, Glauben. Justus Gesenius, 1604. Nach Andern: David Denike, 1603. ben und im Tod Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater! laß zu deiner Ehr' Dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf Jesu! daß uns deine Lehr' Erleuchten mög' und leiten. O heil'ger Geist! dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. mein Herz dich reden hört. 197. Theures Wort mich gar nicht stört, Wenn aus Gottes Munde! Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich Alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Geist der Gnaden! der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Deffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand Durch sein Wort mir zugefandt. 4. Gib dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mit die Augen wacker; Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein; Laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; Was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gib, daß auch dabei Er durch Liebe thätig ſei. 3. Lasse mich in diesen 6. Hilf, daß alle meine Schranken Ohne eitle Sor- Wege Nur nach deiner Richt gen sein. Schließe mich mit schnur gehn. Was ich hier den Gedanken In ein stilles zum Grunde lege, Müsse wie Wesen ein, Daß die Welt ein Felsen stehn, Daß mein Von Gottes Wort. 159 Geist auch Rath und That| dein Gnadensiegel, Schließ In den größten Nöthen hat. den Schaß im Herzen ein, 7. Laß dein Wort mir Daß ich fest im Glauben einen Spiegel In der Folge steh' Bis ich dort zum SchauJefu sein. Drücke d'rauf en geh'. 198. Gefes Benj. Schmolle, 1672. Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. und denn, daß du deine Pflicht Vollkommen hast vollendet. Was Christi Gnade Gut's verheißt, Wird dem, der gläubig sich erweis't, Frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder find't, Da schlägt es ihn danieder, Das Evange lium verbind't, Und heilt die Wunden wieder; Jen's predigt Sünde, Zorn und Fluch; Dies öffnet dir des Lebens Buch In des Erlösers Wunden. 6. Jen's decket dir dein Elend auf, Dies saget von Erbarmen; Jen's schläget unbarmherzig d'rauf, Dies hebt und trägt die Armen; Jen's zeigt und dräuet dir den Tod, Dies hilfet dir aus Tod und Noth, Und bringt dir Geist und Leben. Evangelium Sind beide Gottes Gaben, Die wir in unserm Christenthum Beständig nöthig haben; Doch bleibt ein großer Unterschied, Den nur ein solches Auge sieht, Das Gottes Geist erleuchtet. 2. Was Gett in dem Geſetz gebeut, Ist uns in's Herz geschrieben; Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben; Daß aber Gott die Welt geliebt, Und seinen Sohn für Sünder gibt, Das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht Uns ernstlich vorgetragen; Das Evangelium fann nicht, Als nur von Gnade sagen; Jen's zeigt dir, was du thun sollst, an; Dies lehrt, was Gott 7. Was das Gesetz zu an dir gethan; Jen's for- sagen hat, Gehört für rohe bert, dieses schenket. Herzen, Für Heuchler, die 4. Was das Geseß dir schon reich und satt, Die mit Gut's verspricht, Wird dir der Sünde scherzen; Des nicht zugewendet, Es sei Gnadenwortes Balsamöl 160 Von Gottes Wort. den. Senkt sich in eine franke denangst mit Trost und Fried' Seel', Die elend und bela- Sich in der Seele paaren. Treib mich, o Herr! durch rein Geseß, In deiner Gnate holtes Net, In des Erlösers Arme. 8. Wenn das Gescß den Zweck erreicht, So hört es auf zu flüchen; Sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, Wenn man will Gnade suchen; Es treibt zum Kreuz des Mittlers hin. Wenn ich an diesen gläubig bin, So hat der Trost fein Ende. 9. Mein Gott! laß die sen Unterschied Mich in der That erfahren; Laß Sün10. Gib aus dem Evangelio Mir Kräfte, dich zu lieben, Und als dein Kind, das frei und froh, Mid, im Gesetz zu üben! Gib Gnade, daß ich meine Pflicht Mit Heiligkeit und Zuversicht, In Lieb' und Glauben leiste 3. I. Rambach, 1693. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 41. üßes Evan-| Wundern hier, Als Messiae gelium, Das wohl gehandelt, Bis sein wie Milch und Honig schme- Kreuz und Tod zuletzt Mich det, Und mir Christi Prie- in Gnadenstand gesetzt. sterthum Durch viel Klarheit aufgerecket, Du bist meines Glaubens Ruhm, Süßes Evangelium. 199. 4. Dieses Alles laß in mir Meinen schwachen Glauben stärken, Und mich ein Erempel hier In den Stufen Jesu merken, Daß ich würdig wandle so Diesem Evangelio. 2. Du bist eine Gottesfraft, Seligmachend, die da gläuben; Es kann deine Wissenschaft Jesum nur in's Herze schreiben. Jesus ist allein dein Kern, Jesus aller Schriften Stern. 5. Nun ich leb' und sterbe d'rauf, Diese Lehre zu bekennen; Keine Schande hält mich auf, Dieses meinen Ruhm zu nennen; Jesus bleibt mein Eigenthum Und sein Evangelium. 3. Ei so stell't mir Jesum für, Wie er hat gelehrt, gewandelt, Und mit seinen Benj. Schmolke, 1672. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 77. 200. Wohl dem der nicht wandelt In gottloMenschen, ser Leute Rath! Wobl dem, Von Gottes Wort. 161 der nicht unrecht bandelt, auch grünen, Wer in Gottes Noch tritt auf der Sünder Wort sich übt, Luft und Erde Pfad, Der der Spötter wird ihm dienen, Bis er Freundschaft fleucht Und von reife Früchte gibt, Seine ihren Sesseln weicht, Der Blätter werden alt Und doch hingegen liebt und ehret, Was niemals ungestalt, Gott gibt uns Gott vom Himmel leh- Glück zu seinen Thaten, Was er macht, muß wohl gerathen. ret. 2. Wohl dem der mit Lust 4. Aber, wen die Sünd und Freuden, Das Gesetz erfreuet, Mit dem geht's viel des Höchsten treibt, Und hier anders zu, Er wird wie die als auf süßer Weiden Tag Spreu zerstreuet Von dem und Nacht verbarrend bleibt! Wind im schnellen Nu. Wo Dessen Segen wächst und der Herr sein Häufllein rich't, blüht Wie ein Palmbaum, Da bleibt kein Gottloser nicht. een man sicht Bei den Flüs- Summa: Gott liebt alle sen an der Seiten Seine Frommen, Und wer bös' ist, frischen Zweig' ausbreiten. muß umkommen. 3. Also, sag' ich, wird Paul Gerhard, 1660. Eigene Melodie. 62. 201. Gott hat ein Mund Den treuen Segen Wort gered't, spricht. Da weicht er nicht davon, Als er vom Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, An dem mein Vaterherz Ein'n Wohlgefallen hat, Wer ihn becachtsam hört, Der findet Trost und Rath. 3. Also bin ich gewiß, Daß Gott die Menschen liebt, Weil er den theuren Sohn Der Welt zum Pfande gibt; Daß ein getaufter Christ, Wenn er an Jesum gläubt, Hinfort in Noth und Tod Unangefochten bleibt. 2. Gott hat ein Wort gered't; Nun folgt mein Herze 4. Ach Jesu! ich bin dein, nach, Und führt das schöne Und du bist gleichfalls mein; Wort, Das Jakob dorten Damit soll unser Band Niesprach: Mein Herr! ich lasse mals getrennet sein; Sprich dich, In meinem Glauben mir als Bräutigam, Im nicht, Bis mir dein holder Geiste freundlich zu, Und 11 Von Gottes Wort. 162 socke mich hiedurch, Daß ich dergleichen thu'. 7. Sprich mir im Sterben zu; Ob gleich des Todes Bild Mich in der letzten Noth Mit lauter Angst erfüllt. Dein Geist erquicke mich, Und gebe mir den Sinn: Gott hat ein Wort gered't, Der Tod ist mein Gewinn. 5. Sprich mir im Glauben zu, Denn freilich ist es viel, Daß ein so großer Gott Was Schlechtes lieben will. Jedoch der Freudengeist Klopft also bei mir an: Gott hat ein Wort gered't, Das nicht betrügen kann. 6. Sprich mir im Leben zu, Wenn etwa Fleisch und Blut In meiner Frömmigfeit Mir viel zuwider thut; Damit mein blöder Muth Das Machtwort nicht vergißt, Wie gleichwohl deine Kraft In Schwachen mäch- bleibt. tig ist. 8. Ach Gott! es bleibt dabei: Im Anfang war das Wort, Das Wort war selber Gott; Nun geht der Segen fort, Der eben diesen Spruch In meine Seele schreibt: Gott hat ein Wort gered't, Das ewig stehen Chr. Weise, 1642. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. 202. Ach! bleib' bei Wort, Damit es schall an allem Ort. uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist, Dein göttlich's Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt'n betrübten Zeit, Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sacrament Rein b'halten bis an unser End'. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort, Und wehr' des Teufels Trug und Mord, Gib deiner Kirchen Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott! es geht gar übel zu, Auf dieser Erd' ist feine Ruh, Viel Secten und viel Schwärmerei Auf einen Haufen komm'n herbei. 3. Herr Jesu, hilf! dein' Kirch' erhalt', Wir sind gar sicher, faul und falt; Gib 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit G'walt erhöhen hoch Und Glück und Heil zu deinem bringen stets' was Neues Von der christlichen Kirche. 163 her, Zu fälschen deine rechte Kirchen wahrer Schuß, DaLehr'. bei erhalt' uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir leb'n in deinem Wort, Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal, zu dir in deinen Himmels Nic. Selneder, 1532. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern ja dein ist; Darum, so steh' du Denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß Und deiner Saal. Von der christlichen Kirche. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 34. 203. Erworben hat der Leib, der Herr das Haupt; sich Jesus Der ist sein Glied. der an Christ, Gesammelt die Ge- ihn glaubt, Und gute Früchte meine, Die ihm geweiht, ge- bringet. nennet ist Die christliche, die seine. Erworben durch sein eigen Blut, Hat er die Heerde ſeiner Hut Sich durch sein Wort gesammelt. 4. Auch wir sind von der Schaar ein Theil, Die sich ver Herr erwählet; Auch wir von ihm zu unserm Heil Zu seinem Volk gezählet, Das er in dieser Prüfungszeit Zum Himmel und zur Seligkeit Ruft, sammelt und bereitet. 5. Erhalte uns, Gott, auf dem Grund, Dárauf du uns erbauet! Bestärke, Jesu! selbst den Bund, Der uns mit dir vertrauet; Sei, Got3. Die Kirche wird ein tes Geist! sei hochgepreis't, Reich genannt, Das Chri- Da wir durch dich ein Leib stus selbst regieret; Ein Bau, und Geist In deiner Kirche den er mit seiner Hand Ge- worden. gründet, aufgeführet; Sie ist 6. Gib Lehrer, welche stets 2. Er sandte dies sein fräftig Wort Durch seiner Jünger Lehre An jedes Volk, an jeden Ort, Daß alle Welt es höre. Wo nun die Gnadenmittel sind, Wo man sie rein und lauter find't, Da ist die Kirche Christi. 164 Von der christlichen Kirche. dein Wort Recht rein und fennet schon, In allem Volk, lauter lehren! Gib Hörer, die Seinen, Und einst wird die auch immerfort Vollbrin- er auf seinem Thron Bor gen, was sie hören. Stärk' aller Welt erscheinen. Er uns mit deiner Kraft, ofömmt, der Herr, und hält Gott! Damit nicht Kaltsinn Gericht, Bringt, was verboroder Spott Uns von der Wahrheit wende. gen war, an's Licht Und sondert seine Heerde. 9. Dann siegt die Wahrheit und das Recht; Dann wird kein Feind mehr wüthen; Dann zieht des Herrn erwählt Geschlecht Mit ihm zum ew'gen Frieden. Triumph, Lob, Ehre, Preis, und Macht Wird dann Gott und dem Herrn gebracht! Dann siegt des Herrn Gemeine! Donabrücker Landesgesangbuch. 7. Vermischt ist hier noch Jesu Reich Mit Bösen und mit Frommen; Hier wird sein heilig Wort nicht gleich Von allen aufgenommen; Hier ist noch Kampf und Müh, hier steht Noch mancher Frevler auf, und schmäht Den Retter seiner Seele. 8. Doch Jesus sieht und Mel. Erhalt uns, Herr! bei deinem Wort. 5. 204. Nett, Herr erzeige Gnad'; Beweis' den Feinden in der That, Es gelte wirer vich fein Rath. Jesu! rett' dein' Ehr', Das Seufzen deiner Kirche hör'; Der Feind' Anschläg' und Macht zerstör', Die jetzt verfolgen deine Lehr'. 4. Steb' deinem kleinen Häuflein bei, Aus Gnaden Fried' und Ruh' verleih'; Laß jedermann erkennen frei, 2. Groß ist ihr' List, ihr Daß hier die rechte Kirche Truß und Macht; Sie fah- sei. ren hoch daher mit Pracht; All unsre Hoffnung wird verlacht, Wir sind bei ihn'n wie nichts geacht't. 3. Vergib uns unsre Missethat; Vertilg' uns nicht, Noth. 5. Laß sehn, daß du sei'st unser Gott, Der unsre Feinde segt zu Spott, Wirft ihre Hoffart in den Koth, Und hilft den Seinen aus der Joh. Heermann, 1585. Von der christlichen Kirche. Eigene Melodie. 77. 205. 3ion flagt mit möchtest finden, Einen ſol Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er ihm erwählet hat. Ach! spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Noth, llnd läßt mich so harte pressen, Meiner hat er ganz vergessen. chen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib' ich doch der ich bin; Meine Treu' bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier; Du hast mir mein Herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jeßt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jeßt nicht, wie vorhin erbarmen? 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann: Siehe, hier in meinen Händen Hab' ich dich geschrieben an; Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein, Deine Mauren will ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir in meinem Schoos, Wie die Kinolein, die noch saugen; Meine Treu zu dir ist groß; Mich und dich soll keine Zeit, Keine Noth, Gefahr noch Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden: Bleib getreu in allen Leiden. 3. Zion, o cu Vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund: Zwar du bist jeßt ie Betrübte, Seel' und Geist ist dir verwund't! Doch stell alles Trauren ein, Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen, Und aus ihren Sorgen lassen? 4. Ja, wenn du gleich 165 Joh. Heermann, 1585. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 86. 206. Jesu, cinig Felsen steht, Der nie unterwahres geht, Wenn gleich die ganze Haupt Der heiligen Ge- Welt Zertrümmert und zermeine, Die an Dich, ihren fällt: Heiland, glaubt, Und nur Jesu! auf dir alleine Als ihrem Erhör, erhör' uns, 2. Laß uns, bein kleines 166 Von der christlichen Kirche. Häufelein, Das sich zu dir und Leid Von dir nicht bekennet, Dir ferner anbe- scheiden mag, Bis wir den fohlen sein, Erhalt' uns un- Jubeltag Bei dir im Himgetrennet; Wort, Tauf' und mel halten. Abendmahl Laß in seiner Zahl Und ersten Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen dienen; Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buß fräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 5. Erbarm dich deiner Christenheit, Vermehre deine Heerde; Für uns, dein armes Häuflein, streit', Daß es erhalten werde; Den Aergernissen wehr'; Was dich hast, bekehr'; Was sich nicht beugt, zerbrich; Mach' endlich seliglich An aller Noth ein Ende. 6. Ach, Jesu! ach, wir bitten dich In deinem JesusNamen, Erhör', erhör' uns gnädiglich, Sprich, Jesu Ja und Amen. Willst du uns Jesus sein, Sind wir, Jesu! dein; So halt' dein Jesuswort Und laß uns hier und dort Darüber jubiJoh. Menzer, 1558. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen, Mach' uns dadurch getrost und froh, Das schwerste Kreuz zu tragen. Gib Beständigkeit, Daß uns Luft liren. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 14. 207. Christe, du hinder', Alles, was kämpfet Beistand dei- wider deine Glieder, Stürze ner Kreuzgemeine! Eilends darnieder. mit Hülf' und Rettung uns erscheine, Steure den Feinden, ihre Blutgerichte Mache zu nichte. 3. Friede bei Kirch' unt Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen, Gib zu genießen. 2. Streite doch selber für dein' arme Kinder, Wehre dem Teufel, seine Macht ver- 4. Also wird zeitlich deine Zum Katechismusunterricht. 167 Güt' erhoben, Also wird| armen Heerde! Himmel und ewig und ohn' Ende loben Erde. Dich, o du Wächter deiner Math. Appelles v. Löwenstern, 1594. Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. 208. Verzage nicht, wohl weiß, dir helfen schon, o Häuflein Dich und sein Wort erhalklein! Obgleich die Feinde ten. Willens sein, Dich gänzlich 3. So wahr Gott Gott zu zerstören, Und suchen dei- ist und sein Wort, Muß nen Untergang, Davon dir Türke, Papst und Höllenwird recht angst und bang; pfort, Und was dem thut Es wird nicht lange währen. anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott; Den Sieg woll'n wir 2. Dich tröste nur, daß deine Sach' Ist Gottes, dem befiehl die Rach', Laß ihn alleine walten; Er wird erlangen. durch seinen Gideon, Den er Michael Altenburg, 1583. ( Siehe auch die Lieder auf's Reformationsfest.) Zum Katechismusunterricht. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 5. 209. Höret, ihr El- ewig ist, Darein uns bringt tern! Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, Laßt sie doch kommen zu mir her, Daß ich durch sie mein Reich vermehr'. der Herre Christ Durch seine Lehr', darzu man wohl Die Kinder willig senden soll. 4. Gehorchet ihm und. bringt sie her, Daß man von Jugend auf sie lehr' In Kirch' und Schule, wie man soll Im Glauben Gott er2. Er schenket ja das Himmelreich! D, was ist dieser Gnade gleich? Was kennen wohl. ist hier Weltlust, Gut und Ehr? Bald hat's ein End' und ist nicht mehr. 5. Wer sie nicht zum Herrn Christo send't, Obschon er große Lieb' vor3. Das Himmelreich ja wend't, Bleibt doch ihr Hafs 168 Zum Katechismusunterricht. ser und ihr Feind, Nicht gut| aller Reichthum in der Welt? er es mit ihnen meint. 6. Was hilft den Kindern Gut und Geld, Ja Wer sie von Gott recht lebren läßt, Der ihnen thut dae Allerbest'. Ludw. Helmbold, 1532. Mel. Herr Jesu Chrift, mein's Lebens Licht. 5. 3. Dich unsern Vater rufen an, Der Allen helfen will und fann, Daß wir als Kinder nach der Tauf' Christlich vollbringen unsern Lauf. 2. Daß wir lernen die zehn Gebot', Beweinen unsre 4. So jemand fällt, nicht liegen bleib', Sondern zum: Sünd' und Noth, Und doch Beichtstuhl eil' und gläub; an dich und deinen Sohn Glauben, im Geist erleuchter schon. Zur Stärfung nehm' das Sacrament. Amen! Got geb' ein selig's End'. Ludw. Helmbold, 1532. 210. Herr, Gott! erbalt' uns für und für Die reine Katechis muslehr', Der jungen einfältigen Welt Durch deinen Luther vorgestellt. Mel. Sollt ich meinem 211. Liebster Jesu! sich' die Kinder, Die so theu'r von dir erkauft, Und als die erlösten Sünder Allesammt auf dich getauft, Sammeln sich in dieser Stunde, Hier vor dei nem Angesicht, Und weil du dir zugericht Macht und Lob aus ihrem Munde, Steigt es auch schon hier empor, Und schließt sich zum höhern Chor. Gott nicht singen. 91. nen soll erschallen Mit den Auserwählten dort, Lob in alle Ewigkeiten; Mache du doch selber hier Jeden wohlgefällig dir; Lasse deinen Geist bereiten Sie und uns zu dieser Zeit, Wie du's willst in Ewigkeit. 3. Gib zum Pflanzen und Begießen Dein Gedeihen aus der Höh', Laß den Samen wohl ersprießen, Daß man volle Früchte seh', Und 2. Siehe, wie mit Hau- sich Alles recht bekehre, In fen wallen Zu der Lehr' aus den Häusern, in der Schul', beinem Wort, Die, von de- In der Kirch', und wo dein Zum Katechismus unterricht. 169 Stuhl Aufgericht't zu unsrer Rutm; Schüße doch dein Lehre, Daß wir alle solcher Eigenthum. Weis' Pflanzen sein zu deinem Preis. 6. Wir erneuern heut den Bunde, Den wir in der Tauf' 4. Stelle Lehrern, Eltern, gemacht; Bitten dich mit Kindern Ernstlich vor die Herz und Munde, Mache Rechenschaft, Die, wo sie Jeden d'rauf bedacht, Hilf dein Werk verhindern, Schwer auf dem Gewissen baft', Daß an jenem großen Tage Jeder nach dem Amt und Pflicht So es treulich ausgericht't, Mit preisvollem Munde sage: Sieh' mich, und die mir gebor'n; Keines ist davon verlor'n. auch selbst, daß es geschehe, Daß der Geist sammt Seel' und Leib Srets vor dir unsträflich bleib', Bis er deine Zukunft sehe, Und als deines Reiches Glied Singe dort das neue Lied. 7. Amen! Lob und Preis soll nehmen Unser Gott und 5. Steure., Herr! den unser Lamm! Alles soll sich Aergernissen, Und der Bos- dir bequemen, Held und Hirt heit dieser Welt, Die schon aus Davids Stamm! Du Manchen hingerissen, Und bist kommen zu erkaufen noch immer Neße stellt. Ach! Deine Schaf' mit deinem erhalte in der Treue, Neiße Blut, Als kein Freund für mächtig aus Gefahr Die so Freunde thut, Da wir in der theu'r erlöste Schaar, Daß Irr' gelaufen! Ewig, ewig dein Herz sich ihrer freue! soll es sein, Daß dich preise Es betrifft, Herr! deinen Groß' und Klein'! Würtemberger Gesangbuch, 1763, Mel. Liebster Jefu wir sind hier 42. 212. Habe Dank für Unterricht, Den du, Jesu! mir gegeben. Dieses Wort gibt mir ein Licht, Recht zu glauben, fromm zu leben. Lasse mich nur deinen Willen Durch des Geistes Kraft erfüllen. 2. Hab' ich nicht bisher gethan, Was du hier mir vorgeschrieben, Ach! so treib' mich fünftia an Deine Zeugnisse zu lieben, Taß dein Wort, was ich verrichte, Mich auf jenen Tag nicht richte. 3. Fehlet mir nod immer ' was, Wie dein Wort mich überzeuget, Schaffe, daß ohn' 170 Von den heiligen zehn Geboten. Unterlaß Sich mein Herze) über Alles schäßzet, Wirt darnach neiget, Und im zum Segen eingeseßet. Glauben durch die Liebe Sich bei stetem Wachsthum übe. 5. Endlich laß in aller Noth Mich dein süßes Wort erquicken, Auch wenn mir 4. Diesen Schaß, den du der blasse Tod Dräu't die mir nun Hast in meine Brust Augen zuzudrücken. Laß mich geleget, Laß darinnen feste dieseu Trost ererben: Wer ruh'n. Denn, wer dich im dein Wort hält, wird nicht Herzen träget, Dein Wort sterben. Benj. Schmolke, 1672. für all' Wohlthat. 34. 3. Gib solche Leut', Die ungescheut Uns zeigen an Die rechte Bahn, Die du bereit't Zur Seligkeit; Mit deinem Geist Ihn'n Hülfe leist', Daß nicht mit Macht Werd' hergebracht Des alten Gräuels finstre Nacht; 4. Darinnen nicht Ein Fünklein Licht, In Angst und Leid, Von Trost und Freud'. Dein Wort allein Kann tröstlich sein; Dasselb erhalt' Bei Jung' und Alt Bis an das End', Und stürz behend' Der uns raubt Wort und Sacrament! Joh. Heermann, 1585. Mel. Ich dank' dir Gott! 213. Wir danken dir, Gott, für und für, Daß du dein Wort Auch diesem Ort mit hellem Schein Erhalten rein, Und bitten dich, Laß sicherlich Je mehr und mehr Die rechte Lehr' Ausbreiten sich zu deinerEhr'. 2. Der Schatz ist theu'r, D'rum wehr' und steu'r Der Feinde Truß, Halt selber Schuß, Daß sie, mit List Und Mord gerüst't, Dies schöne Licht Auslöschen nicht; Laß ihren Rath, Der früh und spat Läuft wider uns, nicht finden Statt. Bon den heiligen zehn Geboten. Eigene Melodie. 19. 214. Dies sind die Gebot', Die uns gab unser beil'gen zehn Herre Gott, Durch Mosen Von den heiligen zehn Geboten. 171 seinen Diener treu, Hoch auf wahren rein, Daß auch dein dem Berg Sinai. Kyrie- Herz fein' andre mein', Uni leis. halten feusch das Leben dein, Mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein Gott und Herr, Kein' Götter sollt du haben mehr, Du sollt mir ganz vertrauen dich, Von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis. 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, Nicht wuchern jemand's Schweiß noch Blut, Du sollt aufthun dein' milde Hand Den Armen in deinem Land. Kyrieleis. 3. Du sollt nicht führen zu Unehr'n Den Namen Gottes deines Herrn, Du 9. Du sollt fein falscher follt nicht preisen recht Zeuge sein, Nicht lügen auf noch gut Ohn' was Gott den Nächsten dein, Sein' selbst red't und thut. Ky- Unschuld sollt auch retten du, rieleis. Und seine Schand decken zu. Kyricleis. 10. Du sollst dein's Nächsten Weib und Haus Begehren nicht, noch etwas d'raus, Du sollt ihm wünschen alles Gut' Wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. 11. Die G'bot' all' uns gegeben sind, Daß du dein' Sünd, o Menschenfind! Erkennen sollt und lernen wohl, Wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis. 12. Das belf uns der Herr Jesus Christ, Der unser Mittler worden ist, Es ist mit unserm Thun verlor'n, Verdienen doch nur eit'l Zorn. Ryrieleis. Dr. Martin Luther, 1483, 4. Du sollt heil'gen den sieb'nten Tag, Daß du und dein Haus ruhen mag, Du sollt von dein'm Thun lassen ab, Daß Gott sein Werk in dir bab'. Kyrieleis. 5. Du sollt ehr'n und gehorsam sein Dem Vater und der Mutter rein, Und wo dein' Hand ihn'n dienen kann, So wirst du lang's Leben han. Kyrieleis.. 6. Du sollt nicht törten zorniglich, Nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, Und auch dem Feind thun das Gut'. Kyrieleis. 7. Dein' Eh' sollt du be Von den heiligen zehn Geboten. Mel. Dies sind die heil'gen zehn Gebot. 19. 215. Mensch, willt du heil'gen den Sabbathtag, leben selig- Daß ich in dir wirken mag. Kyrielcis. lich, Und bei Gott bleiben ewiglich Sollt du halten die zehn Gebot', Die uns gebeut unser Gott. Kyrieleis. 2. Dein Gott allein und Herr bin ich, Rein ander Gott soll irren dich, Trauen soll mir das Herze dein, Mein eigen Reich sollt du fein. Kyrieleis. 172 3. Du sollt mein'n Namen ehren schon Und in der Noth mich rufen an, Du sollt Mel. 4. Dem Vater und der Mutter dein Sollt du, nach mir, gehorsam sein, Niemand tödten noch zornig sein, Und deine Eh' halten rein. Kyrieleis. 5. Du sollt ein'm Andern stehlen nicht, Auf Niemand Falsches zeugen nicht, Deines Nächsten Weib nicht begehr'n, Und all sein's Gut's gern entbehr'n. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, 1483. 216. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. err! deine 3. Hilf, daß ich deinen Necht und Nam' und Bund Aus deidein Gebot, Darnach wir nem Wort erkenne, Und niesollen leben, Wollst du mir, mals dich mit meinem Mund o getreuer Gott! In's Herze Ohn' Herzensandacht nenne, selber geben, Daß ich zum Daß ich bedenke Tag für Guten willig sei, Und ohne Tag Wie stark mich meine Falsch und Heuchelei, Was Taufzusag' Zum Dienste dir du befiehlst, vollbringe. verbindet. 2. Gib, daß ich dir allein 4. Daß ich erlang' die vertrau', Allein dich fürcht' Sabbathruh', Gib, daß aus und liebe, Auf Menschen- Furcht und Liebe Zu dir, ich Trost und Hülf nicht bau', deinen Willen thu', Und mich Noch mich darum betrübe; darin stets übe, Daß ich die Daß großer Leute Gnad' und Predigt und dein Wort Gern Gunst, Gewalt, Macht, hör' und lerne, und hinfort Reichthum, Wiß und Kunst Es heil'ge, nicht verachte. Mir nicht zum Abgott werde. 5. Die Eltern sammt der 173 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm abwendeSchmach und Schimpf, Doch Böses nicht gut heiße; Gib, daß ich lieb Aufrichtigfeit, Und hab' ein'n Abscheu jederzeit Am Lästern und am Lügen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Nach Aus Zorn und 10. Laß mich des NächFeindschaft übe, Den, der sten Haus und Gut Nicht mich fränkt mit Kreuz und wünschen noch begehren; Schmach, Dennoch von Her- Was aber mir vonnöthen zen liebe, Sein Glück und thut, Das wollst du mir geWohlfahrt Jedem gönn', währen; Doch daß es NieSchau', ob ich Jemand die mand schädlich sei, Ich auch nen könn', Und, thu' es dann ein ruhig Herz dabei Und mit Freuden. deine Gnad' behalte. Von den heiligen zehn Geboten. Obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich ja chren allezeit, Taß mir's woblgeb' auf Erden; Für ihre Sorg' und Treu' laß mich, Wenn sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr' und Dank er weisen. 7. Unreine Werk' der Fin- 11. Ach, Herr! ich wollte sterniß Laß mich mein Lebtag ja dein' Recht' Und deinen meiden, Hilf, daß ich nicht heil'gen Willen, Wie mir für Lust- Seuch' müß' Der gebührt, als deinem Knecht, Höllen Qual dort leiden! Ohn' Mangel gern erfüllen; Schaff' in mir, Gott! ein Ich fühl' jedoch, was mir reines Herz, Daß ich schand- gebricht, und wie ich das bare Wort und Scherz, Auch Geringste nicht Vermag aus Fressen haß' und Saufen. eignen Kräften. 8. Verleih', daß ich mich redlich nähr'; Und böser 12. D'rum gib du mir von deinem Thron, Goit Ränke schäme, Mein Herz Vater! Gnad' und Stärke; vom Geiz und Unrecht fehr', Verleih', o Jesu, Gottes Nichts durch Gewalt hin Sohn! Daß ich thu' rechte nehme, Und von der Arbeit Werke; O heil'ger Geist! meiner Händ', Was übrig hilf, daß ich dich Von ganist, auf Arme wend', Und zem Herzen, und als mich nicht auf Pracht und Hoffart. Den Nächsten, treulich liebe. Luc. Osiander; nach Andern: D. Denike, 1603. 174 Von den heiligen zehn Geboten. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 217. Herr! dein Ge- Gehorsam üben, Und daß seß, das du wir dich, das höchste Gut, der Welt Zur Richtschnur Aus allen Kräften lieben; haft gegeben, Daß du zur Es will, daß, wie du heilig Regel vorgestellt, Darnach heißt, Auch unser Herz und wir sollen leben, Das deinen ganzer Geist Durchaus geWillen offenbart, Ist ganz heiligt werde. von einer andern Art, Als menschliche Gesetze. 6. Es soll, bei wahrer Weisheit Licht, Der Liebe Feuer brennen, Kein Mangel soll an unsrer Pflicht Bemerket werden können; Es soll sich keine böse Lust, Kein arger Trieb in unsrer Brust Sich auch nur heimlich regen. 7. Kannst du, o Mensch! auf solche Art Wohl das Geseß erfüllen? Du siehst rarinnen offenbart Des Allerhöchsten Willen: Allein, wie voller Sclaverei, Wie labm und matt dein Wille sei, Das wirst du leichtlich spüren. 2. Mit äußerlicher Ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Ob gleich die Hand nicht schlägt, noch dräut, Die Lippen nicht betrügen, Das Auge nicht Verbot'nes sieht, Ja über dies ein jedes Glied In seiner Ordnung bleibet. 3. Ist Einer gleich ein Flucher nicht, Kein Dieb, fein Sabbathsschänder, Kein Frevler, der die Ehe bricht, Kein Mörder, kein Verschwender, Kein Freund vom übrigen Geschwäß, So ist dein heiliges Gesetz Doch damit nicht zufrieden. 4. Weiß Einer gleich die böse Lust Mit Nachdruck zu bezwingen, Und die Affecten seiner Brust In Still' und Rub' zu bringen, Daß sich ihr Wüthen legen muß, So ist doch des Gesetzes Schluß Auch damit nicht zufrieden. 8. So lerne denn, daß nach dem Fall Kein Mensch auf dieser Erden Durch das Gesetz ein einigmal Vor Gott gerecht mag werden, Es ist zu hoch, und du zu schwach, Es träuet denen Fluch und Nach', Die es nicht völlig halten. 9. D'rum eile mit ge5. Es fordert daß Leib, beugtem Sinn, Der sich in Seel' und Muth Sich im Thränen büllet, zu deinem Von den heiligen zehn Geboten. 175 treuen Mittler hin, Der das schreiben, Thu' williglich, Gesetz erfüllet; Nimm cas, was es dich heißt. Wenn was er für dich gethan, Mängel überbleiben, So laß Nimm den Gehorsam gläu- nur deinen Glauben ruh'n big an, Zur Tilgung deiner In Christi ganz vollkomm'Schulden. nem Thun, Der Alles dir erseget. 10. Laß aber auch in dei nen Geist Dir sein Gesege 3. I. Rambach, 1693. Mel. Dies sind die heil'gen zehn Gebot'. 19. 218.Wenn ich die nicht gedient mit will'ger heil'gen zehn Hand. Kyrieleis. Gebot Betrachte, die du selbst, o Gott! Gegeben hast, erschrecke ich, Daß ich so sehr erzürnet dich. Kyrieleis. 6. Ich hab' den Nächsten nicht geliebt, Vielmehr geneidet und betrübt; Zank, Hader, Streit gefangen an, Durch Zorn und Nachgier Sünd' gethan. Kyrieleis. 2. Ich hab' die Creatur weit mehr Geliebt, als dich und deine Ehr'; Dich nicht gefürcht't, dir nicht vertrau't, Auf mich und Menschenhülf gebaut. Kyrieleis. 7. Ich hab' unreine Lust gesucht, Nicht Heiligkeit geliebt und Zucht; Zum Def tern auch in Trank und Speif' Hintangeseßet Maaß und Weis'. Kyrieleis. 3. Ich habe deinen Nam' und Bund Vergeblich oft geführt im Mund, Mit Herzensandacht nicht betracht't, Herr! deine Weisheit, Güt' und Macht. Kyrieleis. 8. Ich hab' mein Amt nicht so verricht't, Wie es erfordert meine Pflicht: Mit Unrecht Gut an mich gebracht, Den Armen nicht mit Hülf bedacht. Kyrieleis. 4. Ich hab' zubracht den Sabbathtag, In Wollust oder Müh' und Plag': Dein Wort versäumt und nicht gepreis't, Was du für Wohlthat mir erweist. Ryrieleis. 5. Ich habe nicht geehrt allzeit, Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, Ihr' Treu und 10. Ich hab' mit RechSorge nicht erkannt. Auch tes- Schein- und Lift Be9. Ich hab' den Läst'rer gern gehört, Nicht all's zum Besten vorgekehrt, Mich nicht beflissen jederzeit Der Wahrheit und Aufrichtigkeit. Kyrieleis. Vom Glauben. 176 gehrt, was meines Nächsten ist, Was sich an Gütern bei ihm find't, Sein Amt, sein Haus, Land, Vich, Gesind'. Kyrieleis. 11. Ach starker und ewiger Gott! Wer dich veracht't und dein Gebot, Deß Lohn ist Zorn und Ungenad', Bis in den dritten, vierten Grad. Kyrieleis. 12. Der aber hat in tausend Glied, Hie zu erwarten Gnad' und Fried', Der dich, Herr! liebt, und dein Geseß Hält über Lust und alle Schäß'. Kyrieleis. 13. Solch' Vorsaß, leiver! ist nicht hier, Es wohnet gar nichts Gut's in mir: Ich habe nicht darnach getracht't, Was du gedräut und zugesagt. Kyrieleis. 14. Mein Dichten ist von Jugend auf Sehr bös' im ganzen Lebenslauf; Denn ich ganz von der Scheitel bin Verderbt bis auf die Fußsohl hin. Kyrieleis. 15. Wer merket auch, wie oft er fehlt, Bis sein Gewissen ihn d'rum quält? Sollt' ich antworten vor Gericht, Ich könnt' auf tausend eines nicht. Kyrieleis. 16. Ach, Vater! sieh' mein Elend an, Verzeihe mir, was ich gethan, Nimm weg durch deine Güt' und Huld Die schwere Straf', die ich verschuld't. Kyrieleis. 17. Gedenf', daß deinSohn, Jesus Christ, Ein Fluch am Holze worden ist Für mich und meine Missethat, Die er auf sich genommen hat. Kyrieleis. 18. Weil ich denn bin in Christo nun Geschaffen, gute Werk zu thun, So gib mir deines Geistes Gab', Daß ich vom Bösen lasse ab. Kyrieleis. 19. Daß ich nach deinem Willen leb', Der Sündenlust stets widerstreb', Und darnach ringe fort und fort, Daß ich eingeb' zur engen Pfort'. Kyrieleis. D. Denile, 1603. Bom Glauben. Eigene Melodie. 90. 219. Wir ir gläuben und der Erden, Der sich zum all' an Einen Vater geben hat, Daß wir Gott, Schöpfer Himmels seine Kinder werden. Er will Vom Glauben. 177 uns all' zeit ernähren, Leib Für uns, die wir war'n verund Seel auch wohl bewahren, Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren, Er sørget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner Macht. loren, Am Kreuz gestorben, und vom Tod Wied'r auferstanden ist durch Gott. 3. Wir gläuben an den Heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt, Uns mit Gaben zieret schöne, und unsern Herren, Der Die ganze Christenheit auf ewig bei dem Vater ist, Glei- Erden Hält in einem Sinn cher Gott von Macht und gar eben; Hier all' Sünd Ehren; Von María der vergeben werden. Das Fleisch Jungfrauen Ist ein wahrer soll uns wieder leben: Nach Mensch geboren, Durch den diesem Elend ist bereit Uns heil'gen Geist im Glauben, ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther, 1483. 2. Wir gläuben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn Mel. Herr Jesu Christ mein's Lebens Licht. 5. 4. Denn er nahm auf glaub' an 220. einen Gott, sich unsre Noth, Erlös'te uns der heißt: Gott Vater, Sohn durch Kreuz und Tod Von und Heil'gerGeift; Der schuf Sünden, Tod und Höllenaus Nichts die ganze Welt, pein, Daß wir versöhnt und Die er noch wunderbar er selig sein. hält. 5. Der Heil'ge Geist beut Jedermann Durch's Wort den wahren Glauben an, Und wirft ihn, wo kein Widerstand, Wird selbst des Lebens Unterpfand. 2. Der Mensch war Gottes Ebenbild, Mit Weisheit, Lieb' und Kraft. erfüllt: Der Fall hat Sünd' und Tod gebracht Und uns zu Satans Bild gemacht. 3. Dies jammert' Gott von Ewigkeit, Gab seinen Sohn uns in der Zeit, Der 6. Wer Buße thut, an Christum gläubt, Fromm lebt und bis an's Ende bleibt, Ist Gottes Kind, Gott selbst Gott und Mensch, bheißt ist sein, Stirbt selig, geht Jesus Christ, Und aller Men- zum Himmel ein. schen Heiland ist. 7. Hingegen, wer da wi12 Vom Glauben. 178 berstrebt, In Sünd' und ohne Buß' fortlebt, 3st Satans Kind, das Gott nicht ehrt; Stirbt so, daß er zur Hölle fährt. 8. Hilf, o Herr Jesu! hilf tu mir, Erhalt' den wahren Glauben mir, So werde ich von Sünden rein Und hier und dort recht selig sein. Christoph Starfe, 1684. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hált. 54. 221. Ach Gott! be- Taufe danken; Da zog ich wahre mei meinen Jesum an, Der nicht nen Sinn, Und laß mich bei will von mir wanken; Ja, der Lehre, Davon ich schon wenn mich der zur Buße versichert bin, Daß ich die lenft, So wird fein neues Wahrheit höre. Ich glaube, Pfand geschenkt; Es bleibet was die Christenheit, Bald bei der Taufe. Anfangs zur Apostel Zeit, Von ihrem Jesu glaubte. 5. Doch glaube ich auch, daß die Frucht Den Glau2. Ich glaube, daß der ben soll beweisen, Und daß ganze Grund Auf deinem wir eben durch die Zucht Worte stehet, Ja, daß der Gott vor den Menschen preialt' und neue Bund Allein sen: Wiewohl, was ich aus auf Christum gehet, Da find' Liebe thu', Da seg' ich kein ich Weisheit und Verstand, Verdienst vazu; Nein! Jesus Und habe keinen Menschen hat's verdienet. tand Zur Gottesfurcht vonnöthen. 3. Ich glaube, daß mich Jesus liebt, Der mich mit dir versöhnet, Und der sein Blut zum Pfande gibt; Wenn mich auch schon verböhnet Der Tod, bleib' ich an deiner Huld, Und werde auch für meine Schuld Auf feinen Ablaß denken. 6. Ich glaube, daß wir allbereit In Hoffnung selig heißen, Und Niemand foll die Freudigkeit, Aus meinem Herzen reißen. Ich bleibe, wo mein Jesus bleibt, Und was er durch sein Blut verschreibt, Das ist bei dir bezahlet. 7. Ach Gott! der Glaub ist recht und gut, Nur wollst 4. Daß aber ich dies du Gnade geben, Daß ich glauben kann, Muß ich der mit recht getrostem Muth, Vom Glauben. 179 Dies glaub' in meinem Le- selig bringen wirst Vor ben; Bis du mich einstens Glauben zu dem Schauen. dahin führst, Wo du mich Christian Weise, 1642. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 222. Herr, allerhöch- Zuversicht! Auf daß fick mehr' in mir Des wahren Glaubens Licht. ster Gott! Von dem wir alle Gaben, Und was uns nüßlich ist, Durch Bitte müssen haben. Ich Sünder klage dir, Daß leider! ich nicht fann Dich, wie ich gerne wollt', Im Glauben beten an. 5. O frommer Gott! der eu Ein Fünklein angezünde Des Glaubens, blas' es auf Daß, wenn sich ja Noth findet, Ich wohl gerüstet ſei Und gute Ritterschaft Ausübe allezeit Durch dieſes Lichtes Kraft. 2. Ich glaube ja zwar wohl, Doch mit sehr schwachem Glauben, Den mir noch will dazu Der böse Feind wegrauben. In solcher Noth, o Gott! Weil ich auf dich allein Vertraue wollest du Mein treuer Helfer sein. 6. Herr Jesu! blicke du Mich an aus lauter Gnaden, Wie dort das arme Weib Von Cana, das beladen Mit vielem Unglück war Vertritt du mich bei Gott Damit mein schwacher Glaub' Hier werde nicht zu Spott. 3. Ach! recke du mir zu Doch deine Gnaden- Hände, Hilf meiner Schwachheit auf, Und Stärfung mir zusende. 7. Ach, lieber Herr! wis schon dem Senfforn du Für Petrum haft gebeten gleich Mein Glaube ist sehr Daß er nicht möchte ab Vow flein, So laß ihn coch bei mir In stetem Wachsthum ſein. wahren Glauben treten; Sr bitte auch für mich, Der dr mein Mittler bist, Weil es dein Wille ja, Und mir er. sprießlich ist. 8. Erhöre mich. meir Gott! Mein Gott! mich doch erhöre. Merk' auf mein Fles hen, Herr! Der Bitte mich 4. Ich bin zwar schwach, doch ist Der Glaub' in mir geschäftig, Und reine Stärk' und Kraft-Sei in mir Schwachen kräftig. Ach, zeuch mich hin zu dir, Herr! meine 180 gewähre, Daß ich des Glaubens Ziel, Der Seelen SeVom Glauben. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. ligkeit, Erlange dort einmal Bei dir in Ewigkeit. Breslauer Gesangbuch, 1745. eſu 223. Jesu stärke mei3. Laß mich deinen Geist nen Glau- regieren, Liebster Herr! nach ben, Daß er nicht gearündet deinem Wort, Und auf deisei Auf zerbroch'ne Mei- nen Wegen führen, Denn du nungsschrauben, Daß er bist mein treuer Hort, Der ohne Heuchelei Bleib' allein im Glauben mich erhält, bei deinem Wort Unverrü- Wider Teufel, Sünd' und det fort und fort, Daß ich mich darauf verlasse, Und mit festem Glauben fasse. 2. Dann mag Satan Neße stellen, Was frag' ich nach seinem Strick? Ja, was frag' ich nach der Höllen, Ich bin frei von ihrer Tück; Du, du, Jesu, bist bei mir, D'rum bleib' ich auch stets bei dir; Laß mich nichts von dir abtreiben, Ich will treulich bei dir bleiben. Welt. Wenn sie noch so gräulich wüthen, Kannst du mich doch wohl behüten. Jesu Christ! Daß man recht könne gläuben, nicht Jeder mannes Ding es in. Auch standhaft zu verbieiben. D'rum hilf du mir von oben yer, Des wahren Glaubens mich gewähr', Und daß ich o'rin verharre. 2. Lehr' du und unter4. Du, du wirst die Ebrenkrone Ungezweifelt schenten mir, Du wirst mir zum Gnadenlohne Thuen auf die Himmelsthür. Herr! ich bleibe dir verpflicht't, Herr ich glaub' und zweifle nicht Du wirst mir nach diesem Leben, Auch des Himmels Freude geben. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh' darein. 54. 224. S Gottesweise mich, Daß ich den VuSohn, Herr ter fenne, Daß ich, o Jesu Christe, dich, Den Sohn des Höchsten nenne, Daß ich auch ehr' den Heil'gen Geist Zugleich gelobet und gepreis't, in dem dreiein'gen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnaden- Heil Das wahr' Erfenntniß finden, Wie der nur an dir habe Theil, Dem 181 fältig sei, Den Glauben zu behalten, Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög' walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß' mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. Vom Glauben. bu vergibst die Sünden. Hilf, daß ich's such, wie mir gebührt, Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, In's Herze es wohl fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse, Daß zur Gerechtigkeit mir werd', Wenn ich vonSünden bin beschwert, Mein lebendiger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich Des Blut's, das du vergossen, Auf daß in deinen Wunden ich Bleib' 9. Insonderheit gib mir all' zeit eingeschlossen, Und die Kraft, Daß vollends bei durch den Glauben auch die dem Ende Ich übe gute NitWelt, Und was dieselb' am terschaft, Zu dir allein mich höchsten hält, Für Koth all- wende In meiner letzten zeit nur achte. Stund' und Noth, Des Glaubens End', durch deinen Tod, Die Seligkeit erlange. 6. Wär' auch mein Glaub' wie Senfforn klein, Und daß man ihn kaum merke, Wollst 10. Herr Jesu, der du du doch in mir mächtig sein, angezünd't Das Fünklein in Daß deine Gnad' mich stärke, mir Schwachen, Was sich Die das zerbroch'ne Rohr vom Glauben in mir find't, nicht bricht, Das glimmend Du wollst es stärker machen. Tocht auch vollends nicht Was du gefangen an, vollAuslöschet in den Schwa- führ' Bis an das End', daß chen. dort bei dir Auf Glauben 8. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, Laß ihn. sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für, Und reich in guten Werken, Daß er sei thätig durch die Lieb' Mit Freuden und Geduld sich üb', Dem Nächsten fort zu dienen. 7. Hilf, daß ich stets sorg- folg' das Schauen. D. Denike, 1603. Rach Andern: 3. 3. Breithaupt, 1658. Vom Glauben. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 225. Mensch, der für mich gethan Im Leben Himmel ist und im Sterben, Da hat Gott Wohlgefallen d'ran, Das läßt mich nicht verderben; Das ist mein Licht, mein Trost und Nuhm, Durch Glauben wird's mein Eigenthum, Und heiligt meine Seele. 182 zu fern, Durch Werk' ihn zu ersteigen! Wenn der Gehorsam unsers Herrn Nicht wird im Geist dein eigen, So wirst du nimmermehr gerecht, Und bleibest ein unnüßer Knecht Mit allen deinen Werken. 2. Was vor der Menschen Angesicht Nach dem Gesetz geschiehet, Das gilt vor Got tes Aug' noch nicht, Weil er auf Glauben siehet. Wie fannst du aber ohne Geist, Was Gott im Geist vollbringen heißt, Aus eig'ner Kraft erfüllen. 6. Du hast mich, Herr! durch deinen Tod Von meiner Schuld gereinigt, Haſt mich nach schwerer Sündennoth Zum Leben dir verei nigt. Du deckest meine Schande zu, Und bringest meiner Seele Ruh', Und Gnade bei dem Vater. 3. Wer nicht durch Christum wird gerecht, Der kann nicht selig werden; Er ist und bleibt ein armer Knecht Dort, und schon hier auf Erden; Er bleibet durch's Gesetz verflucht, So lang er ohne Glauben sucht Die Seligkeit zu finden. 7 Wo aber Glaub' und Christus ist, Und Sünden sind vergeben. Da führt denn auch ein wahrer Christ Nach dem Gesetz sein Leben; Er wandelt fromm sein Leben lang, Doch ohne Knechtsgeist, ohne Zwang, Weil alles geht aus Liebe. 4. Du, Jesu! giltst vor 8. Nun, für so hohe GnaGott allein Mit deinem Thun dengab', Herr Jesu! will ich und Leiden. Bringt' das der danken, Und weil ich sonst Glaub' in's Herz hinein, kein Opfer hab', Als was So kann die Seel' sich klei- du gibst mir Kranken, So den: Du selbst gibst ihr das nimm von meinem neuen Ehrenkleid, Den Brautschmuck Sinn Des Herzens Opfer der Gerechtigkeit; Damit gnädig hin, Und bring es wird sie bestehen. vor den Vater! 5. Was du, mein Herr, 3. I. Rambach. 1693. Bom Glauben. 183 Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 226. Der Glaub' ist vermehren. Laß aber auch eine Zuver des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein, Sonst ist dein Glaube eitel. sicht Zu Gottes Gnad' und Güte; Der bloße Beifall thut es nicht, Es muß Herz und Gemüthe Zu Gott völ lig gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein, Ohn' Zweifel und ohn' Wanken. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift In völligem Vertrauen, Und Jesum Chriſtum recht ergreift, Auf sein Verdienst thut bauen, Der hat des Glaubens rechte Art, Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich zu rühmen, Und doch die Werke nehmen an, Die Christen nicht gezieman. Wer das thut, der soll wissen frei, Daß sein Glaub' nur sei Heuchelei, Und werd' zur Höll' ihn bringen. 5. D'rum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt' in Gottes Wegen; Daß sein ( Blaub' ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei, Und vor dem Nächsten 3. Dies aber ist fein Menschenwerk, Der Glaub' kommt von dem Herren; D'rum bitt', daß er ihn in lenchte. dir stärf', Und täglich w:!!' L. A. Gotter, 1661. Mel. Herr Christ, ber ein'ge Gottessohn. 51. 227. Herr 3: su, Und hilf genädiglich; Laß Guaden- deine Friedensgaben Mein armes Herze laben, Ach! Herr, erhöre mich! sonne, Wahrhaftes Rebenslicht! Laß Leben icht und Wonne Mein bløres Angesicht Nach deiner Gnad' er freuen, und einen Geist erneuen; Mein Gott versag' mir's nicht! 3. Vertreib aus meiner Seelen Des alten Adams Sinn, Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst 2. Vergib mir meine Sün- ergebe, Und dir zu Ehren den, Und wirf sie hinter dich, lebe, Weil ich erlöset bin. Laß allen Zorn verschwinden,| 4. Befördre dein Erkennts 184 Bom Glauben. niß In mir, mein Seelen- zum Wohlgefallen Beständig hort! Und öffne mein Ver- möge wallen Auf rechter Le ständniß Durch dein heiliges bensbahn. Wort: Damit ich an dich 7. Nun, Herr! verleih' gläube, Und in der Wahrheit mir Stärke, Verleih' mir bleibe, Zu Troß der Höllen- Kraft und Muth; Denn pfort. 5. Tränk' mich an deinen Brüsten Und freuz'ge mein' Begier, Sammt allen bösen Lüften, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt ab= sterbe, Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb' in dir. das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen 3st böse und nicht gut. 8. Darum du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu! Wend' allen Seelenschaden, Und mach mich täglich neu! Gib daß ich deinen Willen Gedenke zu erfüllen, Und steh' mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 1661. alle Gott. 63. 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir Mel. Nun danket 228. Versuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In Demuth und Geduld, In Sanftmuth, Freundlichkeit, In Lieb' dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit? 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und thut in Einfalt es Dem Nächsten wieder geben; Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preis't er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, 2. Der Glaube ist ein Was Gott im Wort zusaget; Licht Im Herzen tief verbor- D'rum muß der Zweifel fort, gen, Bricht als ein Glanz Die Schwermuth wird verhervor, Scheint als der helle jaget; Sieh', wie der Glaube Morgen, Erweiset seine Kraft, bringt Die Hoffnung an den Macht Christo gleich gesinnt, Tag, Hält Sturm und WetVerneuert Herz und Muth, ter aus, Besteht in Unges Macht dich zu Gottes Kind. mach. Vom Gebet. 185 5. So prüfe dich denn] In mir den wahren Glauwohl, Ob Christus in dir ben, So kann mir feine lebet? Denn Christi Leben Macht Die guten Werke rauist's, Wonach der Glaube ben! Wo Licht ist, geht der strebet; Erst machet er ge- Schein Freiwillig davon recht, Dann heilig, wirket aus. Du bist mein Gott und Lust Zu allem guten Werk; Herr, Bewahr' mich als dein Sieh ob du auch so thust? Haus. 6. D Herr, so mehre doch J. J. Breithaupt, 1658. Bom Gebet. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 229.Wohlauf, mein Herz! zu Gott Dein' Andacht fröhlich bringe, Daß dein Wunsch und Gebet Durch alle Woldringe, Weil Gott dich beten heißt, Weil dich sein lieber Sohn, So freudig treten heißt Vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir Befohlen hat zu beten; Dein Bruder ist's, der dich Vor ihn getrost heißt treten; Der werthe Tröster ist's, Der dir die Wort' gibt ein; D'rum muß auch dein Gebet Gewiß erhöret ſein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das dir nichts fann versagen; Sein Mund, sein theures Wort Vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich däucht, kann seine Vaterhand Noch geben, die von dir So viel Noth abgewandt. 4. Komm! fomm! fomm freudig her In Jesu Christi Namen, Sprich: lieberVater, hilf! Ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß es wird geschehn, Du wirst mich lassen nicht, Du wirst, du willst, du fannst Thun, was dein Wort verspricht. Joh. Dlearius, 1611, Eigene Melodie. 38. vah! will ich Eingen, Denn wo ist sonst ein 230. Dir, bir Jeho- solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach! gib mir deines Geistes 186 Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig iſt. Vom Gebet. 2. Zeuch mich, o Vater! zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne, Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl', Und dir dafür im Herzen sing' und ſpiel'. 3. Verleih mir, Höchster! solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So flingt es schön in meinem Liede, Und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an, So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich vir Psalmen sing' im höhern Chor. und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mir aus heiBer Lieb, Daß mir's Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab' gethan. die 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't, Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohn's geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe, D'rum bin ich voller Trost und Freudigfeit, llnd weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die gibst du, und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 8. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'; Wohl mir! Lob dír! jetzt 5. Wenn dies aus mei- und in Ewigkeit, Daß du nem Herzen schallet, Durch mir schenkest solche Seligbeines heil'gen Geistes Kraft keit. B. Crasfelius, 1667 Vom Gebet. 187 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 231. Getreuer Heidu, mein Heil! das Ja und land bilf mir Amen Vor deines lieben Vaters Thron, So wird mein Abba, Flehn und Schrei'n Ja, Amen und erhöret sein. 6. Ich will im Beten nichts verhehlen, Denn also mahnt mich Jesus an; Gib Vater! was zum Wohl der Seelen Und auch des Leib's mir dienen kann, Nur dieses nicht, was du ersiehst, Das meiner Seele schädlich ist. 7. Ich steh' vor dir in Jesu Namen, Der mir Erhörung zugesagt. Sein beten, Ich zünde meinen Weihrauch an; Wo du mich wirst vor Gott vertreten, So weiß ich was ich hoffen kann: Mein Abba wird ein Amen sein; Ich will in deinem Namen schrei'n. 2. Ich gründe mich in meinem Bitten Auf dich, mein treuer Advokat! Du tehst als Mittler in der Mit ten, Und bist des großen Vaters Rath. D'rum höret er auch nur allein Die, so in deinem Namen schrei'n. " 1 Wahrlich, Wahrlich" ist schon Amen; D'rum hab' ich's auch auf ihn gewagt; In Jesu Namen fang ich an, llnd rufe, was ich rufen kann. 4. Mein Jesu! laß mich doch erwägen, Was recht 8. Ich weiß, das Herze muß dir brechen, Wenn ich in Jesu Namen schrei: Du mußt ein Ja und Amen sprechen; D'rum bleib' ich mit Andacht beten sei, nunmehr schon dabei, Und Und ach! wie viel daran ge- halt' in Jesu Namen an, legen, Daß man in deinem Weil ich nichts größer's nenNamen schrei. Das Beten nen fann. gilt bei Gott nicht viel, Wer dieses nicht bedenken will. 3. Ach! freilich hab' ich auch zu Zeiten In deinem Namen nichts gesucht; Oft nur im Scheine vor den Leuten, Und oft gebetet auf der Flucht, Und dennoch wohl dabei gedacht, Ich hab' es recht und wohl gemacht. 9. In Jesu Namen will ich weiter Im Beten bis zu Ende gehn; Sein Name macht den Himmel heiter; 5. Jch bete nun in deinem Namen, Du eingeborner Gottes Sohn! Sprich Durch ihn eilt Gott mir bei 188 Vom Gebet. zustehn; So bald der der beste Schluß, Von welGeist im Herzen schref't, chem alle Beter wissen, Daß So denkt er der Barmherzig- er bei Gott gelingen muß. feit. Ach, ja! nach solcher Seuf10. In Jesu Namen will zer Lauf Schließt Gott sein ich schließen, Denn dieses ist Herz und Himmel auf. Christ. Pfeiffer, um 1600. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 232. Mein Gott! ich kannst mir meinen Hunger flopf an stillen, In dir muß aller Sedeine Pforte Mit meinem gen blühn. Doch gib, du GeSeufzerhammer an. Ich ber! allermeist, Was meiner halte mich an deine Worte: Seele selig heißt. ,, Klopf't an, so wird euch aufgethan!" Ach, öffne mir die Gnadenthür! Mein Jesus klopfet selbst mit mir. 5. Verleib' Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe brünstig sein; Und will der Satan d'rüber schnauben, So halte der Versuchung ein, Damit mein armes Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu Willen thut. 2. Wer kann was von ich selber haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rath undThat. Du bist der Brunn, der immer quillt; Du bist das Gut, das immer gilt. 3. D'rum fomm ich auch mit meinem Beten, Das vol ler Herz und Glauben ist. Der mich vor dich hat heißen treten, Sft mein Erlöser Jesus Christ; Und der in mir das Abba! schrei't, Ist ja dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater! gib nach deinem Willen, Was ich, dein Kind, bedürftig bin; Du 6. Um's Kreuze darf ich wohl nicht bitten, Daß es mich gar verschonen soll; Hat doch mein Jesus auch gelitten, Und also leid' ich billig wohl. Doch wird Geduld sehr nöthig sein, Die wolleft du mir, Herr! verleih'n. 7. Das Andre wird sich alles fügen, Ich sei bei dir arm oder reich; An deiner Huld laß ich mir g'nügen, Die macht mir Glück und Unglück gleich; Und kommt mir's nicht in Fülle ein, Laß mir's genug mit Wenig sein. Vom 8. Jch bitte nicht um langes Leben, Nur daß ich christ lich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und meinen leßten Sterbetag; Gib, daß mein Ausgang aus der Welt, Den Eingang in den Himmel hält. Gebet. 189 9. Wiewohl, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß; Du wirst auch alles mir ge währen; Denn Jesus macht den süßen Schluß. Ich soll in seinem Namen schrei'n, So wird es Ja und Amen sein. Benj. Schmolle, 1672. Mel. Vater unser im Himmelreich. 34. 233. Mein Abb a Losungswort, Daß, wenn vor fommt vor Angst mein Mund gleich schweigt, Dir dennoch dieser Name zeigt, Daß auch des Herzens Angst allein Ein stark Gebete könnte sein. deinen Thron, Zu dir, o Bater! durch den Sohn, Der mir das Wort in Mund gelegt, Und mein Gebete vor bich trägt. Ich ruf in Jesu Namen an, Bis mir dein Herz wird aufgethan. 2. In Jesu Namen steh' ich hier, Mein Gott! vor deiner Gnadenthür. So bat mich Jesus unterricht't, Der zweimal wahrlich! wabrlich! spricht, Wenn ich in riesem Namen schrei', Daß mein Gebet erböret sei. 3. In Jesu Namen beb' ich an, Weil ich nichts größers nennen kann, Das vir das Baterherze bricht, Als wenn mein Mund den Namen spricht; Denn er erinnert dich allzeit Der väterli chen Gütigkeit. 4. In Jesu Namen fahr' ich fort, Und dieses ist mein 5. In Jesu Namen schließ ich ein, Was mir fann gut und selig sein. In diesem Worte steckt die Kraft, Daran so Leib und Seele haft't. Wenn ich mit dem gewaffnet bin, So nehm' ich Gnad' um Gnade hin. 6. In Jesu Namen halt' ich dir Die mir geschenkte Kindschaft für. Bist du der Vater, ich das Kind, So geht kein Seufzer in den Wind. So bald dein Geist im Herzen schrei't, Gedenkst du der Barmherzigkeit. 7. In Jesu Namen stell' ich dir Des Sohnes Tod und Wunden für; Sein Blut schrei't mehr als Abels Blut, Und ist das Del in meiner 190 Vom Gebet. Glut. Ja gäbest du mir kein| Antlig, wie du willt: So Gehör, So wär' er auch lange Jesu Wort' was gilt, nicht Jesus mehr. So lange bleibst du auch mein Freund, Obgleich das Ohr verschlossen scheint. 8. In Jesu Namen trag' ich schon Den Vorschmack deiner Gunst davon, Eh' ich noch beten will und kann, 10. In Jesu Namen schließ ich d'rauf Der angeSo hörst du schon mein fang'nen Seufzer Lauf. Mein Schreien an; Eh' ich auch rufe, Herr! zu dir, So kommt die Antwort schon zu mir. Bitten wird ein Nehmen sein, Und ein vollkomm'ner Freudenschein. Denn dieses Wort betrügt mich nicht, Weil Jesus Namen Amen spricht. Benj. Schmolfe, 1672. 9. In Jesu Namen halt' ich an, Bis ich Erhörung finden kann. Verbirg dein Mel. Herr Christ, der ein'ge, 2c. 51. 234. Nch, Bater von uns allen, Der du im Himmel bist, Hör' deines Kindes Lallen, Das hier auf Erden ist. Ich bet' in Jesu Namen, Ach! laß es Ja und Amen Vor deinem Throne sein. 2. Laß deinen theuren Namen Bei uns stets heilig sein, llnd streu des Wortes Samen In unsern Herzen ein, Auf daß wir deinen Willen Auf Erden so erfüllen Wie in dem Himmel dort. 3. Gib täglich Brod zu essen, So lang es heute heißt; Und laß uns nicht vergessen, Wer uns so reichlich speis't. Vergib uns unsre Schulden, Laß uns den nächsten dulden In Fried und Einigkeit. 4. Wenn wir versuchet werden, So steh' uns kräftig bei, Und mach' uns von Beschwerden und anderm Uebel frei, Bis du von allem Bösen Uns endlich wirst erlösen Durch einen sanften Tod. 5. Es steht in deinen Händen; Dein Reich ist Kraft und Ehr', D'rum wollst du zu uns wenden Dein gnädiges Gehör, Und auf des Herzens Flehen Mit holden Augen sehen, So heißt es Amen, Ja! Benj. Schmolke, 1672, Vom Gebet. Eigene Melodie. 34. 235, Vater Unser im Himmel reich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willst das Beten von uns han; Gib, daß nicht bet' allein der Mund, Hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich; Behüt' uns, Herr! für falscher Lehn; Das- arm' vers führte Volk befehr'. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, Und dort her nach in Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß' Gewalt Zerbrich, für ihm dein' Kirch' erhalt'. 191 darf zur Leibesnoth; B'hüt' uns, Herr! für Unfried und Streit, Für Seuchen und für theurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes. müßig gehn. 6. All' unsre Schuld' vergib uns, Herr! Daß sie uns nicht betrüben mehr; Wie wir auch unsern Schuldigern 3hr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ' uns, Herr! in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Feind ansicht; Zur linken und zur rechten Hand, Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohl gerüst't, Und durch des heil' gen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös', Es sind die Zeit und Tage bös'; Erlös' uns von dem ew'gen Tod, Und tröst' uns in der letzten Noth, Bescher' uns all'n ein selig End; Nimm unsre Seel in deine Händ'. 4. Dein Will gescheh', Herr Gott! zugleich Auf Erten, wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidensşeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; Wehr' und steu'r allem Fleisch und Blut, 9. Amen! das ist, es Das wider deinen Willen werde wahr; Stärf unthut. fern Glauben immerdar, 5. Gib uns heut unser Auf daß wir ja nicht zweitäglich Brod, Und was man feln d'ran, Was wir bie 192 Vom Gebet. mit gebeten han, Auf dein| So sprechen wir das Amen Wort in dem Namen dein; fein. Dr. Martin Luther, 1483. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 236. Gott Bater, Sohn und Geist, Voll Weisheit, Güt' und Stärfe; Erhöre unser Flehn, Erhöre, Herr! und merke; Sieh' an all' unsre Noth; Erbarm' rich gnädiglich; Erbarme dich, o Herr! D Herr! erbarme dich. 2. Wir fallen dir zu Fuß, Du wollest unser schonen, lns nicht nach unserm Thun, Nicht nach Verdienste lohnen; Gib, daß durch deine Hilf uns immer Seel' und Leib, Auch Ehre, Hab' und Gut, Ohn' allen Schaden bleib'. 3. D Vater! hilf uns doch, Wir bitten dich von Herzen Durch deines Sohn's Geburt, Blutschweiß, Kreuz, Tod und Schmerzen, Auch durch sein Auferstehn, Und seinen Himmelsgang; Hilf uns, Herr unser Gott! All unser Lebenlang. 4. Beschüße deine Kirch', llnd weil sie stets muß fämpfen, So hilf, der Feinde Macht Und list'gen Anschlag dämpfen; Erhalte bis an's End' Auch, Herr! an unserm Ort Den reinen Gottesdienst, Dein Nachtmahl, Tauf' und Wort. 5. Gib allgemeinen Fried', Daß deine Kirch' auf Erden Und unser Vaterland Erquidet möge werden; Behüt' vor Theurung, Pest, Vor Wassersnoth und Brand; Gib heilsam Regiment; Gib Glück zu allem Stand. 6. Errett' uns all' aus Noth, Die wir darinnen stecken; Ach! wende gnädig ab Furcht, Elend, Angst und Schrecken. Sei unser Schuß und Rath; Gott! brich das Joch entzwei, Und mach' uns überall Von Plag' und Drangfal frei. 7. O Jesu, Gottes Sohn! In Gnaden uns erhöre; D Jesu Christe, hilf! Zu deines Namens Ehre. O Jesu, Gottes Lamm, Du Heil der Christenheit! Erbarm dich über uns, Gib Friede, Trest und Freud'. 8. Gott Vater, Sohn und Geist, Voll Weisheit, Güt' und Stärke! Erhöre unser Fleh'n, Erhöre Herr! und merke; Sieh' an all' Von der heiligen Taufe. 193 unsre Noth; Erbarm tich o Herr! O Herr! erbarme gnädiglich; Erbarme rich, dich. Eigene Melodie. 34. 237. Vater unser im täglich Brod, die Sünd' verHimmelreich, zeib', Führ' uns nicht in Versuchung schwer, Von allem lleb'l erlöf uns Herr. Hannoversches Gesangbuch. Geheiligt werd' dein Nam' zugleich, Zukomm' dein Reich, Dein Will' gescheh'; Gib Amen. Von der heiligen Taufe. Eigene Melodie. 85. 238, Christ unser Herr zum Jordan fam, Nach seines Vaters Willen Von Sanct Jobann's die Taufe nahm, Sein Werk und Amt zu ' rfüllen; Da roollt' er stíften uns ein Bad, Zu wa schen uns von Sünden, Ersäufen auch den bittern Tod Durch sein selbst Blut und Wunden; Es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott selbst heißt die Taufe, Und was ein Christe glauben soll, zu meiden Keßerhaufe. Gott ſpricht und will, daß Wasser sei, Doch nicht allein schlecht Wasser; Sein heil'ges Wort ist auch dabei Mit reichem Geist ohn' Maßen; Der ist allhie der Täufer. 13 3. Solch's hat er uns bes wiesen klar Mit Bilden und mit Worten, Des Vaters Stimm' man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, An dem ich hab' Gefallen, Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn böret alle, Und folget ſeiner Lehre. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht In seiner zarten Menschheit, Der heil'ge Geist herniederfährt In Taubenbild verkleidet: Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All drei Person'n getaufet ban, Damit bei uns auf Er den Zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin all' Welt zu lehren, Daß sie 191 Von der heiligen Taufe. verlor'n in Sünden ist, Sich| loren, Die Erbsünd' macht's soll zur Buße kehren. Wer zur Nichtigkeit, Darin er ist glaubet und sich taufen läßt, geboren, Vermag ihm selbſt Soll dadurch selig werden; nicht helfen. Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könnte sterben, Das Himmelreich soll erben. 7. Das Aug' allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen, Der Glaub' im Geist die Kraft versteht, Des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein' rothe Fluth Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Dr. Martin Luther, 1483. 6. Wer nicht glaubt dieser großen Gnad', Der bleibt in seinen Sünden, Und ist verdammt zum ew'gen Tod Tief in der Höllen Gründen; Nichts hilft sein' eigen Heiligkeit, All ſein Thun ist verMel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 5. 239. Christus, der hie neu geboren ist, Des Les wahre Got- bens Wasser gnadenreich tessohn Richt't wiederum ein' Führt ihn in's ew'ge Hims Sündfluth an, Sie ist die melreich. Tauf und Seelenbad, Die er in's Wort gefasset hat. 2. Die Tauf fann nicht schlecht Wasser sein, Sie ist vielmehr der Gnadenschein, Mit Gottes Wort verbunden wohl, Darin die Sünd' er faufen soll. 3. Geht hin, spricht er, in's weite Feld, Tauft alle Heiden in der Welt, Wer muß. glaubet und getoufet wird, Zur Seligkeit wird eingeführt. 4. Gott's Wort und Kraft im Wasser ist, Der Mensch 5. Gott Vater, Sohn und beil'ger Geist, Zur Tauf' uns alle kommen heißt, Da will er gegenwärtig sein, Von Sünden uns abwaschen rein. 6. Der alte Mensch ersäufet wird, Er stirbt mit seiner Lüsten Bürd'; Durch täglich' Reu' und wahre Buß Er Gott nunmehro dienen 7. Ein neuer Mensch tritt jetzt herein, Vor Gott ist er gezieret fein, In Unschuld und Gerechtigkeit Lebt er vor Gott in Ewigkeit. Von der heiligen Taufe. 195 8. Von Sünden er er- wir, dir sterben wir, Dein standen ist; Dank sei dir, o sind wir immer für und für Herr Jesu Chrift! Dir leben Um 1600. ( Bei der Taufe eines Kindes.) Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 42. 240. Niebster Jesu! mantel decken, Schenk' ihm deiner Unschuld Seide, Daß es sich in dir verkleide. wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Obren: Wer durch Wasser urd durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von eir nicht aufgenommen, Und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen, Tritt mit deinem Glanz herfür, Und erzeige dein Erbarmen, Daß es vein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werDPN. 4. Wasch' es Jesu! durch dein Blut Von den angeerbten Flecken, Laß es bald nach dieser Fluth Deinen Purpur5. Mache Licht aus Finsterniß, Seß' es aus dem Zorn zur Gnade, Heil' den tiefen Schlangenbiß Durch die Kraft im Wunderbade; Laß hier einen Jordan rinnen, So vergeht der Aussag drinnen. 6. Hirte! nimm dein Schäflein an; Haupt! mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg! zeig ihm die Bahn; Friedefürst! schenk' ihm dein Friede; Weinstock, hilf! daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ' die Seufzer himmelwärts, Und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, Schreib' in's Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolle, 1672. ( Nach der Taufe eines Kindes.) Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 42. 241. Nun Gott Lob! bracht, Und der Bund mit es ist voll- Gott beschlossen; Was uns 196 Von der heiligen Taufe. rein und selig macht, Ist auf Christus in dich eingeſenDieses Kind geflossen. Jesus fet. hat es eingesegnet. Und mit Himmelsthau beregnet. 2. O du dreimal selig's Kind, Vom Dreieinigen geliebet, Dem der Vater sich verbind't, Dem der Sohn das Leben giebet, Dem der Geist ist ausgegossen Und der Himmel aufgeschlossen. 5. Nun so denk' an diesen Bund, Weil du einen Athem begest, Daß du auf den festen Grund Deinen Christenbau stets legest. Wer sich läßt auf Jesum taufen Muß auch Jesu Wege laufen. 6. Laß aus deinem Herzen nicht Das, was du jetzt 3. Ach was könnte größer hast versprochen; Folge nicht sein, Als die Kindschaft Got- dem Bösewicht, Sonsten wird tes haben? Dieser helle Gna- der Bund gebrochen Tritt denschein Uebersteiget alle durch Christi Kraft mit FüGaben; Dieses ist des Him- ßen Aller Feinde Hindernismels Spiegel, Dieses ist des sen. Lebens Siegel. 7. Werde fromm und 4. O wie rein und o wie wachse groß, Werde deiner schön Hat rich Christi Blut Eltern Freude, Und dein jetzt gebadet! Also fann dein erlangtes Loos Tröste dich Schmuck bestehn, Wenn dich in allem Leide. Deine Taufe Gott zur Hochzeit ladet; sei die Thüre, Welche dich Adam ist in dir ertränket, zum Himmel führe. Benj. Schmolke, 1672. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 42. 242. Hochgelob- bist uns mit Gnaden nah', ter Gottes- Wo man unsre Sünd' ersäufet. Wo der Taufe Brunn geflossen, Da bist du auf uns gegossen. 3. Heil'ger Geist! du haft verschafft, Daß die Tauf uns neu geboren; Du vermehrst uns neue Kraft, Ja man wird zum Kind erkoren. Geist! Du hast auf der Fluth geschwebet. Was die weite Welt uns weist, Das ist auch durch dich belebet. Alles ist durch dich formiret Was nun Erd' und Himmel zieret. 2. Heil'ger Geist! du schwebst auch da, Wo man noch mit Wasser täufet; Du Gottes Geist tauft auf der Von der heiligen Taufe. Erden, Daß wir geistlich, himmlisch werden. 4. Tausend Dank sei dir gesagt, Daß du mich so hoch begnadet! Ob der böse Feind verflagt, Daß du mich doch rein gebadet, Bleibst auch noch in meinem Herzen, Und verjagst mir manche Schmerzen. 197 5. Schwebe stets in meinem Sinn, Treib' uns stets zu guten Dingen. Neige Herz und Geist dahin, Daß wir uns gen Himmel schwingen, Und die böse Welt verschmähen, Bis wir dich mit Freuden sehen. Joh. Neunherz, 1655. Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 243. lich Gut Gibst du, Herr! deinen Kindern; Das Was ser und zugleich rein Blut Verehrest du den Sündern. Drei Dinge sind, welch' allermeist Auf Erden Zeug- 4. Wir sind, Herr! in niß geben, Das Blut, das dein Gnadenreich Durch dieWasser und der Geist, Die sen Bund, gescßzet, Der uns können uns erheben Zu deinem Freudenleben. welch ein Buch jetzt schreibet. Dies unvergleich Wasserbad hat uns im Wort Auch rein gemacht von Sünden; Dein guter Geist der will hinfort Die Herzen recht entzünden, Und Lieb' in ihnen gründen. an Leib und Seel' zugleich Recht inniglich ergößet; Du hast uns durch dies reine Bad So trefflich schön bekleidet, Daß auch hinfort von deiner Gnad Uns selbst der Tod nicht scheidet, Noch alles was uns neidet. 2. Dies Sacrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen, Daß, wie du, Herr! bist sichtbarlich Mit Wasser einst begossen Im Jordan durch Johannis Hand! So soll auch uns rein machen Dein heilig Blut, das theure Pfand, Das lauter Himmelssachen Kann wirfen in uns Schwachen. 5. Aus Höllenfindern sint wir schon Der Gnaden Kinder worden; Dies ist der Christen schönste Kron' Und Schmuck in ihrem Orden; 3. Du hast uns durch dies Ja Christus selber, und sein Sacrament Der Kirche ein- Blut, Sein Tod und Sieg verleibet, Also, daß man uns darneben, Ist nunmehr unChristen nennt, Und in dein ser eignes Gut, Das er uns 198 Von ber heiligen Taufe. hat gegeben Mit ihm dadurch und Buß' Auch täglich mit zu leben. dir sterben, Demnach der alte Abam muß Bis in den Grund verderben, Soll man dein Reich ererben. 6. Er hat uns auch das Kindesrecht Der Seligkeit geschenket; Durch dieses ist die Sünde recht In's tiefe 8. Hilf! daß wir diesen Meer versenket. Was kön- Gnadenbund Der Taufe nie nen Teufel, Hölle, Tod, Die vergessen, Und sich fein freuns stets widerstunden, Da ches Herz noch Mund, Zu Jesus nun all' unsre Noth schmähen ihn, vermessen. Sammt ihnen überwunden? Die Taufe muß in Angst Ist doch das Heil gefunden! 7. Herr! laß uns doch den Reben gleich, Auch gute Früchte bringen, Und aus der Welt nach deinem Reich Im Glauben eifrig ringen; Laß uns durch wahre Neu' und Pein, Ja, wenn wir geh'n von hinnen, Herr! unser Trost und Freude sein. Das heißt der Welt entrinnen, Den Himmel zu gewinnen. Joh. Rist, 1607. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 244, Gott Bater, derstreb', Herr! deinem Wort und Willen. Sohn und heil'ger Geist, Du Gott von großer Güte; Sei jetzt und immerdar gepreis't Mit dank barem Gemüthe, Daß du, 3. Du aber hast, o Vater! mich, Da ich war ganz verloren, Zu dir gezogen gnädiglich Und wieder neu geaus unverdienter Gnad' Und boren Durch's Wasserbad durch das heil'ge Wasserbad, Mich Sünder abgewaſchen. 2. Herr! ich bekenne, daß ich bin Gezeugt aus Sündensamen, Ein Kind des Zorns, das immerhin Entheiligt deinen Namen! Ich weiß, daß von Natur ich leb' Obn' deine Furcht, und wider heil'gen Tauf, Auf daß in meinem Lebenslauf Ich könne Trost empfinden. 4. Herr Jesu Christ! dein theures Blut Wäscht mich von meinen Sünden; Kraft dessen macht die Wasserfluth Denselben Fluch verschwinden, Den von Natur ich wohl verschuld't, Und seget mi a heiligen Taufe. 199 in's Vaters Huld, Die Aram| Noth gedenken; Daß ich dahat verscherzet. durch ein Herze faß', Une immer mich getrost verlaß' Auf deine Gnad' und Hülfe. 5. heil'ger Geist! ich canke dir Für diese edle Gabe, Daß ich nun inner- 8. Ich habe durch das lich in mir Dein starkes Wasserbad, Mich dir, o Zeugniß habe, Dadurch ich Herr! verbunden; D'rum meinen Schöpfer kann Ge- gib, daß keine Sündenthat trost und freudig rufen an, Und sagen: Abba, Vater! In mir werd' herrschend funden. Gib, daß für deine Güt' und Treu Ich dankbar und gehorsam sei, Wie ich hab' angelobet. 6. Weil in der Tauf auch Jesus Christ Von mir ist angezogen, So hilf, daß durch des Satans List Ich werde nicht betrogen. Denn die nun Gottes Tempel seind, Die bleiben vor dem bösen Feind In deiner Gnade sicher. 9. Und so ich' was aus Schwachheit thu', Das wollst du mir verzeihen, Und mir es ja nicht rechnen zu, Die Gnade mir verleihen, Daß 7. O Herr! an diese ich meid' alle Heuchelei, Bis Würdigkeit, Die du mir du mich einst wirst machen wollen schenken, Laß mich frei, Und in den Himmel jezzo und allezeit In meiner nehmen. Dr. Justus Gesenius, 1604. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 79. 245. Selig, wer mit Recht fann sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der bei menschlichen Gebrechen Dennoch ein Kind Gottes ist; Was sind andre Schäße nüße, Da ich einen Schaß besize, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange, Ich bin ein getaufter Christ, Und weiß dieses, daß, so lange Solcher Trost im Herzen ist, Ich Vergebung meinerSünden Kann in Jesu Blute finden, Weil das theure Wasserbad Mich damit besprenget hat. 3. Darum, Satan! laß dir sagen: Ich bin ein ge taufter Christ, Durch dies Wort kann ich dich schlagen, Wenn du noch so grauſam bist. Seitdem ich zur Taufe kommen, Und mich Gott bat Von der heiligen Taufe. aufgenommen, Bin ich von Taufe Kraft Leib und Leben der Tyrannei Aller meiner wieder schafft. Feinde frei. 200 4. Und so sag' ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ, Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist. Lieg' ich schon im Todesstaube, So verspricht mir doch der Glaube, Daß mir einst der Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 246. Ich bin getauft Grab Des Satans schnöden auf Werken ab. Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 5. Dieser mehr als güldne Segen Soll mein Trost im Leiden sein; Will Gott mich zu Grabe legen Schlaf' ich auch auf solchem ein. Ob mir Herz und Augen brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist. Erdmann Reumeister, 1671. 4. Mein treuer Gott! auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lie5. Ich gebe dir, mein ber Vater! mich erklärt. Du Gott! auf's neue Leib, hast die Frucht von deinem Seel' und Herz zum Opfer Sterben, Mein treuer Hei- hin. Erwecke mich zu neuer land! mir gewährt. Du willst Treue, Und nimm Besitz von in aller Noth und Pein, O meinem Sinn. Es sei in guter Geist! mein Tröster mir kein Tropfen Blut, Der ſein. nicht, Herr! deinen Willen tbut. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe, Dein Eigenthum zu sein gewagt; Hingegen sagt' ich bis in's 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, Jedoch mit Jesu Blut be Von der heiligen Taufe. 201 sprengt. Weich, eitle Welt! Halt' mich in deines Bundu Sünde! weich! Gott hört es, ich entsage euch. des Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb' ich dir, so sterb' ich dir, So lob ich dich dort für und 7. Laß diesen Vorsat nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! für. 3. J. Rambach, 1693. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 247. Du Bolk! das der ew'ge Tod, Und was in du getaufet diesem allen Enthalten ist bist, Und deinen Gott er- für Angst und Noth, Das fennest, Auch nach dem Na- war auf dich gefallen. Du men Jesu Christ, Dich und warst des Satans Sclav' die Deinen nennest, Nimm's und Knecht, Der hielt dich wohl in Acht, und denke fest, nach seinem Recht, In d'ran, Wie viel dir Gutes seinem Reich gefangen. sei gethan Am Tage deiner Taufe. 2. Du war'st noch, eh' du wurd'st gebor'n llnd eh' ou Milch gesogen, Verdammt, verstoßen und verlor'n, Da5. Das alles hebt auf einmal auf, Und schlägt und drückt es nieder, Das Wasserbad der heil'gen Tauf! Denn es ersetzt dir wieder, Was Adam hat verderbt gerum, daß du gezogen Aus macht, Und was wir selbsten deiner Eltern Fleisch und durchgebracht Bei unserm Blut, Ein' Art, die sich vom bösen Wesen. höchsten Gut, Dem ew'gen Gott, stets wendet. 3. Dein Leib und Seel' war mit der Sünd', Als einem Gift, durchfrochen, Und du war'st nicht mehr Gottes Kind, Nachdem der Bund gebrochen, Den unser Schöpfer aufgericht't, Da er uns seines Bildes Licht und herrlich Kleid ertheilte. 4. Der Zorn, der Fluch, 6. Es macht dies Bad von Sünden los, Und gibt die rechte Schöne; Die Satans Kerker vor beschloß, Die werden frei und Söhne Deß, der da trägt die höchste Kron'; Der läßt sie, wae sein ein'ger Sohn Ererbt auch mit ihm erben. 7. Was von Natur vermaledei't Und mit dem Fluch umfangen, Das wird hie in 202 Zur Confirmation. der Tauf erneut, Den Segen| Brunnen geben; Was Gott zu erlangen. Hier stirbt der mit seinem Munde spricht Tod, und wirkt nicht mehr; Das hast du in dir leben. Hier bricht die Höll, und all' Du bist ein Wasser, das den ihr Heer Muß uns zu Füßen Geist Des Allerhöchsten in liegen. sich schleußt, Und seinen großen Namen. 8. Hier ziehn wir Jesum Christum an, Und decken un- 11. Das halt, o Mensch! fre Schanden Mit dem, was in allem Werth, Und danke er für uns gethan Und willig für die Gaben, Die dein ausgestanden. Hier wäscht Gott dir darin beschert, Und uns sein hochtheures Blut, Und macht uns heilig, fromm und gut In seines Vaters Augen. die uns alle laben, Wenn nichts mehr sonst uns laben will; Die lass', bis daß des Todes Ziel Dich trifft, nicht ungepreiſet. 12. Brauch' alles wohl, und weil du bist Nun rein in Chrifto worden, So leb' und thu' auch als ein Christ, Und halte Christi Orden; Bis daß dort in der ew'gen Freud' Er dir das Ehr'nund Freudenkleid Um deine Seele lege. Paul Gerharb, 1606. 9. O großes Werk! o heilig Bad! O Wasser, des sen gleichen Man in der ganzen Welt nicht hat; Kein Sinn fann dich erreichen. Du hast recht eine Wunderfraft, Und die hat der, der Alles schafft, Dir durch sein Wort geschenket. 10. Du bist fein schlechtes Wasser nicht, Wie's unfre 3ur Confirmation. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 248. J n Gottes derbt, In der man nichts als Reich geht Sünde erbt, Das muß Gott Niemand ein, Er sei denn neu erschaffen. neu geboren, Sonst ist er auch beim besten Schein, Mit Seel' und Leib verloren. 2. Sollst du mit Gott, dem höchsten Gut, In der Gemeinschaft leben, Muß er Was fleischliche Geburt ver- bir neuen Geist und Muth Zur Confirmation. 203 Und neue Kräfte geben.| Wachsamkeit Vor deinem Denn nur sein göttlich Eben- Aug' zu wandeln. bild Ist's was vor ihm alleine gilt, Und dies muß er 6. Nimm uns, o Vater, wieder an! Obgleich wir schnöden Sünder Nicht das, was du befiehlst, gethan, So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von neuem zeugt, Und unser Herz zum Glauben neigt ,Zur Gnad' und Kraft der Taufe. 7. Wir wollen dann, was du uns gibst, Mit fester Treue fassen; Wir wollen dich, der du uns liebst, nicht aus dem Herzen lassen, Daß deine göttliche Natur, In uns, der neuen Creatur, Beständig ſei und bleibe! erneuern. 3. Ach, Vater der Barmherzigkeit! Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer Seligkeit Am Kreuz für uns gestorben, Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist, Das laß uns auch genießen. 4. Dein guter Geist gebär' uns neu, Er ändre die Gemüther, Mach' uns vom Sündendienste frei ,, Schenk' uns des Himmels Güter! Zwar in der Taufe ist's geschehn; Doch haben wir's nachher versehn, Und diesen Bund gebrochen. 8. Herr! laß deine Vaterhuld Uns jederzeit be5. D'rum wollst du durch decken; Dann fann uns wedein kräftig Wort Uns aber der Sündenschuld, Noch Zorn mals erneuern; Wir wollen und Strafe schrecken. Mach dir, o treuer Hort! Mit Herz uns der Kindschaft hier geund Mund betheuern, Von wiß, Und schenk' uns dort nun an nicht in Sicherheit, das Paradies, Das Erbe Vielmehr mit Treu und deiner Kinder' E. G. Stübner, um 1700. Confirmationslied. ( a. Wie es die Gemeine singt.) Mel. Komm heil'ger Geist, Herre ic. 87. 249. Erhör, o Gott, blick auf sie hernieder! Denk das heiße dein sind sie, sind Chrifti Flehn Der Kinder, die hier Glieder. Gib ihnen, Vater, vor dir stebn! Erbarmend Sobn und Geift! Den Se 204 Zur Confirmation. gen, den dein Wort verheißt.| los zu verscherzen. Gib Kraft Erfülle sie mit deinen Ga- dazu! Gib Kraft dazu! ben! Laß sie mit dir Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 3. Schenk' ihnen Muth und Freudigkeit! Laß ihrer Zusag' Heiligkeit So stark, 2. Sie wollen, deiner sich so tief ihr Herz durchdringen, zu freu'n, Sich jest, Gott! Daß sie ihr Wollen treu volldeinem Dienste weih'n, Den bringen. Auch uns laß jeßt Taufbund feierlich erneuern, mit Herz und Mund Mit Und dir mit Herz und Mund dir erneuern unsern Bund, betheuern, In ihrem Glau- Und einst,-bör' unser brünben fest zu stehn, In ihrem stig Flehen! Mit ihnen ein Thun auf dich zu sehn, Im zum Himmel gehen. Erhör' Wandel rein, und rein im uns, Gott! Erbör' uns, Herzen, Dein Heil nie sorg- Gott! ( b. Wie es die Confirmanden singen.) Nach voriger Melodie. 250. Erhör, o Gott! neuern, Und dir mit Herz das heiße und Mund betheuern, In Flehn Von uns, die wir hier unserm Glauben fest zu stehn, vor dir stehn! Erbarmend In unserm Thun auf dich zu blick auf uns hernieder! sehn, Im Wandel rein, und Denn dein sind wir, sind rein im Herzen, Dein Heil Christi Glieder. Gib uns, nie sorglos zu verscherzen. Gott, Vater, Sohn und Gib Kraft dazu! Gib Kraft Geist! Den Segen, den dein dazu! Wort verheißt. Erfüll' uns du mit deinen Gaben! Laß uns mit dir Gemeinschaft haben. Erbarme dich! Er barme dich! 3. Schenk, Herr, uns Muth und Freudigkeit! Laß unsrer Zusag' Heiligkeit So stark, so tief das Herz durchdringen, Daß wir das Wollen 2. Wir wollen, deiner treu vollbringen. Ach! laß uns zu freu'n, Uns jetzt, jetzt Aller Herz und Mund, Gott! deinem Dienste weih'n, Gleich uns, erneuern ihren Den Taufbund feierlich er- Bund, Sie alle laß,- bör' Zur Confirmation. 205 unser Flehen! Mit uns Erhör uns, Gott! Erhör uns inst ein zum Himmel gehen. Gott! Hannover'sches Kirchengesangbuch. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. Gott der Ich gab euch ja den Dienst Ewigkeit! Schon damals gänzlich auf; Geht, hebet euch von mir! Ihr hindert meinen Lauf. 3. Dir, o mein Schöpfer! geb' Ich ferner mich zu eigen; Dir, mein Erlöser! will Ich mich verpflichtet zeigen; Und dir, mein Tröster! bin Ich gleichfalls unterthan. Ach, nimm mich, Gott! mein Gott! Hiemit auf ewig 251. Ich denk' an deine Gnade, Und danke herzlich dir, Daß du im Wasserbade So wunderbar hast mich Zu deinem Kind gemacht, llnd in der Kindheit bald Mich in dein Reich gebracht. 2. Jeßund erneare ich Den Bund der ersten Tage, Da ich nun Satan, Welt Und meinem Fleisch entsage: an. G. B. Scharf, um 1600. Mittler, dein sind wir! Sich' wir alle fle hen: Laß, laß, o Barmherzi ger, Uns dein Antlig sehen! Wach' über unsre Seelen! Hier steh'n und sprechen alle wir: Herr, dein Eigenthum Eigene Melodie. 103. 252. Stärk' uns, sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott; Heiliger Mittler, Gott; Heiliger Gott, Lehrer und Tröster; Dreieiniger Gott! Laß uns nie vergessen Unsern theuren, heil' gen Bund; Erbarm' dich unser! Eigene Melodie. 5. 253. Die Seele auf den Stoß Des Speers Christi aus seiner Seite floß, Das sei mein Bad; und all' sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. heil'ge mich, Sein Geist versenke mich in sich, Sein Leichnam, der für mich verwund't, Der mach' mir Leib und Seel' gesund. 2. Das Wasser, welches 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kommen in's Gericht. Sein 206 Buß- und Beichtlieder. ganzes Leiden, Kreuz und vor'm Feind kann sicher Pein, Das wolle meine sein. Stärke sein. 4. O Jesu Christ erhöre mich, Nimm und verbirg mich ganz in dich, Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich 5. Ruf mich in meiner leßten Noth Und set' mich hin zu dir, mein Gott! Daß ich mit deinen Heil'gen all'n, Mög' ewiglich dein Lob erschall'n. Joh. Angelus, 1624. Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. 66. reiner Lehr'. Herr! laß mich nur nicht wanken, Gib mir Beständigkeit, Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. 254. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei Nicolaus Selneder, 1532. ( Siehe auch die Lieder von der heiligen Taufe und vom Katechis. musunterricht.) Buß- und Beichtlieder. Mel. Herr Jesu Christ du höchstes Gut. 54. 255. Nch Gott! es die aus dem Herzen steigt hat mich Im Werke zu vollbringen. 3. Wer kann aussprechen ganz verderbt Der Aussag meiner Sünden, Die mir solchen Gräu'l, Der Leib von Adam angeerbt; Wo soll und Seel' beflecket? Wer ich Rettung finden? Es ist macht uns von dem Unheil mein Elend viel zu groß, heil, Das uns hat angesteUnd ist vor deinen Augen det? Der Tausendste bedenkt bloß, Wie tief mein Herz es nicht, Der Sinn ist nicht dahin gericht', Daß man d'ran mög' genesen. verdorben. 2. Es ist verdorben mein Verstand, MitFinsterniß um- 4. Ich komm' zu dir in büllet; Der Wille ist von wahrer Reu, Und bitte dich rir gewandt, Mit Bosheit von Herzen, O Jesu! Jeſu! angefüllet; Und die Begier- mache frei Die Seele von den sind geneiat. Die Luft, den Schmerzen Und dem. Bup- und Beichtlieder. 207 was sie bisher beruwer't Gott erschein' Durch deinen Und ihre Lebenskrujt verzehrt, Sonst muß iw unterfinken. Tod und Wunden. 6. Du weißt, o Jesu! meine Noth, Und fannst nach 5. Wen anders soll ich deinem Willen Vertreiben rufen an, Als dich, mein diesen meinen Tod, Und Heil und Leben! Du bist allen Jammer stillen; Ja, allein der Helfersmann, Der Herr! du willst; ich traue mir fann Rettung geben, feft, Daß du mich nicht in Daß ich von Sünden werde Noth verläßt; Du bist und rein, Und als geheilt vor heißt ja Jesus. L. Laurentii, 1660. Eigene Melodie. 29. 256. Ach Gott und 4. Soll's ja so sein, Daß Herr! Wie Straf' und Pein Auf Sünden folgen müssen; So fahr' hie fort, Nur schone dort! Und laß mich hier wohl büßen. groß und schwer Sind mein' begang'ne Sünden! Da ist Niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu 5. Gib, Herr! Geduld, dieser Zeit, Bis an der Vergib die Schuld, Verleih' Welt ihr Ende, Und wollt' los sein Des Kreuzes mein, Würd' ich es doch nicht wenden. ein g'horsam Herze; Laß mich nur nicht, Wie's oft geschicht, Mein Heil murrend verscherzen. 3. Zu dir flich' ich, Ver- 6. Handle mit mir, Wie's stoß mich nicht, Wie ich wohl dünfet dir, Auf dein' Gnad' hab' verdienet. Ach Gott! will ich's leiden; Laß mich zürn' nicht, Geh' nicht in's nur nicht Dort ewiglich Von G'richt! Dein Sohn hat dir sein abgescheiden. mich verfühnet. M. Rutilius, 1530. Eigene Melodie. 54. 257. Aus tiefer Noth kehr her zu mir, Und meiner schrei' ich zu Bitt' eröffne; Denn so du bir, Herr Gott erhör' mein willst das sehen an, Was Rufen! Dein gnädig Ohr Sünd und Unrecht ich ge Bus- und Beichtlieder. 208 than; Wer kann, Herr! vor dir bleiben? treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. 2. Bei dir gilt nichts denn 4. Und ob es währt bis Gnad' und Gunst. Die in die Nacht Und wieder an Sünde zu vergeben; Es ist den Morgen, Doch soll mein doch unser Thun umsonst Herz an Gottes Macht VerAuch in dem besten Leben; zweifeln nicht, noch sorgen. So Vor dir sich Niemand rüh- thu' Israel rechter Art, Der men kann, Deß muß sich aus dem Geist erzeuget ward, fürchten Jedermann, Und Und seines Gottes harre. deiner Gnaden leben. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist vielmehr Gnade, Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther, 1483. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn mein Herz soll lassen sich, Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort, Das ist mein Trost und Eigene Melodie. 44. 258. Herr ich habe bekennen, Herr! ich habe mißgehan delt, Ja mich drückt der Sünden Last, Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast. Und jetzt wollt ich gern aus Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. mißgethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen; Ach! nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. 2. Doch wie fönnt' ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein! Wollt' ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt' ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen An dem weiten Mittelmeer; Dennoch würd' es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein' Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach! wein' jetzt um die Wette, Meiner beiden Augen Bach. O, daß ich 3. D'rum ich muß es nur Buß- und Beichtlieder. 209 g'nug Zähren hätte Zu be- lein Blut, Das kann meine trauern meine Schmach! O, Wunden heilen, Löschen meidaß aus dem Thränenbrunner Sünden Glut; D'rum nen Käm' ein starker Strom will ich, mein' Angst zu gerunnen! stillen, Mich in deine Wunden hüllen. 6. Ach! daß doch die strengsten Fluthen Üeber- 8. Dir will ich die Last schwemmten mein Gesicht, aufbinden; Wirf sie in die Und die Augen möchten blu- tiefe See; Wasche mich von ten, Weil mir Wasser sonst meinen Sünden; Mache gebricht; Ach daß sie wie mich so weiß als Schnee; Meereswellen Möchten in Laß dein'n guten Geist mich die Höhe schwellen. treiben, Einzig stets bei dir 7. Aber, Christe! deine zu bleiben. Beulen, Ja, ein einzig TröpfEigene Melodie. 54. 259. Herr: Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden! Sieh doch wie ich in meinem Muth Mit Sünden bin beladen, Und in mir hab' der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm' dich mein in solcher Last, Nimm sie aus meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet haft Am Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinem Elend untergeh' Noch ewiglich verzage. Joh. Frank, 1618. 3. Fürwahr! wenn mir bas kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf mein Herz ein Stein, Und bin mit Furcht umfangen; Ja ich weiß weder aus noch ein, Und müßt' ewig verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herz im Leibe lacht, Und fast beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad' verheißt Denen, die mit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu! kommen. 5. Dieweil ich denn in meinem Sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter Sünder bin, Den sein Gewissen naget, Und gerne möcht' im Blute dein 210 Buß- und Beichtlieder. Con Sünden absolviret Ulebertretung stillen, Daß fie sein, Wie David und Ma- mein Herz zufrieden geb', nasse: Und dir hinfort zu Ehren leb' In findlichem Gehorsam. 6. Also komm' ich nun auch allhie In meiner Noth geschritten, Und thu' dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Vergib mir doch genädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab' begangen. 8. Stärk' mich mit deinem Freudengeist; Heil mich mit deinen Wunden; Wasch' 7. O Herre Gott! vergib mir's doch, Um deines Namens willen, Und thu' in mir das schwere Joch Der mich mit deinem Todesschweiß In meinen letzten Stunden; Und nimm mich einst, wann dir's gefällt, In wahrem Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Barthold Ringwalb, 1530. Herzlich thut mich verlangen. 66. 260. bin ein senden? Wer stehet mir zur Mel. armer Sünder, Voll Jammer und voll Noth, Wie alle Adamskinder, Und hab' verdient den Tod, Den ew'gen Tod! Ach, wehe! Wo soll ich flichen hin? Weil ich mein Unglück sehe, Und voller Schanden bin. Seit' In diesen schweren Nöthen? Mein Leben flagt mich an, Mein Richter will mich tödten; Wo bleib' ich armer Mann? 4. Ach Vater aller Gnaden! Hier liegt dein Ephraim, Mit großer Angst beladen, Erschreckt' vor deinem Grimm. Nun ist es Zeit, gedenke An deine Lieb' und Treu', Und ihm das Leben schenke! Er kommt mit Leid und Neu. 5. Ja, Herr! ich fomm' und bitte, Ich ruf und schrei zu eir, Mit Huld mich überschütte, Vergib die Sünde mir, Mir armen Wurm der Erden, Der sonst verloren ist; Ach, laß mich selig wer2. Es ist an meinem Leben Nichts Gutes überall, Bin aller Sünd' ergeben, Die Schuld ist ohne Zahl; Es sagt mir mein Gewissen, Und stehet wider mich, Daß ich den Bund zerrissen Mit Gott so freventlich. 3. Wo soll ich mich bin wenden? Wer wird in dieser Beit Mir seinen Beistand Buß- und Beichtlieder. 211 den Von wegen Jesus gib mir meine Schuld. Laß Christ. meine Seel' empfinden, Daß 6. Sieh' an sein bitter ich der Handschrift sei EntLeiden, Die Wunden seiner schlagen, und der Sünden Seit', Sein Blut und Kreu- Geworden wieder frei. zesscheiden; Hör', wie er dorten schrei't: Vergib, vergib die Sünden Dem Volk der Missethat! Laß dein'n Zorn, Bater! schwinden, Schlag' mich an ihrer Statt. 8. So soll mein Geist und Leben Mit aller Dantbarkeit, Sich dir zum Opfer geben, Ich will auch jeder zeit Dein Knecht und Diener bleiben, So lang' ich's Le7. So laß mich denn ge- ben hab'; Mich soll nichts nießen, O Vater! deine Huld; von dir treiben, Bis daß ich Um Jesu Blutvergießen Ver- geb' in's Grab. Joh. Lassenius, 1636. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 261. armer zeiben, Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer! über mich. Mensch, ich armer Sünder, Steh' hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott! ach Gott! verfahr' gelinder, Und geh' nicht mit mir in's Gericht. Erbarme dich, erbarme vich, Gott, mein Erbarmer! über mich. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd'! Ach! daß ich von dir Gnad' er lange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme Dich, erbarme rich, Gott, mein Erbarmer! über mich. 4. Wie lang' soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör', was der armeSünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer! über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, Den Niemand heilet außer du! Ach! aber ach! Genad'! Genade! Ich 3. Hör und vernimm lasse dir nicht eher Ruh. mein sehnlich's Schreien; Erbarme dich, erbarme dich, Du, allerliebstes Vaterherz! Gott, mein Erbarmer! über Boll'it alle Sünden mir ver- mich. 212 Buß- und Beichtlieder. 6. Nicht, wie ich's hab' vergeben, Nur sündige hinverschuldet, lohne, Und handle fort nicht mehr. Erbarme nicht nach meiner Sünd'. O dich, erbarme dich, Gott, treuer Vater! schone, schone! mein Erbarmer! über mich. Nimm wieder auf dein böses Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer! über mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich Zweifels frei; Weil sich der Trost im Herzen mehret, 7. Sprich nur ein Wort, Drum will ich enden mein so werd' ich leben, Sprich, Geschrei. Erbarme dich, erdaß ich armer Sünder hör': barme dich, Gott, mein FrGeh' hin! die Sünd' ist dir barmer! über mich. Christoph Titius, 1641. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 262. J ch will von winnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer, Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. meiner Mis sethat Zum Herren mich befehren. Du wollest selbst mir Hülf' und Rath Hierzu, o Gott! bescheren, Und reines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaren mir gewähren. 4. Wie bast du doch auf mich gewandt Den Reichthum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, Die hat mich überladen Mit Rub, Gesundheit, Ehr' und Brod; Du machst, daß mir noch keine Noth Bis hicher können schaden. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht Sein Elend selbst empfinden; Er ist ohn' deines Geistes Licht Blind, taub und tort in Sünden; Verkehrt ist Will', Verstand und Thun. Des großen Jammers komm', mich nun, O Vater! zu entbinden. 5. Haft auch in Christo mich erwählt, Tief aus der Höllen Fluthen, Daß mir es niemals bat gefehlt An irgend einem Guten; Und daß 3. Klopf durch Erkennt- ich ja dein eigen sei, Hast du niß bei mir an, Und führ' mich auch aus großer Treu mir wohl zu Sinnen, Was Gestäupt mit Vatersruthen. Böses ich vor dir gethan; 6. Wer gibt den Kindern, Du fannst mein Herz gewas du mir Gegeben zu ge Buß- und Beichtlieder. 213 nießen? Schenk' aber ich Dein Feuer auf mich brinGehorsam dir? Das zeuget mein Gewissen, Mein Herz, in welchem nichts gesund, Das tausend Sündenwürme wund Bis auf den Tod gebissen. gen; Du regest wider mich zugleich Des Satans und der Höllen Reich, Die wollen mich verschlingen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr', Und alle schnöde Sachen Verklagen nich zu offenbar; Was soll ich Armer machen! Sie stellen, Herr! mir vor's Gesicht Dein unerträglich Zorngericht, Und offnen Höllenrachen. 8. Ach! meine Gräuel allzumal Schäm' ich mich zu bekennen; Es ist ihr'r weder Maaß noch Zahl; Ich weiß sie nicht zu nennen; Und ist ihr'r feiner noch so flein, Um welches willen nicht allein Ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab' ich in Sicherheit Fein unbesorgt geschlafen, Gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, Er fahret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirt mit seinen Schafen. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, Fährt schnell ohn' Zaum und Zügel. Wo flieh' ich hin? du Morgenroth, Ertheil' mir deine Flügel! Verbirge mich, du fernes Meer! Stürzt doch herab, fallt auf mich her Ihr Klippen, Berg' und Hügel! 12. Ach! nur umsonst, und könnt ich auch Bis in den Himmel steigen, Und wieder in der Höllen Bauch, Mich zu verkriechen, neigen; Dein Auge dringt durch Alles sich, Du wirst da meine Schand und mich Der lichten Sonne zeigen. 13. Herr Jesu! nimm mich zu dir ein, Ich flieh in deine Wunden, Die du, o Heiland! wegen mein Am Kreuze hast empfunden, Als unser Aller Sünden Müh' Dir, o du Gotteslamm! ward sie zu tragen aufgebunden. 14. Wasch' mich durch 10. Dies Alles jeßt zu deinen Todesschweiß Und gleich erwacht, Mein Herz purpurrothes Leiden, Und will mir zerspringen, Ich laß mich sauber sein und sebe deines Donners Macht, weiß, Durch deiner Unschuld 214 Buß- und Beichtlieder. Seiden. Von wegen deiner für Nege stellt, Die, uns zu Kreuzeslast Erquick', was du stürzen, wachen. zermalmet hast, Mit deines Trostes Freuden. 16. Wie werd' ich mich mein Lebenlang Vor solcher 15. So angethan, will Plage scheuen, Durch deines ich mich hin Vor deinen Ba- guten Geistes Zwang, Den ter machen; Ich weiß, er du mir woll'st verleihen, Daß lenket seinenSinn, Und schaf- er von aller Sündenlist Und fet Rath mir Schwachen; dem, was dir zuwider ist, Er weiß was Fleischeslust Helf' ewig mich befreien. und Welt, Und Satan uns 3. Angelus, 1624. Eigene Melodie. 79. 263. Je esu, der du Ungerechtigkeit. All' mein meine Seele Hast durch deinen bittern Tod Aus des Teufels finst'rer Höhle Und der schweren Sündennoth Kräftiglich herausgerissen, Und mich solches lassen wissen Durch dein angenehmes Wort, Sei doch jetzt, o Gott! mein Hort. Dichten, all' mein Trachten Heißet unsern Gott verachten; Böslich leb' ich ganz und gar, Und sehr gottlos immerdar. 4. Herr! ich muß es ja bekennen, Daß nichts Gutes wohnt in mir, Das zwar, was wir wollen nennen, Halt' ich meiner Seele für; Aber Fleisch und Blut zu zwingen, Und das Gute zu vollbringen, Folget gar nicht wie es soll, Was ich nicht will thu' ich wohl. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlornen Schäfelein, Als sie liefen ganz verfluchet In der Höllen Pfuhl hinein; Ja, du Satansüberwinder! Hast die hochbetrübten Sünder So gerufen zu der Buß, Daß ich billig kommen muß. 5. Aber, Herr! ich fann nicht wissen Wie viel meiner Fehler sein, Mein Gemüth ist ganz zerrissen Durch der 3. Ach! ich bin ein Kind Sünde Schmerz und Pein der Sünden, Ach! ich irre Und mein Herz ist matt von weit und breit; Es ist nichts Sorgen; Ach! vergib mir an mir zu finden. Als nur das verborgen': Rechne nicht Buß- und Beichtlieder. der Missethat, Die dich, Herr! erzürnet hat. 6. Jesu! du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser! kommen Meiner Seligkeit zu gut; Und dieweil du, sehr zerschlagen, Hast die Sünd' am Kreuz getragen, Ei so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen ſei. 7. Weil mich auch der Höllen Schrecken Und des Satans Grimmigkeit Vielmals pflogen aufzuwecken Und zu führen in den Streit, Taß ich schter muß unterliegen, Ach! so hilf, Herr Jesu! sirgen; O du meine Zuversicht! Laß mich ja verzagen nicht. 215 meiner nehmen an; Du allein, Herr! fannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr von meiner linken Hand, Seid von mir noch nie erkannt! 10. Du ergründest meine Schmerzen, Du erkennest meine Pein, Es ist nichts in meinem Herzen, Als dein herber Tod allein; Dies mein Herz mit Leid vermenget, Das bein theures Blut besprenget, Das am Kreuz vergossen ist, Geb' ich dir, Herr Jesu Christ! 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein Gewissen, das mich plagt; Es wird deine Treu erfüllen, Was du selber zugesagt: Daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, Sondern ewig leben soll, Wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Deine rothgefärbten Wunden, Deine Nägel, Kron' und Grab, Deine Schenkel fest gebunden, Wenden alle Flagen ab; Deine Pein und blutig's Schwißen, Deine Striemen, Schläg' und RiBen, Deine Marter, Angst und Stich, O Herr Jesu! trösten mich. 12. Herr! ich glaube, hilf mir Schwachen, Laß mich ja verzagen nicht, Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd' und Tod ansicht. Deiner Güte will ich trauen, 9. Wann ich vor Gericht Bis ich fröhlich werde soll treten, Da man nicht schauen Dich, Herr Jesu! entfliehen kann, Ach! so wol- nach dem Streit, In der left du mich retten, Und dich süßen Ewigkeit. Job. Rig, 160T, Buß- und Beichtlieder. Eigene Melodie. 74. 264. Straf' mich kann Deiner Hülfe harren; | nicht in dei- Ich verschmacht', Tag und Nacht Muß mein Lager fliesen Von den Thränengüssen. 5. Ach! ich bin so müd' und matt Von den schweren Plagen, Mein Herz ist der Seufzer satt, Die nach Hülfe fragen: Wie so lang' Machst du bang' Meiner armen Seele, In der Schwermuthsbhöhle. 216 nem Zorn; Großer Gott! verschone; Ach! laß mich nicht sein verlor'n, Nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd' Dich entzünd't, Lösch' ab in dem Lamme Deines Grimmes Flamme. 2. Herr! wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Hölle? Rette mich aus aller Pein Der Verdammten Stelle! Daß ich dir Für und für Dort an jenem Tage, Höchster Gott! Dank sage. 3. Zeig' mir deine Vaterhuld, Stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr! hab' mit mir Geduld, Mein' Gebeine frachen; Heil' die Seel' Mit dem Del Deiner großen Gnaden, Wend' ab allen Schaden. 4. Ach! sich' mein' Ge beine an, Weil sie all erstar ren, Meine Seele gar nicht 6. Weicht ihr Feinde! weicht von mir! Gott erhört mein Beten; Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlig treten. Teufel weich! Hölle fleuch! Was mich vor gefränket, Hat mir Gott geschenket. 7. Vater! dir sei ewig Preis Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicher Weis, Der allzeit zu loben. Heil'ger Geist! Sei gepreis't, Hochgerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus, 1624. o meine Seele. 77. Mel. Freu dich sehr, 265. Vater! laß mich vor deiner Gnadenthür Mit Gnade fin dem Zöllner schamroth stehe, den, Gib mir wieder Trost Und dich um Vergebung in Sinn, Der ich wegen fleche. meiner Sünden So betrübt und traurig bin. Siehe, 2. Du bist heilig, ich hingegen Voller Ungerechtigkeit; mein Gott! wie ich hier Jeßt Muß mich blos auf's Bitten Buß- und Beichtlieder. 217 legen; Und auf deine Gü- war rechte Zeit; Doch ist tigkeit Segen meine Zuver dadurch nichts sicht; Denn so eu, Herr! Deiner großen dein Gericht Ließest ohne Gnad' ergehen, Würd' es übel um mich stehen. benommen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, Wenn sie nur von Herzen geht; Darum wird dir auch mein Flehen Annoch nah' zu Herzen gehen. 3. Aber ach! nach deiner Lehre, Willst du keines Sünders Tod; Sondern daß er sich befehre, Und frei werde seiner Noth. Dieser Trost erquicket mich, Als der ich auch ängstiglich Neu und Leid bei mir empfinde Uleber meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden D'rum vergossen hat sein Blut, Auf daß könne selig werden Wer im Glau ben Buße thut. Auch sein Kreuz und Dornenfron' Bring' ich hier vor deinen Thron; Seinen Tod und Blutvergießen Laß mich Armen auch genießen. 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, Da es noch 6. Großer Gott voll Lieb und Treue! Laß durch Jesu Wunden doch Meine späte Buß und Reue Dir anjeßt gefallen noch. Denke doch nicht weiter dran, Was ich habe mißgethan; Laß mein armes Sündenleben Mir aus Gnaden sein vergeben. 7. Willst du nun mir armen Sünder, O mein Gott! barmherzig sein, Und in die Zahl deiner Kinder Wiederum mich nehmen ein, So will ich von Herzen dich Dafür preisen ewiglich. D'rum in Jesu Christi Namen Wollst du mich erhören. Amen. Christoph Gensch, um 1600. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 266.Wir Menschen Gottes Treu, Die schwebet sind leben auf uns Allen. dig todt, Wenn wir in Sün- 2. Ob wir gleich oft aus den wallen; Wir sehen nicht falschem Wahn Der Fröm der Höllen Noth, Bis daß migkeit geflissen; Jedoch sich wir d'rein gefallen; Wir Niemand rühmen kann, Daß leben hin ohn' Sorg' und er rein im Gewissen. Gott Scheu, Gedenken spät an ist und bleibt allein gerecht, 218 Buß- und Beichtlieder. Wir sind ja doch unnüße 5. Ich bin, ach leider! Knecht', Als die sich schämen müssen. nun nicht werth, Daß ich dein Sohn soll heißen; Ich bin mit deinem Grimm beschwert; Du wollst dich gnädig weisen; Du siehest meine Reu und Schmerz! Ich Zahl nicht zu erkennen; Es weiß, es eilt dein Vaterherz sollt auch mich die große Schuld Von aller Gnade, Lieb' und Huld Des Allerhöchsten trennen. Mich aus der Angst zu rei ßen. 3. Ein jeder muß sich voller Schand Den größten Sünder nennen! Der Sünde ist so viel wie Sand, Der'r 6. Der ich zuvor war geistlich todt, Empfind' ein neues Leben; Ein neues Kleid, Speis', Trank und Brod Läß't du mir nunmehr geben. So will ich auch. ohn' falschen Schein Dir als ein Kind gehorsam sein, Und nach dem Himmel stre4. Ich, ich bin der verlorne Sohn, Den seine Sünden reuen, Der nun zu deinem Gnadenthron Zu flieh'n sich fast will scheuen. O Vater! ich hab' für und für Sehr oft, und viel gesündigt dir, Muß um Erbarmung ben. schreien. M. Dillherr, 1604. 30. 267.Wo soll ich flie3. Jch, dein betrübtes hen hin, Kind, Werf' alle meine Weil ich beschweret bin Mit Sünd', So viel ihr'r in mir viel und großen Sünden? stecken, Und mich so heftig Wo kann ich Rettung fin- schrecken In deine tiefe Wunden? Wenn alle Welt her- den, Da ich stets Heil gekäme, Mein' Angst sie nicht funden. wegnähme. 4. Durch dein unschuldig Blut, Die schöne rothe Fluth, Wasch' ab all' meine Sünde, Mit Trost mein Herz verbinde, Und ihr'r nicht mehr gedenke, In's Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich Eigene Melodie. 2. O Jesu! voller Gnad! Auf dein Gebot und Rath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu deiner großen Güte! Laß du auf mein Gewiffen Ein Gnadentröpflein Aließen. Buß- und Beichtlieder. 