6 55th gh dieses Buch gehört. Anna Maria Schultheis Fürstlich Ysenburgisches Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Erbauung. MFF TA Büdingen, gedruckt und zu haben in der Heller'schen Hofbuchdruckerei. Gb- 459 Univ.- Bibl. Giessen nd Inhalt. ( Die Zahlen deuten auf die Nummern der Lieder.) Von dem Werth der Religion überhaupt. Nro. 1. Erste Abtheilun g. Glaubenslehren des Christenthums. 1. Dasein Gottes Nro. 2. Unendliche Vollkommenheiten Gottes 3. 4. 2. Besondere Vollkommenheiten Gottes. Ewigkeit und Unveränderlichkeit 5. 6. Allmacht 7. 8. Allwissenheit und Allgegenwart 9. 10. Weisheit 11. 12. Heiligkeit und Gerechtigkeit 13. 14. Wahrheit und Treue 15. Liebe, Güte, Barmherzigkeit und Geduld 16-18. Seligkeit Gottes 19. Einheit Gottes 20. 3. Vater, Sohn und heiliger Geist 21. 4. Schöpfung 22. 23. 5. Vorsehung 24-27. 6. Engel 28. 7. Menschen III Erschaffung des Menschen 29. Vorzüge des Menschen überhaupt 30. Besondere Vorzüge des Menschen. Verstand u. Vernunft 31. Freier Wille 32. Gewissen 33. Fähigkeit immer vollkommner zu werden 34. Sprachvermögen 35. Zweckmäßiger Bau des Leibes und der Sinne 36. Bestimmung des Menschen überhaupt 37. Bestimmung des Menschen zur Tugend u. Glückseligkeit 38. 39. Bestimmung des Menschen zur Unsterblichkeit 40. Sündhaftigkeit des Menschen 41, 42. 8. Schändlichkeit und Schädlichkeit der Sünde 43. 44. 9. Sendung und Geburt des Erlösers 45-56. 10. Leben, Lehre und Wandel Jesu 57-59. 11. Leiden und Tod Jesu Empfindungen d. Christen bei d. Betracht. d. Leidens Jesu 60. Verrätherei des Judas 61. Leiden Jesu am Delberg und Gefangennehmung 62. Jesus wird von seinen Jüngern verlassen 63. Leiden Jesu vor dem jüdischen und römischen Gericht 64. IV Inhalt. Die Verläugnung Petri 65. 12. Jesus am Kreuze 66-69. Tod Jesu 70. 71. Begräbniß Jesu 72. 13. Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu 73-84. 14. Auferstehung Jeju 85-90. 15. Himmelfahrt und Herrschaft Jesu 91-93. 16. Sendung des heiligen Geistes 94-98. 17. Wort Gottes 99-103. 18. Heilige Taufe 104. Bei der Taufe eines Kindes 105. 19. Heiliges Abendmahl 106-113. 20. Christliche Kirche 114. 115. 21. Würde und Glückseligkeit des Christen in diesem Leben 116-121. 22. Vom Tode 122-131. 23. Auferstehung der Todten 132-134. 24. Allgemeines Weltgericht 135- 137. 25. Ewiges Leben und Seligkeit 138-148. www.m 3 weite Abtheilun g.. 1. Pflichten des Christen. Wahres Christenthum überhaupt 149-152. 2. Glaube 153-156. 3. Buße und christliche Sinnesänderung 157-162. 4. Pflichten gegen Gott Erkenntniß Gottes 163. 164. Andenken an Gott 165. Ehrfurcht gegen Gott 166. 167. Ghrerbietiger Gebrauch des Namens Gottes 168. 169. 5. Liebe zu Gott und Jesu 170-172. 6. Freude an Gott 173. 7. Nachahmung Gottes 174. 8. Gehorsam gegen Gott 175. 9. Vertrauen auf Gott 176-182. 10. Zufriedenheit und Geduld im Leiden 183-200. 11. Lob Gottes und Danksagung 201- 207. 12. Gebet 208-218. 13. Deffentliche Gottesverehrung 219. 220. 14. Vor der öffentlichen Gottesverehrung 221-223. 15. Beim Beschluß der öffentlichen Gottesverehr. 224. 225. 15. Häusliche Gottesverehrung 226. 17. Pflichten gegen uns selbst. Inhalt. V Selbstliebe 227. Selbsterkenntniß 228 231. Sorge für die Seele 232 236. Selbstbeherrschung 237-240. Bewahrung eines guten Gewissens 241-243. Wachsamkeit und Standhaftigkeit 244 248. Sorge für das Leben und die Gesundheit 249. 250. Mäßigkeit im Essen und Trinken 251. Mäßigkeit im Genuß der sinnlichen Vergnügen 252. Keuschheit 253. 254. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 255. 256. 18. Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. - - - Sparsamkeit 257-259. Geiz. 260. Heiterkeit, Genügsamkeit und Zufriedenheit 261, 262. Sorge für unsere wahre Ehre. 263. 19. Nechter Gebrauch der Lebenszeit 264-268. 20. Pflichten gegen den Nächsten. Allgemeine Menschenliebe 269-271. Sorge für des Nächsten Seele 272. Gutes Beispiel 273. Sorge für des Nächsten Leben, Eigenthum und Ehre 274, 275. Gerechtigkeit und Billigkeit 276-278. Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Treue 283. 279. 280. Barmherzigkeit und Mildthätigkeit 281 Mitfreude und Mitleid 284-286. Bescheidenheit und De= muth 287. 288. Dienstfertigkeit und Freundlichkeit 289-291, Sanftmuth und Nachsicht 292. 293. Friedfertigkeit und Ver= träglichkeit 294. Duldsamkeit 295. Versöhnlichkeit und Feindesliebe 296-298. Fürbitte für den Nächsten 299. Dankbarkeit 300. Freundschaft und Umgang 301. 21. Pflichten in besonderen Verhältnissen. 1 1 Obrigkeit und Unterthanen 302-305. Lehrer und Zuhörer 306. 307. Chegatten 308. 309. Aeltern, Kinder, Geschwister 310-315. Jugend 316-318. Jüngling und Jungfrau 319. Alter. Rflichten gegen Alte 320-322. Wittwen und Waifen 323-325. Herrschaft und Dienstboten 326, 327. Handwerfer und Taglöhner 328. Der Landmann 329. Reiche und Arme 330-334. Gesundheit und Krankheit 335-339. Genesung 340. Glückliche und Unglückliche 341. 342. Vornehmer und geringer Stand 343. 344. Einsamkeit 345. Nachbar 346. 22. Bürgerliche Gesellschaft. Vaterland 347. 348. 23. Religionsgesellschaft 349. 350. Pflichten in Absicht auf die Thiere und Pflanzen 351-353.. Dritte Abtheilung. 1. Lieder zu besonderen Zeiten und bei besonderen Veranlassungen. 356 Anfang u. Beschluß des Kirchenjahres 354, 355. Jahreswechsel 358. Beschluß des Jahres 359. Jahreszeiten 306. 363. Winter 364. Frühling 361. Sommer 362. Herbst 363. Saatzeit 365. Aerndtezeit 366, 367. Bei spars. Aerndte 368. 2. Witterung. Fruchtbare Witterung 369. Dürre 370. Nach erhaltenem Regen 371. Bei anhalt. Regen 372. Nach erhalt. Sonnensch. 373, VI Inhalt. 3. Gewitter. Vor und bei dem Gewitter 374. 375. Nach dem Gewitter 376. 4. Tageszeiten. Morgenlieder 377-382. Morgenlieder eines Kranken 383. 384. Morgenlied eines Arbeiters 385. Morgenlied eines Dienstboten 386. Abendlieder 387-392. Abendlieder eines Kranken 393. 394. 5. Tischlieder 395. 396. 6. Geburtstag 397. 7. Gebet für Krante 398. 399. 8. Abendmahlslied eines Kranken 400. 9. Für Sterbende 401- 405. 1 10. Beim Tod der Unsrigen 406- 410. 11. Beim Tod junger Leute 411. 12. Beim Tod eines Verunglückten 412. 13. Beim Tod eines Frommen 413. 14. Reiselieder. Vor der Reise 414. 15. Lied eines Jünglings auf der Reise 415. Nach der Reise 416. 16. Bei Einweihung einer Kirche 417. 418. 17. Bei Einführung eines Predigers 419. 420. 18. Bei Einführung eines Schullehrers 421. 19. Confirmationslieder 422-424. 20. Katechisationslieder. Vor der Katechisation 425-427. Nach der Katechisation 428. 21. Trauungslieder 429. 430. 22. Begräbnißlieder 431-433. 23. In allerlei Gefahren und Nöthen. In allgemeiner Noth überhaupt 434. 24. Nach der Rettung aus Gefahren und Nöthen 435. 25. Krieg 436. 26. Friede 437. 438. 27. Mißwachs und Theurung 439. 28. Bei Feuersnoth 440. 29. Bei Wassersnoth 441. 30. Nach derselben 442. 31. Bei ansteckenden Krankheiten 443. 32. Nach der Seuche 444. 445. 33. Schullieder. Vor dem Anf. der Schule 446-453. Nach dem Unterr. 454. 455. 34. Bei feierlicher Prüfung der Jugend 456. 457. 100% Von dem Werth der Religion überhaupt. 1. Mel. Wer nur den lieben Gott. mir jedes Glück zum Segen, und gibt im Unglück frohen Muth. Wo Wo nichts, sonst, Religion, von Gott gege- nichts mich trösten kann, da ben, sei ewig meinem hebt ihr wahrer Trost erst an. Herzen werth! Wie trostlos 6. Sie schafft dem Geiste würd' ich oft erbeben, wenn süßen Frieden, verscheucht den mich des Lebens Last be- sorgenvollen Sinn, und reischwert! Nur du erheiterst chet jedem Lebensmüden den meinen Sinn, und führst sichern Stab der Hoffnung mich sanft zum Ziele hin. hin, auf den er still und 2. O zeigt mir eine beßre fest sich lehnt, so oft er sich Lehre, ihr Spötter, die ihr nach Ruhe sehnt. sie verlacht! Was ists, das 7. Sie läßt mich stetes so viel Trost gewähre? Was Dasein hoffen, verkündigt habt ihr, das so weise macht? mir Unsterblichkeit. Der Wo find' ich außer ihr das Himmel steht durch sie mir Licht, das durch des Lebens offen, und mein ist eine Dunkel bricht? Ewigkeit. O welche Wonne 3. Sie ist's ja, die mich für den Geist, der sich der Gott erkennen, mich meinen Sündenlust entreißt. Schöpfer lieben lehrt. Ich 8. Ich weiß, ich weiß, an darf getrost ihn Vater nennen, wen ich glaube; ich glaube darf sicher sein, daß er mich fest, und zweifle nicht. Kein hört. Sie rust mir zu: dein Wahn, kein Witz des SpötGott ist gut! Wohl dem, ters raube mir jemals meider seinen Willen thut! Glaubens Licht! Neli4. Sie reizt mein Herz, gion erhebt mein Herz; sie sich selbst zu richten, sie adelt mich im Glück und schärfet meines Geistes Blick, Schmerz. belehret mich von meinen 9. Ja, du des Lebens Pflichten, und schreckt vom reinste Wonne, begleite du Bösen mich zurück, verstärket mich bis ans Grab, und den Gewissenstrieb, und macht leuchte dann, gleich einer mir jede Tugend lieb. Sonne, mir vor ins Todes5. Sie leitet mich auf al- thal hinab! Mein erster len Wegen, sie zeiget mir Laut an Gottes Thron sei das höchste Gut; sie macht Dank für dich, Religion! Der christlichen insbesondere. ( Siehe die Lieder vom Wort Gottes.) nes 1 2 Erste Hauptabtheilung. Glaubenslehren des Christenthums. 3630 1. Dasein Gottes. Mel. Sei Lob und Ehr dem. du schufft und lenkst sie 2. Es ist ein Gott! o alle! fühl es Herz! Er- 4. Da pranget, deiner hebt euch ihr Gedanken! im Allmacht Bild; dort funhöchsten Glück, im tiefsten feln deine Sterne; da leuchSchmerz soll nie mein Glaube tet mir so sanft und mild wanten. Was gibt mir im dein Mond aus jener Ferne; Geräusch der Welt die Hoff da flieht vor deinem Glanz nung, die mich froh erhält, die Nacht; die Sonn' ent= wenn ich an Gott nicht steigt in voller Pracht dem glaube? Schooß der Morgenröthe. 2. Bestimmt zur Tugend leb' ich hier, und sehne mich nach Freuden. Wer stillt zogst sie an 5. Du, Schöpfer, du nur mit dieſem die heiße Sehnsucht mir? Strahlenkleide; du trägst sie Wer rettet mich vom Leihin durch ihre Bahn zu deiner Kinder Freude. Nur du hast dort mit starker den? Wenn sich mein der Tugend weiht, knüpft an sie die Seligkeit? Hand das Zelt so herrlich Wer reicht mir Sieges- ausgeſpannt, worin die Welten wohnen. kronen? Herz wer 3. Du bist es, Gott! 6. In tausend Stimmen Du bist und lebst! Gleich rauscht und tönt, dein LeFelsen steht mein Glaube. ben durch die Wälder. Dein Du lohnst der Tugend, du Segen, Herr, verjüngt und erhebst sie mächtig aus dem krönt, mit Schmuck die reiStaube. Du bist und lebst. chen Felder. Wie lieblich Ich seh es ja an deinen ruft die Nachtigall, wie laut Werken fern und nah; des Donners Wiederhall: 3 Dasein Gottes. Ein Gott, ein Gott schufler ist unendlich grenzenlos alles! in seinem ganzen Wesen. 7. Und sollt' auch alles, 2. Er ist und bleibet, wie alles hier vor meinem Blicke er ist. Wer strebet nicht schwinden, doch würd' ich vergebens ihn auszusprechen; den Beweis in mir von wer ermißt die Dauer seines deinem Dasein finden. Ich Lebens? Wir Menschen sind bin, ich bin! Wie könnt' von gestern her; eh' noch ich sein, wär' ich, o Herr die Erde war, war er, der Welt, nicht dein, nicht noch eher als die Himmel. dein Geschöpf, o Vater? 3. Des Ew'gen Thron 8. Der mich aus seiner umstrahlt ein Licht, das ihn Quelle tränft, mich speißt vor uns verhüllet; ihn fajvon seinem Gute, deß Kraft sen alle Himmel nicht, die in meiner Seele denkt, und seine Kraft erfüllet. wallt in meinem Blute, bleibet ewig, wie er war, und fühlt und wirkt in verborgen und auch offenbar Herz und Sinn, durch den in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn ich ward, und stets noch bin, ja, der muß sein und seine Kraft uns nicht geleben. bildet hätte? Er kennt uns, 9. Jch blick, o Gott, mit kennet, was er schafft, der Bei Zuversicht empor zu deiner Wesen ganze Kette. Höhe. Du bist und lebst! ihm ist Weisheit und VerIch zweifle nicht, obgleich stand, und er umspannt mit ich dich nicht sehe. O laß seiner Hand die Erde sammt doch meinen Glauben rein dem Himmel. und stets durch Werke thä5. Ist er nicht nah? ist tig sein, damit ich mich er- er nicht fern? weiß er nicht freue. Aller Wege? wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in FinsterMel. Sei Lob und Ehr dem. niß? was ihr beginnt; er 3. Der Herr ist Gott siehts gewiß, er sieht es schon und keiner mehr! von ferne. Frohlockt ihm alle From 6. Wer schützt den Weltmen! Wer ist ihm gleich; bau ohne dich, o Herr, vor wer ist wie er, so herrlich, seinem Falle? Allgegenwärso vollkommen? Der Herr tig breitet sich dein Fittig Du bist voll ist groß, sein Nam' ist groß! über alle. 1* Unendliche Vollkommenheit Gottes. 4 Dasein Gottes. Freundlichkeit, voll Huld, tig: Werde! entstand deint barmherzig, gnädig, voll Ge- großes Werk, der Himmel duld; ein Vater, ein Ver- und die Erde. Mit deinem schoner. kräft'gen Wort trägst du die 7. Unsträflich bist du, ganze Welt, und deine Macht heilig, gnt, und reiner als vollführt, was uns unmögdie Sonne. Wohl dem, der lich fällt. deinen Willen thut: denn 4. Du bist der Herren du vergiltst mit Wonne. Herr; der Erde Majestäten Du hast Unsterblichkeit allein, sind, Höchster, vor dir Staub bist selig, wirst es ewig sein; auch Geister kannst du tödhast Freuden, Gott, die Fülle. ten. Wen du erniedrigest, 8. Dir nur gebühret Lob Gott, wer kann den erhöhn? und Dank, Anbetung, Preis Wen du erhöhen willst, deß und Ehre. Kommt, werdet Hoheit muß bestehn. Gottes Lobgesang, ihr alle 5. Wer hat dich je geseine Heere! der Herr ist sehen? Wer kann im Fleisch Gott und keiner mehr! Wer dich sehen? Kein sterblich ist ihm gleich? wer ist, wie Auge reicht bis zu den Licher, so herrlich, so vollkom- teshöhen von welchen du men? mit Huld auf deine SchöMel. Nun danket alle Gott. pfung blickst, und alles, was 4. Anbetungswürd'ger Gott da lebt, erfreuest und bemit Ehrfurcht stets glückst. zu nennen! Du bist unend- 6. Ja, hier erkennen wir lich mehr, als wir begreifen dich nur sehr unvollkommen; können. O flöße meinem wird aber dermaleinst der Geist die tiefste Demuth ein, Vorhang weggenommen, der und laß mich stets vor dir dich, Unendlicher, noch unvoll Chrerbietung sein! serm Blick verschließt; dann 2. Du riefft dem, das jehn wir heller ein, wie herrnicht war, um Lust und lich du, Gott, bist. Seligkeiten auf's mannigfal- 7. Jndeß sei auch schon tigste um dich her auszu- jetzt dein Ruhm von uns bebreiten. Die Liebe bist du sungen. Verschmähe nicht selbst; Verstand und Nath ein Lob von lallend schwasind dein, und du gebrauchst chen Zungen! Dort soll, sie gern, zu segnen, zu er- wann wir dereinst in helfreun. lerm Licht dich sehn, auch 3. Du sprichst, und es stärker unser Lied dich, grogeschieht. Auf dein allmäch- ßer Gott, erhöhn. 5 Gottes. 2. Besondere Vollkommenheiten Ewigkeit und Unver- Mel. Liebster Jesu wir sind. änderlichkeit. 6. Gott, du bist von Mel. Sei Lob und Ehr dem. Ewigkeit! Deine 5. Gott, stets sich gleich, Majestät und Größe mehrt bleibt immerdar; und mindert keine Zeit; durch alle Ewigkeiten; bleibt, gib, daß ich das nie verwas er vor der Schöpfung gesse, nie auf Kreaturen war, stets ohne Maaß der bane, sondern dir allein verZeiten; war ehe Welt und traue. Meer und Land, und Sonne, 2. Ewig und unwandelMond und Zeit entstand; bar ist dein grenzenloses das erste aller Wesen. Wissen. Was dir einmal 2. Häuft Zahl auf Zahl Wahrheit war, wirds auch und Zeit auf Zeit mit Tau- ewig bleiben müssen. Nie senden von Jahren; ihr kanns deiner Weisheit fehlen, werdet nie die Ewigkeit, die nur das Beste zu erwählen. er durchlebt, erfahren. Die 3. Du bist nicht, wie größte Zahl wird stets zu Menschen sind, daß dich etflein für seiner Gottheit was Gottheit was reuen sollte; bleibeſt Dauer sein. Sie ist nicht immer gleich gesinnt, und zu ermessen. was je dein Rathschluß 3. Sein Dasein hängt wollte, weiß dein mächtiges von niemand ab. Wer hätt' Negieren herrlich auch hinauses ihm gegeben? Er, der zuführen. es jedem Wesen gab, hat 4. Sünden bist du ewig durch sich selbst sein Leben; feind; wehe denen, die sie und er verliert sein Dasein lieben! Ewig bleibst du nicht, weil es ihm nie an derer Freund, die, was recht Kraft gebricht, das, was er und gut ist, üben. Lehre in mich ist, zu bleiben. allen Dingen 4. Wer, Ewiger, kann, deinen Willen treu vollwas du bist, erforschen und bringen. ergründen? Wer muß die 5. Immer ist dir's eine Dau'r die niemand mißt, Lust, Menschenkinder zu benicht unbegreiflich finden? glücken. Wohl dem, der sich Du bist, was nie ein Wesen auch mit Lust, lernt in deine war, ohn Anfang; bist un- Ordnung schicken. Der, der wandelbar, nach aller Zeiten geht auf sichern Wegen deiEnde. nen Segnungen entgegen. 6 Besondere Vollkommenheiten Gottes. 6. Deine Worte trügen] 4. Die Menge vieler nicht, du, du bist der ewig Wunder zeigt, daß, SchöTreue, der das hält, was pfer! dein Vermögen weit er verspricht; gib, daß ich über die Gesetze steigt, die mich dessen freue, und mich, die Natur bewegen. bewegen. Du bis ich cinst erkalte, fest an bleibst ihr Herr, und ihren deine Wahrheit halte. Lauf hebst du nach weiser 7. Mag doch dann die Willkühr auf. Welt vergehn, mag mich 5. Was für ein WunAlles dann verlassen. Du, der deiner Macht wird undu bleibst mir ewig stehn. ser Aug' einst sehen, wann Deine Huld wird mich um- nach der langen Grabesnacht fassen, wann ich einst von die Tødten auferstehen; wann hinnen scheide. Ewig bist du von unserm Staub den du meine Freude. Rest zu neuen Körpern werden läßt! A I Im a ch t. 6. Allmächtiger erstaunt Mel. Mir nach spricht Christus. fall ich anbetend vor dir und 7. Herr, deine Allmacht nieder! Mein schwacher reicht so weit, als Geist verlieret sich, und lallt auch dein Wille reichet! nur schwache Lieder; be= Nichts ist, das deiner Herr- wundert dich und deine Kraft, lichkeit und deinen Thaten die aus dem Tode Leben gleichet. Was ist so groß, schafft. was ist so schwer, das dir 7. O zünd' in mir den zu thun nicht möglich wär? Glauben an, der sich auf 2. Du sprichst, und auf dich verlasse! Ist etwas, dein mächtig Wort fällt Alles das mich schrecken kann, wenn dir zu Füßen. Du führest ich dich, Gott, umfasse? deinen Anschlag fort bei al- Mein Gott, ich traue deilen Hindernissen. Du winkst, ner Kraft, die Alles kann so stehet plötzlich da, was und Alles schafft. kurz zuvor kein Auge sah. Mel. Es ist das Heil uns. 3. Du hast dein großes 8 Wie groß, o Gott, Schöpfungswerk allmächtig ist deine Macht! ansgeführet. Es bleibet stets Wie thatenreich dein Leben! dein Augenmerk, und wird Wie viel hast du hervorgedurch dich regieret. Noch bracht! Wie viel auch uns immerført besteht die Welt, gegeben! Wer überschaut weil deine Allmacht sie er- das Sternenbeer? Wer hält. zählt die Wesen weit um Besondere Vollkommenheiten Gottes. 17 her? Wer Thiere, Men-| Mit welchem Eifer thätig schen, Welten? sein, nach deiner Huld zu 2. Herr, der du Erd' und ringen! Himmel füllst, dein Allmachts- 7. Jch bete dich mit Ehrruf: Es werde! bewirkt im furcht an, allmächtiger BeHimmel, was du willst, so, leber! Du gibst, was niewie auf dieser Erde. Zu hoch mand geben kann, unendlich ist nichts für deine Kraft. reicher Geber! In jeder Was ist, ist dein, und alles Ohnmacht, jeder Noth, in schafft dein unerforschter Wille. jeder Angst und selbst im 3. Du wintst der Welt, Tod ist deine Kraft mir nahe. 8. Herr, deine Macht ist und sie ist schnell auf deinen Wink entstanden. Du russt außer mir und in mir zu das Licht, und es wird hell, bemerken. Drum weiht sich und Wesen sind vorhanden, meine Seele dir; du, du nur und alles, was dein Hauch kannst sie stärken, und einst belebt, empfindet, freuet sich gestäckt, o Herr, durch dich und strebt, mit Kraft nach wird sie in kühnem Schwunge neuen Kräften. sich zur Herrlichkeit erheben. 4. Kein endlicher Verstand Mel. Ich dank dir schon durch. ermißt die Größe deiner Allwissenheit und Allgegenwart. Werke. Was über mir und und um mich ist, verkündigt hohe Stärke, und überall ist Trieb und Drang nach Ord- 9. nung und Zusammenhang, und alles fest verfettet. Dir, Gott, ist alles offenbar im Himauf Erden, was mel und 5. Und nie ermüdet deine jetzt noch ist, was vormals Hand! Du ordnest Erd und war, und künftig noch wird Meere! den ungezählten werden. Ufersand, und alle SonnenV 2. Du schauest, Vater heere. O Quell des Lebens alles Lichts, durch tiefe Finund des Lichts! Herr, ohne sternisse. In deiner ganzen dich ist alles nichts; nur du Welt ist nichts, was dein Verstand nicht wisse. regierest alles. 3. Mein blödes Auge 6.! du, vor dessen Angesicht viel tausend Sonnen siehet nur, so weit dein prangen, mit welcher festen Licht mir glänzet. Nichts Zuversicht soll ich an dir sieht es ganz, denn von Nanicht hangen! Mit welchem tur ist stets sein Blick beErnst die Sünde scheun! grenzet. 8 Besondere Vollkommenheiten Gottes. 4. Nur dir ist alles auf- Todesnacht darf ich ich nun gehellt; vor dir liegt ohne nicht erbeben. Du kenneſt Hülle, das Innere der Kör mich, dein Auge wacht, du perwelt und jedes Geistes führest mich zum Leben. Wille. Mel. Mir nach, spricht Christus. 5. Du siehst Gedanken; 10. Nie bist du, Höchster, ehe sie in unsrer Seel ent von uns fern; stehen, und du vergissest ihrer du wirkst an allen Enden. nie, wenn sie auch uns ent- Wo ich nur bin, Herr aller gehen. Herrn, bin ich in deinen 6. Nur nach und nach Händen. Durch dich nur und wenig nur kann unser leb' und athme ich; denn Geist hier lernen, doch du deine Rechte schützet mich. durchschauest die Natur bis 2. Was ich gedenke, zu den fernsten Sternen. weissest du; du prüfest meine 7. Zu hoch ist diese Kennt- Seele. Du siehst es, wenu niß mir. Mir schwindelt ich Gutes thu; du siehst es, vor der Höhe. Was ist wenn ich fehle. Nichts, nichts mein Wissen, wenn ich hier, kann deinem Aug' entfliehn, Gott! auf das deine sehe? und nichts mich deiner Hand 8. Auch mich und was entziehn. ich hab' und thu', mein 3. Wenn ich in stiller Streben, meine Sorgen, dies Einsamkeit mein Herz an alles, Höchster, kennest du, dich ergebe, und, über deine vor dir ist nichts verborgen Huld erfreut, lobsingend dich 9. Du weißt, was mei- erhebe; so siehst du es und nem Glück gebricht, noch eb' stehst mir bei, daß ich dir ich's kann erflehen, siehst immer treuer sei. alles deutlich, irrest nicht. 4. Du merfst es, wenn Wer kann dich hintergehen? des Herzens Nath verfehrte 10. Du, den ich nicht er- Wege wählet; und bleibt reichen kann, in ehrfurchts- auch eine böse That vor voller Stille bet ich, Allwis aller Welt verhehlet, jo sender, dich an, und deiner weißt du sie und strafest Kenntniß Fülle. mich, zu meiner Beßrung 11. Wohl mir, daß du väterlich. mein Vater bist, und nie 5. Du hörest meinen mich willst verlassen! Wer dir Seufzern zu, daß Hülfe mir mit Ernst ergeben ist, den erscheine. Voll Mitleid, Vawird dein Heil umfassen. ter, zählest du die Thränen, 12. Selbst in der finstern die ich weine. Du siehst Besondere Vollkommenheiten Gottes. 9 und wägest meinen Schmerz, wie du sie bindest, und Welt und stärkst mit deinem Trost auf Welten gründest? mein Herz. 3. Jch blicke still zu dir 6. O drück, Allgegen- hinauf; nur du bist der wärtiger, dieß tief in meine Allweise. Du gibst den Seele, daß wo id) bin, nur Sternen ihren Lauf, bestimdich, o Herr, mein Herz zur mest ihre Kreise, und auch Zuflucht wähle; daß ich die Erde leitest du, und wägst dein Auge heilig schen, und ihr Schmuck und Segen zu. dir zu dienen eifrig sei. Du kannst nur Gutes wäh7. Laß überall gewissen- len, und nie des Zwecks verhaft nach deinem Wort mich fehlen. handeln; und stärke mich 4. Wohin mein forschend dann auch mit Kraft, vor Auge sieht, in Thieren, dir getrost zu wandeln. Herr, Steinen, Pflanzen, fügt alles, du bist um mich; o verleih, alles, Glied an Glied, sich daß dieß mir Trost und wundervoll zum Ganzen, Warnung sei. Weisheit. zielt hier Verluſt und dort Eewinn aufs Beste deines Neiches hin, und noch ist nichts erschienen, was dir nicht mußte dienen. Mel. Ermuntre dich, mein. 11. Wer kann, o Gott, 5. wie groß Bei aller Mannigdu faltigkeit in deiner Hände bist, hier jemals ganz em- Werken, lehrt dennoch Ordpfinden? Und wer, was nung weit und breit mich deine Weisheit ist, durchden- deine Weisheit merken. Bei ken und ergründen? Wem allem Wechsel in der Welt wird sie je enthüllet sein? bist du der Gott, der sie erWer dringt in ihre Tiefen hält, der Gott, der sie regieein? Wer sieht nicht Dun- ret, und alles herrlich führet. kelheiten des Forschers Blick 6. Selbst was die freie begleiten? Seele denkt, hast du vor2. Wer kennt den Plan, hergesehen; durch dich wird nach dem du schufft? Wer jeder Plan gelenkt, dir widerstehen. nichts kann ihn je verstehen? Wer kann das, was du zum Dasein Gerecht und heilig führest rufst, im Ganzen überschen? du den den Menschen seinem Und wer erforscht der Kräfte Ziele zu; du ordnest alle Gang? Wer sieht sie im Welten, sein Werk ihm zu Zusammenhang? Wer weiß, vergelten. Besondere Vollkommenheiten Gottes. 7. Dir will ich stets mit gen erhellt, was unbegreiflich Zuversicht mein Schicksal war. Was du beschließest, überlassen. Du weißt allein, das besteht: was dir entge= was mir gebricht, drum will gen strebt, vergeht. 10 ich Hoffnung fassen, auch 5. Der Mensch hat seinen wenn sich mir auf dunkler freien Willen, und dennoch Bahn, Gefahr und Schmerz muß, wie frei er wählt, er und Elend nahn. Auf deine immer deinen Nath erfüllen, Weisheit schauen, dies lehrt der seines Zieles nie vermich dir vertrauen. fehlt. Zu Schanden machst Mel. Wer nur den lieben Gott. du Tück und List, und lehrst, 12. jedes daß du nur weise bist. Schöpfer, deiner Werke 6. Allweiser Vater, meine macht deiner Größe Ruhm Seele kennt ohne dich, was bekannt, verkündigt deine gut ist, nicht! Damit sie Macht und Stärke, verkün- stets das Beste wähle, gedigt Weisheit und Verstand! währe du ihr selbst dein Wie herrlich ordnet deine Licht. Deckst du, was täuWahl der Wesen unermeßne schen kann, mir auf, so Zahl! wandl' ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater ist, wie das größte, voll Ord- meines Lebens, hat deine nung, Herrlichkeit und Pracht, Hand mich gut gut geführt. ist, denn du wählest nur das Wohl mir! ich lebe nicht Beste, ein Spiegel deiner vergebens, wenn deine Weisweisen Macht. Wie mannig- heit mich regiert. Sie führt faltig und wie gut ist das, gewiß durch Welt und Zeit was deine Weisheit thut!. mich hin zu deiner Herrlich3. Was du nach ihrem feit. 2. Dein kleinstes Werk Rath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was Heiligkeit und kommen soll kommt, wenn rechtigkeit. du's rufest, wie es dein Mel. Werde munter mein. Schluß geordnet hat. Die 13. Gott, vor desfen Weisheit, die uns noch geAngesichte nur bricht, versagst du, wenn wir ein reiner Wandel gilt! Keibitten, nicht. ner kommt zu deinem Lichte, 4. Oft ist uns, Herr, dein wer nicht dein Gesetz erfüllt. Weg verborgen; dein Rath Heilig und gerecht bist du; ist dennoch wunderbar; der und du rufft uns allen zu: Ausgang deiner weisen Sor- lich bin heilig; heilig werde & e Besondere Vollkommenheiten Gottes. 11 Allein Gott in der Höh. Gott, du bist heilig und gerecht deinen Wegen, und Redlichen Gedeinem Vater2. Ganz unsträflich, ganz vollkommen, warst du, der in allen du nimmer irrst, und auch krönst des ewig ganz vollkommen ganz schlecht mit unsträflich bleiben wirst. jegen. Nur Sünder tragen Was dein Wille wählt und ihre Schuld; mur sie verthut, ist untadelhaft und scherzen deine Huld, und gut, und unsträflich sind die fühlen, wie du strafest. Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 2. Du bist der Herrscher aller Welt, und willst nach den 3. Herr, du willst, daß den Gesetzen, die du mit deine Kinder deinem Bilde Weisheit aufgestellt, aufgestellt, ähnlich sein. Nie besteht Werth des Menschen schätzen. vor dir der Sünder: denn Wer sie verwirft, zerstört du bist vollkommen rein. zugleich sein eignes Glück in Du bist nur der Frommen deinem Reich; hier sind nur Freund, jedem Bösen bist du Fromme glücklich. feind; wer beharrt in seinen 3. Du hältst dein heiliges Sünden, kann vor dir nicht Gericht, o Herr, oft schon Gnade finden. auf Erden. Du knüpfest an 4. O so laß uns nicht verletzte Pflicht Verachtung verscherzen, was du uns noch und Beschwerden, und dem, zugedacht. Schaffe in uns der seine Pflicht erfüllt, und reine Herzen! Tödt' in uns stets sein Herz in Unschuld der Sünden Macht! Denn hüllt, lohnst du mit süßem was sind wir, Gott! vor Frieden. dir! Wie so leicht, ach, 4. Uns klaget das Gefallen wir! und wer kann, wissen, an, wenn wir dirwer kann es zählen, großer widerstreben. Es folgt uns Gott! wie oft wir fehlen? auf des Lasters Bahn, und 5. Keiner sündlichen Bedrohet unserm Leben. Entgierde bleibe unser Herz ge- flohen ist aus unsrer Brust weiht! Unsers Herzens größte die stille, segensreiche Lust, Zierde sei des Herzens Hei- empor zu dir zu schauen. 5. Auch strafft du manligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu dei- chen Sünder schon für seine nem Himmelreich wirst du, Frevelthaten, indem er sich Herr, nur die erheben, die in Angst und Hohn und im Glauben heilig leben. Elend sieht gerathen. Dann jeder Mensch schon auf der Mel. Erde. 14. 12 Besondere Vollkommenheiten Gottes. fühlet er, der vorhin kühn Wahrhaftigkeit und und stolz und ungestraft Treue. erschien, des Lasters herbe mel. Leiden. Freu' dich sehr, o meine. Treu ist Gott, das 6. Doch blos zu seiner Menschen, die ihr jammernd nehmt zu Herzen! Besserung bestrafest du den 15. Sünder. Du rufest ihn zur Schmerzen, was sein heil'ges tlagt! Hört in allen euren Heiligung, zum Kreise deiner Kinder. O wohl dem, der sich bessern lernt, vom Lasterpfade sich entfernt, und deinem Rufe folget! Wort euch sagt! Er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübjal Last euch leicht, und das Ende bittrer Lei= den euch zum Anfang ew'ger Freuden. 7. Ach, wehe dem, der in der Zeit nicht deine War- 2. Laß dir an der Gnade nung höret, dein ernstes gnügen, die der Herr dent Strafgericht nicht scheut, und Schwachen schenkt. Nimmersich nicht bald bekehret! mehr wirst du erliegen, da er Wie wirds ihm sein, wann gnädig dein gedenkt. Er, der ihn zur Gruft einst deine deine Thränen zählt, hat auch Donnerstimme ruft, und du schon die Zeit erwählt, da er dann Rechnung forderst? deine Klagen stillet, und dein Todes. 8. Nur deine Freunde Herz mit Trost erfüllet. dürfen nicht vor dir, Ge3. Heben will er dich und rechter, zittern. Nur ihren tragen wenn du schwach und Muth kann dein Gericht zu Alters Klagen hört er, der hülflos bist. Auch des grauen keiner Zeit erschütteru. Sie sind getrost, und winkest du: uns nie vergißt. Die Verso eilen sie dir fröhlich zu, er Fromme nie verläßt: nie heißung steht noch fest, daß selbst durch das Thal des versäumt auf die zu schauen, die sich kindlich ihm ver19. Du gibst, gerechter trauen. Gott und Herr, uns einst 4. Nun so ruh in seinen nach unsern Werken. OHänden, Secle, die du klagst hilf denn, daß wir nimmer- und wantst! Er wird deine mehr die böse Lust verstär- Leiden wenden, daß du ihm ken! Nimm stets dich unsrer noch freudig dankst SeiSeelen an, und leit sie auf ner Gnade Bund allein der Tugend Bahn, daß jede müsse deine Stärke sein! selig werde. Halte nur mit festem Muthe Besondere Vollkommenheiten Gottes. 13 dich zu Gott, dem höchsten] 4. Mit welchem reichen Gute. Ueberflusse erfüllst du diese Du 5. Laß mich diese Gnad' Welt, dein Haus! erreichen, Herr, Gott, meine theilst ihn Allen zum GeZuversicht! Mögen doch nusse so väterlich, so liebVerzagte weichen; mein Ver- reich aus; und jedes Lebens trauen weiche nicht! Gott Quelle fließt aus dir, der der Treue, ich bin dein; du du das Leben bist. wirst mein Erretter sein; Erretter sein; 5. Wir sehn, o Herr, in wirst mir, wenn mich Leiden deiner Sonne den Schatten fränken, deines Trostes Lab- nur von deinem Licht. Entsal schenken. zieh uns deiner Güte Wonne, entzieh uns deine Liebe nicht. Liebe, Güte, Barm- Herr, deine Huld erfreue die, herzigkeit und Ge- die dich verehren. Segne sie! duld. Mel. Wer nur den lieben Gott. 17. o weit nur deine 16. So Mel. Die Tugend wird durchs. Wie groß ist des Allmächt'gen Sonnen glän- Güte! Ist der ein Mensch, zen, reicht deine Huld, die den sie nicht rührt? Der uns erhält; reicht über unsers mit verhärtetem Gemüthe den Himmels Grenzen, o Vater, Dank erstickt, der ihm gebis zur fernsten Welt; in bührt? Nein, seine Liebe zu alle Ewigkeiten währt die ermessen, sei ewig meine größte Güte, die dein Volk verehrt. Pflicht! Der Herr hat mein 2. Dir, Gott, ist kein Genoch nie vergessen; vergiß, schöpf verborgen, du schufst mein Herz, auch seiner nicht! den Menschen, schusst das 2. Wer hat mich wunThier; du würdigst jedes derbar bereitet? Der Gott nicht bedarf. deiner Sorgen; sie danken der meiner nicht Lust und Leben dir. Es mag Wer hat mit Langmuth auch noch so niedrig sein: so mich geleitet? Er, desse ist dir, Höchster, nichts zu klein. Rath ich oft verwarf. W 3. Mit frommen freudi- stärkt den Frieden im Gegem Gemüthe erheb' ich, wissen? Wer gibt dem Geiste Gott der Liebe, dich. Wie neue Kraft? Wer läßt mich grenzenlos ist deine Güte! so viel Guts genießen? Ist's Wie liebst du uns so väter- nicht sein Arm, der alles lich! uns, die wir ohne Furcht schafft? und Grann, dir, dem Allgü 3. Schau, o mein Geist, tigen, vertraun. in jenes Leben, zu welchem 14 Besondere Vollkommenheiten Gottes. du geschaffen bist, wo du, meinem Herzen die Furcht mit Herrlichkeit umgeben, des letzen Augenblicks! Gott ewig sehn wirst, wie mel. Sei Lob und Ehr dem. er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch 18. Wie viele Freuden Gottes Güte sind sie dein die du mir, Herr, verliehen; dank ich dir, Sieh, darum mußte Christus und wie viel Sünden hast leiden, damit du möchtest du mir aus Gnaden nicht selig sein! verziehen; Gott, voll Er4. Und diesen Gott sollt' barmung und Geduld, selbst ich nicht ehren, und seine bei der Größe meiner Schuld Güte nicht verstehn? Er währt ewig deine Liebe. sollte rufen, ich nicht hören, A den Weg, den er mir zeigt, 2. Bedenk' ich, Schöpfer, nicht gehn? Sein Will' deine Macht; blick ich in ist mir in's Herz geschrie- jene Ferne, und überseh des ben, sein Wort bestärkt ihn Himmels Pracht und Sonne, ewiglich. Gott soll ich über Mond und Sterne: so bet' alles lieben, und meinen ich dich voll Ehrfurcht an. Nächsten, gleich als mich. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest? 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. 3. Dein Auge schaut auf So lang ich dies Gebot er ihn herab; so geht er nicht fülle, stell' ich sein Bildniß verloren. Nicht für die in mir her. Lebt seine Lieb Welt, nicht für das Grab in meiner Seele; so treibt allein ist er geboren. Die sie mich zu jeder Pflicht, und Welt vergeht mit ihrer Lust; ob ich schon aus Schwach- der du den Willen Gottes heit fehle, herrscht doch in thust, dein Glück soll ewig mir die Sünde nicht. dauern. 6. O Gott, laß deine 4. Wann ich erwache, Güt' und Liebe mir immer- denk ich dein, und wann ich dar vor Augen sein! Sie schlafen gehe: denn du, stärk' in mir die guten mein Vater, fannst verleihn, Triebe, mein ganzes Leben was ich von dir erflehe. dir zu weihn. Sie tröste Drum seufz' ich kindlich stets mich zur Zeit der Schmerzen, zu dir: Herr, was mir sie leite mich zur Zeit des nüßet, schenke mir, um deiGlücks, und sie besieg in ner Güte willen. Besondere Vollkommenheiten Gottes. 15 Seligkeit Gottes. 8. Der Seraph dort an Mel. Vom Himmel hoch da. deinem Thron sieht durch 19. Aus deiner Quelle, Jahrtausende dich schon, wird Schöpfer, nimmt immer weiser, wird, o Herr, der Mensch zur Seligkeit von deinem Anschaun seliger. bestimmt, für jeden heiligen 9. Und doch, wie hoch er Genuß, Befriedigung und strebt, umfaßt er nimmer, Ueberfluß. was du bist und hast. Nur 2. Vom Himmel strömt du durchschaust dich ganz dein Segen her; er strömt allein. Wie selig, selig mußt herab auf Land und Meer. du sein! Wie schön ist deine Welt! 10. Dochtöne lauter, wie reich! I was ist deinen mein Gesang! Vernimm, o Bater, meinen Dank! Schätzen gleich? 3. Noch größere Freuden Du, Seliger, willst, daß sendest du uns, wenn, wir auch ich soll ewig selig sein dich nur lieben, zu. Du durch dich. veutst uns Seligkeiten an, Einheit Gottes. womit kein Sinn erfreuen Mel. Sei Lob und Ehr dem. fann. Gs ist nur Einer, 20. der der Welt ihr 4. Wenn unsre Seele dich erkennt, und dann, o Herr, Dasein einst gegeben. Nur dich Vater nennt, und deiner Einer, welcher sie erhält; Vaterhuld sich freut, was durch den wir alle leben. fühlt sie dann für Seligkeit! Nur diesen ehren wir als 5. Und welche Wonne, Gott: denn viele Götter sind wenn sie nun beginnt, was ein Spott des denkenden du befiehlst, zu thun, und Verstandes. 2. Der Sternen namenfühlet, wie der Tugend Werth erhebt, beglücket und verklärt! lojes Heer, die dort int 6. Fließt so viel hohe Weltraum schweben; die Lust von dir, vermagst du Erde hier, die Luft, das uns, o Herr, schon hier Meer, die Wesen, welche mit solchen Gütern zu er- leben: Wie zeuget ihre freun; wie selig mußt du Harmonie von einem Plan! selbst nicht sein! wie rufen sie: Der Schöpfung 7. Unendlich, ach, unend- Herr ist Einer. lich, ist o du, der du unendlich 3. O laßt uns diesen bist, o Fülle der Vollkom- Gott menheit der Reichthum dei- Alles ner Seligkeit. und Herrn auch über ehren! Laßt uns sein Reich der Tugend gern 16 Vater, Sohn und heiliger Geist. Schöpfung. durch Wort und Beispielswir auf Erden hier allein mehren! Laßt uns des ihn durch Vernunft erkenVorzugs würdig sein, daß nen! In bekannter Melodie. 3. Vater, Sohn und heiliger Geist. 3. Jesu Christ, des 21. Allein Gott in der Höchsten Sohn! dich, seiHöh' sei Ehr, nen Eingebornen, dich sandte und Dank sei seiner Gnade. Gott vom Himmelsthron Er sorget, daß uns nimmer- zur Rettung der Verlornen. mehr Gefahr und Unfall Du Mittler zwischen uns schade. Uns wohlzuthun ist und Gott, hilf uns im Leer bereit; sein Nath ist ben und im Tod; erbarm unsre Seligkeit: Erhebet ihn dich unser Aller! mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erhe- 4. Dheiliger Geist, du ben dich mit freudigem Ge- Geist von Gott, erleuchte, müthe. Du herrschest un beßre, tröste, die Jesus veränderlich mit Weisheit Christ durch seinen Tod zum und mit Güte. Unendlich Dienst des Herrn erlöste. groß ist deine Macht, und Auf deinen Beistand hoffen stets geschieht, was du be- wir, Verlaß uns nicht, so dacht Wohl uns, daß du sind wir hier und dort einst regierest! ewig selig. 4. Schöpfung. Mel. Sei Lob und Ehr dem. hin es blickt, die Wunder 22. Mann ich, o Schö- deiner Werke. Der Himpfer, deine mel, prächtig ausgeschmückt, Macht, die Weisheit deiner preißt dich, du Gott der Wege, die Liebe die für Stärke! Wer hat die Sonn' alle wacht, anbetend über- an ihm erhöht? wer kleidet lege: so weiß ich, von Be- sie mit Majestät? wer ruft. wundrung voll, nicht wie dem Heer der Sterne? ich dich erheben soll mein 3. Wer mißt dem Winde Gott, mein Herr, mein Vater! seinen Lauf? wer heißt die 2. Mein Auge sieht, wo- Himmel regnen? Wer Schöpfung. 17 schließt den Schooß der Erde Thiere große Zahl? Wer auf, mit Vorrath uns zu schuf die Felder, Berg und segnen? Gott der Macht Thal, und Bäume, Frucht und Herrlichkeit, Gott, deine und Blumen? Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 2. Wer goß das Wasser reichlich aus in Brunnen, 4. Dich predigt Sonnen- Bäche, Seen? Wer streut schein und Sturm, dich preist im Winter Flocken aus? der Sand am Meere. Bringt, Wer heißt die Winde weruft auch der geringste Wurm, hen? Wer gießt den Negen bringt meinem Schöpfer Eh- auf die Au? Wer führt die re! Mich ruft der Baum Wolken, tröpfelt Thau auf in seiner Pracht, mich, ruft Wiesen, Felder, Reben? die Saat, hat Gott ge- 3. Das alles, alles, groß macht; bringt unserm Schöp- und klein ist dein Wert, Unfer Ehre! sichtbarer! Du bist der Erste, 5. Der Mensch, ein Leib, du allein bist Schöpfer und den deine Hand so wunder- Bewahrer. Durch deine Macht, bar bereitet; der Mensch, auf dein Gebot bin ich, ist ein Geist, den sein Verstand, alles großer Gott; durch dich dich zu erkennen, leitet; der ist alles worden. Mensch, der Schöpfung Nuhm 4. Wie gut, wie liebevoll und Preis, ist sich ein täg- du bist, seh ich, wohin ich licher Beweis von deiner blicke, weil alles gut und nützGüt' und Größe. lich ist, und dient zu meinem 6. Erheb' ihn ewig, o Glücke. Luft, Sonn' und mein Geist, erhebe seinen Mond, und Wald und Thier, Namen! Gott! unser Va- Feld, Korn und Wasser nüter, sei gepreist, und alle ßen mir, und nützen allen Welt sag: Amen! und alle Menschen. Welt ehr' Gott den Herrn, 5. Für dich nicht, für und hoff' auf ihn und dien' Geschöpfe nur, daß jeder ihm gern! Wer wollte Gott glücklich werde, schufst du nicht dienen? die prächtige Natur, den Mel. Sei Lob und Ehre dem. Himmel und die Erde. Dir, 23. Wer machte diese der uns wie ein Vater liebt, schöne Welt? und allen alles Gute gibt, das Nähe und das Ferne? dir kann der Mensch nichts Wer hat am Himmel hingeben. 6. Wie bin ich froh! Du und Sterne? Woher der machst auch mich zum Zeuggestellt, die Sonne, Mond 2 18 Vorsehung. gen deiner Güte. Ich dan- dich, du schufft und du erke dir und denk an dich mit hältst auch mich zu immer freudigem Gemüthe. Ich größern Freuden. seh' dich nicht, doch lieb' ich 5. Vorsehung. M. Was mein Gott will. lichen Genuß, das Aehrendem Vieh 24. Preist Menschen, feld Getreide; preist den Herrn, gibt er im Ueberfluß der der Welt! Seht seiner Vor- Kräuter fette Weide: macht, sicht Spuren im Berg und daß die Saat Gedeihen hat, Thal, im Wald und Feld, ihr Saamen sich vermehret, auf Wiesen und auf Fluren; daß die Natur auf bunter durch seine Macht, die Alles Flur die Hungrigen ernähschafft, erhält, belebt, regie- ret. ret, steht Alles da, wird fern 5. Die dürren Felder und nah, sein Rathschluß tränket er mit Thau und ausgeführet. mildem Regen; der Donner 2. Er läßt nichts durch fracht und rollt daher, und ein Ungefähr, nichts ohne bringt den Völkern Segen. Zweck geschehen; jein Wink Man sieht erfreut der Heiz ruft die Geschöpfe her, sein erneut, der auf den Wiesen Wink läßt sie vergehen. lachet; sieht, wie die Luft Und was er thut, ist immer durch frischen Duft erquickt gut, kann nie den Zweck ver- und fröhlich machet. fehlen, es fehlt ihm nicht an 6. Er, unser Gott, er läßt Kraft und Licht, das Beste allein die Absicht uns gelinzu erwählen. gen, giebt Kraft, der Tugend 3. Er, er vertheilt der treu zu sein, und Gutes zu Kräfte Gang; im Menschen, vollbringen. Er schenkt uns Thieren, Pflanzen herrscht Licht damit wir nicht, das Ordnung und Zusammen- was uns schadet, wählen; hang, zum sichern Wohl des dem, der ihn liebt, und TuGanzen. Der Bäume Laub, gend übt, wird Seligkeit nie der feinste Staub, und Was- fehlen. ser, Luft und Erde zeugt, daß 7. Auch mich führt Gott die Welt, die Gott erhält, mit Vaterhand er lenkt, nie leer an Segen werde. was mir begegnet; giebt, 4. Uns bringt, zum fröh- was er für mich nützlich P Vorsehung. 19 seine fand; er ist es, der mich Bösen regnen, und seguet. Mein banges Herz Sonne scheinen läßt! darf, selbst im Schmerz, aus 6. Mit herzlichem ErbarUnmuth nicht verzagen. Wie men reicht eu're Hand den väterlich beglückt er mich, Armen, weß Volk's sie imund stillet meine Klagen. mer sein! Wir sind nicht M. Nun ruhen alle Wälder. mehr, nicht minder sind alle 25. Gesund und frohes Gottes Kinder, und sollen Muthes genießen uns wie Brüder freu'n. wir viel Gutes, das unser M. Jesu, der du meine. Gott uns schenkt. preist 26. Bester, weisester ihn, Christen, den preiset Regierer! Aller Vater, der uns speiset, und Welten Preis sei dir! Dir, unser Herz mit Freuden tränkt. auch meines Lebens Führer, 2. Er ruft herab: es sei auch ewig Preis von mir! werde! und Segen schwellt Unter allen Millionen, die die Erde, verjüngt steh'n dein weites Reich bewohnen, Wald und Flur. Es lebt siehst du huldreich auch auf und webt auf Triften; im mich, und versorgst mich väWasser und in Lüften erfreut terlich. sich jede Kreatur. 3. Dann sammeln Segen, so viel sich regen. Geschöpfe 2. Kann ich dich genug erseinen heben? Du, der alles werden lebend heißt, gabst mir mit des Leisonder bes Leben auch die Seele, die Zahl. Vom Menschen bis dich preist. Ich, ein Wunder zum Wurme, in Sonnen- deiner Güte, seh' mit stauschein und Sturme herrscht nendem Gemüthe, das sich Freud und Wohlsein, über- selbst nicht fassen kann, als all. ein Bild von dir mich an. 4. Gott aber schaut vom 3. Auf der Menschheit hohe Himmel das freudige Ge- Stufe stellte, Herr, mich deine tümmel vom Auf- und Nie- Hand, wo den Schall von dergang, sieht seine Kinder deinem Rufe früh ich hörte, sammeln, und ihr vereintes früh verstand. Aus unendStammeln tönt ihm in tau- lichem Erbarmen zogst du mich send Sprachen Dank. mit Vaterarmen in der Kind5. Lobsinget seinem Na- heit schon zu dir. O, wie men, und strebt dem nach- preis' ich dich dafür. zuahmen, deß Huld ihr nie 4. Täglich warest du mir ermeßt. Wie gern muß der nahe; deine Weisheit! nicht segnen, der selbst den lehrte mich. Was ich hör 2 20 Vorsehung. te, was ich sahe, zeigte mir, duld. Laß mich nur, du D Vater, dich. Ja, du Allerbester, immer inniger kamst mit neuem Segen und fester hier mit dir ver= jeden Morgen mir entgegen. einigt sein, deiner Gnade Was nur je mir heilsam mich zu freu'n. dar. war, reichte deine Hand mir 9. D, der seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! 5. Wie so viele frohe Ta- Gieb, o Vater, stets Empfinge schenkte deine Güte mir! dung deiner Vaterliebe mir! Sandest du auch eine Plage, Mache du mich immer reio so kam auch Trost mit ner, daß mein Herz auch einst ihr. Und wer zählt die noch deiner sich in deinem Güter alle, die mir, seit ich Reiche freu, und in dir ganz hier schon walle, deine Va- selig ſei. terhuld verlich? Nein, zu M. Gott, du frommer. zählen sind sie nie! 27. Nichts ist von un6. Sollt' ich dir denn gefähr! ein gro= nicht mit Freuden, dankbar ßer Gott regieret, ein Gott, und ergeben sein? Sollt ich der seine Welt mit reichem zagen, wenn mir Leiden, wi- Segen zieret. Auch was derfahren oder dräu'n? Nein, uns Zufall heißt, ist, eh es o Herr, dich laß ich walten; noch geschieht, in in seinem du, du wirst mich aufrecht Plan bestimmt, und einer halten. Sende Wonne, sen- Kette Glied. de Schmerz; dankvoll nimmts 2. Er sah vor aller Zeit, von dir mein Herz. was fünftig werden sollte, 7. Flöh'n mich auch die und nichts ist, nichts wird besten Freunde, fehlt' auch sein, als was und wie er andere Freude mir, wären wollte, und alles, was er viel auch meiner Feinde; will, ist weise, recht und gut. dennoch bleib' ich stets an O, wohl mir, daß mein Glück dir, dennoch will ich nicht in seinen Händen ruht! verzagen will auf's Ziel 3. Wie dürft ich mißvervon meinen Tagen, auf die gnügt in meinem Stande beß're Zukunft schaun, und leben? Kann niemals böse. von Herzen dir vertrau'n. sein, was Gott mir hat ge8. Besser noch, als selbst geben? Der Ther nur klagt das Leben, ist, o Vater, und murrt, und lästert Gotdeine Huld. Was mir tes Rath: er hat nicht, nüßt, wird sie mir geben, was er will, und will nicht, und mich tragen mit Ge- was er hat. Vorsehung. 21 mir 4. Wer wahre Weisheit 7. Jm Leiden lern' ich liebt, der liebt auch den mich und meinen Gott erGedanken: Mein Heil, mein kennen, und mich mit edlem Fels ist Gott, und wenn Sinn von falschen Freuden auch Welten wanken. Ich trennen. Wie kann sollte, was ich bin, nicht et- schrecklich sein, was was anders sein, und mein vollkommner macht? besonders Loos stimmt mit Tugend ist mir mehr, als dem Ganzen ein. eines Königs Pracht. mich Die 5. Mein Unmuth ändert 8. Ja, Tugend wird bald nie die Ordnung aller Dinge. schwach im Schooße niedrer Ich quäle nur mich selbst, Freuden, und stark erscheinet wenn ich die Hände ringe. sie, umringt von herben Doch folg' ich meinem Gott, Leiden. Sie strahlt am göttso lindert sich mein Schmerz: lichsten aus tiefer Dunkeldenn, was mich elend macht, heit; da leuchtet sie der ist immer nur mein Herz. Welt, und überlebt die Zeit. 6. Wie thöricht würd' ich 9. Hinweg mit blöder sein, wenn ich begehren wollte, Furcht! Der Herr will mich daß alles Ungemach nur regieren, und auch auf raumich verschonen sollte! Mein her Bahn zu meinem Ziele Vater liebt auch mich, und führen. Hier bin ich Herr, mischt mit Freundlichkeit in mein Gott! O stehe du mir seinen Segenstelch des Lei- bei, daß selbst in Noth und dens Bitterkeit. Tod mein Herz dir folgsam sei! 6. Engel. Mel. Mir nach, spricht Christus. lange Reihen; vom Men28. Gott, deine Weis- schen bis zum Thier und heit, Huld und Baum ist nirgends leerer Macht kann nie ein Mensch Zwischenraum. ergründen. Sie zeigt sich in Engel, deren der Erde Pracht, und in den Geistesblick kein schwaches tiefsten Schlünden und doch Licht begränzet, und denen begreift bei aller Müh', der hohes Himmelsglück im reigrößte Weise niemals sie. chen Maaße glänzet, schufft 3. Auch 2. Du bildetest, im Stu- du, o Gott, Unendlicher, der fengang, uns deiner zu er- Welten Schöpfer und ihr freuen, durch Ordnung und Herr. Zusammenhang, der Wesen. 4. Fern von dem Hang 22 Engel. Menschen. zur Sinnlichkeit, der uns und Menschenheil vermehret. so oft entehret, vom Blend- ihre Freuden, froh nimmt werk jedes Wahns befreit, an ihnen jeder Theil, er der die Vernunft bethöret, wird sie nie beneiden. Wird, voll Kraft zu jeder guten wenn der Sünder Neue That, betreten sie der Tu- weint, und Tugend liebt, gend Pfad. des Sünders Freund. 5. Voll Eifer und voll 7. Gott, laß mich, deinen Thätigkeit sucht jeder deinen Engeln gleich, mit reinen Willen, und, was dein hoher fcommen Trieben, wie sie an Wink gebeut, gehorsam zu Tugendeifer reich, dich und erfüllen, und preist in lauten die Brüder lieben, um einst Jubeln gern, dich, ihren ihr Mitgenoß zu sein, und Vater, ihren Herrn! mich des Himmelsglücks zu 6. Auch Menschenglück freun. Menschen. Erschaffung des Menschen. lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein Mel. Wer nur den lieben Gott. fehle, dein Ruf zum höhern 29. Dein bin ich, Gott! Grift erhebt. Du gabſt dein ist mein Verstand und Sinne mir, Leben; erfreulich ist mein und Freiheit, Willen und Ursprung mir; du hast das Begier. Dasein mir gegeben, mein 4. Wenn ich auf meinen ganzes Wesen kommt von Körper sehe, den du so kunstdir. Du, Vater, riefst mich voll ausgebild't: so wird, o aus dem Nichts zum frohen Bater, in der Höhe! mein Anschaun deines Lichts. Herz mit Dankbarkeit er2. Wie viel hab' ich dir füllt: ein jedes Glied, ein zu verdanken, Herr, der du jeder Sinn reißt mich zu mich bereitet hast! Als mich deinem Lobe hin. die engen finstern Schranken 5. Durch deiner Vordes ersten Daseins noch um sicht gnädig Walten, die mich faßt, da sah dein Auge von Kindheit an beschützt, schon auf mich, da lebt bin ich bis hieher noch erich, Höchster, ward durch halten, und mächtig von dich. dir unterstützt. Ich lebe 3. Du gabst mir die ver- noch, und preise dich; Herr, nünft'ge Seele, die nur so deine Rechte stärket mich. 7. Menschen. 23 6. Ich bin nicht würdig/ mich entwinden! Nie komm' deiner Güte, die mir so es mir aus meinem Sinn, gerne wohlgethan. Beschämt was ich als Mensch vermag empfindet mein Gemüthe die und bin durch deine weise Schuld, die ich nicht läugnen Güte! kann. Ich ward zum Gu2. Ich bin doch mehr als ten oft erweckt; und hab oft Fleisch und Bein; du hauchLeib und Seel befleckt. test mir aus Liebe auch eine 7. Ja, Herr, ich habe rege Seele ein, und gabst meine Glieder durch Sünd ihr Kraft und Triebe, mehr, und Thorheit oft entweiht; als was bloß die Sinne vor dir fall' ich in Demuth rührt, und nur zu Sinnennieder, und fleh dich umsfreuden führt, zu suchen und Barmherzigkeit; verwirf mich, zu fassen. Vater, nicht von dir; schaff' 3. Gott, diesen Vorzug selbst ein reines Herz in mir. gabst du mir vor so viel 8. Hilf, daß ich dir zur Millionen, die auch beseelt, Ehre lebe, und redlich thu, genährt von dir, auf deiner was dich erfreut, und Geist Erde wohnen. Was ihnen und Glieder gern ergebe dem fehlt, gabst du mir hin, Dienste der Gerechtigkeit; Vernunft und Freiheit und daß ich bis in den Tod dir den Sinn für Wahrheit, treu, und stets ein Freund Schönheit, Tugend. der Tugend sei. 4. Du schusst mich zur 9. Fällt meines Leibes Geselligkeit und für der Hütte nieder, vollend' ich Freundschaft Freuden, gabſt dieses Lebens Lauf, o Gott, meinem Herzen Fühlbarkeit so richte du sie wieder ver- für Andrer Glück und Leiherrlicht aus dem Staube den, und setztest auch mich auf. Des Himmels Wonne in den Stand, das, was ich sei mein Theil, dann preis' dachte und empfand, in ich ewig dich, mein Heil! Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst Vorzüge des Men- und deine Welt und dich schen überhaupt. erkennen lernen; ich kann Mel. Sei Lob und Ehr dem. von dem, was dir mißfällt, 30. Herr, lehre mich den mich ohne Zwang entfernen. wahren Werth Und wer, wer zeigt die des Menschen tief empfin- Grenzen an, wo ich nicht den, und allem, was mich weiter streben kann nach selbst entehrt, voll Abscheu Licht und Herzensgüte? 24 Menschen. 6. Jn stiller Andacht mich deiner freu, und dann kann mein Geist sich bis des Vorzugs würdig sei, den zu dir erheben, und dir, den du mir hast verliehen. Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich Besondere Vorzüge des Menschen. kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben sein Verstand und Vernunft. und deiner Vorsicht trauen. Me l. Allein Gott in der Höh. Viel Gutes ist, Allliebender, von 7. Nicht bloß für diese 31. kurze Zeit riefst du mich in das Leben. Zum Vollge- dir auch uns gegeben. Benuß der Seligkeit soll einst seligt hast du uns, o Herr, die Seele schweben. Und schon hier im Erdenleben; wird auch einst mein Leib doch ist zum würdigen Gezu Staub, er bleibt doch brauch der tausendfachen Günicht des Grabes Naub: ter auch uns die Vernunft du, Herr, wirst ihn verklären. verliehen. 8. Vom Himmel fam, 2. Sie ist's, die uns zu gesandt von dir, dein Sohn dir erhebt, du Wesen aller zu uns auf Erden; er kam Wesen, und die den Trieb und ward ein Mensch, wie in uns belebt, das Buch wir, um Heiland uns zu Natur zu lesen, und Ordwerden. Wie hoch sind wir nung, Zweck und weisen durch ihn geehrt! wie ernst Plan, und deiner Gottheit lich durch ihn selbst belehrt, hohe Bahn hier überall zu der Menschheit Werth zu suchen. schätzen! 3. Sie weiß des Lebens 9. Und ich, ich sollte mich dunkles Land uns oft schon entweihen, und gleich den zu erhellen? sie führet uns Thieren handeln? der Flei- mit stiller Hand zu reichen. scheslust ergeben sein, und, Wahrheitsquellen; sie tilget Herr, vor dir nicht wandeln? Wahn und Zweifelsucht, und Fern sei ein solcher Sinn Ueberzeugung ist die Frucht, von mir! Bewahre mich, die sie dem Herzen schaffet. daß ich mich hier, so frevel 4. Sie lehrt uns Freuhaft nicht schände! den dieser Zeit mit Mäßi10. Gieb, daß ich jetzt gung genießen, und auch und allezeit auf mein Ge- mit Muth und Heiterkeit wissen achte, nach Weisheit den trüben Tag beschließen. und Gerechtigkeit mit allem Sie macht uns eifrig und Eifer trachte, dich liebe, und geschickt nach dem, was wahr Menschen. 25 haft uns beglückt, nach ed- wird auch christlich leben. lem Sinn zu streben. Erhalte sie uns bis ans 5. Sie weckt in uns für Grab, und hilf uns, daß Recht und Pflicht die segen wir nie herab zu niedern reichsten Triebe; belebt durch Wesen sinken. ihren Unterricht die reine Freier Wille. Tugendliebe, und führt den mel. Ach, was soll Sünder. Weisen jederzeit zum Glau- 32. Freiheit gabſt du ben an Unsterblichkeit, und, Gott an deine Größe. Willen. Durch dich selbst allweiser 6. Sie heißet uns der Gott, ward ich fähig, dein Menschen Werth in unsern Gebot zu verletzen, zu erund Leben, Brüdern schätzen, und das, füllen. Tod was Menschenwohl vermehrt, Heil und Qual, beides steht uns gern zum Ziele setzen. in meiner Wahl. Sie muntert uns zur Dul- 2. Nur das Thier ist in dung auf, und hemmt des die Schranken seiner SinnAberglaubens Lauf, der oft lichkeit gebannt; ihm ist nur haft und quälet. keine Pflicht bekannt; nie 7. Durch Jesum, unsern geleitet von Gedanken, imHerrn, erschien sie einst in mer knechtisch folgt es nur Himmelsklarheit. Wir sehen blinden Trieben der Natur. 3. Aber mir ist mehr vernun, belehrt durch ihn, das reine Licht der Wahrheit. liehen. Denken kann ich Er liebte stillen Prüfungs- her und hin, kann mit nngeist, der sich dem Vorurtheil gebundnem Sinn Gutes thun entreißt, und haßte blinden und Böses fliehen, bin mir Glauben. über niedre Lust meiner 8. Dem Herrn sei Preis! Ucbermacht bewußt. sein mildes Licht erleuchte 4. Negen sich die schnöunsre Seelen. Dem Herrn den Triebe, sie verdrängen sei Preis! Was uns ge- mich doch nicht von dem bricht, kann nie bei ihm uns Pfade meiner Pflicht, wenn fehlen. Von ihm gebildet ich Gott von Herzen liebe. und gelenkt wird jeder, der Kostets mich gleich Kampf vernünftig denkt, zur Herr- und Müh, doch besieg ich lichkeit erhoben. glücklich sie. 9. Ja, Gott, du hast uns 5. Wenn Verführer sich hoch geliebt, und uns Ver- erheben, und ich denke rednunft gegeben, und wer sie lich nach, o dann find' ich christlich ehrt und übt, der mich nicht schwach. Nein, 26 ich kann noch widerstreben.( in dem Streben, meines Start durch den, der mich Geistes freie Kraft über wilde erhält, troß ich Frevlern Leidenschaft immer menschlich einer Welt. zu erheben! Mich begleite 6. Binden kann man mir jederzeit Sanftmuth und Bedie Glieder, aber nie den re- sonnenheit! gen Geist. Thoren, prüft ihn, 12. Wenn ich frei und er zerreißt mächtig alle Bande ungezwungen und mit christwieder. Hier wird jeder lich frohem Sinn dir, o Zwang zu Spott; seine Frei- Vater, folgsam bin: welches heit ist von Gott. Heil wird dann errungen! 7. O wie fühl' ich mich Mag die ganze Welt vererhaben! Herr! wie hast du gehn; ewig wird mein Heil mich geehrt! Meines Geistes bestehn. Menschen. hoher Werth ist die schönste deiner Gaben. Folgen kann Gewissen. er deiner Spur, frei vom M. Wer nur den lieben Gott. Drucke der Natur. 33. 3um Trost in unſern 8. Alles, was mein Auge Kümmernissen, zum siehet, selbst das Sternen- Licht auf dunkler Pilgerbahn heer der Nacht nöthigst du gab uns der Schöpfer das mit weiser Macht, daß es Gewissen; das zeigt uns jeden dein Gebot vollziehet. Nur Irrweg an, mahnt Sünder dem Menschen redest du lo- noch zu rechter Zeit, und ckend und ermunternd zu. schenkt dem Frommen Selig9. Seine Freuden zu er- keit. höhen, drängst du nicht ge- 2. Hätt'st du ein Paradies waltsam ihn auf den Weg auf Erden, und wärst des der Tugend hin; willig soll Unrechts dir bewußt; es würer selbst ihn gehen. Zwar de dir zur Hölle werden: denn gesegnet ist sein Gang; doch Hölle wär in deiner Brust. sein Ruf ist ohne Zwang. Ein Königreich vertauſchtest 10. Menschenwürde! Men du bei ihren Qualen gern schenwürde! Ja, du sollst mir um Ruh. heilig sein. Leichter wird, 3. Wenn du auch über gedenk' ich dein, mir des nie- Meere flöhest, und einen mendern Lebens Bürde; stiller schenleeren Ort zu deiner Wohduld' ich Hohn und Schmerz nung ausersähest: dich strafte und den Himmel hofft mein dein Gewissen dort. Vergeblich Herz. schläferst du es ein! du taumich melst nur zu größ'rer Pein. 11. Stärke, Gott, Univ.- Bibl. Giessen Menschen. 27 4. Wohl dem, der in sich Fähigkeit immer vollselber findet, was ihm die kommner zu werden. Welt nicht geben kann, der Mel. Nun lob' mein Seel' den. stets sein Glück nur darauf 34. Lobsinge, Mensch, gründet, daß er die Tugend lobsinge, dem Gott, lieb gewann, der höher, als dem Preis und Ruhm geden Ruhm der Welt, ein bührt, dem Schöpfer aller freudiges Gewissen hält. Dinge, dem Herrn, der weis5. In jedem Alter, jeder lich sie regiert! Er rief auch Lage wird's liebreich ihm zur dich in's Leben, und lehrte Seite steh'n, die kleinste Freu- deinen Geist mit Muth nach de seiner Tage durch stillen allem streben, was groß und Beifall ihm erhöh'n, und, wo edel heißt, verlich' dir hoher Versuchungen ihm dräun, sein Gaben und reger Kräfte viel: Führer und sein Retter sein. denn glänzend und erhaben 6. Ja, Unschuld, du ver- ist, Sterblicher, dein Ziel. scheuchst die Sorgen; o welch 2. Was sind die Seelenein großer Schatz bist du! kräfte des Thiers, das nicht wachst mit mir am frühen vernünftig denkt? Auf thieriMorgen, drückst Abends mir sche Geschäfte sind sie vom die Augen zu. Du schwebst Schöpfer eingeschränkt. Es mir selbst im Traume vor, kann bei blinden Trieben, die und führst zum Himmel mich es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnempor. 7. Jch zage nicht, wenn ich lichen Genuß, steht auf der auch leide. Du tröstest mich Schöpfung Leiter, o Mensch, in aller Pein, und machst es tief unter dir, und steiget mir zu hoher Freude, auch hier nicht weiter; du bleibst unterdrückt noch fromm zu sein Herrscher hier. / dit sein. Die Hütte wird mir 3. Mit edlern Fähigkeidie ewig wachsen, zum Palast, wenn sie mit ten mir auch dich umfaßt. prangest du, und an Voll8. Ach, wenn ich einst vol- kommenheiten nimmst lendet habe, mein letzter durch Fleiß und Uebung zu. Schweiß die Stirne deckt, wie Du mehrst der Weisheit flieh'n die Schrecken dann Schätze, indem du täglich vollbringst des vom Grabe, wann mich fein lernst inn'rer Nichter schreckt Dann Herrn Gesetze stets leichter. ruf ich froh selbst im Geist dir's Ernst. Du darfst richt; mein Herz, mein Herz nur standhaft ringen: so verdammt mich nicht! stärkt sich deine Kraft, dichy " 28 Menschen. selber zu bezwingen, und du glücke der schönste Antheil wirst tugendhaft. dein. 4. Ja, legst du deine Mängel bei steter Selbstveredlung Sprachvermögen. ab; so prangst du dort als M. Alles ist an Gottes Segen. Engel, umfaßt hier deinen 35. Laut und freudig dir Staub ein Grab. Dort sieht lobsingen, und dir dein Geist stets heller, was Dank zum Opfer bringen, er hier dunkel sah, und wächst Vater, das ist mein Beruf! im Guten schneller, als es Wer vermag vor dir zu einst hier geschah. Hier schweigen? Meine Worte wandelst du auf Erden, als selbst sind Zeugen, daß auch Kind an Gottes Hand, um mich dein Arm erschuf. dort ein Mann zu werden, 2. Du nur gabst mir an Kraft und an Verstand. Kraft, zu sprechen, Wünsche, 5. Groß ist dein Seelen- Sorgen und Gebrechen meiadel! Dein Ziel ist die Voll- nen Brüdern zu gestehn, und kommenheit. Ein Leben ohne mit geistigen Gedanken aus Tadel führt dich, o Mensch, des Geistes engen Schranken zur Seligkeit. Heil, o in die Welt hervorzugehn. Heil dem Frommen! Er fol- 3. Was ich fühle, weiß get immerdar dem Jesu, der und wähle, alle Schätze meivollkommen wie Gott, sein ner Seele kann ich um mich Vater, war. Drum wird er her ausstreu'n; und die Meneinst, erhoben hoch über Tod schen, die mich hören, kann ich und Grab, den Gott vollkom- warnen und belehren, und men loben, der Menschen durch Trost und Rath erwerth ihm gab. freun. 6. Lebsinge, Mensch, lob- 4. Süßer wird mir das singe, dem Herrn! Denn Vergnügen, schneller muß ewig ist dein Loos! Sei der Gram entfliegen, höher thätig, strebe, ringe; so strahlt der Wahrheit Licht, wirst du edel, gut und groß. sanfter flicht des Lebens Otrag der Leiden Bürde Stunde, wenn im treuen getrost als Christ, Mann, weil sie des stes Würde erheben und fann. Stets wärts, nie zurücke! muß dein Wahlspruch sein. müßt' ich sein. müßt' So bleibt am Himmels- sein. Schwerer fühlt' ich als Freundschaftsbunde jeder redGei- lich denkt und spricht. soll 5. Nimmer könnt' ich vor- hier auf Erden weise, froh Dieß und glücklich werden, ich ohne Sprache Vorschung. 29 jede Bürde; unbekannt mit und Mund und Hand, die meiner Würde sänk' ich einst ich zu dir erhebe; die Haut, in's Grab hinab. so künstlich ausgespannt, der 6. Wohl mir! Du hast Nerven fein Gewebe, Gebein nicht nur Leben, haft auch und Adern sagen mir: ich Sprache mir gegeben! Osei, o Gott, ein Werk von mein Gott, wie freu' ich mich. dir, ein Werk von deiner Schon der Kinder frohes Weisheit. Lallen schafft mir süßes 3. Wie biegsam, wie geWohlgefallen. Vater! o wie lenkvoll schließt, den Thoren lieb' ich dich. zu verdammen, der's läugnet, 7. Kraft, zu schreiben und daß ein Schöpfer ist, sich zu lesen, gabst du gnaden- Glied an Glied zusammen! reiches Wesen, durch die Kraft Wie willig, Herr, gehorchen zu sprechen mir. Welche Kräf- sie, wenn meine Seele spat te! welche Freuden! Nein, von und früh des Leibes Dienst dir soll nichts mich scheiden. verlanget. Alles, alles kommt von dir. 4. O! hättest du mein Au8. Laut und freudig dir ge nicht so künstlich zubereilobsingen, und dir Dank zum tet, was nützte mir der Sonne Opfer bringen, Vater, das ist Licht, ihr Glanz vor mir mein Beruf. Wer vermag verbreitet? Dann seh ich von dir zu schweigen? Meine nicht, mit welcher Pracht, Worte selbst sind Zeugen, daß du, Herr, durch deine weiſe auch mich dein Arm erschuf. Macht, was du erschaffen, schmückest. M. Sei Lob und Ehr dem. 5. Wie freu ich mich, dich, Gott, zu sehn in jedem deiner Werke! dich vor den Menschen zu erhöh'n, dich Gott voll Huld und Stärke! 36. Dir, Gott, sei Preis zu hören ihren Lobgesang, und Dank ge- und einzustimmen in den bracht; dich, dich muß ich er- Dank, der dir, Allgüt'ger heben! Ich bin ein Wunder tönet! 6. Wer Leitet meines deiner Wacht; du riefest mich in's Leben, und ich empfing Blutes Lauf? Wer stärkt den Leib von dir, deß wun- des Herzens Schläge? Wer dervolle, Bildung mir der schwellt durch Luft die LunEhrfurcht Zoll gebietet. gen auf, damit ich leben mö2. Haupt, Aug' uild Ohr, ge? Wer ist es, der dies alles Zweckmäßiger Bau des Leibes und der Sinne. 30 Menschen. thut? Auf! walle feuri- 4. Laß dieses große Ziel ger mein Blut, daß ich den mir stets vor Augen schweSchöpfer preise! ben! Des Herzens größter 7. Ja, dir sei Preis und Wunsch, mein eifrigstes BeDank gebracht! Dich, dich streben in allem meinem muß ich erheben! Ich bin Thun, sei dies, o Gott, allein, ein Wunder deiner Macht, mit Ernst je mehr und mehr, du schenktest mir das Leben; wie du, gesinnt, zu sein. was du mir gabst, will ich 5. Du bist der Wahrheit dir weih'n; es soll mein Freund. Laß mich auch Leib ein Tempel sein, in dem Wahrheit lieben, mit unverdie Tugend wohnet. droß'nem Fleiß, in allem dem mich üben, was mich Bestimmung des zur Weisheit führt; zur Menschen überhaupt. Weisheit, die dich ehrt, und M. O Gott, du frommer Gott. allem Beifall giebt, was uns 37. Wer kann doch gro- dein Wille lehrt. ßer Gott, dich 6. Laß deine Heiligkeit würdig g'nug erheben? Du mich stets zum Muster nehgabst der ganzen Welt Be- men. Hilf mir die Sünde wegung, Kraft und Leben. fliehn, des Fleisches Lüste Der Geister zahllos Heer, zähmen, nur das was die ganze Körperwelt hat recht ist, thun, des Guten deine Hand gemacht, die jetzt mich erfren'n, und und dem, noch alles hält. üben will, auch gern der's 2. Du schusst, ich dank es behülflich sein. dir! auch mich zu deiner Eh-| 7. Gib, daß ich so, wie re, und wolltest, Gütigster, du ein Freund der Mendaß ich dein Bildniß wäre. schen werde, dem Wohlthun Darum hast du den Geist, Freude macht, der Kumder in mir lebt und denkt, mer und Beschwerde dem mir zur Unsterblichkeit aus Nächsten gern erspart, sein deiner Huld geschenkt. Leben ihm versüßt, und, wo 3. O welch' ein großes er helfen kann, zum Helfen Ziel, dazu du, Gott, mich willig ist. schufest! wie herrlich ist das 8. Noch bin ich weit Theil, dazu du mich berufest! entfernt, o Gott, von diedir, Höchster, ähnlich sein, sem Ziele. Du weißt, was vollkommen sein, wie du. O mir noch fehlt, und ich, ich wohl mir, wenn ich's bin! selber fühle, wie wenig ich hilf du mir selbst dazu. dir noch im Guten ähn Menschen. 31 lich bin. O bilde du mich de fühlt, und dich als Vater ganz nach dir und deinem preist. Sinn. 4. Wie schön erscheint die Menschen Wie wenn handeln! 9. Beglückt ist nur als Welt, dann mein Lebenslauf auf menschlich Erden, wenn ich dir immer flieht der Reiz von ihr, mehr schon hier kann ähnlich wenn sie nur thierisch wanwerden. Dann werd ich ewig deln! Wie schnell zerreißt auch mit dir vereinigt sein, das Band, das sie zusamund mich ohn' Unterlaß, men hält, wenn jeder das Gott, deiner Güte freu'n. nur thut, was dir, o Gott, mißfällt. Bestimmung des 5. Du schenktest mir die Menschen zur Tugend Kraft, der Wahrheit nachund Glückseligkeit zudenken, um durch die WahrM. O Gott, du frommer Gott. heit mich zur Tugend hinzu38. Bestimmt hast du, lenken. Ich irre blind ummein Gott, auch her, nur Thorheit reißt mich mich schon hier auf Erden, hin, wenn ich der Tugend mit unverdroß'nem Fleiß dir Gram, dem Laster folgsam ähnlicher zu werden. Die bin. Sünde soll ich flieh'n, und 6. Wie Finsterniß vom gut und weise sein, um einst Licht, wie Kriegsgewühl vom in höher'm Licht, mich deiner Frieden, so ist vom Laster Huld zu freu'n. auch die Tugend unterschieden. 2. Gerecht ist dein Gebot. O wehe dem, der nie, was Wie könnt' ich's jemals ta- edel ist, umfaßt! Er taumelt deln? Nur wahre Frömmig- fort zur Qual, und ist sich feit fann Menschenseelen selbst verhaßt. adeln. Sie ist weit mehr 7. Ja, heilig bist du, Herr, als Gold, weit mehr, als mir sagt es mein Gewissen. Kronen werth; sie gibt mir Ich fühl' es oft genug, daß einen Glanz, den keine Zeit Frevler zagen müssen, und zerstört. reine Seligkeit durchströmet 3. O, warum sollt' ich meine Brust, bin ich mir mich der Sinnenlust erge- einer That nach deinem ben, und, niedern Wesen Sinn bewußt. gleich, am Erdenstaube kle8. Selbst Jesum, deinen ben? Ich bin ein Mensch, Sohn, hast du dahin geo Gott! Du gabst mir ei nen Geist, der seine Wür geben, damit ich eifrig sei, nach Heiligung zu 32 Menschen. streben. Sein Licht erleuch- Zweck vor meinen Augen tet mich; sein Muster glänzt schweben! und meines Hermir vor; er steht am hohen zens Wunsch, mein eifrigstes Ziel, und lockt auch mich Bestreben in jedem Augenblick des Lebens, sei allein, empor. 9. O lehre, Gott, mich o Liebenswürdigster! wie du thun nach deinem Wohlge- gesinnt zu sein. fallen, und stets auf Jesu 5. Du bist der Wahrheit Bahn zu meinem Ziele wal- Freund; auch ich will stets len. Beseelt mich frommer sie lieben, in edler Offenheit Sinn im Elend wie im und gradem Sinn mich Glück; so seh ich ruhevoll üben. Du bist der Sünde einst auf die Welt zurück. feind, ich will die Sünde M. O Gott, du frommer. flich'n, mich um ein reines ein Mensch vermag Herz aus aller Kraft bees, Gott, dich wür- müh'n. dig zu erheben. Die ganze 6. Ich will, o Gott, gleich Schöpfung dankt dir Da dir, ein Freund der Menfein, Kraft und Leben. Dersschen werden, dem Wohlthun Geister zahllos Heer, die Freude macht, der Kummer ganze Körperwelt entstand und Beschwerden dem Nächauf deinen Wink, der sie sten gern erspart, dem Nächnoch jetzt erhält. sten gern versüßt, und in 2. Du schufst, ich dank des Andern Glück das größte es dir, auch mich zu deiner Glück genießt. 39. Ehre und wolltest, Gütigster, 7. Noch bin ich weit entdaß ich dein Bild hier wäre. fernt von diesem schönen Drum gabst du mir den Ziele; doch ich ermatte Geist, der in mir fühlt und nicht, weil ich es täglich denkt. Und hast ihm Fähig- fühle, daß meiner Seele keit, recht gut zu sein ge- Wohl mehr Festigkeit erschenkt. reicht, je mehr sie dir, o 3. O welch ein großer Gott an Lieb und Weisheit Zweck, wozu du, Gott, mich gleicht. schufest! Wie herrlich ist das Glück, zu dem du mich berufest. Be st i m mung des Menschen zur sterblichkeit. U n= Dir, Höchster, ähnlich sein, gibts einen größern Ruhm? als Tugend und Verstand, M. Wer nur den lieben Gott. ein schönres Eigenthum? 40. 4. Stets soll mir dieser! Gott, ich preise deine Güte, die Menschen. 33 mich so wunderbar erschuf; sprungs Herrlichkeit; sucht und mit frohlockendem Ge- oft, von Lust der Erde müthe verehr ich deinen trunken, sein Glück in DinSchöpfersruf, ein Herold gen dieser Zeit; jedoch er deines Ruhms zu sein, und sucht und findet nicht, was deiner Wunder mich zu freun. ihm der äuß're Schein ver2. Du gabst zum denken spricht. und empfinden, ich sei dein 7. Du prägtest ihm durch Werk, mir diesen Geist, der sein Gewissen Gefühl von zwar zu schwach ist, zu er- Recht und Unrecht ein. Daß gründen, wie herrlich du, Böse böses leiden müssen und mein Schöpfer, seist, jedoch, Tugendhafte glücklich sein, was du an mir gethan, er- erkennt er doch, sieht er noch kennen und bewundern kann. nicht den Richter hier schon 3. Und diesen Geist, der im Gericht. in mir denket, schufst du 8. Dem Tugendhaften ist nicht blos für diese Zeit. hienieden oft ein sehr widriDu hast ihn mir, mein ges Geschick zum Loos für Gott, geschenket zum Leben diese Zeit beschieden, dem in der Ewigkeit; um Lasterhaften oft viel Glück. da vollkomm'ner zu verstehn, Gewiß! erst eine andre Welt was Sterbliche nur dunkel ist zum Vergeltungsort beseh'n. stellt. 4. Zu eng sind dieses 9. Gott, wenn mein Geist Lebens Schranken für seinen dieß überleget, so hofft er forschenden Verstand. Der schon Unsterblichkeit. Doch, Keim zu höheren Gedanken, wenn er aufmerksam erwäget, als je ein Sterblicher er- was ihm dein Wort für Licht fand, entwickelt sich erst nach verleiht; so wird er sel'ger der Zeit im hellern Licht der Freudenvoll, daß er auf ewig Ewigkeit. leben soll. 5. Jhn sättiget kein Gut und 10. Herr, laß zu jenem der Erde, kein zeitlich Glück, bessern Leben mich tägdie Aussaat so groß es sei. Daß er im lich hier Innern ruhig werde, bedarf streu'n. Laß deinen Geist es mehr, das ihn erfreu. Er das Wollen geben, fühlt's, daß diese ganze Welt das Vollbringen auch versein Wünschen nicht zufrieden leihn. O Wönne, der Unwie sterblichkeit stellt. 6. Zwar ist er tief herab- durch dich mein gefunten von seines Ur- erfreut! wird Geist 3 Menschen. Sündhaftigkeit Menschen. des schen uns vereint, die dir, Eott, angehören; wir sollen, Freuden mehren; doch Bosheit feind, auch aller Mel. Ach Gott vom Himmel. ihre 34 41. Kein Mensch, o Gott, wer ist immer liebevoll? ist sündenfrei. Wer Wer forget gern für fremdes dürfte sich erheben? Was Wohl? Wer hilft, so viel hilft uns Trug und Heuche- er könnte? lei? Du kennest Herz und 6. Oft führet unsers BeiLeben. Umsonst umsonst spiels Macht auch And're verbergen wir selbst die ge- zum Verderben. Ihr Herz heimsten Triebe dir; den ist nie mit Ernst bedacht; Blick durchschauet alles. sich Tugend zu erwerben. 2. Du weißt, wie oft wir Gleich uns, verschmäh'n sie frevelhaft uns böser Thaten deine Huld, und häufen nun freuen, und unsers Geistes auch uns're Schuld durch edle Kraft dem Sündendien- ihre Lasterliebe. ste weihen. Gereizt von 7. O großer Gott, hier Welt und Sinnlichkeit ver- stehen wir, verklagt von unscherzen wir oft unsre Zeit, jern Sünden. Vor dir, Alund unsers Herzens Ruhe. lerheiligster, vor dir ist keiner 3. Wir sollten stets auf rein zu finden. Wie grämet dein Gebot mit frommer uns're Seele sich! Wir alle Seele merken: wir können's fehlten wider dich, und uns, auch; denn du, o Gott, und uns're Brüder! willst gern die Schwachen 8. Ach, Herr, wir sinken stärken. Und dennoch un vor dir hin, und flehen: terdrücken wir so oft die hilf uns Armen! Verkläre Ehrfurcht, und dir Lüſten. Herr, vor deinen Vatersinn! Bei dir folgen unsern ist viel Erbarmen. Du gabst uns Jesum deinen Sohn! o 4. Wie leicht entwöhnt lehr' uns auch, der Sünd' sich unser Herz, im Glück entfloh'n; im Glauben an auf dich zu schauen? Wie ihn leben! bald vergessen wir im Mel. Jesu, meines Lebens. Schmerz, dir kindlich zu 42. Ach wann werd' vertrauen! Wie mächtig ich von der reizen Stolz und Neid uns Sünde, Gott, mein Vaoft zur Unzufriedenheit mit ter, völlig frei, daß ich deiner freien Güte! ganz sie überwinde, ganz 5. Du hast mit Men- dir wohlgefällig sei? Noch Menschen. 35 nicht, ich gesteh's mit Thrä- stärke fehlt, denn so oft nen, kann ich mich von ihr aufricht'ge Reue, und so oft entwöhnen; ach! sehr oft doch fruchtlos, quält. Ach, noch regt sie sich, und ver- wer wird mich ganz vom sucht zum Bösen mich. Bösen, von der Sünde ganz erlösen? Ich Elender! wer sel'befreit mich von meiner mein Sündlichkeit. die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück em6. Du verzeihst, Gott, Nicht die pfunden, das die Fröm- die Gebrechen meiner sünmigkeit gewährt, habe nichts digen Natur. so ſehr mir Schwachheit willst du räFrie- chen; bösen Vorsatz strafft nur. Fehlte mir der ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, 3. Voll von heiligen höchstes Gut, nie können 2. In der Andacht gen Stunden, Geist wo hienieden gewünscht, als innern den, als ein Herz, dir du ganz geweiht, als der Tu- Trost, gend Seligkeit. Entschlüssen schwur ich dann freu'n. dir treu zu sein; und Gewissen mit wachendem bin 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die meiner Unschuld mich zu Sünde nach; kann ich nicht freu'n. Willig wollt' ich vollkommen werden, da mein Leben dir, mein und bleib' ich immer zu eigen geben, schwach: o so segne mein widersteh'n, Bestreben, so gerecht ich standhaft deine Wege gehn. kann zu leben, daß ich doch Gott, aller Sünde von 4. Aber, ach! zu schnell von Heuchelei und empöret sich der Leiden- Bosheit ferne sei. schaften Macht; sie ver- 8. Wenn ich falle, laß dunkelt, schwächt und stö- mich's merken; laß mich ret, was ich sonst so gut streben aufzustehn; eile, bedacht. Plötzliche Gele- mich, dein Kind, zu stärgenheiten, Beiſpiel, Neiz ken; lehre selbst mich feder Eitelkeiten deren ster geh'n; warne mich, Schwarm mich stets um sei mein Begleiter; tägGott, mich ringt: das ist's, was zum lich Tu bis ich in der Fall mich bringt. 5. O ich Armer dem Ewigkeit dringe zur Vollzur Treue feste Seelen- kommenheit. 3* 36 8. Schändlichkeit und Schädlichkeit der Sünde. Wahn, nur Träume, ihn trügen. auf des Irrthums und lernt sich selbst M. Mir nach, spricht Christus. der entzieht sich stolz dem 43. Wer Sünde thut, Ruf der Gnade. Verkehrt, der liebt nur verstockt wird sein Gemüth, die und tief sein Seelenschade. Er wandelt welch' ein frevelhafter Bahn, Sinn, wenn ich dir, Gott, belü- nicht folgsam bin. gen. O hilf mir, Gott, 6. Wer Sünde thut, verdaß ich dir treu, und fern wirft das Wort, das Heil vom Selbstbetruge ſei. und Frieden stiftet; er eilet 2. Wer Sünde thut, der auf dem Pfade fort, wo sich unterdrückt und schwächt die sein Herz vergiftet, wo sein Seelenkräfte, wird frech Gewissen wird frech Gewissen einst ihn nagt, und blind und ungeschickt und laut ihn, Herr, vor zum Heiligungsgeschäfte. O dir verklagt. Vater, gib, daß nie mein 7. Wer Sünde thut, sieht Geist sich seine Würde selbst schreckenvoll die letzte Stunentreißt!! de kommen; die Hoffnung, 3. Wer Sünde thut, der die ihn trösten soll, iſt haßt das Licht, das Gott seinem Geist benommen. Er uns hat entzündet; er kennt liebte Gott und Jesum nicht; die wahre Weisheit nicht, nun droh'n ihm Tod und die uns mit ihm verbindet. Weltgericht. Olehre, Gott, mich weise 8. So täuscht die Sünde sein, und stets den Reiz der ihren Freund! So lohnt Sünde scheu'n! sie schon auf Erden! Ach, 4. Wer Sünde thut, der wann die Ewigkeit erscheint, trotzt dem Herrn, durch ach, wie wird's dann den wir sind und leben; ihm werden! Viel Gutes, er bleibt von jenem Reiche Herr, ist mir verlieh'n: fern, nach dem die From- 9 lehre mich auch Sünde. men streben. Wie thöricht fliehn! und wie undankbar! EntMel. Jesus, meine Zuversicht. 44. reiße, Gott, Gefahr! Gott, mich der 5. Wer Sünde thut, ach wie fanft ist, Herr, dein Joch! Schändlichkeit und Schädlichkeit der. Sünde. 37 Owie leicht dein Vaterwille! sucht vergebens Fried' und Oft gedenkt die Seele noch Ruh, und eilt neuen Lajener Ruhe, jener Stille, die stern zu. in reinen Herzen wohnt, und 5. Gottes Gottes schön ge= den Fleiß der Tugend lohnt. schmückte Welt ist umsonst 2. Aber, ach! ist er ent- für ihn flohn, des Gewissens sanfter menflur Friede, dann wird Qual und was der Sünden Lohn, und ihr entzücket und des Herzens Kummer bricht, rührt die Dienst macht frank und und geschmücket. BluSaatenfeld, sonst das Aug müde. Keine, keine Freude stumpfe Seele nicht. blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 6. Niedre Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen. Edler Freund3. Drückend ist der Sün- schaft Frohgefühl bannt er den Joch; hart und schwer weg aus seinem Herzen, sind ihre Bande, und ihr übt in dunkler Einsamkeit, Sclave wählt sie doch, tau- was der Unschuld Auge melt an des Abgrunds Rande, scheut. dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen. Theuer sei 4. In der ungestümen mir jede Pflicht. Niemals Brust weilet keine Freude will ich sie verlassen! lange; Unmuth folgt des Herr, erhalte mich ihr treu! Frevlers Lust; ach, sein Steh' mir in Versuchung Herz ist schwach und bange, bei! 9. Sendung und Geburt des Erlösers. Mel. Werde munter mein. groß ist deine Huld! Unsre 45. Gott, mein Vater, ganze Sündenschuld willst mein Gemüthe du uns so gern vergeben: schaut mit ehrfurchtsvollem denn du hast nur Lust am Blick in den Abgrund dei- Leben. ner Güte, in das uns be- 2. Ich verehre, Gott voll stimmte Glück: 0 wie Liebe, deiner Gnade wei 38 Sendung und Geburt des Erlösers. sen Rath, die aus-eignem] 6. Ewig sei mit Dank freiem Triebe unsrer sich er- besungen, was dein Nath barmet hat. Uns Verlornen beschlossen hat. Mit uns dachtest du Rettung vom preisen Engel Zungen dieVerderben zu, und dieß sen weisen, heiligen Nath, Glück uns zu erwerben, den der Glaub' in Demuth sollte dein Geliebter ster- ehrt, die Vernunft erstaunend ben. hört', wo der Engel Tiefen 3. O ein Nathschluß voll findet, die er niemals ganz Erbarmen, voller Huld und ergründet. Freundlichkeit, der uns, uns 7. Vater, hilf mir darverlaßnen Armen, Gnad' nach streben, meines Heils und reichen Trost verleiht. gewiß zu sein. Nichte du O wie hast du uns geliebt, mein ganzes Leben nur daß dein Sohn sich für uns nach deinem Willen ein; gibt, die verscherzten Selig- laß des Glaubens Frucht feiten wiederum uns zu be- und Kraft, die dein Geist reiten. nur in uns schafft, mir 4. Ja, du zeigst aus das sichre Zeugniß geben: weiser Liebe uns zur Gnade ich sei auf dem Weg zum selbst die Bahn; führst Leben. durch deines Geistes Triebe 8. Ueberzeugt von deiner uns zu Buß und Glauben Gnade, und gewiß, dich an. Wer nicht in der einst zu sehn, will ich selbst Sünde bleibt, standhaft an des Todes Pfade ohne den Mittler glaubt, soll, Graun und muthig gehn. befreiet vom Verderben, Hab' ich deine Gnade nur, Himmelsfreuden einst erer- so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen; dir mich nicht entreißen ben. 5. Du bestimmest zum Verderben auch nicht Einen; fönnen. deine Huld hilft auch Sün- Mel. Ach was soll ich Sünder. ommst du, Jeſu, Licht der Heiden? säume länger nicht! dern; wenn ste sterben, 46. sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an dei- Helfer, nen Sohn, den trifft seines Ach, du weißt, was mir geLeichtsinns Lohn; sein be- bricht. Geber aller Seligharrlich Wiederstreben raubt keiten! komm, o komm mich ihm Gnade, Heil und zu erfreun: denn mein Leben. Wunsch ist, dein zu sein. Sendung und Geburt des Erlösers. 39 2. Ja, du bist bereit Palmen; jetzt soll die Dankzu geben, du Weltheiland, begier, mein Heil, in FreuGottes Sohn! Meine Seele denpsalmen, ergießen sich labt sich schon an dem gna- vor dir. Dir, Retter, will denvollen Segen, der mit ich bringen Lob, Ehre, Dank dir, Herr Jesu Christ, in und Preis, dein großes Heil die Welt gekommen ist. besingen, so gut ich kann 3. Du, den ich zum Trost und weiß. mir wähle, nimm mein Herz 3. Damit du mich bezum Opfer hin! Lehre mich freitest, gabst du dich selbst Sünde Sünde fliehn! Dein für mich. Mich zu erretten meine ganze Seele! freutest, du, Seligmacher, Dich zu lieben, o mein Licht, dich. Uns war das Reich sei mir immer süße Pflicht. genommen, wo Friede herrscht die sei 4. Herr, erhebe mein und Glück; du, Netter, bist Gemüthe, öffne deinem Lob gekommen, und bringst es den Mund, daß ich jetzt uns zurück. aus Herzensgrund dankbar 4. O du, an den ich das preise deine Güte, weil glaube! was war's du auch, Herr Jesu Christ, dich bewog? Was war's, das mir zu gut gekommen dich zum Staube, zu mir bist. hernieder zog? Dein gött5. Laß mich, durch ein liches Erbarmen! Ja du, heilig Leben, danken dir für o Jesu, hast mit mitleidsdeine Huld! Liebe, Glaube vollen Armen die ganze Welt und Geduld, werden mich umfaßt. zu dir erheben: als dann will ich für und für und Ehre bringen dir. 5. Das schreibt in eure Preis Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr, zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein HelMel. Valet will ich dir geben. fer wär'. O sehet auf! ihr 47. Wie soll ich dich habet den besten Helfer nah', empfangen, Heil der eure Seele labet; der aller Sterblichen? Du treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernſter Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Du wollst Neue still eure Schuld bemich selbst belehren, wie, weint, wißt, daß er euch verdeiner Güte voll, dich meine zeihe; er selbst, der MenSeele ehren, dich würdig schenfreund, ruft reuevollen Sündern der Gnade Trostpreisen soll. 3. Einst streute man dir wort zu, macht sie zu, Got 40 Sendung und Geburt des Erlösers. tes Kindern, schafft ihren warbst, als du für uns am Seelen Ruh. Kreuze starbst, der Engel 7. Gott übersiehet feinen, hohe Freuden. Welche Gnade! und weiß, was jedem nützt. daß wir Sünder, Gottes Hat er nicht stets die Sei Kinder werden sollen, wenn nen von Anbeginn geschützt? wir an dich glauben wollen. nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Er Herrlichkeit entäußert eine 4. Du hast dich deiner freun ist seine Freude und kurze Zeit, für uns von Wohlthun seine Lust. Gott verlassen. Und nun, Mel. Wie schön leuchtet der. mit Ehr und Ruhm ge48. Wie groß, wie ankrönt, nun machst du selig, gebetet ist dein die, versöhnt, der Sünden Jesu Gräuel hassen. Ihnen willst deinem du Heil und Leben gerne ging geben, und uns allen helfen, in der Finsterniß mit dir daß wir Gott gefallen. Nam' o Heiland, Christ! wie theuer Volke! Welch Licht der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! 5. Vom Anfang bis der Als du kamest, hörten Taube, zum Untergang erschallet dir und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die 2. Nur Schwache wa- gerne dir von deinem Thron rens, die dein Licht breiteten; die Weisen Wo sind sie? wo Hohen? und wo die ver- ein würdig Loblied brächnicht. ten. Ihrer mehr noch, die Jesu, werden schon auf Rei- Erden, dir lobsingen, Preis chen? wo die Macht, vor und Dank und Ruhm dir der des Götzendienstes Nacht bringen. und seine Schatten flohen? 6. Wie groß, wie anMacht nicht, List nicht, gebetet ist deine deine Name! deine Gaben, Mittler, ha- Heiland, Jesus Christ, wie ben dich verkläret, uns herrlich bei den Deinen! den Weg zu Gott ge- Führst du uns einst zu deilehret. ner Ruh; o wie weit herr3. Wir werden deinen licher wirst du den FromRuhm erhöhn, wir werden men dann erscheinen. Ewig deinen Himmel sehn, den müsse dir zur Ehre ihrer Preis von deinen Leiden; Chöre Lob erschallen, durch genießen, was du uns er- die Himmel wiederhallen. Sendung und Geburt des Erlösers. 41 Mel. Von Gott will ich nicht. mein Herz nach dir, es seuf49. Mit Ernst o, Men- zet dir entgegen, schenkinder, be- komm mit deinem reitet euch dem Herrn! Er und wohne stets in mir. kommt, das Heil der Sün- mel. Wie schön leucht' uns der. der, er rettet sie ſo gern! 50. Er kommt, den Gott allein stimm' auch du mit frohem aus Gnaden uns zum Leben Dank, mein Geist, in jenen versprochen hat zu geben; Lobgesang, davon der Himihr könnt nun selig sein. mel tönte, als der zur Welt 2. Kommt, rein' getreure hernieder kam, und unsre Seelen, seid heilig, seid be- Menschheit an sich nahm, reit, was ihm gefällt, zu der uns mit Gott versöhnte. wählen, zu fliehn, was er Freu' dich innig! Er dein verbeut! Eilt willig in sein Führer und Regierer, kam Reich, verabscheut und ver- auf Erden, Licht, und Heil lasset, was euer König hasset, auch dir zu werden. vertraut ihm, bessert euch! 2. Ja, Preis und Ehre, -3. Das hat der Herr Gott, sei dir! Wie gnadengeboten, sein Sohn selbst voll bist du auch mir in hats gelehrt, es lehren's deinem Sohn erschienen! Du seine Boten, und selig ist, sandest aus Erbarmen ihn, wer hört! Ach leben wird, die dem Verderben zu entwer glaubt; und wer nicht ziehn, die schnöden Lüsten glaubt, wird sterben. Ein dienen. Preis dir, daß mir Jeder wird verderben, der neue Pfade zu der Gnade noch ein Sünder bleibt. offen stehen, mich der Sünd' 4. Wer wahre Demuth entrückt zu sehen. liehet, den will Gott einst 3. Und wie vergelt ich, erhöhn; wer aber Hochmuth Heiland, dir die große Treue, übet, der wird ihn nimmer die du mir schon, eh' ich sehn; wer ihm sein Herz war, bewiesen? Du bahnergibt, wird gut und selig test unter bittrem Leid auch werden, nicht dort nur, schon mir den Weg zur Seligkeit. auf Erden erfahren, wie Sei hoch dafür gepriesen! Gott liebt. Durch dich kann ich nun komm, Segen 5. Doch, was vermag hienieden Gottes Frieden ich Schwacher, ich Sünder, schon empfangen, und einst ohne dich? Mein Heil, volles Glück erlangen. mein Seligmacher, bereite 4. O gib, daß ich an selber mich! Schon seufzt diesem Heil mun auch in Sendung und Geburt des Erlösers. wahrem Glauben, Theil durch 3. Keine Macht der Leideinen Beistand nehme; daß den kann von kann von ihm uns ich hinweg vom Eitlen seh, scheiden; er bleibt ewig die Wege deiner Wahrheit treu. Einst wird er vom geh, und dein mich niemals Bösen gänzlich uns erlösen; schäme bis ich durch dich, hier steht er uns bei. Unwann ich sterbe, zu dem Erbesser Freund, mit Gott verdeiner Frommen auch dereinst eint, kann nicht seine Brüwerd' aufgenommen. der hassen, noch sie hülflos 42 5. Ich bringe dir ein lassen. dankbar Herz, bereit in Freu- 4. Wenn wir einst ermüden und in Schmerz wie den, führt er uns in Friedins gefällt, zu wandeln. den in des Grabes Nacht. Verleihe du mir selbst die Unsre todten Glieder gibt Kraft, nach deinem Wort die Erde wieder ihm, der gewissenhaft zu denken und sie bewacht. Jesus ruft uns zu handeln. Fröhlich will aus der Gruft, er, der ich hier im Leben dich erheben, selbst den Tod einst schmeckte, und einst droben wonnevoll den das Grab auch deckte. dich ewig loben. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Me I. Jesu meine Freude. men! Jeſus ist gekom- Netter schaun. Heil und Dankt ewig's Leben wird er allen ihm seine Frommen, dankt geben, die ihm hier vertraun. ihm, daß er kam! daß er Er ward hier versucht, wie hier auf Erden, unser Heil wir; überschwenglich wird werden, seine Woh- er lohnen, und der Schwachnahm, Mensch, heit schonen. zu nung wie wir, erschien er hier, 6. Gilet, eilt, ihr Sünum des Vaters gnäd'gen der! werdet Gottes Kinder! Willen an uns zu erfüllen. werdet seiner werth! eilet, 2. Laßt uns niederfallen, eilt, ihr Frommen! seid, wie danken, daß er Allen er, vollkommen! bleibet seiFreund und Bruder ist ner werth! Preiset ihn, daß Gott, auf seinem Throne, er erschien und sich für euch liebt uns in dem Sohne hingegeben, durch ein götthilft durch Jesum Christ. lich Leben. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sen- 52. dung Gaben, an Gott selbst zu haben! Mel. höchsten 51. Befiehl du deine Wege. Vom Himmel kam hernieder des Vaters Sohn; Sendung und Geburt des Erlösers. 43 zum Segen seiner Brüder Stärke, und frohe Willigverließ er Gottes Thron; keit zur Uebung guter Werke, er ward ein Mensch und die dein Gesetz gebeut! Belebte für aller Menschen wirb dich um die Würde, Glück; er starb für sie, und ein wahrer Christ zu sein! schwebte zur Herrlichkeit zu- Dieß mindert jede Bürde, rück. und flößt dir Hoffnung ein. 2. Wie göttlich war die 7. Dieß gibt dir Trost Lehre, die seinem Mund' und Frieden, wenn nichts entfloß, und sich zu Gottes dich trösten kann; dieß hebt Ehre in fromme Seelen goß! dich schon hienieden zu Jesu Vor ihrem Lichte schwanden himmelan, und einst wirst der Thorheit Schatten her; du ihn sehen am Ende aller mit ihm einBetrug und Laster fanden Zeit, um nun keine Freistadt mehr. zugehen in seine Herrlichübte, was er feit. 3. Er lehrte; er that, was er ge- Mel. Vom Himmel hoch, da. bot, und wer ihn glaubig 53. ob ſei dem allerehrte, sah froh empor zu höchsten Gott! ErGott. Er strahlte gleich der barmend sah er unsre Noth, Sonne, selbst Feinden Segen und sandte Jesum, seinen zu, gab unserm Geiste Wonne, Sohn, zu uns von seiner und unserm Herzen Ruh. Himmel Thron. 4. Wie leichter Dunst 2. Ihn sandt' er, unser verflieget nun alle Furcht- Trost zu sein, vom Sündensamkeit. Des Mittlers Rechte dienst uns zu befrein; mit sieget; sie siegt in Ewigkeit. Licht und Kraft uns beizuZerbrochen sind die Ketten, stehn, und uns zum Himmel und eine Welt versöhnt; er zu erhöhn. kam, sie zu erretten, mit 3. O welch' ein liebevolGottes Kraft gekrönt. ler Rath! O unaussprech5. Was gleicht nun dei- lich große That! Gott thut nem Glücke, erlöster, from- ein Werk, dem keines gleicht, mer Christ? Erkenn' es das keines Menschen Lob ganz, und blicke zu dem, deß erreicht. Kind du bist! Empfinde 4. Sein Sohn, den er seine Gnade, und preise laut zum Retter schuf, nimmt dein Loos! Geh' stets auf willig auf sich den Beruf, Jesu Pfade; so wirst du uns vom Verderben zu begut und groß. frein, und schämt sich nicht, 6. Erfleh' dir Muth und uns gleich zu sein. Sendung und Geburt des Erlösers. 