A Greb Lobet den Herri den mächtigen König Ghren. der 1872 Gb 2172 Neues Gesangbuch zur Befördernug der öffentlichen und häuslichen Erbauung. Büdingen, im Verlag der Heller'schen Hofbuchdruckerei. Gb 217 2 amilaunt for bites pudo 18 pojasad#fla Unlv. Bibl. Giessen 0 Inhalt. Allgemeine Lieder bei den öffentlichen Gottesdienst. Drums Von Nro. 1 bis 9 031 04 Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 190 mot IZ I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. Nro. 10-18 19-46 II. Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 1. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 2. Allwissenheit. 3. Allmacht. 4. Allgegenwart. 5. Allweisheit. III 6. Heiligkeit und Gerechtigkeit. 7. Treue und Wahrhaftigkeit. 8. Güte, Liebe, Gnade, Barmherzigkeit. 9. Geduld und Langmuth. 19-22 23-26 27-29 30-31 32-34 35-36 37 38-44 45-46 $ 885 III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 47-51 IV. Von der Schöpfung. 52-57 V. Von der Vorsehung und Weltregierung. 58-71 VI. Von den Engeln. 72-76 VII. Vom Menschen und dessen Bestimmung. 77-86 2* VIII. Von IV Inhalt. VIII. Von der Sünde, Verderben und Elend des Menschen. IX. Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung der Menschen. X. Von der Person des Erlösers. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 1. Adventslieder. 2. Weihnachtslieder. 3. Vom Namen Jesu. 4. Von der Erscheinung Christi. XII. Vom Geschäfte und Wandel Jesu auf Erden. XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Christi. 5. Leiden Jesu vor dem jüdischen und römischen Gericht. 6. Kreuzigung Jesu Christi. 7. Letzte Worte des sterbenden Erlöfers. 8. Tod Jesu am Kreuz. 9. Anwendung der Leiden und des Todes Jesu. 1. Zu Bußgesinnungen. 2. Zur Stärkung im Glauben. 3. Zur Gegenliebe und Dankbarkeit. 4. 3ur Selbstverleugnung. 5. Zur Treue und Beständigkeit. 6. Zum Trost und zur Beruhigung, 10. Begräbniß Jesu Christi. 87-92 93-99 100-102 1. Erweckung zur fruchtbaren Betrachtung der Leiden Jesu. 2. Das Leiden Jesu am Delberg. 3. Das Leiden Jesu bei seiner Gefangennehmung. 4. Jesus von seinen Jüngern verlassen, von Petro verleugnet. 103-129 103-113 114-127 Shoplice128 129 130-136 137-182 137-146 147-148 149-150 151-152 153-156 157-159 160-165 166-167 168-181 168-170 171-172 173-176 177-178 179 180-181 182 XJV. Von Inhalt. XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. 1. Gewißheit und Freude darüber. 2. Lobpreisung Gottes und Christi. 3. Jesu Auferstehung ein Beweis seiner göttlichen Sendung. 09 4. Erweckung zur geistlichen Auferstehung. 5. Trost und Hoffnung aus der Auferstehung Jesu Christi. XV. Von der Himmelfahrt Jesu Christi und sigen zur Rechten Gottes. 1. Erweckung zur Freude darüber und Lobpreisung Gottes. XVI. Vom heiligen Geist und dessen Gnadenwirkungen. 1. Freude und Lobpreisung Gottes darüber. 2. Um des Heiligen Geistes Gaben und Beistand. XVII. Vom Worte Gottes. 1. Hoher Werth desselben. 1. Des Gesetzes. 2. Des Evangeliums. F 183-201 2. Lobpreisung Gottes für sein Wort. 3. Bitte zu Gott um würdigen Gebrauch desselben. 3* 202-204 2. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen. 205-208 3. Fürbitte Jesu zur Rechten Gottes. 4. Christus wird wieder kommen. 183-185 186-189 190-193 194 195-201 202-210 209 210 211-228 211-214 215-228 229-245 229-235 231 232-234 236-237 288-245 XVIII. Von VI XVIII. Von der Taufe. Inhalt. Bei einer Taufhandlung. Vor der Taufe eines oder mehrerer Kinder. Nach der Taufe eines oder mehrerer Kinder. ECT OP XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindung solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffene Christen denken und handeln wollen. 1. Bei der Vorbereitung zu Hause und in o 018 der Versammlung. XXI. Vom Tod. 246-250 251-255 2. Unmittelbar vor der Kommunion. 256 3. Bei der Kommunion. 257-263 4. Nach der Kommunion. Tue Jantun 263-266 XX. Von der christlichen Kirche. mbur 267-279 ors 1. Ihre Sicherheit unter Gottes Schutz. 267-270 2. Um Erhaltung und Ausbreitung der christlichen Religion und Kirche. 3. Das Glück ein Christ zu sein. pt 251-266 1. Heilsame Betrachtung des Todes. 2. Warnung vor Sicherheit. 3. Beruhigung und Trost frommlebender Christen wider die Schrecken des Todes. 4. Ende des Frommen. 249 250 XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jesu dazu. 2. Vom Weltgericht selbst. 271-276 277-279 of 172 280-307 280-289 290-293 294-305 306-307 XXII. Auferstehung der Todten. m 308-314 1. Gewißheit derselben. 308-309 2. Freude darüber und Lobpreisung Gottes. 310-311 3. Anwendung derselben zum Trost und zu frommen Gesinnungen. 312-314 315-323 315-317 h 318-323 XXIV. Von Inhalt. XXIV. Von der Ewigkeit. 1. Der Seligen für die Frommen. 2. Der Unseligen für die Gottlosen. TORRE 2056206 TIN TON dastro dute Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 224475 I. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kennzeichen und Wirkungen des ächten Glaubens. 324-331 324-330 331 1. Beschaffenheit derselben. Ermunterung 006 dazu. Warnung für Aufschub. 2. Empfindungen und demüthige Bitten eines erweckten und bußfertigen Sünders. 3. Trost bei redlichen Besserungsbegierden. 4. Dankbare Empfindungen eines Bekehrten. 5. Bekümmernisse des Frommen über noch anklebende Sünden. 3. Um Stärkung und Erhaltung des Lebens. III. Vom thätigen Christenthum oder von christlichen Gesinnungen und Handlungen überhaupt. 332-355 #I VII II. Vom Glauben u. seinen nächsten Folgen. 356-367 1. Nothwendigkeit und seligmachende Kraft des Glaubens. 332-336 337-348 349-353 354 355 1. Deren Nothwendigkeit. 2. Quelle guter Handlungen, Eigenschaften) und Glückseligkeit frommer Christen. 3. Entschließungen zum Dienst Gottes durch frommes Leben. 4. Bitten um wahres Christenthum. 5. Wider die Versuchung zum Bösen. 6. Erweckung zur Beharrlichkeit und Wachsthum im Guten und der dazu nöthigen rege Wachsamkeit und Selbstprüfung. 4 356-361 362 363-367 368-394 368-371 372-375 376-378 379-384 385-388 389-394 IV. Christ VIII Inhalt. IV. Christliche Gesinnungen oder Pflichten gegen Gott. 1. Erkenntniß Gottes. 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 3. Andenken und Freude an Gott. 4. Frommer Scheu oder kindliche Ehrfurcht vor Gott. 5. Gehorsam gegen Gott. 6. Vertrauen auf Gott. 7. Zufriedenheit mit Gott und Ergebung in seinen Willen. 8. Vom Gebet. 1. Pflicht und Beschaffenheit des Gebets auch Erweckung dazu. 2. Kraft, Nußen und Segnungen des Gebets. 3. Das Gebet des Herrn. 4. Andere allgemeine Bitten zu Gott. 5. Besondere Bittgefänge. Um geistliche Wohlthaten. Um leibliche Wohlthaten. Ulm Gesundheit. Um Segen in Berufs- und Nahrungsgeschäften. Um Rettung aus Noth und Gefahren. Allgemeine Fürbitte. 9. Lob und Dank. 1. Pflicht des Lobes Gottes und Erweckung dazu. 2. Das Te Deum. 3. Lob- und Dankgesänge für alle Wohlthaten überhaupt. 395-512 4. Der Lobgesang Marien. 5. Für geistliche Wohlthates insonderheit. Für leibliche Wohlthaten. Für Gesundheit. Für Ernährung und irdischen Segen. Für Errettung aus Noth und Gefahren. 395-397 398-402 403-406 407-411 412-413 414-424 425-433 434-460 434-438 439-440 441-443 444-451 452-458 452-456 457-460 457 458 459 460 461-491 461-465 466 467-468 479 480-485 486-491 486 487-488 489-491 10. Ge Inhalt. 10. Gemeinschaftliche Gottesverehrung. 1. Pflicht und Nußen des öffentlichen Gottesdienstes 2. Würdige Sonntagsfeier. 3. Pflicht und Nußen des häuslichen Gottesdienstes. 11. Eidschwur und Heiligkeit desselben. 12. Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum den Erlöser. 1. Preis für die Erlösung. 2. Glaubige Zuversicht zu Jesu. 3. Liebe gegen Jesum. 4. Nachfolge Jefu. 5. Jesus und sein Heil das einzige Nothwendige. V. Pflichten gegen uns selbsten. 1. Selbstliebe. 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. Wider Stolz und Vermessenheit. 4. Sorge für die Seele. 5. Bewahrung eines guten Gewissens und dazu nöthige Wachsamkeit. 6. Sorge für den Leib und Erhaltung des Lebens. 7. Keuschheit und Mäßigkeit. 8. Arbeitssamkeit und Berufstreue. 9. Rechtes Verhalten gegen zeitliche Güter, Reichthum, Ehre 2c. 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 11. Verleugnung der Welt. 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 13. Rechte Anwendung der Zeit und des Lebens. VI. Pflichten gegen den nächsten. 1. Menschenliebe. 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. IX 492-497 492 493-496 497 498-500 501-312 501-503 504-505 506-508 509-511 512 513-575 513-514 515 516-517 518-519 520-523 524-527 528-529 530-533 534-536 537-540 541-549 550 551-567 568-575 576-602 576-580 581-585 3. Sanft X TO Inhalt. 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. des 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. I. Lieder für besondere Zeiten. 1. Morgenlieder. 2. Abendlieder. 827.023 Dritte Abtheilung. 097 890 E20-080 Abendlied im Leiden. 3. Lieder beim Jahreswechsel. end on plumdags Morgenlied eines Kranten.immistidis 001768 CTC- 804 0% dun dels dife 4. Bei den vier Jahrszeiten. 5. Zur Saat- und Erndtezeit. 4. Um Sonnenschein. Dank dafür. 5. Dank für die Erndte. 6. Bei sparsamer Erndte. 586-592 593-597 598-600 601-602 Sasto? 603-610 II. Lieder für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 611-658 637-644 1. Am neuen Jahrstag. 104 31 99700 637-642 2. Am Geburtstage. 643-644 e dou todelinst 611-524 1. 3ur Saatzeit. den tidn adsitus 01 2. Um Gesegnung der Feldfrüchte.girl 11 3. Um Regen bei großer Dürre.inda ST Dank dafür. 625 626-635 636 645-646 649-658 649 650 651 652 653 654 655-657 658 659-670 1. Für Inhalt. 1. Für Obrigkeiten. 2. Für Eltern und Kinder. 3. Für Herrschaften und Dienstboten. 807-004. Eines Alten. nuo ndionado n 5. Eines Jünglings. 6. Einer jungen Christin. 7. Einer Wittwe. 8. Einer Waise. III Lieder für besondere Vorfälle. 1. Bei Trauung der Eheleute. 2. Bei der Konfirmation junger Christen. 3. Bei der Einführung eines Predigers. 4. Bei Reisen. 5. In allerlei Gefahren und Nöthen. 1. Bei schweren Gewittern. Nach dem Gewitter. 2. Bei Feuersnöthen. Für Abgebrannte. Nach der Feuersgefahr. 3. In Wassersnoth. Nach geendigter Waſsersnoth. 4. In Kriegszeiten. Nach hergestelltem Frieden. 5. In Theurung. 6. Bei gefährlichen Seuchen. 7. In allgemeiner Roth überhaupt. 6. In Krankheiten. XI 659 660-663 664-665 Bei der Kommunion auf dem Krankenbetle. 666 667 668 8671-714 669 670 671-672 673 674 675-676 677-690 677-678 679 680-681 680-681 681 682 683 684 685 686 687 688-690 691-696 697 Nach XII. Inhalt. Nach erlangter Genesung. Fürbitte für alle Kranken überhaupt. 7. In Todesnöthen oder Sterbelieder. Fürbitte für einen Sterbenden. 8. Bei Sterbefällen. Chriftliche Trauer um Freunde. Beim Verlust eines frommen Freundes. Bei der Leiche eines Kindes. 9. Bei Begräbnissen. 698 699 700-708 709 710-712 710 711 712 af 713-714 Allgemeine 8 9 STUM 1 2 4 Allgemeine Lieder bei. Cumintind 8 dem öffentlichen Gottesdienst. 2 9 1. Beim Anfang desselb. 2. Laß es uns sein troft omm, heiliger geist! Er- und licht, Herr, auf allen unfüll die herzen deiner sern wegen; Unire starke zu gläubigen, Und entzünd, in versicht Wenn sich noth und ihnen das feuer Deiner gött- trübsal regen; Es vermehre lichen liebe; der du durch man- unsre freuden, Bis wir von nigfaltigkeit Der zungen Die der welt abscheiden. völler Der ganzen welt versammelt hast In einigkeit In voriger Melobie, des glaubens Halleluja, Halleluja. 4. Herr! vor deinem ange Mel. Vom Himmel hoch da. 2. Erhör uns gott, wir flehn sicht Sind wir hier dich anzubeten. Laß uns ohne andein haus betreten; Gib uns dacht nicht, Nicht ohn' ernst um licht, Verjage dei nen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn, Und herzen, die dich ehren Christe freudig deine wege gehn. lich flehn, aufmerksam hören. 2. Grleuchte unsere seele nun, wort viele gute früchte bringen 2. Laß dein seligmachend Stärk uns und lehr uns redich thun, Nach deinem wohlUnd durch seine Kraft sofort Tief gefallen, gott; Denn wir sind in unsre seelen dringen; Laß es unsern sinn erneuen, Und dein jetzt und im tod. 3. Mach uns im glauben des irrthums nacht zerstreuen. 3. Daß mit deinem wort tark und frei Von trägheit and von heuchelei; Zu dienen bekannt, Wir, was du befohdir die lebenszeit In christli- len, üben; Dich und ben, ben cher rechtschaffenheit. du gesandt, Jesum christum 4. O höchster, unser lobge- und feine freude uns von dies herzlich lieben! Daß kein leid sang Gefalle dir und unser CUNT PHOTO dank, Bis wir vor deinem ſer liebe scheide. DS HOME Ind throne stehn, Und dann voll- 5. Liebster Jesu! wir sind kommer dich erhöhn. hier Um dein göttlich Mel. Liebster Jesu wir sind hier. wort zu hören: Gib uns an3. Gib herr, daß dein theu- dacht und begier Nach der wahrres wort Unsern geist heit theuren lehren, Daß die heut so durchdringe, Daß es herzen von der erden Ganz zu dann auch immerfort Frucht dir erhoben werden. in unserm leben bringe, Und 2. Ohne dich bleibt der ver daß es uns mächtig stärke Zur stand Stets mit finsterniß ume vollbringung guter werfe. geben; Drum so mach' uns recht A 2 Beim öffentlichen Gottesdienſt. recht bekannt, Was uns dient Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. zum frommen leben. denken, gutes üben, Kommt von deines geistes trieben. Gutes 8 vater send uns deinen geist, Der, wie dein wort es uns verheist, Mit seiz 3. Deiner wahrheit reines ner gnaden uns regiert Und licht Leuchte so in unsere see- uns den weg der wahrheit len, Daß wir ihrem unterricht führt. Folgen und das gute wählen. 2. Deffn' uns zu deinem lob Lenke du gebet und lehre Uns den mund Und mach uns deizum heil und dir zur ehre. nen willen fund. Rühr unser herz, stärk den verstand So wird Mel. Vom Himmel hoch da. 6.9 heiliger geiſt! laß uns dein nam' uns wohl bekannt. dein wort So hören 3. Bis wir einst, deinen enheut und immerfort, Daß sich geln gleich, Dich preisen in auch stets durch deine lehr dem himmelreich, Und schauen Glaub' lieb und hoffnung in dich von angesicht In ew'ger uns mehr. freud' und sel'gem licht. 2. Erleucht uns huldvoll 4. Dir, gott, den erd' und durch dein licht, Versag uns himmel preißt, Dir vater, deideinen beistand nicht. Tröst nem sohn und geist, Dir der uns in aller unsrer noth, Gib mit hülf uns gern erfreut, Sei kraft zum guten bis in tod. Lob und preiß in ewigkeit. 2. Beim Schluß desſelben. M. Liebster Jesu wir sind hier. zu 7. Selig sind, gott, die dein 9 Höchster gott! wir danken wort Hören und dir, Daß du uns dein gleich bewahren. Drum laß wort gegeben. Hilf uns doch jetzt und immerfort Dieses glück nun, daß auch wir Nach demmir wiederfahren, Daß es selben heilig leben. Gib dem mich zum guten stärke Und glauben solche stärke, Daß er ich seinen trost bemerke. thätig sei durch werke. 2. Drück es fest dem herzen 2. Uns, o vater! lehrest du, ein, Und laß nichts es mir Was wir thun und glauben draus rauben; Selig werd' ich sollen. Schenk uns deine kraft denn schon sein, Auch bei ei- dazu; Gib zum wissen auch nem dunkeln glauben. Bis das wollen; Und zum wollen dereinst nach diesem leben Hell- das vollbringen; So wird alles res licht mich wird umgeben. wohl gelingen. Star لم Crste 3. II il 5 Et 6 T D 1 I T 5 T i 1 1 3 C 1 Erste Abtheilung. Lieder über die Glaubenslehren. I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. Mel. Herzliebster Jesu was hast. 7. O sünder frag das nagen10. Ist auch ein gott? de gewissen: Ist wohl ein gott? wer darf noch also o fühl doch in den bissen, Die fragen? Hört man nicht laute du empfindest, fühl bei böjer stimmen, die es sagen? Es zei- sache Den herrn der rache. gen schrift, vernunft und krea- 8. Doch nicht genug: es ist turen Der gottheit spuren! ein gott, zu sagen, Oft leug2. Sieh um dich her! sieh nets doch der mensch durch sein himmel, länder meere; Sich betragen, Wenn er, als wär der geschöpfe unzählbare heere; kein gott, in sünden wandelt, Schließ von dem bau und vom Und gottlos handelt. verstand der geister Auf ihren 9. Du sagst: gott ist und kennt meister. mein ganzes leben. Bist du 3. O! sich hierauf zu den ihm denn auch recht zum dienst geſtirnten höhen, Wo welten ergeben? Ist dank und gegen sich in ihren freijen drehen, liebe im gemüthe Für seine güte? Und von der bahn, ihr jahrs- 10. Im wohlstand trozig, ziel zu erreichen, Kein haar- zaghaft in beschwerden, Verbreit weichen! götterst du oft dinge dieser ers 4. Sieh! wie die jonne jahr den, Machst gold zum trost, und tage theilet, Wie auch der hältst fleisch für deinen retter; mond durch seine laufbahn ei- Elende götter! let, Und wie durch beide tag 11. O hilf uns, gott, doch und nacht auf erden Regieret deinen heiligen willen Mit rede lichkeit und herzenslust erfüllen; werden! 5. Was machts, daß diese Sonst werden wir beim ruhm ordnung stets vorhanden Und des glaubens lügen Uns selbst unverrückt jahrtausende bestan- betrügen. den? Kannſt du der gottheit 12. Laß uns dein wort den dasein, kraft und wesen Nicht weg der wahrheit lehren, Uns darin leſen? zeigen, wie der mensch dich 6. Sieh, mensch, du edler muß verehren. Bis du uns unter treaturen! Sich an dir einst zum himmel wirst erhee felbst der gottheit flare spuren! ben, Bei dir zu leben. Kannst du mit wahrheit dich M. Bach auf mein herz und finge. verständig nennen, und gott 11. gott! aus deinen mißfennen. werfen kann ich dein 21 2 daſein 4 Erste Abtheilung. dasein merken; In allen krea- Wie jammervoll, wie fürchterturen Find ich der gottheit spuren. lich Wird unser leben ohne 2. Das große weltgebäude dich! 15 Dein ruhm und meine freude 2. Wenn du nicht bist, wer Ruft in viel tausend chören: trägt und hält Und wer regieGott ist, ihn mußt du ehren! ret dann die welt? Und wer 3. Wer sprach es, daß die sorgt für mein leben? Zu wem erde, und daß der himmel wer- joll sich mein lobgesang, Daß de? Wer sprach es, daß im ich einst ward, zu wem mein meere Des wassers sammlung dank, daß ich noch bin, erhewäre? ind in ben? Verhängniß oder ohnge4. Wer ließ in jenen höhen fähr Wär dann mein gott! Das sternen heer erstehen? und blind ist der! Dann wär hieß des donners brüllen vernunft und freiheit spott; Die welt mit furcht erfüllen? Und schreckenvoll wär mir der 5. Du bist's gott! deine tod! Gott, wahrer gott! Wie werke Erzählen deine stärke grau'nvoll wird mir deine welt, Und deine weise güte Dem Wenn nicht dein arm sie führt achtsamen gemüthe. und hält. 6. Das würmchen in dem 3. Kann ohne dich ein glück ftaube, Die bunte raup am laube, erfreun, Für mich ein gut auf Das gras, die schlanken halmen erden sein? Und kann ich's Sind deines ruhmes psalmen. froh genießen? Was hilft mir 7. Herr du bist hoch erho- freiheit und verstand? Iſts ben, Und ewig hoch zu loben; keine wohlthat deiner hand? Wenn auch der sünder rotten Was nüßt ein gut gewissen? Dich leugnen und verspotten. Bist du nicht ſo erfreun sie 8. Laß alle, die dich kennen, nie, Ein traum ist ihre lust, Und dich mit ehrfurcht nennen wie sie. Die erd' ist finsterniß; Und die dir fest vertrauen, tein licht Strahlt her von deiDein gnädig antlitz schauen. nem angesicht. Kein himmel M. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. jauchzt; Auf erden opfert nie12. Weh dem, der leugnet, mand dank Von anfang bis daß du bist. Unend- zum niedergang. licher! sein leben ist Ihm leer 4. Ach wüßt ich keinen gott, von edler freude. Sein wilder wohin, Wollt ich vor starfen lasterhafter blick Sehnt sich hassern fliehn? Wem klagt ich umsonst nach wahrem glück; ihr verbrechen? Der unschuld Umsonst nach trost im leide. thränen, ihren tod Erhebe sich Die lust zu edlen thaten flieht. fein mensch, kein gott, An ihVor ihm, der seinen gott nicht rem feind zu rächen. Vor sieht. Nie fühlet sich sein herz schmach und ungerechtigkeit erfreut Von Wonne der unsterb- Gäb nur das grab ihr sicherlichkeit. Gott, unser gott! heit. Mit ihrem hauch wird auch I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. 5 auch ihr flehn Um recht und kein mensch kann kommen: Was um gericht verwehn Und er ists, das wir von deinem ruhm ihr feind, Der fünder, welcher vernommen? Ach nur ein theil gott nicht glaubt, Erhöbe wie von deiner majestät, Die über ein berg sein haupt. alles dich, o gott, erhöht. 5. Gedanke, der mein herz 3. Dein ew'ges sein, dein erhöht: Daß dies mein fleisch ganz vollkommnes wesen, Das, einst aufersteht, Daß seelen was du wirkst und was dein nimmer sterben; Wenn gott rath erlesen Ist viel zu hoch nicht lebt, was trau ich dir? für menschlichen verstand, Von Nur falsche hoffnung gibst du engeln selbst wirst du nie ganz mir Und endigst mit verderben. erkannt. Mich ruft mit huld im ange- 4. Wie sollt ich denn, ich jicht, Kein gott aus grabes staub, mich unterwinden, Unnacht ans licht! Mein geist ist endlicher, dich völlig zu ergrünauch des todes raub! Nie auf den? O mache mich von solerstehn wird dieser staub! Gott chem dünkel frei, Daß mir richtet nicht. Auf tugend war- dein wort des glaubens richttet dort kein lohn Und hier schnur sei. folgt ihr oft schmach und hohn. 5. Mein eigner geiſt kann 6. Nein! ch' ich zweifle, daß sich leicht hintergehen. Dein du seist, Unwandelbarer, ew' wort ist wahr, es bleibet ewig ger geist, Mag mich die welt stehen; Erforsch ich gleich dein verspotten; Laut will ich zeu- göttlich wesen nicht, So gnüge gen, daß du bist, Und daß es mir davon dein unterricht. schnöder frevel ist, Dich fühlen 6. Von dir, durch dich, zu und dich spotten! Mein leib dir sind alle dinge: Gib daß ich und feel freut sich in dir, Un- dir mich selbst zum opfer bringe. sterblicher, weich nicht von mir! Begreif ichs nicht, wie du die Was sind die leiden dieser zeit, welt regierst, So sei mirs Dem, der sich deines daseins gnug, daß du mich selig führst. freut? Dort im gericht, Wenn 7. Einst wirst du dich mir erd' und himmel untergehn, näher offenbaren. Einst werd Wirds, daß du bist, der spöt ich mehr von deinem rath erter sehn. fahren; Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, 13. Grhabner gott! was Geglaubt, gefolgt und treu reicht an deine größe? dich hier verehrt. si Mel. Dreieinigkeit ber. Denk ich an dich, so findt sich 8. Drum hilf, daß ich mit meine blöse! Ich fühle, herr, chrfurcht vor dir wandle, In daß du unendlich bist, Und allem thun nach deinem willen daß umschränkt mein forschend handle; Zufrieden sei, wie du denfen ist. mich hier regierst Bis du mich 2. Du wohnst im licht, dazu einst zu deinem himmel führst. 9. Dann Erste Abtheilung. 9. Dann werd ich dich im fehle: Gib mir, weil ihre kräf heller lichte sehen, Und froh te leicht ermüden, Ernst, lust in dir dein ewig lob erhöhen; und frieden. Herr! du bist groß und zeigst es 8. Dann werd ich immer mit der that, Unendlich groß besser dich erkennen, Und täglich an huld, an macht und rath. mehr von deiner lieb entbrennen, Mel. Herzliebster Jesu. Dir gern gehorchen, fröhlich 14. Wenn ich, gott! mei- dich erheben Und gott dir leben. nen geist zu dir erMel. Mein Gott das Herz. hebe, Dich suche, dich zu finden 15. Singt unſerm gott ein mich bestrebe: So mußt du frohes lied! Er ist's ſelbst, recht groß von dir zu und keiner mehr. Groß, undenten, Die fraft mir schenken. aussprechlich groß ist er, Der 2. Was ist im himmel, höch- weltfreis sein gebiet. ster! was auf erden Das so, 2. Groß ist sein nam; er wie du verdient erkannt zu will und sprichts; Da ſteht werden? Welch wissen ist wohl voll herrlichkeit Der welten herrlicher zu nennen, Als dich meng' und er gebeut; So falau fennen? len sie in nichts. 3. Dich suchen ist die herr- 3. Licht ist sein kleid, unendlichste der sorgen; Zwar bist lich reich, Ein meer von seligdu unerforschlich und verbor- keit, Von ewigkeit zu ewigkeit gen; Doch willst du, wenn Ist er, wer ist ihm gleich? wir nur dein licht nicht hassen, 4. Er überschaut, was ist Dich finden lassen. und war m himinel, erd' und 4. Mit lauter stimme lehren meer, Und seiner werke zahllos deine werke Uns deine weisheit, heer, Bleibt vor ihm offenbar. deine güt und stärke Auch hast 5. Des freuet euch! die lieb du selbst sei hoch dafür ge- ist gott, Das beste seine wahl priejen! Uns unterwiesen. Groß seine thaten allzumal, 5. Und immer mehr willst du Und heilvoll sein gebot! dich offenbaren, Wenn, was du 6. Gerechtigkeit und wahrheit lehrst, wir nur getren bewahren; ist Die feste seines throns Lobt Wenn wir, was deine lehren wir ihn, der auch des erdensohns, ken sollen, Uns bessern wollen. Des menschen nicht vergiſt! 6. Ach möcht ich, gott aus 7. Er fennet uns; er ist mir allen meinen träften, Dich su- nah; Im abgrund, in der höh' chen, auch bei sorgen und ge- Wohin ich fliche oder geh' Ist schäften, Mein Herz zu dir mich er doch immer da. leichter aufzuschwingen, Zur 8. Er ist um mich; vernimmt andacht bringen. mein flehn: Schafft meiner 7. Drum führe durch dein seele ruh. Siehts, wenn ich wort doch meine seele, Daß sie fehl und gutes thu; Und eilt den weg zum lichte nicht ver- mir beizustehen. 9.( r 7 I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. 9. Er wog mir seine gaben Wer darf sich ihm vergleichen? dar; Schrieb auf sein buch auch Wer hat ihn ganz erkannt? mich, Und meiner tage zahl, Macht euch von ihm kein bild! Da ich noch unbereitet war. Wer kann den höchsten sehen? 10. Ihm dank' ich alles, Ob er gleich alle höhen Und nichts ist mein, Das gott nicht jede tief erfüllt. angehört. Herr, deine huld, 3. Die sonn in hoher ferdie ewig währt, Soll stets mein ne Mag strahlenreicher glühn. loblied ſein. Glänzt heller noch ihr sterne! 11. Wer fasset deiner wun- Was seid ihr gegen ihn? Jhr der pracht, Die da sind, wenn seid mit eurer pracht, In eudu rufft? Ein jeder staub, den rem schönsten lichte, Vor seidu erschusst, Verkündigt deine nem angesichte Noch dunkler macht. als die nacht. 12. Hell strahlet aus dem 4. Wie sollen wir dich nenkleinsten halm, Gott, deine nen, Dich schöpfer der natur? weisheit her. Und au und Was wissen wir? wir fennen hügel, luft und meer Sind nicht halb die kreatur, die du deiner ehre psalm. hervorgebracht. Und du bist 13. Frohlokend preiset dich doch viel größer, Und unausdas land, Daß deine milde sprechlich besser, Als werke deitränft; Und forn und wein ner macht. und freud empfängt Der mensch 5. Von dir strömt alles leaus deiner hand. ben. Du bist der reinste geist, 14. Herr ohne deinen wil- Hafst alle kraft gegeben Dem len fällt Kein sperling hin engel, der dich preist. Zu deiund ich, Ich freute nicht des nes namens ehr Ertönen lobtrostes mich, Daß deine huld gesänge; In seiner brüder mich hält. menge, Im ganzen himmel her. 15. Ich fürchte, bleibest du 6. Stimm in der engel chöre, mein schuß, Gefahr und schre- O meine seele, auch! Sei voll den nicht. Und biete voller zu- von seiner ehre, Du seines versicht Der ganzen hölle trußz. odems hauch! Denn dies ist Mel. Aus meines herzens grunde. dein beruf! Auf, widme deine 16. Schwingt heilige ge- fräfte Dem würdigsten geschäf danken Euch von der te, Wozu dich gott erschuf. erde los! Gott, frei von allen 7. Im geiste bet ihn, seele! schranten, 3st unaussprechlich Bet ihn in wahrheit an! Liebst groß. Er ist ein geist, lobiingt du des herrn befehle, Wie seVor seinem angesichte! Gott lig bist du dann! Er hat unwohnt in einem lichte, Zu dem sterbichkeit, Und seligkeit und fein auge dringt. leben, Das alles will er ge= 2. Kein mensch kann ihn er- ben, Dem, der sich ganz ihmt reichen, Kein endlicher verstand. weiht! Mel. 8 Erste Abtheilung. Mel. Nun danfet alle gott. 17. Anbetungswürd'ger dich, unendlicher, Noch unserm verschließt: Dann sehn heller ein, Wie herrlich gott, blick Mit ehrfurcht stets wir nen. zu nennen! Du bist unendlich du, gott, bist. mehr, Als wir begreifen kön- 7. Indeß sei auch schon jetzt O flöße meinem geist Dein ruhm von uns bejungen. Die tiefste demuth ein Und Verschmähe nicht sein lob Von laß mich stets vor dir Voll lallend schwachen zungen! Dort ehrerbietung sein.soll, wenn wir dereinst In 2. Du riefst dem, das nicht hellerm licht dich sehn, Auch war, Um lust und seligkeiten stärker unser lied Dich, großer Aufs mannigfaltigste Um dich, gott erhöhn. herr, auszubreiten. Die liebem. Sei lob und preiß dem. biſt du ſelbſt, Verſtand und 18. Der herr ist gott und rath sind dein; Und du ge feiner mehr: Frohbranchst sie gern, Zu segnen, lockt ihm alle frommen! Wer zu erfreun. iſt ihm gleich? wer ist wie er? erde. 3. Du sprichst, und es ge- So herrlich, so vollkommen? schieht, Auf dein allmächtig: Der herr ist groß! sein nam' werde! Entstand dein großes ist groß! Er ist unendlich, grenwerk, Der himmel und die zenlos In seinem ganzen wesen. Mit deinem kräft'gen 2. Er ist und bleibet wie er wort Trägst du die ganze welt, ist! Wer strebet nicht vergebens, Und deine macht vollführt Was Ihn auszusprechen? wer er uns unmöglich fällt. mißt Die dauer seines Lebens? 4. Du bist der herren herr; Wir menschen sind von gestern Der erde majestäten Sind, höch- her; Eh' noch die erde war, ster, vor dir staub; Auch gei- war, er Noch eher als der ster fannst du tödten. Wen himmel. du erniedrigest, Gott, wer fann 3. Des ew'gen thron umgibt den erhöhn? Wen du erhöhen ein licht, das ihn vor uns verwillst, Des hoheit muß bestehn. hüllet. Ihn fassen alle himmel 5. Wer hat dich je gesehen? nicht, Die seine kraft erfüllet! Wer kann im fleisch dich sehen? Er bleibet ewig, wie er war, Kein sterblich auge reicht Bis Verborgen und auch offenbar zu den lichten höhen, Von wel- In seiner werke wunder. chen du mit huld Auf deine 4. Wir sind allein durch seine schöpfung blickst, Und alles was fraft Das, was wir sind und da lebt, Erfreuest und be werden! Er fennet alles, was glückst! er schafft, Sm himmel und 6. Herr, hier erkennen wir auf erden. Bei ihm ist weisDich noch sehr unvollkommen. heit und verstand, Und kraft Wird aber dermaleinst Der und stärke; seine hand Umvorhang weggenommen, Der spannet erd' und himmel. 5 3ft II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 9 5. 3st er nicht nah? ist er 7. Unsträflich bist du, heilig nicht fern? Weiß er nicht alle gut, Und reiner als die sonne. wege? Wo ist die nacht, da Wohl dem, der deinen willen sich dem herrn Ein mensch ver- thut; Denn du belohnst mit bergen möge? Umsonst hüllt wonne; Du hast unsterblichkeit ihr in finsterniß, Was ihr be- allein, Bist selig, wirst es ginnt; er siehts gewiß. Er ewig sein, Hast freuden, gott, sieht es schon von ferne. die fülle. 6. Wer schützt den weltbau 8. Dir nur gebühret lob ohne dich, o herr, vor seinem und dank, Anbetung, preiß und Falle? Allgegenwärtig breitet ehre. Kommt, werdet gottes sich Dein aufsehen über alle! lobgesang. Ihr alle seine heere! Du bist voll freundlichkeit, voll Der herr ist gott und keiner huld, Barmherzig, gnädig, voll mehr! Wer ist ihm gleich? geduld, Ein vater, ein ver- wer ist wie er? So herrlich, schoner. so vollkommen? II. Von den göttlichen Eigenschaften insbeſondere. 1. Ewigkeit und Unveränder- du, Gut und heilig stets wie lichkeit Gottes. du. M. Jesu komm doch selbst. 6. Du bist nicht ein menschen19. 11nermeßlich ewig ist kind, Daß du lügest, nicht gesinnt Gott der höchste! Wie der mensch der, wandelbar, herr, du bist, Wie du dich uns Nimmer bleibet was er war. offenbarst, Nun und ewig, der 7. Was du zusagst, ist gedu warst. wiß; Zwischen licht und fin2. Ewig bleibst du selbst dir ſterniß, Tappt der Mensch hin, gleich, Weis' allein und gnaden- wählt, bereut Plößlich wieder, reich, Ewig, mächtig und voll was ihn freut. kraft, Heilig und untadelhaft. 8. Sollt ich denn auf men3. Alle werke deiner hand schen traun, Nicht mein heil Waren dir, o gott, bekannt, auf dich nur baun. Ohne Eh' die welt auf dein geheiß weisheit und verstand BrunDa stand, deiner weisheit nen graben in den sand. preiß. 9. Nein, unwandelbarer, dein 4. Wie gegojne spiegel stehn Soll sich meine seele freun. Sei Deine himmel; doch vergehn mein fels, gott, sei mein licht, Deine himmel und die welt Ewig meine zuversicht. Sinkt, wenn sie dein arm nicht hält. M. Sei lob und ehr dem. 20. 5. Du nur bleibest, wie du bist, Was dein weiser rath be- ihren schließt Jst unwandelbar, wie blick 11nendlicher! den feine zeit Umschließt mit schranken: Beim deiner ewigkeit Vergehn anmir 10 Erste Abtheilung. mir die gedanken. Ich sinne wahrheit ist, verheist: Er soll Mein nach bewundrungsvoll, Und dein antlitz schauen. weiß nicht, wie ichs fassen soll: fleisch ruht auch nur kurze zeit: Du bist und bleibest ewig. Am erndtetag der ewigkeit Wirst 2. Noch ward von keiner du es auferweckent. sonne licht Durch eine welt ver- 8. Wenn alles um mich her breitet; Die Himmel jauchzen vergeht, Soll ich doch nicht ver dir noch nicht, durch deine gehen; Vor deinem thron, der macht bereitet; Noch war kein ewig steht, Soll ich auch ewig land, noch strömt kein meer An stehen. Du gibst an allem dei hoher bergen gründen her! Du nem heil, Gott, deinen wahren aber warst schon ewig. freunden theil: Auch mir ge 3. Von ewigkeit her sahest du wiß mit ihnen. Die fünft'ge welt entstehen. Und 9. Einst fallen erd' und him massest ihre zeit ihr zu Und mel hin An deinem weltgerichte: sahst sie untergehen. Vom en- Dann dank ich dir, daß ich gel bis zum wurm herab Wogst noch bin Und wohn in dei jedem du ſein ſchickſal ab Und nem lichte. Dann werd' ich ewig, nanntest ihn mit namen. ewig sein, Mich ewig deiner 4. Längst steht nun deine gnade freun Und meiner selig schöpfung da, Von dir bisher keiten. erhalten. Einst kommt sie ih- 10. Der seligen unsterblich rem ende nah; Sie eilet, zu keit, Die du mir dort willst veralten. Denn ihre jahre schenken, Laß mich in dieser fur werden viel, Und du bestim- zen zeit, O gott, mit ernst be mest ihr ein ziel mit weisheit denken, Sie sei mein trojt und mit güte. mein höchstes gut, Sie stärke 5. Kaum eine stund ist es mich mit fraft und muth, Ge vor dir, Vom anfang bis zum recht vor dir zu leben. ende. Kaum augenblicke leben mel. Liebster Jesu wir sind hier. wir, Die werke deiner hände. 21. Gott, du bist von ewigNiemals nimmt, gott, dein alter feit, Deine majeſtät zu; In alle ewigkeit wirst du und größe Mehrt und minder Derselbe sein und bleiben. teine zeit. Gib, daß ich das 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie vergesse. Nie auf freatu nie; Bleibst ewig meiner seele ren baue, Sondern dir allein Der fels, den sterbend ich für vertraue. sie Zur sichern zuflucht wähle. 2. Ewig und unwandelbar Denn deine gnad und wahrheit Ist dein grenzenloses wissen. ist, So ewig, als du selber bist Was dir einmal wahrheit war, Heil mir, daß ich dir traue! Wirds auch ewig bleiben müs 7. Mein leib ist sterblich, sen. Nie fanns deiner weiß nicht mein geist, Denn will ich beit fehlen, Nur das beſte zu dir vertrauen; Dein wort, das erwählen. 3. Du 11 11 II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 3. Du bist nicht wie menschen vor dir der heilige, der jünder. sind, Daß dich etwas renen Wie schnell enteilt das leben follte; Bleibest immer gleich doch von mir! Du, höchster, gesinnt: Und was je dein rath- du mur bleibest für und für. schluß wollte, Weiß dein mäch- 3. Du hast vorhin die erde tiges regieren Herrlich auch zubereitet; Dein arm, gott, hinauszuführen. hat den himmel ausgebreitet; 4. Sünden bist du ewig Doch sie vergehn, veralten wie feind, Wehe denen, die sie lie- ein fleid; Du aber daurst in ben! Ewig bleibst du derer alle ewigteit. in freund, Die was recht und gut 4. Das ist der trost, die ist, üben. Lehre mich in allen hoffnung aller frommen; Du dingen Deinen willen treu voll- schützest sie und läßt sie nicht bringen. umkommen, Ihr redlich herz 5. Immer ist dirs eine lust fann sich stets deiner freun. Menschenkinder zu beglücken Du bleibst ihr gott und sie Wohl dem, der sich auch mit sind ewig dein. lust Lernt in deine ordnung 5. Das sei mein trost in schicken. Der, der geht auf allen trüben stunden: Vom tode sichern wegen, Deinen segnun- selbst werd ich nicht überwungen entgegen. den. Nicht er, die sünde nur 6. Deine worte trügen nicht; trennt mich von dir; Du bleibst Du, du bist der ewig treue, mein trost, mein heil, auch Der das hält, was er verspricht; ewig mir. Gib, daß ich mich dessen freue,] 2. Allwiffenheit Gottes. Und mich, bis ich einst erfalte, Mel. Es wolle Gott uns gnädig. Fest an deine wahrheit halte. 23. Allwissender, vollkomin- 7. Mag doch dann die welt ner geist! Des auge vergehn, Mag mich alles doch alles siehet. Was nacht und verlassen. Du, du bleibst mir abgrund in sich schleust, Und ewig stehn. Deine huld wird dem sich nichts entziehet. Es mich umfassen, Wenn ich einst tann vor deinem hellen licht von hinnen scheide. Ewig bist Sich kein geschöpf verstecken. du meine freude. Was in der finsterniß geschieht Das weist du aufzudecken, Und T 9 Mel. Dreieinigkeit der. 22. Herr gott, du bist die an den tag zu bringen. zuflucht aller zeiten; 2. Selbst die gedanken fenDenn du bist gott in allen nest du, Eh sie in mir entsteewigkeiten; Dit warst es schon, hen, Und was ich wünsche, rede, eh erd und himmel ward, Eh thu, das kann dein auge sedu dich noch uns haft geoffen hen. Vor dir ist alles offenbar; Du prüfest herz und niebart. 2: Wer bin ich, herr, was ren; und alle gründe siehst alle menschenkinder? Staub ist du klar; Die unser thun regieren 12 Erste Abtheilung. gieren; Nichts bleibt vor dir gen; Du kennst mein ganze verborgen. thun, Und alle meine sorgen 1 3. Was deiner freunde herz Was meine seele denkt, Wa begehrt, Das weißt du, eh' sie dir bereits bekannt, Eh' de beten. Ihr seufzen wird von gedanke noch In meiner seel dir erhört, Eh' sie noch vor entſtand. dich treten. Was deiner feinde 2. Nie spricht mein mun rath beschließt, Das ist dir ein wort, Das du, o herr, nich unverborgen; Dir, der du ih- wissest; Du schaffest, was id ren anschlag siehst, Als wie thu, Du ordnest und beschlie den lichten morgen, Den keine sest, Was mir begegnen soll schatten decken. Erstaunt seh' ich auf dich, Wi 4. Was nach verfließung vie groß ist dein verstand! Wi ler zeit noch künftig wird ge- wunderbar für mich!. schehen: Das sieht dein auge 3. Wohin, wohin soll id allbereit, Als gegenwärtig ste- vor deinem geiste fliehen? W hen. Dir stellt sich alles dent tönnt ich jemals wohl Mid lich dar, Das, was erst noch deinem aug' entziehen? Füb 1 soll werden, Und was nun ist, ich gen himmel auf, So bil und was einst war Jm him- du, höchster, da; Führ' ich zu mel und auf erden. Wer sollte tief hinab, Auch hier bist d dich nicht fürchten? F mir nah. 4. Nehmt ich auch, schnell 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen; So wird dein fliehn, Die fittige vom mor auge künftig doch Die finster- gen, Selbst an dem fernste niß besiegen. Dein unpartei- meer Blieb ich dir nicht ver isches gericht Wird alles einst borgen; Auch da umschlösc entdecken, Was im verborgnen mich Doch deine allmachtshand t jest geschicht; Und schande, Denn du bist überall Und den E furcht und schrecken Wird dann ist jedes land. die heuchler treffen. 5. Wollt ich in finsterni 1 6. Laß mich, o höchste maje- Mich deinem aug' entziehen stit, Dein helles auge scheuen, So sucht ich doch umsoni Das nie ein heuchler hinter- Auch da dir zu entfliehen. Di geht mit falschen schmeicheleien. dickste finsterniß Ist vor di 1 Durchdringe kräftig feel' und helles licht; Die nacht gläns geist Mit deinen heitern blicken. wie der tag Vor deinem an Laß, was geheime schande heist, gesicht. Sammt allen bösen tücken, 6. Du warst schon über mit Mich stets sorgfältig meiden. In meiner mutter Leibe; Du bildetest mein herz, Gott, del 24. Herr, du erforschest mich; ich bin und bleibe. Ich dank Dir bin ich unverbor- dir, daß du Mich wunderbar M. Nun danket alle Gott. ge II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 13 gemacht, Und meiner, eh' ich könnt ich doch fliehen? Führ war, Schon väterlich gedacht. ich gen himmel, bist du da! 7. Du kanntest mein gebein, Jm tiefsten abgrund bleibst Gh' ich an's licht gekommen, du nah; Was kann mich dir Da ich im dunkel erst Die bil- entziehen? dung angenommen; Dein auge 3. Ja, höchster es kann deisah mich schon, Ch' ich berei- ne hand Mich allenthalben fintet war, Und meiner tage lauf den. Nichts bleibet dir herr! War dir schon offenbar. unbekannt, Nicht die geheim8. Was für erkenntnisse, Für sten fünden. Selbst finsterköstliche gedanken! Unzählbar niß ist vor dir licht. Ins sind sie mir; Denn sie sind dunkle bringt dein angesicht. ohne schranken. Mit ehrfurcht Nichts, nichts, kann dir entwill ich stets. Auf dich, mein gehen. Was ich gethan, geschöpfer, sehn. Dir folgen und redt, gedacht, Wird einst vor dein lob, So gut ich kann er dein gericht gebracht; Da muß höhn. of unl ich vor dir stehen. 9. Erforsche mich, mein gott, 4. Ach präge mir dies ernstUnd prüfe, wie ichs meine Ob haft ein; das böse zu vermeiich das wirklich bin, Was ich den. Laß all mein thun rechtzu sein mir scheine. Sieh ob schaffen sein; Mich nie von mein fuß vielleicht Sich einem tugend scheiden; Mich lieben irrweg naht, Und halte mich nur was dir gefällt Und die zurück Auf ebnem sichrem pfad. verbotne lust und welt Sammt Mel. Ein Lämmlein geht. ihrem reiz verachten. Laß mich 25. Herr, du erforscht und vor dir nach deinem wort, In fennest mich, Von frommer sorgfalt immerfort Nach außen und von innen! Mein deinem beifall trachten. thun und lassen kommt vor 5. Allwissender, erforsche du dich, Gehn, stehen und begin- Mein herz, sinn und gedannen. Was meine seele denkt fen. Bin ich geneigt von meiund dicht, Weist du vorher und ner ruh, Der tugend pfad zu fehlest nicht; Du prüfest herz wanken: Ja, bin ich schon auf und nieren; Du kannst auch bösem weg, So führe mich den wenn ich bin allein, Und gerne rechten steg. Entreiß mich dem wollt verborgen sein, All meine verderben! Gott! möcht' ich weg ausspüren.12 bond ſtets dich kindlich scheun! O 2. Es ist kein wort in mei- wie getrost könnt ich dann sein! nem mund, Das ich dir kennt Wie freudig einstens sterben! verhehlen. Du herr! siehst in des herzens grund, Ins inner- M. Es ist gewißlich an der Zeit. ste der seelen, Wo geh' ich hin 26. 11msonit! umſonst ver vor deinem geist, Da du selbst hüllst du dich, Mein die gedanken weist? Wohin herz, in finsternisse; Was kann ich 14 Erste Abth ilu g ich, gott, verbergen ich? Das tage des gerichts, Gleich the er nicht alles wisse? Und, seist ten, euch belohnen. du dunkler als das grab Tas auge gottes schaut hinab, Und kennet deine tiefen. 3. Allmacht Gottes. M. Madis mit mir gott nach. 27. Herr, deine allmag 2. Wo ist die Nacht der einreicht so weit, Al samkeit, Die mich vor ihm erd' und himmel reichet, Nicht verhehle? Er sieht euch schon, ist, das deiner herrlichkeit Un eh ihr noch seid: Gedanken deinen thaten gleichet. Es i meiner seele! eh' ich euch selbst kein Ding so groß und schwe empfinden kann, Von eurer er- Das dir zu thun nicht mög sten bildung an. Bis ihr euch lich wär. ganz entfaltet. 2. Du sprichst! und auf dei 3. Er fennet und erforschet mächtig wort Fällt alles di euch, Wenn er euch schnell zu füßzen Du führest deinen an entziehet, Bemerkt euch, wenn schlag fort, Bei allen hinder ihr, strahlen gleich, Schnell nissen. Du wintst: so steh auffahrt, schnell entfliehet! Ver- auf einmal da, Was vorhe gebens wünsch, ich: sterbt! noch kein Auge sah. vergeht! Ich haß euch! auf 3. Du hast dies große wel gezeichnet steht Ihr all' in sei- gebäu Allmächtig aufgeführet nem buche. Und erd' und himmel zeug 4. Der herr gedentet ihrer es sei Dein arm, der sie n noch, Jahrhunderte verschwin- gieret. Dein wort, das si den, Sie bleiben, und ich träu- geschaffen hat, Ist ihnen a me doch! Als wärens keine der pfeiler statt. fünden: Sie alle müssen an 4. Die menge vieler wur das licht, Wenn gott kommt, der zeigt, Daß, schöpfer, dei daß er im gericht Der herzen vermögen Weit über die gese rath enthülle. steigt, Die die natur beweger 5. Dann wird daß siegel Du bleibst ihr herr und ihre seines buchs Vor aller welt lauf Hebst du, nach weit gebrochen. Das urtheil des ver- willkühr, dienten fluchs Gedanken selbst 5. Was für ein wunder de gesprochen. Wo ist die nacht, ner macht Wird unser aug ein die sie verhehlt? Der richter sehen? Wenn nach der lange hatte sie gezählt, und keinen grabesnacht Die todten aufer sterben lassen. stehen: Wenn du von unser 6. Seid heilig, seid von gott staub den rest Zu neuen för nur voll, Gedanken meiner pern werden läßt. feele! Daß, wenn gerichtet wer- 6. Allmächt'ger! mein e den soll, Kein einziger mich staunter geist Wirft sich vo quäle. Seid heilig, und dann dir darnieder Die ohnmac fürchtet nichts. Gott wird am wie du selber weißt, Drud 1 21 € i T 1 15 II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere meinen geist und glieder. Heißt thiere da sich freuen, Mach mich zum zeugen deiner 280 niemand wohnen kann. kraft, Die aus dem tode leben Wer kann die sterne führen? schafft. Wer kann, als er allein Der 7. Ach zünd' in mir den dinge lauf regieren? Verderglauben an, Der sich auf dich ben und erneuen? Mel. Nun lob mein seel den. verlasse. Ist etwas, daß ich 4. Herr! dein ist alle stärke; fürchten kann Wenn ich dich Und alle hülfe, gott, ist dein. herr, umfasse? Gib, daß ich Das preisen deine werke, Die traue deiner kraft, Die alles deiner kraft allein sich freun. tann und alles schafft. Wir auch erfreun uns ihrer; Ihr lob sei unsere pflicht. O 28. Kommt, kommt den vater! o regierer! Wen hält, herrn zu preisen wen schützt sie nicht? Du lebst, Der groß von rath ist, groß du wirkst in allen: Dir, dir von that, Den gütigen, den vertrauen wir Erhalter! wer weisen, Der keinen seines glei- tann fallen, Getragen, herr, chen hat. Der herr thut große von dir? werke. Wer hindert seine fraft? Mel. Wir christenleut. Wer seines armes stärke, Die 29, Gott, grenzenlos! Unalles gute schafft? Er dehnet, denkbar groß! Der gleich gezelten, Die weiten urquell aller macht ist deine himmel aus. Er spricht: so stärke. Schon sahn wir hier, gehen welten Aus ihrem nichts So viel von ihr; Doch sehn wir heraus. faum den anfang ihrer werke. 2. Er will, und sonnen flam- 2. Durchflög ich gleich Dein men. Auch drängt das wasser, weites reich, Und sähe deine wenn er spricht, In wolken letzte sonne glänzen. Ich sähe sich zusammen; und ihre schläu- dort Doch nicht den ort, Wo che reißen nicht. Er ruft den du nicht, wärst; Säh nicht der ungewittern: daß meer wird allmacht grenzen. ungestüm. Des himmels säu- 3. Was du erschufft, Was len zittern. Die erde bebt vor du jetzt rufst, Und rufen wirst, ihm. Er will! und blizze zün- wer kann das alles zählen? den Gebirg an: sie vergehn Doch wolltest du Noch mehr Er spricht; und ruft den win- dazu Erschaffen, würd' es dir den! Schnell wird sein him an fraft nicht fehlen! mel schön. 4. So lange fließt Ihr quell 3. Wer, wer gebeut den und ist Doch nicht erschöpft, wellen: Hieher! nicht weiter! wird auch erschöpft nie werden. legt euch hie! Er legt in felsen Sprich nur ein wort Und er quellen! Sie rieseln und ver- fleußt fort In neuen himmeln siegen nie. Er füllet wüste- und auf neuen erden. neien Mit seinen wundern an; 5. Toch deine fraft, O gott ers 16 disdem Erste Abtheilung. erschafft: Nur was du willst, wo ich bin, nur dich, o herr! denn du bist gut und weise, Mein herz zur zuflucht wähle; Dies lehre mich, Damit ich Daß ich dein heilig ange schen, dich Für alles, was du willst Und dir zu dienen eifrig sei. und schaffest, preise. 7. Laß überall gewissenhaft 4. Allgegenwart Gottes. Nach deinem wort mich hanM. Wohl dem, der sich auf. deln! Und stärke mich denn 30. Nie bist du, höchster! auch mit fraft, Vor dir getrost von uns fern; Duzu wandeln. Herr! du bist wirst an allen enden. Wo ich um mich, o! verleih, Daß dies nur bin, herr aller herrn! Bin mir trost und warnung sei. ich in deinen händen. Durch dich nur leb und athme ich, Mel. Dreieinigkeit der Gottheit. Dann deine rechte schützet mich. 31.9 großer gott, der alle 2. Was ich gedenke, weissest ding erfüllet, Vor des du; Du prüfest meine seele Dussen blick kein dunkel uns versiehst es, wenn ich gutes thu: hüllet; Wohin soll ich vor deiDu siehst es, wenn ich fehle. nem anblick gehn? Und wohin Nichts, nichts fann deinem fliehn vor dir, herr, ungesehn? aug entfliehn; Und nichts mich! 2. Könnt ich auch schnell deiner hand entziehn. mich zu den wolken schwingen, 3. Wenn ich in stiller ein- Und wieder schnell bis in die samkeit Mein Herz an dich er- tiefe tringen; So hielte mich gebe, Und über deine huld er- doch deine hand auch da; freut, Lobsingend dich erhebe; Denn wo ich bin, da bist du, So hörst du es und stehst herr! mir nah! mir bei, Daß ich dir immer 3. Dein auge sieht, was freuter sei. nacht und abgrund decken, Es HOME 4. Du merkst es, wenn des kann sich nichts vor deinem Herzens rath Verkehrte wege licht verstecken; Du kennst ge wählet. Und bleibt auch eine nau das innre der natur böse that Vor aller welt ver- Der ganzen welt und jeder hehlet; So weist du sie und freatur. züchtigst mich, zu meiner beß- 4. Kein falscher gott, aus rung väterlich. falschem wahn verehret, Hat je 5. Du hörest meinen seuf sein volt das fünftige gelehret. zern zu, Daß hülfe mir erschei- Du aber weißt, was fünftig ne, Voll mitleid, vater, zählest wird geschehn, Und läßt auch du Die thränen, die ich weine. uns in deinem wort es sehn. Du siehst und wägest meinen 5. Du weist und hörst, 1 schmerz, und stärkst mit deinem was deine kinder beten, Du trost mein Herz. siehst, wenn sie im stillen vor 6. O drück, allgegenwärtiger! dich treten. Noch eh ihr mand Dieß tief in meine seele; Daß, dir ihren kummer sagt, Vernimmst II. Ten den göttlichen Eigenschaften insbesonder 17 nimmst du schon, was dir ihr hanget sie an nichts; In uns seufzer klagt! ermeßne weiten Ihr wohlthun 6. Vor menschen bleibt hier zu verbreiten; Ein schatten deimanche that verborgen. Dir nes lichts. aber ist die nacht ein heller 4. Wer hält im Gleichgewichte morgen. Und was hier noch so großer Körperlast? Wie in finsterniß geschieht, Entdeckt schwimmt die welt im lichte, einst dein gericht, dem nichts Das du geschaffen hast! Wer entflieht. weist die rechte bahn Den 7. Wohl dem, der hier vor mächtigen himmelsheeren Zum deinem antlitz wandelt! Und wohl, nicht zum zerstören, In stets vor dir und menschen sichrer ordnung an? 59771 redlich handelt, Der steht als 5. Wer rief, uns zu umges denn, als ein bewährter freund, ben, Die luft, die alles trägt? Getrost vor dir, wenn nun Durch sie hat alles leben, und dein tag erscheint. alles wird bewegt. Da sammeln 8. O prüfe selbst die inner- dünste sich, Und werden than sten gedanken, Ob sie vielleicht und regen, Und fruchtbarkeit von deiner richtschnur wanken? und segen Für pflanzen, thier Bin ich, o gott, noch auf ver- und mich. fehrtem steg, So führe du mich auf der wahrheit weg. 6. Wer hat sie so bereitet, Daß sie den blitz gebiert, Daß 5. Allweisheit Gottes. ste den wind verbreitet, den M. Von Gott will ich nicht lassen. schall zum ohre führt; den 32.3 ch lobe dich und preise leichten vogel hebt? Den schnel Dich, o mein gott! len fisch zum schwimmen, Und allein. Wer ist, wie du, so unsers mundes stimmen zu weise? Verstand und rath ist deinem ruhm belebt? por dein. Erwecke meinen geist, 7. Wer hob, o gott, die erde In allen deinen werken, Die Aus deinem meer heraus? weisheit zu bemerken, Die auch Theilt, daß sie fruchtbar werde, das kleinste preist. So gleich die wasser aus? Wer 2. Wohin mein auge blicket, sammelt jie? wer bricht. Die Seh ich, wie deine hand Ver- flüsse, wenn sie schwellen: bindet, ordnet, schmücket, Was Spricht zu der meere wellen: erst durch sie entstand. Sie Hierher! und weiter nicht? schaffet, sie erhält, Zu segnen 8. Wer hat den wald ge zu ergößen, Nach herrlichen pflanzet? Wer ruft das gras gesetzen, Den weltenbau der herauf? Gibt forn und most welt. und schanzet Gebirg und thäter 3. Du hingst in lichten fer- auf? Wer schmückt sie überall, nen, Hoch über uns hinauf, Wer gräbt dem feuer schlünde? Die Sonne mit den sternen, Legt in der tiefen gründe Den Uns zu erleuchten, auf. Da marmor, daß metal? 93 9. Herr 18 Erste Abtheilung. 9. Herr, deine weisheit nen blos erfüllen, Der seine schmücket, Verbindet und erhält, zieles nie verfehlt; Und aller Nährt, segnet, schüßt, beglücket feinde stolzen wahn, Als un Die lebensvolle welt. Sie rüh- vernunft beschämen kann. me mein geſang! Ich singe 6. O weisheit decke meine dir und preise Dich, gott! seele Des eigendünkels thorheit denn du bist weise Dir weih auf, Damit sie dich zum füh ich lob und dank. rer wähle In dieses lebeni Wer nur den lieben Gott läßt. ganzem lauf. Ich weiß da 33.D¹¹ u weiser schöpfer aller weg zur wohlfahrt nicht Drum der dinge, Der alles weiß, leide mich dein sichres licht. erkennt, versteht! Nichts ist 7. Du hast mich durch mei so groß, nichts so geringe, ganzes leben Bisher auf's wei Das nicht nach deiner ordnung seste geführt. Ja dir muß ic geht! Sie ists, die deine große die ehre geben, Daß du auf welt In ihrer dau'r und pracht beste mich regiert. D Leit erhält. mich durch welt und zeit Hin 2. Die vielen wundervollen über in die ewigkeit. werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie Ach was soll ich fünder machen. Unerforschlich sei mi immer Meines got durch deine stärke, So auch 34. durch deine weisheit da Unendlich, herr, ist dein verstand, tes weg und rath; Und di Der ganze weltbau machts be- nacht sei ohne schimmer, Di fannt. mich hier umschattet hat; Dod 3. Mit eben diesen Meister ist alles, was er thut, Wiel händen, mit welchen du die auch scheine, weis' und gut. welt gemacht Regierst du auch 2. Sollt ich das von got an allen enden, Was du höchst nur loben, Wo ich rath un frei hervorgebracht Du brauchst, weisheit seh? Jsts nicht ein o unerschaffnes licht! Der geschenk von oben, Wenn id menschen rath und beistand seinen weg versteh? Frevel der nicht, der da klagt: Daj nicht. 4. Was du zu thun dir vor- ihm gott mehr licht versagt? genommen, Krönt auch, so bald 3. Soll ein vater unterla du willst, die that. Wenn tau- sen, Was dem finde thorhe send hindernisse kommen, So ist Kühner tabler! engel fasse triumphirt dein hoher rath. Das, wo du im dunkeln bist Den besten zweck wählt dein Hier sollst du dem herrn ver verstand, Die mittel stehn in trauen, Und nur glauben, not deiner hand. nicht schauen. 5. Die Menge so verschiedner 4. Sollt er zu regiererinner willen, Wo jeder seinen weg Seiner werke, seiner well erwählt, Muß doch den dein- Meine Lüste setzen? setzen? sinner Ordner II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 19 Ordnen, thun was mir ge- frommen freund; Uebelthätern fällt? Wohl uns! wenn er bist du feind: Wer beharrt in nie gewährt, Was ein thöricht seinen sünden, kann vor dir herz begehrt. nicht gnade finden. 5. Hier in meinem pilger- 4. O so laß uns nicht verstande Sei mein theil zufrie- scherzen Was du uns noch zudenheit! Dort in meinem va- gedacht. Schaffe in uns reine terlande Wohnt die wahre herzen, Tödt in uns der sünseligkeit; Führt mein gang zum den macht! Denn was sind wir himmel ein, Mag der immer gott vor dir; Du bist heilig; dunkel sein. aber wir Sind verderbt und 6. Darum auch auf rauhen wer kann zählen, Großer gott! wegen, Christenseele, flage nicht wie oft wir fehlen. Was hier schmerzet, wird dort 5. Uns von sünden zu er segnen, Was hier nacht ist, wird lösen, Gabst du deinen sohn dort licht; Und ich fass' erst dahin, O, so reinige vom bögottes sinn, Wenn ich ganz sen Durch ihn unsern ganzen vollendet bin. sinn. Gib uns, wie du selbst verheist, Gib uns deinen guten geist Daß er unsern geist regiere, Und zu allem guten führe. Kommt laßt uns den Herrn. 6. Keiner sündlichen begierde 35. Gott, vor dessen ange- Bleibe unser herz geweiht! Une sichte Ehrfurcht bil- sers wandels größte zierde Sei lig uns erfüllt! Ew'ges licht rechtschaffne heiligkeit! Mach aus dessen lichte Stets die uns deinem bilde gleich; Denn reinste klarheit quillt! Laß doch zu deinem himmelreich Wirst deine heiligkeit Unsern herzen du, herr, nur die erheben, Die jederzeit Kräftige ermunterung im glauben heilig leben. geben. Nach der heiligung zu streben. 6. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Es ist gewißlich an der Zeit. 36. Gerechter gott! vor 2. Heilig ist dein ganzes wedein gericht Muß sen, Denn kein böses ist an dir. alle welt sich stellen. Du wirst Ewig bist du so gewesen Und in ihrem angesicht Auch mir so bleibst du für und für. Was mein urtheil fällen. O laß mich dein wille wählt und thut st jede sünde scheun Und hier mit unsträflich, recht und gut. Und ernst beslissen sein, Vor dir mit deines armes stärke Wirkst einst zu bestehen. du stets vollkommne werte. 2. Du siehst von deinem 3. Herr! du willst, daß dei hohen thron Auf alle menne finder Deinem bilde ähnlich schenkinder Bestimmest jedem sein. Nie besteht vor dir der seinen lohn, dem fromment fünder, denn du bist vollkom- und dem fünder. Nie siehſt du men rein. Du bist nur der die personen an, Auf das allein, 32 was 20 omandaoni Erste Abtheilung. was wir gethan, Siehst du bestehen, Die gläubig auf des gerechter richter. mittlers tod, Bei- wahrer reue 73. Viel gutes und barmher- sehen. So laß mich die ge gigkeit Gibst du schon hier den rechtigkeit, Die mich von schuld frommen. Du schüßzest sie vor und straf befreit, Im glauben manchem leid, Darein die sün- eifrig suchen. der kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der 7. Wahrhaftigkeit und Treut eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Ja, herr! du liebst, was 37. Noch nie hast du dein recht und gut; Du bist ein wort gebrochen, Nie freund der frommen. Wer dei- deinen bund, o gott! verletzt; nen willen gerne thut, Wird Du hälst getreu, was du ver von dir aufgenommen; Sein sprochen, Vollführst, was du sinn und thun gefällt dir wohl, dir vorgesetzt, Wenn erd und Ist er gleich nicht, so wie er himmel auch vergehn, Bleibt foll, Ganz heilig, ganz voll- ewig doch dein wort bestehn. kommen. 2. Du bist kein mensch, daß 5. Doch dem, der dich, o dich gerente, Was uns deir gott, nicht scheut, dem freveln- mund verheißen hat; Nach dei den verbrecher, Der dein gesetz ner macht, nach deiner treu und recht entweiht, Bist du Bringst du was du verspricht ein strenger rächer! Verachtung, zur that. Scheint die erfüllung elend, schmerz und hohn, Ge- gleich noch weit: So komm wissensmarter sind sein lohn, sie doch zur rechten zeit. Oft schon in diesem leben. 3. Und wie du das unfehl 6. Und bleibt auch hier viel bar giebest, Was deine huld ungestraft; Viel gutes unbe- uns zugedacht: So wird, wenn lohnet, So kommt ein tag der du vergeltung übest, Dein droh rechenschaft, Der keines sün- wort auch gewiß vollbracht. ders schonet. Da stellest du Wer dich, o gott! beharrlic ins hellste licht, Wie recht und haßt, Fühlt deiner strafe schwen billig dein gericht: Dann tri- laſt. umphirt der fromme. 4. Odrücke dies tief in mein 7. Gerechter gott, laß mich herze, Daß es vor jeder sünd wie du, Das gute eifrig lie- sich scheut; Gib, daß ich nicht ben; Gib selber mir die kraft leichtsinnig scherze, Mit deiner dazu, Es willig auszuüben. ftrafgerechtigkeit. Nie werde Regt sich die sünde noch in mir: das von mir gewagt. Was So stärke mich die furcht vor dein befehl mir untersagt. dir, Daß ich sie überwinde. 5. Doch laß mich auch mit 8. Und weil vor dir, ge- festem glauben Dem worte dei rechter gott! Nur die allein ner gnade traun. Wer kann den II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 21 den trost uns jemals rauben, 3. Blick, o mein geiſt, in Den wir auf dein versprechen jenes leben, Für welches du baun? Du bist ein fels, dein erschaffen bist. Wo du mit herrbund steht fest; Wohl dem, lichkeit umgeben, Gott ewig der sich auf dich verläßt. sehn wirst, wie er ist. Du 6. Wie start sind unsers hast ein recht zu diesen freuglaubens gründe! Hier ist dein den; Durch gottes güte sind wort, das niemals trügt; Und sie dein. Sieh darum mußte daß dies allen beifall finde, christus leiden, Damit du könn Hast du den eid hinzugefügt. test selig sein. Wahrhaft'ger, was dein mund 4. Und diesen gott sollt' ich beschwört, Ist völlig unsers nicht ehren, Und seine güte glaubens werth. nicht verstehn? Er sollte rufen, 7. Erwäge dieß, o meine ich nicht hören? Den weg, den seele! Und trane gott, der's er mir zeigt, nicht gehn? Sein treulich meint. Sei gern nach will' ist mir ins herz geschrieseines wort's befehle, Der ben. Sein wort bestärkt ihn wahrheit freund, der lügen ewiglich. Gott soll ich über feind. Beweise dich als got alles lieben Und meinen nächtes find, Dem treu und wahr- sten so wie mich. heit heilig sind. 8. Güte, Liebe, Barmherzigkeit Gottes. O süßer stand, o selig leben. 5. Dieß ist mein dank, dieß ist sein wille: Ich soll ganz liebe sein, wie er; So lang ich das gebot erfülle, Stellt 38. Wie groß ist des all- sich sein bildniß in mir her. mächt'gen güte: Ist Lebt seine lieb' in meiner der ein mensch, den sie nicht seele: So treibt sie mich zu rüht? Der mit verhärtetem ge- jeder pflicht; Und ob ich müthe Den dank erstickt, der ihm gleich aus schwachheit fehle, gebührt? Nein, seine liebe zu Herrscht doch in mir die sünde ermessen, Sei ewig meine nicht. größte pflicht. Der herr hat 6. O gott! laß deine güt' mein noch nie vergessen, Ver- und liebe Mir immerdar vor giß, mein herz, auch seiner nicht. augen sein. Sie stärk' in mir 2. Wer hat mich wunderbar die guten triebe, Mein ganzes bercitet? Der gott, der meiner leben dir zu weihn. Sie tröste nicht bedarf. Wer hat mit lang- mich in noth und schmerzen, muth mich geleitet? Er, dessen Sie leite mich zur zeit des rath ich oft verwarf. Wer stärkt glücks, Und sie besieg' in meiden frieden im gewissen? Wer nem herzen Die furcht des gibt dem geiste neue fraft? letzten augenblicks. Wer läßt mich so viel guts genießen? It's nicht sein arm, 39. der alles schafft? Nun lob mein feel den. gott, du bist die liebe, Uns wohlzuthun ist deine Erste Abtheilung. deine lust. Drum preist mit ihre last und plage Lenkst du frohem triebe Dich unsre dank- zu unserm wohl. erfüllte brust. Wie so gar ohne 5. Wer sollte dich nicht lies grenzen Ist deine gütigkeit! ben? Du hast uns ja zuerst So weit die himmel glänzen geliebt! Und bist ſtets treu Uebst du barmherzigkeit. Du geblieben, Wie viel wir wider siehst mit wohlgefallen Auf dich verübt, Mit gnaden uns das, was du gemacht, Und hast zu segnen, Ist ewig deine lust auch uns und allen Viel gutes Mit dank dir zu begegnen Sei sugedacht. stets auch unsre lust. Zu ehren 2. Uns ewig zu beglücken, deinen willen, Uns selbſt zum Erschusst du uns und deine glück und heil, Ihn freudig zu welt, Die hier schon zum ent- erfüllen, Sei unser bestes theil. zücken, So viele wunder in 6. Wer hier auf ſeinen we sich hält; Noch größrer güte gen Dein wort vor augen hat proben hat für uns deine und hält, Den seßest du zum hand Im himmel aufgehoben, segen Schon hier, noch mehr Der wonne vaterland. Dahin in jener welt. Du schaffst ihm uns zu erheben, Sand'st du selbst aus leiden Den herrlichden Sohn herab, Der huld- sten gewinn Und führest ihn zu reich selbst sein leben Für uns freuden, Die ewig währen, hin. verloren gab. Wie groß ist deine güte; Mich 3. Wie groß ist deine gnade! ihrer stets zu freun, Laß, gott, Wer ist so reich an huld als auch mein gemüthe Voll liebe du? Auch auf dem sünden zu dir sein. pfade Siehst du uns voller 571In voriger Melodie. langmuth zu Du lockeſt uns 40. Mit fröhlichem gemüthe zur buße, Und fallen wir geDankt, die ihr chribeugt, Voll reue dir zu fuße, sto angehört; Dankt gott, daß Voll ren, die beßrung zeigt; seine güte So wie sein leben So schenfest du uns armen ewig währt. Nach so viel Auch trost an deiner huld, tausend jahren, Die durch sie Und tilgest aus erbarmen Die alle reich An frohen segen wa ganze fündenschuld. ren, Bleibt sie sich immer gleich. 4. Mit jedem neuen morgen Nie hört sie auf zu sorgen, Ist immer deine güte neu! Und sorget immer treu Sie Selbst unserm wunsch und sor- wird mit jedem morgen An gen Kommst du zuvor mit va- den geschöpfen neu. tertreu. Du ursprung aller 2. Sie reich durch erd' und gaben, Du weißt was uns ge- himmel, Um, was da lebet, zu bricht Und was wir nöthig ha- erfreun. Welch fröhliches Ge ben, Versagst du keinem nicht. wimmel In ihrem milden son Wie sind doch unsre tage Von nenschein. Vor ihren hei deinem wohlthun voll! Selbst tern strahlen, Wo sie hervor bricht, 23 II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. Wer nur den lieben gott. bricht, fliehn Auch bange finstre qualen, Wie leichte 41. So weit nur deine son wolken hin. Wer zählt die millionen, Die sie und nährt? So weit sen wohnen, Hat sie verklärt. nen glänzen, Reicht erwärmt deine huld, die uns erhält Reicht nur we- über unsers himmels grenzen, auch sie vater, bis zur fernsten welt. Gleich ewigen gebirgen währt 3. Süß ist das licht der Die güte, die dein voll verehrt. sonne, Das täglich jedes aug 2. Dir, gott, ist kein geschöpf entzückt, Weil süßer ist die verborgen, Nicht eins vom men wonne, Womit uns gottes schen bis aufs thier; Du würgüt erquickt. Erfreulich ist digst alle deiner sorgen Sie dandas leben, und schauervoll ken lust und leben dir. Es mag der tod, Doch besser noch als auch klein und niedrig sein Dir leben, Ist deine güte, gott! gott ist nichts zu groß und klein. Wie ist sie uns so theuer! 3. Mit frommem freudigem Sie, sie verläßt uns nie Was gemüthe Erheb ich, gott der ist wohl milder, treuer, Und gnaden dich. Wie herrlich ist tröstender als sie. nicht deine güte! Wie liebst 4. Zu ihrem lob erwecke du uns so väterlich, Uns, die Vor allem du dein herz, o wir ohne furcht und graun christ! Komm her und sich Stets deinem schutz und segen und schmecke, Wie freundlich traun. gott dein vater ist. Auf! ſeinen ruhın erzähle 4. Mit welchem reichen überDein flusse Erfüllst du diese welt, frommes saitenspiel, Und dei- dein haus! Du theilst ihn alne ganze seele Sei inbrunst len zum genusse, So väterlich, und gefühl Von seiner gü- so reichlich aus, Und jedes lete sage Wie treu sie für uns bensquelle fließt Aus dir, der wacht, Ein tag dem andern du das leben bist. tage, Die nacht der nächsten nacht. Sei lob und ehr dem. 42. Wie viele freuden dank ich dir, Die 5. Wer wollte sie nicht loben? Sie, die doch allem alles du mir herr verliehen! Und gab, Vom hohen seraph dro- wie viel jünden hast du mir ben Bis zu des staubs gewürm Aus gnaden nicht verziehen! hinab. Von so viel freaturen Gott voll erbarmung und geLäßt sie nicht eine leer Und duld, Auch bei der mir verihres segens spuren Verbreitet borgnen schuld Währt ewig sie umher. Und wie sie von deine liebe. entzücken Stets für den him 2. Bedent ich schöpfer deine mel quoll, ist auch, wohin macht, Blick ich in jene ferne, wir blicken, Von ihr der erd- Und überseh des himmels freis voll. pracht Und sonne, mond und sterne; 24 Erste Abtheilung. sterne: So bet ich dich voll diese welt noch sah, Wie groß ehrfurcht an, Was ist der ist deine güte. mensch, ruf ich alsdann, Daß 4. Nie ist der mensch, der du dich sein erbarmest? staub, es werth, Herr, daß du 3. Dein auge schaut auf ihn sein gedenkest, Daß du, da er herab, So geht er nicht verlo- dich oft entehrt, Jhm ſo viel ren, Nicht für die welt, nicht gutes schenkest. O sähe doch der für das grab Ist er allein ge- mensch dies ein! Möcht er daboren. Die welt vergeht mit für dir dankbar sein! Und dir ihrer lust, Der du den willen zum dienst sich weihen! gottes thust Dein glück soll 5. Herr, lehre du mich, wie ewig dauern. ich soll, Für deine huld dich 4. Wenn ich erwache, denk preisen, Und ewig deiner liebe ich dein Und wenn ich schlafen voll Gehorsam mich beweisen. gehe. Denn du, mein vater, Du bist mein heil, mein trost fannst verleihn, Was ich von mein gott. Dir treu zu sein dir erflehe. Drum seufz ich bis in den tod, Sei meines findlich stets zu dir, Herr, was Herzens freude. In voriger Melodie. mir nüßet schenfe mir, Um Mel. Wer nur den lieben Gott. deiner güte willen. 44. Dir, gott! dir will ich fröhlich singen, Dir, 43. Der du durch dei- dessen freude wohlthun ist; ner allmacht hand Dir will ich dank und ehre Mein wesen mir bereitet und bringen, Dir, der du gut und da schon eh ich dich erkannt freundlich bist. Ja, gott, du Mit güte mich geleitet, Der bist ganz gnad und treu, Gib, du erhälst was du gemacht, daß mein herz ganz freude sci. Mein schöpfer, dank sei dir 2. Dich preisen alle engel gebracht Für deine macht und heere, Dir singen die verklärgüte. ten dank, Dir herrscher brausen 2. Zu meinem Glücke leb ich wind und meere, Ihr brausen hier, Dein wort gab mir das ist dein lobgesang. Die ganze leben. Und was ich hab, hab schöpfung ruft mir zu: Es ist ich von dir; Von dir ward mir kein solcher gott wie du. gegeben Verstand, geschmack, 3. Dir, höchster, ist nichts gehör, gesicht, Geruch, gefühl; zu vergleichen, Denn deine güte mir fehlt es nicht An proben reicht so weit Als über uns deiner liebe. die wolfen reichen, Von ewige 3. Du leitest mich nach dei- feit zu ewigfeit. Kein wurm nem rath Bei drohenden ge- friecht unbemerkt dahin, Du fahren. Dein engel muß auf siehst, erhältst und schüßzest ihn. meinem pfad Vor unfall mich 4. Auch, vater, hast du mein bewahren. Zu meinem dienst gemüthe Turch manche gnawar alles da Schon ch' ich dengab erfreut. Ogib mir auch II. Von den göttlichen Eigensc af. n insbesondere. 25 auch nach deiner güte Den verstocken, So suchst du sie trieb zur frohen dankbarkeit, doch väterlich Durch huld zu Lehr alles das, was in mir dir zu locken. Wie lange sahst ist Froh rühmen, daß du gnä- und riefest du Nicht ehemals dig bist. deinem volfe zu, damit es sich 5. Wer schuf die seel' und bekehrte! Wie trugst du nicht ihre kräfte, Gedächtniß, willen mit gütigkeit Die erste welt und verstand? Wer segnet des so lange zeit, Eh sie die fluth berufs geschäfte, Wer stärkt die verheerte? arbeitsame hand? Wer schützte 3. Noch gibst du sündern mich vor der gefahr, Die un zeit und raum, Der strafe zu sichtbar mir nahe war? entgehen; Du läßt den unfrucht6. Wer fristet meine lebens- baren baum Nicht ohne pflege tage? Wer frönet sie mit lust stehen. Du schonest sein von und heil? Du, vater, thust's; zeit zu zeit; Verzeihest voll drum seele sage: Gott du bleibst barmherzigkeit Ihn gänzlich abewiglich mein theil. Von gan- zuhauen. Du warteſt sein mit zem herzen liebst du mich, Von größter treu Und hörst, damit ganzem Herzen preiß ich dich. er fruchtbar sei, Nicht auf an 7. Dir will ich fernerhin ihm zu bauen. vertrauen, Denn du hast mir 4. Langmüthigster! so große stets wohlgethan. Ich will huld Bezeichst du frechen sün mit glauben auf dich schauen, dern, Und o nicht weniger ge Schau mich mit vaterblicken duld Hast du mit deinen finan. So geh ich ruhig durch dern. Sie werden ja, weil die zeit Und fröhlich in die fleisch und welt Hier ihnen ewigkeit. häufig neßze stellt, Oft sicher, sie vergehen sich, Und fehlen matt und träge; Sie straucheln, oftmals wider dich Auf blindgewähltem wege. Ein Lämmlein geht. 45. Getreuer gott, wie viel 5. Da warnst du sie vor geduld Beweisest du der gefahr, So oft sie irre geuns armen! Wir häufen lei- hen; Reichst ihnen hand und der unsre schuld, du aber dein stärke dar, Von sünden aufzu erbarmen. Was ist des men- ſtehen. Du trägeſt sie mit schen lebenslauf? Er ist ver- vaterhuld, Bist willig, ihre derbt von jugend auf, Und sündenschuld Durch christum dem gesetz entgegen. Und gleich zu vergeben. Gibst ihnen neue wohl, vater, suchst du ihn tugendkraft, Und nach vollbrachLangmüthig davon abzuziehn, ter pilgrimschaft Ein ewig Zur bessrung zu bewegen. freudenleben. 2. Der menschen elend jam 6. Laß diese langmuth und mert dich, Selbst wenn sie sich geduld, Gott, unsre herzen. rühren 9. Geduld und Langmuth Gottes. 26 Erste Abtheilung. rühren. Nie muß uns deine daß er geliebet werde, Die vaterhuld Zur sicherheit ver- huld des herrn, bei denen, die führen. Trag uns erbarmend ihn lieben Und gutes üben. fernerhin; Doch gib uns auch 4. So zärtlich sich ein vater dabei den sinn, Daß wir die seiner finder Erbarmet, so ersünde hassen, Und uns noch in barmt sich gott der sünder, der gnadenzeit Den reichthum Wenn sie von herzen sich zu deiner gütigkeit Zur bessrung ihm bekehren, Ihm treue leiten lassen. schwören. 5. Er schlägt und heilt, verHerzliebster Jesu was. wundet, läßt genesen; Er weiß, auchzt unserm gott er, der mensch ist ein zerbrechlich ist von großer güte, wesen. Er denkt daran, daß Barmherzig und von dulden- das geschöpf aus erde Doch dem gemüthe; Will denen heil asche werde. 46. Jau und ew'ge lust bescheeren, Die 6. Von ewigkeit zu ewigkei ihn verehren. ten währet Die güte gottes 2. Er handelt nicht mit uns dem, der tugend ehret. Ach nach unsern sünden, Und läßt leite denn auch mich auf deiverschonend uns das nicht em- nem pfade, du gott der gnade. pfinden, Was wir, weil wir 7. So werd ich ewig deiner ihm unser herz nicht gaben, huld genießen; So wird mein Verschuldet haben. leben sanft vor dir verfließen, 3. Hoch ist der himmel über So werd ich dort mit allen seiner erde So groß ist auch, engelchören Dich fröhlich ehren. III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 47. Allein gott in der höh' 3. O jesu christ, des höchsten sei ehr Und dank sohn! Dich, seinen eingebornen, sei seiner gnade! Er sorget, Dich sandte gott vom himdaß uns nimmermehr Gefahr melsthron Zur rettung der und unfall schade. Uns wohl verlornen Du mittler zwischen zuthun ist er bereit, Er will uns und gott Hilf uns im nur unsere seeligkeit, Erhebet leben und im tod Erbarm dich ihn mit freuden. unser aller. 2. Ja, vater, wir erheben 4. O heil'ger geiſt, du geist dich Mit freudigem gemüthe Du von gott! Erleuchte, begre, herrschest unveränderlich Mit tröste, Die jesus christ durch weisheit und mit güte. Un seinen tod Zum dienst des herrn endlich groß ist deine macht! erlöste, Auf deinen beistand Und stets geschieht, was du hoffen wir, Ach leit uns stets, bedacht. Wohl uns, daß du so sind wir hier Und auch regicrest! cinst ewig selig. -48. 3ch Univ.- Bibl Giessen III. Von der heiligen Treieinigkeit. 27 48. dh glaub' an einen die welt erneut, Mein leib gott allein, Der auch auferstehet. alle dinge groß Den himmel und klein, 49. Wir glauben an den und die erden, ein'gen gott, SchöDa nichts war, ließe werden. pfer himmels und der erden, Der zum genusse seiner gnad Er, aller vater, unser gott, lins menschen auch erschaffen Hieß uns seine finder werden. hat; Mir seele, leib und le- Er will uns auch stets ernähben, Sinn und vernunft ge- ren, Jedes wahre gut gewäh geben. Der reich an weisheit, ren. Er erwog schon, eh wir güte, macht; Schon von der waren, unsre rettung in gefahwelt mein heil bedacht. Mein ren. Er ists, der für uns vater bleibt mein guter gott, sorgt und wacht, Und alles Der für mich sorgt in jeder steht in seiner macht. noth, Mich schützt und mich 2. Wir glauben auch an jeernähret. sum christ, Gottes sohn, den 2. Ich glaub an jejum got- eingebornen, Den herrn, der tes sohn, Der mit gott herrscht mensch geworden ist, Den erauf einem thron. Der einst retter der verlornen. Er, er ward mensch geboren, Zu ret- achtete sein leben Nicht zu ten was verloren. Der mir theu'r, für uns zu geben. Er des vaters huld erwarb, Da erstand, herrscht hoch erhöhet er am freuze willig starb, Und In dem reich, das nie vermir das heil zu geben, Für gehet, Er läßt auch uns im mich hingab sein leben; Sieg- grabe nicht, Und kommt dereinst reich stand er vom tode auf, zum weltgericht. Und fuhr für mich zu gott hin- 3. Wir glauben an den heilauf; Kommt sichtbar einst voll gen geist Unsern göttlichen remajestät, Als richter, wenn die gierer; Den jesus christus uns welt vergeht, Der lebenden und verheißt, Uns zum beistand todten. und zum führer. Der in trüb3. Ich glaub auch an den sal seine christen Weiß mit heilgen geist, Der mich der fin- muth und kraft zu rüsten; Der sterniß entreißt, Mich christum uns lehrt vergebung finden kennen lehret, Durch ihn zu Und der tugend werth empfingott befehret, Auch er ist ew- den. Er flößet uns im todesger wahrer gott. Er tröstet schmerz Des ewgen lebens trost mich in jeder noth. Läßt got ins herz. tes gnad mich finden Beim Es wollt uns Gott gnädig. tilger meiner fünden. Er macht 50. Herr unser gott, wer iſt mich fromm und tugendhaft dir gleich? Du bist Und gibt zum guten lust und das höchste wesen. Und doch traft, Führt einstens mich zur hast du, an gnade reich, Uns seligkeit, zu der wenn gott dir zum dienst erlesen, Gemeinschaft 28 Erste Abtheilung. meinschaft sollen wir mit dir, stets erfahren, Stärf uns in Du allerhöchster, haben; Mit unsrer pilgrimschaft; Bewahr' deinem heil willst du uns hier uns vor gefahren; Laß uns Und ewig einst begaben, Du dir willig folgen. quelle alles segens. 5. Laß, gott, uns dein auf 2. Wir beten dich, o vater, erden schon Als unsers gottes an, Sind wir gleich vor dir freun. Herr, segne uns von sünder: So nimmst du dich deinem thron, Daß wir vor doch unsrer an, Wie väter ih dir gedeihen. Dein ist das rer finder. Du haft für uns reich, die herrlichkeit, Dir wolaus großer huld Selbst deinen len wir hier leben; Und du sohn gegeben, Dein herz, voll wirst, nach vollbrachter zeit, güte und geduld, Verlich uns Uns einst dahin erheben, Wo trost und leben, Daß wir dich wir dich ewig schauen. findlich fürchten. Vor deinen thron tret ich. O 3. jesu, ew'ger gottessohn, 51. Dreieiniger gott, ich Du heil, darauf wir hoffen; Mit Durch dich steht zu des vaters mund und herzen inniglich. thron Der weg uns wieder Denn deine gnade, güt und offen. Uns zu befrein von treu Ist über mir, herr, tägsünd und tod, Kamst du zu lich neu. uns auf erden. O laß uns, 2. Laß, vater, stets dein kind unser herr und gott, Froh dei- mich nes jegens werden, Und dir huld im glauben dienen. dein sein, Schließ stets in deine mich ein, Sohn gottes, versöhnend blut Komm 4. O heil'ger geist, du geist lebend, sterbend mir zu gut. von gott! Wehr in uns dem 3. Gott heil'ger geiſt ververderben. Im glauben an des laß mich nicht, So oft ver mittlers tod Hilf uns der sün- suchung mich ansicht. Sei du de sterben! Du gibst zum gu- mein beistand allezeit, Und t'n lust und fraft; Laß es uns leite mich zur seligkeit. IV. Von der Schöpfung. Sei lob und ehr dem. es blickt, Die wunder deiner 52. Wenn ich, o schöpfer, werke! Der himmel, prächtig deine macht, Die ausgeschmückt, Preist dich, du weisheit deiner wege; Die lie- gott der Stärfe! Wer hat die be, die für alle wacht, Anbe- fonn an ihm erhöht? Wer tend überlege; So weiß ich, kleidet sie mit majestät? Wer von bewundrung voll, Nicht ruft dem heer der sterne? wie ich dich erheben soll, Mein 3. Wer mit dem winde seigott, mein herr, und vater! nen lauf? Wer heißt die him2. Mein auge sieht, wohin mel regnen? Wer schließt den babinjon schoos IV. Son der Schöpfung. 29 schoos der erden auf, Mit vor- mir alles, alles zu: Wie groß rath uns zu segnen? O gott ist gott! wie klein bist du! der macht und herrlichkeit, herrlichkeit, 3. Mir zeigen alle elemente Gott! deine gute reicht so weit, Macht, güt' und weisheit überSo weit die wolken reichen. all! O wenn das stumme re4. Dich, predigt sonnenschein den könnte, Wie groß wär und sturm; Dich preist der stets der jubelschall: Rühmt sand am meere. Bringt, ruft menschen! gottes güt und pracht, auch der geringste wurm, Die. euch und uns hervorgeBringt meinem schöpfer chre! bracht! Mich ruft der baum in seiner 4. Herr gott, wie groß ist pracht; Mich ruft, die jaat, deine liebe! Die erd' ist deihat gott gemacht! Bringt un ner güte voll. O gib mir dankserm schöpfer ehre! bar fromme triebe, daß ich dich 5. Der mensch, ein leib, den preise, wie ich soll. Nimm was deine hand So wunderbar be- ich kann und hab' und bin, Zu reitet; Der mensch, ein geist, deinem dienst auf ewig hin. den sein verstand, Dich zu er- 5. Hilf, daß die güter dieser Fennen, leitet. Der mensch, erden Mich zu dir locken, höchder schöpfung ruhm und preiß stes gut! Daß sie mir nicht Ist sich ein täglicher beweiß zum fallstrick werden; Und ihr Von seiner gut und größe. genuß mir schaden thut. Laß 6. Erheb ihn ewig, o mein allen mißbrauch ferne sein, geist, Erhebe seinen namen! Mein letztes ziel sei du allein. Gott, unser vater sei gepreist, 6. Hier ist mein leben eine Und alle welt sag amen! Und reise: Ich gehn nach jener höalle welt ehr gott den herrn, hern welt. Drum mache du Und hoff auf ihn, gehorch ihm mich fromm und weise, Daß gern! Wer wollte gott nicht ich hier thu, was dir gefällt. dienen? Und endet dieser furze lauf, Mel. Wer nur den lieben Gott. So nimm zu deiner ruh mich auf. 53. gott! den alle weigott des Himmels und der erden, Der 54. du allgegenwärtig bist; Von sen ehren, Von dir niemand kannst begriffen wer- kommt aller welten pracht. den; Vor dem kein ding ver- Was wir nur schönes schn borgen ist. Ach ziehe mich und hören, hat deine hand aldoch ganz zu dir, Und offen- lein gemacht. An deine weißbar dich selber mir. finderheit, macht und licht Reicht 2. Wohin ich herz und au- feines menschen denken nicht. gen lenke, da find ich deiner 2. Du bist's, der die geschögottheit spur. Wenn ich voll pfe weidet, Der ihnen schmuck andacht überdenke Dein werk, und freude schenkt, Du bist's, die prächtige natur: So ruft der berg und thäler kleidet Und In voriger Melodie. 30 Erste Abtheilung. Und sie mit grünem schmuck be- platz seiner güte. Lobsingt ihm hängt. Du bist es, der durch der sie noch erhält, Mit freu seine kraft Dem Frühling neue digem gemüthe. Gott iſt die anmuth schafft. liebe! rühmt es laut Geschöpfc. 3. Daß traut und pflanzen die ihr ihm vertraut, Die ihr sich verjüngen und alles neues ihn kennt und ehret! Rühmt leben fühlt; Daß alle bäume es, daß seine gütigkeit Mit blüthen bringen; Das feld mit jedem morgen sich erneut, Und tausend farben spielt: Das ewig, ewig währet. fließt allein aus deiner gnad, 2. Daß außer dir nicht alDie unsre welt gezieret hat. Les leer Von freud und leben 4. Soviel vermag dein mäch- bliebe: Schufst du, o gott, der tig werde! Erhabenster herr himmel heer Und unsere erd zebaoth! Dein lob verkündigt aus liebe! Du selbst bedurfteſt zwar die erde, Doch herrlicher ihrer nie; Unendlicher! du lienoch, großer gott! Verkündiget, sest sie Zu ihrem Glück nur der himmel pracht, Die größe werden. Du aber sättigeſt dich deiner schöpfersmacht. nun Mit wonne allem wohl5. Aus dir, du quelle alles zuthun, Im himmel und auf lichtes! Fließt auch der sonnen erden. feuermeer Ja großer schöpfer 3. Kein mensch, kein engel des Gesichtes! Von dir kömmt selbst, ermißt Die größe deiner auch das Wunder her; Daß segen; Wie gütig deine weismir die schönheit dieser welt, heit ist In allen ihren wegen: So strahlend in die augen fällt. Gott! deine güte reicht so weit 6. Was zeigt das heer von Als deines reichs unendlichkeit, tausend sternen, Das selbst die So weit, herr, als dein leben. nacht so reizend macht. Von Ach das sind wir? die deine ihnen soll ich hier schon ler- macht Aus todtem staub hernen, Wie groß, o schöpfer, dei- vorgebracht, Uns ewig heil zu ne pracht! Gott du bist nichts geben! als heiterkeit Nur licht und strahlen sind dein kleid. 4. O vater! welchem keiner gleicht, An liebe wie an stärke. 7. Ach schöpfer! heil'ge Kein dant, kein lobgesang ermein gesichte, Wenn ich so voll reicht Die Die wunder deiner verwundrung steh' Daß ich in werke. Doch ist dirs angenehdeines geistes lichte, Allein auf mer dank, Dir ist es mehr als dich den ursprung seh. Ach lobgesang, Wenn ich dich thäreinige selbst meine brust Von tig liebe; Und gern in meiner jeder schnöden erdenlust. lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen Ein Lämmlein geht. 55. objinget gott! er schuf übe. die welt Zum schau- 5. Du bist die liebe, dank ſei dir, IV. Von der Schöpfung. 31 dir, Daß ich dich so erkenne, der, seh ich an Und schmecke Und dir zum ruhm, zum troste deine güte. Ich rieche, fühl mir, Dich meinen vater nenne. und höre sie Jm feld und wald Auch ich will gerne liebreich ich sehe sie In aller fluren blüsein; Will glücklich machen, the; Von dir zeugen alle dinwill erfreun; Will helfen und ge, So geringe Sie mir scheidir gleichen. Von diesem heil nen; Wie im großen so im und dieser pflicht, O gott der kleinen. liebe! laß mich nicht, So lang! 5. O zeuch mich über welt ich lebe weichen. und zeit Zu dir o herr der Wie schön leuchtet der. 56. herrlichkeit! Durch deine große ott, dessen starke liebe. Auf dich laß mich in alhand die welt Er- lem sehen, Für jedes gute dich schaffen hat und noch erhält erhöhn. Belebe meine triebe; Ich sehe deine güte. Ich sehe mein vater, Dir in allen sie und werd entzückt, Wohin Zu gefallen; Dir zu leben, Sei auch nur mein auge blickt. So mein einziges bestreben. bald ich mein gemüthe, Auf dich Warum soll ich mich denn. schöpfer! Achtsam lenke, Und 57. Sei zufrieden mein gedich denke Find ich armer Dich müthe! Gott ist gut, als vater und erbarmer. Was er thut, Jst voll lieb 2. Seh ich so weit mein und güte. Er nur weiß in alauge reicht, Gen himmel, so len sachen, Groß von rath, entdeck ich leicht Die spuren Wie von that, Alles wohl zu deiner güte. Der himmels- machen. lichter lauf und pracht, Sein 2. Beides erd' und himmel sternenheer, das du gemacht, preisen Seine macht, Tag und Erwecket mein gemüthe, Groß- nacht Müssen sie beweisen. ser schöpfer! Dich zu singen Sonn und mond, das heer der Dir zu bringen Ehr und stärke. sterne, Was sie regt Und beGroß sind deiner allmacht wegt Lobt ihn nah und ferne. werke. 3. Schau die werke seiner 3. In ungewittern, sturm hände! Mensch und thier Melund wind, Die deines thrones den dir Seinen ruhm ohn ende. diener sind, Entdeck ich deine Was wir noch so kleines nengüte: Das feuer, wie der was- nen. Gras und laub Selbst der ser grund, Macht deine große staub Gibt ihn zu erkennen. liebe fund. Mit fröhlichem ge- 4. Was auf bergen und in müthe Will ich Täglich Darauf gründen, In der höh, In der achten, Und betrachten Deine see; Oder sonst zu finden, werke; Rühmen deine huld und Rühmt die weisheit seiner werstärke. ke; Jeder wurm, Wind und 4. Dein erdreich gott, das sturm Preisen deine stärke. jedermann Gibt brod und klei- 5. Sollt ich denn nicht ihn erhes 82 Grst Abtheilung. erheben? Wie so gar Wun- handen, Deine kraft Hat gederbar Gab er mir das leben! schafft, Daß ich überstanden. Was ich hab, ist sein geschen- 8. Nun, mein herz! das hat fe Auch der geist, Der ihn schon lange Gott gethan, Tenke preist, Mit dem ich ihn denke. dran! Wird dir jemals bange; 6. Wie mich sein getreues Als wollt er dich ganz ver= sorgen Tag und nacht Nimmt lassen. Es geschicht Wahrlich in acht, Das zeigt jeder mor- nicht; Er kann dich nicht gen. Ja tein augenblick ver- hassen. schwindet, Der mich nicht, Gott 9. Drum ergib dich seinem mein licht! Dir zum dank willen, Heise gut, Was er thut verbindet. Er wirds auch erfüllen. Denn 7. Setzten mir des freuzes er ist in allen sachen Groß von plagen Heftig zu, So hilfst rath, Wie von that; Er, er du, mein gott! sie tragen. wirds wohl machen. War kaum noch geduld vorV. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. M. Vater unser im himmelr. zuversicht! Ich bins gewiß, du 58. Gott, deine weise macht thust mir wohl So lang ich erhält Die ganze le- hier noch leben soll. Nicht überbensvolle welt, Und aller au- fluß bitt ich von dir, Was ich gen freuen sich Und warten bedarf, das gibst du mir. hoffnungsvoll auf dich, Auf 5. Der vogel bauet nicht dich, der du sie alle liebst Und das land; Doch nährst du ihn allen ihre speise gibſt. mit milder hand; Du schmückſt 2. Du öffnest deine hand, die blume königlich, Doch hat so fließt Herab, was jenem sie nicht verstand wie ich Vernöthig ist! Mit wohlgefallen giß es, meine seele! nie; Weit sättigt sie, Dein aufsehn und mehr bin ich vor gott als versäumt sie nie. Nie sind ge- sie. schöpfe deiner hand Dir un- 6. Mich schuffst du nicht vor werth oder unbekannt. diese zeit, Mein ziel ist in 3. Auch mir gabst du, mein der ewigkeit: Du gabst mir gott und heil! Noch täglich weisheit und verstand, Und mein bescheiden theil; Gabst machest selbst dich mir bekannt; mirs mit huld und freundlich- Nichts, was die erde zeugt keit, So lang ich bin, zu rech- und nährt, Gleicht mir an hoter zeit. Kein vater sorgt so heit und an werth. väterlich Für seinen sohn, als 7. Von dir, der das an mir du für mich. gethan, Werd ich auch speiß 4. Ich bin gewiß, du kannst und tranf empfahn. Selbst mich nicht Verlassen, meine dem, der dich mit sünden ſchmäht f. g tri { E V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 33 schmäht gibst du sie ohne sein ist dir gleich? Wer herrscht gebet. Wie solltest du, bei fleiß wie du im unumschränkten und flehn, mich nicht genug reich? damit versehn? 5. Was ist und war im 8. Laß du mich nur genüg- himmel erd' und meere, Das sam sein, Und deiner gaben kennst du, gott, und deiner mich erfreu'n; Doch mehr noch werke heere Sind jetzt und deiner, der du dich So freund- ewig vor dir offenbar. Du lich zeigest gegen mich: Und hältst und nährst was ist, was selbst des segens quelle bist, wird und war. Aus welcher alle wohlthat 6. Du bist um mich, schaffft fließt. daß ich sicher ruhe, Du schaffst 9. Bei deiner gaben über- was ich vor oder nachmals fluß Erhalt mich mäßig im thue Und du erforschst und genuß. Bewahr mich in der kennst, was jeder thut, Prüfft dürftigkeit Vor Schmach und das verborgne, richtest weis' unzufriedenheit. Du nährst mich und gut. immer; preiß und dank Bring" ich dir, gott, mein lebenlang. 7. Du siehest mich, ich sitze oder gehe, Ob ich an's meer, ob ich gen himmel flöhe, So bist du da, bist allenthalben da. 59. Gott ist mein lied! er Im licht und dunkel bleibeſt ist der gott der stär- du mir nah. M. Dreieinigkeit der gottheit. te; Herr ist sein nam' und groß 8. Du kennst mein Herz und sind seine werke. So weit der allen rath der seele Und weißt, weltbau reicht, geht sein gebiet. wie oft ich gutes thu' und Nichts ist, das er nicht schafft fehle, Auch meine noth siehst und kennt und sieht. du und hörst mein flehn, Und 2. Er will und spricht; so eilest dann mir gnädig beizusind und leben welten. Wenn stehn. er gebeut, so fallen durch sein 9. Du wogst mir dar, was schelten Auch welten wieder in du mir wolltest geben, Schiebst ihr nichts zurück. Ohn ihn ver- auf dein buch, wie lang ich ging die erd' im augenblick. jollte leben. Noch eh' ich war, 3. Licht ist sein kleid, und eh' meine augen sahn, Entseine wahl das beste. Er herrscht warfst du huldreich meines als gott und seines thrones veste schicksals plan. Ist treue, wahrheit und gerech- 10. Nichts, nichts ist mein, tigkeit Und was er thut ist das dir nicht angehöre, Herr, gnad und gütigkeit. 1 immerdar soll deines namens 4. Ein unerschöpflich meer ehre, Dein lob und preis in von seligkeiten Ohn' anfang meinem munde sein Denn algott und gott in ew'gen zeiten les, was ich bin und hab' ist Herr aller welten! wer, wer sein. ( C 11. Wer 34 Erste Abtheilung. 11. Wer kann die zahl von unserm land Noch immer segen deinen wundern fassen? Ein ruhn. jeder staub, den du hast wer3. Von deinem himmel, höch den lassen, Der kreaturen heer ster! träuft Gedeihn und frucht und ihre pracht, Verkündiget barkeit. Die saat geht auf des großen schöpfers macht. und blüht und reist Und sät 12. Der kleinste wurm ist tigt und erfreut. deiner weisheit spiegel. Du 4. Von dir gesegnet gib luft und meer! ihr auen, thal der baum Den schatten, den und hügel! Der bäume wuchs man sucht, und unter seiner und selbst der kleinste halm! zweige raum Erfrischung und Ihr seid sein lautes loblied auch frucht. und sein psalm! 5. Du nährest jede kreatur 13. Du tränfst die erd' und O herr! wer ist dir gleich schafftest grüne weiden; Und Dein vorvathshaus, gott! die nacht und tag und korn und natur Ist unerschöpflich reich wein und freuden Empfangen 6. Wem strömt sie nicht von wir aus deiner vaterhand. dir erfüllt, Lust und vergnügen Voll früchte machst du schöp- zu? Wer ist so gut, so tren fer! jedes land. so mild, So, väterlich wie du? 14. Kein sperling fällt, 7. Herr! ohne dich vergin herr! ohne deinen willen; Sollt gen wir, Und wir verdienten ich mein herz nicht mit dem auch: Und dennoch leben wi troste stillen, Daß deine hand in dir, Beseelt durch deiner das leben mir erhält, Und nur hauch. geſchicht, was dir, herr, wohl 8. Wer gott! erfährt nicht gefällt. deine huld? Wem strahlet nicht 15. 3st gott mein schutz, dein licht? Mit welcher lang will gott mein retter werden; muth und geduld Verschonst So frag ich nichts nach him- du unser nicht? bom al mel und nach erden, So biet 9. O betet gott, ihr men ich jedem feind und unfall truß, schen, an! Erwägts und dank Und lebe sicher durch der all- ihm nun. Was hat gott schon macht schuß. an uns gethan? Was will e nicht noch thun. Lobt Gott ihr Christen allzu. 10. Nicht bloß für dieſe fur 60. Noch immer wechseln ze zeit, Herr! heißest du uns ordentlich Die jah- sein. Du schufft uns für die reszeiten ab. Dein segen, gott, ewigkeit, Uns ewig dein zu freun. ergießet sich noch auf die erd' 11. Läßt du uns deine herab. freundlichkeit Schon hier so 2. Du öffnest deine milde herrlich sehn: Was wird in hand, Uns menschen wohlzu- der vollkommenheit Der künst thun; und läsfest auch auf gen welt geschehn! 12. Nod V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 35 12. Noch tiefer dringt als- raben, So wie der lerche lobdann mein blick In deine wun- gesang. O neige jetzt dein ohr der ein. O herr, laß dies zu mir Du forderst dank, ich erhabne glück Mir stets vor danke dir. augen sein. 2. Die kleinste deiner frea= Allein Gott in der Höh' sei. turen Macht deine weisheit of 61. So bald, o gott! der fenbar. Man siehet deiner güte tag erwacht, Er spuren, Und deine macht von freust du, was da lebet, Du jahr zu jahr. Ein jedes gräsbists, erhalter! dessen macht chen lehret wich, Wie groß ist. Uns nährt und trägt und he gott, wie klein bin ich! bet. Du wässerst unsrer erde 3. Du sorgst, nach treuer schooß So wächst der felder väter weise, Für alle werke reichthum groß. Preis dir du deiner hand, Du giebest allem milder geber! fleische speise, Beschirmst und 2. Dein brunn erquickt sie segnest jedes land. Du liebest früh und spät. Ein jeder gras- unveränderlich; Der bösen ſelbst halm zenget Von dir, durch erbarmst du dich. den die frucht geräth Und keim 4. Der erdkreis ist von dei und ähre steiget, Wenn furch ner güte, Von deiner weisheit und fluren sich erneun: So ist er voll. Herr, unterweiſe gibst du wachsthum und gedeihn mein gemüthe, wie ich dich Zu unsrer saat und mühe.. würdig loben soll. Gib, daß mein 3. Du frönst mit gaben herz dich freudig liebt, Dich voller hand, Herr! alle jahres- der mir so viel gutes gibt. zeiten. Sie träufelt auf das 5. Das samkorn wird in ganze land Des segens fettig- deinem namen, Auf hoffnung feiten. Es triest durch ihren in das feld gestreut. Allgütimilden guß, die wüste selbst ger! du gabst dem samen, Da von überfluß, Und freude du ihn schusst, die fruchtbar schmückt die hügel. teit. Zur aussaat gibst du auch 4. Die anger stehn voll allein, Dem landmann fraft, schaaf umher; Vom korne stehn zeit und gedeihn. die auen So reich beladen, 6. Du machst den schooß der dicht und schwer, So weit die erden schwanger: Du machst des blicke schauen Dir singt der ackers furchen naß. Du schimüklandmann hocherfreut. Erhal test wiesen, flur und anger Mit ter deiner gütigkeit Lobsingen blumen, sträuchen, laub und wir auch fröhlich. gras. Du träufelst mit dem Gott dessen Allmacht sonder. fühlen thau Die fruchtbarkeit 62. Du milder geber aller auf feld und au. gaben, Herr! dir 7. Was dürr ist, feuchtest du gebühret ruhm und dank, Du mit regen. Was falt iſt, hörst das schrein der jungen wärmt dein sonnenschein. Du ( 2 theil 36 Erste Abtheilung. theilst die zeiten wie den segen, wahren guten üben; Er thut, Zu unserm besten weislich ein was diese, die ihn so verehren, Bei wärme, hitze, kälte, frost Von ihm begehren. Grünt, wächst und reifet uns 7. Der herr beglücket alle, re fost. die ihn lieben: Die aber, die 8. Kommt, preist des schö- betrug und frevel üben, Verpfers huld und stärke! Bringt stößt er, bis er alles das vollseinem namen ehre dar. Groß führet, Was sich gebühret. ist der herr, und seine werke 8. Auf ewig will ich seinen Sind herrlich, groß und wun- namen loben. Von allen menderbar. Kommt, laßt uns sei- schen werde gott erhoben! Was ne macht erhöhn. Der herr ist lebet müsse, herr! zu allen gut, sein nam' ist schön. zeiten Dein lob verbreiten. Sei Lob und Ehr dem. Herzliebster Jesu was hast. 63. Dein reich, o gott! ist 64. Dir, unſerm gott, ist herrlich, ewig wähniemand gleich Im ren Dein reich und deine himmel und auf erden. Du macht, die wir verehren, Und bist der höchste, und dein reich ewig wird von aller völker Kann nie begriffen werden. zungen Dein lob besungen. Unendlich ist die majestät, Die 2. Der herr bewahret alle, über alle dich erhöht, Die fron' welche fallen, Der höchste hilft und zepter tragen. den unterdrückten allen, 3st 2. Wie weit erstreckt sich dein ſtets bereit mit segen, die ihn gebiet? Wo ist der, der es bitten, zu überschütten. messe? Wohin auch nur mein 3. Nach dir, gott, schauen auge sieht, Da seh ich deine aller menschen blicke, Daß größe. Weit, über alle himdeine hand sie väterlich er- mel weit, Geht deines reiches quicke. Du gibst auch einem herrlichkeit. Du herrscheft über jeden seine speise, Daß er dich alles. preise. 3. Du herrschest weißlich, 4. Herr! du erhältst mit dei- recht und gut Nach heiligen nem wohlgefallen. Was lebt gesetzen. Du willst, auch deithust deine hand auf und gibst ner treuen hut, Das kleinste allen, Was sie bedürfen; kei- würdig schätzen. Auf alles geht ner sucht vergebens, Dich, quell dein augenmerk, und immer des lebens. ist dein liebstes werk Zu seg5. In allen wegen gottes nen zu beglücken. strahlet gnade. Untadelhaft sind 4. Wohl uns, daß du das alle seine pfade. Und was er regiment, Gott! über alles thut, gereicht zu seinem preise, führest! Und wohl dem, der 3st gut und weise. den zweck erfennt, Dazu du6. Der herr behütet alle, die uns regierest. Ich, dein so ihn lieben Und ernstlich sich im schwacher unterthan, Jch bete V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 37 te dich in demuth an. O sich gründen Von deiner weisheit, auf mich in gnaden. macht und güt', Du kannst 5. Ich bin verderbt und feh- viel tausend wege finden, Wo lervoll, Bin auf dem tugend- die vernunft nicht einen sieht. wege Nicht stets so eifrig, wie Aus finsterniß bringst du das ich soll; Bin oft zum guten licht, Du sprichst, o gott, und träge; Doch du bist gnädig; es geschicht. und voll huld Vergibst du reu- 4. So weicht denn, ängstliche enden die schuld. Drum hoff' gedanken! Gott kann weit mehr ich auch vergebung. als ihr versteht. Bleib, seele, 6. Ich hoffe, weil mich der in der demuth schranken. Die vertritt, Den du für mich ge- demuth wird von gott erhöht. geben. Mein jesus, welcher für Ja, herr, du liebst den, der mich litt, Erwarb mir recht dich liebt, und deiner führung zum leben. Sein tod macht sich ergibt. mich vom zweifel frei, Ob ich 5. Drum will ich mich dir der gnade fähig sei, Auch mich überlassen Mit allem, was ich hat er versöhnet. hab' und bin. Ich werfe, was 7. Herr! ewig will ich dei ich nicht kann fassen, Auf dich, nen ruhm Mit lob und dank den gott der liebe, hin. Der erheben. Dir will ich, als dein ausgang zeigt doch immerdar, eigenthum Mich ganz zum dienst Daß stets dein rath voll güte ergeben. Mit lust will ich war. bis in den tod Nach deinem heiligen gebot durch beistand wandeln. 6. Gib, daß es mein verdeinen trauen mehre, Jm glück und unglück, freud und leid. Schick alles, herr zu deiner ehre lind Gott, deffen Allmacht sonder. 65. Fürwahr du bist, o meiner seele seligkeit: So preis gott! verborgen; ich einst vollkommen dich; So Dein rath bleibt für uns wun- freu ich dein auf ewig mich. derbar. Umsonst sind alle unsre Von Gott will ich nicht lassen. ſorgen, Du sorgteſt, eh' die 66. Gott! der an allen welt noch war Für unser wohl enden Unzählig guso väterlich: Dies sei genug tes thut, Du bist's, in dessen zum trost für mich. händen, Mein ganzes schicksal 2. Dein weg ist zwar in ruht. Der für die übungszeit finsternissen Vor unsern augen mir jeden meiner tage, Mein oft versteckt; Doch wenn wir glück und meine plage Bestimmt erst den ausgang wissen, Wird von ewigkeit. uns die ursach auch entdeckt, 2. Da ich noch ganz verborWarum dein rath, der niemals gen In mutterleibe lag, Da fehlt, Den uns so dunkeln weg wachte schon dein sorgen. Ach gewählt. vater, wie vermag Mein dürf 3. Nie sind die tiefen zu er- tiger verstand Das gute zut erhe 38 Erste Abtheilung. erheben, Daß du in meinem le- 3. Wer hat den himmel ausben Mir huldreich zugewandt! geſpannt, Der unser aug ent3. Du bist schon treu im lie- zückt? Wer hat mit göttlich ben Noch eh' wir sind, und hast milder hand Den erdkreis ausNie lust, uns zu betrüben; geschmückt? Und drückt uns müh und last, 4. Wer kleidet hügel, thal So bleibst du mitleidsvoll; und au und ziert mit pracht Hilfft liebreich deinen kindern, den hain? Tränkt sie mit re Sie tragen und sie mindern; gen und mit thau? Und gibt Beförderst stets ihr wohl. der saat gedeihn? 4. Stets hat in meinem 5. Wer führt die sonn' in leben mir dieses trostes licht ihrer pracht Mit jedem tag uns neuem fraft gegeben, zu? Wer spricht zum mond Und frohe zuversicht. Wenn in dunkler nacht: Dem menich bekümmert war: So seufzt' schen leuchte du? ich und war stille, Und dein 6. Wer frönt mit ſegen je stets guter Wille Entriß mich des jahr, Daß unser herz sich der gefahr. freut? Wer liebet uns un5. Dein name sei gepriesen, wandelbar, Auch wenn sein Der jederzeit an mir So herr- donner dräut? lich sich bewiesen. Mein Herz 7. Wer sichert uns vor der und mund soll dir, Du retter gefahr, Die uns von ferne aus gefahr! Ein schuldig opfer droht? ſo Wer rettet oft so bringen, Von deiner güte sin- wunderbar Aus gegenwärt'ger gen, Jetzund', und immerdar. noth? 6. Du hast mir wohl gera- 8. Herr, unser herrscher, nur then Und lauter guts gethan; von dir Fließt alles heil uns zu. Daß deiner liebe thaten Ich Dein volt, dein eigenthum sind nicht genug rühmen kann. Hilf wir, Und unser gott biſt du. vater! daß ich dort Verklärt 9. Wie groß ist deine huld und ganz vollkommen Mit und treu! Du zählest unser allen deinen frommen, Dir haar, Stehst uns allgegenwär danke immerfort. tig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du 67. h singe meiner seelen mit geduld, Lehrst uns durch lust, Von dir, herr, deinen geist. Und reut uns hocherfreut. Ich sing aus dank- unsre sündenschuld, So siehst erfüllter brust Von deiner du's und verzeihst. gütigkeit. Mein Gott das Herz. 11. Ja deine gute reicht so 2. Was ist der mensch, der weit, Soweit die wolken gehn, staub vor dir, Daß seiner du Der junge rab', erbarmer, gedenkit? Herr aller welt! schreit Zu dir, du hörest ihn. was haben wir, Wenn du es 12. Und rührte dich, o men uns nicht schenkst. schenfreund, Nicht eines chriſten 39 V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. sten schmerz? Die stillste zähre mich. Du bist mein trost, ich die er weint, Bemerkt dein hoff auf dich. Dein segen folg vaterherz. 09 and in dieser zeit Mir bis in jene 13. Weh' dem, der, herr, ewigkeit. an dir verzagt! Und seine In dich hab ich gehoffet. zuverſicht Auf menſchen jetzt 69. Ich weiß, mein gott, und heidnisch achtet unsrer nicht. Tra all mein thun Auf deinem willen muß beruhn. 14. Er liebt dich mehr als Von dir kommt glück und ſegen. du verſtehst, Iſt, seele, dir Was du regierst und fördern nicht fern, Und eilt zu helfen, willst, Geht seinem ziel enteh du flehst. Vertraue gern gegen. dem Herrn. 25.000000 2. Es steht in feines men15. Er schaut herab von sei- schen macht, Daß das gescheh, ner höh' Auf den, der niedrig was er bedacht, und er sich ist. Erhebe dich, unsterbliche, dessen freue. Dein segen, höchZu ihm, von dem du bist! ster, machts allein, Daß ment16. Lobsingt ihm bet ihn schenrath gedeihe. ewig an Mit frommer zuver- 3. Oft denken wir mit sich sicht! Wie viel hat er an dir rem muth, Dieß oder jenes sei gethan! Vergiß es seele, nicht; uns gut; Und ist doch weit Vor deinen Thron. gefehlet. Oft sehn wir auch 68. Mein auge sieht, o gott, für schädlich an, Was doch nach dir, Von dei- dein rath erwählet. nem throne hilf du mir, Mein 4. Drum gib mir weisheit heil kommt nur von deiner aus der höh, Mein vater, dağ macht, Die dieſe welt hervor- ich nicht besteh Auf meinem gebracht. eigenwillen. Sei du mein licht 2. Getrost, mein herz, mein und lehre mich, Nur deinen treuer hirt Schafft, daß mein rath erfüllen. fuß nicht gleiten wird; Der 5. Was dir gefällt, gefall mich behütet schlummert nicht, auch mir. Zufrieden sei mein In finsterniß ist er mein licht. herz mit dir Bei allen deinen 3. Kein übel sei mir fürch- wegen. Und was dir mißfällt, terlich, Denn gottes rechte schü- laß mich nie In meiner seele het mich. Durch seine treue hegen. vaterhand Wird, was mir 6. Tritt du zu mir und maschadet, abgewandt. che leicht, Was mir sonst faſt 4. Sein schuß gewährt mir unmöglich deucht. Reichst du sicherheit. Sein trost füllt mich mir deine hände: So kommt, mit freudigkeit. Er leitet mich was angefangen ist, Gewiß zu auf ebner bahn, Und nimmt seinem Ende. mich einst zu ehren an. 7. Ist gleich der anfang et5. Herr, segne und behüte was schwer, Und muß ich gleich 40 Erste Abtheilung. gleich ins tiefe meer Der bit- wachte, als ich kaum zu sein tern leiden treten: So stärke begann, Sah mit vaterhuld mich der glaub' an dich, Und mich an, Eh' ich war und eh' ein trostvolles beten. ich dachte. Leib und seele gabst 8. Wer christlich betet, dir du mir, Gott, o wie verdant vertraut, Wird alles das, wo ich's dir? für ihm graut, Mit tapferm 3. Für mich armen, mich muth bezwingen. Du heißest verlornen, Mich, der ich gefal seine sorgen fliehn, Hilsst ihm len bin, Gabst du deinen einge den sieg erringen. bornen, Jesum christum selber 9. Zwar rauh ist oft der tu- hin. Mir zum heil kam er auf gendpfad, Den uns dein wort erden, Lehrte, litt, vergoß sein gewiesen hat; Doch wer ihn blut, Starb am kreuze mir zu muthig gehet, Wird endlich, gut, Daß ich möchte selig wer herr, durch deinen geist Zu den. O wie groß ist deine huld! steter wonn' erhöhet. Größer noch als unsre schuld. 10. Du bist mein vater, ich 4. Du mein vater, mein re dein kind, Was ich bei mir gierer Hilsst mir selbst im gunicht hab' und find', Hast du ten fort, Und gibst mir zum in voller g'nüge. So hilf nun, sichren führer Deinen geist bei daß ich meinen stand Wohl deinem wort, Daß er meine halt und herrlich siege. seele fülle Mit des glaubens 11. Dein sei, gott, aller hellem licht, Das des todes ruhm und ehre. Ich will dein schatten bricht, Und das bange thun je mehr und mehr, Aus herz macht stille. Er ist's der hocherfreuter seelen, Vor dei- durch seine kraft Gern, was nem volk und aller welt, So gut ist, in mir schafft. lang ich leb', erzählen. 5. Meinem bessern theil der 70. Sollt ich meinem gott seele Gibst du trost und ſtärk nicht singen? Sollt und ruh. Wenn ich, was du ich ihm nicht dankbar sein? willst, erwähle Strömet mir Hab' ich doch in allen dingen dein friede zu. Was, so lang So viel anlaß mich zu freu'n? ich hier noch walle, Ich bedarf O es ist ja nichts als liebe, in dieser welt, Was den leib Die sein vaterherz bewegt, Die ernährt und hält, Daß er nicht mich mit erbarmen trägt, Wenn in staub zerfalle, Auch das wird ich seinen willen übe. Alles von deiner hand Väterlich mir währet seine zeit, Gottes lieb zugewandt. in ewigkeit. 6. Himmel, erd' und ihre 2. Wie ein adler bei gefah- heere Sind auch mir zum ren Treulich seine jungen deckt: nußzen da. Wohin ich mein So hält gott, mich zu bewah- auge kehre, Jst mir, gott, dein ren, Seine schutzhand ausge- segen nah. Thier und kräuter streckt. Er, der über mir schon und getreide, In den gründen, auf 41 V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. auf der höh, in den büschen, geben, Dir mein ganzes herz in der see, Sind mir nahrung zu weih'n; Deiner liebe mich sind mir freude. Deine welt zu freun; Ganz zu deinem ist, mir zum wohl, Unzählbarer ruhm zu leben. Bis ich dich güter voll. nach dieser zeit Lieb und lob 7. Wenn betrübniß meine in ewigkeit. seele, Schwachheit meinen leib Warum betrübst du dich mein. umgibt; Dann, dann bet' ich 71. Voll freud' und fromund verhehle Nichts vor dir, mer dankbegier Erder mich doch liebt Wär'st du heb' ich meinen geist zu dir, nicht mein gott gewesen; Hätte Mein vater und mein gott! mich dein angesicht Nicht er- Wie froh und heiter machet quickt, so wär ich nicht Aus mich Der himmlische gedank so mancher noth genesen. Nur an dich. allein von dir bewacht Ging 2. Mein aug' erblickt die ich durch die dunkle nacht. stolze pracht Der werke deiner 8. Wie ein vater seinem weisen macht. Du riefst: da kinde Niemals ganz sein herz wurden sie. Und erd und himentzeucht, Ob es gleich, ver- mel sind noch heut' Ein spies führt zur sünde, von dem rech- gel deiner herrlichkeit. ten wege weicht: Also siehst du 3. Da freute sich, allgumeine schwächen, Höchster, mit tiger! Ein zahllos heer leerbarmen an; Züchtigst mich, bendiger Der milden vaterdaß ichs gethan, Ohn es doch huld, Die neu an jedem morim zorn zu rächen, Weil, als gen ist, Und auch des wurmes ich verirrt beging, Doch mein nicht vergißt. herz noch an dir hing. 4. Da stellest du, durch den 9. Wenn gleich deine Zücht- ich bin, Mich unter deine wungungsschläge Meinem fleisch der hin, Zum fröhlichen genuß. oft bitter sind: Sinds doch, Was ist der mensch, herr! deß wenn ichs recht erwäge, Zei- du dich So gnädig annimmst? chen, daß du mich, dein kind, was bin ich? Willst zu höhrem Glück erzie- 5. Den menschen frönte deihen. Wohl mir, wenn ich folg- ne hand, Dich zu erkennen mit sam bin! Mir zum reichlichen verstand. Sie bildete dieß gewinn Erndt ich von des le- herz, Das dankbar froh embens mühen und der ausge- pfinden kann, Wie viel sein standnen pein Einstens ew'ge gott an ihm gethan. freuden ein. 6. Und welche feel'ge hoff10. Weil denn ohne ziel nungen Schenkst du nicht den und ende, Vater, deine gnaden erlöseten. Du stifter unsers sind: So erheb' ich herz und heils! Versüßt wird jedes leid hände Freudig zu dir, als dein durch sie, Und leicht der tugend kind, Bitte: wollst mir gnade edle müh. 7. Ihr 42 Erste Abtheilung. 7. Jhr will ich, deiner werth übrig sind. Viel höhern frie zu sein, Die theuern lebens- den hab ich dann, Als diei stunden weihn, Die mir noch welt mir geben kann. VI. Von den Engeln. In allen meinen Thaten. Jesus meine Zuversicht. 72. u herr der seraphi- 73. Herr, du hast in dei nen, Dem tauſend nem reich Millioner engel dienen Und zu gebote heil'ger engel. Ihnen bin ich stehn. Gott aller geister könig, noch nicht gleich, Sonden Ich bin zwar viel zu wenig, Um vielmehr voller mängel. Ad deinen ruhm recht zu erhöhn. wann werd' ich auch so rei 2. Doch preis' ich deine güte, Als wie diese geister sein! Mit Dankbarem gemüthe Für 2. Mich verführt noch fleisd deiner engel schaar. Das und blut. Stärke mich be menschliche geschlechte Beschütze der beschwerde. Nüste mid deine rechte, Durch ihren bei mit kraft und muth, Daß id stand in gefahr. hier schon auf der erde Al 3. Doch sollen sie nicht wei- dein erbe und dein kind, Im chen, So las mich ihnen glei- mer himmlisch sei gesinnt. chen An wahrer heiligkeit. Wie 3. Gib mir weisheit; gil sie nur tugend lieben, Und mir fleiß, Dich, o gott, red fie auch stets ausüben, So zu erkennen. Laß mich deind mach auch mich dazu bereit. namens preiß Gern auch vo 4. Sie thun nur deinen wil- der welt bekennen, Daß id len: Laß ihn auch mich erfül- darin auf der erd' Deine len. Sie leben heilig, rein: O engeln ähnlich werd'. laß mich nichts beflecken; Wenn 4. Herr, dein wille soll ge mich auch schatten decken, Doch geschehn, Wie im himmel so au so wie sie die sünde scheun. erden. Laß uns doch stett 5. Hilf aug und herz bezäh- darauf sehen, Daß wir dir ge men, Kein ärgerniß zu neh horsam werden, So in deinen men, Lehr mich behutsam sein. willen ruhn, Wie die reiner Nie durch ein böses leben Dem geiſter thun. nächsten anstoß geben, Denn In allen meinen Thaten. dieses stürzt in ew'ge pein. 74. Wer zählt der engel 6. Wenn ich denn endlich heere, Die du zu scheide, So führe mich zur deiner ehre, D herr der wel freude In ihren umgang ein. ten, schufft? Sie freun sid Da werd' ich dich recht loben, deinen willen, Gehorsam zu er Und in dem himmel droben, füllen, Wenn du zu deinem Dir und den engeln ähnlich dienſt sie rufft. ſein. 2. Sie eilen zu gefahren, Den VI. Von den Engeln. 43 e Den frommen zu bewahren Sie lehren dich, zu loben, Sie Mich ihren höhern dank. In In seiner pilgerzeit. freun an deinem throne Sich deinem heiligthume Wird dann einst auch seiner krone, Wie zu deinem ruhme Der ganze ihrer eignen seligkeit. himmel ein gesang. 3. Befehren, gott, sich sün11 01 d 1 11 71 11 1 Werde munter mein Gemüthe. der Und werden deine kinder, 75. Höchster, deſſen ſtarke rechte Zuflucht, Die dir dein john geweiht; Dann jauchzen ihre lieder, schirm und schatten gibt, Der Daß ihre neuen brüder Dem das menschliche geschlechte, Wie fluch entrissen worden sind. ein treuer vater liebt; Der in 4. Sie jauchzen deinem soh- dieser großen welt Alles, was ne, Daß du sie ihm zum lohne er schuf, erhält; Der, als Für seine leiden gibst; Daß herr, uns in gefahren Mächtig du sie trägst und leidest; Zum kann und will bewahren. himmel vorbereitest, Und zärt- 2. Viele tausend seraphinen lich wie ein vater liebſt. Jauchzen und lobsingen dir. 5. In solchen geisterchören Dich zu loben, dir zu dienen, Dich ewig zu verchren, Welch Sind sie willig für und für; eine seligkeit! Wer wird sie Aber auch auf uns zu sehn einst empfinden? Der, der ent- Und uns schwachen beizustehn wöhnt von sünden, Sich, ih- Sind sie, wenn du winkest, nen gleich zu werden, freut. fertig Und den deinen gegen6. Gibst du, daß ich auf wärtig. erden kann ihnen ähnlich wer- 3. Gott der engel, gott der den, Mit lust und stärke nur: welten! Ach was sind wir So mag mich in gefahren menschen doch, daß wir vor Erhalten und bewahren Dein dir so viel gelten! O wie hältst engel oder die natur. du uns so hoch! Deine engel 7. Ich zittre nicht; ich schaue dienen uns Und sind zeugen Auf dich nur, dir vertraue, unsers thuns. Laß uns einst Gott meines heils, ich mich in ihren chören Ewig dich im Vergnügt daß einst mit en himmel chren. geln Ich heilig, rein von mänSei Lob und Preis dem. geln Dein antlitz schaue, vater, 76. Dir sing ich lob, herr dich. zebaoth! Groß, 8. Wenn du zu ihren liedern, groß sind deine werke. Dir Zu meinen höhern brüdern, singt dein himmel: groß ist Vor deinen thron mich rufft: gott! Dir singt mit kraft und Empor will ich mich schwin- stärfe Der seraph, der dich gen, Und dank und preis dir näher sieht, Der cherub, der mich auch am throne kniet, Die ganze schaar der engel. singen, Daß du für engel schufft. 9. Sie über mich erhoben, 2. Dein ist das reich, dein iſt Erste Abtheilung. Ie ist die macht; Nach ordnungen lied, In jene heil'gen Psalme und stufen Hast du die schaar, Am ziel, nach dem mein gla ge die uns bewacht, Zum leben be sieht, Erwart ich siege hergerufen, Sie richtet deinen palmen. Wie hebt sich da mei willen aus, Und schüßzet des lied empor! Ich mische mit gerechten haus, Wohin dein ins engelchor In höhre lo wint sie sendet. gesänge. fe 31 101 fe 11 3. Mensch! fühl den vor- 5. Wie groß, wie groß d zug, mensch zu sein. Durch wonne ist, Wenn mich a christi tod versöhnet, Gehst du lebensende Zum erstenmal ei einst in den Himmel ein, Wo engel grüßt; Ach! daß ich n gott den frommen krönet. Schon schon empfände! Von alle m hier ist er, in fleisch verwelt verlaßnes herz! Den hüllt, Des allerhöchsten eben- christlich dent bei deinen be bild, Im menschenkleid ein schmerz. Im himmel hab' it 2 engel. freude. et 4. Bald tret ich ein ins hohe 11 d VII. Von dem Menschen und seiner Beſtimmung h Gs ist das heil uns kommen. durch deine weise macht, Walt 77. Dir, gott! jei preiß du erschaffen schmückeſt. und dank gebracht, 4. Jch jauchze, daß ich se to Dich soll mein lied erheben. hen kann, und hören und em b Ich bin ein wunder deiner pfinden. Froh bet' ich meinen 31 macht. Du schusst auch mich schöpfer an. Ihn überall zu g zum leben. Mein ganzer leib, finden, In allen werken, die erbaut von dir, Sammt einem er schuf: Das ist mein selig fo jeden sinn an mir, Beweiset ster beruf, Mein Lobgesang m deine größe. und opfer. CC s 2. Haupt, aug' und ohr, 5. Wer leitet meines blutes herz mund und hand, Die ich lauf, Regiert des herzens schläs zu dir erhebe; Die haut, so ge? Bewegt die lung und v künstlich ausgeſpannt; Der schwellt sie auf, Damit ich les 3 nerven fein gewebe, Und alle ben möge? Gott ist es, der i glieder sagen mir: Ich sei, o dies alles thut. Schlag herz! gott ein wert von dir, Ein entflamme mich mein blut, Daß werk von deiner weisheit. ich den schöpfer preise. 2 3. Ach hättest du mein auge 6. O preis' ich höchster! im nicht So künstlich zubereitet: mer dich, Wenn ich die sinnen Was nutzte mir der sonnen brauche, Geh, lieg und aus licht Der glanz, den sie ver- ruh, oder mich Bewege, ath breitet? Dann säh' ich nicht, me hauche! Gib, daß ich ewig mit welcher pracht Du, herr, dein mich freu', Und daß mein leib r f I 45 VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. leib ein tempel sei, Worin dein dein gebot Und weisheit, macht geist stets wohne. Was mein Gott will das. und stärke. Für deine väterliche huld, Dank freudig meine welch ein glück ein seele, Und um erbarmung und mensch zu sein! geduld Fleh ich dich wenn ich Wie kann ich gott g'nug prei- fehle. sen! Wie des berufs, ein mensch 78. 6. Ich bin ein mensch, und zu sein, Mich würdig hier er- darf vor dich Mit freudigkeit weisen! Ich bin ein wunder stets treten. Ich darf dich, du seiner macht Und weisheit lieb hörst vater! mich, Getrost und und güte O mensch nimm dei- froh anbeten! Heil mir! o heil nen werth in acht. Erfenn es, der zuversicht, Die ich als mein gemüthe. mensch hier habe, Du rufft 2. Du bildetest mir mein ge- zur ewigkeit an's licht, Mich bein. Du hauchtest mir die seele wieder aus dem Grabe. Allmächtig, o mein schöpfer! 7. Dein sohn, der schöpfung ein, Durch die ich denk' und herr mit dir, Kam mitleidswähle. Vor tausenden, durch voll auf erden, Und ward ein dich ernährt, Vor tausend dei- mensch, ein mensch, wie wir, ner werke, Gabst du mir einen Der menschen heil zu werden. höhern werth, Mir weisheit, Er nahm uns auf in dein gekunst und stärke. schlecht; Wir wurden seine brü3. Vernunft und freiheit dank der, Er bracht uns frömmigich dir. Welch glück, sie zu keit und recht, Und gnad und besitzen! Ach! dir zum ruhm; leben wieder. zum heile mir, Lehr du mich, 8. Noch einmal sehn wir gott! sie nützen. Der mensch deinen sohn Vom himmel wieder ist's nur, der reden kann; Sonst kommen; Und dann stellt er kein geschöpf auf erden Der um seinen thron, Als richter mensch nur ruft dich, schöpfer! alle frommen, Und aller himan, Kann andrer lehrer werden. mel heer ist sein, Ihr erbtheil 4. Du schusst mich zur ge- gibt er ihnen, Sie werden selligkeit, Gabst mir ein herz ihres heils sich freun, Und voll triebe; Zum mitgefühl, ewig dann ihm dienen. zur menschlichkeit, zur freund- 9. O welch ein glück ein schaft und zur liebe. Und die- mensch zu sein! Wie kann ich se menschlichkeit, gott! schafft gott g'nug preisen! Wie des Mir unzählbare freuden; Gib berufs, ein mensch zu sein, mir zur tugend muth und Mich würdig hier erweisen! kraft, Und ruh und trost im Ich bin ein wunder seiner macht, Und weisheit, lieb und 5. Dich, meinen schöpfer, güte. O mensch, nimm deinen meinen gott, Erkenn ich, deine werth in acht! Erkenn es werke, Dein göttlich wort und mein gemüthe. leiden. Gott Erste Abtheilung. Gott dessen Allmacht sonder. ich nicht recht bedacht. Ve 79. Dein sein bin ich, gott, wirf mich, vater! nicht v dein ist mein leben. dir. Schaff du ein reines he Wie tröstlich ist mein ursprung in mir. mir, Du hast den odem mir 7. Hilf, daß ich dir zu d gegeben. Mein ganzes wesen ren lebe, Und redlich the kommt von dir. Du, vater! was dich erfreut. Und ge riefst mich aus dem nichts, und leib und glieder gebe Zu Zum frohen anschaun deines dienste der gerechtigkeit. D lichts. ich bis in den tod dir tr 2. Du gabst mir die ver- Und stets ein freund der t nünftige seele, Die nur so lang gend sei. im fleische lebt, Vis sie, daß sur 8. Fällt dieses Leibes hi ihr kein wohlsein fehle, Dein nieder, Vollend ich diesen I ruf zum bessern stand erhebt, benslauf: O gott, so richtet Gedächtniß, willen und ver- mich wieder Verherrlicht au stand, Hab ich allein von dei- dem staube auf. Dein ew'ge ner haud. leben sei mein theil, So pre 46 3. Wenn ich auf meinen för ich ewig dich mein heil. per sehe, Den du so kunstvoll Nun danfet alle Gott. ausgebildt; So wird, o vater, 80. So lang ich ath in der höhe! Mein herz mit gott! Will ich dei ehrfurcht ganz erfüllt. Ein lob verbreiten.. Das leba jedes glied, ein jeder sinn, gabst du mir. Mit seinen ſüßig Reißt mich zu deinem lobe hin. keiten, Du gabest mir verstan 4. Durch deiner vorsicht gnä- Der dich erkennen kann. Un dig's walten, Die mich von botest ew'ges heil In deine kindheit an umfing, Bin ich sohn mir an. bis hierher noch erhalten: So 2. Was bin ich, gott de daß der tod vorüberging Ich huld! Daß du so viel mir schen stehe noch und preise dich, test? Was ist ein menschentim Herr! deine rechte schüßzet mich. Daß du herr! sein gedenkest 5. Ich bin nicht werth der Ja du gedachtest, herr, Schon großen güte, Die du mein vor der welt an mich, Un gott! an mir gethan. Beschämt denkst noch meiner stets, empfindet mein gemüthe Die gierst mich väterlich. schuld, die ich nicht leugnen 3. Ich freue mich in di kann. Ich habe, was mich Und traue deinem jegen. Mein sehr erschreckt, Vielfältig seel ganz bestreben sei, zu geh und leib befleckt. auf deinen wegen. Bis a 6. Ja, herr! ich habe mei- des grabes nacht Sei di ne glieder zu sündenglieder oft mein dank geweiht, und einst gemacht. Vor dir fall ich in vor deinem thron, Gott da demuth nieder, Vergib, was barmherzigkeit. Wer et Jet el Ju 101 Ca 16 t it 1 1 71 ge en 1 20 Int en DO en th 01 11 7 it Ein hn an Dit nit Det Ser 47 das ist, vater! meine schuld! von Vergib sie mir nach deiner Du, huld. VII. Vom Menschen und seiner Beſtimmung. Wer nur den lieben Gott. 81. Gott werde stets dir erhoben, deines schöpfers bild, mein 7. Begabt mit wundervollen geist, Sollt ich nicht meinen sinnen; Mit freiheit, mit vervater loben, Den jedes seiner nunft von dir, Sollt ich nur werke preist? Er schuf mich ja dich, gott! lieb gewinnen, Dich sein bild zu sein; Ihn einst nur, und was gebräche mir? zu schaun, mich sein zu freun. Ach möchte meine seele dein, 2. Anmuthig, prächtig, zum Mit allen ihren fräften? entzücken Ist gottes ganze tör- sein. perwelt. Wer zählt die reize, 8. Gott! meine lust sei dich die sie schmücken? Was ich zu kennen, Dich urquell der hier sehen kann gefällt; Und vollkommenheit! Von deiner dennoch fann sie nicht, wie liebe ganz zu brennen; Das sei schön Wie wundervoll sie sei, mir ruhm und seligkeit. Bin verstehn.de ich durch christum nur mit dir 3. Für geistern nur, und nur Vereint, mein gott! was fehfür seelen, Die zu den geistern let mir? gott erhob, Sind sie so herrlich sie erzählen Nur ihnen Nun sich der Tag geendet. meines schöpfers lob. O seele; 82. Ich bin, o gott! dein jauchze, daß der ruf Der alleigenthum, Du schufſt macht dich zum geiste schuf. mich, dein zu sein; Mein gan4. Gott! ich fann denken, zes leben dir zum ruhm, Und ich gewinne, weil ich zu einem deinem dienst zu weihn. geiste ward, Durch die empfin- 2. Du gabst mir den vernünftSung meiner sinne, Gedanken gen geist, Bewundernd einzutausendfacher art! Groß, man sehn: Wie dich, herr! deine nigfaltig ist ihr heer, Und doch schöpfung preist, Mit ehr dich mird ihrer täglich mehr. zu erhöhn. 5. Ich kann sie sammeln und 3. Was um mich ist, ververbinden, Und trennen, wie fündigt mir, Gott! deine herres mir gefällt. Die welt emp- lichkeit. Zu ihrem preise reizt finden, mich empfinden, Noch mich hier Selbst jede jahresunterscheiden von der welt. zeit. Zu tausend thaten hab ich kraft. Wer gibt sie? der alles schafft. 4. Und ich, ich sollte fühllos gott, sein, Und dich, herr! rühmen nicht? Ein herold deines ruhms 6. Wie feu'rig dürstet mei- zu sein, Sei meine größte ne seele Nach glück und lust pflicht. und seeligkeit: Nur daß ich oft 5. O mache dieser pflicht betrogen wähle, Was mich mich treu, So tren, herr! als nach dem genusse rent. Doch ich soll. Mein herz, mein mund 48 Erste Abtheilung. mund, mein wandel sei Stets ster! ähnlich sein, Wohlthätig deiner ehre voll. sein wie du, Owohl mir, 6. Wer dich verehrt, hält wenn ich's bin! Hilf du mir dein gebot, Ihm ist's nicht selbst dazu. last, nicht pein. Drum gib 4. Laß mir dies große ziel auch mir die kraft, o gott! Doch stets vor augen schweben Gehorsam dir zu ſein. Mein aller stärkster wunsch, 7, Was du befiehlst, ist für Mein eifriges bestreben. In uns gut. Du willst nur unser allem meinem thun Sei dieß, heil. Wohl dem! der deinen o gott! allein, Daß ich auch willen thut, Du bist sein trost so wie du Gesinnet möge sein. und theil. 5. Du bist der wahrheit 8. Er wandelt hier auf eb- freund, Laß mich auch wahr ner bahn, Und selbst in trau- heit lieben. Und mit stets mun rigkeit Schmeckt er, dir, höch- term fleiß In allem dem mich ster! zugethan, In dir zufrie- üben, Was mich zur Weisheit denheit. führt, Zur weisheit, die dich 9. Nach hier vollbrachter ehrt. Und allen beifall gibt, prüfungszeit Nimmt ihn der Was du uns selbst gelehrt. himmel ein. Herr, laß nach 6. Laß deine heiligkeit Mich dieser seligkeit Mein ganz be- stets zum muster nehmen. Hilf streben sein. mir die sünde fliehu; Die sinn Mel. Gott du frommer Gott. lichkeit bezähmen. Nur das, 83. Allmächtig großer was recht ist, thun; Des gu gott! Wer kann ten mich erfreun; Und dem, dich g'nug erheben? Du gabst der's üben will, Auch gern der ganzen welt Bewegung, behülflich sein. Fraft und leben. Was geist 7. Gib, daß ich so wie du, und körper heißt, Was erd' Ein freund der menschen werund himmel schmückt: Hat de, Dem wohlthun freude deine huld gebaut, Die alles macht, Der kummer und be noch beglückt. schwerde, Dem nächsten gern 2. Du schufft, ich dank es erspart, Sein Leben ihm verdir, Auch mich zu deiner ehre, süßt, Und, wo er helfen kann, Und wolltest, gnädigster! Daß Zum helfen willig iſt. ich dein bildniß wäre. Darum 8. Noch bin ich weit ent hast du den geist, Der in mir fernt O gott! von diesem ziele. lebt und denkt, Mir zur un- Du weißt, was mir noch fehlt, sterblichkeit Aus freier huld Und ich, ich selber fühle, Wie geschenkt. wenig ich dir noch, Im guten 3. O welch ein großer zweck, ähnlich bin. O bilde du mich Dazu du, gott! mich schufest. ganz Nach dir und deinem sinn. Wie herrlich ist das glück, Wo- 9. Beglückt ist nur alsdann zu du mich berufest. Dir, höch- Mein Lebenslauf auf erden Wenn, 3 1 t # 49 VII. Vom menschen und seiner Beſtimmung. Wenn ich dir immer mehr, Sein wünschen nicht zufrieden Schon hier kann ähnlich wer- ſtellt. den; Dann werd ich ewig auch 6. Zwar ist er tief herabMit dir vereinigt sein, Und gesunken Von seines Ursprungs mich ohn' unterlaß Gott! dei- herrlichkeit. Sucht oft, von ner güte freun. luft der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit. Jedoch er sucht und findet nicht, ne güte, Die mich Was ihm der äußere schein so wunderbar erschuf, Und verſpricht. mit frohlockendem gemüthe Ver84. gott! ich preise dei 7. Du prächtest ihm durch ehr' ich deinen schöpfersrus: sein gewissen Gefühl von recht Ein herold deines ruhms zu und unrecht ein. Daß böse bösein, Und deiner wunder mich ses leiden müssen Und tugendzu freun. hafte glücklich sein, Erkennt er, 2. Du gabst zum denken doch sieht er noch nicht Den und empfinden, Allgütiger, mir richter hier schon im gericht. diesen geist, Der zwar zu 8. Dem tugendhaften ist hie schwach ist, zu ergründen, Wie nieden Oft ein sehr widriges herrlich du, mein schöpfer! geschick Zum loos für diese seist, Jedoch, was du an mir zeit beschieden; Dem lasterhaf gethan, Erkennen und bewun- ten oft viel glück. Gewiß erst dern kann. eine andere welt Ist zum ver3. Und diesen geist, der in geltungsort bestellt. mir denket. Schufst du nicht 9. Gott! wenn mein geift blos für diese zeit. Du hast dieß überleget, So hofft er mir, vater! ihn geschenket Zum schon unsterblichkeit. Noch stärleben in der ewigkeit, Um fer fühl' ich mich beweget Beim das vollkommner zu verstehn, licht das mir dein wort verWas sterbliche nur dunkel leiht. Da seh' ich weit gewis sehn. ser ein, Daß ich auch einst soll 4. Zu eng sind dieses lebens selig sein. schranken Für einen forschen- 10. Herr! laß zu jenem besden verstand. Der keim Der keim zu fern leben, Mich täglich hier höheren gedanken, als je ein die aussaat streun. Laß deinen sterblicher erfand, Entwickelt geist das wollen geben, Und sich erst nach der zeit Im hö- das vollbringen auch verleihn. hern licht der ewigkeit. Owonne der unsterblichkeit! 5. Ihn sättiget kein gut Sei stets mein trost in allem der erde, Kein zeitlich glück leid. so groß es sei ,. Daß er auf Allein goft in der höh' sei. immer ruhig werde: Bedarf 85. Wie wichtig ist doch er mehr, daß ihn erfreu'. Gr fühlt, daß diese ganze welt der herr gegeben! Gott! als der beruf, Den uns HIS Wer nur den lieben Gott. 50 Erste Abtheilung. uns deine liebe schuf, Da deiner güte freun, Und einst schuf sie uns zum leben, Zum dein antlitz schauen. leben, welches ewig währt, 7. Und solch' ein herz dal Das weder angst noch leid be- wollst du mir, Gott, aus er schwert, Willst du uns hier barmen geben; damit ich mö erziehen. ge auch schon hier Nach der 2. Nicht hier ist unser vater geseßzen leben, Die selbst in land Allein bei dir, gott! dro- himmel gültig sind, Bis id ben. Da ist der ort wo deine als dein bewährtes kind 3 hand Das glück uns aufgeho- deiner freude gehe. ben. Das nie ein traurig ende Sei lob und ehr dem. nimmt, Hier sind wir nur von 86. Laß mich des mensche dir bestimmt; Uns dazu anzuschicken. wahren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Un 3. O laß mir doch dieß dessen, was mich selbst entcht große ziel Durch nichts ver- Mich allzeit innigst schämen rücket werden; Was hilfst, wenn Nie komm es mir aus meina ich auch noch so viel Von gü- finn, Was alles ich vermag un tern dieſer erden, Von ehre, bin, Durch deine weise güte. 2. Du schufst mich, nid geld und lust gewinn; Wenn ich dabei nicht tüchtig bin Dein blos fleisch und bein Du haud himmelreich zu erben. test mit dem leben, Mir aud 4. Dein pilgrimm bin ich zugleich die seele ein, Und ha ja mur hier. Laß mich das nie es mir gegeben, Noch me vergessen. Nur wenig tage hast als was die sinnen rührt, Un du mir Zur wallfahrt zuge durch sie schmerz und luſt g messen. Schnell, wie ein traum biert, 3u fassen zu erwäga sind sie vollbracht, Und dann 3. Gott, diesen vorzug gab wird dieser erden pracht Auf du mir Vor so viel milliona ewig mir vergehen. Die auch beseelt, genährt vo 5. Drum laß des himmels dir, Auf deiner erde wohner herrlichkeit Mich stets vor au- Was jenen fehlt verliehst gen haben. Laß mich, in mei- mir, Vernunft und freihe ner übungszeit, um jene beßre und mit ihr, Gefühl von re gaben, die mir im tode nicht und unrecht. entfliehn, Am ersten und mit 4. Du schufst mich zur g ernst bemühn, Damit ich nicht selligkeit, Und für der freun einst darbe. schaft freuden. Gabst mir d 6. Ein herz, das dich, o va- herz voll fühlbarkeit Für ter liebt Und deines sohns sich drer glück und leiden', No freuet, Das durch den glauben mehr ein herz, das fähig tugend übt und sich vor sün- Sich dein, der du mein vat den scheuet, Ein solches herz, bist, zu freun und dich zu liebe das wird allein Sich ewig 5. In stiller andacht kan me el 1 to 7 VIII. Von der Sünde und Verderben des Menschen. 51 mein geist Sich bis zu dir er- hoch sind wir durch ihn geehrt; heben, Und dir, den jeder him- Wie ernstlich durch ihn selbst mel preist Auch preiß und ehre belehrt Der menschheit werth geben. Auch ich kann thun, zu schätzen! was dir gefällt. Und um mich 8. Und ich ich sollte ihn enther in deiner welt, Was nüzz- weihn Und meiner unwerth lich ist, verbreiten. handeln? Der thier'schen lust 6. Nicht blos für diese tur- ergeben sein Und nicht vor dir ze zeit Niefst du mich in dieß gott wandeln? Fern sei ein leben; Zu freuden einer ewig- solcher sinn von mir Bewahre feit Soll sich mein geist erhe- mich, mein gott! dafür, Daß ben. Und wird auch gleich der ich so tief nicht falle. leib zu stanb; So bleibt er 9. Gib vielmehr, daß ich alnicht des grabes raub, Du lezeit Auf mein gewissen achte; wirst ihn auserwecken. Nach weisheit und gerechtigkeit 7. Vom himmel kam, ge- Mit allem eifer trachte. Dich sandt von dir, Dein sohn liebe und mich deiner freu, zu uns auf erden. Er kam und Und so des Vorzugs würdig ward ein mensch wie wir, Der sei, Den du mir hast verliehen. menschen heil zu werden. Wie VIII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Wo soll ich fliehen hin. 4. Verderbt ist unser sinn. 87, Du, der kein böses Die weisheit iſt dahin, Die thut, Du schufft uns regieren sollte Nur was den menschen gut. Du, höch- dein wille wollte, Mit freudenster! gabst ihm kräfte Zum se vollen trieben Zu wählen und ligen geschäfte! In heiligkeit zu üben. zu wandeln; Stets recht vor dir zu handeln. 5. Der sinne lust und schmerz Rührt leider unser herz, Mehr 2. Wo ist der unschuld ruhm? als die höhern freuden, Mehr. Ach wir dein eigenthum, Wie als die größten leiden, Die tief sind wir gefallen! Wo ist wir auf ewigkeiten Selbst unjetzt unter allen Gin mensch serm geist bereiten. ganz rein von sünden Vor dir, o gott! zu finden? 6. Dir folgen dünkt uns zwang, Des herzens böser hang 3. Hier ist kein unterschied, Reißt uns, mit starkem triebe, Dein helles auge sieht Auf alle Zu schnöder sünden liebe. Ach menschedkinder, Und sie sind können wir wohl zählen Wie alle sünder, Da ist vor dir, oft wir vor dir fehlen? herr! feiner Unschuldig, auch nicht einer. 7. O herr! gib uns dein licht, Daß wir was uns gebricht, D2 Be 52 Erste Abtheilung. Beschämt vor dir erkennen, 4. Doch die menge deiner Und von dem ernst entbrennen, gaben klagt mir meinen unDer sünde zu entsagen, Der dank an, Weil ich sie oft ganz beßrung nachzujagen. vergraben; oder damit groß 8. Wohl dem, der sie ge- gethan. Oft, voll leichtsinn, sie winnt! Gott, so verderbt wir verschwendet, Und zu sünden sind; So willst du uns doch angewendet. D wie häuft sich heilen; Und kräfte uns erthei- meine schuld, Durch verachtung len; Schon wiederum auf erden, deiner huld. Dir gleich gesinnt zu werden. 5. Sieh, hier lieg ich in dem 9. Herr! diese deine Huld staube, Tief vor dir, mein gott, Laß uns durch unsre schuld gebückt. Doch mein demuthsNicht frevelntlich verscherzen. voller glaube, Der auf meinen Erwecke unsre herzen, Dir nicht heiland blickt, Hofft auf deine zu widerstreben, Damit wir vatergüte, Und mein tief beewig leben. schämt gemüthe, Daß den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch 88. Großer gott, erhabnes zu dir empor. Alle menschen müssen sterben. wesen! Das voll 6. Ja die wunder deiner segnender begier Menschen sich liebe Ziehen ganz mein herz zum dienst erlesen, Ach! was zu dir Ach, erhalte selbſt die ist der mensch vor dir? Wenn triebe Trener dankbarkeit in mir. ich deine größ' erwäge, Und Vater! laß-das schwache lallen was ich bin, überlege, O wie Meines lobes dir gefallen. niedrig, o wie klein Muß ich Bilde mich, dein eigenthum mir nicht selber sein! Ganz zu deines namens ruhm. 2. Ach, es herrscht der trieb 7. Meine träfte, meine gliezur sünde Mächtig oft in dem der Sind zu deinem dienst be gemüth; Und macht mich zu reit. Herr! ich falle vor dir einem finde, Das für seinem nieder Voller ehrerbietigkeit. vater flieht. Ach, ich seh mit Deinen willen thun und leiden reu' und schrecken Tausend feh- Sei die quelle meiner freuden. ler, tausend flecken, Und in Gott und herr der ganzen welt der verderbten brust Negt sich Thu' mit mir was dir gefällt. öfters böse luſt. Nun freut euch lieben christen. 3. Was ich gutes an mir 89. Gott! du bist heilig habe, Ist von deiner vaterund gerecht In al hand; O wie manche gute gabe len deinen wegen. Vor dir Hast du, herr! mir zugewandt. bleibt nicht ein böser necht. Selber auf dem sündenpfade Den frommen krönt dein ſegen; Trägt mich schonend deine Auf ihm ruht deine vaterhuld gnade, Nähmest du zurück, was Der böse träget seine schuld; dein, Ach! was würd mir üb- ihn treffen deine strafen. rig ſein! 2. Du bist der richter aller welt VIII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 53 welt. Nach heiligen gesetzen, ewig heil, Drum wird er dort, Die deine weisheit festgestellt, herr, keinen theil An deinem Mußt du die menschen schätzen; himmel haben. Mußt übertretern strafe dräun, 8. Herr! dies bezeugt dein Und, wenn sie sich vor dir klares wort. Wahrhaftig ist nicht scheun, Die strase auch dein dräuen. So hilf denn, daß vollziehen. wir immerfort Den weg der 3. O herr, dein heiliges ge- sünde scheuen. Erbarm dich richt Entdeckt sich schon aufer- unser allesammt, Daß niemand den. Du lässest, fürchten wir unter uns verdammt, Ein jeder dich nicht, uns hier schon selig werde. inne werden, Daß du auf Herr, ich habe mißgehandelt. unsre thaten sichst, Und ein 90. Herr, du kenneſt mein gerechter richter bist, Das böse heimzusuchen. verderben, Ach! es regt in meiner brust, Wie bei 4. Es klagt uns das gewis- allen adamserben, Sich noch sen an, Wenn wir dir wider immer böse lust, Die mein herz, streben, und sagt, daß wir un- herr, von dir neiget, Und viel recht gethan Durch unser böses böse thaten zeiget. leben. Es raubet uns die innre 2. Wie verderbt sind meine ruh, Und spricht uns die ver wege, Wie verkehrt mein eiggeltung zu, Die missethat ver- ner sinn! Ich empfinde, gott, dienet. wie träge Ich, dir zu ge5. Oft stäubst du hier den horchen, bin. Ach! wer wird sünder schon Für seine bösen vom hang zum bösen Mich thaten, Und lässest ihn in doch endlich ganz erlösen? schmach und hohn Und andre 3. Hilf mir durch den geist noth geraden. Hat ihn der der gnaden Von der angeerbsünden lust erfreut, So muß ten noth. Heile meiner seelen er auch das herzeleid, Das sie schaden, Durch des mittlers gebiert, empfinden. freuzestod. Tilge alle meine 6. Jedoch, o herr, zur bessünden, Laß mich vor dir gnade serung Strafft du noch hier finden. die sünder; Und züchtigest auch 4. Deinen willen hier auf heiligung Oft deine trägen kinerden Zu vollbringen wird mir der. Wohl dem, der deinen schwer. Soll ich dazu tüchtig willen lernt, Und sich vom sün- werden, mußt du selbst von denpfad entfernt, Und deiner obenher Kraft und stärke mte zucht gehorchet. verleihen, Und mein sündhaft 7. Den aber trifft dein zorn- herz erneuen. gericht, Daß ohn' aufhören 5. Schaffe denn ein reines währet, Der in der zeit der herze, Herr, durch deinen geiſt gnade nicht Sich recht zu dir in mir, Daß ich nicht mein bekehret. Er hat veracht sein heil verscherze, Laß der sündlichen 54 Erste Abtheilung. chen begier Mich mit nachdruck wider mich und droht, Weil widerstehn, Und auf deine hülfe ich( dieß schlägt mich nieder) sehn. Nur gar zu oft dawider Ge6. Unter wachen, beten, rin- dacht, gethan, gesprochen, Und gen Hilf mir selbst mein fleisch deinen bund gebrochen. und blut Unter deinen willen 5. Verwirf mich nicht von zwingen: Denn dein wille, dir, Hilf, herr, erbarmer! mir. gott! ist gut. Was nicht kann Erneure meine seele, Daß sie dein reich ererben, Laß schon nur gutes wähle. Wer kann hier an mir ersterben. mich sonst vom bösen, Als du, 7. Reize mich durch jene o herr, erlösen! trone, Die mir droben beigelegt, 6. Drückt mich der sünden Daß ich meiner niemals schone joch Gleich mächtig, so bleibt Wenn die sünd in mir sich regt. doch Weit mächt'ger deine gnaHilf mir selber muthig kämpfen, de; Wie groß auch nur mein Alle böse lüste dämpfen. schade; So kannst du ihn doch 8. Sollt ich etwa unterlie- heilen Und leben mir erthei gen, so hilf mir wieder len. auf! Laß durch deine kraft mich 7. Hat sonst des fleisches siegen, Daß ich meinen le- macht In mir ihr werk vollbenslauf Unter deinen treuen bracht: So gib mir lust und händen Möge gut und selig stärke, Daß ich nur gute werke Beschließze und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. enden. Wo soll ich fliehen hin. 91. Mein gott! dir iſt Was gott thut das ist. bewußt Die innre 92. Wir gehn in unvoll böse lust, Die quelle meiner kommenheit Auf die sünden, Die menschen nicht er- ses lebens pfade. Doch unsre gründen, heile du aus gna- schwache frömmigkeit Belohnst den Der seele tiefen schaden. du, gott! mit gnade. Das 2. Des bösen herzens grund herz soll rein Von bosheit Wird oft durch thaten fund, sein; So willst du die ge Die mich vor dir verkla- brechen Der menschlichkeit nicht gen, Und mein gewissen na- rächen. gen. Herr! willst du sie be- 2. Ich weiß, mein mittler strafen, Wer wird mir rettung jesus christ Hat meine schuld schaffen? getragen. Weil er für mich 3. Ich habe wider dich, Den gestorben ist, Wie könnt ich nächsten und auch mich, Viel- dann verzagen! Verdammte fältig, herr! gehandelt. Ich mich Dein zorn, wenn ich, bin den weg gewandelt, Der Zwar schwach bin; aber glaube menschen von dir wendet, Und Was nützte mir mein glaube, sich mit schrecken endet. 3. Hilf du mir kämpfen, 4. Gin jegliches gebot Zeigt gott mein herr! Daß ich mich übers IX. Von der Gnade Gottes in Christo oder von der 2c. 55 überwinde. So werd' ich täg- sie mich ewig nie von deiner lich heiliger Und freier von liebe trennen, Mich nie verder sünde. Dort, dort wird führen können. IX. Von der Gnade Gottes in Christo, oder von der Erlösung des Menschen. Es ist das heil uns. händen. Sein ist das reich, 93. Heil uns, aus unsrer sein ist die kraft: Das heil sündennoth Ist ret uns zuzuwenden, Das er so tung uns erworben. Der herr liebreich uns erwarb; Als er will nicht des sünders tod, für uns am kreuze starb. Wohl Was adams fall verdorben, allen, die ihm trauen! Hat er aus gnaden uns erseßt, 6. O lag uns ihm uns an laß Wie werth sind wir von ihm vertraun, Und niemals sein geschätzt, Wie groß ist sein er- uns schämen. Auf seine mittbarmen. lers hülfe baun, Und sein joch 2. Selbst seinen eingebornen auf uns nehmen. Das ist der sohn Sand' er zu uns auf er weg zum ew'gen wohl, Der weg den, Von dem verdienten sün- auf dem man friedevoll Auch denlohn Ein retter uns zu schon auf erden wandelt. werden. Er kam, und mit 7. Herr laß uns diese seligihm unser heil; Er kam, am feit Hoch über alles schätzen. ew'gen leben theil Uns wieder Nie können güter dieser zeit zu erwerben. den mangel uns erseten. Wenn 3. Wo ist, o tod! dein sta- uns das größte gut gebricht; chel nun? Hier ist dein über- Ein reines Herz voll zuversicht, winder. Für unsre schuld ge- Zu dir, gott unser vater! nug zu thun, Starb er, das 8. Olenk auf dies erhabne heil der sünder. Wo ist nun, glück Der seele stärkste triebe! sünde, deine fraft? Hier ist Zeuch mächtig unser herz zu= der, der uns kräfte schafft, Dein rück Von schnöder sündenliebe! joch von uns zu werfen. An dem uns theu'r erworb4. Gelobt sei gott, gelobt nem heil Laß uns in wahrem sein sohn, Der retter unfrer glauben theil Stets suchen feelen! Nun kann uns auch und behalten. auf erden schon Das wahre Wenn mein Stündlein vorh. glück nicht fehlen: Getrost und 94. Gott! hätte dein gefroh in gott zu sein, Wenn liebter sohn Sich wir uns nur dem heiland mein nicht angenommen, Und weihn, Den gott für uns ver- wär er nicht von seinem thron ordnet. Zu uns herabgekommen: So 5. Was er zu unserm glück müßte mir vor ew'ger pein, verschafft, Das ist in seinen Gerechter richter! bange fein, Um 56 Erste Abth. XI. Von der Gnade Gottes in Christo Um meiner sünden wil als bürgen. Du jesu, ließest Lent. in geduld Dich, als ein lamm 2. Doch er schafft dem ge- erwürgen. Du geist, theilst wissen rast. Nun darf ich dieses heil uns zu, In alle nicht verzagen. Denn meiner ewigkeit seist du, Dreieiniger sünden schwere last Hat er für gepriesen. mich getragen. Am freuz versöhnt er mich mit dir, Da floß Herzliebster Jesu was. ſein blut, damit er mir Die 95. Gott! der du für uns seligkeit erwörbe. deinen sohn gege 3. Wohl mir, mein Herz ben, Wer kann doch g'nugsam schöpft neuen muth; Faßt kind- deine huld erheben? Wie herr liches vertrauen! Ich kann auf lich zeigst du im erlösungs dein versöhnend blut Mein werke Der gnade stärke? ewig heil nun bauen. Dieß blut, 2. Dein ew'ger sohn stirbt das mich gereinigt hat, Von für die menschenkinder. Der aller meiner missethat, Wird heiligste tritt an die statt der ewig, ewig gelten. sünder Der seligste begibt sich 4. Hinweg mit banger küm- seiner freuden, Für uns zu merniß! Sei, seele voller freu- leiden. den Dein heil ist dir nun ganz 3. Er wird das lamm, das gewiß, Von gott kann dich aller sünden träget, Drauf du nichts scheiden. Was dir des die strafe weislich selbst gele höchsten sohn erwarb, Da er in get, Daß du dir schuld an den schmach und martern starb, verlornen schaafen Nicht dürf Kann dir kein satan rauben. test strafen. 5. Nichts nützet die gerech- 4. Was ist der mensch, daß tigkeit, Die stolz auf werke du sein so gedenkest, Und dei bauet. Der ist von seinem heil nen sohn ihn zum versöhner noch weit, Der eignen kräften schenkest? Was findest du an trauet. Er erndet schaden, mir, und an uns allen, Für statt des lohns. Nur die ge- wohlgefallen? rechtigkeit des sohns Ma uns gerecht und selig. 5. Verdient verachtung gü tiger gesetze, Verdient ver 6. Auch mich macht sie ge- ich wendung unschätzbare recht, weil ich Sie fest im glau- schätze, Verdient gehäuste gröb ben fasse. Auch ewig selig macht liche verschuldung So viele sie mich, Weil ich nicht von duldung? ihr lasse. Gott, der erfüllt was 6. O welche tiefe deiner er verheist, Erhält auch mich menschenliebe! Wer faßt, o durch seinen geist, In seines gott! die größe ihrer triebe? sohns gemeinschaft. Du thust weit mehr zu unserm 7. Du vater! warfest uns wohlergehen, Als wir verstehen. re schuld Auf deinen sohn, 7. Ach lehre mich recht deine oder von der Erlösung der Menschen. 57 ne huld erkennen, Voll zuver- tes sinn. So werd' ich irren. sicht dich meinen vater nen- müssen, Und wer gott ist, Und nen, und zum gehorsam dir was ich bin, Und werden soll, mein ganzes leben Willig nicht wissen. ergeben. 7. Nein! diesen trost, der 8. Was mir dein sohn, da mich erfreut, Soll mir kein er für mich gestorben, Von spötter rauben, Ich fühle seine deiner huld durch scinen tod göttlichkeit, Und halte fest am erworben, Das werde mir zu glauben. meinem ew'gen heile, Nun auch 8. Ich bin nun ganz dein zu theile. eigenthum, Und auch des him9. Dein friede wohne stets mels erbe, Dieß, sohn des Auf in meinem herzen, Und tröste höchsten! ist mein ruhm, mich bei des gewissens schmer- den ich leb' und sterbe. zen. Dein geist sei mit mir, 9. Du gibst mir deines geideinen guten willen Tren zu stes fraft, Im glauben mich zu erfüllen. stärken, Der wollen und vollbringen schafft, zu allen guten Ich dank dir schon durch. 96. Gedanke, der uns le werken. ben gibt! Wer fann 10. So lang ich gottes wildich ganz durchdenken? Also len gern Mit reinem herzen hat gott die welt geliebt, Uns thue: So fühl ich freude in seinen sohn zu schenken. dem Herrn, Und im gewissen 2. Hoch über die vernunft ruhe. erhöht, Umringt mit finster- 11. Und wenn mich meine nisjen, Erhebst du gottes ma sünde fränkt, Und ich zu dir, jestät Und stillest mein gewis- herr, trete: Weißz ich, daß dein sen. herz mein gedenkt, Und thut, 3. Ich kann der sonne wun- warum ich bete. der nicht, Noch ihren bau er- 12. Jch weiß, daß du mein gründen; Und doch kann ich heiland lebst; Und mich einst der sonnen licht, Und ihre aus der erde Erweckst, und kraft empfinden. dann dahin erhebst, Wo ich 4. So kann ich auch nicht dich schauen werde. gottes rath Von jeju tod er- 13. kann unsre lieb im glaugründen; Allein das göttliche ben hier Für dich jemals erder that, Das kann mein herz falten? Doch ich aus liebe mur empfinden. zu dir, Dein wort von herzen 5. Fehlt mir der trost, daß halten? jesus christ Nicht meine schuld 14. Erfüll mein herz mit getragen; Nicht gott und mein dankbarkeit, So oft ich dich erlöser ist, Wie angstvoll werd' nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt 15. Soll ich zagen. 6. Ist christi port nicht got- bekenne. 58 Erste Abth. IX. Von der Gnade Gottes in Christo. 15. Soll ich dereinst noch 4. Doch du hast, o weise würdig sein, Deßwegen schmach liebe, Eine ordnung auch bezu leiden, So laß mich weder stimmt, Daß darinnen jeder furcht noch pein Von deiner bliebe, Der am segen antheil liebe scheiden. nimmt. Wer nur an den mitt16. Ja sollt ich gleich nicht ler gläubt, Und ihm treu erfür und für Des glaubens geben bleibt, Der soll nicht freud' empfinden: So lebe er verloren gehen, Sondern heil doch so in mir, Daß er mich und leben sehen. schütz' vor sünden. 5. Da du keinen zum ver17. Hat gott uns seinen sohn derben Ohne grund bestimmet geschenkt,( Laß mich noch ster- hast: Tragen sünder, wenn sie bend denken:) Wie sollt' uns sterben, Ihrer eignen bosheit der, der ihn geschenkt, Mit last. Wer nicht glaubt an deiihm nicht alles schenken. nen sohn, Der hat noth und Werde munter mein. 97. Gw'ge liebe mein tod zum lohn, Sein muthwilge lig widerstreben Schließzt ihn müthe. Wagt mit aus von heil und leben. kindlichem vertraun, In den 6. Ewig sei mit dank besunabgrund deiner güte Ehrfurchts- gen, was dein rath beschlossen voll hinab zu schaun, Al- hat, Mit uns preisen engellen kummer zu zerstreun, Jh- zungen Diesen weisen heil'gen rer größe mich zu freun; rath, Den der glaub' in des Durch ihr anschaun schon auf muth ehrt, Die vernunft ererden Herrlich und entzückt zu staunend hört, Wo der engel werden. tiefen findet, Die er niemals 2. Ich verehre dich, o liebe, ganz ergründet. Daß du dich erbarmet hast, 7. Liebe! laß mich dahin Und aus freiem edlen triebe streben, Meines heils gewiß Den allweisen rath gefaßt, zu sein. Nichte selbst mein Der verdammnißwerthen welt ganzes leben So nach deinem Durch ein theures lösegeld, willen ein, Daß des glauDurch des eignen sohnes ster- bens frucht und kraft, Den ben Gnad' und freiheit zu er- dein geist selbst in mir schafft, werben. Mir zum zeugniß dienen mö 3. ein rathschluß voll er- ge: Ich sei auf dem rechten barmen, Voller huld und freund- wege. lichkeit: Welcher uns hülflo- 8. Laß mich einst dich selbſt sen armen Gnade, trost und anschauen, Und vor deinem hülfe beut. Liebe, die den sohn throne stehn. So nur werd' uns schenft, Der mit dir die ich ohne grauen Meinem tod welten lenft, Um die sünder entgegen gehn, Keine kreatur gut erretten aus den schweren wird mich, Den du liebest sündenketten. ewiglich, Deiner huld entreisfen oder von der Erlösung des Menschen 59 sen können Noch von deiner vertrauen, Und seine stimme hören, Auf seine mittlers hülfe liebe trennen. bau'n, Ihn mit gehorsam ehSei lob und ehr dem. 98. Auf, christen! laßt uns ren! Das ist der weg zum unsern gott Mit ew'gen wohl, Der weg, auf frohem dank erheben, Er hat dem man friedenvoll Auch schon nicht lust an unserm tod, Will, auf erden wandelt. daß wir ewig leben, Was uns 7. Herr leite selbst uns diezum heile nöthig ist, Das hat sen pfad, Zeuch uns zu deinem er uns durch jejem christ Ersohne, Daß glaub' an ihn auch barmungsvoll bereitet. mit der that, In unserm her2. Nach seinem gnadenvol- zen wohne; So haben wir an len rath Kam er, sein sohn, seinem heil, Zur freude für auf erden, Von unsrer schuld uns ewig theil; So preisen und missethat Ein retter uns wir dich ewig. zu werden. Er ward's, und Von Gott will ich nicht lassen. hat sein werk vollbracht, Und 99, Erhebt den herrn ihr frommen! Er hält sich nach furzer grabesnacht gen himmel aufgeschwungen. was er verspricht. Der heiland 3. Wo ist des todes herr- ist gekommen, Der völfer trost schaft mun? Hier ist sein über- und licht. Gott der uns nicht winder, Die furcht dafür hin- verstößt, Hat uns zum heil und wegzuthun, Starb er, das heil leben Selbst seinen sohn gege der sünder. Gebrochen ist uns ben, Durch ihn sind wir erlöſt. 2. Erlöst! o welche liebe, nun die bahn, Die von der erd' uns himmelan Zur ew'- Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz gen wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der zu uns geneigt! Von seiner herr so lieb! Wie sucht er un- himmel thron Kommt, rettung ser bestes! Er gibt für uns vom verderben, Uns sündern aus freiem trieb Sein liebstes zu erwerben Sein eingeborner und sein größtes! Preis ihm, john. der so viel an uns thut! Preis 3. Er kommt zu uns auf seinem sohn, der uns zu gut erden, In tiefer niedrigkeit, Sich bis zum tod erniedrigt! Nimmt auf sich die beschwer5. Was er zu unserm glück den Von unsrer pilgerzeit; Ent verschafft, Das ist in seinen hält sich seiner macht; Enthält Händen Sein ist das reich, sein sich himmelsfreuden, Bis er ist die fraft; Das heil uns zu durch todesleiden Sein großes zuwenden, Das er so liebreich werk vollbracht. uns erwarb, Als er für uns 4. Er hat's vollbracht! o am freuze starb. Wohl allen, bringet Gott euren lobgesang! die ihm trauen! Erlöste menschen, singet Dem ewig dank! Wo niez mand 6. O laß uns ihm uns an- mittler 60 Erste Abtheilung. mand helfen kann, Da hilft er überwinden, Gib muth un gern aus gnaden. Heilt unsrer kraft dazu. seelen schaden, Onehmt ihn 6. Dich wollen wir erhebe glaubig an! Hier und in ewigkeit, Wo un 5. Du freund der menschen- ein beßres leben Vor deinen kinder, Verwirf uns, jesu, nicht. thron erfreut. Dann sind wi Dein name, heil der sünder, ewig dein, und nichts win Ist unsre zuversicht. Gib un- uns mehr fehlen, dann werde fern seelen ruh. Hilf jeden unsre seelen Bollkommen seli reiz gu sünden Uns glücklich sein. X. Von den Personen des Erlösers. Nun lob mein' Seel den. welt, weil du das ruder füh 100. Mein heiland, deine rest Geschieht was dir gefällt größe Geht über Bei dir steht tod und leben! alle himmel weit. Wer ist, der Drum wird einst jede grui ste ermesse? Du warst bei gott Die todten wiedergeben Wen von ewigkeit. Du bist der erst- deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr' erzei geborne, Vor aller freatur, Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher Natur; Doch gen, Die feinem andern wider in der menschheit orden Tratst fährt. Dir soll sich alles ben du erst in der zeit, Eh noch gen, Denn göttlich groß ist, die welt geworden, Hattst du herr, dein werth. Du bist das heil der erden, Wer auf dein schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde wort nicht hört, Der kann Sind durch dein krästges wort nicht selig werden, Wer aber gemacht. Auf dein allmächtig dich verehrt, Dem hilsst du vom werde Entstand die welt mit verderben, Schaffst ihm zufrie ihrer pracht. Du bist auch denheit, Und machst ihn einst unser meister Auch uns schuf zum erben Vollkommner selig deine hand, So wie das heer feit. der geister, Das dich noch nie 5. Wie herrlich ist dein na erkannt. Gin erbe über alles! me Schon jetzt, o herr, in aller Das ist dein ew'ger ruhm; welt! Dich preist der from Drum jammert dich des falles men saame, Der gläubig dir Von deinem eigenthum. zu fuße fällt; Dich preisen se 3. Du trägeſt alle dinge raphinen, Erhabner menschenDurch deiner allmacht starkes sohn! Mit freuden dir zu diewort. Das große und geringe nen, Stehn sie vor deinem thron. Geht blos durch deinen willen Wer sollte dein sich schämen? fort. Sohn gottes, du regie- Werth bist du, preis und rest Den ganzen freis der ruhm Auch, herr, von uns zu nehmen, 61 X. Von der Person des Erlöser3. nehmen, Uns, deinem eigen- Und hilf mir überwinden, Was thum. mir verführung droht. Dein 6. Sohn gottes, ich verehre triumphirend leben, Kann mir Und bete dich in demuth an; ein leben geben, Das neu und Beschäme und bekehre Die, die himmlisch ist. dir noch nicht zugethan, Die 6. Dant, lob und preiß und deinem wort nicht glauben, Und ehre, Sei gott in ewigkeit, Für dir, der für sie litt, Die diese gnad' und lehre, Womit schuld ge ehre rauben, Theil er uns erfreut. Sie tröst uns, ihnen gnade mit, Dich glau- wenn wir leiden, Sie stärk big zu erkennen, Laß nichts, uns, wenn wir scheiden; Sie die dich erkannt, Von deiner schütz uns im gericht. liebe trennen. Dein ruhm füll jedes land. Gin lämmlein geht. Herr christ der einig gottes. 