219 Truß bald schweigen. tröst't, Weil du mich hast nur zeigen, So muß ihr erlös't; Was ich gesündigt habe, Hast du verscharrt im Grabe; Da hast du es verschlossen, Da wird's auch bleiben müssen. 9. Dein Blut, der edle Saft, Hat solche Stärk' und Kraft, Daß auch ein Tröpflein kleine Die ganze Welt 6. Ist meine Bosheit kann reine, Ja gar aus Teugroß, Werd' doch ich ihrer fels Rachen, Frei, los und los, Wann ich dein Blut ledig machen. auffasse Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All' Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch, was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär', Darf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen; Dein Blut darf ich 10. Darum allein auf dich, Herr Christ! verlaß ich mich; Jezt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben; Denn du haf mir's erworben, Da du fü mich gestorben. 11. Führ' auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, 1585. ( No. 268 und 269 bilden einen Wechselgesang.) Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 268. Jeſus nimmt klärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig auf gethan: Jesus nimmt die Sünder an. die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was fie retten fann: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht ver. derben fann; Jesus nimm die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu er 220 Buß- und Beichtlieder. 4. Kommet alle, kommet| dennoch in schneeweiß febher, Kommet ihr betrübten ren, Da ich gläubig sprechen Sünder! Jesus rufet euch, fann: Jesus nimmt dieSünund er Macht aus Sündern der an. Gotteskinder. Glaubet's doch und denfet d'ran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland! mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: 8. Jesus nimmt die SünJesus nimmt die Sünder an. der an! Mich hat er auch angenommen, Und den Him6. Ich bin ganz getrosten mel aufgethan, Daß ich selig Muths; Ob die Sünden zu ihm kommen, Und auf blutroth wären, Müssen sie, den Trost sterben kann: Jesus fraft deines Bluts, Sich nimmt die Sünder an. Gottfr. Hoffmann, 1658. 7. Mein Gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; Der mich frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Jefus meine Zuversicht. 41. 269. Jesus nimmt der an! Wehe dem, der diedie Sünder sen Glauben, Sich durch Saan! Wenn sie sich zu ihm tans eiteln Wahn Gar noch bekehren, Wenn sie auf der lässet gänzlich rauben, Und rechten Bahn Folgen seinen dem Wort nicht trauen kann: Himmelslehren. Wohl dem, Jesus nimmt die Sünder der es glauben kann: Jesus an. nimmt die Sünder an. Jesus nimmt die Sünder an! D'rum so will ich nicht verzagen. Will mich jeßt und auch fortan Meine Sünde heftig plagen, So gedenk' ich nur daran: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Jesus nimmt die Sün4. Jesus nimmt die Sünder an! Dieses ist's, was mich ergößet, Wenn die Welt, wie sie nur fann, Mich in lauter Trauern seßzet; Mich bekümmert nicht ihr Bann! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jesus nimmt die Sün Buß- und Beichtlieder. 221 der an! Laß es alle Welt der an! Diesen Troft hab' verdrießen! Laß den Satan ich erforen. Durch den Glaunur fortan Seine Pfeite auf ben lebet man, Ob man todt mich schießen. Ich weiß, was war und verloren. O, wie mich retten fann: Jesus wohl bin ich daran! Jesus nimmt die Sünder an. nimmt die Sünder an. 6. Jesus nimmt die Sünder an! Auf des guten Hirten Fluren Jedes Schäflein weiden kann. Ob die Pharisäer murren, Liegt doch selbst ihr Zeugniß d'ran: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün8. Jesus nimmt die Sünder an! Ich will dir, o Hort der Seelen! Folgen auf der Himmelsbahn, Und mich deiner Hut empfehlen. Hilf mir sterbend glauben d'ran: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. 270. hr armen stehn, Und sie gar in der Wüsten gehn, Das Eine zu umfangen. Sünder, kommt zu Hauf, Kommt eilig, kommt und macht euch auf, Mühselig und beladen! Hier öffnet sich das Jesusherz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ Das Schäflein, das verloren ist, Bis daß er's hat gefunden; So laß dich finden, liebe Seel'! Und flieb' in Jesu Wundenhöhl, Noch sind die Gnadenstunden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an! D'rum komm! dein Jesus will und fann Dich retten und umarmen; Komm weinend, fomm wahrer Buß, Und fall' im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein erbarmen. 5. O Jesu! deine Lieb' ist groß, Ich komm, mühselig, nackt und bloß, Ach! laß mich Gnade finden; Ich bin ein Schaf, das sich verirrt, Ach! nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Netz der Sünden. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dem's in der Irr' an Hülf' gebricht, 6. Ach! wehe mir, daß Er sucht es mit Verlangen; ich von dir Gewichen bin Er lässet neun und neunzig zum Abgrund schier. Ach! 222 Die Litanei. laß mich wiederkehren zu sagen ab Der Sündenluft deinem Schafstall; nimm bis in mein Grab, Und in mich an, Und mach' mich dem neuen Leben In Heiligfrei von Fluch und Bann, und Gerechtigkeit Dir dieDies ist mein Herzbegehren. nen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein; Sei du mein treuer Hirt allein, Im Leben und im Sterben; Laß mich vom eiteln Weltgesind' Ausgehn und mich als Gnadenfind Um dich, mein Schatz! bewerben. 9. Ach! nimm dein armes Täublein ein, Und laß es sicher bei dir sein In deinen Wundenhöhlen; Bewahre mich vor Sündenwerk, Und gib mir deines Geistes Stärk Am Leib' und an der Seelen. L. Laurentii, 1660. 8. Ich will von nun an Die Litanei. 111. ( Wo Responsorien gebräuchlich sind, da singt oder spricht der Pastor No. 1 und die Gemeinde No. 2.) 271. 1. Kyrie! 1. Christe! 1. Kyric! 1. Christe! ( Oder: 1. Herr! 1. Chriſte! 1. Herr! 1. Chriſte! 1. Sei uns gnädig! 1. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott beiliger Geist, 2. Erbarme dich über uns! 2. Eleison! 2. Eleison! 1. Sei uns gnädig! 2. Eleison! 2. Erhöre uns! 2. Erbarme dich! 2. Erbarme dich! 2. Erbarme dich! 2. Erhöre uns!) 2. Verschon uns, lieber Herre Gott! 1. Vor allen Sünden. 2. Hilf uns, lieber Herre Gott! Die Litanei. Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel 2. Behüt' uns, lieber Herre Gott! 1. Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellem Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassernoth, Vor dem ewigen Tod 2. Behüt' uns, lieber Herre Gott! 1. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und deinen Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer leßten Noth, Am jüngsten Gericht 2. Hilf uns, lieber Herre Gott! 223 1. Wir arme Sünder bitten 2. Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! 1. Und deine heilige, christliche Kirche regieren und führen. 2. Erhör' uns, lieber Herre Gott! 1. Alle Bischöfe, Pfarrherrn und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten. Allen Rotten und Aergernissen wehren. Alle Irrige und Verführte wiederbringen. Den Satan unter unsre Füße treten. Treue Arbeiter in deine Ernte senden. Deinen Geist und Kraft zum Wort geben. Allen Betrübten und Blöden helfen und trösten. 2. Erhör' uns, lieber Herre Gott! 1. Allen Völkern Fried' und Eintracht geben. Unsern Feinden und allen Tyrannen wehren. Unser Land mit seiner Obrigkeit leiten und schüßen. Unsern Rath und Gemeinde segnen und behüten. 2. Erhör' uns, lieber Herre Gott! 224 1. Von der Absolution. Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen. Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben. Aller Kinder und Kranken pflegen und warten. Alle in Unschuld Gefangene los und ledig lassen. Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen. Aller Menschen eich erbarmen. 2. Erhör' uns, lieber Herre Gott! 1. Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren. Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, und uns gnädiglich erhören. 2. Erbör' uns, lieber Herre Gott! 1. O Jesu Christe! Gottes Sohn! 2. Erhör' uns, lieber Herre Gott! 1. D du Gottes- Lamm! das der Welt Sünde trägt, 2. Erbarm' dich über uns! 1. D du Gottes- Lamm! das der Welt Sünde trägt, 2. Verleih' uns steten Frieden. 1. Christe! 2. Erhöre uns! 1. Kyrie! 1. Christe! 1. Ryrie! w Amen. 2. Eleison! 2. Eleison! 2. Eleison! Bon der Absolution. Mel. 272. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 5. o wahr ich Vergebung der Sünd' jederleb' spricht mann, Dem's leid ist, glaubt Gott, der Herr, Des Sün- und will ablan. ders Tod ich nicht begehr', 3. Wem ihr die Sünd' Sondern daß er bekehre sich, vergeben werd't Soll ihr'r Thu' Buß und lebe ewiglich. los sein auf dieser Erd', 2. Drum Christ, der Herr, Wem ihr sie b'halt im Nasein' Jünger sandt: Geht men mein, Dem sollen sie hin, predigt in allem Land behalten sein. Von der Absolution. 225 4. Was ihr bind't, soll auflegt sein' Hand, Dem gebunden sein, Was ihr auf- lös't Christ auf der Sünden lös't, das soll los sein, Die Band, Und absolvirt ihn Schlüssel zu dem Himmel durch sein Blut; Wer's reich Hiemit ich euch geb' glaubt, aus Gnad' hat solallen gleich. ches Gut. 5. Wem ihr verkündigt diesen Trost, Daß er durch mein Blut sei erlös't, B'hält dies Zeugniß im Herzen sein, Derselb' ist los von Schuld und Pein. 6. Wann uns der Beicht'ger absolvirt, Sein Umt der Herr Christ durch ihn führt, Und spricht uns selbst von Sünden rein; Sein Werkzeug ist der Dien'r' allein. 7. Und wenn die Sünd' wär' noch so groß, So werden wir derselben los. Durch Kraft der Absolution, Die hat verordnet Gottes Sohn. 8. Wem der Beicht'ger 9. Das ist der heil gen Schlüssel Kraft; Sie bind't und wieder ledig mach;:, Die Kirch' trägt sie an ihrer Seit', Die Hausmutter der Christenheit. 273. Mein Gott, ich lob und preise dich, Von Grunde meiner Seelen, Daß du anjetzt hast lassen mich Freisprechen und loszäblen Von meiner schweren Missethat, Die dich so sehr erzürnet hat. Wie soll ich g'nugsam preisen, Herr! deine große Gütigkeit, Die du ießt und sonst allezeit Haft wollen mir erweisen? 15 10. Ben nun sein G'wissen beißt und nagt, Die Sünd' ihn quält, daß er verzagt, Der halt' sich an dem Guadenthron, Zum Wort der Absolution. 11. Lob sei dir, wahrer Gottessohn! Für die heilig' Abs'lution, Darin du zeigst rein' Gnad' und Güt'; Vor Ablaßbrief Herr uns behüt'! Nic. Hermann, um 1500. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 92. 2. Ich hatte kaum gesucht bei dir Vergebung meiner Sünden, Ach, sieh'! da ließ'st du selbe hier Mich alsobalde finden. Wo ist ein solcher Gott, wie du, Der so genädig höret zu Dem Seufzen der Elenden, Und ungeachtet unsrer Schuld, Zu uns sich mit so großer Huld, Wie du thust, pflegt zu wenden? 3. Weil du mich denn so 226 Von der Absolution. väterlich Zu Gnaden ange- Zu dieser Himmelsspeiſe, nommen, So will ich nun Daß du sie würdiglich ges bereiten mich, Zu deinem neuß'st. Mein Gott! hilf, Tisch zu kommen, Als ein daß dein guter Geist Mich geschickter frommer Gast. Obiezu unterweise. Seele! mache dich gefaßt Joh. Rist, 1607. Mel. Herr Gott dich loben alle wir. 5. 3. Dir sei Dank für solch o treuer gnädig Herz, Der du selbst heilest allen Schmerz Durch's theure Blut des Herren Christ, Das für all' Sünd vergossen ist. 4. Gib uns dein'n Geist, gib Fried' und Freud', Von nun an bis in Ewigkeit; Dein Wort und heilig Sacrament Erhalt' bei uns bis 274, Wir danken dir, Gott! Daß du uns hilfst aus Sündennoth, Vergibst uns alle Schuld und Fehl', Und hilfest uns an Leib und Seel'. 2. Durch deinen Knecht sprichst du: mein Kind, Dir alle Sünd' vergeben sind, Geh' im Fried' hin, sünd'ge nicht mehr, Und all'weg dich an das End'. zu mir befebr. Nic. Selneder, 1532. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Chr. 54. 275.Wie fröhlich ist hab' ich nun Ruh und Rast, Mir fann der Fluch nicht schaden. doch mein Gebein'. Gott sei gebenedeiet, Die Sünden losgesprochen sein, Gott seine Huld verneuet. Die Sünde wie ein Ulebel ist Getilget aus zu dieser Frist, Mein Geist in Gott sich freuet. 3. Du sagest, Herr! aus lauter Huld: Wem ihr die Sünd' erlasset, Dem ist erlassen alle Schuld; Dies Wort mein Herze fasset. Dein Diener hat gesprochen frei, Daß mir die Schuld erlassen sei, Vor der ich war erblasset. 4. Auf mein Haupt legt' er seine Hand, Und sprach: dir armen Sünder 2ös ich 2. Von Herzen, Jesu! dant ich dir, Daß du aus großer Gnaden Die Sünde haft vergeben mir Damit ich war beladen. Was mich ge drückt als eine Last, Davon Von der Rechtfertigung. 227 lieben mich, Wie solches dein Wort lehret. auf deiner Sünden Band, dich, So muß mein Vater Der Herr, der Ueberwinder, Mit seinem Blut, nach Gottes Rath, Die Handschrift dir durchstrichen hat, Wir heißen Gottes Kinder. 7. Ich glaube deinem theuren Wort, Das mich nicht fann betrügen, Daß 5. Aus dir, Herr Jesu! meine Sünd', o treuer Hort! mir dein Blut Zum Leben Auf deinem Rücken liegen. ist entsprungen. Dein Geist dadurch das Wunder thut, Und mit des Dieners Zungen Besprenget mein gekränktes Herz, So weichet aller Sündenschmerz; Wie wohl ist mir's gelungen! 6. welche Gnad' und Freudigkeit Uns Sündern Die trägst du, Gotteslämmelein! Dafür will ich dir dankbar sein Und mich zur Erde schmiegen. 8. Ich will hinfort in Heiligkeit Ein neues Leben führen. Mein Herze soll sein stets bereit, Das Christenthum zu zieren. Gottseligkeit widerfähret! Daß Gott in sei mein Gewinn, Dein gusolcher ter Geist soll Herz und Sinn Nach deinem Wort regieren. Joh. Maukisch, 1617. Gnadenzeit Sein Herze zu uns kehret. Weil ich, mein Jesu! glaub an Von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 93. 276. Durch Adams Hevam hat bracht, Daß sie Natur Fall ist ganz ist abgefallen Von Gottes verderbt Menschlich Wort, das sie veracht't, Daund Wesen; Daselb' Gift ist durch sie in uns allen Bracht auf uns geerbt, Daß wir hat den Tod, So war ja nicht fonnt'n genesen Ohn' Noth, Daß uns auch Gott Gottes Trost, Der uns er sollt' geben Sein'n lieben lös't Hat vor dem großen Sohn, Den Gnadenthron, Schaden, Darein dieSchlang' In dem wir möchten leben. Hevam bezwang, Gott's Zorn auf sich zu laden. 3. Wie uns nun hat ein' fremde Schuld In Adam all' verhöhnet; Also hat uns 2. Weil denn die Schlang' 228 Von der Rechtfertigung. ein' fremde Huld In Christo Ein ander's Ziel, Ohn' dieall' versöhnet; Und wie wir sen Tröster stecken, Den mag all' Durch Adams Fall Sind gar bald Des Teufels G'walt ewig's Tod's gestorben; Also Mit seiner List erschrecken. bat Gott Durch Christi Tod Verneu'rt, das war verdorben. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, Der wirt nimmer zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Ob ihm gleich geht zu Handen Viel Unfalls hie, Hab' ich doch nie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt Auf Gottes Trost; Er hilft sein'n Gläub'gen allen. 8. Ich bitt', o Herr! aus Herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig's Wort aus meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein' Sünd' und Schuld, Denn in dein' Huld Seg' ich all' mein Vertrauen; Wer sich nun fest Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 4. So er uns denn sein'n Sohn hat g'schenkt, Da wir sein' Feind' noch waren, Der für uns ist an's Kreuz gehängt, Getödt't, gen Himmel g'fahren, Dadurch wir sein Von Tod und Pein Erlös't, so wir vertrauen In diesen Hort, Des Vaters Wort! Wem wollt' vor'm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort', Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und ew'ges Wort, Den er uns hat gegeben zu einem Schuß, Daß wir mit Truß An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald Kein' Macht noch G'walt Aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, Sein Heil ist auch noch ferren, Der Trost bei einem Menschen sucht, Und nicht bei Gott dem Herren; Denn wer ihm will 9. Mein'n Füßen ist dein heilig's Wort Ein' brennende Lucerne, Ein Licht, das mir den Weg weis't fort; So dieser Morgensterne In uns aufgeht, So bald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist Den'n g'wiß verheißt, Die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, 1479. Von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 34. 277. Es ist das Heil uns fommen her, Von lauter Gnad' und 5. Noch mußt' das G'sez erfüllet sein, Sonst wär'n wir all' verdorben, Darum Güte, Die Werk' die helfen schickt' Gott sein'n Sohn nimmermehr, Sie mögen nicht behüten; Der Glaub' sieht Jesum Christum an, Der hat g'nug für uns all' gethan, Er ist der Mittler worden. berein, Der selber Mensch ist worden; Das ganz' Gefeß hat er erfüllt, Damit ſein's Baters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 229 2. Was Gott im G'setz geboten hat, Da man es nicht fonnt' halten, Erhub sich Zorn und große Noth, Vor Gott so mannigfalte, Bom Glaubens recht' Gestalte: Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, Vom G'setz erfortert allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt' sein G'sez d'rum geben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns anzeigt die sünd'ge Art In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war eieselbe Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward; Doch mehrt sich Sünd' ohn' Maßen; Denn Gleißnerswerk' Gott hoch verdammt Und je dem Fleisch der Sünden Schand' All'zeit war angeboren. 6. Und wenn es nun erfüllet ist Durch den, der es konnt' halten; So lerne jetzt ein frommer Christ Des Nicht mehr, denn, lieber Herre mein, Dein Tod soll mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag', Dein Wort kann nicht betrügen; Nun sagst du, caß fein Mensch verzag', Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an dich und wird getauft, Demselben ist der Himm'l erkauft, Daß er nicht werd' verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasset; Der Glaub' gibt aus von ihm den Schein, So er die Werk' nicht lässet; Mit Gott der Glaub' ist wohl daran, Dem Nächsten wird die Lieb' Gut's thun, Bist du aus Gott geboren. 230 Von der Rechtfertigung. 9. Es wird die Sünd' 12. Ob sich's anließ, als durch's G'ses erkannt, Und wollt' er nicht, So laß dich's schlägt das G'wissen nieder, doch nicht schrecken; Denn Das Evangelium fommt zu wo er ist am besten mit, Da Hand Und stärkt den Sün- will er's nicht entdecken; der wieder; Es spricht: nur Sein Wort laß dir gewisser kreuch zum Kreuz herzu, Im sein, Und ob dein Herz G'seß ist weder Rast noch spräch' lauter Nein! So Ruh, Mit allen seinen Wer- laß doch dir nicht grauen. fen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis, Um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist! Der woll' mit Gnad' erfüllen, Was er in uns ang'fangen hat, zu ehren seine Majestät' Daß heilig werd' sein Name. 10. Die Werk' die kommen g'wißlich her Aus einem rechten Glauben, Denn das nicht rechter Glaube wär', Woll'st ihn der Werk berauben; Doch macht allein der Glaub' gerecht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dabei wir'n Glauben merken. 14. Sein Reich zukomm' sein Will' auf Erd' G'scheh', wie im Himmelsthrone, Das täglich Brod ja heut' uns werd', Woll'st unsrer Schuld verschonen, Wie wir auch unsern Schuld'gern thun, Laß uns nicht in Versuchung stahn, Lös uns vom Uebel. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, Was Gottes Wort zuſaget; Wenn das geschehen soll zur Freud' Seßt Gott fein g'wisse Tage; Er weiß wohl wenn's am besten ist, und braucht an uns fein' arge List; Deß Amen. soll'n wir ihm vertrauen. Paulus Speratus, 1484. Eigene Melodie. 54. 278.Nun freut euch, Und seine süße Wunderthat; | liebe Chri- Gar theu'r hat er's erwor steng'mein, Und laßt uns ben. fröhlich springen, Daß wir 2. Dem Teufel ich gefangetrost und all' in ein Mit gen lag, Im Tod war ich Lust und Liebe singen: Was verloren, Mein' Sünd' mich Gott an uns gewendet hat, quälte Nacht und Tag, Da Von der Rechtfertigung. 231 rin ich war geboren. Ich fiel wollt' mein Bruder werden. auch immer tiefer brein, Es war kein Gut's am Leben mein, Die Sünd' hatt' mich besessen. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt' er fangen. 3. Mein gute Werk', die 7. Er sprach zu mir: halt galten nicht, Es war mit dich an mich, Es soll dir jetzt ihn'n verdorben, Der frei' gelingen, Ich geb' mich selWill' hasset Gott's Gericht, ber ganz für dich, Da will Er war zum Gut'n erstor- ich für dich ringen; Denn ben. Die Angst mich zu ver- ich bin dein und du bist zweifeln trieb, Daß nichts mein, Und wo ich bleib', da denn Sterben bei mir blieb, sollst du sein, Uns soll dei Zur Höllen mußt ich sin- Feind nicht scheiden. fen. 8. Vergießen wird er mir 4. Da jammert's Gott mein Blut, Dazu mein Lein Ewigkeit, Mein Elend, ben rauben; Das leid' ich übermaßen, Er dacht' an sein' alles vir zu gut; Das halt' Barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir sein Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr fein Scherz, Er ließ's sein Bestes fosten. mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein' Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem 5. Er sprach zu seinem Vater mein Fahr' ich aus lieben Sohn: Die Zeit ist diesem Leben, Da will ich hie zu' rbarmen, Fahr' bin, sein der Meister dein, Den mein's Herzens werthe Kron' Geist will ich dir geben, Der Und sei das Heil dem Ar- dich in Trübsal trösten soll, men, Und hilf ihm aus der Und lehren mich erkennen Sündennoth, Erwürg' für wohl, Und in der Wahrheit ihn den bittern Tod, Und leiten. laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater a'borsam ward, Er fam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er Zu Lob und seinen Ehren. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd' gemehrt, 232 Von der Rechtfertigung. Und hüt' dich für der Men- der edle Schap; Das las schen G'saß, Davon verdirbt ich dir zulegte. Amen. Dr. Martin Luther, 1483. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. ch habe nun den 5. Darein will ich mich Grund gefun- gläubig senken, Dem will ich den, Der meinen Anker ewig mich getrost vertrau'n; Und hält, Wo anders als in Jesu wenn mich meine Sünden Wunden? Da lag er vor fränken, Nur bald nach Gotder Zeit der Welt; Den tes Herze schau'n; Da findet Grund, der unbeweglich steht, sich zu aller Zeit Unendliche Wenn Erd' und Himmel Barmherzigkeit. untergeht. 6. Wird alles andre weggerissen, Was Seel' und Leib erquicken fann; Darf ich von keinem Troste wissen, Und scheine völlig ausgethan; Scheint die Errettung noch so weit; Mir bleibet die Barmherzigkeit. = 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die off nen Liebesarmen Deß, der sich zu dem Sünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden, 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja, häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stüden Mit eiteln Dingen műUnd nahm hernach den Him- hen muß; Ich werde ziemlich mel ein, Deswegen klopft er für und für So stark an unsre Herzensthür. sehr zerstreut, Doch hoff' ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen 4. O Abgrund, welcher besten Werken, Darinnen ich alle Sünden Durch Christi gewandelt bin, Viel' UnvollBlut verschlungen hat; Das kommenheit bemerken, So heißt die Wunde recht ver- fällt wohl alles Rühmen binden, Da findet kein Ver- hin; Doch ist auch dieser dammen statt; Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! Trost bereit: Mein Herz ist voll Barmherzigkeit. 9. Es geb' mir nur nach dessen Willen Bei dem so Von der Rechtfertigung. 233 viel Erbarmen ist; Er wolle will ich bleiben, So lange selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt; So stehet es in Lieb' und Leid, In, durch und auf Barmherzigkeit. mich die Erde trägt, Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt; So sing' ich einstens höchst erfreut: 10. Bei diesem Grunde Abgrund der Barmherzigkeit! J. A. Rothe, 1688. Eigene Melodie. 36. 280.J weiß von die Sünde; Doch schaden ch inem andern fann sie mir nicht mehr, Weil ich in Christo mich befinde; Wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, Sonst bringt ein sich'res Wesen ein. Grunde, Als den der Glaub' in Christo hat; Ich weiß von feinem andern Bunde, Von feinem andern Weg und Rath: Als daß man elend, arm und bloß, Sich legt in seines Vaters Schooß. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben Im Glauben und 2. Ich bin zu meinem in Christi Kraft; Der alte Heiland kommen, Und eil' Mensch muß täglich sterben, ihm immer besser zu; Ich Der noch nicht todt am bin auch von ihm aufgenom- Kreuze haft't. Dies aber men, und finde bei ihm macht mich rein und klein, wahre Ruh; Er ist mein Und lehrt zu Jesu ernstlich Kleinod und mein Theil, schrei'n. Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib' in Christo nun erfunden, Und bin in ihm gerecht und rein.- Bleib' ich mit ihm nur stets verbunden, So kaun ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Chrifto an,- Wer ist's, der mich verdammen fann? 4. Ich fühle noch in mir 6. Und weil ich so in Christo bleibe, Stets vor ihm wandelnd auf ihn seh', Das Wort des Friedens fröhlich treibe, Und unablässig zu ihm fleh', So bleib' ich stets im Grunde stehn; Da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 7. Ich bleib' im tiefsten Demuthsgrunde Und will von Christo nimmer gebn: 234 Von der Rechtfertigung. Ich bleib' im allgemeinen[ du in mir! Laß deinen zuBunde, In allgemeiner Liebe ten Geist mich treiben, Daß stehn, Und hang' an Christo ich im Glauben folge&; ganz allein; Dies soll mein Laß mich stets treu und wachGrund auf ewig sein. sam sein- So reißet nichts den Grund mir ein! 8. Jesu laß mich in vir bleiben! O Jesu, bleibe C. H. v. Bogaply, 1690. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 281.Aus Gnaden Sohn auf Erden Und übersoll ich selig nahm die Sündenlast; Was werden; Herz! glaubst du's, nöthigt' ihn, dein Freund zu oder glaubst du's nicht? werden? Sag's, wo du das Was willst du dich so blöd zu rühmen haft! War's geberden? Ist's Wahrheit, nicht, daß er dein Bestes was die Schrift verspricht? wollt' Und dir aus Gnaden So muß auch dieses Wabr- belfen sollt'? heit sein: Aus Gnaden ist der Himmel mein. 5. Aus Gnaden!- Dieser Grund wird bleiben, So 2. Aus Gnaden!- Hier lange Gott wahrhaftig heißt; gilt fein Verdienen, Die eig- Was alle Knechte Jesu nen Werke fallen hin; Gott, schreiben, Was Gott in seider aus Lieb' im Fleisch er- nem Wort anpreis't, Worauf schienen, Bringt uns den all' unser Glaube ruht: Ift seligen Gewinn, Daß uns Gnade durch des Lammes sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht. Blut. 6. Aus Gnaden,— doch - tu sich'rer Sünder, Denk' 3. Aus Gnaden!-Merf' nicht; woblan, ich greif' dies Wort: aus Gnaden! auch zu! Wahr ist's, Gott So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satan schaden, So oft dich dein Gewissen nagt; Was die Vernunft nicht fassen fann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheiß'nen Ruh'; Doch nimmt er nicht aus Gnaden an, Wer noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden!- Wer dies Wort gehöret, Treť' ab von aller Heuchelei; Denn 4. Aus Gnaren fam sein Von der Rechtfertigung. 235 wenn der Sünder sich bekeh-| fühle nichts, doch ist mir ret, So lernt er erst, was wohl; Ich kenn' mein fündGnade sei; Beim Sünd'gen liches Verderben, Doch auch scheint die Gnad' gering, Den, der mich heilen soll. Dem Glauben ist's ein Wun- Mein Geist ist froh, die derding. Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenn's unter größter Angst und Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärfung her, Wenn Gnade nicht mein Anfer wär'! 10. Aus Gnaden! Dies hör' Sünd' und Teufel, Id schwinge meine Glaubensfahn', Und geh' getrost, trog allem Zweifel Durch's rothe Meer nach Canaan. Ich glaub', was Jesu Wort verspricht, Ich fühl' es oder fühl' es nicht. C. L. Scheitt, 1709. 9. Aus Gnaden!-Hier auf will ich sterben; Ich Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 282. Jch bin bei Gott in Gnaden, 3. Ich fann um dessentwillen, Der mich geliebet Durch Christi Blut und Tod, hat, G'nug meinen Unmuth Was kann mir endlich scha- stillen, Und fassen Trost und den? Was acht' ich alle Nath; Denn das ist mein Noth? Ist er auf meiner Vertrauen, Der Hoffnung Seiten, Gleichwie er wahr- bin ich voll, Die weder Drang lich ist, Laß immer mich be- noch Grauen Mir ewig raustreiten Auch alle Höllenlist? ben soll. 2. Was wird mich können scheiden Von Gottes Lieb' und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden Und Trübfal mancherlei? Laß 4. Daß weder Tod noch Leben, und feiner Engel Macht, Wie hoch sie möchte schweben, Kein Fürstenthum. fein' Pracht, Nichts dessen, Schwert und Blöße walten, was zugegen, Nichts, was Man mag durch tausend die Zukunft hegt, Nichts, Pein Mich für ein Schlacht- welches hochgelegen, Nichts, schaf halten, Der Sieg bleibt was die Tiefe trägt. dennoch mein. 5. Noch sonst, was je er 236 Von der Rechtfertigung. schaffen, Von Gottes Liebe ben, Ihn fleb' ich gläubig mich Soll scheiden oder raf- an, Der mich, sein Kind und fen; Denn diese gründet sich Erben, Nicht lassen will noch Auf Christi Tod und Ster- fann. Simon Dach, 1605. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 283.11ebergroße und Wunden Haben wir Wundergüte statt Weh und Ach Schon das Leben wieder funden, Wir, die sündlich, frank und schwach; Wenn wir nur in Glaubenssinn Zu demselben nahen hin, Und auf ihn, als Heiland, schauen Muß verschwinden alles Grauen. Hast du, Gott! an uns gethan, Daß dein väterlich Gemüthe Uns nun wieder lieben kann. D! wie machten wir's so schlimm Und erweckten deinen Grimm Uleber uns durch unsre Sünden, Die sich häufig bei uns finden. 5. Jene Schlange war der Schatten; Du, Herr 2. Dennoch wolltest du Jesu! bist es recht, Den wir nicht schlagen, Wie wir's dort in Bildniß hatten, Du hatten wohl verdient: Lieber bist der getreue Knecht Deimit Geduld ertragen, Was nes Gottes, der den Tod, sich unser Fleisch erfühnt, Ja, du suchst noch immer zu Unser Bestes, unsre Ruh, Daß wir nun nicht ewig mögen In der Höllen Abgrund liegen. Den der Schlangenbiß uns droht, Von uns gänzlich abgekehret, Und das Leben uns bescheret. 6. Nur, wenn wir mit Glaubensaugen Dich am 3. Als wir keinen Finger Kreuze schauen an, Und aus regen konnten, die Gerech- deinen Wunden saugen, Was tigkeit zu erlangen, brach uns ewig heilen fann: Diedein Segen Los in früher ses rechnet Gott uns zu, Morgenzeit: Da du, Herr! Was nicht wir, allein nur aus Liebesbrunst Uns erwiesen deine Gunst, Daß der Treter jener Schlangen Sollt' zu rechter Zeit anlangen. du, Wieder gut haft wollen machen, Uns zu retten, deine Schwachen. 4. Durch desselben Tod 7. So bat Gott die Welt geliebet, Daß er uns von Von der Rechtfertigung. 237 seinem Thron Willig zur und Leiden Sind wir von Versöhnung giebet Selbst der Sünde frei, Können unden eingebornen Sohn! ser Herz stets weiden An des Nun, wer an denselben Vaters Lieb' und Treu'! gläubt, Sich im Glauben Gottes Friede uns erquickt, ihm verschreibt, Soll in sünd- Und was uns vorhin gelichen Beschwerden Nimmer- drückt, Davon werden wir mehr verloren werden. entbunden, Wenn wir flieh'n zu Christi Wunden. 8. Gnad' und Leben soll er haben, Was der Himmel 10. Liebster Vater! gib Gut's vermag, Süße Bot- den Segen, Daß wir die Geschaft soll ihn laben; Des rechtigkeit Deines Sohn's Gefeßes Donnerschlag Soll im Herzen hegen, Und ihr ja ihn treffen nimmermehr. zu feiner Zeit Wiederum verAch Herr! dir sei Preis und lustig gehn; Laß uns fest im Ehr', Daß wir durch des Glauben stehn, Und auf deiSohnes Sterben Sollen ein nen Wegen allen Wandeln, solch Heil ererben. wie dir's fann gefallen. 9. Durch desselben Blut Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Nun freut euch liebe Christeng' mein. 54. 284.Such, wer da recht der treue Knecht, Der will, ein ander für uns ist gestorben. Ziel, Die Seligkeit zu fin- 3. Ach! sucht doch Den, den, Mein Herz allein be- laßt alles stehn, Die ihr das dacht soll sein, Auf Christum Heil begehret; Er ist der sich zu gründen; Sein Wort Herr, und feiner mehr, Der ist wahr, sein Werk ist flar, euch das Heil gewähret. Sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, All' Feind' zu überwinden. Sucht ihn all' Stund' von Herzensgrund, Sucht ihn allein; denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 2. Such', wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch 4. Mein's Herzens Kron', nichts erworben; Hier ist der mein' Freudensonn' Sollst Mann, der helfen kann, Bei du, Herr Jesu! bleiben; Laß dem nie' was verdorben; mich doch nicht von deinem Uns wird das Heil durch Licht Durch Eitelkeit vertreiihn zu Theil, Uns macht ge- ben; Bleib' du mein Preis, 238 Vom heiligen Abendmahl. dein Wort mich speis'; Bleib' nicht von mir, mein' höchste cu mein' Ehr', dein Wort mich lehr', An dich stets fest zu gläuben. Zier! Hilf mir mein Leiden tragen; Hilf mir zur Freud', nach diesem Leid; Hilf! daß ich mag, nach dieser Klag', Dir ewig dort Lob sagen. Georg Weiffel, 1590. 5. Wend' von mir nicht cein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich 285.Wenn Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 54. dein Das er für mich vergossen hat, Gewaschen ab die Missethat Und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquid' ich mich, Komm hin zu dir mit Freuden. Ich suche Gnad', und hoff auf dich; Von dir soll mich nichts scheiden. Was mir durch seine Marterfron' Erworben hat dein lieber Sohn, Kann mir kein Teufel rauben. herzliebster Sohn, o Gott! Nicht wär' auf Erden kommen, Und hätt', als ich in Sünden todt, Mein Fleisch an sich genommen: So müßt' ich armes Würmelein Zur Hölle wandern in die Pein, Um meiner Sünde willen. 2. Jeßt aber hab' ich Ruh und Nast, Darf nimmermehr verzagen, Weil er die schwere Sündenlast Für 5. Nichts hilft mir die mich hat selbst getragen! Er Gerechtigkeit, Die vom Gehat mit dir verföhnet mich, Da er ließ willig tödten sich, Auf daß ich selig würde. 3. D'rum ist getroft mein Herz und Muth Mit findlichem Vertrauen; Auf dies sein rosinfarb'nes Blut Will mit Glauben fasse. ich mein' Hoffnung bauen, ( Siehe auch die Lieder vom Glauben.) Vom heiligen Abendmahl. seßz herrühret. Wer sich in eignem Werk erfreut, Wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werf allein, Das macht, daß ich kann selig sein, Wenn ich's Joh. Heermann, 1585. Mel. Ich dank dir schon durch ic. 7. 286. Als Jesus Chri- Nacht, Darin er ward verstus in der rathen, Auf unser Hell ganz Vom heiligen Abendmahl. 239 war bedacht, Dasselb' uns zu erstatten. 2. Da nahm er in die Hand das Brod, Und brach's mit seinen Fingern, Sah auf gen Himmel, dankte Gott Und sprach zu seinen Jüngern: 6. Hier wird ein neuer Bund gemacht In meinem eignen Blute! Im alten ward nur Vieh geschlacht', Geholet von der Hute. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, Dort war Fi3. Nehmt hin und eßt, gur und Schatten; Dort das ist mein Leib, Der für war ein Lamm, hier laß euch wird gegeben, Und denfet, daß ich euer bleib' Im Tod und auch im Leben. ich mich In heißer Liebe braten. 8. Das macht euch aller Sünden frei, Daß sie euch nicht mehr kränken; So oft ihr's thut, sollt ihr dabei An meinen Tod gedenken. 9. D, Jesu! dir sei ewig Dank Für deine Treu und Gaben, Ach! laß durch diese Speis und Trank, Auch mich das Leben haben. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein Im Kelch, und sprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, Wollt ihr Gott recht gefallen. 5. Hier geb' ich euch mein theures Blut Im Kelche zu genießen, Das ich für euch und euch zu gut Am Kreuz jeßt werd' vergießen. Joh. Heermann, 1585. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 14. 287.Da der Herr 3. Desgleichen nahm er, Jesus einst zu Tisch gesessen, Sprach er: Mich herzlich hat verlangt zu essen Dies Osterlamm, mit euch, ihr Jünger! heute, Noch eh' ich leide! nach dem Abendmahle, Den Kelch und sprach: Nehmt hin und trinket alle! Was hierin wird gegeben euch zu gute, Das ist mein Blute! 2. Gar hoch wollt' er den Jüngern sein nun dienen. Er nahm das Brod, dankt', brach's und gab es ihnen, Und sprach damit es ja da bei verbleibe: Das ist mein Leibe! 4. So effet nun, ihr Jünger, trinket alle! Es dient gar tröstlich euch im Sündenfalle. lind thut's, so oft ihr's thut, mir, der ich büße, 3 um Gedächtnisse! 5. Wir kommen nun müh 240 Vom heiligen Abendmahl. selig und beladen; O Helfer, Der nie, nein! niemals hat hilf! vergib die Schuld aus sein Wort gebrochen. Er Gnaden; Daß doch uns sprach: Das ist mein allen komme nun zu gute Leib, das ist mein Dein Leib und Blute! Blute!- So habt nun Muthe! 6. So sind wir auch mit vir zu Tisch gesessen, Und ha- 8. Ehr' sei dem Vater! ben auch ein Osterlamm ge- Ehr' sei auch dem Sohne! gessen, Dich selbst, zum Trost Und Ehr' dem heil'gen Geist in allen unsern Leiden, Und im Himmelsthrone! Und im Abscheiden! Dank sei Gott in Jesu Christi Namen, Immerdar! 7. Wir glauben, weil der Herr, Gott selbst gesprochen, Amen. Nach dem Lateinischen Discubuit Jesu. Mel. Herr Gott dich loben alle wir. 5. 288., welch' ein heilig Abendmahl! Darin den Jüngern allzumal Der Herre, der uns all'sammt liebt, Sich selbst zur Speis und Tranf dargibt. 2. In, mit und unterm heil'gen Brod, Den wahren Leib, der bis zum Tod Am Kreuzesstamm gehänget hat, Er schenkt aus lauter Huld und Gnad'. 3. In gleicher Weise, mit dem Wein, Üns, die wir seine Jünger sein, Er schenfet ſein wahrhaftig Blut, Das er vergossen uns zu gut. 4. Zugegen ist, nach Gottes Rath, Der Herr nicht nur mit seiner Gnad'; Daß nicht sein Leib abwesend ist, Das glaube feste, lieber Christ. 5. Allmächtig und wahrhaftig ist Der benedeite Jesus Christ, In seinem Worte jederzeit, Von nun an bis in Ewigkeit. 6. Denn weil er nun zur Rechten hoch Des Vaters sizzt, so lehrt ja doch Dies Wort, daß gegenwärtig ist Der ganze Gott Mensch Jesus Christ. 7. Das ist mein eib, das ist mein Blut;" Darum, weil er dies sagen thut, Genießet's da ein jeder Christ, Ob er auch gar unwürdig ist. 8. Mit Mund und Glauben ist und trinkt Zum Heil, #f Vour heiligen Abendmahl. 241 wer Sein' dabei gedenkt;| niglich Wir danken dir herzNur mit dem Mund und inniglich Für Alles, was zum Gericht Ein Jeder, dem durch dich geschah. Halleluder Glaub' gebricht. ja, Halleluja! 9. Kyrieleis! D'rum mänNach dem Lateinischen von G. W. Wettmann. Eigene Melodie. 6. 289. Inger Heiland, und Barmherzigkeit Sucht esus Christus, 6. Solch' groß' Gnad' Der von uns den Gottes- ein Herz in großer Arbeit. Zorn wandt', Durch das Ist dir wohl, so bleib' dabitter Leiden sein, Half er von, Daß du nicht friegest uns aus der Höllen Pein. bösen Lohn. 2. Daß wir nimmer das vergessen, Gab er uns sein'n Leib zu essen, Verborgen im Brod so klein, Und zu trinfen sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, Der hab' wohl acht auf sein' Sachen, Wer unwürdig hinzugeht, Für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, Daß er dich so wohl wollt' speisen, Und für deine Missethat In den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanfen, Daß er sei ein' Speis der Kranken, Den'n ihr Herz von Sünden schwer, Und vor Angst ist betrübet febr. 16 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, Laßt mich über euch erbarmen, Kein Arzt ist dem Starken noth, Sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben, Was dürft' ich dann für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde, Und bekennst es mit dem Munde, So bist du recht wohl geschickt, Und dieSpeise dein' Seel' erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen Nächsten sollst du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. Martin Luther, 1483. 242 Vom heiligen Abendmahl. Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 290. Herr Sesu! dir] 3. Ach Herr! laß uns sei Preis und doch nehmen nicht Dein werDank Für diese Seelen- thes Nachtmahl zum Gericht! Speis und Trant, Damit Ein Jeder recht bedenke, Daß du uns begabet: Im Brod er mit diesem Lebensbrod Im und Wein dein Leib und Glauben stille seine Noth; Blut Kommt uns wahrhaf- Der Fels des Heils uns tig wohl zu gut, Und unsre tränke! Züchtig, Tüchtig, Herzen labet, Daß wir In Dich dort oben stets zu loben, dir, Und nach allem Wohl- bis wir werden Zu dir komgefallen heilig leben. Solches men von der Erden. wollest du uns geben. 4. O! daß wir solche Seligkeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen. Und folgends aus dem Jammerthal Gelangen in den Himmelssaal, Da wit Gott werden schauen. Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste auf das Beste bei ihm laben, Und ganz volle G'nüge ha2. Du fehrest, o Immanuel! Ja selber ein in unsre Seel', Dir Wohnung da zu machen. D'rum uns ein solches Herz verleih, Das von der Welt Lieb' ledig sei, Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unsre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Ird'sche zu verachten. ben. B. Derschau, 1591. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 291. Las irdische ich befinde sehr viel Sünden, Geschäfte ste- Womit ich wider Gott gehen, Auf, Seele! mache rich than; Zu dieser Tafel fann bereit, Du willst zu Gottes ich nicht Hingehn vor GotTische gehen; Doch prüfe tes Angesicht! reine Würdigkeit, Ob du rich als ein armer Gast, Zum Abendmahl geschicket haft? 3. Das Gott erbarm! was soll ich sagen? Ich Sünder muß verloren sein? Doch nein! ich darf noch nicht verzagen, Gott feßt den Tisch reswegen ein, Daß er 2. Es will mir fast der Muth verschwinden, Ob ich dabei erscheinen kann; Denn den Sündern Troft und Bom heiligen Abendmahl. 243 Kraft Bei ihrer Buße reich-| Christi wahrer Reib lich schafft. 4. Wie wohl i mir in Gott zu Muthe! Goit tilget meine Missethat; Im wasche mich in Jesu Blute. Das meine Schuld gebüßet bai; Mein Glaube friegt von ihm das Kleid Des Heils und der Gerechtigkeit. 5. In diesem Schmucke vill ich geben, Als Gottes auserwähltes Kine, llnd selig an dem Orte stehen, Wo andre Himmelsgäste sind. Weil ich mit Jesu angethan, Zicht Gott mich selbst als Jesum an.. 6. Ach! wie erquicket mich die Speise, Die meine Seele hier genießt: Da Jesus wunverbarer Weise Die theure Speise selber ist. Ach siebe! wie rich Jesus liebt, Der dir sich selbst zu eigen gibt. 7. Ich kann nur Brod une Wein erblicken; Doch ficht der Glaub' ein höher Gut, In, mit und unter beiden Stüden und Blut! Er sagt es selbst, er ist getreu; D'rum bleibt mein Glaube fest dabei. 8. Ich habe weder Furcht noch Zweifel, Die Gnade Gottes ist mit mir. Komm, Hölle, Tod und alle Teufel! Trop! werft mir meine Sünein für! Ich bin gerecht und bin nun rein, An mir fann nichts Verdammlich's sein. 9. Weil Jesus mir sein Fleisch gegeben, Der alles Lebens Ursprung ist, So muß mein Fleisch auch wieder leben, Ob solches die Verwesung frißt: Das ist mein Trost und Glaubensziel, D'rauf leb' und sterb' ich, wann Gott will. 10. Mein Jesus ist für mich gestorben. Mein Jesus lebet auch für mich; Mein Jesus hat mein Heil erworben. Darauf besteh' ich festiglich, Und schließe mich in ihn hinein, Mein Freund ist mein 3st und ich bin sein. Erdm. Neumeister, 1671; sonst: F. S. Beyer. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 292.A! Gnader bereit't? Er ist's, der uns über allena- ruft zu Gast, Daß wir aller een! Heißet das nicht Gü- Sorgenlast, Aller Sünd und tigkeit, Daß uns Jesus selbst Noth entnommen, In den geladen Zu dem Tisch den Himmel mögen kommen. 244 2. Er, der Helland, will uns speisen, Und auch selbst die Speise sein. Heißet das nicht Gnad erweisen? Ist er nun nicht dein und mein? Sollten wir an seinem Heil Nun hinfort nicht haben Theil, Da er unser so gedenket, Daß er sich uns selber schenket? Vom heiligen Abendmahl. 3. Herr! du hast dich hingegeben Unsertwegen in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, Frei von Sünden, Straf und Noth. Aber deiner Liebe Macht Hat dich auch dahin gebracht, Daß du selbst wirst Trank und Speise! O! der nie erhörten Weise! 5. Nun zu dir fomm ich geschritten, O mein Heiland, Jesu Christ! Laß dich jest von mir erbitten, Weil für mich bereitet ist Dein so theurer Gnadentisch, Daß sich meine Seel' erfrisch, Und vor Hunger nicht vergehe, Sondern neue Kraft entstehe. 6. Ach! du wollest mich begaben Mit dir selbst, o Himmelbrod! Und mit reichem Trost mich laben Wider alle Sündennoth. Ach! laß deine Lebensquell Mich auch machen weiß und hell; Tränke mich, daß ich nicht sterbe, Sondern mit dir ewig erbe. 4. Hier sieht man dein treu Gemüthe, Sonst ist einer Arzt allein; Doch wollt'st du aus lauter Güte Auch die Arzenei selbst sein. Du gibst dich uns selbst zum Theil, Daß wir möchten werden heil An den tiefen sein, Du wollst selbst darinSeelenwunden, Die sonst nen leben. Herr! dir sei es bleiben unverbunden. 7. Dir will ich anjego schicken Mein ganz müd' und mattes Herz, Ach! das wollest du erquicken, Und besänft'gen meinen Schmerz: Nimm's zu deiner Wohnung ein, Laß es deinen Tempel ganz ergeben. Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 80. 293.Komm, mein ich einen Heiland habe, Und Herz! in Jesu in seinem Heil mich labe, Leiden Deinen Hunger satt Und in sein Verdienst mich zu weiden. Stille hier dein kleide, Das ist meines Hersehnlich Dürsten In dem zens Freude. Blut des Lebensfürsten. Daß 2. Zwar ich hab' ibn alle Vom heiligen Abendmahl. 245 Tage, Wenn ich in sein Blut| Heiland habe, Der mit seimich wage. Er ist auf der nem Hirtenstabe Sanf und Himmelsreise Täglich mein mild und voll Vergeben, Getränk und Speise. Daß mir nichts ist als Heil und ich einenHeiland habe, Bleibt Leben. mein Alles bis zum Grabe; Und ich mag nichts Anders wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen; Hier darf Seel' und Leib ihn essen, Und so kann ich's nicht vergessen: Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 6. Dich Sünder, ich Verdammter, Und von Sündern Abgestammter! Was wollt' ich vom Troste wissen, Wäre dieses weggerissen: Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe. Besser wär' es, nie geboren, Als dies theure Wort verloren! 7. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtrau'n mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst geſtiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Sprung in's Todes Nachen Gern gethan, mich los zu machen. 8. Heil'ges Brod, sei mir gesegnet! Weil Er mir mit 4. Weil der Unglaub' uns besessen, Kann man nichts so leicht vergessen, Als den Tilger unsrer Sünden. Ja, auch mir will's oft verschwinten: Daß ich einen Heiland habe! Und dann weiß ich keine Gabe Zur dir begegnet, Dessen LeichVersöhnung darzubringen, nam voller Wunden Die Meine Schuld muß mich Erlösung ausgefunden. Daß verschlingen. ich einen Heiland habe, Der 5. Ach, wie werd' ich da erblaßt und todt im Grabe so müde! Wie entweicht der Auch für meine Schuld gesüße Friede! Sünd' und legen: Will ich schmecken Welt kann mich verwunden, und erwägen. Wenn mir dieses Licht ver- 9. Heil'ger Wein! sei mir schwunden: Daß ich einen gesegnet! Denn wie Christi 246 Vom heiligen Abendmahl. Blut geregnet Zur Verges vom Tod und Grabe. Wenn bung aller Sünden, Das mich Sünd' und Hölle schrewill ich hier gläubig finden: den, So wird mich mein Daß ich einen Heiland habe, Heiland decken. Der die dürre Seele labe; Wie kann mir das frembe dünken? Hab ich doch sein Blut zu trinken! 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, Weil ich mich nicht knechtisch schäme! Nehmet hin! so rufst du 10. Er befiehlt's, mich Allen. Darum soll es laut satt zu essen, Meines Jam- erschallen: Daß ich einen mers zu vergessen. Er ge- Heiland habe, Und an ihm beut's, mich satt zu trinken, mich muthig labe. Trotz den Ganz in Freude zu versin- Feinden, die mich hassen, fen: Daß ich einen Heiland Will ich mich nicht stören habe, Der sich selbst zur lassen. Opfergabe, Ja, zum Opfer, mir zum Leben, Mir zur Speis, zum Trank gegeben. 13. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen: Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man sen? Werd' ich das nur nie ihn ehret, Mir, dem Sünder, vergessen: Daß ich einen zugehöret. Heiland habe! Ich bin frei E. G. Woltersdorf, 1725. 11. Gott! was brauch' ich mehr zu wissen? Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermesEigene Melodie. 80. 294. Schmücke dich, Will jetzt Herberg in dir o liebe Seele! halten. Laß die dunkle Sündenhöhle, 2. Eile! wie Verlobte Komm an's helle Licht ge- pflegen, Deinem Bräutigam gangen, Fange herrlich an entgegen, Der da mit dem zu prangen: Denn der Herr Gnadenhammer Klopft an voll Heil und Gnaden, Will deine Herzenskammer; dich jetzt zu Gaste laden, Der Deffn' ihm bald des Geistes den Himmel fann verwalten, Pforten, Red' ihn an mit Vom heiligen Abendmahl. 247 schönen Worten: Komm, dies Brod nie wird verzehret, mein Liebster! laß dich füs sen, Laß mich deiner nicht vermissen. Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten. 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren Pflegt man sonst kein Geld zu sparen: Aber du willst für die Gaben Deiner Huld mein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgründen Kein solchKleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schaalen Und dies Manna fann bezahlen. 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 4. Ach! wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund! nach deiner Güte. Ach! wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach deiner Kost zu sehnen, Ach! wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine. 8. Herr! es bat dein theures Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben, Und dazu ganz unverdrossen, Herr! dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt fann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 5. Beides, Lachen und auch Zittern, Lässet sich in mir jest wittern; Das Geheimniß dieser Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr! die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein' Allmacht sollt' ergründen? 9. Jesu! wahres Brod des Lebens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht 6. Nein! Vernunft, die ermessen, Daß ich auch wie muß hier weichen, Kann dies jeßt auf Erden, Mög' ein Bunder nicht erreichen, Daß Gast im Himmel werden. Job. Frant, 1618. Vom heiligen Abendmahl. Eigene Melodie. 113. 295.Shaff in mir, 2. Tröste mich wieder mit Gott! ein rei deiner Hülfe, Und der freudige Geist enthalte mich:: Wasche mich wohl:: Von meiner Missethat:: Und ret nige mich von meiner Sünde. 248 nes Herze, Und gib mir einen neuen gewissen Geist:: Verwirf mich nicht:: Vor deinem Angesicht:: Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 5. 296. In Gottes Na- mir entbrennt, An Leib und men geh' ich Seel' ich bin verwund't, Dein Fleisch und Blut mach' mich gesund. bin Zum Herren, dem ich täglich dien', Daß er sein' Güt' an mir beweis' Und mit sein'm Fleisch und Blut mich speis'. 2. Viel' tausend Engel umher stehn, Die all' gelüftet, ihn zu sehn. Sollt' ich denn nicht voll Andacht sein, Wie ich würdig vor ihm er schein? 3. Herr Christ, mein leiblich Aug' nicht sieht, Es kann's Vernunft auch fassen nicht. Jedoch mein Glaube jest erblickt Dein Fleisch und Blut, das mich erquickt. 4. Ich bin verderbt durch's Sündengift, D'rum hast du Hülf und Heil gestift't, Daß meiner Seel' werd' Rath geschafft; Dein Fleisch und Blut wirkt solche Kraft. 5. Ich bin ein armer Patient, Mein Herz im Leib' ist 6. Ich komm zu dir, weil ich bin schwach, Und fühl' an mir groß Ungemach, Nach dir ich Durst und Hunger hab', Dein Fleisch und Blut mich stärk' und lab'. 7. Gar arm und dürftig bin ich hier, Auf dein Gut steht all' mein' Begier, Des Himmels Schaß ich mir erwähl', Dein Fleisch und Blut mach' reich mein' Seel'. 8. Dhn' dich bin ich ganz geistlich blind, Daß ich das Gut' nicht seh' noch find'; Ich thu' das Bös', das mich gut deucht, Dein Fleisch und Blut mein Herz erleucht'. 9. Ich hab' nicht Lust zu Gottes Zucht, D'rum bin ich durch die Sünd' verrucht; Kein Wohlfahrt ist auf metnen Weg'n, Dein Fleisch Vom heiligen Abendmahl. und Blut bringt mir den Seg'n. 10. Ich war verstoßen hin im Zorn, Daß ich sollt ewig sein verlor'n, Weil ich viel Sünden hab' vollbracht, Dein Fleisch und Blut mich selig nacht. 249 11. Nimm mich in's Himmelreich zu dir, Mein Leib' und Seel' mit Klarheit zier'; Dahin steht all' mein Herz und Sinn, Dein Fleisch und Blut helf' mir dahin. Torgauisches Handbuch, 1676. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 54. 297.Wie heilig ist 4. So nehm' ich, heil'ge doch dieser Speise, dich Mit andachtsOrt, Wo ich mit Ehrfurcht vollem Herzen; O heil'aer stehe! Ist dieses nicht die Tranf, erquicke mich, Und Lebenspfort', Die ich hier stille meine Schmerzen! Wie offen sehe? D Tisch des wird und ist mir doch so Herrn! o Himmelsthor! Ich wohl, Daß ich in Jesu leben trete bocherfreut bervor Und soll, Und mich in ihm erfnice gläubig nieder. freuen! 2. Wie heilig ist dies Lebensbrod, Das hier mein Geist erblicket, Das meine 5. O welch ein Ruhm und Glück für mich! Ich bin mit Gott verbunden. Er Seel' nach Angst und Noth kommt zu mir, und so hab Geheimnisvoll erquicket. Oich Mein ewig Heil gefunden. süße Speis', o Himmelsbrod! Mein Jesus kehrt selbst bei O Lebensmanna, das mir mir ein, Will meiner Seei. Gott An seinem Altar reichet. Bräut'gam sein, Und sich mit mir vermählen. 3. Wie heilig ist doch die fer Tranf, Den ich allhier 6. Dir Gott, sei Dank, empfahe, Zu dem ich mich daß Gütigkeit Mich heute so mit Lob und Dank Im will laben! Gepriesen sei, Glauben freudig nahe. Oder mich erfreut, Selbst mit Seelentranf, o heilig Blut! sich will begaben. Laß, HöchDu meiner Seele höchstes ster, laß mich allezeit Von Gut! Hier komm' ich, dich nun an bis in Ewigkeit Mit zu nehmen. dir vereinigt bleiben. B. E. Löscher, 1678. Bom heiligen Abendmahl. Mel. Nun lob, mein Secl' den ic. 98. 298. Herr Jesu, Darauf mein Herze ruht: meine Liebe! Komm, sprichst du, komm Ich hätte nimmer Ruh noch und nahe Dich ungescheut Rast, Wo nicht fest in mir zu mir, Was ich dir geb' bliebe, Was du für mich ge- empfahe, Und nimm's geleistet haft; Es müßt in mei trost zu dir. nen Sünden, Die sich sehr hoch erhöhn, All meine Kraft verschwinden, Und wie ein Rauch vergehn, Wenn sich mein Herz nicht hielte Zu dir und deinem Tod, Und ich nicht stets mich fühlte An deines Leirens Noth. 250 2. Nun weißt du meine Plagen, Und Satans, meines Feindes, List, Wenn meinen Geist zu nagen, Er emsig und bemühet ist, Da hat er tausend Künste, Von dir mich abzuziehn; Bald treibt er mir die Dünste Des Zweifels in den Sinn; Bald nimmt er mir vein Meinen Und Wollen aus der Acht, Und lehrt mich ganz verneinen, Was du doch fest gemacht. 4. Hier ist beim Brod vorhanden Mein Leib, der dargegeben wird Zum Tod in Kreuzesbanden Für dich, der sich von mir verirrt. Beim Wein ist, was geflossen, Zur Tilgung deiner Schuld, Mein Blut, das ich vergossen In Sanftmuth und Geduld. Nimm beides mit dem Munde, Und denk' auch mit dabei, Wie fromm im Herzensgrunde Jch, dein Ers löser, sei. 5. Herr! ich will dein gedenken, So lang ich Luft und Leben hab', Und bis man mich wird senken An meinem End' in's finstre Grab. Ich sehe dein Verlangen Nach meinem ew'gen Heil; Am Holz bist du gehangen, Und haft so manchen Pfeil Des Trübsals lassen dringen In dein unschuldig's Herz, Auf daß ich möcht' entspringen Des Todes Pein und Schmerz. 3. Solch Unheil abzuweisen, Hast du, Herr! deinen Tisch gesetzt, Da läsfest du mich speisen, So, daß sich Mark und Bein ergößt. Du reichst mir zu genießen Dein theures Fleisch und Blut, 6. So hast du auch be Und läsfest Worte fließen, fohlen, Daß, was den Glaus ● Vom heiligen Abendmahl. 251 ben stärken fann, Ich bei dir hochwerthe Pfand Zu essen follte bolen. Und soll doch und zu trinken; Ist das ja nicht zweifeln d'ran, Du nicht Trost und Licht Dem, hab'st für alle Sünden, Die der sich läßt bedünken, Du in der ganzen Welt Bei wolleft seiner nicht! Menschen je zu finden, Ein völlig Lösegeld Und Opfer, das bestehet Vor Dem, der alles trägt, In dem auch alles gehet, Bezahlet und er legt. 8. Ach Herr! du willst uns alle, Das sagt uns unser Herze zu. Die, so der Feind zu Falle Gebracht, rufst du zu deiner Ruh. Ach hilf, Herr! hilf uns eilen Zu dir, der jederzeit Uns allesammt zu heilen, Geneigt ist und bereit. Gib Lust und heil'ges Dürsten Nach deinem Abendmahl, Und dort mach' uns zn Fürsten Im güldnen Him7. Und daß ja mein Gedanke, Der voller Falschheit und Betrug, Nicht im Geringsten wanke, Als wäre es dir nicht genug, So neigst du dein Gemüthe, Zusammt der rechten Hand, Und gibst melsfaal! mit großer Güte Mir das Paul Gerhard, 1606. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr. 54: 299. Ich komm jetzt wird der Durst nicht ewigals ein armer lich Im Herzen Stiche geGaft, Herr! zu deinem ben. Tische, Den du für mich bereitet hast, Daß er mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt,- Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, Seelen- Bischof! dort: Ich bin das Brod zum Leben; Dies Brod treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben: Ich bin der Tranf, 3. D'rum führe mich, o treuer Hirt! Auf deine Himmels- Auen, Bis meine Seel' erquicket wird, Wenn du sie läsfest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle bast bereit, Die deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich, Auf deiner grünen Weide; Dein Lebens- Manna speise mich, Zu Trost in allem Leide. Es tränke mich wer glaubt an mich, Dem dein theures Blut, Auf daß Vom heiligen Abendmahl. aber mich, o Herr! zu dir, Bei dir ist kein Verderben. 5. Gleichwie des Hirsches In mir ist lauter Höll' und mattes Herz Nach frischem Pein, In dir ist nichts denn Wasser schreiet, So schreiet selig sein Mit allen Himmelsauch mein Seelenschmerz: Ach! laß mich sein befreiet Von meiner schweren Sündenpein, Und schenke mir die Trost- Fluth ein, Dann bin ich benedeiet. 252 mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. erben! 9. Erneure mich, o Lebensstab! Mit deines Geistes Gaben; Laß mich die Sünde danken ab, Die' mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen lassen Sinn, Daß er die Lüfte werfe hin, Die er sonst pflegt zu haben. 10. So fomm nun, o mein Seelenschaß! Und laß 6. Vor allem aber wirk' in mir Ein' ungefärbte Reue, Daß, wie vor einem wilden Thier, Ich mich vor Sünden scheue. Wirf mir den Rock des Glaubens an, Der dein dich freundlich küssen; Mein Verdienst ergreifen kann, Da- Herze gibt dir Raum und mit mein Herz sich freue. Plaß, Und will von Keinem 7. Entzünd' in mir der wissen, Als nur von dir mein Andacht Brunst, Daß ich die Bräutigam! Dieweil du Welt verlasse, Und deine mich am Kreuzesstamm Aus Treu und Brudergunst In Noth und Tod gerissen. dieser Speise fasse; Daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, Und ich' fort Niemand basse. 11. O liebster Heiland babe Dank Für deine Gnadengaben, Für deine Speise, deinen Trank, Die mich erquicket haben! Mit Himmelsgütern wirst du mich, O Lebensfürst! einst ewiglich. 8. Ach! führe mich nur selbst von mir, Bei mir ist nichts denn Sterben; Nimm In deinem Reiche laben. 3. Sieber, 1628. ( Nach dem Genusse des heil. Abendmahles.) Eigene Melodie. 88. 300. Gott sei gelobet| speiset Mit seinem Fleische und gebene- und mit seinem Blute! Das beiet, Der uns selber hat ge- gib uns, Herr Gott! zu gute. Vom heiligen Abendmahl. 253 Kyrieleison.-Herr! durch that, Und bezahlt' unfre deinen heiligen Leichnam, Schuld, Daß uns Gott ist Der von deiner Mutter worden huld. Kyrieleison. Maria fam, Und das heilige Blut, Hilf uns, Herr! aus aller Noth. Kyrieleison. 2. Der heil ge Leichnam ist für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größere Güte fonnte er uns schenken, Dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrieleison. -Herr! dein Lieb' so groß dich' zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. 301. ben! Du hast dich mir gegeben, Und in mein Herz geseget, Auch Seel' und Muth ergößet. 6. Mit deinem Fleisch und Blute, Dem höchsten Gnadengute, Hast du mich jetzt genähret, Und meinen Tod verzehret. 7. Des Teufels Heer erschricket, Weil du mich selbst erquicket, Und meine Sündenwunden So fräftig haft verbunden. Jesu! treuer Hirte! Du su chest cas Verirrte; Du liebest arme Sünder, Wie deine lieben Kinder. 3. Gott geb' uns allen seiner Gnade Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen, In rechter Lieb' und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrieleison.- Herr! dein'n heil'gen Geist uns immer laß, Der uns geb' zu halten rechte Maaß', Daß dein' arm Christenheit Leb' in Fried' unt Einigkeit. Kyrieleison. Dr. Martin Luther, 1483. 2. Ich hatte mich verirret, In Sünden ganz verwirret; Doch du hast mich gefunden, Uno tröstlich losgebunden. 3. Den Sünden abzufommen, Hast du mich auf genommen, Und als ein Bater pfleget, Auf deinen Schooß geleget. 4. Hab ich dich gleich betrübet, Hast du mich voch geliebet, Mir meine Schuld geschenket, Und mich mit Trost getränket. 5. D Jesu! wahres Le 8. Nun werd' ich nicht verloren, Denn ich bin neugeboren, Der Himmel steht mir offen, Nun hab' ich Heil zu hoffen. 9. O Jesu! fet gepreffet, 254 Daß du mich so gespeiset, Daß ich für mein Verderben Nun Foll das Leben erben. Jesus- Lieder. nicht verliere, Daß ich mich dir zu Liebe In guten Werfen übe. 10. Ich danke dir und bitte, Regiere meine Schritte, Daß ich von reinen Wegen Mich niemals möge kehren. 11. Durch deinen Geist bleibe. mich führe, Daß ich mich 12. Hilf, daß mich diese Speise Zu dir in Himmel weise, Daß ich an deinem Leibe Dein Gliedmaß ewig S. Liscovius, 1640. Eine Lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget, Und dennoch fein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles erseßt, So werd' ich mit Einem in Allem ergößt. Jejus Sicher. Eigene Melodic. 82. 302. Gins ist noth! sen Auf des Einigen Genteß, ach Herr vies Da sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ;Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte beleh. ren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu! nur nach dir. Laß mich treulich 2. Seele, willst du dieses an dir hangen, Schenke dich finden, Such's bei keiner zu eigen mir! Ob Viel' auch Creatur; Laß, was irdisch umkehren zum größesten Hauist dahinten, Schwing dich fen, So will ich dir dennoch über die Natur, Wo Gott in Liebe nachlaufen; Denn und die Menschheit in Einem dein Wort, o Jesu! ist Leben vereinet, Wo alle vollkom- und Geist; Was ist wohl, mene Fülle erscheinet, Da, da das man nicht in Jesu geist das beste, nothwendigste neußt! Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch 3. Wie Maria war beflis Jesus- Lieder. 255 mein Wille Fein in solche die Gnadenfluth, Du bifl Schranken fügt, Worinnen einmal eingegangen In das die Demuth und Einfalt re- Heil'ge durch dein Blut, Da gieret Und mich zu der Weis- hast du die ew'ge Erlösung heit, die himmlisch ist, führet. erfunden, Daß ich nun der Ach! wenn ich nur Jesum höllischen Herrschaft entbunrecht kenne und weiß, So den; Dein Eingang die völbab' ich der Weisheit voll- lige Freiheit mir bringt, In fommenen Preis. findlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles G'nügen, Fried' und Freude Jezzo meine 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut! Jesu! es muß mir gelingen, Seel' ergößt, Weil auf eine Durch dein rosinfarb'nes frische Weide Mein Hirt, Blut. Die höchste Gerechtigfeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, Die Kleider des Heils ich da habe erangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gib, daß meine Secle Auch nach deinem Bild erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland! mir Alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu! mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beschwemmt Jesus, mich geseßt. Nichts Süßer's fann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu! im Glauben erblickt. 10. D'rum auch, Jesu! du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf', erfahre, wie ich's meine; Tilge allen Heuchelschein; Sich', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster! auf ewigem Wege; Gib, daß ich hier alles nur achte für Roth, Und Jesum gewinne; dies Eine ift noth! Joh. Heinrich Schröder, 1666. Jesus- Lieder. Eigene Melodie. 99. 303.Wie schön Mein Herz durch Liebe verleuchtet der wundet. Morgenstern, Voll Gnad' 4. Von Gott fömmt mir und Wahrheit von dem ein Freudenschein, Wenn du Herrn, Die süße Wurzel mit deinen Engelein Mich Jesse; Du Sohit Davids, freundlich thust anblicken. O aus Jakobs Stamm, Mein Herr Jesu! mein trautes König und mein Bräutigam! Gut, Dein Wort, dein Geist, Haft mir mein Herz besessen, dein Leib und Blut Mich Lieblich, Freundlich, Schön innerlich erquicken. Nimm und herrlich, groß und ehr- mich Freundlich In dein' lich, reich von Gaben, Hoch Arme, daß ich warme werd' und sehr prächtig erha- von Gnaden. Auf dein Wort fomm' ich geladen. ben. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held! Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein Schaß, ich bin sein' Braut, Sehr hoch in ihm erfreuet. Eya, Eya, Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 3. Geuß sehr tief in mein 6. 3wingt die Saiten in Herz hinein, Du heller Jas- Cithara, Und laßt die süße pis und Rubin, Die Flam- Musica Ganz freudenreich me deiner Liebe, Und erfreu' erschallen, Daß ich möge mit mich, daß ich doch bleib' An Jesulein, Dem wunderschödeinem auserwählten Leib nen Bräut'gam mein, In Ein' lebendige Ribbe. Nach steter Liebe wallen. Singet, vir 3st mir, Gratiosa cöli Springet,+ Jubiliret, triumrosa* frank und glimmet phiret, danft dem Herren; 256 2. Ei! mein' Perl', du werthe Kron', Wahr'r Gottes- und Mariensohn, Ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein Lilium; Dein süßes Evangelium Ist lauter Milch und Honig. Ei, mein Blümlein, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen: Deiner kann ich nicht vergessen. Angenehme Himmelsrose. † Geistlich, im Herrn. Jesus- Lieder. 257 Groß ist der König der Eh-| Aufnehmen in das Paradeis, ren. Deß klopf' ich in die Hände.* Amen, Amen! Komm' du schöne Freudenkrone, bleib' nicht lange, Deiner wart' ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 1556. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Schaß ist das A und O, Der Anfang und das Ende; Er wird mich doch zu seinem Preis Eigene Melodie. 15. 304.Jefu, fomm den Sinn; Du, o Jeſu! doch selbst zu mußt allein Ewig meine mir, Und verbleibe für und Freude sein. für; Komm doch, werther Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint. 6. Keinem Andern sag' ich zu, Daß ich ihm mein Herz aufthu'! Dich alleine laß ich ein, Dich alleine nenn' ich mein. 2. Tausendmal begehr' ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich; Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu! fomm zu mir. 3. Keine Lust ist auf der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt; Dein, o Jesu! ,, Bei- mir- sein," Nenn' ich meine Lust allein. 7. Dich, alleine, Gottes Sohn! Heiß ich meine Kron' und Lohn! Du, für mich verwund'tes Lamm, Bist allein mein Bräutigam. 8. D! so fomm doch süßes Herz, Und vermindre meinen Schmerz; Denn ich schreie für und für: Jesu, Jefu! komm zu mir. 9. Nun ich warte mit Geduld, Bitt' noch nur um diese Huld, Daß du wollst in Todes- Pein, Mir ein süßer Jesus sein. Joh. Angelus, 1624. Eigene Melodie. 96. meine Weide, Jesu, 305.Igreuve, Mei- meine Zier! Ach wie lang', 4. Aller Engel Glanz und Pracht, Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süßer Seelenfuß! Ohne dich, nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir hin! Ich verändre nicht * Bildlicher Ausdruck der geistlichen Freude des innern Menschen. 17 Jesus- Lieder. 258 ach! lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir!. Gotteslamm, Mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst Lieber's werden. 2. Unter deinen Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Lag den Satan wittern, Laß den Feind erbittern; Mir steht Jesus bei. Ob es jetzt Gleich fracht und blißt, Ob gleich Sünd' und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. ßen; Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust; Weg ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir uubewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht! o Wesen, Das die Welt erlesen; Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden! Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr an's Licht! Gute Nacht, Du Stolz und Pracht! Dir 3. Troß dem alten Dra- sei ganz, du Lasterleben! chen, Troß des Todes Ra- Gute Nacht gegeben. chen, Troß der Furcht dazu! Tobe Welt und springe! Ich steh' hier und singe In ganz sich'rer Rub; Gottes Macht Hält mich in Acht; Erd' und Abgrund muß verstummen, Ob sie noch so brum6. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Zucker sein. Duld' ich schon Hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu! meine Freude. Joh. Frank, 1618. men. 4. Weg mit allen SchäMel. Seelenbräutigam. 40. 308.Wer ist wohl Schulden zugedecket, Und wie du, Jesu mich aus der Noth Hat geführt zu Gott. süße Nuh! Unter Vielen auserforen, Leben Derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Nuh'! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth Zu er lösen, hat geschmecket, Meine der Herrlichkeit! 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz Jesus- Lieder. 259 4. Großer Sieges held,| fen, Sondern bleiben in den Tod, Sünd', Höll' und Welt, Schranken. Sei du mein Alle Kraft des großen Dra- Gewinn, Gib mir deinen chen Hast du woll'n zu Sinn. Schanden machen Durch das Lösegeld Deines Blut's, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sizzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigenthum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen, Als dein Eigenthum, Allerschönster Ruhm! 7. Zeuch mich ganz zu dir, Daß dein Lieben mir Ganz durchströme Herz und Sinne, Und mein Elend ganz zerrinne, Süßes Heil, in dir! Wohne du in mir! 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz ich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 9. Steure meinen Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wan10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsege, Und mich nicht auf seinem Nege Satan halte auf. Förd'r meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlig treten. Ungefärbte Lieb' In die Seele gib. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst eu deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 14. Soll's zum Sterben geh'n, Woll'st du bei mir steh'n, Mich durch's Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einfl mag seb'n Mich zur Rechten steh'n. 3. A. Freylinghausen. 1670. Jesus- Lieder. Eigene Melodie. 43. 307.Jefus, Jesus, es bald zurücke, Jeſu! gib, nichts als was nüßet mir. Gib dich mir, Herr Jesu! mild, Nimm mich dir, Herr! wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen, In, durch und an mir, mein Gott! Deinen Willen laß erfüllen Mich im Leben, Freud' und Noth, Sterben als dein Ebenbild, Herr! wenn, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu! stets gepriesen, Daß du dich und viel dazu Hast geschenkft unc mir erwiesen, Daß ich fröh3. Scheinet' was es sei lich singe nu: Es geschehe mein Glücke, Und ist doch mir, mein Schild, Wie du zuwider dir! Ach! so nimm willt, Herr! wie du willt. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg Rudolstadt, 1640. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 79. 260 Jesus, Soll mein Wunsch sein und mein Ziel; Jegund mach' ich ein Verbündniß, Daß ich will, was Jesus will! Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich ich lebe, Den ich liebe früh' und spat. Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in sein Blut verhüllt; Führe mich, Herr! wie du willt. 308.Jesus schwebt D'rum ergreif' ich ihn mit mir in Gedanfen, Jesus liegt mir stets im Sinn, Von ihm will ich nimmer wanfen, Weil ich hier im Leben bin; Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seelen schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. Freuden, Wenn ich soll von binnen scheiden; Er ist meines Lebens Licht! Jeſum laß ich von mir nicht. 2. Jesus funfelt mir im Herzen, Wie ein golenes Sternelein; Er vertreibt mir Angst und Schmerzen; Er ift mein und ich bin sein; 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von den Sünden rein, Und von Neuem ward geboren In der heil'gen Taufe mein; Ihm will ich's auch treulich halten, Und in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod; Jesus hilft aus aller Noth. 4. Jesum will ich bei mir Jesus- Lieder. 261 Wenn verdunkelt mein Gesicht; Meinen Jesum laß ich nicht. haben, Wenn ich geb' aus die Lebenssonn' geht nieder, oder ein; Seines Geistes Trost und Gaben Ruh'n in meines Herzens Schrein; Ja, wenn ich zu Bette gehe, Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus früh und spat Meiner Seelen Schuß und Rath. 5. Jesum will ich lassen rathen, Der am besten rathen fann; Er gesegne meine Thaten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem theuren Namen, Alles glücklich sei und Amen; So wird alles werden gut, Wenn nur Jesus Hülfe thut. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter, Und Regierer meiner Sinn', Wird auch sein mein Trostbereiter, Wenn ich alt und fraftlos bin, Wenn sich frümmen meine Glieder, Und 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Beistand sein; Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; Es soll keine Herzenspein, Keine Trübsal, feine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen ſein, Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben; Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr', Jesum dennoch nimmermehr. Breslauer Gesangbuch, 1745. Eigene Melodie. 41. ihn gericht't, Meinen Jesum laß ich nicht. 309, Meinen Jeſum hab' ergeben: Alles ist auf laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht Klettenweis an ihm zu kleben: Er ist meines Lebens Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das lette Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen: Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben; Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und 262 Jesus- Lieder. dahin gelanget, Wo vor sei- söhnet, Der mich freiet vom nem Angesicht FrommerChri- Gericht, Meinen Jesum laß sten Glaube pranget: Mich ich nicht. erfreut sein Angesicht; Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jefum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an 5. Nicht nach Welt noch der Seiten; Chriftus läßt Himmel nicht Meine Seele mich für und für Zu dem wünscht und sehnet, Jesum Lebensbächlein leiten. Selig wünscht sie und sein Licht, wer mit mir so spricht: MeiDer mich hat mit Gott ver- Inen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann, 1607 In voriger Melodie. 41. 310. Meinen Jeſum laß ich nicht! Denn er ist allein mein Le ben; Wer ihn hat, dem nichts gebricht, Er kann sich zufriecen geben, Er geräth in was für Noth, Wär's auch Satan, Sünd und Tod. 2. Meinen Jesum laß ich nicht! Weil fein bess' rer Freund auf Erden; Denn er, Jesus, unser Licht, Eilt in allerlei Beschwerden Mir getreulich an die Seit', Liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen Jesum laß ich nicht! Wenn mich alle Menschen hassen, Und der Feinde Macht einbricht, Auch gedenfet so zu fassen, Daß ich gleich ſoll untergehn, Bleibt mir seine Rettung stehn. 4. Meinen Jesum laß ich nicht! Wenn mich meine Sünden quälen, Wenn mein Herz, und Satan spricht: Sie sind groß und nicht zu zählen, Spricht er: set getrost mein Kind! Ich, ich tilge deine Sünd. 5. Meinen Jesum laß ich nicht! Wenn mir bricht in leßten Zügen Meiner schwachen Augen Licht, Da erst, da hilft er mir siegen. Ja, in's letzte Weltgericht Lässet er mich fommen nicht. 6. Meinen Jesum laß ich nicht! Denn er wird auch mich nicht lassen; Dieſes glaub ich, anders nicht, Und er wird mich nimmer hassen; Darum sprech ich: ihn mein Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. Job. Angelns, 1634, Jesus- Lieder. Eigene Melodie. 9. 311. Mer Jesum bei Jesum bei sich hat in höchsich hat, kann sten Nöthen, Den kann kein Teufel nicht, noch Mörder tödten. 5. Wer Jesum bei sich hat, ist wohl beschüßet, Wenn's heftig donnert und wenn's schrecklich bliget. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht erschrecken, Wenn seine Sünd' ihm Furcht und Angst erweden. feste stehen Wird auf dem Unglücksmeer nicht untergehen! Wer Jesum bei sich hat, was kann dem schaden? Sein Herz ist überall mit Trost beladen. 263 2. Wer Jesum bei sich hat, der hat den Himmel, Wünscht zu verlassen nur das Weltgetümmel! Wer Jesum bei sich hat, der lebt vergnüget Mit dem, was Gottes Ratt ihm zugefüget. 3. Wer Jesum bei sich hat, der mag nicht haben Die Eitelkeit der Welt und ihre Gaben! Wer Jesum bei sich bat, bat g'nug auf Erden, Und mag in Ewigkeit nicht reicher werden. 6. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht verzagen, Und kann den Teufel auch leicht von sich jagen. Wer Jeſum bei sich hat, darf nicht verderben, Wer Jesum bei sich hat, kann fröhlich sterben. 7. Wer Jesum bei sich hat, kann selig sterben, Und fann mit ihm das Himmel4. Wer Jesum bei sich reich ererben. Wer Jesum hat, kann sicher reisen, Er bei sich hat, hat alle Fülle; wird ihm schon den Weg Wer Jesum bei sich hat, ist zum Himmel weisen. Wer ruhig, stille. Christian Friedrich Conow, 1612. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 312.Der beste Freund gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund! ist in dem Himmel; Auf Erden sind 2. Die Menschen sind wie die Freunde rar. Denn bei eine Wiege; Mein Jesus dem falschen Weltgetümmel stehet felsenfest, Daß, wenn Ist Redlichkeit oft in Gefahr. ich gleich darniederliege, Mich D'rum hab' ich's immer so seine Freundschaft doch nicht 264 Jesus- Lieder. läßt. Er ist's, der mit mir 5. Mein Freund, der mir lacht und weint. Mein Jesus sein Herze giebet; Mein Freund, der mein, und ich bin sein; Mein Freund, der mich beständig liebet; Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach! hab' ich's nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist mein bester Freund! 6. Behalte Welt dir deine 4. Er läßt sich selber für Freunde. Sie sind doch gar mich tödten, Vergeußt für zu wandelbar. Und hätt' ich mich sein eigen Blut; Er hundert tausend Feinde, So steht mir bei in allen Nö- frümmen sie mir nicht ein then; Er spricht für meine Haar. Hier immer Freund, Schulden gut; Er hat mir und nimmer Feind: Mein niemals' was verneint; Mein Jesus ist der beste Freund! Jesus ist der beste Freund! Benj. Schmolke, 1672. Eigene Melodie. 40. ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nüßen kann; Und scheinet denn das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an. Doch hier ist es nicht so gemeint; Mein Jesus ist der beste Freund. 313.Seelen- Bräuti- verloren, Durch dein Blut gam, Jesu, so roth, Wahrer Mensch und Gottes- Lamm! Habe Dank Gott! für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von der Sünten Schlamm, Jesu Gottes Lamm! 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd' an dir! 2. Deine Liebesglut Stärfet Muth und Blut; Wenn du freundlich mich anblickest, Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemuth Deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott! Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch 6. Held aus Davids geboren, Zu erseßen, was Stamm! Deine Liebesflamm Jesus- Lieder. 265 Mich ernähre, und verwehre,| fluß Nun den meinen auch Daß die Welt mich nicht begleiten Und zu deinen versebre, Ob sie mir gleich Wunden leiten, Daß mein gram; Held aus Davids Thränenfluß Sich bald stilStamm! len muß. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürft't nach der Menschen Heil und Leben, Und dich in den Tod gegeben, Da du riefst: mich dürft't! Großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gib, Aus so großer Lieb' Uns, den Deinen, die dich kennen, Und nach dir sich Christen nennen, Denen du bist lieb; Deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um den 14. Jesu, hilf! daß ich lebendigen Glauben, Der Allhie ritterlich Alles durch wird bald empfindlich schauen, Daß Niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde Wie so ritterlich Du gekämpft durch mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum'! In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur fann gefallen, Wer11. Wenn ich weinen the Saronsblum', Du, mein muß, Wird dein Thränen- Preis und Ruhm! Abam Drese, 1630. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. 15. 314.Jesu, meiner Sollst auch Alles ferner Seelen Rub, sein! Und mein bester Schaß da2. Liebet jemand in der zu, Alles bist du mir allein, Welt Edle Schäße, Gold 12. Wenn ich mich auf's neu' Wiederum erfreu', Freuest du dich auch zugleis che, Bis ich dort in deinem Reiche Ewiglich auf's neu' Mich mit dir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenfron'; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen, Denn die Ehrenkron' Folgt auf Spott und Hohn. 10. Nun ergreif' ich dich, Du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. Jesus- Lieder. 266 und Geld; Jesus und sein theures Blut Ist mir mehr, denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde sich Deffentlich gleich wider mich; Jesus reißt aus aller Noth, Tilget Teufel, Höll' und Tod. 4. Bin ich frank, und ist fein Mann, Der die Schmerzen lindern kann; Jesus soll mein Arzt in Pein, Und mein treuer Helfer sein. 5. Bin ich nackend, arm und bloß, Und mein Vorrath ist nicht groß; Jesus hilft zur rechten Zeit Meiner armen Dürftigkeit. 6. Muß ich in das Elend fort, Hin zu einem andern Ort; Jesus sorget selbst für mich, Schüßet mich ganz wunderlich. Kraft und Macht, Daß ich allen Spott nicht acht'. 8. Hat der Bienen Honig Saft, Und der Zucker füße Kraft; Mein herzliebster Je sus Christ Tausendmal noch süßer ist. 9. D'rum, o Jesu! will ich dich Immer lieben festiglich. Du, du! Jesu! sollst allein Meiner Seelen Alles ſein. 10. Jesus, was durch Ohren bricht, Jesus, was das Angesicht, Jesus, was die Zunge schmeckt, Und wornach die Hand sich streckt. 7. Muß ich dulden Hohn und Spott Wider Gott und sein Gebot; Jesus gibt mir 11. Jesus sei mein Speis' und Trank, Jesus sei mein Lobgesang, Jesus sei mein ganzes All, Jesus sei mein Freudenschall. 12. Endlich laß du höchstes Gut! Jesu! laß dein theures Blut, Deine Wunden, deine Pein, Meine Rast im Tode sein. Luc. Backmeister, 1578; ober: Joh. Rist, 1607. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. 315. Meines Lebens quicken An den Gütern diebeste Freude ser Welt, Ich will nach dem Ist der Himmel, Gottes Himmel blicken, Und zu Jesu Thron; Meiner Seelen Trost sein gesellt; Denn der Erden und Weide Ist mein Jesus Gut vergeht, Jesus und sein Gottes Sohn; Was mein Reich besteht. Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 3. Reicher fann ich nirgend werden Als ich schon in Jesu bin; Alle Schäße 2. Andre mögen sich er Jesus- Lieder. dieser Erden Sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte thut. 7. Einen Tag bei Jesu sigen, Ist viel besser, als die Welt Tausend Jahr' in Freuden nügen! Ja, dort ewig anzusehn, Währt es doch sein gestellt Zu des Herren nicht in die Länge, Es ist bald damit geschehn. Plößlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz undSchein. rechter Hand Bleibt ein auserwählter Stand. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und satt; Es vergeht zu feiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 8. Trinken, Essen, Tanzen, Springen Labet meine Seele nicht; Aber nach dem Himmel ringen, Und auf Jesum sein gericht't, Ist der Seele schönste Zier, Geht auch aller Freude für. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, Ist es lieblich 267 alles ausgemerzt, Was die Seele fränkt und schmerzt. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden auch der Frende nicht, Die mein Jesus, mein Getreuer, Und sein Himmel mir verspricht, Dort ist 9. Ach! so gönne mir die Freude, Jesu! die dein Himmel hegt, Sei du selber meine Weide, Die mich hier und dort verpflegt; Und an dir recht froh zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. S. Liscovius, 1640. Mel. Ich ruf' zu dir Herr Jesu Christ. 84. 316. Jefu Chrift, in meiner Seel', Als deine mein schönstes Liebe wohne; Gib, daß ich deine Lieb' erwähl', Als meinen Schaß und Krone; Stoß alles aus, nimm alles, hin, Was mich und dich will trennen, Und nicht gönnen, Daß all' mein Muth und Sinn In deiner Liebe brenLicht! Der du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich nicht Aussprechen kann noch zählen; Gib, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög' umfangen, Und als dein Eigenthum, Nur einzig an dir nen. bongen. 3. Wie freundlich, selig, 2, Gib, daß sonst nichts füß und schön Ist, Jesu! 268 Jesus- Lieder. beine Liebe! Wenn diese 7. O! daß mein Herze steht, kann nichts entstehn, offen stünd', Und fleißig Was meinen Gott betrübe; möcht' auffangen Die Tröpf D'rum laß nichts anders lein Bluts, die meine Sünd' denken mich, Nichts sehen, fühlen, hören, Lieben, ehren, Als deine Lieb' und dich, Der du sie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut Möcht' ewiglich besitzen! O daß in mir solch edle Glut Ohn' Ende möchte hißen! Ach! hilf mir wachen Tag und Nacht, Und diesen Schaß bewahren Vor den Schaaren, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland! du bist mir zu lieb In Noth und Tod gegangen, Und hast am Kreuz, als wie ein Dieb Und Mörder da gehangen, Verhöhnt, verspei't und sehr verwund't; Ach! laß mich deine Wunden Alle Stunden Mit Lieb im Herzensgrund Auch rißen und verwunden. 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, Ift köstlich, gut und reine; Mein Herz hingegen böser Art, Und hart, gleich einem Steine. O laß doch deines Blutes Kraft Mein hartes Herze zwingen, Wohl durchdringen, Und die sen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen! Im Garten dir abdrangen! Ach! daß sich meiner Augen Brunn Aufthät, und mit viel Stöhnen Heiße Thränen Vergösse, wie Die thun, Die sich in Liebe sehnen! 8. D, daß ich, wie ein fleines Kind, Mit Weinen dir nachginge, So lange, bis dein Herz, entzünd't, Mit Armen mich umfinge, Um deine Seel' in mein Gemüth In voller, süßer Liebe, Sich erhöbe, Und also deiner Güt' Ich stets vereinigt bliebe! 9. Ach! zeuch, mein Liebster! mich nach dir, So lauf ich mit den Füßen! Ich lauf, und will dich mit Begier In meinem Herzen füssen; Ich will aus deines Mundes Zier Den süßen Trost empfinden, Der die Sünden Und alles Unglück hier Kann leichtlich überwinden. 10. Mein Trost, mein Schatz, mein Licht und Heil, Mein höchstes Gut und Leben, Ach! nimm mich auf zu deinem Theil, Wie ich mich dir ergeben; Denn außer dir ist lauter Pein, Ich find' hier überalle, Nichts Jesus- Lieder. denn Galle, Nichts fann mir tröstlich sein, Nichts ist, das mir gefalle. 11. Du aber bist die beste Rub', In dir ist Fried' und Freude; Gib, Jesu! gib, daß immerzu Mein Herz in dir sich weite. Sei meine Flamm, Und brenn' in mir; Mein Balsam! wollest eilen, Lindern, beilen Den Schmerzen, der allhier Mich seufzen macht und heulen. 269 wenn ich dich gefaßt, In Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt, Und auch nach dir gezogen; Eh' ich noch etwas Gut's geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach! laß doch ferner, edler Hort! Mich deine Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh' auf allen Seiten. 15. Laß meinen Stand, darin ich steh', Herr! deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh', Alsbald zurechte führen; Laß sie mich allzeit guten Rath Und reine Werke lehren, Steuren, wehren Der Sünd', und nach der That, Bald wieder mich befehren. 13. Ach, Liebsteslieb'! wenn du entweichst, Was hilft mir sein- geboren? Wenn du mir deine Lieb' entzeuchst, Ist all' mein Gut verloren; So gib, daß ich dich, meinen Gast! Wohl such', und bes ser maßen Möge fassen, und, 16. Laß sie sein meine Freud' im Leid, In Schwachheit mein Vermögen, Und wenn ich, nach vollbrachter Zeit, Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu', Herr Jesu! bei mir stehen, Luft zu wehen, Daß ich getrost und frei Mög' in dein Reich eingehen. Paul Gerhard, 1606. Mel. Herr, wie du willt, so schick's mit mir. 54. 317.Halt im Ge- des Himmels kommen ist, dächtnis Je Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu sum Christ, O Mensch, der auf die Erden Bom Chron gut Hat angenommen Fleisch 12. Was ist's, o Schönster! das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrod, Mein Kleid ver Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schuß in aller Noth, Mein Haus, darin ich wohne. 270 Morgenlieder. und Blut: Dank ihm für aufgefahren ist, Die Stätt' diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist, Und dadurch hat bestritten Welt, dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit: Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird Sünde, Teufel, Höll und wiederkommen, Und sich, was Tod, Und dich erlöst aus aller Noth: Dank ihm für diese Liebe. todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst, Und mit ihm in sein Reich eingehst. Ihm ewiglich zu danken. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem von Noth und Plage. Be- Glauben fassen, Und nie, denke, daß er Fried gemacht, Sein Unschuld Leben wie derbracht: Dank ihm für diese Liebe. was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen las sen; Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög', und durch den Tod Zu dir in's Leben dringen. Cyriacus Günther, 1650, 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel Morgenlieder. ( Am Sonntag Morgen.) Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. 318.Großer Gott Stunden; Denn ſie sind des von alten Zei- Herren Fest, Das mit so ten! Dessen Hand die Welt Troft verbunden, Da mein regiert; Dessen Treu auf Gott mich ruhen läßt, Und allen Seiten Mich von Ju- durch seinen guten Geist Mir gend auf geführt: Heute den Weg zum Leben weist. weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. D, wie lieb' ich diese 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind Morgenlieder. 271 unsre besten Sorgen, Wenn lig ist, wer Tag und Nacht der Mensch an Gott gerenkt, Also nach dem Himmel Und von Herzen bet't und tracht't. fingt, Daß es durch die Wolfen dringt. 5. O mein Gott! sprich selber Amen! Denn wir sind 4. Was ist schöner, als tein Eigenthum. Alles preise Gott dienen? Was ist süßer, ceinen Namen. Alles mehre als sein Wort? Da wir sam- deinen Ruhm! Bis es fünfmeln wie die Bienen, Und tig wird geschehn, Daß wir den Honig tragen fort, Se- dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, 1648, Eigene Melodie. 43. 319. Gott des Him- Morgen Geistlich auferſtehen mels und der mag, Und für meine Seele sorgen, Daß wenn nun dein großer Tag Uns erscheint, und dein Gericht, Jch davor erschrecke nicht. Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält. 5. Führe mich, o Herr! und leite Meinen Gang nady deinem Wort, Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüger und mein Hort. Nirgends, denn von dir allein Kann ich recht bewahret sein. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jeßt mit 6. Meinen Leib und meine Seele, Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott! ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein dieser Nacht vergehn; O Herr Schild, mein Ehr' und Jesu! laß mich finden Deine Ruhm! Nimm mich auf, Wunden offen stehn, Da dein Eigenthum! alleine Hülf und Rath Ist für meine Missethat. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, Lift und Anschläg 4. Hilf, daß ich mit diesem 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in die ser Nacht Vor Gefabr, Angst, Noth und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 272 Morgenlieder von mir wende, Und mich auch endlich mich zur Ruh' halt' in guter Acht; Der Trage nach dem Himmel zu. Heinrich Alberti, 1604. Eigene Melodie. 64. 320. Aus meines sind' Ist dein Geschenk und Herzens Gab', Mein' Eltern und Grunde Sag ich dir Lob Verwandten, Mein' G'schwiund Dank In dieser Mor- ster und Bekannten, Und genstunde, Dazu mein Leben- Alles was ich hab'. lang, Gott! in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren, Durch Christum unsern Herren, Dein'n eingebornen Sohn. 5. Dein'n Engel laß auch bleiben, Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der bös' Feind hier In diesem Jammerthal Sein' Tück' an mir nicht übe, Leib und Seel' nicht betrübe, Und bring' mich nicht zu Fall. 2. Daß du mich aus Genaden In der vergang'nen Nacht Vor G'fahr und allem Schaden Behütet und be wacht; Ich bitt' demüthiglich, Woll'st mir mein' Sünd' vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag, Vor's Teufels List und Wüthen, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feu'r und Wassersnoth, Vor Armuth und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Leib, mein' Seel', mein Leben, Mein Weib, Gut, Ehr' und Kind, In dein' Händ' ich thu' ge ben; Dazu mein Hausge6. Gott will ich lassen rathen, Der alle Ding' vermag, Er ſegne meine Thaten, Mein Vornehmen und Sach'; Denn ich ihm heimgestellt Mein'n Leib, mein' Seel', mein Leben, Und was er sonst gegeben; Er mach's wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech' ich Amen, Und zweifle nicht daran, Gott wird es all's zusammen, Ihm wohlgefallen lan. D'rauf stred' ich aus mein' Hand, Greif' an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott bescheiden In mein'm Beruf und Stand. Job. Matthesius, 1504. Morgenlieder. 273 Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. 321.Wach auf mein 6. Du willst ein Opfer Herz, und haben, Hier bring' ich meine Gaben, Mein Weihrauch, Farr und Widder, Sind mein' Gebet' und Lieder; singe, Dem Schöpfer aller Dinge; Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschen- Hüter. 2. Heut' als die dunkeln Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat Satan mein begehret, Gott aber hat's gewehret. 3. Ja, Vater! als er suchte, Daß er mich fressen mochte, War ich in deinem Schooße, Dein' Flügel mich beschlosse. 4. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten; Hilf selbst das Beste rathen, Den Anfang, Mitt'l und Ende, Ach Herr! zum Besten wende. 10. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine noch sehen Von Noth bin Speise, Bis ich gen Himmel ich befreiet, Dein Schuß hat reise. mich verneuet. Paul Gerhard, 1606. Du sprachst: mein Kind, nun liege, Troß dem, der dich betrüge, Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 7. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst in's Herze sehen, Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 5. Dein Wort, das ist geschehen, Ich kann das Licht Eigene Melodic. 99. 322.Wie schön den zu empfangen. Was leucht't uns lebt, Was schwebt Hoch in der Morgenstern Vom Fir- Lüften, tief in Klüften läßt mament des Himmels fern! zu Ehren Seinem Gott ein Die Nacht ist nun vergan- Danklied hören. gen; All Creatur macht sich 2. D'rum, o mein Herz, herfür, Des edlen Lichtes dich auch aufricht', Erheb' Pracht und Zier Mit Freu- dein' Stimm und säume 18 274 Morgenlieder. nicht Dem Herrn ein Lob Burg und festes Schloß Unt zu bringen. Denn Herr! du laß fein feindliches Geschoß bist's, dem Lob gebührt, Und Daraus mich nimmer treidem man billig musicirt, ben; Stell' dich Für mich Dem man läßt innig klingen hin zu kämpfen, und zu Mit Fleiß, Dank, Preis, dämpfen Pfeil und Eiſen, Freuden Saiten, daß von Wenn der Feind will Macht Weitem man kann hören, beweisen. Dich, o meinen Heiland! ehren. 3. Ich lag in stolzer Sicherheit, Sah' nicht mit was Gefährlichkeit Ich diese Nacht umgeben; Des Teufels List und Büberei, Die Höll', des Todes Tyrannei Stund mir nach Leib und Leben, Daß ich Schwerlich Wär' entfommen. and entnommen die sen Banden, Wenn du mir nicht beigestanden. 4. Allein, o Jesu! meine Freud' In aller Angst und Traurigkeit, Du hast mich heut' befreiet. Du haft der Feinde Macht gewehrt, Mir Schuß und sanfte Ruh beschert, Deß sei gebenedeiet! Mein Muth, Mein Blut Soll nun singen, soll nun springen, all' mein Leben Soll dir Dankeslieder geben. 5. El, mein Herr, süßer Lebenshort! Laß ferner beine Gnadenpfort' Mir heut' auch offen bleiben; Set meine 6. Geuß deiner Gnaden reichen Strahl Auf mich vom hohen Himmelssaal, Mein Herz in mir verneure! Dein guter Geist mich leit' und führ', Daß ich nach meiner Amtsgebühr zu thun mich innig freue. Gib Nath Und That, Laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, Seinen Lauf in dir zu enden. 7. Wend' Unfall ab, fann's anders sein; Wo nicht, so geb' ich mich darein Und will nicht widerstreben Doch komm, o süßer Morgenthau! Mein Herz erfrisch, daß ich dir trau' Und bleib' im Kreuz ergeben, Bis ich Endlich Nach den Leiden zu den Freuden werd' erhoben, Da ich dich will ewig loben. 8. Indeß, mein Herze, sing und spring, In allem Kreuz sei guter Ding'; Der Himmel steht dir offen. Laß Schwermuth dich nicht nehmen ein, Denk', daß die Morgenlieder. liebsten Kinder sein All'zeit das Kreuz hat troffen. D'rum so Sei froh Glaube feste, daß Mel. 275 das Beste, so bringt Frommen, Wir in jener Welt bekommen. Josua Stegmann, 1588; oder: B. Wiefenmeyer. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. beilige Drei- heil'gen Geistes Glanz und faltigkeit, Schein Erleucht' mein's fin323. hochgelobte Einigkeit, Gott stern Herzens Schrein. Vater, Sohn und heil'ger Geist! Heut' diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein' Seel, Leib, Ehr' und Gut bewahr', Daß mir fein Böses widerfahr', Und mich der Satan nicht verleg', Noch, mich in Schand und Schaden seg'. 3. Des Vaters Macht mich heut' anblick', Des Sohnes Weisheit mich erquid', Des 324.Die helle Sonn' leucht't jetzt herfür, Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob! der uns heut' diese Nacht Behütet vor des Teufels Macht. 2. Herr Chrift! den Tag uns auch behüt' Vor Sünd' und Schand durch deine Güt'; Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter ſein. 4. Mein Schöpfer, steh' mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster werth, weich' nicht von mir, Mein Herz mit Lieb' und Glauben zier! 5. Herr segne und behüte mich! Erleuchte mich, Herr! gnädiglich. Herr heb' auf mich dein Angesicht, Und deinen Frieden auf mich richt'. Justus Gesenius, 1604. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. 3. Daß unser Herz im G'horsam leb', Dein'm Wort und Will'n nicht widerstreb', Daß wir dich stets vor Augen han In allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl Was ein Jeder ausrichten soll; Daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nic. Hermann, um 1500. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 325. Jesu! füßes ist die Nacht vergangen, Licht! Nun Nun hat dein Gnadenglan; 276 Abendlieder. Auf's neue mich umfangen,| Laß meiner Seelen sein Dein Nun ist, was an mir ist, Bileniß eingepräget, Im Vom Schlafe aufgeweckt, güldnen Glaubensschmuck, Und hat nun in Begier Zu In der Gerechtigkeit, Die dir sich ausgestreckt. allen Seelen ist Das rechte Ehrenfleid. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott! für Opfer 6. Mein Jesu! schmücke schenken? Ich will mich ganz mich Mit Weisheit und mit und gar, In deine Gnad Liebe, Mit Keuschheit, mit einsenken, Mit Leib und Geduld Durch deines GeiSeel' und Geist, Heut' diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. D'rum siche da, mein Gott, Hier hast du meine Seele, Sie sei dein Eigenthum, Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebeskraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen woll'st du dich Verklären allermeist. stes Triebe, Auch mit der Demuth mich Vor allem fleide an, So bin ich wohl geschmückt Und föstlich angethan. 5 7. Laß doch an diesem Tag Mir vor den Augen schweben, Daß dein' Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben; Auf daß mein ganzes Thun, Durch Herz, durch Sinn und Mund, Dich lobe inniglich, Mein Gott! zu aller Stund. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir erge ben, Zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben! Ach wohn', ach! leb' in mir, Beweg' und rege mich; So hat Geist, Seel" und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich ießt Die Kleider angeleget. Eigenthum. 8. Ach! segne, was ich thu', Ja rede und gedenke, Durch deines Geistes Kraft Es also führ' und lenke, Daß alles nur gescheh' Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Joachim Lange, 1670. Abendlieder. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. 326. Hinunter ist der schein, Die finstre Nacht bricht Sonnen- stark herein, Leucht' uns, Herr Abendlieder. Christ! du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 277 uns gnädiglich, Und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, Laß uns schlafen in Fried und Rub. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag, Vor Schaden, 4. Durch dein' Engel die G'fahr und mancher Plag Wach' bestell', Daß uns der Durch deine Engel hast be- böse Feind nicht fäll'; Vor büt't Aus Gnad' und väter- Schrecken, G'spenst und Feulicher Güt'. ersnoth, Behüt' uns heut', 3. Womit wir hab'n er- o treuer Gott. zürnet dich, Dasselb' verzeih' Nic. Herrmann, um 1500. Eigene Melodie. 31. 327.Nun ruhen alle Ruhe, Legt ab das Kleid und Wälder, Vich, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt; Jhr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh' ich aus; dargegen Wird Christus mir anlegen, Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu' dich, du sollst werden Bom Elend dieser Erden, Und von der Sündenarbeit frei. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar bell in meinem Herzen scheint. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten, Zur Ruh', ein Bettlein in der Erd'. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die gülenen Stern lein prangen Am blauen Himmelssaal; So, so werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, Im Huy sind sie geschlossen, Wo bleibt denn Leib und Seel'? Nimm sie 4. Der Leib eilt nun zur zu deinen Gnaden, Sei gut 278 für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel. Abendlieder. 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu! meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unver- Schaar. lezet ſein. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 77. 328. Herr, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin; Lehre mich nun Achtung ge ben, Ob ich fromm gewesen bin? Zeige mir's auch selber an, So ich' was nicht recht gethan; Und hilf jetzt, in allen Sachen, Guten Feierabend machen. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch selig schlafen, Stell' euch die g üldnen Waffen Um's Bett, und seiner Helden Paul Gerhard, 1606. 2. Freilich wirst du Manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden, In Gecanfen, Wort und That, Und vom Morgen bis jetzund Pflegei Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ich's selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden! Habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen; Doch vergib mir alle Schuld. Deine große Batertreu Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, Daß der Schlaf nicht sündlich sei. Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh' mir bei. Lösche Feu'r und Lichter aus, Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rath, Und verhindere die That, Wend' auch alles andre Schrecken, Was der Satan fann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter, Und Abendlieder. 279 Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir Uleber seiner Heerde wacht. zu Ehren ein; Oder haft du, Darum bilf uns, deinen lieber Gott! Heut bestimmet Schafen, Daß wir alle sicher meinen Tod, So befehl' ich schlafen. dir am Ende Leib und Seel' in deine Hände. Caspar Neumann, 1648. bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht 7. Laß mich dann gesund erwachen, Wann es rechte Eigene Melodie. 8. 6. Den seg' ich dir zum Tag geendet Bürgen ein, Wenn ich muß vor Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 329. Nun sich der hat Und feine Sonn' mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt't, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott! hast keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht; Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr! doch auch an mich In dieser schwarzen Nacht, Und schenke mir genädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' ab des Satans Wütherei Durch deiner Engel Schaar, So bin ich aller Sorgen frei, So bin ich ohn' Gefahr. 5. Ich fühl' zwar wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir flagt an, Doch aber deines Sohnes Huld Hat g'nug für mich gethan. 7. Weicht nichtige Gedanfen hin, Wo ihr habt euren Lauf! Ich baue jetzt in mei-. nem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Darauf thu' ich mein' Augen zu, Und schlafe fröhlich ein; Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, Wer wollte traurig sein? 9. Und also leb' und sterb ich dir, Du starker Zebaoth! Im Tod und Leben hilf du mir Aus aller Angst und Noth! 10. Soll diese Nacht die legte sein, In diesem Jammerthal, So führ' mich, Herr! in Himmel ein Zur auserwählten Zahl! Joh. Fried. Derzog, 1647. 280 Abendlieder. Eigene Melodie. 77. 330. Werde munter mir sei, Und mein faltes mein Ge- Herz erbiße, Ob ich gleich im Finstern size. mütbe, Und ihr Sinnen gebt herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er bat getban an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher ichweren Plag' Hat in Si cherheit gefeßet, Daß mich Satan nicht verleget. 2. Lob und Dank sei dir gefungen, Bater der Barmberzigkeit, Daß mir ist mein Berf gelungen, Daß tu mich vor allem Leid, Une vor Sünden mancher Art, So getreulich haft bewahrt, Auch die Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeſchärigt blieben. 3. Reine Klugheit fann ausrechnen Drine Güt' und Bunderthat, Ja, fein Redner fann aussprechen, Was bein' Hand erwiesen hat; Deiner Wohlthat ist zu viel, Sie hat weder Maß noch Ziel; Ja du hast mich so geführet, Daß fein Unfall mich berühret. 5. Herr! verzeibe mir aus Gnaren Alle Sünd' und Missethat, Die mein armes Herz beladen, Und so gar vergiftet hat, Daß auch Satan durch sein Spiel Mich zur Höllen stürzen will; Da fannst du allein erretter Etrafe nicht mein Uebertreten! 6. Bin ich gleich von tir gewichen, Stell' ich mich tech wieder ein; Denn rein Sohn ist einst erblichen Für mich in der Todespeim. 34 verlängne nicht die Schuld; Aber deine Gnad' und Huld Ift viel größer als die Sünde, Die ich stets in mir empfinde. 7. D tu ficht der frommen Seelen, D tu Glanz der Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe coch, mein Gott! bei mir, Weil es nunmehr dunfel schier, Da ich mich so sehr betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, Die betrübte Nacht bricht an, Es ist bin der Sonnen Prangen, Die uns all' erfreuen erfreuen fann; Stehe mir, o Vater! bei, 8. Schüße mich vor's Teufels Negen, Vor der Macht der Finsterniß, Die mir manDaß dein Glanz ftets vor dhe Nacht zulegen. Und ercis Abendlieder. 