5. Was sind wir, daß frein, uns Seelenadel zu uns Gott so liebt, und sei- verleihn. nen Sohn selbst für uns 5. Er kommt zu uns in gibt, der sich aus Liebe bis Knechtsgestalt, verläugnet zum Grab, zu unsrer Net- Hoheit und Gewalt, und tung ließ herab? läßt selbst bis zu Tod und Bet' ihn mein Geist, Grab, um unsertwillen sich 6. als Netter an und sei ihm herab. willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir den Weg das 6. Nimm, Christ, hierin Edle wahr; sei gegen nicht undankbar, den zum Leben. 7. Folge ihr! den Gelobt sei Gott, der Gott zum Helfer dir geschickt, ihn gesandt; Sein Ruhm und dessen Leiden dich beerfülle jedes Land! sei von uns Jesus Gelobt glückt. Christ, 7. Verehr' ihn, der so der uns zum Heil erschie- treu dich liebt, daß er sein nen ist. Leben für dich gibt; durch seine Lehre zeigt er dir den Mel. Vom Himmel hoch, da. Weg zum Glücke; folge ihr! 54. Dies ist der Tag, 8. In dieser Ordnung den Gott ge- hast du Theil an Gottes macht, der Tag, der Licht Huld, an Gottes Heil. Verund Trost gebracht! Ihn sschmähst du sie, so raubest fei're, wer durch Jesum du dir Hoffnung, Trost und Chrift gesitteter und weiser Seelenruh. ift. 44 9. Die erste Zukunft in 2. Der Erdkreis lag in der Zeit war voller Huld tiefer Nacht, Verderbniß und Freundlichkeit; die andre mehrte sich mit Macht: da wird, zur großen Pein der sandte Gott von seinem Sünder, majestätisch sein. 10. Zu Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine 3. Er sandte ihn, uns Frommen an, und wird sie zu erfreu'n, uns Lehrer, in des Vaters Reich erhöhn, Beispiel, Trost zu sein, und verklären, Engeln gleich. unser aller Wohlergehn durch 11. Gelobt sei Gott, der Gotteskenntniß zu erhöhn. ihn gesandt! Sein Nuhm 4. Sein Sohn erfüllt erfülle jedes Land! Ihn auch den Beruf, uns, die preise, wer durch Jesum Gott für den Himmel schuf, Christ, gesitteter und weivon niedern Trieben zu be- lser ist. Thron uns Jesum Christum, seinen Sohn. 45 Sendung und Geburt des Erlösers. M. Allein Gott in der Höh. träger Geist, ihr Wohlthun 55. Laßt uns mit ehr- zu erheben. Denk an die furchtsvollem Dank Nacht, da auf der Welt des des Heilands Fest begehen! Höchsten Sohn sich dargeIn feierlichen Lobgesang stellt, um sein so theures den Gott der Lieb' erhöhen! Leben für Sünder hinzuPreis sei dem Vater, der ihn geben. gab! Preis sei dem Sohn! 2. O große That! erer kam herab, und ward das wünschte Nacht! von Engeln Heil der Menschen! selbst besungen! du hast den 2. Doch mehr, als unser Mittler uns gebracht, der Lobgesang, preis' ihn ein uns das Heil errungen. In frommes Leben. Dies ist dir erschien der starke Held, sein Wille, dies der Dank, der Alles schuf und Alles durch den wir ihn erheben. hält, der Freund der MenWer liebevoll, wie Jesus schenkinder, des Todes UeChrist, ein Helfer seiner berwinder. Brüder ist, der bringt ihm 3. Der du zu uns würdig Ehre! 3. In Dürft'gen laßt uns nem Himmel kamest und ihn erfreu'n, bekleiden, spei- unser Fleisch und Blut so sen, tränken! Und um da- gern in Demuth an dich zu bereit zu sein, an seinen nahmest! Sohn Gottes! o Ausspruch denken: Was ihr wie hast du dich so tief erden Armen hier gethan, das niedrigt auch für mich! wie alles habt ihr mir gethan; arm bist du erschienen, um ich will es euch vergelten! mir zum Heil zu dienen! 4. Wir wollen, Haupt 4. Olehre 4. O lehre mich, den der Christenheit, dich in großen Werth von deiner den Brüdern lieben, und Huld recht fassen! Was thätige Barmherzigkeit an reizte dich, auf dieser Erd' den Verlaß'nen üben, so dich so herab zu lassen? bringen sie, so bringen Hier warteten dein nichts wir für uns'rer Seelen als Noth, Verachtung, KumBildung dir des Dankes mer, Schmerz und Tod; und schönstes Opfer. doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werMel. Ermunt're dich, mein. 56. Gott, deine Gnade den. sei gepreist! sie 5. Viel stärker, Herr, schuf uns Heil und Le- als Schmerz und Tod, war Du ben. Ermunt're dich, mein deine Menschenliebe. geI sandt vom Herrn, aus dei 46 Leben, Lehre und Wandel Jesu. Nath dich ein 3 Mensch und kamst, Frenden für uns den zu leiden. sahest uns're Sündennoth größter Freund, für deine mit mitleidsvollem Triebe. Treue geben? Du bist's, Du stelltest, unser Heil zu der mich mit Gott vereint, seir, nach deines Vaters du bringst mir Heil und wardst Leben. Herr, was ich hab mit und was ich bin, das geb' Tod ich dir zum Dienste hin; ich will dich, ohn' Aufhö6. Dein Sohn des ren, mit Leib und Geist verHöchsten freu' ich mich; ehren. du bist auch mein Erret- 8. Ich sehe dich zwar hier ter. Auch mir zum Troste, noch nicht, doch du wirst sandte dich der Herr, der wieder kommen; und dann Gott der Götter. Was schan'n dich von Angesicht, mir ein wahres Wohl ver- Herr, alle deine Frommen. schafft, Erleuchtung, Frie- Dann werd' auch ich, Herr de, Beßrungskraft, Frenden, die stets ren willst du auch auch gewähren. und Jesu Christ, dich schau'n, wäh- so herrlich, wie du biſt; mir dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, er7. Was soll ich dir, mein heben. 10. Leben, Lehre und Wandel Jesu. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. seine 57. Niedrig und in Wort Dürftigkeit lebte dann vergaß er, was er Jesus einst auf Erden. Ihn litte. Freundlich bracht' er den Herrn der Herrlichkeit, Trost und Segen auch dem drückten Mangel und Be- Dürftigsten entgegen. schwerden; aber still und 4. Das Geräusch der ohne Klagen wußt' er seine großen Welt, Rang und Last zu tragen. Pracht und schnöde Freu2. Er entäußerte sich gern den, und was Thoren sonst seiner göttlich hohen Rechte gefällt, konnte nie sein Herz und von eitlem Glanze fern beneiden. Seine Wonne trat er in den Kreis der war's, im Stillen Gottes Knechte: denn er war hier Rathschluß zu enthüllen. nur erschienen, um in De- 5. Nur der Ehre werth muth uns zu dienen. zu sein, aber nie sich zu er3. Weisheit lenkte sei- beben, nur die Menschen nen Gang, Menschenliebe zu erfreu'n, war sein heiliTritte. Wenn sein in in Hütten drang Leben, Lehre und Wandel Jesu. 47 ges Bestreben. O, er liebte be, was ich hier nur hoff' sie wie Brüder; und sein und glaube. Vater liebt, ihn wieder. In eigner Melodie. 6. Willig ließ er sich her- 58. Mir nach, spricht ab zu den Sündern, zu den Christus, unSchwachen, trug sein Kreuz ser Held! Folgt meinem Verund ging ins Grab, um sie Vorbild, Christen! glaubensvoll zu machen, um leugnet euch besiegt die mit Gott sie zu versöhnen, Welt mit ihren schnöden und zur Tugend zu gewöhnen. Lüsten; gebt ihren Reizun7. Immer soll dein hol- gen nicht nach, erduldet liedes Bild, Heiland mir vor ber Ungemach. Augen schweben. Immer 2. Ja, Herr, dein Vorwill ich sanft und mild mei- bild leuchtet mir zu einem ne Zeit, gleich dir, durchle- heil'gen Leben. Wem soll ben, und, wenn Andere mich ich auch wohl sonst, als verkennen, doch mich nie von dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den 8. In bescheidener Thä- Weg zum wahren Wohl, tigkeit will ich meine Ehre und wie ich richtig wandeln soll. suchen, und, entfernt von 3. Dein Herz voll GottGram und Neid, niemals ergebenheit war auch voll meinem Stande fluchen. Menschenliebe, voll voll DeLiebe trennen. Nur auf Sünden ruhet muth, Sanftmuth, FreundSchande; aber nicht auf lichkeit, und voller Mitniederm Stande. leidstriebe; selbst deinen 9. Herr, mein Reichthum Feinden wandtest du großsei ein Herz, das den Armen müthig Hülf' und Wohlthatzu. nie verachtet, und auch un- 4. Dein Beispiel lehrt, ter Hohn und Schmerz stets was schädlich ist, mit weiser nach höhern Gütern trachtet. Vorsicht fliehen; es lehret Solch' ein Herz wird schon mich, mein Herz der List und auf Erden deinem Herzen Heuchelei entziehen. O wohl ähnlich werden. mir, wenn ich deinem Sinn 10. der Tiefe stets und in Wahrheit ähnschwangst du dich zu des lich bin. Himmels Freudenhöhe. Heil 5. Du gingst als Führer Aus auch einst voran, stehst mir. deinem auch noch zur Seite; du mir Armen, wenn dann kämpftest selbst und brachst schau' ich, fern vom Stau- die Bahn, stärkst nun auch ich dort vor Throne stehe! O 48 Leben, Lehre und Wandel Jesu. mich im Streite. Wie könnt' schah, wie wohl war deinem ich denn noch zaghaft sein, Herzen; auf ihn sah stets und mich, dir nachzufolgen, dein Auge hin; an ihm nur scheu'n? hing dein ganzer Sinn. 6. Wer hier sein Glück 4. Ihn ehrtest du durch zu finden meint, wird's ohne Wort und That vor aller dich verlieren: wer's bei dir Welt mit Freuden. Du zu verlieren scheint, den wirst warst bereit, nach seinem du dazu führen. Wer dich Rath, zu unserm Heil zu als seinen Herrn verehrt, leiden. Wie er die Liebe und dir nicht folgt, ist dein selber ist, so warst auch du nicht werth. fie, Jesus Christ! 7. So will ich denn, dir 5. Du zeigtest, daß die meinem Herrn, froh und ge- größte Noth dich nicht zum treu nachwandeln, und in dem Murren reize; wardst Gott Kampf der Tugend gern, so gehorsam bis zum Tod, ja standhaft, wie du, handeln: bis zum Tod am Kreuze. Du denn wer nicht kämpft, trägt littest und verzagtest nicht, denn auch die Kron' des ew'gen Gott war deine Zuversicht. Lebens nicht davon. 6. Von ihm verlassen, M. Mir nach spricht Christus. blieb dein Herz ihm treu, trotz alles Spottes. Dein im im bängsten 59. Jesu, wahrer Hoffen war Frömmigkeit, voll- Schmerz die sich're Hülfe kommenstes Erempel! Dein Gottes: und was du boffHerz, dem Vater ganz geweiht, test, ist gescheh'n; Gott hörte war jeder Tugend Tempel; deines Herzens Flehn! dein Wandel, rein von aller 7. Mit Ehr' und Ruhm Schuld erwarb dir deines von ihm gekrönt, lebst du zu Vaters Huld. seiner Rechten voll Majestät 2. Wer war wohl eifriger und dir ertönt das Loblied als du, zu thun, des Vaters der Gerechten, das Lob deß Willen? Wem war es süßre du so würdig bist. O selig, Seelenruh, ihn treulich zu wer dir ähnlich ist; erfüllen? Dir, keines Eigen- 8. Ich will drum deinen ruhms bewußt, war nur die Wandel mir, o Herr, zum Ehre Gottes Luſt. Vorbild setzen, und Gottes Lieb 3. Wenn wo dein Auge und Huld, gleich dir, weit über Frevler sah, warst du voll Alles schätzen, mit Freuden edler Schmerzen. Doch, seinen Willen thun, und still wenn des Vaters Wort ge- in seiner Fügung ruh'n. 49 11. Leiden und Tod Jesu. Empfindungen des Verrätherei des Christen bei der BeJudas. trachtung des Lei- m. O Ewigkeit, du Donnerwort. dens Jesu. 61. Wer schleicht dort M. Wie groß ist des Allm. in der Nacht 60. Laß mir die Feier einher, umringt von einem deiner Leiden, o Mörderheer, zu greifen den großer Dulder, heilig sein! Gerechten? Wer näht sich Sie lehre mich die Sünde kühn zu Jesu hin, küßt mit meiden, und dir mein gan- verruchten Lippen ihn und zes Leben weihn, dir, der so winkt den Mörderknechten, ruhig und entschlossen die und sieht wie sie ihn fesseln, Strafe fremder Sünden trug, zu? O Juda, Juda, das und dessen Herz so unver- bist du? drossen für mich auch noch im Tode schlug. 2. Du, sein Vertrauter, du, sein Freund, wirst deines 2. Ach, in der stillsten Herrn und Meisters Feind, meiner Stunden will ich nach du wirst selbst sein Verrädeinem Kreuze sehn, und dich, ther? und Gottes Blitz verder o Herr, für deine Wunden tilgte nicht dich von mit meinem Thränendant Erde Angesicht, dich größten erhöh'n, will tiefgerührt die Missethäter? dich Sünder, Huld ermessen, womit dein dem es besser war, wenn Herz die Welt umfaßt, und keine Mutter dich gebar? nie es undankbar vergessen, 3. Der Mensch, den eitler was du für mich erduldet Schimmer reizt, der nach der hast. Erde Gütern geizt, wie tief 3. Mir sollen diese Feier- kann der nicht sinken! Er, zeiten nicht unbenutzt vor- seines Schöpfers Ebenbild, überfliehn. Ich will dich an wird Tigern gleich, fann fühldein Kreuz begleiten, und los wild selbst Menschenthräwilden Freuden mich entzieh'n. nen trinken, und er verzehrt Dein Leiden sei mein höch- in wilder Glut sein eigen ster Segen; dein Tod, mein Mart, sein eigen Blut. seligster Gewinn! Dir walle 4. Winkt ihm das Gold, sanft mein Herz entgegen, lockt ihn Gewinn: ach unweil ich durch dich gerettet aufhaltsam rennt er hin, bin. den Götzen zu verehren. 4 50 Leiden und Tod Jesu. Ihn fesselt keine süße Pflicht, 2. Hier sahst du schon beihn rühren Bruderthränen reiten dein Kreuz auf Golnicht, nicht heiße Wittwen- gatha; sahst dich den Grauzähren. Dem Götzen treu, samkeiten ergrimmter Hasser verräth er gern, wie Judas, nah; sahst deine Grabeshöhle, seinen eignen Herrn. und fühltest Todesnoth. Be5. O Jesu Christi, sanft trübt war deine Seele, beund mild, erhalte deiner trübt bis an den Tod. Liebe Bild mir stets in 3. Ach, welche Angstgemeinem Herzen. Von Härte, fühle ergriffen da dein Herz! Geiz und Habsucht frei, laß Jm nagenden Gewühle von mich, der schönsten Pflicht Bangigkeit und Schmerz getreu, stets mildern fremde lagst du vor Gott im StauSchmerzen; und Menschen be mit Todesschweiß bedeckt. freuden zu erhöh'n, auch da Wie kämpfte da dein Glaulaß mich stets auf dich be, von banger Furcht geſehn. schreckt! 6. Jch trüge nicht der 4. Auf dich, der MenGottheit Spur, ich wär ein schen Bester, drang Angst Schandmal der Natur: wär auf Angst herzu: und doch ich dem Geiz ergeben. Ich hing niemand fester an seiliebte dann nicht meinen nem Gott als du. Sollt' Gott; ich fühlte nicht des ich den Kelch nicht trinken, Menschen Noth, ich haßte den mir mein Vater reicht?" selbst mein Leben. Drum, Dieß ließ dein Herz nicht Gott, bewahr, ich bitte dich, sinken, war's gleich so, tief vor Geiz und Habsucht ewig gebeugt. mich. 5. Nach seinem Nath zu Leiden Jesu am Del- leiden, bliebst du dennoch beberg, und Gefangen- reit; begabst dich aller Freunehmung. den, und gingst mit WilligM. Herzlich thut mich verlangen. keit der frechen Schaar ent62. Du, dessen Herz gegen, die blutbegierig kam, voll Liebe sich dir Bande anzulegen, und bis zum Tod und Grab, dich gefangen nahm. aus mitleidsvollem Triebe, 6. Mit was für Geisteszu unsrer Rettung gab, stille trugst du das Ungeach, unter welchen Plagen mach, das aus der Bosheit schloß, Jesu, sich dein Lauf! Fülle gehäuft nun auf dich Mit Zittern und mit Zagen brach! Du scheutest teine stiegst du zum Delberg auf. Schmerzen, die dir ihr Leiden und Tod Jesu. 51 Grimm gedroht; zu schwer Gefahr: so bebt der Jünger war deinem Herzen selbst Schaar. Die erst sich hoch nicht der Kreuzestod. vermessen: eh sie der Treu 7. Der Menschheit Heil zu vergessen, den Tod auch vorfördern, gabst du mit sanftem zuziehen, verlassen dich, und Sinn dich willig deinen fliehen! Mördern und ihren Mar- 3. Der fühn sein Schwerdt tern hin. Um dich war al- gezückt, dein Petrus selbst, les trübe: doch du bliebst ruhe- erschrickt; er flieht, eh Bande voll. So stark war deine drohen; schämt sich, daß er Liebe zu uns und unserm Wohl. geflohen: kehrt um, und eilt 8. Freund der Men- verwegen dem tiefern Fall schenkinder, den nun kein entgegen. Leid mehr drückt! Wie hoch 4. Wie ist der Mensch so hast du uns Sünder durch schwach! so viel sein Muth deinen Tod beglückt! durch versprach. Dort liegt er, ihn ist uns bewähret nun tief im Staube! erloschen unsers Gottes Rath, den ist sein Glaube! sein kühner Ach! dein Mund erkläret, Muth gedämpfet! und fest versichert hat. Christen! wacht und kämpfet! uns 9. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die große Leiden Jesu vor dem Last des Kreuzes so geduldig jüdischen und römifür uns getragen hast! Dich schen Gericht. wollen wir erheben so viel die Schwachheit kann, und M. O Welt, sich hier dein Leid. dir zur Ehre leben! Nimm 64. unser Opfer an. Gott Gott, welche Schmach und Plagen muß er mein HeiJesus wird von seinen land, tragen, der nichts verJüngern verlassen. brochen hat! als einen UeMel. Wo soll ich fliehen hin. bertreter des Glaubens seiner 63. Mein Jesu, für dein Väter, klagt man ihn an im Herz, welch' ein hohen Rath. so herber Schmerz, den du 2. Da steht er im Gerichweit mehr empfunden, als te! Aus seinem Angesichte Strimen, Schläg' und Wun- strahlt hoher, freier Muth. den! Die kleine Zahl von Er, groß auch in den BanFreunden kränkt dich, gleich den verachtet Schmerz und deinen Feinden. Schanden, und duldet still 2. Kaum naht sich die der Frevler Wuth. 4* 52 Leiden und Tod Jesu. 3. Treu bleibt er seiner will ich es vor dir: ich haLehre; und seiner Unschuld be dich verläugnet; vergib, Ehre versüßt ihm Schmach vergib es mir! und Hohn. Er schweigt bei 4. Wenn deines Namens schnöden Fragen; doch wagt Hasser dich schmähten, wenn er's, laut zu sagen: ich bin ihr Spott von ihrem des Hochgelobten Sohn! Mund, als Wasser, dahin 4. Freut euch, ihr From- floß wider Gott: dann men, schauet, der Herr, dem schwieg ich furchtsam, schämihr vertrauet, verheißt euch te mich, ein Christ zu sein, Gottes Lohn. Wenn einst und scheute mehr ihren Spott die Sünder zagen, dann als dich. könnt ihr fröhlich Gelobet seist du, Sohn! Die Verläugnung Petri. sagen: 5. O du, der du dein LeGottes ben, du, Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich Mel. Wenn meine Sünd' mich. den Spott der Sünder mehr 65. Von Furcht dahin fürchtete, als dich! gerissen, ver- 6. Ach, rechne nicht zur läugnet Petrus dich. Bald Sünde mir diese Schwachheit straft ihn sein Gewissen: da zu. Die Neu, die ich emweint er bitterlich. Dein pfinde, Erlöser, siehe du. Du Blick, o Jesu, rührt sein schenktest Petro seine Schuld; Herz; er fleht zu dir um bedeck auch mein Vergehen Gnade, und du stillst seinen mit deiner Lieb und Huld. Schmerz. 7. Laß diesen Schmerz 2. Wie wuchs nun dei- der Neue mir unvergeßlich nem Zeugen unwandelbarer sein. Ich will, zu ew'ger Muth! Furcht konnt' ihn Treue dir meine Seele nicht mehr beugen; für weihn. Dich zu verläugnen, dich, Herr, floß sein Blut. deinen Gott, das fürchte Dich, seinen Herrn und meine Seele weit mehr, als seinen Gott, verherrlichte selbst den Tod. sein Leben, verherrlichte sein 8. Ich will dich frei Tod. bekennen und standhaft 1 3. Betrübt ist meine vor der Welt dich meiSeele, erfüllt mit Reu und nen. Heiland nennen, an Schmerz. Was hilft's, daß den mein Glaub' sich hält. ich's verhehle? du schaust Dein Kreuz ist meine Zumir ja in's Herz. Bekennen versicht; selbst denen, die Jesus am Kreuze. 53 sich schmähen, verhehl ichs, mir schade? Für mich ist Jeſu, nicht. selbst mein Gott. Von mei9. Beschirmt von deiner nem Haupte fällt kein Haar; Gnade, veracht ich ihren und drohten sie mir alle die Spott. Wer ist es, der schrecklichste Gefahr! 12. Jesus am Kreuze. Mel. In allen meinen Thaten. büßen, die Strafe leiden 66. Welt, fie hier müssen, entbehren Gottes dein Leben am Huld; die Geißeln und die Stamm des Kreuzes schwe- Banden, und was du ausben: dein Heil sinkt in den geſtanden, verdient' ich weTod. Der große Herr der gen meiner Schuld. 6. Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlä- nen gen, Hohn und Spott. Du nimmst auf deiRücken die Lasten, die mich drücken, bis zum Er2. Tritt her und schau' tödten schwer; du wirst ein mit Fleiße; sein Leib ist Fluch: dagegen erwirbst du ganz mit Schweiße des Blu- mir den Segen; und o, wie tes überfüllt. Aus seinem gnadenreich ist der! 7. Du setzest dich zum edlen Herzen, bei solchen bittern Schmerzen, ein Seuf- Bürgen, ja läsfest dich erzer nach dem andern quillt. würgen, für mich und meine Schuld; für mich läßt du 3. Wer hat dich so ge dich krönen mit Dornen, die schlagen, mein Heil, und dich dich höhnen, und leideft alles mit Plagen so übel zuge- mit Geduld. richt't! Du bist ja nicht ein Sünder wie andre Menschenfinder; von weißt du nicht. 8. Du gehst, auch meinetwegen, der Todesnacht Missethaten entgegen mit wahrem speldenmuth; du stirbst, mir unsre vom Verderben Errettung viele zu erwerben, ja alles thust dem du mir zu gut. 4. Wir, wir und Sünden, der sich so finden, als Sandes an Meer; die haben dich ge- 9. Hoch bin ich dir verschlagen, die brachten diese bunden, mein Heil! zu allen Plagen und diese Martern Stunden bin ich dein Eiauf dich her. genthum. Es thätig zu be5. Ach ich, ich sollte weisen, soll Seel und Leib 54 Jesus am Kreuze. dich preisen. Mein ganzer gefällt; was deine Augen Wandel sei dein Ruhm! hassen, das will ich flieh'n 10. Was könnt in die- und lassen, gefiel es auch sem Leben ich dir sonst wie- der ganzen Welt. dergeben? Das Jesu, will 16. Werd' ich denn endich thun; es soll dein Tod lich sterben, so laß dein Reich und Leiden, bis Leib und mich erben, und so getrost, Seele scheiden, mir stets in wie du, den Geist an meinem meinem Herzen ruhn. Ende in deines Vaters Hände Golgatha zu deinen Höhen 11. Ich will's vor Augen befehlen zu der ew'gen Ruh. setzen, mich stets daran er- mel. Wer nur den lieben Gott. götzen, ich sei auch wo ich 67. sei; es soll mir sein Spiegel der Unschuld ein Siegel von deiner Ben Lieb und Treu. 12. Wie strenge Verbrechen an denen ein und erhebet sich mit Dank mein gro- Herz. Ich will den Liebling Gottes sehen in seines Gott heil'gen Todes Schmerz, ich einst will für seine Lieb' und wird rächen, die seine Huld Bein ihm, was ich habe, verschmäh'n; wie viel die Thränen weih'n. werden leiden, die nicht die 2. Wie rührend scheidet Sünde meiden, will ich aus der Gerechte, im Tod' als deinen Leiden seh'n. Gottes Sohn bewährt! Zwar 13. Dein Beispiel soll leidet er den Tod der Knechte, mich lehren, des Höchsten von Frevlern noch am Kreuz Rath zu ehren, auch wenn entehrt; doch laut zeugt Herr er Trübsal schickt. Ich will der Herrlichkeit, dein Tod, des Lebens Plagen getrost von deiner Göttlichkeit. und willig tragen, bis Gottes Hülfe mich erqickt. 3. Für Peiniger, die dich verkannten, flehst du noch 14. Nie will ich wieder voll Gelaffenheit, erquickst schelten; nie Spott mit Spott die traurigen Verwandten, vergelten; nie, wann ich und sorgft für sie voll Zärtleide, dräun. Das Unrecht lichkeit, fühlst was kein Enwill ich dulden, dem Näch- gel je empfand, und legst sten seine Schulden, wie den Geist in Gottes Hand. du, von Herzensgrund ver- 4. Du stirbst, die hohen zeih'n. Himmelslehren von Tugend 15. Gerührt von deinen und Unsterblichkeit der Welt Plagen, will ich mit Ernst als göttlich zu bewähren. entsagen dem, was dir nicht Mein Lehrer, dir sei Dank Jesus am Kreuze. 55 geweiht. Nun kenn' ich sein müdes Haupt zu neimeiner Seele Werth, den gen, erhebt das Herz mit Dankgefühl, empfiehlt den du, Erlöser, mir erklärt. 5. Er stirbt, der Wohl- Geist in Gottes Hand und thun ausgebreitet, oft Nächte geht getrost ins Vaterland. 10. die Erlöser! tauſend betend durchgewacht, Sterblichen zu Gott geleitet, Fromme schieden auf dein sein Tagewerk getreu voll Verdienst mit Freudigkeit, bracht. Wie freudenvoll stirbt empfanden sterbend Seelennun ein Christ, dem Jesu frieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. Olaß Tod den Tod versüßt! mich dir mein Leben weih'n; dir auch noch sterbend dankbar sein! mel. Nun ruhen alle Wälder. Wer kann die Leidie 6. Froh feiert er große Stunde, da er zu seinem Vater geht, und noch mit blasfem schwachen Munde voll Großmuth auch für 68. den fassen, die Feinde fleht, den sterbend du, o Herr, gelassen für segnet, der ihn schalt, sein mich erduldet hast? Daß ich Wohlthun ihm mit Haß gerettet würde, trugst du die vergalt. schwerste Bürde, und überer= 7. Auf die, die weinend nahmst auch meine Last. um ihn stehen, gießt er der 2. Laß deine letzten StunFreundschaft Segen aus, den, da du so viel empfunvom den, mich trösten und spricht glaubensvoll Wiedersehen im Himmel, in freun. Es lehre mich dein des Vaters Haus, strömt Leiden den Dienst der Sünde hohen Trost und Muth und meiden, und dir mich jetzt Ruh' den fummervollen und ewig weih'n. Seelen zu. 3. Du, starbst mit ei8. Er sieht auf die voll- nem Herzen, das auch in brachten Thaten, die Aus- Todesschmerzen für deine saat für die Ewigkeit; dankt Feinde bat. Wie du, will Gott, durch den sein Werk ich mich üben, auch meinen gerathen, wofür er bald den Feind zu lieben; oft wußt' Lohn ihm beut; die Demuth auch er nicht, was er that. auf dem Angesicht freut er 4. Du tröstetest den Arsich der vollbrachten Pflicht. men, der sich auf dein Er9. Er, halb der Ewigkeit barmen am Kreuze fest verschon eigen, beschäftigt mit ließ. Auch ich bin, wann dem großen Ziel, nun auchlich sterbe, war ich dir treu, 56 Leiden und Tod Jesu. dein Erbe, und folge dir ins mit Frieden ein. In meiParadies. nem letzten Kummer soll 5. Du sorgtest voll von mir dein Todesschlummer Liebe aus regem Mitleids- noch Labsal und Erquickung triebe noch für der Deinen sein. Ruh. Ach, wenn auch ich Mel. Wer nur den lieben Gott. muß leiden, und von den 69. Du Bester aller Meinen scheiden, so sende Menschenkinder! Trost und Muth mir zu. Wie martert dich voll blin6. Du mußtest, matt von der Wuth der Frevler ausPlagen, auch über Durst gelaßner Sünder! Aus alnoch klagen, und keiner labte len Adern strömt dein Blut, dich. Warum sollt' ich denn und tiefer nie gefühlter beven, wann Leiden mich Schmerz durchdringet Glieumgeben? Du labst durch der, Sinn und Herz. deine Freunde mich. 2. Doch Sanfmuth ist 7. Du riefst voll tiefer in deinen Mienen, in deiTrauer im bangen Todes- ner Seele Zuversicht; du schauer: Verläß'st du mich, flehst: vergieb, o Vater, mein Gott? Nun mag ich ihnen; was sie jetzt thun, einst erblassen: du du wirst versteh'n sie nicht! Und mich nie verlassen, du fühl- ruhig, bis dein Herz dir teſt selbst des Todes Noth. brach, trugst du des Kreu8. Du sprachst am Ziel zes Qual und Schmach. der Leiden mit namenlosen 3. Dein hohes Beiſpiel Freuden: Mein Werk ist soll mich lehren, das Unnun vollbracht! Lehr' es recht dulden und verzeih'n. auch mich vollbringen, und Will Rachsucht meinen Geist einst zum Ziele dringen empören, Gekreuzigter, dann durch meines Todes finstre denk ich dein, wie Nacht. gemartert, und geschmäht, 9. Du gabst am Leidens- für deine Peiniger gefleht. ende in deines Vaters Hände 4. Wie sollt' ich nun getroft die Seele hin. Ach, nicht alle lieben, für welche wenn ich meine Seele ihm du gestorben bist? Wie auch, wie du, befehle, dann könnt' ich Einen noch beist der Tod mir nur Ge- trüben, für den du littest, winn. Jesu Christ? Wie nun 10. Für Sünder, meine nicht freudig Gutes thun, Brüder, sank, Herr, dein und still in Gottes Willert Haupt hernieder; du schliefst ruhn? dit 57 Jesus am Kreuze. dem 5. Schreckt mich der die Schuldschrift an Lohn den Uebertreter, und Kreuze hangen, die wider Er, den quält die Schuld der Sün- meine Seele war. der mich: dann denk' ich, mir Gott zum Trost gegöttlicher Vertreter, mit fro- macht, rief auch für mich: es her Zuversicht an dich. Auch ist vollbracht! Tod Jesu. mir, auch mir hat dein 5. Drum will ich Herr, Gebet Begnadigung und Heil nun auch vollbringen, was erfleht. wahre Dankbarkeit begehrt; will nach der Heiligung stets Mel. Wer nur den lieben Gott. ringen, dazu dein Tod mir 70. Es ist vollbracht! Kraft gewährt. O stärke so ruft am Kreuze mich dazu mit Macht, bis des sterbenden Erlösers Mund. meine Beß'rung ist vollO, Wort voll Trost und bracht. Leben, reize zur Freude mei- 6. Du littst so viel zu nes Herzens Grund. Was meinem Leben. Wie? sollt Gott auch mir zum Heil er- ich nicht voll Eifer sein, mich sehen, ist ihm sei ewig deinem Dienste zu ergeben? Preis! geschehn. sollt ich dabei vor Schmach 2. Mein Jesus stirbt. mich scheun? Dein, Jeju Die Felsen beben; der sein, dein Eigenthum, sei Sonne Schein verlieret sich; meines Herzens Freud und in Todte dringt ein neues Ruhm! Leben, der Heil'gen Gräber 7. Soll ich, bei dir eröffnen sich; der Vorhang gebnem Herzen, auch hier reißt, die Erde kracht; der durch manche Trübsal gehn, Welt Versöhnung ist voll- und hat mein Gott gehäufte bracht! Schmerzen zu meiner Prü3. Wie viel, mein Heil, fung ausersehn? so soll die hast du vollendet, als dir Hoffnung mich erfreu'n: das Herz im Tode brach! auch das wird einst geendigt Du hast den Fluch hinweg sein. gewendet, der auf der Welt 8. Fühl ich zuletzt des voll Sünder lag; und uns Todes Schmerzen, so stärke die Bahn durchs Todes mich in solcher Last, und Nacht zur frohen Ewigkeit mach' es lebhaft meinem gemacht. Herzen, daß du den Tod be4. Dankvolle Thränen, sieget hast. So geh' ich froh netzt die Wangen! Mein zur Grabesnacht mit dem Glaube sicht nun offenbar Triumph: es ist vollbracht! 58 Jesus am Kreuze. betag sei Mel. Jesus meine Zuversicht. Jesu schenken, willst durch 71. Jesu Christi Ster- ihn zur Herrlichkeit, zu des euch, Himmels Glück uns lenken; Christen, ewig theuer! bringen wir nur frommen Weiht, was Lieb' und Dank Sinn dir und ihm zum Opfer vermag, ihm bei dieses Ta- hin. ges Feier! Eure Seele, still 7. O wie hoch beglückt vor Gott, denke des Erlösers sind wir! Welches Heil ist Tod! uns erworben! Gott wir sind Nun erGericht; 2. Dieser Welt und ihrer versöhnt mit dir; Jesus ist Müh, dieses Lebens kurzer für uns gestorben! Freuden, alles Tands ver- schreckt uns kein gesse sie, und erwäge nur deine Huld verwirft uns nicht. die Leiden, die nach seines 8. Sieh, wir weihen dir Vaters Rath unser Herr ge- das Herz; heilig sei dir unduldet hat! ser Leben! Jedes Glück und 3. Staunt ihn an, den jeder Schmerz soll uns, Gott, Menschenfreund, den sein zu dir erheben. Stets geVolk an's Kreuz erhöhte, bührt dir dieser Dank, da der auch da für seinen Feind dein Sohn uns Heil errang. blutend noch um Gnade Begräbniß Jesu. flehte, und der in des Todes Mel. Nun laßt uns den Leib. Nacht freudig rief: es ist 72. Ach endlich, Dulder, vollbracht! findest du, ein 4. Hocherhabner! Ewiger! stilles Grab zu deiner Ruh, Vor dir wirft mein Geist das nach der Noth, die sich nieder. Preis dir Un- dich gedrückt, mit süßem erforschlicher, daß für mich Schlummer dich erquickt. und meine Brüder er, dein 2. Wohl dir, daß du Sohn, dein Liebling, starb gefunden hast, wo nach des und uns Trost und Ruh heißen Tages Last dein Haupt erwarb! du legst, um einmal mun 5. Ja, du gabst ihn für von langer Arbeit auszuuns hin, weil du Sündern ruhn! gern vergiebest. Du versicherst 3. Nicht modernder Veruns durch ihn, daß du uns wesung Raub, wird, Heials Vater liebest. O wie rüh- liger, dein großer Staub; rend ruft sein Tod: weg mit aus ihren dunkeln Nächten Furcht und Angst vor Gott! bricht bald deiner Aufer6. Alles, was das Herz stehung Licht. erfreut, willst du uns mit 4. O daß, wann einst Heilsame Betrachtung der Leiden Jeſu. 59 mein ew'ger Geist des Stau- lauch Ruh' verdiene, Herr, bes Hülle sich entreißt, auch wie du! ich von edlen Thaten ruh, 13. Heilsame Betrachtung der Lei= den Jesu. 73. In bekannter Melodie. ben zu erwerben, gern den Lamm Gottes, Todesberg hinan; hinan; trugst, unschuldig am vergessend eigne Schmerzen, Kreuze für uns erwürget; deine Menschen nur im Herbefunden stets geduldig, da zen. Diese Liebe preisen wir. du für uns dich verbürget. Unvergeßlich sei sie mir! Du trugst der Sünder Pla4. Meinetwegen trugst du gen, daß wir nicht dürften verzagen. Gib uns deinen Bande, litteſt frecher Lästrer Hohn, achtetest nicht Schmach Frieden, o Jesu! und Schande, du gerechter 74. Du, der Menschen Gottessohn. Mich hast du Mel. Jesu, der du meine Seele. Heil und Leben, der Noth entrissen, die mich deß sich meine Seele freut, hätte treffen müssen. Höchst der für mich sich hingegeben verpflichtet bin ich dir lebensStifter meiner Seligkeit; du, lang, mein Heil dafür. der lieber wollt' erblassen, 5. Frevler krönten dich als mich im Verderben las zum Hohne; deine Stirne sen: o wie dank' wie dank blutete unter einer Dornenich dir, mein Erlöser, g'nug krone, König aller Könige. dafür! Das hast du für mich ge2. Menschenfreund von litten, mir die Ehrenfron Gott gesendet, zu erfüllen erstritten. Preis, Anbetung, seinen Rath; längst hast du Dank sei dir, Ehrfurchtswürdein Werk vollendet, wegzu- digster, dafür. thun die Missethat: doch in den Gedächtnißtagen deiner 6. Du der tausendfache Leiden, Jesu, sagen deine Schmerzen mir zu Liebe gern theu'r Erlösten dir billig ertrug, deinem großmuthsneuen Dank dafür. vollen Herzen, war mein 3. Du betratst, für uns Heil Belohnung g'nug. Trost zu sterben, willig deine Lei- in meinen letzten Stunden densbahn; stiegst uns Le- floß auch mir aus deinen Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu. Wunden, Herr, ich ich danke dir einst im noch dafür. dank, bar war deine Noth, unausTode sprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz er7. Nuh' im Leben, Trost warbst du mir Kraft und im Grabe: unaussprechlicher Muth in meinen Leiden. Gewinn, den ich dir zu Nun, o Jesu, kann von dir danken habe! dir, daß ich keine Pein, kein Tod mich nun ewig bin, Jesu, dir scheiden. Werd' ich muthlos, mein Herz zu geben, deiner dann stärkt sich mein erTugend nachzustreben, dir schrock'nes Herz durch dich. zu traun, zu sterben dir: die60 6. Endlich wirst du mich jes sei mein Dank dafür. der Noth dieses Lebens ganz M. Meinen Jesum laß ich nicht. entrücken; endlich wird ein 75. Stärke, Jeju, stärke sanfter Tod den zerschlagnen mich, willig Geist erquicken, und in der alle Last zu tragen! Ach Verwesung Haus, ruh' ich mein Herz ensetzet sich muth von der Arbeit aus. los vor des Lebens Plagen; und doch soll ich bei der 7. Dort, wohin du nach Pein deinem Beispiel ähn- dem Streit triumphirend dich lich sein. geschwungen, gibst mir du 2. Wer dir nachzu- die Herrlichkeit, die du durch folgen strebt, muß sich dei- dein Kreuz errungen, und ner Schmach nicht schämen, bei dir wird jene Pein mir und wenn sich das Fleisch ein neuer Segen sein. erhebt, sich zu stetem Kampf 8. Nun ich fliehe nicht bequemen. Wer sein Kreuz dein Kreuz; sieh', ich nehm's nicht auf sich nimmt, ist aus deinen Händen. Nie zum Himmel nicht bestimmt. soll mich der Lüste Reiz, nie 3. O wie sanft ist mir Versuchung von dir wenden. die Laft, wenn ich's zuver- Gern trag ich, wiewohl sichtlich wage, und, wie du nur schwach, dir dein Kreuz, gelitten hast, muthig alle o Jesu, nach. Noth ertrage: dann dann wird 4. Ach viel mehr, unendwas mir schrecklich deucht, Mel. Jesu, meine Freude. süß und angenehm und leicht. 76. Ruh und sichre Frenden gibt lich mehr, als ich je von mir, Herr, dein Leiden, Noth empfind, littst du, deines Todes Pein. Wenn Allerheiligster, für die Welt, mein Geist bedenket, was für meine Sünde. Unzähl- dein Tod mir schenket: 61 Heilsame Betrachtung der Leiden Jeſu. könnt' ich trostlos sein? Jesu, ben für mich hingegeben, du bleibst meine Ruh; bei schlag' ich an die Brust. dir find' ich Trost und Freu- Heiland, ich bereue die verde, auch im größten Leide. letzte Treue, jede böse Lust. 2. Meine Angst zu däm- Dir allein will ich mich weihn; pfen, hast du wollen käm- denn du bist für mich gestorpfen und verlassen sein. Um ben, hast mir Gnad' erworben. mich zu erneuen und mich 7. Segne mein Bestreben, Gott zu weihen, littst du dir allein zu leben: gib mir Schmach und Pein. Gottes deinen Sinn. O was kann Huld will meine Schuld, mir fehlen, Netter unsrer wenn ich sie bereu', erlassen. Seelen, wenn ich treu dir Muth kann ich nun fassen. bin! Du wirst mich, ich hoff' 3. Ja, was wär' ich Armer, auf dich, einst gewiß von algabst du, mein Erbarmer, dich lem Bösen, dir zum Ruhm nicht hin für mich? Bange erlösen. Furcht und Schrecken würden 8. So wird mir dein Leimich bedecken, kennt' ich, den Quelle wahrer Freuden, Herr, nicht dich. Doch dein und zur Tugend Reiz. Ja, Blut floß mir zu gut, floß so oft ich wanke, stärkt mich zur Tilgung meiner Sünden. der Gedanke, Heiland an dein Gnade soll ich finden. Kreuz. Folg' ich hier nur 4. Kränkt mich meine treulich dir; o so werd ich selig Sünde, eil' ich hin und sterben und dein Reich ererben. finde Trost auf Golgatha. m. O Haupt voll Blut und. Hier hast du dein Leben für 77. Du, dessen Augen mich hingegeben, hingst verflossen, sobald lassen da als ein Spott der sie Zion sah'n, zur FrevelWelt, da Gott mit sich selbst that entschlossen, sich seinem die Welt versöhnte und mit Falle nah'n! Du sahst, es Gnade krönte. würden Leiden schwer über 5. Ja, du wolltest ster- dich ergeh'n; und gingst statt ben, Heil uns zu erwerben, sie zu meiden, doch hin, sie unser Trost zu sein; stiegst zu bestehn ins Grab hernieder, um 2. Welch jammervolles uns, deine Brüder, ewig zu Klagen tönt in Gethsemaerfreun. O möcht' ich, mein ne! Wem ahnen Schmerz Jesu, dich doch von Herzen und Plagen? Wer ist der wieder lieben, und stets Gu- Leidende? Ist Jesus das, tes üben. der Beste, den je die Erde 6. Hier wo du dein Le- lsah? der fühlt der Qua 62 Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu. len größte? Ist seinemsschenkinder, wir danken dir Tode nah? gerührt. Dein Leiden hat 3. Ach, wie er dort imuns Sünder zu großem Staube, bedeckt mit Angst- Glück geführt! schweiß liegt! Doch wie sein Glaube den Wunsch besiegt! kommt der Mörder die kein Erbarmen Dich ehret höret, unser Glaube durch lebensheißen langen Dank, entfesselt einſt Schon vom Staube, durch höhern Notte, Lobgesang. rührt, rührt, mel. Alle Menschen müssen. die ihn zu Hohn und 78. Jesu, der du einſt Spotte, zum Tod am Kreuze führt. dein Leben mir zum Heil, zur Seligkeit, 4. Steht dieses Volk im liebevoll dahingegeben, dir Grimme! Da hilft sein An- sei ganz mein Herz geweiht! blick nicht, nicht fremden Lieber wolltest du erblassen, Mitleids Stimme, die von als mich im Verderben dem Nichtstuhl spricht: Er ist lassen. O wie dank, wie ihr Hohngelächter; sie drohn dank ich dir, mein Erlöser, mit wildem Ton: Auf uns, doch dafür! auf Söhn' und Töchter, 2. Menschenfreund, von komm seines Blutes Lohn! Gott gesendet, seines Heils 5. Zur fernen Schädel- Verkündiger! Längst hast du stätte trägt er sein Kreuz hi- dein Werk vollendet, göttnab. Sie freuz'gen ihn!- lich hoch Erhöheter! Doch Obete, mein Geist, mit Weh- in den Gedächtnißtagen deimuth an. Noch höhnt in ner Leiden, Jesu, sagen deifrechen Mienen das Volk des ner Lehr' Bekenner dir billig Dulders Schmerz. Er ruft: neuen Dank dafür. Vergib es ihnen! und- Mitleid bricht sein Herz. 3. Um uns Weisheit mitzutheilen auf des Lebens 6. Geschwächt von Schmerz dunkler Bahn stiegst du wilund Kummer neigt belig jenen steilen Todeshügel tend sich zur Ruh sein einst hinan. Du vergaßest Haupt, und milder Schlum- deine Schmerzen, Menschenmer schließt seine Augen glück lag dir am Herzen; Am Kreuze ruht die diese Liebe preisen wir innigst Hülle, der Geist schwebt dankbar für und für. sanft entrückt zu Gott, wo zu. 4. Unsertwegen trugst ihn die Fülle des hohen du Bande, littest frecher Lohns erquickt. Spötter Hohn, achteteſt 7. O Freund der Men- nicht Schmach und Schan- Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu. 63 de, nicht den Tod, dushen deine Freunde; du warst Gottes Sohn, werth der der Bösen Spott; dich höhnreinsten, beſten Freuden, ten deine Feinde: Wo ist trugst du willig Gram und denn nun sein Gott? Leiden: Liebevoller Dant 4. Wer kann dir nachSchmerz, sei dir, größter Menschenfreund, dafür. empfinden den die Todesangst, mit welcher 5. Ruhm im Leben, Trost du, von Sünden uns zu am Grabe, ist der herrliche erretten, rangst! Die Last Gewinn, den ich dir zu dan- gehäuster Plagen fiel da so ken habe, der ich dein Ver- schwer auf dich, und drang ehrer bin. Nun in meinem dich, laut zu klagen: Gott, ganzen Leben deiner Tugend wie verläßt du mich! nachzustreben, dir zu trau'n, zu sterben dir, dieses sei dein mein Dank dafür. 5. Auch mir, Herr, hat Leiden Belehrung, Tuder Beßrungskraft, in M. Valet will ich dir geben. gend hohe Freuden, 79. Du, der voll Blut Trübsal Trost, verschafft. und Wunden für Ich nehm an dieser Gnauns am Kreuze starbst, und de, voll Dank und Liebe, unsern Lebensstunden den Theil, und wandle nun größten Trost erwarbst; der die Pfade zur Ruhe, Glück du dein theures Leben noch, und Heil. eh' ich war, auch mir zum 6. Mit innig frohem Besten hingegeben; mein Triebe bring ich dir meinen Jesu, Dank sei dir! Dank. Die Größe deiner 2. Wie viel hast du er- Liebe verdienet Lobgesang, duldet, erhab'ner Menschen verdient, daß ich mich halte sohn! da du so unver- zu dir mit Gegentreu, und schuldet empfingst der Sün- bis ich einst erfalte, stets der Lohn. Da folgte Schmerz dein Verehrer sei. auf Schmerzen, da traf 7. Dann fehlt es mir dich Schmach auf Schmach; im Scheiden dereinst an da lag auf deinem Herzen Troste nicht. Du bist im Angst, die das Herz dir bängsten Leiden mein Vorbrach. bild und mein Licht. Ich 3. Entblößt von allem rufe dann mit Freuden: Reize, der Menschen Herr, meinen Geist nimm wohlgefällt, hingst du an auf; und du nimmst ihn Scheiden zu deiner jenem Kreuze, ein Fluch im vor aller Welt. Dich flo- Wonne auf. - 64 Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu. M. Wer nur den lieben Gott. scheint. Die Macht, die mir 80. Sieh' meine Seele, dies Leben gab, erhebt mich Jesum leiden, über Tod und Grab. veredle dich durch frommen 6. Dann werd' ich höher Dank! Sich', wie ihn sanft're dir lobsingen, dann seh' ich Lebensfreuden dir zu ver- dein Verdienst recht ein; schaffen Liebe drang! Erwäg', dann wird Bewunderung welch' Glück er dir erwarb, mich dringen, noch mehr da er den Tod am Kreuze starb. Verehrung dir zu weih'n; 2. Wie traurig waren jene dann stimmen alle Sel'gen Stunden, da, Jesus, du, am ein; wie schön wird dieser Krenze hingst! Wie äußerst Auftritt sein! schmerzhaft jene Wunden, die M. Jesu, deine heil'gen Wunden. du, Gerechteſter, empfingst! 81. Jesu, deine tiefen Warum littst du so schwer Wunden, und viel?- Der Menschen Qual bis in den Tod, die du auch für mich empfunBestes war dein Ziel. 3. Uns, uns beglücken den, laß mir geben Trost in deine Leiden; dein macht Gottes Lieb' Tod Noth! Fällt mir etwas Aruns ges ein: o so gib von deiner kund, er wird für uns ein Bein neuen Eindruck in Quell der Freuden, ein Se- mein Herze, daß ich nicht gen für das Erdenrund. So mit Sünden scherze. wahr dich Gott für uns 2. Die Erinn'rung deiner hingibt, so wahr ist es, daß Leiden stärke mich mit Kraft er uns liebt. und Muth, alle schnöde Lust 4. Nun diese Wohlthat zu meiden, zu bekämpfen will ich ehren, so oft mich Fleisch und Blut. Auch, ihr Gefühl beglückt; und wenn meine Seele zagt, deinen Ruhm auf mehren, so oft mich Huld entzückt Die als du. Herz Erden wenn mich trübe SchwerGottes muth plagt, laß, im GlauPflicht ben mich zu stärken, mich des Danks dringt mich da auf deine Leiden merken. zu; die niemand so gelehrt, 3. Will die Welt mein verführen auf die 5. Nun fürcht' ich nicht breite Sündenbahn; will des Todes Schrecken; du der Laster Reiz mich rühstarbst auch einst, o Men- ren: so erinn're du mich schenfreund! Mag sie doch dann an der Marter Centmeine Asche decken, die nerlast, die du ausgestan= Erde, wann der Tod er- den hast, daß ich dir ge Heilsame Betrachtung der Leiden Jeſu. werden treu verbleibe und die bösel 2. Ach wann Lust vertreibe. wir's erkennen, warum du nem mich 4. Gib bei allem, was gestorben bist? wann uns mich fränket, mir aus dei- nicht blos Christen nennen, Leiden Ruh. Wenn wann auch thun, was christmein Herz daran gedenket, lich ist? wann um deines ströme neuer Trost mir zu. Todes willen, Mittler, dein Wenn meine Fehler Gesetz erfüllen, und deit reun, müsse mich dein Tod Lüsten widerstehn, weil sie erfreun; denn du hast, da deine Leiden schmähn? du gestorben, diesen Trost auch 3. Wer dich sieht von mir erworben. Gott verlassen, in der tief5. Auf dich setz' ich mein sten Traurigkeit, wer dich, Vertrauen, Jesu, meine Zu- Heiland, sieht erblassen, nach versicht. Du vertreibst ces vollbrachtem schwerem Streit. Todes Grauen, durch dich und läßt doch zum Dienst schadet er mir nicht. Sicher der Sünden sich noch imist bei dir mein Heil; hab' mer willig finden, ich, Herr, an dir nur Theil, hat nicht an der deinem Heil, o, so wirst du ew'ges Leben nicht an Gottes Gnade mir auch einst aus Gnaden Theil. geben. 4. Jhn, zum ew'gen Heil 6. Hab' ich denn in mei- geboren, trifft der Sünden mem Herzen Hoffnung jener ew'ger Fluch. Schrecklich geht Herrlichkeit; so besieg' ich auch er einst verloren; denn sein die Schmerzen von dem letz- Glaube war Betrug. Er ten Kampf und Streit. Wenn bekannte deinen Namen, ohne gleich meine Hütte bricht, dir, Herr nachzuahmen, quält doch Todesfurcht mich rühmte seines Glaubens sich, nicht; durch den Trost aus und verschmähte dennoch deinen Wunden wird sie glück dich. lich überwunden. 65 Neizt uns nunt die Mel. Jesu, meines Lebens. Macht der Sünde zur Ver5. 82. Der du uns mit letzung unsrer Pflicht; deinem Heiz Blute ligster, so überwinde uns die der Sünde nicht. uns zu Behr' uns muthig sie bekämdir zum Eigenthum erwarbst, Macht und uns Sündern, Gute schmachvoll einst Kreuze starbst; ach, am pfen, und die Gluth der Lüfte wie dämpfen! Steh' uns in Verdienen deine Christen immer suchung bei, und erhalt' uns noch der Sünde Lüsten, und vergessen dein Gebot, deine Schmach und deinen Tod! dir getreu! 6. Jesu, lehr' auf dich uns schauen! Du erlagst 5 66 der Sünde nie. Laß Beispiel uns erbauen, Heilsame Betrachtung der Leiden Jesu. dein gern zu thun, Sünden abzuund sterben. uns stärken wider sie! und 5. Froh kann ich in's den Endzweck deiner Schmer- Todesthal schon im voraus zen präge tief in unsre Her- sehen, und zu jener Welt zen! Laß uns einst von einmal ohne Schrecken geSünden rein, Heiligster, dir hen. Denn du hast aus ähnlich sein! aller Noth Rettung mir erM. Christus, der uns selig macht. ungen, und durch deinen 83. Mein Erlöser, Got- Kreuzestod meinen Tod betes Sohn, der zwungen. du für mich littest; erhöht auf Gottes jetzt noch für mich und 6. Herr, was ich bin, Thron daß du mein so dich angebittest! nommen? Laß die Frucht welche Wohlthat ist für mich von deiner Pein nun auch dein so bittres Leiden! D, auf mich kommen! Gib mir wie preis ich würdig dich, Weisheit, gib mir Kraft, Stifter meiner Freuden! denn du hast's in Händen, 2. Dir, dem Herrn der was du mir zum Heil Herrlichkeit, war es ja ge- verschafft, geben, ohne Schmerzen, ohne wenden. glaubig anzu= Leid, ewig froh zu leben. 7. Strafet mein GewisAber, o der großen Huld! sen mich, reun mich meine daß ich selig würde, über- Sünden; o! dann laß, genahmst du in Geduld schwe- stärkt durch dich, mich den rer Leiden Bürde. Trost empfinden, daß du auch 3. Nun kann meine Mis- für meine Schuld bist am sethat noch Vergebung fin- Kreuz gestorben, und zu Gotden; denn du starbst nach tes Vaterhuld Zutritt mir Gottes Rath, für der Men- erworben. isa schen Sünden. Unsre La- 8. Laß das Wort von sten trugest du, litt'st, uns deinem Kreuz mich mit zu erretten, daß wir im Ge- Muth beleben, standhaft jewissen Ruh, mit Gott Friede der Sünde Neiz hier zu hätten. widerstreben. Treib mich mäch4. Was uns Lust zur tig dadurch an, mich vor Beßrung schafft, was zur Gott zu scheuen, was ich Tugend leitet, dazu hast du unrecht je gethan, innig zu neue Kraft durch dein Kreuz bereuen. bereitet. Nicht vergebens 9. Stärke mich durch deidarf ich nun mich um Kraft nen Tod auf die letzten bewerben, Gottes Willen Stunden! Wie du deines Auferstehung Jesu. 67 Todes Noth siegreich über- soll scheiden, so scheide nicht wunden, o! so hilf dazu von mir; wenn ich den Tod auch mir; laß mich fröhlich soll leiden, so tritt du dann scheiden, Herr! so dank' ich herfür; wenn mir am allerewig dir für dein bittres bängsten wird um das Herze Leiden. sein, so reiß mich aus den Aengsten, Kraft deiner Angst mel. Valet will ich dir geben. und Pein. von 84. Ich danke dir Herzen, o liebster Freund, für Todesschmerzen. Wie haft Jesu 3. Erscheine min zum deine Schilde in meiner Todesnoth, gut und laß mich sehn im Bilde, du's gemeint! Ach, wie du besiegt den Tod. gib, daß ich mich halte zu Da will ich nach dir blicken, dir mit wahrer Treu, daß, da will ich glaubensvoll wenn ich nun erkalte, in dir das Herz an dir erquicken. mein Ende sei. Wer so stirbt, der stirbt 2. Wenn ich denn einst wohl. 14. Auferstehung Jesu. Mel. Wer nur den lieben. Menschenwelt, vollendet ist's 85. Heil ihm, dem To- mit Gottesstärke; die Nacht desüberwinder! des Irrthums ist erhellt. Aus seiner Gruft geht er Sein göttlich Evangelium hervor. Als Retter der versteht fest zu seines Namens Lornen Sünder empfängt ihn Ruhm. nun der Engel Chor, und 4. Auf Felsen ruht des aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. Erlöser ewig lebt, und einst Christen Glaube, da sein 2. Er hat des Grabes mit Macht aus seinem Staube Nuh' empfunden; doch kur- ihn zur Unsterblichkeit erzer Schlummer war sein hebt. Nun wird der Tod an Tod. Er hat gekämpft und Jesu Hand ihm Hingang in überwunden; dahin ist alle sein Vaterland. seine Noth. Ihm der das 5. Ja, Christen singt: Felsengrab durchdrang, er Er ist erstanden! Singt schallt nun ein Triumph ihm Triumph und Preisgesang. Entfesselt von der Banden sei nun euer Dank! Nicht 5* gesang! 3. Das segenreichste sei- Sünde ner Werke, die Rettung einer Gehorsam 68 Auferstehung Jesu. mehr der Welt und Eitelkeit, doch zu gleicher Zeit an nein, ihm weiht eure Lebens- dir die Hoheit Gottes. Dein zeit! Kreuz schien zwar der Welt. 6. Ein Tag erscheint, er- ein Greul; doch, sterben für löste Brüder! Freut euch! der Feinde Heil, dieß ist die es ist ein Wonnetag! Dann höchste Tugend. kommt der Herr von neuem 4. Dein Neich war nicht wieder, und Engelheere folgen von dieser Welt, dein Ruhm nach. Dann dringet auch in nicht Menschenehre. An Deeuer Grab des Todtenweckers muth groß, an Lieb ein Held, Ruf hinab. und göttlich in der Lehre, 7. Dann werdet ihr zum geduldig und und von Sünden höhern Leben, zum Lohn der rein, gehorsam bis zum Kreuze Frommen auferstehn, und mit sein; dieß war, Herr, deine des Himmels Glanz umge Größe. ben getrost zum Nichterstuhle 5. Nun irren mich nicht gehn. Dann wird euch der Schmach und Spott, noch) erstandne Held ein Führer deines Kreuzes Schanden. durch die beßre Welt, 86. Freiwillig haft dargebracht Du bist mein Herr; gelobt sei Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, du mein Fels, mein Hort, der für Herr, durch dessen mächtig uns, o Herr, dein Leben. Wort auch ich einst ewig Du hatteſt, es zu lassen lebe. Macht; Macht, wieder dir's 6. Wir sind nun göttzu geben. Und darum liebte lichen Geschlechts, durch dich dich dein Gott, weil du, ge- des Himmels Erben. Dieß horsam bis zum Tod, dich ist die Hoffnung deines Knechts; haft für uns erniedrigt. in dieser will ich sterben. eine Wie du vom Tod erstanden. Gott bist, so werd' auch ich Herr dich Jesu Christ, durch dich einst mit Herrlichkeit, die Sterbauferstehen. liche nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, Mel. Jesus meine Zuversicht. verwandelt sich in Majestät; 87. Jeſus lebt! mit ihm dem denn du Grabe. auch ich ich! Tod, wo sind nun deine Schrek3. Gehaßt in deiner Nie- ken? Er, er lebt und wird drigkeit, warst du ein Ziel auch mich von den Todten des Spottes, und zeigtest auferwecken. Er verklärt Mel. Sei Lob und Ehr dem. 2. Du warst nur kleine Zeit von deinem verlassen. Er frönte Auferstehung Jesu. 69 mich in sein Licht; dies ist ses weiß ich; sollte nicht sich meine Zuversicht. mein Herz zufrieden geben? 2. Jesus lebt; ihm ist Was die lange Todesnacht Gedanken das Reich über alle Welt ge- mir geben; mit ihm werd' auch macht. auch für ich zugleich ewig leben. ewig herrschen, 2. Jesus, mein Erlöser, Gott erfüllt, was lebt! und ich kann ihm sicher er verspricht; dies ist meine trauen, daß er mich zu sich Zuversicht. warum sollte mir erhebt; 3. Jesus lebt! Wer nun denn grauen? Lässet auch verzagt, der verkleinert Got- ein Haupt sein Glied, weltes Ehre. Gnade hat er zu- ches es nicht nach sich zieht? des gesagt, daß der Sünder sich 3. Ich bin durch bekehre. Gott verstößt verstößt in Glaubens in Glaubens Band zu genau Christo nicht; dies ist meine mit ihm verbunden; er, er Zuversicht. Band stärkt mit seiner Hand mich 4. Jesus lebt. Sein Heil auch in den letzten Stunist mein! sein sei auch mein den. Selbst im Tode bleib' ganzes Leben. Reines Her- ich sein, ewig seiner mich zu zens will ich sein, und den freun. Lüsten widerstreben. Er ver- 4. Staub bin ich, und läßt den Schwachen nicht; muß daher wiederum zu dies ist meine Zuversicht. Staube werden. Das erkenn' 5. Jesus lebt! Ich bin ich; aber er weckt mich wiegewiß, nichts soll mich von der aus der Erden, daß ich Jesu scheiden, keine Macht in der Herrlichkeit um ihn der Finsterniß, keine Herrlich sein mög' allezeit. feit, kein Leiden. Er gibt 5. Da wird mich, statt Kraft zu dieser Pflicht; dies dieser Haut, ein verklärter ist meine Zuversicht. Leib umgeben, für die neue 6. Jesus lebt! nun ist Welt gebaut, und geschickt der Tod mir der Eingang zum bessern Leben; und in in das Leben. Welchen Trost diesem Leib seh' ich meinen in Todesnoth wird er meiner Jesum ewiglich. Seele geben, wenn sie glau- 6. Dann werd' ich im big zu ihm spricht: Herr, bellen Licht seine große Lieb' Herr, meine Zuversicht! erkennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, er von der Sterbversicht, lebt und lichkeit nun auf ewig mich ich soll mit ihm leben. Die befreit! In bekannter Melodie. 88. Jesus, meine Zu- wann Auferstehung Jeſu. 7. Mich, der hier noch weiht ihm Dank mit reiner, seufzt und fleht, wird er frommer Seele! Ihm schalle Herrlich dort erhöhen. Fr- jeder Festgesang, und jedes disch wird mein Leib gesät; Herz erzähle, wie viel er litt, himmlisch wird er auferstehen: wie gern er starb, um tauzum Verwesen fällt er ein; send Seligkeiten uns Armen dort wird er unsterblich sein. zu bereiten! 70 8. Seid getroft und hoch- 3. Er starb, geschmückt erfreut! Jesus kennt euch, mit Heiligkeit; er starb von seine Glieder. Christen, wehrt Frevlerhänden! Wo waltet der Traurigkeit! Sterbt ihr; hier Gerechtigkeit? Wie könnt Jesus ruft euch wieder, wann er hier schon enden? O Chrieinst die Posaun' erklingt, sten jauchzt! jauchzt! Er iſt er= die durch alle Gräber dringt. höht; Er drang durch To9. Lacht der finstern Er- desnächte an seines Vaters denkluft! blickt hinauf in's Rechte. beffre Leben! dorthin euch aus der Gruft Jesu Macht erheben. liegt Schwachheit und druß Fuß. wird 4. eures Macht, und er mit Ruhm 4. Besiegt ist seiner Feinde Dann gekrönet. Er hat sein großes Ver- Werk vollbracht, und uns mit versöhnet. Wer an glaubt, wird selig ewig unter eurem Gott ihn 10. Nur daß ihr den sein. Olaßt euch diesen Geist erhebt von den Lüsten Glauben durch keine Leiden dieser Erden, und schon hier rauben! WOOD dem Heiland lebt, dem ihr dort sollt ähnlich werden. 5. Schaut hin zu seiner Schickt das Herze da hinein, Herrlichkeit, und lernt, als wo ih ewig wünscht zu ſein! Helden, leiden, Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoff89. Empor, ihr Ehristen! nungsvoll! Nach wenig banJesus lebt! Lob- gen Stunden ist alles überwunden. singt dem Üeberwinder! HinMel. Was Gott thut, das. weg, wer ihn nicht gern er 6. Was ist der Tod? hebt, den Retter aller Sün- Ein Schlaf ist er! O sanf der! Er starb für sie! Er ter Schlaf des Müden! starb für uns! Heil uns! Bald glänzt ein schöner Tag mun lebt er wieder für alle daher! dann stehn wir auf seine Brüder. 2. Er lebt! er lebt! im Frieden. D Tag des Danks! O Tag des Heils L Auferstehung Jesu. 71 Mag man, wann mein bricht, meinen Leib der geben; doch erhebt 7. Erstandner, gib nur, die Seele nicht, ewig, ewig daß wir hier auf deinen wird sie leben. Jesus führt Pfaden wandeln, und stets zum Engelchor im Triumphe mit reinster Dankbegier als sie empor. Kinder Gottes handeln! Un4. Ruhe denn und schlafe sterblich sein! unsterblich sein süß, du, mein Leib, im fühund einst dir näher kommen; len Grabe; meine Seele o welch' ein Lohn der From- weiß gewiß, daß sie einen Netter habe. Herr, wie wird sie einst sich freun, dort verklärt bei dir zu sein! men! Gern wollen wir nun ster- 3. ben; wir wissen, was wir Auge Erde erben. Mel. Meinen Jesum laß ich. 90. Siegreich stand mein Heiland auf; auf meinem 5. Wohlthat wird das Sterben mir. Jesus kennt Friede ruht Grabe. Auch mein Mor und liebt die Seinen; ewig gen eilt herauf, wann ich läßt er sie nicht hier tämausgeschlummert habe. Mich pfen, dulden, klagen, weierschreckt der Tod nicht nicht nen. Nein, der Abend eilt mehr. Heil mir! Jesu Grab herzu; einst gelangen sie zur Ruh. iſt leer! 2. Froh besieg' ich nun! 6. Schwinge dich, dich, mein das Graun, das die Todten- Geist, empor! Lerne nach hügel decket. Meinen Heidem Himmel streben! Jeſus land werd' ich schaun, den ging den Weg dir vor; Jeder Vater hat erwecket, der sus lebt, und du sollst leben. durch seines Grabes Nacht Herr, bist du nur stets mit mir heller mir; o so leb' und sterb ich dir. Gruft meine macht. 15. Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. Mel. Wie herrlich strahlt der. gesendet. Ewig trifft dich nun 91. Wie herrlich, Jesu, kein Leiden; voller Freuden starker Held, du lebst du droben, über alles Netter einer Sünderwelt, hat hoch erhoben. sich dein Kreuz geendet! 2. Dir dienen alle SeNach überstandnem Leidenslauf fährst du verklärt zum raphim; und wir vereinen Vater auf, der dich zu uns Herz und Stimm, mit ihnen 72 Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. dich zu loben; weil du dein 6. Du bist, uns Sterbgroßes Werk vollbracht, nach lichen zu gut, nach theuer überstandner Leidensnacht gen hier vergoßnem Blut zur Himmel dich erhoben. Preis Freude eingegangen. Zeuch, dir! daß wir auf der Erden Jesu, zeuch auch uns dir können werden Gottes Kin- nach, daß wir, nach kurzem der und des Tobes Ueber- Ungemach, zur Freude auch gelangen. Dafür soll dir von uns allen Dank erwinder. Ohn' Aufhören wir dich- Heiland unser 3. Dn, du bist Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir fommt schallen. wollen ehren. auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nutzen M. Mir nach, spricht Christus. schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von 92. Mit Preis und dir gegeben. Laß doch dein Ruhm gekrönt, Joch gern uns tragen, und hast du dein großes Werk entsagen allen Sünden, daß geendet, schaust auf dein Tagewir hier schon Ruhe finden. werk mit Ruh; denn Alles ist vollendet, vollbracht der 4. Zeuch' unsre Herzen Kampf der Sterblichkeit, ganz zu dir! hilf, daß vor und wieder dein die Herrallen Dingen wir nach dei lichkeit. nem Reiche trachten. Mach' uns von allen Sünden rein, 2. Du schaust herab, und und flöß' uns Muth und siehst den Lohn für deiner Eifer ein, das eitle zu verLeiden Menge. Schon samachten. Jede Unart hilf uns meln zu dem hohen Sohn meiden, und mit Freuden im fröhlichen Gedränge sich unser Leben deinem Dienste Schaaren, hoch durch ihn ganz ergeben. beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. O 3. Aus allen Völkern 5. Sei unser Schutz und unser Hort, und tröst' uns durch dein heilsam Wort, kommen sie mühselig und bewenn hier uns Trübsal drän- laden, und suchen Ruh' und get. Nur da ist Wonne, wo finden sie, und sind des du bist; die Freude, die mar Jochs entladen; weihn freuhier genießt, ist noch mit dig sich dem hohen Sohn Leid vermenget. Von dir und werden seiner Arbeit kommt hier Trost im Herzen; Lohn. laß in Schmerzen uns schon 4. Gerettet sind, die sich offen deinen Himmel sehn und verirrt, in Finsterniß Hoffen. verloren, welch' eine Schaar Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 73 von Kindern wird dir durch Thron auch finden guter Thadein Wort geboren! Wie ten Lohn. auf der frischen Morgenau Blume ungezählt der Mel. Gott des Himmels und. 93. Herrlich ist's in deinem Reiche, 5. Sie, alle selig, und durch dich Lohn deinem König der erlösten Schaar! großen Herzen! das nur für Jede Sinnenlust entweiche; andere schlug und sich vergaß dennoch beutst du Wonne bei Qual und Schmerzen dar, Wonne, die den Geist gerettet Alle, leben dir; erhöht, und dem Strom der und unter ihnen, Herr, auch Zeit entgeht. wir. auf Shau. - 1 2. Was sind Nang und 6. Auch wir! D schau eitle Schätze? was sind von deinem Thron herab auf Kronen dieser Welt? Freunde deine Kinder! auch wir sind deiner Reichsgesetze sind deines Schweißes Lohn, zwar einst Engeln zugesellt. Edel sterblich noch, und Sünder; handeln ist ihr Ruhm, deine doch das ist unsre Zuversicht, Huld ihr Eigenthum. einst sündenfrei und sterblich nicht. 3. Hier ist Weisheit, 7. O daß, Beseliger, daß hier ist Tugend, wo dein growir nie deine Huld verken- Ber Geist regiert, wo das nen; dich, o Beglücker, nie- Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. mals hier mit faltem HerSelbst der Sünder preißt zen nennen! Ach Keiner von uns Allen sei dir, seinem sein Glück, eilet er zu dir zurück. Netter, ungetreu! 8. Wie wird uns dann 4. Ja, du herrscheft nicht sein, wann zur Schaar der mit Strenge; nur von Liebe Heiligen erhoben, auch wir wallt dein Herz, und du lockst uns drängen in die Schaar, der Menschen Menge nur dich, unsern Herrn, zu loben; hinweg von Angst und Schmerz. das Herz von reinem Danke Selig, wer dir seine Zeit, Leben glüht, der Blick dich freude- seine Kraft, sein weinend sicht! weiht. 9. Vollenden hilf auch 5. Mag der Krieg die uns den Lauf, das Tagewerk Welt zerrütten! Friede schwebt vollbringen! und ist's voll- um deinen Thron, in Pabracht, zu dir hinauf die lästen, in den Hütten, groß Seele freudig dringen; dort, ist überall dein Lohn. Jewie du, an des Nichters der, jeder, der dich ehrt, Sendung des heiligen Geistes. 74 ewig 8. In den fernsten Himund werth. 6. Drohn dir gleich Frevler alle, rüstet sich Spötter Heer; ach; melsstrichen glänzt, o Herr, die dein mildes Licht. Thoren der uur, die dir entwichen, sehen sie seine Strahlen nicht; doch nahen sich dem Falle, und der Weise bleibt dir treu, dann toben sie nicht mehr. und du machst ihn groß und Ewig wird dein Reich be- frei. stehn; Wahrheit kann nicht untergehn. bleibt dir 9. Mehre selbst die Zahl 7. Reiche dieser Welt der Weisen! Herr, erweitre verschwanden, Kronen fan dein Gebiet, und laß einst ken in den Staub; aber seit auch den dich preisen, der dein Reich entstanden, ward noch blind vor Götzen kniet! es nie der Zeiten Raub. Zeig' uns allen nach der Jetzt noch blickt dein Un Zeit deines Reiches Herrlichterthan doch entzückt zu dir feit! hinan. 16. Sendung des heiligen Geistes. Mel. Liebster Jesu wir sind. melsruh, die durch Jesu Tod 94. Geist der Wahr- Erlösten, daß sie frei von heit lehre mich Furcht und Schrecken Gottes aller Wahrheit Urquell ken- Vaterliebe schmecken. nen! Jesum kann ich nur durch dich meinen Herrn und 4. Du, du stärkst uns Retter nennen; du nur kannst zum Gebet. Jenes andachtsihn mir verklären, und mein volle Sehnen, das zum groHerz zu Gott befehren. ßen Vater fleht, und uns Wonne gibt durch Thränen, 2. In des Irrthums Fin- Hoffnung und Geduld im sterniß müßt' ich ohne Füh- Leiden, ist dein Werk, du Geist rer wanken; du nur machst der Freuden! den Geist gewiß, und erleuchtest die Gedanken, offenbarest 5. Wahre HerzensreinigGottes Pfade, zeugst von feit und ein Gott gefällig LeWahrheit und von Gnade. ben, Weisheit und Zufriedenheit, alles, alles kannst du 3. Tröster, Tröster, heißeft geben. Selig, die an deinen du; überschwenglich kannst du Gaben, Theil durch Lieb' und trösten, du erfüllst mit Him Glauben haben. 75 Sendung des heiligen Geistes. 6. Nimm mein Herz und irgend mich verirrt; 0, mach es rein! Auch die Läu rühre du mein Herz, daß ich terung durch Leiden soll mir unter Reu' und Schmerz mich theurer Segen sein: sie wird vor Gott darüber beuge, und Sinn Gold und Schlacken scheiden. den zur Beßrung Christen, die das Ziel er- neige. reichten, wird o Herr, dein Licht umlenchten. Mel. Werde munter mein. Vater 95. Geist vom 5. Reize mich mit Flehn und Beten wenn mir Hülfe nöthig ist, hin zu meinem Gott zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf und vom Sohne, meinen Mittler schau', und der du unser Tröster bist auf ihn die Hoffnung bau, und von unsers Gottes Thro- Hülf' und Gnad', auf mein ne hilfreich auf uns Schwache Verlangen, von dem Vater siehst! stehe du mir mächtig zu empfangen. bet, daß ich Gott ergeben sei, und mein ganzes Herz auf 6. Stehe mir in allen mit stets deinem Erden mög' ein Tempel Got Leiden tes werden. Troste bei, daß ich auch 2. Laß auf jedem meiner alsdann mit Freuden meinem Wege deine Weisheit mit mir Gott ergeben sei. Gib mir sein; wenn ich bange Zweifel ein gelaßnes Herz, laß mich hege, deine Wahrheit mich selbst im Todesschmerz deines erfreun. Lenke kräftig mei- Trostes Kraft empfinden, Alles nen Sinn auf mein wahres glücklich überwinden. Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Mel. Gott des Himmels und. werd' ich nie mein Heil ver 96. Komm, o komm du fehlen. Geist des Lebens! 3. Heilige des Herzens Hilf uns Schwachen mächtig Triebe, daß ich über alles auf! wir bemühn uns sonst tren meinen Gott und Va- vergebens hier in unserm Pilter liebe, und mir nichts so gerlauf, um das Heil, das wichtig sei, als in seiner Huld Gottes Rath für uns auserzu stehn. Seinen Namen zu sehen hat. erhöhn, seinen Willen zu vollan= bringen, müsse mir durch dich 2. Gib in unser aller gelingen. Seelen Weisheit und Ent4. Stärke mich, wann zu schlossenheit, daß wir der Sünde mein Gemüth ders nichts erwählen, als versuchet wird, daß sie mich was uns dein Wort gebent. nicht überwinde. Hab' ich Steh mit deinem Licht uns 76 Sendung des heiligen Geistes. bei, und mach' uns vom Irr- gung, Schmach und Spott thum frei. niemals ihn uns möge rau3. Zeig' uns selbst die ben. ben. Du bist unser Schutz, rechten Stege zu der wahren O Gott. Sagt das Sagt das Herz Wohlfahrt an; räume alles gleich zweifelnd: nein, laß aus dem Wege, was daran dein Wort gewisser sein. uns hindern kann; wirke Neue 9. Wenn wir endlich solnach der That, wenn der Fuß len sterben, o so steh mit gestrauchelt hat. Trost uns bei; gib, daß 4. Laß uns stets dein uns, als Gettes Erben, jene Zeugniß haben, daß wir Got- Herrlichkeit erfreu', die uns tes Kinder sind; stärke uns unser Gott bestimmt, und die mit deinen Gaben, wenn sich nie ein Ende nimmt. Trübsal für uns find't; lehr' uns, daß des Vaters Zucht Mel. Wie schön leuchtet der. einzig unser Bestes sucht. 97. heil'ger Geist, 5. Treib' uns, daß wir zu ihm treten findlich und und laß mit Freudigkeit, nur nach sei sein, kehr bei uns ein, uns deine Wohnung unsrer Seclen du, nem Willen beten, und ver- Sonne! laß deiner Wahrtritt uns allezeit: so wird heit hellen Schein in unsern unser Flehn erhört, und die Herzen kräftig sein, zu steter Zuversicht gemehrt. Freud' und Wonne; daß wir schon hier Gott ergeben, ruhig Hülfe bange, seufzt das Herz leben, und im. Sterben voll Traurigkeit; ach, mein einst vollkommnes Glück er= Gott, mein Gott, wie lange? 6. Wird uns auch um erben. o so wende unser Leid; 2. Du Quelle, draus die sprich der Seele tröstlich zu, Weisheit fließt, die uns zum gib ihr Muth, Geduld und Heil so nöthig ist, o schenk' Ruh. aus deiner Fülle uns so 7. O du Geist der Kraft viel Einsicht und Verstand, und Stärke! der in uns das daß heilsam von uns werd' Gute schafft, fördre in uns erkannt des Höchsten gnäd'deine Werke, und im Kampfe ger Wille. Ja, gib den gib uns Kraft, wenn Ver- Trieb unsern Seelen, nur suchung auf uns dringt, zu wählen, uns zu üben, daß uns dann der Sieg ge- was er uns hat vorgeschrielingt. ben. 8. Ja bewahr' fern Glauben, daß uns un- 3. Steh' uns stets bei Verfol- mit deinem Rath, und führ Sendung des heiligen Geistes. 77 uns auf den rechten Pfad Fried' und Liebe wollst dir des Heils, den wir nicht geben, daß wir froh und ruhig wissen. Verleih' uns Willig- leben. keit, daß wir dir treulich fol7. Gib, daß in wahrer gen, wenn wir auch darum leiden müssen. Drückt Last Heiligkeit wir führen unsre uns fast muthlos nieder, laß Lebenszeit; sei unsers Geistes uns wieder Trost empfinden, Stärte; Laß uns stets bleiund die Trübsal überwinden. ben unbewußt die Eitelkeit, der Sinne Lust und ihre schnöden Werke. Rühre, führe, 4. Stärk' uns durch dei- unsere Sinnen und Beginnen Trostes Kraft zum von der Erden, daß wir HimKampf mit jeder Leidenschaft, melserben werden! darüber Herr zu werden. nes Und sind wir wo dem Falle Mel. Gott des Himmels und. nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb' uns von der Er 98. Komm, o Geist von Gott gegeben, heiden. Neue Treue gib uns lige und bere mich! Weise, Schwachen; du kannst machen, fromm und leben, durch gut zu daß wir siegen, und im dieß vermag ich nur Kampf nicht unterliegen. dich. Mache täglich Ernst 450 5. Erhalte bei uns im- und Treu', mich zu bessern, merfort den Glauben in mir neu. an dein göttlich Wort. Nichts 2. Ach, ich irr' in Finmuß uns von ihm trennen. sternissen Geist der Wahrheit, Gib, daß wir ihn von Her- ohne dich. Von Begierden zensgrund mit Thaten so, wie hingerissen, täuscht die trunkene mit dem Mund, vor aller Seele sich, suchet Nuh' und Welt bekennen. Jesum Christum findet sie in der Erde Güohn' Aufhören recht zu eh- tern nic. ren, mach' uns tüchtig, und 3. Hilf mir nach den sein Heil uns werth und Himmel streben, der den Lohn wichtig. mir aufbehält; hilf mir, 6. Nimm alle Härte von Gott und Jesu leben, nicht uns hin; erfülle uns, nach den Lüsten dieser Welt; lehre deinem Sinn, mit wahrer mich, von Sünden rein, heiMenschenliebe, daß unser Herz lig, wie mein Gott, zu sein. mit Huld und Treu stets zu 4. Leite du mich auf dem gethan dem Nächsten sei, und Pfade deines Lichts zum Lesich darinnen übe; kein Neid, ben hin; und mich stärke kein Streit dich betrübe! deine Gnade, wann ich schwach 78 und muthlos bin, näher jeden Tag Ziele kommen mag. Wort Gottes. daß ich in jeder Noth; hilf mir treu meinem sein bis zum Tod. 6. Sei mein Beistand, wann ich sterbe; zeige meinem 5. Gib zu jedem guten Geist von fern das mir aufWerke meiner Seele Kraft behaltne Erbe in der Herrund Lust, und im Kampfe lichkeit des Herrn. So geflöße Stärke mir in meine stärkt durch deine Kraft, end' schwache Brust; gib mir Trost ich froh die Pilgerschaft. 17. Wort Gottes. Mel. Sei Lob und Ehr dem. 4. Sei innigst, Herr, 99. Erhebe dankbar dafür geehrt! du, den wir Gottes Ruhm, Vater nennen! Von dem was wer ihn als Christ erkennet; Jesus uns gelehrt, soll ewig daß er sein Evangelium von uns nichts trennen! Nicht Jugend auf uns gönnet, uns Ruhm der Menschen, nicht hier den Weg zur Wahrheit ihr Spott, nicht Trübsal, ja zeigt, und unser Herz zum selbst nicht der Tod, nichts Guten neigt. Gebt unserm soll uns von dir scheiden. Gott die Ehre! 16 671 5. Den Weg der Wahr2. Herr, durch dieß Wort heit wählen wir; wir wiserkennen wir: im Himmel sen deinen Willen. Gib uns und auf Erden kommt Alles, die Kraft, sie kommt von dir, Alles nur von dir, du hießzest ihn immer zu erfüllen. ErWelten werden. Der du des halt' in deiner Furcht das Segens Quelle bist, deß Furcht Herz, daß es in Freuden und der Weisheit Anfang ist; dir, im Schmerz sich kindlich an dir gebühret Ehre! dir halte. 3. Dieß Wort verspricht 6. Herr! wir sind dein! uns deinen Geist, der uns verlaß uns nicht! stärk' uns zur Wahrheit leitet; zur in unserm Glauben! Vermehre Gottesfurcht uns unterweist, unsre Zuversicht; laß niemand und stärkt und vorbereitet. sie uns rauben! getreu biſt Es gibt uns Freudigkeit in's du: auch uns mach treu, daß Herz versüßt uns einst des uns dein Wort stets wichtig Todes Schmerz und hilft uns sei. Preis sei dir, Dank und überwinden. Ehre! 79 Trost und Seelenruh' auch mir auf deinen Wegen zu. Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 100. Dein Wort, o Höchster, ist voll- Mel. O Gott, du frommer Gott. kommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem 101. Soll dein verderbSünder und dem Frommen tes Herz zur zum Leben sichern Unterricht. Heiligung genesen, Christ so O selig, wer es achtsam hört, versäume nicht, das Wort bewahrt und mit Gehorsam des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort zum Heil ehrt! der ganzen Welt von Gott 2. Es leuchtet uns auf gegeben ist und seinen Rath unsern Wegen, vertreibt des enthält. Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Se- 2. Merk' auf, als ob dir gen, und machet unser Herz Gott, dein Gott gerufen hätte; gewiß. Es lehrt uns, Höch- merk' auf, als ob er selbst ster, was du bist, und was zu dir vom Himmel red'te! die wohlgefällig ist. So lies; mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun, 3. Dein Wort erweckt und mit dem frommen Ernst, uns, dich zu lieben; lehrt, als Christ dich zu erbaun. wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden 3. Sprich fromm: o Gott, üben, und wie du väterlich vor dem ich meine Hände uns liebst. Was uns darin falte, gib, daß ich dein Gedein Mund verspricht, bleibt bot mit treuem Eifer halte; ewig wahr, du lügest nicht. und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, und 4. Gott, deine Zeugnisse stets das Göttliche in deiner sind besser und mehr der Lehre sehn. Sehnsucht werth, als Gold; ihr Werth ist köstlicher und 4. Er, aller Wahrheit größer, als alles noch so seine Gott, kann dich nicht irren Gold. Wer thut, was uns lassen. Lies, Christ, sein dein Wort gebeut, dem ist heilig Buch, lies oft, du dein Segen stets bereit. wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der 5. So laß mich denn mit Weisheit gibt, wenn man sie Lust betrachten die Wahr- redlich sucht, und eifrig stets. heit, die dein Wort mich lehrt, sie übt. und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir 5. Lies, frei von Leidenzu thun begehrt; so fließensschaft, und ledig von Ge 80 Wort Gottes. deinen] 10. 10. Drum laß dich, fromKräf- met Christ, durch keine ZweiRuh', fel kränken. Hier bist du doch dort wird Gott Licht dir schenken. Dort wächst mit deinen Glück dein Licht in Ewigschäften, und sammle Geist mit allen seinen ten. Des Abends stille des Morgens Heiterkeit, und Kind; dann der Tag des Herrn, der mehr sei der Schrift geweiht. 6. Nührt dich ein starker keit; dort ist die Zeit des Spruch: so ruf' ihn, dir Schauns, und hier des Glauzum Glücke, des Tags oft in bens Zeit. dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist, Schrift; und siehst du Dun11. Verehre ſtets die und stärke dich durch ihn zum telheiten, so laß dich deinen wahren Edelmuth, das Gute Freund, der mehr, als du, zu vollziehn. sieht, feiten. Ein forschen7. Um tugendhaft zu sein, Wahrheit weiht, ein heilverder Verstand, der sich der dazu sind wir auf Erden. langend Herz hebt manche Thu', was die Schrift ge- Dunkelheit. beut: dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 12. Halt fest an Gottes Gott, die dir verkündigt ist: Wort; es ist dein Glück und dann das Wort verstehn, auf Erden, und wird, so wahr dem du gehorsam bist. Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ8. Spricht sie geheimniß- lich groß des Bibelfeindes. voll: so laß dich dieß nicht Spott; die Lehre, die er schrecken. Ein endlicher Ver- schmäht, bleibt doch das stand kann Gott nie ganz Wort aus Gott. entdecken; Gott bleibt unendlich, hoch wenn er sich dir Mel. Wer nur den lieben Gott. erklärt, so glaube, was er spricht; nicht, was dein wiß 102. Der du dein Wort begehrt. mir haft gegeben, wie preis ich dich, o 9. Auch seines schwachen Gott dafür! Nie kann mein Lichts nicht stolz sich über- Dank dich g'nug erheben. heben, fern von Vernünftelei Durch Christum schenkst du Gott dann die Ehre geben, Weisheit mir. Kennt' ich wann er sich offenbart, ist die Lehre Jesu nicht, wie der Geschöpfe Pflicht, und wenig hätt' ich Trost und weise Demuth ist's, das glau- Licht! ben, was Gott spricht. 2. Auf ungewissen, fin Wort Gottes. 81 stern Pfaden würd ich ein und Licht den Weg zu dir Raub des Irrthums sein; nicht zeiget. mit Sündenschuld und Fluch 2. Von jeher hast du ausbeladen, müßt' ich des Rich- gesandt Propheten, deine ters Strafe scheu'n. Ich Knechte; sie machten in der fände keinen Trost in Noth; Welt bekannt dein Heil und mich schreckte stündlich Grab deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, o 3. Doch allen diesen Fin- Vater, von des Himmels sternissen des Irrthums, und Thren gekommen, uns zu der Sünde Macht hat Jesu lehren. und Tod. Lehre mich entrissen; ihr Licht 3. Für solches Heil ſei zerstreut des Zweifels Nacht. Herr, gepreist! laß uns daSie zeiget mir des Höchsten bei verbleiben, und gib uns Rath, und führt mich auf deinen guten Geist, daß wir der Wahrheit Pfad. dem Worte gläuben; daß 4. Ich weiß, wozu mich wirs annehmen jederzeit mit Gott geschaffen; ich kenne Ehrfurcht, Treu und Willigmeine ganze Pflicht; mein keit, als Gottes, nicht der Geist wird nicht im Tod Menschen. entschlafen; wer an dich 4. Hilf, daß der Frevler glaubt, wird im Gericht durch frecher Spott uns nicht vom dich, o Heiland, wohl bestehn, Wort abwendet; denn du bist verklärt an deiner Seite gehn. ein gerechter Gott, und strafft 5. Gott, laß mich dieser gewiß am Ende. Erweck uns guten Lehre gehorchen mit durch der Wahrheit Kraft, und stets größrer Lust, und kei- was sie Gutes in uns schafft, nes Spötters Wahn zerstöre das laß uns treu bewahren. ihr Trostgefühl in meiner 5. Herr, öffne du Verstand Brust. Mein ganzes Leben und Herz, daß wir dein Wort preise dich! dein Heil erfreu recht fassen; in Lieb' und im Tode mich! Leid, in Freud und Schmerz Mel. Sei Lob und Ehr dem. es aus der Acht nicht laſsen; 103. Wir Menschen daß wir nicht Hörer nur sind zu dem, allein, nein, auch desselben o Gott, was geistlich ist, Thäter sein, Frucht hundertuntüchtig. Dein Wesen, fältig bringen. Wille und Gebot ist viel zu 6. Geist Gottes! mache hoch und wichtig. Wir selbst uns gleich dem fruchtwissen und verstehens nicht, bar'n, guten Lande daß wo uns dein göttlich Wort wir, an guten Werken 6 82 Heilige Taufe. reich, in unserm Amt und unsern Füßen ein Licht auf Stande das thun, was uns, unsern Wegen sein; hilf, dein Wort gebeut, und, daß wir draus genießen frei vom Dienst der Eitelkeit, Kraft, Rath und Trost in des Glaubens Kraft beweisen. aller Noth, daß wir im Le7. Laß uns, dieweil wir ben und im Tod beständig leben hier, der Sünder Weg auf dich trauen. vermeiden. Gib, daß wir 9. Es müsse sich zu deiner halten fest an dir, im Wohl- Ehr, Gott Vater, weit ausstand, wie im Leiden. Rott breiten! Hilf, Jesu, daß uns aus, was dir, Herr, nicht deine Lehr erleuchten mög gefällt; hilf uns die Sorgen und leiten! O heiliger Geist dieser Welt und böse Lüste dein göttlich Wort laß, in dämpfen. uns wirken immerfort Lieb' 8. Erhalt uns dein Wort Hoffnung, Trost und Glauklar und rein, und laß es ben. Taufe. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 5. Ich kannte noch das 104. Daß ich in deiner Laster nicht, du warnteſt Christenheit mein mich dafür: und zogst mich Gott, geboren bin, dir durch durch der Wahrheit Licht die Taufe bin geweiht, wie zur Tugend und zu dir. sehr ist mir's Gewinn! 6. Du warst mein Füh2. Nun ward ich in der rer immerdar auf meiner Kindheit schon mit dir und Lebensbahn, und nahmst bei dem bekannt, den du von drohender Gefahr dich meiner deines Himmels Thron zum huldreich an. Heil der Welt gesandt. 7. Wie dank ich dir, All3. Jch lernte früh bereits liebender, für diese Vatertreu? verstehn, was dein allweiser Gib, daß dir immer inniger Rath auch mir zum ewgen mein Herz ergeben sei. Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 8. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen 4. Erleuchtet durch dein Sohn erkauft; auch ich bin heilig Wort sah' ich die sich dir zum Dienst und Ruhm re Bahn, auf der wir uns auf dein Gebot getauft. so hier als dort der wahren Tugend nah'n. 9. Dir will ich denn, o stärke mich! mein ganzes 18. Heilige Heilige Taufe. 83 Leben weih'n; so freut mein und behüte, wenn es fich Herz recht innig sich des nicht leiten kann, selbst auf Glücks, ein Christ zu sein. seines Lebens Bahn. Bei der Taufe eines Kindes. 4. Zu der Christen hohem Glück ward es hier von Leite es mit Mel. Jesus meine Zuversicht. dir erforen. 105. Betend nahen wir deinem Blick; laß es niemals uns dir, brin- sein verloren. Schenke ihm gen dir auf unsern Armen in Christi Reich Bürgerrecht; dieses Kind, dich flehen wir ihm werd' es gleich. großer Vater, um Erbarmen! 5. Liebend, wie ein gutes Es ist dein, es lebt durch Kind, muß es dich, als Vadich: segn' es, schütz es vä- ter, ehren, deinem Sohne terlich. gleich gesinnt nur auf deine 2. Schwach und hülflos Stimme hören. Gottes Geist liegt es da, ohne Kraft zu erfülle du sein Gemüth mit dir zu flehen. Aber du bist Licht und Ruh. doch ihm nah, wirst sein 6. Laß sein Herz bei Stammeln wohl verstehen; Schmerz und Lust treu führst es aus der Nacht zum an seinen Pflichten hangen, Licht einst durch deinen Un- es ernähre seine Brust, nie terricht. ein unerlaubt Verlangen. 3. Sieh, wir weihen dir Wenn sein Aug im Tode dies Pfand deiner väterli- bricht, schau es dort dein chen Güte; bitten, deine Angesicht. Vaterhand leit es, Vater, 19. Heiliges Abendmahl. Me 1. Jesu, deine tiefe Wunden. 2. Ich empfind es jetzt 106. Voller Ehrfurcht aufs Neue, was ich dir, Dank und Herr, schuldig bin. Du, du Freuden, komm ich, Herr, gabst mit großer Treue ganz auf dein Gebot, zu dem dich hier zum Dienste hin; Denkmal deiner Leiden, wiesest mir den Weg zu und gedenk an deinen Tod. Gott und ertrugst den Mittler, der du für mich schwersten Tod mir im Lestarbst, mir ein ewig Heil ben, und im Sterben sichre erwarbst, dir zur Ehre stets Tröstung zu erwerben. zu leben, sei mein eifriges 3. Durch dich ist zu GotBestreben. tes Gnade freier Zutritt 6* 84 Heiliges Abendmahl. und die Kraft, auf dersund wird je mein Glaube Tugend sel'gem Pfade festsschwach, o so hilf mir liebeinher zu gehn, verschafft. reich auf, daß ich in dem Und du rufft aufs nene mir Tugendlauf nimmer wandurch dein Nachtmahl, daß ke, nie ermüde, so erquicke ich hier Theil an deinem mich dein Friede. Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher4. Sollt' ich, Jesu, denn zig bist, daß auch, wenn wir vergebens diese deine Huld Schwache wanken, deine Treu empfah'n? nicht zur Beßrung beständig ist. Herr, ich hoff meines Lebens mich zu deinem es froh und fest, daß sie mich Tische nahn? Ja, mit neuem auch nie verläßt. Zu des Ernst will ich mich für Sün- Himmels Seligkeiten wird sie den scheun und dich durch ein mich gewiß auch leiten. dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. Mel. Schmücke dich, o liebe. 107. Schicke dich, er= 5. Diesen Vorsatz, den ich löfte Seele! habe, thätig dankbar dir zu glaubig nach des Herrn Besein, präg ihn, Jesu, bis zum fehle, seinen Mittlertod zu Grabe tief in meine Seele feiern, deinen Dank ihm zu ein. Gib mir Kraft, ihn zu erneuern. Auch für dich hat vollziehn. Lehre mich mit er sein Leben in den bängsten Vorsicht fliehn, was ihn Tod gegeben, dir auf Zeit könnte bei mir schwächen, und Ewigkeiten Heil und was mich reizt, ihn gar zu Wohlfahrt zu bereiten. brechen. 2. Zum Genusse seiner 6. Laß mich über alles Gnaden wirst du von ihm schätzen dein mir theu'r er- eingeladen; eil' ihm demuthsworb'nes Heil, und nie aus voll entgegen, und nimm den Augen setzen, wie nur Theil an seinem Segen. der daran hat Theil, der Komm getrost es iſt auf deine Stimme hört, mit sein Wille komm und Gehorsam dich verehrt, und schöpf' aus seiner Fülle. in deinem Dienst auf Er- neuen Muth und neue den immer besser sucht zu Triebe zur Verehrung seiner Liebe! werden. 7. Geh mir, wo ich bin 3. Herr, ich komme mit wandle, immerfort Verlangen, Seelenruhe zu mit Hülfe nach, daß ich empfangen. und Deine Liebe als ein Christ stets handle: soll mich stärken in dem Heiliges Abendmahl. 85 Fleiß zu guten Werken. Heil empfingen, laß auch Mit den heiligsten Ent- mich einst dahin kommen, schlüssen, will ich Brod und daß ich mich mit allen FromWein genießen, mich der men ewig deine Huld erfreue, Bruderliebe weihen, deines und dir einst mein Danklied Todes mich erfreuen. weihe. 4. O wie sehnt sich mein Mel. Was Gott thut das ist. Gemüthe, Menschenfreund, 108. Mit frohem Dank deiner Güte! Ich geerschein ich nach lob' dir neue Treue; siehe, hier, dein Leiden zu besingen, Herr, mein Herz voll Neue! und mich im Geiste bis zu Meinem kindlichen Begehren dir, mein Heiland, aufzuwollst du deinen Trost ge- schwingen. Mein Geist der währen, meiner Sünden nicht ist da, wo du bist; anbetend gedenken, mir Gewissensruhe bei dem Throne, vor dir, schenken. des Höchsten Sohne. 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum 2. Zwar immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Werte Orte, wo ich im Geiste bei meiner Heiligung mich stärke. dir bin, es fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Strömen zu; dein Leben Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 3. Doch feierlich sei heut' 6. Deiner will ich stets mein Dank, und festlich dieſe mich freuen; ganz mich mei- Stunde! und lauter töne aus meines nen Pflichten weihen; nur mein Gesang nach deinem Willen leben, Herzens Grunde! Du liebund dich dankbar froh erhe- test mich, und starbst für ben. Deine Huld ist uner- mich; für mich und meine meßlich; Herr, sie sei mir Brüder; du starbst, und lebst unvergeßlich, daß ich dich nun wieder. aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 4. Und dich, o Freund, dich sollt ich nicht vor aller 7. Du, dem dort der Welt bekennen? Für dich, Frommen Schaaren, die, nach ächter Christenpflicht, wie ich auch Schwache wa- nicht warm von Liebe brenren, ewig Dank und Jubel nen? Ja Hand in Hand, singen, daß sie hier deinlim festen Band mit allen 86 Heiliges Abendmahl. deinen Gliedern, will ich dir größten Noth, Vergebung Lieb' erwiedern. aller Sünden Gewissensruh, 5. Bei diesem Mahl gib zur Beßrung Kraft, das hast Stärk', o Herr! denn dein du, Herr, auch mir verschafft, ist Kraft und Stärke, daß der du am Kreuze starbest. ich von nun an williger auf 3. Dein Abendmahl ist deine Stimme merke; und mir ein Pfand von dieser von dir gern die Weisheit großen Güte. Wie viel hast lern, nach Gottes Wort zu du an mich gewandt! O handeln, und fromm vor dir stärke mein Gemüthe zum zu wandeln. gläubigen Vertraun auf dich, 6. Daß ich die Luft bei daß ich, so lang ich lebe, jedem Streit noch glücklicher mich an deine Gnade halte. bezwinge; die Früchte der 4. Ich fühle, Herr, voll Gerechtigkeit zu größ'rer Neu' und Schmerz, die Last Reife bringe. O bilde mich, von meinen Sünden. Laß ich flehe dich, noch mehr mein vor dir gebeugtes Herz nady deinem Bilde, demüthig, den großen Trost empfinden, sanft und milde. daß du, aus Gottes Vater7. Einst kommt die Zeit, huld, auch mir Vergebung so wahr ich hier bei deinem meiner Schuld auf Buße hast Mahle stehe, daß ich in erworben. Wonn', erhöht zu dir, dich 5. Der Trost, den mir selbst, mein Heiland, sehe. dein Tod verschafft, werd Wie wallt mein Blut! wie ewig mir zum Segen. Er wächst der Muth zum Hoffen stärke mich mit neuer Kraft und Vertrauen! Auf Glau- auf allen meinen Wegen, ben folgt das Schauen. nur das zu thun, was dir Mel. Herr, Jesu Christ, du. gefällt, und alle Furcht und 109. Ich preise dich, o Lust der Welt standhaft zu Heil, für deine Todesleiden. Hab 6. Wie soll ich die Barmich an ihren Früchten Theil, herzigkeit, die du mir thust, was fehlt dann meinen ermessen? Gib, daß ich sie Freuden? Du wardst ein zu keiner Zeit undankbar Opfer auch für mich; o gib, mag vergessen; daß ich aus daß meine Seele sich deß ächter Gegentreu ganz deiewig freuen möge. nem Dienst ergeben sei, und 2. Du läsfest mich in dei- dir zur Ehre lebe. nem Tod das wahre Leben 7. Laß deines Leidens finden. Erlösung aus der großen Zweck mir stets vor Heiliges Abendmahl 87 Augen stehen; nimm alle] 4. Laß mich mit Ernst Hindernisse weg, die ebne die Sünde scheuen, für welche Bahn zu gehen, die mir dein du, dich opfernd, starbst; heilig Vorbild weist, und die mit schnödem Mißbrauch nie einst den erlösten Geist zu entweihen, was du so theuer deiner Freude führet. mir erwarbst. Nie führe 8. Zu meinem Heile hast mich zur Sicherheit der Trost, du dich für mich dahin ge- den mir dein Tod verleiht. geben; dein Abendmahl er- 5. Jch übergebe mich auf's wecke mich, mit Ernst dar- neue, o du, mein Herr und nach zu streben. Herr mache Gott, an dich; ich schwöre mich dazu geschickt; und dir beständige Treue werd' ich einst der Welt ent- deinem Tische feierlich. Dein rückt, so sei dein Tod mein eigen will ich ewig sein. Du Leben. starbst für mich; drum bin vor Mel. Wer nur den lieben Gott, ich dein. 6. ter bin ich, Je= 110. Hier Nie will ich mich su, zu erfüllen, vor Spöttern schämen des was du, in deiner Leidens- Dienstes, den man dir ernacht, nach deinem gnaden- weist; nie mich zu einem vollen Willen zur Pflicht Schritt bequemen, den mein und Wohlthat mir gemacht. Gewissen sündlich heißt. O Verleih' zur Uebung dieser flöße mir den Eifer ein, wie Pflicht, mir deines Geistes du, o Herr, gesinnt zu Kraft und Licht. ſein. 2. Es werde mir für mein 7. Laß mich mit Ernst Gewissen dein Mahl ein den Nächsten lieben, und tröstlich Unterpfand, daß ich wenn er strauchelnd sich verder Sündenschuld entrissen, sieht, Versöhnlichkeit und durch dich bei Gott Verge Sanftmuth üben. Nie komm bung fand; so freuet meine es mir aus dem Gemüth, Seele sich in deinem Heil, welch' eine schwere Sündenund lobet dich. last du mir aus Huld er3. Bewundernd denk ich lassen hast. an die Liebe, womit du un- 8. Es stärke sich in mir meine ser Heil bedacht. Wie stark der Glaube, daß sind deine Mitleidstriebe, die Seele ewig lebt, und daß aus des Grabes dich bis an das Kreuz ge- einst bracht! Ogib von deinem Staube mich dein allmächTodesschmerz jetzt neuen Ein- tiger Ruf erhebt; wenn du druck in mein Herz. dich, großer Lebensfürst, 88 Heiliges Abendmahl. den Völkern sichtbar zeigen/ mels Herrlichkeiten, folg' ich wirst. dir nur, vorbereiten. 9. Gebeugt lieg ich zu 4. Nun so sei der Bund deinen Füßen, mit Dant erneuet: ganz sei dir mein und Lob, Gebet und Flehn. Herz geweihet; täglich will Laß auf mich neue Gnade ich mich bestreben, nur nach fließen; mein Heiland, laß deinem Wort zu leben; was es doch geschehn, daß mit du liebst, will ich auch liezur Stärkung meiner Treu' ben, ernstlich mich im Guten dein Abendmahl gesegnet sei. üben; was du hassest, will Mel. Schmücke dich, o liebe. ich hassen, stets von dir mich leiten lassen. 111. Jesu, Freund der 5. Doch ich fühle meine Menschenkinder, der du dich, zum Heil der Schwäche. Jeſu, was ich Sünder, von des Himmels dir verspreche, ach, wie leicht hohen Freuden zu den bäng- ist das gebrochen! schneller oft, sten Todesleiden willig haft als ichs versprochen. Darum herabgelassen, wer kann dein stärk in mir die Triebe dantErbarmen fassen? Tief ge- beflißner Gegenliebe, daß ich, rührt von solcher Güte, preist bis ich einst erfalte, dich dankvoll mein Gemüthe. dir sei, und Glauben halte. 6. Hilf mir wider alles treu 2. Herr, du hast auch mir streiten, was von dir mich bereitet, was zum wahren will verleiten. Auch den Wohl mich leitet: Licht, stärtsten Neiz zu Sünden den Weg des Heils zu fin- hilf mir glücklich überwinden, den; Trost bei dem Gefühl daß ich hier stets im Geder Sünden; Kraft, der wissen deinen Frieden mag Behrung nachzujagen; Muth, genießen, und dereinst auch des Lebens Last zu tragen; überm Grabe Theil an deiund die Hoffnung beßrer nem Segen habe. Zeiten in dem Reich Ewigkeiten. der 7. O wie will ich dich erheben, wenn du mich im 3. Ja, du willst mit dei- höhern Leben, zu den Freuner Gnade selbst mich auf den deiner Frommen( Herr, des Lebens Pfade zum Ge- ich hoff' es) läsfest kommen. nuß der Seligkeiten, die Da, da wird mich nichts du mir erworben, leiten. mehr stören, dich aufs Innigste Du, du willst mich bessern, zu ehren; da, da werd ich, trösten und zum Erbtheil frei von Sünden, deinen der Erlösten, zu des Him- Frieden ganz empfinden. Heiliges Abendmahl. 89 M. Schmücke dich, o liebe Seele.| 5. Zwar ich kenne meine 112. Herr, ich falle vor Schwäche, da ich dieß dir, dir nieder; dir Herr, verspreche. Was ich ertönen meine Lieder. Wer, heute dir versprochen, ist oft o Tilger meiner Sünden, morgen schon gebrochen. Dawer kann deine Huld er- rum gib mir Muth und gründen? Ach, mit welchem Stärke zu der Tugend edlem edlen Herzen wolltest du die Werke. Komm, und eile, tiefsten Schmerzen, Schmach mich vom Bösen, das mir und Spott für meine Schulden, anklebt zu erlösen! so den Krenzestod erdulden? 6. Hilf den ersten Reiz 2. Meine Sünden willst der Sünden, hilf ihn bald du decken, willst mich Todten mir überwinden! Wecke auferwecken, willst ein ewig rühre mein Gewissen, eh' frohes Leben, Menschenretter, der Geist wird hingerissen. einst mir geben. Wenn ich Laß der Sünden Sold mich stets nur hier im Staube schrecken, mich der Tugend frommes Sinnes an dich Freuden schmecken! Oft schon glaube, soll ich Theil an wurden sie empfunden, hätt' deinen Gaben, Theil an dei- ich Sünden überwunden. nem Himmel haben. 7. Gib, daß ich und alle 3. Nun so sei der Bund erneuet! Ganz sei dir mein Christen sich auf deine ZuHerz geweihet! Täglich will kunst rüsten, daß, wenn jetzt dein Tag schon täme, Herr, vor dir sich keiner schäme! Was ich mich bestreben, wie du lebtest, auch zu leben. du hassest, will ich hassen, Schaff', o Heiland aller Sünder, dir viel Jünger, stets von dir mich leiten Gott viel Kinder, die da lassen, nie mit Vorsatz dich betrüben, alles, was du lie- leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. best, lieben. 4. Ich gelobe dir von 8. Großes Abendmahl der Herzen, meiner Brüder Noth Frommen! Tag des Heils, und Schmerzen immer brü- wann wirst du kommen, daß derlich zu lindern, Elend, wir mit der Engel Chören wo ich kann, zu mindern. Jesum sehn und ewig ehren? Ich gelobe dir mit Freuden, Halleluja! Ewig leben alle, auch das Unrecht sanft zu die sich ihm ergeben! leiden, ungeduldig nie zu Halleluja! welche Freuden klagen, nie im Unglück zu sind die Früchte seiner Leiden! verzagen. 