102. Sob, ehre, preis und dank sei dir, O 101. Sohn gottes, einge- jesu, unser leben, Preiswürdig borner, Von ewig- bist du für und für, Wer kann keit gezeugt, Des vaters aus- dich g'nug erheben? Eh' noch erkorner, Zu dem sein her; sich die welt war, warst du schon neigt, Mit ihm von einem Groß herrlich und des höchwesen, Ihm, wie du stets gewe- sten sohn, Ein erbe seiner ehre. sen Stets gleich an herrlichkeit. Dein ist das reich, die herr2. Für uns ein mensch ge- lichkeit, Und du beherrschest boren, Der keuschen jungfrau weit und breit Der freaturen sohn, Zu suchen, was verlo- heere. ren, Ramst du von deinem 2. Dein sind sie, denn durch thron; Starbst, daß wir leben wessen kraft Ward himmel möchten Erhobst uns zu gerech- meer und erde? Wer hat das Wer ten Und erben deines reichs. leben uns verschafft? 3. Gib doch in reichem maße sprach zum engel: werde? Du Erkenntniß deincs heils, Daß bist es, dessen allmachtsruf keiner je verlasse Die wahl des Die ganze welt aus nichts besten Theils. Dich über alles erschuf: Du bist's der alles schätzen, An dir sich gern ergö- träget, Was sichtbar und unBen Macht himmel aus der welt. sichtbar ist, Was erd' und him4. Du schöpfer aller dinge, mel in sich schließt, Und was Des vaters ew'ge trajt, Ohn' im meer sich reget. den ich nichts vollbringe, Der 3. Und dennoch bist du uns alles gute schafft, Gib, daß zu gut In diese welt gekommich nichts verblende mein men, Hast willig unser fleisch herz nichts von dir wende, und blut, o herr, an dich geSo bleib' ich stets an dir. nommen. Aus der erschreck5. Brich alle macht der fün- lichsten gefahr Zu retten, was den Turch deinen freuzestod, verloren war, Ward'st du ein enecht 62 Erste Abtheilung. fnecht auf erden! O huld, die Und wer dich liebt, den stå ſonst nichts gleiches hat! Du test du, Daß nichts ihn v starbst für unsre missethat, Eln dir scheide. Heiland uns zu werden. 5. Du hörst der deinigen g 4. Du ward'st es uns, und bet, Und endest ihre plage; bist es noch Jetzt auf der him- bleibst, bis zeit und welt ve mel throne, Suchst liebreich geht, Bei uns noch alle tag vor der sünde joch, und ihrem Herr, dir sei ewig dank schnöden lohne, Die ihr noch ruhm Für deinen tod un dienen, zu befrein; Beschwer- marterthum Für alle deine lich ter herzen trost zu sein, In Dir geb ich mich zu eigen hir deines herzens freude. Du Gib, daß ich mich so lang i gibst den müden seelen ruh. bin, Jn deinem lobe übe! XI. Von der Sendung und Geburt des Erlösers. 1. Adventslieder. Was war's, das dich zum 103. Wie soll ich dich em- staube, Zu mir, hernieder zog pfangen, Heil al- Dein göttliches erbarmen. 3 ler sterblichen! Du freude du du, o jesu, haft Mit mitleid verlangen Der trostbedürftigen. vollen armen die ganze wel Gib selbst mir zu erfennen, umfaßt. Wie deiner güte voll, Dich: 5. Das schreibt in eure he meine seele nennen, Dich wür- zen. Betrübte, flagt nicht mehr dig preisen soll! Zagt nicht in euren schmerzer 2. Einst strente man dir Als ob kein helfer wär. palmen: Jetzt soll die dankbe- sehet auf, ihr habet Den be gier, Mein heil, in freuden- sten helfer nah. Der eure seek psalmen Ergießen sich vor dir, labet, Der treue freund, ist de Dich, dich will ich erheben, 6. Die ihr mit ernster re So gut ich schwacher kann, Still eure schuld beweint: Wij Mein herz will ich dir geben, daß er euch verzeihe, Er jelbi Ach nimm es gnädig an. der menschenfreund, Ruft heil 3. Damit du mich befreit, begiergen sündern Der gnad Gabst du dich selbst für mich. trostwort zu; Macht sie z Mich zu erretten freutest, Du gottestindern; Schafft ihren seligmacher, Eich. Du sahst, es seelen ruh. wäre keiner Vermögend genug 7. Er übersiehet keinen, Und dazu: Da jammerte dich meiner; weiß, was jedem nüßt, Hat a Da kamst und halfest du. nicht stets die seinen! Von an 4. O du an den ich glaube, beginn beschüßt? Nicht sie in Was wars, das dich bewog? ihrem leide zu trösten stets ge XI. Von der Sendung des Erlösers oder Adventslieder. 63 gewußt? Erfreun ist seine freu- 4. Ein herz, das demuth de, und wohlthun seine lust. übet, Ist ihm für allen werth; 8. Er macht uns von den Da das so hochmuth liebet, Be( Sin banden Des tod's auf ewig schämung einst erfährt. los. Entreifet uns den schan- herz, das reuig ist, Glaubt, den Der sünd, und macht und die sünd bestreitet; Das uns groß. Gibt weisheit, muth hat sich wohl bereitet; Zu im leiden, Und kraft zu jeder dem kommt jesus christ. that; Versichert uns der freuden, Die gott bereitet hat. 5. Doch was vermag ich schwacher. Ich sünder, ohne dich? 9. Er kommt zum weltge- Miein heil, mein seligmacher, richte, Und bringt, wenn er er- bereite selber mich. Mein herscheint, Fluch jedem bösewichte, ze seufzt nach dir. Schon und heil dem tugendfreund. jauchzt ich dir entgegen. Komm, Wohl ewig allen denen, Die komm mit deinem segen Und seine wege gehn, Und einst mit wohne stets in mir. freudenthränen, An seiner rechten stehn. Jefu retter in der noth. 105. Sohn, der uns verheißen war, Ten Von gott will ich nicht lassen. 104. Mit ernst, o men- die jungfrau uns gebar, Sei schenkinder, gepriesen deiner welt, Welche Macht euer herz bereit! Er deine huld erhält. kommt das heil der sünder, 2. Gott erfüllt, was er verDer Herr der herrlichkeit; Er spricht: Länger säumt die hülfe fommt von seinem thron, Voll nicht, Freudig, wie zum sieg huld zu uns hernieder, Wird ein held, Eilt der sohn in sei einer unsrer brüder, Er gottes ne welt! eigner sohn. 3. Von dem vater kommt er 2. Gilt, sünder! voll verlan- her Und zum vater kehret er, gen; Eilt, euch, zu ihm zu nahn, Wenn er erst ein ewig glück Ihn würdig zu empfangen, Uns erstritten hat, zurück. Macht eilig ebne bahn. Der 4. Heiland, deinem vater erst im fleisch erschien, Scht, gleich, Führ uns in sein ewig der will nicht verschmähen. Zu reich. Rettungsarme, siege bald euch auch einzugehen, Drum Dein ist weisheit und gewalt. auf! empfanget ihn. 5. Fröhlich rühme, wer ein 3. Die ihr gerecht euch dün- christ, Wer vom tod erlöſet tet, Legt euern dünkel ab. Die ist, Den, der groß von rath und ihr euch aufbläht, sinket Bon that Uns vom tod erlöset hat. eurem stolz herab. Die ihr 6. Lob sei dir, du kamst herum gnade fleht, Wist, daß ihr ab! Lob dem vater, der dich hier sie findet, Denn wer sein gab! Lob dem geiſte, dankt nichts empfindet, Der wird und singt, Daß er uns zu jevon ihm erhöht. ju bringt. 64 Erste Abtheilung. Lobt gott ihr christen. Jesu retter in der noth. 106, Gr kommt, er kommt 108. Heilig, heilig iſt der der starke held, herr; Gnädig und Voll göttlich hoher macht; Sein gerecht ist er; Denn er schicht arm zerstreut, sein blick erhellt von seinem thron, Uns zu retDes todes mitternacht. ten seinen sohn. 2. Wer kommt, wer kommt? 2. Glauben ist die erste pflicht; wer ist der held Voll göttlich Fassen können wir das nicht, hoher macht? Messias ist's Was dem engel wunder ist, lobsinge welt, Dir wird dein Und ihm anzuschaun gelüft. heil gebracht! 3. Gottes sohn von ewig3. Dir, mensch gewordner, keit Kommt ins land der sterbfingen mir Anbetung peiß und lichkeit. Welche tiefe, welche dant. An deiner trippe schalle höhn. Wunderbar wohin wir dir Der erde lobgesang. ſehn. Ach was soll ich sünder machen. 4. Dir sei dant, herr jesu 107. Kommst du, kommst christ, Daß dn mensch gewordu, licht der hei- den bist. Unser frommer lobe den, Ja du kommst und säu- gesang Rühmt dich heut und mest nicht, Weil du weißt was, lebenslang. uns gebricht. O du starker trost Lobt gott ihr chriften. im leiden, Jesu meines herzens 109. Alſo hat gott die thür Steht dir offen: Komm au mir. welt geliebt, Daß er aus freiem trieb uns seinen 2. Ja, du bist bereits zuge- john zum heiland gibt. Wie gen, Du weltheiland, gottes hat uns gott so lieb! sohn. Mein gemüthe spüret 2. Was jein erbarmungsschon Deinen gnadenvollen se- voller rath Schon in der gen; Deine wundervolle kraft ewigkeit Zu unserm heil bee Die dem herzen jegen schafft. schlossen hat Vollführt er in 3. Adle mich durch deine der zeit. liebe, Jesu nimm mein Herz 3. Er, aller menschen höchdir hin. Schaffe daß mein stes gut, Der alle seguen kann, geist und sinn Sich in deiner Nimmt, wie die kinder, fleisch liebe übe. Sonst zu lieben und blut, Doch ohne sünden dich, mein licht, Steht in mei an. nen kräften nicht. 4. Ich freue mich, mein heil, 4. Laß durch deines geistes in dir. Du nimmst mein fleisch gaben, Liebe, glaube und ge an dich, Was fehlt mir nun, duld, Durch bereuung meiner ist gott mit mir, Wer ist denn schuld, Mich zu dir einst sein wider mich? erhaben, Alsdenn will ich für 5. Du, sohn des allerund für, Lobgesänge bringen höchsten, wirst Auch miv rath, kraft und held; Mein dir! vater XI. Von der Sendung des Erlösers oder Adventslieder. 63 vater und mein friedefürst; Dich auch meiner angenommen So wie das heil der welt. Und mein bruder worden bist, 6. Was mir zum selig sein Sei gelobt herr jesu christ! gebricht, Das, herr, erwarbst 2. Sei gelobt, denn dir gedu mir: Versöhnung, leben, höret Preis und dank und trost und licht, Das hab' ich ruhm mit recht. O wie hoch nun an dir. hast du geehret Unser sterbli7. Dein mangel wird mein ches geschlecht! Herr! du haft reiches theil: Dein leiden stillt es selbst vermählet Mit der mein leid; Durch deine knechts- göttlichen natur Und für aller gestalt, mein heil, Gewinn ich kreatur, Es zum wohlthun dir herrlichkeit. erwählet, Ja in dir, du got8. Gelobt sei gott! gelobt tessohn, Herrscht die menſchsein sohn, Durch den er gnad' heit auf dem thron. erweißt! Lobt, engel, ihn vor 3. Du, du bist der völker seinem thron! Erheb' ihn auch segen, Kamst von noth uns zu mein geist! befrein: Und wir können deiJeßzt schon finder gotHat die sünd' uns Nun freut euch lieben. netwegen 110. Gilt, jünder, eilt in tes sein. jesu reich, Macht gleich verdorben: O so hast du weit der herzen thüren, Em- neue kraft Uns zur heiligung pfangt den könig, er will euch verschafft, Und die tüchtigkeit Auch segnen und regieren. Wer, erworben: Einst von sünden fragt ihr ist der herr, der völlig rein, Aehnlich dir, o sohn? Der höchste himmel ist herr, zu sein. sein thron; Die erde seine fußbank! erde seine 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott 2. Kommt willig, willig in versöhnt, Hast der schwachen sein reich, Macht weit der her- menschheit orden Wieder mit zen thüren. Empfangt den kö- dem recht belehnt, In den himnig, er will euch Auch segnen mel einzugehen, Und da gottes und regieren! Wer, fragt ihr, herrlichkeit, Nach vollbrachter dieser könig sei? Der sohn, der übungszeit, Ewig einst verklärt seinem bunde treu Den himmel zu sehen. Fromme! faſſet zugibt den seinen. versicht, Glaubet fest; nur Sollt' ich meinem Gott nicht singen, sündigt nicht. 111. Der du uns das heil 5. Sollte mich wohl gott errungen, Mensch- verlassen, Wenn ich krank und gewordener gottes sohn! Ewig hülflos bin? Nein, sein heil fei dir lob gesungen, Daß du wird mich umfassen, Trösten von des himmels thron Uns den betrübten sinn; Und dann zu gut in's fleisch gekommen, fann mich nichts anfechten, Der du voller freundlichkeit Er, der meinen jammer kennt, Längstens schon vor meiner zeit, und sich meinen bruder nennt, Sigt, Erste Abtheilung. 66 Sitzt, als herr, zu gottes ten. Durch ihn bin ich vereint, Gott ist vater mein freund! und 7. Laß mich heilig, laß mich rein; Laß mich deiner würdig 6. Herr, wie groß ist deine sein, Bis mein geist durch güte; Meine seele freut sich dich verklärt, Ewig dich don dein, Laß doch stets mein ganz lobt und ehrt. gemüthe Voll von deinem ruhme sein! Nimmer will ich dein 113. vergessen, Dir will ich mich ganz vertraun; Freudig folgen, deinem auf dich baun; Deine huld ist dich so oft erfreut; Dir hilj nicht zu messen; Gib, daß ich so herzlich gern! Nun danfet all und 2. herrn, Ihm, welcher für deine treu, Dir auf ewig 2. Ein ganzes jahr haſt d dankbar sei! sein wort, Sein göttlich wort Jesu komm doch selbst zu. gehört, Und heute wird an die 112. Menschen, unser heil sem ort Von neuem dich ge ist nah; Denn lehrt. rech- von liebe glühn: Nimm mich gott ganz zum opfer hin. 6. Was bring' ich, o tes john, Dir für einen zum lohn? Sich mein Lobsinge gott, o chri stenheit, Und dank die frohe stund' ist da, Die 3. Herr, dir und deiner ve der ew'gen liebe rath Uns zum tertreu Bring' ich mein opfe heil bestimmet hat. dar, Gib, daß dein volk ge 2. Du, o jesu, gottes sohn, segnet sei, Im neuen kirchen kommst zu uns vom him- jahr! melsthron Und des vaters 4. Hilf uns, und bis a ebenbild Ist in unser fleisch ge- unser end', Erhalt uns de hüllt! wort rein. Laß deine heil's 3. Wenn des ersten adams jakrament Mit trost das her schuld uns entzicht des schö- erfreun. pfers huld: Hat der zweite 5. Erleuchte, was in in für die welt Sich zum bürgen thum steckt, Gib, daß zu de dargestellt. ner ehr' Der sünder durch dein 4. Auf ihn hofft der väter wort erschreckt, Rechtschaffen schaar, Bis das längst er- sich bekehr'. wünschte jahr Zur bestimmten 6. Gib allen lehrern fre zeit erscheint, Und die welt mit digkeit, Und weisheit muth und gott vereint. kraft. Welch' glück für uns 5. Wunder, welchem keines wenn jederzeit Jhr vortrag m gleicht, Das der engel nicht zen schafft. erreicht. So hat gott die welt 7. Regiere uns mit deinem geliebt, Die durch sünden ihn geist, Bei unserm kirchen geh betrübt! Und laß bei dem, was du un got- heißt, Öhr und herz offen ſtehn kurz dant 8. Wie wir auf eine fury Herz zeit Allhier versammlet sein Ci XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 67 So werden wir in ewigkeit sei gott! Freut euch des herrn Uns miteinander freun. und jauchzt ihm ihr erlösten! 2. Weihnachtslieder. Wir Christenleut. Vom himmel hoch da. 114. Auf! ichicke dich, 115. Dieß ist der tag, den gott gemacht. Sein Recht feierlich Des werd' in aller welt gedacht, heilands fest mit danken zu Jhn preise, was durch jesum begehen; Lieb ist der dank, Der christ Jm himmel und auf lobgesang, Durch den wir ihn, erden ist. den gott der lieb, erhöhen. 2. Die väter haben, dein ge2. Sprich dankbar froh: Also, harrt, Doch als die zeit erfülalso! Hat gott die welt in sei let ward, Da sandte gott von nem sohn geliebet. O wer bin seinem thron Dich heil der ich, Herr, daß du mich So welt, dich seinen sohn. herrlich hoch in deinem sohn geliebet. 3. Wenn ich dieß wunder faffen will; So steht mein geist 3. Er, unser freund, Mit uns voll ehrfurcht still, Und betet vereint, Zur zeit da wir noch an und er ermißt, Daß gottes seine feinde waren. Er wird lieb unendlich ist. uns gleich, Um gottes reich Und 4. Damit der sünder gnad' seine lieb' an uns zu offenbaren. erhält Erniedrigst du dich, herr 4. An ihm nimm theil, Er der welt! Nimmst selbst an ist das heil, Thu' täglich buß unsrer menschheit theil, Erund glaub' an seinen namen. scheinst im fleisch zu unserm heil. Der ehrt ihn nicht, Wer 5. Und zu erfüllen gottes herr, herr spricht, Und doch rath, Sprachst du sowohl durch nicht such sein beispiel nach wort als that; Gott, deinen zuahmen. willen thu' ich gern. Lob sei 5. Aus dank will ich n dir, der da kam vom Herrn! dürft'gen dich, Dich gottes sohn! 6. Dich, der du mensch gebekleiden, speisen, tränken. Der boren bist, Mit uns vereint, frommen herz In ihrem schmerz dich jesum christ, Auf den die Mit trost erfreun und dein völker hoffend sahn, Dich bet' dabei gedenken. auch ich, mein heiland an! 6. Rath, fraft und held, 7. Du unser trost und höchDurch den die welt Und alles stes gut, Vereinigst dich mit ist im himmel und auf erden. fleisch und blut; Wirst unser Die christenheit Preist dich er- freund und bruder hier, Und freut, Und aller tnie soll dir gottes finder werden wir. gebeuget werden. 8. Gedanke voller majestät, 7. Erhebt den herrn, Er Du bist es, der das herz erhilft uns gern, Und wer ihn höht, Gedanke voller seligkeit, ehrt, den wird sein vater trö- Du bist es, der das herz ersten. Gelobt sei gott! Gelobt freut. 9. Durch 9 68 Erste Abtheilung. 9. Durch eine sünde fiel gab, Kam auf erden arm her: die welt, Ein mittler ists, der ab; An gütern macht er und sie erhält. Was zag' ich nun, nun reich; Die ewig sind, ja wenn der mich schüßt, Der in engeln gleich. Lobsinget ihm. des vaters schooße sizzt. G 7. Gelobet seist du jeſu christ, 10. Jauchzt, himmel! die ihr Daß du mensch geboren bist, ihn erfuhrt, Den tag der hei- Dir sind die welten unterthan, ligsten geburt, Und erde, die Dich beten alle geister an! ihn heute sieht, Singt ihm, Lobsinget ihm! dem Herrn, ein neues lied. Für deinen thron tret' ich. 11. Herr, der du uns den 117. ob ſei dem aller. tag gemacht, Der uns so großes höchsten gott, Er heil gebracht, Dich preise, wer barmend sah er unsre noth, Und durch jesum christ Dein freund sandte jesum, seinen sohn Zu und dein verehrer ist! uns von seiner himmel thron. 116. Gelobet feist du, jesu 2. Jhn sandt er, unser trost, christ, Daß du zu sein, Vom sündendienst uns mensch geboren bist, Es folg- zu befrein; Mit licht und kraft ten dir von deinem thron, Der uns beizustehn, Und uns zum engel schaar, besang den sohn, himmel zu erhöhn. Des menschen sohn! 3. O welch ein liebesvoller 2. Er, dessen boten engel rath! O unaussprechlich große sind, Lag in einer kripp' als that! Gott thut ein werk, dem tind. In unser fleisch und feines gleicht, Das keines menunser blut Verhüllte sich das schen lob erreicht. höchste gut, Des vaters sohn. 4. Sein sohn, durch den er 3. Den nie der welten freis alles schuf, Nimmtt willig auf umschloß Liegt in seiner mut- sich den beruf: Uns vom verterschooß, Es weint in unsrer derben zu befrein, Und schämt sündenwelt Der alle ding al- fich nicht, uns gleich zu sein. lein erhält. Lobsinget ihm. 5. Er kommt zu uns in knechts4. Vom himmel nimmt er gestalt, verleugnet hoheit und seinen lauf, Geht als freuden- gewalt, Und läßt selbst bis sonne auf, Er überstrahlt mit zum tod und grab, Zu unsrer gnad' und recht Das ganz rettung sich herab. versinsterte geschlecht. Lobsinget ihm. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, und seinen sohn 5. Der sohn, des vaters selbst für uns gibt? Was nützen gott von gott, Nimmt auf wir dem höchsten gut, daß er sich der fünder noth. Nach so großes an uns thut? dieser vorbereitungszeit Erhebt 7. Nimm, seele, nun dein er uns zur herrlichkeit. Lob- bestes wahr, Verschmähe den finget ihm. nicht undankbar, Den Den gott 6. Der uns der freuden fülle zum helfer dir bestimmt, Und der XI. Von der Geburt der sich liebreich dein nimmt. Christi oder Weihnachtslieder. 69 ansicht, Er verläßt die seinen nicht. Fällt der frevler heer 8. Bet' ihn als deinen ret- dich an: Trotz dem, der dir ter an, Und sei ihm willig schaden kann. unterthan. Durch seine lehre 5. Dir sei dant, herr jesu zeigt er dir Den weg zum christ, Daß du mensch geworleben; folge ihr. den bist. Freudenthränen, dir 9. Bei dieser treue hast du zum dank, Neßzen unsern lobtheil An dem von ihm erworb- gesang. nen heil. Wo nicht, ach, so 6. Vater, gott von ewigkeit, verschließt du dir, Muthwillig Hier in dieser Prüfungszeit selbst des himmels thür. Und dereinst vor christi thron 10. Sein' erste zukunft in Schenk' uns der erlösung lohn! der zeit War voller huld und 7. Selig hier, noch sel'ger freundlichkeit; Die andre wird, ist, Wenn er dieses leben zu großer pein Der sünder, schließt, Der dann glaubig samajestätisch sein. gen kann: Mich nimmt gott 11. 3u ehren aber nimmt in christo an. er dann Mit freuden seine Vom himmel kam der engel. frommen an. und wird sie 119. Vom himmel ward der engel schaar in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. Des nachts den hirten offengesandt, Sein ruhm 12. Gelobt sei gott der ihn bar, Und große freude that ihr erfülle mund Mit lautem jubel ihnen von fund. jedes land! Gelobt sei uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen iſt! 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, der christ! Des vaters einge118. Swie huldreich ist borner sohn, Der fünder heil, der herr! Gnä- der frommen lohn! Jesu, retter in der noth. dig und getreu ist er. Seht, 3. Seid fröhlich, daß er sich er gibt von seinem thron, Uns mit euch Vereinigt, ohne sünd' zur rettung seinen sohn! euch gleich! Selbst gott, doch 2. Fleisch, wie wir, ward euch durch fleisch und blut Verjesus christ, Der uns heut ge- wand und euer höchstes gut. boren ist Zur versöhnung und 4. Jhr habt mit euch den zum heil, Wer ihm glaubt, hat wahren gott, Euch schrecke nie an ihm theil! mehr sünd und tod. Laßt 3. Volt des herrn, preis teufel, welt und hölle drohn, beinen gott, Fürchte nichts von Ein mensch, wie wir, ist gotsünd" und tod, Welt und hölle tes sohn. mag dir drohn, Dich beschüßt 5. Auf ihn setzt eure zuverselbst gottes sohn! sicht, Und seid gewiß, er läßt 4. Sich auf ihn mit zuver- euch nicht; Fiel auch ein ganies 70 Erste Abtheilung. ze heer euch an, Truß, daß reich Ihr christen, wie beglückt euch einer schaden kann. sind wir! Lobt gott und freuet 6. Jhr seid nun göttlichen euch! geschlechts Und mit uns glei- Fröhlich soll mein herze singen. chen bürgerrechts. Ihr stegt: 121. Laßt uns unserm gott nur stehet fest im streit. Euch lobsingen, Hocherbleibt zuletzt die feligkeit. freut Laßt uns heut Ihm anbetung bringen. In des himchri- mels hohe höre Stimmet ein. euch, Gott allein, unserm gott sei Von seiner himmel thron, Be- ehre. ruft er uns zu seinem reich, 2. Jeder, der sich fühlt ver Und sendet seinen sohn! loren, Freue sich Inniglich, 2. Der sohn kommt, nach Christus ist geboren. Er, der des paters rath, Mit heil uns könig aller wesen, Steigt herzu erfreuen, und auf des ew'- ab Bis ins grab, Sünder zu gen lebens pfad, Der welt ein erlösen. licht zu sein. 3. Wer kann gottes rathschluß 3. Bei seinem eintritt in die fassen? Aber dieß Ist gewiß; welt Umgibt ihn feine pracht Gott kann uns nicht haſsen. Die glänzend in die augen fällt Komm, der sohn aus freien Und groß vor menschen macht. trieben Zu uns her, Wie sollt 4. Er wird dem ärmsten er Nicht die menschen lieben? tnechte gleich, gleich, Begehrt kein 4. Wenn er uns verworfen erdenglück, Verlangt allhier hätte; Nähm' er dann Menschtein königreich Von einem au- heit an, Daß er uns errette? genblick. Des soll sich der erdkreis freuen. 5. Er kommt, durch seiner Zum gericht Kommt er nicht; wahrheit macht Zu gott uns Sondern zum verzeihen. hinzuziehen. Vor seinem lichte 5. Gilt im geist nach bethlems muß die nacht Des aberglau- hütten, Seht was er, Guer bens fliehn. herr, Schon für euch erlitten. 6. Er lehret uns die sünde Er wir niedrig eurentwegen, scheun, Er gibt auch kraft da- Welch ein freund, Er erscheint zu, Und schafft uns, wenn Feinden selbst zu segnen. wir sie bereun, Begnadigung und ruh. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und 7. Er bringt den trost der tod Göttlich groß erdulden. Lernt bessern welt Vom himmel uns den menschenfreund erkennen, herab. Nun schreckt, wenn unsre Gnadenreich Will er euch Seine hütte fällt, Den frommen geist brüder nennen. tein grab. 7. Dankt ihm, der das innre 8. Er öffnet uns dereinst sehnen Sehen kann, betet an, die thür Zu seinem himmel- Opfert freudenthränen. Lieb ihn, TURS Lobt gott ihr christen allzu. 120. Dobt gott, ihr sten! freuet XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 71 ihn, der von liebe brennet. schuf uns heil und leben. ErTraut dem herrn, Der euch muntre dich, mein träger geist, gern Seine brüder nennet! Jhr wohlthun zu erheben. Denk 8. Wenn euch eure sünden an die nacht, da auf der welt tränken. Eilt herzu, Suchet Des höchsten sohn sich darruh, Er will sie euch schenken. gestellt Um sein so theures leSchaut auf ihn mit glaubens- ben Für sünder hinzugeben. blicken, Zittert nicht, Denn 2. O große that, erwünschte er spricht: Ich will euch er- nacht, Von engeln selbst besunquicken. gen! Du haft den mittler uns 9. Drückt euch hier so man- gebracht, Der uns das heil che plage, Euren schmerz Fühlt errungen. In dir erschien der sein herz, Kein erlöster zage. starke held, Der alles schuf Bringet ihm an seinem feste und alles hält, Der freund Preis und ehr, Wisset, er der menschenkinder, Des todes Wählt für euch das beste. überwinder. 10. Er verläßt euch nicht, 3. Der du zu uns gesandt ihr schwachen, Mehr als ihr vom herrn Aus deinem himmel Litt er hier, Euch beglückt zu kamest, Und unser fleisch und machen. Diese turze zeit der blut so gern In demuth an Leiden Und der müh, Was ist dich nahmest. Sohn gottes, o sie Gegen ew'ge freuden. wie hast du dich So tief er= 11. Jesu, du nahmst meine niedrigt auch für mich, Wie bürde Gern auf dich, Daß auch arm bist du erschienen, Um mir ich Frei und selig würde. Wer zum heil zu dienen! fann deine lieb ergründen? 4.Olehre mich den großen Ewig soll Freudenvoll Sie werth von deiner huld recht mein herz empfinden. fassen. Was reizte dich auf 12. Dir mein göttlicher be- dieser erd', Dich so herab zu freier, Folg ich nach, ob wohl lassen? Hier wartete dein nichts schwach, Doch um so viel als noth, Verachtung, kummer, treuer. Keine kreatur, kein lei- schmerz und tod: Und doch den, Keine noth Und kein tod kamst du auf erden, Ein menSoll von dir mich scheiden. schensohn zu werden. 13. Du kommst einst zum 5. Viel stärfer, herr, als weltgerichte. Dann werd' ich, schmerz und tod War deine Richter, dich Schaun von an- menschenliebe, Du sahest unsre gesichte. Wenn da,/ gott, die jündennoth mit mitleidsvollem sünder beben: So werd' ich triebe; Du stelltest, unser heil Deiner mich Freu'n und ewig zu sein, Nach deines vaters rath dich ein; Wardst mensch kamst mit freuden Für leben. Ermuntre dich, mein. und den tod zu leiden. 122. ott, deine gnade uns sei gepreist, Sie 6. Dein, sohn des höchsten freu 72 Erste Abtheilung. freu' ich mich, Du bist auch macht auf uns gekommen. Mit mein erretter, Auch mir zum uns ist gott Nun in der noth troste sandte dich Der herr, Frohlockt dem herrn und hofft der gott der götter. Was mir auf ihn, ihr frommen. ein wahres wohl verschafft, Er- 4. Auch mein gesang, Herr Leuchtung, friede, bess'rungs- bringt dir dank. Du wurdest kraft, Und freuden, die stets mensch, damit wir selig würwähren, Willst du auch gewähren. mir den. Du machst uns groß Und ewig los Vom fluch der mein sünd' und ihren schweren bürdeine den. 7. Was soll ich dir, größter freund, Für treue geben? Du bist's, der 5. Gelobt sei gott! Auf unsre mich mit gott vereint: Du noth Sah er mit hülfe mitbringst mir heil und leben. leidsvoll hernieder. OchristenHerr, was ich hab' und was heit, Preis ihn erfreut! Des ich bin, Das geb' ich dir zum höchsten sohn bringt daß verdienste hin; Ich will dich ohn' lorne wieder. aufhören Mit leib und geist verehren. Jesu meine freude. 124. Gottes Sohn ist kom8. Jch sehe dich zwar hier men! Dankt ihm noch nicht: Doch wirst du wie seine frommen, Dankt ihm, daß der kommen. Und dann schaun, er kam! Daß er hier auf erdich von angesicht, Herr, alle den, Unser heil zu werden, deine frommen. Dann werd' seine wohnung nahm. Mensch auch ich, herr jesu christ, Dich wie wir, Erschien er hier, Um schaun, so herrlich als du bist, des vaters gnäd'gen willen Dann wirst du mich zum le- An uns zu erfüllen. ben, Das bei dir ist, erheben. Wir christenleut' hab'n. 2. Laß uns niederfallen Danken, daß er allen Freund und 123. Sei christenheit, Sei bruder ist. Gott auf ſeinem hocherfreut! Das throne Liebt uns in dem sohne heil der welt, der mittler Hilf durch jejum christ. Welch' ist geboren Nimm freudig theil ein heil An christo theil! Theil An seinem heil Wer an ihn an seiner sendung gaben, An glaubt, wird nimmermehr ver- gott selbst zu haben. loren. 3. Keine macht der leiden, 2. Welch' großze that! Nach Kann von ihm uns scheiden, gottes rath! Hat sich sein sohn Er bleibt ewig treu. Einst für uns dahin gegeben, Ein wird er vom bösen Ewig uns menschenkind, Doch ohne sünd' erlösen, Hier steht er uns bei. Ward er und bringt uns allen Unser freund, mit gott vereint, heil und leben. Kann nicht seine brüder hassen, 3. Er, er befreit Uns von Noch sie hülflos lassen. dem leid, Das durch der sünde 4. Wenn wir einst ermüden, Führt XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 73 Führt er uns im frieden In sen tränken. Ja laßt uns des grabes nacht. Unsre tod- frohe geber sein, Und sein da- ten glieder Gibt die erde wie bei gedenken. Was ihr den der Ihm, der sie bewacht. Je- meinen habt gethan, Das, sus ruft uns aus der gruft, spricht er, habt ihr mir geEr, der selbst den tod einst than; Und er, er wills verschmeckte, Den dasgrab auchdeckte. gelten. 5. Auf dem richterthrone Wer4. Wer ihn mit treuem herden wir im sohne Unsern ret zen ehrt, Den wird sein name ter schaun. Heil und ewig le- trösten. Vertraut auf ihn, der ben Wird er allen geben, Die flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr ihm hier vertraun. Er ward erlösten! Es freut sich deine hier versucht wie wir. Ueber- christenheit, Herr, deiner men= Schwenglich wird er lohnen Und schenfreundlichkeit. Dir, dir set der schwachheit schonen. ewig ehre. 6. Gilet, eilt ihr fünder! Jesu, retter in der notb. Werdet gottes finder, Werdet 126. Gott ſei dank in alseiner werth! Eilet, eilt ihr ler welt, Der sein frommen! Werd't, wie er, wort beständig hält, Und der vollkommen, Bleibet seiner sünder trost und rath Zu uns werth! Preiset ihn, daß er her gesendet hat. erschien, Und sich für euch 2. Was der alten väter hingegeben Durch ein göttlich schaar Sehnsuchtsvolles wünleben. schen war, Und noch mehr Allein gott in der höh sei ehr. als sie erbat Ward erfüllt nach 125. Nast uns mit ehr- gottes rath. furchtsvollem dant 3. Hier ist mehr als davids Den gott der lieb' erhöhen, sohn! Keines ird'schen reiches Mit feierlichem lobgesang Des thron! Licht der seelen, ew'heilands fest begehen, Preis ges heil Ward durch jesum sei dem vater, der ihn gab! uns zu theil. Preis sei dem sohn, er kam 4. Menschenfreund, wie dank herab, Und ward das heil der ich dir! Schente dieses heil menschen! auch mir, Daß du unter vie 2. Ist der ein christ, der ler last Für die welt bereitet dieses heil Nicht schäßzt und haſt! lieb gewinnet, Nimm froh an 5. Deiner hülfe mich zu seiner liebe theil Und werd' freun, Laß mein herz dein eiihm gleich gesinnet. Wer nicht gen sein, Mach es, wie du wie er gesinnet ist, Der ehrt gern es thust, Rein von schnöihn nicht, ist nicht, ein christ. der sündenlust. Der herr erkennt die seinen. 6. Wie du huldreich, als du 3. In dürft'gen laßt uns kamst, Unsre rettung überihn erfreun, Bekleiden, spei- nahmst: Also sei auch deine treu 74 Erste Abtheilung. treu mir mit jedem morgen nahmst, Dein uns theu'r erworbnes heil Sei auf ewig Leuchte unser theil! nell. 7. Deine wahrheit mir Bei dem allen, was ich 7. Unsre seele trau auf dich, hier, Zur beförderung meiner Unser leben preise dich; Und ruh, Denke, wünsche, wähl' du selber, heil der welt, Hilf und thu'. uns thun, was dir gefällt. 8. Tröste fräftig meinen sinn, 3. Von dem Namen Jesu. Wenn ich voller kummer bin, Es ist das heil uns kommen. Hilf zum treuen tugendlauf 128. Mein jeſu, du haſt Meiner schwachheit mächtig auf. unsre schuld Mit ihrer strafe plagen( O uner9. Daß ich, wenn du le- hörte lieb und huld!) Freiwilbensfürst Herrlich wieder kom- lig wollen tragen. Du, der men wirst, Froh dir mög' ent- rechte, ließzest dich Zum sünder gegen schn Und gerecht vor machen, daß ich mich In dir dir bestehn. gerecht fann nennen. In voriger Melodie. 2. So heißzest du nicht jesus 127. Heiland, den uns nur: Du bist auch, was du gott verhieß, Den heißzest, Weil du die menschliche der himmel jauchzend prieß, natur Aus allem jammer reißeſt. Als du, sterblichen zum dienst, Die that stimmt mit dem naHuldreich auf der erd' er men ein, Du wolltest, was ſchienſt. du heißest ein: Mein heil, 2. Wie dein nam' ist auch mein seligmacher! dein ruhm, Jesu, wir, dein ei- 3. In keinem andern ist ja genthum, Ehren dankvoll und heil; Kein mittel ist gegeben, erfreut Deine große gütigkeit. Wodurch wir können nehmen 3. Du, deß hand die him theil An seligkeit und leben. mel hält, Du famst willig in Du bist's allein, der jedermann die welt, Uns von sünden zu Ein ew'ges leben schenken kann. befrein, Unser licht und trost Verehret wird dein name! au ſein. 4. Von der Grscheinung Christi. Nun freut euch, lieben. 4. Stark in deines vaters kraft, Hast du leben uns verschafft. Wir von rath hilf' entblößt, Sind, o herr, durch dich erlöst. und 129. Dein heil hat heut, volk gottes, sich Zu nähern angefangen. Ein 5. Preis sei dir in ewigfeit! helles licht ist, auch für dich, Auf, die ihr erlöset seid, Rühmt Den völkern aufgegangen. Dieß den, der mit lehr' und that sei dir, welt, ein freudentag. Euch vom tod erlöset hat. Die nacht, die auf den völ6. Der du liebreich zu uns kern lag, Durchbrach zuerst kamst, Unsre rettung über sein schimmer. 2. Kaum XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 75 2. Kaum sandte gott mit sei- 6. Beglückter tag, den jene nem sohn Der erde große freu macht Des gözendienst's entden; So sammelt er sich selber wendet! Daran uns gott nach schon Die erstlinge der hei- langer nacht Sein licht und den. Zu ihrem neugebornen heil gesendet; Da gott in dir, herrn Muß sie ein wunder- immanuel, Mit deinem wahbarer stern Aus fernen landen ren israel, Nun auch die heiführen. den dankten. 3. Der vor'gen zeit denkt 7. Nun prüfe heut, volk christen, doch. Heil euch! sie gottes, dich Vor seinem angeist verschwunden. Was war't sichte. Beharrst du unveränderihr, eh' der herr euch noch lich In seiner wahrheit lichte? Eh' ihr noch ihn gefunden? Was helfen opfer des gebets Fragt euch nur selbst, was Zum wahren gott, wenn du waret ihr? o deusches volt, noch stets Der sünde slavisch erwecket dir, Dein vor'ges bild frohnest? nicht grauen? 8. Was hilft es, daß du 4. Ein volt, mit gott ganz gott erfennst, Und seinen ganunbekannt, Von seiner lehr' zen willen, Wenn du das thun entfernet, Das von der tugend und wissen trennst, Zu träg, abgewandt, Nur böses thun ihn zu erfüllen? Wenn du oft gelernet; Des todten stein, ge- treu gelobst und sprichſt, Zwar schnitztes holz, Wohl gar auf christlich glaubst und christlich seine blindheit stolz, Als seine sprichst Und doch als beide götter ehrte. wandelst? 5. Du gingst in schand und 9. Ach, prüfe dich, gott nimmt lastern hin, Wie jede lust dich sein licht, wenn mans nicht führte, Wenn ja noch den verschätzt, zurücke. Steh auf vom kehrten sinn Einst das gewis- schlaf, damit er nicht Sein sen rührte: So konnte dir da Bort auch dir entrücke. Gott, aus der noth, Die die natur hör' uns nicht zu tragen auf schon sündern droht, Doch nichts Und fördre deiner lehre lauf den ausweg zeigen. Noch zu den fernſten heiden! XII. Vom Geschäfe und Wandel Christi auf Erden. Herr jesu, dein und lobet Vater unser im himmelr. 130. ein lehrer ist dir, dich. jeſu, gleich An 2. Du tamst zu uns, von weisheit und an Liebe reich gott gesandt, Und machtest uns Warst du sowohl durch wort den weg bekannt, Auf dem als that, Der schwachen men- wir, frei von sündenschuld, schen fichrer rath. 63 freut Theilhaftig werden seiner huld. mein geist im glauben sich, Auf ewig sei dir dank und rühm, 76 Erste Abtheilung. ruhm, Herr, für dein evan- dünkel mich befrei; Damit ich gelium. dir gehorsam sei, Bis mich 3. Jm lichte der allwissen- dereinst in ewigkeit Ein hellres heit Sahst du mit aller deut- licht bei dir erfreut. lichkeit, Was nach des höchMach's mit mir gott nach. welt 131. Du weſentliches eben hat, Und sten weisem rath Die noch zu erwarten bild Der allermachtest dann durch deinen höchsten liebe, Du wirst, o jeſu, mund Das künftige den men- ganz erfüllt Mit gott geweihschen kund. tem triebe. Gott war dein 4. Dieß und die wunder zweck, dein höchstes gut, Jhm deiner hand, Sind uns ein folgtest du mit heldenmuth. göttlich sichres pfand, Daß das, 2. Du warst mit ihm ein was man von dir gehört, Die sinn, ein herz; Sein wille war wahrheit sei, die gott uns dein wille. Du ehrtest ihn, lehrt. Nie schwäche mir der gedrückt von schmerz, Mit höchst frevler spott Den glauben an zufriedner stille. Auch auf der dies wort von gott. allerrauhsten bahn Sahst du 5. Du lehretest durch wort ihn doch als vater an. und that. Man trifft der rein- 3. Du suchtest nichts, als sten tugend pfad In deinem sein gebot Vollkommen zu er heil'gen wandel an. Gib, herr, füllen, Und unterwarfst dich daß ich auf dieser bahn, Ge- bis zum tod Ganz deines vastärkt von dir mit steter treu ters willen. Dein hauptgeschäft Dir nachzufolgen eifrig sei. war dies allein, Vollführer 6. Du bist es, herr, von seines plans zu sein. dem das amt, Das die ver- 4. Du gingst ganz still zum söhnung predigt, stammt. Du freuze hin, Die marter auszus machst durch treuer lehrer mund stehn, Bereit mit göttlich groNoch jetzt dein heil den men- ßem sinn Für mörder selbst zu schen kund. Begleite stets mit flehen. Wie trugst du nicht, deiner kraft Jhr amt, Damit in gott gefaßt, Der schande es nutzen schafft. und der marter laſt. 7. Noch immer hilfst du dei- 5. Herr, lehre mich, dein nem wort In seinen Siegen eigenthum, Nach deiner tugend mächtig fort. Du sendest wie streben, Dir gleichgesinnt sein dein mund verheißt, Noch im- sei mein ruhm, mer deinen guten geist, Der so zu leben. O dem, der wahrheit sucht und so gern wie du Dein willen liebt, Zum glauben licht und meines vaters thu'. Und wonne, hilf, daß ich Träfte gibt. Schmücke dich, o liebe. 8. Mein heiland, send' ihn 132. Vorbild wahrer mens auch zu mir, Daß er mich zu schenliebe, Je der wahrheit führ; Von eigen- su, deines mitleids triebe Z0gen XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 77 gen dich herab auf erden: Der zu üben, Haß mit haß nicht verlornen heil zu werden, und zu vergelten; Deine schmäher für sie sogar dein leben In nicht zu schelten; Allen freundden tod dahin zu geben. Wolich zu begegnen; Für die läs ist jemand der die größe Dei- sterung zu segnen; Deine feinde ner lieb und huld ermesse? zu vertreten; Und für mörder 2. Ohne vortheil zu begeh- selbst zu beten! ren, Sich in andrer dienst ver- 7. Demuth war bei spott zehren; Jedem gerne gut's er- und hohne Deiner tugend zeigen, zu beleidigungen schwei- schmuck und krone. Nie hast du gen, Auch an feinden wohlthun nach ruhm getrachtet, Noch üben: Das heißt menschen gött- auf menschenlob geachtet. lich lieben! Und wie voll von Deines vaters heilgen willen solcher güte War, erlöser! dein Mit gehorsam zu erfüllen, gemüthe! Und uns heil und trost zu 3. O du zuflucht der elen- geben War der zweck von den, Wer hat nicht von dei- deinem leben! nen händen Segen, trost und 8. Laß mich, herr, zu reiheil genommen, Der gebeugt chem segen, Deinen wandel zu dir gekommen? Wie ist dir oft erwägen. Laß mich in dein herz gebrochen, Wenn dich der angst der sünden Trost kranke angesprochen! Und wie und hülfe bei dir finden. pflegtest du zu eilen Das ge- Heilige auch meine triebe zu bet'ne mitzutheilen. rechtschaffner menschenliebe. 4. Menschenseelen zu be- Laß mich immermehr auf er. glücken; Reuerfüllte zu erqui- den Deinem bilde ähnlich werden; Unverständ'ge zu belehren; den. Abgewichne zu bekehren; SünWas mein Gott will das. der, die sich selbst verstocken, 133. Kommt, die ihr noch Liebreich zu dir hin zu locken: nicht weise seid, War dein tägliches geschäfte, Euch selber zu regieren, Die Selbst mit schwächung deiner ihr euch noch durch eitelkeit, träfte. Geld, wollust laßt verführen, 5. Und wie Hoch stieg dein Kommt, schauet jesu vorbild erbarmen, Da du, mittler, von an, Dieß, dieß muß euch uns armen Gottes strafen ab- beschämen. O lernt, geheilt zuwenden, Unter frecher mör- von eurem wahn, Hinfort euch der händen. Angst und uner- selbst bezähmen. hörte schmerzen Littcst mit 2. Gott war sein alles, nur gelaff'nem herzen; Als ein an dem Hing seine ganze liebe, missethäter starbest, Und uns Dem dienen, wahr ihm angeew'ges heil erwarbest! nehm, Dem weiht er alle 6. Deine huld hat dich getriebe. Wozu er stets sich wiltrieben, Sanftmuth und geduld lig sand, War dieß, den ganzent 78 Erste Abtheilung. zen willen Des vaters, wel- seinem vorbild nach, Er hat cher ihn gesandt, Vollkommen für euch gelitten, Er selbst hat zu erfüllen. euch, seid ihr schon schwach, 3. Hoch über welt und eitel- Die kraft dazu erstritten. feit, Ganz heilig, ganz gott 8. Hilf meinem vorsatz, daß eigen: Vermied er nie aus ich dir Mein heiland, ähnschüchternheit, sich wie er war lich werde, Bezähm das fleisch, zu zeigen, und wenn er bos- vertilg in mir die liebe dieser heit freveln sah: War er voll erde; Daß ich dein großes edler schmerzen, Wenn aber got- beispiel mir Stets hier vor tes will' geschah Quoll freud' augen setze. Des vaters willen aus seinem herzen. thun gleich dir, Für eitel 4. Die lust, die tugend nicht wonne schäßze. gut heißt, Verlangt er nicht zu schmecken. Und ſein in gott er- 134. Wie göttlich sind Habner geist Bleibt rein von doch jesu lehren, Wer nur den lieben Gott. allen flecken. In allem sah er Wie überzeugend seine macht, immerdar Mit eifer, nie zum Wenn wir nur von den thaten scheine, Auf das, was men- hören, die er noch in dem schen heilsam war, Nicht aber fleisch vollbracht; So stimmet auf das seine. ihm der glaube bei, Daß er 5. Stets floh er das ge- der welt erlöser sei. rausch des ruhms Blieb niedrig 2. Die herrlichkeit war volund geringe, Entschlug sich al- ler gnaden, Die man aus sei les eigenthums, Er, schöpfer nen zeichen sah. Er wirkte nie aller dinge. Arm ward er sel- zu jemands schaden. Wie von ber, daß wir reich Aus seiner propheten sonst geschah; Und armuth würden. Er ist der raffete die sünder nicht Durch herr, sein ist das reich. Doch tod und plagen vor's gericht. trug er unsre bürden. 3. Er sehenfte das gesicht 6. Lag gottes strafe auf ihm den blinden; Den tauben gab schwer; So fand er's gut und er das gehör; Der aussagz mußte billig Denn jeden tropfen bluts vor ihm schwinden; Der stumme war er, Ihm aufzuopfern, wil- sang ihm dank und ehr. Sein lig. Stets zeigt er, daß ihn machtwort hieß die lahmen keine noth Auch nur zur klage gehn, Und selbst die todten reize. Er ward gehorsam bis auferſtehn. zum tod, Ja bis zum tod am kreuze. 4. Er schalt des satans legionen( die legionen scheuten 7. Von gott verlassen, blieb ihn), So mußten sie die mensein herz An ihm, trotz alles schen schonen, Und plößzlich in spottes, Sein sehnen war im den abgrund fliehn. Berief er bangsten schmerz Nichts, als der seiner engelschaar: So stellten beifall gottes. Folgt, menschen, sie sich dienstbar dar. 5. Sein XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 79 5. Sein jegen speiste ganze 4. Dein reich war nicht heere, Da, wo es doch an von dieser welt, Dich konnte brod gebrach: Und kaum gebot reichthum nicht, noch geld, er wind und meere; So ließ Noch ruhm und ehre, rühren, ihr sturm gehorsam nach. So Stets war's dein einzig augensahe man in allem thun Auf merk, Zu gottes ruhm das ihm der gottheit fülle ruhn. große werk Der wahrheit 6. Wir danken höchster dei- auszuführen. ner stärke, Die jesum vor der 5. Dein reich war nicht von welt erklärt, Der durch so dieser welt. Nicht heere, wie große wunderwerke Als dein die welt sie stellt, Erkämpfgesandter sich bewährt. Wir ten deine siege. Der arme nehmen solchen gläubig an jünger kleine schaar Bot muUnd sind ihm willig unterthan. thig sich den feinden dar, Und 7. Erfüll', o herr, nur unsre fämpfte deine kriege. herzen Mit seiner lehre gött- 6. Dein reich war nicht von lichkeit, Damit wir nicht das dieser welt. Des, was der ei heil verscherzen, Das uns dein telkeit gefällt, Begabst du dich john allein verleiht, Und schaffe, mit freuden. Warst gerne elend, daß ihm unsre treu Bis in den tod beständig sei. arm und klein, Um nur ein helfer uns zu sein, Und wählKommt ber zu mir spricht. 135. Dir großer herr- test tiefe leiden. scher, jesu christ, 7. Dein reich ist nicht von Der du der welten schöpfer dieſer welt. Wenn einst die welt in nichts zerfällt, Und bist, Ist alles unterthänig: Doch wer sah deine majestät, fürſten vor dir beben: Dann Als dich dein arges volk ver- bist du könig ewiglich. In deischmäht, Wer ehrte dich als nem reiche werd' auch ich Einst fönig? unvergänglich leben. 2. Du hast dich deiner herr8. Wie groß, wie angebetet lichkeit Entäußert eine kurze ist Dein nam', o herrscher jesu zeit; Warst menschen unterthä- christ; Dich rühmen alle zunnig. Geschlagen wurd'st du gen. O wie weit herrlicher und verhöhnt; Verspeiet und wird einst, Wenn du zum weltzum spott gekrönt, Und doch gericht erscheinst, Dein hohes warst du ein tönig. reich besungen. 3. Du warst von ewigkeit 9. Vom aufgang bis zum bestimmt, Dein reich, das nie niedergang Erschallet dann ein ende nimmt, Auf erden der Lobgesang Des himmels auszubreiten. Dich hat gott und der erde. Wie freu ich mich ſelbst zum herrn erhöht; Dein auf dieses glück! O wär' er reich, o göttlicher, besteht Durch då, der augenblick? Wo ich alle ewigkeiten. dich schauen werde. Wachet Erste Abtheilung. Wachet auf: ruft uns die. mich. Damit hierinnen ich Dir 136. Heiligster jefu, hei nacharte, Jesu, hilf du Auch ligungsquelle, Wie mir dazu, Daß ich mög' gütig tugendglanz so sein wie du! strahlt dein helle! Wie glänzet deine hei- 5. Du sanfter jeſu, warst ligkeit! Aller glanz der cheru- unschuldigund littest alle schmach binen Und heiligkeit der sera geduldig, Vergabst und übtest phinen Ist gegen dir nur dun- rach' nicht aus. Niemand kann telheit. Ein fürbild bist du deine sanftmuth messen, Die mir. Ach bilde mich nach dir, doch den eifer nicht verges Du mein alles, Jesu, Hilf du, sen, Der nöthig war für's Auch mir dazu, Daß ich mög' vaterhaus. Mein heiland, ach heilig sein wie du! verleih, Mir sanftmuth und 2. O stiller jesu, wie dein dabei, Guten eifer, Jesu, wille Dem willen deines va- hilf du, Auch mir dazu, ters stille, Und bis zum tod Daß ich sanftmüthig ſei wie gehorsam war: Also mach auch du! 80 gleichermassen Mein herz und 6. Würdigster jeſu, ehrens willen dir gelassen Ach stille könig, Du suchtest deine ehre meinen willen gar, Mach mich wenig, Und wurdest niedrig bir gleichgesinnt, Wie ein ge- und gering. Warst, wie ein horsam tind, Stille, stille, Jesu andrer mensch auf erden, Warst Hilf du, Auch mir dazu, Daß willig gar ein necht zu werich fein stille sei wie du! den, Erhubst dich selbst in kei3. Wachsamer jesu, der den nem ding. Herr, solche demuth schlummer Durch manche ar- lehr', Mich auch je mehr und beit, müh' und kummer Um mehr Christlich üben, Jesu, hilf unsertwillen unterbrach: War du, Auch mir dazu, Daß ich auch dein werk am tag gesche- demüthig sei wie du! hen: So lagst du nachts vor 7. O keuscher jesu, all dein gott mit flehen, Und warst für wesen War züchtig, keusch und unser heil noch wach. Gib mir außerlesen, Voll tugend und auch wachsamkeit, Daß ich zu voll sittsamkeit. Dein äußrer jederzeit Wach und bete. Jesu, mensch, dein herz von innen, Hilf du, Auch mir dazu, Daß Gedanken, reden und beginnen ich mög' wachsam sein wie du! Voll unbefleckter reinigkeit. O 4. Gütigster jesu, ach wie mein immanuel, Mach mir gnädig, Wie lieblich, freund- auch leib und jeel Keusch und lich und gutthätig Bist du noch züchtig, Jesu, hilf du, Auch gegen freund und feind! Dein mir dazu, So keusch und rein sonnenglanz der scheint allen, zu sein, wie du! Dein regen muß auf alle fal- 8. Mäßiger jesu, deine wei len; Ob sie dir gleich undank- se, Im trinken und genuß der bar sein. Mein gott, ach lehre speise Lehrt uns die rechte må Bigkeit. XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 81 ßigkeit. Mehr noch, als durst recht eben, und deinem heil'und hunger stillen, Lag dir's gen fürbild gleich. Dein geift am herz, Des vaters willen und kraft mich ganz durchdringe, zu thun mit aller freudigkeit. Daß ich viel glaubensfrüchte Herr, hilf mir meinen leib bringe, Und tüchtig werd' zu Bezähmen, daß ich bleib christ- deinem reich. Ach zeug mich lich nüchtern. Jesu, hilf du, ganz zu dir, Behalt mich Auch mir dazu, Daß ich stets für und für, Treuer heiland, mäßig sei wie dit. Jesu, hilf du, Auch mir dazu, 9. Nun liebster jesu, liebstes Daß ich bei dir einst finde leben, Mach mich in allem dir ruh. * XIIL Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 1. Grwedung zur fruchtba- stürzt mich tief und es erhebt ren Betrachtung der mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. Leiden Jesu. Herzliebster Jesu was. 137. Herr, starte mich, 6. O herr, mein heil! an dein leiden zu be- den ich herzlich glaube, Ich denken, Mich in das meer der liege hier vor dir gebückt im liebe zu versenken, Die dich staube; Verliere mich mit denbewog, von aller schuld des kendem gemüthe In deiner güte. bösen, Uns zu erlösen. 7. Sie übersteigt die mensch2. Vereint mit gott, ein lichen gedanken Allein, sollt ich mensch, gleich uns auf erden, darum im glauben wanken? Und bis zum tod am kreuz er- Ich bin ein mensch, darf sich niedrigt werden; An unsrer der unterwinden, Gott zu erstatt gemartert und zerschlagen, gründen? Die jünde tragen! 8. Des höchsten thun ist 3. Welch' wundervoll hoch- gnad' und lieb erweisen; Uns heiliges geschäfte! Sinn ich kömmt es zu sie demuthsvoll ihm nach, so sinken meine zu preisen, Zu sehn, wie hoch, träfte. Mein Herz erbebt; ich wenn gott uns gnad' erzeiget, sehe und empfinde Den fluch Die gnade steiget. der fünde. 9. So sei denn ewig auch 4. Gott ist gerecht, ein rä- von mir gepriesen Für das ercher alles bösen. Gott ist die barmen, das du mir erwiesen. lieb, und läßt die welt erlösen. Da du, mein heiland, auch Dies kann mein geist, mit für mich dein leben, Dahin schrecken und entzücken, Am gegeben. freuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich will 5. Es schlägt den stolz und dich wieder lieben, und stets mein verdienst darnieder. Es mit freuden deinen willen üben; O gib F 82 Binding Erste Abtheilung. gib zu diesem seligen ge- Nichts von gestalt noch schöne! schäfte Stets neue träfte. Vor dir, herr, unsre zuverGin Lämmlein geht.sicht, Verbarg man selbst das 138. Erfülle, herr, doch angesicht! Dich schmähten bunselbst mein Herz dessöhne! Mit reinem andachtstriebe. Ich 5. Ein opfer, nach dem denk an deines leidens schmerz, ew'gen rath, Belegt mit unDie wirkung deiner liebe. sern plagen Um deines voltes Dein kreuz sei mir gebenedeit! missethat Gemartert und ge Welch' wunder der barmher- schlagen, Gehst du den weg zigkeit Hast du der welt er- zum kreuzesstamm, In unschuld wiesen! Wenn hab' ich dies stumm, gleich als ein lamm, doch recht bedacht, Und dich Das man zur ſchlachtbank fühaus aller meiner macht Genug ret. Freiwillig, muthig, als dafür gepriesen? ein held, Duldst du, aus liebe 2. Rath, fraft und friede- für die welt, Den tod, der fürst und held, In fleisch und uns gebühret! 6. Du neigst dein haupt, es blut gekleidet, Wirst da das opfer für die welt, Und deine ist vollbracht! Du stirbst, die seele leidet. Du ringst mit angst erd' erschüttert, Die arbeit hab' und seelennoth, Und gehst doch ich dir gemacht; Herr, meine willig in den tod. O liebe seele zittert. Was ist der mensch, ohne ende! Du nimmst auf den du befreit? O wär' ich dich der menschen schuld, Und doch ganz dankbarkeit! Herr gibst mit göttlicher geduld Dich laß mich gnade finden! Und in der fünder hände. deine liebe dringe mich, Daß 3. Du trägst der missethä- ich dich wieder lieb, und dich ter lohn Und hattest nie gesün- Nie kreuzige mit sünden. 7. Welch' warten einer em' digt, Du, der gerechte gottes sohn, So war's vorher ver- gen pein, Für die, die dich ver fündigt. Der frechen schaar achten, Nicht sterben deiner werth begehrt dein blut, Du duldest zu sein; Nicht nach dem glaugöttlich groß die wuth, Um ben trachten; Für die, die dein seelen zu erretten. Dein mör- verdienst gestehn, Und dich der, o herr, war auch ich. durch ihre laster schmähn Als Denn gott warf aller sünd' auf einen sünden diener! Wer dich dich, Damit wir friede hätten. nicht liebt, kommt ins gericht! 4. Erniedrigt bis zur knechts- Wer nicht dein wort hält, gestalt, Doch göttlich groß im liebt dich nicht Ihm bist du Herzen, Ertrugst du spott, schmach kein verfühner! und gewalt! Ludst auf dich 8. Du hasts gesagt: Du wirst unsre schmerzen Sie sahn dich, die kraft Zur heiligung mir der verheißung ziel, Doch da schenken. Dein blut ist's, das war nichts, was da gefiel, mir trost verschafft, Wenn mich die XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 83 die sünden fränken. Laß mich 6. O laß mich alle plagen, im eifer des gebets, Laß mich Die gott mir außersehn Auch in lieb und demuth stets Vor so geduldig tragen, Und seinen dir erfunden werden: Dein rath verstehn. Sein weg sei heil sei mir der schirm in noth, mir hier wunderbar, Dort werd' Mein stab im glüct, mein schild ich es erkennen, Wie selig er im tod, Mein letzter trost auf mir war. erden. 1197 140. Slamm gottes unschuldig Am stamm Wenn meine sünd' mich. 139. Dein rathschluß dei- des kreuzes geschlachtet: Allentot ner güte, Herr, zeit erfunden geduldig, Wie soll mein herz erhöhn. O lente sehr du wurdest verachtet All' mein gemüthe, Ihn richtig zu sünd' hast du getragen; Sonst verstehn. Ich ehre deinen wei- müßten wir verzagen! Grsen rath, Den jesum für uns barm dich unser, o jeſu! sünder In tod gegeben hat. Gib uns deinen frieden, o 2. Noch eh' dein wort: es jeſu. werde, Die welt hervorgebracht; Da hast du schon der In voriger Melodie. erde zu ihrem heil Von ewigkeit hast du ihn schon gedacht, 141. Erlöſer, der im staube Einst lag mit Zum opfer außersehen, Dein angstschweiß bedecket, Dein eingebornen sohn. tröste sich mein glaube, Wenn 3. Er kam zu uns hernie- tod und sünde mich schrecket; der In der bestimmten zeit; Dein tiefer schmerz, dein klaErwarb für seine brüder Des gen, Dein todeskampf, dein himmels seligkeit Was ihm zagen Sei meine ruhe, herr sein vater zugedacht, Das trug jesu. High er in gehorsam, Bis er es 2. Du littest ganz unschulganz vollbracht. dig Von frevlern schmähung 4. Er wußte, was zu tra- und schmerzen. Und trugst sie gen Ihm gottes rath gebot; doch geduldig Mit sanftem verEr sah die last der plagen; söhnlichem Herzen. Dein bild Sah seinen kreuzestod. Doch muß uns beleben, Zu dulden floh er seine Leiden nicht: Er zu vergeben Wie du zu lieben, ging dem tod entgegen Mit Herr jeſu! muth und zuversicht. 3. Am kreuze hingſt du kläg5. Herr jesu, mein erbarmer lich Entstellt, gemartert, verHab' dank für deine treu: Durch schmachtet. Dein tod belehr dein blut bin ich armer Von uns täglich, Wie hoch du seeallen strafen frei. Die von len geachtet. Er schreck uns bir ausgestandne noth, Dein ab von sünden; Er muß uns mittlertod am kreuze, Hat mich dir verbinden Zu innigem danverföhnt mit gott! fe, herr jesu! F 2 142. 84 Erste Abtheilung. 142. Christe, du lamm würdiger Mit allen sel'gen gottes! Der du loben. Riadan trägst die fünde der welt, Er- 6. Herr jesu, 6. Herr jesu, deine angst barm' dich unser- Gib uns und pein Und dein versöhnend deinen frieden. Amen. leiden Laß meine letzte zuflucht sein, Wenn ich von hier soll Herr jesu chrift ich weiß gar. 143. Herr jesu, deine angst scheiden. Ach hilf, daß ich durch und pein Und dein deinen tod Fein sanft beschließe versöhnend leiden Laß allzeit mir meine noth, und selig sterbe. vor augen sein, Die sünden zu Amen. 2 085 vermeiden. An deine ausgejesu christ meins. standne noth, An deinen mar- 144. D du mein mittler tervollen tod Laß furchtbar und mein gott! mich gedenken.or Ich danke dir für deinen tod, 2. Die angst die deine seele Der mir des himmels seligkeit litt, Da schrecken sie umfin- Und hier gewissensruh verleiht. gen; Was du ertrugst, um 2. Ach glaubt ich deiner gottuns damit Befreiung zu erheit nicht: So schreckte mich ringen; Das präge tief mir jesu, noch das gericht; So würde ein, Und laß mir's ernste war- deines todes pein Für mich nung sein, Wenn mich die kein geltend opfer sein. sünde reizet. 3. Wärst du der menschen 3. Die wunden alle, die du heiligster, Und nicht auch gott hatt'st, Hab' ich dir helfen schla- gekreuzigter So würd' ich nicht gen. O du, der meine sünden- von sünden rein Nicht durch last So willig hat getragen: dein blut versöhnet sein. Ach, liebster heiland, schone 4. Jch weiß es, jesu, du mein, Laß diese schuld verges- bist gott; Versöhnend ist dein sen sein, Für recht laß gnad' kreuzestod; Und dieses trostes ergehen! göttlichkeit Versichert mich der 4. Du hast verlassen deinen seligkeit. thron Bist ins gericht gegan 5. Der feind nehm alles, gen; Vertrugest schläge, spott alles hin, Das glück, daß ich und hohn, Und wurd'st an's versöhnet bin, Jst meiner seefreuz gehangen: Auf daß du len höchstes gut und macht für uns schafftest rath, Und mir auch im tode muth. unsre schwere missethat Bei gott 6. Wenn des gesetzes fluch versöhnen mögteſt. mir droht, Dann tröstet mich 5. Drum soll mein herz voll dein mittlerstod; Ich weiß, daß dankbarkeit, Erbarmer, dir lob- du auch meine last Am kreuze, singen. Und wenn du einst zur herr! getragen haſt. seligkeit Aus gnaden mich wirst 7. Und ist die letzte stunde bringen: Dann will ich, dein da, Dann blick ich hin nach erlöseter, Dich ewig und viel golgatha; Der trost, daß ich begna XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 85 gnadigt bin, Macht mir das res leben sich In wilden strösterben zum gewinn. men blutes. Lamm gottes, Ein lämmlein geht und trägt. ewig dank ich dir Doch nie 145. in lamm geht hin genug du thatest mir, Eh' und trägt die schuld ich noch war, schon gutes. Der abgefallnen kinder; Geht 5. So lang ich lebe, will ich hin und büßet in geduld Die dein, O jesu, stets gedenken. sünden aller sünder. Es geht Mein herz soll dir geweihet ben rauhen todesgang; Folgt sein, Ganz will ich dir es seinen würgern ohne zwang; schenken. Nur dir gefallen sei begibt sich aller freuden; Und mein ruhm. Ich will mich dir sieht die marter, die ihm zum eigenthum auf ewig überdroht, Und will die schmerzen geben. Nur du bist meine zuund den tod Doch gern und versicht, Und wann mein aug' willig leiden. im tode bricht, Bist du auch 2. Das lamm ist jesus, un- dann mein leben. ser freund, Zum heiland unsrer 6. Was ist das leiden dieser feelen Wollt ihn der strenge zeit, Und alles, was mich fränsündenfeind, Der ew'ge vater, fet, Wenn meine seel' in trauwählen., Sohn, sprach er. rigkeit, Herr, an dein leiden nimm dich derer an, Die, denket? Dieß flößt in meine außer dir, nichts retten kann bange brust Zur zeit der trüb„ Vom schweren fluch der sün- sal sanfte lust; Läßt mich den. Groß ist die schuld, die nicht unterliegen, Und stärket strafe groß! Doch übernimm's, mich mit kraft und muth, Auch so sind sie los, Und sollen über welt und fleisch und gnade finden." blut Im schwersten kampf zu 3. Ja, vater, sprach der siegen. große sohn, Kein sünder soll 7. Ist endlich ganz voll" verzagen. Ich steig' herab von bracht, was mir Gott aufgelegt deinem thron Und will die zu leiden, Und rufft du, jesu, sünden tragen." O liebe, liebe! mich zu dir Und deines himdeine macht Zst stärker, als ein mels freuden: Dann reichest du mensch gedacht, Als je ein en von deinem thron Mir jenen gel dachte! Du dringst den großen gnadenlohn, Den mir sohn dem vater ab, Und streckest dein tod erworben. Dann werde ben in's finstre grab, Der erd' dir in ewigkeit Anbetung, preis und himmel machte! und dank geweiht, Daß du 4. Er büßt für uns am für mich gestorben. freuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er wird geschlachtet, 146. Wie grundlos sind wie ein lamm, zum opfer für Herzliebster jefu, was hast. die tiefen deiner die sünden. Für alle stirbt er, liebe! Wie treu und zärtlich, auch für mich Ergießt sein theu jesu, deine triebe! Kein mutterherz 86 dh Erste Abtheilung. terherz. gleicht deinem treuen 9. Ich flieh', o herr, zu herzen, Du mann der schmer- deinen liebesarmen, Ich such' zen! pund bitte nichts, als dein er 2. Was ist der mensch, daß barmen. Verstoß den nicht, du sein so gedenkest, Daß du der seine fünden hasset, Und für ihn dich in das elend sen- dich umfasset. fest. Was findest du an mir 10. Was machst du, feind, und an uns allen Für wohl- mir christi huld verdächtig? gefallen? Schweig! seine kraft ist in den 3. Verdient verachtung gött- schwachen mächtig. Er selbst licher gesetze, Verdient verschwen- macht den gerecht, der an ihn bung unschätzbarer ſchätze, gläubet, Und in ihm bleibet. Verdient ein selbst gemach- 11. Zeuch mich, o gottester böser schade Des richter lamm zu deinem Freuze, Dagnade? 900 mit dein blut die seele dring' 4. Was zieht dich dann, o und reize, Dich den erwerber heiland auf die erde? Was aller guten gaben, Recht lieb schadet dir's, wenn ich verdam- zu haben. met werde? Du bleibest doch? 12. Was du auch mir, da du wenn ich gleich strafe leide, für mich gestorben, Aus gnaden Des vaters freude! hast durch deinen tod erworben; 5. Verehrt mit dank den wei- das werde mir, zu meinem ew' sen rath, ihr christen! Den ein- gen heile, Nun auch zu theile. zusehn, die engel selbst gelüsten. 13. Dir, jeſu leb' ich, dir Bewundert hier in dem erlö- will ich auch sterben. Laß den sungswerke Der liebe stärke! nur nicht, den du versöhnt, 6. Des höchsten sohn büßt verderben. O hilf mir jetzt für die menschenkinder, Der und in den letzten stunden, heiligste bezahlet für die sün- Durch deine wunden! der; Des lebens fürst und aller boßheit rächer Stirbt für verbrecher! 2. Das Leiden Jesu am Delberg. Ein lämmlein geht und. 7. Herr, lehre selbst mich 147. So gehſt du, jeſu, deine huld erkennen, In rechtem willig hin, Dein glauben meinen herrn leiden anzutreten, Für mich, der dich nennen! Erbarme dich und ich verloren bin, zu kämpfen heile meinen schaden, Du brunn und zu beten. Du, der du der gnaden. Gre nichts verbrochen hast, Gehſt 8. Ich bin verderbt vom fuße hin um aller sünden last Allein, bis zum scheitel, Mein herz auf dich zu laden. Ich nur ist trotzig, widerspenstig, eitel; verdiente strafen, ich; Du aber Mein bestes thun ist mangels nimmst sie all auf dich, Dahaft und sündlich: Ich fehle mit sie mir nicht schaden! stündlich. 2. Kann den, der allen stärkegibt, 87 XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. gibt, Kann den auch furcht er- Wer will verdammen? gott schüttern? Selbst christi seele ist hier! Du wirst den tod wird betrübt, und seine glie- nicht sehen! der zittern! Ach, hingesunken 6. Doch denk, um welchen auf die kniee, Arbeitet er in theuern preis Dein heiland dich schwerer müh', Und betet, erkaufet! Er rang, bedeckt mit kämpft und zaget! Er wünscht todes schweiß, mit blut für dich den schweren kampf verkürzt; getaufet! Ach wache, daß die Wer sieht's, und höret nicht sünde sich nie dein bemächtige, bestürzt, Wie leidenvoll er noch dich In deiner treu erflaget! and schüttre! Lockt ihre stimme, 3. Gott, du bist heilig, wun- höre nicht! Schau hin zum ölderbar In allen deinen wer- berg in's gericht, Das jesum fen Ein knecht, ein engel muß traf, und zittrel jogar Den herrn vom himChristus, der uns felig. mel stärken! Er ringt, sein 148. Herr des himmels, heilig angesicht Träuft blutmet werden? schweiß; wer entsetzt sich nicht? wird mit dir werden? Warum Wer litt wie er auf erden? liegst du blaß, entstellt, Bebend Der du in reiner unschuld auf der erden? Trost ist es, prangst, Wie konntest du von was du verlangst, Tröster unssolcher angst, O herr, bestür- rer seelen! Was kann mit so schwerer angst Deine seele 4. Du zagst, mein heiland quälen. ach nur ich, Ich hätte zagen 2. Vor dir liegt( denn dir sollen! Doch selbst durch Lei- kann ja, Herr, sich nichts verden hast du mich Vom tode hehlen) Eine welt voll sünden retten wollen! Ach hättest du da; O wer kann sie zählen? nicht mein gericht Auf dich ge- Niemand, als mur gott und nommen, wär ich nicht in du, Können sie ergründen: Und jammer ganz versunken? Nun für alle büßest du, Als für läßt der richter auf dein flehn deine sünden! Vor mir den kelch vorüber- 3. Liebe strahlte dir sonst gehn: Denn du hast ihn ge stets Aus des vaters blicken. Und in stunden des gebets trunken. 5. Heil mir, der sohn des mußt sie dich erquicken. Da höchsten hat Für mich sich rich- nun gottes straf dich schreckt, ten lassen! Gott, wer kann Da er in gewitteru Furchtbar deinen weisen rath, Wer dein sich vor dir versteckt: Solltest erbarmen fassen? Nun jauchze, du nicht zittern? on nening wen die sünde reut, Wer jesu 4. Hier fühl ich der fünchristi fich erfreut: Er wird den gräul, Ganz vor angst erDu, der schüttert. Auch für mich haft du glaubst, wer schadet dir? du, mein heil, Hier im staub vor gott bestehen. gezit 88 Erste Abtheilung. Titre gezittert. Held, da sünd und macht vor. Niemand nimmt Strafgericht Dich fast nieder- von dir das leben. Du willst stürzen: Soll der gräul der selbst es für uns geben! Und sünde nicht meinen geist be- nicht schmach, noch marter stürzen? scheun, Aus der höll uns zu 5. Aber du versöhntest mich! befrein. Denn auch mir zum segen, 4. Treuer bürg', um unserts Ließzest du allein auf dich Gott willen Streckst du deine hände die strafe legen Du ergabst dich dar; Gottes rathschluß zu erdemuthsvoll In des vaters wil- füllen, Schonest du der frechen Len, Um das was uns retten schaar, Wehrst dem schwerdte soll Sterbend zu erfüllen. deines freundes, Heilst die 6. Nun, herr meine zuver- wunde deines feindes; Nimm sicht! Hilf du meiner seele, Daß die bande willig an, Da dein im letzten tampfe nicht Sün- arm sich weigern kann. denangst sie quäle! Ach laß 5. Dank dir für so große deinen blut'gen schweiß, Wenn güte; Zeige nun auch deine ich ganz beklommen, Alsdann treu', Und befreie mein geteine hülfe weiß, Mir zu stat müthe Von der sünden sclaveten tommen! rei; Daß mein fleisch sich nie verstricke, Weltverführung nie Jesu meines lebens leben. berücke, Des versuchers arg 149. Jeſu chriſti, bessen list nie In sein netz mich wiewunden Heil und der zieh'. 3. Gefangennehmung Jesu. Leben uns gebracht! Ach wie 6. Und soll ich den ruhm hart wirst du gebunden! Und erlangen, Daß ich deines geiverbrechern gleich gemacht! Dei- stes voll, In bekenner fesseln ner feinde ganze tücke Kennst prangen, Deinetwegen leiden du, und weichst nicht zurücke! soll: Gib dann mir in meinen Gibst mit edlem helden sinn banden Reichen trost aus deiDich in ihre banden hin! nen handen, Daß gleich dir 2. mehr als zwölf der le- ich sie nicht scheu', Ich gleich gionen, Die um deines vaters dir gelassen sei. thron, Seines wink's zu warChristus, der une felig. ten wohnen, Stehn bereit, 150. Mein erlöſer, auch menschensohn; Nur ein wink! für mich du bist befreiet, Und der feinde du hin zum leiden Und- beheer zerstreuet; Doch wie viel gabst dich williglich Aller deiihr grimm verbricht! Du winkst uer freuden. Du sahst ban beinen engeln nicht. den, schmerz und hohn, Sahst 3. Du bist selber reich an den tod von ferne; Doch erstärke, Die auch hier sich nicht trugst du, gottessohn, Alle letverlor; Aber, herr, in diesem den gerne! werke Geht geduld der all- 2. Du entflohst nicht der gefahr 89 XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. fahr, Die dem leben drohte. drohen; Schämt sich, daß er geMs die stund' erschienen war, flohen: Kehrt um und eilt verGingst du froh zum tode. wegen Dem tiefen fall entgegen. Willig übergabst du dich In 4. Wie ist der mensch so der feinde hände, Und bliebst schwach! So viel sein muth unveränderlich Treu bis an versprach. Dort liegt er, tief das ende. im staube, Erloschen ist sein 3. Lehre mich, wie du, so glaube! Sein kühner muth gestill Und so froh zu leiden, dämpfet! Ach, christen, wacht Und, wenn es dein rathschluß und kämpfet! will, Selig zu verscheiden! 5. Wo ist nun petri treu? Stärke mich, wenn ich einmal Der jesum vormals frei Für Sterbend zu dir flehe; Daß gottes sohn bekannte; Für ihn ich durch des todes that Ohne vor eifer brannte, Der hat, schrecken gehe. für jesu ohren Bald frech ihm 4. Dank, o jesu, dank sei abgeschworen! dir Für dein letztes leiden. 6. Doch, herr! dein liebesDenn dadurch erwarbst du mir blick Bringt ihn alsbald zurück. Deines himmels freuden. Nun- Er fühlte sein verbrechen; Kann mehr weiß ich, daß im tod nun vor schmerz nicht spreIch nicht ewig sterbe, Denn chen; Und weint nun bittre ich bin versöhnt mit gott, Bin thränen, die sich nach gnade des himmels erbe. ſehnen. 7. Er sucht und findet sie. 4. Jesus von seinen Jün- Verzagt drum, sünder, nie; gern verlaffen, von Petrus Gott ist unendlich gütig, Seid verleugnet. bo glaubig, nicht fleinmüthig, So groß sind keine sünden: Sie Wo soll ich fliehen hin. 151. Mein jesu, für dein können gnade finden! herz Welch ein so 8. Ach trennt mich auch die herber schmerz, Den du weit welt, Die stets mir netze ſtellt, mehr empfunden, Als striemen, Einst, jesu, von den deinen, schläg' und wunden! Die kleine Laß mich mit petro wein en zahl von freunden Kränkt dich, Um gnad' in demuth beten; gleich deinen feinden. Nie judas weg betreten! 2. Kaum naht sich die ge- Wenn meine fünd' mich. fahr, So bebt der jünger ſchaar; 152. Von angst dahingeDie erst sich hoch vermessen: rissen, VerleugCh' sie der treu vergessen, Den net petrus dich. Bald straft tod auch vorzuziehen, Verlassen ihn sein gewissen: Da weint dich und fliehen! er bitterlich. Tief dringt ihm, 3. Der kühn sein schwerdt herr, dein blick in's herz. Er gezückt, Dein petrus selbst, er- fleht zu dir um gnade, Und du schricht; Er flieht, eh' bande stillst ihm den schmerz! 2. Wie 90 Erste Abtheilung. 2. Wie wuchs nun deines scheue meine seele Weit mehr, zeugen Beständigkeit und muth! als selbst den tod. Furcht konnt ihn nicht mehr 8. Ich will dich frei bekenbeugen, Für dich, herr floß nen. Wenn gott gericht einst sein blut! Dich, seinen herrn hält, Wirst du mich dann auch und seinen gott, Verherrlichte nennen Dem richter aller welt! sein leben, Verherrlichte sein Dein freuz ist meine zuvertod. sicht! Selbst denen, die dich 3. Betrübt ist meine seele, schmähen, Verhehl' ich's, jeſu, Erfüllt mit reu und schmerz. nicht! Was hilfst's, daß ichs ver- 9. Bedeckt von deiner gnade, hehle? Du schaust mir ja ins Veracht' ich ihren spott! Wer herz. Bekennen will ich es ist es, der mir schade? Du vor dir: Auch ich hab' dich hilfst mir aus, mein gott! verleugnet; Vergib, vergib es von meinem haupte fällt tein haar, Und drohten sie mir alle 4. Wann deiner lehre hasser Die schrecklichste gefahr! Dich schmähen und ihr spott 5. Leiden Jesu vor dem j Von ihrem mund als wasser mir! dischen und römischen Gericht. Dahin floß wider gott: Dann schwieg ich furchtſam, schämte In voriger Melodie. den mich Ein christ zu sein, und 153. Seht jeſum scheute Mehr ihren spott, als dich! gerechten, Seht seine schmach und weint! Ent5. O du, der du dein le- ehrt von lasterknechten Steht ben, Du herr der ewigkeit, da der menschenfreund, Spott, So willig hingegeben Für speichel und der bosheit wuth meine ſeligkeit! Wie un- Erduldet er und büßet Der dankbar, wie schwach war menschen frevelmuth! ich, Daß ich den hohn sünder Mehr fürchtete, dich! der 2. Der göttliche prophete, als Durch den der vater sprach, Trägt ohne widerrede Der wi 6. Ach, rechne nicht zur dersacher schmach. Ihr, die sünde Mir diese feigheit zu! ihr seine martern ſeht, BeDen schmerz, den ich empfin- denkt's, um euretwillen Ward de, Erlöser, siehest du! Du jesus so geschmäht! schenktest petro seine schuld: 3. Der schönste unter allen Bedeck auch mein vergehen Hat nichts, was uns gefällt! Mit deiner lieb und huld. Wie blutend, wie verfallen, 7. Nur laß mir diese reue Wie sehr ist er entstellt! Von Ja unvergeßlich sein! Ich will, seinem bleichen angeſicht Fließt zu ew'ger treue, Mich dir von blut; doch er ist stille, Und nun an weihn! Dich zu ver- flucht den frevlern nicht. leugnen herr mein gott, Das 4. Die feinde, die ihn hajſen, XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jeſu. 91 sen, Verfolgt er nicht mit dern ausgehöhnt; stand er vor grimm. Trägt, als ein lamm, seinen feinden! gelassen Der würger ungestüm. 4. Den heiden, der sein richDurch göttlich sanften edelmuth ter war, Ergriff ein menschBesiegt er seine leiden, Und lich schrecken; Er stellt ihn seider verfolger wuth. nen brüdern dar, Ihr mitleid 5. Herr, laß mich es beden zu erwecken. Seht, welch ein ten, Was du mir gut's gethan; mensch! ich kann ihn nicht Und wenn mich leiden fränken: Verdammen, denn die unschuld Erinnre mich daran: Wie du spricht Zu mächtig für sein des elends ganze last So wil- leben! lig übernommen, So still ge- 5. Vergeblich, ach vergeblich tragen haſt! war, Die menschlichkeit des hei6. Daß ich mich dir ergebe, den! Die aufgebrachte wilde Im glück, wie in der noth; schaar Sah jesu schmach mit Nie deiner unwerth lebe. Das freuden. Sein tod befriedigt gib mir, o mein gott! Werd' sie allein; Sie stürmten auf ich dich einst als richter sehn, den richter ein Und schrien: So laß mich nicht mit schande er sterb am kreuze! Vor deinem throne stehn. Herr jesu christ, ich hab gar. 6. Du denkest ohne schander nie An dieses wort der sün154. Seht, welch ein der; Du sprichst: die rache mensch! wie lag strafte sie Und straft noch ihre so schwer Auf ihm die last der finder. Doch scele, denkst du sünder! Wie unanssprechlich auch dabei An deine sünden? duldet er Für uns, uns men- bist du frei Von schuld am schenkinder! So leiden sah tode jeſu? von anbeginn Die erde keinen 7. Sieh', welch ein mensch! je als ihn: So wird auch er wird für dich Verschmähet, teiner leiden! und zerschlagen! Hör ihn, er 2. Der sohn des höchsten, spricht: ich selber, ich muß und selbst gott, Ein helfer, ein deine sünden tragen! Die gerechter, Ward frecher misse- schuld ist dein, durch meinen thäter spott, Und seines volks tod Versöhn ich, sünder, dich gelächter! Wie ein verbrecher mit gott, Und sterb um deistand er da, Verklagt, ver- netwillen! läumdet, wer ihn sah, Der sah 8. O hochgelobter gottessohn, ihn mit verachtung. Du tilger meiner sünden, Er3. Ganz unbegrenzt war ihre höht auf deines vaters thron, wuth, Den heiligsten zu pla- Ach laß mich gnade finden! gen. Bedeckt mit striemen und Laß deines todes schmach und mit blut, Zergeißelt und zer- pein Gerechtigkeit und heil schlagen, Mit einem dornen mir sein, Um deiner liebe kranz gekrönt; Mit königsklei- willen! 9. Ich 92 Erste Abtheilung. 9. Ich schwöre, welterlöser, ernstlich meiden, Willst du, dir, Und ewig will ich's hal- herr, leiden. ten: So wahr du lebest soll 6. Ach großer mittler, groß in mir nie deine lieb erkal- zu allen zeiten, Wie kann ich ten! Dein leiden und dein g'nugsam deine treu ausbreitod soll mich, So lang ich ten? Kann ich sie dir, beherr lebe, herr, an dich Und deine scher aller welten, Wohl je Lieb' erinnern. vergelten? 10. Entzündet sich der lüfte 7. Doch dir gefällt's, wenn gluth, Lockt mich Lockt mich die welt ich mich selbft bekämpfe: Dir zur sünde: Dann rüste mich folge und des fleisches luste mit kraft und muth, Daß ich dämpfe; So sei denn auch sie überwinde! Dann rufe forthin mein ganzes leben Nur du mir liebreich zu: Denk', dir ergeben! welch' ein mensch war ich! und 8. Gib selbst zu diesem sedu, Du wolltest mich nicht ligen geschäfte Mir schwachen lieben? deines guten geistes kräfte; 155. Herzliebster jesu, was Daß er mich zu dir ziehe und hast du verbro- regiere, Zum guten führe. chen, Daß man das todesur- 9. Dann werd' ich dankvoll theil dir gesprochen? Du hei- deine huld betrachten; Die ligster, bist ja in missethaten lust der welt aus lieb zu dir Niemals gerathen! verachten; Mit allem eife 2. Und doch wirst du ver- suchen deinen willen Treu zu worfen und verhöhnet, Mit erfüllen. einem dornenkranz zur schmach 10. Zu deiner chre will ich gekrönet, Gegeisselt und von alles wagen, Kein drohen achschmerzen schon entkräftet An's ten, keine schmach noch plafreuz geheftet! gen. Mich sollen auch des 3. Was ist die urfach aller bängsten todes leiden Nicht von solcher plagen? Ach unsre sün- dir scheiden. den haben dich geschlagen! Zu 11. Dies alles, ob's für ihrer tilgung hast du, herr, er- schlecht gleich ist zu achten, duldet, Was wir verschuldet! Wirst du doch, mein erbars 4. Wie wunderbarlich ist mer, nicht verachten. Du wirst doch diese strafe! Du guter das opfer gnådig von mir hirte Leidest für die schaafe! nehmen, Dich mein nicht ſchåDie schuld bezahlst du, herr, men. für böse knechte, Du der gerechte! 12. Empfang ich dann der einst vor deinem throne Aus 5. große lieb', o liebe deiner hand der überwinder kaum zu fassen! Auch mir zum krone, So soll dich, höchster, heil hast du dich martern las- unter engelchören Mein Lobsen. Damit ich lerne, sünden lied ehren. D the XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 93 O traurigkeit, o herzeleid. 11. Hilf gotteslamm Am 156. blinde wuth! Okreuzesstamm zu unserm heil durst nach blut! geschlachtet, Daß mein geist, Als nie erhöret worden! Jhn, wenn sünde lockt, Deine pein den lebensfürsten selbst, Wagt betrachtet. man zu ermorden. 12. Auch müss allein, Herr, 2. Den heiland meint Sein deine pein Mein trost sein, stolzer feind, Die bosheit, zu wenn ich sterbe; Daß ich sanft besiegen, Durch der hölle rach- entschlaf' auf dich, und dein du thin sucht soll Gottessohn erliegen. reich ererbe. am Kreuz. welt, sich hier 3. Welch' ein bemühn! Um's 6. Jefus leben ihn, Die unschuld selbst, 157, zu bringen! Daß auf seine freuzigung Alle juden bringen. dein, leben Am kreuzesstamme schweben! Dein heil sinkt in den tod! Der große 4. Ach seht sogar Die krie- herr der ehren Bäßt willig fich gesschar Den heil gen leib ent beschweren Mit banden, schläfleiden! Er soll, ist er gleich gen, hohn und spott! gerecht, Ihre streiche leiden. 2. Tritt her und schau mit 5. Kein schonen mehr! Sie fleiße; Sein leib ist ganz mit geisfeln sehr Den leib, daß er, schweiße Des blutes überfüllt. zerrissen. Aus unzähl'gen wun- Aus seinem edlen herzen Für den läßt Ströme blutes fließen! unnennbaren schmerzen, Ein dem andern an nach 6. Frech, ruchlos, blind seufzer Unmenschen sind, Die ihn so quillt! grausam höhnen; Daß sie den 3. Warum ward'st du gezergeisselten Noch mit dornen schlagen, Herr, und mit ſolfrönen. chen plagen In dieser welt 7. Noch beugen die Vor ihm belegt? Du warest ja kein die knie, Die feinen frevels sünder, Wie andre menschenscheuen, Beten ihn als könig finder, Was hat dir solche an, Drauf ihn zu verspeien. noth erregt? -1196 8. Und doch wird nicht Vor 4. Wir sind's, wir sollten dem gericht Der juden haß ge- büßen In ew'gen finsterniſsen stillet; Bis sein martervoller Das, was dein tod versöhnt! tod Ihre rach' erfüllet. Die geisseln und die banden, 9. Uch hilf, daß ich, Mein Und was du ausgestanden Das jesu dich, In's herz zeit lebens alles haben wir verdient! fasse, und mich auf dein theu 5. Auch ich und meine sünres blut Ganz und gar verlasse. den, Die sich so zahllos finden, 10. O große huld für fremde Als wie der sand am meer: schuld Läßt sich der Herr zer- Die haben dich geschlagen, Die schlagen! Jesu, meine misse- brachten diese plagen, Und dieſe that Wirkte deine plagen. marter auf dich her. 6. Du 94 Erste Abtheilung. 11Z 6. Du nimmst auf deinen schmähn; Wie schwer sie ihrer rücken Die lasten, die mich sünden Bestrafung werden findrücken, Bis zum ertödten den, Will ich aus deinem leischwer. Du wirst ein fluch, den sehn. dis sine ait dagegen Erwirbst du mir den 13. Dein beispiel soll mich segen; Wie herrlich und wie lehren, Des höchsten rath zu groß ist der! ehren, Auch wenn er trübsal 7. Du jeßzest dich zum bür- schickt. Ich will des lebens plagen, Ja lässest dich erwürgen gen Getrost und willig tragen, Für mich und meine schuld; Bis gottes hülfe mich erquickt. Für mich läßt du dich frönen 14. Nie will ich wieder schelMit dornen, die dich höhnen, ten; Nie spott mit spott verUnd leidest alles mit geduld! gelten; Nie, wenn ich leide, 8. Du gehst, nur meinet- dräun. Das unrecht will ich wegen, Der todesnacht entge- dulden, Dem nächsten seine gen mit wahrem heldenmuth schulden, Wie du von herzensDu stirbst, mir vom verder- grund verzeihn. ben, Errettung zu erwer- 15. Gerührt von deinen pla ben, Und alles thust du mir gen, Will ich mit ernst entsazu gut! dial mine gen Dem was dir nicht ge9. Wie bin ich dir verbun- fällt. Was deine augen hassen, den, Durch den ich heil gefun- Das will ich fliehn und lasden, Ich bin dein eigenthum. sen. Gefiel es auch der ganzen Dich dankbar zu erweisen, welt. ruhm. Soll feel und leib dich preisen, 16. Soll ich dann endlich Und dir gehorchen, sei mein sterben; So laß dein reich mich erben, Und so getrost, 10. Was könnt in diesem wie du, Den geist an mei leben Ich dir sonst wieder- nem ende In deines vaters geben? Das, jesu, will ich hände Befehlen zu der ew'gen thun: Es soll dein tod und ruh! leiden, Bis leib und seele schei- Ohaupt voll blut und wanden. den, Mir stets in meinem 158. Du, der voll blut herzen ruhn! In 16 und wunden, Für 11. Jch will's vor augen uns am freuze starb, Und unsetzen, Mich stets daran er sern lebensstunden Den größgößen, Ich sei auch wo ich ten troft erwarb; Du, der sei; Es soll mir sein ein spie- sein theures leben, Noch eh gel Der unschuld, und ein sich war, auch mir Zum heil siegel Von deiner großen und treu. lieb hast hingegeben, Mein jeju, dank sei dir! 12. Wie strenge gott ver2. Wie viel hast du erduldet, brechen 2n denen einst wird Erhabner menschensohn! Als rächen, die seine huld ver- du so unverschuldet Empfingst der XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 95 der sünder lohn; Da folgte Und auf des lebens pfade Mir schmerz auf schmerzen: Da traf muth, kraft, trost und heil. dich schmach auf schmach, Da 8. Mit innig frohem triebe lag auf deinem Herzen Angst, Bring' ich dir meinen dank! die das Herz dir brach! Die größe deiner liebe Bleibt 3. Entblößt von allem reize, stets mein lobgesang! Gib nur, Der menschen wohlgefällt, daß ich mich halte Zu dir Hingst du an deinem freuze, mit gegentreu, Daß, wenn ich Ein fluch vor aller welt; Dich einst erkalte, Ich noch der flohen deine freunde; Du warst deine ſei. der leute spott; Dich höhnten 9. Belebe dann mein hofdeine feinde: Wo ist denn nun fen; Zum himmel einzugehn. ſein gott? Laß mich im geist ihn offen, 4. Wer kann dir nach em- Und dich verherrlicht sehn. Da pfinden Den schmerz, die to- ruf ich dann mit freuden: Nimm desangst, Mit welcher du meinen geist herr auf! Und du von sünden Uns zu erretten, nimmst ihn im scheiden Zu deirangst. Die last gehäufter planer wonn' hinauf! . gen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu Ein Lämmlein geht. klagen: Gott, wie verläßt du 159. Erhebe vom geräusch mich. der welt, ſeele 5. Ach, diese last und mühe deine flügel Hin, wo die wuth Hab' ich dir auch gemacht! Oihr opfer hält; Zu jenem leimein erlöser siehe Vom thro- denshügel! Ihr himmel! welch' ne deiner macht In gnaden ein mensch ist das! Wie drückt auf mich armen, Der sich ver- ihn seiner feinde haß Mit schuldet hat, Und hilf mir höllisch wilden freuden! Er, aus erbarmen Von meiner der die todten auferweckt, Er miſsethat. muß, mit wunden überdeckt, 6. Ich will auf dich stets Den tod der mörder leiden! sehen Mit aller zuversicht. Wo- 2. Geduldig siehet er sein hin soll ich sonst gehen? wirf du mich nur nicht. Wo ßen; Fleht für die hasser, die soll ich ruhe finden, Wenn du voll wuth Es im triumph vermich, herr, nicht liebst? Wo gießen. Schau, jetzt umhüllt reinigung von sünden, Wenn in finstre nacht. Er ruft, er du sie mir nicht gibst? ruft: es ist vollbracht! Nun 7. Du hast mir durch dein senkt sein haupt sich nieder. leiden Vergebung, beßrungs- meine seele freue dich, Dir O fraft; Ja trübsal trost und gab, der hier am freuz erfreuden, Die ewig sind, ver- blich, Das recht zum himmel schafft. O gib an dieser gnade wieder. Ver- blut In vollen strömen flieAuch meinem glauben theil; 3. Er, er hat deine miſſethat, 96 Erste Abtheilung. that, Den fluch für dich ge- mein aug' erst um die meis tragen: seele, deine sünde nen In seiner letzten stunde Hat Den frommen so zerschla- weinen: So soll dies wort gen! Durch ihn nimmt dich mir trost verleihn! Der, als der vater an. Die wunder sei der tod schon um ihn schwebte, ner güte, kann Kein sterblich Die seinen noch zu schützen lied erheben! Doch hört er strebte, Wird auch der meinen unsre lieder gern, Anbetung, helfer sein! preiß und ruhm dem Herrn, Der uns sein heil gegeben. 7. Lepte Worte des 4. Frohlockt, bußfertige verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht in's gericht. Hört, was zu dem gebeugten schächer Der mund der liebe sterbend spricht; benden Grlösers. Wie wohl ist mir o freund. 160. Komm, lai uns je- Du wirst, so ruft er ihm sum sterben sehen entgegen: Noch heute deines Mein herz seh hin nach gol- glaubens wegen Mit mir gatha, Auf dessen fürchterlichen im paradiese sein! O Höhen Einst gottes größtes werk herr! laß an des todes pforte geschah. Erwäg' an diesem hei- Einst diese trostes volle worte ligen orte Des sterbenden er- Mich auch im letzten kampf lösers worte Und rufe gott im erfreun! glauben an. Sie können dir 5. Wer kann die hohen lelviel troft im leben Und einst den fassen, Als christus an noch troft im tode geben, Wenn dem kreuze rief: Mein gott hier sich nichts mehr trösten fann. wie hast du mich verlaser 2. Geduldig bei den größ- sen! O wie beugt ihn die last ten schmerzen, Nimmt er sich so tief, Die unsre sünden auf seiner feinde an: Er ruft mit ihn brachten! Bor angst und sanftmuthsvollem herzen; Sie pein müßt er verschmachten; wissen nicht was sie ge- Wär' gott nicht seine zuverthan. Der göttliche der größte sicht. Herr, der für mich zum beter, Fleht liebreich noch für tod gegangen, Für mich vermissethäter, Werkzeuge seiner lassen da gehangen, Mein herr pein und schmach. Mensch! und gott, verlaß mich nicht. wenn dich rach und zorn ver-, 6. Der fürst des himmels führen: Laß dich durch dieses und der erde, von allem labbeispiel rühren, Und bete dei sal jetzt entblößzt, Wünscht, daß nen heiland nach. sein durft gestillet werde, 3. Welch' beispiel kindlich mensch, der dich so theu'r erfrommer triebe, als unter lei= löst, Der heiland rufet dir den ohne zahl, Der herrnoch heute, Im armen den dem jünger seine liebe, an deiner seite, Nuch hunger, Die mutter sterbend durst und mangel drückt. O noch empfahr! Ach wird selig, wer den ruf erfüllet! Denn XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 97 Denn wer des armen mangel land bis zum tod am freuz, stillet, Der hat den heiland Auch unter schmach und plaſelbst erquickt. gen Blieb er sich gleich; sein 7. Nun enden sich die schwe- herz und sinn Blieb göttlich ren leiden, Der heiland spricht: groß, so zeichnet ihn Sein heies ist vollbracht! O wort liges betragen. des sieges! wort der freuden! 2. Erbarme, vater, ihrer Du nimmst dem tode seine dich, Vergib es; sie verkennen macht. Heil uns! wer darf mich; So bat der herr für es nun wohl wagen, Uns, die feinde. Ach, wenn er so für erlösten, zu verklagen? Der feinde spricht: Wie liebevoll friede ist mit gott gemacht! wallt ihm denn nicht Sein Gib, daß am ende meiner herz für seine freunde! tage Auch ich, o herr, mit 3. Dem schächer schenkt er freuden sage: Es ist vollbracht, seelenruh, Spricht: Wahrlich es ist vollbracht! heute noch bist du mit mir im 8. Das letzte wort aus dei- bessern leben! Du wirst auch nem munde, Herr jesu, soll mich, wenn du dereinst Als auch meines sein. Laß es in richter aller welt erscheinst, meiner todesstunde Mir muth Zur seligkeit erheben! und zuversicht verleihn! Du 4. Er sah die mutter; sah rufest: vater, ich befehle den freund. Liebt, sprach der In deine deine Hände meine treue menschenfreund: Liebt euch, jeele! Die allen menschen heil wir sehn uns wieder: So sag' erwarb. Nun war das große ich einst den meinen auch, werk vollendet, Wozu der va- Liebt euch, dann liebet gott ter ihn gesendet! Da neigt er euch auch! Liebt euch; wir sanft sein haupt und starb! sehnt uns wieder. 9. Herz! kannst du ohne 5. Da flehte er: mein gott, fromme zähren Den heiland mein gott! Verläsfest du mich gottes sterben sehn! Mußt du in der noth? Mein Heiland, ihn nicht mit freuden ehren mich verlassen Wird gott um Und willig seinen ruhm er deinetwillen nicht; Und wenn böhn? weine fromm bei mir noch so viel gebricht, Wird seinen plagen, Und fröhlich sich' gott mich nie verlassen. ihn nach drei tagen, Aus sei- 6. Weich dürftet! rief er matt nem grabe auferstehn! Und von schmerz. So lernt in jeder wenn ihn spötter hier entehrten, noth sein herz Mitleid mit Dort wirst du ihn, als den uns zu haben. Wenn feinen verklärten, Zur rechten seines trost mein herz mehr fühlt; vaters sehn! Wenn nun kein labsal mehr Kommt ber zu mir spricht. mich fühlt; Wird er, wird auch 161. Erniedrigt hatte sich mich laben. 7. Es ist vollbracht in tage m bereits Mein hei da 98 Erste Abtheilung. feit Hat er gesiegt und uns be-/ segnendes gebet Auch uns ein freit. Hilf, herr, auch mir ewig heil erfleht. Er sagt auch vollbringen! Zu dir um bei uns zu unsrer ruh', Erbarmen stand flehe ich: Du siehst mich und vergebung zu. Herr jesu kämpfen, stärke mich, Das christ, gelobt jeist du Für dei kleinod zu erringen. nen tod, Gott ist durch dich 8. Dir, vater, geb' ich mei- noch unser gott! nen geist In deine hand! o sei 3. Daß gott mit langmuth gepreist, Die hoffnung jenes und geduld, Auch selbst bei lebens Bewährest du noch ster- sehr gehäufter schuld Der sünbend mir: Erfüllt wird sie ge- der dennoch schonet; Daß er wiß von dir, Ich hoffe nicht so liebreich ihrer denkt, Und vergebens! ihnen frist zur buße schenkt, Eh' 9. Wie rührt dein hohes bei- nach verdienst er lohnet; Dağ spiel mich! Vergeben will ich, ich noch fröhlich sagen kann; sehn auf dich; Nach dir gen Auch mich, mich sünder, nimmt himmel schauen, Die meinen gott an! Hast du durch deiner lieben, und in noth, Und noch fürsprach kraft, Mein treuer dereinst in meinem tod, Wie heiland mir verschafft: O jesu du, dem vater trauen. christ, Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis in den tod! Vater vergib ihnen. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 162. Um gnade für die 4. Wird je mein herz von sünderwelt Rufft troste leer, Weil meiner fündu, o herr, am kreuz gequält den furchtbar heer Auf's neue Von frecher fünder rotten, Dir mich erschrecket: O dann verblutet das bedrängte herz Wenn sichre mich auf's neu: Du ste dich, bei deinem herben schmerz, hest mir als mittler bei, Der Die feinde ruchlos spotten. meine schuld bedecket. Mein Doch siehst du mit erhabnem geist blickt glaubensvoll auf dich blick Von ihnen weg, auf den Und freuet deiner hülfe sich. zurück, Den diese schaar in dir Beschließ ich meine pilgrimentehrt; Russt, daß es erd' schaft: so stärke mich mit und himmel hört: Vergib, o neuer kraft. Herr jesu christ, gott, und führe nicht Sie in's Der letzte kampf Wird mir gericht; Das, was sie thun, versüßt, Wenn du mein trost verstehn sie nicht! im tode bist! 2. Erstaunend seh' ich diese 5. Wohl mir! wenn ich dir huld. Wie mitleidsvoll ist die ähnlich bin; Drum flöße deigeduld, Die mörder so erträ- nen sanften sinn Doch auch in get! Jhr, die ihr euren hei- meine seele: Gib, daß bei un and ehrt, Fühlt seiner liebe verdientem schmerz Ich dir Dieen werth, Die selbst die des feindes heil und herz noch segnet. Er hat durch Und meine sach' empfehle. Be sänftige XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 99 sänftige mein reges blut; Und 3. Ohne zagen kann er sterflammt des zornes wilde gluth ben; Seine seele stirbt ja nie. Mein herz zur rachbegierde an: Jhr droht nicht nur fein verOso erinnere mich daran, Herr derben; Auch kein schlaf bejesu christ: Wie du am freuz täubet sie. Wo sie erst aus durch dein gebet, Selbst deinen langer nacht, Nach jahrhunmördern gnad' erfleht! derten erwacht; Nein sie soll 6. Mich tröste dein versöh- zum neuen leben, Scheidend nungstød, Es bilde mich dein noch empor sich heben. geist, o gott, Daß ich dir 4. Theures wort des ew'genähnlich werde. O zeug' mich, lebens, Tröste du mein bredu erhöhter held, Zu dir hin- chend herz; Und dann ängauf vom dienst der welt, Zum stet nur vergebens Meinen himmel von der erde! Du geist der trennung schmerz. Er bist das haupt, wir folgen sinkt nicht in finsterniß, dir, Zeug' dir uns nach: so Denn wahrhaftig und gewiß laufen wir: So wollen wir Ist das wort des treuen zeuuns deiner pein, Und deiner gen. Hier muß jeder zweifel fürsprach ewig freu'n. Herr schweigen. jesu christ, Wie selig ist, wie 5. Herr nun fühl' ich abzuselig ist Der mensch, dem du scheiden Eine heil'ge lust in ein heiland bist; mir: Dort sind unbefleckte freuden; Aber müh' und elend hier. Kein auch noch so früHeute wirst du mit mir im Barabiese sein. Freu' dich sehr o meine seele. hes grab Kürzet je mein le163. Heute, sprach mein ben ab. Es soll nur los von heiland, heute, beschwerden, Zeitiger veredelt An sein blutig freuz erhöht, werden. Als ein sünder ihm zur seite, 6. Selig, furchtlos, rein von Sterbend noch um gnade fleht; mängeln, Ja von nun an seHeute; so betheur' ich dir, lig ist, Brüderlich begrüßt von Heute noch sollst du mit mir, engeln, Der im herrn entIn mein ben, Theil an meinem haben! paradies paradies erha- schlafene christ. Was sein glaube reiche je gethan, Jedes gute werk folgt dann Seiner seele von 2. Theures wort aus jesu der erden Hin vor gott, sein munde, Fest versiegelt durch lohn zu werden! sein blut, In der finstern to- 7. Nun auch ich o herr, bedesstunde Gibst du freudigkeit fehle, Wenn ich kaum noch und muth! Wenn der christ lallen kann, Die durch dich nun scheiden soll: Bleibt er erlöste seele Deinen treuen fester hoffnung voll; Sieht die händen an. Und du heiland nacht in licht verwandelt, Weiß stärkest mich, Rufest mir auch gewiß wohin er wandelt. zu, daß ich, Noch am tage da 62 100 und Erste Abtheilung. da ich sterbe, Deine herrlich- dir um hülfe weinen, Beschämst teit ererbe. du teinen. 8. Ja noch an demselben 6. Ihm halfst du nicht, und tage Geh' ich in den himmel er rief dir so sehnlich! Er war ein, Los von aller furcht und ein wurm und menschen kaum plage, Herr, bei dir daheim noch ähnlich, So tief versenkt zu sein. Hier genieß ich dei in pein, des grimmes beute, nes lichts, Bis der tag des Ein spott der leute! weltgerichts Auch die nacht des grabes endet Und die feligkeit vollendet. 7. Kopfschüttelnd schmähten ihn die feinde, keiner Von allen, die ihn sahen, schonte seiner. Er klag es, schrien sie, Mein Gott, mein Gott, gott; der mag ihn retten, Will warum hast du mich vers lassen? ihn retten! 8. Er, vor der welt zum sohne dir erkoren, Ward durch Herzliebster jefu, was. 164. Am frenze rief der ein wunder deiner macht gebosohn, versenkt in ren, Unschuldiger als die verLeiden, Entfräftet und berau- flärten frommen, Gerecht, vollbet aller freuden: Mein gott, kommen. mein gott! wie? hast du mich verlassen? Kannst du hassen? 9. Zahllose Martern litt er, mich ein gerechter, Wie feiner war, der fünder hohngelächter, Und 2. Ach welche bittre, schau du entzogst, bei ihrem grimm dervolle flagen Des sohnes und hohne, Dich deinem sohne! gottes! unter welchen plagen! 10. Wie war sein heiliges Ach warum konnt ihn gott, gebein zerrüttet! Wie hing er sein gott verlassen? Konnt er da, wie wasser ausgeschüttet! ihn hassen? Bis auf den tod verwundet 3. Herr, du bist heilig, zürnst und entkräftet, Ans frenz genur mit den sündern, Und er, heftet. dein sohn, dem unter deinen 11. Und händ und füße wurkindern ein engel gleicht, den ihm durchgraben, Und werdein sohn von dir geschlagen, muth, wermuth wars, was sie Maß fast verzagen. ihm qaben! So lachte seines 4. Die je befümmert, hülflos durst's mit bittrem spotte. Der in gefahren, Verlassen noch am mörder rotte. untergange waren, Die hast du, 12. Dies litt dein sohn, und wenn sie sich auf dich verließen, solche gräuel übten Die fünder Herausgerissen. wider ihn den hochgeliebten! 5. Sie riesen, der du gern Er litt, mit wunden uns, mit seibedrängte trösteſt, Zu dir um nen thränen Dir zu versöhnen. schutz und rettung, du erlös 13. O du, des eingebornen test. Und noch, wenn wir zu gott, der armen Elenden sünder XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 101 der gott, uns im erbarmen an dem kreuze hangen, Die Auch furchtbar! heiliger, er- wider uns verlorne war. Er, barm dich unser! Erbarm dich den mir gott zum heiland macht, unier! Nief auch für mich: es ist voll= bracht. 14. Herr, er bezahlte dir, was wir bezahlen, Wir dulden soll 5. O herr, laß mich nun ten, namenloſe qualen. Erward auch vollbringen, Was wahre gegeisfelt, gott erbarm dich un- dankbarkeit begehrt; Laß nach ser! Erbarm dich unser! der heiligung mich ringen; Wo15. Er ward, ach vater könn- zu dein tod mir kraft gewährt. test du uns hassen? Er ward O stärke mich dazu mit macht, von dir, für uns von dir ver- Bis meine befrung ganz volllassen, Er starb den tod des bracht. fluchs; erbarm dich unser! 6. Du littst so viel zu meiErbarm dich unser! leben; Drum laß mich nem stets G3 ist vollbracht. Wer nur den lieben gott läßt. voll eifer sein, Mich deinem dienste zu ergeben, Und 165. Es ist vollbracht! so keine schmach dabei zu schenn. ruft am treuze Des Dein dienst, o jesu, sei mein sterbenden erlösers mund! Oruhm, Dein bin ich ganz dein wort voll trost und leben reize eigenthum. Zur freude meines herzens 7. Soll ich, bei dir ergebgrund! Das große opfer ist nem herzen, Auch hier durch geschehn, Das gott auch mir manche trübsal gehn; Und hat zum heil ersehn. mein gott auch für mich schmer2. Mein jesus stirbt: die zen Zu meiner prüfung auserfelsen beben, Der sonne schein sehn; So laß auch mich den verlieret sich. In todte dringt trost erfreun: Es kommt das ein neues leben. Der heil'gen ende meiner pein! gräber öffnen sich. Der vor 8. Erschüttern mich des tohang reist, die erde fracht, des schrecken: So stärke mich Und die versöhnung ist voll in solcher noth. Laß mich den bracht! trost noch sterbend schmecken: 3. Wie viel, o herr, hast du Daß du besieget hast den tod: vollendet, Als dir das herz So sterbe ich durch deine macht im tode brach! Du hast das Mit dem triumph: es ist vollurtheil abgewendet, Das auf bracht! der welt voll sünder lag. Für 8. Der Tod Jesu und die uns hast du genug gethan; dabei erfolgten Wunder. Gott nimmt uns nun noch gnädig an! Ich hab mein sach gott heim. 166. Nun ist es alles wohl4. Fließt, freudenthränen, von gemacht, Mein den wangen! Mein glaube sieht jesus ruft: es ist vollbracht! mun offenbar Die handschrift Der neigt sein haupt, mensch D 102 Erste Abtheilung. mensch, und stirbt. Der dir 9. Ertödte selbst in meiner erwirbt Das erbe; welches nie brust, Mein heiland, jede böse verdirbt. lust Dein tod, der mir das 2. Der, dem an hoheit kei- leben schafft, Verleih mir kraft ner gleicht, Der Herr der herr- Im tampf mit meiner leidenlichkeit erbleicht. Was wun- schaft. der, daß die erde fracht, Und 10. Gestärkt von dir, besieg dicke nacht Verhüllt der sonnen ich sie, Und scheue dabei keine glanz und pracht. müh. Ich setze freudig auf 3. Das heiligthum steht auf dein wort Den kampf- hier gedeckt; Die felsen bersten, alles fort, Und volle ruh erwart ich schreckt; Der todten gräber öff- dort. nen sich; Wie sichtbarlich Zeigt 11. Wie dant ich dir, herr hier der gottheit finger sich! jesu christ, Daß du für mich 4. Weil denn die kreatur gestorben bist; Dich preiß ich sich regt: So werd' auch du hier schon hocherfreut Doch nach mein herz, bewegt. Empfinde der zeit Noch froher in der reuvoll deine schuld. Aus got- ewigkeit. tes huld Starb jesus auch für deine schuld. 201 O Traurigkeit o herzeleid. 167. 2m freuz erblaßt, 5. Sein tod( o nimm es Der marter laſt wohl in acht!) Hat trost und Der todesqualen müde, Finheil auch dir gebracht. Ver- det mein erlöser erst In dem ehre den, der bis zum grab grabe friede. Sich für dich gab, Und stirbt 2. Ein heil'ger schmerz Durchdem fündenleben ab. dringt mein herz. Und, herr, 6. Ja vater, unter pein und was kann ich sagen? Nur an hohn Erbleicht am freuz dein meine brust kann ich Tiefgeeigner sohn; Nun ist kein zwei- rühret schlagen. fel, deine huld Tilgt meine 3. Du schützest mich; Und schuld, Und trägt forthin mit über dich Geh'n aller trübsal mir geduld! wetter. Sterben wolltest du 7. Hin auf sein freuz will für mich Einziger erretter! ich stets sehn, Und dankvoll 4. Du hasts gethan, Dich seine treu erhöhn. Trost soll bet' ich an, Du könig der er er mir im sterben sein, Mich lösten, Dein will ich im tode dann erfreun: So schlaf ich mich Glaubensvoll getrösten! sanft und selig ein. 5. Es ist vollbracht! Niefst 8. Und dient ich nun der du mit macht, Du zeigst, daß sünde noch? Fern sei von mir du dein Leben, Mein Versöhihr schnödes joch! Auf, seele! ner, göttlich frei Habest hindaß du dich erhebst, Nur jesu gegeben. lebit, Ihm zu gefallen dich 6. Hochheil'ge that; Des bestrebst. höchsten rath Will ich in de muth 103 XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. muth ehren. Der erwerber dulden; Selbst am freuze willst meines Heils Wird mirs einst du dich, Herr, jezt opfern, herr erklären. für mich! 7. Allmächtig rief, Er, der 4. Solche liebe kann ich dir entschlief, Den todten; sie er- Nimmer, o mein heil vergelstanden! Licht entschwingt der ten; Viel zu wenig ist dafür lebensfürst Sich des todes Aller reichthum aller welten. banden! Was ich habe, herr, ist dein! 8. Das sinstre thal Will Ach wie soll ich dankbar sein? ich einmal Durchwandeln ohne 5. Nun ich weiß, was du grauen: Denn durch dich, er- begehrst: Dieß mein herz soll löser, ist's Mir der pfad zum ich dir geben. Dir gehört es, schauen! du gewährst Ihm auch unEr- schuld, heil und leben. Dein, wie o jesu, sei's in noth, Dein im es, leben, dein im tod. dir 6. Laß mich nur vor dir bestehn; Laß mich in der trüb10. Vergeß ich dein: So sal stunden Deiner liebe größe werde mein In ewigkeit versehn, Deine huld in deinen geffen! Herr, ich will, so lang wunden; Und wenn ich zu ich bin, Deine lieb ermessen. ihnen flieh, Ach so tröste mich 9. Anwendung der Leiden. durch sie! und des Todes Jesu. 1. Bur Bußgesinnung. Jesus meine zuversicht. 7. Was du hassest, laß mich herr, Stets verabscheun und verachten; Laß mich immer eifriger Nur nach deinem reiche gatha, Denk an trachten; Führe mich durch christi tod am freuze, Und er- glück und leid, Wie du willſt, wäge, was dich da, Wohl zur zur seligkeit. 168. Seele, dent an gol buß und beßrung reize. Kannst 8. Laß mich auch die letzte du hier noch fühllos sein? noth, Froh und standhaft überLerne hier die sünde scheun. winden. Nirgends müsse mich 2. Schaue jesum, dir zu der tod, Als im glauben an gut, hier am kreuze hülflos dich finden. Wer zur zuflucht hangen. O wie strömet hier dich sich macht Spricht getrost: sein blut! Alle kraft ist ihm es ist vollbracht. 9. Ich preise dich. forsche mich, Und siehe, ich meine. Ja du siehst wenn ich still Meinen dank weine. entgangen. Gott, was duldet Wenn meine sünd' mich fränken. er für noth! Jesus duldet mei- 169. Hin in an dein kreuz nen tod! zu treten, In 3. O lamm gottes, ohne deinem leiden dich, Voll glauschuld, Alle strafen meiner schul- ben, anzubeten, Versöhner, den Willst du willig, blos aus stärke mich! Laß mich mit zithuld, Um mich zu befrein, er- tern und vertraun, Wie du dich für 104 Erste Abtheilung. für die fünder Hin in den tod die euch fluchen, Vergebt und gabst, schaun. segnet sie. 2. Wie ist des besten seele 8. Noch währen seine quaBis an den tod betrübt; So len; Noch trinkt er ohne rast brünstig, meine seele, Hat je- Des zornes volle schalen, Trägt sus dich geliebt. In heißen unsrer sünden last, Und fühlt ängsten schwebt er da, Mit für uns des todtes noth! Und unsrer schuld beladen, Dem nun ergreift den müden Der opfertode nah. fürchterlichste tod! 3. Fallt nieder, bebt ihr sün- 9. Vor seines todes schrecken der, Verhüllt das angesicht, Verlischt der sonne licht; Die Jetzt ist für adams finder Der engel gottes decken Ihr bebend mittler im gericht; Er leidet angesicht! Nun sinkt er in des unsre todespein, Fühlt unnenn- todes nacht! Erbarm, o gott, bare qualen, Uns menschen zu dich unfer! Er stirbt es ist befrein. otne nyo ad vollbracht! 4. So liebt er uns verbre- Gin Lämmlein geht und. cher, So groß ist unsre schuld 170. Was ist der mensch, Gott ist der sünden rächer; des du gedenkst? Und gott ist gnad und huld. Was bin ich? gott erbarmer! Wer nun der sünden gräul Du, der du tausend welten nicht haßt, Häuft auf den tag lentst, Was bin ich, herr, ich des zornes Sich selbst des zor- armer? Ich lag im blut und nes last. meine noth War fluch und der 5. Hörts, die ihr eure hergedrohte tod, Wo soll ich rettung finden? Der Herr erbarmet meizen Noch ihrem dienst ergebt; Der preis so vieler schmerzen väterlich: Ich tilge deine fünden. ner sich, Jehovah sprach ganz Ist, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner gnade theil, Der sohn soll für uns sterben, 2. göttliche barmherzigkeit, Erkennet seine liebe, Verwerft Der mittler wohlzuthun bereit, nicht euer heil. Entzieht uns dem verderben. 6. Vernehm'ts auch ihr, o Er fleidet sich in fleisch und spötter, Die ihr den mittler blut, Und was kein freund, kein schmäht, Er ist auch euer ret bruder thut, Wer kann was ter, Hört für euch sein gebet. größers denken? Er stellt sich Sie wissens nicht, was sie be- aller marter blos, Er leidet, gehn; Vergib, o pater ihnen er stirbt göttlich groß, Und Wenn einst sie zu dir flehn. Läßt ins grab sich senten! 7. Jhr, eurer brüder feinde, 3. Ganz fasst dich selbst kein O schlagt an eure brust, Seid engel nicht, Gedanke zum er aller menschen freunde! Ver- schüttern! Zwar bist du meine dammt der rache lust. Vergeltet zuversicht, Doch denk' ich dich euren hassern nie, Den feinden, mit zittern. Wenn ich im geist geth 105 XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. gethsemane, Wenn golgatha im allen schmerz, für alle angit geist ich seh, Was ists, das ich Darin du für mich sunder empfinde? Ich weine, herr, rangst, Sei ehre deinem nadoch nicht um dich, Ich wein' men! Gedenk, herr, meiner in und klage über mich, Und über der noth, Gedenk auch meiner meine sünde. einst im tod, Und im gerichte, 2. 3ur Stärkung im Glauben. 4. Was du bezahlt ist meine amen. schuld; Der herr stirbt für die knechte; Er büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte, Mein ist die laſt, die jesus 171. Mein erlöser, got trägt, Der zorn des höchsten, s tessohn, Der du Christus der uns selig macht. der ihn schlägt, Der sollte mich für mich littest, Und auch auf verderben? Es war nur meine der himmel thron Jetzt noch missethat, Die heiland, dich für mich bittest: Welche wohlgemartert hart; Des todes sollt that ist für mich Dein versöhich sterben! nend leiden! O wie preis ich freuden! 5. sünde, sünde gute nacht! würdig dich, Ursprung meiner Zu lang, ach viel zu lange, 2. Unermeßne herrlichkeit War Hast du das Herz um trost ge- dir, herr, gegeben; Und du bracht; Nun will ich, falsche konntest jederzeit Voller freuden schlange! Dich haffen, deine leben. Aber, o der große huld! lockung fliehn Und mich der Daß ich selig würde, Ueber= liebsten lust entziehn. Bei christi nahmst du mit geduld Schwetod am freuze Entsag ich, was rer leiden bürde. dem fleisch gefällt, Der bösen 3. Nun fann meine mifsethat luft, der argen welt, Und ih- Noch vergebung finden. Denn rem falschen reize. du starbst, nach gottes rath, 6. Herr, laß mich aus barm- Auch für meine sünden! Meine herzigkeit Wie freundlich du schulden trugest du, Ließt für bist, schmecken. Wenn sünden mich die strafen, Meiner scele der vergangnen zeit Mit ew' trost und ruh Gnädig zu vergen strafen schrecken. Es stärke schaffen! mich in seelennoth, Herr jesu, 4. Was mir lust zur bes dein versöhnungstod, Die kraft rung schafft, Was zur tugend von deinen wunden. Es tröste leitet, Dazu hast du neue kraft mich dein banges flehn, Da Durch dein kreuz bereitet. Nicht du noch rettung ausgesehn In vergebens darf ich nun Mich deinen marterstunden. um kraft bewerben, Gottes wil 7. Dant, mein erlöser, dank len treu zu thun, Sünden absei dir Für jede deiner plagen, zusterben. Für alle leiden die du hier An 5. Nun kann ich dem tos seel und leib getragen; Für desthal Froh entgegen sehen; und 106 Erste Abtheilung. Und zu jener welt einmal Ohne in gnaden an, Den ich dir jetzt schrecken gehen. Du, herr, singe; Des, was du an mir hast aus aller noth, Rettung gethan, Bin ich zu geringe. mir errungen, und durch dei- 2. Ich erwäg' es hin und nen kreuzestod Meinen tod her, Was dich angetrieben, bezwungen. Eine sünderwelt so sehr, Wie 6. Herr, was ich bin, daß du thast, zu lieben; Uns verdu mein So dich angenommen? Lorne zu befrein, Hast du angst Daß die furcht von deiner pein und banden, Geisseln, schmach Auch auf mich soll kommen! und todespein Willig ausgeGib mir weisheit, gib mir standen. kraft( Du hast sie in händen) 3. War es unsre würdigWas du mir zum heil ver- feit? Nein, des vaters güte, schafft, Treulich anzuwenden. Deines herzens freundlichkeit, 7. Laß das wort von dei- Und dein treu gemüthe: Dies nem kreuz mich mit muth be- hat dich an's kreuz gebracht, leben, Ernstlich jedem sünden- Daß kein mensch verzagte, reiz hier zu widerstreben. Treib Wenn den macht mich machtig dadurch an, Got- und teszorn zu scheuen; Was ich nagte! unrecht je gethan, Innig zu 4. Odu wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O bereuen. sünden meng gewissen Das Das 8. Drüct mich meine sün- du wunderbare that, Die man dennoth, Straft mich mein ge- nirgend findet Sünden, deren wissen: O so laß aus dei- gott zum hohn, Menschen nem tod Mich den trost ge- sich erfrechen, Die läßt got nießen, Daß du auch für meine tes eigner sohn An sich strenge schuld. Büßend bist gestorben, rächen. Und mir alle gnad und huld 5. Meine große sündenschuld Haft bei gott erworben. Traf den treuen bürgen; Er 9. Stärke mich durch deinen ließ sich aus großer Huld Mir tod Auf die letzten stunden. zu gut erwürgen. So hat er Wie du deine todeznoth Sieg- uns heil gebracht; Sollt uns reich überwunden; Oso hilf nicht geziemen, Seiner liebe bazu auch mir. Laß mich fröh- starke macht Ewiglich zu rühlich scheiden; Herr, so dant men? ich ewig dir Für dein bittres leiden. In voriger Melodie. 6. Herr dein friede sei mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir 172. Jesu, meiner seelen Trost und freude fließen Trost licht, Ursprung ergießt in jedes herz Sich aus meiner freuden, Wie viel trost deinem herzen. Auch den bångund zuversicht Fließzt aus dei- sten, herbsten schmerz Heilen nem leiden! Nimm den dank deinen schmerzen. 7. Laß, XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 107 7. Laß so bald mein herz jesu, sagen Deiner theu'r ererschrickt, Ueber seine sünden, lößten dir Billig neuen dank Wenn auf dich mein glaube dafür. blickt, Mich, herr, gnade fin- 3. Du betrast für uns zu den. Sieh, ich fall zerknirscht sterben, Willig deine leidensvon reu' mit wahrhafter buße, bahn; Stiegst, uns leben zu Und dem vorsatz beßrer treu, erwerben, Gern den todesberg Jeju dir zu fußze. nidhinan; Trugst, vergessend eig8. Nu ich weiß, worauf ner schmerzen, Deine menschen ich bau, Und bei wem ich blei nur im herzen. Diese liebe be, Wessen fürsprach ich ver preisen wir. Unvergeßlich sei trau Und an wen ich glaube. sie mir! Jesu, du, du bists allein Wel- 4. Meinetwegen trugst du cher mich beschirmet, Wenn bande, Littest du der lästrer gleich des gewissens pein Auf spott; Achtetest auch nicht der die seele stürmet. schande, Mein versöhner und eigen- mein gott. Mich hast du der erben. schmach entrissen, Die mich ruhm hätte treffen müssen. Wie verDaß pflichtet bin ich dir Nicht auf auch ich einst rühmen mag: ewig, herr, dafür! 9. Hier bin ich dein thum, Soll dort mit dir Drum will ich zu deinem Leben und auch sterben; Aus dem grab erstanden Mei- 5. Frevler frönten dich zum nes jesu großer tag, Heil mir, hohne, Deine stirne blutete ist vorhanden. Unter einer dornenkrone, König, aller könige! Mir zu gut hast du's erlitten; Mir die chrenkron erstritten. Preis, anbetung, dank sei dir, Liebenswürdigster, dafür! Jefu meines lebens leben. 173. Du, der menschen heil und leben 6. Du, der tausendfache Des sich meine seele freut, schmerzen Mir zu liebe gern Der für mich sich hingegeben ertrugst, Deinem großmuthsStifter meiner seligkeit; Du, vollen herzen War mein heil der lieber wollte sterben, belohnung g'nug. Trost in meiAls mich lassen im verder nen letzten stunden Floß für ben: Ach, wie dant, wie dant mich aus deinen wunden. Herr, ich dir, Mein erlöser g'nug ich dant, ich danke dir Einst im tode noch dafür! dafür! 3. 3ur Gegenliebe und 201 Dankbarkeit. 2. Menschenfreund, von gott 7. Nuh' im leben, troft am gesendet, Bu erfüllen seinen grabe; Unaussprechlicher gerath, Längst hast du dein werk winn, Den ich dir zu danken vollendet, Weg zu thun die habe! Dir, des ich nun ewig missethat! Doch in den ge- bin, Jesu, dir mein herz zu gedächtnißtagen Deiner leiden, ben, Deiner tugend, nachzustreben, 108 Erste Abtheilung. sterben, Dir zu traun, zu ster- geduld. Herben tod hast du ben dir, Dies, dies sei mein geschmecket, Um zu büßen meis dank dafür. ne schuld. Daß ich würde los W 174. Jefu meines lebens gezählet: Wardst du bis zum leben, Jesu meines tod gequälet: Tausend: todes tod! Jesu für mich hin- 7. Deine tiefe demuth büßte gegeben In die tiefste seelen- Meines finns vermessenheit; noth! Ach du scheutest kein Und dein Herber tod versüßte verderben, Nur, daß ich nicht Mir des todes bitterfeit. Was durfte sterben: Tausend, tau- dich quält, wird mir armen sendmal sei dir, Liebster jesu, Heil und trost, durch bein erdank dafür! i barmen, Tausend zc. 2. Du, ach du, hast ausge- 8. Nun ich danke dir von standen Lästerreden, spott und herzen, Jesu, für geſammte hohn, Speichel, schläge, strick noth, Für die marter, für die und banden, Du gerechter got- schmerzen, Für den herben bittessohn, Nur mich von den tern tod, Für dein zittern, für sündenketten und vom tode zu dein zagen, Für die tausend erretten: Tausend, tausendmal fache plagen, Ja für alle deine sei dir, Liebster 2c. id pein Will ich ewig dankbar jein. 3. Ach, zu heilen meine plagen, und für meine O seelenruh haupt voll blut und. Ließzeſt du dir wunden schlagen: 175. Jch danke dir von Wer war so geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod gen; Tausend zc. herzen, jesu liebster freund für deine to bele- desschmerzen, Wie gut haſt du's gemeint! Ach gib, daß ich mich halte Zu dir mit 201 4. Ach wie hart wardst verhöhnet, Und sogar zur bit- wahrer tren, Daß wenn ich tern schmach Mit der dornennun erkalte, In dir mein ende jei. kron gekrönet! Was littst du 2. Wenn ich denn einst soll für ungemach? Mir einst kro- ischeiden, So scheide nicht von nen aufzuseßen Mußten dornen mir; Wenn ich den tod soll dich verletzen Tausend zc. leiden, So tritt du dann here 5. Gerne ließzest du dich schla- für; Wenn mir am allerbänge gen Abzuwenden meine pein; sten wird um das herze sein, Ließzest fälschlich dich verklagen So reiß mich aus den ängsten Daß ich fonnte sicher sein Daß Kraft deiner angst und pein. ich möchte trostreich prangen 3. Erscheine mir zum schilde Hast du ohne trost gehangen in meiner todesnoth, Und laß Tausend 2c. mich sehn im bilde, Wie du 6. Du warst ganz vom fluch besiegt den tod. Da will bedecket, Und littst alles mit ich nach dir blicken, Da will ich bu XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 109 ich glaubensvoll Das herz an herr, auf meiner bahn Stets dir erquicken. Wer so stirbt, glaubensvoll dein muster an, der stirbt wohl. Um mich darnach zu richten. Nun sei der pfad auch noch so Allein gott in der höh' sei. 176. Ich danke dir für steil? Ich geh' ihn froh mit Jah deinen tod, mein die gehäusten plagen, Die du, 3. Nichts ist, was mich gemein heiland, mich aus noth fässelt hält. Du hast den himZu retten, hast ertragen. Laß mel, herr der welt, Für mich das verdienst von deiner pein hintan gesetzet. Was mein herz Ein trost für meine seele sein, liebt, das opfert's doch Dir Wenn mich die sünden kränken. gern auf, weil es nichts so 2. Ich danke dir für deine hoch, Als deine liebe, schäßzet. huld, Die du auch mir erzei- wie so viel hab' ich in ihr! get, Da du zur tilgung meiner Du dankst mir nichts, ich alschuld, Dein haupt am freuz les dir. geneiget. Owende dich zu mir, 4. Dem nächsten dürft ich mein gott, Mit trost in mei- mich entziehn? Gemächlich jede ner letzten noth, Daß mich der bürde fliehn? Und du trugst, tod nicht schrecke. was für bürden? Ach bürden! 3. Erhalt' in deinem dienst die trugst du sie nicht, Uns mich treu, Bis leib und seele einst von gottes angesicht Zur scheiden; Daß nicht an mir hölle stürzen würden! In vergeblich sei Dein theuerwer- schweiß und müh', von trågthes leiden. Und wenn mein heit fern Dien' ich nun auch lauf vollendet ist: So nimm dem nächsten gern! mich dahin, wo du bist, Auf 5. Ich scheute jede bangigdaß ich bei dir lebe! keit, Da doch, du herr der 4. 3ur Selbstverlengnung. herrlichkeit, Selbst blut geDewigkeit du donnerwort. schwitzt im garten: Hier in der 177. Der du der strafen welt hab' ich oft angst: Allein schwere last An da du selbst zitternd rangst; meiner statt getragen hast, Für Was darf ich sonst erwarten? mich den tod gelitten, Wie Herr, laß auf deinen kampf soll ich dir g'nug dankbar sein, mich sehn: So werd' ich nie Daß du durch leiden, tod und in noth vergehn. pein Das Leben mir erstritten? 6. Du könig trugst die dorHerr, dessen eigenthum ich bin, nenkron; Und mich erschreckt Nimm ganz zu deinem dienst ein eitler hohn, Wenn rohe mich hin! ſpötter spotten? Nein, ſollt' 2. Trost hab' ich ja allein auch alle welt zugleich Sich durch dich: So stärket auch wieder dich, herr, und dein bein leiden mich zu meinen reich Voll stolz zusammen rotschwersten pflichten. Ich schaue, ten! Der feige flieh' des frevlers 110 Erste Abtheilung. lers spott; Mich ehrt er, er tragen. Ach mein fleisch ent ist ruhm bei gott. setzet sich vor des kreuzes schwe7. Nach ehre dürft ich lü- ren plagen. Und doch soll ich stern sein? Und du, du läs- bei der pein Deinem fürbild sest dich verspein, Da ich nach ähnlich sein. ruhme geize? Nach hoheit strebt 2. Wer dir nachzufolgen strebt ich ohne ruh'; Und, gott, Muß sich deiner schmach nicht mensch, dich erniedrigst du schämen; Und wenn sich das Gar bis zum tod am kreuze! fleisch erhebt, Sich zum steten Wo du, der du den tod be- tampf bequemen: Wer sein kreuz zwingst, Verachtet zwischen nicht auf sich nimmt, Ist zum mördern hingst! himmel nicht beſtimmt. 8. In krankheit fühl' ich lin- 3. O wie fanft wird mir derung, So bald die pein der die last, Wenn ich's zuverfreuzigung Mein banger geist sichtlich wage; Und, wie du betrachtet. Und trostlos machet gelitten hast, Ruhig alle noth mich kein schmerz, Wenn auch ertrage; Dann wird was mir schon mein zerschmolznes herz schrecklich deucht, Mir noch Umsonst nach labung schmach- angenehm und leicht! tet Denn dir, deß herz ver- 4. Ach, weit mehr, unendschinachtet war, Neicht man lich mehr, Als ich je von kreuz zur labung essig dar! empfinde, Litt'st du, allerhei9. Wer hier die weltlust nur ligster, Für die welt, für begehrt, Der ist, o jesu, dein meine sünde: Unzählbar war nicht werth; Noch fleischlich, deine noth, Unaussprechlich noch verblendet. Zu leiden schwer dein tod! olla tue mache mich bereit, Du ur- 5. Durch dein kreuz er sprung meiner seligkeit Bist auch warbst du mir Kraft und muth durch sie vollendet. Dir, der in meinen leiden. Nun kann, mir diese bahn erst brach, Trag' jesu, mich von dir Keine ich mein kreuz nun willig nach. pein, kein tod nicht scheiden. 10. O jesu, gib mir deinen Werd' ich muthlos, dann flärkt sinn! Daß nun, wie du, auch sich Mein erschrocknes herz ich forthin, Das, was die welt durch dich. liebt, meide. Herr, bilde mich 6. Endlich nimmst du alle nach dir, daß ich Dir ähnlich noth Gnadenvoll von meinem werd', und williglich Mit dir rücken: Endlich wird ein sanshienieden leide! Šo herrsch' ich ter tod en zerschlagnen geist dort dereinst mit dir; Hier aber erquicken; Und in der verwe lebest du in mir. jung haus( Ruh' ich von der 5. 3 ur Geduld im Leiden. arbeit aus. Jesu meine zuversicht. 7. Dort wohin du nach dem 178. Seju, jesu stärke mich streit Triumphirend dich geWillig alle last zu schwungen, Gibst du mir die herr XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 111 herrlichkeit, Die du durch dein 6. Du wirst mir deine gnafreuz errungen; Und von aus- de nicht versagen! Du hast ja, gestandner pein Ernd' ich dann herr, auch meine schuld getranoch segen ein. gen; Für mich gefleht, den 8. Nun ich fliehe nicht dein glauben mir zu stärken Zu kreuz; Gern nehm' ich's aus guten werken. deinen händen. Mich soll nie 7. Ich will hinfort dich der luste reiz, Nie die trübsal vor der welt bekennen, Und von dir wenden. Gern trag' ohne furcht mich, herr, den ich, wiewohl noch schwach, deinen nennen. Nichts, nichts Dir dein freuz, o jesu nach. soll mich von deiner liebe 6. Zur Treue und Bestän- scheiden, Nicht lust, nicht leidigkeit im Christenthum. den. Call jije moralp Herzliebster jesu was. 8. Laß deinen guten geiſt 179. herr, mein gott, mich stets regieren, Mit weisder du für mich heit mich, mit edlem muthe gestorben, Und mir am freuz zieren; Daß wenn ich strauchle mein ewig heil erworben, Wie ich nicht gar verderbe, Noch wenig schlägt mein herz, voll ewig sterbe! böjer triebe, Zu dir von liebe! 9. Wenn ich so stets der 2. Wie unbeständig, zaghaft tugend pfad betrete; Im glauund vermessen, kann es so ben kämpf', im glauben wach' bald, was es dir schwur, ver- und bete: So ist mein heil gessen! Kaum droht die welt, schon so gewiß erstrebet, Als kaum locken falsche brüder; jesus lebet! So fall ich nieder. 10. Seh' ich dein freuz den 3. Ist dies das herz, daß ich klugen dieser erden Ein ärgerdir ganz ergeben, Dir treu zu niß und eine thorheit werden: sein, zu sterben, dir zu leben? So sei's doch mir, troß allen Ist dies die pflicht, mein blut frechen spottes, Die weisheit für dich zu wagen, Nie zu gottes! verzagen? 11. Gott, eile nicht, sie 4. Ach sieh', erbarmer! mich rächend zu zerschmettern. Erzu deinen füßen In wehmuths- barme dich, wenn einer von vollen schmerzen ganz zerfließen! den spöttern Sich spät bekehrt Wie könntest du ein reuend und dich, den er geschmähet, herz verschmähen! Ach hör' Um gnade flehet. mein flehen. 12. Du wirst als richter, einst 5. Schenk' einen blick voll vom himmel kommen; Dann mitleid und erbarmen Mir, der zähle mich, o herr, zu deinen ich dich so oft verließ, mir ar- frommen, Dann sei das glück, Der dich reumüthig, daß ich dir angehöre, Mir wieder suchet, Der preis und ehre! men, glaubig fünde fluchet. 13. Dann trocknest du ge wiß 112 Erste Abtheilung. wiß all meine thränen, Erfül- sinn, Wie viel es dich gekolest jede wünsche, jedes sehnen; stet, Daß ich erlöset bin! Und krönest mich, nach dunk 6. Mein kreuz und meine ler tage leiden Mit ew'gen plagen, plagen, Und wär's auch freuden! schmach und spott Hilf mir ge duldig tragen. Laß nur, mein ew'gen 7. 3um Trost und zur herr und gott, Mich fliehen Beruhigung. ojede lust der welt, Und dem 180. Wenn mich die sün- erempel folgen Das du mir den fränken, So vorgestellt. laß, herr jesu christ, Mich 7. Laß mich an andern üben, glaubensvoll bedenken: Wie du Was du an mir gethan; Und gestorben bist, Und rettung von meinen nächsten lieben; Gern der schuldenlast, den reuerfüll- dienen jedermann, Ohn' eigenten sündern, Am kreuz erwor- nutz und heuchelei, Und wie ben hast. du mir's erwiesen, Aus wah32. wundervolle liebe! rer lieb und treu. Bedent's, o seele, recht! Es 8. In meinen letzten stunden starb aus freiem triebe Der Erquicke mich dein tod, Daß Herr für seine fnecht'. Selbst ich, mit dir verbunden, Besieg' seinen eignen sohn gab gott auch diese noth. Du bist es, Für mich verlornen verlornen men- herr, auf den ich trau! Stärk schen In marter, schmach und meine seel' im tode, Daß ich tod! dich ewig schau. 3. Was kann mir denn 181. Jeſu, deine tiefe wunnun schaden Der fluch, der den, sündern droht? Gott sicht auf bis in den tod, Die du auch mich in gnaden. Durch jesu für mich empfunden, Laß mir mittlerstod Bin ich von die geben trost in noth! Fällt mir sem fluch befreit, Und darf etwas arges ein, so gib nicht ängstlich fürchten Gericht von deiner pein Neuen eindruck und ewigkeit. Ho in mein herze, Daß ich nicht 4. Drum sag' ich dir von mit sünden scherze. Herzen Jetzt und mein leben- 2. Die erinnrung deiner lei lang Für deine todesschmerzen. den Stärke mich mit fraft und Erlöser, lob und dank. Hilf, muth, Alle schnöde luft zu meidaß ich dir für deine treu Auf den, zu bekämpfen fleisch und ewig ganz ergeben, Und thä- blut. Auch, wenn meine ſeele tig dankbar sei. i ezagt, Wenn mich trübe schwer 5. Herr, laß dein bittres muth plagt, Laß, im glauben leiden Mich reizen, als ein mich zu stärken, Mich auf deine christ Mit allem ernst zu mei- leiden merken. den, Was vor dir sündlich ist. 3. Will die welt mein herz Nie komme mir's aus meinem verführen Auf die breite sünden XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 113 denbahn; Will der laster reiz kreuz uns schmerzensvoll Ew'mich rühren, So erinnre du ges heil erworben! mich dann An der marter zent- 2. Du bist erblaßt, O herr, nerlast, Die du ausgestanden und hast Doch in dir selbst hast, Daß ich dir getreu verbleibe das leben. Gleich den sterb Und die böse lust vertreibe. lichen hielt dich Einst das grab 4. Gib bei allem, was mich umgeben! fränket, Mir aus deinem lei- 3. Doch heil sei mir! Du den ruh. Wenn mein herz da- fonntest hier nicht die verweran gedenket, Strömet neuer sung sehen. Bald hieß dich trost mir zu, Wenn mich meine des höchsten kraft Aus dem fehler reun, Müsse mich dein grabe gehen! tod erfreun. Denn du hast, 4. Ich weiß, du wirst, Mein da du gestorben, Diesen trost lebensfürst, Wie dich auch mich auch mir erworben. erwecken. Sollte denn mein 5. Auf dich setz ich mein ver- gläub'ges herz Vor der gruft trauen, Jesu, meine zuversicht. erschrecken? Du vertreibst des todes grauen; 5. Hier werd' ich einst Bis Durch dich schadet er mir nicht. du erscheinst In sanftem frieSicher ist bei dir mein heil. den liegen. Denn durch deiHab' ich, herr, an dir nur theil, nen tod kann ich Tod und grab O so wirst du ew'ges leben Mir besiegen. auch einst aus gnaden geben. 6. 3hr, die die welt Gefej6. Hab ich dann in meinem selt hält, Zagt nur vor der herzen Hoffnung jener herrlich- verwesung! Ich, ich hoff in feit: So besieg' ich auch die christo einst Meines leibs erschmerzen Von dem letzten kampf lösung. und streit. Wenn gleich meine 7. Nein, nichts verdirbt, hütte bricht, Quält doch todes- Selbst das, was stirbt, Der furcht mich nicht. Durch den leib, wird auferstehen lind zu trost aus deinen wunden Wird himmelsglanz verklärt, Aus sie glücklich überwunden. dem grabe gehen. 10. Begräbniß Jesu. 8. So sink' ins grab, Mein leib, hinab! Ich will mich drum Traurigkeit, o Herzeleid. 182. Zur grabesruh Ent- nicht kränken, Sondern, jeſu, schliefest du, Der mir zum trost, An dein grab du für uns gestorben, Und am gedenken! XIV. Von der Auferstehung Jesu. 1. Gewißheit der Auferstehung Jesu und Freude darüber. Mel. Erschienen ist der. 183. Kaum stieg zu ihrem sonn in ihrer pracht herauf, Seht frohsten lauf Die so verließ der herr sein grab, Ter $ für 114 lindh Erste Abtheilung. für die welt sein leben gab. würd'ges lied erhöhn. Lob sei Lob sei dem Herrn! dem Herrn! 2. Ich glaub's und bin von zweifeln frei, Daß er vom tod Nun freut euch lieben. erstanden sei. Was ist, wenn 184. S freude! seht, das das nicht wahr ist, wahr? Das grab ist leer! Gr leere grab zeigt's offenbar. Lob lebt, der heiland lebet! Der sei dem herrn! erde schoos hat ihn nicht mehr! 3. Die erd' erbebt, es wälzt Er lebt! ihr feinde bebet! Sei vom grab Den stein ein engel uns gegrüßt, erstandner held! gottes ab, Und kündiget dem Die nun dem tod entriss'ne siegsheld an, Den bald drauf welt, Besingt dein neues leben! 2. Was war die erde dazuseine jünger sahn. Lob zc. 4. Sie sahen, hörten, fühl- mal, Als sich ihr grund emten ihn. Sie erst blöd, schüch- pörte, Da man bei jesus todestern, sind nun kühn; Mit wun- qual Die felsen frachen hörte? dern und mit ihrem blut Ver- Auf, jauchze nun vor fröhsiegelt es ihr heldenmuth. Lob lichkeit! Der sieg ist da! aus fei 2c. ist der streit mit sünde, tod 5. Lebt christus, was bin ich und hölle. betrübt? Ich weiß, wie herzlich 3. Ihr himmel, laßt den er mich liebt, Und stürb auch jubelklang Durch alle wolken alle welt mir ab: G'nug, daß fahren! Kommt, wiederholt den ich ihn zum freunde hab. Lob zc. lobgesang Ihr reinen geister6. Er leitet, schützet, tröstet schaaren! Ehrt jetzt den tag, mich. Sterb ich, so nimmt er wie jene nacht; Die diesen held mich zu sich, Wo er jetzt lebt, an's licht gebracht! Verherrkomm ich auch hin, Weil ich mit licht seine siege! ihm vereinigt bin. Lob sei zc. 4. Es müsse zion's heilig7. Durch ihn bin ich mit thum Vom jauchzen wiedergott versöhnt; Durch ihn mit schallen: Gott in der höhe, dir gnad' und heil gekrönt. Mein ſei ruhm; Den menschen wohlbanges herz ermuntre sich! Gott gefallen! Ihr kreaturen ſtimmt und mein heiland liebet mich. mit ein, Auf erden müsse frie Lob sei 2c. de sein, Im himmel hohe wonne! 8. Durch seiner auferstehung kraft Vollend ich meine pilger 5. Er, der des grabes siegel schaft; Freu seiner mich in sei- bricht, Macht mir den himmel nem reich und bin dort seinen offen. Nun ist mein glaube engeln gleich. Lob sei ze. zuversicht! Fest stehet nun mein 9. Für solchen trost der selig- hoffen! Du heiland lebst, du keit Danft dir, herr, deine chri- lebeſt mir, Du kannſt, du wirſt, stenbeit. Wenn wir dereinst dein das trau ich dir, Mich, wo antlitz schn: Soll dich ein du bist, hinführen. Nun XIV. Von der Auferstehung Jesu. 115 Nun lob mein' seel' den. denvoll ein christ, Ihn bet' objinge, meine ſeele, ich an im staube, Ihn, der Tem welterlöser, mein retter ist, Ich werd' ihn bet' ihn an! Lobsing ihm und ewig schauen, Wenn er auch erzähle, Was dir zum heil der mich erhebt! Der herr ist mein herr gethan. Er hat für dich vertrauen, Er starb für mich gerungen, Durch seine macht und lebt! pists Snobarbi hat er Des todes macht bed vers zwungen Und seiner schrecken 2. Lobpreisung Gottes und Christi für die Auferheer Er hat des grabes grauen stehung. Geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns gott einst schauen Der frommen vaterland. 186. jejus lebet! Grdel 790 Nobt den! 2. Froh führte seine sonne Den festlich hohen tag herauf: löste menschen, o erhebet Des Da stand er, meine wonne, welterlöjers majeſtät! Hört's, Mein gott und mein erlöser betrübte sünder, gebet Der freude auf! Gedanke, der zu freu- raum; denn jesus lebet! Gott den Des himmels mich er hat ihn aus dem staub erhöht. hebt! Gedanke, der im leiden seele, dein gesang Erschalle Mit reichem trost belebt! Des ihm zum dank! Ihm zur ehre! höhern lebens quelle! Mein Dich, großer held, Erheb die schild in jeder noth! Wo ist welt, Weil deine hand den dein sieg, o hölle? Wo ist sieg behält. jod jables it dein stachel, tod? odbior 2. Jesu jünger, wehrt dem 3. Der felsen grund erbebet, leide! Lobsinget ihm und nehmt Die wächter fliehn, das grab voll freude Am siege theil, den leer. Der darin tod war, er Seid ihr lebet: Er lebt, und stirbt hin- des grabes kinder, Er ist des fort nicht mehr! Die schwa- todesüberwinder, Er herrscht, chen jünger wanten, Er stärkt der für euch starb und litt! die wankenden. Sie sehn ihn, Was wollt ihr traurig sein? freun jich, danken Dem auf- Getrost könnt ihr euch freun! erstandenen. Sie sehn empor Jesus lebet! In ewigkeit, Zu ihn steigen, Und gehn, wie aller zeit Bleibt er in hülfe er gebot, Mit freuden hin uns bereit! und zeugen Von ihm bis in 3. Nun verzagt auch nicht den tod. ad un gold verbrecher, Gott ist euch nun 4. Herr, deine boten sie- ein strenger rächer: Wenn ihr gen, Von dir und deinem die schuld mit ernst bereut. geist gelehrt. Die götzentem- Durch des todes überwinder pel liegen; Der erdkreis wird Ist er dem reuerfüllten fünder zu gott befehrt. Ich weiß, Ein vater der barmherzigkeit. an wen ich glaube, Bin freu- Er nimmt ihn liebreich auf. 2 Mit 185. Wachet auf ruft uns. 116 Erste Abtheilung. Mit kraft zum tugendlauf Ihn 4. Dies rühme, wer errettet zu segnen. Preis sei der ist Und wer ihm unterthan; huld, Die unsre schuld Ver- Welt, die du nun sein erbtheil tilgt, und mit uns trägt ge- bist, Lobsing und bet ihn an! duld! ang 5. Preist jesu vater, denn 4. Tod, wo sind nun deine er hat Nicht seines sohns geschrecken? Nicht ewig wird das bet, Nicht, was er für die grab uns decken, Verwest der sünder that, Sein opfer nicht leib gleich in der gruft: Einst verschmäht! wird er zum bessern leben Sich 6. Das ist des mittlers preis aus des todes staub erheben, und lohn: Der, welchem er Wenn jesus den entschlafenen verzeiht, Soll ewig leben wie ruft. Dann wird des todes der sohn in seiner herrlichkeit. feld zu einer regen welt. Al- 7. Sagt's aller welten völker les lebet, So wie erneut Zur an: Bekehret euch zum Herrn! frühlingszeit Sich alles regt Ihm werde jeder unterthan, und alles freut. Und jeder dien' ihm gern. 5. D erstandner, welch ein 8. Des vaters reich ist auch fegen Erwartet uns, wenn wir das reich Des sohnes; er reauf wegen Einhergehn, die giert, An ruhm und macht dem dein fuß betrat! Unerforschte vater gleich, Dem aller ruhm seligkeiten, Die ewig währen, gebührt! sind die beuten, Die uns dein 9. Es fehl ihm an bekennern sieg erkämpfet hat. Einst sind nie: So lange diese welt Noch sie unser theil, Einst krönet menschen hat, so lange sie Der uns das heil Deines Lebens, arm des Herrn erhält! Gelobt sei gott! Auch noch im Erschienen Erschienen ist der herrl. tod Ist er und bleibet unser 188. D jer herr hat alles gott! Nun danket all und br. Nun ist das wohl gemacht! große werk vollist die welt mit 187. Frohlockt, ihr chri- bracht! Nun sten, preist und gott versöhnt, Und jesus ist ehrt Gott, eures mittlers gott! von gott gekrönt. Gelobt ſei Der vater hat den sohn erhört, gott! Erhört in seiner noth. 2. Aus liebe sandt' gott sei2. Die mörder triumphir- nen sohn, Der litt von menten schon: Wo ist des sohnes schen schmach und hohn, Und macht? Der herr errettet sei- starb, stieg aus dem grab hernen sohn: Sein rathschluß ist vor, Und siegreich schwang er vollbracht! 10 0100 sich empor. Gelobt sei gott! 3. Der sohn befahl in seine 3. Er hat auf erden gott ge hand Dem vater seinen geist; ehrt, Gewandelt so, wie er ge Er ward begraben, er entstand lehrt. Gott hält was er verheist! Folgt, christen, christi lehr und rath: Thut, was er euch XIV. Von der Auferstehung Christi. 117 euch zum vorbild that. Gelobt| fenbaren. Volles heil wirst du jei gott! erfahren. 4. Er, der sein leben für 3. Jesu Auferstehung, ein uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab, Zerstört ist nun Beweis seiner göttlichen andre Sendung.d des todes macht, Unsterblichkeit drai Sei lob und ehr dem. an's licht gebracht. Gelobt 2c. 190. Bringt preis und 5. Er ist im himmel noch ruhm dem hei mein freund, Ich bin als glied land dar! Frohlockt ihm alle mit ihm vereint. Er, der ver- frommen! Er, der für uns jöhnend für mich litt, Fühlt getödtet war, Ist aus dem seiner freunde leiden mit. Ge- grab gekommen! Gelobet feiſt lobt sei gott! anodinom du, jesu christ, Daß du für uns ilitoWie schön leuchtet der. gestorben bist, Und siegreich 189. Frohlockt dem Herrn auferstanden. bringt lob und dank 2. Dein leben in der majeIhm, der des todes macht bestät, Befestigt unsern glauben. zwang, Und uns, den staub, Wer kann, da dich dein gott erhöhte! Der hohe sieger über- erhöht, den großen trost uns wand; Nacht war um ihn, rauben: Daß du uns von der und sie verschwand In helle sünde macht Befreiung haft ans morgenröthe! Bebet, Gebet, licht gebracht; Den himmel uns Stolze spötter, Unserm retter geöffnet. Twiodiss murd Preis und ehre! Glaubt an 3. Gott selbst, der dich dem ihn und seine lehre! i grab entrückt, Hat dem, was 2. Preis ihm, heil uns, sein du gelehret, Der wahrheit siegrab ist leer! Fest stehet, wie gel aufgedrückt; Und dich als ein fels im meer, Das wort, sohn geehret Und deines opfers das er gesprochen. Oselig, hohen werth Hat er aufs herrwer sich ihm vertraut, Er hat lichste bewährt; Da er dich den tempel neu gebaut, Den auferwecket. blinde wuth gebrochen. Seele 4. Erstandner, ich frohlocke Wähle Ihn zum führer, Und dir, Daß du nun ewig lebeſt. regierer Deines Lebens! Auf Du lebst und siegst, daß du ihn hoffst du nicht vergebens. auch mir Das ewge leben ge3. Zum höhern leben führt best! Daß du auch mein er er dich, Und nimmt gewiß dich retter seist, und neue kräfte einst zu sich: Fällt deine hütte mir verleihst, Mit freuden gott nieder. Das grab empfängt zu dienen. lor u zwar dein gebein, Doch nicht 5. Mein herr, mein gott, auf ewig wird es sein, Ver- hilf mir dazu! Befreie mich flärt gibt er dir's wieder. von sünden Laß mich für meiHerrlich Wird sich Dann ne seele ruh Im frieden mit auf's neue Seine treue Of gott finden! Und pflanze dei nen 118 nen sinn in mir, Damit gott ergeben hier, Als erlöster, wandle. Erste Abtheilung. ZIZ ich, majestät: Denn du gingst aus dein dem grabe. 3. Gehaßt in deiner niedrig6. Dein ist das reich, dein feit, Warst du ein ziel des ist die macht, Verstorbne zu spottes, Und zeigtest doch zu erwecken. Du rufst einst, und gleicher zeit An dir die hoheit der gräber nacht Wird uns gottes! Dein kreuz ſchien zwar nicht ewig decken. Wie du der welt ein gräul: Doch sterherr, auferstanden bist: So ben für der feinde heil, Das werd' auch ich, o jesu christ! ist die höchste tugend. Durch dich einst auferstehen! 4. Dein reich war nicht von 7. O laß mich weil ich dieser welt, Dein ruhm nicht hier noch bin, Im glauben an menschenehre! An demuth groß, dich wandeln. Und jederzeit an lieb ein held; Und göttlich nach deinem sinn, Und stets in der lehre; Geduldig und von rechtschaffen handeln; Daß ich fünden rein, Gehorsam bis wenn ich einst aufersteh', Und zum frenze sein: Dies war dich, des todes sieger, seh, herr, deine größe! onit pu Vor dir dann nicht erschrecke! 5. Nun irren mich nicht 28. Da, wo du bist, da soll schmach und spott; Nicht deiauch einst Dein jünger mit dir nes freuzes schanden! Du bist leben. Du wirst ihn, wenn mein herr, du bist mein gott du nun erscheinst, Zu deiner Denn du bist auferstanden. freud erheben. Laß dieses auch Du bist mein heil, mein fels, mein erbtheil sein: So werd mein hort; Der Herr durch ich ewig des mich freun, Daß dessen mächtig wort Auch ich di vom tod erstanden. beinst ewig lebe!- Ang emlye Soniad dll trop do 6. Wir sind nun, herr, dein Es ist das heil uns kommen. or eigenthum, Durch dich des him191. Freiwillig hast du mels erben; Dies bleibet unser dargebracht Für trost und ruhm, Bei dem wir uns, o herr, dein leben; Du fröhlich sterben. Wie du vom hattest, es zu lassen macht; tod erstanden bist: So werd' Macht, wieder dirs zu geben. auch ich, herr jesu christ Durch Und darum liebte dich dein gott, dich einst auferstehen d Weil du, gehorsam bis zum Sollt es gleich bisweilen. tod, Dich haft für uns er- 192. Freudenvoll iſt meine niedrigt! aus 2. Du warst nur eine kleine seiner todeshöhle Mein erlöser zeit Von deinem gott verlas- jesus christ, Herrlich aufer sen! Er frönte dich mit herr- standen ist. piata lichkeit, Die sterbliche nicht fas- 2. Ja du lebst, o herr, mein sen. Dein freuz, daran man leben, Gehst, mit herrlichkeit dich erhöht, Verwandelt sich in umgeben, Siegreich aus dem grab XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. 119 grab herfür, Und die wahrheit 2. Er hat erfüllt, was er strahlt mit dir! verhieß, Eh' er sein leben für 3. Nun weiß ich's, du gro- uns ließ: Drei tage sollent Ber lehrer Du verheißner nicht vergehn, So werdet ihr Er hat's weltbekehrer, Du bist gottes mich lebend sehn. lieber sohn, Und dein thron erfüllt! ist gottes thron! 3. Ich lebe, sprach er, und 4. Nun weiß ich, an wen auch ihr Sollt leben, gläuich glaube. Jesus schwung sich bige, mit mir! Ich komme, aus dem staube, Jesus lebt meine stimme ruft Gewiß ench und lebt für mich. Jesu christ aus der todtengruft Zur Herrich glaub an dich! lichkeit! 5. Heil mir, du bist aufer- 4. Er wird's erfüllen jesus standen: Dich hat, nach den christ, Der selbst vom tod ertiefsten schanden, Gott mit herr- standen ist; Der lazarum in's lichkeit gekrönt. Nun bin ich leben rief; Als er im staub mit gott versöhnt! des grabes schlief; Erfüllt's 6. Mein erlöser lebt! ich gewiß! werde Durch ihn fünftig aus 5. Gelobt jei gott! ich werde der erde Schön, wie er ist, mun Nur kurze zeit im grabe auferstehn; Ihn in seiner ruhn. Er weckt mich auf und schönheit sehn. volles heil Ist dann gewiß 7. So viel hast du mir er- bei ihm mein theil Jit ewigworben, Weil du selbst für feit! Talou mich gestorben, Für mich auf 6. Auch führt er nach des erstanden bist, mein heiland grabes ruh, Mir meine fromjeſu christ! men freunde zu. Erwachen werndote! 8. Nun will ich auch nicht den wir zugleich, Uns wieder erschrecken, Daß mich soll ver- sehn in deinem reich. Gott, wesung decken; Denn ich weiß, welch' ein tag! daß aus der gruft Mich mein 7. Wie sollt ich, hert, den jejus wieder ruft. tod denn scheun? Mich nicht 9. Großer todesüberwinder, vielmehr der hinfahrt freun? du lebst zum heil der fün- Nicht deiner, der du mich erder! Dies ist trost in jeder schufft, Gelassen warten, bis noth, Trost für mich auf mei- du rufft: Entschlafe nur! nen tod! 8. Gib nur, daß ich im Erschienen ist der Herrlich glauben treu und freu im 193. Er ist erstanden, je- frommen wandel fei! So komm sus christ, Der ich nicht in dein gericht, Wenn unser gott und heiland ist! Hin- deine stimme zu mir spricht: fort nicht mehr des todes raub, Erwache nur! Tritt er, als sieger auf den staub. Frohlocket ihm! 9. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, Aus dieser sünden 120 Erste Abtheilung. denvollen welt, Und führe mich selbst muth und kräfte Zum an deiner hand Einst in mein heiligungsgeschäfte. vaterland. Erhöre vaterland. Erhöre 5. So kann ich als ein wahhimmlisch mich! 45 indopose tirer christ Jetzt leben und einit oudelisterben; Und endlich da, wo 4. Jesu Auferstehung, Er du nun bist, Vollkommne freuwedung zur geistlichen den erben. Dahin, mein hei Auferstehung. Ermuntre dich mein. buland, hilf du mir: So bring' ich ewig froh in dir, Mit dei194. Das grab ist leer: ner frommen menge, Dir lobdes höchsten sohn und dankgesänge. 105) thg Verließ des todes banden, Nun schallete der jubelton Der herr 5. Trost und Hoffnung aus der Auferstehung Jesu ist auferstanden! Herr, den der engel so gepreist: Entreiße du Christi. Ein' feste Burg ist unser. doch meinen geist, Den lüften 195. Er lebt! o freudendieser erde, daß er dir heilig wort! er lebt! werde. Der heiland aller sünder. Der 2. Ich sterblicher vermag feinde heer erschrickt und bebt noch nicht, Mit dir empor Vor seinem überwinder! Er zu steigen, Als bis einst stritt mit heldenmuth, Und diese hütte bricht. Wird dann fämpfte bis aufs blut. Durch mein haupt sich neigen: So leibs und seelennoth, Und durch nimm du, nach vollbrachtem den kreuzestod erwarb er mir lauf, Auch mich in deinen das leben.. himmel auf. Nimm, herr, an 2. Er lebt, des vaters ewger meinem ende Den geist in sohn! Erhöht zu seiner rech deine hände. ten! Er herrscht auf seinem wirklich leben. 3. Doch soll ich einst, o got- hohen thron! Hilft seinen schwatessohn, In deinem reich dich chen knechten! Er lebt nun ewigsehen: So muß ich auf der lich, Und ewig schützt er mich. erde schon Vom sündentod auf- Er thut mit starker hand Den stehen. Der lebt nicht, den die feinden widerstand. Sie kön lust der welt, Und ihre pracht nen mir nicht schaden. gefesselt hält. Nach gott und 3. Er lebt zu unserm wohltugend streben: Nur das heißt ergehn; Er, alles guten geber! Die kraft von seinem aufer4. Du auferstandner men- stehn dringt bis in unsre grä schenfreund, Erweck in mir die ber. Tragt meinen leib zur triebe, Durch die man sich mit ruh, Deckt ihn mit erde zu, dir vereint, Den glauben und Gebt ihn den würmern hin, die liebe! Ich will, o herr, Da ich in christo bin Werd' dein eigen sein, Laß mich mit ich im grab nicht bleiben. ernst die sünde scheun, Und gib 4. Er lebt! gott hat ihn auf erwedt; XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. 121 erweckt; Gott wird auch mich mit gott vereint, Und ist dein erwecken Der tod, der sonst könig und dein freund. die menschen schreckt, Kann 4. Kraft ruhm und hoheit mich nun nicht erschrecken: Sein immerdar Dem, der da ist und stachel, seine kraft, Die sünd', der da war! Sein name ſei ist weggeschafft. Der treue gebenedeit Von nun an bis in zeuge spricht: Wer glaubt, ewigkeit. der stirbet nicht. Des tröst' 5. O glaube, der das Herz ich mich von herzen. erfreut! Was ist der erde herr5. Er lebt, der unbezwungne lichkeit, Wenn sich mein geist held, Besingt, ihr engelchöre! das glück bedenkt, Das jesus Besingt, ihr völker in der hier und dort mir schenkt! welt, Des mittlers ruhm und 6. Vor seinem thron in seiehre; Erhebt des siegers nem reich, Unsterblich, heilig, macht, Der von dem tod er- engeln gleich, Und ewig, ewig wacht, Der unsern tod be- selig sein: Herr, welche herrzwingt, Uns leben wieder lichkeit ist mein. bringt, Und mächtig für uns 7. Mein Herz erfreut sich ſtreitet! des schon hier, Lieb und ver6. Er lebt, und darum laßt wundrung kämpft in mir, Und uns heut Sein lob vergnügt voll von ehrfurcht, dank und erheben. Laßt uns mit freu- pflicht Fall ich, gott, auf mein den allezeit Ihm wohlgefällig angesicht! leben. Mein herr, hier hast 8. Du, der du in den himdu mich Befiel mir, hier bin meln thronst Ich soll da wohich. Dein, dein will ich allein nen, wo du wohnst, Und du Lodt und lebendig sein; Dein erfüllst einst mein vertraun will ich ewig bleiben. Verkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wenn du, des Vom himmel hoch da. 196. Erinnre dich, mein lebens fürst, Mit majeſtät einſt aus geist, erfreut Des kommen wirst, Erweckt hohen tags der herrlichkeit meinem grabe gehn, Und froh Halt' im gedächtniß jesum zu deiner rechten stehn. christ, Der von dem tod er- 10. Erhabner, mittler, got. standen ist. tes sohn, Mit engeln dort vor 2. Fühl' alle dankbarkeit für seinem thron, Mit allen fromihn, Als ob er heute dir er men aller zeit, Soll ich mich schien, Als sprach er: friede freun in ewigkeit. sei mit dir! So freue dich, 11. Zu welchem glück, zu mein geist, in mir. welchem ruhm Erhebt uns nicht 3. Schau über dich und bet' das christenthum! Mit dir ge ihn an, er mißt den sternen kreuzigt, gottessohn, Sind wir ihre bahn: Er lebt und herrscht auch auferstanden schon. 12. Nie 122 and Erste Abtheilung. na EX ans 12. Nie komm es mir aus seh' ich auf's grab Mit unermeinem sinn, Was ich, mein schrocknem aug' hinab. heil! dir schuldig bin, Damit 8. Welch' neue welt voll ich mich, in liebe treu, Zu dei- seligkeit, Erwartet mich nach nem bilde stets erneu. dieser zeit! Da findet der ver13. Er ist's, der alles in klärte christ Das heil, das ununs schafft; Sein ist das reich, aussprechlich iſt. sein ist die kraft. Halt im gedächtniß jesum christ, Der von dem tod erstanden ist. 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst. Laß mich mit freudigem vertraun Im tod 197. Dich bet' ich an, auf dich, vollender schaun. Jefus meine zuversicht. Für deinen thron tret' ich. erstandner held Erretter einer fündenwelt, Du 198. Jesus lebt, mit ihm für, unsre zuflucht für und Froh huldigt meine seele Tod dir! wo sind nun beine schrecken? 2. Um deinen thron, der Er, er lebt und wird auch mich ewig steht, Glänzt wahrheit, Von den todten auferwecken. heil und majestät, Ich nahe Er verklärt mich in sein licht: mich voll zuversicht Zu dir; Dies ist meine zuversicht! denn du verwirfst mich nicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das 3. Herr, meine seele preiset reich Ueber alle welt gegeben. dich, Erlöst hast du auf ewig Und ich werd' mit ihm zugleich mich; So wahr du selbst vom Ewig dort in frenden leben. himmel famst, Dein leben gabst Gott erfüllt, was er verspricht und wieder nahmst! Dies ist meine zuversicht! Sesus lebt, wer nun verLästert ihn und gottes 4. Wer ists, der mich ver- 3. dammen kann? Ich glaub' an zagt, dich und sage dann: Der gott, ehre. Gnade hat er zugeſagt, durch den die himmel sind, Der Daß der sünder sich bekehre. ist mein vater ich sein find. Den, der folgt, verstößt er 5. Nun ist dies erste leben nicht: Dies ist 2c. mir Ein segensreicher weg zu 4. Jesus lebt, sein heil ist dir. So lang ich hier bin, mein; Sein sei auch mein ganherr, mein heil, Hab' ich an zes leben. Reines herzens will deinem frieden theil. ich sein Und den lüsten wider6. 3war trifft noch mancher streben. Er verläßt den schwa schmerz uns hier, Noch; o, er- chen nicht: Dies ist zc. barmer, sterben wir! Doch du 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, régierst und wir sind dein, Und Nichts soll mich non jesu scheiewig werden wir es sein. den, Keine macht der finster 7. Ich weiß, daß mein er- niß, Keine herrlichkeit, fein leilöser lebt; Otrost, der meinen den. Er gibt kraft zu dieſer geist erhebt! Hierdurch gestärkt, pflicht: Dies ist ze. 6. Je XIV. Von der Auferstehung Jesu. 123 6. Jesus lebt, nun ist der zum ruhm, Und mein trost ist tod Mir der eingang in das nicht vergebens; Denn ich bin leben, Welcheit trost in todes- dein eigenthum. Du der schönoth Wird es meiner seelen pfer meines Lebens, Hochergeben, Wenn sie gläubig zu freuet sing ich dir Jetzt und ihm spricht: Herr, herr, meine ewig dank dafür. zuverſicht! 090 Auf christenmensch, auf. Meinen jefum laß ich nicht. 199. Frene dich! des her200. Herr, du bist meine zuverſicht. Du ren tag Hat die lebst: auch ich werd' leben. nacht der furcht vertrieben. Mir wirst du, was dein wort Christus der im grabe lag, verspricht, Unsterblichkeit einſt Ist im tode nicht geblieben. geben. Dein jünger kommt O wie hoch sind wir getröst! nicht in's gericht; Dies stärJejus hat die welt erlöst! fet meine zuversicht. 2. Er ist gottes ew'ger sohn 2. Hier geh' ich oftmals Ewig set er auch gepriesen! weinend hin, Den jaamen ausSeiner feinde schaar zum hohn, zustreuen. Dort wird der herrhat er sichtbar es erwiesen. lichste gewinn Der erndte mich Er erfüllte durch die that, Was erfreuen. Ich leide, doch verer prophezeiet hat. zag ich nicht, Denn du bist 3. Unsre schulden sind zwar meine zuversicht. dank groß, Doch wir dürfen nicht 3. Und sinkt dereinſt mein verzagen. Gott läßt unsern leib in staub; Gott wird ihn bürgen los, Der sie büßend neu beleben. Er werde der hat getragen. Jesus iſt mit verweſung raub: Dort werd’ preis gefrönt, Und wir sind ich ewig leben. Wie stark ist mit gott versöhnt. die dieser trostgrund nicht, Wie 4. Sterben war der sünden sicher meine zuversicht? our jold. Nun ist christus unser 4. Herr, diesen segen leben, Der für unsre schuld ich dir. Mich aus der gruft nicht gold, Nein, sich selber zu heben, Gingst du aus deihat gegeben. Er hat aus des nem grab herfür: Du lebſt grabes nacht Neues leben mit und ich soll leben. Ich glaub' gebracht. no es dir und zweifle nicht: Dein 5. Tod, wo ist nun deine wort ist meine zuversicht. kraft? Grab wo sind nun 5. In diesem glauben stärke beine tetten? Hier ist gott, mich, Laß mich den troft einder hülfe schafft. Hier ist pfinden, Den großen trost, daß jeſus, der kann retten, Wenn ich durch dich Den tod ſoll gleich unser fleisch und bein überwinden. Grab und verWird in staub verwandelt wesung schreckt mich nicht: jein. oliour aid to Denn du bleibst meine zuver191 6. Herr, dies glaub' ich dir ſicht, geolo Wer Erste Abtheilung. Wer nur den lieben Gott. 3. Mein jesu lebt, das grab 201. Mein jesus lebt: mag ist offen. Mit freuden geh' ich ich doch sterben, in die gruft. Auf seine stimme Hier ist mein haupt und tri- will ich hoffen, Die mich vom umphirt Nun muß ich auch das tod ins leben ruft. Wie lieb leben erben, Weil seine macht lich schallt sie nicht schon hier, der tod verliert. Ich fürchte sei- Ich leb' und ihr lebt auch in nen fluch nicht mehr. Mein mir? 124 jesus lebt, sein grab ist leer. 4. Mein jesus bleibe dann 2. Mein jesus lebt, er hat mein leben. Der tod soll mir bezwungen, Was mir das leben nicht schrecklich sein. Ich will rauben kann; Er hat mir heil ihm dienen, ihm ergeben, Mich und sieg errungen, Und ihm ist seiner auferstehung freun. Weil alles unterthan. Der höllen er auch mich zum himmel tiefster abgrund bebt! Denn sie hebt, So wahr er jesus ist vernimmt's, daß jeſus lebt. und lebt. XV. Himmelfahrt Jesu und Sitzen zur Rechten bin dans n Gottes. band villare 1. Grwedung zur Freude im staube hier Soll sich mein darüber und Lobpreisung ganzes herz zu dir Vom staub Gottes. cui & empor erheben. Kommt her zu mir spricht. i 4. Entreiß durch deines gei 202. Frohlock, mein herz, stes kraft, die allenthalben weil jesus christ alles schafft, Mein Herz dem 3um himmel aufgefahren ist, tand der erde. Daß ich mit Des todes überwinder! Die muth von deinem thron, Sohn wolke glänzt herab, er schwingt gottes und des menschen sohn, Sich auf ihr hin; der him- Im kampf gestärket werde.do mel singt: Preis dir, du heil 5. Hab' ich vollendet mei der sünder! nen lauf, So nimm mich in 2. Wie herrlich bist du, den himmel auf, Daß ich dich herr mein heil! Ich hab' an jesu sehe; Daß ich in dei deiner klarheit theil; Für mich ner herrlichkeit Von ewigkeit fuhrst du zum himmel. Du zu ewigkeit Vor deinem throne hoherpriester gehst mit ruhm stehe. Guit Für mich auch in dein heilig- 6. Frohlock', mein herz, weil thum: Dir folg' ich in den jesus christ, Zum himmel auf himmel. gefahren ist, Der todesüber 3. Du, dessen wort die ganze winder! Sing' ihm, wie ihm welt Allmächtig rief, allmäch- der himmel sang, Da er sich tig hält, Du herr, durch den durch die wolken schwang. Preis wir leben; So lang ich wall' dir du heil der sünder. Vom XV. Himmelfahrt Jesu u. Sizzen zur Rechten Gottes. 125 Vom himmel hoch da. 9. Du hast die stätte uns 203. Auf jesu freunde, bereit't Bei dir zu sein in freuet euch! Der ewigkeit, Nach treuvollbrachherr fährt auf zu seinem tem glaubenslauf, Nimmst du reich, Er triumphirt; lobsin- uns in den himmel auf. get ihm! Lobsinget ihm mit 10. zeuch uns immer O hoher stimm! mehr zu dir; Hilf uns mit 2. Sein werk auf erden ist eifrigster begier Nach dem nur vollbracht; Zerstört hat er des trachten, was da ist, Wo du, todes macht; Er hat die welt verklärter heiland, bist. mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preis gekrönt. 