281 den viel Verdries; Laß mich| Freunde, Feind' und Hausdich, o wertbes Licht, Nim- genossen, Sei'n in deinen mermehr verlieren nicht! Schuß geschlossen. Wenn ich dich nur hab' im Herzen, Fühl' ich nicht der Seelen Schmerzen. 9. Wenn mein' Augen schon sich schließen, Und ermüdet schlafen ein, Muß mein Herz dennoch geflissen Und auf dich gerichtet sein. Meiner Seelen mit Begier, Träume stets, o Gott! von dir, Daß ich fest an vir be fleibe Und auch schlafend dein verbleibe. 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken; Schüße mich vor Ueberfall; Laß mich Krankheit nicht aufwecken; Treibe weg des Krieges Schall, Wende Feu'r und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; Laß mich nicht in Sünden sterben Noch an Leib und Seel verderben.. 12. O tu großer Gott! erhöre, Bas tein Kind gebeten bat! Jesu! den ich stets 10. Laß mich diese Nacht verehre, Bleibe ja mein Schus empfinven Eine fanft' unt| unb Rath1 Und mein Port, fije Rub', Alles Uebel las tu werther Geift! Der tu verschwinden, Dede mich mit Freund umb Trifter beißt, Segen zu; Leib und Serle, Höre doch mein ſehnlich FleMuth und Blut, Beib und ben! Amen, ja, es foll ge Kinder, Hab und Gut, scheben! Joh. Rift, 1607. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 44. 331. Abermal einTag sen lieben Tag nicht zum verschwunden, Besten angewendet, Daß ich nicht bestehen mag; Wo Gott in's Gericht will gehen, D oie Stunden, Wie vergeht so kann ich nicht bestehen! doch Tag und Nacht! D'rum will ich mich auch bei Zeiten Zu der Todesnacht bereiten. 3. Heil'ger Vater! o verzeihe Meine Fehl, nach deiner Güt'! Liebster Heiland! 2. Ach! die Sünd' bat ach, verleihe! Daß mich dein mich geschändet, Daß ich die Verdienst vertritt; Heil'ger baften, einwurzeln. Und ein Schritt zur Bahr gebracht! D, wie eilen doch 282 Abendlieder. Geist! regier die Sache!| Wo du nicht selbst Anstalt Daß ich es nicht mehr so machst, Kann der Fürst der mache. Finsternissen Mich mit seinem Garn umschließen. 4. Höchste Allmacht! ich bereue Meine Schuld und Sündlichsein; Overneue und erfreue Mein erschrocke nes Gebein; Sei mir armen Sünder gnädig, Und mach' mich der Strafe ledig! 5. Nun du mir die Schuld vergeben, Und mit deinem Troft erfüllt, Frag' ich nichts nach Tod und Leben; Doch, wo du mir aber willt Dieses Leben noch erlauben, So erhalte mich im Glauben. 8. Ach! wer fann ihm widerstehen, Wo du ihn nicht selbsten schlägst? Und wer fann ihm auch entgehen, Wo du nicht selbst Hand anlegst? D'rum sei jetzt mein Hort und Stärke, Und zerstör' des Teufels Werke. 9. Nun woblan! ich will mich legen; Doch befiehl der Engel Wacht, Daß sie mich auf meinen Wegen, Co wie sonst, auch heut bewacht! Laß mich deine Hand bededen, Und gesund vom Schlaf aufwecken. 6. Hüter! den fein Schlaf noch Schlummer Auf der Wache übereilt, Welchen weder Sorg noch Kummer An der Vorsorge verweilt, Hüt' auch heute meine Sache, Und bestelle selbst die Wache. 10. Soll der Schlaf mein Leben enden, So geschehe, Herr! dein Will'; Denn ich bin in deinen Händen; Laß 7. Wächter meines Leib's mich bald in aller Still' Auf und Lebens! Wo du nicht dem sanften Seelenwagen das Haus bewachst, Wacht Zu den Auserwählten trader Wächter doch vergebens; gen. Breslauer Gesangbuch, 1745. ( Am Ende der Woche.) Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 77. 332. Gott! mein Herz Sorg' und Müh', Was mir dir Dank zu- abgewogen hie, Dafür bei sendet, Dir ich Preis und der Wochen Ende Rühm ich Ehre sag, Daß die Woche deine Vaterhände! wohl geendet, Jeder Tag mit seiner Plag', Jede Arbeit, 2. Diese haben mich ge tragen, Mich gekleidet und Morgenlied in Sterbensläuften. 283 gespeis't, Engelwach' um dein Sohn gethan, Mir zum mich geschlagen, Schuß und Hilf' geleist't, Alles Leid von mir gefehrt, Seel' und Leibe Gut's beschert, So, daß ihrer ich genieße, Glücklich diese Woche schließe. Steten besten immer an, Und wirf dadurch, mir zum Glücke, Alle meine Sünd' zurücke. 3. Nimmer weiß satt auszubreiten Gottes Wohlthat, hier mein Sinn! Ich dank' lebenslang mit Freuden Für das, was ich hab' und bin. Gott, dir sei Ruhm, Ehr' und Preis! Für Schuß, 6. Fröhlich geh' ich nun Liebe, Pfleg' und Speis, zu Bette; Gottes Lieb' und Für mein und der Meinen Leben; Leib und Seel' bleibt dir ergeben. 5. Ich gesteh', ich bin ein Sünder, Ganz gekehrt zum bösen Pfad, Gleichwie alle Menschenfinder, Und nicht würdig deiner Gnad'; Aber dein lieb Vaterherz, Christi Wunden, Tod und Schmerz, Machen daß ich christlich lebe; D'rum ich ihnen mich ergebe. Jesu Blut Weiche nicht von meinerStätte; Heil'gerGeist! halt' mich in Hut; Bring 4. Ach! vergib, was in mich morgen an den Ort, der Wochen, Jeden Tag, Da man hört dein heilig Stund' und Minut', Wider Wort, Mich mit selb'gem dich ich hab' verbrochen; lab' und speise, Bis ich in Straf' mich nicht, durch den Himmel reise. Christi Blut; Rechne, was Nemilie Juliana, Gr. v. Schwarzburg R., 1673. Morgenlied in Sterbensläuften. Mel. Ach Herr mich armen Sünder. 66. 333. In diesen schwe- stirbt, Und wo er nicht versehen, Mit Leib und Seel verdirbt. ren Zeiten, Wer weiß, wer heute steht; Der jetzt ohn' alles Leiden Aus seinem Hause geht, Dem fann's gar leicht geschehen, Daß er fommt beim und 2. Wer selig hofft zu sterben, Und nicht in Ewigkeit Will Leib und Seel' verderben, Der mache ich bereis 284 Abendlied in Sterbensläuften. All' Stund' und Augenblicke, dem Leiden, Wann dir's, Durch wahre Buß', zum mein Gott! gefällt. Soll Tod, Daß, wie es Gott ihm ich an dieser Plage, Die ich schicke, Die Seele sei aus sehr wohl verschuld't, BeNoth. schließen meine Tage, So gib mir nur Geduld! 3. Denn Sünder, deine Sünden, Die dich und deinen Gott Von Freundschaft thun entbinden, Ursachen dir den Tod Und solche schwere Plagen, Die unser Land und Stadt Jegund so hart muß tragen, Und ihre Missethat. 4. Ich schick' mich, abzuscheiden, Gar gern von die ein. ser Welt; Entbind' mich von 5. Führ' mich nur deine Wege, Und mich mit Qual und Pein, So hart du willst belege, Laß nur das Leiden dein An mir nicht sein vergebens, Und nimm mich nach der Pein, Du Friedefürst des Lebens! In deinen Himmel Marburger Gesangbuch, 1781. Abendlied in Sterbensläuften. 2. Durch Schuß der Himmelswaffen Geh'n wir gesund bin schlafen; Wer weiß, was Gott verhängt? Ob diese Nacht mag werden Die legte auf der Erden, Und was der liebe Gott gedenkt? Mel. Nun ruhen alle Wälder. 31. 334. Gott Lob! der Seel' Dir treulich sein befohlen, Laß sie die Engel holen, Du treuer Wächter Iſrael! uns bei Tage Vor dieser Seuch' und Plage Behütet und bewacht, Der woll' mich und die Meinen Mit seiner Macht bescheinen In dieser jest betrübten Nacht. 4. Und wenn wir um die Sünden Die schwere Straf empfinden und ganz verlas, sen stehn: So laß doch unsre Seelen, Vor's Teufels Mord und Quälen, So elend nicht zu Grunde gehn. 5. Wenn wir verlassen stehen, Und Niemand zu uns geben Noch helfen will noch mag; So sprich du in den Schmerzen Den Trost in un fre Herzen: Die Plag erlös't 3. Wann's, treuer Gott! dein Wille, Laß uns dir balten stille. Und nur die arme von Seelenplag. Morgenlied eines Kranken. 6. Wir wachen oder schlafen, So laß du deine Waffen Und Engel um uns sein; Und an dem legten Ende Schließ auch in deine Hände Die arm', geängst'te Seele ein. Morgenlied eines Kranken. 335.Herr! Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. err! auch ich zielt; Du entziehest mich der will jetzt dir Sünde, Wenn das Fleisch sein Leiden fühlt. Deine Rechte drücket zwar, Beut jedoch auch Rettung dar. danken, Da die bange Nacht vergeht, Und ein neuer Trost mir Kranken Durch das Tageslicht entsteht. Sei gelobt! denn deine Treu Steht mir in der Schwachbeit bei. 5. Nun, auf deine Treu und Güte, Die du mir bisher erzeigt, Hoffet ferner mein Gemüthe, Wenn auch Menschenhülfe schweigt. Siehe mich mit Gnaden an, Du bist's, der recht rathen fann. 6. Heil' insonderheit die Seele! Sprich mich von der Sünde los, Die ich nicht vor dir verhehle. Ist dieselbe schwer und groß! Jesus nahm ja selbst für mich Alle Krankbeit über sich. 2. Du verfürztest mir die Stunden, Wenn die Ruhe mich verließ; Ist die Furcht nicht ganz verschwunden, Darein meine Sünd' mich stieß, Haben dennoch Noth und Leid Mir nicht gar das Grab bereit't. 3. Störet mich gleich Schmerz noch immer, Welchen du mir zugeschickt, Wäre mir jedoch viel schlimmer, Würd' ich nicht von dir erquickt. Kehrtest du dein Angesicht Von mir ab, so lebt' ich nicht. 285 7. Nun gute Nacht zusammen! So geht in Gottes Namen Zu Bett', zu eurer Rub'; Der schließ vor dem Unfalle Um mich und um euch Alle Die gnadenreichen Flügel zu! Breslauer Gesangbuch, 1745. 4. O mein Vater! ich empfinde Worauf deine Liebe 7. Gib biernächst zu den Arzneien, Die der Leib gebrauchen soll, Wenn du willst, auch das Gedeihen! Was mir gut ist, weißt du wohl. Du, mein Arzt! ich schreibe 286 Abendlied eines Kranken. dir Weder Ziel noch Maße Willen sehn, Ohne den für. 8. Soll der Leib noch länger leiden, Ich ergebe mich darein; Kann der Geist nur voller Freuden Im Getrop aller Plage!-Mir nicht wehe kann geschehn. Soll ich sterben? ei wohlan! Zeige mir die Himmelsbahn. 10. Ich betrete sie mit bet und Glauben sein. Mit Freuden, Wenn du es beverhaßter Ungeduld Mehrt man beides, Schmerz und Schuld. schlossen hast! Habe auch Lust abzuscheiden; Bin ich hier doch nur ein Gast, Der nicht eher Ruh' erreicht, Bis er in die Heimath zeucht! Breslauer Gesangbuch, 1745. 9. Laß mich heut' und alle Tage Blos auf deinen Abendlied eines Kranken. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 5. 336. Gott Lob! der er sich schon nah' gemacht, Tag ist nun Er mir doch keinen Schaden zum End, Gefränkter Leib! bracht'. ihr schwachen Händ'! Betrübter Geist! gequälter Muth! Schickt euch zu Gott, dem höchsten Gut. 2. Das Herz und Lippen Opfer bringt, Dem Vater euer Danflied singt, Durch den ihr wieder einen Tag Habt überwunden eure Plag. 3. Hat Satan meiner gleich begehrt, Daß er in die ser Leibsbeschwerd' Mich fichten möcht' in seinem Sieb Durch Ungeduld und Sündentrieb; 4. Hat mich doch, Vater! deine Güt' Vor seiner List und Macht behüt't, Daß, ob 5. Ward unter dieser schweren Last, Die du mir aufgeleget hast, Des Fleisches Schwachheit gleich vermerkt, Hast du doch meinen Geist gestärkt, 6. Erhalten meines Glaubens Licht, Daß es nicht worden gar zu nicht', Erwedet Seufzer und Gebet, Daß ich getroft mit dir gered't. 7. Und mein Herz vor dir ausgeleert, Wenn auch der Schmerz am Leben zehrt'; Ich hatte manche Lind'rungsstund', Ist gleich der Leib noch nicht gesund. 8. Ja, ob er noch voll Tischlieder. 287 Schmerzen ist, Ward ihm das| Bleib' nur in Rub'! Wo Leben noch gefrist't, Dazu all' nicht? so gib Geduld dazu. Nothdurft wohl verschafft, Dein Leidensnacht mir LabUnd ich nicht plößlich hinge- sal schaff, Wenn mir die rafft. Krankheit nimmt den Schlaf. 9. Deß sei dir Dant! ich rühme frei, Daß aller Treu 14. Jft's dein Will', o! so laß gesund Erreichen mich zu g'ring ich sei; Zu g'ring die Morgenstund'. Sprichst so mancher Gnad' und Gab', du: Ich hab nicht Luft zu Die ich von dir empfangen dir!-Nun, wie dn willst, ſo hab'. schid's mit mir. 10. Bin ich heut', als ein 15. Soll diese Nacht die schwaches Kind, Gefallen in legte sein, So laß mich selig so manche Sünd', So find' schlafen ein; Und nach vollich mich doch wieder ein; Obrachtem Segenslauf Nimm Baterherz! erbarm' dich mein. meinen Geist, Herr Jesu! 11. Vergib, was ich ge- auf. fündigt hier Im Himmel, 16. In deinen Wunden Vater! und vor dir; Dein such' ich Nuh'; Dein Purliebes Kind ich wieder heiß', Durch deines Sohnes Blut und Schweiß. 12. Darauf ich nun mein Leib und Seel' Dir wieder herzlich anbefehl'! Wend' ab durch deine Güt' und Wacht, Was uns die Nacht erschrecklich macht. 13. Sag' meinem Schmerz: purfleid ded' mich nun zu; Mein Schlaffiß' sei dein' Dornenfron; Mein Kleid dein Blut, o Gottes Sohn. 17. D'rum schlaf ich fröhlich ein in dir! Wünsch' allen Frommen, die mit mir In Kreuz und Aengsten halten Wacht, Durch dich auch eine gute Nacht! Jac. Schwentner, um 1600. Zirglieder. ( Vor dem Effen.) Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 80. 337.Speif uns, o Kinder, Tröfte die betrübten Gott! deine Sünder, Sprich den Segen 288 Tischlieder. zu den Gaben, Die wir jet-| Bis wir endlich mit den und vor uns haben, Daß sie Frommen Zu der himml'uns in diesem Leben Stärke, schen Mahlzeit kommen. Kraft und Nahrung geben, I Joh. Heermann, 1585. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 5. 338.Bescher uns, 3. Erbörst du doch dei Herr! das Raben Stimm': D'rum täglich Brod; Vor Theurung unsre Bitt', o Herr! verund vor Hungersnoth Be- nimm! Denn aller Ding' hüt' uns durch dein'n lieben du Schöpfer bist, Und allem Sohn, Gott Vater in dem Vieh sein Futter gibst. höchsten Thron! 4. Gedenk' nicht unsrer 2. D Herr! thu' auf Missethat Und Sünd', die dein' milde Hand; Mach' dich erzürnet hat! Laß scheiuns dein Gnad' und Güt' nen dein' Barmherzigkeit, bekannt; Ernähr' uns, Herr! Daß wir dich lob'n in Ewigdie Kinder dein, Der du feit. speis'st alle Vögelein. Nic. Herrmann, um 1500. Nöthen sein. 5. 2. Und weil ties zeitlich' Brod allein, Uns nicht fann g'nug zum Leben sein: Dein göttlich Wort die Seele speis't, Hilft uns zum Leben allerMel. Wenn wir in höchsten 339. Gesegn uns, Herr! die Gaben dein, Die Speis' laß unsre Nahrung sein; Hilf, daß dadurch erquicket werd' Der dürft'ge Leib auf dieser meist. Erd'. Breslauer Gesangbuch, 1745. ( Nach dem Effen.) Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 5. 340.Wir danken 2. Er woll' uns speisen Gott für mit sein'm Wort, Daß wir seine Gab'n, Die wir von satt werden bier und dort. ihm empfangen bab'n; Wir Ach lieber Herr! tu woll'st bitten unsern lieben Herrn, uns geb'n Nach dieser Welt Er woll' hinfort uns mehr das ew'ge Leb'n. bescher'n. Tischlieder. 289 Mel. Nun freut euch liebe Christeng' mein. 54. 341. Nun ist die 3. Vergib uns unsre MisMahlzeit sethat, Une gib, was wir bes auch vollbracht; Wir haben gehren. Schaff' uns, o Vasatt gegessen. Mein Gott! ter! ferner Rath, Daß wir du hast es wohlgemacht, uns ehrlich nähren. Verleihe Nachdem du zugemessen Jeßt künftig gute Zeit, Gib NahJerem sein bescheiden Theil, rung, Fried' und Einigkeit, Und mileiglich, vor kurzer Gesundheit, Heil und SeWeil', Uns allesammt ge- gen. ſpeiſet. 4. Laß endlich bei des 2. Für solche Wohlthat Lammes Tisch Im Himmelwollen wir, Wie liebe Kin- reich uns essen, Wo tausend der müssen, Von ganzer Seele Gaben, mild und frisch, Du danfen dir, Und unsre Mahl- selbst uns wirst zumessen. Da zeit schließen Mit einem wird man schmecken Freud' Dank- und Lobgedicht, und Ehr', Und wir, Herr! treuer Gott! verschmäh uns wollen nimmermehr, Zu preinicht, Laß es dir wohlgefallen. sen dich, aufhören. Joh. Rist, 1607. Mel. Herzliebster Jefu, was hast du verbrochen. 14. 342. Dobet den Herrn, 3. Derhalben seid in Gott und dankt ihm getrost, ihr Frommen! Denn seiner Gaben, Die wir aus ihr sollt Schuß und Brod Gnaden jetzt empfangen haben Hier an dem Tisch und sonst an allen Enden, Wo wir uns wenden. 2. Als Vater will er seine Kinder nähren Und ihnen Hülf' in aller Noth bescheren, Und läßt gewiß all' ibre Feind' auf Erden Zu Schanden werden. 19 genug bekommen, Und über das, nach diesem armen Leben, Bei Christo schweben. 4. Deß danfet ihm, ihr Leut'! von Herzensgrunde, Und bittet ihn desgleichen jede Stunde, Daß er uns nur, als seinen lieben Erben, Helf' selig sterben. Barthold Ringwald, 1581. 290 Standes- und Berufslieder. Standes- und Berufslieder. ( Für alle Stände.) Mel. Jesu deine Passion. 75. 343.ang' bein Werk Seß nur das Vertrauen mit Jesu an, dein In sein' AllmachtsJesus hat's in Händen; hände, Und glaub' sicher, daß Jesum ruf zum Beistand allein Er dein Unglück wende. an, Jesus wird's wohl en- 4. Wenn dann deine den. Steh' mit Jesu Mor- Sach' also Mit Gott angegens auf, Geh' mit Jesu fangen; Ei! so hat es feine schlafen, Führ' mit Jesu dei Noth, Wirst den Zweck ernen Lauf, Lasse Jesum schaf- langen. Es wird folgen fen. Glück und Heil Hier in diesem Leben; Endlich wird dir Gott dein Theil Auch im Himmel geben. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll' dein Helfer sein Stets in deinen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 5. Nun, Herr Jesu! all' mein Sach' Sei dir übergeben; Es nach deinem Willen mach' Auch im Tod und Leben. All' mein Werk greif' ich jetzt an, Jesu! in dein'in 3. Wenn dein Jesus mit Namen, Laß es doch sein dir ist, Laß die Feinde wü- wohlgethan! Ich sprech' dathen; Er wird dich vor ihrer rauf: Amen. List Schüßen und behüten. Mel. Auf meinen lieben Gott. 35. 344.So tret' ich dem lang So reichlich mich er| nach an, Wie gut ich immer fann, Mein Amt, Beruf und Wesen, Darzu mich Gott erlesen; Der wird mir seinen Segen Auch wissen beizulegen. nähret, Und manche Gnad' bescheret; Laß deine Güt' und Gaben Mich heute ferner laben. 2. Dir, Bater! sag' ich Dant, Daß du mein Leben3. Ach! mein Herr Jesu Christ.. Der du mein Helfer bist, Ach! segne meine Werke, Mich selbst, vom Himmel Standes- und Berufslieder. 291 Was meine Nahrung hindert, Und deinen Segen mindert; Ja laß in Fried' une Freuden, Mich einst von hinnen scheiden. Johann Heinrich von Hippen. 46. Eigene Melodie. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt; Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad' ergeben Und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach sei2. Der mich hat bisher nem Willen Mein Verlanernähret, Und mir manches gen zu erfüllen. Es hat alles Glück bescheret, Ist und blei seine Zeit; Ich hab' ihm bet ewig mein; Der mich nichts vorzuschreiben; Wie wunderbar geführet, Und noch Gott will, so muß es bleileitet und regieret, Wird hinfort mein Helfer sein. ben; Wenn Gott will, bin ich bereit. stärke, Damit ich deinen Wil-| len In allem mög' erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, Und alles von mir treib', 345. Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Gnad' gelegen; Ueber alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein' Hoffnung seßet, Der behält ganz unverlezzet Einen freien Heldenmuth. 3. Viel' bemühen sich um Sachen, Die nur Sorg' und Unruh' machen, Und ganz unbeständig sind; Ich begehr' nach dem zu ringen, Was mir kann Vergnügen bringen, Und man jetzt gar felten find't. 6. Soll ich länger allhie leben, Will ich ihm nicht widerstreben; Ich verlasse mich auf ihn; Istroch nichts, das lang bestehet; Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Breslauer Gefanabud, 1745. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 47. 54. 346. In Gottes Namen fang' ich an, Was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohlgethan, Und glücklich. 2. Gott ist's, der das ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut, Und kann uns auch gedeihen. Standes- und Berufslieder. 292 Vermögen schafft, Was Gu5. Drum fomm, Herr tes zu vollbringen; Er gibt Jesu! stärke mich, Hilf mir uns Segen, Muth und Kraft, in meinen Werfen; Laß du Und läßt das Werk gelingen, mit deiner Gnade dich Bei Daß uns ein reicher Zug meiner Arbeit merken. Gib entsteht, Und dergestalt zur dein Gedeihen selbst dazu, Nahrung geht, Daß wir Ge- Daß ich in allem, was ich nüge haben. thu', Ererbe deinen Segen. 3. Wer erst nach Gottes 6. Regiere mich durch deiReiche tracht't Und bleibt auf nen Geist, Den Müßiggang seinen Wegen, Der wird gar zu meiden, Daß das, was leichtlich reich gemacht Durch du mich schaffen heißt, GeGottes milden Segen; Da scheh' mit lauter Freuden; wird der Fromme voll und Auf daß ich dir mit aller satt, Daß er von seiner Ar- Treu' Auf dein Gebot gehorbeit hat Auch Armen Brod sam sei, Und meinen Nächzu geben. sten liebe. 4. Gott ist der Frommen 7. Nun, Jesu! komm, und Schild und Lohn! Er frönet bleib' bei mir! Die Werfe sie mit Gnaden. Der bösen meiner Hände Befehl' ich, Welt ihr Neid und Hohn liebster Heiland! dir; Hilf, Kann ihnen gar nicht scha- daß ich sie vollende Zu deiden. Die Frommen deckt mit nes Namens Herrlichkeit, seiner Hand Gott, der da Und gib, daß ich zur Abendsegnet Stadt und Land, Und zeit Erwünschten Lohn empfüllet sie mit Freuden. pfange. Sal. Liskovius, 1640. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 54. is hieber hat 347.Bis 2 Hab' Lob und Ehre, mich Gott ge- Preis und Dank, Für die bracht Durch seine große bisher'ge Treue, Die du, o Güte; Bis hieher hat er Gott! mir Lebenslang BeTag und Nacht Bewahrt wiefen täglich neue! In Herz und Gemüthe; Bis mein Gedächtniß schreib ich bieber hat er mich geleit't an: Der Herr hat große Bis bieber hat er mich er- Ding' gethan An mir, und freut, Bis bieber mir geholfen. mir geholfen! Vom Predigtamt. 293 3. Hilf ferner auch, mein| mir im Leben, Tod und treuer Hort! Hilf mir zu Noth, Durch Christi Schmerallen Stunden. Hilf mir an zen, Blut und Tod; Hilf all' und jedem Ort Hilf mir mir, wie du geholfen. durch Jesu Wunden; Hilf Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg, 1673. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 348.Herr! du hast nach dem Fall Die Arbeit aufgeleget; Du willst, daß Hand und Fuß Zu Andrer Dienst sich reget. Der träge Müßiggang Ist dir, o Gott! verhaßt, Dem Satan eine Luft, Dem Nächsten eine Last. 2. Gib, daß ich völlig mich In Gottes Ordnung schicke, Und unter meiner Müh' Auf deinen Rathschluß blicke. Wird gleich mein Angesicht Mit saurem Schweiß beneßt; Genug, daß du mich hast In den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz Vor Bauch- und Nahrungssorgen, Gib mir mein täglich Brod, Und sorge selbst für Morgen. Laß mich an meinem Theil Das Meine fleißig thun, Doch mein Vertrauen stets In deiner Liebe ruhn. 4. Ach, förd're, SegensGott! Die Werke meiner Hände, Sei du, mein A und D, Mein Anfang und mein Ende. Laß mich bei meiner Last Auf jenen Sabbath sehn, Wo wir, nach Müh' und Kampf, In deine Ruhe gehn'. Breslauer Gesangbuch, 1745. Bom Mel. Nun freut euch liebe Christeng' mein. 54. Der Hirten und der Lehrer. 349.Der Herr ist heiligt selbst darzu den Stand mein getreuer Hirt', Der mich im Worte- 2. Der Herr berief unmitweidet. Er ruft das Schaf, telbar 3m alten Testamente das sich verirrt' Und von der Der heil'gen Männer große Heerde scheidet. Er führet Schaar, Die man Propheten mich mit seiner Hand, Und nennte. Durch dieser Män― Predigtamt. 294 Vom Predigtamt. ner Schrift und Mund Ent- Samen; Ein Wächter, der deckte Gott den Gnadenbund, nicht schlafen kann; Er führt Und ließ von Christo zeugen. 3. Als Jesus nun sich eingestellt, Erwählt' er sich die Zwölfe, Und schickte sie in alle Welt, Als Hirten unter Wölfe; Durch welche Gott, an Christi Statt, Die Menschen treu ermahnet hat: Laßt euch mit Gott versöhnen. den Vaternamen. Er ist ein Streiter und ein Hirt', Ein Engel, der gesendet wird, Ja, ein Haushalter Gottes. 7. Erhalt' uns, Herr! dein theures Wort In unverfälschter Lehre, Und rüste selbst noch immerfort, Zu deines Namens Ehre, Getreue Streiter Christi aus; Bewahre dein geweihtes Haus Und die dasselbe bauen. 4. Gott ruft auch noch, doch mittelbar, Nach seinem Herzen, Hirten, Und sendet sie noch immerdar Den Sün- 8. Laß deine Knechte deidern und Verirrten; Die nen Ruhm In Lehr' und Lelehren uns noch immerfort ben preisen, Daß sie das Des Allerhöchsten theures wahre Christenthum Auch Wort, Das in der Schrift mit der That beweisen! Daverfasset. mit des Wortes theure Kraft, Die nur allein das Leben schafft, Ja nicht verlästert werde. 5. Dies ist vornehmlich ihre Pflicht, Die Kirche zu vermehren; Durch Lehre, Straf' und Unterricht, Durch Zucht und Trost zu lehren; Wie auch, die heil'gen Sacrament', Die man als Gnadenmittel fennt, Den Men schen mitzutheilen. 9. Herr! lad' uns durch die Boten ein, Und weck' uns aus dem Schlafe. Laß alle Hörer Thäter sein, Als Christi fromme Schafe; Daß alle treue Lehrer sich, Und die sie hören, Herr! durch dich, Dort, ewig selig machen. 6. Ein Lehrer ist ein Ackermann, Und Gottes Wort sein Hannoversches Gesangbuch. Mel. Nun danket alle Gott. 63. 350.Ser err Jesu! der Des Vaters hast vernommen, du selbst Von Den rechten, Weg zu Gott Mit Wort und Werk gelehrt, Sei für dein Predigt. Gott als Lehrer kommen, Und wie du's in dem Schoos Vom Predigtamt. 295 amt Gelobt von deiner Heerd! 5. Die du durch deinen Ruf Der Kirche haft gege2. Du bist zwar in die ben, Erhalt bei reiner Lehr' Höh' Zum Vater aufgefahren; Doch gibst du noch der Welt Dein Wort mit großen Schaaren, Und bau'st durch diesen Dienst Die Kirche, durch deinen Leib, Daß er im fund. Glauben wachs' Und fest an's Ende bleib'. Und einem heil gen Leben; Leg' deinen Geist in's Herz, Das Wort in ihren Mund; Was Jeder reden soll Gib dein Wort ihm 6. Ach segne all' dein Wort Mit Kraft an unsern 3. Hab' Dank für dieses Seelen; Laß deiner Heerd' Amt, Durch welches man es nie An guter Weide febdich höret, Das uns den Weg len; Such' das Verirrte zu Gott Und die Versöhnung selbst, Das Wunde binde zu, lehret, Durch's Evangelium Das Schlafende weck' auf, Ein Häuflein in der Welt Das Müde bring' zur Berufet, sammelt, stärkt, Lehrt, Rub'. tröstet und erhält. 7. Bring', was noch draußen ist, Zu deiner kleinen Heerde; Was drinnen ist, erhalt', Daß es gestärket werde; Turchdring mit deinem Wort, Bis einstens Heerd' und Hirt Im Glauben, Herr! an dich, Zusammen selig wird. E. L. Fischer, 1695, 4. Erhalt uns diesen Dienst Bis an das End' der Erden; Und weil die Ernte groß, Groß Arbeit und Beschwerden, Schick selbst Arbeiter aus, und mach' sie flug und treu, Daß Feld und Baumann gut, Die Ernte reichlich sei. Es ir geniplin Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. 54. 351.A Gott, wie schallt an unserm Ort, Daß herzlich liebst wir Buß' thun und gläuben. ou doch Uns arme Leut' auf Erden? Daß du uns von 2. Wir bitten dich, o höchster Hort, Du woll'st allzeit dem Himmel hoch Dein'n bescheren Getreue Diener, die Willen fund läß'st werden, Durch's Predigtamt in dei sem Wort, Welch's jegund dein Wort Nein, unverfälscht uns lehren. Gib uns dein's Geistes Kraft und Macht, Von weltlicher Obrigkeit. 296 Daß wir es hören mit Andacht Und beilig darnach leben. 4. Herr! gib du, daß wir ihnen nur Erzeigen Gut's 3. Hilf, daß wir treue und Ehre, Daß sie ihr Amt Prediger Von Herzen ehr'n mit Freuden thun Und nicht und lieben, und folgen ihrer mit Seufzen schwere, Denn guten Lehr', Darin uns täg- solches ist uns ja nicht gut, lich üben, Weil sie verrichten Wie uns dein Wort selbst dein'n Befehl, Und wachen lehren thut; Dafür wollst über unsre Seel', Auch uns behüten. Rech'nschaft dafür geben. ( Um 1650.) Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 352.Wer Gottes Es giebet dem, der zuvor hat, Wort andächtig hört Und hegt in seinem Herzen, Der wird nicht von der Welt bethört, Und bringet Frucht in Schmerzen. Sein's Herzensacker Gott gefällt, Gott giebet das Gedeihen, Daß seine Gaben ungezählt Den Menschen auch erfreuen; Er lebt im reichen Segen. Benimmet, die nicht haben; Der Geist erweis't sich in der That Mit vielen Wundergaben, Und fleucht, die ihn verachten. 3. So sende, Gott! viel treue Knecht', Erhalt' auch, die wir haben; Daß sie dein Wort hier führen recht, Rüst' sie mit Geistes Gaben, Wehr' aller Wölfe List und Grimm, Die reine Heerd' verheeren, Auf daß sie fürchten deine Stimm', Und folgen deinen Lehren, Und sich 2. Des Herren Lehre fommt nicht leer, Die geht aus seinem Munde; Sie thut und schaffet sein Begehr, Und macht das Herz gesunde. zu dir befehrrn. G. Phil. Harsdörfer, 1607. Bon weltlicher Obrigkeit. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gott's Sohn. 51. 353. Obrigkeit nicht ohn' Strafe sein; Man Gott sezzet, Als soll in Ehren halten, Die seine Ordnung ein, Wer sie Gottes Amt verwalten, Der dafür nicht schäßet, Wird sie d'rum Götter nennt. Von weltlicher Obrigkeit. 297 Murren und Beschweren Verrichten williglich. 2. Was sie amtshalber man's auf Begebren, Ohn' heißen, Muß man nicht weigern sich; Gehorsams sich befleißen, Sein sie gleich wunderlich. Gott kann ihr Herz bald lenken, Und lehren sie bedenken, Daß sie sein unter ihm. 6. Wenn man zu Dienst nur stehet Vor Augen und zum Schein, Daß man der Straf' entgehet, Da ist das Herz nicht rein. Der hat ein gut Gewissen, Deß Herz ist so beflissen, Daß es die Obern liebt. 7. Ach, Herr! verleih' uns Allen, Daß wir nach deinem Wort Den Obern zu Gefallen Sein willig immerfort; Daß wir als treue Glieder Dem Haupt nicht sein zuwider, Das für uns sorgt und wacht. 8. Gott, hast du uns gegeben, Getreue Obrigkeit, Gib ihr ein langes Leben, Glück, Fried' und Einigkeit! Gib auch die Kraft und Gnade, DaßSünde, Schand' und Schade Durch sie werd' abgewandt. Breslauer Gesangbuch, 1745. 3. Daß sie von ihrem Leben, Und was durch sie geschicht, Einst Rechenschaft noch geben Dort müssen vor Gericht: Auf daß von ihnen werde Die anvertraute Heerde Geliebet und verpflegt. 4. Durch sie uns Gott verleihet Ruh', Sicherheit und Schuß; Wir sein durch sie tefreiet Vor böser Leute Truß; Es müssen, die uns hassen, Zufried' uns dennoch lassen; Das schafft die Obrigkeit. 5. Darum ihr auch gebühret Schoß, Schaßung, Dienst und Pflicht; Denn was ihr Amt mitführet, Durch solches wird verricht't: Und soll Eigene Melodie. 114 354. Verleih' uns 2. Gib unserm Land und Frieden gnä- aller Obrigkeit Fried' und diglich, Herr Gott! zu un- gut Regiment, Daß wir unsern Zeiten, Es ist doch ja ter ihnen Ein geruhig's unt fein Andrer nicht, Der für stilles Leben führen mögen uns könnte streiten, Denn du In aller Gottseligkeit Und unser Gott alleine. Ehrbarkeit. Amen. Dr. Martin Luther, 1483. Vom Haus- und Ehestand. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr. 54. 355. Gott voll 3. Du wollest selbst ihr Macht und deinen Schuß, Kraft, Ehr' Wunderthat! Es ist an und Anseh'n gönnen, Daß allen Orten All' Obrigkeit weder Bosheit, List noch aus weisem Rath Von dir Truß, Ihr jemals scharen verordnet worden, D'rum fönnen; Halt' selber aufrecht fröne, Herr! die Obrigkeit, dein Gebot, Und wer sie Die du uns gabst für diese ehrt, dem laß, o Gott! Es Zeit, Mit Segen, Heil und wohl geh'n hier auf Erden. Gnade. 298 2. Laß unter ihrer Hand und Wacht Uns Heil und Wohlfahrt spüren, Daß wir durch deine Lieb und Macht Ein stilles Leben führen. In Züchten und Gerechtigkeit, Und Gutes üben allezeit, Nach rechter Christenweise. Vom Haus- und Ehestand. 4. Verleih' dabei das große Gut, Daß wir durch ihr Regieren Mit Ehrfurcht, Lieb und sanftem Muth Selbst deine Herrschaft spüren. Gib du ihr Weisheit und Geduld, Daß sie durch recht Gericht und Huld An deiner Statt uns leite. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 5. das Andre herzlich mein', Und beide dir gehorsam sein. 4. Gib, daß kein Satan Zank erreg', Noch sie zu Zorn. und Haß beweg'. Laß stets im Glücks- und Unglücksstand Das Weib dem Manne geh'n zur Hand. 5. Gib, daß der Eh'stand uns bedeut', Daß Christus und die Christenheit In Liebe sein ein einig Leib, So wie ein Mann mit seinem Weib. 6. Laß Eltern ihre Leibesfrucht In der Vermahnung 356. Du Gott, der nach allweisem Rath, Den Hausstand selbst geordnet hat, Daß er soll bleiben bis an's End' Wie geist- und weltlich Regiment; 2. Laß Eb'leut' einig sein in Lieb', Daß jeder Theil sich stetig üb' In Heilig- und Gerechtigkeit, Und sei zu deinem Dienst bereit. 3. Verknüpf' der Eh'leut' Herz und Hand Mit keuscher Liebe festem Band, Daß Eins Vom Haus- und Ehestand. 299 und in Zucht Zu deinen Eh-| Gott! herzinniglich In dieren auferziehn, Daß Bater, ser Zeit erfennen, ehr'n, Unt Mutter, Kind, dir dien'. ewig cort dein Lob vermehr'n. 7. Gib, daß sie stets sein eingerenk, Daß Kinder heisen rein Geschenk, Und geben sie dir wieder hin Durch Unterricht zu frommem Sinn. 11. Laß auch die Knecht' in Einfalt gern Gehorsam leisten ihren Herr'n, Als Christi Knecht', und nicht allein Nur Diener vor den Augen sein. 8. Laß Kinder auch daneben nicht Vergessen ihre 12. Lent' auch der Herren Kinderpflicht. Gib, daß sie Herz dahin, Daß sie stets hastets gehorsam sein, Den El- ben Vatersinn, Und brauchen tern, ohne falschen Schein; Herrschaft so dabei, Daß sie nicht werde Tyrannei. 9. Daß jedes Kind ein Pflänzlein heiß' In jenem Himmelsparadeis, Nicht aber werd' zu Spott und Schand, Ein Taugnichts und ein Höllenbrand. 13. Breit' du, o Gott! den Hausstand aus, Daß, als ein heilig Kirchenhaus, Er sei zu deinem Dienst bequem Und allen Engeln angenehm. 10. Laß Eltern sammt den Kindern dich, O wahrer Mel. Nun freut euch liebe Chrifteng'mein. 54. 357. Herr Gott! wir sonst; Es lieget blos an deidanken alle ner Gunst, Du gibst's den Stund', Und deinen Namen Deinen schlafend. preisen, Wir rühmen dich aus Herzensgrund, Und dir viel Ehr erweisen, Daß du uns haft in den Hausstand Gefeßet, und mit milder Hand Darin bisher erhalten. 3. D'rum gib uns Gnade und Verstand, Gesundheit, Kraft und Stärke, Regiere selber unsre Hand, Befördre unsre Werke. Du selber unser Haus beschick', Verhüte alles Ungelück, Und was uns bringet Schaden. 2. Ach Herr! es hilft fein Fleiß noch Müh', Kein spätes Schlafengehen, Und wenn wir gleich in aller Früh' Mit Sorg' vom Schlaf aufstehen, 4. Gib, daß wir Kinder und Gesind' In deiner Furcht anführen Und sie vernünftig So ist doch solches all's um- und gelind', Wie dir's ge 300 Vom Haus- und Ehestand. fällt, regieren, Daß wir und Niemand betrügen, Gib uns unser ganz Geschlecht, Sei'n fromm, gott'sfürchtig und gerecht, Und dabei stets verbleiben. ein christliches Gemüth, Das ihm gern läßt begnügen. Laß uns, was du durch unsern Fleiß Bescherest, ja zu deinem Preis Mit Dankbarkeit gebrauchen. Breslauer Gesangbuch, 1745. 5. Vor Geiz und Falschheit uns behüt', Laß uns Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt fein' Gunst. 5. 358. Wohl dem, der tesfurcht lebt ein Mann, in Gottes- Von ihm läßt der alt' Fluch furcht steht, Und auch auf und Zorn, Den Menschenseinem Wege geht; Dein' findern angebor'n. eigen Hand dich nähren soll: So lebst du recht und geht dir wohl. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das Glück der Stadt Jerusalem, Für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein Und mit Güte stets bei dir sein, Daß du wirst sehen Kindeskind, Und daß Israel Friede find't. Dr. Martin Luther, 1483. 2. Dein Weib wird in dein'm Hause sein, Wie Reben voller Trauben fein, Und deine Kinder um dein'n Tisch Wie Delpflanzen gefund und frisch. 3. Sieh! so reich Segen hangt dem an, Wo in GotMel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 359. Wie schön ist's ten, die im Orden Eines doch, Herr Standes einig worden. Jefu Chrift! Im Stande, 2. Wenn Mann und Weib da dein Segen ist, Im sich wohl verstehn, Und unStande heil'ger Ehe. Wie verrückt zusammen gehn Im steigt und neigt sich deine Bunde reiner Treue; Da Gab' Und alles Gut' so mild bläst das Glück von Jahr zu herab Aus deiner heil'gen Jahr, Da sieht man, wie der Höhe, Wenn sich An dich Engel Schaar Im Himmel Junge halten gleich den Al- selbst sich freue; Kein Sturm, Vom Haus- und Ebestand. 301 Kein Wurm, Kann zerschla-| sen; Jedennoch, wer sich in gen, fann zernagen, was Gott giebet, Dem Paar, eas in ihm sich liebet. Geduld Ergibt, deß Leir wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Wage, Trage Nur ein wenig! unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 3. Seid guten Muths! nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Es ist Gott, unser Vater! Der hat uns je und je geliebt, Und bleibt, wenn Sorge uns betrübt, Der beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird 5. Wohl denn, mein König, nah' herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, In Aengsten Trofi und Freude. Deß sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen besterweis, Und 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen lässet flieer wohl und weislich lenken. danken alle beide, Bis wir, Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhard, 1606. ( Bei Trauungen.) Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 360. Gott! Du bist Zum rechten Zweck uns führe, Der wahre Liebe heißt. selbst die Liebe, Wer liebet ohne dich Und folgt nicht deinem Triebe, Der ladet Fluch auf sich. Du mußt der Anfang sein, Und auch das Ende machen Bei allen meinen Sachen Durch deinen Gnadenschein. 3. Du bist ein reines Wesen; Mach' unsreHerzen rein; Was uns wird vorgelesen, Drück in die Seelen ein; Versiegle unsern Eid; Was wir vor dir versprechen, Das laß uns nimmer brechen Bis Grab und Tod uns scheid't. 2. Wir opfern unsre Herzen Vor deinem Throne hier. 4. Gott! gib uns deinen Zünd' an der Liebe Kerzen, Segen Auf unsern Ehestand, Verbind' uns erst mit dir, Führ' uns auf allen Wegen Und gib uns deinen Geist, Durch deine Vaterhand; Der unsern Sinn regiere, Störi uns der Seelenfeind, 302 Vom Haus- und Ehestand. So treib' ihn in die Wüste, die Stunde, Da Wasser wird Hilf, daß uns nicht gelüste zu Wein. Was dir zuwider scheint. 6. Laß uns im Frieden 5. Gib uns vergnügte leben, Des Friedens Kinder Herzen In Lieb und auch im sein; Wann wir die Hand Leid; Versüße du dieSchmer- d'rauf geben, So schlage du zen, Des Kreuzes Bitterfeit; mit ein; Dein Amen sei das Schenkst du uns Thränen Wort, Das Siegel unsrer ein, Und schlägst uns eine Liebe; Wir folgen deinem Wunde, So kommt doch wohl| Triebe, Hier ist derSegensort. Benj. Schmolke, 1672. Mel. Unser Sabbath geht zum Ende. 44. 361. Nun das Werk| Deine Kinder und ihr Haus. ist angeho- Laß sie Fried' und Ruh' geben, Führe du es selig aus. nießen, Und ihr Leben wohl Benedeie selbst von Oben beschließen. Aus dem Liede: Vater! der du deinen Namen u. s. w. Caspar Neumann, 1648. ( Eltern und Kinder.) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 362. Sorge doch für meine Rin der, Vater! nimm dich ihrer an; Ob sie gleich vor dir sind Sünder, Sind sie dir doch zugethan, Und durch deines Sohnes Blut Gleichwohl dein erworbnes Gut. Darum wirst du sie aus Gnaden Wohl beschüßen und beratben. genommen auf, Daß sie wenn sie sollten sterben, Wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret, Und so manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie hier und überall Hätte leichtlich umgestürzet, Ja, das Leben abgekürzet; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen Und von ihrer er- 4. Solit' t nicht fü sten Stund' Zugeworfen als solche Güte Jmmer dir verdie Deinen: 11 buca dei- pflichtet sein, Und mit dank--Bnadenbund Hast du barem Gemüthe Solchen fie in ihrer Tauf Väterlich Glücks- und Segensschein Vom Haus- und Ehestand. Rühmen, und vor jedermann Deine Wohlthat zeigen an? Ach! so müßt' ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln Andre große Schäße, Daß ihr Haus in solchem Heil Sich an Geld und Gut ergöße, So bist cu mein einzig Theil; Bleib' auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in feiner Noth Und in feinem Kreuz verderben; Laß sie endlich selig sterben. 6. Schüße sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schaar, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Laß sie ihre Lebensjahr' In der Tugend bringen zu, Bis du sie, wie mich, zur Ruh Wirst in's fühle Grab versenfen, Und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben, Hier, und wo es dir gefällt, Was zu deinen Ehren geben, So laß in der ganzen Welt Ihnen, wo sie immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im 303 Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 8. Lasse sie auch meinen Feinden Nicht zum Hohn, e lieber Gott! Werden, noch auch meinen Freunden Eine Last, wenn eine Noth Unc ein Unfall sie betrifft; Wehre selbsten allem Gift, Daß die Feind nicht ihrer lachen, Und ihr Unglück größer machen. 9. Endlich, wenn die Jahr verflossen, Daß sie diese Lebenszeit Haben ehrlich hier genossen, Und sie in die Ewigfeit, Sollen ihren Eintritt thun, So laß alle Schmerzen ruhn, Und laß sie in ihrem Sterben Glaubensvoll den Himmel erben. 363. Mel. Wo Gott zum Haus ilf Gott, daß ja die Kinderzucht Geschehe stets mit Nuß und Frucht, Daß aus der Kinder Mund dir werd' Ein Lob bereitet auf der Ero'. 10. Gönne mir die groBen Freuden, Daß am lieben jüngsten Tag, Nach so vielem Kreuz und Leiden, 3ch mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater! ich bin bier, Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt bescheret. Ewig sei ein Nam' geehret. Breslauer Gesangbuch, 1745. nicht gibt sein' Gunft. 5. 2. Laß sie den Eltern ins gemein, Den Obern auch, gehorsam sein, Und meiden, all' ihr Lebenlang, Den Eis gensinn und Müßiggang. 3. Bib ia. Dak ibnen 304 Vom Haus- und Ehestand. mangle nicht Heilsame Lehr'| allzumal, Und sich befleißen und Unterricht, Damit aus jederzeit Der Tugend, Zucht deinem Wort und Mund Ihr und Ehrbarkeit. Glaub' mög' haben festen Grund. 4. Darinnen laß sie sein gewiß, Auch fliehen Schand' und Aergerniß, Daß man daselbsten sie nicht find't, Wo sich versammelt schlecht Gesind'. 5. Durch deine Weisheit, Macht und Güt' Vor allem Unfall sie behüt'; Führ' du sie selbst auf rechter Bahn, Damit ihr Fuß nicht gleiten fann. 6. Hilf, daß sie dich, Gott! überall Vor Augen haben Mel. Alles ist an Gottes Segen. 46. 364. Kommt ihr Kinder dieser Erden! Wollet ihr beglücket werden, Ei, so kommt und hört mir zu! Ich will von der Weisheit reden, Die euch bringet auf der Erden Langes Leben, Glück und Ruh'. 7. Wo sie ausgehen oder ein, Da laß du sie gesegnet sein, Daß sie die Lebenszeit und Jahr' Zubringen christ lich immerdar. 8. Wann sie dann enden ihren Lauf, So nimm sie, Herr! zu dir hinauf, Auf daß sammt ihnen wir zugleich, Dich preisen dort in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Von dem uns alle Gnad' befleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern Kindern für und für! D. Denike, 1603. 2. Folgt den Eltern, dienet ihnen, Ehrt sie mit Wort, That und Mienen, Schäßt sie aller Liebe werth; Das wird euch das Leben bringen, Alles wird euch wohl gelingen, Wie es euer Herz begehrt. 3. Nehmt zum Muste eurer Seelen Joseph, Jakob, Samuelen, Die die Eltern hoch geliebt. Eeht! wie diesen werthen Frommen Alles Glück und Heil gekommen, Das allein der Herr nut gibt. 4. Joseph kam zum Stuhl der Ehren, Jakob ward zu zweien Heeren, Samuel blieb auserwählt; Also darf din frommen Kindern Gar nichts ihren Segen hindern; Denn ihr Wohl bleibt ungezählt. 5. Und am meisten unter Vom Haus- und Ehestand. 305 sie, was sie schrecken kann. allen Soll euch Christi Rath allen ihren Schritten Schreckt gefallen, Der den Eltern unterthan; Der an Alter, Weisheit, Gnade, Auf dem frommen Lebenspfade Wuchs und zunahm, wohl daran! 6. Elternsegen bauet Häuser, Bringt den Kindern Pal menreiser, Daß man ihrer Ehr' gedenkt. Elternsegen dämpft das Wehe, Daß es Kindern nie geschehe, Daß man sie an Galgen hängt. 7. Hat es doch Gott wohlgefallen, Unter den Geboten allen Eines dazu auszusehn Dem er die Verheißung giebet: Wer die Eltern ehrt und liebet, Dem soll es hie wohl ergehn. 9. Eli böse Kinder finden Noth und Tod für ihre Sünden, Esau kommt zum Segen nicht; Ham muß nichts als Fluch ererben, Absalon so schmählich sterben, Durch ein plößliches Gericht. 8. Also geht es nicht den Frechen, Die der Eltern Ehre schwächen; Solche trifft nur Fluch und Bann; Unglück folget ihren Tritten, Und auf Christian Schumann, 1678. danke dir, Daß du so liebe Eltern mir Aus Gnaden hast gegeben, Und noch zur Zeit, Sie mir zur Freut', Erhalten bei dem Leben. 10. Augen, die der Eltern spotten, Pflegt der Rabe auszurotten, Wo am Bach ihr Körper liegt; Herzen, die der Treu' vergessen, Muß der junge Adler fressen, Der ihr Fleisch zum Raube kriegt. 11. Aber frommer Kinder Segen Ist mit Centnern nicht zu wägen; Ihnen bleibt der Höchste hold. Kommt nicht hier ein langes Leben, Woll's uns dort aus Gnaden geben Jesus, unser Lohn und Sold. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr! 21. 365. frommer Gott! Auf dein Gebot GeGott! ich achtet hab' so selten. 2. Verzeihe mir die Missethat, Die dich und sie beleidigt hat; Laß mich es nicht entgelten, Daß ich, mein 20 3. Gib mir ein Herz das dankbar sei, Und meiner Eltern Eifer scheu', Nichts thu', was ihn erreget, Auch nimmermehr, Sich ihrer Lehr' Aus Bosheit widerleget. 4. Gib meinen Eltern Fried' und Ruh', Es decke sie dein Segen zu, Hilf ihr 306 Fürbitte für die drei Hauptstände. Kreuz ihnen tragen; Be- ihre Zeit, So führ' sie aus hüte sie Doch spat und früh', der Sterblichkeit Hinauf zum Vor Trübsal, Angst und Reich der Ehren! Ich bringe Plagen. dir Viel Lob dafür, Wendu mich wirst erhören. M. C. Hamburger Gesangbuch, 1760. 5. Und wann dahin ist Fürbitte für die drei Hauptstände. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 31. 366.Herr! höre, wissen; Segn' uns als dein erwählt Geschlecht. Herr! erhöre, Breit' deines Namens Ehre An allen Orten aus. Behüte die drei Stände Durch deine Allmachthände; Schüß' Kirche, Obrigkeit und Haus! 5. Ach! wend' in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Sturm, Pest und Hagel ab; Bewahr des Landes Früchte, Und mache nicht zunichte, Was uns dein milder Segen gab. 2. Ach! laß dein Wort uns Allen Noch ferner rein erschallen, Zu unsrer Seele Nuß. Bewahr' uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten; Biet' allen deinen Feinden Truß. 3. Gib, Herr! getreue Lehrer Und unverdross'ne Hörer, Die beide Thäter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen, Und ernte reiche Früchte ein. 4. Laß Alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Und schaffe Jedem Recht, Daß Fried' und Treu' sich füssen, Wir nichts als Gnade 6. Verleih' uns Nuh' und Friede, Mach' alle Feinde müde, Gib uns gesunde Luft; Laß Noth und theure Zeiten Sich nie bei uns ausbreiten, Wo man nach Brod aus Hunger ruft. 7. Die Hungrigen erquicke; Und bringe die zurücke, Die sonst verirret sein. Die Wittwen rebst den Waisen Wollst du mit Troste ſpeisen, Wenn sie zu dir um Hülfe schrei'n. 8. Sef Vater aller Kinder, Der Schwangern ihr Entbinder, Gib Säugenden Gedeih'n; Zieh' unsre zarte Vom Lobe Gottes. 307 Jugend Zur Frömmigkeit schüße; Die Sterbenden beund Tugend, Daß sich die Eltern ihrer freu'n. gleit' Mit deinen Engelschaaren; Laß sie im Frieden fahren Zu Zion's Freud' und 9. Hilf, als ein Arzt, den Kranken! Und, die im Glau- Herrlichkeit. ben wanken, Laß nicht zu 11. Nun Herr! du wirst Grunde gehn. Die Alten erfüllen, Was wir nach deiheb' und trage, Auf daß sie ihre Plage Und Noth geduldig überstehn. nem Willen In Demuth jest begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsers 10. Bleib' der Verfolgten Jesu Namen, So ist gewiß Stüße, Die Reisenden be- der Wunsch gewährt. Benj. Schmolke, 1672. III. Vom Wandel in der Gottseligkeit. Vom Sobe Gottes. - Mel. Vater unfer im Himmelreich. 34. 367.A Ehr und Lob soll Gottes sein! Er ist und heißt der Höchst' allein, Sein Zorn auf Erden hat ein End', Sein Fried' und Gnad' sich zu uns wend'. Den Menschen das gefalle wohl; Dafür man herzlich danken soll. 2. lieber Gott! dich loben wir Und preisen dich mit ganzer B'gier; Auch knieend wir anbeten dich, Dein' Ehr' wir rühmen stetiglich. Wir danken dir zu aller Zeit Um deine große Herrlichkeit. 3. Herr Gott! im Himm'l König du bist, Ein Vater, der allmächtig ist; Du Gottes Sohn! vom Vater bist Einig gebor'n, Herr Jesu Christ; Herr Gott! du zartes Gotteslam.. Ein Sohn, aus Gott des Baiers Stamm. 4. Der du der Welt Sünd' trägst allein, Wollst uns gnädig, barmherzig sein; Der du der Welt Sünd' trägſt allein, Laß dir unsr' Bitt' gefällig sein; Der du gleich sig'st dem Vater dein, Woll'st uns gnädig, barmherzig ſein. 5. Du bist und bleibst heilig und rein, Ueber alles der Herr allein, Der Aller 308 Bom Lobe Gottes. böchst' allein du bist, Du lie-| lich wahr, Das bekennt aller ber Heiland, Jesu Christ! Engel Schaar, Und alle Sammt dem Vater und beil'- Welt, so weit und breit, Dich gen Geist In göttlicher Ma- lobt und ehret allezeit; Dich jestät gleich. rühmt die ganze Christenheit Von Anfang bis in Ewigkeit. Dr. Martin Luther, 1483. 6. Amen, das ist gewißMel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 368.Du meine Seele und Koth. Allda ist's dann singe, Wohl- geschehen Mit seinem flugen Rath Und ist frei klar zu sehen, Wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil; Wer dem sich anvertrauet, Der hat das beste Theil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schaß geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. auf und singe schön, Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd'; Ich will ihn herzlich loben, So lang Ich leben werd'. 2. Ihr Menschen laßt euch lehren, Es wird euch nüßlich sein. Laßt euch doch nicht bethoren Die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja Reiner Auf Fürstenmacht und Gunst, Weil sie, wie unser Einer, Nichts... als nur ein Dunst. 5. Ach, ich bin viel zu wenig, Zu rühmen ſeinen Ruhm! Der Herr ist ew'ger König, Ich eine welke Blum'. 3. Was Mensch ist, muß Jedoch, weil ich gehöre Gen erblassen Und sinken in den Zion in sein Zelt, Ist's bilTod, Er muß den Geist aus- lig, daß ich ehre Sein Lob laffen, Selbst werden Erd' vor aller Welt. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 63. 369.Nun banket alle Der große Dinge thut An | Gott, Mit uns und allen Enden; Der Berzen, Mund und Händen, uns von Mutterleib Und Kin Vom Lobe Gottes. 309 desbeinen an Unzählig viel zu 3. Lob, Ehr' und Preis gut; Und noch jeßund gethan. sei Gott Dem Vater und 2. Der ewig reiche Gott dem Sohne, Und dem, der Woll' uns bei unserm Leben beiden gleich Im hoben Ein immer fröhlich's Herz Himmelsthrone, Dem DreiUnd edeln Frieden geben, und einigen Gott, Als es im Anuns in seiner Gnad' Erhal fang war, Und ist und bleiten fort und fort, Und uns ben wird Jeßund und imaus aller Noth Erlösen hier merdar. und dort. Martin Rinkart, 1586 Eigene Melodie. 25. 370.Lobe den Herren, In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet? den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf! Lasset die Musicam hören. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denfe daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet; Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. 5. Lobe den Herren, was in dir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen. 3. Neander, 1610. Eigene Melodie. 54. 371.Sei Lob und Ehr' Troft erfüllt, Dem Gott, der Gebt allen Jammer stillt. unserm Gott die Ebre! dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte! Dem Gott, der allein Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüthe Mit seinem reichen 2. Es danken dir die Himmelsheer', D Herrscher aller Thronen! Und die auf Er 310 Vom Lobe Gottes. den, Luft und Meer In dei- Welt erzeiget, So kommt und nem Schatten wohnen, Die hilft der lleberfluß, Der Schöpreisen deine Schöpfersmacht, pfer selbst und neiget Die Die alles also wohl becacht. Vateraugen denen zu, Die Gebt unserm Gott vie Ehre! sonsten nirgends finden Nuh'. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all' mein Lebenlang, O Gott! von Herzen ehren; Man soll, o Gott! dein'n Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntert sich, Mein Geist und Leib erfreuen sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh' und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott! vernimm mein Schreien! Da 8. Jhr, die ihr Christi half mein Helfer mir vom Namen nennt, Gebt unserm Tod, Und ließ mir Trost ge- Gott die Ehre! Ihr, die ihr deihen. D'rum dank, ach Gottes Macht bekennt, Gebr Gott! d'rum dank ich dir. unserm Gott die Ehre! Die Ach! danket alle Gott mit falschen Gößen macht zu mir. Gebt unserm Gott die Spott: Der Herr ist Gott! Ehre! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden; Er bleibet ihre Zuversicht, Jbr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht Mit jauchzenvollem Springen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, Und alles, alles wohl gemacht. Gebt 6. Wenn Trost und Hülf unserm Gott die Ehre! ermangeln muß, Die alle Joh. Jac. Schüß, 1640. Eigene Melodie. 5. 372.Mein ein Gott! ich du mir Von Kindheit bis danke herzlich auf diese Stund' So überdtr Für alle Wohlthat, die flüssig haft gegunnt. Vom Lobe Gottes. 311 2. Du hast durch deine] hast du mir Auch sonst ergroße Macht Mich an das Tageslicht gebracht, Mir Leib und Seele schön geziert, Und in die Christenbeit geführt. 3. Die Erbfünd', welche in mir baft't, Hat nunmehr weiter feine Kraft, Weil du mich wieder in der Tauf Zu deinem Kind genommen auf. 4. Wiewohl auch leider! sich die Sünd' An mir noch immer häufig find't, So hast du doch durch deinen Sohn Dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnaden feit. wiesen für und für. Ich spür' es stets und überall; D'rum sag' ich billig noch einmal: 6. Mein Gott! ich danfe herzlich dir Für alle Wohlthat, die du mir Von Kindbeit bis auf diese Stund' So überflüssig haft gegunnt. 7. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in einem Thron, Dies ihm auch also sei bereit, Von nun an bis in Ewig373. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. 8. ch finge dir unser Feld Mit Thau und mit Herz und Regen nett? Mund, Herr, meines Lebens Lust! Ich sing' und mach' auf Erden fund, Was mir von dir bewußt. 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most Zu seinen Zeiten find't? 2. Ich weiß, daß du der Brunn' der Gnad' Und ew'= ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, werthen, edeln Fried' In unserm Vaterland? 3. Was sind wir doch? was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Bater! nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns aesest; Wer ist es, der uns 7. Ach! Herr, mein Gott! das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; Du hältst- die Wach' an unsrer Thür, Und läß'st uns sicher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer 312 Vom Lobe Gottes. fromm und treu, Und stehst| Ist selbst und bleibt bein uns, wenn wir in Gefahr Gut. Gerathen, herzlich bei. 14. Er ist dein Schaß, 9. Du strafft uns Sünder dein Erb' und Theil, Dein mit Geduld, Und schlägst Glanz und Freudenlicht, nicht allzusehr, Ja! endlich Dein Schirm und Schild, nimmst du unsre Schuld, dein' Hilf und Heil, Schafft Und wirfst sie in das Rath und läßt dich nicht. Meer. 15. Was fränfst du dich in deinem Sinn, Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie bin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgekehrt. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wann uns die Erd' entgeht. 17. Er hat noch niemals ' was versehn, In seinem Regiment, Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun! so laß ihn 13. Wohlauf mein Herze! ferner thun, Und red' ihm sing' und spring', Und habe nicht darein. So wirst du guten Muth. Dein Gott, hier in Frieden ruhn, Und der Ursprung aller Ding', ewig fröhlich sein. Paul Gerhard, 1606. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. | danfet seinem Namen! 374. Bringt her dem befreiet aus der Noth, Und Herren Lob und Ehr' Aus freudigem Gemüthe; Ein Jeder Gottes Ruhm vermehr', Und preise seine Güte: Ach! lobet, lobet alle Gott, Der uns 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit Die großen Wunderwerke, Die Majestät und Herrlichkeit, Die Weisheit, Kraft und Stärke, Die er 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht, Und gibst uns, was uns hoch erfreut, Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein', Und was sein Kummer sei; Kein Zähr' und Thränlein ist so flein, Du hebst und legst es bei. Vom Lobe Gottes. 313 beweis't in aller Welt, Und| Gute noch verheißt, Und stärs darurch alle Ding' erhält: fet, fräft'get, gründet; Der D'rum danfet seinem Na- uns erleuchtet durch sein Wort, men! Regiert und treibet fort und fort: D'rum danfet seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, Das in uns angefangen, Vollführen wird, und geben Stärk', Das Kleinod zu erlangen, Das er hat allen dargestellt, Und seinen Gläub'gen vorbehält: D'rum danfet seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben, Aus lauter väterlicher Gnad', Uns allen hat gegeben; Der uns durch seine Engel schüßt, Und täglich giebet, was uns nüßt: D'rum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, Der für uns ist gestorben, Und uns die sel'ge Lebensfron' Durch seinen Tod erworben, Der worden ist der Hölle Gift, Und Friede hat mit Gott gestift': D'rum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim! Ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', Die bier auf Erden wohnen: Lobt Gott, und preis't ihn früh und spat, Ja, alles, was nur Odem hat, Das danke sei5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glau- nem Namen! ben angezündet, Und alles $. Müller, 1631, Eigene Melodie. 83. 375.ingt dem Herrn nem Samen; Halt' in Ebein neues Lied, Die Gemeine soll ihn loben, Weil er ihren Grenzen Fried' Hat versprochen hoch von Oben; Israel sich freue des sen, Welcher ihn gemachet hat, Und in Aengsten schaffet Rath; Seiner soll er nicht vergessen. ren sein Gebot, Lobe seinen werthen Namen; Nimm die Paufen, nimm die Saiten, Such' hervor das Harfen spiel, Weil er's selbst so haben will, Seine Wunder auszubreiten. 3. Denn der Herr hat Luft an dir, Als an seinem eignen Volfe; Er läßt schwes ben für und für Uleber vir die 2. Zion! über deinen Gott Freue dich sammt bei 314 Vom Lobe Gottes. Gnadenwolke; Herzlich hilft schütte; Danfe seiner Herrer auch dem Armen, Wenn lichkeit, Preise seine große er ihm zu Fuße fällt, Sein Güte; Lob' ihn Alles.nah Vertrauen auf ihn stellt, Will und ferren, Was nur Lebenser seiner sich erbarmen. athem trägt, Was nur seine Glieder regt; Lobet alle Gott den Herren! Mathesius Appelles v. Löwenstern. 4. D'rum sei fröhlich allezeit, Aller Sorgen dich entMel. Jesu meines Lebens Leben. 79. 376. Womit soll ich sendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von Oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich fann mit nichts erreichen Deine Gnad- und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 4. Ach ja! wenn ich überlege, Mit was Lieb' und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit; So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 5. Du Herr! bist mir nachgelaufen, Mich zu reißen aus der Glut; Denn da mit 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von der Sünderhaufen Ich nur deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. suchte irdisch Gut, Hießest du auf dies mich achten, Wornach man zuerst soll trachten. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 3. Denk' ich nur der Sündengassen, D'rauf ich häufte 6. D! wie bast du meine Schuld mit Schuld; So Seele Stets gesucht zu dir zu möcht' ich vor Scham erblas- zieh'n, Daß ich aus der Sünsen Vor der Langmuth und denhöhle Möchte zu den WunGeduld, Womit du, o Gott! den flieh'n, Die mich ausgemich Armen Haft getragen föhnet haben, Und mit Kraft mit Erbarmen. Tausend, tau- zum Leben laben. Tausend Vom Lobe Gottes. 315 tausendmal sei dir, Großer Wenn's auch gleich auf's König! Dank dafür. Höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König' Dank dafür. 7. Ja, Herr! lauter Gnad und Wahrheit Sind vor dei nem Angesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Gür' und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 11. Fielen Tausend' mit zur Seiten, Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöthen, die mich drangen, Ich jedennoch bin ent8. Wie du seßest jedem gangen. Tausend, tausendDinge, Zeit, Zahl, Maß, mal sei dir, Großer König! Gewicht und Ziel, Damit Dank dafür. Keinem zu geringe Möcht' geschehen, noch zu viel; So hab' ich auf tausend Weisen Deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, Ramst du, Herr, mein Gott! zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht' an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, Nach dem's Kindern nüßlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott! zu jeder Frist, Und bich meiner angenommen. 12. Mich hast du auf Adlersflügeln Oft getragen väterlich; In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich; Wenn schien alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hülf' ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Dank dafür. 13. Vater! du hast mir erzeiget Lauter Gnad' und Gütigkeit; Und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; Und durch dich, o Geist der Gnaden! Werd' ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König! Danf dafür. 14. Tausendmal sei dir gesungen, Herr! mein Gott! Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen. Ach! 316 Vom Lobe Gottes. laß meines Lebens Gang| feiten, Da will ich, Herr! Ferner doch durch Jesu Leis für und für Ewig, ewig ten Nur gehn in die Ewig- danken dir! L.A. Gotter, 1661, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 377.! daß ich tau- doch eure Bier Zu Gottes send Zungen Ruhm belebet sein, Und stimmet mit mir liebreich ein! hätte, Und einen tausendfachen Mund! So stimmt' ich damit um die Wette, Vom allertiefsten Herzensgrund, 5. Ach! alles, alles! was ein Leben Und einen Athem in sich hat, Soll sich mir Ein Loblied nach dem an- zum Gehülfen geben, Denn dern an, Von dem, was Gott mein Vermögen ist zu mait, an mir gethan. Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 2. O! daß doch meine Stimme schallte, Bis dahin, wo die Sonne steht! D! daß mein Blut mit Jauchzen wallte. So lang es noch im Laufe geht! Ach, wär' ein jeder Puls ein Danf Und jeder Odem ein Gesang! 6. Dir sci, o allerliebster Vater! Unendlich Lob für Seel' und Leib; Lob sei dir, mildester Berather! Für allen edeln Zeitvertreib, Den du mir in der ganzen Welt Zu meinem Nußen hat bestellt. 7. Mein treuster Jesu! sei gepriesen, Daß dein er3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte! Auf, auf! braucht allen euren Fleiß, Und stehet munter im Ge- barmungsvolles Herz Sich schäfte Zu Gottes meines Herren Preis; Mein Leib und Seele schicke dich, Und lebe Gott herzinniglich! mir so hilfreich hat erwiesen, Und mich, durch Blut und Todesschmerz, Von allerTeufel Grausamkeit zu deinem Eigentbum befrei't. * 4. Jbr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und 8. Auch dir sei ewig Ruhm regt euch doch mit mir. Ihr und Ehre, O heilig- werther schwanken Gräschen in den Gottes- Geist! Für deines Feldern, Ihr Blumen, laßt Trostes süße Lehre, Die mich * Bers 4 wird zur Winterzeit weggelassen. Vom Lobe Gottes. 317 ein Kind des Lebens heißt.| sollt' ich auch im tiefsten Ach! wo was Gut's von Leiden Nicht triumphirend mir geschicht, Das wirfet nur einhergehn? Und fiele auch dein göttlich Licht. der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht? o reicher Gott! Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 13. D'rum reiß ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitelkeiten los. Und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott! du bist sehr hoch und groß: Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichfeit Gehört dir jetzt und allezeit. 10. Vor andern füß' ich deine Ruthe, Die du mir aufgebunden hast; Wie viel thut sie mir doch zu gute, 14. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich Und ist mir eine sanfte Last; die Zunge regt; Ich will Sie macht mich fromm und zeigt dabei. Daß ich von deinen Kindern sei. dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn mein Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach! nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott! in allen Gnaden hin: Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich den Engeln ähnlich bin; Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Joh. Menzer, 1658, 11. Ich hab' es ja mein Lebetage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Durch Dick und Dünne haft geführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe steh'n? Wie Eigene Melodie. 4. 378.Nun last uns 2. Den Leib, die Seel', Gott dem Her- das Leben Hat er allein uns ren Dank sagen und ihn eh- geben; Dieselben zu bewahren, Von wegen seiner Gaben, ren, Thut er nie etwas spas Die wir empfangen haben.[ ren. 318 Vom Lobe Gottes. 3. Nahrung gibt er dem 6. Durch ihn ist uns verLeibe, Die Seele muß uns geben Die Sünd', geschenkt bleiben, Wiewohl tödtliche das Leben. Im Himmel Wunden Sind fommen von der Sünden. soll'n wir haben, Ø Gott! wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, Wollst uns hinfort behüten, Die Großen mit den Kleinen; Du kannst's nicht böse meinen. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmahl Dient wider allen Unfall; Der heil'ge Geist im Glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, Gib ewiglicheFreiheit, Zu preisen deinen Namen, Durch Jesum Christum Amen. Nic. Selneder, 1532; sonst: L. Helmbold, 1532. Eigene Melodie. 58. 379. Lobe den Herren, zu nennen, Deß Hülfe der o meine Seele! Gott Jakobs ist! Welcher Ich will ihn loben bis in vom Glauben sich nicht läßt Tod; Weil ich noch Stunden trennen, Und hofft getrost auf Erden zähle, Will ich auf Jesum Christ. Wer dielobsingen meinem Gott; Der sen Herrn zum Beistand hat Leib und Seel' gegeben hat, Findet am Beslen Rath und Werde gepriesen früh und That. Halleluja! Halleluja spat! Halleluja! Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja! Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib' geboren, Und fehren um zu ihrem Staub'; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns belfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja! Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden; Er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hung Vom Lobe Gottes. 319 rigen will er zur Speis' be-| fer Hand zurück, Daß sie nur scheiden, Was ihnen dient machen verkehrte Schritte, zur Lebenskraft. Die Hart- Und fallen selbst in ihren gebunenen macht er frei. Strid. Der Herr ist König Seine Genad' ist mancher- ewiglich! Zion, dein Gott lei. Halleluja! Halleluja! sorgt stets für dich! Halleluja! Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden; Erheb't, die tiefgebeuget geh'n. Wo er fann einige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein' Aufsicht ist des Fremden Truß! Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja! Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen! den hohen Namen Deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen! Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes! lobt und preis't Vater, und Sohn und heil'gen Geist. Halleluja! Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starJoh. Dan. Hernschmidt, 1675. Das Te Deum Laudamus. ( Anmerkung. Der erste Chor singt die vorgerückten, der andere die eingerückten Zeilen. Die Zeile des" Heilig," bezeichnet B. Ch., singen beide Chöre zusammen.) Eigene Melodie 109. 380. Herr err Gott dich loben wir, Herr Gott wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit Ehret die Welt weit und breit; All' Engel und Himmels- Heer, Und was dienet deiner Ehr'; Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, ( B. Ch.) Heilig ist unser Gott, ber Herre Z3er baoth. Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit Geht über Himm'l und Erden weit. 320 Vom Lobe Gottes. Der beiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all', Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr! mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich Gott Vater im höchsten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster werth, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Du Kön'g der Ehren Jesu Christ Gott Vaters ew'ger Sohn du bist, Der Jungfrau'n Leib nicht haft verschmäht Zu erlösen das menschlich' G'schlecht. Du haft dem Tod zerstört sein' Macht Und alle Christ'n zum Himmel bracht; Du sig'st zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr' in's Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist, Alles, was todt und lebend ist. Nun hilf uns, Herr! den Dienern dein. Die mit dein'm theur'n Blut erlös't sein. Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heil'gen am ew'gen Heil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segnie was dein Erbtheil ist. Wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit, Und heb' sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott! wir loben dich Und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Bebüt' uns beut', o treuer Gott! Vor aller Sünd' und Missethat. Sei uns gnärig, o Herre Gott, Sei uns gnärig in aller Noth. Beig' uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Bon der Ulebergabe des Herzens an Gott, x. 321 Auf dich hoffen wir, lieber Herr! In Schanden laß uns nimmermehr. ( B. Ch.) Amen. Aus dem Lateinischen überseßt burch: Dr. Martin Luther, 1483. Von der Ulebergabe des Herzens an Gott, und Bitten * m tägliche Erwedung und Erneuerung. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 8. 381.Mein Gott! das nur schlage zu; Zerknirsch', Herze bring' o Bater! daß ich Buß' Rechtich dir Zur Gabe und Ge- schaffen vor dir thu'. schenk. Du forderst dieses ja von mir; Deß bin ich eingedenf. 7. Zermalm' mir meine Härtigkeit, Mach' mürbe meinen Sinn, Daß ich in Seufzen, Reu' und Leid Unt Thränen ganz zerrinn'. 8. Sodann nimm mich, mein Jesu Christ! Tauch' mich tief in dein Blut; Ich glaub', daß du gefreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 9. Stärf' mein' sonst schwache Glaubenshand, Zu fassen auf dein Blut, Als der Vergebung Unterpfand, Das alles machet gut. 2. Gib mir, mein Sohn! dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und werth; Du findest anders auch nicht Rub' Im Himmel und auf Erd'. 3. Nun du, mein Vater! nimm es an Mein Herz, veracht es nicht! Ich geb's, so gut ich's geben kann. Kehr' zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust, Und voller Eitelkeit; Des Guten aber unbewußt, Der wahren Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu', Erfennt sein'n Ulebelstand, llnd träget jegund vor dem Scheu', Daran's zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, Und schrei't: 21 10. Schenk' mir, nach deiner Jesus- Huld, Gerechtigfeit und Heil; Und nimm auf dich mein' Sündenschuld Und mein verdientes Theil. 11. In dich wollst du mich fleiden ein, Dein' Uns schuld ziehen an; Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott bestehen kann. 322 Von der Ulebergabe des Herzens an Gott, z. 12. Gott heil'ger Geist! 13. Nimm ganz, o Gott! nimm du auch mich In die zum Tempel ein Mein Herz, Gemeinschaft ein; Ergieß', hier in der Zeit, Und laß es um Jesu willen, dich Tief in stets dein eigen sein, Nur mein Herz hinein! dein! in Ewigkeit. 3. C. Schade, 1685, 48. 382. Nun nimm mein 3. D'rum schau, ich will, Herz und in Zeit und Ewigkeit, Dein alles, was ich bin, Von mir Wohlgefall'n zu lieben sein zu dir, mein liebster Jesu! hin; Ich will nun dein Mit Leib und Seele sein, Mein Reden, Thun und Dichten Nach deinem Willen richten. bereit; Willst du mich todt? So sterb' ich gern, mein Gott! Willst du, daß ich soll leben? Will ich mich drein ergeben. 2. Du tränfest mich mit 4. Du aber sollst auch lauter Milch und Wein; wieder meine sein, Und ganz Du schenkest mir den Brunn' und gar zieh'n in mein des Lebens ein. O edles Herz binein! Sollst sein Bild! Du bist so süß und mein Gott Und Trost in mild, Daß ich stets d'rauf gedenke, Wie ich mich dir ganz schenke. aller Noth! Sollst mich dir einverleiben, Und ewig mein verbleiben! Eigene Melodie. Joh. Angelus, 1624. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 383.Shaff' in mir, sei gesinnet; Der stets dir Gott! ein rei- anhangt allermeist, Und, was nes Herz; Mein Herz ist du willst, beginnet; Gib, daß ganz verderbet; Es fühlt von er basse Fleisch und Blut, Sünden großen Schmerz, Die Den Glauben üb' in sanftem ihm sind angeerbet Und die Muth, Zucht, Demuth, Hoffes noch thut ohne Scheu; nung, Liebe. Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es bast erschaffen. 3. Verivirf von deinem Angesicht, Ob ich es gleich 2. Gib mir auch einen verdienet, Mich, allerliebster seuen Geist, Der, wie du, Vater! nicht, Weil Jesus Von der Uebergabe des Herzens an Gott, zc. 323 mich verfühnet; Laß nim- Sünden; Und sucht dann mer, nimmer, nimmermehr meine Seele dich, So laß' Mich fallen, als dein Kind, dich von ihr finden Und dein so sehr, Daß du es von dir Verdienst, Herr Jesu Christ! werfest. Darinnen Trost und Leben ist, Troß Sünde, Tod und Teufel. 4. Dein'n heil'gen Geist nimm nicht von mir; Den bösen Geist vertreibe, Daß ich, als nie entführt von dir, Stets Deine sei und bleibe; Beherrsche du Herz, Sinn und Muth Durch deinen Geist, so ist es gut Im Le ben und im Sterben. 6. Dein heil'ger Geist erhalt' mich doch Mit seinem Freudenöle, Damit nicht der Verzweiflung Joch Verderbe meine Seele; Sei du mein Freund, o Herr! allein, Ach! laß mich ganz dein eigen sein. Und führe mich zur 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, Hilf und vergib die Freude. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg Rudolstadt, 1640. Mel. Wer weiß wie nahe mir mein Ende. 36. 384. Crwecke, Jesu! von Sünden frei. Ach, Jeſu, stets mein Jesu! mir verleihe, Daß mein Herz ja nicht sicher sei. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich in Buße suche dich. Herze, Erinn're mich durch deinen Geist, Daß ich mit Sünden nicht mehr scherze, Die dein Gebot mich fliehen heißt. Erwecke mich, erinn're mich! Ich will dir danken ewiglich. 2. Erwecke mich, dir Dank zu geben Für dein Verdienst, Geburt und Tod. Du starbst und gabst für mich dein Leben. Du littest Schmerzen, Angst und Noth. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich mit Dank erfreue dich. 3. Erwecke mich zur Buß' und Reue, Und mache mich 4. Erwecke mich zum wahren Glauben, Der nach dir dürstet, seufzt und ringt; Auf Dornen wachsen keine Trauben, Gib Glauben, der auch Früchte bringt. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich von Herzen glaub' an dich. 5. Erwecke mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die dich feste hält, Zur Liebe, in der ich stets übe, Was dir, mein Jesu! wohlgefällt, Erwecke 324 Von der Uebergabe des Herzens an Gott, xc. mich, erinn're mich, Daß ich Freude, Dein Jesus- Herz recht brünftig liebe dich. 6. Erwecke die verstockten Sünder, Die nicht in deiner Liebe stehn. Ach! suche doch die armen Kinder, DieSchafe, die noch irre gehn. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich nicht haß' noch lasse dich! ist zart und weich. Erwede mich, erinnr'e mich, Daß ich im Kreuze seh' auf dich. 9. Erwecke mich zum sel'gen Sterben, Mein Jesu! mache mich bereit; Laß mich, o Herr! rein Reich ererben, Und hilf mir zu der Selig7. Erwecke alle fromme feit. Erwecke mich, erinn're Herzen, Daß sie im Guten mich, Daß ich im Sterben weiter gehn; Zeig' ihnen halte dich. deine Todesschmerzen, Und 10. Nun, Jesu! höre laß sie niemals stille stehn. meine Bitte, Nimm dich, o Erwecke mich, erinn're mich, Heiland! meiner an. Ich Daß ich stets hab' und halte walle noch in dieser Hütte, dich. Dein Geist führ' mich auf ebner Bahn. Erwecke mich, erinn're mich, Bis ich im Himmel sehe dich. 8: Erwecke mich zur Kraft im Leide, Mach' mich an Trost und Hoffnung reich; Dein Kreuze sei mir lauter Mel. Herr Jefu Chrift, Gottfr. Kleiner, um 1600. mein's Lebens Licht. 5. 385. Grneure mich, o ewig Licht! Und laß von deinem Angesicht Mein Herz und Seel' mit deinem Schein Durch leuchtet und erfüllet sein. willig Opfer willst ja du, Und alles Fleisch taugt nicht darzu. 4. Mach' in mir das Gedächtniß neu', Daß es auf dich gerichtet sei; Und was dahinten ist, vergeß', Und stündlich Christi Tod ermeß'. 2. Ertödt' in mir die Fleischeslust, Und nimm hinweg den Sündenwust; Bewappne mich mit Kraft und Muth, Zu streiten wider Fleisch und Blut. 5. Des Fleisches Willen tödt' in mir, Und mach' mich unterthänig dir; Durch deine Liebe treib' mich an, Zu geh'n auf deiner Lebensbahn. 6. Und weil ich ohn' Gnadenlicht Erfenn 3. Schaff' in mir, Herr! den neuen Geist, Der dir zur Luft Geborsam leist't; Ein dein Von der Nachfolge Jesu. 325 deinen Willen nicht, So durch deinen Geist mich an, leuchte du, o Gott! allein, Daß er in mir das Ruder In dem Verstand mit deinem führ', Geist, Seel, Herz, Sinn Schein. und Mund regier'. 12. Laß fehlen ja den Glauben nicht, Ohn' den nichts Gut's wird ausgericht't; Der Glaub' ohn' dies auch nicht besteht, Wo er nicht in die Werfe geht. 7. Mach' in mir das Gewissen rein, Und laß es abgewaschen sein; So kann ich dann durch deinen Sohn Mit Freuden stehn vor dei nem Thron. 8. Auf dich laß meine Sinnen gehn, Und stets hinauf gerichtet stehn, Daß ich dein Wort mit Freuden hör', Mein Herz nach ihm in allem fehr'. 9. Wenn ich in deinem Wort dich such', So laß es mir sein ein Geruch, Der Leben, Kraft und Seligkeit In meiner Seelen Kräfte streut. 10. Und weil du voller Güte bist, Die liebreich und erfreulich ist, So laß dein freundlich Angesicht Mich sehn mit Freud' in deinem Licht. 11. Ja, weil ich von mir selbst nichts kann, So treib' 13. D'rum wirke, Herr! durch deinen Geist Den Glauben der sich kräftig weis't, Und in ein neues Wesen dringt, Und seine Lebensfrüchte bringt. 14. In allem, o Herr Jesu Christ! Laß mich mit Kraft sein ausgerüst't, Zu fechten wider Fleisch und Blut, Und nimm mich unter deine Hut. 15. So acht' ich nicht des Teufels List, Der jegund voller Grimmes ist; Ich bleib' im Sieg; in dir will ich, Mein Jesu! leben ewiglich. Breslauer Gesangbuch, 1745. ww Von der Nachfolge Jesu. Eigene Melodie. 32. 386. Mir na ch! net euch, verlaßt die Welt, spricht Chri- Folgt meinem Ruf und stus, unser Held, Mir nach, Schalle. Nehmt euer Kreuz ihr Christen alle! Verleug- und Ungemach Auf euch, 326 Von der Nachfolge Jesu. folgt meinem Wandel 5. Fällt's euch zu schwer, ich geb' voran; Ich steh' nach. 2. Ich bin das Licht, ich euch an der Seite; Ich leucht' euch für Mit heil'gem kämpfe selbst, ich brech' die Tugendleben: Wer zu mir Bahn, Bin alles in dem fommt und folget mir Darf Streite. Ein böser Knecht, nicht im Finstern schweben; der still darf steh'n, Wenn er Ich bin der Weg, ich weise den Feldherrn sieht anwohl, Wie man wahrhaftig geh'n. wandeln soll. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren! Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und meiner Zier. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, Voll Liebe meine Seele; Mein Mund, der fleußt zu jederzeit Von süßem Sanftmuthsöle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel' nachgehen. Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht fämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Le4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist. Zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, Und führ' euch zu der Him- bens nicht davon. melspfort'. Joh. Angelus, 1624. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 387. Nur immer nach! willst du stehen? Die Welt und halt' nicht muß einmal hinter dich! Die, inne, Mein Jesus hat die so den Weg nach Zion geBahn gemacht. Wenn ich hen, Die steigen immer über den Himmel nur gewinne, So nehm' ich auch den Weg in Acht! Und ob er gleich voll Dornen wär', Geht doch mein Jesus vor mir her. sich. Der Wandel muß im Himmel sein. So geht der Christ in Himmel ein. 3. Nur immer durch! man muß es wagen, Mit Gott geht man durch Glut unt 2. Nur immer fort! was Von der Nachfolge Jesu. 327 Fluth. Man wird dich nicht bringt seinen Sieg zuletzt. auf Rosen tragen, Das Kreuz will einen guten Muth. Wir müssen durch viel Trübsal geh'n, Eh' wir in Gottes Reich dort steh'n. 4. Nur immer d'ran! es fann nicht fehlen, Der Kampf Je mehr wir Lebensstufen zählen, Je mehr wird unser Herz ergößt. Nur nach, nur fort, nur durch, nur d'ran, So geht der Weg zum Himmel an. Benj. Schmolle, 1672. 91. Eigene Melodie. 388.Laffet uns mit theil deine Freud' mit Jesu ziehen, mir. Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod Rettet, und vom er uns brach; Immerfort Seelverderben, Von der ewigzum Himmel reisen Irdisch, lichen Noth. Laßt uns töddoch schon himmlisch sein, ten, weil wir leben, Unser Glauben recht und leben Fleisch; ihm sterben ab. Jesus rein, In der Lieb' den Glau- wird uns aus dem Grab In ben weisen. Treuer Jesu! bleib' bei mir; Geb' voran, ich folge dir. das Himmelsleben heben. Jesu! hilf mir sterben dir, Daß ich lebe für und für. 2. Lasset uns mit Jesu 4. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild wer- leben! Weil er auferstanden den gleich! Nach dem Leiden ist, Muß das Grab uns folgen Freuden, Nach der wieder geben. Jesu! unser Armuth wird man reich; Haupt du bit; Wir sind deiThränensaat, die erntet La- nes Leibes Glieder; Wo du chen; Hoffnung tröstet mit lebst, da leben wir; Ach! erGeduld. Es kann leichtlich fenn' uns für und für, TrauGottes Huld Sonnenschein ter Freund! für deine Brünach Regen machen.- Jesu! der. Jesu! dir ich lebe hier, hier leid' ich mit dir, Dort Dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken, 1626. Eigene Melodie. 81. 389.Folget mir! ruft ben, Was ihr bittet, will ich uns das Le- geben, Gehet nur den rechten 1 328 Von der Nachfolge Jesu. Steg! Folget, ich bin selbst ein Rennen Nach den Güder Weg! Folget mir von tern, die wir kennen; Liebet ganzem Herzen, Ich benehm' doch die schnöre Welt Nur euch alle Schmerzen; Lernet den Reichthum und das Geld; von mir insgemein Sanft und dem Herren, der das Leund reich von Demuth sein! ben Nach dem Sterben uns will geben, Folget Niemand mit der That, Ob man's gleich versprochen hat. 6. Aber, Herr! ich will nicht lassen, Dich mit Freuden zu umfassen; Hilf mir gnädig, stärke mich, Steif und fest zu halten dich. Jener Wege laß ich liegen, Nur an dich will ich mich schmiegen; Jener Wege sind Betrug; Wer dir folget, der ist flug. 7. Laß mich deine Gnade spüren, Meinen Tritt also zu führen, Daß ich in der Inschuld geh', Und nicht bei den Spöttern steh'; Hilf, daß ich nicht nur in Freuden, Sondern auch im Kreuz und Leiden, Durch so manchen Kampf und Streit, Dir zu folgen sei bereit. 8. Hilf mir, Herr! vor allen Dingen, Meinen Lauf 2. Ja, Herr Jesu! dein Begehren Sollt' ich billig dir gewähren, Weil ich weiß, daß der fein Christ Noch mit Recht zu nennen ist, Der sich vor der Welt will schämen, Deine Last auf sich zu nehmen; Ach! ich weiß es gar zu wohl, Daß man dir nachwandeln soll. 3. Aber, Herr! wo find' ich Stärke, Zu vollbringen gute Werfe, Dir mit Luft zu folgen nach? Ach, mein Gott! ich bin zu schwach; Geh' ich schon auf guten Wegen, Muß ich bald mich niederlegen; Dich zu lieben, o mein Licht! Steht in meinen Kräften nicht. 4. 3war mein Geist wird oft bewogen; Aber bald durch's Fleisch betrogen, Wenn die Wollust tritt herfür, Freundlich rufend: folge so zu vollbringen, Daß ich mir! Ehr' und Pracht, sammt andern Sachen, Wollen sich zum Herren machen. Geiz und Ungerechtigkeit Kommen auch zu diesem Streit. mich in deiner Lieb' Und der wahren Demuth üb'; Hilf, daß ich dir hier vertraue, Und dich dort mit Freuden schaue; Jenes gib mir in der Zeit, Dieses in der Ewigkeit. 5. Ach! wie seb' ich doch Job. Rist, 1607. Von der Nachfolge Jesu. Eigene Melodie. 33. 390. Kommt ber zu denket, sprecht und thut, Das geht nur selig, recht und gut, Wenn's geht nach Gottes Willen. mir, spricht Gottes Sohn, All' die ihr seid beschweret nun, Mit Sünden hart beladen! Jhr Jungen, Alten, Frau und Mann! Ich geb' euch, was euch helfen kann, Will heilen euren Schaden. 329 4. Schaut, daß ihr Gut's um Uebels gebt; Schaut, daß ihr hier unschuldig lebt; Laßt euch die Welt nur schelten; Last Gott die Rach' und alle Ehr'; Den schmalen Weg geht immer her; Der Welt wird Gott vergelten. 2. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, Und jeder, der sie willig faßt, Der wird der Höll' entrinnen. Ich helf' ihm tragen, was zu schwer, Mit meiner Hülf' und Kraft wird er Das Himmelreich gewinnen. 5. Und was der ew'ge, güt'ge Gott In seinem Wort geschworen hat Bei seinem heil'gen Namen, Das hält und gibt er euch fürwahr!3. Was ich gelitten und Er helf' uns zu der Engel gethan In meinem Leben, Schaar, Durch Jesum Chrischauet an, Das sollt ihr stum! Amen. auch erfüllen. Was ihr geBarth. Ringwalb, 1531; ober: G. Wißstädt. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 391.ohl dem, der Stege, Und auf sich nimmet seine Schmach! Der sich befleißt an seinem Heil Im Glauben stets zu haben Theil. sich mit Ernst bemühet, Daß er ein Jünger Christi sei, Der Christum als sein Kleid anziehet Im Glauben, und durch ihn wird frei; Der Christum stets zum Zweck ihm setzt, Ihn über Welt und Himmel schäßt. 3. Glaubt man, daß Christus uns geboren, Und uns die Kindschaft wieder bringt, Wenn sich, da wir ohn' ihn verloren, Das Herz nicht gläubig zu ihm dringt; Wenn uns sein Geist nicht neu gebiert, Daß man ein neues 2. Wohl dem! der ihn zum Licht und Wege Erwählet, und ihm folget nach Auf der Verleugnung schmalem Leben führt? 330 Von der Nachfolge Jesu. 4. Was hilft dem Men- Verderben, Führst du die Luft schen Christi Lehre, Der der nicht in ein Grab! Wird Vernunft ihr Sclave bleibt, denn sein Will' an dir erNach eigner Weisheit, Wahn füllt, Wenn du dir selbst nur und Ehre Sein Leben, Thun leben willt? und Wandel treibt? Ein Christ, der Christum recht verehrt, Folgt dem nur, was ihn Christus lehrt. 5. Was rühmst du Christi Thun und Leben? Was Demuth, Lieb' und Freundlich feit? Wenn du dem Stolz und Haß ergeben, Und schändest seine Heiligkeit! Was hilft's nur mit dem Mund allein, Und nicht im Werk ein Christe sein? 8. Hilft dir sein Lösen und Befreien, Wenn du nicht bleibst im Bunde stehn? Hilft dir, Herr! Herr! und Meister! schreien, Wenn du stets willst zurücke gehn? Was hilft dem, daß er ist verfühnt, Der noch der Welt und Sünde dient? 9. Glaubst du an Christi Auferstehen, Und bleibst noch in dem Sündentod? Glaubst du an sein gen Himmel Gehen, Und klebst noch an der Erden Koth? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, Führst du nicht selber mit dir Krieg? 10. Wohlan! so lebe, thu' und leide, Wie Christus dir ein Vorbild war; Sieh', daß dich seine Unschuld kleide, So bleibst du unter seiner Schaar. WerChristum sucht, sucht nur allein Im Leben Christo treu zu sein. 6. Glaubt man denn Christi Angst und Leiden, Wenn man nicht will in's Leiden gehn? Nur nach der Pein sind süß die Freuden, Und nach der Schmach steht Purpur schön! Wer hier nicht seinen Adam fränkt, Dem wird die Krone nicht geschenkt. 7. Glaubst du an Christi Tod und Sterben, Und willst bir selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 392.Du bist ein gu- Jesu! gib, daß ich Dies ter Hirt', Und mög' von Herzen gläuben; wirft es ewig bleiben, Laß hören deine Stimm', Von der Nachfolge Jeſu. 331 Daß ich davon erwach' Und 6. Gib mir der Schäf als ein Schäflein dir Gehor- lein Art, Die sich um nichts sam folge nach. bemühen Noch sorgen, weil 2. Ich kenne deineStimm', sie nicht Von ihrem Hirten Und hör der Fremden fei- fliehen; Sie geben, wo der nen, Die meine Seele nicht, Hirt' Sie führet hie und Sich aber selber meinen; dort, llnd folgen seinerStimm' Der Miethling hält ohn' An einem jeden Ort. dies In Noth bei mir nicht 7. D! daß ich möcht' auf Stand, D'rum folg' ich dei- dich, Herr Jesu! inein Anliener Stimm' Und deiner Hirgen Stets werfen, und in dir tenhand. Allein mein Herz vergnügen Hingegen stille sein, Und sorgen ferner nicht, Weil du als Hirte weiß't, Was deinem Schaf gebricht. 3. Du bist getreu in Noth, Mein Herz soll sich verlassen Auf dich, mein Hirt! und dich Mit Glaubensarmen fassen; Bist du mein Hirt, so wird Dein Schaf versorget sein Und auf der Weide gehn, Nach Willen aus und ein. 4. Ach, daß ich deine Treu' Im Herzen möcht' er kennen und mich bis in den Tod Dein frommes Schäflein nennen! Ach, daß ich deine Lieb' Erwägen möchte ſo, Daß mich die Hirtenlieb' Auch macht' im Kreuze froh. 8. Ja, Herr! du willsi und fannst Und wirst es also machen, Daß ich im Glauben dir Befehle meine Sachen; Du kommst ja von dir selbst Und führst die Schäflein ein, Daß sie ganz unbesorgt In deinem Schafstell sein. 9. D, Jesu! leite mich, Als ein getreuer Hirte, Der seiner Schäflein sich Annehm' und sie bewirthe, Selbst zu der bösen Zeit, Da wenig Hirten mehr Getreu im GlauDer du für mich aus Lieb' ben sind, Noch leben nach der Gelassen hast dein Leben! Lehr'. 5. O, daß ich dir allein, Mein Hirte! wär' ergeben, O, daß mein ganzes Herz, 10. Führ' du, o Jesu! Und was sich in mir regt, mich Auf frischen LebensZur Gegenliebe würd' Aus dieser Lieb' bewegt. auen, Und laß mein Glaubensaug' Auf dich allein nur 332 Von der Nachfolge Jesu. schauen, Und deine Stimme| Als meinen Hirten lieb' mich So hören, daß ich dich Hier und dort ewiglich. L. Laurentii, 1660. Mel. Herr Christ, der eing'e Gottessohn. 51. 393.Mer erft auf, ihr 4. Ich folge dir in Liebe; Menschen Nichts auf der Erden ist, finder! Denn Jesus rufet Das mir noch lieber bliebe, euch; Er rufet euch, ihr Als du, Herr Jesu Christ! Sünder! Er ruft euch in Ich werd' es auch nicht achsein Reich; Er ruft mit ten, Ob Seel' und Leib vertreuem Munde, Er ruft zu schmachten, Wenn du mein aller Stunde. Wohl dem, der Theil verbleibst.. Jeſu folgt! 2. Ich folge seinem Worte, Das meine Seele rührt; Ich folg' ihm bis zur Pforte, Die in den Himmel führt; Ich folge meinem Heile; Und, daß ich freudig eile, So zieh' mich, Jesu! selbst. 3. Ich folge dir im Glauben; Und, daß mir dieses Gut Kein Teufel möge rau ben, So gib mir freien Muth, Dadurch ich sieghaft kämpfe Und alle Feinde dämpfe, Die mir zuwider sind. 5. Ich folge dir im Leire, In Trübsal, Angst und Schmach; Es folgt doch lauter Freude Mir auf dem Fuße nach; Ja, die wirst du mir geben; Ist's nicht in diesem Leben, So wird's in jenem ſein. 6. Ich weiß, mein Fleisch ist träge Und will nicht gerne d'ran; D'rum zieh mich auf dem Wege Mit Geisteskräften an, Bis ich den Lauf vollende Und also dessen Ende Mir ewig selig sei. Erdmann Neumeißler, 1671. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 394.J ch armer von Christi Gnad', Der sich für mich geheiligt hat. Sünder bin auch heilig, Ob's Andern 2. Er selbst hat sich für unbegreiflich ist;-Doch nicht mich geheiligt, Daß ich in in mir, denn ich bin freilich Wahrheit heilig sei; Die Dies nur im Glaub' an Sünd', womit ich Gott beJefum Chrift. Ich lebe nur leidigt, Hat er gebüßt und Von der Nachfolge Jesu. 333 ich bin frei Von Gottes mane Jesum schaut. Ich will Zorn und dem Gericht. Ich glaube, was sein Mund verspricht. 3. Er selbst, der feine Sünde batte, Nabm alle meine Süne' auf sich. Ich nehm' im Glauben durch die Gnade Sein' Heiligkeit nun ganz auf mich. Wie er ist Sünder mir zu gut, So bin ich heilig durch sein Blut 4. Nicht in mir, sondern in dem Herzen Des Vaters rubt die Frömmigkeit. Er sieht auf Christi Tod und Schmerzen, Und rechnet mir's zur Heiligkeit, Und weil ich's glaub', so bleibt's dabei, Daß ich im Glauben heilig ſei. 5 Ich bin im Glauben heilig worden, Im Leben bin ich es noch nicht; Doch will ich nun in diesem Orden Auch wandeln bei dem Gnadenlicht, Daß mein Geist ganz, sammt Seel' und Leib, Ünsträflich auf die Zukunft bleib'. 6. Ich will der Heiligung nachjagen, Ohn' welche Nieauch aller Sünd' entsagen; Tenn wer sein Haus mit Sünden baut, Wer sein Heil außer Jesum sucht, und ihn nicht liebt, der ist verflucht. 7. Ich will begeben meine Glieder Zum Dienste der Gerechtigkeit, Und, wenn ich strauchle, will ich wieder Vertrauen auf Barmherzigkeit, Und bitten, daß Gott mich regier', Daß ich ein heilig Leben führ'. 8. Das will ich thun zu Gottes Ehre, Daß auch mein Licht, stets leuchten mag, Und daß der Ruhm des Herrn sich mehre, Bis einst, an jenem großen Tag, Ich auch im Leben werde rein Und ganz vollkommen heilig sein. 9. O Jesu, Jesu! hilf mir Schwachen; Denn ohne dich vermag ich's nicht; Hilf, daß ich möge ernstlich wachen, Und stets erfüllen diese Pflicht, Daß ich ein heilig Leben führ', Und so dich preise für und für. Mel. Seelenbräutigam. 40. 395. Jesu, geb' voran an der Hand Bis in's Baterland! Auf der Lebensbahn! Und ich will mich nicht verweilen, Dir getreu lich nachzueiles Führ mich 2. Soll mir's hart er geb'n, Laß mich feste steh'n, Und auch in den schwersten 334 Von der Liebe zu Gott. Tagen Niemals über Lasten| Liebster, lebenslang! Führst flagen, Denn durch Trüb- du mich durch raue Wege, sal hier Geht der Weg zu Gib mir auch die nöth'ge dir. Pflege; Thu' mir nach dem 3. Drone meinen Gang, Lauf Deine Thüre auf! ( Um 1700.) Von der Liebe zu Gott. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 5. 396.h liebe dich will ich zufrieden sein, Wenn mein Herr ich nur dein bin und du und Gott! Dein bin ich mein. lebend und auch todt; Freisein begehr' ich nicht ohn' dich, Dir unterwerf' ich gänzlich mich. 2. Nimm mein Gedächtniß und es lenf', Daß es an dich allein gedenk'; Nimm den Verstand, gib ihm das Licht, Daß dir zur Ehr' er alles richt. 3. Mein Will' sei dein und deiner mein, Denn dein und mein soll ein Will' sein. Was Gott will, das gefällt auch mir, Nichts will ich, was mißfället dír. 4. Nimm hin, o Herr! dein ist die Gab', Was ich nur bin und was ich hab'; Mach' bu damit wie dir's gefällt, Dir sei es völlig heimgestellt. 5. Nur deine Gnad', nur deine Lieb', Gott, mein Herr! dagegen gib; Mit dir 6. Dich liebt, o Gott! mein ganzes Herz, Und ist mir das der größte Schmerz, Daß ich dich, ale dae höchste Gut, Erzürnt; ach! wasch' mich durch dein Blut! 7. Ich lieb dich, Herr! doch nicht darum, Daß ich durch Lieb in Himmel fomm; Nicht, weil dort in der Höllenpein, Die dich nicht lieben, strafbar sein. 8. Du, Herr! der du aus Lieb' am Holz Gehangen bist für meinen Stolz, Der du zum Fluche worden bist Für mich, durch Feindes Grimm und List; 9. Der du Spott, Geigeln, Dornenstich, Ja, Nägel, selbst den Tod für mich Erlitten, das doch ich verdient, Und also durch dich bin versöhnt; 10. Du, Herr! bist ja Von der Liebe zu Gott. 335 geliebt, so lieb' ich dich. wohl liebenswerth, Für mich gleich wie cu mich, O Gott! traf dich der Rache Schwert; Sollt' ich denn nun nicht lieben dich, Da du so theu'r erfaufet mich? 12. Dich lieb' ich jetzt, auch bis in Tod, Nur d'rum. weil du, mein Herr und Gott! Weil du mein Heiland, und ich dein, Hoff' ich 11. Wenn schon kein' Höll' noch Himmel wär', Doch ich zu lieben dich be- dein Erbe dort zu sein. gehr'; Umsonst, um nichts, M. Geier, 1614. Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 397. Jesu, Jesu, freuest sein Gewissen. Es Gottes Sohn, geb' auf Erden, wie es will, Mein Bruder und mein Laß sein des Kreuzes noch so Gnadenthron, Mein' höchste viel, Soll er doch rein geFreud' und Wonne; Du nießen. Im Glück, Ewig, weißest, daß ich rede wahr, Nach dem Leide große Freure Vor dir ist alles sonnenflar wird er finden. Alles TrauUnd flarer als die Sonne; ren wird verschwinden.. Herzlich Lieb' ich, Mit Gefallen, dich vor alle; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 4. Kein Ohr hat jemals dies gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt; Es läßt sich nicht beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen der Welt Schäßen, Dies, was uns dort wird ergößen. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, Daß ich nicht g'nug fann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte; Je mehr ich lieb, je mehr ich find', In Liebe gegen dich entzünd't, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte in's Gemüthe lieblich fliegen, So wird sich die Lieb' ergießen. 5. D'rum laß ich billig dies allein, Jesu! meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in 3. Und wer dich liebt, den dem, was dir gefällt, Und liebest du, Schaffft seinem mir dein flares Wort verDerzen Fried' und Rub', Er- meld't, Aus Liebe mich stets 336 Von der Liebe zu Gott. übe; Bis ich Endlich Werd' dein lieblich Angesicht Mit abscheiden, und mit Freuden unverwandtem Augenlicht, zu dir kommen, Aller Trüb- Ohn' alle Furcht und Schresal ganz entnommen. den. Reichlich Werd' ich 6. Da werd' ich deine Sein erquicket, und geschmüSüßigkeit, Die jest berühmt det vor dein'm Throne Mit ist weit und breit, In reiner der schönsten Himmelskrone. Liebe schmecken, Und seh'n Joh. Heermann, 1585. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 398.J ch will dich lie- du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du güldner Mund, Daß du ge machet mich gesund.) machst, ben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier! Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht! Bis mir der Tod das Herz zerbricht. 4. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Du starker, schöner Himmelsglanz! 2. Ich will dich lieben, o mein Leben! Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gotteslamm! Als meinen lieben Bräutigam. 5. Ich wil dich lieben, meine Krone! Ich will dich lieben, meinen Gott! Ich will dich lieben ohne Lohne, Auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir der Tob das Herz zerbricht. 3. Ich danke dir, du wahre Sonne! Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß Joh. Angelus, 1624. Mel. Jesu, der du meine Seele. 79. 399.Ah! unselig ist für Güter gibt; Stückwerk, zu nennen, unvollkommnes Wesen Ift es, was die Welt erlesen; Aber mein Herr Jesus Chrifi Der sich in die Welt verliebt; Der nicht will noch mag erkennen, Was die Welt Alles mir in Allem ift. Von der Liebe zu Gott. 337 2. Ach! wo mag ich hier erquickt; Denn mein Labsal, auf Erden Finden ein so großes Gut, Dadurch recht vergnüget werden könnten Seel, Herz, Sinn und Muth? Find't sich hier was, das da berzet, Dort bald findet sich, was schmerzet; Aber mein Herr Jesus Christ Nichts als mein Vergnügen ist. 3. Nichts nach Himmel und nach Erden Frag' ich; nur nach Jesu Christ Wünsch' ich, daß er mir mag werden, Der nur mein Verlangen ist. Wenn ich den im Herzen habe, So hab' ich die theu'rste Gabe; Denn ja mein Herr Jesus Christ Alles mir in Allem ist. Trost und Freude Ist er in Angst, Noth und Leide. Ach ja, mein Herr Jesus Chrift Alles mir in Allem ist. 5. In der Schwachbeit meine Stärfe, In der Finsterniß mein Licht, Daß ich thue gute Werke; Ja, mit seiner Hülf' geschicht, Was mein Herz für Gut's begehret, Daß es wird in ihm gewähret. O der Freud'! mein Jesus Christ Alles mir in Allem ist. 6. D'rum, wie selig ist zu nennen, Der nur Jesum herzlich liebt, Der's bedenkt und fann's erkennen, Was für Güter Jesus gibt. Lauter 4. Wenn mir Leib und ganz vollkomm'ne Gaben Seel' verschmachtet, Und auch Wir in Jesu einzig haben; Angst mich preßt und drückt, Denn er selber, Jesus Christ, Doch mein Herz es gar nicht Alles mir in Allem ist. achtet, Weil mein Jesus mich Breslauer Gesangbuch, 1745. Eigene Melodie. 101. 400.5erlich lieb mein Zuversicht, Mein Heil hab' ich dich, und meines Herzens Trost, Herr! Ich bitt', wollst sein Der mich durch sein Blut von mir nicht fern Mit dei hat erlös't.- Herr Jesu ner Hülf und Gnaden! Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Himm'l und Erden frag' ich nicht, Wenn ich dich nur fann haben; Und Christ! mein Gott und Herr! mein Gott und Herr! In Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Derr! dein wenn mir gleich mein Herz G'schent und Gab', Mein zerbricht, So bist du doch Leib, Seel', Alles was 22 338 Von der Liebe gegen den nächsten. ich hab' In diesem armen| lieb' Engelein Am lezten Leben; Damit ich's brauch' End' die Seele mein In zum Lobe dein, Zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, Woll'st mir dein' Gnade geben. Behüt' mich, Herr! vor falscher Lehr', Des Satans Mord und Lügen wehr'; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag' geduldiglich.- Herr Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Tröst' mir mein' Seel' in Todesnoth. 3. Ach Herr; laß dein preisen ewiglich. 401.Wenn Abrahams Schoos tragen; Den Leib in sein'm Schlaffämmerlein Gar sanft, ohn' ein'ge Qual und Pein, Rub'n bis am jüngsten Tage; Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o Gottes Sohn! Mein Heiland und mein Gnadenthron!- Herr Jesu Christ! erhöre mich! erhöre mich! Ich will dich Von der Liebe gegen den Nächsten. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. Einer 3. Wenn er weissagen könnt', Und hätte allen Glau ben, So daß er Wunderwerk' An Bergen, Blinden, Tauben Erwies' und hätte doch Der wahren Liebe nicht; So wäre abermal Damit nichts ausgericht't. alle Kunst Und alle Weisheit hätte; Wenn er mit Menschen- und Mit Engelzungen red'te; Hätt' aber sonst dabei Der wahren Liebe nicht, So wäre doch vor Gott Damit nichts ausgericht't. 2. Er wäre wie ein Erz, Das zwar sehr helle klinget, Sonst aber keine Frucht Und feinen Nußen bringet; Es wär' ein solcher Mensch Ein solcher guter Christ, Wie eine Schell, an der Kein Geist noch Leben ist. Martin Schalling, 1532. 4. Wenn Einer auch sein' Hab' Und alles Gut den Armen Hingäbe, aber es Nicht thäte aus Erbarmen; Wenn er sich brennen ließ', Und hätte nicht dabei Der Liebe, sag' ich doch, Daß es nichts nüße sei. 5. Die Lieb' is Lang 339 Von der Liebe gegen den nächsten. muth- voll, Sanftmüthig und bet sie Das Beste nur von gelinde, Sehr freundlich Je- allen, Sie hoffet Besserung, dermann, Stets fertig und Wenn Jemand ist gefallen geschwinde In Nöthen bei In Sünd' und Miſsethat; zustehn; Die Liebe eifert Hat sie gleich feine Schuld. nicht; Die Liebe siehet zu, So leidet sie dennoch, Was Daß feinem Leid geschicht. möglich, mit Geduld. 6. Die Liebe ist nicht stolz, DieLiebe hasset Keinen, Sucht ihren Nußen nicht, Sie rathet den Gemeinen; Die Liebe zürnet nicht, Die Lieb' hilft Jedermann, Und wendet Schaden ab, Wo sie nur immer fann. 9. Wann dort die Wis senschaft Einmal wird ganz aufhören, So wird die Liebe doch Sich fort und fort vermehren; Wann Glaub' und Hoffnung auch Vergehen mit der Zeit, So bleibet doch die Lieb' In alle Ewigkeit. 7. Die Liebe ist betrübt, Wann Unrecht wird gerichtet, Und freuet sich, wenn man Der Wahrheit fest beipflichtet; Die Liebe decket auch Des Nächsten Mängel zu, Verträget alles gern, Und liebet Fried' und Ruh'. 8. Ohn' Argwohn glau10. Herr Jesu! der du bist Ein Vorbild wahrer Liebe, Verleihe, daß auch ich Am Nächsten Liebe übe. Gib, daß ich allezeit Von Herzen Jedermann Zu dienen sei bereit, Wo ich nur soll und kann. Luc. Badmeister, 1578. Mel. Herr Jefu Chrift, mein's Lebens Licht. 5. 402. Gott die 3. Such' deinen Nußen Liebe wesent- nie so sehr, Des Nächsten lich, So muß der Mensch im suche noch viel mehr; Leucht' Bilde sich Darstellen in dem ihm in guten Werken für, Leben hier Auch voller Liebe Daß er im Guten folge dir. für und für. 4. Was du nicht willst, 2. Den Nächsten liebe das dir gescheh, Damit thu' gleich wie dich, Und suche auch nicht Andern weh'. sein Heil inniglich; Leg allen Den Nächsten liebe gleich Haß und Feindschaft ab, als dich Von Herzensgrunde Und bring' den Eigensinn inniglich. in's Grab. 5. Sei Jebem liebreich 340 Barmherzigkeit. zugethan, Und nimm dich 7. Er nimmt weg, was sein in Nöthen an. Dein dich hindern kann, Und zeucht Seufzen sei vor Niemand mit neuer Kraft dich an; still; Dies ist die Liebe, die Vom Himmel fließet aus in Gott will. dich, Was du nicht kannst, ganz mildiglich. 8. Dann wird dir Lieben keine Last, Weil Jesum du im Herzen hast; Gott ist in dir, du bist sein Haus, Nichts fließt von dir, als Liebe, aus. 3. 3. Rambach, 1693. 6. Du find'st sie nicht in deiner Kraft, D'rum glaub' an Jesum, der sie schafft, Der lehret, wie man lieben soll, Weil er selbst ist der Liebe voll. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 44. 403. Lasset uns den Herren lieben, Denn er hat uns erst geliebt; Liebe hat ihn angetrieben, Daß er seinen Sohn uns gibt. Unser Herz und alles Leben Sind wir schuldig ihm zu geben. 3. Seinen Bruder sieht er immer, Liebet ihn gleichwohl doch nicht; Da hingegen sieht er nimmer Seines Schöpfers Angesicht. Sollte wohl dem Unsichtbaren Wahre Liebe widerfahren? 4. Welcher Gott zu lieben 2. Denn wer Gott ver- meinet, Der erweis' es in der meint zu lieben, Und doch That, Die dann aus der Lieb' seinen Bruder haßt, Sich erscheinet, Die er zu dem Brunicht scheut, ihn zu betrüben, der hat. Denn dies ist ein Und ihm auch die schwerste Spruch des Höchsten: Liebst Last Nicht mag christlich hel- du Gott, lieb' auch den Näch. fen tragen, Was kann der sten. von Liebe sagen? Breslauer Gefangbuch, 1745. Barmherzigkeit. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. 54. 404. ewige Barm wer ist doch zu dieser Zeit, herzigkeit, Die Der sich auch so erweiſet? Jesus uns anpreiset. Ach! Der gütig sich, wie Gott, ers Barmherzigkeit. 341 zeigt, Ist zur Barmherzigkeit 6. Wie mancher Reicher geneigt, Und das aus Herzensgrunde? stößet aus, Und weis't von Thür und Pforten Die Armen, die vor seinem Haus Die Noth mit vielen Worten Ausschütten, daß der härt'ste Stein Darüber sollt' erweis chet sein; Allein man will's nicht hören. 2. Daß Gott barmherzig, spricht der Mund, Und wer ist's, der's nicht gläubet? Doch da Gott dies macht also fund, Daß er zur Nachfolg treibet, So ist verschlossen Herz und Ohr, Und wanft der Glaube, wie ein Rohr, Weil man's unmöglich achtet. 3. Von Gott will man Barmherzigkeit In seinem ganzen Leben, Ja, daß sie möge weit und breit Sich über uns erheben; Allein soll man Barmherzigkeit Am Nächsten thun, wie Gott gebeut, So will sich Niemand finden. 7. Ach! laß mein Herz barmherzig sein, Und nach Vermögen geben, Aus wahrer Liebe, nicht zum Schein, Wenn ihre Stimm' erheben Die Armen in der Herzensnoth, Daß sie an meinem Stücklein Brot, O Jesu! sich erfreuen. 8. Du gibst Barmherzigfeit ohn' End' Mir Armen auf der Erden; So laß auch wieder Herz und Händ' Mit freundlichen Geberden Austheilen, was du mir beschert, Daß auch der Arme werd' ernährt Durch den bescherten Segen. 5. Es wird ein schreckliches Gericht Dort über den erge hen, Der dieses bat erkannt 9. Ist unbarmherzig gleich die Welt, Und hat ihr Herz verschlossen, So laß mich thun, was dir gefällt, Und helfen unvercrossen; Laß im Licht, Und läßt es nicht mich dem Vater ähnlich sein, geschehen. Das Wissen das entschuldigt nicht! Man muß ausüben, was Gott spricht! Das ist die rechte Liebe. Der überflüssig schenfet ein Barmherzigkeit und Güte. 10. Ja, Vater! gib mir solchen Sinn, Daß ich von 4. Ach, denfe, daß der Höchste dir Barmherzigkeit erzeiget, Daß dich die Güte überführ', Und du auch seist geneiget, zu geben dem, der dürftig ist, Und gar ein Gliermaß Jesu Christ, Dies ist des Herren Wille. 342 Versöhnlichkeit. deinen Gaben, Die du mir| Sein liebreich, gütig, sanft gibst, geb' Andern hin, Die und mild; Das bitt' ich Dürftigen zu laben; Laß herzlich. Amen. mich nach deinem Ebenbild L. Laurentii, 1660. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 93. 3. Gib, daß ja weder Hand 405. Mein Gott und Vater! gib noch Mund Den armen du mir, So lang ich leb' auf Nächsten fränke; Ach lenk' Erden, Daß ich mag christlich, für und für, Durch dich erneuert werden; Und daß mein Herz zu deinem Bund, Damit ich stets bedenke, Daß Jedem hier Auch wird von dein Geist Mir Beistand dir Mit gleichem Maß geleift', Damit zu allen Zeiten, messen, Wie er gethan An So Zung und Mund, Von Jedermann; Dies laß mich Herzensgrund, Dein hohes nicht vergessen. Lob ausbreiten. 