90 Heiliges Abendmahl. Mel. Freu' dich sehr, o meine. und der Tugend treu ver113. Deffentlich in der bleibe. Gemeine, Mitt5. Und ich will dich nicht ler, hab' ich dich bekannt! verlassen, nicht von deinen Ich empfing in Brod und Wegen gehn, jede Sünde Weine deiner Liebe göttlich will ich hassen, jeden Lüsten Pfand. Feierlich war da widerstehn. Mein Erretmein Eid ewiger Ergeben- ter, ach gib du Stärk' und heit. Du, der sich mit mir Freudigkeit dazu, daß ich vereinte, hast gesehen, wie standhaft dich bekenne und ichs meinte. mich nimmer von dir 2. O wie ward da deine trenne. Güte, Menschenfreund, von 6. Laß mir's mein Gemir verehrt; Wie empfand wissen sagen, wie so schmerzda mein, Gemüthe mächtig haft seine Pein, wie so ihren ganzen Werth! Als schwer der Sünde Plagen ich dich auf Golgatha für und der Hölle Schrecken mich Sünder sterben sah, sein. Es erinn're mich dawie erstaunt' ich, wie ent- ran, wie viel du an mir zückte mich die Huld, die ich gethan, und umsonst sei erblickte! deine Liebe, wenn ich dir 3. Laut rief in mir mein undankbar bliebe. Gewissen: bist du würdig 7. Auch zur Liebe meidieser Huld? Siehst du ner Brüder treibe mich die ihn sein Blut vergießen? Dankbarkeit. Sie sind alle Wisse, das macht deine deine Glieder, Erben, deiSchuld! Schaam und Reuner Seligkeit. Seligkeit. Auch der erfüllten mich, glaubensvoll mich jetzt hasset, ist dein blickt' ich auf dich. Sün- Erlöser, Jesu Christ. Dort der, sprachst du, du sollst wird er mich nicht betrüben, leben, alle Schuld ist dir sondern ewig wieder lieben. vergeben! 8. Gott, zu dem ich 4. Ja, ich weiß es, ich findlich trete, blicke väterlich soll leben, und des Him auf mich. Höre gnädig, mels Erbe sein. Alle Schuld was ich bete. Ganz verlaß ist mir vergeben, und dein ich mich auf dich. Reiche Blut, Herr, macht mich Frucht der Besserung, Wachsrein. Du vertrittst mich thum in der Heiligung, im Gericht, Gott verurtheilt Hoffnung auf das ew'ge Lemich nun nicht, wenn ich ben laß dein Abendmahl mir standhaft an dich an dich glaube geben. 91 20. Christliche Kirche. Mel. Allein Gott in der Höh'. sollte dir nicht trauen, und 114. Seju, Licht und auf dein Wort gewissenhaft Heil der Welt, sest seine Hoffnung bauen? der du in diesem Leben dein Dein Heil ist unser höchstes Wort, das Gottes Nath Gut; hilf, daß wir stets mit enthält; zur Leucht uns hast frohem Muth dich vor der gegeben! du bist der Herr Welt bekennen. der Christenheit, die du in 6. Zwar kämpfen wir dieser Pilgerzeit dir aus den noch manchen Streit auch Menschen sammleſt. mit uns selbst auf Erden; zur 2. Sie willst du als dein doch werden zur VollkomEigenthum, wahren menheit auch wir erhoben Weisheit leiten, und durch werden. Dann endet sich der dein Evangelium zur Selig- Deinen Müh; dann krönest keit bereiten. Du bist, Herr, und belohnst du sie, ohn' groß von Rath und That, End', mit Preis und Ehre. und, was dein Mund ver- 7. Wir sehn dich dann sprochen hat, wirst du ge- in Majestät, und uns, gleich wiß erfüllen. deinen Engeln, zu nie em3. Du bist, der Deinen pfund'nem Glück erhöht, beTrost und Heil. So viel freit von allen Mängeln; nur an dich glauben, die frohlocken dir und preisen haben an dir alle Theil; die dich, daß deine Macht und wird kein Feind dir rauben. Gnade sich so hoch an uns Von dir fließt Weisheit, verherrlicht. Trost und Ruh dem, der dir Mel. Erhalt uns, Herr bei. Spötter folgt, unfehlbar zu. Dein 115. Der ist des Guten Fülle. Strom reißt uns, Erhalt 4. Mag doch die Menge viele fort. immerhin auf deinen Ruf Herr, bei deinem Wort; nicht hören, und Mancher so können wir uns, Vater, im verkehrten, Sinn sich dein im Leben und im Tode wider dich empören: so fällt freun. doch deine Kirche nie, du 2. Ein Haufe Lästrer wagts, hältst und du beschützest sie o Gott, mit wildem ausgelaßdurch deines Geistes Gaben. nem Spott, den Heiland, deiReich, nen Sohn zu schmähn, verdein ist die Kraft. Werlachtend auf sein Heil zu sehn. 5. Dein ist das Würde und Glückseligkeit des Christen 3. Ach, ihrer Lehre Pest Gottes bist. Sei unser Schild o Herr, schleicht jetzo nicht im und starke Wehr. Nichts ist Finstern mehr; sie bricht am vor dir der Spötter Heer. Mittag selbst hervor, und 6. Du hast von Ewigkeit hebt ihr tödtend Haupt empor. gesehn, wie lange noch ihr 92 4. Sie herrscht durch Trotz bestehn, und wider dich Große dieser Welt. Herr, hier toben soll; vielleicht ist Herr, wenn uns dein Arm nun ihr Maaß bald voll. nicht hält; so reißt sie uns 7. Auch sie, o Herr, hast zum Tod auch fort. Gib du versöhnt, sie, deren Spott Sieg und Leben durch dein dich jetzt verhöhnt. Gib, daß Wort. noch vor der Todesnacht zur 5. Beschüße uns, Herr Jesu ernsten Reu' ihr Herz erChrist, der du zur Rechten wacht! 21. Würde und Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. M. Es ist das Heil uns kommen. erlöser, stets auf dich des 116. Gott sei Dank! Glaubens Blicke lenke! Wie sich ich bin ein strahlt dein Licht auf meiweiß, an wen nem Pfad! Wie glänzet Mein Geist em- mir des Höchsten Rath in pfindet, was er ist, und deinem Wort' entgegen! reißt sich los vom Staube. Mit Jesu blickt er himmelan, 4. Dein Jünger ist mit und jauchzend eilt er auf Gott vereint; ihn kann von die Bahn, die ihn zum kennt in ihm nur seinen Gott nichts trennen. Er Himmel führet. 2. Ach, Herr, wie man- Freund, er darf ihn Vater cher irret noch im Dunkeln durch das Leben! Ihn nennen. Ihn leitet seines Vaters Hand mit Liebe durch das Gräberland; sie hält Aberglaubens ihn, wenn er strauchelt. Joch; er kann nicht aufdrückt des wärts streben. Von reiner 5. Mit kindlich froher Tugendliebe fern genügt es Zuversicht verehrt er Gotihm, dir seinem Herrn, nur tes Willen. Nach eitlen äußerlich zu dienen. Gütern geizt er nicht; er 3. Und ich, wie freuden sucht sein Heil im Stillen. voll bin ich, wenn ich, als Ein reines Herz nur ist ſein Christ mich denke, und Welt- Ruhm; denn dieß nur ist Christ! Ich ich glaube. 93 in diesem Leben. das Heiligthum, wo Gottes ners Stimme sich erhebt, Geist sich reget. wenn um ihn her die Meere 6. Er schauet freundlich toben, und unter ihm die rings umher, ist freundlich Erde bebt. Er weiß, wenn selbst dem Feinde. Ihn quält nicht der Schöpfer spricht, tein Seelenfummer mehr; er so schadet ein Geschöpf ihm hat ja Gott zum Freunde. nicht. Der Sturm der Leidenschaf- 3. Des Höchsten Wink ten schweigt; sein Herz ist zu widerstreben, des Vaters Friedevoll und neigt sich sanft Huld nicht werth zu sein, zu Bruderherzen. und selbst sich Fehler zu 7. Ja, Heiland, sieh' ich vergeben; dies fürchtet er, folge dir! We könnt' ich und dies allein! Was sonst irre gehen? Du zeigst die für schrecklich wird erklärt, Siegespalmen mir, die dort das schreckt, nie den, der am Ziele wehen. Ich setz' Gott verehrt. ihn fort, den kurzen Lauf: 4. Bekannt mit ihm, dem ich eile froh zum Ziel hin- starken Netter, den Trost im auf, und achte keiner Dornen. widrigsten Geschick gilt ihm 8. Ich bin ein Christ! der Zorn der Erdengötter Ich bin ein Christ! Jauchztsso wenig als ihr Gnadenmit mir, Christenselen! Ich blick. Der ist des Himmels hab' ein Gut, das ewig ist; Schuß nicht werth, wer was könnte mir noch fehlen? Sterbliche wie Götter ehrt. Sei mir gesegnet, o mein 5. Verfolgt ein Feind ihn Tod! Du wirst mich über bis auf's Leben, zieht Liſt Müh und Noth empor zu ihn in das Netz hinein; was Jesu führen. kann der Christ? Er kann Mel. Wer nur den lieben Gott. vergeben, und seinem Hei117. in Christ, der land ähnlich sein, kann seiner Menschenfurcht Hasser Tücke sehn, und Gott nicht fennet, für Gott und für sie um Gnade flehn. Tugend alles wagt, und, 6. Jst Schmähsucht wider wenn die Welt ihn hülflos ihn beflissen, trifft seine nennet, an Gottes Hülfe besten Thaten Spott; was nicht verzagt: wie groß, gibt ihm Trost? Sein rein Wo hat wie achtungswürdig ist, ein Gewissen. solcher Mensch, ein solcher Ruhm? Bei seinem Gott. Christ! er 2. Er bleibet bleibet wenn von oben, des Ein Unfall, der dies Glück ruhig, nicht stört, ist keiner ChriDon- stenthräne werth. 94 Würde und Glückseligkeit des Chriſten 7. Und so durchlebt er 3. Du deckest unsre Schulseine Tage in ungetrübter den zu, schenkst unsern SeeHeiterkeit! Gleich fern im len wahre Ruh, und stärkeſt Leid von feiger Klage, als uns mit Freude. Dein eitlem Sinn zu guter Zeit, Sohn ist unser Haupt und beweist er stets, wie groß der Ruhm; wir sind sein Volk Christ, wie stark der Freund und Eigenthum, und Schaades Höchsten ist. fe seiner Weide. Gutes 8. Der du so mächtig bist Muthes sind auf Erden in in Schwachen, belebe mich Beschwerden unsre Seelen; mit deiner Kraft! Sie kann Herr, was kann bei dir uns mich unbesiegbar machen, sie fehlen? ist's, die alles in uns schafft. 4. Es bleibet zwar der Kommts dann zu Kämpfen; hohe Werth der Gnade, die nun wohlan, so zeig ich, was uns widerfährt, verborgen der Fromme kann. hier auf Erden; doch wann Mel. Wie schön leuchtet der. der Herr vor aller Welt in 118. Wie groß ist unsre Majestät Gericht einst hält, Seligkeit, o dann wird er sichtbar werGott, schon in der Prüfungs- den. Als dann sieht man zeit, selbst unter viel Beschwer- ihn mit Kronen uns belohden, wenn unser Herz sich nen, und die Seinen ewigdir ergibt, und treu in dei- lich mit sich vereinen. nem Dienst sich übt: wie 5. Wie glücklich Gott, sind groß wird sie einst werden, wir alsdann! Wie viel hast wann sich herrlich jenes Be- du an uns gethan! O laß uns ben wird anheben, wo man unsere Würde vor Augen haFreuden erndtet von der Saat ben jederzeit; so tragen wir der Leiden! mit Willigkeit der kurzen Lei2. Schon sind wir gött- den Bürde. Herr, gib den Trieb lichen Geschlechts, und freuen in die Seelen, dich zu wähuns des hohen Rechts, als len und im Leben uns dir Vater dich zu preisen! Bei herzlich zu ergeben. dir ist unser Vaterland; mel. O Gott, du frommer Gott. und wer will deiner star- 119. Wer Gottes Weken Hand, Allmächt'ger, ge geht, nur uns entreißen? Wenn wir der hat großen großen Frieden. gleich hier müssen streiten, Wie herrlich ist sein Lohn, und zu Zeiten Schmach ihm selbst von Gott beschieempfinden: hilfst du uns den! Voll Glaubens widoch überwinden. dersteht er jeder bösen Lust, in diesem Leben. 95 ist seiner Tugend sich froh übereilt ihn auch der Zorn, vor dem Herrn bewußt. so faßt er sich, und denket 2. Er merkt auf seinen Gang, gleich: wie oft verschonet geht ihn mit festem Muthe; Gott auch mich. wird in der Schwachheit stack, 7. Er suchet jedes Herz liebt immer mehr das Gute. im Guten zu bestärken und Ihn machet Gottes Geist jeden reizet er zu allen guten gerecht und tugendhaft, und Werken. Mit allen suchet er nimmt zu an Kennt- er Ein Herz und Sinn zu niß und an Kraft. sein; mit ihnen Eines Herrn 3. Gott hat er allezeit und Heils sich einst zu freun. vor Augen und im Herzen, 8. Das Heil der Ewig-" prüft täglich sich vor ihm keit, das hier der Fromme und stillt der Sünden schmecket, erhält ihn so ge= Schmerzen durch seines Mitt- trost, daß ihn kein Unfall lers Huld, durch redliches schrecket; es schafft ihm froBemühn, der Tugend treu hen Muth, und stillet jeden zu sein und durch Vertraun Schmerz. Im Tode selbst auf ihn. frohlockt sein Gott ergebnes 4. Getreu in seinem Stand Herz. genießt er Gottes Gaben, mel. Wer nur den lieben Gott. vergnügt, wenn andre gleich 120. Mit dir, o Höchmehr Glück und Anschn ster Friede haben. Mit dem, was Gott haben, und deiner Huld verihm gibt, zufrieden, frei von sichert sein, das ist die größte Neid, von Habsucht und von aller Gaben, die jedes MenGeiz, von Stolz und Eitel- schenherz erfreun; das bleibt feit. noch in der Ewigkeit die 5. Schenkt Gottes Hand Quelle der Zufriedenheit. ihm viel, so wird er vielen 2. Vor wem darf meiner nützen, des Freundes Glück Seele grauen, wenn du erhöhn, verlaßne Tugend schü- mir, Gott, nicht schreckzen. Auch seine Feinde selbst lich bist? Kann ich getrost wird er in Noth erfreun; gut, auf dich nur schauen, dem wie sein Gott, gesinnt, und alles unterworfen ist, so milde wird er sein. seh ich auch mit heiterm 6. Er fränkt den Näch Sinn selbst in die trübste sten nie, schützt seinen Zukunft hin. I Ruhm sein Leben; er 3. Beschämt mich meiner trägt ihn mit Geduld, ist Fehler Menge, du, Vawillig zu vergeben. Und ter, du verzeihst sie mir 96 Würde und Glückseligkeit des Christent Bringt eine Noth mich ins Gnade mich zu freun, nach Gedränge; so hab' ich doch einem reinen Herzen streben, den Trost an dir: du lenkst und immer fromm und die Leiden dieser Zeit doch weise sein. Kein größ'res stets zu meiner Seligkeit. ist in der Welt, als Glück 4. Ich sehe froh dem hö- wenn man dir, o Gott, hern Segen, den deine Hand gefällt. wenn mein Leib in Staub in jener Welt den Frommen mel. O Gott, du frommer Gott. aufbewahrt, entgegen, und 121. Gesegnet ist der Mensch der zerfällt; so zaget doch mein sich der Tugend weihet, und Herz noch nicht: denn du seine edle Saat weit um sich bist meine Zuversicht. her verstreuet! Stets fann 5. Mein Heil steht blos er glücklich sein; denn seine in deinen, Händen, und dein reinste Lust entspringt nicht ist, Höchster, alle Macht, außer ihm; sie quillt in mir jedes Gute zuzuwenden, seiner Brust. das deine Huld mir zuge- 2. Zu Gottes Willen dacht. Nur du vollführest stimmt sich auch sein eigner deinen Rath. Wohl dem, Wille. Nur in der Welt ist dich zum Freunde Sturm; in seinem Herzen Stille. Der ganze Himmel 6. Dies ist das Glück sei voll banger Finsterniß; der reinen Seelen, die sich sein Tag ist unbewölkt, sein mit Ernst vor Sünden Heil ist ihm gewiß. der hat! scheu'n, nur dich zu ihrem 3. In dem er immer mehr Führer wählen, und, recht im Lichte Gottes wandelt, zu thun, vor dir sich freu'n. und immer edler denkt, und Wer dich mit solchem Sinn immer edler handelt, lohnt verehrt, der ist dein Freund, ihm Zufriedenheit: und ein der ist dir werth. zufriednes Herz fühlt seine 7. Der Fromme hat in Freuden ganz, und halb nur allen Fällen ein stilles, hoff- seinen Schmerz. nungsvolles Herz; er kann 4. Ihm wird der Erde sich leicht zufrieden stellen bei Glück erlaubte Lust gewähjeder Sorge, jedem Schmerz; ren; doch mäßigt er sich ihn wird zum ew'gen Wohl- gern, und lernt es auch entergehn gewiß einst deine behren. O weh dem SterbHuld erhöh'n. lichen, der stets es haben 8. So lehre mich denn muß! Vor Unzufriedenheit hier im Leben, um deiner schützt ihn kein Üeberfluß! in diesem Leben. 97 5. Die Wahrheit selbst wahrer Mensch, ist seines entzückt den tugendhaften Wei- Rangs nicht werth, wenn er sen, und lehrt ihn seinen Rang nur Freuden kennt, die auch in Gottes Reiche preisen. das Thier begehrt. Wie rein und unvermischt, 7. Wer sich vernünftig wie still und dauerhaft sind liebt, soll nach dem Bessern Freuden, die der Geist sich trachten. Gefesselt an den durch Gedanken schafft! Staub, muß er sich selbst 6. Ein Thor betäubt sich verachten. O Mensch, sei nur durch Freuden, die tugendhaft, sei deinem Gott ermüden, und immer bleibt getreu: und fühle, wie besein Herz noch leer und glückt schon hier der Weise unzufrieden. Er ist kein sei! Tode. 22. Vom Mel. Was Gott thut, das ist. Grabes Nacht? Sie muß 122. Nur kurz ist hier dem Tage weichen. Tag mein Aufent- des Danks, des PreisgeWann wirst du halt; ich bleibe nicht auf sangs! Erden. Das Herz, das jetzt meinen Blicken das dunkle noch kräftig wallt, wird einst Thal entrücken? entkräftet werden. Zerrüttet 4. Hier glänzt doch nicht sinkt, wann Golt mir winkt, mein höchstes Ziel. Was Sie mein Staub zum Staube kann die Erde geben? nieder! mich selbst erhebt er gibt, und gäb' sie noch so wieder. kein reines Freudenle2. Ich selbst bin mehr, weit ben. Mein Geist Mein Geist begehrt, mehr, als Staub; er ist nur was ewig währt, und ihn meine Hülle. Ich selbst bin auch dann erheitert, wenn nicht des Todes Raub; ein alles Aud're scheitert. viel, Geist hat Lebensfülle. Wenn 5. Er ist ein Glied der höauch die Welt in Trümmern hern Welt, er ist von Gott fällt; er jauchzt, daß er noch geboren. Für ihn ist, kämpft lebet, und auf den Trüm- er nur als Held, die Krone mern schwebet. nicht verloren. Er tritt her3. Was fürcht' ich denn vor, und schaut empor; die des Todes Macht? Sie Krone strahlt im Himmel; kann mich nicht erreichen. nicht hier im Erdgetümmel. Was kümmert mich mich des 6. So kämpfe denn, 7 98 Vom Tode. mein froher Geist! Sei meine Zeit es auszuüben, ist muthig; du wirst siegen. kurz, und sic verfliegt geschwind. Nur deines Leibes Band 4. Denk an den Tod, wenn zerreißt; du selbst wirst nicht böse Triebe, wenn Lust der erliegen. Dein Lebensquell Welt und ihre Liebe dich fließt ewig hell; er tränkt reizen, und ersticke sie. nach kurzen Leiden dich mit Sprich: könnt' ich nicht noch des Siegers Freuden. heute sterben? Und könnt' ich 7. Nur kurz ist hier dein auch die Welt ererben, beging Aufenthalt! O dank dem ich doch solch Uebel nie! Freudengeber! Wer weiß, wie 5. Dent' an den Tod, bald die Stimme schallt: Ver- wenn deinem Leben das laß das Land der Gräber! fehlt, wornach die Reichen Dein Vaterland ist dir be- streben. Sprich: bin ich kannt. O sei nur gut und hier, um reich zu sein? Heil weise, und rüste dich zur Reise! mir, wenn ich in Christo Mel. Zu dir, o Vater aller. sterbe, dann ist ein unbe123. Was sorgst du flecktes Erbe, dann ist des ängstlich für Himmels Reichthum mein. dein Leben! Es Gott gelas 6. Denk' an den Tod in sen hinzugeben, ist wahre hohen Ehren, und wenn sich Ruh und deine Pflicht. Du deine Schäßze mehren, daß sollst es lieben, weislich du sie nicht zu heftig liebst, mützen, es dankbar, als ein und wenn die Güter dieser Glück besitzen, verlieren, als Erden dir, eh du's denkst, verlörst du's nicht. entrissen werden, dich nicht 2. Der Tod soll nicht zu sehr darum betrübst. dein Herz erschrecken; doch, 7. Denk' an den Tod in dich zur Weisheit zu erwe- frohen Tagen. Kann deine cken, soll er dir stets vor Lust sein Bild vertragen, so Augen sein, des ird'schen ist sie rein und unschuldsLebens Liebe mindern; doch voll. Sprich, dein Vergnüdich in deiner Pflicht nicht gen zu versüßen: welch' hindern, vielmehr die Kraft Glück werd' ich einst dørt dazu verleih'n. genießen, wo ich unendlich 3. Ermattest du in dei- leben soll! nen Pflichten, so laß den 8. Dent' an den Tod, Tod dich unterrichten, wenig deiner Tage Sprich: sollt' ich wohl verschieben? Leiden wie wenn schmerzen. sind. Sprich: alle Trübsal fromGutes mer Herzen ist zeitlich und Nein, im Glauben leicht. Ich Vom Tode. 99 leide; doch von allem Bösen, schreite nur dem Grabe zu. wird mich der Tod doch bald Was kann mir Muth und Nicht erlösen. Er ist's, der mir Hoffnung geben? die Krone reicht. diese Welt; nur du, nur 9. Dent' an den Tod du! O Gott, was ist das wenn freche Rotten, des Glück der Welt, wenn ToGlaubens und der Tugend desangst mich überfällt? spotten, und Laster stolz ihr 4. Wer deine Liebe tief Haupt erhöhn. Sprich bei empfindet, nur der ist aller dir selbst: Gott trägt die Furcht entfloh'n. Er betet, Frechen, einst wird er seine kämpft und überwindet, und Wahrheit rächen, und ewig hofft des Ueberwinders Lohn. wird sein Wort bestehn. O Gott, wie ruhig stirbt der 10. So suche dir in allen Christ, der deiner Liebe nie Fällen, den Tod oft lebhaft vergißt. vorzustellen, dann wirst du 5. Du sandtest deinen Sohn ihn nicht zitternd scheun; dann hernieder, um diesen Geist uns wird er dir ein Trost in zu verleihn. Er starb für uns, Plagen, ein weiser Freund und lebt nun wieder, um in guten Tagen, ein Schild seiner Freunde Freund zu in der Versuchung sein. sein. O Gott, wann er mich Mel. Wer weiß, wie nahe mir. freundlich ruft: so acht' ich 124. Gerührt und still keiner Todesgruft. ist meine Secle! 6. Ja, freundlich wird er Ein Grab, ein ödes Grab einst mich rufen, wenn ich, ist da! Was hilft es, daß wie er, gesinnet bin; denn ich's mir verhehle! Viel- dort, an seines Thrones leicht auch ich bin schon ihm Stufen, dort gilt nur fromnah. Gott, mir schau- mer Christensinn. Gott, dern Herz und Sinn; ich ich flehe, steh' mir bei, daß fühle, daß ich sterblich bin. ich ein Jünger Jesu ſei. 2. Wie manchen deckt nun 7. Hilf stets mir reines schon die Erde, der sonst noch Herzens werden, besiegen jemir zur Seite stand. Jch den Reiz der Welt, und unhoffte, daß er bleiben werde; ter Freuden und Beschwerden ich hoffte noch, und er ver- mit Eifer thun, was dir geschwand. Gott auch fällt. Gott, ein weises, meine Zeit entfleucht; der gutes Herz versüßet selbſt Tage Ziel ist bald erreicht. des Todes Schmerz. 3. Ich schreite schreite fort 8. Für Menschenwohl durch's Erdenleben, und mich zu bemühen, verleihe 7* 100 Vom Tode. stets mir Lust und und lehre mich mit falt fliehen, was Kindern Kummer Kraft, nur zerstäuben; gottlob die Sorg- Seelen bleiben. deinen 2. O laßt uns durch Unschafft. sträflichkeit nach unserm ZieleO Gott, wie hoch bin ich be- streben. Wir wallen hier glückt, wenn keines Menschen nur kurze Zeit; ein Tag Fluch mich drückt! 9. Daß meines kurze Reise den ist unser Leben. Der Tag Lebens entflieht, und schon verblüht Meinen oft selbst der frohe Knabe! auch gesegnet sei, erhalt' in Ach nichts ist frei vom Grabe! ihrem stillen Kreise mich 3. Hier waren vor uns thätig, liebreich, fromm und viele schon; wer mag die treu. O Gott, einst erndtet Zahl ermessen? Sie flohen Seligkeit, wer hier nur ed- wie die Jahre floh'n, und len Saamen streut. mancher ist vergessen. Wo 10. Fließt einst auch über Menschen gehn, wohin wir meinem Staube noch man- sehn, weht Staub zerfallner che Thräne dankbar hin; Glieder vom Leichnam unsdann sagt von mir des rer Brüder. Christen Glaube: für ihn 4. Wir haben manchen war Sterben nur Gewinn. schon gekannt der von GeO Gott, wenn einst mein sundheit glühte, und, wie die Auge bricht, verlasse dieser Blum' im heißen Sand, bei Trost mich nicht. vollem Reiz verblühte. Wie 11. Ach, lehre mich, wie viele barg uns schon der Sarg! Jesus, sterben, so sanft, so Nun liegen sie im Staube reich an Seelenruh; dann dem Würmerheer zum Raube. führt er mich des Himmels 5. Wir gleichen all der Erben und dir, dem großen Feldessaat, vom SommerVater, zu O Gott, an seiner wind umwehet; sie weiß Freundeshand durchwall ich nicht, wann der Erndter dann mein Vaterland. naht, und wann der Mel. Was Gott thut, das ist. Schnitter mähet. Ach, sin125. 3um Himmel net nach! Wer kennt den schauen wir Tag, der uns zur Erndte froh bringet, und aus dem Stauendet be schwinget. hinauf, und falten die Hände. Einst sich des Lebens Lauf, doch 6. Getrost! zum Vater segnen wir das Ende. schaun wir auf, und falten Nicht furchtbar droht uns froh die Hände. Zum unser Tod. Die Leiber Himmel führt des Lebens Vom Tode. 101 Lauf; drum segnen wir 4. Vielleicht ist dieß der sein Ende. Unsterblichkeit letzte Arme, der kläglich mich folgt dieser Zeit. Das Grab um Hülfe fleht. Wenn ich mag einst uns decken; es mich heute nicht erbarme, kann uns doch nicht schrecken. vielleicht ist's morgen schon was 7. Wohlan! von Herzen zu spät; und dann wollen wir die Bahn der bringt die Erndtezeit? Die Tugend gehen. Wer weiß Frucht der Ungerechtigkeit. ob wir uns Alle hier noch 5. Mein Pfund erst moreinmal wieder sehen? Wir gen wuchern lassen, welch' sehn uns doch im Himmel ein Gedanke voll Gefahr! noch. Die Leiber nur zer- Kann ich nicht Abends stäuben; gottlob, die Seelensschon erblassen, wenn ich bleiben. noch Morgens fröhlich war? Mel. Wer weiß, wie nahe mir. O Mensch, ach, säum' im 126. Wer weiß,- wie Wohlthun nicht! Nur dieß bald in tiefer ist Weisheit und ist Pflicht. Stille die Stunde meines 6. Die Kraft von meiAbschieds schlägt, wie bald nen besten Jahren, sei man meines Geistes Hülle Gott, dem Heiligen, gezu meinen Vätern schlafen weiht! Die Buße bis in's legt? Wer weiß, ach wer Alter sparen, ist träge Unbestimmt die Zeit des Ein- entschlossenheit. Zu spät, tritts in die Ewigkeit? verschwindet oft der Wahn, 2. Du weißt es, Gott, da man auch schlafend sterder meine Tage schon längst ben kann. mit Weisheit niederschrieb 7. Wie leicht raubt du, der im Glück und unter Schmerz und Fieberhitze mir Plage mein liebevoller Va- Ueberlegung und Verstand! ter blieb. Von dir, der mir Wenn ich in Todesängsten den Odem gab, hängt auch schwitze, wer macht mich mein letzter Odem ab. dann mit dir bekannt? D 3. Vielleicht in wenig Gott, vielleicht ein Fall, ein Augenblicken rückt schon das Schlag bestimmt mir meinen große Ziel heran, wo ich Sterbetag. nicht andre mehr beglücken, 8. Laß, Höchster, deinen nicht an mir selbst mehr Geist mich leiten! Er mache Wie bald, mich von Sünden rein! bessern kann. wie schnell erscheint die Dann wird der Tod zu Nacht, die meinem Thun ein allen Zeiten mir nur ein Du Ende macht. Friedensbote ſein. 102 Vom Tode. kommst, vielleicht zur Mit- nicht scheun, lern' auch seiternacht! O wohl ewig dem, der wacht! dann ner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun, sprich; ich weiß, an wen ich gläube, und ich Mel. Jesus meine Zuversicht. 127. Meine Lebenszeit weiß, ich werd' ihn schaun verstreicht, einst in diesem meinem Leibe. stündlich eil' ich zu dem Er, der rief: es ist vollGrabe. Und was ist's das bracht! nahm dem Tod auch ich vielleicht das ich noch zu seine Macht. leben habe? Denk, o Mensch, 7. Tritt im Geist zum an deinen Säume Grab oft hin, siehe dein nicht: denn Eins ist Noth. Gebein versenken; sprich: Tod. 2. Lebe, wie du, wenn Herr! daß ich Erde bin, du stirbst, wünschen wirst lehre du mich's selbst bedengelebt zu haben. Güter, ken; lehre du mich's jeden die du hier erwirbst, Wür- Tag, daß ich weiser werden. den, die dir Menschen ga- mag. ben, nichts wird dich im Mel. Tod erfreun; diese Güter 128. sind nicht dein. Alle Menschen müssen. Dir Dir zu leben, dir zu sterben, 3. Nur ein Herz, das ewig, Vater, dein zu sein, Gutes liebt, nur ein ruhi- mit des Himmels frommen ges Gewissen, das vor Gott Erben hier schon deiner dir Zeugniß gibt, wird dir mich zu freun, und mit deinen Tod versüßen; dieses ruhigem Gewissen einst mein Herz, von Gott erneut, gibt Auge sanft zu schließen im Tode Freudigkeit. diese Gnade wünsch' ich 4. Wenn in deiner letzten mir die erbitt' ich mir von Noth Freunde hülflos um dir! dich beben; dann wird über 2. Daß ichs könne, laß Welt und Tod dich dies mich streben, frei von Wahn reine Herz erheben; dann und Glaubensvoll und geerschreckt dich kein Gericht; recht vor dir zu leben, und Gott ist deine Zuversicht. zu leisten, was ich soll. 5. Daß du dieses Herz Ja, mein Gott, gib Licht erwirbst, fürchte Gott, und und Stärke, daß im Fleiße bet' und wache. Sorge guter Werke ich beständig nicht, wie früh du stirbst; dir getreu jeder Tugend deine Zeit ist Gottes Sache. Vorbild sei. Lern' nicht nur den Tod 3. Allen will ich nützlich Vom Tode. 103 werden, ungehorsam keiner lebe? ob diesen Abend? Pflicht, nie ein Aergerniß weiß ich nicht. Wohl mir! auf Erden, auch nach mei- wenn ich mich Gott ergebe! nem Tode nicht. Seelen dann thu' ich redlich meine noch nach seinem Sterben Pflicht, und bin, durch seines ihre Freuden zu verderben, Geistes Kraft, bereit zu meisie zu reizen, dich zu fliehn: ner Rechenschaft. welch' ein Fluch! wie fürcht 2. Am Morgen blüht und ich ihn! glänzt die Blume, und fällt 4. O wer wollte nicht oft schon am Abend ab; so auf Erden immer streben sinkt mit seinem Glück und gut zu sein, um ein Denk- Ruhme der Mensch, eh' er mal einst zu werden, deß es denkt, in's Grab. Und sich die Gerechten freu'n? du, o Mensch, verträumſt die Ja, ich will die Sünder Zeit leichtsinnig oft in Eilocken, daß sie nie ihr Herz telkeit! verstocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel! Hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. 5. Daß auch, was ich Auf! strebe eifrig nach hinterlasse, nie zur Unge- dem Himmel! eil' jenem rechtigkeit, nie zu Zank und bessern Leben zu. Wie bald bitterm Haffe meinen Erben verfließt die Uebungszeit; Reiz verleiht, will ich früh und dann, dann kommt die schon weislich sorgen; denn Ewigkeit! mein Tod ist mir verborgen. 4. Verschiebe niemals deine Freudig scheid ich von der Pflichten. Was du zu thun Welt, hab' ich so mein jetzt schuldig bist, das eile Haus bestellt! 6. In den letzten Augen- ob's blicken sei mein Herz von Nur heute zu verrichten; wer weiß, Morgen möglich ist! dieser Augenblick ist Sorgen frei! Sagen muß ich dein; der nächste wird's vielvoll Entzücken: Du, mein leicht nicht sein! Vater stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die meines Meinigen empfehle! Welch' nung; ein Ende! Guter Gott! gib reit! mir einen solchen Tod! nicht Mel. Wer nur den lieben Gott. ren 129. Noch leb' ich! Ob zeit! ich morgen selbst 5. So sei dann, Vater Lebens die Warwachet! feid bean Seele verlomeiner vergebens; nicht die UebungsDann führt mich ein schneller Tod 104 Vom Tode. Gott. zu deiner Seligkeit, mein meinem bangen Herzen: dann, guter Vater, rechne Mel. Wenn mein Stündlein. Du die Schwachheitsfehler 130. Du u wirst mein mir nicht zu, die ich begehen Vater, für mein könnte. Wohl auch einst im Tode 6. Nimm auch verborgne sorgen; nur wann und wie Seufzer an, und laß, wenn ich sterben soll, das hast du ich nicht beten, nicht denken mir verborgen. Mein Ende und empfinden kann, mich, steht allein bei dir. Erhalte deinen Sohn vertreten. Genur den Glauben mir, daß heiligt muß ich dir nur sein; du es weislich ordnest. dann bin ich, Gott, mein 2. Gib, daß ich meine Vater, dein im Leben und höchste Luſt an meinem im Tode. Heiland habe, und seiner 7. Ja, bleib' ich immer, Liebe mir bewußt, ihm folge wo ich bin, nur dir, o Herr, bis zum Grabe! Auf ihn ergeben; dann ist der Tod der für die Sünder starb, nur mein Gewinn, und Chriund Trost und Hoffnung stus ist mein Leben. Und geh mir erwarb, laß freudig mich ich nur zum Himmel ein; so will ich mich des Endes freun, vertrauen. 3. Die Kraft zu denken, ich sterb' auch, wie ich wolle. bleibe mir, wenn's sein sein Mel. Wenn mein Stündlein. kann bis an's Ende; damit 131. Ich eile meinem mein Geist sich stets zu dir Grabe zu; ein und deiner Gnade wende, Schritt, so bin ich Erde: und voll Gedanken, Gott, ach meine Zuflucht, Gott, an dich, zuletzt von diesem Leibe bist du, so oft ich zaghaft sich getrost und ruhig scheide. werde. Was ist die Zeit, 4. Soll ich gewaltsam, o in der ich bin? Sie fähret mein Gott, und schnell und wie ein Strom dahin, der angstvoll sterben; so führe nur niemals wiederkehret. auch dieser Tod mich zu des 2. Von dem, was man, Himmels Erben! Ach, hilf von Jugend an, Glück, Vornur daß ich allezeit zur zug, Größe heißet, ist nichts Rechenschaft, vor dir bereit, das mich erretten kann, und als Christ die Welt verlasse. mich dem Tod entreißet: ich 1 5. Empfind' ich keine sei geehrt, arm oder reich; Freudigkeit; entweicht in mich macht der Tod den großen Schmerzen die Stil- Menschen gleich, die längst le der Gelassenheit aus die Erde decket. Vom Tod. 105 3. Wer fühlet nicht des wir die Gruft, als wären Todes Macht, der unsern Leib wir noch Heiden? Er, der zerstöret, wann er in Finster- uns von der Erde ruft, ruft niß und Nacht zum Staub uns zu bessern Freuden. Wer zurücke kehret; wer glaubt, der lebt, und stirbet entfliehet der Gewalt, mit nicht, ob er gleich stirbt; der des Moders Keim so bald Tod und Gericht, die können den Gliederbau zerrüttet? ihn nicht schrecken. und 4. Vergänglich ist der 7. Besiegt hat Tod und Erde Glück! Üns, die noch Grab der Held; er, der für heute blühen, droht morgen uns gestorben, er hat das oft des Todes Blick; man Leben hergestellt, die Hoffsieht uns schnell entfliehen. nung uns erworben; durch Der Mensch, der hier so ihn, den jetzt kein Grab mehr viel besaß, verwelket, wie deckt, werd' ich, aus meinem ein leichtes Gras auf Fel- Grab erweckt, zum Leben dern eh' es reifet. auferstehen. 5. Jm Sarg ruht unser 8. O Vater, laß nach deiUeberrest, in modernden Ge- nem Rath nur meine Stunbeinen; und sein zerstörtes de kommen. Er, der des Haus verläßt der Geist, Todes Weg betrat, führt muß da erscheinen, wo in einst auch deine Frommen, des Ewigen Gericht ein un o Gott, in deinen Himmel partheiisch Urtheil spricht, ein; wie groß wird dann belohnet oder strafet. ihr Glück erst sein durch alle 6. Doch warum fürchten Ewigkeiten! 23. Auferstehung der Todten. Mel. Was Gott thut, das ist. 2. Ja, Herr, du führst 132. Ich freue mich sie einst heran, die Stunde frohen der Erlösung; die Stunde, Zeit, da ich werd' aufer- da ich hoffen kann Trost, stehen. Dann werd' ich in Freiheit und Genesung; da, der Herrlichkeit dich, Gott, Engeln gleich, im Himmein Heiland, sehen; dann melreich mich Ruhe, Lust werd' auch ich, o Herr, und Leben in Ewigkeit umdurch dich, vereint mit allen geben. Frommen zur ew'gen Ruhe 3. Der du die Auferstehung bist! Du bist's, an kommen. 106 Auferstehung der Todten. den ich gläube. Ich weiß, lodert, wird des falten Todaß ich durch dich, Herr des Raub. So wie FrühChrist, im Tode nicht verblei- lingsblumen welken, wird be. Und dein Gericht wird mein Leben auch verwelken; mich dann nicht mit Trüb- Kraft und Odem nehmen fal, Angst und Schrecken, so, ab, und den Leichuam wie die Sünder decken. nimmt das Grab. 4. Ich hoffe dann mit 4. Nimm ihn hin zu deiFreudigkeit vor dir, mein nem Staube, Grab, verHaupt, zu stehen, und mit wandle ihn in Erd! Den= dir in die Herrlichkeit froh- noch triumphirt mein Glaube; lockend einzugehen. O, hilf denn mein Leib wird einst mir doch aus Gnaden noch, verklärt. Des verwesten Körzum Glück der Ewigkeiten pers Trümmer bleiben wahrmich würdig zu bereiten. lich nicht auf immer der Mel. Alle Menschen müssen. Vermodrung schnöder Raub; 133. Noch bin ich ein neu beseelt wird einst mein Gaft der Erde! Staub. Gott mehrt meiner Tage 5. Durch dein AllmachtsZahl. Daß ich reif zum wort: Es werde! rufst du, Himmel werde, prüft er Herr, in mein Gebein neues mich, läßt mir die Wahl, Leben; nicht mehr Erde werd* Böses oder Guts zu wählen. ich, dein Verklärter, sein. Doch werd' ich viel Jahre Zu den himmlischen Geschäfzählen? oder ruft ein na- ten schmückst du mich mit Her Tod mich zu banger neuen Kräften; und ron Sterbensnoth? Schmerz und Sterblichkeit 2. Herr, du weist's! du werd' ich ewig dann befreit. haft die Tage meines Le- 6. Hör', o Seele, einst benslaufs gezählt; ihre mit Freuden jenen Ruf: Freuden, ihre Plage sah das Grab ist da! Denn dein Auge, das nie fehlt. das Ende deiner Leiden ist Früher noch, als du auf mit ihm zugleich dir nah. Erden mich ließ'st ließ'st einen Der, der' deinen Tod bePilgrim werden, da schon zwungen, hat das Leben dir schriebst du meinen Tod auf errungen; durch den Weg ein Buch allweiser Gott! der Sterblichkeit führt er 3. Einst, wenn es dein dich zur Ewigkeit. Wille fordert, wird mein 7. Stärke mich auf diese äußerer Mensch zu Staub, Stunde, Jesu, der du für und das Feu'r, das in mir mich starbst, und an Got Auferstehung der Todten. 107 tes Gnadenbunde ewig An- Reich mich gehen. Forthin theil mir erwarbst. mich Tod und Grab scheuen, laß vielmehr Laß von keiner Last beschwert, nicht an Leib und Seele ganz vermich klärt, leb ich bei dir dann ewig. darauf freuen; denn nach 5. O welch ein selig Theil treu vollbrachtem Lauf nimmst ist mir in jener Welt bereidu mich zum Himmel auf. tet! Der Freuden Fülle ist bei dir; von dir, o Herr, Heiland geleitet werd' ich in deinem lebt! Er hat Himmelreich, unsterblich, Mel. Sei Lob und Ehre dem. 134. Mein 6. Denn, wo du biſt, da die Macht des Todes ganz deinen Engeln gleich, vollbezwungen, und siegreich aus komm'ne Lust genießen. des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist sollen die, die dir hier folgen, mein; sein soll mein ganzes leben, und ewig frei von Leben sein, und ihm will ich Schmerz und Müh von Seligen umgeben genießen auch sterben. I 2. Nicht ewig wird, wer deine Herrlichkeit. was dein Wort hält, den Tod, sind Leiden dieser Zeit, Herr, o Jesu, schauen. Das ist's, gegen jene Freuden! was mich zufrieden stellt, 7. Laß diese fünft'ge selbst bei der Gräber Grau- Herrlichkeit mir stets vor en. Ich bin getrost und Augen schweben, und oft dieser Prüfungszeit unverzagt, weil du den Dei- in wo nen zugesagt: Ich leb', und mein Herz dahin erheben, ihr sollt leben. keine Schwachheit uns drückt Wo wir, Sterblichkeit entrückt, 3. Wird gleich mein Leib mehr des Todes Raub; er wird der doch wieder leben, und einst frohlockend vor dir wanaus der Verwesung Staub deln. 8. Erwecke mich dadurch sich neu gebild't erheben, wann du, o großer Lebens- zum Fleiß, der Tugend fürst, nun deinen Todten nachzustreben, und als dein rufen wirst, zum Leben auf Jünger, dir zum Preis, Wort zut zuwachen. fühl' ich hier und Schmerz; stehen! so tröste selbst damit mein mich mit Herz: es kommt ein beß'res in dein Leben. nach deinem 4. Wie froh und herrlich leben. Und werd ich dann vor dir, noch Noth mein Heiland, Dann nimmst du Ehren an, läßt 108 24. Allgemeines Weltgericht. 135. Mel. Aus tiefer Noth ruf ich. velnden Verbrecher, der dein erechter Gott, Gesetz und Recht entweiht, vor dein Ge- bist du ein strenger Nächer. richt muß alle Welt sich Verachtung, Elend, Schmerz stellen; du wirst in ihrem und Hohn, Gewissensmarter Angesicht auch mir mein sind sein Lohn oft schon in Urtheil fällen. O laß mich diesem Leben. jede Sünde scheu'n, und hier 6. Bleibt hier viel Böses mit Ernst beflissen sein, vor ungestraft, viel Gutes unbedir einst zu bestehen! lohnet; so kommt ein Tag 2. Du siehst von deinem der Rechenschaft, der keines hohen Thron herab auf deine Sünders schonet. Da zeiKinder, beſtimmest jedem gest du im hellsten Licht Geseinen Lohn, dem Frommen rechtigkeit in dem Gericht, und dem Sünder; nie siehst zur Freude jedes Frommen. du die Personen an: auf das 7. Gerechter Gott, laß allein, was wir gethan, siehst mich wie du, das Gute eifdu, gerechter Richter. rig lieben, verleih mir selbst 3. Das Vorgefühl der die Kraft dazu, es willig Seligkeit gibst du schon hier auszuüben. Regt sich die den Frommen; du schützest Sünde noch in mir; so sie vor manchem Leid, in stärke Ehrfurcht mich vor das die Sünder kommen. dir, daß ich sie überwinde. So zeigest du vor aller mel. Valet will ich dir geben. Welt, daß dir der Eifer 136. Ich denk an dein wohlgefällt, den man der Gerichte, du Tugend widmet. Richter aller Welt! dem 4. Du liebst, was recht Thor sei's ein Gedichte, das ist, Herr, und gut, du bist Schwachen nur gefällt; mich ein Freund der Frommen. soll sein Wahn nicht stören, Wer deinen Willen gerne weil mich dein göttlich Licht thut, wird von dir aufgenom- und mein Gewissen lehren: Sein Tugendfleiß ge- du haltest einst Gericht. fällt dir wohl ist er gleich 2. Ich höre die Posaunicht, so wie er soll, ganz nen, o Herr, im Geiste heilig, ganz vollkommen. schon; ich sehe mit Erstaumen. 5. Doch dem, der dich, o nen dich auf dem RichterGott, nicht scheut, dem fre- thron, um den die heil'ge Allgemeines Weltgericht. 109 Menge von deinen Engeln mit Schanden vor deinem steht. Welch' herrliches Ge- Thron zu stehn. Du stellst pränge von deiner Majestät. mich dann zur Rechten, von 3. Umsonst flieht dann aller Schuld befreit, führst der Sünder vor deines Ar- mich mit deinen Knechten in mes Kraft. Herr alle deine Herrlichkeit. Menschenkinder ziehst du mel. Jesus meine Zuversicht. zur Rechenschaft. Du rufft, 137. Stündlich naht der Tag heran, und sie erscheinen vor deinem Jichterthron; den Sün- stündlich geh' ich ihm entgedern und den Deinen gibst gen, wo von dem, was ich du gerechten Lohn. gethan, ich Gott Rechnung 4. Frohlockend seh'n die soll ablegen. Thaten in der Frommen dein göttlich An- Uebungszeit lohnet einst die gesicht; schon hier dem Fluch Ewigkeit. entnommen, zagt ihre Seele 2. Von Gedanken muß ich nicht. Nun triumphirt ihr dann, wie von Worten, Hoffen; erlöst von aller Müh, Rechnung geben, um Verseh'n sie den Himmel offen, geltung zu empfahn, wie ich und du, Herr, segneft sic. that bei Leibes Leben; wie 5. Wie angstvoll aber ich Samen hier gestreut, ernt' beben, die hier dein Wort ich in der Ewigkeit. verhöhnt, und durch ein 3. Selbst der Herzen stilsinnlich Leben das eitle len Rath wird der Jiichter Herz verwöhnt. Du gibst offenbaren; Jedem wird für Sündenknechten ihr jede That Lohn auf ewig. Theil in jener Pein, und widerfahren. Jener Tag führest die Gerechten zu dei- macht es einst klar, was ich nen Freuden ein. that und wer ich war. den die 6. Drum laß, Herr, dein 4. Siehe, Christ, ein Gerichte mir stets vor Au- Ackersmann hofft geduldig gen sein, und drücke sein warmen Regen für Gewichte tief in's Gewissen Saaten zu empfah'n, sieht ein! Vor dir laß recht des Fleißes Frucht Frucht entmich handeln und hier zu gegen; sei auch du geduldig: aller Zeit, so wie ein Wei- Christ, da der Richter nahe ser, wandeln, der seinen ist. Richter scheut. 5. Richte, Mensch, nicht der 7. Ist dann dein Tag vor der Zeit, bis vorhanden, wird diese Welt Tag des Herrn erscheinet! vergehn; so hoff' ich nicht Fromme, blickt zur Ewig 110 Ewiges Leben und Seligkeit. keit, wenn ihr unter Leiden Willen wandeln, eingedenk der weinet. Bald geht ihr zum Him- Rechenschaft, fromm auch im mel ein, ewig selig da zu sein. Verborg'nen handeln, selbst 6. Laßt uns nur gewis- die kleinste Sünde scheu'n senhaft und nach Gottes und Verehrer Jesu sein. Mel. Werde munter mein. 25. Ewiges Leben und Seligkeit. 4. Nein: Gott schuf nicht 138. chuf mich Gott unsre Seelen bloß für einen für Augenblicke, Augenblick; schuf sie nicht, bloß für diesen Traum der um sie zu quälen, schuf sie Zeit? nur zu ihrem eitlen für ein ewig's Glück; nur Glücke, aber nicht zur Ewig- für dieses schuf er sie; keit? Thoren sagen; nur Seelen, Seelen sterben nie; ein Hauch sei dieß Leben, selig machen oder richten schwinde auch, wie ein wird er sie, und nicht zerStrahl in Nacht verschwin- nichten. det, daß man seine Spur 5. Dieser heiße Durst im nicht findet. Herzen nach der Unvergäng2. Bin ich, wenn ich ster- lichkeit, dieser Drang in Leid ben werde, völlig der Ver- und Schmerzen nach der wesung Raub? Dieser Leib Heimath aus der Zeit! Jhr wird freilich Erde, und nur bezeugt und bürget mir, daß eine Hand voll Staub: aber ich mich, mein Gott, zu dir, fänd' ich hier mein Ziel, und dahin, wohin ich strebe, hätt' ich hier mein Selbst- einst erheb' und ewig lebe. gefühl und mein ganzes 6. Du, o Schrecken im Sein verloren: lieber wär' Gewissen bei Verbrechern: ich nie geboren. du, o Ruh, und was From3. Ist dieß Leben nicht zum me nur genießen, hoher Leben einer bessern Welt der Friede Gottes, du! Shr Pfad? Sagt warum mir's bezeugt und bürget hier, Gott gegeben, ja Vernunft wenn der Tod mich schrecket, gegeben hat? Hätte denn mir, daß, wenn dieser Leib nicht jedes Thier ein weit zur Erde wird, mein Geist größres Glück vor mir, das nicht sterben werde. in Freuden hüpft und spielet! 7. Ewig, ewig werd' ich und den Tod voraus nicht leben; sicher der Unsterbfühlet? lichkeit streb' ich, mich em Ewiges Leben und Seligkeit. 111 por zu heben über jeden dann sein, wann ich einst Traum der Zeit. Wandeln dich in der Nähe, frei von will ich fest und still jeden Kummer, Angst und Pein, Pfad des Rechts, und will, mit verklärtem Auge sehe! was davon mich locket, hassen, Sinke nur mein Leib zur und die Ewigkeit umfassen. Grujt! Gott ist's, der die 8. Aber daß mein Fuß nicht Seele ruft! wanke, stärke mich, o Gott, 5. Todesschrecken können dein Wort, und der selige dann meinen Glauben nicht Gedanke: dort ist meine erschüttern. Nur der Freund Heimath: dort! Dort ist des Bösen kann vor des weder Schmerz noch Leid, Grabes Nacht erzittern. Wonne nur und Herrlich keit, dort, o Gott, vor dei nem Throne, meines Kampfes Preis und Krone! Fromme Seele zittern nicht; denn sie sind frei vom Gericht. 6. Nahe sei mir oder fern jenes Heil das ich verlange; Mel. Jesus meine Zuversicht. ringen will ich, daß vom 139. Hier ist nur mein Herrn ich, was er erwarb, Prüfungsstand; empfange. Freudig ruft dann aber nicht mein bleibend einst mein Geist: Bande der Erbe. Droben ist mein Va- Natur zerreißt. terland; das erreich' ich, wenn 7. Daß ich diese Freudigich sterbe. O dann bring ich keit einst in meinem Tod dir, o Gott, Preis und Dank empfinde mache siegreich für deinen Tod. mich im Streit gegen jeden 2. Gottes Stadt, die Reiz der Sünde! Stärke droben ist, wo der Unsicht- mich, o Herr, im Lauf! bare wohnet; wo mein Nimm mich endlich gnädig Mittler Jesus Christ seinen auf! Freunden herrlich lohnet! Mel. Wer nur den lieben Gott. Himmel! nie gedenk ich 140. Ich bin zur Ewigdein, ohne göttlich froh zu teit geboren, für sein. eine beß're Welt bestimmt; 3. Er, dein König, der die Hoffnung ist nicht ganz mich hier auf der Bahn der verloren, wenn gleich das Tugend leitet; er mein Hei- Grab den Leichnam nimmt. land, hat in dir eine Stätte Jch lebe nicht für dieſe mir bereitet, und an allem Zeit; mein Loos ist die Undeinem Heil hat auch meine sterblichkeit! Scele Theil. 2. Was ist die Welt, 4. O wie wohl wird mir was Geld und Ehre? Ge 112 Ewiges Leben und Seligkeit. setzt, es wäre alles mein:| 7. Er weckt mich auf aus so blieb's, auch wenn kein meinem Staube: Dies hofft Himmel wäre, für meine mein Herz; so spricht sein Wünsche doch zu klein. Der Wort. Dies Wort, laut Geist find't nicht im Staube triumphire, Glaube!- treibt Ruh; erhabnern Gütern eilt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun er zu. 3. Er schuf, mich ja, der mein Geist, da Gott ihn Gott der Liebe, zu meinem selbst unsterblich heißt! Glück, zu seiner Lust; er 8. Noch mehr: ich kenne pflanzte mir die höhern Triebe Jesu Lehre, und das, was mit eigner Hand in meine er für mich gethan; was ich Brust. Er, der den Geist aus seinem Munde höre, ist mit Hunger füllt, läßt Wahrheit, die nicht trügen wahrlich ihn nicht ungestillt. kann. Ich bin des Heilands 4. Der Wunsch, ihn ewig Eigenthum, erlöst durch ihn treu zu lieben, in größrer zu seinem Ruhm. Klarheit ihn zu seh'n, der 9. Mein Jesus lebt! Wer hier noch unerfüllt geblieben, will mich tödten? Wer raubt muß einst noch in Erfüllung mir die Unsterblichkeit? Sein geh'n. So wahr Gott mein Arm reißt mich aus TodesVerlangen fennt, wir bleiben nöthen, und führt mich hin ewig ungetrennt. zur Seligkeit. Auch dieser 5. Er ist gerecht, der höchste Leib muß auferstehn, und Richter! Die Tugend wird schön verklärt zum Himmel noch einst gekrönt, wenn gleich geh'n. ein Haufe Bösewichter sie 10. Jhr Thäler sinkt! hier verwirft, verfolgt, ver- fallt, Berge, nieder! Mein höhnt. Der Heuchler, der fester Glaube fürchtet nichts. hier triumphirt, wird dort Ich sehe einst den Morgen vor das Gericht geführt. wieder, den Morgen, jenes. 6. Ist's möglich kann ew'gen Lichts. Dann Gott anders handeln? Gilt fängt mein neues Leben an: denn kein Recht in seinem o Gott, wie selig bin ich Reich? Die Frommen, dann! die hier redlich wandeln, mel. Wer nur den lieben Gott. sind die den Frechen Spöt 141. Es ist noch eine gleich? +8 tern komm Ruh vorhan= - nur Tod! ich sterbe drauf: den für jeden Gott ergebGott weckt mich zur Vergel- nen Geist, wann er sich tung auf. dieses Körpers Banden 113 Ewiges Leben und Seligkeit. nach Gottes Willen einst ent- den, der dich redlich liebt, reißt, und nun nicht mehr nicht stets willst in der Unso eingeschränkt, als hier ruh' lassen, die dieses Leben auf Erden, lebt und denkt. noch umgibt. Dies flöße Muth 2. Zu dieser Ruhe werd' und Kraft mir ein, dir auch ich kommen, und, Gott, wie im Leiden treu zu sein. selig bin ich dann! In dei- 7. Mein Heiland, der du nen Himmel aufgenommen, selbst auf Erden der Leiden fang' ich das beß're Leben Joch getragen hast! will ich an, wo nach der Last, die des Lebens müde werden, hier mich drückt, der Freuden und fühl' ich dieser Tage Fülle mich erquickt. Last; so stärke mächtig mei3. Wie Mütter ihre Kin- nen Geist, daß er dem Under trösten, so tröstet deine muth sich entreißt. Gütigkeit mich 8. Hilf, daß in Hoffnung Wonne der Erlösten, mit jener Ruhe, die einst der völliger Zufriedenheit; und Lohn der Frommen ist, ich dann wird mir recht bar, wie gut hier Führung war. mit der offen- gern des Vaters Willen thue, deine wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine 4. Da schweigen alle Prüfungszeit gewiß vollmeine Klagen; da bringt kommne Šeligkeit. mein frommer Lobgesang dir mel. Sei Lob und Ehr' dem. ſelbst für dieſes Lebens 142. Der Freuden Quell Plagen mit nie gefühlter ist, Gott, bei Regung Dank. Froh jauchz' dir; und in dem höhern Leich dann: sie sind voll- ben wird deine Huld daraus bracht; der Herr hat Alles auch mir zu voller G'nüge wohlgemacht! geben, was mich mit reiner 5. Auf ewig trifft mich Lust erfüllt, was meines dann kein Leiden, kein Geistes Sehnsucht stillt und Schmerz und keine Schwach- sich ohn' Ende mehret. heit mehr; ich denk' und 2. Dich lern' ich dann im fühle nichts als Freuden, hellern Licht in deiner Größe gekrönt von dir mit Preis kennen und mit vollkommund Ehr'; mein Glück ner Zuversicht dich meinen wird fest und volles Heil Vater nennen; mit hoher bleibt dann in Ewigkeit Freude bet' ich dann auf mein Theil. ewig deine Weisheit an, mich zum Himmel 8 6. Gott, dies will ich die zu Herzen fassen, daß du führte. 114 Ewiges Leben und Scligkeit. 3. Wenn mein erhöhter kommenheit. Gott, hilf mir Geist das sieht, worauf er es erreichen! hier vertrauet; wenn er dein me I. Wer nur den lieben Gott. unumschränkt Gebiet noch 143. Nach einer Prüheller überschauet: Gott, fung kurzer Tage welch' Entzücken ist dann erwartet uns die Ewigkeit; mein. Wie werd' ich deiner dort, dort verwandelt sich die da mich freu'n! Wie selig Klage in göttliche Zufriedenda mich fühlen! heit. Hier übt die Tugend 4. Noch größre Freuden ihren Fleiß, und jene Welt seh ich dann von deiner Macht reicht ihr den Preis. und Güte, als ich auf Erden 2. Wahr ist's, der Fromsehen kann, und mein ent- me schmeckt auf Erden, zückt Gemüthe verliert voll schon manchen sel'gen AuDank und Freude sich in genblick; doch alle Freuden, deiner Herrlichkeit, die ich in die ihm werden, sind ihm vollem Glanz erblicke. lein unvollkommines Glück. 5. Da werd ich deinen Er bleibt ein Mensch und weisen Rath noch mehr, als seine Ruh nimmt in der hier, verstehen; dir danken, Seele ab und zu. daß du mich den Pfad der 3. Bald stören ihn des Tugend hießest gehen, und Körpers Schmerzen, bald das selbst durch Leiden dieser Geräusche dieser Welt; bald Zeit mich zu dem Glück der kämpft in seinem eignen Ewigkeit so väterlich erzogest. Herzen ein Feind, der öfter 6. Ganz werd ich dann siegt als fällt, bald sinkt er durch Heiligkeit dich, o mein durch des Nächsten Schuld in Vater, lieben, und was dein Kummer und in Ungeduld. Wille mir gebeut, aus 4. Hier, wo die Tugend reiner Absicht üben. öfters leidet das Laster welche Quelle reiner Lust, öfters glücklich ist, wo man sich keiner mehr den Glücklichen beneidet, des Bekümmerten hier kann der ist bei Mensch nie frei von Pein, richtig und vergißt; Freuden reichste nie frei von eigner Schwach7. Ja ewig, ewig dir der Quelle, und ewig, ewig heit sein. bleibt sie mir stets unver- 5. Hier such ich's nur, siegt und helle. Mein Glück dort werd ich's finden. währt da in Ewigkeit; Dort werd ich, heilig und nichts fehlt ihm an Voll- verklärt, der Tugend ganSünde bewußt, in Allem Handeln! Ewiges Leben und Seligkeit. 115 zen Werth empfinden, den Gottes Weg mich gehen hieß, unaussprechlich großen Werth, ihn mit entzückter Rührung den Gott der Liebe werd ich segnen, daß er mir ihn so sehn, ihn lieben, ewig ihn treulich wies; da find' ich erhöh'n. in des Höchsten Hand, den 6. Da wird der Vorsicht Freund, den ich auf Erden fand. heil'ger Wille mein Will' 11. Da ruft, o möchte und meine Wohlfahrt sein; Gott es geben! vielleicht auch und lieblich Wesen, Heil die mir ein Sel'ger zu: Heil sei Fülle am Throne Gottes mich dir! denn du hast mein Leerfreu'n. Dann läßt Gewinn ben, die Seele mir gerettet, stets auf Gewinn mich füh- du! O Gott, wie muß dies len, daß ich ewig bin. Glück erfreu'n, der Netter 7. Da werd' ich das im einer Seele sein! Licht erkennen, was ich auf 12. Was seid ihr, Leiden Erden dunkel sah; das wun- dieser Erden, doch gegen jene derbar und heilig nennen, Herrlichkeit, die offenbart an was unerforschlich hier ge- uns soll werden von Ewigschah. Da denkt mein Geist, feit zu Ewigkeit? Wie nichts, mit Preis und Dank, die wie gar nichts gegen sie ist Schichtung im Zusammenhang. doch ein Augenblick voll Müh'. 8. Da werd' ich zu dem Mel. Alle Menschen müssen. unausThrone dringen, wo Gott, 144. O wie mein Heil, sich offenbart; sprechlich selig ein Heilig, Heilig, Hei werden wir im Himmel sein! lig singen dem Lamme, das Da, da erndten wir unzäherwürget ward; und aller lig unsers Glaubens Früchte Himmel sel'ges Heer jauchzt ein. Da wird ohne Leid ihm einstimmig Preis und und Zähren unser Leben Chr. ewig währen. Gott, zu wel9. Da werd' ich in der cher Seligkeit führst du uns Engel Schaaren mich ihnen durch diese Zeit! gleich und heilig seh'n; das 2. Hier ist zwar, was nie gestörte Glück erfahren, du den Frommen dort für mit Frommen stets fromm Glück bereitet hast, noch umzugehn. Da wird durch in keines Herz gekommen. jeden Augenblick ihr Heil Welcher Mensch auf Ermein Heil, ihr Glück, mein den faßt deines Himmels Glück. große Freuden? Doch nach 10. Da werd' ich dank- dieses Lebens Leiden wervoll dem begegnen, der den alle, die dir trau'n, 8* 116 Ewiges Leben und Seligkeit. mehr noch, als sie hoffen, so köstlich sei, ist's doch nie schaun. ganz von Beschwerden, Sor3. Neue Wunder deiner gen, Furcht und Kummer Güte werden da ihr Glück frei. Schnell folgt hier auf erhöhn; mit erstaunendem Lust oft Weinen; dort nur Gemüthe wird dann unser wird die Zeit erscheinen, wo Auge sehn, deine Huld sei kein Wechsel mehr uns beugt, überschwenglich und das wo das Glück beständig steigt. Gute unvergänglich, das dem, 8. Sei, o Seele, hoch erder dich redlich liebt, deine freuet über das erhab'ne Vaterhand dort gibt. Glück, das dir einst dein 4. Dann wirst du dich un- Gott verleihet! Richte deisern Seelen offenbaren wie nes Glaubens Blick oft nach du bist. Keine Wonne wird jener Stadt der Frommen, uns fehlen, da wo wo alles mit dem Ernst dahin zu Wonne ist. Zu vollkomm- kommen. Trachte, weil du nen Seligkeiten wird uns dort hier noch bist, nur nach dem, der Mittler leiten, der uns was droben ist. dieses Glück erwarb, als am 9. Ohne Heiligung wird Kreuz er für uns starb. teiner, Herr, in deinen 5. Da wird deiner From- Himinel geh'n. O so mache men Menge, Ein Herz, Eine immer reiner hier mein Herz, Seele sein, Dienst und Dank dich einst zu sehn! Hilf du und Lobgesänge dir, erhabner selber meiner Seele, daß sie Gott, zu weihn; dir und dem, nicht den Weg verfehle, der der selbst sein Leben willig mich sicher dahin bringt, wo für uns hingegeben. Mit ihm, man ewig dir lobsingt. unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. Mel. Von Gott will ich nicht. 145. Der letzte meiner 6. O wer sollte sich nicht Tage ist mir sehnen, aufgelöst und da zu vielleicht nicht fern. sein, wo, nach ausgeweinten dann wird meine Klage Thränen, ew'ge Güter uns ein Lobgesang dem Herrn! erfreu'n? wo sich unser Vollbracht ist dann mein Kampf in Palmen, unser Lauf; ich trete zu dem Klagelied in Psalmen uns're Throne, und Gott ſetzt mir Angst in Lust verkehrt, die Krone der Ueberwinder die forthin kein Kummer auf. stört. 2. Für seines Reiches 7. Was ist unser Loos Erben hat Jesus mich erauf Erden? Ob's auch noch erklärt: was fürcht' ich mich Ewiges Leben und Seligkeit. 117 zu sterben, wie er mich ster- Bunde, Herr, meines Lebens ben lehrt? Mir ist der Tod Fürst, der du mir einst die Gewinn! Daß ich ganz Stunde des Todes senden glücklich werde, entschwing wirst. Erhalt' mich stets ich mich der Erde, und geh' bereit im Glauben deiner zum Himmel hin. Frommen, bis einst die Zeit 3. Nicht mich, nur meine wird kommen, die mich und Bürde verschließt die finstre sie befreit. Gruft; mich hebt zu höhrer 8. Dann geh' ich frei von Würde mein Vater, der mich Kummer, des Todes dunkle ruft. Er ruft mich durch den Bahn; mir bricht nach kurzem Tod! der reißt die Sünden- Schlummer ein ew'ger Morglieder, den trägen Leib dar- gen an! Heil mir! er ist nieder; mich selbst führt er nicht fern der letzte meiner zu Gott. Tage; er kommt und alle Klage 4. Jch, der Gefahr ent- wird Lobgesang dem Herrn. ronnen, geh aus dem Kampf In bekannter Melodie. hervor; hoch über alle Son 146. Alle Menschen nên hebt mich mein Glaub' müssen sterben, empor. Da tret' ich in die ihre Herrlichkeit verblüht; Reihn der Engel, meiner Brü- und wer kann den Himmel der, in ihre hohen Lieder erben, der zuvor den Tod stimm ich mit Jauchzen ein. nicht sieht? Staub wird die5. Gott schaut von seinem ser Leib von Erde; doch, daThrone mit Huld auf mich mit er himmlisch werde, wird herab, dem er in seinem Sohne er einst von Gott erneut und das Recht der Kindschaft gab. zieht an Unsterblichkeit. In seiner Ewigkeit wird er 2. Wollt ich länger hier mit größern Freuden die verweilen als es meinem Auserwählten weiden, die Gott gefällt? Seinem Reiche hier sich ihm geweiht. zuzueilen, laß ich gern die 6. Die Leiber seiner Prüfungswelt. Jesus tilget Frommen sind Saat von meine Sünden, stärkt mich, ihm gesät; die Freudenzeit hilft mir überwinden; auch wird kommen, da reif die in meiner letzten Noth Erndte steht. Dann wird rettet mich sein Blut und der Erndtetag ein neues Tod. ew'ges Leben auch meinem 3. Und wer kann mich Staube geben, der tief im ihm entreißen? Mein ist er Tode lag. und ich bin sein. Er erfüllt, 7. Mit dir steh' ich im was er verheißen! Sein TIE 118 Ewiges Leben und Seligkeit. soll ich mich ewig freu'n. Ja Jch, ich weiß, an wen ich mir soll's durch ihn gelin- gläube, mir ist Sterben ein gen, mich zu ihm empor zu Gewinn: denn zum Vater schwingen, freudenvoll vor geh ich hin. ihm zu stehn, seine Herrlich- 8. Welche Tröstung, das feit zu sehn. zu wissen! Dieser großen 4. Dort bei ihm ist wah- Hoffnung voll, lag ich nicht res Leben. Millionen stehen in Kümmernissen, die ich schon, ihren Retter zu erhe- hier noch dulden soll. Leicht ben, selig da vor seinem und kurz sind diese Leiden, Thron; hohe Himmelsgeister sie verwandeln sich in ringen, mit anbetend ihm zu Freuden, wenn ich christlich singen, der des Ruhms so sie ertrug, bis Gott spricht: würdig ist, dem Erbarmer, es ist genug! Jesus Christ. Mel. Befiehl du deine Wege.. 5. Alle, die ihm nachge- 147. Wenn dich in wandelt, sehn des Glaubens dunkeln TaDunkelheit dort in Licht und gen geheimer Kummer drückt, Schaun verwandelt, und in und unter stillen Klagen Wonne jedes Leid, weihen dein Auge aufwärts blickt, ihm die neuen Lieder, wer wenn dann kein Licht herfen ihre Kronen nieder nieder in deine Seele fällt; vor dem Herrn und Dank ihr unendlich lang. 6. Vaterland verklärter 2. Er hat auch deinen Frommen! Heil, Unsterblich- Leiden ein weises Ziel bekeit und Ruh, was kein stimmt; sie wandeln sich Sterblicher vernommen, Got in Freuden, wann er dich tes Heil gewährest du! Freu- zu sich nimmt. Dann denerndten schenkt er denen, lernst du heller sehen, was die erst hier gesät mit Thrä- hier dem Blick entschwand, nen; alle Thränen trocknet schaust von entwölkten Höhen er: Sünd' und Elend sind auf dieses Prüfungsland. nicht mehr. 3. Dann sind die Fin7. Ich entbrenne von sternisse durch Gottes Licht Verlangen, was ich glaub, zerstreut; die Weisheit ſei im Licht zu seh'n, jene ner Schlüsse entdeckt die Krone zu empfangen; bald Ewigkeit; dann fließt die erhöret Gott mein Flehn. Freudenzähre, dann tönt Diese Hütte, die zerstäube! dein froher Dank; der Er1 opfern so zage nicht, du Müder! Leben Dein Gott regiert die Welt. Ewiges Leben und Seligkeit. 119 de Schmach wird Ehre, die wenn er vereint mit Jesu Christ, unsträflich, rein, und Klage Lobgesang. 4. Vollbracht ist, Gott fähig ist zum Glück der zum Preise, dein kurzer Lei Ewigkeiten. 3. O hohes Glück, vor denslauf: du wurdest gut und weise, drum nahm der Gott zu stehn! Freude, Herr dich auf. Nun schwin- Jesus, dich zu sehn, und deiden dir die Freuden bewähr- nes Reiches Glieder! Zu ter Tugend nie; Gott prüfte sehen dich in deinem Licht sie mit Leiden, und nun be- von Angesicht zu Angesicht lohnt er sie. dich, Ersten aller Brüder! 4. Wie wird mir dann zu 5. Dieß hemme deine Sorgen, erleuchte deine Nacht, Muthe sein, wann alle Todund zeige dir den Morgen, ten, groß und klein, o Nichder einst dich fröhlich macht; ter, vor dir stehen; wann du dieß lehre mit Vertrauen mich dann beim Namen nennst auf Gott den Herrn der und vor den Engeln mich beWelt, dich dann noch auf- kennst, die dich mit mir erhöhen. wärts schauen, wenn ganz 5. Jch, ich, der jetzt noch dein Glück zerfällt. Thränen weint, ich werde, 6. So sammle denn im wann dein Glanz erscheint, Stillen den Trost der Vorsicht dann leuchten, wie die Sonne; ein! Ihr Rath wird sich ent- ich Sündiger von Sünden hüllen, ihr Licht wird dich errein, ich Sterblicher unsterbfreun. Du segnest einst die lich sein, und Gottes Bild Pfade, auf denen Gott dich und Wonne. 6. Befreit und ewig fern führt; und dankest seiner Enade, die deinen Lauf regiert. von Qual, getränkt mit FreuMel. Komm her zu mir, spricht. den ohne Zahl, Gott immer 148. Ginst sinkt der Leib immer näher, steigt dann mit ins tühle Grab, jedem Augenblick der Seele ter Staub zu allem Staub namenloses Glück noch unhinab, nicht sterblich mehr aussprechlich höher. 7. Und aller höhern zu leben. Mit freiem Flug und frohem Blick kehrt der Geister Schaar, und wer entbundne Geist zurück zu auf Erden heilig war, sind alle meine Brüder find dem, der ihn gegeben. 2. O wohl ihm, war er alle nah verwandt mit mir, fromm, und gut, wenn er und singen stets, Erlöser, dir von seiner seiner Arbeit ruht, aus einem Munde Lieder. 8. Der Seligkeiten, wenn Thaten ihn begleiten, I 120 Wahres Christenthum überhaupt. Gott, wie viel! O Freuden/ denvoll, mein Geist! Gott ohne Maaß und Ziel, hoch über lebt, Gott hält, was er veralles Sehnen! O Ewigkeit! heißt; er ist der Gott der o Ewigkeit! Was ist das Frommen! Kein Heil ist je Leiden dieser Zeit? Wie für dich zu groß. Ist doch nichts sind alle Thränen! zu dir aus Gottes Schooß 9. Sei stark, sei freu- jein eigner Sohn gekommen. Zweite Hauptabtheilung. Pflichten des Christen. In bekannter Melodie. 1. Wahres Christenthum überhaupt. Gnade finde, sich vor neuen 149. Kommt, laßt euch Sünden scheut. Gott will den Herrn be- ihm die Schuld verzeihn, lehren! Kommt und lernet Kraft zum Guten ihm verallzumal, welche die sind, leihn, und er soll schon hier die gehören zu der rechten auf Erden, und auch dort Christen Zahl! Die im getröstet werden. Glauben fest bestehu, freu- 4. Selig ist, wer Sanftdig Gottes Wege gehn, muth übet, seinem Feinde und den Heiland frei be- niemals flucht, seine Fehler kennen, dürfen sich die Sei- ihm vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht, ruhig seine 2. Selig, wer in Demuth Pflicht vollbringt, und sein lebet, seine Schwachheit nie eigen Herz bezwingt. Gott vergißt, nie sich selbst wird selbst sich sein annehmit Stolz erhebet, wenn er men, daß sich seine Feinde groß und glücklich ist. Got- schämen. tes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich sein; Gott wird dort Ehren sehen, die sich geringe schätzen. nen nennen. 5. Selig, die mit Ernst ist verlangen, recht gesinnt und zu fromm zu sein; welche fest hier am Guten hangen und sich ganz der Tugend weihn; 3. Selig ist, wer seine deren Herz nichts mehr Sünde wehmuthsvoll vor begehrt, als was Gottes Gott bereut, und, damit er Ruhm vermehrt. Gott wird Wahres Christenthum überhaupt. 121 ihr Verlangen stillen und Siegeskronen auf das herrden frommen Wunsch er- lichste belohnen. füllen. 10. Herr du wollest 6. Selig, wer der Noth selbst mich leiten auf gerades Armen niemals fühllos der Tugendbahn, daß ich sich entzieht, ihm aus zärt- wahrer Seligkeit hier und lichem Erbarmen wohlzuthun dort mich freuen kann. sich froh bemüht, und, wenn Gib, daß ich demüthig sei, er um Hülfe weint, ihm meine Schuld vor dir bemit Hülf und Trost er- reu, die Gerechtigkeit stets scheint. Dieser wird Dieser wird auch liebe auch an Feinden Hülf empfangen und Barm- Sanftmuth übe. herzigkeit erlangen. und 11. Daß ich Armen helf 7. Selig sind, die sich und diene, immer hab ein bemühen züchtig, keusch und reines Herz, die in Feindrein zu sein; die der Wol- schaft stehn verfühne, dir lust Netze fliehen, und der anhang in Freud Heiligkeit sich weihn. Die Schmerz. Vater, hilf von der Lockung dieser Welt, deinem Thron, daß ich glaub und dem, was dem Fleisch an deinen Sohn, und, durch gefällt, treu und standhaft deines Geistes Stärke, mich widerstehen, werden Gottes befleiße guter Werke. Antlitz sehen. Mel. Mir nach, spricht Christus. 8. Selig, wer in Frieden 150. Wer Gottes Wort lebet; wer die Ruh und Einicht hält, und nigkeit zu erhalten sich be- spricht: ich kenne Gott! der -strebet, und, wenn Feindschaft, heuchelt; in dem ist Gottes Haß und Streit seiner Brü- Liebe nicht, wie sehr er sich der Glück zerstört, sie die auch schmeichelt. Wer aber Pflicht der Eintracht lehrt. sein Wort glaubt und hält, der Die des Friedens sich be- liebt ihn so, wie's ihm gefällt. fleißen, werden Gottes Kin- 2. Der Glaube, den sein der heißen. Wort erzeugt, muß auch die 9. Selig, die um's Gu- Liebe zeugen; je höher dein ten willen leiden und sich Erkenntniß steigt, je mehr Der dessen freu'n; standhaff ihre wird diese steigen. Pflicht erfüllen, und der Glaube leuchtet nicht allein; Tugend Müh' nicht scheun. stärkt auch das Herz und Gott steht ihnen mächtig macht es rein. bei, und will sie für ihre 3. Durch Jesum rein von Treu einst mit Wonn und Missethat, sind wir H 122 Wahres Christenthum überhaupt. Gottes Kinder; wer solche und Hoffnung sich in meinem Hoffnung in ihm hat, der Herzen mehren; so ist mir flieht den Pfad der Sünder, wohl, und so kann ich, als folgt Christi Beispiel als ein wahrer Christ dich ehren. Christ und reinigt sich, wie Nimm dich auch dann des er rein ist. Leibes an, so lang ich hier 4. Alsdann bin ich Gott noch walle; nur daß dabei, angenehm, wenn ich Gehorsam von Sünden frei, die Seele übe. Wer seinen Willen thut, dir gefalle. in dem ist wahrlich Gottes 4. Gib, daß ich treu und Liebe; ein immer thätiges fleißig sei in dem, was mir Christenthum, das ist des gebühret; daß ich auch nicht. Glaubens Frucht und Ruhm. durch Heuchelei und Ehrgeiz 5. Der bleibt in Gott werd verführet; ja, daß ich und Gott in ihm, wer in der nicht je meine Pflicht durch Liebe bleibet. Die Lieb ist's, Eigennuß entehre, und nie die die Seraphim, Gott zu durch Neid, Haß, Falschheit. gehorchen treibet. Gott ist die Streit, des Nächsten Ruhe Lieb! an seinem Heil hat störe. ohne Liebe niemand Theil. 5. Steh du mir bei, daß mein Gemüth kein wilder Mel. Was mein Gott will. 151. Hilf mir mein Grimm regiere, daß ich vielGott, hilf, daß mehr durch sanfte Güt auch nach dir von Herzen mich selbst den Hasser rühre. Ververlange; daß ich dich suche geß ich mich, daß Hoffarth mit Begier, und standhaft sich will in der Seele regen; dir anhange. Verleih, daß so hilf du mir, gebeugt vor ich mit Freude dich in dei- dir, der Demuth Schmuck ner Hülfe schaue, im Herzen anlegen. rein, auf dich allein mein 6. Hilf, daß ich folge treuem ganzes Glücke bauc. Rath, von falscher Meinung 2. Gib, daß ich in Ge- trete, den Armen helfe mit rechtigkeit nach deiner Gnade der That, für Freund und strebe, gottselig, züchtig alle Feind stets bete, dien jederzeit in deinem Reichhe mann, so viel ich kann, und lebe; und falle ich, so alles Unrecht meide an allem stärke mich, bald wieder Ort, nach deinem Wort, bis aufzustehen, mit mit wahrer ich von hinnen scheide. Neu, dem Guten treu den Mel. O Gott, du frommer Cott. schmalen Weg zu gehen. 152. Du sagst: ich bin ein Christ. 3. Laß Glauben, Lieb Wahres Christenthum überhaupt. 123 Wohl dir, wenn Werk und es hört und thut, ist seines Leben von diesem Ruhme Beifalls werth. dir ein sichres Zeugniß ge- 6. Du sagst: ich bin ein ben; wenn Alles, was du Christ. Mit Gott mich zu thust, durch Gottes Kraft verbinden, nehm ich oft Jesu und Geist von deinem Chri- Mahl; mich mich reuen meine stenthum die rechten Proben Sünden. Doch nur, wenn weißt. sich bei dir in deinen Wer2. Du sagst: ich bin ein ken auch rechtschaffne BeßzChrist. Der Christ, der rung zeigt nach dieses Mahls Jesum kennet, der Gott und Gebrauch. seinen Herrn nicht bloß vor 7. Du fagst: ich bin ein Menschen nennet, der thut Christ; ich sündige nicht gröbmit Freuden auch, was ihm lich: ich bet' und singe gern. sein Herr gebeut. Thust du Nun, das ist Pflicht und löbes nicht, so ist dein Ruhm lich, wofern dein Inn'res auch nur Eitelkeit. rein, wie dein Neußres, ist, # 3. Du sagst: ich bin ein und du beim Gottesdienst Christ; auf Christi Tod ge- voll wahrer Andacht bist. taufet, ward ich so theuer 8. Du sagst: ich bin ein ihm zum Eigenthum erkau- Christ, und rühmst dich deß fet. Du warst's; doch prüfe mit Freuden: allein, thust dich: erfüllest du auch gern du auch mehr, als manche und ohne Heuchelei den kluge Heiden? Hast du des Bund mit deinem Herrn? Guten nicht weit mehr, als 4. Hast du nicht diesen sie, gethan, so klagen sie Bund schon längst und oft dich einst vor deinem Richter gebrochen? Du hast, als an. Gottes Kind Kind, Gehorsam 9. Denn wenn die Leidenihm versprochen. Hast du schaft noch stets dein Herz mit treuem Ernst dem Gu- regieret, zur Wollust, Eitelten nachgestrebt? Hat nicht feit und Schmähsucht dich die Sünde noch sehr oft in verführet; wenn Neid und dir gelebt? Nachbegier noch über dich 5. Du sagst: ich bin ein gebeut, so kennest du noch Christ, weil ich des Hei- nicht die wahre Heiligkeit. lands Lehre zu Haus und 10. Der ist ein wahrer öffentlich mit Andacht les Christ, dem Herz und Werk Leben von und höre. Wohl dir! wenn und diesem du auch thust, was Gottes Ruhme selbst ein sichres Wort dich lehrt. Nur wer Zeugniß geben; der so, wie 124 Jesus Christ, gefinnet ist und Christ zu sein, und nicht bleibt, und den der Geist des bloß so zu heißen. Denn Herrn zu guten Thaten treibt. wer den Namen hat und Glaube. 11. Gott, schenke, mir nicht die That zugleich, bedoch Kraft, mich ernstlich trügt sich und gelangt nie zu befleißen, ein wahrer in dein Himmelreich. 2, G I a u be. Mel. O Gott, du frommer Gott. und redlich thu, was mich 153. Herr, ohne Glau- sein Wort gelehrt; daß ihn ben kann kein Herz, Mund und That als Mensch vor dir bestehen; meinen Heiland ehrt. drum wend ich mich zu dir 5, Sein göttliches Vermit demuthsvollem Flehen. dienst sei mir beständig theuer; O zünde selbst in mir den es fülle mich mit Trost, es wahren Glauben an, in mache mich stets freier von welchem ich allein dir wohl- schnödem Lasterdienst; es gefallen kann. stärke mich mit Kraft, zu 2. Laß mich, Gott, daß deines Namens Ruhm, in du seist, mit Ueberzeugung meiner Pilgerschaft. glauben. Nichts müsse mir 6. Wie selig leb' ich dann das Wort aus meinem Herzen im Glauben schon auf Errauben; daß du dem, der dich den! Noch herrlicher wird sucht, stets ein Vergelter seist, einst mein Theil im Himmel und hier und ewig ihn mit werden. Da werd' ich, was deinem Heil erfreuſt. ich hier geglaubt, im Lichte 3. Wahrhaftig ist dein schaun und du erfüllst dann Wort. Gib, daß ich darauf ganz mein kindliches Vertraue und meine Hoffnung traun. fest auf deine Treue baue; mel. Gott, du frommer Gott. gib, daß ich dir im Glück 154. Herr, allerhöch und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, dem wir von Herzen folgsam jei. ster Gott! von alle Gaben, und was uns nützlich ist, in 4. Auch hilf mir, daß ich reichem Maaße haben; o den, den du gesandt, er- sieh erbarmend erbarmend mich in kenne; ihn meinen Herrn meiner Schwachheit an, und Gott in Geist und weil ich nicht, wie ich will, Wahrheit nenne; und treu dir recht vertrauen kann. Glaube. 125 unterstütze 2. Ich glaube zwar anshand ist Heil und aller dich, doch nur mit schwachem Segen. Herr, Glauben; oft will die Zwei- mich auf allen meinen Wefelsucht mir alle Hoffnung gen; so geh' ich freudig fort, Wer macht das in dieser Pilgerzeit, zu meiHerz gewiß, als du, o Herr, nes Glaubens Ziel der Seeallein? Laß deine Hülfe doch len Seligkeit. von mir nicht ferne sein! rauben. Mel. Nun danket alle Gott. der 3. O reiche du mir selbst 155. Mag doch Gnaden deine Hände! Spötter Heer aus Hilf meiner Schwachheit auf, sich deines Namens schämen; daß mich nichts von dir ich freue mich, dein Heil, wende. Ist schon, dem Herr Jesu, anzunehmen. Senfkorn gleich, mein Glau- Dein Kreuz ist Thorheit be noch sehr klein, so laß nur dem, der es nicht verihn doch bei mir in stetem steht, und keiner spottet sein, Wachsthum sein. der Gottes Wege geht. 4. Gib, daß die Zuversicht 2. Du kamst, des Höchsten in meinem Geist sich mehre. Sohn, im Leben und im dağ du mein Vater seist, und Sterben uns Weisheit, Kraft ich dir angehöre, daß alle und Trost und Gnade zu meine Schuld von dir ver- erwerben. Du wardst der geben sei; damit mein Herz Welt ein Licht; und folg' sich dein, als seines Gottes, ich seinem Schein, wie weise freu'. bin ich dann! wie selig werd 5. Mach' diese Zuversichtlich sein! in mir, o Gott, so kräftig, daß 3. Ich kann hier freilich ich mein Lebenlang in deinem nicht das große Wunder Dienst geschäftig, und stets fassen: gesandt vom Ewigen, beflissen sei, zu thun, was dir der Himmel Thron verlassen, gefällt: so hab ich schon in die Thaten Gottes thun als dir den Himmel auf der Welt. eingeborner Sohn, und dann 6. Mein Heiland! der du am Kreuz empfah'n der einst für deine Jünger batest Missethäter Lohn! Wahrheit die meiund, wenn sie wanketen, 4. Doch kann mein Herz beim Vater sie vertratest; gar wohl der ach unterstütz' auch jetzt mein Kraft empfinden, sehnliches Gebet, und schenkenen Geist belebt, mich reiGlaubenskraft dem, der dich niget von Sünden; doch darum fleht. hab' ich, Herr, in dir 7. In deiner Mittlers- Gerechtigkeit und Heil, 126 Glaube. und an der Seligkeit der Geist verstimmt, willst du Gottversöhnten Theil. uns Schwache nicht beschä5. Dieß müsse meine Lust men, so lang ein Funke an dir, o Herr, erwecken. Glaubens glimmt; du fachst Zu schwach, den ganzen ihn an, du nährest ihn, und Jath der Gottheit zu ent- bald wird er von Neuem decken, nehm ich dein großes glüh'n. Heil mit Dank und Freuden 4. Du stärkst die schon ge-. an, und folge dir getreu auf sunk'nen Hände, stellſt feſt ebner Tugendbahn. des matten Kämpfers Fuß, 6. Herr, deine Ewigkeit gibst der Versuchung solch' ein wird mir mehr Licht gewäh- Ende, daß unser Dank dich ren, und deine große Lieb' preisen muß, und führst auch im Schauen mir erklären! durch die Prüfungszeit uns Unendlich ist mein Heil. nur zu größ'rer Herrlichkeit. Glaube der erfreut! 5. Wir würden immer unGelobet jei der Herr, gelobt terliegen im Kampfe mit der in Ewigkeit! Leidenschaft, wir könnten keiMel. Wer nur den lieben Gott. nen Feind besiegen, erfüllt' 156. Wenn heiße Thrä- uns nicht des Glaubens nen mir ent- Kraft; doch wenn dein Geist fließen, mein Herz mit Angst nur auf uns ruht, so siegen und Schmerzen ringt; dann wir mit Heldenmuth. sink ich, Herr, zu deinen Füßen, und finde, was mir 6. Der Glaube, Herr, ist Tröstung bringt; dann wird uns're Stärke, er überwindet der Glaube mir ein Licht, eine Welt, und wirket in das meines Kummers Nacht uns Gottes Werke, und Tugend, die dir wohlgefällt; durchbricht. 2. Du, Heiland, bietest und jeder Sieg, den er verjedem Müden Erquickung, schafft, belevet uns mit Muth und Hoffnung an, neuer Kraft. und gibst ihm jenen innern 7. Verzeih, o Herr, mir Frieden, den ihm die Welt diesen Glauben, der mehr nicht geben kann. Durch ist, als blos frommer dieses Friedens Kraft er- Schein! Laß nichts mir freut, wird ihm der Glaube seine Freuden rauben! Laß Seligkeit. ihn durch Liebe thätig sein! 3. Auch wenn wir zwei- Dann werd' auch ich in felnd oft grämen, jener Welt den Auserwählunsern ten zugesellt. uns wenn Kleinmuth 127 3. Buße oder christliche Sinnesänderung. Mel. Freu' dich sehr, o meine.dein Gebot zu denken, ließ 157. Gott, ich will mich ich Eigennutz mich lenken. ernstlich prüfen, 5. Ich gehorchte deinem ob ich redlich bin vor dir! Rechte, daß mir diese FolgDu kennst meines Herzens samkeit Huld und Gunst bet Tiefen; ach entdecke sie auch Menschen brächte, und den mir. Laß mich sehen, ob Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ich treu dir in meinem ihr Beifall mich erhob, o wie Wandel sei; ob ich recht zu süß war mir dieß Lob! Dieß thun mich übe, weil ich dich allein ließ ich mich treiben, von Herzen liebe. meiner Tugend treu zu bleiben. 2. Eitelkeit und Eigen- 6. Ach, wie konnt' ich dich liebe sind die Götzen dieser vergessen! dir, mein Gott, Welt: aber nie sind sie die nicht dankbar sein! Deine Triebe, deren Wirkung dir Liebe nicht ermessen, mich gefällt. Wer das Gute, nicht deines Beifalls freu'n! das er übt, nicht mit reiner Meinen Lohn hab ich dahin; Seele liebt, Richter, dem eitler Ruhm war mein Gegibst du die Krone der Ge- winn und zu dir konnt' ich rechten nicht zum Lohne. mich schwingen, deinen Bei3. Die um deiner Liebe fall mir erringen! willen wandeln, wie dein 7. Gott, der du in deinem Wort gebeut, diese, diese nur Sohne reich bist an Barmerfüllen, das Gesetz der herzigkeit, Gott, mein Vater, Frömmigkeit. Nicht nur das, ach verschone dessen, dem was wir gethan, auch die die Sünd' ist leid! Ach! Absicht siehst du an; deine ich fühlte meine Schuld, Liebe soll uns dringen, gute habe, Vater, noch Geduld! Werke zu vollbringen. Laß mich deinen Geist reso gieren, auf die Bahn der Tu- Tugend führen. 4. Wie ein Nebel, verschwinden meine genden vor dir; dulde ich noch Lieblingssünden, 8. Möchten, Vater, meine Werke alle gut und heiich, Gott, gefallen lig sein! Ach! erfülle mich Deine Liebe trieb mit Stärke, ganz mein Lemich nicht zur Erfüllung ben dir zu weih'n! Ich bin meiner Pflicht. Statt anja dein Eigenthum! Dieß kann dir? 128 Buße oder christliche Sinnesänderung. werde. sei mir der höchste Ruhm, vergessen? Nach meinen daß ich hier schon auf der Kräften selbst hast du sie Erde deiner Liebe würdig abgemessen. Nur sei das Werk auch schwer; du bist Mel. O Gott, du frommer Gott. doch kein Tyrann, der mehr 158, Wellt ich die von mir verlangt, als ich Besserung, die ihm leisten kann. du gebeutst, verschieben; so 6. Ja, du schenkst Kräfte würd' ich dich, o Gott, und mir, mich selber zu besiegen, auch mich selbst nicht lieben. und jeder, jeder Sieg bringt Aus ihr allein entspringt göttliches Vergnügen. Was der Seele höchstes Glück; zag' ich? Glück; zag' ich? Geht er Geht er gleich und wer verschiebt sein Heil noch anfangs langsam fort; gern einen Augenblick? du, Vater, bist mir nah, 2. Du selbst gewinnest und stärkst mich durch dein nichts, wenn ich mich dir er- Wort. gebe, und, deiner werth zu 7. O warum saum' ich sein, im Glauben mich be- denn, das Laster zu verlasstrebe. Mein eignes Herz sen? Durch Allmacht zwingst wird rein und voller Zuver- du doch mich niemals, es sicht, und Gott, ein solches zu hassen. Du gabst mir Herz bebt auch im Leiden nicht. Die Vernunft und deines 3. Sei auch das Laster Wortes Licht; ich schände süß, es gibt doch keinen Frie- nur mich selbst, gehorch' ich den. Der Tugend ist allein dennoch nicht. das wahre Glück beschieden. 8. Hat mich dein Sohn Wer dir, o Gott, gehorcht, erlöst, daß ich ein Sünder erwählt das beste Theil! wer bleibe, und, sicher durch sein dich, o Gott, verläßt, ver- Blut, das Laster höher treiläßt sein eignes Heil. be? Nein, schärft uns 4. Leicht ist es freilich nicht sein Wort auch Recht nicht, mich selber zu be- und Tugend ein, so wär' es kämpfen, und der Begierden nicht von dir. Ein Gott Glut in meiner Brust- zu muß heilig sein. dämpfen; doch Pflicht ist's 9. Der Tod kann heute immer noch, und jede schon mich dieser Welt Schwierigkeit, die heute mich entrücken, und Behrung erschreckt, wird größer durch ist kein Werk von wenig die Zeit. Augenblicken. Ein Seuf5. Du legst die Pflicht| zer, Gott, zu dir, ein Blick mir auf; wie dürft' ich sie zur Ewigkeit aus Furcht Buße oder christliche Sinnesänderung. 129 vor Höllenqual wirkt keinessen sollte, und befleckte mein Heiligkeit. Gewissen, von Verblendung 10. So gib denn, weil hingerissen. ich noch, Herr, deine Stimme 5. Ach, zu oft nur ward höre, daß ich noch heute mein Herz der Verführung mich von allem Bösen kehre. sichre Beute, fühlte zwar Ich würde sonst zu spät, der Nachreu Schmerz, doch und mir zur größten Pein, nach schwachem Gegenstreite mein hier versäumtes Glück ließ es von der Macht der einst ewig noch bereu'n. Sünden sich von neuem überwinden. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 6. 159. Vater der so mehr So vergaß ich immer meiner Pflicht und gern verzeiht, deiner Gnade, liebte dieſe gern uns alles Gute schen- Welt zu sehr, aber nicht der ket, und wenn uns die Tugend Pfade, nicht das Sünde reut, mit Erbarmen ernstliche Bemühen, mich der an uns denfet, laß auch Sünde zu entziehen. 7. Bater ach erbarme mich im Schmerz der Sünden Trost und Gnade bei dich! Ich bin auch eins dir finden. deiner Kinder. Tröste, Va2. Tief gebeugt und voller ter, tröste mich, mich den Schaam beim Bewußtsein tiefgebeugten Sünder! Der meiner Blöße fühl ich Weh- Gedanke deiner Treue reize muth, Angst und Gram, mich zu wahrer Neue! / sehe meiner Sünden Größe, 8. Heute will ich den seh im sträflichsten Gedränge Entschluß, mich zu bessern, ihre ungezählte Menge. ernstlich fassen. Ja, ich will 3. Oft versäumt' ich mei- nun, wie ich muß, jede ne Pflicht, oft begann ich, Sünde fliehn und hassen, sie zu lieben; und ermannte will mein ganzes Herz dir doch mich nicht, sie mit geben, und nach deiner VorEifer auszuüben, war ver- schrift leben. drossen, schwach und träge, 9. Gib mir Weisheit, gib und ging dann der Sünder mir Kraft, meinen. Vorsatz Wege. auszuführen. Kämpfend mit 4. Oft der Leidenschaf- der Leidenschaft müss' ich ten Spiel that ich das, nie den Muth verlieren! was. ich nicht wollte, Lehre mich das Gute lieund ben! Stärke mich, es aus9 wankte strauchelte fiel, liebte, was ich has zuüben. Buße oder christliche Sinnesänderung. Mel. Jesu meines Lebens Leben. 5. Aber ach! ihr sel'gen 160. Du der Alles Stunden voller Ruhe, voll sieht und ken- Gewinn, ach! wohin seid ihr net, Ewiger, du kennst auch verschwunden? Glut der mich. Ach ich bin von dir Andacht! ach, wohin! Oft getrennet, Vater, ach! erbarme noch wagt es mein Bestreben, dich. Höre mein Gebet, mein sich zu dir, Gott, zu erheben: Sehnen, sich die Inbrunst doch der Welt Geräusch zermeiner Thränen, schenk mir streut meiner Andacht Inferner deine Huld, und ver- nigkeit. gib mir meine Schuld. 6. O, der du mit Kraft 2. Forsche selbst in meinem von oben uns zu allem GuHerzen, sieh, es fehlt und ten stärkst, der du hoch von wanket noch, und mit unruh- mir erhoben auch auf meine vollen Schmerzen fühlt es oft Schwachheit merkst, hilf die der Sünde Joch. Strau- Sünde mir bezwingen, glückchelnd, ungewiß und träge lich meinen Lauf vollbringen. geht mein Fuß der Tugend Vater! bis ans Ende sei dir Wege; nur zu oft noch sieht mein ganzes Leben treu. mein Blick auf des Lasters mel. Wer nur den lieben Gott. Bahn zurück. 161. Da sinken wir zu 3. Ach! als einst vor deinen Füßen, meinen Blicken der Verblen- du Gott der Langmuth und dung Nebel schwand, und Geduld! Vor dir verklagt mein Auge voll Entzücken uns das Gewissen und zeudeine Huld, Gott, wieder get laut von unsrer Schuld. fand: wie war da der Reiz Sei gnädig, Herr, und im der Sünden mir so leicht Gericht verwirf uns arme zu überwinden! Ihre Schre- Kinder nicht. cken sah ich nur, aber keiner 2. Ach, wolltest du, Herr, Freuden Spur. mit uns rechten, vor Schaam 4. Welche Nuhe, welcher verstummen müßten wir. Wo Friede wohnte da in meiner ist, wo ist von deinen KnechBrust! Eitelkeit! ich war ten auch Einer nur gerecht dein müde; fern von vor dir? Vor deinem Blick, unerlaubter Lust. Meinen o Heiligster, verhüllt sich selbst Wandel zu erneuen, und der Engel Heer. mich deiner Huld zu freuen, 3. Drum, Herr, bekendarnach strebte nur mein nen wir im- Staube dir unsSinn, Gott, mit frommem rer Uebertretung Schuld. Ernste hin. Du bist gerecht; doch unser 130 131 Buße oder christliche Sinnesänderung. Glaube vertraut auf deine Lust; aber Lüste widerstreben Baterhuld, die dem, der zu dem Gesetz in meiner Brust. dir wiederkehrt, Begnadigung Ach, der Sündentrieb im und Trost gewährt. Herzen ist noch oft ein Quell 4. Auch uns hast du in der Schmerzen. Mich bedeinem Sohne den Seelen- schwert der Sünden Joch; retter dargestellt. Eröffnet ist was ich nicht will, thu ich zum Gnadenthrone der Weg doch. für eine Sünderwelt. Voll 2. Sich um Kraft mich Hoffnung nahen wir hinzu, Schwachen beten; meinem und finden für die Seele Ruh. Vorsatz trau ich nicht. Lo5. Für uns ist, Gott, ckende Begierden treten zwisein Blut geflossen, es war schen mich und meine Pflicht. zum Opfer dir geweiht. Selbst den süßen AndachtsDieß theure Blut, für uns stunden, wo, der niedern vergossen, verkündigt uns Welt entschwunden, ich zu Barmherzigkeit. Ach, hör's, dir von Tugend sprach, folgund sprich uns zu erfreun: ten Sündentage nach. Du bist mein Volk; ich will verzeihn! 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen 6. Ja, gnädig bist du! Fall bereut, gläubig mich mit Zum Verzeihen, zum Wohl- dir vereinet und mich deiner thun bist du stets bereit; Huld gefreut! Gnädig sahst und wenn wir unsre Schuld du zu mir nieder, aber bald bereuen, beweisest du Barm- vergaß ich wieder meine herzigkeit. Versöhnt, erlöst, Pflicht und, Vater, dich, und beglückt sind wir! O Preis, die Welt besiegte mich. Erbarmer, Preis sei dir! 4. Vater, du nur fannst 7. Es zeuge künftig unser mich retten, wenn mich Leben, o Gott, von deiner niemand retten kann. BeGütigkeit! Mit Ernst nach ten will ich, brünstig beten: wahrer Beßrung streben, nur Schau mich thun, was uns dein Wort an! gebeut, dich fürchten unser aus meinem Lebenlang: dies sei für deine im Staube Huld der Dank! mit Erbarmen die Neiß Sünd' Herzen! Tief bitt ich dich: selbst zur Tugend Leite mich! mel. Jesu, der du meine Seele. 5. Sieh mich dürften 162. Vater, heilig nach dem Guten! Früh möcht' ich le- und spät ruf ich zu dir. Laß ben, recht thun wäre meine mein Herz nicht länger 9* A 132 Erkenntniß Gottes. bluten! Deinen Geist verleihe quickst mein Herz mit Ruh! mir! Hilf mir böse Lust be- Leben werd' ich, nicht verzwingen, und nach deinem gehen; meine Stärke, Gott, Beifall ringen. Stärke mich bist du. Ueberwinden, übermit hoher Kraft, das zu winden, werd ich durch dich thun, was Segen schafft! alle Sünden. O wie steigt 6. Ja, du hörst mein mein froher Muth! Endlich kindlich Flehen! Du er werd ich fromm und gut. 4. Erkenntniß Gottes. Pflichten gegen Gott. gen, und hinter ihm den Mel. Gott du frommer Gott. Mond in stiller Größe. 163. Gott, du Erha- prangen; wie laut klöpft da benster, unend- mein Herz! wie überströmt lich großes Wesen! Wie die Brust beim Anblick soldeutlich kann ich dich in cher Pracht von tief emdeinen Werken lesen! Dich pfundner Lust! predigt Berg und Thal und 5. Und schwebet dann mein Wiese, Wald und Flur; Geist hinauf zu jenen Wesen, und prachtvoll zeiget mir die deine Vaterhuld auch der Himmel deine Spur. dort zum Heil erlesen; denk 2. So oft ich staunend dort ich Bewohner all der tausend in jenen lichten Höhen die Welten mir; sink ich anbeSonn' mit Majestät seh tend hin in Staub, o Gott, auf- und untergehen; ver- vor dir! nehm ich ihren Ruf: Ich 6. O! wer in der Natur bin ein Werk der Macht dich, Gott, nicht fühlt, nicht des Schöpfers, der auch dich, siehet, und ihrem Anschaun wie mich, hervorgebracht! ganz gefühllos sich entziehet; 3. Und irrt bei heller der findet nimmer dich, nie Nacht in jener blauen Ferne deine Huld und Macht in mein Aug im großen Heer Tempeln, die der Mensch der ungezählten Sterne: nach Maaß und Niß erhebet mächtig dann mich gemacht. Ordnung, Pracht und Licht mel. Wer nur den lieben Gott.. zu dir hinauf, zu dir, 164. Mein Gott, du großer Vater, nicht? wohnest zwar o 4. Seh' farbiges Ge- im Lichte, dahin kein sterbwölk am Horizont ich han- lich Auge Auge dringt; doch Erkenntniß Gottes. 133 gibst du uns zum Unterrichte nicht zu deiner Liebe treibt? dein Wort, das uns Erkennt- Was nützt ein aufgeklärt niß bringt, was du, o Aller- Verständniß, wenn doch das höchster, bist, was mit uns Herz noch böse bleibt? Drum deine Absicht ist. hilf, daß ich der Wahrheit 2. So gib denn, daß ich treu, und daß mein Glaube darauf achte, als auf ein thätig sei. Licht im dunkeln Ort; und, 7. Laß dein Erkenntniß wenn ich ernstlich es betrachte, mir im Leiden die Quelle so hilf selbst meinem Forschen wahres Trostes sein, um fort. Für deiner Wahrheit mich, wann Leib und Seele hellen Schein laß Aug' und scheiden, des beßren Lebens Herz stets offen sein. zu erfreun. Da irrt und 3. Hilf, daß ich deinem wank ich weiter nicht, und Worte glaube, das mich zur sehe dich im hellern Licht. wahren Weisheit führt, daGott. mit kein falscher Wahn mir Andenken an raube, was mir ein ew'ges mein Heil gebiert. Kein Spöt- Mel. Von Gott will ich nicht. tergeist verführe mich, kein 165. An dich, Zweifel sei mir hinderlich. Gott, zu denfen, ist Pflicht und Trost Wenn Gram 4. Das ist der Weg zum für mich. ewgen Leben, daß wir, o und Angst mich kränken; Vater, dich und den, den dusso blick ich hin auf dich. der zum Heil uns haft gegeben, Dann mindert sich erkennen, lieben und erhöhn. Schmerz, dann fliehn die O führe du auf dieser Bahn bangen Sorgen, wie Nebel mich selbst durch deine vor dem Morgen, und Ruh Wahrheit an. erfüllt mein Herz. 5. Vor allem gib, daß 2. Denk ich an deine Liebe, stets lebendig bei mir, wie werd' ich dann erfrent! Gott, dein Eekenntniß sei, Mit dankbar frohem Triebe und daß ich dir darnach fühl' ich mich dann bereit, beständig Lieb, Ehrfurcht dir ganz mein Herz zu weihn, und Gehorsam weih. Gib, dich findlich zu erheben, zur daß ich thu mit allem Fleiß, Ehre dir zu leben, vor Sünwas ich von deinem Willen den mich zu scheun. weiß. 3. Du gabst mir aus Er6. Was hilft, das rich barmen den Sohn, tigste Erkenntniß, wenn's für mich starb, und liebeder 134 Erkenntniß Gottes. voll mir Armen die Selig- Vor dir erbebt die ganze keit erwarb. O welch ein Welt; sie, die dein Arm Glück ist mein! Gott, wenn umschlossen hält, muß sich, ich dies erwäge, dann wird mit tiefem Schweigen, vor der Vorsatz rege, dir ewig deinem Throne beugen. treu zu sein. 2. Du hast durch deine 4. Mit freudigem Ge- Kraft den Himmel ausge= müthe denk ich an deine streckt, die Erde fest gegründ't, Treu, und harre deiner Güte, dem Meer sein Ziel gesteckt. sie wird mir täglich neu. Tein Wort bewegt der Berge Du unterstützest mich; auch Grund, und stürzt sie in des zu dem schwersten Werke gibst Meeres Schlund. Du sprichst, du mir Muth und Stärke; so fliehen Welten, o Herr, es wird mir leicht durch dich. vor deinem Schelten. 5. Wie gut ist dein zu 3. Vor dir sind wir, wie denken! Die Welt mag Thon in eines Töpfers Hand. immerhin ihr Herz auf's Was an uns Gutes ist, haft Eitle lenken; wie schlecht ist du uns zugewandt. Du lehrst ihr Gewinn! Ich halte das menschliche Geschlecht mich an dich; dies bringt durch die Vernunft und mir wahre Freude, dieß Schrift dein Recht; willst, stärkt mich, wenn ich leide, daß wir deinen Willen erdieß labt im Tode mich. fennen und erfüllen. 6. An dich, Herr, will ich 4. Erleuchte meinen Geist, denken, so lang ich denken o Gott, mit deinem Licht. kann. Mag man in's Grab Dich fürchten, sei mir stetsmich senken; mein Geist steigtsso Seligkeit, als Pflicht.. himmelan. Vergesse mich die Laß mich, Herr, als dein Welt! Du, Herr, gedenkst Unterthan der sich nicht doch meiner, wenn auch auf selbst beglücken kann, mit Erden keiner mich im Ge- Ernst und Eifer streben, dir dächtniß hält. immer treu zu leben. 1 Ehrfurcht gegen Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Antlitz scheun. 166. Du bist erhabner Erinnre mich an dein GeGott, an richt, wenn zur Verletzung Mel. O großer Gott von. Macht unendlich reich meiner Pflicht die Lust der Wer ist auf Erden dir, und Welt zu Zeiten mich Schwawer im Himmel gleich? chen will verleiten. Erkenntniß Gottes. 135 6. Doch zünde auch in met hast. Wer Gott als mir das Licht des Glaubens Zeugen vor sich hat, der an, daß ich in Christo dich, freut sich jeder 4. Wenn als Vater, lieben kann. Gib, guten That. Nacht und decken, die daß ich, frei vom knecht'schen Dunkelheit dich Geist das willig thu, was du dem Verbrecher Muth vermich heißt, und so aus reiner leihn, wird dich die Furcht Liebe, mich im Gehorsam übe. des Herrn erwecken, auch vor 7. Laß, Vater, deine Fürcht dann, was unrecht ist, zu stets, meine Nichtschnur sein, scheun. Du weißt, und mir zum Guten Trieb Gottes Angesicht ist Finsterund Ernst und Kraft ver- niß wie Mittagslicht. leihn. Sie mache mich von 5. Den Höchften vor der Heuchelet, von Menschen- Welt verehren, wie in der furcht und Trägheit frei; so tiefsten Einsamkeit; auf des werd ich im Gewissen, Beru- Gewissens Stimme hören, higung genießen. und willig thun, was sie das lehrt Mel. Wer nur den lieben Gott. gebeut: auch 167. Willst du der dich die Furcht des Herrn, Weisheit auch das thut sein Verehrer Quelle kennen? Es ist die gern. nennen Ehrfurcht vor dem Herrn. 