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer 3. Weit, über alle himmel prüfungszeit. Nur dir zu leweit, Geht seine macht und ben, dir zu traun, Biz wir herrlichkeit; Ihm dienen selbst dereinst dein antlitz schaun. die seraphim. Lobsinget ihm mit hoher stimm! 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du 4. Sein sind die völker aller ingen wir von deinem ruhm menschenfreund, erfreun. Dann welt; Er herrscht, als siegge- Ein neues lied im heiligwohnter held, Er herrscht, bis unter seinem fuß Der feinde heer sich beugen muß. thum. Erschienen ist der herrlich' tag. freuen uns, herr jesu christ, 5. Er schützet seine christen- 204. Wir freuen heit, Erhält sie bis in ewig- Daß du erhöht gen himmel feit; Er ist ihr haupt, lobtsin- bist. O du, den unser lobget ihm! Lobsinget ihm mit lied preist, Stärk auch im hoher stimm! glauben unsern geist, Der auf 6. Ja, heiland, wir erhe- dich hofft! ben dich, Und unsre herzen 2. Du sizest auf der himmel freuen sich Der herrlichkeit und thron, Als unser freund, als majestät, Dazu dich gott, dein menschensohn, Du schämst dich gott erhöht. da auch unsrer nicht, Drum 7. Wohl nun auch uns, denn bist du unsre zuversicht In herr bei dir Steht fraft und ewigkeit! macht und dein sind wir, 3. Dein ist die macht, dein Nimmst du dich unsrer hülf- ist das reich, Wer ist an mareich an, Was ist, das uns jestät dir gleich? Mensch, engebrechen kann? gel, jede kreatur Ist dein, be8. In deiner hand ist unser herrscher der natur. Gelobt heil. Wer an dich glaubt, dem seist du! gibst du theil Am jegen, den 4. Umsonst, umsonst empödu uns erwarbst, Als du für ren sich, Herr, deine hajfer, uns am freuze starbst. wider dich! Dein thron steht feſt 126 noitbatt Erste Abtheilung. fest und wanket nicht, Wenn retter einer sündenwelt, Hat gleich der frevler widerspricht. sich dein kreuz geendet. Nach Gelobt seist du!. überstandnem leidenslauf Fährst 5. Du, unser triumphirend du verklärt zum vater auf, haupt, Wie selig ist, wer an Der dich zu uns geſendet. dich glaubt! Du bist sein licht, Ewig Trifft dich Nun kein sein trost, sein theil, Sein star- leiden, Voller freuden Lebst ter schutz, sein ew'ges heil. du droben, Ueber alles hoch Gelobt seist du. Spat erhoben. 6. Herr, unsre herzen traun Cove 2. Dir dienen alle seraphim auf dich; ein freuet unsre Und wir vereinen Herz und seele sich. Du, der du huld- stimm, Mit ihnen dich zu loreich an uns denfit, Und gern ben: Weil du dein großes werk uns deinen segen schenkst, Bist vollseacht, Nach überstandener unser trost. leidensnacht Gen himmel dich 7. Was uns beglückt, ist dir erhoben. Preis dir, daß wir befannt, Und alles ist in dei- Auf der erden können werden ner hand. Von keinem deiner Gottes finder, Und des todes freunde fern, Bemerkst du ihn überwinder! d und hilft ihm gern, Erbar 3. Du, du bist unser haupt mender! und wir Sind deine glieder; 8. Blick auch uns an mit nur von dir Kommt auf uns freundlichkeit Vom throne dei heil und leben! Was unsern ner herrlichkeit! Hilf unserm seelen nutzen schafft: Licht, frie schwachen glauben auf, Und de, freude, tugendkraft Wird fröne unsern lebenslauf Mit uns von dir gegeben. Laß doch deinem heil. Dein joch Gern uns tragen, 9. Gen himmel fuhrst du auf Und entsagen Allen fünden, als held. Als herr und richter Daß wir hier schon ruhe aller welt Wird dich dereinst finden. bid m der erdkreis sehn; Hilf, daß 4. Zench unsre herzen ganz wir dann vor dir bestehn, Und zu dir; Hilf, daß vor allen dein uns freun. dingen wir Nach deinem reiche 10. Dann triumphirt der trachten. Mach uns von allen glaub' an dich, Dann jauch- sünden rein, Und flöß uns muth zen wir dir ewiglich. Hilf und eifer ein, Das eitlegu uns dazu, herr jesu christ; verachten. Jede unart Hilf uns Dir, der du unser heiland bist, meiden, Und mit freuden UnCei ewig preis. ser leben Deinem dienste ganz ergeben, und robo m 2. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen. Wie schön leuchtet der. 5. Sei unser schutz und unser hort, Und tröst uns durch 205. Wie herrlich, jesu, dein heilsam wort, Wenn hier starter held, Du uns trübsal dränget. Nur da ijt XV. Himmelfahrt Jesu u. Sißen zur Rechten Gottes. 127 ist wonne, wo du bist. Die in die höh' und sprich: Der freude, die man hier genießt, herr wird mich erquicken. Ist noch mit leid vermenget. 6. Der christen hohes bürVon dir Kommt hier Trost im gerrecht Sst dort im vaterlande. herzen. Laß in schmerzen uns Der chvist, der irdisch denkt, schon offen Deinen himmel denkt schlecht, Denkt unter seisehn und hoffen. nem stande. 1912 6. Du bist, uns sterblichen 7. Sm himmel schrieb dich zu gut, Nach theuer hier ver- jesus an: Dort sollst du gut's gojnem blut Zur freude ein- genießen. Blick oft hinauf! der gegangen. Beuch jesu, zeuch anblick kann, Dein leiden dir auch uns dir nach, Daß wir versüßen. nach kurzem ungemach Zur 8. Dort, dort ist unsers vafreude auch gelangen. Da- ters haus! Gott theilt zum für Soll dir Von uns allen gnadenlohne Den überwindern Dank erschallen, Chn aufhö- kronen aus. Kämpf auch um ren Wollen wir dich, hei deine frone. land, ehren. Ich dank dir schon durch. Ich dank 9. Dort herrscht dein heiland, jesus christ, Der tilger deiner sünden; Mit ihm, durch den 206. Erhebe, christ, dein du selig bist, Muß sich dein Herz und sinn Zum herz verbinden.com himmel von der erden! Gen 10. Erhöhter heiland, hilf himmel fuhr dein jesus hin: du mir, Daß ich mein herz Ein christ muß himmlisch dir gebe; Und daß ich jetzt werden. und ewig dir, Dir, meinem 2. Was bist du in der welt? tönig, lebe.and he o ein gast, Ein fremdling und Beuch ein zu deinen- thoren. ein wandrer Wenn du kurz 207. Mein jejus triumphihaus gehalten hast, So erbt dein gut ein andrer. ret, Und nimmt den himmel ein. Er hat sein 3. Was hat die welt? was werk vollführet, Vom fluch beut sie an? Nur arme schlechte uns zu befrein. Die hohen dinge. Wer einen himmel hof- seraphim Empfangen ihn. fen kann, Der schätzt die welt mit freuden Nach überstandgeringe. nem leiden, Lobsingt, lobtsin4. Wer gott erkennt, kann get ihm! der wohl noch Sein herz auf's 2. Wohl uns, die auf ihn eitle lenken? Wer gott zum hoffen! Nun jesus triumfreund hat denket hoch; So phirt: Steht uns der weg müssen christen denken. auch offen, Der zu dem him5. Christ sich nicht furcht- mel führt. Er selbst er macht sam unter dich; Wenn dich die uns bahn. Wer hier nur an leiden drücken. Sieh' gläubig ihn glaubet, Jhm folgt und treit 128 Erste Abtheilung. treu ihm bleibet, Der wandelt 2. Gen himmel fuhr mein himmelan. heiland zu, Zu gott ist er ge 3. Nur dort, nicht hier auf gangen. Nun kann mein herz erden, ist unser bestes theil. auch seine ruh Im himmel Um selig einst zu werden, Er- nur erlangen. Denn wo mein warb der herr uns heil. Er- freund gekommen hin, Da ist löste macht euch auf! Wo jesus auch stets mein herz und sinn. hingegangen, Dahin blickt mit Nach ihm geht mein verlangen. verlangen; Dahin geh' euer 3. Ach herr, laß deine auf Lauf! fahrt mich, Dein kind, doch 4. Herr, hilf uns eifrig rin- dahin bringen, Daß durch die gen Nach jener herrlichkeit. Laß kraft des glaubens ich Mag unsern fleiß gelingen, Und stärk aufwärts zu dir dringen, Und uns in dem streit. Laß uns in dann einmal, wenn dir's gedieser welt Sm glauben an fällt, Mit freuden scheiden aus dich wandeln; So denken und der welt. Herr, höre doch so handeln, Wie es dir wohl mein flehen. gefällt. 5. Was sind der erden freu- 3. Fürbitte Jesu zur Rechden? Wie bald sind sie dahin! ten Gottes. O hilf uns alles meiden, Was Alle menschen müssen sterben. hier noch unsern sinn Verei- 209, Großer mittler, der telt und uns stört, Auf deinen zur rechten Got ruf zu achten, Und nur nach tes seines vaters sitzt, Und die dem zu trachten, Was ewig schaar von seinen knechten In heil gewährt. dem reich der gnaden schützt; 6. Sei du selbst unser Leiter Du, dem selbst die seraphinen In unsrer prüfungszeit, Und Ehrfurchtsvoll im himmel dies bring' uns immer weiter zu nen; Dessen reich und majeſtät beiner herrlichkeit; Bis diese Ueber alle himmel geht. zeit vorbei, Bis wir dich, hei- 2. Dein geschäft auf dieser land, sehen und freudig vor erden, Wie es gottes rath be dir stehen, Von allem kum- dacht, Daß es sollt erfüllet mer frei. werden, Ist auf's herrlichste Allein gott in der höh' sei. vollbracht. Denn da du für 208. Auf christi himmel- uns gestorben: Ist uns gnad' fahrt allein Soll und heil erworben, Und dein sich mein glaube gründen, Und siegreich auferstehen Läßt uns jorge, zweifel, furcht und pein einst dem tod entgehen. Dadurch stets überwinden. überwinden. 3. Aber nun ist dein geschäfte Mein haupt, das nun im him- In des himmels heiligthum, mel ist, Wird mich, sein glied, Die erworbnen segenskräfte, nach kurzer frist, zu sich gen Durch dein evangelium, Allen himmel holen. denen mitzutheilen, Die zum thron XV. Himmelfahrt Jeſu. 129 thron der gnaden eilen. Nun dich mit sieg und ehre, Du gewird uns durch deine hand Heil ber der unsterblichkeit! Engel und segen zugewandt. singen freudenlieder; Und alle 4. Du gedenkest stets der die erlösten brüder Verehren deinen, Bleibest ihnen ewig deine herrlichkeit. Du, du bist treu; Zählst die thränen, die sie gottes sohn! Gott hebt dich weinen, Und stehst ihnen mäch auf den thron Seiner ehre! tig bei. Du verschaffst, daß Wir stehn von fern; Freun ihren glauben Keine feinde ih uns des herrn; Vertraun und nen rauben; Und wirkst in des dienen ihm nun gern. vaters haus Ihnen eine woh- 2. Ganz hast du dein werk nung aus. vollendet, Wozu dich gott, dein 5. Das verdienst von dei- gott, gesendet Erlöst die ganze nem leiden Stellst du deinem sünderwelt! Dankt dem herrn, vater dar, Und vertrittst mit ihr menschenkinder! Er hat euch macht und freuden Deine theu'r euer heil, ihr sünder, Allmächerlöste schaar; Bittest, daß er tig wieder hergestellt. Nun geht fraft und leben Stets den dei er in sein reich, Gewiß zum nen wolle geben, Und sie einst heil für euch, Euch zum segen! nach dieser zeit Auch erhöh' Es ist vollbracht! Er hat nun zur herrlichkeit. macht, Und herrscht in könig6. Doch vergißt du auch der licher pracht. armen, Die der welt noch die- 3. Der du, deines vaters nen, nicht; Weil dein herz dir willen Zu unserm heile zu eraus erbarmen Ueber ihrem elend füllen, Gehorsam warst bis in bricht, Bittest, daß gott ihrer den tod; Du regierst nun auf schone, Daß er nicht nach wer- dem throne; Gott gibt dir seine ten lohne; Daß er die, die welt zum lohne; Dich nennt noch dich fliehn, Kräftig wolle dein volk nun herr und gott! ¹zu sich ziehn. Erhöhter gottessohn, Wie herr7. Großer mittler, o wir lich ist dein lohn Nach dem preisen Dich, daß du im hei- siege! Wir folgen dir Mit freuligthum So viel tren uns willst den hier, Einst lohnet gott beweisen! Dir sei ehre, dank auch uns wie dir! und ruhm! Dein verdienst laß 4. Deine trauternden erlösten uns vertreten, Wenn wir zu Jm kampf zu stärken und zu dem vater beten. Wenn der trösten, Gabst du vom himmel tod die lippen schließt: Sprich deinen geist. Gib auch uns noch für uns, jesu christ. 4. Christus wird wieder in unserm leiden Den geist des trostes und der freuden, Den uns dein theures wort verheißt. Erzieh' uns in dein reich, 210. 11eber alle himmel Mach unser Herz dir gleich, kommen. Wachet auf ruft uns die. heere Erhobst du Dir zu folgen Du gingst vor3 C.It 130 Erste Abtheilung. an, Wir sehn die bahn, Die deine zukunft hoffen wir. Wir uns zum himmel führen kann. wissen, wer du bist; Wer dein 5. Uns die stätte zu bereiten, erlöser ist: Wir sind stille. Um die wir pilger hier noch Und wenn die welt In trümstreiten, Gingst du voran in's mern fällt: Du bist's, an den vaterland. Herrlich wirst du der glaub' sich hält. wieder kommen, Dann führst 7. Welch ein jubel wird es du alle deine frommen Mit dir werden, Wenn wir dich wie hinauf in's vaterland. Erkauft der sehn auf erden In aller hast du uns, gott, Durch dei- majestät des herrn! Das wird nen mittlertod. Wo du lebest, sein ein tag des lebens Für Und gott mit dir, Da sollen wir uns, Und nicht ein tag des Auch mit dir leben für und für. bebens. Dann schaun wir dich 6. Ja, herr jesu, du wirst nicht mehr von fern. Dann kommen, Wirst ganz erlösen, sehn wir hocherfreut Ganz deine frommen, Wir freuen deine herrlichkeit, Welterlöser! uns und danken dir! In den Dann führest du Der won' trüben leidenstagen Soll unser uns zu Dort in des Himmels herz nun nicht verzagen, Auf ew'ger ruh. XVI. Vom heiligen Geist und dessen Gaben und Wirkungen. nd Gottes darüber. Ein lämmlein geht und. 1. Freude und Lobpreisung erfreut Die botschaft ihrer se ligkeit. Vernunft und wahrheit siegen. Die blindheit und 211. Dir, vater, der du das laster flieht Wo man den deinen sohn Zum finger gottes sicht, Muß beiheil uns hast gegeben, Dir des unterliegen... dank ich hier mit freuden 3. Umsonst, daß wilder eischon, Noch mehr im höhern fer tobt, Verfolgung zu erre leben. Ich danke dir, daß du gen. Dein name, jeſu, wird den geist, Der uns der finster- gelobt; Dein wort ist fraft niß entreißt, Zur erde hast ge- und segen. Die jünger schreckt sendet. Er kam auf jesu'wort nicht pein noch müh, Dein herab, Der seinen boten stärke geist, o pater, stärket sie In gab, Daß sie dein wort vol- martern und im tode. Sie blie lendet. ben ihrem Herrn getreu, Be 2. Erfüllt von fünder wun- kennen ſeinen namen frei, Und derkraft, Gehn sie, die welt zu preisen ihn im tode. lehren. Der geist, der neue 4. Noch jetzt bist du der geist herzen schafft, Hilfst ihnen sie der kraft; Noch jetzt der menbekehren. Die völler hören hoch- schen lehrer. Du machſt ſie weif XVI. Vom heil. Geist und dessen Gaben und Wirkungen. 131 weis' und tugendhaft, Des sün- den geist, Der uns den weg denreichs zerstörer. In sün- zur wahrheit weist. Ach dundern wirkst du reu' und leid, fel sind die lebenspfade. ErIn frommen seelen trost und leuchte sie durch seine gnade, freud', Und muth im kampf Er lehr' uns gottes heil verder sünden; In bangen stun- stehn, Er leit' uns, wenn wir den schenkest du, So wie im irre gehn, Und wenn wir tode, seelenruh, Und lehrst ihn straucheln und ermüthen: Dann überwinden. stärk' er uns durch gottes frie5. Des vaters und des soh- den. Gelobt 2c. nes geist, Du quell des lichts, 4. Hier in dem heiligthum der liebe, Den jesus betenden des Herrn, Hier warten deiverheißt, Ach heil'ge meine ner, geist des herrn, Wir chritriebe! Gib über meine sünden sten, unsers hauptes glieder. schmerz, Und muth zum glau- Komm segensvoll auf uns herben in mein Herz. Hilf mir nieder! Hilf uns, gib dem vermit andacht beten. In ban stande licht; Dem herzen muth gen stunden tröste mich, Und und zuversicht: Daß uns von deine hülfe zeige sich Mir einst ihm, den wir bekennen, Hier in todesnöthen! weder glück noch leiden trennen. Gelobt 2c. Komm heiliger geist herre. 212. Set, weltversöhner, 5. O leit uns, herr, an sei gepreißt, Du deiner Hand Hinauf in's wahre sandest uns den theuren geist, vaterland. Entreiß uns mächDer uns in alle wahrheit tig dem verderben; Erhalt uns leite, Und uns zum himmel zu- gläubig bis wir sterben; Dann bereite. Er lehret uns des stärk" uns in des todes schmerz, glaubens kraft, Stärkt uns in Das schwache, freudenleere dieser pilgerschaft, Den lauf zum herz, Daß wir mit muth ziele zu vollbringen, Und einst zum himmel dringen, Und die krone zu erringen. Gelobt dann den letzten sieg erringen. sei gott! Gelobt sei gott! Gelobt 2c. emer9191 2. Durch deines geistes kraft 6. Dort, wo der zeugen jesu erfreut, Wagt deiner boten schaar, Die hier durch dich schaar den streit, Kämpft ge- erleuchtet war, Am thron des gen falscher götter heere, Und lammes jauchzend stehet. Und siegt durch deines freuzes deiner werke preis erhöhet: lehre. Begabt mit stärke Dort ist auch unsers erbes ging ihr wort Bis an der theil; Auch uns ist der erlöerde grenzen fort, Erleuchtete jung heil Durch dich versiedie nationen, Und drang von gelt: und wir kommen Durch hütten zu den thronen. Ge- dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sei gott! Gelobt sei lobt 20. 3. O send' ihn auch zu uns gott! 32 Silens Komm 132 E Erste Abtheilung. Komm gott schöpfer. liebe gottes voll! Stärk, herr, 213. Du führer, der mit in drangsal unsern muth; Tröst treuer hand Den uns in angst, und leit' uns weg uns zu dem himmel wohl. weist! Du unsers erbes un- 10. Des vaters liebe, christi terpfand, Gepriesen seist du, gnad', Und die gemeinschaft heil'ger geist! deiner fraft Verleih, und gib 2. Ach, dich preist deine uns trost und rath, Auf uns christenheit, Du geist des va- rer ganzen pilgerschaft. ters und des sohns! Du bist wie sie, von ewigkeit, Mit Dewigkeit, du donnerwort. ihnen herrscher eines throns. 214. heiliger und gu S 3. Der gottheit willen ter geist, Der thatst du fund Durch dich weis- uns den weg zum himmel weist, sagte der prophet; Du legtest Dich soll mein herz erheben. ihm in seinen mund Das wort Du bist mein lehrer und mein des heils, das nie vergeht. gott, Du gibst mir freudigkeit 4. Nichts schließt vor deinem im tod, Regierst auch hier mein blick sich zu. Den abgrund leben. Was gut und löblich der unendlichkeit, Der gottheit ist an mir, Geist gottes, das rath erkennest du Mit göttlicher verdank ich dir. allwissenheit. 2. Als unser heiland, gottes 5. Du hast dem erdkreis of sohn, Ging von der welt zu fenbart, Was keine weisheit je gottes thron, Kamst du zu seierkannt; Als dich, nach seiner nen zeugen, Und mit dir kam himmelfahrt, Der Herr den sei der liebe gluth, Mit dir kam nen zugesandt. fraft und heldenmuth Die welt 6. Welch' eine pracht ver- zu überzeugen. Du geist der klärte dich Ein schnelles brau- weisheit, lehrtest sie, Und stärksen füllt das haus. Da gießest test sie bei aller müh. du dich sichtbarlich Auf sie in 3. Die firche pflanztest du feuerflammen aus. und izt Wird sie durch dich ver7. Nun scheuten sie nicht mehrt, beschützt, Durch dich schmach, nicht müh; Denn du wird sie bestehen. Es mögen hast alle furcht entfernt; Die ihre feinde drohn: Fest bleibt thaten gottes priesen sie In sie stehn, wie jesus thron; Sie sprachen, die sie nie gelernt. kann nicht untergehen. Da je 8. Wir haben, geist der gnad' sus christ ihr stifter ist, Und du und stärk, An deinen gaben ihr treuer beistand biſt. gleichfalls theil. Unsichtbar schaf- 4. Wohl allen denen, welche fest du dein wert In uns, zu sich Dir übergeben und durch unsrer seelen heil. dich Zum himmel führen las9. Setz uns auch in die sen. Du lehrest sie des glaureinste gluth! Mach' uns der bens fraft, Stärkst sie auf ih rer XVI. Vom heiligen Geiste. 133 rer pilgerschaft, Lehrst sie die dir mich ganz ergebe, Und zu sünde hassen. Sie sind des heils deiner ehre lebe.a gewiß in dir, Und selig schon in hoffnung hier. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit äch5. Ach führ' auch mich an ter treu Meinen gott und Herrn deiner hand, Hinauf ins wahre dich nennen: Stehet mir dein vaterland, Dort hoff ich meine geist nicht bei. Drum so laß trone Gib mir die feste zuver- ihn kräftiglich In mir wirken sicht: Auch mich, auch mich daß ich dich Glaubensvoll als verstoße nicht Der herr von mittler ehre, Und auf deine seinem throne. Durch glauben stimme höre.. und durch beßerung Vollende meine heiligung. 4. Ew'ge quelle heil'ger güter, Hochgelobter gottes geist, 6. Gern will ich dann auf Der du menschliche gemüther ebner bahn Dir folgen, mich Besserst und mit trost erfreuſt. dem himmel nahn. Führ' mich Nach dir, herr, verlangt auch auf gutem wege. Gib eifer mir, Ich ergebe mich an dich, mir und wachsamkeit, In kampf Mache mich, zu gottes preise, um meine seligkeit. Mein Heilig und zum himmel weise. herz sei niemals träge Du 5. Fülle mich mit heil'gen gabst den vorsatz: gott, gib trieben, Daß ich gott, mein du Auch meiner schwachheit höchstes gut, Ueber alles möge kraft dazu. lieben; Daß ich mit getrostem muth Seiner vaterhuld mich freu'; Und mit wahrer findestreut Stets vor seinen augen wandle, Und rechtschaffen denk' 2. Um die Gaben und den Beistand des heiligen Geistes. O du allersüßte freude. 215. Der du uns als va- und handle. ter liebest, Treuer 6. Geist des friedens und gott und deinen geist De- der liebe Bilde mich nach deinen, die dich bitten, giebest, nem sinn, Daß ich lieb und Ja uns um ihn bitten heißt: sanftmuth übe Und mirs rechne Demuthsvoll fleh' ich vor zum gewinn: Wenn ich je dir: Vater, send' ihn auch zu ein friedensband Knüpfen kann, mir, Daß er meinen geist er wenn meine hand, Zur erneue, Und ihn dir zum tem- leichtrung der beschwerden, pel weihe. Kann dem nächsten nützlich 2. Ohne ihn fehlt meinem werden. wissen Leben, kraft und frucht- 7. Lehre mich, mich selber barkeit; Und mein herz bleibt kennen, Die verborgnen fehler dir entrissen, und dem dienst sehn; Sie voll demuth gott der welt geweiht; Wenn er bekennen Und ihn um vernicht durch seine kraft Die ge- gebung flehn; Mache tägsinnung in mir schafft, Daß ich lich ernst und treu, Sie zu bes 134 Erste Abtheilung. 172 bessern, in mir neu. Zu dem und gar. Selbst der gottheit heiligungsgeschäfte Gib mir innre tiefen Sind vor dir, herr, immer neue träfte. offenbar. Nun ſo kennst du 8. Wenn der anblick meiner auch gewiß Meiner seelen fin sünden Mein gewissen nieder sterniß: Drum gib weisheit, schlägt; Wenn sich in mir zwei- und vor allen, Daß ich möge fet finden, Die mit angst mein gott gefallen. herze hegt. Wenn mein aug' 4. Du bist selber rein, und in nöthen weint; Und gott siehest Auch an reinen deine nicht zu hören scheint: O list; Böses hajjest du und ſie dann laß es meiner seelen hest Aller jünden gräul und Nicht an trost und stärkung wust. Heilige du ſelbſt mich fehlen. dir! Schaff ein reines herz 9. Was sich gutes in mir in mir, Daß ich, was du lie findet, Ist dein gnadenwerk in best, liebe, Nie mit vorsatz dich mir; Selbst den trieb hast du betrübe. entzündet, Daß mich, herr, ver- 5. Du, herr, machst mein langt nach dir: Ojo jetze herz zufrieden, Wenn es mir durch dein wort Deine gna an trost gebricht. Bleib ich denwirkung fort, Bis sie durch von dir ungeschieden: Oſo ein selig ende Herrlich sich an fehlt's an trojt mir nicht. Bleib mir vollende. ich nur dein eigenthum: To werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemü 216. Du, der frommen hen, Und die fünde standhaft beste freude, Und flichen. In voriger Melodie. ihr trost in traurigkeit, Der 6. Nur bitt' ich, daß du ihr herz in allem leide Und im mich stärkest, Stehe mir im tode selbst erfreut; Geist des kampfe bei. Hilf, mein helfer, höchsten, komm zu mir, Und wenn du merkest, Daß mir indem ich glaubig dir Lob und hülfe nöthig sei. Den verkehr ruhm zum opfer bringe, O so ten eitlen jinn, Nimm aus höre, was ich singe. meiner seele hin, Daß ich 2. Edelster von allen segen, mich nun ganz verneue, Und Die uns gott in christo gab! mein gott jich meiner freue. Du träufst als ein milder re- 7. Sei mein beistand, wenn gen Aus des himmels schoos ich sterbe; Zeige. dem gebroch herab. Du machst harte her nen blick, Mir zum trost, mein zen weich; Wüsten auch an herrlich erbe, Gwig unverwelk früchten, reich; Und dein sanf- lich glück! Stärke du das ter trost erquicket, Was der matte herz, Daß ich unter drangsal hitze drücket. allem schmerz, Noch im letzten 3. Du kannst alle herzen todeßschweiße, Gott in jeſu prüfen, Du durchschaust sie ganz vater heiße. Ich XVI. Vom heiligen Geiste. 135 nung bau': Gnad' um gnad' und auf mein verlangen, Von dem dem sohne, Der vater zu empfangen. du unser tröster bist, Und von 6. Stehe mir in allem leiunsers gottes throne Hülfreich den Stets mit deinem troſte auf uns schwache sichst; bei; Daß ich auch alsdann mit Stehe du mir fräftig bei, freuden Gottes führung folgDaß ich gott ergeben sei: sam sei. Gib mir ein gelaffO so wird mein herz auf er- nes herz. Laß mich selbst im den Schon ein tempel gottes todesschmerz, Bis zum frohen überwinden, Deines troftes fraft In voriger Melodie. 217. Geist vom vater werden. 2. Laß auf jedem meiner empfinden. wege Deine weisheit mit mir Liebster Jesu wir sind hier. ſein; Wenn ich bange zweifel 218. Gott, du haſt in hege, deinem sohn Mich Deine Deine wahrheit mich erfreun. Lente fräftig meinen von ewigkeit erwählet, Sende finn Auf mein wahres wohl nun von deinem thron, Was sein hin; Lehrst du mich, was zu meinem heil noch fehlet. Und recht ist, wählen; Werd' ich gib mir des geistes gaben Durch nie mein heil verfehlen. jie werd' ich alles haben. 3. Heilige des herzens triebe, 2. Mich umpfangen noth und Daß ich meinem gott getreu, tod Auf dem finstern sünden3hn stets über alles liebe; pfade. Heil'ger geist, mein herr Daß mir nichts so wichtig und gott! Rette mich durch fei, Alls in seiner huld zu deine gnade; Mach mich los stehn, Seinen namen zu er- von dem verderben, Laß mich höhn, Seinen willen zu voll nicht in sünden sterben! bringen, Müsse mir durch dich 3. Treibe weg die finſtre gelingen. nacht Falscher zweifelnder ge4. Stärke mich, so oft zur danken; Wenn die welt mich fünde Mein gemüth versuchet irre macht, Halte die vernunft wird; Daß sie mich nicht über in schranken: Würd' ich mich winde; Hab' ich irgend mich von dir entfernen, O wo will verirrt: O so führe du mein ich weisheit lernen? herz, Daß ich unter reu und 4. Schaff in mir ein reines schmerz Mich vor gott darüber herz, Daß ich stets an gott gebeuge, Und mein herz zur dente, Und mich oft mit reu' begrung neige. und schmerz Ueber meine fün5. Neize mich mit flehn und den kränke. Laß mich, nach beten, Wenn mir hülfe nöthig dem schmerz der sünden, Trost ist, zu dem gnadenstuhl zu bei meinem jesu finden. treten: Gib, daß ich auf jesum 5. O verbinde mich mit ihm christ, Als auf meinen mittler Als ein glied an seinem leibe; schau'; Und auf ihn die hoff- Und, wenn ich sein eigen bin, Hilf 136 Erste Abtheilung. X ſei Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Treib uns an, Froh die bahn Mich ihm völlig übergebe, Und Deines worts zu gehen. zu seiner chre lebe. 5. Sei in schwachheit unsre 6. Glaube, liebe, hoffnung stütze; Steh uns bei! Mach Stets die stärke meiner uns treu In der prüfungshite; seele! In versuchung steh' mir Führ, wenn gott uns nach bei, Daß ich nicht mein heil dem leide, Sterben heißt, Unverfehle. Gib mir demuth in sern geist In des himmels den freuden; Gib geduld und freude. muth im leiden. Komm heiliger geist berre gott. 7. Hilf mir reden recht und 220. Hör unser gebet wohl; Hilf mir meine christengeist des heern, pflichten, Wie du forderst, wie Du hörst der menschen flehen ich soll, Ohne heuchelei ver- gern. Wir wollen unser herz richten; Christlich leben, selig dir geben; O lehre heilig uns sterben, und dein himmlisch leben! Rüst uns mit stärke, reich einst erben. muth und kraft, Du der das gute in uns schafft, Das nicht die lockungen der sünden Uns, 1100 Warum soll ich mich denn. Geist traun auf dich! Wir traun fern, auf dich! 219. Höchster tröster komm christi jünger überwinden. Wir hernieder, des Herrn, Sei nicht Stärke jesu glieder. Der der 2. Du heiliges licht, starnie sein wort gebrochen, Jesus ker hort! Laß uns der wahrhat Deinen rath Seinem volt heit helles wort Auf dieses leversprochen. benspfaden leiten; Daß unsre 2. Geist der weisheit, gib füße nicht geleiten; Treib fern uns allen Durch dein licht Un- von uns des irrthums nacht: terricht, Wie wir gott gefal- Laß siegen deiner wahrheit len. Lehr uns freudig vor gott macht, Daß jesus christ der treten; Sei uns nah, Und ganzen erde Bekannt und ansprich ja! Wenn wir glaubig gebetet werde. O hilf dazu! hilf dazu! beten. 3. Hilf den kampf des glau- 3. Laß freud'ger geist uns bens kämpfen; Gib uns muth, voll vertraun In noth auf deine Fleisch und blut, Sünd' und hülfe schaun. Lehr uns, wenn welt zu dämpfen! Laß uns wir zum vater treten, Mit frotrübsal, kreuz und leiden, Angst her zuversicht zu beten. Mach uns und noth, Schmerz und tod durch deine fraft bereit Zum Nicht von jesu scheiden. sterben und zur ewigkeit; Daß 4. Hilf uns nach dem besten wir mit frohem muthe ringen; streben, Schent uns traft, Tu- Zu dir durch tod und leben gendhaft Und gerecht zu leben. dringen. Erhöre uns! Erhöre Gib, daß wir nie stille stehen; uns! Lieb 137 XVI. Vom heiligen Geist. Liebster Jesu wir sind, hier. daß des vaters zucht Einzig 221. Komm auf uns, o unser bestes sucht. geist des herrn, 5. Treib uns daß wir zu Lehr uns zu dem vater be- ihm treten Rindlich und mit ten; Und beleb uns daß wir freudigkeit; Nur nach seinem gern Und voll glaubens zu willen beten, Und vertritt uns ihm treten: So wird er um allezeit: So wird unser flehn christi willen Unser bitten gern erhört, Und die zuversicht geerfüllen. mehrt. 2. O du geist der herrlichkeit 6. Wird uns auch um hülfe Wohn und wirke in uns allen. bange; Seufzt das herz voll Jedes herz sei dir geweiht; traurigkeit: Ach mein gott, mein Schmück es aus mit wohlge gott, wie lange? O so wende fallen. Reich sind wir versehn unser leid. Sprich der seele mit gaben: Wenn wir deine tröstlich zu, Gib ihr muth, salbung haben. geduld und ruh. Gott des himmels und der. 7. O du geist der kraft und 222. Komm, o komm, du stärke, Der in uns das gute geist, des lebens! schafft, Fördre in uns deine Hilf uns schwachen mächtig werke Und im kampfe gib uns auf: Wir bemühn uns sonst kraft. Wenn versuchung auf vergebens Hier in unserm pil- uns dringt, Daß uns dann gerlauf Um das heil, das got- der sieg gelingt. tes rath Für uns außersehen hat. 8. Wenn wir endlich sollen sterben, so steh' mit trost uns 2. Gib in unser aller seelen bei. Gib, daß uns, als gottes Weisheit und entschlossenheit: erben, Jene herrlichkeit erfreu', Daß wir anders nichts erwäh- Die uns unser gott bestimmt, len, Als was uns dein wort Und die nie ein ende nimmt. gebeut. Steh mit deinem licht Kommt gott schöpfer heil. uns bei; Und mach uns vom 223. Komm ſchöpfer, komm o heiliger geist, irrthum frei. 3. Zeig' uns selbst die rech- Schaff deiner menschen Herzen ten stege zu der wahren wohl neu. Du kennest dein geschöpf fahrt an. Näume alles aus und weißt, Wie jeglichem zu dem wege, Was daran uns helfen ſei. hindern kann. Wirke reue nach 2. Du geist der weisheit leite der that, Wenn der fuß ge- du Uns zu der wahl des bestrauchelt hat. theils, Dem himmel führ 4. Laß uns stets dein zeug- uns alle zu: Du führer auf niß haben, Daß wir gottes der bahn des heils. sten finder sind. Stärke uns mit 3. Das lebenswort, das deinen gaben, Wenn sich trüb- gottes sohn Vom himmel uns sal für uns find't. Lehr uns, herabgebracht, Erleuchte jede na= 138 Erste Abtheilung. nation Durch deiner Leitung Des herzens mir bezwingen. sanfte macht. Steh' mir in diesem kampfe 4. Vereine deine christenheit bei, Daß ich dazu stets wacker Durch deines sel'gen friedens sei, Und immer überwinde. band Erinnr' uns pilger dieMein gott das Herz ich. ſer zeit Stets an das beßre 225. Nicht um ein flüch tig gut der zeit; vaterland. 5. Gott, unsern gott, und Ich fleh' um deinen geiſt; Gott, jejum christ Recht kennen, die denn zu meiner seligkeit, Dein ses ist der quell, Aus welchem theures wort verheißt. ew'ges leben fließt Mach diese 2. Die weisheit, die vom fenntniß in uns hell. himmel ſtammt, O vater, lehr' 6. Lob sei dem vater, lob er mich. Die weisheit, die dem sohn! Lob dir, o tröster das Herz entflammt Zur liebe gottes geist! Einst singen wir gegen dich. ing mung vor deinem thron Ein lied, 3. Dich lieben, gott, ist das würdiger dich preist. seligkeit; Gern thun, was dir Ans tiefer noth schrei ich. gefällt; Wirkt edlere zufrie224. Raß, vater, deinen denheit, Als alles glück der guten geist Mich welt. O allezeit regieren, Daß ich zu 4. Vertrauen hab ich dann dem, was unrecht heißt, Mich zu dir, Dann schenket selbst lasse nichts verführen; Der dein geist Das freudige be sünde reizung widersteh'; Und wußtsein mir, Daß du mir stets auf deinen willen seh', gnädig seist. Darnach allein zu handeln. 5. Er leite mich zur wahr2. böse lust auch hier heit hin, Zur tugend stärk und dort Mich ansicht, weil er mich, Beweise, wenn ich ich lebe: So hilf mir, daß ich traurig bin, Auch mir als ihr so fort Jm anfang wider- tröster sich. strebe; Und daß ich ja ver- 6. Er schaff in mir ein gesse nicht Die todesstunde, das reines Herz, Verstegle deine gericht, Den himmel und die huld; Und er bewaffne mich hölle. mer im schmerz Mit muth und 3. Gib, daß ich denke jeder mit geduld. th zeit An dieſe letzte dinge; Und 226. Nun bitten wir den dadurch alle sündenfreud' Aus heil'gen geist, meinem herzen bringe; Damit Welchen jesus christus uns ich dich mein lebenlang Fer- verheißt, Daß er uns behüte ehre, ohne furcht und zwang für falscher lehre; Alle, die Mit willigem gehorsam. im irrthum sind, befehre. Er4. O stärfe mich dazu mit barme dich, herr! kraft: So wird es mir gelin 2. Du geist der weisheit und gen. Hilf jede böse leidenschaft der kraft, Mach' uns durch dein XVI. Vom heiligen Geiste. 139 dein wort auch tugendhaft; Hilf, 5. Nimm deinen geist, den daß wir ihm glauben, Dem geist der liebe, Den geist des treuen heiland, Der uns brin- glaubens nie von mir, Und gen will zum rechten vaterland stärke mich durch seine triebe, Erbarme dich, herr! Durch seinen beistand für und 3. Du höchster trost in aller für! So leite durch die pilnoth! Hilf, daß wir nicht fürch- gerzeit Mich aus der welt zur topplist ten grab noch tod; Laß, wenn seligkeit. wir einſt ſterben, uns verzagen; Sondern mach' uns frei von allen plagen. barme dich, herr! nicht 228. heiliger geiſt, kehr D Und Er in Wer nur den lieben gott. 227 laß uns deine wohnung sein, Du, unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein großer gott, du In unsern herzen kräftig ſein reincs wesen, Du zu steter freud' und wonne; haft nur reine herzen dir Zu Daß wir Schon hier, Gott deiner wohnung außerlesen; ergeben, Ruhig leben, Und im Ach schaff' ein reines herz in sterben Einst vollkommnes glück mir; Ein herz, das unbefleckt ererben. und frei Bon allen böjen lü- 2. Du quelle, draus die sten ſei. weisheit fließt, Die uns zum 2. Ich falle dir, mein gott, heil so nöthig ist, O schenk, zu fuße. Mich mache christi aus deiner fülle, Uns so viel blut auch rein. Laß redlich einsicht und verstand, Daß heilmeines Herzens buje, Und sam von uns werd erkannt ernstlich meinen glauben sein! Des höchsten gnäd'ger wille. So mache mich zur reinig- Ja gib Den trieb Unsern seeteit Des lebens fertig und belen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vor3. Dein guter geist, o gott geschrieben. regiere Mein ganzes herz, und 3. Steh' uns stets bei mit itche mir in meiner schwach- deinem rath, Und führ uns heit bei und führe Mich von auf den rechten pfad Des heils, der eitelkeit zu dir! Gib einen den wir nicht wissen. Vergeist, der dir getreu, Und leih uns willigkeit, daß wir willig zu gehorchen sei. reit. Dir treulich folgen, wenn wir 4. Durch deine gnade stärk hier Auch darum leiden müsmich schwachen! Mach' mich sen. Drückt last Uns fast Muthvorsichtig in gefahr. Gib, daß los nieder: Laß uns wieder ich durch gebet und wachen Trost empfinden, und die trübDie seele unverletzt bewahr. sal überwinden. Laß mich in deiner gnade 4. Stärk' uns durch deines stehn; Stets in der beğrung trostes traft Zum kampf mit weiter gehn. jeder leidenschaft, Darüber jeder herr 140 Erste Abtheilung. Z herr zu wenden. Und sind wir uns hin; Erfülle uns nach wo dem falle nah: So sei deinem sinn Mit wahrer menmit deiner hülfe da; Erheb' schenliebe: Daß unser her; uns von der erden. Neue mit huld und treu, Stets zuTreue Gib uns schwachen, Du gethan dem nächsten sei; Und kannst machen, Daß wir sie sich darinnen übe. Kein neid, gen, Und im kampf nicht un- Kein streit, Dich betrübe, terliegen. Fried' und liebe Woll'st du 5. Erhalte bei uns immer- geben, Daß wir froh und rufort Den glauben an dein gött- hig leben. lich wort. Nichts muß uns 7. Gib, daß in wahrer heivon ihm trennen. Gib, daß ligkeit Wir führen unsre lewir ihn von herzensgrund Mit benszeit; Sei unsers geistes thaten, so wie mit dem mund, stärke! Laß uns stets bleiben Vor aller welt bekennen: Je- unbewußt Die eitelkeit der sinsum Christum Ohn' aufhören nen Lust, Und ihre schnöden Recht zu ehren Mach' uns tüch- werke. Rühre, Führe Unfre tig, Und sein heil uns werth sinnen Und beginnen Von der und wichtig. erden, Daß wir himmelserben 6. Nimm alle härte von werden. XVII. Vom Worte Gottes. 1. Hoher Werth des gött-| 3. Dein wort ermuntert dich lichen Worts, sowohl Ge= seges als Evangelii. zu lieben; Lehrt, wie viel guts du denen gibst, Die dein ge bot mit freuden üben, Und Wer nur den lieben gott. 229. Dein wort, o höch- wie du väterlich uns liebst. ster, ist vollkom- Und was, o herr, dein mund men: Es lehrt uns unsre verspricht, Bleibt ewig wahr ganze pflicht; Es gibt dem und trüget nicht. sünder und dem frommen 4. Herr, deine tröstungen sind Zum leben sichren unterricht. besser, Als alles silber, gold O selig, wer es achtsam und geld; Ein schatz, weit kösthört; Bewahrt und mit gehor- licher und größer, Als alle sam ehrt. schätze dieser welt. Wer das 2. Es leuchtet uns auf un- thut, was dein wort gebeut, fern wegen! Zerstreut des irr- Dem ist dein segen stets bereit. thums finsterniß; Verkündigt 5. Drum laß auch mich mit gnade, heil und segen, Und lust betrachten, Was mich machet unser herz gewiß. Es dein wort, o höchster, lehrt. lehrt uns, höchster, was du Laß mich darauf gehorsam bist, Und was dir wohlgefäl- achten. Was dein befehl von lig ist. mir begehrt: So fließen trost und XVII. Vom Worte Gottes. 141 6. Wehre allem dem, was sich Wider gott empöret; Wider seinen geist, der dich Seine die wege lehret. Weh dem spötbist, ter, der sich bläht, Mehr als Gott zu dem ich singe: Gott gott zu wissen: Er wird einst, den fein verstand ermißt, Ur- vielleicht zu spät, Gott schon sprung aller dinge; Alle weiß- glauben müssen! heit kommt von dir Zu den 7. Erd' und himmel wird menschenkindern. Sie erleuch- vergehn; Gott, dein wort tet uns, wenn wir Selbst ihr wird bleiben. Lasterhafte, die licht nicht hindern. und seelenruh Ach mir aus deinem worte zu. Jesu, meiner feelen licht. 230. Du, der du wahrheit es schmähn, Werden's nicht 2. Vorurtheil und finster- vertreiben. Könige sind vor niß Füllen unsre seelen; Unser dir staub, Wenn sie sich emblick ist ungewiß; Unsre schlüsse pören; Sind des schnellen todes fehlen; Aber dein verstand raub; Sie, mit ihren herren. weicht nicht von der lautern 8. Du bist wahrheit, ewig wahrheit. Was du denkest, soll Mich von dir nichts trendas ist licht, Richtigkeit und nen; Nicht die welt, von argtlarheit. list voll, Mich erschüttern fön3. Wirf dich, sterbliches ge- nen. Sollt ich hier auch um schlecht, Dankbar ihm zu fü- dein wort Schmach und trübßen: Seine wahrheit und sein sal leiden: So belohnst du recht Lässet er dich wissen. mir's doch dort, Gott, mit Weit erschallt das wort des ehr und freuden. herrn, Daß die welt bekehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Menschen, die ihrs höret! om Geseb. Es ist das heil uns. 4. Gott, was uns dein 231. Herr, dein geſetz, das wort verspricht, Wird und muß du der welt Zur geschehen. Deine drohung kann richtschnur haft gegeben; Das auch nicht Leer vorübergehen; du zur regel vorgestellt, WorHaben tausende nicht schon, nach wir leben sollen, Das Welche vor uns waren, Deine deinen willen offenbart; Iſt strafen, deinen lohn Unschlbar ganz von einer andern art, erfahren? Als menschliche geſetze. 5. Seele, wolltest du nicht 2. Mit äußerlicher ehrbargott Zuversichtlich glauben? feit Läßt es sich nicht begnüSoll der leichtsinn, soll der gen. Obgleich die hand nicht spott Deinen trost dir rauben? schlägt noch dräut; Die lipDer die himmel aufgebaut, pen nicht betrügen; Das auge Kann der jemals lügen? Kann nichts verbotnes sicht; Und er den, der ihm vertraut, unbefleckt sonst jedes glied In Heuchlerisch betrügen? seiner ordnung bleibet. 3. Ob 142 Erste Abtheilung. 3. Ob man nicht flucht, be- er heißt, Laß seinen geist dich trüget nicht, Ob man kein treiben, Denn wer die sünd sabbathsschänder, Kein frev- nicht redlich flicht, Nicht ihm ler, der die che bricht, Kein zu leben sich bemüht, Der mörder kein verschwender; bleibet in gerichte. Kein freund von sündlichemote spuit geschwätz: So ist dein heiliges Vom Evangelio. gesetz Doch damit nicht zu ver sine frieden. min Jefu meine freude. 4. Es fordert, daß das herz 232. Wort aus goties dich, gott, Wie du's verdiee munde! Wer nest, liebe Und sich, zu hal- vom friedensbunde! Evange ten dein gebot, Aus allen fräf- lium! Bald, da wir gefallen, ten übe. Er will, daß, wie Ließ dich gott erschallen! Du du heilig heißt, Auch unser bist unser ruhm! Gottes fraft, herz und ganzer geist Sei hei Die glauben schafft! Gute botlig und unsträflich. schaft, uns zum leben Bon 5. Der geist, von sünden- gott selbst gegeben. liebe rein, Soll sich zu gott 2. Was dein wohlgefallen erheben, Soll immerhin beslis Vor der zeit uns allen, Gott sen sein, Tren jeder pflicht bestimmet hat, Was sonst dunkle zu leben, Begierig auf des schatten Vorgebildet hat nächsten wohl, Nach weisheit ten, Das vollführt dein rath. und der tugend, soll Der mensch Daß dein eid Dich nicht gevoll eifer streben. diareut: 3eigst du nun; in 6. So hat uns gott geof jesu namen Wird er ja und fenbaret Sein recht und seinen amen. Sious willen. Willst du, o mensch, 3. Alles ist vollendet; Gott auf solche art Nun sein gesetz hat den gesendet, Der verheis erfüllen: Wie oft der sünden sen war. Jesus, der sein leben sklaverei Der wille unterwor- Wollte für uns geben, Stellt fen sei, Das wirst du leicht sich wirklich dar; Ja er hat erkennen. Des höchsten rath, Ganz voll7. Entschließ dich drum, zu bracht und lebt in ehre. Ach deinem heil, Dem mittler zu erwünschte lehre! ergeben. Komm, nimm an dej- 4. Da uns strafen drohten: sen gnade theil, Durch den die Thaten friedensboten Heil von sünder leben. Nimm dankbar, gott uns kund. Was für froh und glaubig an, Was er holde lehren Lassen sie uns zu deinem heil gethan, Und hören! Welch' ein theurer preise seine liebe. bund! Gottes huld Tilgt unsre 8. Laß aber auch in deinen schuld, Und wer ihn im glaugeist Dir fein gesetze schrei- ben ehret, Wird von ihm erben Thu' alles willig, was höret. 5. Auf XVII. Tom Worte Gottes. 143 5. Auf! und wehrt den der; Hier steht allen die sein schmerzen. Kommt, ihr, deren hoffen, Nur der weg zum himherzen Das gesetz zerschlug; mel offen. Kommt zu dessen gnaden, Der, 4. Lob und preis und dank für euch beladen, Alle schmer- und ehre Sei dir, herr, für zen trug. Jesu tod Versöhnt diese lehre, Die ein licht uns euch gott, Gott, der ench als aufgestecktet, Und den weg des vater liebet, Und die schuld heils entdecket. Da du deinen vergiebet. john zum leben Der verlornen 6. Hierauf will ich bauen; welt gegeben: Eehn wir unChristo mich vertrauen; Und sers gottes klarheit, Und emin ihm mich freun. Ihm nur pfangen gnad' und wahrheit. will ich leben, ihm mich ganz 5. Gott, wie groß in deinen ergeben, Ewig treu ihm sein: wegen, Und für uns wie reich So werd' ich Auch einst durch an segen, Zeigt sich uns das dich, mein heiland, selig wort vom glauben? Wer will sterben Und den himmel erben. uns den himmel rauben, Wenn Schmücke tich, v liebe. wir auf dein zeugniß bauen, 233. Gott, dein unsichtba- Deiner vaterhuld vertrauen, res wesen Läßt Jesum gläubig heiland nensich in dem lichte lesen, Das nen, Und das durch die that du uns für dieses leben Haft bekennen? mit der vernunft gegeben, Daß o Musta 6. Ist dies nicht von uns du gott bist, muß ich merken, geschehen: O vergib uns das Herr, aus deinen großen wer- vergehen! Sieh' hier unsers fen. Und die pflicht, dich zu herzens reue, Und mach unsern verchren, Kann mich deine glauben neue. Ach, das wort schöpfung lehren. des ew'gen lebens Gabst du 2. Die vernunft zeigt deine uns doch nicht vergebens; Laß größe, Und entdeckt mir meine es ihm bei uns gelingen, Laß blöße. Ich soll mich mit gott es uns zum himmel bringen. verbinden; Doch dies hindern Ich ruf zu dir, herr jesu christ. meine sünden; Und ich kann sie 234. Heil deinem volte, nicht verfühnen, Meine kraft dem du dich, D kann nichts verdienen. Ach ver- höchster, offenbarest; Das du nunft, dies ist der schade; Aber regierst und väterlich Auf ebwie find ich nun gnade? nev bahn bewahrest! Heil uns, 3. Hier erscheint in gröğrer denn dies dein volk sind wir! tlarheit Uns ein licht, das Du lehrst uns, deinen willen wort der wahrheit; Dies ver Recht erfüllen, Und unsern durst spricht den geistlich armen Rei- nach dir Selbst aus der quelle ches, göttliches erbarmen. Hier stillen. ist heil für menschenkinder; 2. Weh' denen, die sich finHier ein bürge für die sün- sterniß, Gott, für dein licht erwäh 144 Erste Abtheilung. erwählen! Wie hoffnungsvoll jesu licht, Nach seinem reiche wie ungewiß Sind ihre stolze trachten. seelen! Du selbst berufst sie 2. 2 obpreisung Gottes für immer noch, Dein himmlisch reich zu erben; Nicht zu stersein Wort. Wir christenleut hab'n. ben! Ihr leichtsinn stürzt sie 235. Herr, dir sei preis; doch In ewiges verderben. Ich glaub' und 13. Der flüger sagt: du wer- weiß: Der grund des heils dest nicht Uns etwas neues sind deine lebensworte; Bei die lehren; denn die vernunft sei sem licht Verfehl ich nicht Den schon das licht, Dich würdig schmalen weg, Die enge himzu verehren. Doch, wenn nur melapforte. dieser schimmer scheint, Der 2. Wir menschen sind Verkann nicht völlig sehen, Sicher kehrt und blind; Und keiner gehen; Nein, sinket, wenn weiß den weg in's ew'ge leben. er meint Auf festem grund zu Den unterricht, Der uns gestehen. bricht, kann uns allein das 4. Zwar die vernunft erfen wort der wahrheit geben. net dich In deinen großen wer-| 3. Daß jesus christ Mein ken; Weiß dein gebot, doch heiland ist; Daß er für mich weiß sie sich zum guten nicht und meine schuld gestorben; zu stärken. Wir sündigen, und Daß ich durch ihn Erlöset bin; sie kann nie Uns wieder dir Daß mir sein blut die seligversöhnen, Unsre thränen Siehst teit erworben. leib du, doch können sie nicht g'nug 4. Daß sich mein geist Dem thun, nicht versöhnen. entreißt: Daß er durch 5. Aus furcht des todes wür- gott unsterblich ist und bleibet; den wir zum traurigsten ge- Daß mich mein hirt Erwecken schlechte, Wenn uns dein wort wird, Wenn gleich den leib nicht, gott, von dir Des him- des todes macht zerstäubet. mels hoffnung brächte. Der 5. Daß einst die welt In sünder kann durch jesum christ trümmern fällt, Wenn gottes Für alle seine sünden Gnade john wird majestätisch kom finden, Der lüste macht men; Daß er den lohn Von und list Durch glauben über seinem thron Dann Dann geben winden. wird den bösen und den from men. 6. Ach theu'r und werth sei uns dies wort, Denn du hast's 6. Daß er mein freund, Wenn uns gegeben! Es leit' uns hier, er erscheint, Mich zu sich nimmt, es bring uns dort, O gott, in's ew'ge freudenleben: Dazum ew'gen leben! Lehr' auch von hat er, Mein gott und die spötter, die es noch mit herr, Nur durch sein wort erstolzem muth verachten, Dar- fenntniß mir gegeben. nach schmachten, Und so, bei 7. Dies wort erfreut In trau: XVII. Vom Worte Gottes. traurigkeit, Und lindert mir Jesu deine tiefen wunden. den kummer, der mich drücket. 237. Gott, durch den wir Die schwermuth weicht, Das sind und leben, herz wird leicht, Wenn mich Deine güte sei gepreist, Daß in angst, o herr, dein wort du uns dein wort gegeben, erquicket. Das zum heil uns unterweist; 145 8. O laß hinfort Dein gna- Das uns unsre pflichten lehrt, denwort Mein ganzes herz zu Warnt, vermahnet, straft bedeinem ruhm beleben, Bis nach kehrt; Und wenn uns ein leider zeit In ewigkeit Ich besser den drücket, Uns mit reichem dich im himmel werd' erheben. trost erquicket. Nun danket alle gott. 2. Gib, daß wir es innig 236. Gelobet jeift du, gott, lieben. Ernstlich, ohne heuchelFür deines wor- schein, Das darin befohlne üben, tes lehre. daß sie Und nicht sein; auch gern Mit fleiß und an- Denn wer deinen willen weiß, dacht höre; Ja mache selbst Und ihn doch nicht thut mit mein herz Von vorurtheilen fleiß, Der ist ärger als die rein, Und laß dein wort mein heiden, Und muß doppelt streiche licht Auf meinen wegen sein. leiden. 100 2. Nie müsse mein gemüth, 3. Darum präge deine lehStatt wahrheit, irrthum währen Tief in unsre seelen ein; len; Und deiner lehren sinn Laß sie uns mit nußen hören, Leichtsinnig sich verhehlen, Leit, Und derselben thäter sein, allerhöchster, selbst Den for- Treib uns dadurch kräftig an, schenden verstand: So wird, Daß wir dich vor jedermann was du mich lehrst, Auch recht Froh bekennen, kindlich lievon mir erkannt. ben, und mit sünden nicht 3. Dein wort bleibt ewig betrüben. wahr; Laß mich's von herzen 4. In der seele finsternissen glauben; Und mir nicht seinen Sei dein wort uns stets ein trost Durch ungehorsam rauben. licht. Laß uns trost daraus Wer hier nach deinem wort genießen, Wenn es uns an Gewissenhaft sich hält: Der trost gebricht. Es versüß uns kommt zum wahren glück, jede noth; Es erquick' uns auch Hier und in jener welt. im tod Durch die Hoffnung 4. Hilf kräftig mir mein ganz zu schauen, Was wir gott, Daß ich auf gute lehre deiner wahrheit trauen. Begierig acht und auch Sie mit gehorsam ehre. Verleih mir deinen geist, Der lust und träfte gibt, Daß man die wahrNun danket alle gott. heit sucht, Find't, glaubt, be- 238. Gott, du willst, daß währt und mein K heilau 3. Bitten zu Gott um würdigen Gebrauch seines Worts. 146 Erste Abtheilung. X heiligkeit genese, Drum gib, gibt; Man lernt ihr wort daß ich dein wort Oft und verstehn, Wenn man es treumit andacht lese, Das wort, lich übt. das deinen rath Von unserm 7. Spricht sie geheimniß heil enthält. Dank sei dir für voll, So laß mich dies nicht dies wort, Den größten schatz schrecken. Kein menschlicher verder welt. stand Kann dich, gott, ganz 2. Erfülle mein gemüth Mit entdecken. Du bleibst unend ehrfurcht und vertrauen, Mit lich hoch, Was mir dein wort Lust und frommem ernst, Da- erklärt, Nicht was mein wis durch mich zu erbauen, Du verlangt, Ist meines glaubens bist's, der in der schrift Zu werth. meiner seele spricht. O segne 8. Sich seines schwachen lichts doch an mir, Herr, deinen Bei gottes licht nicht schämen: unterricht. Ist ruhm, und die vernunft 3. Mein gott, vor welchem Alsdann gefangen nehmen, ich Jetzt meine hände falte, Wenn gott sich offenbart: Dies Gib, daß ich allezeit Dein ist des menschen pflicht; Und wort für wahrheit halte; Und weise demuth ist's, Zu glauben, laß mich deinen rath Empfin- was gott spricht. dungsvoll verstehn, Die wun- 9. Erinnre mich hieran, Wenn Und der am gesetz, Am wort vom mich die zweifel kränken, kreuze sehn. lehre mich dabei, Zu meinem 4. Du, aller wahrheit gott, heil bedenken: Dort sei die Kannst mich nicht irren lassen. zeit des schauns, Und hier des Untrüglich ist dein wort, Oglaubens zeit; Dort wachſe, laß mich daraus fassen, So wie mein glück, Mein licht in viel mein heil verlangt. Du ewigkeit. bist's, der weisheit gibt, Wenn 10. Find' ich in deinem wort man sie redlich sucht, Und aus Noch manche dunkelheiten, So gewissen liebt. laß mich einen freund, Der 5. Gib, daß dein kräftig wort mehr als ich sieht, leiten. Ein Mein Herz auch mächtig rühre, forschender verstand, Der sucht Und daß ich mir den spruch mit emsigkeit; Ein angefocht Oft zu gemüthe führe, Der nes herz Hebt manche dunmich vor andern rührt, Dann kelheit. stärke mich durch ihn mit ernst 11. Stets sei dein wort mir und munterkeit, Das gute zu werth; Es ist mein glück auf vollziehn. erden, und wird es einst noch 6. Um tugendhaft zu sein, mehr In jenem leben werden. dazu sind wir auf erden. Wer Nie irre mein gemüth Der deinem wort gehorcht, Den bibelfeinde spott! Die Lehre, läßt du inne werden: Die lehre die sie schmähn, Bleibt doch sei von dir, Die uns die bibel dein wort, o gott! Wer XVII. Vom Worte Gottes. 147 Wer nur den lieben gott läßt. Wenn doch das herz noch böse 239. Mein gott, du woh- bleibt? Drum hilf, daß ich nest zwar im der wahrheit treu, Und daß lichte, Dahin kein sterblich auge mein glaube thätig sei! dringt; Doch gibst du uns zum 7. Laß dein erkenntniß mir unterrichte Dein wort, das uns im leiden Die quelle wahren erkenntniß bringt: Was du, o trostes sein: Um mich, wenn allerhöchster, bist; Was mit leib und seele scheiden, Des uns deine abjicht ist. bessern lebens zu erfreun. Da 2. So gib denn, daß ich irr' und want ich weiter nicht darauf achte Als auf ein licht und sehe dich in hellem licht. im dunkeln ort, Und wenn ich Ich hab in gottes herz und stun. ernstlich es betrachte: So hilf 240. Du hast auch mir selbst meinem forschen fort. zur seligkeit, Mein Für deiner wahrheit hellen gott, dein wort gegeben; Hilf, schein Laß aug' und herz stets daß ich darauf allezeit Mög' offen sein. achten, darnach leben. Sein 3. Hilf, daß ich deinem unterricht Gibt mir g'nug licht worte glaube, Das mich zur Die bahut des heils zu sehen. wahren weisheit führt; Damit Es zeiget mir Den weg zu dir; fein falscher wahn mir raube, Laß mich ihn freudig gehen. Was mir ein ew'ges heil ge- 2. Eröffne du, zu meinem biert. Kein spöttergeist verführe heil, Die augen meiner feele; mich; Kein zweifel sei mir Daß ich mein allerbestes theil hinderlich. Erkenn' und auch erwähle. 4. Das ist der weg zum Laß ich mich hier, Mein gott, ew'gen leben, Daß wir, o va- von dir Und deinem wort reter, dich und den, Den du gieren: So wirst du mich Auch zum heil uns hast gegeben, Er- sicherlich Zur wahren wohlkennen, lieben und erhöhn. Ofahrt führen. führe du auf dieser bahn Mich 3. Dein wort lehrt mich, selbst durch deine wahrheit an! daß diese zeit Mir sei von dir DIE 5. Vor allem gib, daß stets gegeben, Im fleiße wahrer heilebendig Bei mir, gott, dein lichkeit Nach ew'gem glück zu erkenntniß sei: Und daß ich streben. Ja es verschafft Mir dir darnach beständig Lieb', ehr- dazu kraft, Wenn ich's zu herfurcht und gehorsam weih'. zen fasse. Drum hilf du mir, Gib, daß ich thu' mit allem Daß ich es hier nicht aus fleiß, Was ich von deinem dem herzen lasse. willen weiß! 4. Nichts gibt uns solchen 6. Was hilft das richtigste frohen muth, Als deines wor erkenntniß, Wenn's nicht zu tes weide. Kein glück der welt, deiner liebe treibt? Was nutzt kein irdisch gut Schenkt uns aufgeklärt verständniß, so große freude. Dein wort allein ein 2 148 Sie Erste Abtheilung. allein Ist trost in pein; Ist wissen Doppelt streiche leiden unser sieg in schmerzen; In müssen. jeder noth, Auch selbst im tod, 4. Folg' ich seinem unterIst's trost für fromme herzen. richt: O so werd' ich's auch 75. Wie glücklich ist, o gott, erfahren, Was er denen gut's schon hier, Wer deine wahr- verspricht, Die es hören und heit ehret; Und durch dein bewahren: Dann wird es auch wort belehrt von dir, Die mir im leiden Eine quelle wahrechte weisheit höret. Ein from- rer freuden. do hlon pur mer sinn Ist sein gewinn. 5. Hilf, auch, daß von zeit Dein segen, dein verschonen. zu zeit Meine kenntnisse sich Bringt hier ihm ruh, Und dort mehren. Find ich dann noch wirst du mit ew'gem glück ihm dunkelheit Bei des glaubens lohnen. hohen lehren: O so laß mich 6. Wenn alles fällt, so bleibt demuth lernen, Und von zweidein wort, gott, doch ewig felsucht entfernen. 2 napj stehen. Drum laß mich dar 6. Gib, daß ich in deinem auf immerfort In meinem wan- licht Immermehr gerührt er del sehen. Es macht uns frei, kenne Jener herrlichkeit gewicht, Zum guten treu, Lehrt jede Und mich dann nur glücklich noth besiegen; Drum sei's auch nenne: Wann ich weislich dar mir Beständig hier Das seligste nach trachte, Und die sündenvergnügen. Quo lust verachte. Jis Liebster jesu wir sind hier. 241. Herr, mein 7. Gib mir immer neue fraft, licht, Deinem wort gemäß zu hanerleuchte mich, deln; Und vor dir gewissenDaß ich mich und dich erkenne; haft Auf der tugend pfad zu Daß ich voll vertrauen dich wandeln: So wird einst in Meinen gott und vater nen- jenem leben Mich ein hellres ne; Daß ich dadurch auf der licht umgeben. jour erde für den himmel weije 3 ist das heil uns kommen. werde. 242. Herr, deine rechte, 2. Zuverlässig ist dein wort; dein gebot, DarLehre michs nur recht verstehn. nach wir sollen leben, Wollst Wenn ich's forsche, hilf mir du durch deinen geist, o gott, fort, Sicher daraus einzuse- In's herz mir selber geben: hen: Was zu meinem heil mich Daß ich zum guten willig fei, führet, Und zu meiden, mir Und redlich, ohne heuchelei, gebühret. Was du befiehlst, vollbringe. 3. Aber laß mich nicht allein 2. Gib, daß ich dir allein Richtig seinen sinn verstehen; vertrau', Allein dich fürcht Laß mich auch beflissen sein, und liebe; Auf menschenhülf Den erkannten weg zu gehen. und trost nicht bau'; Mich Denn sonst würd' ich bei dem darum nicht betrübe. Laß großer XVII. Vom Worte Gottes. 149 großer leute gnad' und gunst, 8. Verleih' daß ich mich redGewalt, pracht, reichthum, witz lich nähr', mich böser ränke und kunst mir nicht zum ab- schäme. Dem Herzen geiz und gott werden. unrecht wehr: Was mein nicht 3. Hilf, daß ich deinen gna- ist, nicht nehme. Gewinn ich denbund, Aus deinem wort er was mit meiner hand, Sei es fenne; und deinen namen nie auf arme gern verwand; Und mein mund Ohn' herzensan nicht auf pracht und hoffart. dacht nenne. Vergessen laß es 9. Hilf, daß ich meines nächmich auch nicht, Wie stark sten ehr zu retten, sorge trage, mich meiner taufe pflicht Zu Schmach und verachtung von deinem dienst verbindet. ihm fehr, Nichts böses von 4. Am tage deiner heil'gen ihm sage. Aufrichtigkeit regiere ruh Laß mich gern vor dich mich, Und mein gemüth enttreten; Die stunden heilig brin- ferne sich Vom lügen und vom gen zu, Mit freuden zu dir lästern. beten, Dein wort sei meines 10. Laß mich des nächsten herzens lust, Dein friede sei haus und gut Mit unrecht nie in meiner brust, Dein lob in begehren. Was mir zum leben meinem munde. nöthig thut, Das wollst du 5. An eltern, an der obrig- mir gewähren. Doch daß es keit, An denen die mich leh- niemand schädlich sei, Ich auch ren, Laß mich, o vater, jeder durch deine huld dabei Ein zeit Dein göttlich bild vereh- ruhig's herz behalte. 10 ren. Für ihre treu und müh 11. Gott, du bist herr; der laß mich, Auch wenn sie wer- mensch dein knecht. Ich tenne den wunderlich, Gehorsam sein deinen willen. Gern wollt ich und dankbar. ihn auch, wie es recht, In 6. Hilf, daß ich nimmer eigne heiligkeit erfüllen. Doch fühl' HA rach Aus zorn und seindschaft ich wohl, was mir gebricht, übe. Verfolgt mich auch ein Und wie ich wahre tugend nicht feind mit schmach, Daß ich Vermag durch meine kräfte. verzeih und liebe. Auch jedem 12. Drum gib du mir von gern sein glücke gönn', Von deinem thron, O vater, kraft herzen segne jeglichen, Und wo und stärke. Bereite mich o ich kann, ihm diene. borgottesjohn, 3um thäter guter 7. Unreine werk' der finster- werke. O heil'ger geist, hilf, niß Laß lebenslang mich mei- daß ich dich Von ganzem Herden. Ein unkeusch herz strafst zen und als mich Auch meidu gewißz, Auf wollust folgen nen nächsten liebe. leiden. Schaff du in mir ein Ach gott und herr. Me reines herz, Das üppigkeit und 243. Gott ist mein hort! geilen schmerz Sich nimmermehr erlaube. and Und auf sein wort Soll meine seele trauen. Sch wandle 150 Erste Abtheilung. V wandle hier, Mein dir Im glauben, nicht schauen. gott, vorsvorschrift ehre. Dem, was sie im verheißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. 2. Dein wort ist wahr, Laß 2. Nur bei deiner wahrheit immerdar Mich seine kräfte licht Lernen wir gott recht erschmecken. Laß keinen spott, Ofennen: Jhn mit froher zuverherr, mein gott, Mich von dem sicht Unsern got und vater nenglauben schrecken. nen. Und nach seinem heil'gen 3. Wo hätt' ich licht, Wo- willen, Unsre pflichten treu erfern mich nicht Dein wort die füllen. wahrheit lehrte. Gott, ohne 3. Was die weiſen dieser sie Verstünd' ich nie, Wie ich welt Vor dir nicht erforschet dich würdig ehrte. haben, Das hast du in's licht 4. Dein wort erklärt Der geſtellt; Und durch deines geiseele werth, Unsterblichkeit und stes gaben Bringst du es in leben, Daß dieſe zeit Zur unsre seelen, Daß wir heil und ewigkeit Mir sei von dir ge- leben wählen. geben. A 4. Du entdeckst uns unsre 5. Den ew'gen rath, Die schuld, Und der sünden großen missethat Der sünder zu ver- schaden; Aber auch des höchsühnen; Den kennt ich nicht, sten huld, Und den reichthum wär mir dies licht Nicht durch seiner gnaden; Lehrst uns, al dein wort erschienen. ler unsrer sünden Gnädige ver6. Nun darf mein herz, In gebung finden. ren und schmerz, Der sünden 5. Huldreich rufest du uns nicht verzagen. Nein, du ver- zu: Kommt zu mir, beschwerte zeihst, Lehrst meinen geist, Im seelen! Es soll euch zu eurer glauben, vater! sagen. ruh, Nicht an troste bei mir 7. Mich zu erneun, Mich fehlen; Wollt ihr anders von dir zu weihn! Ist meines heils mir lernen, Euch von sünden geschäfte; Durch meine müh' zu entfernen. Vermag' ichs nie. Dein wort gibt mir die fräfte. 6. Herr dein evangelium Hat viel tausend, tausend, zeugen, Die 8. Herr, unser hort, Laß zu deines namens ruhm Dankdieses wort Mir licht und freude bar ihre fnice beugen; Daß du geben; Es sei mein theil; Es noch dein wort erfüllest, Und sei mein heil; Und kraft zum der seele kummer stillest. ew'gen leben. 7. O nimm gnädig an den dant, Den ich dir voll ehrLiebster jesu wir sind hier. furcht bringe. Höre meinen lob244, Theuer sei mir alle- gesang, Den ich hocherfreut zeit, Herr, mein dir singe. Du, du heilst auch heiland, deine lehre. Gib, daß mich aus gnaden Von der sünich mit folgsamkeit Treulich ihre den großen schaden. 8. Köft XVII. Vom Worte Gottes. 151 8. Köstlicher, als gold sei abwende, Denn du bist ein gemir, Was dein göttlich wort rechter gott, Und strafft gemich lehret. Dant, ja ewig, wiß am ende. Erweck' uns dank sei dir, Für den trost, den durch der wahrheit kraft, es gewähret. Werd' ich einst Und was sie gutes in uns zu dir erhoben: Will ich wür- schafft, Das laß uns treu bediger dich loben. wahren. 9. Stets, so lang ich hier 5. Herr, öffne du verstand noch bin, Will ich dir zur und herz, Daß wir dein wort ehre wandeln: Täglich mit recht fassen, In lieb und leid, verneutem sinn Nur nach in freud und schmerz, Es aus deinem willen handeln: So der acht nicht lassen; Daß nimmst du mich einst im wir nicht hörer nur allein; scheiden Auf zu deinen höhern Nein, auch desselben thäter freuden. sein; Frucht hundertfältig bringen. Sei lob und ehr dem. 245. Wir menschen sind 6. Geist gottes, mache selbst zu dem, o gott, uns gleich Dem fruchtbarn guWas geistlich ist, untüchtig. ten lande: Daß wir, an gus Dein wesen, wille und gebot ten werken reich, In unserm Ist viel so hoch und wichtig. amt und stande, Das thun, Wir wissens und verstehens was uns dein wort gebeut, nicht; Wo uns dein göttlich und frei vom dienst der eitelwort und licht Den weg zu keit, Des glaubens kraft bedir nicht zeiget. weisen. 2. Von jeher hast du ausge- 7. Laß uns, dieweil wir lefandt Propheten, deine knechte: ben hier, Der sünder weg verSie machten in der welt be- meiden, Gib, daß wir halten kannt Dein heil und deine fest an dir, Im wohlstand, wie rechte. Zuletzt ist selbst dein im leiden. Rott aus, was eigner sohn, D vater, von des dir, herr, nicht gefällt. Hilf himmels thron Gekommen, uns uns die sorgen dieser welt zu lehren. CHN TAL Und böse lüste dämpfen. 3. Für solches heil sei, herr 8. Erhalt uns dein wort gepreist! Laß uns dabei ver- klar und rein, Und laß es bleiben. Und gib uns deinen unsern füßen Ein licht auf uns guten geist, Daß wir dem sern wegen sein. Hilf, daß worte glauben; Daß wir's wir draus genießen Kraft, rath annehmen jederzeit Mit ehr- und trost in aller noth, Daß furcht, treu und willigkeit, wir im Leben und im tod, BeAls gottes, nicht der men ständig auf dich trauen. ichen. 9. Es müsse sich vor dei4. Hilf, daß der frevler fre- ner ehr, Gott vater, weit cher spott uns nicht vom wort ausbreiten. Hilf, jesu, daß uns 152 Erste Abtheilung. uns deine lehr' Erleuchten in uns wirken immerfort mög' und leiten. O heil'ger Lieb', hoffnung, trost und geist, dein göttlich wort Laß glauben. en XVIII. Von der Taufe. Nun lob mein' seel den. 4. Ja, hilf du selbst uns 246. Geweiht zum chri- allen, In deinem willen stets stenthume, Sind beruhn, Und dir zum wohlTour 1110 wir auch dir, o gott, geweiht, gefallen, Nach deines sohnes Nur dir zum preis und ruhme lehre thun. Du wirst in die Zu führen unsre lebenszeit; sem leben, Wie du bisher geUns deiner vaterliebe In christo than, Uns, was wir brauchen, zu erfreun; Und deines gei- geben. Verleih' uns auch nur stes triebe Gehorsam stets zu dann Die beste deiner gaben; sein; Damit wir schon auf Daß wir durch jesum christ erden, Noch mehr in jener Theil an dem erbe haben Daswelt, Des glücks theilhaftig unvergänglich ist. werden, Daß nur der christ Wer nur den lieben gott.s erhält. 247. ch bin getauft nach 2. Wie viel hat deine gnade jesu lehren Dich, An uns, von jeher, gott ge- vater, deinen sohn und geist, than! Auf diesem pilgerpfade So zu bekennen und zu ch Fing kaum sich unsre wohl- ren, Daß herz und mund und fahrt an: So gabst du schon that dich preist; Und dann uns armen Am reiche christi des glücks, ein christ zu theil, Und brachst uns aus er- sein, Mich hier und ewig zu barmen Die bahn zu seinem erfreun. heil. Du schafftest unsern see 2. Durch diese stiftung deilen Früh schon gelegenheit Zu ner gnade Ward jedes recht kennen und zu wählen Den der christen mein. Du weihweg zur seligkeit. ori test mich in diesem bade Zu 3. Herr, auch für diese güte deinem find und erben ein; Gebührt dir unser lobgesang. und thatest in der folgezeit Mit freudigem gemüthe Bringt An mir noch mehr barmherunser herz dir preis und dant; gigkeit. Daß du uns durch die taufe 3. Du öffnetest mir das verZu christen hast geweiht, Und ständniß Durch deines sohnes uns zum fugendlaufe Mit dei- lehr' und geist, Durch sie genem licht erfreut. Gib, daß langt ich zur erkenntniß, Wie wir oft ermessen, Was uns man dich würdig ehrt und dein wort verspricht, Und straf- preist; Und welches heil dein bar nie vergessen, Die dir ge- gnäd'ger rath Dem, der dich lobte pflicht.den ehrt, bereitet hat. 4. Daß XVIII. Von der heiligen Taufe. 153 4. Daß nicht, von leicht dich, um dein zu sein, Vater, sinn hingerissen, Undankbar dich sohn und geist getaufet, Deſ mein herz vergaß: Erinner sen soll mein herz sich freun, test du mein gewissen An Ewig, ewig bin ich dein. seine pflicht ohn' unterlaß; 2. Welch ein göttlicher geUnd wecktest mich zum tugend- winn, Daß ich durch der lauf Durch deine wahrheit taufe gabe Gottes kind und mächtig auf. mit erbe bin, Daß ich ihn zum 5. Gelobt, mein gott, sei vater habe! Heilig, heilig will deine liebe, die mir, noch eh' ich sein. Ewig, vater, bin ich ich dich gefannt, Aus freiem, dein! väterlichem triebe, Schon so mente 3. Jch gelob' es, und denviel gutes zugewandt! Wie noch Brach ich oft den bund huldreich hast du mein gedacht, der taufe; Kämpfte schon und Und für mein wahres wohl wurde doch Schwach im kampf gewacht! und matt im laufe, Dennoch 6. Wie sollt ich dich denn will noch jesus mein, Gott nicht verehren, Und dir ein will noch mein vater sein. herz voll liebe weihn? Nicht 4. Dies, o gott, versprachst gern auf seine stimme hören, du mir: Das hat jejus mir Und kindlich dir gehorsam sein? verheißen. Und ich sollte, sünde Was dich entehrt, sei fern von dir, Dir, o welt, mich nicht mir. Geheiligt sei mein leben entreißen? Ja, ich will's, ich dir! will nicht dein, Ich will mei7. O stche nur mit deinem nes gottes sein! geiste, Wie du verheißen hast, 5. Jesum,( dem ich bin gemir bei; Daß ich, was ich tauft, Bin von ihm so hoch versprech', auch leiste, Und erhoben, Bin ihm durch sein Und blut erkauft) Jesum soll mein mich leben loben, Ihm will ich( denn nicht, Mein gott, vor deinem ich bin sein) Meine ganze seele angesicht. U treulich dir ergeben sei! feht' ich, so verwirf weihn. 8. Erwecke mich durch deine 6. Wachen will ich flehn gnade Zum steten Ernst der um fraft, Daß ich stets auf beßerung! Und leite mich auf seinem wege, Heilig und gesichrem pfade Des glaubens wissenhaft Und im glauben und der heiligung. Gott mei wandeln möge. Und er wird nes heils, sei ewig mein, mir kraft verleihn, Treu bis Und laß mich stets dein ei in den tod zu sein. gen jein! Jesus meine zuversicht. 7. Höre mich, denn ich bin dein, Theuer dir, mein Gwig, ewig bin ich gott, erkaufet, Vin auf dich, dein, Theuer dir, um dein zu sein, Vater, sohn mein gott, erkaufet! Bin auf und geist getaufet. 248. Ewig, ewig 154 si Erste Abtheilung. ewig, laß mich dein, Ewig laß ein christ dir angehört, Dies mich selig sein. glück mach' tünftig ihnen werth! Bei einer Laufhandlung. Vor der Taufe Nun lob meine seel' den herrn. 1. eines Kindes: 250. Geweiht zum chri 249. Du wiejeft, ieju, stenthume, Ist dienicht die kleinen, ses kind nun gott geweiht! Die dir die eltern brachten, Erzieh' es dir zum ruhme, ab; Erkannst auch kinder für Du vater der barmherzigkeit! die deinen, und sahst voll Verlängert deine liebe Sein huld auf sie herab! Laßt, leben: so verleih', Durch deiſprachst du: lasset sie zu mir, nes geistes triebe, Daß es Und wißt, das himmelreich ist dir immer treu, Den hohen ihr. kolom werth der tugend Schon früh 2. Dir sei auch dieses kind empfinden lern'. Es ziere fei empfohlen, Dir dessen treu ne jugend Die seelge luſt am unwandelbar! Wir bringen's, herrn. wie dit selbst befohlen, Dir jetzt 2. Auch wir sind gott gein deiner taufe dar! Ach segne weihte Durch unsre taufe: der es, herr jesu christ, Der du gedank' Ermuntre uns noch der taufe stifter biſt! heute zu einem neuen lobge 3. Laß durch dies siegel dei- sang. Erweck uns zum verner gnade Sein christenrecht trauen, Mit kindlich frohem bestätigt sein: Und weihe es sinn, Gen himmel aufzuschauen, in diesem bade Zum erben Zu unserm vater hin; Erdeines himmels ein; Und daß weck uns, zu ermessen, Was ein christ dir angehört, Dies uns sein wort verspricht; Und glück mach' künftig ihm recht nimmer zu vergessen Der ihm werth. gelobten pflicht. Nach der Taufe 1. eines Kindes. 2. mehrerer Kinder. 2. mehrerer Kinder. Herr, der du selbst die tauf Geweiht zum chriſtenthume befohlen, Dir, dessen treu Sind diese finder gott geunwandelbar; Dir sein die kin- weiht! Erzieh' sie dir zum der hier empfohlen! Wir brin- ruhme, O vater der barmhergen sie der taufe dar. O segne zigkeit! Verlängert deine Liebe fie, herr jesu christ, Der du Jhr leben: so verleih, Durch der taufe stifter bist! deines geistes triebe, Daß je 2. Laß durch das siegel dei des, dir recht treu, Den honer gnade Ihr christenrecht hen werth der tugend Schon bestätigt sein; Und weihe sie froh empfinden lern'. Es ziere in diesem bade Zu erben dei- ihre jugend Die sel'ge lust am nes himmels ein; Und daß herrn. XIX. Vom 155 XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindungen solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffene Christen denken und handeln wollen. Bei der Vorbereitung zu wiß nicht schade; Daß ich Hause und in der Ver- durch deinen kreuzestod Entsündigt, und versöhnt mit gott, Ein erbe sei des lebens. fammlung. 6. Wie werd' ich denn, der sünde feind, Dich mein erretter Des mittlers, heut' empfahen: lieben! Wie ernstlich mich, mit Von allem weltgeschäfte fern, dir vereint, In frommen thaWill ich zu ihm mich nahen. ten üben! Wie werd' ich dir Otag, wie heilig bist du mir! mein lebenlang Für deine liebe Wie soll ich meine seel an dir preis und dank, O mein verZu meinem gott erheben! jöhner bringen! 2. Nicht die gewohnheit treibt 7. Ich steh' vor deinem anmich hin; Nicht der betrug der gesicht Du siehst, daß ich nicht sünde: Daß auch ein laster lüge. Du siehst auch, daß hafter sinn Blos dadurch guade mein herz sich nicht mit vorfinde. O herr, erhalt' von satz selbst betrüge: So komm heuchelei Mich allzeit unbe- ich denn mit freudigkeit, Voll fleckt, und frei Von lust zur hoffnung meiner seligkeit, Zu deinem abendmahle. übertretung. SHA Nun freut euch lieben. 251. Ich will das abendmahl des Herrn, 3. Bekennen will ich's öf- 8. O meine seele, denke nach fentlich: Dein sterben sei mein Wie sündlich war dein leben! leben! Dir, mein erlöser, hab' Durch wessen leiden, wessen ich mich Zum eigenthum erge- schmach Hat gott es dir gegeben. Ich will, so lang ich ben! Was bist du dem, der lebe dein, Und deiner liebe so dich liebt, Daß er für dich mich erfreun; Mich sterbend sein leben gibt, Für seine liebe deiner trösten. schuldig? 4. Demüthig will ich meine Es ist gewißlich an der zeit. ſchuld Vor meinem gott geſte 252. Ich preise dich, o hen. Und, überzeugt von seiherr, mein ner huld, Zu ihm um gnade Für deine todezleiden: Hab' flehen! Ich will mit göttlichem ich an ihren früchten theil: vertraun Nach deinem freuz, o Was fehlt dann meiner freujesu, schaun, Und fröhlich gnade den? Du warst ein opfer auch hoffen. für mich, Ogib, daß meine 5. Dein leib und blut ver seele sich Des ewig freuen sichre mich Von gieser deiner möge. gnade; Daß meiner sünden 2. Du läsfest mich in deinem schuld durch dich mir nun ge- tod Das wahre leben finden. Er 156 Erste Abtheilung.' Erlösung aus der größten noth, lösten geist Zu deiner freude Vergebung aller sünden, Ge- führet. wissensruh, zur beß'rung kraft, 8. Zu meinem heile haſt du Das hast du, herr, auch mir dich für mich dahin gegeben; verschafft, Da du am freuze Dein abendmahl erwecke mich, starbeſt. fors Mit ernst darnach zu streben. 3. Dein abendmahl ist mir Herr, mache mich dazu ge ein pfand Von dieser großen schickt Und werd' ich einst der güte. Wie viel hast du an welt entrückt: So sei dein tod mich gewand! O stärke mein mein leben. gemüthe Zum glaubigen ver- Schmücke dich, o liebe serle. traun auf dich, Daß ich, so 253. Schicke dich, erlöste lang ich lebe, mich An deine seele, Gläubig, gnade halte. nach des herrn befehle, Sei 4. Ich fühle, herr, voll reu' nen mittlerstod zu feiern; Deiund schmerz Die last von meinen dank ihm zu erneuern. nen sünden. Laß mein vor Auch für dich hat er sein le dir gebeugtes herz Den großen ben In den bängsten tod getrost empfinden: Daß du, aus geben: Dir auf zeit und ewiggottes vaterhuld Auch mir ver- feiten, Heil und wohlfahrt zu gebung meiner schuld, Auf buße bereiten. hast erworben. 2. 3um genusse seiner gna5. Den trost den mir dein den Wirst du von ihm eingetod verschafft, Werd' ewig mir laden. Gil ihm demuthsvoll zum segen; Er stärke mich mit entgegen, Und nimm theil an neuer fraft Auf allen meinen seinem segen. Komm, getrost, wegen: Nur das zu thun, was es ist sein wille; Komm, und dir gefällt, Und alle fürcht und schöpf aus seiner fülle Neuen lust der welt Etandhaft zu muth und neue triebe, Zur überwinden. verehrung seiner liebe. 6. Wie soll ich die barm- 3. Herr, ich komme mit verherzigkeit, Die du mir thust, langen, Glaubensstärkung zu ermessen? Gib, daß ich sie zu empfangen; Der du huldkeiner zeit Undankbar mag ver- reich deinen frieden Sterbend gessen; Daß ich, aus ächter auch mir hast beschieden. Hier gegentreu, Ganz deinem dienst fall ich zu deinen füßen; Laß ergeben sei Und dir zu ehren mich würdig doch genießen lebe. Deines mahls, der seelenspeise 7. Laß deines leidens großen Mir zum heil und dir zum zweck Mir stets vor augen preise. stehen. Nimm alle hindernisse 4. O wie sehnt sich mein weg, Die ebne bahn zu gehen, gemüthe, Menschenfreund, nach Die mir dein heilig vorbild deiner güte! Ewig währet deiweist, und die einst den er- ne treue, Und du siehst mein Herz XIX. Vom heiligen Abendmahl. 157 herz voll reue! Ach, so wollst neuct! Ganz sei dir mein herz du meinen zähren Deine trö- geweihet! Wie du hier gelebt, stung auch gewähren: Meiner zu leben, Will ich täglich mich sünden nicht gedenken, Und mir bestreben! Dir gelob ich, deine deinen frieden schenken! glieder, Alle menschen, meine 5. Ja, ich hoff auf deine brüder, Immer mit den reingnade, Daß sie mich der schuld sten trieben, Immer, wie mich entlade, Und mit neuer fraft selbst, zu lieben. zum werke Meiner heiligung, 3. Jch gelobe dir von hermich stärke. Was du, da du zen, Meiner brüder noth und für uns starbest, Jedem, der, schmerzen Täglich brüderlich zu gott sucht, erwarbest; Seelen- lindern; Elend, wo ich kann, ruh und ew'ges leben, Wirst zu mindern; Ich gelobe dir du mir gewiß auch geben.od mit freuden, Auch das unrecht 6. Deiner will ich stets mich still zu leiden; Ungeduldig nie freuen, Ganz mich deinem dienste zu klagen; An dir niemals zu weihen: Nur nach deinem wil verzagen. isplitra in mi len leben; Und dich dankbar 4. Was du hasfest, will ich froh erheben. Deine huld ist hassen, Ganz von dir mich leiunermeßlich: Herr, sie sei mir ten lassen; Nie mit vorsatz dich unvergeßlich: Daß ich dich auf betrüben; Alles, was du liealle weise Herzlich lieb' und best licben. Zwar ich kenne thätig preise. meine schwäche, Jesu, da ich 7. Du, dem die verklärten dies verspreche; Morgen hab' schaaren, Die, wie ich auch ich oft gebrochen, Was ich heute schwache waren, Ewig dank dir versprochen. und jubel singen, Daß sie hier 5. Darum hilf du mir und dein heil empfingen. Laß auch stärke Mich zu jedem guten mich einst dahin kommen, Daß werke. Du allein kannst mich ich mich mit allen frommen erlösen Von versuchungen zum Ewig deiner huld erfreue, Und bösen. Hilf, den ersten reiz dir meinen jubel weihe. zu sünden, Eh' er start wird überwinden; Laß mich ihre folIn voriger melodie. 254. Herr, ich falle vor gen schrecken; Und der unschuld dir nieder, Danke freuden schmecken. dir und singe lieder, Dir, o Gin lämmlein geht. tilger meiner fünden, Wer 255. Ich komme, herr, fann deine lieb' ergründen? und Meine schulden willst du decken; Mühselig und beladen. D Willst mich todten auferwecken; mein erbarmer, würd'ge mich Willst ein ewig selig leben Des fiegels deiner gnaMir, wenn ich dir glaube, den. Ich liege hier vor deigeben. nem thron, Sohn gottes und 2. Nun so sei der bund er- des menschensohn, Mich deiner 158 Erste Abtheilung. ner zu getrösten. Ich fühle und leben zu empfahen, Laß meiner sünden müh'; Ich suche würdig uns zum heiland naruh', und finde sie Im glau hen; Und sprich uns los von ben der erlösten. fünd und tod. Laß uns getreu 2. Dich bet' ich zuversichtlich dir sein Und führ uns endlich an. Du bist das heil der jün- ein, In dein leben. Der weg der, Hast ihre schulden abge ist schmal, Bereit uns all Zu than, Und wir sind gottes deinem großen abendmahl. finder. Ich denk an deines leidens macht und an dein wort: Bei der Kommunion. Jesu, deine tiefen wunden. und freuden es ist vollbracht! Du hast mir 257, Roller ehrfurcht dank heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt; Mit versöhnte gott die welt; du für sie gestorben. sich Komm ich, herr, auf dein Da gebot Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk an deinen 3. So freue dich, mein herz tod. Mittler, der du für mich in mir! Er tilget meine sün- starbst, Mir ein ewig heil er den Und läßt bei seinem mahle warbst! Dir zur ehre stets zu hier Mich gnad' um gnade leben Sei mein eifrigstes be finden; Er hört der reue sehn- streben. lich flehn, Will gern mich frei 2. Ich empfind es jetzt auf's und glücklich sehn, Will mir neue, Was ich dir, herr, schuldig die schuld vergeben. Nur soll bin. Du, du gabst mit großer ich dem, der für mich starb, treue Ganz dich mir zum dienste Und mir so großes heil erwarb, hin, Wiesest mir den weg zu Von ganzem Herzen leben. Und ertrugst den schwer 4. Ja, herr, mein glück ist sten tod, Mir im leben und dein gebot; ich will es treu im sterben Sichre tröstung zu erfüllen. Verleihe mir durch erwerben. gott deinen tod Die fraft zu diesem 3. Durch dich ist zu gottes willen. Laß mich von nun an gnade Freier zutritt und die eifrig sein, Mein ganzes leben kraft, Auf der tugend sel'gem dir zu weihn, Und deine huld pfade Fest einherzugehn, ver zu preisen. Laß mich den ernst schafft. Und du rufft auf's der heiligung Durch eine wahre neue mir Durch dein nachtbesserung Mir und der welt mahl, daß ich hier Theil an beweisen. deinem segen nehme; Und mich deiner niemals schäme. Unmittelbar vor der Kommunion. Wachet auf rust uns. 4. Sollt ich, jesu, denn ver gebens Diese deine huld em 256. Herr, du wollst uns pfahn? Nicht zur bessrung meivorbereiten, Zunes Lebens Mich zu deinem deines mahles seligkeiten. Sei tische nahn? Ja mit neuem mitten unter uns, o gott Heil ernst will ich mich für sünden scheun XIX. Vom heiligen Abendmahl. 159 scheun, und dich Durch ein dir Das ganze volk der christengeheiligt leben, Mit vermehr- heit Wohlthätig eingeladen. Du tem fleiß erheben. rufst: mühsel'ge kommt zu mir! 5. Diesen vorsatz, den ich Ich komme, heiland! ja, zu dir habe: Thätig dankbar dir zu Erheb ich meine seele. Entsein, Präg' ihn jesu, bis zum zeuch mir deine gnade nicht; grabe, Tief in meine seele ein. Sei auch mein trost, mein heil, Gib mir fraft, ihn zu voll- mein licht. Du siehst, wie oft ziehn; Lehre mich mit vorsicht ich fehle. fliehn, Was ihn könnte bei mir 2. Ja, meiner schulden sind schwächen; Was mich reizt, weit mehr, Als ich vermag zu ihn gar zu brechen. zählen. Ich fühl es wohl und 6. Laß mich über alles schätzen leide sehr, Vor unruh meiner Dein mir theu'r erworbnes seelen! Doch du bist meine zugeil, Und nie aus den augen versicht, Berlaß mit deinem setzen, Wie nur der daran hat trost mich nicht Du siehest theil, Der auf deine stimme meine reue; Erbarmer, nimm hört, Mit gehorsam dich ver- sie gnädig an, Du bist's, der ehrt, Und in deinem dienst helfen will und kann, Daß sich auf erden Immer besser sucht mein herz erfreue. zu werden. 3. Nach deinem troste sehn' 7. Geh mir, wo ich bin ich mich, Gebückt vor dir im und wandle, Immerfort mit staube; Dein tröst ich mich und hülfe nach, Daß ich als ein nur auf dich, Erlöser, hofft christ stets handle, Und wird mein glaube. Gebeugte willst ja mein glaube schwach: O so du nicht verschmäh'n, Versprichst hilf mir liebreich auf, Daß ich den schwachen beizustehn, Die in dem tugendlauf Nimmer nach der beßrung trachten. wanke, nie ermüde! So er- Stets bleibst du deinen worten quicke mich dein friede. treu, Und wirst ein glaubig 8. Ewig will ich dir es herz voll reu, Auch meines, danken, Daß du so barmherzig nicht verachten. bist, Daß auch, wenn wir 4. Regiere nun auch fünf schwache wanten, Deine treu tig mich, Daß ich vorsichtig beständig ist. Herr, ich hoff' handle Und heilig, voll veres froh und fest; Daß sie mich traun auf dich, Nach deiauch nicht verläßt; Zu des nem willen wandle. Gib, daß himmels seligkeiten Wird sie aus dant für deine huld, In mich gewiß auch leiten. liebe, glauben und geduld, Ich dir auf erden lebe; Bis ich dereinst in deinem reich, Ver unsterblich, engeln. Dich ewig froh erGin Lämmlein geht und. 258. Du, herr, haft aus flärt, barmherzigkeit gleich, Zum denkmal deiner gnaden, hebe. Herz 160 Janus Erste Abtheilung. 71X So dien ich voller freuden Herzlich lieb' hab ich dich. 259. Gelobt seist du, herr dir. unser gott, Ge 4. Zur weisheit und gerechlobt für unsers mittlers tod, tigkeit; Zur heiligung und se Der uns das heil erworben! ligkeit, Bist du mir außerseWie hoch hast du auch mich hen. Auf diesen herrlichsten geliebt! Er, der uns ew'ges gewinn Laß mich treu richten leben gibt, Ist auch für mich meinen sinn. Mein streben und gestorben. Mein ganzes herz mein flehen: Mein Heiland, frohlockt in mir. O vater, ich zieh mich ganz zu dir, Ja lobsinge dir. Gib, daß ich je- durch den glauben wohn in den tag auf's neu Mich dei- mir: So nimmt in mir die ner vaterhuld erfreu. Gott mei- seelenruh, Und meines herzens nes heils, Sei ewig mein, Sei beff'rung zu Mein herr und ewig mein, Und laß mich dir gott! Verlaß mich nicht, Verrecht dankbar sein. laß mich nicht! Nur du bist 2. Voll froher ehrfurcht beug' meine zuversicht. ich mich Vor dir, sohn gottes, 5. 3u deinem himmel hilf der du dich Für mich dahin ge- du mir. Der freuden fülle ist geben. Es komme mir nie aus bei dir; Laß mich sie einst ge dem sinn, Wie viel ich dir, nießen Belebe mich mit muth herr, schuldig bin. Dein tod und kraft, So meine ganze bringt mir das leben. Durch pilgrimschaft zu führen und deines opfers ew'ge kraft Hast zu schließen; Daß mir dein du o herr, auch mir verschafft, wort stets heilig sei; Daß ich Was mich vor dem verderben bis in den tod dir treu; Mit schützt; Was meinem geiste freuden thu', was dir gefällt; ewig nützt. Herr jesu christ, Und dich auch ehre vor der Wie liebst du mich! Wie liebst welt. O herr, mein heil, Sei du mich! Gib, daß ich ewig stets mit mir, Sei stets mit liebe dich. mir! So komm ich einst ge3. Mit inbrunst, fleh' ich, wiß zu dir. e Herr, zu dir: Befördre du Gott dessen allmacht sonder ende. doch selbst in mir Ein glau 260. Hier bin ich, jefu, biges gemüthe. Mich dürstet zu erfüllen, Was gleich dem dürren land, Bei du in deiner leidensnacht, Nach deiner liebe unterpfand, Nach deinem gnadenvollen willen, deiner großen güte. Ich fühle Zur pflicht und wohlthat mir wohl, was mir gebricht. gemacht. Verleih zur übung stärke meine zuversicht: Daß dieser pflicht, Mir deines geidu auch mein versöhner seist, stes kraft und licht. Und mich vom ew'gen tod be 2. Es werde mir für mein freist. Herr, dieser trost Sei gewissen Dein mahl, ein tröstfest in mir! Sei fest in mir! lich unterpfand daß ich; der 1 XIX. Vom heiligen Abendmahl. 161 der sündenschuld entriſsen, 8. Es stärke sich in mir der Durch dich bei gott verge- glaube: Daß meine seele ewig bung fand; So freuet meine lebt; Und daß einst aus des seele sich In deinem heil und grabes staube Mich dein alllobet dich. mächt'ger ruf erhebt; Wenn du 3. Bewundernd denk ich an dich, großer lebensfürst, Den die liebe, Womit du unser heil völkern sichtbar zeigen wirst. bedacht; Wie start sind deines 9. Jm geist lieg ich zu deimitleids triebe, Die dich bis nen füßen Mit dank und lob, an das freuz gebracht! Es gebet und flehn, Laß nene mache, herr, dein todesschmerz gnade auf mich fließen. Mein Jetzt neuen Eindruck auf mein heiland, laß es doch geschehn, herz. Daß mir, zur stärkung mei4. Laß mich mit ernst die ner treu, Dein abendmahl gesünde scheuen, Für welche du, segnet sei. erlöser starbst; Durch schnöden mißbrauch nie entweihen. 261. Was du so theuer mir erVor deinen throu. jesu christi, got teslamm, Der warbst, Nie führe mich zur du aus lieb am kreuzesstamm, sicherheit Der trost, den mir Zur tilgung meiner sündenlast, dein tod verleiht. Den schwersten tod erduldet 5. Ich übergebe mich auf's hast! neue, O du mein herr und 2. Ich komm zu deinem abendgott, an dich. Ich schwöre mahl, Gebeugt durch manchen dir beständ'ge treue Bei dei- sündenfall; Doch meines hernem mahle feierlich. Dein zens zuversicht Steht, herr, zu eigen will ich ewig sein, Du dir, verwirf mich nicht. starbst für mich, drum bin ich 3. Du bist der arzt, der seelen heilt; Der reuerfüllten troft 6. Nie will ich mich für je- ertheilt; Und zur rechtschaffnen mand schämen Der ehre, die heiligkeit Den schwachen muth man dir erweist; Mich nie zu und kraft verleiht. dein. einem schritt bequemen, Den 4. Darum, herr jesu, bitt' mein gewissen sündlich heißt. ich dich, von meinen sünden flöße mir den eifer ein, Wie heile mich. Mach in mir das du, o herr, gesinnt zu sein. gewissen rein, Und laß mich 7. Laß mich mit ernst den ganz dein eigen sein. nächsten lieben, und wenn er 5. Erleuchte durch dein wort strauchelnd was versieht, Ver- mein herz, und richt es zu dir söhnlichkeit und sanftmuth üben, himmelwärts; Daß glaubensAus wirklich christlichem ge- voll und dankbarlich Ich deimüth; Stets eingedenk der ner lieb erinnre mich. schuldenlast; Die du mir, herr, 6. Gib, daß ich's mir zum erlaffen hast. heile thu, Zur fördrung meiлет 162 Erste Abtheilung. ner seelenruh; Zur stärkung 2. Herr, du hast auch mir in der heiligung Und wahrer bereitet, Was zum wahren lebensbesserung. wohl mich leitet; Licht, den 7. Tilg' alle laster aus in weg des heils zu finden; Trost mir; Mein Herz mit glaub' bei dem gefühl der fünden; und liebe zier; Und was sonst Kraft, der beßrung nachzuja ist von tugend mehr, Das gen; Muth, des lebens last pflanz in mir zu deiner chr. zu tragen; Und die Hoffnung 8. Gib mir, was meiner seele beßrer zeiten, In dem reich nützt und mich vor dem ver der ewigkeiten. derben schüßt; Du bist mein 3. Ja, du willst mit deine heil, laß mich mit dir Vereinigt gnade Selbst mich auf dem le bleiben für und für. benspfade, Zum genuß der je 9. Du bist's, der in uns ligkeiten, Die du mir erwor gutes schafft: Ach stärke mich ben, leiten. Du, du willst dazu mit kraft, Damit ich glück- mich bessern, trösten; Und zum lich welt und sünd', Im glan- erbtheil der erlösten; Zu des ben an dich, überwind'. himmels herrlichkeiten, Folg 10. Dein freue meine seele ich dir nur, vorbereiten. sich, Mein ganzes Leben preise 4. Nun so sei der bund er dich! Den guten vorsatz, den neuet: Ganz sei dir mein herz ich hier Erneure, mache fest geweihet. Täglich will ich mich in mir. bestreben, Nur nach deinem 11. Gib, daß ich treu sei wort zu leben. Was du liebst, meiner pflicht und mich nach will ich auch lieben! Ernst deinem willen richt, So bring' lich mich im guten üben; ich christlich und in ruh, Auf Was du hasfest, will ich ha erden meine tage zu. sen; Stets von dir mich lei 12. Bis du mich, o du le- ten lassen. bensfürst, In deinen himmel 5. Doch, ich fühle meine nehmen wirst; Daß ich dabei schwäche, Jesu, was ich dir dir ewiglich In deiner güte verspreche: Ach, wie leicht iſt freue mich. das gebrochen, Schneller oft als ich's versprechen! Darum 262. Jeju, freund dermen- start in mir die triebe, Dant schenkinder, Der befließner gegenliebe; Daß ich, du dich zum heil der fünder, bis ich einst erkalte, Treu dir Von des himmels hohen freu- sei und glauben halte. den, zu den bängsten todes- 6. Hilf mir wider alles stre leiden, Willig haft herabge- ten, was von dir mich will lassen: Wer kann dein erbar verleciten. Auch den stärkste men fassen? Tief gerührt von reiz zur sünden Hilf mir glud solcher güte, Preist dich dank- lich überwinden; Daß ich hie bar mein gemüthe. stets in gewissen Deinen frie Schmücke dich, o liebe seele. Sen T I 1 t 11 23 it: ne Dir iſt oft Ent d), e will ten id gier ric Den XIX. Bom heiligen Abendmahl. 163 den mag genießen; Und der der dich liebt! Ihm ist's ein einst, auch überm grabe Theil pfand der seligkeit, Ein siegel an deinem segen habe. der gerechtigkeit. 7. O wie will ich dich er- 7. Ach wie so reich ergießet heben, Wenn du mich im hö- sich Hier meines gottes lieb hern leben, Zu den freuden dei- in mich! Hier schmeck ich, voll ner frommen( Herr, ich hoff zufriedenheit, Des besten vaes) läsfest kommen! Da, da ters freundlichkeit! wird mich nichts mehr stören, 8. Wie feurig, du, mein jesu, Dich auf's innigste zu ehren; liebst, Bezeugt dies pfand, das Da, da werd' ich frei von du mir gibst. Nichts scheidet sünden, Deinen frieden ganz ferner dich und mich. empfinden. Mich liebest du, ich liebe dich. O jesu christ mein's. 9. Ja, herr, dich lieb ich 263. Herr, der du wil- unverrückt, Wenn sünde lockt; lig als ein lamm wenn fummer drückt; VerAm martervollen freuzesstamm, ichmachtet leib und seele mir; Beschwert mit unsrer sünden- Doch lieb ich dich, Und bleib last, Dich selbst für uns ge- in dir. opfert hast. 10. Herr, dieses heil'gen mah2. Hier fei'r ich deinen mitt- les fraft Stärt mich in meiner lertod; Hier nährst du mich pilgerschaft, Den feinden tren mit himmelsbrod; Hier ist das zu widerstehn, Die mir nach unschätzbare gut, Das du mir meiner seele stehn. gibst, dein leib und blut. 11. G3 steuret allem stolz 3. O liebe, welcher keine und neid; Vermehret lieb und gleicht! wunder, das kein einigkeit; Gibt trost, der nie mensch erreicht! Mir unbe- das herz verläßt, Und macht greiflich; und doch wahr; Du den guten vorsatz fest. sagst es, und dein wort ist 12. Nun, jesu, für ihn selbst zur that, Und leite mich 4. O gottmensch, hilf mir, nach deinem rath: So bring' daß ich ja Mit tiefster ehr ich in gelassner ruh, Die tage furcht dir mich nah. O herr, meiner wallfahrt zu. mein mund empfahe nicht flar. → 13. Und wenn du mich, du Dein heilig mahl mir zum lebensfürst, Zur seligkeit eingericht. führen wirst: So nehm ich 5. Herr, deinen liebesvollen noch vollkommner theil An deitod Verkündigen, ist dein ge- nem uns erworbnen heil. bot. So preise denn mein gan zes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz. Nach der Kommunion. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 264. Herr, fei gelobet, daß du hast dein 6. O wie so großen segen gibt Dein leib und blut dem, leben Für uns sünder hinge22 geben! 164 Erste Abtheilung. geben! Stärk unsern glauben; 6. So soll denn weder spott deine himmelsspeise Heilige uns noch leiden, Noch ehre, gut dir zum preise. Erbarm dich und lust der welt Mich, herr, unser! von deiner liebe scheiden, Dic selbst im tobe mich erhält. Du 265. Dant, ewig dank bist und bleibest ewig mein; O Wer nur den lieben gott läßt. sei deiner liebe, laß mich deiner würdig sein. christ! willen Erhöhter mittler, jesu Wib, daß ich deinen Nun freut euch lieben. jesum übe, Der du für mich gestor 266. Halt im gedächtniß ben bist; Und laß die größe christ, O deiner pein Mir immer in seele, der auf erden Vom him gedanken sein! melsthron gekommen ist, Ein 2. Wie kann ich dich genug heiland dir zu werden. Vererheben! Jch, der ich zorn und giß sein nicht, den dir zu tod verdient; Ich soll nicht ster- gut Verband er sich mit fleisch ben, sondern leben: Weil du und blut. Dank ihm für dieſe mich selbst mit gott versöhnt. liebe! Du, der gerechte, starbst für 2. Halt im gedächtniß jeſum mich. Wie preis ich, herr, christ, Der für dich hat gelit wie preis ich dich! ten; Da er am kreuz gestor3. Heil mir! mir ward das ben ist, Hat er dir heil erstritbrod gebrochen; Ich trank herr, ten. Errettung von der jün deines bundeswein Voll freude dennoth Erwarb er dir durch hab ich dir versprochen, Dir, seinen tod. Dank ihm für diese treuster jesu, treu zu sein. Ich liebe! schwör' es nun noch einmal 3. Halt im gedächtniß jesum dir. Schenk du nur deine christ, Der von dem tod ergnade mir! standen Und jetzt zur rechten 4. Laß, herr, mich dankbar gottes ist, Er hat von todesstets ermessen, Die mir zu gut banden Auch dir befreiung ausertragne last, Und deiner liebe gemacht, Und ew'ges leben nie vergessen, Die du an mir wieder bracht. Dank ihm für bewiesen hast. Laß meinen glan- diese liebe! ben thätig sein Und mir zum guten kraft verleihn. 4. Halt in gedächtniß jeſum christ! Er wird einst wieder5. Hilf mir das böse über- tommen, zu richtèn was auf winden; Und stärke nich zuerden ist, Die sünder und die jeder pflicht. Bewahre mich rommen. mich rommen. Drum sorge, daß vor neuen sünden, Verlaß mich du dann bestehst und mit ihm in versuchung nicht; lind dein in den himmel gehst, Ihm ewigfür mich vergoßnes vergoßnes blutlich zu banken. Schent mir im todestampfe 5. Mein heiland, den der himmel preißst, Dich will ich civig XX. Von der christlichen Kirche. 165 ewig loben. O stärke dazu vermehr in mir Des glaubens meinen geist, mit neuer kraft fraft, auf daß ich dir Mit von oben. Dein abendmahl neuer treue diene. XX. Von der christlichen Kirche. 267. 1. Ihre Sicherheit unter nicht trauen! Und auf dein Gottes Schu ß. wort gewissenhaft Fest seine Allein aott in der höh sei. hoffnung bauen! Dein heil ist jeju, licht und heil unser höchstes gut. Hilf, daß der welt, Der du wir stets mit frohem muth, in diesem Leben Dein wort, Dich vor der welt bekennen. das gottes rath enthält Zur 6. Zwar kämpfen wir noch leucht uns hast gegeben: Du manchen Streit Auch mit uns bist der Herr der christenheit, selbst auf erden: Doch werden Die du in dieser pilgerzeit, zur vollkommenheit auch wir erDir aus den menschen sammelst. hoben werden. Dann endet 2. Sie willst du, als dein sich der deinen müh'; Dann eigenthum, Zur wahren weis- frönest und belohnst du sie, heit leiten; Und durch dein Ohn' end mit preis und ehre. evangelium Zur seligkeit berei 7. Wir sehn dich dann in ten. Du bist, herr, groß von majestät, Und uns, gleich deirath und that, Und was dein nen engeln, zu nie empfundmund versprochen hat, Wirst nem glück erhöht, Befreit von du gewiß erfüllen. allen mängeln; Frohlocken dir 3. Du bist der deinen trost und preisen dich, Daß deine und heil; So viel nur an macht und gnade sich So hoch dich glauben, Die haben an an uns verherrlicht.; dir alle theil; Die wird kein feind dir rauben. Von dir 268. fließt weisheit, trost Dem der dir folgt bar zu. Dein ist des Ewig, o jesu, wird fülle. und ruh bein wort bestehen, unfehl- Und erd und himmel werden guten ch' vergehen; Eh' eine macht das reich, das du errichtet, Je4. Mag doch die menge mals vernichtet. immerhin Auf deinen ruf nicht 2. Immer noch sammelſt du hören; Und mancher im ver- dir auf der erden Menschen kehrten sinn, Sich wider dich die willig dir gehorsam werempören; So fällt doch deine den; Und deinen frieden hier firche nie; Du hältit, und du schon im gewissen Fröhlich beschüßzest sie Durch deines genießen. geistes gaben. Herzliebster Jesu was. 3. Reißt 5. Dein ist das reich; dein chung sie zu ist die fraft. Wer sollte dir ihr beistand, blendende versusünden; Bist du und hilfft überwinden. 166 Erste Abtheilung. winden. Nichts wird sie jemals gericht: Ein wort kann ihn deiner hut entreißen. Du hast's schon fällen. verheißen. SUSJE 4. Das wort steht fest! die 4. Wohl allen denen, die stolze welt Mag noch so heftig dir jesu, trauen, Was sie dir toben! Der herr mit uns, der glauben, wird ihr aug einst starte held, Der gibt uns sieg schauen, Dich und die fren von oben! Tödten sie den leib, den, womit du belohnest, Da Nehmen kind und weib, Rauwo du thronest. ben gut und ehr: Sie neh5. Dann ſchallen fröhlich mens, was ist mehr? Uns von der deinen menge Dir, muß der himmel bleiben. unserm haupte, höh're lobge- In voriger Melodie. sänge; Wenn einſt dein volk, 270. Wenn christus seine das hier dein geist regieret, kirche schützt, So Dort triumphiret. mag die hölle wüthen; Er der zur rechten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist ist mit hülfe nah, Wenn er geunser gott, Auf beut, stehts da. Er schützt zu ihn steht unser hoffen. Er hilft seinem ruhm Mit macht sein uns treu aus aller noth, So christenthum; Mag doch die uns je hat betroffen. Satan, hölle wüthen. unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit Trotzt, daß er mächtig Ihm gleicht kein feind erden. Ein' feste Burg ist unser. 269. Ein starker schutz 2. Gott sieht die fürsten auf list, dem thron Sich wider ihn ist; empören; Denn den gesalbauf ten, seinen sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen 2. Nicht unsre macht ist's, sich des worts Des heilands, die ihn fällt. Wir wären bald unsers horts, Sein freuz ist verloren, Es kämpft für uns selbst ihr spott; Doch ihrer der rechte held, Den uns gott lachet gott. Sie mögen sich selbst erlohren Fragst du, wer empören. er ist? Er heißt jesus christ; 3. Der frevler mag die Der herr zebaoth, Er, unser wahrheit schmähn, Uns tann herr und gott, Er muß den er sie nicht rauben. Der unsieg behalten. 3. Und wenn die welt feinde wär, Und wollten verschlingen, So fürchten uns nicht so sehr; Es christ mag ihr widerstehn, Wir voll halten fest am glauben. Ge uns lobt sei jesus christ! Wer hier wir sein jünger ist, Sein wort von soll herzen hält, Dem kann die uns doch gelingen. Wenn der ganze welt Die seligkeit nicht fürst der welt Sich schon grim- rauben. mig stellt: Schreckt er uns 4. Auf, christen, die ihr ihm doch nicht. Er ist ja längst vertraut, Laßt euch fein drohn er= XX. Von der christlichen Kirche. 167 erschrecken! Der gott, der von erkennen, unser gott, Dein dem himmel schaut, Wird uns großes werk auf erden; Laß gewiß bedecken. Der herr, der jesu christi heil und tod Erhöchste gott, Hält über sein kannt von allen werden, Und gebot: Gib uns geduld in alle sich bekehren. noth; Und fraft und muth im 2. So danken dir und lo= tod. Was will uns dann er- ben dich, gott, die völker schrecken? alle: Und alle welt erfreuet sich Und singt mit großem 2. Um Erhaltung und Aus- schalle; Daß du auf erden breitung der christlichen richter bist, Die sünd nicht Religion und Kirche. läsfest walten, Und daß dein 271. Erhalt uns, herr, wort das mittel ist, Uns alle bei deinem wort zu erhalten, Und uns zu dir Wehr aller feinde list und mord, zu führen. Die jejum christum, deinen 3. So danke, gott, und lobe sohn, Von seinem thron zu dich Dein volk durch gute thastürzen drohn. D ten. Es bringe frucht und 2. Zeig deine macht, herr, beßre sich; Dein wort laß wohl jesu christ, Der du herr aller gerathen. Der vater segn' uns, herren bist: Beschirme deine und der sohn Und der so christenheit, daß sie dich lob herrscht mit beiden. E3 segn' in ewigkeit. uns gott von seinem thron, 3. Gib, heil'ger geist, uns Tröst uns in allen leiden. Und einen sinn, Nimm alle zwie- hilf uns selig sterben! tracht von uns hin. Vor deiIn bekannter Melodie. nes wortes licht und macht 273. Ach gott vom him Entflieh des wahns und irrthums nacht. mel, sieh darein, Und laß es dich erbarmen: Wie 4. Herr, laß uns dir befoh- wenig herzen sind noch dein! len sein In aller noth; wir Entzieh' dich nicht uns armen. sind ja dein. Erhalt' im glau- Dein theures wort hält man ben uns getreu, Mach' uns für spott; Empört sich wieder nur von der sünde frei. dich, o gott, Will deinen sohn 5. Laß alle welt erkennen nicht kennen. doch, Du, uitser herr gott, 2. Die anstalt, so die gnade lebest noch, und stehst bei dei traf, Von aller macht des böner tirche fest, Die sich allein sen Und aller wohlverdienten auf dich verläßt. straf Die menschen zu erlösen, 272, 3 wollte gott uns Betrachte man als ein ge gnädig sein, Uns dicht, Und scheut und schämt feinen segen geben. Mit seines sich endlich nicht, Es öffentwortes hellem schein Erleucht' lich zu sagen. er uns zum leben. Laß uns 3. Man rühm sich großer ehr 168 Erste Abtheilung. ehrlichkeit, Die edles denken/ menschenkindern: D'rum fonn übe, Ja glänzen der rechtschaf- te teine macht der welt, Herr, fenheit In warmer menschen- deinen fortgang hindern. Dir liebe, Und zählt auf gnad und können deine hasser nie Dein Huld bei gott, Auch ohne sei- erbe rauben; selbst durch sie nes sohnes tod, Und seines Wird es vergrößert werden. geistes gnade. 3. Weit wollst du deine herr 4. Gott siehts, und spricht: schaft noch In dieser welt verbald kommt die zeit, Daß breiten; Und unter dein so ich dem frevel steure; Damit sanftes joch Die völker alle sich in der christenheit Kein leiten. Vom aufgang bis zum heidenthum erneure. Indessen niedergang Bring alle welt dir greif den schnöden wahn preis und dank, Und glaub' an Mein wort mit starken waf deinen namen. fen an, Und bleib unüber windlich! 4. Auch deine feinde die dich schmähn, Die frevelnd sich 5. O herr, beschüß uns, daß empören Laß deiner gnade wununs nie Das frevelnde ge- der sehn, Daß sie sich noch schlechte In seine schlaue netze bekehren. Lehr' sie mit uns zieh', Nie unter uns sich flech- gen himmel schaun, Und unerte; Denn alle bosheit wächst schüttert im vertraun, Auf deigeschwind, Wo frecher spott ne zukunft warten. erst fraft gewinnt. Sein gift 5. Uns deine christen, wol ertödtet seelen. lest du Fest in der wahrheit 6. Ja dämpfe selbst du star- gründen, Daß wir durch sie fer gott, Die dir die ehre rau heil trost und ruh Für unsre ben. O jesu christ, bei ihrem seelen finden! Mach unsers spott Stärk träftig unsern glaubens uns gewiß, Vor irrglauben. Oheilger geist, ver- thum und vor finsterniß Beleih' uns gnad, Daß wir stets wahr uns, weil wir leben! auf dem schmalen pfad, Von 6. Ein reines Herz schaff in bir geleitet, wandeln. uns, herr, Ein herz nach dei nem willen, Und lehre täglich deines williger Uns dein gebot erfül droh'n. len! Gehorsam deiner vorschrift Dein reich, herr, zu verwü- sein; Und dann uns deiner sten; Du, aber, mittler, got- gnade freun. Sei unser heil tessohn Beschützest deine chri- auf erden. sten. Dein thron bestehet 7. So wird dein voll dir ewiglich: Vergeblich wird sich unterthan, Und lernt die sünde wider dich Die ganze Hölle meiden; Und du führst es auf waffnen. ebner bahn Zu deines reiches 2. Dein reich ist nicht von freuden; Und herrlich wird dieser welt, Rein werk von in dieser zeit, Noch herrlicher in Sei lob und ehr dem. 274. Die feinde freuzes XX. Von der christlichen Kirche. 169 in ewigkeit, Dein großer name 2. Laß deine wahrheit reint werden! verkündigt werden; Mach ihre Herzliebster Jesu was hast. siege herrlicher auf erden. Gib 275. Laß doch, o jeju, laß muth und weisheit denen, die dein reich auf er sie lehren, Dein reich zu mehden, Unter den sündern aus- ren. gebreitet werden! Schenk noch 3. Du hast noch niemals, ihnen, deiner leiden wegen, herr, dein wort gebrochen. Leben und segen! Führe die deinen, wie du selbst 2. Gib ihnen gnade, dich versprochen; Führe sie endlich recht zu erkennen; Daß sie dich aus dem kampf hienieden, Zum glaubig ihren heiland nennen; ew'gen frieden. Gib ihnen eifer, deinen guten 4. Ewig, o heiland, sei dein willen Treu zu erfüllen. nam' erhoben, Ewig frohlockend 3. Laß sie dein wort mit müsse dich einst loben, Odur frommer achtung ehren, Denn beschirmer deiner schwachen, es verfündigt deines mundes heerde, Himmel und erde. lehren, Außer ihm suchen sterbliche vergebens Worte 3. Das Glück ein Chris zu sein. des lebens. 4. Steure, erbarmer, deiKommt ber zu mir spricht. ner feinde grimme. Warne 277. elobt sei gott! ich bin ein christ, die deinen vor des irrthums stimme. Lehre sie prüfen, daß Mehr als der erde reichthum sie falsche freuden Klüglich ist, Mir diese gnade wichtig. vermeiden. Wie groß ist meine seligkeit, 5. Sci du ihr licht in ih- Jch hier ein mensch der seligren finsternissen Heile selbst keit, Bin nun zum himmel ihr verwundetes gewis- tüchtig. sen, Schlägt oft ein fummer 2. Gielobt sei gott! ich bin ihre Herzen nieder: Stärke ein christ! Mein Herz ist ruhig sie wieder. und vergißt Die nichtigkeit der 6. Schütze uns mächtig mitten erden. Nun bin ich nicht blos unter bösen, Bis du von ihnen asch und staub. Nicht ganz ganz wirst uns erlösen. Bis bin ich des todes raub, Unwir zum umgang der verklärten sterblich soll ich werden. frommen Frohlockend kommen. 3. Gelobt sei gott! ich bin In voriger Melodie. ein christ! nicht werth der 276. Schütze die deinen, himmelsfreuden ist Die trübdie nach dir sich sal dieses lebens. Ich dulde, nennen, Und dich, o jesu, vor was ich dulden soll, Und bin der welt bekennen. dei des hohen trostes voll: Ich Laß nen händen, wie du selbst ver- leide nicht vergebens. heißen, Nichts sie entreißen. 4. Dank dir, o vater, dank und 170 Erste Abtheilung. und ruhm! Du lehrtest mich meine sünde macht. Du zeigst das christenthum Fest glauben, mir gottes liebesrath, Und willig üben. Dank dir, o jesu, führst mich auf der wahrheit dank und ruhm! Laß mich pfad. dein evangelium Fest glauben, ewig lieben. 6. Ich weiß, wozu mich gott erschaffen; Ich kenn mein heil und meine pflicht, Mein Wer nur den lieben gott. 278. Der du das leben geist wird nicht im tod entschlamir gegeben, Wie fen; Und hält mein gott einst preis ich dich, o gott, dafür! sein gericht, So kann ich da Nie kann mein dank dich g'nug mit freuden stehn Und vom erheben! Durch christum schenk- gericht zum himmel gehn. test du es mir, Kein licht 7. O jesu, laß mich deiner kein trost erfreute mich: lehre Gehorchen mit stets größKennt ich nicht auch, herr rer lust; Und feines spötters jesu, dich. wahn zerstöre Dein heiligthum 2. Ich würde dann auf fin- in meiner brust. Mein ganzes stern pfaden Stets in gefahr leben preise dich! Dein heil des irrthums sein. Mit sün- erfreu im tode mich! denschuld und fluch beladen, süßer stand, o selig leben. Müßt ich des richters strafen 279, Entfernet euch, un scheun. Ich fände keinen trost sel'ge spötter! Jhr in noth; Mich schreckte stünd- zittert, wo der fromme glaubt, lich grab und tod. Mein herz hat einen gott zum 3. Wozu hat mich mein gott retter, Und eine hoffnung, die erschaffen? Was ist auf erden nichts raubt. Ich sehe mei meine pflicht? Wird auch mein nen heiland leben. Ich weiß, geist im tod entschlafen? Und daß ich nicht sterben kann, Ich hält gott fünftig ein gericht? weiß, mit diesem leib umgeWie werd' ich im gericht be ben, Schau ich den gott der stehn? Wie der verdienten straf himmel an. entgehn? 2. Was seid ihr, stolze 4. Ach alle diese schweren weltbezwinger, Wenn euch die fragen Entscheidet die vernunft hohe hoffnung fehlt? Gott achmir nicht; Und bei den zweitet eure macht geringer, Als feln, die mich plagen, Gibt ihr den sclaven, den ihr quält. sie mir doch kein völlig licht. Wie kurze zeit, mit wie viel Ach, ohne christi licht und heil, sorgen, Genießt ihr eurer Wär finsterniß und tod mein ehrsucht raub? Ihr sieget theil. heut; man haßt euch morgen 5. In allen diesen finster- Ihr waret götter; und seid nissen Hast du, herr jesu, licht staub! gebracht; Du hast mich der 3. Weltmenschen, was sind gefahr entrissen, Die mir sonst eure freuden? Die wollust die 171 XXI. Vom Tode. die euch trunken macht? Kein aus meiner brust, Ein herz, christ wird euch dies glück be- das nicht auf erden bleibet, neiden; Euch folgt's nicht in Ist sich des himmels stets Kein unglück kann des grabes nacht. Ihr rechnet bewußt. mit erhitztem blute Des fernen mich niederschlagen. Ich weiß, tages wollust aus. Die nahe mein glück entgeht mir nie. schreckliche minute Tilgt euer Jch darf vor feinden nicht verglück auf ewig aus. zagen. Ich weiß, mein tod 4. Jhr seid dahin, des chri- entwaffnet sie. sten größe Geht auf, nach fur- 6. Du letzte stunde meizer todesnacht. Am tage, da nes lebens, Die du dem chrigott eure blöße Zum schauspiel sten heilig bist, Ich warte aller augen macht. Der tag nicht auf dich vergebens, Ich macht könige den knechten Und thu' was deiner würdig ist! bettler den monarchen gleich; Du lehrst mein leben mich Der tag gibt adel den gerech- genießen, Du bist mein lohn ten, und macht des christen aus gottes hand, Wie sanft jeele reich. dwird sich mein auge schließen! 5. Ein blick in meine zu Mein geist erblickt sein vaterkunft treibet Verdruß und angst land! XXI. V o m Tod. des Todes. Vater unser im himmelr. 1. Heilsame Betrachtung güter tand, Nach großem überThe fluß gegeizt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem 280. h fühle, daß ich schnöden prunk der eitelkeit sterblich bin, Mein Mein herz und mein bemühn leben welft wie gras dahin. geweiht. Wer weiß, wie unerwartet 4. Wie viele nimmt dies bald Des höchsten ruf an mich blendwerk ein, Herr, laß es erschallt: Mensch, fehre wie- ferne von mir sein. Ich überder in den staub! Wie leicht gebe ganz mich dir. Hier bin bin ich des todes raub! ich, es geschehe mir, Nach deiner 2. Wenn man in's finstre weisheit bessern rath Die nur grab mich senkt Und meiner mein heil zur absicht hat. bald nicht mehr gedenkt, So 5. Der mensch, der oft ein bleibt, was irdisch ist zurück, solcher thor, Schreibt findisch Und hätte gleich der erde glück dir oft weisheit vor. Du liebst Mich hier beständig angelacht ihn mehr, als er sich liebt, Und glänzend vor der welt Doch, wenn ihm deine hand geniacht. nicht gibt, Was seinem wahne 3. O thorheit, hätt ich mich glücklich scheint, So denkt sein verkannt und nach der erde herz: du seist sein feind. 6. Der 172 Erste Abtheilung. 6. Der dich gemacht hat, soll den wunsch zu leben minsorgt für dich. Nicht auf die dern; Doch dich in deiner pflicht erde schränket sich Des höchsten nicht hindern; Vielmehr die große absicht ein. Du sollst, o fraft dazu verleihn. mensch, unsterblich sein Dies 3. Ermattest du in deinen leben ist ein augenblick; Ein pflichten: So laß den tod dich frühlingstraum sein längstes unterrichten, Wie wenig deiner glück. tage sind; Sprich: sollt ich und 7. Gedanke der unsterblich pflichten wohl verschieben? Nein teit, Du hebst uns über welt meine zeit, sie auszuüben Ist und zeit; Erfülle meine ganze furz, und sie verfliegt ge brust, Wenn mich die lockung schwind. falscher lust Vom guten abzu4. Denk an den tod, wenn führen strebt. Wohl dem, der böse tricbe, Wenn lust der welt hier der tugend lebt! ihre liebe Dich reizen, 8. Die rosen um der laster und ersticke sie; Sprich: kann haupt Verblühen ch' ihr sklav ich nicht noch heute sterben? es glaubt. Ihr schändlicher Und könnt ich auch die welt genuß entweiht, Und dauert ererben, Beging ich doch solch' doch nur kurze zeit. Nur übel nie. frenden, die der himmel Sind meiner ganzen werth. nährt, 5. Denk an den tod, wenn sorge ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß 9. Gib mir, o du, der gerne du sie nicht so heftig liebst. gibt, Ein herz, das nur das Dent an die eitelkeit der er gute liebt, Mach andere groß, den, Daß, wann sie dir ento gott, ich sei Vergnügt und rissen werden, Du dann dich meiner pflicht getreu, Ein nicht sehr betrübst. mensch, der dir gefällig Ein wahrer, weiser und christ. ist, 6. Tent an den tod in froein hen tagen; Kann deine lust sein bild vertragen: So ist sie gut In eigener Melodie. und unschuldsvoll. Sprich: 281. Mas sorgit du ängst( dein vergnügen zu versüßen,) lich für dein leben? Welch' glück werd' ich erst dort G3 gottgelassen übergeben, Jst genießen, Wo ich unendlich wahre ruh und deine pflicht. leben soll! Du sollst es lieben, weislich nützen, Es dankbar, als glück besigen. Verlieren verlörst du's nicht. 7. Denk an den tod, wenn ein deinem leben, Das fehlt, wor als nach die reichen streben, Sprich: bin ich hier um reich zu sein? 2. Der tod soll nicht dein Heil mir! wenn ich in christo herz erschrecken, Doch dich zur sterbe, Dann ist ein unbestecktes weisheit zu erwecken: Soll er erbe, Dann ist deß himmels dir stets por augen fein; Er erbe mein! 8. Dent XXI. Vom Tod. 173 8. Denk an den tod, wenn hen, Dein will' einst mir ge leiden kommen, Sprich: alle beut; Wann vor mir offen trübjal eines frommen Ist zeit stehen Gericht und ewigkeit; lich, und durch hoffnung leicht. Wann meine kräfte beben, Ich leide, doch von allem bö- Und wann mein herz schon fen Wird mich der tod bald, bricht: Herr über tod und bald erlösen. Er ist's, der mir leben! O dann verlaß mich die trone reicht. nicht! 9. Denk an den tod, wenn 4. Hilf, todesüberwinder! freche rotten Des glaubens und Hilf dem in solcher angst, Für der tugend spotten, Und laster- den du, heil der fünder, Selbst haft ihr haupt erhöhn. Sprich mit dem tode rangst! Und bei dir selbst: gott trägt die wenn des kampfes ende Geſpötter, Doch endlich ist für waltiger ihn faßt, Nimm ihn jie fein retter, Wenn sie nicht in deine hände, Den du erlöhier noch in sich gehn. jet hast. 10. So suche dir in allen 5. Des himmels hohe freufällen Den tod oft lebhaft vor den Ermißt fein sterblich herz, zustellen, So wirst du ihn O trost für kurze leiden, Für nicht zitternd scheun; Dann kurzen todesschmerz! Dem sünwird er dir einst trost im tla- denüberwinder Sei ewig preis gen, Ein weiser freund in und dank! Preis ihm der für guten tagen, Ein schild in der uns fünder Den kelch des toversuchung sein. des tranf. Befiehl du deine wege. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weihn; 282. Die auf der erde Die, aufgelöst zu werden, Mit wallen, Die sterb- heil'ger furcht sich freun! Belichen sind staub; Sie blühen reit, es ihm zu geben, Wann auf und fallen, Des todes gott, ihr gott, gebeut, Fließt sichrer raub. Verborgen ist dies, ihr sterblich leben, Hin die stunde, Da gottes stim- zur unſterblichkeit. me ruft; Doch jede, jede O ewigkeit, du donnerwort. ſtunde Bringt näher uns zur 283. Ich bin ja, herr, gruft. in deiner 2. Getrost gehn gottes tin- Du hast mich an das licht geder Die schreckenvolle bahn, Zu bracht, Du sorgtest für mein der verstockte sünder Verzweif- leben. Du kennest meiner tage lungsvoll sich nahn, Wo selbstzahl, Weißt, wann aus dieder freche spötter nicht mehr sem upotten wagt, und vor dir, sich feinem retter, Erzittert und und verzagt. thränenthal Mein geist soll erheben. Wo, wie wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, 3. Wenn diese bahn zu ge- wohl. 2. Wer 174 Erste Abtheilung. 2. Wer wird in meiner letz- du nicht meiner schonest; Ach ten pein Mich sünder trösten, herr, ach geh' nicht in's ge mich erfreun, Mir muth und richt! Verwirf mich armen hoffnung geben? Wer nimmt sünder nicht! sich meiner seele an, Wann 7. Voll rea und buße such' ich von dem, was ich gethan, ich dich. Errette, gott, be Gott rechenschaft soll geben? fehre mich, Und tilge meine Wer ist, der alsdenn für mich sünden. Geheiligt sei dir meine spricht, Thust du es, o mein zeit. Dein dienst sei meine heiland, nicht? tseligkeit. Ach laß mich gnade Gott deffent allmacht sonder. 3. Mich dünkt, da lieg ich finden! Gib, daß ich meiner schon; ich seh', Daß ich am pflicht getreu, Zum tode stets finstern grabe steh', Mit todes- bereitet sei! angst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß 284. Du herr und vater umhüllet mich, Ein meiner tage, Du ist dann mein leben. schweigen meine sünden Sie fordern mich vor gericht. traum Dort weißt, daß ich, dein schwaches nicht; find, Des todes feim in gliedein dern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum gib, daß 4. Ich hör bereits des rich- ich zu jeder zeit, Zu meinem ters ton, Ich setze mich vor tode sei bereit. seinem thron, Das urtheil mir 2. Daß du, o höchster, mei zu sprechen; Ich seh' vor sei- nem leben Ein mir verborgnem angesicht, Ich sehe in dem nes ziel bestimmt; Und daß die hellsten licht Die reihen der ver- zeit, die mir gegeben, Vielbrechen, Die ich in dieser welt leicht gar bald ein ende nimmt: gethan; Wer ist's, der mich Das flöße mir die weisheit nun retten fann? ein, Recht für mein heil be5. Kein geld an arme rettet sorgt zu sein. Gdy 140 mich; Und weint ich noch so 3. Hier hab' ich lebenslang bitterlich; Es kann mich nicht zu lernen, Mein Herz von junerlösen. Nein, jeder wird als- den abzuziehn; Mich von der dann empfahn Nach dem, was weltlust zu entfernen, Und um er allhier gethan. Nicht schützt den Himmel zu bemühn; alsdann die bösen. Hier ist mache mich dazu geschickt, Gh gott zum verzeihn bereit; Dann mich der tod der welt entübet er gerechtigkeit. rücft. 6. Wie soll ich dann, o gott, 4. Nicht auf der erde, sonbestehn, Wann du in das ge- dern droben Bei dir, gott, richt willst gehn, Und nach ver- meiner seele theil, Ist mir dienst mir lohnest? Wie kann das beste aufgehoben, Dort ich deiner straf entfliehn, mich ist für mich vollkommnes heil; dir in deiner welt entzichn, Wenn Da, wo dies heil ist, sei mein her;! e 9 T t t XX. Pon Tod. 175 herz! Herr, lente selbst es him- viel wege hält; Dem einen wird das scheiden herbe; Wenn melwärts. 5. Hier allen sünden abzu- jener sanft und ruhig fällt. sterben; zu leben der gerech- Doch wie du willst, gib nur tigkeit, Um einst dein himmel- dabei, Daß ich wohl zubereitet reich zu erben, Dazu laß meine sei. sterblichkeit Mir stets, mein 4. Mein gott, ich weiß nicht, gott, vor augen sein, Und wo ich sterbe, Und welcher deine hülfe mich erfreun. fand mein grab bedeckt. Doch 6. Willst du mich länger le- wenn ich nur das heil erwerbe; ben lassen: So laß es mir Daß mich dein wort zum zum heil geschehn: Doch sollt leben weckt: So kann dies mir ich heute noch erblassen: So gleichgültig sein, Die erd' ist höre, vater, auf mein flehn! allenthalben dein. t Sei, wann mein herz im tode 5. Nun, liebster vater, wenn bricht, Mein trost und meine ich sterbe, So nimm du meizuversicht. nen geist zu dir. Denn bint 7. Dir will ich gänzlich mich ich nur dein kind und erbe, ergeben, Dir, dessen eigenthum Und hab ich jesum nur bei ich bin; Bist du, mein hei mir: So gilt mir's gleich, und wie land, nur mein leben, So geht mir wohl, Wann, bleibt selbst sterben mein ge- und wo ich sterben soll. winn. Ich lebe dir, ich sterbe Ermuntre dich mein. Vorige Melodie. dir, Sei du mein trost, so 286. Wie ungewiß ist, g'nüget mir. Herr, das ziel Der wallfahrt auf der erde! 285. Mein gott, ich weiß Ob ich noch wenig oder viel wohl, daß ich An tagen zählen werde? Das sterbe; Ich bin ein mensch, der weiß ich nicht, du weißt's albald vergeht, und finde hier lein. Ich kann vielleicht der kein solches erbe, Das ewig nächste sein, Vom abgekürzten dauert und besteht. Drum zeige leben Ein beispiel abzugeben. mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Befrei mich, gott, von wahn und dunst, von irdischen 2. Mein gott, ich weiß nicht, beschwerden, Und lehre mich wann ich sterbe, Kein augen- die große kunst, Bei gräbern blick geht sicher hin; Wie bald klug zu werden. Nur der ist zerbricht doch eine scherbe! Die weise, der bedenkt: Wie viel blumen müssen bald verblühn. von seinem tod abhängt, Und Drum mache du mich stets der dazu in zeiten Sein herz bereit, Hier in der zeit zur sucht zu bereiten. ewigkeit. 3. Hilf, daß aufs vorgesteckte 3. Mein gott, ich weiß nicht, ziel Mein auge stets sich fehwie ich sterbe, Dieweil der tod re, Daß nicht der weltlust eitles 176 Erste Abtheilung. les spiel Mein schwaches herz 2. Es kann vor nacht leicht bethöre; Und sieht mein auge, anders werden, Als es am daß mein schritt Noch nicht den frühen morgen war. So lang rechten weg betritt: So wollst ich lebe auf der erden, Leb' du herr, in zeiten Auf solchen ich in steter todsgefahr. Mein weg mich leiten. gott, ich zc. 4. Daß ich mich vor der tal- 3. Herr, lehr mich, stets an's ten hand, des todes nicht ent- ende denken, Und laß mich, färbe: So mache mich mit ihm eh' ich sterben muß, das heil bekannt, Vorher noch, eh' ich der seele wohl bedenken, Ja sterbe. Laß mir sein bild vor nicht verschieben meine buß. augen sein, Damit ich lerne Mein gott zc. sünde scheun, Die das gewis- 4. Laß mich doch bald mein sen schrecken, Und todesfurcht haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sagen erwecken. 5. Gib, daß ich dich mit kann in allen fällen: Herr, frohem muth, Als meinen gott wie du willst, so schick's mit betrachte; Hingegen freunde, mir. Mein gott 2c. glück und gut Nicht als mein 5. Gib mir ein brünstiges eigen achte, So wird mein verlangen Nach deinem himmel, tod mir angenehm, Ein schlaf laß, o gott, Mich fest an meimir sein, und nichts von nem heiland hangen, So überdem, Was du mir hier ver- wind ich leicht den tod. Mein liehen, Mein herz zur erde gott ac. ziehen. 6. Ach vater, deck' all meine 6. Laß des erlösers herrlich- sünde Mit dem verdienſte keit Mit hoffnung mich er- christi zu: Damit ich hier quicken, Und mitten in der vergebung finde, Und dort dunkelheit Mich diesen trost er- bei dir vollkommne ruh. Mein blicken. Dann nimm, herr, nach gott 2c. vollbrachtem lauf, den geist aus 7. Nichts ist, das mich von dieser hütte auf, Die einst im jesu scheide, Nichts, es sei lereich der deinen Wird neugeben oder tod. Er bleibt im baut erscheinen. leiden meine freude, Mein schuß Wer nur den lieben gott läßt. mein alles in der noth. Mein 287. Wer weiß, wie nahe gott 2c. mir mein ende! 8. So komm mein end' heut Die Zeit geht hin, es kommt oder morgen, Ich weiß, daß der tod. Ach wie geschwind, mir's mit jeju glückt. Er ist's, ach wie behende Kann kommen der mich in allen sorgen, Er meine todesnoth! Mein gott, ist's, der mich im tod erquickt. ich bitt' durch christi blut, Drum glaub' ich fest: durch Machs nur mit meinem ende christi blut Macht's gott mit gut. meinem ende gut. Komm 177 XXI. Vom Tod. Komm gott schöpfer heil. 2. Doch du willst's, wir 288. Ich weiß, mein ende leben noch Mühsam hier in nahet sich; Mit pilgerhütten; Alle trugen einst jedem pulsschlag rückt die zeit, dieß joch, Die des lebens fron Die oft so ungenützt verstrich, erstritten. Endlich aber führt Mich näher hin zur ewigkeit. der tod Uns auch hin zu dir, 2. Herr, lehre mich der stun- o gott! den werth, Die du mir zuge- 3. Jesus selber lebte hier zählt, verstehn; Laß keine, die Vormals auch in pilgerhütten; mir noch gehört, Aus leicht- Noch unendlich mehr, als wir, sinn ungenützt vergehn. Hat er auf der erd' gelitten; 3. Und wann, von dir ge- Laß uns glaubig auf ihn sehn, ordnet dann, Die richterliche Und durch ihn im kampf stund erscheint: So nimm dich bestehn. meiner scele an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach, nur eine kurze stunde Ge4. Verleihe sterbensklugheit gen jene ewigkeit! Gleichwohl mir! Von eitelfeiten abge- kommt auf diese stunde, Die wandt, Sei meine seele ganz gott noch verkürzen kann Unser bei dir, Der für mich starb ew'ges schicksal an. und auferstand. 5. Gib uns weisheit, herr, 5. Mich stärk' ob auch mein und kraft, Diese stunde wohl zu herz erbebt, Das felfenfeste glau- nügen, Und beim schluß der benswort: Ich weiß, daß mein pilgrimschaft Wollest du uns unerlöser lebt: Sein bin ich ewig terstüßen, Daß wir freudig hier und dort. auf dich sehn, Und getrost zum 6. Es sei mein herzlicher tode gehn. entschluß, Mein Leben meiner 6. Daß wir dein sind, nicht pflicht zu weihn, Und bei zu der welt! Daß du uns wirst friedenem genuß Mich dank- auferwecken; Diese kraft der bar gottes zu erfreun. bessern welt Laß uns, wenn 7. Mein ende komm' früh wir sterben, schmecken. Flöß oder spät, Wie es mein weiser uns muth und ruhe ein, vater schickt, In dessen hand Selbst im tode froh zu mein leben steht, Ich weiß, sein. daß mirs mit jesu glückt. 7. Wenn wir, nun einst auch zu ruhn, Zu den todten 289. Selig, gott, sind die gottes gehn: Wollst du mehr Jefus meine zuversicht. 218 die nun Schon im noch an uns thun, friedevollen grabe Von des wir lebens arbeit ruh'n, Und sich Auch deiner größten gabe, Eines Riefst ew'gen lebens freun. Möchten bracht! wir es auch schon sein! bitten und verstehn. für unsre todesnacht du einst: es ist voll m 2. War 178 Erste Abtheilung. Ich komme vor dein. 2. Warnung für Sicherheit. 9. Die heiligung erfordert müh; Du wirkst sie nicht; gott der wirket sie; Doch aber ringe der stets nach ihr; Als wäre sie staub, Sein leben ist ein fal- ein werk von dir. 290. Wie sicher lebt mensch, lend laub, Und dennoch schmei- 10. Der zweck des lebens, chelt er sich gern, Der tag des daß du lebst, Dein höchstes todes sei noch fern. ziel, nach dem du strebst, Und 2. Der jüngling hofft des was dir ewig glück verschafft, greises ziel; Der mann noch Ist tugend in des glaubens seiner jahre viel; Der greis zu kraft. vielen noch ein jahr; Und kei- 11. Jhr alle seine tage ner nimmt den irrthum wahr. weih'n, Heißt eingedent des 3. Sprich nicht; ich denk' todes sein; Und wachsen in bei glück und noth Im herzen der heiligung, Ist wahre tod's oft an meinen tod. Der, den erinnerung. der tod nicht weiser macht, 12. Wie oft vergeß ich diese Hat nie mit ernst an ihn ge- pflicht, Herr, geh mit mir nicht dacht. in's gericht, Drück selbst des to13. Daß ich mein Herz an jedem tag, Vor dir, o gott, er forschen mag, O liebe, demuth, 5. Der tod rückt seelen vor fried und tren, Die furcht des gericht! Da bringt gott alles geistes in mir sei? 4. Wir leben hier zur ewig- des bild in mich, Daß ich dir keit zu thun, was uns der wandle würdiglich. herr gebeut; Und unsers lebens kleinster theil Ist eine frist zu unserm heil. an das licht; Und macht, was 14. Daß ich zu dir um gnade hier verborgen war, Den rath sleh, Stets meiner schwachheit des herzens offenbar. widerstch' Und cinstens in des 6. D'rum, da dein tod dir glaubens macht Mit freuden. täglich dräut, So sei doch wa- ruf: es ist vollbracht. der und bereit; Prüf deinen Jefus meine zuversicht. glauben, als ein christ, Ob er 291. Unausſprechlich durch liebe thätig ist. schnell entflieh'n, 7. Ein seufzer in der letzten Die zum heil verliehne stunden; noth; Ein wunsch: durch des Ch' man's denkt, sind sie daerlösers tod Vor gottes thron hin, Und auf ewig uns ver gerecht zu sein, Ties macht schwunden; Niemals fehrt ein dich nicht von sünden rein. augenblick, Uns zur besserung 8. Ein herz, das gottes stim- zurück. me hört; Ihr folget, sich vom 2. Laß, bei ihrer flüchtigkeit, bösen fehrt; Ein glaubig herz Mich, mein gott, doch nie ver von lieb erfüllt; Das ist, was gessen, Wie vor dem höchsten gilt. unschätzbar jei die zeit, Die du hier uns gemei 7 XXI. Vom Tod. 179 gemessen; Wie, was hier von 4. Wann in deiner letzten uns geschieht, Ew'ge folgen noth Freunde um dich hülflos nach sich zieht. beben; Dann wird über welt 3. Deine schonende geduld und tod Dich dies reine herz Trage mich, gott, nie ver- erheben; Dann erschreckt dich gebens. Ach, vergib mir meine fein gericht; gott ist deine zuschuld, Daß so manchen theil versicht. des lebens Ich, zu meiner seele 5. Daß du dieses herz erwohl, Nicht gebraucht, so wie wirbst, Fürchte gott, und bet ich soll. und wache. Sorge nicht, wie 4. Laß mich meine besserung früh du stirbst; Deine zeit iſt Für mein hauptgeschäfte achten. gottes sache. Lern nicht nur Und nach meiner heiligung mit den tod nicht scheu'n, Lern auch so treuem eifer trachten, Als seiner dich erfreu'n. erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 6. Ueberwind ihn durch vertraun; Sprich, ich weiß, an wen 5. Deine gnade steh' mir bei, ich glaube, Und ich weiß, ich Daß mein leben auf der erde, werd' ihn schaun Ginst in Reich an guten früchten sei, diesem meinem leibe! Er, der Und dem nächsten nützlich werde: rief: es ist vollbracht! Nahm Und ist einst mein ende da, Odem tod ja seine macht. so sei mit trost mir nah. 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siehe dein gebein ver292. Meine lebenszeit ver- senten; Sprich: herr, daß ich streicht, Stünd- erde bin, Lehre du mich selbst In voriger Melodie. lich eil ich zu dem grabe, bedenken; Lehre du michs jeden Und was ist's, daß ich vielleicht tag, Daß ich weise werden Noch allhier zu leben habe? mag. Dent, o mensa), an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 293. 2. Lebe, wie du, wann du Wer nur den lieben gott. 3 eilt der letzte von den tagen, Die du stirbst, Wünschen wir gelebt hier liebst, o mensch, herbei. zu haben. Güter, die du hier Erkauf die zeit, und statt zu erwirbst; Würden, die dir men- flagen: Sie sei zu kurz; geschen gaben, Nichts wird dich brauch sie treu. Nimm mit erim tod erfreun; Diese güter kenntlichem gemüth Der nahen sind nicht dein. stunde wahr; sie flieht. 3. Nur ein herz, das gott 2. Getäuscht von eiteln fleigeliebt; Nur ein ruhiges ge- nigkeiten, Berlierst du deines wissen, Das vor gott dir zeug- lebens zweck, Verschiebst dein niß gibt, Wird dir deinen tod heil auf ferne zeiten, Und wirfst versüßen; Dieser sinn, den gott leichtsinnig jahre weg. Biſt gebeut, Wirkt im tode freu- du, verwegner sterblicher, Des digkeit. nächsten augenblickes Herr? M 2 3. Cin 180 Erste Abtheilung. 3. Gin ewig glück einst zu meinen geist, o herr! Er besitzen, Sollst du des kurzen schwingt sich über grab und lebens zeit, Als deine saatzeit welt, Zu dir, wenn meine weißlich nüßen, Und thun, was hütte fällt. dir der herr gebent. Er ruft dir menschen freundlich zu: Sieh! eins ist noth! was säumest du? 3. Beruhigung und Trost frommlebender Ghriften wider die Schrecken des Todes. 4. Drum eil', errette deine Ich hab mein fach gott. seele, Und denke nicht, cin 294. Dein sind wir, gott, andermal. Sei wacker, bet' in ewigteit: In und überzähle Der menschen deiner hand steht unsre zeit. tage kleine zahl. Gesett! dein Eh' zeiten waren, ward schon ende wär' auch fern: So mir Mein leben hier Und auch wandle du doch vor dem sein ziel bestimmt von dir. herrn. 2. Ist dieß erreicht, so schaue 5. Ja, gott, mit jedem dann Erbarmend unsre seelen neuen morgen Erwecke mich an: Hilf uns in unsrer letzten zu dieser pflicht, Denn dir, o noth! Herr, unser gott. Ein herr, ist nichts verborgen, Ich sanfter schlaf werd' uns der tod. bin vor deinem angesicht, Und 3. Begleitet ihn der krankwill, mich deiner huld zu heit schmerz: So stärke das freun, Mein leben gern der beklemmte herz. Selbst in der tugend weihn. schmerzen größten wuth, Gib 6. Erleucht und stärfe meine uns den muth, Der freudig seele, Weil ohne dich sie nichts denkt: gott macht's doch gut! verinag. Du gönnst, daß ich 4. Verleih gelassenheit und mein heil erwähle, Aus gna- ruh! In unsern herzen wohne den auch mir diesen tag. Was du, Und laß mit freudigem ist nicht eine stunde werth, vertraun, Und ohne graun, Auf Die deine langmuth mir ge- unser nahes grab uns schaun. währt! 5. Sei von uns schwachen 7. Wohl mir! wenn ich dann nicht fern. Zeig und den aus allen kräften Nach got himmel, geist des Herrn. Laß tes beifall hier gestrebt; In uns, wenn wir zum vater gottgefälligen geschäften Die flehn, Getröstet sehn, Wie der pilgertage burchgelebt; Und uns licbt, zu dem wir gehn. einst im glauben sagen kann: 6. Ach, gnad' ergehe dann für Du nimmst mich, herr, zurecht! Denn von dem menschehren an! lichen geschlecht Ist auch der 8. Mein sprachlos flehn bei heiligste nicht rein, Wer fann meinem ende Vernimmst du, wohl dein, Gott, ohne deine herzensfünbiger! In deinelgnade sein? treure vaterhånde. Befehl ich 7. Jei uns dann nicht O XXI. Vom Tod. 181 fürchterlich! Erbarme, vater, zu größern freuden Mich einunser dich, Wann unser auge stens sicher leiten, Wenn ich sterbend bricht: Leit uns dein mich ihm geweiht. licht, So fehlt uns trost im tode nicht. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat von gott ge= Aus meines herzens Grunde. sät: Die freudenzeit wird kom295. Der leste meiner tage men, Da reif die erndte steht. Ist mir vielleicht Dann wird der erndtetag Ein nicht fern; O dann wird meine neues, ew'ges leben Auch meiflage Ein lobgefang dem herrn! nem staube geben, Der tief im Vollbracht ist dann mein lauf, tode lag. Ich trete zu dem throne, Und 7. Mit dir steh' ich im bunde, gott setzt mir die krone Der Herr, meines lebens fürst, Der überwinder auf. du mir einst die stunde Des 2. Für seines, reiches erben todes senden wirst! Erhalt Hat jesus mich erklärt; Was mich stets bereit, Sm glauben fürcht ich mich zu sterben, Wie deiner frommen: Laß dann die er mich sterben lehrt? Mir ist stunde kommen, Die sie und der tod gewinn! Daß ich ganz mich erfreut. glücklich werde Entschwing ich 8. Dann geh' ich frei von mich der erde Und geh' zum fummer, Des todes dunkle himmel hin. bahn; Mir bricht nach kurzem 3. Nicht mich, nur meine schlummer Ein ew'ger morgen bürde, Verschließt die finstre an. Heil mir, er ist nicht fern, gruft. Mich hebt zu höh'rer Der letzte meiner tage; Er würde Mein vater, der mich kommt und meine klage Wird ruft. Er ruft mich durch den lobgesang im herrn. tod; Der reißt die sündenValet will ich dir geben. glieder, Den trägen leib dar 296. In gottes rath ers nieder: Mich selbst führt er geben, ich zu gott. gern die welt. Ich geh' zum 4. Ich, der gefahr entron- bessern leben, Sobald es ihm nen. Geh' aus dem kampf her- gefällt. Was wärs, daß mich vor. Hoch über alle sonnen betrübte? Dort schau ich ewig Hebt mich mein glaub' empor. den, Den meine seele liebte, Da tret ich in die reihu Der Noch eh' ich ihn gesehn. engel, meiner brüder; In ihre 2. Er ruft zur zeit der hohen lieder Stimm ich mit schmerzen Uns voll erbarmen jauchzen ein. zu: Kommt her, beladne her 5. Gott schaut von seinem zen, Zu mir und findet ruh. throne Mit huld auf mich her- Dies wort aus deinem munde ab, Dem er in seinem sohne Laß, herr, mich zu erfreun, In Das recht der kindschaft gab. meiner letzten stunde Mir geiſt In seiner ewigkeit Wird er und leben ſein. 3. Mit 182 Erste Abtheilung. 3. Mit dir muß es mir nach deiner mittlerstren, In glücken, Den kampf zu über meiner letzten noth mir bei. stehn. Im glaubigen entzücken 5. Und führ mich aus dem Mag meine seele sehn, Wie im jammerthal; Verkürze mir des gericht für fünder Du mit dem todes qual; Laß deinen geist tode rangst, Und wie du, über dann bei mir sein Und seinen winder, Allmächtig ihn be trost mein Herz erfreun. zwangst. 6. Wenn sich die seel' vom 4. Der frohe siegsgedanke: leibe trennt, So nimm sie, herr, Wo ist dein stachel, tod? Stärk in deine händ; Der leib ruh mich, daß ich nicht wanke, In in der finstern gruft, Bis einst meiner todesnoth! So ist, ob- dein großer tag uns ruft. gleich ich sterbe, Doch sterben 7. Dann laß ihn fröhlich mein gewinn. Ich bin des auferstehn, Und mich dein gnähimmels erbe: Dein wort sagt, dig antlitz sehn: Gedenke nicht daß ich's bin. mehr meiner schuld, Gedenk an 5. Du schriebst ins buch des deine lieb und huld. lebens Auch meinen namen ein. 8. Fürwahr, sprichst du, Dein blut kann nicht verge- euch sage ich: Wer mein wort bens Für mich vergossen sein. hält und glaubt an mich, Der Dir trauet meine seele; Dich kommt gewiß nicht ins gericht lobt, was in mir ist, Erlöser Und schmeckt den tod auf ewig meiner seele, Der du die liebe nicht. bist. O jesu chrift, mein's lebens. 9. Ja herr, mein heil, ich traue dir. Dein wort erfüllst Du nimmst 297. Herr jesu christ, mein du auch an mir. herr und gott! mich zu dir in dein reich; Da Der du erlittest angst und leb ich dann mit dir zugleich. spott, Für mich den tod des 10. Des freuet meine seele kreuzes starbst, und mir den sich! Erhöre mich, herr, guägrößten trost erwarbst. diglich. Laß mich im ganzen 2. Ich bitt, um deiner to- leben dein, Den tod mir sanft despein, Wollst du mir sünder und selig sein. gnädig sein, Wenn ich einst tomm in sterbensnoth, Und ringen werde mit dem tod. nun auch meine stunde da, Von 3. Wenn mir vergehet mein gesicht Und meine ohren hören dieser welt zu scheiden: So nicht, Wenn meine zunge nicht sei mit deiner hülfe nah, Du mehr spricht, Und mir vor angst treuster freund im leiden, Nimm das herze bricht. du dich meiner seele an, Dir 4. Wenn mein verstand im übergeb ich siejalsdann, O jesu dunklen irrt, Und menschen- mein erlöser. hülfe kraftlos wird: So steh, 2. Ist meine sündenschuld [ vor Wenn mein Stündlein vorh. 298. XXI. Vom Tod. 183 vor mir, Drückt ihre last mich Der du mein bruder bist. Du nieder, So ist mein seufzen auch tennest meinen glauben, Und vor dir, Und du erhebst mich keine furcht noch pein Soll mir wieder. Ich denk' in meiner dies kleinod rauben: Ich bin tiefen noth An deine liebe bis und bleibe dein. zum tod; Die, die wird mich erhalten. 3. Durch dich bin ich gereinigt, Durch dich mit gott ver3. Ich bin an deinem leib söhnt, Mit dir bleib ich verein glied, Des tröst ich mich einigt, Werd bald mit preis von Herzen. Erbarmer, der gekrönt. Wer kann dich g'nug mich leiden sieht, Du linderst erheben, Sohn gottes, du hast meine schmerzen. Und sterb' ich dich Für uns dahin gegeben, nun, so sterb ich dir, Ein ew- Und, wohl mir! auch für mich! ges leben hast du mir Durch 4. Geheilt ist nun mein schadeinen tod erworben. de; Im himmel ist mein theil. 4. Du, herr, erstandst, so theure hohe gnade! O unwerd auch ich nicht in dem aussprechlich heil! Zu dir, herr grabe bleiben. Dein leben, herr, will ich flehen, So lang ich ( des freu ich mich) Kann to- lallen kann. Du kannst mein desfurcht vertreiben. Wo du inn'res sehen, Und nimmst auch bist, da fomm ich auch hin, seufzer an. Daß ich bei dir stets leb und 5. Du selber hilfst mir rinbin. Ich gehe hin mit freuden. gen, Allmächtig hilsst du mir, 5. Dein bin ich, dein in Jns leben durchzudringen; Und ewigkeit. Mich soll das grab dann bleib ich bei dir. O wohl nicht schrecken. Ich ruh', nach mir! ich vollende Vielleicht bald kurzer zwischenzeit Wirst du meinen lauf; Und geb in deine mich auferwecken; Dann will hände Den geist; du nimmſt ich dir, o gottessohn, Du men- ihn auf. schenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern danken. Ich hab' mein sach' gott heim. 300. Mein leben ſteht in gottes hand, Er 299. Mein jesus ist mein thu, was er mir heilsam fand! Befiehl du deine wege. leben, Neißt Er zählte mir, so wie mein Was haar, Schon eh' ich war, Auch Der meine lebensstunden dar. schon der tod mich hin; follt ich ängstlich beben? tod ist mein gewinn. Wer an 2. Ich nüße mit zufriedenihn glaubt, wird selig: Dies heit Die tage meiner sterblichwort steht ewig fest. Die freu- feit. Wie väterlich versüßt sie den sind unzählig, die es mich gott! Doch müh und noth hoffen läßt. Sind ihr gefolg und dann der 2. D'rum geh' ich einst mit tod. frieden Zu dir, o jesu christ, 3. Die blume pranget und Von dir stets ungeschieden, fällt ab; So blüht der menſch und 184 Erste Abtheilung. und sinkt in's grab. Nicht ju- wenn nur deine huld mich gend schützt, nicht stand, noch deckt Kann selbst der tod nicht geld; Nichts in der welt Ist, schaden. was ihn dafür sicher stellt. 3. O herr, du bist mein 4. Wer rüstet mich mit ganzer ruhm, Mein bester trost muth und kraft Auf's ende auf erden; In jener welt meiner pilgerschaft? Und wer mein eigenthum, Was kann beruhiget mich hier? Allein mir größres werden? Von fern von dir, O herr, kommt muth glänzt mir mein kleinod zu; und ruhe mir. Du schaffst mir nach dem strei5. Du bringst mich, bin ich ten ruh, Und reichst mir deine nur bereit, Zum sichern glück krone. der ewigkeit, Wo man des 4. Herr, lenke meines geikurzen grams vergißt, Wo man- stes blick Von diesem weltgecher christ Schon froh voran tümmel, Auf dich, auf meiner gegangen ist. seele glück, Auf ewigkeit und 5. Froh werd auch ich, wenn himmel. Die welt mit ihrer dir's gefällt, Ein bürger der herrlichkeit Vergeht und währt vollkommnen welt, Den mei- nur kurze zeit. Im himmel nen sag' ich auf dein wort: sei mein wandel. Gott, unser hort, Vereint uns 5. Jetzt, da mich dieser leib bald auf ewig dort. beschwert, Jst mir noch nicht 7. Den trost, o jesu, dank erschienen, Was jene beßre ich dir; Du brachtest ihn vom welt gewährt, Wo wir gott himmel mir. Du hast gesaget: ewig dienen. Dann, wann ihr seid mein, Auch ihr sollt mein auge nicht mehr weint, sein, Wo ich bin, und euch Und nun vollkommnes glück ewig freun. erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. Sei lob und ehr dem. 301. Schweiß, an wen 6. Jm dunklen seh' ich hier mein glaub sich mein heil; Dort seh' ich's klar hält, Rein feind soll mir ihn und heiter. Hier ist die schwachrauben, Als bürger einer bes heit noch mein theil; Dort sern welt, Leb ich nur hier im hebt mein geist sich weiter. glauben, Dort schau ich, was Hier ist mein werth mir noch ich hier geglaubt. Wer ist, der verhüllt, Dort wird er sicht mir mein erbtheil raubt? Es bar, wenn dein bild Mich einst ruht in jesu händen. vollkommen schmücket. 2. Mein leben ist ein fur 7. Zu diesem glück bin ich zer streit, Und herrlich ist die erfanft, herr, durch deine trone. Das glück der ganzen leiden; Auf deinen tod bin ich ewigkeit Wird mir zum frohen getauft, Wer will mich von lohne. Du haft für mich dir scheiden? Du zeichnest mich den tod geschmeckt; Mir, in deine hand; Ich bin dir, herr, XXI. Bom Cod. 185 herr, du mir bekannt. Mein viel, Ich bin vielleicht noch sind des himmels freuden. fern vom ziel, An dem die 8. Wie groß ist meine herr krone schimmert. Bin ich von lichkeit! Empfinde ste, o seele, meinem ziel noch weit: So sei Von lust der erde unentweiht, mein leben dir geweiht, Bis Erhebe gott, o feele! Der erde einst mein leib zertrümmert. glänzend glück vergeht; Nur Hilf mir, Herr, dir Ganz des gerechten wohl besteht Durch mein Leben Zu ergeben, Daß alle ewigkeiten. ich droben, Dich ohn ende fönne loben. Wie schön leuchtet der morgenst. 302. Wie wird mir dann, 5. Wie wird mir dann, mein mein heiland, heiland, sein, Wann ich mich sein, Wann ich, mich deiner deiner ganz erfreun, Dich dort ganz zu freun, In dir ent- lanbeten werde? Dann bin ich schlafen werde? Alsdann werd' frei von sünd und leid, Ein ich auch ganz befreit Von sünde mitgenoß der herrlichkeit nicht erde. und von sterblichkeit, Entflie- mehr ein mensch von hen dieser erde. Freu dich Preis dir, Daß mir Durch Innig, Meine seele, Und dein leiden Sene freuden Of erwähle Schon hienieden, fen stehen; Ewig will ich dich Was dir dient zum ew'gen erhöhen. frieden. Alle menschen müssen sterben. 2. Besiege denn des todes 303. och bin ich ein gast graun, Mein geist, er ist ein der erde, Gott weg zum schaun In jenem bes mehrt meiner tage zahl, Daßß sern leben. Er sei dir nicht ich reif zum himmel werde, mehr fürchterlich; Zum aller Prüft er mich, läßt mir die heiligsten wird dich Der herr wahl, Vöses oder gut's zu dadurch erheben. Hier wird wählen, Doch werd' ich viel Dein hirt Nach den thränen, jahre zählen? Oder ruft ein Nach dem sehnen Dich erlösten naher tod Mich zu banger sterVöllig und auf immer trösten. bensnoth? 3. Herr, herr, ich weiß die 2. Herr, du weißt, du hast stunde nicht, Die mich, wenn die tage Meines Lebenslaufs nun mein ange bricht, Zu dei- gezählt; Ihre freuden, ihre planen todten sammelt. Vielleicht gen Sah dein auge, das nie umgibt mich ihre macht, Eh' fehlt, Früher noch, als du auf ich dies flehen noch vollbracht erden Mich ließt deinen pilgrim Mein lob dir ausgestammelt. werden, Da schon schriebst du Mach mich Fertig, Ich be- meinen tod, Auf dein buch, allfehle Meine seele Deinen hän- weijer gott! den; Laß mich meinen fauf 3. Ginst, wenn es dein gut enden. wille fordert, Wird mein äuß4. Vielleicht sind meiner tage rer mensch zu staub, lind das feu'r 186 Erste Abtheilung. feu'r, das in mir lodert, Wird Nimmst du mich zum himmel des kalten todes raub. So wie auf. frühlingsblumen welken, Wird mein leben auch verwelken! 304. Kraft und odem nehmen ab, Christus der ist mein leben. ch geh' einſt ohne beben zu Und den leichnam nimmt das tode hin, Denn christus ist grab. mein leben Und sterben mein 4. Nimm ihn hin zu dei- gewinn. nem staube, Grab, verwandle 2. Jch scheute nicht die schre ihn in erd! Dennoch trium- chen Der freudenleeren gruft, phirt mein glaube, Denn Der wird mich auferwecken, mein leib wird einst verklärt. Der mich zum grabe ruft. Des verwesten förpers trüm- 3. Und rief mich, abzuschei mer Bleiben wahrlich nicht auf den, Auch heute schon mein gott, immer Der vermodrung schnö- So geh ich hin mit freuden, der raub: Neu beseelt wird und sterb auf sein gebot. einst mein staub. 4. Ich hoff' ein beff'res le 5. Durch dein allmachts ben, Das nimmermehr verfließt. wort: es werde, Russt du, Ein leib wird mich umgeben, herr, in mein gebein Neues Der ewig herrlich ist. leben, Nicht mehr erde Wird 5. Dann eil ich dir entgegen, alsdann mein körper sein. Zu Mein triumphirend haupt, Und den himmlischen geschäften seh' entzückt den segen Des Schmückst du ihn mit neuen heils, das ich geglaubt. kräften, Und von schmach und Wer nur den lieben gott. sterblichkeit Wird er ewig dann 305. Warum erbebst du noch, o seele, 6. Hör, o seele, cinst mit Bei dem gedanken an das freuden, Jenen ruf: das grab grab? Nicht dich umschließt ist da! Denn das ende deiner einst seine höhle, Nur deine leider Ist mit ihm zugleich dir hütte sinkt hinab; Die schuf nah. Der, der deinen tod be- der schöpfer erst aus staub, zwungen, Hat das leben dir Drum wird sie der verwesung errungen! Durch den weg der raub. befreit. sterblichkeit Führt er dich zur 2. Du, zur unsterblichkeit er ewigkeit. lesen, Schwingst dich empor zu 7. Stärke mich auf diese gottes licht und schaust den stunde, Jesu, der du für mich ursprung aller wesen Von anstarbst, Und an gottes gnaden- gesicht zu angesicht; Bewunderst bunde Ewig antheil mir er- deines gottes macht In jener warbst. Laß mich tod und welten bau und pracht. grab nicht scheuen, Laß viel- 3. Dann scele, wirst du das inchr mich darauf freun; Denn verstehen, Was hier kein wei nach treu vollbrachtem lauf fer mund erklärt. Was, hier voll XXI. Vom Tode. 187 vollkommen einzuschen, Dein 3. Sein ruhiges gewissen wissenstrieb umsonst begehrt. Bebt nicht vor finsterniſsen Dann trügt dich wahn und Der bahn, die er nicht kennt. irrthum nicht, und selbst die Die schreckensvolle pfade Erfinsterniß wird licht. feuchtet ihm die gnade Des 4. Dann wirst du den ganz gottes, den er vater nennt. nah erblicken, Den hier der 4. Kein angstgeschrei mit glaube fern nur sieht, Den der thränen, Rein unruhvolles stöhdich ewig zu beglücken, Zumnen Quält sein gelaßnes herz; fluch gemacht, am freuz ver- Es ist zu gott erhoben, Emschied. Dann freu dich, daß kein pfängt den trost von oben wahn, kein spott Dich hier ge Und fried und freude in dem trennt von deinem gott. schmerz. 5. Wann nun der tag des 5. Er segnet froh die seinen, herrn erscheinet, Verläßt dein die um sein lager weinen, Erleib der gräber ruh; Zum mahnt und tröstet sie; Und seizweitenmal mit dir vereinet, ner treue wegen, Erfüllt gott Wird er unsterblich, so wie seinen segen, Und weichet auch du. O scele, zittre länger von diesen nie. nicht, Daß deiner hütte ban zerbricht. 4. Gnde der Frommen. 6. Gott, laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt: Damit ich als ein erbe Der seligkeit auch sterbe, So 306, ie fanft feh'n wir freudig, wie ein frommer ſtirbt. den frommen, Wachet auf, ruft uns die. Nun bald der erd entnom- 307. Selig sind des himmen, Sich seinem ziele nahn? mel3 erben, In allen meinen thaten. Die Wo sich des Lebens freuden todten, die im herren sterben, Bom frechen sünder scheiden; Zur auferstehung eingeweiht! Da gehn des christen freu- Nach den letzten augenblicken, Des todes schlummer folgt den an. 2. Er freut sich auf sein entzücken; Folgt wonne der ende, Und hebt voll dank die unsterblichkeit! Im frieden ruhände Zu seinem vater auf. hen sie, os von der erde müh. Gesichert vor verderben, Kann Gelobt sei gott! Vor ſeinen er mun fröhlich sterben, Nach thron, Zu seinem sohn, Beeinem wohl vollbrachten lauf. gleitet ihre tugend fie! XXII. Von Erste Abtheilung. XXII. Von der Auferstehung der Todten. 1. Gewißheit davon. ruhme Steht sie in neuem Befiebl du deine wege. flor. 308. Wenn einst in mei- 6. Kann gott denn nicht aus nem grabe Des machen, Daß einst aus tod todes stille nacht Ich durch- und gruft Die glieder neu er geschlummert habe, So weckt wachen, Wann seine stimme mich jesu macht, Gibt diesem ruft? Es werden dieſe glieder leib aus staube Des himmels Wie saamen ausgesät. Gott herrlichkeit. O trost, den mir will: sie leben wieder! Der der glaube Au gottes wort neue Leib entsteht. verleiht! 7. Ich frag nicht nach dem 2. Es soll mir diesen glau- spotte Verwegner zweifeler Und ben, Der fest als felsen ruht, weiß von meinem gotte: Er Rein spötter jemals rauben, ist des todes herr. Daß todte Kein feind, kein zweifelmuth. leben sollen, Ruht ganz in Es mag der unchrist beben, seiner macht, Und sollt er auc Sinkt er in tod und gruft: nicht wollen, Daß einst mein Ich tenn ein neues leben, Wo- leib erwacht? zu mich jesus ruft. 188 8. Die aus des grabes ban3. Den heiden hier auf er- den Gott ehmals schon erwedt, den War dieser trost verdeckt, Und jesum der erstanden, da Daß wir dereinstens werden er den tod geschmeckt, Betrach Aus tod und grab erweckt. Sie, tet unser glaube, Und siegreich die das licht nicht hatten, Das rühmet er: Auch uns wedi uns der tag gebracht, Umga- aus dem staube Zum leben ben todesschatten, Und furcht einst der herr. Wenn mein stündlein vorh. der grabesnacht. 4. Des spötters fühnes la- 309. Herr, wenn einſt chen Beschimpft ihn selber nur. deine stimme allmacht ruf. Es sind gar leichte sachen Dem ruft: Kommt wieder, menschen schöpfer der natur, Den leib kinder! Und ich alsdann aus neu zu beleben, Den er aus meiner gruft, Unsterblich, nicht staub erschuf; 3hm klarheit mehr fünder, Zum neuen leben auch zu geben Durch seiner aufersteh' Und deinen himmel vor mir seh', Daun jauchz 5. Aus saamen den wir ich, daß ich lebe. säen, Läßt gott ja alle jahr 2. Den leib, den hier die Die neue frucht enstehen, Die seele trug, Wird sie dort wie in dem Keime war. Es wäch- der tragen; Dasselbe herz, das in set jede blume Aus ihrer saat mir schlug, Wird wieder in mit hervor; Zu seiner all macht schlagen. Du rufft, die in den graz 189 XXII. Von der Auferstehung der Todten. gräbern sind; Ihr staub, be- 8. In diesem seligen verwegt sich, und empfind't: Es traun, Einst fröhlich aufzustekennt sich leib und feele. hen, Laß mich, o heiland, ohne 3. Wie wird mir, dem er- graun Den weg des todes gewachten sein! Welch himmli- hen. Es zeige mir ein sanfter sches entzücken! Wenn leib und tod, So wie ein schönes abendseele sich erfreun, Und sich ver- roth, Von fern den schönern flärt erblicken; Wenn nun mein morgen! aug', nach langer nacht, In gottes neuer welt erwacht, Und 2. Freude über die Aufer= stehung und Lobpreisung feine nacht mehr fürchtet. Gottes. 4. Dann find ich und bewundre den, Der mir dieß heil Was gett thut das ist. erworben; zum erſtenmal werd 310. Ich freue mich der frohen zeit, Da ich ihn seh'n, Den, der für ich werd' auferstehen. Dann mich segen auferstand, und mich werd ich in der herrlichkeit mit brüderlicher hand In seine Dich, gott, mein heiland, sehen. Dann werd auch ich, O herr, freude führet. durch dich Vereint mit allen 5. Ich weiß, daß dein wort frommen, Zur ew'gen ruhe wahrheit ist, Troß alles frechen spottes. Vernunft! weit höher fommen. 2. Ja, herr, du führst sie als du bist, Ist die Verheizung einst heran Die stunde der ergottes! Ich gehe zur verwesung lösung; Die stunde da ich hofhin; Ich werd' einst wieder, fen kann Trost, freiheit und was ich bin; Ich sterb; und genesung; Da, engeln gleich m himmelreich, Ich ewig lebe wieder. 6. Dieß Leben ist ein langer werde leben, mit herrlichkeit tod: Dort ist ein herrlich erbe; umgeben. Mein theil, nach aller müh' 3. Der du die auferstehung und noth; Ich lebe, wenn ich bist, Du bist's auf den ich sterbe. Ich werde sein, wo traue. Ich weiß daß ich durch jesus christ, der todten erstge- dich herr christ, Einst auferweckt borner, ist; Werd' hinfort dich schaue. Auch werd ich nimmer sterben. nicht Vor dein gericht, Wie 7. Grabt den entseelten leib die, die dich verschmähten, Mit nur ein! Staub waren seine angst und schrecken treten. glieder: Staub sollen sie im 4. Ich hoffe dann mit freugrabe sein; Ans staub schafft digkeit Bor dir, mein haupt, gott sie wieder. Gesät werd' zu stehen, und mit dir in die ich um aufzublüh'n: Das todte herrlichkeit Frohlofend einzufeld wird wieder grün Zu tau- gehen. O hilft mir doch Aus fenbfält'gen Früchten. gnaden noch, Zum glück Ser 190 Erste Abtheilung. der ewigkeiten, Mich würdig mißbrauch sie nicht; Denn sie zu bereiten. sind christi glieder. Ich weiß mein gott daß all'. 8. Was sorgst du für den leib, mein herz; G3 ist sein 311. Mit frommer freude mangel und sein schmerz Dem dank ich dir: Die heiland unverborgen. Er, da große wahrheit hast du mir, Oihn einst verklären will, Wind Heiland, offenbaret: Mein leib hier wohl für ihn sorgen. wird in dem grabe nur Zum 9. Herr, auch im sterben bin auferstehn bewahret. ich dein. Der tod soll mir nicht 2. Ich soll aus meinem gra- furchtbar sein: Das grab soll be gehn, Und soll vor meinem mich nicht schrecken. Ich weiß, richter stehn. Ich hör's aus daß mein erlöser lebt! Der deinem munde: Du bist die wird mich auferwecken. wahrheit; ja es kommt; Es kommt die frohe stunde! 3. Anwendung der Aufer stehung zum Trost und zu frommen Gesinnungen. 3. Hoch schallt dein allmachtswort daher, Dann muß die 312. Jeſus, meine zuver meer Die todten erde und sicht, Lebt, und ich wieder geben. Der herr, der soll mit ihm leben! Diejes weiß alle sterben hieß, Der heißt sie ich: sollte nicht Sich mein herz wieder leben. zufrieden geben, Was die lange 4. Mein herr, auch ich ge- grabes nacht mir auch für ge höre dir; Und auch der arme danken macht? staub von mir Bleibt nicht dem 2. Jesus, mein erlöser, lebt, tod zum raube. Der herr, des Und ich kann ihm sicher trauen, ich im leben war, Ist herr Daß er mich zu sich erhebt: von meinem staube. Warum sollte mir denn grauen? 