4. Gib auch, daß ich 2. Ach, Vater aller Gü- Barmherzigkeit Von dir in tigkeit! Laß mich die Lieb' mir empfinde, Weil mir dein erweisen Dem Nächsten, wie Mund Genad' anbeut, Zur dein Wort gebeut, Daß er Tilgung meiner Sünde; So dich möge preisen; Laß mich wird kein leid In Ewigkeit allzeit Barmherzigkeit In Von dir mich können treiben. meinem Leben üben, Auch Und deine Treu Wird immer die mir feind, Ohn' Ursach' neu, Ja, ewig bei mir bleiseind, Von Herzensgrunde ben. lieben. Joh. Clearius, 1611. Versöhnligkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 34. 406. Ad Jesu! gio' Wie kann ein Chrift, ein mir sanften guter Born, Solch bitter Muth, Nach deinem Wort Wasser geben? zu leben. Ich bin ein schwaches Fleisch und Blut, Und sollte dahin streben, Zu üben 2. Es hat Ein Vater uns gemacht Zu Gottes lieben Kindern; Es hat Ein Rach', Und halten Zorn? Herr das Leben bracht Uns Versöhnlichkeit. 343 ganz erstorbnen Sündern; feit Kann man den Christen Ein guter Geist uns auch regiert, llnd zu der Himmelsfreude führt, Wenn wir ihn nicht verbindern. 3. Wie kann ich doch, als Gottes Kind, Den schwachen Bruder bassen, Da mir so große Schuld und Sünd' Von meinem Gott erlassen? Soll nicht mein Herz auch sein bereit, Aus rechter Lieb' und Einigkeit Den Bruder zu umfassen? 4. Komm, Bruder! fomm, reich ber die Hand, Mein Herze dir's vergiebet; Laß deinen Zorn nicht sein entbrannt, Ein Christ den ancern liebet! Wer wie sein lieber Meister tbut, Der fommet vor der Liebe Glut Und sich an ibr stets übet! allezeit Als Gottes Kind erfennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad' In Einem Herrn zu finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Und Born wäscht uns von Sünden; Ein Fleisch und Blut uns alle speis't! Wie soll nicht auch Ein Herz und Geist Uns allesammt verbinden? 7. Da wir nun haben Einen Geist, Wie kannst du Racha! sprechen? Da dein Leib Gottes Tempel heißt, Wie kann ich ihn zerbrechen? Ach Bruder, laß uns zürnen nicht! Taß uns nicht treff' ein hart Gericht! Gott möcht' sich an uns rächen. 8. Du aber, Herr! gib sanften Muth, Durch deines 5. Wir sollen tragen all' Geistes Treiben; Gib Liebe, Ein Joch, Weil wir uns die nichts Böses thut; VerGlieder nennen; Was wol- söhnlich laß mich bleiben. len sich die Glieder doch An Gib, Jesu! daß ich allezeit, einem Leibe trennen? An Entfernt von aller Bitterfeit, rechter Lieb' und Freundlich- Ablege Sanftmutbsproben. 3. Maulisch, 1617; sonst: Samuel Zehner, 1594. Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. 407.Wie ist die kommt ohn' Scheu Im HeuWelt so chelglauben ohne Neu', Und feindschaftsvoll, Sie lebt in meint doch Gott zu dienen. Rachgier, Streit und Groll, 2. Doch opfert Jemand Und will sich nicht verfüh- sein Geschenk, Und wird vor nen: Man gar zum Altar her nicht eingedent, Daß 344 Jemand etwas babe, Das wider ihn; der hat nicht Theil An Icsu Tod, ist Gott ein Greu'l Mit seiner Opfergabe. 3. Wer seinem Bruder nicht vergibt, Noch ihn von reinem Herzen liebt, Der fann Gott nimmer lieben; Er ist aus Cains Mordgeschlecht, Und ein verruchter Sündenknecht; Gott muß da Rache üben. Friedfertigkeit. schaft übt, Und seinem Bruder nicht vergibt, Muß zu der Hölle kehren. 5. Bewahre mich, Herr Jesu Christ, Daß meine Seele nicht vergißt, Was du mir vorgeschrieben. Laß mich, Herr! täglich siebzigmal, Ja gar vergeben ohne Zahl, Und meinen Bruder lieben. 6. Ihr Menschenkinder folget nach, Denn dies ist eine große Sach', Ihr müs4. O Mensch! geh' ein- set dem vergeben, Der euch mal in dein Herz, Und treibe allhier beleidigt hat, D'rum ferner feinen Scherz Mit folgt gehorsam Jesu Rath: Gottes heil'gen Lehren. Der Vergebt, so wird vergeben! Heiland spricht: wer FeindFriedfertigkeit. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 408.Von dir, o ten einig sein; So sammeln treuer Gott! wir gesammt Die Frucht des Friedens ein. 3. Laß Eins dem Andern stets Zum edeln Balsam werden, Daß ein bedrängtes Herz, In allerlei Beschwerden, Von seinem Nächsten Trost Und Hülfe kommen seb', Und daß ein Brucer ja Den andern nicht verschmäh'. 2. D'rum fleben wir zu dir Um deines Geistes Gabe, Daß Jeder unter uns Ein friedlich Herze habe; Gib, daß wir allesammt 3m Gu- gnädigem Verschonen; Las 4. Laß uns in Einigkeit Stets bei einander wohnen, Und duld' uns allezeit Mit Muß Fried' und Eintracht fommen, Der du uns gnädiglich Zum Frieden aufgenommen. Dir ist die Eintracht lieb, Und du belohnst sie wohl, Und lehrest, wie man hie Recht einig leben soll. Gerechtigkeit. unter deinem Volk Die Eintracht herrlich blüh'n, Bis Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 64. 409. Gott ist ein Gott der Liebe, Ein Freund der Einigkeit; Er will, daß man sich übe, In dem, was wirket Freud' Und Fried' in einem Sinn, Der Zwistigkeit absage, Sich brüderlich vertrage In Sanftmuth immerhin. 345 wir aus Krieg und Streit Zum ew'gen Frieden ziehn. Hannoversches Gesangbuch. 2. Der Satan ist ein Störer Des Friedens, und bedacht, Daß ja des Wortes Hörer Ganz lassen außer Acht, Was wider Haß und Neid Der Heiland treulich lehret; Und wie von Gott abfehret Die Unversöhnlichkeit. 3. Wer seinen Nächsten hafset, Der hasset selbsten Gott; D'rauf Gottes Zorn ihn fasser Und stürzt in solche Noth, Darinnen er verdirbt, Woselbsten kein Erretten; Der Höllen Band' und Ketten Ihn fesseln wenn er stirbt. 4. Wer dieses recht bedenfet, Der wird der Sonnen Licht, Wenn es zur Erd' sich lenket, Und eh' der Glanz gebricht, Nicht lassen untergehn, Bevor sich hat geleget Der Zorn, den er geheget; Wohl! wohl! wenn's ist geschehn. 5. O Christe! steu'r und wende Des Satans Bitterfeit, Damit er nicht behende, Erwecke Zorn und Streit Bei denen, die der Geist Des Friedens soll regieren Und in der Stille führen Zu dem was lieblich heißt. 6. Hilf uns ja fleißig halten Die Einigkeit im Geist, Daß über uns mög' walten Dein Segen allermeist; Nach deinem Geist und Sinn Einander uns vertragen In Freundschaft, und nachjagen Dem köstlichen Gewinn. W. G. Tafinger, 1691. Gerechtigteit.Mel. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn. 33. 410.Du liebst, oder sie entweiht, Am Nächsten Gott! Ge- Unrecht übet. Du bist's, der rechtigkeit, Und basseft den, Jedem seinen Lohn, Ohn' 346 Wahrhaftigkeit. alles Anseh'n der Person, Herz bestrebe sich, Dem NächNach seinen Werken giebet. sten gern zu geben, Was er 2. Gerechter Gott! laß dei- mit Recht verlangen kann, nen Geist Zu dem, was recht Und immerfort mit Jederund billig heißt, Stets meine mann In Einigkeit zu leben. Seele lenken. Nie fomm cs mir doch in den Sinn, Aus schnöder Habsucht und Gewinn Des Nächsten Recht zu kränken. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit Jedermann so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre, Damit ich feines Menschen Herz Durch meine Härte je mit Schmerz Und Kümmerniß beschwere. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, Und laß mich stets mit wahrer Lust Der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, Nur Schaden sucht und Andre fränkt, Wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes 6. Herr! mit dem Maß, womit ich hier Dem Nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies lehre stets mir Billigkeit, Und lasse mich zu keiner Zeit Der Liebe Pflicht vergessen. Wahrhaftigteit. Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 411.Got ott! der du befennet auch dein Sohn wahrhaftig nicht vor deinem Gnadenthron. 3. Unter seiner Kreuzes fahn' Hab' ich einmal nun geschworen, Hält mein Glaube sich nicht d'ran, Ist die Krone schon verloren. Sc laß Jesum nur allein Meines Mundes Loosung sein. 4. Ist mein Fleisch und Blut verzagt, Will die Welt die Zunge binden, Werd' ich bist, Und aus dessen Herz und Munde Lauter Gnad' und Wahrheit fließt, Daß ich auch auf diesem Grunde Felsenfeste bauen kann, Frische mich zur Wahrheit an. 2. Dieses Wort bleibt immer wahr: Wer sich einen Christen nennet, Und nicht frei und offenbar Vor den Menschen dich bekennet. Den Mäßigkeit und Keuschheit. 347 hin und her gejagt, Wie ein| det auch, Beides muß beileichtes Rohr von Winden, sammen stehen, Das ist wahWenn Verfolgung auf mich rer Christen Brauch, Die stoßt, Ach! so mache mich nicht Heuchelei begehen, Und getrost. vor der behüte mich, Heucheln ladet Zorn auf sich. 5. Fordert man von mir den Grund Dessen, was ich 8. Du wollft mir die hoff' und gläube, Deffne Kraft verleih'n, Daß ich lebe, ſelbsten meinen Mund, Daß wie ich gläube, Dieses wird er bei der Wahrheit bleibe, ein Zeugniß sein, Daß ich Und ein gut Bekenntniß stets in Christo bleibe, Der thut, Gib dazu mir Kraft und Muth. als ein getreuer Hirt, Mich sein Schäflein weiden wird. 6. Wahrheit ist dein werthes Wort; Christus ist der Wahrheit König. Hilf, daß ich an allem Ort, Jhm allein ſei unterthänig, Und, stets allen Lügen feind, Bleib' binfort der Wahrheit Freund. 7. David glaubt und re9. Laß mich, bis an meinen Tod, Meinen Jesum recht bekennen, Und mich in der legten Noth Seines Leibes Gliedmaß nennen; Leb' und sterb' ich nur auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. Benj. Schmolle, 1672. Mäßigkeit und Keuschheit. Mel. Es wollt' uns Gott genädig sein. 85. 412. Gott, mein Gnad' Zu deinem armen Schöpfer, ed- Kinde, Und gib mir allzeit guten Rath, Zu meiden Schand und Sünde; Behüte meines Mundes Thür, Daß mir ja nicht entfahre Ein solches Wort, dadurch ich dir Und deiner frommen Schaare Verdrießlich sei und schade. 3. Bewahr', o Vater! mein Gehör Auf dieser schnöler Fürst, Und Vater meines Lebens! Wo du mein Leben nicht regierst, So leb' ich hier vergebens; Ja, ich bin auch lebendig todt, Der Sünden ganz ergeben; Und wer sich wälzt in Sündenfoth, Der hat das rechte Leben Noch niemals recht gesehen. 2. Darum so wende deine 348 Mäßigkeit und Keuschheit. den Erde Vor allem, dadurch und zum Prassen. Laß deine reine Ehr' Und Reich be- Lust mein eigen sein, Die schimpfet werde; Laß mich Andre fliehn und hassen. Die der Laster Gall und Gift Luft, die unser Fleisch ergößt, Ja nimmermehr berühren; Die zeucht uns nach der HölDenn wen ein solcher Un- len, Und was die Welt für flath trifft, Den pflegt er zu Freude schäßt, Pflegt Seel verführen, Auch wohl gar und Geist zu fällen, Und umzukehren. ewiglich zu quälen. 4. Regiere meiner Augen 6. O! selig ist, wer stets Licht, Daß sie nichts Arges sich nährt Mit Himmelsspeis' treiben, Ein unverschämtes und Tränken, Der nichts Angesicht Laß ferne von mir mehr schmeckt, nichts sieht bleiben; Was ehrbar ist, noch hört, Und nichts begehrt was Zucht erhält, Wornach zu denken. Als nur, was zu eie Engel trachten, Was dir dem Leben bringt, Da man beliebt und wohlgefällt, Das bei Gotte lebet, Uud bei der laß auch mich hochachten, Schaar, die fröhlich singt, Al' Uleppigkeit verlachen. Und in der Wollust schwebet, Die keine Zeit aufhebet. Paul Gerhard, 1606. 5. Gib, daß ich mich nicht lasse ein Zum Schlemmen Mel. Werde munter mein Gemüthe. 77. 413. Heil'ger Gott! Furcht und Liebe, Dadurch der du begehrest Keuschheit, Zucht und fromme Scheu, Der du has sest und verwehrest Schnöre Lust und Schwelgerei; Ach ich flich' durch Jesum Chrift, Der der Seelen Heiland ist. Mache mich ihm gleichgesinnet, Was der Weltsinn auch beginnet! mach' mich rein und feusch. Unterbrich der Lüfte Lauf, Zieh' mein Herz zu dir hinauf, Daß es nicht am Eiteln klebe, Sich der Wollust nicht ergebe. 3. Meine Seel' ist deinem Bilde Gleichgemacht und hochgeschäßt; Dein Sohn bat für sie voll Milde Einst sein Leben eingesetzt. D'rum, o Vater! wär' ich ja Mir nur selbst zum Fluche da, 2. Tilg' in mir die schnöden Triebe, Tödte das ver verbte Fleisch; Gib mir deine Selbstverleugnung. 349 Wenn ich unfeusch leben ihn völlig von sich fort. wollte, Und dein Bild so schänden sollte! Wollust machet Sorg' und Gram, Bringet uns in Schand und Scham; Die in solchen Sünden sterben, Können nie dein Reich ererben. 4. Christus wohnet durch den Glauben Selbst in mir; sein heil'ger Geist Lässet sich mein Herz nicht rauben, Das er seinen Tempel heißt. Da- 7. Darum, Herr der reirum steht er mir auch bei, nen Schaaren! Laß mir detDaß sein Tempel heilig sei, nes Geistes Kraft Und die Daß ich ihm, an Seel' und Leibe Keusch und rein, geheiligt bleibe. Gnade widerfahren, Die ein reines Herze schafft; Sei du meines Herzens Gast, Mach' die Sünde mir verhaßt; Auch entziehe mich bei Zei5. Wer nicht rein, fann Gott nicht sehen, Denn Gott ist das reinste Licht; Der ten Sündlichen Gelegenheifann nicht vor ihm bestehen, ten. Dem die Reinigkeit gebricht. 8. Tödte meines Fleisches Soll mich nun der helle Triebe, Und was sonst mein Schein Deines Angesichts erfreu'n, Herr! so sieh auf Glauben nieder, Mach' mir böse Lust zuwider! Herz befleckt, Weil dein Sohn am Kreuz, voll Liebe, Qual und Tod für mich geschmeckt. Treib die Lüste ganz von 6. Gottes Geist wird schon mir; Hilf, daß Leib und betrübet Durch ein einzig Seel' ich dir Als ein Heiligschandbar Wort, Und wer thum bewahre, Und zu dir sich in Lüsten übet, Treibt im Frieden fahre. Fried. Fabricius, 1642. ung Selbstverleugnung. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 414.Will Jemand Kreuz gern auf sich nehmen. Christi Jün- D'rum Jesu! gib mir deine ger sein, Der muß sich sein Kraft, Die dieses einzig nicht schämen, Sich selbst in mir schafft, Damit ich dir verleugnen, Christi Pein Und nachfolge. 350 Geistliche Wachsamkeit. 2. Du weißt ja, daß es| mir, und gib mich dir; Laß schwerer fällt, Den Eigensinn meine Seele für und für Mit zu lassen, Sich selbst verleug- vir verbunden bleiben. nen, als die Welt Und ihre Lust zu hassen. D'rum wirk' in mir, was ich nicht kann, Führ' mich nur dich zu lieben an, Und dämpf die Eizenliebe. 6. Ich seufze, Herr! nach deiner Kraft, Stärf' mich mit deiner Güte; Dein Geist, der alles Gute schafft, Erfülle mein Gemüthe, Daß es nicht eig'ne Ehre sucht, Dir 3. Gib, daß ich aller bö- ähnlich wird, und stets ver sen Lust Absterbe, dir nur flucht, Was dein Reich in lebe. Kein Unbestand sei mir bewußt, Wenn ich mich dir ergebe. Gib, Jesu! daß ich niemals mir noch meinem Willen, sondern dir Und dei nem Willen folge. mir störet. 4. Mein Herz ist eitler Lüste voll, Blind, finster, ohne Leben; Was Gott in mir gefallen soll, Muß er mir selber geben. Erleuchtet mich sein Gnadenschein, So fann ich ihm gefällig sein, llnd ihm zu Ehren leben. 5. Gib, Jesu! mir den Gnadenschein, Daß ich dich recht erkenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer Liebe brenne. Entreiß mich 7. Herr! deine Liebe gibt allein Heil, Seligkeit und Leben; Die Eigenliebe kann nur Pein, Unruh und Unheil geben. Du giebst uns Segen, Heil und Ruh'; Der eigne Ruhm schreibt sich es zu, D'rum muß er dir mißfallen. 8. Dein ist Preis, Ehr' und Ruhm, den dir Doch Stolz und Hochmuth stehlen; Darum zerstöre doch in mir Den Hochmuth eitler Seelen. Nimm eig'ne Liebe Böllig hin, Und gib mir Christi Herz und Sinn, Der dich nur liebt und ehret. Hannover'sches Gesangbuch. Geistliche Wachsamkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 415.Ah! wachet len Christen! Bedenket, daß auf! ihr fau- euch Gottes Gnad' Vom tie Geistliche Wachsamkeit. fen Schlaf der Sündenlüften| doch den Glaubensschild, Zum Leben auferwecket hat. Und wisset, daß nicht schlaVerlasset doch die finst're fen gilt. Gruft, Und höret, wenn euch Jesus ruft. 5. Ach! wachet! eh' die Todesstunde Das unvermerkte Ziel erreicht; Ihr seht ja, wie der Tod Gesunde, Sowohl als Kranke, hinterschleicht. Der letzte Stoß ist ungewiß; O! werthe Christen! merket dies. 6. Ach wachet, daß ihr euch bereitet Auf jenen gro3. Ach! wachet! ist der ßen Tag des Herrn; Denn, Geist schon willig, So ist wie uns Gottes Wort bedas Fleisch wohl gar zu schwach. D'rum folgen wahre Christen billig Dem Geist und nicht dem Fleische nach. Otheure Seelen! werdet flug, Und folget doch des Geistes Zug. deutet, So ist derselbe nicht mehr fern. O! schicket euch, vielleicht kommt heut' Der erste Tag der Ewigkeit. 7. Ach! wachet! Jesus hat's geboten, O! folget ſeiner Wächterstimm'; Was schlafet ihr doch, wie die Todten? Ermuntert euch, und fehret um! Bedenket doch, was euch behagt, Und daß Gott Allen wachet! sagt. Breslauer Gesangbuch, 1745. in deinem 3orn. 74. 2. Ach! wachet! denn die Sündenmächte Entweichen vor dem hellen Licht, Das Gott dem menschlichen Geschlechte Im Wort und Herzen aufgericht't. O! wandelt coch in solchem Schein, Sonst könnt ihr feine Christen sein. 351 4. Ach! wachet! denn die alte Schlange Sucht Tag und Nacht mit Macht und Lift Die Menschen in ihr Neß zu fangen, Weil wenig Zeit vorhanden ist. Ergreifet Mel. Straf' mich nicht 416. Mache ich mein Geist bereit, Wache, fleb' und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List, Ueber viele Frommen, Zur Versuchung fommen 2. Aber, wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Noth, Sammt dem Tod, Möchte dich in Sünden Unvermutbet finden. 3. Wache auf, sonst fann 352 Geistlicher Kampf und Streit. dich nicht Unser Herr erleuch- Denn der Herre muß dich ten; Wache, sonsten wird dein Licht Dir noch ferne däuchten; Denn Gott will, Für die Füll' Seiner Gnadengaben, Off'ne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf intreffe, Weil er sonst behende ist, Daß er dich beäffe; Denn Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und sieh', Damit nie Falscher Brüder Schlingen Dich zum Falle bringen. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht liederlich Gottes Gnad' verscherze; Denn es ist Voller List, Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. frei Von dem allen machen, Was dich erückt und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest, Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, Wenn er soll was geben; Er verlanget unser Schrei'n, Wenn wir wollen leben, und durch Ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden, Kräftig überwinden. 9. Doch, wohl gut! es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns mit Füll' Seiner Gunst beschütten, Wenn wir glaubend bitten. 10. D'rum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten. Weil die Angst, Noth und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten, llnd die Welt 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen; vernichten. Joh. Burkhard Freistein, um 1650. S Geistlicher Kampf und Streit. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 100. 417.Nüftet euch, ihr Beute, Ja Satan ſelbst hat Christenleute! eu'r begehrt; Wappnet euch Die Feinde fachen euch zur mit Gottes Worte, Und Geistlicher Kampf und Streit. 353 kämpfet frisch an jedem Orte, ist unser Lebenslauf. Wenn Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. Ho sianna! Der Starfe fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. Gott wird die Todten wecken, Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, Währ't nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenfron'. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärfet euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel; Da ist Freude. Wohlan! so seid Zum Kampf bereit, So frönet euch die Seligkeit. 4. Jesu! stärke deine Kinder, Und mache die zu Uleberwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch, die Liebe fleußt In die Herzen, So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. 3. Streitet recht die wenig Jahre, Eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; Kurz, kurz! W. E. Arends, um 1700. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 418.Schaffet schaffet, desselben Neigung gehen; Sondern, was Gott will und thut, Das muß einzig und allein Eures Lebens Richtschnur sein; Es mag Fleisch und Blut in allen Uebel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde- steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur Menschenfinder! Schaffet eure Seligfeit; Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärt'ge Zeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich, Ünd bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mag geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und 23 354 Geistlicher Kampf und Streit. allein das Gute schafft; Ja, kann mit Leib und Seel' daß außer seiner Gnade In Uns zur Hölle niederschlaeuch nichts denn Seelen- gen! Er ist's, der des Geistes schade. Del, Und nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbrin gen giebt. O! so laßt uns. zu ihm geben, Ihn um Gnade anzuflehen. 4. Selig! wer im Glau ben kämpfet; Selig! wer im Kampf besteht, Und die Sün den in sich dämpfet; Selig! wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, Welche Adam in euch regt. In dem Kreuzestod varnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ' und Füße ab, Was euch arget senkt in's Grab, Und denft oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. 3ittern will ich vor der Sünde, Und dabei aufJesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland! geh doch nicht Mit mir Armen in's Gericht; Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seeligkeit zu schaffen. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und läßig sein Eure Nei gung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein; Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Wahren Siegern wird die Krone Nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen Hat bei Christen keine Statt; Sündlich reden, üppig lachen, Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach! bei Christi Kreuzesfahn' Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wolle thun und scherzen. 10. Amen! es geschehe; Amen. Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen So den Glaubensfampf ausführ'. Er, er gebe Kraft und Stärk', Und regiere selbst das Werk, Daß 7. Furcht muß man vor ich wache, bete, ringe, Und Gott stets tragen, Denn er also zum Himmel dringe. Breslauer Gesangbuch, 1745. ( Vermuthlich von A. Gotter, 1624,) Gehorsam. Rechter Gebrauch der Lebenszeit. 355 Gehorsam. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 419. Cins hab' ich, 4. Wie willig war dies liebster Vater! theure Lamm, D Bater! dir Jeßt bittend vorzutragen. deinen Willen Bis zu dem Ich weiß gewiß, du schenkst Tod am Kreuzesstamm Gees mir, Du kannst mir's horsam zu erfüllen! Ach! nicht versagen. Wohl mir! gib mir einen gleichen Sinn wenn deine Hand mir gibt Nimm Herz und Geist zum Ein Herz, das den Gehor- Opfer hin, Im Thun und sam liebt, Und sich darinnen auch im Leiden. übet. 5. War mein Erlöser un2. Dies war, was Da- terthan Den mütterlichen vids frommer Sohn Von dir Händen, So laß mein Ohr sich ausgebeten, Als er auf von Kindheit an Zu guter seines Vaters Thron Vor Zucht sich wenden. Laß meifurzem war getreten; Und ner Eltern ihr Gebot, Laß dies war dir so angenehm, ihren Rath, bis in den Daß du sein Haupt noch Tod, Mich durch Gehorsam überdem Mit Ehr' und ehren. Reichthum kröntest. 6. Gib, daß ich auch sein 3. Gehorsam war der folgsam sei, Wenn mich die schönste Schmuck An deinem Lehrer ziehen. Laß Widerliebsten Kinde, Das unter spruch und Spötterei Mich Armuth, Schmach und Druck wie den Teufel fliehen; Nimm Gebüßet hat die Sünde, Die allen Troß und Eigensinn, uns um unsern Schmuck ge- Nimm allen Eigenwillen bracht, Und uns dem Satan hin. Dein Wille sei mein gleich gemacht, Dem Vater Wille. der Rebellen. 3. 3. Rambach, 1993. Rechter Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 420. Großer Schöp- Zeit, Gib doch, daß ich bis fer, Herr der an's Ende Von der furzen 356 Rechter Gebrauch der Lebenszeit. Sterblichkeit einen Augen-| bensfrist, Die du mir noch blick verschwende. Gib, daß zugemessen, Als ein schneller jeder Glockenschlag Mich der Strom verfließt; Laß mich Zeit erinnern mag. nimmermehr vergessen, Nach der Zeit sei keine Zeit, Sondern lauter Ewigkeit. 2. Ach, wie flügelschnell verstreicht Jahr und Tage, Zeit und Stunden! Als ein Rauch, der bald entweicht, Als ein Bliß, der schnell verschwunden. Der ist flug und höchst beglückt, Der sich in die Zeiten schickt. 7. Geht die Welt den Lastersteg, Weil sie nicht die Stunden zählet; So gib, daß mein Fuß den Weg Nach dem Himmel nicht verfehlet. Denn von dieser furzen Zeit Hängt die lange 3. Herr! vergib mir väterlich, Daß ich manche Zeit Ewigkeit. und Stunde Ulebel angelegt, und dich Oft mit Herzen, Hand und Munde Sehr betrübt, und oft gethan, Was mich hoch verdammen kann. 4. Dir sei Preis! du schenktest mir Annoch Zeit und Raum zur Buße; Nun ich komm und falle dir Mit Gebet und Flehn zu Fuße; Richte diese Gnadenzeit Mir zu meiner Seligkeit. 5. Laß mich die vergang' ne Zeit Niemals aus den Augen setzen. Laß mich mit Bedachtsamkeit Die por hand'ne höher schätzen, Als bisher von mir geschehn; Und vergib mir mein Verſebn. 6. Lehr' mich, daß die Le- mals meine Zeit gereut. Hannover'sches Gesangbuch. 8. Bleibet mir die Ewigfeit In der eiteln Welt im Sinne, Daß ich Jesum in der Zeit Recht von Herzen lieb gewinne, So leg' ich, so gut ich kann, Meine Zeit nicht übel an. 9. Muß ich endlich aus der Zeit In die Ewigkeit hingehen, Ach! so mache mich bereit, Daß ich kann vor dir bestehen. Mach' durch deines Sohnes Blut Meine böse Sache gut. 10. Ich will feinen Augenblick Von der edeln Zeit verschwenden; So im Unglück, als im Glück. Lehr' mich sie so anzuwenden, Daß mich in der Ewigkeit Nie Rechter Gebrauch der Lebenszeit. 357 Mel. Nun freut euch liebe Christeng'mein. 54. 421. br Christen, trüglich nachgestellt. Sind schickt euch in das nicht böse Zeiten? die Zeit! Seht, wie es um euch stehet! Damit ihr nicht in Sicherheit Von Gott euch weit vergehet. Es mehrt sich täglich die Gefahr, Das Elend wächst von Jahr zu Jahr. Ach! das sind böse Zeiten. 2. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit! Gebt Acht auf die Gedanken! Damit sie nicht durch Eitelkeit Bom rechten Wege wanken. Ihr wijt wohl, Fleisch und Blut ist schwach, Die Erblust reizt uns tausendfach, Ach! das sind böse Zeiten. 5. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit! Bedenkt, wie man jetzt lebet! Wie man nach Geld und Gütern schreit, Nach Ehr' und Wollust strebet. Man hört nicht viel von Gottes Wort, Man fährt in allen allen Sünden fort; Ach das sind böse Zeiten. * 6. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit! Hört, wie die Menschen flagen! Man red't vom Kriege weit und breit, Von Pest und andern. Plagen. Die Strafgerichte brechen ein! Es kann ja wohl nicht anders sein; Denn es sind böse Zeiten. 3. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit! Der Satan sißt nicht stille! Er stiftet manches Herzeleid; Das macht sein böser Wille. Er läßt der Kirche keine Rub, Und setzt den Frommen hef tig zu. Sind das nicht böse Zeiten? 7. Doch schickt ein Christ sich in die Zeit, So kann er wohl bestehen. Er läsfet es in Leid und Freud', Nach Gottes Willen gehen. Er traut auf Gott, liebt dessen Wort, Fährt in der Furcht des Herren fort, Auch in den bösen Zeiten. 4. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit! Die Welt legt euch viel Strice! Ge- 8. Hilf Gott, daß wir walt und List greift um sich uns in die Zeit Nach deinem weit. Ihr Herz ist voller Willen schicken, So wirst du Tüde. Wer es nicht mit den uns aus Krieg und Streit Bösen hält, Dem wird be- Und allem Jammer rücken. Bers 6 ist anzuwenden zur Zeit des Krieges und der Vest. 358 Gottesfurcht. Gib, daß wir stets in Buße Wegen gehn, So folgen stehn, Und All' auf deinen bessre Zeiten. G. Pietsch( vermuthlich um 1700.) Gottesfurcht. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 422. Mein Gott! zu thun, mich hür' und schäweil ich in me, Was, Herr! vor dir ein Greuel ist; Ja deine Furcht bewahre mich Vor allen Sünden wider dich. meinem Leben Dich stets vor Augen haben soll, So wollst du mir ein Herze geben, Das deiner Furcht und Liebe voll; Denn beides muß beisammen gehn, Soll unser Christenthum bestehn. 5. Laß mich vor deinem Zorn erbeben, Und wirke wahre Buß' in mir; Laß immerdar in Furcht mich leben, Daß ich die Gnade nicht verlier', Die meiner in der Missethat Mit Langmuth oft verschonet hat. 2. Laß deine Furcht, bei Thun und Denfen, Den Anfang aller Weisheit sein, Und mich auf solche Wege lenken, Die alles Irrthums mich befrei'n; Denn wer dich fürchtet in der That, Der meidet auch der Thorheit Pfad. 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut, Und wehre allen Hindernissen, Und meines Fleisches Blörigkeit; Daß 3. Der Geist, den du mir keine Menschenfurcht mich haft gegeben, Ist ja ein Geist schred' Und ein verzagtes der Furcht des Herrn; Laß Herz entdeck'. mich nach seinem Triebe leben, Daß ich dich herzlich fürchten lern; Doch muß die Furcht auch findlich sein, Soll er in mir das Abba! schrei'n. 4. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das 7. Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine Furcht mein Leitstern sei, Daß ich auch nie im Finstern handle, In bloßem Schein und Heuchelei; Du siebst ja in das Herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen sein. 8. Ach, laß mich keine Weisheit. 359 Trübsal scheuen; Durch cherheit, Und stell' mir Jesu Kreuz und Widerwärtigkeit Tod recht für, Daß ich den Muß wahre Gottesfurcht ge- Himmel nicht verlier'. reihen, Die frönet uns zu rechter Zeit; D'rum gib mir einen tapfern Sinn, Wenn ich in Furcht und Hoffnung bin. 10. In deiner Furcht laß mich auch sterben, So fürcht' ich weder Tod noch Grab; Da werd' ich die Verheißung erben, Die mir dein Wort aus Gnaden gab. Die Gottesfurcht bringt Segen ein, Ihr Lohn wird eine Krone sein. Benj. Schmolke, 1672. 9 Ach, gib mir stets mit Furcht und Zittern Zu schaffen meine Seligkeit! Laß nie mich deinen Geist erbittern Durch Eigensinn und SiWeisheit. 123.Prange, Welt! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 3. Andre mögen ihre Sinmit deinem nen Schärfen durch VerWissen, Das du jetzt so hoch schlagenheit, Daß sie Lob gebracht; Ich kann deine und Ruhm gewinnen Bei Weisheit missen. Die der weise Gott veracht't; Meines Jesu Kreuz und Pein Soll mein liebstes Wissen sein; Weiß ich das in wahrem Glauben, Wer will mir den Himmel rauben? den Großen dieser Zeit; Ich will meines Heilands Schmach Ganz alleine denfen nach; Christen will es nicht geziemen, Daß sie sich des Eiteln rühmen. 4. Andern mag es wohl 2. Andre mögen Weisheit behagen, Wenn sie hurtig nennen, Was hier in die und geschickt, Große Schäße Augen fällt; Ob sie schon zu erjagen; Und wenn ihnen Den nicht erkennen, Dessen alles glückt. O! mein ReichWeisheit alles hält; Mir thum, Glück und Theil Ist soll meines Jesu Pein Meine der armen Sünder Heil; Kunst und Weisheit sein; Dieses weiß mein Herz zu Das Geheimniß seiner Liebe finden, Und die Welt zu Ist die Schul', da ich mich übe. überwinden. 360 Weisheit. 5. Ei! so fomm, mein 7. Ach, mein Jesu! pflanze wahres Leben! Komm und weiter Dieses Wissen in unterweise mich. Dir will mein Herz, Sei mein treuer ich mein Herz ergeben, Daß Freund und Leiter, Und laß es wisse nichts, als rich, deines Todes Schmerz, Deine Allerliebste Wissenschaft! schwere Kreuzespein Mir stets Ach! beweise deine Kraft; in Gedanken sein; Du hast Daß ich einzig an dir hange, dich mir wollen schenken, Und nichts außer dir ver- Daran laß mich ewig denken. lange. 8. Endlich, wenn des To6. Weiß ich keinen Trost des Grauen Alles Wissen auf Erden, Klagt mich mein von mir treibt, So laß meine Gewissen an, Will mir angst Augen schauen Diesen Trost, und bange werden, Ist nichts, der ewig bleibt; Jesu Leiden, das mir helfen kann, Drückt Kreuz und Pein Soll mein mich des Geseßes Joch, So letztes Wissen sein. Jesu! laß mich bedenken doch, Daß hilf mir das vollbringen, So du hast mit deinem Blute will ich dir ewig singen. Gnad' erlanget mir zu gute. Joh. Job, 1664. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 5. 424. Herr aller Land, Ist mir verdeckt und unbekannt. Weisheit Quell und Grund, Dir ist all' mein Vermögen fund, Wo du nicht hilfft und deine Gunst, Da ist mein Thun und Werk umsonst. 2. Ich, leider! als ein Sündenkind Bin von Natur zum Guten blind; Mein Herze, wenn's dir dienen soll, Ist ungeschickt und Thorheit voll. 4. Mein Leben ist gar furz und schwach, Ein Lüftlein, das bald lässet nach Was in der Welt zu prangen pflegt, Das ist mir wenig beigelegt. 5. Wenn ich auch gleich vollkommen wär', Hätt' aller Gaben Ruhm und Ehr', Und sollt' entrathen deines Lichts, So wär' ich doch ein lauter Nichts. 3. Ja, Herr! ich bin gering und schlecht, Zu handeln dein Geseß und Recht. Was meinem Nächsten nüg' im zuvörderst nicht mit Fleis 6. Was hilft's, wenn einer gleich viel weiß, Und hat Wabres Christenthum. 361 Gelernet deine Furcht und kehre dich zu meiner Bitt' Diensi, Der hat mehr Schaven als Gewinnst. und höre mich: Nimm solche Thorheit von mir hin, Und gib mir einen bessern Sinn. 10. Gib mir die Weißheit, die du liebst Und denen, die dich lieben, gibst, Die Weisheit, die vor deinem Thron Alstets erscheint in ihrer Kron'. 11. Gib mir durch ihre weise Hand, Die recht' Érfenntniß und Verstand, Daß ich an der alleine kleb' Und nur nach deinem Willen leb'. Paul Gerhard, 1606. 7. Das Wissen, das ein Mensch mitführt, Wird leichtlich in ihm selbst verirrt. Wenn unsre Kunst am meisten kann, So stößt sie aller Enden an. 8. Wie Mancher stürzet seine Seel' Durch Klugheit wie Ahitophel, Und nimmt, weil er dich nicht recht fennt, Mit seinem Wiß ein schrecklich End'. 9. O Gott, mein Vater! vin Wahres Christenthum. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 425. Kommt, laßt ihr; Gott wird dort zu Eheuch den Her- ren sezen, Die sich selbst geren lehren, Kommt und ler- ring hie schäßen. net allzumal, Welche die sind, die gehören In der rechten Christen Zahl; Die bekennen mit dem Mund, Glauben fest von Herzensgrund, Und bemühen sich daneben, Fromm zu sein, dieweil sie leben. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauren find't, Die beseufzen und beklagen Ihr und and'rer Leute Sünd', Auch deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn; Diese sollen hier auf Erden Und dann dort getröstet werden. 2. Selig sind, die Demuth haben, Und sind immer arm im Geist, Rühmen sich 4. Selig sind die frommen gar keiner Gaben, Daß Gott Herzen, Da man Sanftmuth werd' allein gepreif't; Dan- spüren kann, Welche Hohn ten dem auch für und für, und Truß verschmerzen, Wei Denn das Himmelreich ist chen gerne Jedermann. Die 362 Wahres Christenthum. nicht suchen eig'ne Rach', John' Unterlaß, Daß man Und befehlen Gott die Sach'; mög' in allen Sachen Flie Diese will der Herr so schüßz- hen Hader, Streit und Haß; en, Daß sie noch das Land Die da stiften Fried' und besitzen. Ruh', Helfen allerseits dazu, Sich auch Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Thun und Leben Rein' Gewalt und Unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlicht, Geiz, Betrug und gerecht befunden sein; Ob Unrecht hassen; Die wird des Kreuzes gleich ist viel, Gott satt werden lassen. Seßet Gott doch Maß unt Ziel, Und hernach wird er' belohnen Ewig mit der Ehrenfronen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Noth, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behülflich sind mit Rath, Auch, wo möglich, mit der That, Werden wieder Hülf' empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die im Werk, Wort 11. Daß ich Armen helf und Geberden Lieben Zucht und diene, Immer hab ein und Heiligkeit; Diese, wel- reines Herz, Die in Unfried' chen nicht gefällt Die unreine stehn, verfühne, Dir anhang' Lust der Welt, Sondern sie in Freud' und Schmerz. Va mit Ernst vermeiden, Wer-| ter! hilf von deinem Thron, den schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen, Und d'rauf seh'n 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden, Unt 10. Gib, o Herr! zu allen Zeiten, Daß ich hie auf dieser Erd' Aller solcher Seligkeiten Aus Genaden fähig werd'! Gib, daß ich mich acht' gering, Oft dir meine Noth vorbring', Auch am Feinde Sanftmuth übe, Dit Gerechtigkeit stets liebe. Daß ich glaub' an deinen Sohn, Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. 3ab. Beermann, 1585, Ernst und Gewissenhaftigkeit im Christenthum. 363 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 426. Mein Gott! ach Und Ehre such' in Christi lehre mich Schmach. Ach, wirf' in mir erkennen Den Selbstbetrug zu deinem Ruhm, Mein Gott! und Heuchelschein, Daß Vie- das wahre Christenthum. le, die sich Christen nennen, Mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott! das wahre Christenthum. 5. Hilf, daß ich Fleischund Weltgeschäfte Ertődt', und dir verbleibe treu, Daß ich auf Christi Kreuz sie hefte, Und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott! das wahre Christenthum. 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, und mir ganz abge faget sei, Laß mich mir sterben, dir zu leben, D, mach' in mir, Herr! alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott! das wahre Christenthum. 6. Laß meinen Glauben, Hoffnung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich, bis an mein Sterben übe Das Christenthum, ohn'Heu3. Reiß' du mein Herz chelschein. Ach, wirk' in mir los von der Erden, Nimm zu deinem Ruhm, Mein alles Sündliche dahin! Laß Gott! das wahre Christeneinen Geist mit dir mich thum. werden, Und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott! das wahre Christenthum. 7. So schmed' ich schon auf dieser Erde Den Himmel und das Paradies. Wenn ich mit Gott vereinigt werde, Hab' ich den völligen Genieß. Ach, wirk' in mir zu deinem Leib und Seele, Damit ich Ruhm, Mein Gott! das Christo folge nach, Daß ich wahre Christenthum. den schmalen Weg erwähle, Breslauer Gesangbuch, 1745. 4. Ach, führe mein Herz, Ernst und Gewissenhaftigkeit im Christenthum. Mel. O Gott du frommer Gott. 63. 427. Herzallerliebster du mir dieses Leben, Lell Gott! Der Seele und Bernunft Aus 364 Ernst und Gewissenhaftigkeit im Christenthum. Gnaden hast gegeben; Re- mir herunterdringe. Wer giere ferner mich Durch dei- nach dem Ewigen Vor allen nen guten Geist, Daß er in Dingen tracht't, Der wird allem Thun Mir Kraft und auch wohl mit dem, Was Beistand leist'. zeitlich ist, bedacht. 2. Hilf, daß ich allezeit 6. Haß, Falschheit, UeberDes Fleisches Lüste meide; muth, Und Heuchelei daneHingegen emsiglich Des Gei- ben, Laß ja an mir nicht stes Werke treibe, Und gute sein In meinem ganzen LeNitterschaft Ausübe, auch ben; List, Unrecht, Frevel, dabei In Hoffnung immer Geiz Und Unbarmherzigkeit starf Und fest gegründet sei. Sei ferne weg von mir, O Gott! zu aller Zeit. 7. 3. Gib, daß ich als ein Christ, Wie Christus, mich bezeige, Und meine Ohren stets Zu seiner Lehre neige. Mit deiner rechten Hand, Herr! wollest du mich leiten, Und schüßen Tag und Im Glauben stärke mich, Nacht, Daß meine Triti nicht gleiten. Du wolleft meine Burg Und Schuß in Nöthen sein, Wenn ich in meinem Amt Ausgehe oder ein. Daß ich der argen Welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren Liebe, Und gib, daß ich zugleich Am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Wenn Trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im Glück De müthig möge ſein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem Reiche ringe, Auf daß dein Segen sich Zu 8. Zulegt erlöse mich Von allem Kreuz und Leiden; Und wenn ich soll einmal Von dieser Welt abscheiden, So stehe du mir bei Mit deiner Gnadenhand, Unt führe mich hinauf In's recht Vaterland. Breslauer Gesangbuch, 1745. Eigene Melodie. 84. 428.h ruf zu dir, mich doch nicht verzagen; Herr Jesu Den rechten Weg, o Herr! ich mein', Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Mein'm Nächsten nüs' zu Christ! Ich bitt', erhör' mein Klagen, Verleih' mir Gnad' zu dieser Frist. Laß Ernst und Gewissenhaftigkeit im Christenthum. 365 fein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt' noch mehr, o Herre Gott! Du fannst es mir wohl geben: Daß ich nicht wieder werd' zu Spott, Die Hoffnung gib carneben, Voraus, wenn ich muß hie cavon, Daß ich dir mög' vertrauen, Und nicht bauen, Auf alles eig'neThun; Sonst wird's mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Mein'n Feinden mög' vergeben, Verzeih' mir auch zu dieser Stund', Schaff' mir ein neues Leben. Dein Wort mein' Speis' laß allweg' sein, Damit mein' Seel' zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück geht daher, Das mich bald möcht' verfehren. 4. Laß mich fein' Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Beständig sein an's End' gib mir, Du hast's allein in Händen; Und wem du's gibst, der hat's umsonst. Es mag niemand erwerben, Noch ererben, Durch Werke deine Gnad', Die uns errett't vom Sterben. 429. Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir Alles haben; Gesunden Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Ein' unverleßte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb'; Hilf, o Herr Christ! dem Schwachen; An deiner Gnad' allein ich fleb'; Du kannst mich stärfer machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße, Du kannst maßen*, Daß mir's nicht bring Gefahr, Ich weiß, du wirst's nicht lassen. Paulus Speratus, 1484. Eigene Melodie. 63. Gott, bu bühret, Wozu mich dein Befrommer fehl In meinem Stande führet. Gib, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß fein unnüßes Wort Aus 2. Gib, daß ich thu' mit meinem Munde gehen; Und Fleiß, Was mir zu thun ge- wenn in meinem Amt Ich • Wäßigen. 366 Verleugnung der Welt. reden soll und muß, So gib| tragen mag Mit Ehren den Worten Kraft Und Nach- graues Haar. druck ohn' Verdruß. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn' Bei frommer Chriften Grab, Auf daß er seine Rub' An ihrer Seiten hab'. 4. Find't sich Gefährlichfeit, So laß mich nicht verzagen, Gib einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind', Und wenn ich Raths bedarf Auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jeder mann In Fried' und Freund schaft leben, So weit als christlich ist; Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld, So gib auch dies dabei. Daß vom unrechten Gut, Nichts untermenget fet. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben böber bringen, Durch manchen fauren Tritt Hindurch in's Alter dringen, So gib Geduld; vor Sünd' Unt Schanden mich bewahr', Auf daß ich 8. Wenn du an jenem Tag' Die Todten wirst aufwecken, So thu' auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken; Laß hören deine Stimm', Und meinen Leib wed' auf, Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. 9. Gott Vater! dir sei Preis, Hier und im Himmel oben. Gott Sohn, Herr Jesu Christ! Dich will ich all'zeit loben. Gott heil'ger Geist! dein Ruhm Erschall' je mehr und mehr. O Herr! dreiein'ger Gott! Dir sei Lob, Preis und Ehr'. Joh. Heermann, 1585. Verleugnung der Welt. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 430. Was frag ich mir Zur Wollust vorgestellt; Du, du bist meine Ruh'! Was frag' ich nach der Welt! nach der Welt Und allen ihren Schägen! Wenn ich mich nur an dir, Herr Jeſu! fann ergö2. Die Welt ist wie ein Rauch, Der in der Luft verBen. Dich hab' ich einzig gehet, Und einem Schatten Berleugnung der Welt. 367 nach der Welt! gleich, Der kurze Zeit beste-| Heiland ehrt, Was frag' i het; Mein Jesus aber bleibt, Wenn alles bricht und fällt; Er ist mein starker Fels! Was frag' ich nach der Welt! 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm Bei hocherhab' nen Leuten, Und denkt nicht einmal d'ran, Wie bald doch diese gleiten; Das aber, was mein Herz Vor Anderm rühmlich hält, Ist Jesus nur allein; Was frag' ich nach der Welt! 4. Die Welt sucht Geld und Gut, Und fann nicht eher raften, Sie habe denn zuvor Den Mammon in dem Kasten; Ich weiß ein besser Gut, Wornach mein Herze stellt: Ist Jesus nur mein Schaß, Was frag' ich nach der Welt! 5. Die Welt bekümmert sich, Im Fall sie wird verachtet, Als wenn man ibr mit List Nach ihrer Ehre trachtet; Ich trage Christi Schmach, So lang es ihm gefällt; Wenn mich mein 6. Die Welt fann ihre Lust Nicht hoch genug erheben, Sie dürfte noch dafür Wohl gar den Himmel geben, Ein And'rer bält's mit ihr, Der von sich selbst nichts hält! Ich liebe meinen Gott! Was frag' ich nach der Welt! 7. Was frag' ich nach der Welt! Im Huy muß sie vergehen! Ihr Anseh'n kann durchaus Dem Tod nicht widerstehen. Die Güter müssen fort, Und alle Lust verfällt; Bleibt Jesus nur bei mir, Was frag' ich nach der Welt! 8. Was frag' ich nach der Welt! Mein Jesus ist mein Leben, Mein Schap, mein Eigenthum, Dem ich mich ganz ergeben, Mein ganzes Himmelreich, Und was mir sonst gefällt; D'rum sag' ich noch einmal: Las frag' ich nach der Welt! G. M. Pfefferkorn, 1646. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. 8. 431. Was mich auf mit Ehr' und Geld Und deidieser Welt betrübt, Das währet furze Zeit, Was aber meine Seele liebt, Das bleibt in Ewigfeit:: ner Wollust hin! In Kreuz und Spott kann mir mein Gott Erquicken Muth und Sinn.:: 3. Die Thorenfreude dies ser Welt, Wie füß fie immer 2. D'rum fabr. o Welt! 368 Genügsamkeit. ! acht, Hat schleunig ihr Ge- Gottes Sohn Im Glauben sicht verstellt, Und uns in Leid gebracht.: 4. Wer aber traut und feste baut Allein auf Gottes Treu, Der siehet schon die Himmelskron', Und freu't sich ohne Reu'.:: 5. Mein Jesus bleibet neine Freud', Was frag' ich nach der Welt! Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, Die endlich selbst zerfällt.:: 6. Ich bin ja schon mit hier vertraut; Der droben sißt, und hier beschüßt Sein' auserwählte Braut.:: 7. Ach Jesu tödt' in mir die Welt Und meinen alten Sinn, Der stets sich dir entgegenstellt; Herr! nimm mich selbst nur hin.:: 8. Und binde mich ganz festiglich An dich, o Herr, mein Hort! So irr' ich nicht in deinem Licht, Bis in die Lebenspfort'.:: Mich. Franke, 1609. Genügsamkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 432. A treuer Gott! ich ruf' zu dir: Hilf, daß mich nicht bethöre Die böse Lust, die strebt in mir Nach Reichthum, Pracht und Ehre. Gib, daß ich an dein Wort mich halt' Und dadurch jede Lockung bald In deiner Kraft besiege. 2. Du, der den Thieren Nahrung schafft Und Futter gibt den Raben, Du läß'st auch mich durch deine Kraft Trant, Brod und Kleidung haben. Wenn uns ein Mehrer's werden soll, So weißest du als Vater wohl, Ob's beinen Rindern nüße. 3. Wer wenig hat, und das mit Recht, Kann deine Huld behalten; Er bleibt in Demuth recht und schlicht, Und läßt dich ferner walten. Sein Weniges gedeiht ihm mehr, Als reicher Sünder Gut und Ehr', Das sie mit Unrecht haben. 4. Ein Troft, der nur auf Reichthum steht, Wird unverhofft zu Schanden, Und wenn es an das Scheiden geht, Dann ist erst Noth vorbanden; Denn Geld und Gut errettet nicht Von Gottes ewigem Gericht, Das einst die Sünder schredet. 369 5. Ach, meine Seel' kann 7. O höchstes Gut, sei ihre Rub' Im Zeitlichen nicht hier und dort Mir Reichfinden: Was ich da vornehm' oder thu', Muß wie ein Rauch verschwinden. Unsterblich ist die Seel'; es muß Unsterblich sein, was ohn' Verdruß Sie soll mit Freude laben. thum, Luft und Ehre! Gib, daß in mir sich fort und fort Das Sehnen nach dir mehre, Daß ich dich stets vor Augen hab', Mir selbst und Allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen. Zufriedenheit. 6. D'rum selig, wer sein Herz erhebt Gen Himmel von der Erde, Damit er reich, so lang er lebt, An ew'gen Schäßen werde; fliegen niemals auf im Rauch Und sind in Gott gesichert auch Vor Dieben, Roft und Motten. Die 3 ufriedenheit. Eigene Melodie. 24. 433.Warum be- 3. Denn ob du nicht die trübst du dich mein Herz, Und machest dir nur selber Schmerz, Wenn oft dein Vorrath schlecht? Wenn du auf dürrem Berge bist, Und alles um und um dich wüst'. Mittel weißt, Gott doch allmächtig bleibt und heißt, Une dich nur mit versucht, Ob du auf Mittel mehr, als ihn Wollst deine Rechnung machen hin. 2. Du hast gar einen treuen Herrn, Der alles weiß und sieht von fern, Wie viel und was dir nüßt; Auch was er bald thun will und soll, Daß alles dir gerathe wobl. 24 8. Hilf, daß ich meinen Wandel führ' Bei dir im Himmel oben, Wo ich werd' ewig sein bei dir, Dich schauen und dich loben; So kann mein Herz zufrieden sein, Und findet, Gott! in dir allein Die wahre Ruh' und Freude. D. Denife, 1603. 4. Nicht murre, hast du schon nicht viel; Nimm, wie viel Gott dir geben will, So hast du gar genug; Wirst mit Geringem werden satt Und noch behalten für dich Rath. 5. Ach Gott! wenn ich 370 auch manchen Tag Die Rechnung mach' und überschlag', Wie viel ich haben muß, So fehlt mir's, wie Philippo dort, Und ist zu wenig aller Ort. Treue. jetzt die Noth am größten ist. Mit Troste du am nächsten bist. 8. Sind nun die Mittel unbekannt, Ift's darum deiner starken Hand Unmöglich 6. So hilf, Gott! daß nicht zu thun; Du kannst die Zuversicht Gerade sei auf aus Wenig schaffen bald dich gericht't, Auf dein all- Den Deinen großen Unterwissend Aug', Das mir vor- halt, längst wohl ausersehn Was mir zu gute muß geschehn. 9. D'rum sei dir Alles heimgestellt, Mach's, wie 7. Ich weiß ja, daß dein dir's, Vater! wohlgefällt, Baterherz, Das selbst mitlei- Gib wenig oder viel, Wie's dig meinen Schmerz Em- dienlich ist zur Seligkeit; pfindet, helfen will: Wenn So lob' ich dich in Ewigkeit Breslauer Gesangbuch, 1745. Treue. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 434.Sei getreu bis nicht wieder sagen auf; Der ist gottlos und verloren, Wer meineidig dem geschworen. an das Ende; Daure redlich aus den Kampf! Leidest du gleich harteStände, Duldest du gleich manchen Dampf; Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht werth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hart betrübt; Denke: wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat, So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 2. Sei getreu in deinem Glauben; Baue deiner Seelen Grund nicht auf zweifelhafte Schrauben, Lasse den gewissen Bund, Der geschlossen in der Tauf', Gott 4. Sei getreu in deinem Leiden; Lasse dich kein Unge mach, Und sonst nichts von Jesu scheiden; Murre nicht Treue. 371 mit Web' und Ach! Hilft Herzen; Hüte dich vor Joabs denn' was die Ungeduld? Kuß; Denke, Judas leidet Ach! sie häufet nur die Schmerzen Ulm den falschen Schuld! Der trägt leichter, Teufelsgruß. Falschheit sei der das träget Mit Geduld, dein ärgster Feind; Rede, was Gott aufleget. was dein Herze meint; Sei zwar flug in deinem Glauben, Und doch ohne Falsch, wie Tauben. 5. Eri getreu in deinem Hoffen; Hilft gleich Gott nicht, wie du willt, Und hat bald ein Mittel troffen, Daß dein Wünschen werd' erfüllt: Wisse, daß oft ist die Zeit, Da er dir die Hand auch beut, Da dein' Ohren sind verstopfet, Wenn er lang schon angeklopfet. 6. D'rum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott; Ihn mußt du nur lassen walten, Wenn du nicht willst haben Spott: Rufe nur, Gott ist schon hier, Sein Herz bricht ihm gegen dir; Rufe nur, Gott ist vor handen, Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. 7. Sei getreu in deinem 8. Sei getreu in allen Sachen; Anfang, Mittel und das End' Lasse Gott in allen machen, Auf daß aller Zweck sich wend' Förderst hin zu Gottes Ehr'; Ja! du selbsten noch vielmehr Wirst auf guten Wegen gehen, Von der Sündenbahn abstehen. 9. Sei getreu in Todeskämpfen, Fechte frisch den legten Ruck; Laß dich keinen Teufel dämpfen. Ach! das ist der härt'ste Zug. Wer alsdann mit Jesu ringt Und das Sündenfleisch bezwingt, Der gewißlich Lob ersieget, Und die Lebenskrone frieget. Benj. Prätorius, um 1600. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 93. 435. Sei Gott getreu, Bei seinem Eid, In Ewighalt' seinen keit, Als Vater, dich zu lieBund, O Mensch! in cei ben. nem Leben. Leg' diesen Stein 2. Sei Gott getreu, laß zum ersten Grund, Bleib' dich den Wind Der Trübsal ihm allein ergeben, Denk nicht abkehren. Ist er dein an den Kauf In deinerTauf, Vater, du sein Kind, Was Da er sich dir verschrieben, willst du mehr begehren? 372 Treue. Dies höchste Gut Macht gu-| liebes Wort Bleibt ewig ten Muth. Kann seine Huld fort Ohn' alles Wanken stebir werden, Nichts besser ist, hen. Mein lieber Christ! Im Himmel und auf Erden. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich Läst treu und 3. Sei Gott getreu von gnädig finden. Streit' unter Jugend auf; Laß dich fein' ihm nur ritterlich! Laß über Lust noch Leiden In deinem dich den Sünden, Ja wider ganzen Lebenslauf Von sei Pflicht Den Zügel nicht; ner Güte scheiden. Sein' Wär' je der Fall geschehen, alte Treu Wird täglich neu; So sei bereit, Durch Buß Sein Wort steht nicht auf bei Zeit, Nur wieder aufzuSchrauben. Was er verstehen. spricht, Das bricht er nicht, Das sollst du kühnlich glauben. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, Und laß dich nicht abwenden; Er wird und kann in aller Noth Dir treuen Beistand senden; Und käm' auch gleich Das höll'sche Reich Mit aller Macht 4. Sei Gott getreu in ceinem Stand, Darein er dich geseßet. Wenn er dich hält mit seiner Hand, Wer ist, der dich verleget? Wer gedrungen; Wollt' auf dich seine Gnad' Zur Brustwehr zu, So glaube du, Du bleihat, Kein Teufel kann ihm best unbezwungen. schaden. Wo dies Stacket Um einen steht, Dem bleibet wohl gerathen. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort Standhaftig zu bekennen; Steh' fest darauf an allem Ort; laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt In Armen hält, Muß seiner Treu ergößen. alles noch vergehen. Sein 8. Wirst du Gott also bleiben treu, So wird er sich erweisen, Daß er dein rechter Vater sei, Wie er dir hat verheißen; Und eine Kron' Zum Gnadenlohn Im Himmel dir aufsetzen. Da wirst du dich Fort ewiglich In AAM Michael Frank 1609. Demuth. Demxth. 373 Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 33. 436.Wie ist es 5. Du bist getreu, ich unmöglich, gerecht, Du fromm, ich gar höchstes Licht! Daß, weil ein böser Knecht, Und muß vor deinem Angesicht Doch mich wahrlich! schämen, Daß alles muß erblassen, Ich und ich bei solchem schnöden mein armes Fleisch und Blut, Stand, Aus deiner milden Dir zu entgegnen, ein'gen Vaterhand Ein einig's Gut MuthUndHerze sollten fassen. soll nehmen. 2. Was bin ich mehr als Erd' und Staub? Was ist mein Leib, als Gras und Laub? Was taugt mein ganzes Leben? Was kann ich, wenn ich alles fann? Was hab' und trag' ich um und an, Als was du mir ge= geben? 6. Ich habe dir von Jugend an, Nichts ander als Verdruß gethan, Bin Sündenvoll geboren, Und wo du nicht, durch deineTreu', Mich wieder machtest los und frei, So wär' ich ganz verloren. 3. Ich bin ein' arme Mad' und Wurm, EinStrohbalm, den ein kleiner Sturm Gar leichtlich hin fann treiben; Wenn deine Hand, die alles trägt. Mich nur ein wenig trifft und schlägt, So weiß ich nicht zu bleiben. 7. D'rum sei das Rühmen fern von mir; Was dir gebührt, das geb' ich dir, Du bist allein zu ehren. Ach laß, Herr Jesu! meinen Geist, Und was aus meinem Geiste fleußt, Zu dir sich allzeit kehren. 8. Auch wenn ich gleich was wohl gemacht, So hab' ich's doch nicht selbst vollbracht, Aus dir ist es entsprungen. Dir sei auch dafür Ehr' und Danf, Mein Heiland! all mein Lebenlang, Und Lob und Preis gesunPaul Gerharb, 1606. 4. Herr! ich bin nichts; du aber bist Der Mann, der Alles hat und ist, In dir steht all' mein Wesen. Wo du mit deiner Hand mich schreckst, und nicht mit Huld und Gnaden decst, So mag gen! ich nicht genesen. 374 Demuth. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 437. Gott! der du pflegst zu hafsen Den Stolz und Uebermuth, Der alles will befas sen Und thut doch niemals gut; Gib du mir Gnad' und Kräfte, Daß ich in Demuth leb' Und wider das Geschäfte Des stolzen Fleisches streb'. 6. Niemand je fann ge2. Ich bin nur Staub fallen Dir, heilig- großer und Erde, Ja, lauter Nichts vor dir; D'rum gib, daß ich auch werde Gering und flein in mir. Tritt nieder, tritt mit Füßen Was Selbsterhebung heißt, Damit ich mög' genießen, Was aus der Höhe fleußt. 3. Ich habe nichts zu sprechen; Bei mir ist lauter Nichts, Nur Schwachheit und Gebrechen, Rein Fünklein deines Lichts! Wenn sich was Gut's eräuget, So ist's allein nur dein, Der du mir's bast erzeiget; Und gar durchaus nicht mein. 5. Du hast mich ja verpfleget mit deinem Schaß und Gut; Hast in mein Herz geleget, So viel mir nöthig thut; Was sollte mich denn treiben, Mir, was nicht eigen ist, Als eigen zuzuschreiben, Da du der Geber bist? Gott! Er werde denn vor allen Ihm selbst ein' Scheu und Spott. Wer nicht ihm selbst mißfället, Gefällt dir nimmermehr; Wer sich nicht unten stellet, Kriegt oben feine Ehr'! 7. Laß deine Hoheit sehen Auf meine Niedrigkeit, Und deine Gnade stehen, Statt meiner Würdigkeit! Was such' ich doch zu werden, Da ich nur bin ein Gast, Undüber das- zur Erden Mich drückt der Sünden Last! 8. Zerbrich du und er4. Wenn ich dich recht weiche, Durch deine Furcht, boch achte, So acht' ich mich mein Herz, Daß nicht die gering; D'rum gib, daß ich Hoffartsseuche Mir mache nicht trachte, Auch im ge- Seelenschmerz. Gib, daß ich ringsten Ding, Mich selber stets betrachte Die Menge zu erheben, Wenn ich die meiner Sünd', Und nicht Gaben seh', Die du mir als mein Werf achte, Wo haft gegeben; Noch andre sich was Gutes find't. Leut' verschmäh'. Hamburger Gesangbuch. Geduld im Leiden. Geduld im Beiden. Mel. Herr Jesu Christ du höchstes Gut. 54. 438.23eg Traurig- lindert alle Schmerzen! Bist feit! weich' Ungeduld! Was soll das Jammerklagen?- Du bast ja Gottes Gnad' und Huld; Was willst du, Christ, dich plagen? Gott bleibt dein Schuß, dein Licht, dein Heil, Dein Trost und Kraft, dein Schaß, dein Theil, Und dei nes Herzens Freude. du betrübt, so denf' an Gott! Dann kann dir weder Schmach noch Spott, Und feine Macht was schaden. 5. Sieh' doch nur, wie dein Jesus ist Mit Dornen selbst gefrönet, Wie ihn der Feinde Macht und List Umgeben und gehöhnet! D'rum gib dich nur geduldig drein, Willst du sein Kind und Erbe sein, Ihm williglich zu folgen. 2. Dein Vater ist's, der prüfet dich, Wenn er sich hat verborgen; Halt' ihm nur till, glaub' festiglich, Er wird eich wohl versorgen; Ruf' nur zu ihm! Trost, Hülf und Rath Wirst du stets finden früh und spat; Dein Gott wird dich nicht lassen. 6. Was ist ein trüber Augenblick? Ein Kleines, das dich drücket? Wie viel mehr sind der Gnadenstück', Womit dich Gott erquicket! Wie ist doch alles Herzeleid So gar nichts, wenn die Ewigkeit Der Himmelsfreud' dich labet! 3. Gott ist bei dir, er sieht und weiß, Was dich drückt und betrübet; Die 7. Schau, wie Gott, was starke Hand behält den Preis er hält in Hut, Zu aller Zeit Zu helfen; der dich liebet geprüfet! Je frömmer Kind, Vermehrt dir deine Zuver- je schärf're Ruth'!- Gebet sicht, Daß kein Feind deines und Hoffnung übet! Die Glaubens Licht In Ewigkeit Kreuzfarb' ist die höchste Zier, Die alle frommen Herzen hier In dieser Welt bezeichnet. 8. Dich beißt nun bein Gewissen nicht; Weil deine -- 375 fann rauben. 4. Was dein Gott thut, das ist dir gut; Er hilft den schwachen Herzen; Er hält vich stets in seiner Hut; Er Geduld im Leiden. Sündenplagen Dein Jesus, reit, In jeder Noth zu aller deine Zuversicht, Selbst hat Zeit, So darfst du gar nicht für dich getragen, So bleibst zagen. du Gottes liebes Kind; Troß Teufel, Welt, Höll', Tod und Sünd'! Wer ist, der vir fann schaden? 10. Du bist getauft; das theure Blut, Für alle Welt gegeben, Ist deiner Seele höchstes Gut, Dein Labsal 9. D'rum laß dich nim- und dein Leben! Sei nur mermehr fein Leid Von dei getroft und unverzagt! Wer nem Gott abtreiben. Laß glaubt, was ihm Gott zugeUngeduld und Traurigkeit sagt, Wird fröhlich überwinVon deinem Herzen bleiben. den. Sei du nur zum Gebet be376 Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. 439. Geduld ist euch hier ein Herz Und spricht vonnöthen, zürn immerhin, Du wirst Wenn Sorge, Gram und mich doch nicht fressen; Ich Leid, Und was euch mehr bin zu hoch gesessen, Weil will tödten, Euch in das ich in Christo bin. Herze schneid't. D auserwählte Zahl! Soll euch fein Tod nicht tödten, Ist euch Geduld vonnöthen; Das sag' ich noch einmal. 4. Geduld ist wohl zufrieten Mit Gottes weisem Rath; Läßt sich nicht leicht ermüren Durch Aufschub seiner Gnad'; Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getroft beschweren, Und denkt: wer will's ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 2. Geduld fommt aus dem Glauben, Und hängt an Gottes Wort. Das läßt sie ihm nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort, Das ist ihr hoher Wall, Da hält sie sich verborgen, Läßt Gott den Bater sorgen Und fürchtet feinen Fall. 3. Geduld seßt ihr Vertrauen Auf Christi Tod und Schmerz. Macht Satan ihr ein Grauen, So faßt sie Gift. 5. Geduld fann lange warten, Bertreibt die lange Well' In Gottes schönem Garten, Durchsucht zu ihrem Heil Das Paradies der Schrift, Und schüßt sich früb und späte Mit eifrigem Ge bete Vor Satans Lift une Geduld im Leiden. 377 6. Geduld thut Gottes 8. Geduld ift Gottes Willen, Erfüllet sein Gebot, Gabe Und seines Geistes Und weiß sich fein zu stillen Gut, Der zeucht und lös't In aller Feinde Spott. Es sich abe, So bald er in uns lache, wem's beliebt; Wird rubt; Der edle werthe Gast sie doch nicht zu Schanden, Erlös't uns von dem Zagen, Es ist bei ihr vorhanden Und hilft uns treulich traEin Herz, das nichts d'rauf gen Die große Bürd' und gibt. Last. 7. Geduld dient Gott zu Ehren, Und läßt sich nimmer mehr Von seiner Liebe fehren; Und schlüg' er noch so sehr, So ist sie doch bedacht, Sein' heil'ge Hand zu loben, Spricht: Gott sei hoch erhoben, Hat Alles wohlge- ich alles g'nug. macht. 9. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel, Aus dieser Lebenshütte Zu dir, Herr! schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gib durch deine Hände Auch ein geduldig's Ende; So hab' duld! Geduld! Was willst du dich denn grämen! Gedenk' an Gottes Vaterhuld, Und lerne dich bequemen; Sprich: wie Gott will! Ich halte still, Er wird mich nicht verlassen; Er züchtiget mit Maßen. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 68. 440. Geduld, mein zu erdrücken;- Gott wird Herz! Ge- dich wohl erquicken. 2. Geduld, mein Herz! wenn's fibel steht Und wenn nach Gottes Willen, Die Fluth bis an die Seele geht: Gott wird das Wetter stillen. Geduld! wenn fast des Kreuzes Laft Dich scheinet Paul Gerhard, 1606. 3. Geduld, mein Herz! nimm willig an Den bittern Kelch der Frommen; Gott ist's, der ihn versüßen kann, D'rum heiß' ihn nur willkommen. Vertrau auf Gott! Wenn gleich die Noth Sich nicht so bald will enden; Gott wird schon Hülfe senden. 4. Geduld, mein Herz! und schlag' dich nicht Mit traurigen Gedanken! Ift Gottes Wort dein Stab und Licht, So wird dein Fuß nicht wanken; Im finstern 378 Ergebung in Gottes Willen. Thal Der Angst und Qual, absterben; Gott läßt dich Wird dir dein Trost erschei- nicht verderben. nen; Gott läßt nicht immer weinen. 6. Geduld, mein Herz! ob heute nicht Dein Gott 5. Geduld, mein Herz; hilft, hilft er morgen; Er rein Ungemach Kommt von hat sein gnädig Angesicht geliebten Händen; Gott Nur einen Blick verborgen. pflegt den Seinen Weh' und Ja, nach der Zeit Wird alles Ach Aus Liebe zuzusenden. Leid In Ewigkeit verschwinWas böse scheint, Ist gut den!- Gott hilft dir übergemeint. Du sollst der Welt winden. Benj. Schmolle, 1672. Ergebung in Gottes Willen. Eigene Melodie. 93. 441. Was mein Gott| tracht't, Auf daß uns gar will, das nichts feblet. 3. Nun, muß ich Sünd'r von dieser Welt Hinfahr'n nach Gottes Willen, Zu meinem Gott, wenn's ihm ' scheb' all'zeit, Sein Will' cer ist der beste; Zu helfen den'n er ist bereit, Die an ihn glauben feste; Er hilft aus Noth, Der fromme Gott, gefällt, Will ich ihm halten Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. stille: Mein' arme Seel' Ich Gott befehl' In meiner leßten Stunden. O frommer Gott! Sünd, Höll' und Tod Hast du mir überwunden. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben: Was mein Gott will, das mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, Denn all' mein Haar Er 4. Noch eins, Herr! will ich bitten dich, Du wirst mir's nicht versagen: Wann mich der böse Geist ansicht, Laß mich doch nicht verzaſelber hat gezählet; Er hüt't gen; Hilf, steu'r und wehr', und wacht, Stets für uns Ach Gott, mein Herr! Zu Ergebung in Gottes Willen. 379 Ehren deinem Namen. Wer währt. D'rauf sprech' ich das begehrt, Dem wird's ge- fröhlich: Amen. Albrecht, jr., Markgraf zu Brandenburg Kulmbach, 1522, Eigene Melodie. 68. 442. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; D'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn; So laß ich mir begnügen An seiner Huld Und hab' Geduld; Er wird mein Unglück wenden! Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; Er als mein Arzt und Wundermann Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreu; D'rum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist meinlicht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schre cken; Weil doch zuletzt Ich werd' ergößt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tbut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tor und Elend treiben; So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; D'rum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigaft, 1649. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 443. Wie Gott mich mir auserseh'n, Wird's mir führt, so will an keinem fehlen. Wie er ich geh'n, Ohn' alles Eigen- mich führt, so geh' ich mit, wählen; Geschiebt, was er Und folge willig, Schritt vor 380 Ergebung in Gottes Willen. Schritt, In findlichem Ver-| Sein Rath wird doch erfültrauen. len, Was er in Liebe bat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still, Und folge seinem Leiten; Obgleich im Fleisch mein Eigenwill' Will 5. Wie Gott mich führt, öfters widerstreiten. WieGott so bleib' ich treu Im Glaumich führt, bin ich bereit, In ben, Hoffen, Leiden. Steht Zeit und auch in Ewigkeit, er mit seiner Kraft mir bei, Stets seinen Schluß zu ehren. Was will mich von ihm 3. Wie Gott mich führt, scheiden? Ich fasse in Gebin ich vergnügt. Ich ruh' duld mich fest. Was Gott in seinen Händen; Wie er mir widerfahren läßt, Mus es schickt und mit mir fügt, mir zum besten dienen. Wie er's will kehr'n und 6. Wie Gott mich führt, wenden, Sei ihm hiemit so will ich geh'n. Es geb' ganz heimgestellt; Er mach's, durch Dorn und Hecken; wie es ihm wohlgefällt, Zum Von vornen läßt sich Gott Leben oder Sterben. nicht seh'n; Zulegt wird 4. Wie Gott mich führt, er's aufdecken, Wie er nach so geb' ich mich In seinen seinem Vaterrath Mich treu Vaterwillen; Scheint's der und wohl geführet hat. Dies Vernunft gleich wunderlich, sei mein Glaubensanfer. Lampertus Gedide, 1683. Eigene Melodie. 54. 444.Ser err, wie du Lieb' zu deinem Worte; Bewillst, so schic's mit mir, Im Leben und im Sterben; Allein zu dir steht mein' Begier, Laß mich, Herr! nicht verderben, Erhalt' mich nur in deiner Huld, Sonst wie ou willst, gib mir Geruld, Denn dein Will' ist der beste. büt' mich, Herr! vor falscher Lehr', Und gib mir, hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend' ab all' Ungerechtigkeit In meinem gan: zen Leben. 3. Wenn ich einmal, nach deinem Rath, Von dieser Welt soll scheiden; Verleih', 2. Zucht, Ehr' und Treu' o Herr! mir deine Gnad', verleib' mir, Derr! Und Daß es gescheb' mit Freu Ergebung in Gottes Willen. 381 den. Mein'n Leib und Seel'| selig's End' gib mir Durch befehl' ich dir O Herr! ein Jefum Chriftum; Amen. Casper Melissanber, 1540. ( Anmerkung: Aus nachstehendem Reiselied mag man auch singen, wenn man nicht auf Reisen ist, die erste, und etwa auch die dritte Abtheilung.) Eigene Melodie. 31. n allen meinen ist; Ich nehm' es wie er's giebet; Was ihm von mir beliebet, Das( selbe) hab' ich auch erfies't. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden Vor allem Ulebel schüßt; Leb' ich nach seinen Sägen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir( ewig) nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urtheil sprechen, Und( mit mir) haben noch Geduld. 445.Jn Thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der Alles fann und hat; Er muß in allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst ( darzu) geben Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine ( Vaters-) Gunft. 3. Es fann mir nichts geschehen, Als was er hat versehen, Und was mir selig fahren, Der fann mich wohl bewahren, Wie dorten so auch ( also) bier. 6. Ich zieh' in ferne Lande Zu nüßen einem Stande, Darin er mich bestellt. Sein Segen wird mich lassen, Was gut und recht ist, fassen, 3 u dienen( treulich) seiner Welt. 8. Er wird zu diesem Reisen Gewünschten Fortgang weisen, Wobi belfen hin und 7. Bin ich in wilden Wü- ber; Gesunrbeit, Heil und sten, So bin ich doch bei Leben, Zeit, Wind und WetChristen, Und Christus ift ter geben Und Alles( Alles) bei mir. Der Helfer in Ge- nach Begehr. 382 9. Sein Engel, der getreue, Macht meine Feinde scheue, Tritt zwischen mich und sie. Durch seinen Zug, een frommen, Sind wir so weit gekommen, Und wissen ( demnach) fast nicht wie. 13. Gefällt es seiner Güte, Und sagt mir mein Gemüthe Nicht was Vergeblich's zu, 10. Leg' ich mich späte So werd' ich Gott nech preinieder, Erwach' ich frühe sen, In manchen schönen wieder; Lieg' oder zieh' ich Weisen, Daheim in meiner fort; In Schwachheit und in( stillen) Nuh'. Banden, Und was mir stößt zu handen, So tröstet mich ( allzeit) sein Wort. 11. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen, Ich will ihn( männlich) überstehn. 14. Indeß wird er den Meinen Mit Segen auch erscheinen; Ihr Schuß wirt meiner sein; Wird beiderseits gewähren, Was unser Wunsch und Zähren Ihn bitten( fönnen) überein. 12. Jhm hab' ich mich ergeben, 3u sterben und zu leben So bald er mir gebeut; Vertrauen auf Gott. Bertrauen Es sei heut oder morgen; Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß die rechte( Helfers-) Zeit. 15. So sei nun, Seele. seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat; Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe,( Der) Weiß ( zu) allen Sachen Rath. Paul Flemming, 1609. auf Eigene Melodie. 66. Gott. 446. Befehl du deine 2. Dem Herren mußt du Wege, Und trauen, Wenn dir's soll wohlwas dein Herze fränkt, Der ergehn; Auf sein Werk mußt allertreusten Pflege Deß, der du schauen, Wenn dein Wert den Himmel lenkt; Der Wol- soll bestehn. Mit Sorgen fen, Luft und Winden Gibt und mit Grämen, Und mit Wege, Lauf und Bahn, Der selbst- eigner Pein, Läßt Gott wird auch Wege finden, Da bein Fuß gehen kann. ihm gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. Vertrauen auf Gott. 383 3. Dein ew'ge Treu und Herze Betrübt und traurig Gnade, Vater! weiß und macht! Bist du doch nicht sieht, Was gut sei oder Regente, Der Alles führen schare Dem sterblichen Ge- soll; Gott sigt im Regimente, blüt'; Und was cu denn er- Und führet Alles wohl. lesen, Das treibst du, starfer Held! Und bringst zumStand und Wesen, Was ceinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwe gen, An Mitteln fehlt dir's nicht. Dein Thun ist lauter Segen; Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk fann niemand hindern; Dein' Arbeit carf nicht ruh'n, Wenn eu, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willt thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hie wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; Was er ihm vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zwed und Ziel. 6. Hoff'! o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur der Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rath Das Werf hinausgeführet, Das dich befümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Troft verzieh'n, Und thun an seinem Theile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben; Und sollst du für und für, In Angst und Nöthen schweben, So frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu feinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Rind der Treue! Du haft und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg nnd Ehrenfron'; Gott gibt dir selbst 7. Auf, auf! gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was das die Palmen In deine rechte 384 Vertrauen auf Gott. Hand, Und du singst Freu- Hände, Und laß, bis in den denpsalmen, Dem, der dein Leid gewandt. Tod, Uns all'zeit deiner Pflege Und Treu empfohler 12. Mach' End', o Herr! sein, So gehen unsre Wegi mach Ende An aller unsrer Gewiß zum Himmel ein. Noth; Stärk' unsre Füß und Paul Gerharb, 1606. Eigene Melodie. 16. 447. Sollt' es gleich 6. Troß des bittern Tobisweilen des Zähnen! Troß der Welt und allen Denen, Die mit sind ohn' Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden; Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag' ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach'. scheinen, Als wenn Gott verließ' die Seinen, Ei! so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er d'rum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nöthig ist. 8. Will fie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Wenn ich nur den Himmel frieg', Hab' ich alles zur Genüg'. 9 Ich will ihr gar gerne 4. Seiner kann ich mich lassen, Was ich sonsten pfleg' getrösten, Wenn die Noth zu hassen; Sie hab' ihren am allergrößten; Er ist ge- Erdenkoth, Und laß mir nur gen mich, sein Kind, Mehr als meinen Gott. väterlich gesinnt. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wornach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er gibt wem und wenn er will.. 10. Ach, Herr! wenn ich 5. Troß dem Teufel, troß dich nur habe, Sag' ich aldem Drachen! Ich kann ihre lem andern abe. Legt man Macht verlachen; Troß dem mich gleich in das Grab, schweren Kreuzesjoch! Gott, Ach, Herr! wenn ich dich mein Vater, lebt doch noch.nur hab'! Christoph Titius, 1641, Bertrauen auf Gott. Eigene Melodie. 35. 448. Auf meinen mein Leben; Dem hab' ich mich ergeben; Ich sterb' heut' over morgen, Wird er mein' Seel' versorgen. lieben Gott Trau ich in Angst und Noth. Er fann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöthen. Mein Unglück kann er wenden. Es steht in seinen Händen. 4. O mein Herr Jesu Christ! Der so geduldig ist Für mich am Kreuz gestorben, Der mir das Heil erworben: Führ' uns alle zugleiche Zum ew'gen Himmelreiche. 2. Ob mich die Sünd' ansicht, Verzag' ich dennoch nicht; Auf Chriftum will ich bauen, Und ihm allein vertrauen; Jhm bleib' ich fest ergeben Im Tod und auch im Leben. 385 5. Amen! zu aller Stund Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wolleft uns ja leiten, Herr Christ! zu allen 3. Ob mich der Tod nimmt Zeiten, Auf daß wir deinen hin, Ist Sterben mein Ge- Namen Ewiglich preiſen; winn; Denn Christus ist Amen! S. Weingärtner, um 1600. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 47. 449.Sollt' ich mei- nähret; Der die Blumen, Kleidet nem Gott Laub und Gras nicht trauen, Der mich liebt so väterlich. Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, Mein Anliegen, meine Noth; Er steht mir bei bis zum Tod; Er weiß, was mein Herz erquict; Seine Lieb' und Vatertreu Bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all' er25 schön ohn' Unterlaß,- Der uns alles Gut's bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich' ich trachte, Wenn ich durch Gerechtigkeit Finde meines Herzens Freud', Wenn ich Geld und Gut verachte, Segnet Gott mir früh und spat, Wort und Werke, Rath und That. 5. Ei, so bleib' der antre Morgen; Das, was noch 386 Bertrauen auf Gott. zukünftig ist, Irr't mich nicht, erfreuet, Daß ich glaube ich bin ein Christ; Ich laß' festiglich, Gott mein Vater meinen Gott versorgen Alles, sorgt für mich; Der mir dieweil doch aller Zeit Seine sen Trost erneuct, Daß ich Sorge schon bereit. weiß: Gott liebet mich; Gott versorgt mich ewiglich. 6. Gott sei Lob! der mich Joh. Clearius, 1611. Mel. Valet will ich dir geben. 66. 450.3 mich, so trete nes Licht; Wenn der nicht in Gott Ehre, Mein Glanz und schömir wäre, So dürft und könnt' ich nicht Vor Gottes Augen stehen, Und vor dein strengen Siß; Ich müßte stracks vergehen, Wie Wachs in Feuership'. 5. Mein Jesus hat gelbschet, Was mit sich führt den Tod; Der ist's, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was ist roth; In ihm fann ich mich freuen, Hab' einen Heldenmuth, Darf kein Ge richte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. Gleich Alles wider mich; So oft ich ruf' und bete, Weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei; Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh', Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, Nichts 3. Der Grund, da ich nimmet mir mein Herz; Die mich gründe, Ist Christus Höll' und ihre Flammen, und sein Blut; Das machet, Die sind mir nur ein Scherz, daß ich finde, Das ew'ge Kein Urtheil mich erschrecket, wahre Gut. An mir und Rein Unheil mich betrübt, meinem Leben Ist nichts auf Weil mich mit Flügeln dedieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Ziebe werth. det Mein Heiland, der mich liebt. 4. Mein Jesus ist mein' 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Bertrauen auf Gott. 387 Sinn, Vertreibet Sorg' und Last Zu leiden und zu traSchmerzen, Nimmt allen Kummer hin; Gibt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft: Hilft mir das Abba! schreien Aus aller meiner Kraft. gen, Geräth in Hohn und Spott; Das Kreuz und alle plagen, Die sind sein täglich, Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich un8. Und wenn an meinem verzagt; Gott will ich lassen Orte Sich Furcht und sorgen, Dem ich mich zuge Schwachheit find't, So seufzt sagt; Es koste Leib und Leund spricht er Worte, Die ben, und alles, was ich hab', unausspreplich sind Mir An ihm will ich fest fleben zwar und meinem Munde, Und nimmer lassen ab. Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiebest seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch' süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh; Und wie er hab' erbauet Ein' edle neue Stadt, Da Aug' und Herze schauet, Was er geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil und Erbe Mir prächtig zu gericht't; Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht; Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchfüßet alles Leid. 13. Die Welt die mag zerbrechen, Gott steht mir ewiglich; Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen ihn und mich; Kein Hunger und fein Dürsten, Rein' Armuth, feine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein' Hind'rung sein. 14. Rein Engel, feine Freuden, Kein Thron, fein' Herrlichkeit, Rein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst und Herzeleid; Was man nur fann erdenken, Es sei flein oder groß, Der feines soll mich lenfen Aus seinem Arm und Schoos. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt 15. Mein Herze geht in Springen, Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sieht lauter und findet Ein' hohe schwere Sonnenschein. Die Sonne, 388 Vertrauen auf Gott. die mir lachet, Ift mein Herr| mich singend machet, Ift, Jesus Chrift; Das, was was im Himmel ist. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 64. 451.Von Gott will Herren Christ, Sein'n allerich nicht las- liebsten Sohn; Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel' ernähret; Lobt ihn sen, Denn er läßt nicht von mir; Führt mich auf rechter Straßen, Da ich sonst irrte in's Himmels Thron! sehr; Reichet mir seine Hand; 5. Lobt ihn mit Herz und Den Abend und den Mor- Munde, Das er uns beides gen Thut er mich wohl ver- schenkt. Das ist ein' sel'ge sorgen, Sei, wo ich woll', im Stunde, Darin man sein gedenkt; Sonst verdirbt alle Zeit, Die wir zubring'n auf Erden; Wir sollen selig werden Und bleib'n in- Ewigkeit. Land. 2. Wenn sich der Men schen Hulde Und Wohlthat all' verkehrt, So find't sich Gott gar balde; Sein' Macht und Gnad' bewährt, Hilfet aus aller Noth; Errett't von Sünd' und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenn's auch wär' der Tod. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrer stolzen Pracht, Wed'r Ehr' noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht't. Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben. Wenn wir geschlafen haben, Will uns erweden Gott. 7. Die Seel' bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoos; Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb' des Herren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels listig Art. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann mich nicht gereuen, Er wendet alles Leid; Ihm sei es beimge tellt; Mein Leib, mein' Seel', mein Leben, Sei Gott, sem Herrn ergeben; Er mach's wie's ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, Denn was mir nüßlich ist; Er meint's gut mit 8. Darum, ob ich schon uns Allen, Schenkt uns den dulde Hier Widerwärtigkeit, Vertrauen auf Gott. 389 Wie ich's auch wohl ver- hat; Sein Sohn hat Gut's schulde, Kommt doch die die Fülle Erworben und Ewigkeit, Ist aller Freuden Genad'; Und Gott der heil'ge voll; Dieselb' ohn' ein'ges Geist Im Glauben uns reEnde, Dieweil ich Christum gieret, Zum Reich des Himfenne, Mir widerfahren soll. mels führet; Ihm sei Lob, 9. Das ist des Vaters Ehr' und Preis! Wille, Der uns erschaffen Eigene Melodie. 76. 452.Warum sollt' soll All' mein Unglück enich mich den. denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben? Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben. 2. Nackene lag ich auf dem Boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem; Nackend werd' ich auch hinziehen, Wann ich werd' Von der Erd' Als ein Schatten flieben. Ludw. Helmbold, 1532. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben, Ist nicht mein; Gott allein Ist's, der mir's gegeben; Will er's wieder zu sich fehren, Nehm' er's hin; Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 5. Gott hat mich bei gu ten Tagen Oft ergößt; Sollt' ich jest Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht; Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten; Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; Dringt 8. Kann uns doch kein herein Angst und Pein, Sollt' Tod nicht tödten, Sondern ich d'rum verzagen? Der reißt Unsern Geist Aus viel es schickt, der wird es wen- tausend Nöthen; Schleußt den; Er weiß wohl, Wie er das Thor der bittern Leiden, 390 Bertrauen auf Gott. Und macht Bahn, Da man 11. Herr, mein Hirt, fann Geh'n zur Himmels- Brunn aller Freuden! Du freuden. 9. Allda will mit süßen Schäßen Ich mein Herz, Auf bist mein, Ich bin dein; Niemand kann uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein den Schmerz, Ewiglich ergö- Leben Und dein Blut, Mir gen. Hier ist kein recht Gut zu gut, In den Tod gegezu finden; Was die Welt ben. In sich hält, Muß im Huy verschwinden. 12. Du bist mein, weil ich rich fasse, Und dich 10. Was sind dieses Le- nicht, O mein Licht! Aus bens Güter? Eine Hand dem Herzen lasse. Laß Voller Sand, Kummer der mich, laß mich hingelanGemüther. Dort, dort sind gen, Da du mich, Und die edeln Gaben, Da mein ich dich, Lieblich werd' um, Hirt, Christus wird, Mich fangen. obn' Ende laben. Paul Gerhard, 1606. Eigene Melodie. 97. 453.Wer Gott ver/ darnieder: 1: Und wenn ich traut, Hat dich Nur bab' um mich, Mi: wohl gebaut Im Himmel deinem Geist und Gnaden, und auf Erden:: Wer sich So kann fürwahr Mir ganz verläßt Auf Jesum Christ, und gar Wed'r Tod noch Dem muß der Himmel wer- Teufel scharen:|: den:]: Darum auf dich All' Hoffnung ich Ganz fest und steif thu setzen: 1: Herr Jesu Christ! Mein Trost du bist In Todesnoth und Schmerzen:: 3. Dein tröst' ich mich Ganz sicherlich, Denn du fannst mir wohl geben:|: Was mir ist noth, Du treuer Gott! In dief'm und jenem Leben:: Gib wahre Reu'; Mein Herz erneu'; Errette Leib und Seele. Ach böre, Herr! Dies mein Begehr; Laß meine Bitt' nicht feh2. Und wenn's gleich wär' Dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider: 1: Den noch so bist Du, Jesu Chrift! Der sie all' schlägt len:: Nic. Selneder, 1532. Troftlieder in allerlei Anfechtung. Eigene Melodie. 36. 454.Wer nur den Heuchelei, So kommt Gott, lieben Gott eh' wir's uns verseh'n, Und läßt walten, und hoffet auf lässet uns viel Gut's geihn allezeit, Den wird er scheh'n. wunderbar erhalten In aller Noth und Traurigkeit; Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 5. Denk nicht, in deiner Drangsalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß der Gott im Schooße size, Der sich mit stetem Glücke speis't; Die Folgezeit verändert viel, Und seget Jeglichem sein Ziel. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Web und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sei roch in sich selbst vergnügt; Wie un sers Gottes Gnadenwille, Wie sein' Allwissenbeit es fügt. Gott, der uns ihm bat auserwählt, Der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 7. Sing', bet und geb' auf Gottes Wegen; Verricht' das Deine nur getreu, Und trau' des Himmels reichem 4. Er fennt die rechten Segen, So wird er bei dir Freudenstunden, Er weiß täglich neu; Denn welcher wohl, wenn es nüßlich sei; seine Zuversicht Auf Gott Wenn er uns nur hat treu feßt, den verläßt er nicht. erfunden, Und merket feine Georg Neumark, 1621. 391 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen arm und flein zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöh'n, bald stürzen fann. Troftlieder in allerlei Anfechtung. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 453. Gott weiß es zu machen, Als der nichts Alles wohl Böses je gethan! Wer nur 392 Troftlieder in allerlei Anfechtung. sein Weinen und sein Lachen kann: Was Gott thut, das Nach Gottes Fügung fügen ist wohlgethan. kann, Der hält im Glück 4. Ergößen mich zuweilen und Unglück still, Und will Freuden, Und siz' ich ihnen was Gottes Wille will. als im Schooß; So scharet 2. Kann doch kein Unfall nicht hinwieder Leiden, Es mir begegnen, Es sei denn würde sonst der Muth zu Gottes Will' dabei; Auch groß; Denn so prüft Gottes fann mich Niemand anders Prüfestein, Was recht besegnen, Als meines Schö- währte Christen sein. pfers Vatertreu; So sei es helle oder trüb', Wie's Gott geliebt, ist mir's auch lieb. 5. D'rum wünsch' ich mir, im Kreuz und Glücke, Geduld und Demuth jederzeit 3. Ich zähle ja wohl tau- Womit ich mich gehorsamst send Proben Von meines schicke Zu wahrer GottgelafSchöpfers Gütigkeit, Die ich senheit; Und achte weder nicht alle weiß zu loben In Wohl noch Weh, Wenn ich meiner Unvollkommenheit; bei Gott in Gnaden steh'. Daraus ich sicher schließen Breslauer Gesangbuch, 1745. Herz und singe. 4. meinen, Wenn du uns läsfest weinen; Die schweren Kreuzestriebe Sind Schläge treuer Liebe. Mel. Wach auf mein 456.Du kannst's nicht böse meinen, Mein Jesu, mit den Deinen; Du Brunnquell aller Güte, Du treuestes Gemütbe. 2. Du fannst's nicht böse meinen, Du, Herr! verlässest Reinen; Dein Wort läßt Alle hoffen, Dein Herz steht Allen offen. 3. Du kannst's nicht böse meinen, Wenn du das Glück läß't scheinen; Du willst alsbann mit Segen Zur Buße uns bewegen. 4. Du fannft's nicht böse 5. Du kannst's nicht böse meinen, Und züchtigest vie Deinen, Damit sie in den Wehen Als reines Gold bestehen. 6. Du kannst's nicht böse meinen, Das kann fein Mensch verneinen; Die milde Vatertreue Ist alle Morgen neue. 7. Wohlan! d'rauf will ich's wagen, Mich nicht mit Sorgen plagen; Ich babe Troftlieder in allerlei Anfechtung. g'nug am Einen: Gott kann's nicht böse meinen. 8. Das will ich stets bedenken; Es soll mein Leben lenfen, Mich recht mit Gott vereinen, Der's nicht fann böse meinen. 9. Es ist mein Licht im Leide, Mein Wahlspruch, 393 meine Freude; Es tröst't in Mark und Beinen: Gott fann's nicht böse meinen. 10. Herr! laß dein treues Meinen Mir stets im Herzen scheinen; Erhalt' mich bei dem Einen: Du kannst's nicht böse meinen. Valentin Ernst Löscher, 1673. Mel. Christus, der uns selig macht. 75. 457.Schwing dich auf liegst versenkt In der Höllen Flammen! zu deinem Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermuths böhle? Merfst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 4. Hab' ich was nicht recht gethan, Ist's mir leid von Herzen; Dahingegen nehm' ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist die Rantion Meiner Missethaten; Bring' ich dies vor Gottes Thron, Ist mir wohl gerathen. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone; Sein Verdienst mein Eigenthum, Da ich frei in wohne; Als in einem festen Schloß, Das kein Feind kann fällen, Bräch' er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneuerst du den Stich, Machst mir Angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin, durch's Leiden Meines Heilands, dir entzückt In den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd'gen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urtheil über mir Jch bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt And're zu verdam6. Stürme, Teufel und du Tod! Was könnt ihr mir schaden? Dedt mich doch in meiner Noth Gott mit ſeiner Gnaden; Der Gott, der mir men? Der du selbst doch seinen Sohn Selbst verehrt 394 Trostlieder in allerlei Anfechtung. aus Liebe, Daß der ew'ge 11. Was sind der ProSpott und Hohn Mich nicht pheten Wort' Und Apostel dort betrübe. Schreiben, Als ein Licht am 7. Schreie, tolle Welt! es dunkeln Ort; Fackeln, die sei Mir Gott nicht gewogen; vertreiben Meines Herzens Es sei lauter Täuscherei Und Finsterniß, Und in Glauim Grund erlogen. Wäre benssachen Das Gewissen mir Gott gram und feind, fein gewiß und recht grundWürd' er seine Gaben, Die fest machen. mein eigen worden sind, Wohl behalten haben. 8. Denn, was ist im Himmelszelt, Was im tiefen Meere, Was ist Gutes in der Welt, Das nicht mir gut wäre? Wem brennt denn das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? dient es nicht Mir in meinem Leben? 12. Nun, auf diesen heil'gen Grund Bau ich mein Gemüthe, Sehe, wie der Höllenhund Zwar dawider wüthe; Gleichwohl muß er lassen steh'n, Was Gott aufgerichtet, Aber schändlich muß vergeh'n, Was er selber dichtet. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein; Wer ist, der uns 9. Weme wird das Erd- schade? Dringt das liebe reich naß Von dem Thau Kreuz herein Mit dem bitund Regen? Weme grünet tern Leide; Laß es dringen, Laub und Gras? Weme kommt es doch Von geliebten fällt der Segen? Berg und Händen; Bricht, und kriegt Thale, Feld und Wald? geschwind ein Loch, Wenn Wahrlich mir zur Freude, es Gott will wenden. Daß ich meinen Aufenthalt Hab' und Lebensweide. 10. Meine Seele lebt in mir Durch die süßen Lebren, Die die Christen mit Begier Alle Tage bören. Gott eröffnet früh und spat Meinen Geist und Sinnen, Daß sie seines Geistes Gnad' In fich ziehen können. 14. Kinder, die der Vater soll Zieh'n zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich flieben, Wenn er mich von meiner Sünd' Auf was Gut's will ziehen? 15. Es ist herzlich gut Trostlieder in allerlei Anfechtung. 395 gemeint Mit der Christen zeit, Da sie Garben machen; Plagen. Wer hier zeitlich Da wird all' ihr Gram und wohl geweint, Darf nicht leid Lauter Freud' und Laewig klagen; Sondern hat chen. vollkommen Lust Dort in Christi Garten, Dem er einig recht bewußt Endlich zu gewarten. 16. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es fommt die Ernte17. Ei so faß, o Christenberz! Alle deine Schmerzen; Wirf sie fröhlich hinterwärts; Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr'; Er wird helfen! Amen. Paul Gerhard, 1606. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 68. 458. Gott lebt! wie Schmerz Ganz offenbar erfann ich trau- scheinen. Kein Thränlein fehlt; Das er nicht zählt Und in's Register seßet, Bis er rig sein, Als wär' fein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, Die ich uns d'rauf ergößet. hier muß empfinden; Er fennt mein Herz Und meinen Schmerz; So darf ich nicht verzagen, Und ihm nur Alles flagen. 2. Gott hört! wenn Niemand hören will; Was will der Feind denn sprechen, Als würde meiner Seufzer Ziel Nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die Hülfe nieder, Und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! wie flaget denn mein Herz, Als seh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste 4. Gott führt! So geh' ich immer fort Auf allen meinen Wegen; Und wenn die Welt durch List und Mord Will ihre Stricke legen, So pflegt er zwar mich wunderbar, Doch selig auch, zu führen, Daß mich kein Fall fann rühren. 5. Gott gibt! und wär' ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mich denn mein steter Harm, Als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brod, Und wenn die Noth Uns nach der Wüsten weiset, Doch werden wir gespeisei. 396 Hoffnung und himmlischer Sinn. 6. Gott lebt! wohlan!| nicht klagen; Gott gibt und ich merke das; Gott bört! liebt. Nur unbetrübt! Er ich will's ihm sagen; Gott wird mir endlich geben Auch sieht! er hat ein Thränen dort mit ihm zu leben. maß; Gott führt! ich darf Benj. Schmolke, 1672. Hoffnung und himmlischer Sinn. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 3. Ich will dafür ein 459. hoff auf dich in allen Opfer bringen; Mein froNöthen, Mein Gott! weil bes Herz ist der Altar; du so gnädig bist; Ich weiß, Ich will von reiner Güte daß du mich nicht wirst töd- singen; Ich opf're mich dir ten, Obgleich mein Herz voll ganz und gar; Gebet und Jammers ist. Bricht gleich Seufzer steigen auf; Du der Trübsal Macht herein, sendest Trost und Hülfe Willst du doch meine Sonne d'rauf. sein. 4. Ich rühme deine Güt' 2. Bisweilen stehst du und Treue, Taß du zwar von ferne, Wenn mich wohl an mir gethan; Gib, das Kreuz am härtsten drückt; daß ich stets in dir mich Doch hilfst du mir von Her- freue, Und nimm dich meizen gerne, Ich werde bald ner ferner an. Getreuer darauf erquickt; Du bist Gott, erhöre mich, Mein allein mein Helfersmann, Herze hofft allein auf Wenn mich sonst Niemand dich! retten kann. Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 460.immelan geht immelan geht 2. Himmelan schwing dich, uns're Bahn; mein Geist! Denn du bist Wir sind Gäste nur auf Er- ein himmlisch Wesen, Und den, Bis wir dort zum Ca- du kannst, was irdisch heißt, naan, Durch die Wüste kom- Nicht zu deinem Zweck erlemen werden. Hier ist unser sen. Ein von Gott erleucht'Pilgrimstand; Droben unser ter Sinn Kehrt zu seinem Baterland. Ursprung hin. Doffnung und bhimmlischer Sinn. 3. Himmelan! ruft er mir zu In des heil'gen Wortes Lehren; Das weist mir den Ort der Rub', Dem ich einst foll angehören. Wähl' ich ries zur Leuchte mir, Hab' ich schon den Himmel hier. 397 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimatb führen, Da ich, über alle Noth, Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt lleber Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen ich in dem Himmel bin. Glanz und Schein! 6. Himmelan, nur Himmelan! Das soll meine Loosung bleiben! Ich will allen eiteln Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan nur stel)' mein Sinn, Bis Benj. Schmolle, 1672. Eigene Melodie. 66. 461.Valet will ich Kreuz allein Funfelt allzeit dir geben, Du und Stunde; D'rauf fann arge falsche Welt! Dein ich fröhlich sein. Erschein mir sündlich böses Leben Durch in dem Bilde, Zu Trost in aus mir nicht gefällt. Im meiner Noth, Wie du, Herr Himmel ist gut wohnen; Christ! so milde Dich haft Hinauf steht mein Begier; geblut't zu Tod. Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allbier. 4. Verbirg mein' Seel' aus Gnaden In deine off'ne Seit'; Rüd sie aus allem 2. Rath mir nach deinem Schaden Zu deiner HerrlichHerzen, O Jesu, Gottes feit. Der ist wohl hier geweSohn! Soll ich ja dulden sen, Der kommt in's HimSchmerzen, Hilf mir, Herr melsschloß; Der ist ewig geChrist! davon; Verkürz' mir nesen, Der bleibt in deinem alles Leiden, Stärf meinen Schooß. blöden Muth; Laß selig mich abscheiden; Seg' mich in dein Erbgut. 5. Schreib' meinen Nam'n auf's beste In's Buch des Lebens ein, Und bind' mein' 3. In meines Herzens Seel' fein feste In's schöne Grunde Dein Nam' und Bündelein Der'r, die im 398 Seelenrube und göttlicher Friede. Himmel grünen Und vor dir] rühmen, Daß dein Herz leben frei; So will ich ewig treue sei. Balerius Herberger, 1562. Seelenruhe und göttlicher Friede. Eigene Melodie. 95. 462.Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen! Wenn ich in deiner Liebe rub'. Ich steige aus der Schwermuthsböhlen, Und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht res Traurens scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden! Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Rub' und Lust? 3. Will mich des Moses Eifer drücken, Blißt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf' und Hölle meinem Rücken, So steig' ich gläubig in die Höh', Und flieh' in deiner Seiten Wunden; Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich fein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil; wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 2. Die Welt mag meine 4. Führst du mich in die Feindin heißen; Es sei also, Kreuzeswüsten, Ich folg' ich trau' ihr nicht, Wenn sie und lehne mich auf dich; mir gleich will Lieb' erwei- Du nähreft aus der Wolken sen, Bei einem freundlichen Brüsten Und labest aus Besicht. In dir vergnügt dem Felsen mich; Ich traue sich meine Seele; Du bist deinen Wunderwegen, Sie mein Freund, den ich er- enden sich in Lieb' und Sewähle; Du bleibst mein gen. Genug, wenn ich dich Freund, wenn Freundschaft bei mir hab'! Ich weiß, wen weicht. Der Welt Haß fann du willst herrlich zieren Und mich doch nicht fällen, Weil, über Sonn' und Sternen in den stärksten Unglückswel- führen, Den führest du zuvor len, Mir deine Treu' den hinab. Anter reicht. 5. Der Tod mag andern Seelenruhe und göttlicher Friere. 399 düster scheinen; Mir nicht, wohl, wenn ich mich lehn' weil Seele, Herz und Muth auf rich! Mich fann Welt, In dir, der du verläsfest Kei- Noth und Tod nicht quälen, nen, allerliebstes Leben! Weil du, mein Gott! verruht. Wen kann des Weges gnügest mich. Laß solche Ruh' End' erschrecken, Wenn er in dem Gemüthe, Nach reiaus mördervollen Hecken Ge- ner unumschränkten Güte, langet in die Sicherheit? Des Himmels süßen VorMein Licht! so will ich auch schmack sein. Weg, Welt! mit Freuden Aus dieser fin- mit allen Schmeicheleien; stern Wildniß scheiden, Zu Nichts kann, als Jesus, mich deiner Rub' der Ewigkeit. erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Değler, 1660. 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, So Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 463.Meine Seele Schöpfer zu; Meine Seele sucht nur Ruh'. senfet sich Hin in Gottes Herz und 4. Meine Seele grämt Hände, Und erwartet, ruhig sich nicht, Liebt hingegen lich, Seiner Wege Ziel und Gott im Leiden; Kummer, Ende; Lieget still und wil- der das Herze bricht, Trifft lenlos In des liebsten Vaters Schooß. und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, Bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöthen; Hängt an Gottes Angesicht Auch alsdann, wenn er will tödten Wo sich Fleisch und Blur beflagt, Wird der Freudengeist verjagt. 3. Meine Seele sorget nicht; Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spißen Dornen sticht Und 6. Meine Seel' ift ftill den Frieden nur fann frän- zu Gott, Und die Zunge ten. Sorgen kommt dem bleibt gebunden! Also hab' 2. Meine Seele murret nicht; Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eig'ne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 400 Seelenrube und göttlicher Friede. ich allen Spott, Alle Schmer- wie ein stilles Meer, Voll zen überwunden; Bin, gleich von Gottes Preis und Ehr'. Joh. Jof. Winkler, 1670. Mel. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. 16. 4. Aber deine Rub' ist 464.Jesu, Ruhe meiner Seelen! süße, Und so bald ich sie geLaß mich deine Ruh' erwäh- nieße, Weicht aus meinem len, Wenn die Missethat ihr trüben Sinn Unruh, Last Spiel In der Unrub' zeigen und Unmuth hin. will; 5. Nun, so fomme denn, mein Leben! Deinen Frieden wollst du geben; Laf mich nicht in steter Pein Und Gewissensunruh' sein. 6. 2. Denn du bleibest mein Ergößen, Und ich kann mich selig schäßen, Wenn mein Geist in deinem Blut Und in deinen Wunden ruht. Führ', ach! führe meine Seele Hin in deine Seitenhöhle, Und bereite mir die Ruh' In dem ew'gen Le3. Auf der Welt ist alles bitter, Und bei stetem Ungewitter Wird der Menschen Ruh' und Rast Eine cent- ben zu. nerschwere Last. den. Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest bier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wirb vor seinem Stuble weiden; Wirf hin die Last und eil' berzu. Bald ist der schwere Kampf geendet; Bald ist der saure Lauf vollendet; So gehst du ein zu deiner Rub. 2. Gott bat dir diese Rub L. A. Gotter, 1661. Eigene Melodie 95. 465. Es ist noch eine erkoren, Die Ruh, die nie Ruh' vorhan- ein Ende nimmt. Eh' noch ein Menschenkind geboren, Hat sie die Lieb' uns schon bestimmt. Das Lämmlein wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen! Versäumet nicht, heut' noch zu kommen, Zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So fommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt! Eilt. Seelenruhe und göttlicher Friede. 401 eilt aus euren Kummerhöh-| wird das Lämmlein, das wir len! Geht nicht mehr frumm seh'n, lns aus dem Lebensund sehr gebückt. Ihr habt brunn erfrischen, Die Thrädes Tages Last getragen; nen von den Augen wischen; Dafür läßt euch das Lämm- Wer weiß, was sonst noch lein sagen: Ich will selbst soll gescheh'n! eure Ruhe sein. Ihr seid sein Volf, gezeugt von Oben, Ob Sünde, Welt und Teufel toben; Seid nur getrost und gehet ein. 6. Kein Durst und Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Das Lamm 4. Was mag wohl einen ist seinem Volke nah; Es Kranten laben? Was stärkt will selbst unter ihnen woheen müden Wandersmann? nen, Und ihre Treue wohl Wo jener nur ein Bettlein belohnen Mit Licht und haben, Und sanft auf solchem Trost, mit Ehr' und Preis. ruhen fann; Wenn dieser Es werden die Gebeine grüsich darf niederseßen, An nen; Der große Sabbath ist einem frischen Brunn ergő- erschienen, Da man von feiBen: So sind sie beide höchst ner Arbeit weiß. vergnügt. Doch dieß sind 7. Da ruhen wir und furze Ruhestunden. Es ist sind in Frieden, Und leben noch eine Ruh' erfunden, ewig sorgenlos. Ach, fasset Wo man in Christi Armen dieses Wort, ihr Müden! liegt. Legt euch dem Lamm in sei5. Da wird man Freu- nen Schooß. Ach Flügel her! dengarben bringen, Denn wir müssen eilen, llnd uns unsre Thränensaat ist aus. nicht länger hier verweilen; O welch ein Jubel wird er- Dort wartet schon die frohe flingen, Welch Danflied füllt Schaar. Fahr' hin, mein des Vaters Haus! Schmerz, Geist! zum Jubiliren, UmSeufzen, Leid, Tod und der- gürte dich zum Triumphiren! gleichen Muß flieh'n Auf! auf! es kommt das ewig von uns weichen. Es Ruhejahr. 26 Joh. Sigmund Kunth, 1700. 402 Gottseligkeit. Gottfeligkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 466.Gottfeligkeit ist 4. Gottseligkeit ist kein fein Gewerbe; Geschäfte Des angebornen Das wissen wir aus Gottes Eigenthums; Gott gibt ihr Wort. Sie bleibt bei'm rech- neue Geisteskräfte; Sie sagt ten Theil und Erbe, Und nicht, so will ich! ich bins! weiset alles Andre fort; Sie Das macht, sie träget fremde ist dem reinen Worte hold, Und Bürd' Und Allen gerne Alles liebt es für das beste Gold. wird. 2. Gottseligkeit ist kein Gepränge; Sie suchet nicht der Menschen Preis, Den großen Schein, des Beifalls Menge; Sie thut nicht übrig fromm und weis'; Ihr Trost ist der: Gott sieht hinein In's Herz und in's Schlaffämmerlein. 5. Gottseligkeit ist feine Sache, Die von dem Trauergeist herrührt; Sie ist getrost, hält gute Wache, Daß man die Traurigkeit nicht spürt; Weil sie der Freudengott erfüllt, So siegt sie über Tod und Welt. 6. Gottseligkeit ist eine Krone, Die hier der wahre Glaube schafft. Ach Gott! gib mir, in deinem Sohne, Durch deinen Geist die rechte Kraft, Daß ich erlange, nach der Zeit, Die Krone der Ge3. Gottseligkeit macht keine Secte; Sie bleibet bei der wahren Lehr'; Und wenn sich alle Welt befleckte, So geht sie rein im Glauben her. Bei Christi Leib, so arm er sei, Hält sie beständig und rechtigkeit. getreu. V. E. Löscher, 1673. Eigene Melodie. 95. 467. Baterherz, o Kind regieren; So geh nun Licht und Le- mit mir aus und ein, Und ben, treuer Hirt', Imma- leite mich in allen Tritten. nuel! Dir bin ich einmal Ich geb', erhör' o Herr! übergeben! Dir, dir gehöret mein Bitten, Für mich nicht Leib und Seel'. Ich will einen Schritt allein. mich nicht mehr selber führen; Du Bater! sollst dein 2. Was fann dein schwaches Kind vollbringen? Ohn' Gottseligkeit. dich weiß ich ja keinen Rath. D'rum sei, in groß- und kleinen Dingen, Mir all'zeit selber Rath und That. Du willst dich meiner selbst nicht schämen; Und wollt' ich dich zu Allem nehmen, So willst du mir auch Alles sein. D'rum wohl! du sollst, in allen Sachen, Den Anfang und das Ende machen; So stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich; wie kann ich gleiten? Dein Wort muß ewig feste steh'n; Das spricht, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir geh'n. Ja, deine Güt' und dein Erbarmen Soll mich mit Batertreu umarmen. D'rum gib, daß ich recht findlich sei; In Vem gläubig zu dir flehe, Und stets auf deinen Willen sehe; So spür' ich täglich neue Treu. 4. Damit sich nun mein Glaube stärke, So gib, daß ich auf deine Treu' Und Weisheit auch im fleinsten merke; Dich liebe, lob' und ruhig sei, Und dich in Allem walten lasse, Stets Ordnung halte, dich umfasse; Sonst fall ich, ja sonst lauf' ich an. Laß mich in dir gelassen bleiben, Und Alles dir, mir 403 nichts zuschreiben. Was du nur thust ist wohlgethan. 5. Du weißt allein die besten Weiden, Und was mir schädlich oder gut; D'rum laß dein Schäflein alles meiden, Was meiner Seele Schaden thut. Ach laß mich niemals von dir irren, Mich durch Zerstreuung nie verwirren; Es blende mich kein falscher Schein. Hab' Acht auf mich an allen Enden, Und trage mich auf deinen Händen; So geh' ich sicher aus und ein. 6. Laß deinen Geist mich täglich treiben Zum Wachen, Ringen, Seufzen, Schrei'n; Laß mir rein Wort im Herzen bleiben, Und in mir Geist und Leben sein; Laß mich, nach deinem Wohlgefallen, In heil'ger Ehrfurcht vor dir wallen; Zeuch mein Herz völlig zu dir hin. Gib Geist und Kraft, durch heilig Leben, Dir Ehre, Lieb und Furcht zu geben; Hüt' mich vor lauem, faltem Sinn. 7. Of daß ich mich in nichts verweilte, Was mir hie Zeit und Kraft verzehrt. O! daß ich stets zum Himmel eilte! Mein Held! umgürte du dein Schwert, Und brich durch alle Hindernisse; 404 Gottseligkeit. Ja, laß nach deinem Wort| Daß ich hinfort mein ganz die Füße Hinfort gewisse Beginnen Nur dir zu Lieb' Tritte thun. Laß mich, in und Lobe führ'. allen meinen Werken, Auf deinen Winf und Willen merken, Und nie in eig'nem Willen rub'n. 10. Dir, Jefu! sehn ich mich zu leben, Der du mein Herr und Bräut'gam bist; Ach laß mich dir nie widerstreben! Was dir in mir entgegen ist, Das stelle bald vor mein Gewissen. Laß mich von feiner Bosheit wissen; Vertilge, was nicht lauter beißt! Laß rein Gebot mein Manna werden, Und füll' uns, Jesu! deine Heerden, Herzen liegen, Als deines Mit einer Lieb' und großen Namens Ruhm. Der ſei allein mein Ziel auf Erden; Dies laß mir nie ver rücket werden, So bleib' ich, Herr! dein Eigenthum. 