6. Läßt dich die Welt Wir dürfen den nur weise Verachtung merken, wenn du der alle seine dich fromm von ihr entfernst, Pflichten gern, weil Gott so wird die Furcht des Herrn es ihm gebent, vollbringt, dich stärken, daß du die wenn gleich kein Mensch ihn Welt verachten lernst. Wer dazu zwingt. Gott dem Höchsten wohlge2. Lern' Gottes Größe fällt, ist glücklich selbst beim recht empfinden, und fühle Hohn der Welt. deine Niedrigkeit; so wirst 7. Vor dem Allmächtigen du nie dich unterwinden, sich scheuen gibt Heldenmuth mit thörichter Vermessenheit und Freudigkeit, wenn uns zu tadeln, was sein Rath der Menschen stolzes Dräuen, beschließt, der wunderbar, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. doch heilig ist. mein Ist Gott 3. Wirst du den Höchsten Schutz, mein Heil und Licht, findlich scheuen, so wird dir so beb ich vor den Menkeine Pflicht zur Last; du schen nicht. wirst nur das vor ihm be1 8. Laß, Herr, mich reuen, daß du sie oft versäu- diese Furcht regieren, mich Auth 136 Erkenntniß Gottes. stets auf deine Hoheit seh'n! kann dich nicht ehren, auf Dicß wird auch mich zur dessen Lippen schwebt, was Weisheit führen, und nie- wahre Tugend schmäht, den mals werd' ich irre gehn. Beter hörst du nicht, der nur O wohl dem, der dich find- mit Leichtsinn fleht! lich scheut! Dich fürchten, Cott, ist Seligkeit. Mel. Jesus meine Zuversicht. Ehrerbietiger Ge- 169. Heilig, heilig ſei brauch des Namens Gottes. der Eid euch, ihr Christen, wenn ihr schwöret. Furchtbar ist die Mel. O Gott, du frommer Gott. Heiligkeit euers Richters, der 168. Bewahre meinen euch höret; furchtbar, aller Mund, so oft Lügen Feind, hier und wann er, Gott, dich nennet, dich, er einst erscheint. den mein eigner Geist anbe- 2. Wann ihr eure Hand tet und erkennet; daß, Hoch- erhebt, dann ergreif euch erhabener, nie Leichtsinn ihn heilig Schrecken. Denkt: entweih, mir nie ein Spiel Gott ist euch nah und lebt, und Spott dein großer Na- er wird alles doch entdecken, men jei. was Betrug und List verstellt, glaubt 2. Stets heilig bleib' er er, der Richter aller Welt. mir; und muß mein Ohr es 3. Gott, dem keine Finhören, daß Andre ihren Gott sterniß, euch verhüllet, wann und sein Gebot entehren, so ihr lüget, ahndet reiße nie der Strom der es ganz gewiß! wenn ihr Spötter mich dahin. Die falsch schwört oder lüget, er, Schuld wird mein, wenn ich der hier selbst eure That zu ihr Mitgenosse bin. enthüllen Wege hat. quält euch Tage. 3. Auch Jesus Christus sei 4. Wenn ihr freveln zu jeder Zeit und Stunde, so wollet: ach, eures eignen oft ich sein gedent, so oft in Herzens Kläge folget jedem meinem Mund sein hoher Tritt euch nach, Name tönt, mir heilig! Jhn nächtlich und entweiht nur der, der ihn ver- Selbstgericht kennt, nur die Undankbarkeit. ihm gleich? 4. Von meinen Lippen raubt es euch. fern sei Fluch und freches 5. Qual und Elend Schwören; fern sei scham- würde dann alles um euch loser Scherz! Der Mund her auf Erden; Alles was was ist jede Ruhe - - - - am Jeſu. 137 mir Gott gebietet, Liebe zu Gott und sonst segnen kann, würde was dann zum Fluch euch wer- bricht. 7. Dann könnt ihr zu den; und Verzweiflung käm zugleich ohne Rettung über Gott hinan voll Vertraun euch. und Hoffnung sehen, und nicht 6. Sagt: für aller Welt hier selbst die rauhste Bahn Gewinn geb ich nicht des freudig und mit Ruhe geHerzens Ruhe die hen. Denn dem, der es Ueberzeugung hin, daß das redlich meint, ist Gott Varecht ist, was ich thue, daß ter, ist Gott Freund. selbst meine Neigung nicht, 5. Liebe zu Gott und Jesu. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Laß mich um deiner 170. Du Vater deiner Ehre willen gern thun, was Menschenkinder, mir dein Wort gebeut. der du die Liebe selber bist, Kann ichs nicht, wie ich soll, und dessen Herz auch gegen erfüllen; so sieh auf meine Sünder noch gütig und voll Willigkeit, und rechne mir, die Mitleids ist! Laß mich von nach Huld, ganzem Herzen dein, laß Schwachheit, Vater, nicht michs mit allen Kräften zur Schuld. sein! deiner 5. Der liebt dich nicht, 2. Gib, daß ich als dein der noch mit Freuden das Kind dich liebe, da du mein thut, was dir, o Gott, mißGott und Vater bist; und fällt; drum laß es mich mit so gesinnt zu sein mich übe, Ernst vermeiden, gefiel es wie's dir mir auch der ganzen Welt. nützlich ist, Was dir ge- kleinste Sünde selbst fällt, gefall auch mir; scheide mich, mein von dir. Die zu nichts scheun, laß Vater, mich beGott, hutſam sein. gefällt, gefällt, 6. Gib, daß ich alles 3. Bewahre mich durch willig leide, was mir dein deine Liebe, wenn böses weiser Rath bestimmt. Du Beispiel mich verführt, und führst durch Trübsal auch zur gib, daß ich Verläugnung Freude; und wer sie willig übe, wenn Sinnenlust zu übernimmt, geduldig trägt sehr mich rührt. Wie sollt' und weislich nützt, wird ich je die Kreatur dir vor- mächtig von dir unterstützt. ziehn, Schöpfer der Natur?! 7. In deiner Liebe laß 138 Liebe zu Gott und Jesu. mich sterben, so ist selbst deinen Leib verbrennen; beSterben mein Gewinn; so seelet dich nicht Lieb' und werd ich deinen Himmel er Pflicht, so rette ganze Staaben, wo ich ganz frei vom ten, Gott lohnt dir deine Uebel bin. Da werd ich Thaten nicht; es waren eitle einmal, völlig rein, dich lie- Thaten. ben und ganz selig sein. Mel. Was mein Gott will. 5. Läg ihm an unsern Werken nur; so könnt' er leicht 171. Wenn dich zur uns zwingen durch alle Kräfte Uebung deiner der Natur, das Gute zu vollPflicht die Liebe nicht beseclet; bringen; allein vor ihm, so rühme dich der Tugend der alles gibt, gilt Weisnicht, weil dann dir Alles heit nichts und Stärke. Er fehlet. Wenn Vortheil, Wol- sieht das Herz an, ob's ihn luft, Eigensinn und Stolz liebt, sieht auf den Zweck dir Gutes rathen: so hast du der Werke. deinen Lohn dahin selbst für 6. Drum täusche dich nicht die größten Thaten. durch den Schein, nicht durch 2. Set durch die Gaben der Tugend Namen! Sieh der Natur ein Wunder hier nicht auf deine Werk allein; auf Erden; beglückst du andre sich auch, woher sie kamen! Menschen nur, um selbst ge- Prüf dich vor Gottes Angeehrt zu werden, erfüllt die sicht: ob Liebe dich beseelt? Liebe nicht dein Herz, so sind Dem fehlt gewiß die Liebe die höchsten Gaben vor Gott nicht, dem nicht der Glaube doch nur ein tönend Erz; fehlet. dein Geist ist nicht erhaben. 7. Wohnt Liebe gegen Gott 3. Bau Häuser auf, und in dir; sie wird zum Guten brich dein Brod, die Armen stärken, du wirst die Gegenzu verpflegen, entreiß die wart von ihr an MenschenWittwen ihrer Noth, und liebe merken. Die Liebe thut, sei der Waisen Segen, gib was Gott gefällt, und ist der alle deine Güter hin: noch Gaben größte. Sie folgt hast du du nichts nichts gegeben, uns nach in jene Welt, und wenn Lieb und Pflicht nicht erntet dort das Beste. deinen Sinn vor Gott dazu Mel. Wer nur den lieben Gott. beleben. 172. Wie sollt' ich mei4. Verrichte Thaten, die nen Gott der Muth je hat verrichten nicht lieben, der seinen können, vergieß für's Va eignen Sohn mir gibt? terland dein Blut, laß Sollt ich nicht innig mich Liebe zu Gott und Jeſu. 139 betrüben, daß ihn mein Herz ner Huld, mit deinem Senicht stärker liebt? Was gen, und zogst mich väterlich Wer gleicht an bringt mehr Wonn, als diese zu dir. Pflicht? Wie groß ist Got- Liebe dir? Wer ist so gut, tes Güte nicht! als du, mein Vater, bist? 2. Er hat von Ewigkeit 7. Ja, dich will ich von beschlossen, mein Vater und mein Heil zu sein; und ganzem Herzen, mein Vater, noch ist mir kein Tag ver- lieben, dich allein. Ich will in flossen, der mir's nicht sagte: im Glück und auch Gott ist dein. Er ist so vä- Schmerzen mich einzig deiner terlich gesinnt, gib ihm dein Liebe freun. Und daß ich's könne schenke du mir Herz, und sei sein Kind. 3. Gib ihm dein Herz! Schwachen selbst die Kraft Wer kann's beglücken; wer dazu. selig machen? Er allein. 8. Gib, daß ich mich im Nur er kann's heiligen und schmücken, und ewig durch Guten übe, und heilig sei, sich selbst erfreun. Er kanns weil du es bist! Gib, daß ich außer dir nichts liebe, weit über allen Schmerz erheben. Gib, gib ihm dein als was auch dir gefällig ist! Verhaßt sei jede Sünde Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit mir; denn sie ist stets ein die Fülle; und die, die er Gräul vor dir. nur geben kann, beut dir 9. Bewahre mich auf sein väterlicher Wille, so deinem Wege! Gib, daß ich gnadenvoll, so freundlich an. brüderlich gesinnt stets alle O welch ein Gott! wie vä- Menschen lieben möge; denn terlich, mit welchem Eifer jeder ist, wie ich, dein Kind. Mein Herz verschließe sich liebt er dich! 5. Ja, ich erkenn es; ich doch nie vor ihnen; denn du empfinde die Größe deiner liebst auch sie. Huld, o Gott! denn du er10. Nie müsse irgend selbst durch deines Sohnes mich ein Leiden, und wär rettest von der Sünde mich Tod. Ich war vor deinem es auch Angesicht ein Gräul, und du von dir verwarfst mich nicht. der bängste Tod, und deiner Liebe nie einer Freude scheiden; 6. Du riefft: ich ging Reiz, o Gott! Ich will dir nicht entgegen; du aber dich lieben, und nur dein im nahtest dich zu mir mit dei- Leben und im Tode sein. 140 6. Freude a n Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott. sehn mehre, und wird durch 173. Herr wenn ich Schmeichler hoch erfreut. dich nur haben und doch, was hilft das Lob werde; so hab' ich gnug in der Welt, wenn dir, o Gott, Ewigkeit. Im Himmel und mein Thun mißfällt? auf dieser Erde ist nichts, 5. Wie kann ein festres das mich, wie du, erfreut. Band auf Erden, alg Du bist und bleibst mein zwischen Leib und Seele bestes Theil, und selbst im sein? Doch muß es einst Tode noch mein Heil. zerrissen werden; und wer 2. Das ungezählte Heer wird dann den Geist erder Sterne, von dir begabt freun? Wer sonst, als du, mir Licht und Pracht, erhel- du Herr der Zeit, des Tolet zwar aus weiter Ferne des und der Ewigkeit? die Dunkelheit der Mitter- 6. Nur deine Liebe kann nacht; doch aller Sterne mir geben, was ganz und mildes Licht reicht Gott, an ewig mich beglückt. Nur sie deine Liebe nicht. vermag mich zu erheben, 3. Voll ist die Erde deiner wenn Angst und Noth mich Güter; ihr Reiz nimmt niederdrückt. Kein Trost, Menschenherzen ein, und blen- kein Speil ist außer dir; biſt det sinnliche Gemüther, sich du mir hold, so gnüget's mir. nur des Erdenglücks zu freun. 7. Drum hilf mir, Herr, Doch mehr als alles Erden- mein ganzes Leben vor Allem glück gilt mir, o Herr, dein deiner Liebe weihn, und nur Gnadenblick. nach deinem Beifall streben, 4. Wie mancher sucht und deinem Winke folgsam in Ruhm und Ehre vor sein. Es ist mein seligster Menschen seine Seligkeit! Gewinn, wenn ich bei dir Er sorgt, daß sich sein An- in Gnade bin. 7. Nachahmung Gottes. Mel. Allgütiger, dir will ich. mein Ziel schon hier auf 174. Dir immer ähn- Erden das bleibt mein licher zu wer- Ziel noch in der Ewigkeit. den, du hohes Urbild der Wie selig ist, wer stets Vollkommenheit, das ist ihm näher strebt, ob= Nachahmung Gottes. 141 gleich er nie sich ganz zuseignes Wohl; des Frevlers ihm erhebt! Sache nie beschüße und straf 2. Wenn ich aus reiner und lohne, wo ich kann und Menschenliebe, die selbst den soll, dann lieb ich so, wie Schein des Eigennutes flieht, Gott, Gerechtigkeit; das Lamich immer mehr im Wohl- ster bebt, der Fromme wird thun übe, und nie mein erfreut. Herz von Haß und Nachbe6. Wenn ich mit Ernst gier glüht, dann gleich ich die Wahrheit ehre, und nieihm, dem Vater, der die mals Trug und Lügen dulWelt aus Liebe schuf, und den mag, der Heuchelei und liebevoll erhält. Falschheit wehre, und jedem 3. Wenn ich auf seine halte, was ich ihm versprach, Weisheit achte, die selbst der dann bin ich fest mit meinem kleinste Staub mir nicht Gott vereint; denn er ist verhehlt, wenn ich den edlen stets der Wahrheitsfreund. Zweck betrachte, zu dem er 7. Wenn ich mich Leidenstets die besten Mittel wählt der erbarme, und nie mit und selbst mit Weisheit hartem oder stolzem Sinn handle, so, wie er, dann erst wissen will, ob auch der werd ich ihm, dem Höchsten, Arme wohl würdig sei, daß ähnlicher. ich sein Retter bin, dann 4. Wenn ich mit immer gleich ich dem, der allbarmregem Triebe das Böse hasse, herzig ist, und keines Mendas mich elend macht, und schen, keines Wurms vergißt. nur die wahre Tugend 8. Ja, stets dir ähnlicher liebe, wie sinnenreizend auch zu werden, du hohes Urbild die Sünde lacht, dann bin der Vollkommenheit, dies ich froh, bin immer ganz schafft uns Freude schon auf ein Christ, und gleiche dem, Erden, und einst im Himmel der ewig heilig ist. hohe Seligkeit, dies ist das 5. Wenn ich die Un- Ziel, nach dem der Weise schuld Ver- strebt, obgleich er nie sich dienste förd're, wie mein ganz zu ihm erhebt. unterstüße, Sott. 8. Gehorsam gegen Mel. O großer Gott, du. will ich, dein Kind, gehor175. Gott, deinen hei- sam sein; sie nur zu meiner ligen Befehlen Richtschnur wählen und 142 Gehorsam gegen Gott. Vertrauen auf Gott. die mein ganzes Leben weihn. setze mir immer gegenwärtig Dein Wille ist gerecht und sein; laß mich, daß ich sie gut: wohl dem, der ihn mit nie verleße, dich, den AllwisFreuden thut! senden, stets scheun. Dein 2. Gehorsam ist die beste Joch ist sanft; leicht ist die Gabe, die dein Geschöpf dir Last, die du uns aufgeleget geben kann. Wann ich nach hast. Pflicht gehandelt habe, welch 5. So bald ich deine eine Freud empfind ich Stimme höre, so mache du dann! Nur müss' ich's mich auch bereit, daß ich mit dir zum Preis und Dank Folgsamkeit sie ehre, und aus Liebe thun und nicht thue, was sie mir gebeut! aus Zwang. Ich soll nicht Hörer nur 3. Dein Sohn gehorchte allein, ich soll zugleich auch dir so gerne; o hilf mir, Thäter sein. daß ich immerdar dir, Vater, 6. Wenn ich mich im Geso gehorchen lerne, wie Je- horsam übe, so weiß ich, sus dir gehorsam war! Er Vater, daß ich dich aus allen war's auch unter Schmach meinen Kräften liebe: und und Noth, er war's selbst thu ich das, so liebst du mich; bis zum Kreuzestod. und den Gehorsam in der 4. Laß deine heiligen Ge- Zeit belohnest du in Ewigkeit. 9. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist. Freude blüht; und kaum ist 176. Gott, dir vertraun sie empfunden, so ist auch sie ist meine Pflicht, verschwunden. ist Seligkeit im Leben. Sie 3. Wie würde da voll kann dem Herzen Zuversicht Aengstlichkeit uns jeder Tag und Trost und Freuden ge- verfließen, und bei des Leben. Des Lebens Müh ver- bens Heiterkeit das Herz schon süßet sie, und lässet uns hie- beben müssen, wenn Zuvernieden im Laufe nicht ermüden. sicht zu dir uns nicht dann 2. Auf Erden wechseln Sicherheit gewährte, und bis ins Grab, Zufrieden- ruhig bleiben lehrte! heit und Sorgen bestän- 4. Du theilst das alles dig mit einander ab, wie aus, was hier den SterbMitternacht und Morgen. lichen begegnet. Im Glück Das Unglück flicht; diefund Unglück werden wir Vertrauen auf Gott. 143 von dir doch stets gesegnet. keit, wie viel mir nützen Wenn wir nur auch durch würde, bestimmte meine Leden Gebrauch so weise wer- benszeit, mein Glück und Was zagt den wollten, als wir, o Gott, meine Bürde. es sollten! mein Herz? Ist auch ein 5. Nicht unser Wille soll Schmerz, der zu des Glaugeschehu: du wählest stets das bens Ehre nicht zu besiegen Beste. Wann Erd' und Him- wäre? Nicht, mel untergehn, steht diese 3. Gott fennet, was mein Wahrheit feste. O daß wir Herz begehrt, und hätte, was sie durch Leichtsinn nie an ich bitte, mir gnädig, eh ichs unsern Seelen schwächten, sie bat, gewährt, wenn's seine nie verfennen möchten! Weisheit litte. Er sorgt für 6. Dann würde diese Ue- mich stets väterlich. bungszeit nicht traurig uns was ich mir ersehe, sein verschwinden, des Lebens Wi- Wille nur geschehe. derwärtigkeit uns niemals 4. Ist nicht ein ungestörmuthlos finden. Dann sähen tes Glück weit schwerer oft wir, voll Hoffnung hier, mit zu tragen, als selbst das Palmen und mit Kronen, widrige Geschick, bei deffen die Ueberwinder lohnen! Last wir flagen? Die 7. Gott! heilige du selbst größte Noth hebt doch der mein Herz, damit ich dir Tod; und Ehre, Glück und vertraue, und mit Gelassen- Gabe, verläßt mich doch im heit im Schmerz hinauf gen Grabe. Himmel schaue! Einst preis 5. An dem, was wahrhaft auch ich auf ewig dich für glücklich macht, läßt Gott überstandne Leiden, im Lande es keinem fehlen; Gesundheit, sichrer Freuden! Ehre, Glück und Pracht sind Mel. Was Gott thut, das ist. nicht das Glück der Seelen. 177. Auf Gott, und Wer Gottes Rath vor Aunicht auf mei- gen hat, dem wird ein gut nen Rath, will ich mein Gewissen die Trübsal selbst Glück stets bauen, und dem, versüßen. der mich mit ganzer erschaffen hat, 6. Was ist des Lebens Seele trauen. Herrlichkeit? Wie bald ist Er, der die Welt allmächtig sie verschwunden! Was hält, wird mich in meinen ist das Leiden dieser Zeit? Tagen, als Gott und Va- Wie bald ist's überwunden! ter tragen. Hofft auf den Herrn! Er 2. Er sah von aller Ewig- hilft uns gern. Seid fröh Vertrauen auf Gott. lich, ihr Gerechten, der Herr walten: er will dein Wohlhilft seinen Knechten. ergehn; er wird dich aufrecht Mel. Der du voll Blut und. halten; voll Freuden wirst 178. Befiehl du deine du sehn, wie gut er dich reWege und al- gieret, wie wunderbar sein les, was dich fränkt, der Rath das Werk nun ausgetreuen Vaterpflege deß, der führet, das dich bekümmert hat. den Weltkreis lentt! Ven. 6. Verzieht der Trost auch Sternen, Wolken, Winden, lange, weil dies dir heilsam bezeichnet er die Bahn: sollt ist, so werde dir nicht bange, er nicht Wege finden, wo daß deiner Gott vergißt. dein Fuß gehen kann? Er wird, nach trüben o Seele, harre 2. Dem Herrn mußt du Stunden vertrauen, wenn dir's soll Sein dich, den er treu wohl ergehn; auf ihn nur erfunden, mit seiner Hülf' mußt du schauen, wenn erfreun. dein Werk soll bestehn. 7. Wohl dir! wohl deiner Laß Gram und eitle Sor- Treue! sie trägt den Sieg selbstgemachte davon. Daß dich dein dir Kampf nicht reue, blick hin soll auf seinen Lohn! Auch nach gen Pein! Wie oft bleibt verborgen, was dir nützlich sein? und den größten Leide, das dir Gna- begegnen kann, bricht einst bekannt, der Tag der Freude und schade ew'ger Ruhe an. 3. O Vater voller de, dir ist allein was gut sei oder Geschöpfen deiner Hand! 8. Mach, Herr, ein fröhUnd was du dann erlesen lich Ende mit aller unsrer zum Besten deiner Welt, Noth, stärk unser Herz und das kommt zum Stand und sende uns Trost bis in den Wesen, wie es dir wohlge- Tod. Stets laß uns deiner fällt. Pflege und Treu empfohlen 4. An wunderbaren We- sein; so gehen unsre Wege gen fehlt dir's, Allweiser, gewiß zum Himmel ein. nicht; dein Thun ist Gnad M e 1. Wer nur den lieben Gott. und Segen, dein Gang ist 179, Mein Schutz ist Recht und Licht. Und wenn Gott, ihn laß du deinen Kindern ein Glück ich walten; ich hoff auf haft ausersehn, wer kann dich ihn, er kennet mich. Ihm daran hindern? du willst- fehlt's, die Seinen zu erhales muß geschehn. ten, an Mitteln nie; und sein. 5. Ja, Seele, laß ihn bin ich. Ich gründe meine 144 - - Vertrauen auf Gott. 145 Zuversicht auf diesen Fels, soll und wanke nicht. etwas mir gelingen, mein Helfer sein mit Rath 2. Was quäl ich mich, bin und That. ich ein Heide, der ohne Gott 2. Nichts hilft mein banund Hoffnung ist? Nein, das ges Sorgen vom Abend bis ist meines Herzens Freude, zum Morgen, nichts meine daß du, o Gott, mein Hel- Ungeduld. Du magst mit fer bist. Hilf, mein Erbar- meinen Sachen nach deinem mer, stärke mich; denn nichts Willen machen; ich traue vermag ich ohne dich. deiner Vaterhuld. 1 Geduld; er hat 3. Der Herr erzieht hier 3. Es kann mir nichts seine Kinder zur Ewigkeit, geschehen, du hast's vorher mit weiser Huld. Er schont. gesehen, du hast es selbst beer züchtigt viel gelinder, stimmt. Nie will ich mehr als wir verdient und hat begehren, will gern auch nicht das entbehren, was deine Lust an unserm Schmerz; Vaterhuld mir nimmt. ganz anders denkt sein Va- 4. Wohl mir, daß deine terherz. Gnade auf dieses Lebens 4. Die Lieb ist Gott! wie Pfade mich leitet und bekann ich zagen? Gab er für schützt. Hab' ich mich dir mich nicht Jesum Christ? ergeben, wie froh kann ich Was könnte mir ein Gott dann leben! Nichts fehlt versagen, der so unendlich mir, das mir ewig nützt. gütig ist? Erhabner Trost, 5. Leg ich zum Schlaf mich der nimmer trügt, und jeden nieder; weckt mich der Morgen Zweifel überwiegt! wieder zu meines Lebens 5. Ich harre seiner, und Pflicht; irr ich auf finstern bin stille. Wie bald ver- Wegen, geh ich dem Leid streicht die Prüfungszeit! entgegen, so sei dein Wort dann nehm' ich aus seiner mir Trost und Licht. Fülle unendliche Zufrieden- 6. Ja, dem, was du beheit. Er leite mich nach schlossen, dem will ich unverseinem Rath, wie er mir drossen, getroft entgegen gehn. zugesaget hat. Kein Uebel unter allen soll je zu hart mir fallen, ich In bekannter Melodie. 180.n allen meinen will es freudig überſtehn. Thaten laß ich 7. Dir hab' ich mich erdich, Höchster, rathen, der geben, zu sterben und zu leAlles kann und hat. Du ben, wie es dein Wink gemußt in allen Dingen, beut; es sei heut oder mor10 146 Vertrauen auf Gott. gen, dafür laß ich dich sor- bin, wann ich sterbe, des gen, du weißt gewiß die beste ew'gen Lebens Erbe. Zeit. In bekannter Melodie. 8. So ſei nun, Seele, 182. Sollt es gleich stille, dich leitet dessen Wille, bisweilen scheiMel. Wo soll ich fliehen hin. der dich erschaffen hat. Es nen, als wenn Gott verließ gehe, wie es gehe, dein Va- die Seinen; dennoch weiß ter in der Höhe weiß doch und glaub ich dieß: Gott in allen Dingen Rath. hilft endlich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufge181. Auf meinen lieben schoben, hat er drum nicht Gott trau ich aufgehoben: hilft er nicht in aller Noth. Die ihn um zu jeder Frist, hilft er doch, Nettung flehten, verließ er wenn's nöthig ist. nie in Nöthen. Er wird 3. Gleich wie Väter nicht mein Unglück wenden, es bald geben, wornach ihre steht in seinen Händen. Kinder streben: so hält Gott 2. Auch beim Gewissens- fauch Maaß und Ziel. Er schmerz verzaget nicht mein gibt, wic und wann er will. Herz. Auf Christum will ich 4. Seiner kann ich mich bauen, und fest auf ihn ver- getrösten, wenn die Noth trauen; ihm will ich mich er- am allergrößten: Er ist gegeben im Tode wie im Leben. gen mich, sein Kind, mehr 3. Und nimmt der Tod als väterlich gesinnt. mich hin, ist's dennoch mein 5. Laß den Feind mir Gewinn. Ich weiß, an wen bange machen: Gott, mein ich glaube; er läßt mich Schutz wird für mich wanicht im Staube. Es mag chen; schwer sei meines der Leib erkalten; den Geist Kreuzes Joch: Gott, mein wird Gott erhalten. Vater, lebet noch. 4. Mein Heiland, Jesu 6. Laßt den armen Leib Christ, der du aus Liebe bist auch tödten, Gott kann mich für mich am Kreuz gestorben, auch da noch retten. Hab du hast mir Heil erworben, ich unverschuldet Feind: du schaffst auf kurze Leiden Gott im Himmel ist mein den Deinen ew'ge Freuden. Freund. 5. Ich harr' und traue 7. Laß die ganze Welt dir; einst schenkst du sie mich neiden, gegen mich voll auch mir. Ich habe dein Mißgunst streiten, ich emVersprechen, das kannst du pfehle mich, als Christ, meinimmer brechen. Auch ich nem Gott, der Richter ist. Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 147 8. Wollen Menschen mich 9. Ach, Herr, wenn ich vertreiben, muß mir doch der dich nur habe: o dann fehl Himmel bleiben. Bleibt nur sonst jede Gabe. Legt man noch der Himmel mein, hüß mich auch in das Grab: ach, ich alles willig ein. Herr, wenn ich dich nur hab. Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. In allen meinen Thaten. 5. Wenn ich in Christo 183. Ich hab in guten sterbe, bin ich des Himmels Stunden des Erbe: was schreckt mich 10. Lebens Glück und empfunden, Grab und Tod? Auch auf Freuden ohne Zahl. des Todes Pfade vertrau ich So will ich denn gelassen deiner Gnade; du Herr, bist mich auch im Leiden fassen. bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld 2. Ja, Herr, ich bin ein verehren, im Glauben auf Sünder, und stets strafst du dich sehn; ich will den Tod gelinder, als es der Mensch bedenken: du, Herr, wirst verdient. Sollt ich, be- alles lenken, und was mir schwert von Schulden, kein gut ist, wird geschehn. zeitlich Weh erdulden, das Mel. Was Gott thut das ist. doch zu meinem Besten 184. Was zagſt du? dient? Gott regiert Welch Leben hat nicht seine Qual? 3. Dir will ich mich er- die Welt, und Gott ist ja geben; nicht meine Nuh, allmächtig. Den Arm, der mein Leben mehr lieben, dieses Weltall hält, was als den Herrn. Dir, Gott, macht dir den verdächtig? will ich vertrauen, und nicht Wenn Meeresfluth und auf Menschen bauen; du Feuersgluth uns schon ereihilsst und du errettest gern.[ let hätten; so kann er doch 4. Laß mich nur Gnade noch retten. finden, mich alle meine 2. Was zagste du? Gott Sünden erkennen und be- regiert die Welt, und Gott reun. Jetzt hat mein Geist weiß alle Dinge. Selbst, noch Kräfte; sein Heil was der Mensch für kleinließ mein Geschäfte, dein lich hält, ist ihm nicht zu Wort mir Trost und Leben geringe. Sein Auge sieht sein. in. das Gemüth. Die Bit10* 148 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. te, die du thatest, vernahm| fällt; so bleibe dennoch er, eh du bateſt. fröhlich. Gott stirbet nie; 3. Was zagst du? Gott er sorgt für die, die hier regiert die Welt, und Gott verlassen scheinen. Sie sind ist der Allweise. Dich reizt doch stets die Seinen. einst, was dir jetzt mißfällt, 8. Nun, Gott, da du die zu seines Namens Preise. Welt regierst, nun will ich Er führt gewiß durch Fin- nie verzagen. Ich folge dir, sterniß, durch jede Nacht der wie du mich führst. Nichts Leiden zum Lichte reiner soll mich niederschlagen. Ich Freuden. hoff auf dich; du segnest 4. Was zagst du? Gott mich, wenn ich auf dich nur regiert die Welt, und ist all- schaue, und freudig dir vergegenwärtig. Der Fromme, traue. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Wo Menschen zu ihm flehen, sich in Geduld zu faffen, da eilt er, beizustehen. der an ihn sich hält, ist sei- Mel. Nun freut euch lieben. nes Heils gewärtig. Oglaub 185. es gern! Gott ist nicht fern. und stets sich Gottes Vater5. Was zagst du? Gott wink getroft zu überlassen. regiert die Welt, und Gott Rauh oder eben sei die ist ja die Liebe. Nichts ist, Bahn; was Gott thut, das was dem, der ihm gefällt, ist wohlgethan. Geduld erein Quell des Elends bliebe. hält das Leben. O fasse Muth! Selbst Jesu 2. Sei still, mein Herz, Blut sagt dir bei jedem und unverzagt, wenn dich Leiden: Gott segnet uns mit ein Leiden drücket! Es ist Freuden. ein Gott, der nie dich plagt, 6. Was zagst du? Gott der stets dich gern erquicket. regiert die Welt und Gott ist Verzieht er gleich; er thut's auch geduldig. Zwar, wenn aus Huld. Drum hüte dich er vor Gericht uns stellt, sind vor Ungeduld! Geduld gibt selbst die Frommen schuldig; Muth und Stärke. doch sein Gericht trifft 3. Erwarte nur die rechte Fromme nicht. Er schonet Zeit; du wirst den Vater als Erbarmer. Was wärst finden; der Reichthum seiner du sonst, du Armer? Gütigkeit hilft Alles überGott winden; er will und wird 7. Was zagst du? regiert die Welt und Gott dein Tröster sein, und ewig, ist ja auch ewig. Wenn al- ewig dich erfreun. Geduld les gleich in Staub zer- wird nie zu Schanden. Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 149 was 4. Ja, streit' und kämpfet zubläh'n; dann würd' ich nur, als Held; du wirst nicht Arme hassen, mich auf mein unterliegen, wirst über jede Gut verlassen, und ihre Noth der Welt, wie dein Er- Dankbarkeit verschmähn. löser, siegen. Sei standhaft! 5. Nicht, was ich mir erDeines Vaters Huld frönt sehe, dein Wille, Gott, gedeine Hoffnung und Geduld schehe! Du weißt mit seines Himmels Krone. nützlich ist. Ich will dir 5. O Gott des Heils, ich stets ergeben, in froher hoff auf dich; Geduld ist Hoffnung leben, bis einst deine Gabe. Mit dieser der Tod mein Auge schließt. Gabe segne mich! Wohl mir, Mel. Nun ruhen alle Wälder. wenn ich sie habe! Ich will 187. Auf deine Weisin allen Leiden dein, gedulheit schauen, dig. so, wie Jesus sein, und Gott, deiner Güte trauen, einst bei ihm mich freuen. dies schafft Zufriedenheit. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Wer kann mein Wohl ent186. Dir hab' ich mich scheiden? Wer schenkt mir ergeben, o Herr, größ're Freuden, als du, von meinem Leben, im Un- Herr, aller Seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verglück wie im Glück: Dir dank ich jede Freude, dich borgen; wie sollt' ich ängstpreis ich auch im Leide, bis lich sorgen, da du mein Vater an den letzten Augenblick. bist! Du, Herr, gabst mir 2. Ich bin, ich bin zu mein Leben, und wirst gewiß frieden mit dem, was du auch geben, was meiner beschieden; du hast an deiner Wohlfahrt dienlich ist. Hand mit Güte mich gelei- 3. Wir streben oft nach tet, und Freuden mir berei- Dingen, die, wenn sie uns tet, wo ich nur Schmerz und gelingen, des Unglücks Quelle Unglück fand. sind. Ein Schein, der uns 3. Vielleicht, wenn mir bethöret, und unsern Stolz mehr Ehre zu Theil gewor- vermehret, macht uns für den wäre, würd' ich mich wahre Güter blind. stündlich freu'n; und Unter- 4. Der Hang zu Eiteldrückte würden dann unter keiten stört doch zu allen Zeiten ihren Bürden umsonst zu die wahre Seelenruh. Wenn mir nach Hülfe schrein. wir dir unser Leben, o Va4. Mich könnten Schätze ter, übergeben, dann fließt reizen, nach mehreren zu dem Herzen Friede zu. geizen, und stolz mich auf- 5. Was sollt ich mich Zufriedenheit und Geduld im Leiden. betrüben? Den Menschen, die Wolken hin; erst aber die dich lieben, muß Alles prüft er euch. Segen sein. Nur dies sei 5. Wann sah wohl je ein mein Bestreben, mein Herr, Mensch den Frommen ganz, mein ganzes Leben, Gott, verlassen? Ihn konnte nur deiner Liebe hier zu weihn. die Welt, doch nie sein VaMel. Gott, du frommer Gott. ter hassen. Und leidet er 188. Oft ein auch viel; wie lange währt auf, sein Leid? Er steht einst und Gottes Fromme leiden. da vor Gott in voller HerrO möchten sie doch nie des lichkeit. blüht Sünders Glück beneiden! Es 6. O Christen, übet nur währt ja doch nicht lang, selbst leidend edle Werke! nur einen Augenblick. Wie Seid muthig, wanket nicht! leicht verwelkend Gras ver- Der Herr ist eure Stärke! welkt sein eitles Glück. Das Elend, das euch drückt, 2. Nicht immer kann der das Uebel, das euch droht, Herr zu seinem Frevel verwandelt er in Heil. O schweigen. Er kommt, der Christen! hofft auf Gott! Richter kommt, sich herrlich 7. Ein Richter naht sich zu erzeigen. Zürnt, From- einst, in Macht und Huld me, nicht auf den, dem seine gekleidet. Dann bebt, wer Bosheit glückt! Denn er Unrecht thut, dann jauchzt, wird selbst durch sie in sei- wer Unrecht leidet. Groß ist nem Netz verstrickt. der Tugend Lohn; Gefahr 3. Wer seinem Schöpfer und Elend fliehn! Der Herr trotzt, ertrotzt sich sein Ver- ist Gott und hilft; ihr derben. Sei er auch noch Frommen, hofft auf ihn! so stolz; bald wird er den- Mel. Wer nur den lieben Gott. noch sterben. Wo ist die 189. Oft hält dein Antlitz sich verfindet borgen als sähest du mein Herr Elend nicht. Oft fang ich a ängstlich an zu sorgen, weil 4. Jhr, die ihr Gott Trost und Freude mir geverehrt, o traut nur seiner bricht. Mein thränenvolles Güte! Er sorgt für euer Auge sieht nach Hülfe hin, Wohl, wie sehr die Noth und sie verzieht. Stätte dann, da er zuvor noch stand? Man ihn nicht mehr; der hat ihn verbannt. Eure 2. Und doch will ich von hohen dir nicht lassen. Dir, Vadurch ter, eil ich flehend nach 150 Frevler auch wüthe. Hofft! Tugend strahlt, der Sonne gleich, einst Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 151 Nur fester noch will ich dich Freude machte, du hättest fassen, dich, der noch nie sein Jesum nicht gesandt. Er Wort uns brach. Verbirgt war es ja, der Segen brachte, sich auch dein Antlig mir, er, der mit dir, Gott, uns doch blick ich hoffend auf zu verband. Er ruft mir zu: dir. Verzage nicht, obgleich dir 3. Ein Vater sorgt für jede Stüße bricht! seine Kinder; und wer ist 8. Ja hülle dich in finstre Vater, so wie du? Dein Ne- Wetter: du bist uns doch gen träufelt selbst dem Sün- mit Gnade nah. Uns helder, und deine Sonne strahlt fen wirst du, starker Retter! ihm zu. Owohl mir, Gott! Nur deine Stund ist noch Ich bin dein Kind, und du nicht da. Dein Licht geht bist väterlich gesinnt. auf, das Elend weicht, seinen Zweck es 4. Ihr Zweifel, flieht die sobald ihr vermessen im bangen erreicht. Herzen euch empört! Mein Mel. Was mein Gott will. Gott hat meiner vergessen, obgleich er nicht schnell erhört. nicht 190. Gott immer groß mich an weiser Huld, Er du Geber wahrer Freuden, fennet mich und meinen behüte mich vor Ungeduld, Schmerz. So sei dann ru- bei dieses Lebens Leiden. hig, o mein Herz! Auch sie verhängst du über 5. Von jeher stellte dei- mich nach ewig weisen nem Blicke die ganze Zu- Schlüssen, sie werden mir, kunft, Herr, sich dar. Du trau ich auf dich, zum Bewarst bekannt mit meinem sten dienen müssen. meine Leiden Glücke und meinem Leid, 2. Jch raube selbst durch noch eh ich war; denn du, Ungeduld mir viele meiner du bist es, dessen Rath Freuden, ich häufe meiner mein Schicksal selbst geord- Sünden Schuld, vermehre verletze des net hat. 6. Und du, Herr, solltest, Berufes Pflicht Pflicht, betrübe verdunkle was mir fehlet, nicht deut- meine Brüder licher noch sehn, als ich? meiner Hoffnung Licht, und Du, der des Hauptes Haare schlage selbst mich nieder. zählet, du wärest unbesorgt 3. Ein banges, unruhum mich? Nein, aller dei volles Herz, nicht fähig, ner Kinder Schmerz bewegt sich zu fassen, wird sich dein väterliches Herz. dem Gram, dem kleinsten 7. Wenn dir mein Elend Schmerz ganz trostlos 152 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. überlassen; es wünschet zwar nannte, war er mir schort den Kummer nie, es sehnt mit Hülfe nah. doch 3. Die kleinste meiner und Sorgen ist dem Gott nicht ver- verborgen, der alles sieht und hält: und was er mir besich, ihn zu lindern: sucht es ohne Fleiß Müh umsonst ihn zu hindern. 4. Du, Vater, weißt, was schieden, das dient zu meinem mir gebricht! du kennest Frieden, wär's auch die meine Leiden; und fehlt mir größte Last der Welt. nur der Glaube nicht, so 4. Jch lebe nicht auf Erkehrst du sie in Freuden. den, ganz glücklich hier zu Du, der die Last mir aufer- werden; die Lust der Welt legt kannst mich nicht unter vergeht. Ich lebe hier, im drücken. Wenn sie mein Segen, den Grund zum Herz nur willig trägt, wirst Glück zu legen, das ewig, du mich bald beglücken. wie mein Geist, besteht. 5. O Gott, dein Beistand 3. Was dieses Glück verist nicht fern, wenn man sich mehret, sei mir von dir gedir nur weihet. Du tröstest, währet! Gott! du gewährst segnest, rettest gern den, der es gern. Was dieses Glück sich deiner freuet. Ach, laß verletzet, wenn's alle Welt mein dir ergebnes Herz auf auch schätzet, sei, Herr, mein deine Hülfe sehen; so werd' Gott, mir ewig fern! ich auch dem größten 5. Sind auch der KrankSchmerz noch muthig wider- heit Plagen und Mangel stehen. schwer zu tragen, noch Mel. In allen meinen Thaten. schwerer Haß und Spott; 191. Was ist's, daß so harr ich und bin stille ich mich quä- zu Gott: denn nicht mein le? Harr Gottes, meine Wille, dein Wille nur geSeele, harr, und sei unver- scheh', o Gott! zagt! Du weißt nicht, 7. Du bist der Müden was dir nützet! Gott weiß Stärke, und aller deiner es, und Gott schützet; er Werke erbarmst du ewig schützet den, der nach ihm dich. Was kann mir wifragt. derfahren, wenn du mich 2. Er zählte meine Ta- willst bewahren? Und du, ge, mein Glück und meine mein Gott bewahrest mich. Plage, eh ich die Welt noch Mel. Was Gott thut, das ist. sah. Eh ich mich selbst noch 192. Du, dessen Aukannte, eh ich ihn Vater] gen schon mich Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 153 größ're sah'n, eh' dich noch Men- Leiden mich desto schen priesen, du hast auch Freuden. meines Kampfes Bahn, v 6. Trotzt auch ein Stolzer Gott, mir angewiesen; du frech herab auf mich aus seigibst mir Kraft zur Ritter- ner Höhe; stürzt er mich in schaft; reichst Waffen mir die Tief hinab vom Platz, zum Streite, und stehst mir auf dem ich stehe: ich leid treu zur Seite. es gern. Von Rache fern 2. Auch läßt du in der will ich hier meine Pflichten Ferne schon das Kleinod treu suchen auszurichten. mich erblicken, womit du einst 7. Wirft mich ein Mächtan deinem Thron die ewig ger hinter sich, wenn neben wirst beglücken, die hier voll ihm ich wandle: ich murre Muth ihr tapfres Blut, wie nicht; Gott siehet mich, er treue Kämpfer müssen, auf sieht es, wie ich handle; ich ihrer Bahn vergießen. gehe fort: die Krone dort 3. Bestochne Richter rei- kann mir kein König rauben, chen da nicht unverdiente steh' ich nur fest im Glauben. Kronen: hier bist du selbst 8. Komm ich auf meiner den Streitern nah'; dort dunkeln Bahn dem Lichte wirst du selbst belohnen. niemals näher; sieht mich Gerechtigteit ist ja dein für einen Zöllner an ein Kleid: dem, der hier stritt stolzer Pharisäer: Er brüste im Glauben, wird nichts sich; Gott kennt ja mich, das Kleinod rauben. und weiß, was ich im Stil4. O diese Wahrheit len getrachtet zu erfüllen. waffne mich auf meiner 9. Legt tückisch mir auf Laufbahn immer; wenn ich meinem Pfad die Bosheit ermatte, stärke mich des ihre Schlingen; läßt feinen Kranzes heller Schimmer, Anschlag, keine That mich den deine Hand den Treuen ihre List gelingen: ich gehe wand. Auch mir ist er ge- fort; am Ziele dort entgehen flochten, hab ich einst treu ist und Tücke nicht Gottes gefochten. hellem Blicke. 5. Nun lauf ich froh auf 10. Gott siehet, hält er meiner Bahn, für die mich einst Gericht, nicht auf der Gott erforen; er wies sie Thaten Menge, sieht auf weisheitsvoll mir an, eh' des Stolzen Purpur nicht, ich noch war geboren. Ist sieht nicht auf groß Geprändornigt sie, voll Last und ge; Herr oder Knecht, Müh: es laben nach dem kämpfst du nur recht, so 154 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. reicht zum Siegerlohne dir haben, du, der so oft den wahrlich Gott die Krone. Muth verlor? Nein, klage 11. Wohlan, o Christ, doch dich selbst nur an, und verzage nicht! Wirst du im schweig, wo niemand rechten Streit auch müde, üb immer kann. redlich deine Pflicht, dich 5. Du kannst den Plan stärket Gottes Friede. Klein ja nicht ergründen, den Gott oder groß sei unser Loos! zu deinem Heil entwarf; Nur muthig hier gelitten! kannst auch die Mittel nicht dort, dort ist ausgestritten! erfinden, die er zu seinem Mel. Wer nur den lieben Gott. Zweck bedarf. Wer bist du 193. Wa as achtest du denn, daß du noch klagst, der trüben und seinen Gang zu tadeln Tage? O Seele, warum wagst? zagest du? Getrost, getrost, 6. Sein Gang ist still die Jammerklage ruft nur und abgemessen, wie seiner noch größres Leid herzu! milden Sterne Gang. Ihn Wer ängstlich klagt, ver- lenkt, auch wenn wir sein klagt sein Herz, und mehrt vergessen, nur Weisheit, nur die Noth durch innern der Liebe Drang. O selig, Schmerz. selig, wer ihn ehrt, und muth2. Wie kannst du wissen, voll jedem Kummer wehrt! was dir nützet, da du die 7. Drum klage nicht! Du Zukunft nicht durchschaust? darfst noch hoffen; ein guter Vielleicht wird gar dein Wohl Gott wohnt über dir. Dir geschüßzet, in dem der Sturm steht zu ihm der Zugang offen; des Lebens braust. Wie oft noch ruft er: Seele, folge. enthüllt die Folgezeit den mir! So folg ihm denn Segen der Vergangenheit! Er führt gewiß selbst aus 3. Und bist du denn allein der bängsten Finsterniß. berufen, des Erdenglückes 8. Ja, siehe, Herr, ich dich zu freun? Stehst du falle nieder, ich bete deauf dieses Lebens Stufen muthsvoll dich an. Schon vor deinem Schöpfer ganz glimmt des Glaubens Funke allein? Thor, Gott liebt wieder; schon seh ichs; du die ganze Welt. Ihr dient hast wohlgethan. Jm Dunauch das, was dir mißfällt. tel strahlet mir dein Licht; 4. Du hast kein Rechtsschau hin zu mir! ich klage auf seine Gaben; nichts nicht. gabst du jemals ihm zuvor. 9. Ich hebe mich empor, Wie könntest du Verdienste und walle getrost die steile Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 155 Dornenbahn. Was sind des steht, wenn jene zittern, ein Lebens Leiden alle? Sie füh- Fels in Ungewittern. ren, Herr, zu dir hinan. 5. Wirf nicht die große Dort reicht mir, wenn ich Hoffnung hin, die dir der standhaft war, dein Sohn Glaube reichet. Verflucht die Siegeskrone dar. sind, die zu Menschen fliehn, von Gott Mel. Was Gott thut das ist. verflucht, wer 194. Der Herr ist meine weichet! Dein Heiland starb, Zuversicht, mein er, er erwarb auf seinem einz'ger Trost im Leben. Todeshügel dir deines GlauDem fehlt es nie an Trost bens Siegel. und Licht, der sich dem Herrn 6. Sei unbewegt, wenn ergeben. Gott ist sein Gott, um dich her sich Ungewitter auf sein Gebot wird seine sammeln! Gott hilft, wenn Seele stille, ihm g'nügt des Christen freudenleer zu ihm Vaters Wille. um Gnade stammeln. Die 2. Wer wollte dir, Herr, Zeit der Qual, der Thränen nicht vertraun? Du bist des Zahl zählt er; er wägt die Schwachen Stärke; die Au- Schmerzen, und wälzt sie gen, welche auf dich schaun, von dem Herzen. sehn deine 7. Herr, du bist meine Herr, groß von Rath und Zuversicht; auf dich hofft weißt, stark von That, mit gnaden- meine Seele. Du vollen Händen wirst du dein was meinem Glück gebricht, Werk vollenden. wann ich mich sorgend quäle. Wunderwerke. Du 3. Noch nie hat sich, wer Wer wollte sich nicht ganz dich geliebt, verlassen sehen auf dich, Allmächtiger, vermüssen; du läßt ihn, wenn lassen, und sich im Kummer, ihn Noth umgibt, doch dei- fassen? nen Trost genießen. Des 8. In deine Hand befehl Frommen Herz wird frei von ich mich, mein Wohlsein und Schmerz; der Sünder eitles mein Leben. Mein hoffend Dichten pflegst du, Herr, zu Auge blickt auf dich; dir vernichten. will ich mich ergeben. Sei 4. Drum hoff, o Seele, du mein Gott, und einst im hoff auf Gott! Der Tho- Tod mein Fels, auf den ich reit Trost verschwindet, traue, bis ich dein Antlitz wenn der Gerechte in der schaue. Noth Hülf und Erbar mel. In allen meinen Thaten. mung findet. Wenn jener 195. Was soll ich trostfällt, ist er ein Held; er los sorgen? 156 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Gott scheint mir zwar ver-| 7. Doch Gott, an dem borgen; doch seine Hülf ist ich hange, nimmt, ist um nah, schafft, daß ich Wege Trost mir bange, sich meiner gehe, ob ich's gleich nicht herzlich an; und führt den verstehé, die er zu meinem Gram zu stillen, um seines Heil ersah. Namens Willen, den Frren2. Längst wog er die Ge- den auf ebner Bahn. fahren, eh Erd und Himmel 8. Preis sei dem Herrn waren, nach meinen Kräften gesungen! Auch in den Züchab. Er linderte durch Freu- tigungen liebt er mich väterden die Tage meiner Leiden, lich. Mein Glück ist Gottes eh er sie mir zu tragen gab. Wille; sein harr' ich, und 3. Mir konnt' ein Glück bin stille, und rühme meiner der Erden zum Strick und Trübsal mich. Falle werden: die Weisheit Mel. Was Gott thut, das ist. nahm es mir. Mich konnt' 196. Ein Gott regiert! auf Seligkeiten ein Kummer was zagen wir? erzieht durch vorbereiten; und Gottes Ein Gott Gnade schenkt ihn mir. Freuden und durch des 4. Bald könnt in guten Schmerzes Druck uns hier. verwegen Was ist des Lebens Leiden? mir ein Ein ernster Streit um SeTagen mein Herz fragen: Ist über Gott? Dann würd' in ligkeit! Es mag uns übel Schwelgereien das Laster gehen; wir werden's übermich entweihen, und Tugend stehen. wäre mir ein Spott. 2. Wir werden, was am 5. Gott nahm mir Ruhm Herzen nagt, o Christen, und Schätze: er zog mich überleben, und über alles, aus dem Netze, das oft den was uns plagt, uns siegend Klugen fällt. Daß ich, treu einst erheben. Die Welt verin der Liebe, sein Auser- geht; der Geist besteht! O wählter bliebe, entfernt er laßt den Schöpfer walten! die Gefahr der Welt. Er will den Geist erhalten. 6. Oft will in bösen Ta- 3. Der Geist erforschet gen mein Herz zwar furcht- die Natur; hier sieht er sam klagen: Wo ist der Gottes Milde, sieht rings Herr, mein Licht? Warum umher der Liebe Spur in verzieht mein Retter? Es Wäldern im Gefilde, lachen mein die Spötter; im Wintersturm, im kleinich ruf, und er erhört mich sten Wurm, im Frühnicht. lingsschmuck, im Regen, 1 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 157 und in des Herbstes volles Leben; nur frohen Segen. Muth zu jeder Pflicht, den 4. Der Gott, durch wel- wolle Gott mir geben! Und chen alles lebt, durch welchen sinkt mein Herz beim herben das Gewimmel der Thiere Schmerz, dann wird mein wandelt, schwimmt und Gott mich stärken zu neuen schwebt, der unter seinem guten Werken. Himmel selbst Vögel speist, 3. Auch bitt ich nicht, Allwird unsern Geist für Licht liebender, um Güter dieser und Glück erhalten. O laßt Erden; an Tugend laß, o den Schöpfer walten! Gott, mein Herr, mein Herz 5. So mag denn, was die stets reicher werden. VerWelt uns gab, zerfallen und traun zu dir, dies gib du zerstäuben, es nah sich mir, und Kräfte, deinen WilSchmerz und len mit Freuden zu erfüllen. Huld 4. Kein langes Ziel erfleh und Tod Grab; des Schöpfers wird bleiben. Er segnet ich mir; ein dir geweihtes gern, und ist nicht fern von Leben ist nur mein Wunsch, allen, die ihn lieben, sich im Dulden üben. und um mich zu dir, dein würdig, zu erheben! Doch hat mein 6. Wir zagen nicht; du Ziel der Tage viel, so schenk Gott, regierst, und wenn du mir reiche Saaten zu dir Menschenherzen durch Leiden geweihten Thaten. hin zum Guten führst; jo 5. Und ist ein franker segnen wir die Schmerzen. Leib mein Theil, sind trauWir haben Muth; sind rig meine Tage; so gib Gewir nur gut, so mag's uns duld, o Gott, mein Heil, übel gehen, wir werden's daß ich auch da noch sage: überstehen. Gott ziehet mich durch Kreuz Mel. Was Gott thut das ist. zu sich, ihn preis ich selbst 197. Was Gott für für Leiden; sie sind der Weg. In eigner Melodie. das ist mich bestimmet zu Freuden. hat, dem seh ich froh entgegen. Ich weiß, sein ewig 198. Was Gott weiser Nath ist lauter Heil und Segen. Wer ihm ver- gethan; es bleibt gerecht traut, fest auf ihn baut, hat sein Wille. Wie er fängt Trost in Kümmernissen, wo meine Sachen an, harr' ich andre zagen müssen. sein und bin stille. Er ist thut, wohl2. Drum zag ich nie, auch mein Gott, der in der Noth bitt' ich nicht um freuden- mich wohl weiß zu erhalten; 158 Zufriedenheit und Geduld im Leiden. drum laß ich ihn walten. nur treiben, so wird Gott mich doch väterlich' in seinen Ar2. Was Gott thut, das men halten; drum laß ich ist wohlgethan, er lässet mich ihn nur walten. nicht fallen; er führet mich mel. Jesus meine Zuversicht. auf rechter Bahn, lehrt sei 199. Sãe deine Thränen Weg mich wallen. Trost nensaat, fromund Geduld gibt seine Huld; mer Dulder, hier im Glauer wird mein Unglück wen- ben! Auch der allerrauhste den; es steht in seinen Händen. Pfad müsse dir, den Trost 3. Was Gott thut, das nicht rauben, daß einst nach ist wohlgethan; nur er weiß, der Dunkelheit dich ein helwas uns nützet. Wie un- les Licht erfreut. gewiß irrt jedermann, der 2. Ausgerungen haben sich auf ihn nicht stützet? schon viele, die im Glauben Ja, seine Treu ist immer litten, beten an vor Gottes neu; drum will ich auf ihn Thron, ihre Krone ist erbaueit und seiner Güte stritten. Du, auch du wirst Sieger sein, wirst dich bald trauen. 4. Was Gott thut, das der Krone freun. ist wohlgethan. Er ist mein 3. Dent, daß Gottes VaLicht und Leben, der mir terhand weise dir das Kreuz nichts Böses gönnen kann; aufleget, und dich hier im ihm will ich mich ergeben, Thränenland immer mit Erin Freud und Leid; es kommt barmen träget; väterlich ist die Zeit, da öffentlich erschei- sein Bemühn, dich zum Himnet, wie treulich er es meinet. mel zu erziehn. 5. Was Gott thut, das 4. Hier ist sein Erziehungsist wohlgethan. Muß ich stand, hier sollst du durch den Kelch gleich schmecken, Prüfung lernen; dort ist das der bitter ist nach meinem vollkommne Land, droben Wahn, laß ich mich doch über allen Sternen. Dort nicht schrecken, weil er zu- ist unvermischtes Glück; daletzt mich doch ergößt mit hin wende deinen Blick. süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 5. Trage mit Geduld und Muth deine Last in trüben 6. Was Gott thut, das Tagen. Kämpfe glaubend bis ist wohlgethan; dabei will aufs Blut! Wohlthat ist's, ich verbleiben. Es mag das Kreuz zu tragen, das mich auf die rauhe Bahnseinst auf dem rauhsten Pfad Noth, Tod und Elend Jesus selbst getragen hat. Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 159 6. Wisse, daß dein Erden- liegt die Ewigkeit, dieſes Wonne. loos dir ein guter Vater heitre Land der wählte; daß Gott, Erbarmen groß durch Ohne Thränen gehst du ein, nimmer ewig selig da zu sein. seine Kinder quälte. Denke, In bekannter Melodie. wenn die Thräne fließt, daß 200. Wer nur den lieGett selbst die Liebe ist. ben Gott läßt 7. Liebe, wenn sein Va- walten, und hoffet auf ihn terherz dich mit süßen Freu- allezeit, den wird er wunderden tränket; Liebe, wenn bar erhalten in aller Noth dich Angst und Schmerz und Traurigkeit. Wer Gott, jetzt in deinem Leiden krän- dem Allerhöchsten, traut, der ket. Gott ist Vater, mild hat auf keinen Sand gebaut. und gut, der dir niemals 2. Was helfen uns die Was Uebels thut. schweren Sorgen? 8. Lern im Kreuz Ge- hilft uns unser Weh und lassenheit, Unterwerfung und Ach? Was hilft es, daß Vertrauen. Bei dem Schluß wir alle Morgen beseufzen der Prüfungszeit wirst du unser Ungemach? Wir mafroh zurücke schauen auf| chen unser Kreuz und Leid den Weg, der durch die nur größer durch die TrauNacht dich ins Land des rigkeit. Lichts gebracht. 3. Zu Gott sei deine 9. dann fließet ihr Seele stille, mit seinem weinicht mehr, Thränen, die sen Nath vergnügt, und dem Aug entflossen. Wie warte, was sein guter Wille ein Strom von oben her zu deinem Wohlergehn verwird da Trost ins Herz fügt. Gott, der uns ihn gegossen; Trost vom Quell hat auserwählt, der weiß am der Seligkeit, überwiegend besten, was uns fehlt. alles Leid. 4. Er kennt die rechten 10. Harre, Dulder, un- Freudenstunden weiß, wann Glück uns verzagt, harre in der Nächte ein nützlich Grauen. Wenn der große sei. Wenn er uns nur hat Morgen tagt, wirst du die treu erfunden geduldig, Gefilde schauen, die dem Sie- ohne Heuchelei: so kommt ger offen stehn, wirst den er, eh wir's uns versehn, Herrn der Sieger sehn. und lässet uns viel Guts geschehn. 11. O dann schwindet alles Leid, wie der Nebel 5. Denk nicht in deiner« vor der Sonne, vor dir Drangsalshitze, daß du 160 Lob Gottes und Danksagung. von Gott vergessen seist, daß groß und reich. Er ist's ihm nur, der im Schooße allein, der jedermann bald sitze, den alle Welt für stürzen, balo erhöhen kann. glücklich preist; die Zukunft 7. Sing, bet und geh auf ändert oft sehr viel und Gottes Wegen, verrichte setzet jeglichem sein Ziel. deine Pflicht getreu! Trau 6. Es sind ja Gott sehr ihm und seinem reichen Seleichte Sachen, und seiner gen, so wird er bei dir werAllmacht gilt es gleich, den den neu. Denn wer nur Neichen klein und arm zu seine Zuversicht auf Gott machen, den Armen aber setzt, den verläßt er nicht. 11. Rob Gottes und Danksagung. In bekannter Melodie. 201. Herr Gott rr Gott, dich Vater auf des dir deine Christenheit; dir, Himmels loben wir! Herr Thron; dir, Jesu Christ, des Gott, wir danken dir! Du, Vaters Sohn, und dir, o Höchster, bist von Ewigkeit, Geist, der uns bekehrt, und voll Huld und Macht und Kraft zur Tugend uns geHerrlichkeit! Die Welt, dein währt! Werk und Eigenthum, ver- 3. Sohn Gottes! Um kündigt deines Namens uns Gott zu weihn, wardst Ruhm. D Herr, wie groß, du ein Mensch, doch sündenwie gut bist du! Ein Se- rein. Du kamst mit deines raph ruft dem andern zu: Geistes Macht, und brachtest Heilig ist unser Gott! Hei- Licht in unsre Nacht. Von lig ist unser Gott! Heilig Liebe zeugte jeder Schritt. ist unser Gott, der höchste Du littest, was kein Sünder Herr und Gott! Litt. Nun herrschest du, 2. Weit, über Erd' und und nie vergeht dein Reich Himmel weit, geht deine und deine Majestät. Auch Macht und Herrlichkeit. Todten leuchtet einst dein Apostel Licht; du weckst sie auf, und Thron, hältst Gericht. Propheten und stehn vor deinem dich zu erhöhn. ben treu bis in Sie blie- 4. So hilf uns denn, den Tod dir dankbar sein, dir lenun jauchzen sie vor dir, ben und uns deiner freun! o Gott! Auch hier im Thal Stärk uns auf unsres Leder Sterblichkeit lobsingt bens Bahn, und nimm Lob Gottes und Danksagung. 161 dich unsrer Schwachheit an! unsrer Seele! Ja, daß es Lehr' uns gesinnet sein, wie ihr, sich zu erfreun, an keidu, und lohn' uns dann ner Schönheit fehle: so änmit Himmelsruh! Verleih' dert Gott die Wesen ab, uns Hoffnung, Trost und versagt dem, was er andern Licht! Verlaß uns einst im gab; und doch ist jedes Tode nicht! herrlich! 5. Die Erde ist dein Hei- 4. Wo ist ein Gräschen ligthum! Ganz, Gott, er- auf der Flur, ein Stäubfülle sie dein Ruhm! Voll chen auf der Erde, wodurch deines Ruhmes, Gott, sind nicht Gott in der Natur wir! Wir leben und wir erkannt, verherrlicht werde? sterben dir! Sei gnädig Wie prangt sie an Erfinuns, o treuer Gott! Sei dung reich! und was ist gnädig uns in aller Noth. unsrer Trägheit gleich, wenn Zeig' dich als Vater, der wir nicht Freude fühlen? uns liebt, und gern, was 5. Gab seine Macht, die heilsam ist, uns gibt. Führ' Schöpferin der Schönheit uns durch diese Prüfungs- und des Lebens, uns unsern zeit, zum Sitze deiner Herr- Geist, so manchen Sinn, so lichkeit. Amen. viel Gefühl vergebens? Für Mel. Sei Lob' und Ehr dem. wen, als für uns Menschen 202. Lobfinget Gott, schafft, erhält und schmücket und betet an seine Kraft so viele tausend ! Es dank', es rühm', es singe, Wesen? Hand, die ſeine gab es preise, wer nur preisen 6. Er selbst bedarf nichts. kann, den Schöpfer aller Seine Dinge! Rühmt seine Güte, Schöpfung schmückte, seine Kraft! Wie herrlich, uns Empfindung und wie untadelhaft, sind alle stand, damit er uns seine Werke! glückte. Wir sollen Verbeuns 2. Seht! Welche Zeugen von Herzen freun, Bewohner seiner Macht sind jene seiner Welt zu sein; und Himmelsheere! Sie flammen seine Huld genießen. stets mit gleicher Pracht zu 7. Er schuf nicht nur in ihres Schöpfers Ehre! Das unsrer Brust die Sehnsucht Auge sieht sich nimmer satt, nach Vergnügen. Er schuf sieht, was es auch geschen auch Quellen, die voll Lust hat, doch immer neue Wunder. stets rinnen, nie versiegen. 3. Was bietet schon die Dies sind die Werke seiner Erd' allein für Wunder Macht: Wer gibt auf ihre 11 162 Lob und Danksagung. Wunder Acht, und fühlt half mein Helfer mir vom nicht hohe Freude? Tod und ließ mir Trost er8. Sucht also, Menschen, scheinen. Ich danke, Gott, nicht das Glück in leeren ich danke dir! Ach danket, Tändeleien! Werft auf die danket Gott mit mir! Gebt Schöpfung euren Blick, euch unserm Gott die Ehre! dauerhaft zu freuen. Dann 5. Gott ist uns nah, und denkt ihr eures Schöpfers je noch nicht von seinem gern, und diese Freuden in Volk geschieden; er ist der dem Herrn reun nie nach Frommen Zuversicht, ihr dem Genusse. Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet 203. Sei Lob und Ehrjer sein Volk durch's Feuer dem höchsten und durch's Meer. Gebt Gut' dem Vater aller Güte; unserm Gott die Ehre! dem Gott der alle Wunder 6. Wenn Hülfe nicht thut, dem Gott, der mein Ge- mehr nüßen kann, die nur müthe mit seinem reichen die Welt erzeiget; so hilft, Trost erfüllt, dem Gott, der der ewig helfen kann, der allen Jammer stillt. Gebt Schöpfer selbst, und neiget unserm Gott die Ehre! die Vateraugen denen zu, die In eigner Melodie. 2. Es danket dir des nirgends sonsten finden Ruh. Himmels Heer, Beherrscher Gebt unserm Gott die Ehre. aller Thronen! Und die 7. Ich will mein ganzes auf Erden, Luft und Meer Leben lang, o Gott, dich in deinem Schatten wohnen, freudig ehren. Einst sollen die preisen deine Schöpfer- meinen Lobgesang auch deine macht, die uns und sie her- Himmel hören. Mein Geist vorgebracht. Gebt unserm und Leib erhebet dich! Mein Gott die Ehre! ganzes Herz erfreuet sich! 3. Was unser Gott ge Gebt unserm Gott die Ehre! schaffen hat, das will er 8. Fhr, die ihr Christi auch erhalten; darüber will Namen nennt, gebt unserm er früh und spat mit seiner Gott die Ehre! Thr, die ihr Gnade walten. In seinem Gottes Macht erkennt, gebt ganzen Königreich ist alles unserm Gott die Ehre! Die recht und alles gleich. Gebt falschen Götzen macht zu unserm Gott die Ehre! Spott; der Herr ist Gott, 4. Jch rief zum Herrn in der Herr ist Gott! gebt unmeiner Noth: ach, Gott, serm Gott die Ehre! vernimm mein Weinen; dal 9. Kommt, laßt uns vor Lob Gottes und Danksagung. 163 sein Angesicht mit heil'ger barmen! du sorgest für mich Ehrfurcht dringen, bezahlen Armen, und bist ein Vater, die gelobte Pflicht und froh der verzeiht. und fröhlich singen! Der 6. Für alle deine Treue, Herr hat alles wohl bedacht, für das, deß ich mich freue, und alles recht und gut ge- lobsinget dir mein Geist. macht. Gebt unserm Gott Es ist dein größt Geschenke, die Ehre! daß ich durch ihn dich denke; M. In allen meinen Thaten. dein ist's, daß er dich Vater 204. Dir dant' ich für heißt. mein Leben! 7. Daß du mein Leben Gott, der du mir's gegeben, fristest, und mich mit Kraft ich danke dir dafür. Dujausrüstest; dieß, Vater, dank' hast, von Huld bewogen, ich dir. Daß du mich liebmich aus dem Nichts gezo- reich führest, mit deinem gen; durch deine Güte bin Geist regierest; dieß alles, ich hier. Vater, dank' ich dir. . 2. Du, Herr, hast mich be- 8. Was mir in diesem Lereitet, mich väterlich geleitet ben noch nüßt, wirst du mir bis diesen Augenblick. Du geben. Du gibst; ich hoff' gabst mir frohe Tage, und auf dich. Dir, Vater, dir beselbst der Leiden Plage ver- fehle ich meinen Leib und wandeltest du in mein Glück. Seele. Herr, segne und be3. Ich bin, Herr, aller hüte mich. Dinge, der Huld viel zu ge- mel. Jesu meines Lebens Leben. ringe, mit der du mich be- 205. Halte dich mit wacht. Damit ich, Staub hoher Liebe an und Erde, auf ewig glücklich den Herrn und opfre Dank! werde, hast du schon ewig Weih' ihm jeden deiner Triebe! mein gedacht. Seele, Gott sei dein Gesang! 4. Du hörtest schon mein Selig einst vor ihm zu werSehnen, und zähltest meine den, schuf er mich, und schon Thränen, eh' ich bereitet auf Erden seh' und fühl war; eh' ich zu sein begonnte, ich's wonnevoll, was ich und zu dir rufen konnte, künftig werden soll. da wogst du schon mein Theil 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenmir dar. 5. Du ließt mich Gnade blick; selbst die Schmerzen finden, und sahst doch meine die ich leide, segnen mich, Sünden vorher von Ewig- und werden Glück. Nieseln, keit. OHöchster, welch' Er- nicht im Pilgerlande Quellen 11* 164 Lob Gottes und Danksagung. auch im dürren Sande? Jm- stand hab' ich hier, milder mer strahlt die Sonne nicht, Vater, nur von dir. aber auch die Nacht hat Licht. 7. Dieß gewährst du die3. Jedes Glück, das ich sem Leben in der kurzen Uegewinne, wer gewährt mir's, bungszeit. I was wirst du, Herr, als du? Strömen Herr, mir geben einst in je nicht durch alle Sinne Lust- ner Ewigkeit! Selig dort empfindungen mir zu? Ist's, vor dir zu werden, schufst du o Gott, nicht deine Gabe, mich, und schon auf Erden daß ich diese Sinne habe, seh' ich's' fühl' ich's wonneund zum täglichen Genuß voll, was ich künftig werden Nothdurft, Füll' und Ueber soll. fluß? M. Jesus, meines Lebens Leben. 4. O wie viele frohe Tage 206. Wie sollt ich dich würdig loben, flossen, weil mir nichts ge brach, ruhig hin, und frei Schöpfer, Vater, Herr und von Plage, frei von jedem Gott? Gib du mir selbst Ungemach! Hatt' ein Tag Kraft von oben, dir zu danauch Müh' und Sorgen; ten, o mein Gott! Alles, was ich bin und habe, alles, sie entflohen, und am Morgen, wann ich deine Sonne Herr! ist deine Gabe. Täglich sah, waren neue Freuden da. thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür. 5. Ja, ich hab' aus deiner 2. Dieser Geist, der in Fülle, was mein Herz nur mir denket, überlegt, verwünschen mag, Speis' und wirft und wählt, meinen Trank und Dach und Hülle, Leib nach Willkühr lenket, Schutz und Hülfe jeden Tag. jedes Glied zugleich beseelt, Immer kam und kommt kommt nur durch dich ist er enstandein Segen unerwartet mir den, bleibt durch dich nur entgegen, und, wo vorhanden. Täglich ein Üebel droht, Rettung thust du wohl an mir, tägoder Trost in Noth. lich dank' ich dir dafür! mir stets 6. Ruh' und Sicherheit 3. Dieser Leib dieß im Lande, Ordnung und Kunstgebäude, wer hat ihn Gesetz und Recht, diese star- erbaut, als du? Durch ihn fen, festen Bande für das strömt dem Geiste Freude menschliche Geschlecht; auch aus der ganzen Schöpfung. des Umgangs füße Freuden, zu. Auch wird jeder meiner und der Freundschaft Glück Sinne täglich deine Güte im Leiden, Rath und Bei- inne. Täglich thust du Lob Gottes und Danksagung. 165 wohl an mir, täglich dank mögen? Doch mir glückt's ich dir dafür. durch deinen Segen. Täglich thust du wohl an mir, 4. Für mich schallt durch täglich dank ich dir dafür! heitre Lüfte muntrer Vögel 8. Noch der letzte meiner Lobgesang; und der Blumen Tage mache deine Größe süße Düfte fordern von mir fund, und von deiner Güte frommen Dank. Mir auch sage lallend noch der starre grünen junge Lauben, mir Mund! Dankend noch im auch reift der Most in Tod erringe sich mein Geist Trauben. Täglich thust du den Sieg und schwinge dann wohl an mir, täglich dank in deiner Engel Chor danich dir dafür! fend sich zu dir empor. 5. Du willst, daß mir In bekannter Melodie. Alles zolle; gibst den Saa- 207. Nun danket alle ten ihr Gedeihn; gibst den Gott mit HerHeerden ihre Wolle, Holz zen, Mund und Händen, und Gras und Wild dem der große Dinge thut an Hain. Alles, Alles muß uns und allen Enden; der mir nützen, mich ernähren, uns von Mutterleib und fleiden Täglich Kindesbeinen an bis diesen thust du wohl an mir, täg- Augenblick unzählig Guts lich dank ich dir dafür! schützen. gethan. 2. Der ewigreiche Gott 6. Wer kann jemals ganz woll uns, so lang wir leben, empfinden, wie du reich an ein immer fröhlich Herz und Güte bist; wer, was grund- edlen Frieden geben; und los ist, ergründet, zählen, was uns in seiner Gnad erhalunzählbar ist? Allenthalben ten immerfort, und uns aus strömet Segen mir aus dei- aus aller Noth erlösen hier ner Füll entgegen. Täglich und dort. thust du wohl an mir, täg- 3. Lob, Ehr' und Preis lich dank ich dir dafür! sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem 7. Täglich greif ich un- heil'gen Geist! Er, der vom verdrossen mit dir mein Himmelsthrone erbarmend Berufswerk an, da, was auf uns sieht, bleibt, wie er ich mit dir beschlossen, ich ewig war, unendlich groß mit dir vollführen kann. und gut. Lob sei ihm imWürd' ich's ohne dich ver- merdar! 166 12. Gebe t. M. Wer nur den lieben Gott. minder oder mehr. Denk 208. Komm betend oft nicht, wenn ich mit vielen und mit Ver- bete, so find' ich nur bei gnügen, o Christ, vor Got Gott Gehör. Jst, was du tes Angesicht. Nie müsse wünschest, recht und gut, so Trägheit dich besiegen in sei gewiß, daß Gott es thut. der Erfüllung dieser Pflicht. 6. Doch säum' auch nicht, übe sie zu Gottes Preis in den Gemeinen auch öfund deinem Heil mit treuem fentlich Gott anzuflehn, und Fleiß. seinen Namen mit den Sei2. Bet oft in Einfalt nen, mit deinen Brüdern zu deiner Seelen; Gott sieht erhöhn. Fühl' der vereinauf's Herz, Gott ist ein ten Andacht Werth, die Geist. Wie können dir die deine eigne stärkt und nährt. Worte fehlen, wenn nur dein 7. Bet' oft zu Gott für Herz dich beten heißt? Der deine Brüder, für alle MenGlaub' an Gott und seinen schen, als ihr Freund: denn Sohn rührt ihn, nicht leerer wir sind eines Leibes GlieWorte Ton. der; ein Glied davon ist 3. Bet oft zu Gott, und auch dein Feind. Solch fühl' in Freuden, wie huld- Bitten, das aus Liebe fließt, reich er, dein Vater, ist; bet ehrt Gott, der selbſt die oft zu Gott und fühl im Liebe ist. Leiden, wie göttlich er das 8. Bet' oft, so wirst du Leid versüßt. Gott hört's, Glauben halten, dich prüfen Gott ist's, der Hülfe schafft; und das Böse scheun, an er gibt dem Müden Trost Lieb und Eifer nicht erfalund Kraft. ten, und reich an guten 4. Bet' oft und heiter im Werken sein: denn Gott Gemüthe, sich dich an seinen sagt Kraft und Seelenruh?, Wundern satt, sich auf den dem, der mit Andacht betet, Ernst, sich auf die Güte, zu. womit er dich geleitet hat. m. Wer nur den lieben Gott. Er trägt dich liebreich mit 209. Von dir kommt Geduld; erkenn und preise jede gute Gaseine Huld. be; nur du, mein Gott, 5. Bet' oft, Gott wohnt kannst mich allein mit alan jeder Stätte; in keinerlem, was ich nöthig habe, Gebet. 167 zu meinem wahren Wohl Vater, stets bereit. Was erfreun. Mein Leben und wir nach deinem Willen bitmein Glück beruht allein ten, gibst du uns aus Barmauf dir, du höchstes Gut! herzigkeit; und wer dir dankt, 2. Umsonst ist alle meine dem strömest du beständig Mühe, wenn dein Gedeihen neuen Segen zu. sie nicht krönt. Was ich 7. So will ich denn zu auch noch so ängstlich fliehe, deinem Throne oft im Gebet wird doch von mir nicht ab- mich findlich nahn. Nimm, gelehnt, wenn vor dem Uebel Vater, nimm in deinem Sohdas mich schreckt, mich nicht ne der Andacht Opfer gnädein mächt'ger Schutz bedeckt. dig an! Dein Geist regiere 3. Wie sollt' ich denn meinen Geist, daß er dich, nicht von dir bitten, was betend, würdig preist. meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott, m. Wer nur den lieben Gott. sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns be- 210 Dein Heil, o Chrift, schwert, besänftiget der Seele nicht zu ver= Schmerz, und öffnet deinem scherzen, sei wach und nüchTrost das Herz. tern zum Gebet! Ein Flehn 4. Sollt ich nicht Dank aus reinem, guten Herzen und Ruhm dir bringen, hat Gott, dein Vater, nie wenn mich ein wahres Glück verschmäht. Er ist die Liebe erfreut? Dir, Allerhöchster, selbst und hört, was seiner dir lobsingen, ist gut, ist Kinder Herz begehrt. für uns Seligkeit, und flößt 2. Erhebe dich zu seinen wahren Eifer ein, Höhen mit Dank und Fle= in deinem Dienste treu zu hen oft und gern! Er lässein. set, was dir nützt, geschehen, 5. Du hörest es mit ist, dir zu helfen, niemals Wohlgefallen, wenn wenn deinesfern; und thut, wenn du Kinder zu dir flehn; ver- nur zu ihm flehst, mehr als schmähest nicht ihr schwaches du bittest und verstehst. uns Lallen, wenn sie lobsingend lobsingend 3. Welch' Glück, so hoch dich erhöhn. Du ehrst den geehrt zu werden und im wieder, der dich ehrt, und Gebet vor Gott zu stehn! hörest den, der dich, Gott, Der Herr des Himmels hört. und der Erden, bedarf der 6. Mit Segen uns zu eines Menschen Flehn? überschütten, bist du, o Er will blos deine Selig 168 Gebet. keit, wenn er zu beten dir Christ, hinan! Ruh und gebeut. Heil wird dem zum Sohne, 4. Sagt Gott nicht: bit- der mit Jnbrunst beten kann. tet, daß ihr nehmet? Ist des Seine Seele fühlt entzückt, Gebetes Frucht nicht dein? daß ein Gott die Welt beWer sich der Pflicht zu beten glückt. schämet, der schämt sich, Got- 2. Fliehe das Geräusch des tes Freund zu sein; und o, Lebens, wenn dein Geist zum wie würd es um dich stehn, Vater fleht! Der Zerstreute wenn er dich deinen Weg fleht vergebens; Worte sind ließ gehn. noch kein Gebet. Keine Rede 5. Sein Glück von seinem dringt zum Herrn, ist dein Gott begehren, ist wahrlich Herz noch von ihm fern. keine schwere Pflicht; und 3. Gutes denken und em= seine Wünsche Gott erklären, pfinden, das nur ist, was gereut gewiß den Frommen ihm gefällt. Folgst du noch nicht. Es gibt uns Muth dem Ruf der Sünden; so und stärkt die Kraft zur verehrst du nur die Welt. Dämpfung jeder Leidenschaft. Dein Gebet ist leerer Spott' 6. Sich in der Furcht des fühlst du nichts für deinen Höchsten stärken, in dem Gott. Vertraun, daß Gott uns 4. Bet am Abend und am liebt, im Fleiß zu allen gu- Morgen, bet auch noch so oft ten Werken ist diese ihn an; säunast du, für dein Pflicht für dich betrübt: so Herz zu sorgen, so ist dennoch triffst du nichts auf Erden nichts gethan. Du dent an, was deinen Geist er- Heuchelei genügt, bist ein freuen kann. Thor, der sich betrügt. 7. Gott laß mich nicht 5. Nicht um Wunder zu mein Heil verscherzen, gib bereiten, und von Arbeit frei Lust und Kraft mir zum Ge- zu sein; nicht, um Gottes bet; und wenn mein Mund Rath zu leiten, und dem aus gutem Herzen zu dir um Laster Glanz zu leihn; nicht Hülf und Gnade fleht; so mit Haß und stolzem Wahn Höre mich von deinem Thron darfst du dich dem Throne durch Jesum Christum, dei- nahn. nen Sohn. 6. Beten sollst du, daß M. Gott des Himmels und. die Seele freudig, stand211. Swinge dich haft und getreu stets das zu Gottes höchste Gut erwähle, und Throne oft und gern, olmit Gott vereinigt jei. 1 Gebet. 169 Heiligkeit ist jenes Gut. alles flieht, was mich zur Streb' hinan mit Helden- Erde niederzieht. muth! 2. Dann lach' ich jener 7. O wie ruhig, kannst falschen Freuden, verachte jene du leben, wenn dein Geist Flitterpracht, um die sich auf Gott nur schaut! Alles, Menschen oft beneiden, und alles wird er geben dem, der die sie nur zu Sclaven macht. heilig ihm vertraut. Jesus Nur höh're Lust kann mich Christus hats gelehrt; ewig erfreun: das Glück, Gott sei sein Wort dir werth. wohlgefällig sein. 8. Flehst du nun um 3. Dann weichen selbst die dann Glück der Erde: flehe nur schwersten Sorgen mit Heiligkeit! Erdenglück weicht das Leiden, das mich ist oft Beschwerde; ringe nach drückt: ich weiß, dem Herrn Zufriedenheit! Wähne nicht, ist nichts verborgen, der in daß Gott dir gibt, was dein des Herzens Tiefen blickt. eitles Herz nur liebt! Er bleibt doch Vater, der 9. Nie laß Jesu Sinn uns liebt, wenn er uns auch dir rauben, wenn das Kreuz durch Leiden übt. dich niederdrückt: Halte stets 4. Ja, das Gebet gibt dich an den Glauben, der Kraft in Leiden, es stärkt den Betenden erquickt! Gut zur Tugend unsern Geist, ist, was dein Vater will! Er und hilft uns klüglich alles ist weise, sei du still! meiden, was uns zu Sünd' 10. Fromm und immer und Thorheit reißt: nur frömmer werden: dies sei müssen unsre Wünsche rein, jedes Beters Ziel! Herr, und eines Christen würdig du gibst dann schon auf sein. Erden ihm der hohen Freu- 5. Drum bitt' ich nicht den viel, und die höchste in meinen Leiden: nimm, o Seligkeit liegt bei dir für mein Vater, sie von mir; ihn bereit. auch bitt ich nicht in meinen Freuden: erhalte diese FreuM. Wer nur den lieben Gott. den mir; nur um ein dir 212. Wenn ich vor mei- ergebnes Herz bitt ich zu dir nen Schöpfer in Freud' und Schmerz. trete und in der stillen M. Was Gott thut das ist. Einsamkeit zu ihm aus 213. Welch' hohes Vorrecht schenkst fühl ich da für Seligkeit! du mir, o du, dem SeraGanz werd' ich Geist und phinen mit Ehrfurcht und voller Seele bete: was 170 mit Dankbegier im höhern mich Sorgen quälen, wenn Leben dienen! Es darf mir des Lebens Glück ent= mein Geist, wie schwach er flieht, und edle Freuden heißt, sich aus dem Staube fehlen; so wend ich mich geschwingen, und betend zu dir trost an dich, du lehrst mich dringen. mit Entzücken im Elend Heil 2. Ich darf mit froher erblicken. Zuversicht vor deinem Thron 7. In stillen Stunden erscheinen, und du, mein denk' ich oft: was seid ihr, Gott, verwirfst mich nicht: eitle Freuden? Ach, wie gedu zählst mich zu den Dei- schwind, wie unverhofft vernen. Du zeigest dich mir kehrt ihr euch in Leiden? väterlich, so oft ich zu dir Und denk ich dies, so fühlt trete, und findlich vor dir bete. gewiß mein Herz sich ange3. Erstickt die Sinnlichkeit trieben, nur dich, Herr, stets in mir des Herzens fromme zu lieben. Triebe; so stärkt mich das 8. O welchen Muth gibt Gebet zu dir in neuer Tu- das Gebet mir in Berufsgegendliebe. Was sündlich ist, schäften! Du lohnest dem, kann ich, als Christ, durch der zu dir fleht, mit Weisheit deine Kraft bezwingen, und und mit Kräften. Wer dir so den Sieg erringen. vertraut und auf dich baut, 4. Gebricht es mir an den krönest du mit Segen sanftem Sinn, an Liebe gegen auf allen seinen Wegen. Brüder; so flich ich betend 9. Du Geist der Kraft zu dir hin und hasse nun nicht und des Gebets, du Geist wieder. Mein Herz verzeiht der reinsten Liebe, erweck und mit Freundlichkeit, und sucht stärke du nur stets zur Ander Feinde Schelten mit dacht meine Triebe! Und Großmuth zu vergelten. kann ich nicht mit Zuversicht 5. Betracht' ich im Gebet zu meinem Vater treten; so mit Schmerz mein fehler- lehre du mich beten! volles Leben; so wird und In bekannter Melodie. kann sich nie mein Herz, von 214. Gott, du from= Stolz gereizt, erheben. Ich mer Gott, die fleh zu dir: verzeihe mir! Geber aller Gaben, ohn den und du willst gern verzeihen nichts ist, was ist, von dem und mich mit Trost er- wir alles haben, gesunden freuen. Leib gib mir, und daß in 6. Wenn Kummer mich solchem Leib ein unverletzte zur Erde zieht, und wenn Seel und rein Gewissen bleib. Gebet. Gebet. 171 2. Gib, daß ich thu mit 7. Laß mich auf Christi Fleiß, was mir zu thun ge- Tod einst froh von hinnen bühret, wozu mich dein Be- scheiden, die Seele nimm zu fehl in meinem Stande dir hinauf zu deinen Freuführet: gib, daß ich jedes- den: es ruhe sanft der Leib mal thu, wann und wie ich in seiner stillen Gruft, bis soll, und so gerathe mir's ihn dein Allmachtswort in's durch deinen Segen wohl! neue Leben rust. 3. Hilf, daß ich rede stets, 8. Wenn deine Stimme womit ich kann bestehen. wird die Todten alle wecken; Laß kein unnützes Wort aus o, dann wird sie sich auch meinem Munde gehen; und auf meinen Staub erstrecken. wann nach meiner Pflicht Durch deine Macht werd ich ich reden soll und muß, so zum Leben auferstehn, mit gib den Worten Kraft und allen Seligen lobsingend dich Nachdruck ohn Verdruß. erhöhn. 4. Zeigt sich Gefährlich- m. Sei Lob und Ehr' dem. feit, ſo laß mich nicht ver- 215. Gott, deine Güte reicht so weit, zagen; gib einen frohen Muth und Trost in Leidenstagen. so weit die Wolken gehen; Durch Sanftmuth lehre mich du krönst uns mit Barmbesiegen meinen Feind; und herzigkeit und eilst uns beiwenn ich Nath bedarf, gib zustehen; bist mächtig, väeinen weisen Freund. terlich gesinnt; vernimm 5. Laß mich mit jeder- mein Flehn, hör' mich dein mann in Fried' und Ein- Kind! dann ich will vor dir tracht leben, so weit es beten. christlich ist. Willst du mir 2. Jch bitte nicht um etwas geben an Reichthum Ueberfluß und Schätze dieEhr' und Glück, so gib auch ser Erden; laß mir, so viel dieß dabei, daß ich nicht ich haben muß, nach deiner ungerecht, nicht stolz, noch Gnade werden. Gib mir sicher sei. nur Weisheit und Verstand, dieser dich, Gott und den, den du höher gesandt, und mich selbst zu bringen! und unter mancher erkennen. Last hindurch in's Alter 3. Jch bitte nicht um dringen; so gib, daß ich auch Ehr' und Ruhm, so sehr sie rühren. Des stets ein frommes Herz be- Menschen wahr, damit ich tragen mag guten Namens Eigenthum, mit Ehren graues Haar. laß mich nur nicht verlie6. Soll ich in Welt mein Leben 172 ren! Mein wahrer Ruhm freun, ihn stets durch Liebe sei meine Pflicht, der Ruhm thätig sein! vor deinem Angesicht, und 6. Das ist mein Glück, frommer Freunde Liebe. was du mich lehrst; das sei 4. So bitt' ich dich, mein mein Glück, daß ich zuerst Herr und Gott, auch nicht nach deinem Reiche tracht' um langes Leben; im Glücke und treu in allen meinen Demuth, Muth in Noth, Pflichten sei! das wollest du mir geben. 7. Ich bin zu schwach, In deiner Hand steht meine aus eigner Kraft, zur Zeit, laß du mich nur Barm- Dämpfung meiner Leidenherzigkeit vor dir im Tode schaft; du aber ziehst mit finden. Kraft mich an, daß ich den M. Vom Himmel hoch da. Sieg erlangen kann. vor 8. Gib von den Gütern dein Angesicht, dieser Welt, so viel mir verwirf, o Gott, mein Fle- nützt und dir gefällt, bei hen nicht; vergib mir alle Wenigem Zufriedenheit, zu meine Schuld, du Gott der meinem Fleiße Heiterkeit. Gnade und Geduld. 216. tomme Ich < ch 9. Schenkst du mir aber 2. Schaff du ein reines Ueberfluß; so laß mich) mäHerz in mir; ein Herz voll ßig im Genuß, und dürft'ge Lieb und Furcht zu dir; ein Brüdern zu erfreu'n, mich Herz voll Demuth, Preis einen frohen Geber sein. und Dank; ein ruhig Herz 10. Gib mir Gesundheit mein Lebenlang. und verleih, daß ich sie nütz 3. Sei mein Beschützer in und dankbar sei, und nie aus Gefahr; ich harre deiner im- Liebe gegen sie mich zaghaft merdar. Ist wohl ein Uebel, einer Pflicht entzieh. das mich schreckt, wenn deine Nechte mich bedeckt? Gebet. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit 4. Ich bin ja, Herr, in meiner Wohlfahrt meint, deiner Hand, von dir em- mit mir in deiner Furcht pfing ich den Verstand; er sich übt, mir Rath und halt ihn mir, und durch Trost und Beispiel gibt. dein Wort erleucht' und leit ihn immerfort. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden 5. Laß, deiner Güte mich meiner Tage viel: so sei, zu freun, sie stets vor mei- Herr, meine Zuversicht; vernen Augen sein! Laß, laß mich auch im Alter nicht. meines Glaubens mich zu 13. Und wenn sich wird Gebet... 173 mein Ende nahn, so nimm Mache mein Gemüth stets dich meiner herzlich an, und heiter; gib, daß ich ein gusei durch Christum, deinen ter Streiter, ganz vom schnöSohn, mein Schirm und den Leichtsinn frei, auf der Schild und großer Lohn. Tugend Kampfplatz sei. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Wahrheit lieben, gern 217. Cw'ger Vater aller sie hören, stets im Guten Wesen, alles Le- thätig sein, liebreich Andre bens, alles Lichts! Was Gutes lehren, ihnen wohlvorher noch nie gewesen, zuthun sich freun; gern Verrief dein mächtig Wort aus dienst an Brüdern ehren, nichts. Durch dich leb' ich Fehler gern zum Besten kehauch auf Erden, deiner Güte/ ren, fordert Glaub' und froh zu werden; du erhältst Christenthum: und das sei und stärkst auch mich, denn auch, Herr, mein Ruhm. was bin ich ohne dich? 6. Groß und edel laß mich 2. Laß mein Bitten nie denken, Sanftmuth meine vergebens, aber auch nie Zierde sein, Feinden, die mich thöricht sein; Weisheit ist schmäh'n und kränken, willig, das Glück des Lebens: die- wie du mir, verzeihn. Hilf ser Reichthum, Gott, sei mir alle Arglist meiden; mein. Eib, daß ich recht- laß mich lieber Unrecht leischaffen handle, stets vor den, als das thun, was dir deinen Augen wandle, ohne mißfällt, fänd's auch Beifall Stolz und Heuchelei; nie vor der Welt. dem Laster dienstbar ſei. 7. Hast du mir ein Amt 3. Mache mir die Se- gegeben, Sorg' und Arbeit ligkeiten deiner Liebe früh auferlegt, so verleih, daß bekannt; Lüsten, die den mein Bestreben deines BeiGeist bestreiten, wehre selbst falls Siegel trägt. Hilf mir mit starker Hand. Lehre alles wohl verrichten; zur mich recht überlegen, was, Erfüllung meiner Pflichten nach gut vollbrachten We- gib, auf meine Pilgerschaft, gen, dort die Ewigkeit ver- Ernst und Eifer, Muth und spricht, was ich bin, was Kraft. mir gebricht. 8. Hängt das Herz an 4. Laß vergängliches Ver- eitlen Schätzen, so vergißt gnügen, Vater, nie mein es dich, o Gott, treibt mit Endzweck sein; nie der Falsch heiligen Gesetzen und mit heit und den Lügen, immer dir selbst gar mich der Wahrheit weihn. Spott. Drückt es Noth ach! - m 174 Gebet. und Mangel nieder', so wenn es dich nur hat, nichts verzagt es gar leicht wieder, fragt nach dieser Welt. murrend und voll Ungeduld, 3. Gib mir ein weises Herr, an deiner Hülf' und Herz, das deines Wortes Huld. Lehre weit mehr, als Reich9. Beides wende du in thum, schätzt, weit mehr, Gnaden von mir, mein Er- als Pracht und Ehre, das barmer, ab! Nähm' ich an seine Schwäche kennt, und der Seele Schaden, o wie nimmer sich erhebt, und stets schreckte mich das Grab! mit Sorgsamkeit nach deinem Wenig und ein gut Gewissen Beifall strebt. kann mir auch den Tod ver- 4. Gib mir ein mildes süßen, ist schon hier ein Him- Herz, das sich des Wohlthuns melreich, macht den Aermsten freuet, den Nächsten gern begroß und reich. glückt, ihm willig hilft und 10. Werd' ich einst zu- leihet, selbst Feinden Gutes rücke sehen auf die Zeit, die thut, auch fremdes Elend ich vollbracht, dann schreck' fühlt, und stets barmherzig ist, mich, Herr, kein Vergehen, wie Christus es befiehlt. nicht das Bild der Todes- 5. Gib mir ein sanftes Herz, nacht. Gib dann, daß ich das keine Zantsucht heget, meine Seele glaubensvoll das nie zu schaden sucht und dir anbefehle: Herr, Herr, gern die Schwachen träget, meine Zuversicht! auch im das nur durch Freundlichkeit Tod verlaß mich nicht. und stillen Edelmuth des M. Gott du frommer Gott. Nächsten Haß und Zorn, wo 218. in tugendhaftes möglich, Einhalt thut. Herz, das dir, 6. Gib mir ein reines o Gott, ergeben, für alles Herz, das niemals unkeusch Gute glüht, das wünsch denket, das jeden bösen Trieb ich zu erstreben. O stärke bekämpfet und beschränket, mich mit Kraft! Sie kommt das wilde Freuden flieht, und ja nur von dir; und was Sittsamkeit und Zucht in ich selbst nicht kann, das seinem Kreise stets gern zu wirke du in mir! befördern sucht. 2. Gib mir ein frommes 7. Gib mir ein treues Herz, das nie von dir sich Herz, das nichts von dem trennet, und stets mit Freu- begehret, was unrechtmäßig digkeit dich seinen Vater nen- ist, und andern zugehöret; net, das dir sich überläßt, sich das kindlich an dich hält, und, vom keine Habsucht nährt, Neide sich befreit, und Gebet. 175 stets gewissenhaft Betrug und dengütern strebet, das im Wucher scheut. Genuß der Welt mit Ernst 8. Gib mir ein biedres die Sünde flieht, und imHerz, das Wahrheit sucht mer, Gott, auf dich und und schäßzet, und nie aus jenes Leben sieht. Lästersucht des Nächsten Ruhm 11. Gib mir ein stilles verletzet, das alle Falschheit Herz, das jederzeit gelassen, haßt, die Unschuld muthig wenn du mir Leiden schickst, schüßt, und willig das Ver- auch deinen Trost kann dienst erkennt und unterstützt. fassen, das von Verzweif 9. Gib mir ein edles lung fern nur deine Fügung Herz, das seiner Ueberzeugung liebt, und stets sich in Geim Guten immer folgt, auch duld und Selbstverläugnung trotz der bösen Neigung; übt. das stets mit Heldensinn 12. Gib mir ein heitres auch dann die Tugend liebt, Herz, wenn einst mein LeEs freue wenn jeder mich verkennt, ben schwindet! verschmähet und betrübt. sich des Heils, das Jesus 10. Gib mir ein himm- hat gegründet! Es jauchze, lisch Herz, das nicht am daß der Leib allein in Staub Eitlen klebet, nicht blos zerfällt, und blicke glaubensnach Sinnenlust und Er- voll in jene beßre Welt! 13. Deffentliche Gottesverehrung. Mel. Wer nur den lieben Gott. vor der Welt bekennst: bist 219. Den höchsten öf- du dann sein? Bist du ein fentlich vereh- Christ, der seinem Heiland ren, und in sein Haus mit dankbar ist? Freuden gehn, um andachts- 3. Wer sich dem Gotvoll sein Wort zu hören, tesdienst entziehet an einem und ihn lobpreisend zu er- ihm geweihten Tag, aus höhn, ist eine Pflicht, wozu Trägheit die Versammlung der Christ, so lang er lebt, fliehet, und nicht mit anverbunden ist. dern beten mag, entzieht sich 2. Wenn du nur in der einer heil'gen Pflicht, und Still' ihn ehrest, zwar Je- gibt, was Gottes ist, Gott sum deinen Heiland nennst, nicht. doch ihn nicht öffentlich 4. Auch deinen Nächsten verehrest, ihn nicht auch zu erbauen, mußt du zum 176 Oeffentliche Gottesverehrung. Hause Gottes gehn. Wie 9. O laßt uns schmecken manche sind, die auf dich und empfinden, wie freundschauen, die blos auf Andrer lich Gott den Seinen ist! Beispiel sehn! O denke Er, der so gnädig unsrer dran, daß du, als Christ, Sünden, so bald wir Buße ein gutes Beispiel schuldig bist. thun, vergißt, von neuem 5. Doch, selber dich von uns als Kinder liebt, und deinen Pflichten und von der was uns nüßet, reichlich gibt.. Bahn zur Seligkeit noch 10. Erleuchte, Herr, selbst immer mehr zu unterrichten unsre Seelen, vertreib aus in dieser kurzen Prüfungs- uns des Irrthums Nacht, zeit: wie nöthig ist dieß laß uns die Wahrheit nicht nicht, o Christ, der du ge- verfehlen, die du uns selber neigt zu Fehlern bist! fund gemacht; bis wir der6. Wie schwach sind einst im vollern Licht das unsre eignen Kräfte! Wie sehn, was uns dein Wort schwach Erkenntniß und Ver- verspricht. stand! Der Gottesdienst ist Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Geschäfte, wozu Gott 220. Noch sing' ich hier gütig uns verband; ein Mitaus dunkler tel, das uns neue Kraft zum Ferne, Herr meines Lebens, Glauben und zur Tugend dir mein Lied. Einst wenn schafft. dich jenseits aller Sterne, 7. Wie manchen Trost Herr, mein verklärtes Auge hab' ich empfunden, wenn sieht: dann schallet dir im ich das Wort des Herrn ge- Jubelklang mein himmlisch hört! Wie lieb' ich euch, lauter Lobgesang. ihr frohen Stunden, da man 2. Wohl mir jedoch; du anbetend Gott verehrt, und, schaust hernieder, steigt mein um das Ewige bemüht, sich Gebet zu dir hinan. Du aller Erden sorg' entzieht hörst den Dank der schwaan. Und meine 8. Kommt, fromme Chri- chen Lieder mit Vaterliebe sten, theure Brüder, vereint gnädig im Geist vor Gott zu stehn! Besserung und Ruh' nimmt Kommt, wir sind eines durch mein frommes Opfer zu. Leibes Glieder, kommt, 3. Froh wall' ich hin mit unsern Schöpfer zu erhöhn! meinen Brüdern zu deines. Frohlockend preiset Jesum Tempels Heiligthum. Da Christ, der unser Hauptschallt in dir geweihten Lieund Mittler ist! dern des Dankes Stimme FAN Deffentliche Gottesverehrung. 177 zum Ruhm; und dann durch mein Lied erscholl, ward sedringet meine Brust ein fromm liger Empfindung voll. Gefühl der reinsten Luſt. 6. Doch ward, dich inni4. Die Kraft von deinen ger zu loben, oft, wenn es Himmelslehren durchdringt kalt und träge war, die und hebet meinen Geist, Seele mehr zu dir erhoben wenn er, vereint mit heil- bei meiner Miterlösten Schaar, gen Chören, Gott, deinen wenn sie im vollen Lobgesang großen Namen preist, Anbe- sich hin zu deinem Throne tung dir und Ehre bringt, schwang. und Fülle der Empfindung singt. 7. Drum will ich mit der Frommen Schaaren auch gern 5. Zwar hab ich auch zu deinem Tempel gehn, wo in stillen Stunden, wenn einst auch die versammelt ich dir meine Freuden waren, die nun vor deinem sang, der Andacht Selig- Throne stehn. Sie schauten keit empfunden, die durch auch im dunklen Wort: von die frohe Seele drang. Angesicht schaun sie dich Mein Herz, wenn dir dort. 14. Vor der öffentlichen Gottesverehrung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Gib dem, der seinen 221. Mit Freuden such Brüdern predigt, zur wahren ich, Herr, die Kenntniß heilsam Licht! Er Stätte, wo deines Namens sei von Menschenfurcht entEhre wohnt, und wo, wenn ledigt, und lehre frei nach ich mit Brüdern bete, mich seiner Pflicht! Sein Beioft des Himmels Blick be- spiel lehre, wie sein Mund; lohnt, in welchem ew'ge Se- des Lebens Weg werd' Alligkeit uns, auch versammelt, len fund. einst erfreut! M. Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Dein Wort sei mächtig 222. Wir erscheinen hier verkündigt dem Frommen, hier vor dir, den ein Leid betrübt; dem dich, o Vater, zu verehren, Halbbekehrten, der noch sün- und in deinem Tempel hier digt; dem Frevler, der die auf dein heilig Wort zu Laster liebt: dem Heuchler, hören, von der Welt uns der sich schwer bekehrt; dem zu entfernen und der WahrZweifler, der die Wahrheit ehrt. heit Weg zu lernen. 12 178 Vor der öffentlichen Gottesverehrung. 2. Gib uns deinen Geist, ren. Gib uns Andacht und o Gott, und durch ihn den Begier nach der Wahrheit wahren Glauben; niemals selgen Lehren, daß die Herlaß der Västrer Spott dieses zen von der Erden ganz zu Segens uns berauben! Gib dir gezogen werden. auch Licht und Muth und 2. Unser Wissen und VerStärke uns zu jedem guten stand ist mit Finsterniß umWerke. geben. Mache du uns das 3. Hilf, daß alle Sünder bekannt, was uns dient zum sich durch dein Wort zu dir frommen Leben. Gutes denbekehren, und wir Alle, Gott, ken, Gutes üben kommt von durch dich gern vollbringen, deines Geistes Trieben. was wir hören. Alle fromm 3. Deiner Wahrheit reidurch dich auf Erden, All' nes Licht leuchte jetzt auch im Himmel selig werden!. unsern Seelen, daß wir ihIn bekannter Melodie. rem Unterricht folgen, und 223. Liebster Jesu, wir das Gute wählen. Lenke du sind hier, um Gebet und Lehre uns zum dein göttlich Wort zu hö- Heil und dir zur Ehre. 15. Beim Beschluß der öffentlichen Gottesverehrung. 15. Beim Beſchluß der öffentlichen 30( 35 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Mel. Nun danket alle Gott. 224. Preis und Dant 225. Gepriesen ſei der sei Gott geHerr für seines bracht; denn nun haben wir Wortes Lehren! Den Sünvernommen, was uns gut dern rief er zu, sich ernstlich und glücklich macht, Gottes zu bekehren, Betrübten gab Wort, den Trost der From- er Trost, den Schwachen men; Lehren, die zu guten Muth und Kraft, den Werken, die zu steter Tugend Frommen stärkern Trieb zu stärken. dem, was Segen schafft. 2. Wer der Tugend Wege Wege 2. Es bringe nun sein geht, findet Heil auf diesen Wort durch seines Geistes Wegen. Auch sein Wohl Stärke in unserm Wandel stand wird erhöht, denn ihn stets auch Früchte guter krönet Gottes Segen. Laßt Werke, daß unser Glaube uns also handeln fest, ihm bis zum Tode und Wegen treu und immer thätiger wandeln. weise auf Gottes durch wahre Liebe sei! 179 16. Häusliche Gottesverehrung. aber Unordnung und Sünden wird man in den Häu226. Auch zu Haus und sern finden, wo man lebt, Mel. Alle Menschen müssen. in der Stille, wie ohne Gott, weder denkt Christ, vergiß der Andacht an Pflicht, noch Tod. nicht. Sie ist eine selge Pflicht. Sie führt dich zur 5. Gute fromme Kinder Segensquelle. Vor Gott haben, froh in seinem Hause täglich mit den Deinen sein, treue Hausgenossen hadankbar im Gebet erscheinen, ben: Gott wie muß dies bringt viel Vortheil, bringet Glück erfreu'n! Im Gebet Lust, Trost und Ruhe deiner ist Reiz zur Tugend für's Brust. Gesinde, für die Jugend; 2. Solltest du nicht den sich einander zu erbaun, erheben, der dir täglich Gutes wirket Lieb und fromm Verschenkt, der dir fristet Glück traun. und Leben, jede Stunde dein gedenkt? Kannst du Rettung 6. Drum, o Christ, ein deiner Sünden, kannst du jeder Morgen, jedes Abends neue Gnade finden, wenn du ruh'ge Zeit, eine Stunde, nicht zu Gott hingehst, und frei von Sorgen, sei vor um Huld und Wohlthat flehst? Allem Gott geweiht. Bete 3. Welch' ein segensvoll selbst, bet mit den Deinen: Geschäfte ist ein häusliches Gott hört's, und erfreut die Gebet! Muth zur Arbeit, Seinen; achtsam lies die Lust und Kräfte gibt Gott heil'ge Schrift: sie lehrt, dem, der zu ihm fleht. was dein Heil betrifft. Tröstung in betrübten Stunden haben Fromme stets ge- 7. Höchster, mache dieß funden, die, im Gottesdienst Geschäfte allen Häusern vereint, stille Thränen ihm theu'r und werth, gib dazu geweint. uns Trieb und Kräfte; 4. Sichtbar mehrt sich hindre, was es uns erschwert; Glaub und Tugend, Glück laß dir unser schwaches Lalund Segen blüht und len in der Stille wohlgefalgrünt, wo das Alter und len, bis wir ewig vor dir die Jugend Gott mit stehn, und mit Engeln dich Mund und Thaten dient; erhöhn. 12* 180 Selbst liebe. 17. Pflichten gegen uns selbst. auf immer. Was acht' ich Mel. O Gott, du frommer Gott, denn auf Rang, auf Üeber227. Du willst, o Herr, fluß und Pracht? Nicht ein mein Gott, daß vergänglich Gut ist's, was ich mich selber liebe. Gib, uns glücklich macht. daß ich diese Pflicht nach 6. Ein dir ergebnes Herz, deiner Vorschrift übe! Ich ein unverletzt Gewissen, dieß, sehne mich nach Glück, will Vater, kann allein des Lestets mich gern erfreun: o bens Last versüßen; dieß labt laß doch diesen Trieb nie im Tode mich; dieß solgt mir mein Verderben sein! aus der Zeit mit seinem Se2. Gib, daß mein ganzes gen nach bis in die Ewigkeit. Herz sich deiner Liebe weihe, 7. Wohl dem, der diejes. und daß ich überall mit Ernst Glück weit mehr, als alles, die Sünde scheue. Wer als achtet, wornach der eitle ein Christ sich liebt, der flic- Mensch mit blindem Eifer het auch als Christ, was trachtet! Er liebt sich, wie seines Nächsten Wohl under soll; ihm lohnt sein eigdir zuwider ist. nes Herz, und, Gott, von 3. Kein schnöder Eigennuß dir gestärkt, besiegt er jeden beherrsche meine Seele! Gott, Schmerz. wenn zu meinem Glück ich 8. Ja, keinen Augenblick Weg und Mittel wähle, so das große Werk verschieben, laß mich stets dabei auf Recht sich dir, o Herr, zu weih'n, und Wahrheit schaun, und dieß heißt sich selber lieben. nie mein Wohlergehn auf So wird auch deine Welt fremdes Elend baun. uns noch einmal so schön, 4. Was hilft ein kurzes und einst wird uns dein Wint Glück, wobei die Tugend lei- zur Herrlichkeit erhöhn. det? Wie lange jauchzt der Thor, der deine Wege meidet? Selbsterkenntniß. Ach, wer nicht Gutes thut, Mel. Wer nur den lieben Gott. ererbt den Himmel nicht. 228. Wer bin ich? Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! Welche wicht'ge Frage! Gott lehre sie 5. Mich blende nie die mich recht verstehn! Gib, Welt mit ihrem falschen daß ich mir die Wahrheit Schimmer! Sie selbst und sage, um mich, so wie ich ihre Lust vergeht doch einst bin, zu sehn. Wer sich nicht Pflichten gegen uns selbst. 