5. Du haft für mich den tod Läsfet auch dies haupt ein glied, geschmeckt, Du bist für mich Das es einst nicht nach sich auch aufgeweckt: Der tod liegt zieht? dir zu füßen. Die kraft von 3. Ich bin durch des glandeinem auferstehn Soll und bens band Zu genau mit ihm werd ich genießen. verbunden. Er, der auch den 6. In schwachheit schließ ich tod empfand, hat auch für mich meinen lauf: Mit großen überwunden. Er, entstand, und kräften steh ich auf: Du weckst cinst erwacht Auch mein leib mich aus der erde; Daß dei durch seine macht. nem schön verklärten leib Mein 4. Ich bin staub und muß leib auch ähnlich werde. daher Wiederum zum staube 7. Laß mich dir hier schon werden. Dieses weiß ich; aber ähnlich sein, Auch leib und glie- er Weckt mich wieder aus der der sind ja dein, Du schenkst sie erden, Daß ich in der herrlich schöner wieder, feele, o feit Bei ihm fei in ewigkeit. 5. Da 1 1 t 3 T 1 e t T 1 XXII. Von der Auferstehung der Todten. 191 5. Da wird mich, statt die- er hat die macht Des todes ser haut, Ein verklärter leib ganz bezwungen, Und siegreich umgeben, Für die neue welt aus des grabes nacht Zu gott gebaut, Und geschickt zum bes sich aufgeschwungen. Er ist sern leben; Und in diesem leib mein haupt; sein sieg ist mein jeh ich Meten jejum ewiglich. Sein soll mein ganzes leben 6. Dann werd' ich in hel- sein, Und ihm will ich auch lem licht Seine große lieb er- sterben. kennen; Und wie freudig werd' 2. Nicht ewig wird, wer dein ich nicht Dann ihn meinen ret- wort hält, Ten tod, o jesu, ter nennen! Wenn er von der schauen. Das ist's, was mich sterblichkeit Nun auf ewig mich zufrieden stellt, Selbst bei der befreit. gräber grauen. Ich bin getrost 7. Mich, der hier noch feufzt und unverzagt: Weil du den and fleht, Wird er herrlich dort deinen zugesagt: Ich leb' und erhöhen. Irdisch wird mein ihr sollt leben. leib gefäet, Himmlisch wird er 3. Wird gleich mein leib des auferstehen; Zum verwesen fällt todes raub; Er wird doch wieer ein; Dort wird er unsterb- der leben, Und einst aus der lich sein. verwesung staub Sich neuge8. Sei, o scele, hocherfrent! bild't erheben, Wenn du, o groJesus fennt ja seine glieder. ßer lebensfürst, Einst deinen Weg mit furcht und traurig- todten rufen wirst, Zum leben feit! Sterb ich, christus ruft aufzuwachen. mich wieder; Wenn einst die 4. Wie froh und herrlich werd' posaune klingt, Die durch alle ich dann Vor dir, mein heiland, gräber dringt. stehen! Dann nimmst du mich 9. Lach' der finstern erden mit ehren an; Läßt in dein kluft! Blick hinauf in's beß're reich mich gehen. Forthin von leben! Dorthin wird mich aus keiner last beschwert, Hingeder gruft Meines jesu macht gen herrlich, ganz verklärt, erheben. Dann liegt schnach- Leb ich bei dir dann ewig. heit und verdruß, Ewig unter 5. O welch' ein sel'ges theil meinem fuß. ist mir In jener welt bereitet! 10. Nur daß ich den geist Der freuden fülle ist bei dir. erheb Von den lüsten dieser er- Von dir, o herr, geleitet, Werd' den, Und schon hier dem hei- ich in deinem land leb, Dem ich dort soll Unsterblich ähnlich werden! himmelreich, deinen engeln Denn seiner sich will freun, wer gleich, Vollkommne lust geMuß nießen. hier rein und heilig sein. Sei lob und ehr. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die hier dir fol= gen und ewig frei von 313. Mein heiland lebt; ſchmerz und müh'. Von seligen 11111= 192 Erste Abtheilung. umgeben, Genießen deiner herr- Aber doch auf ewig nicht. lichkeit. D was sind leiden Neues Leben wird er haben, dieser zeit, Herr, gegen jene Wenn das letzte weltgericht freuden? Alle gräber wird aufdecken. 7. Laß die zukünft'ge herr- Und der engel feldgeschrei lichkeit Mir stets vor augen Zeigen was vorhanden sei: schweben; Und oft in dieser Dann wird ihn mein gott prüfungszeit Mein herz dahin erwecken Zu der frohen ewigerheben, Wo keine schwachheit keit. Sei o seele hocherfreut. uns mehr drückt, Wo wir der sterblichkeit entrückt, Frohlockend 2. Dann so werden meine nor dir wandeln. glieder, Die jetzt staub und 8. Erwecke mich dadurch zum asche sind, Unverweßlich leben fleiß, Der tugend nachzustreben, wieder, Und ein jegliches ge Und als ein christ, auch dir winnt Solchen glanz, als hier zum preis, Nach deinem wort auf erden Nimmermehr zu zu leben. Und fühl ich hier finden ist. Ja, mein leib, herr, noch noth und schmerz: So jesu, christ, Wird dem deinen tröste selbst damit mein herz: ähnlich werden, Voller pracht es kommt ein beßres leben. und herrlichkeit. Dank sei dir Sollt ich meinem gott nicht singen. in ewigkeit! 314. Meinen leib wird man begraben! XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jefu lichten wolken einst, Mit deizum Weltgericht. ner engel heer, erscheinst, Die sich vor dir, herr, beugen! Dann sieht die welt die maO ewigkeit, du donnerwort. 315. Erhöhter jesu, gottes jestät, Dazu dich gott, dein sohn! Der du schon gott erhöht. längst der himmel thron Als 3. Dann tönt dein ruf in herrscher eingenommen, Dusjedes grab Mit allmachtsvoller wirst dereinst zu rechter zeit, fraft hinab, Und schafft ein In großer kraft und herr- neues leben. Auf deinen wink lichkeit, Vom himmel wieder muß erd und meer Das große kommen. Gib, daß dann froh unzählbare heer Der todten und voll vertraun Dich, herr, wieder geben: Sie steh'n durch auch meine augen schaun. dich, herr, neu beseelt, Nun 2. Wer faßt, o heiland, jetzt alle auf, und keiner fehlt. die pracht, Die deinen tag einst 4. Du sammelst sie vor deiherrlich macht? Wie groß wirst nen thron, Um jeden den be du dich zeigen! Wann du auf stimmten lohn, Nach seiner that XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 193 that zu geben. Dann trifft Doch bald ist euer maß erfüllt! den bösen schmach und pein; Bald kommt der richter und Den frommen aber führst du vergilt. ein In das verheißne leben. 3. Dann öffnet um euch her Wer leugnet dann noch, jesu sich weit Der abgrund jener christ, Daß du der erde richewigkeit mit allen seinen ter biſt? schrecken; Dann wird euch, 5. O gib, wenn nun dein wann der richter droht, Nicht tag erscheint, Daß ich in dir berg, noch meer, nicht grab dann noch den freund Und hei- und tod, Für seiner ahndung land wieder finde; Daß ich decken. Denn nun nicht mehr mit freuden vor dir steh'; Und erbarmt er sich, Und sein gemit dir in den himmel geh'; richt ist fürchterlich. Ganz frei von noth und sünde. 4. Wann furchtbar seiner Laß mich nur stets vorsichtig donner schall, Von tausendfasein, Und selbst die kleinste chem wiederhall Der erde grund sünde scheun. erschüttern, Und plötzlich nun 6. Die tugend sei mir ewig der bau der welt Wankt, frawerth; Und was dein wort chet, stürzt, in trümmern fällt, von mir begehrt, Laß mich mit Wann selbst die himmel ziteifer üben; Niemals ermüde tern, Und vor den richter hinhier mein geist, Dich, den schon gerückt, Der spötter glaubet jetzt der himmel preist, Aus und erschrickt. aller kraft zu lieben; So hab' 5. Dann ist's nicht mehr zur ich in der ewigkeit Auch theil buße zeit; Wo werdet ihr barman deiner herrlichkeit. In voriger Melodie. 316. Der unsre menschheit herzigkeit Und gnad" und rettung finden? Die ihr der sünden maß noch häuft, Fühlt, eh' an sich nahm Als euch dieser tag ergreift, Die er uns zu versöhnen kam, schanden eurer sünden; Daß Kommt einst zu richten wieder. ihr nicht selbst euch dann verNicht fern ist seiner zukunft flucht Und in verzweiflung zeit; In aller seiner herrlich- lindrung sucht. feit, steigt jesus dann hernie- 6. Mein herz erschrickt; es der. Vernimm's, o welt, und lebt in mir Mein innerstes, o bere dich! Der tag des gott, vor dir, Ich bin ein schreckens nahet sich. missethäter. Begnadige, wenn 2. Warum verzieht er? fragt dein gericht, Auch mir mein ewig der spott; Wo bleibt der sün- urtheil spricht, Mich, herr, den denrächer, gott? Hört, sün- übertreter Du, der die fünder der, hört's mit beben! Euch, nicht verstößt, Du, jefu, hast die ihr frech ihm widerstrebt, auch mich erlöst. Und in der bosheit sicher lebt, 7. Tag gottes und der ewigZur beßrung frist zu geben. keit, Du predigst uns den N werth 194 Erste Abtheilung. werth der zeit Laut mit des 5. Wer spottet dann noch donners stimme. Reizt, men deiner kraft, Wann du, die schen, nicht durch eure schuld hier dich fliehen, Für ihre schuld Den gott der langmuth und zur rechenschaft Mit majestät geduld, Daß er nicht schnell wirst ziehen? Wann nun ihr ergrimme; Denn schrecklich wird auge dich erblickt Und sie dein der sünder pein, Und groß der strafgerichte drückt: Dann wer frommen wonne sein. den sie verstummen. Sei lob und ehr dem. 6. Und wann du dann die 317. Er kommt, er kommt deinen nun Mit preis und ehre zum weltgericht, zierest, Und, ihnen ewig wohl Der heiland, den wir ehren. zuthun, Sie zu dem himmel O weigert euch, erlöste, nicht, führest: Dann, herr, wird võlJetzt auf sein wort zu hören! lig offenbar, Daß dein die macht Wer hier nicht seine vorschrift und gnade war, Rechtschaffne hört, Und sie nicht mit gehor- zu beglücken. sam ehrt, Wird nicht vor ihm 7. O laß mich dann, herr bestehen. jesu christ, Mit freuden vor 2. Herr, laß mich deiner dir stehen, Und dir, so herrlich majestät Mit wahrer freude du auch bist, Getrost entgegendienen! Wie herrlich dich dein sehen. Wann Wann deiner feinde gott erhöht, Ist zwar noch rotte zagt, Von reu' und angst nicht erschienen: Doch was und furcht geplagt, Dann uns hier verborgen war, Das jauchze meine seel. men. wird dereinst uns offenbar, 8. Daß ich dies glück erleben Wann du wirst wieder kom- mag, So laß in diesem Leben, o heiland, deinen großen tag 3. Wann vor dir die natur Mir stets vor augen schweben, dann bebt Und unter deinen Er reize mich, dir mich zu füßen Sich alles, was dir wi- weihn, In deinem dienste tre derstrebt, Wird völlig beugen zu sein, Und nie dich zu ver müssen, Wann alle engel vor leugnen. dir stehn: Dann werden aller augen sehn, Wie hoch dich gott erhoben! Vom Weltgerichte ſelbst. Bestebl du deine wege. 4. Wann dann, o herr, auf 318. Ich dent' an bide dein geheiß, Die todten wieder gerichte, Du rich leben, Dein feind mit furcht, ter aller welt, Tem thor seis dein freund mit preis, Sich ein gedichte, Das schwachen aus dem grab erheben; Wer nur gefällt! Mich soll sein wird dann noch, herr jesu wahn nicht stören, Weil mich christ, Daß du der Herr und dein göttlich licht, Und mein richter bist, Mit frechheit feug- gewissen lehren: Da haltejt nen können? ein gericht. 2. Jch t T T it 1 11 7 11 11 XXIII. om allgemeinen Weltgericht. 195 2. Ich seh' im geist die blize, rechten, Von aller schuld beUnd hör' die donner schon, Er- freit; Führst mich mit deinen blick dich auf dem size Und knechten In deine herrlichkeit. hohem richterthron, Um den die Es ist gewißlich an der zeit. heil'ge menge Erhabner engel 319. Schon ist der tag von steht. Welch' herrliches gegott bestimmt, Da, pränge! Welch eine majestät! wer auf erden wandelt, Sein 3. Umsonst flicht dann der loos aus gottes händen nimmt, sünder Vor deines armes kraft. Nachdem er hier gehandelt. Herr, alle menschenkinder Ziehst Er kommt, er kommt, des mendu zur rechenschaft. Du rufft schen sohn; Er kommt, und und sie erscheinen Vor deinem wolken sind sein thron, Den richterthron. Den sündern und erdenkreis zu richten. den deinen Gibst du gerechten lohn. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millio4. Frohlockend schn die from nen, Die feit dem ersten tag men Dein göttlich angesicht, der zeit Auf dieser erde wohSchon hier dem fluch entnom- nen, Nur dem allwissenden bemen, Zagt ihre seele nicht. kannt, Unzählbar wie am meer Nun triumphirt ihr hoffen, Er- der sand; Hier stehn sie vor löst von aller müh, Sehn sie dem richter! den himmel offen, Und du, 3. Hier muß der falsche wahn herr, segnest sie. der welt Der wahrheit unter= 5. Wie angstvoll aber beben liegen. Hier wo das recht die Die hier dein wort verhöhnt, waage hält, Wird keine bosheit Und durch dein fündlich leben, siegen. Hier ist zur buße nicht Das eitle herz verwöhnt! Du mehr frist, Hier gilt nicht mehr gibst den fündenknechten Ihr betrug und list, Hier gilt kein theil in jener pein, Und füh- falscher zeuge. rest die gerechten Zu deinen 4. O herr, mit welcher mafreuden ein. jestät Wirst du das urtheil fälch 6. Drum laß, herr, dein ge- len! Die fünder, die dich hier richte Mir stets vor augen sein, verschmäht, Gehn dann gewiß Und drücke sein gewichte Tief zur Höllen. Da trifft sie unerin's gewissen ein. Vor dir forschte- pein, Wer wird dann laß recht mich handeln, Und noch ihr retter sein? Ihr warhier zu aller zeit So wie ein ten ist verloren. weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth vor- erscheinen? Du, herr, nimmſt ver- sie zu ehren an, Erklärst mit sie für die deinen; Und sie ch 7. Ist dann dein tag handen, Wird diese welt gehn: So hoff ich nicht it schanden vor deinem thron zu sehn stehn. Du stellst mich dann zur Daß it mit mit erstauntem blick, glaub' und lieb' das höchst N 2 196 Erste Abtheilung. höchste glück Aus gottes huld ben! Daß ich nie Thöricht sie ererben. Außer augen setzte, Noch mit 6. Sie gehn nun in das sleiß verletzte! sel'ge reich, Das gott für sie 5. Lehre mich gewissenhaft bereitet, Und sehn, auf ewig, Meine tage zählen, Eingedenk engeln gleich, Ihr wohlsein aus der rechenschaft, Nur, was gut gebreitet! Das stückwerk wird ist, wählen. Gib, daß ich vollkommenheit; Kein kummer, Ernstlich mich Täglich und auch keine traurigkeit Stört forthin heute Zum gericht bereite. ihre frende. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit 7. Mein heiland, laß mich Furchtbar in der nähe: O dann dein gericht Oft und mit ernst ist es selten zeit, Daß ich in bedenken. Es stärke meine zu- mich gehe; Wann der tod Mir versicht, Wenn hier mich leiden schon droht, O dann ist gewiß tränken, Es reize mich gewis- lich Meine buße mißlich! senhaft, Und eingedenk der 7. Mein gewissen strafe mich rechenschaft, Nach deinem wort Gleich für jede sünde, Mittler, zu wandeln. daß ich bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du Dann 320. Herr, ich bin dein mir zu: Alles ist vergeben, eigenthum, Dein Sünder, du sollst leben! ist auch mein leben, Mir zum 8. Dann werd ich auch im heil und dir zum ruhm Hast gericht Vor dir, herr, beste du mir's gegeben. Väterlich hen; Und vor deinem ange Führst du mich, Auf des lebens sicht Freud und wonne sehen. wegen Meinem ziel entgegen. Ewig dein Werd ich sein Und 2. Ginst kommst du mit gro- mich, dich zu lieben, Ewig, Ber fraft Zum gericht auf erden; ewig üben. Straf mich nicht in deinem. Dann soll ich zur rechenschaft 321. Wachet auf vom Dargestellet werden. Dein geschlaf, ihr sünricht Schonet nicht, Richter alder, Erwacht, denn euch, o ler welten! Denn du willst menschenfinder, Erwarten tod vergelten. und ewigkeit. Lohn und strafe, 3. Wch dann mir in ewig- tod und leben Wird der ge keit, Wenn ich deine gabe, rechte richter geben. Erwacht! Meine fräfte, meine zeit, Hier noch ist zur buße zeit! Gerecht, gemißbraucht habe! Weh denn gerecht ist gott! Er hört der mir, Hab' ich hier Dein ge- freoler spott. Frevler zittert! fchenk verschwendet Und nicht Wißt, was er spricht Gereut angewendet! ihn nicht. Er fommt gewiß 4. Möchte täglich bein ge- und hält gericht. richt mir vor augen schweben! 2. Plötzlich wird sein zorn Möcht' ich mich stets, meiner entbrennen; Dann wird der pflicht Treu zu sein bestre- spötter ihn erkennen, Des vaters XXII1. Vom allgemeinen Weltgericht. 197 ter3 eingebornen sohn. Jauch- lauf Dich ehre, dir gefalle. zet, jauchzt, ihr seine from Du kamst, o hilf, daß jeder men! Er wird zu eurem heile christ, So lang er auf dem kommen; Bald kommt er, und wege ist, Dir fromm entgegen mit ihm sein lohn! Euch rich- walle. Hier leite uns auf ebtet christus nicht; Er selbst ner bahn, Und dort nimm uns ging in's gericht Für die sün- mit ehren an. der. Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gekrönt. Wer nur den lieben Gott. 323. Wenn ich auf got3. Seid bereit ihn mit vertes wegen wanlangen, Mit reinem Herzen zu ke, Und straucheln will, so empfangen, Denn plötzlich bricht schrecke mich Der herzerschütsein tag herein. Und der rich- ternde gedanke: Gott richtet ter wird vom bösen Sein volt einst die welt und dich! Er die frommen, ganz erlösen, Von hat's verkündigt, sein gericht sünd' und tode sie befrein. Ist unausbleiblich, strauchle Dann ist vollkommnes heil In nicht. ewigkeit ihr theil Jauchzt, ihr 2. Den weg der tugend, den frommen! Seid stets bereit Auf ich walle, Sei rauh und steil diese zeit, Und singt gott dank wo führt er hin? Zum himin ewigkeit. mel, weil ich gott gefalle, Wenn ich getreu und standhaft bin; 322. Wie finster ist der Gestärkt, o gott, durch deine Dewigkeit du donrerwort. letzte tag; Wie huld, Zur selbstverläugnung, fürchterlich sein donnerschlag, zur geduld. Wie schrecklich gott im wetter! 3. Laß mich zu meiner seele Wenn über uns der himmel sagen: Die welt vergeht mit glüht; Wenn unter uns die ihrer lust! Wohl mir, wenn erde flieht. Wo bleibt für uns ich bei allen plagen Mir keiein retter? Der große tag des nes frevels bin bewußt! Es weltgerichts Verkehret unsre kommt, es kommt die ewigkeit, welt in nichts. Die mich aus jeder noth be2. Ach sünder, richte deinen freit. sinn Auf jenen tag des schreckens 4. Denn jesus wird vom hin; Verlaß nun welt und himmel kommen, Ich werd' sünde. Erschrick vor'm schreck- ihn, meinen heiland sehn, Jhn, lichen gericht! Thu buße, daß wie er ist; mit allen frommen der richter nicht Dich unberei- Aus meinem grab auch aufertet finde. Dann, wen er hier stehn. Ihm werd' ich völlig umsonst gesucht, Den weißt er ähnlich sein, Mich ewig meivon sich als verflucht. nes glaubens freun! 3. O heiland, weck uns alle 5. Ich werde seine stimme auf, Daß unser ganzer lebens- hören, Der du zu meiner rechten 198 Erste Abtheilung. nen bist, Du warst gehorsam nicht bricht, Ein unbarmherzimeinen lehren, Nimm hin, was ges gericht. dir bereitet ist. Sei, treuer 9. Fühllose( wird der rich christ, den engeln gleich, Komm ter sagen), Verschlossen habt erbe meines vaters reich! ihr eure hand, Verachtet eurer 6. Du hast in deinen armen brüder klagen: Entweicht! ich brüdern Barmherzigkeit an mir hab' euch nie erkannt! Wer gethan; Ich nahm in meines mich befennt; Und doch nie. leibes gliedern Den segen deiner ſucht, Was menschen froh macht, wohlthat an! Komm nun ge- sei verflucht! segneter zu mir; Den himmel 10. So wirst du jede sünde geb ich dir dafür. richten, Die nicht bereut ist; 7. Solch' eine wonne wartet wenn du einst Den übertre meiner, Wenn ich mit brüder- tern ihrer pflichten In deiner lichem sinn Den nächsten lieb' majestät erscheinst. Dann wird und gern mich seiner Erbarm, der fromme nur bestehn; und jesu ähnlich bin. Gott, Wer lasterhaft blieb, wird verwer fann hart und lieblos sein? gehn. Betrübte sehn, und nicht erfreun? 11. Gib mir denn licht und muth und stärke, Damit mein 8. Dort, dort trifft den, der glaube dir getreu, Geübt in ohn erbarmen, Nie menschen- jedem guten werke, Bewährt freundlich sich beweist; Der, und unverwerflich sei! So fühllos bei der noth der armen, werd' ich ewig selig sein; Bedrängte nie erquickt noch Mich ewig deiner, gott, er speist; Den hungrigen sein brod freun. Ewigkeit. dieses Lebens müh. Nach aller last, die sie gedrückt Wird ewig nun ihr herz erquicft. XXIV. Von der 1. Der Seligen für die Frommen. Wer nur den lieben gott. 324, s ist doch eine ruh 3. Wie mütter ihre finder vorhanden Für trösten; So segnet mit zufrie jeden gott ergebnen geist; Wann denheit Auch deine gnade die er sich dieses körpers banden erlösten, Nach überstandner Nach gottes willen, einst ent- übungszeit. Dann wird es ih reißt, Und nun nicht mehr so nen offenbar, Wie gut stets eingeschränkt, Als hier auf er- deine führung war. den, lebt und denkt. 4. Da schweigen alle ihre 2. Die, herr, zu dieser ruhe klagen; Da bringt, mit fros kommen, Wie selig sind doch hem lobgesang, Selbst für die alle die! In deinen himmel ausgestandnen plagen, aufgenommen, Ruhn sie von ihre seelen frohen dank. Nun jauch XXIV. Von der Ewigkeit. 199 jauchzen sie: es ist vollbracht; sel'gen augenblick; Doch alle Der Herr hat alles wohlge- freuden, die ihm werden, Sind macht! noch kein recht vollkommnes 5. Forthin bekümmert sie kein glück. Er bleibt ein mensch, leiden; Kein schmerz, selbst keine und seine ruh Nimmt in der furcht nicht mehr. Gott führt seele ab und zu. sie zu den höchsten freuden, 3. Bald stören ihn des förUnd krönet sie mit preis und pers schmerzen; Bald das ge= ehr. unaussprechlich süße räusche dieser welt; Bald kämpft ruh! Wie herrlich, herr be in seinem eignen herzen ein glückest du! feind, der öfter siegt, als fällt; 6. Wer kann hier deine gna- Bald singt er durch des nächde fassen? Du willst den, der sten schuld, In kummer und dich redlich liebt, Nicht ewig in ungeduld. in der unruh lassen, Die die 4. Hier, wo die tugend öfses leben noch umgibt. O mach ters leidet, Das laster öfters uns ja hier in der zeit Recht glücklich ist; Wo man den glückwürdig für die ewigkeit. lichen beneidet, Und des bes 7. Mein heiland, der du kümmerten vergißt; Hier könselbst auf erden Der leiden nen wir nie frei von pein, joch getragen hast! Will ich Nie frei von aller schwachheit des lebens müde werden, Und ſein. fühl ich meiner bürde last: 5. Hier such ich's nur: dort So stärke mächtig meinen geist, werd' ich's finden; Dort werd' Daß er dem unmuth sich ent- ich heilig und verklärt, Der tugend ganzen werth empfinden, reißt. 8. Gib, daß in hoffnung je- Den unaussprechlich großen ner ruhe, Die gottes volk ver- werth: Dich, gott der liebe, heißen ist, Ich gern des va- werd ich sehn; Dich lieben, ters wille thue, Wie du darin ewig dich erhöhn. mein vorbild bist: So folget 5. Da wird, o herr, dein auf der leiden zeit, Gewiß heil'ger wille Mein will' und vollkommne seligkeit. meine wohlfahrt sein; Und lieblich wesen, heil die fülle 325. Nach einer prüfung An deinem throne mich erkurzer tage Führst freun. Dann läßt mein dir du uns, gott, zur ewigkeit. geweihter sinn Mich fühlen, Dort, dort verliert sich jede daß ich ewig bin. In voriger Melodie. klage In himmlische zufrieden- 7. Da werd' ich das im licht heit. Hier übst du unsern tu- erkennen, Was ich auf erden gendfleiß; Dort aber reichst du dunkel sah; Das wunderbar uns den preis. und heilig nennen, Was un2. Du schenkst den frommen erforschlich hier geschah; Da schon auf erden, So manchen denkt mein geist, mit preis und 200 Erste Abtheilung. und dank, Die schickung im deine huld daraus auch mir zusammenhang. Zu voller genüge geben, Was 8. Da werd' ich zu dem thro- mich mit reiner lust erfüllt, ne dringen, Wo gott, mein Was meiner seele sehnsucht heil sich offenbart; Ein heilig, stillt, Und sich ohn ende meh heilig, heilig singen Dem, der ret. für mich geopfert ward; Und 2. Dich lern' ich dann im aller Himmel sel'ges heer hellen licht In deiner größe Jauchzt ihm einstimmig preis kennen, Und mit vollkommner und ehr. zuversicht, Dich meinen vater 9. Da werd' ich in der engel nennen. Mit hoher freude bet schaaren Mich ihnen gleich und ich dann Auf ewig dein erbarheilig sehn; Das nie gestörte men an, Das mich zum himmel glück erfahren, Mit frommen führte. stets fromm umzugehn; Da 3. Wann mein erhöhter geist wird, durch jeden augenblick, da sieht, Was ich dir zuge Ihr heil mein heil, mein glück trauet; Wann er dein unumihr glück. schränkt gebiet Noch heller über 10. Da werd' ich dankvoll schauet: Gott, welche wonne ist dem begegnen, Der gottes weg dann mein! Wie werd' ich dei mich gehen hieß; Ihn mit ner da mich freun! Wie selig entzückter rührung segnen, Daß da mich finden! er mir ihn so treulich wieß; 4. Noch größ're werke seh Da find' ich in des höchsten ich dann Von deiner schöpfers hand, Den freund, den ich auf güte; Als ich auf erden sehen érden fand. fann, Und mein entzückt gemü 11. Da ruft( o möchte gott the Verliert, voll dank und es geben!) Vielleicht auch mir freude, sich In deiner herrlich ein selger zu: Heil sei dir denn keit, die ich In vollem glanz du hast mein leben, Die seele erblicke. mir gerettet, du! O gott, wie 5. Da werd' ich deinen gnäd muß dies glück erfreu'n, Der gen rath, Noch mehr als hier retter, einer seel' zu sein! verstehen; Dir danken, daß 12. Was seid ihr, leiden die- du mich den pfad Der tugend ser erden, Doch gegen jene hießest gehen, und selbst durch herrlichkeit, Die an uns offen- leiden dieser zeit, Mich zu dem bar soll werden von ewigkeit glück der ewigkeit So väterlich zu ewigkeit? Wie nichts, wie bereitet. gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh. Sei lob und ehr dem. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lie ben, Und was dein wille mit 326. Der freuden füll' ist, gebeut, Mit frohem herzen gott, bei dir; üben. O welche quelle reiner Und in dem höhern leben Wird lust, Sich keiner sünde mehr bewußt, XXIV. Von der Ewigkeit. 201 bewußt, In allem richtig han- 2. Jetzt, da die sünde mich deln! noch drückt, Seufzt meine banwerd' 7. Mein leib, auf's herr- ge seele; Wie bald ist nicht lichste verklärt, Mit himmels- mein herz berückt! Wer merkt, glanz umgeben, Von allem frei, wie oft er fehle? Doch was ihn beschwert, Geschickt einst ich vollkommen zum höhern leben; Auch der rein, Ganz heilig und ganz nimmt dann an allem heil, Und selig sein. Dies tröstet meine an der hohen wonne theil, Die ſeele. meinen geist entzücket. 3. Wenn mich der zukunft 8. Den heiland, den ich hier schicksal schreckt, Die noth der geliebt, Seh' ich mir dort zur fernen tage; Wenn sie in mir wonne, Die herrlichkeit, die die sorg' erweckt, Ob ich sie ihn umgibt, Jst mir auch licht auch ertrage: So mildert mir und sonne. Auch da ist er mein die ewigkeit Das turze elend herr, mein freund, Durch den dieser zeit, Daß nicht mein ich, gott, mit dir vereint, Stets herz.verzage. neue freuden schmecke. 4. Wenn einst, der jetzt von 9. Mit allen bürgern jener ferne dräut, Der tod mir näwelt, Die deinen thron umge- her winket; Wenn, nach der ben, Werd' ich dort ihnen zu arbeit dieser zeit Mein Haupt gesellt, In reinster freundschaft zum schlummer sinket: So sterb' leben Wie klopfet dann in mei- ich froh; die ewigkeit Zeigt mir ner brust Mein ganzes herz des himmels herrlichkeit Die voll lieb und lust, Die ich mit alles übersteiget. ihnen theile. 5. Herr, diesen trost, der 10. Ja, ewig ist, mein gott mich erfreut, Vermehr in meibei dir Der freuden reichste nem herzen. Mich stärke jene quelle. Ich schöpfe draus, doch seligkeit Bei meiner wallfahrt bleibt sie mir Stets voll auf schmerzen. Sie sei in meinem alle fälle. Mein glück währt tod mein heil Und einst mein da in ewigkeit. Nichts fehlt längst gewünschtes theil, Wenn ihm an vollkommenheit. Herr, ich vom tod erwache. hilf es mir erreichen. Wenn mein Stündlein vorh. Wie schön leuchtet der. 327, in fremdling bin 328. Mein ganzer geist, ich in der welt, gott, wird entUnd kurz sind meine tage; So zückt, Wenn er nach jenem manche noth, die mich befällt, himmel blickt, Dahin dein Reizt mich hier nur zur klage. wort uns leitet; Wo deine Doch, vater, jene seligkeit milde vaterhand Aus neuen Versüßt mir meine pilgrims- wundern wird erkannt, Die du zeit, Und stärkt mich selbst im da hast verbreitet. Mächtig leiden. Fühl' ich mich getrieben, Dich zut 202 Erste Abtheilung. zu lieben, Der zum leben Je- 6. Gott, welche schaar ist ner welt will mich erheben. dort vereint! Die frommen, die 2. Was sind die freuden ich hier beweint, Find ich dieser zeit, Herr gegen jene dort alle wieder. Dort sam herrlichkeit, Die dort bei dir melt deine vaterhand, Die deizu finden! Du stellst uns hier ne liebe hier verband, Hier, auf erden zwar Viel wunder alle deine glieder. Ewig Werd' deiner güte dar, Daß wir sie ich, Frei von mängeln, Selbst froh empfinden; Doch hier mit engeln, Freundschaft pfle Sind wir, Bei den freuden gen. ein umgang voller Noch mit leiden Stets umge- segen! ben, Dort ist nur vollkommnes leben. 7. Da komm ich zu des menschen sohn, Der für mich 3. Kein tod ist da mehr und starb, um dessen thron Viel kein grab. Dort wischest du tausend sel'ge stehen. Der du die thränen ab Von deiner kin- der deinen wonne bist, Dich der wangen. Da ist kein leid werd' ich da, Herr jesu christ mehr, kein geschrei; Denn du, Auch mit entzücken sehen. Da o herr, machst alles neu. Das wird, Mein hirt, Von den alte ist vergangen, Hinfort freuden Nichts mit scheiden, Sind dort Für gerechte, Deine Die du droben Deinen freunknechte, Keine plagen Mehr den aufgehoben. zur prüfung zu ertragen. 8. Wie selig werd' ich da 4. In deinem höhern hei- erst sein! Wie sicher werd' ich ligthum Erschallet deines na- mich dann freun! Dir ewigmens ruhm Von lauter fro- lich lobsingen. O jeſu, herr der hen zungen. Da strahlt die herrlichkeit, Du hast dies glück herrlichkeit des Herrn; Hier auch mir bereit, Hilf mir es schaut man sie nicht mehr von auch erringen. Laß mich Eife fern. Da wird sie neu besun- rig Darnach streben, Und so gen. Völlig gibt sich Den leben Auf der erde, Daß ich erlösten, Sie zu trösten, Den dort dein erbe werde. zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. Alle menschen müssen sterben. 5. Vor seinem antlitz wanwie unaussprechlich selig Werden deln sie, Auf ewig frei von wir im himmel sein! Da, da aller müh, Und schmecken seine erndten wir unzählich Unsers güte. Hier stört den frieden glaubens früchte ein. Da wird, ihre brust, Und ihre tausend- ohne leid und zähren, Unser fache lust, Kein feindliches ge- leben ewig währen. Gott, zu müthe. Kein neid, kein streit welcher seligkeit Führst du uns Hemmt die triebe, Reiner liebe durch diese zeit! Unter scelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 329. 2. Hier ist zwar, was du den frommen, Dort für glück be reitet XXIV. Von der Ewigkeit. 203 reitet hast, Noch in feines herz erden? Ob's auch noch so köstgekommen Welcher mensch auf lich sei, Ist's doch nie ganz erden faßt Deines himmels von beschwerden, Sorgen, fürcht große freuden? Doch, nach und fummer frei. Schnell folgt dieses lebens leiden Werden hier auf lust oft weinen; Dort alle, die dir traun, Mehr noch, nur wird die zeit erscheinen: als sie hoffen, schaun. Wo kein wechsel mehr uns 3. Neue wunder deiner güte beugt, Wo die wonne immer Werden da ihr glück erhöhn. steigt. Mit erstaunendem gemüthe 8. Sei o seele Hocherfreuet Wird dann unser auge sehn, Ueber das erhabne glück, Das Deine huld sei überschwäng- dir einst dein gott verleihet! lich Und das gute unvergäng- Richte deiner hoffnung blick Oft lich, Das dem, der dich red- nach jener stadt der frommen, lich liebt, Deine vaterhand Mit dem ernst, dahin zu komdort gibt. men. Trachte, weil du hier 4. Dann wirst du dich un- noch bist, Recht nach dem was fern seelen Offenbaren, wie du droben ist. bist Keine wonne wird uns 9. Ohne heiligung wird keifehlen, Da, wo alles wonne ner, Herr, in deinen himmel ist. Zu den reinsten seligkei- gehn. O so mache immer reiten Wird uns dort der mitt- ner Hier mein herz, dich einst ler leiden, Der uns dieses zu sehn! Hilf du selber meiner glück erwarb, Als er an dem seele, Daß sie nicht den weg freuze starb. verfehle, Der mich sicher da 5. Da wird deiner finder hin bringt, Wo man ewig dir menge Ein herz, eine seele lobsingt. sein; Liebe, dant und lobgeGott dessen allmacht sonder. fänge Dir, erhabenster, zu 330. Wie wohl thust du, weihn; Dir, und dem, der mein gott, den selbst sein leben Willig für uns deinen, Du führst sie einſt zum hingegeben. Mit ihm, unserm himmel ein. Da werden leid, größten freund, Sind wir ewig geschrei und weinen Mir nur dann vereint. ein finstres traumbild sein. 6. O wer sollte sich nicht Da wird auf leicht verschmerzte sehnen, Aufgelöst und da zu pein, Vollkommne wonne mich sein, Wo nach kummer, noth erfreun. und thränen Ew'ge güter uns 2. Wie fröhlich wird mein erfreun; Wo sich unser kampf ganzer wille Da, herr in deiin palmen, Unser flagelied in nem willen ruhn! Da sind' ich psalmen, Unsre angst in lust aller wünsche fülle; Was ich verkehrt, Die forthin kein fum- gehofft, daß schau ich nun; mer stört. Ja, über alle hoffnung weit, 7. Was ist unser loos auf Empfind ich da glückseligkeit. 3. Wie 204 Erste Abtheilung. 3. Wie überwiegend ist die durch keine zucht von gott Hier wonne, Die den erlösten geist zu bessern waren! entzückt, Wenn er nun dich, 2. Durch ihre schuld, Von der deinen sonne, In deiner gottes huld Und angesicht ge herrlichkeit erblickt. Und so, schieden: Sehn sie nimmermehr mein heiland, seh ich dich, Und das licht Haben nimmer frie freue dein auf ewig mich. den. 4. Da komm ich zu den ed 3. In dieser welt, Zum ort len seelen, Die nun durch höh- bestellt, Wo wir geprüfet wer res licht verklärt, Sich gottes den, Haben auch die bösen noch führungen erzählen, Der sie Theil am glück der erden. durch prüfungen bewährt, Und 4. Hier können sie In ihrer wundervoll nach seinem rath müh' Sich noch des eitlen Zum ew'gen glück erhoben hat. freuen, Und wenn das gewis 5. Nie geht ein frevler, ein sen plagt, Ihr gemüth zer empörer, Jus reich der sel'gen streuen. geister ein; Kein schadenfroher 5. In jener welt, Die nichts friedensstörer, Stein menschen- enthält, Für sie an guten ga feind wird da mehr sein, Wo ben Auch ein tröpflein was der, der in dem himmel thront sers nicht, Sie im durst zu Der frommen treu dereinst be laben! lohnt. 6. Und wo forthin Ihr bö 6. Wie wohl wird uns da ser sinn Umsonst zerstreuung sein, wo klarheit Durch alle suchet: Da, da fühlen sie sich wege gottes scheint; Wo lau- nun, Von dem herrn verfluchet ter liebe, lauter wahrheit, Des 7. Jhr wurm der nagt, Und himmels bürgerschaft vereint, sie zerplagt, Stirbt nimmer Und wo du dich, herr jeju im gewissen; Nie verlischt des christ, Verklärt uns zeigest, feuers brand, Den sie leiden wie du bist. müssen. 7. Zur hoffnung solcher selig- 8. So dräut der herr, Ge feiten, In der vereinigung mit recht ist er, Wahrhaftig ist sein dir, Wollst du, o herr, mich dräuen. Wehe denen, welche vorbereiten; Drum schaff ein doch Sein gericht nicht scheuen! reines herz in mir! Du, den 9. O gott des heils, Wir ich schauen soll, bist rein: So unsers theils Verehren dich im laß auch meine seele sein! glauben, Laß den trost der bes ren welt einen feind uns rauben. 2. Der Unseligen für die Gottlosen. 10. O rette doch auch sünder noch, Die jetzt dir wider 331. schrecklich's leid streben! Laß sie, recht zu O traurigkeit o herzeleid. D Der ewigkeit, dir bekehrt, Ewig mit uns Zweite Das sünder dort erfahren, Die leben! 205 Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. I. Von der Buße und Bekehrung. 1. Beschaffenheit der Buße. führet mich vielmehr zu dauerErmunterung dazu. War haften freuden. Macht meine nung für Aufschub. O gott, du frommer gott. seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Gibt weisheit, wahre 332. Laß mich doch, o mein ruh, Und muth zu meiner pflicht. gott, Die buße nicht 6. Wahr ist es, es ist schwer, verschieben, Die mir dein wort Sein eignes herz bekämpfen, gebeut; Wie könnt ich sonst Begierden widerstehn, Und seine mich lieben? Jst wahre besse- lust zu dämpfen: Doch bleibts rung Nicht meiner seele glück! ja meine pflicht, Und diese warum säum' ich dann schwierigkeit, Die heute mich Noch einen augenblick. erschreckt, Wird schwerer durch 2. Du, gott, gewinnest nichts, die zeit. Wenn ich mich dir ergebe, Und 7. Je öfter ich das thu, Was deiner werth zu sein, Im glauben böse lust befohlen, Je stärker mich bestrebe, Wenn ich das wird der hang Die that zu gute thu, Daß mir dein wort wiederholen. Scheu ich mich gebeut, So dien ich stets mir heute nicht, o herr, dein feind felbst Und meiner seligkeit. zu sein, Um wie viel weniger 3. So süß ein laster ist, So Werd ich mich morgen scheun. gibts doch keinen frieden, Der 8. Du reichst ja kräfte dar, tugend nur allein Hast du dies Uns selber zu besiegen. Der glück beschieden. Wer dir, osieg, so schwer er ist, Bringt gott, gehorcht, Erwählt das beste doch gar groß vergnügen. Geht theil. Wer dich, o gott, ver- er im anfang gleich Nur noch verläßt, Verläßt sein eignes heil. sehr langsam fort, So bist du, 4. Was weigre ich mich dann, gott, mir nah, Und stärkſt Das laster zu verlassen? Weil mich durch dein wort. es mein unglück ist, Befiehlst 9. Wie schnell kann nicht but, es zu hassen. Was säum der tod Mich dieser welt entich länger noch, Der tugend rücken! Und buße ist kein wert mich zu weihn? Weil sie mich Von wenig augenblicken. Ein glücklich macht, Befiehlst du seuszer, gott, zu dir, Ein Fie allein. wunsch nach besserung, Und 5. Die buße führt mich nicht angst auf missethat 3st noch In eine welt voll leiden, Sie nicht heiligung. 10. So 206 Zweite Abtheilung. 10. So gib denn, weil ich mein verwund't gewissen Mit noch, Herr, deine stimme höre, trost aus deiner vaterhuld. Daß ich mich ungesäumt Von Ich will mit ernst die sünde allem bösen kehre! So darf ich scheun, Und willig dir gehornicht dereinst Zu meiner größ- jam sein. ten pein, Mein hier versäum- 6. Daß mit gerechtigkeit tes glück, Wiewohl zu spät, auch stärke Durch christum bercun. mir geschenfet sei, Will ich durch übung guter werke Be Wer nur den lieben gott. 333. ie theuer, gott, weisen; mache selbst mich ist deine güte, treu, Herr, in der liebe gegen Die alle missethat vergibt! So dich! Sie dringe stets und bald ein reuendes gemüthe, Die leite mich. sünden, die es sonst geliebt, 7. Laß mich zu deiner ehre Erkennt, verdammt und ernst- leben, Der du die missethat lich haßt, Und zuversicht zum vergibst! Das hassen, was du mittler faßt. mir vergeben, Das lieben, was 2. Doch laß mich ja nicht du selber liebst. Laß, vater, sicher werden, Weil du so reich mein gewissen rein, Und heilig an gnade bist! Wie furz ist meinen wandel sein. meine zeit auf erden, Die mir Vater unser im himmelreich. zum heil gegeben ist! Gib, 334. So wahr ich lebe. daß sie mir recht wichtig sei, spricht mein gott, Daß ich sie meiner beßrung Mir ist nicht lieb des fünders weih. tod; Mein wunsch und wille 3. Zwar deine gnade zu ver- ist vielmehr, Daß er rechtschaf dienen, Sind reu' und beßrung sen sich befehr, Sich beßre in viel zu klein. Doch darf sich der gnadenzeit, Und mit mir auch kein mensch erfühnen, Zu leb' in ewigkeit. glauben, dir versöhnt zu sein, 2. O sünder, drum verzage Wenn er noch liebt, was dir nicht, Bedenk' es, was gott mißfällt, Und nicht dein wort selbst verspricht, Der dir ver von herzen hält. gebung, trost und gnad' Auch 4. Wie kannst du dem die hierdurch zugesaget hat, Und schuld erlassen, Der frevelnd er besiegelt's mit dem eid. S schuld auf schulden häuft. Der nur zur besserung bereit! fann fein herz zu jesu fessen, 3. Hüt dich dabei vor sicher Der zwar auf sein verdienst heit, Denk nicht: zur buß ist's sich streift, Doch in der sünde immer zeit. Ich will erst thun, noch beharrt, Dafür er aufge- was mir gefällt, Und werd opfert ward. ich müde dieser welt, M5. Drum fall ich dir, mein dann will ich bekehren mich gott, zu füßen, Vergib mir Gott wird wohl mein erbar gnädig meine schuld, Und heile men sich. 4. Wahr I. Von der Buße und Bekehrung. 207 4. Wahr ist es: gott ist zur erden Sollst du wieder stets bereit Zum wohlthun, zur werden. barmherzigkeit; Doch fündigst 3. kömmt nun, ehe du's du auf gnade hin, Beharrst gedacht, Unter sündenfreuden, in deinem bösen sinn, Und Deines Lebens letzte nacht, Was willst nicht sorgen für dein wirst du dann leiden, Wann heil, So nimmst du nie am dein herz, von dem schmerz himmel theil. Deiner schuld zerrissen Wird 5. Um christi willen hat zwar verzagen müssen? gott Verheißen leben für den 4. Wenn vor deinem antlitz tod. Allein entdeckt er dir auch sich Jede sünd' enthüllet, Wenn wohl, Wer von uns morgen dann eine jede dich Ganz mit leben soll? Daß du mußt ster- graun erfüllet, Dich nichts ben ist dir fund. Verborgen dann Stärken kann, Keine ist die todesstund. deiner freuden, Was wirst du 6. Hent lebst du, heut be- dann leiden! kehre dich, Noch heute kann es 5. Nach dem untergang wirst ändern sich. Wer heut ist du Ant des grabes stufen, Bang stark, gesund und roth, Jst mor- um trost und seelenruh, Dann gen frank, vielleicht auch todt; vergebens rufen: Rette, gott, Stirbst du nun ohne beßrung Mich vom tod, Nette noch im hin; Wie willst du denn der sterben Mich von dem verhöll' entflieh'n? derben! 7. Hilf, o herr jesu, hilf du 6. Noch, noch wandelst du mir, Daß ich jetzt komme gleich allhier Auf des lebens pfade; zu dir, und mich befehre un- Noch ist zur errettung dir verweilt, Eh mich mein ende Nah des ew'gen gnade. Gil übereilt; Damit ich heut und ihr zu, Daß du ruh Für dein jederzeit Zu meinem hingang herz empfindest, Und vergebung sei bereit. findest. Sesu deine tiefen wunden. ichrer mensch, noch 336. Schaffet, schaffet, ist es zeit Aufmenschenkinder, Mache dich, mein geist, bereit. 335. zustehn vom schlafe! Nahe ist Schaffet eure seligkeit! Bauet die ewigkeit; Nahe lohn und nicht, wie sichre sünder, Auf strafe. Hör, gott spricht; Säu- die ungewisse zeit; Unverweilt me nicht, Seinen ruhm zu hö- bekehret euch, Ringet nach dem ren, Und dich zu bekehren. himmelreich Und bemüht euch 2. Noch weckt der posaunen- hier auf erden Heilig, ſelig schall nicht die todten alle; dort zu werden. Noch bebt nicht der erdenball 2. Doch soll dieses recht geNahe seinem falle; Aber bald, schehen, So müßt ihr mit Bald erschallt Gottes ruf: festem muth Aller sände wider 208 Zweite Abtheilung. derstehen, Nur was gott, das sehn, Daß ich seinen beistand höchste gut, Von euch fordert, finde, In der tugend zu bemuß allein Eures lebens richt- stehn. Ja, mein heiland, ach schnur sein, Wenn's gleich eu- geh' nicht mit mir armen in's rem schwachen herzen, Freude gericht! Gib mir deines geistes dünket oder schmerzen. waffen, Meine seligkeit zu 3. Selig, wer durch glauben schaffen. kämpfet! Selig, wer im kampf 8. Gib zum wollen das vollbesteht, Wer der sünde lüste bringen, Muth und kräfte zu dämpfet, Standhaft ihren reiz dem streit; Lehre mich, mich verschmäht! O jo jagt dem selbst bezwingen, Und verleih guten, nach, Seht dabei auf beständigkeit! Zeige mir von christi schmach; So könnt ihr deinem thron Den verheißnen den himmel erben, Fröhlich le- gnadenlohn, Daß ich wache, ben, ruhig sterben! bete, ringe, Und also zum 4. Werd't ihr aber nicht recht himmel dringe. ringen, Sondern träg und lässig müthige Bitten eines er weckten und bußfertigen Sunders. sein, Eure neigung zu bezwin- 2. Empfindungen und de gen: Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg, ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt zum lohne, Unverwelkt die him- 337. Ach wider dich, mein gott, hab' ich geHerzliebster jesu, was. melskrone. 5. Fleißig beten, allzeit wa- sündigt! O laß die gnade, die chen, Die Versuchung weislich dein sohn verkündigt, Wenn fliehn, Sich die pflicht zur sünden uns von ganzem Herzen freude machen, Unablässig sich reuen, Auch mich erfreuen. bemühn, Selbst beim spott und 2. Er selbst hat ja sich auch hohn der welt, Das zu thun, für mich gegeben. Laß mich was gott gefällt: Dieses wol- von dir um seinetwillen leben. len und vollbringen Heißet Tilg aus die sünden, welche nach dem himmel ringen. mich entweihen, Weil sie mich 6. Drum entreißet euch den reuen. lüften, Wenn ihr noch gefesselt 3. O schaff' in mir. gott, feid, Und beweiset euch als eine reine seele, Ein neues christen Muthig, standhaft in herz, das deine wege wähle; dem streit. Schont der lieb- Befördere und stärke mein be sten sünde nicht, Wär es auch streben, Nur dir zu leben. die schwerste pflicht, Und denkt 4. Verwirf mich nicht vor oft an christi worte: Dringet deinem angesichte. Gib deinen durch die enge pforte. geist, daß er mich unterrichte, 7. Zittern will ich vor der Gib ihn, daß er auf deiner wahr sünde, Und dabei auf jesum heit wegen Mich leiten möge! 5. FT. I. Von der Buße und Bekehrung. 209 5. Erquicke mich in meiner ner sünden Vergebung finseele leiden Mit deiner hülfe, den. gib den geist der freuden, Da 5. Allwissender, du siehest mit er, weil ich feine fraft meine reue, Mit der ich beßbesitze, Mich unterstütze. rung dir gelob auf's neue; Sie 6 Mit neuer treue will ich wirst du, der du in das herz dich verehren. Ich will die sün- kannst sehen, Gott nicht verder deine wege lehren; Mein schmähen. beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 6. Stärk mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein 7. O höre, gott, erbarmend gut gewissen allem vorzuziehen; auf mein flehen, Wie solltest Mit heil'gem ernst gelob ich du ein reuend herz verschmä- dir auf's neue, Beständig hen, Daß deine huld im treue. glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet. 339. Ach gott und Herr! Wie groß und 8. Ein herz voll reu und glauben willst du habent, Das schwer Sind meine viele sünliebst du, dem schenkst du des den! Wie drückt mich doch geistes gaben. Du willst die, Des elends joch! Wo kann so nach deiner gnade schmach- ich hülfe finden? ten, Gott, nicht verachten. Vorige Melodie. 2. Flöh' ich gleich weit Voll bangigkeit, Bis an des erd338.h flehe, gott, von reichs enden, Der angst und ewig großer güte, pein Befreit zu sein, Würd ich Zu dir mit heilbegierigem ge- sie doch nicht wenden. müthe. Wer hofft auf dich, 3. Zu dir flieh' ich Erbarme der hoffet nicht vergebens, Du dich, Ob ich's nicht gleich vergott des lebens! dienet. Geh' mit mir nicht, 2. Du willst nicht opfer, Gott, in's gericht. Dein sohn richter aller welten! Was könn- hat mich versühnet. ten auch geschenke vor dir gel 4. Soll's ja so sein, Daß ten? Du kennst das herz, und straf und pein Auf sünden folwillst, statt aller gaben, Nur gen müssen. Oso verleih', bejf'rung haben. Mir doch dabei Den frieden im gewissen. 3. Wenn sich der sünder wie der zu dir kehret, Und dich durch 5. Sonst mach's wie's dir glaubige gesinnung ehret: So Gefällt mit mir; Du kannſt willst du seiner fünde nicht nichts böje meinen. Nur wollst gedenken, Ihm gnade schenken. du mich nicht ewiglich Dort 4. Statt aller opfer, richter scheiden von den deinen. aller welten, Soll christi tod 6. Das thust du nicht! Mit für mich alsdann auch gelten. zuversicht Kann es mein glaube Um seinetwillen soll ich mei- hoffen. Durch Christi tod Steht 210 Zweite Abtheilung. Steht ja, mein gott, der himmel offen. Auch mir auf dich; o stille meine sor gen. Du schenkeſt ja belade7. Herr jesu, du Schaffst nen und müden Gern deinen trost und ruh, Der du für mich frieden. auch starbest! Auch mir zu 6. Ja hoffe nur, mein herz, gut mit deinem blut Der gnade auf gottes gnade! Viel größer trost erwarbest! ist sie, als dein seelenschade, 8. Dies stärket mich, Und Und endlich wird sie dich ob auch sich Einst leib und von allem bösen Herrlich erseele scheiden: So schenkst du lösen. mir, Alsdann bei dir, Des 341. Aus tiefer noth ruf himmels ew'ge freuden. ich zu dir, Der 9. Gott, dir sei ruhm! Dein du ins herz kannst sehen, Ent eigenthum Bleib ich dort, wie zeuch nicht dein erbarmen mir! auf erden. Ich zweifle nicht; Gott, laß mich gnad erflehen! Mein heiland spricht: Wer Ach siehest du als richter, an, Was wir nicht recht vor dir glaubt, soll selig werden. gethan, Wer kann vor dir be Herzliebster jesu, was hast. 340. Aus einem tief vor stehen? dir gebeugten her 2. Vor dir gilt nichts, denn zen Nuf ich zu dir in meinen gnad allein, Dem sünder zu sündenschmerzen. O mache mich, vergeben. Nie ist der mensch gott, meines fummers ledig, von fehlern rein, Auch in Und sei mir gnädig. dem besten Leben. Und, herr, 2. Beschämt erkenn und fühl was ist er ohne dich? Wie ich meine sünden. Laß, vater, darf der staub, der sünder mich erbarmung vor dir fin- sich Des ruhms vor dir er den, Willst du auf schuld und kühnen! übertretung sehen, Wer wird 3. Drum will ich nur allein beſtehen? auf dich; Auf mein verdienst 3. Bei dir allein, herr, steht nicht bauen; Auf dich verlassen es zu vergeben, Du schenkst will ich mich, Und deiner gute uns gerne wahres glück und trauen. Sie sagt mir zu dein leben. Muß uns nicht diese theures wort; Sie ist mein große liebe lehren, Dich treu trost, und immerfort Will ich zu ehren? mich ihrer rühmen. 4. Verzeihe mir, herr, alle 4. Sind gleich bei uns der méine fehler, Dein harret, va sünden viel; Bei gott ist doch ter, meine müde seele; Laß mchr gnade. Sein arm trost und ruh, um des ver- helfen hat kein ziel, Wie groß söhners willen, Mein Herz er- auch sei der schade. Er ist al füllen. 3 5. Von einem tag bis den andern morgen Hoff lein der gute hirt. Der wiederan bringt, was sich verirrt. Er ich hilft aus allen nöthen. Herr 211 I. Von der Buße und Bekehrung. Herr ich habe mißgehandelt.( sünden, Schaff ein reines herz 342. Herr, an dir hab' in mir. Laß bei dir mich ruhe ich gesündigt, Dein finden, Zich mich immer mehr gerechter urtheilspruch, Allerhei zu dir. Dankbar will ich mich ligster, verkündigt Jedem übel- bestreben, Mein erlöser, dir zu thäter sluch! Und was faun leben. bi sic 11 vor deinem schrecken, Nichter Jesu deine tiefe wunden. aller welt, mich decken.dred 343. öchster, dent' ich 2. Kann ich deinem arm in an die güte, Die entfliehen? Du bist allenthalben du mir bisher erzeigt: so nah; Flöh' ich, dir mich zu wird mein ganz gemüthe Zu der entziehen, Himmelan, so bist tiefsten schaam gebeugt. Daß du da; Stürzt ich in die tiefe ich dich gering geschätzt, Häufig nieder: Deine rechte faßt mich dein gebot verletzt, Und dich, wieder. der mich so geliebet, Doch mit 3. Herr, ich flich in deine sünden oft betrübet.mn, mi hände, Außer dir ist keine ruh'. 2. Alle meine scelenkräfte, Dein erbarmen hat ein ende. Meine glieder sind ja dein, Und Wer ist gnädiger als du? Du sie sollen zum geschäfte Deibist gott, und fannst vergeben, nes dienstes fertig sein: Doch Ach vergib und laß mich leben. hab' ich der citelkeit Unbe 4. Groß sind meine sünden- dachtsam sie geweiht: Ja, zum schulden; Ihre last ist mir zu schnöden dienst der jünden, schwer. Ja, wenn länger mich Ließ ich mich oft willig finzu dulden, Deine langmuth den. dl 16 10 müde war: Müßt ich würdest 3. Deine huld war jeden du mir winken, In des todes morgen Uleber mir, o vater, nacht versinfen. nh neu. Von wie manchen schwe5. Mich für straflos zu er ren sorgen Machtest du mein klären, Reichet nicht bedaurung herze frei? Was mir nüßte, zu; Und zerflöß mein herz in gabst du mir. Aber ach? wie zähren; Fänd ich darum doch dant ich dir? O wie hab ich nicht ruh. Können eines sün- so vermessen Deiner langmuth ders thränen Dich, o heiliger, zweck vergessen! versöhnen? insan siku 4. Bet jo hellem licht der 6. Herr, mein heiland, dein gnaden, Sollt ich ja die sünerbarmen, Dein für mich ver- de stich'n, Und um rettung goßnes blut, Und dein tod er von dem schaden Meiner seele löst mich armen, Heilet mich mich bemüh'n. Deine güte und gibt mir muth. Dein ver- lodte mich Oft zur buße; aber dienst ist's, was mich decket, ich Floh vor ihrem sanften lo... Wenn mich dein gerichtstag den, Suchte selbst mich zu schrecket gott verstocken. mi 7. Rette mich voit meinen 5. Ich berene meine sün0.2 Dent 212 Zweite Abtheilung. den, Beuge mich, mein gott, 3. Soll ich an beiner huld für dir. Laß mich bei dir gna- verzagen, Ich dein geschöpf? de finden. Neige deine huld zu das willst du nicht. Du, der mir. Ach vergib, was ich ge- du mich bis jetzt ertragen, than, Nimm mich noch erbar- Bleibst ewig meine zuversicht. mend an, Führe mich vom Du, gott, durch den ich leb sündenpfade Auf den sel'gen und bin, Gibst mich nicht dem weg der gnade. verderben hin. 6. Dir ergeb ich mich auf's 4. Du siehst die folgen meineue. Gib, daß mein gebeug- ner sünden; Und denk ich, wer ter geist Deiner vaterhuld sich vertilget die? So läsfest du freue, Die dein tröstend wort mich ruhe finden, Und ſprichst: verheißt! Was mein heiland ich, ich vertilge sie! Du schenmir erwarb, Als er für die test mir an jesu heil, Zur stilsünder starb, Fried und freude lung meiner unruh, theil. im gewissen, Ach! das laß 5. Auch mir hat er das glück mich auch genießen. erworben, Getrost zu dir em7. Stärke selbst in meiner por zu sehn; Auch ich soll, da seele Den entschluß, mich dir er ist gestorben, Durch ihn be zu weihn; Gib, daß mir's an gnadigung erflehn, Bei dir, dem kraft nicht fehle, Folgsam dei- gott, der gern vergibt, Und nem wort zu sein. Stehe mir lieber segnet als betrübt. stets mächtig bei. Mache du 6. Sprich dann zu mir: dir mich selbst recht treu, Dich zu ist vergeben! Und stille des gelieben, dir zu leben, Sei mein wissens schmerz, Und will mein herzliches bestreben. zaghaft herz noch beben: So sprich du kräft'ger als mein Bott beffen allmacht sonder ende. Herz. Dein gnadenwort mach' dessen 344. charmer mensch, alles gut, Und schenke ſelbst o herr, ich sün- zur beßrung muth. der Steh' hier vor deinem an- 7. Ich zweifle nicht, ich bin gesicht. Erbarmer aller men- erhöret; Mein glaube sagt mir schenkinder, Gott, geh mit mir daß ich's bin. Der trost, der nicht ins gericht; Bin ich es sich im Herzen mehret; Der gleich vor dir nicht werth, ncuc dir geweihte sinn; Mein Daß mir noch gnade wider- findliches vertraun auf dich, fährt. Bezeugens: du begnadigst mich. 2. Um trost ist meiner seele bange, Die last gehäufter misseWenn mein fündlein vorh. that liegt schwer auf mir, die 345. Ich fünder darf mein so gott, entfernet hat. Weß tröst o gott, erheben; Vor deinem ich mich, ich schuldiger, Als reinen angesicht Muß ich, ich deiner nur, barmherzigster? armer, beben. Ich fühl', wie Abel I. Von der Buße und Bekehrung. 213 übel ich gethan: Wer nimmt nichts. Drum gib mir luſt sich meines elends an? Wer und stärke. Von dir nur, vakann mich sünder retten? ter alles lichts, Kommt kraft 2. Mein vater, ach, ich bin zu gutem werke. Drum, bester nicht werth, Dich vater mehr vater, bitt' ich dich, Um jesu zu nennen! Ach, deinen ruf hab' willen stärke mich, Zum wolich gehört, und wollt ihn doch len das vollbringen! nicht kennen. Du warnetest In voriger Melodie. mich durch dein wort, Doch 346. vater der barmherging ich meinen irrweg fort, zigkeit, Ich falle Als wenn kein richter wäre. dir zu fuße; Und thu noch int 3. Viel tiefer, als ich sagen der gnadenzeit Von ganzem tann, Jst in mir mein verder- herzen buße. Was ich nicht ben. Herr, nimmst du meiner recht gethan vor dir, Erbardich nicht an, So muß ich ewig mer, das verzeihe mir, Nach sterben. Doch gern verschiebst deiner großen güte. du dein gericht Und willst den 2. Du geber wahrer seelentod des sünders nicht, Willst ruh, Nimm von mir, was mich meinen tod nicht, vater! quälet, Durch deine gnade wirke 4. Von dir, der du die liebe du, Woran es mir noch fehbist, Darf ich vergebung hof- let. Gib mir den geiſt der fen. Dein vaterherz, o vater, heiligung, Daß ich in meiner ist Auch mir durch jejum offen. beßerung Es täglich weiter Wenn nur mein herz recht red- bringe. lich ist, Wenn ich, voll reu, 3. Und du, o jesu, der du an jesum christ Von ganzer dich Für uns dahingegeben. jeele glaube. Du hast aus freier huld auch 5. Vergeben kannst du, ach, mich Erlöst zum ew'gen leben. vergib, Ich falle dir zu fuße. Mein seligmacher und mein Vergeben willst du, ach ver- gott, Erbarm dich meiner ſeegib, Verwirf nicht meine buße. lennoth, Und gib mir deinen Zwar groß! ist meine sünden frieden. schuld; Doch größer noch ist 4. Für fünder floß dein theubeine huld, Mein gott, mein res blut Zur rettung vom verherr, mein vater! derben. So komm es denn tiefgebeugt auch mir zu gut Im leben und und fluch im sterben! Es halte von ver6. Hier lieg ich vor dir, Mit sünd' beladen. Ach neige du dein schuldungen Der reichthum der herz zu mir. Du vater aller erbarmungen Des höchsten mich gnaden: Vergib mir, wie dein zurücke. wort verheißt. Vergib und 5. Geist gottes, du, der seefchent mir deinen geist Zu ei len licht, Regierer der gedannem bessern leben. fen, Erinnre mich an's welt7. Ach ohne dich vermag ich gericht; Wenn ja mein herz, will 214 Zweite Abtheilung. will wanken. Damit ich jedes immerdar Verirrter seelen zulaster flieh, Und ehrfurcht, geiz flucht war. und wollust nie Mein Herz 7. Dein wort gibt mir ver beflecken möge. in ficherung Vollkommener begna6. Und schlägt die letzte stunde digung, Ich bin gewiß durch mir, So hilf mir überwinden! jesum christ, Daß sie auch mir Laß meine seele trost bei dir, verliehen ist. dr Du gott des trostes, finden. 8. Doch nie entfall es mei Belehre mich, daß schmerz und nem sinn, Daß ich als christ noth, Der krankheit last und berufen bin, Auch meines mitt selbst der tod Mich doch zum lers tugenden Hier thätig zu leben führe. verkündigen. 9. Wie ich die gaben ange wandt, Die ich empfing aus mich, nach dir, deiner hand: Dies wird die Gott, meine hülfe kommt von große frage sein, Bricht dein dir! Wer ist wie du so denreich? Wer dir an und weisheit gleich? gna- entscheidungstag herein. macht 10. Ein herz, das sich des up guten freut, Voll menschenlieb rechne und gott geweiht, Dies soll nicht ich dort nicht erst empfahn, reuet Mein richter fordert's schon hofft alsdann. 11. Schaff dieses herz in mir 3. Wie gut, wie leicht ist denn ach, Du weißt es, water, dein gebot! Du willst, ich ich bin schwach. Mein trost soll dich lieben, gott, Willst sei mein vertraun auf dich Und daß ich redlich handeln soll, redlichkeit behüte mich. Zu meinem und des nächsten i s wohl. Wer nur den lieben gott. Wenn wir in höchsten nöthen. 347. Nach dir verlanget 2. Ach mein erbarmer, du mir meine missethat zu! Sie reuet, gott, sie mich, Und meine seele auf dich. flehe, 4. Und doch verletzt ich diese 348. Mein gott, zu dem pflicht und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog Erbarme dich, erbarme dich. ich thor Oft ihr und meinem Noch einmal sich von deiner heile vor. höhe Mit gnadenvollem blick 5. Mein herz, das seine auf mich. Erbarme dich, und schuld erkennt, Das siehest du geh' noch und wies entbrennt, zu thun rächer ins gericht. nicht mit mir als was dein gesetz befiehlt, Das 2. Wie oft hast du mir nur mein bestes mir pfiehlt. em- schon vergeben, Wenn um begnadigung ich bat! Wie 6. Jch traie der barmher- oft versprach ich dir ein le zigkeit, Die sich noch jeden tag ben, Gereiniget von misfe erneut, Der vaterhuld, die that! Wie feierlich war dann mein 215 I. Von der Buße und Bekehrung. mein eid Des glaubens und soll dir geopfert sein! Dir, der frömmigkeit! deinem willen, deiner ehre 3. Ach aber bald ergriff mich Will ich mein ganzes Leben wieder Die sünd' und ihre weihn! Der sünde will ich lust mit ihr, Riß meinen gan- widerstehn, Und standhaft detzen vorsatz nieder Und herrschte ne wege gehn! wie vorher in mir! Zum 9. Vergiß nicht wieder, meine wiederstande viel zu schwach, seele, Wie oft du schon gefallen Kämpft ich nicht, sondern gab bist! Mert auf die heiligen ihr nach. befehle Des gottes der die liebe 4. Wie viele sündenvolle tage ist! Ruf ihn im glauben tägDurchlebt ich sünder, wie im lich an: Erhalt mich, herr, traum, Und sammelte mir auf eb'ner bahn! schmach und plage, Und fühlte 10. Ja, ich bin schwach, du dies mein elend kaum; Ver- wollst mich stärken, Mein helwundet blutete mein herz; fer in versuchung sein; Zum Betäubt empfand ich keinen glauben und zu guten werken schmerz. Mir kraft und freudigkeit ver5. Nun bin ich nah dem leihn: So steh' ich fest und Untergange, Den, herr, dein wanke nicht Und du bleibst recht dem sünder droht, Um meine zuversicht! trost wird meiner seele bange, 3. Trost bei redlicher Bef Um einen retter aus der noth; serungsbegierde. Mein richtendes gewissen wacht, Schwing dich auf zu deinem. Und alles um mich her ist 349. Liebster vater ich dein find, Falle vor dir nacht. 6. Zu wem, o vater, soll nieder. Du weißt, was mein ich fliehen? Wo findet meine herz empfind't O erbarm dich seele ruh? Wer kann sie aus wieder. Groß ist meine sündendem Abgrund ziehen, In dem schuld, Die mich innigst reuet, sie seufzet? wer, als du? größer deine vaterhuld, Die Mein ganz vertraun setz' ich mich noch erfreuet. auf dich: Du freund des le- 2. 3war ich bins nicht werth, bens, rette mich. zu dir Kindlich aufzusehen; 7. Für meine wiederholten Doch du bleibst ein vater mir, sünden Floß auch des welt- Du vernimmst mein flehen, versöhners blut. Noch einmal Kennst mein herz, ermunterst laß mich gnade finden, Durch mich, Es vor dir zu stillen; meinen glauben an sein blut! Denn du hörst mich väterlich Noch einmal richter sage mir, Noch um christi willen. Auch diese schuld erlass' ich 3. Du bist meine zuversicht, dir! Ohne dich ists feiner; Mich, 8. Gott sei mein zeuge, voll reu, verwirfst du nicht, da ich schwöre: Mein herz Du erbarmst dich meiner, Der du 216 Zweite Abtheilung. du deinen sohn für mich In Du rettest mich von sünden den tod gegeben! Sein erlöster Läßt mich den frieden finden, bin auch ich, Theu'r erkauft Den der hat, der dich liebet, zum leben. Und den die welt nicht giebet. 4. Dies, dies soll in jedem 4. Wie groß die sünde sei, schmerz Mein vertraun erwecken. Du machst von ihr mich frei, Vor der fünde soll mein herz, Wenn ich dein wort recht fasse Nicht vor dir erschrecken. Trau- Mich fest darauf verlasse. Du en will ich, vater, dir, Stets sprichst: dir ist vergeben, So die sünde hassen; Nie verges- fühl ich neues leben. sen, daß du mir So viel schuld erlassen. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir 5. Preis sei dem allgütigen, Kommt jede gute gabe, Die Der mein seufzen kennet! Der ich noch nöthig habe. Du wirst dem gnade suchenden Freien mich unterstützen, Und in ver zutritt gönnet. Sing, es, seele, suchung schützen. vor dem Herrn, Fleuß vor freu- 6. Wie unerschrocken ruht den über. Gott, dein gott, Das herz in deiner hut! Du verstößt nicht gern; Er begna- hast ja selbst verheißen, Mich digt lieber. jolle nichts entreißen Dir, dem 6. Ewig bist du so gesinnt, ich angehöre; Folg ich nur Schöpfer meiner seele, Auch deiner lehre. wenn ich, dein strauchelnd kind, 7. Darum verlaß ich mich, Noch aus schwachheit fehle: O jesu, ganz auf dich, Jezt So gedenkst du, der du kann ich nicht verderben, Dein weißt, Daß mein herz dich reich muß ich ererben, Denn ehret, Meiner schwachheit und du hast mirs erworben, Da verzeihst Dem der wieder du für mich gestorben. lehret. 8. Der du mein herz ge 350. Wo soll ich fliehen wannst, Gedanken lesen kannst, hin, Wenn ich Vor dem ich dankbar weine! beschweret bin Von dem ge- Du siehest, wie ich's meine; fühl der sünden? Wo soll ich Du siehest mein bestreben; Dir rettung finden? Wer wird sich würdiger zu leben. mein erbarmen? Wer schaffet trost mir armen? 9. Herr, des ich ewig bin, Gib mir ben festen sinn, Das 2. Du, mein herr jesu, du, alles stets zu meiden, Was Rufft auch mir gnädig zu. mich von dir kann scheiden: Mit hoffendem gemüthe Flieh So leb' ich dir und erbe Den ich zu deiner güte. Du hilsst himmel, wenn ich sterbe. beladnen seelen, Die dich zum 351. Herr jeſu chriſt, bu helfer wählen. höchstes gut, Du 3. Ich traue froh' auf dich, zuflucht der erlösten, Ich kom Dein blut floß auch für mich; me mit gebeugtem muth Zu dir, I. Von der Buße und Bekehrung. 217 dir, mich dein zu trösten: was ich wieder dich Von juDurch dich zum vater mich zu gend auf begangen! nahn: Von ihm vergebung zu 7. Wie groß ist doch die empfahn, Und kraft zum neuen seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun, leben. 2. Wie drückt mich meiner auch sein bereit, Herr, deines sünden last! Nimm du sie mir vaters willen! O leite mich vom herzen, Der du auch mich auf dieser bahn, Daß ich geversöhnet hast Am kreuz mit horche und fortan Nur dir zu todesschmerzen, Daß nicht mein ehren lebe. herz vor angst und weh, weh, 8. Stärt mich mit deinem Bei der empfindung ganz ver- freudengeist, Mich in den letzgeh, Wie sehr ich mich ver- ten stunden, Wenn sich mein schuldet. geist der erd' entreißt, Von 3. Denn denke ich mit ernst sünden ganz entbunden, Und zurück An mein geführtes le- nimm mich so, wenn dir's geben, An das durch sünd' ver- fällt, In wahrem glauben aus scherzte glück, Was kann mir der welt, Zu deinen außerda trost geben? Doch sind' ich wählten. ihn bei dir allein, Und brauche 352. Allein zu dir, herr nicht trostlos zu sein, Weil ich jesu christ, Steht dein wort nun habe. mein vertraun auf erden. Ich 4. Dies ewig theure wort weiß, daß du mein tröster bist, verspricht Ja allen gnad' und kein trost kann mir sonst werleben, Die sich von neuem ih- den. Es ist kein retter außer rer pflicht, Und ihrem gott er- dir. Kein mensch, tein engel, geben, und nun vom sünden- welcher mir Aus meinen nöjoch befreit, Von ganzer her- then helfen kann, Dich ruf ich zenswilligkeit Treu deine wege an, Du bist's, der helfen will wandeln. und kann. 5. Du rufst ja sündern selb- 2. Zwar meine schuld ist sten zu: Ihr reuerfüllten alle übergroß, Doch reut sie mich Kommt her zu mir, ich schaff von Herzen. Erbarme Erbarme dich, euch ruh, Und richt euch auf und sprich mich los Durch vom falle! Mein joch ist sanft, deines todes schmerzen. Ich leicht meine fast! Nehmt wil nehm dich als den heiland an, lig sie auf euch, und faßt Die Der auch genug für mich gehoffnung ruh zu finden. than, Dann werd' ich los der 6. Drum komm ich, herr, auf sündenlast. Mein glaube faßt, dein gebot, Erfüllt mit haß Herr, was du mir versprochen der sünden, Und hoff in mei- hast. ner seelennoth Bei dir auch 3. Gib mir auch aus barm= trost zu finden: Erbarme dich herzigkeit Durch diesen glaudoch über mich, Vergib mir ben stärkte Zu dem, was mir dein 218 Zweite Abtheilung. dein wort gebeut, Zu jedem o heil'ger gott, Erzürnte manguten werke. Vor allem laß chen tag. mich lieben dich, Und meinen 2. Sehr große lieb und huld nächsten gleich als mich; Und Erwiesest du mir armen. Ich kommt die letzte stund heran, fuhr in bosheit fort, Du aber So stärt mich dann, Daß ich in erbarmen. Ich schob die dich mein getrösten kann. busße auf Und widerstrebte dir, 4. Lob sei gott auf dem Du schobst die strafe auf Und höchsten thron, Dem vater al- trugst geduld mit mir. ler güte, Und dir, o jesu sei- 3. Daß ich nun bin bekehrt, nem sohn, Der uns schafft heil Verdant ich deiner gnade, Du, und friede, So wie auch dei du riefst mich zurück Von nem guten geist, Der uns den des verderbens pfade; Durch weg zum himmel weist. Laß deine gut' und treu, Die an uns dir treu ergeben sein, Daß die wolken reicht, Hast du mein wir uns dein Und deines hei- hartes herz Gerühret und er les ewig freun. weicht. Herzlich lieb hab ich dich, herr. R30 4. Selbst fonnte ich dich wohl 353. Vor dir, herr jesu, Beleidigen mit sünden; Doch steh ich hier. Mein konnt' ich ohne dich Den weg herz sehnt sich nach trost bei zum heil nicht finden. Selbst dir! Was darf ich armer sa- fallen konnte ich, Und in's vergen? Ach groß ist meine misse- derben gehn, Nur selbsten konnt that! Doch, mittler, deine ich nicht von meinem fall aufs huld und gnad Läßt sünder stehn. nicht verzagen. Herr jesu, dein 5. Du hast mich aufgericht, verdienst allein Macht mich Und mir den weg gewiesen, von allen sünden rein; Wenn Den ich nun wandeln soll, ich, in wahrer reu und buß, Dafür sei, Herr, gepriesen! An dich glaub und dir fall Sei hochgelobt, daß ich Die zu Fuß. Herr jesu christ, Ich alten sünden haß, Und das glaub an dich, Ich traue dir, was dir mißfällt, Nun willig Ich will mich bessern, hilf unterlaß. du mir. O gott du frommer. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gib mit deinen geist, So lang ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk, Und in mir 354. Was kann ich doch mächtig sei, Auch mein gemüthe für dank, O herr, stets Zu deinem dienst erneu. dir dafür sagen? Daß du mich 7. Ach leit und führe mich, mit geduld So lange zeit ge- So lang ich leb' auf erden, tragen, Da ich in großer sünd Laß mich nicht ohne dich Durch Und übertretung lag Und dich, mich geführet werden. Führ ich 4. Dankbare Empfindungen eines Bekehrten. 1 1 1 C 2 3 3 3 I 2 I. Von der Buße und Bekehrung. ich mich ohne dich, So werd' pöret Sich der leidenschaften ich leicht verführt; Wenn du macht, Die verdunkelt, schwächt mich leitest selbst, Thu' ich, und störet, Was ich sonst so was mir gebührt. gut bedacht. Plößliche ver8. O gott, du großer gott, suchungszeiten, Beispiel, reiz Ovater, hör mein flehen. der eitelkeiten; Deren schwarm Laß jesu, gottes sohn, Mich mich stets umringt: Das ist's deine wege gehen. Regier, o was zum fall mich bringt. heil'ger geist, Durch dein wort 5. O ich armer, dem zur mich allzeit, Daß ich dir diene treue Feste seclenstärke fehlt, hier und dort in ewigkeit. Den so oft schmerzvolle reue, Und so oft doch fruchtlos quält, Ach, wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender, wer be355. Ach, wann werd ich freit Ganz mich von der sündvon der sünde, lichkeit? Jesus, meines lebens leben. 219 5. Bekümmernisse des Frommen über noch antle bende Sünden. Gott, mein vater, völlig frei, 6. Du verzeihst, gott, die Daß ich ganz sie überwinde, gebrechen Meiner sündigen naGanz dir wohlgefällig sei? tur, Nicht die schwachheit wirst Noch nicht, ich gesteh's mit du rächen, Bösen vorsatz strafst thränen, kann ich mich von du mur. Hätt' ich nicht den ihr entwöhnen; Ach, zu oft trost, ich würde Unter meiner noch regt sie sich, Und versucht fehler bürde Ganz erliegen und zum bösen mich. mich dein, Höchstes gut, nie 2. In der andacht sel'gen können freun. stunden, Wo mein geist die 7. Stellet mir denn hier auf wahrheit hört, Hab' ich oft erden Lebenslang die fünde das glück empfunden, Das die nach, Kann ich nicht vollkommen frömmigkeit gewährt; Habe werden, Bin und bleib ich oft auch gar sehr hienieden mir noch schwach: Q, so segne gewünscht den innern frieden, mein bestreben, So gerecht ich Und ein herz dir ganz geweiht kann, zu lesen, Daß ich doch So wie meine seligkeit. von huchelei Und von bosheit 3. Voll von heiligen entferne sei. schlüssen, Schwur ich dann, dir 8. Wenn ich wanke, laß treu zu sein, Und mit wach- mich's merken, Laß mich stresamem gewissen Meiner un- ben fest zu stehn. Eile, mich, schuld mich zu freun. Willig dein kind, zu stärken. Lehre wollt ich da mein leben Dir, selbst mich sicher gehn, Warne mein gott, zum dienst ergeben, mich, sei mein begleiter; TägAller fünde widerstehn, Stand- lich führe, gott, mich weiter, haft deine wege gehn. Bis ich in der ewigkeit Dringe 4. Aber, ach! zu schnell em- zur vollkommenheit. HI. Vom 220 Zweite Abtheilung. II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen 1. Nothwendigkeit und ruhm In meiner pilgrim seligmachende Kraft ſchaft. des Glaubens. O gott du frommer gott. 6. Wie selig leb ich dann Im glauben schon auf erden! 356. Herr, ohne glauben Noch herrlicher wird einst Mein fann Kein mensch theil im himmel werden; Da vor dir bestehen, Drum wend' werd' ich, was ich hier Ge ich mich zur dir Mit demuths- glaubt, im lichte schaun, Und vollem flehen: O zünde selbst du erfüllst dann ganz Mein in mir Den wahren glauben findliches vertraun. an, In welchem ich allein Dir Wer nur den lieben gott. wohlgefallen kann. 357. Ich habe nun der 2. Laß mich, gott, daß du grund gefunden, seist, Mit überzeugung glau- Der meine hoffnung ewig hält. ben. Nichts müsse mir das Wo anders, als in jesu wunwort Aus meinem Herzen rau- den? Da lag er vor beginn ben, Daß du dem, der dich der welt: Ein grund, der un sucht, Stets ein vergelter seist, beweglich steht, wenn erd' und Und hier und ewig ihn Mit himmel untergeht. deinem heil erfreujt. 2. Es ist das ewige erbar 3. Wahrhaftig ist dein wort men, Das alles denken über Gib, daß ich darauf traute, steigt, Es sind, die offnen lie Und meine Hoffnung fest Auf besarmen Des, der sich zu dem deine treue baue. Gib, daß sünder neigt: Er geht mit uns ich dir im glück Und un- nicht ins gericht, Und will den glück stets getreu, und dem tod des sünders nicht. was du gebeutst, Von Herzen 3. Wir sollen nicht verloren folgsam ſei. werden; Gott will, uns soll 4. Auch hilf mir, daß ich geholfen sein; Deswegen fam den, Den du gesandt, erkenne, sein sohn auf erden Und nahm Ihn meinen Herrn und gott den himmel siegreich ein. Nun Im geist und wahrheit nenne. ruft sein wort und geist uns Und treu und redlich thu, Was zu: Kommt her zu mir, bei mich sein wort gelehrt, Daß mir ist ruh! ihn herz mund und that Als 4. O abgrund, welcher unsre meinen heiland ehrt. sünden Durch christi tod ver 5. Sein göttliches verdienst schlungen hat, Das heißt die Sei mir beständig theuer; Es wunden recht verbinden, Da fülle mich mit trost; Es mache findet kein verdammen statt: mich stets freier Vom schnöden Weil christi blut beständig sündendienst; E3 stärke mich schreit: Barmherzigkeit, barm mit traft Zu deines namens herzigkeit! 5. Dar II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 221 5. Darein will ich mich glau- su anzunehmen. Dein kreuz m. big senken, Dem will ich mich ist thorheit nur Dem, der es getroft vertraun; Und wenn nicht versteht; Und teiner mich meine sünden kränken, spöttet sein, Der gottes wege Nur bald nach gottes herzen geht. schaun; Da sindet sich zu alth n! in 2. Du tamst, des höchsten ler zeit Unendliche barmher- sohn, Jm leben und im sterben, sigkeit! Und weisheit, fraft und trost, 6. Wird alles and're mir Und gnade zu erwerben. Du entrissen, Was leib und seel' warst der welt ein- licht, Und erquicken kann: Muß ich des folg' ich seinem schein; Wie lebens freuden missen, Und weise bin ich dann, Wie selig nimmt fein freund sich meiner werd' ich sein! an; Scheint die errettung noch ent 3. Ich kann hier freilich so weit; Mir bleibet doch nicht Das große wunder fassen: barmherzigkeit. 11, Gesandt vom ewigen, Der 7. Muß ich selbst an den himmel thron verlassen, Die besten werken, Die ich in die thaten gottes thun, Als einser welt gethan, Viel unvoll- geborner sohn, Und dann am kommenheit bemerken: Die kreuz empfahn Der missethäter 18 tit 11 70 T * t 3 11 11 11 11 11 3 21 te a g treibt mich zwar zur demuth lohn. an: Doch ist mir auch der trost 4. Doch tann mein herz gar bereit: Ich hoffe auf barm- wohl Der wahrheit fraft emherzigkeit! pfinden, Die meinen geist be8. Es gehe nur nach dessen lebt, Mich reiniget von sünden. willen, Bei dem so viel erbar- Auch hab ich, herr, durch dich men ist; Er wird gewiß sein Gerechtigkeit und heil, Und an wort erfüllen, Er, der die sei- der seligkeit Der gottversöhnnen nie vergißt. Sie währet ten theil. ja in ewigkeit, Die göttliche 5. Dieß müsse meine luft, O barmherzigkeit! herr, an dir erwecken. Zu 9. Auf diesen grund will ich schwach, den ganzen rath Der stets bauen, So lang' ich hier gottheit zu entdecken. Nehm auf erden bin; Der gnade got- ich dein größtes heil Mit dank tes will ich trauen, Fällt alles und freuden an, Und folge andre gleich dahin: So sing' dir getreu Auf ebner tugendich einst nach dieser zeit: O ab- bahn. grund der barmherzigkeit! 6. Herr, deine ewigkeit Wird gewähren, mir mehr licht Und deine mir mein große lieb Durch erklären. Unendheil, O glaube, Gelobet fei der in ewigkeit! Je fu Nun danfet alle gott. 358. Mag doch der spöt- schauen ter heer Sich lich ist schämen; Ich der erfreut! freue mich dein heil, Herr je herr, Gelobt deines namens 222 Zweite Abtheilung. deinem pfade, Dank ich deiner Jesu meine freude. 359. Wie getroft und hei- gnade. ter, Herr, mein 6. Du hast blut und leben licht und leiter, Machst du Für mich hingegeben; Daß in meinen geist! Der du, die meiner noth Ich nicht hüflos dich lieben, Selbsten im be- bliebe: Groß ist deine liebe, trüben, Doch so gert erfreujt. Stärker als der tod! Herr! Niemals wird Bei dir, mein und ich, Ich sollte mich Dei hirt, Freund und tröster meiner huld nicht dankbar freuen? ner seelen, Mir erquickung Dir mein herz nicht weihen? fehlen. 7. Würdig dir zu leben; 2. Deinem rath ergeben, Dies sei mein bestreben, MeiFreu ich mich zu leben. Was ne lust und pflicht! Was die du willst, ist gut. Nichts ver welt vergnüget, O mein gott, mag ich schwacher, Du, mein das g'nüget Meiner seele nicht. seligmacher, Schenkst mir kraft Hab ich dich: Wie gern will und muth. Wenn die welt ich Das, wornach die fünder Erbebt und fällt; Wenn ge- trachten, Reich in dir, verricht und hölle schrecken: Willst achten. du mich bedecken. 8. Macht ein gut der er 3. Ich kann ohne grauen de, Daß ich glücklich werde Tod und grab anschauen. In der ewigkeit? Sind nicht Mein erlöser lebt. Ich weiß auch die ehren, Die den wem ich glaube, Weiß, daß sinn bethören, Wahre eitelaus dem staube mich sein arm feit? Du erfreuſt, Herr, erhebt. Todestag! Dein schre- meinen geist; Und du willst, den mag Eines freplers Herz die dich verehren, Ewig wie erschüttern, Was brauch ich zu der ehren. zittern? 9. Deinen hohen frieden 4. In mir ist noch fünde, Schmeck ich schon hienieden, Doch ich überwinde Sie ge- Und was hoff ich dort? Un stärkt durch dich: Sink ich begränzte zeiten Voller selig schwacher nieder: Du erhebst keiten Hoff ich auf dein wort mich wieder: Du begnadigst Sie sind mein, Durch dich mich. Deine huld Tilgt meine allein, Bleib ich dir getreu im schuld. Nie läßt du reuvollen glauben Wer kann- jie mit seelen Dein erbarmen fehlen. rauben? 5. Daß ich gott erfenne, 10. Voll von deiner güte, Froh ihn vater nenne; Und Frohlockt mein gemüthe, Gott, mich ewig sein; Daß ich hier mein heiland, dir; Dieser geiſt am grabe Trost und hoffnung der freuden Stärke mich im habe, Dank ich dir allein..leiden; Weiche nicht von mir! Daß dein geist Mich unter Paß mich so Beherzt und froh weiz, und mich fährt auf Ginst durchs that des todes drin II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 223 dringen; Dort dein lob zu 6. Nichts, nichts kann mich singen. verdammen, Denn jesus starb für mich. Die höll und ihre 360. It gott für mich, ſo flammen Sind mir nicht fürchtrete Gleich alles terlich. Kein urtheil kann mich wider mich; Denn, wenn ich schrecken, Nichts was uns sonst glaubig bete, Zeigt er mit hül- betrübt: Denn christus will. fe sich; Hab ich ihn nur zum mich decken, Mein heiland, der freunde, Und liebet mich mein mich liebt. gott: Was schad't mir dann 6. Sein geist wohnt mir im der feinde Verfolgung, schmach herzen; Regiert mir meinen und spott? inn; Stillt sorgen, furcht und 2. Ich weiß und glaub es schmerzen, Nimmt jeden kumUnd rühm es ohne scheu, mer hin; Gibt auch in trüben. Daß gott, der höchst', und beste, tagen Mir freudigkeit und Mein freund und vater sei. schafft, Daß ich kann vater, Er wird in allen fällen Zussagen Durch deines wortes meiner rechten stehn. Er däm- kraft. pset sturm und wellen, Läßt 8. Der spricht aus meinem mich nicht untergehn. geiste Manch anderes trostwort 3. Der grund, worauf ich zu: Wie gott dem hülfe leiſte, baue, Ist christus und sein Der bei ihm suchet ruh: Und blut; In ihm, dem ich ver- wie er hab erbauet, Mir eine traue, Find' ich das ew'ge gut. neue stadt; Wo aug und herz An meinem armen leben Ist einst schauet, Was es geglaunichts auf dieser erd: Was bet hat. christus mir gegeben, Das ist 9. Da ist mein theil und der liebe werth. erbe, Mir herrlich zugericht; 4. Er ist mein ruhm und Wenn ich gleich fall und sterbe: ehre, Er ist mein trost und Fällt doch mein himmel nicht, licht, Wenn er nicht für mich Mein jesus hilft mir ringen, wäre; So kam ich ins gericht. Und muß ich manche zeit Mit Wie würd ich da bestehen Vor weinen auch zubringen, Verseinem richtersitz; Ich müßte süßt er mir mein leid. gleich vergehen, Wie wachs in 10. Kein schmerz und keine feuerhitz. freude, Nicht herrlichkeit noch 5. Doch jesus hat sein leben, noth, Kein glück und keine 3ur tilgung meiner schuld, Am leiden, Nicht angst, gefahr, kreuz dahingegeben. Wie groß noch tod, Nichts, was wir ist diese huld? Ich darf mich denken können, So groß es seiner freuen; Hab einen hel- immer sei, Soll mich von jesu denmuth; Darf fein gericht trennen. Ich bleib ihm ewig mehr, scheuen, Wie sonst ein tren. sünder thut. 11. Mein Herz ist voller reite 224 Zweite Abtheilung. freuden, Wie sollt ich traurig schmeichelt! Wer aber sein wort sein? Jch achte nicht der leiden, glaubt und hält, Der liebt ihn Seh' heitern sonnenschein. Der so, wie's ihm gefällt. Kommt her zu mir spricht. für mich lebt und wachet, Ist 2. Der glaube, den sein wort mein herr jesus christ. Das erzeugt, Muß auch die liebe was mich jauchzend machet, Ist zeugen. Je höher dein erkenntwas im himmel iſt. niß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub erleuchtet h hoff, o gott mit nicht allein, Stärkt auch das festem muth, Auf herz und macht es rein. deine gnad' und christi blut; 3. Durch jesum rein von Ich hoff' ein ewig leben, Du missethat, Sind wir nun got bist ein vater, der verzeiht; tes finder; Wer solche hoffnung Hast mir das recht zur seligkeit zu ihm hat, Der flieht den Durch deinen sohn gegeben. pfad der sünder; Folgt christi 361. 2. Herr, welch' ein unaus- beispiel, als ein christ, und rei sprechlich heil An dir, an dei- nigt sich, wie er rein ist. ner gnade theil, Theil an dem 4. Alsdann bin ich gott ange himmel haben! Im herzen durch nehm, Wenn ich gehorsam übe. den glauben rein, Dich lieben, Wer seinen willen thut, in dem und versichert sein Von deines Ist wahrlich gottes liebe. Ein geistes gaben. immer thätig's christenthum Das 3. Dein wort, das wort der ist des glaubens frucht und seligkeit Wirkt göttliche zufrie- ruhm. denheit. Wenn wir es treu be- 5. Der bleibt in gott, und wahren. Es spricht uns trost gott in ihm, Wer in der liebe im elend zu; Versüßet uns des bleibet. Die lieb' ist's, die die lebens ruh; Und stärkt uns in seraphim, Gott zu gehorchen, gefahren. treibet. Gott ist die lieb' an 4. Erhalte mir, o herr, mein seinem heil, Hat ohne liebe hort, Den glauben an dein niemand theil. göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf 3. 11m Stärkung und Gr erden sein; Ihn täglich mehr, mein Herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. haltung des Glaubens. O gott du frommer gott. 2 Wirkung und Kennzeichen 363. Herr, aller höchster Machs mit mir gott nach. gott, Bei dem wir alle gaben, Und was uns 362. Wer gottes wortnüglich ist, Getroft zu suchen nicht hält und haben: sieh erbarmend mich spricht: Ich kenne gott, der in meiner schwachheit an, Weil heuchelt, In dem ist gottes lie- ich nicht wie ich will, be nicht, Wie sehr er sich auch recht vertrauen kann. 2. Jch t I t e C e t 3 II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 225 2. Ich glaube zwar an dich Zu meines glaubens ziel, Der Doch nur mit schwachem glau- seelen seligkeit.d beard? ben. Oft will die zweifelsucht Es ist gewißlich an der zeit. Mir alle hoffnung rauben. 364. gottes sohn, herr Wer macht gewiß, jesu christ, Dein das Herz Als du, o herr, allein? Laß ist es, mir zu geben, Was deine hülfe doch Von mir nicht mir zum glauben nüße ist; ferne sein. strpor Was ihm gibt fraft und leben. 3. O reiche du mir selbst Drum hilf du mir von oben Aus gnaden deine hände, Mach' her, Daß ich, gestärkt je mehr daß dein guter geist Sein werk und mehr, Echt und beharrlich in mir vollende. Ist schon, glaube.. in nitto dem senfkorn gleich, Mein 2. Durch dein wort unterglaube noch sehr klein: So weise mich, Den vater recht laß ihn doch bei mir In stetem zu kennen; Mit freuden voller wachsthum sein. ehrfurcht dich, Des höchsten 4. Gib, daß ich stets in sohn zu nennen; Daß ich auch mir Die zuversicht vermehre: deinem guten geist, Der uns Daß du mein vater seist, Und den weg zum himmel weißt, ich dir angehöre; Daß alle Von ganzem Herzen folge. meine schuld Von dir verge 3. Laß mich dein großes ben sei Damit mein herz gnadentheil Im rechten lichtersich dein, Als seines gottes, blicken, und mich dazu an meifreu'. nem theil, mit allem eifer 5. Mach diese zuversicht In schicken. Durch dich nur find' mir, o gott, so fräftig, Daß ich trost und ruh, Und ew'ges ich mein lebenlang In deinem heil, der weg bist du, Die dienst geschäftig, und stets be- wahrheit und das leben. flissen sei, zu thun, was dir 4. Gib, daß ich traue deigefällt; So hab' ich schon in nem wort; Es tief zu Herzen dir Den himmel auf der welt. fasse; Daß sich mein glaube 6. Mein heiland, der du immerfort Auf dein verdienst einst Für deine jünger batest, verlasse; Daß zur gerechtigkeit Und, wenn sie wanketen, Beim mir werd', Der ich mit fünden vater sie vertratest, Ach un- bin beschwert, Dein heil auch terstütz auch jetzt mein sehnli- zugerechnet. I ches gebet, Und schenke glau- 5. Doch soll auch stets mein 1 benskraft Dem, der dich darum glaube sich Des bluts, das du vergossen, Nicht anders trösten, 3 fleht. 1 7. In deiner mittlers hand als daß ich, Zu deinem dienst Ist heil und aller segen, Herr, entschlossen, Durch seine kraft unterstütze mich, Auf allen mei- die arge welt, Und was fie nen wegen: So geh' ich freu- dir entgegen stellt, Besieg' und dig fort, In dieser pilgerzeit, überwinde. 6. Zwar 10 P 226 is mij 3weite Abtheilung. 6. Zwar ist mein glaube ser pflicht, Das wollest du mir schwach und klein; Oft kann geben. ich ihn kaum merken; Doch 2. Du hast ein göttliches willst du mir, herr, fraft ver- gebot. Mir tief in's herz ge leihn, Du kannst mich mäch- schrieben. Von ganzer seele tig stärken. Das schwache rohr soll ich, gott, Wie mich, den zerbrichst du nicht; Verlö- nächsten lieben. Wenn ich nach schest tein noch glimmend deinem worte thu; So hab licht; Drum stärke mich den ich schon hienieden Großen schwachen. frieden; Und welches heil haft 7. Hilf, daß ich recht sorg- du Den frommen dort beschie fältig sei, Den glauben zu be- den! wahren, Ein gut gewissen auch 3. Laß mich kein leiden die dabei; Daß ich bei den gefah- ser zeit kein weltglück dir ent ren Der welt sei wachsam alle- reißen; Denn du hast deine zeit, Durch früchte der ge- seligkeit Den treuen nur ver rechtigkeit Des glaubens kraft heißen. Doch könnten wohl durch beweise. ihre müh Sie solche zu ver Top 1stupy 8. O laß den glauben stets dienen, Sich erkühnen? Aus in mir So wachsen und sich gnaden schenkst du sie, Und stärken, Daß er sei fruchtbar du erwarbst sie ihnen! für und für, Und reich an gu- 4. Freund meiner seele, du ten werken, Daß er sei thätig bist ihr Ein weinstock, sie dein durch die lieb; Mit freuden rebe. Zeuch sie dir nach, daß und geduld' sich üb' In dem, sie zu dir Sich von der welt was gott gefällig. erhebe! Ja laß mich, wenn ich 9. Insonderheit gib mir die sterben soll, Auf deine gnade kraft, Daß ich an meinem bauen, Dir vertrauen, Und ende Den letzten schritt der pil- dann dort freudenvoll, Dein grimschaft, Durch glauben froh antlitz ewig schauen. vollende. O mache mich, herr, 5. Ich fämpf, ermatt und stets bereit, Daß ich der see- strauchle oft. Erbarme dich des len seligkeit, es glaubens schwachen, Der nur auf dich end erlange. in demuth hofft; Du kannst mich mächtig machen. In je Ich ruf zu dir herr jesu christ. der kümmerniß laß mich Bei 365. Herr, mein erlöser, dir, herr, zuflucht finden, nur von dir Kann Trost empfinden, Und dann zuich mir hülf erflehen. Ver- letzt durch dich In allem übernimm mein seufzen; eile mir, winden. Mein helfer, beizustehn. Des wahren glaubens kraft und 366. licht, Das selige bestreben, Dir zu leben, und much zu die Erlöst bin, Kommt her zu mir spricht. ch weiß, und bi bins daß ich gottesjohn durch dich 3 3 m 1 1 e C 3 1 0 1 227 II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. dich, Vom schnöden dienst der sehen; Dann hätt' ich keinen sünde. Gelobt sei gott! ich bin's heiterit sinn; Dann wär' die gewiß, Hilf, mein erretter, daß frohe Hoffnung hin, Zu ihm ich dies Bis an mein end' einst einzugehen. empfinde. 8. Gewissensschrecken würden 2. In dieser so verderbten mich, Der ich vom pfad des zeit Des leichtsinns und der guten mich, Schon hier zur ficherheit, Wach über meinem qual ergreifen, Und peinigende glauben! Du, freund der men- furcht vor dir, Der welten schen, wache du, Daß feine richter sich in mir mit jedem zweifel meine ruh Und meinen tage häufen. trost mir rauben. 9. Der du für mich am kreuze 3. Den spott der frevler starbst, und hoffnung mir und über dich, Und deinen tod am trost erwarbst, Laß mich so tief freuz, laß mich, Wie er's ver- nicht fallen! Erhalt mir dient, verachten. Mit desto stär- meines glaubens ruh Und meiferer begier Laß meine seele, nen wandel lenke du Nach deiherr, nach dir, Und deinem nem wohlgefallen. reiche trachten. Herzlich lieb hab' ich dich. 4. Wenn mir die welt ge- 367. ch komme friedenslegenheit Zur sünde gibt, zur fürst zu dir! Ercitelkeit, Und zu verbotner barmend rufst du ja auch mir, freude: So dämpfe du in mei- Den frieden zu empfangen. ner brust Die reizung aller Die sündenlast ist mir zu bösen lust, Daß ich sie stand- schwer. O laß mein herz von haft meide. trost nicht leer, Laß es zur 5. Ich möchte sonst, durch ruh gelangen, Die jedem tief sie verführt, Die sünde, die den gebeugten geist Dein theuer wertod gebiert, mich übereilen las- thes wort verheißzt. Wer trösen; Mich dann aus sündenlust stet mich, als du allein? Wer vergehn, Und deiner wahrheit macht mein herz von sünden widerstehn, Ihr helles licht gar rein? Herr jesu christ! Mein hassen. trost, mein licht, Mein trost, 6. Wenn meine freudigkeit mein licht Verwirf mein sehnzu dir, Mein glaub' und lich stehen nicht! meine Hoffnung mir, Hierdurch 2. Anbetend steh ich, herr, entrissen würde: So würde vor dir! Dein antlitz neige du nichts mich recht erfreun: zu mir, Und sei mir fünder Die welt mir trüb und trau- gnädig; Wenn mein vergehn rig sein; Mein leben eine um rache schreit: So mache, bürde. aus barmherzigkeit, Mich al7. Dann würd' ich nach dem ler strafe ledig. Der du ant himmel nicht mit freud', o herr, freuz gelitten hast, Du trugſt im angesicht Mit seelen ruhe auch meiner fündenlast; Als 2 bit 228 10 m Zweite Abtheilung. du zum heil der sünder starbst, christ, Ich hoff auf dich, Ich Und ihnen gottes huld er- hoff auf dich In dieser hoff warbst. Herr, jesu christ, mein nung stärke mich! gott und herr, Mein gott und 4. Mein ganzes leben preiſe herr, Gib mir den trost be- dich, Erlöst, mein mittler, hast gnadigter! du mich, Dein eigenthum zu 3. Du, du bist meine zu werden. Bin ich nur dein: so versicht, Durch dich entflieh ich fehlt mir nichts; Nichts einst dem gericht, Dem schweren am tage des gerichts; Nichts lohn der sünden; Durch dich hier auf dieser erden. Auf diekann ich der straf entgehn, jer bahn zum vaterland Ent Und mich mit gott vereinigt zeuch mir niemals deine hand. sehn, Durch dich das, leben Zu allem guten stärke mich, finden. Dein tod ist der ver- Und laß mich siegen einst durch lornen heil, Gib mir an sei- dich. Herr jesu christ, Mein nem segen theil, Er schafft herr und gott, Mein Herr und auch mir beruhigung Und wah- gott, Hilf mir zum leben durch re lebensbesserung. Herr jesu den tod!!! III. Vom thätigen Christenthum oder von christlichen Gesinnungen und Handlungen überhaupt. 1. Deren Nothwendigkeit. der sünde reiz, Zorn, hoffahrt, Sin lämmlein geht und. fleischeslüfte, geiz, In werk' 368. Was hilft es mir, und thaten übe? cin christ zu 3. Weit strafenswürd'ger bin sein, Wenn ich nicht christlich ich dann, Ich, der ich chrilebe, Und heilig, fromm, ge- stum kenne; Weiß, was er recht und rein, Zu wandeln einst für mich gethan, Ihn mich bestrebe? Wenn ich dem herrn und heiland nenne; Als seligen beruf, zu welchem mich der, der in der finsterniß Des mein gott erschuf, Nicht wür- irrthums tappt, noch ungewiß dig mich beweise, Und den, der Ob er auch richtig wandle. mich erlöset hat, In worten Was nüßt mir seines wortes blos; nicht durch die that Und licht? Was hilft mir aller ungute werke, preiſe. terricht, Wenn ich darnach nicht 2. Was hilft der glaub' an handle? jesum christ, Den ich im munde 4. Und woher nehm ich trost führe Wenn nicht mein Herz und ruh, Wenn leiden mich rechtschaffen ist, und ich die umgeben, und meine fünden frucht verliere; Wenn mich die noch dazu Mir dann vor alleitelkeit der welt mit ihrer gen schweben? Was hilft luft gefangen hält; Ich ihre mir in der letzten noth, Wenn fesseln liebe, Und fühlbar für sich der schauervolle tod Mir zoigt III. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 229 zeigt mit seinen schrecken, Und nen willen thun, Läßt du, als mein gewissen wachet auf, deine kinder, O gott, in ew'Von meinem ganzen lebens- gem frieden ruh'n, Wenn lauf Die schuld mir aufzu- heuchlerische sünder Von dir veden? id porn verstoßen werden. drdsmod 5. Weh mir! was hilft es 3. Drum laß mich doch mir einst dort, Erweckt aus vom glauben nie Ein heilig meinem grabe, Daß ich an leben trennen; Mich nicht für christum und sein wort Zum einen christen hie Blos äußerschein geglaubet habe Wenn lich bekennen, Gib, daß mein keine fromme gute that Mein glaube thätig sei, Und tugend leben hier bezeichnet hat, Den früchte bringe; Daß ich, vom glauben zu bestärken? Denn sündendienste frei, Mit eifer meine ganze seligkeit Wirkt darnach ringe, Jm guten zuglaube und rechtschaffenheit; zunehmen. Ben 1000 Der glaub in guten werken. 4. Du kennst, o gott, der 6. Gott, dieser hoffnung menschen herz Und liebst, die werth zu sein, Hilf, daß ich redlich handeln; Olaß in christlich lebe, Und vor dir freude, wie im schmerz, Mich heilig, fromm und rein Zu wan- christlich vor dir wandeln. deln, mich bestrebe; Gib mir Dein wille sei mein augenerkenntniß, kraft und muth, merk: Hilf mir ihn treu vollDamit ich welt und fleisch und bringen. Durch dich muß jeblut Jm glauben überwinde; des gute werk, Soll es auch Und dann, nach wohl durch nicht gelingen, Zum segen mir lebter zeit: Den lohn in jener gereichen. droid sur Christ unser herr zum jordan. ewigkeit, Um christi willen 5. Doch, wenn ich aus unfinde. wissenheit Und übereilig fehle: So thu an mir barmherzig369. Bewahre mich, herr, feit, und richte meine seele daß der wahn Durch gnade auf von diesem Nie mein gemüth bethöre, Als fall. Erhalt' mich bei dem war es schon genug gethan, einen, Daß ich dich fürchte Wenn dir nur äußre ehre Der überall, Bis ich einst mit den mensch, dein unterthan, erweist deinen, Dir ohne fehltritt Erinnre mein gewissen, Daß diene. alle christen dir im geist Und Alle menschen müssen sterben. wahrheit dienen müssen, Die 370. Der du uns, dir gefallen wollen. mit deinem blute, 2. Die kommen nicht ins Dir zum eigenthum erwarbſt, himmelreich, Die herr! zu je- Und uns sündern, uns zu gute, su sagen, Und nicht mit rech- Schmachvoll an dem kreuze tem ernst zugleich Der heiligung starbst: Ach wie dienen deine nachjagen. Nur die, die dei christen Immer noch der sünde 230 Zweite Abtheilung. de lüsten, Leben ohne besserung lüste dämpfen; Steh uns in Fern von wahrer heiligung. versuchung bei, Und erhalt uns 2. Herr, du littst, uns vom dir getreu. verderben, Von der sünde zu 7. Jesu, lehr auf dich uns befrein: Und wir wollen lie- schauen! Uns besieg die sünde ber sterben; Lieber ihre knechte nie, Laß dein beispiel uns ersein? Glauben immer, noch bauen, stärke selbst uns wiin sünden Unsers lebens glück der sie. Ach! die absicht deiner zu finden, Und vergessen dein schmerzen Präge tief in unsre gebot, Deine schmach und dei- herzen, Daß wir, von der nen tod. sünde rein, Heiligster, dir ähn3. Ach, wenn werden wir's lich sein. erkennen, Warum du gestor- O jesu christ meins lebens. ben biſt? Wann, uns nicht 371. hr, die ihr euch blos christen nennen; Sondern von thun, was christlich ist? Wann, Und euch zu seiner lehr beum deines todes willen, Jesu, kennt, Die ihr durch ihn seid dein gesetz erfüllen, Und den theu'r erkauft Und selbst auf sünden widerstehn, Weil sie seinen tod getauft. deine leiden schmähn. 2. Führt nicht den namen 4. Wer dich sieht von gott nur allein; Ihr müsset that'ge verlassen, In der tiefsten trau christen sein, Wollt ihr einst rigkeit; Dich, erlöser, sieht er froh nach dieser zeit Eingehn blassen, Nach vollbrachtem zu christi herrlichkeit. schweren streit; Und läßt doch, 3. Wollt ihr bekenner jesu zum dienst der sünden, Seine sein, So lebet auch ihm hier lüste sich entzünden: Der hat allein, Der christ ist ganz der nicht an deinem heil, Nicht an tugend freund, Und jedem laster gottes gnade theil. ist er feind. 5. Meiden tönnt er sein ver- 4. In leiden, die er tragen derben, Hülfe gibt ihm gott soll, Ist er geduldig, hoffnungsgenug; Aber ach, er selbst will voll. Dies leben ist die prüsterben, Denn sein glaub' ist fungszeit; Der lohn folgt in wahn und trug. Er bekennet der ewigkeit. deinen namen, Ohne doch dir 5. Wer gott von herzen sich nachzuahmen; Rühmet feines ergibt, Sich selbst besiegt, den glaubens sich, Und verleugnet, nächsten liebt, So wandelt, so Herr, doch dich. gesinnet ist, Wie jesus war, 6. Ach, wenn uns der trieb der ist ein christ. zur sünde Reizet wider unsre 6. Und wer nun so den heipflicht: Heiligster, so überwinde land ehrt, Der lebt hier der Uns der trieb zur sünde nicht, erlösung werth, Der schläft im Lehr uns, mächtig ihn be- tode freudig ein, und wird kämpfen, Und die macht der dort ewig selig sein. 2. Quelle III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 231 2. Quelle guter Handlun- fern, Fern von des stolzes gen, Eigenschaften und triebe, Geheiligt durch die furcht Glückseligkeit from des herrn, Das glaub erweckt mer Christen. zur liebe; Dies ist's, was gott von uns verlangt. Nichts wird 372. Wenn nicht zur ein leben nüßen, Das mit den übung deiner größten thaten prangt: Wenn pflicht Dich gottes lieb besee- wir nicht lieb besitzen. let; So rühme dich der tugend Was mein gott will, bas. 6. Drum täusche dich nicht nicht, Weil dann dir alles feh- durch den schein; Nicht durch let. Wenn vortheil, wollust, der tugend namen Sieh nicht eigensinn, Und stolz dir gutes auf deine werk' allein: Sieh rathen, So hast du deinen auch woher sie kamen. Prüf lohn dahin: Thust du gleich dich vor gottes angesicht, Ob gute thaten. liebe dich beseelet? Dem her2. Sei durch die gaben der zen fehlt auch liebe nicht, Dem natur Das wunder dieser er- nicht der glaube fehlet. den, Beglückst du andre men- 7. Wohnt liebe gegen gott schen nur, Um selbst geehrt zu in dir; Wird sie die tugend werden: Erfüllt die liebe nicht stärken: Du wirst die gegendein herz, So sind die größ- wart von ihr An lieb zum ten gaben Vor gott doch nur nächsten merken. Sie ist, die ein tönend erz, die keinen werth dir den muth verleiht, Das nicht haben. böse stets zu meiden; macht 3. Bau häuser auf, und dich zum gutes thun bereit; brich dein brod, Die armen zu Folgt dir in ewigkeiten. verpflegen; Entreiß die witte Ich dank dir schon durch. wen ihrer noth Und ſei ber 373. alle deine heiligſter, wen du dein, güter hin, Noch hast du nichts Und wen willst du belohnen! gegeben, Wenn lieb und pflicht Wer wird sich ewig deiner freun, nicht deinen sinn Vor gott da Und ewig bei dir wohnen? zu beleben.nomo 2. Der heilig vor dir lebt, 4. Läg ihm an unsern wer- und thut, Was dein gesetz ihn ten nur, Könnt er, sie zu voll- lehret, Der, dessen Herz ist bringen, Uns leicht durch fes- rein und gut, Und sich vom seln der natur Und seine all- bösen kehret. macht zwingen. Vor ihm, der 3. Wer trent die wahrheit alles schafft und gibt, Gilt liebt und nicht mit seiner zunweisheit nichts, nichts stärke. ge lüget; Wer nie von andern Er sieht auf's herz, ob das lieblos spricht; Nie lästert und ihn liebt, Sieht auf den zweck betrüget. der werfe. 4. Der den geringern nicht 5. Ein herz von eigenliebe verschmäht: Mit fleiß ihn nie betrü 232 tomond Zweite Abtheilung. betrübet, Den graden weg in Der bosheit und der tücke allem geht, Und alle, wie sich feind. liebet. en 2 und 950 3. Ein abscheu ist's ihm, 15. Der alle laster kühn ver- neidisch trauern, Ungern den flucht, Flieht, die gott wider nächsten glücklich sehn; Um streben, Nur aber deren freund- ihm zu schaden, auf ihn lauschaft sucht, Die vor ihm hei- ern Und seine thaten tückisch fig leben.) the schmäh'n. Er haft und flieht 6. Der, was er schwur stets beleidigungen, Wird groß heilig hält; Und nie unredlich durch seine redlichkeit; Durch schwöret; Der alles was er unverschämte lästerungen, Wird zusagt hält, Auch dann, wann nie von ihm ein nam' ent er nicht schwöret. Conweiht. i 7. Nie mit erpressung geld 4. Er ehrt, o herr, die, die verleiht, Aus mitleid und er- dich scheuen, Verachtet den, der barmen, Nothleidenden die dich nicht liebt, Und frech es hände beut, Und niemals drängt wagt, sich noch zu freuen, den armen. Wenn er durch laster dich be18. Wer, das thut, den, den trübt, Er hält, was er dem nennt gott sein, Den, den will nächsten schwöret, Wenn list er belohnen, Der wird sich und trug die treue bricht. Ein ewig seiner freu'n, Und ewig ungerechter wucher mehret Gebei ihm wohnen. recht erworbne güter nit. süßer stand, o selig leben. 5. Er eilt, erweichet durch 374. Herr, dessen augen erbarmen, Wenn er der menalles prüfen, Des schen elend sieht, Mit seiner heuchlers list betrügt dich nie. hilfe nach dem armen, Der Du schauest in der herzen tie- voll vertrauen zu ihm flieht. fen, Und fennst und offenbarest Gern theilt er mit ihm sein sie. Wer darf vor dir mit vermögen, Das nicht das gut freuden wohnen? In deiner der weisen ist, und hält es liebe sicher sein? Wen wirst nicht für einen segen, Wenn du, unser gott, belohnen? es der arme nicht genießt. Wer darf sich deines segens 6. Der fromme nimmt, das freun? id recht zu beugen, Nicht gaben 2. Nur der, o herr, darf zu von verbrechern an. Er kann dir kommen, und macht sich zu keinem frevel schweigen, Und deiner freundschaft werth, Der weicht nicht von der tugendnach dem namen eines from- bahn. Du, unser gott, wirst men, Nie einen größern ruhm ihn belohnen! Du wirst sein begehrt. Die tugenden sind frommes herz erfreu'n! Durch sein vergnügen; Er ist der dich wird er hier sicher wohwahrheit edler freund; Und nen, Und einst dort ewig selig unversöhnlich gegen lügen; sein. Mel. III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 233 Freu dich sehr o meine seele. was gottes ruhm vermehrt. 375. Kommt und laßt Gott wird ihr verlangen stillen, euch jesum lehren Und den frommen wunsch erKommt und Lernet allzumal, füllen. Welche die sind, die gehören 6. Selig, wer der noth des Zu der rechten christenzahl, armen Niemals fühllos sich Die im glauben fest besteh'n, entzieht, Jhm. aus zärtlichem Freudig gottes wege geh'n, erbarmen, Wohl zu thun, sich Und den heiland frei bekennen, froh bemüht, Und, wenn er Dürfen sich die seinen nen- um hülfe weint, Jhm mit hülf' und trost erscheint: nen. 2. Selig wer in demuth le- Dieser wird auch hülf embet, Seine schwachheit nie ver- pfangen, Und barmherzigkeit gißt, Nie sich selbst mit stolz erlangen. erhebet, Wenn er groß und 7. Selig, sind, die sich beglücklich ist. Gottes huld wird mühen, Züchtig, keusch und rein ihn erfreu'n Und das himmel zu sein; Die der wollust neßze reich ist sein, Gott wird dort fliehen; Und der reinigkeit sich zu ehren setzen, die sich hier weihn; Die der lockung dieser geringe schätzen. welt, Und dem, was dem fleisch 3. Selig ist, wer seine sünde gefällt, Treu und standhaft wiWehmuthsvoll vor gott bereut. derstehen; Werden gottes antUnd, damit er ruhe finde, Sich litz schen. vor neuen sünden scheut. Gott 8. Eelig, wer im frieden will ihm die schuld verzeihn, lebet, Wer die ruh' und einigKraft zum guten ihm verleihn, feit zu erhalten sich bestrebet Und er soll schon hier auf Und wenn feindschaft, haß und erden, Und auch dort getröstet streit Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der ein4. Selig ist, wer sanftmuth tracht lehrt. Die des friedens übet, Seinem feinde niemals sich befleißen Werden gottes flucht. Seine fehler ihm ver- kinder heißen. werden. giebet, Nie sich selbst zu rächen 9. Selig, die um's guten sucht, Ruhig seine pflicht voll willen Leiden, und sich deſſen bringt Und sein eigen herz be- freu'n Standhaft ihre pflicht zwingt. Gott wird selbst sich erfüllen, Und der tugend müh' sein annehmen, Daß sich seine nicht scheun. Gott steht ihnen feinde schämen. mächtig bei, Und will sie für 5. Selig die mit ernst ver- ihre treu, Einst mit wonn' und langen, Recht gesinnt und siegestronen, Auf das herrlich fromm zu sein; Die fest an ste belohnen. dem guten hangen, Und sich 10. Herr, du wollest selbst ganz der tugend weihn, Teren mich leiten, Auf der wahren herz nichts mehr begehrt, Als tugendbahn, Daß ich dieser scligkeiten, 234 quadron 3weite Abtheilung. seligkeiten, Hier und dort mich Von sünden mich zu wa freuen kann. Gib, daß ich de- schen. me müthig sei, Meine schuld vor 4. Dein sohn erniedrigt sich dir bereu, Die gerechtigkeit und stirbt, zu tilgung unsrer stets liebe, Auch an seinden strafen; Büßt für die laster sanftmuth übe.land und erwirbt Befreiung ihren 11. Daß ich hilfreich mich sclaven. Wie vielfach, höch gewöhne, Immer hab' ein rei- ster, bin ich dein! O laß mich nes herz; Die in feindschaft keines andern sein. Dein sohn stehn, versöhne, Dir anhangst ist auch mein heiland. in freud und schmerz. Vater 5. Durch ihn versöhnt, und hilf von deinem thron, Daß dir zum ruhm, Erfauft mit ich glaub' an deinen sohn, Und seinen leiden, Will ich mich, durch deines geistes stärke Mich gott, dein eigenthum, Von dir befleiße guter werke. nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die welt; Ge tödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 3. Gutschließungen zum Dienst Gottes und frommen Leben. Es ist das heil uns fommen. 6. Dies wirke, gott, dein geist in mir, Ich habe kein 376. De ein bin ich herr; vermögen, Die sünd' und al dir will ich mich les, gott was dir, Verhaßt Zum dienste ganz ergeben. ist, abzulegen. Hier ist mein Rechtschaffen, fromm und rein, herz, nimm ganz mich hin, Und will ich Vor deinen augen le- gib mir einen neuen sinn, Da ben. Wie könnt ich eines an mit ich dir gefalle. dern sein? Ich bin ja durch 7. So werd' ich, der ich fin die schöpfung dein! Und dein ster war, Ein licht in deinem durch die erlösung. lichte, Besteh einst mit der klei 2. Ich fiel, und wandte mich nen schaar Der frommen, im von dir Zur finsterniß vom gerichte, Frohlocke dann, und lichte; Doch wandtest du dich lobe dich, Daß deine gnad' gott, zu mir Mit deinem an- und treue mich Gerecht und gesichte. Erbarmen war dein jelig machte. angesicht, Mich von der finKommt her zu mir spricht. sterniß zum licht, zu dir zu 377. Ermuntre, feele, dich, rück zu rufen. und sei Dem gott, 3. Dein herr, dein ist bar- der dich erschuf, getreu, Und herzigkeit, Du liebest selbst die folge dem gewissen. Nie wird sünder. Seid, rufst du gänz- es jemals dich gereun, Wenn lich mir geweiht: Seid meiner du unsträflich fromm zu sein, gnade kinder. Ich fehle noch, Dich redlich haft befliffen. doch faß ich muth! Dort 2. Gehorch nicht deinem fleisch fließet der versöhnung blut, und blut. Gehorche gott, gott meint 235 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. meint es gut, Was er gebeut, 2. Die, die sich ihrer laster ist segen. Er liebt uns men- freun, Trifft die fein schmerz schen väterlich, Führt auf der hienieden? Sie sind die sclaven bahn der tugend dich Dem eigner pein, Und haben keinen höchsten heil entgegen. frieden. Der fromme der die 3. Gott theilt dir seine stärke lüste dämpft, Hat oft auf seine mit; Deum gehe stets mit fe- leiden; Allein der schmerz, wostem schritt Fort auf der tugend mit er kämpft, Verwandelt sich pfade. Die lust verführt die in freuden.iud diner tugend, nie Und gott, dein 3. Des lasters bahn ist angott belohnet sie mit segens- fangs zwar Ein breiter weg reicher gnade. dadurch auen; Allein sein fort4. Laß dir die schreckenvolle gang wird gefahr; Sein ende pein Der fünde hell vor augen nacht und grauen. Der tugend sein, Wenn sie dich lockt mit pfad ist anfangs steil, Läßt frenden. Gott fennt den quä nichts als müh erblicken; Doch lenden verdruß, Der auf die weiter fort führt er zum heil, sünde folgen muß, Und will Und endlich zum entzücken. jie dir verleiden. 4. Was war es, hätt' und 5. Gott siehet jene ew'ge gott vergönnt Nach unsers fleinacht, Wo fünder, die ihn hier sches willen, Wenn wollust, neid verlacht, Jn tiefem jammer und zorn entbrennt, Die lüste schmachten. Gott kennt der frei zu stillen. Ließ er den tugend hohen werth, Und den raub, den undank zu, Den hat jesus dich gelehrt, Und den frevel! dich zu kränken, Den wollst du verachten? menschenhaß, was würdest du 6. Nein, übe sie mit allem Von diesem gotte denken? fleiß, zu deinem glück und got 5. Gott will, wir sollen tes preis. Er siehet dein be- glücklich sein! Drum gab er streben; Und wird dir einst ge- uns gesetze. Sie sind es, die wiß dafür, Nach treuem tu- das Herz erfreun, Sie sind des gendlaufe hier, Der freuden lebens schätze. Er spricht zu fülle geben. uns durch den verstand, Er Ich hab' in gottes herz und sinn. spricht durch das gewissen 378. lag nicht, mein Was wir geschöpfe seiner herz, wie schwer hand Fliehn, oder wählen es sei, Hier als ein christ zu müssen. wandeln, Und täglich gottes 6. Ihm folgen, das ist willen tren Zu denken und zu weisheit nur, Und freiheit handeln. Wahr ist's, die tuist's, dies wählen. Ein thier gend kostet müh, Und sie be- folgt trieben der natur; siegt die lüste; Doch richte selbst Ein mensch dem licht der see was wäre sie, Wenn sie nicht len. Was ist des geistes eitämpfen müßte? genthum? Was sein beruf auf erden? 236 Zweite Abtheilung. erden? Die tugend, was ihr manches noch verschuldet. Gott lohn, ihr ruhm? Gott ewig liebet herzens redlichkeit, Und ähnlich werden. sieht auf dein bestreben; Er 17. Lern nur geschmack am ist ein vater, der verzeiht, Und wort des Herrn Und seiner er hat lust zum leben. gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer träfte Genug du hast gnade. hat, wird durch gebrauch Von 379. Wie selig, herr, gott noch mehr bekommen; der gerechte! Wer sie nicht brauchet, dem Du bist sein schild und großer wird auch, Das, was er hat, lohn. O daß ich ganz gerecht genommen. sein möchte! Doch ach! wie 8. Du streitest nicht durch wenig bin ich's schon! Du eigne fraft, Drum muß es dir weißt es, gott, ich bin noch gelingen. Gott ist es, welcher weit Entfernt von der vollbeides schafft, Das wollen und kommenheit. 3. Bitte um wahres Christenthum. vollbringen. Wann gab ein 2. Wie viel ist noch an mir vater einen stein Dem sohn, zu finden! Das nicht mit dei der brod begehrte? Bet oft ner vorschrift stimmt! Oft über gott müßte gott nicht sein, eilen mich noch sünden, Wenns Wenn er dich nicht erhörte. herz auch bessern vorsatz 9. Dich stärket, auf der tu- nimmt. Ja oft verletz ich meis gend pfad, Das beispiel sel'ger ne pflicht, gott, und weiß geister; Ihn zeigte dir, ja ihn es selber nicht. betrat Ja selbst dein herr und 3. Wer kann, wie oft er fehmeister. Laß dich nur nie des let merken? Nur du, du siehst frechen spott Auf diesem pfade mich, wie ich bin, Nur du hindern. Der wahre ruhm ist kannst mich im guten stärken, ruhm bei gott, Und nicht bei Drum fall ich Vater, vor dir menschenkindern. hin. O mach, um heilig ganz 10. Sei start, o seele, alle zu sein, Mich von verborgnen zeit, Tent oft an deine bahre; fehlern rein. Vergleiche mit der ewigkeit 4. Von aller eitlen eigenDen kampf so kurzer jahre, liebe Befreie mich durch deine Das kleinod, das dein glaube traft. Erweck' und mehr in hält, Wird neuen muth dir mir die triebe Zu dem, was geben; Und kräfte der zukünft, wahre beßrung schafft. Laß gen welt, Die werden ihn be- meinen fleiß gesegnet sein, Und meine heiligung gedeihn. 5. Du wirst das leben. 11. Dent endlich zur berudemuthsigung, Daß gott den schwa- volle flehen Des sünders, der chen duldet, Der, bei dem dich scheut und ehrt, ernst der heiligung, Doch der gnade, nicht verschmähen, gott Du III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 237 Du bist es, der gebet erhört.jein reines herz in mir. Ein Mein fels, mein heil, ich traue herz, das sich vom sinn der dir, Das, was ich bitte, gibst welt Entfernt, und unbefleckt du mir. erhält. In voriger Melodie. 380. Paß mich 2. Laß mich auf die begangmich, o herr, nen sünden Mit inniger bein allen dingen Auf schämung sehn; Durch christum dich nur sehn und dir mich vor dir gnade finden, Und auf weihn. Gib selbst das wollen dem weg der tugend gehn. Ich und vollbringen, Mein Herz will hinfort das unrecht scheun, laß dir geheiligt sein. Nimm Und deinem dienst mein leben leib und geist zum opfer hin, weihn. in Dein ist herr, was ich hab' 3. O stärke mich in den geund bin. danken, Gib meinem vorsatz 2. Gib meinem glauben muth festigkeit, Und will mein schwaund stärke, Laß ihn durch liebe ches herz je wanken: So hilf thätig sein; Daß man an sei- der unentschlossenheit. Wie nen früchten merke; Er sei viel vermag ich, gott, mit dir! fein traum, fein falscher schein, Nimm deinen geist nur nicht Er stärke meine wenderschaft, von mir. Und gebe mir stets siegesfraft. 4. Gib, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und 3. Laß mich so lang ich träfte mir verleih, Daß ich hier soll leben, Am bösen tag mit kindlich treuem geiste, Dir auch sein vergnügt; Und dei- bis zum tod ergeben sei: So nem willen mich ergeben, Der sieg' ich über fünd' und welt mir zum besten alles fügt, und thue, was dir wohlgeGib demuth, wenn du mich fällt. beglückst: Geduld, wenn du mir trübjal schickst. 0100 5. Wenn ich indeß aus schwachheit schle, Mein vater, 4. Ach hilf mir beten, wa- so verwirf mich nicht; Verchen, ringen So will ich, ist birg nicht der betrübten seele, mein lauf vollbracht, Dir ewig Wenn sie dich sucht, dein andank und ehre bringen; Dir, gesicht; Und mache in bekümder du alles wohl gemacht. merniß Mein Herz von deiner Dann werd' ich heilig, dir ge- huld gewiß. THE weiht, Dich preisen, herr, in 6. Erquicke mich mit deinen ewigkeit. In voriger Melodie, 381. Gott, freuden, Schaff ein getreues herz in mir, Und stärke mich dir gefällt in freud und leiden: So halt kein gottlos we ich mich, mein gott, zu dir, sen, Wer bös ist bleibet nicht Bis nach vollbrachter übungsvor dir. Drum laß von sün- zeit, Der deinen erbtheil mich den mich genesen, und schaff erfreut. Hilf Zweite Abtheilung. jucht triebe, Gib, daß den feind, ver- Nicht nur den freund, Mein Daß herz aufrichtig liebe. ich nur dich begehre, Mein 6. Nach reichthum, hoheit, ganzes glück nur such in dir, ruhm und pracht Laß mich Und dich allein verchre; Daß nicht ängstlich streben, Und ich in noth, Dich meinen gott, gibst du ehre, gut und macht; Und vater, glaubig nenne; Mein herz sich nicht erheben. Daß weder leid, Noch glück Gibst du es nicht; So sei mirs und freud', Mich jemals von pflicht, zufrieden dich zu ehren, dir trenne. DHO Nicht was der welt, Was 2. Grfülle mich mit wahrer dir gefällt, Das laß mich stets reu, Wenn ich dich, gott, be- begehren. trübe. Gib, daß ich alles böse 7. Herr, lehre mich enthalt scheu, Und stets das gute liebe. samkeit; Gib mir ein rein ge Laß mich doch nicht, Herr meine müthe, Daß ich in dieser pri pflicht Mit vorsatz je verletzen, fungszeit Vor böser lust mich Der seele heil, Mein bestes hüte, Der lügefeind, Der wahr theil, Laß mich nach würden heit freund, Laß mich aufrich schätzen. tig wandeln. Und jederzeit Nach 238 Hilf mir mein gott, hilf daß 382. Getreuer gott, leihe mir, 3. Mein gott, ich bitte dich, billigkeit mit meinem nächsten verleih Mir einen festen glau- handeln. ben, Der standhaft, treu und 8. Gib, daß ich stets den thätig sei, Und laß mir den müßiggang Sammt aller träg nichts rauben. Gib, daß ich heit fliche, Daß ich der welt mich Allzeit auf dich, Und auf mein lebenlang zu nützen mich dein wort, verlasse, Und in der bemühe, Laß meinen fleiß, 3 noth, Ja selbst im tod, Was deinem preis, O gott, mit du verheißen, faſſe. wohl gelingen, Und jegnest du 4. Hilf mir, der ich erlöset Das, was ich thu, Dir dafür bin, Daß ich den heiland liebe, ehre bringen. Und bilde mich nach deinem 9. Ach gib mir deinen guten finn, Gib, daß ich mich stets geist, Daß er mich stets regiere, übe, Auf ihn zu sehn, ihm Und mich, wie es dein wort nachzugehn, Mich seiner nicht verheißt, Auf deinen wegen zu schämen, Und gern, wie er, führe; So wird mein herz, In Sei's noch so schwer, Mein freud und schmerz Dir zu ge freuz auf mich zu nehmen. fallen streben, und du wirst 5. Nie müsse stolz und eitel mir, Gott, cinst bei dir Den feit Mein schwaches herz re- lohn der treue geben. gieren. Nie haß und zorn und Herzliebster jefu was. bitterfeit Zur rache mich ver- 383. ch habe mir, got führen. Dein wort gebeut ver= söhnlichkeit, Verdammt der rach- nommen, Des lasters bahn zu flich 3 3 3 1 1 3 t I 11 t It 2₁ t It 11 의 it 11 1 239 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. flicht, und mit den from- sen, stets vollkommner wermen Vor dir zu wandeln, dir den! mich und mein leben, Treu guten zu ergeben. hift stärke. Verleihe mir zu jedem werke Licht, muth und 2. Du siehst, o gott, ob ich's 2. Dein wort, ich mög' es auch redlich meine, Gib, daß lesen oder hören, Erhebe tägich nicht blos, was ich sein lich mehr durch seine lehren soll, scheine, mit allen fräften den trägen geist, daß ich auf strebe deinen willen Froh zu deinem wege Nie wanken erfüllen. #tubli möge. Easy Big, chia 3. Wenn deine furcht mich 3. Gib, daß ich's ernstlich, überall begleitet, Und meinen gern und oft betrachte, Und gang, avenn mich kein mensch treu auf deiner wahrheit einsieht, leitet, Wie sicher werd' druck achte, Und den auch oft ich deine wege wandeln, Wie erneure, vor gefahren Mich zu richtig handeln! bewahren. 4. Laß auch im dunkeln mich 4. Gib, daß ich's tief in mein dein auge scheuen, Nicht ach- gedächtniß fasse, Daß ich von ten auf der fünde schmeiche- ihm mich täglich leiten lasse. leien; Aufmerksam des gewis- Und gegen jede, auch die kleinste sens stimme hören, Und folg- sünde, Mehr haß empfinde. sam ehren. 5. Hilf, daß ich, was dein 5. Gib eifer, kraft und muth heilig wort verdammet, Das zu meinen pflichten; So mag was der tugend eifer mehr die welt, wie ihr's gefällt, mich entflammet, Was tröstet und richten, Ehrt mich dein beifall, erquicket, oft bedenke, Wenn so kann ich mit freuden Ver- ich mich fränke. achtung leiden. 6. Daß ich gestärkt durch jede 6. Du achtest nicht das an- gute rührung, Und täglich weisehn der personen, Wirst al ser unter deiner führung, Stets les billig richten und beloh näher, und bewahrt vor jedem nen, mit herrlichkeit und falle, Zum ziele walle. chre deine kinder, Mit schmach 7. Auch gib, daß ich es die sünder. fühle, wie so nahe Du, gott, 7. Vollend ich einstens meine mir seist, damit ich kraft emprüfungsstunden, und werd' pfahe, Durch deine gegenwart ich bis zum tode treu erfun- zu edlen werken Mein Herz zu den: Wie schön verwandeln sich stärken. dann meine leiden In ew'ge freuden. 8. Stets sei mir jesu vorIn voriger Melodie. bild gegenwärtig, Daß ich zu allen guten thaten fertig, Und 384. Dich ruf ich an, willig sei, zu ehren deinen nägott, laß mich men, Ihm nachzuahmen. stets auf erden Im guten wach 9. Und was ich denk und anschau 240 Zweite Abtheilung. schau oder höre, Laß mich zur 3. Auch wenn ich auf der beßrung brauchen, es belehre, tugend pfad Bisweilen gleitend Es treibe mich, was recht ist, walle, So unterstütze deine nur zu wählen, Und nie zu gnad' Mich vor dem nahen fehlen. falle. Wenn in mir böse lust 10. G3 stärke mich der trost, aufsteigt, Und ich zum weichen vor deinem throne Auch zu bin geneigt: So lenke meinen empfahn der überwinder krone willen. Erhebe meinen schwa Und der gedanke: gott wird chen muth, Daß ich der lei einst dich richten! Zu allen denschaften wuth Durch dich, pflichten. herr, möge stillen. 11. So werd' ich, vater, 4. Mein gott, mein gott, täglich mehr auf erden Im gedenke nicht Der sünden meiglauben wachsen, immer treuer ner jugend. Wie hart schien werden, Und so empfahn zu mir oft meine pflicht! Wie rauh jedem edlen werke Mehr licht die bahn der tugend! Und doch und stärke. trugst du mich mit geduld; D vater, laß mich diese Nicht undankbar verach 4. Wider die Versuchung Laß, huld ten. Dir folgen ist mein wah385, Grbarm dich, herr, res heil; laß mich's, als zum Bösen. Gin lämmlein geht. 012) mein schwaches mein bestes theil, Auch immerherz, Geneigt zu eitelfeiten, fort betrachten. Läßt bald durch frende, bald 5. Ich bin ein mensch, du durch schmerz Sich auf den kennest mich: Wie schwach sind irrweg leiten. Gleich einem meine kräfte! Doch meine seele rohr, vom wind bewegt, hofft auf dich; Du wirst zu Wankt auch, von leidenschaft dem geschäfte Der heiligung erregt, Oft meine schwache mir kraft verleihn, Mein herz seele. Wann komm ich zu je mehr und mehr erneun, der wahren ruh, Daß ich recht Vor dir gerecht zu leben. Ich feste tritte thu, Und nur das aber will hier in der zeit, gute wähle? Und einst in der vollkommen 2. Laß doch mein herz nicht heit, Herr, deine kraft er fernerhin In seiner neigung heben. wanten. Stärk' meinen ungeHerer ich habe mißgehandelt. wissen sinn zu festeren gedan- 386. Herr Herr, wie lange ken. Wenn von der lust zur muß ich ringen, citelkeit Mich deines geistes Eh' ich auf der steilen bahn kraft befreit, Wie will ich dir Deines rechts zum himmel drinlobjingen! Mich ganz zu dei- gen, Und vom kampfe ruhen nem dienst zu weihn, Soll stets laun? Werd ich meinen hang mein ernster wille sein, Gib zur sünden Endlich völlig überdazu das vollbringen. winden? 2. Ach! III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 241 2. Ach! wenn mich die lust 2. Du willst, daß ich mich der erde, Oder kühner sünder treu In jeder tugend übe Der spott, Reizet, daß ich träger glaube, den du wirkst, Soll werde, Wirst du mein verges- fruchtbar durch die liebe, In sen, gott? Wirst du mich zu wahrer heiligkeit, In guten werunterstützen, Eilen? wirst du ken sein? Drum will ich dir, dann mich schützen? mein gott, Mein ganzes leben 3. Ach ich zittre, gott, wie weihn. lange Soll ich kämpfen? die- 3. Dieß will ich; und doch ser streit meiner schwachheit macht Die schwäche meiner macht mir bange, Bei so viel seele, Und der versuchung reiz, gefährlichkeit, Daß ich doch Daß ich so oft noch fehle. Ich noch unterliege Und mein klei- seh der tugend glück; Ich wünned nicht ersiege. sche gut zu sein, Und doch gibts 4. Schaue her zu deinem immer noch So vieles zu befinde, Höre mich und steh mir reu'n. bei, Herr bewahre mich vor 4. Das siehst du herr, mein sünde! Mache mich getrost und gott, sieh es mit erbarmen, treu, Daß ich standhaft deine Und reiche väterlich Doch deine wege Wandeln, und nicht hand mir armen. Gib meinem straucheln möge. geiste licht, Gib meinem vor5. Daß die welt mich nicht saß kraft; So kämpf ich glückverführe, Daß sie mich nicht licher Mit welt und leidenschaft ungetreu, Mach, und spottend 5. Eröffne den verstand, Stets triumphire, Daß ich auch ge- heller einzusehen, Daß sünd uns fallen sei! Daß sie sich nicht elend macht, Daß wahres wohlihrer siege Rühme, weil ich ergehen und innrer friede nur unterliege. Aus reinem Herzen fließt; Daß 6. Der du kraft und muth du mit deiner huld Der freugewähreft, Hilf des schwachen den quelle bist. schwachheit auf. daß du hörest, mich Ja, ich hoffe 6. Laß in versuchung mich Und ich freue nicht zaghaft unterliegen: ErRühmen will muntre mich zum muth; Und ich's und dir singen, Daß du hilf dem schwachen siegen. Mein stärke gibst zu ringen. darauf. auge laß allein Auf deine weisheit schaun; Mein herz dir folg= gott dit frommer gott. 387. Herr, höre mein ge- sam sein;' Und dann dir froh bet, Und laß es vertraun. dir gefallen! Es ist mein gan 7. Ich bin ein pilger hier, zer ernst Auf deiner bahn zu Umringt von vielen sündern. wallen. Ergreife, leite, stärk Den Ihr beispiel könnte leicht der schwachen, der dich fleht; Ver- tugend eifer hindern. Wann wirf die bitte nicht, Die mir der verführung gift, Des von herzen geht. leichtsinns frecher spott, Dem Q geift 242 Zweite Abtheilung. geist gefährlich wird: Dann versprechen Und doch mein gesteh mir bei, mein gott! lübte brechen: Eh' ich armer 8. Bewahre mein gemüthe, mich's versah, War die sünde Daß mich, bis an mein ende, wieder da! Die falsche fröhlichkeit Der sün- 4. Nun ich weiß nichts an der nie verblende; Ihr thöricht zufangen, Als mit demuth, lachen wird Bald lange reu' gott, von dir Kraft und stärke und pein; Laß diesen wechsel zu verlangen; Schwach bin mir Doch ja vor augen sein. ich, o hilf du mir! Du bist 9. So werd' ich herr, mein mächtig, kannst mich retten, gott, Dir nicht umsonst ver- Zu dir will ich gläubig beten, trauen; Einst, wenn ich treu Daß dein geist doch mit mir dir bin, Ter freuden fülle sei: Vater! vater! steh mir schauen: Und wenn du ewig bei! Lohnst, für jede gute that, Froh- 5. Nichts, als deines geistes locken, daß mein herz Sich dir geheiligt hat. Alle menschen müssen sterben. gnade, Die Die verlangt dein schwaches find; Dann geh' ich auf rechtem pfade Sicher, mu thig und geschwind; Dann möcht' kann ich mein fleisch bezwingen, leben, Und des geistes früchte brinlust: gen; Kann mich meines got Dem tes freun, Meines heils verAch! sichert sein. ONTSHISH 388. Gott, gern ich heilig Gutes thun war meine Aber lüste widerstreben gesetz in meiner brust. mein Herz ist mir verdächtig. 6. Mein erlöser hat's ver Selten bin ich seiner mächtig: sprochen, Jedem gibt er seinen Hart drückt mich der sünde joch, geist; Nie hat er sein wort ge Was ich nicht will, thu ich brochen; Er erfüllt, was er doch. verheißt. Auch ich bitte nicht 2. Ach ich kanns nicht wei- vergebens Um die fraft des ter bringen! Meinem vorsatz neuen lebens; Ich bin gottes, trau ich nicht. Welt und sünde gott ist mein, Und sein geist legt mir schlingen: Ich vergesse wird mit mir sein. wand meine pflicht: Selbst den from- und Sno DQ Luson men andachtsstunden, Da ich 5. Erweckung zur Beharr freud an gott gefunden: Da lichkeit und Wachsthum im Guten und der dazunöthi ich ihm mein herz herz vergen Wachsamkeit und sprach; Folgten lasterstunden Selbstprüfung. nach. Wer nur den lieben gott läßt. 3. Gott, ich will dirs nicht 389. Schön iſt die tugend, verhehlen, ohne deines geistes mein verlangen, kraft Werd ich immer wieder Und meiner ganzen liebe werth fehlen, Immer steigt die leiden- mit aller fraft ihr anzuhanschaft; Gutes konnt' ich oft gen, Hat meine feel auch oft begehrt. III. Vom thätigen christenthum überhaupt. 243 begehrt. Ach könnt ich's wie lassen, gottessohn, Und der fünde würd' ich mich freun! Wer hei- dienen? Mit den lüsten dieser lig ist, muß selig sein. zeit Wieder mich beflecken, Und 2. Gott ist der seligkeiten nicht mehr die süßigkeit Deifülle, Von ewigkeit zu ewigkeit; ner liebe schmecken. Denn sein verstand ist licht; 2. Hab ich doch allein bei sein wille Ist ordnung und voll- dir Meine ruh' gefunden. Mittkommenheit. Von ewigkeit her ler, heiltest du doch mir Alle war er gut, Und recht ist im- meine wunden! Und ich sollte mer, was er thut. dein gebot, Wie die sünder, 3. Wie schnell umhüllen fin- hassen, Und mein recht an sternisse Mich, wenn ich auch deinem tod Wieder fahren erleuchtet bin, Dann fliehn die lassen? heiligsten entschlüsse, Den mor- 3. Nein ich bin und bleib' gennebeln gleich, dahin. Bald ein christ, Halt an deinen lehwähl ich, was dem Herrn ge- ren, Lasse mir nicht macht fällt, Bald dien ich wieder dir noch list Meinen glauben weho welt.de Fielen tausend ab, ich 4. Ich armer! darum kommt nicht. Mag's die welt verfein friede In mein verschmach- drießen; Sie wird mein vertetes gebein. Wie bin ich die traun auf dich mir doch lasses wechsels müde. Wann sen müssen. ren. werd' ich fest im guten sein? 4. Zeigt sie mir ein heil Wann nicht mehr straucheln, wie du? Bringt sie kraft den allezeit Nur deinem dienste, müden, Den bedrängten trost gott, geweiht? und ruh? Sündern gottes frie5. Unwandelbar ist deine den? Gibt sie mir die zuverwahrheit, Herr, aller guten ga- sicht, Daß ich, trotz dem grabe ben quell. Sie leuchte mir in Deiner ewigkeiten licht zu ervoller klarheit Beständig unbe- warten habe? fleckt und hell. Daß nie der 5. Rettet sie mich, wenn vor sünde täuscherei Gefährlich gott Einst die völker stehen? deinem finde sei. Und das leben und den tod 6. O bilde, vater, meine Jhm zur seite sehen? Wenn seele; In deiner liebe mache der sichre nun zu spät Aus dem mich, Daß ich kein andres gut schlaf erwachet; Und der spötmir wähle, Gewiß und unver- ter, der hier schmäht, Glaubt änderlich, Dann bin ich erst dein und nicht mehr lachet? eigenthum: So leb ich nur zu deinem ruhm. 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe! Schwing dich auf zu deinem gott. Jesu! da ich schon durch dich 390. Sollt ich jetzt noch, Gottes huld genieße; Da ich da mir schon weiß, auf wessen wort Ich die Deine güt' erschienen, Dich ver- hoffnung gründe; Daß auch 02 ich 244 Zweite Abtheilung. ich ohnfehlbar dort Gnad und leben finde. 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe 7. Nicht das leben, nicht der scheiden. Er führt mich durch tod, Trübsal nicht, nicht freu- des grabes nacht zu jenem Zu den, Mein erlöser, und mein licht der freuden. Darinnen gott, Soll mich von dir schei- ich, nach allem leid, Ihn seh den. Welt und sünd und eitel- in seiner herrlichkeit, Und ewig feit, Und des fleisches triebe, mit ihm lebe. Alles überwind ich weit, Herr, durch deine liebe. Vor deinen thron. 392. ch staub vom ſtaube Wenn mein stündlein vorh. wer bin ich? Ich 391. ch bin ein christ, sünder, daß du meiner dich Gott ist mein Noch stets, o heiligster, erfreund! In dieser hohen würde barmst! Weltrichter meiner stets Steh ich und fürchte keinen feind, erbarmst? Trag muthig meine bürde. Dieß 2. 3um glauben und zum glück erfüll mit muth und kraft thun zu schwach, Gibt oft mein Mein Herz in dieser pilgrim- herz zur sünde nach. Ich schaft, Darin ich hier noch kämpf, o vater, nicht genug wandle. Den kampf der wahren heili2. Mein glaube steht und gung. wanket nicht, Start, fest ist er 3. Wie schnell ist von der gegründet, Er stützet sich voll rechten bahn Zum irrweg oft zuversicht Auf jesum christ und der schritt gethan. Wie nahe findet Bei ihm kraft, rath, trost, gränzt die missethat An unsers ruh und heil, Und nimmt an herzens bösen rath! allem segen theil, Den christus 4. Wie bald wird frevel hat erworben. selbst verübt, Wenn man erst 3. Mich soll hinfort nicht eitel- Schwachheitsfehler liebt; Herr, teit, nicht bitterfeit der leiden, Herr, mein ganzes herz erAuch nicht ein schlaf der sicher- schricht, Wenn es in diesen abheit, Von göttes liebe scheiden. grund blickt! Was gott an meiner seele thu 5. Vertreib, o gott, des irr Macht mir zum kampfe starken thums nacht! Entreiß du mich muth, Darinnen nicht zu wei- der sünde macht! Wie glänzet chen. deiner streiter schaar, Die einst 4. Was sind die leiden dieser wie ich, auf erden war. zeit Doch gegen jene fronen, 6. Sie, sie empfängt aus Womit gott in der herrlichkeit deiner hand Den lohn jetzt, weil Die frommen will belohnen? sie überwand, Ich schwacher, Was ist die eitle lust der welt, ich bin noch im streit; O gib Wenn man das glück dagegen auch mir beständigkeit. hält, Das gott uns dort will schenken? 7. Schmal ist der weg zu got höh'n, Und wenig sind, die tes 245 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. die ihn gehn. Die pfort ist Stirbt niemals ganz so unseng, und der nur dringt Durch rer brust. sie zu gott empor, der ringt. 3. Nicht jede besserung ist 8. Ich lieg auf meinem an- tugend; Oft ist sie nur das gesicht; Und fleh und weine; werk der zeit Die wilde hitze laß dein licht Mir leuchten, roher jugend Wird mit den vater, laß mich dein Im le- jahren sittsamkeit. Und was ben und im todte sein. natur und zeit gethan, Sieht 9. Der mir in christo alles unser stolz als tugend an. gab, Mit gnade blick auf mich 4. Oft ist die änd'rung deiherab; Auf mich, der sünde ner seelen Ein tausch der schnellen raub, Den himmels- triebe der natur. Du fühlst, erben und den staub. wie stolz. und ruhmsucht quä10. Sint tief, o seele nieder, len; Du dämpfst sie, doch tief Vor dem, des stimme stets du wechselst mur. Dein herz dir rief. Sink in den staub vor fühlt einen andern reiz dem herab, Der dir in christo Dein stolz wird alles gab. wollust oder geiz. 11. Ja, du erbarmest über 5. Oft ist es funst und eimich, Versöhnter und versöh- genliebe, Was andern strenge ner dich. Vom Leibe dieses tugend scheint. Der trieb des tods befreit, Schau ich einst neids, der schmähsucht triebe deine herrlichkeit. Erweckten dir so manchen 12. Wo meine tugend nicht feind: Du wirst behutsam, mehr wankt, Und dir dafür, schränkst dich ein, Fliehst nicht gott, ewig dankt, Daß sie dein die schmähsucht nur den gnadenlohn beglückt, Und dei- schein. ner sieger frone schmückt. Wer nur den lieben gott. 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die der andern tugend fällt; So 393. Nicht daß ich's werde nichts dein herz verfühschon ergriffen ren. Doch jedes herz hat seihätte, Die beste tugend bleibt ne welt; Den, welchen stand noch schwach; Doch daß ich und geld nicht rührt, Hat meine seele rette, Jag ich dem oft ein blick, ein wort, verkleinod eifrig nach. Denn tu- führt. gend ohne wachsamkeit, Verliert sich leicht in sicherheit. 7. Oft schläft der trieb in deinem herzen. Du scheinst von 2. So lang ich hier im leibe rachsucht dir befreit. Jetzt sollst walle, Bin ich ein find, das du eine schmach verschmerzen, strauchelnd geht. Der sehe zu, Und sieh', dein herz wall. auf daß er nicht falle, Der, wenn und draut, Und schilt so liebsein nächster fällt, noch steht. los und so hart, Al3 es zuAuch die bekämpfte böse lust erst gescholten ward. 8. Oft 246 Zweite Abtheilung. 8. Oft denkt, wenn wir der Dies ist der christen stete pflicht stille pflegen, Das herz im Erforsche deines herzens tiefen, stillen tugendhaft. Kaum la- Und traue diesem Herzen nicht. chet uns die welt entgegen; Sei wachsam; weil nur allzuSo reget sich die leidenschaft. leicht, Die lust zum bösen es Wir werden im geräusche beschleicht. schwach, Und geben endlich strafbar nach. 2. Du sprichst: ich hasse fal sche tücke, Zorn, hoffahrt, eitel. 9. Du opferst gott die leich keit und geiz. Besiegst du auch tern triebe Durch einen stren- mit gleichem glücke Die mißgen lebenslauf, Doch opfer- gunst und der wollust reiz? test du seiner liebe Nicht gern Wer nicht die laster alle dämpft die liebste neigung auf. Dies hat noch nicht, wie er soll geist das aug', dies ist der fuß, kämpft. Die sich ein christ entreißen; 3. Oft ruhen manche böje muß. triebe, Aus mangel der gele10. Du fliehst, geneigt zur genheit: Dann schmeichelt dir ruh und stille, Die welt, und die eigenliebe, Du seist, von liebst die einsamkeit: Doch ihnen ganz befreit. Vielleicht wärst du, wollt es gottes ist nicht mehr weit dahin, Daß wille, Auch dies zu ändern, sie dich in ihr nege ziehn. fromm bereit? Dein herz haßt 4. Bald überrascht mit stole habsucht, neid und zank, Doch zen freuden, Und ein verblen unmuth nicht und müßiggang. dend schimmernd glück; Bald 11. Du bist gerecht, doch stürzet uns in gram und lei nicht bescheiden, Liebst mäßig- den Ein unerwartet mißgeschid. keit, doch nicht geduld; Du Bald ist es lust, bald traurigdienest gern, wenn andre lei- teit, Die hier den armen geist den; Vergibst du auch dem zerstreut. feind die schuld? Von allen 5. Wie schwer ist's nicht, Lastern sollst du rein, Zu aller dem fall entgehen, In der ver tugend willig sein. führungsvollen welt. Ach! wer 12. Sei nicht vermessen, wach sich dünket, fest zu stehen, Der und streite: Denk nicht, daß sehe zu, daß er nicht fällt! du schon g'nug gethan! Dein Der beste vorsatz ist doch herz hat seine schwache seite: schwach, Und die versuchung Die greift der feind am ersten tausendfach. an. Die sicherheit droht dir 6. Wie selig werden wir den fall. Drum wache stets, einst leben, Wenn von des wach überall. körpers fesseln frei, Wir ewig herr, dein lob erheben, Unwandelbar der tugend treu Dort 394. Versäume nie, dich werden wir von fünden rein In voriger Melodie. selbst zu prüfen, und sicher vor verführung sein. IV. Chrift si 247 IV. Christliche Gesinnungen oder Pflichten gegen Gott. 1. Erkenntniß Gottes. Zu schwach, nie würdig g'nug Vorige Melodie. erhob! 395. Wo find ich gott, 6. Noch heller scheint von den meine seele allen seiten In deinem worte, Weit über alle schätze liebt? gott, dein licht. Doch blendGott, den ich mir zum freunde werk schnöder eitelkeiten Verwähle, Und der allein mir dunkelt da oft mein gesicht. freude gibt. Wann kommt die Drum gib mir deinen guten zeit, da gott, mein freund, Sich geist, Der mich dadurch recht völliger mit mir vereint! unterweist. 2. Wie wollt ich meinen gott 7. 3war, wenn in meinen nicht preisen, Wenn ich ihn finsternissen Er auch mein blöjehe, wie er ist! Zwar deine des aug' erhellt, Was lern ich, werke, herr, beweisen, Wie gott, von dir? mein wissen unaussprechlich groß du bist. Bleibt immer stückwerk in der Wie glänzen sie! doch zeigt ihr welt. Ich suche dich und forglanz Mir deine herrlichkeit sche nach, Und bleibe, dich zu nicht ganz. sehn, zu schwach. 3. Ich sehe dich hier nur im 8. Doch hört ich nur auf spiegel, Und bete dich in deine stimme In deinem worte, schwachheit an. Ach! hätte hört ich nur, Wie du verdiemeine seele flügel, Sich dir, nest, auf die stimme Der dir mein schöpfer, mehr zu nahn! lobsingenden natur: So lernt Wie würde sie sich deiner ich hier schon, gott, allein freun! Wie selig, wie verherr- Mich deiner herrlichkeit zu licht sein! freun! 4. Dürft ich am fuße deines 9. Wie feurig würd ich dann thrones. Mit deinen engeln dich lieben! Mit welchem eifer dich erhöhn; Könnt ich, im würd' ich mich Dir, vater, zu antlig deines sohnes, Wie deine gefallen, üben, Wie selig würd' seligen, dich sehn! Ich, der ich bloß durch dich! Nun aber ich jetzt schwach loben kann, täuscht oft meinen geist, Gleich Welch' hohes loblied stimmt tindern, tand, wenn er nur ich an! gleist. 5. Mir macht zwar jedes 10. Welch' elend; vater, ich deiner werke Mehr, als ich empfinde Mein elend, zeuch' rühmen kann, bekannt; Es zeigt mich mehr zu dir. mir deiner allmacht stärke, Und ganz die macht der beinen weisesten verstand, Und Dein geist der weisheit wohn' gnade, die das größte lob, in mir, Damit ich vor der Enträfte sünde; tău 248 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. täuscherei Der sünde stets ge- dant, Herr, deiner gnade lob sichert sei. gesang. 11. Gib, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben leite, Mein gott bas. herz ich bringe. bis ich dort Dich näher seh' 397. Gott, dessen stuhl und mit mehr klarheit, Als hier der himmel ist, an diesem prüfungsort. Ich Ich sinte vor dir hin. J der ich hier nur stammeln kann. überdente, wer du bist, Und erhebe würdiger dich dann. was ich vor dir bin. 2. Was ich bin, herrscher 396. Gott, heilig sei dein gegen dir? Ein weltes grad Vom himmel hoch, da. nam und recht und laub: Du bist und blei dem ganzen menschlichen ge- best für und für; Ich bin in schlecht. Dich bete, wer dich kurzem staub. denten kann, Jm geist und in 3. Dein wesen ist vollkom der wahrheit an. menheit: Du bist's und feiner 2. Verbreite deines wortes mehr. Du gott bist gott von schall, Wie deine werke, über- ewigteit, Jch bin von gestern all, Daß alle lernen, wer du her. seist, Der allerhöchst und feste 4. Hochheilig bist du, dağ geist. vor dir Der seraph sich bedeckt. 3. Durch jesum christ, den du Gott, du bist gut, Und ach, gesandt, Merd' immermehr der an mir Ist herz und thun bewelt bekannt, Daß du stets un- fleckt! ser vater bist, Und er der völter heiland ist. 5. Bei dir ist weisheit und verstand, Du vater alles lichts; 4. Lehr uns doch deinen rath Was noch nicht ist, ist dir be verstehn, Gehorsam deine wege kannt; Durch mich selbst weiß gehn. Durch deines wortes ich nichts. licht und fraft Mach uns und tugendhaft. gläubig 6. Gott, auf dein wort ent stand die welt; Durch dich ent 5. Durch wahrheit dämpfe stand auch ich; Du bist's, der jeden wahn, Erleucht uns allen sie mit macht erhält: Und du unsre bahn. Das laster tilg erhälst auch mich. aus unsrer brust, Und tödt in 7. Du gott! ich staub! den uns die böse Luſt. unterscheid, Herr, lehr mich 6. So preise deine christen- ihn verstehn. Lehr mich in heit, Herr, deinen namen in tiefster niedrigkeit Vor dir der zeit; Sie ist und bleibt einher zu gehn. dein eigenthum, Und ihre tha- 8. In jenem leben werd' ich ten find dein ruhm. dich In deiner größe sehn. 7. Du sättigst sie mit selig- Auf diesen Anblick freu' ich teit, Von nun an bis in ewig- mich. Wann? ach, wenn wird's feit, Und ewig ist ihr frommer geschehn? 2. Liebe er 3 11 11 I 3 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 249 2. Liebe und Dankbarkeit auf erden, Ohne dich zu liegegen Gott. Jesu, der du meine seele. ben, werden, Ohne dies, nach dieser zeit, Würdig sein der 398. Quelle der vollkom- seligkeit? menheiten, Gott, 6. Heil mir, daß ich es mein gott, wie lieb ich dich! empfinde, Wie so liebenswerth Und mit welchen seligkeiten du bist; Daß mein herz vom Sättigt deine liebe mich; Seel haß der sünde Inniglich durchund leib mag mir verschmach drungen ist. Daß auf dein ten, Hab' ich dich, will ich's gebot ich achte, Und es zu ernicht achten. Mir soll deine füllen trachte. Heil mir, du lieb allein, Mehr als erd und verbirgest nicht Einst vor mir himmel sein. dein angesicht. 2. Dent ich recht an deine 7. Noch lieb ich dich unvolls güte, Wie frohlockt mein herz kommen, Meine seel erkennt es in mir! Mit dem frohesten ge- wohl. Dort im vaterland der müthe Seh' ich sie und danfe frommen, Lieb ich dich, herr dir. Jeder blick auf deine werte, wie ich soll. Ganz werd' ich Deine güte, deine stärke, Wie dort deinen willen Kennen, ehentledigt er mein herz Von be- ren und erfüllen Und empfahn fümmerniß und schmerz. an deinem thron Der vollkomm= 3. Floß aus deiner segens- nen liebe lohu. fülle Mir nicht so viel gutes Wer nur den lieben gott. zu? Daß ich ward, das war 399. Du vater deiner mendein wille; Daß ich noch bin, schenkinder; Der das machst du. Daß ich denke, du die liebe selber bist, Und daß ich wähle, Dafür dankt dessen herz auch gegen sünder dir meine seele, Dankt dir, Noch gütig und voll mitleid daß sie dich erfennt; Und dich ist, Laß mich von ganzem Herihren vater nennt. jen dein, Laß mich's mit al4. Du erlösest vom verderben len träften sein. Mich durch deinen sohn, o 2. Gib, daß ich als dein gott; Ließest den gerechten ster- find dich liebe, Da du mich ben! Mir zum leben ward als ein vater liebst, Und so sein tod: Dadurch hast du mir gesinnt zu sein, mich übe, Wie gegeben, Ewig dort mit ihm du mir dazu vorschrift gibst. zu leben, Ewig deiner mich zu Was dir gefällt, gefall auch freun, Und von dir geliebt zu mir. Nichts scheide mich, mein sein. gott, von dir. 5. Sollt ich den nicht wie- 3. Bewahre mich durch deine der lieben, Der mir so viel liebe, Wenn böjes beispiel gutes gibt? Und mit mehr als mich verführt; Und gib, daß vatertrieben So unendlich mich ich verläugnung übe, Wenn geliebt? Könnt ich ruhig hier sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie 250 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Wie sollt ich je die kreatur Dir Regiereit meinen lebenslauf, vorziehn, schöpfer der natur? Und hilfest meiner schwachheit 4. Laß mich, um deiner liebe auf. O herr, mein gott, Du willen, Gern thun, was mir bist mein licht, Du bist mein dein wort gebeut. Kann ich's licht, Jch folge dir, so irr ich nicht, wie ich's soll erfüllen, nicht.. So sieh' auf meine willigkeit; 2. Du leitest mich nach dei Und rechne mir nach deiner nem rath, Der anders nichts huld Die schwachheit, vater, beschlossen hat, Als was mir mir zur schuld. jegen bringet. Geht's gleich zu 5. Der liebt dich nicht, der zeiten wunderlich, so weiß ich noch mit freuden Das thut, dennoch, daß durch dich Der was dir, o gott, mißfällt; ausgang wohl gelinget. Nach Drum laß es mich mit ernst hartem tritt, auf rauher bahn, vermeiden, Gefiel es auch der Nimmst du mich dort mit ehren ganzen welt. Die kleinste jünde an; Wo mich an deinem thron selbst zu scheun, Laß, vater, erfreut Die frone der gerech mich behutsam sein. tigkeit. Mein herr, mein gott 6. Aus licb zu dir will ich Ach voll begier Seh' ich nach auch leiden, Was mir dein dir, Und wünsche bald zu sein weiser rath bestimmt. Du führst bei dir. durch trübsal auch zu freuden, 3. Mein sinn ist ganz auf Und wer sie willig übernimmt, dich gericht Hab' ich nur dich Geduldig trägt, und weislich so frag ich nicht Nach himmel nüßt, Wird mächtig von dir und nach erden. Denn wir' unterstützt. der himmel ohne dich; So 7. In deiner liebe laß mich könnte feine lust für mich Auch sterben: So ist selbst sterben selbst im himmel werden. Wärst mein gewinn; So werd' ich du nicht schon- auf erden mein: deinen himmel erben, Wo ich So möcht ich nicht auf erden ganz frei vom übel bin. Da sein. Denn nichts ist in der werd' ich einmal völlig rein ganzen welt. Das mir so sehr, Dich lieben und ganz selig sein. wie du, gefällt. Mein herr Herzlich lieb hab' ich dich. und gott, Wo du nicht bist, 400. Der du mich als Wo du nicht bist, Ist nichts, ein vater liebst, das mir erfreulich ist. Und mich mit wohlthun ganz 4. Und sollte mir durch umgibst, Gott meiner seelen freuz und noth, Durch mar freude! Jch bleibe unverrückt ter, durch gewalt und tod bei dir, Was ist dann noch, Auch seel und leib verschmach daß je mich hier Von dieser ten. Dies alles wird, wenn liebe scheide? Du machst mir auch das heer Der leiden noch deinen weg bekannt, Hältst, so schrecklich wär', Mein gla mich bei meiner rechten hand, be doch nicht achten. Du bist und 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 251 und bleibest doch mein heil len dingen Sei du gelobet und Und meines herzens trost und geliebt. Du warst mir, eh' theil. Denn wahrlich nur durch sich war, gewogen, Und ewig ndich allein Kann leib und seele auf mein glück bedacht. Du selig sein. Mein gott und hast mich aus dem nichts geherr, Ich hoffe fest, Ich hoffe zogen; Zum menschen hast du fest, Daß deine hülf mich nicht mich gemacht. to verläßt. 2. Ja, vater, dir gebührt 5. Wer von dir weicht, und die ehre. Ich bin nur, was auf der welt Dir nicht beharr- ich bin, durch dich. Dant, lich glauben hält, Muß end- dant dir! der geschöpfe Heere lich doch verderben; Er kann, Erschusst du, vater, auch für weil er die lust und Fracht Der mich. Dank dir! du gabst mir erde sich zum himmel macht, traft zu denken, Und willensNicht deinen himmel erben. freiheit gabst du mir; VerDenn wer dich hier nicht lie- nunft, mein leben hier zu lenben lernt, Und nicht sein herz ten, Empfindung, ach, wie dank von dem entfernt, Was dir, ich dir! 1, ir 11 11 du heiligster, mißfällt, Kommt 3. Ich kann dich in der schönicht zu jener bessern welt. pfung finden, Mich deiner Nur der, der hier sein herz großen werke freun. Dank dir, dir weiht, Lebt recht erfreut ich kann dich, gott empfin Sein tod führt ihn zur herr- den; Wie freu ich mich, durch lichteit. dich zu sein! Für meinen leib 11 T 1 6. Drum halt ich mich ge- und alle glieder Gebührt dir trost zu dir, Du aber hältst dant! mit jedem sinn Fall ich dich auch zu mir, Und das ist anbetend vor dir nieder, Und meine freude, Ich sebe meine danke laut dir, daß ich bin. zuversicht Auf dich, mein fels, 4. Du hast mir dach und der nicht zerbricht; Auch selbst kleid bescheeret, Was fehlte, vaim tiefsten leide. Dein wort, ter, jemals mir? Hast du mich o höchster, soll allein Mein nicht bis jetzt ernähret? Vou trost und meine richtschnur sein, ganzem Herzen dank ich dir. Bis sich einst in der ewigkeit War ich umringet von gefahMein Herz vollkommen deiner ren; Du hattest, vater, mich freut, Gott meines heils, bewacht, Und immer stand, Ich warte drauf, Ich warte mich zu bewahren, An meiner drauf, Nimm mich in deinen jeite deine macht. himmel auf. m 8 5. Erwäg ich, vater, alle süßer stand, o felig leben. pfade, Die deine hand mich 401. Dant, bester vater, durch geführt; So seh' ich will ich singen, weisheit nur und gnade, Und Dank dir, der mir nur gutes fühle, daß dir ruhm gebührt. gibt! Mit aller kraft, vor al- Wie oft entrisfest du, dem feinde 252 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. feinde Der wahrheit und der 10. Ja, vater, vater über tugend? Für meine eltern, mei- schwenglich, Und über jeden ne freunde, Für meine lehrer ausdruck groß, Sind deine preis ich dich! gnaden unausdenklich und de 6. Du lenktest von der frühen ne güte namenlos. Dant s jugend Durch viele freude, we- mein mund, mein Herz, mein nig schmerz, Zu deiner fennt- leben! Du bist die liebe, nicht niß und zur tugend, O bester bin ich! O du, der mir so vid gott, verstand und herz! Für gegeben, Gib mir noch dank jede nützliche erfahrung: Für gefühl für dich! alles, was mich lehren kann, Für unterricht und offenbarung Bet' ich im staube, gott, 402. dich an. P In allen meinen thaten. Dir dank ich für mein leben Gott h 7. Jm dunkeln forsch ich der du mirs gegeben, nicht vergebens, Du gabest mir danke dir dafür. Du hast, durch dein wort zum licht, Du zeig- huld bewogen. Mich aus dem test mir den weg des Lebens, nichts gezogen, Durch deine Mein glück, mein elend, meine güte bin ich hier. pflicht. Nein, nein, die zunge 2. Du, herr, hast mich be kann nicht sagen, Wie unaus- reitet, Mich väterlich geleitet, sprechlich gut du bist! Nun Bis diesen augenblick. Du gabst darf die seele nicht mehr zagen mir frøhe tage, Und selbst der Die seele, die unsterblich ist. leiden plage Verwandeltest du 8. Unsterblich, vater, ewig in mein glück. leben Soll ich, der nur den 3. Ich bin, herr aller dinge. tod verdient, Ich, ewig sein! Der treu viel zu geringe, Mit du hast vergeben, Hast mit dem der du mich bewacht. Damit sünder dich versöhnt! Dein ich staub und erde Auf ewig sohn( o wer faßt das erbar- glücklich werde, Hast du schon men!) Entäußerte des himmels ewig mein gedacht. sich, Vom tode zu befrein mich 4. Du hörtest schon mein armen, Ward er, der sohn, schnen, und zähltest meine thra ein mensch wie ich! nen, Eh' ich bereitet war. E 9. Ein mensch, um menschen ich zu sein begonnte, Und zu versöhnen! Er, der mich dir rufen konnte, Da wogst du schuf und mich erhält! Er schon mein theil mir dar. starb; o fließet freudenthränen! 5. Du liefs'st mich gnade Wie dank ich dir, o herr der finden, Und sahst doch meine welt! Anbetung dir und ewig sünden Vorher von ewigkeit. ehre! Und dank und liebe je höchster, welch erbar sus christ! Von mir, der ewig men! Du sorgtest für mich elend wäre, Und nun unend- armen, Und bist ein vater, der lich selig ist! verzeiht! 6. Für Shad 3. Andenken und Freude an Gott. 253 er: 6. Für alle deine treue, Für Mit ihm ist alles mein. Du en das, des ich mich freue, Lob- willst mir alles schenken, Willst ne singet dir mein geist. Dein liebreich an mich denken, Und eigrößestes geschenke Ist er, durch stets mein vater sein. sei den ich denke. Dein ist's, daß einer dich fröhlich preißt! 4. Mit fröhlichem gemüthe Dent ich an deine treu, Denn, 7. Daß du mit fraft mich vater, deine güte Ist alle morid stärkest, Auf meine tage merkest, gen neu. Du unterstützest mich Dieß, vater, dank ich dir, Daß Auch wenn ich schweiß vergieße, du mich liebreich führest, Mit Wird mir die arbeit süße, Denk deinem geist regierest, Dieß ich dabei an dich. alles vater, dank ich dir. 5. Wie gut ist's dein zu den8. Was mir in diesem leben ten! Die welt mag immerhin o Nech nützt, wirst du mir geben; Jhr herz auf's ird'sche lenken! Du gibst, ich hoff' auf dich; Wie schlecht ist ihr gewinn! Dir, vater, dir befehle Ich Ich halte mich zu gott, Dieß em meinen leib und Seele, Herr, bringt mir wahre freude; segne und behüte mich. Dieß stärkt mich wenn ich leide, Und ist mein trost im tod. et, 5jt Ol Andenken und Freude an Gott. Zeuch ein zu deinen thoren. 6. Drum will ich an gott denten, So lang ich denken gott, kann. Mein herz auf den hin403. 2n dich, mein zu denken, Ist lenken, Der stets mir guts gemich. than; Und meiner nie vergißt, mich Der noch im grabe meiner aug' Denkt, wenn auf erden keiner sich Mein eingedenk mehr ist. t pflicht und trost für Wann sorg und gram fränken: So sieht mein auf dich; Dann mindert mein schmerz, Dann wird der ig on gram verscheuchet, Und jede Christus, der uns selig macht. jorge weichet, Und ruh' erfüllt 404. Deines gottes freue dich, Dank ihm in mein herz. 2. Dent ich an deine liebe, meine seele! Sorget er nicht Wie werd ich dann erfreut väterlich, Daß dir glück nicht Dann fühl ich neue triebe, fehle? Schützt dich seine vorMein herz, aus dankbarkeit, sicht nicht, Wenn gefahren Dir, vater, ganz zu weihn: drauen? Ist's nicht seligDich freudig zu erheben, Zur feit und pflicht Seiner dich zu eehre dir zu leben, Vor fünden freuen? t.mich zu scheun. T: 2. Ja, mein gott, ich hab' 3. Du gabst mir, aus erbar- an dir, Was mein herz begehmen, Den sohn, der für mich ret: Ginen vater, welcher mir starb, Und großmuthsvoll mir Was mir nützt, gewährtet! armen. Die seligkeit erwarb; Der mich durch sein göttlich wort 254 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. wort Hier zum guten lenket, christ, Mich zu seinen freu Und mit himmelswonne dort den. Meine seele tränfet. 8. Meine lust an dir, mein 3. Wenn ich dich, mein herr gott, Wird dann ewig währen. und gott, Kindlich ehr' und noch so furchtbar sei der tod, liebe; Wenn ich redlich dein Er wird sie nicht stören. Wil gebot Und mit freuden übe: Olig werd ich mein gebein Da wie ist mir dann so wohl! verwesung geben; Denn sie Wie ist mein gemüthe Seliger macht mich frei von pein, Führ empfindung voll, Voll von zum neuen leben. deiner güte! in bond 9. Gib mir nur so lang id 4. Dann darf ich voll zu- hier In der fremde walle, Das bewußtsein, daß ich dir, herr, versicht Nach dem himmel blicken, Meine leiden acht' ich mein gott, gefa mein gott, gefalle, Diese sanfte nicht, wie sie mich auch freudigkeit, Die ich zu dir drücken! Hoffnung und zufrie- habe, Sei mein heil in die denheit Wohnen mir im Herzen, ser zeit, Und mein trost in Trösten und erhöhn mich weit grabe. Ueber alle schmerzen. 10. Laß die Luft zur jünde nie Dieses heil mir rauben; 5. Du bist mein, so jauchz Nüste selbst mich wider sie ich dann; Wer ist, der mir Stärke meinen glauben, Gib schade? Heil mir, daß ich's mir deinen geist, der mich Und rühmen kann: Mein ist deine mein thun regiere, Daß i gnade! Dir ist meine wohlfahrt mein vertraun auf dich Nim werth! Der du mir das leben Schenttest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. mermehr verliere. pins Was mein gott will, das. 6. Jesus ist, nach deinem 405. Hier ist mein her herr, nimm es rath, In die welt gekommen, hin, Dir sei es ganz ergeben Alle meine missethat Hat er Was hat die seele für gewinn weggenommen; Ihm vertrau' vom schnöden sündenleben? ich, bet ich an, Glaub an Der sünden tand Hat nicht be seine leiden Folg ihm treulich stand, Und statt den geist und so kann nichts von dir nähren, Füllt er das Herz Mit mich scheiden.n reu und schmerz; Wie soll 7. Dich, du trost der sterb- ich's so beschweren? lichkeit, Heil des bessern lebens, 2. Nur du, gott, bist boi Himmlische vollkommenheit, höchste gut, Nach dir steht mein Such ich nicht vergebens. verlangen. Erfülle mich m Wenn mein lauf vollendet fraft und muth, Allein di ist, Und vollbracht mein lei- anzuhangen. hätt ich dod den, Rust mein mittler, jesus Dein sanftes joch Allze das 31601 255 3. Andenken und Freude an Gott. auf mich genommen! So heit Vollkommne ruh und stille wär auch ich Schon längst Nie reize mehr Lust, geld und durch dich Zur wahren ruh ehr Zur sünde mein verlangen. gekommen. Bis in den tod Soll dir, mein 3. Kann auch das größte gott, Getroft mein herz anglück der welt Das herz vor hangen. kummer schützen? Kann es wenn In dich hab' ich gehoffet. trübjal uns befällt, Mit trost 406. Ich freue mich, mein uns glanz Du verschwind, Wie rauch vom bist mein trost und was kann wind, Und schnell fliehn seine mir In deiner liebe fehlen? freuden. Nur deine treu Wird Du, herr, bist mein, Und ich täglich neu, Und gibt auch ruh bin dein, Was mangelt meiner im leiden. ſeelen? 