8. Mach' mein Herz einmal treu und stille, Daß ich dir immer folgen fann. Nur dein, nur dein vollkomm'ner Wille Sei mir stets Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts, ohne dich, vergnügen; Laß mir nichts mehr am einem Geist. 11. So lob' und lieb' ich in der Stille, Und ruh' als Kind in deinem Schooß. Das Schäflein trinft aus 9. Laß deinen Geist mir deiner Fülle; Die Braut klärlich weisen, Daß mir dein steht aller Sorgen los. Sie Sohn geschenket ist. Laß mich sorget nur allein, in Allen in ihm dich, Vater! preisen, Dir, ihrem Bräut'gam, zu Wie du die Liebe selber bist. gefallen; Sie schmückt und Ach! offenbar' mir deine hält sich dir bereit. Ach, heil'Liebe, Und wirke doch die ge dir all' meine Sinnen, heißen Triebe Der reinen Und zeuch mich, zeuch mich Gegenlieb' in mir; Hiemit bald von hinnen Zu dir, o erfülle Herz und Sinnen, Glanz der Ewigkeit! C. G. Bogatty, 1690. Gläubiges Andenken an den Tod. IV. Von den letzten Dingen. MA 403 Gläubiges Andenken an den Tod, und Bitten um ein seliges Ende. finder! Auch an euren Todestag. Denket doch, ihr frechen Sünder! An den legten Glockenschlag. Heute sind wir frisch und stark, Morgen füllen wir den Sarg; Und die Ehre, die wir haben, Wird zugleich mit uns begraben. 2. Langes Leben, große Sünde; Große Sünde, schwerer Tod! O d'rum den fet an das Ende; Denfet an die Todesnoth! Selig! wer bei guter Zeit Sich auf seinen Tod bereit't, Und, so oft die Glocke schläget, Seines Lebens Ziel erwäget. 3. Jegund ist der Tag des Heiles Und die ange nehme Zeit; Aber, leider meistentheiles Lebt die Welt in Sicherheit. Täglich ruft der treue Gott; Doch die Welt treibt ihren Spott. Ach! die Stunde wird verfließen, Und Gott wird den Himmel schließen. 4. Da wird Mancher erst nach Dele Bei des Bräut'Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 468.Denket doch, ihr gams Ankunft gehn; Und Menschen da wird die arme Seele Vor der Thüre müssen steh'n. Darum haltet euch bereit, Füllt die Lampen in der Zeit; Sonst erschallt das Lied vom Ende: Weicht von mir, ihr Höllenbrände! 5. Nach Verfließung dieses Lebens Hält Gott feine Gnadenwahl, Jener Reiche rief vergebens In der Pein und in der Qual! Fremdes Bitten hilft euch nicht; Und wer weiß, ob's auch geschicht? Also fallt, in wahrer Buße, Heute noch Gott selbst zu Fuße. 6. Stündlich sprecht: in deine Hände, Herr! befehl' ich meinen Geist! Daß euch nicht ein schnelles Ende Unverhofft von hinnen reißt. Selig, wer sein Haus bestellt! Gott fommt oft unangemeld't; Und des Menschensohn erscheinet Zu der Zeit, da man's nicht meinet. 7. Sammelt euch durch wabren Glauben Einen Shazz. der ewig währt; 406 Gläubiges Andenken an den Tod 2. Welchen euch fein Dieb kann| gen, Sparet das Gebete rauben, und den auch kein nicht; Neßt mit Thränen Rost verzehrt. Nichts ist eure Wangen, Glaubt auch Ehre, nichts ist Geld, Nichts fest, daß es geschicht. Rufet ist Wollust, nichts ist Welt! Jesu Christo nach, Wie er Alles Trachten, alles Dich- dort am Kreuze sprach: Vaten Muß man auf die Seele ter! nimm, an meinem Ende, richten. Meine Seel' in deine Hände. Joh. Hübner, 1668. 8. Diese Gnade zu erlanMel. Valet will ich dir geben. 66. 4. Bedenke, Mensch, das Mensch, das Ende! Bedenke stets die Zeit, Ende! Bedenke deinen Tod! Daß dich ja nichts abwende Der Tod kommt oft behende. Von jener Herrlichkeit! DaDer heute frisch und roth, mit vor Gottes Throne Die Kann morgen und geschwin- Seele wird verpflegt. Dort der Hinweg gestorben sein; ist die Lebenskrone Den D'rum bilde dir, o Sünder! Frommen beigelegt. Dein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; Hier muß ein Jeder d'ran, Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 5. Herr! lebre mich bedenken Der Zeiten legte Zeit; Daß sich nach dir zu lenken Mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten, Und deinen Richterstuhl; Laß mich auch nicht verachten Der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott! daß ich in 3. Bedenke, Mensch, das Zeiten Auf meinen letzten Ende! Der Höllen Angst und Tag, Mit Buße mich bereiLeid! Daß dich nicht Satan ten Und täglich sterben mag. blende Mit seiner Eitelkeit. Im Tod und vor Gerichte Hier ist ein kurzes Freuen; Steh' mir, o Jesu! bei, Daß Dort aber ewiglich Ein kläg- ich im Himmelslichte Zu lich Jammerschreien. Ach, wohnen würdig sei. Sünder, hüte dich! S. Liscovius, 1640. 469.Bedente, Gläubiges Andenken an den Tod zc. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 470. Ach, Herr! lehre den aus der Welt; Da die mich becenfen, Sicherheit hingegen Ewig Sterben kann erregen. 5. Predigen doch meine Glieder Täglich von der Sterblichkeit; Leg' ich mid zur Ruhe nieder, Zeigt sich mir das Leichenkleid; Denn der Schlaf stellt für und für Seinen Bruder Tod mir für; Ja, das Bette will mir sagen: So wird man in's Grab getragen. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen; Enelich läuft der Zeiger aus; Also muß ich wohl bekennen, Daß ich 6. D'rum, mein Gott! dieses Leimenhaus Endlich lehr' mich bedenken, Daß ich auch gesegnen muß; Denn niemals sicher bin. Will die es ist der alte Schluß: Men- Welt mich anders lenken, schen, als des Todes Erben, Ach, so schreib' in meinen Müssen auch im Tode ster- Sinn: Du mußt sterben, ben. Menschenfind! Daß mir alle 407 Daß ich einmal sterben muß; Lehre mich die Sinnen lenfen Auf den legten Lebensſchluß. Stelle mir mein Ende für, Und erwecke die Begier, Mich noch bei gesunden Zeiten Auf das Grab wohl zu bereiten. 7. Laß mich 3. Wenn wir faum gebo- Lust zerrinnt, Die mir sonst, ren werden, Ist, vom ersten in allen Sachen, Kann den Lebenstritt, Bis in's fühle Tod geringer machen. Grab der Erden nur ein nicht die furzgemess'ner Schritt. Ach! Buße sparen Bis die Krankein jeder Augenblick Geht heit mich ergreift; Sondern mit uns'rer Kraft zurück, bei gesunden Jahren, Ehe Und wir sind in jedem Jahre sich die Sünde häuft, Laß Allzureif zur Todtenbahre. mich täglich Buße thun, Daß das allerleßte Nun Mich befreit von aller Sünde, Und 4. Und wer weiß, in welcher Stunde Uns die legte Stimme wedt! Denn Gott mit dir versöhnet finde. bat's mit seinem Munde 8. Nun, mein Gott! bu Keinem Menschen noch ent- wirft es machen, Daß ich deckt. Wer sein Haus nun fröhlich sterben kann. Ich wohl bestellt, Geht mit Freu- befehl' bir meine Sachen; 408 Gläubiges Andenken an den Tod. Nimm dich meiner Seele zu gut; Daß mein leßtes an! Deines Sohnes theures Wort auf Erden, Jeſus! Blut Komme mir alsdann Jesus! möge werden. Benj. Schmolke, 1672. 471.Jie Fuß im angegangen! Wer weiß, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. steh' 3. Wie Mancher ist vors wann ich ihm folgen muß? Der Tod gibt oft den frischen Wangen Ganz unverhofft den falten Kuß. D'rum weg, mein Herz! mit eitler Luft: Gedenke, daß du sterben mußt! Grabe; Es ist um einen Schritt gethan, So leg' ich meine Hütte abe, Die nichts als Schwachheit heißen kann. D'rum sei mir stets das Wort bewußt: Gedenke, daß du sterben mußt! 2. Dem Menschen ist ein Ziel gefeßet, Und da wird auch nichts And'res d'raus. Wenn man am sichersten sich schäßet, So ist der Lebenszeiger aus. D'rum schreib' ich stets in meine Brust: Gedenke, daß du sterben mußt! 4. Woblan! so will ich täglich sterben, Daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben, und macht ihm diesen festen Schluß: O Mensch! in Allem, was du thust, Bedenke, daß du sterben mußt! Benj. Schmolke, 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 472.Mein Gott! ich hin. Wie bald zerbricht doch weiß wohl, eine Scherbe? Die Blume kann gar leicht verblüh'n! D'rum mache mich nur stets bereit, Hier, in der Zeit, zur Ewigkeit. 3. Mein Gott! ich weiß nicht wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel' Wege bält: Dem Einen wird das Scheiden herbe, Wenn sonst ein Und'rer sanfte fällt! Doch. daß ich sterbe; Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier fein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht; D'rum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht ſelig sterben kann. 2. Mein Gott! ich weiß nicht wann ich sterbe; Rein Augenblick gebt sicher Gläubiges Andenken an den Tod x. wie du willst, gib nur dabei, Daß ich getroft im Tode ſei. 4. Mein Gott! ich weiß nicht wo ich sterbe, llnd welcher Sand mein Grab bedeckt; Doch, wenn ich die ses nur ererbe, Daß deine Hand mich auferwedt, So nehm' ich gern mein RäumMel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 473. Weil nichts gemeiner ist als Sterben, Und bald vielleicht die Reih' an mir, So will ich mich bei Zeit bewerben Um ein recht selig Sterben hier. Ich will erst sterben, eh' ich sterb', Daß ich im Tode nicht verderb'. 2. Weil aber dies ist eine Sache, Die nicht in Menschenkräften steht. So weiß ich, wie ich's flüglich mache, Daß mein Vorhaben doch fortgeht: Ich lauf gerade zu dem Mann, Der zum Wohlsterben helfen kann. 409 lein ein; Die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott! wenn ich ja sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir, Den ich mit Christi Blute färbe. Hab' ich nur Jesum stets bei mir, So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolle, 1672. 3. Das ist mein Jesus, der sein Leben Für meines hat geopfert auf, Mir sein Verdienst zum Trost gegeben, Sein Blut zu meiner Seelen Rauf, Und mir durch seine Todesnoth Erworben einen sel'gen Tod. 4. Ach, liebster Schaß! gedenk doch meiner, Und halte bei mir redlich aus; Laß allzeit mich genießen deiner, Und reiß aus aller Noth mich' raus! Denn ich will hab'n, in diesem Nun, Mit Niemand als mit dir zu thun. 5. Laß mich absterben meinen Sünden Durch stete Reu' und wahre Buß', Im Glauben mich mit dir verbinden Und lernen, daß ich sterben muß! Damit ich mich all' Augenblick zu einem sel'gen Sterben schick. 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, Herr! meine Seel', dein Eigenthum. Das Deine mag ich nicht entwenden; Es bleibet dein zu deinem Ruhm. Gib du nur selber Achtung d'rauf; Herr Jeſu! meinen Geift nimm auf. 7. Bereite mich von Aus 410 und Innen, Wie du mich selber haben willt; Den Glauben mehr', stärf'meineSinnen, Und sei für mich stets Sonn' und Schild; Die Sünde tilg', dem Satan wehr', Und zeig' dich mir mit deinem Heer. Gläubiges Andenken an den Tod zc. 8. Ich bitt' mir aus dein' heil'ge Wunden Zur Ruh', dein Wort zur Arzenei, Dein's Leidens Kraft zur leßten Stunden, Das Vaterherz, des Trösters Treu', Dein Blut zur Kron' und Sterbefleid, Dein treues Herze zum Geleit'. 9. Auf diese Weise mag ich sterben, In kurzem oder über lang; Mir ist, als einem Himmelserben Und Gottesfinde, gar nicht bang'. Die Gotteslieb', ras Jesusblut, Macht's schon mit meinem Ende gut. Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 474.Wer weiß, wie Wunden senken, Und ja nicht nahe mir sparen meine Buß'. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, und sage frisch in allen Fällen: Herr! wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach' mir stets Zuder- süß' den Himmel Und Gallen- bitter diese Welt; Gib, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit, ſei vorgestellt. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater! bed' all' mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod! Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb', auf dieser Erden, Leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr! lebr' mich stets mein End' bedenken, Und, wenn ich einstens sterben muß, Die Seel' in Jesu 4 Gläubiges Andenken an den Tod zc. meine Sünde Mit dem Ver-| Hat mich zum Kind genomdienste Christi zu, Daran ich men auf. Mein Gott! ich mich fest gläubig winde; bitt' durch Christi Blut, Das gibt mir recht' er- Mach's nur mit meinem wünschte Ruh'. Mein Gott! Ende gut! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Hab' ich mir recht und wohl gebett't; Da find ich Trost in Todesstunden, Und Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, Ich hab' sein Blut getrunken hier; Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 11. So fomm' mein End', heut oder morgen, Ich weiß, daß mir's in Jesu glückt; Ich bin und bleib' in seinen 8. Nichts ist, das mich Sorgen Mit Jesu Blut von Jesu scheide, Nichts, es schön ausgeschmückt. Mein sei Leben oder Tod; Ich leg' Gott! ich bitt' durch Christi die Händ' in seine Seite Blut, Mach's nur mit meiUnd sage: Mein Herr, und nem Ende gut! mein Gott! Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb' indeß' in dir vergnüget, Und sterb' ohn' alle Kümmerniß; Mir g'nüget, wie es mein Gott füget. 9. Ich habe Jesum ange- Ich glaub' und bin es ganz zogen Schon längst in mei- gewiß: Durch deine Gnad' ner heil'gen Tauf'; Er ist und Christi Blut, Mach'st mir auch dabei gewogen, du's mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg, 1673. ( Sonst: G. M. Pfefferkorn, 1646.) Mel. Wer weiß wie nahe mir mein Ende. 36. 475.3% ch sterbe täg- Grabe hin. Wer kann mir lich, und mein einen Bürgen geben, Ob ich Leben Eilt immerfort zum noch morgen lebend bin? 412 Gläubiges Andenken an den Tod 2. Die Zeit geht hin, der Tod ich der Würmer Speiſe kommt her; Ach, wer nur bin. immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zu Sarg und Grab; Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt feinen aus; Mein Leib ist auch ein Todtenbaus. 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden, Wenn Fall und Tod beisammen sein; Doch, schlage nur mit Vaterhänden, Und schleuß in Christi Tod mich ein; Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; Er kom7. Vielleicht fann ich fein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich met oft unangemeld't Und schleußt; D'rum bet' ich bei fordert uns in's Land der Todten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Weh' und ewig Glück Hängt oft an einem Augenblick. gesunden Tagen: Herr! ich befehl' dir meinen Geift! Verschließen meine Lippen sich, So schreie Jesu Blut für mich. 4. Herr, aller Herren Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf! daß ich jeden Glockenschlag An meinen AbSchied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab' ich auf Erden, Den andern auf der Todtenbahr; Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, So segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen um mich regnen, O Tröster! so erbarme dich! Und lasse der Verlaßnen Schrei'n Durch deinen Trosterhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließe mir den Himmel auf; Verfürze mir des Todes Schmerzen, Und hole mich zu dir hinauf! So wird mein Abschied keine Pein, Zwar eilig, dennoch selig sein. Beni. Schmolte, 1672, 413 Gläubiges Andenken an den Tod 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 476. weiß, es empfangen, Weil Jesus die ch wird mein sen Boten schickt, Der aus der Welt führt meinen Geist, Und mir den Weg zum Himmel weis't. Ende fommen; Doch weiß ich nicht wo, wann und wie? Vielleicht werd' ich der Welt entnommen Heut Abend oder Morgen früh; Vielleicht ist auch mein Ziel bestimmt, Eh' diese Stund' ein Ende nimmt. 5. Laß nur, Herr Jesu! meine Seele In wahrem Glauben fertig stehn, Wenn sie aus dieser Jammerhöhle Und aus der schnöden Welt soll gehn. Ach, mache stets mein Herz bereit Zur Reise nach der Seligkeit! 6. Ach, hilf! daß ich durch stetig Büßen Dir opf're ein zerknirschtes Herz, Und laß mein Leben mich beschließen Auf deinen Tod und bittern Schmerz. Ach! laß mir deine Todespein Mein Labsal, Trost und Leben sein. 7. Herr Jesu! laß mich täglich sterben; Steh' mir in Todesnöthen bei, Damit der Tod mir kein Verderben, Vielmehr des Lebens Anfang sei! So scheid' ich fröhlich von der Welt, Wie, wo und 2. Dies Alles kann mich nicht betrüben; Ich weiß gewiß, daß meine Zeit In Gottes Händen angeschrieben; Der Tod hilft mir zur Seligkeit. Wann ich, was sterblich, abgethan, Zieh' ich, was unverweslich, an. 3. Ich weiß aus Gottes theurem Worte, Daß mir der Tod nicht sei ein Tod. Er ist mir eine Himmelspforte, Ein Ziel und Ende meiner Noth, Ein sanfter Abend, der mich fühlt, Wenn ich des Todes Last gefühlt. 4. D'rum wart' ich auch mit Herzverlangen, Bis mich der Tod der Welt entrückt; wann es dir gefällt. Mit Freuden will ich ihn Sal. Frank, 1660. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 477. bin ein Gast Hier reif' ich aus und abe; ch auf Erden, Dort in der ew'gen Rub' Und hab' hier keinen Stand; Ist Gottes Gnadengabe, Die Der Himmel soll mir wer- schleußt all' Arbeit zu. ben, Da ist mein Vaterland. 2. Was ist mein ganzes 414 Wesen, Von meiner Jugend an, Als Müh' und Noth gewesen? So lang ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. Gläubiges Andenken an den Tod 2. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch' harterSturm erschreckt; Bliß, Donner, Wind und Negen Hat mir manch' Angst erweckt. Ver folgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, Hab' ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gu tem Rath. Wie mußte sich doch schmiegen Der Vater Abraham, Eh' als ihm sein Vergnügen Und rechte Wohnstadt fam. 5. Wie manche schwere Bürde Trug Isaak, dessen Sohn? Und Jakob, dessen Würde Stieg bis zum Himmelsthron, Wie mußte der sich plagen? In was für Web' und Schmerz, In was für Furcht und Zagen Sant oft sein armes Herz? 6. Die frommen heil' gen Seelen, Die gingen fort und fort, Und änderten mit Quälen Den erst bewohnten Ort. Sie zogen hin und wieder. Ihr Kreuz war immer groß, Bis caß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid. Was will ich besser leben, Als solche große Leut'? Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freud' hinein. 8. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk' ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, Die zu der Heimath führt, Da mich ohn alle Maßen Mein Vater trösten wird. 9. Mein' Heimath ist dort oben, Da aller Engel Schaar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget, Und für und für erhält, Und alles hebt und leget. Nachdem's ihm wohlgefällt. 10. Zu dem stebt mein Verlangen, De wollt' ich gerne hin; Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich fast müde bin. Je länge ich Gläubiges Andenken an den Tod zc. 415 man mich in's Grab. bie walle, Je wen'ger find' ausgebauchet, So scharrt' ich Luft, Die meinem Geist gefalle; Das Meist' ist Stank und Wust. 11. Die Herberg' ist zu böse; Der Trübsal ist zu viel. Ach komm', mein Gott! und löse Mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach' ein selig's Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich fränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft. 12. Wo ich bisber gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret' ich dann hinaus, Und was ich hie gebrauchet, Das leg' ich alles ab; Und wann ich 13. Du aber, meine Freude! Du meines Lebens Licht! Du zeuchst mich, wann ich scheide, Hin vor dein Angesicht In's Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne, Nächst Andern leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei Denen, rie mit Kronen Du ausgeschmüfet hast; Da will ich herzlich singen Von deinem grosen Thun; Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruh'n. Paul Gerhard, 1606. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. 54. 478.Gin Würmlein| soll scheiden; Wenn mir verbin ich, arm geht all' mein Gesicht, Und meines Bleibens ist mehr nicht Allhier auf dieser Erden. und klein, Mit Todesnoth umgeben; Kein'n Trost weiß ich in Mark und Bein, Im Sterben und im Leben, Denn daß du selbst, Herr Jesu Christ, Ein armes Würmlein worden bist! Ach Gott, erbör' mein Klagen! 3. laß mich nicht in dieser Noth Umkommen noch verzagen; Komm' mir zu Hülf", du treuer Gott! Mein' Angst bilf mir ertragen; 2. Laß mich, Herr Chrift! Denk', daß ich bin am Leibe an deinem Leib Ein grünes dein Ein Glied und grünes Zweiglein bleiben; Mit dei- Zweigelein; Im Fried' laß nem Geift, Herr! bei mir mich hinfahren! bleib', Wenn Leib und Seel' 4. Gedenk', Herr! an den 416 Gläubiges Andenken an den Tod 2. theuren Eid, Den du selbst und Gott, Denn du verläß'f haft geschworen; So wahr in feiner Noth, Die deiner du lebst in Ewigkeit, Ich soll Hülf' erwarten. nicht sein verloren; Ich soll nicht kommen in's Gericht, Den Tod auch ewig schmeden nicht; Dein Heil wollst du mir zeigen. 6. D'rauf will ich nun befehlen dir Mein' Seel' in deine Hände. Ach, treuer Gott! steb' fest bei mir, Dein'n Geist nicht von mir wende; Und wenn ich nicht mehr reden kann, So nimm mein lettes Seufzen an, 5. Ach, Gott! laß mir ein' Leuchte sein Dein Wort zum ew'gen Leben; Ein sel'ges Ende mir verleib', Jch Durch Jesum Chriſtum; will mich dir ergeben; Ich Amen. will dir trau'n, mein Herr Barth. Fröhlich, um 1520. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. $ 479. babe Luft zu Wunden, In's mothe Meer scheiden, Mein hinein, So hab' ich Heil geSinn geht aus der Welt! funden Und schlafe selig ein. Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Rosenfeld. Weil aber feine Stunde Zum Abschied ist benennt, So hört, aus meinem Munde, Mein legtes Testament. 4. Dir, o du Geist der Gnaden! Laß ich den letzten Blid. Werd' ich im Schweiße baden, So sieh' auf mich zurück. Ach! schrei' in meinem Herzen, Wenn ich fein Glied mehr rühr', Und stell' in meinen Schmerzen Mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen Von meinen Wangen an! Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts vergnügen kann; Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Abrams School, So bin ich voller Freuden, Und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lie2. Gott Vater! meine Seele Bescheid' ich deiner Hand; Führ' sie aus dieser Höhle In's rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben; So nimm sie wieder hin, Daß ich im Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd' ich, Jesu! finden, Daß dir gefallen fann? Ach, nimm du meine Sünden Als ein Vermächtniß an; Wirf fie in deine Gläubiges Andenken an den Tod. 417 ben! Die ihr mich dann be-| Bis Gottes Stimme ruft: weint, Euch hab' ich was Denn dieses sagt mein Glanverschrieben: Gott, euren be: Er bleibt nicht in der besten Freund. D'rum nehmt Gruft. den ersten Segen; Es wird gewiß geschehn, Daß wir auf Zion's Wegen Einander wie derseh'n. 8. Dies ist mein letter Wille; Gott drückt das Siegel d'rauf. Nun wart' ich in der Stille, Bis daß ich mei7. Zulegt sei dir, o Erce! nen Lauf Durch Christi Tod Mein blasser Leib vermacht; vollende; So geh' ich freuDamit dir wieder werde, Was dig hin, Und weiß, daß ich du mir zugebracht. Mach' ohn' Ende Des Himmels ihn zu Asch' und Staube, Erbe bin. Benj. Schmolle, 1672. Eigene Melodie. 32. 480.Mach's mit Vom Tod in's Leben drinmir, Gott! get. Hier ist doch nur ein nach deiner Güt'; Hilf mir Thränenthal, Angst, Noth in meinem Leiden; Was ich und Trübsal überall. dich bitt', versag' mir nicht; Wenn sich mein' Seel' soll scheiden, So nimm sie, Herr! in deine Händ'; Ist alles gut, wenn gut das End'. 4. Höll', Teufel, Tod, die Welt und Sünd' Mir können nichts mehr schaden. Bei dir, o Herr! ich Rettung find'; Ich tröst' mich deiner Gnaden; Dein ein'ger Sohn, aus Lieb und Huld, Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum soll ich denn traurig sein, Weil ich so wohl bestehe? Bekleid't mit Chrifti Unschuld, rein Wie eine Braut bergebe. Gebab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, 1587. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr! Du wirst mich nicht verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Wenn ich gleich hie muß fterben, Verlassen meine lie ben Freund', Die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Rubt doch der Leib fanft in der Erd', Die Seel' sich zu dir schwinget; In deine Händ' sie unversehrt 27 Gläubiges Andenken an den Tod zc. Eigene Melodie. 3. 481. Christus der ist 5. Wenn mein Herz und mein Leben, Gedanken Vergehen, wie ein Sterben ist mein Gewinn; Licht, Das hin und her thut Dem thu' ich mich ergeben, wanken, Wenn ihm die Mit Freud' fahr' ich dahin. Flamm gebricht; 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög' zu ihm fommen Und ewig bei ihm sein. 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr! laß mich schlafen ein, Nach deinem Rath und Willen, Wenn kommt mein Stündelein; 418 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch sein' heilig' fünf Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte 8. Amen! das wirst du, brechen, Mein Athem geht Christe! Verleihen gnädigschwer aus, Und fann fein lich; Mit deinem Geist mich Wort mehr sprechen; Herr! rüste, Daß ich fahr' seliglich. nimm mein Seufzen auf. Simon Graf, 1603. 7. Und laß mich an dir fleben, Wie eine Klett' am Kleid, Und ewig bei dir leben In Himmels- Wonn' und Freud'. 482. Ach! was foll Eigene Melodie. 47. 3. Ob gleich schweres ich Sünder Kreuz und Leiden, Das bei machen? Ach! was soll ich Christen oft entsteht, Mir fangen an? Mein Gewissen sehr hart entgegen geht, Soll flagt mich an; Es beginnet mich's doch von ihm nicht aufzuwachen! Dies ist mei- scheiden. Er ist mir in's ne Zuversicht: Meinen Je- Herz gericht't; Meinen Jeſum laß ich nicht; sum laß ich nicht! 2. Zwar, es haben meine 4. Ich weiß wohl, daß Sünden Meinen Jesum oft unser Leben Nichts als nur betrübt; Doch weiß ich, daß ein Nebel ist; Denn wir hier er mich liebt, Und er läßt zu aller Frist Mit dem Tode sich gnädig finden. D'rum, sind umgeben; D'rum, ob's ob mich mein' Sünd' ansicht, heute nicht geschicht, Meinen Meinen Jesum laß ich nicht! Jesum laß ich nicht! Gläubiges Andenken an den Tod xc. 419 5. Sterb' ich bald, so wieder leben, Denn du wirst komm' ich abe Von der Welt zur rechten Zeit Wecken mich Beschwerlichkeit, Ruhe bis zur Seligkeit, Die du mir zur vollen Freud', Und weiß, wirst gnädig geben, Wenn daß im finstern Grabe Jesus ich gleich komm' vor's Geist mein helles Licht; Meinen richt! Meinen Jesum laß ich Jesum laß ich nicht! nicht! 6. Du sollst doch mein Jesus bleiben, Bis ich komme an den Ort, Welcher ist der Seelen Port; Und daselbst auch einverleiben Meine Seele deinem Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 8. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wandern fort Zu des Himmels Freudenport, Der mich ihm wird einverleiben, Nehmen in sein Freudenlicht. Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Durch dich will ich Joh. Flittner, 1618. Eigene Melodie. 30. 483. Es ist genug!| wund gemacht. Wie schwer, so nimm, o Gott! wie hart ist diese Herr! meinen Geist Zu Zi- Last! Ich schwemme manche ons Geistern hin; Lös' auf Nacht Mein hartes Lager das Band, das allgemächlich durch mit Thränen: Wie reißt; Befreie diesen Sinn, lang', wie lange muß ich Der sich nach seinem Gotte sehnen? Wann ist's geſehnet, Der täglich flagt und nug?:|: nächtlich thränet: Es ist genug!:: 4. Es ist genug! Wenn nur mein Jesus will; Er kennet ja mein Herz. Ich barre sein, und halt' indessen: still Bis er mir allen Schmerz Der meine sieche Bruſt abnaget Zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug.:: 5. Es ist genug! Herr! wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt! Nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr' 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt! Des Adams Apfelgier, Das Sündengift hat gänzlich mich erstickt; Nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, Was täglich mich beflecket nennet, Deß ist genug.:: 3. Es ist genug des Kreujes, das mir fast Den Rüden 420 Gläubiges Andenken an den Tod 2. in's Himmelshaus. Ich fah-| Mein feuchter Jammer bleibt re sicher hin mit Frieden; darnieden. Es ist genug!:|: Franz Joachim Burmeister, um 1620. Eigene Melodie. 5. 484. Herr Jeſu Christ, Herr! in deine Händ'; Der wahr'r Mensch Leib hab' in der Erd' sein' und Gott, Der du litt'st Rub', Bis sich der jüngst' Marter, Angst und Spott, Tag naht herzu. Für mich am Kreuz auch endlich starbst, Und mir dein's Vaters Huld erwarbst: 7. Ein fröhlich Auf'rstehn mir verleih'; Am jüngsten G'richt mein Fürsprech'r sei, Und meiner Sünd' nicht mehr gedenk'; Aus Gnaden mir das Leben schenk. 8. Wie du haft zugesaget mir In deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, 2. Ich bitt' durch's bittre Leiden dein, Du woll'st mir Sünder gnädig sein, Wenn ich nun komm' in Sterbensnoth, Und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht all' mein Gesicht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Und mir all' menschlich Hülf zerrinnt; So komm, o Herr Christ! mir behend' Zu Hülf' an meinem legten End'; 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal; Verkürz' mir auch des Todes Qual; gleich Die bösen Geister von mir treib'; mit deinem Geist stets bei mir bleib'; 6. Bis sich die Seel' vom Leib abwend't, So nimm sie, 9. Der wird nicht kommen in's Gericht, Auch den Tod ewig schmecken nicht, Und ob er gleich hie zeitlich stirbt, Mit nichten er d'rum gar verdirbt; 10. Sondern ich will, mit starker Hand, Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich, Da soll er denn mit mir zu 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! Ach, Herr! vergib all' unsre Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld. Gläubiges Andenken an den Tod 2c. 421 12. Bis unser Stündlein| Dein'm Wort zu trauen kommt herbei; Auch unser festiglich, Bis wir einschlafen Glaub' stets wacker sei, seliglich. Dr. Paul Eberus, 1511. Eigene Melodie. 66. 485. Herzlich thut als die Sonne, Und leben ohne Noth, In HimmelsFreud' und Wonne; Was schad't mir denn der Tod? mich verlangen Nach einem sel'gen End', Weil ich hier bin umfangen Mit Trübsal und Elend; Ich hab' Lust abzuscheiden Von dieser argen Welt; Sehn' mich nach ew'gen Freuden; O Jesu! komm nur bald! 5. Ob mich die Welt auch reizet Länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr', Geld, Gut, all' ihr Zier; Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur kurze Zeit; Das Himmlische betrachte, Das bleibt in Ewigfeit. 2. Du hast mich ja erlöft Von Sünd', Tod, Teuf'l und Höll'; Es hat dein Blut gekostet, D'rauf ich mein Hoffnung stell'. Warum sollt' mir denn grauen Vor'm Tod und höll'schen G'sind? Weil ich auf dich kann bauen Bin ich ein sel'ges Kind. 3. Ob gleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, Da meine Seel' fährt hin; Deß freu' ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden Von Würmern wird verzehrt, Doch auferweckt soll werden, Durch Christum, chön verklärt, Und leuchten 6. Wenn ich auch gleich nun scheide Von meinen Freunden gut, Das mir und ihn'n bringt Leide; So tröst't Gott meinen Muth, Daß wir in größern Freuden Zusammen werden komm'n Und bleiben ungescheiden Im himmelischen Thron. 7. Ob ich gleich hinterlasse Betrübte Waiselein, Der'r Noth mich über Maße Jammert im Herzen mein; Will ich doch gerne sterben, Und trauen meinem Gott; Er wird sie wohl versorgen, Retten aus aller Noth. 8. Was wollt ihr so verzagen, Ihr arme Waiselein? 422 Gläubiges Andenken an den Tod zc. Sollt' euch Gott Hülf ver-| ganz wenden Zu dir, Herr sagen, Der speis't die Raben Christ! allein. Gib mir ein flein? Frommer Wittwen selig Ende; Send' mir dein' und Waisen Ist er der Vater Engelein; Führ' mich in's treu, Troß dem, der sie be- ew'ge Leben, Das du erwortrübet; Das glaubt ohn' ben hast Durch dein Leiden alle Scheu. und Sterben Und blutiges Verdienst. 9. Gesegn' euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein! Trauret nicht allzusehre Ueber den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in furzer Zeit Einander wieder mir ringen, Dein' Hand mich schauen Dort in der Ewig- halt' mit Macht, Daß ich feit. mag fröhlich singen: Gott 10. Nun will ich mich Lob es ist vollbracht! 11. Hilf mir, daß ich nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist! Hilf ritterlich Chr. Knoll, 1563. Eigene Melodie. 104. 486. Mitten wir im solcher Noth Frei und ledig Leben sind Mit dem Tod umfangen! Wen such'n wir, der Hilfe thu', Daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet uns're Missethat, Die dich, Herr! erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Noth! Kyrie Eleison! machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit Unser' Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllenglut. Kyrie Eleison! 3. Mitten in der Höllenangst Uns're Sünd' uns treiben! Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen 2. Mitten in dem Tod bleiben? Zu dir, Herr ansicht Uns der Höllen Ra- Christ, alleine!-Verchen! Wer will uns aus goffen ist dein tbeures Blut, Gläubiges Andenken an den Tod sc. 423 Das g'nug für die Sünde| Du ewiger Gott! Laß uns thut. Heiliger Herre Gott! nicht entfallen Von des rechHeiliger starker Gott! Hei- ten Glaubens Trost. Kyrie liger barmherziger Heiland! Eleison! Dr. Martin Luther, 1483. Eigene Melodie. 77. 487. reu' dich sehr, o meine Seele! Und vergiß all' Noth und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Nuft aus diesem Jammerthal; Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fahren in die Freud', Die kein Ohr jemals gehöret, Und in Ewigkeit auch währet. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd' und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut, Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Muth; Wir sind voller Angst und Plag'; Lauter Kreuz sind unsre Tag'; Wenn wir nur geboren werden, Find't sich Jammer g'nug auf Erden. 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen Zu dem Herren meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir helf' aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, Daß sein früh und spat; Wenn die Weg ein End' möcht' han; Sonn' aufhört zu scheinen, So hab' ich gewünschet eben, Ist nur lauter Klag' und Daß sich enden mög' mein Weinen. 5.. Wenn die Morgenröth berleuchtet, Und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer daher streichet, Müh' find't sich an aliem End'. Unsre Thränen sind das Brod Das wir essen Leben. 6. D'rum, Herr Christ, du Morgensterne! Der du ewiglich aufgehst, Sei von mir jegund nicht ferne, Weil dein Blut mich hat erlös't. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Mög' von hinnen fahren heut! Ach, sei du mein Licht und Straße; Mich dein Beistand nicht verlasse. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen Unter Dornen spißig gar, Also auch die Christen gehen In lauter Angst und Gefahr; Wie die Meereswellen sind, Und der ungestüme Wind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Beschwerden. 424 Gläubiges Andenken an den Tod xc. 7. In dein' Seite will 9. Laß dein' Engel mit ich fliehen An mein'm bit- mir fahren Auf Elias Watern Todesgang; Durch dein' gen roth, Meine Seele wohl Wunden will ich ziehen In bewahren, Wie Laz'rum nach mein himmlisch Vaterland; seinem Tod; Laß sie ruhn in In das schöne Paradeis, deinem Schooß, Voller FrieD'rein der Schächer that den, Freud' und Trost, Bis sein' Reis', Wirst du mich, der Leib kommt aus der Ers Herr Christ! einführen, Und den, Und sie beid' vereinigt mit ew'ger Klarheit zieren. werden. 8. Ob mir schon die Au- 10. Freu' dich sehr, o gen brechen, Das Gehör mir meine Seele! Und vergiß gar verschwind't, Meine all' Noth und Qual, Weil Bung' nicht mehr kann spre- dich nun Christus, dein Herre, chen, Der Verstand sich nicht Ruft aus diesem Jammerbesinnt; Bist du doch mein thal; Seine Freud' und Licht und Hort, Lebensweg und Himmelspfort; Du wirst mich in Gnad' regieren, Auf der rechten Bahn beimfüh- umphirend. Herrlichkeit Solst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilirend, Ewiglich dort triren. Simon Graf, 1603. Ober: Caspar von Warnburg, um 1600 Eigene Melodie. 54. 488.Wenn mein Sand am Meer; Doch will ich nicht verzagen. Gedenk'n will ich an deinen Tod, Herr Jesu! deine Wunden roth, Die werden mich erhalten. Stündlein vorhanden ist, Und ich soll fahr'n mein' Straße, Geleit' du mich, Herr Jesu Chrift! Mit Hülf' mich nicht verlasse. Mein' Seel', an meinem leßten End', Befehl' ich, Herr! in deine Händ'; Du wirft sie wohl bewahren. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Deß tröst' iq mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib' In Todesnoth und Schmerzen; 2. Mein' Sünd' mich Wenn ich gleich sterb'. so werden fränten sehr, Mein sterb' ich dir; Ein ew'ges G'wissen wird mich nagen, Leben hast du mir Mit deiDenn ihr'r sind viel, wie nem Tod erworben. Gläubiges Andenken an den Tod xc. 425 4. Weil du vom Tod er- 5. So fahr' ich hin; zu standen bist, Werd' ich im Jesu Christ Mein'n Arm Grab nicht bleiben; Mein will ich ausstrecken; So höchster Trost dein' Auffahrt schlaf' ich ein und ruhe fein, ist, Tod'sfurcht fann sie ver- Rein Mensch kann mich auftreiben; Denn wo du bist, wecken; Denn Jesus Chrida komm ich hin, Daß ich stus, Gottes Sohn, Der stets bei dir leb' und bin; wird die Himmelsthür' aufD'rum fahr' ich bin mit thun, Mich führ'n zum ew's Freuden. gen Leben. Nic. Hermann, um 1500. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 4. Noch heut'( hör' ich 189.Mit dir, Herr Jesu! will dich, Jesu! sagen) Bist du ich scheiden; So leb' ich ewig bei mir im Paradies. Auf dort bei dir. Dein letztes dies Versprechen will ich's Wort im Tod und Leiden, wagen; Ach mach' es, Jeſu, Sei auch mein letztes Wort doch gewiß! Laß nunmehr allhier: Nimm, Jesu! mich alle meine Pein Bei dir mit mit deinem Sinn Vereinigt Trost versüßet sein. aus dem Leben hin. 5. Mein Jesu! höre du 2. Von Herzen sei es euch mich Armen In meiner grovergeben, Den Vater ruf' ich ßen Bangigkeit; Hör' meine für euch an, Die ihr in mei- Seele mit Erbarmen, Die nem ganzen Leben Mir ir- jego laut und sehnlich schreit: gend was zu Leid gethan; Ach tränke mich, du LebensMein Jesus hat auch euch fürst Und Freudenquell; nach geliebt; Nicht ihr, die Sünd' dir mich dürft't! hat mich betrübt. 6. Mein Jesu! haft du 3. Der Mutterbrust de mich verlassen? Nein! Gott Allerhöchsten, Des Sohnes verließ dich ja für mich. ewig fester Treu' Befehl' ich Mein Gott! hiebei will ich euch, ihr meine Nächsten! dich fassen, Gibt gleich der So mach' ich mich der Sorge Tod den letzten Stich. Mein frei; Gott forge lebenslang Gott! wann mir das Herz für euch, Und mache Leib auch bricht, Mein Gott! und Seele reich. mein Gott! verlaß mich nicht. 426 Gläubiges Andenken an den Tod 2. 7. Es ist vollbracht! du den wird. Er geht zu ihm haft erhöret, Mein Herr und in Himmel ein; Da kann er Gott! ich sterbe wohl. Mein ewig selig sein. Jeſu! du bast mir gewähret, Daß ich mit dir verscheiden 9. Dies soll mein Wort und Sinn verbleiben, Wenn soll. Gott Lob! der alles mir auch Wort und Sinn wohl gemacht; Gott ewig Preis! es ist vollbrach.. 8. Nimm, Vater! nimm in deine Hände Den Geist, den nun mein Seelenhirt, Mein Jesus, an dem Lebensende Von diesem Leibe scheivergeh'n. Du wirst mir's in die Seele schreiben, O Jesu Chrift! und bei mir steh'n. Ach, reich' mir deine Hände zu, Und führe mich zu deiner Rubh'! Hannover'sches Gesangbuch. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 490. Auf meinen Je- ach brich! Mein Herz und sum will ich Schaß soll Jesus sein; Auf sterben Getrost, voll Fried' Jesum leb' und schlaf ich und Freudigkeit. In seinem ein. Blute will ich färben Mein allerschönstes Hochzeitkleid. Mein Jesus ist mein Trost allein; Auf meinen Jesum schlaf ich ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben; Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit Blut mich wollen werben, Steh' ich bei sei2. Auf meinen Jesum ner Fahne fest. Sein Kreuz will ich sterben; In seinen ist mein Panier allein; Auf Wunden stirbt sich's gut. Jesum leb' und schlaf' ich Er läßt mich nimmermehr ein. verderben; Ich wasche mich in Christi Blut. Mein Jesus ist mein Trost allein; Auf Jesum leb' und schlaf' ich tin. 5. Auf meinen Jesum will ich sterben, Vergeht mir gleich der Augen Licht, Wenn Mund und Lippen sich verfärben, Und wenn mein Herz im 3. Auf meinen Jesum Leibe bricht: Soll Jesus will ich sterben; In seine Heil und Leben sein. Auf Seite schließ ich mich, Das Jesum leb' und schlaf' ich Paradies heut zu ererben. ein. Brich immerhin, mein Herz 6. Auf meinen Jesum Gläubiges Andenken an den Tod 2c. 427 will ich sterben; Ach, Jesu! Dein Blut soll mir das Lehilf in legter Noth! Laß ben sein; So leb' und schlaf mich das beste Theil ererben, ich selig ein. Versüße mir den bittern Tod!! Sal. Frant, 1669. Mel. Vater unser im Himmelreich. 34. 491.JnChrifti Wunden schlaf' ich ein, Die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenfleid: Damit will ich vor Gott besteh'n, Wenn ich zum Himmel werd' eingeh'n. Mel Herr Jesu Christ, 492.Mit Freuden| will ich fahr'n dahin; Der zeitlich Tod ist mein Gewinn. Ich weiß, Gott Lob und Dank! wohin, Da ich recht wohl versorget bin. 2. Zu Gott, dem liebsten Bater mein, zu Christo, 2. Mit Fried' und Freud ich fahr' dahin, Ein Gottesfind ich allzeit bin. Dank hab' mein Tod! du führest mich: In's ew'ge Leben wand're ich Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu! stärk' den Glauben mein. Paul Eberns, 1511. mein's Lebens Licht. 5. meinem Fleisch und Bein, zu allen heil'gen Engelein; Bei denen will ich ewig ſein. 3. Soll'n wir uns hier nicht länger seh'n, So soll's in jener Welt gescheh'n. Amen, Amen, das gebe Gott, Helf' mir und euch aus aller Noth! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 493.Nun läß't bu mich im Frieden fahren! O Herr! ich bin des Lebens satt. Ich bin schon hoch genug von Jahren; Mein Leib ist öfters schwach und matt; D'rum trag' ich nach der Ruh' Begier! O Jesu! nimm mich nur zu bir. 2. Nun läß't du mich im Frieden fahren! Hier gibt es immer Krieg und Streit; Dort wirst du mich so wohl verwahren, Daß keine Widerwärtigkeit Den edeln Frie den weiter stört, Weil man dort nur von Liebe hört. 3. Nun läß't du mich im Frleden fahren! Mein Frie 428 Trost und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. befürst nimmt mich zu sich.| mir Jesus wohl verdient. Die lieberfüllten Engelschaa- Hier geht's nicht nach den ren, Die holden Geister ho- grauen Haaren, Noch daß len mich. So fahr' ich an uns Glück und Ehre grünt; den Lebensport, Und komm Weil Jesus uns das Heil zu dir, mein Heil und Hort. erwirbt, Daher kommt's, daß man selig stirbt. 7. Nun läß't du mich im Frieden fahren! Ich laffe meinen Jesum nicht! Ihr möget euch mit Andern paaren; Er ist mein Schatz und Zuversicht; Er bleibt mein Licht, mein wahres Heil! Durch ihn hab' ich das beste Theil. 4. Nun läß't du mich in Frieden fahren! Ich frage nichts nach dieser Welt; Sie mag sich, wie sie will gebaren, Wenn sie mich nur nicht weiter hält. Ich seh' der Erden Lust nicht an, Weil ich was bessers haben kann. 5. Nun läß't du mich im Frieden fahren! Ade! du liebes Fleisch und Blut! Du 8. Nun läß't du mich im haft gewiß recht falsche Waa- Frieden fahren! Damit fällt ren; Ich weiß, wie man sich aller Kummer hin. Ich kann Schaden thut. Mein Leib mir nun viel Angst ersparen, wird nun in's Grab gelegt, Wenn ich so sanft entschlafen Und heilig wieder auferweckt. bin. Dort steh' ich auch ohn' 6. Nun läß't du mich im Sorgen auf; So schließ' ich Frieben fahren! Das hat fröhlich meinen Lauf. Job. Neunherz, 1655. Croft und Aufmunterung bei eingetretenem Lod. ( Im Allgemeinen.) Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 77. 494.Laffet ab, ihr den, und bei Gott Mit den meine Lieben, Auserwählten schwebe, VolLaffet ab von Traurigkeit! ler Freud', und ewig lebe. Was wollt ihr euch mehr be- 2. Derer Tod soll man trüben? Weil ihr deß versi- beklagen, Die dort in der Hölchert seid, Daß ich ohne lenpein Müssen leiden alle Qual und Noth Uleberwun- Plagen, Die nur zu erdenken Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. 429 fein; Wenn Gott aber nimmt| rung, Pest und Streit, Und zu sich In den Himmel, gleich was mehr die großen Sünwie mich, und mit aller Wol- den Bringen für Beschwerluft tränfet: Wer ist, der sich lichkeit. Sonderlich kommt darob fränket? noch ein Schwert, Das der 3. In des Herren Jesu Christen Herz durchfährt.- Wunden Hab' ich mich ge-! viel besser selig sterben, schlossen ein, Da ich alles reichlich funden, Wodurch ich fann selig sein; Er ist die Gerechtigkeit, Die vor Gott gilt jederzeit; Wer dieselb' ergreift im Glauben, Dem kann nichts den Himmel rauben. Denn durch diesen Zwang verderben. 7. Solcher Noth bin ich entgangen; Nichts ist, das mich schrecken kann; Fried' und Freud' hat mich umfangen; Kein Feind darf mich sprengen an. Ich bin sicher 4. Niemand sag', ich sei ewiglich In des Herren Hand, umkommen, Ob ich gleich ge- der mich Ihm zum Eigenstorben bin; Mein Gott hat thum erworben, Da er ist am mich weggenommen; Ster- Kreuz gestorben. ben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich Hingerafft so väterlich. Jeßt fann mich kein Trübsal pressen; Alle Angst ist nun vergessen. 5. Der Leib schläft in seiner Kammer Ohne Sorgen, sanft und wohl, Und verschläft den großen Jammer, Dessen jeßt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an Den, der nichts als lieben kann, Der auf seinen Schooß mich seßet, Und mit höchster Freud' ergößet. 6. In der Welt ist nichts zu finden, Als nur Theu 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, Die ihr weinet in der Welt, Schüßzen wider alle Feinde, Gottes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu; Seine Gnad' ist täglich neu. Wer Betrübte will betrüben, Der muß wie die Spreu zersties ben. 9. Nun, ich will euch Dem befehlen, Der sich euren Bater nennt; Der die Thränen pflegt zu zählen, Dem sein Herz vor Liebe brennt; Der wird euch in eurem Leid Trösten, und zu seiner Zeit An den Drt, ba 430 Trost und Aufmunterung bei eingetretenem Tot. ich bin, führen, Und mit erfreu'n in seiner Stadt; höchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, Der uns jegt geschieden hat. Gott wird selber uns dann weiden, Und Ewig, ewig werden wir. In dem Paradies allhier, Miteinander jubiliren Und ein Engelsleben führen. Joh. Heermann, 1585, Mel. Jesus meine Zuversicht. 41. 495.reunde, stellt mein schwerer Gang volldas Weinen bracht, Da, da ich gab gute ein; Wischt die Thränen Nacht. von den Wangen! Was soll 5. Was für Elend und doch das Klagen sein, Daß für Leid Müßt ihr täglich ich von euch weggegangen? noch erfahren, Die ihr auf Trauert nicht um meinen der Erden seid! Wie könnt Tod; Ich bin frei von aller ihr euch g'nug verwahren? Noth. Der nur bleibet unversehrt, Der in's sichre Grab gekehrt. 6. Bin ich todt, was ist es mehr? Ich bin auf die Welt gekommen; Klaget ihr denn nun so sehr, Daß ich bin hinweggenommen? Man kommt in dies irdisch Haus, Daß man wieder geh' hinaus. 2. Da mein Leib darnieder fiel, Fiel auch mit mein Feind darnieder. Meiner Seele höchstem Ziel War ja stets mein Fleisch zuwider. Weil mein Leib nun wegge rafft, Ist mir süße Rub' verschafft. 3. Aus dem Rerker geb' ich aus, Aus der Angst und aus dem Jammer, Bis mich Gott in's Himmelshaus Ruft aus meiner Erdenkammer; Was flagt ihr den Tod so an, Der nichts Arges mir gethan? 7. Ferner hat mein Jesus mir Dort die Seligkeit erworben; Geh' ich ein zur Grabesthür: Ich bin dennoch unverdorben! Durch des Herren Auferstehn Werd' ich in den Himmel gehn. 4. Sagt, was dieses Le- 8. Seht mit munterm Anben sei! Ist es nicht ein gesicht, Wie ich werd' in's Weg zu nennen, Der von Grab gesenket; Denn es ist Dornen niemals frei? Alle mein Leben nicht Ewig von inüsset ihr bekennen, Daß mir abgelenket; Es soll mir Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. 431 10. Freunde stellt das Weinen ein; Wischt die Thränen von den Wangen! Was soll doch das Klagen sein, Daß ich von euch weggegangen? Trauret nicht um meinen Tod; Ich bin frei von aller Noth. Marburger Gesangbuch, 1781 in jener Welt Schöner werben zugestellt! 9. Stirbt ein Christ, so stirbt sein Leid; Auch sein Tod stirbt mit dem Sterben; Ich erwarte nur der Freud', Die ich ewig soll ererben. Zeitlich's, fahr' nur immer hin, Weil ich jest verewigt bin! Mel. Christus, der uns selig macht. 73. 496.inen guten Ist, was meinem Leben Kampf hab' ich Auf der Welt gekämpfet; Denn Gott hat genädiglich Meine Noth gedämpfet, Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet, Und die Seele, Himmel- auf, Christo zugesendet. nunmehr gänzlich nicht gefällt; D'rum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin, Jeßt in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', Alle meine Lieben, Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nichts betrüben! Hier thu' ich die Augen zu, Leg' in's Grab mich nieder; -Schaut! die Sonne geht zur Ruh', Kommt doch morgen wieder. 2. Forthin ist mir beige legt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud' erregt In des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht, Meine Seele schauet. 3. Diese gar verboste Welt $. Alberti, 1604. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 497.Wie furz ist und fallen ab; Wir steigen doch der aus der Wieg' in's Grab. Menschen Leben! Wie ellend wird man weggerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umgeben, Darum versiegt der Le bensfaft. Wir blühen auf, 2. Wohl aber dem, der so erstirbet, Daß ihn ſein Sterben nicht betrübt; Den Gott entrüdt, eb' er verdirbet, Und ihm ein beffer Lea 432 Troft und Aufmunterung bei eingetretenen Tod. ben gibt; Ein Leben in dem Parabeis, Da man von keinem Jammer weiß. haltet euch der Thränenblicke Ich werde hier mit Trost getränkt; Ach! mäßigt doch das bitt're Leid; Ich bin in großer Herrlichkeit. 7. Wie wohl bin ich doch aufgehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ich will dafür ihn ewig loben, Denn ich war euch doch nur geborgt; Mein Gott hat mich der Welt entwandt, Und mir den Himmel zuerkannt. 3. Ach, weinet nicht, daß ich gestorben! Ich habe ja nun ausgekrankt; Was mir mein Jesus hat erworben, Das hab' ich in dem Tod erlangt; Ich bin an einen Ort gebracht, Da meine Seel' in Freuden lacht. 4. Wie lieblich schmeckt mir doch der Himmel! Wie süße spricht mir Jesus zu! Hier schrecket mich kein Angstgetümmel; Ich wohne hier in sel'ger Ruh; Ich habe für ein kurzes Leid Erlangt den Schaß der Ewigkeit. 5. Je schneller ich von euch gewichen, Je eher bin ich nun bei Gott; Mein Körper, welcher ganz verblichen, Der schlafet nur, und ist nicht todt; Gott hat mir Sicherheit verschafft, Und mich vor'm Unglück weggerafft. 8. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, Er wird doch künftig wieder blüh'n; Von Jesu schön verkläret werden. Der wird ihm seinen Glanz anzieh'n; Da werd' ich als ein Engel sein, Deß wird sich euer Herz erfreu'n. 9. Ich bin der bösen Weki entflogen, In welcher ihr euch noch betrübt; Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr, als ihr, geliebt. Ich schaue Jesu Ange6. Et! gönnet mir doch sicht; Daran gedenkt, und dieses Glüde, Das größer weinet nicht! ist, denn ihr gedenkt; EntBacharias Hermann, 1643. Eigene Melodie. 61. 498.Jerusalem, bu ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg uno Thale, Weit über braches Feld, Schwingt es sich über alle, Und eilt hochgebaute Stadt, Wollt' Gott ich wär in dir! Mein sehnlich's Herz fo groß Berlangen hat, Und aus dieser Welt. Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tob. 433 2. O schöner Tag, und beste Kron', Die Jesus mir, noch viel schön're Stund!! der Herre, Entgegen hat geWann wirst du kommen sandt, Da ich noch war von ichier? Da ich mit Lust, mit ferne In meinem Thränenfreiem Freudenmund, Die land. Seele geb' von mir In Gottes treue Hände, Zum auserwählten Pfand; Daß sie mit Heil anlände In jenem Baterland. 3. Im Augenblick wird sie erbeben sich Bis an das Firmament, Wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich, Die Stätt' der Element'; Fährt auf Eliä Wagen, Mit engelischer Schaar( Die sie in Händen tragen) Umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir! Thu' auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, Eb' ich bin fommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Niedrigkeit, Und mir Gott bat gegeben Das Erb' der Ewigkeit! 5. Was für ein Volt, was für ein' edle Schaar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war! Ich seb' die 6. Propheten groß, und Patriarchen hoch; Auch Christen insgemein; Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit Sonnen- lichtem Strahl. 7. Wenn denn zuleßt ich angelanget bin In's schöne Paradeis, Von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, Der Mund voll Lob und Preis; Das Halleluja reine Man singt in Heiligkeit, Das Hofianna feine, Ohn' End' in Ewigkeit; 8. Mit Jubelflang, mit Instrumenten schön, Auf Chören ohne Zahl; Daß von dem Schall und von dem süßen Ton Sich regt der Freudensaal; Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch vielmehr, Wie von Anfang gesungen Das himmelische Heer. Joh. Math. Mayfarth, 1590. Eigene Melodie. 79. 499.le Menschen ben; Alles Fleisch vergeht müssen ster- wie Heu. Was da lebet muß 28 434 Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tob. verderben, Soll es anders| wohnen, Die Propheten allwerden neu. Dieser Leib, der zumal; Wo auf ihren Ch muß verwesen, Wenn er an- renthronen Sißet die ge ders soll genesen Zu der gro- zwölfte Zahl; Wo in so ßen Herrlichkeit, Die den viel tausend Jahren Alle Frommen ist bereit. Frommen hingefahren; Da wir unserm Gott zu Ehr'n Ewig Halleluja hör'n. 2. D'rum so will ich dieses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig wieder geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab' ich mein' Erlösung funden; Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Cod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, D'rum fabr' ich mit Freud' dahin; Hin aus diesem Weltgetümmel, In den schönen GottesHimmel, Da ich werde alle zeit Schauen die Dreieinigfeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel' tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron; Da die Seraphinen prangen, Und das Hohelied anfangen: Heilig, heilig, beilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geift! 5. Da die Patriarchen 6. D Jerusalem, du schöne! Ach, wie helle glänzeft du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud' und Wonne! Jepund gehet auf die Sonne; Jeßund gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach! ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit; Jegund werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid; Mit der güldnen Ehrenkrone Steh' ich da vor Gottes Throne; Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen fann. 8. Hier will ich nun ewig wohnen, Liebster Schaß! zu guter Nacht!- Eure Treu wird Gott belohnen, Die an mir ihr habt vollbracht, Liebsten Kinder und Verwandten! Schwäger, Freunde und Befannten! Lebet wohl zu guter Nacht! Gott sei Lob! es ist vollbracht! 9. G. Albinus, 1634. Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. 435 ( No. 500 und 501 bilden einen Wechselgesang.) Eigene Melodie. 17. wie felig feid 500. 4. Christus wischet ab all' ihr doch, ihr eure Thränen, Habt ihr das Frommen, Die ihr durch den schon, wornach wir uns Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hie doch, wie im Kerfer leben, Und in Sorgen, Furcht und Schreden schweben! Was wir hier fennen, Ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. sehnen; Euch wird gesungen, Was durch feines Ohr allbier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hier bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe! 3. Ihr hingegen ruht in tomm, uns auszuspannen; eurer Kammer Sicher und Lös' uns auf und führ' uns befreit von allem Jammer; bald von dánnen. Bei dir, Rein Kreuz und Leiden Ist o Sonne! Ist der Frommen euch hinderlich in euren Seelenfreud' und Wonne. Freuden. Simon Dach, 1605. Nach voriger Melodie. 17. 501.A ja wohl bin Schmerz und Leid betroffen; ich nunmehr entgangen Aller Noth, die mich hier hielt gefangen; Der Welt entnommen, Bin ich nun zu meinem Gott gekommen. 4. Ach, wie wohl, wie wohl ist mir geschehen, Daß 2. Ich weiß nichts vom ich keine Thränen mehr darf Kerfer mehr zu sagen, Weil sehen! Ich hör' jeßt singen mich Gott ließ in den Him- Nur von Gott und süßen mel tragen; In diesem Le- Himmelsdingen. ben Muß man freilich stets im Unglück schweben. 3. Nein! hier in der Welt ist nichts zu finden Als nur Elend, Herzeleid und Sün3. Mich hat hier viel Und was fonnt' ich doch für Freude hoffen? Nun trifft kein Jammer Mich hinfort in meiner Ruhekammer. 436 Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. den; Mein Tod und Ster- meinen Tod nur nicht be ben Macht, daß ich jetzt kann trüben. Es kann geschehen, den Himmel erben. Daß wir bald einander wieder sehen. 6. Darum gute Nacht, ihr meine Lieben! Laßt euch Panl Pfeffer, um 1700. nicht bei uns hält. 54. Mel. Wo Gott der Herr 502. Ach liebe Chri4. Was wollen wir denn sten, seid ge- fürchten sehr Den Tod auf trust! Wie könnt ihr so ver- dieser Erden? Es muß einzagen, Weil uns der Herr mal gestorben sein; O wohl hat heimgesucht? Laßt uns ist hie gewesen, Welcher wie von Herzen sagen: Die Simeon einschläft, Sein' Straf' wir wohl verdienet Sünd' erkennt, Christum erhan; Das muß bekennen greift; So muß man selig Jedermann; Niemand darf sich ausschließen. sterben. 5. Dein' Seel' bedenk' bewahr' dein'n Leib; Laß Gott den Vater sorgen, Sein' Engel deine Wächter sein, Dein' Hut vor allem Argen; Ja wie die Henn' ihr' Küchelein Bedeckt mit ihren Flügelein, So thut der Herr uns Armen. 6. Wir wachen oder schlafen ein, So sind wir doch des Herren; Auf Christum wir getaufet sein, Der kann dem Satan wehren. Durch Adam auf uns kommt der Tod; Christus hilft uns aus aller Noth; D'rum loben wir den Herren. 2. In deine Händ' uns geben wir, O Gott, du lieber Bater! Denn unser Wandel ist bei dir, Hier wird uns nicht gerathen. Weil wir in dieser Hütten sein Ist nur Elend, Trübsal und Pein, Bei dir der Freud' wir war ten. 3. Rein' Frucht das Weizenkörnlein bringt, Es fall' denn in die Erden; So muß auch unser ird'scher Leib Zu Staub und Asche werden. Eh' er kommt zu der Herrlichkeit, Die du, Herr Christ! uns haft bereit't Durch deinen Gang zum Vater. Joh. Gigas, um 1500. Mel. Vater unser im Himmelreich. 34. 503. Chrift ist die das Leben, Die Auferstehung Wahrheit und will er geben. Wer an ihn Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. 437 gläubt, das Leben wirbt, Ob thut ihm die Ehr', Wird er auch gleich hier zeitlich g'wißlich sterben nimmerftirbt. Wer lebt und gläubt, mehr. Dr. Martin Luther, 1483. Kinderleichen.) ( Bei Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 504. Wo ist denn mangelt mir! Was hast du hin mein denn erworben, O Tod! du armer Tod? Bin ich doch nicht gestorben; Ich ruh' und leb' in Gott. Leiden? Wo ist nun meine Noth? Was kann mich denn nun scheiden Von meinem lieben Gott? Wo sind denn hin die Schmerzen, Die mir so Angst gemacht? Sie sind von meinem Herzen Nun gänzlich weggebracht. 2. Was hatt' ich doch zu hoffen In jener bösen Welt, Die gänzlich ist ersoffen Im Wucher, Geiz und Geld? In jenem Jammerleben War lauter Eitelkeit, Und nichts als Angst und Beben, Verfolgung, Haß und Neid. 3. Hier kann ich stets mit Freuden Mein' Augen, für und für, An meinem Jesu weiden. Nichts, nichts mehr 4. Wenn ihr doch nur sollt sehen, Herzliebste Eltern mein! Wie um mich freudig gehen Die lieben Engelein; Wie mich mein Jesus füsset Mit seinem Liebesmund; Kein Zährlein ihr vergießet, Denn ich bin ganz gesund. 5. Ich wart' in Freud' und Frieden Bis ihr auch kommt hernach; Wir bleiben ungeschieden, Uns trennt fein Ungemach; D'rum endet euer Klagen, Denn wenn ihr's recht betracht't, Müßt ihr zuletzt doch sagen: Gott hat es wohl gemacht! Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 64. werd'n verloren, Bin ich ein Kind geboren; D'rum sie mein eigen ſein. 505. Lasset die Kindlein kommen Zu mir, spricht Gottes Sohn: Sie sind mein' Freud' und 2. Der Herr gar freundWonnen, Ich bin ihr Schild lich küsset Und herzt die Kinund Kron'; Auch für die derlein; Bezeugt mit Worten Kinderlein, Daß sie nicht süße, Der Himmel ihr soll 438 Trost und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. sein, Dieweil sein theures| Nimmt sie in seine Armen, Blut, Das aus sein'n heil'- Darin sie finden Nuh'. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, Ihr' Seele Gott gefällt; Denn sie sind Gottes Erben, Lassen die schnöde gen Wunden Am Kreuzesstamm geronnen, Ihnen auch fömmt zu gut. 3. D'rum nach Christi Verlangen Bringet die Kin- Welt; Sie sind frei aller der her, Damit sie Gnad' er- G'fahr Und dürfen hier nicht langen; Niemand es ihnen leiden; Sie loben Gott mis wehr'; Führet sie Christo zu! Freuden Dort bei der Engel Er will sich ihr'r erbarmen, schaar. Cornelius Beder, 1561. Mel. Wird das nicht Freude sein. 57. 506. schönes Himmelreich! Reich der Freud' und Ehren! Da lauter Gut's zu hören, Dem nichts auf Erden gleich; Da sich an Jesu Schäßen Die Seinigen ergößen; O schönes Himmelreich! 4. Ich steh' vor Gottes Thron, Und trage Siegespalmen; Ich singe Freudenpsalmen, Und hör' im süßen Ton Der Engel Triumphiren, Der Kinder Jubiliren; O schönes Himmelreich! 5. Ihr Eltern weinet nicht, 2. O Reich der Herrlich- Als wär' ich euch entwendet! feit! Da man im Frieden Ich bin vorangesendet In's wohnet, Von allem Kreuz klare Himmelslicht. Ich bin verschonet, Und man für bit- dahin genommen, Wohin ihr ter Leid Ein süßes Manna denkt zu kommen, In's schöschmecket, Das lauter Trost ne Himmelreich! erwecket; O schönes Himmelreich! 6. Schmerzt euch mein bitt'rer Stand, Den ich er3. Was hatt' ich in der dulden müssen? So sollt ihr Welt, Als nur ein sieches tröstlich wissen: Ich bin im Leben? Ich war mit Angst Vaterland, Da keine Kinder umgeben, und unter's Kreuz weinen, Da sie wie Sonnen gestellt. Ich mußte Thränen scheinen; O schönes Himgießen; Hier kann ich Trost genießen; O schönes Himmelreich! melreich! 7. Ach fehret euch nicht d'ran, Daß mich der Schmerz Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tob. 439 serstellet, Und die Gestalt sein, Als in dem Reich der verfället, Die man faum fen- Freuden, Da man nichts nen fann; Denn was der weiß von Leiden, Von feiner Tod verzehret, Das wird hier Angst noch Pein? Da mich schön serkläret; O schönes die Engel füssen, und mich Himmelreich! zu trösten wissen? O schönes Himmelreich! 8. Wo kann mir besser Zach. Hermann, 1643. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 70. Haupt und Ehr'; Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 507.Du bist zwar mein und blei best mein; Wer will mir's anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; Der Herr von ew'gen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle! 2. Ach! gält' es wünschen, wollt' ich dich, Du Sternlein meiner Seelen! Vor allem Weltgut ewiglich Mir wünschen und erwählen; Ich wollte sagen: bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier; An dir will ich mein Lieben Bis an mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz, und meint es gut; Gott aber meint's noch besser; Groß ist die Lieb' in meinem Muth, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter 4. Wie manches junges, frommes Blut Wird jämmerlich verführet Durch bös Erempel, daß es thut, Was Christen. nicht gebühret. Da hat's denn Gottes Zorn zum Lohn, Auf Erden nichts als Spott und Hohn; Der Vater muß mit Grämen Sich seines Kindes schämen. 5. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinem Sohn erwarten. Der steht vor Gottes Angesicht, Und geht in Christi Garten; Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und ruht von allem Herzeleid; Er sieht und hört die Schaaren, Die uns allhie bewahren. 6. Er sieht und hört dei Engel Mund; Sein Mündlein hilft selbst singen; Weiß alle Weisheit aus dem Grund, Und red't von sol 440 Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. chen Dingen, Die unser Kei- bei mir!" Nein! sondern: ner hier noch weiß, Die auch ,, Komm, du Wagen Eliä, durch unsern Fleiß und hole mich geschwind, Und Schweiß, Weil wir sind auf bring' mich dahin wo mein der Erden, Nicht ausstudiret Kind Und so viel' liebe Seewerden. len So schöne Ding' erzählen!" 7. Ach! sollt' ich doch von ferne steh'n, Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöh'n Und Gottes Namen ehren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist! Ich weiß, ich würde müssen Vor Freuden Thränen gießen. 9. Nun es sei ja und bleib' also, Ich will um dich nicht weinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ew'ger Freud' und Rub'. Hier leb' und bleib' nun immer zu! Ich werd', 8. Ich würde sprechen: will's Gott, mit Andern bleib' allhier, Nun will ich Auch bald hernachher wannicht mehr klagen: ,, Ach dern. mein Sohn, wärst du noch Paul Gerhard, 1606. ( Beim Gang zum Grabe.) Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 93. 508. Nun gute Nacht, Gefahren. Ich geh' voran ihr kommt hernach; Denkt, wie werd'n wir uns freuen, Wann Gott von allem Ungemach Uns ewig wird befreien! ihr Liebsten mein! Jest trägt man mich von hinnen, Mein'n Leib zu leg'n in's Grab hinein, Daß er sanft rub' darinnen. Die Seel' ist allbereit bei Gott, Der sie nun ewig tröstet; Mit mir hat's nunmehr feine Noth, Bin von all'm Leid erlöset. 3. Fürwahr, die ganz Welt ich nicht nähm', Daß ich nur ein' Minute Zu euch mehr in dies Elend täm', So groß ist jeßt das Gute, Das mir Gott hat gegeben ein Im Himmel. o welch' Freude! Kommt bald hernach, ihr Liebsten mein; Was 2. Was trau'rt ihr dann, oaß ich hie scheid? Laßt nur das Trauern fahren; Ich fommen bin zur ew'gen Freud', Ihr lebt in all'n babt ihr hie? nur Leiben. Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. 441 5. Ach Gott verleih', wer nach mir bleibt In diesem armen Leben, Daß er fromm werd' in der Gnad'nzeit Und sich dir ganz ergebe, Daß er dort hör: du frommer Christ, Geh' ein zu dein's Herrn Freuden! Ach helf's du fromm'r Herr Jesu Christ, In allen Gnaden! Amen. Marburger Gesangbuch, 1781. 4. Lebt wohl, behüt' euch Gott! ade! Die ihr denkt nachzukommen; Den Weg zum Himmel ich jeßt geb', Da g'wißlich alle Frommen Zusammen bringt der jüngste Tag; Was acht'n wir dann Dies Scheiden? Ohn' einig Leid, ohn' alle Klag', Wir uns werd'n ewig freuen. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 5. 509.Hört auf mit liegt und starrt, Wird nun Trauern und gar bald in schneller Fahrt Schweben in Lüften unbe schwert, Gleich wie die Seele leicht hinfährt. 6. Ein Weizenförnlein in der Erd' Liegt erst ganz todt, dürr und unwerth; Doch kommt's hervor gar fein und zart, Und bringt viel Frucht nach seiner Art. Klagen! Ob dem Tod soll Niemand zagen. Er ist gestorben als ein Christ; Sein Tod ein Gang zum Leben ift. 2. Der Sarg und Grab wird d'rum geziert, Der Leib ehrlich begraben wird; Daß wir glauben, er sei nicht todt, Sondern schlaf' und rub' sanft in Gott. 7. Der Leib, gemacht von Erdenkloß, Soll liegen in der 3. Wohl scheint's, als sei| Erden Schooß, Und soll da nun all's dahin, Weil er da ruhen ohne Leid, Bis er liegt ohn' Muth und Sinn; vom Tod wieder aufsteht. Doch soll sich bald finden wieder, Leb'n und Kraft in alle Glieder. 8. Er war der Seelen Häuselein, Die blies Gott mit sein'm Athem d'rein; Ein edel Herz, recht Muth und Sinn, Bar durch die Gabe Chrifti d'rin. 4. Bald werden diese Todtenbein' Erwarmen, und sich fügen fein Zusammen 9. Den Körper nun die mit Kraft und Leben; Gott wird's herrlich wieder geben. Erd' bedeckt, Bis ihn Gott 5. Der Leichnam, der jest wieder auferwedt, Ter bes 442 Troft und Aufmunterung bei eingetretenem Tod. Geschöpf's gedenken wird,| nach seiner Zusag' Wird hers Das er nach seinem Bild vorbringen ganz und gar, formirt. Was in die Erd' verscharret war. Marburger Gesangbuch, 1781. 10. Ach, daß nun fäm' derselbe Tag, Da Christus ( Am Grabe.) ( No. 510 und 511 bilden einen Wechselgesang.) Eigene Melodie. 5. 510.Nun laßt uns alle Klag', Der Leib schläft den Leib be- bis an jüngsten Tag, An graben, Daran wir kein' welchem Gott ihn verklären, Zweifel haben, Er wird am Und ew'ger Freud' wird gejüngsten Tag aufsteh'n, Und währen. unverweslich hervorgeh'n. 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen In ewiger Freud' und Wonne Leuchten, wie die belle Sonne. 2. Erd' ist er und von der Erden, Wird auch zur Erd' wieder werden, Und von der Erd' wieder auf steh'n, Wenn Gottes Posaun wird angeh'n. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen, Und geh'n all' beim uns're Straßen; Schicken 3. Sein' Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhie aus uns auch mit allem Fleiß, lauter Gnad' Von aller Sünd' und Missethat Durch seinen Sohn erlöſet bat. Denn der Tod fommt uns gleicherweis'. 8. Das helf' uns Chri4. Sein Jammer, Trüb- ftus, unser Trost, Der uns sal und Elend Ist komm'n durch sein Blut hat erlös't zu einem fel'gen End'; Er Von's Teufels G'walt und bat getragen Christi Joch, ew'ger Pein; Jhm sei Lob Ist gestorben und lebet noch. Preis und Ehr' allein. 5. Die Seele lebt ohn' Mich. Weiß, um 1500. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 5. 511.Begrabet mich treuer Seelenhirt, Mich wieder auferwecken wird. nun immerhin, Da ich so lang ver- 2. Ja freilich werd' ich wahret bin, Bis Gott, mein durch den Tod Zu Asche 443 Von der Auferstehung der Todten. Erde, Staub und Roth; Feu'r zerbricht, Und Gott Doch wird das schwache Fleisch und Bein Von mei nem Gott verwahret sein. wird halten sein Gericht, So wird mein Leib verfläret steb'n Und in das Himmelreich eingeh'n. 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott; Die Seele lebt bei meinem Gott; Weil Christi Todes Bitterfeit Sie hat erlös't zur SeSigkeit. 6. Wie manche Widerwärtigkeit Hatt' ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewig süße Himmelslust. 4. Was mich für Trübsal 7. So laßt mich nun in hat verleßt, Wird nun mit sanfter Rub', Und geht nach Himmelslust ersetzt; Die eurer Wohnung zu; Ein Welt ist nur ein Jammer- Jeder denke Tag vor Tag, thal; Dort ist der rechte Wie er auch selig sterben Freudensaal. mag. 5. Wenn alle Welt durch's Georg Neumart, 1621. Von der Auferstehung der Todten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 54. 512.ch weiß, daß mein Gebein Und scharrt mein Erlöser uns in die Gruft hinein, lebt! Das soll mir Niemand Was kann er damit schaden? nehmen. Er lebt, und was 3. Mein Heiland lebt ihm widerstrebt, Das muß ob ich nun werd' In's Tosich endlich schämen. Er lebt des Staub mich strecken, So fürwahr, der starke Held! wird er mich doch aus der Sein Arm, der alle Feinde Erd' Hernachmals auferwefällt, Hat auch den Tod be- den; Er wird mich reißen zwungen. aus dem Grab Und aus dem Lager, da ich hab' Ein kleines ausgeschlafen. 2. Deß bin ich herzlich hoch erfreut, Und habe gar fein Scheuen Vor dem, der 4. Da werd' ich eben diese alles Fleisch zerstreut, Gleich Haut Und eben diese Glieder, wie der Wind die Spreuen; Die Jeder jeßo an mir Nimmt er gleich mich und schaut, Auch was sich bin 444 Von der Auferstehung der Todten. und wieder Von Adern und der ewig bleibt, In meinem Gelenken find't Und meinen Leib zusammenbind't, Ganz richtig wieder haben. Fleische schauen; Ja, in dem Fleische, das hier stirbt Und in dem Stank und Koth verdirbt, Da werd' ich Gott in sehen. 5. Zwar alles, was der Mensche trägt, Das Fleisch und seine Knochen, Wird, 8. Ich selber weid' in seis wenn er hin sich sterben legt, nem Licht Ihn seh'n und Zermalmet und zerbrochen mich erquicken; Mein Auge Von Maden, Motten und wird sein Angesicht Mit growas mehr Gehöret zu der ßer Lust erblicken; Ich werd Würmer Heer; Doch soll's ihn mir seh'n, mir zur Freud', nicht stets so bleiben. Und werd' ihm dienen ohne Zeit, Ich selber und fein Fremder. 6. Es soll doch alles wieder steh'n In seinem vor'gen Wesen; Was nieder lag, wird Gott erhöh'n, Was umfam, wird genesen; Was die Verfaulung hat verheert Und die Verwesung ausgezehrt, Wird alles wiederkom9. Troß sei nun Allem, was mir will Mein Herze blöde machen; Wär's noch so mächtig, groß und viel, Kann ich doch fröhlich lachen: Man treib' und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch Gott, men. 7. Das hab' ich je und je gegläubt Und faß' ein fest mein Erlöser, leben. Vertrauen: Ich werde den, Eigene Melodie. 41. 513.Jesus meine Zu- das Leben schauen, Sein, versicht Und wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Läsfet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starte Glaubenshand Wird in ihn mein Heiland ist im Leben! Dieses weiß ich, soll ich nicht Darum mich zufrieden geben? Was die bange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht! Paul Gerhard, 1606. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt! Ich werd' auch Von der Auferstehung der Todten. 445 gelegt befunden; Daß mich| werd' ich ausgesä't, Himmauch kein Todesbann Ewig lisch werd' ich auferstehen; von ihm trennen kann. Hier geb' ich natürlich ein, Nachmals werd' ich geistlich sein. 4. Ich bin Fleisch, und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh' ich; doch wird er Mich er wecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut Mich umgeben, wie ich glaube; Gott wird werden angeschaut, Dann von mir; in diesem Leibe Und in diesem Fleisch werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland kennen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 8. Seid getroft und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt derTraurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn die legt' Trompet erflingt, Die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erden Kluft, Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft EuremHeiland zugesellen; Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr 7. Was hie fränket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch ewig wünscht zu sein! Joh. v. Asig, 1650; ober: C. Ziegler, 1621; ober: Louise Henriette, Churfürstin v. Brandenburg, 1617. Mel. Valet will ich dir geben. 66. 514. geb' zu bei- Und fröhlich aufersteh'n; nem Grabe, Wie mit den Himmelserben In's Land des Lebens geh'n. Du großer Stegesfürst! Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie 2. Du liegest in der Erde Und haft sie eingeweiht; man kann fröhlich sterben Wann ich begraben werde, 446 Von der Auferstehung der Todten. Daß sich mein Herz nicht mein Grab bedeckt; Dann scheut, Auch in den Staub werd' ich dich erblicken, Der zu legen, Was Staub und mich vom Tode weckt. Asche ist, Weil du ja allerwegen Der Herr der Erde bist. 5. Du fährest in die Höhe, Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben! O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben, Auch in der letzten Noth; Dann schlaf ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Und wach' ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. 3. Du schläfft in deinem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' An diesem Orte habe; Drückft mir die Augen zu; Nun soll mir gar nichts grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite ſtebt. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich den noch frei; Du wirst den Stein schon rücken, Der auch| Benj. Schmolke, 1672. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 93. 515. Gott! wer Macht In Ordnung brinwird von die- gen wieder. Das Weizensem Leib Des Todes mich körnlein muß voran, Soll's erlösen? So lang' ich noch fruchtbar sein, verwesen; So im Fleische bleib', Empfind' muß der Leib auch, ch' er ich Lust zum Bösen. Das kann Dort ewiglich genesen. gute Wollen hab' ich wohl, Nicht aber das Vollbringen; D'rum laß mich, wenn ich sterben soll Vom Tod in's Leben bringen. 3. Wacht auf und rühmt des Höchsten Rath, Die ihr in Gräbern lieget; Nachdem der Fürst des Lebens hat Dem Sterben obgesieget, Wie herrlich wird zu aller Zeit, In solchem Freudenleben, Die Krone der Gerechtigkeit Auf euren Häuptern schweben. 2. Der mich aus nichts hervorgebracht, Wird leichtlich meine Glieder, Ob sie gleich Staub, durch seine Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 447 4. Wer eine Auferstehung 5. Wie selig sind die Todglaubt, Vergebung auch der ten nun, Die in dem Herren Sünden, Und daß ein ewig's sterben. Sie ruhen von all' Leben bleibt, Der wird sich ihrem Thun, Und werden leichtlich finden, Ob Kranfbeit, Angst, Gefahr und Noth Ihn plößlich überfallen; Der wird mit Freuden durch den Tod In Abrabams Schooß wallen. nicht verderben, Von nun an, sagt der heil'ge Geist. Gott, mehr' uns dies Vertrauen, Daß wir im Sterben allermeist, Auf's and're Le1 ben schauen. Osnabrüder Gesangbuch, 1752. ( Siehe auch die Osterlieder.) Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. Eigene Melodie. 100. 516.Wachet auf! Ihr Freund kommt vom ruft uns die Himmel prächtig, Von GnaStimme, Der Wächter sehr den stark, von Wahrheit hoch auf der Zinne; Wach mächtig; Ihr Licht wird hell, auf, du Stadt Jerusalem! ihr Stern geht auf! Nun Mitternacht heißet die Stun- komm, du werthe Kron', Herr de; Sie rufen uns mit hel- Jesu, Gottes Sohn! Holem Munde: Wo seid ihr sianna! Wir folgen all' flugen Jungfrauen? Wohl Zum Freudensaal, Und halauf! der Bräut'gam fömmt; ten mit das Abendmahl. Steht auf! die Lampen 3. Gloria sei dir geſunnehmt; Halleluja! Macht gen Mit Menschen und mit euch bereit Zu der Hochzeit; Engelzungen, Mit Harfen Ihr müsset ihm entgegen und mit Cymbeln schön. geh'n. Von zwölf Perlen sind die 2. Zion hört die Wächter Pforten An deiner Stadt; singen; Das Herz thut ihr wir sind Consorten* Der vor Freuden springen; Sie Engel, hoch um deinenThron. wacht und stehet eilend auf. Kein Aug hat je geſpürt, • Ritaenoffen. 448 Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. Rein Ohr hat ie gehört, wir froh; Jo! jo! jo! jo! Solche Freude! Deß sind Ewig in Dulci jubilo!* Phil. Nicolai, 1556. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 517.Grmuntert euch heißt Erquickungsstunden; ihr Frommen, Die Abendröthe zeigt Den Zeigt eurer Lampen Schein! schönen Tag von weiten, Der Abend ist gekommen; Dafür das Dunkle weicht. Die finst're Nacht bricht ein. 5. Wer wollte denn nun Es hat sich aufgemachet Der schlafen? Wer flug ist, der Bräutigam mit Pracht. Auf! betet, fämpft und wachet; Bald ist es Mitternacht. ist wach! Gott kommt die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach' An Allen, die nicht wachen, und die des Thieres Bild Anbeten sammi dem Drachen; D'rum auf der Löwe brüllt! 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Del, Und seid des Heils gewärtig; Bereitet Leib und Seel'! Die Wächter Zion's schreien, Ihr Bräutigam ist nah; Begegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 6. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Geberden, Und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden Gekommen und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, Sollt nun, nach Kreuz und Klagen, In Freuden sonder Leid Mit leben und regieren, 4. Er wird nicht lang Und, vor des Lammes Thron, verziehen; D'rum schlafet Mit Jauchzen triumphiren nicht mehr ein! Man sieht In eurer Siegeskron'. die Bäume blühen, Der 8. Hier sind die Siegesschönste Frühlingsschein Ver- palmen; Hier ist das weiße In süßer Brende. 3. Ihr klugen Jungfrau'n alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit't; Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräut'gam ist nicht weit. Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 449 Kleiv; Hier steh'n die Wei- Hochzeitmahl; Sie soll sich zenhalmen Im Frieden, nach niederlassen Die Braut im bem Streit Und nach den Rosenthal. Wintertagen; Hier grünen die Gebein', Die dort der Tod ersalagen; Hier schenkt man Freudenwein. 10. O Jesu, meine Wons ne! Komm bald und mach' dich auf! Geh' auf, verlangte Sonne! Und förd're 9. Hier ist die Stadt der deinen Lauf. O Jesu! mach' Freuden, Jerusalem, der ein Ende, Und führ' uns Ort, Wo die Erlösten wei- aus dem Streit! Wir heben den; Hier ist die sich're Haupt und Hände Nach der Pfort'; Hier sind die güld- Erlösungszeit. nen Gassen; Hier ist das L. Laurentii, 1660. Eigene Melodie 54. 518.8 s ist gewißlich dann gewiß ein Jedermann an der Zeit, Wird hören, was er hat geDaß Gottes Sohn wird than. In seinem ganzen Lefommen In seiner großen ben. Herrlichkeit, zu richten Bös' und Frommen; Dann wird das Lachen werden theu'r, Wenn alles wird vergeh'n im Feu'r, Wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören geh'n An aller Welt ihr Ende; Darauf bald werden aufersteh'n All' Todten gar behende; Die aber noch das Leben han, Die wird der Herr von Stunden an Ver4. O web demselben, welcher hat Des Herren Wort verachtet, Und nur auf Erden früh und spat Nach großem Gut getrachtet; Der wird fürwahr ganz kahl besteh'n, Und mit dem Satan müssen geh'n Von Christo in tie Hölle. wandeln und verneuen. 5. O Jesu, bilf zur selben Zeit, Von wegen deiner Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd' ausgezeichnet funden! Daran ich denn auch zweifle nicht; Denn du hast ja den Feind gericht't geschrieben, Was alle Men- Und meine Schuld bezahlet. schen, jung' und alt', Auf 6. Derhalben mein FürErden hab'n getrieben; Da sprecher sei, Wenn du nun 3. Darnach wird man ablesen bald Ein Buch, darin 29 450 Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. wirft erscheinen, Und lies| machst es lang mit deinem mich aus dem Buche frei, jüngsten Tage; Den MenDarinnen steh'n die Deinen; schen wird auf Erden bang' Auf daß ich, sammt den Brü- Von wegen vieler Plage. dern mein, Mit dir geb' in Komm doch! komm doch! du den Himmel ein, Den du Richter groß! Und mache uns hast erworben. uns in Gnaden los Bon allem Uebel! Amen. 7. O Jesu Christ! du Mel. 519. Bartholb Ringwalb, 1531. Herzlich thut mich verlangen. 66. denk an dein Scheiden; Du läß't zur rechGerichte, Du ten Hand Die lieben LämRichter aller Welt! Das mer weiden, Die dir allein nur für ein Gedichte Manch bekannt; Die Böcke geh'n rohes Weltkind hält. Dein zur Linken Von deinem AnWort und mein Gewissen gesicht, Und müssen da verZeigt mir ja deutlich an, Du sinken, Wo weder Trost noch werdest richten müssen, Was Licht. jeder Mensch gethan. 5. O, ihr zur rechten Sei2. Ich höre die Posaunen ten! Wie liebreich ruft man In meinem Geiste schon, Und euch: Kommt, ihr Gebenesehe mit Erstaunen Den gro- deiten! Erbt meines Vaters ßen Richterthron; Auf diesem Reich! Denn ihr habt mich wirst du sigen In deiner gespeiset, Mit Trank unt Herrlichkeit, Wenn Feldge- Kleid verseh'n; Wer Armen schrei und Blißen Der Welt Gut's erweiset, Läßt mir es das Ende dräut. selbst gescheh'n. 3. Mein Geist erblickt die Schaaren Vor deinen Stuhl gestellt, So viel als Menschen waren Von Anbeginn der Welt. Hier muß sich Jeder stellen, Und seinen Urtheilspruch Sich von dir las sen fällen, Zum Segen oder Fluch. 4. Da geht es an ein 6. Doch was für Donner schießen Auf die zur linken Hand! Sie, als Verfluchte, müssen, Als wie ein Höllenbrand, In's ew'ge Feuer rennen! Denn Jeſus kann sie nicht Aus ihrem Glauben kennen, Dem Lieb' und Kraft gebricht. 7. So gehen die Gerech Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 451 ten In's Freudenleben ein; den Zur ew'gen Seligkeit. Und jenen Satansknechten Weil Zeichen g'nug entdeWird lauter Schmach und den, Das Ende sei nicht weit. Pein; Die Seligen erlangen Der Engel Brüderschaft; Die Bösen nur empfangen Des ew'gen Feuers Kraft. 10. Und wenn dein Tag vorhanden, Da Alles soll vergeh'n, So laß mich nicht mit Schanden Vor deinem 8. Laß, Jesu! dies Ge- Throne steh'n. Laß mich dein richte Mir stets vor Augen Blut von Strafen Der ew'sein, Daß mich dein Ange- gen Qual befrei'n; Stell fichte Dereinsten mag er- mich zu deinen Schafen, Die freu'n. So laß mein ganzes dir zur Rechten sein. Leben Aus wahrem Glauben 11. Ach komm doch, mein geh'n, Und mir selbst Zeug- Erlöser! Mit deiner Herrniß geben, Ich werde wohl lichkeit. Die Welt wird imbesteh'n. mer böser; D'rum fomm in 9. Gib, daß ich mich an- kurzer Zeit, Und laß die schicke, Und auf den letzten Stimine hören: Kommt ihr Tag Mich alle Augenblicke Gesegneten! So wollen wir Recht wohl bereiten mag. dich ehren Mit allen HeiliTreib' mich mit stetem We- gen. Benj. Schmolke, 1672. Mel. O Gott! du frommer Gott. 63. 520.Thu' Rechnung! wollt'st gehen; Weil in der ganzen Welt zu finden nicht ein Mann, Der dir auf tausend nur Ein Wort antworten fann! Rechnung will Gott ernstlich von dir haben; Thu' Rechnung! spricht der Herr, Von allen deinen Gaben; Thu' Rechnung! fürchte Gott! Du mußt sonst plößlich fort; Thu' Rechnung denke stets An diese Donnerwort'. 2. Sprich: Lieber Gott! wer kann Vor deinem Thron bestehen; Wenn du mit bei nem Knecht In dein Gericht 3. Laß Gnade geh'n für Necht; Ach, laß mich Gnade finden! Mach' mich aus Gnaden los Von allen meinen Sünden; Laß deines Sohnes Blut Auch mein Herz machen rein; Laß alle meine Schuld Todt und vergesſen sein. 452 Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 4. Laß mich in dieser Welt| Geist regiere mich, So werd' Nur dir zu Ehren leben; Laß ich wohl besteh'n In meiner ja mein Leib und Seel' Dir Rechnung und Zur Himall'zeit sein ergeben; Dein melsfreud' eingeh'n. Joh. Clearius, 1611. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 521.Du Mensch! anblicket, Wenn diese schon wer du auch ihr Licht und Schein Mit immer bist, Gedenk' in allen vollen Strahlen schicket; Und Sachen, Was dermaleinst die Gedanken, die in dir zukünftig ist; Wie Gott Sich regen, kommen ihm wird ruchtbar machen, Und schon für Auch eh' fie dich alles das, was noch jeßund berücken. Verborgen liegt im tiefen Grund, Zu seiner Zeit entdecken. 5. Gott will dereinsten mit der Zeit Vor Mensch'nund Engelschaaren, Wenn er uns ver Gericht entbeut, Die Rathschläg' offenbaren, Die man auf's heimlichst hat ge führt; D'rum sollst du thun, was dir gebührt, O Mensch)! und recht verfahren. 6. Dent', was du thust, ist Gott bekannt, Der's auch an's Licht wird bringen; 3. Ach, das ist ja sehr Dein Herz hat Jesus in der weit geirrt, Bist du gleich Hand, Der gibt in allen jest obn' Sorgen! Weil Dingen Genaue Acht, unt nichts so hehl gehalten wird, hält es dir Und Andern Das vor Gott wär' verbor- alles fünftig für; Dann gen, Vor dessen Sonnenan- wird sein Fluch durchdringen. gesicht So hell des Nachts 7. O Jesu! bilf, daß ich als je das Licht Am hellen den Sinn Zum Guten alllichten Morgen. 4. Gott siehet in das Derz binein, Das teineSonn' zeit wende; Damit nicht, wann es kommt dahin, Mein Thun mich ewig schände: 2. Wir meinen zwar, was bei der Nacht Im Finstern ist geschehen, Und was in Einsamkeit vollbracht, Daß es Niemand gesehen, Werd' immerdar verschwiegen sein. Kann man der Sünden Glanz und Schein Nur bei der Nacht entgehen? Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 453 Vergib das, was ich hab' ge- richt nicht an, Am allgemeis than, Und bring' es vor Ge- nen Ende! Breslauer Gesangbuch, 1745. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 322. Wenn dort des Buß und Glaubenskraft; Damit, wenn uns der Tot hinrafft, Wir freudig scheiden mögen. Allerböchsten Sohn Wird in den Wolken kommen, In großer Kraft, vor seinem Thron Zu rich- 5. Allein die Welt fährt ten Bös' und Frommen, immer fort In ihren SünDann wird vor seinem Stuhl dengräueln; Ihr Weg ist die Schaar Der Völker wer- weit, Und breit die Pfort'; den offenbar, Die je gelebt Sie ist nicht mehr zu heilen; auf Erden. D'rum wird bald kommen zum Gericht Der Herr, und länger schonen nicht; Er wird sie gar vertilgen. 2. Da wird, was hie verborgen war, Von Gott entdecket werden, Es mag sein Lügen oder wahr, Und was gescheh'n auf Erden, Gut oder bös'; dort wird nicht fein Verhehlt, es sei groß oder klein; Es muß entdecket 6. Dort wird die Scheidung gehen an Der Böcke von den Schafen, Die hier noch nicht geschehen fann; Wenn alle, die da schlafen, Zur Rechnung werden aufersteh'n, Und Jesum in den Wolfen seh'n, Den Nichter aller Menschen. werden. 3. Web' dem, ja web' in Ewigkeit, Der dann beschämt muß stehen! Weil alles, was in dieser Zeit In Bosheit ist geschehen, Ja, was man geimlich hat verricht't, Alsdann muß kommen an das Licht; Ach, daß man dies bedächte! 7. Welt, o Welt! befebre dich, Und was noch zu befehren; Daß doch der Herr erbarme sich, Und du nicht mögest bören Das Urtheil, das geschrieben steht: Geht 4. Man wird ja nicht so von mir, ihr Verfluchten! ungescheut In Sündengräu- geht, Geht in das ew'ge eln leben; Besonders, weil's Feuer! noch heißet heut, zu Gott 8. O Jesu Chrift! bewahre das Herz erheben In wahrer mich Und alle frommen Her 454 Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. zen, Daß wir nicht unvor-| Himmelsfreud' eingeh'n, sichtiglich Die Seligkeit ver- Wenn du wirst kommen! scherzen; Laß uns zu deiner Amen. Rechten steh'n, Und zu der Eigene Melodie. 2. 523.Jenen Tag, den deckt unsre Flecken; Gnade, Tag der We- Gnade laß mich decken! ben, Wird die Welt im Brand vergehen, Wie Prophetenspruch geschehen. 9. Jesu, milder Heiland, siehe, Wie ich Ziel war deiner Mühe, Daß ich jenem Zorn entfliehe! 2. Welch Entseßen von der Kunde, Daß der Richter fommt zur Stunde, Prüfend alles bis zum Grunde. 10. Bist so treu mich suchen gangen, Haft am Kreuz für mich gehangen; Nicht umsonst sei Müh' und Ban gen! 3. Die Posaun im Wundertone Sprengt die Gräber jeder Zone, Sammelt Alle vor dem Throne. 4. Erd' und Tod wird schau'n mit Beben, Alle Creatur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, D'rin steht alles eingetragen, Weß die Welt ist anzuflagen. 6. Wenn der Richter also fißet, Wird, was dunkel war, durchblißet, Vor der Rache nichts beschüßet. 7. Ach, wie werd' ich Armer stehen! Wen zum Anwalt mir erflehen, Wenn Gerechte schier vergehen? 2. Laurentii. 1660. 8. Hehrer König, Herr der Schrecken! Gnade nur 11. Richter mit der heil'. gen Wage, Tilge wider mich die Klage Vor dem großen Rachetage! 12. Sieh', ich seufze schuldbeladen, Schamroth über schwerem Schaden. Hör' mein Flehen, Gott, in Gnaden! 13. Du, der freisprach einst Marien, Und dem Schächer noch verziehen, haft auch Hoffnung mir verlieben. 14. Mein Gebet gilt nicht so theuer; Aber laß mich, o du Treuer, Nicht vergeh'n im ew'gen Feuer! 15. Zu den Schafen mich gefelle; Fern den Böden und Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 455 17. Tief im Staub ring' ich die Hände; Zum Zerknirschten, Herr, dich wende! Herr, gedenke mein am der Hölle Mich zu deiner Rechten stelle. 16. Wenn Verworf'ne sich entfärben, Die du hingibst in's Verderben, Rufe mich Ende! zu deinen Erben. Nach dem Lateinischen des Thomas von Celano. Mel. Wie schön leucht' uns der Morgenstern. 99. 524. 3uMitternacht ward ein Geſchrei: Der Bräutigam, naht schon herbei! Auf, gehet ihm entgegen! Kommt! brennet eure Lampen an! Die ihr mit Glauben angethan, Und leuchtet allerwegen. Laufet, Kaufet Glaubensöle! deine Zukunft freun Und schmückt die Seele, ihr Jungfrauen! Wollt ihr euren Bräut'gam schauen. deine Zukunft weit, Die sich doch bald gefunden. Sünden Binden So viel Augen, die nicht taugen aufzuwachen, Sich auf dich bereit zu machen. mich bei den 4. O, laß Fünfen sein! Die sich auf ihre Lampen tragen. Geuß Glaube, Liebe, Hoffnung zu! Das allerschönste Licht bist du, Davon die Nacht muß tagen. Grüße, Küsse Deine Taube! deren Glaube dich umschließet, Und dich herzlich wieder füffet. 2. Du auserwählter Bräutigam, Du allerliebstes Gotteslamm' Ich höre deine Stimme Du rufft mir auch, als deiner Braut, Der du im Glauben rich vertraut. Gib! daß mein Herze glimme. Bieße, Schließe Meine Flammen recht zusammen! daß ich brenne Und man meinen Glauben kenne. 5. Ihr Thörichten, schlaft immerhin! Ihr wollt euch nicht um Del bemüh'n, Daß euer Glaube scheinet. D'rum flopfet ihr vergebens an, Wenn euch nicht mehr wird aufgethan, Und ihr umsonste weinet. Klaget, Fraget! Eurem Hoffen steht nichts offen. Laßt das Rennen! Jesus will euch gar nicht kennen. 6. Du aber, kenne mich, 3. Es ist schon, leider! Mitternacht; Die Finsterniß regiert mit Macht; Der Glaub' ist ganz verschwunden. Die Welt schnarcht in der Sicherheit, Und schäßet 456 Vom jüngsten Gericht und Ende der Welt. mein Freund! Wenn deine munter sein; Der Satan Zukunft nun erscheint, Er- wiege mich nicht ein Mit öffne mir die Thüre; Daß groben Sündenträumen. Laf ich zu deiner Hochzeit geb', mich mein Fleisch stets freuUnd in dem rechten Braut- zigen, Und nicht mit jenen schmuck steh'. Der meine Thörichten Die Gnadenzeit Seele ziere. Laß mich, Ewig versäumen. Mein Lamm! Dich umfassen und nicht las- Bräut'gam! Komm gesen, mein Verlangen! Werd' schwinde, und verbinde uns ich dich nicht bald umfangen? dort oben Durch ein ewiges 7. Indessen laß mich Verloben! Benj. Schmolle, 1672. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 79. 525. Endlich muß Thränen neßen, Da man das Rund aus der Tiefe schreit: Lass der Erden Sammt dem Him- set uns recht eifrig binden melsbau vergeh'n; Alles Durch's Gebet und übermuß zu nichte werden; winden Jesum, der zu jeder Nichts, was zeitlich, kann Frist Unser Gast und G'leitsbesteh'n. Alles nahet sich mann ist. zum Ende; Ja, das Stündlein kommt behende, Da das große Haus der Welt Ueber einen Haufen fällt. 4. Böse Zeiten sind vorhanden; Satan säumet wahrlich nicht; Mach' ihn aber ganz zu Schanden, 2. Lasset uns zu Jesu tre- Jesu, meine Zuversicht! ten, Dem getreu'sten Wan- Steure doch, o Herr! den dersmann! Lasset uns von Rotten, Die nur deines HäufHerzen beten: Ach! der leins spotten; Treib' hinweg Abend kommt heran; Plöß- die dunkle Nacht, Die so lich will es hier auf Erden, Liebster Jesu! dunkel werden. Bleib' doch du, o flares Licht! Bleib', o Herr! und laß uns nicht. manchen Irrthum macht. 5. Gönn' uns, Herr! das Licht des Lebens, Welches ist dein heilig Wort; Unser Fleh'n sei nicht vergebens; schüße doch an jedem Ort, Als ein Held, den wahren 3. Wenn wir uns zusammen seßen In der höchsten Traurigkeit, Da wir uns mit Glauben, Daß kein Feind Bom jüngsten Gericht und Ende der Welt. 457 uns den mag rauben, Son-| Nimm sie auf in deine Händ'! derlich zur letzten Zeit, Da man lebt in Neid und Streit. Eitel Dunkelheit umgiebet Jeßt mein Herz, das sich betrübet Ueber Satan's Macht und List. Bleib', ach bleib', Herr Jesu Chrift! 8. Nun, ich weiß, du wirst verbleiben Stets bei mir in Angst und Noth. Ja, ich weiß, du wirst vertreiben Kräftiglich den ew'gen Tod. Auch weiß ich, du wirst mir geben Nach der Zeit ein 7. Bleibe doch! mein himmlisch Leben, Das durch schweres Leiden Eilet nun- dich erworben ist. Bleib', ach mehr auch zum End'. Herr! bleib', Herr Jesu Chrift! die Seele will jetzt scheiden; Joh. Rift, 1607. 6. Alles fanget an zu frachen, Luft und Erde, Feu'r und Meer; Nöthig ist es, daß wir wachen, Denn der Tod kommt schnell daher, Da der Engelheer Posaunen Machen alles Fleisch erstaunen, Daß der Sünden dienstbar ist. Bleib', ach bleib', Herr Jesu Chrift! Mel. O du Liebe meiner Liebe. 78. 526.Jesu, wirst du täglich doch herbei. Flieht die nen? Ach, wann bricht der Tag berein, Da die außerwählten Deinen In dein Licht verkläret sein? Ach! wir warten mit Verlangen Auf die Ruh' nach aller Last, bald erschei- Sicherheit indessen! Und, was Welt und Sünden sein, Sollt ihr meiden und vergessen, Zu entflieh'n der Höllenpein. 3. Wandelt, wandelt doch im Lichte; Flieht den Weg Und die Krone zu empfan- der Finsterniß! Denn die gen, Die du uns bereitet haft. Stunde zum Gerichte Ift gewiß und ungewiß. Jesus wird gewißlich kommen! Aber wann? da hat die Zeit Reine Creatur vernommen. Da rum wacht und seid bereit! Erdmann Reumeister. 1671. 2. O ihr Seelen, die ihr gläubet, Seid ihm nur im Glauben treu. Ob der Tag schon außen bleibet, Naht er 458 Selige und unselige Ewigkeit. Selige und unselige Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 54. 527.3 wei Ort, Pein und Noth; Macht' was Mensch! hast Verlangen nach dem Tod, du vor dir, Dieweil du lebst So ist es in der Höllen. auf Erden, Die nach dem Tode stehen für; Und dir wird eines werden, Sobald du deine Zeit beschließ'st, Nachdem du selber bir er fies' ft, Und eines willst er wählen. 5. Da muß der Mensch, der kommt hinein, Sich ewig lassen quälen, Und leiden unerhörte Pein An Leib und an der Seelen; Den Wurm, der nimmer wird ertödt't, Das Feu'r, das ewig nicht vergeht, Wird er beständig fühlen. 6. Die Angst, die sein Gewissen hat, Die Furcht in seinem Herzen, Zur Straf' für manche Frevelthat, Macht ihm viel tausend Schmerzen; Was er gethan hat und gesagt, Das kommt ihm vor, 3. Hölle! welch ein das nagt und plagt Die Wort ist das! Nichts wird fündenvolle Seele. 2. Ein's ist des Himmels Freudenort, Da Gott mit Seinen wohnet; Das and're ist der Höllen Pfort', Da man den Sündern lohnet; Dort geht es wohl, da übel zu; Da ist viel Pein, dort hat man Ruh'; Dort lacht man, da ist Weinen. 7. Die Augen, die nach Pracht geschaut; Die geilen Hurenohren; Und die dem Die Zung', die falsch geschworen; Den Mund, der Lästerung gered't; Die Hand, die freventlich getödt't; Die lasterbaften Füße; dadurch bedeutet Als Jammer ohne Ziel und Maß, Und was für Qual bereitet Den Feinden Gottes insge- Lügenmaul getraut; mein, Den Teufeln, die verworfen sein, Und allen freveln Sündern. 4. Ist etwas überall bewußt, Das schrecklich anzuhören; Kann' was der Menschen Freud' und Lust In Traurigkeit verkehren; 8. Ja, alle Glieder ins gemein, Die sich in Sünden üben, Wird fünftig die vers Bringt etwas Schmerzen, fluchte Pein In Ewigkeit be Selige und unselige Ewigkeit. 459 man thun und lassen soll, Und führ' ein christlich Leben. O Gott! regier' uns allezeit, Daß wir im Glauben steb'n bereit Und einst enttrüben; Daß sie die jest gesuchte Freud' Mit desto größer'm Herzeleid zu büßen werden haben. 9. O Mensch! varan erfenne wohl, Was sich dort flieh'n der Höllen! wird begeben; Dent', was 528. O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang son der Ende! O Ewigkeit! Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende; Mein ganz erschrock'nes Herz erbebt, Daß mir die Zung' am Gaumen klebt. Eigene Melodie. 72. Ewigkeit! du finden, weit und breit, So Donnerwort! schrecklich als die Ewigkeit. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt, Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigfeit hat nur kein Ziel; Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein' Erlösung nicht. Chr. Arnschwanger, 1625. 3. O Ewigkeit! du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hie gilt fürwahr fein Scherzen. D'rum wenn ich diese lange Nacht, Zusammt der großen Pein betracht', Erschred' ich recht 4. Was acht' ich Wasser, Feu'r und Schwert; Dies alles ist kaum nennenswerth; Es kann nicht lange dauern. Was wär' es, wenn gleich ein Tyrann, Der fünfzig Jahr kaum leben kann, Mich endlich ließ vermauern? Gefängniß, Marter, Angst und Pein, Die können ja nicht ewig sein. 5. Wenn der Verdammten große Qual, So manches Jahr, als an der Zahl Hie Menschen sich ernähren, Als mancher Stern am Himmel begt, Als manches Laub die Erde trägt, Noch endlich sollte währen; So wäre dock der Pein zuletzt Ihr recht bestimmtes Ziel gesetzt. 6. Nun aber, wenn du die Gefahr Viel hundert tausend tausend Jahr Haft kläglich ausgestanden, und von den Teufeln solcher Frist Gang son Derzen. Nichts ist zu grausamlich gemartert bist, 460 Selige und unselige Ewigkeit. Ist doch kein Schluß vorhan- länger nicht ergößen. Dafür den. Die Zeit, die Niemand willst du dein' arme Seel', zählen kann, Die fänget stets Hernachmals in des Teufels von Neuem an. Höhl', O Mensch! zum Pfande seßen? Ja, schöner Tausch! ja, wohl gewagt! Das bei den Teufeln wird beklagt. 7. Liegt einer frank und ruhig gleich Im Bette, das von Golde reich Recht fürstlich ist gezieret, So basset er doch solche Pracht, Auch so, daß er die ganze Nacht Ein kläglich Leben führet; Er zählet jeden Glockenschlag, Und seufzet nach dem lieben Tag. 8. Ach, was ist das! der Höllen Pein Wird nicht wie Leibeskrankheit sein Und mit der Zeit sich enden. Es wird sich der Verdammten Schaar Im Feu'r und Schwefel immerdar Mit Zorn und Grimme wenden; Und dies ihr unbegreiflich Leid Soll währen bis in Ewigkeit. 9. Ach Gott! wie bist du so gerecht, Wie strafest du die bösen Knecht' So hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf furze Stunden dieser Welt Hast du so lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen; Betracht' es oft, o Menschenkind! Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 10. So lang ein Gott im Himmel lebt, Ünd über allen Wolken schwebt, Wird solche Marter währen; Es wird sie plagen Kält' und Hiß', Angst, Hunger, Schrecken, Feu'r und Bliß, Und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, Wenn Gott nicht mehr wird ewig sein. 12. Die Marter bleibet immerdar, Als Anfangs sie geschaffen war; Sie kann sich nicht vermindern. Es ist ein' Arbeit sonder Ruh'; Sie nimmt an Klag' und Seufzern zu Bei jenen Satansfindern. D Sünder! deine Missethat Empfindet weder Trost noch Rath! 13. Wach auf, o Mensch! vom Sündenschlaf; Ermuntre dich, verlor'nesSchaf, Und bess're bald dein Leben! Wach auf! es ist sehr hohe 10. Ach, fliehe doch des Zeit; Es kommt heran die Teufels Strid! Die Wollust Ewigkeit, Dir deinen Lohn fann ein'n Augenblick Und zu geben. Vielleicht ist heut' Selige und unselige Ewigkeit. 461 der leßte Tag! Wer weiß, ach! soll denn der Höllen wie man noch sterben mag? Pein, Da mehr denn tausend Henfer sein, Ohn' Ende dich betrüben? Wo ist ein so beredter Mann, Der dieses Werk aussprechen fann? 16. 14. Ach! laß die Wollust dieser Welt. Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr' und Geld Dir länger nicht gebieten! Schau an die große Sicherheit, Die falsche Welt und böse Zeit, Zusammt des Teufels Wüthen. Vor allen Dingen hab' in Acht Die vorerwähnte lange Nacht. Ewigkeit! du Donnerwort! O Schwert! das durch die Seele bohrt! D Anfang sonder Ende! O Ewigkeit; Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Trau15. O du verfluchtes rigkeit nicht, wo ich mich Menschenkind, Von Sinnen binwende. Herr Jesu! wenn toll, von Herzen blind, Laß es dir gefällt, Nimm mich ab die Welt zu lieben! Ach! zu dir in's Himmelszelt! Joh. Rift, 1807. - Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 72. Ewigkeit! du spricht: Die Freude end't Freudenwort! sich ewig nicht. 529. O Freude! die kein Mensch 3. Wie könnte mir doch erhört! Anfang sonder werden bang', Weil diese Ende! Ewigkeit! Zeit Freude währt so lang' Als ohne Zeit! Ich weiß vor ewig sich erstrecket? Die großer Fröhlichkeit nicht, wo Freude hat die schwarze Nacht ich mich hinwende. Mein Der Schmerzen ganz beiseit ganz erfreutes Herze springt; gebracht, Und ganz und gar Vor Freuden alles klingt verstecket. Nichts ist zu finund springt. den, weit und breit, So lieblich als die Ewigkeit. 2. Wenn alle Freude in der Welt Doch endlich mit der Zeit hinfällt, Und ganz wird aufgehoben, So hat die Ewigkeit kein Ziel; Sie treibet stets ihr Freudenspiel, Und hört nicht auf zu loben. D'rum meine Seele freudig 4. Da weiß man nicht von Pein und Qual. Die Freud' ist mehr, als an der Zahl Hier Menschen sich ernähren; Mehr als der Himmel Sterne hegt, Mehr als die Erde Laubwerf trägt. 462 Selige und unfeltge Ewigkeit. Wie lange wird sie währen! Wolken schwebt, Wird solche Es ist ihr nicht jest, noch Freude währen. Wenn zulegt Ein Ende, Maß und And're plagen wird die Hiß', Ziel gefeßt. Angst, Kälte, Hunger, Schreden, Blig Und sie doch nicht verzehren; So wirst du, sonder Qual und Pein, Bei Gott in steter Freude sein. 5. Wenn du dort, bei der Engel Schaar, Viel hundert tausend tausend Jahr Haft fröhlich ausgestanden; Und in so langer, langer Frist 9. Wer wollte nun in Ganz heilsamlich getröstet Sündenschlaf, Gleich einem bist, Ist doch kein Schluß sonst verlor'nen Schaf, Zuvorhanden. Die Zeit, die bringen hier sein Leben? Niemand zählen kann, Die Ach nein! es möchte sonst die fänget stets von Neuem an. Zeit Der hocherwünschten 6. Gott! du bist gnädig Ewigkeit Mir nicht die Freu-. und gerecht; Du trösteft de geben, Die hier fein einen frommen Knecht Nach Mensch aussprechen mag, ausgestand'nen Schmerzen. Und die ich wünschte Nach Auf kurze Trübsal dieser und Tag. Welt Hast du so lange Freud' bestellt. D'rum sehne dich von Herzen Nach dieser Freud', o Menschenkind! Daß du sie kriegest fein geschwind. 10. Was soll die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr' und Geld Mir länger hier gebieten? Nein! weg mit aller Sicherheit! Daß nicht der Teufel, Welt und Zeit Mich möge überwüthen. Nimm, liebe Seele! dich in Acht, Daß dich nicht treff' der Sünden 7. Die Weltluft währt ein'n Augenblick, Und ist nicht ohne Teufelsstrick, Kann länger nicht ergößen. Hingegen wird dort deine Seel', Macht. Befreit von dieser Leibeshöhl', 11. So wird dich als ein Mit steter Luft sich legen. Ofrommes Kind, Wie alle schöner Tausch! und wohl Himmelsfinder sind, Dein gewagt! Das auch den En- Gott dort ewig lieben. Bei geln selbst behagt. ihm wirst du, ohn' Angst und Pein, Mit allen Auserwählten sein, Une niemals 8. So lang' ein Gott im Himmel lebt, Und über allen Selige und unselige Ewigkeit. 463 dich betrüben. Wo ist ein so Zeit ohne Zeit! Ich weiß beredter Mann, Der diese Freud' aussprechen kann? vor großer Fröhlichkeit nicht, wo ich mich hinwence. Nimm mich doch bald, wenn dir's gefällt, Herr Jesu! in bein Freudenzelt! 12. O Ewigkeit! o Freudenwort! Freude! die fein Mensch erhört! O Anfang sonder Ende! D Ewigkeit! 530. bin ich doch entzückt! O süße Mannaweide, Wie werd' ich doch erquickt' Bin ich mit Angst umgeben, So kommt mir tröstlich ein: Ich glaub' ein ewig Leben. Wird das nicht Freude sein? Casp. Heunisch, oder Joh. Heermann, 1585. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 66. 4. Der Leib mag schlafen Freude über Freude, Wie geben, Bis auf die legte Zeit; Da wird er auferstehen Voll Sonnen- Herrlichkeit. Mein Jesus wird mich führen Aus meinem Kämmerlein. Wie will ich jubiliren! Wird das nicht Freude sein? 2. Mein Abba! dein Erbarmen Schenkt mir dies größte Gut. Du Jesu! kaufft mir Armen Dasselbe durch dein Blut. Dein Geist macht mich zum Erben; Mein Glaube nimmt's allein. D'rauf fann ich selig sterben. Wird das nicht Freure sein? 5. Dies Freudenleben währet In alle Ewigkeit; Es wird durch nichts versehret; Es ist in Gott bereit. Mein Gott wird mir es geben; Gott bleibet ewig mein; D'rum werd' ich ewig leben. Wird das nicht Freude sein? 6. Nun, liebster Gott! ich gläube; Hilf meinerSchwachs 3. Wie seufzet meine Seele heit auf; Hilf, daß ich treu Nach solcher Seligkeit! Wie verbleibe; Hilf, daß mein eilt sie aus der Höhle Auf Lebenslauf Stets in den Himihren schweren Streit! Sie mel dringe; So geb' ich froh siehet schon den Wagen Der herein Und singe, weil ich lieben Engelein, Die sie gen ringe. Wird das nicht Freude Himmel tragen. Wird das sein? nicht Freude sein? Job. Menzer, 1658. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 77. 531. Herr! ich zähle Stunden, und der Jahre Tag und schnellen Lauf. Ach, wo find 464 Selige und unselige Ewigkeit. sie hin verschwunden? Hört wird unaufhörlich sein; Unt doch alles bei uns auf; Geht sie werden alle müssen Ihre doch alles endlich ein! Doch Thorheit ewig büßen.. es soll jetzt also sein. Nach dem Wandel hier auf Erden Wird die Ewigkeit mir werden. 