181 selbst recht kennen lernt, wählet, so gib, daß ich ihn bleibt von der Weisheit weit nicht verlier'. Erleuchte mich entfernt. mit deinem Licht, so täuschen 2. Ich bin ein Werk von mich Verführer nicht. deinen Händen, du schufst 7. Bin ich jetzt von dem mich, Gott, zu deinem Preis; sichern Pfade, der mich zum dazu mein Leben anzuwenden, Leben führt, noch fern, das ist dein väterlich Geheiß. wecke mich durch deine Gnade, Doch leb' ich, als dein Eigen- daß ich ihn ernstlich suchen thum, auch wie ich soll zu lern'. Gib mir zur Beßdeinem Ruhm? rung Lust und Kraft; du 3. Ich bin ein Christ nach bists, der beides in uns schafft. dem Bekenntniß: doch bin Mel. O Gott du frommer Gott. ich das auch in der That? 229. Herr, du erfor Herr, öffne selbst mir das schest mich; dir verhehlen; That, du Verständniß, recht einzusehn, kann ich nichts ob ich den Pfad, den Jesus du siehest jede mir gewiesen, geh', und ob kennst den Rath der Seelen. ich auch im Glauben steh'? Ich nahe mich zu dir und 4. Du kenneſt unsers Her- fleh' in Demuth dich: entzens Tiefen, die uns selbst decke mir mein Herz! du unergründlich sind; drum laß weißt's leicht täuscht es mich. 2. Ich bin ein Christ, gemich oft und ernstlich průfen, ob ich sei Christo gleich- tauft, mein Gott, auf deinen Namen. Erfüllt' ich gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den jede Pflicht des Christenthums? und famen die Klgüsten täuschen kann. Werke, die ich that, aus Liebe 5. Wie kann der, der bei und aus Pflicht? Bin ich allem Wissen des Herzens ein Heuchler nur; so kennt Zustand sich verhehlt, auf mich Christus nicht! wahre Beßrung sein beslissen, 3. Hab' ich dich, Gott er, der nicht weiß, wie viel geliebt? und durch ein fromihm fehlt? Sich selbst recht mes Leben mich immer dir kennen, ist Verstand; drum geweiht? mein Herz dir ganz mache mich mit mir be- ergeben? Hat mich dein fannt. was heil'ges Wort gebessert und ich, mar 6. Was mir zu meinem erfreut? Heil noch fehlet, mein Va- es befiehlt, auch stets zu thun ter, das entdecke mir! Hab' bereit? ich der Wahrheit Weg er-| 4. Vertraut ich standhaft 182 Pflichten gegen uns selbst. dir in Kummer, Noth und 9. War ich der Unschuld Leiden? verdankt' ich dir Trost, und hab' ich sie vermein Glück? blieb ich bei, theidigt? hab' ich durch meinen Freuden der Tugend Härte nie den Dürftigen betreu? war ich auf's Ewige leidigt? brach ich dem Hungbedacht? und hab' ich jeden rigen mein Brod? und that Tag zu meinem Heil voll ich's gern? war Uebermuth bracht? und Troß und Herrschsucht 5. Gebraucht ich meinen von mir fern? Geist mit allen seinen Kräf- 10. Allwissender, wer kann, ten, den Willen und Verwie oft er fehlet, merken? stand, zu müßlichen Geschäf- Sei gnädig, handle nicht mit ten? Hab' ich für meinen mir nach meinen Werken. Leib mit Weisheit stets ge- Vergebung ist bei dir! Laß wacht? und keine böse Lust ihren Trost auch mein, und genährt und angefacht? mich dadurch gestärkt zum 6. Hab' ich die, die du mir Fleiß im Guten sein! Aussicht anvertrauet, Mel. In allen meinen Thaten. eignes Beispiel gern zur durch ich dir diene, gebeffert und erbauet? sorgt 230. Gib Gott, wenn ich stets für ihr Wohl, für daß ich mich nicht erfühne, ihre Seligkeit? und straft' darüber stolz zu sein. ich ihr Vergehn mit Lieb' und Freundlichkeit? Wer kann bei seinen Werken, wie 7. Blieb ich der Wahr- ist von Mäugeln völlig rein? oft er fehlet merken? Wer heit treu? war ich voll Menschenliebe? und regten sich 2. Doch wenn auch die in mir des Mitleids edle zur Ehre rein meine Tugend Triebe bei meiner Brüder wäre, weß ist dies EigenNoth? floh ich des Stolzes thum? wer ließ mich unterNeiz? verschloß ich Aug und richten? wer ließ in meinen Herz der Habsucht und dem Pflichten mein Glück michy Geiz? sehn und meinen Ruhm? 8. Hab' ich, wie Jesus that, 3. Wer gab mir dich zu gesegnet, die mir fluchten? lieben und dein Gebot zu hab' ich auch die geliebt, die üben, die Lust und Freudigmir zu schaden suchten, be- keit? wer stärkte meine Kräfte zwang ich meinen Zorn; im Heiligungsgeschäfte? wer zeigt' ich Versöhnlichkeit? Er gab mir Muth und Sieg regte Andrer Glück niemals im Streit? in mir den Neid? 4. Du schaffst, daß ich Pflichten gegen uns selbst. 183 dich wähle; du rufft mich, dies die Sittlichkeit? Nein, wenn ich fehle, auf rechten Höchster, deine Güte erfülle Weg zurück; du ziehst mich mein Gemüthe mit Demuth ab von Sünden, und läßt und Bescheidenheit. mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 7. Sollt ich mich deß er- a heben, was du mir, Herr, Mel. Sei Lob und Ehr dem. gegeben? hab ich zum Lohn 232. Nach meiner Seelen Seligkeit ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, was du mir vor- laß, Herr, mich eifrig ringeschrieben; wer bin ich?- gen. Sollt ich die kurze ein unnützer Knecht. Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich Mel. Nun ruhen alle Wälder. einst vor dir bestehn? Wer HI 91100 in dein Reich wünscht einzu231. in tugendhaftes gehn, muß reines Herzens Leben, erfordert werden. auch das Streben, nicht da- 2. Erst an dem Schluß rauf stolz zu sein. Wer der Lebensbahn auf seine kann bei seinen Werken, wie Sünden sehen, und, wenn man oft er fehle, merken? wer ist nicht mehr sünd'gen kann, von Mängeln völlig rein? Gott um Erbarmung flehen, 50 E 13 2. Such ich wohl deinen das ist der Weg zum Leben Willen, mein Gott, so zu nicht, den uns, o Gott, dein erfüllen, als es die Pflicht Unterricht in deinem Wort gebeut? Trag ich der Tu- bezeichnet. gend Bürde, aus Kenntniß 3. Du rufft uns hier zur ihrer Würde, wohl immer Heiligung. Drum laß auch mit Zufriedenheit? hier auf Erden des Geistes 3. Entzieh' ich mich den wahre Besserung mein HauptSünden wohl stets aus geschäfte werden. Herr, stärke rechten Gründen? aus wah- mir dazu den Trieb; nichts rer Frömmigkeit? Oft sind sei mir je so groß, so lieb, die guten Triebe nicht mich davon abzuwenden. Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Zeit. Natur 700 4. Gewönn ich auch die und ganze Welt- mit allen ihren Freuden, und sollte das, wohl was dir gefällt, o Gott, Tu- darüber meiden, was hülWill fe mir's? Nie kann die 19:00 130 4. Darf ich nun mein Streben gend noch erheben? nach Sorge für die Seele. # 3 184 Pflichten gegen uns selbst. Welt mit Allem, was sie in 2. Leuchtet mir auf meisich hält, mir deine Gnad nen Wegen nicht dein himmersetzen. lisch reiner Strahl; ach, so 5. Was führt mich zur wähl' ich Fluch für Segen, Zufriedenheit schon hier in und statt Freude find ich diesem Leben? Was kann Qual. Unentschlossen zu dem mir Trost und Freudigkeit Guten, für den Ruf der in Noth, im Tode geben? Wahrheit taub, treib ich auf Nicht Menschengunst, nicht des Irrthums Fluthen, bin irdisch Glück, nur Friede der Leidenschaften Raub. Gottes und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 3. Sende du, zu dem ich 6. Nach diesem Kleinod, flehe, aus dem dunklen Thale Herr, laß mich vor allen hier. sende, Vater in der Dingen trachten, und, was Höhe, deine Weisheit hin zu mir daran hinderlich, mit mir! Ja, nur du kannſt edlem Muth verachten. Daß mir ihn geben, deinen weisen, ich auf deinen Wegen geh, guten Geist. Selig, wen und im Gericht dereinst be- für jenes Leben du dir so steh, sei meine größte Sorge. zum Diener weihst. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht für Trägheit 4. Selig, wem nach Prümich beschützest, und mich zur fungsstunden du die HerrTreu in dieser Pflicht mit lichkeit enthüllst, wen, im Kräften unterstützest? Kleinen treu erfunden, du stärke mich, mein Gott, da- mit Licht und Kraft erfüllst. zu, so find ich hier schon Doch von diesem hohen Ziele wahre Ruh, und dort das bin ich immer noch so weit! ew'ge Leben. Ach, bei jedem Schritte fühle ich die Last der Eitelkeit. Mel. Jesu, der du meine Seele. 233. Weisheit, hohe 5. Du, der Müden Stärke, Gottes gabe! wende nie von mir dein Anschmachtend ring auch ich nach gesicht! Reiche, Vater, mir dir. Bis ich dich errungen die Hände, wenn mir Muth habe, mangelt Ruh und und Kraft gebricht! Du Stärke mir. Ohne dich und bist gut und läsfest keinen, deine Lehre seh ich nichts, als der um Weisheit bittet, leer. Widerspruch, und der Schö- Wär ich nur erst treu im pfung Wesenheere sind mir Kleinen, o wie gern gäbst ein verschlossnes Buch. du mir mehr! Pflichten gegen uns selbst. 185 M. Fren dich sehr, o meine meiden, was mit Reu' das 234. Lehre mich, Herr, Herz beschwert, und sich hürecht bedenken, ten vor den Freuden, die was wahrhafte Weisheit sei; der Sündendienst gewährt; meinen Fleiß darauf zu len- eitlen Ruhm, der bald verfen, stehe mir aus Gnaden blüht. Lust die im Genuß bei. Denn die Klugheit, so schon flieht, nicht für wahre die Welt ohne Grund für Wohlfahrt achten; nein, nach Weisheit hält, fördert nie bessern Gütern trachten. mein Wohlergeben und wird nie vor dir bestehen. 6. Weisheit ist es, Gottes 2. Weisheit ist's, wenn Gnade sich zu seinem Ziel unsre Seelen sich, Herr, dei- ersehn, und auf seiner Wahrnes Wortes Licht nur allein heit Pfade diesem Glück entzum Leitstern wählen, und gegen gehn; gern nach Gotmit fester Zuversicht diesem tes Willen thun; froh in Licht sich anvertraun: denn seiner Fügung ruhn, und, die folgsam darauf schaun, wenn Leiden uns beschweren, ihre Hoffnung darauf grün- hoffend mit Geduld ihn ehden, werden Heil und Leben ren. finden. 7. Weisheit ist es, stets 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich be- bedenken, daß wir hier nur kannt zu sein, sich nicht schon Pilger sind; Wunsch und vollkommen achten, und den Hoffnung dahin lenken, wo Eigendünkel scheun; gern auf die Seele Ruhe find't; seine seine Fehler sehn; reuig sie Augen unverwandt nach dem vor Gott gestehn; eifrig stets ew'gen Vaterland richten, und nach Beßrung streben, und sich hier bestreben, wie man droben lebt zu leben. doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Chri- 8. Diese Weisheit ist auf stum ehren, seiner Mittlers- Erden, Höchster, unser bestes huld vertraun; so auf seine Theil; die von ihr geleitet Stimme hören, und auf sei werden, deren Weg ist Licht nen Wandel schaun, daß und Heil. Solche Weisheit man falsche Wege flieht, und kommt von dir; Gott, vermit Eifer sich bemüht, sei- leihe sie auch mir. Laß sie nem Bilde hier auf Erden mich zu allen Zeiten auf immer ähnlicher zu werden. den Weg des Friedens lei5. Weisheit ist es, alles ten. Pflichten gegen uns selbst. M. Kommt her zu mir. 6. O wohl dir, wenn 235. Streb' immer mehr dein Geist sich übt, in allem, zur Weisheit was dich hier umgibt, der hin, und sich', o Christ, mit Gottheit Wink zu finden! frommem Sinn vom Staub Sei folgsam ihrem Unterbis zu den Sternen! Dir richt, und in Erfüllung deigebe jeder Gegenstand von ner Pflicht laß jeden Tag Gottes und von Menschen verschwinden! Hand Gelegenheit, zu lernen. M. Alle Menschen müssen. 2. Der große Schauplatz 236. Eins ist Noth! von hoher der Natur ist voll O Herr, dies Weisheit Spur, um deinen Eine, lehre meine Seele doch! Geist zu nähren. Selbst Alles andre wie's auch Blumen auf der frischen Au, scheine, ist nur ein beschwerder kleinsten Thiere schöner lich Joch, unter dem das Bau; sie können viel dich Herz sich quälet, und der lehren. Ruhe doch verfehlet. Nur 3. Wie wirkt die Schö- dieß Einzige gibt mir wahren pfung weit und breit! Sie Frieden dort und hier. ruft auch dich zur Thätig- 2. Seele, willst du dieses keit; dein Werk sollst du finden, such's bei keiner Kreaverrichten. Dich warnt der tur; laß nichts Irdisches Stunden schneller Flug vor dich binden; Erdengüter täuMüßiggang und vor Verzug schen nur. Nur bei dem in Uebung deiner Pflichten. auf Gottes Throne hocher4. Sieh, welchen Unter- höhten Menschensohne findest richt enthält für dich die du dein wahres Heil und ganze Menschenwelt, Menschenwelt, ihr das allerbeste Theil. Glück und ihre Leiden! Des 3. Dir ist auch das Glück Neichen und des Armen Loos beschieden, was Maria sich lehrt in des Mittelstandes erlas, als sie, ohne zu erSchoos dich Ungeduld ver- müden, fromm zu Jesu Füßen meiden. saß. O, wie brannt ihr 5. Dich soll, was Andern Herz, die Lehren aus der widerfährt, und Gottes Herr- Weisheit Mund zu hören! schaft dir bewährt, zum ern- Sie vergaß die Welt und sten Denken leiten; es soll sich, hörte, sah nur, Jesu, auf ähnliches Geschick dich. denn wandelbar sind Zeit 4. Also richt' auch mein und Glück dich christlich Verlangen, mein Erlöser, nun nach dir; deiner Wahrvorbereiten. 186 -1 Pflichten gegen uns selbst. 187 heit anzuhangen, schenke sche, wie ich's meine, tilge Trieb und Kräfte mir! Wenn allen Heuchelschein. Daß auch andre sie nicht achten, ich hier schon auf der Erde will ich sie mit Lust betrach durch dich gut und selig ten, und, mich deines Heils werde, und dir treu sei bis zu freun, ihren Lehren folg- zum Tod; nur dieß Eine ist sam sein. mir noth. 5. In dir ist der Weisheit Fülle. Was die Seele ganz beglückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, 237. Ruhig dann werd' ich wahrhaftig soll die Seele bleiben, weise, mir zum Heil und dir die sich selbst erkennt und zum Preise lerne Got- ehrt. Wenn mich Leidentes Rath verstehn, verstehn, und schaften treiben; so verlier' den Weg des Lebens gehn. ich meinen Werth, und mein 6. Mit Vergebung aller ungestümer Sinn reißet mich Sünden, Herr, begnadigst zur Thorheit hin. du mich dann; läßst mich 2. Herr, du gabst mir wahre Ruhe finden, daß Kraft, zu denken, Kraft, ich fröhlich rühmen kann: mein Leben dir zu weihn. ich bin auch bei Gott Wahrheitsliebe soll mich lenin Gnaden! Und was ten, Tugend meine Freude könnte mir dann schaden? sein. O wo bleibt die edle Meines Mittlers Gütigkeit Kraft, folg' ich blos der dant' ich diese Sicher Leidenschaft? heit. Selbstbeherrschung. M. Gott des Himmels und. 3. Wer kann ernstlich 7. Aber du bist meiner überlegen und den Glanz der Seele auch zur Heiligung Wahrheit sehn, wer kann gemacht, daß sie nicht mit seine Pflicht erwägen und Vorsatz fehle, fliehe vor der auf deinen Pfaden gehn, wer, Sünde Macht. Muth und o Gott, ist Mensch und Kraft zum heil'gen Leben Christ, wenn sein Herz in kannst du, willst du allen Aufruhr ist? geben, die mit Ernst sich nur bemühn, schnöde Sün- fortgerissen tobt er denluft zu fliehn. 4. Von Verblendung dann oft, wie das Meer, über8. Darum sollst du mir täubet sein Gewissen, breidas Eine, Jesu, und mein tet Schrecken um sich her, Alles sein. Prüf' und for- lästert, wo die Unschuld 188 Pflichten gegen uns selbst. weint, und verflucht den versagen, und jedes falsche treusten Freund. Gut. 5. Wenn ihn Stolz und 2. Ich soll kein Uebel Neid beseelen, wenn sich Arg- flieben, wenn mir's die Pflicht wohn in ihm häuft, wenn gebent, mich ihm zu unterihn Geiz und Murrsinn ziehen; soll mit Entschlossenquälen, und die Nachsucht heit, auch, wo Gefahren sind, ihn ergreift: ach, dann flieht selbst die Gefahr nicht scheuen, vor seinem Blick Menschen- um mich des Lohns zu recht und Menschenglück. freuen, den Treu' im Kampf 6. Aber ist die That voll- gewinnt. zogen, die sein wildes Herz 3. Wie schwer ist dieß erfreut; o wie hat er sich Geschäfte der Selbstbeherrbetrogen! O wie wird sie schung mir! Wie schwach nun bereut! Hingeschwunden sind meine Kräfte! Wer ist sein Wahn; und nun unterstützt mich hier? Du klagt er selbst sich an. Bater, kannst allein zum 7. Nein, ich bin ein eifrigen Bestreben mir Muth Mensch, und fühle, daß mich und Kräfte geben, und mir Leidenschaft entehrt, daß sie den Sieg verleihn. meinen Lauf zum Ziele und 4. Laß mich aus Pflicht mein Wohl auf Erden stört, verachten strafbare Sinnlichmeine Brüder mir entrückt, feit, für's höchste Gut nicht und des Lebens Kraft er achten die Güter dieser Zeit; stickt. hilf jede Leidenschaft in 8. Kämpfen will ich, bis ihrem Anfang dämpfen und ich siege. Vater, Vater, steh' sie als Christ bekämpfen, gemir bei! Hilf mir, daß stärkt durch deine Kraft. ich nicht erliege! Hilf mir, 5. Beim stärksten meiner daß ich standhaft sei! Mehr, Triebe laß mich stets wachals Heldenruhm, erringt, sam sein, laß mich die Eiwer die Leidenschaft bezwingt. genliebe und auch die LohnM. Von Gott will ich nicht. sucht scheun. Will Wollust, 238. Mich selbst muß Zorn, und Geiz mein schwaich bezwingen, ches Herz berücken; so hilf um dir, Gott, treu zu sein; sie unterdrücken, besiegen das Gute zu vollbringen, ihren Reiz. die Sündenlust zu scheun, 6. Auf dich will ich stets muß ich mit edlem Muth sehen; laß nur in diesem mich auf den Kampfplatz Streit mich selbst nicht hinwagen, mir manchen Wunsch tergehen; gib mir Ent Pflichten gegen uns selbst. 189 schlossenheit, und unterstütze wenn Wollust, Neid und mich, daß ich mein Herz be- Zorn entbrennt, die Lüfte frei kämpfe, die Macht der Lüste zu stillen; ließ er den Raub, dämpfe: so sieg ich, Gott, den Undank zu, den Frevel, durch dich. dich zu kränken, den MenMel. Ich hab in Gottes Herzen. schenhaß: was würdest du 239. Klag nicht, mein von diesem Gotte denken? Herz, wie schwer 5. Gott will, wir sollen es sei, hier als ein Christ zu glücklich sein; drum gab er wandeln, und täglich Gottes uns Gesetze. Sie sind es, Willen treu zu denken und die das Herz erfreun, sie sind Er zu handeln. Wahr ist's, die des Lebens Schätze. Tugend kostet Müh', sie ist spricht zu uns durch den der Sieg der Lüste: doch, Verstand, er spricht durch sprich du selbst, was wäre das Gewissen, was wir, Gefie wenn fie nicht schöpfe seiner Hand, fliehn tämpfen müßte? oder wählen müssen. 2. Die, die sich ihrer Laster 6. Jhm folgen, das ist freun, trifft die kein Schmerz Weisheit nur, und Freiheit hienieden? Sie sind die ist's, dieß wählen; ein Thier Sclaven cigner Pein haben keinen Frieden. Fromme, der die und folgt Trieben der Natur, ein Der Mensch dem Licht der SeeLüste len. Was ist des Geiſtes dämpft, hat oft auch seine Eigenthum? was sein Beruf Die TuLeiden; allein der Schmerz, auf Erden? womit er kämpft, verwandelt gend. Was ihr Lohn, ihr sich in Freuden. Ruhm? Gott ewig ähn- 3. Des Lasters Bahn ist lich werden. anfangs zwar ein breiter 7. Lern nur Geschmack Weg durch Auen; allein am Wort des Herrn und sein Fortgang wird Gefahr, seiner Gnade finden; und ſein Ende Nacht und übe dich getreu und gern, Grauen. Der Tugend dein Herz zu überwinden. Pfad ist anfangs steil, Wer Kräfte hat, wird durch Gott noch läßt nichts als Mühe bli- Gebrauch von cken; doch weiter fort führt mehr bekommen: wer sie brauchet, dem wird er zum Heil und endlich nicht zum Entzücken. auch das, was er hat, ge= 4. Was wär' es, hätt' nommen. uns Gott vergönnt, nach 8. Du streitest nicht unsers Fleisches Willen, durch eigne Kraft: druna 190 Pflichten gegen uns selbst. muß es dir gelingen. Gott der schaffet eure Seligkeit! ist es, welcher beides schafft, Bauet nicht, wie sichre Sündas Wollen und Vollbringen. der, auf die ungewisse Zeit! Wann gab ein Vater einen Unverweilt bekehret euch! Stein dem Sohn, der Brod Ninget nach dem Himmelbegehrte? Bet oft! Gott reich! Strebet, heilig hier müßte Gott nicht sein, wenn auf Erden, strebet selig dort er dich nicht erhörte. zu werden! 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel ben tämpfet! Selig wer im2. Selig, wer im Glausel'ger Geister; ihn zeigte Kampf besteht, wer des Fleidir, und ihn betrat, ja selbst sches Lüste dämpfet, und den dein Herr und Meister. Laß Reiz der Welt verschmäht! dich nur nie des Frechen Ohne tapfern Streit im Spott auf diesem Pfade Kreuz folget niemals Ruhm hindern; der wahre Ruhm und Sieg. Nur der Sieger ist Ruhm bei Gott, und schmeckt zum Lohne seines nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, o Seele, Kampfs die Himmelskrone. allezeit, denk oft an deine 3. Ernstlich beten, redlich Bahre; vergleiche mit der wachen, die Versuchung Ewigkeit den Kampf so tur- weislich fliehn, sich die Pflicht zer Jahre. Das Kleined, zur Freude machen, und mit das dein Glaube hält, wird Sorgfalt sich bemühn, selbſt neuen Muth dir geben; beim Spott und Hohn der und Kräfte der zukünft'gen Welt das zu thun, was Welt, die werden ihn be- Gott gefällt: dies fur und Vollbringen, 11. Denk endlich zur Be- heißt nach Gottes Himmel ruhigung, daß Gott den ringen. leben. wollen Schwachen duldet, der bei 4. Drum entreißet euch dem Ernst der Heiligung den Lüsten, die ihr noch gedoch manches noch verschul- fesselt seid, und beweiset euch det. Gott liebet Herzens- als Christen muthig und geredlichkeit und sieht auf dein trost im Streit! Schont Bestreben; er ist ein Vater, der Lieblingsneigung nicht, der verzeiht, und er hat Lust wär es auch die schwerste zum Leben. Pflicht! Denket oft an Mel. Werde munter, mein. Christi Werte: ,, dringet durch 240. Shaffet, schaffet, die enge Pforte!" Menschenkin- 5. Zittern will ich vor Pflichten gegen uns selbst. 191 der Sünde, und auf Jesu mich bedroht; mich tröstet Beispiel sehn. Suchen will deine Liebe. ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird 3. Trifft mich auch hier erhöhn. zuweilen noch das Gift der Fehl' ich, o so gehe nicht, Lästerungen; wird meines Richter, mit mir in's Ge- Herzens Ruhe doch dadurch richt! Reich mir deines nicht ganz bezwungen. Weiß Geistes Waffen, meine Se- sich nur mein Gewissen rein, ligkeit zu schaffen! und flieh ich auch den bösen 6. Gib zum Wollen das Schein; wirst du mich schon Vollbringen! Gib mir Kraft beschützen. und Muth zum Streit! 4. Ich sehe mit ZufrieLehre mich mit Ernst be- denheit der künft'gen Welt zwingen alles, was alles, was mein entgegen; sie gibt mir Muth Herz entweiht! Zeige mir und Freudigkeit auf allen von deinem Thron den ver- meinen Wegen. Denn dort heißnen Gnadenlohn, daß ich macht selbst, o Herr, dein wache, bete, ringe und empor Mund den wahren Werth zum Himmel dringe! der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei Mel. Sei Lob und Ehr dem. 241. welch ein welch ein un- befliffen. Mit dir, Gott, schäßbares Gut ausgesöhnt zu sein, dein Bewahrung eines guten Gewissens. ist doch ein gut Gewissen! heilig Recht nicht zu entHab ich nur das, so hab' ich weihn: das sei mein größter Muth, wenn Andre zagen Eifer. müssen. Dann zittert meine 6. Gib, daß ich des GeSeele nicht; mich schreckt kein wissens Spruch als deine Tod und kein Gericht; ich Stimme ehre, und immer habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir Huld bewußt und, aufmerksam genug auf seine deiner Warnung höre. Erinnert's Gott, mich an meine Schuld; so bei dir in Gnaden; so laß mich, Vater, deine Huld, wohnet Ruh in meiner voll Neu und Glauben will suchen. Brust und wer dann mir schaden? Ich 7. Mit deiner Gnade seh auf dich in aller tröste mich, und stärke Noth, womit die Zukunft meine Seele, daß sie vor Pflichten gegen uns selbst. Sünden hüte sich, und nie 5. Jch eile mit gesetztem. aus Vorsatz fehle; denn wer Schritte des Lebens letter nur reines Herzens ist, hat Stunde zu. Es falle dieses immer dich, durch Jesum Leibes Hütte, so geh ich ein Christ, Allwissender, zum zur wahren Ruh; indem mein Troste. Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt.. 6. D Seele, darum sei 192 M. Wer nur den lieben Gott. 242. Wenn ich ein gut beflissen, daß unverrückte Gewissen habe, fromme Treu dir immerdar so hab' ich große Seligkeit. ein gut Gewissen und GlauEs ist des Himmels beste benszuversicht verleih'. Und Gabe, das höchste Glück in du, mein Gott, regiere mich! dieser Zeit; in Freud' und denn was vermag ich ohne Leiden gibt es hier die wah- dich? re Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn M. In allen meinen Thaten. Sünder beben, daß Gott ge- 243. Ein ruhiges Gerecht und heilig ist; mein wissen laß, Herr, Herz gibt Zeugniß meinem mich stets genießen. Denn Leben, daß ich gewandelt als hab ich dieses nur, so ist für ein Christ, des göttlichen Be- mich in Tagen, wo andre rufes werth, der mich zum ängstlich zagen, nichts SchreckHimmel wandeln lehrt. liches in der Natur. 3. Getrost wag ich's, vor 2. Wenn meine Schuld Gott zu treten, und ihn, voll mich beuget, und dann dein Glaubensfreudigkeit, als mei- Geist bezeuget, daß ich benen Vater anzubeten, der, gnadigt bin; wenn mich dein was ich habe, mir verleiht, Trost erquicket, so oft mich und jedem Heil und Segen Trübsal drücket: wie ungibt, der ihn von Grund des schätzbar ist mein Gewinn! Herzens liebt. 3. Sollt ich solch ruhig. 4. Mit Muth trag ich Leben für Lust der Sünde des Lebens Leiden, Verfol geben, und dann die innre gung, Lästrung, Schmach Pein, mich selber zu verklaund Hohn: denn des Gewis- gen, in meinem Busen trasens innre Freuden sind sü- gen? Gott, laß dies ferne ßer, als der Menschen- Lohn; von mir sein! und was kann höhern Trost 4. Sein eignes Herz beverleihn, als ohne Schuld im kämpfen, und seine NeiLeiden sein? gung dämpfen, ist freilich, Pflichten gegen uns selbst. 193 schwere Pflicht; doch, wenn Wachsamkeit und wir uns besiegen, welch himm- Standhaftigkeit. lisches Vergnügen gewährt me L. Wer nur den lieben Gott. die Ueberwindung nicht. 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein zufriednes Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert dem auch im Leiden durch seinen Denn Tugend ohne WachTrost den größten Schmerz. samkeit verliert sich bald in Sicherheit. 244. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach! Doch, daß ich meine Seele rettc, jag ich dem Kleinod eifrig nach. 6. Die Güter zu verach2. So lang ich hier im ten, wornach die Thoren Leibe walle, bin ich ein Kind, trachten, was gibt uns dazu das strauchelnd geht. Der Muth? Was tröstet Gottes sehe zu, daß er nicht falle, Kinder beim Spotte frecher der, wenn sein Nächster fällt, Sünder? Ein ruhig Herz, noch steht. Auch die bekämpfte das beste Gut. böse Lust stirbt niemals ganz 7. Zu dir gen Himmel in unsrer Bruſt. 3. Nicht jede Besserung schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die bin dein! Im Glauben der Erlösten sich deiner Huld wilde Hitze roher Jugend getrösten, welch Glück, mein Gott, kann größer sein. wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser 8. Läßt du mich im Ge- Stolz für Tugend an. wissen einst diesen Trost ge- 4. Oft ist die Aendrung nießen, wenn alles von mir unsrer Seelen ein Tausch der weicht; kann ich dann voll Triebe der Natur. Du fühlst, Vertrauen, auf dich noch wie Stolz und Ruhmsucht Vater, schauen, so wird mir quälen, und dämpfst sie; selbst das Sterben leicht. doch du wechselst nur. Dein 9. O, laß zu allen Zeiten, Herz fühlt einen andern Reiz, mich deine Weisheit leiten, dein Stolz wird Wollust, und mache selbst mich treu. oder Geiz. Zum Fleiß in guten Wer5. Oft ist es Kunst und was Andern ken laß mich die Hoffnung Eigenliebe stärken, daß groß der Lohn strenge Tugend im Himmel sei. scheint. Der Trieb des Neids, der 13 194 Pflichten gegen uns selbst. Schmähsucht Triebe erwecken 10. Du fliehst, geneigt zu dir so manchen Feind; du Ruh und Stille, die Welt, wirst behutsam, schränkst dich und liebst die Einsamkeit; ein, fliehst nicht die Schmäh- doch bist du, fordert's Gotsucht, nur den Schein. tes Wille, auch dieser zu Dein Herz 6. Du denkst, weil Dinge entfliehn bereit? dich nicht rühren, durch die haßt Habsucht, Neid und der Andern Tugend fällt; Bank; flieht's Unmuth auch so werde nichts, dein Herz und Müßiggang? verführen. Doch jedes Herz 11. Du bist gerecht; denn hat seine Welt. Den, wel- auch bescheiden? Liebst Mächen Stand und Gold nicht ßigkeit; denn auch Geduld? rührt, hat oft ein Blick, ein Du dienest gern, wenn Andre Wort verführt. leiden; vergibst du Feinden 7. Oft schläft der Trieb auch die Schuld? Von aldeinem Herzen, len Lastern sollst du rein, zu in deinem du scheinst von Rachsucht dir aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! befreit. Jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und Wach' und streite; denk sich, dein Herz wallt auf nicht, daß du schon g'nug Dein Herz hat und dräut und schilt, so gethan. lieblich und so hart, als es seine schwache Seite, die zuerst gescholten ward. greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit 8. Oft denkt, wenn wir droht dir den Fall; drum der Stille pflegen, das Herz wache stets, wach überall. im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und 245. Mache dich, mein Geist, bereit! geben endlich strafbar nach. Wache, fleh' und bete! Daß In bekannter Melodie. 9. Du opferst Gott die dein Herz zur bösen Zeit leichtern Triebe durch einen nicht von Gott abtrete. Ach, strengen Lebenslauf; doch schon ist mancher Christ von opferst du, will's seine Versuchungsstunden plötzlich Liebe, ihm auch die liebste überwunden. Neigung auf? Dieß, dieß 2. Auf denn, und er= ist Auge, Hand und Fuß, muntre dich aus dem die sich der Christ entreißen sichern Schlafe! Immer, muß. glaub' es, zeiget sich bald 122 Pflichten gegen uns selbst. 195 darauf die Strafe. Der 8. Nun so will ich imfällt leicht, dem es deucht, merdar wachen, fleh'n und daß er sicher stehe auf der beten, und vermehrt sich die Tugend Höhe. Gefahr, immer brünst'ger 3. Wache! denn hier hat beten. In der Noth, in dem der Christ noch von allen Tod werd ich froh bestehen; Seiten, was der Seele schäd- Gott wird mich erhöhen. lich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, mel. Valet will ich dir geben. wenn du sorglos wallest, in 246. Wie schwach ist Versuchung fallest. meine Tugend, 4. Wache, daß dich nicht wie leicht verirr' ich mich! die Welt durch Gewalt be- Seit meiner frühen Jugend, zwinge, oder wenn sie sich wie oftmals strauchelt ich. verstellt, listig an sich bringe. Zum Guten oft zu träge, Wach' und sieh', daß dich leichtsinnig bis in's Grab, nie die Verführer fällen, die führt mich vom rechten Wege dir Netze stellen. die Sinnlichkeit oft ab. 5. Wach und hab' auf 2. Oft fehlt es mir am dich wohl acht; trau nicht Muthe, zu thun nach meideinem Herzen! Leicht kann, ner Pflicht; ich kenne wohl wer es nicht bewacht, Got- das Gute, und doch thu' ich tes Huld verscherzen. Ach es nicht; leicht laß ich mich es ist voller List, weiß sich verleiten, das Böse zu vollselbst zu heucheln, und mag ziehn; scheu mich, es zu gern sich schmeicheln. bestreiten, will seinen Reiz 6. Aber bet' auch stets nicht flieh'n. dabei, bete bei dem Wachen: 3. Gott! laß mich eifrig das wird dich von Trägheit streben, der Tugend treu zu frei und behutsam machen. sein, nur meiner Pflicht zu Gott verleiht Munterkeit leben, des Guten mich zu auf dem rechten Pfade, durch freun; laß mich es nie vererbetne Gnade. gessen, daß auch der Fromme 7. Nahe dich denn mit fällt, der sich stolz und ver= Gebet oft zu seinem Thro- messen, zu stark im Guten hält. ne; wenn dein Herz nur 4. Um auch die kleinsten gläubig fleht, hört er in Sünden und ihren Reiz dem Sohne. Er verheißt, zu fliehn, laß lebhaft mich seinen Geist, mit ihm Kraft empfinden, daß sie zu gröund Leben, auf dein Flehn ßern zieh'n; laß über meine zu geben. Triebe mich immer wachsam 13* 196 Pflichten gegen uns selbst. sein, mich jede Sündenliebe den mit allen seinen Kräfund ihre Folgen scheun. ten strebt, an guten Werken 5. Laß mich bei den Ge- reich zu werden, und nicht fahren der Welt und Eitel- für diese Welt nur lebt, stets keit, mein schwaches Herz vorwärts dringt und nie bewahren, daß es sich nicht vergißt, daß seine Seel' unentweiht; mich nie Verführer sterblich ist! hören, die in ihr Netz mich 2. Er forscht nach seines ziehn, und, wenn sie mich Gottes Wegen, was gut ist, bethören, als falsche Freunde leicht und schnell zu thun; fliehn. spricht nicht im Sommer 6. Mein Herz kann bald gleich dem Trägen: noch will verzagen, bald wieder trotzig ich schlummern, will noch sein; hier, was es nicht soll ruhn; sä't früh, und nützet wagen, dort, was es nicht jede Zeit zur Erndte für die darf, scheun; kann leicht mich Ewigkeit. P hintergehen durch seiner Lüste 3. Erfüllet von der TuSpiel; will, was es täuscht, gend Sorgen, denkt er, und nicht sehen und trauet sich zu denkt mit Lust daran, wie er viel. hier sichtbar, dort verborgen, 7. Gib, Gott, auch hier ein edles Werk vollenden mir Schwachen Muth und kann, und nützet jeden AuEntschlossenheit, und laß mich genblick für Gott, und seiner immer wachen, daß mich kein Brüder Glück. Schritt gereut; gib, daß ich 4. Nie abgeschreckt von bald bemerke, wenn sich mein Hindernissen, stärkt er mit Herz verirrt, und stolz auf Gottes Stärke sich zu seinen seine Stärke, selbst sein Ver- heiligen Entschlüssen, im räther wird. Guten unerschütterlich: und 8. Dann werd' ich nicht fostet auch die Tugend Müh; erliegen; durch ernste Wach- er kämpfet, und vollbringet samkeit werd ich doch endlich sie. siegen; auch in dem schwersten 5. Beschwerden scheut er Streit nie von dem Kampf nicht, gerüstet mit Selbstverplaß weichen, so sehr Gefah- läugnung und entbehrt, was ren drohn; des Glaubens Sinn und Eitelkeit gelüftet, Ziel erreichen, mit ihm des großmüthig, größrer FreuKampfes Lohn. den werth; wie schmeichelnd Mel. Wer nur den lieben Gott, auch das Laster sei, doch 247. Beglückt, beglückt stets sein Feind, und Gott ist, wer auf Er- getreu. Pflichten gegen uns selbst. 197 6. Er widersetzt mit fe- hen Zwecks beflissen, wächt stem Muthe den Lastern sich, und kämpft ohn' Unterlaß. und kämpft für Gott, ihn Feinde stehn an euren Wetreff im Kampfe für das gen, Ströme toben euch entGute der Welt Verfolgung gegen, Nebel, Klüfte, Felsen oder Spott: ihm bleibet doch drohn: faßt nur Muth, groß der Preis im Streit. Er ist der Lohn. kämpft und ringt: denn 4. Was kein Auge je geGott gebeut! ſehen, was kein Ohr gehöret 7. Er zählt der großen hat, was kein Herz hier zu Siege viele; und alle wer- erflehen, je sich unterwunden den ihm belohnt, wenn er hat: das, das hat Gott dem mun, nach erreichtem Ziele, bereitet, der hier tapfer im Paradiese Gottes wohnt. kämpft und streitet: Wohl euch, die ihr ihm drum Bahn; M. Alle Menschen müssen. gleicht, wohl euch! Nur ihr verlaßt nicht eure ſeid groß, nur ihr seid reich! Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im 248. Unser Wandel ist Himmel! Köstlich Wort, wie im Himmel. strömest du mir, umringt Köstlich Wort, wie strömest vom Weltgetümmel, Muth du mir, umringt vom Welt- und süße Hoffnung zu! Auf! getümmel, Muth und süße mein Geist, ermüde nimmer, Hoffnung zu! Jeder Fuß- schon seh' ich des Zieles tritt, den ich thue, bringet Schimmer; wenig, wenig mich dem Land der Ruhe Schritte noch: und getragen näher, immer näher zu ist mein Joch. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's fest, ihr then- Sorge für das Leben und die Ge ren Brüder, haltet's fest, sundheit. dieß werthe Wort! Nichtst schlag' eure Hoffnung nieder, M. In allen meinen Thaten. wallet immer muthig fort! 249. Was ist mein zeitMuthig blicket hin zum lich Leben, das Ziele; viele schon ergriffen's, du mir, Gott, gegeben? Ein viele! Wir, so wahr es unschätzbares Gut. Du gabst Gott verhieß, wir ergreifen's mir's hier auf Erden, zum auch gewiß. Himmel reif zu werden, wor 3. Nur, wie fromme Pil- auf mein wahres Glück beger müssen, bleibet wacker, ruht. seid nie laß! Stets des ho- 2. Hier wird die Saat 198 Pflichten gegen uns selbst. gestreuet, dort, wenn sie sich im Guten übet, nur der wohl gedeihet, wird reich die hat lang und wohl gelebt. Aerndte sein; je länger ich m. Wer nur den lieben Gott. hier lebe, und gut zu han- 250. Des Leibes wardeln strebe, je größer wird ten und ihn mein Glück dort sein. nähren, das ist, o Schöpfer, 3. Sollt' ich dieß Glück meine Pflicht. Muthwillig mir rauben? Herr, laß seinen Bau zerstören, verbiemir, im Glauben der fünft'- tet mir dein Unterricht. D! gen Aernotezeit, mein Leben stehe mir mit Weisheit bei, daß hier auf Erden so werth diese Pflicht mir heilig sei. und wichtig werden, als 2. Sollt' ich mit Vorsatz es mir selbst dein Wort ge- das verletzen, was du so beut. wunderbar gemacht, und 4. Mir selbst es zu ver- nicht vielmehr, es werth zu türzen, mich in den Tod zu schätzen, mit weisem Ernste stürzen, ist wider meine sein bedacht? Schöpfer, Pflicht. Ein redliches müthe lohnt nie mit dank Güte, entweicht dem Berufe nicht. Ge- auch mein Leib ist dein. Wie Undürft' ich sein Zerstörer sein? auch 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit mil5. Was leicht in Krank- der Vaterhand die Mittel, heit stürzet, das Leben leicht die dazu uns nützen, und verkürzet, laß mich mit Sorg- zum Gebrauch gibst du Verfalt fliehn; doch auch nicht stand. Dir ist die Sorge ängstlich zagen, für meine nicht zu klein! Wie sollte Pflicht zu wagen was sie denn mir es sein? du mir, Gott, für sie ver liehn. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, wie viel sind die, 6. In deine Vaterhände mein Gott, nicht werth! empfehl' ich, Herr, mein Wer taugt zu des Berufs Ende, und meiner Tage Geschäfte, wenn Krankheit Lauf. Es sei mein ganzes seinen Leib beschwert? GeLeben dir, Vater, ganz erge- sundheit und ein heitrer ben; hilf du nur selbst der Muth sind hier für uns das Schwachheit auf. größte Gut. 7. Was nützt ein langes 5. Drum gib, daß ich Leben, wenn man nicht, mit Sorgfalt meide, was Gott ergeben, nach wahrer meines Körpers Wohlsein Tugend strebt? Wer Gott stört daß nicht, wenn ich und Menschen liebet, und je Krankheit Leide, mein Pflichten gegen uns selbst. 199 Geist den innern Vorwurf zeigt uns, wie gütig, Gott, hört: du selbst bist Störer du bist. deiner Ruh, du zogst dir 2. Du gibst uns Brod selbst dein Uebel zu. für unser Leben; und läsfest 6. Laß jeden Sinn und auch, uns zu erfreun, die alle Glieder mich zu bewah- Mittel, die uns Nahrung ren achtsam sein; und drückt geben, so viel, so mannichmich eine Krankheit nieder, sfaltig sein. Wie angenehm so flöße selbst Geduld mir ist der Genuß von dem, was ein. Gib frohen Muth, und uns ernähren muß! dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeih'. 3. Doch laß die Kraft 7. Doch gib, daß ich nicht uns zu vergnügen, die du übertreibe, was auf des Kör- in Speis und Trank gelegt, pers Pflege zielt; nein stets mich nie, o Höchster, so bein jenen Schranken bleibe, siegen, daß sie zum Schweldie dein Gebot mir anbe- gen mich bewegt; laß, deiner fiehlt. Des. Leibes Wohl Gaben mich zu freun, mich laß nie allein das Ziel von mäßig im Genusse sein. meinen Sorgen sein. 8. Mein 4. Mit Speis und Trank größter Fleiß sein Herz beschweren, wie auf dieser Erde sei meinem steht das wahren Christen Geifte, Gott, geweiht, daß an? Dadurch wird das, was er zum Himmel weise werde uns ernähren und unsern noch hier in dieser Uebungs- Geist erquicken kann, ein zeit. So wird sich Leib und Gift, das in die Adern Krankheit, Seele dein jetzt und in schleicht, Ewigkeit erfreu'n. Schmerz und Tod erzeugt. und 5. Die Schwelgerei zerstört die Kräfte zur Arbeit, zeuget Müßiggang, Haß geMel. Wer nur den lieben Gott. gen nüßliche Geschäfte, Be251. Wie mannichfal- trug und Schwermuth, Streit tig sind die und Zank; erniedrigt unter's Gaben, wodurch uns, Herr, Thier herab, und stürzet vor dein Wohlthun nährt, und der Zeit ins Grab. die, den Geist und Leib zu laben, uns täglich Hand gewährt! Auch 6. So oft ich Speis und deine Trank genieße, so laß es das, mit Vernunft geschehn, und was unser Mund genießt, daß ich beides mir versüße, Mäßigkeit im Essen und Trinken. 200 Pflichten gegen uns selbst. mit Dank auf dich, den unverführt, nur für die reinre Geber, sehn; auf dich der Lust. du uns alle liebst, uns Nah- 5. Laß meine Tage mich rung und Erquickung gibst. durch eitles Spiel nicht tödten, nie vor der Tugend Mäßigkeit im Ge mich bei meinem Scherz ernuß dersinnlichen röthen. Nach treuvollbrachVergnügen. ter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun, doch keinen An252. Du der so gern genblick des Lasters Freuden beglückt, der weihn. Mel. Nun danket alle Gott. Freuden uns bereitet; wie 6. Vernunft und Tugend felig, wer von dir, o Vater, sei Gefährtin meiner Freuselbst geleitet, nur dann sich den, dem Schwelger laß mich glücklich fühlt, wenn er zu nie sein kurzes Glück beneidir sich hält, und jede Lust den; was mir an Reichverschmäht, die, Höchster, dir thum fehlt, ersetzt Zufriedenmißfällt! heit; der frohste Sinn wohnt 2. Wie- selig, wenn sein stets bei wahrer Heiligkeit. Geist zu dir, durch den er 7. Such' ich bloß Fröhlebet, durch den er denkt und lichkeit, so ist der Tag verwählt, sich oft und gern er- loren. Ich ward zum Dienst hebet; wenn er die Freude der Welt, zur Thätigkeit tennt, sich einsam dir zu geboren. Erholung gönnst weihn, erstaunt sich deiner du mir. Sie stärket meinen Macht und deiner Huld zu Muth, des Guten mehr zu freun! thun, so oft ich ausgeruht. 3. Wie selig, wenn er 8. Nie laß durch meine selbst der Erde kleinre Freu- Lust den ärmern Bruder den mit Maaß und Weisheit leiden. Der Tag der mich wählt! Ihr Uebermaaß wird beglückt, sei auch ihm Tag Leiden. Nach arbeitsvoller der Freuden. Ist er verMüh ist schuldlos ihr Ge- lebt, wohl mir, wenn er nuß; wer nur der Freude mich nie gereut! Nie scheid' lebt, fühlt Ekel und Verdruß. er ohne Dank für den, der 4. O gib, Allgütiger, gib, mich erfreut. daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie Keuschheit. fene Freuden wähle, die end- M. Wer nur den lieben Gott. lich doch gereun. Es schlage 253. Der Wolluſt Reiz meine Brust, vom Eiteln zu widerstre Pflichten gegen uns selbst. 201 Ben, laß, Höchster, meine 6. Ja hier schon muß Weisheit sein! Sie ist, ein der schrecklich leiden, der seiGift für unser Leben, und nen Leib so hart zerstört; ihre Freuden werden Pein. unfähig ist der höh'rer FreuDrum fleh' ich demuthsvoll den, der die Vernunft hier zu dir: Gott, schaff' ein rei so entehrt. Darum will ich nes Herz in mir! die Wollust fliehn, und keusch 2. Die Wollust kürzet zu sein mich stets bemühn. unsre Tage; sie raubt dem 7. Gib, daß ich allen böKörper seine Kraft: und sen Lüften mit Muth und Armuth, Seuchen, Schmerz Nachdruck widersteh', und, und Plage sind Früchte die um darwider mich zu rüsten, ser Leidenschaft. Der haßt auf dich, Allwissender, stets sich selbst, der sie noch liebt, seh'. Wer dich, o Gott, vor und sich in ihre Fesseln gibt. Augen hat, flieht auch ver3. Sie raubt dem Her- borgne Miſsethat. zen Muth und Stärfe; schwächt den Verstand, der M. Wer nur den lieben Gott. Seele Licht; sie raubt den 254. Sei, aller Wollust Eifer edler Werke, und Ernst Reiz zu weh und Lust zu jeder Pflicht. ren, o Mensch! ein Freund Sie führt Reu' und Ge- der Nüchternheit. Laß Speis wissensschmerz in das ihr und Trank dich nie beschwehingegebne Herz. ren, und steure deiner Sinn4. Der Mensch sinkt unter[ lichkeit. Sei deiner Schwachihrer Bürde zur Niedrigkeit heit dir bewußt, und meid' des Thiers herab; er schän- oft selbst erlaubte Luft. det und entehrt die Würde, 2. Sei, um die Wollust die ihm sein weiser Schöpfer zu verhüten, stets schamhaft gab; vergißt den Zweck, dazu gegen deinen Leib; laß nicht er lebt, weil er nach niedern dein Auge dir gebieten, flieh' Lüften strebt. eitlen Scherz und Zeitver5. So schimpflich sind treib. Des frechen Witzlings der Wollust Bande! Schon freier Scherz erniedrigt und vor der Welt sind sie ein verderbt dein Herz. Spott; sie sind vor dem 3. Entzieh' der Wollust Gewissen Schande, und noch ihre Kräfte im Schweiße weit mehr vor dir, o Gott. deines Angesichts. Der UnWer sich in ihre Knecht- schuld Schutzwehr sind Gedas schaft gibt, wird nie von schäfte; Nichtsthun, dir, o Gott, geliebt. Netz des Bösewichts. Bei 202 Pflichten gegen uns selbst. Trägheit und bei Müßig-[ letzen unsre Pflicht, auch gang besiegt uns jeder böse ohne, daß wir sie vollenden. Hang. Drum rühme dich der Keusch4. Willst du der Wollust heit nicht; es sei denn, daß Trieb bekämpfen, eh' er die du durch den Geist der Lüste Freiheit dir verwehrt, so such' Herrschaft dich entreißt. ihn früh in dir zu dämpfen. 9. Dent' oft den mächtiHat ihn dein Herz zuvor gegen Gedanken, die Unschuld nährt, und du haft ihn nicht ist der Seele Glück! Er gleich erstickt: so wird er halte, fängst du an zu wanschwerlich unterdrückt. ken, dich noch von deinem 5. Oft täuschen dich des Fall zurück. Dir gibt dein Lasters Triebe, und du er- ganzer Lebenslauf sie nicht blickst nicht die Gefahr; oft zurück, gibst du sie auf. wird das unerlaubte Liebe, 10. Drum fliehe vor der was anfangs nichts, als Wollust Pfade, und lockt Freundschaft war; ein lan- dich schmeichelnd ihre Bahn, jo ger Umgang macht dich dreist, 1 rufe innigst Gott um Gnade und Weisheit in Verund du vergißt, was Unschuld heißt. uchung an. Erzittre vor 6. Dein fühlend Herz dem ersten Fall! Du fällst wird sich's verzeihen, daß es gewiß mehr als einmal. des Lasters Trieb ernährt; es wird nur seinen Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt, die mel. Mir nach, spricht Christus. kleinen Fehler überseh'n und 255. Mag immerhin so zu großen übergeh'n. im MüßigArbeitsamkeit Berufstreue. 7. Ist's Sünde nur, die gang der Thor auf Erden That vollbringen? Ist, der's leben! Von mir sei's fern, nicht thut, schon tugendhaft? mich je dem Hang zum Sollst du nicht auch den Richtsthun zu ergeben! Nur Trieb bezwingen, nicht auch unverdroßne Thätigkeit ge= den Wunsch der Leidenschaft? währet mir Zufriedenheit. Soll bloß dein äußrer Wandel rein, soll's nicht auch deine Seele sein? 2. Zum Fleiße ruft mich die Natur; wer wollt' ihn denn nicht ehren? Scheint doch die kleinste Kreatur 8. Begierden sind es, die auf jenen Ruf zu hören. uns schänden, und die ver-/ Wie schändlich, wenn der uit d Pflichten gegen uns selbst. 203 er über Mensch allein nicht wollte] 8. Nun wird fern von Trägheit sein! viel gesetzt; er wirkte nicht 3. Ich bin ja nicht in vergebens. Der Herr, der dieser Welt, um stets nur Arbeitstreue schätzt, ist Richzu genießen. Ich soll auch ter seines Lebens. Wie freudas, was Gott gefällt, zu dig naht er sich dem Thron! wirken mich entschließen. Von Wie groß ist treuer Arbeit wem der Trieb zur Freude Lohn! stammt, der gab mir auch Beruf und Amt. 9. Mag immerhin im Müßiggang der Thor auf 4. Und nie ist fröhlicher Erden leben! Ich will mich mein Sinn, nie süßer meine stets und ohne Zwang der Ruhe, als wenn ich in dem Thätigkeit ergeben. Wie schön Kreise bin, worin ich Gutes ist fromme Thätigkeit! Wie thue. Mein eignes Herz be- hoffnungsvoll, wer ihr sich lohnt mich hier, und Gottes weiht! Segen folget mir. M. Sei Lob und Ehr dem. 5. Den Trägen drückt so 256. Zur Arbeit, nicht manche Noth; er schafft sich zum Müßigselbst Beschwerden. Wer Ar- gang bin ich bestimmt auf beit liebt, der findet Brod Erden; drum laß mich, durch Gib und Menschengunst auf Er- Herr, mein Lebenlang den. Ihn foltert Lange Arbeit nützlich werden. weile nicht bei stiller Uebung mir Verstand, und Lust und seiner Pflicht. Kraft, geschickt, treu und ge6. Der Fleiß verstärkt wissenhaft mein Amt hier zu des Lebens Kraft, die Gott verwalten. uns hat verliehen; er hemmt 2. Hast du ein Amt, so den Lauf der Leidenschaft, warte sein; das ist, o Gott, und lehrt uns Leichtsinn dein Wille. O, flöße selbst fliehen; er zähmt den Hang den Trieb mir ein, daß ich zum eitlen Spiel, und gibt ihn treu erfülle. Hilf mir, der edlern Freuden viel. daß ich von Zeit zu Zeit an 7. Wer thätig ist, genießt Einsicht und an Tüchtigkeit das Glück, auch; Andre zu meinem Amte wachse. zu erfreuen; er sieht auf 3. Du wollest selbst vor seine Zeit zurück, und darf Weichlichkeit und Trägheit sie nie bereuen; und sinkt mich bewahren. Laß nieer einst in Grabesnacht, so mals Gemächlichkeit aus ist sein Werk doch treu voll- mich meine Kräfte sparen. bracht. Wenn sie erschöpft sind, 204 Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. dann will ich durch reine, keit, und hilft die Last uns stille Freuden mich zu neuer tragen. Arbeit stärken. 6. Laß mich vor dir, 4. Gib Weisheit, Herr, Herr, unverrückt mit einem und laß mich nicht die Zeit Herzen wandeln, das Geiz mit Nebendingen und mit und Ehrfurcht nie bestrickt, Versäumniß meiner Pflicht gewissenlos zu handeln. Mein verschwenderisch verbringen. Leben deinem Dienst zu Das müsse mein Vergnügen weihn, so nützlich, als ich sein, mich den Geschäften kann, zu sein, das sei mir ganz zu weihn, die du mir Ehr' und Reichthum. auferleget. 7. Laß mich im zeitlichen 5. Ein heil'ger Trieb be- Beruf, dazu mich, Herr, lebe mich, o Höchster, meine auf Erden dein ewig weiser Pflichten in deiner Furcht, Wille schuf getreu erfunden gestärkt durch dich, mit Freu- werden! So kann ich einst den zu verrichten. Ein Herz, in jener Welt, die höheren das sich des Guten freut, Beruf enthält, zu höhern gibt zu der Arbeit Munter- Würden steigen. 13. Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. Sparsamkeit. Glück gewährt, Habsucht, M. Gott des Himmels und. Geiz und Stolz ernährt. 257. Gott, die Güter dieser 3. Durch ihn dem VerErde laßnen nützen, für den sich find Geschenke deiner Hand; kein Freund bemüht; durch daß uns jedes nützlich werde, ihn jeden unterstützen, den hast du sie uns zugewandt; die frohe Hoffnung flieht; ihr Besitz soll uns erfreun, wird, bis auf die spätste und zum Guten Antrieb Zeit, Quelle der Zufriedensein. heit. 4. Laß ung mindern 2. Reichthum gibt uns Sorgen keine Würde, wenn uns el' Tugendgröße fehlt. Ohne flehn, sie wird er uns Bürde, Kummer Tand, der uns mit Sor- sie, wie gen quält, uns kein wahres sehn; so fie's von ihres Andrer und, uns er= Herzens um uns froh zu wird uns der lindern Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. 205 Reichthum Glück, Lohn ihr ner treu zu sein, und Unrecht dankerfüllter Blick. zu vermeiden. 5. Welche Freude, wenn 4. In allem, was er thut, wir eilen, unsrer Güter ein Christ, dem Prachtlust Ueberfluß mit dem Hungri- kein Bedürfniß ist, Genüggen zu theilen, der sonst samkeit nicht fehlet, entbehrt immer darben muß, Man- er gern, was Eitelkeit, was ches, was er braucht, ent- Modesucht und Ueppigkeit behrt, sich durch herben zum Glück des Lebens zähGram verzehrt. let. 6. Welches Heil und wel- 5. Er suchet, was sein cher Segen wird der späten Fleiß gewinnt, und was oft Nachwelt blühn, wenn wir, leicht und schnell zerrinnt, auf der Tugend Wegen, mit Sorgfalt zu bewahren. Waisen führen, sie erziehn, Er weiß es wohl; die Folund, uns ihres Glücks zu gezeit bringt oft auch Noth freun nicht der Sorge und Dürftigkeit und KrankMühe scheun. -Mel. Komm her zu mir. heit und Gefahren. 6. Doch nie Pflicht. Aus verletzt er Geiz 258. Wer sich mit Ernst seine der Tugend und Habsucht spart er nicht, weiht, ist auch ein Freund er spart mit sanftem Herzen. der Sparsamkeit, mag nie Wie rührt ihn seiner Brüsein Gut verschwenden. Du, der Noth! Wie liebreich Vater, du beglücktest ihn: sorgt er für ihr Brod, und nun sucht er stets, was du lindert ihre Schmerzen. verliehn, auch weislich anzu- 7. Bon allem Eigennutze fern dient er mit seinen I wenden. 2. Sein Gut ist nicht sein Gütern gern, will nie sie Eigenthum; er soll es nur bloß besitzen; er eilt, er zu deinem Ruhm mit Ned- drängt sich, wo er kann, lichkeit verwalten. Dieß weiß was er durch Sparsamkeit er; und aus Dankbarkeit gewann, als Menschenfreund strebt er nun, wie dein Wort zu nützen. gebeut, es treulich zu erhalten. die 8. So will ich denn nun 3. Auch selbst beim größ- sparsam sein, und weisten Ueberfluß zeigt er sich lich mäßig er- scheun, laubter Sinnenfreuden. Er deiner Gaben. schränket, wo er soll, sich mich ein, um auch als Schuld- Dann im Genuß den Verschwendung Mißbrauch Gott, stärke zu dieser Pflicht! werd' ich frohe Zu Nechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. versicht haben. Mel. zu deiner Liebe wahre Gute wähle. Ach, du betrügst dich selbst, wenn du Gott du frommer Gott. das Ziel verrückst, und deine 259. Aus Gottes mil- Hülle nur, nicht deine Seele ist schmückst. der Hand Freuden. jede deiner O 6. Kein Edler fesselt sich Mensch! bestrebe dich, den an leere Kleinigkeiten. Sein Undank zu vermeiden! Geist ist gut und groß, und Mißbrauche nie das Gut, weiß sich selbst zu leiten. das dir dein Gott gewährt! Was Wohlstand ihm gebeut, Du bist ja doch nur arm, das ehret er als Pflicht; wenn ihn dein Herz nicht doch folget er dem Strom ehrt. der eitlen Thoren nicht. 206 2. Was du dein eigen 7. Wie köstlich ist die nennst, hat er dir nur ge- Zeit! Wer wollte sie verliehen, um dich zur Thätig- schwenden, und nur auf leit und Treue zu erziehen. Tand Spiel und verwenden? Du raubst dir seine Huld, Schwelgerei wenn du Verschwendung liebst, Wer wollte so sein Glück und dich mit stolzem Sinn und ſeine Kraft zer= der Ueppigkeit ergibst. streun und nicht durch und 3. Wie kann erborgter treuen Fleiß den Menschen Glanz dir eigne Würde ge- nützlich sein? ben, und deinen wahren 8. Die große Stunde naht, Ruhm vor Gott, dem Herrn, wo dir dein Richter winket. erheben? Nein, was nicht Dann flieht der Prunk der in dir ist, steht nicht in Welt, und deine Hütte sinket. deiner Macht. Nur Tugend O Mensch, entferne dich von und Verstand gilt mehr, als aller Ueppigkeit! Sonst hat Fürstenpracht. die Zukunft nichts, was 4. Dein Gott ist selbst deinen Geist erfreut. ein Geist, den keine Pracht verblendet. Er liebet nur Geiz. das Herz, das gern sich zu ihm wendet. Sei immerhin Mel. O Gott du frommer Gott. verhüllt in dürftiges Gewand: 260. Laß mich doch er reicht, wenn du ihm folgst, dir seine Vaterhand. nicht, o Gott, 5. Wozu verlieh er die krafterfüllte Seele? wollte, daß sie stets den Schätzen dieser Erden dir so meine Neigung weih'n, Er daß sie mein Abgott werdas den! Oft fehlt beim Ueber Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. 207 fluß doch die Zufriedenheit: Träume sind's, die unsern und was ist ohne sie des Geist betrügen. Drum lenLebens Herrlichkeit? fe Gott den Wunsch, vom 2. Kann ein vergänglich irdischen Gewinn, durch deiGut auch unsre Wünsche nes Geistes Kraft zu ew'gen stillen? Es steht ja sein Gütern hin. Besitz nicht blos in unserm Willen, nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verliert oft der, dem sein Bemühn gelingt. Mel. Gott des Himmels. 3. Ein Gut, das unsern 261. Bis der Tod ihm Geist wahrhaftig soll beglücken, winkt zum muß nicht vergänglich sein, Grabe, danket seinem Gott und für den Geist sich schicken. der Christ, dem die theure Der Thor hat Geld und Seelengabe, Heiterkeit verlieGut, er hat's und wünscht hen ist, der auch nie sie noch mehr: noch immer frech entweiht, immer sich in bleibt sein Herz von wahrer Unschuld freut. Ruhe leer. 2. Er verseufzet seine 4. O Gott, so wehre doch Kräfte nicht in Unzufriedender Habsucht niedern Trieben heit, unter nützlichem Geund reinige mein Herz, das schäfte fliehet seine Tagesnicht zu sehr zu lieben, was zeit. Heitrer strahlet sein man mit Müh gewinnt, bald Gesicht nach erfüllter Menschwelgerisch verzehrt, bald schenpflicht. ruhelos bewacht, und bald 3. Haucht der Frühling mit Fluch vermehrt. Incues Leben in die schlum5. Ein weises, frommes mernde Natur: welche neue Herz: dies sei mein Gut Freuden schweben dann ihm auf Erden! Sonst alles, über Thal und Flur! Tritt Winter rauhe nur nicht dies, kann mir der ein, entrissen werden; es bleibt dennoch wird sein Herz sich im Tod auch mein, und freu'n. folgt mir aus der Zeit zum 4. Leichtsinn, der sich seligsten Gewinn bis in die Freude nennet, aber von der Ewigkeit. Tugend gern sich in wildem trennet, bleibt 6. Was sind, wenn die Taumel ses fehlt, die herrlichsten von ihm, dem Christen, Vergnügen? Nur süßelfern, dessen heitrer, fester Heiterkeit, Genü gsamkeit und Zufriedenheit. 208 Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. Muth auf der Tugend nur Frieden, ein jeder Stand hat beruht. seine Last. 5. Wenn auch jedes Glück 3. Gott ist der Herr; und ihm schwände, und die Erde seinen Segen vertheilt er freudenleer ihm vor seinen stets mit weiser Hand; nicht Augen stände; Hoffnung so, wie wir's zu wünschen flieht ihn nimmermehr; pflegen; doch so, wie er's muthvoll geht an ihrer uns heilsam fand. Willst Hand er ins beßre Vater- du zu denken dich erfühnen, land. daß seine Liebe dich vergißt? 6. Stärke, Gott, auch Er gibt uns mehr, als wir meine Seele, daß sie sich verdienen, und niemals, was zum Guten neigt. Und ich uns schädlich ist. stets den Pfad erwähle, den 4. Verzehre nicht des Ledein holder Sohu mir zeigt! bens Kräfte in träger UnEwig ist mein heitrer Sinn, zufriedenheit; besorge deines wenn ich Jesu folgsam bin. Stands Geschäfte! und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht M. Wie groß ist des Allmächtgen, und Fleiß sich Gott ergeben, 262. Du flagst und ein ewig Glück in Hoffnung fühlest die Be- sehn; dieß ist der Weg zu schwerden des Stands, in Ruh und Leben. Herr, lehre dem du dürftig lebst; du diesen Weg mich gehn. strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergeblich strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren. Doch Sorge für unsre wahre Ehre. denk im Klagen auch zurück: Mel. Allein Gott in der Höh. ist denn das Glück, das wir 263. Mein Herz, o Gott, begehren, für uns auch stets soll redlich sein, ein wahres Glück? bis einst mein Leben schwin2.- Nie schenkt der det. Durch wahre RedlichStand, nie schenken Gü- keit allein wird wahres Wohl ter dem Menschen die Zu- gegründet. Sie wendet deine friedenheit: die wahre Ruhe Huld mir zu; sie gibt mir der Gemüther ift Tu- Muth und Seelenruh, und gend und Genügsamkeit, einen guten Namen. Genieße, was dir Gott 2. Es täusche, wer nicht beschieden; entbehre gern, redlich ist, die Welt auch was du nicht hast! Ein noch so lange; er naht doch jeder Stand hat seinen selbst durch seine List sich Rechtmäßiger Gebrauch irdischer Güter. 209 nur dem Untergange. Seinsser Name theuer! Ist meifeinster Trug wird oft entner Brüder Herz mir hold, deckt, und dann ist auch sein so leb ich sorgenfreier; und Ruf befleckt, dann folget ihm wann der Tod zu dir mich die Schande. ruft, dann weinen sie an 3. Ach, wenn mich edle meiner Gruft noch Thränen Menschen fliehn, wer wird wahrer Liebe. mich dann erfreuen. Wer 6. Vermag ich auch kein wird mich liebreich zu sich großes Glück den Meinen zu ziehn, und meinen Gram gewähren; mein guter Ruf zerstreuen? Wo find' ich bleibt doch zurück, und wird den, der gern mich schützt, der auch sie noch ehren. Sie meinen Wohlstand unterstüßt, finden dann noch manchen und meinen Fall verhütet? Freund, der gern mit ihnen 4. Du gabst, o du, der sich vereint, ihr Leben zu Alles schafft, das Leben mir versüßen. auf Erden. Hier soll ich 7. Ja, Gott, ich will durch stets mit reger Kraft den frommen Sinn nach gutem Menschen nützlich werden. Namen streben, und ist und O Gott, wie schwer wird bleibt er mein Gewinn, doch diese Pflicht, wenn guter nie mich stolz erheben: und Name mir gebricht, und werd ich dennoch hier verJeder mich verachtet! kannt; genug id) weiß, daß 5. So sei denn mehr, deine Hand den Irrthum als alles Gold, mir die einst zerstreuet. 19. Rechter Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. Seele, auf, ermuntre dich! 264. Wo eilt ihr hin, Dieß sei dein Schmerz, dieß ihr Lebensstun- sei dein Kummer, daß manden? Zeit, edle Zeit! wocher Tag umsonst verstrich! fliehst du hin? Wie mancher Der ungenützte Augenblick ist Tag ist schon verschwunden, strafbar, und kommt nie zurück. seitdem ich auf der Erde bin! 3. Der Sinnliche durchEin großer Theil von mei- lebt die Jahre eh' er des ner Zeit ist schon im Meer Lebens Werth versteht; er der Ewigkeit. nahet früher zu der Bahre, 2. Ermuntre dich aus als er den Weg zur Tugend deinem Schlummer! Auf, geht. Was ist ein Men14 Rechter Gebrauch der Lebenszeit. schenleben werth, das unge- herbei; erkauf die Zeit, und, nützt vorüber fährt? statt zu klagen, sie sei zu kurz, 4. Mensch, sei ein Mensch! gebrauch sie treu. Nimm mit fang an zu leben, und nüß- erkenntlichem Gemüth der nalich für die Welt zu sein! hen Stunde wahr; sie flieht. Fang an dem Guten nach- 2. Getäuscht von eitlen zustreben, bring das Ver- Kleinigkeiten verlierst du deisäumte doppelt ein; daß, nes Lebens Zweck, verschiebst wenn man deinen Leib be- dein Heil auf ferne Zeiten gräbt, dein Werk und dein und wirfst so sicher Jahre Gedächtniß lebt. weg. Bist du, zu kühner 210 5. Sei nicht den kleinsten Sterblicher, des nächsten Zeitpunkt müßig, da du nicht Augenblickes Herr? deine Pflicht erfüllst; du hast 3. Einst Ewigkeiten zu den Tag nicht überflüssig, besitzen, dazu laß dir des den du so frech verschwenden Lebens Zeit, als deine kurze willst: dieß ist der wichtigste Saatzeit, nüßen und thu, Verlust, wenn du die Zeit was dir der Herr gebeut; bedauern mußt. er ruft dir menschenfreundlich 6. Gib dir von einem zu: sieh)', Eins ist Noth! jeden Tage, den dir Gott Was säumest du? schenket, Rechenschaft; durch- 4. Drum eil, errette deine denk ihn, leg ihn auf die Seele und denke nicht: ein Wage: vollbrachtest du ihn andermal! Sei wacker, bet' tugendhaft? Hast du nach und überzähle der MenschenMöglichkeit gethan, was tage kleine Zahl. Gesetzt, Gott von dir einst fordern dein Ende wär auch fern: kann? sei fromm und wandle vor 7. Herr meiner Tage, sei dem Herrn. doch künftig mein Heil und 5. Mit jedem neugeschenkmeines Lebens Kraft: so lebten Morgen erwecke dich zu ich als ein Mensch vernünf- dieser Pflicht. Sprich: dir, tig und als ein Christ ge- o Gott, ist nichts verborgen; wissenhaft: so dank ich dir ich bin vor deinem Angesicht in Ewigkeit noch für die mir und will, mich deiner Huld geschenkte Zeit. zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. Mel. Wer nur den lieben Gott, 6. Erleucht' und stärke 265. Er eilt der letzte meine Seele, weil ohne von den Tagen, dich sie nichts vermag. Du die du hier lebest, Meusch, schenkst, daß ich mein Heil Rechter Gebrauch der Lebenszeit. 211 erwähle, aus Gnaden mir schätzbar sei die Zeit, die du noch diesen Tag. Was ist hier uns zugemessen; wie, nicht eine Stunde werth, die was hier von uns ge= deine Langmuth mir gewährt? schieht, ew'ge Folgen nach 7. Wohl mir, wenn ich sich zieht. allen aus Kräften nach 4. Reize mich dadurch zum wahrer Weisheit hier gestrebt, Fleiß, eh die Zeit des Heils in gottgefälligen Geschäften verlaufen, mir zur Wohldie Pilgertage durchgelebt, fahrt, dir zum Preis, jede und einst im Glauben sagen Stunde auszukaufen, die zu kann: du nimmst mich, Herr, meiner Seligkeit deine Gnade zu Ehren an. mir verleiht. 8. Mein sprachlos Flehn 5. Deine schonende Gebei meinem Ende hörst du duld trage mich hier nicht dann, Herzenskündiger; in vergebens! Ach, vergib mir deine treuen Vaterhände be- meine Schuld, daß so manfehl' ich meinen Geist, ochen Theil des Lebens ich zu Herr! Er schwingt sich über meiner Seele Wohl nicht Grab und Welt zu dir, gebraucht, so wie ich soll. wann seine Hütte fällt. 6. Laß mich meine BesseMel. Jesus meine Zuversicht. rung für mein Hauptgeschäfte 266. Herr, ich hab aus achten, und nach meiner deiner Treu, Heiligung mit so treuem mir zum Heil, noch Zeit Eifer trachten, als erwartete in Händen. Gib, daß ich noch heut mich Gericht und beflissen sei, sie auch weis- Ewigkeit. lich anzuwenden; denn wer 7. Deine Gnade steh mir weiß, wie bald zur Gruft bei, daß mein Leben auf der deiner Vorsicht Wink mich Erde reich an Tugendfrüchten ruft. sei, und ich reif zum Himmel 2. Unaussprechlich schnell werde. Nahet dann mein entfliehn die mir zugezählten Ende sich, o so stärk und Stunden. Wie ein Traum tröste mich! sind sie dahin, und auf mel. Wer nur den lieben Gott. ewig mir verschwunden. Nur 267. daß von meider Augenblick ist mein, nen Lebensdeß ich mich noch jetzt kaun tagen doch keiner ganz verfreun. loren sei! Verlorne Stun3. Laß bei ihrer Flüch- den, ach sie nagen zu spät tigkeit mich, mein Gott, das Herz mit Gram doch nie vergessen, wie un- Neu'; und den entfloh'uen und 14* 212 Rechter Gebrauch der Lebenszeit. Augenblick bringt kein Ge- lergößet, was man für ewig bet, kein Flehn zurück. ichätzet, wird als ein leichter 2. Laß jeden meiner Au- Traum vergehn. genblicke, o Gott, mir innig 2. Was hilft uns unser theuer sein; laß mich die Zeit Wissen? Wird's, wenn wir zu meinem Glücke nie durch sterben müssen, ein großer der Sünde Dienst entweihn, Vorzug sein? Was hilft nie durch die Lust der Eitel- uns Macht und Ehre, so keit, die uns verblendet und glänzend sie auch wäre? zerstreut. Kann sie uns wohl alsdann 3. Noch ist es Tag; jetzt erfreun? laß mich Werke der Tugend 3. Der Ruhm, nach dem wirken, eh' die Nacht, wo wir trachten, den wir unniemand wirkt, erscheint; sterblich achten, ist nur ein jetzt stärke mich deine Lieb falscher Wahn. Sobald der und deine Macht. Wie viel Geist gewichen und unser ist noch für mich zu thun! Leib verblichen, fragt keiner, und ich, ich sollte jetzt schon was wir hier gethan. ruhn? 200 4. Wie bald wird das 4. Auf, auf, mein Geist zerrinnen, was wir mit laß keine Stunde des Lebens Müh gewinnen, was unser ungenützt vorbei. Auf, schwör Fleiß erwirbt? Kann wohl, es jetzt mit Herz und Munde was wir besitzen, uns vor und sei dem ernsten Schwur dem Tode schützen? Stirbt getreu; dir, Herr, der Zeit nicht das alles, wann man und Ewigkeit, sei jeder Au- stirbt? genblick geweiht. und stehn. 5. Was sind des Lebens 5. Dann seh ich an der Freuden? Wie bald folgt Laufbahn Ende getrost auf Angst und Leiden und Neu meine Tage hin, und sage: auf den Genuß! Was ist's, Herr, durch deine Hände womit wir prangen? Wo empfing ich, was ich hab' wirst du Ehr erlangen, die und bin. Hier ist mein Ta- nicht zuletzt verschwinden gewerk! Nicht mein, dein ist muß? der Ruhm, die Ehre dein! 6. Was sind selbst alle Me 1. In allen meinen Thaten. Thronen? Wird wohl vor 268. Die Herrlichkeit goldnen Kronen der Tod zuder Erden muß rücke fliehn? Kann vor des Staub und Asche werden, Grabes Schrecken die größte ewig Macht dich decken? Kann HoDas, was uns hier heit dich dem Staub entziehn? nichts bleibt Pflichten gegen den Nächsten. 213 7. Wie, wenn die Sonn' 9. Wir rechnen Jahr' aufgehet, die Rose blühend auf Jahre, inzwischen wird stehet in ihrer schönsten Zier, die Bahre vor unser Haus und doch verwelkt sich beu- gebracht. Man scheidet von get, eh' sich der Abend zeiden Seinen, die hülflos uns get: so blühen und verwel- beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. fen wir. er uns 8. Wie manchen gab's 10. Dieß laßt uns wohl auf Erden, der hoffte alt zu bedenken, und uns zum Himwerden, von Schmerz und mel lenken, weil Sorgen frei: doch in den offen steht. Wer dahin will schönsten Tagen, eh' er noch gelangen, darf an der Welt Frucht getragen, brach ihn nicht hangen, die einst mit des Todes Sturm entzwei. ihrer Lust vergeht. 20. Pflichten gegen den Nächsten. Allgemeine Men- von ihnen, muß Andern schenliebe. Mel. Gott du frommer Gott. stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu 269, Gib mir, o Gott, milder Wohlthat an; nein, ein Herz, das was ich Brüdern thu', das jeden Menschen liebet, bei sei dir, Gott, gethan! seinem Wohl sich freut, bei 4. Ein Trunt, mit dem seiner Noth betrübet; ein mein Dienst dem Durstigen Herz, das Eigennuß und Neid begegnet; ein Blick voll Trost, und Härte flicht, und sich mit dem mein Herz Beum Anderer Glück, wie um drängte segnet; ein Nath, sein Glück, bemüht. mit dem mein Mund im 2. Seh' ich den Dürfti- Kummer Andre stärkt; nichts gen, so laß mich gütig cilen, bleibt, so klein es ist, von von dem, was du mir gibst, dir, Herr unbemerkt. ihm hülfreich mitzutheilen; 5. Gilt wo ein boshaft nicht aus dem eitlen Trieb' Herz Unfrieden anzurichten; groß vor der Welt zu sein, so laß mich sorgsam sein, und mich verehrt zu sehn; der Brüder Zwist zu schlichnein Menschen zu erfreun. ten. Aus Schmähsucht störe mein 3. Dieß sei mein Got- nie Mund tesdienst! Auch unbemerkt Nächsten Ruh'; er rühdes 214 Pflichten gegen den Nächsten. me sein Verdienst, deck' seinesdawider. Gott ist die Lieb', Fehler zu. und will, daß ich den Näch6. Die Nach' ist dein, osten liebe, gleich als mich. Gott! du sprichst: ich will 2. Wir haben einen Gott vergelten: drum laß mich und Herrn, sind eines Leibes stille sein, wenn Menschen Glieder. Drum diene deiauf mich schelten. Gib, daß nem Nächsten gern; denn. ich dem verzeih', der mir zu wir sind alle Brüder. Gott schaden sucht, den liebe der schuf die Welt nicht bloßmich haßt; den segne, der für mich; mein Nächster ist mir flucht. sein Kind, wie ich. 7. Doch laß mich nicht 3. Sein Heil ist unser allein auf zeitlich Wohler- jaller Gut. Ich sollte Brügehen mit eingeschränktem der haffen, die Gott durch. Blick bei meinem Nächsten seines Sohnes Blut so theu'r sehen. Noch stärker müsse erkaufen lassen? Daß Gott mich sein ewig Glück er- mich schuf und mich verfrcun; noch mehr sein See- söhnt, hab' ich dieß mehr, lenheil mir angelegen sein. als sie, verdient? 8. Den, der im Glauben 4. Tu schenkst mir tägwankt, zu leiten und zu lich so viel Schuld, du, Herrstärken; den, der noch sicher von meinen Tagen! ich aber ist bei seinen bösen Werken, sollte nicht Geduld mit meivon der verkehrten Bahn nen Brüdern tragen; dem des Lasters abzuziehen: dazu nicht verzeihn, dem du ver-. verleih' mir Kraft, und segne gibst, und den nicht lieben, mein Bemühn. den du liebst? 9. O heilige du selbst, 5. Was ich den Frommen Herr, meiner Seele Triebe, hier gethan, den Kleinsten durch deine Lieb' und Furcht, auch von diesen, das siehst zu wahrer Menschenliebe. du, mein Erlöser, an, als. Wer nicht den nächsten liebt, hätt' ich's dir erwiesen. Und geht nicht zum Himmel ein. ich, ich sollt' ein Mensch Laß diese Wahrheit, Gott, noch sein, und dich in Brümir stets vor Augen sein. dern nicht erfreun? M. Mir nach, spricht Christus. 6. Ein unbarmherziges 270. So jemand spricht: Gericht wird über den ergeIch liebe Gott, hen, der nicht barmherzig und haßt doch seine Brüder; ist, und nicht die rettet, die der treibt mit Gottes Wahr- ihn flehen. Drum gib mir, heit Spott, und handelt ganz Gott, durch deinen Geist Pflichten gegen den Nächsten. 215 ein Herz: das dich durch Unterschied dient zum allgeLiebe preißt! meinen Besten, wenn nur M. Jesus meine Zuversicht. jeder sich bemüht von dem 271. Allen Menschen kleinsten bis zum Größten, und auch mir andern, und nicht sich allein, hat der Herr dieß vorge- nützlich, wie er kann, zu sein. schrieben: euren Nächsten 7. Darum gib uns, Gott, sollet ihr, wie euch selbst, ein Herz voll von wahrer von Herzen lieben! Christen, Menschenliebe, das an andrer was Gott hier gebeut, sei Freud' und Schmerz Antheil uns heilig allezeit. nehm' und gern das übe, 2. Wir sind Bürger ei- was der Liebe Pflicht bener Welt, Kinder eines Va- gehrt, wie sie uns dein Sohn ters, Brüder, die er huld- erklärt. reich all' erhält; alle eines 8. Diesem großen MenLeibes Glieder, die sein wei- schenfreund laßt uns alle ser Allmachtsruf alle, sich ähnlich werden, daß wir, zu dienen, schuf. hier mit ihm vereint, nach 3. Eine sterbliche Natur vollbrachtem Lauf auf Erhat er allen uns gegeben, den, einst auch ewig bei ihm und auch eine Hoffnung nur, sein, seiner Lieb' uns ganz Hoffnung auf ein beßres zu freun. Leben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was Sorge für des Nächsten Seele. ihm gefällt. M. Alle Menschen müssen. 4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns einan- 272. Laß, o Jesu, mich der hassen? uns zu unsrer empfinden, wel eignen Pein, Stolz und dhe Seligkeit es ist, daß du Neid beherrschen lassen? hier, um mich von Sünden Wer kein Freund des Näch- zu befrein, erschienen bist; sten ist, ist fürwahr kein daß, durch deinen Geist geMensch, kein Christ. trieben, dein Erlöseter sich 5. Was wir auch aus freut, über alles Gott zu Gottes Hand zum Voraus lieben, und dich Bild der vor andern haben, Ansehn, Frömmigkeit! Reichthum, hohen Stand, 2. O wie kann ich dieß Leibeskräfte, Geistesgaben: empfinden, und doch fühlalles dies befreit uns nicht los Menschen sehn in der von der Menschenliebe Pflicht. Sclaverei der Sünden Wege 6. Selbst der Gaben des Verderbens gehn, und GIVE 216 Pflichten gegen den Nächsten. nicht rufen, daß sie's hören: entreiß' und heilig werde, Eilet, Brüder, umzukehren, selig auch, wie ich, zu sein; wenn ihr selig werden wollt; ewig deiner sich zu freun. lebet christlich, wie ihr sollt! 3. Auch für meiner BrüGutes Beispiel. der Seelen, und nicht für M. Vater unser im Himmelr. mein Heil allein, soll ich 273. Von dir, der meisorgen, wenn sie fehlen, wo ne Freude schuf, ich kann, ihr Führer sein. ist auch mein heiliger BeWenn sie sündigen und ster- ruf, im Herzen und im Wanben, und ich rief nicht vom del rein, und nützlich in der Verderben, wo ich's thun Welt zu sein. Wer dieſe kann, sie zu dir; foderst du große Pflicht nicht ehrt, der ihr Blut von mir. ist auch keiner Freude werth. 4. Von des Irrthums 2. Es war, o Vater, Finsternissen selbst errettet, deine Hand, die mit den soll auch ich unterrichten Menschen mich verband. Ich das Gewissen dessen, der vom sollte redlich mich bemühn, Wege wich; soll ihm zeigen, auch sie zum Guten hinzuwas ihn blende, und daß er ziehn; und leuchtet ihnen zu dir sich wende vor stets mein Licht, so fehlt dem Fall ihn warnen; ihn mir deine Liebe nicht. bitten, weil er kann, zu 3. Wie viel wird durch fliehn. des Beispiels Macht in deine 5. Nicht erbittern, ihn Menschenwelt gebracht! Es erweichen; ihm, wenn meine wirkt im Stillen um sich Bitten nicht bis zu seinem her, und Andre fühlen imHerzen reichen, durch mein mer mehr, wie leicht, von Beispiel doch ein Licht; daß seinem Neiz belebt, ihr Herz an mir er sehen möge, wie ihm nachzuahmen strebt. so lieblich Gottes Wege je- 4. O wehe dem, der sorgdem, der sie liebgewinnt und los bleibt, und kühn des sie geht, wie gut sie sind. Lasters Werke treibt, den 6. Daß er seh' an mei- nie der Blick der Unschuld nen Freuden, wie beglückt rührt, und nie zur Lebensder Fromme ist; wie so hei weisheit führt, der selbst die ter auch im Leiden die sind, Schwachen gern berückt und deren Trost du bist; daß er listig in sein Netz verdoch der Lust der Erde sich strickt! Pflichten gegen den Nächsten. 217 5. Wie trostlos wird er thum sei mir meines Nächeinst sich sehn, wann die sten Leben, seine Habe und Verführten um ihn stehn, sein Ruhm, alles, was ihm, und wann nun jeder laut Gott, dein Nath gab und ihm flucht, ihm seine Qual noch beschieden hat. zu mehren sucht, vor dir, o 2. Hilf mir, daß ich, Richter, ihn verklagt, und frei vom Neide, und dann sein frecher Geist ver- Eigennute rein, seines Sezagt! gens, seiner Freude, seines vom 6. Ich flehe, Gott, em- Juhms mich möge freun; por zu dir: ach, fern sei dieses froh, daß du ihn, Gott, auch Loos von mir! Mein Bei- liebst, ihm so mild und spiel locke jederzeit auch Andre reichlich gibst. hin zur Frömmigkeit! Die 3. Hilf mir alle Menschönste Lehre fruchtet nicht, schen lieben, Jedermann gern wenn ihr mein Leben wider- glücklich sehn, Keinen fränspricht. ten und betrüben, keinen 7. Verleihe selbst mir drücken, keinen schmähn; Trieb und Kraft, zu thun, fliehen, wie's dein Wort gewas Heil und Segen schafft; beut, selbst den allerkleinsten und jede meiner Reden sei Streit. von allem Reiz zur Sünde 4. Sollt' ich irgend einen frei! In meinem Kreise hassen, der mir Unrecht je herrsche nur der Sinn für gethan? irgend einen hülfUnschuld und Natur! los lassen, dem ich nützlich 8. Wer hier durch Bei- werden kann? Gott so spiel, Nath und That den wär' ich nicht dein Kind, Christengeist verbreitet hat, nicht, wie Jesus war geder sieht sich einst mit Ruhm sinnt. gekrönt, wann seiner Brü- 5. Hilf mir willig jedem der Dank ertönt, und er, dienen, wie ichs kann mit von Seligen umringt, das Rath und That; den VerHohe Lied des Himmels singt. laßnen beistehn, ihnen auf des Lebens rauhem Pfad, Sorge für des Näch Tröster, Führer, Helfer sein, sten Leben, Eigenthum und ihr leidend Herz erfreun. 6. Laß mich halten Treu' M. Gott des Himmels und der. und Glauben, fliehn, was 274. Theuer, wie mein Andern schädlich ist; Keiund Ehre. eignes Leben, nem je das Seine rauben, Eigen- weder mit Gewalt noch guter Nam' und 218 Pflichten gegen den nächsten. List; von Betrug und Arg- Orte, wo du nur immer bist, list rein, lieber arm, als ein jedes deiner Worte. Und treulos sein. er, der alles sieht, er sollte7. Wenn ich, Gott, aus dich nicht sehn, wenn du dich reinem Triebe so den Näch- frech erfühnst die Unschuld sten gern und tren, wie du selbst zu schmähn? es befohlen, liebe, ohne Trug 5. Wenn du der Fromund Heuchelei, welche Selig- men lachst, wenn du die keit wird dann hier und Tugend schändest, dem Würewig mich umpfahn. digen das Lob, das er verM. O Gott du frommer Gott. dient, entwendest: Verläum275. Suchst du des der, sieht's nicht Gott, wie Nächsten Ehr' zügellos dann du ihn in den und Achtung ihm zu schmä Seinen schmähst? Dein lern; sprichst du so oft und Richter hört dir zu. gern von deines Nächsten 6. Die Thränen zählt Fehlern! verkleinerst du aus der Herr, die von gekränkten Stolz, aus Mißgunst seinen Frommen, die du entehret Ruhm, deckst seine Schwach- hast, wehklagend vor ihn heit auf: wo bleibt dein kommen. Es kommt es Christenthum? kommt ein Tag, wo Gott 2. Wenn du, aus Arg- einst vor Gericht, im Angewohn bloß, von ihm nursicht der Welt, auch dir dein Böses denkest, und durch ein Urtheil spricht. falsch Gerücht ihm schadeft 7. Und du, du wolltest und ihn kränkest; wenn ihn noch des Nächsten Ehr' verdein Neid, dein Haß, dein letzen? Wolltst, wenn du Stolz, dein Spott entehrt: sie gekränkt, nicht schleunig bist du dann noch ein Christ sie ersetzen? Sie sei in Zuund dieses Namens werth? funft dir so werth, als eig3. Wer, wenn er Lästrer ner Ruhm! Beschütz und rette hört, und unter Spöttern sie stets als ein Heiligthum. fizet, aus scheuer Menschen- 8. Wie hoch verbeut uns furcht nicht Andrer Unschuld Gott den Mißbrauch unsrer schützet; wer aus Gefällig- Zungen! Drum hüte dich, feit selbst ein Verläumder o Christ, vor allen Lästeist, und nichts zum Besten rungen. Wer in dem Menkehrt, bleibt der auch noch schen Gott und seine Gaein Chrift? ben ehrt, den ehrt auch 4. O Mensch, bedenke Gott, und der ist seines Beidoch; Gott hört an jedem falls werth. 1 Pflichten gegen den Nächsten. 219 Gerechtigkeit und den bringt, und Schaden. Billigkeit. auch verhüten, wo kein GeM. Von Gott will ich nicht. setz mich zwingt. Ich sehne 276. Befördre, Herr, mich nach Heil: doch wenn mein Streben, ich Menschen kränke, und an gerecht und treu zu sein, ihr Wohl nicht denke; so fern von Betrug zu leben wird's mir nie zu Theil. und Eigennutz zu scheun! 6. Das Gut, das sie Aus Habsucht laß mich nicht, entbehren mit schlau erdachten Nänken oder des Nächsten Rechte kränken, Fleiß so viel mir auch gebricht. kann Habsucht nie ihr List, vermehren wenn's nicht erstattet ist; und wer 2. Ich soll sein Glück sich schämt und scheut, es vermehren, weil ich sein Bru- wieder zu ersetzen, weiß nicht der bin, nicht seine Wohl das Glück zu schätzen, das fahrt stören durch räubrischen dauerhaft erfreut. Gewinn. Das was er mir 7. Gott, laß mich dieß geliehn, geliehn zu treuen ermessen, den Reiz der HabHänden, darf ich ihm nicht sucht scheun, die Folgen nie entwenden, nicht listig an vergessen, die Tod und Zumich ziehn. kunft dräun. Begierde zum 3. Gewinn, der ihm ge- Gewinn, die mich so leicht bühret, sei nur durch Un- bethöret, ich weiß es, sie recht mein; was er dadurch zerstöret einst meinen frohen verlieret, fann mir kein Se- Sinn. gen sein. Sein Recht gehört mir nicht; ich darf es nie verletzen, ich muß es heiM. Alle Menschen müssen. lig schätzen, dieß ist Ge- 277. Aller meiner Brüwissenspflicht. der Rechte soldurch 4. Er soll durch mich len mir stets heilig sein. nicht leiden; denn raub' ich Wenn ich sie zu fränken ihm sein Gut, raub' ich ihm dächte, ihres Kummers mich seine Freuden aus Geiz und zu freun, über sie mich zu Uebermuth; so wird sein erheben oder mir allein zu tiefer Schmerz der Gram, leben: welchen Haß verdient' der ihn verzehret, das Glück, ich nicht! Gott, welch' schreckdas er entbehret, ein Ver- liches Gericht! wurf für mein Herz. 2. 5. Ich muß mir das ver- ihren bieten, was Andern Scha-/ aus Könnt' ich, taub bei Klagen, ihnen das Eigensinn oder Neid Pflichten gegen den Nächsten. versagen, was ich ihnen kränkt, verzeihn. Hab' ich schuldig bin; könnt' ich ohne Macht, ich will sie nützen, Treu und Glauben Andern die Bedrängten zu beschützen; Gut und Ehre rauben; wel- eilen, wo Verlaßne flehn, chen Haß verdient' ich nicht! ihnen liebreich beizustehn. Welch' ein schreckliches Gericht! 220 7. Sichern darf ich meine 3. Nein, ich will das Geduld. Wir sind alle deine Rechte, aber sanft und mit Unrecht haffen, will gerecht Knechte; und wie groß ist sein, kein Tyrann; jedem deine Huld! Du vergibst geben, jedem lassen was er mir meine Schulden; sollt' hat und fodern kann. Lie- ich denn kein Unrecht dulber will ich Unrecht leiden, den, nicht gelind sein, mich als begehn; ich will mit nicht freun, wie du, Vater, Freuden lieber niedrig sein zu verzeihn? und bloß, als durch Ünrecht reich und groß. 8. Hilf mir immer richtig 4. Würden der Bedräng- meinem Herrn, billig stets wandeln, Gott, vor dir, als ten Zähren, würden ihre mit allen handeln, sein vor Seufzer nicht Rettung, Gott, aller Härte fern! Denn du, von dir begehren, und erre Richter aller Welten, wirst gen dein Gericht? Würd' mir alles einst vergelten, was ich nicht stets zittern müssen? ich meinen Brüdern that, Würde nicht selbst mein wenn sich dein Gericht mir Gewissen mir mit Angst und naht. Schrecken dräun, und ihr erster Richter sein? 5. Eines Unterdrückten M. In allen meinen Thaten. Thränen, o wie furchtbar 278. Nach Jesu Weissind nicht die? Eh' es Untreffen ich nicht heitslehren darf gerechte wähnen stets begehren, was deine Pfeile sie. Und, wenn vor dem Richter gilt; nicht du nicht eilen solltest, wenn immer darauf dringen, den du, Richter, säumen wolltest; durch Gewalt zu zwingen, harrt denn mein am Grabe der meine Fordrung nicht nicht ein noch schrecklicher erfüllt. Gericht? 2. Der Mangel seiner 6. Lehre mich gerecht Kräfte, sein Stillstand der und billig gegen alle Men Geschäfte befiehlt mir Bilschen sein; keinen drücken, ligkeit; bei allem guten lieber willig jedem, der mich Willen kann er oft nicht → 221 Pflichten gegen den Nächsten. erfüllen, was ihm Gesetz| Aufrichtigkeit, und Pflicht gebeut. Wahrhaftigkeit und Treue. 3. Und ich, ich sollt' es wagen, ihm Nachsicht zu mel. Herr Jesu Christ, dich zu. verjagen, und immer strenge sein, sein Elend zu vermeh- 279. Hilf, Gott, daß ren? Sein Glück sollt ich ich der Wahrzerstören, Verhaft und Un- heit treu, und redlich stets im Umgang sei, entfernt von tergang ihm dräun? der Verstellungslist, die dir, 4. Nein! ich müss' lieber o Gott, zuwider ist. leiden, sein Unglück zu ver- 2. Verbaßt sei mir die glatter meiden, wenn Alles für ihn Schmeichelei und spricht; auch bei erwies'nen Worte Täuscherei; und was Klagen ihm Mitleid nicht ich denke, streite nicht mit versagen, dieß ist sein Wunsch dem, was meine Zunge spricht. und meine Pflicht. 3. Ich will auch des Betruges Schein mit Vor5. Beim Recht, das mir sicht fliehn, und klug zwar gebühret, wird das, was er sein, doch ohne Falsch, nach verlieret, vielleicht nie wieder Jesu Nath, in Worten so, sein. Ich kann, wird's mir wie mit der That. entrissen, es oft sehr leicht 4. Vereint mit Offenbervermissen, und doch noch zigkeit sei auch bei mir Verimmer glücklich sein. schwiegenheit, daß ich zu 6. Streng auf sein Necht meines Nächsten Wohl da zu dringen, und um es zu schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch will ich auch den härtsten erzwingen, Schritt nicht scheun, das freimüthig sein, und keines heißt nicht: sich des Armen Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit in seiner Noth erbarmen, nicht Christ, nicht Freund der Unschuld Nettung mir gebeut. des Bruders sein. 6. Wer Wahrheit über 7. Sein Elend zu ver- Alles schätzt, und nie mit mindern, und seinen Schmerz Willen sie verletzt, der ist zu lindern, laß Gott! mir dein Freund, und wird beFreude sein; mein Recht nie stehn, wann alle Falschen übertreiben, mich immer bil- untergehn. lig bleiben, und jede Art 7. Du bist sein Schutz der Härte scheun. und Schirm, o Gott! und 222 Pflichten gegen den Nächsten. träf ihn auch der Menschen ein unglückselig Leben ist geSpott, ja, träf ihn Haß der wiß ihr künftig Theil. Hier ganzen Welt; was fümmert's schon trifft verdiente Schanden, der dir gefällt? de sie bei Siedlichen im 8. Er wird vor deinem Lande: denn ein jeder MenAngesicht einst glänzen, wie schenfreund ist der Falschheit der Sonne Licht, die früh Mänten feind. in voller Herrlichkeit hervor- 4. Schmäht mich ohne strahlt, und die Nacht zer- mein Verschulden der Verstreut. läumder Lästermund; o so 9. Daß ich mich dieses laß mich's still erdulden: Glücks erfreu; so stehe mir, einst wird doch die Wahrheit o Vater, bei! Ich will von kund. Darf ich ja nicht länaller Falschheit rein, wie du ger schweigen, meine Unschuld ein Freund der Wahrheit zu bezeugen, so verleihe, daß sein. dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. Mel. Alle Menschen müssen. 5. Daß du, Herr, an je280. Laß mich, Höch- dem Orte Zeuge meines ster darnach Wandels bist, daß kein einzstreben, stets ein Wahrheits- ges meiner Worte deinem freund zu sein. Zu des Ohr verborgen ist: dieß erHimmels frohem Leben gehn wecke mein Gemüthe, daß ich nie freche Lügner ein, und vor mich vor Lügen hüte; denn deinem Angesichte werden sie du liebst den Wahrheitsfreund beschämt zu nichte: denn vor und bist allen Falschen feind. dir sind immerdar Aller Herzen offenbar. Barmherzigkeit und Mildthätigkeit. Mel. Alle Menschen müssen. 2. Andrer wegen gern zu lügen, leeren Schwäßzern gleich zu sein, heuchelud Brüder zu betrügen, Herr, 281. Trockne gern die das falle mir nicht ein. KummerthräWahrheit leit an allen Ornen, die dein armer Bruder ten mich in Werken wie in weint! Lange muß er oft Worten: redlich sei des Her sich sehnen, eh ein Helfer zens Grund; redlich sprech ihm erscheint. Auf, o Christ, auch stets der Mund. was zögerst du? Eile dem 3. Die der Falschheit Bedrängten zu! Deffne freundsich ergeben, sind vor dir, lich Hand und Herz, und o Gott, ein Gräul: und versüße seinen Schmerz. Pflichten gegen den Nächsten. 223 2. Gott ist's, der des 6. Tritt an deines Vaters Mitleids Triebe dir in dei Seite! wirke mit ihm für ne Seele schuf. Ach, sie ru- die Welt! Hilf und schütze, fen dich zur Liebe, und ihr rathe, leite! Uebe stets, was Ruf ist Gottes Ruf. Mensch- ihm gefällt! Immer sei belich, menschlich sollst du sein, reit, und sprich: Herr, mein und des Menschenwohls dich Gott gebrauche mich, deine freun. Du bedenkst nicht, Saat umher zu streun, deine wer du bist, wenn dein Herz Kinder zu erfreun. nicht liebreich ist. 7. Einst verstummet jede, 3. Fühle selbst, wie viel Klage, wenn du Gottes dir fehle, wenn die Trauer- Wege gingst, und am großen stunde schlägt und kein Erndtetage ihm der Garben Mensch in deine Seele Trost viele bringst. O dann führt und Muth und Hoffnung er dich empor; dich empfängt trägt! O wie kannst du der Engel Chor, und dein Elend sehn, und doch kalt liebevoller Sinn schafft dir vorüber gehn? Wenn's ewigen Gewinn. dich heute nicht erweicht, 1 morgen trifft's auch dich Mel. Mir nach, spricht Christus. vielleicht. 282. Wer dieser Erde Güter hat, 4. Alle sind wir fest vereinet; wir durchlaufen eine und sieht den Nächsten leiBahn. Auch den Armen, den, und macht den Hungrider da weinet, weinet, sieht dein gen nicht satt, läßt Nackende Vater huldreich an. Für nicht kleiden: der übertritt den Himmel sucht er ihn die erste Pflicht und liebt auch durch Leiden zu erziehn; dich, Gott der Liebe, nicht. aber dir ist Qual bereit, wenn das Glück dein Herz entweiht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern ste 5. Ja, du hörst einst auf schmähen höret, sich freut, zu prangen; selbst der Kro- wenn sich sein Feind vernen Glanz verfliegt. Aller geht, es nicht zum Besten Stolz ist einst zergangen, kehret, nicht dem Verläumwenn dein Staub im Staube der widerspricht: der lieliegt. Aber sei nur Gottes bet seinen Nächsten nicht. Bild! Sei barmherzig sanft 3. Wer zwar mit Rath, und mild! O wie freudig mit Trost und Schutz den schwingest du dann dich Nächsten unterstüzet, doch schönern Kronen zu! nur aus Stolz und Eigen 224 Pflichten gegen den Nächsten. nutz, aus Weichlichkeit ihm sollt' ich, wie du, nicht liebnüßzet, nicht aus Gehorsam, reich sein? nicht aus Pflicht: auch der Mel. Ach Gott vom Himmel. liebt seinen Nächsten nicht 283. Wenn ich mit 4. Wer harret, bis, ihn, mehr als Men= anzuflehn, ein Dürft'ger erst schenkraft, wenn ich wie erscheinet, nicht eilt dem Ar- Engel red'te; der Jünger men beizustehn, der im Ver- Jesu Wissenschaft und Wunborgnen weinet, nicht gütig dermacht selbst hätte; und forscht, ob's ihm gebricht: hätte doch kein liebreich Herz: auch der liebt seinen Näch- was wär' ich? Nur ein tösten nicht. nend Erz; nicht Jesu wah5. Wer Niedre, wenn er rer Schüler. sie beschirmt, mit Härt' und 2. Gäb' ich mein ganzes Vorwurf quälet, und ohne Eigenthum dem Dürftigen Nachsicht straft und stürmt, und Armen, und thät es sobald sein Nächster fehlet: aus Begier nach Ruhm, nicht wie bleibt bei seinem Unge aber aus Erbarmen; ließ stüm, Gott, deine Liebe wohl ich, doch ohne Liebe, mich in ihm? für sie auch brennen: was 6. Wer für der Armen Heil könnt' ich dadurch für mich und Zucht mit Rath und That gewinnen? nicht wachet; dem Uebel nicht 3. Die wahre Lieb' ist zu wehren sucht, das oft sie langmuthvoll, wohlthätig und dürftig machet; nur sorglos gefällig; hilft willig, wo sie ihnen Gaben gibt: der hat helfen soll; nie hart, noch sie wenig noch geliebt. ungefällig. Sie hafset Streit 7. Zwar du, mein Herz, und Bitterkeit, kennt weder vermagst es nicht, stets durch Eifersucht noch Neid; thut die That zu lieben; doch, gern, was Andre freuet. bist du nur geneigt die 4. Sie, die nie aufgeblasen Pflicht getreulich auszuüben, ist, ehrt Alle; strebet ihnen, und wünschest dir die Kraft entfernt von Eigennutz und dazu, und sorgst dafür, so List, wo sie nur kann, zu liebest du. dienen. Nie schnell zum 8. Ermattet dieser Trieb Zorne, hört sie nicht, was in dir, so such ihn zu bele- Bosheit und Verläumdung ben. Dent' oft: Gott ist spricht; kehrt Alles gern die Lieb, und mir hat er sein zum Besten. Bild gegeben. Ja, Höch5. Sie freut sich nie des ster, was ich hab', ist dein; Unrechts, freut sich blos 225 Pflichten gegen den nächsten. des Rechts, und liebet, was Neide, fühlt bei verdientem wahr und gut ist; und ver- fremden Schmerz und Schazeiht, wenn jemand sie be- den keine Freude. trübet. Sie, zum Erbarmen 4. Es wird, sucht ihn auch bald erweicht, glaubt gern gleich ein Feind durch Haß das Beste, hoffet leicht; kann und Spott zu kränken, dem alles Unrecht dulden. Feind, wenn er im Unglück 6. Wenn andre Gaben weint, des Mitleids Thräne kurze Zeit, und nur dieß schenken. Leben währen; so bleibt die 5. Zu helfen, wo er helLieb in Ewigkeit und wird fen kann, bereit und zu besich noch vermehren. Wann glücken, strahlt seine Menwir uns einst vor Gott er- schenfreundlichkeit oft schon freun, wird jeder durch die aus jeinen Blicken. werden. Lieb allein vollkommen selig 6. Besorgt für des BeAujo drängten Wohl vernimmt er 7. Du machtest, Jesu, seine Klagen, und wird ihn selber dich zum Vorbild nie verachtungsvoll von sich währer Liebe. Dir will ich zu weisen wagen. folgen; gib, daß ich die Lieb 7. Barmherzig, wie sein am Nächsten übe; daß ich Heiland war, wird er das in allem, wo ich kann, Elend lindern, sucht, sieht er Barmherzigkeit an Jeder Brüder in Gefahr, schnell mann, wie ich mir's wünsch, die Gefahr zu hindern. erweise! nis 8. Verfolgten Wittwen gibt Mitfreude under Rath, sorgt für verlaßne Mitleid. Waisen; gelingt's ihm, was Mel. Ich dank dir schon.ner für sie that, wird er sich 284. We er Menschen, glücklich preisen. LAN seine Brüder, 9. Was Andre insgeheim liebt, der freut sich ihrer betrübt bleibt ihm oft nicht Freuden; und, wenn ein verborgen, er forschet, weil Unfall sie betrübt, so theilt sein Herz sie liebt, nach uner ihre Leiden. bi entdeckten Sorgen. froher 10. Und wenn, durch seigern nes Forschens Müh, er ihren das Wunsch erfähret: so überrascht Glück, das sie erfreut, so sein Beistand sie, der ihren sehr, als eignen Segen 2. Er eilt mit Heiterkeit Verlaßnen entgegen und fühlt 3. Sein edles Wunsch gewähret. liebevol11. Gott, laß mich, deiles Herz ist fern von allem ner werth zu sein, so meine 15 226 Pflichten gegen den Nächsten. Brüder lieben, so sie in ih- Gott, haben, mit scheelen rem Schmerz erfreun, so mich Augen hinzusehn, mis dar im Wohlthun üben. is mad 5. Jedoch du hilfst mir um 12. Damit ich deinen Beh- kämpfen, hilfft Neid und ren treu, auch Andrer Un Mißgunst dämpfen, wenn ich glück wehre, mich über ihre nur wachsam bin; und wenn Wohlfahrt freu, und immer ich auf dich sehe, und dich sie vermehre.is diserunt Hülfe flehe, so hilfst du 13. Dann wirst duo mir zum bessern Sinn. Erbarmer, mir das Glück der 6. Dein sind, o Gott, die Zukunft geben; dann werd Gaben, die ich und Andre ich einst, belohnt von dir in haben; mit Weisheit hältſt deinem Himmel leben. du Haus, und theilest unter Mel. In allen meinen Thaten. Allen, nach freiem Wohlge285. Gib, Gott voll fallen, die Güter deines umies Lieb und Güte, Hauses aus. 101DA den Trieb in mein Gemüthe, 7. Beneid ich meinen Nächmich fremden Glücks zu freun. sten; so greift dich selbst, den Bei meines Nächsten Schmer- Höchsten, mein Unmuth tazen laß fern von meinem deludioan. Gott, welche Herzen der Bosheit wilde schwere Sünde! wenn ich Freude sein. amilan mich unterwinde, zu meistern, 2. Auf Andrer Wohlerge- was du hast gethan.re hen mit Wohlgefallen sehen, 18. Ich Thor, ich selber quäle gefällt ja dir, mein Gott, mit Unmuth meine Seele, durch schadenfrohes Lachen herrscht Neid in meiner Brust. dem Nächsten Kränkung ma- Herr, mache mir dieß Laster je chen, ist teufelischer Hohn und mehr und mehr verhaßter. Auch Spott. to bilbil Andrer Glück sei meine Lust. 3. Wer sich des Guten M. Freu dich sehr o meine Seele. freuet, was deine Huld ver- 286. Sollt' ich den beleihet, er find' es, wo er's TOUT neiden können, find't, der ist, nach deinem den Gott mehr als mich beBilde, barmherzig, gütig, glückt? Sollt ich ihm das gönnen, das ihn milde, und als ein wahrer Leiden und niederdrückt? Christ gefinnt. bio zo fränft 4. Der Stolz, die Eigen- Sollt ich je so grausam sein, liebe sind freilich macht'ge seines Unglücksmich zu Triebe, auf Andrer Wohl- freun, hämisch seine Noth ergehn und auf die größern vermehren, und sein Glück Gaben, die sie von dir, laus Mißgunst stören? Pflichten gegen den nächsten. 