4. Wer dich zu seinem troft 2. Du hast mich von der erwählt, Sein herz zum guten welt erwählt und deinen kinneiget, Das arge haßt und dern zugezählt, Nie wirst du wenn er fehlt, Sich glaubig mein vergessen! Du liebst mein vor dir beuget, Der schmeckt wohl, Hast gnadenvoll Mein schon hier, Erfreut in dir, Der glück mir zugemessen. seele wahren frieden, Und vol 3. Du trägst mich fiebreich les heil Ist einst das theil, mit geduld, Vergibst durch chriDas du ihm hast beschieden. stum mir die schuld, Wenn ich 5. Wie thöricht irrt ich doch aus schwachheit fehle. An seiumher! Fern von dem sinn des nem heil Hab ich auch theil; christen, Sucht ich, an wahrer Dies tröstet meine seele. freude leer, Ruh in der erde 4. An dir hab ich den treuen lüsten! Welch ein betrug, Es freund, Der es aufs beste mit sei genug, Mich so getäuscht zu mir meint; Wo find ich deines haben. Nicht meinen sinn, gleichen? Du stehst mir bei, gott, forthin Nach wünschens- Und bleibst mir treu, Wenn würd'gern gaben. berg und hügel weichen. 6. Hilf, daß ich mein ge- 5. In finsterniß bist du mein müth zu dir In andacht oft licht, Erfreust mein herz, d'rum erhebe, und mit der eifrigsten acht' ich nicht zu sehr das gut begier Nach deiner gnade strebe; der erde. Denn ohne dich Ist Dir folgsam sei Und dein mich nichts für mich, Das einst zum freut, Du, meiner seele leben! trost mir werde. Denn, gott, nur du kannst 6. Du bist mein allerhöchstes wahre ruh Und trost dem her- gut, Du stärkst im leiden meis zen geben. nen muth; Durch dich muß 7. Bei dir ist bis in ewig- mir's gelingen, Selbst was mich feit Der reinsten freuden fülle, kränkt, Das muß gelenit Von Des wohlseins größte sicher dir, mir segen bringen. bis 62 7. Und 256 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 7. Und schließ ich dann einst sündern sündlich freu'n; Nie meinen lauf: So nimmst du muthlos, doch auch nie vermich zu dir hinauf, Zu deines messen Und stolz in deinem himmels freuden! Und da ver- dienste sein; Nie führe mich gißt Der sel'ge christ Des lebens zur sicherheit Der reichthum längste leiden. Seiner gütigkeit. 8. Zwar hats tein menschlich 5. Laß mich mit weiser vor: ohr gehört, Was uns dein sicht fliehen, Was mich zu sünhimmel einst gewährt, Doch den reizen kann, Mich um ein seh ichs schon im glauben: Voll- reines herz bemühen Und nimm kommnes heil Jst da mein theil; dich meiner hülfreich an: So Und niemand wird mirs rau- komm ich in der gnadenzeit ben. Durch dich zur wahren seligfeit. Wer nur den lieben gott. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal scheu, Und mache von den hindernissen Der wahren 407. Dich, höchster, ehr- tugend selbst mich frei. Nie erbietig, scheuen, störe furcht und lust der welt Ist unser glück und unsre Mich, das zu thun, was dir pflicht. Kein mensch kann dei- gefällt. ner huld sich freuen; Scheu't 7. Mit ehrfurcht laß mich er dein heilig auge nicht: Drum vor dir wandeln, Und stets flöße, um mich dein zu freu'n, ich sei auch, wo ich sei, Nach Mir wahre kindesehrfurcht ein. deiner vorsicht redlich handeln, 2. Sie leite mich auf meinen Entfernt von aller heuchelei. wegen; Sie sei mir weisheit Wer dich von Herzen liebt und verstand, Und treibe mich und ehrt, Nur der ist dir, o das abzulegen, Was ich als vater werth. der that. unrecht hab' erkannt. Denn 8. In deiner gnade laß mich wer noch lust zur sünde hat, sterben: So schreckt mich weder Ehrt wahrlich dich nicht in tod noch grab; So werd ich jenes leben erben. Dazu dein 3. Gib, daß ich stets zusohn sich für mich gab: herzen nehme, Daß du allgegen- Da werd ich dein mich ewig wärtig bist, Und das zu thun, freu'n Und völlig durch dich vor dir mich schäme, Was dir selig sein. 4. Frommer Schen oder kindliche Ehrfurcht vor Gott. mein gott, zuwider ist. Der Nun freu't euch lieben. beifall einer ganzen welt 408. Laß doch in meines Hilf den ja nichts, der dir herzens grund, mißfällt. 4. Nie laß richt vergessen, Mich nie mit meinem mund, Gott, deine Gott, deine furcht stets wohmich dein ge- nen! So werd ich auch mit ehre, 4. Frommer Scheu oder findliche Ehrfurcht vor Gott. 257 ehre schonen. Und nicht deln, was dein rath beschließt, durch fluchen sie entehren, Der wunderbar, doch heilig Nicht aus gewohntem leicht ist. p sinn schwören, Nie deinen namen lästern. 3. Wirst du den höchsten findlich scheuen, So wird dir 2. Groß, majestätisch bist du, teine pflicht zur last. Nur das herr, Jm himmel und auf er- wirst du vor ihm bereuen, den Soll deines großen na- Daß du sie oft versäumet mens ehr Tief angebetet wer- hast. Wer gott als zeugen den. Wer deines namens hei- vor sich hat, Der freut sich lichkeit Durch lästrung, fluch jeder guten that. und schwur entweiht, Den 4. Wenn nacht und dunkeltreffen deine strafen. heit dich decken, Die dem 3. O wehe dem verwegnen verbrecher muth verleihn, mund, Der gerne flucht und Wird dich die furcht des schwöret! Der macht den größ- herrn erwecken, Auch dann ten leichtsinn fund, Der so was unrecht ist, zu scheun. dich, Herr, entehret. Wer Denk nur vor seinem angeoft so schwöret, sündigt oft, sicht Ist finsterniß wie mitUnd wird von dir wohl un- tagslicht. verhofft Zur strafe hingeraffet. 5. Den höchsten öffentlich 4. Herr, laß voll ehrerbie- verehren, Sowohl als in der tigkeit Uns deiner stets geden- einsamkeit: Auf des gewisfen. Wer dich, den höchsten, sens stimme hören, Und wilkindlich scheut, Wird seine lig thun, was sie gebeut: Auch junge lenken, Daß sie sich nicht das lehrt dich die furcht des zum fluch und schwur, Zu herrn, Auch das thut, wer ihn deiner ehr, zum guten nur, fürchtet, gern. Nach deinem willen rege. Wer nur den lieben gott. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich 409. Millst du der weiß- fromm von ihm entfernst: Die heit quelle fen- furcht des höchsten wird dich nen? Es ist die furcht vor stärken, Daß du dich selbst gott, dem Herrn. Nur der ist recht schützen lernst. Wer weiß und klug zu nennen, gott, dem höchsten, wohlgefällt, Der alle seine pflichten gern, Jst glücklich selbst beim spott Weil gott sie ihm gebeut, der welt. vollbringt, Wenn gleich dazu 7. Sich stets vor dem allkein mensch ihn zwingt. mächt'gen scheuen, Gibt hel2. Lern gottes größe recht denmuth und tapferkeit, Wenn empfinden; Und fühle deine uns der menschen stolzes dräunichtigkeit: So wirst du nie en, Was gott mißfällt, zu dich unterwinden Mit thö- thun, gebeut. Ist gott mein richter verwegenheit Zu ta- schutz, mein heil und licht: n 258 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott So beb ich vor den menschen Ein unverletzt gewissen; Nur nicht. od ndridwar das allein kann uns Des le 8. Laß deine furcht, gott, bens schmerz versüßen; Das mich regieren, Auf dich, den bleibt uns auch im tod, Und höchsten, stets zu sehn; Laß sie folgt uns aus der zeit, Zum mich zu der weisheit führen; großen segen nach, Bis in So werd ich niemals irre die ewigkeit. gehn Wohl dem, der dich stets 6. O selig, wer darnach Mit kindlich scheut! Dich fürchten, heiligem eifer trachtet, Und gott, ist seligkeit. befür sein größtes glück, Gott, O gott bu frommer gott.d deine gnade achtet, Der liebt 410. Gib, pater, daß allein sich recht, Der findet mein herz, Sich in der zeit Die wahre ruh, deiner liebe weihe, Und daß und einst Vollkommne seligkeit. in allem ich Dein auge kind- 7. Das sei mein zweck und lich scheue. Wer als ein christ fleiß! O segne mein bemühen: sich liebt; Der flieht auch als So wird das wahre wohl ein christ, Was wider gottes Nicht meinem wunsch entflie ehr Und menschenliebe ist.hen. Bewahre mich dabei, 2. Kein schnöder eigennutz Herr, vor dem lauf der welt; Beherrsche meine seele, Und Daß ich mein bestes wirk, wenn zu meinem glück Ich weg Wie dir es wohl gefällt. und mittel wähle: Laß, gott, 411. rhabne majestät mich stets dabei Auf recht und An macht unend wahrheit schaun, Auch nie lich reich, Wer ist dir auf mein wohlergehn Auf andrer der erd, Und wer im Himmel elend baun. and bugleich? Vor dir erbebet höll 3. Dein fluch trifft jedes und welt; Und was dein arm glück, Dabei die tugend leidet, umschlossen hält, Muß deinen Dabei der, der es sucht, Gott, scepter scheuen, Und sich mit deine wege meidet. Wer un zittern freuen. ie. recht liebt und thut, Erbt dei- 2. Du hast durch deine hand nen himmel nicht. Nie treffe Die himmel ausgestreckt, mich, o gott, Dieß schreckliche erde fest gegründet, Der see gericht. lours med dein ziel gesteckt. Dein wort Die 4. Nie blende mein gemüth bewegt der berge grund Und Der eitelfeiten schimmer. Die stürzt sie in des mecres schlund welt mit ihrer lust Vergeht Willst du zur strafe ziehen: doch einst auf immer. Was So kann fein mensch entfliehen. hilft uns kurze lust? Was 3. In deiner hand sind wir, hilft uns eitle pracht? Nicht Wie thon in töpfers hand. ein vergänglich gut Ists, was Leib, seele, gut und blut Haft uns glücklich macht. du uns zugewandt. Du lehrst 15. Ein gott ergebnes herz, das menschliche geschlecht Durc 5. Gehorsam gegen Gott. 259 Durch die vernunft und schrift dir zum preiß und dank, Aus dein recht, Willst, daß wir liebe folgen, nicht aus zwang. thun und denken Nach deiner 2. Mein heiland ist mir vorschrift lenken. vorgegangen, Er thate deinen 4. Erleuchte meinen geist, willen gern: Will ich des chriO gott, mit deinem licht; Dich sten ruhm erfüllen, Und ihm fürchten ist mir stets So selig- gefallen meinem Herrn: So feit als pflicht. Hilf, daß ich muß ich auch von lastern rein, als dein unterthan, Der nie- Gleich ihm, zum guten willig mals dein entbehren kann, sein.com Bemüht sei deinen willen, Ge horsam zu erfüllen. 3. Laß deine heilige gesetze Mir immerdar vor augen 5. Präg deine gegenwart, sein, Und gib, daß ich sie nie Herr, den gedanken ein. Laß verletze, Stets fürchten, was mich im dunkeln auch Dein sie fündern dräun. Wie helles auge scheun. Erinnre schwer's auch meinen lüften mich an deine macht, An jener deucht, So ist dein joch doch seligkeiten pracht, Wenn ich es sanft und leicht. wollte wagen, Gehorsam zu 4. So oft ich deine stimme versagen. höre, So mache leib und geiſt 6. Doch gib, daß meine furcht bereit, Daß ich mit folgsamkeit For dir nicht knechtisch sei. sie chre, Und thue, was sie Befreie mein gemüth Von mir gebeut: Ich soll nicht hözwang und heuchelei. Schenk ver nur allein, Ich soll und einen findlich freien geist, Der will auch thäter sein. willig thut, was du ihn heißt, 5. Beut mir die welt gleich Und der aus reiner liebe Sich tausend freuden, Damit ich im gehorsam übe. ungehorsam sei; Und droht 7. Laß, vater, deine furcht sie mir auch tausend leiden, Des lebens leitstern sein, Und So bleib ich dennoch dir gemir zum guten kraft Und eifer treu. Dir will ich folgen, stets verleihn. Sie mache mich o mein gott, Dir treu verbleivon heuchelei, Von menschen- ben bis zum tod. furcht und trägheit frei: So 6. Wenn ich mich im gehorwerd ich im gewissen Die sam übe, So bin ich sicher, daß süßste ruh genießen. ich dich Von ganzem Herzen 5. Gehorsam gegen Gott. redlich liebe, Und wie so sehr Sett dessen allmacht sonder ende. liebst du denn mich! Auch 412. Gehorsam ist die den gehorsam in der zeit Bebeste gabe, Die lohnst du in der ewigkeit. man, o gott, dir bringen kann, 7. Drum laß mich, herr, Wenn ich sie dir geopfert ha- mit treuem herzen Dir folbe, Welch ruh und freud cm- gen, dir gehorsam sein. O find ich dann! Nur muß ich laß im glücke wie in schmerR 2 zen, 260 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. zen, Stets treu mich deinem bahn uns hin, Lehr uns dienste weihn: So bin ich jeden irrweg fliehn, Denn glücklich in der zeit, Und selig dein weg allein ist richtig. in der ewigkeit. Mach uns unsern pflichten Sollt ich meinem gott nicht fingen. treu, Daß der wandel heilig 413. Gut und heilig ist sei. dein wille, Wie 5. So wird auch bei uns du selbst es bist, o gott; Du auf erden, Wie im himmel gebeutst in tiefster stille Hört dein gebot Willig ausgerichdie schöpfung dein gebot. Die tet werden, Heiliger und groim himmel dir lobsingen, ßer gott, Alle werke deiner hänStehn um deinen thron bereit, de Werden unterthan dir sein, Freuen sich der seligkeit, Dei- Alle deiner huld sich freun, nen willen zu vollbringen. Bis an deiner schöpfung ende. Nur der mensch erkennt's oft Denn, der deinen willen thut, nicht Für sein glück und seine Hat allein es ewig gut. pflicht. Auf gott, und nicht 2. Dir gehorcht mit sanfter 6. Vertrauen auf Gott. wonne Sel'ger geister zahllos Was gott thut das ist. heer. Deine veste, deine sonne, 414. Sturm und donner, erd und auf meinen rath, meer, Alles dienet deinem Will ich mein glück stets bauen, willen. Alles, höchster, was Und dem, der mich erschaffen du schufft, Eilt und drängt hat Mit ganzer seele trauen. sich, wenn du rufft, Dein ge- Er, der die welt Allmächtig bot stets zu erfüllen. Nur der hält, Wird mich in meinen mensch erkennt's oft nicht Für tagen, Als gott und vater sein glück und seine pflicht. trugen. 3. Oft empört sich seine seele, 2. Er sah von aller ewigkeit, Herr und schöpfer, wider dich, Wie viel mir nützen würde; deine herrlichen befehle Wirft Bestimmte meine lebenszeit, er thöricht hinter sich; Läßt Mein glück und meine bür sich nicht von dir regieren, de. Was zagt mein herz? Klüger oft, nach seinem wahn, Ist auch ein schmerz, Der zu Wählt er eine andre bahn, Die des glaubens ehre Nicht zu ihn soll zum heile führen, besiegen wäre? Aber seine bahn, sein sinn 3. Gott fennet, was mein Führt ihn in's verderben hin. herz begehrt, Und hätte, was 4. Gott, laß es uns doch ich bitte, Mir gnädig, eh ich's empfinden, Daß uns unser bat, gewährt, Wenns meine herz verführt, Daß die eitle wohlfahrt litte. Er sorgt für Lust der fünden Uns zuletzt den mich Recht väterlich! Nicht, tod gebiert. Mach uns deinen was ich mir ersehe, Dein wille willen wichtig, Führ auf deine nur geschehe. 4. 3ft 6. Vertrauen auf Gott 261 4. Ist nicht ein ungestörtes ten, Den geist wird gott erglück Weit schwerer oft zu tra- halten. gen, Als selbst das widrige 4. Mein heiland, jesu christ, geschickt, bei dessen last wir Der du aus liebe bist Für flagen? Die größte noth Hebt mich am kreuz gestorben, Du einst der tod Und ehre, glück hast mir heil erworben. Du und habe Verläßt uns doch schenkst, nach allem leiden, Den im grabe. deinen ewge freuden. 5. An dem, was seelen glück- 5. Ich harr und traue dir; lich macht, Läßt gott es kei- Einst schenkst du sie auch mir, nem fehlen. Gesundheit, welt- Ich lust, ehr und pracht Sind nicht Das das glück der seelen. Wer got- Auch ich bin, wenn ich sterbe, tes rath Vor augen hat, Dem Des ewgen lebens erbe. wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen. In bekannter Melodie. nicht lassen Denn 6. Was ist der erden herr- 416. Von gott will ich lichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das lei- er verläßt mich nicht, m den dieser zeit? Wie bald ists kummer mich zu fassen, Gibt überwunden! Hofft auf den er mir kraft und licht. Er steht herrn, Er hilft uns gern mir Hülfreich bei, Mit jedem Seid fröhlich ihr gerechten, Der neuen morgen, Weiß er mich herr hilft seinen knechten. zu versorgen; Ich sei auch wo ich sei. habe dein versprechen, kannst du nimmer brechen. Wo soll ich fliehen hin. 2. Wenn menschengunst und 415. Auf meinen lieben liebe In kaltsinn sich verkehrt, gott Trau ich in Bleibt er voll mitleids triebe, aller noth; Die ihn um ret- Er, der mein flehen hört. Er tung flehten Verließ er nie hilft in jeder noth, Hilft von in nöthen. Er wird mein der sünde banden, Befreit von unglück wenden, Es steht in ihren schanden, Und rettet seinen Händen. ſelbst vom tod. 2. Auch beim gewissens- 3. Jhm, ihm will ich verschmerz Verzaget nicht mein trauen, Auch in der schwersten herz. Auf christum will ich zeit Auf seine hülfe bauen. bauen, Und fest auf ihn ver- Er wendet alles leid, Jhm trauen, Ihm bleib ich stets erge- sei es heimgestellt, Leib, seele, ben, Im tode wie im leben. gut und leben Will ich ihm 3. Und nimmt der tod mich übergeben, Er mach's wie's hin, Ists dennoch mein ge- ihm gefällt. winn; Ich weiß, an wen ich 4. Es kann ihm nichts gefalglaube Er läßt mich nicht im len, Als was uns nützlich ist, staube Es mag der leib ertal- Gut meint ers mit uns allen, Er 262 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Er gab uns jesum christ; Hat himmel führe. Hoch sei der er so viel gethan, So wird herr gepreist! or 3525 bil er auch gewähren, Was un- Ach was soll ich fünder machen. ſern leib ernähren, Den geist 417. Ach wie iſt der menerfreuen kann. Di schen liebe So 5. Lob ihn mit herz und veränderlich, so falt, Wie er munde, Ihn, der uns beides stirbt sie doch so bald! Mensch, schenkt, Gesegnet sei die stun- set nie auf diese liebe, Die de, Darin man sein gedenkt; nicht hält, was sie verspricht, So braucht man recht der zeit, Setz nie deine zuversicht. Wir sollen ja auf erden Durch 2. Aber gottes liebe trauen, ihn schon selig werden, Noch Das gereut und fehlet nie: mehr in ewigkeit. Denn ein starter fels ist sie; 6. Mag doch die welt ver- Die auf diesen felsen bauen, gehen mit aller ihrer pracht, Wohnen sicher und bestehn, Das glück bleibt ewig stehen, Sollte auch die welt vergehn. Das gott mir zugedacht. 3. Täglich sag ich meiner Zwar schließ ich hier den lauf, seele: Gott liebt ewig, seine Doch wenn ich nun im grabe treu Wird mit jedem morgen Genug geruhet habe, Weckt er neu! Jhn, den ewigen erwäh mich wieder auf. le Dir zum freund und freu dich dann, Daß fein feind dir 7. Die seel ist unverloren schaden kann. In gottes vaterhand; Der 4. Und ich will auch dich leib wird neu geboren Zum erwählen, Bater, dir soll ganz beğren vaterland. Wie selig allein Mein vertraun gewid werd ich sein! Mit gott und met sein, Aber, ach die träfte seinen frommen Soll ich mich fehlen, und mein schwaches da vollkommen, Soll ich mich herz, vergißt Gott, wie gut ewig freun! und treu du bist. 8. Ob ich gleich nun auch 5. Plötzlich überfällt mich dulde Viel leiden dieser zeit; wieder Sorge der vergänglich Wie ichs auch oft verschulde; keit, Irdisch hoffen, irdisch Kommt doch die ewigkeit, So leid; und dann sink ich muthgroßer freuden voll, Die, da los nieder, Suche bei den men ich christum tenne, Und mich schen ruh Und mein helfer von ihm nicht trenne, Mein wärst doch du! erbtheil werden soll. 6. Ach vergib. mir, der im 9. Das ist des vaters wille, staube Dieses leibes dich noch Der uns erschaffen hat, Aus nicht Näher kennt von ange seines Sohnes fülle Empfahn sicht! Ach, vergib mir, daß wir gnad um gnad, Er gibt mein glaube Hier noch wankt und seinen geist, Damit er und sich nicht fest, Wie er uns regiere, Die bahn zum sollt, auf dich verläßt! 7. Täglich 263 #o) nanap 6. Vertrauen auf Gott. stipti 17. Täglich laß es mich em- Mein schüchternes gemüthe. pfinden, Daß nicht menschen- Gib, daß ich freudig Hoff auf hülfe nützt, Auf die sich mein dich, Du werdest nie als vaherz oft stützt, Allen trost laß ter mich Verlassen noch vermir verschinden, Bis ich wie- säumen. fod chast der flieh zu dir, Und dann 5. Seh ich schon keine wege vater, hilf du mir. o 1 noch Zur rettung vor mir of 18. Der du deiner finder fle- fen; Auch da laß mich, mein hen Gott, mein gott, so gern retter, doch Auf deine hülfe erhörst, Und sie selbst auch fle- hoffen; Du bleibst doch immer hen lehrst Laß mich fest im groß an rath, Und immer glauben stehen, Und erfahren, mächtig auch an that, Mein wie so treu Deine vaterliebe bestes zu besorgen. fet. jei. Ist 1841951 dad to Aus tiefer noth. 6. Dies sei mein trost, dieß ſei mein licht, wenn mich die sorgen kränken. Erfüllst du mei418. Du u hast, mein vater ne wünsche nicht; So laß mich und mein gott, glaubig denken: Daß mirs Mich durch dein wort beleh- nicht gut gewesen ist, Weil ret: Daß deine hand der from du die höchste weisheit bist, men noth Dereinst in freude So schickst du stets das fehret; Und daß ich alles, was beste. G mich fränkt, Auf dich, der un 7. Was hier mir fehlt das ser schicksal lenkt, Mit zuver- wirst du mir Aufs reichlichste sicht soll werfen. aid sim ersetzen, Wenn ewge freuden 12. So will ich denn auf dein mich bei dir In deinem reich wort auch Der sorgen mich ergößen. Da ist mein erb und entschütten. Erhöre, gott, mein höchstes gut, O stärfe mir davater, mich Erhör mein find- durch den muth Bis an mein Gib meiner seele selig ende! wahre ruh. Was mich bekümlich bitten. NOUT? Was gott that das ist.. mert, lente du zu meinem 419. Du herr, bist meine ewgen besten. issdismi zuversicht, Mein 3. Der sorgen macht hat einz'ger trost im leben, Mir freilich oft mich übermeistern fehlt es nie an trost und licht wollen. Stets hab ich nicht Weil ich mich dir ergeben; Du auf dich gehofft Wie ich wohl bist mein gott, Auf dein gebot hoffen sollen. Mein gott, wie Wird meine seele stille; Denn groß ist meine schuld, An dir gut ist stets dein wille. hab ich durch ungeduld Viel 2. Wer wollte dir, gott nicht fältig mich versündigt! vertraun, Du bist des schwa4. Erbarmender, vergib es chen stärke, Die augen, welmir, Nach deiner großen güte, che auf dich schaun, Sehn deiErfülle mit vertraun zu dir ner weisheit werke. Herr, groß 264 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. groß von rath, Und stark sich nicht ganz auf dich, Allvon that, Mit gnadenvollen mächtiger verlassen, Und muth Händen Wirst du mein glück und hoffnung fassen. vollenden. 8. In deine hand befehle 3. Noch nie hat sich, wer ich Mein wohlsein und mein dich geliebt, Verlassen sehen leben. Mein hoffend auge müssen; Du läßt ihn, wenn blickt auf dich, Dir will ich ihn noth umgibt, Doch dei- mich ergeben. Sei du mein nen trost genießen. Des from gott Und einst im tod Mein men herz Wird frei von fels, auf den ich traue, Bis ich schmerz, Der sünde böses dein antlitz schaue. dichten Pflegst du oft zu vernichten. 100 Alle menschen müssen sterben. 420. Gott der wahrheit, 4. Hoff, seele, hoffe nur auf dessen treue Unfre gott; Des sünders trost ver- hoffnung stürzt und hält! Ich schwindet, Wenn der gerechte erfenn es voller reue, Daß in der noth Die gunst des mich kleinmuth oft befällt. schöpfers findet. Wenn jener Ach, mein herz hängt noch an fällt, st er ein held; Er steht, dingen, Die nie wahre ruhe wenn jene zittern, Als fels in bringen, Und wie oft vergeh ungewittern. ich mich, Aengstlich zweifelnd 5. Drum werf ich nicht die wider dich.de Hoffnung hin, Die mir mein 2. Gott, vergib mir meine glaube reichet. Wie elend, die fünde, Nimm den kleinmuth von zu menschen fliehn! Wohl! mir hin. Schenke, vater, dei wer von gott nie weichet! nem kinde Einen dir ergebnen Mein heiland starb; Er, er sinn, Der von dir nur hülfe erwarb, Durch seine todes- heischet, Den nicht falsche hoffLeiden, mir ewge himmels- nung täuschet, Die das herz freuden. aufs eitle zieht, Und so schnell 6. Getrost bin ich, wenn wie rauch, entflieht. um mich her Sich ungewitter 3. Laß mich gram und sorgen sammeln! Du hilfst, gott, meiden, Weil dein auge für wenn wir freudenleer Zu dir mich wacht, Und du schon in um gnade stammeln. Die manchen leiden Mit mir alles zeit ber qual, Der thränen wohlgemacht. Laß mich auf zahl Zählst du, du wiegst die dein wort stets hoffen, Das schmerzen und wälzst sie von doch immer eingetroffen. Gott dem Herzen. der deinem wort nicht traut, 7. Herr, du bist meine zu Hat auf leichten sand geversicht; Auf dich hofft meine baut. seele. Du gibst, was meinem 4. Laß mich fest im glauben glück gebricht, Gibst, daß ich werden, Daß dein wort wahr mich nie quäle. Wer wollte haftig sei! O so werd ich hier auf 6. Vertrauen auf Gott. 265 auf erden Von so mancher ich ein heide, Der ohne gott unruh frei. Dann werd' ich, und hoffnung ist? Nein, das gott, mit vertrauen Stets auf ist meines herzens freude, deine hülfe schaun; Dann Daß du, o gott, mein Helfer wächst meine zuversicht Und die bist. Hilf, mein erbarmer, hoffnung trügt mich nicht. stärke mich, Denn nichts ver5. Auch erhebt sie meine mag ich ohne dich. seele Selbst noch über tod und 3. Der herr erzieht hier grab, Wenn ich den zum füh- seine finder Zur ewigkeit mit rer wähle, Der sich einst auch weiser huld. Er schont, er für mich gab. Er, der siegreich züchtigt viel gelinder, Als auferstanden, Macht mich los wir verdient und hat gevon todesbanden, Führt mich duld; Er hat nicht lust an zu dem Leben ein, Wo kein unserm schmerz; Ganz anders leid wird weiter sein. In denkt sein vaterherz. 6. Muß ich gleich noch hier 4. Die lieb ist gott! wie auf erden, Gott, vor dir ein kann ich zagen? Gab er für pilgrim sein, Wirst du doch mich nicht jesum christ? Was von den beschwerden, Dieser könnte mir ein gott versagen, zeit mich einst befrein. Der so unendlich gütig iſt? erwünschte selige stunden, Ewig Erhabner trost, der nimmer aller noth entbunden, Werd trügt, Und jeden zweifel überich dich, mein heiland, jehn, wiegt! Und, wie du, zur freud ein- 5. Ich harre seiner und bin gehn. stille. Wie bald verstreicht die 7. Laß mich fröhlich darauf prüfungszeit! Dann schöpf ich hoffen, Herr, Herr, meine zu- dort aus seiner fülle, Unendversicht, Bis das alles einge- liche zufriedenheit. Er leite troffen, Was auch mir dein mich nach seinem rath, Wie wort verspricht. Auf dich quelle er mir zugesaget hat. alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens; Was wir glau- 422. Wer nur den lieben ben, schauen wir Einst gewiß, gott läßt walten, o herr, bei dir. Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar eraller noth und Wer gott, dem Wer nur den lieben gott. 421. Mein schutz ist gott, halten In ihn laß ich wal- traurigkeit. uns die ten, Ich hoff auf ihn, er ken- allerhöchsten traut, Der hat net mich. Ihm fehlts, die sei- auf keinen sand gebaut. nen zu erhalten, An mitteln 2. Was helfen nie, und sein bin ich; ich grün- schweren sorgen? Was hilft de meine zuversicht Auf diesen uns unser weh und ach? fels und wante nicht. Was hilft es, daß wir alle 2. Was quäl ich mich? bin morgen Beseufzen unser ungemach? 266 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. gemach? Wir machen unser In allen meinen thaten. kreuz und leid Nur größer 423. Auf deine weisheit durch die traurigkeit. schauen, Gott, 3. O halte doch dem höch- deiner güte trauen, Das sten stille, Und sei mit seinem schafft zufriedenheit. Wer kann rath vergnügt; Erwarte, wie mein wohl entscheiden? Wer sein guter wille, Wie sein' schenkt mir bessre freuden, Alz allwissenheit es fügt; Gott, du, herr aller seligkeit. der uns ihm hat auserwählt, 2. Vor dir ist nichts ver Der weiß am besten, was borgen: Wie sollt ich ängst uns fehlt.bg id gizlich sorgen, Da du mein va 4. Er kennt die rechten freu- ter bist? Du herr, gabst mir denstunden, Weiß, wenn uns mein leben, Und wirst mir hülfe nützlich sei; Wenn er alles geben, Was mir zur uns nur hat treu erfun- wohlfahrt nöthig ist. den, Geduldig, ohne heuchelei, 3. Wir streben oft nach din So kommt er, eh wirs uns gen, Die, wenn sie uns ge versehen, und lässet uns viel lingen, Des unglücks quellen guts geschehn. sind. Ein schein, der uns 5. Dent nicht in deiner bethöret, Und unsern stolz ver drangsal hizze, Daß du von mehret, Macht uns für wahre gott verlassen seist, Daß ihm güter blind. dins nur der im schooße size, Den 4. Der hang zu eitelkeiten alle welt für glücklich preist. Stört doch zu allen zeiten Die Die zukunft ändert oft sehr wahre seelenruh. Wenn wir viel, Und setzet jeglichem sein dir unser leben, O vater, über ziel. geben, Dann fließt dem herzen sehr frieden zu. 6. 63 sind ja gott leichte sachen, und seiner all- 5. Dein rathschluß sei mein macht gilt es gleich, Den rei- wille, Ich will in heilger stille chen klein und arm zu ma- Mich deiner vorsicht freun. chen, Den armen aber groß Dein ewiges erbarmen, Dein und reich. Er ist der Herr, beistand soll mir armen 3 der jedermann Gar bald er- friedenheit und muth verhöhn, bald stürzen kann. leihn. STOS 7. Sing, bet und geh auf 6. Laß mich nicht zweifelnd gottes wegen, Verrichte deine wanken, Wenn traurige ge pflicht getreu, Trau ihm und danken Mir deinen trost ent seinem reichen segen, So wird ziehn. Ich werde nie verge er bei dir werden neu. Denn bens Zu dir, herr meines wer nur seine zuversicht Auf lebens, Mit findlichem vergott setzt, den verläßt er trauen fliehn.com nicht. 7. Erleichtre meine leiden Durch Y chempp 267 7. Ergebung in Gottes Willen und Führungen. Durch deines geistes freuden Lobsingt in mir dann meine Durch muthund hoffnung ganze seele dir. hup mir. Drückt mich die last der 3. Ach, alle leiden dieser zeit schmerzen, Dann spricht zu Sind doch nicht werth der meinem herzen: Ich, dein er herrlichkeit, Die du wirst of retter, helfe dir. efenbaren. Bald wird auch mir 8. Was sollt ich mich be- der duldung lohn; Bald steh trüben, Den menschen, die auch ich vor deinem thron dich lieben, Muß alles segen Mit treuer kämpfer schaaren; sein. Ich bin ja dein erlöster, Und danke dann dir, gott, Sonst weiß ich keinen tröster, verklärt, Der jetzt mich prüft, Sonst keinen schutz als dich mich dann bewährt. Daß ich allein. bi von allen leiden frei Ein ſeliherr. ger des himmels sei, Barmhergott, ziger, Fest, ohne graun, Will nicht, ich dir traun, Denn einst Wenn gleich von meiner hoff werd ich dein antlig schaun. nung licht Der letzte funke tisslin schwindet. Mein helfer und 7. Grgebung in Gottes mein gott bist du, Durch den Willen und Führungen. mein Herz doch endlich ruh Wer nur den lieben. Und freude wieder findet. 425. Herr, mache meine Von jeher hast du mich geseele stille! Was H Herzlich lieb hab ich dich, o 424. ir trau ich, und wante und führt, Und meines wandels mich hienieden fränkt lauf regiert; Mit segenvoller drückt, Das ist dein weiser vaterhand So manche noth rath und wille, Der nichts hinweg gewandt. Unendlicher! zu meinem schaden schickt. Du Ich trau auf dich, Du leitest bist's, der alles ändern kann, mich, Ich kämpf und siege, Und was du thust, ist wohlgott, durch dich. gethan. 2. Schwer ist der kampf der 2. Auch auf den aller rauhleiden schwer! Kaum fühl ich sten wegen Führst du mich zur muth und stärke mehr, Noch glückseligkeit. Von jeder trüblänger auszudulden; Doch sal erndt ich segen, Ist dir nur, ewig, vater, zürnst du nicht, gott, mein herz geweiht; Jhr Du gehst mit uns nicht in's ausgang wird erfreulich sein, gericht; Strafft nicht nach un- Siehts gleich mein blöder geiſt jern schulden. Bald ist der nicht ein. thränen maaß gefüllt, Bald 3. Drum laß mich stille sein meiner seelen schmerz gestillt, und hoffen, Wenn du mir Bald hat gott all mein flehn prüfung hast bestimmt; Dein erhört, Mich gnug geprüft vaterherz steht dem doch offen, und mich bewährt. Du gott Der zu dir seine zuflucht nimmt. der huld! Erhört von dir, Wer hier treu deinen willen 268 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. len thut, Mit dem machst du's der, Mache daraus, was du auch immer gut. willt, Was du willt; mein 4. Uns bleibt oft, was uns gott und schild! nügt, verborgen. Wer hat es 2. Von dir hab ich ja mein je genau erkannt? Wie oft sind leben, Gott, der du mein ve unsre wünsch und sorgen Voll ter bist; Mir zum heil hast d thorheit und voll unverstand. gegeben Deinen sohn selbst, je Wer kann, was seinem wohl- sum christ, Und mein siche ergehn Zum schaden dient, treuer führer, Der mir dein ganz übersehn? ndwege weist, Ist ja selbst bei 5. Nur du, gott, kennst und guter geist. Hab ich den nur wählst das beste, O vater, ma- zum regierer. Dich, o du dre che selbst mein Herz In dieser ein'ger Gott, o so schreckt mig überzeugung feste, So ehr' ich, teine noth. auch im größten schmerz, Dich 3. Und wie könnt ich dos stets mit der entschlossenheit: verzagen, Ging es noch so wun Was gott will, das gescheh derlich, Da ich kann bis heut allzeit. sagen: Gottes güte führ 6. Die stunde wird gewiß mich! Nun erleb' ich denn auc doch kommen, Da mich voll- morgen, O so lebt auch noch kommnes glück erfreut. Denn mein gott, Der für mich in je einmal führst du deine from der noth Treu und liebreich men Zur völligen zufrieden- ferner sorgen, Gut und freu heit Und dann wird ihnen of mich führen wird, Weil t fenbar, Daß nur dein rath der vater ist und hirt. beste war. 4. Ginge mir es, wie ich 7. Da erndt' ich auch von wollte, So ging mir es felten meinen plagen Die sel'gen gut. Wenn das stets geschehen früchte ewig ein. Da wird sollte, Was sich wünscht mein mein herz, statt aller flagen, eigner muth, Würd ich oft mein Nur voll des frohen lobes unglück wählen. Ich erfahre sein: Der herr, der für mein gar zu oft Böses, wenn ich heil gewacht, Hat alles mit guts gehofft; Meine besten mir wohlgemacht. wünsche fehlen. Drum in gott, Lasset uns den herren preisen. mein herz, sei still, Mir ge 426.h ergebe mich dem schehe, was gott will. willen Meines 5. Was gott will geschehe im gottes ganz und gar, Der mer! Was ich will und schäd wird auch an mir erfüllen, lich ist, Das laß ja geschehen Was mir nützet immerdar. nimmer, Gott der du so gütig Siehe, höchster gott hienieder! bist! Und da dir mein unver Alles, was ich hab' und bin, mögen, Dir zu folgen ist be Geb ich dir ganz eigen hin! tannt, so laß doch beis Du gabst es, bir geb' ichs wie- ne hand Meiner schwachheit fraft 11 269 7. Ergebung in Gottes Willen. fraft beilegen, Und dann, va- 7. An das, was du beschlossen ter, folg ich dir; Was du Will ich ganz unverdrossen willst, geschehe mir. Mit froher hoffnung gehn. Kein unfall unter allen Wird Nun ruhen alle wälder. 427. In allen meinen tha- ie zu schwer mir fallen; Mit ten Laß ich dich, dir werd' ich ihn überstehn. höchster, rathen, Der alles 8. Dir hab ich mich ergeben, kann und hat, Du mußt in Zu sterben und zu leben, Wie allen dingen, Soll etwas mir es dein wint gebeut; Es sei gelingen, Mein Helfer sein mit mein end verborgen, Es komm rath and that. heut oder morgen, Du weißt die beste zeit. 2. Nichts hilft mein ban- dazu ges sorgen Vom abend bis zum morgen, Nichts meine Und ungeduld. meinen sachen 9. So sei nun, seele, seine traue dem alleine, Der erschaffen hat; Es gehe Du magst's mit dich Nach deinem wie es gehe! Dein vater in willen machen; Ich traue dei- der höhe. Weiß doch zu allen ner vaterhuld. sachen rath. 3. Es kann mir nichts ge- 428. Befiehl du deine weschehen, Als was dein rath ge, Und was dein ersehen und für mich nützlich herze kränkt, Der treuen vahält. Ich nehm es, wie du's terpflege, Des, der den weltgiebest; Was du von mir be freis lenkt, Der wolken, fluth liebest, Das hab ich völlig und winden Gibt ordnung, auch erwählt. ziel und bahn, Der wird auch 4. Jch traue deiner gnade, wege finden, Die dein fuß Die mich auf deinem pfade gehen kann. Vor allem übel schützt; Leb ich 2. Dem herrn mußt du nach deinen säßen, So wird vertrauen, Wenn dir's soll mich nichts verleßen, Nichts wohlergehn, Auf ihn mußt du fehlen, was mir wirklich nüßt. stets schauen, Wenn dein werk 5. Laß mich nur meiner sün- soll bestehn. Mit sorgen und den Vor dir vergebung finden, mit grämen Und mit selbſt Und tilge meine schuld; Zum eigner pein Läßt gott sich gar heiligungsgeschäfte Verleih mir nichts nehmen, 3 muß erbemuth und kräfte, Und habe ten sein. dann mit mir geduld. 3. Dein aug, o gott der gna6. Leg ich zum schlaf mich de, Sieht immer ungeschwächt, nieder Weckt mich der morgen Was gut sei, oder schade Dem wieder lebens sterblichen geschlecht. Und was pflicht; rr ich auf finstern du dann erlesen, Dein rath wegen, Geh ich dem leid entfür's beste hält, Bringst du gegen, So gibt dein wort mir zum stand und wesen, Wie es troft und licht. dir wohl gefällt. zu meines 4. An 270 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 4. An mittel und an wegen hätt in seinem sinn Er deine Fehlt dir's, allweiser, nicht; sich begeben, Und sollst du für Dein thun ist gnad und segen, und für In angst und nöthen Dein gang ist recht und licht; schweben; Als fragt er nicht Dein werk kann niemand hin- nach dir. dern, Du kannst nicht träge 10. Wirds aber sich befinden ruhn, Wenn du, was dei- Daß du ihm treu verbleibst nen findern Ersprießlich ist, So wird dein leid verschwin willst thunder and den, Da du's am mind'ista 5. Und wollten welt und glaubst; Er wird dein herzer teufel Hier boshaft wiederstehn: lösen Von der so schwere So wird doch ohne zweifel last, Die du zu feinem bösa Gott nicht zurücke gehn; Was Bisher getragen hast. er sich vorgenommen; Und 11. Wohl dir, denn dein was er haben will, Das muß treue Trägt da den sieg de doch endlich kommen zu sei- von; Sieh muthig auf und nem zweck und ziel. freue Dich über ihren lohn 6. Hoff, o bedrängte seele, Gott schmückt mit siegespal Hoff und sei unverzagt! Gott men Gewiß einst deine hand, weiß es, was dich quäle, Den Und du singst freudenpsalmen kummer, der dich nagt, Er Dem, der dein leid gewandt. wird dich ihm entrücken. Er- 12. Herr, mach ein fröhlich warte nur die zeit, Bis dich ende mit aller unsrer noth mit holden blicken Sein ange- Und reich uns deine bänk sicht erfreut. ndod nauis Sm leben und im tod. Et 7. Auf wehre deinem laß uns deiner pflege Und schmerze. Der bangen sorgen treu empfohlen sein, So gehen nacht. Laß fahren, was das unsre wege Gewiß zum himherze Betrübt und traurig mel ein.usd macht. Bist du doch nicht re- In voriger Melodie. gente, Der alles führen soll, 429. Christ, alles, was Gott sitzt im regimente, Und dich fränket, Be führet alles wohl. fiel getrost dem Herrn, Er 8. Jhn, ihn laß thun und der die himmel fenfet, St walten, Er ist ein weiser fürst, auch von dir nicht fern. Gr Und wird sich so verhalten, wach aus deinem schlummet, Daß du dich wundern wirst, Zu gott erhebe dich. Er sieht Wenn er, wies ihm gebühret, deinen kummer, Und liebt dich Mit wunderbarem rath, Tas väterlich. werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 2. Sind's sünden, die dich schmerzen, So fühle deine 9. Er wird zwar eine weile schuld; Doch trau mit gan Mit seinem trost verziehn, Und zem Herzen Auf deines mittlers thun an seinem theile, As huld. Zu wahrer ruhe führt Die B 11 1 7. Ergebung in Gottes Willen. 271 Die reu, die gott gefällt; Al- gieret Sein rath ist wunderlein den tod gebieret Die trau- bar, Einst wirst du überführigkeit der welt.bitret, Taß er der beste war. 3. Trau gott, nicht deinen Will auch dein herz oft wanschlüssen, Die wahl des besten fen, 213 dächt er deiner nicht, zu. Sprich, wer wirds besser Wirst du ihm doch einst danwissen, Dein schöpfer oder du? ken, Er hält, was er verspricht. Er weiß ja, was dir fehlet Jn 9. Wie sollt er dein nicht In jedem augenblick Was er denken, Er, der dich kennt und dein vater, wählet, Das dient liebt; Nicht trost und glück dir zu deinem glück. dud d schenken, Er, der so gerne 4. Der gott, auf dessen segen gibt? So gern mit seinem Dein ganzes wohl beruht, Ist segen Der menschen Herz erstets in seinen wegen, Gerecht freut, Auch auf den rauhsten und weis' und gut, Und was wegen Führt er zur seligkeit. er seinen findern Zu ihrem 10. Mit ruhigem gemüthe heil erfah, Kann kein erschaff Verlaß auf ihn dich fest, Und ner hindern, Wenn er gebeut, wiß, daß seine gute Dich ſtehts da. ddewig nicht verläßt. Er will, 5. Vergeblich toben feinde nach einer weile, Dich desto Auch noch so fürchterlich, Hast mehr erfreun. Zu deinem du nur ihn zum freunde, Ist größten heile Verzeucht er, er dein gott für dich, Wer harre sein! on gleicht ihm? seinen winken 11. Wohl dir alsdann, du Gehorchen erd und meer. Laß treuer, Wie groß ist einst dein deinen muth nicht sinken, Dein lohn! schirm und schild ist cronzim freier Dein richter, dein beReicht dir die sieges6. Gott zählet deine zähren, fron! Auf kurze prüfungstage Und wird, was gut ist, gern Folgt ew'ger preiß und dank. Auch deinen wunsch gewähren, Dann schweiget jede klage Harr in geduld des Herrn, Und wird ein lobgesang. Der's niemals böse meinet. Nun ruben alle wälder. Hoff unverzagt auf ihn. Wenn 430. Was soll ich angstseine zeit erscheinet, Wird deine lich flagen, Und wohlfahrt blühn.mp Der in der noth verzagen? 7. Ergib dich ihm mit freu- höchste sorgt für mich. Er den, Sei start durch seine sorgt, daß meiner secle Kein kraft! Sei auch zur zeit der wahres wohlsein fehle. Genug Leiden Ein christ und tugend- zum trost, mein herz, für haft! Und dann ergreif im dich! din glauben Den trost der ewig- 2. Was nützt es ängstlich feit; Wer kann dir diesen rau sorgen, Und jeden neuen morben, Der allen gram zerstreut? gen mit neuem fummer sehn? 8. Sei froh, dein gott rc- Du, vater, meiner tage, Weißt 272 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Weißt, eh ich dir's noch sage, Was du mit mir gethan, Kann Mein leid und auch mein ich doch des mich trösten, Du wohlergehn. nimmst mich, mich erlösten, Ge 3. Auf deine hand zu schau- wiß dereinst zu ehren an. en, Dir kindlich zu vertrauen, 10. Dort bei den frommen Das, herr, ist meine pflicht. schaaren, Dort werd' ich es Ich will sie treulich üben, Und erfahren, Wie gut du mich dich, mein vater, lieben; Denn geführt. Da sing ich dir mit du versäumst die deinen nicht. freuden, Nach überstand'nem 4. Der du die blumen kleidest, leiden, Den dank, der deiner Und alle thiere weidest, Du huld gebührt. schöpfer der natur, Weißt alles, was mir fehlet; Drum, Wer nur den lieben gott. seele, was dich quälet, Befiehl 431. Mein gott, du weißt dem herrn und glaube nur. am allerbesten 5. Herr, alle meine sorgen, Das, was mir gut und nüglich Die noth, die oft verborgen ist; Du bleibst, ist auch die An meinem Herzen nagt; Werf noth am größten, Mein hel ich auf dich den treuen; Du fer, wie du's ewig bist. Gib, weißt den zu erfreuen, Der daß ich einzig dir vertrau, Und fromm nach deiner hülfe fragt. nie auf menschenhülfe bau. 6. Wenn meine augen thrä- 2. Räum alles weg aus mei nen, Und sich nach hülfe seh- ner seelen, Was deinem willen nen, So flag ich dir's, dem widerspricht, und wollte mir's Herrn. Dir, vater, dir befehle sich auch verhehlen, So stelle Ich jeden wunsch der seele, du mir's selbst in's licht, Was Du hörst, du hilfst, du segneft mir noch fehlt an findes sinn, gern. om Und neige dann mein herz 7. Der du mir hier im leben dahin. Schon größres heil gegeben, 3. Hilf mir im geift und Und deinen sohn geschenkt, wahrheit sprechen: Du bist Du wirst mir alles schenken, mein vater, licht und heil, Und mir zum besten lenken, Verzeihst mir gnädig meine Was mich bekümmert, quält schwächen, Und schenkst auch und fränkt. mir an christo theil. Du bist 8. Du führest, herr, die dei mein aller bester freund, Ders nen Nie so, wie sie es meinen! treu und Nein, nur nach deinem rath. meint. redlich mit mir ar bug is: Ob ich mich auch betrübe. 4. Denn darf ich mich dein Bleibt doch dein rath voll lie- kind nur nennen, Bist du mein be, Das zeigt der ausgang vater und mein freund: So mit der that. muß mir alles nützen können, 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Was mir auch noch so boje Und es nicht ganz verstehe, scheint. Das bitterste wird mir 7. Ergebung in Gottes Willent. 273 mir versüßt, Wenn du nur, Mein herz und sinn ergeben. gott, mir gnädig biſt. Was böse scheint, ist mir ge5. Drum gib, daß ich dir winn, Der tod selbst ist mein findlich traue, Und demüths- leben; Denn gott ist mein, Und voll, doch unverzagt, Mein ich bin sein; Was ist wohl, hoffen sicher darauf baue, daß mir schade! Ob er gleich Was dein so theures wort schlägt und freuz auflegt st mir sagt, Dein geist erkläre doch sein thun voll gnade. meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein vater muß 6. Ich bin ja auf so viele mich lieben, Läßt er auch oft weise, Mein Herr und gott, mich freudenleer, So will er dein eigenthum, Drum gib, mich nur üben, Und mein gedaß ich zu deinem preise, Und müth In seiner güt Gewöhdeines großen namens ruhm, nen sich zu fassen, Ueb ich geDir diene in gerechtigkeit Mit duld, Trau seiner huld, Wird williger ergebenheit. er mich nicht verlassen. 7. Du schaffst das wollen 3. Ich bin ja nicht von unund vollbringen, Von dir gefähr Entsprungen aus der kommt weisheit und verstand; erden; Gott ist's, der mich zu Drum reiche mir in allen din- seiner ehr, Das, was ich bin, gen Aus gnaden deine vater- ließ werden. Gab er das sein hand. Erbarme meiner Dem leib allein, Der kurze schwachheit dich, Und stärk zu zeit nur währet? Nein, auch allem guten mich. dem geist, Der jetzt ihn preist, 8. Legst du was auf, so hilfs Und der ihn ewig ehret. auch tragen, Gib mir geduld 4. Und wer erhält mit allin leidenszeit Und sei in gut gewalt Mir jede kraft zum und bösen tagen Mein trost leben! Wär ich nicht längund meines Herzens freud. stens todt und kalt, Wenn Gib demuth, einfalt, lieb und mich nicht gott umgeben Mit zucht, Was unrecht ist, das seinem arm, Der alles warm, sei verflucht. Gesund und fröhlich machet? 9. Nun, herr, du siehest Was er nicht hält, Das bricht mein bestreben, Verleih mir und fällt; Was er erfreut, deines geistes fraft: Du willst das lachet. sie ja dem gerne geben, Der 5. Bei ihm ist weisheit und treulich gutes durch sie schafft. verstand Mehr, als wir menDann zeigt mein redlich from- schen fassen; Er hat von ewigmer sinn, Daß ich dein ewigkeit erkannt, Was er will kombleib und bin. men lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann leid 432. Ich hab in gottes Uns, ſeinen kindern, diene, Was mein gott will, das. herz und sinn Und was er thut, Ist alles gut, 274 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. gut, Obs noch so traurig weg zum schauen. Du bist schiene. mein hirt, Der alles wird zu 6. Du denkest zwar, wenn solchem ende kehren, Daß ich du nicht hast, Was sinnen- mit dank und Lobgesang Dich lust begehret, Als sei mit ei- ewig werde ehren. ner großen last Dein lebens- Was gott thut das ist. gang beschweret, Hast spät 433. Mas zagst du? gott und früh, Viel sorg und müh regiert die welt! Auf selbst erwählten wegen; Und der ist ja allmächtig, Den Und denkest nicht, Das was arm, der alles fleisch erhält, geschicht, Geschehe dir zum Was macht ihr den verdäch segen. tig? Wenn meeresfluth, 7. Es kann bei lauter son- Schwerdt, feuersgluth Uns nenlicht Das feld nicht früchte schon ereilet hätten; So kann tragen; So reift auch men- doch er noch retten. schen wohlfahrt nicht Bei 2. Was zagst du? gott re lauter guten tagen. Wie bit- giert die welt! Und der ist ja ter sei Die arzenei, Schafft allwissend, Selbst was dein sie doch neues leben; So muß herz verborgen hält, Ist den das leid Zu neuer freud Und noch ihm wohlwissend. Sollt wahrem glück erheben. ihm dein schrein Verborgen 8. Ci nun, mein gott, so sein? Die bitte, die du thatest, fall ich dir Getrost in deine Wußt er noch, eh du batest. hände. Nimm mich, und mach 3. Was zagst du? gott re es so mit mir, Bis an des le- giert die welt! Und der ist ja bens ende, Wie dirs gefällt, allweise; Stets dient der weg, Der du die welt Nach weisem der ihm gefällt, Zum heil dir, rath regierest, Und so auch ihm zum preise. In finster mich Stets väterlich Auf richt- niß führt er gewiß Oft aus gem pfade führeſt. der nacht der leiden Ins hellste 9. Willst du mir geben son- licht der freuden. nenschein So nehm ichs an 4. Was zagst du? gott re mit freuden, Solls aber giert die welt! Ist stets allge schmerz und trübsal sein, genwärtig; Wenn sich dein Will ichs geduldig leiden. Herz verlassen hält, Dir nah, Willst du allhier Noch län- zu helfen fertig. Sein odem ger mir Des lebens kraft er- nur Trägt die natur, Trägt, Halten, Wie du mich führst wo auch jeder walle, Doch Und führen wirst, So laß ich allenthalben alle. gern dich walten. 5. Was zagst du? gott re 10. Auch noch im tode bin giert die welt! Und er ist auch ich dein, Vor ihm soll mir geduldig. Zwar, wenn er ins nicht grauen; Er führt zum gericht uns stellt Sind selber bessern leben ein, Er ist der fromme schuldig; Doch sein gericht 8. Vom Gebet. 275 gericht Trifft fromme nicht. met, Der schämt sich gottes Drum sei gewiß er schone freund zu sein; Und stößt das Auch dein in seinem sohne. angebotne glück Muthwillig 6. Nun, gott, da du die welt selbst von sich zurück. regierst, Wie dürft ich ängst- 5. Sein glück von seinem lich zagen? Ein leid, in wel gott begehren, Ist wahrlich ches du mich führst, Soll nie keine schwere pflicht; Und seimich niederschlagen. Ich hoffe ne wünsche gott erklären, Geauf dich, Du läsfest mich Bald reuet sicher niemals nicht. Er deine hülfe schauen. Dir, dir gibt uns muth und stärkt die will ich vertrauen. fraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 8. Vom Gebet. des Gebets, Erweckung dazu. Wer nur den lieben gott. 6. Sich in den leidensstun1. Pflicht und Beschaffenheit den stärken In dem vertraun, daß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken; Ist 434. Dein heil, o christ diese pflicht für dich betrübt? nicht zu verscher So triffst du nichts auf erden zen, Sei wach und nüchtern an, Das dauerhaft erfreuen zum gebet! Ein findlich stehn kann. aus reinem herzen Hat gott, 7. Gott, laß mich nicht mein dein vater, nie verschmäht. heil verscherzen, Gib lust und Er ist die liebe selbst und fraft mir zum gebet; Und wenn hört, Was seiner finder herz mein mund aus gutem herzen begehrt. Zu dir um hilf und gnade 2. Erhebe dich zu seinen hö- fleht: So höre mich von deihen Mit dank und flehen oft nem thron Durch jesum chriund gern; Er lässet, was dir stum deinen sohn nützt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, ſo du nur zu ihm flehst, Mehr 435. als du bittest und verstehst. In voriger Melodie. Komm betend oft und mit vergnügen, Kon 3. Welch glück, so hoch ge- O christ, vor gottes angesicht. chrt zu werden, Und im gebet Laß feine trägheit dich besievor gott zu stehn, Der herr gen In der erfüllung dieser des himmels und der erden pflicht. O übe sie zu gottes Bedarf der eines menschen preiß Und deinem heil, mit flehn? Er will blos seine se- treuem fleiß. ligkeit, Wenn er zu beten dir 2. Bet oft in einfalt deiner gebeut. seelen, Gott sieht aufs herz, 4. Eagt gott nicht: bittet, gott ist ein geist. Wie können daß ihr nehmet? Jit des gebe- dir die worte fehlen, Wenn tes frucht nicht dein? Wer nur dein Herz dich beten heißt? sich der pflicht zu beten schä- Der glaub an gott und sei62 nch 276 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. nen sohn, Rührt ihn; nicht feind; Solch bitten, das aus leerer worte ton. liebe fließt, Gefällt dem, der 3. Bet oft zu gott und schmeck die liebe ist. in freuden, Wie freundlich er, 9. Bet oft, so wirst du glaudein vater, ist. Bet oft zu ben halten, Dich prüfen und gott, und fühl im leiden, Wie das böse scheun; An lieb und treulich er das leid versüßt. eifer nicht erkalten, und reich Gott hörts, gott ists, der hülfe an guten werken sein. Denn schafft; Er gibt den müden muth und kraft und seelenruh trost und kraft. Sagst du, gott, dem, der bit4. Bet oft und heiter im tet zu. gemüthe, Schau dich an seinen 10. Dies reize mich, vor dich wundern satt, Schau auf den zu treten Mit lob und dank, ernst, schau auf die güte, mit wunsch und flehn. Doch Womit er dich geleitet hat. meine fehler bei dem beten Oft irrtest du, er trug ge- Wollst du, mein vater, überduld; Erkenn und preise seine sehn. Weil der, der dir zur huld. rechten sitzt, mich als mein 5. Bet oft, durchschau mit mittler unterstützt. frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit, Des, der mit 436. Von dir kommt jede seinem theuren blute Uns vom verderben hat befreit; cigne dir zu deiner ruh heiligung sein opfer zu. In voriger Melodie. gute gabe; Nur Und du, mein gott, fannst mich al Und lein Mit allem, was ich nothig habe, Zu meinem wahren 6. Bet oft, gott wohnt an wohl erfreun. Mein leben und jeder stätte, In keiner minder mein glück beruht Allein auf oder mehr. Denk nicht, wenn dir, du höchstes gut. ich mit vielen bete, So find 2. Umsonst ist alle meine ich eh'r bei gott gehör Ist nur mühe, Wenn dein gedeihen dein wunsch gerecht und gut, sie nicht frönt. Was ich auch So sei gewiß, daß gott ihn thut. noch so ängstlich fliche, Wird 7. Doch säume nicht in den doch von mir nicht abgelehnt, gemeinen Auch öffentlich gott Wenn vor dem übel, das mich anzuflehn, Und seinen namen schreckt, Mich nicht dein mächtmit den seinen, Mit deinen ger schutz bedeckt. brüdern, zu erhöhn. Fühl der 3. Wie sollt ich denn nicht vereinten andacht werth; Die von dir bitten, Was meiner deine eigne stärkt und nährt. seele wunsch begehrt? Vor 8. Bet oft zu gott für deine dir, o gott, sein herz ausschütbrüder, Für alle menschen, als ten, Wenn noth und fummer ihr freund. Denn wir sind uns beschwert, Besänftiget eines leibes glieder. Kein der seele schmerz, Und öffnet glied soll sein des andern deinem trest daß herz. 4. Collt 8. Vom Gebet. 277 4. Sollt ich nicht dank und muth niederfällt; Jehovah, ruhm dir bringen, Wenn mich er, der ewig war, Und ist und ein wahres glück erfreut? Dir, sein wird immerdar. allerhöchster, dir lobsingen Ist 3. Durch ein verstelltes hängut, ist für uns seligkeit, Und defalten, Durch schöner worte flößt uns wahren eifer ein In leeren laut Jst bei dem Herrn deinem dienste treu zu sein. nichts zu erhalten, Der nur 5. Du hörest es mit wohl allein auf's herze schaut. Vor gefallen, Wenn deine finder zu ihm gilt nicht der äußre dir flehn, Verschmähtest nicht schein; Man muß nicht scheiihr schwaches lallen, Wenn nen, sondern sein. sie lobsingend dich erhöhn. 4. Ein zuversichtlich findDu ehrst den wieder, der dich lich lallen, Ein wahrer glaub ehrt, Und hörest den, der dich, an jesum christ, Der voll begott, hört. gier, gott zu gefallen Durch 6. Mit segen uns zu über- reine liebe thätig ist; Dies schütten, Bist du, o vater, ist's, was durch die wolken ftets bereit. Was wir nach dringt, Und segen uns herniedeinem willen bitten, Gibst der bringt. du uns aus barmherzigkeit, Und wer dir dankt, dem strö- hier mest du Beständig neuen se- mit gen zu. 5. O welch ein glück, schon auf erden Im glauben gott umzugehn! Schon hier den engeln gleich zu wer7. So will ich dann zu dei- den, Die stets anbetend vor nem throne Oft im gebet mich ihm stehn! Mensch, nimm zu findlich nahn. Nimm, vater, deinem eignen heil An diesem nimm in deinem sohne Der himmelsglück oft theil! andacht opfer gnädig an, Dein 6. Mußt du in angst und geist regiere meinen geist, Daß tummer schmachten, So flage er dich betend würdig preist. deine noth dem Herrn. Er wird dein flehen nicht verachIn voriger Melodie. ten, Er ist allmächtig und 437. Magst du vor got hilft gern, Verbirgt er auch tes thron zu tre- sein angesicht, Er hilft gewiß, ten, So mache dich bereit, o verzage nicht. christ, In geist und wahrheit 7. Wenn gute thaten dir anzubeten Den gott, der geist gelingen, Preis ihn, der dich und wahrheit ist. Laß nicht der als vater liebt, Jhn, welcher erden sorgen zu Und denke, wollen und vollbringen Durch mit wem redest du? seinen geist zum guten gibt, 2. Er ist3, dem alle himmel und zuversichtlich rufe dann bienen, Der Herr und schöpfer Um diesen geist ihn ferner an. aller welt, Vor dem das chor 8. In bösen und in guten der seraphinen Verhüllt in de- tagen Laß das gebet bein labfal 278 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. sal sein, So wirst du nie voll sen auch nicht werth: So sei kleinmuth zagen, Und nie dich doch unser flehn erhört Von übermüthig freun. In deinem dir aus lauter gnade. herzen und mit dir Bleibt 6. Du, vater, weist, was gottes friede für und für. uns gebricht, So lange wir hier leben. Es ist dir auch verSei lob und ehr dem. 438.vater unser gott borgen nicht, Wenn wir in es ist Dein werk, nöthen schweben. Um beistand uns zu belehren, Wie du recht flehen wir dich an, Des macht anzurufen bist, Daß du uns und gnade alles kann, Die kannst erhören. Drum geuß, uns nicht will verlassen. wie uns dein wort verheißt, 7. Wir haben ja die freuSelbst über uns aus deinen digkeit Durch jesum christ em geist Der gnad und des ge- pfangen, Der gnadenthron ist betes. uns bereit, Von dem wir 2. Er nehm sich unsrer hülf erlangen. Laß heil'ge händ schwachheit an, Uns träftig zu uns immer hier Aufheben, vertreten, So oft wir deinem vater, und zu dir Mit wahthron uns nahn, zu danken rer inbrunst stehen. und zu beten, Und unser flehn 8. Dein nam, o gott, gehei zu dir, o herr, Sei nie ein ligt werd; Dein reich laß uns frostiges geplerr; Es sei ein erfreuen, Dein will gescheh flehn des herzens. auch hier auf erd; Gib frie 3. In geist und wahrheit laß den, brod, gedeihen; All unsre zu dir Das herz uns glaubig sünden uns verzeih; Steh uns richten, Mit andacht beten in der versuchung bei Erlös für und für, Ohn fremdes uns von dem übel. thun und dichten. Gib uns 9. Dieß alles, water, werde des glaubens zuversicht, So wahr, Du wollest es erfüllen. hoffen wir und zweifeln nicht Erhör und hilf uns immerdar Die bitte zu erhalten. Um jesu christi willen, Denn 4. Hilf, daß wir keine zeit dein, o herr, ist allezeit Von noch maaß Im beten dir vor- ewigkeit zu ewigkeit Das reich, schreiben. Anhalten ohne unter die macht, die ehre. laß Und auch bei dem nur gen des Gebets. bleiben, Was uns dein wille 2. Kraft, Nußen und Se bitten lehrt, Was deinen groBen namen ehrt, Und unser wohl befördert. Genug du haft gnade. 439. Mein bester troſt in meinem Leben 5. Laß uns im herzen und gemüth Auf unsre kraft nicht Jst ein gebet zu meinem gott, bauen, Auf deine weisheit, Dieß kann mir traft in schwach macht und güt Laß einzig uns heit geben, Geduld und muth vertrauen, und sind wir des in jeder noth, Bei jedem gram 8. Vom Gebet. 279 gram, bei jedem schmerz Ein Dann bitt ich gott; er hilft ruhiges zufriednes herz. mir kämpfen, Er gibt mir 2. Wie kann ich trost und muth zu jeder pflicht Und zuflucht finden, Wenn mein schenkt mir willigkeit und gewissen mich verklagt; Wenn kraft Zum siege über leibei der menge meiner sünden denschaft. Mein herz vor seinem richter 8. Wenn ich im letzten zagt? Nichts tröstet mehr als kampf des Lebens Bei nieein gebet, Das bei dem herrn mand hülfe finden kann, So um schonung fleht. ruf' ich gott doch nicht verge3. Muß ich um des gewis- bens um seinen trost und beisens willen Ein spott der stand an, Der, wenn die spralasterhaften sein, So bet ich che mir vergeht, Doch meine demuthvoll im stillen Zu seufzer noch versteht. meinem gott, er hört mein Nun ruhen alle wälder. schrein, Nimmt väterlich meiner an Und stärkt mich der tugend bahn. vertraun, nicht beten, Wie 4. Nie will ich mich zu rä- elend wär ich dann, Wann chen suchen, Wenn mich ein trost und hoffnung wanken! feind zu fränken sucht, Und Wie soll ich's gott verdanken, nie will ich dem wieder flu- daß ich dann zu ihm beten chen, Der mir aus unverstand kann? sich 440. Könnt ich in meinen auf nöthen nicht gott geflucht. Nein, meine rach sei 2. Oft raubten bange schmerein gebet, Das gott um gnade zen den frieden meinem herfür ihn fleht. zen Und störten meine ruh: 5. Und wenn ein fummer Doch, wenn mich kummer mich verzehret, Den ich nie- quälte, Dann fleht ich, dann mand entdecken kann; Dann beseelte Dein trost mich, gott, ruf ich gott, der mich erhöret dann hörest du. Um trost in diesem fummer 3. Dann trug ich meine leian. Ich weiß, wer ihm mit den Mit größerm muth und zuversicht Sein leid klagt, den freuden, Und ruh empfand verwirft er nicht. mein geist. Ich fand dann im 6. Ruf ich ihn an bei dem gebete Den trost um den ich geschäfte Des standes, den er flehte, Den trost, den uns dein mir verlieh, So fleh ich nie wort verheißt. umsonst um träfte, Der gott 4. Fleht ich zu dir am morder stärke gibt mir sie; Er gibt gen, So schweigen meine sor aus väterlicher Huld Mir segen, gen Den ganzen tag in mir. klugheit und geduld. Mit ruhigem gemüthe Ver7. Wenn, meine böse lust traut ich deiner gute Und zu dämpfen, Mir schwachen überließ mein schicksal dir. muth und kraft gebricht, 5. Und ruhig war mein schlummer 280 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. deinem deinem thron. Mac schlummer, Wenn ich dir mei- vor nen kummer, O gott, zuvor ge- uns o gott, in freud und leid klagt. Von diesem troft umge- Zu dem, was dir gefällt, be ben, Daß du wachst für mein reit. Wehr auch des fleisches leben, War meine seele un- übermuth, Das wieder deinen verzagt. willen thut. 6. Noch werden viele tage 5. Gib uns heut unser täg Mir traurig unter plage Und lich brod, Du kennst am besten unter gram vergehn. Laß, unsre noth. Hilf uns, ent herr, in meinen leiden Mich ferne frieg und streit, Pest, nie dein antlik meiden, Mich seuchen, mißwachs, theure zeit. immer freudig zu dir flehn. Laß bei uns heil und friede 7. Und laß mich stets empfin- blühn Und laß uns geiz und den, Daß die dein antlig fin- sorge fliehn. den, Die glaubig dir vertraun. 6. Vergib uns gnädig unsre Mit ruhevollem herzen Will schuld, Und trage doch mit ich in meinen schmerzen Auf uns geduld! Begnadiget von dich nur meine Hoffnung baun. dir, dem Herrn, Verzeihn wit 3. Das Gebet des Herrn. unsern schuldigern. Und du, Vater unser im himmelr. thust auch barmherzigkeit An 441. Gott, vater, an er- dem, der gern, wie du verbarmen reich, Der zeiht. dator du in eintracht uns zugleich 7. Herr in versuchung führ Al3 kinder heißest zu dir uns nicht, Und wenns im nahn, Wir rufen auf dein kampf an kraft gebricht, Hilf wort dich an. Und betet vor du mit deiner starken hand dir unser mund, Hilf, daß es Und gib uns kraft zum wider geh von herzens grund! stand, Daß wir zuletzt als 2. Dein name müss' uns sieger stehn Und deiner gnade heilig sein; Erhalte dein wort ruhm erhöhn. bei uns rein; Und gib, daß, 8. Mach uns von allem übel wie du heilig bist, Auch heilig los; Des lebens elend hier unser wandel ist. Behüt uns, ist groß. Bewahr uns vor herr, vor falscher lehr; Und dem ew'gen tod; Hilf auch in die verführet sind, bekehr. unsrer sterbensnoth; Und ende 3. Dein reich erschein' in glücklich unsern lauf; Nimm dieser zeit Und vollends in uns in deinen himmel auf. der ewigkeit. Steh uns mit 9. Dein ist reich, fraft und deinem geiste bei, Mach uns von herrlichkeit, herr, in alle sündenknechtschaft frei, Dämpf ewigkeit, Wir alle sind dein deiner feinde macht und wuth, eigenthum. Gebet erhören, ist Nimm deine kirch in deine hut. dein ruhm. Im namen jesu 4. Dein will gescheh auf er- flehn wir nun; Du kannst, den schon, Wie er geschieht du willst, du wirst es thun. 10. Herr 8. Vom Gebet. Gebet des Herrn. 281 10. Herr, amen! ja es werde machst du uns zu deinen er wahr. Stärt unsern glauben ben, Und führst uns endlich, immerdar, Daß wir nicht wenn wir sterben, Zu dir ins 3 zweifeln, unser flehn Durch reich der ehren ein. 1 deine gnad erfüllt zu sehn. 4. Herr, es gescheh dein Ein freudig amen sprechen wir, heil'ger wille Auf erden, wie O vater auf das wort von im himmelreich. In ihm kommt dir. 1 C 1 e t alles guten fülle, Ihn thun, macht uns den engeln gleich. Dein wille ist in allen dingen Wie wohl ist mir o freund. 442. Gott, der du in dem Gerecht und heilig, ihn vollhimmel thronest, bringen, Ist unsre ruh und Mit herrlichkeit reich ange- seligkeit. Nur laß uns ihn auch than, Und dort in einem lich- recht erkennen, Laß uns von te wohnest, Zu welchem nie- lieb und eifer brennen, zu folmand kommen kann. Jehovah, gen dem, was er gebeut. unser herr und vater, Erhal- 5. Gib uns in unsern lebenster, schöpfer und berather, tagen Des leibes nahrung, unGott, den der ganze himmel ser brod! Lehr uns das glück ehrt, Vernimm mich; da ich vor bescheiden tragen, Und mit gedich trete Mit dem vollkom- lassenheit die noth. Gib, daß mensten gebete, Das uns dein wir nicht des eitlen achten; ew'ger sohn gelehrt. Vielmehr mit ernst am ersten 2. Geheiligt werde, herr, trachten, Nach deines reichs bein name, So wie er selber gerechtigkeit, So wird von deiheilig ist! Es wiff es adams nen gütern allen Auf uns ganzer saame, Daß du sein auch unser antheil fallen, Wie gott und vater bist; Daß auf dort, so hier auch in der zeit. ber ganzen weiten erde Dein 6. Erlaß, o gott, uns unsre hoher ruhm verherrlicht werde schulden Und gib, daß wir auch Und jedes Herz dein tempel gern verzeihn, Beleidigungen sei; Daß nicht ein frevler, fromm erdulden, Und nie rachnicht ein spötter, Nicht ein süchtig wieder dräun. Stets verehrer fremder götter, Dich dem gebot gehorsam leben: und dein heiligthum entweih. Vergebet, so wird euch verge3. Dein reich, o gott, laß zu ben: So wirst du auch nach uns kommen, Das reich der deiner huld Dies theure wort gnade und der kraft, Das sel'- an uns erfüllen, Und uns, um ge reich, das in den frommen jesu christi willen, Vergeben Dein heil'ger geist erhält und unsre sündenschuld. schafft. Laß uns durch lehre 7. Laß uns nicht in verund durch leben Dein reich suchung führen Von unserm hier zu erweitern streben Und herzen und der welt Und hilf beine treue bürger sein: Soluns allzeit triumphiren, Wenn ihre 282 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. ihre macht uns überfällt, Start 5. Was ist in uns der reiz der sün- erhält, Gib den, Wir sind zu schwach dir gefällt. zum überwinden, Und der ver- auch ein suchungen sind viel, Drum dankvoll unser leben hier uns, so lang es Doch gib uns herz dabei, Das und genügsam sei, gott, sei mächtig in uns Und dir vertrau! schwachen Durch treues käm- 6. Ach oft vergehn wir uns pfen, beten, wachen Bring uns an dir, Verzeih uns, vater, zum vorgesteckten ziel! so wie wir, Um deiner huld 8. Du herr, hast macht, uns uns zu erfreun, Auch unserm zu erlösen, Unendlich groß ist nächsten gern verzeihn, Der deine treu. Drum mach uns an uns fehlt! frei von allem bösen, Mach 7. Dringt auf uns wo uns auch von der sünde frei, versuchung her, So sei sie nie Erleicht're uns des todes lei- für uns zu schwer. Steh uns den, Und führ uns ein zu zum siege mächtig bei, Mach deinen freuden Nach dieses uns im guten fest und treu, lebens müh und streit, Denn Erbarmender! wundervoll sind deine werke, 8. Erlös uns endlich, unser Dein ist das reich und und stärke, Von ewigkeit ewigkeit. fraft gott, Nach deinem rath aus zu aller noth. Nimm, nach voll brachtem prüfunglslauf, uns zu dem bessern leben auf, Gott, Erschienen ist der herrl. 443. Du, deß sich alle him- dem wir traun! mel freun, Auch 9. In deines himmels hei S unsre seele freut sich dein, ligthum, Auf deiner erd' erschall Daß du, deß macht unendlich dein ruhm! Dein ist die macht, ist, Daß du, gott unser vater die herrlichkeit Von ewigkeit zu bist. Gelobt ſeist du! ewigkeit. Gelobt seist du! Hunting 2. Weit, über unsre einsicht weit, Geht deines namens 4. Andere allgemeine Bit herrlichkeit. Ihn ehre stets, von ten zu gott. lieb entbrennt, Wer deinen gro Ich danke dir schon durch. ßen namen nennt, Unendlicher. 444. Allmächt'ger, der im 3. Verbreite deiner gnade himmel thront, ruhm Durch jesu evangelium; Und auf das niedre siehet, Mach unser herz ihm unterthan, hör mich, der im staube wohnt So beten wir dich freudig an, Und betend zu dir flehet. Allgütiger! 2. Was ist der mensch, wie 4. Der du in deiner wahl nie arm wie bloß Ist er, der herr irrst, Und wohlzuthun nie müde der erden! Was ist der mensch, wirst, Dein wille weisester, ge- wie frei, wie groß! Unsterb scheh Auf erden, so wie in der lich soll er werden. höh, Mit freudigkeit! 3. Welch ein geschenk gabst du 8. Gebet. Allgemeine Bitten zu Gott. 283 du mir nicht, Da du vernunft groß an rath und that. Du mir schenktest, Und da du durch willst, daß mit gebet und flehn, ihr göttlich licht Mich zu der Wir stets auf deine hülfe wahrheit lenktest! ſehn. 3 4. Verleih mir doch die wis- 2. Drum komm ich auch mit senschaft, Mein ew'ges glück meinem beten, O gott vor zu finden; Und gib mir wil- deinen heilgen thron. Wie len, muth und kraft, Mich freudig kann ich vor dich treten, selbst zu überwinden. Denn mich vertritt bei dir mein dein sohn. Durch ihn bin ich allem voll zuversicht. Mein schwamich, ches flehn verwirfst du nicht. 5. Lehr mich, was gewissen sagt, Weit vorzuziehen, Und laß was es untersagt, Mit größtem eifer fliehen. 8 3. So gib mir denn nach deinem willen, Was deinem 6. Gib mir ein weich ge- finde heilsam ist, Nur du fühlvoll herz, Wenn leidende kannst mein verlangen stillen, ich sehe. Gib, daß bei meines Weil du des segens quelle bist. feindes schmerz Ich nie froh Vor allen dingen sorge du Für lockend stehe. meines geistes wahre ruh. 1 7. Laß mich nie mit ver 4. Gib mir beständigkeit im wegner hand Nach deinem glauben, Laß meine liebe thästrafrecht trachten, Noch jeden tig sein. Will etwas mir dies der dich nicht Der kleinod rauben, So schränke hülle würdig achten. erkannt, f die versuchung ein, Und stärke 8. Jm glücke furcht, im mich mit kraft und muth: unglück muth, Sei alles, was So sieg ich über fleisch und ich flehe. Was du, mein blut. schöpfer, willst, ist gut, Und 5. Bewahr in mir ein gut was du willst, geschehe. gewissen, Ein herz zu dir voll 9. O du, des ewge majestät freudigkeit, Ein herz, aufs Durch alle himmel dringet, Vor gute stets beslissen, Das sich dem mit lob der engel steht vor deinem auge scheut. Und Und preis und ehre bringet. fehl ich, gott, so zücht'ge mich, 10. Jch beug mein tnie vor Zu meiner beßrung väterdir, o herr, Der du mich staub lich. erhoben, Heil mir, ich bin 6. Ein herz, das in beglückten ein geist wie er, Der mensch tagen, Ovater, deiner nie verdarf, herr, dich loben. gißt, Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath 445. Mer fann, gott, je zufrieden ist, Ein herz, voll Wer nur den lieben gott läßt. was gutes haben zuversicht zu dir, Und voll Das nicht von dir den ur- geduld verleihe mir. sprung hat? Du bist der ge- 7. Du wirst es alles weißzber aller gaben, und immer lich fügen, Du weißt am besten, 284 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. sten, was mir nützt, An dei- lest du mir geben. In deine ner huld laß ich mir gnügen, hand steht meine zeit, Laß Die schwache mächtig unter- mich nur barmherzigkeit V stützt. Zufrieden, vater, folg dir im tode finden. ich dir, Befest'ge diesen sinn in mir. Vor deinen thron. leben, ich dir 8. Soll ich auf erden länger 447. Ich komme vor de angesicht, leben mag. Laß mir den todo gott, mein flehen nicht, Ve vor augen schweben, und gib mir alle meine schuld, kommt dereinst mein sterbetag: gott der gnade und geduld. So sei mein ausgang aus 2. Schaff du ein reines her der zeit Ein eingang in die in mir, Ein herz voll lieb und herrlichkeit. furcht zu dir, Ein herz voll demuth, preis und dank, Ei Sei lob und ehr dem. 446. Gott, deine gute ruhig herz mein lebenlang. reicht so weit, So 3. Sei mein beschützer in weit die wolken gehen, Du gefahr, Ich harre deiner in frönst uns mit barmherzigkeit, merdar; Wo ist ein übel, daß Und eilst, uns beizustehen, mich schreckt, Wenn deine v Bist mächtig, väterlich gesinnt; terhand mich deckt? Vernimm mein flehn, hör 4. Ich bin ja, herr, in de mich, dein kind! Denn ich will ner hand, Von dir empfing ich vor dir beten. den verstand, Erhalt ihn mit 2. Jch bitte nicht um über- und durch dein wort Érleu fluß, Um schätze dieser erden. und leit ihn immerfort. Laß mir, so viel ich haben 5. Laß, deiner güte mig muß Nach deiner gnade wer- zu freun, Sie stets vor m den. Gib mir nur weisheit nen augen sein. Laß, meines und verstand, Dich gott, und glaubens mich zu freun, Sh den, den du gesandt, Um mich stets durch liebe thätig sein. selbst zu erkennen. 6. Das ist mein glück, was 3. Jch bitte nicht um ehr du mich Lehrst; Das sei mein und ruhm, So sehr ste men- glück, daß ich zuerst Nach bei schen rühren: Des guten na- nem reiche tracht und trei J mens eigenthum Laß mich nur allen meinen pflichten sei. nicht verlieren. Mein wahrer Mein wahrer 7. Ich bin zu schwach auß ruhm sei meine pflicht, Der eigner kraft Zur dämpfung ruhm vor deinem angesicht, meiner Leidenschaft. Du aber Und frommer freude liebe. ziehst mit traft mich an, Daß 4. So bitt ich dich, mein ich den steg erlangen tann. herr und gott, Auch nicht um 8. Gib von den gütern dies langes leben, Im glücke de- ser welt, So viel mir någt muth, muth in noth, Das wol- und dir gefällt, Bei wenis gem 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgesänge. 285 gem zufriedenheit, Zu meinemmels vorschmack ist, und einst fleiße beiterkeit. mein ende mir versüßt. Su 9. Schenkst du mir aber 4. Dein wort sei meines überfluß, So laß mich mäßig lebens licht, So täuscht der im genuß, Und dürft'ge men- erden glück mich nicht. Die welt schen zu erfreun, Mich einen mit ihrer lust vergeht, Wer frohen geber sein. deinen willen thut, besteht. 10. Gib mir gesundheit und 5. Hilf, daß ich meiner pflicht verleih, Daß ich sie nütz und getreu, Gern andern menschen dankbar sei, Und nie, aus nützlich sei; Mich freue mit liebe gegen sie, Mich zaghaft den fröhlichen, Und weine mit einer pflicht entzieh. den weinenden. 11. Erwecke mir stets einen 6. Zum wohlthun sei mein frand Ders treu mit meiner herz bereit, Zur sanftmuth, wohlfahrt meint, Mit mir in zur versöhnlichkeit; So bring deiner furcht sich übt, Mir ich christlich und in ruh Auf irath und trost und beispiel erden meine tage zu. gibt. 7. Im glück gib mir beschei12. Bestimmst du mir ein denheit, Ein herz zu dir voll längres ziel, Und werden mei- dankbarkeit, Jm unglück schenke ner tage viel: So sei, herr, mir geduld, Und trost an deimeine zuversicht, Verlaß mich ner vaterhuld. auch im alter nicht. 13. Und 8. Was sonst mir könnte nützwenn sich wird lich sein Siehst du, mein gott, mein einde nahn, So nimm dich am besten ein. Gib nur, daß meiner herzlich an, Und sei ich stets sei vergnügt, Mit aldurch christum, deinen sohn, lem, was dein rath verfügt. Mein schirm und schild, mein großer lohn. In voriger Melodie. 9. Du, herr, bist meine zuversicht. Entzeuch mir deine gnade nicht, Und schließt sich 448. Bis hierher halfst du hier mein lebenslauf: So nimm mir, mein gott, mich in den himmel auf. Du halsst mir aus so mancher 10. Da wechselt nicht mehr noth, Und o wie viel, die un- freud und leid. Da find ich bekannt Mir blieb, ward von bis in ewigkeit Das glück, das mir abgewandt. feine unlust stört, Das glück, 2. Zum frohen aufenthalt das sich ohn ende mehrt. gallhier Gabst du so manche 3 freuden mir, Und immer noch 449. Vor deinen thron ist deine treu, Mich zu beglücken, täglich neu. tret ich hiermit, Gott, vater, höre, was ich 3. Drum wart ich ferner auf bitt, Verwirf vor deinem dein heil, Ein gut gewissen sei angesicht, Verwirf mich armen mein theil. Das hier des him sünder nicht. 1 2. Gott 286 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 2. Gott, schöpfer, vater, o thig steh Und auch im elei wie mild Schufst du mich als nicht vergeh, Taß mein her dein ebenbild. Durch dein wort trost und ruhe find, Und alls bin und lebe ich, Vergehen freudig überwind. müßt ich ohne dich. 11. Dir, gott, dankt dan 3. Errettet hast du mich gar mein Herz und mund, oft Sehr wunderlich und un- dank ich jetzt und alle stund verhofft, Da mur ein schritt, deine güte, treu und gua ja nur ein haar, Mir zwischen Die mich so viel gesegnet ha tod und leben war. 12. Laß deine treue va 4. Verstand und ehr hab hand Niemals von mir je ich von dir, Des lebens noth- abgewandt. Mich selbst, un durft gibst du mir; Dazu was ich hab und bin, Gebi auch einen Ders treu im glück und unglück meint. treuen freund, in deinen schutz dir hin. 13. Hilf, daß ich sei von h zen fromm Und daß mein ganze 5. Sohn gottes, durch christenthum Aufrichtig dein blut und tod Halsst du rechtschaffen sei; Nicht auger mir aus der fündennoth. Tu dienst und heuchelei. bists, der mein gewissen stillt, 14. Fehl ich, so hab mi Mein Herz mit fried und freud mir geduld, Vergib mir gu erfüllt. dig meine schuld, Und heilig 6. Wenn mich mein eigen durch frömmigkeit Mich in Herz verklagt, Und dann die mermehr zur ewigkeit. bange seele zagt: So sichert 15. Und kommt mein lebens mich dein mittleramt, Daß ziel heran, Mein Herr und mich mein richter nicht ver gott, so hilf mir dann. dammt. fei nur mein sterben selig je 7. Du bist mein heil in ewig- Auch noch im tode bin feit, Bist meines herzens trost dein. und freud, Ich kann durch 450. dein verdienst allein Hier rugott, du from hig und dort selig sein. aller gaben, gott, Du qu Ohn den nicht 8. Gott heilger geist, du höch- ist, was ist, Von dem wir d ste fraft, Du bists, der in mir les haben; Gesunden leib alles schafft. Ist guts an mir, mir, Und daß in solchem le so ist nicht mein, Du hasts Ein unverletzte seel, Und re gewirkt: es ist ganz dein. gewissen bleib. 9. Du schaffst, daß ich gott 2. Gib, daß ich thu mit fle recht erkenn, Ihn glaubig Herr Was mir zu thun gebühr und vater nenn, Laß ich dem Wozu mich dein befehl wort der wahrheit treu Und meinem stande führet. G standhaft gott ergeben sei. daß ichs jedesmal Thu, wan 10. Taß ich in trübsal mu- und wie ich soll, und so g rath Ei nem munde gehen. Und wenn Vater unser im himmelr. nach meiner pflicht Ich reden 451. Herr und regent der soll und muß: So gib den ganzen welt, der Sworten fraft Und nachdruck sie einst schuf, sie noch erhält. ohn verdruß. Du bist es gott, der alles trägt, 4. Find't sich gefährlichkeit, Was ist, was lebt und sich So laß mich nicht verzagen. bewegt. Dein ist die macht, Gib einen frohen muth Und kraft, majestät, Durch die der trost in leidenstagen. Durch weltbau herrlich steht. sanftmuth lehre mich Besiegen 2. Jch aber bin blind, dürfmeinen feind; Und wenn ich tig, blos, Mein elend, meine raths bedarf, Gib einen wei- noth ist groß. Drum bring ich sen freund. mein gebet vor dich, Erhör, 5. Laß mich mit jedermann erhör es gnädiglich. Schenk In fried und cintracht leben, du mir, der du gütig bist, Gott So weit es christlich ist; alles, was mir nöthig ist. Willst du mir etwas geben An 3. Erleuchte mein sonst finreichthum, chr und glück: So stres herz, Gib wahre buße, gib auch dies dabei, Daß ich ren und schmerz, Und habe bei nicht ungerecht, Nicht stolz so mancher schuld Noch ferund sicher sei. nerhin mit mir geduld. Gib 6. Soll ich in dieser welt meinem glauben kraft und Mein leben höher bringen, licht; Ersetze du, was mir Und unter mancher last Hin- gebricht. durch ins alter dringen: So 4. Nimm vater der es einzig gib, daß ich auch stets Ein fann, Dich meiner seele liebfrommes herz bewahr, Damit reich an; Bewahre mich für ich tragen mag Mit ehren heuchelschein, Und mache mein gewissen rein, Daß ich,( o 7. Laß mich auf christi tod stehe du mir bei!) Der tuGinst froh von hinnen scheiden gend treu ergeben sei. graues haar. Die feele nimm zu dir Hinauf 5. Gib mir verstand in alzu deinen freuden. Es ruhe lem thun, Der weisheit geist fanft der leib In seiner stillen laß auf mir ruhn, Und wo gruft, Bis ihn dein allmachts- mein Herz im zweifel ſteht, wort gleich den findern, wanns neue Leben ruft. 8. Wenn alle todten dann fend Und, geht: Da leite mich Auf dein gebot erwachen, nach deinem rath, Und förSo wird auch meinen staub deré zugleich die that. 6. Wann ja 287 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgesänge. rathe mirs Durch deinen se- Dein ruf lebendig machen. gen wohl. Dann führe mich verklärt In 3. Hilf, daß ich rede stets, deinen himmel ein Und laß Womit ich kann bestehen, Laß mich selig dort mit allen kein unnützes wort Aus mei- frommen sein. ig 11 cir 288 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 6. Wann denn mein fleiß fraft Mich ernstlich zu beflei das seine schafft: So gib dem ßen, Ein wahrer christ zu sein, leibe stärk und kraft, Erhalte Und nicht nur so zu heißen. mich gesund und frisch, Und Denn wer den namen hat, segne nahrung, haus und Und nicht die that zugleich, tisch, Bescheere mir mein täg- Kommt wahrlich nimmermehr lich brod, Und sorge für mich Zu dir in's himmelreich. in der noth. 5. Laß mich gewissenhaft J 7. Hilf, daß des Lebens allen stücken wandeln, Und hitz und last, Die du mir überall vor dir So denken, re aufgeleget hast, Mir nicht zu den, handeln, Daß ich im her schwer zu tragen sei. Und zen rein Dir, gott, vertrauen bricht des leibes hütt entzwei; kann, Und fromm versichert sei, So führ durch christi blut und Du nimmst dich meiner an. pein Den geist in deinen him- 6. Doch wenn ich schwacher mel ein. noch Aus übereilung fehle Herr, so verwirf mich nicht, Erwecke meine seele, Daß sie den fehltritt bald Erkenne und 452. Herr, aller weisheit bereu, Und ihn auf's fünftige quell, Gib mir Zu meiden, wachsam sei. O gott du frommer. 5. Besondere Bittgefänge um geistl. Wohithaten. recht zu erkennen, Daß nur 7. Ich übergebe mich Bis an die frömmigkeit Auch weis- mein lebensende Mit allem, heit sei zu nennen. Doch gib was ich bin, In deine vatermir auch dabei Ein herz, das hände. O mache du, meinso dich chrt, Wie dir es wohl gott, Den vorsatz fest in mir, gefällt, Und uns dein sohn Ein wahrer christ zu sein; gelehrt. So leb und sterb ich dir. 2. Jch nenne mich nach ihm, Befördre mein bestreben, Auch 453. Sieh hier bin ich stets nach deinem sinn Zu denEhrenkönig, Le fen und zu leben. Ich bin ge- ge mich vor deinen thron, tauft auf ihn, Dies sei zur hei- Meine thränen Und das seh ligung. Der ich gewidmet war, nen Meines Herzens weißt d Wir stets ermunterung. schon. Laß dich finden, Laß 3. Auch mir gabst du dein dich finden. Herr bist du, ich wort, Dies leite meine seele, staub und thon! Daß sie den sichern weg Der 2. Sich doch auf mich, Herr wahren tugend wähle. Was ich bitt dich, Lenke mich nach nüßt der glaube mir Mit sei- deinem sinn. Gott, mein trö ner wissenschaft? Wenn doch ster, Des erlöster, Dessen ei mir immer fehlt Zum guten genthum ich bin. Laß dich fin den, Laß dich finden, Gib dich 4. Gib, höchster, mir die mir, nimm mich dir hin. 3. Jch luft und kraft. 8. Vom Gebet. Um geistliche Wohlthaten. 289 3. Ich begehre Nichts, o seele Den alten sündensinn, herre, Als nur einzig deine Daß ich, was du willst, 1 gnad. Du versagst nie, Son- wähle, Voll eifer mich forthin dern gibst sie Dem, der dich Treu deinem dienst ergebe, liebt in der that. Laß dich fin- Und dir zu ehren lebe, Weil den, laß dich finden, Der hat ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntSeelen niß In mir, mein seelenhort, wonne, Unbeflecktes gottes- Und öffne mein verständniß lamm, Freund der seele, Den Durch dein heilsames wort, ich wähle, Der zu mir vom Damit ich an dich glaube, nhimmel kam. Laß dich finden, Nichts böses mir erlaube, Sei laß dich finden, Herr, der selig hier und dort. sänder gern annahm! 5. Ach zünde deine liebe In 5. Hör, wie kläglich, Wie meiner seele an, Daß ich aus beweglich Dir die treue seele innrem triebe Dich ewig liefingt, Wie demüthig, Wie ben kann, Und dir zum wohlwehmüthig Dir dein kind sein gefallen, Beständig möge walherz darbringt! Laß dich fin- len, Auf rechter tugendbahn. den, laß dich finden, Wenn Wenn 6. Du gibst dem schwachen dein kind sich zu dir dringt. stärke, Verleih auch mir die 6. Dieser zeiten Eitelkei- kraft Zu jedem guten werke, ten, Reichthum, wollust, ehr Die dein geist in mir schafft. und freud, Lindern schmerzen Mein eigenes bestreben In Nicht dem herzen, Das da diesem armen leben Ist viel denkt an ewigkeit. Laß dich zu mangelhaft. finden, laß dich finden, Gro- 7. Ich hoff' auf deine ßer gott, ich bin bereit. gnade Mich tröstet deine treu. 454. Herr jesu, gnaden- Auf deinem guten pfade sonne, Des wah- Mach immer mehr mich neu. ren lebens licht, Laß leben, Und daß ich deinen willen licht und wonne, Die allen Aufrichtig mög erfüllen, So kummer bricht, Mein ganzes steh mir kräftig bei. herz erfreuen, Und meinen 11 d T alles, wer dich hat. 4. Gnadensonne geiſt erneuen. Dies glück ver- 455. Herzallerliebſter gott, mir nicht. in 2. Vergib mir meine sünden, leben Die reine christuslehr Und laß mich, herr, durch dich Zum führer mir gegeben, ReDer gnade trost empfinden, giere doch mein herz Durch Berleihe gnädiglich, Daß an deinen guten geist, Daß ich des friedens gabe Mein herz stets folgsam sei Dem, was stets antheil habe. O herr, dein wort verheißt. erhöre mich! 3. Tilg ganz aus 2. meiner Nach Verleih, daß ich zuerst deinem beifall trachte. T Und 290 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Und kein vergänglich gut 8. Erlöse endlich mich Von Mehr, als es werth ist, achte. allen meinen leiden, Und ist Wer nach dem ewigen Mit die stunde da Aus dieser welt rechtem eifer ringt, Empfängt zu scheiden, O vater, so ver schon hier zum lohn, Was laß, Wenn meine hütte bricht wahre ruhe bringt. Mich sterbenden mit trost Und 3. Gib, daß ich von der sünd froher hoffnung nicht. Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der trieb Zum guten nie Ich weiß mein gott daß all. erfalte. Hilf, daß ich immer wach, 456. Von ganzer feel Im kampf des glaubens treu, preiß ich did Und in der Hoffnung stark, Herr, der du mich so väterlic Und unbeweglich sei. Bis hierher haft erhalten. La 4. Gib, daß ich als ein christ für und für Noch über mit Mich christo zeige, Dein vaterauge walten. Und folgsam ähnlich mein gemüth 2. Du schenkst uns Leben Zu seiner lehre neige. Sein glück und ruh, Gibst kraft zu geist regiere mich, Und nicht pflicht und schaffst dazu Das der geist der welt, So bleib wollen und vollbringen, Wind ich auf dem weg, Der dir, o dein gedeihu Uns nicht erfreun herr, gefällt. So kann uns nichts gelingen deinen 5. Hilf, daß ich dich, mein 3. Du schufft und du regiert gott, Von ganzer seele liebe, die welt Nach Und lieb und gütigkeit Auch rath, wie dirs gefällt, an dem nächsten übe. Demü- lenkst der menschen Herz thig, dankbar laß Mich bei Sei auch mein licht, Un des glückes schein, Geduldig laß mich nicht, Gott, dein Hoffnungsvoll In trüben ta- huld verscherzen. gen sein. 4. Dein wort lehrt mich be 6. Nie müsse sich mein lebens pflicht, Toch wie so o Herz Des fleisches lust erge- noch fühl ich nicht Die mänge ben, Und nie dem schnöden meiner scele! Ach gott der geiz. Mein dir geweihtes le- huld, Vergib die schuld, Wen ben Sei von betrug und neid, ich aus schwachheit fehle. Von unbarmherzigkeit, Von 5. Verstand und herz ist fe ungerechtem gut Und stolzem lerhaft. Bald fehlt mir lidt sinn befreit. bald fehlt mir kraft, Mig 7. Will deine hand mich hier weislich zu regieren; Dru Auf rauhe wege leiten: So bitt ich dich: Laß, höchster, mi unterstütze mich, Wenn meine Selbst deine weisheit führe tritte gleiten. Laß mich in al- 6. Herr, deffen treu un ler noth Auf deine hülfe baun ewig liebt, Poß mich beim Und auch wenn sie verzeucht, gen, den sie gibt, Auf dich d Dir doch getroft vertraun. geber schauen. Selbst, we br On St T: Ent 11 03 ro In Ell rit 1 ent Des gel DET 111 id 116 1 De dr 8. Vom Gebet. Um leibliche Wohlthaten. 291 du schlägst, und freuz auf- 6. Ein gleicher muth in freud legst, Laß mich dir fest ver- und leid, Zufriedner sinn und mäßigkeit, Und ordnung trauen. 7. Gib, daß ich meine lebens- in geschäften: Dies sei mein zeit Nur dir mit ganzem ernst ruhm; laß meinen leib Das geweiht In deiner furcht voll- laster nie entkräften. bringe, Bis ich einst dir Dort 7. Und dann laß mich des für und für, Lob preis und lebens kraft, Die deine güte ehre singe. mir verschafft, 3um guten zweck verwenden, Zu deiner ehr, in lieb und pflicht Mich meinen lauf vollenden. Bittgefänge um leibliche Wohithaten. Um Gesund heit. In dich hab ich gehoffet. 8. Doch schickst du mir auch 457. Von dir, gott der krankheit zu, So gib geduld, barmherzigkeit, sei meine ruh, Du kannst mein Kann unter gütern dieser zeit leid versüßzen. Mein labsal Kein größres mir zufließzen, sei dann deine gnad, Ein unAls wenn du mich gesund- befleckt gewissen. Al ષ્ઠ heit, gott, Und kräfte läßt genießen. 9. Und kommt dann endlich auch mein tod, O da sei du 2. Dank sei, o bester vater, mein trost, mein gott, Verdir, Du hast aus großer liebe zeih mir alle sünden, Laß meimir Dies gut bisher geschen- nen tod, herr, heilig sein, Mich ket! Dein ist's, daß ich noch ew'ge ruhe finden. leb und bin! Du bist's, der mein gedenket! 10. Ja gib mir, was mir müß und gut, An seel und leib, 3. Ach friste ferner väter an ehr und gut, Von aller lich mir dies geschenk, denn schwachheit leiden Erlöse mich, nur durch dich Kann ich es und schenke dann Mir deines versprechen. Verschone himmels freuden. mich, ist's nützlich mir, Mit um Segen in Berufs- und krankheit und gebrechen. Nahrungsgeschäften. mir 4. Auch laß mich meiner Herr jesu christ dich zu uns. sinnen nicht, Wenn dirs ge- 458. Gott, dessen hand fällt, o gott, mein licht, Jedie welt ernährt, mals beraubet werden. Er- Und jedermann sein theil gehalte sie mir fernerhin, So währt, Laß deinen segen auf lang ich leb' auf erden. mir ruhn Und mich mein werk 5. Mich leite deine vater- mit freuden thun. hand. Nie laß mich der ge- 2. Du sorgest für mich, doch sundheit pfand Durch eigne so, daß ich Auch sorgen soll zu schuld verscherzen. Auf sünden thun, was mich Dein offenfolgt schwachheit und noth Und barter wille heißt, Dazu verseel- und Leibesschmerzen. leih mir deinen geist. T2 3. Hilf, 292 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 3. Hilf, daß ich stets in ich sorge, wie ich soll. Ja dieser welt, So lebe, wie es sorge du, so gehts mir wohl. dir gefällt, Mich von der Um Rettung aus Noth fünde zu befrein, Laß meine und Gefahren. erste sorge sein. 459. Wenn wir in höch 4. Stehts erst mit meiner sten nöthen sind, seele wohl, Dann lehre mich Wenn weder hülf noch trost auch, wie ich soll Auf meines fich find't, Und wissen weder leibes wohlergehn Mit wahrer schutz noch rath, Ob wir gleich christenweisheit sehn. sorgen früh und spat: 5. Dich ruf ich an, verlaß 2. Dann ist es unser trost mich nicht, Du weißt ja wohl, allein, Daß wir uns deiner was mir gebricht, Was du noch erfreun, Und fliehn zu willst geben, gib du mir Und dir, o treuer gott, Du bester dann zufriedenheit mit dir. helfer in der noth! 6. Mit beten' geh ich an 3. Wir heben unser aug und mein werk, Gib du dem leibe herz Hinauf zu dir in unserm kraft und stärk. Mit dir fang schmerz, Und flehn dich um ich die arbeit an, Durch den begnadigung Und aller straich sie vollenden kann. fen linderung. 7. Erleichtre mir der arbeit 4. Nach deiner gnade sagest last, Laß mich, wie du be- du Dies allen, die dich bitten, fohlen hast, Das thun, was zu, Durch den, der unser meines standes ist, Erfreut, mittler ist, Durch unſern heidaß du mein helfer bist. land jesum christ. 8. Zu dir hoff' ich voll zu5. Dir, unserm vater, unversicht, Du werdest meinem serm gott, Dir flagen wir all fleiße nicht, Dein segnendes unsre noth. Ach deine vatergedeihn entzichn, Vergebens ist augen sehn, Wie so verlassen sonst mein bemühn. wir da stehn. 6. Nur du bist unsre ju 9. Du machst die dürren versicht, Vergilt nach unsrer berge naß, Du kleidest blumen, schuld uns nicht, Steh' uns laub und gras, Für deine sorg um christi willen bei, Mach ist nichts zu klein, Du wirst uns von allen plagen frei. auch mein versorger sein. 7. Dann danken und lob10. Verstünd ich nur nach singen wir mit freudenvollem deinem sinn, So lang ich noch herzen dir. Gehorsam deinem auf erden bin, mit deinen theuren wort, Herr, preiſsen gaben umzugehn, Wie wohl wir dich hier und dort. wird es dann um mich stehn! 11. O mache mich dazu Allgemeine Fürbitte. Was mein gott will. recht treu, Daß ich dir tha 460. Gott, deſſen nam iſt tig dankbar sei, Hilf, daß wie dein ruhm, Ich 8. Vom Gebet. Allgemeine Fürbitte. 293 Ich wags, zu dir zu treten, nen schall sich überall Zu Und will, als für mein eigen- unserm glück verbreiten! thum, Für andrer wohlfahrt 6. Gib, daß sich ehre, recht beten. Für sich allein Beglückt und tren Jm ganzen lande zu sein, Bringt christen küsse, Daß jeder fromm und heinicht gnug freuden. Drückt lig sei, Und richte jedes süße mich kein joch, So kränkt Vom sündensteg zum himmich doch Des nebenchristen melsweg, Daß deines naleiden. mens ehre, Herr, durch dein 2. Du schusst ja, was von wort Sich fort und fort Bei adam stammt, Zum wahren allen menschen mehre. glück und leben. Willst allen 7. Die armen laß durch deiauch, von lieb entflammt, Die ne huld Sich ihrer arbeit nähseligkeit gern geben. Erleuchte ren; Den kranken wollest du doch, Die jetzo noch Bei dicken geduld, Betrübten trost gefinsternissen, Sich selbst all- währen! Wer dich verehrt, hier Den weg zu dir Durch Sich redlich nährt, Dem wolsünd und wahn verschlie- lest du, herr, geben Zu aller Ben. zeit zufriedenheit, Glück, hülfe, 3. Erweiche der verstockten trost und leben. Herz, Bekehre die verführten. 8. Wir alle, vater, wir sind Ach, daß sie doch der jün- ja Ein wert von deinen händen schmerz Und deine gna- den, Laß nie, ist angst und de spürten! Daß keiner nicht trübsal da, Dein schutz sich In dem gericht Und strenges von uns wenden. Du bist ja urtheil fiele! Ach leite sie der, Dem nichts zu schwer, Doch spät und früh Zum vor- Drum sprich durch jesu nagesteckten ziele! men, zu deren flehn, Die 4. O stärke die im glauben vor dir stehn, Dein ja und stehn, Und findlich dich ver- mächtig amen. ehren, Daß deinen weg ste freudig gehn, Und deinen ruhm vermehren! Hilf ih nen auf In ihrem lauf, Wenn 9. Lob und Dank. 1. Pflicht bes Lobes Got tee Erweckung dazu. ihre füße gleiten, Und Lehre Vom himmel hoch da. sie Des lebens müh Durch 461. Auf christen, preißt deine fraft bestreiten. mit mir dent 5. Hilf, daß die ganze chri- herrn! Wer preist, was herrstenheit Dich als den höchsten lich ist, nicht gern? Er, den ehre, Daß weder hochmuth, der ganze himmel ehrt, Iſt haß noch neid Dein heilig unsers höchsten lobes werth. wort verkehre! Laß seine macht 2. Lobt ihn, sein ganzer nam Des irrthums nacht, Der ist ruhm; sünde reich bestreiten, und sei- eigenthum, Unendlichkeit ſein Dies grenzenloſe meer 294 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. meer von licht Durchschaut preist nicht milde geber gern? der höchste engel nicht. Gedenkt, was er an uns ge 3. Ja freuet euch, ihn zu than; Wer ist, der ihn gnug erhöhn! Solch lob ist heilsam, loben kann? herrlich, schön. Es zeigt verNun danket all und bringet. stand, erfreut das Herz, Und 462. Auf, christen, brin stillt im leiden unsern schmerz. get preiß und ehr 4. Wie wird der geist da- dem herrscher aller welt, durch entzückt, Hinauf zum Dem mächtigen, der erd und himmel hingerückt! Mit seinem meer, Und alle himmel hält. hocherhabnem freund, Mit 2. Lobt gott mit frohem gott stets inniger vereint! jubelschall, Ihn, unser höch5. Welch ein so herrlicher stes gut, Der große wunder beruf, Zu dem gott selbst die überall Auch an uns menschen engel schuf! Welch eine theu thut. re süße pflicht, Die uns so 3. Von unsrer zarten findreichen lohn verspricht! heit an Hat er uns unterstützt; 6. Ja pflicht ist's, daß ihr Er, der allein uns helfen kann, sein gedenkt, Ihr, denen er Und gern uns hilft und schützt. verstand geschenkt, Die ehre 4. Aus seiner fülle nehmen des verstandes ist, Daß ihr wir Noch immer, was uns den ew'gen fennt und wißt! nährt, und unsern seelen auch 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn schon hier Zufriedenheit gewährt. besingt, Die ihr von ihm ein 5. Er breitet stets auf unherz empfingt, Das sich pfad Viel freuden um gott mit inbrunst nahn her, Die noth, womit seine größe fühlen kann. sein weiser rath Uns prüft, oft erleichtert er. zu serm Und uns 8. Auch euer mund, so er spricht, Erinnert euch an 6. Er trägt, nach güt'ger diese pflicht. Die sprache dankt vaterart, Uns schwache mit ihr ihm allein, Und wolltet geduld, Er züchtigt wohl, nicht voll ruhmes sein? doch nie zu hart, Und schenkt 9. Wer ist gutthütiger als uns gern die schuld. er? Denn welche gabe sollt 7. Er weckt uns das geuns der Nicht schenken, der wissen auf, Ruft uns zur so sehr uns liebt, Daß er auch besserung: Und stärkt uns, seinen sohn uns gibt? achten wir darauf, mit kraft 10. Was gebet ihr nun ihm zur heiligung. dafür? Gebt ihm ein herz voll 8. Er bleibt uns treu, sein dankbegier, Das ganz in sei- wort steht fest. Wer hier ſich ner lieb entbrennt, Das ist es zu ihm hält, Kommt, wenn was ihr geben könnt. 11. Auf, christen, mit mir den Herrn, er diese welt verläßt, Zum preist glück der bessern welt. Wer 9. Drum, christen, fingt ihm 9. Lob und Dank. Pflicht und Erweckung dazu. 295 ihm preis und dank Für seine zeig uns sein angesicht Dort freundlichkeit. Dort preist sie in der ewgen ruh. unser lobgesang, Noch mehr in ewigkeit. Nun freut euch lieben. 464. obsinget gott und betet an! Es dank, 463. Nun un danket all und es rühm, es singe, Es jauchze, bringet ehr, Ihr wer nur jauchzen kann, Dem menschen in der welt, Dem schöpfer aller dinge! Wie gott, vor dem der engel heer groß, wie schön ist seine kraft Anbetend niederfällt. Wie herrlich, wie untadelhaft 2. Bejingt mit frohem ju- Sind alle seine werte! belschall Gott, unser höchstes 2. Wie schön, wie würdig gut, Der seine wunder überall seiner macht Sind nicht die Und große dinge thut. himmel heere! Welch herrlich 3. Der uns von unsrer licht welch eine pracht Beſtrahlt lindheit an So väterlich er- sie ihm zur ehre! Das auge hält, Und wo kein mensch sieht sich nimmer satt, Sieht, nicht helfen kann, Sich selbst was es auch gesehen hat, Doch zum helfer stellt. immer neue wunder! 4. Der wenn wir fünder 3. Nicht wunder für das ihn betrübt, Uns doch noch aug allein, Auch wunder für vater ist, Die straf erläßt, die die seele; Damit es ihr, sich zu schuld vergibt, und wohlthun erfreun, An keiner schönheit nicht vergißt. fehle, Wie funstvoll ändert 5. Er gebe uns ein fröhlich gott sie ab, Dem mangelt, herz Erquicke geist und sinn; was er andern gab, Und jeUnd bei des Lebens sorg und des ist doch herrlich! schmerz Helf er uns fernerhin! 4. Wo ist ein gras, wo ist 6. Er lasse seinen frieden ein blatt! Ein stäublein auf der ruhn Auf unserm vaterland, erde! Wodurch, o mensch, Er gebe glück zu unserm thun nicht gottes rath Und kraft Und heil in jedem stand. verherrlicht werde? O wie 7. Er laffe seine lieb und güt ist seine macht so reich! Was Noch ferner mit uns gehn. aber deiner trägheit gleich, Daß Was er als vater außersteht, dus nicht siehst, nicht fühleſt! Wird uns zum heil geschehn. 5. Gab seine macht die schö8. So lang dies leben hier pferin, Zum führer deines lenoch währt, Sei er stets un- bens, Dir deinen geist, ſo ser heil. Und scheiden wir manchen sinn, So viel gefühl einst von der erd, Dann vergebens? Für wen, für bleib er unser theil. wen als dich erschafft, ErHerz hält und schmücket seine kraft sich So viele große werke? 9. Wenn im tobe bricht, dann das aug sanft zu, Und gott 6. Dein gott bedarf nichts! ſeine das Schließ 296 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. seine hand, Die seine schö- sieht, Verschmäht nicht schwa pfung schmückte, Gab dir em cher menschen lied. L pfindung und verstand, Da- 2. Höchster, deiner allmacht mit er dich beglückte. Willst gleichet Auch deine gnade, und du, o mensch, nicht glücklich sie reichet Durch aller himmel sein? Will sich nicht deine himmel hin! Nie hast du dein seele freun? Nicht immer wort gebrochen, Selbst hoff froher werden! nung des, das du versprochen, 7. Er selbst entflammt in Ist mehr als einer welt gewinn. deiner brust Die sehnsucht nach Eh erd und himmel war, vergnügen. Er schuf auch Warst du unwandelbar! quellen, die voll lust Stets Lobt den höchsten! Ihn, ihn rinnen, nie versiegen. nur auf seine güte acht seine segenvolle macht Schafft vergeht! allen wahre freude. Gib erhöht! Sein wort beſteht, Denn Wenn erd und himmel schon 3. Einst erschuf er, sich zur 8. Dir wohlzuthun, das ist ehre Von sonnen unzählbare ihr ziel; Laß dich zum dank heere, Auch die, die uns strahlt, erwecken! O hätt ich doch genug und erquickt. Um die sonnen gefühl, Wie gut er ist zu hieß er erden, Auch die, die schmecken! Ist seiner wohnung uns ernährt, werden, werden, Und vorhof schon So schön, wie herrlich hat er sie geschmückt. wird mich einst sein thron, Er sprach, und es geschah; Die Wie wird er selbst entzücken! welt stand fertig da. Lobt den 9. Lobsinget gott, und betet höchsten! Er will, er sprichts; an, Es dant, es rühm, es sin- Er schafft aus nichts, Der ge, Es jauchze, wer nur jauch- herr, der vater alles lichts! zen kann, Dem schöpfer aller 4. Herr, von dem wir alle dinge! Wie groß ist unsers gaben Aus deines reichthums schöpfers fraft. Wie herrlich, fülle haben, Du, herr, ver wie untadelhaft Sind alle gissest unser nie, Du schufst seine werke! alle millionen, Die auf dem weiten erdkreis wohnen, Wacht auf ruft uns die. 465. 11nferm gott, den kennst und Lobt überschauest sie, gott der ehre, Be- Und jedem theilest du Sein singen seiner engel chöre, Der maaß mit weisheit zu. herr ist groß, sein name hoch! den höchsten! Mein gott, durch Werd auch du voll seines ruh- dich Entstand auch ich, Und mes, Voll gottes, volk des ei- du regierst mich väterlich. genthumes, Ob du schon staub bist preiß ihn doch! Ein dankbares gelall Ist ihm ein süßer 466. schall! Lobt den höchsten! Das Te Deum. Herr err gott, dich lo Der reich an güt Aufs niedre gott, wir danken dir. Dein, ben wir, Herr vater, 9. Lob- und Dankgesänge. 297 vater, ist in ewigkeit Das/ prüfungszeit Bis zu der froreich, die kraft die herrlich hen ewigkeit. felt. Die welt, dein werk 5. Täglich, herr gott, wir und eigenthum, Verkündigt loben dich, Dir heiligt unsre deines namens ruhm. Der en seele sich, Vor aller ungerechgel heer, der seraphim, Lob- tigkeit. Behüt uns heut und fingen dir mit hoher stimm: allezeit. Sei gnädig uns, o Heilig ist unser gott! Heilig ist treuer gott, Sei gnädig uns unser gott! Heilig ist unser in aller noth. Wenn wir zu gott! Der herr, herr zebaoth. dir, erbarmer flehn, So laß 2. Weit, über alle himmel uns deine hülfe sehn. Auf weit. Geht deine macht und dich steht unsre zuversicht, Verherrlichkeit. Der heiligen apo- laß uns auch im tode nicht. stel zahl, Und die propheten Amen. allzumal, Der wahrheit märt'rer überall Lobsingen dir mit frohem schall Auch deine ganze christenheit Preist dich auf überhaupt. Wie schön leuchtet der. erden weit und breit, Dich, 467 Nobjinget gott! dant, vater auf der himmel thron, ehr Sei preis und 2. Lob und Dankgesänge für alle Wohlthaten Und jesum deinem eingen sohn, unserm gott je mehr und mehr Sammt deinem geiste, dessen Für alle seine werke. Von fraft Ein neues Leben in uns ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, schafft. und herrschet weit und breit 3. Du herr der ehren, jesu Mit weisheit, gut und stärke. christ, Der du der sünder hei- Singet, Bringet, frohe lieland bist, Du wardst, um un- der, Fallet nieder, Gott ist ser trost zu sein, Ein mensch, herrlich, Unaussprechlich wie wir, doch fehlerrein. Du groß und selig. haft den weg zu gott gelehrt, 2. Lobsinget gott! dant, Des todes macht hast du zer- preiß und ruhm Sei von uns, stört. Nun herrschest du in's deinem eigenthum, Herr jesu, vaters reich, An majestät und dir gesungen. Du mittler gnad ihm gleich. Im grabe läs- zwischen uns und gott, Hast ſest du uns nicht; Du kommst durch gehorsam bis zum tod dereinst und hältst gericht. Das leben uns errungen. Hei4. So hilf uns denn, dir lig, Selig Ist die freundschaft dankbar sein, Dir folgen und Und gemeinschaft aller fromuns deiner freun, Einst sei men, Die durch dich zum im himmel ewig heil mit al- vater kommen. len frommen unser theil! Hilf 3. Lobsinget gott! du geist deinem volt, herr jesu christ, des Herrn, Sei nie von unUnd segne, was dein erbtheil serm geiste fern, Mit kraft ist. Leit uns durch unsre ihn auszurüsten. Du machst uns 298 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. uns glaubig, weis und rein, strömen der güte geregnet. Hilfft uns getrost und siegreich Denket daran, Was der allsein m streit mit unsern lü- mächtige kann, wie er uns sten. Leit uns, Stärt uns, In liebreich begegnet. der freude, Wie im leide, 7. Lobet den Herren, der, Gott ergeben, und der tugend wenn wir als christen einst treu zu leben. sterben Uns auch im tode nicht 468. Lobet den herren, den lässet vergehn und verderben mächtigen könig Und nach dem tod Uns liebt der ehren! Laßt uns den gü- und segnet als gott Ewige tigen vater im himmel vereh- freuden läßt erben. ren. Tretet heran Stimmet 8. Lobet den herrn, wer ein freudenlied an Des höchsten lebet der freue sich seiner, lob zu vermehren. Er ist der höchste, der einzige, 2. Lobet den herren, der alles außer ihm ist feiner, Er ist so herrlich regieret; Der uns ein licht, Seele vergiß es auf erden so weislich und vä- ja nicht, Ewig erbarmt er sich terlich führet; Der uns erhält deiner. In der gefährlichen welt, Daß man sein vaterherz spüret! 3. Lobt den Herren, der allmächtiger, unserer seelen gedenket, Geist- Wenn er das gute denkt, Das liche segen in himmlischen gü- du auch mir, mein gott und tern uns schenket, Der das herr, So unverdient, geschenkt. gemüth Tröstet und himmel 2. Dann ist mein herz so hochs wärts zieht, Wenn zeitlich' erfreut Ganz deiner güte voll, trübjal es tränfet. Und weiß, vor heißer dankbar 4. Lobet den herren, der große keit, Nicht wie es danken soll! barmherzigkeit übet; Der, wenn 3. Da ich noch in der mut wir menschen mit sünden ihn terschoos, Mir selbst verbor häufig betrübet, Noch mit gen schlief. Bestimmtest du für geduld Göttlicher gnade und mich das loos, Das mich zum Huld Uns trägt und sünden leben rief. vergibet. uns 4. Dit wählst des sterblichen 5. Lobet den Herren, der nah- geschick Eh er geboren ist, Und rung dem leibe bescheeret, Der so ward ich,( o welch ein glücd!) gesundheit und freude Schon als ein find ein christ. und hülfe gewähret! In wie 5. Noch schwach und klein viel noth hat nicht der gnä- ward ich durch dich Geschüßet dige gott Das leid in freude unsichtbar. Am geist und leibe verkehret. stärkte mich Dein arm von 6. Lobet den Herren, der jahr zu jahr. inser thun sichtbar gesegnet 6. Wenn in der jugend ich uf uns vom Himmel mit vom pfad Der tugend mich ver: Nun danket all und bringet. 469. Mein geist erstaunt, 299 9. Lob- und Dankgesänge. Nun lob mein seel den. verirrt; So hat mich, herr, bein treuer rath, Darauf zu- 470. Man lobet dich in rückgeführt. stille, Denn du 7. Du warst mein schuß und erhörst gebet, o gott, Aus meine wehr Vor unglück und deiner segensfülle Fließt alle gefahr; Und vor dem laster, freud und hülf in noth. Nur das noch mehr, Wie sie, zu du bist herr auf erden, Der fürchten war. frommen zuversicht. In trüb8. In frankheit hast du vä- sal und beschwerden, Läßt du terlich mir neue frist ge- die deinen nicht. Drum soll schenkt, Und deine huld er dich freudig ehren Mein mund quickte mich, Wenn sünden vor jedermann, Und deinen mich gekränkt. vermehren, So lang er ruhm 9. Wie froh und heiter ist reden kann. mein blick, Da du so hoch mich 2. Es müsse dein sich freuen liebst, Auch kommt vor dir der Wer deiner güte größe kennt, freundschaft glück, Wodurch du Und deinem dienst sich weihen, trost mir gibst. Wer jesu christi namen nennt. 10. Und welche wohlthat, Hoch seist du stets gepriesen! herr ist nicht Dies herz, das Du bist, der wunder thut, fühlen kann! Dies herz ganz Und hast auch mir erwieſen dein, das dankbar spricht; Das, was mir nütz und gut. Was du an mir gethan. Drum geb ich mich in freuden Dir zum gehorsam hin. 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm Nichts soll mich von dir scheiund preis; Ich will dich lieden, So lang ich hier noch bin. ben und erhöhn So gut ich fann und weiß. 3. Herr, du hast deinen namen Sehr herrlich in der welt gemacht, Wenn schwache zu 12. In schrecken, angst, ge- dir tamen, Hast du mit hülf fahr und noth Trau ich allein an sie gedacht. Auch mir half auf dich. Durch dich gestärkt, deine gnade, Herr, wie verist selbst der tod, Mir nicht gelt ich's dir? Bleib auf des mehr fürchterlich. lebens pfade Noch fernerhin 13. Und wenn einst erd und mit mir: So will ich dich erhimmel bebt, Durch dich den heben, Dich, der so gern erherrn der welt, Will ich den freut, Und dir zu ehren leben preisen, der stets lebt, Und Hier und in ewigkeit. mich alsdann erhält. 14. Denn, herr, auch bei Nun danket all, und bringet. der welten sturz Bleib ich 471. Du bists, dem ehr dein eigenthum, Die ewigkeit und ruhm geſelbſt ist zu kurz, Zu deinem bührt, Und das, herr, bring Lob und ruhm. ich dir; Mein schicksal hast dit 300 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. stets regiert, Und stets warst zer prüfungszeit Zu ewgen glück erhöhn. du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich 11. Vergiß nicht, seele, de mir genäht, So hörtest du, nen gott, Nicht, was er di mein flehn, Und ließest mich, gethan Verehr und halte se nach deinem rath, Hülf und gebot Und bet ihn ewig an. errettung sehn. Nun laßt uns gott den. 3. Wenn ich in schmerz und 472. krankheit sank, Und rief: herr rette mich, So halfst du mit welchem dant, Mein erheb ich dich? Laßt unserm got uns singen, h mir, dank und ehre bringen, Da gott, wir so viele gaben Von ihn empfangen haben. fein4. Betrübe mich des 2. Nur er hat uns das le des haß, So flagt ich dir den ben Und seel und leib gegeben schmerz, Du halfst mir, daß Er ist es, der sie schützet, Un ich ihn vergaß, Und gabst gibt, was beiden nüket. geduld ins herz. 3. Dem leibe gibt er speise 5. Wenn ich den rechten Die seele macht er weise, De pfad verlor, und mich ver- mit sie frei von sünden, Mög schuldet sah, Rief ich zu dir, wahres glück empfinden. mein gott, empor, Und gnade 4. Für uns dahin gegeben war mir nah. Ward christus unser leben; 6. Herr, für die leiden dank Er, der für uns gestorben ich dir, Dadurch du mich Hat uns das heil erworben. geübt, Und für die freuden 5. Sein wort wird un welche mir Dein milder segen zum segen Ein licht auf un gibt. sern wegen Bu allen guten 7. Dir dank ich es, daßdie na- werken Soll selbst sein geist tur Mich nährt und mich er- uns stärken. freut Ich schmeck in jeder frea- 6. Er läßt uns gnade finden tur, Gott, deine freundlichkeit. Vergibt uns unsre sünden, 8. Ich danke dir für dei- Wenn sie uns herzlich reuen, nen sohn, Der für mich sün- Und wir forthin sie scheuen. der starb, Und der zu deinem 7. Da wird denn schon auf gnadenthron Den zutritt mir erden So hoch begnadigt wer erwarb. den: Gott was wird nicht 9. Wie sehr liebt gott der für gaben Für uns dein him menschen wohl! Erheb ihn, mel haben! volt des Herrn, Die erd ist 8. Wir bitten deine gute, seiner güte voll, Er hilft, er Daß sie uns stets behüte, La rettet gern. dir zum wohlgefallen Uns 10. Er hilft und läßt die gute wege wallen. traurigkeit Bald uns DOT- 9. Leit uns durch deine wahr übergehn, Willst uns nach tur- heit, Vis wir in voller klar heit 31 9. Lob- und Dankgesänge. 301 heit Dich sehn und deinen na- l 3. Zu zählen sind sie nicht, men Dort ewig preisen, amen. mein vater, Die werke deiner segenshand, Du Du warst 473. Nun banket alle gott schon lange mein berather, ich emMit herzen, mund Ch mein bedürfniß und händen, der große dinge pfand. Selbst ch ich war, thut, An uns und allen en- da massest du mir schon mein den, Der uns von mutter schicksal liebreich zu. leib und findesbeinen an, 4. Du stärfst mir das geBis diesen augenblick Unzählig schenkte leben Und läßt es nie guts gethan.m Zum hö2. Der erheben, ganz freudenleer; ewig reiche gott hern glück mich zu Woll uns, so lang wir le- Schickst du zwar manche trübben Ein immer fröhlich herz sal her; Doch stehst du auch Und edlen frieden geben; mit fraft mir bei, Daß ich Und uns in seiner gnad Er nicht trost- und muthloß sei. halten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier nen tagen Mit freud und und dort. dank es schon verspürt, Wie 3. Lob, ehr und preis sei du mich unter allen plagen gott, Dem vater und dem Zwar wunderbar, doch gut sohne geist. throne Und seinem heil'gen geführt. Ich werd in drohenEr, der vom himmels- der gefahr Stets deines trostes Erbarmend auf uns licht gewahr. sieht, Bleibt, wie er ewig war, 6. Wie sollt ich denn nicht Unendlich groß und gut. Lob voller freuden Beständig deisei ihm immerdar. nen ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tiefsten leiden, tönnt ich dich, mein nicht freudig trauernd auf dich gott, recht preisen, sehn? Und fiele selbst der himWie du des preises würdig mel ein, So wirst du mein bist! Könnt ich dir g'nug den beschützer sein. Wer nur den lieben gott läßt. 474. dank erweisen, Den dies mein 7. Drum reiß ich aus des herz dir schuldig ist. Dies kummers höhle Mein sorgenherz, das deiner gütigkeit Sich des gemüthe los, Und rufe täglich mit entzücken freut. mit erfreuter seele: Wie gut 2. Wer überströmet mich bist du, mein gott, wie groß! mit segen? Wer theilt mir mit, Du leitest mich nach deinem mas mir gebricht? Wer schüßzet rath, Der nur mein heil bemich auf meinen wegen? Wer schlossen hat. schenkt dem geiste trost und 8. Von deiner güte will ich licht? Wer gibt zu meinem singen, So lange sich die zunge thun gedeihn? Allgütiger, du regt; Dir will ich dank und bist's allein! ehre bringen, So lange sich mein 5. So oft hab ich in mei 302 Zweite Abtheilung. IV. Fflichten gegen Gott. mein herz bewegt. Und wird 5. Es lehrte mich dein wor mein mund auch kraftlos sein, Dich, wie du bist, erkennen so stimm ich noch mit seufzen ein. Nicht blos dich schaudern 9. Dies schwache lob kann ich gott, Nein dich auch vater nur geben, Nimm es, mein gott, nennen. Ich sahe mein ge in gnaden an, Bis ich in ei- schick Als himmelsbürger ein nem bessern leben Dich wür- Und dacht, ich sei nicht hier diger erheben kann. Da steiget Um ewig hier zu sein. mit der engel chor Mein lobgesang zu dir empor. 6. Also hat gott die welt Mich in der welt geliebe Daß er mir seinen sohn Um mit ihm alles giebet. Sein Nun danket alle gott. 475. Ich will dem schöp- kreuz bringt segen mir, Se fer lob, Lob dem ganz verdienst ist mein, Ich erlöser singen, Mein danker bin im leben jetzt Und ein fülltes herz Soll in die höh im tod noch sein. sich schwingen. Steh, wie ein 7. Schreckt das gewissen mi wandrer, still, Und übersieh die Mit angst der jugendsünden; bahn, Denk, scele, was gott Denk ich: wo werd' ich trot thut und was er hat gethan. Wo trost im tode finden! 2. Du hast mich wunderbar So gibt mein glaube mit Geschaffen und bereitet, Herr, Von neuem zuversicht: Gott durch die lebenszeit Hast du der so gern verzeiht, Ver mich treu geleitet. Wenns um dammt mich armen nicht. mich stürmisch war, Bedroh- 8. Bald ist des leben test du das meer, Dann legte bahn, Die kurze bahn zu ende sich die angst Und stille ward's Du, gott, dem ich gelebt, um mich her. Nimm mich in deine hände 3. Oft, wenn ich unruhvoll komm, frohe ewigkeit! Boll An ferne tage dachte, Und hoffnung wart ich dein, Un manche trübe nacht Durch- stimm in höher lob Mit hin weinte und durchwachte: Dann melsbürgern ein. wars nur eitler wahn, was meinen geist geplagt, Mein Vorige Melodie. unglück nicht mein glück Hat 476. Durch dich, o groß mir der herr versagt. gott, Durch di 4. Lob sei dir für mein glück, bin ich vorhanden, Die him Und lob für trübe stunden. mel und ihr heer Sind durd Wer niemals kreuz gekannt, dein wort entstanden. Der Hat nie sein glück empfunden. wenn du sprichst, geschieht Es war die bitterkeit des jezz- Wenn du gebeutst, steht's de gen augenblicks Oft schon mit allmacht bist du mi mein glücke selbst, Oft quelle Und auch mit güte nah. meines glücks. 2. Du bist der gott da fraft 303 9. Lob- und Dankgesänge. kraft, Dich preisen erd und mir dein herz, mein sohn, Und meere, Und himmel predigen wandle meinen weg, Ich bin Die wunder deiner ehre. Dich dein schild und lohn! bet ich dankend an, Mein heil 8. Herr, dein gebot ist heil, kommt von dem Herrn, Du Dein weg ist fried und leben. hörst der menschen flehn, Und Wie könnt ich einem gott Der du errettest gern. liebe wiederstreben? Der laster3. Und wenn ich deiner hafte mag In stolzem glücke huld, gott, gewürdigt werde, blühn, Mich soll er dennoch Was frag ich außer dir, Nach nicht In seine nezze ziehn. allem glück der erde! Im him- 9. Auch wenn kein mensch mel donnerst du Und schrecken mich sieht, Will ich die sünde füllt das land, Doch fürcht ich fliehen, Denn du wirst aller nichts, denn du Deckst mich werk Vor dein gericht einst mit deiner hand. ziehen. Ich will, wenn meinem 4. Wenn ich die himmel fleisch Was böses noch gelüft, seh, Die du, herr, ausgebrei- Bedenken, daß mein leib, O tet, Der sonne majestät, Den gott, dein tempel ist. mond, den du bereitet, So 10. Sollt ich nach ehr und sprech ich: was ist doch Der ruhm Mit sünd und unrecht mensch, daß du sein denkst, trachten? Nein, herr, wenn Und daß du täglich uns Un- du mich ehrst, Mag mich die zählig gutes schenkst? welt verachten. Du bist es, 5. Voll güte läßt du uns Auf dem zum dienst Ich leib und grünen auen weiden, Nährst seele weih; Gib, daß mein uns mit speis und trank, Und wandel stets Dir wohlgefällig füllst das Herz mit freuden. ſei. Du dachtest mein, eh mich Mein gott das herz ich bringe. Die mutter noch gebar, Ja 477. Ich finge dir mit herz Der und mund, mich, welt geleget war. meines herzens lust, Ich sing 6. Du wogst mein glück und mach auch andern kund, mir ab, Und leiden, die mich Was mir von dir bewußt. üben, Und meiner tage zahí 2. Ich weiß, daß du von War in dein buch geschrieben. ewigkeit Die reiche quelle bist. Du bist der frommen schutz, Woraus uns allen jederzeit Du bist der müden ruh, Ein Biel heit und gutes fließt. gott, der gern verzeiht, Wie 3. Was sind wir doch, was gnädig, gott, bist du! haben wir Von gütern aller 7. Wem sollt ich sonst ver- art, Das uns, o vater, nicht traun Als dir, du gott der von dir Allein gegeben ward? götter? Wen ehren so wie dich, 4. Du hast des himmels Mein schutz und mein erretter? schönen bau So prächtig ausWie sanft ist dein befehl: Gib geschmückt, Du bist's, der unscr 304 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. ser feld mit thau Und regen sprung ist, und bleibt auch stets erquickt. stets dein gut. 5. Du sorgst für uns beim 14. Er ist dein schutz, dein größten frost, Bei allem sturm ewig theil, In finsterniß dein und wind, Du machst, daß licht, In aller noth dein trost jährlich korn und most Für und heil, Schafft rath und uns vorhanden sind. läßt dich nicht. 6. Du gibst uns leben und 15. Was fränkst du dich in gedeihn, Du schenkst mit treuer deinem sinn Und grämst dich hand Den frieden, des wir tag und nacht? Nimm deine uns erfreun, In unserm va- sorg und wirf sie hin, Auf terland. den, der dich gemacht. 7. Allgütiger, allein von 16. Hat er dich nicht von dir Fließt alles heil uns zu. jugend auf Versorget und er Geschöpfe deiner hand sind nährt, Und wunderbar der wir, Und unser schutz bist du. dinge lauf Zu deinem glüd 8. Du nährest uns von gekehrt? jahr zu jahr, Bleibst immer 17. Er hat noch niemals gut und treu, Und stehest uns was versehn In seinem regi auch in gefahr Und nöthen ment; Nein, was er thut und gnädig bei. läßt geschehn, Das nimmt ein 9. Du trägst uns sünder gutes end. mit geduld, Und strafst nie 18. Ei nun, so laß ihn allzusehr; Ja endlich nimmst ferner thun Und red' ihm du unsre schuld, Und wirfst nicht darein: So wirst du sie in das meer. hier im frieden ruhn Und ewig 10. Das unglück, das von fröhlich sein. ferne droht, Kehrst du so oft Dreieinigkeit der gottheit. zurück, Und die schon gegen- 478. Mein größter wunſch, wärtige noth Verwandelst du in glück. mein innigstes be streben Ist, herr, mein gott, 11. Du kennest unsrer ar- dich würdig zu erheben. Un beit müh, Und bist mit kraft endlich groß ist deine vater nicht fern, Du förderst und tren Mit jedem tag ist deine vergiltst uns sie, Erfreuft und güte neu. segneft gern. enthüllt den werke, Und deiner huld 2. Die sonn' 12. Du füllst des lebens schauplatz deiner mangel aus Mit gütern, die alles zeugt von bestehn, Wenn dieses Leibes und stärke. Sie, die das ziel irdisch haus Einst wird zu von ihrer laufbahn weiß, Gilt trümmern gehn. rastlos hin und strahlt zu 13. Oseele, die du zaghaft deinem preis. bist, Sei froh und fasse 3. Die erd ist dein, und muth. Gott, alles guten ur- du regierst dies ganze. Vom men 9. Lob- und Dankgesänge. 305 menschen an bis auf die klein- geist in mir, der sich des heiste pflanze Sch ich, wie groß lands freut, Rühmt unaufsich deine vorsicht zeigt: Sie hörlich deine freundlichkeit. reicht so weit, so weit der him mel reicht. 2. Denn du hast mich elenden angesehen, Von deinem 4. Und sie umfaßt auch mich, throne hörtest du mein flehen. du, höchster, denkest An mich, Du hast, o herr, mich armen den staub, der du die welten nicht veracht, Hast mich erhöht lenkest, Du sorgst für mich, und väterlich bedacht. gott, wie vergelt ichs dir? 3. Gott, wer kann deine huld Ein dankvoll herz, das bring und macht ergründen? Wer ich dir dafür. tann, wie weit dein wohlthun 5. Nimms gnädig an, gedenk gehet finden? Wie viel, wie richt meiner sünden, Durch viel hast du an mir gethan? deinen sohn laß mich verge- Mehr als ich jemals dir verbung finden. Er, welcher nie danken kann. ein glaubig flehn verwarf, 4. Jn keiner noth hast du Erlaubts, daß ich dich vater mich je verlassen, Wie könntest nennen darf. du dein kind, o vater, hassen? 6. So will ich dann mit kind- Nein, ewig währet die barmlichem vertrauen Auf dich al- herzigkeit, Die du an dem erlein, so lang ich lebe, schauen, zeigst, der sich dir weiht. Du bist mein gott, mein retter 5. Du übst gewalt mit deiin gefahr, Mein bester freund nes armes stärke. Gerecht und mein helfer immerdar. wunderbar sind deine werke, 7. Mein heiland, gib mir Die stolz und hoch in ihrem kraft zum neuen leben. Gib herzen sind, Zerstreuest du, so mir den muth, dem beispiel wie die spreu der wind. nachzustreben Das du, o 6. Die hohen läßt, im ange= herr, uns hinterlassen hast. sicht von allen, Dein rath oft Dein joch ist sanft, und leicht schnell von ihren höhen fallen, ist deine last. Die niedrigen zieht deine hand 8. Dein auge sieht die hervor, Und hebet sie ganz unschwächen meiner seele, Verwirf verhofft empor. mich nicht! vertritt mich, wenn 7. Die hungrigen, die dich ich fehle! Zu dir empor fleht vor augen haben, Erfüllest du meine seele stets, Und du ver mit gütern und mit gaben. nimmtst's, erhörer des gebets. Die reichen läßt du leer beim Der Lobgesang Marien. überfluß Und ihren trotz straft efel und verdruß. In voriger Melodie 479, as in mir ist, mein 8. Du denkest der barmherganzes herz erhe- zigkeit und güte, Und sorgest bet Dich, höchster gott, der selbst mit segnendem gemüthe, ewig herrscht und lebet. Mein Daß deine firche steht und sich U er= 306 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 6. Du bist und warest im merdar Mein schutz, mein ret 9. Was du, wie längst vor ter in gefahr, Der stifter meis unsrer zeit den alten, Auch nes wohlergehns, Und der uns verheißen, wirst du ewig erhörer meines flehns. halten. Du, herr, verläsfest 7. Wie oft entfernt ich mich deine finder nicht. Denn du von dir? Doch du, du bliebest allein bist unsre zuversicht. vater mir, Der, wenn ich reuerhält Bei allem spott und drohen dieser welt. 10. Gott, vater, dir sei dank voll wieder kam, Mich wieder gesagt und ehre. Herr jesu väterlich annahm. christ, den glauben in uns 8. Unzählbar sind und tågmehre. O heiliger geist, erneu lich neu Die proben deiner vouns herz und mund, Daß wir tertreu, Dir fließt, o gott, der dein lob ausbreiten jede stund. gern erfreut, Die zähre mei ner dankbarkeit. Für geistliche Wohlthaten insonderheit. Für deinen thron tret ich. 480. Dich, herr und vater zeuge sein, Ich sei erkenntlich, aller welt, Preist ich sei dein. 9. Nimm, da ichs nicht ver gelten kann, Das opfer meines dantes an. Mein leben müsſe mein gesang und dir mißfällt Der menschen stammelnd 481. danklied nicht, Mein gott und meine zuversicht. Nun lob mein feel den. unwerth Auf, meine ſeel, lob singe! An dir, so du auch bist, Thut 2. Bon mutterleib an warst gott so große dinge, W du es, Wie freut sich meine dem, der seinen gott vergißt! seele deß, Taß du auch mir Gott rettet mich ins Leben, ein vater bist, Der seines kin- Will alle missethat In chrifto des nie vergißt. mir vergeben: O gnadenvoller 3. Früh ward ich in der tau- rath! Schon hier wirst du fe schon Geweihet dir und dei mit heile Getröstet und erfreut nem sohn, Durch dein un- Und dort wird dir zu theile schätzbar wort allein Weiß ich Die ruh der ewigkeit! die ewigkeit sei mein. 2. Es hat uns wissen lassen 4. Wer war der immer Der herr sein recht und sein gütige, Der langmuthsvoll mich gericht; Erbarmung ohne ma Leitete? Und stürmte trübsal ßen Dem frommen, der den auf mich zu, Wer half mir bund nicht bricht! Schnell anders als, gott, du? eilt sein zorn vorüber; Straft 5. Herr, dessen augen stets nicht nach unsrer schuld; Dar mich sahn, Du ließest auf der herr begnadigt lieber, Nimmt pilgerbahn, Durch wohlthun lieber auf mit huld! Wohl mich zu dir zu ziehu, Für mich dem, der christo lebet! Go so viele freuden blühn. ift er angenehm! Mit ableri 9. Lob und Dank. Für geisil. Wohlthaten. 307 flügeln schwebet Erbarmung Mein mund, mein volles herz über dem! erzähle Das gute, daß er mir 3. Wie väter mit erbarmen erweist. Vergiß nicht, was Auf ihre schwachen kinder dir gott gethan, O seele, lob schaun; So thut gott an uns ihn, bet ihn an! armen, Wenn wir in einfalt 2. Wie oft hat mir der herr ihm vertraun. Gott weiß es, vergeben? Wie oft vom unwir sind sünder, Gott weiß es, glück mich befreit! Wie oft wir sind staub, Und der verwe- gesundheit mir und leben Aus sung finder, Ein niederfallend väterlicher huld erneut! Wie laub! Kaum, daß die winde oft zog seine vaterhand Mich wehen, so ist es nicht mehr da. noch zurück vom grabesrand. Wir sterbliche vergehen, Stets ist der tod uns nah. 3. Mit gnade hast du mich geschmücket Mit guter nah4. Des ew'gen gnad alleine rung mich ernährt. Wie oft Bleibt wie er selbst in ewig im elend mich erquicket! Wie keit Bei dir, des herrn gemeine, oft mich in der noth erhört! Die ganz sich seinem dienste Wie oft, wenn mich gefahr weiht, Und, daß sie selig umringt, mein leben wiederum werde, Mit furcht und zittern verjüngt. ringt. Sucht, daß ihr von 4. Mitleidig bist du, voll der erde Schon jetzt euch dort erbarmen Dein thun ist lauter hin schwingt! Dort steht bei gnad und huld. Du trägst seinen engeln Der frommen auf freuen vaterarmen Auch menschen schaar Ganz rein missethäter mit geduld. Du von allen mängeln, Und lobt zürnst, jedoch nicht ewiglich, gott immerdar. Bekchret nur der fünder sich. 5. Anbetung, preis und ehre 5. Was wären wir, wenn Sei dir, gott vater, sohn und gott nicht schonte! Wie ferne geist! Wir singens in die chöre wären wir von dir! Wenn Der schaar, die dich voll- gott uns nach verdiensten kommner preist. Anbetung, lohnte, Wie ewig elend wäpreis und ehre, Dir, der du ren wir! Doch er, der herr warst und bist! Wir stam- der ewigkeit, Uebt ewige barmmelns nur, doch höre, Hör, herzigkeit. gott, der ewig ist. Einst tra- 6. Nein feine menschlichen gen wir auch palmen, Du gedanken Du gedanken Ergründen seiner gott, auf den wir traun, Einst gnade mehr; Eh finden wir singen wir dir psalmen, Wenn des himmels schranken, Eh wir verklärt dich schaun! zählen wir der sterne heerf Wer nur den lieben gott. Unendlich wird von gott geNobsing dem Herrn, liebt, Wer fromm in gottes o meine seele, Lob furcht sich übt. deinen guten gott, mein geist, 7. Das thor der morgents482. 11 2 the 308 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Für deinen thron tret. the stehet Weit von der abendröthe zelt; Doch weiter als 483. die sonne gehet, Weit hinter Frohlockend gott, er heb ich dich, Als jede ferne welt, Entfernet got- vater sorgtest du für mich, tes vaterhuld Bereueter ver- Verschafftest ew'ges leben mir gehen schuld! Und zogst mein ganzes herz 8. Wie bei den thränen sei zu dir. ner kinder Kein vaterherz ver- 2. Durch jesum mit dir außhärtet bleibt, So kehrt sich, gott, geföhnt, Mit gnad und huld dein herz zum fünder, Den von dir gekrönt, Ihm meinem reu demüthig zu dir treibt. mittler unterthan, Gehör ich Kein vater siehet, so wie du, dir auf ewig an. Dem guten kind mit liebe zu. 3. Wie heilig ist, wie se 9. Du kennst die schwachheit gensvoll Dein recht, dem ich unsrer herzen, Kennst unsers gehorchen soll? Wie mächtig geistes pflichtigkeit. Du weißt, weckt zum tugendlauf Mich, wie oft mit heißen schmerzen herr, Was du verheißest auf. Wir jeden fehler still bereut. 4. In deiner kraft geh ich Du, schöpfer, der aus staub einher, Was du gebietest, ist uns schafft, Kennst uns und nicht schwer. Denn du verweikennst der sünde kraft. gerst muth und licht Zum gu10. Kurz, eitel, wandelbar ten deinen kindern nicht. und flüchtig Ist hier des men- 5. Wer demuthsvoll es nicht schen aufenthalt! Gras ist vergißt, Daß du des menschen sein leben, schwach und nichtig stärke bist, Nimmt stets an Des leibes prächtigste gestalt; fraft und weisheit zu, Die Blüht, blumen gleich, sinkt stolzen nur erniedrigst du. und vergeht, Gleich blumen, wenn ein sturmwind weht. 6. Sei standhaft! rufest du mir zu. Ich kämpfe, wer ver 11. Wer gern an dein gebot gedenket, Und deinen bund gilt, wie du? Wo beut sich von Herzen hält, Wenn jeder mir ein könig an, Der ewigfehltritt schmerzlich kränket; feiten geben kann? Und wem nichts böses mehr 7. Mit dir besieg ich allen gefällt: Dem wirst du hier reiz Der sünde, wollust, stolz schon gnädig sein, Den wirst und geiz. Gerüstet, herr, mit du ewig dort erfreun! deiner kraft Bekämpf ich jede 12. Ihr gottfolgsamen gei- leidenschaft. sterheere, Lobt, engel gottes, 8. Und fehl ich, so bestrafft feine fraft! Geschöpfe, rühmt du mich zu meiner warnung des schöpfers ehre, Ihn, der väterlich. Siehst meine reue erhält, was er erschafft! Ihn gnädig an Und hilsst, daß ich lobe, was nur wesen heißt, Lob mich bessern kann. ihn auch ewig, du mein geist! 9. Drum preiset dich mein lobge Lob und Dank. Für geistliche Wohlthaten. 309 leben den. Höchster, ich bekenn es frei, mein Durch mein ganzes Leben gott, sorgst gnadenvoll Für Kann ich deine lieb und treu meiner seele dauernd wohl. Nie genug erheben. Aus meines Herzens grunde. 2. Herr, ich leb und bin in dir. Dir dant ich mein wesen, 484. Groß ist des höchsten Deine hand ist über mir Immer güte! Wer sie noch gewesen! Längst vor anbenicht achtet, Welch fühllos herz ginn der zeit Hast du mich erverriethe Der unerkenntliche! wählet, Erben jener seligkeit! Sie rettet uns aus noth Er- Mich auch zugezählet. quicket uns im leide, Verwan- 3. Durch die taufe weihest delt es in freude, Versüßet du mich zum gnadenbunde. selbst den tod. Trene sagt ich da dir zu, Und 2. Und meine lippen schwie- bis diese stunde Hältst du, was gen Von ihm? ich raubte mir dein mund versprach: Brach Das himmlische vergnügen, ich mein versprechen: So sah Gott, lob zu singen dir? Nein, deine huld mir nach, Schonte herr von meinem dank Sei mein verbrechen. jeder morgen zeuge, Und jeden 4. Und dein abendmahl und abend steige Zu dir mein lob- wort Schenkst du mir zur weide. gesang! Dadurch trägst du immerført Lobgesang. Mein ganzes sei dein dank. Denn du, 3. Du wirst mich ferner lei- Stärkung, trost und freude, ten, So unwerth ichs auch bin Ja mein ganzes heil mir an, Treu bleibt zu allen zeiten Und bringst mir entgegen, Was Dein milder vatersinn, Ich ich je nur wünschen kann, hoffe stets auf dich. Du wirst Friede, leben, segen. in fümmernissen Mir wohl zu 5. Gott, dein auge sieht auf helfen wissen, Dir überlaß ich mich, Dein ohr hört mein fles mich. hen. Deine hand eröffnet sich 4. Ja deine huld ist größer Mir zum wohlergehen. Wenn Als es der mensch versteht. dein aufsehn mich beschützt, Dein rath unendlich besser, Kann mein fuß nicht gleiten. Als was sein wunsch erflcht. Liebreich gibst du, was mir Herr, meine zuversicht, Dir nützt, Auch in schweren zeiten. froh mich zu ergeben, Dich 6. Herr, du hast mich je geliebt, dankbar zu erheben, Sei meine liebste pflicht. Schwing dich auf zu deinem. Und zu dir gezogen, Auch dann wenn ich dich betrübt, Bliebst du mir gewogen, Denn du 485. Gott, mein höchstes schlugst bei meiner ſchuld Mich gut, mein theil, mit vaterruthen, Lenktest fie Durch unzähl'ge gnaden durch deine huld Mir zu vieSchaffst und förderst du mein lem guten. heil, Schüßzest mich vor scha- 7. Deine vaterlieb und treu Hält 310 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Hält mich ganz umschlossen: kein ergößen, Dem ein schatz, Sie kommt täglich auf mich die gesundheit fehlt. Kann den neu, Strömen gleich, gefloffen. sein glück erfreuen, Hilft den Wenn ich ernsthaft mich an sein überfluß, Der heißer von seh, Find ich aller wegen Ihre dem schreien Bei schmerzen breite, tief und höh Mir zum ächzen muß? Wird nicht der heil und segen. held selbst beben Bei langer leibesnoth? Ist nicht ein 8. Ach herr, ich bin zu gering Aller deine treue! Nimm schwaches leben Viel Härter dafür, was ich dir bring, als der tod? 3. Uns menschen unaus Meiner sünden reue, Mit dem vorsatz, daß ich hier Deinen sprechlich Ist, schöpfer, deine heil'gen willen, Der mein wohl gnad und huld. Wie schwach sucht für und für, Will getreu und wie zerbrechlich Ist unser erfüllen. tod leib durch adams schuld! Der wohnt in der Hütte, In 8. Dein, o gott, soll ewig der die seele wohnt; Jedoch sein Dank und preis und ehre. der gott der güte Sieht uns, Ruhm und herrlichkeit ist den staub, und schont. E dein, Erd und himmel höre! wacht, daß keine plage Und Heilig, heilig, heilig ist, Der frankheit uns erreicht; Durch uns alles giebet, Der die viel gesunde tage Macht er feinen nie vergißt, Sie als viel lasten leicht. N pater liebet. 4. Jauchzt fröhlich ihr ge funden! Der herr ist unsers lebens kraft; Durchlebt die frischen stunden Nicht unge braucht; lebt tugendhaft! 486. Welch lob soll ich dir Mein gott, laß Nun lob mein feel den herrn. alle kranken geben, Daß ich Die winselnd zu dir schrein, dir würdig dankbar bin? Gott mir einen trieb zum danken du beglückst mein leben, Ge- Für die gesundheit sein! Lamm, sundheit hast du mir verliehn. daß du auf der erde Für mich Ich hab aus meinen krästen, zerschlagen wardst, Sprich, Herr, deine fraft gemerkt Zu wenn ich krank sein werde: den berufsgeschäften hat mich Ich bin der Herr dein arzt! dein arm gestärkt. Gesund erschaffenen gliedern Hast du Für Ernährung und ir stets wohlgethan, Wie soll dischen Segen. ich dirs erwiedern? Nimm mich zum opfer an. Für leibliche Wohlthaten. Für Gesundheit. Sei lob und ehr dem. 487. 2. Die größten von den schägen, Den sich ein mensch zum geber aller trost erwählt, Gibt dem doch voll und jedes land Aus deiner milden segenshand, Du gaben, Muß jedes Des guten 311 9. Lob und Dant. Für leibliche Wohlthaten. guten zufluß haben. Jesu der du meine seele. Mit großer weisheit hältst du haus 488. Halte bich nicht länUnd breitest deine güte aus, ger, fließe Stille Der völler wohl zu gründen. zähre meines dants! Meine 2. Als milder geber zeigst volle feel ergieße Sich in du dich Den völlern aller ströme des gesangs! Selig einst lande, Und du verknüpfst sie vor ihm zu werden Schuf unter sich Durch deines segens mich gott, und schon auf ers bande. Vom fernen ost, vom den Seh und fühl ichs wonfernen nord Strömt deines nevoll, Was ich künftig wer segens quelle fort Zum westen den soll. und zum süden. 2. Jeder tag gebiert mir 3. Von dir stammt kunst und freude; Freude jeder augenwissenschaft, Wodurch die län- blick; Selbst die schmerzen, die der blühen. Du schenkest jeg- ich leide, Segnen mich und lichem die traft, Sich nützlich werden glück. Rieseln nicht im zu bemühen In seinem amt, pilgerlande Quellen auch im beruf und stand, Darzu dein dürren sande? Immer strahlt rath ihn tüchtig fand, Zum die sonne nicht; Aber auch die besten mit zu wirken. nacht hat licht. 4. Du segnest auch des fünst- 3. Strömen nicht durch lers fleiß Zum nußen seiner alle sinnen Lustempfindungen brüder: Was er nur gutes mir zu? Jedes glück, das ich kann und weiß, Das kommt gewinne, Wer gewährt es mir von dir hernieder. Was deine als du? Ist es, gott, nicht güt uns zugewandt, Das deine gabe, Daß ich diese sin fließet stets aus hand in hand nen habe, Und zum täglichen Durch nützliche gewerbe. genuß, Nothdurft, füll' und 5. Herr, unser gott, wir überfluß? preisen dich Mit dankbarem, 4. Gott, wie viele frohe tas gemüthe. Du herrschest unver- ge Flossen, weil wir nichts ges änderlich Mit weisheit und brach, Ruhig hin, und frei mit güte. Geuß deinen segen von klage, Frei von noth und ferner aus Auf unser land, ungemach Hatt' auch einer auf unser haus, Zu deines müh und sorgen; Sie ents namens ehre. flohn, und jeden morgen, 6. Hilf, daß ein jeder red- Wenn ich deine sonne sah, lich sei n seinem thun und Waren neue freuden da. handel; Rechtschaffen, brüder- 5. Hab ich nicht aus deiner lich und treu In seinem gan- fülle Was mein Herz nur wün zen wandel. Mit lust, o vaschen mag? Speiß und trank ter, wendest du Dem lande und dach und hülle, Schuß deinen segen zu, Das solch und hülfe jeden tag? Jahre ein polt bewohnet. monden, tag und stunden 312 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Haben wir genug empfunden schatten wohnen, Die preisen Deiner vatergüte macht; Aber deine schöpfermacht, Die ste nie genug bedacht. und uns hervorgebracht. 6. Ach, bei diesem überflusse Gebt unserm gott 2c. Fehlt uns, immer froh zu sein 3. Was unser gott geschaf Diese weisheit im genusse; fen hat, Das will er auch er Dieſe mangelt uns allein. halten; Darüber will er früh Deines segens quellen flossen und spat Mit seiner gnade Uns vorüber ungenossen. Wir walten. In seinem ganzen vergassen unsre pflicht. Doch königreich Ist alles recht und versiegen sie noch nicht. alles gleich. Gebt 2c. si7. Sicherheit in jedem lande, 4. Jch rief zum Herrn in mei Ordnung und gesetz und recht ner noth: Ach gott, vernimm Diese starken festen bande mein weinen; Da half mein Für das menschliche geschlecht; helfer mir vom tod Und ließ Auch des umgangs süße freu- mir trost erscheinen. Drum den Und der freundschaft trost dant, o gott, drum dank ich im leiden, Rath und hülfe dir! Ach danket, danket gott haben wir, Milder vater nur mit mir! Gebt zc. von dir. 5. Gott ist uns nah und nie 8. Dies gewährst du diesem mals nicht Von seinem voll Leben, In der kurzen prü- geschieden; Er ist der from fungszeit. Was wirst du uns men zuversicht, Ihr segen heil dann nicht geben, Vater, in und frieden. Mit vaterhän der ewigkeit! Selig einst vor den leitet er Die seinen glück dir zu werden, Schufst du lich hin und her. Gebt 2c. mich, und schon auf erden 6. Wenn hülfe nicht mehr Seh ichs, fühl ichs wonnevoll, nüßen kann, Die menschenkraft Was ich künftig werden soll. erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst und neiget Die vaters augen denen zu, Die sonstens nirgends sinden ruh. Gebt 2c. 7. Ich will mein ganzes le vater aller güte, Dem gott, der benlang, O gott dich freudig alle wunder thut, Dem gott, ehren. Einst sollen der mein gemüthe Mit seinem Lobgesang Auch deine himmel reichen trost erfüllt, Dem hören. Mein geist und leib ergott, der allen jammer stillt. hebet dich! Mein ganzes herz Gebt unserm gott die ehre! erfreuet sich. Gebt 2c. meinen 2. Es danken dir die him 8. Jhr die ihr christi namen melsheer, Beherrscher aller nennt, Gebt unserm gott die thronen. Und die auf erden ehre! Jhr, die ihr gottes macht luft und meer In deinem bekennt, Gebt unserm gott die ehre! Für Grrettung aus Noth und Gefahren. 489. Sei lob und ehr dem höchsten gut, Dem 9. Lob und Dank. Für leibliche Wohlthaten. 313 ehre! Die falschen gößen macht 5. So sei denn jetzt gepreist treue! zu spott. Der herr ist gott! der O vater, gott der herr ist gott! Gebt 2c. Dank dir, erretter, dank! Dir 9. Kommt, laßt uns vor sein bringen wir aufs neue Für angesicht Mit froher ehrfurcht deine hülf und huld Uns dringen! Bezahlet die gelobte selbst zum opfer dar, Und pflicht Und laßt uns fröhlich unser herz wird ganz Dein singen: Der Herr hat alles lob- und danfaltar. Nun danket alle Gott. wohl bedacht Und alles recht 6. Und deiner rettung huld, und gut gemacht! Gebt unserm Die du uns, gott, erwiesen, gott die ehre! Soll von uns nicht nur jetzt, Nein ewig sein geprieſen. 490. ob, ehr und dank Erschallen soll sein ruhm, sei dir, O großer So lange wir hier sind; gott, gesungen! Du, du hast Dich preise, mächtigster, Noch die gefahr, die uns umgab, kind und findeskind. bezwungen, Das unglück tobte 7. Und künftig wollen wir wild: Dein eifer schreckte sehr, Nur dir zu ehren leben. Nicht Und fluthen rauschten stark mehr dir, wie bisher, Mit und fürchterlich daher. sünden wiederstreben. Und 2. Doch mitten in dem zorn dann halt, vater, du Mit ferBewiesest du erbarmen. Es nern strafen ein, Und laß in brach dein vaterherz, Du zeig- deine hand uns eingezeichnet test an uns armen, Daß du sein. die menschen nicht Gern plaWer nur den lieben Gott. gest und betrübst, und im 491. Mein Herz ermuntre betrüben selbst Sie als ein vater liebst. dich zum preiſe Des gottes, der dein vater ist! 3. Dein sohn war unser Bedenke auf wie viele weise fels, Auf den sich unser hoffen Du ihm zum dank verpflichtet Gewiß und fest verließ; Drum bist. Bring ihm, der stets stand dein ohr uns offen. Der dein Helfer war, Mit freuden sturm erschütterte; Doch sielen ruhm und ehre dar. wir nicht gar, Weil unsre 2. Herr, deine hand ist imhoffnung fest Auf ihn gegrün- mer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und dennoch wandet war. 4. Entflohn ist die gefahr! fet oft mein hoffen Auf dich, Entflohn ihr schrecklich toben! der du die Liebe bist. Mein Gott, du hast sie bedroht Mit gott, wie wenig bin ichs starker hand von oben. Die werth, Daß mir noch gnade plage drückt nicht mehr; Das wiederfährt. bange herz wird froh, Das 3. Unendlich groß ist dein ervoll von furcht und angst An- barmen, Nur wohlzuthun bist du betend zu dir floh. gewohnt. Drum wird auch mir 314 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. mir, mein gott, mir armen, pflegt, Der seiner finder schwach Von dir nicht nach verdienst heit trägt. gelohnt. Noch immer steht mir 9. Drum soll mir deine huld deine treu Mit segen, trost und güte Beständig gott vor und hülfe bei. augen sein. Ich will mit red4. Du bist es, der in mei- lichem gemüthe Mein leben deis nen sorgen Mit rettung dir nem lobe weihn, Bis ich voll entgegen eilt; Und wenn sie, kommner deinen ruhm Grheb noch vor mir verborgen, Nach im höh'ren heiligthum. meinem wahn zu lang ver- 10. Bon der gemeinschaftli weilt: So kommst du, eh ich chen Gottesverehrung. michs versehn, Und hilfst mir 1. Pflicht und Nußen des öf und erhörst mein flehen. fentlichen Gottesdienstes. In voriger Melodie. 5. Du wählst und wirkest stets das beste, Und wenn auch 492. Den höchsten öffent meine noth sich häuft; So lich verehren, Und steht durch dich mein wohl doch in sein haus mit freuden gehn, feste: Und wenn mich elend und andachtsvoll sein wort zu ganz ergreift, So willst du hören, Und ihn Lobpreisend mein erbarmer sein, Mich vom zu erhöhn, Ist eine pflicht, verderben zu befrein. wozu der christ, So lang er tann, verbunden ist. O 6. Du bist mein heil, mein ganz gemüthe Ist deines ruhm3 ste wesen, Durch das der 2. Denn billig ist das höch mein retter voll! könnt ich mensch ist, lebt und denkt. deine große güte Doch so er Den herrn und richter aller heben, wie ich soll! Doch mei wesen, Den, der uns jede ne fraft reicht nicht dahin. wohlthat schenkt, Mit Lob und Du weißt es, gott, wie preise zu erhöhn, um neue schwach ich bin. huld ihn anzuflehn. 7. Und hätt' ich auch viel 3. Wenn du nur in der still tausend zungen: So würde ihn ehrest, Und jesum deinen deines wohlthuns preiß Nie heiland nennst; Doch ihn nicht würdig g'nug von mir besun- öffentlich verehrest, Ihn nicht gen Auch bei dem größten auch für der welt bekennst: ernst und fleiß. Denn mehr Bist du dann sein? bist du guts, als ich zählen kann, Hat ein christ, Der seinem heiland deine huld an mir gethan. dankbar ist? 8. Jedoch du siehst mit 4. Wer sich dem dienst des. wohlgefallen Auch auf des Herrn entziehet An dem dazu herzens redlichkeit; Und hö- bestimmten tag, Aus leichtsinn rest selbst das schwache lallen die versammlung flichet Und Der deinen mit zufriedenheit nicht mit andern beten mag. Du hörft es, wie ein vater Der, der verletet seine pflicht, Ver 315 10. Von der gemeinschaftl. Gottesverehrung. Verachtet gott, ehrt jesum wir sind eines leibes glieder! nicht. Kommt, unsern vater zu er= 5. Auch deinen nächsten zu höhn! Frohlockend preiset jeſum erbauen, Mußt du zum hause christ, Der unser herr und heigottes gehn; Wie viele sind, land ist! die auf dich schauen, Die sehr 2. Würdige Sonntagsfeier. auf andrer beispiel sehn; Wenn Herzliebster jesu was haft. einer durch dich träge wird, 493. Dies ist der tag, an Bist du es nicht, der ihn verführt? welchem deine frommen, Herr, in dein haus 6. Und selbsten uns in un- dich anzubeten kommen; Mit fern pflichten, Und vor der lob, gebet und dank dich zu bahn zur seligkeit Noch immer verehren, Dein wort zu hören. mehr zu unterrichten In die- 2. Er sei nun auch o heiser vorbereitungszeit; Wie land, dir geweihet, Ihn feiert nöthig ist dies nicht, o christ, gern, wer deines heils sich freuDer du geneigt zu fehlern et. O laß mich auch mit freubiſt. den vor dich treten, Dich an7. Der gottesdienst ist ein zubeten. geschäfte, Dazu aus lieb uns 3. Dich preist der lobgesang gott verband; Er stärket under himmelsheere; Auch unser fers geistes träfte, Gibt mehr tempel schall von deiner ehre! erkenntniß und verstand. Er ist Auch unser dank und unsrer ein mittel, das uns kraft Zum ehrfurcht flehen Soll dich erglauben und zur tugend schafft. höhen. 8. Hast du nicht auch oft 4. Wie freu ich mich die trost empfunden, Wenn du stätte zu begrüßen, Wo durstie das wort des Herrn gehört? gen des Lebens bäche fließen Und Sind dir nicht lieb die frohen wo dein heil von den erlösten stunden, Da man gott öffent- zungen Froh wird besungen. lich verehrt, Und um das 5. Mich lockt die welt umewige bemüht, Sich dem ge- sonst zu ihren freuden, Mein räusch der welt entzieht. geist soll sich an deiner lehre 9. Was gleicht dem himm- weiden; Dein himmlisch wort, lischen entzücken, Das hier ein das deine boten lehren, Das frommes herz belebt? Wenn will ich hören. es in stillen augenblicken, Mit 6. Mit andacht will ich heuandern sich zu gott erhebt te vor dich treten. Ich weiß, Und voll des glücks, das es du hörst, die kindlich zu dir genießt, Von dant und freu- beten. Der menschen glück, die den überfließt. sich der sünde freuen, Kann 10. Kommt dann, o christen, nicht gedeihen. theure brüder, Vereint im 7. O laß auch heute deinen geist vor gott zu stehn. Kommt geist mich lehren, Vom weg, der 316 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. der dir mißfällt, mich abzu- mag. Bewahr mich vor dem fehren: Er leite mich, daß geist der welt, Der diesen tag meine ganze seele Zum trost verächtlich hält. dich wähle. 6. Was dein wort heute in 8. Dein tag sei mir ein dent- uns schafft, Behalt die ganze mal deiner güte; Er bring mir woche kraft; Daß jeder tag heil und lente mein gemüthe der lebenszeit Sei deinem lob Auf jenes glück, das du der welt und dienst geweiht. erworben, Da du gestorben. Wer nur den lieben gott. des 9. Dich bet ich an, du to- 495. Wie lieblich ist doch, überwinder! An diesem* herr, die stätte tag hast du zum heil der sün- Wo deines namens ehre der, Die fern von gott in wohnt! Ogib, daß ich sie gern todesschatten saßen Dein grab betrete, Weil da dein segen die verlassen. belohnt, Die deiner Lehre sich 10. Es feire dankbar diesen erfreun, Und dir des herzens tag die erde, Daß jedes land andacht weihn. voll deines ruhmes werde! Lob 2. Wohl dem, der dich in ſei, erlöser, deinem großen na- deinen tempel, Gott, zu ver men Auf ewig; amen! ehren, ernst beweist! Du hörst ſein lob: und sein erempel O jesu christ meins. 494. gott, du bist mein Stärkt auch des nebenmenschen preiß und ruhm, geist, Daß er auf deiner wahr Mein Herz sei ganz dein ei- heit bahn Rechtschaffen vor genthum! Laß mir den sonn- dir wandeln kann. tag heilig sein, Und gern ihn 3. Dein wort bleibt niemals meinem glücke weihn! 2. Gib, daß ich mein gemüth recht bewahr, Wenn ich mit deiner uns christen schaar Zu deines ses stätte geh; Und so andacht vor dir steh. ohne segen, Wenn mans nur zu herzen nimmt, Es gibt trost auf trübsalswegen hau- Die du zu unserm heil bestimmt, mit Es gibt im kampf uns muth und kraft, So wie es sieg und 3. Erinnre selber meinen freude schafft. geist, Daß du mir gegenwär4. O laß auch mir dein licht tig seist, Damit ich deines gei- heut scheinen! Dein tag, herr, stes lehr Begierig und nußen hör. mit bring auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den dei 4. Drück alles tief ins herz nen Vor dir an heilger stätte hinein, Und laß mich nicht bin. Laß dir das lob, das wit blos hörer sein; Steh mir mit dir weihn Ein angenehmes deiner gnade bei, Daß ich der opfer sein. lehre thäter sei. 5. Du bist der vater aller 5. Hilf, daß ich deinen ruhe- frommen, O segne heute deine tag Zu meinem segen feiern lehr! Erhör, wenn wir zusam men Vom himmel kam der. 2. Würdige Sonntagsfeier. 3. Pflicht u. Nutzen des 2c. 317 men kommen, Der frommen güt und macht Gethan, geordwunsch zu deiner ehr. Wir su- net und vollbracht. BAID PRI chen nur, herr, deine gnad, Ach 9. Du sieger über tod und leit uns auf der tugend pfad. grab, Der sich für uns zum opfer gab, Laß uns der wohl496. Dies, christen, ist der that würdig sein Und mach tag des Herrn, uns von den sünden rein. Geschäft und müh sei von 10. Laß deiner auferstehung euch fern, Kommt vor des höch- kraft, Die neues leben in uns sten angesicht, Und freuet euch, schafft, Uns mit dem hohen in seinem licht. trost erfreun, Einst ewig, herr, dir zu sein. 2. Kommt, betet euren schö- bei pfer an, Und rühmt, was er en euch gethan, Ihn preisen ist 3. der christen amt; Drum preist und lobt ihn alleſammt! flicht und Nußen des häuslichen Gottesdienstes. Alle menschen müssen sterben. 3. Rühmt, seine weisheit, 497. Auch zu haus und in kraft und rath, Da er aus der stille, Christ, nichts erschaffen hat Den him- vergiß der andacht nicht. Sie mel und die ganze welt, Und führt dich zur segensfülle, Sie alles, was sie in sich hält. ist eine sel'ge pflicht. Vor 4. Und als er ihren bau gott täglich mit den deinen vollbracht, Hat er den menschen Dankbar im gebet erscheinen, auch gemacht, Den er nach Bringt viel vortheil, bringet seinem ebenbild Mit weisheit lust, Trost und ruhe deiner und verstand erfüllt. brust. 5. Erkennt, um euch voll 2. Solltest du nicht den erdank zu freun, Wie er durch heben, Der dir täglich gutes seine güt allein Uns täglich schenkt, Der dir fristet glück schützet und ernährt, Und man- und leben, Jede stunde dein ches unglück von uns kehrt. gedenkt? Kannst du rettung 6. Dankt auch, daß heute deiner sünden, kannst du neue jesus christ Vom tode aufer- gnade finden; Wenn du nicht standen ist, und durch die größe zu gott hingehst, Und um huld seiner macht Das leben an das und wohlthat flehst? licht gebracht. 3. Welch ein segensvoll ge7. O gott, der du den erden schäfte Ist ein häusliches gekreis Erschaffen hast zu dei- bet? Muth zur arbeit, lust nem preis Und auch in trüb- und fräste Gibt gott dem, der sal und gefahr, Uns treu zu ihm sleht. Tröstung in bebewahrt so manches jahr. trübten stunden Haben from8. Hilf, daß wir voller dank- me stets gefunden, Die im begier Erkennen, was du für gottesdienst vereint, Stille thräund für Durch deine weisheit nen ihm geweint. 4. Sicht 318 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 4. Sichtbar mehrt sich glaub Kein wort spricht je ein falscher und tugend, Glück und segen mund, Allwissender, dir ist d blüht und grünt, Wo das kund; Du heiligster wirst's alter und die jugend Gott rächen. Laß jederzeit mein ja mit mund und thaten dient: und nein Wie's christen ziemi, Aber unordnung und sünden aufrichtig sein! Wird man in den häusern fin- 2. Und wenn ich schwörend den, Wo man lebt, wie ohne vor dir stch, Dir feierlich in's gott, Weder denkt an pflicht antlitz seh Die hand zum himnoch tod. mel hebe; Wenn ich dich, gott, vertraun. 5. Gute fromme finder ha- zum zeugen ruf, Zum rächer ben, Froh in seinem hause dich, der mich erschuf, Durch sein, Trene hausgenossen ha- den ich bin und lebe! Dann sei ben; Gott wie muß dies glück von trug und heuchelei Mein erfreun! Im gebet ist reiz zur herz und meine zunge frei! tugend Für bediente, für die 3. Wenn frevler da aud jugend; Sich einander zu er- gott noch schmähn, Mit lügen baun, Wirket lieb und fromm frech noch vor ihm stehn, Dann laß mein herz erschrecken! Weh 6. Drum, o christ, ein jeder dem, der gott und gottes morgen, Jedes abends ruh'ge macht Zum ziegel seiner bos zeit, Eine stunde frei von sor- heit macht, Sie vor der welt gen, Sei vor allem gott ge zu decken. Herz, schau den weiht. Bete selbst, bet mit den gott mit zittern an, Der leib deinen; Gott hörts, und er- und seel verderben kann! freut die seinen: Achtsam lies 4. O seele, wenn du dich die heil'ge schrift, Sie lehrt, noch liebst, Denk, was du da was dein heil betrifft. zum pfande gibst; Dein glüd 7. Höchster, mache dies ge- dein ewig leben! Verlier nicht schäfte Allen häusern theu'r mit verwegenheit Dein theil und werth; Gieb dazu uns an gott und seligkeit: Wer kann trieb und fräfte; Hindre, was dirs wieder geben? Gott und es uns erschwert; Laß dir un- sein evangelium. Wie kostbar ser schwaches Lallen In der ist das eigenthum! stille wohlgefallen, Bi3 wir 5. Gott, wenn du nicht mein ewig vor dir stehn, Und mit gott mehr bist, Dein sohn engeln dich erhöhn. 11. Gibschwur. Heiligkeit desselben. O ewigkeit, du donnerwort. nicht mehr mein heiland ist, Dein himmel nicht mein erbe; Wenn mich beim leiden dieser zeit Kein trost vom himmel 498. Gott, der du her- mehr erfreut, Kein trost mehr zenskenner bist, wenn ich sterbe; Ist gott und Herr, dem die falschheit greuel jesus nicht mehr mein: Dann ist, Und jeder lug verbrechen, beffer nie geboren sein! 6. Fred 11. Eidschwur. Heiligkeit desselben. 319 6. Frech ist die zunge, die Kein trug, kein gottlos wesen. noch spricht: Gott siehets Du bist ein gott des rechts, bei nicht, gott achtet's nicht!" der treu: Wers wagt, So lästern spötterrotten. Ja, dir zu schwören, Und hegt im gottes langmuth ist bekannt; Er herzen heuchelei, den wird lähmt nicht jede falsche hand; dein ohr nicht hören, Dein Doch gott läßt sich nicht spot- eifer wird ihn strafen. ten. Zum strafen hat er lang 2. Drum laß mich, gott noch zeit, Zum strafen noch der wahrheit, nur Ein lautres die ewigkeit. zeugniß geben, Und nie die 7. Nein ehre nicht, nicht hand empor zum schwur Auf gut und geld, Kein fürstenthum trug und falschheit heben. und feine welt Soll mich so Du blickst ins innre, wirst weit verführen. Um alle lei- gar bald Die wahrheit hell den dieser zeit Will ich doch entdecken, Wenn wir sie gleich gott und seligkeit Muthwillig im hinterhalt Der lüge schlau nicht verlieren. Wie klein mein verstecken, Und blöde menschen glück auch immer sci, Nur täuschen. reines Herz und gott dabei! 