4. Denft, ihr Menschen! an die Länge, Die Niemand ausdenken kann; Gebet Acht auf eureGänge; Stellet alles christlich an; Denn in einem fleinen Nu Geht die Gnabenthüre zu; Und darnach ist nichts zu hoffen; Jeßt nur steht der Himmel offen. 5. O wie wohl ist uns geschehen, Daß ein Christ das wissen kann; Eh' wir jene Welt noch sehen, Hat es Gott uns fund gethan. Ihm ſei Dank in dieser Zeit! Ihm sei Dank in Ewigkeit! Ewig soll mein Herz ihn ehren, Ewig 3. Wohl demnach uns, deinen Freunden, Wenn wir werden ewig rub'n! Aber web' auch deinen Feinden, Die beständig Böses thun! seinen Ruhm vermehren! Ihre wohlverdiente Pein Die l Caspar Neumann, 1648. 2. Gott! du Ursprung aller Dinge! Der du warest, da nichts war. Unser Alter ist geringe; Aber du lebst alle Jahr'. Ewig wird dein Reich besteh'n, Ewig dein Befehl ergeh'n; Und wenn alles sollte schweigen, Werden's Holl' und Himmel zeugen. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. 532.Amen! Gott Bringt alle Sprach'n zusamVat'r und men, In einem Glauben, Sohne Sei Lob in's Him- Amen! mels Throne! Sein Geift stärk' uns im Glauben Und mach' uns selig, Amen! 4. Amen! fein Tod foll schrecken; Chriftus will uns erwecken; Der selbst zuvor be graben, Nun lebet ewig, Amen! 2. Amen! es wird geschehen; Wir werden Christum sehen. In den Wolken her fommen Uns mitzunehmen, Amen! 5. Amen! Gott sei gepreiset! Der Geift auf Christum weiset; Der helf' uns allzusammen In's ew'ge Leben, Amen! Labw. Delmbol, 1598, 3. Amen! uns ewig währe Die Freude, Gott die Ehre! Anhang. Sonntag. 533. Hallelujah! dem höchsten Gott zu Mel. Gott des Himmels und der Erden. 43. | Schöner ruhn. Heut' schickt feine Arbeit sich Als nur Gotteswerk für mich. Morgen, Schöner, als man denken mag! Seute fühl' ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott gefallen mag? Jeſus wird die Kleider schicken, Die ich ihm zu Ehren trag': Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der 3ionsstille, Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schäßen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. ermuntre 7. Herr, meine Sinnen Und bereite selbst die Bruſt; Laß mich Lehr' und Trost gewinnen, Gib zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall'. 8. Segne deiner Knechte Lehre, Deffne selber 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist; Heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt; Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte 31 des Vaters grüner Au'! Da hat wohl die Morgenstund' Edlen Schatz und Gold im Mund, 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Heute hab' ich sonst zu tun; Denn ich brauche alle Kräfte, In ( 465) 466 Advent. ihren Mund. Mach mit Tag beschließe, Wie er anallen, die dich hören, Heu- gefangen iſt. Segne, te deinen Gnadenbund, pflanze und. begieße, Der Daß, wenn man hier bet't du Herr des Sabbaths und singt, Solches in dein bist, Bis ich einſt auf Herze.dringt. jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. 9. Gib, daß ich den Advent. Jonathan Krauſe. 1701-1762. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 41. 534. K Komm, du 3. Nimm mein Sosianna an Mit den Siegespalmenzweigen; Soviel wertes Lösegeld, Dessen alle Seiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Tor und Türen stehen offen; Komm in der gewohnten Zier, Komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, du großer Ehrenkönig; Laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir zueignen zum Gewinnst. 4. Hosianna Davids Sohn! Ach, Herr, hilf, laß wohl gelingen! Laß dein Scepter, Reich und Kron' Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit besteh': Hosianna in der Höh'! Johann Gottfried Olearius. 1635-1711. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. 5. 535. Wir danken Erlöst das ganze menschlich' G'schlecht; dir, Herr Jesu Christ, Daß du vom Himmel fommen bist Und hast als ein König gerecht 2. Und zu Jerusalem zeuchst ein Sanftmütig auf ein'm Eselein; Das Weihnachten. 467 Volk singt Hosianna schon| Sünd' Mit seiner Macht Und: Ehr' sei Gott im höchsten Thron. nicht überwind'. 3. Also wollst, Herr, auch bei uns sein, In unsre Herzen ziehen ein, Daß uns der Teufel, Tod und 536. Dein Kripplein ist Mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, Hier liegt das Wort, Mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 4. So wollen wir mit großem Schall Dein' Namen rühmen überall, Bis wir in Himmel gehen ein Zu dir und deinen Engelein. Weihnachten. 2. Dem Wind Bartholomäus Helder, Mel. Wir Christenlent'. 50%. Meer und Gehorsam find, Gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du, Gottes Sohn, Wirst Erd' und Ton, Gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. geſt. 1635. Jesu Zuwidertun Der SeelenChrist, feind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und andern für, Daß Adam ist und wir mit ihm gefallen? 5. Schweig, arger Feind, Da sigt mein Freund, Mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben. Was du gefällt, Das hat der Held Aus Jakobs Stamm zu großer Ehr' erhoben. 6. Drum frommer Christ, Wer du auch bist, Sei qutes Muts und laß dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind Dich ihm ververbind't, So kann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 3. Du höchstes Gut Hebst unser Blut In deinen Thron, hoch über alle Höhen. Du ew'ge Kraft Machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. 7. Gedenke doch, Wie 4. Was will uns nun herrlich hoch Er über 468 Weihnachten. allen Jammer dich gefüh-| Gut und Geld, Und siehe ret! Der Engel Heer Ist nur, daß dieser Schatz dir ſelbst nicht mehr, Als bleibe. Wer den hie feſt eben du, mit Seligkeit ge- Sält und nicht läßt, Den zieret! ehrt und frönt er dort an Seel' und Leibe. 8. Laß aller Welt Ihr Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 54. 537.Jenner sind deine Strahlen! ch steh' an mir zugericht, Wie schön Krippen hier, O Jesu, du mein Leben. Ich komme, bring' und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Mut; nimm alles hin Und laß dir's wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich fannt', erforen. Eh' ich durch deine Hand gemacht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie du mein wolltest werden. Paulus Gerhardt. 1607-1676. 3. Ich lag in tieffter Todesnacht, Du warest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, Und weil ich nun nicht weiter kann, So tu' ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär' Und meine Seel' ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz im Leibe weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, Ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du sollst ja guter Dinge sein, Ich zahle deine Schulden. 6. Du frageſt nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt Jahresschluß. 469 zu leiden, Suchst meiner| komm und lege bei mir Seelen Herrlichkeit Durch ein Dich und all deine dein selbsteignes Herze- Freuden! leid; Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein; Komm, 8. 3war sollt' ich denfen, wie gering Ich dich bewirten werde; Du bist der Schöpfer aller Ding', Ich bin nur Staub und Erde. Doch du bist so ein frommer Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne siehet. Paulus Gerhardt. 1607-1676. Jahresschluß. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 54. 538. Gottlob! ein Liebe glüht Mein Herz, das du entzündet; Du bist's, mit dem sich mein Gemüt Aus aller Kraft verbindet. Ich leb' in dir und du in mir, Doch möcht' ich, o mein Heil, zu dir Noch immer näher dringen. Schritt zur Ewigkeit. Ist aber mals vollendet. Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fließt Und alle Gnade sich ergießt 3u meiner Seele Leben. 4. daß du selber 2. Ich zähle Stunden, kämest bald! Ich zähl' die Tag' und Jahr', Und Augenblicke. Ach, komm, wird mir fast zu lange, eh' mir das Herz erkalt' Bis es erscheine, daß ich Und sich zum Sterben gar, O Leben, dich um- schicke! Komm doch in deifange, Damit, was sterb- ner Herrlichkeit; Schau lich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner her, die Lampe steht bereit, Die Lenden sind umgürtet! 5. Doch sei dir ganz 470 Neujahr. anheimgestellt Die rechte 8. Wenn auch die HänZeit und Stunde, Wie- de lässig sind Und meine wohl ich weiß, daß dir's Kniee wanken, So beut gefällt, Wenn ich mit Herz mir deine Hand geschwind und Munde Dich kommen und halt mich in den heiße und darauf Von Schranken Des Glaubens, nun an richte meinen daß in dir mein Herz Sich Lauf, Daß ich dir komm' stärke und ich himmelentgegen. wärts Ohn' Unterlaß aufsteige. mann 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von 9. Geh, Seele, frisch deiner Liebe trennen; Und im Glauben d'ran Und sei daß ich frei vor jeder- nur unerschrocken; Laß Dich meinen dich nicht von der rechten Freund darf nennen; Bahn Die Lust der Welt Und daß du dort, o Le- ablocken. So dir der Lauf bensfürst, Dich ganz mit zu langsam däucht, So mir vereinen wirst Und eile, wie ein Adler fleugt, mir dein Erbe schenken. Mit Flügeln süßer Liebe. 10. Jeju, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen: Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund' und Zeit, Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe! 7. Drum prets' ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet Und also auch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet. Ach, führ mich eilig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. August Hermann Francke. 1663-1727. Neujahr. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 54. 539. Das liebe und freu' sich jedermann, neue Erheb' sein Herz und Jahr geht an, Das alte Hände Zu unserm Gott hat ein Ende. Frisch auf im Himmelsthron, Dank' Epiphanias. 471 ihm und seinem lieben Sohn, Auch Gott dem Heil'gen Geiste. Glück, Seil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut und hält die Schul' in guter Hut, Auch aller Christen Häuſer. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt; Gott's Sohn ist Mensch geboren; Gott Heil'ger Geist macht 4. Das danken wir solch's bekannt Uns, die dem lieben Herrn Und wir war'n verloren. Im freu'n uns solcher Güte. sel'gen, lieben Gotteswort Er woll' den Feinden Geschrieben ist's an man- steu'rn und wehr'n Und chem Ort Und wird uns uns fort auch behüten. Er flar verkündet. geb' ein selig neues Jahr 3. Die reine Lehr' und Und helf' uns zu der Sakrament' Wir hab'n in Engel Schar, Da woll'n unserm Lande, Fromm wir ihn schön preiſen. Obrigkeit, gut Regiment, Chriacus Schneegaß. 1546-1597. Epiphanias. Mel. Valet will ich dir geben. 66. König Stern auf dich weiſet, aller Dazu das göttlich' Wort, Drum man dich billig preiset, Daß du bist unser Hort. 540, Ehren, Jesu Christ, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron: Hilf, daß allhier auf Erden Den Menschen weit und breit Dein Reich befannt mög' werden Zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen Die Leut' aus Morgenland, Die Knie sie vor dir beugen, Weil du ihn' bist bekannt. Der neu' 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeldt, Doch achtest du gar wenig Vergänglich Gut und Geld, Prangst nicht mit teurem Rosse, Trägst keine güldne Kron', Sibst nicht im festen Schlosse, Hier haft du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön 472 Epiphanias. gezieret, Dein Glanz er-| wehren, Dem Teufel, streckt sich weit, Dein Güt' Sünd' und Tod, Daß sie allzeit florieret Und dein mich nicht versehren: Rett Gerechtigkeit. Du wollst mich aus aller Not. die Frommen schützen Durch dein' Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sizzen, die Bösen stürzen bald. 6. Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, Daß falsche Lehr' und Sünden Sein von mein'm Herzen 5. Du wollst dich mein fern. Hilf, daß ich dich ererbarmen, In dein Reich kenne Und mit der Chrinimm mich auf; Dein' stenheit Dich meinen KöGüte schenk mir Armen nig nenne Jeßt und in Und segne meinen Lauf. Ewigkeit. Mein' Feinden wollst du Martin Behm. 1557-1622. Mel. Nun danket all und bringet Ehr'. 8. 541. Auf, Seele, auf und säume nicht, Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern gibt dir Bericht, Der Held sei vor der Tür. 2. Gib acht auf diesen hellen Schein, Der dir aufgangen ist; Er führet dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Christ. 6. Gib dich ihm selbst 3. Er ist der Held aus zum Opfer dar Mit GeiDavids Stamm, Die teu- ste, Leib und Seel' Und re Saronsblum', Das singe mit der Engel rechte, echte Gotteslamm, Schar: Hier ist ImmaIsraels Preis und Ruhm. I nuel 4. Drum mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab in deinem Lauf, Bis du dies Kindlein hast. 5. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß, Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Finsternis. Michael Müller. 1673-1740. Passion. Passion. Eigene Melodie. 61%. 542. Je Vor den Augen stehn. eju, Gna- Laß mir deine Wunden, densonne, Deiner Marter Schön' Süße Seelenzier, Brunn- Alle Tag' und Stunden quell aller Wonne, Neige dich zu mir! Blicke voll Erbarmen Auf dein Kind herab; Tröste selbst mich Armen, Sei mein Schild und Stab! 3. Dir nur will ich leben Und für dich nur sein, Dir mich ganz ergeben Und zum Opfer weihn. Sprich dazu dein Amen. O mein Fels und Sort! Preis sei deinen Namen, Preis dir hier 2. Tilg all meine Sünde, Herr, in deinem Blut, Daß dein Zorn verschwinde, mein höchstes Gut! und dort! 473 Mel. Ach Gott und Herr. 29. 543. Foi ünf Brünnlein sind, Daraus mir rinnt Fried', Freud', Heil, Trost und Leben; In Angst und Not Bis in den Tod Mir solche Labsal geben. 2. Die Quell' du bist, Herr Jesu Christ, Die Brünnlein deine Wunden, Daraus ich mich Lab' innerlich In heißen Kreuzesstunden. 3. Laß mir stets sein Das Leiden dein Ein' Regel, Riegel, Spiegel, Daß Gustav Knak. 1806-1878. ich nach dir Mein Fleisch regier' Und laß ihm nicht den Zügel. 4. Gottes Lamm! O Liebesflamm'! O meiner Seelen Freude! Nimm hin die Sünd', Das Herz entzünd', Daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich Recht seliglich Den Lebenslauf vollbringen Und fröhlich hier, Gott, mit dir ,, Es ist vollbracht" dann fingen. Nürnberger Gesangbuch. 1676. 474 Passion. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 54. 544. S err Jesu, gen, Auf daß du für uns schafftest Rat Und unsre schwere Missetat Bei Gott versöhnen möchteſt. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herdeine Angst und Bein Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große zen dir lobsingen, Und Not und deinen herben, wenn du zu der Seligkeit bittern Tod, Dieweil ich mich wirst wirst hinkünftig lebe, denken. bringen, So will ich daselbst noch viel mehr Zusamt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür loben. 2. Die Wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen, Auch meine große Sündenlast Dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebſter Heiland, schone mein, Laß diese Schuld betrübtes Leiden Laß vergessen sein, Laß Gnade vor Recht gehen. 5. Herr Jesu, deine Angst und Bein Und dein 3. Du hast verlassen deinen Thron, Bist in das Elend gangen, Vertrugest Schläge, Spott und Hohn, Mußtest am Kreuze hanmeine legte Zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach, hilf, daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschließe meine Not Und selig sterbe! Amen. Plönsches Gesangbuch. Mel. Jesu, der du meine Seele. 79. 1674. 545. Je, er en deine Plagen, Wenn mich Keſu, du 2. Rette mich durch büßen Für die Sünden aller Welt Durch dein teures Blutvergießen; Der du dich hast dargestellt meine Sünde plagt. Laß, ach, laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß Als ein Opfer für die mich dein Angstschweiß Sünder, Die verdammten Adamsfinder: Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. fühle, Wenn ich Drangsalshiße fühle.. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. Passion. 475 3. Mache mich durch Knecht der Sünde Satans deine Bande Von des Satans Banden frei; Hilf, daß dein' erlitt'ne Schande Meine Kron' und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verIoren sein. 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammnis dräuet. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren ſein. 7. Ach, laß deine tiefe Wunden Frische Lebensbrunnen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht' in Seelenpein; Senk in Abgrund deiner Gnaden Alle Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 8. Ach, zerbrich die Eiferrute, Ach, erzeige Gnad' und Huld; Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; Laß mich in der 5. Laß mich Freuden- Angst von Sünden Ruh' Rosen brechen, Liebster in deiner Seite finden. Jesu, meine Zier, Von Ach, laß deine Todespein den Dornen, die dich Nicht an mir verloren stechen. Jesu, mache dich sein. zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn Sündendorn mir schade. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 9. Hilf, daß mir dein Dürsten nüte, Das am Kreuze dich geplagt: Wenn ich lechze, wenn ich schwiße, Wenn mich meine Sünde jagt, Laß mich deinen Durst genießen, Laß mir Lebensströme fließen. Ach, laß deine Todespein die Geißeln, durch die Nicht an mir verloren Riemen, Welche du gefüh- sein. 6. Seile des Gewissens Striemen, Nimm von mir der Schmerzen Last Durch let hast, Daß ich böser 10. Jeſu, komm, mich 476 Passion. zu befreien Durch dein entfallen, Laß mich sanft lautes Angstgeschrei. von hinnen wallen. Laß Wenn viel tausend Sün- mir deine Todespein den schreien, Stehe doch Leben, Heil und Himmel mir Armen bei. Wenn sein, mir Wort und Sprach' Gothasches Gesangbuch. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 41. 546. Seele, geh dest mich zu sehr; Aller nach Gol- Reichtum aller Welten gatha, Seß dich unter Würde viel zu wenig sein Jesu Kreuze Und bedenke, Zur Vergeltung deiner was dich da Für ein Bein. Trieb zur Buße reize, Willst du unempfindlich ſein, so bist du mehr als Stein. 1699. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd' und Himmel hangen, Wie das Blut mit sein. Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen. Ach, der übergroßen Not! Es ist gar mein Jesus tot. 5. Herr, ich weiß nur eins für dich: Ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend 4. Ich kann nimmer, nimmermehr Solche Liebe dir vergelten. Du verbin6. Kreuzige mein Fleisch und Blut ,. Lehre mich die Welt verschmähen; Laß mich dich, du höchstes Gut, Immerdar 3. O Lamm Gottes, vor Augen sehen: Führ ohne Schuld, Alles das in allem Kreuze mich hatt' ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Gibst du dich ans Kreuze hin. Wunderbar, nur seliglich. 7. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden; Nirgends müsse mich der Tod Als in deinen Wunden finden, Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck. 1672-1737. Oſtern. Ostern. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 41. 547. eius lebt! 4. Jesus lebt! Sein Mit ihm Heil ist mein; Sein sei auch ich! Tod, wo sind auch mein ganzes Leben. nun deine Schrecken? Je- Reines Herzens will ich sus lebt, er wird auch mich sein Und den Lüsten wiVon den Toten aufer- derstreben. Er verläßt den wecken, Er verklärt mich Schwachen nicht; Dies ist in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß: Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Ewig Keine Herrlichkeit, kein Letden. Er gibt Kraft zu Gott erfüllt, was er ver- dieser Pflicht; Dies ist spricht; Dies ist meine meine Zuversicht. Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich herrschen, ewig leben, 6. Jesus lebt! Nun ist 3. Jesus lebt! Wer der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott nun verzagt, Der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 477 Eigene Melodie. Auch: Ach 548, WillkomGellert. 1715-1769. bleib mit deiner Gnade. 2. Der Feind wird Schau getragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit men, Held im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um uns ist unser Gott! Deine leere Gruft. 3. In der Gerechten 478 Himmelfahrt. Hütten Schallt schon das Schaß hier finden, Der Siegeslied, Du trittst ewig fann erfreun. selbst in die Mitten Und bringst den Osterfried'. 4. Schwing deine Sie gesfahne Auch über unser Herz Und zeig uns einst die Bahne Vom Grabe himmelwärts. 6. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod erworben, Das stell uns täglich für. 5. Laß unser aller Sünden Ins Grab verscharret jein Und einen 7. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir nur dorte selig Mit dir auch auferstehn. Benjamin Schmolck. 1672 1737. Himmelfahrt. 549. Jus herrscht nur der Sohn, der iſt Mel. Alles ist an Gottes Segen. 46. Kesus Chri- selben gleichet feiner; als König; Alles wird ihm gleich. Dessen Stuhl ihm untertänig, Alles legt ist unumstößlich, Dessen ihm Gott zu Fuß. Alle Leben unauflöslich, DesZunge soll bekennen, Je- sen Reich ein ewig Reich. sus sei der Herr zu nen- 4. Gleicher Macht und nen, Dem man Ehre ge- gleicher Ehren Sitt er unben muß. ter lichten Chören Uleber 2. Fürstentümer und denen Cherubim. In der Gewalten, Machten, die Welt und Himmel Enden die Thronwacht halten, Sat er alles in den HänGeben ihm die Herrlich- den; Denn der Vater gab feit; Alle Herrschaft, dort es ihm. im Himmel, Sier im irdischen Gewimmel, Ist zu seinem Dienst bereit. 5. Nur in ihm, o Wundergaben! Können wir Erlösung haben, Die Er3. Gott ist Serr; der lösung durch sein Blut. Herr ist einer, Und dem- Hört's! das Leben ist er Himmelfahrt. 479 schienen, Und ein ewiges| 7. Ich auch, auf den Verjühnen Kommt in Jesu uns zu gut. tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: 6. Jauchz ihm, Menge heil'ger Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk in der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm untertänig. Ehret, liebet, lobet ihn." Philipp Friedrich Hiller. 1699-1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 80. 550. König, dem dich am schönsten glänzen, treue Wo viel tausend Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich Recht gehört zum Throne von dir regieren lassen Als des Vaters ein'gem fein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Und, wie du, das Unrecht hassen. Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten! 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man 2. Himmel, Wasser, stets dich loben hören Von Luft und Erde, Nebst der dem himmlischen Geungezählten Herde Der schlechte, Von der Menge Geschöpfe in den Fel- deiner Knechte, Die dort dern, In den Seen, in den ohne Furcht und Grauen Wäldern, Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. Dein verklärtes Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst erweiſen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man 5. O Monarch in dreien Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Ueberfluß der Schäße, An 480 Pfingsten. der Ordnung der Gefeße, zen. Laß mich deinen An Vortrefflichkeit der Schuß genießen, Laß mich Gaben, Welche deine Bür- dich im Glauben küssen, ger haben. Du beschützest Ehren, fürchten, loben, deine Freunde, Du be- lieben und mich im Gezwingest deine Feinde. horsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, schwitzen, Dort mit auf dem Throne sitzen. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und SchmerPfingsten. Mel. Warum soll ich mich denn grämen? 76. 551. öchst er nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. Tröster, komm hernieder! Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder! Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht vor Gott zu treten, Sei uns nah Und sprich Ja, Wenn wir gläubig beten. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder 5. Hilf den Kampf des Schritt, Jeder Tritt Ist Glaubens kämpfen; Gib ohn' dich vergebens. Ach, uns Mut, Fleisch und das Seelenwerk ist wich- Blut, Sünd' und Welt zu tig! Wer ist wohl, Wie er dämpfen. Laß uns Trübsoll, Treu zu handeln sal, Kreuz und Leiden, tüchtig? Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe. Rette doch Heute noch Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben; Laß sie 6. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Kirchweihe. 481 Prüfungshite. Und gerecht zu leben. bei, Mach uns treu In der Gib, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 7. Sei bei Schwachheit unsre Stüße; Steh uns Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Dinge Grund, Gib deinen Vaternamen fund An diesem heil'gen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir, Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; Heil'ge uns in deiner Wahrheit. Ehrenfried Liebich. 1713-1780. Kirchweihe. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 99. 552. Gott Vater, 3. Gott Heil'ger Geist, aller du wertes Licht, Wend her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächt'gen Flammen aus, Mach himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter; früher, später geht's zum Sterben; Hilf uns, Jesu Reich erwerben. der 2. Sohn Gottes, Herr Herrlichkeit, Dies Gotteshaus ist dir geweiht; O laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Se- schenkt und auferbaut, gen walte fort und fort Dir ist's geheiligt und In dieser Friedenshallen! vertraut Mit Herzen, Einheit, Reinheit Gib den Händen, Zungen. Ach, Herzen; hier Sind wir Noch in Schmerzen tilg in Gna- Hütten; Herr, wir bitten den Und nimm von uns stell uns droben In den allen Schaden. Tempel, dich zu loben! Angst und Albert Knapp. 1798-1864. 4. Dreieiniger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir vom Kinde bis zum Greis Für dies dein Haus gesungen! Du hast's ge 482 Erntefest. Erntefest. Mel. O daß ich tansend Zungen hätte. 36. 553. Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus; Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 4. Und also wächst des Menschen Speise: Der Acker selbst wird ihm zu Brot; Es mehret sich vielfält'ger Weise, Was anfangs schien, als wär' es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll 2. Wer kann die Men- man erst bedenken? Der schen alle zählen, Die Wunder ist hier gar zu heut' bei dir zu Tische viel. So viel als du kann gehn! Doch muß die Not- niemand schenken, Und durft keinen fehlen; Denn dein Erbarmen hat kein du weißt allen vorzustehn Ziel; Denn immer wird Und schaffest, daß ein je- uns mehr beschert, Als des Land Sein Brot be- wir zusammen alle wert. kommt aus deiner Hand. 6. Wir wollen's auch 3. Du machst, daß man keinmal vergessen, Was auf Hoffnung fäet Und uns dein Segen träget endlich auch die Frucht ge- ein; Ein jeder Bissen, den nießt. Der Wind, der wir essen, Soll deines durch die Felder wehet, Namens Denkmal sein, Die Wolke, so das Land Und Herz und Mund soll begießt, Des Himmels lebenslang Für unsre Tau, der Sonne Strahl Nahrung sagen Dank. Sind deine Diener allzumal. Kaspar Neumann. 1648-1715. Reformationsfeſt. Reformationsfest. Mel. Valet will ich dir geben. 66. 554. Lob Gott ge4. Sein Wort läßt er trost mit jetzt hören Und schallen weit und breit; Damit tut er zerstören Die falsche Heiligkeit Und seinem Volk verkünden Sehr freudenreichen Trost, Wie sie von ihren Sünden Durch Christum sind er-. löst. Singen, Frohlock, du christlich' Schar! Dir soll es nicht mißlingen, Gott hilft dir immerdar. Ob du gleich hie mußt tragen Viel Widerwärtigkeit, Noch sollst du nicht verzagen, Er hilft aus allem Leid. 483 5. Es tut ihn nicht gereuen, Was vorlängst er gedeut, Sein' Kirche zu verneuen In dieser fährlich'n Zeit. Er wird herzlich anschauen Dein Jammer und Elend, Dich herrauferbauen Durch Wort und Sakrament. 2. Dich hat er ihm erforen und durch sein Wort erbaut, Bei seinem Eid geschworen, Weil du ihm bist vertraut, Daß er deiner will pflegen In aller Angst und Not, lich Dein' Feinde niederlegen, Die dich schmähen mit Spott. 3. Darum laß dich nicht schrecken, du christgläub'ge Schar! Gott 6. Gott ſoll'n wir billig loben, Der sich aus großer Gnad' Durch seine milde Gaben zu kennen geben hat. Er wird uns wird dir Hilf' erwecken auch erhalten In Lieb' Und dein ſelbst nehmen wahr. Er beginnt jebt zu fämpfen Wider den Antichrist, Sein' falsche Lehr' zu dämpfen, All sein' Anschläg' und List. und Einigkeit Und unser freundlich walten Hier und in Ewigkeit. Johann Horn. 1547. Mission. Mission. Mel. Befiehl du deine Wege. 66. 555. Der zu zum| liegt; Vis du im neuen Heil er- Leben Die ausgeföhnte schienen Der allerärmsten Welt Dem, der sie dir geWelt Und von den Cheru- geben, Vors Angesicht gebinen Zu Sündern dich stellt. gesellt; Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am Marterholze Versöhntest ihre Schuld. 484 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 5. Und siehe, tauſend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht; Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich: Werde! Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn; Daß, wo man Göten fröhnet Und vor 3. Im schönen Hoch- den Teufeln kniet, Ein zeitkleide, Von allen Flek- willig Volk versöhnet Zu ken rein, Führst du zu dei- deinem Tempel zieht. ner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, ein Heil verheißen war, Die bringen, nun entsündigt, Dir Preis und Ehre dar. 4. Es fann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe der's fiegt, Bis dieser Kreis der Werd Erden Zu deinen Füßen 7. Wir rufen, du willst hören, Wir fassen, was du sprichst; Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele find's noch nicht! O du, uns versprochen, aller Heiden Licht! Albert Knapp. 1798-1864. Mission. Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. 15. 556. Walte, walte und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf! 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völfer harren dein; Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf zur Ernt' in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat; 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes Tat Ewig weggenommen hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist 485 557. König Jeſu, streite, Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 100. Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn. Amen, Amen. So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Hallelujah für und für. siege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Mut; Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonathan Friedrich Bahnmaier. 1774-1811. 486 Gottes Wort. Kirche. Gottes Wort. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 78. 558. He err, dein 2. Hallelujah! Ja und Wort, die edle Gabe, Dieses Gold erhalte mir; Denn ich zieh' es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, Sondern um dein Wort zu tun. Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög' in deinem Namen Fest und unbeweglich stehn. Laß mich eifrig ſein, beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und zugleich zu deinen Füßen Siten, wie Maria.tat. Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. 1700-1760. Kirche. Eigene Melodie. 55%. 559. Jahre fort,| Stich, Leide dich, leide fahre dich! fort, Zion, fahre fort im 3. Folge nicht, folge Licht! Mache deinen nicht, Zion, folge nicht der Leuchter helle, Laß die Welt, Die dich suchet groß erste Liebe nicht, Suche zu machen; Achte nichts stets die Lebensquelle; ihr Gut und Geld, Nimm Zion, dringe durch die nicht an den Stuhl des enge Pfort', Fahre fort, Drachen; Zion, wenn sie fahre fort! dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu 4. Prüfe recht, prüfe Trübsal, Angst mit Spott recht, Zion, prüfe recht und Hohne; Sei bis in den Geist, Der dich ruft den Tod getreu, Siehe zu beiden Seiten, Tue auf die Lebenskrone; Zion, nicht, was er dich heißt, fühlest du der Schlangel Laß nur deinen Stern Kirche. 487 dich leiten; Zion, beide derliebe brennet; Zeige, das, was frumm und was der in dir schafft, schlecht, Prüfe recht, prüfe Der als seine Braut dich recht! fennet; Zion, durch die dir gegeb'ne Tür Brich herfür, brich herfür! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, Stärke dich mit 7. Salte aus, halte Geist und Leben, Sei aus, Zion, halte deine nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein Dringe ein, dringe ein! Treu', Laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das Kleinod rückt herbei. Auf! verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Johann Eusebius 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die BruSchmidt. 1670-1745. Mel. Zion Hlagt mit Angst und Schmerzen. 77. 560. Treuer Hir- dein wahres Wort zu te deiner kämpfen Und der Feinde Herde, Deiner Glieder Rat zu dämpfen. starker Schuß, Sieh doch, wie die Asch' und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Truß Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren! 3. 3 gilt deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Heiligtum, Jefu, deines Glaubens Lehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und- den Dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein: Dazu kannst du ja nicht schweigen, Deine Machthand wirst du zeigen. 2. Du, Herr, bist ja unser König, Wir sind dein mit Leib und Seel': Menschenhilf' ist hier zu 4. Wo die Kirche ward wenig Ohne dich, Imma- beſtürmet, Warst du allenuel. Du bist's, der sein zeit ihr Hort; Du biſt's Volk bewacht Und die auch, der sie beschirmet Geister kräftig macht, Für Heute noch und immer 488 Glaube. fort. Die Verfolgung hat| Leit auch die auf rechter ihr Ziel, Du verhängst Bahn, Die noch jetzt durch ihr nicht zu viel, Du zer- Satans Lügen Sich selbst streust der Frevler Rot- um ihr Heil betrügen. ten, Die es wagen, dein zu spotten. 7. Laß uns recht und redlich handeln Und in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen heilig wandeln, Auch dabei uns klüglich hier Schicken in die böse Zeit Und vor falscher Heiligkeit, Vor der Feinde List und Wüten uns mit deiner Weisheit hüten. 5. Stärke nur den schwachen Glauben, Den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit Uns zu schrecken find bemüht. Deine Weisheit kennt und fieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 8. Laß uns beten, laß uns wachen, Immer stehn auf unsrer Hut Und nur dich, Herr, lassen machen, 6. Hilf den Deinen So wird alles werden und bekehre Deiner Fein- gut. Jesu, streite für uns de blindes Heer. Der hier Und vertritt uns dort Verfolgung steu'r und bei dir, Bis wir auf der wehre, Daß sie uns nicht neuen Erden Mit dir triwerd' zu schwer. Nimm umphieren werden! dich der Bedrängten an; Henriette Katharina von Gersdorf. 1648-1726. Glaube. Mel. Valet will ich dir geben. 66. | 561. Jch weiß, an Wo alles wankt und fällt, ich Wahn die treibet Und Trug die lugen hält. glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Rauch und Staub verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, 2. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, Gebet. 489 auf dem ich stehe, Dernen Geist mir schenkt, Der diamanten ist, Der nim- mich mit Gnade frönet mermehr kann wanken, Und ewig mein gedenkt. Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort; 4. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube Nicht mit zu 3. Er, den man blut- Staub verweht. Es bleibedecket Am Abend einst bet mir im Grauen Des begrub, Er, der von Gott Todes ungeraubt; Es erwecket, Sich aus dem schmückt auf HimmelsStaub erhub; Der meine auen Mit Kronen einst Schuld versöhnet, Der sei- mein Haupt! Cigene Melodie. 49%. 562. Wir glau-| Und uns führt ins Simuns ben all mels Thron, Der durch sein Blut und Tod Hat erlöst aus aller Not. an einen Gott ,. Vater, Sohn und Heil'gen Geist, Den der Cherubinen Chor und die Schar der Engel preist, Der durch seine große Kraft Alles wirfet, tut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, Der vom Himmel kommen ist Ernst Moriz Arndt. 1769-1860. 3. Wir glauben an den Heil'gen Geist, Der von beiden gehet aus, Der uns Trost und Beistand leiſt't Wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, Sei gepreist zu aller Zeit. Gebet. Tobias Klausniker. 1619-1684. Eigene Melodie. 43½. 563. Sieh, hier vor deinem Thron; bin ich, Schwache Tränen, KindEhrenkönig, Lege michlich Sehnen Bring ich 490 Konfirmation. dir, du Menschensohn.| freie Gnad', Die du Laß dich finden, laß dich gibest, Den du liebeſt, finden Von mir, der ich Und der dich liebt in der Asch' und Ton! Tat. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, wer dich hat. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt' dich; Lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine Ich nur meine; Dein erkaufter Erb' ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; Gib dich mir und nimm mich hin. 4. Dieser Zeiten Eitelfeiten, Reichtum, Wollust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, 3. Ich begehre nichts, laß dich finden! Großer o Herre, Als nur deine Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. Konfirmation. 1650-1680. Eigene Melodie. 87%. 564. Mein Schö- Wunder tut. Schließ mich pfer, steh mir bei, Sei meines Lebens Licht! Dein Auge leite mich, Bis mir mein Auge bricht. Hier leg' ich Herz und Glieder Vor dir zum Opfer nieder Und widme meine Kräfte Für 3. Mein Tröster, gib dich und dein Geschäfte.mir Kraft, Wenn sich VerDu willst ja, daß ich dei- suchung zeigt; Regiere ne sei; Drum, Schöpfer, ſteh mir bei! verirrten Armen Ganz ein in dein Erbarmen, Daß ich von Zorn und Sünde Hier wahre Freiheit finde; Ich bin ein Scheusal ohne dich; Mein Heiland, wasche mich! meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt; Lehr mich den Sohn erkennen, Ihn meinen Herren nennen, Sein Gnadenwort 2. Mein Heiland, wasche mich Durch dein so teures Blut, Das alle Flecken tilgt Und lauter verstehen, Auf seinen We Konfirmation. gen gehen. Du bist's, der| le mein alles Gute schafft; Mein Tempel Tröster, gib mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, Dir bin ich, was ich bin. Ach, drücke selbst dein Bild Recht tief in meinen Sinn! Erwäh-| 2. Könnt' ich's irgend besser haben Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 491 Zum Güte; Mel. O du Liebe meiner Liebe. 78. 565. Bei dir, dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab, Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn, Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus tat, mir tut, Mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt' ich Gemüte deiner Verkläre an mir Armen Dein gnadenreich Erbarmen. Wohl mir, wenn du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! I. J. Rambach. 1693-1735. 4. Ja, Herr Jeſu, bei dir bleib' ich, So in Freude, wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich mich für Zeit und Ewigkeit, Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieſer Welt; Denn der iſt zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wann mein Tag fich neigt. Wann es nun will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, Lege jegnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, Sprechend: Sohn, hier geht's zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur 492 Konfirmation. Seite stehen, Graut mir Auge dunkler, trüber, vor dem falten Tod, Als Dann erleuchte meinen dem fühlen, scharfen We- Geist, Daß ich fröhlich hen Vor dem Himmels- zieh' hinüber, Wie man Morgenrot. Wird mein nach der Heimat reiſt. Karl Johann Philipp Spitta. 1801-1859. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 100. Gemeinde: 566,° or dir, TodesNach den Gaben, Die du mir heut' Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast überwinder, Stehn deine erneut. teu'rerlösten Kinder; Ihr 3. Laß dich halten und Lobgesang sei dir ge- umfassen! Ich will dich bracht! Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Anien und beten. Herr, sie sind dein; Laß ihre Reih'n Dir an dein Herz geleget sein! ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht; Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig Und mich dein Mund Zu jeder Stund' Erinn're an den Liebesbund. Gemeinde und Kinder: Konfirmanden: 2. Friedefürst, ich ward erforen Am ersten Tag, als ich geboren, Zu deinem sel'gen Gnadenkind: Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh', 4. du Sirt erkaufter Seelen! Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht; Darum gib mir Licht und Stärke Und Ich greife freudig zu Glaubensmut zum guten Gnadenwahl. 493 Werke, Zum Ringen, reich ende Und du, O Wachen und Gebet, Bis Sohn, Der Treue Lohn ich den Pilgerstand Im Mir reichst von deinem ew'gen Vaterland Sieg- Gnadenthron. A. Knapp. 1798-1864. Gnadenwahl. Mel. Jesu, deine heil'gen Wunden. 77. 567. Gw'ge Lie- nicht schont, Der in seibe, mein nem Schoße wohnt, Um Gemüte Tut jebt einen zu retten die Rebellen frohen Blick In den Ab-| Aus dem Pfuhl der tiefen grund deiner Güte. Send Höllen. ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterfeit, Der die Finsternis zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich entschlossen haft Und aus einem reinen Triebe Den erwünschten Schluß gefaßt: Der in Fluch versenkten Welt Durch ein teures Lösegeld, Durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad' und Freiheit zu erwerben. 4. Doch du hast, o weiie Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzünden, Der ein Werk des Himmels heißt, Lässest du dich willig finden, Deinen teuren, guten Geist Denen, die gebeuget stehn, Die ihr Unvermögen sehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Gern und willig mitzuteilen. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe 6. Wo du nun vorher beut! Liebe, die den Sohn gesehen, Daß ein Mensch 494 Rechtfertigung. auf dieser Erd' Deinem nunft erstaunend hört Geist nicht widerstehen und umsonst sich unterNoch sein Werk verhin- windet, Wie sie dessen dern werd', Sondern ohne Tief' ergründet. Heuchelschein Werd' im Glauben feste sein: Die sen hast du auserwählet Und den Deinen zugezäh let. 7. Du hast niemand zum 9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Verderben Ohne Frucht und Kraft, Den Grund in Bann getan. dein Geist in mir geDie in ihren Sünden ster- schafft, Mir zum Zeugnis ben, Die sind selber schuld dienen möge, ich sei auf daran. Wer nicht glaubt dem Himmelswege. an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn: Sein mutwillig Widerstreben Schließt ihn aus von Heil und Leben. 8. Liebe, dir jei Lob gesungen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schar verklärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub' in Demut ehrt, Die Ver10. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens stehn. Denn so werd' ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. Rechtfertigung. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 36. 568. Mir ist Er- stolzes Herz hat's nie bebar- gehrt: Nun weiß ich das mung widerfahren, Er- und bin erfreut Und rühbarmung, deren ich nicht me die Barmherzigkeit. wert! Das zähl' ich zu 2. Ich hatte nichts als dem Wunderbaren; Mein Zorn verdienet Und soll Jesuslieder. bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschieht's? Erbarmung ist's, und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 495 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet' ich auch allein, Auf dieses duld' ich in der Not. Auf dieſes hoff' ich in dem Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Reiß dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir; Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller. 1699-1769. Jesuslieder. 2. Herden ihre Hirten lieben, Und ein Sirt liebt Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 79. 569. Jeju, from-| ſeine Herd'; Laß uns auch mer Men- so Liebe Du im schenherden Guter und Himmel, ich auf Erd'. getreuer Sirt, Laß mich Schallet deine Lieb' herauch dein Schäflein wer- nieder, Soll dir meine den, Das dein Stab und schallen wieder; Wenn du Stimme führt. Ach, du rufft: Ich liebe dich! Ruft haft aus Lieb' dein Leben mein Herz: Dich liebe ich. Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich: Laß mich wieder lieben dich. 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sind wohlbekannt; Laß mich auch nach dir nur rennen, Wie du kamst zu mir gerannt. Als des Höllen 496 Jesuslieder. wolfes Rachen Eine Beut' zu dir schreien lehre, aus mir wollt' machen, Riefest du: Ich kenne dich! Ich auch rief: Dich kenne ich! Wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost herwieder schallen; Wenn ich bete, höre mich! Jesu, sprich: Ich höre dich! 4. Herden ihre Hirten hören, Folgen ihrer Stimm' allein; Hirten auch zur Herd' sich kehren, Wenn sie rufen, groß und klein. Laß mich hören, wenn du schreiest; Laß mich laufen, wenn du dräuest; Laß mich horchen stets auf dich! Jesu, höre du auch mich! 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm'; Mich auch 6. Söre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf', anflopf und schrei'; Jeſu, dich von mir nicht fehre, Steh mir bald in Gnaden bei! Ja, du hörst, in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen! Nun ich glaub' und fühle schon Deinen Trost, o Gottes Sohn! Eigene Melodie. Auch: Bilde Deiner Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall haſt wieder bracht: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Sigmund von Birken. 1626-1681. Gott des Himmels und der Erden. 43. 570. Liebe, die du und gar: Liebe, dir ergeb' mich zum ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erforen, Eh' als ich er- 4. Liebe, die mich hat schaffen war; Liebe, die gebunden An ihr Joch mit du Mensch geboren Und Leib und Sinn; Liebe, die mir gleich wardst ganz mich überwunden Und Jesuslieder. 497 mein Herze hat dahin: 6. Liebe, die mich wird Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt't; Liebe, die das Lösgeld gibet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. erwecken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken Mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. 1624-1677. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 41. 571. ermüdst du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu lauter nichtes werden? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Keele, was diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus sei2. Sammle den zer- nem Geist geboren; Darstreuten Sinn, Laß ihn um liege nicht im Kot. sich zu Gott aufschwingen; Bist du nicht zu Reich erRicht ihn stets zum Him- koren? Suche Jesum und mel hin, Laß ihn in die sein Licht: Alles andre Gnad' eindringen. Suche hilft dir nicht. Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist Ueber alle Himmelshöhen; Laß, was dich zur Erden reißt, 3. Du verlangst oft füße Ruh', Dein betrübtes Herz zu laben; Eil Weit von dir entfernet zur Lebensquell' hinzu, stehen. Suche Jesum und Da kannst du sie reichlich sein Licht: Alles andre haben. Suche Jesum und hilft dir nicht. sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom 4. Weißt du nicht, daß Thron des Lammes flie Jejuslieder. 498 Licht: Alles andre hilft dir nicht. Bet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, 8. Laß dir seine Maje- daß sein Liebeswill' Stilstät Immerdar vor Augen len werde dein Verlangen. schweben; Laß mit brün- Drum such Jesum und stigem Gebet Sich dein sein Licht: Alles andre Herz zu ihm erheben! hilft dir nicht. Suche Jesum und sein Jakob Gabriel Wolf. 1684-1754. Mel. Valet will ich dir geben. 66. chatz über lauter Herzeleid, Vor deinen Augen schweben, Ist wahre Seligkeit. 572. alle Schätze, O Jesu, liebster Schatz, An dem ich mich ergöße, Hier hab' ich einen Platz In meinem treuen Herzen Dir, Schönster, zugeteilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz fräftiglich 4. O reiche Lebensquelle, O Jesu, ſüße Ruh,' Du treuer Kreuzgeselle, Schlag nach Belieben zu, Ich will geduldig leiden Und soll mich feine Bein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben, Dir immer für und für Zu sterben und kann stillen zu leben, Und will vielmehr mit dir Im tiefsten Feuer schwitzen, Als, Schönster, ohne dich Im Paradiese sizen Veracht' und jämmerlich. Und mich in Leidenszeit Erfreulich überfüllen Mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster, mich erblicken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquicken, Komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ich nicht, Mein Geist will ohne dich zu leben, Ist himmlisch werden und ist 6. Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will Morgen. Abend. 499 dahin gericht, Wo Jesus| Schoß zu liegen; Komm, wird geschauet. Da sehn' meiner Seelen Zier, Und ich mich hinein, Wo Jesus sebze mich aus Gnaden Hütten bauet, Denn dort In deine Freudenſtadt. iſt gut zu sein. So kann mir niemand 7. Nun, Jesu, mein schaden, So bin ich reich Vergnügen, Komm, hole und satt. mich zu dir, In deinem) Salomon Liscovius. 1640-1689. Morgen. Eigene Melodie. 41%. 3. Gib, daß deiner glanz Liebe Glut Unsre falten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei entstandner Morgenröte, Daß wir, eh' wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Leucht uns selbst in jener Welt, Du verklärte Gnadensonne; Führ uns durch das Tränenfeld In das Land der süßzen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Christian Knorr von Rosenrot. 1636-1689. 573. Morgender Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen; Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. Abend. ( Sonntag Abend.) Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 8. 574. Nun bricht doch, mein Herz, schlaf die fin- noch nicht ein, Geh, rede stre Nacht herein, Des vor mit Gott. Tages Glanz ist tot; Je- l 2. Gott, du großer 500 Abend. Herr der Welt, Den nie- 6. Schreib alles, was mand sehen kann, Du man heut' gelehrt, In siehst ja mich in deinem unsre Herzen ein Und Zelt, Hör auch mein lasse die, so es gehört, Seufzen an. Dir auch gehorsam sein. war 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, Der beſonders dein; Drum hätt' er auch bis in die Nacht Dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieſes nicht geschehen, Denn ich bin Fleisch und Blut Und pfleg' es öfters zu versehn, Wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such' ich deinen Gnadenthron: Sieh meine Schuld nicht an Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug getan. 7. Erhalte ferner noch dein Wort Und tu uns immer wohl, Damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such' ich meine Ruh'; O Vater, ſteh mir bei Und gib mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, Mich in den Himmel ein; Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann. 1648-1715. Eigene Melodie. 68½. 575. Der lieben leuchtet wohl Und gebet Sonnen Licht und Pracht Sat nun den Tag vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh' gemacht, Tu, Seel', was dir gebühret; Tritt an die Himmelstür Und bring ein Lied herfür; Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. eure Strahlen; Ihr macht die Nacht des Lichtes voll, Doch noch zu tausend Malen Scheint heller in mein Herz Die ew'ge Himmelsferz', Mein Jesus, meiner Seelen Ruhm, Mein Schat, mein Schutz und Eigentum. 2. Ihr hellen Sterne 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht Bei Menschen und bei Tieren; Lob Gottes. 501 Doch einer ist, der oben Bette gehn, Dir will ich wacht, Bei dem Bei dem kein mich befehlen; Du wirst, Schlaf zu spüren. Es mein Schußherr, auf mich schlummert, Jesu, nicht sehn Zum Besten meiner Dein' Aug', auf mich ge- Seelen. Ich fürchte keine richt: Drum soll mein Not, Auch selbsten nicht Herz auch wachend sein, den Tod; Denn wer mit Daß Jesus wache nicht Jesu schlafen geht, mit allein. Freuden wieder aufersteht. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, Das ich 6. Nun, matter Leib, dir, Jesu, singe; In mei- gib dich zur Ruh' Und nem Herzen ist kein schlafe sanft und stille; Fried', Bis ich es zu dir Ihr müden Augen schließt bringe. Ich bringe, was euch zu, Denn das iſt ich kann; Ach, nimm es Gottes Wille. Schließt gnädig an, Es ist doch aber dies mit ein: Herr herzlich gut gemeint, Sefu, ich bin dein! So Jesu, wird der Schluß recht Freund. wohl gemacht. Nun, Jesu, 5. Mit dir will ich zu Jesu, gute Nacht! meiner Seelen Lob Gottes. Christian Scriver. 1629-1693. Eigene Melodie. 98. 576. Nun lob, in seinen Schoß, Mit reimein Seel', den Herren; Was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohltat tut chem Trost beschüttet, Verjüngt dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet, Die leiden in er mehren, Vergiß es sein'm Reich.- nicht, o Herze mein! Hat 2. Er hat uns wissen dir dein' Sünd' vergeben lassen Sein herrlich Recht Und heilt dein' Schwach- und sein Gericht, Dazu heit groß, Errett't dein sein Güt' ohn' Maßen, Es armes Leben, Nimmt dich mangelt an Erbarmung 502 Lob Gottes. drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End', da ist ihm nah. nicht. Sein'n Zorn läßt er Laub: Der Wind nur wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld; Die Gnad' tut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold. Sein' Güt' ist hoch erhaben Ob den'n, die fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie sich ein Mann erbarmet Ueber sein' junge Kindlein klein, So tut der Herr uns Armen, So wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm' Gemächte; Gott weiß, wir sind nur Staub, Gleichwie das Gras von Rechte, Ein' Blum' und fallend 4. Die Gottesgnad' alIeine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieben G'meine, Die steht in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Jhr starken Engel waltet Sein's Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig's Wort. Mein' Seel' soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. Johann Graumann ( Poliander). 1487-1541. Mel. Nun Lob, mein Seel', den Herren. 98. 577. Man lobt vermehren, So lang er lallen kann. dich in der Stille, Du hocherhabner 2. Es müssen, Herr, sich Zions- Gott, Des freuen Von ganzer Seel' Rühmens ist die Fülle und jauchzen schnell, Die Vor dir, du starker Zeba- unaufhörlich schreien: Geoth. Du bist doch, Herr, lobt sei der Gott Israel! auf Erden Der Frommen Sein Name sei gepriesen, Zuversicht; In Trübsal Der große Wunder tut und Beschwerden Läßt du Und der auch mir erwiedie Deinen nicht. Drum sen Das, was mir nüt foll dich stündlich ehren und gut. Nun, dies ist Mein Mund vor jeder- meine Freude, Daß ich an mann Und deinen Ruhm ihm stets kleb' Und nie Lob Gottes. 503 mals von ihm scheide, So wie vergelt ich's dir? Ach, lang ich leb' und schweb'. bleibe mir geneiget, So 3. Herr, du hast dei- will ich für und für Den nen Namen Sehr herrlich Kelch des Heils erheben in der Welt gemacht; Und preisen weit und Denn als die Schwachen breit Dich hier, mein kamen, Haſt du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget: Nun, Johann Rist. 1607-1667. Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Eigene Melodie. 80%. 578. Wie groß 3. Schau, o mein Allmächt'gen Güte! Jst der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe ist des Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte zu ermessen, Sei ewig sind sie dein; Sieh, darmeine größte Pflicht! Der um mußte Christus leiHerr hat mein noch nie den, Damit du fönnteſt vergessen: Vergiß, mein selig sein. Herz, auch seiner nicht. 4. Und diesen Gott 2. Wer hat mich wun- sollt' ich nicht ehren Und derbar bereitet? Der seine Güte nicht verstehn? Gott, der meiner nicht be- Er sollte rufen, ich nicht darf. Wer hat mit Lang- hören, Den Weg, den er mut mich geleitet? Er, mir zeigt, nicht gehn? dessen Rat ich oft verwarf. Sein Will' ist mir ins Wer stärkt den Frieden Herz geschrieben, Sein im Gewissen? Wer gibt Wort bestärkf ihn ewigdem Geiste neue Kraft? lich: Gott soll ich über Wer läßt mich so viel alles lieben Und meinen Glück genießen? Ist's Nächsten gleich als mich. nicht sein Arm, der alles schafft? 5. O Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir im 504 Christliches Leben. merdar vor Augen sein! Schmerzen, Sie leite mich Sie stärk' in mir die gu- zur Zeit des Glücks Und ten Triebe, Mein ganzes sie besieg' in meinem HerLeben dir zu weihn; Sie zen Die Furcht des letzten tröste mich zur Zeit der Augenblicks! Christian Fürchtegott Gellert. 1715-1769. Mel. Nun lob mein' Seel', den Herren. 98. 579. ei Lob und Von Herzen auf ihn bauPreis en, Daß unser Mut und mit Ehren Gott Vater, Sinn Ihm allezeit anSohn und Heil'gem Geist! hangen. Drauf singen wir Der woll' in uns vermeh- zur Stund': Amen, wir ren, Was er aus Gnaden werd'n's erlangen, Glauuns verheißt; Daß wir b'n wir von Herzensihm fest vertrauen, Uns grund. ganz verlass'n auf ihn, Christliches Leben. 1545. Eigene Melodie. 37%. 580. eu, hilf Rette, wenn Fleisch und Jef siegen, Blut, Satan und Welt Wenn du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig auf führet, mir schädlich zu jein. Satan, der finnet auf allerlei Ränke, Wie er mich fichte, verstöre und fränke. Mich zu berücken ganz grimmig anlaufet Oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wenn Babel wütet von außen und innen, Laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerinnen. 3. Jesu, hilf fiegen und legen gefangen In 2. Jesu, hilf siegen, mir die Lüste des FleiDer du mich erkaufet! sches und gib, Daß bei Christliches Leben. 505 mir lebe des Geistes Ver-| sein. Wenn mich die Nacht langen, Aufwärts sich mit Ermüdung will defschwingend durch heiligen ken, Wollst du mich, Jesu, Trieb. Laß mich eindrin- ermuntern und wecken. gen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele geneſen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, Und ich mein Nichts und 4. Jesu, hilf siegen Verderben nur seh', Wenn und laß mich nicht sinken! kein Vermögen zu beten Wenn sich die Kräfte der sich findet, Wenn ich muß Lügen aufblähn Und mit sein ein verschüchtertes dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, Lehre mich fämpfen und prüfen die Geiſter. Reh, Ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 5. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Fürsprech' zu 7. Jesu, hilf fiegen und laß mir's gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang'; So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! Johann Heinrich Schröder. 1667-1699. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Auch: Aus meines Herzens Grunde. 64. 581. Kommt, Kin- zu wandern, Von einer der, laßt Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns geund gehen; Der Abend fommt herbei. Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit 506 Christliches Leben. rufen hat. Kommt, folgt dern In diesem wilden und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Stracks nach Jerusalem. Land. Kommt, laßt uns findlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten. Die Engel selbst begleiten Als Brüder unsre Reih'n. 3. Geht's der Natur entgegen, So geht's ge7. Sollt' wo ein rad' und fein; Die Fleisch Schwacher fallen, So und Sinne pflegen, Noch greif' der Stärk're zu; schlechte Pilger sein. Ver- Man trag', man helfe laßt die Kreatur, Und allen, man pflanze Lieb' was euch sonst will bin- und Ruh'. Kommt, binden, Laßt gar euch selbst det fester an; Ein jeder dahinten: Es geht durchs sei der Kleinste, Doch auch Sterben nur. wohl gern der Reinste Auf unsrer Liebesbahn. 4. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus; Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bükken Den kurzen Pilgertag. 5. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit. Er selbst tun! will bei uns stehen In jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir haben's gut. 6. Kommt, Kinder, 8. Es wird nicht lang mehr währen; Halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruh'n, Wann wir mit allen Frommen Daheim beim Vater kommen. Wie wohl, wie wohl wird's 9. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl Wagens wert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; Wir gehn durch laßt uns wandern; Wir Jesu Leiten Hin in die gehen Hand an Hand. Ewigkeiten; Es soll nur Jesus ſein! Eins freuet sich am anGerhard Tersteegen. 1697-1769. 507 Kreuz und Trost. Kreuz und Trost. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 68. 582. Auf Gott, Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich: nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! und nicht auf meinen Rat, Will ich mein Glücke bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 4. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen 2. Er sah von aller hat, Dem wird ein gut Ewigkeit, Wie viel mir Gewissen Die Trübsal nüßen würde, Bestimmte auch versüßen. meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 5. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Sofft auf den Serrn; Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, ge- seinen Knechten! währt, Wenn's feine Christian Fürchtegott Gellert. 1715-1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 36. 583. Je größer Hölle, Fluch und Tod. Kreuz, je näher Himmel; Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei dem verlarvten Weltge- 2. Je größer Kreuz, je tümmel Vergißt man besser Christe: Gott O, selig ist der Mensch geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 508 Kreuz und Trost. streicht uns an den Probe- mehr Verlangen; Im stein; Wie mancher Garten lieget wüste, Wo keine Tränenregen sein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt. Tale steiget man bergan; Wer durch die Wüſten oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein findet hier nicht Ruh', So fleucht es nach der Arche zu. 3. Je größer Kreuz, je stärker Glauben; Die Palme wächset bei der Last, Die Süßigkeit fließt aus den Trauben, Wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größer Liebe; Der Wind bläst nur die Flammen auf, Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, Gleichwie das Del im Feuer tut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; Geriebne Kräuter riechen wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So fragte man nichts nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär'? 6. Je größer Kreuz, je 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; Man freut sich recht auf ſeinen Tod; Denn man entgehet dem Verderben. Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, Bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schöner Krone, Die Gottes Schaß uns beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, Daß man das größte Kreuz verlacht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glaube, Lieb' und Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck. 1672-1737. Tod und Begräbnis. Tod und Begräbnis. Eigene Melodie. Auch: Nun ruhen alle Wälder. 31. 584. Welt, ich 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst durch Chriſti Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, So ich will zu ihm kommen, Allein der christlich Glauben gut. muß dich lassen, Ich fahr' dahin mein' Straßen Ins ewig' Vaterland. Mein'n Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Seßen in Gottes gnädig' Hand. 509 6. Ich bin ein unnük' Knechte, Mein Tun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl' Damit das ewig' Leben. Umsonst will er mir's geben, Und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben schändet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewig muß mir werden, Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. 7. Drauf will ich fröh3. Ob mich gleich hat lich sterben, Das Himbetrogen Die Welt, von melreich ererben, Wie er Gott abzogen Durch mir's hat bereit't. Hier Schand' und Büberei, mag ich nicht mehr bleiWill ich doch nicht verza- ben, Der Tod tut mich gen, Sondern mit Glau- vertreiben, Mein' Seel' ben sagen, Daß mir mein' sich von von mei'm Leibe Sünd' vergeben ſei. fcheid't. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Ang'sicht will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist geſtorben, Des Vaters Huld erworben, 8. Damit fahr' ich von hinnen. Welt, tu dich befinnen, Wann du mußt auch hernach. Tu dich zu Gott befehren Und von ihm Gnad' begehren; Im Mein Mittler er auch Glauben sei du auch nicht worden iſt. schwach. Bei Kinderleichen. 510 9. Die Zeit ist schon vorhanden, Hör auf von Sünd' und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen; Sonst alle ird'sche Sachen Sollst du gütiglich fahren lan. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade! zu Gott dich wende, Zu ihm ſteht mein Begehr. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, Nimm mein'n Abschied zu Herzen, Mein's Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse. 1490 1547. Bei Kinderleichen. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Auch: Nun ruhen alle Wälder. 31. 585. Wenn fleine Gott in Gnaden; Was Simsollt' es ihnen schaden, melserben In ihrer Un- Daß Jesus sie zu sich geschuld sterben, So büßt beut? man sie nicht ein; Sie 3. wohl auch diewerden nur dort oben sem Kinde, Es stirbt nicht Vom Vater aufgehoben, zu geschwinde. Zieh hin, Damit sie unverloren sein. du liebes Kind! Du geheft ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Christum eingeweiht Und noch bei Kind! Denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, Dein Tod betrübet mich, Doch weil es Gott gefällt, So unterlass' ich Johann Andreas Rothe. 1688-1758. Eigene Melodie. Auch: Gott ist getren. 83½. 586. 3euch hin, alles Klagen Und will um ein mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg;. Darum befiehlt er dir, Bei Kinderleichen. 511 Jetzt wieder fortzuziehn.| fällt. Du eilest fort, Eh' Zeuch hin, Gott hat es so versehn; Was dieser will, das muß geschehn. Zeuch hin, mein Kind! dir das Ungemach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. 3euch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott Ist wahrer Trost Ruh', Da wird Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; Dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten und schon Auf deinen fromkein men Geist. Du sieheſt auch, Wie Gottes lieber Sohn Dir selbst die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, Du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott geGottfried Hoffmann. 1658-1712. Episteln und Evangelien - auf dieSonn- und Festtage im Jahre. 1 Am 1. Advents- Sonntage. Epistel: Röm. 13, 11-14. Meil wir solches wissen, nemlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jeßt näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum; und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium: Matth. 21, 1-9. a sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschab aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ift durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Bion: siehe, dein König kömmt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf und seßten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die andern bieben Zweige von den Bäumen, und streueten ( 512) Am 2. Advents- Sonntage. 513 fie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davidé! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! Am 2. Advents- Sonntage. Epitel: Rim. 15, 5-13. as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo: Auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volf. Und abermal Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal spricht Esatas: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heis den, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber ber Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt, durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium: Luc. 21, 25-36. C8 68 werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da fommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Un alsbann werden sie sehen des 514 Am 3. Advents- Sonntage. Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sebet an den Feigenbaum, und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jeßt der Sommer nahe ist: Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich! ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergeben, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nunwacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am 3. Advents- Sonntage. Epistel: 1. Cor. 4, 1-5. Dafür halte uns Jedermann, nemlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darin bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium: Matth. 11, 2-10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti h rete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: bift du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern Am 4. Advents- Sonntage. 515 warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet bin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am 4. Advents- Sonntage. Epistel: Philipper 4, 4-7. Breuet euch in dem Herrn alle Wege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium: Joh. 1, 19-28. Dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden ſandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sageft bu von dir felbft? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines 516 Am 1. Weihnachts- Tage. Predigers in der Wüste: richtet den Weg des Herrn; wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Am 1. Weihnachts- Tage. Epistel: Tit. 2, 11-14. 58 Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen; und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt; und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Chrifti; der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium: Luc. 2, 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schaßung war die allererste; und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein Jegliches in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe. denn Am 2. Weihnachts- Tage. 517 fie hatten sonst feinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verfünrige cuch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewidelt, und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Am 2. Weihnachts- Tage. Epistel: Apostel- Gesch. 6, 8-15; 7, 54-59. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener, und der Alerandriner und derer, die aus Cilicía und Asia waren, und befragten sich mit Stephanus. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit, und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret LästerWorte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath, und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Läster- Worte wider riese heilige Stätte und das Gesez. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie saben auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht.( Stephanus hielt hierauf eine Rede, worinnen er auch sagte: Ihr Halsstarrrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Obren, ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geifte we eure Bd 518 Am 2. Weihnachts- Tage. ter, also auch ihr 2c.) Da sie solches höreten, ging's ihnen durch's Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu! nimm meinen Geist auf! Er fniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium: Matth. 23, 34-39. Ciebe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem! die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gesandt sind; wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel! und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch, ihr werdet mich von jegt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da tommt im Namen des Herrn. Ein anderes Evangelium: Job. 1, 1-14. I m Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige sits gemacht, was gemacht ist. In Am Sonntage nach Weihnachten. 519 ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige fam zum Zeugniß, daß er von dem Lichte zeugete, auf daß sie Alle durch ihn glaubeten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in dieſe Welt fommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt fannte es nicht. Er fam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes; sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Bater, voller Gnade und Wahrbeit. Am Sonntage nach Weihnachten. Epiftel: Gal. 4, 1-7. ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Geseß waren, erlösete, und wir die Rindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist hier nun fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Am Neujahrstage. Evangelium: Lucă 2, 33-- 40. nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird geseßet zu einem Falle und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.( Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen,) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten nach dem Geseß des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit. und Gottes Gnade war bei ihm. 520 Am Reujahrstage. Eviftel: Gal. 3, 23-29. Che denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Geseße verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chriftum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist tein Knecht n. b Freier, hier ist kein Mann noch Weib: denn ihr seid allzumal Einer in Chrifto Jesu. Šeid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Am Sonntage nach Neujahr. Evangelium: Luc. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beſchnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. 521 Am Sonntage nach Neujahr. Epistel: Titus 3, 4-8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutſeligkeit Gottes, unsers Heilandes: Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland; auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evangelium: Matth. 2, 13-23. Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Egyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, nnd schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremía, der da spricht: Auf dem Bebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weis nens und Heulens; Rabel beweinete ibre Kinder und wollte 31 522 Am Fefte der Erscheinung Chrifti. sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. De aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Enge des Herrn dem Joseph im Traum in Egyptenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt ſeines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Derter des galiläischen Landes; und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch den Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Ein anderes Evangelium: Matth. 3, 13-17. 3¹ u der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu. Johanne, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Jobannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde; und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete, und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebühret es uns alle, Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald berauf aus dem Wasser, und siebe, da that sich der Himmel auf über ibm. Und Johannes sab den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herabfahren, und über ihn fommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel berab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Am Feste der Erscheinung Chrifti. Epistel: Jesaia 60, 1-6. Mache dich auf, werde Licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir: Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in Am Feste der Erscheinung Christi. 523 deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umber; diese Alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meere zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha; sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weirauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium: Matth. 2, 1-12. a' Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zu der Zeit des Königs Herodis, siehe, da famen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland, und sind gekommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem; une ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im füdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen fie bin. Und siebe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und 524 Am 1. Sonntage nach Epiphanias. fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: Röm. 12, 1-6. ch ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches ſei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da ſei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sich's gebühret zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weiſe, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben; also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade die uns gegeben ist. Evangelium: Luc. 2, 41-52. Jesu Eltern gingen alle Jahre gen Jeruſalem auf das er war, sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen; blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten; und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sißen mitten unter den Lehrern, daß er Am 2. Sonatage nach Epiphanias. 525 ihnen zuhörete, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entseßten sie sich. Und feine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: Röm. 12, 6-16. ir haben mancherlei Gaben, nach der Gnade die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Gibet Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geouldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Freuet Evangelium: Joh. 2, 1-11. [ nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber 526 Am 3. Sonntage nach Epiphanias. und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jeſu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge geseßt, nach der Weise der jüdischen Reinigung; und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrügi mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und a spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringt es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speiſemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußti nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußten es, di das Wasser geschöpfet hatten,) rufet der Speisemeister dem Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichfeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: Röm. 12, 17-21. Haltet euch nicht ſelbst für klug. altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht. meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein: ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so ſpeise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt. sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium: Matth. 8, 1-13. a Jesus vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfäßiger fam und betete ihn Am 4. Sonntage nach Epiphanias. 527 an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wobl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an, und sprach: Ich will es thun, sei gereiniget. Und alsobald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jeſus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber: ich sage euch: Viele werden fommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im: Himmelreich sißen. Aber die Kinder des Reichs werden: ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein. Heulen und Zähnklappen. Und sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: Röm. 13, 8-10. eid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der bat das Geseß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das 528 Am 5. Sonntage nach Epiphanias. wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseßes Erfüllung. Evangelium: Matth.8, 23-27. Jefus trat in das Schiff, und ſeine Jünger folgten ihm. Und siehe, da ein also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und wedten ihn auf, und sprachen: Herr, bilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen! warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist! Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: Col. 3, 12-17. o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen, lieblichen Liedern; und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium: Matth. 13, 24-30. J esus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten 529 Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, haft du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher bat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer. Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Epistel: 2 Petr. 1, 16-21. ir haben nicht den klugen Fabeln gefoiget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst gesehen. Da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen babe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunfeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Beissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie feine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 530 Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Evangelium: Matth. 17, 1-9. Und [ nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jacobus und Johannes, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verfläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Moses eine, und Elias eine. Und da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören! Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Feste der Darstellung Jefu im Tempel, oder der Reinigung Maria. Epistel: Malachiä 3, 1-5. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des. Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sißen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohl gefallen das Spetsopfer Juda's Am Sonntage Septuagesima. 531 und Jerusalem's, wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen, und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen, und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Tagelöhnern, Wittwen und Waisen, und den Fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. Evangelium: Luc. 2, 22-32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geseße Mosis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;( wie denn geschrieben stehet in dem Geseß des Herrn; Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen,) und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gefeß des Herrn, ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht ſehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pflegt nach dem Geseß; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach; Herr, nun läsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preise deines Volks Israel. Am Sonntage Septuagefima. Epistel: 1 Cor. 9, 24; 10, 5. Misset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Lauft nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, ter da lämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß 532 Am Sonntage Septuagesima. sie eine vergängliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durch das Meer gegangen; und sind alle unter Moses getauft, mit der Wolfe und mit dem Meer; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen; und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mit folgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium: Matth. 20, 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müßig stehen; und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Šie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn; und hebe an an den letzten, bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten famen, meineten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausva. Am Sonntage Seragesima. 533 ter, und sprachen: diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins gewor den um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen legten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die legten die ersten, und die ersten die leßten ſein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind außerwählet. Am Sonntage Sexagesima. Epiftel: 2. Cor. 11, 19-33; 12, 1-9. br vertraget gerne die Narren, dieweil ihr flug seid. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand troßet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand fühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Hebräer; ich auch. Sie sind Israeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie sind Diener Christi;( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbei tet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todes- Nöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meeres.) Ich bin oft gereiset; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was 534 Am Sonntage Seragefima. sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Aretas verwahrete die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauern niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren;( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es.) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,( ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche fein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflebet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wohne. Am Sonntage Quinquagesima oder Estomihi. 535 Erangelium: Luc. 8, 4-15. ® a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, vervorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes: den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und jeing werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel sind die so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum: und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Zonntage Quinquagefima oder Estomihi. Epistel: 1. Cor. 13, 1-13. Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine flingende Schelle. Und wenn ich weissagen tönnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, 536 Am Sonntage Quinquagefima oder Estomihi. und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und bätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und die Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weis sagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte findische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen iegt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium: Luc. 18, 31-43. ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geiBeln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber höret] das Boll, das durchhin ging, forschete er, was das wäre/ Am Fefte der Verkündigung Maria. 537 Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme bich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand still, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgete ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, daß solches sabe, lobete Gott. Am Feste der Verkündigung Mariá. Epistel: Jesaid 7, 10-15. nd der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn,.deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum ſo wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er effen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu er wählen. Evangelium: Luc. 1, 26-38. Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids; und die Jungfrau bieß Maria. Und der Engel fam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedetete unter den Weibern. Da sie aber ihn sab, erschrad sie über seiner Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich 32 538 Am 1. Sonntage in der Fasten, oder Invocavit. nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jacobs ewigich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich fommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohne in ' hrem Alter; und gehet jetzt im sechsten Monat, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am 1. Senntage in der Fasten, oder Invocavit. Epistel: 2. Cor. 6, 1-10. ir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jegt ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichfeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; ale Am 2. Sonntage in der Fasten, oder Reminiscre. 539 bie Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne baben, und doch alles haben. Evangelium: Matth. 4, 1-11. Da ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da ei vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein; sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst, und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Am 2. Sonntage in der Fasten, oder Reminiscere. Epistel: 1. Theffal. 4, 1-7. Liebe Brüder, wir bitten euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer 540 Am 3. Sonntage in der Faften, oder Oculi. völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren; nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Nächer über das alles, wee wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium: Matth. 15, 21-28. und nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in dieGegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davies, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 3. Sonntage in der Faften, oder Oculi. Epistel: Epbeser 5, 1-9. seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder; und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einen süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigtett, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt Am 3. Sonntage in der Fasten, oder Ocult. 541 werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium: Luc. 11, 14-28. trieb einen der war stumm. geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so fommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter ſeinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verlich, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in 542 Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er fommt, so findet er es mit Besemen gefehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst: und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. Epistel: Gal. 4, 21- 31. aget mir, die ihr unter dem Geseß sein wollt, habt ihr das Geseß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte; einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas; denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Hagar. Denn Hagar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jeruſalem, das droben ist, das ist die Freie; die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, liebe Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung, Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war; also gebet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Mage hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, liebe Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. 543 Eine andere Epistel: Röm. 8, 28-39. ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsaß berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist; ja vielmehr. der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von dei Liebe Gottes? Trübsal? oder Angst? oder Verfolgung? oder Hunger? oder Blöße? oder Fährlichkeit? oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet für Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Creatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Chrifto Jesu ist, unserin Herrn. Evangelium: Job. 6, 1-15. arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen saben, die er an den Kranfen that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und septe sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht 544 Am 5. Sonntage in der Fasten, oder Judica. zu Philippus: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? ( Das sagte er aber ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zwei Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den. Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten; entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Ein anderes Evangelium: Matth. 11, 25-40. 3 u derselbigen Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen haft, und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater, und Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es ter Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen bemüthig: so werdet Am 5. Sonntage in der Fasten, oder Judica. 545 ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ift sanft und meine Laft ist leicht. Am 5. Sonntage in der Fasten, oder Judica. Epistel: Hebr. 9, 11-15. Chriftus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium: Job. 8, 46-59. Jef esus sprach: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird balten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort 546 Am grünen Donnerstage. hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott; und fennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich fenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am 6. Sonntage in der Fasten, oder Palmarum. Epistel: Phil. 2, 5-11. in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechts- Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist; daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel, und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium: Siehe am 1. Abvent- Sonntage. Am grünen Donnerstage. 1. Cor. 11, 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch geDenn der Am 1. Ostertage. 547 er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinfet, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brod, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Am 1. Ostertage. Epistel: 1. Cor. 5, 6-8. Ruhm ist nicht sein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seie, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit; sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. Cuer uer Evangelium: Marc. 16, 1-8. O a der Sabbath vergangen war, fauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr früh, da die Sonne auf ging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns 548 Am 2. Oftertage. ben Stein von des Grabes Thür? Und sie saben dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseßet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da, die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern, und Petrus, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entseßen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Am 2. Ostertage. Epistel: Apostel- Gesch. 10, 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Chris stum( welcher ist ein Herr über Alles) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galilää, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesus von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft; der umhergezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den auserwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferftanden ist von den Todten. Am 2. Oftertage. Evangelium: Luc. 24, 13-35. und [ nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißer Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich miteinander; nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschrecket etliche Weiber der Unsern, die find früh bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Chrius solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und fie famen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellete sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, danfete, brach es, und gab es 549 550 Am Sonntage Quasimodogeniti. ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die Elfe versammelt, und rie bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrbaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzäh leten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Am Sonntage Quasimodogeniti. Epistel: 1. Joh. 5, 4-10. [ Ules was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da fommt mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium: Joh. 20, 19- 31. Am [ m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friere sei mit euch. Und als er das sagte, zeigete er ihnen die Hände, und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch. Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: 551 Am Sonntage Misericordias Domini. Nehmet hin den heiligen Geist: welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand ber, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, ſondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast. Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am Sonntage Misericordias Domini. Epistel: 1. Petr. 2, 21- 25. azu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward; nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe, auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die 552 Am Sonntage Jubilate. irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium: Job. 10. 12-15. für Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läſſet ſein LeEin Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf fommen, und verlässet die Schafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Am Sonntage Jubilate. Epistel: 1. Petr. 2, 11-20. Liebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Füsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen; als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ebret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, Am Sonntage Cantate. 553 sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erbuldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium: Joh. 16, 16-23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Uleber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: was ist das, das er jaget, über ein fleines? Wir wissen nicht. was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen unt heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigfeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demſelbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am Sonntage Cantate. Epistel: Jac. 1. 16-21. Irr rret nicht, liebe Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns ges 33 Am Sonntage Rogate. zeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, liebe Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören; langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit; und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium: Joh. 16, 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn der> selbige kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Wel gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr fönnet es jeßt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, fommen wird, der wird euch in alle Wahrbeit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Am Sonntage Rogate. Epistel: Jar. 1, 22- 27. Seid aber Thâter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. 555 einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch lässet dünfen, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium: Joh. 16, 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel: Apostelgesch. 1, 1-11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfing, beide zu thun und 556 Am Tage der Himmelfahrt Christi. zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiren lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( ſprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galilää, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium: Marc. 16, 14-20. 3t ulegt da die Elf zu Tische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigfeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden; und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Beichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, Am Sonntage Eraudi. 557 sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben; une so sie etwas Törtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wire es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte; ward er aufgehoben gen Himmel, und siget zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am Sonntage Exandi. Epistel: 1. Petr. 4, 8-11. o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; cenn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium: Job. 15, 26; 16, 1-4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es fommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenfet, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am 1. Pfingsttage. Am 1. Pfingsttage. Epistel: Ap. Gesch. 2, 1-13. Als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und ei setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah. kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther, und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judää, und Cappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten, und an den Enden von Libyen bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. 558 Evangelium: Joh. 14, 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei Am 2. Pfingsttage. 559 euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschiebet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde fort mehr nicht viel mit euch reden; denn es fommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erfenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir ter Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von innen geben. Am 2. Pfingsttage. Epistel: Ap. Gesch. 10, 42-48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, entseßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geift empfangen baben, gleichwie auch wir? und befahl sie zu taufen in vem Namen des Herrn. Am Sonntage Trinitatis. Evangelium: Job. 3, 16-21. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebor nen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte; sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, cer hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werfe offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. 560 Am Sonntage Trinitatis. Epistel: Röm. 11, 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer bat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Nathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in( zu) ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangelium: Joh. 3, 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der fam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er Am 1. Sonntage nach Trinitatis. 561 alt ist? fann er auch wiederum in seiner Mutter Leib ge= hen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fäh ret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 4, 16-21. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht bat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset 562 Am 1. Sonntage nach Trinitatis. seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium: Luc. 16, 19-31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären. Und begehrete sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Retche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß. rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers in's Wasser tauche, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dag*. 1 hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und u wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwis.ben uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Job. 3, 13-18. 563 Berwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt basset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und sichet seinen Bruder darben, und schließet sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge; sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium: Luc. 14, 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genominen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie berein zu 564 Am 3. Sonntage nach Trinitatis. kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage cuch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Ein anderes Evangelium: Matth. 5, 3- 12. Gelig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden das Erdreich besißen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Ulebels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Petr. 5, 6-11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben; und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärfen, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium: Luc. 15, 1-10. Cs 58 naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuct euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus; und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 8, 18-23. 565 ch halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichfeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet fich mit ans, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein 566 Am 5. Sonntage nach Trinitatis. aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium: Luc. 6, 36-42. tet. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichBerdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siebest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge; und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1 Petr. 3, 8-15. eid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich. barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, die da Böses thun. Und wer ist. Am Tage Johannis des Täufers. ber euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seir ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. 567 Evangelium: Luc. 5, 1-11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth. Und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße: Trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knien, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schreden angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem die Söhne Zebedäi, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen, fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am Tage Johannis des Zäufers. Epistel: Jesaias 40, 1-5. Tröftet, tröftet mein Volk, spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Rit 568 Am Tage Johannis des Täufers. terschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden, denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium: Luc. 1, 57-80. nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, famen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsobald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn: und diese Geschichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen und sprachen: was meinest du, will aus dem Kindlein werden? denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er bat besucht und erlöset sein Volf. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns bassen; und die Barmherzigkeit erzeigete un Am Tage der Heimsuchung Martă. 569 Jern Vätern, und gedachte an seinen heiligen Bund, und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen: du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung der Sünden; durch die herzliche Barmherzigfeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sizen im Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß es sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage der Heimsuchung Mariá. Epistel: Jesaia 11, 1-5. Es wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Isai, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärfe, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen; und mit Gericht strafen die Elenden im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt feiner Nieren. Evangelium: Luc. 1, 39-56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich, zu der Stadt Judää. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabetb den Gruß Mariä hörete, hüpfete 34 570 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und v selig bist du, die du geo glaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Mago angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit ſeinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhle, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. Er denfet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf; wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria- blieb bei ihr drei Monden: darnach fehrete sie wiederum heim. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 6, 3-12. isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket son den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein: dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir binfort der Sünde nicht dienen. 571 Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Deun daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem Mal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet( Sott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium: Matth. 5, 20-26. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerfer geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von bannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezablest. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 6, 19-23. davon um der willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun auch eure 572 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium: Marc. 8, 1-9. Zu u der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren ven ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Ste ſprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volf vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt; und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 8, 12-17. sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes trei 573 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. bet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium: Matth. 7, 15-23. het euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reiBende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte brins gen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in's Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Cor. 10, 6-13. as ist aber uns zum Vorbild geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hu 574 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. rerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbild; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läſset cünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen; sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium: Luc. 16, 1-9. 58 war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du fannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt geseget werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sebze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euf aufnehmen in die ewigen Hütten. 575 Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Cor. 12, 1-11. V on den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist; und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium: Luc. 19, 41- 48. [ nd als er nahe hinzu kam, sabe er die Stadt an und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüstest, ſo würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen; darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verfauften und fauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es 576 Am 10. Sonntage nach Trinitatis. gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volf, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht wie sie ihm thun sollten; dena alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Cor. 15, 1-10. ch erinnere euch aber, liebe Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet. Durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er geſehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium: Luc. 18, 9-14. Jesus fagte aber zu etlichen, die sich ſelbst vermaßen, daß fie die ches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: 577 Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zwier in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 2. Cor. 3, 4- 11. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte; also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, daß die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwänglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Eine andere Epistel: 1. Petr. 1, 3-9. Gelobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem un Am 13. Sonntage nach Trinitatis. vergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe; das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der legten Zeit; in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel föstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durch's Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehren, wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet; so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. 578 Evangelium: Marc. 7, 31-37. ut nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon; kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß ei die Hand auf ihn legete. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legete ihm die Finger in die Ohren, und ſpüßete und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha, das ist: Thur dich auf. Und alsobald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 3, 15-22. Ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch nicht, wenn es get ist; und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Ver 579 Am 13. Sonntage nach Trinitatis. heißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele; sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Geseß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Geseß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gefeß? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist; und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Geseß wider Gottes Verheißung? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen;. so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseß. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Eine andere Epistel: Ephes. 1, 3-6. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten.. Evangelium: Luc. 10, 23-37. zu und derheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sebet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; 580 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siebe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geseß geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Ei aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihm seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein; und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegete seiner. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege seiner; und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 5, 16-24. Mandelt im Geist, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 581 sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hacer, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen, und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Geseß nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Evangelium: Luc. 7, 11-19. Es begab sich, da Jesus reiſete gen Jeruſalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, fehrete er um, und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst feiner gefunden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stebe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 5, 25; 6, 10, So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geift wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde; so belfet 582 Am 15. Sonntage nach Trinitatis. ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geiftlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geseß Christi erfüllen. So aber sich Jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich ſelbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium: Matth. 6, 24-34. iemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, Am 16. Sonntage nach Trinitatis. 583 und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit; so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 3, 13-21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind; derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden; daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite, und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottes Fülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium: Luc. 7, 11- 19. [ nd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtther 584 Am 17. Sonntage nach Trinitatis. tam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht, und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es fam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und die Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegenden Länder. Am 17. Sonntage nach Trinitatis.. Epistel: Ephef. 4, 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe; und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle. und in euch allen. Evangelium: Luc. 14, 1-11. Und es begab sich, daß er kam in das Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsobald ihn herausziebet Am 18. Sonntage nach Trinitatis. 585 am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten oben an zu sißen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müssest dann mit Scham unten an sizen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und seße dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Cor. 1, 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben, für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch fräftig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch wird euch fest behalten bis an's Ende, daß ihr unsträflich seid, auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium: Matth. 22, 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, das er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte; versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüth. Das ist das vornehmste und größeste Gebot Das andere aber ift 35 586 Am Michaelis- Tage. dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gefeß und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am Michaelis Tage. Epiftel: Offenb. Joh. 12, 7- 12. 68 erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel; und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers Gottes seines Christus geworden; weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Too. Darum freuet euch ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium: Matth. 18, 1-11. 3 u derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter fie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umfehret, und werdet wie die Kinder, so werdet 587 Am 19. Sonntage nach Trinitatis. ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Him melreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde, und er erfäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halber! Es muß ja Aergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß fommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingeheft; denn daß du zwei Hände oder zwei Füße habest, und werdest in cas ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest; denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn oes Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Epbes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geift eures Gemüths; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der steble nicht mehr; sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium: Matth. 9, 1-8. a trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben bat. 588 Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephef. 5, 15-21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget; sondern werdet voll Geistes; und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, im Namen unsers Herrn Jesu Chrifti; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium: Matth. 22, 1-14. Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit 589 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein die Gäste zu besehen; und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände and Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephef. 6, 10-17. 3ule ulegt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel, um deß willen, so ergreifet ven Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem 590 Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bes reitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium: Joh. 4, 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus fam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohn, denn er war todtfrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunce, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt batte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa fam. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Philipper 1, 3-11. danke eurer ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden;) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, Am 22. Sonntage nach Trinitatis. 591 daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzens Grund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstöBig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium: Matth. 18, 23-35. jarum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er ansing zu rechnen, fam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; sondern ging hin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches saben, wurden sie sehr betrübt, und famen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksinecht! alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitfnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein 592 Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Phil. 3, 17-21. olget mir, liebe Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbild. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirfung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium: Matth. 22, 5-22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dünket dich? ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was bes Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Col. 1, 9-14. 593 Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket wertet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium: Matth. 9, 18-26. D a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da fam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Theffal. 4, 13-18. Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen; denn das sagen atir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zufunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. 594 Evangelium: Matth. 24, 15- 28. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwü stung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte;( wer das lieset, der merke darauf!) Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen! Und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist, vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verfürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet 595 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor geſagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 2. Petr. 3, 3-14. Und wisset das auf's erste, daß in den letzten Tagen fommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüften wandeln, und sagen: wo ist die Verheißung seiner Zufunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jeßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße fehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen; und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit beiliaem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der 596 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Zukunft des Tages des Herrn, an welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchem Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich in Frieden erfunden werdet. Eine andere Epistel: 2. Thessal. 1, 3-10. Mir sollen Gott danken allezeit um euch, liebe Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen; euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium: Matth. 25, 31-46. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sizzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird fie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 597 der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder burstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen metnen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nadend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ih: mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. 598 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Thessal. 5, 1-11. Von den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen, es ist Friede, es hat keine Gefahr: so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seie nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, und von der Finsterniß. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die andern; sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Evangelium: Matth. 25, 1-13. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren flug. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kömmt; gehet aus ihm entgegen. Da standen die Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die Thörichten aber sprachen zu den Klugen: Am Erntefest. 599 Gebet uns von eurem Del, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die Klugen und sprachen: Nicht also; auf daß nicht uns sammt euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zulegt famen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich fenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weda Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn fommen wird. Am Erntefest. Epistel: Ap. Gesch. 14, 11-18. Da aber das Volk sah, was Paulus gethan hatte, ho' ben sie ihre Stimme auf, und sprachen auf lycaonisch: die Götter sind den Menschen gleich geworden, und zu uns herniedergekommen. Und nannten Barnabas Jupiter, und Paulus Mercurius, dieweil er das Wort führete. Der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze vor das Thor, und wollte opfern sammt dem Volk. Da das die Apostel, Barnabas und Paulus, höreten, zerrissen sie ihre Kleider, und sprangen unter das Volk, schrieen und sprachen: Ihr Männer, was machet ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen, gleichwie ihr, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen, zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde, und das Meer, und alles, was darinnen ist; der in vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln ihre eigenen Wege. Und zwar hat er sich selbst nicht unbezeuget gelassen, hat uns viel Gutes gethan, und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllet mit Speiſe und Freude. Und da sie das sagten, stilleten sie kaum das Bolt, daß sie ihnen nicht opferten. Am Reformationsfeste. Evangelium: Luc. 12, 15-21. 33. 34. esus sprach zu ihnen: Sehet zu, und hütet euch vor dem Geiz; denn Niemand iebet davon, daß er viele Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichniß, und sprach: Es war ein reicher Mensch, deß Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei sich selbst, und sprach: was soll ich thun? ich habe nicht, da ich meine Früchte hinſammle. Und sprach: das will ich thun; ich will meine Scheunen ibbrechen, und größere bauen, und will darein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter, und will sagen zu meiner Seele: liebe Seele, du hast einen großen Vorrath auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trinf, und habe guten Muth. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und weß wird es sein, das du bereitet haft? Also gehet es, wer ihm Schäße sammelt, und ist nicht reich in Gott. Verkaufet, was ihr habt, und gebet Almosen. Machet euch Säckel, die nicht veralten, einen Schaß, der nimmer abnimmt im Himmel, da kein Dieb zu kommt, und den keine Motten fressen. Denn wo euer Schaß ist, da wird auch euer Herz sein. 600 Am Reformationsfeste. Epiftel: 2. Thessal. 2, 3-12. Lasset euch Niemand verführen in keinerlei Weiſe. Denn er fommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme, und geoffenbaret werde der Mensch der Sünde und das Kind des Verderbens, der da ist ein Widerwärtiger, und sich überhebet über alles, daß Gott oder Gottesdienst heißt, also, daß er sich sezet in den Tempel Gottes, als ein Gott, und gibt sich vor, er sei Gott. Gedenfet ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er geoffenbaret werde zu seiner Zeit. Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne daß, der es jetzt aufhält, muß hinweg gethan werden. Und alsdann wird der Boshaftige geofs Am Reformationsfeste. 601 fenbaret werden, welchen der Herr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes, und wird seiner ein Ende machen, durch die Erscheinung seiner Zukunft, deß, welches Zukunft geschiehet nach der Wirkung des Satans, mit allerlei lügenhaftigen Kräften, und Zeichen, und Wundern, unt mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, daß sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrthümer senden, daß sie glauben der Lüge; auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit. Evangelium: Matth. 11, 12-15. ber von den Tagen Johannis, des Täufers, bis hieher, leidet das Himmelreich Gewalt; und die Gewalt thun, die reißen es zu sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissaget bis auf Johannes. Und( so ihr es wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zukünftig sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Am Miffionsfefte gebrauche man Epistel und Evangelium auf Epiphanias. 36 Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jefu Chrifti, nach den Evangelisten. Zusammengetragen durch Dr Johann Bugenhagen Die Zubereitung des Osterlammes. C8 8 war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Oftern heißet a). Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zweien Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn muß überantwortet werden, daß er gekreuziget werde b). Da versammelten sich die Hohenpriester, und die Schriftgelehrten, und die Aeltesten im Volk, in dem Palast res Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit Listen griffen, und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk c). Und da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simonis des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig, und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkaufet haben, und dasselbige den Armen geben, und murreten über sie. Da das Jesus merfete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib! sie hat ein gut Werk an mir gethan; ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, fönnet ihr ihnen Gutes thun, mich aber habt ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies coll. a) Luc. 22, 1. b) Matth. 26, 2. c) Matth. 26, 3. 4. 5. Marc. 14, 1. 2. Luc. 22, 1. 2. 602 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 603 Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor kommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo das Evangelium geprediget wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie gethan hat a). Es war aber der Satanas gefahren in Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern, und mit den Hauptleuten, daß er ihn verriethe, und sprach: Was wollt ihr mir geben, ich will ihn euch verrathen? Da sie das höreten, wurden sie froh; und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor b). Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Österlamm, traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen, und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt! sehet! wenn ihr hinein kommet, wird euch ein Mensch begegnen, der träget einen Wasserfrug, folget ihm nach in das Haus, da er hinein gehet, und saget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei fommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin. und fanden, wie er ihnen gesaget hatte, und bereiteten das Osterlamm c). Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln d), und sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß erfüllet werde im Reiche Gottes. a) Matth. 26, 6-13. Marc. 14, 3-9. b) Matth. 26, 14. 15. 16. Marc. 14, 10. 11. Luc. 22, 3. 6. c) Matth. 26, 17. 18. 19. Marc. 14, 12. 16. Luc. 22, 7-13. d) Matth. 26, 20. Marc. 14. 17. Luc. 22, 14. 604 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselben, und theilet ihn unter euch a), denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, an dem Tage, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich b). Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, brach's, und gab's ſeinen Jüngern, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den, und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus c). Vor dem Fest aber der Ostern, das ist, auf demselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis an's Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in's Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legete jeine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da fam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr! solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu a) Luc. 22, 15-17. b) Luc. 22, 18. coll. Matth. 26, 29. Marc. 14, 25. c) Matth. 26, 26-28. Marc. 14, 24. uc. 22, 18. 19. 1. Cor. 11, 23. 25. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. 605 ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du fein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr! nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein, und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein a). Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und seßte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bin's auch; so ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ih: thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet würde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschicht, auf daß wenn es geschehen ist, daß ihr gläubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat b). Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen c). Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische d). Und die Jünger wurden sehr traurig e), sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von wela) Joh. 13, 1-11. b) Job. 14, 12-20. e) Matth. 26, 11. Marc. 14, 18. Job. 13, 21. d) Luc. 22, 21. e) Watth. 26, 22. Marc. 14, 19. 606 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. chem er redete a). Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst: Welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde b), und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Herr, bin ich's? und der andere: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen c). Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird, es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre d). Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst's e). Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winfete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagete; denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche, und gebe. Und er tauchete den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischaríoth, und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald Dasselbige aber wußte Niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hätte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist auf's Feft; oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus, und es ward Nacht f). Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich eir Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den GröBesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet mar gnädige Herren, ihr aber nicht also, sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Fürnehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste? Der zu a) Joh. 13, 22. b) Luc. 22, 23. c) Matth. 26, 22. 23. Marc. 14, 19. 20. d) Matth. 26, 24. Marc. 14, 21. Luc. 22, 2. e) Matth. 26, 25. f) Joh. 13, 23- 30. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 607 Tische sißet, oder der da dienet? Ift's nicht also, daß der zu Tische sizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener? Ihr aber seid's, die ihr beharret habet bei mir in meinen Anfechtungen; und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken follet über meinem Tische in meinem Reiche, und sißen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel a). Da sprach aber Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm; ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine fleine Weile bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagete, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß ihr auch einander lieb habet. Dabei wird Jederinann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Spricht Petrus zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen b)? Simon, Simon, siehe, der Satan hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Waizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dermaleins befehrest, so stärke deine BrüEr aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir in's Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petre, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest c). Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe, ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuhe, habet ihr je a) Luc. 22, 23-30. b) Job. 13, 31-38. c) Luc. 22, 31-34. Job. 13, 38. 608 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nebme ihn, desselbigen gleichen auch die Taschen; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß das auch noch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das bat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug a). Der erste Actus begreift in Ach die Historia derer Sachen, welche Ach im Garten am Delberge mit Chrifto begeben. I. Lection. Christus gehet aus der Stadt Jerusalem nahe dem Delberg, und verkündigt seinen Jüngern, wie sie ihn verlassen werden. Und [ nd da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jeſus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach b). Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe. will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch sich alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wabrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verläugnen. Er aber redete noch weiter: Ja wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollt ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger c). a) Luc. 22, 35-38. b) Matth. 26, 30. Marc. 14, 26. Luc. 22, 39. Job. 18, 1. c) Matth. 26, 31-35. Marc. 14, 27-31. 609 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifli. II. Lection. Das innerliche Leiden, und brünftiges Gebet Chrifti im Garten am Delberg. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger a). Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern b). Da sprach Jesus zu ihnen: Sezet euch bie, bis daß ich dort hingehe, und bete. Und er nahm zu sich Petrum, und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäí, und fing an zu trauern, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hie, und wachet mit mir; betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und fniete nieder, fiel auf sein Angesicht, auf die Erde, und bes tete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs, doch nicht was ich will, sondern was du willt. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu machen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach c). Zum andernmal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er fam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum drittenmal dieselbigen Worte, und sprach, Vater, willt du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe d). Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkfete ihn. Und es fam, daß er mit a) Matth. 26, 36. e) Matth. 26, 36-41. Ratth. 26, 43, 43, 44. Marc. 14, 32. Joh. 8, 1. b) Joh. 18, 2. Marc. 14, 32-38. Luc. 22, 40. 41. d) 610 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erden a). Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit b), und sprach zu ihnen: Ach! wollet ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf, und lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet c). III. Lection. Christus wird im Garten durch den Verräther Judam gefangen genommen. Und alsbald, da er noch redete, siehe, Judas, der Zwölfen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schaar, und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, und Schwertern, und mit Stangen d). Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich füssen werde, der ists, den greifet, und führet ihn gewiß e). Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurücke, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ichs sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagete: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben haft t). Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsa) Luc. 22, 43. 44. b) Luc. 22, 45. Matth. 26, 45. c) Matth. 26, 45. 46. Marc. 14, 41. 42. Luc. 22, 46. d) Matth. 26, 47. Marc. 14, 43. Luc. 22, 47. Joh. 18, 3. e) Matth. 26, 48. Marc. 14, 44. f) Joh. 18, 4-9. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. 611 bald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juva, verräthest eu des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn a). IV. Lection. Christus, da er sich nicht mit dem Schwert will laffen vertheidigen, wird er barüber von den Jüngern verlassen. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden. wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit den Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umfommen. Oder meinest du nicht, daß ich könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinfen, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß alſo geschehen. Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn b). Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Aeltesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen; bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habet feine Hand an mich gelegt. Aber das ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten c). Da verließen ihn alle Jünger, und flohen d). Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die a) Matth. 26, 49. 50. Marc. 14, 45. 46. Luc. 22, 48. b) Matth. 26, 51-54. Marc. 14, 47. Luc. 22, 49-51. Joh. 18, 10. 11. c) Matth. 26, 55. 56. Marc. 14, 48. 49. Luc. 22, 52. 53. 26, 56. Marc. 14, 50. 1) Matth. 612 Leidensgeschichte unsers Derrn Jesu Chrifti. Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren. und flobe bloß von ihnen a). Der andere Actus Begreift in Ach die Siftoria derer Sachen, so vor dem geiftlichen Confiftorio im Saufe des Bohenpriesters gaiphä Atch mit Chrifto begeben I. Lection. Christus wird gebunden, erst zu Hannas, hernach zum Hohenpriester Caiphas geführt, daselbst von seinen Jüngern und von seiner Lehre eraminirt und in's Angesicht geschlagen. Die Schaar aber, und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum an und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäber, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volf b). Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, das ist, zum Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten c). Simon Petrus aber folgete Jesu von ferne d), und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palaft. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein e). Es stunden aber die Knechte und Diener, und hatten. ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war falt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte f). Aber der Hohepriester fragete Jesum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in a) Marc. 14, 51. 52. b) Joh. 18, 12. 13. 14. c) Matth. 26, 57. Marc. 14, 53. Luc. 22, 54. d) Matth. 26, 58. Marc. 14, 54. Luc. 22, 54. Job. 18, 16. e) Job. 18, 15. 16. f) Joh. 18, 18. Luc. 22, 55. Marc. 14, 54. Matth. 26, 58. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 613 der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was frageft du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesaget habe. Da er solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es Unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu rem Hohenpriester Caiphas a). II. Lection. Vom Fall und von der Befehrung Petri. imon Petrus aber stand und wärmete sich. Die Mage aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn, und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa; bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bins nicht, ich fenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest b). Und über eine kleine Weile nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Mage sabe ihn, und hob abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal, und schwur dazu, und sprach: Mensch, ich bins nicht, und ich kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es eine andere mit denen, die da standen, und sprachen: Wahrlich, du bist ein Galiläer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sabe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von a) Joh. 18, 19-24. b) Matth. 26, 69, 70. Marc. 14, 66. 67. 68. Luc. 22, 56. 57. Joh. 18, 17. 614 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. dem ihr säget. Und alsbald da er noch redete, frähete ver Hahn zum andernmal, und der Herr wandte sich, und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jeſu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging heraus, und weinete bitterlich a). III. Lection. Christus wird durch falsche Zeugen verklagt, und als ein Gotteslästerer von den Hohenpriestern zum Tode verdammet. Die Hohenpriester aber, und die Aeltesten und der ganze Rath, suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden feines; wiewohl viel falscher Zeugen herzu traten, denn ihre Zeugnisse stimmeten nicht überein. Zulegt standen auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsche Zeugnisse wider ihn, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmeten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, und fragete Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nicht b). Da fragete ihn der Hohepriester abermals, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest: Ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagsts; ich bins. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sigen zur rechten Hand der Kraft, nnd kommen in den Wolfen des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert, was dürfen wir weiter Zeugniß? siebe, jeßt habet ihr seine Gotteslästerung a) Matth. 26, 71-75. Marc. 14, 68-72. Luc. 22, 58-62. 9.b. 18, 25. 27. b) Matth. 26, 59-68. Marc. 14, 55-61. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. 615 gehöret; was dünket euch? Sie aber verdammeten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig a). Die Männer aber, die Jefum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe; wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerung sagten sie wider ihn b). Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? sags uns. Er sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so gläubet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehöret aus seinem Munde c). Der dritte Actus begreift in Ach die Historia derer Sachen, so vor dem Landpfleger Pilato im Richthause sich mit Chrifto begeben. I. Lection. Christus wird vor den Landpfleger Pilatum geführt; da dieses der Verräther Judas siehet, gerieth er in Verzweiflung. Und der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum führeten ihn von Caipha vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe d). Da das Judas sabe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte a) Matth. 26, 63-66. Marc. 14, 61-64. b) Matth. 26, 67. 68. Marc. 14, 65. Luc. 22, 63. 64. 65. e) Luc. 22, 66-71. Matth. 27, 1. Marc. 15, 1. d) Matth. 27, 2. Marc. 15, 1. Luc. 23, 1. Job. 18, 28. 616 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern uni Aeltesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, une sprachen: Es tauget nicht, daß wir sie in den Gotteskaften legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath. und fauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund worden allen, die zu Jerusalem wohnen also daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um eines Töpfers- Acker, als mir der Herr befohlen hat a). II. Lection. Wie Christus vor Pilato verklaget worden, und von seinem Reich ein gut Bekenntniß gezeuget habe. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Geseße. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde b). Da fingen an die Hohenpriester und Aeltesten ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das a) Ratth. 27, 3-10. Ap.- Gesch. 1, 18. 19. b) Job. 18,28-31. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 617 Bolf abwendet, und verbeut den Schoß dem Kaiser zu ge ben, und spricht: Er sei Christus, ein König a). Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragete ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Res dest du das von dir selbst, oder haben es andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt: wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagsts; ich bin je ein König. Ich bin dazu geboren, und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit b). III. Lection. Wie Christus von Pilato für unschuldig erkannt und zu Herode gesandt wird. und [ nd da er das gesaget, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm c). Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen; hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Land. pfleger sehr verwunderte d). Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis bies a) fuc. 22, 2. Marc. 15, 3. b) Joh. 18, 33-38. Matth. 27, 11. Marc. 15, 1. Luc. 23, 3. c) Joh. 18, 38. Luc. 23, 4 d) Matth. 27, 12. 13. 14. Marc. 15, 4. 5. 37 618 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. her. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er: ob er aus Galiläa wäre; nnd als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war a). Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm ſehen, und er fragete ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit ſeinem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legete ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind b). IV. Lection. Wie Pilatus Christum zu geißeln vorschlägt, wirt er von seinem Weibe für Vergießung unschuldigen Bluts verwarnet. Barrabas wird Christo vorgezogen. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das und zu habet diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen keine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und los geben c) Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohnbeit, dem Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehreten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich, einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührischen war in's Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte d). Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegete e). Und da sie versammelt waren, antwortete a) Luc. 23, 5. 6. 7. b) Luc. 22, 8-12. c) Luc. 23, 13. 17. d) Matth. 27, 15. 16. Marc. 15, 6. 7. Luc. 23, 17. 19. e) Marc 15, 8. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 619 ihnen Pilatus: Ihr habet eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern; welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe, Barrabam, oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christum? denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten a). Und da er auf dem Gerichtsstuhl saß, schickete sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum, von seinetwegen b). Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten, und Jesum umbrächten c). Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben d)? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barrabam los e). Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich machen mit Jesu, den man Christus nennet? Sie schrien abermal: Kreuzige, freuzige ihn f). Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursach des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrien noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gefreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand g). V. Lection. Wie Christus von Pilato gegeißelt, von den Kriegsfuechten mit Purpur bekleidet, mit Dornen gekrönet, und verspottet wird. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn h). Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurs a) Mattb. 27, 17. 18. Marc. 15, 9. 10. Job. 18, 39. b) Matth. 27, 19. c) Matth. 27, 20. Marc. 15, 11. d) Matth. 27, 21. e) Luc. 23, 8. Matth. 27, 21. Joh. 18, 40. f) Matth. 27, 21. Marc. 15, 12. 13. Luc. 23, 20, 21. g) Luc. 23, 22, 23. Matth. 27, 23. Mare. 15, 14. b) Job. 19, 1. 620 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. mantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und seßten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihn in's Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie, und beteten ihn an a). VI. Lection. Wie die Hohenpriester und Obersten der Juden mit Ungestüm begehren, daß Pilatus Christum zum Tode des Kreuzes verurtheile. a ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurfleid, und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch b)! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien fie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn, denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Gesetze soll er sterben denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht c). Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm feine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe rich zu freuzigen, und macht habe dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe d). Die Juden aber schrien und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht, denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. a) Matth. 27, 27. 30. Marc. 15, 16, 19. Job. 19, 2. 3. b) 3. 19,4 5. c) Job. 19, 6, 7. d) Job. 19, 8-12. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. 621 VII. Lection. Pilatus bekennt Christum für den König ber Juden, und als er mit Abwasch ng der Hände seine Unschuld bezeuget, verdammet er ihn zum Tode des Kreuzes. 3 a Pilatus das Wort börete, führete er Jesum heraus, und seßte sich auf den Richtstuhl an die Stätte, die man heißet Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde, und er spricht zu den Juden: Schet, das ist euer König. Sie schrien aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben feinen König, denn den Kaiser a). Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe; nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; ſehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut sei über uns und über unsere Kinder b). Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war in's Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde c). Der vierte Actus begreift in Ach die Siftoria der Kreuzigung Chrifti. I. Lection. Christus wird aus der Stadt Jerusalem zur Kreu zigung geführt, und predigt den leidtragenden Weibern vom fünftigen Unglück. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine eigenen Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten d); und er trug sein Kreuz e). Und indem sie hinaus gingen, fanden a) Job. 19, 13-15. b) Matth. 27, 24. 25. c) Matth. 27, 26. Marc. 14, 15. Luc. 23, 24. 25. Joh. 19, 16. d) Matth. 27, 2731. Marc. 15, 20. Job. 19, 16. e) Job. 19, 17. 622 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde fam, der ein Vater Alerandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtrüge a). Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die flagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es wird dir Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Infruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen und sagen zu den Bergen: fallet über uns; und zu den Hügeln: bedecket uns. Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden b)? II. Lection. Christus, als er den vermyrrheten und vergålleten Wein zuvor gekostet, wird gekreuziget, und bittet für seine Kreuziger. 8 Es wurden auch hingeführet zween andere Ulebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden e). Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet, Schädelstätte; und sie gaben ihm Essig oder vermyrrheten Wein zu trinken, mit Gallen vermischet, und als er es schmeckte, wollte er es nicht trinfen d). Und sie freuzigten ihn an der Stätte Golgatha e), und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne f). Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet g). Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten h). Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. a) Matth. 27, 32. Marc. 15, 21. Luc. 23, 16. b) Luc. 23, 2731. c) Luc. 23, 32. d) Matth. 27, 33. 34. Marc. 15, 22. 23. e) Luc. 23, 33. Joh. 19, 18. f) Matth. 27, 38. Marc. 15, 27. Luc. 23, 33. Job. 19, 18. Marc. 15, 28. g) Marc. 15, 25. h) Luc. 23, 34 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi. 623 III. Lection. Pilatus ehret Christi Kreuz mit einer herrlichen Ueberschrift; die Kriegsfnechte theilen Christi Kleider. Pilatus aber schrieb eine Ueberſchrift, geschrieben, was ihm gab, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gefreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische, und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht der Juden König, sondern daß er geſagt. habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete:: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben a). Die Kriegsfnechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rod aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch, Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zers theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll; auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rod as Loos geworfen b). Und sie saßen allda, und hüteten sein e); solches thaten die Kriegsknechte d), und das Volk stand, und sahe zu e). IV. Lection. Wie Christus die Pflege seiner Mutter dem 30 hannes befohlen, und am Kreuz verlästert worden. Es 8 stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er licb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich f) a) Job. 19, 19-22. Matth. 27, 37. 38. b) Joh. 19, 23. 24. Matth. 27, 35. 34. c) Matth. 27, 36. d) Job. 19, 24. 19, 25-27. Marc. 15, 26. Marc. 15, 24. e) Luc. 23, 35. Luc. 23 Luc. 23, f) Job. 624 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und baueft ihn in dreien Tagen; hilf dir selber; bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten, sammt dem Volk, und sprachen: Er hat andern geholfen, und fann ihm selber nicht helfen: Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, er helfe ihm selber, und steige herab vom Kreuz, auf daß wir sehen und gläuben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftet es ihn, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn a). Dasselbe rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gefreuziget waren, und schmäheten ihn b). Es verspotteten ihn auch die Kriegsfnechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber c). V. Lection. Dem bekehrten Schächer wird der Himmel eröff. net; die Sonne wird versinstert; Christus flaget sich von Gott verlassen. Mber der Uebelthäter einer, die da gehenft waren, läſterte ihn, und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn, unt sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind bil lig darinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kömmst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein d). Und da es um die sechste Stunde fam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein e). Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, und sprach: Eli, Eli, lama a) Matth. 27, 39-43. Marc. 15, 29-32. Luc. 23, 35. b) Matth. 27, 44. Marc. 15, 32. c) Luc. 23, 36. 37. d) Luc. 23, 39-43. .) Matth. 27, 45. Marc. 15, 33. Luc. 23, 44, 45, Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 625 asabthani! das ist verdolmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der ruft den Elias a). VI. Lection. Chriftus flagt über Durft, bezeuget, daß alles vollbracht set, befiehlt seine Seele in bes himmlischen Baters Hände, und schläft darauf sanft ein. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt's ihm dar zum Munde, und tränfete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias fomme, und ihn berabnehme b). Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht c). Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände d). Undals er das gesagt, neigete er das Haupt, und gab seinen ( Heist auf e). VII. Lection. Was für Wunderwerke nach Chrifti Lod geschehen. 11 nd [ nd siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus f), und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen g). Aber der Hauptmann, der dabei stand, gegen ihm über, a) Matth. 27, 46. 47. Marc. 15, 34. 35. b) Matth. 27, 48. 49. Marc. 15, 36. Joh. 19, 28. 29. c) Job. 19, 30. d) Luc. 23, 46. e) Luc. 23, 46. Joh. 19, 30. Matth. 28, 50. Marc. 15, 37. f) Matth. 27, 51. Marc. 15, 38. Luc. 23, 45. g) Matth. 27, 52. 53. 626 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. und die bei ihm waren, und bewahreten Jesum, da sie saben, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn a). Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um b). Es standen aber seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa nachgefolget waren, und sa hen das alles, unter welchen war Maria Magdalena, und María, des fleinen Jacobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viele andere Weiber, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren c). Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname auf dem Kreuze blieben den Sabbath über, ( denn desselben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da famen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsfnechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr gläubet; denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm fein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben d). a) Matth. 27, 54. Marc. 15, 39. Luc. 23, 47. b) Luc. 23, 48. c) Matth. 27, 55. 56. Marc. 15, 40. 41. Luc. 23, 49. d) Job. 19. 31 37. Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. 627 Der fünfte Actus begreift in Ach die Siftoria der Begräbniß Chrifti. I. Darnach am Abend, dieweil es ver Rüsttag war, wel ches ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht verwilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden; der wagte es, und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragete ihn: ob er längst gestorben wäre. Und als er's erfundigt von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollt ihn ihm geben. Und Joseph faufte eine Leinwand a). Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu fommen war, und brachte Myrrhen und Aiven unter einander bei hundert Pfunden b). Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn mit leinenen Tüchern, und mit den Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Josephs, welches er batte lassen bauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzeten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon c). Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber a) Matth. 27, 57. 58. Marc. 15, 42-45. Luc. 23, 51. 52. 53. Job. 19, 38. b) Joh. 19, 39. c) Joh. 19, 40. 41. 42. Luc. 23, 53. 54. Matth. 27, 59. 60. Marc. 15, 46. 628 Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Chrifti. die da Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, be schaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward a). Sie tehreten aber um, und bereiteten die Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gefeße b). II. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüfttag, kamen cie Hohenpriester und Pharifäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen; darum befiehl, daß man das Grab verwahre, bis an den eritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen, und stehlen ihn, und sagen zum Volf: Er ist auferstanden von den Torten; und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein c). a) Matth. 27, 61. Marc. 15, 47. Luc. 23, 55. b) Luc. 23, 56. c) Matth. 27, 62-68. Gebete. VVVV Morgen und Abendgebete. Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist Amen. Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn. Der empfangen ist von dem heiligen Geist. Geboren aus María der Jungfrauen. Gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben. Niedergefahren zur Höllen. Am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten. Aufgefahren gen Himmel. Sißend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dannen er fommen wird zu richten die Lebendigen und die Torten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der eu bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Unser täglich Brod gib uns heute! Und vergib uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern! Und führe uns nicht in Versuchung! Sondern erlöse uns von dem Ulebel! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht ver allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Ulebel, daß dir alle mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und Alles in ( 629) 630 Tischgebete. deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen. Abendsegen. ( Man spreche, wie beim Morgensegen:) Das walte Gott Vater, 2c. Ich glaube an Gott den Vater 2c. Vater unser, der du bist im Himmel! xc. ( Alsdann bete man noch ferner also:) Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnäriglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und Alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind feine Macht an mir finde! Amen. Zijchgebete. ( Vor dem Essen.) Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Vater unser, der du bist im Himmel! zc. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. ( Nach dem Effen.) Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich; der allem Fleische Speise gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen. Der Herr bat Gefallen an Denen, die ihn fürchten und die auf seine Güte warten. Vater unser, der du bist im Himmel! zc. Morgen- und Abendgebete. 631 Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. Morgen- und Abendgebete auf jeden Tag in der Woche. Morgensegen am Sonntag. ewiger, allmächtiger Gott und Vater! Ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich in dieser vergangenen Nacht, und alle vorige Zeit, durch deine heiligen Engel, vor allem Ulebel und Gefahr Leibes und der Seelen, gnädiglich behütet hast, und bitte dich von Grund meines Herzens: Vergib mir meine Sünde, womit ich dich erzürnet habe, und zünde mein Herz an mit deinem heiligen Geist, daß ich in deiner Erkenntniß täglich zunehme und wachse. Verleihe mir auch Gnade, daß ich mich diesen angehenden Tag über vor Sünden und Schanden hüte und in deinem göttlichen Willen erfunden werde, damit ich also möge wandeln, daß ich, vor allem Uebel behütet, dich stets und ohne Unterlaß in meinem Herzen und meinen Gedanken behalte. Und wenn sich endlich mein Sterbestündlein herzu nahet, daß ich von hinnen soll scheiden, wollest du mich in deines lieben Sohnes Jesu Christi rechtschaffener Erkenntniß seliglich lassen einschlafen, zum ewigen Leben. Amen. Abendfegen am Sonntag. err, allmächtiger Gott, und himmlischer Vater! Ich danke dir von Grund meines Herzens, für alle deine Güte und Wohlthat, die du mir diesen Tag so väterlich erzeiget, und daß du vor allem Uebel mich frisch und gesund behütet hast; und bitte dich ferner, als dein liebes Kind, du wollest mich bei deinem allein seligmachenden Wort bis an mein letztes Seufzen gnädiglich erhalten, und mein Herz mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß ich möge erfennen, was gut oder böse ist; wollest alle meine Sünde, die ich heute wissentlich oder unwissentlich gethan habe, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit verzet 632 Morgen- und Abendgebete. hen, und mir die zukünftige Nacht eine christliche Rube vers leiben, daß ich frisch und gesund zu deinem Lob wieder auf stehe. Hilf auch, lieber Vater! daß ich durch deine Gnad' ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfange, zu meiner Seelen Seligkeit, in Jesu Christo, deinem lieben Sohn, unserm einigen Helfer. Amen. Morgensegen am Montag. Ach du frommer, getreuer Gott, und himmlischer Bater! Ich lobe, ehre und preise dich von Grund meines Herzens, daß du mich diese vergangene Nacht sicher ruhen und schlafen lassen, und durch deine väterliche Liebe mich frisch und gesund wieder erwecket hast. Ich bitte rich von Herzen, du wollest mich, sammt allen frommen Christen, heute und allezeit, vor allem Uebel und Gefahr Leibes und det Seelen, auch gnädiglich behüten, damit ich alle Tage in deinem göttlichen Willen möge erfunden werden. Denn ich mein Leib, Seele, Herz, Sinn, Muth und Gedanken, all' mein Dichten und Trachten, mein Gehen und Stchen, mein Sißen und Liegen, meinen Eingang und Ausgang, mein Leben und Sterben, und alles, was ich bin und vermag, in deinen göttlichen Schuß und Schirm befehle. Dein heiliger Engel sei und bleibe bei mir, daß mir kein Unglück an Seele und Leib widerfahren möge. Solches verleihe mir, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. Abendfegen am Montag. Barmherziger Gott, und gnädiger Bater! Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich diesen Tag, bis auf gegenwärtige Stunde, vor allem Unglück Leibes und der Seelen gnäriglich behütet hast; und bitte dich, um Jeſu Christi reines Sohnes willen, du wollest mir aus Gnaren vergeben alle meine Sünden, die ich heute abermal mit Gedanken, Worten und Werken wider dich gethan habe, und derselben in Ewigkeit nicht gedenken. Und weil ich mich nun will zur Ruhe niederlegen, wollest du mich diese Nacht vor allem Uebel Leibes und der Seele auch väterlich behüten, daß ich vor des Teufels List und Gewalt, vor bösen, Morgen- und Abendgebete. 633 unnüßen, schäntlichen Träumen behütet, sicher ruhen und schlafen, und zu deinem Lob frisch und gesund vom Schlaf wieder erwachen möge. Nun, in deine göttlichen Hände befehle ich mich ganz und gar; du hast mich erlöset, du treuer Gott! Amen. Morgensegen am Dienstag. Herr Jesu Christe, du einiger Heiland der Welt! zu dir erhebe ich mein Herz, Muth und Sinn, und danke dir abermal, daß du mich durch deine unerschöpfliche Barmherzigkeit und Liebe in dieser Nacht wider des bösen Feindes List und Gewalt frisch und gesund behütet.haft. Herr Jesu Christe! Du bist mein Gut und Erbtheil; mein Heil stehet in reinen Händen! Ich weiß auch von feinem Helfer, weder im Himmel noch auf Erden, denn von dir allein! Darum bitte ich dich, um deiner unaussprechlichen Marter, Angst, und deines allerschmählichsten bittern Todes willen, den du, lieber Herr Jesu Christe! für mich armen Sünder aus großer Liebe haft gelitten, du wollest mir gnädig und barmherzig sein, und mich heute, und die ganze Zeit meines Lebens, segnen, fristen, behüten und bewahren vor allen Sünden, und vor allem Ulebel, von dieser mühseligen und elenden Zeit an, bis du mich zur ewigen Freude und Seligkeit gnädiglich abforderst, um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. Abendfegen am Dienstag. ewiger, barmherziger, und reicher Gott vom Himmel! Der du aus großer Gnade und väterlicher Fürsorge mich diesen Tag frisch und gesund hast lassen vollenden; dafür danke ich dir billig von ganzem Herzen. Und weil ich leider diesen Tag nicht zu deinem Lob und Ehre, noch zum Nußen meines Nächsten zugebracht habe, sintemal meine verderbte Natur allezeit eher zum Bösen als zum Guten geneigei ist, so bilf, du getreuer Gott! daß ich, der ich aus sündlichem Samen gezeuget bin, meine Gebrechlichkeit erkenne, und deiner göttlichen Gnade theilhaftig werde; und lehre mich, daß ich oft und viel an mein Ende 38 634 Morgen- und Abendgebete. gedenke, daß ich mich dazu in wahrer Buße gefaßt mache, und wann dasselbe berzu nahet, daß ich möge getroft und seliglich aus diesem Elend abscheiden, und mit allen Gläubigen in das himmlische Paradies verseßt werden. Indessen wollest du mich, so lange ich hie noch zu leben habe, in deinen allmächtigen Schuß nehmen, und vor allem Schaden und Gefahr an Leib und Seele gnädiglich behüten, um Jesu Christi deines lieben Sohnes willen. Amen. Morgensegen am Mittwoch. allmächtiger, barmherziger Gott, und gnädiger Vater im Himinel! Nachdem du mich abermal durch den Schuß deiner himmlischen Frohngeisterlein, der lieben Engel, diese Nacht also behütet hast, daß ich diesen Tag frisch und gesund habe erlebet, sage ich dafür dir von Herzen Lob, Preis und Dank; und bitte dich nochmals, lieber himmlischer Vater! in dessen Willen ich all' mein Thun und Lassen, Anfang und Ende seßze, du wollest dich meiner forthin auch gnädiglich erbarmen, und all' mein Dichten und Trachten, Herz, Sinn, Muth und Gedanken, all' meine Worte und Werke mit deinem heiligen Geist regieren, daß ich verstehen möge, was gut oder böse ist, und daß ich in dieser bösen und verkehrten Welt heute also möge wandeln und leben, daß ich vor allen Dingen, los von meinen Sünden, nach dem ewigen Vaterland, welches mir Christus, mein Heiland, erkauft und erworben hat, ein herzliches Verlangen trage, une casselbe mit meinem bösen, sündlichen Leben nicht verscherze. Dazu wollest du mir gnädiglich helfen mit deiner göttlichen Liebe, und mit der Kraft res beiligen Geistes, um Jesu Christi deines lieben Sohnes willen. Amen. Abendfegen am Mittwoch. Ich danke bir, o großmüthiger Gott und gütiger Bater! daß du mich abermals den Tag über an Seele und Leib vor allem Schaden und Uebel gnädiglich behütet haft. Ich bitte dich durch deine göttliche Güte, du wolleft alles was ich heute mit Herzen und Mund, sonderlich aber wider Morgen- und Abendgebete. 635 dich und deine heiligen Gebote gesündiget habe, zudecken, und mich, dein Geschöpf, welches du mit dem Blute deines lieben Sohnes Jesu Christi theuer erkauft hast, nicht verlassen, und mich diese Nacht unter deinen allmächtigen Gnadenflügeln wider den bösen Feind, welcher um mich hergehet wie ein brüllender Löwe, mich zu verschlingen, bes schüßen, daß ich unter dem Schatten deiner Güte und Barmherzigkeit sicher ruhen und schlafen möge, auf daß sich er böse Feind mir nicht dürfe nahen, und mir feinen Schaden thun könne. Amen. Morgensegen am Donnerstag. Gott Bater, Sohn und heiliger Geist, du hochgelobte Dreieinigkeit! Dir ergebe ich mich mit Leib und Seele, von nun an bis in Ewigkeit, und sage dir großen Dank, daß du dem bösen Feind nicht hast zugelassen, mich diese Nacht zu beschädigen, sondern durch den Schuß deiner lieben Engel mich frisch und gesund behütet hast. Was soll ich dir vergelten? Womit soll ich dich dafür loben? Ich will dir ein geängstetes und zerschlagenes Herz geben, voller blutrothen Sünden, mit Neu und Leid; das wollest du gnädiglich annehmen, meine Sünden mit dem edeln Blut deines lieben Sohnes, meines Erlösers, schneeweiß machen, und in seine heiligen, unschuldigen Wunden verbergen, unt also mir Vergebung aller meiner Sünden gnädiglich widerfahren lassen; und hilf, daß ich heute und alle Tage in christlicher Bereitschaft stehe, weil ich nicht wissen fann wann du kommen, wie und wo du mich von hinnen abfordern wirst, auf daß ich zur ewigen Freude selig geführt werde. Solches verleihe mir, gnäriger Gott und Vater! um deines lieben Sobnes Jesu Christi willen. Amen. Abendfegen am Donnerstag. Barmherziger, fanftmürbiger Gott und ewiger Vater! wie trägst du doch eine so herzliche Liebe und väterliche Sorge für mich armen Sünder, indem du mich alle Tage und Stunden, von Jugend an bis auf gegenwärtige Zeit, vor allerlei des Teufels und der gottlosen Welt Gefahr 636 Morgen- und Abendgebete. und Schaden so gnädiglich behütet hast. Dafür danke ich dir von Herzen, und bitte dich demüthiglich, eu wolleft alles dessen, was ich heute wider dich gethan habe, nach deiner väterlichen Liebe gegen mich nun und in alle Ewigkeit. nicht gedenken, sondern mir aus Gnaren erlassen, und mir um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, welcher für alle meine Sünden ist Bürge worden, gnädig sein, und diese Nacht mich und alle die Meinen vor einem bösen, schnellen Tod, vor Feuer- und Wassersnoth, Pestilenz, und vor allem Unglück sicher behüten. Darum befehle ich mich, meinen Leib und Seele, und alles, was ich habe, in deinen väterlichen Schuß. Dein heiliger Engel sei bei mir, daß ich fein Unglück fürchte. Amen. Morgenfegen am Freitag. I n deinem Namen, du gekreuzigter Herr Jesu Christe! bin ich armer Sünder jetzt aufgestanden, der du für mich am Stamm des heiligen Kreuzes, als das rechte, geduldige Schlachtlämmlein, den allerschmerzlichsten Tod erlitten, und mich mit deinem rosinfarb'nen Blut von allen meinen Feinden, Sünd', Tod, Teufel und Hölle erlöset hast. Regiere mein Herz durch deinen heiligen Geist; erfrische es mit dem himmlischen Thau deiner Gnaden; bewahre mich in deiner göttlichen Liebe diesen ganzen Tag; und verbirg mich mit Leib und Seele in deine heiligen Wunden. Wasche mich von allen meinen Sünden rein ab, und erhalte mich in allen guten Werken; und führe mich aus dem Jammerthal dieser Welt in die ewige Freude und Herrlichkeit, du getreuer Heiland Jesu Christe, mein einiger Trost, Hoffnung und Leben! Amen. Abendfegen am Freitag. Herr Jesu Christe! du geduldiges Schlachtlämmlein und heiliges Sühnopfer für alle meine Sünden, nicht allein für meine, sondern auch für die der ganzen Welt! Dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele, durch deinen gnärigen Schuß, diesen Tag väterlich behütet haft, und bitte dich, du wolleft Morgen- und Abendgebete. mir alle meine Sünden, die ich heute aus Schwachbeit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geiftes getban habe, welche mein Gewisseu sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeiben und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruhe in Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnadenflügel über mich ausbreiten, und geben, daß ich darunter im Frieden und in Ruhe diese Nacht mit dem Leib schlafe, mit der Seele aber allezeit zu dir wache, und deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehme, und mit herzlichem Seufzen auf dich warte, bis ich dermaleinst gar zu dir von hinnen fahre. Dazu hilf mir, o treuer Gott! mit deinem lieben Sohn und heiligen Geist, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 637 Morgensegen am Sonnabend. Ach, du getreuer Vater im Himmel! daß ich dich genugsam sollte loben und dir könnte danken für alle Wohlthaten, die du mir die Zeit meines Lebens bis auf diese Stunde väterlich erzeiget hast, das ist in meinem Vermögen und Kräften nicht; denn ich bin Fleisch und Blut, welches nichts denn Böses thun fann; du aber läsfest über die Maßen mir täglich Gutes widerfahren. Wo du in dieser Nacht nicht sonderlich wäreft mein Schild und Beistand gewesen, so hätte mich des Teufels Gewalt vielfältig beschädigt, daß ich nicht gesund hätte wieder aufstehen mögen; aber durch deinen gnädigen Schuß bin ich unversehret behütet worden. Nun bitte ich dich ganz inniglich, du wollest mir an diesem Tag deine Gnade widerfahren lassen, und mich, durch Christi Blut dein erworbenes Gut, fortan bis in's ewige Leben gnädiglich behüten. Ach Herr Jeſu! nimm meine Seele in deine Hände, und laß sie dir befohlen sein. Amen. Abendfegen am Sonnabend. armherziger, gnäriger Gott und Vater! ich sage dir abermals von Herzen Lob und Danf, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen, und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche, 638 Morgen- und Abendgebet eines Kranken. bis auf diese Stunde, vor allem Unglück Leibes und der Seele, gnädiglich behütet hast; und bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heute und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten begangen habe, durch deine Gnare, welche alle busfertigen Sünder bei dir haben, zudecken, und derselben nimmermehr gedenken. Bilf auch gnäriglich, daß ich aus der alten Woche in ein neues, christliches Leben trete, das dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnärigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, aber auch frisch und gesund zu deinem fernern Lob wieder aufstehen möge. Und wann mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ! denn ich bin dein, unt du bist mein; wie herzlich gern wollt' ich bald bei dir sein. Amen. Morgengebet eines Kranken. du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi! ich sage dir Lob und Dank, daß du mich schwachen Menschen diese Nacht so gnädiglich erhalten, ge schüßet und gestärket hast. Ich bitte dich von Herzen, im Namen Jesu Christi, du wollest auch diesen Tag und die übrige Zeit meines Lebens deine Barmherzigkeit zu mir wenden, mir meine Sünde verzeihen, mich durch deine Gnade trösten, durch deine Kraft stärfen, durch deinen heiligen Geist leiten, damit ich nach deinem Willen leben unt leiden möge. Ich befehle auch diesen meinen franken Leib, und meine liebe Seele in deine heiligen Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Gewali noch Macht an mir finde noch habe, durch Jesum Christum, deinen geliebten Sohn, meinen einigen Trost und Heiland, in der Kraft des heiligen Geistes. Amen. M MMM Abendgebit eines Kranken. Gott Bater! ich danke dir, taß du mir durch diesen Tag so gnädig geholfen, und bitte dich von Herzen, Gebet in Kindesnöthen 2c. 639 hilf mir schwachen und franken Menschen auch durch diese Nacht mit deiner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem Trost, mit deinem Geist. Ich befehle dir meinen Leib und Seele in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir fince, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Gebet in Kindesnöthen, wenn Todesgefahr vorhanden A Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen? wie lange verbirgst du dein Antlig vor mir? Hast du denn, liebster Vater! vergessen gnädig zu sein, und dich oerwandelt in einen Grausamen, um reinen Grimm an mir zu zeigen mit der Stärke deiner Hand? Ach, daß Gott rbarm! sollte ich nicht mit Zion winseln: Der Herr hat nich verlassen, der Herr hat mein vergessen! Schau doch, du frommer Gott! und siehe, ob irgend ein Schmerz sei, wie mein Schmerz, der mich getroffen hat. Mir ist bang, daß ich kaum Odem holen kann; weil mein Kindlein geboren werden soll, und doch keine Kraft zu gebären bei mir ist. O, hilf mir, hilf mir gnädiglich in meiner großen Noth, und stehe mir fräftiglich bei in meinem schweren Stand, auf daß ich meiner Schwachheit nicht unterliege, und, so es dir gefällt, meine Angst und Traurigkeit in Freude verwandelt werde. Ach Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes! erbarme dich mein und hilf mir, es gerathe mir zum Leben oder zum Tode. Und weil ich weiß, daß das Weib selig wird durch Kinderzeugen, wenn sie bleibet im Glauben, und die Stunde meines Abscheidens ohnerem cheint vorhanden zu sein, so geschehe zwar, Herr! dein Wille auf Erden, wie im Himmel; nur erbarme dich meiner armen Seele, cie du nicht mit vergänglichem Golde oder Silber erlöset hast, sondern mit deinem theuren Blute, und nimm meinen Geist auf. Ist's nicht möglich, daß mein Schmerzensfind zur Welt soll geboren werden, sondern sein Grab in meinem Leibe haben, oder doch außer emfelben ohne Leben sein soll, so befehle ich dir hiemit seine 640 Fürbitte fürSterbende. Geber bei schwerem Gewitter. und meine Seele in deine Hände; dir leb ich, dir sterb ich bein bin ich tort und lebendig. Amen. in Fürbitte für Eterbende. Umächtiger, gütiger Gott! der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wolleft die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem franken Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat, da er auch auf dessen Namen getauft und mit dessen Blute gewascher und gereinigt ist. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verfürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anflage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben, sende deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zu der Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. in Gebet bei schwerem Gewitter. Umächtiger, ewiger Gott, barmherziger, liebreicher Vater! Weil wir vor deinem Zorn nirgends binfliehen können, denn zu deiner grundlosen, holdseligen, väterlichen Gnade und Barmherzigkeit; so rufen wir in dieser Noth dich an, und bitten um Gnare durch deinen lieben Sohn Jesum Christum. Ach Herr Gott! strafe uns nicht in deinem Grimm; laß uns reine Blige, welche schrecklich leuchten, nicht beschädigen, unser Haus und Hof nicht anzünden, noch die Echläge reiner starken Hand uns zerschmettern. Sei du bei uns, und behüte uns vor einem bösen schnellen Tod; bedecke mit deiner allmächtigen Hand und deinen Gnadenflügeln Leib und Leben, Haus, Hof Gebet um Glauben. 641 und Bieb, die Früchte auf dem Felde, und alles, was wir haben, bis das schreckliche Ungewitter vorüber gebe. Beweise an uns, daß du der rechte Nothhelfer seist, ein Schuß zur Zeit der Noth, und laß uns dein Vaterherze wieder sehen, durch Jesum Christum. Amen. Gebet um Glauben. danke mein lieber caß ich meine Sünden nicht soll angreifen mit meiner eigenen Buße, oder Glauben anfahen mit meinen Werken, und meine Sünden tilgen; vor den Menschen dürfte ich es wohl thun, vor der Welt und dem Richter gilt es; aber vor dir, Gott! ist ein ewiger Zorn, da fann ich nicht genug für thun, ich müßte verzagen. Darum danke ich dir, daß ein Anderer für mich meine Sünden angegriffen, sie getragen und dafür bezablet und gebüßet hat; das wollt' ich gern glauben, es dünket mich auch fein recht und föstlich sein, aber ich kann mich nicht d'rein ergeben; ich finde in meiner Kraft nichts, das ich thun könnte, ich fann's nicht begreifen, wie ich wohl sollte. Herr! zeuch du mich; hilf mir und schenke mir die Kraft und Gabe, daß ich's glauben möge, wie David im 51. Psalm seufzet: Schaffe in mir, Gott! ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist; ein neu, rein Herz vermag ich nicht zu machen, es ist dein Geschöpf und Creatur. Gleichwie ich Sonne und Mond nicht machen kann, daß sie aufgeben und hell scheinen am Himmel, so wenig fann ich auch schaffen, daß das Herze rein sei und ich einen gewissen Geist, einen starken, festen Muth habe, der steif sei und nicht zappele, zweifle oder wadele an deinem Wort. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme, burd Jefum Chriftum. Amen. 642 Gebet vor und nach der Beichte. Gebet bor der Beichte. Allmächtiger Gott, himmlischer Bater! dieweil ich jetzt, auf Erkenntniß meiner Sünden, zu Stärfung meines schwachen Glaubens hingehen will zur Beichte, allda die Absolution und Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Herzen, gib mir deinen Geist, daß ich dieses bobe Gnadenwerk mit rechtem Glauben und christlichem Verstand ansehen und bedenken, und darnach nicht zweifeln, sondern fest und gewiß glauben möge, was der Diener deines Wortes allea in der Beicht und Absolution nach deinem Befehl mit mir redet und handelt, daß dem allem eigentlich und gewiß also sei, und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich von meinen Sünden abfolvirest und entbindest. Gib auch, daß ich mich in dieser Entbindung und Absolution jetzt und allezeit trösten möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigen Lebens, durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heis land, Jesum Christum. Amen. Gebet nach der Beichte. du gnädiger und barmherziger Gott und Vater! Ich sage dir von Grund meines Herzens Lob und Dank, daß du mir armen Sünder jetzo abermal durch deinen Diener alle meine Sünden vergeben, und wieder auf's neue das ewige Leben zugesagt, und zu Gnaden angenommen hast. Ich bitte dich herzlich, gib mir deinen heiligen Geist, und schaffe in mir ein reines Herz, daß ich festiglich glaube, daß mir alle meine Sünden durch Christum vergeben seien; dessen zu einem gewissen Unterpfand ich morgen den wahren Leib und das wahre Blut deines Sobnes Jesu Christi, im Brod und Wein, essen und trinken soll zu meiner Seligkeit. Verleibe mir auch, tu getreuer Gott! daß ich mich binfort besser vor Sünden hüte, denselben desto mehr feind werde, und mein Leben nach deinem Willen anstellen möge, daß ich frömmer werde, und mein Leben Gebet vor und nach dem Genuß des heil. Abendmahls.643 bessere. Dazu wollest du mir helfen mit deinem heiligen Geist, um Jesu Christi deines lieben Sohnes willen. Amen. Das geschehe alles auf meine Bitte und herzliches Anfuchen, zu meiner Seelen Seligkeit, und zu deinem ewigen Lob. Preis und Ehren, der du bist noch so reich, mächtig, gütig, mild und barmherzig, als du je gewesen bist von Anbeginn, und bleibest zu ewigen Zeiten. Amen. Gebet vor dem Genuß des heiligen Abendmahles. Herr err Jesu Christe! Dein heiliger Leichnam speise mich, dein theures Blut tränke mich, dein Leiden und Sterben stärke mich. Herr Jesu Christe! erhöre mich, in deine heiligen Wunden verberge mich, laß mich nimmermehr von dir geschieden sein. Herr Jesu Christe! vor dem bösen Feind bewahre mich, in der Stunde des Todes begnade mich, auf daß ich dich mit allen Auserwählten lobe unt oreise ewiglich. Amen. www Gebet nach dem Genuß des heiligen Abendmahles. du mein lieber Herr Jesu Christe! Ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jezo abermal so gnädiglich zu deinem Tische mit deinem selbsteigenen Leib und Blut gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zu sicherer Geleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. 644 Die Nothtaufe. Die Rothtaufe. ( Wird der Paftor gerufen, in der Noth ein Kind zu taufen, se handelt er in solchem Fall nach Anweisung der Kirchenagende. In fehr großer Noth mögen, bei Abwesenheit des Pastors, nach löblicher Gewohnheit, alle christlichen Personen, und in Abwesenheit der Männer sonderlich die Wehmütter die Nothtaufe verrichten. In diesem Fall gebrauche man folgendes Formular:) Lasset uns beten! Ewiger, barmherziger Gott! wir bitten dich, reiche deine Güte und Gnade diesem Kinde, das da bittet, und öffne die Thür dem, das da anflopfet, daß es den ewigen Segen dieses himmlischen Bades erlangen und das verheißene Reich deiner Gnaden empfahen möge, durch Christum unsern Herrn. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Unser täglich Brod gib uns heute! Und vergib uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern! Und führe uns nicht in Versuchung! Sondern erlöse uns von dem Uebel! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. ( Nun nebme man reines Wasser, gebe bem Rinde einen Namen, und taufe also:) N. N. Ich taufe dich, im Namen Gottes des Vaters des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen. ( 3ft das Kind so getauft, so zweifle man nicht, daß es recht und genugsam getauft sei. Doch soll man das Kind, wenn es am Leben bleibt, hernach in die Kirche tragen, daß der Pfarrherr solche Noth laufe, zu rechter Gewißheit und festem Trost, öffentlich gutprise unt bestätige.) - — Augsburgische konfession. Vorrede. Allerdurchlauchtigster, großmächtigster, unüberwindlichster Kaiser, Allergnädigster Herr. Als E. K. Majestät kurz vorschiener Zeit einen gemeinen Reichstag allhier gen Augsburg gnädiglichen ausgeschrieben, mit Anzeig und ernstem Begehr, von Sachen, unsern und des christlichen Namens Erbfeind, den Türken, betreffend, und wie demselben mit beharrlicher Hülfe stattlichen widerstanden, auch wie der Zwiespalten halben in dem heiligen Glauben und der christlichen Religion gehandelt möge werden, zu ratschlagen und Fleiß anzukehren, alle eines jeglichen Gutbedünken, Cpinion und Meinung zwischen uns selbst, in Lieb und Gütigkeit zu hören, zu ersehen, und zu erwägen, und dieselben zu einer einigen christlichen Wahrheit zu bringen und zu vergleichen, alles, so zu beiden Teilen nicht recht ausgelegt oder gehandelt wäre, abzuthun, und durch uns alle eine einige und wahre Religion anzunehmen und zu halten, und wie wir alle unter einem Christo sind und streiten, also auch alle in einer Gemeinschaft, Kirchen und Einigkeit zu leben. Und wir, die unten benannten Kurfürsten und Fürsten, samt unsern Verwandten, gleich andern Kurfürsten, Fürsten und Ständen darzu erfordert, so haben wir uns darauf dermaßen erhaben, daß wir sonder Ruhm mit dem ersten hieher kommen. Und als denn auch E. K. Maj. zu unterthänigster Folgethuung berührtes E. K. Maj. Ausschreibens, und demselbigen gemäß, dieser Sachen halben den Glauben berührt, an Kurfürsten, Fürsten und Ständen ingemein, gnädiglichen, auch mit höchstem Fleiß und ernstlich begehrt, daß ein jeglicher, vermöge vorgemeldts E. K. Maj. Ausschreibens, sein Gutbedünken, Opinion und Meinung derselbigen Irrungen, Zwiespalten und Mißbräuch halben u. s. w. zu Deutsch und Latein in Schrift stellen und überantworten sollten. Darauf denn, nach genommenem Bedacht, und gehaltenem Rat, E. K. Maj. an vergangener Mittwochen ist fürgetragen worden, als wollten wir auf unsern Teil das unser, vermöge E. K. Maj. Fürtrags, in Deutsch und Latein auf heute Freitag übergeben. Hierum, und E. K. Maj. zu unterthänigstem Gehorsam, überreichen und übergeben, wir unserer Pfarrherren, Prediger und ihrer Lehren, auch unsers Glaubensbekenntnis, was und welchergestalt sie aus, Grunde göttlicher heiliger ( 645) 646 Vorrede. Schrift in unsern Landen, Fürstentümern, Herrschaften, Städten und Gebieten predigen, lehren, halten und Unterricht thun, und sind gegen E. K. Maj., unserm allergnädigsten Herrn, wie in aller Unterthänigfeit erbötig, so die andern Kurfürsten, Fürsten und Stände der= gleichen gezwiefachte schriftliche Ulebergebung ihrer Meinung und Opinion in Latein und Deutsch jetzt auch thun werden, daß wir uns mit Ihren Liebden und ihnen gern von bequemen gleichmäßigen Wegen unterreden, und derselbigen, so viel der Gleichheit nach immer möglich, vereinigen wollen; damit unser beiderseits, als Parten, schriftlich Fürbringen und Gebrechen zwischen uns selbst in Lieb und Gütigkeit gehandelt, und dieselben Zwiespalten zu einer einigen wahren Religion, wie wir alle unter einem Christo seind und streiten, und Christum bekennen sollen, alles nach laut oft gemeldets E. K. Maj. Ausschreibens und nach göttlicher Wahrheit geführt werden mögen. Als wir denn auch Gott den Allmächtigen mit höchster Demut anrufen und bitten wollen, seine göttliche Gnade darzu zu verleihen. Amen. Wo aber bei unsern Herren Freunden, und besonders den Kurfürsten, Fürsten und Ständen des andern Teils die Handlung dermaßen, wie E. K. Maj. Ausschreiben vermag, unter uns selbst in Lieb und Gütigkeit, bequeme Handlung nicht verfahren noch ersprießlich sein wollte, als doch an uns in feinem, das mit Gott und Gewissen zu christlicher Einigkeit dienstlich sein kann oder mag, erwinden soll, wie E. K. Maj. auch gemeldte unsre Freunde, die Kurfürsten, Fürsten, Stände und ein jeder Liebhaber christlicher Religion, dem diese Sachen fürkommen, aus nachfolgenden unser und der unsern Bekenntnissen gnädiglich, freundlich und genugsam werden zu vernehmen haben. Nachdem denn E. K. Maj. vormals Kurfürsten, Fürsten und Ständen des Reichs gnädiglichen zu verstehen gegeben, und sonderlich durch eine öffentliche verlesene Instruction auf dem Reichstage, so im Jahre der mindern Zahl 26 zu Speier gehalten, daß E. K. Maj. in Sachen unsern heiligen Glauben belangend zu schließen lassen aus Ursachen, so dabei gemeldet, nicht gemeinet, sondern bei dem Papst um ein Concilium fleißigen, und Anhaltung thun wollten, und für einem Jahr auf dem letzten Reichstag zu Speier vermöge einer schrift: lichen Instruction, Kurfürsten, Fürsten und Ständen des Reichs, durch E. K. Maj. Statthalter im Reich, Königliche Würden zu Hungern und Böhmen u. s. w. samt E. K. Maj. Oratorn und verordneten Kommissären, dies unter andern haben fürtragen und anzeigen lassen, daß E. K. Maj. derselben Stadthalter, Amtsverwalter und Räten des Kaiserl. Regiments, auch der abwesenden Kurfürsten, Fürsten und Ständen Botschaften, so auf dem ausgeschriebenen Reichstag zu Regensburg versammelt gewesen, Gutbedünken das General- Concilium belangend, nachgedacht, und solches anzusetzen auch für fruchtbar erkannt. Und weil sich aber diese Sachen zwischen E. K. Maj. und dem Papst zu gutem christlichen Verstand schicken, daß E. K. Maj. gewiß wäre, daß durch den Papst solch General- Concilium neben E. Augsburgische Konfession. K. Maj. zum ersten auszuschreiben bewilligen, und daran kein Mangel erscheinen sollt. So erbieten gegen E. K. Maj. wir uns hiermit in aller Unterthänigkeit und zum Ueberfluß in berührtem Fall, ferner auf ein solch gemein, frei christlich Concilium, darauf auf allen Reichstagen, so E. K. Maj. bei ihrer Regierung im Reich gehalten, durch Kurfürsten, Fürsten und Stände aus hohen und tapfern Bewegungen geschlossen, an welches auch zusamt E. K. Maj. wir uns von wegen dieser großwichtigsten Sachen in rechtlicher Weise und Form vorschiener Zeit berufen und appelliert haben, der wir hiemit nochmals anhängig bleiben, und uns durch diese oder nachfolgende Handlung( es werden denn diese zwiespaltigen Sachen endlich in Liebe und Gütigkeit, laut E. K. Maj. Ausschreibens, gehört, erwogen, beigelegt, und zu einer christlichen Einigkeit vergleichet), nicht zu begeben wissen, davon wir hiemit öffentlich bezeugen und protestieren. Und seind das unsere und der unsern Bekenntnis, wie unterschiedlichen von Artikel zu Artikeln hernach folget. Artikel des Glaubens und der Lehre. Der I. Artikel. 647 Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich gelehret und gehalten, laut des Beschluß Concilii Nicæni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und seind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist, alle drei ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne End, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst bestehet; wie denn die Väter in dieser Sachen dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manichæi, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Jtem Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten und alle dergleichen, auch Samosateni alt und neu, so nur eine Person setzen und von diesen zweien, Wort und Heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der Heilige Geist sei erschaffene Regung in Kreaturen. 648 Augsburgische Konfession. Der II. Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Fall alle Men= schen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei, und verdamme alle die unter ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und Heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbsünde nicht für Sünde haben, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Chrifti. Der III. Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und Menschliche, in einer Person also unzertrennlich vereinigt, e in Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn verfühnete. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahr-= haftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, fizend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den Heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile und wider den Teufel und wider die Sünde schütze und beschirme. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten u. s. w. laut des Symboli Apostolorum. Der IV. Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Ge rechtigkeit für Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden Augsburgische Konfession. bekommen und für Gott gerecht werden aus Gnaden um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Chriftus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen de Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Den diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit für ihm halten und zu= rechnen, wie St. Paulus sagt zun Röm. am 3. und 4. 649 Der V. Artikel. Von dem Predigtamte. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den Heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammt die Wiedertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den Heiligen Geift durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. Der VI. Artikel. Vom neuen Gehorsam. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade für Gott zu verdienen. Denn wir empfahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht Buk. 17, 10: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind untüchtige Knechte." Also lehren auch die Väter. Denn Ambrosius spricht:„ Also ift's be schlossen bei Gott, daß, wer an Christum glaubet, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienft, Vergebung der Sünden habe." 11 Der VII. Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehret, daß allezeit müsse eine heilige chriftliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein geprediget und die heiligen Satramente laut des Evangelii gereicht werden. Augsburgische Konfession. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß allenthalben gleichförmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht Ephes. 4, 4. 5: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid, zu einerlei Hoffnung eures Berufs, e in Herr, ein Glaube, eine Taufe." 650 Der VIII. Artikel. Was die Kirche sei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sein, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Satramente gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm seind, wie denn Christus selbst anzeigt Matth. 23, 2: Auf dem Stuhl Mosi siten die Pharisäer", u. s. w. Derohalben werden die Donatisten und alle andre verdammt, so anders halten. Der IX. Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird bei uns gelehret, daß sie nötig sei, und daß dadurch Gnade angeboten werde, daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht ſei. Der X. Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom heiligen Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilet und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Augsburgische Konfession. 651 Der XI. Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirchen privatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll, wiewohl in der Beichte nicht not ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Pf. 19, 13: Wer tennet die Missethat?" Der XII. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesintiget haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Vergebung der Sünden erlangen, und ihnen die Absolution von der Kirchen nicht soll geweigert werden. Und ist wahre rechte Buße eigentlich Reue und Leid oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden machet. Darnach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3, 8: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. Hie werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündiget hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Ge nugthun. Der XIII. Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehret, daß die Sakramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen sein, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Beugnis sind göttliches Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und denn recht gebraucht werden, so man's im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. 652 Augsburgische Konfession. Der XIV. Artikel. Vom Kirchen- Regiment. Vom Kirchen- Regiment wird gelehret, daß niemand in der Kirchen öffentlich lehren oder predigen, oder Sakramente reichen soll ohne ordentlichen Beruf. Der XV. Artikel. Von Kirchen- Ordnungen. Von Kirchen- Ordnung, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden, und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirchen dienen, als gewisse Feier, Festa und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehret, daß alle Satzungen und Tradition, von Menschen darzu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, Kol. 2, 16, dem Evangelio und der Lehre von Glauben an Christum entgegen seind; derhalben sein Kloster- Ge= lübde und andere Tradition von Unterschied der Speise, Tag u. s. w., dadurch man vermeint Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun, untüchtig und wider das Evangelium. Der XVI. Artikel. Von Polizei und weltlichem Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regiment und Gesetze gute Ordnung von Gott geschaffen und eingesetet sind und daß Christen mögen in Obrigkeit-, Fürsten- und Richter- Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Uebelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, taufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, eigens haben, ehelich sein u. s. m. Sie werden verdammet die Wiedertäufer, so lehren, daß der obangezeigten keines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammet, so lehren, daß christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlaffen und sich der vorberührten Stücke äußern, so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist, rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Augsburgische Konfession. Denn das Evangelium lehret nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte als wahrhaftige Ordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unter: than und ihren Geboten gehorsam zu sein in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen." Actor. 5, 29. 653 Der XVII. Artikel. Von Christi Wiederkunft zum Gerichte. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird zu richten und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Item, hie werden verworfen etliche jüdische Lehre, die sich auch jegund eräugen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. Der XVIII. Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dingen, so die Vernunft begreift; aber ohne Gnad, Hülfe und Wirkung des Heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern solches geschieht durch den Heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird; denn Paulus spricht 1. Kor. 2, 14: Ter natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit ge= lehret werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jezund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist, denn sie haben je alle natürlichen, angebornen Verstand und Augsburgische Konfession. Vernunft, nicht, daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein' ich, das die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und dergleichen etwas Nütliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl fürnehmen, als vor einem Abgott nieder zu knieen, einen Totschlag zu thun" u. s. w. 654 Der XIX. Artikel. Von der Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8, 44: Der Teufel redet Lügen aus seinem eigen." Der XX. Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten. Denn ihre Schriften von zehen Geboten und andern beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten nützlichen Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehret hat, sondern allermeist in allen Predigten auf indische, unnötige Werke, als Rosen- Kränze, Heiligen- Dienst, Mönchewerden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften u. s. w. getrieben. Solche unnötige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch als vorzeiten, darzu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben, lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christum darzu, sprechen, Glauben und Werk machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen möge, denn so man allein lehret auf Werk zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht Augsburgische Konfession. getrieben worden, sondern allein Werk- Lehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geſchehen: Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu versöhnen. 1. Tim. 2, 5. Wer nun vermeinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet einen eigen Weg zu Gott wider das Evangelium. Joh. 14, 6. 655 Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zun Ephesern am 2, 8: Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme" u. s. w. Und daß hierin kein neuer Verstand eingeführet sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen, und für Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweiset. Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr veracht wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist; denn das Gewissen kann. nicht zu Ruhe und Friede kommen durch Werke, 1. Joh. 3, 19, sondern allein durch den Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5, 1:„ So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott." Diesen Trost hat man vorzeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigene Werke getrieben, und sind mancherlei Werke fürgenommen. Denn etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hie nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von Toten; sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen, und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel, Vergebung der Sünde, nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nicht Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeiget ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet Glauben nicht ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben; denn also 656 Augsburgische Konfession. wird vom Glauben gelehret zun Hebräern am 11, 1, daß Glauben ſei nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusag zu empfahen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort( Glauben) in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehret, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der Heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun. Denn zuvorn, dieweil es ohne den Heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibet; wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgericht, sondern seind in viel große öffentliche Sünde gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den Heiligen Geist ist und sich allein durch eigene menschliche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre gute Werke zu thun und Hülfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, die Nächsten zu lieben, befohlene Aemter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Christi, wie er selbst spricht Joh. 15, 5: Ohne mich könnt ihr nichts thun" u. s. w. Der XXI. Artikel. Von dem Dienst der Heiligen. Vom Heiligen- Dienst wird von den Unsern also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade wiederfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Erempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Erempel David folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amte, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hülfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Chriftus, 1. Tim. 2, 5, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher für Gott, Röm. 8, 34. Und der hat Augsburgische Konfeffion. allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Hebr. 11, 11. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe, 1. Joh. 2, 1: So jemand fündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum." Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichem Unterricht und Trost der Gewissen, auch zu Besserung der Gläubigen geprediget und gelehret ist, wie wir denn unser eigen Seel und Gewissen je nicht gerne wollten für Gott mit Mißbrauch göttliches Namens oder Wortes in die höchste und größte Gefahr setzen oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn so dem reinen göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So denn dieselbige in Heiliger Schrift flar gegründet und darzu auch gemeiner christlicher, ja, römischer Kirchen, so viel aus der Väter Schrift zu vermerken, nicht zuwider noch ent gegen ist, so achten wir auch, unsere Widersacher können in obangezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz unfreundlich, geschwind und wider alle christliche Einigfeit und Liebe, so die Unsern derhalben als Ketzer abzusondern, zu verwerfen und zu meiden ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund göttlicher Gebot oder Schrift fürnehmen. Denn die Irrung und Zank ist fürnehmlich über etlichen Traditionen und Mißbräuchen. So denn nun an den Hauptartikeln tein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntnis göttlich und christlich ist, sollten sich billig die Bischöfe, wann schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewohl wir hoffen, beständigen Grund und Ursachen darzuthun, warum bei uns etliche Tradition und Mißbräuche geändert sind. 657 Artikel, von welchen Zwiespalt ist, da erzählet werden die Mißbräuche, so geändert seind. So nun von den Artikeln des Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehret wird zuwider der Heiligen Schrift oder gemeiner christlichen Kirchen, sondern allein etliche Mißbräuche geändert sind, welche zum Teil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Teil mit Gewalt aufgericht: fordert unsere Notdurft, dieselbigen zu erzählen und Ursach darzuthun, warum hierin Aenderung geduldet ist, damit Kais. Maj. erkennen möge, daß nicht hierin unchristlich oder freventlich gehandelt, sondern daß wir durch Gottes Gebot, welches billig höher zu achten denn alle Gewohnheit, gedrungen sein, solche Aenderung zu gestatten. 658 Augsburgische Konfession. Der XXII. Artikel. Von beider Gestalt des Sakraments. Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sakraments gereicht, aus dieser Ursach, daß dies ein klarer Befehl und Gebot Chrifti, Matth. 26, 27: Trinket alle daraus." Da gebeut Christus mit klaren Worten von dem Kelch, daß sie alle daraus trinken sollen. Und damit niemand diese Worte anfechten und glossieren könne, als gehöre es allein den Priestern zu, so zeiget Paulus 1. Kor. 11, 16 an, daß die ganze Versammlung der Korinther- Kirchen beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirchen blieben, wie man durch die Historien und der Väter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenkt an vielen Orten, daß den Laien der Kelch die Zeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, daß die Priester, so das Sakrament reichen, dem Volk das Blut Christi austeilen. So gebeut Gelasius, der Bapst, selbst, daß man das Sakrament nicht teilen soll, Distinct. 