227 2. Nein, so wär ich ein größerm Heil. Um es nützEmpörer in dem Reiche mei- lich zu verwenden, ward's nur nes Herrn, blieb als frecher ihm, nicht mir zu Theil. Ruhestörer, auch von eigner Aber, wenn er sorglos ist, Ruhe fern, wäre nicht des und des Menschenwohls verGlückes werth, das der Herr gißt dann wird sein Glück auch mir gewährt; ja ich auf Erden ihm ein Quell würde selbst mich hassen, und des Schreckens werden. den Weg des Herrn verlassen.17. Einst entfliehn der Erde 3. Darum will ich stets Freuden; auch der Reiche erwägen, daß wir alle Brü- stirbt dahin. Ach, wie könnt? der sind. Auch mein Näch ich ihn beneiden, wenn ich ster fleht um Segen, und auch fromm und heiter bin? Nein, er ist Gottes Kind. Der ich will mich treu bemühn, wird durch sich selbst entehrt, Neid und Mißgunst ſtets zu wer, von niederm Neid em- fliehn, will mit Fröhlichen pört, seines Nächsten Werth mich freuen, Traurigen mein verkennet, und sein Wohl Mitleid weihen. pa 10000850300 sein ihm mißgönnet.d 8. Schenke mir, o Gott 4. Gotti vertheilet seine der Liebe, Liebe gegen JederGaben, wann und wie es mann, daß ich stets aus reiihm gefällt. Alles, alles, nem Triebe fremden Glücks was wir haben, kommt von mich freuen kann! Hilf mir, ihm, dem Herrn der Welt. daß ich mitleidsvoll fremde Geb er wenig oder viel: Leiden, wie ich soll, sorgsam unser Wohl nur ist sein mir zu Herzen ziehe, und zu Ziel. Thorheit wäres, lindern mich bemühe!! darauf denken, seine Liebe nodioned med mstbo tebin zu beschränken. Bescheidenheit und 119 mondonu 5. Keiner hat ein Rechti Demuthal thin zu fragen: Herr der Welt, mel. Wer nur den lieben Gott. was machest du? nWürrisch 287. Von dir in diese sein und neidischsklagen, Welt gerufen, zieht uns seine Strafen zu. stehn, Schöpfer, alle MenWeislich und mit Vaterfinnsschen hier auf mancherlei geht er fest und still dahin. verschiednen Stufen, und Wer kanu onseineto Wege was sie haben, kommt von tadeln, ohne selbst sich zu dir; sie gleichen sich nicht entadeln? tte isd chud ands Gestalt, an Neigung, 6. Gut in meines Näch- Stand und an Gewalt. sten Händen dienet oft zu 2. Nicht jeder hat, 15* 228 Pflichten gegen den nächsten. was Andre haben; und das 7. Nein, ich will gern auch ist Güte: denn du gibst dem Andre ehren, wie arm, wie diese, jenem andre Gaben, niedrig sie auch sein. Sie weil du uns, Vatér, alle können meiner nicht entbehliebst: denn alle sollen glück- ren; ich kann mich ohne sie lich sein, und einer sich des nicht freun. Nimmt keiner andern freun. in meines Glücks sich an: wie auch arm, wie niedrig bin ich dann! aller 8. Wer eitler Ehre gern Ruf, ist aller Loos. Des entbehret, und Tugend an wegen nur ist Der auf Er- Geringern gern erkennt und den gering und arm, Der schätzet der verehret der reich und groß; Der hat Niedrigkeit und Hoheit Herrn. mehr Kraft, Der mehr Ver- Wohl, wohl ihn! Die Bestand, und Jener braucht, scheidenheit gibt allen Liebenswas Der erfand. würdigkeit in mod nor Andern 9. Sie schmückt das Alter, wieder gibt der Jugend den größten Du Reiz, der Gaben Werth, und thust's, durch freie Huld be- Glanz und Hoheit jeder Tuwogen: denn alles Gute gend, die weitelnoSchimmer kömmt von dir. Ich gab dir gern entbehrt: denn Demuth nichts zuvor; und ich bin al- und Bescheidenheit sind unser les, was ich bin, durch dich. schönstes Ehrenkleid. 4. Wer hat mich vorgezogen? Wer andre Menschen mir? 5. Und ich, ich sollte nicht 10. Gib, Herr, zu allen bescheiden, nicht fern von al-( deinen Gaben auch diese: lem Stolze sein? Den gar laß, vom Stolze rein, uns nicht achten, den beneiden? alles brauchen, was wir Mich, weil er mehr empfing, haben, uns durch einander nicht freun? Als wär ich, zu erfreun. Dann sind wir hätt' ich mehr als er auch all in deinem Reich an Sebesser dann, auch seliger? ligkeit einander gleich o 6. D, laß in meinem Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ganzen Leben mich meines 288. Wer wahre HerGlücks und Vorzugs nicht zens demuth zu Andrer Kränkung über- liebt, den nächsten nicht 3. Beglücken und glücklich werden, ist heben, verkennen nieder verachtet Demuth Pflicht; nicht blos recht und auf meinen Vorzug sehn; hoch bei Gott geachtet. nicht Andrer Gaben stolz Gott ehrt ihn wieder; sein verschmähn. Gebet wird nimmermehr und gern, was gut ist, übt, ist Pflichten gegen den Nächsten. 229 von dem verschmäht, der auch Dienstfertigkeit und auf's Niedre schauet.d Freundlichkeit. id San Jummit ibor Mel. O Gott du frommer Gott. 2. Den Stolz verfolgen 289. Wie selig lebt der Schmach und Spott, auch Mensch, der aus oft schon auf der Erde. Ihm Dienftbegierde kennet, und, widersteht gewißlich Gott, andern wohlzuthun, daß er erniedrigt werde. Menschenliebe brennet! Der, Wer, wenn ihn Gott zu wenn ihn auch kein Eid zum Ehren setzt sich seiner Ga- Dienst der Welt verbind't, ben unwerth schätzt; an dem Beruf und Eid und Amt hat er Gefallen. rou schon in sich selber find't. iar Disor 2. Dir, Höchster, ahmt er 3. Hat Gottes milde Va- nach, im Wohlthun dir zu terhand mehr Güter dir ge- gleichen; durch Dienstbeflissengeben; kannst du durch An- heit sucht er dieß zu erreisehn und Verstand des Näch- chen; er hält für eignes sten Glück erheben; was bist Wohl sich nicht allein gedu? Immer Gottes Knecht. macht; er hält sich für die Dein Vorzug gibt dir nie Welt; von dir hervorgebracht. ein Recht, den Kleinsten zu 3. Er denkt; die Welt hat Dienst verachten. Oud udt Recht auf meinen dit deu or und Kräfte, ihr nüßen, ist 4. Der Herr voll göttli- für mich ein seliges Geschäfte. cher Gewalt ist auf der Welt Als Glieder schuf uns Gott, erschienen, arm, niedrig und als Bürger einer Welt, in in Knechtsgestalt, warum? der des einen Hand die Hand Um uns zu dienen. Er des Andern hält. wehrte dem, der ihn erhob, 4. So denkt der Menund wählte für der Menschenfreund: und das ist sein schen Lob selbst Schmach, Bestreben, so treu, als er um sie zu retten.bise sich lebt, zum Wohl der surban Welt zu leben. Ihm wird 5. Ich bin dein Jünger, des Nächsten Heil sein eignes Heiland, ich betenne deinen Himmelreich; er fühlet fremde Namen; sei du mein Vor- Noth, als träf' ihn selbst bild! Stärke mich, dein Bei der Streich. h spiel nachzuahmen. Du russt 5. Er eilt dem, der's beja allen Menschen zu; Lernt darf, mit Hülfe beizusteDemuth, und ihr werdet hen; sein Ansehn und sein Nuh für eure Seele finden. Freund, sein Stand, sein Pflichten gegen den Nächsten. Wohlergehn sind Mittel wie der Morgen, wird trüb die er braucht behülflich und seine Freud' entflieht, gern zu sein und einen wenn er Bekümmerniß und Leidenden mit Troste zu er- Sorgen in seines Bruders freun, buste Auge sieht; und strahlt in 6. Was Andrer Noth- neuer Heiterkeit, wenn ein durft heischt, das reizet seine Getrösteter sich freut. boidr Triebe auch ohne Ruhm 4. Bescheiden, sittsam, ehrund Lohnzurwahren erbietig beweist sich jeder Menschenliebe. Kein Stolz wahre Christ; nie sclavisch, noch Eigennut treibt ihn zur auch nicht übermüthig, wenn Gutigkeit. Er sieht auf seiner er vor Andern glücklich ist: Gott, der Liebe ihm gebeut. weil er, wie sein Erlöser, 7. So laß mich auch ge- liebt und freudig Menschensinnt, mein Gott, durch liebe übt. IN CITT 230 Christum werden! Voll re- 5. Durch liebliche Gespräch gen Eifers sei mein Leben erheitert er auch des Blöden hier auf Erden, so nützlich, Angesicht; und jedes Herz als ich kann, dem Nächsten fühlt sich erweitert und freu stets zu sein: dann gely' ich denvoller, wenn er spricht; einst zu dir in's Reich der denn was er sagt und was Liebe ein tonism iun iber thut, ist anmuthsvoll, ist M. Wer nur den lieben Gott! wahr und gut. 290. Nicht mürrisch, 6. Mitmenſchenfreundfinster, unge lichem Gemüthe ist er zu sellig ist, wer ein Christ zu dienen stets bereit. Er warnt, sein sich freut: fern von der er straft voll Lieb' und Güte, Schmeichelei, gefällig, vereint mit Ernst und doch mit er Ernst und Frömmigkeit; Freundlichkeit. Und wen er ist traurig mit den Trauri tröstet, der vergißt, wie schmerzgen, und fröhlich mit den haft ihm sein Kummer ist. Fröhlichen. ung 7. Nicht rauh, noch hart, 2. Es liegt in keinem sei- noch menschenfeindlich; nein, ner Blicke, als wie ein Feind eifrig, jeden zu erfreun, und im Hinterhalt, der Stolz, sanft und liebevoll und freunddie schadenfrohe Tücke, der lich soll jeder Jünger Jesu Haß in lächelnder Gestalt. sein. Ach wären wir's! Ach, Sein Blick, fein Blick der glichen wir, o Vorbild aller Heuchelei, ist liebreich, offen, Liebe, dir! ohjast nollo nj gut und frei. 18. In allen Worten und 3. Sein Antlitz, heiter, Gebärden, in allen Thaten Pflichten gegen den Nächsten. 231 291. nicht laß, o Herr, uns aller 6. Wenn ich des Dankes Menschen Freunde werden, Zähre für Wohlthun auch dir, Heiland, immer ähnlicher: entbehre; so will ich doch so werden wir uns ewig freun, nicht ruhn, gleich dir, auch und Gottes wahre Kinder sein. ungesehen, dem Armen beiM. Nun ruhen alle Wälder. zustehen, und unverdrossen Herr, jegne mein wohlzuthun. ar Bestreben, Bestreben, nicht 7. O Gott, wie heiter bloß für mich zu leben, auch werden die Frommen schon Menschenfreund zu sein, auch auf Erden, die voll ErbarAndern gern zu nutzen, des men sind! Wie glänzt die Glücks, das sie besitzen, mich, Segenskrone, die einst vor wie des meinigen, zu freun. deinem Throne ihr treuer 2. Nic laß, wenn Andre Christengeist gewinnt! klagen, mich, eh' ich helfe, Sanftmuth und fragen: was wird mir denn di Nachsicht. dafür? O Gott, nach dei- Mel. Herzliebster Jesu, was hast. nem Bilde, verleih die reinste 292. Herr, deine SanftMilde, die wärmste Menschenmuth ist nicht liebe mir i nors zu ermessen. Wie viel hast 50 3. Wenn ich die Saat du vergeben und vergessen! ausstreue, mein Vater: o so Ach, führe mir doch deine freue deß meine Seele sich, große Güte recht zu Gemüthe. und preise, daß wir Gaben 2. Du segnetest mitleidig, für Andrer Wohlfahrt ha- die dir fluchen; du heilteſt ben, du Geber alles Guten, selbst, die dich zu fangen dich. suchten, du zeigtest, tobten 4. Beweis' ich meine Güte, Feinde noch so wilde, der so sei mir im Gemüthe nicht Sanftmuth Milde. EPS Stolz und Prahlerei! Nie 3. Ach glich ich dir, o will ich die beschämen, die Heiland! Ich bekenne, daß Gutes von von mir nehmen! ich oft noch von schnellem Mein Herz sei stets von Zorn entbrenne, und mich Lohnsucht frei. bilo oni vor dir, durch Trieb zur 5. Es liebe nicht nur eignen Rache, verwerflich 171 piireodh Freunde; es sorge selbst für mache. 894 Feinde, voll Großmuth und 4. Dir, Herzenskündiger, Geduld. Du hilfst ja in Ge- dir muß ich's flagen, wie fahren, o Gott, auch Un- wenigno noch an mein stolzes dankbaren, und segnest sie Herz kann tragen; mit Vaterhuld. wie schwer ich oftmals, wenn 232 Pflichten gegen den Nächsten. mich Andre hassen, mich Oder trüget dich der Schein? weiß zu fassen. Urtheilst du gewissenhaft? 5. Vergib mir, Herr, und Oder reizt dich Leidenschaft? wende mein Verderben! Bei 3. Hast du auch in seiner Zorn und Haß läßt sich Jugend stets den Blick ihm dein Reich nicht erben, und zugewandt? Und die Feinde jener Tag vergilt nach stren- seiner Tugend, sind sie alle gem Rechte dem harten dir bekannt? Ach was rechKnechte. nest du ihm zu, daß er 6. So hilf mir denn die Mensch ist, so wie du? Nachbegier ersticken; laß sich 4. Oft vollbringt er mur dein Bild in meine Seele im Stillen, was vor Gott drücken: so werd' ich mich ihm rühmlich bleibt, fehlt versöhnlich finden lassen, nicht auch oft mit Widerwillen, wieder haffen. oft nur, weil ihn Irrthum 7. Flucht mir mein Feind; treibt, liebt oft Klugheit bei so gib, daß ich ihn segne, der Pflicht; aber Bosheit und seinem Grimm mit übt er nicht. 6.2012 2 Freundlichkeit begegne; daß 5. Christ, vergiß nicht zu mich das Böse, das ich dann gedenken; was dein Nächster empfinde, nicht überwinde.fordern kann! Ach, wie würd' 8. Verleih' mir das, um es dich nicht fränken, griff er deiner Sanftmuth willen; so deine Ehre an! Nein, auch deierb' ich auch im Lande deiner schont dein Herr; sei ner Stillen, die Seligkeit, denn nachsichtsvoll, wie er! wozu sie jenes Leben einst 6. Selbst bei wirklichem Verwird erheben. hugehen meide mit Bescheidenheit, M. Gott des Himmels und. alles unbefugte Schmähen, 293. Nichte nicht mit Härte, Spott und Bitterkeit! Hohn und Menschenfreundlich decke du Strenge, wenn du Andre deines Nächsten Fehler zu! fehlen sichst! Groß ist auch 7. Mit dem reinsten Herder Fehler Menge, die du zen biete ihm die Hand zu selber noch nicht fliehst. Sei seinem Glück! Bringe, wenn bedachtsam! Richte nicht! du kannst, voll Güte aus Schonung ist des Christen der Frre ihn zurück! Hüte Pflicht. selbst dich wenn du stehst, 2. Sichst du stets die daß du keinen Fall begehst. tiefsten Gründe von des 8. Klage nicht des NächNächsten Handlung ein? Ist sten Beiden gleich als Straauch, was du tadelst, Sünde? fen Gottes an! Gönne dem Pflichten gegen den Nächsten. 233 erlaubte Freuden, der sie noch mit Klugheit beizulegen, ist genießen kann! Nie gib sei- voll Gelassenheit. Der Uenen frohen Sinn scheinbar bereilung Sünden entrüsten frommer Schmähsucht hin! nie sein Herz; er läßt sie 9. Laß die Liebe dich be- Nachsicht finden, besiegt des seelen, die nur ungern Arg- Unmuths Schmerz. wohn hegt, und, wenn Andre 4. Nie spottet er der Brüwirklich fehlen, ihre Fehler der, so viel er Witz besitzt; sanft erträgt. Mehre nie- und zürnet nicht gleich wiemals ihren Schmerz! Rühre, der, wenn sie ihr Zorn erhitzt. beßre nur ihr Herz! Er widerspricht bescheiden, 10. Nur der Nichter aller trotzt und erbittert nicht, und Welten richtet mit Gerechtig- weiß es auch zu leiden, wenn keit. Jedem wird er einst man ihm widerspricht. vergelten, wie er lebt in die- 5. Um sich stets gleich zu ser Zeit. Ueberlaß ihm das bleiben, wird er, aus BilligGericht! Richte du den keit, sein Recht nie übertreiNächsten nicht! ben, weil's ihm sein Herz gebeut. So weit sich zu Friedfertigkeit und vergessen, erlaubt sich nicht Verträglichkeit. Mel. Befiehl du deine Wege. 294. Nach Fried und Sanftmuth iſt. der Christ, weil er nicht stolz, vermessen, nein, voll von Mer Eintracht stre- 6. Co Fried' und Einben, und fern von allem Zwist tracht lieben, so scheuen jeden für Andrer Ruh auch leben, Streit, so Brüder nicht bewie's Gott gefällig ist: dieß trüben, ist Pflicht, die Gott kann nur dem gelingen, der gebeut. Sie, Herr, stets hoch ihre Wohlfahrt liebt, sich zu schätzen, ihr ganz mein selbst weiß zu bezwingen, Herz zu weihn, und nie sie Beleidigung vergibt, zu verletzen, joll meine Weis2. Nachgebend und gefäl- heit sein. lig, der Streitsucht größter 7. Mich selbst zu überwinFeind, zeigt er sich stets ge- den, gib Eifer, Muth und sellig, erhält er sich den Freund. Kraft; dann werd ich froh Er sucht das zu vermeiden, empfinden, welch Glück die was Andrer Rechte kränkt, Eintracht schafft. Von aller weil er von sich bescheiden, Noth geschieden, werd ich von ihnen edel denkt. reinst selig sein, und mich in 3. So oft sie Zwist erre- ew'gem Frieden der Himmelsgen; so sucht er jeden Streit eintracht freun. Pflichten gegen den Nächsten. Duldsamkeit dem Jrrthum widerstehn, fortMel. Mir nach, spricht Christus. schreiten, nie zurücke gehn. 295. Den Nächsten, wer 6. Doch müsse dich dein er immer sei, höhres Licht niemals zum Türk, Jude oder Heide, mit Stolz empören! Die wahre wahrer Liebe lieben, frei von Weisheit bläht sich nicht, Stolz, ist Pflicht und Freude. will freundlich nur belehren, Er ist ein Mensch, wie ich, will nüßen nur, so viel sie und ist oft besser noch, als kann, nur Wahrheit schützen mancher Christ. gegen Wahn. alm 2. Ihn dulden, wenn's 7. Sei duldsam, ohne auch Irrthum ist, was er Zwang und List schütz' die glaubt, und ihn lieben, trotz erkannte Wahrheit! Sei nicht seinem Frrthum; das o Christ, dem Namen nach nur Christ! iſt Christenthum! Laß üben Eckenn mit froher Klarheit, ihn das, was er für Wahr- und übe treu, was Wahrheit hält, wär's gänzlich auch heit ist: so bist du Christi! durch Wahn entstellt. us lieber Christ!! in e 3. Hast du der reinen 234 Kenntniß mehr, Pflicht ist's, Versöhnlichkeit und sie zu verbreiten; Pflicht, Feindesliebe. deine Brüder um dich her aga misdad las zur Wahrheit hinzuleiten. Mel. D Haupt voll Blut und. Nur überlift und zwinge 296. Nie will ich wieder nicht von selbst nur wirkt fluchen, wenn der Wahrheit Licht. mir mein Hasser flucht; nie 14. Genieß der höhern dem zu schaden suchen, der Kenntniß Glück! Laß dich mir zu schaden sucht. Ich nie überlisten zum Irrthum! will ihm sanft begegnen, nicht Wachsam sei dein Blick! drohen, wenn er droht; schilt Die Prüfung ziemt dem er, so will ich segnen. Dieß Christen. Irrthum ist des Herrn Gebot. dulden, will die Pflicht; 2. Mein Jesus, der Gedoch lieben ihn, das will sie rechte, vergalt die Schmach nicht. dmat manding mit Huld; die WutherDen 5. Dir ward Vernunft, grimmter Knechte ertrug er das höchste Glück, das mit Geduld. Sollt' ich denn schönste Gut des Lebens; wieder schelten, da er nicht und Gott gab deinen schär- wieder schalt; mit Liebe nicht fern Blick, dein Licht dir vergelten, wie er dem Feind nicht vergebens. Du sollst vergalt? Pflichten gegen den Nächsten. 235 203. Verläumdung dulden nicht weiden, soll nicht sein müssen, ist schwer; doch diese eigner Richter sein, soll alles Pflicht wird leicht, wenn das Unrecht gern verzeihn.. dis Gewissen für meine Unschuld 13. So schwer auch diese spricht. Dieß will ich treu Pflicht dir scheint, doch wirst bewahren; so bessert mich du gern sie üben; bist du mein Feind, und lehrt mich mit Ernst der Tugend Freund, flug verfahren, indem er's die Jesus vorgeschrieben. böse meint.s Empört dein Herz dawider 4. Sch will die Fehler sich, so sich auf ihn; besiege scheuen, die er von mir er- dich. die sann; auch die will ich be- 4. Ihm folgen, ist dein reuen, die er nicht wissen wahrer Ruhm. Beleidigern kann. Durch Huld will ich verzeihen, ist Ehre für dein mich rächen, an ihm das Gute Christenthum; sich ihres Falls sehn, und Gutes von ihm nicht freuen, den, der dich sprechen: wie tönnt' er län- schmäht, nicht wieder schmähn, ger schmähn? ongereicht dir selbst zum Wohl2017 10 5. Ich will niemals er- ergehn. müden, ihm thätig zu ver- 5. Im Zorn denkt niemand zeihn, und, als ein Christ, ernstlich nach), was Gott gezum Frieden, zu Diensten wil- fallen sollte. Die Race selbst lig sein. Wenn mich zu un- vermehrt die Schmach, die man tertreten ihn Güte mehr erhitzt; bestrafen wollte. Kein Schimpf so will ich für ihn beten und wird ungeschehn gemacht, wenn Gott vertraun: Gott schützt. deine Rachgier wild erwacht. 5 sudi bi bio s 6. Durch Sanftmuth Mel. Mir nach, spricht Christus. übe nur die Pflicht!- wirst 297. Verbittre dir dein du den Feind besiegen. 190 Leben nicht, oraube deiner Seele nicht dieß Christ, durch eigne Rache. göttliche Vergnügen. Dann Vergeben ist des Menschen wird der Herr auch, dir verPflicht Vergelten Gottes zeihn, dein Vater und VerSachers Die Sanftmuth, die gelter sein.] 11 sein Wort gebeut, liebt Mel. Meinen Jesum laß ich. Feinde, segnet und verzeiht. 298. Gib mir, Jeſu, 2. Wahr ist's, empfinddeinen Sinn, lich ist der Schmerz, von daß ich meinen Feind auch Menschen Unrecht leiden; liebe, und wenn ich beleidigt und dennoch soll des Chri- bin, mich nichtsträch sten Herz am Zorne sich und ihn betrübe, unmuth 236 Pflichten gegen den Nächsten. voll, weil er mich kränkt Vater bist, gib Jedem, was und auf mein Verderben ihm heilsam ist. denkt! 5) 310 2. Dir opfert unser Lob2. Du, der Liebe höchstes gesang Anbetung, Ehre, Preis Bild, lehre, Jesu, mich ihn und Dank, der du auch unsre segnen, und, wie zornig er Brüder liebst, und ihnen so mich schilt, sanft und freund- viel Gutes gibst. lich ihm begegnen; wenn er 3. Dank, daß du auch an gleich mein Elend sucht, mich sie gedenkst, durch Jesum verläumdet, und mir flucht. ihnen Hoffnung schenkst, zu 3. Gib mir Muth und deinem Himmel sie auch Willigkeit, meinem Hasser zu schufft, zum Glauben sie, zur verzeihen, wie dein Vater Tugend rufft! mir verzeiht, und auch Lust, 4. Deß freun wir uns, und ihn zu erfreuen! Solch' ein danken dir, und beten innig, Beispiel gabst du mir; Herr, Gott, zu dir: laß stets sie ich seh's und folge dir.om deine Kinder sein, und ewig 4. Laß zugleich, o Gottes deiner Huld sich freun. Sohn, gern für meinen Feind 5. Nimm ihrer väterlich mich beten! Du hast unter dich an, und leite sie auf Schmach und Hohn bei dem deiner Bahn, und bilde sie, Vater uns vertreten, der du für deinen Ruhm zu deinem immer Gutes thatst, und für Erb und Eigenthum. deine Mörder batst! med 6. Verirrte führe, Herr, 5. Dann, wenn ich, wie zurück, zu dir, zu ihrem du, verzeih, in Geduld, wie wahren Glück! Den, der du, mich übe, und von aller durch dich sich führen läßt, Rachsucht frei, herzlich meine mach auch im Glauben treu Hasser liebe; dann( verfolgt und fest. 00 mich auch ein Feind), ist 7. Entreiß der Laster und bleibt doch Gott mein Tyrannei die Sünder, Gott, Freund. 10 od dir und mach sie frei, daß sie nur deine Pfade gehn, und einst dein Vaterantlitz sehn. 200 8. Gib allen in dir froMel. Herr Jesu Christ, dich zu. hen Muth; bewahr ihr Le299. Für unsern Näch- ben und ihr Gut; erhalt ihr sten bitten wir, bestes Eigenthum 1007 des o Vater, wie für uns, zu guten Namens Glück und dir. Gib, der du aller Ruhm! T Fürbitte für den in Nächsten. Pflichten gegen den Nächsten. 237 9. In ihrer Noth verlaß 5. Erfreue sie mit deiner sie nie, und sind sie traurig, Güte, und deine Hand vertröste sie! Gib ihnen hier laß sie nic! Sei stets ihr Zufriedenheit; dort deines Helfer, und behüte vor WiHimmels Seligkeit. derwärtigkeiten sie, und trifft sie doch Gefahr und Schmerz: beruhige du selbst ihr Herz6. Nimm, Vater, sie einst Dankbarkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 300. Wenn Menschen mit Erbarmen, wenn sie histreben, dir an nüberschlummern, an! Sie Güte und Wohlthun, Vater, haben, weil sie lebten, Argleich zu sein, und mich mit men mit deinen Gaben wohl willigem Gemüthe durch ih- gethan. Belohne sie vor ren Rath und Trost erfreun; deinem Thron! Groß, herrmit reichem Segen segne dann, lich, ewig sei ihr Lohn. die ich nicht wieder segnen kann. Freundschaft und limgang. la de 2. Es zeuge meine Frendenzähre von meines Herzens Dankbarkeit; mit was für M. Es ist das Heil uns kommen. Eifer ich begehre, was ihre 301. Gib, Gott, mir Herzen, Gott, erfreut; mit einen frommen welchem Ernste mein Gebet Freund, nur du kannst ihn für sie zu dir, mein Vater, mir geben, der es mit mir fleht. stets redlich meint; der mir BILL 3. Ich will mich aller ih- in meinem Leben ein wahres rer Freuden und ihres Glücks Tugendmuster sei und bei mir von Herzen freun; voll standhaft und getreu im Kummer über ihre Leiden, Glück und Unglück stehe. gern, wie ich kann, ihr Tröster 2. Der meine Unvollkomsein; und kann ich tragen menheit mit sanfter Schoihre Noth; mit Freuden will nung trage; mir Fehler ohne ich's thun, o Gott! Bitterkeit, nur mich zu 4. Und kann ich's nicht, o bessern, sage; der mich vor Gott, so dringe mein eifriges Sünden immerdar, vor FrrGebet zu dir und was sie thuna, Schaden und Gefahr wünschen, das gelinge! Denn, an Leib und Seele warne. Herr, fie thaten wohl an 3. Doch daß mein Herz mir. Auf jeden komme Freud stets achtsam sein, mit wem herab, der Freude gibt, der es Freundschaft Freude gab! über die, die dich, machet. Wer 238 Pflichten in besondern Verhältniſsen. Gott, scheun, wer über Tu- wahren Freund von dir, o gend lachet; ein Wollüstling, Gott, erhalten: so laß als= ein stolzes Herz, wer fühllos dann mein warmes Herz nie ist bei Andrer Schmerz: sei gegen ihn erkalten; gib, daß niemals mein Vertrauter! ich redlich, dankbar sei, Ver4. Ein Mensch, von La- stellung, Leichtsinn, Schmeichestern angesteckt, wird leicht auch lei und Eigennuß stets fliche. mich anstecken; laß mich ihn 6. O präge dir der Liebe fliehn, als eine Pest, mich Sinn so Freunden ein als nicht durch ihn beflecken. Und Feinden. Auch meine Feinde, wie kann der, der ohne Scheu Herr, gewinn' und mach sie dich, Gott, verläugnet Men- mir zu Freunden; bild unser schen treu, und redlich sein Herz zur Einigkeit; lehr uns, und bleiben?! ned daß jene Seligkeit nichts sei: 5. Doch, hab ich einen als Lieb und Freundschaft. Rosior nisu u 60.9 21. Pflichten in besondern Verhältnissen. Santo 11 Obrigkeit und 3. Laß uns, von ihrem Unterthanen. Schutz bewacht, des Friedens Mel. Es ist das Heil uns. Glück genießen, und, vuhig 302. Erhalt uns, Herr, unter ihrer Macht, das Ledie Obrigkeit, ben uns verfließen. Hilf, die du uns gibst auf Erden, daß wir in Gottseligkeit dir mit Wohlstand und mit Si- dienen, und schon in der cherheit durch sie beglückt zu Zeit die Frucht davon emwerden. Verleih ihr Weis- pfinden. df rom St. heit, Trieb und Kraft, was 4. Beschirme sie durch deiwahres Wohl dem Lande nen Schuß, daß, die ihr schafft, mit Sorgfalt wahr- Uebels gönnen, mit ihrer List zunehmen. ist und ihrem Truß ihr niemals 2. Gib, daß sie, deinem schaden können. Nie fehle Vorbild gleich, uns väterlich jeder guten That, die sie sich regiere, und deinen Segen vorgenommen hat, dein segin ihr Reich durch gute An- nendes Gedeihen. b stalt führe, der Unschuld 5. Gib denen Eifer, Fleiß Schirm und Wächter sei, den und Tren, die ihr sind unRedlichen im Land erfreu', tergeben, daß jedermann dem Unrecht kräftig steure. beflissen sei, nach seiner Pflichten in besondern Verhältnissen. 239 Pflicht zu leben. Erleichtre sem Rath, und öffne freundihr des Lebens Müh, mit lich Herz und Ohr, wenn deinem Segen kröne sie, und ihm ein Armer naht! sei ihr Lohn auf ewig. 7. Beglückter Menschen 6. Baß sie mit uns beflis- Liebe sei sein edelster Gewinn, sen sein, in deiner Furcht zu und kein gerechter Seufzer leben; uns deiner Oberherr- schrei um Rache wider ihn! schaft freun, mit ihr dein Lob 8. Er lieb und schütze imerheben; daß so vor deiner merdar Recht und GerechtigMajestät, die über Aller feit, und er sei standhaft in Hoheit geht, Regent und Gefahr, wenn ihm und uns Volk sich beuge.dlfie dräut. Mel. Nun sich der Tag geendet. 9. Da über Christen er 303. Des Landes Herr- von dir zum Herrn verordscher freue sich net ist; so sei er selbst der der reinsten Frömmigkeit! Kirche Zier, der beste Mensch Sein Auge sehe, Gott, auf und Christ! To dich! Sein Herz sei dir ge 10. Sein eignes Beiſpiel weiht! wirke mehr als jede Strafe 2. Sehr groß und schwer thut, und weit verbreit er um ist seine Pflicht, und er ein sich her zur Tugend Lust und Mensch, wie wir. Wie nöthig Muth! ist ihm Rath und Licht und 11. Er fördre willig deiMuth und Kraft von dir! nen Ruhm, und denke gern 155- Hous 3. Verleih es ihm, wenn daran: auch sein Land sei er begehrt, dir ähnlicher zu dein Eigenthum und er dein sein, und hilf ihm still und Unterthan. ungestört sein Volk, wie du, 12. Begnadiget mit deiner erfreun. badKraft und deines Geistes voll, 4. Verloren dünk ihm stets bereit er sich zur Rechenschaft, die Zeit, wo er nicht Andern die er dir geben soll. nüßt, nicht weislich wohlthut 13. Du, Vater, wirst, das und erfreut, nicht Fleiß und hoffen wir, dann immer ihn Künste schützt. Gerfreun, und wir, wir flehn 15. Gerecht und gütig zeig dann oft zu dir: laß ihn geer sich als deinen treuen segnet sein! Sohn! Dem Laster sei er Mel. Dieß ist der Tag, den. fürchterlich, der Tugend 304. Wer Obrigkeit und Schutz und Lohn! Richter ist, der 6. Verdienste heber wisse, daß du Richter biſt; gern empor; er folge wei- wer Macht hat, wisse, sein 240 Pflichten in besondern Verhältnissen. Beruf sei von der Macht, Noth ein sichrer Schirm, die alles schuf. wie du, o Gott! 2. Nie brauch er seine 9. Verloren rechn' er jede Größ und macht zur Uep- Zeit, wo er nicht wohlthut pigkeit und eitler Pracht: und erfreut; doch werd auch nie zu des Armen Druck Wonne jeder Schmerz, den und Last, den du, wie ihn er geheilt hat, für sein Herz. geschaffen hast. 10. So pfleg' er Aller 3. Für andrer Jammer väterlichy; geliebt von Allen voll Gefühl, sei schnelle, freu er sich, daß er des Hülfe, Herr, sein Ziel: nie Volkes Segen ist, und du frecher Lüste Sättigung, nie sein Lohn ihm ewig bist! sclavische Vergötterung. 458 4. Der Unschuld Rechte Mel. Vor deinen Thron tret. beug' er nicht! Als ging er 305. Gott, der zum selbst in dein Gericht, so Segen für die müss' er richten, und allein Welt uns Obern gibt, und des Trugs und Frevels sie erhält; du willst, daß Schrecken sein. Jeder ihnen treu, gehorsam 5. Er zeige, daß nur der, und ergeben sei. der frei die Wahrheit spricht, ihm schätzbar sei. Denn ler Blick macht sorgsam für hört der Mächt'ge Schmeich- der Länder Glück; durch fie ler an, wie leicht wird er da fließt Sicherheit und Ruh den ein Tyrann! Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht jeder ist an 6. Verdienste heb er gern Würden groß, oft ist der empor; sei überall selbst Aug untre Stand sein 2008; und Ohr, und sehe, nie ge- doch Jeder, sei er noch jo täuscht durch List und Wahn, klein, kann doch ein guter was allen nützlich ist. Bürger sein. 00% 3/ 7. Sein eignes Beispiel 4. Er ist's, wenn er den wirke mehr, als sein Gesetz; Herrscher liebt, und den. weit um sich her verbreit es Gesetzen, die er gibt, Zeit, Lust zu dem, was gut Kräfte, Sorgfalt, Eifer und recht ist, und zur Tu- weiht, gern thut, was jedes gend Muth. sie ihm gebent. 8. Er seinem großen 5. Wenn er gewissenRufe treu, sei der Verlaß haft stets ist, nie seines nen Zuflucht, sei der Ar Bürgereids vergißt; und men Reichthum, und in das, was er entrichten soll, 2. Jhr Herz, ihr liebevol Pflichten in besondern Verhältnissen. 241 gern beiträgt zu des Ganzen sein, ihr Leben fromm und Wohl. heilig. 6. Er ist's, wenn er als 4. Gib, daß mit sanfter Bürger denkt, nie andrer Nachsicht sie der Schwachen Bürger Rechte kränkt, und Einfalt tragen und, keimt fern von schlauer Ränke List, nicht gleich der Saame, nie zum Wohl des Staats ge- an seiner Frucht verzagen. Ja Ichäftig iſt. gib, daß sie ohn' Unterlaß 7. O Gott! ich will ge- und ohne Bitterfeit und Haß wissenhaft, und stark durch vor jeder Sünde warnen. deines Geistes Kraft, mich 5. Gib, daß mit Rührung eifrig meinen Pflichten weihn, und mit Lust, wenn sie uns so kann ich deiner Huld mich unterweisen, sie ihres Segens freun. sich bewußt der Tugend Werth uns preisen; daß nicht allein Lehrer und Zuhörer. ihr Unterricht, daß uns auch Mel. Lob, Ehr und Preis sei, ihres Beispiels Licht auf dei306. Dein ist das Licht, ne Wege leite. Glück, das uns erhellt; 6. Laß sie den Frrenden dein, Gott, das Amt der Leh- zurück zu deinem Lichte führer. Welch ein Geschenk für ren; ihn, deine Welt, für deines Worts wahres Verehrer! Dieß lehr uns dei- innigst rühren! ner Boten Mund; so wird duldig sein, gelind, nicht dein Reich uns allen fund, stolz, noch hart, stets ſo geuns fund der Weg zum Leben. sinnt, wie's Dienern Christi 2. O welch ein Amt, Be- ziemet. eifrig für sein beschämen, Laß sie getrug und Wahn und Laster 7. Trifft sie Verfolgung zu bestreiten, und Seelen auf oder Spott: so laß sie dann der Wahrheit Bahn zu dir, mit Freuden, mit unero Gott, zu leiten! Wie edel! schrocknem Muth, o Gott, aber auch wie schwer! Laß für deine Wahrheit leiden. jeden Lehrer täglich mehr den Du sendest sie; sie ehren hohen Ruf empfinden. dich. Umsonst empört die 3. Gibihnen deiner Hölle sich, die Wahrheit zu Weisheit Licht; vermehre vertilgen. ihre Gaben, die sie für 8. Belohne sie, Herr, auch unsern Unterricht von dir schon hier; dein Segen sei empfangen haben. Laß ihre mit ihnen! Doch laß sie Lehren wahr und rein, ohne Lohnsucht dir und fest ihren eignen Glauben ihren Brüdern dienen. Laß 16 2017 242 Pflichten in besondern Verhältnissen. sie mit Vorsatz nie betrübt, 6. Und ist ihr Wort dein von allen Redlichen geliebt, Wort, o Herr, so laß uns geehrt von allen werden. weiser, heiliger und besser dann 9. Und wenn sie, deinem werden; nimm uns an, und Ruf getreu, durch deines leit uns auf der guten Bahn. Geistes Gaben, viel Seclen 7. Das ist des Lehrers von der Tyrannei der Sünd Lohn schon hier; befreiet haben: so laß auch jauchzet er: Gott ist mit einst mit Zuversicht, bei dei mir! Im Himmel werd ich nem künstigen Gericht, sie wonnevoll die schaun, die ich deines Lohns sich freuen. hier leiten soll. Mel. Wenn wir in höchsten. 8. Ermahnen, warnen, 307. Das Amt der Leh- strafen sie: so weig're, wer rer, Herr, ist sie hört, sich nie, zu hassen, dein; dein soll auch Dank was du uns verbeutst, zu thun, und Ehre sein, daß du der was du durch sie gebeutst. Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 9. Fern sei von uns die Sünd', o Gott, durch Un2. Gesegnet sei ihr Amt dank sie, durch Haß und und Stand. Sie pflanzen, Spott zu kränken, daß sie, Herr, von dir gesandt, von was sie thun, mit seufzervolZeit zu Zeit dein heilig lem Herzen thun. Wort, und Licht mit ihm 10. Nein, Gott, wir wollen und Tugend fort. sie erfreun, dankbare, from3. Wie freut ein guter me Hörer sein; so führst du Lehrer sich, wenn er, erleuch- auch einst uns zugleich mit tet selbst durch dich, den ihnen in dein ewig Reich. Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! Ehegatten. 4. Wohl uns, wenn du Mel. Wer nur den lieben Gott. auch uns so liebst, daß du 308. Von dir, Gott, uns treue Führer gibst, die sind der Ehe weise sind und tugendhaft, Freuden. Du, der du Mann in Lehr' und That voll Geist und Weib erschusst, und sie und Kraft! im Glück, so wie im Leiden, 5. Laß ihres Unterrichts zu großer Pflichten Uebung uns freun, gewissenhafte Hö- rufft! Gib, daß wir beide rer sein, und forschen, ob dein dir uns weihn, und dein uns Wort auch lehrt, was uns über alles freun. ihr Unterricht erklärt. 2. Erhalte uns auf dei Pflichten in besondern Verhältnissen. 243 nen Wegen, nimm alles wir! Hier sind wir, Gott, unsers Thuns dich an, und mit unsern Kindern: sie laß uns jedes Glückes Segen folgten uns, sie folgten dir! mit Dank aus deiner Hand Nimm uns mit unsern Kinempfahn, wenn mit vereinig- dern an, laß uns, laß sie tem Gebet das Herz zu dir dein Reich empfahn. um Hülfe fleht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Dir ſei durch deines 309. Im Stillen wollen Geistes Triebe geheiligt unser Geist und Leib. wir dich ehren, Gib, daß dich, Gott, der frommen mit ungeschwächter Liebe sich Wandel liebt, und Bittenden, unser Herz ergeben bleib, mit was sie begehren, was ihnen Liebe, die voll Zärtlichkeit nützt und wohlthut, gibt; einander sich zu dienen freut. schon oft sind wir erquickt, 4. Kein Theil verbittre erhört von deinem Thron seine Tage dem andern je zurück gekehrt. durch Ungestüm; und trifft 2. Uns Alle, die dir flehn, den Einen Last und Plage, verbindet des Blutes und der so mildre sie der Andre ihm. Freundschaft Band, und unDas Glück, deß sich der Eine ser Herz, o Gott, empfindet freut, schaff auch dem Andern die milde Leitung deiner Freudigkeit.or Hand und preist dich, ew'ger 5. Laß uns einander, wo Menschenfreund, der uns wir fehlen, sanftmüthig nach durch dieses Band vereint. sehn und verzeihn, und stets 3. Wohl dem, der in dem mit dir geweihten Seelen im Ehebunde in fester Lieb und Guten uns zu wachsen Eintracht lebt! Ihm wird freun. Wie wächst dann so manche Lebensstunde mit jeden Augenblick mit unsrer Seligkeit und Lust durchwebt; Tugend unser Glück! er blickt mit Ruh und hei6. Und gönnst du uns, o term Sinn aufs Ende seines Gott, die Freude, aus uns- Lebens hin. rer Ehe Frucht zu sehn: wie 4. Wohl dem, dem fromfröhlich wollen wir dann mer Kinder Segen den beide, Allgütiger, dein Lob Ehebund noch schöner macht, erhöhn, und cifervoll uns wenn sie im Herzen Tugend auch bemühn, dem Himmel hegen, wenn in den Blicken Bürger zu erziehn! Unschuld lacht; wenn sie 7. Laß nichts uns dann der Eltern Beispiel rührt, die Hoffnung mindern, dir und auf den Weg der Tueinst zu sagen: hier sind gend führt! 16* 244 Pflichten in besondern Verhältnissen. 5. Wohl denen, deren Freundschaft uns zur ewigHausgenossen die Furcht des keit, zur Wonne der VerHerrn vor Augen schwebt; klärten weiht. onu gel 22101 Aeltern, Kinder, wenn Jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflicht Erfüllung strebt; wenn Ein- Geschwister. tracht und Haus zum friedenheit ein Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Haus zum Sitz des Segens 310. des Segens 310. Kinder gut und fromm erziehen, weiht! 6. Ja denen, die, o Gott, ist für's Wohl der Menschdich ehren, strömt hier dein heit hier stets das wichtigste Vater Segen zu; sie wandeln Bemühen; sie zu ihrer größfolgsam deinen Lehren, sie ten Zier nützlich für die Welt traun auf dich und finden zu machen, und des Himmels Ruh, und finden Freude, würdig machen: diese Pflicht deren Werth und Dauer ist theu'r und groß; nichts keine Zeit zerstört. spricht Aeltern von ihr los. 7. Zwar oft wird auch der 2. Wächst der Mensch in Kelch der Leiden den Deinen, seiner Jugend ungebildet, roh Herr, von dir gesandt. Oft heran, ohn' Erkenntniß, ohne muß sie Tod und Trennung Tugend; kann er dann des scheiden, die Lieb und Lebens Bahn würdig, mit Trene fest verband. Oft Vernunft betreten? würdig stört des Grams, des Un seinen Gott anbeten? seinem falls Wuth, oft Krankheit Nächsten brauchbar sein? ihren heitern Muth. einst den Himmel erben? 8. Doch, mag der Tod Nein! uns auch hier trennen; wir 3. O ihr, denen Gott auf werden uns einst wieder sehn, Erden Himmelspfänder anvor Gottes Thron die Unvertraut; sorgt, daß sie stets fern kennen, mit ihnen besser werden, dann habt dankend vor ihm stehn; da, ihr ihr Glück erbaut! Lehrt wo kein Tod uns trennen sie früh den den Schöpfer kann, sind wir vereint und lieben, jede Tugend auszubeten an. üben! dieß ist wahre Zärt9. Wir preisen ewig lichkeit, Sieb auf Beit und Gottes Güte, die unaus- Ewigkeit. sprechlich uns geliebt, und 4. Euch hat Gott dazu jedem redlichen Gemüthe ersehen, dieses große Werk schon hier des Himmels zu thun. Thut ihr's: jo Vorschmack gibt, durch wird Wohlergehen auf euch gibt, Pflichten in besondern Verhältnissen. 245 und auf ihnen ruhn. Gott, wenn sie durch ihr Leben ber strafet und belohnet, euren Ruhm vor Gott erheteines Pflichtvergeßnen scho- ben! net, forbert einst von eurer 3. Stärket ihres Körpers Hand eure Kinder als sein Kraft, daß ihr Geist sich Pfand. auch verstärke, und, was 5. Menschenschöpfer, Tu- reine Freuden schafft, mit gendmehrer, laß die Men Empfindung stets bemerke! chen weit und breit, Väter, Lehrt sie Weichlichkeit verMütter, Pfleger, Fürsten und achten, und durch Fleiß nach die Obrigkeit mit vereinter Ruhe trachten! Sorgfalt wachen, unsre Zu- 4. Bringt der Wahrheit gend fromm zu machen; fic helles Licht in das Dunkel durch gutes Beispiel ziehn, ihrer Seele! Sorgt, daß und selbst Sünd und Laster weiser Unterricht ihnen Recht fliehn. und Pflicht empfehle, und 6. Welche Freud' und nicht blinder Aberglaube fie Seligkeiten werden, Bater, des Edelfinns beraube! wir dort sehn, wenn in dei 5. Leitet in ihr zartes nen Herrlichkeiten Aeltern, Herz Frohgefühl für wahre in die dann vor dir stehn, sa Tugend! Gottesfurcht gen: Bater, von den Mei- Glück und Schmerz heilige nen, die du gabst, verlor ich schon ihre Jugend, und die Keinen!" und dann keinber reinste Menschenliebe able flehn für sie: Gott vergilt jeden ihrer Triebe! der Aeltern Müh! bi ⠀ 6. Wandelt selbst auf ebner Bahn, daß sie eure Mel, Liebster Jesu, wir sind hier. Schritte sehen! Locket, füh311. eltern! Weltern! ret, reizt fie au, gern mit euch jaumet nicht. zum Ziel zu gehen! Seid, eurer Kinder Wohl zu grün was sie noch werden müssen, den! O wie groß ist cure um ihr Leben zu versüßen! Pflicht, sie von allem loszu 7. Bäter! Mütter! freuet winden, was nur Wahn und euch! Hoher Lohn wird euch Sünde nähret, und des Se perlichen, sucht ihr stets für bens Glück zerstöret! Gottes Reich eure Kinder 2. Fern sei blinde Zärt- zu erziehen! Ja, ihr Dant lichkeit! Liebet sie mit wei- und Gottes Segen strömt ser Treue! Strebet, daß zu euch überall entgegen. jeder Beit eurer fich ihr 8. Sebt! Sie thun, was Herz noch freue! Heil, cuch, Gott gefällt, und sie streuen 246 Pflichten in besondern Verhältnissen. edlen Saamen. Sie erhalten falt achten, ja selbst ihren in der Welt euren unbe- Wünschen mich schon zuvor fleckten Namen; und, seid zu kommen trachten; gern, ihr schon längst verschieden, was sie vergnügt, vollziehen, fördern sie noch euren Frie- stets, was ihnen mißfällt, den! fliehen. 9. Welche Himmelsseligkeit 4. Mir zum Muster dien' wird durch eure Seele drin- auch hier Jesus Christ, das gen, wenn auch sie einst hoch- Heil der Sünder. Er, so erfreut sich mit euch zum hech geehrt von dir, war ein Throne schwingen! O dann Beispiel frommer Kinder, jauchzt ihr eure Lieder: Herr, war von seiner Kindheit an wir bringen sie dir wieder!| seinen Aeltern unterthan. 10. Gib, daß alle Acltern 5. Freude sei mir's, ihm hier immer ernstlich sich be- jauch hier nachzuahmen. O streben, dir, o Menschenva- wie billig, wie gefällig, Gott, ter, dir ihre Kinder zu er- ist's dir! Mache du mich geben. Alle sind zum Heil dazu willig. Wohl mir dann! erforen: feiner sehe sie ver- es wird auch mein dein verloren! heißner Segen sein. Dr dupad 200 mund M. Wer nur den lieben Gott, Kinder. M. Jesus, meine Zuversicht. 312. Gott, dir jei mein 313. Wir flehn für bon bich unsrer Aeltern Dank geweiht, Leben dich, aller Väter Va= heilig dir mein ganzes Le- ter, an. Du hast sie uns ben; denn aus freier Gütig- zum Heil gegeben; sie leikeit hast du mir es selbst ten uns auf deiner Bahn. gegeben: es durch Aeltern Mit warmem Herzen danken mir verlieh'n, die zur Tu- wir für deine Vaterliebe dir. gend mich erziehn. engl 2. Gib ihnen deinen be2. Laß doch gegen sie sten Segen, und alles, was mein Herz findlich sein, und ihr Herz erfreut. Beschirme nicht bloß scheinen, und trifft sie auf ihren Wegen, in ihfie ein herber Schmerz, rer ganzen Lebenszeit. Gefromme Thränen betend wei- segnet sei ihr Erdenloos, und nen; für ihr Glück dir dank- einst ihr Lohn im Himmel bar sein, und mich ihrer groß! Freuden freun. 3. Verleih' uns stets für 3. Laß auf ihre Winke ihre Lehren ein offnes, weimich kindlich und mit Sorg: ses, sanftes Herz, und Pflichten in besondern Verhältniſsen. 247 laß uns gern sie kindlich eh- deinen Schoos! Es ist die dit ren, daß niemals Kummer, wärmste unsrer Bitten; an Gnade Gram und Schmerz die lie- hörst sie, du, an bevollen Seelen kränkt, und groß! Noch lange laß, ihre Liebe von uns lenkt. wenn's dir gefällt, die Nel4. Auf ihren holden Ruf tern bei uns in der Welt! 9. Doch wenn sie einst zu achten, sie durch Gehorsam zu erfreun, nie ihre von hinnen scheiden, und Warnung zu verachten, nie wir an ihrem Lager stehn, trozig gegen sie zu sein: und dann die Hoffnung ew'dieß, Gott, ist aller Kinder ger Freuden in ihren letzten Pflicht; dieß lehret uns dein Blicken sehn: dann segn' uns, Unterricht. Herr, ihr letztes Wort, und zeig' uns deinen Himmel dort. M. Gott des Himmels und der. 314. inder, die ihr noch im Kreise 5. Ach, wenn sie uns mit Ernst und Liebe zurück vom Lasterpfade ziehn, und wenn sie sich dem bösen Triebe zu eurer guten Aeltern weilt, widersetzen sich bemühn: dann und um Kleider, Trank und stärk' uns in der Folgsam Speise sorglos nur zu ihnen keit, die uns dein theures eilt, und durch sie in jeder Wort gebeut. Pflicht Lehr' empfangt und 6. Und wenn wir doch Unterricht! aus Leichtsinn fehlen: dann 2. Kinder, o! bedenket laß uns voll von Neue sein, frühe, was sie thun für euer und nichts verkleinern, nichts Glück; denkt die namenlose verhehlen, und sie nur bitten, Mühe, euch, vom ersten Aua verzeihn; dann fühle die genblick eures Aufblühns bis gerührte, Brust zum Tugend- zur Zeit eurer Reife, stets eifer neue Luft. geweiht! 3. Aelternlieb' ist ohne 7. Ja lehr' uns deine Schranken. Kinder, nie bePfade wallen, und jeder lohnt ihr sie; danken aber Thorheit widerstehn, und dir, könnt ihr, danten euern Aelo Vater, zu gefallen, auch tern Lieb' und Müh, danken unsrer Aeltern Glück erhöhn. manche lange Nacht ſchlumGib uns ein ein Herz, das merlos für euch durchwacht. stets dich liebt, und auch die Aeltern nie betrübt. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu nie 8. Noch eine Bitte laß und folgsam sein uns schütten, Allgütiger, in mit Vorsatz ste betrüben, 248 Pflichten in besondern Verhältnissen. jedes Unrecht schnell bereun; fernen, und auch Andre lieohne flügeln ihnen traun, ben lernen. den und auf ihre Winke schaun. 3. Mit entschloßnem, fro5. Ihnen dreist nie wi- hem Herzen üben sie, was dersprechen, ihre Launen selbst Gott gebot, theilen Freude, verstehn, still gelassen ihre Gram und Schmerzen, minSchwächen sie sind Men- dern jedes Tages Noth, warschen! übersehn, und sie eh- nen sich, so oft sie fehlen, ren, bis die Gruft in des und veredlen ihre Seelen. Todes Arm sie ruft. 4. O wer wollt' in früher 6. Ringen, daß der Treue Jugend nicht schon sanft und Pflege nicht an euch verloren friedlich sein? Aus sei; daß ihr auf der Tugend Häusern dringt die Tugend Wege eurem hohen Rufe treu, in die große Welt hinein. bis ihr an dem Ziele steht, Wer die Seinen kann bejedem Laster trotzend geht. trüben, wird auch fremdes 7. Eure Kraft den Ael- Wohl nicht lieben. tern leihen, wenn sie kraft- 5. Nur das Haus, wo los sind und schwach, sie mit Liebe wohnet, wird gesegnet Trost und Hülf erfreuen, und erfreut. Aeltern sehn bei des Alters Ungemach:" sich dort belohnet: Kindern dies ist Kindesdank und ist ihr Glück bereit; alle Pflicht; Kinder, dies ver- Hausgenossen streben streben, sich gesset nicht! mit Freunden zu umgeben. 0 6. Liebe! Komm herab i Geschwister. vom Himmel! Komm in Mel. Herr, ich habe mißgehand. unser Herz hinab! Leite durch 315. Wenn Geschwister das Beltgetümmel auch die fromm und Unsern bis ans Grab! Laß weise, nachsichtsvoll und gü- durch deine Macht auf Ertig sind, wenn in ihrem den jedes Haus regieret werstillen Kreise stets des Frie- den! dens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick mit Wohlgefallen. Jugend. M. Werde munter, mein. Durch das Band des 316. Unsre Kindheit, verbunden sollten sie unsre Jugend, durch's Leben gehn, und den jedes Alter darf sich freun. Reiz der schnellen Stunden Auch die Fröhlichkeit ist freundlich mehren und erhöhn, Tugend, aber heilig muß sollten Haß und Neid ent- sie sein; nicht ein Taumel, 2. Bluts Pflichten in besondern Verhältnissen. 249 der bethört, der Gefühl und die Erde nur durch Tugend Kraft zerstört, der im Sturme schöner werde. wilder Lüste Gottes Erde Mel. Mir nach, spricht Christus. macht zur Wüste. 317. Mein Gott, du 2. Nur in einem reinen haft von KindHerzen, nur in einer feu- heit an mir so viel Huld schen Brust toben nie der erwiesen! Sei, da ich nichts Reue Schmerzen wohnet vergelten kann, sei hoch dawahre Ruh' und Lust. Un für gepriesen, und meine beherrschte Sinnlichkeit tödtet ganze Lebenszeit bezeuge meine die Zufriedenheit; sie vergif- Dankbarkeit. tet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 2. Ja, Herr, in jedem Augenblick empfind ich deine 3. Reiner Sinu und Un- Güte; dir dank' ich meines schuld schmücket mehr, als Lebens Glück, dir meiner Schönheit: denn sie mehrt Wangen Blüthe, dir meine jede Lust, die uns entzücket, Sinne, den Verstand, dir jedes Glückes Reiz und Werth. Aeltern, Freunde, Vaterland. Keinen Herzen fließt der 3. Durch dich entzückt der Qnell jeder Wonne rein und Schöpfung Pracht so öfters hell: denn sie hoffen voll mein Gemüthe. Was mich Vertrauen, Gott im reinern nur froh und glücklich macht, Licht zu schauen. ist alles deine Güte. Bestän4. Drum, o Gott, laß dig thuſst du wohl an mir: uns gesellig, froh und wil ach dankt' ich doch beständig lig zu erfreun, liebenswür- dir! dig und gefällig, aber nur 4. Kommt, Schwestern, durch Tugend, sein. Offen, Brüder, um mich her, lobt ohne Schmeichelei, stets be- mit mir unsern Vater! Der scheiden, und doch frei, ohne uns ernährt und schützt, ist Frechheit, stets bedächtig, im- er, er unser aller Vater! mer unsers Herzens mäch- Wir wollen unser Herz ihm tig. matur weihn, ihm ewig, ewig dank5. Laß die Frechheit wil- bar sein. dem, der Lebens der Sitten niemals unser mel. Wie groß ist des Allmäch. Herz entweihn. Laß, o Gott, 318. Wohl Paläst' und Hütten jeder seines Tugend Wohnung sein. Je- Morgen nur seinem Herrn der strebe, wer ein Christ, und Schöpfer weiht, bewessen Wunsch die Tugend schäftigt mit den großen ist, daß sein Haus und daß Sorgen der Aussaat für 250 Pflichten in besondern Verhältnissen. die Ewigkeit! Er wird die unvollkommnen Welt, ein wilde Lust der Jugend und Hingang zu den höhern jeden Reiz des Lasters fliehn; Freuden, die ihm der Himsein Herz wird nur für mel aufbehält. Ja unverGott und Tugend, für Pflicht gänglich ist die Krone, und und Necht und Wahrheit ewig rein die Seligkeit, die glühn. der gerechte Gott am Throne 2. Es wallt gestärkt und der frühen Jugend einst verimmer heiter auf seiner ro- leiht. senvollen Bahn, geht in Erkenntniß immer weiter, und blickt getrost zu Gott hinan, besiegt durch fortgesetztes Jüngling und Jungfrau. Mel. Ermuntre dich mein. Streben, durch Fleiß und 319. Ich trete vor dein Ernst und Wachsamkeit VerAngesicht, du führer, die ihn oft umgeben, Schöpfer meiner Jugend! und seine eigne Sinnlichkeit. verwirf mein findlich Flehen 3. Wie freudenreich sind nicht um Weisheit nicht um seine Tage! Wie sanft ent- Tugend. Der du den Säugfließt ihm seine Zeit! Ihn ling beten lehrst, und gern zwinget nichts zur späten sein stammelnd Flehen hörst, Klage, ihn reut nicht die hör' auch mit Wohlgefallen Vergangenheit. Er sä't den mein betend Lied erschallen! Saamen jeder Tugend, und 2. Mein Weg ist schlüfreut sich seiner Aerndte pfrig: wer erhält mich, daß schon: denn schon die Blü- mein Fuß nicht gleite? wer the seiner Jugend verheißet führt mich sicher durch die ihm des Alters Lohn. Welt, und geht mir treu zur 4. Er ist der Aeltern Troft Seite? wer warnt mich, und Wonne, er sammelt ih- wenn Gefahren drohn, und ren Segen ein, und heiter, lehrt mich in der Ferne schon, wie die Morgensonne, kann daß sie mich nicht erreichen, er sich seines Schöpfers frenn. mit Klugheit auszuweichen? Er geht mit Muth und Kraft 3. Eh' ich dich kannte, durch's Leben, sieht mit Zu- hast du mich im Mutterleib friedenheit zurück, und wann bereitet, und durch die Kinddie Zeitverschwender beben, heit väterlich bis hieher mich so fühlet er der Weisheit geleitet. Jetzt Herr, da ich Glück. danken kann, nimm auch meirer Jugend daß ich auf meinem dir 5. Des Frommen Tod ist dich nur ein Scheiden aus dieser an, Pflichten in besondern Verhältnissen. 251 Wege unsträflich wandeln den, o Gott, mich willig möge. finden! 4. Mein Herz, vom Sündendienst noch rein, schwach und unerfahren: 8. Wenn sich auf meiner ist Jugendbahn, mich in ihr wie Netz zu ziehen, Verführer leicht, geblendet durch den meiner Seele nahn, so laß Schein, stürzt es sich in Ee- mich klüglich fliehen. Ihr fahren! Ach mache mich mir süßes Locken lente nicht mein selbst bekannt, und gib mir Herz von dir und meiner Weisheit und Verstand, stets Pflicht. Ihr Spotten und auf dein Wort zu schauen ihr Lachen laß mich nie und nie mir selbst zu trauen. wankend machen. 9. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter! Sie werde 5. Du pflanzest, Herr in meine Brust die Triebe zum Vergnügen: ach stärke mich, den Hang zur Lust der meiner Jugend Glanz und Sünde zu besiegen! Dein einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen rein; unausbleibliches Gericht vergeffe meine Seele nicht, und laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre lehr mich fromme Freuden geschmückt mit Tugend wäre. von Lüsten unterscheiden. 10. Ach lehre mich den 6. Von dir, o Gott, Werth der Zeit, daß ich sie werd' ich bewacht, bin ganz nie verschwende, daß ich mit von dir umgeben; vor dir kluger Thätigkeit auf Weisbedeckt nicht nicht Mitternacht, heit sie verwende! Laß meinicht Einsamkeit mein Le- ner Jugend Fleiß und Müh ben. Die Sünde die im einst Früchte bringen, segne Finstern schleicht, verbirgt sie, laß auch durch mich auf vor Menschen sich vielleicht; Erden dein Wort gefördert vor deinem Angesichte steht werden. sie in hellem Lichte. 11. Erhöre gnädig mein 7. Zum Leichtsinn, der Gebet, du Schöpfer meiner mich oft verführt, das Böse Jugend! Erhör' es! meine zu erwählen; zum Ehrgeiz, Seele fleht um Weisheit und der den Stolz gebiert, das um Tugend. Mein ganzes Merkmal schwacher See- Leben dank' ich dir: weich len; zur Trägheit, die den nur, Erbarmer, nicht von Geist verzehrt, und jeden mir jeden mir, Trieb zum Lafter nährt Wege laß nie zu diesen Sün- möge. damit ich meine unsträflich wandeln - Pflichten in besondern Verhältnissen. A Iter. edler Muth zum höhern Pflichten gegen Alte. Ziele leitet, und auch in's Alter dich ein Gut, das M. Wenn mein Stündlein. ewig ist begleitet! Dann Forwäge deine sente sich dein maltes Haupt, da Sterblichkeit, dann sei dir jede Kraft geund eile, fromm zu leben! raubt; du hast noch Kraft Wie schnell, o Christ, ent- zu hoffen. 320. rinnt die Zeit, die Gott dir 6. Ja, Hoffnung stärkt hat gegeben! Und würdest du des Frommen Sinn am auch noch so alt! die Jahre Ende seiner Tage. fliehn, und einst erschallt schwanden, wie ein Traum auch dir des Todes Stimme. dahin, mit ihrer Lust und Sie Du 2. Und wie kann jemals Plage; doch seine Hoffnung sich dein Herz nach hohem schwindet nie, und Gott, sein Alter sehnen? sehnest Freund, erfüllet sie, und gibt oft dich nur nach Schmerz, ihm neues Leben. nach Schwachheit, Noth und 7. So schlummre denn in Thränen. Nicht hohes Al- Frieden ein, wann dich das ter ist dein Glück. wirf zum Himmel deinen Blick dort ist das wahre Leben. 3. Wie mancher wankt gebeugt, mit schem Verstande, und allemANTAUNE Alter drücket! O Christ, wie wohl wird da dir sein, wo Jesus dich erquicket! Wie freubenvoll, wie jugendlich Alte Alte wird deine freie Seele sich kindi- im Vaterlande fühlen! Frohsinn abgeneigt, an sei- m. In allen meinen Thaten. nes Grabes Rande! Den 252 Seinigen tein Helfer mehr, 321. Du, Herr von meinen Tagen nur hülfsbedürftig seufzet er, hast mich voll Huld getraund harret auf Erlösung. gen von meiner Jugend an! 4. Schau hin, o Christ, auf allen meinen Wegen und lerne hier den Zweck umgab mich, Gott, dein Sedes Lebens kennen! Was gen, auch auf der Herbsten hilft's, mit ängstlicher Be- Leidensbahn. gier nach Erdenglück zu ren- 2. Oft hatt' ich schwere nen? Wie lange währet der Sorgen; doch wie ein heitGenuß? Dein Sinn wird rer Morgen durch dunkle stumpf, und Ueberdruß er- Nächte bricht, so hab' ich's greifet deine Seele. po auch erfahren: du weißt 5. O wohl dir, wenn dich uns zu bewahren, und Pflichten in besondern Verhältniffen. 253 führst durch Finsterniß zum Lebens dich, Ewigguter, an? Licht. Du tröstest ihn in Leiden? 3. War Menschenrath ver- du schenkst ihm oft noch gebens, so warst du, Herr Freuden, und führst ihn sanft des Lebens, mein Licht auf auf öder Bahn. dunkler Bahn. Dich ließ ich 3. Des frommen thun und rathen, denn du Bürde erhöhet seine Würde thust große Thaten, und und macht auch dir ihn werth. nimmst dich unsrer huldreich Wer wollt ihn denn verachten? Wer nicht mit Eifer 100 Greises an. 4. Du willst in meinem trachten, zu thun, was FreuAlter mein Stab sein, mein den ihm gewährt? Erhalter, nach deiner Vater- 4. Wie viel hat er erfahtreu. Bin ich gleich schwach ren! wie viel in frühern Jahund müde: bei dir ist Trost ren gewirkt, gesehn, gehört! und Friede; du stehst mir Nun will ich von ihm lernen, Schwachen mächtig bei. zu fliehn und zu entfernen, de p 5. Nach wenig bangen was meines Lebens Frieden Stunden hab ich ganz über- stört. wunden; ich bin dem Ziele 5. Der Mangel seiner Kräfte nah; dem Ziele aller Leiden. entzieht ihn dem Geschäfte, O welche hohe Freuden er- und nöthigt ihn, zu ruhn. warten meine Seele da! Ich will ihn unterstützen, ihn 6. Ich harre froh und in Gefahr beschützen, und imstille, bis, Herr, mein Gott, mer gern ihm Gutes thun. dein Wille mich nach dem 6. Wenn Mißmuth ihn Kampfe trönt! An meiner beseelet, und Freundlichkeit Laufbahn Ende sink ich in ihm fehlet, weil Schwachheit Jeju Hände: denn er hat ihn verstimmt; so will ich mich mit dir versöhnt. duldend schweigen, und ihm Mel. In allen meinen Thaten. durch Schonung zeigen, daß 322. Auch noch im spä- Liebe Herzen mir im ten Alter er- glimmt. hebt, o Welterhalter, der 7. Ja liebreich will ich Mensch zu dir den Blick. streben, die nal) am Ziele Der fromme Greis am leben, wie du, Gott, zu er= Stabe, bald reif zur Ruh freun. Ich will die Alten im Grabe, erfleht von dir ehren, will ihrem Kummer des Lebens Glück. wehren, und stets ihr Freund 2. Wann rief er je ver- und Helfer sein. gebens im Herbste seines 8. Dieß ist, o gott, dein 254 Pflichten in besondern Verhältnissen. Wille: und wenn ich ihnsmeine; er sieht auch, wann erfülle, so lohnt mir Seelen- ich weine, und gibt mir, was ruh; und komm auch ich mein Herz erfreut. in's Alter, so bist du mein 6. Auch wenn ich mehr Erhalter, und führst auch noch litte; bis zu dem letzten mir dann Helfer zu. Wittwen und Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden, und führt zu Mel. Nun ruhen alle Wälder. höhern Freuden bewährt er323. Auf Gott nur will fundne Dulder ein. Waisen. ich sehen; er 7. So eilen meine Tage mit hört der Wittwen Flehen, jeder Last und Plage, wie Träuund nimmt sich ihrer an. me, leicht dahin; ich lege meine In allem Schmerz und Leide Glieder im Tode ruhig nieder, ist er mir Trost und Freude, und weiß, daß ich erlöset bin. der Fels, auf den ich bauen 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Verkann. 2. Mich leitet seine Gnade trauen, mein Gott ist und auf meines Lebens Pfade bis mein Freund. Wie will ich an das stille Grab. Er wird dann ihn ehren! ihm danken mich nie verlassen! Dieß für die Zähren, die ich als Trostwort will ich fassen; es Wittwe hier geweint! ist mein stärkster Wanderstab. 9. Dann find' ich, die ich 3. Wo seit viel tausend liebte, und deren Tod mich Jahren betrübte Wittwen trübte, in meines Gottes waren, da sah Gott gnädig Hand; dann trennt kein hin. Er pflegte der Betrüb- Tod uns wieder, dann schalten, wenn sie nur stets ihn len unsre Lieder durchs thräliebten, und wandelten nach nenfreie Vaterland. seinem Sinn. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 4. Auch mich wird er be- 324. Im Frühling meimerken, mich trösten, segnen, stärken, und mir zur stehn. Wie groß ist Güte! Mit ruhigem müthe will ich auf Wegen gehn. ner Jahre, Gott, Seite sah' ich schon die Bahre des seine besten Vaters stehn, und sie, Ge- die mich geboren, war früh seinen für mich verloren; ich mußt ihr Grab als Kind schon sehn. 5. Ich will ihn gläubig 2. Doch du willst auch ehren, und meine Tugend an Waisen dich liebevoll mehren in stiller Einsam- beweisen, und ihnen Gutes teit. Er sieht ja, wie ich's thun; Verlass'ne willst du Pflichten in besondern Verhältnissen. 255 nähren, die Baterlosen hören, um mich her! Dann laß und Segen soll auf ihnen mich vor dir stehen, die Aelruhn. tern wieder sehen, dann fließe 3. Auch mich kannst du keine Thräne mehr. nicht hassen, auch mich nicht mel. Was Gott thut, das ist. ganz verlassen; drum will ich 325. Ich armes, vaterloses Kind, muß dir vertraun. Dein Herz ist mir noch offen; drum will ich ich in jungen Tagen, den Vaauf dich hoffen, und stets mein ter, der so gut gesinnt, mich Heil auf dich nur baun. liebte, schon beklagen? Er ist 4. Du wirst auch mich dahin; und ich, ich bin noch ernähren, und Frenden mir hier auf dieser Erden der gewähren. Wo ist ein Gott Sorgen und Beschwerden. wie du? O guter Vater, 2. Er war mein Führer auf schenke mir frohen Muth der Bahn, die ich durchwanund lenke der Menschenfreunde deln sollte; er nahm sich meiHerz mir zu. ner Schwachheit an, wenn ich Wie 5. Und wenn in frühen je schmeicheln wollte. Jahren Verführung und Ge- väterlich ertrug er mich, erfahren mich rings umher be- laubte meine Bitten in seinen drohn; dann stche mir zur Schooß zu schütten! 6. Ja, schon in meiner war ich elend, Jugend gib Lust und Trieb krank, so eilt zur Tugend, o Vater, mir laben. in's Herz! Denn nur auf für mich nicht mehr; deinen Wegen ist Freude, Ruh lassen und alleine steh ich und Segen; und Sünde nun hier und weine. bringt nur Qual und Schmerz. 4. Sieh! flehend komm Seite, damit mein Fuß nicht 3. Von ihm erhielt ich Trank und gleite; dann zeige mir der Speis und Tugend Lohn! manche edle Gaben, und schwach und er, mich zu Und nun ist er ver7. Die nun sich treu be- ich, Herr, zu dir, o Vater, mühen, mich christlich zu in der Höhe! Du bist erziehen, verlaß, o Gott, sie mein Vater: schenke mir nic! Ich kann sie nicht be- den Trost, um den ich lohnen; doch du hast Him- flehe! Gott, du bist mein, melskronen. Ich flehe, Herr, und ich bin dein; ich bin belohne sie! dein Kind und Erbe, ich 8. Wenn einst auch ich lebe oder sterbe. verscheide, dann schwebe 5. Dem, Vater, der mich Heil und Freude auf ewig so geliebt, vergilt, Herr, 256 Pflichten in besondern Verhältnissen. seine Treue. Womit ich je 5. O präg' auf's tiefste sein Herz betrübt, ach, Va- dieß mir ein! Nie müff' ich ter, dieß verzeihe! Einst dort mich erkühnen, tyrannisch gebei dir, da werden wir uns gen die zu sein, die mir mit wieder fröhlich sehen, und Treue dienen. Auch wer mir ewig dich erhöhen. mar dient, ist Mensch, wie ich. Hilf, daß ich ihn so lieb als mich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 327. Gott, deinen wei sen Willen soll Mel. Mir nach, spricht Christus. jeder hier erfüllen. Laß ihn 326. Durch dich, Gott, mir heilig sein! Du hast auch bin ich, was ich mich auf Erden zum Menbin, und es ist deine Gabe, schen lassen werden. Ich weiß, daß ich, als Herr, mir zum auch ich soll dir mich weihn. Gewinn, die mich bedienen 2. Zwar muß ich Andern habe. Ersparung mancher dienen; doch dien ich redlich. sauren Müh schafft deine ihnen, so folg ich dir, mein Vorsicht mir durch sie. Gott! Drum hilf mir, ihHerrschaft und Dienstbote. 2. Gib, daß ich ihnen je- ren Willen so gern und treu derzeit mit Freundlichkeit be- erfüllen, als deinen Willen, gegne; nie hart sei, ihre dein Gebot. bind Thätigkeit mit meinem Bei- 3. Lehr' ohne bitt're Klafall segne und unter feinem gen des Lebens Last mich Vorwand nie ihr den vertragen, und Weichlichkeit dienten Lohn entzieh'. verschmähn, im Neden und 3. Erfüllen sie mit Red- im Schweigen mich ehrerlichkeit, mit Aufwand ihrer bietig geigen, und gern den Kräfte, was ihnen ihre Pflicht Weg der Demuth gehn! gebeut im häuslichen Ge- 4. Der Herrschaft Wohl schäfte: so gib, daß ich für zu mehren, und Schaden ihre Treu nicht fühllos abzuwehren, soll meine nein, erkenntlich ſei. Freude sein. Ich will sie 4. Hilf, daß ich jedem herzlich lieben, mit Vorseine Pflicht, so kann, versüße; er, Murrsinn, List und Frechviel ich satz nicht betrüben, und daß gebricht, heit scheun. genieße; wenn Hülfe ihm sie auch von mir 3. Ich will sie nie beneidaß ich ihm, wann er fehlt, den, will alle Trägheit meiverzeih', in Krankheit auch den, und alle Zanfsucht sein Pfleger sei. fliehn, will recht thun, - Pflichten in besondern Verhältniſsen. 257 tüchtiger nicht betrügen, nicht lästern Stolz von mir, dich Schö und nicht lügen, und allem pfer, anzuklagen; auch dieLeichtsinn mich entziehn. jen Muth hab ich von dir, 6. In meinem Dienst auf mein schwer Geschick zu Erden stets zu tragen. werden, soll meine Sorge 4. Und dieß Vertraun auf jein. Wer treu hier ist im deine Huld, und diese Ruh seleinen, den zählst du zu der Secle, womit ich findlich den Deinen, und er darf voll Geduld dir, Vater, mich teinen Tag bereun. empfehle. 7. Du, Gott, bist der Ge- 5. Du knüpfst ein Glück rechte, der Herr der Herrn an meinen Fleiß, konntst du und Knechte, und Aller Trost mir größres geben? Geund Heil. Wer niedrig ist sundheit ist der Mühe Preis auf Erden, kanu groß im und Arbeit stärkt das LeHimmel werden, und hat an ben. dir, gleich Fürsten, Theil. 6. Der Hunger kennt des 8. Dieß laß mich stets er- Effens Lust; der Schlaf wägen! Denn dieß gibt lohnt nur den Müden. Dieß Trost und Segen, und reicht Glück ist vielen unbewußt; die Hoffnung dar: Einst mir hast du es beschieden. wirst du, Herr der Welten, 7. Von dir erbitt ich den Fleiß noch mehr vergel- Reichthum nicht, nicht Freiten, womit ich Menschen heit von Geschäften: gib müzlich war. nur zur Uebung meiner Pflicht ein nöthig Maaß von Kräften. 8. Die Güter dieser Welt dein: du theilst sind Mel. Mein erst Gefühl sei Preis. wer fann's verstehen? O 328. Du aller Menschen laß mein Aug nich: neidisch Gott und Herr! sein, nach Andrer Glück zu dich will ich kindlich loben: sehen! du bist mein Gott nicht we- 9. Laß mich mit frommer niger, als deß, den du erhoben. Nedlichkeit mein Tagwerk 2. Du setztest mich in ei- froh verwalten; und die von nen Stand, den Sorgen mir verschwend'te Zeit für stets begleiten. Ich habe einen Diebstahl halten! nichts, als diese Hand, mein Brod mir zu bereiten. 10. Jst mein Lohn täglich aufgezehrt, so laß mir's doch d.r nicht grauen! Der Sper17 3. Doch ferne sei Handwerker und Taglöhner. 258 Pflichten in besondern Verhältnissen. : ling lebt, von dir genährt; Angesichts verlierst du doch sollt' ich dir nicht ver- an Würde nichts. Volltrauen? bringst du nur, was Gott 11. Mein Herz soll, wenn gebeut; so lohnt auch dir die Arbeit winkt, voll An- Zufriedenheit. Was brauchst dacht dir begegnen und du mehr? wenn die Sonne niedersinkt, 4. Du freust dich über die Cott, deine Güte segnen. Natur, regiert in deiner 12. Sei mein Erhalter, Hütte nur die Unschuld, die wenn den Greis die Kräfte nichts Arges thut, und immer einst verlassen. Im Alter denkt: Mein Gott ist gut, wollst du meinen Fleiß, o und wohnt bei mir! Gott, nicht darben lassen! 5. Der Reiche lebt zwar 13. Oft gönnest du mir mehr in Pracht, hat größres cinen Blick in's Land der Ruh Ansehn und mehr Macht, und Freuden: wie wunder- doch oft bei allem Ueberfluß bar wirst du das Glück des auch Sorgen mehr, und mehr Armen dort entscheiden! Verdruß. Beneid ihn nicht! 14., Einst nah ich mich mit 6. Gebrauchst du redlich Heiterfeit dem Schluß von deine Kraft; wie leicht wird meinen Tagen: mir wird dir die Rechenschaft! Bedenke dann zur erwünschten Zeit daß du selig wirst, so, wie die Feierstunde schlagen. der Reiche, wie der Fürst, der Gutes thut. CAD DUDIO ON Der Landmann. OM OF 7. Der Mensch sei niedrig oder groß; Beschwerden sind Mel. Erschienen ist der herrliche. hier oft sein Loos: doch über329. Von Gott, o Land- all strömt wahre Lust und mann, ist dein Hoffnung auch durch dessen Stand. Er schuf für deinen Brust, der Gott gefällt. Fleiß das Land; er sorgt 8. Schau um dich her die für alle väterlich, und segnet Herrlichkeit, wodurch dein und beglückt auch dich. Ge- Schöpfer dich erfreut! Der lobt sei Gott! Sonne Glanz, der sanfte 2. Sei frohes Muths! Mond und Garten, Wald Denn herrlicher, und schöner und Feld belohnt dir deinen und gesegneter wird jede Fleiß.$ 1507 20 Flur und jedes Feld durch 9. Des Weisen Achtung deinen Fleiß in Gottes Welt, fehlt dir nicht, erfüllest du und auch für dich! nur deine Pflicht. Du bist 3. Im Schweiße deines ein Mann für's Vaterland, Pflichten in besondern Verhältnissen. 259 du nährst es, und durch deine niedern Welt seinen Geist Hand lebt Herr und Fürst. gefesselt hält. 10. O wohl dir, Land- 5. O wie bald ist hingemann, baust du gern den schwunden, was nur glänzt Acker Gottes, deines Herrn! und Lüste reizt! Noch hat Du erndtest nicht nur hier niemand Heil gefunden, der den Lohn; du erndtest einst nur eitle Pracht ergeizt. Oft vor Gottes Thron die Se- zerstört ein Augenblick selbst ligkeit. edas höchste Erdenglück. 6. Sei es auch von lanReiche und Armc. ger Dauer! Mensch, dich Mel. Gott des Himmels und. treffe keine Noth! Jetzt er330. Neichthum ist des greift dich Todesschauer, morHöchsten Gabe, gen schon vielleicht der Tod. ist des wärmsten Dankes werth. Ach, nun sinkt in's dunkle Schwerer wird der Gang zum Grab auch dein ganzes Glück Grabe dem, der alles Glück hinab. entbehrt, und mit jedem 7. Neiße dann von schnöMorgenroth kläglich ruft: den Ketten deine freie Seele woher nun Brod? los! Lerne deinen Himmel 2. Aber nichts sind alle retten! Sei für diese Welt Schätze, wenn uns Tugend zu groß! Alles, was du nicht belebt, und wenn über siehst, zerstäubt; nur das die Gesetze kühn sich unser Unsichtbare bleibt. Stolz erhebt. Reichthum in 8. Dürstest du nur nach des Thoren Hand ist nur Vergnügen, willst du ganz segensloser Tand. gesättigt sein, sich, du trinkst 3. Wen die Habsucht in vollen Zügen Gift für quält und dränget, wer sich deine Seele ein. Nur in ednie gesichert glaubt, wem der ler Menschen Brust fließt die Geiz das Herz verenget und Quelle reiner Luft. des Lebens Frieden raubt, 9. Nutze deines Gottes wen nur goldner Staub ent- Gabe! Mindre seiner Kinzückt: nein, der ist noch nicht der Noth! Gib dem Kranbeglückt. fen, was ihn labe! Brich 4. Flüchtig sind der Erde dem Hungrigen dein Brod! Freuden, flüchtig, wie die Folge redlich deiner Pflicht! Blüthenzeit. Nur ein Thor Diese Freuden fliehen nicht. fann den beneiden der 10. Gott, wie reich an sein Herz den. Sinnen Seligkeiten ist der Menweiht, und am Glück der schenfreund hier! schon 17* 260 Pflichten in besondern Verhältnissen. Friede wandelt ihm zur bei deinen Gaben, von aller Seiten, Kronen schimmern niedern Selbstsucht frei, auch ihm bei dir, und in deinem willig, Dürftige zu laben, Heiligthum tönet einst ihm und reich an guten Werken Dank und Ruhm. jei. O stärke mich zu treuer Mel. Wer nur den lieben Gott. Saat! Ich weiß, daß sich 331. Von dir, o Gott, die Erndte naht. fommt aller mel. Wenn wir in höchsten. Segen, der mich im Irdischen 332. Wie elend ist, wer erfreut. Sie strömt mit Ruh arm und und Glück entgegen, die Fülle schwach, umher irrt' ohne deiner Gütigkeit. Mich drückt Hütt und Dach! Wie voll kein Mangel, keine Noth; von Kummer ist sein Herz! du gibst mir mehr, als täg- Wie drücket ihn so mancher lich Brod. Schmerz! 2. Wie gut bist du! O 2. Oft flehn ihn seine Vater, leite mich stets auf Kinder an um Brod, daß er deiner ebnen Bahn! Wie nicht geben kann. Er, der leicht ist's, daß ich Schwa- sonst keine Hülfe weiß, ach, cher gleite! Wie leicht zieht er darbt selbst bei sauerm Erdenglück mich an, und Schweiß. lenkt mich dann mit Herz 3. Jhn heitert keines Taund Sinn zu Stolz und ges Licht; die Saat, die Geiz und Wollust hin! Erndte freut ihn nicht; ihm 3. O laß doch, was du ist die Welt in voller Pracht mir beschieden, kein wahres doch öde, wie die dunkle Nacht. Unglück für mich sein! Ich 4. Wie groß ist, Armer, flehe: präge du hinieden mir deine Noth! Doch blicke immer den Gedanken ein, daß still empor zu Gott! Er ich vor dir einst den Genuß hat die Last dir aufgelegt; des Erdenglücks berechnen er gibt die Kraft auch, die muß. fie trägt. 4. Hilf mir nach deinem 5. O sei nur redlich vor Reiche trachten, mehr als nach dem Herrn, und immer vom zeitlichem Gewinn; weit mehr, Betruge fern! Du wirst als ihn, das Erbtheil achten, durch Armuth nicht entehrt; zu dem auch ich erlöset bin; nur Sünde raubt dir deinen dir als dein Kind allein ver- Werth. traun, und nicht auf eitle 6. Bedenke, Gott ist Schätze baun. aller Herr! Hier gibt, und 5. Gib, Gott, daß ich dort entziehet er. Kein Pflichten in besondern Verhältnissen. 261 Armer darf ihm widerstehn, Laß mich der kleinsten Gaund neidisch auf den Rei- ben freun, und auch für chen ſehn. wenig dankbar sein. 7. Mit weiser väterlicher 5. Bei Pflicht und Fleiß Hand vertheilt er, was durch sich Gott ergeben, ein ewig ihn entstand, und er, der Glück in Hoffnung sehn, keines Wurms vergißt, be- das ist der Weg zur Ruh' stimmt auch dir, was heil- im Leben; Gott, lehre diesen sam ist. Weg mich gehn! Dann folgt M. Wer nur den lieben Gott, selbst meinem Ungemach zu333. Mein Gott, du letzt noch Freud' und Wonhast mein Loos ne nach. gewählet, dir unterwerf' ich M. Wenn wir in höchsten. billig mich; du kennst am 334. Verzage nicht zu besten, was mir fehlet, drum fummervoll, du halt' ich weinend mich an Armer! Auch des Armen dich. Schwer drückt der Ar- Wohl hat Gott von Anfang muth bittre Noth, und Kum- ausersehen, und Hülfe wird mer ist mein täglich Brod. dir bald geschehen. 2. Laß nur an dir mich 2. Bald oder spät: Gott nicht verzagen, wenn alles will dein Glück; das Leben wankt und alles weicht; ist ein Augenblick. Im Tode dann wird auch in den trüb- gilt es alles gleich, sei Knecht, sten Tagen mir selbst der sei König, arm und reich. schwerste Kummer leicht. 3. Sei du ein Beispiel Die größten Schäße dieser der Geduld, der Reiche trage Zeit sind doch zuletzt Ber- seine Schuld, der, wenn er gänglichkeit. deinen Mangel fennt, der 3. Jch seh' die Reichen nicht des Tisches Brocken dieser Erden voll Sorg' und gönnt. Unzufriedenheit, der Mäch4. Gott hat ein mildes tige kämpft mit Beschwerden, Herz bestimmt, das Theil an den Stolzen drückt die Eitel- deinem Leiden nimmt. Du keit. Sind sie denn glück- wirst es finden, und es dich; licher, als ich? und sorgt Gott forget für dich väterlich. mein Gott nicht auch für mich? 5. Dann danke Gott; 4. Ja, sorge ferner! verschwende nicht das Brod, Ifts dein Wille, so mindre das dir der Edle bricht. meine Dürftigkeit; wo nicht, Zehrst du der Woche Vorso sei mein Herz nur stille, rath heut, so bist du Schuld und hoffe eine bessre Zeit. an Dürftigkeit. 262 Pflichten in besondern Verhältnissen. 6. O segne, Vater' segne wird gewiß kein Laster mich Gott, dem Armen das ge- entkräften. gebne Brod. Erfreu' auch 5. Gib, daß ich meine den, der gerne gibt, und dich Lebenskraft, die deine Güte in seinen Brüdern liebt. Gesundheit und Krankheit. mir verschafft, auf's nützlichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Ruhm und Andrer Glück vollende. M. Ich weiß, mein Gott. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu: so gib 335. Mem Gott Ge- Geduld, gib Seelenruh', das sundheit hier Leid mir zu versüßen. Mein verleiht, der hat von Gü- Trost im Schmerz sei deine tern dieser Zeit gewiß die Huld, ein ruhiges Gewissen. größte Gabe. Allgütiger, 8. Und bringt die Krankwie froh bin ich, daß ich heit mir den Tod, so müsse Gesundheit habe! mich der Trost, o Gott, zum 2. Daß ich sie habe, dank' frohen Muth erheben: nicht ich dir; nur du, mein Va- Tod, nicht Krankheit trifft ter, hast sie mir aus großer mich mehr in jenem bessern Huld geschenket. Dein ist's, Leben. daß ich noch munter bin, und mich kein Uebel kränfet. M. Was sorgst du ängstlich. po 336. Wie wenig wird 3. Erhalt' dieß Glück mir in guten Stunfernerhin; gesund erhalte den, Gott, deine Vaterhuld jeden Sinn, so lang' ich leb' empfunden! Wie leicht verauf Erden; laß seines rich- gißt es unser Herz, dir, Vatigen Gebrauchs mich nie ter, wenn wir nie erkranken, beraubet werden. für der Gesundheit Glück zu 24. Der Sünde folgt Ver- danken! Drum sendest du derben nach, bald dieß bald uns weislich Schmerz. jenes Ungemach, an Leib und 2. Bei eignem Schmerz in Seele Schmerzen. Fern sei's dunkeln Tagen lehist du von mir, durch eigne Schuld uns, Andre willig tragen, Gesundheit zu verscherzen. geduldig sanft und liebreich 5. Ein gleicher Muth in sein. Du lehrst uns, durch Freud' und Leid', zufriedner der Krankheit Leiden, die Sinn und Mäßigkeit und Eitelkeit der Erdenfreuden, Ordnung in Geschäften, und unsre Sünden still bedieß sei mein Ruhm: solreun. Pflichten in besondern Verhältnissen. 263 3. Dann denken wir erst jeder Noth und Plage, und deinem Segen und deiner an mein himmlisch Vaterland. Vorsicht weisen Wegen, da 8. Wie thöricht wär' es, Wir rauf dein Rath uns führet, wollt ich dessen, wenn du nach. Wir lernen dann, Gesundheit schenfst, vergesGott, zu dir treten, mit An- en! Stets bin ich doch dem O dacht, Ernst und Eifer be- Tode nah. Bater meiten: Sei unsre Stärke; wir nes Lebens, schenke mir sind schwach. tque Weisheit, daß ich stets be4. Ja, mein Erbarmer, denke: vielleicht ist jetzt mein wann ich leide, sei meine Ende da. Stärke, meine Freude! Mach' 9. Hilf mir auf meinen Krankheit selbst mir zum Heiland schauen, ihm willig Gewinn. Zieh mein und folgen, ihm vertrauen, frank aller Kranken Herzen durch und gesund ihm ähnlich sein. jede Noth, durch alle Schmer- Du magst Gesundheit, Krankzen, zu deiner Liebe, zu dir heit, Leben alsdann mir nehhin. 140 Ch men, oder geben; so darf ich 5. Laß meine Hoffnung deiner Huld mich freun. niemals wanken, Gott der m. Wie groß ist des Allm. Gesunden, Gott der Kran- 337. Hier lieg' ich, fen! stärk' jedes Herz, das Herr, in Angst du betrübst. Du kannst die und Schmerzen, und flehe, Leidenden nicht hassen; kannst, weil ich flehen kann, aus die dich suchen, nicht ver- vollem, tief gerührtem Herlassen, du züchtigst uns, weil zen dich findlich um Erbardu uns liebst. men an. Wen hab' ich sonst 6. An dich soll sich mein in diesen Stunden? Wer Glaube halten! Laß meine kennt so ganz mein Leid, wie Liebe nie erfalten, ich sei du? Wer heilt die mir gegesund, ich bleibe krank: so schlagnen Wunden? Wer kann kein Schmerz den Geist sendet mir Erquickung zu? ermüden, so bin ich immer- 2. Gott, du Vater aldar zufrieden, so ist mein ler Väter, der gern den LeiHerz stets voll von Dank. denden erfreut, zu deni so 7. Und willst du mir Ge- mancher fromme Beter, und sundheit schenken; so laß nie umsonst, um Hülfe mich oft an alles denken, schreit, auch mich laß nicht was ich auf meinem Bett vergeblich flehen. Auch meiempfand; ach! an die Kürze nes Herzens nimm dich an, meiner Tage, an's Ziel von und lehre mich auf alles 264 Pflichten in besondern Verhältnissen. sehen, was Freude mir ge- mich nicht endlos nagen, währen kann! es folgt gewiß Erquickung 3. Du wirst ja nie des drauf. Auf meinem KranHelfens müde; du weißt es, kenlager hier lobsing' ich, was der Kranke fühlt, und naher Helfer, dir! gibst ihm Hoffnung, Trest 2. Weil mich die Welt zu und Friede, wenn Schmerz sehr zerstreute, rufst du mich in seinem Innern wühlt. in die Einsamkeit; weil ich Dieß sagt mir, der ich dir den Kampf zu ängstlich vertraue, zu meiner Ruh', scheute, führst du mich mitten dein göttlich Wort; dieß in den Streit; und übst treibt, so oft ich auf dich durch körperlichen Schmerz schaue, die Furcht aus mei- meist der Geduld entwöhntes ner Seele fort. Herz. 4. Auch dieser Krankheit 3. Den Kelch der Trübsal schweres Leiden verhingst du soll ich leeren? Ach, Herr, du liebreich über mich. Auch weißt, der Mensch ist schwach. hier wie im Genuß der Freu- Vergib, daß eine Fluth von den, erkennt mein Herz als Zähren aus meinen matten Vater dich. O gib, daß ich Augen brach! Du, Gott voll dieß stets empfinde! O stärke Treu' und Vaterhuld, stärk selbst mich in Geduld! Ver- mich durch Glauben und Gegilt mir dem verirrten duld! Kinde, nicht ganz nach mei- 4. Der Schmerz, der meiner Sünden Schuld? ne Glieder schwächte, raubt 5. Verlängre, Herr, mein mir des Schlummers sanfte Erdenleben, wenn's deinem Ruh'; ich bringe nun die weisen Rath gefällt! Und langen Nächte auf meinem dann sei es nur dir ergeben, Lager seufzend zu; der Mennur dir, mein Retter, nicht schen Hülf' ist schwach und der Welt! Doch soll ich klein: du aber wirst mein meinen Lauf vollenden, dann Helfer sein! bebe meinen Geist zu dir, 5. und ist mein Geist in deinen lein Händen, o guter Gott, was die fehlet mir? Dein Wille mag alentscheiden, wie lang' Prüfungsstunde währt; und wenn sich auch im M. Wer nur den lieben Gott. Kampf der Leiden ganz mei338. Nicht mehr, als ne Lebenskraft verzehrt, meine Kräfte wenn auch mein Herz im tragen, Allgütiger, legst du Tode bricht: du, Herr, bist mir auf. Der Schmerz wird meine Zuversicht! Pflichten in besondern Verhältnissen. 265 M. Es ist gewißlich an der Zeit. dir kehrt und die Welt ver339. Dein Wille, bester gißt, wird mir mein Schmerz Schöpfer, ist, zum Segen. daß ich nun Krankheit trage; 6. Ja, Gott, ich wende doch weiß ich, daß du Vater mich zu dir, dir will ich mich bist; von dir kommt Glück ergeben; schenk' wahren Ernst und Plage. Dir ist mein und Weisheit mir, mit Freuganzer Schmerz bekannt, mein den dir zu leben! Bewahre Leben steht in deiner Hand, nur vor Heuchelei, o Gott, du zähltest meine Tage. mein Herz und laß mich treu 2. Wenn in mir einen dir sein bis an mein Ende. Augenblick gesundes Blut ge- 7. Ach, jeden, jeden Anflossen, so schenktest du mir, genblick möcht' ich, mein Gott, dieß Glück, das ich so Gott dir weihen! Zieh' von oft genossen. Oft war ich der Erde mich zurück, laß frei von jedem Schmerz, war nichts den Geist zerstreuen. gutes Muths: drum, o mein Kein Glück der Welt, kein Herz, sei jetzt auch still und Traum der Zeit, nur Gott, ruhig. und nur die Ewigkeit soll 3. Nein, treuer Vater, gib meine Seel' erfreuen. nicht zu, daß Ungeduld mich 8. Auch zum Gebete schenke tränke; gib deinen Geist mir, mir noch Munterfeit und der zur Ruh' in dir mein Stärke; mein Herz wird Herze lenke, den Geist, der sonst entfernt von dir und stark im Schwachen ist, daß träg' zum guten Werke. Will ich an dich o Jesu Christ, gleich mein Geift; der Leib mit Freuden stets gedenke! ist schwach. Hilf schwach. Hilf deinem 4. Vergessen laß mich's, Kinde, Vater, ach! Sei du Vater, nicht, du seist und des Schwachen Stärke. bleibst die Liebe. Gib nicht, 9. Laß nicht zu, daß der daß meiner Seele Licht durch Krankheit Pein zu mächtig Kleinmuth je sich trübe. Trag' in mir werde. Erquicke gnäich gleich meiner Sünde dig mein Gebein, und mildre Schuld, so ist unendlich deine die Beschwerde. Du, Vater, Huld, und ewig deine Liebe. weißt, was jeden Tag dein 5. Das Eilen meiner Le- schwaches Kind ertragen mag, benszeit laß mich Gott oft du weißt: ich bin nur Erde! erwägen; der Todesnacht der 10. Soll diese Krankheit Ewigkeit, flieg ich mit Macht tödlich sein, und bald mein entgegen. Erst dann, wenn Leib erblassen: so laß mich, dieß mein Geist ermißt, zu Herr, von Sünden rein, 266 Pflichten in besondern Verhältnissen. Lebens im Glauben dich umfassen. dir für meines Gib Lust und Kraft zu jc- Glück. der Pflicht, lehr mich, im 4. Nun, durch dies LeGlauben ans Gericht, das ben selbst will ich dir Dank Böse standhaft hassen. beweisen, mit frommem Geiste 11. Und wenn du, Vater, dich an jedem Tage preisen, Leben mir, Gesundheit wie und redlich meine Kraft dem der schenkest, so fleht mein Wohl der Menschen weih'n, ganzes Herz zu dir, daß du um ewig einst bei dir des mein Leben lenkest. Mehr Lebens werth zu sein. Frömmigkeit gelob' ich dir; erhalt den Vorsatz selbst in mir, und beßre du mein Leben. Glückliche und Unglückliche. M. Sollt ich meinem Gott. Genesung. 341. Freude wallt in M. Nun banket alle Gott. meinem Herzen. 340. Mit welchem mein Gott, wie gut bist Dank, o Gott, du! Du entferneft Gram und O soll dich mein Lied erheben? Schmerzen, führst mir Muth Nur deine Vaterhuld erhielt und Segen zu. Was ich mich noch am Leben. Du bin, vermag und habe, strömt standst mit deiner Kraft mir aus deiner Fülle her; nichts in der Schwachheit bei und erscheint vonl ohngefähr: von Gefahr und Schmerz Alles ist nur deine Gabe. bin ich nun wieder frei. Alles wird durch deine Hand 2. Dem Tode war ich abgewehrt und zugewandt. nah; schon sah ich für mein 2. Du gebeutst, und schnell Leben so Manchen der mich entfliehet, was mit Sorgen liebt, an meinem Lager be- mich erfüllt, und mein froben; doch ich erbebte nicht, hes Auge siehet, wie mein mich schreckte nicht das Grab; Schicksal sich enthüllt. War gestärkt durch deinen Geist die Hoffnung schon versah ich getrost hinab. schwunden, sank ich schon in 3. Indessen stärktest du Schwermuth hin, dachte schon auch meine matten Glieder. mein trüber Sinn, nichts Ich fand in neuer Kraft als bange Thränenstunden: auch neue Freuden wieder, Herr, dann sprachst du nur und Herr, nun gibst du ein Wort, und die Freude mich den Meinigen zu- riß mich fort. rück. Mein Gott, ich dankel 3. Ja, nur du, nur du Pflichten in besondern Verhältnissen. 267 bereitest alles, was mir wi-| schlungen von der Freude, derfährt. Wunderbar und frei zu sein, frei von Sorherrlich leitest du die Seele, gen und Gefahren, die mir Undie dich chrt. Wärest du oft so drückend waren. nicht mein Erbarmer, nähmst aussprechlich zärtlich liebt, du auf des Lebens Bahn Er, der uns durch Leiden übt. dich nicht meines Wohlsein 2. Ich will harren, hofan; ach, wie hülflos wär' fen, schweigen. Mein Erich Armer! Wohl mir, Herr, barmer ist mir nah. Betend daß du mich lentst, und aus soll mein Geist sich beugen, Freudenquellen tiänfst! wo ich leide; Gott ist da! 4. Immer will ich dir Im Verborgnen, wo ich vertrauen, dir, der alles weine, bleibt von meinen weislich fügt! O wie dürft' Thränen keine dem, der mich ich aufwärts schauen, wenn in Schwachheit stärkt, meimein Glaube ganz erliegt? nem Vater, unbemerkt. Wer sich freut, wann ich 3. Seine Vateraugen blikmich freue, wer mir nichts ken sanften Trost auf mich als Gutes thut, wer im herab, und die Lasten, die Segnen niemals ruht, der mich drücken, nimmt er einst verdient die reinste Treue. gewiß mir ab. Bis zum letzGott', ich gebe, was ich ten trüben Tage stärkt er fann; nimm mein Herz, ach, mich, daß ich sie trage. Wenn nimm es an! mein Herz verschmachten will, 5. Fern sei nun auch jede ruft er: Kind, sei froh und Klage! Fern auch Stolz und still! Sicherheit! O Beglücker mei4. Jesus Christus trug ner Tage, stärke mich zur im Staube muthig seines Frömmigkeit! Laß mich im Leidens Last, und auch mich Genuß der Freuden auf den erhebt der Glaube, der die Wink der Weisheit sehn, Ewigkeit umfaßt. Gott, mein und auch dann noch aufrecht Vater, sieht mein Leiden! stehn, wenn sie wieder von Gott, mein Vater, sieht die mir scheiden. Bis mein letz- Freuden, die das Leiden mir ter Odem flieht, preise dich gewährt, wenn mein Herz mein Feierlied! And ihn duldend ehrt. Mel. Jesu meines Lebens Leben. 5. Fließet denn, ihr stilGott im 342. Muthig! muthig! len Thränen! bald errungen Himmel zählet euch. Er ist das Ziel von jeder Pein! bemerket all' mein Sehnen; Bald ist jeder Schmerz ver- ler ist gnädig und ist reich, 268 Pflichten in besondern Verhältnissen. naht sich freundlich meinem der ihm erwirbt, was ihn Herzen, reinigt es durch erhebt! Angst und Schmerzen, lenkt 5. Er haffe Grausamkeit und reißet meinen Sinn und Zwang; verpraffe nicht ganz zu seiner Liebe hin. durch Müßiggang, was Gott 6. Bald erscheint die letzte ihm gibt, beglückt zu sein, Stunde, meiner Thränen mit Andern, aber nie allein. letzte, bald! O dann heilet 6. Froh neben ihm, mit jede Wunde, und der Gnade ihm vergnügt sei, wer ihm Stimme schallt: Ueberstan- seine Felder pflügt! Wohlden! Ueberstanden! Sei er- thätig soll er sein, denn er löst von allen Banden! Sei ward darum nur des Armen befreit von jeder Pein! Herr! Treue Seele! Komm herein. 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Vornehmer und ge- Thaten;) sei bereit auch ringer Stand. mehr zu thun für Volk und Staat, von den er seinen M. Vom Himmel hoch, ba kam. Vorzug hat! 343. Mer höher durch 8. Verächtlicher, als SklaGeburt schon ven, ist im Tod einst jeder, ist, als seine Brüder, kenn', der vergißt, daß er des Vaals Christ, des bessern Adels terlandes Wohl auch mehr, Werth und Pflicht; den führ als andre, fördern soll. er, den entehr' er nicht! 9. Doch, wenn ers nicht 2. Er, sind ihm Brüder vergißt, so freut der Niedrige unterthan, Er sei ihr Vater, Welt zum Segen lebt, den sich ohne Reid, weil der der kein Tyrann; so mild und Gott mehr segnet, mehr erliebreich als gerecht!. Er ist. wie sie, auch Gottes Knecht! hebt. 10. Und spricht in seinem 3. Nicht wähn' er, weil Tode dann: das war ein er groß und frei vor den edler großer Mann! Er, Geringen ist, er sei erhaben durch der Tugend Glanz über Recht und Pflicht und verklärt, war seines Glücks Rechenschaft; das wähn' er und Vorzugs werth! nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt mel. Ich hab mein Sach Gott. von Gott, nicht mit Verach- 344. Der untre Stand, tung oder Spott auf den, Gott, ist mein von dessen Schweiß er lebt, Loos, ich soll nicht mäch Pflichten in besondern Verhältnissen. 269 tig, reich, und groß, soll will andern Menschen dienstbar dem sein, mich ernstlich scheun, hen, das mich störet und dem Müßiggange mich zu zerstreut. Ruhig will ich, und weihn. allein, Gott, mit dir beschäf2. Wer stets mit Thätig- tigt sein. keit und Fleiß, so viel er 2. Nicht aus Wahn noch immer kann und weiß, ge- Aberglauben, oder nur aus schäftig ist und Andern nüßt, Eigensinn; nicht der Welt nicht müßig sißt, wird auch den Fleiß zu rauben, den ich beim Mangel unterstützt. Brüdern schuldig bin; weder 3. Wer fern von Falsch- wild, noch menschenscheu, nicht heit, fern von List, und treu aus Stolz noch Gleißnerei. auch in dem Kleinsten ist, 3. Nur zu prüfen mehr sich keinem schweren Dienst im Stillen, wie entschlossen, entzieht, die Zanfsucht flieht, wie getreu, deinen Willen zu weiß, daß dein Aug' auf iyn erfüllen, meiner Seele Wille auch sieht. sei: weiser noch zu werden, 4. Selbst in der tiefsten Herr, und im Beten eifNiedrigkeit fehlts ihm nicht riger. an Zufriedenheit, that er mit 4. Jeder Täuschung dann Eifer seine Pflicht, voll Zu- entrissen, sch' ich näher, versicht vertraut er dir, und Gott, mein Ziel; mein Ziel; freier murret nicht. spricht auch mein Gewissen, durch Eingezogenheit Geräusche mich entzie5. Wird ihm dann ewig wo ich siegte, wo ich fiel; sichres Heil in deinem Him- mehr auch flammt mein mel einst zu Theil, wie froh Herz sich dann zu der Tusieht er sich nicht beglückt, gend Kampfe an. wie sehr erquickt, nach jener 5. Mehr empfind ich deiLast, die hier ihn drückt! ne Liebe, wo mich kein Ge6. Gott, dieses Glücks räusch zerstreut, stärker deimich zu erfreun, laß meine nes Geistes Triebe, mehr der große Sorge sein; so geh' Tugend Herrlichkeit; heller ich, wenn's dein Wink ge- seh ich dein Gericht, mehr beut, nach dieser Zeit, auch die Würde jeder Pflicht. hin zur frohen Ewigkeit. Einsamkeit. 6. Wohl mir, Gott, denn ich gewinne dann für meine Pilgrimschaft über Mel. Gott des Himmels und der. alle meine Sinne mehr Ge345. Ja, ur Stille walt, mehr Licht und Kraft, will ich fliehen, deiner Gnade mir bewußt, 270 Pflichten in besondern Verhältnissen. mehr zum Guten Muth und hier, o Gott, von dir beLust. stimmt und außersehen, auch 7. Wenn in dir geweihter Nachbarn beizustehen. Stille meine Leidenschaften Como ruhn, werd' ich fester, strebt 3. O laß durch mein Bemein Wille froher, was du nehmen nie mich ihnen Kumwillst, zu thun; hat auch mer machen! Dein Herz sei dann, durch deine Huld, in willig auch für sie zu beder Trübsal mehr Geduld. ten und zu wachen! Er8. So fehr ich zur Arbeit muntre mich, stets nachbarwieder, freudiger zu dem zu- lich das Gut, das sie besitzen, rück, was mein Amt ist, lebe nach Möglichkeit zu schützen. wieder unter Andern für ihr Glück, Andern nützlicher zu 4. Gib, daß ich gern versein, mich mit Andern zu er- schwiegen sei, und gern den freun. Frieden suche, und nie aus 9. Aber, meine Seel erhe- deid und Heuchelei im Stilhebet nun zu dem, was sie len ihnen fluche. Und thun erfor, zu dem Himmel, dem sie mir auch Unrecht hier; sie lebet, sich mit leichtem hab ich's nur nicht verschulFlug empor, daß, von jeder det, so wird es leicht erdulBürde frei, sie auch bald det. ganz selig sei. Nachbar. 5. Was hilft uns feindschaftlicher Sinn? Er führt Mel. Was Gott thut das ist. nur ins Verderben. Wie 346. Gib, Höchster, daß schnell eilt unsre Zeit dahin! ich fromm und Wer weiß, wie bald wir treu auch meine Nachbarn sterben? Freunde, seid O liebe, daß mir ihr Glück er- entfernt von Streit! Denkt, freulich sei, ihr Unglück mich daß ich euch im Grabe zu betrübe. Sei in der Noth stillen Nachbarn habe. ihr Freund, und Gott! be- 66 frei an jedem Morgen ihr 6. Herr, präge du den Herz von bangen Sorgen! Sinn mir ein, der mich vor 2. Doch laß auch mich Haß behütet, und laß mich auch ihr Beistand sein in Krant- als Nachbar sein, was mir heit und Gefahren! Laß dein Wort gebietet. Wer liebmich sie trösten und er- reich ist, wie du es bist, wird freun, und sie vor Gram einst wenn Feinde beben, in bewahren! Ich bin ja deiner Nähe leben. 