3. Auch des gewissens un8. Gott, lehr du mich bei ruh quält Den, der die lügen jedem eid, Aus furcht vor licbet, Was wahr und redlich deiner heiligkeit Die wahrheit ist, verhehlt, Und falsches zeugpünktlich sprechen. Beschwör niß giebet. Voll argwohn ich heilig amt und pflicht, So geht er und beschämt, Aus laß mich auch im kleinsten scheu entdeckt zu werden; Wer nicht Die theure zasag brechen. aber seine zunge zähmt, Der Auch dir, gott, schwur ich treu findet ruh auf erden Und lohn zu sein; Erhalt mich ewig, bei gott im himmel. ewig dein! 4. Wenn mich des vortheils 9. Der du mein trost im stimme lockt: So laß mich sie tod noch bist, Gott, dessen nicht hören, Und nicht, durch wort wahrhaftig ist, Du hast niedern geiz verstockt, Mir auch mir geschworen. So unrecht gut erschwören. Was wahr du gott bist, sagst du's arglist und betrug gewinnt, zu, Ich hört's mit voller sce- Wird lange nicht gedeihen: lenruh: Ich soll nicht sein Was nie dahin fällt, nie verloren. O seele, halt gott zerrinnt, Und ewig fann erdeinen eid! Dann freu dich freuen, 3st redlichkeit und seiner gütigkeit! unschuld. Christ unser Herr zum Jordan. 5. Dann kann ich frei von 499. Herr, du bist heilig falschheit rein, zu deinem im gericht: Dein throne treten, Kann zu dir jorn vertilgt die bösen; Vor flehn, mein gott zu sein, In dir besteht der heuchler nicht; festem glauben beten. Des from: 320 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. frommen hülf und gott bist mens heiligkeit Durch falschen du, Wirst sein gebet erhören; schwur entweihen; Ins ange Und des gewissens heitre ruh sicht dir lügen. Wird ihm den lohn bewähren, 4. Herr, steure bei uns Der ewig seiner wartet. allezeit Dem greuel solcher 6. Denn einst wirst du des sünden. Laß deines namens herzens rath Der menschen heiligkeit Ein jedes Herz emoffenbaren, Und jedem wird, pfinden, Das je zum eide sich nach dem er that, Vergel- entschließt. Du, aller falsch tung wiederfahren. Beschämt heit rächer, Du, dessen drohen wird dann vor deinem thron wahrheit ist, Strafst zwiefach Entdeckt der heuchler stehen: die verbrecher, Die fälschlich Den frommen aber wird der bei dir schwören. lohn, Dich, wie du bist, zu 5. Laß niemand auch gelesehen, Du gott der treu und genheit Zu falschen eiden gewahrheit! ben Und will sich oft um klei In voriger Melodie. 500. nigkeit Ein böser zwist erhegott, mein schöp- ben: So lenke du durch deinen fer, herr der geist Zum frieden die welt, Des auge alles siehet; gemüther, Daß niemand je Vor dem der engel niederfällt, mals sich erdreist, Um ehre Der höchste seraph knieet! Laß oder güter Mit unbedacht zu deines namens majestat Mein schwören. herz mit ehrfurcht füllen, Wenn 6. Du sitzest auch mit im ich hin vor dein antlitz tret, gericht, Wo deine diener rich Nach meiner obern willen, ten: Läßt sich der menschen Dich eidlich anzurufen. hader nicht Als nur durch eide 2. Laß deine gegenwart mich schlichten: Dann laß zu dei scheun, O allerhöchstes wesen! nes namens ehr, Getrost be Nichts kann vor dir verborgen zeuget werden, Du, du seist, sein, Gedanken kannst du le- o allwissender, Im himmel sen. Du bist mir nah, ich und auf erden Der zeuge und bin dir fund An einem je- der richter. den orte: Du kennest meines 12. Pflichtmäßige Gesinherzens grund, Weißt alle nung gegen Jesum den meine worte, Und was ich Grlöser. dabei denke. 1. Preis für die Erlösung. 3. Du bist auch, o allwis- Wie schön leuchtet der. sender, Der bosheit strenger 501. Wie groß, wie ange rächer; Und strafft als ein gebetet ist Dein rechter herr Den leichtsinn der name, o herr jesu christ! Wie verbrecher, Die mit so viel theuer deinem volfe! Welch verwegenheit Die allmacht selbst licht ging in der finsterniß nicht scheuen, und deines na- Mit dir der welt auf, wie zerriß, 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. 321 zerriß, Wie floh des irrthums noch, Jesu, werden Schon wolfe! Als du Kamest, Hör- auf erden Dir lobsingen Preiß ten taube, Und der glaube und dank und ruhm dir Half den kranken; sangen, die zu danken. Stumme bringen. 6. Wie groß, wie angebetet 2. Nur schwache warens, ist Dein name, heiland, jesu die dein licht Verbreiteten; christ, Wie herrlich bei den die weisen nicht. Wo sind sie, deinen! Führst du uns einst wo die hohen? Und wo die rei zu deiner ruh: O wie weit chen, wo die macht, Vor der herrlicher wirst du Den fromdes götzendienstes nacht Und men dann erscheinen! Ewig seine schrecken flohen? Macht Müsse, Dir zur chre, Ihrer nicht; List nicht; Deine ga- chöre Lob erschallen Durch die ben, Mittler, haben Dich himmel wiederhallen. verkläret, Uns den weg zu 502. Wie herrlich strahlt gott gelehret. der morgenstern; 3. Wir werden deinen ruhm O welch ein glanz geht auf erhöhn, Wir werden deine vom Herrn, Wer sollte sein himmel sehn, Den preis von nicht achten? Glanz gottes, deinen leiden; Genießen, was der die nacht durchbricht! du uns erwarbst, Als du für Du brichst in finstre seelen uns am freuze starbst, Der licht, Die nach der wahrheit engel hohe freuden. Welche schmachten. Dein wort, JeGnade! Daß wir sünder su, Ist voll klarheit, Führt zur Gottes finder Werden sollen wahrheit und zum leben. Wer Wenn wir an dich glauben fann dich genug erheben. wollen. 2. Du, hier mein trost, und 4. Du hast dich deiner herr dort mein lohn! Sohn gottes, lichkeit Entäußert eine furze und des menschen sohn! Des zeit Und deinen thron verlas- himmels großer könig! Von sen; Doch nun mit ehr und ganzem Herzen preiß ich dich! ruhm gekrönt, Nun machst du Hab ich dein heil, so rühret selig, die versöhnt, Ter sün- mich Das glück der erde weden greuel hassen. Ihnen nig. Zu dir Komm ich, Wahrwillst du Heil und leben Ger- lich feiner Tröstet deiner Sich ne geben, und uns allen Hel- vergebens, Wann er dich fen, daß wir gott gefallen. jucht, herr des lebens! zum 5. Vom aufgang bis 3. Durch dich nur kann ich niedergang Erschallet dir der selig sein, drücke tief ins lobgesang Erretteter gerech- Herz mir ein Empfindung deiten. Unzählbar sind die schaa- ner liebe; Damit ich ganz ren schon, Die gerne dir vor dein eigen sei, Aus weltsinu deinem thron Ein würdig deinen dienst nicht scheu, Und loblied brächten. Ihrer Mehr dein gebot gein übe. Nach X dir 322 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. dir, Nach dir, Den ich faffe, 503. Wer ist wohl wie du, Und nicht lasse, Ewig wähle, Stifter wahre Dürstet meine ganze seele. ruh? Jesu, freund der men 4. Von gott strahlt mir ein schenkinder, Retter der ver freudenlicht, Die hoffnung, lornen fünder, Licht der seele daß dein angesicht Ich ein- ruh Fließt von dir uns zu. stens soll erblicken. Du kannst 2. Herr, der herrlichkeit, indeß durch deine traft, Die Zur bestimmten zeit Kamst du ruh in müden seelen schafft, uns zum heil auf erden, Warst Mich stärken, mich erquicken. zur duldung und beschwerden Tröste du mich, Seligmacher, Unsrer niedrigkeit GroßmuthsDaß ich schwacher Auf der erde voll bereit. Himmelsfreuden inne werde. 3. Tiefe schmach und noth 5. Und wie, gott vater, preiß Selbst den kreuzestod, Haft, ich dich? Von ewigkeit her zu tilgung unsrer schulden, hast du mich In deinem sohn Du, als mittler wollen dul geliebet; Dein sohn hat mich den; Hast durch deinen tod mit dir vereint, Er ist mein Uns versöhnt mit gott. bruder und mein freund, Was 4. Keine furcht der welt ists das mich betrübet? See- Schreckte dich, o held, Sünd le, Wähle Ihn den besten, und tod hast du bezwungen Ihn den größten Dir zum Und ein ewges heil errungen freunde, Und dann fürchte Für die ganze welt Durch teine feinde. dein lösegeld. 6. Ihm, welcher tod und 5. Deine majestät, König grab bezwang, Jhm müsse und prophet, Will ich de froher lobgesang Mit jedem muthsvoll verehren Und auf tag erschallen; Dem lamme, deine stimme hören, Denn daß erwürget ist, Dem freun- dein reich besteht, Wenn die der der uns nie vergißt, Zum welt vergeht. ruhm und wohlgefallen. Tö- 6. Laß mich, dir zum ruhm, net, Tönet Jubellieder! schal- Als dein eigenthum Recht und let wieder! Daß die erde Voll nach gewissen handeln, Und von seinem ruhme werde. mit freuden dir nachwandeln. 7. Wie freu ich mich, o jesu Wahres christenthum Sei mein christ, Daß du der erst und letzte größter ruhm! bist, Der anfang und das 7. Zeuch zu dir mein herz ende! Du schließest selig mei- Laß in freud und schmerz Mich nen lauf; Du weckst auch mich an deine treue denken, Und von todien auf; Des klopf ich wenn noth und furcht mich in die hände. Ewig Werd ich, kränken, so gib in schmerz Herr, dort oben, Hoch dich Muth und trost ins herz. loben, dem ich traue, Wenn ich nun bein antlit schaue. 8. Bilde mich nach dir, Daß ich cifrig hier Mich in wahrer fanfi 323 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. sanftmuth übe, Und wie du die meines Lebens licht. Meinen bemuth liebe. Stolz und rach- jesum laß ich nicht. begier Herrsche nie in mir. 2. Er, der welt und mir ge9. Neiget sich mein sinn Zu sandt, Uns zu lehren, uns zu dem eitlen hin: O dann war- retten, Gab sein leben uns zum ne meine seele, Daß sie nicht pfand, Daß wir gottes gnade ihr ziel verfehle! Lente mei- hätten. O wie bin ich ihm nen sinn Auf das ew'ge hin. verpflicht! Meinen 2c. 10. Wecke mich stets auf, 3. Durch ein herz voll dankDaß in meinem lauf Nichts barkeit Durch gehorsam, von dir zurück mich halte, Und den ich übe, Das zu thun, mein eifer nicht erkalte; In was er gebeut, Halt ich fest dem tugendlauf Hilf mir an seiner liebe; Traue dem, schwachen auf. was er verspricht, Und so laß 11. In versuchungszeit Stär- ich jeſum nicht. te mich zum streit; Laß mit 4. So ist er mein theil und wachen und mit beten Voll ruhm Bis an meines Lebens vertrauen vor dich treten, ende; Jhm geb ich zum eigenstreit thum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht. Bis nach kampf und Mich der sieg erfreut. 12. Will der trübsal nacht, Meinen c. Und der menschen macht, Mei- 5. Wenn mein auge schon ne bange seele schrecken, Müs verlischt, Wang und lippen se mich dein schild bedecken, sich entfärben, Mich kein labHab in solcher nacht Huldreich sal mehr erfrischt, Alle sinnen auf mich acht. mir ersterben, Und das matte 13. Einen edlen muth, Daß herz nun bricht Laß ich meiich irdisch, gut Willig, ja nen jeſum nicht. mein eigen leben, Mag für 6. Auch im himmel ist er ew'ges glück hingeben: Sol- mir Seligkeit und trost und chen weisen muth Gib mir, freude. Da belohnt er, was höchstes gut! ich hier Ihm zu ehren willig 14. Solls zum sterben gehn, leide; Da schau ich sein angeLaß mich auf dich sehn! Bleib sicht. Meinen 2c. mir hülfreich dann zur seiten, 7. Nichts auf dieser erMich durch schmerz und tod den ist's, Was des herzens zu leiten, Bis ich einst dich wünsche stillet. Du, o jesu, seh; Dir zur rechten steh. du nur bist's, Der sie einst Dich, noch ganz erfüllet. reichthum, ruhm und Dich, mein jesu, laß ich Glaubige zuversicht zu jesu. 504, Meinen fesum laß mein ich nicht, Weil licht, er sich für mich gegeben, So nicht. erfordern dank und pflicht Ihn 8. Dich, mein jesu, halt ich zu lieben, ihm zu leben, Er ist fest, Laffe nichts von dir mich scheiden. € 2 324 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. scheiden Weh euch, die ihr ihn le spricht: Meinen jesum lağ vergeßt Ihr beraubt euch ew- ich nicht. ger freuden. Selig, wer in 7. Durch dich bin ich reich wahrheit spricht: Meinen ze. und hoch, Ich bin gottes kind In voriger Melodie. und erbe; Gott liebt mich, 505. Du, o herrscher, stiegst was fehlt mir noch? Eins vom thron Und noch, daß ich selig sterbe. Auch kamst als ein knecht auf er- so sterben hilf du mir, Und den! Du bist würdig, gottes dann nimmst du mich zu dir. sohn, Ewig hochgelobt zu wer- 8. Drum, erlöſete des Herrn, den; Freund, der froh sein Preiset ihn, lobsingt ihm fröhblut vergoß, Werd und bleib lich. Alle sünden trug er gern, mir ewig groß. nichts war für ihn zu beschwer2. Du, erlöser, bist mein lich, Für die welt, die strafbar theil; Denn du bist für mich war, Gab der heilige sich dar. gestorben, Du hast gnade 9. Preiß und dank und rrost und heil An dem him- herrlichkeit Müsse dir der mel mir erworben. Alles, al- weltkreis bringen. Und wenn les ist nun mein, Wie kann aufhört, welt und zeit. Müß ich g'nug dankbar ſein? sie dir der himmel singen: 3. Für die leiden ohne zahl, Menschen, engel, seraphim, Für die leibs- und seelenschmer- Groß ist jesus, jauchzet ihm! zen, Und für deine todesqual Dank ich dir mit reinem her Liebe gegen Jefum. zen Treu dank ich, doch man- Sch ruf zu dir Herr jesu christ. gelhaft, Gib zum bessern dank 506. jeſu christ, mein höchstes gut, mir fraft. 4. Welche liebe! daß für mich Mein heil, mein trost, mein leben! Du dich ganz dahingegeben; Der du für mich dein theures Feurig, ewig lieb ich dich Und blut Und leben hingegeben; will dir zu ehren leben; Will Gib, daß ich, als dein eigendir stets gehorsam sein; Tenn thum, Dich herzlich lieb und ich bin ja ewig dein. ehre, Nichts begehre, Als daß 5. Nichts soll mich so sehr er- ich deinen ruhm Mit mund freun, Als daß ich dir angehöre, und that vermehre. Sejum lieben, jesu sein Ist des 2. Gib, daß fein andrer frieb christen trost und chre. Wenn in mir, Als dich zu lieben, lebe; ich dein, o heiland, bin, Wird Daß ich mit herrschender be mir alles zum gewinn. gier Dir zu gefallen strebe. 6. An dir, jesu, halt ich fest, Nimm alles, alles von mir hin, Weil ich werd auf erden wal- Was mich und dich kann scheiden, len. Wehe dem, der dich ver- Eitle freuden, Die dir mein läßt, Er muß ins verderben herz entziehn, Laß mich mit fallen; Maine ganze sce- ernst vermeiden. 3. Tu 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. 325 3. Du hast mich je und je was ich hab In meinem gangeliebt, Mich stets zu dir ge- zen leben. Daß ich es deinem zogen: Eh ich noch etwas guts lobe weih, Dem nächsten dageübt, Warst du mir schon ge- mit nützlich sei, Wollst du mir wogen. Laß noch, freund mei- gnade geben. Laß mein verner seligkeit, Mich deine liebe trauen auf dich rein, Und heileiden Und begleiten, Und sie lig meinen wandel sein. In zu jederzeit Mir hülfreich stehn aller trübsal stärke mich, Daß zur feiten. ich fie dulde williglich. Herr 4. Laß meinen- stand, darin jesu christ, Mein herr und gott, ich steh, Herr deine liebe zie- Mein herr und gott! Hilf mir ren; Und wenn ich etwa irre auch in der letzten noth. geh, Zu dir zurück mich führen. 3. Verleih, wenn du mich Laß sie mich stets des christen sterben heißt, Daß dann dein pflicht Und jede tugend Leh- engel meinen geist Ins reich ren, Und mir wehren, Daß der wonne trage. Dann wird welt und sünde nicht mich mein leib und mein gebein blenden und bethören. Zwar erde, doch nicht länger 5. Laß sie mit freudigkeit in sein, Als bis zum letzten tage. leid, In schwachheit stärke ge- Du läsfest mich im tode nicht, -ben, Und wenn du nach voll- Du kommst, du kommst und brachter zeit Mich rufft aus hälst gericht. Ach laß mich diesem leben, Ach dann laß dann dich ohne graun Getrost beine lieb und treu Auf mich als meinen richter schaun. mit troste blicken, Mich er- Herr jesu christ, Erhöre mich! quicken, Und aller leiden frei, Erhöre mich! So preiß ich In ewigkeit beglücken. hier und ewig dich. 507, Herzlich lieb hab ich Wie schön leuchtet der. jeju, jeſu, gottes sohn, Der du, dich, o herr, Und 508. meine seele schätzt nichts mehr, Als deiner gnade gaben. Die noch eh ich war, mich schon ganze welt erfreut mich nicht, Geliebt aus reinem triebe. Nach ihren schätzen frag ich Vor dir ist alles sonnenklar, nicht, Wenn ich dich nicht soll mein herz ist dir auch offenhaben, Wenn auch mein herz bar, Du weißt, daß ich dich im tode bricht, Bist du doch liebe. Herzlich Such ich Dir meine zuversicht, Mein hei vor allen Zu gefallen, Nichts land, der mich hat erlöst, mich auf erden kann und soll mir auch im tode nicht verstößt. theurer werden. Herr jesu christ, Mein Herr 2. Dies eine nur bekümmert und gott, Mein herr und gott, mich, Daß ich mit solcher treue Hilf mir im Leben und im tod. dich Nicht liebe, wie ich wollte. 2. Es ist ja dein geschenk und Ich selbst empfind es nur zu gab, Mein geist, mein leib und sehr, Daß ich durch thaten dich 326 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. dich noch mehr, Mein Heiland, nes leben Wird anheben, Wo lieben sollte. Laß mich Glau- die frommen Aller trübsal sind big Deine gute Ins gemüthe entnommen. Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. 7. Da werd' ich deine gütig leit, Die mich schon hier so 3. Du stehst mit deiner sehr erfreut, In vollem umfraft mir bei; Drum will ich fang schmecken. Da seh ich in auch mit größter treu Und dem hellsten licht, Dein gnaewig dir anhangen. Nichts, denvolles angesicht auf immer! was sonst menschen wohlge- frei von schrecken. Wohl mir! fällt, Nicht sinnenlust, nicht Preiß dir! Der mir droben ehr noch geld Befriedigt mein Aufgehoben Ew'ge freuden; verlangen. Ohn dich Kann Nichts, herr, soll mich von mich nichts von schätzen Recht dir scheiden. ergötzen und beglücken: Du 4. Nachfolge Jesu. nur kannst mein Herz erquicken. 509. Jeſu, bu mein licht 4. Den, der dich liebt, und leben, liebst auch du, Dem schaffst sprichst: kommt und lernt von du für die seele ruh Und trost mir! Sich, ich komm, ich komm für sein gewissen. Ob mich zu dir! Gern möcht ich mich auch manche noth hier drückt, dir ergeben. Ursprung meiner So werd' ich doch durch dich seligkeit, Lehr mich selbst die erquickt In meinen fümmer- frömmigkeit. nissen. Endlich Wird sich Wird sich 2. Ach wie ist mein herz ver Nach dem leide Volle freude derbet! Wie regt sich der sünde Für mich finden. Da wird luft Immer noch in meiner all mein trauern schwinden. brust! Böses ist mir ange 5. Noch hat kein aug es je erbet; Schwach ist meine tus gesehn, Es fanns auch hier kein gendkraft, Mächtig blut und mensch verstehn Und würdig leidenschaft. g'nug beschreiben, Was denen 3. Hilf, ach hilf du mir dort für herrlichkeit Bei dir bestegen Alle laster haß und und von dir ist bereit, Die neid; Stolz und ungerech dir ergeben bleiben. Was hier tigkeit Laß im kampf mich Von dir Ist gegeben, Unser nicht erliegen, In versuchung leben Zu ergötzen, Ist dagegen steh mir bei, Mach mich standnichts zu schätzen. haft und dir treu. 6. D'rum laß ich billig dieß 4. Pflanze mir in mein allein, O jesu, meine freude, gemüthe, Mittler, deine hei sein, Daß ich dich herrlich liebe ligkeit Und geduld und freundUnd mich in dem, was dir lichkeit, Deine liebe, deine gute, gefällt, Je mehr und mehr in Sanftmuth, treu, und reddieser welt Nach deinem worte lichkeit, Wahrheit und gerechs übe; Bis sich Für mich Je- tigkeit. 5. Laß 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. 327 5. Laß mich dir zu ehren und that Vor aller welt mit leben, Jesu, meines herzens freuden. Du warst bereit nach licht, Mein trost, heil und seinem rath Zum heil für uns zuversicht! Laß mich dir sein zu leiden. Wie er die liebe ganz ergeben, Laß mich fliehn selber ist, So warst dus auch, die lust der welt, Und nur herr jesu christ. thun, was dir gefällt. 5. Du zeigtest, daß die größte 6. Führe mich auf deinen noth Dich nicht zum murren wegen; Gib mir, wie dein reize, Warst gott gehorsam bis wort verheißt, Deinen beistand zum tod, Ja bis zum tod am deinen geist; Täglich gib mir freuze. Auch da war deine zugnad und segen; Täglich weis- versicht auf ihn allein und heit hülf und rath; Segne fest gericht. denken, wort und that. 6. Von ihm verlassen, blieb 7. Bis ich endlich werde dein Herz An ihm trotz alles kommen Aus der unvollkom- spottes. Dein hoffen war im menheit, Jesu zur vollkommen- größten schmerz Die sichre hülheit; Und dann dich mit allen fe gottes. Und was du hofffrommen, Helfer meiner selig- test ist geschehn, Gott hörte keit, Preisen in der ewigkeit. deiner stimme flehn. Auf, christenmensch, auf. 7. Mit ehr und preis von jesu, wahrer fröm- ihm gekrönt, Lebst du zu seimigkeit Vollkom- ner rechten Voll majestät und menstes rempel, Dein herz, dir ertönt Von allen gottesdem vater ganz geweiht, War knechten Das lob, des du so jeder tugend tempel; dein wan- würdig bist, O selig, wer dir del, rein von aller schuld, Gott ähnlich ist! werth und würdig seiner huld. 510, 8. Hilf, daß ich dein erem2. Wer war wohl eifriger pel mir Auch nun zum muſter als du, zu thun des vaters setze, Und gott, den herrn, gewillen? Dir war es ruhm und sinnt gleich dir, Weit über alles seelenruh, Ihn treulich zu er- schätze, Mit freuden seinen füllen. Dir, feines eignen willen thu Und ganz in seiner ruhms bewußt. War ihn zu fügung ruh. preisen deine Lust. Vorige Melodie. 3. Wenn wo dein auge 511. Welch hohes beiſpiel frevler sah, Warst du voll edgabst du mir ler schmerzen; Doch wenn des Mein Heiland, durch dein paters wort geschah, Quoll leben? Sollt ich nicht gern freud aus deinem Herzen. An und mit begier Dir nachzuihm nur hing dein ganzer ahmen streben? Und nicht den sinn, Auf ihn sah stets dein weg, den du betratst, Auch auge hin. gehn und das thun was du 4. Ihn ehrtest du mit wort thatst? 2. Dein 328 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 2. Dein herz war voller ruhe doch verfehlet. Nur dies heiligkeit, So rein wie deine einzige gib mir, Wahren frie lehre, Dein thun lieb und den dort und hier. rechtschaffenheit; Dein end 2. Seele willst du dieses zweck gottes ehre; Für uns finden, Suchs bei feiner freaallhier zufriedenheit, Und dort tur. Laß nichts irdisches dich einst ew'ge seligkeit. binden; Erdengüter täuschen 3. Jn knechtsgestalt erschie- nur. Nur bei dem auf got nest du, Um uns beglückt zu tes throne Hocherhöhten men machen; Den kranken gabst du schensohne Findest du dein trost und ruh, Und warst stark wahres heil Und das allerin den schwachen. Du trugst beste theil. die leiden mit geduld Und trugst 3. Dir ist auch das glück sie sonder eigne schuld. beschieden, Das maria sich er4. Ein opfer unsrer misse- las, Als sie ohne zu ermüden, that, Liebst du uns doch als Fromm zu jesu füßen saß. O freunde; Erfüllst für uns wie brannt ihr herz, die lehren, des vaters rath Und batest Aus der weisheit mund zu selbst für feinde. Du starbst hören! Da vergaß sie welt und gehorsam bis zum tod, Und sich, Als sie, jesu, hörte dich. ehrtest auch im tode gott. 4. Also richt auch mein ver5. Dieß große beispiel hast langen, Mein erlöser, stets nach du mir Zur richtschnur hin- dir, Deiner wahrheit anzuhanterlassen, Daß ich gesinnet sei gen, Schenke trieb und kräfte gleich dir, In meinem thun mir. Wenn auch andre sie und lassen. Komm, sprichst du, nicht achten, Will ich sie mit nimm dein kreuz auf dich, Komm lust betrachten, Und, mich deifolge mir und thu wie ich. nes heils zn freun, Ihren leh6. Ich komme, herr, gib ren folgsam sein. kraft und licht, Daß ich mein 5. Jn dir liegt der weisheit heil erkenne, Ein wahrer christ fülle. Was die seel allein be sei und mich nicht nur äu- glückt, Zeigst du mir und wenn Berlich so nenne: Damit ich mein wille Sich in deine orddeinem beispiel treu, Auch an- nung schickt: Dann werd ich dern selbst ein beispiel sei. wahrhaftig weise, Mir zum 5. Jesus und fein Heil, das heil und dir zum preise, Lerne einzige Nothwendige. gottes rath verstehn Und den weg des Lebens gehn. * Alle menschen müssen sterben. 512. Gins ist noth! o herr, 6. Mit vergebung aller sundies eine Lehre den, Herr, begnadigst du mich meine seele doch! Alles andre, dann; Läßt mich wahre ruhe wie's auch scheine Ist nur ein finden, Daß ich fröhlich rühbeschwerlich joch, Unter dem men fann: Ich bin auch bei das Herz sich quälet Und der gott in gnaden! Und was kann mir 329 V. Pflichten gegen uns selbst. 1. Selbstliebe. mir denn nun schaden? Mei- mühn, Schnöde sündenlust zu nes mittlers gütigkeit Dank fliehn. ich diese sicherheit. 8. Darum sollst du herr, al7. Aber du bist meiner leine Mir mein ein und alles seele Auch zur heiligung ge- sein. Prüf und forsche, wie macht, Daß sie nicht mit vor- ichs meine; Tilgen allen heusatz fehle, Fliehe vor der chelschein: Daß ich hier schon sünde macht. Muth und kraft auf der erde Durch dich gut zum heil'gen leben kannst und selig werde, Und dir treu und willst du allen geben, jei bis zum tod; Nur dies Die mit ernst sich nur be- eine ist mir noth. V. Pflichten gegen uns selbst. 1. Selbstliebe. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir Jesu deine tiefe wunden. 513. Daß ich mich, mein gott selbst liebe, guts verrichten, Oft von eigennutz verführt. Nur gar Kann dir nicht mißfällig sein; selten trachten wir Nach dem Du, du pflanzest ja die triebe wahren ruhm bei dir; Und Tief hierzu dem menschen ein. wie oft fehlts uns am wollen, Lente du nur meinen sinn Auf Wenn wir andern dienen sollen. die wahre weisheit hin, Daß 5. Mache, o mein gott, in ich nicht mein glück verfehle, gnaden mich von solcher unUnd selbst das verderben wähle. art frei, Daß ich nicht zu mei2. Hilf mir alle meine pflich- nem schaden Gegen mich verten Recht verstehn und mit blendet sei. Pflanze selbst den bedacht Auf das mein bestre- trieb mir ein, Mich vor allem ben richten, Was wahrhaftig dein zu freun, Auch nach andglücklich macht. Wer dir, o Wer dir, rer wohl zu trachten, Und ſie du höchster lebt Und dir zu wie du willst, zu achten. gefallen strebt, Der nur fennt 6. Gib mir denn auch das der seele adel, Der nur liebt vollbringen, Mich zu lieben wie ich soll. Laß mich eifrig 3. Doch wie oft und leicht sarnach ringen, Was mir dient verführet Eigenliebe unser herz! zum wahren wohl. Auch dem Durch den äußern schein ge nächsten beizustehn, Liebreich rühret, Wünscht es freud und stets auf ihn zu sehn, Ueber wählt es schmerz, Sucht und alles dich zu lieben: Das, findet niemals ruh, Hofft sie das hilf mir treulich üben. und kommt nie dazu, Weil sich ohne tadel: Nun danket alle Gott. es sich verliert in dingen, Die 514. Du willst es, herr tein wahres glück uns bringen. mein 330 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. mein gott, Daß ich mich sel- der zeit Zum großen segen ber liebe. Gib, daß ich diese nach Bis in die ewigkeit. pflicht, Nach deiner vorschrift 7. O selig, wer darnach Mit übe, Und laß den selgen trieb, heil'gem eifer trachtet, Und für Mich meines glücks zu freun, sein größtes glück Gott, deine Den du mir eingepflanzt, Nie gnade achtet! Der liebt allein mein verderben sei. sich recht, Der find't schon in 2. Gib, daß mein ganzes der zeit Die wahre ruh und herz Sich deiner liebe weihe, einst Vollkommne seligkeit. Und daß ich überall Dich find- 8. Das sei mein zweck, mein lich ehr und scheue. Wer als fleiß! O segne mein bemühen! ein christ sich liebt, Der flieht So wird das wahre wohl auch als ein christ, Was dei- Nicht meinem wunsch entflie nem heil'gen rath, O gott, hen. So liebe ich mich so, entgegen iſt. dir es wohlgefällt Und Wie 3. Kein schnöder eigennuß über alles dich, Mein gott, Beherrsche meine seele, Und und nicht die welt. wenn zu meinem glück Ich weg 2. Selbsterfenntnis. und mittel wähle, So laß Wer nur den lieben gott. mich stets dabei Auf recht und 515. Wer bin ich? wichwahrheit schaun Und nie mein wohlergehn Auf andrer bau'n. tig ist die frage! elend Gott, lehre sie mich recht ver stehn! Gib, daß ich mir die 4. Dein fluch tritt jedes wahrheit sage, Um mich so, wie glück, Dabei die tugend leidet, ich bin, zu sehn. Wer sich nicht Dabei der, der es sucht, Gott selbst recht kennen lernt, Bleibt deine wege meidet. Wer un- von der weisheit weit entfernt. recht liebt und thut, Erbt 2. Ich bin ein werk von deinen himmel nicht; Nie treffe deinen Händen, Du schufst mich, o gott, dies schreckliche mich, gott, zu deinem preis, gericht. Dazu mein leben anzuwenden, 5. Nie blende mein gemüth Das ist dein väterlich geheiß Der eitelkeiten schimmer. Die Doch leb ich, als dein eigenwelt mit ihrer lust Bergeht thum, Auch wie ich soll zu doch einst auf immer. Was deinem ruhm? hilft uns kurze lust, Was 3. Jch bin ein christ nach hilft uns eitle pracht? Nicht dem bekenntniß; Doch bin ich ein vergänglich gut Ist's, was das auch in der that? Herr uns glücklich macht. öffne selbst mir das verständ6. Ein gottergeb'nes herz, niß, Necht einzusehn, ob ich Ein unverletzt gewissen, Nur den pfad, Den jesus mir ge das kann uns allein Des lebens wiesen geh, Und ob ich auch lust versüßen: Das bleibt uns im glauben steh. auch im tod Und folgt uns aus 4. Du kennest unsers her zens 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. 331 zens tiefen, Die uns selbst un- flichts! Mein dasein und mein ergründlich sind; D'rum laß leben Ward mir von dir gemich oft und ernstlich prüfen, geben, und ohne dich vermag Ob ich sei christo gleich ge ich nichts. sinnt. Befreie mich vom fal- 2. Sowohl verstand als schem wahnt, Der auch den fräfte Zum nützlichen geschäfte flügsten täuschen kann. Hab ich aus deiner huld. 5. Wie kann der, der bei Dein ist's, wann gute thaten allem wissen Des herzens zu Dem vorsatz wohl gerathen: stand sich verhehlt, Auf wahre Die fehler sind nur meine schuld. beg'rung sein beflissen, Er, der 3. Das glück, des ich mich nicht weiß, wie viel ihm frcue, Schaffst du nach deifehlt? Sich selbst recht tennen ner treue, Du herr der ganist verstand, Drum mache mich zen welt! Du ordnest unsre mit mir bekannt. tage, Jhr glück und ihre pla6. Was mir zu meinem ge Nur so, wie dir es wohlheil noch fehlet, Mein vater, gefällt. das entdecke mir! Hab ich der 4. Sollt ich mich denn er wahrheit weg erwählet, So heben, Wenn mir in diesem gib, daß ich ihn nicht verlier. leben Viel gutes wiederfährt? Erleuchte mich mit deinem Was hat dich herr, bewogen, licht, So täuschen mich ver- Daß du mich vorgezogen? Bin führer nicht. ich auch jemals dessen werth. 7. Bin ich jetzt von dem 5. Ich bin viel zu geringe sichern pfade, Der mich zum Der huld, herr aller dinge, leben führt, noch fern: So Die du mir hast erzeigt. O laß wecke mich durch deine gnade, michs nicht vergessen, Wenn Das ich ihn ernstlich suchen sich mein herz vermessen Zum lern. Gib mir zur beß'rung stolz und eigendünkel neigt. lust und kraft; Du bist's, der 6. Das nützlich anzuwenbeides in uns schafft. den, Was du mit vaterhänden 8. Ich muß es einmal doch Mir gütig zugewandt: Dies erfahren, Was ich hier war sei in meinem leben Mein und hier gethan; D'rum laß eifriges Bestreben! Dazu gib mich's nicht bis dahin sparen, demuth und verstand. Wo reue nichts mehr helfen Vorige Melodie. kann. Hier mache mich zum 517. Gib, gott, wenn ich himmel klug, Und frei vom schnöden selbstbetrug. Daß 3. Demuth. In allen meinen thaten. mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu sein. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er 516. Was ich nur gutes fehlet, merken? Wer ist von habe Ist deine mängeln völlig rein? milde gabe, Du vater alles 2. Such ich stets deinen willen 332 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. len So eifrig zu erfüllen, Als ben, Wär er doch ein un es dein wort gebeut? Trag ich nützer knecht! der tugend bürde Aus fenntniß ihrer würde Auch immer mit zufriedenheit? Wider Stolz und Ver messenheit. 3. Entzieh ich mich den sünEin lämmlein geht und. So den Auch stets aus rechten 518. Wenn ich o gott, gründen? Aus wahrer frömvon dir geführt, migkeit? Oft sind die guten Auf deinen wegen wandle; triebe Nicht früchte deiner Wenn ich, durch deinen geist liebe, Nur früchte der natur regiert, Nach deiner vorschrift und zeit. handle; Wenn mir mein herz 4. Der sünden meiner ju- das zeugniß gibt, Daß meine gend, Der mängel meiner tu- seele mehr dich liebt Als al gend, herr, gedente nicht. les gut auf erden: O Willst du mit deinen knechten laß durch stolz und sicherWie sie's verdienet rechten, heit Mich deiner huld und So trifft sie alle dein gericht. gütigkeit Doch nicht verlustig 5. Doch wenn auch dir zur 2. Wie leicht erliegt ein sch ehre Rein meine tugend wäre, rer sinn, Bekämpft durch seine Weß ist das eigenthum? Wer lüste! Sieht ruhig auf gefahren ließ mich unterrichten? Wer hin, Wovor er zittern müßte. ließ in meinen pflichten Mein vollkommen glaubt er schon glück mich sehn und meinen ruhm? werden. zu sein; Denkt diese sünde ſei nur klein, Und jene pflicht 6. Wer gab mir, dich zu nicht wichtig. Nun ist er sei lieben und dein gebot zu üben, nem falle nah, Fällt unver Die lust und freudigkeit? Wer merkt und glaubt noch da, Er stärkte meine fräfte Jm heili- wandle fest und richtig. gungsgeschäfte? Wer gab mir 3. So schwach ist, Herr, der muth und sieg im streit? mensch, so bald, Zur sünde 7. Du schaffst daß ich dich fortgerissen! Sein eifer wird wähle; Du rufst mich, wenn gar leichtlich kalt, Nachgeben ich fehle, Auf rechten weg zu sein gewissen. Weh ihm, wenn rück. Du ziehst mich ab von er vermessen ist, Wenn seine sünden, Und läßt mich gnade schwachheit es vergißt, In sich finden, Und gibst zu meiner nur stärke siehet! Der irr beßrung glück. thum und die sinnlichkeit Be 8. Sollt ich mich des erhe- siegen ihn in jedem streit, ben, Was du mir, herr gege- Wenn er nicht flüglich fliehet. ben? Hab ich zum lohn ein 4. Wer sich selbst, gott, vor recht? Könnt jemand alles dir erhöht, üben, Was du ihm vorgeschrie- dir bestehen. kann nicht vor Wer seine nied rigkeit Wider Stolz und Vermessenheit. 333 rigkeit gesteht, Nur den wirst geist regiert, Nach deiner vordu erhöhen. Veracht ich and schrift handeln. Ich werde re neben mir: So mißfällt nicht durch sicherheit, Durch meine tugend dir, Wie groß stolz und durch vermessenheit ich sie auch finde. Mein glau- Von deinem worte weichen: be hat da keinen werth. Dem So bleibt auch deine gnade nur, der demuthsvoll dich ehrt, mir, Und ich werd, unterVergibst du seine sünde. stützt von dir Des glaubens 5. Drum lehre mit behut- ziel erreichen. samkeit meine bahn mich O gott du frommer gott. der du alles schauen, Und niemals aus ver- 519. Heibst, von dem Herr messenheit Auf meine fräste bauen. Wenn wo versuchun ich alles habe; Was ist mein gen mir drohn, So zeige sie stand, mein glück, Und jede von fern mir schon, Daß ich gute gabe? Es ist nicht mein, mich zeitig rüste. Aufmerk- es ist, Ein unverdientes gut; sam mache meinen blick Auf Darum bewahre mich Vor diese welt, auf zeit und glück, stolz und übermuth. Und auf die macht der lüste. 2. Wenn ich vielleicht der 6. Du weißts, zum guten, welt Mehr als mein nächster herr, bin ich Nur öfters falt nütze; Und wenn ich mehr verund träge. Mein täglich stand, Als er besitzt, besitze: straucheln mache mich Vor- Bin ich drum mehr, als er? sichtig allewege. Find ich O beides kommt von dir, Vermich auf der rechten bahn: stand und tüchtigkeit, Und du So gib, daß ich so gut ich kann, erhältst es mir. Bei jedem schritte wache. Be- 3. Wenn mir ein größres glück wahre meinen fuß, daß nicht Nach deinem rath begegnet, Stolz und vermessne zuversicht und deine gütigkeit Mich Zu mir, mich fallen mache. mehr als andre segnet: Gibt 7. Mein glaube, meine diese deine huld Mir wohl frömmigkeit, und was ich an zum stolz ein recht? Bin ich mir habe Von tugend und darum nicht auch, Was andrechtschaffenheit, Ist alles dei- re sind, dein knecht? ne gabe. Ich bin nur staub, 4. Wenn ich geehrt und groß den du erschufft, Den du be- In höhern würden stehe, Und gnadigst und berufst, In dei andre unter mir Im kleinern nem reich zu leben. Laß mich, glücke sehe; Wer machte sie entfernt von stolz und wahn, gering? Und wer erhöhte mich? Mit demuth deine gab empfahn, Ist nicht mein nächster oft Und dir die ehre geben. Viel würdiger als ich? 8. So werd ich, gott, von dir 5. Wie könnt ich mich, o gott, geführt, Tuf deinen wegen Des guten überheben? Was wandeln, Durch deinen guten ich besitz, ist dein; Von dir hab ich 334 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. ich mein leben, Und was ich 6. Wer sünde liebt, bleibt gutes thu, Dazu gibst du nicht vor dir; Drum schaffe gedeihen; Drum laß mich selbst, o gott, in mir Ein herz ewig fern Von stolz und das sünden hasset. Das seine Hochmuth sein. schuld vor dir bereut Und das zu deiner gütigkeit Durch christum hoffnung fasset. 4. Sorge für die Seele. Kommt her zu mir spricht. 7. Gib, daß ich dir mich 520. Herr, meiner seelen ganz ergeb. Und was ich noch großen werth, Den auf erden leb, Laß mich im mir dein theures wort er- glauben leben An jeſum chri klärt, Laß mich mit ernst be- stum, der auch mich So hoch denken. Und auf die sorge geliebet, daß er sich Für mich für ihr wohl, So unermüdet, dahin gegeben. als ich soll, Den größten eiser 8. In meiner ganzen pil grimschaft Laß mich, gestärkt lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir durch deine kraft, Nach jenem geacht! Welch glück hast du ihr kleinod trachten, Das mit zugedacht! Wie viel an sie ge- dein ruf vor augen stellt, Und wendet! Du schusst sie, gott, alle güter dieser welt Wie dein bild zu sein, Und hast, nichts dagegen achten. es in ihr zu erneun, Selbst 9. Wie selig werd ich dann deinen sohn gesendet. nicht sein! Schon hier werd 3. Zu groß für diese kurze ich mich deiner freun, Durch zeit, Bestimmt zum glück der dich, gott, ruhig leben; Und ewigkeit, Lebt sie im fleisch du wirst nach vollbrachter auf erden, Durch glauben und zeit, Auch mich gewiß zur gottseligkeit zu größerer voll- herrlichkeit In deinem reich kommenheit Im Himmel reif zu erheben. werden. Kommt laßt euch den herren. 4. Mit großer treue willst 521. Lehre mich, het du sie, Selbst durch des lerecht bedenken bens kurze müh Zu jenem le- Was wahrhafte weisheit jet, ben führen. O laß mich nicht meinen fleiß darauf zu lenken durch eigne schuld Das heil, Stehe mir aus gnaden bei. das deine vaterhuld Ihr aus Denn die Klugheit, so die welt ersehn, verlieren. Ohne grund für weisheit hält, 5. Wie du, o gott, gesinnt Fördert nicht mein wohler zu sein, Mich ewig deiner gehen und wird nie vor dir huld zu freun Und dich zum bestehen. trost zu wählen: Das sei mein 2. Weisheit ist's, wenn unfre fleiß und höchster zweck, Laß seelen Sich, herr, beines wor mich dazu den rechten weg tes licht nur allein zum leit Aus leichtsinn nie verfehlen. stern wählen und mit fester zu 4. Sorge für die Seele. 335 zuversicht Diesem licht sich an- ger sind; Wunsch und hoffvertraun. Denn die folgsam nung dahin lenken, Wo die darauf schaun, Ihre hoffnung seele ruhe findt, Seine augen darauf gründen, Werden heil unverwandt Nach dem ewgen und leben finden. vaterland Richten, und sich 3. Weisheit ist es, darnach hier bestreben, Wie man drofrachten, Nécht mit sich bekannt ben lebt, zu leben. zu sein, Sich nicht schon voll- 8. Diese weisheit ist auf erkommen achten Und den ci- den, Höchster, unser bestes gendünkel scheun. Gern auf theil. Die von ihr geleitet werseine fehler schn Neuig sie vor den, Teren weg ist leicht und gott gestehn, Eifrig stets nach heil. beßrung streben Und doch nie von sich stolz erheben. Solche weisheit kommt dir; Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu al4. Weisheit ist es, christum len zeiten Auf den weg des chren, Seiner mittlershuld friedens leiden. vertraun; So auf seine stimme Von gott will ich nicht lassen. der bitte Bon hören, Und auf seinen wandel 522. Wem weisheit fehlt, schaun, Daß man falsche wege flicht, Und mit eifer sich gott, der weisheit hat; Er leibemüht, Seinem bilde hier tet unsre schritte Qurch seines auf- erden Immer ähnlicher zu geistes rath. Wer ruft mit werden. ernst zum Herrn, Dem das 5. Weisheit ist es, alles mei- nicht wird gewähret, Was er den, Was mit reu das herz von ihm begehret? Er hört beschwert, Und sich hüten vor und gibet gern. den freuden, Die der sün- 2. Gib, vater meiner väter, den dienst gewährt. Eitlen mir einen weisen sinn, Du ruhm, der bald verblüht, Lust, gibst die übertreter In ihren die im genuß schon flieht, sinn dahin. Ich aber wünsche Nicht für wahre wohlfahrt mir Ein herz, das dich nur lieachten; Nein, nach bessern bet, Gern, was du forderst, gütern trachten. übet: Das wünsch ich mir 6. Weisheit ist es, gottes von dir. gnade Sich zu seinem ziel er 3. Der leib beschwert die sehn, Und auf seiner wahrheit seele; Wie leicht verirr ich pfade Diesem glück entgegen mich, Wenn ich mein glück mir gehn; Gern nach gottes willen wähle, Nicht unterstützt durch thun, Froh in seiner fügung dich! Durch jeden schein ver= ruhn, Und, wenn leiden uns führt, Wähl ich mir falsche beschweren, Hoffend mit ge- güter, Wenn meines lebens duld ihn ehren. hüter, Mich nicht dein rath 7. Weisheit ist es, stets be- regiert. denken, Daß wir hier nur pil 4. Kaum treff ich, was auf erben 336 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbſt. erden Mir gut und heilsam hen, Und wenn man nicht mehr ist, Wie kann ich selig werden, sünd'gen kann, Gott um erbar Wenn du mein licht nicht bist? mung flehen: Das ist der weg Regierst du nicht dein kind, zum leben nicht, Den uns, o wirds ein übertreter; gott dein unterricht In deiDa meines heils verräther nem wort bezeuget. Selbst meine sinnen sind. 3. Du rufft uns hier zur 5. Du selbst, regierst und heiligung, Drum laß auch lentest Solch eine große welt. hier auf erden Des geistes Geschieht nicht, was du den wahre besserung Mein Haupttest? Nicht, was dir wohl- geschäfte werden. Herr, stärgefällt? Wann überschritt ke mir dazu den trieb. Nichts ihr gleis Die sonne, die du sei mir je so groß, so lieb, schufest? Was chrt nicht, wenn mich davon abzuwenden. du rufest, Sogleich auch dein 4. Gewänn ich auch die gan geheiß? ze welt, Mit allen ihren freu6. Wenn deine meere toben, den, Und sollte das Und du gebeutst nur: ruht! dir gefällt, O gott darüber Hast kaum die hand erhoben; meiden. Was hülfe mirs? So legt sich ihre wuth. Wie nie kann die welt Mit allem, leicht, wenn böser lust Empö- was sie in sich hält, Mir rung in mir wüthet, Ruht, deine gnad erschen. wenn dein wink gebietet, Der 5. Was führt mich zur zu aufruhr meiner brust. friedenheit Schon hier in die 7. Ach leite du mein leben, sem leben? Was kann mir Dir sei es ganz geweiht. Mein trost und freudigkeit In noth, einziges bestreben Sei, was im tode geben? Nicht mendein rath gebeut. Dann bin schengunst, nicht irdisch glüc, ich weis und klug; Dann thu Nur friede gottes und ein ich recht auf erden; Dann blick Auf jenes lebens freuden werd ich selig werden: Dann, 6. Nach diesem kleinod, gott, hab ich genug. Sei lob und elr dem. herr, laß mich Vor allen din gen trachten, Und was mir 523. Nach meiner seelen daran hinderlich, Mit edlem seligkeit, Laß, herr, muth verachten. Daß ich auf mich eifrig ringen. Sollt deinen wegen geh, Und im ich die kurze gnadenzeit In gericht dereinst besteh, Sei sicherheit verbringen? Wie meine größte sorge. würd ich einst vor dir be 7. Doch was vermag ich, stehn? Wer in dein reich wenn du nicht Vor trägheit wünscht einzugehn, Muß rei- mich beschüßzest Und mich zur nes herzens werden. tren in dieser pflicht Mit 2. Erst an dem schluß der le- kräften unterstützest. O stärke bensbahn Auf seine sünden se- mich, mein gott, dazu, So find 5. Bewahrung eines guten Gewissens. 337 find ich hier schon wahre ruh', Was tröstet gottes kinder, Und dort das ew'ge leben. Beim spotte frecher fünder? Fin ruhig Herz das beste gut. 5. Bewahrung eines guten Gewissens und dazu nöthige Wachfamkeit. en, Nuu ruhen alle wälder. 7. Zu dir gen himmel schaugott, und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin 524. Gin ruhiges gewissen dein; Im glauben der erlöLaß, herr, mich sten Sich deiner huld getrösten. stets genießen, Denn hab ich Welch glück, mein gott, fann dieses nur: So ist für mich in größer sein? tagen, Wo andre ängstlich za8. Läßt du mich im gewissen gen, Nichts schreckliches in der Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; natur. 2. Wenn meine schuld mich Kann ich dann voll vertrauen beuget, Und dann dein geist be- Auf dich noch, water, schauen, zeuget, Daß ich begnadigt bin; So wird mir selbst das sterWenn mich dein trost erquicket; ben leicht. So oft mich trübsal drücket: 9. O laß zu allen zeiten Wie unschäßbar ist mein ge- mich deine weisheit leiten Und winn! mache mich selbst treu, Zum 3. Sollt ich solch ruhig le- fleiß in guten werken Laß mich ben Für lust der sünde geben, die Hoffnung stärken, Daß groß Und dann die innre pein, Mich der lohn im himmel sci. felber zu verklagen; In meinem 525. Mache dich, mein busen tragen? Gott laß dies geist bereit! ferne von mir sein. Wache, fleh und bete! Daß 4. Sein eignes herz bekäm- dein herz zur bösen zeit Nicht pfen, und seine neigung däm- von gott abtrete. Auch schon pfen, Ist freilich schwere pflicht. ist Mancher christ Von versuDoch, wenn wir uns besiegen, chungsstunden Plößlich überWelch himmlisches vergnügen, wunden. Gewährt die überwindung 2. Auf dann und ermuntnicht! re dich Aus dem sichern schlafe! 5. Nichts kann im wohler- Immer, glaub es, zeiget sich gehen So unser glück erhöhen, Bald darauf die strafe. Der Als ein geruhig herz. Das fällt leicht Den es däucht, schafft uns innre freuden, Daß er sicher stehe Auf der Und mildert auch im leiden. tugend höhe. Durch seinen trost den größten 3. Wache! denn hier hat schmerz. der christ Noch von allen sei 6. Die freuden zu verachten, ten, Was der seele schädlich Wonach die sünder schmach- ist Muthig zu bestreiten, Gott ten, Was gibt uns dazu muth? läßt zu, Laß auch du, Wenn Y du 338 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. du forglos wallest, In ver- sich und allein, Gott mit dir suchung fallest. beschäftigt sein. 4. Wache! daß dich nicht die 2. Nicht aus wahn noc welt Durch gewalt bezwinge, aberglauben, Oder nur auf Oder, wenn sie sich verstellt, eigensinn, nicht der welt den listig an sich bringe. Wach' fleiß zu rauben, den ich brü und sich! Daß dich nie Die dern schuldig bin; Weder wild verführer fällen, Die dir netze noch menschenscheu, Nicht aus stellen. stolz noch gleißnerei! 5. Wach' und hab' auf dich 3. Nur zu prüfen mich in wohl acht! Trau nicht deinem stillen, Wie entschlossen, wie herzen. Leicht kann, wer es getreu, deinen willen zu erfül nicht bewacht, ht, Gottes huld len, Meiner seele vorsatz sei verscherzen. Ach es ist Voller Weiser noch zu werden, hen, list, Weiß sich selbst zu hen- Und im beten eifriger. cheln, und mag gern sich schmeicheln! 4. Jeder täuschung dann entrissen, Seh ich näher, gott, 6. Aber bet auch stets da- mein ziel; Freier sieht au bei, Bete bei dem wachen, mein gewissen, Wo ich siegte, Das wird dich von trägheit wo ich fiel; Mehr auch flamm frei Und behutsam machen. mein herz sich dann Zu de Gott verleiht Munterkeit Auf tugend kämpfen an. dem rechten pfade Durch erbetne gnade. 5. Mehr empfind' ich dein liebe, Wo mich kein geräusc 7. Nahe dich denn mit ge- zerstreut, Stärker deines geiſtes bet Oft zu seinem throne, triebe, Mehr der zukunft herr Wenn dein Herz nur gläubig lichkeit, Heller seh ich dein ge fleht, Hört er in dem sohne. richt, Mehr die würde jeder Er verheißt Seinen geiſt, Mit pflicht. ihm kraft und leben Auf dein 6. Wohl mir, gott, dent flehnt zu geben. ich gewinne Dann für meine 8. Nun so will ich immer- pilgrimschaft Ueber alle mein dar Wachen, kämpfen, beten, sinne, mehr gewalt, zum si Und vermehrt sich die gefahr, mehr kraft, Deiner gnade m Nicht von gott abtreten Kurze bewußt, Mehr zum guten muth zeit Währt der streit Und welch und lust. eine frone Wird mir dann zum lohne! Gott des himmels und der. 7. Wenn in dir geweihte stille Meine leidenschaften ruh Werd ich fester, strebt met 526. Ja zur stille will ich wille Froher, was du willst, s flichen, Will durch thun, Und übt dann durch dein eingezogenheit Dem geräusche huld In der trübfal mehr gedals. mich entziehen, Das mich stö8. So gestärket fehr ich wie ret und zerstreut! Ruhig will der Zu den menschen froh rud ; I ( 5₁ # P * ET te 6. Sorge für den Leib und Erhaltung des Lebens. 339 rück, Lebe thätig für die brü- bau verleßzen, Den du, als der, Freue mich bei ihrem schöpfer, selbst erbaut? Weß glück. Umgang oder einsam- ist mein leib? er ist ja dein: keit, Beides sei dir gott ge- Sollt ich denn sein zerstörer weiht. Nor Kas sein? Wer weiß wie nahe mir mein ende. 3. Ihn zu erhalten, zu be527. Podt der versuchung schützen, Gibst du mit milder zauberstimme Mich vaterhand, Die mittel, die dazu schmeichelnd ins verderben hin, uns nügen, Und zum gebrauch Und will von deiner sanften gibst du verstand. Dir ist die stimme Mein Herz, o gott, voll sorge nicht zu klein: Wie sollte leichtsinn flichn: So treffe wie sie es mir denn sein? ein blitz von dir, Mich der gedanke: gott ist hier! 4. Gesunde glieder, muntre fräfte, O gott, wie viel sind 2. Laß, herr, bei jedes la- die nicht werth! Wer taugt zu sters reize mich schnell und des berufsgeschäfte, Wenn krantmuthig zu dir flehn; Dich jesu heit seinen leib beschwert? Jst schmachtend sehn am freuze, Dich nicht der erde größtes gut buldend, bluten, sterbend seh'n. Gesundheit und ein heit'rer Wie bald entflieht aus meiner muth? brust, Seh ich dich an, des 5. Drum gib, daß ich mit lasters lust. sorgfalt meide, Was meines 3. O jesu, mächtiger befreier, förpers wohlsein stört, Daß Mach mich durch deine wahr- nicht, wenn ich je frankheit heit frei, Schent mir dein licht, leide, Mein geist den innern daß täglich treuer Der wahr vorwurf hört: du selbſt biſt heit ich und reiner sei. Mit störer deiner ruh, Du zogst dir jedem tage mehr dir gleich, selbst dein übel zu! Und näher dir in deinem reich. 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren acht6. Sorge für den leib und sam sein; Und drückt mich Erhaltung des Lebens. eine frantheit nieder; So flöße selbst geduld mir ein. Gib Wer nur den lieben gott läßt. 528. Des leibes warten frohen muth und dann verund ihn nähren, leih, Daß auch des arztes rath Das ist, o schöpfer, meine gedeih. pflicht; Durch eigne schuld ihn 7. Doch, gib, daß ich nicht zu zerstören, Verbietet mir dein übertreibe, Was auf des körpers unterricht. O stehe mir mit pflege zielt; Und stets in jeweisheit bei, Daß diese pflicht nen schranken bleibe, Die dein mir heilig sei! gebot mir anbefiehlt. Des 2. Sollt ich, o herr, geringe leibes wohl laß nie allein Das schäßen, Was deine hand mir ziel von meinen sorgen sein. anvertraut? Den wundervollen 8. Mein größter fleiß auf 92 dieser 340 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbſt. dieser erbe Sei meinem geiste dienst ergeben. Hilf du nur gott, geweiht, Daß er zum selbst der schwachheit auf. himmel weise werde, Noch in 7. Was nüßt ein langes les der vorbereitungszeit: So wird ben, Wenn man nicht gott ersich leib und seele dein In alle geben, Nach wahrer tugend ewigkeit erfreun. strebt? Wer gott und menschen liebet. Sich stets im guten übet, In allen meinen thaten. 529. Was ist mein zeit- Nur der hat lang und wohl lich leben, Das gelebt. du mir, gott, gegeben? Ein un 7. Keuschheit und Mäßig schätzbares gut. Du gabst mirs Herr auf erden Zum Himmel feit. Freu dich sehr o meine seele. reif zu werden, 1, Worauf mein 530. Gifrig sei und feſt wahres glück beruht. mein wille, Rei 2. Hier wird die saat ge- nes herzens, gott, zu sein, In streuct, Dort erndtet man er- der unschuld heitrer stille Deifreuet Der tugend früchte ein. ner gnade dich zu freun. Je länger ich hier lebe Und Keine freude dieser welt Wenn gut zu handeln strebe, Je grö- sie noch so sehr gefällt, Laß ßer wird mein glück dort sein! mich, wider mein gewissen, 3. Sollt ich dies glück mir Wünschen, suchen und genießen. rauben? O herr, laß mir im 2. Weiß ich doch, daß deine glauben Der künft'gen erndte güte Viel zu groß, o vater, ist, zeit Mein leben auf der erden Daß sie ohne grund verbiete, So werth und wichtig werden Was das leben uns versüßt. Als es mir selbst dein wort Uns zum besten nur gebeut gebeut. Dein gesetz enthaltsamkeit, Weise 4. Mir selbst es zu verkür- ordnung im genusse, Mäßigung zen, Mich in den tod zu stür- im überflusse. zen, Ist wider meine pflicht. 3. Unsre findheit, unsre ju Ein redliches gemüthe Lohnt gend, Unser alter darf sich nie mit undant güte; Entweicht freun. Auch die freude, gott, auch dem berufe nicht. ist tugend, Aber heilig muß sie 5. Was leicht in frankheit sein; Freude, woraus segen stürzet, Das leben leicht ver- quillt, Nicht gesetzlos, frech und fürzet, Laß mich mit sorgfalt wild, Nicht ein taumel, der be flichn; Doch auch nicht ängst- thöret, Der gefühl und kraft lich zagen Für meine pflicht zu zerstöret. wagen, Was du mir, gott, für 4. Nur in unbefleckten hersie verliehn. zen, Nur in einer keuschen 6. In deine vaterhände Be- brust Toben nie der reue fehl ich, herr, mein ende Und schmerzen, Wohnen wahre ruh meiner tage lauf. Es sei mein und lust! Unbeherrschte sinnganzes leben Dir hier zum lichkeit Tödtet die zufriedenbeit 7. Keuschheit und Mäßigkeit. 341 heit; Sie vergiftet alle freu- wissensschmerz In das durch den, Und verwandelt sie in sie betrogne Herz. leiden. 4. Der mensch sinkt unter 5. Sittsamkeit und unschuld ihrer bürde Zur niedrigkeit schmücket Mehr als schönheit, des thiers herab. Er schändet sie vermehrt Jede luft, die uns und entehrt die würde, Die entzücket, Jedes glückes reiz ihm sein weiser schöpfer gab; und werth. Reinen Herzen Vergißt den zweck, dazu er fließt der quell Jeder wonne lebt, Weil er nach niedern rein und hell, Denn sie hoffen lüsten strebt. voll vertrauen, Gott, dein an- 5. So schimpflich sind der gesicht zu schauen. wollust bande, Schon von der 6. Gott, dein geist, um welt sind sie ein spott; Sie den wir bitten, Mache unsern sind vor dem gewissen schande wandel rein. Laß die frech- Und noch weit mehr vor dir, heit wilder sitten Unsre seele o gott! Der lastersklav entnie entweihn; Vor verführung flieht dir nicht, Du forderst schütz du sie. Unser Herz ge- ihn vor dein gericht. horche nie Einer schändlichen 6. Du übergibst den dem begierde; Heiligkeit sei unsre verderben Schon hier, der seizierde. nen leib entweiht, Und nie wird deinen himmel erben, Wer sich unreiner lüfte freut. Drum 531. Der wollust reiz zu fleh ich dehmuthsvoll zu dir: Wer nur den lieben gott. widerstreben, Laß höchster, meine weisheit sein. schaff ein reines herz in mir! 7. Gib, daß ich allen bösen Sie ist ein gift für unser le- lüsten Mit muth und nachben Und ihre freuden werden druck widersteh, Und, stets dapein. Vor ihrer schnöden wider mich zu rüsten, Auf lockung fliehn, Heißt dem ver- dich, allgegenwärt'ger, seh. berben sich entziehn. Denn wer dich, gott, vor hat, Flieht auch ver2. Die wollust kürzet unsre augen tage, Sie raubt dem körper borgne missethat. seine kraft, Und armuth, seuIn voriger Melodie. chen, schmerz und plage, Sind 532. Set, um die wollust früchte ihrer leidenschaft, Der zu verhüten, haßt sich selber, der sie liebt, Christ, schamhaft gegen deinen Und sich in ihre fesseln gibt. leib, Laß nicht dein auge dir 3. Sie raubt dem geiste gebieten, Flieh eitlen scherz und muth und stärke, Schwächt zeitvertreib, Des frechen witzden verstand, der seele licht, lings freier scherz Erniedrigt Sie raubt den eifer edler werke und verdirbt dein herz. Und ernst und lust zu jeder 2. Um ihr die nahrung pflicht, Sie führt reu und ge- zu verwehren, Sei stets ein freund PROD 342 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. äuß'rer wandel rein, nicht auch deine seele freund der nüchternheit. Laß dein speis und trank dich nie be- Soll's schweren, Und steure deiner sein? finnlichkeit. Sei deiner schwach- 8. Begierden sind es, die heit stets bewußt, Und meid uns schänden, Und die verlegen oft selbst erlaubte lust.. unsre pflicht, Auch ohne daß 3. Entzieh der wollust ihre wir sie vollenden; Drum rühträfte Im schweiße deines an- me dich der keuschheit nicht, gesichts; Der unschuld schutz- Es sei denn, daß du durch wehr sind geschäfte, Nichts- den geist, Der Lüste herrschaft thun das netz des bösewichts: dich entreist. Bei trägheit und bei müßig- 9. Denk oft den mächtigen gang Besiegt uns jeder böse gedanken: Die unschuld ist der hang. ind zou du feele glück. Der halte, fängst 4. Willst du der wollust du an zu wanken, Dich noch trieb bekämpfen, Ch' er die von deinem fall zurück. Dir freiheit dir verwehrt, So such gibt dein ganzer Lebenslauf ihn früh in dir zu dämpfen. Sich nicht zurück: gibst du Hat ihn dein Herz zuvor ge- sie auf. nährt, Und du hast ihn nicht 10. Die wollust kürzt des gleich erstickt, So wird er lebens tage, Da teuschheit heil schwerlich unterdrückt. und leben gibt, Und seuchen 5. Oft täuschen dich des werden dessen plage, Der ihre lasters triebe Und du erblickst gift'gen reize liebt. Wer got nicht die gefahr. Oft wird das tes tempel hier zerstört, Ift unerlaubte liebe, Was anfangs seiner strengsten strafe werth. nichts als freundschaft war. 11. Wie blühte nicht des Ein langer umgang macht dich jünglings jugend, Eh ihn der dreist Und du vergißt, was wollust reiz bethört. Doch er unschuld heißt. vergaß den weg der tugend, 6. Dein fühlend herz wird und seine träfte sind verzehrt, sich's verzeihen, Daß es des Verwesung schändet sein ge lasters trieb ernährt, Es wird sicht, Und predigt gottes strafnur seinen ausbruch scheuen, gericht. Weil dieser vor der welt ent- 12. Drum fliche vor der ehrt; Wird kleine fehler über- wollust pfade, Und lockt dich sehn, Und so zu großen über- schmeichelnd ihre bahn, So gehn. rufe brünstig gott um gnade, 7. Ists sünde nur, die that Um weisheit in versuchung an vollbringen? Ist, der's nicht Erzittre vor dem ernsten fall! thut, schon tugendhaft? Sollst Du fällst gewiß mehr als du nicht auch den trieb bezwin- einmal. gen? Nicht auch den wunsch 533. Wie manigfaltig der leidenschaft? Soll blos sind die gaben, Wo Si Keuschheit und Mäßigkeit. 343 Wodurch, herr, deine huld uns freun, Mich mäßig im genusse nährt, Die alles gute, was sein. wir haben, Beständig und so 7. Mit speis' und trank sich gern gewährt. Auch das, was so beschweren, Daß man derunser mund genießt, Zeigt selben übervoll, Dadurch wird uns, wie gut und mild du das, was uns ernähren Und bist. unser Herz erquicken soll, Ein 2. Du gibst uns brod für gift, das in den adern schleicht, unser Leben und läsfest auch Und krankheit, schmerz und tod uns zu erfreuit, Die mittel, erzeugt. die uns nahrung geben, So 8. Unmäßigkeit raubt uns viel, so manigfaltig sein. die kräfte Zu dem, was uns Wie angenehm ist der genuß die pflicht gebeut, Macht träge Von dem, was uns ernähren zum berufsgeschäfte, Untüchtig muß! zur gottseligkeit, Erweckt un3. Du fegnest auen und ordnung, streit und zank; Ergefilde Mit unerschöpfter frucht- stickt den dir, gott, schuld'gen barkeit, Die, vater, jährlich dant. deine milde, Daß keiner hun- 9. Wer sich den bauch zum gern mög, erneut, Daß jeder- gott erfohren, Unmäßig deine mann von sorgen frei Gesät- gaben braucht, Der ist für's tigt werd' und dankbar sei. Himmelreich verloren, Zu dem 4. Du gibst, daß ich nicht kein knecht der lüste taugt. mangel leide, Was nöthig ist, Gott, laß mich ja dies laster auch mehr als brod: Gibst scheun, Enthaltsam, mäßig, zum bedürfniß auch noch freu- nüchtern sein! de Für einen jeden sinn, o 10. So oft ich speis' und gott, Wie ist zum wechsel im trant genieße, So laß es mit genuß So groß, so reich dein vernunft geschehn, Und daß ich überfluß! beides mir versüße, Mit dank mit auf dich, den geber fehn, va- Auf dich der du mich zärtlich aber liebst, Mir nahrung und er5. So will ich denn freuden essen, Was deine terhuld mir schenkt; Nie auch, o herr, vergessen, Daß quickung gibst. fie mich speist, daß sie mich tränkt, Nie, daß sie keine Lust mir wehrt, Als die, die scha det und zerstört. 8. Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. Nun freut euch lieben. 6. Drum laß die kraft, uns 534. Gott ist's, der das zu vergnügen, Die du in spei' vermögen schafft, und trank gelegt, Mich nie Das gute zu vollbringen, Er o höchster, so besiegen, Daß sie gibt zur arbeit muth und kraft zum schweigen mich bewegt. Und lässet sie gelingen. Was Laß, deiner gaben mich zu man mit ihm nur unternimmt, Wird 344 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Wird, wenns mit seinem willen) Wer nur den lieben gott läßt. ſtimmt, Nicht ohne fortgang 535. Mit dir geh ich an mein geschäfte, bleiben. 2. Wer das zu seinem Haupt- O gott, bu gibst durch deinen zweck macht, Gefällig ihm zu geist mir auch gewiß zur ar werden, Zuerst nach seinem beit träfte, So lange du mich beifall tracht, Dem gibt er leben heißt. Laß dieser hoff auch auf erden Vom zeitlichen nung mich zu freun, Auch deis mit milder hand, So viel, nen rath mir heilig sein. beim fleiß in seinem stand, Als 2. Der ehrt dich nicht, der ihm wahrhaftig nüket. seine tage In tragem müßig3. Gott ist der frommen gang verlebt, und sich und schild und lohn, Er frönet ste andern nur zur plage Das mit gnaden, Was sollte ihrer ihm geliehne pfand vergräbt. feinde hohn Und mißgunst ihDu bist's, der uns den fleiß nen schaden? Mit seinem schutz gebot, Und wer ihn übt, ehri bedeckt er sie, Und segnet bei dich, o gott! des lebens müh Ihr Herz mit trost und hoffnung. 3. Du gabst mit so viel an dern trieben uns auch den trieb 4. Drum gib, o gott, daß zur thätigkeit, Und, ihn auf's ich auf dich Bei meiner ar- uns auch gelegenheit. Du tens nützlichste zu üben, Gibst bu beit sehe. Mit light und weis nest unsrer arbeit müh, Und heit segne mich, Daß ich nie deine Fraft erleichtert sie. wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich mich nung vor allem trachten. 4. Laß mich auf diese ord ihrer freun. Wie sollt sehen, Ihr folgen und ich dabei irre gehen, Und vielmehr gesegnet sein. heit mich, Als dir mißfällig, Von dir, der du der arbeit meiden und hilf, daß ich, ge- last Auch reichen lohn beschie stärkt durch dich, Voll muth den hast? 5. Laß müßiggang und träg- nicht mit lust und freuden In mei- 5. So wart ich, gott, auf nem stand geschäftig sei; Dein deinen segen, und sorge nicht segen tröne meine treu, Daß wie's werden soll, Ich geh ste auch andern nüße. ihm doch gewiß entgegen, und 6. Sei überall, mein gott, bin der frohen Hoffnung mit mir, Die werke meiner voll: Mein fleiß ist wohlge hände Befehl ich, allerhöchster, fällig dir; Du siehst und du dir; Hilf, daß ich sie vol vergiltst ihn mir. lende Zu deines großen namens preis, Daß mir frucht von meinem fleiß jenes leben folge. 6. Jch tröste mich des nicht die vergebens, Bleibt er gleich un In vergolten hier; Du reichst am abend meines Lebens, Auch mir 345 9. Rechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. mir der treue lohn dafür; nüßlich als ich kann zu sein, Dann freu ich mich in ewig: Das sei mir ehr und reichthum. leit, Des nüßlichen gebrauchs der zeit. 6. Dir zu gefallen sei mein ziel, Bei allem was ich thue, So hat es, gehe wie es will, Sei lob und ehr bem. 536. Nach deinem rath, Doch mein gewissen ruhe, o gott, sind wir Denn wer dir heiligster mißZum fleiß bestimmt auf erden. fällt, Was nüßzet dem die Du willst es, daß wir alle hier ganze welt Mit allen ihren Einander nüglich werden. Gib schätzen? mir verstand und lust und 7. Gib, daß mein fleiß in traft, Geschickt, treu und ge- dem beruf, Dazu mich auf der wissenhaft zu thun, was mir erde Dein weiser rath, mein gebühret. gott, erschuf, Mir eine stufe 2. Hilf, daß vor träger werde, Worauf ich nach vollweichlichkeit Ich standhaft mich brachter zeit Zur höheren gez bewahre; Und wo die pflicht schäftigteit Des bessern lebens mir müh gebeut, Nie meine steige. träfte spare. Erholen darf ich 9. Rechtmäßiges Verhals mich nur dann, Wenn ich von ten gegen zeitliche Güter, traft erschöpft, mich kann Zu Reichthum, Ehre 2. neuer arbeit stärken. Es ist das heil uns. mich nicht Die zeit mit neben3. Gib treuen fleiß und laß 537. Herr, laß mich doch gewissenhaft dingen, Und mit versäumung Mein zeitlich gut verwalten, meiner pflicht, Verschwenderisch Gib selbst mir weisheit, gib verbringen. Das müsse mein mir traft, Damit wohl haus vergnügen sein, Mich den ge- zu halten, Auf daß ich, im schäften ganz zu weihn, Die geringern treu, Durch deine bu mir auferleget. gnade fähig sei, Zu größern Ein heil'ger trieb belebe gnadengütern. mich, Ohöchster, meine pflich- 2. Mein hab und gut fommt ten In deiner furcht, gestärkt ja von dir, Und deinem milden burch dich, mit freuden zu segen. Nicht zum verderben verrichten. Ein herz, das sich gabst du mir Mein zeitliches bes guten freut, Gibt zu der vermögen. Du gabst es mir arbeit munterfeit, Macht leich zum wahren wohl! Drum gib ter unsre lasten. herr, daß ich's wie ich soll 5. Laß mich vor dir, herr, Nach deiner vorschrift brauche. unverrückt mit einem herzen 3. Es ist das mir geschenkte wandeln, Das geiz und ehr- gut Vergänglich, wie die erde. sucht nie bestrickt, Gewissen Hilf, daß ich nie zum überlos zu handeln. Mein Leben muth Dadurch verleitet werde. beinem dienst zu weihn, So Nie reiß ein irdischer gewinn Mein 346 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Mein Herz so weit zum eiteln schätzen dieser erden So sehr hin, Daß ich mein heil vergesse. ergeben sein, Daß sie mein 4. Was hülfe mir die ganze abgott werden. Oft fehlt welt mit allen ihren schätzen, beim überfluß Doch die zu Verblendete mich gut und geld, friedenheit, Und was ist Mich dir zu widersetzen? Ver- ohne sie Des lebens herrlich schmäht ich, was dein wort feit? top of begehrt, Was mir ein ewig 2. Kann ein vergänglich gut heil gewährt: Wie elend würd' Auch unsre wünsche stillen? ich werden? Es steht ja sein besitz Nie blos 5. Mein stärkstes trachten in unserm willen. Nicht stets sei allhier Nach deines geistes wird's dem zu theil, Der ängst gaben. Wie reich bin ich, o lich darnach ringt, Und schnell gott, in dir, Kann ich nur verliert's oft der, Dem sein diese haben. Besitz ich, höchster, bemühn gelingt. deine huld, Bin ich voll glau- 3. Ein gut, das unsern geist ben und geduld:" Was fehlt Wahrhaftig soll beglücken Muß dann meinem glücke? nicht vergänglich sein, Und für 6. Den geiz laß ferne von den geist sich schicken. Der sün mir sein, Die wurzel alles bö- der hat oft geld und wünscht sen. Von sünden und gewis- sich dessen mehr, Doch dabei senspein Kann reichthum nicht bleibt sein herz Von wahrer erlösen. Er hilft in todesstun- ruhe leer. den nichts Und nichts am tage 4. O gott, so wehre doch des gerichts: Gold schützt da den ungerechten trieben, Und keinen sünder. heilige mein herz, Nie sclavisch 7. Lehr mich die weise spar- das zu lieben, Was man mit famkeit, Um das nicht zu ver- müh gewinnt, Bald schwelges schwenden, Was du mir gabst risch verzehrt, Bald unruhvoll in dieser zeit, Es nützlich an- bewacht Und bald mit fluch zuwenden. Gib mir die klug- vermehrt. heit, daß ich hier Dadurch dem 5. Ein weises frommes herz nächsten, so wie mir, Des le- Das sei mein schatz auf erden. bens müh erleichtre. Sonst alles, nur nicht dies, 8. Es kommt ein tag der kann mir entriffen werden. rechenschaft: Das laß mich stets Dies bleibt im tod auch mein, bedenken, Und mein gemüth ge- Dies folgt mir aus der zeit, wissenhaft Zur heil'gen sorg Zum seligsten gewinn, Bis in falt lenken, Also die güter dieser die ewigkeit. zeit Zu nützen, daß ich dort er- 6. Wenn dieses fehlt, dann freut Noch segen davon erndte. ist Das herrlichste vergnügen Nur süßen träumen gleich, 538. aß mich doch nicht, Die unsern geist betrügen. D gott, Den Drum Lenke, gott, den wunsch O gott du frommer. Vom 9. Nechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. 347 Vom irdischen gewinn Durch abzubrechen, Er wird in dir deines geistes kraft Zu ew'gen der wittwen flehn, Der waisen gütern hin. thränen widerstehn. Auf christenmensch. 7. Wie könnt ein herz, von 539. Wohl dem, der beßre geize hart, Des wohlthuns 500 schätze liebt Als freuden schmecken? Und in des schätze dieser erden! Wohl dem unglücks gegenwart Den ruf der sich mit eifer übt, An tugend zur hülf entdecken? Und wo reich zu werden, und in dem ist eines standes pflicht, Die glauben, daß er lebt, Sich nicht der geiz entehrt und über diese welt erhebt. bricht? 2. Zwar ächte tugend wehrt 8. Du bist ein vater und uns nicht, Hier güter zu besitzen. aus geiz Entziehst du dich den Gott gab sie uns und auch lindern, Und läsfest dich des die pflicht, mit weisheit sie goldes reiz Ihr herz zu bilden zu nützen. Sie dürfen unser hindern, Und glaubst, du habst herz erfreun, Und unsers sie wohl bedacht, wenn du sie fleißes antrieb sein.. reich wie dich gemacht. 3. Doch nach den gütern 9. Du hast ein richterliches dieser zeit Mit ganzer seele amt, Und du wirst dich erschmachten, Nicht mehr nach frechen, Die sache, die das recht wahrer frömmigkeit Und gottes verdammt, Aus habsucht recht beifall trachten; Ist dieses zu sprechen: Und selbst der tüeines menschen ruf, den gott gend größter feind Erkauft av zur ewigkeit erschuf? dir sich einen freund. 4. Der geiz erniedrigt unser 10. Gewinnsucht raubt dir herz, Erstickt die edlen triebe, muth und geist, Die wahrheit Die liebe für ein schimmernd frei zu lehren, Du schweigst, erz Verdrängt der tugend liebe, wenn sie dich reden heist Christ, Und machet, der vernunft zum wo du nicht sollt ehren, Und spott, Der erden gold zu dei- wirst, um ein verächtlich geld, nem gott. Ein schmeichler und die pest 5. Der geiz so viel er an der welt. sich reißt, Läßt nichts recht 11. Erhalte mich, o gott, froh genießen; Er quält durch dabei, Daß ich mich g'nügen habsucht deinen geist Und töd- lasse, Geiz ewig, als abgötterei, tet dein gewissen, Und reißt Von mir entfern' und hasse. durch schmeichelnden gewinn Dich lieben, herr, mit frohem Dich blind zu manchem fre- muth Sei meines Lebens größtes gut! vel hin. 6. Um vortheil wird er gar Wenn meine sünd' mich fränken. wohl schon Aus dir mit mein 540. Herr, laß nach eitler eid sprechen, Dich zwingen ehre Mich nies der arbeiter lohn Unmenschlich mals geizig sein. Gib, daß dein geist 348 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. geist mich lehre, Der ehre bethört. Der tugend meinen mich zu freun, Die ewiglich fleiß zu weihn Und andrer vor dir besteht, Und mit mir glück zu fördern, Laß mein bevon der erde Zum himmel streben sein. übergeht. 8. Auf dieser bahn der ehre 2. Nie blende mich der schim- Erhalte meinen gang, Durch mer Des ansehns vor der welt! deines sohnes lehre Mein gan Denn der ist doch nicht immer zes lebenlang; So werd' ich Ein mensch der dir gefällt, bei verständigen Das glück des Der titel, rang und würden guten namens Mir g'nug ge hat; Und wer damit sich brü- sichert sehn. stet, Ist fern vom tugendpfad. 9. Gib mir, o herr, die 3. Nicht im besig von schä- gnade Mich dieses glücktz zu Ben Und güter dieser zeit, Laß freun. Leit mich auf rechtem meinen ruhm nicht schäßen, pfade, Ein solcher mensch zu Sie sind doch eitelteit. Sind sein, Den einst die ehrenkrone oftmals auch des thoren glück, schmückt, Die ewig deine from Berlassen uns im sterben Und men in jener welt beglückt. bleiben hier zurück. 4. Laß mich in demuth leben, Wenn mich die welt ver10. 3 ufriedenheit und Genügsamkeit. Nun ruhen alle wälder. ehrt; Durch stolz mich nie er- 541. Dir hab' ich mich heben, Wenn sich mein ansehn ergeben, Mein mehrt; Und schenkst du mir gott im ganzen leben Im under erde gut, vater, so be- glück, wie im glück: Dir dant wahre mich auch vor übermuth. ich meine freuden; Dich preis 5. Dich tennen, meine pflich- ich auch im leiden Bis an den ten Mit treu und redlichkeit letzten augenblick. Gewissenhaft verrichten, Wie 2. Du bists, der für mich mir bein wort gebeut, Und wachte, Noch eh' ich war und überall mein christenthum, Nach dachte, Du hast mit treuer jesu vorbild übe: Das sei mein hand Mich huldvoll stets ge wahrer ruhm. leitet, Auch da mir glück be 6. Dein beifall ist das beste, reitet, Wo ich nur schmerz und Was ich mir wünschen kann, leiden fand. Wenn ich mich deß getröste, 3. Was helfen meine sorgen? So hab' ich g'nug daran, Ist mir mein glück verbor Wenn mir es auch an ruhm gen, So ist's doch dir, herr, der welt, Bei allen guten tha- nicht, Dir will ich mich emten, Die ich verrichte, fehlt. pfehlen, Du weißt, was mei 7. Nie laß mich ruhm er- ner seelen, Und meinem leibe schmeicheln, Der mir doch nicht hier gebricht. gehört; Nie als ein gleißner 4. Und was ich heute flehe, Heucheln, Den menschengunst Das möchte, wenn's geschehe, Schon 10 Zufriedenheit und Genügsamkeit. 849 Schon morgen mich gereu'n, mancher wunsch gewährt; Ch' Nur einen wunsch vor allen ich oft noch klopfe an, Wird Laß dir, o herr, gefallen, Zu- mir auf und guts gethan. frieden alle zeit zu sein. 4. Dankbar zähl ich meine 5. Wenn ich verlassen scheine, tage Bis auf die geburt zurück, Im leiden zag und Was wünscht mein weine, Zähle kummer, sorge, plage, banges Zähle freude, ruh und glück, herz? Ach hilf es mir besiegen! Finde, daß gott immerdar WeiEs wünschet sich vergnügen, se, mächtig, gütig war. Und was es wünscht, wird oft 5. Widme gott dein thun sein schmerz. und leben, Trau auf ihn und 6. Drum will ich findlich sorge nicht. Sorgen, helfen, schweigen, Zufrieden mich be- schützen, geben, Ist des vaters zeigen, mit allem, was du lust und pflicht. Nahe dich zum giebst. Du kannst uns nicht herrn und sprich: Gott, du kennst verlassen, Die dir vertrau'n, mich, sorgst für mich. nicht hassen, Weil du die from 6. Werde niemals wantelmen ewig liebst. müthig. Bist du schwach; gott 7. Nicht das, worum ich ist getreu: Bist du zaghaft; flehe, Dein wille nur geschehe gott ist gütig: Such ihn nur, Und was mir selig ist. Ich er eilt herbei. Bist du sorgwill dir ganz ergeben, Getrost sam; Gott weiß rath, Gott, und ruhig leben, Bis einst der der alles ist und hat. tob mein auge schließt. In dem leben hier auf erden. 7. Vater, ewig reich an güte, Mächtiger regent der welt! Dieß 542. Quälet mich nicht ist stündlich meine bitte: Thu' bange sorgen! mit mir, was dir gefällt. Gott Mein versorger lebt und wacht; bleibt meine zuversicht: Weicht, Ihm ist alles unverborgen, ihr sorgen! quält mich nicht! Was die christen traurig macht. Was mein gott beschließt und Wo soll ich flichen hin. thut, Ehret ihn und ist mir 543. und ist mir 543. Nein, murren will gut, ich nicht, Herr, 2. Che noch die berge wa- meine zuversicht, Daß ich nur ren, War mein schicksal ihm wenig habe, es glückes beste bekannt und den lauf von mei- gabe Für dieses kurze leben nen jahren Lenket seine weise Hast du mir, herr, gegeben. hand. Nichts geschicht von. 2. Mir ward das beste theil: ohngefähr. Alles femmt von Du bist mein trost und heil. oben her. In armuth die ich leide, Ist 3. Gott, ganz vater! gott, jesus meine freude. Ward mir ganz gnade! Bin ichs sünder nicht viel beschieden, Ist doch gleich nicht weith, Wird mir mein Herz zufrieden. auf des lebens pfade Dennoch 3. Mein heiland, freund und 350 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. und herr, Wie arm, wie arm ist dein geschäfte, Und ihr ge war er! Wie viel hat er gebrauch ist ruhm für dich. litten, Eh' er ganz ausgestrit- 3. Zwar andern hat des himten! Und er hat alle plagen mels segen Mehr güter zuge Mit heldenmuth getragen. theilt als dir Doch soll dieß 4. Jch trag ihm seine schmach deinen neid erregen? Dent, Als christ auch willig nach, wer ist gott? und wer sind wir? Und für den andern morgen Weiß er nicht besser, was dir Will ich nicht heidnisch sorgen. nützet, Und was dem andern nüht Gott wird zu allen zeiten, als du? Wenn er dich führt, reWas ich bedarf, bereiten. giert und schützet, Was fehlt 5. Der armuth joch ist schwer, noch wohl zu deiner ruh? Kann's sein, so hilf mir, herr, 4. Du prangest nicht mit Von ihren harten plagen; hohen würden: Beneide nicht Doch soll ich sie noch tragen der großen glück; Sie seufzen Laß dieser last beschwerden Wir unter schweren bürden, Und nicht zum fallstrict werden. fallen oft im augenblick. Dir Osüßer stand, o selig leben. 6. Nicht ewig währt mein ward kein überfluß gewähret: leid; Es kommt die rettungs- Jhn wünschen, das ist ſelbstbe zeit. Muß ich hier öfters wei trug, Wer gern, was er nicht nen; Dort jauchz' ich mit den braucht, entbehret, Der ist be deinen Muß ich hier mangel glückt und reich genug. leiden Dort sättigen mit freu- 5. Herr, der du mir zum den. erdenleben So viel ich brauchte, stets verliehn, Laß täglich sich 544. Gntehre nicht mein mein herz bestreben, Len sorherz mit klagen genvollen gram zu fliehn. In Den gott, der dich zum glück demuth laß mein herz sich üben, erschuf. Die müh' des lebens Gott deiner güte sich zu freun; zu ertragen, Und froh zu sein Dich fürchten, dir vertraun, dich ist dein beruf. Der christ murrt lieben, Muß ewig mein vernicht bei den beschwerden Von gnügen sein. dieser kurzen lebensbahn; Cr sucht, daß sie ihm ähnlich wer- 545. den, Und betet gottes fügung Vorige Melodie. Du flagſt und fühan. left die beschwer den, Des stands, in dem du 2. Gott selbst hat dir dein mühsam lebst; Du strebest glück loos beschieden, Nimms danklicher zu werden, Und ſiehst, bar aus der vorsicht hand. Er- daß du vergebens strebst. Ja, fülle jede pflicht zufrieden, Die klage, gott erlaubt die zähren, sie mit diesem Loos verband. Doch denk im klagen auch Sie gibt dir munterfeit und zurück. Ist denn das glück, kräfte Und nährt und stärkt sie das wir begehren; Für uns väterlich. Sie brauchen, dieß auch stets ein wahres glüd. 2. Nic 351 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 2. Nie schenkt der stand, nie 3. Es ist umsonst; wir werschenken güter Dem menschen dens nicht erzwingen, Wenn die zufriedenheit. Die wahre wir auch nächte durch mit ruhe der gemüther Ist tugend kummer ringen, Und tag vor und genügsamkeit. Genieße, tag mit ängstlichen geschäften was dir gott beschieden, Ent- Den leib entkräften. behre gern, was du nicht hast. 4. Mein glück beruht, o gott Ein jeder stand hat seinen frie- auf deinent segen; Vertrau ich den; Ein jeder hat auch seine dir und geh auf deinen wegen: lajt. So wirst du mir, auch ohne 3. Gott ist der herr, und sorg' und kränken, Was gut seinen segen Veriheilt er stets ist, schenken. mit seiner hand; Nicht so, wie 5. Bin ich getren mit dem wirs zu wünschen pflegen, geliehnen pfinde ,. Und harr ich Doch so, wie ers uns heil- nun der rechten segensstunde: sam fand. Willst du zu den So kommt sie und dann werken, dich erkühnen, Daß seine den meine thaten Zum glück liebe dich vergißt? Er gibt gerathen. uns mehr, Als wir verdienen, 6. Drum fördre selbst die Und niemals, was uns schäd- werke meiner hände. Gesegnet lich ist. sei der anfang und das ende! 4. Verzehre nicht des Lebens Gib guten rath, Damit, was kräfte In träger unzufrieden- ich vollbringe, Mir wohl geheit Besorge deines stands ge- linge. schäfte, Und nütze deine lebens- 7. Hilf mir mit treue meine zeit. Bei pflicht und fleiß pflicht erfüllen; Und dann sich gott ergeben, Ein ewig mein Herz mit froher hoffnung glück in hoffnung seh'n, Dieß stillen. Sollt ich mit dent ist der weg zur ruh' und le was du mir, herr, beschieden, ben. Herr, lehre diesen weg Nicht sein zufrieden? mich gehn. og trop ma Herzliebster was hast. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben; So gib 546. Gott kann allein mir nur zufriedenheit und gadas beste für uns ben; Die mehr als alles irdiwählen, Wie thöricht handeln sche erquicken Und stets beunzufriedne seelen! Sie quälen glücken. sich und machen ihrem herzen 9. Dann werd ich auch, o Vergeblich schmerzen. gott, mit allen frommen zu 2. Was helfen uns die ängst- dem genuß der himmelsgüter lich bangen sorgen Für den kommen; Dann wird mein noch ungewissen andern mor- wunsch, den irdisch gut nie gen? Der uns doch, daß wir stillet, Völlig erfüllet. uns umsonst gegrämet, Schon 547. Was mein gott will, oft beschämet. gescheh allzeit! Cr 352 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Er wählet stets das beste Zu vergnügt mit allem, was dein helfen ist er dem bereit, Der rath, herr, fügt. an ihn glaubet feste. Es hilft 3. Wird mir die freudens aus noth Der treue gott, Und sonne scheinen: So dank ich's züchtiget mit maßen. Wer fröhlich deiner huld; Muß ihm vertraut, Fest auf ihn aber ich in trübsal weinen: bau't, Den wird er nicht ver- So nehm ich's auch an mit lassen. geduld. Denn das was beine 2. Er ist mir trost und zu weisheit thut, Ist alles ewig versicht, Gibt hoffnung, freud recht und gnt. und leben. Drum was er Ermuntre bich mein schwacher. will, dem will ich nicht Unmuthig widerstreben. Sein 549. Du bist ein christ, was quälst du wort ist wahr, Und in gefahr Ist er es, der mich schüßzet. Des dich, Und sorgst schon heut für höchsten macht, Die für mich morgen. Nur blinde heiden wacht, Gibt mir stets, was quälen sich mit tausend bangen mir nüßet. sorgen. Dein vater lebt, dein 3. Wenn es sein wille mir gott regiert, Drum sei vergnügt, gebeut, Das leben zu verlassen, wie er dich führt. Willst du So will ich voll ergebenheit, durch gram und plagen Dir In seinem rath mich fassen. selbst dein glück versagen? Dir, gott, befehl Ich meine 2. Wer hat gesorgt, wer hat feel In meinen letzten stunden; gewacht Im anfang deiner tage, Dein sohn, o gott, Hat grab Da noch dein leib in sinstrer und tod Auch für mich über- nacht, Dir selbst verborgen wunden. lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was that da aller menschen macht, Da geist 548. Ich bin mit deiner und sinn und leben Dir ward Wer nut den lieben gott. huld zufrieden, von gott gegeben. Herr, und dem, was du zum 3. Den leib schuf gottes weise theil An glück und leiden mir hand, Ein wunder seiner werke; beschieden: Dein weiser rath Gab jedem glied den rechten sucht stets mein heil; Ob er stand und angemeßne stärke, gleich wunderbar oft scheint, Er fügte bei dem wunderbau Doch weiß ich, daß ers redlich Ein glied ans andre ganz ge meint. nau, Gab jedem seine fräjte 2. Du weißt allein, wodurch Und jedem sein geschäfte. auf erden Mein glück und 4. Ist dir ein vorzug nicht wohlfahrt für und für Muß bekannt, Die hoheit deiner fester und vollkommner werden. seele? Der schöpfer gab ihr Dieß zeiget deine weisheit den verstand Und willen, daß mir; Drum bin ich ruhig und sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem 11. Verläugnung der Welt. 353 ihrem blick Auf heut, die zu- mit Gefahr umgeben, Währt kunft und zurück, Geschehenes es nur eine kurze zeit. zu wissen, Auf das was fommt 3. Was hilft unnützes wijzu schließen. sen? Wird's, wenn wir ster5. Hat gott dich nicht von ben müssen, Für uns ein vorjugend auf Mit seiner macht zug sein? Was hilft uns macht getragen? Durchdenke deinen und ehre, So glänzend sie auch lebenslauf. Kannst du es an- wäre, kann sie uns wohl alsders sagen? Du athmest seine dann erfreun? luft in dich; Sein boden trägt 4. Der ruhm, nach dem wir und nähret dich, Und seine trachten, Den wir unsterblich gnad' und treue Wird alle achten, Ist meist ein falscher morgen neue. wahn; So bald der geist ge6. Kannst du, was gott an wichen, und unser leib verdir gethan, Die wohlthat alle blichen, Fragt oft fein mensch zählen? Fang bei der früh- was wir gethan. sten kindheit an, Und wenn dir 5. Wie bald wird das zerzahlen fehlen, So zähle erst rinnen, Was wir mit müh der sternen Heer, Und dazu gewinnen, Was unser fleiß erauch den sand am meer, Und wirbt! Kann wohl, was wir nimm dann diese zahlen Zu besitzen, Uns vor dem tode millionen malen. schüßzen, Und stirbt nicht alles 7. Gott, ich kann überden- wenn man stirbt? ten nicht Die größe deiner güte, 6. Was sind des lebens frenDrum setz ich meine zuversicht den? Wie bald folgt angst und Mit ruhigem gemüthe Zu al- leiden Und reu auf den gelerzeit auf dich, den herrn: Du nuß! Was ist's, womit wir sorgest und du hilfst uns gern. prangen? Wo wirst du ehr Ich will stets mit vertrauen erlangen, Die nicht zuletzt verAuf deine hülfe bauen. schwinden muß? 7. Was sind selbst alle thro11. Berläugnung der Welt. nen? Gibt es wohl ird'sche kroIn allen meinen thaten. nen, Die unverwelklich blühn? 550. Die herrlichkeit der kann vor des grabes schrecken? erden Muß staub Der purpur dich bedecken Die und asche werden, Und nichts frone dich dem tod entziehn? bleibt ewig stehn; Das was 8. Wie, wenn die sonn' aufuns hier ergötzet, Was man gehet, Die rose blühend stchet für ewig schätet, wird als ein In ihrer schönsten zier, Und leichter traum vergehn. doch verwelkt sich benget, Ch' 2. Was sind doch alle sachen, sich der abend zeiget: So blitdie uns so trotzig machen? hen und verwelfen wir. Nur tand und citelkeit. Was 9. Froh wachsen wir auf ist der menschen leben? Stets erden und hoffen, groß zu 3 wer= 354 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. werden, Von schmerz und sor- lust wilde gluth, Bricht die gen frei. Doch in den schön- gewalt der sinne; Erweicht das sten tagen, Eh' wir noch früchte herz, Daß fremder schmerz Dein tragen, Bricht uns des todes mitleid leicht gewinne. sturm entzwei. 5. Auch übt das kreuz dich 10. Wir rechnen jahr auf zur geduld, Erhöht den werth jahre, Inzwischen wird die bahre von gottes huld, Stärkt mächVor unser haus gebracht. tig dein vertrauen, Lehrt im Man scheidet von den seinen, verlust Dich nun mit luſt Aufs Die hüflos uns beweinen, unsichtbare schauen. Und uns dedeckt des grabes 6. Des leidens hitz entflammt nacht. dich stets zu größrer inbrunst 11. Gott, laß uns dies be- des gebets, Und läutert deidenken Und uns zum himmel nen glauben. Weit minder kann lenken, Weil er uns offen Verführung dann Dir deine steht. Wer dahin will gelan- frone rauben. gen, Muß an der welt nicht 7. Zwar stört das freuz oft hangen, Die einst mit ihrer deine ruh, Mit bangen thrälust vergeht. nen säest du und unter viel be schwerden. Christ, hoffe doch, 12 Gebulb im Leiben oder Es wird dir noch Zur reichen Trosgesänge. erndte werden. In dich hab ich gehoffet. 8. Verschmerzt ist leicht ein 551. Int n trübsal, christ, irdisch leid; Kurz ist der ausei stark im geist, genblick der zeit, Doch ewig, Auch das ist gut, was trübsal ewig währet Dort dein genuß heißt. Erheitre dein gemüthe. Ohn überdruß, Wie ihn der Du weißt, auch dich Liebt vä- geist begehret. terlich Der vater aller güte. 9. Auch bleibet stets dein gott 2. Kein leiden kommt von getreu, Steht dir, als vater, ohngefähr, Dein gott schickt liebreich bei; Sorgt, daß er dir es zu, und er Zeigt sich in dich erquicke. Er schafft dir seinen wegen So groß rast, Daß deine last Dich nie von rath Als groß von ganz niederdrücke. that, Und reich an gnad' und segen. 10. Verbirgt er auch sein angesicht, Dies raube deinen 3. Der dich in jesu herzlich muth dir nicht! Gott kann sein liebt, Sucht, wenn er dich find nicht hassen, Wer ihn nur durch kreuz betrübt Das wahre liebt, Sich ihm ergibt, Den heil der secle; Weckt dich, daß wird er nicht verlassen. nicht zu deiner pflicht Die lust 11. Durch trübjal sind zu und eifer fehle. aller zeit Die from: nen in die 4. Das freuz beugt stolz herrlichkeit, Gleich jesu ein und übermuth, Erstickt der wol gegangen. Denkst denn nur du 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 355 du In träger ruh, Die frone derben droht, Bin bei gott in zu erlangen? gnaden. Schenkte gott mir seinen 12. Demüthige dich gleich sohn. Ließ ihn für mich sterben; als sie, Gleich ihnen, bet und So versichert dieß mich schon zage nie: Denn gott erhört Ich soll nicht verderben. dein flehen. Bald weicht dein 6. Aengsten feinde mich, als leid Zu seiner zeit Wird dich sei Gott mir nicht gewogen: dein gott erhöhen. So wird doch durch ihr ge552. Schwing, dich auf schrei Mein herz nicht betrogen. zu deinem gott, Wäre gott mir gram und feind, Du betrübte seele! Sei nicht, Würd er mich mit gaben Nicht trostlos, was für noth Dich als vater und als freund Ueauch immer quäle! Daß dein berschüttet haben. gott noch vater ist, kannst du 7. Was ist, das die erd entsicher glauben, Den trost gab hält, Was im tiefen meere, dir jesus christ, Den laß dir Was ist gutes in der welt, nicht rauben. nicht mir gut wäre? 2. Fasse neuen muth und Wem gibt gottes sonn ihr licht? springe: Warum ist mir bange? Wozu ist gegeben Luft und Warum fürcht und zweifle ich, wasser? dient es nicht Mir Ob ich gnad erlange? Hat und meinem leben? Das doch jesus heil gebracht! Will 8. Ich bin gottes, gott ist doch gott vergeben, Hat doch mein. Wer ist, der uns scheimir sein wort gesagt: Sünder de? Gott bleibt mein ich bleidu sollst leben. be sein, Auch noch, wenn ich 3. Hab ich was nicht recht leide. Kommt denn all mein gethan, Jst mirs leid von her- leiden nicht Von des vaters zen: Glaubend aber nehm ich händen? Ihm trau ich mit an Christi tod und schmerzen. zuversicht; Er wirds glücklich Gott sprich mich durch christi wenden. blut Frei von meinen schulden! 9. Kinder, die der vater soll Und was meine schwachheit Ziehn zu allem guten, Die gethut, Wird der vater dulden. rathen selten wohl Ohne zucht 4. Seele, fällt dir böses ein, und ruthen. Bin ich denn nun Hegst du manchen zweifel! gottes kind, Warum will ich Denke nicht zu deiner pein: fliehen? Wenn er mich von meiAch, dieß wirkt der teufel! ner sünd will zum guten ziehen. Warum willst du ohne noth 10. Es ist herzlich gut geDich so traurig machen? Dich meint Mit der christen plagen schützt jesus: Dich liebt gott: Gott bereitet uns als freund Zu Was kann satan machen? vergnügtern tagen. Und das glück 5. Schreckt ihr sünden! schret der ewigkeit kann der fromme fe tod! Mir könnt ihr nicht hoffen; Sieht mit glaubensfreuschaden. Ich, dem ihr ver- digkeit Schon den himmel offen. 11. Gott32 356 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. 11. Gottes finder säen zwar 5. Sonst fonnte ich die sün Traurig und mit thränen, Aber den Weit besser überwinden, endlich bringt das jahr Frucht Und ich bestritt sie gern. Jetzt nach langem sehnen; Endlich ist die sünd geschäftig Und ihre kommt die erndtezeit, Da sie reizung heftig, Ich fühle keine garben binden, Dann wird kraft vom herrn. sorge, furcht und leid Ewiglich verschwinden. 6. Christ, fasse muth, die schmerzen Sind zeugen behrer 12. Laß denn, o betrübtes herzen, Als dir das deine Herz, Deinen kummer fahren, scheint. Wünschst du recht gott Ueberwinde allen schmerz, Zag zu lieben, Wie kannst du dich nicht in gefahren! Ist dein betrüben? Du bist gewiß mit freuz auch groß und schwer: ihm vereint. So gib doch den namen Dei- 7. Vermagst du gott zu kennes gottes preis und chr, Ernen Und jesum Herrn zu nen wird helfen, amen! nen, Als nur durch gottes In allen meinen thaten. geist? Den hast du ja empfan553. Du flagit, o gott, gen; Er ist's, der gott verim leiden, Klagst, langen und seine gnad' mich daß der geist der freuden Von suchen heißt. dir gewichen ist? Du rufft: 8. Trau gott, er wohnt bei herr, wie so lange! Gott denen, Die sich nach hülfe sehschweigt, und dir wird bange, nen; Er kennt und will dein Daß du von gott verlassen bist! glück. Er höret deine stimme 2. Jst mir die sünd' verge- Und schweigt doch nicht im ben,( Klagst du) ist heil und grimme, Nur einen kleinen qu leben Durch christum mir ver- genblick. schafft: Warum fühl ich die 9. Gott ließ schon manchen liebe und seines geistes triebe frommen In dies gedränge komUnd hoffnung nicht in voller men, Und stand ihm dennoch fraft? bei. Du sollst dein nichts em3. Mühselig und beladen pfinden, Auf ihn allein sich Hör ich das wort der gna- gründen, Und sehn, was seine den, Und ich empfind es nicht! gnade sei. Bin träg vor gott zu treten, 10. Vor stolz dich zu be Und kann nicht freudig beten, wahren, Läßt er dich angst er Und fühle keine zuversicht! fahren; Dich läutert, gott, dein 4. Mir, der ich seinen wil herr, Wie reines gold im len Treu suchte zu erfüllen, feuer, Macht dir sein heil recht War sonst sein wort gewiß; theuer, und seinen trost er Jetzt kann ich's nicht recht fas quickender. fen. Sein licht will mich verlassen. Mich decket gleichsam finsterniß. 11. Wie väter ihren findern: So ist der herr uns fündern Ein gott voll gnad' und huld. Gern 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 357 Gern will er uns vergeben, noth erweckte, Vergnügte uns Gern schenkt er uns das leben, dein himmel nicht, Wer suchte, Und hat mit kindern gern ge- wenn ihn nichts erschreckte, Die hülfe, die dein wort ver= duld. 12. Jetzt ist, um trost dir spricht? Wer fühlt, wenn keine bange, Denn züchtigung, so last ihn drückt, Wie sanft, o lange Sie da ist, scheint sie gott, dein trost erquickt. hart. Doch nachmals wird sie 4. 3um dulden führt dein geben Zufriedenheit und leben, ruf der gnaden! Der uns zu Dem, der durch sie geübet christi gliedern macht. Wie ward. schwer war der nicht hier be13. Halt glauben bet und laden! Wie hart verfolgt! wie wache! Gott trägt und stärkt sehr veracht! Und doch trug er uns schwache, Ist liebe für und dieß alles gern. Gib, daß ich für; Daran laß dir genügen; folge meinem Herrn. Sein wort fann ja nicht trü- 5. Er wird beleidigt, ohn' gen: Ich stärke dich, ich helfe vergelten, Gegeiselt, ohne widerstand: Gescholten, ohne widir!" 14. Faß dich in deinen nö- derschelten, Ohn widerspruch then; Sprich: wollt mich gott zum freuz verbannt. Wie sollt auch tödten: So harr ich den- ich denn nicht mit geduld Das noch sein; Er hilft ja den er- tragen, was ich selbst verlösten Will er mich jetzt nicht schuld't? trösten; Wird er mich doch im tod erfreun. 6. Laß, gott, mir dieses lebens leiden Zu meiner bess'rung fruchtbar sein: So geh Wer nur den lieben gott. ich zu des himmels freuden 554. Mas ist das leben Durch dieser erde trübsal ein. hier auf erden? Dort wird mein leben ohne Wo ist hier wohl vollkommen- pein, Und meine thränen freuheit? Wer lebt hier frei von de sein. den beschwerden Der trübsal Herzliebster Jefu was hast. und mühseligkeit? Bald soll die 555. Ein herz, o gott, in freude unser herz Zur pflicht leid und freuz ge= erwecken, bald den schmerz. duldig, Das bin ich dir und 2. Doch das sind treuge- meinem heile schuldig. Laß mich meinte schläge Der vaterhuld die pflicht, Die wir so oft verdie für uns wacht. Wie hast gefsen, Doch recht ermessen. du, gott, durch leidenswege So 2. Bin ich nicht staub, wie manchen schon zu dir gebracht! alle meine väter? Bin ich vor Denn ungestörtes irdisch glück, dir, herr, nicht ein übertreter? Hält uns von dir, o gott, zu- Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standhaft errück. 3. Wenn uns die welt nicht trage? 3. Wie 358 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie oft, o gott, wenn nicht, warum du leiden müßwir was böses dulden, Erdul- sen: Allein du wirst, was sei den wir nur unsrer thorheit ne wege waren, Nachmals er schulden, Und nennen lohn, den fahren. wir verdient bekommen, Trüb- 11. Er züchtigt uns, damit sal der frommen. wir zu ihm nahen, Die hei 4. Doch selbst, o gott, in ligung des geistes zu empfastrafen unsrer sünden Läßt du hen, und mit dem trost der den weg zu unserm heil uns hülfe, die wir merken, Andre finden, Wenn wir sie uns, die zu stärken. missethat zu hassen, Erwecken lassen. 12. Das freuz, o gott, wirkt weisheit und erfahrung, Und 5. Streb ich nur nach dem diese gibt dem glaub muth frieden im gewissen, Wird al- und nahrung. Drum stehe ich les mir zum besten dienen müs- in meinem glauben feste: Gott sen. Du, herr, regierst und thut das beste! stets gewährt dein wille Gutes die fülle. Befiehl du deine wege. 556. Dem herrn will ich 6. Ich bin ein gast und pilvertrauen, Verger auf der erden! Nicht hier, lassen mich auf gott; Auf sand erst dort soll ich ganz glücklich nicht schlösser bauen, Nicht zawerden, Und was sind gegen gen in der noth. Gott ist's, euch ihr ew'gen freuden, Die- der mich geführet, So lang ser zeit leiden. ich denken kann, Er, der die 7. Wenn ich nur nicht mein welt regieret, Nimmt sich auch elend selbst verschulde, Wenn meiner an. ich als mensch, als christ, hier 2. Bei ihm ist himmel, erde leid' und dulde: So kann ich Und mensch, und engel gleich! mich der hülfe der erlösten Er spricht: vergeh und werde! Sicher getrösten. Zum wurm und königreich. 8. Ich bin ein mensch und Er straft, und kann behüten, leiden müssen fränken. Doch Denn sein ist rach' und lohn. in der noth an seinen schöpfer Hier läßt er donner wüthen, denken, Und ihm vertraun, dies Dort läßt er sie nur drohn. stärket unsre herzen, Mitten im schmerzen. 3. Ihr thränen, die ich weine, Seid bloßer unverstand! Wenn 9. Schau über dich, wer ich verlassen scheine, Hält mich trägt der himmel heere! Merk des höchsten hand. Was heut auf! wer spricht: bis hicher! ich unglück nenne, Ist morgen zu dem meere? Ist er nicht schon mein glück. Ich, der auch dein helfer und berather, mich selbst nicht kenne, Kenn Ewig dein vater? minder mein geschick. 10. Willst du so viel als der 4. Wenn aber trübe ftunallweise wissen? Jetzt weißt du den, Wenn mancher schwüler tag, 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 359 tag, Wenn hier geheime wun- Befiehl gott deine sachen. In den, Und wenn dort schlag auf aller pein Vertrau allein Auf schlag, Und schrecken schnell ihn, er wirds wohl machen. 2. Kein leiden tommt von auf schrecken, Den untergang mir drohn, Ist gott mir stab ohngefähr, Die hand des höchund stecken, Und schild und sten schickt es her, Sein rath großer lohn. 5. Den frommen, die lieben, st alles seligkeit, jauchzen, ihr betrüben, hats so ersehen. Drum sei gott nur still, Was dein gott will, Ihr Laß immer gern geschehen. Jhr 3. Erweckt dir gleich das siegen und ihr streit; Jhr glück leiden pein: So soll dirs doch und ihre plage: Ihr gan- nicht schädlich sein. Gott kann zer lebenslauf Löst sich am sein find nicht hassen. Wer legten tage In himmelsjubel ihn recht liebt, Sich ihm erauf. gibt, Den wird er nicht ver6. Hinweg ihr bangen kla- lassen. gen Und gram und ungeduld! 4. Wie lange währt der Durch hoffnungsloses zagen frommen leid? Nicht ewig, herr, Häuft sich der sünden schuld. nur kurze zeit. Nach überWir mehren unsre schmerzen, standnem leide, Erquickest du Vergrößern unsre pein, Und Ihr herz mit ruh Und feinst flößen unserm Herzen Geheimen mit ew'ger freude. gift nur ein. 5. Drum hab, o seele, gu7. Wie tröstlich sind die leh- ten muth, Vertraue gott, es ren, Die gottes wort mir gibt: wird noch gut Nach aller trübMein flehn will gott erhören, sal werden. Er ziehet dich Er züchtigt, den er liebt, Nach Durchs trenz zu sich zum trüben augenblicken Geh ich himmel von der erden. zur frohen ruh. Dem geist 6. Gott ist dein gott, er ist winkt mit entzücken Die schaar getreu Und stehet dir als vader selgen zu. ter bei In aller noth auf er8. Kurz sind der christen lei- den. Der leiden heer Wird den, Kurz ihre prüfungszeit, nie zu schwer Durch ihn dem Nicht werth der ew'gen freu- christen werden. den Und der unsterblichkeit! O 7. Es haben ja zu aller zeit trost, wie kannst du trösten! Die heiligen in traurigkeit Hier Wie sehr das Herz erfreun! oftmals wandeln müssen. Ich geh mit den erlösten Zur Warum willst du hier nur ruh des himmels ein. von ruh, Und nichts von trübsal wissen? In bich hab ich gehoffet herr. 8. bet und sieh auf dei557. Sei seele stark und nen gott In aller deiner angst unverzagt, Wenn und noth, Laß, wie er will, irgend dich ein kummer plagt, es gehen. Sein will' ist gut, Be= 360 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Behalte muth, Gott wird dich plagen, Der mangel, schwer zu einst erhören. tragen, Noch schwerer haß und 9. Der du ein gott des tro- spott; So harr ich doch in stes bist, Laß jeden, der hier stille, Denn nicht mein eigner traurig ist, Doch deinen trost wille, Dein wille nur gescheh, empfinden Hilf, den du liebst, o gott! Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. In allen meinen thaten. 7. Du bist der müden stärke Und aller deiner werte Er barmst du ewig dich. Was 558. Was ists, daß ich kann mir widerfahren, Wenn mich quäle? Harr du mich willst bewahren? Und gottes, meine seele! Harr und du mein gott, bewahrest mich. fei unverzagt! Du weißt nicht 559. Will mich, o gott was dir nüßet, Gott weiß es, hienieden Des und gott schüßet, Er schützet lebens last ermüden; So står den, der nach ihm fragt. te meinen geist. Wenn mich Ch 2. Er zählte meine tage, die leiden fränken: So laj Mein glück und meine plage, mich wohl bedenken: Auch das Eh ich die welt noch sah. Eh sei gut was trübsal heißt. ich mich selbst noch fannte, Eh 2. Nicht ewig soll sie wäh ich ihn vater nannte, War er ren, Oft werden unsre zähren, mir schon mit hülfe nah. Auch hier schon abgewischt; 3. Die kleinste meiner sor- Und seufzen wir: wie lange gen Ist dem gott nicht verbor- Jst unsrer seele bange! So gen, Der alles sieht und hält; wird das herz mit trost er Und was er mir beschieden, frischt. Das dient zu meinem frieden, 3. Du wendest solche bürden Wäre auch die größte last der Die uns erdrücken würden, welt. Gott, gnädig von uns ab, Du 4. Ich lebe nicht auf erden, siehst bei unsern plagen Auch Ganz glücklich hier zu werden. auf die kraft zu tragen, Die Die lust der welt vergeht. Ich deine hand uns selber gab. soll mein glück hier gründen, 4. Dein väterlich bemühen, Um dort ein heil zu finden, Will uns, als kinder, ziehen, Das ewig, wie mein geist be- 3u thun, was dir gefällt, Wil eignen willen brechen, Die 5. Was dieses glück ver- macht der sünde schwächen, mehret Sei mir von dir ge- Und uns entwöhnen von der währet, Gott, du gewährst es welt. ſteht. gern, Was dieses glück ver- 5. Es sind nur liebensschläge, lezzet, Wenns alle welt auch Wenn ich es recht erwäge, schäßzet, Sei von mir jetzt und Voll gnad und voller huld. ewig fern! Du willst den eifer mehren, 6. Sind auch der krankheit Gehorsam dich zu ehren Mit glau 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 361 glauben, hoffnung und ge- und wie oft Half deine hand duld. mir unverhofft, Oft jammert 6. Was will uns, herr, auch ich untröstbar heut, Und mor scheiden Von dir und jenen gen ward ich schon erfreut! freuden, Die du für uns er- 6. Oft sah ich feinen aussehn? Wir leben oder sterben, gang mehr, Dann weint ich So wird uns, deinen erben, laut und flagte sehr: Wo bist Doch einst der himmel offen du, gott? wie schauest du Dann stehn. meinem elend ruhig zu? 7. Zu jenem bessern leben 7. Dann hörtest du, o herr, Willst du auch mich erheben: mein flehn, Und eiltest bald mir Der tod ist mein gewinn Muß beizustehn; Du öffneteſt mein gleich mein leib verwesen Wird auge mir, Ich sah mein glück doch mein geist genesen; Er und dankte dir. eilt zu seligkeiten hin. 8. Sagts alle, die gott je 8. Odrücke meinem herzen geprüft, Die ihr zu ihm um Bei allen seinen schmerzen, hülfe rieft; Sagts, fromme, ob Dies doch aufs tiefste ein: Es er das gebet Geduldig leidenkann der, der dich liebet, Auch der verschmäht? wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig sein. 9. Die stunde komm früh oder spät, Wo dank und freud aus leid entsteht; Wo pein die 560, Von dir o vater, stunden nur gewährt, In freuVor deinem thron. nimmt mein Herz denjahre sich verkehrt. Glück, unfall, freuden oder 10. Du ernteſt deiner Leiden schmerz, Von dir, der mich lohn Vielleicht in diesem leben nicht hassen kann, Voll dank schon; Vielleicht, daß, eh' du und voll vertrauen an. ausgeweint, Dir gott mit sei 2. Du, der du selbst die ner hülf erscheint. weisheit bist, Du fennest was 11. Schau deinen heiland mir heilsam ist. Nur du siehst, glaubig an; Wenn niemand was mir jedes leid Für heil dich erquicken kann: So schütte bringt in der ewigkeit. du in seinen schooß Dein herz 3. Ist alles dunkel um mich aus; seine huld ist groß. her, Die seele müd und freu- 12. Ginst hat er auch der denleer, Bist du doch meine zu- menschenfreund Im thränenversicht: Bist in der nacht, thale hier geweint. Auf deine o gott, mein licht. thränen gibt er acht, Und dir 4. Verzage herz, verzage nie! zu helfen hat er macht. Gott legt die last auf, gott 13. Ja, gott, du hilfft, ich fennt sie, Er weis den tummer zweifle nicht; Denn jejus mein der dich quält; Und geben kann erbarmer spricht: Folg treulich er, was dir fehlt. mir, ich rette dich, Sei frohes 5. Wie oft, herr weint ich muthes, glaub an mich! 561 362 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 561. Warum sollt ich sollt er zu schrecklich finden? mich dann grä- Auch den tod Hilft ihm gott men? Hab ich doch Jesum Freudig überwinden. noch, Wer will mir den neh- 8. Denn er kann den leib men? Wer will mir den him- nur tödten; Und dann reißt mel rauben, Den mir schon Er den geist Aus viel tausend Gottesjohn Beigelegt im glau- nöthen Endigt dieses lebens ben. leiden, Und gibt mir Einst 2. Arm und blos kam ich dafür Dauerhafte freuden. ins leben, Da es mir, Herr, 9. Dann wird sich an bes von dir Ward zuerst gege- sern schäßen Geist und herz ben; Nichts nehm ich auch Auf den schmerz Ewiglich er von der erde, Wenn ich sie götzen. Hier ist tein recht gut Nach viel müh Einst verlassen zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch ver 3. Was ich hab, leib, seel schwinden. leben, Ist nicht mein, 10. Was sind dieser erben Gott allein Hat es mir gegeben. güter, Unbestand, Eitler tand, Soll ich es ihm wiedergeben. Lasten der gemüther. Dort Nehm ers hin; Mein gewinn dort sind die edlern gaben, Da Bleibt ein ew'ges leben. mein hirt Christus wird Mich 4. Schickt er mir ein freuz ohn ende laben. zu tragen, Dringt herein Angst 11. Herr, mein heil, quell und pein: Sollt ich drum ver- aller freuden! Du bist mein zagen? Der es schickt, der Ich bin dein; Niemand kann wird's auch wenden, Er weiß uns scheiden. Ich bin dein, wohl, Wie er soll All mein weil du mein leben Und dein unglück enden. blut Mir zu gut In den tod werde. und 5. Gott hat mich bei guten gegeben. tagen Oft ergößt, Sollt ich 12. Du bist mein, weil ich jetzt nicht auch etwas tragen? dich tasse, Und dich nicht, O Liebt er mich doch drum nicht mein licht, Aus dem Herzen minder. Nie zu schwer Züch- lasse. Laß mich, laß mich hine tigt er Seine treue finder. gelangen: Wo du mich Und ich mehr hier Thun: als meiner 6. Stolz, haß neid und dich Ewig werd' empfangen. ihre rotten Können mir nichts 562. Was gott thut, bas ist wohlgethan, spotten. Laß sie spotten, laß Gut ist und bleibt sein wille. fie lachen! Gott, mein heil, Er nimmt sich stets der seinen Wird in eil Sie zu schanden an; Drum halt ich ihm auch stille. Er ist mein gott, Der machen. 7. Unverzagt und ohne grauen in der noth Mich wohl weiß Soll ein christ, Wo er ist, zu erhalten, Drum laß ich ihn Stets sich lassen schauen. Was nur walten. 2. Was 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 363 2. Was gott thut, das ist Als wenn gott verließ die seiwohlgethan; Sein wort kann nen, Dennoch weiß und glaub ja nicht trügen. Er führet mich ich dies: Gott hilft endlich auf rechter bahn, Drum laß noch gewiß. ich mir genügen An seiner huld 2. Hülfe, die er aufgeschoUnd hab geduld Er wird mein ben, Hat er drum nicht aufunglück wenden, Es steht in gehoben: Hilft er nicht zu jes seinen händen. der frist, Hilft er doch, wenns 3. Was gott thut, das ist nöthig iſt. wohlgethan; Er wird mich wohl 3. Gleich wie våter nicht bedenken. Zu dem, was ich bald geben, Wornach ihre finvon selbst nicht kann, Mir der streben: So hält gott auch licht und kräfte schenken: denn maaß und ziel; Er gibt wie seine treu Ist täglich neu: und wann er will. Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner gute trauen. 4. Seiner tann ich mich ges trösten, Wenn die noth am 4. Was gott thut, das ist aller größten: Er ist gegen mich wohlgethan; Er ist mein licht sein kind Mehr als väterlich und leben, Der mir nichts gesinnt. böjes gönnen tann; Jhm 5. Laß den feind mir bange will ich mich ergeben In machen; Gott, mein schutz wird freud und leid; Es kommt für mich wachen; Schwer sei die zeit, Da es gewiß erschei- meines kreuzes joch, Gott, mein net, Wie gut er's mit uns vater lebet noch. meinet. 6. Laß den armen leib auch 5. Was gott thut, das ist tödten, Gott kann mich auch wohlgethan; Muß ich gleich da noch retten. Hab ich uns bittres schmecken: So nehm verschuldet feind'; Gott im ich's doch geduldig an Und himmel ist mein freund. lasse mich nicht schrecken; 7. Laß die ganze welt mich Weil er zuletzt Mich doch er- neiden, Gegen mich voll mißgötzt mit süßem trost im gunst streiten, Ich empfehle Herzen; Da weichen alle schmer- mich als christ, meinem gott, der richter ist. zen. 6. Was gott thut, das ist 8. Wollen menschen mich ver wohlgethan; Darauf will ich treiben, Muß mir doch der stets bauen; Auch, wenn er himmel bleiben. Bleibt nur will die todesbahn Betreten noch der himmel mein, Büß ohne grauen; Denn da wird ich alles willig ein. mich Gott väterlich In seinen 9. Ach, herr, wenn ich dich armen halten; Drum laß ich nur habe: O dann fehl sonst ihn nur walten. jede gabe. Legt man mich 563. Sollt es gleich bis- auch in das grab: Ach, herr, weilen scheinen, wenn ich dich nur hab'. Was Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Was gott thut, das ist. 6. Mich den vollendeten dar 564. Die bahn ist rauh, dann nicht mehr die sünd enauf der ich hier weihen; Mit unschuld steh i Nach meiner Heimath eile, Wie angethan In der verklärte viel gefahr ich seh vor mir! reihen, Und ewiglich Erfreut Wie droht sie meinem heile! du mich, Daß ich, der mensh Gott wärst du nicht Mein trost von erde, Gleich deinen engel und licht, Mein heil in finstern werde. tagen: So müßt ich ganz verzagen. 7. Drum will ich dieses le bens schmerz, Mein gott, ge 2. Vor dir darf ich mein duldig tragen! Beruhigen foll traurig herz, Erbarmer nicht sich mein Herz, Nicht mehr voll verhehlen; Darf meinen tum- unmuth klagen. Du bist be mer, meinen schmerz Vertrau- reit, zu rechter zeit, gott lich dir erzählen. Dann schaf von allem bösen Mich herrlich fest du mir trost und ruh Aus zu erlöſen. deiner segensfülle; Und meine feel' ist stille. 364 565. Warum betrübſt du 3. Du lehrest mich den ho- und quälest dich mit bangem dich, mein herz hen werth, Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir verschmerz Blos um ein zeitlich trauen lehrt; Mich führt zu die welt Erschaffen hat und gut? Vertraue dem nur, der den wären. wahrer freude, Ich würde dein noch erhält. Mich minder freun, Nur dieser 2. Dich lassen will und kann welt begehren Wenn keine lei- er nicht; Auch weiß er wohl was dir gebricht, Die ganze 4. Dein wort gibt mir die welt ist sein. Er ist dein va zuversicht: Du sorgst für meine ter und dein gott, Und hilft tage. Dein auge schläft und dir gern aus aller noth. schlummert nicht. Du hörest 3. Weil du mein gott, mein meine flage Du frönst mich vater bist: So weiß ich, daß einst, Wenn du erscheinst In mich nie vergißt Dein väter deinem heiligthume Mit wonne liches herz. Ich staub und preis und ruhme. asche habe hier Ja teinen trost, 5. O dann wird alle traurig- als nur bei dir. feit Aus meiner brust verschwin- 4. Ach, gott, so reich bist den! Vergessen werd' ich ganz du noch heut, Als du es warst mein leid, Und nur dein von ewigkeit, zu dir steht mein heil empfinden! Mein lobge- vertraun. Mach mich an meiner fang voll preis und dant, seele reich, So gilt mir alles Wird dir zum wohlgefallen, andre gleich. Durch deinen himmel schal- 5. Mir mangle reichthum, ruhm und pracht, Wenn jesus mich len. 365 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. mich nur selig macht, So bin 6. Ich folg', wie du beich reich genug. Der erde glück fiehlst, dir nach Sollt ich bei währt furze zeit, Und schenkt meinem ungemach Verzweimir nicht die seligkeit. feln, ohne Hoffnung sein? 6. Dir, jesu gottes sohn sei Nein, du bist mein und ich preis, Daß ich aus deinem bin dein. 1 worte weiß: Was ewig selig 7. Mit leib und seele bin ich macht. Gib, daß ich nun auch dein; Und wollten höll und fest und treu Im glauben und tod mir dräun: So trau ich im guten sei. deiner starken hand, Die tod 7. Lob, ehr und preis sei und hölle überwand. bir gebracht, Daß du es immer 8. Verschmachtet auch mein wohlgemacht! Du bist höchst herz in mir, So laß ich dennoch weis' und gut. Das zeigst du nicht von dir, Ich sing und uns hier in der zeit, Und noch bete: so wird schnell Die dickste mehr in der ewigkeit. finsterniß mir hell. Wenn wir in höchsten nöthen. 9. Dann schmeck ich schon 566. Ach gott wie man hier in der zeit Die freuden ches schwere leid jener herrlichkeit. Mein dor= Begegnet mir hier in der zeit! nenfeld wird mir nicht mehr Der weg ist schmal und trüb- mit allen seinen leiden schwer. salvoll, Den ich auf erden wandeln soll. 10. In der glaubens zuversicht Nehm ich mein freuz 2. Wie widerstrebt nicht und zage nicht. Bereite du fleisch und blut Ihm, unserm mich selbst dazu, Denn meine wahren höchsten gut! Du jesu, stärk und fraft bist du. mittler du allein mußt unsrer 11. Erhalte meine seele rein, schwachheit stärke sein. So leb und sterb ich dir allein, 3. Bei dir fand ich zu jeder Und schaue dann nach dieser zeit Im unglück rath und trost zeit Dein antlitz in gerechtigim leid; Und wenn ich schon feit. am abgrund stand, Erhielt Wer nur den lieben gott. mich deine starte hand. 567. Was ist mein leben 4. Du gottes eingeborner hier auf erden? sohn, Du kamst herab von dei- Ein wechsel ists von Lust und nem thron, Und nahmst der leid. Hier stört oft unruh und sünder fluch auf dich, Wardst beschwerden Die sanfteste zufriemensch für uns ein mensch wie denheit. Hier wohn ich noch in einer welt, Die fein vollkommnes glück enthält. ich. 5. Du littest hier im jam merthal, O gottmensch, leiden 2. Weß soll ich mich, o herr, ohne zahl, Du starbst für mich denn trösten? Nur deiner den kreuzestod Und risfest mich huld; du bist mein heil, Und aus aller noth. bleibst, wenn auch die noth am größ 366 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. größten, Doch meines Herzens Wie eilen wir zur ewigkeit! trost und theil Und stehst nach Wie mancher sinkt, eh' er's deiner vatertreu Mir stets mit gedacht, In's todes nacht! O rath und hülfe bei. seele, nimm dies wohl in acht! 3. Du stärfst mir unter al- 2. Das leben ist gleich ei ler plage, O gott, auf mein nem traum, Gleich einem leichgebet den muth, Daß ich gelas ten wasserschaum Ist alle seine sen sie ertrage, Und machst zu- herrlichkeit. Der strom de letzt doch alles gut. Auf fum- zeit Neißt schnell uns fort zur mer folgt zufriedner dank, Auf ewigkeit! klagen froher lobgesang. 3. Nur du, mein gott, du 4. Was bist du denn, o meine bleibest mir Das, was du bist, seele! In deiner noth so fum- ich traue dir. Es falle berg mervoll? Du weißt ja wohl, und hügel hin, Mir bleibts ge daß gott nur wähle, Was dir winn, Wenn ich dein tod und zum besten dienen soll. Einst lebend bin. dankst du ihm nach der gefahr, 4. So lang ich noch aufer Daß er dein gott und retter war. den wohn: Erwecke mich, 5. Er wird es sein ruf in gottes sohn! Verborgen ist mein gefahren, Ihn als den besten todestag, Gib, daß ich wach, helfer an. Er weiß dich mäch- Und wenn er kommt, bereit tig zu bewahren, Und da, wo jein mag. niemand helfen kann, Fehlt ihm 5. Was hilft die welt in die kraft zu helfen nicht. Dies todesnoth? Was ehr und reich stärke deine zuversicht. thum nach dem tod? Bedents, 6. Empfehl dich seiner vater- o mensch, was eilest du Dem pflege; Hoff und vertrau ihm schatten zu? Kein irdisch glück allezeit. Auch auf dem aller gibt wahre ruh. rauhsten wege Sich fröhlich 6. Das eitle schafft nur kurze hin zur ewigkeit. Da wirst du lust, Mir ist kein bessers gut frei von aller pein Ganz selig, bewußt Dahin geht stets mein ganz zufrieden sein. hauptbegier, Das bleibet mit, 7. So laß mich, gott, stets Herr jesu, mich verlangt nad dahin schauen, Und dann mit dir. starkem muth auf dich, Auch in 7. Wie wird mein sein, der größten noth vertrauen Du wenn ich dich seh, Und froh bist bei mir, das stärke mich. zu deiner rechten steh? O mein Wer dessen stets versichert ist, der erlöser, stärke mich, Daß lebt und stirbt getroft als christ. eifrig ich Bis an mein ende 13. Nechte Anwendung der liebe dich. Zeit und des Lebens. Genug du hast gnade. Ich hab mein fach gott heim. 569. 568. Wie flieht dahin der Du gabſt mir ew' ger, dieses le menschen zeit! ben Nicht für den augenblick der C 1 e 0 : 0 [ E 13. Rechte Anwendung der Zeit und des Lebens. 367 der zeit. Du hast es mir, o 7. Wohl mir, wenn ich den gott, gegeben Zur saatzeit auf hang der sünde, All' böse lust die ewigkeit: Hier ist der vor- in dieser welt Und jede lockung bereitungsort; Belohnung und überwinde, Die macht, daß bestrafung dort. sünde mir gefällt; Dann 2. Du schenktest mir ver- bin ich schon ein sieger hier. stand und willen, Die wahr- Werd' dort gewiß gekrönt von heit zu erkennen, licht; Kraft, dir. deinen willen zu erfüllen. Und 8. Gib du mir deines geilehrtest selbst mich meine pflicht. stes stärke, Der du in schwaZur tugend gabst du mir ge- chen mächtig bist, Mir, der fühl, Und freiheit, wie ich zu diesem großen werke Gar wählen will. oft zu schwach und sinnlich ist; 3. Der leib ist oft der see- Laß mich, das böse zu verlen bürde; Doch schmücktest du, ichmähn, Etets auf mein ewig herr, dies ihr haus, Daß sie kleinod sehn. durch ihn auch fröhlich würde 9. Laß, gott, schon in geMit vielen fähigkeiten aus: sunden tagen Im geist mich Und wie viel Lust gibst du oft zum grabe gehn, Und stets nicht hier Durch jeden meiner bei freuden und bei plagen sinnen mir! Auf dich und jene zukunft 4. Du hast mich aber lassen sehn. Daß ich, stets meinen wissen, Daß dies mein irdisch pflichten treu, Des höhern lehaus zerbricht. Ich soll zwar bens fähig sei. diese welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll Jesu retter in der noth. der sinnen lüste fliehn, Wenn 570. Ohne rast und unsie mich zu dem bösen ziehn. verweilt, Strö5. Dein unterricht sei nicht men gleich, o seele, eilt Deine vergebens: Gib, vater, daß furze pilgrimszeit In das meer ich ihm getreu, Und beim ge- der ewigkeit! nusse dieses lebens zu dir zu 2. Nimm auch stunden wohl denn kommen würdig sei. Vollkomm- in acht, Wirke gutes, ne freude wohnt nicht hier, die nacht, Wo man nichts Wohnt nur im himmel, gott, mehr wirken kann, kommt und bei dir. rückt oft schnell heran. 6. Wohl mir! daß ich es 3. Jeßt noch ist der tag des redlich wage, Der großen freude heils! Frei die wahl des beſten werth zu sein, Und diese turze theils! Stell dich dieser welt übungstage Nur dir und mei- nicht gleich, Werd' an guten ner pflicht zu weihn. Wenn werken reich. nie mein fuß den pfad ver- 4. Wenn du deine zeit verliert, Der mich zu deinem träumst, Sie in träger ruh himmel führt. versäumst; Sie verschwendest lievous 368 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. liederlich; Weh dir! naht dein und stunden. Das, womit wir ende sich! uns bemühn, Ist mit ihnen 5. Der versäumniß deiner nicht verschwunden. Der ver pflicht Folgt im göttlichen ge- geltung ewigkeit Folgt auf richt, Wenn der tod dich hin- diese arbeitszeit. gerafft, Eine strenge rechen- 3. Gott, wie thöricht hab ich schaft. schon Hier so manche meiner 6. Gott, du meiner tage herr, zeiten, die bereits mir sind Hilf mir, daß ich sterblicher, entflohn, Unter schnöden eitel Eingedenk der ewigkeit, Weis- feiten und auf solche art verlich nüße meine zeit. bracht, Die mich jetzt beküm7. Jede stunde da mein geist mert macht! Sich der erde mehr entreißt, 4. Doch erbarmen schenkst Bringt mir, flieht sie gleich da- du mir Jetzt noch zeit und hin, Dennoch ewigen gewinn. raum zur buße. Herr, ich 8. Jede stunde, da ich hier, komm und falle dir Bittend und Andern nütze und vor dir Red- beschämt zu fuße, Sei mir lich handle, dauert dort Stets gnädig! sieh mich reut Meine in ihrem lohne fort! hier verlorne zeit. Hab 9. Laß mir diesen werth der 5. Wiederbringen kann ich zeit und der frommen thätigkeit nicht, Was mir einmal ist verTäglich, gott, vor gott, vor augen schwunden. Doch bin ich der sein, Daß ich trägheit lerne zuversicht, Nüß ich nur getren scheun. die stunden, Die du mir noch 10. Steh mit deiner fraft ferner schenkst, Daß du gnädig mir bei, Daß ich meiner mein gedenkst. pflicht getren, Dir zum preis 6. Lehre mich die furze frist, und mir zum glück Nutze jeden Die du mir hast zugemessen, augenblick. So wie es dein wille ist, Brau11. Dann vertausch ich diese chen und es nicht vergessen: zeit Ruhig mit der ewigkeit; Hier nur sei die übungszeit Zu Finde da vor deinem thron dem glück der ewigkeit. Meiner arbeit gnadenlohn. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes le bens. O wie glücklich, daß ich Meinen jefum laß ich nicht. 571. Herr err der zeit und weiß, Dies geschehe nicht verewigkeit, Gib doch gebens. Ewig freut sich seiner daß ich bis ans ende So wie saat, Wer hier treulich gutes mir dein wort gebeut, Klüglich that. meine zeit verwende, Die mir 8. Gott, laß deinen guten noch dein weiser rath Auf der geist Mich zu dieser weiß welt beschieden hat. heit führen, Und wie es dein 2. Wie ein traum, so schnell wort verheißt, Meinen wan entfliehn Jahre, zeiten, tag del so regieren; Daß ich gu feit. Vorige Melodie. 12. Rechtmäßige Anwendung der Lebenszeit. 369 gutes hier ausstreu, Und mich heut Mich gericht und ewigdessen ewig freu. 7. Deine gnade steh mir bei, 572. Herr, ich hab aus Daß mein leben auf der erde deiner treu, Mir Reich an tugendfrüchten sei, zum heil, noch zeit in händen. Und ich reif zum himmel werde. Gib, daß ich beflissen sei, Sie Nahet denn mein ende sich O auch weislich anzuwenden; so stärk und tröste mich. Denn wer weiß, wie bald zur Sei lob und ehr dem. grust Deiner vorsicht wink mich 573. Was bin ich, gott, vor dir ich staub? ruft! 2. Unaussprechlich schnell Gleich eines grases blume; Nur entfliehn Die mir zugezählte allzubald des todes raub, Mit stunden: Wie ein traum sind glück und lust und ruhme. sie dahin, Und auf ewig mir mein pilgrimsleben hier entverschwunden. Nur der augen- fleucht, Wie ein geschwätz des blick ist mein, Des ich mich tags, und gleicht Kaum einem noch jetzt kann freun. morgentraume! 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit 2. Und dennoch zeigst du Mich, mein gott, doch nie ver- mir von dir So viel in augengessen, Wie unschäßbar sei die blicken! Entdeckest dich darinzeit, Die du hier uns zuge- nen mir, Mich ewig zu bemessen. Wie was hier von glücken. Du machst das leben, uns geschieht, Ew'ge folgen nach dir sei dank! Zu einem heitern sich zieht. übergang In ein beglückt'res 4. Neize mich dadurch zum leben. fleiß, Eh die zeit des heils ver- 3. Hier seh ich, vater der laufen. Mir zur wohlfahrt, natur, Im schatten deiner werdir zum preis Jede stunde aus- te, Nur dunkel, wie im spiegel zukaufen, Die zu meiner se- nur, Die größe deiner stärke. ligkeit Deine gnade mir ver- Wie schön ist, was mein auge leiht. sicht, Und doch wieviel, mein geduld gott, entflieht Hier noch dem verge- blöden auge. 5. Deine schonende Trage mich hier nicht bens. Ach vergib mir meine 4. Dein vater, des mein schuld, Daß so manchen theil herz sich freut, Du schufft mich des lebens Ich zu meiner seelen nicht vergebens. Was schmeck wohl nicht gebraucht, so wie ich nicht für seligkeit Im ich ſoll. traume dieses lebens! Wie 6. Laß mich meine besse- wenig ists, was ich hier seh', rung Für mein hauptgeschäfte Und hier von dir, mein gott, achten, und nach meiner heili- versteh? Doch macht mich daß gung Mit so treuem eifer schon selig. trachten, Als erwartete noch! 5. So fliehe denn dies leben hin A a 370 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. hin Schnell, wie ein traum, Dieß ist der wichtigste verlust, noch schneller! Ich weiß, daß Wenn du die zeit bedauern ich unsterblich bin, Dort wird mußt. dieß ange heller. Dort seh ich 6. Thu bald von jedem dei näher, was du bist, Und meine ner tage Vor dem gewissen freude, vater, ist Dann ewig rechenschaft, Durchdenk ihn, leg und vollkommen. Wer nur den lieben gott. ihn auf die waage, Vollbrachtest du ihn tugendhaft? Schwungst 574. Wo eilt ihr hin, du dein herz zum herrn empor? ihr lebensstun- Kam gott dir stets als heilig den? Zeit! edle zeit! wo fleugst vor? du hin? Wie mancher tag ist 7. Herr meines Lebens, sei schon verschwunden, Seitdem doch fünftig Mein heil und ich leb und sterblich bin! Viel- meines Lebens fkraft: So wandleicht der größte theil der zeit le ich als mensch vernünftig: Ist schon im meer der ewigkeit. So leb als christ ich tugend2. Ermuntre dich aus dei- haft: So dank ich in der ewignem schlummer, Auf, meine feit Dir für den besten schaß ſeel, ermuntre dich, Dieß sei der zeit. dein gram, dieß sei dein kummer, Daß mancher tag umsonst In voriger Melodie. verstrich. Der leer gebliebne 575. Jetzt leb ich, ob ich augenblick Ist strafbar und kommt nicht zurück. morgen lebe, Ob diesen abend, weiß ich nicht! 3. Der thor durchlebet seine O lehr du, dem ich mich erjahre, Eh, er des Lebens werth gebe, Herr, lehr mich selbst die versteht; Er nahet früher sich große pflicht, Durch deines heil zur bahre, Als er den weg der gen geistes fraft Stets fertig tugend geht, Was ist ein mensch- sein zur rechenschaft. lich leben werth, Das ungenützt vorüber fährt? 2. Die blume, die am mor gen stehet Fällt vor der abend4. Mensch, sei ein mensch, dämmrung ab. Die luft, die fang an zu leben, Fang an ein jetzt mich angewehet, Stürzt glied der welt zu sein! Fang mich vielleicht ins nahe grab. an, dem guten nachzustreben; Der jüngling, eh er sichs verBring das versäumte zwiefach sicht, Stirbt, eh' er noch ist ein; Daß, wenn man deinen aufgeblüht. leib begräbt, Dein werk und dein gedächtniß lebt. 3. Entziehe dich dem weltgetümmel, Hier ist der kampf 5. Sel nicht den kleinsten und dort ist ruh. Dein wan zeitpunkt müßig, Da du nicht del, seele, sei im himmel. Du deine pflicht erfüllst, Du hast eilst dem bessern leben zu. ben tag nicht überflüssig, Den Nach einer kurzen prüfungs bu so frech verschwenden willst. zeit Ist ewigkeit! ist ewigkeit! 4. Ver 1. Christliche Menschenliebe. 371 4. Verschiebe niemals deine An meine leßte todesnoth. O pflichten, Was jetzt zu thun du laß, stellt sie sich plötzlich ein, schuldig bist, Denk nicht erst Mich stets dazu bereitet sein. 6. 3 sei, o vater meines morgen auszurichten, Wer weiß, ob's morgen möglich ist? lebens, Wenn einst die letzte Mensch, dieser augenblick ist stunde schlägt, Der schwache bein, Der fünft'ge wirds viel- seufzer nicht vergebens, Der leicht nicht sein. dich zur gnade noch bewegt. 5. Noch eh ich dieses lied Ach sterb ich einen schnellen tod: vollende, Ergreift vielleicht mich Sei mir barmherzig, herr mein schon der tod. Dr'um lehr gott! mich denken, herr, ans ende VI. Pflichten gegen den Nächsten. 1. Christliche Menschenliebe. 5. Was wir auch aus gotJesus meine zuversicht. tes hand Zum voraus vor an576. Allen menschen und dern haben, Ansehn, reichthum, auch mir Hat der hoher stand, Leibeskräfte, geiherr dieß vorgeschrieben: Eu- stes gaben; Alles dieß befreit ren nächsten sollet ihr, Als uns nicht Von der menscheneuch selbst, von Herzen lieben. liebe pflicht. Christen! was gott hier gebeut, 6. Selbst der gaben unterSei uns heilig allezeit. schied Dient zum allgemeinen 2. Wir sind bürger einer besten; Wenn nur jeder sich welt, Kinder eines vaters, brü- bemüht, Von dem kleinsten bis ber, Die er huldreich, all er- zum größten, Andern, und nicht hält; Alle seines leibes glieder; sich allein, Nützlich wie er kann Die sein weiser allmachtsruf zu sein. All zum ew'gen glück erschuf. 7. Darum gib uns, gott, 3. Eine sterbliche natur Hat ein herz Voll von wahrer mener jedermann gegeben, und auch schenliebe, Das an andrer freud eine hoffnung nur, Hoffnung und schmerz Antheil nehm und auf ein beffres leben: Wenn gern das übe, Was der liebe wir hier in dieser welt Red- pflicht begehrt, Wie sie uns lich thun, was ihm gefällt. dein sohn erklärt. 4. Und wir sollten uns ent- 8. Laß uns großer menschenzwein? Lieblos uns einander freund, Alle dir recht ähnlich hassen? Und zu einer eignen werden; Daß wir hier mit dir pein Stolz und neid beherrschen vereint, Nach vollbrachtem lauf lassen? Wer fein freund des auf erden, Einst auch ewig nächsten ist, ist fürwahr fein bei dir sein, Deiner lieb und mensch, kein chrift. ganz zu freun. Aa 2 Ein 372 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächsten. sein herz vertraut, Die redlichdie liebe keit, auf die er baut, Nicht selber bist Und treulos zu versagen. Gin lämmlein geht. 577. Der du gern die menschen segnest; Ja 5. Laß mich mit brüderlicher selbst dem, der sein feind noch ist, huld Des nächsten fehler dek Mit freundlichkeit begegnest. ten, Durch sanftmuth, mitleid O bilde meinen sinn nach dir, und geduld Zur beßrung ihn Und laß mich doch mein hei- erwecken. Und sündiget er geland hier, Wie du gewandelt, gen mich; So freue meine ſeele wandeln! Die können keine sich, Ihm willig zu vergeben: christen sein, Die sich nicht So werd ich dich, herr jesu andrer wohlfahrt freun, Und christ, Der du die liebe selbsten menschenfreundlich handeln. bist, Aufs würdigste erheben. 2. Dein leben in der sterb- O gott, du frommer gott. lichkeit War für die menschen 578. Gib mir, o gott, segen; Dir folgten lieb und ein herz, Das freundlichkeit auf allen deinen jeden menschen liebet; Bei seiwegen. Wohin du gingst, ging nem wohl sich freut; Bei seiwohlthun mit, Dein wort, dein ner noth betrübet; Ein herz, wert und jeden schritt Beglei- das eigennutz Und neid und tete erbarmen. Du übernahmst härte flicht und sich um andrer die schwerste pein, Uns vom glück, Wie um sein glück beverderben zu befrein, Und starbst müht. zum heil uns armen! 2. Seh ich den dürftigen: 3. Auch jetzt noch auf der So laß mich liebreich eilen, himmel thron Bist du das heil Von dem, was du mir gibst, der sünder. Auch da bleibst Jhm willig mitzutheilen; Nicht du, o gottes sohn, Ein freund aus dem eitlen trieb, Groß vor der menschenkinder. Du der welt zu sein Und mich verschaffst den deinen wahre ehrt zu sehn, Nein, menschen ruh, Und die verirrten suchest zu erfreun. du Auf rechten weg zu lei- 3. Dieß sei mir gottesdienst! ten, Du hörst der seufzenden Auch unbemerkt von ihnen, gebet Und brauchest deine ma- Dem nebenmenschen gern Mit jestät, Nur ſegen auszubrei- rath und that zu- dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder 4. O laß in meiner pilger- wohlthat an, Nein, was ich schaft Mich auf dein vorbild andern thu, Das sei dir, gott, sehen; Erfülle mich mit lust gethan. ten. und fraft Dem nächsten bei- 4. Ein trunk mit dem mein zustehen, Betrübter herzen trost dienst Dem dürftigen begegnet, zu sein, Mich mit den fröh- Ein blick voll trost, mit dem lichen zu freun, Mit weinenden Mein Herz bedrängte segnet; zu klagen, Und dem, der mir Ein rath, mit dem mein mund Fin 1. Christliche Menschenliebe. 373 Im kummer andre stärkt; deine große güte Mich fremden Nichts bleibt so klein es ist, glücks zu freun, Und fern von Von dir, herr, unbemerkt. meinem herzen, Laß bei des 5. Eilt, wo ein boshaft herz nächsten schmerzen, Doch alle Unfrieden anzurichten: So laß schadenfreude sein. mich sorgsam sein, Der brü2. Wer sich des guten der zwist zu schlichten Aus freuet, Was deine huld verschmähsucht störe nie Mein mund leihet, Er find es, wo ers find: des nächsten ruh, Er rühme Der ist nach deinem bilde sein verdienst, Deck seine fehler Barmherzig, gütig, milde Und menschenfreundschaflich gesinnt. zu. 6. Die rach ist dein, o gott, 3. Zwar wird mit hinderDu sprichst: ich will vergelten; nissen Mein geist oft kämpfen Drum laß mich stille sein müssen, Bei übung dieser pflicht: Wenn menschen auf mich schel- Denn scheints, daß fremde gaten, Gib, daß ich dem verzeih' ben Für mich viel nachtheil Der mir zu schaden sucht; Den haben; Alsdann gefallen fie liebe, der mich haßt, Den segne mir nicht. der mir flucht. 4. Dann schöpft, versucht, 7. Doch laß mich nicht allein vom neide, Mein herz nicht Auf zeitlich wohlergehen, Mit lust und freude Aus andrer eingeschränktem blick, Bei mei- wohlergehn; Dann regen sich nem nächsten sehen Noch stär die triebe Der stolzen eigente müsse mich Sein ewig glück liebe, Des nächsten glück nicht erfreun; Noch mehr sein seegern zu sehn. lenheil mir angelegen sein. 5. Doch da hilfst du mir 8. Den, der im glauben wankt, zu leiten und zu stär- lämpfen, Die böse neigung ken; Den, der noch sicher ist, dämpfen, Die mich zum neid Bei seinen bösen werken, Von reißt hin; Wenn ich nur deider verkehrten bahn Des lasters nem triebe Zur wahren nächabzuziehn; Dazu verleih mir ſtenliebe In meinem Leben fraft; Und segne mein bemühn. folgsam bin. 9. O heilige du selbst, Herr, 6. Gott, dein sind ja die gameiner feelen triebe, Durch ben, Die ich und andre haben, deine lieb und furcht zu wah- mit weisheit hältst du haus, rer menschenliebe. Wer nicht Und theileft unter allen, Nach den nächsten liebt, Geht nicht weisem wohlgefallen, Die güter zum himmel ein; Laß diese deines Hauses aus. In allen meinen thaten. wahrheit gott, Mir stets vor 7. Dich selbst den allerhöchaugen sein. sten, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tabel 579. Herr, neige mein an. O welche schwere sünde; gemüthe, Durch Wenn ich mich unterwinde, Zu 374 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. Zu tadeln, was dein rath ge- beizustehn, Der im verborgnen than. weinet; Nicht gütig forscht, obs 8. Ich spür an meiner seele, ihm gebricht, Auch der liebt Daß ich mich selbst nur quäle; seinen nächsten nicht. Herrscht neid in meiner brust. 6. Wer niedre, wenn er sie Drum mach, o herr, dieß beschirmt, Mit hårt und vor laster Mir immermehr ver- wurf quälet, und ohne nachhaßter, Des nächsten glück sei sicht straft und stürmt, Sobald meine luſt. Auf christenmensch. 580. sein nächster fehlet, Wie bleibt bei solchem ungestüm Des jemand spricht: nächsten liebe wohl in ihm? ich liebe gott: 7. Wer für der armen heil Und haßt doch seine brüder, und zucht Mit rath und that Der treibt mit gottes wahrheit nicht wachet, Dem übel nicht spott, Und handelt ganz da zu wehren sucht, Das oft fie wider. Gott ist die lieb und dürftig machet; Nur sorglos will, daß ich Den nächsten ihnen gaben gibt: Der hat sie liebe, gleich wie mich. 2. Wer dieser erden güter 8. Wahr ist es, du vermagst wenig noch geliebt. hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hungrigen nicht satt; Läßt nackende 34 lieben. Doch bist du nur nicht kleiden; Der übertritt die geneigt, die pflicht Getreulich erste pflicht, und liebt den auszuüben, Und wünscheft dir gott der liebe nicht. die kraft dazu, Und sorgst da3. Wer seines nächsten ehre für: so liebest du. schmäht Und gern sie schänden 9. Ermattet dieser trieb in höret, Frohlockt, wenn sich dir: So such ihn zu beleben. sein feind vergeht, Und nichts Denk oft: gott ist die lieb zum besten fehret, Verläum- und mir Hat er sein bild dern niemals widerspricht: gegeben. Das, was ich habe, Der liebet seinen nächsten ist nicht mein: Sollt ich, wie nicht. er, nicht gütig sein? es nicht, Stets durch die that 4. Wer, wenn er auch mit 10. Wir haben einen gott rath und schutz Den nächsten und herrn: Sind eines Leibes unterstüßet, Doch nur aus stolz glieder: Drum diene deinem und eigennutz, Auch weichlich- nächsten gern: Denn wir sind keit ihm nüßzet; Nicht aus alle brüder. Gott schuf die gehorsam nicht aus pflicht: welt nicht blos für mich, Mein Auch der liebt seinen nächsten nächster ist sein kind, wie ich. nicht. 11. Sein heil ist unser aller 5. Wer harret, bis ihn an- gut. Ich sollte brüder hassen, zuflehn, Ein dürft'ger erst er- Die gott durch seines Sohnes scheinet, Nicht eilt dem armen blut So theu'r erkaufen lassen? Daß 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. 375 Daß gott mich schuf und mich wahrer luft Der liebe pflichten versühnt, Hab ich dies mehr üben. Ein herz, das gern auf als sie verdient. unrecht denkt, Gern schaden 12. Du schenkst mir täglich sucht und andre kränkt: Wie so viel schuld, Du herr von fann das brüder lieben? meinen tagen! Ich aber sollte 4. Nie seufze jemand wider nicht geduld mit meinen brü- mich. Mein ganzes herz bedern tragen? Dem nicht ver- strebe sich, Dem nächsten gern zeihn, dem du vergibst? Und zu geben Was er mit recht den nicht lieben, den du liebst? verlangen kann, Und immerfort 13. Was ich den menschen mit jedermann In einigkeit zu hier gethan, Den kleinsten auch leben. von diesen, Das siehst du, mein 5. Laß mich beständig dahin erlöser, an, Als hätt' ichs dir sehn, Mit jeglichem so umzuerwiesen. Und ich, ich sollt ein gehn, Wie ichs von ihm bemensch noch sein, Und dich in gehre, Damit ich keines menbrüdern nicht erfreun? schen herz Durch meine härte 14. Ein streng und höchst je mit schmerz Und kümmerniß gerecht gericht Wird über den beschwere. ergehen, Der liebreich seinem 6. Herr, mit dem maaß, danächsten nicht In noth eilt bei- mit ich hier Dem nächsten messe, zustehen. Drum gib mir, gott, wirst du mir Dereinst auch durch deinen geist, Ein herz, wieder messen. Dieß reize mich daß dich durch liebe preist. zur billigkeit: So werd ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. Erhalt uns herr bei deinem wort. Kommt her zu mir spricht. 582. Fern sei mein leben 581. Du liebst, o gott, jederzeit Von aller gerechtigkeit Und ungerechtigkeit. Wie könnt ich haffest den, der sie entweiht, gottes freund sonst sein, Und Am nächsten unrecht übet. Du seiner gnade mich erfreun! bist's der jedem seinen lohn, 2. Wer seines nächsten rechte Ohn alles ansehn der person, kränkt, Auf seinen schaden bosNach seinen werken giebet. haft denkt, Verletzet des ge2. Gerechter gott, laß dei- wissens pflicht, Und Zehrt den nen geist Zu dem, was recht gott der liebe nicht. und billig heißt, Stets meine 3. Du schreibst in jedes herz, seele lenten! Nie komm es mir o gott; Tief ein das heilige doch in den sinn, Aus schnöder gebot: Was dir mißfällt, habsucht und gewinn, Des wenn dirs geschieht, Das thue nächsten recht zu kränken. du auch andern nicht. 3. Pflanz, redlichkeit in meine 4. Wenn ich dieß billige ge brust Und laß mich stets mit setz Durch ungerechtigkeit verlek: Ver 376 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächsten. Verurtheilt ich ja selber mich, ruhme laß mich weihn! Nie Als übertreter wider dich. mals laß mich mehr verlan5. Dein wort, das sündern gen, Als was ich von dir strafe droht, Schärft mir empfangen. das heilige gebot: Frei von 2. Laß mich dankbar und unrechtem gut zu sein, Mit zufrieden, Im genuß der güter noch viel größerm ernste ein. sein, Die mir deine huld be 6. 3 drohet jedem deinen schieden, Auch an andrer glüd fluch, Der seinen nächsten durch mich freun; Nie auf fremdes betrug Durch dieberei an sei- größres glück Neidisch sehn mit nem gut und seiner habe scha- scheelem blick, Nie, was du den thut. mir gabst, verachten, Nie nach 7. Das Haus des diebes ist fremdem gute trachten. verflucht, Wird hie auch schon 3. Jedem laß mich willig oft heimgesucht: Und dort trifft geben, Was er recht zufordern vollends dein gericht Den un- hat; Nicht den obern widerstregerechten bösewicht. ben, Denn sie sind an deiner 8. Darum, mein gott, be statt, Geb ich gern mit frohem wahre mich Vor allem unrecht sinn Schuld'ge steu'r und gaben väterlich. Beging ichs je, so hin; So wird freudiges ge sei mir leid, Und zum ersatz wissen Mir die herbste pflicht mein herz bereit. versüßen. 9. Wer andern schaden einst 4. Dem, der mühsam für gethan, Und irgend ihn erstat- mich schwitzte, Der mit seinen ten kann, Doch deß sich wei: kräften mir Und mit seiner argert, findet nicht Vor dir er beit nützte, Dem gebührt mein barmen im gericht. lohn dafür. Halten, was mein 10. Er kann nicht wahre mund verspricht, Sei mir im buße thun, Dein segen kann mer heilge pflicht; Trug und nicht auf ihm ruhn, Eh er das ausflucht laß mich fliehen, böse, das er that, Nach mög- Keinem lohn und sold entlichkeit ersetzet hat. ziehen. 11. Gib, herr, daß ich es 5. Laß, wenn ich von an wohl bedenk, Und nie durch dern borge, Zum ersatz mich unrecht andre fränk' Die hab sein bereit. Nedlichkeit sei sucht, auch die armuth nicht, meine sorge, Mein bemühn Verleite mich von meiner pflicht gerechtigkeit. Vorschub, den Freu dich sehr o meine seele. ein freund mir thut, Ist nicht 583. Alles, was ich bin mein, ist fremdes gut; Dant und habe, Kommt, bar will ich meinen brüdern o gott aus deiner hand; Wie Beistand, hülf und rath erwieso manche gute gabe Hast du dern. mir herabgesandt! Bater, all 6. Eigenthum, das ich ent mein glück ist dein; Deinem wende, Würde fluch und tod mir 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. 377 mir sein. Aber halt ich meine 4. Und kann ich auch das hände Von betrug und taube böse selbst nicht bessern: Laß rein; Dann darf ich sie froh mich's doch eh'r verschweigen, empor Betend heben, gottes als vergrößern; Anstatt es ausohr Wird des frommen flehn zubreiten, es vermindern, Und erhören, Den verbrechen nicht schaden hindern. entehren. 5. Den größten fünder laß 7. Hab ich mich durch and mich nicht verachten, Noch imrer schätze Und durch arglift mer ihn als dein geschöpf bereich gemacht, Laß mich, gott trachten, Nie, die mit mir von daß ichs ersetze, Bald und eif- einem blut abstammen, Lieblos rig sein bedacht; Lieber arm verdammen. und dürftig sein, Als mich 6. Aufrichtig laß mich schämeines unrechts freun, Und Ben deine gaben, Die andre nach bald durchträumten freu- herr, von dir empfangen haden Des gewissens folter leiden. ben; Es müsse nie mein herz 8. Heil'ger gott, ein from des nächsten freuden Boshaft mes Leben Liebest und belohnest beneiden. du, Gib mir kraft und lass mich 7. Bescheiden laß mich von streben Fromm und gut zu mir selber denken, Durch stolz sein wie du! Daß mein leben und hochmuth keinen menschen ohne reu, Ohne qual mein ende fränken, Mit sanftmuth selbst sei; Daß mich, wenn ich einst dem lästerer begegnen Und erwache, Keine schuld verdamm- feinde segnen. lich mache. 8. Hab ich des nächsten ehre 584. Hilf, jeſu, daß ich je beflecket; Und seine schwachmeinen nächsten heit lieblos aufgedecket; Schlug liebe, Durch lieblos richten ihn ich der unschuld in betrübten ja nicht betrübe, Ihn nicht stunden Schmerzhafte wunden. verläumde, noch durch falsche ränke Sein wohlsein fränke. 9. So laß mich reuevoll und liebreich eilen, Die ihm 2. Gib, daß ich nachsichts- geschlagne wunden bald zu heifen, Und der verläumdung folvoll des nächsten fehle, Wenns meine pflicht erlaubt, der welt gen zu zerstören, Ihm recht verhehle; Und wenn er fällt, auf mich, wenn ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. gewähren. 10. Laß alle schmähſucht mich von herzen hassen! Zur selig3. Hilf, daß ich flüglich ihn feit wird niemand zugelassen, zu bessern trachte, Und seiner Der bosheit, neid und grauseele wohl mir theuer achte, samkeit hier übet, Und falschDenn du hast selbst für sie in heit liebet. todesbanden Viel ausgestanden. 11. Laß mich, mein heiland immer mehr auf erden, An lieb und 378 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. und gütigkeit dir ähnlich wer- es Wie zügellos denn du Ihn den. Gib kraft dazu, so in den seinen schmähst; Der schmeck ich schon hienieden, rächer hört dir zu. Herr, deinen frieden. O gott du frommer gott. 6. Er zählt die thränen, die Geweint von seinen frommen 585. Wenn du des näch- Die du gekränket hast, Mit sten chr' Und seufzen vor ihn kommen. Es achtung suchst zu schmälern; kommt, es kommt ein tag, Wo Selbst von nichts lieber sprichst, gott einst vor gericht, Im anAls and'rer menschen fehlern; gesicht der welt, Auch dir dein Aus ehrfurcht oder stolz Ver- urtheil spricht. kleinerst ihren ruhm Und ihre 7. Ach wollst du künftig schuld erhöhst: Wo bleibt dein noch Des nächsten ehr verlegen, chriſtenthum? Nein, hast du ihr geschad't 2. Wenn du aus argwohn Such sie ihm zu ersetzen. Des nur Vom nächsten böses den nächsten guter nam' Sei selbst kest, Wenn du durch falsch ge- dein eigner ruhm, Und schüß rücht Ihm schadest und ihn und rette ihn Stets als dein kränkest; Wenn leichtsinn, neid eigenthum. und haß Ihn vor der welt 8. O laß uns, gott der huld, entehrt! Bist du denn ferner Mit dieser pflicht nicht schernoch Des christen namens zen: Und präge du vielmehr werth. In unser aller herzen Die 3. Wer, wenn er läst'rer große wahrheit ein: Nur der hört, und unter spöttern sitzet, sei deiner werth, Der seine Aus scheuer menschenfurcht brüder liebt, und durch die Nicht andrer unschuld schüßzet that sie ehrt. Wer aus gefälligkeit Selbst 3. Sanftmuth und Ver ein verläumder ist, Und nichts zum besten kehrt: Ist dieser wohl ein christ? föhnlichkeit. 4. O mensch bedenke doch, 586. Herr ich habe mißgehandelt. Allen, welche nicht vergeben, Wirst Gott hört an jedem orte, Wo du, richter, nicht verzeihn; du zugegen bist, Ein jedes dei- Trostlos werden sie im leben, ner worte. Ach, er der alles Trostlos einst im tode sein, sicht, Wie sollt er dich nicht Unentladen ihrer sünden, Nimsehn, Wenn du dich frech er mer vor dir gnade finden. kühnſt, Die unschuld selbst zu 2. Wie dein herz mit jedem schmähn. sünder Väterliches mitleid hat. 5. Wenn du der frommen Wie der freund der menschenlachst, Wenn du der tugend finder Selbst für seine mörder schändest, Dem würdigen das bat: So soll auch der christ lob, Das er verdient, entwen- verzeihen, und sich nicht der dest. Verläumder, gott weiß rache freuen. 3. Wir 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 379 3. Wir geloben's dir mit schonen Willig tragen seine freuden: Willig wollen wir last; Und so lang ich hier soll verzeihn, Nie uns rächen, wenn wohnen, Bleibe zanksucht mir wir leiden; Nie zu dir um verhaßt. Auch das ist, o gott rache schrein. Vielmehr vor dein wille, Und die eintracht dein antlitz treten, Und für liebest du, so helf mir, unsre feinde beten. auch dazu! Gib ein herz mir 4. Vater, stärk uns deine das die stille Und den frieden frommen, Treu zu bleiben die- sucht und liebt; Das, statt ser pflicht, Wenn wir in ver- rache, sanftmuth übt. suchung kommen: So besiege 3. O wie wird das herz besie uns nicht. Laß uns sanft schweret Durch des zornes leimuth dann empfinden, Um sie denschaft. Zanksucht, rachgier, schnell zu überwinden. haß verzehret nach und nach ganzen des Lebens kraft; Kürzt das leben Uns dir gleich gesinnet ziel von unsern jahren, Macht sein, Willig feinden zu verge zum himmel ungeschickt. Herr, ben: Dann, wenn ihnen wir der auf mich schwachen blickt, verzeihn, Läsfest du uns gnade Ach, du wollest mich bewahfinden Auch für unsre eigne ren, Daß des jähzorns rasesünden. rei Nie des herzens meister 5. Laß in unserm 6. Wohl uns! gott verzeiht ſei. uns sündern, Geht nicht mit 4. Wer mir flucht, den will uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Strafet ich segnen, So wie mein erlöuns dann ewig nicht. Laßt ser that Und dem nachsichtsvoll uns beten, laßt uns kämpfen, begegnen, Der zum zanken neiRachſucht in uns stets zugung hat. Für die feinde will dämpfen. ich beten, Und für dich du friedefürst. Wenn du menschen richten wirst In den schmuck Gott des 587. Gott, der du die der liebe treten. Sollt ich meinem gott nicht. menschen liebest friedens, stärke du Mich mit Der du nicht ein strenges deiner fraft dazu! recht; Sondern lauter gnade 5. Ewig heil ist dem beschieübest An dem fündlichen ge- den, Der nach frommer einschlecht: Laß mich deinen geist tracht strebt. Höchster, gib beleben, Daß ich, vater, als mir deinen frieden, Der zur dein kind, Liebreich sei wie du sanftmuth uns erhebt. Er regesinnt. Herr, du wollst den giere herz und sinnen; Denn sinn mir geben. Der bei feh- wenn er das herz regiert, Wird lern nachsicht zeigt, Und mit was zu der zwietracht führt, sanftmuth spricht und schweigt. Niemals übermacht gewinnen 2. Laß mich meines nächsten Bis einst in der herrlichfeit 380 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. lichkeit Ew'ger friede uns erfreut. al 8. Verleih mir das um dei ner sanftmuth willen: So erb ich auch im lande deiner stillen 588. Herr, deine sanft- Die seligkeit, wozu sich jenes muth ist nicht leben Einst wird erheben. Herzliebster Jefu was hast. zu ermessen; wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große gü- 589. Herr, mein erlöſer, te Recht zu gemüthe! der du für mich Vorige Melodie. 2. Du segnetest mitleidig, die littest, Und noch zur rechten dir fluchen; Du heiltest selbst, gottes für mich bittest, Erwed die dich zu fangen suchten; Du in mir, du muster wahrer liebe zeigtest stets, bei deiner feinde Der sanftmuth triebe! toben, Der sanftmuth proben. 2. Wenn hast du jemals haß 3. Ach glich ich dir, o hei mit haß vergolten? Du schaltſt land, ich bekenne, Daß ich nicht wieder, da man dich ge noch oft vom schnellen zorn scholten. Du segnetest mit entbrenne, Und mich vor dir wohlthun nicht bloß freunde manchmal durch eigne rache Auch deine feinde. Verwerflich mache. 4. Dir herzenständiger, dir den deinen nennen? Und doch 3. Und ich, herr, sollte mich muß ichs klagen, Wie wenig von rachgier gegen andre brenkann mein stolzes herz vertra- nen? Ich sollte jemals haß mit gen! Wie schwer weiß ich, haß vergelten Und wieder wenn andere mich hassen, Mich schelten? recht zu fassen! 4. Wie kann ich vater zu 5. Vergib mir, herr, Und wende mein verderben! Bei dem höchsten sagen? Und groll wildem zorn läßt sich dein reich im Herzen gegen brüder tragen? nicht erben. Und jener tag ver- Wie kann ich zu ihm flehn, gilt nach strengem rechte Dem mir zu verzeihen, und rache harten knechte. schreien? 6. So hilf mir denn die 5. Wer nicht vergibt, der rachbegier ersticken! Laß sich wird für seine sünden Auch dein bild in meine seele drüt nicht bei dir, o herr, verge ken: So werd ich mich ver- bung finden. Dein jünger ist söhnlich finden lassen, Nicht nur, der wie du vergiebet, Und wieder hassen. feinde liebet. 7. Flucht mir mein feind: 6. So heilige denn meiner so gib, daß ich ihn segne; Und seelen triebe. Mein Heiland, seinem grimm mit freundlichkeit durch den geist der wahren begegne, Daß mich das böse, das liebe; Daß nie der unglücksel'ge ich dann empfinde, nicht über- lust der rache Mich strafbar winde. mache. 7. Wenn 11 er ge m 1 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 381 7. Wenn andre menschen sich ich denn wieder schelten, Da an mir vergehen: So lehre er nicht wieder schalt, Mit liebe mich, ihr unrecht übersehen. nicht vergelten, Wie er dem Und sollten sie mich auch feind vergalt? empfindlich fränken, An dich 3. Verläumdung dulden müsgedenken. sen, Ist schwer, doch diese 8. Erwecke denn, o herr in pflicht Wird leicht, wenn das meinem Herzen Aufs neue das gewissen Für meine unschuld gedächtniß jener schmerzen, Die spricht. Dies will ich tren du in deinen schweren leidens- bewahren; So bessert mich stunden Für mich empfunden. mein feind, Und lehrt mich 9. Laß mich mit sanftmuth flug verfahren, In dem er's meinem feind begegnen, Und böse meint. so wie du, den, der mir fluchet 4. Ich will die fehler scheuen, segnen. Herr, mache gegen Die er von mir ersann. Auch alle, die mich hassen, Mein die will ich bereuen, Die er herz gelassen. nicht wissen kann, Durch huld 10. Will zu der rachsucht will ich mich rächen, An ihm mich die furcht verführen, Als das gute sehn, Und gutes von würd ich sonst mein ganzes glück ihm sprechen; Wie könnt er verlieren: So zeig mir, herr; länger schmähn? das sei mein glück auf erden, 5. Ich will niemals ermüDir ähnlich werden. den, Ihm thätig zu verzeihn, 11. Denn du beglückest den, Und als ein christ, zum frieden, der christlich handelt, Und Zu diensten willig sein. Wenn, überall nach deinem vorbild mich zu untertreten, Jhn güte wandelt; Drum laß in allem mehr erhitzt; So will ich für mich schon hier auf erden Dir ihn beten, Und gott vertraun! ähnlich werden. gott schützt! Ach was soll ich fünder machen. 591. Sollten menschen, meine brüder, fluchen, Wenn Mir, mein gott, nicht theuer mir mein hasser flucht; Nie sein? Sollt ich sie nicht gern dem zu schaden suchen, Der erfreun? Sind nicht alle chrimir zu schaden sucht. Ich will sten glieder Dessen, der für ihm fanft begegnen, nicht dro- alle starb, Allen gottes huld hen, wenn er droht, Schilt er, erwarb? Ist gott für mich so. 590. Nie will ich wieder so will ich segnen. Das ist 2. Alle sind wir eines stamdes herrn gebot. mes, Gleich an dürftiger natur; 2. Mein jesus der gerechte, Allen hilft ein opfer nur Des Vergalt die schmach mit huld; unschuld'gen gotteslammes; Die wuth ergrimmter tnechte und dieselbe seligkeit ist für Ertrug er mit geduld. Soll alle gleich bereit. 3. Ge 382 3weite Abtheilung. VI. Pflichten gegen den Nächsten. 3. Gottes finder sollt ich christ, durch eigne rache. Verhassen; Lieblos, unbarmherzig zeihen ist des christen pflicht, sein? Meinem feinde nicht Vergelten gottes sache. Die verzeihn? Keine schulden ihm sanftmuth, die sein wort gebeut, erlassen? Gott, nicht fürchten Liebt feinde, segnet und verdein gericht? Dein erbarmen zeiht. achten nicht? 2. Wahr ists, empfindlich ist 4. Herr, der du für übel der schmerz, Von menschen thäter Um vergebung batst, die unrecht leiden, Und dennoch last, Welche du getragen hast joll des christen herz Am zorne War die last der übertreter! ich nicht weiden. Soll nicht Doch warst du von rache fern, sein eigner richter sein. Soll Duldetest, vergabest gern. alles unrecht gern verzeihn. herz vom 5. Wenn mein hang der sünde Hingerissen dich dir scheint, So mußt du sie 3. So widrich dieſe pflicht verkennt, Und zu haß und rach doch üben; Sonst bist du nicht entbrennt: Hilf dann, daß ich des heilands freund, Der sie überwinde Meinen haß, und dir vorgeschrieben. Empört dein laß mich sehn In den tod für herz dawider sich: So sieh auf uns dich gehn. ihn, besiege dich.. 6. Wie dir deine thränen flossen, Als dein aug um mich 4. Wer hat wohl größern geweint; Wie du, großer men widerspruch Von sündern hier schenfreund, Auch für mich erduldet? Als er, der herr, der dein blut vergossen, Wie du schmach und fluch von andern Littst, mich zu erfreun; Das nie verschuldet! Und dennoch laß mir vor augen sein. will er langmuthsvoll, Daß 7. Gib es mir so zu erken- feiner ewig sterben soll. nen, Daß ich thu', wie du 5. Im folgen, ist dein wahgethan. Wer nicht liebt, geht rer ruhm. Beleidigern ver dich nicht an, Ist kein glied von zeihen, Ist ehre für dein chri dir zu nennen. Ist dem gott stenthum! Sich ihres falls der lieb ein gräul, Und ver- nicht freuen, Nicht den, der scherzt sein eignes heil. dich schmäht, wieder schmähn, 8. Oso hilf mir, daß ich Gereicht dir selbst zum wohlübe, Was dein wille mir ge ergehn. beut, Nachsicht, sanftmuth, gü- 6. Im zorn denkt niemand tigkeit, Daß ich wie du liebest, ernstlich nach, Was gott ge liebe, Innig liebe, milde tren, fallen sollte. Die rache selbst Sanft und leicht versöhnlich vermehrt die schmach, Die man ſei. bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, 592. Verbittre dir dein Wenn deine rachgier wild erleben nicht, wacht. Auf christenmensch auf. 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 383 7. Die rachgier reißt gerech- 3. Er denkt, die welt hat recht tigkeit, Reißt glauben aus dem Auf meinen dienst und fräfte, herzen, Stört des gemüths zu Ihr nüßen, ist für mich Ein friedenheit Und straft mit bit- seliges geschäfte. Als glietern schmerzen. Sie hindert der schuf uns gott, Als bürger dant, gebet, vertraun Und einer welt, In der des raubt den muth, auf gott zu einen hand Die hand des andern hält. bun'n. 8. Durch sanftmuth( übe 4. So denkt der menschennur die pflicht!) Wirst du den freund; Und das ist sein befeind bestegen. Draube dei streben, So treu als er sich ner seele nicht Dieß göttliche lebt; Zum wohl der welt zu vergnügen. Dann wird der leben. Ihm wird des nächsten herr auch dir verzeihn, Dein heil Sein eignes himmelreich, vater und vergelter sein. Er fühlet fremde noth Als träf' 9. Laß mich aus liebe, gott, ihn selbst der streich. zu dir Das unrecht nicht selbst 5. Er eilt dem, ders bedarf, rächen. Du wirst, verzeih ich Mit hülfe beizustehen. Sein Sein gern auch mir Ein gnädig ur- anschn und sein freund, theil sprechen. Von dir kommt stand, sein wohlergehen, auch der sanftmuth sinn; Nach Sind mittel, die er braucht, deiner gnade gib mir ihn. Behülflich gern zu sein, Und einen leidenden Mit troste zu erfreun. O gott du frommer gott. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, 593. Mie selig lebt ein Zur wahren menschenliebe. mensch, Der Kein stolz noch eigennutz Wirkt dienstbegierde kennet Und an seine gütigheit. Er sieht auf dern wohlzuthun, Aus men- seinen gott, der liebe ihm geschenliebe brennet! Der, wenn beut. ihn auch kein eid Zum dienst 7. So lass mich auch geder welt verbind't; Beruf und sinnt, Mein gott durch chrieid und amt Schon in sich stum werden! Voll regen eiselber findet. fers sei Mein leben hier auf 2. Dir, höchster, ahmt er erden, So nüßlich als ich kann, nach, Im wohlthun dir zu dem nächsten stets zu sein; gleichen: Durch dienstbeflissen- Dann geh ich heit Sucht er dieß zu erreichen. Ins reich der liebe ein. Er hält für eignes wohl Sich einst zu dir In allen meinen thaten. nicht allein gemacht, Er hält 594. Du aller menschen sich für die welt Von dir hervorgebracht. vater, Du gütigster berather In allem, was uns 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutfeligkeit. 384 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. uns drückt! Die freuden, die Christen, das vergesset nicht. wir haben, Sind einzig deine Mitleidsvoll und willig eilen gaben; Du bist's, der unser herz Armen beizustehn, ist pflicht; erquicft. Pflicht, die jesus selbst uns 2. Du läßt dich von uns lehret, Und die gott, den höchsündern Durch undank nicht sten, ehret. verhindern, Uns täglich zu er- 2. Speiset die, die hungrig freun; Zu ew'gen seligkeiten leiden, und die durstig sind, die Uns sterbliche zu leiten, Wird tränkt; Eilt, den nackenden zu immer dein vergnügen sein. fleiden, Tröstet die, die fum3. Wie groß ist deine milde! mer fräuft, Schwache, such zu Barmherz'ger vater, bilde unterstützen; Unterdrückte zu Mein Herz nach deinem sinn, beschützen. Daß ich der noth der armen 3. Nicht nur denen, die um Mich willig mög erbarmen: liebe, Die um hülf und reitung Nimm alle härte von mir hin. ffehn, Sucht aus christlich ed 4. Gib, daß ich willig gebe, tem triebe, Nach vermögen beiMich wohlzuthun bestrebe, So wie mein heiland that, Der hoffte freuden Denen, die im zuſtehn: Gönnt auch unverzärtliche erbarmer, Den fein bedrängter armer Vergebens je um hülfe bat. stillen leiden. 4. Denkt( wie möglich sind 5. Erhalt in mir die triebe die fälle!) Denkt, ihr fühlet Der mitleidsvollen liebe Wie jenen schmerz; Denkt, ihr wär't du mir guts gethan: So laß an jener stelle; Wie dann euer um deinetwillen Mich andrer leidend herz Sich von andern seufzer stillen, So oft ich sie wünscht erbarmen: So thut nur stillen kann. ihr auch andern armen. 6. Zum fleiß in guten wer- 5. Und dieß sich nicht an ken, Laß mich die hoffnung als bürde, nicht als last, be stärken: Vor dir, dem Herrn glückter christ, Hoheit ist es, es der welt, Der frohe geber ist würde Wenn man mild und liebet, Sei, was man willig hülfreich ist. Welch ein ruhm giebet, Ein opfer das dir wohl für dich erlösten, Arme brüder gefällt. jeſu trösten! 7. O wohl mir ich gewinne 6. Und was schafft's für Schon hier bei diesem sinne sanfte freuden Der verlaßnen troft und zufriedenheit! Und helfer sein! Sehn, wie sie in einst vor gottes throne, Zum ihrem leiden Sich durch uns unschäßbaren lohne, Die freus gestärkt erfreun. Ein betrübden einer ewigkeit! tes herz erquicken, Bringet himmlisches entzücken. Herr ich habe mißgehandelt. 595. Wohlzuthun und mitzutheilen, 7. Heil und glück auf unsern wegen, Ruhe und zufrieden heit, 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leatseligkeit. 385 heit, Huld bei menschen, got- uns nie Fühllos sein, wo brütes segen, Folgt hier auf barm- der weinen, Unser mitleid tröste herzigkeit; Und dereinst zum sie, Daß, wenn wir zu dir gnadenlohne Schenkt ihr gott uns nahen, Wir auch trost des himmelskrone. hülf empfahn. und 8. O so laßt uns unsre ga Wer nur den lieben gott. ben Gern hier in der zeit aus- 597. Nicht mürrisch, finstreun! Was wir hier gesäet ster, ungesellig Seid haben, Erndten wir einst reich- Jst, wer ein christ zu sein sich lich ein. barmherzig! freut; Ist ohne schmeichelei geliebt die armen! Dann wird fällig, Vereinigt ernst und gott sich cu'r erbarmen. freundlichkeit. Ist traurig, mit den traurigen, Und fröhlich mit In voriger Melodie. 596. Seid barmherzig, den fröhlichen. menschen höret, 2. Gs liegt in keinem seiner Hört das heilige gebot, Das blicke, Als wie in einem hinuns jesus christus lehret: Seid terhalt, Auflauernd schadenfrohe harmherzig, seid's wie gott; tücke; Und haß in lächelnder Gebt, so wird auch euch ge- gestalt. Sein blick, kein blick geben, Was euch noth ist heil der heuchelei, Jst liebreich, und leben. offen, gut und frei. 2. So viel menschen, so viel 3. Sein antliß, heiter wie brüder. Denn ein gott ist's, der morgen, Wird trüb und der uns schuf. Wir sind alle seine freud entflieht: Wenn es christi glieder. Allgemein ist bekümmerniß und sorgen In gottes ruf. Seine sonne läßt seines bruders auge sicht, Und er scheinen Auch den bösen, wie strahlt in neuer heiterkeit Wenn den seinen. ein getrösteter sich freut. 3. Gleicht dem vater im er- 4. Bescheiden, sittsam, ehrbarmen, Seid barmherzig, seid's erbietig 3st, wer ein jünger wie er! Gebt den dürftigen jesu ist: Nie selavisch, auch nie und armen, Was ihr gebt übermüthig: Wenn er vor anempfängt der Herr. Helst und dern glücklich ist. Er ist, weil eilt auch ungesehen, Euren brü- er, wie jesus liebt, In allem, dern beizustehen. was erfreut, geübt. 4. Hülfreich zu bedrängten 5. Er schleicht, für fromm eilen, Sie beschützen und er- erklärt zu werden, Nicht traufreun; Kummer lindern, wun- rig, heuchlern gleich, einher; den heilen, Wohlthun trösten och sündereizende geberden und verzeihn. Und dies ohne Haßt, wie sein gott sie haßt, stolz verrichten, Das sind jedes auch er: In seinem blick auch christen pflichten. teusch und rein, Stets fröhlich, 5. Herr, wir geben von dem ohne frech zu sein! deinen, Was wir geben, laß 6. Turch liebliches Bb gespräch Pr 386 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. erheitert Er auch des blöden Leeren schwätzern gleich zu sein angesicht, Und jedes herz fühlt Heuchelnd brüder zu betrügen sich erweitert Und freuden- Herr, das falle mir nicht ein. voller wann er spricht. Denn Wahrheit leit an allen orten was er sagt, und was er thut, Mich in werken und in wor Ist wohlgemeint, Ist wahr ten. Nedlich sei des Herzens und gut. grund! Nedlich sprech auch 7. Er muß gefallen, er ge- stets der mund! biete, Er warn, er straf auch; 3. Die der falschheit sind er er gebeut, Er warnt, er straft geben, Sind vor dir, o gott, aus lieb und güte, Mit ernst ein gräul, Und ein unglückſelig und doch mit freundlichkeit und leben Ist gewiß ihr künftig tröstet er, wie leicht vergißt theil, Hier schon trifft verdiente Sein nächster, was sein kum- schande Sie bei redlichen im mer ist. lande, Denn ein jeder men8. Nicht rauh, noch hart, schenfreund Ist der falschheit noch menschenfeindlich, Nein, ränke feind. eifrig jeden zu erfreun, Und fanft 4. Schmäht mich, ohne mein und anmuthsvoll und freundlich verschulden, Der verläumder Soll jeder jünger jesu sein. lästermund: O so laß michs Ach wären wirs! ach gleichen still erdulden, Einst wird doch wir, O vorbild wahrer liebe, die wahrheit kund. Darf ich dir! ja nicht länger schweigen, 9. In allen worten und ge- Meine unschuld zu bezeugen: berden, In allen thaten laß, So verleihe, daß dabei Herz o herr Uns aller menschen und mund voll sanftmuth freude werden, Dir, D heiland, ſei. immer ähnlicher: So werden 5. Daß du, herr, an jedem wir uns ewig frenn, Und got- orte Zeuge meines wandels tes wahre finder sein. 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Alle menschen müssen sterben. bist, Daß kein einz'ges meiner worte Deinem ohr verborgen ist, Dicß erwecke mein gemüthe Daß ich mich vor lügen hüte, 598. Paß mich, höchster, Denn du liebst den wahrheitsdarnach streben, freund, Und bist allen falschen Stets der wahrheit freund zu feind. sein, Zu des himmels frohem Besiell du deine wege. leben Geht kein frecher lüg- 599. Mohl dem, der rich ner ein, Und vor deinem antig wandelt, Der gesichte. Werden sie beschämt als ein wahrheitsfreund In zu nichte, Denn vor dir sind wort und werken handelt, Und immerdar Aller herzen offen- das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und 2. Andern zu gefallen lügen von dem inn der welt, Die bar. trug 1 C t 1 1 1 3 T It e 11 P 11 d et d He g 5. Aufricnigten und waychaftigten. Die trug und falschheit übet, lingt; Wenn er mit bösen tüSich unbefleckt erhält! cken In kümmerniß mich bringt 2. Wohl dem der lügen has- So stärke meine seele, Daß sie set, Und der, so oft er spricht, nicht unterlieg, Und alles dir So seine reden fasset, Daß er befehle, Du gibst der unschuld die wahrheit nicht mit vorbe- sieg. dacht verletzet, Und der an je8. Ein herz voll tren und dem ort Sich dieß vor augen glauben, Daß, gott, dein auge setzet: Gott merkt auf jedes scheut, Das soll mir niemand rauben; So kann mit freudigwort. 3. Wohl ihm, wenn sein ge- feit Ich hier zu dir aufmüthe. Gott, so die wahrheit sehen, und dort vergiltst du übt, Jhn leitet deine güte, Er mir, Wenn falsche nicht bewird von dir geliebt; Du wirst stehen, Mit wonn und preis ihn einst erhöhen, Wenn in der dafür. wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. Sei lob und ehr dem. 600. Die zunge, die ver4. Herr, drücke diese sache nehmlich spricht, Mir tief ins herze ein, Daß Hat dir dein gott gegeben. ichs zur pflicht mir mache Der Welch ein geschenk, mißbrauch lügen feind zu sein. Erinnre es nicht! Sie bringet tod und mein gewissen: Du hasfest leben. Man fluchet und man heuchelei, Damit ich stets be- lobt damit, Ach gott, erhöre flissen Der treu und wahrheit meine bitt, Daß ich sie recht ſei. gebrauche. 5. Laß niemals mich ver- 2. Laß doch in meines hersprechen Was ich nicht halten zens grund, Gott, deine furcht kann, Auch nie zusagen brechen stets wohnen, Gewissenhaft wird Die ich einmal gethan; Nie denn mein mund Der wahrnicht den stolz verleiten, Und heit rechte schonen. Und wohl nie des beispiels macht Als dem, der von der von schmeichelei, wahrheit auszubreiten, Was ich List, lästersucht, verstellung doch selbst erdacht. frei, Nicht mit den lippen sün6. Doch laß zu allen zeiten digt. Auch deiner wahrheit licht, Herr, 3. Auf deinen ruhm und meine seele leiten. Damit ich andrer wohl Soll stets mein meine pflicht mit klugheit thun sich lenken. Laß dann üb und wisse, Wenn ich für auch, wenn ich reden soll, Mich andrer wohl, Und für mich dieß mit ernst bedenken. Dein reden müsse, Und wenn ich lob, des nächsten glimpf und schweigen soll. nutz, Der tugend ruhm, der 7. Wenn jemals mich zu unschuld schutz Beschäftge meine drücken Des feindes rath ge- zunge. B62 4. Schand 388 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächsten. 4. Schandbare worte, frecher in jedermann, Wär er auch scherz, Unheil'ge spöttereien Ver- nur ein christ. Doch ganz unrathen ein verderbtes herz Einst schäßbar ist er dann, Ist er muß man sie bereuen. Drum auch wahrer christ. schaff in mir durch durch deinen 3. Als wahrheits- und als geist, Daß dich vielmehr die tugendfreund Besizzet er mein zunge preist Und deinen namen herz. Ich theil mit ihm, der's heiligt. redlich meint, Mein glück und 5. Was züchtig, keusch und meinen schmerz. ehrbar ist, Was wohl und 4. Ich schmeck des lebens lieblich klinget, Das redet über- süßigkeit In doppelt starker all der christ, Spricht, wenn fraft, Wenn mich das edle es nutzen bringet. Und scheut glück erfreut, Das so ein freund den zorn der menschen nicht; verschafft. Doch schweigen wird alsbald ihm pflicht, Wenn es fordert. 6. Weh aber dem 5. Manch leid umwölket mein die licbe gemüth, Ich klag es meinem freund, Fühl, daß schon halb verweg- der kummer flieht, Wenn er nen mund, Der fluch und nur mit mir weint. schwur nicht scheuet, Wie wird 6. Oft lindert mir sein gu des herzens leichtsinn fund ter rath Des leidens herben Und oft zu spät bereuet! Ach schmerz. Oft hilft er mir auch fluchen bringet fluch und noth, mit der that Und froh dankt Und, wenn nicht buße folgt ihm mein herz. den tod: Laß mich dies stets 7. Freimüthig, ohne bitterfeit Straft er mich, wenn bedenken. 7. Auch lügen schändet, bringt ich fehl, Und eigne unvollkomnur müh, Ist cine frucht der menheit Hält er vor mir nicht Hölle. Lehr mich sie hassen, heh!. daß ich nie Mich Lügnern zu- 8. Manch wort zu unsers geselle. Die wahrheit bringet gottes ruhm Theil ich mit ihm lob und ruhm Und ziert das vertraut. Und werd' in mei ganze christenthum, Darnach nem christenthum Oft ſehr durch laß mich stets streben. ihn erbaut. 6. Freundschaft. 9. Ich freue mich mit ihm der zeit, Da uns in jener welt, Verklärt zum glück der Vein aott das herzlich. 601. Das glück ist groß, ewigkeit, Nichts mehr an wohldas gott mir sein fehlt. schenkt, In einem wahren freund, 10. Ta wir vor gattes thron Der als ein christ rechtschaf vereint, Ron allen mängeln fen denkt. Und treu es mit rein, Ihn schn, den allerhöchsten freund; Mit ihm uns ewig mir meint. 2. Man schätzt den freund freun. 11. O 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 389 O 11. gott, mein gott, wie dar, Vor irrthum, schaden dank ich dir, Wenn so ein und gefahr An leib und seele freund mich schätzt! Ich bitte warne. Gs ist das heil uns. dich, erhalte mir Dies glück 5. Doch laß mein Herz vorstets unverletzt. sichtig sein, Mit wem es freundschaft machet, Kein spöt602. Welch glück, o gott, ter der religion, Der über tuist freundschaft gend lachet; Kein wollüstling, hier In diesem pilgerleben! kein stolzes herz, Wer fühllos Sie kann im unglück und im ist bei andrer schmerz, Sein glück Uns trost und freuden jemals mein vertrauter. geben. Sie ist der tugend 6. Ein mensch, vom laster starkes band, Es führet ihre angesteckt, Wird mich auch leicht fromme hand Uns ab vom anstecken: Laß mich ihn fliehn sündenwege. als eine pest, Mich nicht durch 2. O jesu, bester menschen ihn beflecken. Und wie kann freund, er du uns sünder der, der ohne schen Stets liebtest, Nur das, was groß gott verleugnet, menschen und edel heißt, Uns hier zum treu Und redlich sein und bleibeispiel übtest: So göttlich ben? liebreich für uns starbst, Selbst 7. Doch hab' ich einen wahgottes freundschaft uns er ren freund Von dir, o gott, warbst Uns ewig zu beglücken erhalten: So laß denn auch 3. Schent mir auch einen mein warmes herz Nie gegen frommen freund,( Nur du kannst ihn erkalten. Laß mich verschwieihn mir geben), Der edel und gen redlich sein, Neid, falschrechtschaffen denkt, Der mir in heit, argwohn, schmeichelein Und meinem Leben Ein reizend tu eigennutz stets fliehen. gendmuster sei, Und bei mir 8. Gott, präge du der liebe standhaft und getreu Im glück sinn So freunden ein als feinund unglück stehe. den. Auch die, die meine feinde 4. Der meine unvollkom- sind, Die mache mir zu freunmenheit Mit sanfter schonung den. Bild unser herz zur einigtrage, Mir fehler ohne bitter- feit! Lehr uns, daß jene feligkeit, Nur mich zu bessern, sage; teit Sei wahre lieb und freundDer mich von sünden immer schaft. VII. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie schön leuchtet der. Selbst unter viel beschwerden; 603. Wie groß ist unsre Wenn unser herz sich dir er seligkeit, gott, gibt, Und treu in jesu dienst schon in der prüfungszeit, sich übt! Wie groß wird sie einſt 390 Zweite Abtheilung. einst werden! Wenn sich Herr- In der seelen, Dich zu wäh lich Jenes leben Wird anhe- len Und das leben Ganz zu ben, Wo man freuden Erndtet jesu dienst zu geben. von der saat der leiden. Wer nur den lieben Gott. 2. O wie erhaben ist das 604. Gott deine gnad' recht, Das du uns giebest, ist unser Leben, dein geschlecht Und freunde hier Sie schafft uns heil und seelenzu heißen! Bei dir ist unser ruh Dein ist's, die sünden zu vaterland, Und wer will dei- vergeben, Und willig ist dein ner starken hand, Allmächt'ger herz dazu. Du nimmst die uns entreißen? Wenn wir sünder gnädig an, Die sich voll Gleich hier müssen streiten reue zu dir nahn. Und zu zeiten Schwach uns 2. Uns, uns verlorne, zu finden! Hilfst du uns doch erretten, Gabst du für uns überwinden! felbst deinen sohn. Er litt, 3. Du deckest unsre schulden damit wir friede hätten, Für zu, Schenkst unsrer seelen uns den tod, der fünde lohn, wahre ruh Und stärkest uns O gott, wie hast du uns gemit freuden. Dein sohn ist liebt! Welch ein erbarmen ausunser haupt und ruhm; Wir geübt! sein erkauftes eigenthum Und 3. Dant, ewig dank sei deischaafe seiner weide. Gutes ner treue, Die niemand g'nug Muthes Sind auf erden In erheben kann! Nun nimmst du beschwerden Unsre seelen; Herr, jede wahre reue Um christi was kann bei dir uns seh- willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, 4. G3 bleibet zwar der hohe Und glaubig seinen mittler werth Der gnade, die uns ehrt! wiederfährt, Verborgen auf erden: Doch wann len? hier 4. Den, herr, befreist du der von den plagen. Die dem ge einst vor aller welt, Er, un- wissen furchtbar sind; Der kann ser, haupt, gerichtstag hält, getrost und freudig sagen: Gott Dann wird er sichtbar werden, ist für mich, ich bin sein kind; Alsdann Sieht man Ihn mit Hier ist der, welcher für mich fronen Uns belohnen Und mit litt, Und mich noch jetzt bei ehren Für die seinen uns er gott vertritt. flären. 5. O herr, wie selig ist die 5. Wie glücklich gott, sind seele, Die so sich deiner gnade wir alsdann! Wie viel hast du freut! Ob auch groß irdisch an uns gethan! O laß uns gut ihr fehle, Fehlt ihr doch unsre würde Vor augen haben nicht zufriedenheit. Gott! jederzeit! So tragen wir mit deine huld ist weit mehr werth, willigkeit Der kurzen leiden Als alles, was die welt ge bürde. Herr gib Den trieb währt. 6. Dein VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 391 6. Dein friede stärkt mit geschlecht Zur sel'gen ewigkeit frohem muthe Das herz auch ein recht, Durch deinen tod in der größten noth; Gibt hoff- erworben: Nun wird mein leib nung zu dem ewgen gute, Und zwar asch' und staub, Doch macht getrost selbst in dem tod. nicht des todes ew'ger raub, Wer diesen frieden hat, genießt Du bist für mich gestorben. Lust, die des himmels anfang Mir, der ich dein erlöster bin iſt. Ist, daß ich sterbe, nun ge7. Laß, vater, dann in die winn. sem frieden Auch meine seele 3. Sch bin erlöst, und bin freudig ruhn. Auch mir hast ein christ, Mein herz ist ruhig du dies glück beschieden, Denn und vergißt Die schmerzen dieauch für mich genug zu thun, ses lebens. Ich dulde, was Ward sterbend der am freuz ich dulden soll, Und bin des ein fluch, Der aller menschen hohen trostes voll: Ich leide sünden trug. nicht vergebens. Gott sel8. O laß mich dies im glauber mißt mein theil mir zu, ben fassen, und mich mit star- Hier kurzen schmerz, dort ewge fer zuversicht Auf deine vater- ruh.. trent verlassen; Wenn alles 4. Was seid ihr leiden diewankt, wankt sie doch nicht. ser zeit, Mir, der ich jener Wohl dem, der sich auf dich herrlichkeit Mit ruh entgegen verläßt, Sein heil steht unbe- schaue? Bald ruft mich gott weglich fest! und ewiglich Belohnet und er9. Lobsingend will ich dich quickt er mich, Weil ich ihm Bald, bald erheben, Mich ewig deiner hier vertraue. gnade frcun, Und deinem dienst verschwindet aller schmerz! mein ganzes Leben In kind- Und himmelsfreuden schmeckt lichem gehorsam weihn; Denn mein herz! du vergabst mir meine schuld. 5. Bin ich gleich schwach, Nie, nie, vergeß ich diese so trag ich doch nicht mehr huld! der fünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die O ewigkeit du donnerwort. 605, Mein glaub ist mei- tugend ist mir süße pflicht; nes lebens ruh, Und wenn ich gleich hienieden Und führt mich deinem himmel nicht Ganz frei von fehlern zu, O du, an den ich glaube! werde: So ist mein trost: gott Ach gib mir herr, beständigkeit, hat geduld, Und straft nicht Daß diesen trost der sterblich- meiner schwachheit schuld. feit Nichts meiner seele raube. 6. Der du den tod für Tief prag es meinem Herzen mich bezwangst, Du hast mich ein: Welch glück es sei ein mittler aus der angst, christ zu sein! Die Dir ich verdient, gerissen. verdank ich meine ruh, Du 2. Du hast dem sterblichen dir 392 Zweite Abtheilung. Du heilest meine wunden zu 5. Das ist der frommen! Du stillest mein gewissen: Und was er macht, Geräth ihm fall ich noch in meinem lauf: und gedeiht: Staub ist der sünSo richtest du mich wieder auf. der, der sein lacht, Spreu, die 7. Gelobt sei gott! ich bin der wind zerstreut. ein christ, Und seine gnad' und 6. Der, der sich gegen gott wahrheit ist An mir auch nicht empört, Besteht nicht im gevergebens. Ich wachs in mei- richt. In der gemeine, die ner heiligung, Ich spüre täg- gott ehrt, Bleibt der Verbrecher lich besserung Des herzens und nicht. des lebens. Ich fühle durch des geistes fraft Mich, getrost und tugendhaft. 8. Dant dir, o vater, und ruhm! Du lehrtest mich vergeht. das christenthum Fest glauben, redlich üben. Es macht mich 7. Dir, höchster, dir gefällt herr, die bahn, Die der gerechte geht, Jm zorn schaust du den dank sünder an; Des sünders weg In voriger Melodie. ruhig und erfreut Führt mich 607. Hab' ich ein gut gezur wahren seligkeit: Wie soll nur, ich es nicht üben? Erhalte stets mir! was fürcht ich dann? mein herz dabei, So preis ich nichts schrecklichs, zagte je ewig deine treu. dermann, Ist mehr in der Nun sich der tag geendet. natur. 606. Wohl, wohl dem 2. Dies sei mein ruhm, dies menschen, der sei mein theil! Trotz dem, der dem rath Der frevler sich ent- mir es raubt: Ein reines herz, zieht; Dem menschen, der den das thätig glaubt! Sodann ist krummen pfad Der übertreter gott mein heil. flieht! 3. Welch ein erhabener ge 2. Der wo der gottheit spöt- winn, Wenn meine sünde ter lacht, Sich fromm und schweigt, Wenn gottes geist weit entfernt; Sich gottes recht selbst in mir zeugt, Daß ich zur freude macht Und tag und ihm ähnlich bin! nacht es lernt. 4. Und dieses glück, und dieſe 3. Er grünet, wie am bach ruh, Den seligen gewinn Gäb' ein baum Von seinem segen ich für lust der sünde hin? schwillt, Sich hebt und einen Das lasse gott nicht zu! weiten raum mit seinem wipfel füllt. 5. Ich stürzte mich in jene pein, Der sünde fluch mit mir 4. Er trägt, wenn seine zeit Umherzutragen, und von ihr kommt, frucht, Stets unent- Stets angeklagt zu sein. laubt und grün; Er tröstet 6. Laß es der pflichten schwer den, der schatten sucht, Der ste sein, Daß wandrer segnet ihn. betriegst. du dich selbſt welche lust wird wenn 393 VII. Glückseligkeit wahrer Christen. wenn du siegst, Dich nach dem sen sagt: Daß nichts, was kampf erfreun. ihn bei gott verklagt, Ver7. Welch hohe freude! ist dammlich3 an ihm ist. man sich Mit wahrheit selbst 16. Fest steht der fromme, bewußt: Ich brannte zwar von wenn die welt Und erd' und böser lust; Mit gott beschützt himmel bricht, Steht felsenfest ich mich. und zaget nicht; Gott ist es, 8. Und o welch schreckliches der ihn hält. gericht! Muß ich mir selbst gestehn: Dem falle konnt ich 608. zwar entgehn, Und ich entging ihm nicht. Tei lob und ehr dem. welch ein unschätzbares gut gut gewissen! Ist doch ein 9. Ein reines herz nur fann Hab' ich nur das, so hab' ich im glück Den werth des glücks muth, Wenn andre zagen müs erhöhn; Dies, dieß versüßt im sen. Dann zittert meine seele wohlergehn Den frohen augen nicht mich schreckt kein tod und blick. fein gericht, Dann hab' ich gott 10. Was ist, das deiner zum freunde! leiden schmerz In deinem 2. Bin ich mir dessen, gott, schmerze stillt, Ja dich mit bewußt, Und steh bei dir in freude gar erfüllt? Ein gott gnaden: So wohnet ruh in gelaßnes herz. meiner brust, Und wer will 11. Ein edles herz nur gibt mir dann schaden? Ich seh auf bir muth, Die güter zu ver- dich in aller noth, Womit die schmähn, Worauf die niedern zukunft mich bedroht; Mich seelen sehn, Dies herz, das tröstet deine liebe. beste gut. 12. Erduldet hier der from 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der läme spott; Oder ist ruhm für sterungen; Wird meines herihn. Das gute thun, das zens ruhe doch Dadurch nicht böje flichn. Schafft ruhm, den ganz bezwungen. Weiß sich nur ruhm bei gott. mein gewissen rein Und flieh 13. Zu gott in seinem her ich auch den bösen schein, Wirst zen rein Hinauf gen himmel du mich schon beschützen. schaun, Und sagen: du bist 4. Ich sehe mit zufriedenmein vertraun! Welch glück heit Der künft'gen welt ents fann größer sein? gegen. Sie gib mir muth und 14. Sieh, alles um dich freudigkeit Auf allen meinen her entweicht, Bald kommt die wegen. Denn dort macht selbſt, letzte nacht, Und nur ein gut o Herr, dein mund Den hohen gewissen macht Den tod selbst werth des christen kund, Da ſüß und leicht! wird der fromme siegen. 15. Wohl dem, der diese 5. So hilf denn, daß ich mir ruh genießt, Dem sein gewiss zum heil Ein unverletzt gewisfen, 394 Zweite Abtheilung. sen, Des lebens allerbestes 3. Sollt ich nun doch den theil zu haben, sei beflissen. gott mit willen Beleidigen, der Mit dir, gott, ausgesöhnt zu mir vergibt? Der mir gebote sein, Dein heilig recht nicht zu erfüllen, Gegeben hat, weil zu entweihn, Das sei mein er mich liebt. Der die erfülgrößter eifer. lung meiner pflichten Aus lau6. Des richtigen gewissens ter güte mir vergilt? Und der spruch Laß mich stets folgsam anstatt mich streng zu richten, ehren, Und immer aufmerksam Mein herz mit trost und freud genug Auf seine warnung hö- erfüllt? ren. Erinnerts mich an meine 4. Sein dienst ist glück für schuld: So laß mich, vater, meine seele, Gehorsam meine deine huld Voll reu und glau- seligkeit! Wie kindlich wein ich ben suchen. wenn ich fehle, Vor ihm dem 7. Mit deiner gnade tröste vater, der verzeiht! Ich fühl mich, Und stärke meine seele, die schwere meiner sünden Die Daß sie vor sünden hüte sich, weder mensch noch engel büßt. Und nie aus vorsatz fehle. Wie freudig kann ich's dann Denn wer nur reines herzens empfinden, Daß christus mein ist, Hat immer dich durch je sum christ, Allgütiger, zum troste. erlöser ist. O süßer stand o selig leben. 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht, Wahr bleibt er, wenn auch berge wanken, Fest 609. Wie mächtig spricht steht er, wenn die welt auch in meiner seele, bricht. Es mögen jündigen Herr, deiner stimme voller huld! und zittern, Die finder des Du schonest meiner, wenn ich verderbens sind! Gott, wird fehle; Zürnst nicht, hast väter- der erde grund erschüttern; lich geduld; Schickst deinen geist So beb ich nicht, ich bin dein mich zu regieren, Sprichst mei- find! Nun danfet alle gott. nem herzen freundlich zu Wirst niemals müde, mich zu 610. Wer gottes führen, Und sorgst für meine wahre ruh. wege geht, Nur der hat wahren frieden. Wie 2. Erbarmer deiner kreatu- herrlich ist sein glück Ihm ren, Liebreicher herr der gan- selbst von gott beschieden! Voll zen welt! Die deiner güte reiche glaubens widersteht Er jeder spuren In jedem sonnenstaub bösen lust; In seiner tugend enthält zu groß sind sie, daß sich Froh vor dem Herrn, beich ermessen Die wunder deiner wußt. Liebe fann. Nie will ich un- 2. Er merkt auf seinen gang, dankbar vergessen, Was du zu Geht ihn mit festem muthe; meinem heil gethan! Wird in der schwachheit start, Liebt 1. Morgenlieder. 395 Licht immermehr das gute. Ihn noth erfreun; Gut, wie sein machet gottes geist Durch sein gott, gesinnt, Und milde wird wort tugendhaft; Und er nimmt er sein. immer zu An fenntniß und an 6. Er fränkt den nächsten fraft. nie, Schüßt seinen ruhm, sein 3. Gott hat er allezeit Vor leben. Er trägt ihn mit geaugen und im Herzen, Wacht duld, Ist willig zu vergeben. über sich und scheut Sich für Und übereilt ihn auch Der der sünde schmerzen. Er eilet, zorn, so faßt er sich, und denwenn er fällt, Den fall gleich tet bald: wie oft Verschonet zu bereun; Sucht gnad' und gott auch mich. strebt noch mehr Der tugend treu zu sein. 7. Er suchet jedes herz Im guten zu bestärken; Und jeden 4. Getreu in seinem stand, reizet er zu allen guten werGenießt er gottes gaben, Ver- ten: Mit allen suchet er Ein gnügt, wenn andre gleich Mehr herz und sinn zu sein, Mit glück und ansehn haben. Mit ihnen eines herrn Und heils dem, was gott ihm gibt, Zu- sich einst zu freun. frieden, frei von neid, habsucht und von geiz, stolz und eitelkeit. Von 8. Das heil der ewigkeit, Von Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost. Daß ihn 5. Schenkt gottes hand ihm kein unfall schrecket; E3 schafft viel: So wird er vielen nüßen. ihm frohen muth, Und stillet Des freundes glück erhöhn, seinen schmerz, Im tode selbst Verlaßne tugend schützen. Auch frohlockt Sein gott ergebnes selbst beleidiger wird er in herz. Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei 611.2mächtiger, ich von fummer, Ein sanfter 1. Morgenlieder. Aus meines herzens Grunde. hebe Mein aug' schlaf erfrischt: Dies dank ichempor zu dir, Preis dir, durch deiner macht, Und deiner vaden ich lebe, Und neuer dant tertreue. Durch sie bin ich dafür! Herr, deine huld ist auf's neue Mit heiterm muth groß, Und niemals hat das erwacht. lallen Des dantes dir mis- 3. Beschützer unsrer seelen! mißfallen, Daß aus dem herzen Ich traue stets auf dich. Was floß. soll ich für mich wählen? O 2. Daß nicht in tiefem wähle du für mich! Gib, was mir 396 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. mir nützlich ist, Gott, dem 3. Gib mir auch stark und ich alles danke; Mich stärke träfte Auf diesen ganzen tag, der gedanke: Daß du stets um Daß mein berufsgeschäfte Ich mich bist. treu vollbringen mag. Be 4. Er stärke mich mit freu schütze mich, mein gott, Vor den Zu thun, was dir gefällt; allem, was kann schaden, Be Er tröste mich im leiden; Und hüte mich in gnaden Vor böwill die lust der welt Mich je sem schnellem tod. mals nach sich ziehn, Helf er 4. Getreuer vater! schenke mein herz bewahren, Helf er mir, was mir nützlich ist. mir die gefahren Der sünde Hilf, daß ich stets bedente, sehn und fliehn. Daß du mir nahe bist Daß 5. Beglücke du die meinen ich zu feiner zeit Gewissenlos Nach deiner gütigkeit. Ver mög handeln, Auf bösem weg laß der armen feinen; Wend nicht wandeln, Der mich zu alles herzeleid. Du willst zwar letzt gereut. gern erfreun, Eilst allen bei 5. Mich fess'le nicht die erde, zustehen; Doch soll der liebe Auf der ich fremdling bin. flehen Dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, Mein größester gewinn Weicht Gott, deine gnade werde, Dein jegen ruh auf mir mein sorgen! eins ist noth, feufzen, meine zähre, EibarDer mer, ist vor dir. Deß soll gott, der mir das leben Und mein herz sich freun, Wer dir leinen john gegeben, Gibt mir nicht traut, der bebe, Ich auch täglich brod. sterbe oder lebe: So bin ich 6. Herr, sei auch meiner ewig dein. freunde Schild, trost und zu 612. Aus meines herzens persicht. Verlaß auch meine Auß grunde Sag' ich feinde Mit deiner hülfe nicht. dir lob und dank In dieser Die meinen segne du; Gib, morgenstunde; Dich rühmet daß sie tugend üben, Gott mein gesang. O schöpfer die- und den nächsten lieben, Führ ser welt, Der du auch mir das sie gen himmel zu. leben Allmächtig hast gegeben, 7. Gott, mill ich lassen ras Des gnade mir's erhält. then, Der alle ding vermag. 2. Herr, du hast mich aus Er segne meine thaten An dies guaden In der vergangnen sem ganzen tag. Mein glück nacht Vor schrecken und vor in dieser welt, mein leib schaden, Der möglich war, be- mein seel, mein leben Sei wacht. Sei gnådig ferner alles gott ergeben. Er thu, hin: Vergib mir meine sün- was ihm gefällt. de, Und schent mir deinem 8. Hierauf sprech ich mein finde Auch findlich frommen amen, llnd zweifle nicht daran, finn. Gott nimmt in jesu namen Mein 1. Morgengesänge. 397 Mein beten gnädig an. Und auch heute Deinen weisen. seine vaterhand Wird segnen fügungen. Herr, mich sieht und erfreun, Wird kraft und dein vaterblick! O wie groß muth verleihen Zum fleiß in ist dies mein glück. meinem stand. Aus meines herzens grunde. Gott des himmels und der. 613. Der du alle deine 614. Des morgens erste stunde Will ich, werke Liebest mein gott dir weihn. Mein gott, von ewigkeit, Du bist herz stimmt mit dem munde auch mit huld und stärke Jh- zu deinem lobe ein. Ja laß nen nahe in der zeit. Deine den ganzen tag Mich so vor güt' und deine treu Ist mit dir, herr, wandeln, Daß ich jedem morgen neu. nicht nur fromm handeln, Nein, 2. Unter vielen millionen auch fromm denken mag. Siehst du liebreich auch auf 2. Fromm laß mich, doch mich; Sicher läsfest du mich gesellig; Klug, doch von falschwohnen und beschirmst mich heit rein; Freimüthig, doch geväterlich. Dafür preist mit fällig; Und stark zur tugend neuem dank, Dich mein froher sein; Auch standhaft in der lobgesang. noth; Kein zorn schwäch meine 3. Darf ich erd' und staub liebe, Kein ernst der sanftes wagen, Heut zu dir em muth triebe, Kein scherz die por zu sehn? Meinen fummer furcht für gott. dir zu klagen? Kindlichfrei dich 3. Was dein gebot verletzet, anzuflehn? Ja durch christum Laß nie mit lust mich schaun, habe ich Dieses zutraun gegen Wenn es die welt ergötzet; dich. Erweck cs mir das graun, 4. Du läßt meine kümmer- Schnell wirkt des lasters gift. nisse, Bin ich redlich fromm, Nichts, nichts sei mir verhaßentfliehn: So wie alle fin- ter; Doch daß mein haß das sternisse, Da die morgensonn laster, Nicht meinen nächsten erschien. Keine sorge raubt trifft. dann mir meine freudigkeit zu dir. 4. Des nächsten chre schmälern, Entehrt mein christen5. Du gewährst mir neue thum. Ein ruhm aus fremstunden zu vollbringung mei- den fehlern Ist schande und ner pflicht. Werd' ich da nur fein ruhm. Laß mich das richtreu befunden: So bin ich voll ten fliehn; Nie schlimm, was zuversicht, Wenn mein richter gut ist, deuten; Und seh ich nun erscheint, Der erhabne andre gleiten, Es jedem ang menschenfreund. entzichn. 6. Stärke du mich schwa- 5. Bei fleiß und arbeitschleihen, leite mich mit deinen che kein geiz sich in mein jegnungen. Ich ergebe mich herz; Ulad frembe noth erweiche Mich 398 Dritte Abtheilung. 1. Vieder für besondere Zeiten. Mich leicht zu mitleidsschmerz 3. Gleich der nacht, laß Kein glück, das andern blüht, meine sünden Vor der gnade Empöre mich zum neide; Und glanz vergehn, Die durch chri fein genuß der freude Ver- stum alle finden, Welche glauzärtle mein gemüth. big auf ihn schn, Der für un tage s're missethat Sich am kreuz leid, geopfert hat. 6. Bewahr an diesem Mich vor gefahr und Und trifft mich eine plage: 4. Hilf, daß ich an diesem So gib gelassenheit. Nur hilf, morgen Geistlich auferstehen o vater, mir, Daß ich sie mag Und für meine seele sor nicht verschulde, Nicht murre, gen, Daß ich, kommt dein christlich dulde Foll zuversicht großer tag, Meines richters zu dir. antlitz dann Ohne schrecken 7. Wie bald ist überwunden, schauen kann. Das leiden dieser zeit. Auf 5. Auf der bahn der tugendwenig bange stunden Folgt leite Du mich, herr, verlaß glück in ewigkeit: Dieß stärket mich nicht, und verleihe mir mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage, Am letzten mei auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschent, ner tage Gibt dieß mir muth die gnadenzeit, Werde nie von im tod. mir entweiht. 8. Der tod komm', willst du 6. Deinem schuize sei ergeben heute: Denn da ich dein, herr, bin: So gibst du, daß er leide, Alles, was ich hab und bit. Gewiß zu dir mich hin: Und Dir vertrau ich seel und leben, wenn er kommen soll; Soll er Werf auf dich die sorgen hin. mich frei von sünden, Dir Herr, mein heil, mein schild wohlgefällig finden: Dann, va- und ruhm. Segne mich dein eigenthum. ter sterb ich wohl. 615. Gott des Himmels 7. Hülfe wollest du mirsen und der erden, den, Wenn gefahr und noth Vater, sohn und heilger geist mir droht; Alles mir zum be der es tag und nacht läßt sten wenden, es sei leben oder werden, Mond und sonne schci- tod. Eterb ich, herr, so nimm nen heißt; Dessen starke hand mich hin, Wo ich nicht mehr die welt, Und was drinnen ist, sterblich bin. erhält. 2. Gott, ich dante dir von Vorige Melodie. herzen, Daß du mich in dieſer 616. Gott sei dant! id lebe wieder, Fühempfinde mich. Herr, nacht Für gefahr, angst, noth, und schmerzen, Hast behütet le und und bewacht, Und bei aller dir bring ich meine lieder, meiner schuld Mich noch trägst Und mein herz rühmit dankbar mit vaterhuld. dich: Denn dein ang' hat in T m T T₁ 1₁ at at Finl 1. Morgenlieder. 399 in der nacht Ueber mich, dein 2. Sieh, herr ich unterwinde find gemacht. mich Mit dir zu reden, staub 2. Wenn ich einst vollendet bin ich Von deinem hauch behabe Diese meine pilgerzeit; seelt Gleich einem toden lag ich Ruh ich auch also im grabe, hier, Taß ich noch lebe, dank Saame für die ewigkeit. Auch ich dir. in dieser langen nacht Wird 3. Ein jedes gut, des ich mein staub von dir bewacht. mich freu, Empfang ich jetzo 3. Aber ich erwach auch wie- wieder neu Aus deiner milden der Und mein lobgesang mit hand. Mein auge wird, womir. Dann erschallen meine hin es blickt, Von wundern lieder Mächtiger und reiner deiner huld entzückt. dir. Ewig wird der morgen 4. Dich, dem ich nichts sein, Ewig schlaf ich nicht mehr vergelten kann, Dich vater, bet ein! 4. Wach auch über meine ich findlich an: Ich opfre dir mein herz, Ein herz voll lieb tage, Gott du meine zuversicht und zuversicht, Ein dankbar Daß mich keiner einst verklage, Wenn du kommst zum weltge herz verwirfst du nicht. richt; Daß ich meiner pflicht 5. O du, den meine seele getreu, Und dort unerschrocken preißt, Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner jei. 5. Keinen tag zählst du verpflicht, Er helfe meiner schwachgebens, Gott, durch den ich heit auf, Bis ich vollende meibin, mir zu. Jeder ist ein nen lauf. theil des lebens, Jeden, jeden 6. Ein gut gewissen seit richtest du. Lehr mich wachen, mein theil. Dieß wirk in mir, daß mir nie Ungenützt ein tag o herr, mein heil, Und jegne meinen fleiß. Dir ist, was ich entflieh! 6. Heute, leb ich; laß auch bedarf, bekannt, Und alles ſteht heute Nicht umsonst mein Leben in deiner hand. sein! Laß mich nach vollbrach- 7. Die blumen kleidest du tem streite Dieses tages auch mit pracht, Nährst jeden vogel, mich freun. Recht zu handeln gott der macht, Bin ich nicht gib mir heute Stärke, lust, ge- mehr denn sie? Ich werfe legenheit. meine sorg auf dich, Du mein erbarmer, sorgst für mich. Warum betrübst du dich mein. 617. m hm, der das licht entstehen hieß Und Ich dank dir schon durch. mich gesund erwachen ließ, Sei 618. Mein erſt geschäft preis und froher dank! Ihm sei preis und bring ich dieses opfer heut. dank, Erhebe, gott, o seele! Ihn sei mein ganzes herz ge- Der herr hört deinen lobgesang, we st. Lobsing ihm meine scele! 2, 201 400 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. 2. Mich selbst zu schützen lebenszeit In deiner furcht ge ohne macht, Lag ich und schlief nieße, Und meinen lauf mit im frieden. Wer schafft dir freudigkeit, Wann du gebeutst, sicherheit der nacht, und ruhe beschließe. für die müden? Wer nur den lieben gott. 3. Wer wachte für mich, da 619. Mein gott, auch ich schlief, Wer schützte mich dieser neue morfür schrecken? Wer war es, gen Verkündigt deine gnade mir, der dem lichte rief, Mich wie mit mir erwachen meine sor der zu erwecken? gen, Jedoch auch mein ver4. Du bist es, gott und traun zu dir. Ich werfe meiHerr der welt, Und dein ist nen fummer hin Auf dich, durch unser leben. Du bist es, der den ich leb und bin. es uns erhält Und mirs jett 2. Ich bin noch immer auf neu gegeben. der erde, Wo alles wohl sich 5. Gelobet seist du gott der mischt mit weh, Und ich zu macht, Gelobt sei deine treue, größerer beschwerde So man Daß ich nach einer sanften chen fehltritt noch begeh. Gott, nacht Mich dieses tags er der mich schützet und ernährt, freue. Wär ich doch deiner liebe 6. Laß deinen segen auf mir werth! ruhn, Mich deine wege wal- 3. Laß den eutschluß mein len, Und lehre du mich sel- herz erfüllen, Stets gern zu ber thun Nach deinem wohl- thun, was dir gefällt. 63 gefallen. gehe mir nach deinem willen, 7. Nimm meines Lebens gnä: O weiser herrscher aller welt, dig wahr, Auf dich hofft meine Schließ mich in deine vorsicht scele. Eei mir ein retter in ein; Dein will ich tod und gefahr, Ein vater, wenn ich lebend sein. fehle. 4. Vergib mir, vater, alle 8. Gib mir ein herz voll sünde, Vergib, was ich nicht zuversicht, Erfüllt mit lieb und recht gethan, Nimm mich zu ruhe Ein weises herz, das seine deinem gnadenkinde Um meines pflicht Erkeun und willig thue. mittlers willen an. In seinem 9. Daß ich, als dein gehor- namen bitt ich dich; Er litt sam kind, Dir zu gefallen stre- und starb ja auch für mich. be, Dir treu ergeben, gut ge- 5. Hilf du in allen sachen finnt In deinem reiche lebe. rathen, Ich bin mir selbsten 10. Taß ich dem nächsten nicht genug, Behüte mich für beizustehn, Nie fleiß und ar- missethaten, Für böser menschen beit scheue; Mich gern an list und trug. Erhalt mich auf andrer wohlergehn und ihrer der tugendbahn, Was ich dann turend freue. thu, sei wohlgethan. 11. Daß ich das glück der 6. Bewahre mir leib, seel und 401 1. Morgenlieder. und leben, Verwandte, freunde, digkeit Mich diese pflicht vollehr und gut. Willst du mir bringen. Treib stets mich an, freuz zu tragen geben, So So gut ich kann, Den hülfstärke mich mit trost und muth reich zu erquicken, Den noth Und willst du mich mit glück und elend drücken. erfreuen: So laß mich dir auch dankbar sein. Was gott thut bas ist. 6. Noch eine bitte wag ich herr, Ein flehen für die meinen. Beschüßze sie allmächti620. Mein gott, durch ger, Denn sie sind ja die deideine güt' allein nen, Dein vaterherz Wend' Erwach ich jetzt vom schlum- allen schmerz, Von aller derer mer, llad sei des neuen tages- hütten, Die glaubig darum schein Gesund und frei von bitten. kummer. Herr, deine treu Ist Befiehl du deine wege. täglich neu; Sie hat mich sanft 621. Mit freudigem gebedecket, Daß mich kein leid müthe Sing ich erschrecket. dir meinen dank, Es preise 2. So sei denn auch dein deine güte Mein früher loblob dein ruhm Mein erst und gesang, Herr, der du mir das liebst geschäfte! Mein leben leben Bis diesen tag verlängt, ist dein eigenthum. Dein alle Mir täglich guts gegeben Auch meine fräste. So gib denn heut schon heil geschenkt. auch Mir zum gebrauch Der 2. Beherrscher aller welten, gaben deiner güte, Ein himm- Mein gott, wie dank ich dir! lisches gemüthe. Wie soll ich dir vergelten, Was 3. Schaff in mir gott, ein du gethan an mir? Ich bin nenes herz, Mit diesem neuen viel zu geringe; Doch du vertage, Damit ich nicht in freud schmähest nicht Das opfer, das und schmerz, Wie's christen ich bringe, Das herz voll zuziemt, betrage. Herr, laß mich versicht. heut Und allezeit Die werke 3. Gedenk nicht meiner fünmeiner pflichten Mit treuem de, Gott der barmherzigkeit, fleiß verrichten. Sei deinem schwachen kinde 4. Gib du den segen und Ein, vater, der verzeiht. Gib gedeihn Zu jedem meiner werke, frömmigkeit und dämpfe Die Daß ich mich ihrer mög er- sinnliche begier, Mit der ich freun, Und deinen beistand stets noch kämpfe: Und ziehe merke. Gib, daß ich nicht Der mich zu dir. fleinsten pflicht, Zuwieder et- 4. Herr, send auf deinen was wage, Das mein gewis- wegen Mir deine hülfe zu, sen nage. Und sprich du selbst den segen 5. Zeigt heute sich gelegen- Zu allem, was ich thu. Ja heit Dem nächsten beizusprin- sende du mir kräfte Von deigen: So laß mit frommer freu- ner heil'gen höh, Damit all € C mein 402 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. mein geschäfte Erwünscht von 3. Drum will ich dir lobſtatten geh' singen, Mich deines namens 5. Gib mir vor allen din- freun, Nach deiner gnade ringen Zufriednen muntern geist, gen, Mein ganzes Herz dir Das freudig zu vollbringen, weihn. O tilger meiner sünWas mein beruf mich heißt. den, Mein heiland jesu christ, Laß mich in guten tagen Nicht Laß mich den trost empfinden, übermüthig sein, Doch auch Daß du mir gnädig bist. nicht trostlos zagen, Wenn trübsal dringt herein. 4. Dir hab' ich mich erge ben, ich freue mich in dir. 6. Hilf mir in meinem stande Viel köstlicher als leben Ist Treu thun was dir gefällt. deine güte mir. O führe mich Behüte mich vor schande, Hilf auch heute Auf wahrer tugend glücklich durch die welt. Nicht pfad, Du ewig weiser leite selbst mein ganzes leben Nach Mich selbst nach deinem rath. deinem willen ein, Und die du 5. Noch eins laß mich ermir gegeben, Laß auch geseg flehen, Das christlich weise herz, net sein. Auf dich stets hinzusehen In 7. Gib, daß im glück und freuden, wie im schmerz. Laß leide Ich stets so leben mag, mich am ersten trachten Nach Daß ich mit frommer freude dem was dir gefällt; Mehr Denk an den letzten tag. Und deinen Beifall achten, Als alkommt er, so vergönne, Daß len ruhm der welt. ich mit freudigkeit Voll glau- 6. Laß mich dir kindlich ben sprechen könne: Herr, komm trauen, Das gute redlich thun ich bin bereit. Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn. Daß Borige Melodie. 622. Noch läßt der Herr frei vom dienst der fünde, Gemich leben Mit trost und glaubensvoll, Der fröhlichem gemüth Eil ich ihn tod alsdann mich finde, Wenn zu erheben, Er hört mein frü- ich einst sterben soll. hes lied. Zu ihm ruft mich 623, Wach auf mein herz jetzt wieder Der morgensonne und singe Dem pracht. Ich falle vor ihm schöpfer aller dinge, Dem ges nieder, Der sie und mich ge- ber aller güter, Des menschen macht. treuem hüter. 2. Du herrscher aller wel- 2. Als nächtliche gefahren ten Nimmst dich auch meiner Verborgen um mich waren, an. Wie soll ich dir vergel. Als ich nicht sah, nicht dachte, ten, Was du an mir gethan? Warst du's, der für mich wachte. Wirst du nach opfern schauen? 3. Mit göttlichem erbarSie gelten nichts vor dir. Du men Bedecktest du mich armen, fordeist nur vertrauen, Nur Und ich schlief ohne grauen liebe, gott, von mir. Und kann das licht jetzt schauen. 4. Wie 1. Morgenlieder. Morgenlied eines Kranken. 403 4. Wie fühl ich mich er- 5. Gib, daß ich fern vom quicket! Du der uns stets bemüßigang, In meinem stande glücket, Du machst, daß ich treu Und wenn ich kann, mein auf's neue Mich meines Lebens lebenlang Bereit zu dienen sei. freue. 6. In allem was ich denk 5. Steig auf mein dank zum und thu, Sei dein gebot vor throne! Dem vater und dem mir, Und wenn ich von gesohne, Dem geist des herrn sei schäften ruh: So sei mein herz chre! Anbetung preis und ehre. bei dir. 6. Hör, gütigster, mein fle- 7. Was du mir zum verhen, Du kannst in's herze se- gnügen gibst, Vermehr in mir hen, Laß dir mein kindlich lal- die lust, Ganz dein zu sein, len, vater wohlgefallen. der du mich liebst, Und so viel 7. Laß deinen geist mich lei- guts mir thust! ten, Daß ich zu allen zeiten 8. Wenn sorg und kummer Mich dir zum Opfer gebe, Und mich befällt, So laß mich auf heilig dankbar lebe. dich schaun, Und deiner vor8. Zu jeglichem geschäfte, Gib sicht, herr der welt, Mit fromuth, verstand und kräfte, So hem muthe traun. werd' ich meine pflichten Mit 9. An deiner gnade gnüge lust vor dir verrichten. mir, Sie ist mein bestes theil; 9. Gib mir denn deinen se- Mein troft und meine zuflucht gen Auf allen meinen wegen, hier, Und dort mein volles Dein wort sei meine speise heil. Auf meiner pilgerreise. Morgenlied eines Kranken. Wer nur den lieben Gott. Nun danket all und bringet. 624. 3ich erwacht, Drum Zu deiner ehr bin 625. Der morgen kommt und meine flage bring ich ehr und preis Dir Wird jetzt mit diesem morgen gott, der durch die ruh der neu. Wie traurig eilen meine nacht Uns zu erquicken weiß. tage Der bangen pilgerschaft 2. O vater, deine gütigkeit vorbei! Der sonne neugeschenkIst alle morgen neu, Du thust tes licht Erheitert meine seele uns wohl zu aller zeit, Und nicht. groß ist deine treu. 2. So traurig, als die abend3. Jetzt schenkst du mir zu stunden, Ist dieser neue tag meinem heil Von neuem einen für mich. Die qual, die ich tag. Gib, daß ich davon jedes bisher empfunden, Verneuert theil mit weisheit nützen mag. mit demselben sich. Ich hoffte 4. Die zeit, in deinem dienst trost in meiner pein. Doch vollbracht, Bringt ewigen ge- meine Hoffnung traf nicht winn. So fließe vor dir gott ein. der macht, Auch dieser tag 3. Noch immer bin ich auf mir hin. der erde, Wo mich gefahr und noth Cc2 404 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. noth umringt, Und täglich här2. Abendlieder. tere beschwerde Zu klagen und O jesu christ mein's lebens. zu thränen zwingt. Noch im- 626, Ach gott, wie ein mer fleh ich unerhört Um lageschwätz verfließt bung die mein herz begehrt. Die zeit, die mir geliehen ist; 4. Herr, eile doch mir bei- Sie rauscht vorbei, schnell wie zustehen, Verlaß den schwa- ein bach, Und dein gericht, chen pilger nicht! Mein va- gott, folgt mir nach. ter, neige auf mein flehen Zu 2. Die ewigkeit, die ewigmir dein freundlich angesicht. feit Ergreift mich nach durchGib mir geduld und bei dem lebter zeit; Ich sei alsdenn schmerz Ein hoffend und zu- auch, wo ich sei, Ein fünder, friednes Herz. oder gott getreu. 5. Mir ist mein schicksal noch 3. Da wall ich hin, da verborgen, Das diesen tag mich wartet mein Das anschaun treffen soll: Doch bin ich ohne gottes, oder pein. Ach gott, gram und sorgen. Dn, vater, mein heil und mein vertaun, fennst mein wahres wohl, Und Laß mich dein herrlich antlig was dein rath beschließt und schaun. m thut, Ist heilig und gerecht 4. Du träufelst auf die müund gut. den ruh, Und wenn wir schlum6. Soll ich die last noch mern, wachest du. Doch wie länger tragen, Ich halte dei viel scelen wallen nicht ner fügung still, Dein will' schlummer hin vor dein gegeschehe, will ich sagen, Herr richt? wie du willst, Nicht wie ich 5. Wir sind nur wie ein will. So laß mich, vater, in schlaf vor dir, Wie gras, so der pein, Geduldig, wie mein blühn und welken wir. Du heiland, sein. forderst uns vor dein gericht: 7. Hab' ich des tages last Vor dir besteht kein fünder empfunden, So rückt der abend nicht. einst herbei. Dann hab' ich 6. Verzeihe denn nach deiewig überwunden, Und bin von ner huld Auch mir, erbarmer, aller trübsal frei. Und du gibst meine schuld. Schenk mir an mir, o gottessohn, Den theu'r jesu chrifto theil. Und deine erworbnen gnadenlohn. gnade sei mein heil. 8. Gestärkt durch diesen ho- 7. Gib du die wahre weißhen glauben, Tret ich auf mei- heit mir, Daß ich nichts fürchte nen leidenspfad. Herr stärke, außer dir: So schlaf ich mit stärke meinen glauben Auch dem troste ein: Ich sei im tod dann, wenn sich der tod mir und leben dein. naht. Vielleicht erscheint er 8. Und fürchte nicht, von heut; wohl mir! Dir lebt ich, dir bewacht, Des todes schlaf, und dann sterb ich dir! des grabes nacht. Du, gott, biſt 2. Abendlieder. 405 bist meine zuversicht und läß't empfehl ich dir. Wallt allmächmich auch im tode nicht. lig über mir. Sei du auch der gott der meinen; Zähl' sie 627. Aui, o jecle, werde alle zu den deinen. Werthe munter mein gemüthe. munter! Lob ist 6. Ach laß uns kein banges immer deine pflicht; Zwar die schrecken, Räuber nicht, nicht sonne gehet unter Aber gottes feuersgluth Plötzlich aus dem güte nicht. Heut auch hat sie schlafe wecken. Halt uns fest mich genährt; Heut auch freut in deiner hut: Hilf, wenn und trost gewährt; Vor ge- krankheit oder tod, Uns im fahren mich geschüßzet; Meine sichern schlafe droht Oder willst schwachheit unterstützet. du, daß wir sterben, Gott, so 2. Angebetet und gepriesen seis nicht zum verderben. Seist du, treuer gott von mir! 7. Höre, vater, ach erhöre, Was du gutes mir erwiesen, Was dein armes kind begehrt, Dankt mein Herz mit freuden O sohn gottes, den ich ehre, dir. Du hast, war ichs schon Durch dich werd' es mir genicht werth, Dennoch mein gewährt. Heil'ger geist, stärk bet erhört, Das ich heut als mein vertrau'n, Kindlich froh ich erwachte, Dir in jesu Na- auf gott zu schaun. Hör' o men brachte. großer gott, mein flehen. Amen, 3. Gott, da ich voll dank ja, es wird geschehen! erzähle, Wie so groß dein wohl= In allen meinen thaten. thun war, Stellen sich auch 628. Der alles weislich meiner seele Die begangnen wendet, Der gott sünden dar. Wie ist ihre zahl der liebe sendet Auch nun die so groß! Denn, herr nicht nacht uns zu; Hüllt uns in nach thaten blos, Auch nach stille schatten; Erquicket dann ihres herzens dichten, Wirst die matten Im sichren schlumdu einst die menschen richten. mer durch die ruh. 4. Doh von ernster reu' 2. Der herr versäumet keidurchdrungen, Wag ich's, gott, nen. Der andern welt zu scheimich dir zu nah'n. Sieh nicht nen, Rief er die sonne jetzt. Uns die beleidigungen, Siehe mei decken finsternisse, Doch ohne nen mittler an. Ich verleugne kümmernisse Ruhn wir da seine nicht die schuld; Doch weiß macht uns schützt. ich, daß deine huld Größer ist, 3. In unermeßner ferne Erals unsre sünden. Gnade werd zählen tausend sterne Die grö ich armer finden! ße seiner macht. Fall, meine 5. Gib nun bis zum frohen seele nieder; Erhebe froh dich morgen Meinem leibe sanfte wieder zu deinem gott, der ruh. Durch dich schlaf ich oh- dich bewacht. ne sorgen, Wenn ich schlafe, 4. Er, der den mond bereiwachest du. Seel' und leib tet Die sterne zählt und leitet, Ift 406 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. Ist auch von mir nicht fern. schaft? Such ich mit eifer des Zu seines himmels höhe Blick gebets Zum kampfe gottes ich empor und flehe. Denn kraft? meine hülfe kommt vom Herrn. 7. War ich in meinem gott 5. Wer bin ich, staub und vergnügt? Im Glauben imsünder? Doch vater aller fin- mer fest? Veranйgt, mit al der, Auch mich begnadigst du, lem, was gott fügt? Was er Wenn jillgeweinte zähren Dir geschehen läßt? meine reu erklären: So ruft 8. Wie, darf ich heute nichts dein sohn mir gnade zu. bereuen? Kränkt mein gewis6. Mein herz vergesse nim- sen nichts? Wird dieſer tag mer Der vaterhuld, die immer mir freudig sein Am tage des Mich träget, nie vergißt Und gerichts? meine zunge preise Den höch9. Und wie, wenn gott in sten, der so weise, So gütig, dieser nacht Mich fordert vor's als allmächtig ist. gericht; Erschreck' ich vor des richters macht und seinem anNun danket all und bringet. 629. Gott femmet und er- tlitz nicht? forschet mich, Er Fren dich sehr o meine seele. weiß, was ich gethan. Darum, 630. Herr, es ist von meio seele prüfe dich Und schau dich redlich an. nem leben Abermal ein tag dahin. Kann mein 2. Hab ich bei meinem thun herz mir zeugniß geben, Daß an gott, Und böses nichts ge- ich fromm gewesen bin? Prüf dacht? Mit ehrfurcht, was er mich gott, und zeig mir an mir gebot, Und kindlich froh Wo ich was nicht recht gevollbracht? than. Laß mit ruhigem ge3. War ich in meiner ar wissen Mich mit dir den tag beit treu? Vor gottes aug' beschließen. ein christ? Bin ich von allem 2. Du wirst an mir manunrecht frei, Von trägheit und ches finden, Tas dir nicht ge von list? fallen hat. Denn ich bin noch 4. Welch gutes hab ich heut voll von sünden In gedanken, gethan, Gelernet und ge- wort und that. Jeden tag und lehrt? Nahm ich mich des ver- jede stund Siehest du herz, hand laßnen an, Der trost von mir und mund, Wissend und unbegehrt? wissend fehlen, Ich kann nicht 5. Hab' ich in liebe mich die fehler zählen. geübt? Dacht ich stets brüder- 3. Aber, o du gott der gnalich? Ward niemand heut von den, Habe noch mit mir ge mir betrübt, Seufzt niemand duld! Schwer bin ich mit über mich? schuld beladen. Doch vergib 6. Bewacht ich heut mein mir meine schuld! Sieh nicht herze stets, Und meine leiden an die missethat; Sondern zeig 2. Abendlieder. 407 zeig mir deine gnad. Hilf mir uns neue kräfte Für jedes tags denn auch deinen willen Künf geschäfte; Das danken wir, o tig mehr, als heut, erfüllen. vater, dir. 4. Heilige mir das gemüthe, 2. Noch wach ich und erDaß mein schlaf nicht sündlich zähle, Mit tief gerührter ſeele, sei Stehe mir nach deiner güte Was du an mir gethan. Sei Gott, mein schutz, gott! steh' dankbar mein gemüthe! Besing mir bei! Wehr dem unglück, des schöpfers güte! Stimm ihm das uns droht; Wende feu'r ein frohes loblied an. und wassersnoth, Daß ich morgen mit den meinen Nicht im elend müsse weinen. 3. Von dir kommt jede gabe, Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht; Auch alle 5. Wehre allen bösen leu andre güter Verdank ich, treuer ten, die im finstern übels thun. hüter, Blos deiner vaterhuld Wenn sie boshaft sich bereiten, und macht. wecken. Uns zu schaden, weil wir 4. Du läßt es finster werruhn: So zernichte ihren rath, den Und hüllst den freis der Und verhindre ihre that erden In schwarze dunkelheit, Wende alles, was uns schre: Doch auch in dunkler stille den Und betrübniß kann er Wohnst du mit deiner fülle, Und zeigst uns deine herrlichkeit. 6. Herr, dein auge geht nicht 5. Du führst aus dunkler unter, Wenn es bei uns abend wird: Ewig bleibt es wach ferne Den mond und tausend und munter. Du bist unser sterne Mit majestät herauf. treuer hirt, Der auch in der Sie leuchten dir zur chre, Hoch finstern nacht Ueber seine heerde über erd und meere Und deine wacht. Also gib uns deinen hand lenkt ihren lauf. schaafen, Daß wir alle sicher 6. Groß, wenn der morgen schlafen. grauet, Groß, wenn der abend 7. Laß mich denn gesund thauet, Groß in der stillen erwachen, Wenn es rechte zeit nacht; Im sonnenschein und wird sein. Hilf denn ferner sturme; Am menschen und am meine sachen. Dir zu ehren wurme; Groß zeigst, du vater, richten ein. Oder hast du deine macht. weiser gott! Heute mir bestimmt 7. Voll ordnung, pracht und den tod! So empfehl ich dir stärke, Stehn deiner hände am ende Seel und leib in deine werke In deiner schöpfung da. hände. Wie kann ich dir vergelten? In allen meinen thaten. Du gott und herr der welten 631. Sest sinkt die sonne Warst auch mit deiner Huld etzt nieder, Die stille mir nah. nacht kommt wieder, Und schlaf 8. Wem kann ich ohne granen und ruh mit ihr. Sie schenkt mich froher anvertrauen, Allmächti 408 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. mächtiger, als dir? Ja, vater schwert, Gott, gott allein ist dir befehle Jch darum leib und liebenswerth! seele. Verherrliche dich auch an mir. 4. Mir war der tag, der jetzt vergeht, Durch dich zum 9. Dir dafür ruhm zu fin- gnadentage! Dein arm, dem gen Und ferner dank zu brin- niemand wiederstcht, Beschützte gen; Sei meine liebste pflicht. mich vor plage! Du gabst mir Ich leg' nun meine glieder was ich bat. Bei allem, was Getrost und freudig nieder. ich that, Ward mirs durch glück Du wachst für mich, ich sorge und segen klar: Daß gott mein nicht. freund und helfer war! 10. Soll mir der schlaf zum 5. Auch fordre mich nicht leben Noch neue fräste geben: ins gericht, Gott bei des tages So schlaf ich fröhlich ein: schlusse! Verschmäh mein abendSoll er mein leben enden: opfer nicht, Das opfer meiner So wirst du mich vollenden, buße! Beweis an mir geduld! Und auch mein gott im tode Vergieb mir alle schuld! Sieh sein. von dem strengen richterthron Auf meinen bürgen, deinen Der lieben sonnen licht. 632. Preis sei dir mei- sohn. nem gott gebracht 6. Gib nach der sanften ruh Jetzt, da der tag sich neiget; der nacht mir einen frohen Jetzt, da die sternenvolle nacht morgen. Du thuft's nun, Von deiner allmacht zeuget. da dein auge wacht, So schlaf Dich, herr, lobt jeder stern Und ich ohne sorgen. Ich wach' ruft auf, lobt den herrn und schlafe dir, Du herr, Erheb dich, seele, lob' erfreut bist stets bei mir. Ach gott Den herrn des himmels und du meine zuversicht! Verlaß der zeit. mich einst im tod auch 2. Wie groß, wie unermeß nicht! lich ist, höchster deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Nun sich der Tag geendet. Sagt jedes deiner werke. Mit 633. So fliehen unſre tagöttlich weiser macht Regierst ge hin, Auch diedu tag und nacht! Das, was ser ist nicht mehr! Die nacht, du schufst, thut dein gebot Und der müden trösterin, Eilt wiedienet dir, du großer gott!. der zu uns her. 3. Was bin ich, o mein 2. Nur du, herr, bleibest gott, vor dir, Daß du mich wie du bist, Du schläfst und täglich liebest! Womit verdien schlummerst nicht. Die finsterich's, daß du mir So viele niß, die uns umschließt, Ift gaben giebest? Herr deine gnad deinem auge licht. ist groß! seele, reiß dich los 3. Voll zuversicht befehl ich Vom eiteln, das das Herz be mich Dir auch in dieser nacht. O Ich 2. Abendlieder. 409 Ich bin getröst, ich trau auf zu beruhn, Und deinen willen dich, Mich schützet deine macht. gern zu thun, Bis du dem 4. Hab ich an deiner gnade bessern leben Mich führst, herr, nur Noch theil, o herr, mein was ich hab und bin, Geb ich gott: So fürcht ich keine frea- in deine hände hin. tur Und schene nicht den tod. 3. Du dessen auge ewig 5. Zwar ich erkenne meine wacht, Verleih auch nun in schuld; Mit reue fühl ich sie: dieser nacht Den sanften schlaf Doch, mein versöhner, deine mir müden. Beschirmet deine huld Wie trostvoll ist mir rechte mich: So schlaf ich ganz die! im frieden: Erwache froh und 6. Ich eil im glauben zu mein gesang Singt dir, mein dir hin, Und weiß wie sicher vater, neuen dank. ich Im schatten deiner flügel bin. Du wachest über mich. Ich dank dir schon durch. 7. Flieht bange sorgen weit von mir. Du, jesu, wohn al 635. Wie schnell ist mir lein In meinem herzen, weih' der tag entflohn; es dir zu deinem tempel ein. Den ich durchlebet habe! Vol8. Ist dies vielleicht die letzte lendet ist nun wieder schon Ein nacht In meiner pilgrimszeit: neuer schritt zum grabe! So führe mich durch deine macht 2. Herr, lehre mich die flicht Zum licht der ewigkeit. der zeit Mit stillem ernst be9. Ich lebe dir, ich sterbe denken; Wenn in des Lebens dir; Dein bin ich auch im tod. eitelkeit Mein Herz sich will Du, mein erretter, bist bei mir versenken. Und hilfst aus aller noth. 3. Damit ich jeden abend mich In zukunft frömmer finde: So tödte selbst, dies bitt' ich dich, In mir die macht O ewigkeit du donnerwort. 634. So hab ich, gott, der sünde. durch deine macht 4. Mit glauben, der sich Nun wieder einen tag vollbracht thätig weißt, Schmück, höchster Sei hoch dafür gepriesen! Mit meine seele! Und warne mich froher rührung dank ich dir durch deinen geist, So oft ich Für alle wohlthat, die du mir strauchelnd fehle. So unverdient erwiesen. O 5. Dir dank ich, vater, für laß mich ferner mit vertraun die huld, Die du mir heut ers Auf dich und deine Leitung wiesen. Du trägst mich fünder schaun! mit geduld; Sei hoch von mir 2. Auch des verfloßnen ta- gepriesen! ges schuld Verzeihe mir nach 6. Sich ferner mich in gnadeiner huld; Und fördre mein den an, Vergib mir meine bestreben, In deiner fügung sünden; Und laß mich auf der 410 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. der tugendbahn Der seele frie- tage, die uns gott geliehen Ein den finden. jahr tritt ein und eilt davon. 7. Wenn meine matten glie- Wie manches ist bereits entder nun Vom schlaf gefesselt flohn! liegen. So laß mich sanft und 2. Dank sei dir ewig treuer sicher ruhn Bis nacht und gott, Für deinen beistand in der schlaf verfliegen. Abendlied im Leiden. noth, Für tausend proben deiner treu; Denn deine huld war täglich neu. Nun sich der tag geend. 3. Wenn unser Herz, von 636. Auch diesen tag hab ich vollbracht mit schuld befreit Sich mancher aller seiner noth. Nur deiner guten that erfreut: Weß war vaterlieb und macht Verdank' nacht Verdank die kraft? Wer gab gedeihn? Dir, herr, gebührt der ruhm ich es, o gott! allein! 4. O fehlten wir und 2. Wärst du nicht meines lebens fraft Mein retter und mein heil; So würd in meiner merktens nicht; Verzeih uns die verletzte pflicht! Du siehst, pilgrimschaft Kein trost mir, je erbarmer, unsre reu; Um chrizu theil. 5. Wir eilen mit dem strom 3. Ach ohne dich, allgütiger, sti willen sprich uns frei. Verging ich in der noth. Von der zeit Stets näher hin zur ewigkeit. Du hast die stunden trost und aller Hoffnung leer wär ohne dich mein tod! uns verhehlt. 4. Doch welchen troft fühlt zugezählt; Die letzte weislich nun mein herz Du bist und bleibst mein gott. Dein wort versüßt mir jeden schmerz Und lindert jede noth. 6. Herr unsers lebens mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, in dem wir 5. Froh kann ich mich dem sicher sind, Der tod uns unbereitet find. schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem un fall soll mir graun Du den voll, Die unser loos ent7. Ist einst die zahl der stunwirst scheiden soll: So führ uns aus diese der prüfungszeit Zu deiner fros mein helfer sein. hen ewigkeit. 6. Und sollt, o vater, nacht Des leidens letzte sein: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Vollbracht des lebens pein! 3. Beim Jahreswechsel. 1. Am Neujahrstag. O jesu christ meins. 637.11nwiederbringlich 8. Da sind wir unsers heils gewiß; Da wechseln licht und finsterniß Nicht mehr, wie hier, o ew'ges licht, Herr, unser gott, verlaß uns nicht. Zeuch ein zu deinen thoren. 638. Helft gottes huld mir preisen schnell entfliehen Die Stimmt, christen, alle ein! Laßt 3. Beim Jahreswechsel. 1. Neujahrslieder. 411 Laßt uns ihm dank erweisen, Uns auch im neuen jahre Und Und sein uns ewig freuen. Er hilf aus aller noth. ist der herr der zeit, Der ihren lauf regieret, Bisher uns gut Sei Lob und ehr dem. geführet, Und jetzt das jahr er 639. Du, gott, du biſt der zeit der zeit reaf. 2. Mit ernst laßt uns be- Und auch der ewigkeiten. Laß trachten Den reichthum seiner mich auch jetzt mit freudigkeit gnad, Und so gering nicht ach- Dein hohes Lob verbreiten. ten Den liebenvollen rath, Den Ein jahr ist abermal dahin. ( r an uns erfüllt. Er ist's, Wem dank ichs gott, daß ich der uns zum leben, Was nö noch bin? Nur deiner gnad thig war, gegeben, und allen und güte. jammer stillt. 2. Dich, ewiger, dich bet 3. Er hat uns noch erhalten, ich an, Unwandelbares wesen, Tich, den kein wechsel treffen Sein wort und fried und ruh; Die jugend und die alten Erfann, Wir werden, sind gewenährt und noch dazu Mit sen, Wir blühen und vergehn milder vaterhand Viel freuden durch dich. Nun du bist unverausgespendet Viel unfall ab. änderlich, Du warst und bist und bleibest! gewendet Von unserm ganzen land! 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begeg4. Er ists, der unsrer schonet nen, und jeden morgen wird Aus gnadenvollem rath; Denn sie neu, Mit wohlthun uns zu hätt' er uns gelohnet Nach jegnen! Ich kenne keinen auunsrer missethat Mit strafen, genblick, Da nicht von ihr stets gleich der schuld; Wir wären neues glück Mir zugeflossen längst gestorben Und in der noth verdorben. Wie groß ist seine huld! wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Mich väterlich ge5. Er gönnt mit vatertrene leitet, Und wenn mein herz voll Uns noch zur beßrung frist; sorgen war, Mir hülf und troſt Und wenn mit wahrer reue bereitet. Von Wir traun auf jesum christ, preis' ich dich. Und ihn zum dienst uns weihn: übergeb ich mich, Gott, deiner So will er uns vergeben, Und weisen fügung! ganzer seele Aufs neue zum rechtschaffnen leben Selbst 5. Vergib mir alle meine unser beistand sein! schuld Von den verfloßnen ta6. Sei vater, hoch gepriesen gen, Und laß mich deine vaterFür alle gütigkeit, Die du an huld In christo ferner tragen! uns bewiesen Im lauf der vor- Laß mich in deiner gnade ruhn, gen zeit. Sei ferner unser Und lehre lebenslang mich thun gott, Versorge und bewahre Nach deinem wohlgefallen. 6. Gib 412 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. 6. Gib neute luft und neue kraft ist dein! In deiner furcht kraft Vor dir gerecht zu man zu leben. Du schützest uns, deln, Laß mich stets, herr, ge- und du vermehrst Der menwissenhaft Mit mir und andern schen glück, wenn sie zuerst Nach handeln. Dein geist belebe wahrer weisheit streben. Herz und muth, Dich, o du 4. Gib mir, wofern es dir allerhöchstes gut, Und nicht die gefällt, Des lebens ruh' und welt zu lieben! freuden, Doch schadet mir das 7. Die welt vergeht, des glück der welt: So gib mir reize mich Die lust der welt zu freuz und leiden. Nur stärke fliehen. Um beßre freuden lerne mit geduld mein herz. Und laß sich Mein geist schon jetzt be mich nicht in noth und schmerz mühen. Ten engeln bin ich Die glücklichen beneiden! ja verwand, Im himmel ist 5. Hilf deinem volke vätermein vaterland, Dahin, herr lich in diesem jahre wieder! laß mich trachten! Erbarme der verlaßnen dich, 8. O lehre selbst mich meine Und der bedrängten glieder! zeit Mit wahrer weisheit fau- Gib glück zu jeder guten that, fen! Laß mich die bahn zur Und laß dich, gott, mit heil ewigkeit mit heil'ger vorsicht und rath Auf unsre Herrschaft laufen! Der tage last erleichtre nieder. mir Bis meine ruhe einst bei 6. Laß weisheit und gerech dir Kein wechsel weiter störet! tigkeit Ihr thun, o herr, stets leiten Laß tugend und zufrie640. Gott ruft die sonn' denheit Im lande sich ausbreiund schafft den ten. Laß treu und liebe bei mond, Das jahr darnach zu uns sein; Dieß, vater, wollst theilen. Er schafft es, daß du uns verleihn Jetzt und zu man sicher wohnt Und heißt die allen zeiten. Vorige Melodie. zeiten eilen. Er ordnet jahre, 641. Mit freuden laßt tag und nacht. Auf, laßt uns uns treten Vor ihm, dem gott der macht, Ruhm gott, ihn anzubeten Vor gott preis und dank ertheilen! der unserm leben Bisher hat 2. Herr, der da ist und der kraft gegeben. da war, Von danferfüllten zun- 2. Wir erdenpilger wan gen Sei dir für das verfloßne dern, Von einem jahr zum jahr Ein heilig lied gesungen! andern. Die schnelle flucht der Für leben, wohlfahrt, trost und stunden Wird kaum von uns rath, Für fried' und ruh' für empfunden! jede that, Die uns durch dich gelungen! 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage. 3. Laß auch dies jahr geseg- Wir gehn auf rauhen wegen net sein, Daß du uns neu ge- Der ewigkeit entgegen. geben. Verleih uns kraft, die 4. Doch du bist voll erbarmen 413 Beim Jahreswechsel. 1. Neujahrslieder. barmen, Und wirst mit vater- 14. Das wollest du uns gearmen In nöthen und gefah- ben, Du herr von unserm leren Uns schützen und bewah- ben: So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. ren. 5. Erhalter unsers lebens! Wir sorgen nur verWerde munter mein gemüthe. gebens, Wenn du uns nicht 642. Hilf, herr, laß es wohl gelingen, beschützest, Mit kraft uns unterſtützest. Hilf, das neue jahr geht an. 6. Lob dir, o gott dem Laß es neue fräfte bringen, treuen, Durch den wir uns Neuen segen jedermann. Unerfreuen! Lob deinen vater- sern leib, seel', hab' und gut händen, Die so viel noch ab- Nimm in deine vaterhut wenden; Neues glück und neues leben 7. Hör ferner unser flehen, Wollst du uns aus gnaden Und eil uns beizustehen. Gib geben. mäßigung in freuden; Geduld und trost im leiden! 2. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Habe ferner noch 8. Gib uns und allen de geduld. Denn wir sind mit nen, Die sich von Herzen seh- schuld beladen Ach erlaß sie nen, 3u thun, herr deinen uns aus huld. Wirke wahre willen Auch kraft ihn zu er reu und leid, Dann laß uns füllen. barmherzigkeit Und vergebung 9. Herr wehre du den frie- aller sünden In dem blute jesu gen. Laß menschenliebe sie- finden! gen. Und wo nur thränen 3. Du hast uns dies jahr fließen, Sich deinen trost er gegeben, Gib, daß dir's gegießen. heiligt sei! Laß uns fromm 10. Gib deinen milden segen und christlich leben, Redlich Zu allen guten megen. Laß ohne heuchelei; Und voll nächgroßen, herr, und kleinen Die stenliebe sein, Auch den feingnadensonne scheinen. den gern verzeihn, Daß wir 11. Sei der verlaßnen va- glücklich hier auf erden Und ter, Der irrenden berather, dort ewig selig werden. Derfunversorgten gabe, Der armen hülf und habe! 4. Im vertraun auf deine liebe Gehn wir dann getrost 12. Hilf gnädig allen kran- dahin; Was ist, das uns ken, Gib fröhliche gedanken noch betrübe Bei dem dir Den kummervollen seelen, Die ergebenen sinn? Lebend, stersich mit sorgen quälen ,! bend sind wir dein, Du 13. Vor allem, herr, ver- wirst uns auch gnädig sein, leihe Uns deinen geist auf's Und, uns, wenn wir zu dir neue, Der uns mit tugend treten, Schützen, segnen und ziere Und so zum Himmel führe! erretten. 5. O 414 Dritte Abtheilung, I. Lieser für besondere Zeiten. 5. so laß uns fröhlich Ist dein, in deine hände, enden Dieses angefangne jahr. Befehl ich, vater, meinen Leit uns, herr, mit vater- geiſt. händen, Schüße uns doch in gefahr; Steh uns bei in aller noth, Auch verlaß nicht im tod. Cann so können Wer nur den lieben gott. uns 644. Erwache fröhlich mein gemüthe wir mit freuden auch dereinst Jetzt, da der leib vom schlaf von hinnen scheiden. erwacht! Schwing dich zum schöpfer, dessen güte Mir diesen tag zur freude macht. Stimmt herz und mund ein 2. Am Geburtstage. In allen meinen thaten 643. Herr, der du mir danklied an! Der heir hat das leben Bis wohl an mir gethan! diesen tag gegeben, Dich bet 2. Ein Jahr ist wieder hin ich kindlich an. Ich bin viel geflossen, in jahr von meizu geringe Der treu, die ich ner lebenszeit. Ich hab' unbesinge, Die du bisher an zählig guts genossen Von dir, mir gethan. du gott, der gütigkeit. Du 2. Mit dankendem gemüthe gabst, vergabst und standst Freu ich mich deiner güte, mir bei, Ja, vater, ja du Ich freue mich in dir. O bist getreu! gib mir kraft und stärke, Ge- 3. Wie soll ich deine huld deihn zu meinem werfe erheben? Gott, du bist groß, Und schaff ein reines Herz in mein dank ist klein; mir. möchte doch mein ganzes leben Ein 3. Gott, welche ruh der dank für deine gnade sein! seelen Nach deines worts be- Nimm, gott, durch den ich fehlen Einher im leben gehn. fröhlich bin, Mein ganzes herz Auf deine güte hoffen, Im zum opfer hin. geist den himmel offen Und 4. Herr, dessen treu auf dort den preis des glaubens allen wegen Mir nahe, sicht sehn! bar, tröstlich war; Oleg auch 4. Ich weiß, an wen ich einen neuen segen Auf die glaube, Und nahe mich im ses neue Lebensjahr. Gott, ftaube Zu dir, o gott, mein der du weis' und gütig bist, heil! Bin ich der schuld ent- Gib mir stets, was nur nüßladen, Und nur bei dir in lich ist. gnaden: So ist im himmel auch mein theil 4. Bei den vier Jahreszeiten. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, 1. Frühling. Sollt ich meinem gott nicht. Dahin dein wort mich weist. 645. Hoch am himmel Mein leben und mein ende steht die sonne, Länger 415 Bei den vier Jahreszeiten. 1. Frühling. länger strahlt uns nun ihr kleide Prangt die blüthenLicht. Alles leben athmet won- reiche flur. Jede blume läne, Wonn' ist jedes angesicht. chelt freude Vor dem schöpfer Pracht des frühlings senkt sich der natur, Der mit thau nieder In die wälder, auf die die tränket, Und sie flur. Die erstorbene naturwärmt, bis ihre saat, Wenn Lebet auf und wirket wieder. sie sich entwickelt hat, Sich Opfre meinem schöpfer dank, von früchten schwer nun senPreis ihn fröhlich mein ge- fet! Bringe meinem schöpfer fang! dank; Preis ihn fröhlich mein 2. Schreckenvolle stürme heu gesang. erde len nun nicht durch die luft 6. Dieser frühling, wie Saher, Und die vollen segel geschwinde, O mein gott, eilen Ruhig wieder hin auf's wird er verblühn! Wie ein meer. Nicht mehr strömen re- schiff vom stoß der winde gengüsse, Deren fluth das thal Fortgeführt wird er entfliehn! erfüllt, Und kein dicker nebel Aber dort vor deinem throne hüllt Stadt und land in fin- Wird ein ew'ger frühling sein! sternisse. Opfre meinem schöpfer Ewig wird er die erfreun, dank, Preis ihn fröhlich mein Die dich ehr'n in deinem gefang! sohne. Opfre meinem schöpfer 3. Munter zu der arbeit dank! Preis ihn fröhlich mein wallet Nun der landmann hin gesang! ins feld, Und sein fröhlich 7. Diese herrlichkeit der erde lied erschallet Hoffnungsvoll dem, Ist ein schatten von dem licht, herrn der welt. Er vertraut Das ich ewig schauen werde, die saat der erde, Ehrt durch Dort vor gottes angesicht. fromme zuversicht Seinen gott Auch das freudenvollste lezweifelt nicht, Daß ben Hier auf erden ist nur gerathen werde. tod Gegen jenes, das mir gott Dort verheißen hat zu 4. Seht, wie in die wei- geben. Opfre meinem schöpfer ten felder Freudenvoll die heer- dank! Preis ihn fröhlich mein den ziehn. Fröhlich wandern gesang! durch die wälder Satter thiere schaaren hin. Hört der vögel sanfte chöre; Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! Alles bringt 646. dem schöpfer ehre! Bring' auch du ihm lob und dank! Erfreust du, was da webet Preis ihn fröhlich mein ge- Und abends danket deiner jang! macht, Was auf der erde le= 5. Duftend und im feier bet, Voll segens machst du uns ſer und sie gut Opfer 2c. 4. Sommer. Allein gott in der höh' sei. gott! so bald der tag erwacht, 416 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. ser land, Und schenkest uns Doch theilest du die jahresmit milder hand Die frucht, zeit Mit weiser unparteilichdie uns ernähret. feit. 2. Du gibst uns regen früh 2. Der nahen sonne glanz und spät, Und jeder grashalm, und kraft hat uns nun freud zeuget Von dir, vor dessen und brod verschafft. Nun eift majestät Die volle ähr sich sie andern brüdern zu: So neiget. Daß flur und auen weis' und gnädig herrschest sich erneun, Dazu gibt deine du! E huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 3. Zwar flieht uns jetzt die ſommerlust, Dafür erfreuſt du 3. Du frönst mit uner- unsere brust Mit dieses jahres schöpfter hand Das jahr in speis und trank. O dafür sasommerzeiten, Und schüttest gen wir dir dank. auf das ganze land Des se- 4. Bald wird ersterben die gens lieblichkeiten. Es trieft natur, Jedoch sie schläft und von ihrem milden guß Nun ruhet nur, Empfängt zum über berg und that dein neuen Icben fraft, Das deine fuß, Wir freun uns seiner hand ihr wieder schafft. spuren. 5. Immittelst segne uns, o 4. Das forn, von deinem gott, Erleichtre allen ihre noth segen schwer, Bedecket nun Die in der rauhen jahreszeit die felder. Die freude breit't Kein obdoch, so wie uns, ersich weit umher Auf wiesen freut. und durch wälder, Auf je- 6. Der armen hütten decke des thier, das du ernährst, du Mit deinem segen, vater, Und dem du überfluß ge- zu. Wenn trost, wenn hunwährst, Mit freuden satt zu gersnoth sie drückt, Schaff werden. hülfe, welche sie erquickt. 4. Winter. Auf chrichenmensch auf. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen, Dir schallt sein froher lobgesang Aus voller 648. Des jahres ſchönbrust entgegen. Wir stimheit ist nun fort! men in sein lied mit ein, Wie traurig stehn die triften! Und wollen dir, herr, dank Es stürmt ein ungeſtümmer bar sein Für so viel reiche nord aus schwerbeladnen lüfgaben! ten. Die erde starrt vom froste nun Und ihre nahrungsträfte ruhn. 3. Herbst. Vom himmel hoch da. 2. Wohl mir bei dieser 647. Du gott und vater rauhen zeit! Ich darf vor aller welt, Du trost nicht beben. Mich schützt herrschest, wie es dir gefällt. mein dach, mich wärmt mein fleid, 417 Winter. 5. Zur Saat- und Erndtezeit. kleid Und brod erhält mein unser feld Mit nutz bestellt leben. Auf meinem bette schlaf Und angebaut tann werden. ich ein, Und kann mich sanfter ruhe freu'n. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du 3. So hatts der arme bru- nicht feld und haus; So ist die der nicht, Dem brod und klei- müh vergebens. Nur deine dung fehlet, Den, wenn es kraft und güte schafft Uns unsehr daran gebricht, Frost oder terhalt des lebens. hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, frankheit plagt und schrei'n. 3. Laß unsre saat gesegnet Wenn sein. Gib regen, wind und finder sonnenschein, Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und nicht früh, Nach sorg' und müh', mein Herz Ihm liebreich zu Einst wiederum erfreuen. jueilen. Fühl seinen jammer, 4. O zaudre, zaudre 4. Bewahre sie das ganze seinen schmerz, Dein brod mit jahr Für so vielfältiger gefahr, ihm zu theilen. Wer seiner Die sie leicht fann verletzen. brüder noth vergißt, Verdient und den, den heut Sein feld nicht, daß er glücklich ist! erfreut, In kummer bald ver5. Vor tausenden bist du setzen. beglückt, die in der stille klagen. Da wärm und nahrung allhier Zugleich manch' tröst5. Bei solcher saat seh' ich dich erquicht In diesen rauhen lich bild vor mir. tagen. Lobsinge frohes herz in mir, Und bringe gott den dank hebt sie sich: So muß auch ter sturm und winden Erdafür. Denn unich Beim kreuz den himmel finden. mehr besiket. Nein, auf die 6. Und wie das förnlein noth, die andre quält, Auf erst verdirbt, und in der erde gott, der dich beschüket. Ach gleichſam ſtirbt, Um neue frucht vater, lindre jeden schmerz, zu bringen: So werd', o gott, Und gib mir ein zufried'nes Ich durch den tod Ins beğre leben bringen. herz. 6. Sieh nicht auf das, was bir noch fehlt, Und mancher 5. 3ur Saat- und Erndtezeit. 7. Auf diesen seligen gewinn Freu't sich bereits mein herz und sinn: Muß ich bei trüben fällen Die thränenfaat, nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. 1. 3ur Saatzeit. In dich hab' ich gehoffet herv. 649, Liebreicher gott, dein 8. Nur mache mich, o gott segenswort Erzei- bereit Im glauben und gottget sich noch immerfort In seligkeit viel gute frucht zu seiner kraft auf erden, Daß bringen; So will ich dir DS Der 418 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. Dereinst dafür in ewigkeit segen unser land: O dann sei lobsingen. herr, gepreiset! Dann bringen wir dir dank und ehr', Der du der treaturen heer Mit wohlgefallen sättigst. Es ist das heil uns. 6. Wir trauen dir, wohl650. 3 baut, herr, dei- that'ger gott. Dich lassen wir ner menschenschaar frei walten, Du, vater, kennst Auf dein geheiß die erde Und all' unsre noth, Hast lange hofft dabet von jahr zu jahr haus gehalten, Du wirst in Daß sie versorget werde. Denn deinem eigenthum, Zu unserm du versprichst, du treuer gott, wohl, zu deinem ruhm, Dich Daß sie bei fleiß und müh' ferner gnädig zeigen. ihr brod Von dir erhalten solle. 2. Um Gesegnung der Feldfrüchte. 3. Um Regen bei großer Dürre. 2. Bis hierher trifft die zusag ein. Gib ferner deinen segen. Laß unsre früchte wohl O gott du frommer gott. gedeihn. Gib sonnenschein und 651. Herr, allerhöchster regen. Denn ohne deine segott, Im himmel genshand Bringt selbst ein und auf erden, Dem wolken, fettes gutes land Uns nim- luft und wind Allzeit gehorsam mer, was es könnte. werden: Was du befiehlst 3. Vergebens ist all unsre geschieht. Olaß auch unser kunst, All müh und zubereiten: flehn Durch dich allmächWenn nicht, gott, deine gnad' tiger, Jetzt in erfüllung und gunst Hier unsern fleiß gehn. begleiten. Durch dich nur 2. Wir bitten findlich dich Gib teimt der saamen auf, Wächst, Um deinen vatersegen. treibt, setzt frucht und reift uns, o vater, gib uns einen darauf. Du bists, der alles milden regen. Staub ist jetzt gibet! unser land, Erstorben jede flur, 4. Straf uns, herr, nicht Es schmachtet feld und thier, in deinem zorn. Sei uns ein Es trauert die natur. gott der güte. Erhalte unsrer 3. Wir haben es verdient. felder forn. Ach, vater, ach Ach groß sind unsre sünden! verhüte, Daß frost und sturm Und billig strafst du uns, Doch und Hagelschlag Sie nicht zer- laß uns gnade finden! Verstörend treffen mag, Und gib uns unsre schuld. Thu' wir dann trauerit müß auf die milde hand. Wirf ei ten. nen vaterblick Auf uns und 5. Gib gnädig, was uns unser land! deine Hand Jetzt in der hoff- 4. Befeuchte berg und thal nung weiset. Und krönt dein Erfrische unsre felder. Dein regent Dank für verliehenen Regen. 4. Um Sonnenschein. 419 regen träufle sanft Auf äcker, 3. Gott, laß uns nicht vergärten, wälder. Das, was gebens Die gaben deiner hand bisher gelechzt Erquicke, herr, empfahn; Uns nicht, du quell' aufs neu, Daß jede kreatur des lebens, Dir undankbar und Dir freudig dankbar ſei. fruchtlos nahn! Du sendest 5. Ergieß zugleich dein wort thau nnd regen, Gibst milden Gleich einem milden regen, sonnenschein. Du eilst mit Auf unser träges herz Mit deinem segen Uns alle zu tausendfachem segen. Der erfreun. Ach laß uns nicht fromme nur kann sich, Gott, vergebens So manche gab emdeines segens freun, O laß pfahn! Laß nicht, du quell des uns alle reich An wahrer tu- lebens! Uns undankbar dir gend sein! nah'n! Danklied für verliehenen Negen. 4. Um Sonnenschein. Wo gott der herr nicht. gott, du kannſt den himmel ganz Nun lob mein feel den. 652, Gin milder regen Mit wolken überziehen; Doch sintet Erquickend müssen vor der sonnen glanz auf die dürre flnr. Wie labt Sie, wenn du willst, entsie sich, wie trinket Ihn die fliehen. Halt doch den regen verschmachtende natur! Die jetzt zurück, Und laß der sonne sanften ströme tühlen Der lüfte frohen blick Uns wiederum erweites meer, Und die geschöpfe freuen. fühlen Sich nicht mehr träg 2. Die felder trauern überund schwer. Gott spricht: das all! Die faat und früchte leiseufzen schweiget, Und hitz' und den! Des regens überhäufter dürre fliehn. Der frommen fall Erstickt der fluren freuden. danklied steiget Hinauf und Dein segen, den du uns gepreiset ihn! zeigt, Der sich betrübt zur erde angesichte neigt, Scheint nahe dem verherr sein derben. 2. Mit muth im Beschaut des acters feld. Erquickt hat früchte, Er, der gott die 3. Herr, unsre sünd und versorger missethat Hat dieses wohl verseiner welt. Steif steht die dienet; Jedoch erzeig uns deine, jaat, die ähren Vom mark gnad, Weil uns dein sohn verder erde voll, Das seine men- fühnet. Wir nahen dir voll schen nähren Und thier er reu uns mur, uns nur, Wir wollen freuen soll. Weit schallt es ernstlich bußze thun, Und unser im gefilde: Gott ist's der leben bessern. 653. regen schickt. Auf! preiset 4. Gedent, o gott an deine seine milde, Die erde ist er treu Und Laß uns hülfe quict! ſehen. gnade bet Mach deine 062 420 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. bei uns neu, Um die wir 4. Durch wolken ließest du kindlich flehen, Entzeuch uns Das sonnenlicht bedecken. Wind, deine freundlichkeit Doch nicht regen, wetter, sturm Erfüllbei dieser trauerzeit. Du bist ten uns mit schrecken. Weil ja unser vater. man nur dunkelheit Und fin5. Gib uns, o du liebreicher stre nebel sah, Und unsers gott, Den heitern schein der landes frucht War dem versonne, Und überschütt uns derben nah. nach der noth, Mit freude, 5. Doch, herr, auf deinen lust und wonne Und zeig' wink Erschien die sonne wieder. treu, Das trauern ist vorbei. Wir segen singen freudenlieder, Und preis fei Im himmel und auf sen deine huld, Daß du auf erden! uns jetzt nach deiner Daß außer dir kein unser flehn, Bei unsrer fümmerniß Erbarmungsvoll gesehn. Danksagung dafür. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. Osorg auch fernerhin Für Nun danfet alle gott. 654. Mein gott, du bist uns mit vatergüte. Gib uns gerecht Und auch zu rechter zeit Thau, regen, dabei voll liebe: Selbst wenn sonnenschein. Wir wollen dir es dir gefällt, Daß leiden uns dafür von herzen dankbar betrübe. Scheint's gleich als sein. dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volf, Mit vatertreu und huld. 5. Dank für die Erndte. Herr ich habe mißgehandelt. 2. Wir reizen freilich dich 655. Gott im himmel Gar oft mit unsern sünden. und auf erden, Und gleichwohl läsfest du Uns Herrscher in der ganzen welt, huld und gnade finden. Wenn Laß das Herz voll preises du den arm auch schon zu werden, Da man dir zu fuße strafen ausgestreckt, und der fällt Für den nahen erndtengedrohte schlag die menschen jegen Dank und opfer darheilsam schreckt. zulegen. 3. Herr, dein erbarmen 2. Herr, dir jauchzen feld kann Kein menschensinn errei- und auen; Wald und hüchen; Wer ist dir, höchster, gel zeugt von dir. Ueberall gleich? Wenn berg und hü- läßt du mich schauen, Und gel weichen; Wenn erde, undankbar schwiegen wir? sonn' und mond Aus ihrem Gleich, als ob zu deiner ehre laufe gehn; Bleibt deine gna- Feld und au so schön nicht de doch Stets unbeweglich wäre. stehn. 3. Vater, du hast aus erbar 5. Dank für die Erndte. barmen Uns unwürdige ernährt. Du haſt reichen, du 656. hast armen Milder gaben viel gewährt. Gott, der uns guts erwiesen, Sei gelobt hochgepriesen. daß doch bei der reichen erndte, viel Womit du, höchster, uns erund freust, Ein jeder froh empfinden lernte: Wie reich du, uns zu 4. Du hast sonnenschein und segnen, seist. Wie gern du regen Uus zu rechter zeit unsern mangel stillst, Ünd uns geschickt, Daß man deinen va- mit speis' und freud erfüllſt. tersegen Allenthalben hat er- 2. Du siehst es gern, wenn blickt! Berg und thäler, tiefen deiner güte, vater, unser höhen Lassen deine huld uns herz sich freut; Und ein ers sehen. fenntliches gemüthe Auch das, 5. Ach wer ist, der deine was du für diese zeit Uns zur güte Dir genug verdanken erquickung hast bestimmt, Mit kann? Nimm ein dankbares ge- dank aus deinen händen müthe Für die große wohlthat nimmt. an Unser mund soll stets 3. So komm denn, gottes erschallen: Gott macht satt mit huld zu feiern, Kommt chriwohlgefallen. sten, laßt uns seiner freun! 6. Hilf uns, herr, daß Und bei den angefüllten trank und speise, Die uns scheuern Dem Herrn der ernddeine huld gewährt, Ja nicht te dankbar sein! Ihm, der nach der fünde weise, Werd uns stets versorger war, zu unserm fluch verzehrt. Bringt neuen dank zum opfer Bleiben wir in alten sünden: dar. Kann das gute leicht ver- 4. Nimm gnädig an das schwinden. lob der liebe, Das unser herz 7. Schenk uns auch ver- dir, vater weiht! Dein segen gnügte herzen. Stolz und mehr in uns die triebe zum geiz laß ferne sein. Laß den thätgen dant, zur folgſamkeit; undanf nichts verscherzen, Daß preis für deine vaterGib uns ferner dein gedeihn. treu Auch unser ganzes leben Willig laß mit deinen gaben sei! Uns die dürftigen auch la 5. Du nährest uns blos aus bent. erbarmen, Dies treib auch uns 8. Laß es deinem wort zum wohlthun an. Nun sei gelingen, Daß auch wir, zu auch gern ein trost der armen, deiner ehr, Hier schon reiche Wer ihren mangel stillen kann! früchte bringen. Stärke du Herr, der du aller vater bist, uns immermehr. Schenk uns Gib jedem, was ihm nützlich auch, nach allem leide, Dro- ift. ben mehr als erndtefreude. Wer nur den lieben gott. 421 6. Thu deine milde segens 422 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. genshände, Uns zu erquicken, guter wille, Daß feld und au ferner auf. Versorg uns bis und garten grünt. Und uns, an unser ende. Und mach in sind wir es gleich nicht werth, unserm lebenslauf Uns dir im Die frucht der erde reichlich kleinsten auch getreu, Daß nährt. einst uns größres glück erfreu. 5. Bewahre ferner unfre 7. Bewahr uns den ge- saaten, Und unsre häuser, hab schenkten segen. Gib daß uns und gut. Bewahre uns vor sein genuß gedeih; Und unser missethaten, Vor wollust, Herz auch seinetwegen Dir dank- geiz und übermuth; Weil bar und ergeben sei. Du, der sonst im reichsten überfluß uns täglich nährt und speist, Die seele doch verderben Erquick auf ewig unsern muß. geiſt! 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst: So muß herr, der fluch den segen fressen, se- Mit dem du feld und haus gen, Wiewohl sie nicht zu zäh- beschenkst. Wird auch der vorlen sind. Du gibst uns sonnen- rath nicht zerstreut: So manschein und regen, Frost, hitze, gelt doch zufriedenheit. donner, thau und wind. So In voriger Melodie. 657. Wir singen, von deinen 7. So wollen wir denn blüht und reifet unsre saat, auf erden, Des guten saamens Nach deinem wundervol- auszustreun, Nie müde, nie len rath. verdrossen werden; Und uns 2. Der himmel träufelt lau- vielmehr der erndte freu'n, ter güte. Die erd' ist deiner Die einst, nach dieser zeit der schätze voll; Damit ein acht- saat, Dein rath für uns erfames gemüthe Dich finden sehen hat. und bewundern soll. der durch seine weise macht Dich, Das alles hat hervorge- 6. Bei sparsamer Ernbte. bracht. Was gott thut das ist. 3. So sei die liebe denn 658. Preist, chriſten, mit gepriesen! Gepriesen sei die zufriedenheit wunderkraft! Die auf den fel- Preist gott, den Herrn der dern, auf den wiesen, Den erndte! Daß sich nicht ganz die erdbewohnern nahrung schafft. fruchtbarkeit Von au und feld Du nährest uns, wir werden entfernte. Noch ſtets erhält fatt. Du gibst, daß man noch Er seine welt. Was nöthig übrig hat. ist zum leben, Will er uns 4. Du schüttest deines segens alles geben. fülle Herab, die wir doch nicht 2. Er ist der herr, in seiverdient. Es ist allein dein ner hand sts, was die erde bringet. II. Lieder für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 423 bringet. So sehr auch men- gewinn! An dem sich genüschenfleiß das land Baut pfle- gen lassen, Was da ist, und get und bedünget; Kommt mit heiterm sinn Das feste doch allein Von ihm ge- zutraun fassen, Daß, der deihn. Nur er, er läßt die die welt Regiert und hält, saaten Blühn, reifen und ge- Auch uns, so lang wir lerathen. ben, Was nöthig ist, wird froh in geben. 3. Oft sehn wir hoffnung schon Der reichsten 6. Ja, höchster, wir vererrdt entgegen. Und plötzlich ehren dich In allen deinen wes ist er uns entflohn, Der uns gen, Und trauen unverändergezeigte segen. Gott nimmt und lich Auf deinen milden segen. gibt, Was ihm beliebt, Daß Auch unser brod Wirst du er, als herr der erde, Von uns, gott, Von zeit zu zeit uns verehret werde. gewähren, Wenn wir dich kind4. Zeigt auch nicht gleich lich ehren. so sichtbar sich Der reichthum 7. Wir beten demuthsvoll seiner gaben: So gibet er dich an, Der alles weislich doch sicherlich, So viel wir füget, Des vorsicht niemals nöthig haben; Ist stets be- irren kann, Des wohlthun dacht, Voll gnad' und macht, niemals trüget. Froh danken Die seinen zu erhalten, Die wir, Erhalter, dir, und preiihn nur lassen walten. sen deine güte Mit g'nügsamen 5. Und, o was ists für ein gemüthe. II. Für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 1. Für Obrigkeiten. Den redlichen im land erSei lob und ehr dem. freu, Dem unrecht kräftig 659. Erhalt uns, herr, steure. die obrigkeit, Die 3. Laß uns, durch ihren du uns gabst auf erden, Mit schutz bewacht, Des friedens wohlstand und mit sicherheit glück genießen, Und ruhig unDurch sie beglückt zu werden. ter ihrer macht, Das leben Verleih ihr weisheit, trieb und uns verfließen. Hilf, daß sie traft, Was wahres wohl dem in gottseligkeit Dir diene, und lande schafft, mit sorgfalt wahr- in unsrer zeit Wir frucht dajunehmen. von empfinden. 2. Gib, daß ste deinem 4. Beschirme sie durch deivorbild gleich, Uns väterlich nen schuß, Daß, die ihr regiere, Und stets an huld übels gönnen, Mit ihrer list und weisheit reich, Die herr- und ihrem trutz Ihr niemals schaft glücklich führe. Daß schaden können. Nie fehle sie ein schutz der unschuld sei, jeder guten that, Die unser glück 424 Dritte Abtheil. II. Lieder für besondere Stände, glück zur absicht hat, Dein seg- führen, Und feines zu vernendes gedeihen. lieren; Welch großes wicht ges 5. Gib denen eifer, fleiß werk! und treu, Die ihr sind unter- 4. Zu schwach sind meine geben, Daß jedermann be- fräfte, Zu schwach ist mein fliffen sei, Nach seiner pflicht verstand. Der kinderzucht zu leben. Erleichtre ihr des geschäfte Steht unter deilebens müh. Mit deinem segen ner hand: Gott, darum bitt fröne sie, Und sei ihr lohn auf ich dich, Um jesu christi wil ewig. lent,( Du wollst die bitt 6. Laß sie mit uns beslissen erfüllen!) Regiere sie und sein In deiner furcht zu le- mich! to pole ben; Uns deiner oberherrschaft Vom himmel hoch da. freun, Mit ihr dein lob er- 661. Die kinder, deren heben; Daß so vor deiner wir uns freun majestät, Die über alle hoheit Sind alle, gott und vater, geht, Herrschaft und volt sich dein; Sind deine beste gab', beuge. o herr, Bewahre sie, barmherziger. 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner ge- zucht: So steh, damit sie glück müthe Sing ich lich sei, Mit deiner weisheit zu gott hinauf. Es zeugt von ihnen bei. seiner güte Mein ganzer le- 3. Gib allen findern lehrbebenslauf. Von dir, mein gott, gier, Zum guten lust und lieb von dir Kommt jede gute zu dir, Und laß sie meiden gabe, Kommt alles; was ich ohne zwang Troß, eigenjinn habe, Auch finder gabst du und Müßiggang. mir! 4. Gesegnet sei ihr unters 2. Laß mich stets überle- richt! Laß sie durch deines wor gen: Daß du ihr vater bist, tes licht Dich recht erkennen Und daß auch ihrentwegen Dein laß sie nie Gefährlich irren, sohn gestorben ist. Verhüte, leite fie! nie! daß ich die Nicht ärgre, nicht 5. Im glauben mache sie verachte, Die christus selig gewiß, Bewahre sie vor årmachte; Ach dies gescheh ja gerniß, Und wieder der verfüh rung list, Weil jesus ihr er3. Dir vater, dir zum löser ist. preise Wollt ich sie gern er- 6. Hilf, daß sie dich an je ziehn: mache du mich dem ort Vor augen haben und O weise, Und jegne mein be- dein wort, Und sich besleißen mühn. Dies sei mein augen- jederzeit Der tugend, zucht und mert, Dir gott, sie zuzu- frömmigkeit.. 7. Daß 2. Für Eltern und Kinder. Aus meines herzens grunde. 660. Aus freudigem Alter und Geschlechte. 425 7. Daß wir in ihnen chri- 5. Freude sei es dann sten sehn, Die freudig deine auch mir Folgsam sein, denn wege gehn, Und menschen das ist billig; Und gefällig, einst, voll lust und muth, gott, vor dir. Mach du ſelbst Zu thun, was edel ist und dazu mich willig. Wohl gut. mir dann, es wird auch sohn mein Dein verheißner segen dort sein! 8. O hilf uns, vater, und geist! Bis man dich im himmel preist. ten noch vollkommner Dann danMit allen dir! Es ist gewißlich an der zeit. wir 663. Herr, mein gott, ich bitte dich unsern kindern n Sefus meine zuversicht. Um weisheit und um tugend. Regiere du mich väterlich In 662. Gott, bir jei mein meiner frühen jugend. Laß dant geweiht deinen segen auf mir ruhn, Heilig dir mein ganzes leben. Nur das zu lieben und zu Denn aus freier mildigkeit thun, Was dir, mein gott, Hast du selbst es mir gege- gefällig. ben: Es durch eltern mir ver- 2. Gib, daß sich meine liehn, Die zur tugend mich er- eltern freun, Mich tugendhaft ziehn. zu sehen. Laß ihre zucht an 2. Hilf, daß gegen sie mein mir gedeihn Zu meinem wohlherz Kindlich sei, und nicht ergehen. Das gute, das sie blos scheine. Und daß ich mir gethan, Von meiner ersten trifft sie ein schmerz, Zu dir kindheit an, O das vergilt du fromme thränen weine; Für ihnen. ihr glück die dankbar sei; Und mich ihrer wohlfahrt, 3. Für Herrschaften und freut. Dienstboten Auf christenmensch auf. 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorg 664. Durch dich, gott falt achten; Ja selbst ihren wünschen mich Noch bin ich, was zuvor ich bin, Und es ist deine gnazu kommen trachten; Gern de, Daß ich als herr, so viel was sie vergnügt, vollziehn, gewinn von meinen brüdern Stet3 was ihnen mißfällt habe; Sie leihen ihre träfte flichn! and mir. Dies, höchster herr, ver4. Jesus stelle mir sich dar, dank ich dir. Er, das beispiel frommer tin- 2. Mich zu beglücken, die ber, Der der herr vom him- nen sie, Verzehren ihre fraf mel war, Gottes sohn, daß te, Und dulden gern des le= heil der fünder; Er war doch bens müh In meinem Hausvon kindheit an Seinen eltern geschäfte. Laß dieses vor unterthan. rechts fromm mich freun; Nie 426 Dritte Abtheilung. II. Lieder für besondere Nie hart, nie stolz, nie lieb- gen, Mich redlich treu bezeiLos sein. gen, Und schlecht und recht 3. Auch der geringste die- einher zu gehn. ser ist Bestimmt zum ew'gen 4. Vor frechheit, stolz und leben Für ihn und mich hat neide, Vor list und schadenjesus christ Sich in den tod freude Bewahre, gott, mein gegeben. Vor deinem richtstuhl herz. Was meine herrschaft Hat mein knecht Mit mir der- tränket, In unmuth sie vereinst ein gleiches recht. sentet, Das sei zugleich mein 4. Gott, präg dies meinem eigner schmerz. herzen ein, Als bruder ihn zu 5. Gern will ich sie er lieben, Laß immer mich be- freun; Gern mein versehn beflissen sein. Wie sollt ich den reun; Und willig folgsam sein. betrüben, Der über meine grau- Jch will sie redlich lieben; samkeit Um rache still gen him- Fm fleiße gern mich üben; mel schreit? müßiggang und trägheit Und 5. Laß mich ihm seine saure scheun. pflicht Durch lindigkeit ver- 6. Laß mich sie nicht betrüsüßen. Er soll, wenn hülfe gen. Recht thun sei mein ihm gebricht, Sie stets von vergnügen, Und freude jede mir genießen. Ihn tragen pflicht. Was ich dent", will ich, ihm verzeihn, Und rede, thue, Ich gehe oder wird er trant, sein pfleger ruhe, Gescheh vor deinem ansein. gesicht. 7. Du gott der Herrn gott, du gott der und knechte, Vertheilst mit deinen Der großen milder rechte Den hoh'n Auch ich und niedern heil. Wer niedDu hast rig ist auf erden, Kann Zum groß im himmel werden, Hat Und fürsten gleich, an dir, gott, sich theil. Nun ruhen alle wälder.. 665. und der kleinen, bin schöpfer dein! mich auch auf erden, menschen lassen werden, deiner soll mein herz freun. 8. Auch mich wirst du be 2. Ich soll hier andern die lohnen. Bei dir werd' ich dort nen; Ich thu's und folg ich wohnen, Und mich mit enihnen, So folg ich dir, mein geln freun. Laß mich dies stets gott. Laß meiner herrschaft ermessen, Nie deiner hier ver willen Mich gern und froh gessen, und dann werd' ich erfüllen. Denn dies ist dein einst selig sein. will' und gebot. 3. Behüte mich vor klagen, 4.& ine& Alten. Laß still mein joch mich traVorige Melodie. gen, Auf dich im dienste schn. 666. Gott hat in meinen Lehr du mich reden, schweitagen Mich väter: Stände, Alter und Geschlechte. terlich getragen von meiner ich jugend auf! Hat mich auf mei- hat nen wegen Geleitet und zum segen Gelenket meines Lebens lauf. 427 in jesu hände, Denn er mich mit gott versöhnt. 5. Gines Jünglings. Ermuntre dich mein schwacher. 2. Ich hatt' oft große sorgen; Doch wie ein heitrer 667. Ich komme vor dein angesicht, Du morgen bricht: So hab ich stets erfah- schöpfer meiner jugend, Verren. Der Herr weiß zu be- wirf mein kindlich flehen nicht wahren, Und führt durch fin- Um weisheit und um tugend! sterniß zum licht. Mein ganzes Leben dank ich 3. War menschenrath ver- dir; Erbarmer, weiche nicht gebens, So kam der herr des von mir; Damit ich deine lebens Und half und machte wege Unsträflich wandeln bahn. Ich ließ ihn thun und möge. rathen. Denn er thut große 2. Du pflanztest, herr, in thaten, Und nimmt sich aller meine brust Verlangen nach mächtig an. vergnügen. Laß mich den 4. Bis zu des alters[ tagen hang zu jeder lust, Die du Will ich dich heben, tragen verbeutst, besiegen! Dein unUnd dein erretter sein! Dieß ausbleibliches gericht Vergesse hat mir gott versprochen; Hat meine seele nicht. Und weder nie sein wort gebrochen, Des glück noch leiden Laß, herr, will ich auch als greis mich von dir mich scheiden. freun. 3. Wenn, vater, sich auf 5. Er wird in meinem al- meiner bahn, Mich in ihr netz ter Mich tragen: mein erhal- zu ziehen, Verführer meiner ter Ist gütig und getreu. Bin seele nahn: So laß mich ich gleich schwach und müde: klüglich fliehen. Ihr beispiel, Bei ihm ist trost und friede; herr, entferne nicht mein Er steht auch meiner schwach- herz von dir und meiner heit bei. pflicht; Ihr spotten und ihr 6. Nach wenig bangen lachen Laß nie mich wankend stunden Hab ich ganz über machen. wunden; Ich bin dem nah, Dem ziele meiner den. welche hohe Erwarten meine dent dal ziele 4. Der tugend heilige mich lei- ganz, Mein schöpfer und er freu- halter! Sie werde meiner juseele gend glanz, Und einst mein trost im alter. Erhalte mein 7. Ich harre froh und stille gewissen rein, Laß keinen meiBis meines gottes wille Mich ner tage sein, Der nicht zu nach dem kampfe frönt. An deiner ehre Von mir geheiligt meiner laufbahn ende Sink wäre. 5. Ach 428 Dritte Abtheilung. II. Lieder für besondere 5. Ach lehre mich den werth Stets sei ihr schmuck beschei der zeit, Daß ich sie nicht denheit und ihre schönheit tu verschwende; Daß ich mit gend. Kein schmuck gefalle weiser thätigkeit Zum guten mir, wie sie; Den gib mit, sie verwende. Laß meiner gib, daß ich mich nie Für uns jugend fleiß und müh Um- bescheidne blicke, Um sie zu sonst nicht sein und segne reizen, schmücke. sie. Laß auch durch mich auf 5. Die lust zu eltelteit laß erden Dein werk gefördert nicht mein junges herz enta werden. zünden. Sie streitet wider meine pflicht Und locket mich 6. Giner jungen Christin. zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott mein herz nicht dir ge stiller fällt? Drum will ich mich Mein bescheiden In zucht und deNur muth kleiden. In voriger Melodie, 668. Ich will in einsamkeit Herz zu dir erheben. deinem dienste sei's geweiht; Dir ewig, gott, Vernimm, o vater mein geergeben. 6. Auch sei mein auge, wie mein Herz, Unsträflich; bet, Das stets um licht und nie entzünde Ein freier un stärke fleht: Ganz deinen gusittsamer scherz Geheime luft ten willen Mit freuden zu er- ur sünde! Die unschuld füllen. jei mein liebster ruhin, Ein 2. Preis dir und dant, mein guter ruf mein eigenthum schöpfer, gott, Du gabst mir Den jeder gern mir gönne, meine seele! Preis dir und Und niemand lästern könne, dant, mein mittler, gott, Du 7. Gib, daß in stiller häusstarbst für meine seele! Preis lichkeit Ich eitle zeitvertreibe sei dem geiste, dank und lob! Stets gern entbehr' und alle Der mich zu seinem licht er- zeit Im guten thätig bleibe. hob, Der mich zur wahrheit Der umgang, der verführung führet, Erleuchtet und regieret. droht, Sei mir mehr schrecklich 3. Jch, bin o herr, mein als der tod; Laß seine wilden gott, dein find, Mein heil freuden, Wie eine pest mich ist's dich zu lieben. O mache meiden. mich dir gleichgesinnt In 8. Mit wahren frommen allen meinen trieben Laß muß ich mich Durch frömmigmeine seele teusch und rein feit verbinden, und ihrer Stets deiner liebe wohnung liebe werth durch dich Der sein! Und suchen dir vor allen freundschaft glück empfinden O vater zu gefallen. Laß diesen umgang fanft 4. Vor eitler selbstgefällig und rein Mir liebreich durch keit Bewahre meine jugend. ihr beispiel sein, Daß mich wenn Stände, Alter und Geschlecht. 429 wenn ich mich freue, Nie mein los weine In stiller einsamvergnügen reue. leit. Du vater aller welten 9. Ach sende deine Hülfe mir, Willst öffentlich öffentlich vergelten, Dieß gern zu thun erhöre Wenn deiner still mein Herz Mein brünstiges gebet zu dir, sich freut. Daß ich dich ewig ehre. Div 6. Ich will dann frohen weih ich, gott, mein lebenlang muthes Aus allen kräften guDer unschuld und der tugend tes Vor deinen augen thun; dank, Und will zu dir erho- Will mich der welt entziehen ben, Dich einst vollkommen Und lärm und thorheit fliehen, loben. Und still und deiner fügung ruhn. 7. Giner Wittwe. In allen meinen thaten. 7. Dann eilen meine tage, Mit ihrer noth und plage Leicht, wie ein traum dahin 669. Gott hört der witt- Dann leg ich meine glieder wen flehen, Mein Froh einst im tode nieder, aug' soll auf ihn sehen; Er ist Wenn ich zum himmel reifer mir mehr als mann! Sn bin. allem schmerz und leide Jst er 8. Dann geh ich, den zu mein trost und freude, Mein schauen, Der mein stab, mein fels, den ich umfassen kann. vertrauen, Mein gott ist und 2. Mich tröstet seine gnade, mein freund. Wie will ich Er ist auf jedem pfade Bei ihn dann ehren, Jhm danken mir bis an das grab. Er für die zähren, Die ich als will mich nicht verlassen Dieß wittwe hab geweint! trostwort will ich fassen, Als 9. Dann find ich, die ich meinen wittwenwanderstab. liebte, Der'n abschied mich be3. Wo seit viel tausend jah- trübte, In meines schöpfers ren Betrübte wittwen waren, hand. Wie wollen wir uns Die hast du, gott, verpflegt; freuen, Und unsre lieb erDie sich auf dich verließen, neuen. Im thränenfreien vaterUnd glaubig dir zu füßzen land! Des fummers schwere last gelegt. last 10. Getrost durch gottes gnade Geh ich die schweren Gott lindert meine 4. In dir will ich mich stär- pfade. ten, Du wirst auf mich auch noth. Nicht merken; Mein seufzen ist vor weinen. Ich ewig werd' ich komme zu den dir. Ich will mit heißem fle- meinen, Bald seh' ich sie bei hen Vor deinem antlitz stehen: meinem gott! Du wittwenhelfer sichst nach mir. ( Wenn sie Kinder hat.) 5. Du siehst mich, wenn ichs 11. Hierher, ihr, meine meine, Siehst, wie ich hülf waisen! Mit mir den gott 311 430 Dritte Abtheil. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. zu preisen, Der euch erhalten schon jung so schmerzlich tann! O gott, sei du ihr vater! schlägst? Ihr schutzherr, ihr berather! 3. Doch ich erfahr es wahrlich Nimm dich der armen schaafe einst, Daß du es treulich mit mir meinst. Vielleicht schon in der prüfungszeit! Gewiß dort in der ewigfeit! CETT. 8. Einer Waise. Herr jesu christ wahrer. 670. Schon frühe setzt 4. Gott, nicht aus zorn entmich gottes Hand ziehest du mir meiner jugend In einen fummervollen stand lust und ruh. Zu meiner le Auf einer Leidenvollen bahn bensbesserung Fühl ich des le Fang ich den lauf des lebens bens noth schon jung. an. 5. Ich bitte, herr, laß jede 2. Gott, du bist meine zu- pein mir eine tugendschule sein. versicht. Allweiser, noch weiß Laß mich unsträflich vor dir ich es nicht, Warum du früh gehn, Und still auf deine hülfe mir freuz auflegst, Und mich sehnt. III. Für besondere Vorfälle. 1. Bei der Trauung der Eheleute. be, Gottes freundschaft immer habe. Liebster jesu wir sind hier. 4. Sei ihr beistand in der 671. Herr, der durch der noth. Sei in kummer ihre liebe band Mann freude. Gib, daß nichts, als und weib genau verbindet, nur der tod, Die verbundne Herr, der auf den ehestand herzen scheide. Laß sie, frei Seine3 reiches wachsthum grünt- von noth und sünden bet. Segne die, die jetzt mit Sich im himmel wieder finbeten In den stand der ehe den. treten. 2. Du hast, großer gottessohn Einst ein frommes paar geseg- 672. net: Und noch jetzt auf deinem thron Bist du helfer, der gern ehestand segnet. Laß die, die sich jetzt segen verbinden, Deine huld macht empfinden. 3. Christen stehen hier ver-! 2. Dein segen fehl auch dieeint, Deinen segen zu erbitten. sen nicht, Die hier vor deinem Allertreuster menschenfreund! angesicht Verbunden durch der Tritt du segnend in die mitten, ehe band Sich treu gelobt mit Daß dies paar die beste ga- lherz und hand. 3. Mit Vom himmel hoch da. Gott, deſſen liebe voller rath Den gestiftet hat. Mit weihtest du ihn ein, und Laß ihn auch stets gesegnet ſein. 2. Bei der Kommunion junger Christen. 3. Mit gnaden schau auf sie 2. Bei der Kommunion herab, Daß sie zusammen bis junger Christen.. ins grab Verträglich, freundlich Allein gott in der höh. gleichgesinnt, Vor allem gottes- 673. Herr, unſer gott, fürchtig sind. erbarme dich in 4. Laß sie als christen lie- christo aller sünder, Und steh ben dich. Laß sie als gatten auch jetzo gnädiglich Auf diese lieben sich. Von untreu unsre kinder Du nahmst sie schon auch im Herzen rein, Und bei ihrer tauf Durch deinen feusch in wort und werken sohn zu findern auf, zu erben sein. deines himmels. 431 5. Zusammen laß sie dir ver- chenschaft, zu ihrem angeloben, 2. Zu ihres glaubens retraun; Zusammen ihre seel' er- Gib, vater, deines geistes fraft, baun; Zusammen deinen ruhm Daß sie des glaubens proben, erhöhn, Und deinen segen sich Boll eifer für das christenthum erflehn. Zu ihrem heil und deinem ruhm, 6. Was ihnen ihr beruf ge- Im ganzen leben zeigen. beut, Das laß sie thun mit 3. 3war mächtig wird in freudigkeit. Und so geling ihr ihrer brust Die sünde sich emfrommer fleiß Zu ihrem wohl pören, Sie werden oft zur und deinem preis. böjen lust Gefährlich locken hören. Die welt wird ihre liſt macht, Die manchen schon gebracht, An ihnen 7. Empfinden und erfahren fie Des erdenlebens last und und zu mith; So trage jeder gern sein 34 fall auch versuchen. theil zu seines gatten trost und heil. 4. Doch deines geistes kraft und gnad Kann, bei so viel ge8. Willst du durch finder sie er- fahren, Auf wahrer tugend ebfreun; So gib zu ihrer zucht nem pfad Allmächtig sie bewahgedeihn; Daß sie als christen ren. Erbarme dich, steh ihnen sich bemühn, Dem himmel bei, Daß ihres lebens zierde sei bürger zu erziehn. Ein frommer christenwandel. 9. Wenn dein rath ihnen 5. Hier nah'n sie sich zu dir, o trübsal schickt: Laß sie darin gott, Dir heilig zu versprechen: Wo freud und leid bis in den nicht unerquickt. Gib heitre tage nach dem leid, Und segn' brechen. Gib doch durch deine tod Den taufbund nicht zu es für die ewigkeit. gnadenkraft Die alles gute in 10. Und trennet einst auch sie uns schafft, Das wollen und der tod. So sei ihr trost, daß vollbringen. unser gott, Die tugendhaft sich 6. Uns selbsten herr, verhr geliebt, Ginander ewig lasse nie, Die wir es freudig wieder gibt. wagen, Für uns zu bitten aind 432 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Fälle. und für sie, Du wollst uns du's meinst mit mir. Beglücke liebreich tragen. Ja nimm meine reise, Denn ich vertraue dich aller gnädig an, Und dir Auf allen meinen wegen leit' uns auf die tugendbahn, Begleite väterlich Mit deinem Die zu dem himmel führet. schutz und segen Mit deiner gesture Hülfe mich. Liebster jesu wir sind hier. 2. Ich bin in deinen hän den, Deß soll mein herz sich freu'n; Denn du fannst rettung 674. Herr, hier stehet un- senden, Wo mir gefahren braun. ser hirt, Der Bin ich bei dir in gnaden; So sein amt nun angetreten, Der fürcht ich nichts, o gott! Du uns fünftig weiden wird; wehrest allem schaden, Mein Höre sein und unser beten; retter in der noth! Sein gebet; uns recht zu leh- 3. So will ich denn mein ren, Unser flehn; ihn recht zu leben, Getrost und wohlgemuth, hören. Dir, vater, übergeben Und 2. Gib ihm fraft, nach sei- deiner treuen hut. Erhalte nem flehn, Das verwundete meine kräfte, Beglücke meizu heilen; Den verirrten nach- nen fleiß, Und meiner pflicht zugehn; Den bestürzten zuzu- geschäfte zu deinem ruhm und eilen; Frevler heilsam zu er- preis. erwecken. schrecken; Und die trägen zu 4. Laß dir auch meine lieben Zum schutz empfohlen 3. Ruf ihm zu: so hab nun sein. Nichts müsse uns betrüacht Auf dich selbst und auf ben, Dein trost uns stets die heerde; Daß, wenn er erfreun; Und sehen wir uns für andre wacht, Er nicht selbst wieder In ruh und wohl verwerflich werde; Daß er ergehn; Wie er ergehn; Wie sollen unsre nicht die frucht der Lehre lieder Dann deine huld er Durch den wandel selbst zerstöre. höhn! 4. Legt er endlich in das grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab, Nach der sauren arbeit nieder: Herr, so gib ihm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. 3. Bei der Einführung eines Predigers. 2. Nach glücklich voll brachter Reife. Wer nur den lieben gott läßt. 676. Dank sei dir, vater, 4. Bei Reifen. meines Lebens, Du hast mich froh zurückge1. Vor und auf der Reise. bracht. Ich flehte nicht zu dir Herzlich thut mich verlang. vergebens. Du hast mich vå675. Dich bitt' ich, gott, terlich bewacht. beweise, Wie gut gnade bin ich Durch deine hier. Dein schutz 4. Bei Reisen. 5. Bei schweren Gewittern. 433 schutz und schirm war über und wetter her; Machst durch der hizze brand Die luft von mir. 2. Gesundheit hast du mir dünsten rein, Und tränfst das verliehn, Und schaden von dürre land. mir abgewandt. Du hast ge3. O allmacht unsers Herrn! segnet mein bemühn Durch O güte, der nichts gleichet! O deine milde vaterhand. meiner Seele wandest O herr, so manches Auch weisheit, die kein witz Der du, sterblichen erreichet! Laß deigute ne größe uns In deinen werken sehn, Und selbst im wieder wetter auch Uns deine huld mit den meinen Mich deiner versteh'n. zu. 3. Nun kann ich Und dir des güt' und hülf erfreun; Mit 4. Denn wenn darüber ihnen gebet vereinen gleich Luft erd und meer erdankes opfer schüttern: So darf ein fromweih'n; Daß du mit deiner mes herz Doch darum gar vaterhand Gefahr und schaden nicht zittern. Schreckt dich abgewandt. des schöpfers macht: So den4. Sei ewig, gott, sei te froh dabei: Daß sie auch hochgepriesen Für alles gute, groß genug Zu deinem schußze das du mir Auf meiner reise ſet. mein mein hast erwiesen. Mein frohes 5. Du ehrst, o christ, ihn lob gefalle dir. Dir will nicht, Wenn du nur knechtisch ich nun mich ferner weihn. bebest! Bei jedem donnerDein lebend und auch sterbend schlag In ängst en trostlos ſein. schwebest. Sieh deinen starten gott Doch nicht so macht5. In allerlei Gefahren. los an, Daß er im wetter und Nöthen. Dich auch beschützen nicht 1. Bei schweren Gewittern. kann. 6. Nun danket alle gott. 677. Es wirtet seine macht höchster, dessen Ein ehrfurchtvolles grauen: kraft Luft, meer Doch diese macht wirkt auch und erde träget; Der erde, Bei frommen das vertraun; luft und meer Durch einen An uns liebt unser gott Zwar wink beweget. Ich traue ehrerbietigkeit: Doch mehr deiner güt, Und ehre deine noch zuversicht, Mehr noch gemacht Obschon bei deinem lassenheit. kracht. blitz Der donner schrecklich 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen; 2. Du führest väterlich, Der So suche christlich start Die saat zum reichen segen, In unruh zu bezwingen. Es kann wolken über uns Den oft dir nichts geschehn, Als was gewünschten regen Durch wind durch ihn geschieht, Und das e ift 434 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Herzliebster Jesu was. ist alles gut, Begreifst du es schon nicht! 678. Kommt, laßt uns gott und seine 8. Doch weil so fester muth In unsrer macht nicht stehet; größ erheben, und nicht für Und man sich nur durch dich seinen donner heidnisch beben, Zu dir, o herr, erhöhet: So Und nicht( dann er kann ſegnen flehe ich zu dir, Der alles und uns beschützen) Vor seinen gute schafft, Gib mir, dir zu blizzen! vertraun, Muth, willigkeit und 2. Sie können tödten uns fraft. und unsre heerden; Zerstörer 9. So oft wir blizen sehn; sein und auch wohlthäter wer So oft wir donnern hören, den; Soll aber dann, wann Laß uns durch hoffnung dich sie die welt erschüttern, Der Und auch durch ehrfurcht eh- fromme zittern? ren. Hat deine güte schon 3. Jsts gottes absicht, daß Den blitz hervorgebracht: So sie beben sollen, Wo donner ist dein strahl doch auch Ein unter seinem throne rollen; werkzeug deiner macht. Und daß wo blize flammen, 10. Was ists, daß dir dein dann zur rache Sein zorn nichts mehr fühlbar machen erwache? könnte, O mensch, als dieser 4. Sie zeugen ja, wie alle sturm Empörter elemente? Er deine werke, O gott, von dei predigt, sterblicher, Der oft so ner weisheit, huld und trokig ist mit lauter stimme stärke. Gleich herrlich ist im dir: Wie schwach und klein du sturm und in der stille Dein bist. rath und wille. 11. Gott, der die wolken 5. Von tiefer ehrfurcht lenkt, Erbarme dich aus gna- herr, von dir durchdrungen, den. Laß dies gewitter doch Sehn wir in der natur Ovater, uns nicht schaden. erschütterungen, Auch Gib, daß der feuerstrahl, güte, die sie schmück et und Wind und der schlossenbelebet, Selbst wenn sie heer Uns nicht an leib bebet. zehr. und gut, Allmächtiger ver- 6. Fruchtbarer wird sie dann wie deine frommen, Geprüft 12. Ach laß in der gefahr zu werden, oft in trübsal tom Bei donner, blitz und stürmen men. Wir leiden durch geduld Uns deine lieb und macht Be- zu edlen werken Uns mehr zu decken und beschirmen. Vor stärken. allem aber gib, Wenn die ge 7. Dann reifen fröhlicher fahr vorbet, Daß dir für der tugend saaten Zu mannigschuß und huld Auch jeder faltigern und schönern dankbar sei. Sie werden, wenn thaten. die 5. Bei schweren Gewittern, 435 die trübsal sie bewähret, Nur 2. O seele, preise den ermehr verkläret. retter, Der seine große kraft 8. So strahlt wenn donner bewieß, Den starken gott, der die natur erschüttern, In größ- sich im wetter So majestätisch rer schönheit sie nach unge- hören ließ, Der selbst des wittern, Als schmückte sie nun blizes strahlen lenkt, Und eine neue sonne Mit neuer stets an uns in gnaden denkt. wonne. 9. Verderben, schwangre 3. Wenn die erhitzte dünste dünst' entfliehn, und seuchen. glühen, so daß die Menschen Die uns und unsern Heerden und das vieh Den odem matt drohn', entweichen. Auch und schmachtend ziehen: Wie athmen wir, von leichtrer luft froh und munter werden sie! umgeben, Mehr kraft, mehr Sobald nur in die schwüle Deta luft Der Donner fühle winde ruft. leben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller Tage Für fromme nicht mehr sein wird 4. Wie lieblich hebt sich das leid und klage, Empor, nach getraide, Getränket durch den jenes weltgerichts getümmel, regenguß? Und wie vergnügt Ein neuer himmel. betritt die weide Der neu 11. Wir werden dann zu belebten thiere fuß? Der einem neuen leben Hervorgehn, muntern vögel frohes heer werden dir entgegen schweben, Singt froher des erhalters In diesen neuen Himmelehr. aufgenommen Mit allen frommen. 5. O gott es bringt uns 12. Weil wir noch hier donner deiner hand. Er bahnt manchen segen Der blitz und sind, sei von uns erhoben, den weg wohlthät'gen reDann, werden wir mit neuer fraft dich loben, Dir bringen, auf gen Herr, für alle deine werke dir, Preis, dank und stärke. das land. D'rum wird Und fruchtbarkeit strömt wenn der frevler zagt, Von christen freudig dank gefagt. Nach dem Gewitter. Wer nur den lieben gott. 6. Jetzt sprichst du zwar o ist, nach gottes nicht mehr aus wettern; Doch rath und wille, heilig bleibst du für und Das wetter glücklich nun vor- für. Dein blitz droht nicht bei, Und bei der angenehmsten mehr zu zerschmettern, stille bt alles auf und lebt bleib ich aufs neue. Herz! fordert dies dir. Du nicht deinen dank Und deinen zuversicht. frohen lobgesang? zage nicht. 679. Doch ehrfurchtsvoll vor bleibst stets meine Ich liebe dich und 2. Bet e2 436 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. 2. Bei Feuers nöthen. 7. Indessen gönn uns arFür Abgebrannte. men, vater, dein erbar In allen meinen thaten. men 680. jammervolle D Und steh uns mächtig ta- bei; Daß künftig neuer segen, ge, Da so viel Auf allen unsern wegen, angst und plage Uns hart be- Nach deiner huld stets bei troffen hat: Ein großes maaß uns sei. voll thränen, Jst bei dem ban- 8. Ersetze, was zusammen gen sehnen, Jegt unsre speise Wir durch die wuth der flamfrüh und spat. men So schleunig eingebüßt. 2. Drum fallen wir in bu- Erfülle dies begehren. Du Be Dir höchster gott, zu fu- wirst uns, gott, gewähren, ße, Erkennen unsre schuld: Was unsrer wohlfahrt dienErbarme dich der sünder; lich ist. Verstoß nicht deine kinder; 9. Erbaue, was zerstöret Erzeig uns wieder gnad und Und was die gluth verzeh huld. ret. Steu'r fünftig allem 3. Gedent an beine treue brand: So wollen wir von Wir flehen voller reue Ach, neuem Uns deiner güte freumert auf unser flehn. Du en, Und ehren dankbar deine bist ja unser vater, Erhalter hand. und berather. Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünden schaNach der Feuersgefahr. Wenn wir in höchsten nöthen. de: So ist doch deine gnade 681. Gott, dessen macht Noch größer als die schuld. des Du kannst uns nicht verder- Zum segen und verderben schafft, ben. Denn christi blut und Mit sterben Erwarb uns deine gnad walt und huld. welcher schrecklichen ge Verwüstets Verwüstets und wie bald! 5. Wir flehn durch seine 2. So manche Häuser hats wunden, Wo wir stets heil ge- verzehrt, So mancher menfunden. Ach gib uns trost und schen glück zerstört, Auch dies heil. Laß sich um deren wil- hat beine hand gethan. Wir len Doch unser elend stillen, weinen herr, und Gib uns an deiner gnade an. theil. beten 3. Wir weinen, doch ver6. Es soll dir leib und le- ehren wir Auch deine huld, ben Zu deinem dienst ergeben, sie half auch hier; Und hielt und aufgeopfert sein. Dein der flammen schnellen lauf, geist, herr soll uns führen Der übrigen zu schonen, auf. Und jederzeit regieren. Dein 4. Mit unsern brüdern wort, o herr, soll uns er- seufzen wir, In ihrem jam freun. imer, gott, zu dir. Laß sie nicht 2. Bei Feuersnöthen. 3. In Wassersnoth. 437 nicht hülflos, tröste sie Die du Beschütz uns gut und legebeut hast, segno sie. ben. Dann wollen wir, Dir 5. O gib, daß wer ver- gott, dafür Dant, preis und schont ward, nicht Vergesselehre geben. seiner schönsten pflicht Der pflicht, betrübte zu erfreun, nach geendigter Wasserss Barmherzig und auch mild zu noth. sein. Nun danket alle gott. 6. Was du uns nimmst, 683, Lob, ehr und dank das kannst, du, gott, Auch sei dir, O growiedergeben, jede noth In ßer gott, gesungen, Daß du heil verwandeln, weis' und gut durch deine macht Die wilde Ist alles, was dein wille fluth bezwungen. Es tobete thut. der wind, Das wasser schreck7. Gib unterwerfung und te sehr, Die wellen rauschgeduld, Daß wir nie deiner va- ten schon Fast über uns das terhuld Verlustig werden; voll her. vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 2. Doch mitten in der fluth Bewiesest du erbarmen, Und 8. Schütz unser ganzes va- halsst uns väterlich; Du zeigterland Vor mangel, seuchen, test an uns armen, Daß du trieg und brand. Gib, weil von herzen doch Die mendu unser vater bist, Uns allen schen nie betrübst, Und im was uns selig ist. betrüben auch Sie als ein va ter liebst. 3. In Waffers noth. Was mein gott will. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu 682. Wir sind in noth, toben. Gott, du hast sie beLaß uns, o gott, droht Mit starker hand von Die fluth nicht überschwem- oben. Die wasser laufen ab, men! Nimm uns in acht, Wehr Der mensch wird wieder froh, ihrer macht, Du kannst die Der voll von furcht und wogen hemmen. Verbirg jetzt angst Nach hohen orten nicht dein angesicht. Gedenk floh. an uns in gnaden. Gott, 4. So sei denn nun ge wenn uns jetzt Dein arm be- preißt, vater aller güte, schützt, Was kann die fluth uns Nimm an, was wir dir jetzt schaden? Aus dankbarem gemüthe Für 2. Ach, hilf uns, herr, deine große treu Zum opferAllmächtiger, Um jesu christi bringen dar, Selbst unser willen! Ach du allein Kannst herz soll sein Der Lob- und sturm danka tar. uns befrei'n Kannst und well en stillen. Erbar- 5. Erfreute wiederum Das me dich. Hilf väterlich land, daß du betrübet, Erquicke 438 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. quicke uns, dein volt, Das tigungen gut: So fassen wir in sich dir, herr, ergiebet Zu frommer stille Dennoch zu dir ewig treuem dienst. Gib neue den frohen muth, Daß du gefruchtbarkeit, Und schenk auf wiß zur rechten zeit, Uns zu diese fluth Uns segensvolle erretten seist bereit. geit. 4. In Krigszeiten. 6. Du züchtigest doch stets mit massen Und meinst es immer väterlich: Auch uns wirst Wer nur den lieben gott. du nicht ganz verlassen, Und 684.& zieht, o gott, unsrer noth erbarmst du dich. ein kriegeswetter Wir sollen nur durch angst Jetzt über unserm haupt ein- und pein Geläutert und gereiher; Doch bist du unser schuß nigt sein. und retter, So fürchten wir 7. Froh werden auch wir uns nicht zu sehr. Wie hef- rühmen müssen, Wenn du uns tig auch gefahr und noth Den wieder wohlgethan: Gott brach, völkern und den ländern nach uns verborgnen schlüssen droht. Zum heil uns auch durch noth 2. Gib, vater, in so trü- die bahn. Du bleibest unsre ben tagen, Uns nur den finn, zuversicht, Barmherziger, ver auf dich zu sehn, Und da, wo laß uns nicht. andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn, Weil nie doch menschenhülfe nüßt, Nach erlangtem Frieden. Wenn deine rechte uns nicht schützt. In voriger Melodie. 685. Gjelobt, gelobt seist 3. Kein blinder zufall herrscht du mit freuden, auf erden, Du bist es, der Gott, der du liebreich an uns die welt regiert. Ein jeder denkst, Und nun uns nach muß es inne werden, Daß des trieges leiden, Des frie deine Hand die welt regiert dens wonne wieder schenkst. Drum wollen wir, herr voll Du heissest die verwüstung vertraun Auf deinen schutz und fliehn, Und sicherheit und segen hülfe baun. blühn. 4. Wir fallen gern in dei- 2. Herr, das thust du, was ne arme, vater der barm du behütest, Dem darf sich herzigkeit! Und flehen demuths- kein zerstörer nahn. Wenn voll: erbarme Dich über du, allmächtiger, gebietest, Ist uns zu dieser zeit! Laß gna- alle zwietracht abgethan. Auch de nur für recht ergehn: So über uns hast du gewacht, bleiben wir noch aufrecht Auch uns die ruh zurückge | bracht. stehn. 5. Und findet, herr, dein 3. O chriften fühlt das weiser wille Noch ferner züch- ganz und preiset Frohlockend ibn 439 4. In Kriegszeiten. 5. In Theurung. ihn der uns erfreut; Der sei- scher aller welt, Du vater nes armes macht beweiset, voll erbarmen, Der ewig glauUnd bei der macht barmherzig- ben hält, Du unsre zuverteit; Der uns auf gnaden- sicht, zu dem wir alle flehen, flügeln trägt, Und wunden Auf den wir kindlich sehen, heilet, die er schlägt. Verlaß, verlaß uns nicht! 4. Preist ihn durch freu- 2. Erbarmender ach wende diges vertrauen! Ihr seht, Der zeiten schweren lauf! Thu was seine hülfe kann. Er läßt deine milden hände, Uns zu sie uns auch ferner schauen, versorgen, auf! Was irgend Und nimmt sich unsrer mächtig leben hat, Nährst du mit wohlan. Wo wir nichts können, gefallen, Nähr uns auch, schaff nichts verstehn, Wird, was uns allen Bei unserm mangel uns nützt, durch ihn ge- rath! schehn. 3. Herr, der du auch uns 5. Preist ihn durch wohl schufest, Steh uns mit hülfe thun und erbarmen, Wo ihr bei, Allmächtiger du rufest der brüder noth erblickt; Daß Dem nichts, damit es sei. ihr die leidenden und armen zu helfen ist dir leicht, Du Speist, tränfet, fleidet und er fannst dem mangel wehren, quickt. Damit sich alles, alles In überfluß ihn kehren freu', Und durch den frieden Wenn's uns unmöglich glücklich sei. deucht. 6. Preist, preist ihn durch 4. Die früchte laß gerathen ein frommes leben; Dieß ist der beste lobgesang! So viel und deine hülf uns sehn; ist uns von ihm gegeben! So Erquicke du die saaten, So ſehr verdient er diesen dank! oft sie traurig stehn. Herr baue selbst das land, Olasset Herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer Tränt es mit tau und regen, Und füll es an mit ſein! 7. Nimm, vater, unsers segen, Aus deiner milden dankes lieder Auch jetzt mit hand. wohlgefallen an. Froh schal- 5. Erhör uns, vater, frölen unsre tempel wieder Von ne Das jahr mit deinem dir, der uns so wohlgethan! gut, Daß sich das Herz ge= Herr, unser gott, dich loben wöhne Zu wohlgefaßtem wir, Herr gott, wir danken, muth. Lehr es sich deiner danken dir! freu'n Stets zutraun zu dir haben, und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. 5. In Theurung. Von gott will ich nicht lassen. 686. Du bester troſt der 6. Allgütiger, wir hoffen armen, Beherr- Auf dich und deine treu. Oft 440 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Gehorchen, die nur leOft hat uns noth Und da standst du betroffen, herrn, uns bei. ben. Sprich nur dein mächtig 6. Auch glauben wir an wort, Daß wir den mangel deinen sohn, Um jesu willen Heben, Wir werden froher duld und schon; Und laß uns leben, Dich preisen hier und trost erscheinen. Streck aus die hand, Und laß das land Nicht länger hilflos weibort. nen. 6. Bei gefährlichen Seuchen. In dich hab ich gehoffet. 7. Sei mit den sterbenden, daß sie Dein antlik schaun und alle, die Noch leben, die 687. Du, gott, bist unsre bewahre; Tröst in dem schmerz hülf und macht Daß unser herz, Wie gern du Wenn uns dein auge nicht be hilfst, erfahre. wacht, Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir, Du wollest dich dir dann, Und betet dich, erretter, an, Und preiset deine gnade. Dann wandeln wir, 2. Der seuchen gift verbrei- gott, vor dir Mit freuden O tet sich Weit um uns her, deine pfade. erbarme dich, Laß uns nicht 8. Das ganze volk frohlockt erbarmen. plötzlich sterben. Entreiß dem 7. In allgemeiner Noth tod Uns, der uns droht, Entreiß uns dem verderben. überhaupt. 3. Du bist ein gott, der Wenn wir in höchsten nöthen. gern verzeiht. Laß uns den 688. Nimm von uns, noch barmherzigkeit, Für deinem herr, wir flehn throne finden. Und dein ge- dich an, Dich der allein uns richt Vertilg uns nicht In helfen kann, Nimm von uns, unbeweinten fünden. herr, der strafe last, Die du 4. Kein reichthum schützt; uns aufgeleget hast. kein stand; kein ort; Hier 2. Herr, unsrer schulden zahl weinen wittwen; eltern dort; ist groß! Wer wird die böse Und da verwaiste kinder. Die neigung los? Wer ist, der seuch erreicht auch den, der seine sünden zählt? Wer von fleucht, Den frommen, wie den uns weiß wie oft er fehlt? sünder. 3. Nicht schwachheit mur 5. Deß alles sind wir auch missethat Ist's, die dich werth, doch wir Beweinens, gott, beleidigt hat. Oft has gott, und flehn zu dir! Du ben wir der menschheit werth, wollest uns vergeben, Wir dein göttlich ebenbild ent wollen gern Dir, unsermehrt. 4. Ge 7. In allgemeiner Noth überhaupt. Nun danket all' und bringet. 4. Gerechter gott, vor dir, vor dir Bekennen und bereuen 689. Gott, ein erbarmer wir: Demüthig klagt dir herz warest du Des und mund: Wir brachen deinen volkes israels. Du führest sie heil'gen bund. in's land der ruh, Und warst 5. Ach laß, uns noch erbar- ihr gott, ihr fels." mung sehn: Laß noch vor 2. Sie sündigten, du strafuns vorübergehn Die strafge- test sie; Da flehten sie um richte, die uns drohn, Und gnad. Du gnädiger erhörtest gib uns nicht verdientensie, Wenn fromm ihr herz dich lohn. 441 bat. 6. Hörst du uns nicht, 3. Mit demuth und mit zuhör jesum christ, Der unser versicht Flehn wir dich vater freund und mittler ist, und an, Verstoß uns deine kinder laß noch stehen dieses jahr nicht, Du bist's der helfen Den baum, der ohne früchte kann. war. 4. Dein vaterherz erbarmet 7. O geist der gnad' und sich; Ist willig zum verzeihn. des gebets, Regiere du fort- Der menschen wohlfahrt freuet hin uns stets! Laß unser Herz dich, Dich schmerzet ihre von sünden rein, Und unsern pein. wandel heilig sein. 5. Ach kehre wieder und 8. Ström deinen segen herr, erquick Dein volt, das zu dir ins land, Thu auf die milde weint: Mit deinem segen vaterhand, Gib unsern feldern komm zurück. Bleib ewig undein gedeihn, Hör nicht auf ser freund. vater uns zu sein. 6. O vater! wir vertraun 9. Verleih uns frieden auf dich, Auf deine gütigund verleih, Daß unser herzeit. Vergib uns armen vädir dankbar sei. Nie sei dein terlich Die fünde, die uns volk der feinde spott, Zeig reut. immer dich als unser gott. 7. Wirst du erhören und verzeihn: So freut sich unser 10. Nimm unser größtes geist: So wird dein voll auch gut uns nicht Erhalt uns frömmer sein, Wenn es dich deines wortes licht, Das licht dankbar preist. das uns die dunkle nacht Des pilgerlebens helle macht. 8. Ach, vater, schone unser land! Vergib uns unsre 11. Und fährst du hier zu schuld! Wir küssen deine vastrafen fort: So schone, gott, terhand, Und flehen: hab ge= nur unser dort Und gehe, va- duld. ter, gehe nicht mit deinen findern ins gericht. 9. Laß güte, treu und redlichkeit, Laß frieden bei uns 442 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. und blühn Laß liebe und ge- an der länder noth und heil rechtigkeit Nie unter uns ent- Nimmt kind und frevler seinen fliehn. theil; Nach unerforschter wei10. Treu wohn' in jedes ser wahl; Nicht nach der werke menschen brust, Zu aller wohl- maaß und zahl. ergehn, Daß gottes engel stets 4. Laut ruft uns jedes mit lust Herab zur erde schickjal zu: Wir sein nur sehn. statist staub und herr seist du. Doch 11. Vom himmel wird ge- hast du ewig schon geſehn Der segnet sein, Wer thut, was menschen dir gefällig flehn, gott gefällt! Dann werden wir Und hast bestimmt, wo wie uns dankbar freun, Gott seg- und wann Die weisheit sie net haus und feld! erhören kann. 12. Gott leitet uns zur 5. Dir unterwirft sich unewigkeit, Nach seinem weisen ser herz; Doch zittert es vor rath, Geheiligt sei ihm noth und schmerz; Und dies jederzeit Gedanke, wort und gebet, das unsern geist Zum that. himmel von der erde reist, Und 13. Getrost sehn wir auf das dein wort uns selbst geseine hand, Und trauen seiner beut, Das hörtest du von güt, Und hoffen auf das va- ewigkeit. terland, Wo ewig friede blüht. Vater unser im himmelreich. 6. Wend ab von uns, o herr, die noth, Die elend und verderben droht. Da 690. in mensch ein stehn wir gott vor deinem fürst, ein ganzes thron, Vertraun auf Jesum land, Was sind sie, herr, in deinen sohn. Er starb für deiner hand? Du winkst! so unsrer sünden schuld; Du sind wir nichts als staub, schenkst sie und verzeihst mit Des unglücks und des todes huld. raub. Du wintst! so strömt 7. Herr vor dir beugt sich uns freud und ruh Aus deiner herz und knie: Ach rette, gottesfülle zu. schütze, tröste die, Die dein 2. Unhaltbar gehst du deine verborgner weiser rath Er bahn Mit menschenmacht ist schreckt, geprüft, gestrafet hat: nichts gethan, Die niemals Erschüttre jedes lieblos herz; deinen rathschluß bricht, Es Gib mitleid mit der brüder sei uns wohlthat oder nicht, schmerz. Wer ist der deine tiefen seh? 8. Und will dein unerforsch Du schaffst das wohl und ter schluß, Daß unser land schaffst das weh! noch leiden muß: So schrecke 3. Zwar schuldlos ist kein dann dein richterschwert mensch vor dir: Die fünder Den, der zu freveln noch bestrafst du oft schon hier, Doch gehrt; So tröste den, der gott 6. In Krankheiten. 443 gott noch liebt, Mit trost, den zu lenken, Daß ich in meiner deine huld ihm gibt. pilgrimszeit mit neuer treu 9. O vater, der du mäch- und redlichkeit Auf deinen we tig bist, Dir beugt sich, dir gen wandle. 1 vertraut dein christ. Wir 5. Du weißt, wie wenig trau'n dir unserm gott und ich vermag, Du wollest selbst herrn, Du hörst gebet und mich leiten, und recht auf hilfft uns gern! Beweis durch meinen sterbetag Durch frömjefum gnad und huld! Schon migkeit bereiten, Daß über uns verzeih uns unsre alles, alles ich Dich lieb, und ſchuld! dankvoll gegen dich, Dich liebe, gott, dir sterbe. 6. In Krankheiten. Es ist gewißlich an der zeit. 691. Ah lieber gott! ich und vater, iſt mir und Daß ich jetzt schmerzen leide: bitte dich, Hilf Doch weiß ich, daß du vater andern franken, bist, Und dieß ist meine freude. Und segne jeden doch wie Dir ist die trankheit wohl bemich mit heiligen gedanken. kannt, Mein leben steht in deiGib uns gelassenheit und ruh ner hand, Du zählest meine Und unser bester arzt sei du; tage. In schmerzen unser tröster. In voriger Melodie. 692. Dein wille, herr, 2. Belohne, 2. Wenn in mir manchen treuer vater augenblick Gesundes blut geDie liebreich meiner flossen: So schenktest du mir pflegen; Für ihre treue segne gott, dieß glück, Das ich ſo sie mit deinem reichen segen. oft genossen. Oft war ich Gib gegen sie mir freundlich frei von jedem schmerz, War teit. Laß mich aus unzufrie- gutes muths, drum, o mein denheit Sie nie durch murren Herz Leid jetzt auch unverfränken. drossen. 3. Soll diese frankheit tödt3. Nein bester vater gib lich sein; Soll ich die welt nicht zu, Daß ungeduld mich verlassen: So laß von sün- kränke. Gib deinen geist mir, denlieb mich rein, im glau- der mir ruh Für meine seele ben dich umfassen. Gib luft schenke! Den geist, der start und kraft zu jeder pflicht, in schwachen ist. Damit ich als Lehr mich im glauben an's ein wahrer christ Dieß leiden gericht, Die liebste sünde willig trage. haffen. 4. Vergessen laß mich's va4. Doch willst du, bester ter nie, Du seist und bleibst vater mir Gesundheit wieder die liebe. Gib nicht zu, daß schenken; So fleht mein Herz mein Herz doch je Unglaubig dankbar zu dir, Es all'zeit so sich betrübe. Trug jesus nicht auch die, 444 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. auch meine schuld? Ist grän- weißt, was jeden tag Dein zenlos nicht deine huld? Nicht schwaches Kind ertragen mag. emig deine liebe? Hilf mir, erbarm dich meiAus tiefer noth. 5. Das eilen meiner lebens- ner. zeit Laß mich, mein gott, erwägen. Der todesnacht der 693. Die krankheit, du ewigkeit Flieg', ich stets mehr gerechter gott, entgegen; Erst dann, wenn Die ich jetzt an mir spüre, dieß mein geist bedenkt, Sich Bezeugt mir, daß ich meinen recht zu dir zum himmel lenkt, tod Stets in und bei mir füh Wird mir mein schmerz zum re. Ja, jede stunde, jede zeit segen. Erinnert mich der sterblich6. Voll hoffnung wend' ich keit, Und spricht, denk an dein mich zu dir, Dir will ich ende. bent. mich ergeben. Schenk wahren 2. Du hast die schmerzen ernst und weisheit mir, Wie auferlegt, Die meine glieder du befiehlst, zu leben. Be- tragen; Doch da mich deine wahre nur für heuchelei, liebe schlägt, Willst du mir gott, mein herz: zum himmel damit sagen: Des todes ure sei Gerichtet mein bestre- sach ist in dir! Dein Leben aber kommt von mir, Und 7. Ach jeden, jeden augen- steht in meinen händen. blick Laß mich, mein gott, dir 3. Ja wahrlich deine vaterweihen; Zieh von der erde hand Will mich durch leiden mich zurück; Laß nichts den rühren, Und mich von allem geist zerstreuen. Kein glück eiteln tand zu edeln sorgen der welt, fein traum der zeit; führen. Wenn ich gleich sehr Gott und das glück der ewig- entkräftet bin, Wird doch, dein feit Sei meine höchste freu- treuer vatersinn Mir, wo es de. dienlich, helfen. 8. Ach zum gebete schenke 4. Beschlössest du in deinem mir Noch munterkeit und rath: ich sollte länger leben: stärke; Mein Herz wird sonst So kannst du leicht auch in entfernt von dir, Und träg' der that Den mitteln träfte zum guten werke. Will gleich geben Ist aber dies dein wei mein geist, der leib ist schwach, ser schluß; Daß ich nunmehro Hilf beinem kinde, vater sterben muß; So bin ich auch mach, Daß deine kraft ich zufrieden. spüre. 5. Dieß eine bitt ich, heile 9. Laß nicht zu, daß der nur Die wunden meiner see krankheit pein zu groß mir len. Wenn gleich im leih schwachen werde. Laß deine lichen die fur Und alle mittel gnade mich erfreu'n, Und mil- fehlen. Dann leb ich fromm bre die beschwerde Du, vater, vor dir, o gott: So werd' ich 6. In Krankheiten. 445 ich auch bis in den tod Stets 7. So hilfst du, herr, in beine wege preisen. In allen meinen thaten. gnaden Und heilst den seelenschaden, Wenn du den förper 694. Mein jesu, der voll stäupst. Mein leiden wird mir schmerzen, Und segen, Auch auf den rauhsten matt am leib und herzen, Am wegen Seh ich, daß du die ölberg niedersant; Mein bester liebe bleibst! freund und tröster! Ach siehe 8. Vernimmt mein glaubig dein erlöster Liegt jetzt nach flehen, Laß mich doch hülfe deinem willen frant. sehen, Verbirg dich nicht vor stun- mir! Mein bester helfer, eile, ver- Erquicke, lindre, heile; ver- Denn meine hoffnung steht zu 2. Wie viel gesunde den Sind, wie ein strom schwunden! Wie schnell floß ein jahr. Du, herr, hast dir. mich gestärket. Ich hab' es 9. Vermindre meine plage, kaum gemerket, Daß ich ge- Verlängre meine tage, Wenn sund und glücklich war. es mir nüßlich ist. Im neu3. Jetzt, da ich schmerz em- geschenkten leben Will ich mich pfinde, Denk ich an meine dir ergeben Und rühmen, daß sünde mit wahrer reu und du hülfreich bist. leid. Du hast mich stets ge- 10. Doch soll ich bald erliebet, Und treu an mir ge- blassen, und diese welt verübet, Doch liebte ich dich nicht lassen: So waffne mich mit allzeit. muth. Laß mich mein haus 4. Ich warf mich nicht in bestellen, Und machs in allen demuth, Und nicht in wahrer fällen Mit mir und mit den wehmuth, Vor dir, erhabner, meinen gut. hin. Jetzt wirfst du meine glieder Aufs krantenbette nieBefiehl du deine wege. der; Und lehrſt mich, daß ich 695. Zeit, die ich ſeufzend bin. schmerz mehret 5. Jch wandte meine fräfte und ungemach! Betrübt ist Nicht stets zum Hauptgeschäfte, meine seele, Und fraft und Nicht stets zur tugend an. odem schwach. Fast jeder morDas fühl ich stets mit reue; gen Gelob dir wahre treue, Die- und weil ich gutes denken kann. sein 6. Wie oft bin ich beim be- nun, ten Ohn ernst vor dich ge- 2. Was zieht dich noth und treten! Wie laulich sucht ich plage Von freub und dandich! Jetzt lernt mein herz ken ab? Gedenk der ersten nun ringen, Und ernstlich zu tage, Die dir dein vater dir dringen; Jetzt ruf ich zu gab. O tage, reich an freudir flehentlich. den, An tausend segen reich! Besorgniß nur schmerz; Doch gott will geehret! Ehr ihn auch mein herz! as 446 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Was sind nun diese leiden, tödten, Ich dich im glauben Vergleich ich sie mit euch? faß'. 3. Daß ihr mich einst be- 8. O schent mir licht und glücket, Wem dank ich's? got- gnade, Lebendig einzuseh'n; tes huld! Daß frankheit mich Es sei für mich kein schade, jetzt drücket, Wem dank ich's? Den trübsalsweg zu geh'n; meiner schuld! Nun muß mir Damit die last ich trage In schmerz beweisen, Was leicht- siegender geduld, Und nimmersinn oft vergißt, Daß unser mehr verzage An dir und dei leib nicht eisen, Sein bau nicht ner huld. ewig ist. 9. Nun so gescheh dein wille 4. Mein gott in tiefer reue, Getreuer gott, zu dir Ist meiMir meiner schuld bewußt, ne seele stille, Denn täglich Komm ich, der ungetreue, Und hilfst du mir. Wo vor sollt schlag an meine brust: Laß ich erbeben? Du bists, o gott, mich nur gnade finden: So mein theil. Im tode wie im duld' ich demuthsvoll, Was leben, Bist du mein licht und mich von meinen sünden Zum heil. guten leiten soll. In allen meinen thaten. 5. Denn du lenkst unsern 696. Ich hab in guten Herzen Selbst plage zum gele winn; Zeigst mir in großen bens glück empfunden, Und schmerzen, Wie schwach, wie freuden ohne zahl: So will nichts ich bin, und läss'st mich ich denn gelassen Mich auch inne werden, Daß diese gan- im leiden fassen, ze welt, Und alles gut auf durch geduld die qual. erden, Nicht trost für mich enthält. Versüßen 2. Ja, herr, ich bin ein sünder, Und stets strafft du ge 6. Du machst mich los linder, Als es der mensch ver von sünden, Dämpfst meinen dient. Sollt ich, beschwert mit übermuth, Und läsfest mich schulden, Kein zeitlich weh erempfinden: Das leiden sei dulden, Das doch zu meinem mir gut. Du zeigst mir in besten dient? nicht. der nähe Tod, ewigkeit, ge- 3. Dir will ich mich ergeben, richt; Wenn ich nun in mich Und weder ruh' noch leben gehe: Verstößest du mich Mehr lieben als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, 7. O gott, dein weg ist und nicht auf menschen bauen; güte, Und ewig wird er's Du hilfft und du errettest gern. sein. Drück tief in mein ge- 4. Laß mich nur gnade finmüthe mir diese wahrheit ein; den, Mich alle meine sünDaß in den tiefsten nöthen den Erkennen und bereu'n. Ich doch von dir nicht laß, Jetzt hat mein geist noch Und scheints, du wollst mich kräfte, Mein heil laß sein ge= 6. In Krankheiten. 447 geschäfte, Dein wort mein trost Mein banges und beklemmtes und führer sein. herz. 5. Wenn ich in christo ster- 4. Vielleicht empfang o be: Bin ich des himmels er- herr, ich heute Zum letztenmal be. Was schreckt mich grab dein leib und blut. Dr'um und tod? Auch auf des to gib dadurch dem herzen freude, des pfade Vertrau ich deiner und der verzagten seele muth gnade; Du herr, bist bei mir noch einmal, jesu, flehe ich, in der noth. Ach tröste und erfreue mich. 6. Ich will dem fummer wehren, Dich durch geduld ver- ner leiden Mir schwachen trost 5. Laß das gedächtniß deiehren, Im glauben zu dir und kraft verleihn. Laß es flehn. Ich will den tod bewill den tod be die quelle sanfter freuden Und denken, Du herr, wirst alles fenes Lebens vorschmack sein. lenken, Und was mir gut ist, Dein Leiden, dein versöhnungswird geschehn! tod Erquicke mich in meiner noth. Bei der Communion auf dem Krankenbette. 6. Ich sehe schon den himmel offen. Ich tröst mich Wer nur den lieben gott. 697. Ach fönnt ich doch meiner seligkeit. Was kannst mit deinen glie- du, seele, größres hoffen, Als dern Im tempel, jesu, dich was dir da dein gott verleiht? erhöhn, Und freudenvoll mit Nun komm ein neues leiden meinen brüdern Das dent her, Mein Herz erbebt dafür mal deines tods begehn! Doch nicht mehr! weil mich noth und krankheit 7. Und naht der tod mit plagt, Ist diese freude mir seinen schrecken; Ich bin getroft versagt. und zage nicht. Vom tode 2. Sieh hier auf meinem wirst du mich erwecken. Ich frankenbette Fei'r ich fürchte herr, nicht dein ges das abendmahl allein. Doch richt. Ich bin getrost, dein herr, ich weiß, an jeder stät- leib und blut Gibt mir im te Haft dit verheißen nah tode trost und muth. zu sein. Wo je ein from mer seufzt und weint, Da Nach erlangter Genesung. bist du, großer menschenfreund! Aus meines herzens grund. 3. Um trost ist meinem her- 698. 213 in der krankzen bange, Ich suche, herr, dein angesicht. heit schmerzen Um deine Die seele fast versant, Und nun hülfe, gott, wie lange, Ruf ich aus vollem herzen Mein und du erhörst noch nicht. flehn zum himmel drang: Ach stärke bei des leibes schmerz Da hörte gott mein flehn, Der 448 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Der treue der erhalter; Nun den, Und deine treu und soll auch den erhalter Mein freundlichkeit, Laß, vater, sie dank und lob erhöhn! empfinden, Gib muth und 2. Herr, über tod und le- kräfte ihrem geist: Gib jedem ben, Du meiner väter gott, reichlich, was du weist, Das Wie soll ich dich erheben, er bedarf zum heile. Mein heil, mein herr, mein 3. Den geist der ruhe und gott? Zu wenig ist mein geduld Wollst du den schwadank! Wer hat dich g'nug chen schenken. Laß sie an erhoben? Zu schwach ist, dich deine vaterhulb Zu ihrem trozu loben, Der engel lobge- ste denken. O möchte doch sang! dein will allein Jhr will und dir zu deine freude sein, O vater frevel- aller gnaden! will's 4. Gib ihnen allen kraft errettet und muth, Die schmerzen zu gott bestegen. Sei du ihr allerer- höchstes gut: Ihr innigstes gott vergnügen. Die leichte qual uns der kurzen zeit Laß durch den trost der ewigkeit Für sie ver4. Dir will ich nun ganz süßet werden. leben, und sein dein eigen 5. Ach jeden, wär er noch thum. Mein künftiges bestre- so schwach, Laß deine kraft ben Sei deiner gnade ruhm. empfinden; Und kluge tröster, Dir weih ich meine zeit. Vor vater, ach! Laß jeden kranten dir will ich stets wallen, dir finden. Die last der frankheit dienen und gefallen In alle und ihr schmerz Erwecke manewigkeit. ches christenherz Zum zärtlichen erbarmen. Aus tiefer noth schrei. 6. Den franken, der nun sterben soll, Den lehr, o vater, sterben. Ach jeder tugend werd 699. Für alle tranken bitt er voll, Geschickt dein heil zu ich dich Mit christ- erben. Ach jesu, mach zum lich gutem herzen Mein gott, himmelreich, Ihn fähig, deinem erleich tre väterlich Die last bilde gleich, Schon heilig hier von ihren schmerzen. Sprich auf erden. 3. Und doch von schweigen Wer eine that. Ich will's, ich bezeugen, Wie gott hat. Hört's, menschen, nur kann Vergeben und retten! Ach wenn wir nicht hätten, Wer hülf armen dann? Fürbitte für alle Kranfen überhaupt. tröstung allen schwachen ein 7. Den franken der durch Und laß auf dich, auf dich dich genest; Den lehre heilig allein, Mit festem muth sie leben; Der müsse, wenn du ihn erlöst, Durch liebe dich er2. Des gnadenlebens kurze heben; Nicht mehr im traum zeit, Den gräuel ihrer sün- der sicherheit; Nein als ein trauen. erb 7. In Todesnöthen oder Sterbelieber. 449 erb der erblichkeit Muß er ruh, Was kein sterblicher verunsträflich wandeln. nommen, Gottes heil gewährest du! Freudenerndten schenkt 7. In Todesnötben oder gott denen, die erst hier geSterbelieder. sät mit thränen; Alle thränen 700. Alle menschen müs- trocknet er Sünd und elend sen sterben, Ihre sind nicht mehr. herrlichkeit verblüht, Und wer 6. Jch entbrenne von verkann den Himmel erben, Der langen, Was ich glaub im licht zuvor den tod nicht sieht? zu sehn, Jene krone zu emStaub wird dieser Leib von pfangen, Bald erhöret gott erde; Doch, damit er himm- mein flehn. Diese hütt zerlisch werde, Wird er einst von fall im staube! Ich, ich weis, gott erneut, Und zieht an un- an wen ich glaube; Mir ist sterblichkeit. sterben ein gewinn, Denn zum 2. Darum will ich dieses vater geh ich hin. leben, Wenn es meinem gott 7. Welche tröstung, das zu beliebt, Willig ihm zurücke ge- wissen! Dieser großen hoffnung ben, Ihm, der mir den him- voll, Zag ich nicht in fümmermel gibt. Hab ich doch in nissen, die ich hier noch duljesu wunden Gnade, heil und den soll. Leicht und kurz sind trost gefunden; Und mein trost diese leiden, Sie verwandeln in todesnoth Ist des großen sich in freudent, Wenn ich christmittlers tod. lich sie ertrug, Bis gott spricht: 3. Und wer kann mich ihm es ist genug. entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen. Sein soll ich Christus der ist mein leben. mich ewig freun. Ja mir solls 701. Gott hab ich mich durch ihn gelingen, Mich zu ergeben, Und ihm empor zu schwingen, Freu- fahr im frieden hin. Denn denvoll vor ihm zu stehn, Sei- christus ist mein leben Und ne herrlichkeit zu sehn. sterben mein gewinn. 4. Da, da ist das freuden- 2. Ich freu mich abzuscheileben, Wo viel tausend seelen den, Und bei dem Herrn zu schon Mit des himmels glanz sein. Zu meines heilands überwunumgeben, Gott vor seinem freuden Geh ich erlöster ein. höchsten thron Dank und preis 3. Bald hab ich und ehre bringen, und mit den Gefahr der sünd und noth; engeln singen: Heilig, Vergebung hab ich funden; heilig, heilig heißt Gott, der Und selig ist mein tod! vater, sohn und geist! allen 4. Wenn meine fraft ver5. Vaterland verklärter from gehet ,. Die zung am gaumen men, Heil, unsterblichkeit und klebt; Das herz um gnade flehet 450 Dritte Abtheil. III. Lieber für besondere Vorfälle. flehet Und langsam schlägt und ter, dich genannt. In die bebt. ser seelenwürde liegt Ein hoff 5. Wenn meine augen bre- n ungsgrund, der nimmer chen, Und, wie zur dürren trügt. zeit, Der hirsch nach frischen 5. Dein sohn zeigt mir die bächen, Zu gott die seele beßre welt. Nun ist mein schreit. glaube festgestellt. Wie herr menschheit 6. Dann siehe meinen jam- lich wird der mer, Herr, steh mein elend werth Durch jesu zusag' auf an, Und öffne mir die kam- geklärt! kann. mer, In der ich wohnen 6. Glückselge aussicht auch für mich! Entzückt hebt mei7. Gib mir ein stilles ende, ne seele sich! Ich seh im Mein vater nimm von mir geist des christen lohn; Sch In deine treuen hände Den seh auch meinen himmel müden geist zu dir! schon! 8. Daß ich gekrönt mit 7. Da find ich, was bein freuden, Mit wonn und selig- guter rath zu meinem wohl teit, Nach überstandnem leiden geordnet hat, Genieße deines Bei dir sei allezeit. gnadenblicks, Und der vollen9. Dann sing ich mit der dung meines glücks. menge, Die dich im himmel 8. Viel freude gabst du mit preist, Dir ewig lobgesänge, schon hier, O gütigster, wie Gott vater, sohn und geist! dant ich's dir? Stets folgte kleinerm ungemach Die größere Nun laßt uns den leib. 702. Des toves graun, versüßung nach. des grabes nacht 9. So hat schon dieser kinds Flieht, herr, vor deiner wahr- heitsstand Der höh'ren hoff heit nacht. Mein geist, er- nung unterpfand. Die liebe, die hellt von deinem licht, Bebt mich hier beglückt, Die bleibt vor des leibs zerstörung und segnet unverrückt. nicht. 10. Des freudigsten ver 2. Es fällt ja nur die hütte trauens voll, Erwart' ich, hin, Mit der ich hier umgewas mir werden soll; Wann ben bin. Ich selber, lebend ich, von sünd und noth be wie zuvor Schwing aus den freit, Nun reife zur vollkom trümmern mich empor. menheit. 3. Ein inn'res mächtiges 11. Der tod darf mir nicht gefühl Verkündigt mir mein schreckend sein; Er führt zum höh'res ziel; Dies streben wahren leben ein. Durch gott nach der ewigteit Erhebt mich tes fraft besiegt mein herz Der über erd' und zeit! frankheit last, der trennung 4. Dich, höchster, hab' ich schmerz. hier erkannt, Voll liebe, va- 12. Wenn hier von uns, bie gott 7. In Todesnöthen oder Sterbelieder. 451 gott vereint, Der letzte auch schmerz. Er peinige mein arhat ausgeweint; Dann wird mes Herz. Die seele schreiet ein frohes wiedersehn Auf ewig still in mir: Nimm mich zu unser glück erhöhn. dir, nimm mich zu dir! 13. Herr unsrer tage führe 4. Ich blick zu deinem freuz du Uns alle diesem glücke zu; empor, Und halte dir dein sterDaß uns bei standhaft from ben vor. Mir kann in meiner mer treu, Des lebens end' todespein Nichts süßer als erfreulich sei. dein sterben sein. Jesus meine zuversicht. 703. Herr, ich bitte, nicht. 