2. de Consecrat. cap. Comperimus. Man findet auch nirgend keinen Kanon, der da gebiete, allein eine Gestalt zu nehmen. Es kann auch niemand wissen, wenn oder durch welche diese Gewohnheit, eine Gestalt zu nehmen, eingeführt ist, wiewohl der Cardinal Cusanus gedenkt, wenn diese Weise approbiert sei. Nun ist's öffentlich, daß solche Gewohnheit wider Gottes Gebot, auch wider die alten Kanones eingeführt, unrecht ist. Derhalben hat sich nicht gebühret, derjenigen Gewissen, so das heilige Sakrament nach Christus Einsetzung zu gebrauchen begehrt haben, zu beschweren und zu zwingen, wider unsers Herrn Christi Ordnung zu handeln. Und dieweil die Teilung des Sakraments der Einsehung Christi zu entgegen ist, wird auch bei uns die gewöhnliche Prozession mit dem Sakrament unterlassen. Der XXIII. Artikel. Vom Ehestand der Priester. Es ist bei jedermann, hohes und niedres Standes, eine große mächtige Klage in der Welt gewesen von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten Keuschheit zu halten, und war auch je mit solchen greulichen Lastern aufs höchste kommen. So viel häßlichs, groß Aergernis, Ehebruch und ander Unzucht zu vermeiden, haben sich etliche Priester bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß sie dahin gedrungen und bewegt sind aus hoher Not ihrer Gewissen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herrn ein Augsburgische Konfession. gesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt 1. Kor. 7, 2. 9: Die Unzucht zu vermeiden, hab ein jeglicher sein eigen Eheweib." Item: „ Es ist besser ehelich werden, denn brennen." Und nachdem Chriftus jagt Matth. 19, 12: Sie faffen nicht alle das Wort." Da zeigt Christus an( welcher wohl gewußt hat, was am Menschen sei), daß wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben; denn Genes. 1, 28: „ Gott hat den Menschen Männlein und Fräulein geschaffen." Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermögen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigen Fürnehmen oder Gelübde, Gottes, der hohen Majestät, Geschöpfe besser zu machen, oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu klar gegeben. Denn was guts, was ehrbar, züchtiges Leben, was christlichs, ehrlichs oder redlichs Wandels an vielen daraus erfolget, wie greulich, schrecklich Unruhe und Qual ihrer Gewissen viel an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihr viel haben es selbst bekennet. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein menschlich Gelübde oder Gesetz mag geändert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gründen die Priester und andere Geistliche Eheweiber genommen. So ist es auch aus den Historien und der Väter Schriften zu beweisen, daß in der christlichen Kirchen vor alters der Brauch gewesen, daß die Priester und Diakon Eheweiber gehabt. Darum sagt Paulus 1. Tim. 3, 2:„ Es soll ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann." Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Gelübde der Keuschheit vom Ehestande mit Gewalt abgedrungen, welche sich dagegen sämtlich auch so ganz ernstlich und hart gesetzet haben, daß ein Erzbischof zu Mainz, welcher das päpstliche neue Edikt derhalben verkündiget, gar nahe in einer Empörung der ganzen Priesterschaft in einem Gedränge wäre umgebracht. Und dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich fürgenommen, daß der Papst die Zeit nicht allein die künftige Ehe den Priestern verboten, sondern auch derjenigen Ehe, so schon in dem Stande lange gewesen, zerrissen, welches doch nicht allein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch den Canonibus( so die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Conciliis ganz entgegen und zuwider ist. Auch ist bei viel hohen, gottesfürchtigen, verständigen Leuten dergleichen Rede und Bedenken oft gehört, daß solcher gedrungener Cölibat und Beraubung des Ehestandes( welchen Gott selbst eingesetzt und frei gelassen) nie tein Gutes, sondern viel großer böser Laster und viel Arges, eingeführet habe. Es hat auch einer von Päpsten, Pius II., selbst, wie seine Historien anzeigt, diese Worte oft geredt und von sich schreiben lassen: es möge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei; es habe aber viel höher, größer und wichtiger Ursachen, warum man ihnen die Ehe soll wieder frei lassen. Ungezweifelt, es hat Papst Pius, als ein verständiger, weiser Mann, dies Wort aus großem Bedenken geredt. Derhalben wollen wir uns in Unterthänigkeit zu Kaiserlicher Maj. vertrösten, daß Ihre Majestät, als ein christlicher, hochlöblicher 659 Augsburgische Konfession. Kaiser, gnädiglich beherzigen werde, daß jetzund in den letzten Zeiten und Tagen von welchen die Schrift meldet, die Welt immer je ärger und die Menschen gebrechlicher und schwächer werden. 660 Derhalben wohl hochnötig, nützlich und christlich ist, diese fleißige Einsehung zu thun, damit, wo der Ehestand verboten, nicht ärgere und schändlichere Unzucht und Laster in deutschen Landen möchten einreißen. Denn es wird je diese Sachen niemand weislicher oder besser ändern oder machen können denn Gott selbst, welcher den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren, eingesetzt hat. So sagen die alten Canones auch, man müsſe zu Zeiten die Schärfe und rigorem lindern und nachlassen, um menschlicher Schwachheit willen, und Nergers zu verhüten und zu meiden. Nun wäre das in diesem Fall auch wohl christlich und ganz hoch vonnöten. Was kann auch der Priester und der Geistlichen Ehestand gemeiner christlichen Kirchen nachteilig sein, sonderlich der Pfarrherren und anderer, die der Kirchen dienen sollen? Es würde wohl künftig an Priestern und Pfarrherren mangeln, so dies harte Verbot des Ehestands länger währen sollt. So nun dieses, nämlich, daß die Priester und Geistlichen mögen ehelich werden, gegründet ist auf das göttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich gewesen, so auch das Gelübde der Keuschheit so viel häßliche, unchristliche Aergernis, so viel Ehebruch, schreckliche unerhörte Unzucht und greuliche Laster hat angericht, daß auch etliche unter Thumherren, Curtisan zu Rom solches oft selbst bekennt und kläglich angezogen, wie solche Laster im Klero zu greulich und übermacht, Gottes Zorn würde erreget werden: so ist's je erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindest, wie um groß Uebelthat, zu strafen sich unterstanden hat. So ist auch der Ehestand in Kais. Rechten und in allen Monarchien, wo je Gesez und Recht gewesen, hoch gelobet. Allein dieser Zeit beginnet man die Leute unschuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und darzu Priester, der man für andern schonen sollt. Und geschieht nicht allein wider göttliche Rechte, sondern auch wider die Canones. Paulus der Apostel 1. Tim. 4, 3, nennet die Lehre, so die he verbieten, Teufels- Lehre". So sagt Christus selbst Joh. 8, 44: Der Teufel sei ein Mörder von Anbeginn", welches denn wohl zusammen stimmet, daß es freilich Teufels- Lehren sein müssen, die Ehe verbieten, und sich unterstehen, solche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten. Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern, also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern. Darum gibt auch St. Cyprianus den Rat, daß die Weiber, so die gelobte Keuschheit nicht halten, sollen ehelich werden, und sagt I. 1. epist. 11 also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, so ist's besser, daß sie ehelich werden, denn daß sie durch ihre Luft Augsburgische Konfeffion. ins Feuer fallen, und sollen sich wohl fürsehen, daß sie den Brüdern und Schwestern kein Nergernis anrichten." 661 Zudem, so brauchen auch alle Canones größere Gelindigkeit und Aequität gegen diejenigen, so in der Jugend Gelübde gethan, wie denn Priester und Mönche des mehreren Teils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der XXIV. Artikel. Von der Messe. Man leget den Unsern mit Unrecht auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Meß, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größer Andacht und Ernst gehalten wird denn bei den Widersachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum öfternmal unterrichtet vom heiligen Sakrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sei, als nämlich die erschrockenen Gewissen damit zu trösten, dadurch das Volk zur Kommunion und Meß gezogen wird. Dabei geschieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehren vom Sakrament. So ist auch in den öffentlichen Ceremonien der Messe keine merkliche Aenderung geschehen, denn daß an etlichen Orten deutsche Gesänge( das Volk damit zu lehren und zu üben) neben lateinischem Gesang gesungen werden, sintemal alle Ceremonien fürnehmlich darzu dienen sollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu wissen von Christo not ist. Nachdem aber die Messe auf mancherlei Weise vor dieser Zeit mißbraucht, wie am Tage ist, daß ein Jahrmarkt daraus gemacht, daß man sie kauft und verkauft hat, und daß mehrenteils in allen Kirchen um Gelds willen gehalten worden, ist solcher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Prediger bei uns davon gepredigt, und die Priester erinnert sind der schrecklichen Bedrohung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, 1. Kor. 11, 27, daß, wer das Sakrament unwürdiglich brauchet, der sei schuldig am Leibe und Blut Christi, darauf sind solche Kauf- Messen und Winkel- Messen ( welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präbenden willen gehalten worden) in unsern Kirchen gefallen. Dabei ist auch der greuliche Irrtum gestrafet, daß man gelehret hat, unser Herr Christus habe durd seinen Tod allein für die Erbsünde genug gethan und die Messe eingesetzt zu einem Opfer für die andern Sünden, und also die Messe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und Toten, dadurch Sünde wegzunehmen und Gott zu versöhnen. Daraus ist weiter gefol jet, daß man disputiert hat, ob eine Messe für viel gehalten also viel verdiene, als so man für einen jeglichen eine sonderliche hielte. Daher ist die große unzählige Menge der Messen kommen, daß man mit diesem Werk hat wollen bei Gott 662 Augsburgische Konfeffion. alles erlangen, das man bedurft hat, und ist daneben des Glaubens an Christum und rechten Gottesdiensts vergessen worden. Darum ist davon Unterricht geschehen, wie ohne Zweifel die Not gefordert, daß man wüßte, wie das Sakrament recht zu gebrauchen wäre. Und erstlich, daß kein Opfer für Erbsünde und andere Sünde sei denn der einige Tod Christi, zeiget die Schrift an vielen Orten an. Denn also stehet geschrieben zun Ebräern 9, 26. 28; 10, 10. 14, daß sich Christus einmal geopfert hat, und dadurch für alle Sünde genug gethan." Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Kirchen lehren, daß Christus Tod sollte allein für die Erbsünde, und sonst nicht auch für andere Sünden genug gethan haben; derhalben zu hoffen, daß männiglich verstehe, daß solcher Irrtum nicht unbillig gestraft sei. Zum andern, so lehret St. Paulus Röm. 3, 25, daß wir für Gott Gnade erlangen, durch den Glauben, und nicht durch Werke." Dawider ist öffentlich dieser Mißbrauch der Meß, so man vermeint durch dieses Werk Gnade zu erlangen, wie man denn weiß, daß man die Meß darzu gebraucht, dadurch Sünde abzulegen und Gnade und alle Güter bei Gott zu erlangen, nicht allein der Priester für sich, sondern auch für die ganze Welt und für andere Lebendige und Tote. Zum dritten, so ist das heilige Sakrament eingesetzt, nicht damit für die Sünde ein Opfer anzurichten( denn das Opfer ist zuvor geschehen), sondern daß unser Glaube dadurch erweckt, und die Gewissen getröstet werden, welche durchs Sakrament erinnert werden, daß ihnen Gnade und Vergebung der Sünde von Christo zugesagt ist. Derhalben fordert das Sakrament Glauben und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht. Dieweil nun die Meß nicht ein Opfer ist für andere, Lebendige oder Tote, ihre Sünde wegzunehmen, sondern soll eine Kommunion sein, da der Priester und andere das Sakrament empfahen für sich, so wird diese Weise bei uns gehalten, daß man an Feiertagen( auch sonst, so Kummunikanten da sind) Meß hält und etliche, so das begehren, kommuniziert. Also bleibt die Meß bei uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vor Zeiten in der Kirchen gehalten, wie man beweisen mag aus St. Paulo, 1. Kor. 11, 33, darzu auch vieler Väter Schriften. Denn Chrysostomus spricht, wie der Priester täglich stehe und fordere etliche zur Kommunion, etlichen verbiete er hinzu zu treten. Auch zeigen die alten Canones an, daß einer das Amt gehalten hat, und die andern Priester und Diakon kommunizieret. Denn also lauten die Worte in Canone Nicæno: Die Diakon sollen nach den Priestern ordentlich das Sakrament empfahen vom Bischofe oder Priester." 11 So man nun keine Neuigkeit hierin, die in der Kirchen für alters nicht gewesen, fürgenommen hat, und in den öffentlichen Ceremonien der Messen keine merkliche Aenderung geschehen ist, allein daß die andern unnötigen Messen, etwa durch einen Mißbrauch gehalten, neben der Pfarrmesse gefallen sind, soll billig diese Weise Messe zu hälten nicht für kekerisch und unchristlich verdammet werden. Denn man hat vor Zeiten auch in den großen Kirchen, da viel Volks ge Augsburgische Konfession. wesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammen kam, nicht täglich Meß gehalten, wie Tripartita historia lib. 9 anzeiget, daß man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift gelesen und ausgeleget habe, und sonst alle Gottesdienste gehalten, ohne die Messe. 663 Der XXV. Artikel. Von der Beichte. Die Beichte ist durch die Prediger dies Teils nicht abgethan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehalten, das Sakrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhört und absolviert sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröstlich das Wort der Absolution sei, wie hoch und teuer die Absolution zu achten; denn es ſei nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergiebt, denn sie wird an Gottes Statt und aus Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schlüssel, wie tröstlich, wie nötig sie sei den erschrockenen Gewissen, wird mit großem Fleiß gelehret; darzu, wie Gott fordert, dieser Absolution zu glauben, nicht weniger, denn so Gottes Stimme vom Himmel erschölle, und uns dero fröhlich trösten und wissen, daß wir durch solchen Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Von diesen nötigen Stücken haben vor Zeiten die Prediger, so von der Beichte viel lehreten nicht ein Wörtlein gerühret, sondern allein die Gewissen gemartert mit langer Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ablaß, mit Wallfahrten und dergleichen. Und viel unserer Widersacher bekennen selbst, daß dieses Teils von rechter christlicher Buße schicklicher denn zuvor in langer Zeit geschrieben und gehandelt sei. 11 Und wird von der Beichte also gelehret, daß man niemand dringen soll, die Sünde namhaftig zu erzählen; denn solches ist unmöglich, wie der Psalm 19, 13 spricht: Wer kennet die Missethat?" Und Jeremias 17, 9 spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen kann." Die elende menschliche Natur stecket also tief in Sünden, daß sie dieselbe nicht alle sehen oder kennen kann, und sollten wir allein von denen abſolviert werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht not, die Leute zu dringen, die Sünde namhaftig zu erzählen. Also haben auch die Väter gehalten, wie man findet Distinct. I. de Poenitentia, da die Worte Chrysostomi angezogen werden Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffentlich dargeben, noch bei einem andern dich selbst ver= flagen oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: Offenbare dem Herrn deine Wege. Psalm 37, 5. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebet; nicht sage deine Sünde mit der Zungen, sondern in deinem Gewissen." Hie siehet man klar, daß Chrysostomus nicht awinget, die Sünde namhaftig zu erzählen. So lehret auch die Augsburgische Konfession. Glossa in Decretis, de Poenitentia, distinct. 5. cap. Consideret, daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesetzet sei. Doch wird durch die Prediger dieses Teils fleiBig gelehret, daß die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Fürnehmste darin ist, zum Trost der erschrockenen Gewissen, darzu um etlicher anderer Ursachen willen, zu erhalten ſei. 664 Der XXVI. Artikel. Vom Unterschied der Speise. Vor Zeiten hat man also gelehret, geprediget und geschrieben, daß der Unterschied der Speise und dergleichen Tradition, von Men= schen eingeseßt, dazu dienen, daß man dadurch Gnade verdiene und für die Sünde genug thue. Aus diesem Grunde hat man täglich neue Fasten, neue Ceremonien, neue Orden und dergleichen erdacht, und auf solches heftig und hart getrieben, als seien solche Dinge nötige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so man's halte, und große Sünde geschehe, so man's nicht halte. Daraus sind viel schädlicher Irrtümer in der Kirchen gefolget. Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit großem Ernst fürhält, und treibt hart darauf, daß man den Verdienst Christi hoch und teuer achte und wisse, daß Glauben an Christum hoch und weit über alle Werke zu setzen sei. Derhalben hat St. Paulus heftig wider das Gesetz Mosis und menschliche Traditiones gefochten, Röm. 3, 28, daß wir lernen sollen, daß wir für Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christum, daß wir Gnade erlangen um Christus willen." Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, daß man gelehret, Gnade zu verdienen mit Gesetzen, Fasten, Unterschied der Speise, Kleidern u. s. w. 3um andern haben auch solche Traditiones Gottes Gebot berdunkelt. Denn man setzt diese Traditiones weit über Gottes Gebot. Dies hielt man allein für christlich Leben, wer die Feier also hielt, also betete, also fastete, also gekleidet war; das nennet man geistlich, christlich leben. Darneben hielt man andere nötige gute Werke für ein weltlich, ungeistlich Wesen, nämlich diese, so jeder nach seinem Beruf zu thun schuldig ist, als daß der Hausvater arbeitet, Weib und Kind zu ernähren und zur Gottesfurcht aufzuziehen, die Hausmutter Kinder gebieret und wartet ihr, ein Fürst und Obrigkeit Land und Leute regieret u. s. w. Solche Werke, von Gott geboten, mußten ein weltlich und unvollkommen Wesen sein, aber die Traditiones mußten den prächtigen Namen haben, daß sie allein heilige, vollkommene Werke heißen. Derhalben war kein Maß noch Ende, solche Traditiones zu machen. Zum dritten, solche Traditiones sind zu hoher Beschwerung der Augsburgische Konfeffion. Gewissen geraten. Denn es war nicht möglich, alle Traditiones zu halten, und waren doch die Leute in der Meinung, als wäre solches ein nötiger Gottesdienst und schreibet Gerson, daß viel hiemit in Verzweiflung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, der= halben, daß sie keinen Trost von der Gnade Christi gehöret haben. Denn man siehet bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirret, welche sich unterstanden haben, die Traditiones zusammen zu ziehen, und Enteixeias gesucht, daß sie denen Gewissen hülfen, so viel damit zu thun gehabt, daß, dieweil alle heilsame christliche Lehre von nötigen Sachen, als vom Glauben, von Trost in hohen Anfechtungen und dergleichen, darnieder gelegen ist. Darüber haben auch viel fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, daß solche Traditiones viel Zants in der Kirchen anrichten, und daß fromme Leute damit verhindert, zur rechten Erkenntnis Christi nicht kommen möchten. Gerson und etliche mehr haben heftig darüber geklagt. Ja es hat auch Augustino mißfallen, daß man die Gewissen mit so viel Traditionibus beschweret; derhalben er dabei Unterricht giebt, daß man's nicht für nötige Dinge halten soll. 665 Darum haben die Unsern nicht aus Frevel oder Verachtung geistlicher Gewalt von diesen Sachen gelehret; sondern es hat die hohe Not gefordert Unterricht zu thun von obangezeigten Irrtümern, welche aus Mißverstand der Tradition gewachsen sein. Denn das Evangelium zwinget, daß man die Lehre vom Glauben solle und müsse in der Kirchen treiben, welche doch nicht mag verstanden werden, so man vermeint, durch eigene erwählte Werke Gnade zu verdienen. Und ist also davon gelehret, daß man durch Haltung gedachter menschlicher Tradition nicht kann Gnade verdienen oder Gott verfühnen oder für die Sünde genug thun; und soll derhalben kein nötiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursach aus der Schrift angezogen. Christus entschuldiget die Apostel, da sie ge= wöhnliche Traditiones nicht gehalten haben, und spricht dabei Matth. 15, 3. 9: Sie ehren mich vergeblich mit Menschen- Geboten." So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, muß er nicht nötig sein. Und bald hernach, Matt. 15, 11: Was zum Munde eingehet, verunreiniget den Menschen nicht." Stem, Paulus spricht Röm. 14, 17: Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank." Rol. 2, 16. 20: Niemand soll euch richten in Speise, Trant, Sabbath" u. s. w. Actor. 15, 10 spricht Petrus: Warum versucht ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jünger Hals, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben durch die Gnade unsers Herrn Jesu Christi selig zu werden." Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren soll mil mehr äußerlichen Ceremonien, es sei Mosis oder andern. Und 1. Tim 4, 1. 3 werden solche Verbote, als Speise verbieten, Ehe verbieten u. f. w., Teufels- Lehre genennet. Denn dies ist stracks dem Evangelio entgegen, solche Werke einsetzen oder thun, daß man damit Vergebung der Sünden verdiene, oder als möge niemands Christen sein ohne solche Dienste. Augsburgische Konfession. Daß man aber den Unsern die Schuld giebt, als verböten sie Kafteiung und Zucht wie Jovinianus, wird sich viel anders aus ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, daß Christen zu leiden schuldig sind; und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Kasteiung. Daneben wird auch geleh. ret, daß ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher Uebung, als Fasten und anderer Uebung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht daß er mit solchen Werken Gnade verdiene. Diese leibliche Uebung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stets getrieben werden. Davon redet Christus Luk. 21, 34: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Völlerei." Item, Matth. 17, 21: Die Teufel werden nicht ausgeworfen denn durch Fasten und Gebet." Und Paulus spricht 1. Kor. 9, 27, er tafteie seinen Leib und bringe ihn zu Gehorsam, damit er anzeigt, daß Kasteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist, und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen nötigen Dienst daraus auf bestimmte Tage und Speise zu Verwirrung der Gewissen gemacht hat. Auch werden dieses Teils viel Ceremonien und Tradition gehalten, als Ordnung der Messe und andere Gesänge, Feste u. f. t., welche dazu dienen, daß in der Kirchen Ordnung gehalten werde. Darneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußerlicher Gottesdienst nicht fromm macht für Gott, und daß man's ohne Beschwerung des Gewissens halten soll, also daß, so man es nachläßt ohne Aergernis; nicht daran gesündiget wird. Diese Freiheit in äußerlichen Ceremonien haben auch die alten Väter gehalten. Denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit denn zu Rom gehalten; und da etliche diese Ungleichheit für eine Trennung in der Kirchen halten wollten, seind sie vermahnet von anderen, daß nicht not ist, in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten, und spricht Irenäus, also: Ungleichheit in Fasten trennet nicht die Einigkeit des Glaubens." Wie auch Distinct. 12. von solcher Ungleichheit in menschlichen Ordnungen geschrieben, daß sie der Einigkeit der Christenheit nicht zuwider sei. Und Tripartita Hist. lib. 9. zeucht zusammen viel ungleicher Kirchen- Gewohnheiten und setzet einen nüglichen christlichen Spruch:„ Der Apostel Meinung ist nicht gewesen, Feiertage einzusetzen, sondern Glauben und Liebe zu lehren." 666 Der XXVII. Artikel. Von Kloster Gelübden. Von Kloster- Gelübden zu reden, ist not erftlich zu bedenken, wie es bis anher damit gehalten, welch Wesen sie in Klöstern gehabt, und daß sehr viel darin täglich nicht allein wider Gottes Wort, sonde... auch päpstlichen Rechten zu entgegen gehandelt ist. Denn Augsburgische Konfession. zu St. Augustini Zeiten seind Klöster- Stände frei gewesen; folgend, da die rechte Zucht und Lehre zerrüttet, hat man Kloster- Gelübde erdacht und damit eben, als mit einem erdachten Gefängnis, die Zucht wieder aufrichten wollen. 667 Ueber das hat man neben den Kloster- Gelübden viel andere Stücke mehr aufgebracht, und mit solchen Banden und Beschwerden ihrer viel, auch vor gebührenden Jahren, beladen. So sind auch viele Personen aus Unwissenheit zu solchem KlosterLeben kommen, welche, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen, haben doch ihr Vermögen nicht genugsam ermessen und verstanden. Dieselben alle, also verstrickt und verwickelt, sind gezwungen und gedrungen, in solchen Banden zu bleiben, ungeacht des, daß auch päpstlich Recht ihrer viel frei giebt. Und das ist beschwerlicher gewesen in Jungfrauen- Klöstern denn Mönch- Klöstern, so sich doch geziemet hätte, der Weibsbilder, als der Schwachen, zu verschonen. Dieselbe Strenge und Härtigkeit hat auch viel frommen Leuten in vorigen Zeiten mißfallen; denn sie haben wohl gesehen, daß beide Knaben und Mägdlein um Erhaltung willen des Leibs in die Klöster sind versteckt worden. Sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Fürnehmen geraten ist, was ergernis, was Beschwerung der Gewissen es gebracht, und haben viel Leute geklagt, daß man in solcher gefährlichen Sache die Canones so gar nicht geachtet. Zu dem, so hat man eine solche Meinung von den Kloster- Gelübden, die unverborgen, die auch viel Mönchen übel gefallen hat, die wenig einen Verstand gehabt. Denn sie gaben für, daß Kloster- Gelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Kloster- Leben Vergebung der Sünde und Rechtfertigung vor Gott verdiente; ja sie segen noch mehr darzu, daß man mit dem Kloster- Leben verdiente nicht allein Gerechtigkeit und Frömmigkeit, sondern auch, daß man damit hielt die Gebote und Räte im Evangelio verfaßt; und wurden also die KlosterGelübde höher gepreiset denn die Taufe. Item, daß man mehr verdiente mit dem Kloster- Leben denn mit allen andern Ständen, so von Gott geordnet sind, als Pfarrherr- und Prediger- Stand, Obrigkeit, Fürsten-, Herren- Stand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl in ihrem Beruf ohne erdichtete Geistlichkeit dienen. Wie denn dieser Stücke keines verneinet werden mag; denn man findet's in ihren eigenen Büchern. Ueber das, wer also gefangen und ins Kloster kommen, lernet wenig von Christo. Etwa hat man Schulen der Heiligen Schrift und anderer Künste, so der christlichen Kirchen dienstlich sind, in den Klöstern gehalten, daß man aus den Klöstern Pfarrherren und Bischöfe genommen hat. Jetzt aber hats viel ein andere Gestalt: denn vor Zeiten kamen sie der Meinung zusammen im Kloster- Leben, daß man die Schrift lernete. Jetzt geben sie für, das Kloster- Leben sei ein solch Wesen, daß man Gottes Gnade und Frömmigkeit für Gott damit verdiene, ja es sei ein Stand der Vollkommenheit, und setzens den andern Ständen, so von Gott eingesetzt, weit vor. Das alles wird darum angezogen, ohne alle Verunglimpfung, damit man je desto baß ver 668 Augsburgische Konfeffion. nehmen und verstehen möge, was und wie die Unsern predigen und lehren. Erstlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe greifen, also, daß alle die, so zum ledigen Stande nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht, Gottes Ordnung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot also, 1. Kor. 7, 2: Um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann." Darzu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Geschöpf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne sonder Gottes Werk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet sind, laut dieses Spruchs Gottes selbst Genes. 2, 18: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; wir wollen ihm einen Gehülfen machen, der um ihn sei." Was mag man nun dawider aufbringen? Man rühme das Gelübde und Pflicht, wie hoch man wolle, man muße es auf, so hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doctores sagen, daß die Gelübde, auch wider des Papstes Recht, unbündig sind, wie viel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben wider Gottes Gebot? Wo die Pflichte der Gelübde keine ander Ursach hätten, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensieret oder erlaubt; denn es gebühret keinem Menschen, die Pflicht, so aus göttlichen Rechten herwächst, zu zerreißen. Darum haben die Päpste wohl bedacht, daß in dieser Pflicht eine Aequität foll gebraucht werden, und haben zum öfternmal dispensiert, als mit einem Könige von Arragon und vielen andern. So man nun zur Erhaltung zeitlicher Dinge dispensieret hat, soll viel billiger dispenfieret werden um Notdurft willen der Seelen. Folgends, warum treibet der Gegenteil so hart, daß man die Gelübde halten muß, und siehet nicht zuvor an, ob das Gelübde seine Art habe? Denn das Gelübde soll in möglichen Sachen willig und ungezwungen sein. Wie aber die ewige Keuschheit in des Menschen Gewalt und Vermögen stehe weiß man wohl. Auch sind wenig, beide Manns- und Weibspersonen, die von ihnen selbst, willig und wohl bedacht, das Kloster- Gelübde gethan haben. Ehe sie zum rechten Verstande kommen, so überredet man sie zum Kloster- Gelübde. Zuweilen werden sie auch dazu gezwungen und gedrungen. Darum ist es je nicht billig, daß man so geschwind und hart von der GelübdePflicht disputierte, angesehen, daß sie alle bekennen, daß solches wider die Natur und Art des Gelübdes ist, da es nicht williglich und mit gutem Rat und Bedacht gelobet würde. Etliche Canones und päpstliche Rechte zerreißen die Gelübde, die unter fünfzehn Jahren geschehen sein. Denn sie haltens dafür, daß man vor derselbigen Zeit so viel Verstandes nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschließen könne. Ein ander kanon gibt der menschlichen Schwachheit noch mehr Augsburgische Konfession. Jahre zu. Denn er verbeut, das Kloster- Gelübde unter achtzehn Jahren zu thun. Daraus hat der meiste Teil Entschuldigung und Ursachen, aus den Klöstern zu gehen; denn sie des mehrern Teils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klöster kommen sind. Endlich, wenn gleich die Verbrechung des Kloster- Gelübdes möchte getabelt werden, so könnte aber dennoch nicht daraus erfolgen, daß man derselben Ehe zerreißen sollte. Denn St. Augustinus sagt, 27. quæst. 1. cap. Nuptiarum, daß man solche Ehe nicht zerreißen soll. Nun ist je St. Augustin nicht im geringen Ansehen in der christlichen Kirchen, obgleich etliche hernach anders gehalten. 669 Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Ehestande ihr sehr viel vom Kloster- Gelübde frei und ledig gemacht, so wenden doch die Unsern noch mehr Ursachen für, daß Kloster- Gelübde nichtig und unbündig sein. Denn aller Gottesdienst von den Menschen, ohne Gottes Gebot und Befehl eingesetzt und erwählet, Gerechtigkeit und Gottes Gnade zu erlangen, sei wider Gott und dem Evangelio und Gottes Befehl entgegen. Wie denn Christus sagt Matth. 15, 9: " Sie dienen mir vergebens mit Menschen- Geboten." So lehrets auch St. Paulus überall, daß man Gerechtigkeit nicht soll suchen aus unsern Geboten und Gottesdiensten, so von Menschen erdichtet sind, sondern daß Gerechtigkeit und Frömmigkeit für Gott kömmt aus dem Glauben und Vertrauen, Röm. 3, 22, daß wir glauben, daß uns Gott um seines einigen Sohnes Christus willen zu Gnaden annimmt. Nun ist es je am Tage, daß die Mönche gelehret und geprediget haben, daß die erdachte Geistlichkeit genug thue für die Sünde, und Gottes Gnade und Gerechtigkeit erlange. Was ist nun dies anders denn die Herrlichkeit und Preis der Gnaden Christi vermindern und die Gerechtigkeit des Glaubens verleugnen? Darum folget aus dem, daß solche gewöhnliche Gelübde unrechte falsche Gottesdienst gewesen. Derhalben sind sie auch unbündig. Denn ein gottlos Gelübde, und das wider Gottes Gebot geschehen, ist unbündig und nichtig, wie auch die Canones lehren, daß der Eid nicht soll ein Band zur Sünde sein. St. Paulus sagt zun Galatern am 5, 4: Ihr seid ab von Christo, die ihr durch das Gesetz rechtfertig werden wollt, und habt der Gnaden gefehlet." Derhalben auch die, so durch Gelübde wollen rechtfertig werden, sind von Christo ab, und fehlen der Gnade Gottes. Denn dieselben rauben Christo seine Ehre, der allein gerecht macht, und geben solche Ehre ihren Gelübden und Kloster- Leben. Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehret und geprediget haben, daß sie durch ihre Gelübde und Kloster- Wesen und Weise gerecht werden und Vergebung der Sünden verdienen; ja, sie haben noch wohl ungeschickter Ting erdicht und gesagt, daß sie ihre gute Werke den Andern mitteilen. Wenn nun einer dies alles wollt unglimpflich treiben und aufmuten, wie viel Stücke könnte er zusammenbringen, deren sich die Mönche jetzt selbst schämen und nicht wollen gethan haben? Ueber das alles haben sie auch die Leute über: redet, daß die erdichteten geistlichen Ordens- Stände sind christliche Augsburgische Konfession. Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke rühmen, daß man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein gering Aergernis in der christlichen Kirchen, daß man dem Volk einen solchen Gottesdienst fürträgt, den die Menschen ohne Gottes Gebot erdichtet haben und lehren, daß ein solcher Gottesdienst die Menschen für Gott fromm und gerecht macht. Denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der Kirchen treiben soll, wird verdunkelt, wenn den Leuten die Augen aufgesperret werden mit dieser seltsamen Engels- Geistlichkeit und falschem Fürgeben der Armut, Demut und Keuschheit. Ueber das werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stande der Vollkommenheit sein sollen. Denn die christliche Vollkommenheit ist, daß man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet, und doch auch eine herzliche Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen fasset, daß wir um Christus willen einen gnädigen barmherzigen Gott haben, daß wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns not ist, und Hülfe von ihm in allen Trübsalen gewißlich nach eines jeden Beruf und Stand gewarten. Daß wir auch indes sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke thun und unsers Berufs warten. Darin stehet die rechte Vollkommenheit, und der rechte Gottesdienst, nicht im Betteln oder in einer schwarzen oder grauen Kappen u. s. w. Aber das gemeine Volk fasset viel schädlicher Meinung aus falschem Lob des Kloster- Lebens. So sie es hören, daß man den ledigen Stand ohne alle Maß lobet, folget, daß es mit beschwertem Gewissen im Ehestand ist. Dann daraus, so der gemeine Mann höret, daß die Bettler allein sollen vollkommen sein, kann er nicht wissen, daß er ohne Sünde Güter haben und hantieren möge. So das Volk höret, es sei nur ein Rat, nicht Rache üben, folget, daß etliche vermeinen, es sei nicht Sünde, außerhalb des Amts Rache zu üben. Etliche meinen, Rache gezieme den Christen gar nicht, auch nicht der Obrigkeit. Man liefet auch der Erempel viel, daß etliche Weib und Kind, auch ihr Regiment verlassen und sich in Klöster gesteckt haben. Dasselbe, haben sie gesagt, heißt aus der Welt fliehen, und ein solch Leben suchen, das Gott baß gefiel denn der andern Leben. Sie haben auch nicht können wissen, daß man Gott dienen soll in den Geboten, die er gegeben hat, und nicht in den Geboten, die von Menschen erdichtet sind. Nun ist je das ein guter und vollkommener Stand des Lebens, welcher Gottes Gebot für sich hat; das aber ist ein gefährlicher Stand des Lebens, der Gottes Gebot nicht für sich hat. 670 Von solchen Sachen ist vonnöten gewesen, den Leuten guten Bericht zu thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrtum der Mönche von der Vollkommenheit gestraft und zeucht an, daß bei seinen Zeiten dieses eine neue Rede gewesen sei, daß das KlosterLeben ein Stand der Vollkommenheit sein soll. So viel gottloser Meinung und Irrtum kleben in den Kloster- Gelübden, daß sie sollen rechtfertigen und fromm für Gott machen, daß sie die christliche Vollkommenheit sein sollen, daß man damit beide des Evangeliums Augsburgische Konfession. Räte und Gebot halte, daß sie haben die Uebermaß der Werke, die man Gott nicht schuldig sei. 671 Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es auch die Kloster- Gelübde nichtig und unbündig. Der XXVIII. Artifel. Von der Bischöfe Gewalt. Von der Bischöfe Gewalt ist vor Zeiten viel und mancherlei geschrieben, und haben etliche unschicklich die Gewalt der Bischöfe und das weltliche Schwert unter einander gemengt; und sind aus diesem unordentlichen Gemeng sehr große Kriege, Aufruhr und Empörung erfolget, aus dem, daß die Bischöfe im Schein ihrer Gewalt, die ihnen von Christo gegeben, nicht allein neue Gottesdienste angerichtet haben und mit Fürbehaltung etlicher Fälle und mit gewaltsamen Bann die Gewissen beschwert, sondern auch sich unterwunden, Kaiser und Könige zu setzen und entsetzen, ihres Gefallens. Welchen Frevel auch lange Zeit hievor gelehrte und gottesfürchtige Leute in der Christenheit gestraft haben. Derhalben die Unsern zum Trost der Gewissen gezwungen worden sind, den Unterschied der geistlichen und weltlichen Gewalt, Schwert und Regiment anzuzeigen, und haben gelehret, daß man beide Regiment und Gewalt um Gottes Gebots willen mit aller Andacht ehren und wohl halten soll, als zwo höchste Gaben Gottes auf Erden. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfen sei laut des Evangeliums eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die Sünde zu vergeben und zu behalten, und die Sakramente zu reichen und zu handeln. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl ausgesandt, Joh. 20, 21: Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den Heiligen Geist, welchen ihr die Sünde erlassen werdet, denen sollen sie erlassen sein, und denen ihr sie vorbehalten werdet, denen sollen sie vorbehalten sein." Dieselbe Gewalt der Schlüssel oder Bischöfen übet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts und mit Handreichung der Sakramente, gegen vielen oder einzelnen Personen, darnach der Beruf ist. Denn damit werden gegeben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und Güter, als nämlich ewige Gerechtigkeit, der Heilige Geist und das ewige Leben. Diese Güter kann man anders nicht erlangen denn durch das Amt der Predigt und durch die Handreichung der Heiligen Sakramente. Denn St. Paulus spricht Röm. 1, 16: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben." Dieweil nun die Gewalt der Kirchen oder Bischöfen ewige Güter giebt und allein durch das Predigtamt geübt und getrieben wird, so hindert sie die Polizei und das weltliche Augsburgische Konfession. Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment gehet mit vielen andern Sachen um denn das Evangelium, welche Gewalt schüßt nicht die Seelen, sondern Leib und Gut wider äußerliche Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Poenen. 672 Darum soll man die zwei Regiment, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und werfen. Denn der geistlich Gewalt hat seinen Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sakramente zu reichen, soll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht Könige setzen oder entsezen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerrütten, soll weltlicher Gewalt nicht Gesetz machen und stellen von weltlichen Händeln. Wie denn auch Christus selbst gesagt hat Joh. 18, 36: Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Item Lut. 12, 14: Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch gesetzt?" Und St. Paulus zun Philipp. am 3, 20: Unsere Bürgerschaft ist im Himmel." Und in der 2. zun Korinth. 10, 4: Die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott, zu verstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes." Dieser Gestalt unterscheiden die Unsern beide Regiment und Gewalt- Amt, und heißen sie beide als die höchste Gabe Gottes auf Erden in Ehren halten. Wo aber die Bischöfe weltlich Regiment und Schwert haben, so haben sie dieselben nicht als Bischöfe aus göttlichen Rechten, sondern aus menschlichen, kaiserlichen Rechten, ge= schenkt von Kaisern und Königen zu weltlicher Verwaltung ihrer Güter, und gehet das Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urteilen und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen und die Gottlosen, dero gottlos Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort, und diesfalls sind die Pfarr- Leute und Kirchen schuldig, den Bischöfen gehorsam zu sein, laut dieses Spruchs Christi, Luk. am 10, 16: Wer euch höret, der höret mich." Wo sie aber etwas dem Evangelio entgegen lehren, setzen oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht sollen gehorsam sein, Matth. am 7, 15: Sehet euch für für den falschen Propheten." Und St. Paulus zun Gal. am 1, 18: " So auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evangelium predigen würde, denn das wir euch geprediget haben, der sei verflucht." Und in der 2. Epistel zun Korinth. am 3, 18:„ Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit." Item Vers 10: Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben gegeben hat." Also gebeut auch das geistliche Recht 2. q. 7. in cap. Sacerdotes und in cap. Oves. Und St. Augustin schreibet in der Epistel wider Petilianum:„ Man soll auch den Bischöfen so ordentlich gewählet, nicht folgen, wo sie irren oder etwas wider die Heilige Schrift lehren oder ordnen." Daß aber die Bischöfe sonst Gewalt und Gerichts- Zwang haben mn etlichen Sachen, als nämlich Ehesachen oder Zehnten, dieselben Augsburgische Konfession. haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachlässig in solchem Amt, so sind die Fürsten schuldig, sie thun's auch gern oder ungern, hierin ihren Unterthanen um Friedens willen Recht zu sprechen, zur Verhütung Unfrieden und großer Unruhe in Ländern. 673 Weiter disputiert man, ob auch Bischöfe Macht haben, Ceremonien in der Kirchen aufzurichten, desgleichen Satzungen von Speise, Feiertagen, von unterschiedlichen Orden der Kirchen- Diener. Denn die den Bischöfen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. 16, 12: Ich habe euch noch viel zu sagen, ihr aber könnets jetzt nicht tragen; wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit führen." Darzu führen sie auch das Erempel Actor. am 15, 20, da sie Blut und Ersticktes verboten haben. So zeigt man auch das an, daß der Sabbath in Sonntag verwandelt ist worden wider die zehn Gebote, dafür sie es achten, und wird kein Erempel so hoch getrieben und angezogen als die Verwandlung des Sabbaths, und wollen damit erhalten, daß die Gewalt der Kirchen groß sei, dieweil sie mit den zehn Geboten dispensieret und etwas daran verändert hat. Aber die Unsern lehren in dieser Frage also, daß die Bischöfe nicht macht haben, etwas wider das Evangelium zu setzen und aufzurichten, wie denn oben angezeigt ist, und die geistlichen Rechte durch die ganze neunte Distinctio lehren. Nun ist dies öffentlich wider Gottes Befehl und Wort, der Meinung Gesetze zu machen oder zu gebieten, daß man dadurch für die Sünde genug thue und Gnade erlange; denn es wird die Ehre des Verdienstes Christi verlästert, wenn wir uns mit solchen Satzungen unterwinden, Gnade zu verdienen. Es ist auch am Tage, daß um dieser Meinung willen in der Christenheit menschliche Aufsatzung unzählig überhand genommen haben, und indes die Lehre vom Glauben und die Gerechtigkeit des Glaubens gar ist unterdrückt gewesen. Man hat täglich neue Feier- Tage, neue Fasten geboten, neue Ceremonien und neue Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, mit solchen Werken Gnade und alles Guts bei Gott zu verdienen. Item, die menschliche Satzung aufrichten, thun auch damit wider Gottes Gebot, daß sie Sünde setzen in der Speise, in Tagen und dergleichen Dingen und beschweren also die Christenheit mit der Knechtschaft des Gesetzes, eben als müßte bei den Christen ein solcher Gottesdienst sein, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich wäre dem levitischen Gottesdienst, welchen Gott sollte den Aposteln und Bischöfen befohlen haben aufzurichten, wie denn etliche davon schreiben, stehet auch wohl zu glauben, daß etliche Bischöfe mit dem Erempel des Gesetzes Mofis sind betrogen worden, daher so unzählige Sazungen kommen sind, daß eine Todsünde sein soll, wenn man an Feiertagen eine Hand- Arbeit thue, auch ohne Aergernis der andern, daß eine Todsünde sei, wenn man die Sieben- Zeit nachläßt, daß etliche Speise das Gewissen verunreinige, daß Fasten ein solch Werk sei, damit man Gott versöhne, daß die Sünde in einem fürbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zuvor den Vorbehalter 6 674 Augsburgische Konfeffion. des Falls, unangesehen, daß die geistlichen Rechte nicht von Vorbe= haltung der Schuld, sondern von Fürbehaltung der Kirchen- Pön reden. Woher haben denn die Bischöfe Recht und macht, solche Aufsäte der Christenheit aufzulegen, die Gewissen zu verstricken? Denn St. Peter verbietet in Geschichten der Apostel 15, 10 das Joch auf der Jünger Hälse zu legen, und St. Paulus sagt 2. Korinth. 13, 10, daß ihnen die Gewalt zu bessern und nicht zu verderben, gegeben sei. Warum mehren sie denn die Sünde mit solchen Aufsätzen? Doch hat man helle Sprüche der göttlichen Schrift, die da verbieten, solche Aufsätze aufzurichten, die Gnade Gottes damit zu verdienen, oder als sollten sie von nöten zur Seligkeit sein. So sagt St. Paulus Roloff. 2, 16: So laßt nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank, oder über bestimmten Tagen", nämlich den Feiertagen oder neuen Monden oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo." Item Vers 20: So ihr denn gestorben seid mit Chrifto von den weltlichen Satzungen, was lasset ihr euch denn fangen mit Sazungen, als wäret ihr lebendig, die da sagen: Du sollt das nicht anrühren, du sollt das nicht essen noch trinken, du sollt das nicht anlegen, welches sich doch alles unterhanden verzehret, und find Menschen- Gebot und Lehre, und haben einen Schein der Wahrheit?" Item, St. Paulus zu Tito 1, 14, verbietet öffentlich, man soll nicht achten auf jüdische Fabeln und Menschen- Gebote, welche die Wahrheit abwenden. So redet auch Christus selbst Matth. 15, 14 von denen, so die Leute auf Menschen- Gebot treiben: Laßt sie fahren; sie sind der Blinden blinde Leiter", und verwirft solchen Gottesdienst, und sagt Vers 13: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgerottet." So nun die Bischöfe Macht haben, die Kirchen mit unzähligen Aufsätzen zu beschweren und die Gewissen zu verstricken, warum verbietet denn die göttliche Schrift so oft, die menschlichen Aufsätze zu machen und zu hören? Warum nennet fie dieselben Teufels- Lehren? 1. Tim. 4, 1. Sollt denn der Heilige Geist solches alles vergeblich verwarnet haben? Derhalben, dieweil solche Ordnungen, als nötig aufgerichtet, damit Gott zu versöhnen und Gnade zu verdienen, dem Evangelio entgegen sind, so ziemet sich keineswegs den Bischöfen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als nämlich, daß die Knecht= schaft des Gesetzes nicht nötig ist zur Rechtfertigung, wie denn St. Paulus zu Galatern schreibet am 5, 1: So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch verknüpfen." Denn es muß je der fürnehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Christum ohne unser Verdienst erlangen und nicht durch Dienste von Menschen eingesett verdienen. Was soll man denn halten vom Sonntag und dergleichen andern Augsburgische Konfeffion. Kirchenordnungen und Ceremonien? Darzu geben die Unsern diese Antwort, daß die Bischöfe oder Pfarrherren mögen Ordnung machen, damit es ordentlich in der Kirche zugehe, nicht, damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht, damit für die Sünde genug zu thun oder die Gewissen damit zu verbinden, solches für nötigen Gottesdienst zu halten und es dafür zu achten, daß fie Sünde thäten, wenn sie ohne Aergernis dieselben brechen. Also hat St. Paulus 1. Korinth, 11, 5 verordnet, daß die Weiber in der Versammlung ihr Haupt sollen decken. Stem, daß die Prediger in der Versammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich einer nach dem andern. 675 Solche Ordnung gebührt der christlichen Versammlung um der Liebe und Friedens willen zu halten und den Bischöfen und Pfarrherren in diesen Fällen gehorsam zu sein und dieselben so fer: zu halten, 1. Korinth. 14, 40, daß einer den andern nicht ärgere, oamit in der Kirchen keine Unordnung oder wüstes Wesen sei; doch also, daß die Gewissen nicht beschweret werden, daß man's für solche Dinge balte, die not sein sollten zur Seligkeit und es dafür achte, daß fie Sünde thäten, wenn sie dieselben ohne der andern Aergeinis brech n, wie denn niemand sagt, daß das Weib Sünde thue, die mit bloßem Haupt ohne Aergernis der Leute ausgehet. Also ist die Ordnung vom Sonntage, von der Ofter- Feier, von den Pfingsten, und dergleichen Feier und Weise. Denn die es dafür achten, daß die Ordnung vom Sonntage für den Sabbath als nötig aufgerichtet sei, die irren sehr, denn die heilige Schrift hat den Sabbath abgethan und lehret, daß alle Ceremonien des alten Gesetzes nach Eröff ung des Evangeliums mögen nachgelassen werden, und dennoch, weil vonnöten gewesen ist, einen gewissen Tag zu verordnen, auf daß das Volk wüßte, wenn es zusammen kommen sollte, hat die christliche Kirche den Sonntag dazu verordnet, und zu dieser Veränderung desto mehr Gefallens und Willens gehabt, damit die Leute ein Erempel hätten der christlichen Freiheit, daß man wüßte, daß weder die Haltung des Sabbaths noch eines andern Tages vonnöten sei. Es sind viel unrichtige Disputationes von der Verwandlung des Gesetzes, von den Ceremonien des neuen Testaments, von der Veränderung des Sabbaths, welche alle entsprungen sind aus falscher und irriger Meinung, als müßte man in der Christenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem levitischen oder jüdischen Gottesdienst gemäß wäre, und als sollte Christus den Aposteln und Bischöfen befohlen haben, neue Ceremonien zu erdenken, die zur Seligkeit nötig wären. Dieselben Irrtümer haben sich in die Christenheit einge flochten, da man die Gerechtigkeit des Glaubens nicht lauter und rein gelehrt und gepredigt hat. Etliche disputieren also vom Sonntag, daß man ihn halten müsse, wiewohl nicht aus göttlichen Rechte, stellen Form und Maß, wiefern man am Feiertag arbeiten mag. Was sind aber solche Disputationes anders denn Fallstricke des Gewissens? Denn wiewohl sie sich unterstehen, menschliche Aufsäße zu lindern und epiicieren, so kann man doch keine Enteixetav oder Linderung treffen. solange die Meinung gehet und bleibet, als soll Augsburgische Konfession. ten sie vonnöten sein. Nun muß dieselbige Meinung bleiben, wenn man nichts weiß von der Gerechtigkeit des Glaubens und von der christlichen Freiheit. Die Apostel haben geheißen Actor. 15, 20 man soll sich enthalten des Bluts und Erstickten. Wer hält's aber jetzo? Aber dennoch thun die keine Sünde, die es nicht halten; denn die Apostel haben auch selbst die Gewissen nicht wollen beschweren mit solcher Knechtschaft, sondern haben's um Aergernis willen eine Zeit lang verboten. Denn man muß Achtung haben in dieser Sazung auf das Hauptstück christlicher Lehre, das durch dieses Dekret nicht aufgehoben wird. 676 Man hält schier feine alte Canones, wie sie lauten, es fallen auch derselben Satzung täglich viel weg auch bei denen, die solche Aufsätze allerfleißigst halten. Da kann man dem Gewissen nicht raten noch helfen, wo diese Linderung nicht gehalten wird, daß wir wissen, solche Aufsätze also zu halten, daß man's nicht dafür halte, daß sie nötig sein, daß auch den Gewissen unschädlich sei, obgleich solche Aufsäße fallen. Es würden aber die Bischöfe leichtlich den Gehorsam erhalten, wo sie nicht darauf dringen, diejenigen Satzungen zu halten, so doch ohne Sünde nicht mögen gehalten werden. Jezzo aber thun sie ein Ding und verbieten beide Gestalt des heiligen Sakraments, item, den Geistlichen den Ehestand, nehmen niemand auf, ehe denn er zuvor einen Eid gethan habe, er wolle diese Lehre, so doch ohne Zweifel dem heiligen Evangelio gemäß ist, nicht predigen. Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachteil ihrer Ehre und Würden wiederum Friede und Einigkeit machen( wiewohl solches den Bischöfen in der Not auch zu thun gebühret); allein bitten sie darum, daß die Bischöfe etliche unbillige Beschwerungen nachlassen, die doch vor Zeiten auch in der Kirchen nicht gewesen und angenommen sein wider den Gebrauch der christlichen gemeinen Kirchen, welche vielleicht im Anheben etliche Ursachen gehabt, aber sie reimen sich nicht zu unsern Zeiten. So ist es auch unleugbar, daß etliche Satzungen aus Unverstand angenommen sind. Darum sollten die Bischöfe der Gütigkeit sein, dieselben Satzungen zu mildern, sintemal eine solche Aenderung nicht schadet, die Einigkeit christlicher Kirchen zu erhalten; denn viel Satzungen, von den Menschen aufkommen, sind mit der Zeit selbst gefallen, und nicht nötig zu halten, wie die päpstlichen Rechte selbst zeugen. Kann's aber je nicht sein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man solche menschliche Satzungen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, so müssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebietet Actor. 5, 29: Wir sollen Gott mehr gehorsam sein denn den Menschen." St. Peter verbietet den Bischöfen, 1. Petri 5, 3 die Herrschaft, als hätten sie Gewalt, die Kirchen, wozu sie wollten, zu zwingen. Jetzt gehet man nicht damit um, wie man den Bischöfen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber solches nicht thun werden und die Bitte verachten, so möchten sie gedenken, wie sie werden des 677 halben Gott Antwort geben müssen, dieweil sie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursach geben zu Spaltung und Schisma, das sie doch billig sollen verhüten helfen. Augsburgische Konfession. Beschluß. den. Dies sind die fürnehmsten Artikel, die für streitig geachtet werDenn wiewohl man viel mehr Mißbräuche und Unrichtigkeit hätte anziehen können, so haben wir doch, die Weitläufigkeit und Länge zu verhüten, allein die fürnehmsten vermeldet, daraus die andern leichtlich zu ermessen. Denn man in Vorzeiten sehr geflaget über den Ablaß, über Wallfahrten, über Mißbrauch des Bannes. Es hatten auch die Pfarrer unendlich Gezänk mit den Mönchen von wegen des Beichthörens, des Begräbnis, der Leichpredigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im besten und um Glimpfs willen übergangen, damit man die fürnehmsten Stücke in dieser Sache desto baß vermerken möchte. Dafür soll es auch nicht gehalten werden, daß in dem jemand ichtes zu Haß, wider oder Unglimpf geredet oder angezogen sei, sondern wir haben allein die Stücke erzählet, die wir für nötig anzuziehen und zu vermelden geacht haben, damit man daraus desto baß zu vernehmen habe, daß bei uns nichts weder mit Lehre noch mit Ceremonien angenommen ist, das entweder der Heiligen Schrift oder gemeiner christlicher Kirchen zu entgegen wäre. Denn es ist je am Tage und öffentlich, daß wir mit allem Fleiß mit Gottes Hülfe( ohne Ruhm zu reden) verhütet haben, damit je keine neue und gottlose Lehre sich in unsern Kirchen einflechte, einreiße und überhand nehme. Die obgemeldeten Artikel haben wir dem Ausschreiben nach übergeben wollen, zu einer Anzeigung unser Bekenntnis und der Unsern Lehre. Und ob jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht mit Grund göttlicher Heiliger Schrift zu thun erbötig. E. Raiserl. Majestät unterthänigste Johannes, Herzog zu Sachsen, Kurfürst. org, Markgraf zu Brandenburg. & Ernst, Herzog zu Lüneburg. Philipps, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anhalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen. Liederverzeichniß zu den Perikopen, oder Register solcher Lieder, welche man bei Betrachtung der Evangelien und Episteln singen mag. Sonn- und Festtage. 1. Advent. 2. Advent. 3. Advent. 4. Advent. Weihnachtsfest ... .... .... .... No. der Lieder für die Episteln. Judica Palmarum Gründonnerstag Charfreitag Ofterfeſt Oftermontag 1. Sonntag n. Oftern( Quasim.) 2. Sonnt. n. Ostern( Mis. Dom.) No. der Lieder für die Evangelien. 16 415 416 23 57 176 351 521 349 24 29 304 39 281 394 32 33 36 37 277 247 38 39 40 43 194 435 172 173 450 230 233 285 23 44 278 518 525 531 45 373 420 225 247 372 49 50 307 18 19 20 21 22 525 25 177 199 27 28 436 2. Weihnachtstag. Auf Stephani.. Sonntag nach Weihnachten.. Jahresschluß( Sylvester- Abend). Neujahr Sonntag nach Neujahr. 55 177 174 385 406 414 64 Zu Tit. 3 und Matth. 3..... 248 277 283 238 242 201 3u 1. Prt. 4 und Matth. 2... 431 454 444 447 208 204 Fest Epiphanias.... 56 59 175 1. Sonntag nach Epiphanias. 7 419 364 2. Sonntag nach Epiphanias. 429 421 348 359 345 58 3. Sonntag nach Epiphanias. 424 390 405 255 201 224 4. Sonntag nach Epiphanias. 216 401 403 446 417 179 5. Sonntag nach Epiphanias. 405 408 346 416 208 461 6. Sonntag nach Epiphanias. 193 201 276 462 131 303 Fest der Darstellung( Reinigung) 6 187 413 60 61 62 Septuagesimä 418 426 435 283 279 371 Sexagesimä 194 172 436 196 197 200 401 197 180 68 71 199 67 188 66 65 182 391 420 282 194 150 138 413 410 253 127 222 267 389 390 200 223 305 388 225 217 115 433 373 306 282 443 450 423 390 462 81 302 396 194 155 484 306 419 367 303 306 304 286 288 290 78 244 390 84 89 70 82 88 79 105 98 97 94 95 514 96 512 374 97 308 305 243 221 224 76 464 272 390 302 270 392 349 310 ( 678) Quinquagefimä oder Estomihi.. Fest der Verkündigung.. Invocavit Reminiscere Oculi Lätare, zu Gal. 4 und Joh. 6... zu Röm. 8 und Matth, 11 Liederverzeichniß zu den Perikopen. Biederverzeichniß zu den Perikopen.- Fortgefest. Sonn- und Festtage. No. der Lieder No.berlieder für für die Episteln. die Evangelien. 3. Sonntag nach Oftern( Jubilate) 402 353 391 4. Sonntag nach Ostern( Cantate) 5. Sonntag nach Ostern( Rogate) Himmelfahrt 187 406 196 196 200 216 111 120 317 6. Sonntag nach Ostern( Erandi) Pfingstfest..... Pfingstmontag Trinitatie ********* ...... 679 ... 484 205 530 121 174 278 233 230 231 112 107 239 119 115 113 527 400 193 ****** 1. Sonntag nach Trinitatis 2. Sonntag nach Trin., ju Luc. 14. 195 302 197 ***** **** ***** 429 409 390 134 133 21 303 313 227 ju Matth 5. 3. Sonntag nach Trinitatis....... 436 446 457 4. Sonntag nach Trinitatis....... 315 476 526 5. Sonntag nach Trinitatis.. Am Johannifeft Maria Heimsuchung... 6. Sonntag nach Trinitatis... 7. Sonntag nach Trinitatis.. 8. Sonntag nach Trinitatis. 9. Sonntag nach Trinitatis... 10. Sonntag nach Trinitatis. 11. Sonntag nach Trinitatis.. 12. Sonntag nach Trin., zu 2.Cor.3 ju 1. Pet. 1 13. Sonntag nach Trin., zu Gal. 3 ju Eph. 1 425 384 390 270 268 269 404 405 437 197 346 345 132 279 135 136 247 245 243 217 406 187 394 227 385 230 115 413 418 460 402 122 119 199 384 317 187 198 196 514 457 530 217 225 198 378 397 190 9501 14. Sonntag nach Trinitatis.... 227 383 413 255 378 371 15. Sonntag nach Trinitatis...... 402 425 401 430 189 449 16. Sonntag nach Trinitatis...... 224 302 423 486 442 513 17. Sonntag nach Trinitatis...... 409 406 408 462 280 437 18. Sonntag nach Trinitatis... 197 131 378 217 225 303 19. Sonntag nach Trinitatis... 429 411 409 274 224 275 20. Sonntag nach Trinitatis...... 424 421 422 131 303 89 21. Sonntag nach Trinitatis... 417 150 235 224 197 22 22. Sonntag nach Trinitatis. 199 408 174 218 256 407 23. Sonntag nach Trinitatis... 430 460 513 155 353 371 24. Sonntag nach Trinitatis.. 227 174 278 486 225 530 25. Sonntag nach Trinitatis.. 512 513 518 526 153 179 26. Sonntag n. Trin., ju 2. Pet. 3 526 525 518 522 519 523 ju 2. Tbef. 1 531 465 529 ***** 27. Sonntag nad Trini.atis...... 415 416 532 524 517 516 416 401 346 114 122 352 116 118 117 57 221 242 283 190 227 185 125 371 124 248 283 397 402 403 403 404 426 28 467 407 449 189 373 352 391 179 520 420 468 158 236 421 265 217 437 371 455 484 *** 0 ***** 302 278 404 Kamerlang:- Bei Betrachtung ber Perikopen am Tage der Rirchweib, bem Erntefest, Reformationsfe, Missionsfest ic. fiebe die Lieder unter den für fenefefte bestimmten Rubriken oberUeberschriften. Alphabetisches Verzeichnis fämtlicher Melodien im Melodien- Register. Name der Melodie. A Abgrund Liebe wesentlicher Ach bleib' bei uns, Herr Ach bleib' mit deiner... Ach Gott und Herr. Ach Gott, verlaß mich nicht No. der Melodie. 91 5 3 29 63 Ach Gott vom Himmel fieh 54 Ach Gott, wie manches. 5 Ach Herr, mich armen. 66 Ach hier nicht mehr.... 34 Ach. schönster, Jesu, mein Ach, sieh ihn dulden, bluten 36 38 Ach, was sind wir ohne 44 Ach, was soll ich Sünder 47 Allein Gott in der Höh' fei 54 Alle Menschen müssen. 79 Aller Gläub'gen Sammelplab 15 Alles ist an Gottes 46 96 Segen Allgemeines Wesen. Also hat Gott die Welt 8 Also heilig ist der Tag. 60 An dir hab ich gesündigt An Wasserflüssen Baby-| Ion 5 92 Name der Melodie. Auf, auf, mein Herz mit No. der Melodie. Auf, Christenmensch ,. 65 32 Auf meinen lieben Gott 35 Auf, Triumph! es..... 46 Aus Gnaden soll ich felig 36 Aus meines Herzens... 64 Aus tiefer Not schrei... 54 B Befiehl du deine Wege. 66 Bereite dich, mein Chr. 95 C Christe, der du bist T.. 5 Christe, du Lamm G.. 1 Christ fuhr gen Him.. 106 Christ ist erstanden.... 105 Christ lag in Todesb.. 67 Christum wir sollen lo. 5 Christ unser Herr zum. 85 Christus, der ist mein. 3 Christus, der uns felig. 75 ( 680) Da Jesus an dem Kr.. 21 Das alte Jahr verg.. Das neugeborne Kinde. 5 Das walte Gott... Der Abend kommt. Der du bist drei in. 255205 10. Alphabetisches Verzeichnis. Name der Melodie. No. der Melodie. 64 Der Herr bricht ein.... 8 Der Herr fährt auf. Der Himmel hängt voll 5 Der lieben Sonnen.... 68 Der Tag, der ist so.... 89 Der Tag ist hin.... 10 Dich frönte Gott mit.. 64 Die Gnade unsers..107 Dir dankt mein, Herz. 8 Dir, dir, Jehovah, will 38 Die liebe Sonn'. 5 5 3 Die Seele Christi. Dies ist der Tag der F. 53 Dies ist die Nacht, da. 36 Dies sind die heil'gen.. 19 Dieweil ich auferstehe. Die Welt kommt einst. 31 Dreieinigkeit der Gott. 10 Du, des sich alle 5.... 20 Du gehest in den G.. 36 Du, Gott, bist über.. Du kanntest schon und. 8 Du, o schönes Weltgeb. 79 Durch Adams Fall.... 93 8 € Ehre sei Gott( Gloria)[ 108 Einen guten Kampf... 75 Ein' feste Burg ist... 86 Ein Lämmlein geht... 92 Eins ist not, ach Herr. 82 Erhalt uns, Herr, bei. 5 Erheb', o Seele ,. Ermunt're dich, mein..] 70 Erquicke mich, du Heil. 37 Erstanden ist der heilig'] 12 Erschienen ist der herr. 20 Es ist das Heil uns... 54 Es ist genug. 7 50 Es ist gewißlich an der 54 Name der Melodie. 681 No. der Melodie. Es ist noch eine Ruh... 95 Es ist vollbracht!. 73 9 54 Es jammre, wer nicht. Es muß ein treues.. Es spricht der Unweisen 54 Es wollt' uns Gott.... 85 F Fahre fort... 551 Folget mir, ruft uns.. 81 Freuet euch, ihr Chr... 94 Freu dich sehr, o meine 77 Freut euch, ihr Christen 64 Fröhlich soll mein... 76 43 81 5 Geh aus, mein Herz... 33 Gelobet feist du, Jesu. 18 Gen Himmel aufgef... 11 Gerechter Gott, bor... 54 Gott, der Vater, wohn 102 Gott, der Wahrheit.... 79 Gott des Himmels. Gott, du bist allein. Gott, Erd' und Him. Gott hat ein Wort. Gott ist getreu.. Gott ist mein Hort... 29 Gottlob ein Schritt zur 54 Gott, mein Gott, ich... 91 Gott sei Dank in aller. 15 Gott sei gelobet und.. 88 Gott, Vater, Herr, wir 5 Guter, gnädiger, getr.. 79 62 834 $ Hallelujah, denn uns.. 89 Hast du denn, Jefu,... 25 682 Alphabetisches Verzeichnis. Name der Melodie. No. der Melodie. Helft mir Gott's Güte. 64 Herr, allwissend und.. 91 Herr, auf dein Wort.. 86 Herr Christ, der einig. 51 Herr Gott, dich loben.. 5 Herr Gott, dich loben 5 wir( Te Deum Laudamus) 109 Herr, ich habe mißgeh. 44 Herr Jesu Christ, dich. 5 Herr Jesu Christ, du.. 54 Herr Jesu Christ, mein' 5 Herr Jesu Christ, wahr' Herr Jesu, Gnaden.. 51 Herr, wie du willst, so. 54 Herzlich lieb hab ich... 101 Herzlich tut mich verl.. 66 Herzliebster Jesu, was. 14 Herz und Herz vereint. 78 Heut triumphiert mit.. 45 Heut triumphieret 6.. 34 Himmel, Erde, Luft... 15 J 7 54 Ich danke dir in gla.. 14 Ich dank' dir, lieber 5. 66 Ich dank' dir, Gott, für 34 Ich dank dir schon durch Ich halt an meinem G. Ich glaube, daß die.. 54 Ich komme, Herr, und. 92 Ich ruf zu dir, Herr... 84 Ich finge dir mit Herz. 8 Ich weiß, mein Gott,.. 21 Ich weiß von keinem.. 36 Jenen Tag, den Tag. Jerusalem, du hochgeb. 61 Jesu, deine heil'gen... 77 Jesu, deine Passion.. 75 Jesu, der du meine. 2 79 Name der Melodie. No. der Melodie. Jesu, du mein liebstes.. 91 Jesu, Gnadensonne. Jeſu, hilf siegen.. 61 37 Jesu Leiden, Pein und. 75 Jesu, meine Freude.. 96 Jesu, meines Lebens. 79 Jesus Christus herrscht. 46 Jesus Christus, unser Heiland, der den.... 22 Jesus Christus, unser Heiland, der von.. 6 Jesu, komm doch selbst. 15 Jesus, meine Zuversicht 41 In allen meinen Taten 31 In dich hab' gehoffet... 21 Jesus, Jesus, nichts als 43 K Keinen hat Gott verl.. 66 Komm betend oft und.. 36 Komm, Gott Schöpfer ,. 13 Komm, Heiliger Geist ,. 110 Komm Heiliger Geist,.. 87 Kommt her zu mir,.. 33 Kyrie Eleison( Litanei)[ 111 Kyrie, Gott Vater..... 112 L Lasset uns mit Jesu... 91 Liebe, die du mich zum. 43 Liebster Jesu, wir sind. 42 Lobe den Herren, den.. 25 Lobe den Herrn, o m.. 58 Lobsinge Gott, erheb'.. 14 Lobt Gott, ihr Christen. 8 M Mache dich, mein Geist 74 Alphabetisches Verzeichnis. Name der Melodie. Melodie. No. der 5 Mach's mit mir, Gott.. 32 Macht hoch die Tür.... 71 Meine Seel' ermuntere 42 Mein Glaub' ist meines 72 Mein Gott, ich danke... Mein Gott, zu dem ich. Mein Jesus lebt, was. Meinen Jesum laß ich. 41 Mein Schöpfer, deine.. 28 Mein Schöpfer, der mit 95 Mein Schöpfer, steh mir 871 Mein's Herzens Jesu ,. 54 Mir nach, spricht Chr. 32 Mir schauert nicht vor. 49 Mit Fried' und Freud' 49 Morgenglanz der Ewig. 414 36 36 N Noch sing' ich hier aus 36 Nun bitten wir den H. 26 Nun danfet alle Gott. 63 Nun danket all'.. 8 Nun freut euch, liebe.. 54 Nun kommt der Heiden] 15 Nun laßt uns den Leib. 5 Nun laßt uns Gott den 4 Nun lob mein Seel' den 98 Nun nimmt mein Herz. 48 Nun ruhen alle Wälder 31 Nun sich der Tag.... 8 ... O daß ich tausend 3ung 36 du Liebe meiner Lie. 78 O Durchbrecher aller... 78 O Gottes Sohn, du 2. 95 Gott, du frommer... 63 großer Geist,....... 39 Name der Melodie. 683 No. der Melodie. 59 69 66 23 93 großer Gott,.. O großer Gott von.. O Haupt voll Blut und Heiliger Geist, o.. Herre Gott, dein.. Jesu, du mein Brä. Jerusalem, du schöne Jesu Christ, dich zu. Jesu, meines Lebens 5 Jesu Christe, wahres 5 König, dessen Maje. 92 5 43 5 Lamm Gottes, un.. 56 O Menschen, diese turze 72 O Tod, was willst du. 31 27 Traurigkeit.. O Vaterherz, o Licht.. 95 Welt, ich muß dich.. 31 O wie selig seid ihr... 17 n Ruhet wohl, ihr Totens beine 44 113 54 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz. Schab über alle Schäße 66 Schmücke dich, o liebe.. 80 Schwing dich auf zu... 75 Schwingt, heilige Ged. 64. Sei Lob und Ehr dem. 54 Sieh, hier bin ich... 43 So gehst du nun, mein 93 Sollt' ich meinem Gott 91 Stärt uns Mittler,.... 1103 Straf mich nicht in..... 74 684 Alphabetisches Verzeichnis. Name der Melodie. T No. der Melodie. Teuerster Immanuel.. 41 11. Unser Sabbath geht... 44 Urquell aller Geligkeit 16 V Valet will ich dir geben 66 Vater unser im Him.. 34 Verleih uns Frieden... 114 Vom Himmel hoch, da. 5 Von Gott will ich nicht 64 W Wach auf, mein Herz ,. 4 Wachet auf, ruft uns.. 100 Wacht auf, ihr Christen 66 Wacht auf, ihr Christenleute 66 Walte, walte, nah und 15 Warum betrübst du... 24 Warum sollt' ich mich. 76 Wär' Gott nicht mit... 54 Was Gott tut, das ist. 68 Was mein Gott will,.. 93 Wenn ich einst von... 77 Wenn ich nur meinen.. Wenn ich, o Schöpfer ,. 54 Wenn meine Sünd'. 52 Wenn mein Stündlein. 54 Name der Melodie. No. der Melodie. 5 9 47 36 Wenn wir in höchsten. Werde Licht, du Volk.. 43 Werde munter, mein.. 77 Wer Jesum bei sich hat Wer im Herzen will.. Wer nur den lieben G. Wer weiß, wie nahe... Wer wohlauf ist.. Wie groß ist des A. Wie gut ist's, von der. Wie schön leuchtet der. Wie selig bin ich, wenn Wie soll ich dich... Willkommen, Helden... Wir Christenleut'. Wir danken dir, Gott.. 34 Wird das nicht Freude 57 Wir glauben all' an 501 einen Gott, Schöpfer. 90 Wir glauben all' an einen Gott, Vater... 49 Wir singen dir, Jmma. 20 Wo Gott, der Herr,... 54 Wo Gott zum Haus.. Wohlauf, mein Herz.. Womit soll ich dich.. Wort des höchsten M.. 96 Wo soll ich fliehen hin. 30 5 36 75 804 8 99 8 66 33 79 3 Zeuch ein zu deinen T. 64 Zeuch hin, mein Kind.. 834 Zeuch mich, zeuch mich. 431 Zion flagt mit Angst.. 77 No. der Melodie. Melodien- Register. Nummer des Liedes. Name der Melodie und Zeilenzahl. ( Dreizeilig.) 1 Christe, du Lamm Gottes......... 69. 2 Jenen Tag, den Tag der Wehen... 523. ( Vierzeilig.) [ 301, 321. 4 3 Ach bleib mit deiner Gnade..... Christus, der ist mein Leben.. Dieweil ich auferstehe... Willkommen, Held im Streite. Nun laßt uns Gott dem Herren.. 12, 53, 189, 191, Wach auf, mein Herz, und singe... 378, 456, 532. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 4, 5, 31, 35, 36, 39 Ach Gott, wie manches Herzeleid... 46, 58, 65, 87, 89 An dir hab' ich gesündigt, Herr 129, 132, 133, 138 Christe, der du bist Tag und Licht.. 141, 154, 157, 163 Christum wir sollen loben schon.... 5 164, 165, 177, 202 Das alte Jahr vergangen ist...... 204, 209, 210, 220 Das neugeborne Kindelein.. 239, 253, 272, 274 Der du bist drei in Einigkeit. Der Himmel hängt voll Wolken.... Die liebe Sonn' leucht't jetzt herfür. Die Seele Christi heil'ge mich..... Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Gott Vater, wir danken dir... Gott, Erd und Himmel samt dem.. Herr Gott, dich loben alle wir..... Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ( Old Hundred). Herr Jesu Christ, mein's Lebens... Herr Jesu Christ, wahr'r Gott und. Mein Gott, ich danke herzlich dir.. Nun laßt uns den Leib begraben... Jesu Christ, dich zu uns wend.. Jesu, meines Lebens Licht.... Jesu Christe, wahres Licht. Jesu, du mein Bräutigam. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Wenn wir in höchsten Nöten sein... Wo Gott zum Haus nicht gibt ſein. ( 685) .. ... 9. 481, 548, 288, 296, 323, 324 326, 336, 338, 339 340, 356, 358, 363, 372, 385, 396, 402, 424, 484, 492, 509, 510, 511, 535. 686 No. der Melodie. Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 6 Jesus Christus, unser Heiland, der von uns.. ( Dies Lied kann auch nach No. 5 gesungen werden, wenn man die zwei Schlußnoten der dritten Zeile zusammenzieht.) 7 Ich dank' dir schon durch deinen Sohn Erheb, o Seele, deinen Sinn. 8 Also hat Gott dir Welt geliebt. Der Herr bricht ein um Mitternacht Dir dankt mein Herz, dir jauchzt mein .... ... 14 Herzliebster Jesu, was hast du..... Ich danke dir in glaubensvolle. Lobsinge Gott, erheb ihn, meine.. 15 Aller Gläub'gen Sammelplaß... Gott sei Dank in aller Welt... Himmel, Erde, Luft und Meer... Jesu, komm doch selbst zu mir. Nun kommt der Heiden Heiland. Ohne Rast und unverweilt.. Nummer des Stedes. ..... 289. Du, Gott, bist über alles Herr. Du kanntest schon und liebtest mich. Ich finge dir mit Herz und Mund.. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. Nun danket all und bringet Ehr'... Nun sich der Tag geendet hat.. Wenn ich nur meinen Jesum hab'.. Wie gut ist's, von der Sünde frei.. Wie selig bin ich, wenn mein Geiſt. Es jammre, wer nicht glaubt.... Wer Jesum bei sich hat, kann feste. Der Tag ist hin, mein Jesus... Der Abend kommt, die Sonne.. Dreieinigkeit, der Gottheit wahrer.. Gen Himmel aufgefahren ist.. 12 Erstanden ist der heilig Christ..... 95. 13 Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist 9 10 11 110. 286. 40, 169, 329, 373, 381, 431, 541, [ 574. 311. 125. 41, 119. 70, 73, 144, 168, 207, 287, 342. 23, 304, 314, 556. Walte, walte nah und fern. 16 Sollt' es gleich bisweilen scheinen.. 447, 464. Urquell aller Seligkeiten.. 17 O wie selig seid ihr doch, ihr....... 500, 501. Ro. der Melodie. Melodienregister. 19 20 Name der Melodie und Zeilenzahl. ( Fünfzeilig.) 18 Gelobet feist du, Jesu Christ....... 38. 14, 42, 97, 105, 112, 148, 218. Dies sind die heil gen zehn Gebot.. 214, 215, 218. Du, des sich alle Himmel freun.... Das walte Gott, der helfen kann.. Erschienen ist der herrlich Tag.. Wir singen dir, Immanuel. 21 Da Jesus an dem Kreuze stund. Ich weiß, mein Gott, daß all mein. In dich hab' ich gehoffet, Herr..... ( Diese Melodie ist ursprünglich sechszeilig.) **** Nummer des Liedes. 82, 170, 175. 365. 22 Jesus Christus, unser Heiland, der. 104. ( Kann auch gesungen werden nach der Melodie: Auferstehn, ja auferstehn wirst du," wenn man die Noten der letzten Zeilen repetiert und dabei das erste Mal die zweite und dritte Note zu einer Silbe verbindet.) 23 Heil'ger Geist, o Heil'ger Gott.. 116. ( Nach No. 18, wenn man in der zweiten Zeile bei der fünften und sechsten Note, statt einer Silbe, zwei Silben fingt. Oder mit Verdoppelung der vierten Zeile, nach der Melodie: Wohl auf, wohlan zum letten Gang.") 24 Warum betrübst du dich, mein Herz. 433. ( Rach No. 21; wenn man daselbst die Noten der beiden letzten Silben in der dritten Beile zu einer Silbe verbindet, hingegen die vorlette Note der letzten Beile zu zwei Silben verdoppelt.) ( Sechszeilig.) 28 Mein Schöpfer, deine Kreatur... 29 Ach Gott und Herr. Gott ist mein Hort.. 30 Wo soll ich fliehen hin. 25 Lobe den Herren, den mächtigen König 26, 370. Hast du denn, Jesu, dein Angesicht. 26 Nun bitten wir den Heiligen Geist. 117. 27 O Traurigkeit, o Herzeleid. Zur Grabesruh' entschliefest du.... 90, 92. 687 182. 256, 543. 267. 688 No. der Melodie. Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 31 Die Welt kommt einst zusammen.. In allen meinen Taten.. ( Ist ursprünglich eine eigene Melodie, die an der Schlußzeile zwei Silben weniger hat als die Melodie unter No. 31.) Nun ruhen alle Wälder. Tod, was willst du schrecken... Welt, ich muß dich lassen... ... 32 Auf Christenmensch, auf, auf, zum. 386, 480. Mach's mit mir, Gott, nach deiner. Mir nach, spricht Christus, unser.. 33 Geh aus, mein Herz, und suche.... 8, 172, 208, 270, Kommt her zu mir, spricht Gottes. 390, 407, 410, Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt 436. 34 Ach hier nicht mehr, ach fern von... 52, 158, 213, 233, Heut' triumphieret Gottes Sohn... 235, 237, 367, 491, Ich dank' dir, Gott, für all' Wohl503. tat Vater unser im Himmelreich. Wir danken dir, Gott, für und für. 35 Auf meinen lieben Gott.... 36 Ach schönster Jesu, mein Verlangen. Aus Gnaden soll ich selig werden.. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Du gehest in den Garten beten.. Ich weiß von feinem andern Grunde Nummer des Liedes. Komm betend oft und mit Vergnüg. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe 55, 79, 327. 334, 366, 445, 584, [ 585. Mein Jesus lebt, was soll ich sterben Noch sing' ich hier aus dunkler Ferne O daß ich tausend Zungen hätte. Wer nur den lieben Gott läßt.. 344, 448, 24, 30, 84, 140, 149, 159, 231, 232, 246, 261, 279, 280, 281, 291, 312, 377, 384, 387, 391, 394, 398, 415, 422, 426, 454, 455, 459, 466, 471, 472, 473, 474, 475, 476, 489, 490, 493, 497, 553, [ 568, 583. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende.. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 72. 37 Jesu, hilf siegen... 37 580. 38 Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben. 173, 230. Dir, dir Jehovah, will ich singen.... No. der Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 39 großer Geist, des Wesen alles.. 40 Seelenbräutigam 41 Jesu, großer Wunderstern.. Jesus, meine Zuversicht.. Meinen Jesum lass' ich nicht. Teuerster Immanuel. 41 43 Morgenglanz der Ewigkeit. 42 Liebster Jesu, wir sind hier.. Meine Seel', ermuntre dich.. Gott des Himmels und der Erden.. Jesus, Jesus, nichts als Jesus.. Liebe, die du mich zum Bilde.. Jerusalem, du schöne.. Werde Licht, du Volk der Heiden... Zeuch mich, zeuch mich... 431 Sieh, hier bin ich Ehrenkönig. 44 Ach, was sind wir ohne Jesum. Herr, ich habe mißgehandelt. Ruhet wohl, ihr Totenbeine.. Unser Sabbat geht zum Ende.... ( Mit Verdoppelung der Schlußnote auch nach: Sieh, hier bin ich, Chrenkönig".) ( Siebenzeilig.) 50 Es ist genug, so nimm, Herr, meinen ( Wird gewöhnlich acht- oder auch zehnzeilig gefungen. Neunzeilig geht es nach der Melodie: Gott ist getreu, fein Herz".) Nummer des Liedes. 183. 306, 313, 395. 18, 21, 49, 56. 61, 94, 199, 268, 269, 309, 310, 411, 420, 460, 463, 495, 513, 534, 546, [ 547, 571. 46 345, 364, 549, 45 Heut' triumphiert mit Freud' und.. 96. Alles ist an Gottes Segen. Auf, Triumph, es kommt die Stunde Jesus Christus herrscht als König.. Schaut die Mutter voller Schmerzen 47 Ach, was soll ich Sünder machen... 449, 482. Wer im Herzen will erfahren.. -48 Nun nimm mein Herz und alles... 382. 49 Mit Fried' und Freud' fahr' ich.... 63. Mir schauert nicht vor dir, o Gruft. 494 Wir glauben all an einen Gott, Vater 573. 3, 10, 78, 91, 212, 240, 241, 242, 115, 142, 188, 197, 307, 315, 318, 319, 335, 533. 570. 563. 258, 331, 361, 403. 689 562. 483. 690 No. der Melodie. Melodienregister. 52 53 54 Name der Melodie und Zeilenzahl. 504 Wir Christenleut'. 536. 51 Herr Christ, der einig' Gott's Sohn 227, 234, 353, Herr Jesu, Gnadensonne.. 393. Wenn meine Sünd' mich fränken... 93. 64. Dies ist der Tag der Fröhlichkeit... Allein Gott in der Höh' sei Chr.. Ach Gott vom Himmel, sieh darein. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir.... 1, 11, 15, 54, 59, 62, 101, 103, 107, 109, 113, 124, 135, Aus tiefer Not laßt uns zu Gott... 137, 139, 143, 151, 152, 153, 155, 162, 166, 167, Nummer des Liedes. Es ist das Heil uns kommen her... Es ist gewißlich an der Zeit.. Es spricht der Unweisen Mund wohl 181, 186, 195, 196 198, 203, 216 217, 221, 224 Es muß ein treues Herze sein. Gerechter Gott, vor dein Gericht... Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit.. 225, 226, 244 Halt im Gedächtnis Jesum Christ.. 247, 248, 255 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 257, 259, 262 Herr, wie du willst, so schick's mit. 266, 275, 277 Ich glaube, daß die Heiligen.. Ich halt an meinem Gott ganz fest. 278, 284, 285. Mein's Herzens Jesu, meine Lust.. 297, 299, 317, Nun freut euch, liebe Christeng'mein Schaff in mir, Gott, ein reines. Sei Lob und Ehr' dem höchsten. Wär' Gott nicht mit uns dieſe Zeit. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. Wenn mein Stündlein vorhanden.. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält 55 Singen wir aus Herzensgrund.... 551 Fahre fort! Zion.. 56 Lamm Gottes, unschuldig. 57 Wird das nicht Freude sein.. 58 341, 346, 347, 349, 351, 355, 357, 371, 374, 383, 404, 406, 414, 419, 421, 432, 438, 443, 444, 478, 488, 502, 512, 518, 521, 522, 527, 537, 538, 530, 7, 37.[ 544. 559. 85. 506. Lobe den Herren, o meine Seele... 379. ( Achtzeilig.) 59 großer Gott, o Ursprung aller... 187. 60 Mso heilig ist der Tag.. 106. 61 Jerusalem, bu hochgebaute Stadt... 498. No. det Melodie. 61 62 Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. So geht's von Schritt zu Schritt. 63 Ach Gott, verlaß mich nicht. Nun danket alle Gott.. O Gott, du frommer Gott.. Jesu, Gnadensonne.... Gott hat ein Wort geredt.. O Sünder, denke wohl... 64 Aus meines Herzens Grunde.... Dich frönte Gott mit Freuden. 69 70 Der Herr fährt auf gen Himmel.. Freut euch, ihr Christen alle. Helft mir Gott's Güte preisen. Schwingt heilige Gedanken. Von Gott will ich nicht lassen. Reuch ein zu deinen Toren... 65 Auf, auf mein Herz, mit Freuden.. 66 Ach Herr, mich armen Der..... Befiehl du deine Wege.. Herzlich tut mich verlangen. Ich dank' dir, lieber Herre.. Keinen hat Gott verlassen.. O Haupt voll Blut und Wunden.. 71 72 Schatz über alle Schäße.. Valet will ich dir geben.. Wachet auf, ihr Christen, alle. Wacht auf, ihr Christenleute. Wie soll ich dich empfangen. Christ lag in Todesbanden.. 68 Was Gott tut, das ist wohlgetan... 68 Der lieben Sonnen Licht und 67 ***** Nummer des Viedes. 542. 201. 22, 25, 27, 28, 48, 74, 130, 147, 171, 185, 192, 222, 228, 229, 236, 251, 325, 348, 350, 369, 392, 401, 408, 427, 429, 430, 520. 16, 17, 44, 45, 120, 121, 122, 146, 186, 320, 360, 409, 439, 451, 505, 581. 691 100. 20, 33, 47, 75, 174, 179, 254, 260, 282, 333, 368, 437, 446, 450, 461, 469, 477, 479, 485, 504, 514, 517, 519, 530, 540, 554, 555, [ 561, 572. Pracht 575. 160. großer Gott von Macht. Ermuntre dich, mein schwacher Geist 507. Du bist ein Mensch, das weißt du.. Macht hoch die Tür, die Tor' macht. 19. Mein Glaub' ist meines Lebens.... 528, 529. OEwigkeit, du Donnerwort.. O Menschen, dieſe kurze Zeit.. 98. 440, 442, 458, 582. 692 No. der Melodie. 74 75 76 77 Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 73 Es ist vollbracht, vergiß ja nicht... 83. ( Mit Verdoppelung der Schlußnote in Zeile Repetition des dritten drei und vier und Tattes der fünften Zeile fann das Lied auch gesungen werden nach der Melodie: " Ach hier nicht mehr, ach, fern von mir.") Mache dich, mein Geist, bereit..... 264, 416. Straf mich nicht in deinem Zorn... Christus, der uns selig macht. Einen guten Kampf hab' ich. Jesu, deine Paſsion... .... Jesu Leiden, Pein und Tod.... Schwing dich auf zu deinem Gott.. Wer wohlauf ist und gesund..... Fröhlich soll mein Herze springen.. 32, 452, 551. Warum sollt' ich mich denn grämen ....... ...... .... Nummer des Liedes. mer Werde munter, mein Gemüte. Zion flagt mit Angst und Schmerzen Der am Kreuz ist meine Liebe..... 6, 43, 50, 51, Freu dich sehr, o meine Seele..... Jesu, deine heil'gen Wunden.. Wenn ich einst von jenem Schlum76, 80, 81, 102 78 Herz und Herz, vereint zusammen. du Liebe meiner Liebe.. Durchbrecher aller Bande. 79 Alle Menschen müssen sterben. Du, o schönes Weltgebäude.. Gott der Wahrheit und der Liebe.. 71, 88, 343, 457, 496. [ 134 176, 194, 200, 205 223, 265, 283, 292 328, 330, 332, 362 413, 418, 423, 425 434, 468, 470, 487 494, 531, 560, 567 [ 558, 565. 86, 526, 77, 245, 263, 308. 376, 399, 499 525, 545 569. Guter, gnädiger, getreuer.. Jesu, der du meine Seele. Jesu, meines Lebens Leben. Womit soll ich dich wohl loben. 80 Schmücke dich, o liebe Seele.. 804 Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 578. 81 Folget mir, ruft uns das Leben.... 389. Gott, du bist alleine gütig.. 82 Gins ist not, ach Herr, dies Gine.. 302. 293, 294, 337, 550. No. der Melodie. Melbdienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 83 Sing dem Herrn ein neues Lied... 375. 831 Zeuch hin mein Kind, Gott ist getreu 586. ✰✰✰ 86 87 ( Neunzeilig.) 84 Jch ruf zu dir, Herr Jesu Christ.. Christ, unser Herr, zum Jordan fam 85 Nummer des Viedes. 316, 428. 57, 126, 161, 180, Es wollt' uns Gott gnädig sein.... 184, 238, 243, 342, Ein' feste Burg ist unser Gott. 150, 206.[ 412. Herr, auf dein Wort soll's sein. Komm, Heiliger Geist, Herre Gott: 114, 249, 250. ( Wird sonst zehn- und elfzeilig gesungen. Bei Verdoppelung der Schlußnoten einiger Zeilen und Repetition der Schlußzeile kann man dies Lied auch singen nach der Melodie:„ Wir glauben all' an einen Gott.") 87 Mein Schöpfer, steh mir bei....... 564. ( Zehnzeilig.) 88 Gott sei gelobet und gebenedeiet... 300 89 Der Tag, der ist so freudenreich.. 34 Hallelujah, denn uns ist heut.. 90 Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer 91 Abgrund wesentlicher Liebe.. Gott mein Gott, ich will dir singen. Jesu, du mein liebstes Leben. Herr, allwissend und allsehend. Lasset uns mit Jesu ziehen... Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 92 An Wasserflüssen Babylon... Ein Lämmlein geht und trägt die.. Ich komme Herr, und suche dich.... König, dessen Majeſtät.. 93 Durch Adams Fall ist ganz verderbt 66, 67, 156, 193, [ 276, 405, 435, .... 219. 190, 211, 388. 693 68, 273. ( Wird gewöhnlich achtzeilig gesungen.) O Herre Gott, dein göttlich Wort.. 441, 508, 515. ( Nach der Melodie: Ach Gott und Herr," geht ein Vers auf zwei Verse. Wird auch neunzeilig gesungen. Ist sonst elfzeilig.) 694 No. der Melodie. Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. 97 98 99 So gehst du nun, mein Jesu hin... Was mein Gott will, das g'scheh'.. ( Wird gewöhnlich achtzeilig gesungen.) 94 Freuet euch, ihr Christen alle...... 29. 95 Bereite dich, mein Christ, wir gehen 462, 465, 467. Es ist noch eine Ruh' vorhanden... Mein Schöpfer, der mit Huld und. O Vaterherz, o Licht und Leben.... O Gottes Sohn, du Licht und Leben Wie wohl ist mir, o Freund der S. ( Die Lieder zu No. 95 können auch gesungen werden nach der Melodie:„ Erhebe dich, mein Herz, empfinde," wenn man von dieser letzten Melodie die Roten der letzten brei Zeilen zuerst und alsdann die Noten der ersten Zeilen zuletzt fingt.) 96 Allgemeines Wesen... Jesu, meine Freude. Wort des höchsten Mundes. ( Zwölfzeilig.) Wer Gott vertraut.... Nun lob, mein Seel', den Herren.. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Nummer des Liedes. 305. 397, 524, 552. 100 Wachet auf, ruft uns die Stimme.. 145, 417, 516, 557, [ 566. ( Eigenes Zeilenmaß.) [ 579. 453. 136, 298, 576, 577, 111, 118, 131, 178, 290, 303, 322, 359, ( Dreizehnzeilig.) 101 Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr.. 400. ( Vierzehnzeilig.) 105 Christ ist erstanden. 106 Christ fuhr gen Himmel. 107 Die Gnade unseres Herrn Jesu 102 Gott, der Vater, wohn uns bei.... 127. 103 Stärk uns, Mittler, dein find wir.. 252. 104 Mitten wir im Leben sind.... 486. 99. 108. Christi 13. 108 Ehre sei Gott in der Höhe( Gloria) 2. - Ro. Der 109 Melodienregister. Name der Melodie und Zeilenzahl. Herr Gott dich loben wir( Te Deum laudamus).. Nummer des Liedes. 380. 123. 271. 695 Komm, Heiliger Geist, erfüll die$. 111 Kyrie Eleison( Litanei) 110 128. 112 Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit. 113 Schaffe in mir, Gott, ein reines$. 295. 114 Verleih uns Frieden gnädiglich.... 354. Lieder- Register. A. No. 9 Abermal ein Tag versch 331 Ach bleib' bei uns, Herr 202 Ach bleib' mit deiner G Ach Gnad' über alle G292 Ach Gott bewahre mein 221 Ach Gott es hat mich g. 255 Ach Gott in Gnaden v. 165 Ach Gott und Herr, wie 256 Ach Gott vom Himmel 153 Ach Gott, wie mancher 162 Ach Gott, wie herzlich.. 351 Ach Herr, lehre mich... 470 Ach ja wohl bin ich nun 501 Ach Jesu, dessen Treu.. Ach Jesu, gib mir.... Ach liebe Christen, seid. Ach schönster Jesu, mein 48 406 Ach treuer Gott, ich... 432 Ach unselig ist zu nen.. 59 Ach Vater von uns.. Ach wachet auf, ihr. Ach wie erschrickt die.. Ach was soll ich Sün.. 482 Ach wunderbarer S... 111 All' Ehr' und Lob soll. 367 Allein Gott in der Höh' 1 Alles ist an Gottes S. 345 Alle Menschen müssen. 499 All' Obrigkeit Gott feb. 353 Also heilig ist der Tag. 106 Allwissender vollkomm. 184 Als Jesus Christus in. 286 Amen, Amen, lauter.. 188 Amen, Gott Vater und. 532 Amen, wir haben gehö. 12 Auf, auf, ihr Reichsg.. 17 Auf, auf, mein Herz,.. 100 Auf Christi Himmelf.. 109 Auf diesen Tag bedenk. 107 Auf Gott, und nicht... 582 502 24 399 234 415 No. Auf meinen Jesum will 490 Auf meinen lieben Gott 448 Auf, Seele, auf....... 541 Aus Gnaden soll ich.. 281 Aus Lieb' läßt Gott der 137 Aus meines Herzens& 320 Aus tiefer Not schrei ich 57 B. Bedenke, Mensch das.. 469 Befiehl du deine Wege 446 Begrabet mich nun im. 511 Bei dir Jesu, will.... 565 Bescher uns Herr, das 338 Bis hierher hat mich.. 347 Brich auf und werde.. 55 Bringt her dem Herren 374 C. Christe, du Beistand... 207 Christe, du Lamm G.. 69 Christ fuhr gen Him.. 108 Christ ist erstanden.... 99 Christ ist die Wahrheit 503 Christ lag in Todesb.. 98 Christe! Eleison!...... 271. Christum wir sollen... 39 Christ, unser Herr,.... 238 Christus, der ist mein. 481 Christus, der uns selig 88 Christus, der wahre G. 239 D. Da der Herr Jesus.... 287 Da Jesus an des K... 82 Das alte Jahr verg... 46 Das liebe neue Jahr.. 539 Denket doch, ihr M.... 468 Der am Kreuz ist m.. 81 Der beste Freund ist in 312 ( 696) Lieder- Register. No. 34 13 64 30 Der du bist drei in E. 129 Der du zum Heil..... 555 Der Engel zu Maria.. 65 Der Glaub ist eine 3.. 226 Der Herr, der aller E. 191 Der Herr ist meine ge. 349 Der lieben Sonnen... 575 Der Tag der ist ſo.... Die Ernt ist nun zu.. 146 Die Gnade unsers H.. Die helle Sonn' leuch. 324 Die Seele Christi heil. 253 Dies ist der Tag der.. Dies ist die Nacht, da. Dies sind die heil'gen. 214 Dir, dir, Jehovah, will 230 Dreiein'ger, heil'ger,.. 143 Dreieinigkeit der Gott. 125 Du bist ein guter Hirt 392 Du bist zwar mein und 507 Du bist's, du bist's, o. 178 Du Gesegneter des H.. 21 Du Gott, der nach all. 356 Du kannst's nicht böse. 456 Du liebst, o Gott, Ger. 410 Du meine Seele, singe 368 Du Mensch, wer du.. 521 Du Volk, das du ge... 247 Durch Adams Fall ist. 276 Durch Trauern und d. 47 E. Ehre sei Gott in...... Chr' sei dem Vater. Ein' feste Burg ist.. 150 Ein Lämmlein geht... 68 Ein Würmlein bin ich. 478 Einen guten Kampf... 496 Eins, das bitt' ich mir 7 Eins hab' ich, liebster. 419 Eins ist not, ach Herr. 302 Endlich muß dies Rund 325 Erhalt uns deine Lehre 179 Erhalt uns Herr bei.. 154 Erhör, o Gott, das hei697 No. 97 95 384 Ermuntert euch, ihr.. 517 Erneure mich, o ewig. 385 Erschienen ist der herr. Erstanden ist der heilig' Erwecke, Jesu, stets m. Erworben hat sich 3.. 203 Es ist das Heil uns... 277 Es ist genug, so nimm, 483 Es ist gewißlich an der 518 Es ist noch eine Ruh.. 465 Es ist vollbracht, muß. Es ist vollbracht,.. Be Flehn, der Kinder 249 Erhör, o Gott, das heiBe Flehn, von uns.. 250 84 83 Es liegt mein Jesus.. 72 Es spricht der Unweilen 152 Es war die ganze Welt Es wollt' uns Gott.... Ewige Liebe, mein G. 28 57 567 F. alle, Gott schenkt... 120 Freuet euch, ihr Gottes 176 Freunde, stellt das W. 495 Frohlocket jung und alt 147 Fröhlich soll mein H.. 32 2 Früh morgens, da die. 96 11 Fünf Brünnlein....... 543 G. 439 38 Geduld ist euch.. Geduld, mein Herz, G. 440 Gelobet sei der Herr... 130 Gelobet jei Jsraels.. 132 Gelobet feist du, Jesu. Gen Himmel aufgefah. 110 Gerechter Gott, bor... 186 Gesegn uns, Herr, die 339 Gefeß und Evangelium 198 Getreuer Heiland, hilf. 231 Gott, der du groß von 149 Gott, der du pflegſt zu 437 Fahre fort!.. 559 Fang dein Werk mit.. 343 Folget mir, ruft uns.. 389 Freu dich sehr, o mein 487 Freu dich, du werte... 67 Freuet euch, ihr Christen alle, freute sich.. 20 Freut euch, ihr Christen Lieder- Register. No. wir( Te Deum laudamus) 380 171 15 Gott, der du wahrhaf. 411 Herr Gott, dich loben Gott der Vater, wohn. 127 Gott des Himmels und 319 Gott, du bist selbst die. 360 Gott hat ein Wort ger. 201 Gott ist ein Gott der.. 409 Herr Gott, erhalt uns. 210 Gott lebt, wie kann ich 458 Herr Gott Vater, wir. 54 Gottlob, der Tag ist... 336 Herr Gott, wir danken 357 Gottlob, der uns bei.. 334 Herr, höre, Herr erh.. 366 Gottlob, die Herbstzeit. 148 Herr, ich habe mißge.. 258 Gottlob, ein neues Kir. Herr, ich zähle Tag und 531 Gottlob, ein Schritt... 538 Herr Jesu, aller M.. 172 Gottlob, mein Jesus.. 62 Herr Jesu Christ, dich. 4 Gott macht ein großes. 195 Herr Jesu Christ, dein. 89 Gott, mein Herz dir.. 332 Herr Jesu Christ, du.. 259 Gott sei Dank durch... 23 Gott sei gelobet und.. 300 Gottseligkeit ist kein G. 466 Gott Vater, aller D... 552 Gott Vater, Sohn und 236 Gott Vater, Sohn und 244 Gott weiß es alles.... 435 Großer Gott von alten 318 Großer Schöpfer, Herr 420 Herr Jesu Christ, wah. 484 Herr Jesu, deine Angst 544 Herr Jesu, der du selbst 350 Herr Jesu, dir sei.... 290 Herr Jesu, Gnadenson. 227 Herr Jesu, Licht der.. 60 Herr Jesu, meine Liebe 298 Serr, unser Gott laß.. 168 Herr, wie du willst,.. 444 Herr Zebaoth, dein. 193 Serzallerliebster Gott. 427 Serzlich lieb hab' ich.. 400 Herzlich tut mich verl. 485 Herzliebster Jesu, was. Silf, Gott, daß ja die 363 Silf, Herr Jesu, laß.. 51 Silf, mein Gott, wie. 194 Simmelan geht unsre.. 460 Hinunter ist der Son. 326 Sochgelobter Gottesg.. 242 Höchster Tröster... Söret, ihr Eltern, Chr. 209 Sört auf mit Trauern. 509 Sosianna Davids Sohn 18 551 J. 698 $. 45 Habe Dank für Unter. 212 Hallelujah, Jesus lebt, 94 Sallelujah, Lob, Preis 131 Hallelujah! schöner M. 533 Halt im Gedächtnis J. 317 Heil'ger Gott, der du.. 413 Heilig ist uns diese S. 145 Helft mir Gott's Güte. Herr, allerhöchster Gott 222 Herr, aller Weisheit.. 424 Herr, auch ich will jezt 335 Herr, dein Gefeß, das 217 Herr, dein Wort, die. 558 Herr, deine Recht und. 216 Herr, der du vormals. 167 Herr, du hast nach dem 348 Herr, es ist von mein. 328 Herr Gott, der du mein 163 Herr Gott, dich loben alle.. 138 Herr Gott, dich loben wir No. Jauchzet Gott in allen 102 Ich armer Mensch, ich 261ch armer Sünder bin 394 Ich bin bei Gott in G. 282 Ich bin ein armer Sün 260 Lieder- Register. 699 No. 428 373 537 471 475 561 22 27 25 512 No. Ich bin ein Gast auf& 477 Ich bin getauft auf... 246 Ich danke dir demütig. 170 Ich danke dir, mein G. Ich denk' an dein G.. 519 Ich geh' zu deinem G. 514 Ich glaub' an einen G. 220 Ich habe Lust zu.... 479 Ich habe nun den G.. 279 Ich hoff' auf dich in.. 459 Ich komm' jeßt als ein 299 Ich liebe dich, mein$. 396 Ich lobe dich, mein G. Ich preise deine Gnad'. Ich ruf zu dir, Herr J. Ich finge dir mit Herz. Ich steh' an deiner Fr. Ich steh' mit einem Fuß Ich sterbe täglich und.. Ich weiß, an wen... Ich weiß, daß mein G. Ich weiß, es wird mein 476 Ich weiß von keinem.. 280 Ich will dich lieben.... 398 Ich will von meiner... 262 Je größer Kreuz.. 583 Jenen Tag, den Tag.. 523 Jerusalem, du hochgeb. 498 Jesu, dein heil'gen W. 76 Jesu, deine Passion... 71 Jeſu, der du meine S. 263 Jesu, der du wollen... 545 Jesu, frommer M..... 569 Jesu, geh voran. Jesu, Gnadensonne.. 542 Jesu, großer Wunderst. 56 Jesu, hilf siegen.... 580 Jesu, komm doch selbst. 304 Jesu, meine Freude... 305 Jesu, meiner Seelen.. 314 Jesu, meines Lebens L. 77 Jesu, Ruhe meiner S. 464 Jesu, stärke meinen G. 223 Jesu, wirst du bald. 526 395 271 Jesus Christus herrscht 549 Kyrie, Gott Vater in.. 128 Jesus Christus, unſer Heiland, der den... 104 Jesus Christus, unser Heiland, der von... 289 Jesus, Jesus, nichts... 307 Jesus lebt, mit ihm... 547 Jesus, meine Zuversicht 513 Jesus nimmt die Sünder an, faget....... 268 Jesus nimmt die Sünder an, wenn....... 269 Jesus soll die Losung.. 49 Jesus schwebt mir in.. 308 Jhr armen Sünder,... 270 Ihr Christen auserfor. 33 Ihr Christen schickt euch 421 In allen meinen Taten 445 Jn Christi Wunden... 491 In diesen schweren Zeit 333 In Gottes Namen fang 346 3n Gottes Namen geh'. 296 In Gottes Reich geht.. 248 ft Gott die Liebe. Ist Gott für mich, so.. 450 402 .... Kt. 121 26 103 Komm, du wertes Löse. 534 Komm, Gott Schöpfer ,. 119 Komm, Heil. Geist, S. 114 Komm, Heil. Geist, erf. 123 Komm, mein Herz, in. 293 Komm, o komm, du G. 115 Komm, Tröster komm.. Kommst du nun, Jesu, Kommt, betet an bei C. Kommt her und schaut. Kommt her zu mir,.... 390 Kommt, ihr Kinder die. 364 Kommt, Kinder, laßt.. 581 Kommt, laßt euch den. 425 Kommt und laßt uns.. König, dem kein.. König Jesu, streite... Kyrie, Eleison( Litanei) 70 411 550 557 Lieder- Register. L. No. Laß irdische Geschäfte.. 291 Laß mich dein sein.... 254 Lasset ab, ihr meine 2. 494 Lasset die Kindlein kom. 505 Lasset uns den Herren. 403 Lasset uns mit Jesu... 388 Liebe, die du dich.. 570 Liebster Jesu, sieh die. 211 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte. 240 Liebster Jesu, wir sind hier, dich. 700 3 554 Lob Gott getrost.. Lobe den Herren, den. 370 Lobe den Herren, o.... 379 Lobt Gott, ihr Christ.. 40 Lobet den Herrn, und. 342 M. 136 Mache dich, mein Geist 416 Mach's mit mir, Gott, 480 Macht hoch die Tür,... 19 Man lobt dich in der.. 577 Maria ging hinauf.... 135 Mein Abba kommt vor. 233 Mein Gott, ach lehre.. 426 Mein Gott, das Herze. 381 Mein Gott, ich danke.. 372 Mein Gott, ich lob'... 273 Mein Gott, ich klopf'.. 232 Mein Gott, ich weiß... 472 Mein Gott, sei... Mein Gott und Vater ,. 405 Mein Gott, weil ich in. 422 Mein Schöpfer, deine.. 182 Mein Schöpfer, steh... 564 Meinen Jesum laß ich nicht, denn.... Meinen Jesum laß ich nicht, weil..... 309 Meine Seel', ermuntre 78 Meine Seele senket sich 463 Meines Lebens beste... 315 Mensch, willt du leben 215 Merkt auf, ihr Men... 393 Mir ist Erbarmung. Mir nach, spricht Chr.. 386 310 568 No. 16 63 Mit dir, Herr Jesu, w. 489 Mit Ernst, o Menschenk Mit Fried' und Freud' Mit Freuden will ich.. 492 Mitten wir im Leben.. 486 Morgenglanz der G... 573 N. Nimm von uns, Herr ,. 158 Nun bitten wir den$. 117 Nun bricht die finstre.. 574 8 Nun danken wir dir,.. Nun danfet alle Gott.. 369 Nun danfet all' und.. 169 Nun das Werk ist an.. 361 Nun freut euch, I. Chr. 278 Nun gottlob, es ist vollbracht, und der Bund Nun gottlob, es iſt vollbracht, Singen, Beten 241 10 Nun gute Nacht, ihr.. 508 Nun jauchzt dem.... 5 Nun ist die Mahlzeit.. 341 Nun kommt das neue.. 14 Nun lasset Gottes Güte 189 Nun läßt du mich im.. 493 Nun laßt uns den Leib 510 Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott den 378 Nun, liebe Seel', nun. 175 Nun lob, mein Seel'.. 576 Nun nimm mein Herz. 382 Nun ruhen alle Wälder 327 Nun sich der Tag..... 329 Nun treten wir ins.. 52 Nur immer nach und.. 387 53 Anfang sonder Ende 44 daß ich tausend 3... 377 O du Liebe meiner.. 86 ewige Barmherzigk. 404 O Ewigkeit, du Donner 528 Ewigkeit, du Freuden 529 Freude über Freude 530 frommer Gott, ich.. 365 701 No. wie selig seid ihr doch 500 Wunder groß, Mar. 66 P. Prange, Welt, mit dei. 423 R. Rett, o Herr Jesu, rett 204 Rüstet euch, ihr Chr... 417 Lieder- Register. No. 160 323 O frommer und getr.. 166 Gott, der du aus... 139 O Gott der Ewigkeit.. 251 Gott, du frommer... 429 Gottes Sohn, Herr. 224 O Gott, mein Schöpfer 412 Gott voll Macht und 355 Gott, von dem wir.. 553 Gott, wer wird von..515 Ogroßer Geist, des... 183 Ogroßer Gott, jest... 164 Ogroßer Gott, o.. 187 Ogroßer Gott von.... Haupt voll Blut und 75 O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte.. heiligste Dreifaltigfeit, voll Majestät... 124 Heil'ger Geist, du... 113 Heil'ger Geist, fehr. 118 O Heiliger Geist, o.. 116 Herre Gott, dein. 156 Herr, vor dem sich.. 144 Jesu Christ, dein.... 536 Jesu Christe, wahres 177 Jesu Christ, mein.. 316 Jesu, einig wahres. 206 Jesu, Jesu Gottes.. 397 Jesu, süßes Licht... 325 Jesu, treuer Hirte.. 301 König aller Ehren.. 540 O komm, du Geist der. 174 O Lamm Gottes. 85 OLämmlein Gottes,.. 133 O meine Seel', erhebe. 180 Mensch, der Himmel 225 Opfer für die ganze... 61 O schönes Himmelreich 506 O Tod, wo ist dein.... 101 Traurigkeit, o Her.. 90 Vater, Gott von G. 181 Vaterherz, o Licht.. 467 weil ein heilig A.. 288 O welch ein tiefes Meer 185 welch ein unvergleich 243 Welt, ich muß dich.. 584 Welt, sich hier dein. 79 S. Schaffe in mir, Gott, 31 294 457 546 ein reines Herze.... 295 Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz.. Schaffet, schaffet, Men. Schatz über alle. Schaut, schaut, was ist. Schmücke dich, o liebe. Schwing dich auf zu.. Seele, geh auf G. Seele, was ermüdſt... Seelenbräutigam Seht, welch ein Mensch 74 Seid voll Glaubens,... 43 Sei getreu bis an das. 434 Sei Gott getreu, halt.. 435 Sei Lob und Ehr dem. 371 Sei Lob und Preis mit 579 Sei mir tausendmal... 80 Selig, wer mit Recht.. 245 Sieh, hier bin ich 571 313 383 418 572 Ehrenkönig 563 Singt dem Herrn ein. 375 Sollt es gleich bisw... 447 Sollt' ich meinem Gott 190 449 nicht singen...... Sollt' ich meinem Gott nicht trauen. Sorge doch für mein.. 362 92 So ruhest du, o meine. So tret' ich demnach.. 344 272 So wahr ich leb', Speis' uns, o Gott,.... 337 Straf mich nicht in.... 264 Stärk' uns, Mittler,... 252 Lieder- Register. No. Such, wer da will, ein. 284 Süßes Evangelium.... 199 702 Teures Wort aus Gott 197 Tu Rechnung, Rechn.. 520 Tut mir auf die schöne 142 Treuer Hirte.... Tröstet, fröstet mein 2. 134 11. 500 Uebergroße Wundergü. 283 V. Valet will ich dir geben 461 Vater, laß mich Gnade 265 Vater unser im Himmelreich, der du..... 235 Vater unser im Himmelreich, geheiliget werd' 237 Verleih uns Frieden... 354 Versuchet euch doch.... 228 Verzage nicht, o Häufl. 208 Vom Himmel hoch, da. Vom Himmel kam der. Von dir, o treuer Gott 408 Von Gott will ich nicht 451 Vor dir, Todesüberw.. 566 35 36 No. Wenn dein herzliebſter. 285 Wenn fleine Himmels. 585 Wenn dort das Allerh. 522 Wenn einer alle Kunst 401 Wenn ich die hei'gen... 218 Wenn meine Sünd'. 93 Wenn mein Stündlein. 488 Wenn wir in höchsten.. 157 Werde munter, mein.. 330 Wer Gott vertraut, hat 453 Wer Gottes Wort..... 352 Wer Jesum bei sich hat 311 Wer ist wohl wie du... 306 Wer nur den lieben G. 454 Wer weiß, wie nahe... 474 Wie bist du doch so.... 161 Wie fröhlich ist doch... 275 Wie Gott mich führt,.. 443 Wie groß ist des A.... 578 Wie heilig ist doch dies. 297 Wie ist es möglich, höch 436 Wie ist die Welt so fein 407 Wie kurz ist doch der.. 497 Wie schön ist's doch,$. 359 Wie schön leucht't uns der Morgenstern, vom Fir.. Wie schön leucht't uns der Morgenstern, voll Gnad... 303 20 Wie soll ich dich empfa. Wie wohl ist mir, o Fr. 462 Will jemand Christi J. 414 Willkommen, Held im. 548 Wir blicken auf, o Herr 141 Wir danken dir, Gott ,. 213 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns.. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen.. 556 151 Wach auf, du Geist der 173 Woch auf, mein Herz ,. 321 Wachet auf, ruft uns.. 516 Walte, walte..... Wär' Gott nicht mit.. Warum betrübst du dich Warum machet solche.. Warum sollt' ich mich.. 452 Was alle Weisheit in. 126 Was frag' ich nach der. 430 Was fürcht'st vu, Feind Was Gott tut, das ist. 442 433 50 58 Was kann ich doch für. 192 Wir danken dir, Herr Was mein Gott will,.. 441 322 Jesu Christ, daß du vom Him.. 87 112 Was mich auf dieser... 431 .. 535 Weg Traurigkeit, weich 438 Weil nichts gemeiner ist 473 Wir danken Gott für.. 340 Wir danken dir, o treu 274 703 No. Wohl dem Menschen,.. 200 Wohl mir, Jesu, du... 91 Wo ist denn hin mein. 504 Womit soll ich dich.... 376 Wo soll ich fliehen hin. 267 Wunderbarer Gnaden. 37 Lieder- Register. No. Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer 219 Wir glauben all' an einen Gott, Vater... 562 Wir haben auch ein O. 105 Wir liegen hir zu dei.. 159 Wir liegen, Herr, in.. 140 Wir Menschen sind leb. 266 Wir Menschen sind zu. 196 Wir singen dir, Im... Wo Gott, der Herr,.. 155 Wohlauf, mein Herz... 229 Wohl dem, der in Got. 358 Wohl dem, der sich mit. 391 42 3. Zeuch ein zu deinen... 122 Zeuch hin, mein Kind.. 586 Zion flagt mit Angst.. 205. Zions Burg ist meine.. Zu Mitternacht ward.. 524 3wei Ort', o Mensch,.. 527 Ferzeichniß der Psalmen, mit Rücksicht auf die Sonn- und Festtage. 1. Advent 2. 3. R -" 3. 4. 6. Sonn- und Festtage. 4. 1. Chrift- Tag. 2. .... ********** ...... Sonntag nach Chrift- Tag Neujahr Nach Neujahr...... Erscheinung Christi( 6. Jan.).... 1. Sonntag nach Epiphanias 2. ...... Septuagesima Seragesima Esto mihi Invocavit. Reminiscere Druli.... Lätare Judica.. Palmarum.. Gründonnerstag Charfreitag. Ofterfest. Oftermontag Quasimodogeniti...... Misericordias Domini Jubilate Cantate Rogate Dimmelfahrt. Grandi Pfingstfest Fingtmoning Lrinitatisfet ............... .......... .......... ***** ********* ...... ...... ......... ****** ............ ( 704) ...... ....... ....... ....... ........... ............ ......... ........ *********.. ************** ............ ********* ...... Psalmen. 2, 8, 24, 102, 118. 29, 50, 70, 93, 98. 24, 98, 132. 24, 93, 45, 110. 45, 92, 148. 42, 98, 121. 117, 135. 30, 34, 40, 65, 148. 62. 5, 8, 72. 121, 122, 127. 104, 127, 128. 13, 33, 127. 46, 65, 87. 17, 91, 129. 15. 38. 1. 31. 91. 25. 25. 84. 7, 43. 92. 23, 111, 114. 22, 40, 69. 16, 41, 110. 1, 62, 19 22, 29, 116, 133. 23 100. 12, 45, 56, 66, 126. 29, 41, 98, 140. 1, 50, 54, 104, 141. 33, 47, 68. 27, 36, 44, 83, 116, 113 27, 33, 46, 78, 143. 30, 103. 2, 27, 33, 110. FREUND 2. 1. Genntag nach Trinitatis.. 3. 9. 10. 11. 12. 13. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. Verzeichniß der Psalmen. Verzeichniß- Fortgefeßt. Sonn- und Festtage. 24. 25. 26. 27. .... ... e ........ ...... .... ....... ***** ...... ......... .......... .......... ******.. ******* ...... ...... ..... ........ …........ ....... ...... ......... ....... ........ Michaelis- Fest. Ernte- Fest...... Reformations- Fest Tag aller Heiligen( 1. Nov.)... Kirdweib- Fest. Missions- Fest Zur Kriegs- Zeit Friedens- Best. Schlug des Kirchenjahres. Sabres- Schluß. 27, 39, 42, 48, 86 6, 32, 133. 7, 64, 82, 85. 25, 28, 38, 90. 10, 70, 74. 41, 112, 126, 41, 91. 12, 66. Darstellung Jefu im Tempel Maria Verkündigung.. Tag Jobannis des Täufers 91, 125, 135. ..... 33, 45, 50. Uebergabe der Augsburgischen Confession... 103, 134, 150. Mariä Heimsuchung 12. 91. 65, 95. 104. 46, 126. 116. .............. .......... Psalmen. ****... 4, 49, 53, 62. 19, 22, 72, 78, 144. 25, 32, 51, 95. 15, 112. 8, 117, 127, 128, 130 15, 32, 133. 107, 145. 5, 12, 81. 14, 50, 112. 3, 21, 59, 95, 137. 32, 51, 130. 34, 90, 115, 117. 70, 143. 50, 117, 136. 23, 49, 65. 90, 116. 50, 113. 34, 110. 7, 32, 39, 103. 1, 45, 99. 705 23, 27, 84. 19, 72, 96. 91, 121. 46. 27. 90, 121. Berzeichnik der Pfalmen, * ad Maßgabe ihres Juhafts L. Bet- falmen. Für die Kirche: 3, 5, 28, 59, 64, 71, 74, 77, 79, 80, 83, 94, 112, 12: Wider ihre Feinbe: 7, 19, 26, 27, 42, 54, 56, 57, 62, 141. Wiber ben Papst und seinen Anhang: 10, 12, 36, 44, 55, 69, 70 94, 109, 120. Um den Frieden der Kirche: 60, 86, 137, 140. Um bas göttliche Wort: 67, 69, 119. Um Vergebung der Sünden, und um Leitung durch Gottes Bert und Geift: 38, 59, 86, 90, 130, 141, 142. Für weltliche Obrigkeit: 20, 62. Biber das böse Gewissen: 6, 38, 88. II. Buß- falmen. 6, 32, 38, 51, 102, 130, 143. III. Dank- Pfalmen. Für das Wort und andere geistliche Gaben: 34, 42, 66, 103, 109, 122, 138, 145, 147. Für leiblichen Segen: 33, 105, 107, 108, 114, 116, 139, 144, 146. Für Rettung der Kirche: 76, 86, 108, 111, 116, 135, 136. Für Rettung von Tyrannei und andern Nöthen: 9, 18, 30, 66, 113. IV. Sehr- Pfalmen. Bon Vergebung der Sünden: 51, 139. Bom Bertrauen auf Gott allein: 4, 33, 91, 112, 115, 131, 146, 148. Bon Gottes Wort und Gottesfurcht: 1, 15, 41, 78, 81, 92, 95, 96, 100, 112, 149. Wie es den bösen Buben oft wobl, und den Frommen übel in der Welt gebt: 37, 39, 49, 52, 63, 73, 92, 129. Für die Kirchen- Lebrer: 134, 150. Für die weltliche Obrigkeit und den Haus- Stand: 2, 82, 101, 125, 127, 128, 133, 144. V. Troft- falmen. Gott erhält die Kirche und stürzt ihre Feinde: 3, 11, 23, 33, 36, 46, 47, 76, 124, 125, 126. VI.Weiffagungen. Chrifti Person und Amt: 2, 110, 118, 138. Cbrifti Leiben und Herrlichkeit: 2, 8, 16, 21, 22, 41, 68, 69, 109. Ausbreitung des Evangelii: 19, 40, 45, 47, 50, 72, 78, 93, 97, 98. VII. Beit- falmen. Rorgens: 63, 103, 130. Mittags: 4, 7, 19, 104, 121. beabs: 3, 4, 8, 91, 104, 127, 134, 139. ( 706) S Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan 2 15 414,30 6 17 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8