5. Verschmähe meine seufzer Dein geist foll, wenn stärke mich, Denn mein mund nicht spricht, m des todes schrecken nahen; Und schwersten kampf geschäftig sein, das grab eröffnet sich, Mei Und abba, vater, in mir ne glieder zu empfahen schrein. Stärke mich mit deiner macht, 6. Wenn einst mein sterDenn um mich wird alles bend haupt sich neigt, Und sich mein grab mit schrecken nacht. 2. Lindre, wenn es dir gezeigt: So sei dein wort: es ist fällt, Meine leiden, meine vollbracht, Mein licht in jener schmerzen, Laß die freuden die- todesnacht. ser welt Sein verbannt aus 7. Als sieger gingst du einst meinem Herzen. Steure jedem ins grab, Als sieger leg ich citlen finn, Daß der tod sei meinen stab Mit freuden vor mein gewinn. die bahre hin, Und freu mich, 3. Tröste mich mit jesu tod, daß ich selig bin. Tröste mich mit jesu wunden. 8. Jch traute, herr, auf deiDaß ich in der letzten noth, nen tod, Du hilfft mir in der Daß ich in den letzten stun- letzten noth; Und schließt sich den, Wann mein mattes herze dann mein lebenslauf: So bricht, Standhaft gehe zum nimm mich in den himmel auf. gericht. 9. Am jüngsten tag erwecke jesu christ, meins mich, Da sieht mein auge froh lebens licht, Mein auf dich. Ich weiß, im schrecktrost und meine zuversicht, lichen gericht Verdamm, mich Tief beugt mich meines elends mein erlöser nicht. last; Auch unter ihr erlieg ich faſt! 704. 10. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den 2. Mein gott, wo nehm ich vater sehn, Und du machst mich kräfte her? Der gang zur ewig- in deinem reich Auf ewig deikeit ist schwer. Nimm deinen nem bilde gleich! pilger an der hand Und führ 11. O frohe aussicht, nahes ihn in sein vaterland. ziel, Wie warten mein 3. Mich ängstiget des todes freuden viel! Wie selig ber 12 bin ich, 452 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. ich, wenn mein geist Sich dieser sich selig werden, Drum brauch hütte bald entreißt! ich euer nun nicht mehr. Du, Wer nur den lieben gott läßt. gott bists, wenn das eitle 705. Ich faffe, vater, deine weicht, Der mir des lebens hände, Und halte frone reicht. sie im glauben fest. Verlaß 7. Ich übergebe dir die meiden nicht an seinem ende, Der nen, Du vater der barmherzigewig sich auf dich verläßt. feit Laß ihnen stets dein trostDu bist mein gott von jugend licht scheinen, und bleib ihr auf. Hilf glücklich enden mei- gott zu aller zeit. Behüte fie nen lauf. für ungemach, Und bringe sie 2. Du hast nach deiner vater- mir selig nach. güte Beständig wohl an mir gethan. Erhör auch meine letzte 706. Ich will dich, gett, Nimm, mich dort im tod erheben, Vorige Melodie. zu ehren an. Ach vater, eins, Selbst noch am grabe dank ich noch eins ist noth, Ein gutes dir. Zum segen gabst du mir end, ein sel'ger tod! mein leben, Und auch zum 3. Du hast mich je und je segen nimmst du's mir. Mein geliebet, Versorgt, gestärkt, ge- leben sucht ich dir zu weihn, schützt regiert. Mich oft er- Drum bleib ich auch im tode quickt durch leid geübet; Oft dein. wunderbar, stets wohl geführt. 2. Gott welche feierliche Wohin ich ging, wohin ich stunden, Wenn du mich nun sah, War mir stets deine gute der erd entziehst! Auf mich, nah. den du getreu befunden, Mit 4. Auch jetzt auf meinem ster- schonender erbarmung siehst! bebette Sich meine noth mit Allmächtiger in dein gericht mitleid an. Erquicke, lindere Gehst du mit mir erlösten errette! Denn du bists, der nur nicht. helfen kann. Stärt mich im 3. Der leib wird schwach, guten bis ans end, Damit ich die morsche hütte, In der treu den lauf vollend. mein geist hier wohnt, zer5. Mein Heiland, treib die fällt. Schon gehen meine mifurcht zurücke, Besiege meinen den schritte Den weg zu gott letzten feind. Lent auch im aus dieser welt. Ich bin sterben meine blicke Auf deinen getrost und zage nicht, Denn tod, o seelenfreund, Sprich gott ist selbst mein heil und mir muth, trost und freude zu, licht. ruh. Mach ende, bringe mich zur 4. Wie sollt ich vor dem tode beben, Da du erlöser, 6. 3hr, meine güter dieser für mich starbst? Er ist durch erden, Ihr machet mir den tod dich der weg zum leben, Das nicht schwer! Denn jegund werd du am freuze mir erwarbst. Wic 7. In todesnöthen oder Sterbgesängen. 453 Wie du ihn gingst, will ich land, sprich: Ich leb', und ihn gehn, Wie du, werd' ich du sollst leben! Dies wort auch auferstehn! von dir nur mir genügt; 5. Laß auch das grab in Des todes schrecken sind beseiner nähe Mir noch die letz- siegt! ten schrecken dräun; Du, herr, 3. Dann droh mir nicht auf den ich hoffend sehe, Wirst dein angesicht, Gleich misseauch noch dann mein beistand thätern, das gericht, Und sein. So nah dem lohn, den laß mich nicht verderben. gott verspricht, So nah am Nicht sterben laß mich, herr, ziele zag ich nicht! wie die. Die dich verwarfen, 6. Du wachest über meine die sich nie Bereiteten zu sterseele, Wenn sie ihr haus, den ben! Was ist so furchtbar als leib, verliert: Gibst deinem der tod, Der ewige verwerboten dann befehle, Der sie zu fung droht? deinen freuden führt; Zu denen 4. Ach sterben, sterben wird der rechtschaff'ne christ Durch den tod, Der ewige verwerjesu tod berechtigt ist. fung droht, Wer, herr, dein 7. Ich will dich noch im heil verachtet! Wer nicht in tod erheben, Selbst noch am deinem blute rein, Sich bozgrabe preis ich dich! Dann haft weigert, fromm zu sein, ewig werd' ich bei dir leben, mit vorsatz dich nicht achtet; Und da erfreu ich ewig mich! Ach den ergreift der tod, der Für mich ist selbst der tod tod, Der ewige verwerfung gewinn, Wohl mir, daß ich droht. erlöset bin. Dewigkeit du donnerwort. 5. Von angst des todes ift der frei, Der dir geweiht ist, heiland, dir getreu, Jhm ist er keine meine pilgerzeit strafe. Gelobet sei der herr, Nun ganz durchlebt ist, und mein licht, Des todes macht der streit Des glaubens aus- erschreckt mich nicht: Mir wird gestritten. Wann faum mein er nur zum schlafe. Er ist sterbend herz mehr spricht, ein finstrer weg; doch mir Dann jesu komm und schweige Ein weg zum leben und zu nicht zu seinen letzten bitten! dir. Erhöre mich, wenn mein ge- 6. Gelobet sei der herr, mein bet Um trost zu dir, um gnade schild, Der mich mit ruh und fleht. trost erfüllt, Mit willigkeit zu 2. Wann mich kein freund sterben! Ich glaub an ihn und mehr trösten kann, Und doch bin gewiß, Er führt mich aus mein herz bebt, sage dann: der finsterniß Zu seiner freuDie sünd ist dir vergeben. Ach den erben. welchen jubel wenn des todes schrecken mich stimm ich dann Dem todesErgreifen: dann mein hei- überwinder an! 7. Sib 707. Mann 454 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. 7. Gib, jesu, deinen from- leib erwacht, wie groß bist men fraft, Den schwersten du, Und welch' ein trost im schritt der pilgerschaft Getrost, tode! wie du zu enden! Sprich zu 5. Des to des schmerzen, den schwachen seelen: ich Bin gott, will ich, Wenn er nun euer heiland, freut euch, fommt, verachten, Und mit sprich: Ich will euch nun getrostem blick auf dich, Nach vollenden. Erquicke sie, und meinem ziele trachten, Und nach dem streit Erhöhe sie zur mich dem ziele freudig nahn, feligkeit. Mein himmlisch kleinod zu empfahn, Das jesus mir erWenn mein stündlein vorh. Ich hab' meine sach gott. 708, Wenn einst mein worben. sterbend auge bricht, Mein letzter hauch verschwindet; Mein leib erstarret und selbst nicht, Daß er entschläft, empfindet. Wenn 709. Du willst erhören, um mich, den entschlummerngott, sein flehn, den, Nun alle meine lieben nicht ins gerichte mit ihm gehn, stehn, Und angstvoll mich be- Der jezzo deiner ewigkeit Sich weinen. naht, befreit Nun bald von 2. Dann, vater, nimm ihn dieſer eitelkeit. auf den geist, Der freudig zu 2. Des lebens und des todir fliehet, Der dankbar deine des herr! Nun ist für ihn die güte preist, Daß er den tod zeit nicht mehr. Du hast ge nicht siehet; Dann tröste, die zählt des hauptes haar, Sein betrübt um mich Mit thränen todesjahr Bestimmt, als feine klagen; laß sie sich Mehr mei- zeit noch war. ner wonne freuen. Fürbitte für einen Sterbenden. 3. Erfüllt ist seiner leiden 3. Mein hingefallner leib zahl, Er leidet jetzt das letzte bleibt hier, Ihn wird das mal. Ach sei in seiner todesgrab verschließen. Heil mir, noth Sein freund und gott; das grab wird dennoch dir Ein schlummer sei für ihn der Ihn wiedergeben müssen! Du tod! kommst, erwecker, deine macht, 4. Vollende, vater, seinen Die ihn aus nichts hervorge- lauf. Nimm ihn zu deinem bracht, kann auch aus staub frieden auf. Verlaß ihn, wenn ihn bauen. sein herz nun bricht, Verlaß 4. Wie könnt ich trauern, ihn nicht, Herr, herr, mit daß im tod Mein leib zu staub deinem gnadenlicht! vermodert? Wie könnt ich kla5. Erleichtre ihm den letzten gen, da ihn gott Vom todeschmerz, von dir erquicket, wieder fordert? O hoffnung, ruh sein herz. Durch jesu todaß nach kurzer ruh Mein des schweiß und blut, Das. ihm 8. In Todesnöthen. 455 ihm zu gut Er einst vergoß, tlagen; Doch, als christ, nicht stårk ihm den muth. zagen. 6. In ihm vermehre deine 2. Heidnisches getümmel ruh, Sein armes herz er- Jammert laut gen himmel, quicke du. Geist gottes, laß und betäubt das ohr! Abgein ihm vertraun Auf jesum härmte mienen Todesangst in schaun, Und so entgehn des ihnen Blicken da hervor. todes graun. Ohne gott Läßt uns der tod 7. Mach ihn getrost, o geist nichts als fummer, furcht des Herrn, Zeig ihm den gna- und grauen Bei den gräbern denlohn von fern, Laß ihn den schauen. himmel offen sehn, Und jesum 3. Zwar der freundschaft zähstehn, Bereit, ihn gnädig zu ren Können nicht entehren erhöhn. Menschliche natur; Doch am 8. Ach gnade, gnade geh für tag der leiden Heulen nur die recht! Denn von dem mensch- heiden. Christen weinen mur. lichen geschlecht ist selbst der Sind nicht blind, Wie heis heiligste nicht rein! Wer kann den sind, Die, wenn sie den wohl bein, Gott, ohne deine freund begraben, Keine hoffe huld sich freun? nung haben. 9. Sei richter, ihm nicht 4. Wahre christen wehren fürchterlich. Erbarme seiner seele Ungestümmen zähren Den zu dich, Auch aus der tiefe rufet freien Lauf. Denn all unser fie, Erhöre sie![ erlöse, gott, sehnen, und ein strom von erlöse sie! thränen Weckt den freund nicht 10. Behüte ihn in seinem auf. Die ihr tlagt, Seid uns tod, Ihn segne, segne, segne verzagt, Gottes welt ist nicht gott! Wann nun sein auge verdorben, Wenn ein freund sterbend bricht, Leit ihn dein gestorben. licht, Tröst ihn vor deinem 5. Christen, welche hoffen, angeficht! 8. Bei Sterbefällen. Chriftliche Trauer um Freunde. Jesu meine freude. 710. Gott hat mich beSehn den himmel offen, Wo ihr tröster ist; Der bie thränen stillet, Erd' und himmel füllet, Kein geschöpf ve gißt. Und den freund, Den man beweint, Wann er selig abgeschieden, Ruhet bort im trübet, Freund, frieden. den ich geliebet. Ach du bist 6. Christen dürfen wei nicht mehr! Tiefe stille trauer, nen Ueber den gebeinen, Die Bange to desschauer Herr- das grab verschließt, Doch schen um mich her; Und der nur eine zähre, Die dam schmerz Berreißt mein herz, freund zur ehre, Und nicht Ich bin mensch: hier muß ich immer fließt; Denn ihr blick Sicht 456 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Sieht nach dem glück, Das mir fehlt die treue hand der menschenfreund dort oben Am weg ins beßre vater Uns hat aufgehoben. land, Mir fehlt des lebens 7. Durch des lebens wüsten freude. Wandern fromme christen Hin 3. O jesu, ach dein liebnach kanaan; Und auf diesen reich herz Kennt selbst der wegen Ging zu seinem segen freundschaft edlen schmerz Den Unser freund voran. Seele, ich zu tragen habe. Du selbst du Wirst auch zur ruh In das hast auch als freund geliebt, land des friedens gehen Und Dein zärtlich herz war auch den bruder sehen. betrübt, Bei deines freundes 8. Freunde treffen dorten, grabe. An des himmels pforten, Ihre 4. Doch sei mein schmerz freunde an. Und ein david auch noch so groß; Mein fennet, Ewig ungetrennet, Sei- freund ruht nun in gottes nen jonathan. Eltern gehn schoos. Vor gott will ich mich In jenen höhn Frommen tin- beugen. O seliger, genieß dein dern an der seite Mit verein- glück. Ich wünsche dich nicht ter freude. mehr zurück: Geduldig will wille, ich schweigen. Unter 5. Der leichnam ruht im augen stillen grab, Gott nahm ihm ver- seine schmerzen ab, Und alle em- last der leiden. Empor ge 9. Es gescheh dein Vater, seufz ich stille meinem flohr. Meine schauen Glaubend voll trauen Zu dem Herrn geduld und flogen ist der geist Zu gott, thau in dür- der aller vater heißt, Zu sei ren wüsten In das Herz der nes heilands freuden. christen. por Träufle du ruh Gleich dem 6. O trost, o hoher trost s für mich! Betrübtes herz, ermuntre dich Und stille deine flagen! Erlöst von ihres leibes joch, Lebt die geliebte feele 711. Ach hier nicht mehr; noch, sollt ich dann trostlos ach fern von mir zagen? Kommt her zu mir spricht. Bist du: ich seh nichts mehr 7. Nein, stille will ich gott von dir, O liebe treue seele! vertraun, Auf seine gute füh Entflohn aus meinen armen rung schaun, Und gehn auf weit Aus diesem thal der gottes wegen. Einst schwingt sterblichkeit Entflohn bist du, mein geist sich auch empor, o feele. Ich finde, was ich hier ver2. Der freundschaft labsal lor, Mein freund fliegt mir ist dahin, Dein trost, wenn entgegen. Beim Verlust eines from men Freundes. tch verlassen bin, Dein mit- 8. Du seliger wirst vor mir leid, wenn ich leide! Mir fehlt, stehn, Dich werd ich fröhlich wie 8. Bei Sterbefällen. 457 wieder sehn, freudenvolle 6. Seelen werden hier auf O stunde; Ich fliege deinen ar- erden Größten theils vergiftet; men zu, Unsterblich ich, unsterb- Drum nimmt gott nach ſeilich du, Zum neuen freund- nem willen Unsre finder hin schaftsbunde! im stillen, Seinen himmel aus9. Gedanke der unsterblich- zufüllen. keit, Erheitre jede dunkelheit 7. Weint gelinder Um die Und stärk mich, wenn ich finder; Eltern hemmt die zähwante: Besiege jede leiden- ren. Kann es ihren kleinen schaft; Erfülle mich mit muth seelen Wohl an der erziehung und kraft; Du himmlischer fehlen, Da, wo keine zweifel gedanke! quälen? 8. Sehet dorten An den pforten Seines himmels winfet Jesus winkt mit holden mienen, Und zu lehren Ach wie nichtig ach wie. 712. Freund der herzen, gibt er ihnen Engel, die dem Sieh die schmerzen vater dienen. Tiefgebeugter seelen! Gott, laß 9. Nun, wir schweigen Und deinen trost erscheinen, Schau wir beugen Vor dem Herrn erbarmend wie die deinen Ueber uns nieder. Wann die erde ihre todten weinen. wird vergehen, Werden wir 2. Thränen fließen, Weil an jenen höhen, Unsre todten wir müssen Zweige dorren se- wieder sehen. hen, Die, wie jugendliche ro9. Bei Begräbnissen. sen, Von dem morgenthau be- Nun laßt uns den leib begraben. gossen, Aus dem garten gottes 713. Begrabt den leib in sproffen. seine gruft, Bis Bei der Leiche eines Kindes. 3. Eltern stehen Stumm und ihn des richters stimme ruft! sehen Auf die kleine leiche Ihre Wir säen ihn einst blüht er hoffnung ist zerschlagen, Und auf Und steigt verklärt zu gott die lust von fünftgen tagen hinauf. Sehn sie nun zu grabe tragen. 2. Aus staube schuf den 4. So verwelten Dann die leib der herr: Er war schon nellen Noch in ihrer knospe! staub, und wird's nun mehr. Blumen, die so herrlich stehen, Er liegt, er schläft, verwest, Müssen, wenn die winde we erwacht Dereinst aus dieser hen, kaum halb aufgeblüht, todesnacht. vergehen. 3. Des frommen seele lebt 5. Doch nur stille, Gottes bei gott, Der sie aus aller wille Ist allein der beste! Der ihrer noth, Aus aller ihrer die kinder uns gegeben, Hat missethat Durch seinen sohn die macht zum bessern leben erlöset hat. Diese finder zu erheben. 4. Hier hat ihn trübsal oft ges Fred 458 9. Bei Begräbnissen. gedrückt: Nun wird er dort 4. Schnell schwindet unsre bei gott erquickt, Hier wandelt lebenszeit! Auf's sterben folgt er im dunkeln thal Nun ist er die ewigkeit. Wie wir die zeit frei von schmerz und qual. hier angewandt, So folgt der 5. Blieb er gott treu bis an lohn aus gottes hand. sein grab: So wischt gott ihm 5. So währen reichthum, die thränen ab. Was sind die ehr und glück, Wie wir selbst leiden dieser zeit, Gott, gegen einen augenblick: So währt deine herrlichkeit! auch freuz und traurigkeit, 6. Nun, du erlöster, schlaf Wie unser leben, turze zeit. in ruh! Wir gehn nach unsern 6. Mensch, tod und rich hütten zu, Und machen zu der ter nahen sich. Es schallet ewigkeit Mit freud' und zit hier die stimm an dich: In tern uns bereit. allem, was du denkst und 7. Herr jesu, dein versöh- thust, Bedenke, daß du sterben nungstod Stärf uns in unsrer mußt! letzten noth! Laß uns im glau- 7. Hier, we wir bei den ben treu und rein Und selbst gräbern stehn, Soll das ges im tode freudig sein. bet zum vater gehn: Mein gott, ich bitt durch christi blut, Mach's einst mit meinem ende wir gut. In voriger Melodie. 714. Nun bringen wir den leib zur ruh, 8. Laßt alle sünden uns bes Und decken ihn mit erde zu, reun, Vor unserm gott uns Den leib, der nach des schö- tindlich scheun. Wir sind hier pfers schluß, zu staub und immer in gefahr: Nehm jeder erde werden muß. seine seele wahr! 2. Er bleibt nicht immer 9. Wenn unser lauf vollen asch und staub; Nicht immer det ist, So sei uns nah, herr der verwesung raub; Er wird jesu christ! Mach uns das sterwenn Christus einst erscheint, ben zum gewinn; Zeuch unsre Mit seiner seele neu vereint. seelen zu dir hin. 3. Hier, mensch, hier lerne, 10. Und wenn du einst, o was du bist, Wie elend unser lebensfürst, Die gräber mächtig leben ist! Nach sorge, furcht öffnen wirst, Dann laß uns und mancher noth, Kommt fröhlich auferstehn, Und freudig endlich noch zuleßt der tod. bir entgegen gehn. Register 459 Register der Gesänge nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Ach gott und herr wie Ach gott vom himmel Ach gott wie ein geschwäg Ach gott wie manches Ach hier nicht mehr ach Ach könnt ich doch mit Ach lieber gott ich bitte Ach wenn werd ich von Ach wie ist der menschen Ach wider dich mein gott Alle menschen müssen Allein gott in der höh sei 47 Befiehl du deine wege sterb. 700 428 Allein zu dir herr jesu christ 352 Begrabt den leib in seine 713 Allen menschen und auch 576 Bewahre mich herr, daß 369 Allen welche nicht vergeb. 586 Bis hieher halfst du mir 448 Alles was ich bin und 583 Bringt preis und ruhm 190 Allmächt'ger der im himmel 444 Allmächtiger ich hebe mich 611 Christ alles was dich tr. 429 Allmächtig großer gott 83 Christe du lamm gottes Allwissender vollkommner, 23 Als ich in der krankheitschm. 698 Dank bester vater will 142 401 109 Dank ewig dank sei dein 265 601 194 Also hat gott die welt Am freuz erblaßt der 167 Dant sei dir vater mein. 676 Am treuze rief der sohn 164 Das glück ist groß das Anbetungswürdger gott 17 Das grab ist leer des An dich mein gott zu dent. 403 Daß ich mich mein gott 513 Auch diesen tag hab' ich 636 Dein bin ich gott dein Auch zu haus und in der 497 Dein bin ich herr dein Auf christen bringet preis 462 Deines gottes freue dich 404 Auf christen laßt uns Auf christen preist mit Auf christi himmelfahrt 79 376 129 98 Dein heil hat heut volk 461 Dein heil o christ nicht 208 Dein rich o gott ist MONOG 203 415 339 Auf jesu freunde freuet 273 Auf meinen lieben gott 626 Auf meine seel lobsinge 481 566 Auf o seele werde munter 627 711 Auf schicke dich recht feierl. 114 697 Aus deiner milden seg. 487 691 Aus einem tief vor dir 340 355 Aus freudigem gemüthe 417 Aus 337 Aus tiefer noth ruf ich meines herzens gr. 660 612 341 434 63 Auf beine weisheit schauen 432 Dein sind wir gott in Auf gott und nicht auf 414 Dein wille herr und pater 692 294 Dein 460 Register der Gesänge 211 493 Dein wort o höchster ist 229 Dir unserm gott ist nie. 64 Dem herrn will ich vertr. 556 Dir vater der du dein. Dem höchsten öffentlich 492 Dies christen ist der tag. 496 Den rathschluß deiner 139 Dies ist der tag an Ter alles weislich wend. Der du alle deine werke Der du das leben mir Der du der strafen schwere Der du die liebe selber 471 230 216 87 173 72 Der du durch deine allm. 43 Du bist's dem ehr und Der du mich als ein vater 400 Du der du die wahrheit Der du uns als pater 215 Du der frommen beste Der du uns das heil err. 111 Du der kein böses thut Der du uns mit deinem 370 Du der menschen heil Der freuden füll ists 326 Du der voll blut und 158 Der herr hat alles wohl 188 Du des sich alle himmel 443 Der herr ist gott und 18 Du führer der mit treuer 213 Der letzte meiner tage 295 Du gabst mir ew'ger 569 Der morgen kommt und 625 Du gott bist unsre hülf' 687 Der unsre menschheit an 316 Du gott du bist der herr 639 Der wollust reiz zu wider 531 Du gott und vater aller 647 Des jahres schönheit ist 648 Du hast auch mich zur 240 Des leibes warten und 528 Du hast mein vater und 418 Des morgens erste stunde 614 Du herr bist meine zuv. 419 Des todes graun des 702 Du herr der seraphinen Dich bet' ich an erstand. 197 Du herr haft aus barmh. 258 Dich bitt ich gott beweise 675 Du herr und vater mein. 284 Dich herr und vater 480 Du flagst o christ im Dich höchster ehrerbiet. 407 Du flagst und fühlest Dich ruf ich an gott laß 384 Du liebst o gott gerecht Die auf der erde wallen 282 Du milder geber aller Die bahn ist rauh auf 564 Du o herrscher stiegst Die feinde deines 274 Durch dich gott bin ich 664 Die herrlichkeit der erbe 550 Durch dich o großer 476 Die finder deren wir 661 Du vater deiner menschh. 399 Die krankheit du gerecht. 693 Du weiser schöpfer aller 33 Die zunge die ver. 600 Du wesentliches ebenbild 131 Dir dank ich für mein 402 Du wiesest jesu nicht die 249 Dir gott dir will ich 44 Du willst es herr mein 514 Dir gott sei preis und 77 Du wollst erhören gott 709 Dir großer herrscher Dir hab' ich mich ergeben Dir sing ich lob herr Dir tran ich gott und 553 505 135 541 Eifrig sei und fest mein 530 76 Gilt fünder eilt in jesu 424 Ein fremdling bin ich 110 227 Ein 628 Dies ist der tag den gott 115 613 Dreieiniger gott ich preise 51 278 Du aller menschen vater 594 177 Du bester troft der armen 686 577 Du bist ein christ was 549 545 581 62 auf die Nummern der Lieder eingerichtet. Ein herz o gott in freud 555 Frohlockend gott erheb Ein lamm geht hin und = Ein mensch ein fürst ein Ein milder regen stärket Ein ruhiges gewissen Eins ist noth o herr dies 512 Fürwahr du bist o gott Ein starker schutz ist uns. 269 Entehre nicht mein herz Entfernet euch unsel'ge Erbarm dich herr mein Grfülle herr doch selbst Erhabne majeſtät 544 Gedanke der uns leben 279 Gehorsam ist die beste 385 Geist vom vater und 138 Gelobet seist du gott 411 Gelobet seist du jesu chr. Erhabner gott was reicht 13 Gelobt gelobt seist du Erhalt uns herr bei dei. 271 Gelobt sei gott ich bin Erhalt uns herr die obr. Erhebe christ dein herz Erhebe vom geräusch d. Erhebt den herrn ihr Erhöhter jesu gottessohn Erhör uns gott wir flehn Erinnre dich mein geist Er ist erstanden jesus Er kommt er kommt der Er kommt er kommt zum Er lebt o freudenwort Erlöser der im staube Ermuntre seele dich und Erniedrigt hatte sich Erwache fröhlich mein Es baut herr deiner 650 Gott deine weise macht 63 eilt der letzte von den 293 Gott dein unsichtbares Es ist noch eine ruh vorh. 324 Gott der an allen enden Es ist vollbracht ruft Es wolle gott uns gnäd. Es zieht o gott ein Em'ge liebe mein gem. Ewig ewig bin ich dein Ewig o jesu wird dein 461 483 145 Frohlock mein herz weil 202 690 Frohlockt dem Herrn bringt 189 652 Frohlockt ihr christen 524 Für alle kranten bitt 187 699 65 96 412 217 236 Fern sei mein leben jeder 582 Gott dessen liebevoller 116 685 2 659 Gelobt seist du herr uns. 206 Gerechter gott vor dein 159 Betreuer gott verleihe 99 Getreuer gott wie viel 315 Geweiht zum christenthume ist dieſes 196 Geweiht zum christenthume 193 sind wir 106 Gib gott wenn ich dir 317 Gib herr daß dein theures 195 Gib mir o gott ein herz 578 141 Gib vater daß mein herz 377 Gott deine gnade sei 161 Gott deine gnade ist 644 Gott deine güte reicht so 246 517 3 410 122 Freudenvoll ist meine 192 Gott dessen macht des Freue dich des herren tag 199 Gott dessen nam ist Freund der herzen sieh Freiwillig hast du dar. 712 Gott dessen starte hand 277 259 36 382 45 250 165 Gott der du die mensch. 272 Gott der du für uns 442 684 Gott der du herzenstenner 498 97 Gott der du in dem 248 Gott der wahrheit dessen 420 268 Gott des himmels und 615 Gott dessen hand die welt 458 672 681 460 56 191 Gott dessen stuhl der him. 397 Gott 604 446 58 233 66 587 95 462 Gott dir gefällt kein Gott dir sel mein dant Gott du bist heilig und Gott du bist von ewigteit Gott du hast in deinem Gott durch den wir sind Gott du willst, daß Gott ein erbarmer Gottes sohn ist kommen Gott gern möcht ich hei. Gott grenzenlos undent. Gott hab ich mich ergeben Gott hätte dein geliebt Gott hat in meinem Gott hat mich betrübet Gott heilig sei dein nam' Gott hört der wittwen Gott im himmel und auf Gott ists der das verm. Gott ist mein hort und Gott ist mein lied er Gott kann allein das beste Gott tennet und erforschet Gott mein höchstes Gott ruft die sonn und Gott sei dank ich lebe Gott sei dant in aller Gott vater an erbarm. Gott vor dessen angesicht Gott werde stets von Großer gott erhabnes wesen Großer mittler der zur Groß ist des höchsten Gut und heilig ist dein Register der Gesänge 242 374 381 Herr allerhöchster gott 363 662 Herr allerhöchster gott im 89 himmel 651 21 Herr aller meisheit quell 452 218 Herr an dir hab' ich ge. 342 237 Herr deine allmacht reicht 27 238 Herr deine rechte dein 689 Herr deine fanftmuth 124 Herr dein gesetz, daß 388 Herr der du alles gibst 29 Herr der durch der liebe 701 Herr der du mir das 94 Herr der du willig als 666 Herr der zeit und ew. 710 Herr des himmels starter 148 396 Herr dessen auge alles 669 Herr dir sei preis ich 655 Herr du bist heilig im 534 Herr du bist meine zuversi. 200 243 Herr du erforschest mich 59 Herr du erforscht und 546 Herr du hast in dein. 629 Herr du kennest mein 485 Herr du wollst uns vor 640 Herr es ist von meinen 630 616 Herr gott dich loben wir 466 126 Herr gott du bist die 441 Herr hier stehet unser 35 Herr höre mein gebet 387 81 Herr ich bin dein eig. 320 88 Herr ich bitte stärke mich 703 209 Herr ich falle vor dir 484 Herr ich hab aus dein. 413 Herr jesu christ du 499 24 25 73 90 256 Herr jesu christ mein Hab' ich ein gut gewiss. Halte dich nicht länger Halt im gedächtniß jesum Heiland den uns gott ver. 607 Herr jesu deine angst 488 Serr jesu gnadensonne 266 Herr laß mich doch ge. 127 Herr laß nach eitler Heil deinem volte dem 234 Herr mache meine seele Heilig, heilig ist der herr Heiligster jesu heiligung3. Heil uns aus unsrer f. Selft gottes huld mir 588 231 519 671 643 265 571 235 22 674 254 572 351 297 143 454 537 540 425 589 108 Herr mein erlöser der 136 Herr mein erlöser nur 93 Herr mein licht erleucht 241 638 Herr meiner seelen 365 Herr 463 48 383 361 455 Jch auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Herr neige mein gemüthe 579 Ich glaub an einen Herr ohne glauben kann 356 Jch habe mir gott ernstl. Herr sei gelobet, daß 264 Jch habe nun den grund 357 Herr stärke mich dein 137 ch hab in gottes herz 432 Herr und regent der 451 Jch hab in guten stunden 696 Herr unser gott erb. 673 Jch hoff, o gott mit Herr unser gott wer ist 50 Jch komme friedensfürst Herr vor deinem angesicht 4 Ich komme herr und Herr wenn einst deine 309 Ich komme vor dein anHerr wie lange muß 386 gesicht du Herzallerliebster gott komme vor dein anHerzlich lieb hab' ich dich 507 Herzliebster jesu was hast 155 Jch Heute sprach mein heil. Hier bin ich jesu zu erf. Hier ist mein herz Hilf Herr laß es wohl Hilf jesu daß ich meinen Hin an dein freuz zu Hoch am himmel steht Höchster denk ich an Höchster dessen starke Höchster gott wir danken Höchster tröster komm Hör unser gebet geiſt] gesicht verwirf lobe dich und preise 163 Jch preise dich o herr 260 Jch singe dir mit herz 405 Sch singe meiner seelen 642 Jch staub vom staube 584 ch sünder darf mein 169 h weiß an wen mein 645 Ich weiß mein ende 343 Sch weiß mein gott, daß 75 Ich weiß und bins ge. 9 Ich will das abendmahl 219 Ich will dem schöpfer 220 Jch will dich gott im Jauchzt unserm gott Ja zur stille will ich Ich armer mensch o Ich bin ein christ gott Ich bin getauft nach Ich bin ja herr in Ich bin mit deiner Ich bin o gott dein Ich danke dir von Herzen Ich danke dir vor Ich denk an dein ge. Ich ergebe mich dem Ich fasse vater deine Ich flehe gott von ew. Ich freue mich der Ich freue mich mein Ich fühle daß ich st. Ich geh einst ohne beb. 367 255 667 Ich will in stiller einsamkeit 447 32 252 477 67 392 345 301 288 69 366 251 475 706 668 149 181 509 262 46 526 Jesu christe dessen w. 344 Jesu deine tiefe wund 391 Jesu du mein licht 247 Jesu freund der 283 Jefu jesu stärke mich 584 Jesu meiner seelen licht 82 Jesu meines Lebens leben 174 175 Jesus lebt mit ihm auch 198 176 Jefus meine zuversicht 312 318 Jetzt leb ich ob ich morg. 575 426 Jetzt sinkt die sonne 705 Shm der das licht ent. 338 3hr die ihr euch von 310 it allen meinen thaten 406 n gottes rath ergeben 280 n trübsal christ sei 304 st auch ein gott wer 631 671 371 427 296 65.1 10 t 178 172 Register der Gesänge 464 360 Lobsinget gott und bet. 298 Lobt den höchsten jesus Lobt gott ihr chriſten 183 Lockt der versuchung 130 378 Mache dich mein geist 440 Mag doch der spötter 221 Man lobt dich in der 435 Mein auge sieht o gott Ist gott für mich so Ist nun auch meine Kaum stieg zu ihrem Kein lehrer ist dir jesu Klag nicht mein herz Könnt ich in meinem Komm auf uns o geist Komm betend oft und Komm heiliger geiſt erf. Komm o komm du geist Kommst du kommst du Komm schöpfer komm o Kommt die ihr noch nicht 133 Meinen leib wird man Kommt kommt den herrn zu 28 Mein erlöser auch für Kommt laßt uns gott Kommt laßt uns jesum Kommt und laßt euch 1 Mein bester trost in 222 Meine lebenszeit verst. 107 Meinen jesum laß ich nicht 223 Mein geist erstaunt all. 408 Mein glaub ist meines 275 Mein gott auch dieser 86 Mein gott dir ist bew. 538 Mein gott du bist ger. 332 Mein gott durch deine 598 Mein gott du weist am 380 Mein gott du wohnest 224 Mein gott ich weiß w. 472 Mein gott zu dem ich 125 Mein größter wunsch 121 Mein heiland deine 521 Mein heiland lebt er 649 Mein Herz ermuntre Liebster jesu wir sind hier 5 Mein jesu der voll Liebster vater ich dein Lob ehre preis und d. Lob ehr und dank sei dir 490 und Lobet den Herrn den Lob sei dem allerhöchst. Lobsing dem Herrn o Lobsinge gott o christenh. Lobsinge meine feele Lobsinget gott dank pr. Lobsinget gott er schuf Laß doch in meines Laß doch o jesu laß dein Laß mich des menschen Laß mich doch nicht o Laß mich doch o mein Laß mich höchster dar Laß mich o herr in all Laß vater deinen guten Laßt unsern gott uns Laßt uns mit ehrfurcht Laßt uns unserm gott Lehre mich herr recht Liebreicher gott dein seg. 464 186 120 527 525 358 470 68 439 292 504 314 150 678 Mein erlöser gottessohn 171 160 Mein erst geschäft sei 375 Mein ganzer geist gott 618 328 469 605 619 91 654 620 431 239 285 348 478 100 313 491 694 349 Mein jesu du hast uns. 128 102 Mein jesu für dein 151 299 201 207 300 Mein jesus ist mein 683 Mein jesus lebt mag 468 Mein jesus triumph. 117 Mein leben steht in 482 Mein schutz ist gott 113 Menschen unser heil ist 112 185 Mit dir geh ich an 467 Mit ernst o menschenk. 55 Mit freuden laßt uns 421 435 104 644 Mit auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Mit freudigem gemüthe 621 O heiliger geist laß uns Mit fröhlichem gemüthe Mit frommer freude Nach deinem rath o Nach dir verlanget m. Nach einer prüfung Nach meiner seelen seel. Nein murren will ich Nicht daß ichs schon Nicht mürrisch finster Nicht um ein flüchtig Nicht bist du höchster v. Nie will ich wieder sch. Nimm von uns herr Noch bin ich ein gast Noch immer wechseln. Noch läßt der herr m. Noch nie hast du dein Nun bitten wir den Nun bringen wir dem Nun danket alle gott Nun danket all und Nun ist es alles wohl blinde wuth o durst O daß doch bei der du mein mittler jesu Ofreude seht das grab gott aus deinem w. gott den alle weisen gott des himmels O gott du bist die liebe O gott du bist mein gott du frommer gott but gott der O gott du kannst den gottessohn herr jesu gott ich preise deine O gott mein schöpfer O gott sobald der tag großer gott der alle Ogroßer gott du rein. heilger geist kehr bei 465 6 40 heiliger und guter gott 214 311 179 663 570 677 heiligster wen nennst 373 Oherr mein gott der 536 Herr mein gott ich 347 Ohne rast und unver. 325 höchster dessen kraft 523 O fammervolle tage 543 O jesu christe gottes 393 jesu christ mein h. 597 jesu christ meins leb. 225 O jesu gottes sohn 680 261 30 jesu licht und heil jesu wahrer frömm. 590 688 303 könnt ich dich mein lamm gottes unschuld. 600 schreckliches leid der vater der barmh. vater send uns dein vater unser gott 622 37 226 714 O welch ein glück ein welch ein unschäßbar welt sich hier dein wie huldreich ist der O wie unaussprechlich f. 473 463 166 506 704 508 267 510 474 140 331 346 8 438 78 608 157 118 329 156. 656 Preis sei dir meinem 144 Preis chusten mit zuf. 184 11 Quälet mich nicht b. 54 Quelle der vollkomm. 53 39 Schaffet schaffet men. 494 Schicke dich erlöste s. 450 Schon frühe setzt mich 665 Schon ist der tag von 653 Schön ist die tugend 364 Schüße die deinen die 84 Schwing dich auf zu 500 Schwing heilige ged. 646 Seele dent an golgatha 31 Seht jesum den ger. 227 Seht welch ein mensch 228 Selig gott sind die bein 7 & g 154 Selig 632 658 542 398 336 253 670 319 389 276 552 16 168 153 Register der Gesänge 466 Selig gott sind die die Selig sind des Himm. Sei christenheit sei Seid barmherzig mensch. Sei Lob und ehr dem Sei seele start und Sei um die wollust zu Sei weltversöhner sei Sei zufrieden mein g. Sichrer mensch noch Sieh hier bin ich ehr. Singt unserm gott ein So bald o gott der tag So fliehen unsre tage So gehst du jesu willig So hab ich gott durch Sohn der uns verheiss. Sohn gottes eingebor. So jemand spricht ich So ist nach gottes rath So lang ich athme Sollten menschen m. Sollt es gleich bisw. Sollt ich jetzt noch da Sollt ich meinem gott So wahr ich lebe sp. So weit nur deine sonne Theuer sei mir allez. Ueber alle himmel Um gnade für die sünd. Umsonst umsonst verh. Unaussprechlich schnell Unendlicher den keine Unerforschlich sei mir Unermeßlich ewig ist Unsern gott den gott Unwiederbringlich schnell Verbittre dir dein I. Versäume nie dich sel. Voller ehrfurcht dank Boll freud und fromm 119 289 Vom himmel ward d. 307 Von angst dahin geriss. 152 123 Von dir gott der barmh. 457 596 Von dir kommt jede gute 436 489 Von dir o vater nimmt 560 557 Von ganzer seele preis 456 532 Von gott will ich nicht 212 Vorbild wahrer men. 57 Vor dir herr jesu steh 335 Vor deinen thron tret 453 15 Wach auf mein herz 61 Wachet auf vom schlaf 633 Wagst du vor gottes 147 Wann heiland meine 634 Warum betrübst du 105 Warum erhebst du 101 Warum sollt ich mich 580 Was bin ich gott vor 679 Was gott thut das ist 80 Was hilft es mir ein 591 Was ich nur gutes h. 563 Was in mir ist mein 390 Was ist das leben hier 70 Was ist der mensch d. 334 Was ist mein Leben h. 31 Was ist mein zeitl. leb. Was ists daß ich mich 244 Was kann ich doch für Was mein gott will, 210 Was soll ich ängstlich 162 Was sorgst du ängstl. 26 Was zagst du, gott r. 291 Wch dem der läugnet 20 Welch glück o gott ist 31 Welch hohes beispiel 19 Welch lob soll ich dir 465 Wem weisheit fehlt d. 637 Wenn christus seine Wenn du des nächsten 592 Wenn einst in meinen 304 Wenn einst mein sterb. 257 Wenn ich auf gottes 71 Wenn ich gott meinen 416 132 353 449 623 321 437 707 565 305 561 573 562 368 516 479 554 170 567 529 558 354 547 430 281 433 12 602 511 486 522 270 585 308 708 323 14 Wenn auf die Nummern der Lieder eingerichtet Wenn ich o gott von 518 Wie selig lebt ein m. Wenn ich o schöpfer d. 52 Wie sicher lebt der m. Wenn mich die sünden 180 Wie soll ich dich empf. Wenn nicht zur übung 372 Wie theuer gott ist Wenn wir in höchsten 459 Wie ungemiß ist herr Wer bin ich wichtig ist 515 Wie viele freuden dank Wer gottes wege geht 610 Wie wichtig ist doch Wer gottes wort nicht 622 Wie wird mir denn Wer ist wohl wie du 503 Wie wohl thust du m. Wer kann gott je was 445 Will mich o gott hien. Wer nur den lieben gott 422 Willst du der weisheit Wer weiß wie nahe m. 287 Wir freuen uns herr Wer zählt der engel heere 74 Wir gehn in unvoll. Wie finster ist der letzte Wie flieht dahin der Wie getrost und heiter Wie göttlich sind doch Wie groß ist des allm. Wie groß ist unsre fel. Wie groß wie angebet. Wie grundlos sind die Wie herrlich jesu starter Wie herrlich strahlt der Wie lieblich ist doch herr Wie mächtig spricht in Wie mannigfaltig f. Wie sanft sehn wir den Wie schnell ist mir der Wie selig herr ist der 467 593 290 103 333 286 42 85 302 330 559 209 204 92 49 395 322 Wir glauben an den 568 Wir menschen sind zu 359 Wir sind in noth 134 Wir singen herr von 38 Wo eilt ihr hin ihr I. 603 Wo find ich gott den 501 Wohl dem der begre 146 Wohl dem der richtig 205 Wohl wohl dem m. 502 Wohlzuthun und mitzuth. 495 495 Wort aus gottes mund 609 Wo soll ich fliehen hin 533 539 599 606 232 350 306 Zeit die ich seufzend z. 635 Zu deiner ehr bin ich 379 Zur grabesruh entschl. 245 682 657 574 695 624 182 Die Litancy wie sie an monatlichen Bußtagen gelesen wird. Herr Gott Vater im himmel erbarme dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarme dich über uns! Sei uns gnädig, verschone uns, Herr unser Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, Herr, unser Gott! Für alle Sünden, für schädlichen Irrthümern, für allem Uebel, für des Teufels Trug und List, für bösem schnellem Fod 468 Die Bitaney. Tod, für verderblichen Seuchen und theuver Zeit, für Krieg und Blutvergießen, für Aufruhr und 3wietracht, für Hagel und Ungewitter, für Feuer und Wassersnoth und für dem emigen Tod behüte uns, Herr unser Gott! Durch deine Menschwerdung und heilge Geburt durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch deinen Tod am Kreuz, durch deine siegreiche Auferstehung und Himmelfahrt, in unserer letzten Noth und am jüngsten Gerichte hilf uns, und Herr unser Gott! siy Spatungs Wir arme Sünder bitten, du wollest uns erhören, Herr unser Gott, und deine christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöffe, Pfarrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heilgen Leben erhalten, allen Rotten und Nergernissen wehren; alle Irrige und Verführte wieder bringen, für Versuchungen zum Bösen uns behüten, treue Arbeiter in deine Erndte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Schwachen helfen, und sie tröstenerhöre uns, Herr, unser Gott bd tast is op Instuif) Unserem Kaiser, allen Königen und Fürsten Frieden und Eintracht geben, unsere hohe Landesobrigkeit und ihre Beamten und Diener mit deinem Geiste regieren, segnen und behüten, die christliche hohen und andere Schulen kräftiglich erhalten, unsere Stadt, den Rath und die ganze Gemeinde segnen und behüten, erhöre uns, Herr unser Gott! ail Hülfe erscheiidips Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit nen, allen Schwangern und Säugerinnen fröhliche Frucht und Gedeihen geben, alle Kinder und Kranken pflegen und warten, alle, die unschuldig gefangen sind, los und ledig lassen, alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, unsern Feinden und Verfol gern und Lästerern vergeben und sie bekehren, und uns gnabiglich erhören. Erhöre uns, Herr, unser Gott! dou a int JUL Jesu Christe Gottes Sohn, erbarme dich über uns du Lamm Gottes, das der Welt sünde trug, erbarme dich über uns, o du Lamm Gottes, das der Welt Sünde irug, gib uns beinen Frieden. Amen! bus 10 100$ 150475 and dard monis que las m LOOIE DER SIG dijel and supi mong BONE & 150000 Episteln it n d Evangelien auf alle Sonntage und hohe Feste. Am I. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 13. v. 11-14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da, ist, aufzustehen vom Schlaf, ( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir's glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekömmen: So lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Werke des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, jandte Jejus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas sagen wird, so sprecht: der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sage der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Gjel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jejus befohlen hatte, und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und 1 2 ilpistel on setzten ihn darauf. Aber bielVolts breitete die Kleider auf den Weg die andermishieben die Zweige von den Bäumen, oundstreitetenjofie auf dem Wegd DasnVolk taber, das vorging und nachfolgete, schrieunde spracy: Hosiania dem Sohne Davids! Gelobet sei der dan kommt in dem Namen des Herrub posianna in der Höheäly 247 94 e un mundopis 190 mm 10 1991 8001Am II. Sonntage des Advents.onichious 890 70 pifter Ri Stom! 15, B. do 3min 196 8011)( and yod Japat at one dall Sieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist suns zur Lehre geschrieben, auf daß mir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber, der Geduld, und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnetseid unter einander nach Jesu, Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde Jobet, Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum, nehmet ey punter, einander auf, gleich wie euch, Christus hat a aufge nommen zu Gottes Lobe. Ich fage aber, daß ejus Christus sei ein Diener gewesen, der Beschneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätergeschehend Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volt Und abermala: lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffendi Gott aber der Hoff nung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glanben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. aide od 100 bin kuchin pred 19.01.07 sd fi gan Evangelium Luc. 21. v. 25-36. u( bien Jesus sprach zu seinen Jüngerit: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden 100 31. zagen und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und warten der Dinge die da kommen sollen auf und Evangelien. Giden, denntatich der Himmel Kräfte sich bewegen wer wen. Undealsdann werden sie sehen des Menschen Sohn Fontmen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeitzi Wann aber dieses anfätet zu geschehenfo, schet aufraino hebet jeured Häupter auf darum daß sichy reure Erlösung natet. Under sagters ihnen ein leichniß: 3 Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie ausschlagen, togfehet ihr am ihnen uubl mertet, daß jetzt der Sommernahe iſt. Alſo auch ihr penn ihr dies alles jehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nage ift. wahrlich, ich sage tuch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles gescheheshimmel und Erde werden vergehen;" aber meine Worte vergehen nicht. Aber hätet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Freffen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und tomme dieser Tag schnell über euch denn wie ein Falltice witseremmen über Alld die auf Erden wohnen. Seid nun wacker allezeit, uidebetet daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesen allent, das geschehen Joll, und zu stehen vor des Menschen Sohn und unde si pitätted up autta) nollige tingal 29-199sol 10 Am III, Sonntage des Adventsstöd : todot nodarchin, sim, mollig litogradné d m d sjad 1118 Epiſtel, 1. Kor. 1-5. mun Dafür halte uns Jedermann, nämlich für Chriſti DieIner undispaushalter über Gottes Geheimnisse. Nun ſuchet man nicht mehr an den Haushaltern denn daß sie treu erfunden werden.Mirzabern ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Lage auch richte ich mich jobbst? nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt: aber darinuen bin ich nicht gerechtfertiget Der Herr ist's aber, dey mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, den Räth der Herzen offenbarek alsdann wird elnem Jeglichen von Gott Lob widerfahrend gt outle dabangelium, Matth. 11, v. 2-10. msar gint of prod img im na aber, Johannes im Gefängnisse die Werke Chrifti hörete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm ja= genanBist du, der da kommen soll, oder sollen wir ei1* Epiſteln st nes Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, die Sähmen gehen, die Aussätzigen, werden rein, die Tauben hören die Todten stehen, auf, und den Armen wird das Evange lium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden, zu dem Volke von Johanne: Was seid ihr hinaus gegans gen in die Wüste zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weißen Kleidern sehen? Siche, die da weiße Klei der tragen, sind in der Könige Häuser, Odey was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. 10 1120 on iharap isho Am IV. Sonntage des Advents.wo Epistet, Phil 4, 4700 d and total hit 190 Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit laffet kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nicht; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund were den. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, deny alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jeſu, mooligans) na is Evangelium, Joh. 1, p. 19-28. o is the mos Und dieß ist das Zeugniß Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten daß sie ihnl fragten: Wer bist du? Und erbekannte und Teurgrete nicht. Und er befinnte: sich bh bin nicht Chriftusmalind sie fragten ihn Was denn? Bist du Elias? Er spräch Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Undiderant wortete: Nein. Da sprachensistej gu, ihm: Was1 bifts di denn? Daß wir Antwort gebeit denou die uns ged sandt habenustas agst du, spon dirselbst? Erspach Ich bin einen Stimme eines Previgers in der üstesin und Evangelien. richtet den Weg des Herrnivie der Prophet Jesatas gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern und frägten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprachichtaufe mit Wasser aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist's der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen aufIsse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. 1o do tapoy amenid 1915. TO gadai& model irradialst u Gistem heilig en Christ tage d and no Epiftet, Tit. 2.11 14 od Es ist erschienen die heilsame, Guade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen, das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung dund Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns lösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. 5300 er miti Evangelium Luc. 2, v. 1-14. 1670 128 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cerenius Landpfleger in Syrien war. Und Jeermann ging, daß er sich schätzen ließ, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, dienda heißzet Bethlehemdamin, daß er von dem Hause und Geschlechte David war auf daß erhsich schätzen ließe mit Marian seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in 10 til Epiftelh d derfelben Gegend auf dem Felde bei den Heerdenzirdie hüteten des Nachts ihre Heerde. Undhiffcheides Herrn Engel trat zit ihnen und Klarheit des Heren leuchteté um sie und stefürchteten sich sehr Wird der Engel sprach zu ihnen: Fürastet euch nicht. Siehe, ichinser hundige euch groß Freuve, die allem Volke widerfahren wird. Denn ich ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herrein der Stadt Davidbi Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gwickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel, die Menge der himmlijchen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen eiit, Wohlgefallen. alodion yli taargen subik Ama gesot. Stophant, des ersten Wärt yn mjjoprou bod rere neuen, Teftamento burs redir sid slodl pistel, Ap- Gesch. 6. und 7 Kapitel juo fi Stephanus dber voll Glaubens und Kräften that Wunder und große Zeichen unter dent Boltl Daftanden Etliche auf von der Schule, die da Heißbt der Libbrtiner, und der Chrener und der Alexandercy, und deret, die ans Cacilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephand. Und bermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Gelste, der varedete di Damrichteten te zu etliche Männer, die prachen! Wir haben ihnbgeBöret Lästerworte reden wider Mosen uild wider Gott. Und bewegten das volt und die Weltesten, hud bie Schriftgelehrten, und" tratén Herzwild riffentlihahih, und führten ihn ihn vor den Nath, und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Veensch höret nicht auf zu reden Lästerworte- wide piese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir habewiihuishören sagen: Jesus von Plazareth, wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rathe saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll helligen seistes wariab, er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gettes, und sprach: Siche, ich sehe den Himmel offen und Sie des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. 90 uttare 6 und yangelien. 19 schrien aber laut, und hielten, die Ohren zu und stürStadt meten einmüthiglich zu ihm ein und stießen ihn zur hinaus, und steinigten, ihn. Und die Zeugen, legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings der hieß Saulys. Und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach: Herr Jefu, nimm meinen Geist auf! Er tnieete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünder nicht. Und als er, das gesagt, entschlicher U 50 g 110 Evangelium Matth. 23, v. 34-398 tønd er Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgekehr ten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weisen und Schriftgelehrten, und derjelbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und et liche werdet ihr geißeln in euern Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern auf daß über euch kommie alles bas gerechte Bhut, das vergossen ist auf Erden von dem Blut ait des gevechten Abels bis auf das Blut Zacharias Barachias Sohn, welchen ihr Wahrlich getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. ich sage euch, daß solches alles wird über dies kommen Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Proiphetem und steinigest, die zu der gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt, ihre Küchlein unter die Flügel und ihr habt nicht gewollt! Siche, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprocht: Gelpbet jei, der da fommt in dem Namen des Herrn be ng in ons a dig meg tog i styli Geschlecht ma isg An dem Tage St. Johannes des Apostels und and ditur stint spalis Evangelisten.strous ep Gpiste l, Sivach.15, 1-8 de g ni 8p orches that iemandeunder den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn empfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod, des des Verstandes und wird ihn franken mit Waffer der Weisheit. Daburch wird er start werden, 3,9ß er Jeff stehen fann, und wird sich an sie halten, daß fest 8 si Epistelt om er nicht zu Schanden wird Sie wird ihn erhöhen, über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthanjin der Gemeine. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und mit Dewigein Nament begabena1 Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heutchler wissen nichts von the pl 29 das sichpatull ist bongo midi rottur nsd strEvangelium, Joh. 21, b. 15-24. is dour Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht. Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lie ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: 39 Herr, du weißest, daß ich dich liebhabe, Sprichter Bu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast ou mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich, lich habes Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal 34 ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihutz) Herr, du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe! Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaaff, Wahrlich, wahrlich ich sage dirt da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin dwdwolta test; wenn du aber alti wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten and führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber qui. deuten, mit welchem Tode ser Gott preisen würderiDa er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nachs Petrus aber wandte sich um und sahe den Fünger føls gen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: Herrd wer ist's, deribichverräth? DanPetrus diesen sah, spricht er zu Jesu: Hem, was soll aber dieser 21hfejus spricht zu ihm: sso ich will, daß erbleibe bisnicht kommen was geht es dich an 3 Folge du mir mach. Da ging eineſ Rede ausiounter den Brüdern. Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach zu ihmes Gestirbt nicht son) dern so ich will, daß er bleibe, bis ich komme was geht es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dins 9 und Evangelien. geti zenget) rund hat dieses geschrieben und wir wissen daß seinnZeugniß wahrhaftig isto on GM- 931947, lim nonärt mig angr noinst mismate) 199 HUGH HOTTOIR id Am Sonntage nach dem Chrifttage. aut af monnal Epiſtel, Gat. 4, v. 1-7.# 205/ 75 1000 dopityitod Sch sage aber, solange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knecht kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Als auch wir, da wir hinder waren, wa ren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohnt, geboren voit einem Weibe, und unter das Geſet ged than, auf daß er die so unter dem Gesetze waren, er Lopete, daß wir die Feindschaft empfingen. Weil ist denn sender seid, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in cure Herzen, der schreiet: Abbd; lieber Va tev! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder Sind aber Kinderfo find's auch Erben stopt midi Gottes durch Christum. d d p bịá bị cho 318 310 90 Evangelium stop m star m, Luca 2, v. 33,740. and asi Und ſein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. UndSimeon segnete sie, und sprach zu Maria, feiner Mutters Siche, vieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Ffractp und zu einem Zeichen dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, und daß vicler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es. war einen Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlechte Asser diestmar wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfranschaft und war min eine Wittwe, bet vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, die neten Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dies selbe trat auch hingu zu derselben Stunde und preisete den Heren ind redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösungbizuid Ferusalem warteten Und da sie alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, kehrten ste wieder in Galiläaut zu ihrer Stadt Nazareth. Aber nilEpiſteln d das Kinderbuchs und ward stark im Geist; voller Weisheit und Gottes Gnade war bei ihm, 10 fiel sidn mi doslo? mad HITS 830 bpm?) rad usibira na odol mislonist end min om un dat bosq analoqu Am neuen Jahrstagesmite suit ann sodio ti pistet, Gal. 3. 23-29: lla dild dun Che benn aber der Glabrolanist and avond Apa Jad kam wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gejez unser Buchtmeister gewesen, auf, Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würdenun aber per Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jesum Christum. Denn wie viel cuer getauft sind Hie ist die haben Chriſtum kein Jude noch Grieche, hie ist kein Fenecht noch Freter, hie ist kein Mann noch Weibizdenn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesus Seid ihr aber Chrifti, jo b ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Berheißung Erbend( bitor and shaded dish sdoff 30³97 0 Evangelium Buci 20. 21419 70116 Unic Full weather Füllstein beda acht Tage um waren, daß schnitten wurde, da ward sein Name genennet welcher genennet war von dem Engelche denn er im Mutterleibe empfangen ward. #munomodo para dun 011190 di 119mmat 911197 Had HodTour anda turk smiso no trim@ 190150r# opO/ TS Joti fu's, THE Am Sonntage nach dem neuen Jahres d d Epistel, Tit. 3, s. 4rol is tot si at jordled Da aber erschien die Freundlichkeit und Lentseligkeit Gotstes, unsers Heilandessor Nicht um der Werte willen der Gerechtigkeit, die wir gethan haben, sondern nach ſeiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Badi der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes welchen er ausgegessen hat über wis reichlicy Burch Jesum Christum, unsern Heiland auf daß wir durch desselbigen Gnabe gerecht und Erben sein des ewigen Sehens, mach der Hoffning, das ist gewißlich wahr.moo mais gid und Evangelien. * ai vanhdium Matth2pm: 13150min, and Da die Weisen aus Morgenland Hinweg gezogen waren, siche, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutterguedi und fleuch in Egyptenland, und bleib alldag bis ich dir sage. Denn, es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Windlein und feine Mutter zu sich bei der Nacht und etwich in Egyp tenland, und blieb allda bis nach dem Tode( Herodes; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Prophe ten gesagt hat, der da ſpricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen iar du motop # 90( 110 1511 ris@ tom me no model bin sito se dis di 11 19112, Jald Stur Ani Feste Epiphania oder der Erscheinung Chriftt Inmul dispist el, Jejalase 60, p. 16. nisl i sid Mathe sich auf, werde Licht, denth dein Licht kommt Uits Sie Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siche, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit, erscheint über dir, und die Heiden werden Licht wandeln, und die Könige im Glanz, peinem der über dir aufgehet. Hebe dein Auge auf und siche umher; diese Alle versammelt, kommen, zu dir Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust jehen und ausbrechen und dein Herzt wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehren, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameete with dich bedecken und die Länfer ausur Median Ephau Sie werden aus Sabar Alle kommen Gold und Weihrauch bringen und des Herin Lob verkündigen. pils ar to tibo tipierdar Jour botti Hopilige, and prin R muis Evangelium Matth. Ant 12 Da Jesus geboren wartzunBethlehem im jüdischen ande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gens Jerusalem und 2, 1-12. mils Epistelnu 2 sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschracker und mit ihm das ganze Jeruſalem, und ließ versammeln, alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte, von ihnen, wo Christus jollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet, geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, du bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir holl mir kommen der Her zog der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da be rief Herodes die Weisen, heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und wei ſete sie geur Bethlehem und sprach Biehet hin und for schet, fleißig, nach deur Kindlein, und wenn ihr's findet, so jagt mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehövet hatten, zogen sie hin. Und siche, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern jahen wurden sie hocherfreut und gingen in dast Haus, und fanden das Kindlein mit, Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenten. Und fo gen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 1dnd 12 TREK 210 1503 nt amu Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. fundirs Epistel, Nöm. 12, v. 1-6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmher zigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet, zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig set, wel ches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade/ die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand 13 und Gbahtgelien. weiter von sich halte, denn sich gebühret zu halten, son dern daß er von sich mäßiglich hatte, ein Jeglicher, nachy! dem Gott husgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glie der haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir Viele ein Leib in Christo aber untereinander ist einer des andern Glied! Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. odsloge 1 mi mo na and Evangelium, Luc. 2, v. 42-52.9 in Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen ſeine Eltern hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hanse gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekanntent. Und da sie ihit nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jérusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel figen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte Und Alle, die ihm zuhörten, wunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, ent segten sie sichy. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich geſucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen onu pilied( pianods nd and bus toll out! 45 00 Ant II. Sonntage nach der Erscheinung Chriſti. Jopom 19 od 150 pisteh, Nöm. 12, p. 7-16. na ashisur Hat Femand Weisfagung) so sei sie dem Glauben ähnl lichat Femand ein Amtpiso warte es des Amts. Episteln d Behret Femand, so warte er der Behre. Ermahnet Je maitd, so warte evides Ermahnense Gibt( Jemand fo gebe er einfältig. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Luft., Die Liebe sei nicht falschad Hasset spas Arge, Haliget dem Guten an. Die brüperliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was the thin sollt.Sad brünstig im Geist. Schicket Ceuch in die Zeit. Fröhlich in Hoffnung, geduldig in Tribsal. Halter an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothourft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, fegnet, uib fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weirenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern halter euch herunter zu den niedrigen Judend of sono marion and thin bio jo usmmo] ogy 1-11. 16 and sonjardi Evangelium, Joh. 2, 14 81-18 din muilopmoq Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Canan Galiläa, und die Mutter Jesit war da. Jesus, aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jeſu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch jaget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Waas. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bring'ts dem Speisemeister, und sie brachten's. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam. Die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpfet hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren, du haſt den guten Wein bisher behalten. Das ist das Zeichen, DELES 15 und Evangelium. das Jesusthat, geschehen zu Gana oin, Galilga rund offenbavete seine Herrlichkeit und seines Jünger oglaubten an ihmaj 19 is of dripost gitlinis 19 dag AUX M 6'49- suot of Justpigramrock autom todaff- Am III Sonntage nach der Erscheinung Christia 191 790& iffe 12 söm: 4272121. usidrand Dungay at biler altet euch nicht jelbst für flug, Bergeltet Niemand Böjes mit Bösem fleißiget euch der Gyrbarkeit gegen Jedermann. It's möglich, 18 vich an such ist, so habt viel mit allen Menschen Frieden.ächetch selber nicht, meine Liebsten ondern gebet Raum dem Zorn( Gottes.) Denn es stehet geschrieben: Die Sache ist mein, ich will hunvergelten, ipricht der Herr So nun deinen Feind du sext, 19 peise, thu, düsstet ihn, so trante thy; wenn das thust, so wirst du feurige ohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde pas Böse mit Gutem. doiuilegnoo3 Evangelium, Matth. 8, v. 1-13. a Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Bolts nach. Und fi Und siehe, ein Aussätziget kam, und betete thu an und sprach Hert, so but wist tannst du mich ihn wohl reinigen. Und Jejus steckte seilte Haftd ans, rührte ihn an und sprach: ich will's thun, sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Ausjät rein. Und Jejus sprach zu ihm: Siehe zufag's Selemanis, 1on= dern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfére die Gabe, die Wisses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, cer Bat thn und sprach Herr, mein senecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und Bat große Qual. Jesus jpräch zu ihm: Ich will tommen und ihn gesund machen. Der Hauptmaituantwortete und sprach: Herr, ich bin nicht weith, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein senrecht gefund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthau, und habe unter mir Kriegsknechte, doch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, fo gebeter und zum andern: Komm het, so kommt er. Und zu h zu meinem Knechte? Thue das, so thul et's. 1 16 Epistelu on Da Jesus das hörtey verwunderte sichnad sprachu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber - ich sage euch: Viele werden kommen von Morgen und von Abend und mit Abraham und Isaat und Faceb intis Himmelreich, fitzen. Aberbidie windelsbesnelchs) werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß Hinalis, da wird sein Heulen und Zähnekläppen.Und Jesus sprach zu dem Hauptmann Gehe hin dir geschehe, wie dinges glaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu vévjeta bigeit Stunderrotllo ad on and ti nd sic adsit sid rodbioot ng torstna i rigor atto adoin tod olund ist du dis moti?) ni sisi nginis churn 941 minondour hilbiss bus 19 find?) trout and rolin Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christills 91% schildil nobillion dit opiniondok diu Homini auf Epistel Nöm. 13, 28-10- din misd Seid Niemand nichts schuldig benn daß ihr euch hin de tereinander Liebet. Denn wer deir Andern liebet hat das Gesetz erfüllet. Deiin sas vd gejagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht tödten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nicht gelüften; und so ein ander Gebot meh ist, das wird in diesem Wort verfasset. Du sollst nen Nächsten lieben als dich selbit. ,, Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die, So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. no round guig om noginél med moth migi tutori su Evangeliumbatth. 2gbungy ann& Shayd 2327& mingsung mm u srbs 916 1191011 D Jesus trat in das Schiff, und seine hünger folgeten ihm. Und sicher, da erhob sich ein groß! Ungestüm int Meere, also, daß auch das Schifflein mitis Wellen( berg) deckt ward, und erschliefs Und die Jüngerstratend zw ih up und weekten ihn auf und sprachen: Spere, hilf uns wir verderben. Da jagie er zu ihnien: The Kleingläugn bigen, warum seid ihr son furchtsam Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer zu dasardes") ganz stilles Die Menschen aber verwunderten sicherunder sprachen: Was ist das für ein Mann daßilanir Winds und Meer gehorsam iste is that und Evangelten. AmV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. bus, oppi bi bilidadenstplejonit di sid udulo nablol TA Todle odnes Epifter, Colon ghi ad Coloff. 3, 12-17. Trot dammatisfedt 919 bus So siehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hei ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage Einer den Andern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat, wider den Andernz gleichwie Christus euch& vergeben hat, also auch ihr.hlleberi alles aber siehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchen ihr auch berufen seid in Einem Leibe und seid dankbar. Basset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in allevi Weisheitni lehret und ermahnetfreuch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr, thut mit Worten oder mit Werken, das thut, alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn alijs gjo) and and widst thin filloi mbordads in o bj Evangelium, Matth. 13,. 24-30 bin or Jésus legte ihnen ein anderes Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker jacte. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und prachen Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acter gesäet? Woher hat der denn das Unkraut? Grü sprach gut ihnen Das hat der Feind gethan. Da spras chen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Er sprachNein auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausrupfet, so ihr das Unfraut ausgätet Baffet beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittem fagen Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Wais zen sammelt mir in meine Scheuern 11a 171 ad 2 18 najlepsie ibid Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 003 lisa fod da ein agd and ignot annuste Epistel, 2. Petri 1, 63Antration Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolgt, da wir euch fund gethan haben. Die Braft und Butunst unsers Herrn Zukunft Jesu Christi, sondern haben seine Herrlichkeit selbst gesehen, da er empfig von Gott, dem- Water) ihre und Preis, durch eine Stimme hay von der 196 die zu ihm großen Herrlichkeit bermaßen: Dies iſt mein iſt mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, and the Thut Tobyt bageht darauf oht, achtet, als ein Bicht, das da scheint in einen buitein Ort, bis der Tag aubreche und der Meorgenstert aufhgehe in euren Herzen. Und das joff the für bis teste biſte wissen, daß teine Weißfagung nag baie eine gefchleht aus eigener Auslegung, Denn Denn es ist in per #j Weisjagung aus menschlichem Willen hervorgebracht! sondern die heiligen Menschen Gottes habell geredet, gettieOnil Sildal 198 11m( unt ben von dem heiligen Geiſt. son ge siltig islignis alln nog roda Evangeliumaritionistis Und nach sechs Tagen natým Jesus zu stehp Petrum and Facobum uis Johannem, seliten Bluderprind führte sic beijeits auf einen hohen Berg undbwardovertlärt sipor ihnen, und seius Angesicht leuchtete, wie die onne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und he, pa erschienen ihnen Visjes ind Elias die toetélimit Petrus aber antwortete und for achizugu: Herr hier iſt gut ſein, willst du andrei Hütten machen, dir, eine, Pesses eine und Elias ei tines Da er noch also redete, stebe, da überschatteré sie eine lichte Wolfe. Und siehe, me Stimmte Auber wolke sprach Dies ist mein lieber Sob in s welchem ich sehlgefallen habe; den, sollt ihr bereit." Da" bas die Jünger hörten, fielen sie auf the Afshihe, nderschracken jehr. Jejus aber frat zu ihnell, Lührete e an Da und sprach, Stehet auf uns, fürchtet end tha ihm. 19 ORD sie aber ihre Augen aufhoben, jahen nie helematto, Henn Jejum allein. Und da sie vom Berge held gangen, und Spangelien. gibohibuglishnezuuna Ringth: intel sollt dies Gesicht 879 Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Codten auferstafiden ft. ise 1910 bus ziar na tplajag iedeg nénit mos thin nodod viele Am Conntage Septuagefima, die d og fidis titre 11 eded precio an JOG epistelid.kor.ev.24 bist Kap. 10,0. Prist me We dy are sig sintet ihr night ihr nicht, daß die, ſo in den Schranken laufen, pie, laufen Alle, aber Einer erlanget das scleinod? Laufet man also der daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher über" B tong tampietd enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie Turbule vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergänglicheIch lause aber also, nicht als auf's Ungewiffe; jih jechte te alig, nicht als der in die Luft streichet: ſondern sig) betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht 109 Andern predigte und selbst verwerflich werde.ch will, such aber, lieben Brüder, lieben Brüder, laht verhalteil, daß ilisere Båter sind alle unter der Wotte gewesen, und sind alle Bäten, purch passer P98, Dieer gegangen, und sind alle unter Mose getauft, mit der Wolte und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Spelfe gegeffen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranten aber von bem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Chriftus. sif Aberian ihrer Bielen hatte Gott fein Wohlgefallen, denn sofie find niedergeschlagen in die Wüsteams tuo afiad do on novangelium Matthi 20 vui- 16. ndi Thu Heinen Jüngern. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen" ausging, Arbetter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen Jumagแ nd'aus lohn, jaupte, er er sie in seinen Weinberg. Und ging Und 731 hom 311 35 1700 un pie dritte Stunde, und sah andere an dem Wattte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin von den den Weinberg ich will euch geben, was recht ist. Und 75fis gingen bin Abermal ging er aus um die sechste und I neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, ¡ 811, ihnen: Was stehet thr hier den ganzen ng mukig? Sie sprachen zu ihm. Es hat uns kiemüßig? 90390 0 I ( 2* silepiftelh dun mans gesinget et pracht ihnen nicht ihraich hin in den Weinberg und was redyt sein voted foreiras werden. Da es nun Abend ward pracy seper 1863 Weinbergs zu seinen Schaffner Rufe sie Arbeiter und gib ihnen den Sohn und Hebeant dem Vetten bis zu dem Ersten Da tamen, die im Bie tilfte Shiitse gedungen waren, und empfingen eingeglicher feinen Groschen Da aber die Erften tamén métitten fiete würden mehr empfangen, und sieempfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen! Und dasie en empfingen, murreten sie wider den Haushalter und spracheit? Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und dieſe sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hipe getragen haben! E antwortete aber und sagte zu Ginein unter ihnen: Mein Freund ich thue bir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Gröschen? Nimm, das dein ist, hnd gehe hinch will aber sie jent Letzten g geben, gleich wie dir! Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will mit den Meilen? Siehejt du darunt scheel, daß ich sobigütig vin Also werden die Lesten die Ersten, und die Ersten die Letzten Tein! Denn Viele sind berufen, aber wenige sind anserwähléts ade Tbit( hish as hangt pidly Am Sonntage Seragesimäg 25 thi, jisut Epistel, 2. Kor.11, v. 19, bis kap. 12,00.ins Lieben Brüderby Ihr vertragetogevubbies( Narrent) dies weil ihr flug seid. Jhr vertraget, hoeuch Jemandagie Knechten macht so euch Femand schinder, so euch Jes mand nimmt, so euchdemand trottis euch gemaid in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Wichver als wären wivis schwachy geworden. Woraufum& fe mand fühn ht:( ich vede in Thorheit) podavausliinidy audy fühird Siebfind Hebräerzlich duchy Sieurfind j raeliten; ich auch Sie sind Abrahams Saiven, ich ancho Sie sind Dieter Christi( icharebe thöricht) ich bin molt mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öster gefangen, oft in Tobesuöthen gee wejen. Von den Juden habe ich fünfutat empfangen vierzig Streiche weniger eins. Jch bin Breintbol gestäupety einmal gesteinigt dreimall habe ich Schiffbruch eolition! Tag und Nacht habe sich zugebracht in der Tiefe: best as 20 und Spygelien. 21 Meeres Ich bin eft gereisetzich bin in Gefahr 897 melengan passer in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr, in der Wüste, in Gefahr auf dem Meere, in Gefahr unter den falschen Brüdernin Mühe und Arbeit, inviel Wachen, in Hunger und Durst in pieh Fasten, in Frost, und Blöße; ghne, pa ih son auträgt nehmlich, daß ich täglich werde gngelaufen und trage Sorgen für alle Gemeinen. Wer schwach und ich werden nicht schwach? Wer wird geärget und ich brenne, nicht? So ich mich je rühmen sollt will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herren Jesu Christi, welcher fet gelobet in Ewigkeity, weiß, daß ich nicht lüge Su Damascus der Landpfleger des Königs Aretäverwahrete die Stadti per Damascer, und wollte mich greifenz und ich war in einem erbe zum Fenster aus durch şisin? Maner, niedergelassen und entrann aus seinen Häuen Es ist mirja pas Rühmen, nichts nüße, doch will ich kommen auf die Geschichte und Offenbarungen des Herrnsch tenne, einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht:" Sott weiß es), perselbige ward entzückt bis in Ben britten Himmel? kenne denselbigen Menschen( ob pertin dem Leibe oder außer dem Leiber gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er word entzückt in das Paradies, undi höute unaussprechliche Worte, welcher kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; you mir selbst aber will ich mich nichts mühmen, rehne meiner Schwachheitig Und so ich michmühmen wollteyrthäte ich darum) nicht( thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn erlanmirsiehet, der von mir höret und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, iſt mir gegeben ein Pfahlin's Fleisch nehmlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habeildaß en von mir niche. Und er hatgu mir ge sagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine ES 22 Mappa d Epiſteln Kraft ist in dem Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, w daß die Kraft Christi bei mir wohnen so al 39 193 sind am ad prot bi and nam Evage Limm, Lucah8, 5. athin hi nun viel VoIngbeterhanser ates! aug seng Städten zu defu eilten, pracher surchein Gleichnifur Es ging ein Ehemann aus zu säen Teinen Saamen dino indem er säete, fiel etliches an defl segund wurdt verst treten, und die Vögel unter dem Himmel Fraßen és ausil Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgingveb dorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gute tes Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das jagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Graber sprach: Euch ist gegeben, zu wissen das Geheimniß des Kleichs Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verſteheil, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf den Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzeleine Zeit lang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen, stel, sind, die, jo es so hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen feine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die pie das Wort hören und behalten, in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in GedulArdion and totodi # 1981 armis THE maar 11 1, 107 Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi, iar Epistel, 1. Kor. 13,2 11-13. amunist Lieben Brüder! wenn ich mit Menschen- und mit Ou gelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich und Evangelien. 197( 13) 23 ein; tönendes Exz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weilagen könnte, und wüßte afte Geheimniffe, und alle Erkenntniß, und hatte allen Stauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Who wern, ach alle, meiniel Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe night be wäre, mir es nichts nie.Die Liebe ist lang müthig und Freundlich die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie bläbet sich nicht, sie ſtellet ich nicht ungeberpis he juchet nicht das Shre, fie läßt fich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuen sich nicht der Ungerechtigkeit, je frenet sich abe Day Bahrheit, fie, perträgt Alles sie glaubet Alles, sie hoffet, Alles, jie oulder, Alles, Die Liebe höret immer aufi ech die Weisjagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden und das Erkenntniß auf hören wird genu Spenn unser Wisſen ist Stückwerk und unser Weisfagen ist, Stückwert, wenn aber kommen wird das Bollkommen, so wird das Stückwert, aufhören. Da ich Kind und war ein hindwarmida repete, ich wie e w.m flug wie ein Kind, und hatte findische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was lindisch war. sive schen jest purch einen Spiegel in einem dunklen Date, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt er tenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleichmic ich ertannt bin. Nun aber bleibt Glaube, ? Heinung Biebe Aigle, drei, aber die Liebe iſt die größefte unter ihnen thin nedod sia dnir du int si olnjuangelium, Luca 48 317431 nat Bests nahm zu stef die Zwölfe und sprachy zu Ihnen: Schel, witgehen Hittaufheit gerufalems autres wird gen Antes Powendet werden das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn.deDenn er wird berantwortet werden deneiden und er wird verspottet und geschmähet, und verspeiéte werden und sic werden, ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird eid wieder dilferstehend Sie abebuvernahmen der teins, und die Rede way ihnen perborgen, und wußten nicht, was das gejaget war. Es geschah aber, da er nahe Jericho tam, laß ein Blinder du Wege und bettelte. bin der 190 stod dm1903 190rsion, . 24 iloistelam das Bolhidas durchhin aging, forschete Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber." Und er tief und sprach, Selu, du Sohn Davids, ervarnie dich meiner Die aber vorne an gingen bedrohten thit er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr Bil" Sohn" Davids, erbarme- sich meiner Jesus aber stand still und hieß ihn zu sich uhren. Da sie thn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach was willst by, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich ſehen mögens Jefus sprach zu ihm: Sei hehend dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald wars er jehend, und folgte Wmt nach und pries Gott und alles volts das ſolches ſah lobte Gott ist dor Tjop Jodbij TO nedodje dodije sdnöd mod to bid sdsat sit din urdt de sid 119 1o thin yug momind ud and two magnit todo nuragić?! di, u bora na gö Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit.bun birig up bit tim ki di dit nie m 2. Kor. 6, 1-1910 do 93 sun Lieben Brüder! wir ermahnenielchale mithelfer, sa sibisit: 2. dit og ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget! ior Dent er spricht Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Gehjet, jetzt ist die angenehme Zeit, djetzt ist, der Tag des Heils. Laip set uns aber Niemand irgend ein Nergerniß geben auf daß unser Amt nicht verlästert werde sondern in alle Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren in Urbeite in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geist,# ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in d Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Reche ten und zur Linken; durch Eyre, und Schande, durch abbie Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekaunt; uals) die Sterbenden, und siehe wiv, lebeng als die Gezüchtige ten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber. allezeit fröhlich; als hie Armen, aber die doch, Viele reicht machen; als die nichts inne haben, und doch alles habeme Da er aber hörete er, was da wäre. £ 25 und barigelien. stochtroj Gvangelium Matth. 4, s. 1-1101 ther nd Boom JS. Da ward Jens, vom Geist in die Wüste geführet, auf depis daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig 10 IMD 19 Tage und vierzig, Nächte, gefaftet hatte, hungerte ihn. und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bistru Gottes Sohn, 10 sprich, daß dieje Steine Broe werden. Brød Und er antwortete und sprach. Es stehet, geschrieben: Der Mensch lebt nicht pom Brode, allein sondern von einem jeglichen Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Start, und stelléte ihn auf die Zinne des Tempels, un sprach h zu ihm. Biſt du Gottes Sohn; so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gotte deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst an beten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel und siehe da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm.. Fotbobin tal sunt ape #tendo in Jodi Am II. Sonntage in den Fasten, Reminiscere. 1090 and bitrat 915), Ji Epistehsd. Thess. 4, v. 1-7. 375 08 mo Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und eintahnen euch in dem Herrn Jesn, nachdent ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Dennt das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihre meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisser sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott 269 1191 ſtel d nichts wissen, und daßt, Niemand zu weit greifen noche vervortheile seinen Bruder im Handeln denn der Fahr ist der Mächer über das Alles, wie wir euch zuney griggtr und bezeugt habente Denn Gott hat uns nichtsbergfents zur Unteinigkeit dondern zudeilignngannliour tornar rdi 890-190mist sid sior tldmond mod mi tbil autisvängielium Matthy 150217-283 atbil Und Jesus ging aus von damileht und Entwic Gegend Tyrus und Sidon.hondfiehel, ein kananäisches Weih ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach und sprach; Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel ühel geplagt, Und er antwortete ihr fein, Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von din, denn sie schreiet uns nach, gutwortete, aber un Er sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den perfor new Schaafen pon, dem Hause gelie aber tam und fielmer ihr nieder und sprach Herr, bilt Aber er antwortete und prach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brgo nchnie, und werfe es vor die Hunde Sie sprach: Ja, Herr, aber essen die Hündlein, von den Broejamen, die P von ihrer Herr Tische fallenaar Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib dein Glaube ist großd, dir geichehe, wie du willst Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde hilf mir. Junio Soft tordnared folnak manis rotanganars) retroll mis nobl mis tydjeld of of Am III Sonntage in der Fasten, cli ile bit& ifter plejers, gindi 19 immin So jeis mun Sottes Nachfolger, als sie lichen, Binder, Chriftus uns, bat uns zur Sight durerei aber und wandelt in der Liebed gleichwie gellebet, und sich selbst dargegeben für und Opfer, Gott zu einem jüßen Geruch und alle Unreinigkeit, oder, Geislaffet, nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schaug bare Worte und Narrentheidinge, der Scherz welche ench nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung Denu dasarjollt ihr wissenddaß kein Hurer oder einer oder Geizigen( welcher ist ein Gözendiener) Erbe 993 279 und Evangelien. p an den Reich Christi und Gottest Baffet reich Nibmans verführen mit vergeblichen Wolkens denn um dieser wielefee Tommt er goeit Gottes über die Kindersides UnglaubendinDavun feid nicht ihre Mitgenöffens Denni ihr waret weiland Fensternißts nutnaberisfeid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geiftes ist allerlein Gütigkeit und Gerechtigkeit, und Wahrheitens nou un puin auton sobib Gvang ebimimnica.nkh, v. 14-2843 Thus Hieremeneufel is," ser war stumm! Und es nejchu 88 der Feufel altsfulye, da redete der Stimme. Und das Bolf verwundertefichtliché aber unter illen prachen Er treibt die Teufel aus durch Beelze! bug pa den Obersten der Teufel!" Die Undern aber verjuchten this veritahm ihre Gedanken, und ſprach thn, is begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er be 34 thnen! Ein Tegliches Reich so es mit ihm ſelbſt un eing" wird, bas wird wüste und ein Haus fällt über das andere ft Bann der Satanás auch mit ihm selbst. ulteins, wie will fein Reich besteheit? Dieweil ihr ja treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub 310 R austreibe; is durch wen treiben sie ette. Kinder aus Datum werden sie enre Stichter ein Teufel Hustreibe, To 7 so So ich aber durch Gottes Finger die d konimt je bas Reich Gottes zu euch! Wenn ein starker Gewappneter seinen Palaft bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärketer berilyn kommt widberwindet ihk, ſo nimmt er ihme seinen Harnisch darauf er sich verließ. und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreiter. wenn derisaubere Geist von dem Men then ausfähret, ſv durchwandelt er dürre Stätte, judet Jithe fins finder ihrer nicht; soprichter: eh will toteder mkehren in mei syaits, davans ich gegangen ben und wenn eine findet er's mit Besen geFebref und geschnittet. Dann gehet er hin, und nimmt fieben Geifter zu fich die arger sind, denn es selbst. Und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. 28 msilstepisicheru und esurbegab sichypnbaß erhöchest resetdpd erhob stetri Weib in Volk bie Stimme, und sprach zu ihmisong ist der Leib, der idf getragen hat und die Brüste Be die gesøgett haft. Ev aber sprachyga, faigh sind, die Gottes Wort hören und Bewahrenentan) d stun angqilie( otllor murdi 35 abor door star 19 I 2007( 1750r gimmste Tramisure at 319170m Am IV. Sonntage 91911001 tebin ile sont tous mage in den Faften, Lätare. in pisut nis isti& Epistel Gal. 4 21 31 anoTon 18 119901 i 900 thing and did doust die ihr unter dem Gesetze sein wollt, Babt age, they ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stel er. Magd geschrieben Mage daß Abraham zween Söhne hatte, einen vor der den andern von der Freien. Aber der von der Mago war, iſt nach dem Fleisch geboren, aber der von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten, etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eines von dem Berge Sina, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn, Agar heißt Arabia der Berg Sing und langet his gen Jeruzalemu das 3 dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die it unser Aller Mutter denn es stehet geſchrieben: Set fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebiereft, und brigh hervor, und mufe, die du nicht schwanger bist, denn die Einsame hat vich mehr scinder, denn die den Mann hat bat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks nach der Verheifung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der geboren war, also gehet es jetzt buch. Aber was spricht die Schrift Stoße die Magdr hinaus mit ihrem Sohne; denn.. der Magd Sohn soll nicht erben pein Sony 11590 erben mit dein der Freien. So sind wir ane lind wir nun liel lieben, Brüdern nicht, der Mage Kinder, sondern der Freien, bin sio sic 97901 hoty 750 64 15. piln ichin 910 Evangelium, 500. 6, 5. 1900 e 19dles 1900 Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadts Tiberias in Galiläg, Und es zog ihm viel Bolks näch darum, daß sie die Zeichen, sahen, die er an den Krane ken that. Jesus aber ging hinaus auf einen Berglunds und yangelien. 29 Viele us setzte sich, daselbst, mithreinen Jüngern. Es war aber nahe die stern, der Juden Festit Dai hob Jesus deine Augenanf, und siehet, daß viel Volks zu ihm, kommt; und sprachu Philippo Wed kaufen min Brodjen daß diese essen?( Das sagte er aber ihn zu versuchen den er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht unter. daß eigh Jeglicher unter ihnen ein weniges nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische aber was ist das unter so aber sprach: Sthaffet, Baß fith das volt, lagere. Es war aber viel Volk Gtas an Semt Ort. Da lagerten sich bei fünftansens Malm. ejus aber nahm die Brode, dantete und gab ste den ungern, die Sünger aber denten, die sich gelagert hatten; deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber fart waren, sprach er zu feinen Jüngerit: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomnre. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Bröcken, von den fünf Gerstenbroden, die überbliebenbenen die gespetser melier worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen fie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Dubin ejus nun mertte, daß fie tomment wi ſie den, ihn zu haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal duf den Berg, er selbst allein. 196 310 tiit 19079 490( bon eipt ditore dan dn tie TIM90 ( 390 jind 19918 Hardhistgrouternitu and fish Judicado find Am Sonntage in der Fasten, Judic teatre kbira doar 1901 Chriftus aber durch eine größere und vollkommndomspiste tupebräer 9, b. 11-15, he sid Ft" gekommen, daß er sei ein Hohepriester der zutitiftigen Güter, nere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung eifunden.Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh gespreitget, heiliget die Unpoiten zu der leiblichen Reinigkeit wie vielmehri 130 silsgEpistelnu 179010 wird das Blut, Christi, den sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, under Gewissen reinigen von den todten Werkenizidienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testamentes, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zür Glösufig von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament, waren, die is berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. ist robilgoj ni odbaciti 46-59 blur Idagt Evanghyfum, Joh.. 40 Tune hus i bin 39 Jesus sprach zu den Inden; Welcher unter euch stann mich einer Sünde geihenGo ich euch aber die Wahrheitsage, warum glaubet ihr mir nicht?, Wer von ott ist, der höret Gottes Wort Darung böret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott, Danantwortetendien zuden, und sprachen zu ihm Sagen, wir nicht rechtopaß du ein Samariter bist, und hast, den Teufel mus antwortete:) Ich habe keinen Teufel, sondern sichnighre meinen Baters und ihr unehret, micht, Schpruche nicht meine Ehre; es ist aber Giner, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich ich, jage cuch; So Jemand mein halten, der den Tod nicht, jehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wit, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht sichmecken Jewiglich. Biſt du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst Jesus antwortetes So ich mich selbst, re, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater oper mich ehret is welchen ihr ipuecheter sei euexottand tennet ihn nicht. Ich aber kenne ihned Undsor ich würde jagen: Ich kenne ihn nicht, so würde ich sein ügdner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte jein Wort. Abraham, euer Vater wand froh, daß er meinen Tag sehen sollte und er jahe ihn mid freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jejus iprach zu Ihnen: Wahrlich wahrlich, ich linge euch: Ehe denn Abraham warb bin ich Dagch choben Wort wit 79 und Changelien. 081 hie Steille auf, daß siebihupihnwürfentl& Aber Jeſus berbargesich, hande ging zum Tempel hittaus, mitten durch 11 hintstreichend. sidot 130 od spinist in Vi til nis hun 19 fi murod dul! Ito nopidnadal med of do sad brug and fun tot 1 890 91 im Gonntage in der Fosten, Pamarum. du turpittelylipp. 5117 isphin fqius di spiars idiod, and Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher ob er wohl in göttlicher Gestalt spar, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern entaußerte sich selbstlund nahüreknechtsgestalt anyward gleich wie ein anderer Menschydundodan Geberden als en Mensch erfitcenti Gli evrliedigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode ja zum Tode am Kreuz. " Darum hat ihn auch Gott erhöhet, tand hat ihminen damen gegebenjoder über alle Namen ist: daß indem sumamen sich beugen sollen aller verernie die im Timthelnd auf Erden und unter der Erde sind und halle Bungen bekennen sollen, daßesus Christussider Herr Je zur Ehre Gottes Best Waters.& 3; 3) snim is an angelium, watch! gilydor ghilidou bilpigo madot fabit fat nam Tiffen Sonntage des Advents. Siehe pas Spangelium am erſten or si onu droiton the Seite dre ann find us so wo Jd trout Hiom 96, 99 bingt no ám 1 wa Si nodroog sug no hem mmh elige muster bag erior 10 blog undidly a 96 Four pistelor. Adresi on Cube Ruthin ist nicht sein Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig benti ganzen Teig versäuert? Darum difeget den alten Sauerteighaus, auf daßbihr ein neueb Deig Tijelo bgleichwie ihr ungesäuert heidb Denn wir haben alich Eeth Dsterkamm, das ist Christus für uns geopferta Darum asset uns Ostern halten nicht un alten Satterteig, auch 13 last in Sauerteig der Bosheit und Schalkheit sondern sun Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. 3 usian bon fidu di du sio gongi se bit Smedsjog mangelium Pare, 16 p. 1 thin in Und datser Sabbath vergangen war, tauften& Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salbme tepe 32 Episteln zerei, auf daß sie kämen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbath sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzt war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sizzen, der hatte ein langes, weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen; und sagten Niemand nichts; denn sie fürchten sich. Am Ostermontage. Epistel, Ap. Gejch. 10, v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Bolt, wer ihn fürchtet und Recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles; die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und ausgegangen in Galilää, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesus von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umher gezogen iſt, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem; den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern und Estlithelium. 33 uns, den voverbählten Zeugen von Gott die wir mit ihm gegessen und geteunten haben, nachdem er auferstänbeit ist von den Todtenborg sit dull pipino stra 97 din Stüd 8sdnt od nou nist no ar, talban pdn mit 130 and adnorog medrar dnn nido modej nie mechangelium 211 2018 from the Luca 24, v. 13-35, 19tbor Tangan nicht Nub Hehe, diola digut gonnel is stod i dit dung een aus den aus den Jüngern des Herrn gingen dit demselben Tage, in einen Flecken, der war von Gerusalem ſechzig Feldwegs weit, deß Name heißt Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diejen Todd Geschichten. Und es geschah, da sie redeten und befragten sich mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß fie ton midt fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für sieben, die ihr zwischen euch handelt unterwegs und leis traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, nicht was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen; Welches Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten über antwortet haben, zur Berdammniß des Todes und gefreuziget.Wirabern hofften, is ex sollte Frael erlöſen. Und über das alles ist heute der dritte Tog, daß ſols ches geschehen, ister Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Mujerit, die sind frühe bei dem Grabe gewesen haben seinen Seit nicht gefunden, kommen und sagen sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, ser lebe. Und etliche unter uns gingen, hin zum Grabe, und fanden es, also, wie die Weiber sagton, aber ihn fanden sie nicht. Under sprach zu ihnend ihr Theren, und träges Herzens, zu glauben allem dem, das diem Propheten geredet haben. Wußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Moje, und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, 3 T Episteln und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Auge geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Weg geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, daß er das Brod brach. 34 Am Osterdienst a g. Epistel, Ap. Gesch. 13, v. 26-33. Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbathe gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galilää gen Jeruſalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an cas Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß derselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. und Evangelien. Evangelium, Luca 24, v. 36-47. Da sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschracken aber, und fürchteten sich; meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Schet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, das ich habe. Und da er das jagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Frenden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fische und Honigseim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Neden, die ich zu euch jagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. 35 Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, das Wasser und 3* 36 Episteln das Blut und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium, Joh. 20, v. 19-23. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blics er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte. Er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr seid heil geworden. Denn ihr waret, wie die irrenden Schaafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele." Evangelium, Joh. 10, v. 12-16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den und Evangelien. 37 Wolf kommen, und verläßt die Schaafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter, und zum Lobe des Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Episteln Evangelium, Joh. 16, v. 16-23. Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; aber ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. 38 Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 16-21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts, und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären ein Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, jeglicher Mensch sei schnell zu hören; langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott Recht ist. Darum so legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt 39 und Evangelien. das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Evangelium, Joh. 16, v. 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch vertündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von den Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, v. 22-27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nach dem er sich beschautet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, 40 Episteln und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater, ist, der die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel, Ap.- Gesch. 1, v. 1-11. Die erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an dem Tage, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte gewählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinen Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt und Evangelien. gehört( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jeruſalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und da sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, stehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. 41 Evangelium, Marc. 16, v. 14-20. Zuletzt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sino die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. 42 Episteln Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel, 1. Petri 4, v. 8-11. seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen bat als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. So Jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Chrif welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis Kap. 16, v. 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen, Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt, habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie Alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen; und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu und Evangelien. 43 predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurde verstürzt; denn es hörte ein Jeglicher, daß sie mit seiner Eprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther, Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten, und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber Alle und wurden irre, und sprach Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Joh. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei cuch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren; und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich 44 Episteln werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am Pfingst montage. Epistel, Ap.- Gesch. 10, v. 42-48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete fiel der heilige Geist auf Alle die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jesus sprach zu Nicodemo; Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat ſeinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. und Evangelien. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. 45 Am Pfingst dienst a ge. Epistel, Ap.- Gesch. 8, v. 14-17. Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geiſt. Evangelium, Joh. 10, v. 1-11. Jesus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thüre hinein gehet in den Schaafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thüre hinein gehet, der ist ein Hirt der Schaafe. Demselbigen thut der Thürhüter auf, und die Schaafe hören seine Stimme, und er ruft seine Schaafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe ausgelassen hat, gehet er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen; aber die Schaafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür: So Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird ein- und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. 46 Epistel Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Röm. 11, v. 33-36. welch' eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Nathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium, Joh. 3, v. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist! Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Jhr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich ench von irdischen Dingen und Evangelien. sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nehmlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben 47 Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 4. v. 16-21. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe", sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er stehet, wie kann er Gott lieben den er nicht siehet? Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Luca 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrte sich zu jättigen von den Broosamen die von des Reichen Tische fielen. Da kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und jah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und 48 Episteln sende Lazarus, daß er das Neußerste seines Fingers in's Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Bein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Am II. Sonntage nach der Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hassei. Wie wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer seinen Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat: und wir sollen auch das Leben für seine Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. und Evangelien. Evangelium, Luca 14, v. 16-24. s war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist Alles bereit. Und sie fingen an Alle nacheinander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe sünf Joch Ochsen getauft, und gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Geh' aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 49 Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Petri 5, v. 6-11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle euere Sorge werfet auf ihn, denn er sørget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über euere Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jeſu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbereiten, stärken, träftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 4 50 Episteln Evangelium, Luca 15, v. 1-10. Es naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem Verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der da Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie den Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8. v. 18-23. werden. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbaret Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstigt sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern wir auch selbſt, und Evangelien. die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kundschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. 51 Evangelium, Luca 6, v. 36-42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maas wird man in euern Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge! Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Petri 3, v. 8-15. Endlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. 4* Episteln Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigfeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euern Herzen. 52 Evangelium, Lucä 5, v. 1-11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fi icher aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze. Trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Land führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie famen und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen, und Allen, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedai, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen Alles und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6. v. 3-11. Wisset ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Chrift getauft sind, die sind in seinem Tode getauft? So sind und Evangelien. wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ift auserwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm' gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der iſt gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, da ist er der Sünde gestorben zu einemmal! Daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. 53 Evangelium, Matth. 5, v. 20-26. Denn ich sage euch: Es sei denn euere Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Nacha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. 54 Episteln Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Nöm. 6, v. 19-23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: Also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn, da ihr der Sünde Knecht waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium, Marc. 8, v. 1-9. Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier aus der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß es sich auf die Erde lagerte. Und er nahm die sieben Brode, und dankete, und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und fie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortra gen, sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bet vier Tausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. 55 und Evangelien. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. nen. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkenKann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in's Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet Alle von mir, ihr lebelthäter! 56 Episteln Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 10, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden; als geschrieben stehet. Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig Tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht von dem Verderber. Solches Alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium, Lucä 16, v. 1-9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu thm: Wie, höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er und Evangelien. sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er so flüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hülten. Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. 57 Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geiſt Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies Alles aber wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Lucă 19, 41-48. Und als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, ſah er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden über dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen 58 Episteln dich belagern und an allen Orten ängstigen, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an, auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften. und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, was sie ihm thun sollten, denn Alles hing ihm an, und hörete ihn. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünde, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er geſehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch Viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. und Evangelien. Evangelium, Luca 18, v. 9-14. Der Herr sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andre Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-11. 59 Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testamentes; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch auf hörte. Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammuiß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangelium, Marc. 7, v. 31-37. Und da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, Episteln mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, spitzete und rührte seine Zunge. Und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Jemehr er aber verbot, jemehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat Alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. 60 Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch Viele, sondern als durch Einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Gs ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wic? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrist hat es Alles beschlossen unter die Sünde, auf und Evangelien. daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. 61 Evangelium, Lucă 10, v. 23-37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret und haben es nicht gehöret. Und stehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprac zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohrgefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sahe; ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiſete und fam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, und ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tags reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Episteln Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Episteln, Gal. 5. v. 16-24. Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Negieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. 62 Evangelium, Lucä 17, v. 11-19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund geworden war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. und Evangelien. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5. v. 25 bis Kap. 6, v. 10. So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sei etwas, so er aber doch nichts ist, der betrog sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe selbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Anfhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. 63 Evangelium, Matth. 6, v. 24-34. Niemand kann zween Herrn dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder er wird einem anhängen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speiſe? Und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge Episteln eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget. Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller einer Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als berselben eines. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! darum sollt ihr nicht forgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß Alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. 64 Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephej. 3, v. 13-21. Lieben Brüder! darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knice gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum, zu wohnen durch den Glauben in eueren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge, und die Tiefe und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. und Evangelien. Evangelium, Lucă 7, v. 11-17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr! Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Epheser 4, v. 1-6. 65 ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle und in euch Allen. Evangelium, Luca 14, v. 1-11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an 5 Episteln und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie wählten, oben an zu sitzen. und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müssest dann mit Scham unten an sizzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. 66 Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Kor. 1, v. 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Cottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher auch wird euch fest behalten bis an's Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist tren, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dies ist und Evangelium. 67 das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren. fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er: Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis. daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße! So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 22-28. So legt nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Frrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum den Lästerern. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben den Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v. 1-8. Da trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siche, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser låstert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden verge Episteln ben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 68 Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtlich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Chrifti und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium, Matth. 22. v. 1—14. Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvich ist geschlachtet, und Alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte dieſe Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auf die Straße und brachten zusammen und Evangelien. wen sie fanden; Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein Hochzeitliches Kleid an; und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein Hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. 69 Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und Alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4, v. 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judàà in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Episteln Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. 70 Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke( wel ches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Chriſtum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23-35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu und Evangelien. rechnen, tam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Er wollte aber nicht; sondern ging hin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn Alles was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte Alles, was er schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet, von euren Herzen ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. 71 Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe; nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Episteln Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 72 Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und fragest nach Niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes iſt. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heili gen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. und Evangelien. Evangelium, Matth. 9, v. 18-26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Je= sus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinnen zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesum um, und sah sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht toot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. 73 Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Thess. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allzeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. 74 Epistelni Evangelium, Matth. 24, v. 15-28. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte( wer das licft, der merke darauf!); alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus dem Hause zu hölen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Webe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bitte aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu Euch wird sagen: Siehe hier ist Christus oder da; da sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten ausstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in dem Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Ausgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glanben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und Evangelien. und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchen ihr auch leidet; nachdem es recht ist, bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Nache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben vor dem Angesicht des Herrn, und vor seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. 75 Evangelium, Matth. 25, v. 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sizzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken scheidet, und wird die Schaafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich als einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen 76 Epistel meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beHerberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder ein Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Petri 3, v. 3-14. Lieben Brüder! Wisset das auf's erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es Alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es und Evangelien. wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welcher Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thuet Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 16. 77 Episteln und Evangelien auf die Aposteltage und einige andere firchlichen Feste. Am St. Andreastage. Epistel, Nömer 10, v. 8-18. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist allzumal Ein Herr, reich über Alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie Episteln sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht Alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubt unsern Predigten? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. 78 Evangelium, Matth. 4, v. 18-22. Als nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder; die warfen ihre Neße in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jakobus, den Sohn Zebedaus, und Johannes, seinen Bruder im Schiff, mit ihrem Vater Zebedaus, daß sie ihre Netze flickten; und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. Am St. Thomastage. Epistel, Ephes. 1, v. 3-6. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. und Evangelien. Evangelium, Joh. 20, v. 24-31. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. 79 Am Tage St. Pauli Bekehrung. Epistel, Ap.- Gejch. 9, v. 1-22. Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er Etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in 80 Episteln die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret, denn sie hörten eine Stimme, und sahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn gen Damastus. Und er war drei Tage nicht sehend, und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Gaffe, die da heißt die richtige, und frage in dem Hause Juda, nach Saulo, mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von Vielen gehört von diesem Maune, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden Alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor dem Könige, und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geiste erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen und er ward wieder sehend, und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkte sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. Sie entsetzten sich aber Alle, die es hörten und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte Alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebunden. führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. und Evangelien. Evangelium, Matth. 19, v. 23-39. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein reicher wird schwerlich in's Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Neicher in's Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entseßten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles verlassen, und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird siten auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Isracls. Und wer verläßt Häuser oder Bruder, oder Schwester, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber Viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Am Tage Maria Reinigung. Epistel, Malachiä, v. 1-4. 81 Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Sietse er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zufunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold uns Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalem, wie vorhin vor langen Jahren. 6 Episteln Evangelium, Luca 2, v. 22-32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jeruſalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn( wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen), und daß sie geben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siche, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist: Er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und er kant aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. 82 Am Tage Matthä i. Epistel, Ap.- Gesch. 1, v. 15-26. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte das Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhängt, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund geworden Allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalm- Buch: Ihre Behausung müsse und Evangelien. wüste werden, und sei Niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfahe ein Anderer. So muß nun einer unter den Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Taufe Johannes an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stellten zween, Joseph, genannt Barjabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam; beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du gewählet hast, unter diesen zween, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Voos über sie, und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. 83 Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erden, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater. Und Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. D.nn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaias 7, v. 10-16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Über Ahas sprach: Ich will nichts fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David; ist's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe 6* 84 Episteln eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Ho nig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Evangelium, Lucă 1, 26-38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßest seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sah, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genennet werden; und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters Davids geben; und er wird ein König sein über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und fiehe, Elisabeth, deine Freundin, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Ephes. 2, 19-22. Lieben Brüder! So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und und Evangelien. Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geist. 85 Evangelium, Joh. 14, v. 1-14. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wiffet ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennet, so kennet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Bater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Bater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen das will ich thun. 86 Episteln Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jesais 40, v. 1-5. Tröstet, ströstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet deni Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffen baret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Lucă 1, v. 57-80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Freunde höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wolle heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißet Johannes. Und sie verwunderten sich Alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschichte ward ruchbar in dem ganzen jüdischen Gebirge. Und Alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete, und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Israel; denn er hat besucht und erlöset sein Volt. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. und Evangelien. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettet von unsern Feinden, und von der Hand Aller, die uns haffen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, die ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat, der Aufgang aus der Höhe; auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israels. 87 Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Ap.- Gesch. 12, v. 1-11. Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an Etliche der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannes Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volke vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und Hüter vor der Thüre hüteten des Gefängnisses. Und fiche, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, 88 Episteln und weckte ihn auf und spricht: Stehe behend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschehe durch den Engel, sondern es däuchte ihn, er sehe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thüre, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13-26. Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Casarea Philippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer, sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes, der Täufer; die Andern, du seiest Elias; Etliche, du seiest Jeremias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Pe trus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmels Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und Alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie Niemand sagen sollten, daß er Jesus, der Christ wäre. und Evangelien. da Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Röm. 12, v. 9-13. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Her berget gerne. Segnet, die ench verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. 89 Evangelium, Lucă 1, v. 39-56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Judäa. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und, o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria spricht: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt 90 Episteln de mit seinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham, und seinem Saamen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monden; darnach kehrete sie wiederum heim. Am Tage St. Jacobi. Epistel, Jöm. 8, v. 28-39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns Alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht Alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Nechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwerdt? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet, den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschaafe. Aber in dem Allen überwinden wir weit, um deswillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. und Evangelien. Evangelium, Matth. 20, p. 20-23. Da trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Nechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getaufet werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. 91 Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2. Kor. 4, v. 7-10. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle Zeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luc. 22, v. 24-30. Es erhob sich auch ein Zank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also: Sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste, wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste? Der zu Tische fizet, oder der da dienet? Ift's nicht also, daß der zu Tische sizze? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. 92 Episteln Jhr aber seids, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt, über meinem Tisch in meinem Reich, und sizzen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. Am Tage St. Matthäi Epistel, 1. Cor. 12, v. 4-11. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben; zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist. Einem Anderit der Glaube in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun, einem Andern Weissagung, einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen, einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen Seines zu, nachdem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sizzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum iffet euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei. Ich habe Wohlgefallen an Barm und Evangelium. herzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Fiommen. 93 Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7-12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel; Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte cine große Stimme, die da sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gottes feines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder geworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebt, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium, Matth. 18, v. 1-11. Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dieses Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten Einen, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt werde, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt, der Aergerniß halber! Es muß ja Nergerniß kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt! So aber deine Hand 94 Episteln oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir; es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder als ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände und zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren iſt. Am Tage Simonis und Judä. Epistel, 1. Petri 1, v. 3-9. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten; zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen; auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Je sus Christus. Welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechler und herrlicher Freude, und das Ende cures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Joh. 15, v. 17-21. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die und Evangelien. Welt Hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehaffet hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das Alles werden sie cuch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. 95 Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1-5. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer war nicht mehr. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe ich mache Alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhastig und gewiß. Evangelium, Luca 19, v. 1-10. Und Jesu zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich, und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief Episteln und Evangelien. vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäi, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie Alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachaus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich Jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, fintemal er auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 96 ar indst Der kleine Katechismus Lutheri. Bist du ein Christ? Ja Herr, ich bin ein Chrift. Woher weißt du das? Daher, daß ich getanft bin auf den Namen unsers Herru Jesu Christi und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mose, der Propheten und Aposteln verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Die zehn Gebote Gottes. Das erste? Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Sacrament der heiligen Taufe. Das fünfte? Das Abendmahl des Herrn, oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen erstlich, wer wir sein, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vereinigt werden. Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht un nüßlich führen. A Was Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. 2 Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten; sondern dasselbige heilig halten, gern hören und lernen. Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir jollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herrn nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot: Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch leid thun, sondern ihm helfer und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot: Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit fal scher Waare oder Handel an und bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot: Tu sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen oder bösen Lennund machen sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Das erste Hauptstück. 3 Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen: sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienlich ſein. 2010 Das zehnte Gebot: and Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Mago, Bich oder alles was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind, oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig machen: sondern bei denselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott bin ein starter eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott dränet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißget aber Gnade und alles Gute allen denen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nütz? Zu zweierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sünden an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die gute Werke jein jo die Gläubige und Neugeborne zu thun schuldig sind ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebote und Gesetze erfüllen? Ach nein! Denn unsre gute Werke sind nicht vollkomA 2 ment Das andere Hauptstück. men gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllt? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns den Gesetz genug gethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten hätten: und um desselben willen, gefallen Gott auch unsere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselben iſt. Das andere Hauptſtück. 4 Von den Artikeln des chriftlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. Der dritte: Von der Heiligung. Wie lautet der erste Artifel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, sammt allen Greaturen, mit Leib und Seel, Augen, Ohren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vich und alle, Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschützet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret: und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu ſein, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artifel? Von der Erlösung. Und an Jesum Christum seinen eingebornen Sohn unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilate, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am drittett Das andere Hauptstück. ten Tag auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Baters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Menschen erIsset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Todten, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? 5 Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amen. 003 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erlenchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält im rechten, einigen Glauben: in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tag mich und alle Todten auserwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christe Jesu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. susti Wer Das andere Hauptstück. Wer ist mun Gott in seinem Wesen und Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem ei nigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. 911 0101018 6 Sind denu drei Götter? topilied sid ibara Nein, es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. do Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. and isul sit Wozu nützet uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Th Welcher unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes.. Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit ge boren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren. Mein Herr; oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. bursist Warum hat er bich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirchen allhier auf Erden und auch bei dir sei? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßzet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein aller bitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit festem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher Das dritte Hauptstück. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes; der wirket und gibt mir sie durch sein heilig Wort und Evangelium, und durch die heiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Von dem Gebet des Herrn. Wie lautet das Gebet des Herrn? Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Bater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Bater. Die erste Bitte: Geheiliget werde dein Name. Was ist das? 7 Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiligt werde. kod Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben: da hilf uns lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater. Die andere Bitte: Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn' unser Gebet von ihm selbst: aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Bater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort, durch seine Gnade glauben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschicht wohl ohn' unser Das dritte Hauptstück. ser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. 8 Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Cenfels, der Welt und unsers Fleisches Wille: sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille. vierte Bitte: Die Unser täglich Broo gib uns heute. Was ist das?? Gott gibt das tägliche Brod, auch wohl ehn unfre Bitte, allen bösen Menschen, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Cantjagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehört: als Essen und Trinken, Kleider, Schuh, Hans, Hof, Acker, Bich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gefiube, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getrene Nachbarn und dergleichen. SRU Die fünfte Bitte: Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, haben's auch nicht verdient; sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel fündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wehlthun denen, die sich an uns versündigen. Die jechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht Das vierte Hauptſtück. nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweifelung und andere große Schand und Laster. Und ob wir damit augefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. 9 Die jie bente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre, erlöse und zuletzt, wenn unſer Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. 110-7107 0 Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitte seie dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten, also zu beteit, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufenthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derhalbeit von ihm mit gläubigen Herzen bitten und erlangen. www. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gett mit. sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbare verheißene Gnadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißungen. Wie viel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: Die Taufe und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: Was Das vierte Hauptstück. Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort, unsre Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt: nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter, foldin 10 tistof Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfaffet, und mit Gottes Wort verbunden. her? Join Was ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matth. am letzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes. Zum andern: Was gibt oder nützt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Berheißung Gottes Lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marc. am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Zum dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Waffer thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Neu und Buß soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sün Das fünfte Hauptstück. Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. 107 Wo stehet das geschrieben? 11 Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Baters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Wozu nützt uns bie Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen, wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Bater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, jo doch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben" mit seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er's uns geschenkt und zugeeignet. 6113 Das fünfte Hauptſtück. Vom Abendmahl des Herrn: Fos eder: Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Chrifti, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken von Christe selbst eingesetzt. o Wo stehet das geschrieben? So schrieben die heiligen Evangelisten und Aposteln Matthäus, Marcus, Lucas und Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht da er verrathen ward, nahm er das Brod, danket, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und Das fünfte Hauptſtück. und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, splches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das nene Testament, in meinem Blut, das für euch und für viele vergessen wird zur Vergebung der Sünden: solches thut, jo oft ihr trinket, zu meinem Gedächtniß. 12 Was nützt denn solch' Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sacrament Bergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen, zur Bergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. bitisquncon Wer empfäht denn solch Sacrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht: aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergessen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort:( Für euch) erfordert eitel gläubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nuß? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater sein und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat. Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängest du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Chrifti unter dem Brod und Wein. Warum 13 Das fünfte Hauptstück Warum gehst du zum Tische des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibs und Bluts stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest du und bekennest dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jetzund gesagt haft? Ja, Herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und treulich halten? Ja, Herr durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jeju Christi. Von der Beicht. Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater unser thun, aber für den Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten: ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seiest? Ob du ingehorsam, untreu, unfleißig, zornig, untüchtig, häßig gewesen seieft? Ob du jemand. Leid gethan mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet, verwahrloict, oder sonsten Schaden gethan haft? Beson 14 Ces prest jenny Besondere Fragstücke. Glaubest du, daß du ein Sünder bist? ad Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. Wie weißt du das? Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, den zeitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Jöm. 6. Hoffest du auch seelig zu werden? Ja, ich hoffe es. Weß tröstest du dich denn? Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch.. Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Bater. Sohn und heiliger Geist? Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergessen, zur Vergebung der Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein. Denn der Vater ist nur Gott der heilige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen. Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio, und den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut in Sacrament, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dantet, und gab ihnen den und sprach: Neh 15 Besondere Fragstücke. Nehmet hin und trinfet alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden, solches thut, so oft ihr's trintet, zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi sei? Ich glaube es. d Was bewegt dich, das zu glauben? Die Worte Christi: nehmet hin und esset, das ist mein Leib: trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie er uns gelehrt hat: Solches thut, jo oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. meinem Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat können genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch; und daß wir lernen erschrecken für unsern Sünden, und dieselben lernen, groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben Glauben jelig werden. Was hat ihn dann bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet: Joh. 14, Nöm. 5, Gal. 2, Ephes. 5. Kapitel. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus un meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei wie gesagt, und darnach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sacrament des Altars oft zu empfangen? Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Hals lieget, treiben, um welcher willen jolch Gebiete, Bocken und Verheißung geschicht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er ernstlich in seinen Busen greife, und fühle ob er auch Fleisch Besondere Fragstücke. Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt. Gal. 5, Nöm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh. 15 und 16, Joh. 2, 15, 16. 16 Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht teinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennt, Joh. 6 und 16, 1 Petr. 5. Ephejer 6, 2, 2 Tim. 2. Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselben, als durch eigene Lection ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischoff soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinjäufer, nicht häßig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl fürstehe, der gehorjame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit; nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1. Tim. 3, 2. Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist jeines Lohns werth. Luc. 10, 7. Der Die Haustafel. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich voms Evangelio nähren. 1. Cor.9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. 6. 6, 7. Die Aeltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochſen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. 1. Tim. 5, 17. 18. Aus dem 5. B. Mos. 26, 6. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, und euch ermahnen, habt sie desto lieber, um ihres Werkes willen, und jeid friedsam mit ihnen. 1. Thess. 5, 12, 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über cure Seelen, als die da Rechenschaft däfür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Sebr. 13, 17: 17 Von weltlicher Obrigkeit. @ Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung, die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen: denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Nächerin zur Strafe, über den, der Böses thut. Röm. 13, v. 1. 2. 4. Von den Unterthanen. Ger 10 C Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. Matth. 22, 21. So seid nun aus. Noth) unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen Die Haustafel. willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid; Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet und Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm für Gott unserm Heiland. 1. Tim. 2, v. 1-3. 18 Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam sein. Tit. 3, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als Gesandten von ihm, zur Nache über die Uebelthäter und zum Lobe den Frommen. 1. Petri 2, 13. 14. Den Chemännern. Jhr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebe dem Weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß Euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3. 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Colosser 3, 9. Den Ehefrauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als den Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohlthut und nicht so schüchtern seid. 1 Petri 3, 6. Den Eltern. Ihr Väter, reizet cure Kinder nicht zum Zorn, daß fie - Die Haustafel. sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6. 4. Den Kindern. tip G 19 Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig: Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: Auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, v. 1-3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit cures Herzens, als Christo. Nicht mit Dienst allein für Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Chrifti, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei Senecht oder ein Freier. Ephej. 6, v. 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herrn, thut auch dasselbige gegen ihnen, und laffet das Dräuen, und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Eph. 6, 9. Den Alten. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre: Den Alten, daß sie nüchtern seien, chrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß sie sich stellen wie den Heiligen geziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen. Daß sie die junge Weiber B2 lehren Die Haustafel lehren züchtig sein, ihre Männer lieben. Sittig sein, tensch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Tit. 2, 1. 5. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen seid den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch mun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petr. 5, 5. 6. arrollado andpistr Den Jungfrauen. 20 Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine Krone gewesen ist, gethan hat) auf daß sie heilig sei, beides am Leibe und auch am Geist. 1. Cor. 7, 34. Und so sie Eltern und Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern, oder verheirathen. 2. KOOL BE B. Mos. 22, v. 17. munjen Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet im Gebet Tag und Stacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim. 5. 5, 6. 99 150 Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort find alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9.1 diumen Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, v. 1. nydel 1 M. R 32 20.10 23 Oktober 1891 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Tohot den 2 4 Cyan 5 Farbkarte# 13 Green 3 It₂² ¹6 1872 111'110 8 Yellow 9 4 Red | 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White | 16| 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8