22. Bürgerliche Gesellschaft. Vaterland. Mel. Erbarm dich mein. allgemeinen Wohlfahrt Band, vertheilst durch deiner Weis347. Nach Gottes weis- heit Wahl des Fleißes Gang, heitsvollem Jiath, der Kräfte Zahl. Glück, der Alles angeordnet hat, wird Segen, Jteichthum, Ueberfluß, Völkern dauerhaftes Heil und immer wechselnder Gedurch der Gesellschaft Band nuß, Bequemlichkeit, Vergnüzu Theil, wächst ihnen Si- gen, Ruh fließt uns durch cherheit und Ruh vom Throne deine Güte zu. des Beherrschers zu, durch ge- 5. Wer wollte denn nicht genseitiges Bemüh'n sieht thätig sein? sich seiner Thäman der Bürger Wohlfahrt tigkeit nicht freun? auf der blüh'n.ch/ ihm angewies'nen Bahn nicht 2. Vereinte Kraft und wirken, was er wirken kann? Thätigkeit, die sich dem Dienst Nicht fliehn den trägen Müdes Staates weiht, verstärket Biggang, und nicht bei seiner bei der Selbstsucht Spiel doch Pflichten Drang, gern leben auch des Fleißes froh Gefühl; für der Bürger Wohl und ein Bürger ist des andern es befördern, wie er soll? Freund, sie, die ein gleicher 6. Wer jede ihm verlieh'ne Zweck vereint, sehn, durch Kraft gebraucht und durch des eignen Vortheils Werth, sie Gutes schafft, der allgedas allgemeine Glück vermehrt. meinen Wohlfahrt nützt durch 271 3. Bedürfniß und des den Verstand, den er besitzt; Fleißes Gang wirkt Ord- und durch die ihm geschenkte nung und Zusammenhang: Macht für Wahrheit, Recht der Eine nützt durch Geistes- und Tugend wacht: der hankraft, durch Einsicht und delt, wie es Gott gefällt, durch Wissenschaft, der durch der lebt für sich und für die die Arbeit seiner Hand, Welt. durch Kunstgewinn dem Va m. Es ist das Heil uns kommen. terland, und der, den Noth 348. Beim holden Naund Mangel drückt, wird durch des Reichen Hand er- land quickt. Vater- - men erwachen holde Triebe. Ich fühle mich mit 4. So knüpfst du, Gott, ihm verwandt; ich fühle, durch jeden Stand, der daß ich's liebe. In diesem 272 Bürgerliche Gesellschaft. Lande lebt' ich auf; o Won- Zwang und ohne Groll die ne! hier begann mein Lauf Vorgesetzten ehren. zum hohen Ziel des Lebens. 6. Um Ueberall aus Dant2. In heitrer Unschuld begier des Landes Ruhm zu lernt ich hier die ersten gründen, soll auch der Fremde Worte stammeln, und mir stets in mir den Freund der Begriffe, Gott, von dir und Menschen finden. Ich will deinen Werken sammeln. Ich gerecht und liebreich sein, ihm sah mit Aeltern mich vereint in Gefahren Schutz verleihn, und sie und mancher Jugend- und Freuden ihm gewähren. freund versüßten meine Tage. 7. Aus Liebe für mein 3. Wie viele strebten um Vaterland will ich mich nie mich her, mich Schwachen zu vergehen, ein fremdes Volk verpflegen! Wie viele führ- mit Unverstand zu haffen ten immer mehr der Wahr- und zu schmähen. Ver= heit mich entgegen! Hier dienst und Tugend, nah war mein Bürgerrecht bereit, und fern, soll immer meine hier fand ich Ruh und Si- Seele gern an jedem Mencherheit, im Schuße der Ge- schen schätzen. jetze. upkedon 8. O wohl dem Lande, 4. So will ich denn auch wo der Geist des Christendankbar sein, und Andernsthums regieret, wo jeder wieder nützen, will rathen, dich, o Vater, preist, und helfen und erfreun, und sich mit Weisheit zieret, wo Gutes unterstützen. Was nie die Bürgertreue flicht, Ordnung, Recht und Ein- und keiner sich der Pflicht. tracht nährt und was entzieht, Gemeinwohl zu be-. des Landes Wohlstand fördern! mehrt, soll stets mir theuer bleiben. 9. Wer hier sich stets im Wohlthun übt, und edlen 5. Ich will durch Fleiß Sinn verbreitet, der wird und Niedlichkeit dem Va- von dir, o Gott, geliebt, terlande dienen, und, was und einst empor geleitet. mir das Gesetz verbeut, Jhm lohnt das beßre Vamich nie zu thun erfüh- terland mit Wonne, die er nen, will jedem geben, hier nicht fand, und die dort was ich soll, und ohne ewig währet. 273 23. Religionsgesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott. Gnade mehr bedarf! Ge349. Monarch der Gei- recht bist du; und wo du ster! Ruhm nicht gesät, da ärndtest du und Ehre sei dir von deiner auch nicht. Kinder Schaar! Dir, Herr 6. Und wir, wir sollten der hohen Sternenheere, bring strenge richten? Wir liebjeder Wund Anbetung dar! los sein, wo du verschonst? O Vater, Aller Vater! gib Die Einfalt und die Tugend zu preisen dich, uns einen Trieb. richten, die du vielleicht mit 2. Dem rufst du lauter, Ehre lohnst, den richten, der jenem leije:„ Ein Gott ist, dich anders ehrt, als uns der welcher dich erschuf!" Nur Väter Glaube lehrt? der ist froh und gut und weise, 7. Voll Schaam und Deder schweigend horcht auf dei- muth vor dir stehen, o Mennen Juf; und jeder, der dich schenvater, wollen wir. Ertindlich ehrt, deß Flehen wird barmen wollen wir erflehen von dir erhört. für uns, für alle Welt von 3. Wo ist ein Vater, der dir. Du gabst uns, unser das Lallen des unschuldvollen Herr und Gott, dieß weise, Kindes schilt? Der nicht mit göttliche Gebot. frohem Wohlgefallen ihm sei8. Wer heilig deinen Nane Zärtlichkeit vergilt? Wie schwach dies Stammeln im sich zu ehren meint, so gut men nennet, voll Ehrfurcht mer jei; er lohnet es mit Vatertreu. dich ehrt, als er dich fennet, jei Bruder uns, mit uns 4. Kein Erdensohn hat vereint! O wehe dem, der andre Pflichten, als seinem sie verdammt, die die Andacht, Lichte treu zu sein. Wie? die zum Bater flammt! könntest du den strenge rich9. O möchten alle Zunten, dem du dein Licht versagtest? Nein! begnadigst du gen preisen, und Aller Hernicht selber den, der wagte zen fürchten dich! Auf taudir zu widerstehn? sendmal zehntausend Weisen 5. Begnadiger selbst der freun alle Seelen deiner sich; Verbrecher! So wahr du dein, o du aller Seelen Freund, bist, du bist nicht scharf dem der alle Seelen einst vereint. Frommen, der, an an Ein- 10. Erwecke Fürsten, bilsicht schwächer auch deiner de Lehrer voll weijer Men18 Religionsgesellschaft. 1 schenfreundlichkeit! Entwaffne] 3. Die Herrschsucht, die schonend den Zerstörer, der den fremden Knecht er lieblos frommer Liebe dräut! glaube falsch, er glaube recht Gib jedem Menschenangesicht gewaltsam zieht vor's der Strahlen mehr von dei- Richteramt werd unter nem Licht. Christen stets verdammt. 11. Wer deinen Namen 4. Vernünftig sei der nennt, der bitte dich heißer Wahrheit Krieg! Gib wijeden Tag: es weich) Unglaub' der Frrthum Ihr den Sieg, und Haß mit schnellem Schritte durch wahre Lehren und nach, es mehre sich der Liebe Beweiß, und durch des Reich: und jeder Christusehrer Frommen Beispiels Fleiß! jei von jedem Wahn und Laster frei. 274 BEWING - 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! die Weis12. Daß Ein Hirt nur heit übet nicht Gewalt. Drum und eine Heerde, geführt an laß den Frieden allgemein, deiner Liebe Band, aus allen nicht mächtig die Verfolger sein. Gottesehren werde, stets, Herr, 6. Sie sinnen auf ein Fremein Gott, in deiner Hand. velstück, ach, Herr, treib ihre Du nur machst alle Nächte Macht zurück! Sie graben hell: vollend' es, Allvollen- Gruben mit viel Müh'; gib, der schnell! Herr, daß dieß gereue sie! 7. Der Scepter übe Bil350. Erhalte Vater, ligkeit, verbiete nicht der uns dein Wort; Gründe Streit! Wer friedMel. Wenn wir in höchsten. " den finstern Irrthum treibé sam lebt, nicht Laster lehrt, fort! Bewahre vor Gewis- deß Freiheit werde nicht gesenszwang die frommen See- stört! len lebenslang! 8. Zerbrich des Zwanges 2. Die Völker sein dir un- hartes Joch; die freie Wahrterthan! Es weiche falscher heit sieget doch! Sie ſei Lehre Wahn vor deiner Wahr- bei uns vom Irrthum frei, heit klarem Licht! Gewalt voll Frömmigkeit, ohn' Heuhift dem Gewissen nicht. chelei. 24. Pflichten in Absicht auf die Thiere und Pflanzen. Mel. Sei Lob und Ehr dem. Ruf einst mächtig scholl: 351. Der weise Schö- Es werde! und aller Welt pfer, dessen Bewohner schuf, bestimmte Pflichten in Absicht auf die Thiere und Pflanzen. 275 diese Erde nicht für die lauben, dem Thiere das, was Menschen nur allein; auch er ihm gibt, gedankenlos zu Thiere schuf er, groß und rauben? Was gäbe mir wohl klein, des Lebens sich zu den Beruf, ein Leben, das die freuen. Allmacht schuf, leichtsinnig zu 2. Sein Wille war, daß zerstören? ihre Zahl sich allenthalben 7. Nein! kein Geschöpf, mehre: sie füllten Wälder, das mit mir lebt, darf ich Berg und Thal und Seen, aus Frevel quälen, mag auch), Flüss' und Meere, belebten was mich zur Menschheit hier die hohe Luft, und dort hebt, mag die Vernunft ihm der Erde tiefste Kluft, und fehlen! Sie macht mich zu freuen sich des Lebens. der Gottheit Bild, doch lehrt 3. Nie kann des klügsten sie mich auch göttlich mild Menschen Sinn der Arten Glück um mich her verbreiAnzahl wissen; doch sänk auch ten. nur die kleinste hin, so wär' 8. Vernunft, erhabne Seedas Band zerrissen, das in lenkraft, Geschenk aus Gotder weiten Gotteswelt die tes Händen! ich müsse nie Wesen an einander hält zu durch Leidenschaft selbst deine einem großen Ganzen. Würde schänden! Wer den 4. Das kleinste Thier be- erhabnen Zweck vergißt, wotritt die Welt, mit mir auf zu du ihm gegeben bist, der gleiche Weise, es fühlt sein schändet deine Würde. Dasein und erhält sich auch 9. Vernunft, du sollst mich mit Trank und Speise, hat immer mehr mehr die die wahre eben so, wie ich, ein Herz, Weisheit lehren, in der hat Sinneskraft, fühlt Lust Geschöpfe großem Heer den und Schmerz, verläßt, wie Schöpfer zu verehren. Wer ich, das Leben. stolz ein Mitgeschöpf ver5. Dem, der für Alles schmäht, das unter Gottes Sorge trägt, dem Schöpfer Aufsicht steht, entehrt auch aller Dinge, ist Nichts, das seinen Schöpfer. Joni auf der Welt sich regt, zu 10. Wen eines Thieres klein und zu geringe. Er, Qual érfreut, der wird, dessen Huld kein Engel mißt, das fann nicht fehlen, er, der des Menschen Vater kalt und gefühllos mit der ist, ist auch des Wurms Er- Zeit halter. gewiß auch Menquälen. Wer frech schen 6. Und er, der alle We- sein sen liebt, er sollte mir er- und Witgeschöpf betrübt, Härt und Grausam18* 276 Pflichten in Absicht auf die Thiere und Pflanzen. keit verübt, der kann auch dir nüßen soll, so sei er Gott nicht lieben. schnell, nie martervoll. Idow 6. Selbst Thiere, die man Mel. Mir nach, spricht Christus. schädlich nennt, o Mensch! 352. Auch Thiere hat sollst du nicht quälen; der dein Gott ge- ihres Daseins Endzweck kennt, macht, den alle Welt vereh- Gott gab dir Licht der Seeret; er ist's, der für ihr len, von ihrer Last dich zu Leben wacht, und sie erfreut befrein, doch nicht um ihr und nähret. Drum Mensch! Tyrann zu sein. bedenke deine Pflicht: miß- 7. Er selbst, der große brauche Gottes Werke nicht. Menschenfreund, war auch 2. Zu deinem Dienst zwar ein Freund der Thiere. So schuf er sie, du sollst sie froh schlecht, spricht er, ein Thier genießen; sie sollen dir des auch scheint; damit sich)' s Lebens Müh erleichtern und nicht verliere, ist meines Vaversüßen. Doch quäle nie ters Auge wach, kein Spermit harter Hand, was Gott ling fällt ohn' ihn vom Dach. zu schaffen würdig fand. 3. Das muntre Roß, der Mel. Herzliebster Jesu, was hast. starke Stier, erleichtern dein 353. Herr, laß mich Geschäfte; doch dafür fordern stets die große sie von dir auch Stärkung Pflicht bedenken, das, was ihrer Kräfte. Versagst du du schusst, aus Leichtsinn nie ihnen Nahrung, Juh', o zu kränken; nie deine Gaben Mensch, wie unrecht handelst frevelnd zu vernichten, denn du! du wirst richten. 4. Der Vogel, der in 2. Wie groß und schön Lüften schwebt, geschmückt sind alle deine Werke! Dich von Gottes Händen, auch preist die Flur, der Baum ihn laß ruhig weil er lebt, in seiner Stärke, der Thiere sein kleines Werk vollenden. Menge, die auf Erden leben, Er singt dir Freud und Rub in Lüften schweben. in's Herz, und du belohntest 3. Dein Wille ist's, mit ihn mit Schmerz? Weisheit sie zu nutzen, so= 5. Gott gab dir ja Gegar als Eigenthum sie zu fühl in's Herz: willst du besitzen; doch sollen wir sie ihmit widerstehen? Nein nicht boshaft verheren, ruchauch der armen Thiere los zerstören. Schmerz laß dir zu Herzen 4. Wer solches thut, iſt gehen; und wenn ihr Tod dir, o Herr, entgegen; er PRI Pflichten in Absicht auf die Thiere und Pflanzen. 277 achtet nicht den übergroßen, schusst, nicht thöricht zu verSegen, den deine Huld und letzen, dankbar zu schätzen. Macht, nicht zum Verschwen- 8. Nie soll mein Herz sich den, uns Vienschen senden. tückisch an den Leiden der 5. Mit Schadenfreude stört Thiere in der schönen er Baum und Pflanze im Schöpfung weiden; nie soll's schönsten Wuchs. Ach, die an ihren Schmerzen Freude Natur im Glanze kann ihn finden; Freude an Sünden. nicht rühren; sie verderbt zu 9. Um mich soll alles, was haben, das nur ihn laben. da lebt, sich freuen; das 6. Dem jungen Baume kleinste Thier niemals um raubt er seine Säfte, und Rache schreien. Sie, die es und stört der erwirkenden Natur martern muthwillig Geschäfte; der künft'gen Welt quälen sind schlechte Seelen. sehnlich gehoffte Früchte macht 10. Ich will mit milder er zu nichte. Schonung seine Freuden 7. Stets will ich es mir dem Thiere stets mich hüten zum Gewissen machen, mag zu verleiden. Erhalte mir, o auch der Spötter mich deß Gott, du Gott der Liebe, falls verlachen, was du, Gott, des Mitleids Triebe! s DIT MED Dritte Hauptabtheilung. 1. Lieder zu besondern Zeiten und bei besondern Veranlassungen. 174 Anfang und Be- Gott der Erbarmung, heute schluß des Kir dich? um 300 2. Kein Feind zerstörte Mel. Wer nur den lieben Gott. die Altäre, kein Feind zerchenjahrs. 354. Feft steht dein trat dein Eigenthum. Noch Bund, wie Fel- singen wir von deiner Ehre, sen stehen, du Gott der noch predigt man von deinem Gnade, Gott der Treu'! Ruhm. Durch Tauf' und Jahr' und Jahrhunderte Abendmahl und Wort pflanzt vergehen; doch deine Güt' sich auch hier die Kirche ist täglich neu. Wie prei- fort. sen wir doch würdiglich, 3. Doch fragst du nach 278 Lieder zu besondern Zeiten des Wortes Früchten, und Sünden? Nein, sie werd' bringst, was wir gethan, ich wieder finden, wann der an's Licht, nach unsern Richter aller Welt einst vor Werken uns zu richten: Gott, seinen Thron mich stellt. Nichter! so bestehn wir nicht. 2. Hab' ich den, der LeDu trugest uns mit viel ben giebet, niemals undankGeduld; wir aber häuften bar betrübt? Und den Gott, Schuld auf Schuld. der mich geliebet, hab' ich 4. O laß es deinem Geist redlich ihn geliebt? Lebt' gelingen, bei uns in diesem ich fromm nach seinem Wilneuen Jahr die Sünde mäch- len öffentlich, und fromm tig zu bezwingen, wo sie bis- im Stillen? War vor seiher noch herrschend war. nem Angesicht ich ein BeiHeut' schwören wir dir ew'ge spiel jeder Pflicht? Treu' dir, unserm Gott, ge- 3. Wie? darf ich's zu rührt auf's neue. denken wagen? Wär' ich 5. Laß hier, wo wir jetzt reif zur Ewigkeit? Was wird niederfallen, dein unverfälsch- mein Gewissen sagen, rief tes Gnadenwort bei unsrer Gott mir: ,, du stirbst noch Nachwelt noch erschallen und heut!" Könnt' ich froh vor sie an diesem heil'gen Ort ihm erscheinen? Hätt' ich der Tauf' und deines Mahls nichts mehr zu beweinen? sich freun, und deine wahre Ist, o Heiligster, vor dir Kirche sein. teine Sünde mehr in mir? 6. Gib, daß wir stets dich 4. Vater, du kennst meine kindlich ehren, als dein ge- Sünden; viel sind ihrer weihtes Eigenthum. Einst dieses Jahr! Ach, mit führst du uns zu jenen Chö- Scham muß ich empfinden, ren, wo man, erfüllt von wie so oft ich treulos war! deinem Ruhm das Leben, Vater, es ist lauter Gnade, das uns dort beseelt, nicht wenn du auf des Lebens mehr nach Tag und Jahren Pfade nur noch Ein, Ein zählt. Jahr mir scheukest, und mein Herz zur Tugend lenkest. M. Alle menschen müssen. W Wiederum ein 5. Nur noch Ein Jahr en Jahr ver Gott, auf Erden! Noch schwunden! Ach, es kommt droht mir der Sünden nicht mehr zurück! Alle froh' Schuld. Ich muß, ich will und trübe Stunden schwan- frömmer werden; schone, den, wie ein Augenblick. trage noch Geduld! Kaum, Flohn zugleich auch meinelach, kaum darf ich es den355. und bei besondern Veranlassungen. 279 fen. Doch, du kannst noch werden, sind gewesen, wir Gnade schenken, wenn, der blühen, und vergehn durch dein Gebot entweiht, herz- dich; nur du bist unveränlich seine Schuld bereut. derlich; du warst, und bist, 6. Deine Wahrheit konnt' und bleibest. ich hören, frei zum Gottes- 3. Herr, ewig währet deine hause gehn, öffentlich dich Treu', mit Huld uns zu beda verchren, neue Gnade gegnen; und jeden Morgen mir erflehn. Oft empfand wird sie neu, mit Wohlthun ich deine Liebe; oft erwach- uns zu segnen. Ich kenne ten neue Triebe fromm zu keinen Augenblick, da nicht sein, in meiner Brust; dich von ihr stets neues Glück zu lieben, neue Luft. mir zugeflossen wäre. 7. So dann, und 4. Du haft auch im verschenk' denke floßnen Jahr mich väterlich meines Undanks nicht! Zeig' geleitet, und, wenn mein dem Reuenden und Armen, Herz voll Sorgen war, mir der dich sucht, dein Ange- Hülf' Trost bereisicht! Dir nur will ich tet. Von ganzer Seele preis tünftig leben; eifrig will ich ich dich; auf's neue übergeb; mich bestreben, deinem Dienst ich mich, Gott, deiner weisen mich ganz zu weihn und Führung. hinfort ein Christ zu sein. verzeih' verzeih' Erbarmen; 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre leJahreswechsel. M. Sei Lob und Ehr dem. 356. Du, Gott, du bist benslang mich thun nach der Herr der deinem Wohlgefallen. Zeit und auch der Ewigkei- 6. Gib nene Lust und ten. Laß mich auch jetzt neue Kraft, vor dir gerecht mit Freudigkeit ein hohes zu wandeln. Laß mich, Herr, Lob verbreiten. Ein Jahr ist stets gewissenhaft mit mir abermal dahin. Wem dank' und Andern handeln. Dein ich's Gott, daß ich noch bin? Geist belebe Herz und Muth, Nur deiner Gnad' und Güte. dich, o du allerhöchstès Gut, 2. Dich, Ewiger, dich und nicht die Welt zu lieben. bet' ich an! unwandelbares 7. Die Welt vergeht; Wesen, dich, den kein dieß reize mich, die Luft der Wechsel treffen kann. Wir Welt zu flichen. Um beßre 280 Lieder zu besondern Zeiten Freuden lerne sich mein Geist Herr meiner Tage, nicht schon jetzt bemühen. Den aus allen Kräften leben? Engeln bin ich ja verwandt, 4. O hilf mir diese Thorim Himmel ist mein Vater heit scheun; hilf mir Entland; dahin, Herr, laß mich schlüsse fassen, die mich zu trachten. keiner Zeit gereun, und jeM. Sei Lob und Ehr dem. 8. Olehre selbst mich nen Leichtsinn hassen, der meine Zeit mit wahrer Weis- seine edle Zeit verträumt. teit faufen. Laß mich die des Geistes ew'ges Wohl Bahn zur Ewigkeit mit heil' versäumt, für diese Welt nur ger Vorsicht laufen. Der lebet. Tage Last erleichtre mir, bis 5. Laß mich mir strenge meine Ruhe einst bei dir Rechenschaft von jedem Tage kein Wechsel weiter störet. geben; verleih' mir Einsicht, Muth und Kraft zum wahren Christenleben; gib, daß rauschen ich meinen Pflichten treu, Jahr' auf Jah- und treu in dem Berufe sei, Tag zu dem du mich beſtimmteſt. viele 6. Laß mir dieß Jahr gesind, seitdem ich bin, nicht segnet sein an ächten Tuauch schon mir verschwun- gendfrüchten; und guter den: Und feine, keine kömmt Thaten mich zu freun, mich zurück; selbst ein verlorner gern auch sie verrichten: voll Augenblick läßt sich durch Eifer für des Nächsten Glück nichts erkaufen. laß mich mit liebevollem 2. Gott, diese schnelle Blick froh seinen Kummer Flucht laß mich zu meinem lindern. 357. Schnell 1 Heil bemerken, und mich 7. Mein Schicksal überaus Liebe gegen dich heut' geb' ich dir, du wirst es in dem Vorsatz stärken, beweise lenken, und was mir ständig folgsam dir zu sein, gut ist, huldreich mir aus der Tugend eifrig mich zu Vaterliebe schenken. Im Leiweihn, und auch dieß Jahr den selbst verzag' ich nicht: zu nutzen. ich weiß mit froher Zuversicht, 3. Umringt mit täglicher es muß mir Wohlthat werden. Gefahr in diesem Erdenle- 8. Soll ich, eh' diejes ben, ist dieß vielleicht das Jahr verfließt, nach deinem letzte Jahr, das du mir hast Willen sterben, so laß mich, gegeben; und dennoch sollt' Herr, durch Jesum Christ, ich meiner Pflicht und dir, des Himmels Freuden erre hin; noch schneller Stunden. Wie und und bei besondern Veranlassungen. 281 ewig mein; so werd' ich nicht. Verlaß auch du mich Soll ich in Aengstenweit beglückter sein, als hier schweben? Ich hoffe doch im Erdenleben. auf dich. Und soll ich KrankM. Herzlich thut mich verlangen. heit leiden? Du wirst Ge358. Durch fummer- duld verleihn! Soll ich von volle Tage der dannen scheiden? Herr, dein durch Will' ist auch mein. bangen Pilgerzeit, manche Sorg' und Plage, 6. Zum Himmel soll ich durch manches Herzeleid bin eilen? Mit Freuden eil' ich ich hindurch gedrungen. Vor- hin. Doch, soll ich hier verüber ist das Jahr. Dem weilen? Dein bin ich, wo Herrn sei Lob gesungen, der ich bin. Nur, daß dein Geist stets mein Helfer war! mich leite in meiner PrüSind diese nur auf ben? ben. Sind 2. Der du mich haft er- fungszeit, mich mehr und bauet, in dir besteht mein mehr bereite zum Heil der Heil; dir ist mein Glück Ewigkeit. vertrauet, du bist und bleibst 7. Das Jahr ist hingemein Theil. Du, du hast flossen. Gott, deine Gnade mich erhalten, mein Schöpfer sei neu über uns gegossen, und mein Hort! Dich laß mach' unsre Herzen neu. ich ferner walten, und traue Meid' ich die alten Sünden, deinem Wort. so werd' ich stets bei dir er3. Wie du, o Gott der neuten Segen finden; dein Liebe, es willst, geschehe mir! Wort verspricht es mir. Gib, daß ich nicht verübe, was Unrecht ist vor dir. Dir ist mein Will ergeben, er ist nicht weiter mein. Mein Herz, mein ganzes LeBeschluß des Jahres. M. Nun dantet alle Gott. ben ist, weiser Vater, dein. 359. Mit diesem Tage 4. In deinen Nath sich geht auch dieschicken, ist Weisheit, Pflicht ses Jahr zu Ende, gerührt und Ruh. Soll mich die im Innersten, erheb' ich Armuth drücken? Mein höch- meine Hände, und meinen stes Gut bleibst du. Soll Geist zu dir, getreuer Gott, mich Verfolgung plagen? empor, und trage mein Gebet So schüßest du mich doch! und meinen Dank dir vor. Soll ich Verachtung tragen? 2. Wo ist ein einziger der Dein Kind bin ich dennoch. schnellen Augenblicke, die 5. Soll ich verlassen le- mir vorüber flohn, der nicht 282 Lieder in besondern Zeiten von einem Glücke, von ei- des Jahres Zeiten ab, und ner Gütigkeit, o Herr, be- früh und spät ergießet sich gleitet war? Hier Freuden dein Segen, Gott, herab. ohne Zahl, dort Rettung 2. Du füllest liebreich aus Gefahr. unser Land mit deinen Gü3. Mein Körper blieb ge- tern an, und leitest uns mit sund und meine Seele heiter. Vaterhand auf unsrer LeDurch Fleiß und Achtsamkeit bensbahn. kam ich im Wohlstand wei3. Von deinem Wolkenter, und manche Wonne fand himmel träuft Gedeihn und ich auf des Lebens Pfad, Fruchtbarkeit; die Saat geht wenn ich mit Frömmigkeit, auf; sie blühet, reift; fie mit Unschuld ihn betrat. sättigt und erfreut. 4. Du schenktest mir Ver- 4. Von dir gesegnet gibt stand, das Gute zu erkennen, der Baum, wenn jemand auch fühlt' ich oft in mir Schatten sucht, ihm unter den reinsten Eifer brennen, seinen Zweigen Raum, und es immerdar zu thun; und oft auch süße Frucht. that ich, schwach, es nicht, 5. Wie fröhlich lächelt jede so gingst du doch mit mir, Flur! Es fließt, sich immer mein Gott, nicht in's Gericht. gleich, der Freude Quell und 5. Die Freunde, die du die Natur ist unerschöpflich mir zu meinem Trost gege- reich. ben, die mir so theuer sind, 6. Wem strömt sie nicht, erhieltest du am Leben; und von dir erfüllt, die reinste fügtest es dabei, daß keine Wonne zu? Wer ist so gut, Landesnoth, kein schwerer so treu, so mild, so väterlich, Unglücksfall zu weinen uns als du? gebot. 7. Herr, ohne dich ver6. So ging dieß Jahr gingen wir, und wir vervorbei, so schwanden seine dienten's auch; und dennoch Tage, voll Proben deiner leben wir in dir, beseelt Huld, sanft, lieblich, ohne durch deinen Hauch. Klage! Allgütiger, dem ich 8. Wem fehlt, o Vater. dieß nie vergelten kann, nimm deine Huld? Wem strahlet dafür meinen Dank, mein nicht dein Licht? Herz auf ewig an. Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O betet, Menschen, Jahreszeiten. M. Lobt Gott, ihr Christen. 360. Noch immer wech- betet an! Erwägt's, und seln ordentlich denket nun: was hat Gott und bei besondern Veranlassungen 283 schon an uns gethan? Was und schwebend durch die will er nicht noch thun? Lüfte lobsingt die Lerche dir. 10. Er will in jeder Jah- 5. Ich schau' ihr nach, reszeit uns segnen und er- und freue mich deiner noch freun, und einst noch in der weit mehr; denn deine Huld Ewigkeit der Gott der Liebe und Treue verklärst du mir, fein. o Herr! Weit über sie erhoben, kann ich der Fluren Pracht empfinden, und dich loben, dich, der den Frühling Frühling. M. Befiehl du deine Wege. 361. Erwacht zum neu- macht. en Leben, um- 6. Lobsing' ihm, meine prangt mich die Natur, und Seele, dem Gott, der Freusanfte Lüfte schweben durch den schafft! Lobsing' ihm, die verjüngte Flur. Empor und erzähle die Werke seiner aus seiner Hülle drängt sich Kraft! Von jedem Blüthender junge Halm; der Wäl- hügel bis zu der Sterne der öde Stille belebt der Bahn steig' auf der Andacht Vögel Psalm. Flügel dein Loblied himmelan! Sommer. 2. O Vater, deine Milde füllt Berg' und Thal und M. Befiehl du deine Wege. Au. Es grünen die Gefilde, 362. Dir, Gott der Morgenthau. beperlt vom Huld und Der Blumenweid' entgegen Stärke, erschalle Preis und eilt schon die Heerd' im Thal, Dank! Dich loben deine und in dem Staube regen Werke, dich lobe mein Gesich Würmer ohne Zahl. sang! Auch das sind deine 3. Schon glänzt von blauer Thaten, daß Zeiten uns erFeste die Sonn auf unsre freun, und wir den Wuchs Flur; schon weiht zum der Saaten mit Freuden Schöpfungsfeste sich jede Kre- sehn gedeihn. atur, und alle Blüthen drin- 2. Wie prangt das Gold gen aus ihrem Keim hervor, der Früchte, des Sommers und tausend Wesen schwingen. Feierkleid! Wir sehn im sich aus dem Schlaf empor. schönsten Lichte, Herr, deine 4. Die Flur im Blumen- Herrlichkeit. Dich baten wir kleide ist, Schöpfer, dein Al- um Leben- wer gibt so tar, und Opfer reiner Freude gern, als du?- du hast weiht dir das junge Jahr. es uns gegeben, und UeberEs bringt die erste Düfte fluß dazu. der Frühlingsblumen dir, 3. Die glänzenden Ge 284 Lieder zu besondern Zeiten filde, so weit das Auge blickt, der Engel droben, dich preis' sind Zeugen deiner Milde, auch mein Gesang! die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern der segensvolle Halm; von Kindern, Vätern, MütHerbst. M. Ein Lämmlein geht. tern tönt dir ein Freuden 363. Früh, mit umpialm. 4. Die Pracht der reichen sicht geht schon die Sonne Auen strömt Wonn' Wonn' in nieder; und spät erscheint unsre Brust, doch mischt auch ihr schwächer Licht am trüFurcht und Grauen sich oft ben Himmel wieder. Das zur Sommerlust. Du russt schöne Jahr ist nun entflohn; vom Wolkensitze den Boten die rauben Stürme rauschen deiner Macht, dem Wetter- schon durch die entblößten sturm, dem Blitze; der Mit- Felder; die letzte Blume neigt tag wird zur Nacht. ihr Haupt, des Herbstes entlaubt die Hauch 5. Der Donner rollt; es falter bebet die schwache Kreatur! schattenreicken Wälder. Indeß, o Gott, belebet dein 2. Verödet stehet schon die Odem die Natur. Es wälzt Flur, entblößt von ihrem fich milder Regen Gegen; entkräftet siehet die vom Natur der Winterruh' entSturmgewölke Fruchtbarkeit und und Segen gegen; die Vögel eilen und trieft auf der Erde Schooß. entfliehn in Schaaren vor dem Frost und ziehn weit 6. Die Blume stand in über Land und Meere. Gott Trauer, nun haucht sie stär- nimmt sich dieser Wandrer kern Duft, der Himmel färbt an, bezeichnet ihnen ihre sich blauer, und reiner wird Bahn und sättigt ihre die Luft. Thal, Hügel, Feld Heere. und Wiese verklären deinen 3. Uns, seine Menschen, Ruhm; du schusst zum Pa- will er hier im Winter selbst radiese verwelkte Fluren um. versorgen. Ja, seiner Huld 7. Der du das Land er- vertrauen wir; neu wird sie quickest, daß Trift und An- jeden Morgen. Er schafft, ger grünt, den Sterblichen daß wir in Sicherheit der unbeglückest, auch wenn er's gestümen Monden Zeit benicht verdient: dich müsse ginnen und vollenden. Nichts jeder loben! Dir schalle trägt das Land jetzt; er froher Dank! Dich preist gewährt uns doch, was Los, und bei besondern unser Leben nährt, mit vä-] terlichen Händen. Veranlassungen. 285 Winter. Mel. Vom Himmel hoch, da. 364. Nicht für der Fel= der Segen nur, 4. Wie sind nicht unsre Kammern voll von seiner auch für den Schlummer der Güte Gaben, vom Segen, der Natur, für Frost und Winuns nähren soll, vom Vorrath ter danken wir, Herr, unser uns zu laben! Vorsehend Gott und Vater, dir. ließ schon unser Gott das Land 2. Die erde pflegt nun uns für den Winter Brod, mütterlich die ihr vertraute dem Vieh das Futter geben. Saat, die sich im nahen Und Wein, der unser Herz Frühling segensvoll entwickeln erfreut, und unsers Lebens und uns nähren soll. Kraft erneut, trieft aus der 3. Doch nicht geräuschvoll, Frucht der Reben. # 07 nur geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Va5. Ob unser Leben auch ter, in verborgner Lust, in verblüht, wie jetzt das Feld, seiner schwachen Kinder im Alter; getrost! Gott ist, Brust. wenn es verblüht, ein mäch- 4. So thut, was Andre tiger Erhalter. Er, der die Er, der die freuen kann, ein guter und Schwachen gern beschützt, die bescheidner Mann; sucht, wenn Müden trägt, die unterstützt, sein Thun nur Gott gefällt, die nach dem Grabe wan nicht das Geräusch des Ruhms ken. Gebeugt vom Alter der Welt. werden wir, mit frohem Herzen, Gott, doch dir, wie in der Jugend, danken. 5. Doch wachsen soll der Tugend Saat; blühn soll, was er im Stillen that, zu 6. Wohl allen, die treu reichern Aerneten in der ihrer Pflicht, früh deine Gnade Zeit, zu reichern in der suchen! die werden ihrer Ju- Ewigkeit. 6. So wie der Felder Saat gend nicht im Herbst des Alters fluchen. Wohl dem, der durch dich im Stillen keimt, redlich sich bemüht, weil sei- und väterlich durch dich, o ner Jahre Kraft noch blüht, Höchster, wird gestärkt, bleibt der Tugend Frucht zu tragen! er von uns ganz unbemerkt. Ihm wird das Alter Jugend 7. Herr, jeder Wechsel sein und Gottes wird er sich deiner Zeit entflamm' uns noch freun in seinen letzten zu der Dankbarkeit, die Tagen. deinen willen gern erfüllt, 286 Lieder zu besondern Zeiten denn du bist immer gut und 3. Umsonst ist aller Wienschen Müh' im Pflanzen und mild. 8. Du bleibst allmächtig Begießen; läßt du vom Himstets und groß. Wir werden, mel nicht auf sie des Segens wenn der Erde Schooß auch Ströme fließen. Nur du reuns bedeckt hat, dich zu sehn, gierst den Wittrungslauf; aus unsern stillen Gräbern durch dich wächst jede Pflanze gehn. auf, durch dich nur bringt 9. Und auferweckt, das sie Früchte. Feierkleid der himmlischen Un- 4. So fröne dann mit sterblichkeit anlegen, und vor Fruchtbarkeit das Land nach deinem Thron dich preisen, deiner Güte, und wenn die Gott, und deinen Sohn. Aussaat nun gedeiht: o Va10. Daß nun hinfort keinster, so verhüte, daß Frost, Wechsel ist; daß du in Allen und Sturm und Hagelschlag Alles bist; ein Gott, der, sie nicht zerstörend treffen wenn der Fromm' erwacht, mag; nicht Fluth sie überihn ewig, ewig selig macht. schwemme. Saatzeit. 5. Wir traun auf dich, wohlthät'ger Gott! Dich lassen wir nur walten. Du Mel. Wo Gott der Herr nicht. fennst am besten unsre Noth, 365. Gs baut, o Gott, haft lange hausgehalten. So auf dein Geheiß wirst du denn, zu deinem der Menschen Hand die Erde, Ruhm, uns auch in deinem voll Hoffnung, daß nun auch Eigenthum noch fernerhin ihr Fleiß von dir gesegnet versorgen. werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brod, bei Fleiß und Müh', Aerndtezeit. so lang du hier lebst, effen." Mel. Was Gott thut, das ist. 2. Dies Wort traf stets 366. Preist, Christen, mit noch bei uns ein. Zufriedenheit, ferner deinen Segen. Daß preist Gott, den Herrn der Saat und Pflanzen wohl Aerndte, daß sich nicht ganz gedeihn, gib Sonnenschein die Fruchtbarkeit von Au und und Regen. Denn ohne Feld entfernte. Noch stets deine Segenshand bringt erhält er seine Welt; was selbst ein wohlgebautes Land nöthig ist zum Leben, will er nicht, was es bringen uns allen geben. könnte. 2. Er ist der Herr; in 287 und bei besondern Veranlassungen. einer Hand ist, was die Erde] 7. Wir beten demuthsvoll bringet. So sehr auch Men- dich an, der alles weise füschenfleiß das Land bebauet, get, deß Vorsicht niemals irpflegt und dünget, kömmt doch ren kann, deß Wohlthun allein von ihm Gedeihn. Nur niemals trüget. Froh danken er, er läßt die Saaten blühn, wir, Erhalter, dir, und preireifen und gerathen. sen deine Güte mit gnügsa3. Oft sehn wir froh in mem Gemüthe. Hoffnung schon der reichsten Mel. Wer nur den lieben Gott. Aerndt entgegen, und plößlich 367. ist er uns entfloh'n, der uns daß doch bei der reichen Aerndte, gezeigte Segen; Gott nimmt womit du, Höchster, uns erund gibt, was ihm beliebt, freust, ein Jeder froh emdaß er als Herr der Erde pfinden lernte, wie reich du von uns verehret werde. uns zu segnen seist, wie gern 4. Zeigt auch gleich nicht du unsern Mangel stillst, und so deutlich sich der Reichthum uns mit Speis und Freud seiner Gaben: so gibt er uns erfüllst. doch väterlich, so viel wir 2. Du siehst es gern, wenn nöthig haben; ist stets be- deiner Güte, o Vater, unser dacht voll Güt und Macht, Herz sich freut, und ein erdie Seinen zu erhalten, die kenntliches Gemüthe auch das, ihn nur lassen walten. was du für diese Zeit uns zur 5. Und o was ist's für Erquickung hast bestimmt, init ein Gewinn, an dem sich Dank aus deinen Händen g'nügen lassen, was da ist, nimmt. und mit heiterm Sinn das 3. So kommt denn, Gottes feste Zutraun fassen, daß, der Hand zu feiern; kommt, Chridie Welt regiert und hält, sten, laßt uns seiner freun, und auch uns, so lang wir bei den angefüllten Scheuern leben, was nöthig ist, wird dem Herrn der Erndte dankgeben. bar sein! Ihm, der uns 6. Ja, Höchster, wir ver- stets Versorger war, bringt ehren dich in allen deinen neuen Dank zum Opfer dar. Wegen, und trauen unver- 4. Nimm gnädig an das änderlich auf deinen milden Lob der Liebe, das unser Segen. Ach, unser Brod Herz dir, Vater, weiht. wirst du uns, Gott, von Dein Segen mehr in uns Zeit zu Zeit gewähren, die Triebe zum that'gen wenn wir dich findlich eh- Dank zur Folgsamkeit; daß Preis für deine Varen. 288 Lieder zu besondern Zeiten und bei besondern 2 c. tertreu auch unser ganzes ist wohlgethan! Im Nehmen Leben jei. und im Geben sind wir bei 5. Du nährest uns blos ihm stets wohl daran, und aus Erbarmen. Dieß treib können ruhig leben. Er nimmt auch uns zum Wohlthun an. und gibt, weil er uns liebt. Nun sei auch gern ein Trost Drum laß uns ohne Wander Armen, wer ihren Man- ken ihm auch beim Mangel gel stillen kann. Herr, der danken! du aller Vater bist, gib Jedem, was ihm nützlich ist. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Oft zeiget er 6. Thu deine milden Se- uns Güter; doch che man sie genshände, uns zu erquicken, erndten kann, schlägt er die ferner auf. Versorg uns bis Hoffnung nieder. Weil er an unser Ende, und mach in allein das Gut will sein: so unserm Lebenslauf uns dir nimmt er andre Güter, und im Kleinsten auch getreu, bessert die Gemüther. daß einst uns größres Glück 4. Was Gott thut, das erfreu. ist wohlgethan! Es geh nach 7. Bewahr uns den ge- seinem Willen! Läßt es sich schenkten Segen; gib, daß schon zum Mangel an; weiß uns sein Genuß gedeih, und er ihn doch zu stillen. Obunser Herz auch seinetwegen gleich das Feld nicht viel dir dankbar und ergeben sei. enthält, so kann Gott seinen Du, der uns täglich nährt Segen auf wenig doppelt und speist, erquick auch ewig legen. unsern Geist! Bei sparsamer Aerndte. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein In bekannter Melodie. 368. Wa as Gott thut, Wort verschafft uns Lebensdas ist wohl kraft, es nennt uns Gottes gethan! So denken Gottes Erben. Wie können wir Kinder. Wenn man nicht verderben? reichlich erndten kann, liebt 6. Was Gott thut, das Gott uns doch nicht minder. ist wohlgethan! So wolEr zieht das Herz nur him len wir stets schließen. Ist melwärts, indessen wir auf gleich bei uns kein CaErden beim Mangel traurig naan, wo Wilch und Ho nig fließen: so wird von 2. Was Gott thut, das Gott doch unser Brod zur werden. Witterung. 289 Nothdurft uns bescheeret, wenn niemals irren kann, des Wohlman ihn gläubig ehret. thun niemals trüget! Froh 7. Was Gott thut, das danken wir, Erhalter, dir ist wohlgethan! der alles und preisen deine Güte mit weislich füget, deß Vorsicht g'nügsamem Gemüthe. Witterung. Fruchtbare Witterung. Mel. Ich dank dir schon. Fluren öde stehen, bist du es, der zu helfen weiß, damit wir nicht vergehen. 7. Den irdischen Verlust 369. Du, Herr und kannst du zum höhern Glücke Schöpfer der lenken, und uns nach KumNatur, regierst an allen En- mer neue Ruh', nach Thräden, und auch die Wittrung nen Freude schenken. ruhet nur in deinen weisen Händen. 8. D du, der stets mit Baterhand den Wittrungs2. Du ordnest sie, wie dir's lauf regieret, dir bringe jegefällt, damit auf deiner Er- des Volk und Land den de, was ihre Fruchtbarkeit Preis, der dir gebühret! erhält, dadurch verbreitet werde. 9. Es laß auch hier von Nengstlichkeit kein Mensch sich 3. Dein ist der Tag, dein je besiegen! Er lerne mit ist die Nacht, dein sind des Zufriedenheit in deinen Rath Jahres Zeiten, und dein, was sich fügen. Felder tüchtig macht, uns Nahrung zu bereiten. 10. Was immer auch für Witt'rung sei: wir bleiben 4. Du sendtest uns aus frohes Muthes! Du, Herr, deiner Höh den Sonnenschein bist weise, stark und treu, und Regen, und Thau und und thust uns nichts, als Nebel, Reif und Schnee, Gutes. und alles uns zum Segen. moris 5. Du rufft den Donner Dürre. und den Wind, die Dünste Mel. Gott des Himmels und der. zu zerstreuen, daß alle, die 370. Gott von großer im Leben sind, des Lebens. mehr sich freuen. Macht und Güte! deinen Segen su6. Auch dann, Herr, then wir. Mit geängstetem wann auf dein Geheiß die Gemüthe schauen wir em19 290 Witterung. por zu dir: du, du was uns gebricht: Gott, verlaß uns nicht! weißt, lied steiget hinauf und preiguter set ihn. 2. Mit Muth im Ange2. Längst schon lechzt am sichte beschaut der Landmann Sonnenlichte unser Erdreich, Berg und Feld. Erquickt dürr, wie Sand. Ach, es hat Gott die Früchte, Er, schmachten alle Früchte in der Versorger seiner Welt. dem safteleeren Land. Schreck Dicht steht die Saat der lich droht uns ihr Verlust; Aehren, vom Mark der Sorge füllt die bange Bruft. Erde voll, das seine Men3. Ach, erhalt' uns deinen schen nähren und sie er= Segen, treuer liebevoller freuen soll. Auf, preiset Gott! Gib uns einen mil- Gottes Milde! Er ist's, den Regen, und verkürze der Regen schickt und lechGram und Noth. Doch, zende Gefilde voll Vaterhuld wir trauen dir es zu; was erquickt. uns gut ist, fügest du. 3. Erhalter unsers Lebens, 4. Stärt' uns, Herr, in Gott, dem wir uns jetzt dem Vertrauen: unser Wohl dankbar nahn! O laß uns versäumst du nicht. Nur nicht vergebens die Gaben auf deine Liebe bauen wir deiner Huld empfahn. Du die feste Zuversicht: du, der sendest Thau und Regen, Helfen will und kann, nimmst gibst milden Sonnenschein; dich unser gnädig an. du eilst mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Ach, laß uns nicht vergebens so manche Gab' empfahn, und nimm, o Quell des Lebens, Nach erhaltenem Regen. Mel. Nun lob' mein Seel'. 371. in milder Regen dich unsrer ferner an. sinket erquickend Hip auf die dürre Flur; wie Bei anhaltendem Labt sie sich, wie trinket Regen. ihn die verschmachtete Na- Mel. Wo Gott, der Herr nicht. tur! Die sanften kühlen der der Lüfte Meer und die Geschö- ganz mit Wolken überziepfe fühlen sich nicht mehr hen: doch müssen vor der träg' und schwer. Gott Sonne Glanz, sie, wenn du spricht; die Klage schwei- willst, entfliehen. Laß doch get, und Hitz' und Dürre fliehn; der Frommen Lobdu liebst ja unser Glück laß doch der Sonne Ströme 372. Gott, du kannst weites den Himmel Witterung. frohen Blick uns wiederum Nach erhaltenem erfreuen. 2. Die Felder weit und breit; 291 Sonnenschein. Mel. Gott des Himmels und. trauern 373. Lieblich scheint die die Früchte Sonne wieder leiden Schaden; sie sind von an dem heitern Firmament. vieler Feuchtigkeit getränkt Sanft erquickend strahlt sie und überladen. Dein Se- nieder auf die Frucht, die gen, den du uns gezeigt, der Gott uns gönnt. Seht, wie sich betrübt zur Erde neigt, diese neu belebt, wieder sich scheint dem Verderben nahe. so schön erhebt! 2. Mit erkenntlichem Ge3. Wer hilft uns hier? müthe laßt uns dankbar O Gott, wir sehn auf dich fröhlich sein; ihm, dem Vabei diesen Plagen. Du thust ter, reich an Güte, ewig weit mehr, als wir verstehn, unsre Liebe weih'n. Er, der und dich zu bitten wagen. liebreich uns ernährt, ist ja Du, der's mit uns auf's dieses Opfers werth. Erquick beſte meint, kannst leicht, 3. Werth ist er, daß wir was uns Verderben scheint, ihn ehren, und befolgen sein in Wohlthat uns verkehren. Gebot; voll Vertraun zu ihm uns kehren, wenn uns 4. Herr! thue, was dir eine Trübsal droht; werth, wohlgefällt. auch daß ohne Heuchelei unser uns zur Wonne, das schon Herz sein eigen sei. so lang durchnäßte Feld 4. Ja, dir, Leben aller durch heitern Schein der Leben, aller Kräfte ew'ge Sonne. Doch find'st du es Kraft, dir sei unser Herz für uns nicht gut: so stärklergeben: du bist's, der uns Allweiser, uns den Muth Segen schafft. Ewig müssest auch diese weise Noth zu du allein unser Ruhm und tragen. Tröster sein. Gewitter. ich 3. Vor und bei dem Gewitter. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, Sup bist der 374. Der hohe Himmel 2. Du zürnest, wenn es schwärzet sich: donnert, nicht; du ein schweres Wetter dräut: Menschen Freund. Nicht 19* ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichfeit. 292 Gewitter. blaffer sei mein Angesicht, den auf dein Gebot hinwegwenn uns der Blizz er- gerissen werden! Du willst: scheint. und alles lodert auf in 3. Dem Sünder nur, der Flammen, und sinkt zusamdich nicht kennt, dem bist du men. COM.CO fürchterlich. Dem aber, der 4. Doch dürfen wir gleich dich Vater neunt, zeigst du Heiden, nicht erzittern: du als Vater dich. bist noch Vater auch in 4. Gut ist für uns der Ungewittern, und willst, daß Sonne Strahl, gut für uns wir, auch wenn die Donner Tag und Nacht: so ist auch rollen, dich lieben sollen. gut des Blitzes Strahl, der Beuge deiner Macht. 5. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner 5. Du reinigst durch den Weisheit, deiner Huld und Blitz die Luft, der Regen Stärke. Gleich herrlich ist tühlt die Saat: ein frischer im Sturm und in der Stilbaldsamvoller Duft stärkt, was le dein Nath und Wille. geschmachtet hat. 6. Du leitest stets, von 6. Laß frei das Herz von Vaterfinn durchdrungen, auch Nengsten sein, wenn uns ein die Natur noch in ErschütWetter droht. Weg, bange terungen. Du bist es, der Furcht! wir sind ja dein; du sie lenket und belebet, selbst, bist die Lieb', o Gott! wenn sie bebet. 7. Du redest laut aus jeder Donnerwolfe von deiner Mel. Herzliebster Jesu, was. 375. Auf laßt uns ihn, Macht herab zu deinem den großen Gott, Volke, und sendest bald ihm erheben! Auch wenn es im Gewitterregen nur deinen donnert, liebt er unser Le- Segen. ben. Er ist allmächtig, und ¹8. Nur gifterfüllte Dünkann leicht uns schützen vor ste, und die Seuchen, die allen Blitzen. uns und unsern Brüdern 2. Zwar staunen wir, o drohn, entweichen. Wir Herr, vor deiner Größe; athmen nun, von leichter wir fühlen unsre Rich Luft umgeben, mehr Kraft tigkeit und Blöße. Ein und Leben. Wink von dir: so stürzt 9. So wirkst du oft! bildest auch durch in unsre Glieder der Tod Du hernieder. Leiden 3. Wie leicht, wie schnell zum kann uns ein Gut der Er- den. oft Fromme nur Vollgenuß der FreuSie dulden nur 293 um sich zu edlen Werken Sonne Glanz das feuchte noch mehr zu stärken. Grün. O du mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe des deinen Lobgesang! Saaihre Saard in Ing 10. Sm Sturm Schicksals reifen ihre ten zu mannigfaltigern und 2. Ja, 2. Ja, preise freudig schönern Thateit. Sie werden Erretter, der seine große den wenn die Trübsal Kraft bewies, den Weltensie bewähret, nur mehr ver- herrn, der sich im Wetter fläret. so majestätisch hören ließ, der selbst des Blizzes Strah11. Entstrahlet nicht auch len lenkt, und gnädig seines deiner milden Sonne nach Volks gedenkt! LebensGewitter. Ungewittern neue wonne? Und prangt nicht 3. Nimm mit Bewunddann die Flur uns zum rung seine Güte auch selbst Entzücken vor unfern Blicken? im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe 12. So steigt auch einst stellt sich auch hier ihr am größten aller Tage für Schauplatz dar. Zum Bedeine Frommen, fern von sten jeder Kreatur bemerkt Schmerz und Klage, empor man ihres Segens Spur. aus deines Weltgerichts Getümmel ein neuer Himmel. 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch 13. Wir wollen, Gott, den Regenguß und wie dich durch Vertrauen elvergnügt betritt die Weide ren; kein Wetterstrahl soll des neubelebten Thieves unsre Liebe stören. Du Fuß! Wie athmen wir liebst uns noch, wenn alles so sanft und leicht, wenn uns umtobet. Sei hochge- schwüle Luft dem Donner lobet! weicht! Nach dem Gewitter. 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im M. Wer nur den lieben Gott. Sonnenschein! Wer wollte 376. Wie gnädig ist dich nicht ewig loben? Du des Höchsten kannst und willst uns stets Wille! Der Donner schweigt; erfreun. Mich schrecken deine die Blizze flichn! Nun schmückt Donner nicht: denn du bist in angenehmer Stille der meine Zuversicht. 294 Stans 4. Tageszeiten. Morgenlieder. M. Ich dank dir schon durch. selber thun nach deinem Wohlgefallen. 377. Mein erst Gefühl 8. Nimm meines Lebens sei Preis und gnädig wahr; auf dich hofft Dank! Erheb' ihn meine meine Seele. Sei mir ein Seele! Der Herr hört dei- Retter in Gefahr, ein Vater, nen Lobgesang; lobsing' ihm, wenn ich fehle. meine Seele! 9. Gib mir ein Herz voll 2. Mich selbst zu schützen Zuversicht, erfüllt mit Lieb ohne Macht, lag ich und und Ruhe; ein weises Herz, schlief im Frieden. Wer das seine Pflicht erkenn' und schafft die Sicherheit der willig thue. Nacht, und Ruhe für Müden? ALIC die 10. Daß ich, als dein gehorsam Kind, dir zu ge3. Wer wacht, wenn ich fallen strebe; dir treu ergevon mir nichts weiß, mein ben, gut gesinnt in deinem Leben zu bewahren? Wer Neiche lebe. stärkt mein Blut in seinem 11. Daß ich, dem NächFleiß, und schützt mich vor sten beizustehn, nie Fleiß und Gefahren? Arbeit scheue, mich gern an 4. Wer lehrt das Auge Andrer Wohlergehn und ihseine Pflicht, sich sicher zu rer Tugend freue. bedecken? Wer ruft dem Tag 12. Daß ich das Glück und seinem Licht uns wieder der Lebenszeit in deiner Furcht zu erwecken? genieße, und meinen Lauf 5. Du bist es, Gott und mit Freudigkeit, wenn du geHerr der Welt, und dein ist beutst, beschließe. unser Leben. Du bist es, M. Wie schön leuchtet uns. der es uns erhält und mir's 378. Dich seh' ich wie= jetzt neu gegeben. der, MorgenUS 6. Gelobet seist du, Gott licht, und freue mich der edder Macht! Gelobt sei deine len Pflicht dem Höchsten lobTreue, daß ich nach einer zufingen. Ich will entbrannt sanften Nacht mich dieses von Dankbegier, o ewig guTags erfreue. ter Vater, dir Preis und 7. Laß deinen Segen auf Anbetung bringen. Schöpfer! mir ruhn, mich deine Wege Vater! deine Treue rührt wallen, und lehre du mich auf's neue mein Gemüthe, Tageszeiten. 295 o deine der schafft, daß meine Kraft sich durch den Schlaf erneuct, 2. Du warst auch diese mein Herz sich wieder freuet. Nacht um mich. Was wär' 2. Es freuet deines Schutzes ich? hättest du dich nicht so sich, freut sich der neuen hülfreich mir bewiesen. Zu Kräfte. Mit heiterm Geist meinem Leben setztest du jetzt bereit' ich mich zum heutigen einen neuen Tag hinzu; sei Geschäfte; erflehe mir, hoch dafür gepriesen! Durch Gott, von dir auf des Bedich bin ich! und ich merke rufes Wegen Muth, Beineue Stärke: dich erhebe Herz stand, Glück und Segen. und Geist, so lang' ich lebe. 3. Laß, Herr, mit weiser 3. Verleih' o Gott der Thätigkeit mich jede Stunde Lieb' und Macht, daß Sünd nützen, und Eifer und Entund Gram, wie diese Nacht, schlossenheit zum Tugendfleiß auf ewig von mir fliehe; besitzen. Gestärkt durch dich daß ich die kurze Lebenszeit laß immer mich der Lüste durch Tugend und Zufrieden- falsche Freuden, der Sünder heit zu nutzen mich bemühe. Umgang meiden. Prüfe, siehe, wie ich's meine; 4. Hilf mir mit Ernst und dir ist keine meiner Sorgen, frommer Treu' des heut'gen auch die kleinste nicht ver- Tages Pflichten, so mühsam borgen. wie auch manche sei, doch 4. Auch im Geräusch der immer gern verrichten. Gib, Welt soll mich der heilige daß ich nie mich dem entGedank' an dich oft still zu zieh', was meinen Brüdern dir erheben. Im dunklen nüßet und sie vor Schaden Thale wall' ich hier; einst schüßzet. nimmst du mich hinauf zu 5. Hilf mir den Hang dir zum Licht und höhern zur Sinnlichkeit auch heute Leben. Auf dich hoff' ich, stets besiegen; und jede Lust, Herr, ich werde mich der die mich erfreut, sei ein erErde gern entschwingen, dir laubt Vergnügen. Gib, daß dort ewig Lob zu singen. froh empfind' ich Güte. M. Was Gott thut, das ist. die Nacht daich sie voll Abscheu flich', wenn sie mich dir entreißet, 379. Schon wieder ist so sehr ihr Schein auch gleißet. 6. Gib, daß ich fern von hin, ich seh' den Morgen Zank und Streit in meiner wieder. Dir, Gott, sei Dank, Freunde Kreise die Tugend daß ich noch bin, gestärkt sind der Geselligkeit durch Nachmeine Glieder. Du bist's, sicht auch beweise. Bei mun 296 Tageszeiten. term Scherz laß stets mein Dienst mich weihn, will für Herz an seine Pflicht ge- meine Seele sorgen, will denken, durch Spottsucht nie- fromm und gehorsam sein: mand kränken. dann fürcht' ich nicht dein 7. Am Abend laß mich Gericht; du bist meine Zubemuthsvoll von dem geführ- versicht. ten Leben, wie ich, als Christ, 4. Deinem Schutz sei überes täglich soll, Herr, Rechen- geben Alles, was ich hab' schaft dir geben; nichts über- und bin. Dir vertrau' ich sehn; dir es gestehn, wenn Seel' und Leben, werf' auf ich aus Leichtsinn fehlte, und dich die Sorgen hin. Du, nicht das Gute wählte. Gott bleibst mein Heil und 8. Dann schließ' ich froh Ruhm; segne mich dein Eidie Augen zu, und freu' mich genthum. nicht vergebens der stillen M. Wer mur den lieben Gott. fanften Lebensruh' und des 381. Der frohe MorGebrauchs des Lebens. In gen weckt mich dunkler Nacht wird deine wieder, und ladet mich zur Macht, wird mich dein Schutz Arbeit ein. Der Schlaf erbedecken, Gewissensangst nicht quickte meine Glieder; und schrecken. ich soll wieder thätig sein; So will ich denn auch freudig nun, was meine Pflicht erfordert, thun. 2. Gott, dir sei Dank für der du, was du schufft, er- diesen Schlummer! Nur dir freust, der es Tag und Nacht befehl' ich mich auf's neu'. läßt werden, Sonn' und In deinem Schutz bin ich Mond uns scheinen heißt, von Kummer und allen bandeffen starke Hand die Welt gen Sorgen frei. Du weißt und, was ist und lebt, er- es, was mir nützlich ist, und hält. gibst es, weil du gütig bist. 2. Gott, ich danke dir von 3. Du unterhälst mir meine Herzen, denn du hast in die Kräfte, damit ich sie ge fer Nacht vor Gefahren, brauchen soll. Verwalt ich Angst und Schmerzen, mich redlich mein Geschäfte, o so behütet und bewacht, und geräth es durch dich wohl. bei aller meiner Schuld haft Bei Treu' und Fleiß gibst du noch mit mir Geduld. du Gedeihn: drum will ich 3. Dir will ich an diesem treu und fleißig sein. Morgen ganz zu deinem 4. Ich will es sein, so Bekannte Melobie. 380. Gott des Himmels und der Erden, Tageszeiten. 297 Lang' ich lebe, so lange du zu dir. Denn du bist gütig mir Kräfte schenkst; damit für und für. ich mir das Glück erstrebe, Morgenlieder eines daß du mit Beifall an mich Kranten. denkst. Mein ist dann hier M. Wer nur den lieben Gott. Zufriedenheit, und dort voll- 383. Der Morgen fommne Seligkeit. kömmt und M. Wer nur den lieben Gott. meine Klage wird auch an Wie 382. Mein Gott, allein diesem Morgen neu. durch deine traurig schwinden mir die Güte erblick' ich dieses Ta- Tage auf meiner Lagerstätt ges Licht. Mit freudig be- vorbei. Der Sonne neugetendem Gemüthe bezeig' ich schenktes Licht erheitert meine dir des Dankes Pflicht. Du Seele nicht. schenktest Ruhe, süßen Schlaf, 2. Noch immer bin ich und halfst, daß mich kein auf der Erde, wo mich GeUnfall traf. fahr und Noth umringt, und 2. Viel tausend meiner täglich härtere Beschwerde zu Schwestern, Brüdern, sind Klagen und zu Thränen jetzt nicht mehr mit mir er- zwingt. Noch scheint's, ich wacht, und sehen nicht die flehe unerhört um Stärkung, Sonne wieder, nicht der ver- die mein Herz begehrt. jüngten Schöpfung Pracht. 3. Erbarm' dicy, Herr, Ich lebe noch, und mich er- mir beizustehen, verlaß den freut des neuen Tages Hei- schwachen Dulder nicht. O neige, Vater, auf mein Fleterfeit. 3. Erhalter, dir soll jede hen zu mir dein freundlich Stunde von diesem Tage Angesicht. Gib mir Geduld, heilig sein! Ich schwöre dir und bei dem Schmerz ein mit Herz und Munde, der hoffend und zufriednes Herz. Tugend jede Kraft zu weihn, 4. Mir ist mein Schickdes Lasters Neizungen zu sal noch verborgen, das diefliehn, und deinen Beifall sen Tag mich treffen soll. vorzuziehn. 4. Du wirst mich vor Noth bewahren, was das Leben stärkt, leihn. Du wirst mein ter in Gefahren, mein stand einst im Tode sein! 5. Soll ich die Last noch Ja, dieß Vertraum hab' ich länger tragen, ich halte deiDoch ich bin ohne bange dann Sorgen; du, Vater, keunst und mein wahres Wohl. Und ver- was dein Rath beschließt und Net- thut, ist heilig und gerecht Beis und gut. 298 Tageszeiten. ner Fügung still. Dein Will' 3. Ich weiß, daß Gott geschehe, will ich sagen, Herr, mich nicht verläßt, wenn wie du willst, nicht wie ich auch der Tod erscheinet; ihn will. So, Vater, laß bei hält mein Glaube dann noch jeder Pein geduldig mich wie fest, wenn alles um mich Jesus sein. weinet. Ich bin getrost, 6. Hab' ich des Tages wenn, wer mich liebt, mein Last empfunden: mein Feier Sterbelager, tief betrübt, mit abend rückt herbei; dann frommen Thränen neßzet. hab' ich ewig überwunden, 4. Auch sie verläßt mein und bin von aller Trübsal Vater nicht; er stärket ihre frei; und für die Leiden die- Herzen, gibt Trost und frohe ser Zeit belohnt mich dann Zuversicht, und lindert ihre die Ewigkeit. Schmerzen. Ja, dir befehl' 7. Gestärkt durch diesen ich sie, o Herr: sei du ihr hohen Glauben verfolg' ich Schutz, Allmächtiger, so sind ruhig meinen Pfad. Herr, sie wohl versorget. stärke, stärke meinen Glau- 5. Doch sollten meiner ben auch dann, wann sich Tage viel auf dieser Erde der Tod mir naht. Ich fürch- werden; wär' ich noch fern te seine Schrecken nicht; denn von meinem Ziel, dem Ende du bist meine Zuversicht. der Beschwerden; so gib mir, Vater, deine Kraft, die mir 384. Nach einer schmer- auch Muth im Leiden schafft, M. Wenn mein Stündlein. eines zenvollen Nacht und in der Noth mich stärket. seh' ich den Morgen wieder; Morgenlied dein Auge, Gott, hat mich Arbeiters. bewacht; dich preisen meine M. Es ist gewißlich an der Zeit. Lieder. In großer Angst ver- 385. In Gottes Naz leibst du mir nicht Trost men fang' ich allein; du gabst auch mir an, was mir zu thun gemehr Muth und Geistesstärke. bühret. Mit Gott wird alles 2. So trag' ich gern der wohlgethan, und standhaft Krankheit Schmerz, und je- ausgeführet. Was man in des meiner Leiden; zu dir Gottes Namen thut, mit erhebe sich mein Herz, du frommem Sinn und festem Geber aller Freuden; durch Muth, das muß zuletzt geLeiden ziehst du mich zu dir, deihen. und immer Vater, bist du 2. Gott ist's, der das mir der Fels, auf den ich Vermögen schafft das Gute baue. zu vollbringen. Er gibt Ver Tageszeiten. 299 stand, Geduld und Kraft, ich bin und bleibe dein. und läßt das Werk gelingen. Sollt' ich denn meine Kräfte Ist er mit uns, so fehlt nur irdischem Geschäfte, nicht uns nicht, was unserm wah- auch der Seele Wohlfahrt ren Wohl gebricht; er krö- weihn? net uns mit Segen. 4. Ich will der Herrschaft 3. Drum leite mich sein Willen, so gut ich kann, erguter Geist, den Müßiggang füllen; sie gibt mir Lohn zu meiden, und das, was er und Brod; und wenn ich, mich wirken heißt, geschehe Herr, mit Treue mich, ihr stets mit Freuden! Er stärke zu dienen, freue, so dien mich, damit ich treu, gewissen- ich dir ja selbst, mein Gott. haft und redlich sei, und 5. Sollt' ich je untreu gern dem Nächsten diene! werden; wie fänd' ich Hülf' 4. Ja, segne, Gott, auch auf Erden, wie Trost bei dir, heute mir die Werke meiner dem Herrn? Nein auch die Hände, und lenke meinen schwersten Pflichten will ich Blick zu dir, wenn ich sie mit dir verrichten, du bist froh vollende! Vergänglich mein Gott und hilfft mir gern. ist der Erde Lohn; doch 6. Was nützen gute Tage? ewig ist vor deinem Thron Ein Leben voller Plage macht der Preis der Arbeitstreue! uns das Sterben leicht. GeMorgenlied eines nug, wenn deine Gnade auf meinem rauhen Pfade mit ihrem Trost nicht von mir Dienstboten. m. In allen meinen Thaten. 386. Auch dieser Tag weicht. ist Güte; mit 7. So soll der Tag verdankendem Gemüthe nehm' fließen; fromm will ich ihn ich ihn dafür an. Daß ich beschließen. Herr, stehe mirmich heute freue, dank' ich, dann bei! Du wirst das Gott, deiner Treue; mit mei- Nöth'ge schenken; ich aber ner Macht ist nichts gethan. will bedenken, daß noch ein 2. Regierer meines Lebens, beßres Leben sei. mich weckt kein Tag verge- Abendlieder. bens, zur Tugend weckt er M. In allen meinen Thaten. mich. Wie viel, wie viele 387. Nun finkt die Pflichten, soll ich heut nicht Sonne nieder, verrichten! Die erste sei: Ge- die stille Nacht kommt wiebet an dich. der, und mit ihr Schlaf und3. Herr, was ich bin und Ruh. Sie schenkt uns neue habe, ist unverdiente Gabe; Kräfte, beschließt des Tags 300 Tageszeiten. Geschäfte, und drückt die 8. Woher mein Glück, müden Augen zu. mein Leben? Du bist's, der 2. Noch wach ich, und mir's gegeben! Du bist's, erzähle mit tiefgerührter der für mich wacht! Woher Seele, was Gott an mir auf meinen Wegen so mangethan: mit dankendem Ge- cher frohe Segen? Du bist's, müthe lobsing' ich seiner der Alles wohl gemacht. Güte; er hört mein frommes 9. Gott, groß, von Macht Loblied an. und Treue, jetzt, da ich dein wacht. 3. Von ihm kommt jede mich freue, wird auch die Gabe, das Leben, das ich habe, Nacht mir Licht. Leg' ich die die Ruhe dieser Nacht. Er ist müden Glieder in deinem der Quell der Güter, mein Namen nieder, so wachest du; Schutz und treuer Hüter, der, ich sorge nicht. wenn ich schlummre, für mich 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte 4. Gr läßt es finster werden, geben; so schlaf' ich fröhlich und hüllt den Kreis der Erden ein. Soll er mein Leben enin schwarze Dunkelheit: doch den: so wird Gott mich vol anch in dunkler Stille wohnt lenden, mein Gott auch noch Gott mit seiner Fülle, und im Tode sein. zeigt mir seine Herrlichkeit. m. Gott, du frommer Gott. 5. Er führt aus dunkler 388. Der Tag ist wieFerne den Mond und tausend der hin: und Sterne mit Majestät herauf. diesen Theil des Lebens, wie Sie leuchten, ihm zur Ehre, hab' ich ihn vollbracht? verhoch über Erd' und Meere, und strich er mir vergebens? Hab' seine Hand lenkt ihren Lauf. ich mit allem Ernst dem Gu NATA 6. Groß, wann der Morgen ten nachgestrebt? Hab' ich grauet; groß, wann der Abend vielleicht nur mir, nicht meithauet; groß in der stillen ner: Pflicht gelebt? Nacht im Sonnenschein und 2. War's in der Furcht des Sturme, am Menschen und Herrn, daß ich ihn angefanam Wurme, groß, Schöpfer, gen, mit Dank und mit Gezeigst du deine Macht. bet, mit eifrigem Verlangen, 7. Voll Majestät und Stärke als ein Geschöpf von Gott, stehn lauter Wunderwerke in der Tugend mich zu weihn; deiner Schöpfung da. Wie und heilig und gerecht und kann ich dir's vergelten? Du, Gottes Freund zu sein! Gott so vieler Welten, warst 3. Hab' ich in dem Beauch mir Armen heute nah. ruf, den Gott mir angewie Tageszeiten. 301 fen, durch Eifer und durch Glück, das Andre traf, war Fleiß ihn, meinen Gott, ge- dieß mir angenehm? priesen? mir und der Welt 8. War mir der Fehltritt genützt, und jeden Dienst ge- leid, so bald ich ihn beganthan, weil ihn der Herr ge- gen? Bestritt ich auch in bot, nicht, weil mich Men- mir ein unerlaubt Verlanschen sahn? gen? Und wenn in dieser 4. Wie hab ich diesen Tag Nacht Gott über mich gebeut, mein eignes Herz regieret? bin ich, vor ihm zu ſtehn, Hat mich im Stillen oft auch willig und bereit? ein Blick auf Gott gerühret? 9. Gott, der du Alles Erfreut' ich mich des Herrn, weißt, was könnt' ich dir der unser Flehn bemerkt? verhehlen? Ich fühle tägund hab' ich im Vertrau'm lich noch die Schwachheit auf ihn mein Herz gestärkt? meiner Seelen! Vergib 5. Dacht ich bei dem Ge- durch Christum mir, Gott, nuß der Güter dieser Erden die verletzte Pflicht, dann an den Allmächtigen, durch denk' ich ohne Furcht an den sie sind und werden? jenes Weltgericht! Verehrt' ich ihn als Christ? Mel. Empfand ich seine Huld? 389. Trug ich das Glück mit Es ist das Heil uns. Gottlob! die ArDank, den Unfall mit Ge- bracht! duld? abend! beit ist vollDa ist der FeierWie naht sie sich), 6. Und wie genoß mein die stille Nacht, so freundlich Herz des Umgangs süße und so labend! Wer nun im Stunden? Fühlt ich der Herzen ruhig ist, und seines Freundschaft Glück? Sprach Gottes nicht vergißt, der ich, was ich empfunden? singe Freudenlieder! des War auch mein Herz noch 2. Es ist doch schön, durch fanft, mein Scherz noch un- Thätigkeit den Menschen uüßzschuldsvoll? Und hab ich lich werden! Was hat man nichts gered't, das ich be sonst von seiner Zeit, der reuen soll? turzen Zeit auf Erden? Des 7. Hab ich die Meini- Müßiggängers Lust vergeht; gen durch Sorgfalt mir nur was wir Gutes thun, verpflichtet, sie durch mein besteht, und gibt GewissensBeispiel still zum Guten ruhe. unterrichtet? War zu des 3. Fern sei von mir Mitleids Pflicht mein Herz der Müßiggang! Ich mag nicht zu bequem? Ein nicht gehn, und träumen, 302 Tageszeiten. nicht weichlich sein, und le- 8. O gute Menschen, bleibenslang mein wahres Glück bet gut, und seid's auch morversäumen. Benutzen soll ich gen wieder! Schlaft wohl! meine Kraft: das fordert Der Gott, der niemals ruht, Gott, der sie mir schafft, und sieht gütig auf euch nieder. liebevoll sie stärket. Er gibt euch Kraft zu neuem 4. Mag immerhin oft Fleiß, und endlich kommt saurer Schweiß von meiner auf sein Geheiß der letzte Stirne rinnen! Ich kann Feierabend! doch nur durch treuen Fleiß mel. Nun ruhen alle Wälder. Zufriedenheit gewinnen, und 390. Die Ruhe senkt aller Lohn aus Menschensich wieder auf hand ist gegen sie nur eitler unsre Erde nieder in stiller, Tand; sie ist und bleibt dunkler Nacht. Mit ungedas Beste. 5. Wohlan! Wer fromm und treu an Pflicht gedachte, und von List und Trügerei Tagewerk vollbrachte, trete nun mit frohem Sinn Vaterhand hast du mich, zum Kreise seiner Brüder Herr, geleitet, die Freuden hin und finde dort Erquickung. mir bereitet, die ich an die6. Hinweg von uns, wer sem Tage fand. zählten Leiden, mit ungezählheute ten Freuden ist abermals ein seine Tag vollbracht. fern 2. Mir sind des Tages sein Stunden nicht freudenleer der verschwunden. Mit lieber de träge blieb und jede Mühe 3. Drum preis' ich deine scheute, wer spielend seine Güte mit dankendem Gemüthe Zeit vertrieb, und sich der und herzlichem Gesang. Mein Thorheit freute! Hinweg, ganzes fünft'ges Leben sei wer nicht mit Nedlichkeit, einzig dir ergeben, sei dir gemit Sorgfalt und Beson- weihter, frommer Dant. nenheit und immer friedlich 4. Hab' ich gefehlt, verwirkte! zeihe dem Neuigen, verleihe 7. Er ziehe schamhaft sich zur Beßrung Kraft und zurück, und lerne weiser Muth. Auch ich will Schuld leben, und nach des Her- erlassen, will denen, die mich zens reinem Glück mit hassen, verzeihen christlichernstem Eifer streben! Nur fromm und gut. gute Menschen zagen nicht. 5. Sei Helfer allen, deAuch in der Nacht ist ihr Licht, ihr Schutz ihre Hülfe. Gott nen das Schicksal heiße und Thränen zu ihrem Loose gab. Versüße jeden Kum 303 mer Tageszeiten. vom und ströme sanften 5. Auch auf die kranken Schlummer auf alle Leiden- Brüder sich mitleidsvoll herde herab. nieder, und die ein Kummer 6. So schlaf ich dann im beugt. Entlade sie Frieden. Wie labend ist Kummer durch einen sanften dem Müden die Ruh in Schlummer, und mach ihr stiller Nacht! Mein letzter Herz bald wieder leicht. Feierabend, er sei mir auch mel. Befiehl du deine Wege. so labend, wann alle Arbeit 392. Auch dieses Tages ist vollbracht! Stunden sind mil unter Freud und Glück mir Mel. Nun ruhen alle Wälder. wieder hingeschwunden, froh 391. Wir sehn den heb' ich meinen Blick zu Schlaf uns dir, der alle Freuden, der winken, in seinen Arm zu alles Gute schenkt, zu dir, sinken, und sanft darin zu der auch im Leiden an uns, ruhn: des jungen Tages als Vater, denkt. Werke erfordern neue Stär- 2. Oft jauchzte, wenn te, um sie zum Heil der schon müde mein Haupt in Welt zu thun. Schlummer sank, im späten 2. Doch nimm für deinen Abendliede die Nachtigall Segen, eh wir zum Schlaf dir Dank, und ich schlief uns legen, o Gott, erst un- ohne Sorgen, erwachte ohne sern Dank: dein war's an Dank, wenn freudenvoll am diesem Tage, daß weder Morgen die fromme Lerche Schmerz noch Plage in unsre sang. frohen Kreise drang. 3. Vergib, daß ich ge3. Dein war's, wenn wir schwiegen, du Gott der Güuns freuten, und Saamen tigkeit! Sie soll nicht ferreichlich streuten, der unver- ner siegen, die träge Sinnweltlich ist; dein, wenn wir lichkeit. Ich will dir freuWeisheit lernten, und uns dig fingen, wann stille Nacht vom Wahn entfernten, der mich deckt; und meinen Dank du der Weisheit Urquell bist. dir bringen, wann mich der 4. So laß, o Gott, im Morgen weckt. Frieden dann uns und jeden 4. Für jede LebensMüden vom Schweiß des freude, die ich durch dich Tages ruhn. Stärt uns empfand, für Trost und mit neuen Kräften zu künf Muth in Leide, für Weistigen Geschäften. Wir hof- heit und Verstand, für der fen, Herr, du wirst es thun. Gesundheit Fülle, die mir 304 Tageszeiten. dein Schuß verleiht, für 8. habe Dank, du liediese Abendstille, sei dir mein ber Gott, für dieses Trostes Dank geweiht! Abendlieder eines Kranten. Kraft. Er hat in meiner großen Noth mir Linderung verschafft. Mel. Nun sich der Tag geenbet. 9. Drum geh' ich muthig, 393. Son wieder ohne Graun, dem dunkeln bringt die stille Ziele zu: du, treuer Gott, Nacht so manchem Müden bist mein Vertraun, mein Ruh, nur mein bethräntes Schutz und Schirm bist du. Auge wacht, mir schließt sie 10. Und kömmt in dieser es nicht zu. Nacht mein Tod, so ist er 2. Mit heißen Thränen mir Gewinn; erlöst bin ich netze ich mein Bette früh und aus aller Noth, in Frieden spät, und ach! mein Gott fahr ich hin. verbirget sich und hört nicht mel. Nun sich der Tag gewendet.. mein Gebet. 394. Auch diesen Tag hab' ich volldu noch, eh' Nettung mir erbracht mit aller seiner Noth. scheint? Wann unter meiner Nur deiner Vaterlieb und Bürde Joch, wann hab' ich Macht verdank ich es, o ausgeweint? Gott! 3. Wie lange, Herr, verziehst 4. Mit jedem Abend seh- 2. Wärst du nicht meines net sich dem Morgen zu mein Lebens Kraft, mein Netter Herz, und kömmt er, ach dann und mein Heil, so würd' in foltert mich, mich Armen, meiner Pilgerschaft kein Trost neuer Schmerz. mir je zu Theil. 5. Doch auf, mein Geist, 3. Ach, ohne dich, Allgüverzage nicht! Verlaß dich tiger, verging ich in der auf den Herrn; er, aller Noth; von Freudigkeit und Frommen Zuversicht, ist auch Hoffnung leer wär' ohne dich von mir nicht fern. mein Tod. 6. Wenn ihn mein Herz 4. ,, Was quälet ihr in am fernsten meint, ist er mir eurem Sinn mit schwerem dennoch nah, ist oft, wenn Kummer euch? Auf Gott noch mein Auge weint, mit werft eure Sorgen hin, auf seiner Hülfe da. Gott, er sorgt für euch!" 7. ,, Eh ich noch unbereitet 5. Dieß Wort versüßt war, sahn deine Augen mich, mir jeden Schmerz, es linund jeder meiner Tage war dert jede Noth; es füllt in's Buch gemerkt durch dich." mit Ruh und Trost mein 305 7. Und sollte, Vater, dieſe Nacht des Lebens letzte sein; 6. Froh kann ich mich dem wohl mir! dann ist mein Schlaf vertraun; auch schla- Lauf vollbracht, vollbracht fend bin ich dein. Vor fei- des Lebens Pein. nem Unfall soll mir graun, du wirst mein Helfer sein. Tischlieder. Herz: denn du, du bist mein Gott. 5. Tischlieder. Mel. Singen wir mit Herz. jetzt uns Speis' und Trank. 395. Dank dem milden Lobt den Bater, sagt ihm Vater, Dant! Dank. Aller Segen kommt Unser aller Lobgesang rühme vom Herrn! Dankt ihm, und den, den Alles preist, der uns gehorcht' ihm gern, liebt ihn, jegnet, der uns speist. Er, freuet euch des Herrn! der alle Thiere nährt, hat 5. Danken, danken wollen uns alles das gewährt, was wir dir, o milder Vater, dir; den Leib erhält und nährt. deines Dienstes, Gott, uns 2. Gott zu loben, säumet freun, willig auch zur Arbeit nicht! Es ist Seligkeit und sein, bis in deiner Seligkeit, Pflicht! zu empfinden, wie er nach durchlebter Pilgerzeit, liebt, wie viel Sutes er uns uns dein Anschaun selbst ergibt; wie er unser Leben freut. schützt, uns in Schwachheit Mel. Nun danket alle Gott. unterſtützt, reichlich schenket, 396. Wir danken freuwas uns nützt. dig dir für alle 3. Dankvoll schauet um deine Gaben, die wir, o Vaeuch her! Gott erfüllet Land ter, jetzt von dir empfangen und Meer; willig gibt auf haben. Gesundheit gibst du jein Gebot euch die Erde uns, und Nahrung, die erWein und Brod. Flur und freut; hier hier einen frohen Gärten blühn für euch; Muth und dort die SeligBerg und Thäler sind so keit. reich, Menschen, und für 2. Laß nie gefühllos uns, wen? für euch! wie gut du bist, verkennen; wahrer Dankbarkeit 4. Unser Vater, der uns von liebt, der uns, was uns laß unser Herz entbrennen. gut ist, gibt, schenkt auch mach' uns gehorsam dir, 20 - Geburtstag. mach im Beruf uns treu, wenn uns daß alles unser Thun dir entzücket! wohlgefällig sei. um dort 306 der Himmel einst Führ' uns dahin, noch mehr dich zu 3. Wenn deine Huld uns erhöh'n, von deiner Vaterschon auf Erden so beglü- huld mehr Proben noch zu cket, was wird es sein, jehn. 6. Geburtstag. M. Es ist das Heil uns kommen. auf's neue. Durch Liebe 397. tomme, Herr, mich zu dir zu ziehn; dieß mit Dank und war dein göttliches Bemühn. Preis dich heute zu erheben. Vergib, wenn ich's verEinst ward ja nur auf dein kannte. Geheiß dieß Leben mir gege- 5. Gerührt, o Vater, weih ben, und mehr, als ich be- ich dir die Tage, die noch rechnen kann, hast du des kommen. Es ist ja doch Guten mir gethan, seit mei- nichts Beßres hier, als Herrnem ersten Tage. lichkeit der Frommen. Ge2. Ein Jahr von meiner wänn' ich auch die ganze Lebenszeit ist wieder hinge- Welt: was hilft's, wenn dir schwunden, und Proben deiner mein Herz mißfällt? was Gütigkeit empfing ich alle hilft's mir, wenn ich sterbe? Stunden. Für Leib und 6. Ich will zum höhern Seele führtest du mir tau- Ziel hinan aus allen Kräfsend, tausend Freuden zu, ten streben, will Gutes thun, und fürztest meine Leiden. jo viel ich kann, denn dieß 3. Wer bin ich, daß du, nur heißet leben! Und leh' Herr der Welt, so reichlich ich so, dann setz ich dort dieß mein gedenkest, und, was mein wahre Menschenleben fort, Herz getrost erhält, so väterlich und freue mich mit Engeln. mir schenkest? Ich bin ein 7. Dort sey ich dann geMensch, der deinen Pfad nicht trost zurück auf's Leben dieimmer treu betreten hat. Was ser Erde, und segne froh den kann ich von dir fördern? Augenblick, da du mir zu4. Ich fehlte; doch du riefst: werde! Ja, Gott, so wanktest nie in deiner Huld lang ich hier noch bin, will und Treue. An jedem Tage ich mit hoffnungsvollem Sinn sah ich sie in deiner Welt mein Leben tren benutzen. 307 6. Gebet für Kranke. M. Herzlich thut mich verlangen. brüderlichem Herzen! O Gott, 398. Barmherziger, er- erleichtre väterlich die Bürde höre der Liebe ihrer Schmerzen! Sprich heißes Flehn! Laß, den wir Tröstung den Verzagten ein, innig lieben, bald deine Hülfe und lehre sie auf dich allein sehn! Er liegt und ringt und mit festem Muthe trauen. duldet, gequält von bitterm 2. Des niedern Lebens Schmerz, wir sehn ihn an Eitelkeit, die Thorheit aller und weinen, voll Mitleids Sünden, und deine Huld, bricht das Herz. die gern verzeiht, daß, Vater, 2. Du pflanztest ja den sie empfinden! Erwecke Menschen des Mitleids Triebe freundlich ihren Geist, daß ein; wie solltest du nicht er der Weltlust sich entreißt, Helfer, du nicht Erbarmer und gib, was sie bedürfen. sein? Wir würden gern ihn 3. O weise sie zu Jesu retten; doch ach! wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was hin, damit sie dulden lernen, und allen unzufriednen Sinn teiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh', deine Kinder mit Glaubenskraft entfernen. flehen für diesen Kranken Dein Vaterwille müss' allein dich. Geuß Baldsam in die ihr eigner ernster Wille sein, Wunde, und hilf ihm väter- und ihres Herzens Freude! lich! Des Leidens schwere 4. Verleih den Schwachen Stunden, laß sie vorüber- Kraft und Muth zu kämpfen gehn! Doch, Herr, nicht und zu siegen! Sei du, o unser Wille, dein Wille soll Gott, ihr höchstes Gut, ihr gescheh'n! Vergnügen! Laß 4. Reichst du des Todes durch den Trost der Ewigkeit Becher, o Gott, ihm heute schon die Leiden dieser kurzen Zeit und rufft aus unsern Händen vor ihren Blicken schwindu ihn vor deinen Thron: den. innigstes dann steh ihm bei und führe 5. Der Kranke, der durch ihn hin durch's dunkle Thal, dich genes't, sei sei eifrig dann lindre ihm, Erbarmer, fromm zu leben, und dem, des Todes letzte Qual! der ihn vom Schmerz erlöst, zum Opfer sich zu geEr nüße die verjüngte freudig und erMel. Ach Gott, vom Himmel. 399. Für alle Kranke ben. bitt' ich dich mit Kraft, um 120* 308 Abendmahlslicd eines Kranken. wissenhaft zum Wohl der er sei des Himmels Erbe! Welt zu wirken! Heiland, deinem Bilde 6. Gib, wenn der Kranke gleich erhebe sich zu deisterben soll, daß er auch nem auch nem Reich die Seele des christlich sterbe sterbe, und mach' Erlösten. ihn jener Hoffnung voll, 8. Abendmahlslied eines Kranken. Mel. Wer nur den licben Gott. höh'rer Freuden und deines ich Himmels Vorschmack sein. 400. Ach könnt dich doch mit dei- Dein Leiden, dein Versöhnen Gliedern im Tempel, nungstod erquicke mich in Jesu, erhöh'n und meiner Noth. freudenvoll mit meinen 4. Ich seh', ich seh' den Brüdern das Denkmal dei- Himmel offen, ich fühle meines Tods begehn! Doch, ne Seligkeit! Was kannst weil mich Noth und Krank- du, Seele, Größres hoffen, heit plagt, ist mir dieß hohe als was dir hier der Herr Glück versagt. verleiht? Ist's furchtbar, 2. Sieh hier auf meinem meiner Leiden Heer, mein Krankenbette, hier fei're ich Herz erbebt davor nicht dein Mahl allein. Doch, mehr. Herr, ich weiß an jeder 5. Und naht der Tod mit Stätte hast du verheißen, seinen Schrecken: ich bin nah zu sein. Wo je ein getrost und zage nicht. Vom Frommer seufzt und weint, Tode wird mich Gott erweda bist du großer Menschen- cken; ich komme nicht in freund. das Gericht. Denn Gott ist 3. Laß das Gedächtniß Vater, groß und gut: dieß deiner Leiden mir Schwa- gibt im Tode Trost und chen Kraft und Trost ver- Muth. leih'n; laß es die Quelle 9. Für Sterbende. Mel. Ogroßer Gott, du. seinem Ende, der ewig sich 401.h fasse, Bater, auf dich verläßt. Du biſt Hände, mein Gott von Jugend auf deine und halte sie im Glauben hilf glücklich enden meinen fest; verlaß den nicht an Lauf. Für Sterbende. 309 2. Du hast, nach deiner M. Ach bleib mit deiner Gnade. Vatergüte, beständig wohl an 402. Bald ist sie nun mir gethan; erhör' auch vollendet, die meine letzte Bitte; nimm, kurze Uebungszeit; mein ErGott, mich dort zu Ehren denlauf geendet, es naht die an! Ach, Vater, ach! noch Ewigkeit. Eins ist noth: ein gutes End', ein sel'ger Tod! 2. Jch bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs3. Du hast mich je und voll; sinkt doch in Gottes je geliebet, versorgt, gestärkt, Hände mein Geist, und ihm geschützt, regiert, mich oft ist wohl. erquickt, durch Leid geübet. 3. Und manche gute ThaHeil mir, daß ich oft wunderbar, stets wohl ten, stehn vor mir, geführt; wohin ich ging, wo sie that! hin ich sah, war mir stets schön, wie Saaten, die Gott deine Güte nah. gejegnet hat. mir im Tode nach! 4. Sie reifen nun entge4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, sieh' meine Noth, gen dem großen Aerndtetag. o Vater, an! Erquicke, lin- Welch schöner, reicher Segen dere, errette! denn du bist's, folgt Nun geh', mein Geist, der mir helfen fann. Stärk' Gott, von mich im Guten bis an's geh' wieder zu Gott, dem du bist. Seht, SchweEnd', damit ich treu den stern, sehet Brüder, so selig Lauf vollend'. stirbt ein Christ! 5. - - 5. Jhr eiteln Güter dieser Erden, ihr machet mir M. Wachet auf, ruft uns. den Tod nicht schwer! jetzt 403. Gott sei mit dir soll Amen! Amen! ich ewig selig werden; Entschlaf' in jenem großen drum brauch ich eurer nun tamen, den Erd' und Himnicht mehr. Du, Gott, bist's, mel tief verehrt! Deine Laufwenn das Eitle weicht, der bahn hat ein Ende: dein mir des Lebens Krone reicht. Schöpfer nimmt in seine 6. Ich übergebe dir die Hände die Seele, die ihm Meinen, du, Vater der angehört. Hör', o erlöſter Barmherzigkeit; laß ihnen Geist! der bald am Thron stets dein Trostlicht scheinen, ihn preist: Jesus Christus und bleib ihr Gott zu aller hat dich versöhnt: von ihm Zeit. Behüte sie vor Unge- gefrönt, empfängst du nun mach, und bringe sie mir des Glaubens Lohn. selig nach. 2. Welcher Glanz wird SUR 310 Für Sterbende. dich umfangen, wenn nun re du, Geist Gottes, Trost der Tag dir aufgegangen und Hoffnung zu, und lehdes Lebens nach der Todes- re du sie voll Vertraun und nacht! Sei gesegnet! Amen! ohne Graun hin in die Amen! Entschlaf' in Jesu Nacht des Grabes schaun. Christi Namen! Er starb 4. Zeig' ihnen dann den für dich, und hat's vollbracht. Lohn von fern, und hilf den Ach, mehr als du verstehst, Schwachen, Geist des Herrn, und weinend von ihm flehst, daß, wenn sie um Erbarwird er geben. Er hat's mung flehn, sie freudig sehn, vollbracht; die dunkle Nacht wie der uns liebt, zu dem der Sünde und des Tods, sie gehn.. entflieht. dob 5. Nimm nach vollbrachdem zittre 3. Nimm den letzten Trost tem Lebenslauf sie zu des und Segen; du eilest zwar Himmels Frieden auf. VerGrab entgegen, doch wirf, wenn nun ihr Auge deine Seele nicht! bricht, verwirf sie nicht, o Zwar wir gehen hin und Herr, von deinem Angesicht! säen dich irdisch aus; doch 6. Ach, Gnad' ergehe dann auferstehen sollst du mit je- für Recht. Denn von dem ntes Tages Licht! Geh' ein menschlichen Geschlecht ist zu deiner Ruh! Der Herr auch der Beste nicht ganz schließt nach dir zu; aus rein. Wer könnte dein, Gott, dem Grabe, das bald dich ohne deine Gnade sein! deckt, wirst du erweckt, zum ew'gen Leben auferstehn. M. Ich hab' mein Sach. 7. Sei ihnen doch nicht fürchterlich! Erbarm' 0 Richter, ihrer dich! Gib, daß 404. Vernimm, o Gott, von aller Angst befreit in das heiße Flehn Ewigkeit ihr Herz sich deiner der Kranken, die zum Tode Liebe freut! gehn. Ach, sei in ihrer letz1 ten Noth ihr Freund, ihr M. Freu dich sehr, o meine. Gott! Ein Schlummer sei 405. Unter manchen für sie der Tod! 2. Erschüttert sie banger Schmerz; so das beklemmte Herz, auch in des Leidens es, reich an Muth, in weisen Fügung ruht. bangen Schmernoch zen ist er( sie) schon dem stärke Tode nah. Er( sie) so theudamit er unserm Herzen; matt und Wuth hülflos liegt er( sie) da, ist deiner sich seiner( ihrer) nicht be wußt, röchelnd athmet seinte 3. Ach, ihren Seelen füh-( ihre) Brust; ohne Kraft Beim Tode der Unsrigen. 311 sich auszudrücken spricht er hen, seiner( ihrer) Lippe ( sie) blos in starren Blicken. Seufzer an, gib ihm( ihr) 2. Bald, ach bald entflieht Muth und Zuversicht, und sein( ihr) Leben, hin, hin ist durch deine Lehren Licht, des Todes dunkelm der Jahre Zahl, die du ihm auf ( ihr), o Gott gegeben, hin Pfade das Gefühl von deiner auch seiner( ihrer) Schmerzen Gnade. Qual; er( sie) wird nun der Daß er( sie) vor dem Welt entrüft; jede Last, die Tod nicht bebe, frei den ihn( sie) gedrückt, seines( ih- Blick hin auf die Gruft, res) Jammers bange Stun- froh den Geist zu dir erhebe, den sind bald durch den Tod der den Staub in's Leben verschwunden. ruft, daß er( sie) sicher dei4. 3. Nimm, da er( sie) uns ner Huld, und, frei von der nicht verstehen, und zu dir Sündenschuld, ruhig und genicht beten kann, seines( ih- lassen sterbe, und das Glück res) Herzens stummes Fle- des Himmels erbe. -50 10. Beim Tod der Unsrigen. M. In allen meinen Thaten. und Tugend in ihre zarten 406. Der Mensch weint Herzen ein. viele Thränen, 4. Sie haben wenig Freuhat manchen Kampf, manch den, und oft gar viele LeiSchnen nach einer bessern den, bis sie erzogen sind; sie Welt; doch jede Thrän' wachen, flehn und sinnen, schmerzt minder, als die vom und alles ihr Beginnen geht Aug' der Kinder auf guter auf das Wohl von ihrem Aeltern Leiche fällt. Kind. 2. Der Weise sucht ver 5. Sie würden für sein gebens die Führer seines Le- Leben sehr gern das ihre gebens, vergebens ihren Rath; ben, wenn es sein Heil er sie sind hin, weggenommen, wirbt. Wie vieles ist versie werden nicht mehr kom- loren, wenn die, die uns gemen. Wohl dem, der sie boren, wenit Mutter oder behalten hat! Vater stirbt! 3. Gott läßt durch ihr 6. Doch ist ein Vater Bemühen die Kinder groß droben, der allen viele Proerziehen, daß sie der Welt ben von seiner Treue gibt. sich freun. Sie schützen ihre Er bleibt, wenn Alles weiJugend, sie pflanzen Recht chet; so weit der Himmel 312 Beim Tod der Unsrigen. kindlich reichet, reicht seine Macht, auch im Schmerz die uns umgibt. seinen Willen ehrt! 7. Der Waisen bange 6. Er, der eurem Arm Klage steigt nicht am Trau- entriß, was ihr jetzt noch ertage umsonst zu ihm em- weinend liebt, er ist's, der por. Er weiß, was sie be- es euch gewiß einst vollkommfallen, er hört den Säugling ner wieder gibt. lallen, und jeden Seufer hört 7. Ja, ihr sollt es wieſein Ohr. der sehn, euer Kind, das ihr 8. So sei uns denn, o beweint; sollt mit ihm am Bater, der treueste Berather, Throne stehn, wo euch Gotwie uns verheißt dein Wort. tes Huld erscheint. Vergilt mit ew'gen Freuden, 8. Schaut denn weg von nach einem kurzen Scheiden, jener Gruft, die nun euren die Liebe unsrer Aeltern dort. Liebling deckt! Wißt, daß Gott auch euch einst ruft, und auch euch einst auferweckt. M. Gott sei Dank in aller. 407. Aeltern, weinet 9. Blickt zur Ewigkeit auf das Grab empor! Lernet euch des Himeures Kindes Thränen hin; mels freun! Was sich hier aber trocknet sie auch ab, in Nacht verlor, wird euch denn sein Tod war ihm Ge- dort einst lichtvoll sein. winn. M. Herr, ich habe mißgehand. 2. Gott entriß es der Ge- 408. Wenn der Stifter fahr, die uns oft auf Erden der Geschlechdroht. Uebergang zur Engel- ter unsre Lieben zu sich ruft, schaar, sanfter Schlummer wenn die Söhne wenn die war sein Tod. Töchter sinken in die frühe 3. Tausend kämpfen in Gruft; ach, dann fühlen der Welt; aber euer Kind unsre Herzen unaussprechlich ist da, wo kein Feind es tiefe Schmerzen. überfällt: denn sein Netter 2. ist ihm nah. kaum Wenn der Säugling geboren, gleich der 4. Gebt denn ruhig Gott, Blume, schnell verblüht, und dem Herrn, auch dieß liebste die Mutter nun verloren Opfer hin! Gab er ja doch ihre ganze Hoffnung sieht; selbst so gern seinen Sohn leicht kann dann ihr Herz für mich dahin. verzagen, so viel schwere 5. Prüfen will er euer Pein zu tragen. Herz, prüfen eures Glaubens 3. Wenn der Tod im ed= Werth. Zeigt ihm, daß ihr len Sohne seine Lust dem Beim Tod der Unsrigen. 313 Vater raubt, wenn des Hau- wehen; sie lispelt mir im ses Stütz' und Krone sinket Harfenton: Du wirst sie mit des Vaters Haupt, Müt- wieder sehen! Bist du nur ter von den Kindern scheiden; fromm, sind sie nur gut, Herr, was gleichet diesen dort oben, unter Gottes Hut, Leiden? wirst du sie wieder sehen. 4. Ach, es müßte unter- 3. Des Frommen Seele liegen, dieses arme, schwache trennt sich nicht von gleichHerz, hülfest du nicht, Herr, gesinnten Frommen. Sie uns siegen über Tod und werden all' in Gottes Licht Trennungsschmerz! Rechte schlug uns Deine auf's neu' zusammen komnieder; men, von keinem Tode mehr deine Rechte hebt uns wieder! getrennt; denn Gottes En5. Vater, deines Trostes gel, der sie kennt, vereinigt Quelle trocknet auch am sie zusammen. Grabe nicht. Selbst des 4. Der fromme Wandrer Todes Nacht wird helle durch findet dann dort den Gedes Glaubens mildes Licht. fährten wieder; der Gatte Alles, was wir hier beweinen, trifft den Gatten an, der wird uns einst als Glück er- Bruder seine Brüder; die scheinen. fromme Mutter grüßt ihr 6. Wandeln nicht in hohen Kind; denn alle gute Seelen Freuden deine Lieben dort sind in Gottes Stadt beiam Thron? Sollten wir sie ſammen. nicht beneiden um den früh 5. Drum bitt' ich euch errungnen Lohn! Herr, du mit Mund und Hand: seid wirst im bessern Leben die fromm und gut, ihr Meinen, Verlornen wieder geben. damit wir dort im VaterM. Wenn mein Stündlein. land uns ewig einst vereinen. 409. chwer liegt der Wie wird's uns sein, wenn Trennung Last wir uns sehn, wenn wir auf mir; ich liebe sie, die uns froh entgegen gehn, und Meinen. O laß, mein Gott, ewig Heil uns leuchtet! mein Gott! vor dir mich 6. Seid froh, ihr Lieben! diese Frage weinen: Werd' denn gewiß: wir werden uns ich, nach meinem Tode gleich, dort finden, in Gottes Stadt, werd' ich, o Herr, in deinem im Paradies, von Fesseln Reich die Meinen wieder frei, von Sünden. Ja, unser sehen? Staub wird auferstehn. D PHINE 2. Wohl mir! o Gott, ich Wiedersehn, o Wiedersehn! höre schon des Geistes Stimme Wie tröstest du die Seele! 314 Beim Tod der Unsrigen. M. Ewigkeit, du Donnerw. mein Gott, geschah: ich war 410. Für ür deinen Him- jes, der sie sterben sah! mel reiften sie, 4. Ja, ich verehre dein ach! meinem Wunsch nach Gebot! Laß mich nur meiner viel zu früh; doch, Herr, Kinder Tod, Allgütiger, benach deinem Willen! Wie weinen! Du, der du Aller blutet mein verwundet Herz! Vater bist, und fühleft, was Wie kämpf' ich wieder mei- ein Vater ist, laß mich nun nen Schmerz und weiß ihn gehn und weinen! Verzeih nicht zu stillen! Zwar für den Trieben der Natur: nicht den Himmel reiften sie; doch, murren, weinen will ich nur! meinem Wunsch nach, viel 5. Auch meine Thränen zu früh! preisen dich! sie sind die 2. Ach meine Kinder sind Zeugen, Gott, daß ich die nicht mehr! Vorbei ist meine liebte, die du liebest, und Hoffnung, leer von Freud' nun, im Lichte deines Throns, ist nun mein Leben! Ich selbst in Erkenntniß deines sah sie wie den Frühling Sohns, in aller Tugend blühn; dir Gott, hofft' ich übest. Herr, meine Seufzer sie zu erziehn, dir, der sie danken dir, bisher vertrautest mir gegeben! Mein Alter du sie mir! sollten sie erfreun, einst Zeu- 6. Mit Thränen preis' gen meines Todes sein. ich dich auch einst, wenn du 3. Du aber sprachst: sie zum Weltgericht erscheinst: sind mir schon erzogen, gib doch dann mit Freudenthräsie mir, mein Sohn! hochnen. Dann werd' ich meine will ich sie erhöhen! Sie Kinder sehn, mit ihnen auf werden nicht dein Alter freun, dem Staube stehn, mich nicht nicht deines Todes Zeugen mehr trostlos sehnen. Ich sein: du sollst sie sterben werd' ihr Vater wieder sein, sehen! Dein Will', o Herr, und ewig mich mit ihnen freun. 11. Beim Tode junger Leute. M. Alles ist an Gottes Segen. bens Quell versieget; auch 411. Erdentöchter, Er- des Starken Arm erschlafft. densöhne! Seid 2. Doch, ihr Christen, nicht stolz auf Reiz und seid nicht traurig, wenn so Schöne! Trotzet nicht auf früh, so dumpf, so schaurig. eure Kraft! Eures Mundes euch die Sterbeglocke ruft: Hauch verflieget; eures Le- ledler, fräftiger, verklärter ,. Beim Tod eines Verunglückten. 315 liebevoller liebenswerther 5. Leibesschönheit wird überfliegt der Geist die Gruft. verblühen, Seelenschönheit 1 3. was ist des Grabes nie entfliehen; sie ist für die Sinn Höhle? Menschen mit der Ewigkeit. Sanfter sanften Seele, fürchtet nicht, und reine Tugend lohnt mit hinab zu sehn. Ueber Grab ewig froher Jugend, lohnt und Grabestrümmer wird mit Himmelsseligkeit. der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. das 4. Nein umsonst ist nichts het; nur der Erde geboren! Alles ruhet unver- vergehet; nur loren in des ew'gen Vaters bleibt zurück. Wie die GottSchooß. Süße Hoffnung! heit unvergänglich, wie der Schöner Glaube! Alles win- Himmel überschwänglich ist det einst vom Staube herr- des Christen wahres Glück. licher sich wieder los. 6. Himmelsseligkeit besteGlück Eitle 12. Beim Tod eines Verunglückten. M. Christus der ist mein Leben. 5. Auf allen unsern We412. Verzeih der tiefen gen umhüllt uns Dunkelheit, Trauer, die un- und oft ist Noth zugegen, ser Herz erfüllt! Wir sehn wo unser Herz sich freut. mit bangem Schauer des 6. Doch alles, was geTodes Schreckenbild.schichet, erfolgt auf dein Ge2. Was ist des Menschen bot. Du willst; der Tod Leben? Was ist des Wien- entfliehet! Du willst; ſo schen Kraft? O Gott, von kommt der Tod! Angst umgeben wird er oft 7. Ach, dieß nur macht hingerafft. uns stille. Wir sind in 3. Gesund und muthig deiner Hand, und gnädig ist schreitet er durch die Welt dein Wille, allweise dein einher. Ein Unglück wird Verstand. bereitet, und ach,- er ist 8. Wo wir oft ängstlich nicht mehr! zagen; erhöhst du unser 4. Wer zählet die Ge- Glück, und lenkst von trüfahren, die uns auf Erden bern Tagen uns wunderbar drohn? Willst du uns nicht zurück. bewahren! so stürzen sie uns schon. 9. Auch wenn des ToGrauen uns plötzlich des Beim Tod eines Frommen. niederreißt, darf unser Geist sein, daß, wenn wir vor dir trauen; du liebest unsern dich treten, wir deines Heils Geist. uns freun. 10. Er kann und wird nicht sterben; er eilet nur 12. Da schwinden dann hervor; entreißt sich dem die Schrecken auf ewig von Verderben und schwebt zu uns hin. Da sehen wir und dir empor. schmecken: der Tod war nur 11. Olehr' uns wachen, Gewinn. beten, und stets besonnen! 316 13. Beim Tod eines Frommen. M. Jesu, der du meine. uns so geliebt. Ja, gerecht 413. Wer mit Luft und sind unsre Zähren, laßt uns Eifer strebte ihn im Tode ehren. Doch nüßlich für die Welt zu bei allem Schmerz und Leid sein; wer nicht blos, tür sich tröst' uns seine Seligkeit! nur ſein; wer nicht blos Menſchen lebte, suchte zu erfreun: deß Ge- 4. Ja, sein Name sei dächtniß bleib' und daure; uns heilig, unvergeßlich, was seine Nachwelt klag' und er that! Heil dem, der so traure; wo sein Grab ist, treu und redlich seine Pflicht weine dann, wer die Tugend erfüllet hat! Sein Gedächtschäßen kann. niß strahle immer, wie der Abendröthe Schimmer sanft erquickend Gottes Welt, eh' es Nacht wird, noch erhellt. 2. Alle, Alle müssen flagen: viel zu früh starb die ser Mann!" O wie viele müssen sagen: ,, meiner auch nahm er sich an!" Laßt uns 5. Seine schönen Tugendehren seinen Namen, seine thaten bleiben segnend uns Tugend treu nachahmen, und zurück; tragen, gleich den sein Beispiel stets erneun: reichen Saaten, für die Nachdann wird sich die Nachwelt welt Heil und Glück. Gott, freun. der Richter aller Welten, 3. Ja, laßt uns auch wird sie öffentlich vergelten. heute weinen, Alle, die sein Menschentadel trifft sie nicht, Tod betrübt; unsre Klagen dort umstrahlt sie Gottes hier vereinen, um ihn, der Licht! 317 14. Reise lieder. Vor der Reise.den, mein Helfer in der Mel. Befiehl du deine Wege. 414. Beglücke meine Noth! 3. So will ich denn mein Reise, Gott! Leben, o Vater, und mein ich vertraue dir; du bist der Gut dir freudig übergeben, Herr, beweise, wie treu du und deiner treuen Hut. Erbist an mir. Auf allen halte meine Kräfte, beglücke meinen Wegen begleite vä- meinen Fleiß, und meiner terlich mit deinem Heil und Pflicht Geschäfte zu Segen, mit deinem mich. deinem Schutze Juhm und Preis. 4. Laß dir auch meine 2. Ich bin in deinen Lieben zum Schuß empfohHänden: deß soll mein len sein. Nichts müsse sie Herz sich freu'n; denn du betrüben; dein Trost sie stets tannst Hülfe senden, wo erfreu'n! Sehn wir uns mir Gefahren dräun. Bin fröhlich wieder in Glück und ich bei dir in Gnaden, so wohlergehn dann werden fürcht' ich nichts, o Gott. unsre Lieder, Gott, deinen Tu wehrest allem Scha- Juhm erhöh'n! 15. Lied eines Jünglings auf der ReiseMel. Nun sich der Tag geendet, und Eitelkeit entlocke dir mich 415. Auch außer mei- nie! Was kurz vergnügt dein. nem Vaterland und lang gereut, gib, daß, wirst du, Gott, mit mir sein. ich's redlich flieh! Du leitest mich an deiner 5. Wo man mich sieht, Hand: denn immer bin ich und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort 2. Vergeß ich dieser Wahr- auch, wo kein Mensch mich heit nicht; so hab ich frohen kennt, das Laster ernstlich Vuth, ich übe treulich meine scheun! Pflicht, und auch mein Herz ist gut. 6. Nur wer die Tugend chrt und liebt, deß Beispiel 3. Doch, Herr, ich fühle führt zu dir. O du, der mich noch schwach; drum alles hat und gibt, Gott, stärke du mein Herz! O gehe solchen Freund gib mir! meiner Seele nach, und sichre 7. Dem Freunde wilder sie vor Schmerz! Fröhlichkeit, dem Freund 4. Der Reiz der Sünd' von List und Spott, von 318 Reiselieder. Wollust, Spiel und Ueppig- 1 Nach der Reise. keit, entreiße mich, o Gott! Mel. Wer nur den lieben Gott. 8. Wer Wahrheit, Pflicht 416. Dank sei dir, Vaund Recht verdreht, der flöße anter meines LeGram mir ein, und vor dem bens! Du hast mich froh Ich flehte Thoren, der dich schmäht, er- zurückgebracht. zitt're mein Gebein! nicht zu dir vergebens: du 9. Mich lehre stets dein hast mich väterlich bewacht, heilig Wort auf guten We- Durch deine Gnade bin ich gen gehn, und wenn ich hier: dein Schuß und Schirm kann, an jedem Ort im war über mir. Tempel dich erhöh'n! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner 10. Dann bin ich meiner reichen Güte freun; mit ihAeltern Lust, im Alter noch nen mein Gebet vereinen, ihr Stab, und keines Lasters und dir des Dankes Opfer mir bewußt, begleit ich sie weihn. Mein Thun gelang, an's Grab. o Gott, durch dich: du schütz11. Mir folgt ihr Segen test, du beglücktest mich. durch die Welt, bis einst 3. Sei ewig, Gott, sei mein Auge bricht, und met hochgepriesen! denn wie viel nen Geist, der dir gefällt, Gutes hast du mir auf meierschrecket kein Gericht. ner Reise nicht erwiesen! 12. Erhebe denn zu jeder Wein schwaches Lob gefalle Zeit, erhebe dich, mein Geist! dir. Dir will ich fünftig Es ist die frohe Ewigkeit, auch vertraun, und stets auf wohin der Jüngling reist. deine Hülfe schaun. Mon 16. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danket Alle Gott. 2. O welch ein Glück ist 417. Von heiligem Ge- es, mit Andern froh verbunfühl der An- den, sich betend zu dir nahn! dacht tief durchdrungen, sei ja das sind sel'ge Stunden! heute dir von uns Lób, Preis Und hier soll unser Herz sich und Dank gesungen, da wir betend deiner freu'n, drum das erstemal in diesem Tem- weihen wir dieß Haus zum pel dich, vereint, o guter Andachtshause ein. Gott, anbeten feierlich. 3. Mit lautem Preisge Bei Einweihung einer Kirche. 319 sang dich ehrfurchtsvoll er- serwägen, und dieses Hauheben, dieß heilige Geschäft ses Zweck recht ernstlich überist Seligkeit im Leben. Du, legen. Dann wird der heut'ge Bater, gibst sie uns; in diesem Tag ein Tag des Segens Tempel soll ertönen unser sein, und seiner wird sich Lied zu dir andetungsvoll. noch die späte Nachwelt freun. Mel. Vom Himmel hoch, da. 4. Wir sollen hier welch Glück! die achten 418. Mit froher Seele Christen lehren und ihren danken wir, - hohen Werth selbst fühlen, Herr, unser Gott und Vater, nicht blos hören. Auch da- dir. Du hast von unsrer zu hast du uns dieß An- Kindheit an des Guten viel dachtshaus verlieh'n; drum an uns gethan! müsse unser Herz vom hei- 2. Noch dauert deine Güte Ben Danke glüh'n. fort. Uns soll auch der Ver5. Hier wird mit Danf- sammlungsort, den wir gegebet das Kind in früher rührt dir heute weihn, ein Jugend geweiht dem Kinder- Denkmal deiner Liebe sein! freund, dem Vorbild jeder 3. Dank dir! in diesem Tugend; ein Wink zur großen Heiligthum wird uns gelehrt Pflicht, daß man das Kind das Christenthum, das Jesus schon früh zur Herzensreinig- an das Licht gebracht, und teit, nach. Jesus Sinn, erzieh. das uns gut und jelig macht. 6. Hier sollen wir vereint 4. Laß diese Lehre wirksam das Mahl der Liebe feiern, sein, in allen Herzen zu zerder Menschenliebe Pflicht an- streun des Aberglaubens finstre schauend zu erneuern; erin- Nacht, den Irrthum und der nern uns an Den, der auf Sünde Macht. der Liebe Bahn durch Leben 5. Du bist's, der alles und durch Tod uns muth- Gute schafft; drum steh' mit voll ging voran. deiner Gottesfraft, o Vater, 7. Laß dieser Wohlthat steh uns mächtig bei, daß Werth uns, Vater, stets Wahrheit uns stets heilig sei. 17. Bei Einführung eines Predigers. Mel. Wie schön leuchtet der. Jesu, Herr der Herrlichkeit, 419. Beherrscher deiner du Führer deiner Heerde, siehst auf die erlöste Christenheit, o du 320 Bei Einführung eines Predigers. Welt, regierst sie, wie es dir solgsam hört gefällt, sorgst, daß sie selig Guten übet! werde. Trostvoll, göttlich und Gemeine! Laß sie deine sind die Lehren, die wir hö- Treue sehen und auf deinen ren! Heil und Leben willst Wegen gehen. du deinen Freunden geben. 5. Wann einst dein großer 2. O wohl uns, Herr, Tag erscheint, laß unſern Lehdaß du uns liebst, nach dei- rer, unsern Freund, uns dir nem Sinn uns Lehren gibst, entgegen führen! Die Seedie uns zum Himmel führen, len sind ihm zugezählt; o gib, und voll von hoher Wissen- daß dort ihm keine schlt! Laß. schaft, von Tugendliebe, Geist keine ihn verlieren! Vor dir, und Kraft auch Sünderher- Richter, wird der Lehrer und zen rühren! Treue Hirten der Hörer dann sich freuen, laß den Seelen niemals feh- und dir Jubellieder weihen. len, und die Heerden mit 6. Sei uns gesegnet, Knecht den Hirten frömmer werden! des Herrn! Dein Herz sei 3. Wir nehmen hier von nimmer von uns fern! Du deiner Hand den Lehrer, den tamst in Jeju Namen. O du uns gesandt; Herr, reich uns deine Freundeshand! segne sein Geschäfte! Die Wir gehn mit dir in's VaSeelen, die sich ihm ver- terland, du mit uns! Amen, traun, durch Lehr' und Le- Amen! Heilig sei uns diese ben zu erbau'n, gib Weis- Stunde! Treu dem Bunde, heit ihm und Kräfte! Wäch- den wir schließen, werden wir tig steh' ihm ſtets zur des Heils genießen. Seite, daß er streite, bet mel. Sei Lob und Ehr' dem. und wache, sich und Andre 420. Dein Heil, o Gott, jelig mache. erbitten wir für 4. Herr, deinen Geist laß alle Lehrer heute; auch für auf ihm ruhn! Lehr den Lehrer, der sich dir an ihn sein Amt mit Freu- diesem Tage weihte. Herr, den thun! Vertilg, was segne ihn, verlaß ihn nicht, ihn betrübet! Gib, wann ihm leuchte sanft dein Angelehrt, sicht! Herr, gib ihm deinen er deine Wahrheit und stets ein Herz, das Frieden! und sich im Stärke Lehrer 18. Bei Einführung eines Schullehrers. und Mel. Allgütiger, dir will. die stets mit Ernst 421. Vergilt, o Bater, Sorgfalt sich bemüh'n der allen Lehrern, Kinder Herz von seinen Feh Bei Einführung eines Schullehrers. 321 lern, und ihren Geist von tung für ihr Amt, aus dem Thorheit wegzuziehen! Odas Heil so vieler Seelen welche Saat wird hier durch stammt! sie gestreut! Sie keimt em- 6. Gib, daß sie immer heller por für Zeit und Ewigkeit! sehen, was wahr und schön, 2. Bedauernswürdig sind was chrbar ist und gut, und die Seelen, die unbelehrt durch immer auf dem Pfade gehen, dieses Leben gehn. Wie könn- auf dem dein Blick mit Wohlten sie das Gute wählen, gefallen ruht! Jhr Beispiel wenn sie nicht auch das Lichtssei, so wie ihr Unterricht, für der Wahrheit sehn? Wo jedes Kind ein unbewölktes bleibt ihr Werth? Wo blei- Licht! bet ihre Kraft, mit Edelsinn 7. Laß sie durch Ernst dem zu thun, was Nutzen Leichtsinn wehren, durch schafft? Freundlichkeit die Herzen an 3. O Preis dir, der du sich ziehn, und auch durch schon der Jugend, auch un- Strafe noch belehren, und ter uns, mit Baterhuld ge- sorgsam selbst den Schein des denkst, und sie zur Weisheit Unrechts flichn. Religion und und zur Tugend hier im- reine Sittlichkeit verbreite sich mer noch durch treue Füh- durch sie zu jeder Zeit! rung lenkst! Wie gern, o 8. welche Gott, wie hoch erfreuest du! welche Würde! Ja, aus den Schulen strömt steh' jedem Lehrer bei! Eruns Freude zu. leichtre seines Amtes Bürde, 4. Wir sehn der Zukunft damit er stets getrost und heifroh entgegen, wenn unser ter sei, und gib auch uns ein Blick auf gute Kinder fällt. Herz, das gern ihn ehrt, das Durch sie verbreitet sich dein dankbar ist, und seine FreuSegen einst weit umher den mehrt! Pflichten! Allgütiger, in deiner Menschenwelt, und 9. Wenn ihn des Tages naht gleich uns der Tod fich Lasten drücken, wenn Unmuth auf dein Wort; sie setzen doch schon in seine Seele schleicht, dein Werk auf Erden fort. dann muß er jenen Lohn er5. Drum gib auch stets blicken, den deine Hand einst den Lehrern Kräfte und re- guten Lehrern reicht, und gen Trieb, die Kinder dir immer zeig er dann sich als zu weihn. Laß treuen Fleiß ein Christ, der muthig wirkt, im Lehrgeschäfte ihr wahrer so lang es Tag noch ist. Ruhm und und ihre Wonne 10. O Gott, laß jede sein! Erfülle sie mit Ach- Schule blühen, und reich 21 A Confirmationslieder. an Frucht für Welt und zerstreuen, und einst erheb' Nachwelt sein! Laß jedes ihn die beglückte Schaar, für Lehrers Eifer glühen, die die er hier ein weiser Führer Dunkelheit der Seelen zu war! 322 19. Confirmations lieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ( Die Versammlung allein.) 422. Dentet, Kinder es ist Pflicht! ( Die Versammlung.) 5. Wache, Vater, über sie, leite fie auf ihren Wegen, und entziehe ihnen nie deinen an den Zweck der heut'gen Geist und deinen Segen, daß Feier! Was jetzt euer Mund der Lüste Tyrannei ihre Seele verspricht, sei euch ewig, ewig nie entweih'. theuer. Kinder, ach vergesset nicht cure hohe Christenpflicht! ( Die Kinder allein.) ( Die Kinder.) 6. Laß uns unsrer Taufe Bund, den wir feierlich er2. Ja, als Christen wollen wir, Gott, nach deiner Vor- neuen und dem wir mit Herz schrift leben, wollen ewig, ewig und Wund beizuſtimmen uns dir und der Tugend uns er- nun freuen, nie verlegen; geben. Unsre hohe Christennimmer sei Jeder dir und pflicht wollen wir vergessen Jesu treu. ( Die Versammlung.) nicht. ( Die Versammlung.) 7. Selig werdet ihr dann 3. Leicht täuscht der Ver- sein hier und in dem bessern führer sie; jung wie sie und Leben und euch eurer Würde unerfahren, scheuen sie des freun, die euch euer Gott geKampfes Müh, kennen noch geben, wenn ihr stets, im nicht die Gefahren, die dem Herzen rein, eurer Pflicht schwachen Herzen drohn, strebt treu zu sein. fürchten nicht des Spötters Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Hohn. 423. Die hier vor dei( Die Kinder.) nem Antlitz 4. Laß uns den Verführern stehn, sind Jesu Christi Glienicht. Ohr und Herz und Zu- der; blick, da vereint wir für traun gönnen; laß, o Vater, sie flehn, erbarmend, auf sie uns aus Pflicht, was wir nieder; gib ihnen, Vater, glauben, auch bekennen, daß Sohn und Geist, das Gute, die Pflicht der Christen treu das dein Wort verheißt, im unserm Herzen heilig sei. Leben und im Sterben. Confirmationslieder. 323 2. Sie kennen, Vater, dei- 2. Du, Führer meiner nen Sohn und seine heil'gen Jugend, gabst mir Gefühl Lehren. Ist Freude, Gott, für Tugend, Gefühl für vor deinem Thron, wenn meine Pflicht; ich lernte Sünder sich bekehren; wie Menschen lieben, gib mir, groß ist unsre Freude sie auszuüben, die Kraft, die nun, da diese ihr Gelübde mir so oft gebricht. thun, dir treulich anzuhangen? 3. Dich, Gott, nicht zu 3. O laß sie nimmer zum verlassen, die Sünde ganz Gericht dein heilig Mahl zu hassen, dieß schwör' ich empfahen! Laß sie in Glau- heute dir. Dieß heilige Verbenszuversicht sich stets dem- sprechen laß keinen Leichtsinn selben nahen. Dieß stärke brechen; stets unverbrüchlich sie in aller Noth; dieß reize sei es mir. fie, des Mittlers Tod zu 4. Und ich, ich sollt es preisen durch ihr Leben. wagen, der Tugend zu entsa4. Lacht ihnen bei dem gen, die so viel Glück verspricht. edlen Lauf die falsche Welt Der Lüste Macht zu dämpfen, entgegen; hilf ihrem schwachen stets wider sie zu kämpfen, Glauben auf: und wenn sich Herr, stärke mich zu dieser Lüste regen, laß sie hinauf Pflicht. auf Jesum sehn, die Welt 5. Jch will mit neuem Muthe mit ihrer Lust zu schmähn, dem Eifer für das Gute, Fleiß, beharren bis an's Ende. Zeit und Kräfte weihn. Laß 5. Zeig ihnen, daß sie mich nach deinem Willen auch allezeit das thun, was sie diese Pflicht erfüllen, und nie geloben, den hohen Lohn zum Guten träge sein. der Ewigkeit, die Herrlich- 6. Jch will mit frommen feit dort oben. Der Blick Trieben dich, Gott, von müss' ihnen Kraft verleih'n; Herzen lieben, und dich als Herr, segne sie, denn sie sind Vater scheu'n; o segne mein dein; erhalt' sie in der Wahr- Vestreben, stets tugendhaft zu heit! leben; du kannst dazu mir Mel. In allen meinen Thaten. Kraft verleih'n. 424. Dir ganz mein Herz 7. O laß es mir gelinzu weihen, mich gen, und nach dem Segen deiner zu erfreuen, ist heute ringen ist heute ringen, der mir verheißen mein Entschluß; o Gott, laß ist; mich meines Lebens ihn nicht wanken, und stärke freuen, es ganz der Tugend den Gedanken, stets so zu weihen, und ruhig sterben handeln, wie ich muß. als ein Christ. 21* 324 20. Katechisations lieder. 0431 dy fation. Vor der Katechi- Licht und Leben! Durch dich werden wir gewiß uns zum Mel. Wer nur den lieben Gott. wahren Glück erheben, daß 425. Du läßt, o Herr, wir freudig deinen Willen uns unterwei- lernen, und ihn auch ersen so väterlich in jeder Pflicht. füllen. moge Wie könnten wir dich besser 3. Gib, uns, Vater, deinen preisen, als wenn wir deinen Geist uns zum Führer unsUnterricht zu hören uns von rer Jugend! Wenn uns der Herzen freun, uns thätig selbst unterweist, so erlangen deiner Lehre weihn? wir die Tugend, die des 2. Hier wird dein Saame Glaubens Frucht erreichet, ausgestreuet, der künftig und der Tugend Jesu gleichet. Früchte tragen soll. Wer sich mel. In allen meinen Thaten. schon jung der Tugend wei 427, Kommt, Kinder, het, der legt den Grund zu anzubeten, laßt seinem Woyl. Aus jugend- uns zum Vater treten, der licher Frömmigkeit quillt Se- Aller Vater heißt! Ihn wolgen für die künftige Zeit. len wir verehren nach seines 3. So gib denn jetzt zu Sohnes Lehren, er schenk deinen Lehren auch an uns uns seinen heil'gen Geist. allen das Gedeihn. Laß uns mit Lernbegierde hören, die wir mit Andacht hören 2. O präge alle Lehren, und auch des Wortes Thäter tief in die Herzen ein. Gib, sein. pflanz zu deines daß wir sie zum Segen beO Namens Ruhm in halten und erwägen; laß uns wahre Christenthum. des Wortes Thäter sein. uns das Mel. Liebster Jesu, wir sind. 426. Gott wir sind be3. Vermehr in uns die reit vor dir, Triebe zur Andacht und zur Unterricht von dir zu hören. Liebe, zur wahren FrömmigSegne doch, o Gott! auch keit, und mache jedes Laster hier uns mit deines Wortes uns täglich mehr verhaßter; Lehren. Laß uns deine werth mach uns, was dein Wege kennen, und dich kind- Wort gebeut. lich Vater nennen. 4. Ja, laß nach deinem 2. Ohne dich ist Finster Willen uns unsre Pflicht niß; mit dir kommt uns erfüllen, uns nur dem Gu$ 19 325 Katechisationslieder. ten weihn! Laß uns in 2. Lebendig, unvergeßlich früher Jugend Verehrer wah- sei, bei lockenden Gefahren, rer Tugend nach Jesu Lehr'uns deine Wahrheit, deine und Beispiel sein. Treu, die täglich wir erfahren. Von jeder Sünd' und Nach der Katechisation. Laster rein laß unser Herz M. Sei Lob und Ehr dem. und Leben sein, wie Jesu 428. Dank sei dir, un- Herz und Leben. ser Herr und 3. Zum Heil uns, Vater, Gott, für die gehörten Leh- dir zum Ruhm, zur Freude ren. Zum Leben führt uns unsrer Lehrer sein wir vom dein Gebot, wenn wir es Evangelium die freudigsten folgsam hören. Allgütiger, Verehrer. Wie unaussprecho laß uns nicht vergessen lich selig ist, wer sich dir, deinen Unterricht, nicht deine Gott, durch Jesum Christ Macht und Güte. mit ganzer Seele weihet. 21. Era u ungslieder. M. Wie schön leuchtet der. leinig handeln, fromm und 429, Von on dir, du Gott heilig vor dir wandeln. der Ewigkeit, 3. O segne sie, der gern ward einst der Ehe Bund beglückt, und Segen uns von geweiht: o weih' auch sie oben schickt, auf allen ihren zum Segen, die hier vor Wegen! Laß ihr Geschlecht deinem Angesicht bereit stehn, sich deiner freun; gib selbst dir den Schwur der Pflicht zu ihrem Fleiß Gedeihn, und und Eintracht abzulegen. Laß ihr Beruf sei Segen! Laß fie, Vater, dir ergeben, einig sie, Vater, dir ergeben, glückleben, treu sich lieben, treu lich leben, freudig sterben! die Pflicht der Christen üben! Denn sie sind des Himmels 2. D, Gott, du knüpfest Erben. selbst das Band. Laß sie M. Wie schön leuchtet der. durch Eintracht, Hand in 430. Der Ehestand ſoll Hand, ihr Erdenglück verHeilig sein, du, mehren. Laß ihre Liebe lau- Schöpfer, setztest selbst ihn ter sein und Untreu' nie den ein, der Welt zum Glück und Bund entweihn, den sie dir Segen. heute schwören. sie dir ergeben, Immer laß in diesem einig leben, milden Noch immer fließt Stand aus deiner Vaterhand? den 326 Trauungslieder. Frommen Heil entgegen: Weinstock aus, so blühn Stifter! Vater! Dich erhö- auch Ehgenossen! Sie sehen hen, die in Ehen dein sich rings um ihren Tisch die freuen, durch dich blühen Kinder froh, gesund und und gedeihen. frisch wie junge Frühlings2. Wie glücklich lebt ein sproffen. Sorgt nicht! Sorgt frommer Mann, wenn die nicht! Wie viel Beter zählt sein Herz ihm abgewann, die ihr Väter und ihr Mütter! Gott ihm ausersehen! Wie Hier wird Fleiß und Müh glücklich lebt an seiner Hand nicht bitter. die Fromme, die Gott ihm 5. Gott, der du sie ververband, ihm hülfreich beizu- bunden hast, erleichtre ihres stehen! Wohl euch! Wohl Lebens Last; gib, daß kein euch, fromme Gatten! In Segen fehle; Laß nie sie ihdem Schatten seiner Güte ren Bund entweihn: laß jauchzt mit freudigem Ge- ehrbar sie und friedsam sein, müthe! Ein Herz und Eine Seele. 3. Ihr seid Gesegnete des Lenke, lenke, Geist der Liebe, Herrn; ihr seid von Haß ihre Triebe weg von Sünund Argwohn fern; bei euch den, daß sie häuslich Glück wohnt holder Friede; und empfinden! 10- DEL häuft die Last der Leiden 6. O leite fie von Uepsich, ihr tragt die Last ge- pigkeit zu Freuden, die man meinschaftlich, daß sie euch nie bereut, zu Freuden ächnicht ermüde. Flehet! Flehet! ter Tugend! Auch selbst ihr Gott, wird hören, Plagen hohes Alter sei von drückenden. wehren, Schmerzen lindern Beschwerden frei, und heiter, und des Kreuzes Bürde wie die Jugend! Segne! mindern. segne! Herr und Vater und 4. Wie breitet oft sich um Berather frommer Ehen alle, ein Haus ein rebenreicher die auf dich nur sehen! od 22. Begräbnißlieder. m. In allen meinen Thaten.[ be; uns stärkt der Christen431. Da stehen wir, die glaube, daß Gott uns einst Deinen, Un- zum Leben ruft. endlicher, und weinen ein 2. Fließt nur, ihr ThräGrablied an der Gruft! nen fließet! Ein SterbliWir singen auf vom Stau- cher beschließet des Lebens Begräbnißlieder. 327 kurzen Lauf. Nimm, müt- M. Nun laßt uns den Leib. terliche Erde, dein Kind, 432. Nun bringen wir frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! den Leib zur Ruh', und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach 3. Sei ihm ein Ruhebette, des Schöpfers Schluß zu nachtvolle Grabesstätte! und Staub und Asche werden muß. deck' ihn fühlend zu! Hier 2. Er bleibt nicht immer schlaf' er still im Frieden Asch' und Staub, nicht imden sanften Schlaf der Mü- mer der Verwesung Raub: den: hier find' er die er- er wird, wenn Christus einst seufzte Ruh. erscheint, mit seiner Seele 4. So wie in Sommer-[ neu vereint. hainen, naht sich hier den 3. Hier, Mensch, hier Gebeinen nicht Frost, nicht lerne, was du bist; lern' Sonnenglut. Ihr Stürme, hier, was unser Leben iſt. braust gelinde, und wehet Nach Sorge, Furcht und sanft, ihr Winde, wo eines mancher Noth kommt endlich Christen- Asche ruht! noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre 5. Senkt denn den Leich Lebenszeit; auf's Sterben nam nieder zum Staube seiner Brüder, wo ihn kein folgt die Ewigkeit! wie wir Schmerz mehr weckt; wo keine Wuth der Seuchen ihn die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. ferner kann erreichen, wo 5. So währen Reichthum, keine Plage ihn mehr schreckt. Ehr' und Glück, wie wir selbst, 6. Den Leib nur, nicht einen Augenblick; so währt die Seele, umschließt die auch Leid und Traurigkeit Grabeshöhle, mit ihrer dun- wie unser Leben, kurze Zeit. keln Nacht; und Heil dem 6. O sichrer Mensch, betodten Staube, so triumphirt sinne dich! Tod, Grab unt der Glaube; auch er erwacht, Richter nahen sich; in allem, auch er erwacht! was du denkst und thust, be7. Schaut, schauet auf denke, daß du sterben mußt. Betrübte! Dort wandelt der 7. Hier, wo wir bei den Geliebte im hohen Himmels- Gräbern stehn, soll Jeder zu licht. Vergönnt ihm seine dem Vater flehn: Zieh' unsre Freude, und wehret eurem Seelen zu dir hin; so ist Leide, und wischt die Trä- das Sterben uns Gewinn! nen vom Gesicht. 8. Und wann du einst, 328 Begräbnißlieder. du Lebensfürst, die Gräber 4. Hier hat ihn Trübsal mächtig öffnen wirst, dann oft gedrückt; nun wird er laß uns fröhlich auferstehn, dort bei Gott erquickt! Er und dich im hellern Lichte wallte hier im finstern Thal; sehn! nun ist er frei von aller Qual! m. Nun laßt uns den Leib. 433. Begrabt den Leib 5. Treu blieb er Gott bis in seine Gruft, an sein Grab; nun wischt bis ihn des Richters Stimme Gott seine Thränen ab! ruft! Wir säen ihn; einst Was sind die Leiden dieser blüht er auf, und steigt ver- Zeit, Gott, gegen deine klärt zu Gott hinauf! Herrlichkeit! 2. Aus Staube schuf ihn 6. Nun, du Erlöster schlaf' einst der Herr! Er war in Ruh! Wir gehn nach unschon Staub, und wirds nursern Hütten zu, und machen mehr! Er schläft, verwest zu der Ewigkeit, durch Gotund einst erwacht er wieder tes Beistand, uns bereit! aus der Todesnacht! THES 7. Ach, Jesu Christ, dein 3. Des Frommen Seele bittrer Tod stärk' uns in lebt bei Gott, der sie aus unsrer letzten Noth! Laß aller ihrer Noth, von aller unsre ganze Seele dein, und ihrer Missethat durch seinen unser Ende freudig sein! Sohn erlöset hat! 23. In allerlei Gefahren und Nöthen. In allgemeiner Noth deinem Munde verändert überhaupt. Zeit und Stunde. M. Wo soll ich fliehen hin. 3. D Herr, wir murren 434. G züchtigt deine nicht: gerecht ist dein GeHand, o Höch- richt bei allem, was wir ster, jetzt das Land. Zu dei- dulden; denn groß sind unsre nem Vaterherzen erhebt in Schulden, und du bestrafft bittern Schmerzen sich das uns minder, als wirs verGeschrei der Armen; erhör' dient, wir Sünder. es mit Erbarmen. 4. Doch, Vater, deine 2. Du siehst des Landes Huld ist größer, als die Noth, sie kam auf dein Ge- Schuld. Gedenke an die Deibot. Du kannst mit mächt'- nen, die reuig vor dir weigen Händen sie lindern und nen; gedenke mit Erbarmen auch enden. Ein Wort aus an die gebeugten Armen! In allerlei Gefahren und Nöthen. 329 5. Verkürze, gnäd'ger Gott, betrübt, uns doch zum Heil die Dauer uns'rer Noth! gedeihen. Wer deiner sich daß die voll Angst dir flehen, kann freuen, dem wird auch Trost und Erleichtrung sehen: deine Gnade zum Licht auf verwandle alles Leiden in dunklem Pfade. neue Lebensfreuden. 9. So stärke denn das 6. Doch wenn, Herr aller Herz, daß auch im größten Welt, es dir noch nicht ge- Schmerz es nie an Muth fällt, die Trübsal zu entfer- uns fehle; o sprich zu uns'nen, so stärk' uns, daß wir rer Seele: getrost! dich soll lernen, mit ehrfurchtsvollem kein Leiden von meiner Liebe Schweigen vor dir uns kindscheiden. lich beugen. 7. Ja, deine Züchtigung 10. Am Schluß von unleit' uns zur Besserung: laß serm Lauf, dann klärt sich ste die Sichern schrecken, die alles auf; dann wird die Schläfrigen erwecken, auf Aussicht breiter, dann thrant dein Gebot zu merken, und kein Auge weiter; und dieses Nedlichfromme stärken. Lebens Leiden verwandelt sich 8. Wenn dich das Herz in Freuden. nur liebt, so wird, was uns 24. Nach der Rettung aus Gefahren und Nöthen. M. Christus der ist mein Leben. Liebe uns alle durch die Welt, 435. Erhebt den Herrn daß jeder gern sich übe, zu mit Freuden, o thun, was ihm gefällt. Christen, betet an! Er liebt 5. Er reizet unsre Seelen nicht unsre Leiden; er hat auch durch Gefahren an, das uns wohl gethan. beste Theil zu wählen, das 2. Schon drohten uns Genie zergehen kann. fahren, schon riß uns Klein- 6. Er steht auf dunklem muth fort; da sprach, uns Pfade oft unbemerkt uns zu bewahren, der Herr sein bei, daß seine Macht und Allmachtswort. Gnade zuletzt uns lichtvoll sei. 3. Vor seinem Worte 7. Wer wollt' ihm nicht schwanden die Schrecken schnell vertrauen, und seine Wege dahin, und unsre Herzen fan- gehn, und selbst im Todesden ihn voll von Vatersinn. grauen durch Hoffnung ihn 4. Er lenkt mit weiser erhöhn? 330 Krieg. 8. Nein, unser ganzes vergeht; dieß ist der Ruhm Leben sei dir, o Gott, ge- des Weisen, und dieser Ruhm weiht: denn du nur kannst besteht. uns geben, was unser Herz 11. Drum lassen wir dich erfreut. walten, und folgen deiner 9. Nur du kannst uns be- Hand. Was du uns hast erschirmen, wenn Wasserfluth halten, ist deiner Liebe Pfand. sich hebt, wenn Flammen 12. Wir wollen's treu uns umstürmen und wenn verwenden, und stets barmdie Erde bebt. herzig sein, bis wir den Lauf 10. O Herrscher, dich zu vollenden, und uns im Himpreisen selbst wann die Welt mel freun. 25. Krieg. M. Wer nur den lieben Gott. 4. Je weniger sich oft 436. 8 zieht, o Gott, auch zeiget, woher uns Hülfe ein Kriegeswet- noch entspringt; je mehr Geter jetzt über unser Haupt fahr und Plage steigen und einher. Doch bist du unser alles in Zerrüttung bringt: Schutz und Retter, so fürch- um so viel mehr laß voll ten wir uns nicht so sehr, Vertraun uns, Gott, auf wie heftig auch Gefahr und deine Vorsicht schaun. Noth den Völkern und den Ländern droht. 5. Was hilft der Streiter 2. Gib, Vater, in so trü- große Menge? Was hilft ben Tagen uns nur den Gewalt'gen ihre Macht? Sinn, auf dich zu sehn, und Der Ross' und Wagen dicht da, wo andre trostlos zagen, Gedränge hat doch nicht immit Zuversicht zu dir zu mer Sieg gebracht; der wird flehn, weil nie doch Men- allein von deiner Hand, wem schenhülfe nützt, wenn deine du ihn gönnest zugewandt. Rechte uns nicht schützt. 3. Kein blinder Zufall 6. Drum fallen wir in herrscht auf Erden; du bist deine Arme, o Vater der es, der die Welt regiert. Laß Barmherzigkeit, und flehen auch jetzt alle inne werden, demuthsvoll: erbarme dich daß dir allein die Macht über uns zur bösen Zeit! gebührt. Seid böse, Völker, Laß Gnade uns für Recht rüstet euch! Ist Gott für ergehn, so bleiben wir noch uns, so fehlt der Streich. laufrecht stehn. Friede. 331 7. Und findet, Herr, dein barmst du dich! Wir sollen weiser Wille noch ferner nur durch Angst und Pein Züchtigungen gut; so faffen geläutert und gereinigt sein. wir in frommer Stille den-| noch zu dir den frohen Muth, 9. Froh werden auch wir daß du gewiß zur rechten rühmen müssen, wenn du Zeit uns zu erretten seist uns wieder wohlgethan: Gott bereit. brach, nach uns verborgnen 8. Du züchtigest uns stets Schlüssen, zum Heil uns mit Maaßen und meinst es auch durch Noth die Bahn. immer väterlich auch uns Du bleibest unsre Zuversicht! wirst du nicht ganz verlas- Barmherziger, verlaß uns sen: auch unsrer Noth er- nicht! 26. Friede. M. Wer nur ben lieben Gott. und Sicherheit und Segen 437. Willkommen, hol- blühn. des Kind des 4. Nun weiht ihm Dank Himmels, o Friede, der du und Preisgesänge! Erkennet uns beglückst, und alle seine Freundlichkeit! Nun Schrecken des Getümmels ruft in festlichem Gedränge: und aller Feinde Wuth er- Der Herr, der Herr hat uns stickst! Dich sandte Gott, der erfreut! Er sandte Frieden uns erhört und Wonne nach uns zurück, und dem Leid gewährt. Friede! Friede! welch' ein Glück! 2. Er ist ein Herr der Kriegerschaaren; er beugt 5. Erhebet ihn, der mit Erbarmen, obgleich oft hart, und bricht der Stolzen Truß; er ist ein Netter aus Ge- die Sünder schlägt, und imfahren, wie in Gefahren un- mer, wie auf Vaterarmen, ser Schuß. O Christen prei- sein Volk durch Schreckensset seine Macht! Sie hat nächte trägt! Erhebet ihn mit frohem Sinn! Die uns Ruh' zurückgebracht. 3. Wer ist wie Gott? Schreckensnächte sind dahin! Was er behütet, dem darf 6. Aus Liebe lernt ihm Unsich kein Zerstörer nahn. ferner trauen, wenn Wenn er den Streitenden glück auf euch niederstürzt! gebietet, so wandeln sie des Jhr werdet seine Hülfe Friedens Bahn, Verwüstung, schauen; denn seine Hand Wenn wir Angst und Raubsucht fliehn, ist nie verkürzt. 332 Friede. auch keine Rettung sehn; er zum Streit erhobnen Hand heißt die Noth vorübergehn. geängstigt und verheeret! 7. Lobsingt ihm durch ein Nur du hast größerm Leid fremmes Leben! Dieß ist gewehrt, du hast Gebet und der beste Lobgesang. Erwägt Flehn erhört, auch diese Noth mit heiligem Erbeben: wer geendet. Sünde thut, versagt ihm versagt ihm 3. Wo Furcht und Angst Dant. O heiligt, heiligt ihm die Herzen brach, wo Morddas Herz, und dann vergeßt gewehre schreckten, wo Zucht Gefahr und Schmerz!! bir und Ordnung niederlag, das 8. Doch preiset ihn auch Feld Erschlagne deckten: da durch Erbarmen, wo ihr der fehrt zurück die goldne Zeit, Brüder Noth erblickt! Be- Erholung. Ruhe, Sicherheit, denkt's, wie viele sind der und deines Segens Fülle. Armen! Gott will, daß ihr 4. Der Landmann samsie gern erquickt, damit sich melt ungestört in ausgeleerte Alles, Alles freu', und durch Scheuern, was, Gott, ihm den Frieden glücklich sei! deine Hand bescheert, froh 9. Vernimm, o Gott, die deine Huld zu feiern. GeFriedenslieder, die unser fro- rechtigkeit und Güt' und hes Herz dir weiht! Wie Treu' begegnen wieder sich schallen unsre Tempel wieder auf's neu', der Länder Glück von deiner Macht und Freund- zu bauen. M. Sei Lob und Ehr' dem. 438. Gott, unser froher lichkeit! Herr, unser Gott, 5. Gott, unser Vater, sei dich loben wir! Herr Gott gepreist, der du die Herzen wir danken, danken dir. neigest, und harte auch, durch deinen Geist, zu milder Eintracht beugest. Nur dir gebühret unser Dant, nur dich preist unser Lobgesang, der Lobgesang er du so gern erfreuest. schallet dir zum Preise! Ver- 6. Wehr' ferner nun, nach nimm gerührter Herzen Dant, deiner Treu', wehr' mächtig daß du nach Vaterweise uns allen Kriegen, daß uns der wieder hast so wohlgethan Friede lang' erfreu'! laß und alle Zwietracht abge- Menschenliebe siegen! Bethan, der Völker dich er- schütze du mit starker Hand barmet. die Obrigkeit das ganze 2. Wie sehr ward nicht Land, und jedes Standes so manches Land von Krie Wohlfahrt. geslast beschweret, von der 7. Wir traun auf dich Mißwachs und Theurung. 333 Nur wollst du auch uns 8. Erhebt, erhebt Gott wahre Weisheit lehren, daß immerdar, den Geber aller wir des Friedens rechten Güter! Er ist und bleibet, Brauch in Mißbrauch nicht wie er war, der Menschen verkehren, und nicht durch Freund und Hüter. Gleich Stolz, durch Ueppigkeit, durch herrlich so von Jiath als That, Leichtsinn, Ungerechtigkeit uns hilft er, wie er geholfen hat. eigne Noth bereiten. Jhm sei allein die Ehre! 27. Mißwachs und Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht. was der 4. Die Früchte laß ge439. Du bester Trost rathen, und deine Hüls' uns Armen, sehn; erquicke du die Saaten Beherrscher aller Welt, du so oft sie traurig stehn. Herr, Vater voll Erbarmen, der pflege selbst das Land, tränk ewig Glauben hält, du unsre es mit Thau und Regen und Zuversicht, zu dem wir Alle füll' es an mit Segen aus flehen, auf den wir findlich deiner milden Hand. jehen, verlaß, verlaß uns nicht. 5. Erhör' uns Vater, 2. Erbarmender, ach wen- fröne das Jahr mit deinem de der Zeiten schweren Lauf; Gut, daß sich das Herz ge= thu deine milden Hände, uns wöhne zu wohlgefaßtem Muth. zu versorgen, auf. Was ir- Lehr' es sich deiner freun, gend Leben hat, nährst du mit stets Zutraun zu dir haben, Wohlgefallen. Nähr' uns und deine Segensgaben durch auch; schaff uns allen bei Mißbrauch nie entweih'n. unserm Mangel Rath. 6. Allgütiger, wir hoffen 3. Herr, der du auch uns auf dich und deine Treu. schufest, steh uns mit Hülfe Oft hat uns Noth betroffen, bei. Allmächtiger, du rufest und da standst du uns bei. dem Nichts, damit es sei; Sprich nur dein mächtig zu helfen ist dir leicht, du Wort! Das wird den Manfannst dem Mangel wehren, gel heben; wir werden froin Ueberfluß ihn kehren, her leben, dich preisen hier wenn's uns unmöglich däucht. und dort. BAGO 28. Bei Feuers not h. Mel. Ach Gott, wie manches. Kraft zum Segen deiner 440. Gott deffen Macht Menschen schafft! Mit weldes Feuerscher schrecklichen Gewalt Bei Feuersnoth. Bei Wassersnoth. verwüstet's auch! wie leicht!| ner schönsten Pflicht; der wie bald! Pflicht, Betrübte zu erfreun, 2. Du hast der Flamme barmherzig durch die That nicht gewehrt, sie hat der zu sein. Menschen Glück zerstört! 334 6. Du nimmst und gibst Auch dies hat deine Hand den Deinen, Gott! In Heil gethan; wir weinen, Herr, verwandelst du die Noth, wir und beten an. preisen dich; ja! weis' und 3. Wir weinen: doch ver- gut ist alles, was dein Wille ehren wir auch deine Huld; sie thut. half auch hier, und hielt der 7. Gib Unterwerfung und Flammen schnellen Lauf, der Geduld, und laß uns deiner Uebrigen zu schonen, auf. Vaterhuld mit frommer Zu4. Mit unsern Brüdern versicht vertraun, und stets seufzen wir in ihrem Jam- auf deine Hülfe bau'n. mer, Gott, zu dir! Laß sie 8. Schüß unser ganzes nicht hülflos! tröste sie, die Vaterland vor Mangel, Seudu gebeugt hast, segne sie! chen, Krieg und Brand; gib, 5. Gib, daß der, den du weil du unser Vater bist, vor schontest, nicht vergesse sei- allem, was uns nützlich ist! 29. Bei Wasser 3 noth. Mel. Ach Gott und Herr. Christi willen! Ach! du al 441. Wir sind in Noth; lein kannst uns befrei'n, laß uns, o Gott, kannst Sturm und Wellen die Fluth nicht überschwem- stillen. men! Nimm uns in Acht; 3. Erbarme dich; hilf väwehr' ihrer Macht! Du terlich; beschütz uns Gut und kannst die Wogen hemmen. Leben! Dann wollen wir 2. Ach hilf uns, Herr, dir, Gott, dafür Dank, Preis Allmächtiger, um Jesu und Ehre geben. 30. Nach der Wassers noth. Mel. Nun danfet alle Gott. des Stroms bezwungen. Schon riß er Häuser fort 442. Erhabner Herr der und schon verzagten wir; Welt, dir werde nicht weiter! sprachest du, Dank gesungen! Du hast und er gehorchte dir. durch deine Macht die Wuth 2. Du, Höchster, woll Nach der Wassersnoth. 335 test dich und deine Huld ver- luns wohl, der du dem Meer klären, und auch in tiefer/ gebieten, und Fluthen zähmen Angst uns dir vertrauen leh- kannst, wie furchtbar sie auch ren; du zeigtest, daß du nie wüthen. Nur du bestimmst von Herzen uns betrübst, uns das Maas des Glückes und nie verlassen kannst, uns auch der Noth; in deinen Händen im Leiden liebst. ruht das Leben und der Tod. 3. Wie hebt sich unser 6. Schau her! Wir preiGeist noch jetzt bei dem Ge- sen dich mit danferfülltem danken! O Gott! wie tobt Triebe. Wir freu'n uns der Sturm, durchbricht er deiner Macht; sie wird geseine Schranken! Doch tob' lenkt durch Liebe. Auch in er immerhin; er tobt auf dein Gewässern zeigst du deine Gebot, und zieht sich schnell Herrlichkeit. nimm das zurück, sobald dein Wink ihm Opfer an, das unser Herz droht. dir weiht. 4. Wer ist, o Herr, wie 7. Wer wollte dir, o Herr, du? Wer denkt an deine durch Sünden widerstreben, Größe, und fühlt nicht tief- und nicht in Heiligkeit zu gebeugt sich selbst in voller deiner Ehre leben? Gehorcht Blöße? Du bändigst die Na- dir selbst der Strom, getur; und was vermögen wir? horcht dir jede Welt; wie Ach wir sind schwach und arm; frech, wenn wir allein nicht wir sind, wie nichts, vor dir! thun, was dir gefällt! 5. Durch dich nur wird 31. Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. In dich hab ich gehoffet. noch, befrei uns doch von 443. In unsern Nöthen unserm Untergange! fallen wir voll 3. Arzt, Kunst und VorSchmerz und demuthsvoll sicht retten nicht; wir haben vor dir, o Allerbarmer, nie- teine Zuversicht, als nur zu der. Denn Seuch und Tod deiner Güte! Dem Tod, umgibt uns, Gott, und wür- o Herr, gebeut, daß er nicht get unsre Brüder. mehr, nicht weiter wüthe! 2. So viele sanken schon in's Grab so schnell, so un- 4. Wir sehn in Demuth, gewarnt hinab! Wie ist um Herr, auf dich; und daHülf uns bange! O schonerum schau auch väterlich 336 Bei ansteckenden Krankheiten. auf uns gebeugte Sünder. vor dir in deiner Wonne Denn du allein kannst uns leben. befrein. Errett' uns, Kinder. deine 7. Gib allen Sterbenden. dein Heil, und laß sie, Gott, 5. Wir übergeben Volt ihr bestes Theil im Himmel und Land, in deine treue nicht verlieren. Laß sie den Vaterhand; entferne jede Pla- Tod aus jeder Noth zu deige, erquick uns, Herr, Allmäch- nem Throne führen. tiger, gib wieder heitre Tage. 8. Laß unser gläubiges 6. Dod), willst du uns Gebet, das laut zu dir um noch nicht befrei'n, so laß Gnade fleht, dir, Vater, wohluns, Gott, geduldig sein, gefallen; und froher Dank und dir uns ganz ergeben. und Lobgesang soll einst bei Laß, sterben wir, uns einst uns erschallen. 32. Nach geendigter Seuche. on ou uns Mel. Ein Lämmlein geht. gebens. Nichts trieb des 444. Wir kommen Hel- Würgers Macht zurück, und fer, dir Gesang uns schien jeder Augenblick und Ruhm und Preis zu der letzte unsers Lebens. bringen. Des ganzen Vol- 3. Zu dir, du Menschentes lauter Dant, soll, Netter, retter, schrien der Deinen dir lobsingen. Du warst mit bange Herzen; du hörtest uns in großer Noth! Wir uns: die Seuchen flieh'n; sahen überall den Tod, den du heileft unsre Schmerzen. Untergang drohen. O du Erbarmer voller Nun wüthet seiner Seuchen Huld! Nach unsrer UeberHeer durch unser Vaterland tretung Schuld hast du unsnicht mehr: sie sind vor dir nicht gelohnet! Gezüchtigt, entflohen. o wir preisen dich! 2. Wir sahen dort und gezüchtigt hast du väterlich, sahen hier so viele Brüder und väterlich geschonet. sterben, und allenthalben 4. Wir wollen, der du waren wir umfangen vom uns befreist, o Gott, dich Verderben. Da war kein ewig Loben. Sei ewig, Schonen; stundlich war Vater, Sohn und Geist, furchtbarer, näher die Ge- von deinem Volk erhoben! fahr, und alle Kunst ver- Es bete dich, Erretter, au, - Schullieder. und jauchze, wer nur jauch- skonnt' ihr Ruh gebieten? zen kann, und diene deinem Er nur allein; sein Wille Namen, und rühme: Gott spricht, und fie hört auf zu ist unser Gott. Frohlockt! er wüthen. hilft uns in der Noth. Froh- 3. Wir sah'n die tödtliche lockt ihm. Amen, Amen! Gefahr, die Unruh', Angst Mel. In bich hab' ich gehoffet. und Schmerz gebar, auch uns 445. Preist, Völker, un- Verderben drohen; und nun sern Gott und ist sie, so nah' sie war, durch Herrn! Er ist ein Helfer nah' seinen Schutz entflohen. und fern; wer sollt ihn nicht erheben! Bei'm Elend auch verschont er gern, und rettet dankbar vieler Lebeit. Herzens 4. O laßt uns froh und sein, und unsers Opfer weih'n, mit 2. Wie furchtbar groß eifrigem Bestreben die Reiwar sein Gericht; wie wü- zung jeder Sünde scheun, thete die Seuche nicht! wer ganz für die Tugend leben. 337 33. Sch u I lieder. Vor dem Anfang derheit zum Tugendfleiß besitzen. Schule. Gestärkt durch dich laß immer Mel. In allen meinen Thaten. mich der Trägheit falsche Freu446. den und jedes Böse meiden. 2. Laß mich mit Ernst und von banger Klage noch mei- frommer Treu' des heut'gen ne Jugend blüht: entflieh' mir Tages Pflichten, so mühvoll nicht vergebens, du schönste mir auch jede sei, doch imZeit des Lebens, da Freude mer gern verrichten. Bei noch das Herz durchglüht. munterm Scherz laß stets anmuthsvolle Tage, da fern 2. Früh will ich Saamen mein Herz an seine Pflicht streuen, mein Herz der Tugend gedenken, muthwillig niemand weihen, und gehn der Weisheit kränken. Bahn; daß ich einst ohne Klage M e I. Singen wir aus Herz 2c. auf meiner Jugend Tage mit 448. Nicht zur trägen Wohlgefallen blicken kann. Weichlichkeit Mel. Was Gott thut, das ist. gab mein Schöpfer mir die 447. Gott, laß mit wei- Zeit. Ich empfing aus sei ser Thätigkeit ner Hand Leben, Kräfte und mich jede Stunde nützen, Verstand. Diese, Herr, will und Eifer und Entschlossen sich durch Fleiß nur gebrau22 35 338 Schullieder. chen dir zum Preis, so er- Unterricht gedeihn zu unserm füll' ich dein Geheiß. Wohlergehen! D Vater, 2. Niemals will ich müßig segne ihr Bemühn, wenn sie sein; nein, ich will schon zu Christen uns erziehn, und jung und klein jede Kraft, lehr' uns folgsam bleiben. die Gott verlieh, immer mel. Mir nach, spricht Christus. üben: Gott gab sie. Meine 451. Von dir kommt ganze Lebenszeit sei der froWeisheit und hen Thätigkeit, sei der gend nur geweiht. Tu- Verstand; durch dich blüht unsre Jugend; du führst uns, Mel. Allein Gott in der Höh. Gott, mit sanfter Hand zur 449. 3um Fleiße gib, Wahrheit und zur Tugend. o Gott, uns Wir wollen uns dem Fleiße Kraft, und Lust zur wahren weihn, und immer reines Tugend! Wer Gutes lernt Herzens sein. und Gutes schafft, der nützt 2. Ein reines Herz erbebet schon in der Jugend. Ja, nicht, auch wenn Beschwerden deiner wollen wir uns freun;( drücken. Bewußtsein treu erkein Tag soll uns verloren füllter Pflicht kann immer sein, damit wir dir gefallen. uns beglücken, und wohlbe2. In dieser Absicht segne nutzte Jugendzeit ist Segen du auch jetzt die guten Leh- für die Ewigkeit. ren, die wir in ungestörter m. Meinen Jesum laß ich nicht. Ruh' mit Lernbegierde hören. 452. Segne, Vater Mach' uns geschickt zu jeder unsern Fleiß! That, die uns dein Wort Unterstütze das Bestreben, geboten hat, und laß uns uns zum Glück und dir zum christlich leben! Preis weise, fromm und gut Mel. Es ist das Heil uns. zu leben! Darum sind wir 450. Herr, unser Gott, alle hier; Gott, um Segen wir bitten dich flehen wir. um Weisheit und um Tu- 2. Pflanze tief in unsre gend. Regiere du uns vå- Brust Lust zur Weisheit und terlich in unsrer frühen Ju- zur Tugend! So sind wir gend. Laß deinen Segen auf des Lehrers Lust, sind die uns ruhn, nur das zu lieben Zierde froher Jugend, wachund zu thun, was uns dein sen mit der Jahre Lauf für Wort gebietet. das Wohl der Menschheit auf. 2. Gib, daß sich unsre 3. Mach' uns jungen Lehrer freun, uns tugend- Bäumen gleich! Anmuthshaft zu sehen: laß ihren voll sei unfre Blüthe! Schullieder. 339 Mach' uns einst an Früchten] 3. Auf, laßt uns den Allgüreich, reich an Nutzbarkeit und tigen erheben, der Lust und Güte! darum sind wir alle hier; Kraft zur Arbeit uns gegeben. Gott, um Segen flehen wir. Vergeblich war sie, floß uns Mel. Gott des Himmels und. nicht sein Segen auch heut' 453. Niemand kann die entgegen. Zeit ersetzen, die 4. Ja, dir, o Herr, geihm unbenutzt verschwand. bühret Preis und Stärke; Gib, o Gott, daß wir sie dein Lob besingen alle deine schätzen, als Geschenk aus Werke. Von uns auch sei, deiner Hand! Jede Stunde wiewohl mit schwachen Zunsei uns werth, wie der Mann, gen, dein Lob bejungen. der uns belehrt. 5. Doch wollen wir uns 2. Bis zum Abend unsers täglich mehr bestreben, dir Lebens laß uns treu und zu gefallen, gänzlich dir zu thätig sein! Fliehet uns ein leben, daß wir zum Wohl Tag vergebens, ach, wie wird des Staates hier auf Erden uns das gereun! Vater, bald tüchtig werden. stärke jederzeit unsern Trieb Mel. Nun danket alle Gott, zur Thätigkeit! 455. Auch heute fühlten Nach dem Unterricht. wir die WahrMel. Herzliebster Jesu, was hast. heit jener Lehre, daß Fleiß 454. Sie sind dahin der und Sittsamkeit des Herzens Arbeit kurze Ruhe mehre. Wie groß wird Stunden, dem schnellen einst das Glück am Schluß der Strome gleich sind sie ver- Lebenszeit für den, der sich der schwunden. Heil, Heil uns, Pflicht mit stetem Eifer weiht! wenn wir sie nach unsern 2. O laßt uns doch mit Gaben genüget haben. Ernst dieß täglich überden2. Wenn wir in diesen ken, und unsre Jugendkraft Guten lenken! wicht'gen Augenblicken ge- zu allem schickter wurden, Menschen Dann werden wir auch einst zu beglücken, wenn wir ge- den Menschen nützlich sein, wissenhaft mit unsern Gaben und uns im Tode noch des gewuchert haben. frommen Lebens freun. 34. Bei feierlicher Prüfung der Jugend. Mel. Wie schön leuchtet der. mich sich viele Zeugen 456. Erfreulich sei und sammlen! Er kommt, mit feierlich der ihm kommt Freud' und Prüfung Tag, wo rings um Schmerz, hier freut sich 22* 340 Bei feierlicher Prüfung der Jugend. hoch, dort hebt ein Herz, gethan, uns väterlich regierwenn sich die Zeugen samm- te! Du gabst uns Kraft, len; Beifall, Ehre, Lob und gewissenhaft nach unsrer Liebe krönet heute Fleiß und Pflicht zu leben, nach Tugend; Heil der wohldurch- Kenntnissen zu streben. lebten Jugend. 2. Wohl uns, wenn des 2. Wenn ich bisher gewis- Gewissens Ruh' in unsern senhaft und treu gebrauchte Herzen wohnet! Sie strömt meine Kraft, nach meiner uns süße Freuden zu, ihr Pflicht stets lebte, und wenn sanft Gefühl belohnet für an treuer Lehrer Hand mein Müh und Schweiß den regen Eifer immer unverwandt Fleiß, sie läßt uns mit Verdem Ziel entgegen strebte: trauen froh in die Zukunft werd' ich da wohl stumm schauen. erröthend, ängstlich stam: 3. Doch ach! wenn uns melnd, heute beben, da ich der Vorwurf quält, daß wir Rechenschaft soll geben? die Zeit verträumten, wenn 3. Dem Trägen klopft die uns der Guten Beifall fehlt, bange Brust, er fühlet Weh- weil wir die Pflicht vermuth statt der Lust, muß säumten: welch bitt'rer Thorheit nun bereuen. Der Schmerz trifft dann das aber, der in regem Fleiß die Herz! Auf ewig sind verZeit durchlebte, erntet Preis, schwunden die ungenützten und kann sich heute freuen. Stunden. Alles Gute wird belohnet 4. Nimm, Vater, nimm von dem Vater unsers Le- jetzt unsern Dank für diebens. Nur der Träge hofft sen Theil des Lebens. Du vergebens. warst's, durch den es uns Mel. Was Gott thut, das ist. gelang, wenn nicht der 457. Vollendet ist auch Fleiß vergebens nach Wahrdiese Bahn; heit rang und weiter drang. Preis dir, der sie uns führ- O gib uns ferner Kräfte. te, der Großes auch an uns und Segen zum Geschäfte. Register ( nach den Nummern der Lieder.) 106 107 1 A. Ach ch endlich, Dulder, sind Ach könnt' ich doch mit Ach wann werd' ich von Aeltern, Aeltern, säumet Neltern, weinet auf das Allein Gott in der Höh' Alle Menschen müssen Allen Menschen und auch Aller meiner Brüder Anbetungswürd'ger Gott An dich, mein Gott, zu Auch außer meinem Auch diesen Tag hab' ich ist Nro. 72 Befiehl du deine Wege 400 Befördre, Herr, mein 42 Beglücke meine Reise 311 Beglückt, beglückt ist 407 Begrabt den Leib in seine 21 Beherrscher deiner Christ. 146 Bester, weisester Regierer 271 Bestimmt hast du mein 277 Betend nahen wir uns 4 Bewahre meinen Mund 165 Beim Holden Namen 415 Bis der Tod ihm winkt. 394 386 455 Auch dieses Tages Stunden 392 a sinken wir zu Auch heute fühlten wir Auf noch in spätem Auch Thiere hat dein Auch zu Haus und in Auf deine Weisheit Auf Gott nur will ich Auf Gott und nicht auf Auf, laßt uns ihn Auf meinen lieben Gott Aus deiner Quelle Aus Gottes milder 322 352 226 187 323 177 375 181 19 259 Da stehen wir die Deinen Dank dem milden Dank sei dir unser Dank sei dir, Vater Das Amt der Lehrer Daß ich in deiner Dein bin ich, Gott Dein Heil, o Christ Dein Heil, o Gott Dein ist das Licht a Dein Wille, befter din Dein Wort, o Höchster, B. Balb ist sie nun vollendet 402 Den Nächsten, wer er Barmherziger, erhöre 398 Denfet, Kinder, es ist 341 Nro. 178 276 414 247 433 419 26 38 105 168 348 261 161 431 395 428 416 307 104 29 210 420 306 339 100 219 296 122 342 Register. Der du dein Wort mir Der du uns mit deinem Der Ehestand soll heilig Der Freuden Quell ist Der frohe Morgen wedt Der Herr ist Gott Der Herr ist meine Der hohe Himmel Der letzte meiner Tage Der Mensch weint viele Der Morgen kommt und Der Spötter Strom reißt Der Tag ist wieder hin Der unt're Stand, Gott, Der weise Schöpfer Der Wollust Reiz zu Des Landes Herrscher Des Leibes warten Dich seh' ich wieder Die Herrlichkeit der Die hier vor deinem Die Ruhe senkt sich wieder Dies ist der Tag, den Gott Dir dank ich für mein Dir ganz mein Herz Dir Gott der Huld und Dir, Gott, ist alles Dir, Gott, sei Preis und Dir hab' ich mich ergeben Dir immer ähnlicher zu Dir zu leben, dir zu Du aller Menschen Gott Du Bester aller Du bester Trost der Du bist, erhab'ner Gott Du der alles sieht und Du der Menschen Heil Du der so gern beglückt Du der voll Blut und Du dessen Augen flossen Du dessen Augen schon Du dessen Herz voll Liebe Du, Gott, du bist der Du Herr und Schöpfer Du Herr von meinen Nro. 102 Du wirst, mein Vater, für 82 Durch dich, Gott, bin 430 Durch fummervolle Tage 142 383 Du flagst und fühlest die Du läßt, o Herr, uns F. 194 in Christ der 374 Gin Gott regiert! Was 145 Gin milder Regen sintet 406 Gin ruhiges Gewissen 383 Gin tugendhaftes Herz 115 Ein tugendhaftes Leben 388 Gins ist Noth, o Herr 344 Ginst sinkt der Leib ins 351 Empor, ihr Christen, 253 Grdentöchter, Erdensöhne Er eilt der letzte von den 250 Erfreulich sei und 378 Erhab'ner Herr der Welt 268 Erhalt uns, Herr, die 423 Erhalte, Vater, uns 390 Erhebe dankbar Gottes Erhebt den Herrn mit Erwacht zum neuen 424 Erwäge deine Sterblichkeit 362 63 baut, o Gott, auf 303 54 204 9 Es ist ein Gott, o fühl' 36 G3 ist gewiß ein köstlich 186 Es ist noch eine Ruh 174 G3 ist nur Einer der 128 G3 ist vollbracht! so ruft 328 Es zieht, o Gott, ein Es züchtigt deine Hand 439 Ew'ger Vater aller 166 -160 F. 74 252 Fest 79 est steht dein Bund wie 77 Freude wallt in meinem 192 Freiheit gabst du meinem 62 Freiwillig hast du 356 Früh mit umwölftem 369 Für alle Kranke bitt' ich 321 Für deinen Himmel reift 262 Für unsern Nächsten 425 Du sagst, ich bin ein Christ 152 Du Vater deiner 170 Du willst, o Herr, mein 227 S. Geist der Wahrheit lehreNro. 130 326 358 117 169 371 243 218 231 236 148 89 411 265 456 442 302 350 99 435 361 320 365 2 185 141 20 70 436 434 217 354 341 32 86 363 399 410 299 94 Geist vom Vater und vom Gepriesen sei der Herr Gerechter Gott, vor dein Gerührt und still ist meine Gesegnet ist der Mensch Gesund und frohes Muthes Gib, Gott, mir einen Gib, Gott voll Lieb' und Gib, Gott, wenn ich dir Gib, Höchster, daß ich Gib mir, Jesu, deinen Gib mir, o Gott, ein Herz Gott, deine Gnade sei Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, deinen weisen Gott, deine Weisheit Gott, der zum Segen für Gott des Himmels und Gott, dessen Macht des Gott, die Güter dieser Gott, dir sei mein Dank Gott, dir vertrau'n ist Gott, du bist heilig und Gott, du bist von Ewigkeit Gott, du erhabenster Gott, ich will mich Gott, immer groß an Gott, laß mit weiser Gott, mein Vater, mein Gottlob, die Arbeit ist Gott sei mit dir! Amen Gott stets sich gleich bleibt Gott, unser froher Gott, von großer Macht Gott, vor dessen Angesicht Gott, welche Schmach und Gott, wir sind bereit Negister. DIŞ. Halte dich mit hoher Heil ihm dem Todesüberw. Heilig, heilig sei der Eid Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht reicht Herr, deine Sanftmuth Herr, du erforschest mich Herr Gott, dich loben wir Nro. 95 Herr, ich falle vor dir 225 Herr, ich hab' aus deiner 135 Herr, laß mich stets die 124 Herr, lehre mich den 121 Herrlich ist's in deinem 25 Herr, ohne Glaube kann 301 Herr, segne mein 285 Herr, unser Gott, wir 230 Herr, wenn ich dich nur 346 Hier bin ich, Jesu. zu 298 Hier ist nur mein 269 Hier lieg' ich. Herr, in 56 Hilf, Gott, daß ich der 215 Hilf mir, mein Gott, hilf 175 327 3. 28 Ja zur Seite will ich 305 345 325 140 84 380 ch armes vaterloses 440 ch bin zur Ewigkeit 257 Ich danke dir von Herzen 312 Sch dent an dein Gerichte 176 Jch eile meinem Grabe 14 Jch fasse, Vater, deine 136 131 401 132 397 216 6 Ich freue mich der frohen 163 Jch hab' in guten Stunden 183 157 Sch fomme, Herr, mit 190 ch fomme vor dein 447 Jch preise dich, o Herr, 45 Sch trete vor dein 389 Jesu Christi Sterbetag 403 Sesu, deine tiefen 109 319 71 81 78 5 Jesu, der du einst dein 438 Jesu, Freund der Mensch. 370 Jesus ist gekommen! dankt 13 Jesus lebt! mit ihm auch 64 Jesus, meine Zuversicht 426 Im Frühling meiner Im Stillen wollen wir In allen meinen Thaten In Gottes Namen fang In unsern Nöthen fallen 343 205 85 K. 169 154 Kein Mensch, o Gott 7 Kein Mensch vermag es 292 Kinder, die ihr noch 229 Kinder gut und fromm 201 Klagt nicht, mein Herz Nro. 112 266 353 30 93 153 291 450 173 110 139 337 279 151 111 51 87 88 324 309 180 385 443 41 39 314 310 239 344 Register. Nro. 208 98 Nach einer Prüfung N. 96 143 384 294 46 Nach einer schmerzenvollen 427 Nach Fried' und Eintracht 149 Nach Gottes weisheitsvollen 347 Nach Jesu Weisheitslehren 278 Nach meiner Seelen 232 244 364 338 290 448 Komm betend oft und Komm, o Geist, von Gott Komm, o fomm, du Geist Kommst du, Jesu, Licht Kommt, Kinder, anzubeten Kommt, laßt euch den 2. Laß mich doch nicht, o 260 Nicht mürrisch, finster 60 Nicht zur trägen 272 Laß mich, Höchster, darnach 280 Nicht mehr als meine Laß mir die Feier deiner Laß, o Jesu, mich Laßt uns mit ehrfurchtsv. Laut und freudig dir Lehre mich, Herr, recht Lieblich scheint die Liebster Jesu, wir sind Lob sei dem Allerhöchsten Lobsinge, Mensch, lobsinge Lobsinget Gott, und betet 55 Nichts ist von ungefähr! 35 Nie bist du, Höchster, von Nie will ich wieder fluchen Niedrig und in Cürftigkeit Niemand kann die Zeit Noch bin ich ein Gast Noch immer wechseln Noch leb' ich, ob ich Mache dich, mein Geist Mag doch der Spötter Mag immerhin im Mein Erlöser, Gottes Mein erst Gefühl sei Mein Gott, allein durch Mein Gott, du hast mein Mein Gott, du hast von Mein Gott, du wohnest Mein Heiland lebt, er Mein Herz, o Gott, soll Mein Jesu, für dein Mein Schutz ist Gott, ihn Meine Lebenszeit Mich selbst muß ich Mir nach, spricht Christus Mit diesem Tage geht Mit dir, o Höchster 234 373 223 Mit froher Seele danken Mit Preis und Ruhm Mit welchem Dank, o Monarch der Geister Muthig, muthig bald Nicht, daß ich's schon Nicht für der Felder 53 34 202 Noch sing ich hier aus Nun bringen wir den Leib Nun danfet alle Gott 245 Nun sinkt die Sonne 155 Nur furz ist hier mein 255 385 377 382 333 Deffentlich, in der daß doch bei der 00 317 164 daß von meinem Leben 134 Oft blüht ein Frevler auf 263 Oft hält dein Antlig Golgatha, zu deinen Gott, du frommer Gott, du kannst den Gott, ich preise deine Gott sei Dant! ich 63 179 a 127 238 O 58 anmuthsvolle Tage 359 O heil'ger Geist, kehr bei 120 O Jesu, Licht und Heil Mit Ernst, o Menschenkinder 49 O Jesu, wahrer Frömmigt. Mit Freuden such' ich, 221 Lamm Gottes unschuld. Mit frohem Dant Schöpfer, jedes deiner stimm auch du mit welch' ein unschätzbares Welt, sieh' hier dein 108 418 O 92 340 349 D wie sanft ist, Herr, dein 342 O wie unaussprechlich Nro. 27 10 296 57 453 133 360 129 220 442 207 387 122 446 113 367 267 188 189 67 214 372 40 116 97 114 59 73 12 50 241 66 44 144 Nro. V. V. 366 ater, der so gern verz. 24 Vater, heilig möcht' ich 445 Verbittre dir dein Leben 224 Vergilt, o Vater, allen Vernimm, o Gott, das Verzage nicht zu fumm. Verzeih' der tiefen Traur. eichthum ist des Höchst. 330 Viel Gutes ist, Allliebender R. Reichthum ist des Höchst. 330 1 Religion von Gott gegeben Richte nicht mit Hohn Ruh' und sichre Freuden Ruhig soll die Seele Preißt, Christen, preißt Preißt, Menschen, preißt Preißt, Völker, unsern Preis und Dank sei Gott Register. Säe beine Thränensaat Schaffet, schaffet, Menschenk. Schicke dich, erlöste Seele Schnell rauschen Jahr Schon wieder bringt die Schon wieder ist die Schuf mich Gott für Schwer liegt der Trennung Schwinge dich zu Gottes Segne, Vater, unsern Sei, aller Wollust Reiz Sei Lob und Ehr dem Sie sind dahin, der Siegreich stand mein Sieh', meine Seele So jemand spricht: ich So weit uns deine Soll dein verderbtes Herz Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich den beneiden Stärke, Jesu, stärke mich Streb' immer mehr zur Stündlich naht der Tag Suchst du des Nächsten 11. Unser Wandel ist im Unsre Kindheit, unsre Unter manchen bangen 293 76 237 Vollendet ist auch diese Voller Ehrfurcht, Dank Wem Gott Gesundheit Wenn der Stifter der Wenn dich in dunkeln Treu ist Gott, das nehmt Wenn dich zur Uebung Trodne gern die Kummerth. 281 Wenn Geschwister fromm Theuer, wie mein eignes 274 15 Vom Himmel fam hernieder Von dir, der meine Freud' Von dir, du Gott der Von dir, Gott, sind der 199 Von dir in diese Welt 240 Von dir kommt jede gufe 107 Von dir kommt Weisheit 357 Von dir, o Gott, kommt 393 Von Furcht dahin gerissen 379 Von Gott, o Landmann 138 Von heiligem Gefühl 409 211 452 254 W Wann 203 454 Was 193 198 90 Was Gott für mich bestimmt 197 80 Was Gott thut, das ist 270 wohlgethan, es bleibt 16 Was Gott thut, das ist 101 wohlgethan! so 182 Was ist mein zeitlich 286 Was ist's, daß ich mich 75 Was soll ich trostlos 235 Was sorgst du ängstlich 137 Was zagst du? Gott 275 Weisheit, hohe Gottesgabe 233 Welch hohes Vorrecht 184 213 M. ann ich, o Schöpfer achtest du der trüben 1 345 Nro. Wenn heiße Thränen mir Wenn ich ein gut Gewissen 248 Wenn ich mit mehr als 316 Wenn ich vor meinen 405 Wenn Menschen streben 159 162: 297 421 404 334 412 31 457 106 42 273 429 308 287 209 451 331 65 329 417 22 368 249 191 195 123 335 408 147 171 315 156. 242 283 212 300 346 Wer bin ich? welche Wer dieser Erde Güter Wer Gottes Wege geht Wer Gottes Wort nicht Wer höher durch Geburt Wer kann die Leiden fassen Wer kann doch, großer Gott Wer kann, o Gott, wie Wer machte diese schöne Wer Menschen, seine Wer mit Lust und Eifer Wer nur den lieben Gott Wer Obrigkeit und Richter Wer schleicht dort in der Wer sich mit Ernst der Wer Sünde thut, der liebt Wer wahre Herzensdemuth Wer weiß, wie bald in tiefer Wiederum ein Jahr Wie elend ist, wer arm Wie gnädig ist des Höchsten Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist unfre Wie groß, o Gott, ist deine Wie groß, wie angebetet Wie herrlich, Jesu, starker Register. Nro. Nro. 251 246 228 Wie mannichfaltig sind die 282 Wie schwach ist meine 119 Wie selig lebt der Mensch 150 Wie soll ich dich empfangen 343 Wie soll ich dich würdig 289 47 206 172 18 336 437 167 396 222 68 Wie sollt' ich meinen Gott 37 Wie viele Freuden dank' 11 Wie wenig wird in guten 23 Willkommen, holdes 284 Willst du der Weisheit 413 Wir danken freudig dir 200 Wir erscheinen hier vor 304 Wir flehn für unsre Aeltern 313 61 Wir kommen, Helfer, dir 258 Wir Menschen sind zu 43 Wir sehn den Schlaf uns 288 Wir sind in Noth: laß 126 Wo eilt ihr hin, ihr Lebensst. 355 Wohl dem, der seines 332 Wollt' ich die Besserung 444 376 17 3. 3um 118 um Fleiße gib, o Gott 8 3um Himmel schauen 48 3um Trost in unsern Küm. 91 3ur Arbeit, nicht zum 103 391 441 264 318 158 449 125 33 256 Anhang zum chriftlichen gefangbuche. Inhalt. 1. Allgemeine Bitten. Nr. 1-5. 2. Glaubens- und Sittenlehre des Christenthums. Nr. 6-184. Vom christlichen Gottesdienste. Nr. 6-10. Von der Anbetung Gottes als Vater, Sohn und Geist. Nr. 11 u. 12. Von der Schöpfung und Vorsehung. Nr. 13-16. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Nr. 17-27. Von dem Leiden und Tode Jesu, Nr. 28-39. Von der Auferstehung Christi. Nr. 40-47. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Nr. 48 und 49. Von dem heiligen Geiste. Nr. 50-56. Von der christlichen Kirche. Von dem göttlichen Worte, Vom Gebete. Nr. 67-69. Nr. 57-63. Nr. 64-66. Von der heiligen Taufe. Nr. 70-71. Von der Confirmation. Nr. 72 und 73. 1 Vom Heiligen Abendmahle. Nr. 74-77. Von der Buße. Nr. 78-94. Von dem Glauben. Nr. 95-97. Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. Nr. 97-105. Liebe zu Gott und Christo. Nr. 106-124. Vertrauen auf Gott. Nr. 125-147. Lob- und Danflieder. Nr. 148-157. Liebe zu dem Nächsten. Nr. 158 und 159. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Nr. 160-164. Vom Tode. Nr. 165-177. Vom ewigen Leben. Nr. 178-184. 3. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Nr. 185-199. Morgenlieder. Nr. 185-188. Abendlieder. Nr. 189-192. Neujahr. Nr. 193-195. Jahreszeiten. Nr. 196 und 197. Krieg. Nr. 198. Friede. Nr. 199 und 200. 1. Allgemeine Bitten. 3 Mel. Gott, du frommer. Mel. Nun lob' mein Seel, 1. Ach Gott, verlaß mich nicht, 2. Dein Name werd' erhoben, reich' du mir deine Hände, Gott, Vater der Barmaß ich die Pilgerschaft im Glau- berzigkeit! Du, der mir stets von en wohl vollende. Hier in dem oben auf meine Bitte Kraft verleiht! Wollen und Vollbringen instern Thal sei du mein helles Mein Zicht, mein Stecken und mein Stab; fommt, Höchster, nur von dir; o ch Gott, verlaß mich nicht. send' in allen Dingen auch ferner 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Hülfe mir, daß ich das Meine ehr' deinen Weg mich wallen, und thue im Namen Jesu Christ, bis mich nimmermehr in Sünd deines Volkes Ruhe mein Theil auf ewig ist. aß und Thorheit fallen. Verleih' mir mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. Deinen Geist, gib Glaubenszuvericht, und wenn ich straucheln will, 3. Herr, wie du willst, so schick's Dann, Gott, verlaß mich nicht. Sterben; mein Herz verlangt allein mit mir, im Leben und im 3. Ach Gott, verlaß mich nicht nach dir, Herr, laß mich nicht verin Nöthen und Gefahren! Wo derben! Erhalt' mich nur in deiner niemand schüßen kann, kannst du Huld, und gib im Leiden mir Gemich wohl bewahren. Wenn sich duld; dein Will' ist doch der beste. Versuchung naht, und Stärke mir 2. Zucht, Ehr' und Treu ver= gebricht; so weiche nicht von mir, leihe mir, und Freud an deinem verlaß mich Schwachen nicht. Worte; hilf, daß ich wanke nie 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; von dir, dem wahren Seelenhorte. gib Wollen und Vermögen, in Gib, was mir dient zur Seligkeit, allem meinen Thun begleite mich und laß mich meine Lebenszeit in dein Segen. Was mein Beruf deiner Furcht vollbringen. verlangt, was mir gebeut die 3. Wenn ich einmal nach deinem flicht, vollbringt nur deine Kraft; Rath von dieser Welt soll scheiden, o'rum, Gott, verlaß mich nicht; verleihe dann mir deine Gnad', 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, daß es gescheh' mit Freuden. Herr, daß ich mich dir ergebe, voll Lieb' Seel' und Leib befehl ich dir; ein und Hoffnung sei recht glaub' und sel'ges Ende gib du mir durch Jehristlich lebe. Bereite mich schon sum Christum. Amen. hier, schau'n dein und ich im Tode noch, mein Gott, 4. J Chrift! Ich bitt', er= In eigner Melodie. ruf' zu Herr Jesu verlaß mich nicht. 1* Sund 4 Vom christlichen Gottesdienst. Hör mein Flehen. Laß gnädig mich hier von deiner Liebe sche doch zu dieser Frist mich deine den; beständig sein verleihe mir i Hülfe sehen; den rechten Glauben, Glüd und auch im Leiden. Ar Herr, ich mein' und daß ich möge freier Gnade segnest du; es m streben, dir zu leben, dem Nächsten niemand ererben noch erwerbe nüß zu sein, das wollest du mir geben ohn' dich die wahre Ruh' un 2. Jch bitte mehr noch, Herr, Seligkeit im Sterben. mein Gott! du wirst mir's nicht 5. Jch lieg' im Streit und m versagen, daß ich nicht sei ber derstreb', hilf, o Herr Chrift, m Frevler Spott, die nicht nach Schwachen! in deiner Gnad' a Chrifto fragen. Und wenn ich schei- lein ich leb', du fannst mich stä den soll, mich stärk', daß ich auf fer machen. Laß in dem böse dich mög' bauen, und nicht trauen Stündlein mich, will Muth un auf mein Verdienst und Wert, Kraft mir schwinden, Stärkun sonst werd' ich dich nicht schauen. finden, und dann zuleßt durch di 3. Verleih' daß ich aus Her- in Allem überwinden. zensgrund den Feinden mög' ver- Mel. Herzlich thut mich. geben verzeih' mir auch zu dieser 5. Laß mich dein sein und ble Stund' schaff' mir ein neues Leben. ben, du treuer Gott un Dein Wort laß meine Speise sein, Herr! Von dir laß nichts mi bie Seel' damit zu nähren, mich treiben, halt mich bei reiner Lehr zu lehren, wie ich, im Herzen rein, Laß, Herr, mich ja nicht wante dich würdig soll verehren. verleih' Beständigkeit. Dafür wi 4. Laß weder Lust noch Furcht ich dir danken jetzt und zu aller Zei 2. Glaubens- und Sittenlehre des Christenthums. Vom christlichen Gottesdienst. ich ewig bleibe ein Glied an Chrif Leibe. 5. Gib Hoffnung und Vertrauer Mel. Wach auf mein Herz. getrost auf dich zu bauen. Dei 6. Auf, auf, ihr meine Lieder! Geist mich hülfreich stärke zur För auf, Herz und Geist und d'rung guter Werke. Glieder, dem Höchsten Lob zu singen 6. Erhör' die frommen Beter und Opfer ihm zu bringen. befehr' die Uebertreter; sei gnädi 2. Er hat die Nacht gewendet, mir und Allen nach deinem Woh! das Licht herabgesendet; ich schlief gefallen. ohn' alle Sorgen, erwachte froh am Mel. Die Tugend wird durch's Morgen. 7. Beschwertes Herz, leg' ab bi 3. Nun sei Leib, Seel' und Le Sorgen erhebe dich, ge ben auch ferner ihm ergeben! Laß beugtes Haupt! es kommt de gnädig dir vor allen dies Opfer, angenehme Morgen, da Gott 31 Herr, gefallen. ruhen uns erlaubt. Die Ruhe ha 4. Bor Sünden mich behüte er vorgeschrieben, und selbst der nach deiner großen Güte, sodaß Ruhetag geweiht; auf, auf, de Vom christlichen Gottesdienst. 5 Serrn Gebot zu üben, zu seinem Dienst sei gern bereit! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeu2. Auf! laß die Welt aus dei- get dienen; heilig, heilig, heilig nem Sinne, dein irdisch Werk muß singen ihm zur( Ehre aller Engel erne steh'n, du sollst zu höherem hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Bewinne zu deines Gottes Tempel Stimm, wenn auch wir Geringen gehn, ihm zu bezahlen deine Pflich- unser Opfer bringen. cen, froh zu vermehren seinen 3. Wir entsagen willig allen Ruhm, in tiefster Demuth zu ver- Eitelkeiten, die mit deinem Dienste zichten dein geistlich Werk und streiten. Wir geloben heilig, Seele, Priesterthum. Leib und Leben dir zum Eigenthum zu geben. Du allein sollst es sein, und fleb' um deines den wir liebend ehren, dem wir 3. So bin ich, Gott, vor dir er chienen, Beistes Kraft; wie kann ich dir angehören. wohl würdig dienen, wenn er nicht 4. Majestätisch Wesen! möchten in mir wirkt und schafft? Wie soll wir dich preisen, und im Geist dir Ich freudig vor dich treten, wenn Dienst erweisen! Möchten wir wie er nicht stillt der Sünden Schmerz? Engel immer vor dir stehen und Wie kann ich gläubig zu dir beten, dich gegenwärtig sehen! Laß uns wenn er nicht stärkt mein blödes dir für und für trachten zu gefallen, Herz? heil'ger Gott in Allen. 4. Rann meines Herzens Harfe 5. Geist, der Alles füllet, aller lingen, wenn sie dein Finger nicht Dinge Leben, du, in dem wir sind berührt? Kann ich zu dir empor und weben! Meer ohn' Grund mich schwingen, wenn nicht dein und Ende, dich erforscht kein DenArm mich aufwärts führt? Kann fen, in dich wollen wir uns senten. ich ein reines Opfer werden, wenn nur nach dir trachten wir, laß nur nicht dein Feuer auf mich fällt, in dich uns finden, ganz in dir veranir verzehrt die Lust der Erden, schwinden. und mich belebt für seine Welt? 6. Du durchdringest Alles, laß 5. Erkauft hat Jesus mich so dein Licht uns spüren, fräftig unser theuer, zu seinem Tempel mich ge- Herz berühren, wie die zarten Bluweiht. Hier sei dein Heerd, hier men willig sich entfalten, und der sei dein Feuer, die Fülle deiner Sonne stille halten, daß wir so Herrlichkeit! Bollführe, was du still und froh, deine Strahlen fasangefangen, neig' auch zu mir dein sen, und dich wirken lassen. Angesicht, dann ist der Seele auf- 7. Mach' uns nur einfältig, ingegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. Mel. Wunderbarer König. nig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden! Mach' uns reines Herzens, daß wir deine Klarheit völlig schaun in Geist und Wahr8. Gott ist gegenwärtig, lasset heit. Laß das Herz himmelwärts uns anbeten, und in Ehr- wie ein Adler schweben, und in dir furcht vor ihn treten! Gott ist in nur leben. der Mitten; Alles in uns schweige, 8. Komm, in uns zu wohnen, und sich innigst vor ihm neige! Schon auf dieser Erden möchten Wer ihn fennt, wer ihn nennt: wir dein Tempel werden. Komm fallt in Demuth nieder, gebt das bu gütig Wesen, dich in uns Herz ihm wieder! verkläre, deine Lieb' in uns vers 6 Von der Anbetung Gottes als Vater, Sohn und Geist. mehre. Wo wir geh'n, wo wir nicht verderben, mach uns al stehn, laß uns dich erblicken, ganz Sünden frei, und hilf uns se zu dir uns schicken. sterben! Vor dem Teufel uns Me I. Liebster Jesu, wir sind hier. wahr', mit Glauben und Vertrau der mit uns laß fest auf dich uns bauen, der Andacht wir dein Heil dort schauen. heil'gem Orte; reiche Nahrung Versuchung und Gefahr laß a bot er dar unserm Geist aus sei rechte Christen mit deiner Kraft nem Worte; unser Beten, Hören, rüsten und trotzen Satans Lift Singen ließ er uns zum Heil ge- Amen, Amen, dies sei wahr lingen. jingen wir Hallelujah! 9. Gott sei Dank, mat 2. Freudig gehn wir jeßt hinaus, 2. Jesus Christus wohn' u wandeln heim auf unsern Wegen. bei 2c. Nun begleit in unser Haus uns 3. der hier empfangne Segen, daß bei 2c. wir bleiben in dem Lichte von des Herren Angesichte. Heil'ger Geist, uns woh In eigner Melodie. wid sind ut 3. Unsern Ausgang segne Gott, 12. Wir glauben all' an ein Gott, Schöpfer Hi unsern Eingang woll' er segnen: mels und der Erden, der sich zu rufen wir zu ihm in Noth, woll' mels und der Erden, der sich zu er uns mit Trost begegnen, und Kinder werden; er will uns allez geben hat, daß wir sei uns einst nach sel'gem Sterben ernähren, Leib und Seel auch wo zählen zu des Himmels Erben. bewahren, allem Unfall will In eigner Melodie. wehren, fein Leid soll uns 10. Liebster Jeſu, wir hier, dich und dein fahren; er forget für uns, hüt Wort anzuhören! Lenke Sinnen wacht:,: es steht Alles in seir und Begier auf die süßen Him: 2. Wir glauben auch an Jesi melslehren, daß die Herzen von Christ, seinen Sohn und unse der Erden ganz zu dir gezogen Herren, der ewig bei dem Va 2. Unser Wissen und Verstand Ehren; von Maria der Jungfrau ist, gleicher Gott von Macht u ist mit Finsterniß umhüllet, wo ist ein wahrer Mensch gebore der Geist, den du gesandt, nicht durch den heil'gen Geist im Gla mit Klarheit uns erfüllet. Gutes ben, für uns, die wir warn ve denken, thun und dichten, mußt du loren, am Kreuz gestorben u selbst in uns verrichten. Macht. werden. :: 3. du Glanz der Herrlich vom Tod wieder auferstand ist durch Gott. 3. Wir glauben gen Geist, Gott feit, Licht von Licht aus Gott geauch an hei boren, mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; dem Sohne, der allen Blöd'n e mit Vater u unser Beten, Flehn und Singen Tröster heißt, uns mit Gab laß, Herr Jesu, wohl gelingen. zieret schöne: die ganze Christe Von der Anbetung Gottes als heit auf Erden hält in eine Sinn gar eben. Hier all' Eür Vater, Sohn und Geist. vergeben werden; das Fleisch f Road In eigner Melodie. uns wieder leben: nach diese 11. Gott, der Vater, wohn' Elend ist bereit't:: uns ein Leb uns bei, und laß uns in Ewigkeit. 7 hen! Oftmals Freud und Lachen hat er mir bescheert, hat mich nie vergessen, stets mir zugemessen, was mich stärkt und nährt! Auch wenn Mel. Ringe recht, wenn. 13. Gott der Macht, in dei- fast die Kreuzeslast seine Kinder rem Ruhme feinem als hart gedrücket, hat er mich erquicket. dir selbst bekannt; aus verborgnem Heiligthume waltest du mit starker Hand. 3. Gott der wird's wohl mahen! Laß die Wetter frachen und die Stürne wehn. Wenn mit gro Bem Grausen alle Welten brausen, 2. Sterne glänzen und erblin- will er bei dir steh'n. Gott ist da den, Berge wehst du weg wie mit Hülfe nah. Schlägt dich UnSpreu; Völker werden und ver- glüd auch darnieder, Gott erhebt schwinden; alles Fleisch vergeht wie sich wieder. Heu. 4. Gott der wird's wohl ma3. Reiche schmetterst du zur chen! Mächtig in dem Schwachen Erde; Königsstühlen stürzen ein; ist er allezeit. Wem hat's je ge Hirten rufst du von der Heerde, fehlet, der zum Trost ihn wählet Herrscher ihres Volts zu sein. in dem größten Leid? Drum, 4. Wenn du anfängst auszu mein Herz, vergiß den Schmerz. gleichen, Herr, was kann vor dir Alles steht in seinen Händen; Gott besteh'n? Alle Berge müssen wei- tann alles wenden. chen, alle Thale sich erhöhn. Gott der wird's wohl ma= 5. Was der Menschen Kunst chen, gnädig bei dir machen, will erhoben, ist auf leichten Sand ge dein Stündlein nahn. Wenn des stellt; du gebeutst, es ist zerstoben, Lebens Jahre enden an der Bahre, wie das Laub im Herbste fällt. führt er himmelan. Festen Grund 6. Aber wo auf Felsengründen hat dieser Bund: Alle, die in deines Tempels Mauer ruht, droht Christo sterben, sind des Himmels von Fluthen und von Winden fruchtlos die vereinte Wuth. Frben. Von der Schöpfung und Vorsehung. Von der Schöpfung und Vorschung. 7. Und ob alles sich empöret, Mel. Alles ist an Gottes. ringsum Alles untergeht; dieser 15. Meine Seele, laß Gott Bau bleibt unversehret, und die Stadt des Herrn besteht. walten, der dich fann und will erhalten, der die Seinen 8. Selbst der Feinde Troß und gnädig führt. Was dich auch bisMühe muß dir ebnen deinen Pfad; weilen plaget, trag es gern, sei darum fomm, o Herr, und ziehe unverzaget, denn der große Gott ein in deine Gottesstadt. regiert. Mel. Jesu, meine Freude. 14. Hott der wird's wohl ma 2. In des Himmels weiter Ferne sich das helle Heer der Sterne auf und ab von Gott geführt. chen, dem ich alle Sa- Sieh das Meer, empört von chen allzeit heimgestellt. Er hat Winden, sieh' der Wogen Aufruhr mich erforen, eh ich war geboren schwinden, weil der höchste Gott an das Licht der Welt; hat mir regiert. auch nach seinem Brauch, was von= 3. Sollte denn in Menschen. nöthen, stets gegeben hier in diesem dingen etwas seinen Lauf vollLeben. bringen anders, als der Herr es 2. Gott der wird's wohl ma- führt? Nein! fürwahr, es muß 8 Von der Schöpfung und Vorsehung. 4. geschehen, was er für uns auser- umher in Ost und West; was sehen, denn der starke Gott regiert. unters Joch die Starfen wollen Sterben, leben, weinen, biegen, das stellest du zum Zeichen freuen muß zum Besten dem gedei frei und fest. Du knüpftest, was hen, den die Liebe Gottes führt. die Welt zerreißt, in Kraft; bricht Weil er ist bei Gott in Gnaden, sie, du baust; baut sie, du reißest kann ihm feine Trübsal schaden, ein. Ihr hellster Glanz erbleicht denn der treue Gott regiert. zum matten Schein, und Leben 5. Was für Angst in ihrem wird aus Todesgraun geschafft. Herzen über ihres Kindes Schmer- 4. Wenn unsre Meinung fromm zen eine treue Mutter spürt; sol- und selig preiset, der ist oft längst ches Mitleid, solch Erbarmen, ist aus deinem Buch gethan; wem bei Gott; getrost, ihr Armen, denn niemand Zeugniß gibt, noch Ehr' der fromme Gott regiert. erweiset, den führst du in der 6. Nun, so tritt, um fest zu Stille himmelan. Der Pharisäer stehen, auf des Glaubens Felsenhö- Tisch läßt Christus stehn, und hen, glaub und lieb, wie sich's gespeiset mit den Sündern ohne bührt; so wird Alles wohl gelin- Scheu. Wer weiß, was immer gen, und du wirst mit Freuden deine Absicht sei? Wer kann der singen, daß dein Herr und Gott Weisheit tiefsten Grund erspähn? regiert. 5. Bater, sei von uns gebenebeiet, der du uns aus dem Tod lebendig machst! Wenn uns dein Geist von oben Licht verleihet, Mel. Jehova ist mein Licht. 16. Wie führst du doch so dann sehn wir erst, wie wohl du selig, Herr, die Deis für uns wachst. Von je war unnen! Ja, selig führst du sie, doch ser Glend dir bekannt, der blöde wunderbar. Du fannst es niemals Sinn, das zagend trotz'ge Herz, böse mit uns meinen; du bist ge- und klar geschrieben stand es allertreu, dein Wort bleibt ewig wahr. wärts, wie es mit schwachen KinVerschlungen oft, doch richtig ist dern sei bewandt. der Pfad, auf dem du deine Kin- 6. Drum scheinst du bald uns der heißest gehn; wo unsre Augen härter anzugreifen, bald fährst du nur Verwirrung sehn, da trium- wieder mit uns säuberlich. Gephirt zuletzt dein weiser Rath. lüftet uns vom Wege abzuschwei2. Du darfst dich nicht an sol- fen, so weist die Zucht uns wieder cher Ordnung halten, wie uns hin auf dich. So leitest du zuerst Vernunft aus guter Meinung den Kinderschritt; dann kommt die stellt. Dein Schwert fann jeden Zeit, wo du uns größres schenkst, Knoten rasch zerspalten, und sanft dich in das Herz als eine Wohwird er gelöst, wenn's dir gefällt. nung senkst, und uns der Weisheit Die stärksten Bande trennt dein Gaben theilest mit. mächtig Wort. Was dir entgegen 7. So gehst du mit uns nicht strebt, das sinket hin; ein Wint gemeine Wege; oft scheint es von dir bricht auch den härtsten uns, als sei das Ziel verfehlt. Sinn, und ungehemmt geht stets Doch weißt du wohl, dein Rathschluß fort. was sich im was uns Herzen rege, und 3. Was Menschenklugheit will frommt, wird stets von dir gezusammenfügen, zerstreust du weit wählt. Du hältst und trägst Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 9 und greifest hülfreich zu, übst Vaund Blut durch Christum wird ertertreu und brauchst dein Vater- neuet. recht, und so gelangt dein außer- 2. Er ist das Wort, das-Alles wählt Geschlecht zum Geist der schafft, das Alles hebt und träget, Kindschaft und zur sel'gen Ruh. der reine Glanz, die ew'ge Kraft. 8. Auge, das nicht Trug noch durch die sich Alles réget, die sich Heucheln leidet, gib mir die Klug in uns're Schwachheit hüllt, auf Heit, die mir noch gebricht, die recht daß nun Gottes Ebenbild könn' in Natur von Gnade unterscheidet, uns sichtbar werden. das eigne Licht von deines Geistes 3. Die Welt lag tief in finstrer Licht. Nie will ich dich zu meistern Nacht, in Furcht und Todesschref= mich getraun; drum brich den fen; sie fonnte nicht aus eigner Willen, der sich selber liebt, wed macht sich Heil und Licht erwecken; auf den Sinn, der ganz sich dir nun kommt das unumschränkte Licht, ergibt, und sich genügen läßt, dir und will mit hellem Angesicht in nachzuschaun. alle Herzen leuchten. 9. So ziehe mich hinein in dei 4. Drum irre, Mensch, nicht nen Willen, und führ' und hege ferner blind auf des Verderbens felbst dein armes Kind! Den Zwei- Wegen! Umfasse den, der treu fel wird des Geistes Zeugniß stil gesinnt dir gnädig fommt entge len, fein Antrieb macht mich Chri- gen. Ergib dich ja der Trägheit sto gleich gesinnt. Mein ist nun nicht, Christ wil dir Leben, Kraft Alles; denn dein Sohn ist mein, und Licht aus seiner Fülle schenken. und mir zu dienen schämt kein En 5. So nimm mein Herz, Herr gel sich; die Geister, mir verwandt, Jesu Christ, mein Heiland, Licht erwarten mich, und in das ew'ge und Leben! Gestalt es so, wie Leben geh ich ein. deines ist, dazu sei dir's gegeben; 10. Bis dahin stets von deinem treib aus die alte Finsterniß und, Licht erquicket, bin ich schon selig, heil der Sünden Schlangenbiß; weil dein Geist mich treibt, weil dann bist du mir geboren. jedes Herzens Anblick mich beglücket, das in der Treu und in der Liebe Mel. Der Tag, der ist so. bleibt. Gott, du mein Alles, fülle 18. Der Heiland, beffen ſich ganz mein Herz! It's möglich, im Geist die Schaar daß noch etwas den betrübt, der der Väter freute, der Heiland, dich allein und in dir Alles liebt? welcher Jesus heißt, ist uns ge= Sün= Nein, Freudenquell! auf ewig weicht boren heute. Wär er uns der Schmerz. dern nicht gebor'n, wir wären allzumal verlor'n, nun bringt er Heil uns Allen. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, der du Mensch gewor= den bist, dein Lob soll stets erschalMe I. Allein Gott in der. 17. uf! Auf! freuet euch von len! Herzens Grund, ihr Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. die ihr war't verloren! Nun Mel. Vom Himmel hoch da. wird das große Wunder kund 19. Dieß ist der Tag, den der Herr ist Mensch geboren! Gott gemacht, sein uns Allen kommt dies so zu werd' in aller Welt gedacht! gut, daß nun auch unser Fleisch Ihn preise, was durch Jesum 10 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Christ im Himmel und auf Erden scheinen uns ganz mit Gott verist! einen. 2. Die Väter haben sein geharrt, 2. Willkommen, Held aus Dabis daß die Zeit erfüllet ward; vids Stamm, du König aller Ehda sandte Gott von seinem Thron, ren! Willkommen, Jesu, Gottes das Heil der Welt, den ew'gen Sohn. Lamm! Ich will dein Lob vermeh3. Wenn ich dies Wunder fas ren: ich will dir all mein Leben sen will, so steht mein Geist vor lang von Herzen sagen Preis und Ehrfurcht still. Kein endlicher Ver. Dank, daß du, da wir verloren, stand ermißt, wie groß die Liebe für uns bist Mensch geboren. Gottes ist. 3. O wie ist deine Huld so 4. Damit der Sünder Gnad' groß, ich kann sie nimmer fassen! erhält, erniedrigt sich der Herr der Du hast dich aus des Vaters Welt, nimmt selbst an unsrer Schoos zu uns herabgelassen! Menschheit Theil, erscheint im Fleisch Hier warteten dein nichts, als zu unserm Heil. Noth, Berachtung, Kummer, Schmerz 5. Dein König 3ion kommt zu und Tod; und doch famst du auf dir. Er spricht: im Buche steht Erden, der Menschen Heil zu wervon mir; Gott, deinen Willen thu den. ich gern, drum, Zion, preise deinen 4. O große That! O WunderHerrn. 6. Herr, der du Mensch geboren Du wirst, Immanuel und Friedefürst, der auf den die Väter hoffend sahn, und jetzt zur dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. herrscht auf dem 7. Du, unser Heil und höchstes stät, um Heil und ew'ges Lebere Gut, vereinest dich mit Fleisch und den Gläubigen zu geben. nacht, von Engeln selbst besungen! hast den Helfer uns gebracht, Sünd und Tod bezwungen, Herrlichkeit erhöht, Thron der Majewerden wir. Blut, wirst unser Freund und 5. du, des Vaters ein'ges Bruder hier, und Gottes Kinder Kind! du Hoffnung aller Frommen! Durch den nun Gottes 8. Durch Eines Sünde fiel die Kinder sind, die dich, Herr, aufWelt! Ein Mittler hat sie berge genommen! Komm, Jesu, in stellt Nun schreckt uns nicht mehr mein Herz hinein, und laß es das Gericht, da er beim Vater für deine Wohnung sein; dahin geht uns spricht. mein Verlangen, dich würdig zu Dies ist der Tag den Gott empfangen. gemacht, sein werd' in aller Welt 6. Du, deß sich meine Seele gedacht. Ihn preise, was durch freut, mein höchstes Gut, mein Jesum Christ im Himmel und auf Leben! Was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue ge= ben? Herr, was ich hab und was mein ich bin, das geb ich dir zu eigen und hin, mich soll kein Glück, fein LeiHei- den von deiner Liebe scheiden. Erden ist. 20. In bekannter Melodie. Ermuntre dich schwacher Geist, trage groß Verlangen, den land, den der Himmel preist, Freuden zu empfangen. ist die Nacht, in der er und menschlich Wesen an nahm. Er will durch sein mit 7. Noch sieht dich zwar meine Dies Auge nicht, doch du wirst wieder fam, tommen! Dann schauen dich von sich Angesicht, Herr, alle deine From= Ermen; dann werd' auch ich, Herr 11 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Jesu Christ, dich sehn, so herrlich, der ferner auch in Gnaden an, wie du bist, und ewig dich dort schenke, was uns trösten fann! oben mit allen Sel'gen loben. Komm, erquicke deine Brüder, gib der ganzen Christenschaar, Frieden und ein sel'ges Jahr! Freude, 21. Erweitert Thor und Thüren! Freude, über Freude zc. Me 1. Nun ruhen alle. Laßt schön die Straßen Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. zieren! Empfangt ihn in der Welt! Jauchzt eurem Herrn entgegen, der 23. dh steh an deiner Krippe und laß dir's hier, o Jesu, du mein jetzt zum Heil und Segen als Leben; zu dir komm ich und König seinen Einzug hält. ichenfe dir, was du mir hast gegeWer ist's wer läßt sich hören ben. Nimm hin, es ist mein Geist als König aller Ehren? Der Herr und Sinn, Herz, Seel' und Muth der Herrlichkeit. Der Herr kommt nimm Alles hin, stark und mächtig, er zeigt sich wohl gefallen. groß und prächtig, der Herr der 2. Du hast mich ganz und gar fräftig ist im Streit! erfüllt mit deiner Lieb und Güte: 3. Erhöhet Thor und Thüren, dein hoher Glanz, dein göttlich den Helden einzuführen! Wer ist's, Bild liegt stets mir im Gemüthe. der Einzug hält? Der König und wie fönnt' es auch anders aller Ehren, der Herr von allen sein? Wie könnt' ich deinen GnaHeeren, der Ehrenkönig aller Welt! denschein aus meinem Herzen lassen? Mel. In eigner Melodie. 3. Da ich noch nicht geboren. 22. Freuet euch, ihr Christen war, bist du mir schon geboren, alle, freue hast mich dir zu gar, mer fann, Gott hat viel an uns eh' ich dich fannt', erforen. Noch gethan! Freuet euch mit Jubelschalle, war ich nicht an's Licht gebracht, Gottes Sohn hat uns gebracht, da hast du schon bei dir gedacht, was die Sünder selig macht! wie du mein wolltest werden. Freude, Freude über Freude, Chri- 4. Sch lag in tiefer Todesnacht, stus wehret allem Leide, Wonne, du wurdest meine Sonne, die mir Wonne über Wonne, Jesus ist die im Herzen angefacht Licht, Leben, Gnadensonne! Freud' und Wonne. O Sonne, 2. Sieh', o siehe meine Seele, die des Glaubens Licht in meinem wie dein Heiland kommt zu dir, Herzen aufgericht't, wie schön sind brennt in Liebe für und für deine Strahlen! Daß kein himmlisch Gut dir fehle, 5. Mit Freuden blick ich auf läßt er Hoheit und Gewalt, und dich hin, und kann nicht satt mich erscheint in Knechtsgestalt. Freude, sehen. Doch nimmer wird mein Freude 2c. blöder Sinn dein Wesen ganz 3. Jesu, wie soll ich dir dan verstehen. O daß mein Geist ein fen, daß du mich vom Tod befreit, Abgrund wär', und meine Seel' mir gebracht die Seligkeit? Ach, ein tiefes Meer, daß ich dich möchte laß mich von dir nicht wanten, fassen. nimm mich dir zu eigen hin, gib 6. Wenn bitterlich mein Herze mir deinen Geist und Sinn. weint und und feinen Trost fann Freude, Freude 2c. finden, dann rufst du mir: Ich 4. Jesu, nimm dich deiner Glie- bin dein Freund, ich tilge deine 12 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Sünden, Was trauerst du in dei- Heil gedeihn; dir sei Lob, Ehre, nem Sinn, da ich dein Bruder Preis allein. Hallelujah. worden bin, die Kindschaft dir zu geben? 7. So hoff' ich denn, du werMel. Mein Salomo. dest mir dies Eine nicht versagen, 26. So ist denn nun die Hütte daß ich dich möge für und für in höchsten Ebenbild uns zeigt, vor aufgebauet, die rein des meinem Herzen tragen. In mir der das Heer des Himmels tief soll deine Wohnung sein; fomm, fich neigt, und sie mit freudiger komm und fehre bei mir ein mit Bewundrung schauet, weil allen deinen Freuden! ihres Gleichen diese weite Welt an Pracht und Herrlichkeit nicht in sich Mel. Nun preiset Alle. 24. Laßt ihn uns preisen, den hält. Friedefürst und Held, 2. Doch der weiß hier nichts schon früh verheißen ward er der Herrliches zu preisen, der das nur sünd'gen Welt. Die Völker sahn sieht, was sich von außen zeigt; ihm lang entgegen, hoffend auf der fasset nicht, was in den Staub Heil und auf ew'gen Segen. uns beugt, der alles richtet nach Berreiß den Himmel!" so gewohnten Weisen; vor ihm bleibt flehten brünstig sie unterm Getüm diese Trefflichkeit versteckt, die uns mel irdischer Lebensmüh':, Erscheine durch Gottes Licht wird aufgedeckt. endlich hier auf Erden, der du 3. Vollendet ist die Hütte, die uns Rettung und Trost sollst wer- ich meine, in deiner Menschheit, den!" ew'ger Gottes Sohn! Du kamst 3. Nun ist erfüllet die Zeit, die herab von deines Vaters Thron, Gott ersehn; nun ist erfüllet das daß deine Herrlichkeit in ihr er Heil aus seinen Höh'n; gestillt das scheine; und so hat Gottes hohe fehnliche Verlangen, ewiges Licht Majestät den Tempel unter uns, ist uns aufgegangen. der ewig steht. 4. Nun wird gepredigt des Höch- 4. großes Werk! Geheimniß sten gnädiges Jahr: Alles erledigt, sonder gleichen! Wer hat wohl je was noch gebunden war; belohnt so Herrlichkeit gehört, daß in ber der Dulder treues Hoffen; Gläubi- Menschheit Gott ist eingefehrt! Angen steht nun der Himmel offen. betend schweigt, ihr werdet's nicht Mel. Erschienen ist der herrliche. erreichen; verehrt still die unum25. Nun kommt das neue schränkte Kraft, die euch zum Heil Kirchenjahr; deß freue das größte Wunder schafft. sich der Christen Schaar. Dein 5. Durch Christum wohnt der König kommt, drum freue dich, und Gottheit ganze Fülle nun allezeit nimm ihn auf herzinniglich. Halle im menschlichen Geschlecht, und lujah. nimmer weicht von uns sein Licht 2. Von einem Jahr zum andern und Recht, das ist des Vaters gnafort vernehmen wir sein Gnaden- denvoller Wille. Schwand uns die wort, das uns den Weg zum Le Hütte gleich aus dem Gesicht, doch ben weist. Gott sei dafür von uns weicht die Gottheit aus der Menschgepreist. Hallelujah. heit nicht. 3. Gott, was uns deine Wahr- 6. Und Christus bleibt, erhöht, heit lehrt, und was den Glauben ein Thron der Gnaden, den in uns mehrt, das laß zu unserm Engel auch gelüstet anzuschau'n; Von dem Leiden und Tod Jesu. 13: ihm nahn die Gläubigen sich voll 3. Christe, du Lamm Gottes, Vertraun, und werden ihrer Schuld der du trägst die Sünde der Welt, von ihm entladen; Versöhnung, gib uns deinen Frieden. Amen. sonst in Bilder eingehüllt, ist uns mel. Freu dich sehr, o meine. in ihm wahrhaftig nun erfüllt. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Christ! Weichet, all' ihr fern sei, was nicht Lust der Welt ist 7. Sohn Gottes du, der vor 29. mals angenommen zu unserem Trost Jesus die menschliche Natur, die nur in eitlen Triebe, dir nicht zeigt der Sünde Spur; himmlisch ist. du, aus der Höh' zu uns herabge- nicht von Gott, ihre Liebe bringt fommen, nimm unser Herz zu den Tod. Meinen Jesum nur zu deiner Hütte hin, bis du auch uns lieben, dazu fühl' ich mich gehinauf kannst zu dir ziehn. trieben. Mel. Nun ruhen alle. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Spötter, was verlachst du. Heiland 27. Wie lieblich tönt die Kunde, mich, daß ich mich im Glauben sie geht von Mund zu übe? Starb mein nicht Munde, daß ein Erlöser ist! Ja für mich? Jesus ist mein Frie lieblich und erquickend, beseligend, densschild, Jesus ist mein Lebensentzüdend ist schon dein Name, bild: meinen Jesum will ich lieJesu Christ! 2. Wie süß ist deine Lehre, wie ben, und mich stets im Glauben üben. groß ist deine Ehre, wie heilig ist 3. Der am Kreuz ist meine dein Wort! Wie ist dein Blut so töstlich! Wie ist dein Tod so tröst- Liebe! Sünde, du besiegst mich lich, du Fels des Heils; du Lebens- nicht! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging in's hort. 3. Wie glorreich von den Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? spräch' ich seinem Blut Banden des Todes auferstanden- hast du den Tod besiegt! Bist nicht Hohn? Nein, ich will ihn herrlich aufgefahren, thronst unter einzig lieben, meinen Jesum nie Himmelsschaaren, bis Alles dir zu Füßen liegt! betrüben. 4. Der am Kreuz ist meine 4. Wie groß sind deine Werke! Liebe! mein Herz, was zageſt Wie preif' ich deine Stärke! Wie du? Sieh', aus heil'gem Mittlers= Herrschest du allein! Wer wäre Triebe, schafft dir Jesus sterbend nicht, o König, dir treu und unter thänig, um stets in deiner Huld zu sein. Ruh. Wer verdammt mich? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Chris stum mir, d'rum aus dankbar reinen Trieben will ich Jesum wieder lieben. - Von dem Teiden und Tod Jesu. In eigner Melodie. 5. Der am am Kreuz ist meine Liebe! Prüft mich beide, Lust und Schmerz, ob ich ihm wohl 28. Christe, bu Lamm Gottes, treu verbliebe! Von ihm scheidet der du trägst die Sünde nichts mein Herz, feine Macht, der Welt, erbarm' dich unser! fein Gold, fein Ruhm, keine 2. Christe, du Lamm Gottes, Schmach, kein Marterthum, dem der du trägst die Sünde der Welt, bisher ich treu verblieben, Jesum erbarm' dich unser. will ich ewig lieben. Von dem Leiden und Tod Jesu. Mel. O Haupt voll Blut. der uns Heil gewann; dich preist 30. Du dessen Augen flossen, der Deinen Glaube: nimm unser sobald sie Zion sahn, Opfer an. zur Frevelthat entschlossen, sich seiIn eigner Melodie. nem Falle nahn; wo ist das Thal 31. Ein Lämmlein geht und die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? trägt die Schuld der Verfolger seiner Seele, habt ihr Welt und ihrer Kinder; es geht ihn schon erwürgt? und büßet in Geduld die Sünden 2. Welch ängstlich banges Kla- aller Sünder. Es gehet mit gegen hörst du, Gethsemane! Wer laßnem Sinn und schweigend seinen ist der Mann der Plagen, der Weg dahin, begibt sich aller Freulangsam Sterbende? Er ist das den; es sieht die Marter, die ihm Heil der Sünder, der Mittler für droht, und will die Schmerzen und die Welt, der, statt der Menschen den Tod doch gern aus Liebe leiden. finder hier in's Gericht sich stellt. 2. Dies Lamm ist Jesus, unVer3. Geht, wie er tief im Staube, ser Freund, der Retter vom bedeckt mit Angstschweiß liegt, und derben, der nach des Vaters Rath doch sein starker Glaube im heilgen erscheint, am Kreuz für uns zu Kampfe fiegt! Schon naht die sterben. Wunderlieb', o Liebesfreche Rotte, die fein Erbarmen macht! Gott hat, was nie ein rührt, die unter Hohn und Spotte Mensch gedacht, uns seinen Sohn ihn zu dem Richtstuhl führt. geschenfet., unerhörte Liebes4. Sein Volf im wilden Grimme that, daß, der in sich das Leben erweicht sein Anblick nicht, und hat, sich in den Tod gesenket. nicht des Mitleids Stimme, die 3. So lang ich lebe, will ich aus dem Heiden spricht. Mit fre- dich aus meinem Sinn nicht lassen; chem Hohngelächter ruft ihre blinde mit starker Liebe hältst du mich, so Wuth: auf unsre Söhn' und Töch- will auch ich dich fassen. Nur dir ter, fomm, wie auf uns, sein Blut! gefallen, sei mein Ruhm; ich will 5. Sie häufen seine Plagen mich dir zum Eigenthum auf ewig noch auf der Todesbahn; er wird übergeben; nur du bist meine Zuan's Kreuz geschlagen; o Seele versicht, und wenn mein Aug' im Tode bricht, bist du auch dann mein bet' ihn an! Ihn höhnt in Wort Leben. und Mienen sein Volf bei seinem Schmerz; er ruft: vergib es ihnen! In Liebe bricht sein Herz. -14 4. Ich will von deiner Freundlichkeit, mein Jesu, täglich singen und mich dir selbst dir selbst zu aller Zeit 6. Bald nahet sich sein Schei zum Freudenopfer bringen. Mein den, des Todes stille Nacht; nun ganzes Leben weih' ich dir, es soll enden seine Leiden, er stirbt, es ist nun dankbar für und für in deivollbracht. Er hat nun überwun- nem Dienst verfließen; und was den aus Juda's Stamm der Held; du mir zu gut gethan, das will Versöhnung ist gefunden für die ich stets, so tief ich kann, in mein gefallne Welt. Gedächtniß schließen. 7. Der du zum Heil der Sün5. Wohlauf mein Herz, und der dein Haupt am Kreuz geneigt, öffne dich! Dir soll ein Kleinod du Freund der Menschenfinder, werden: fein Schaß, wie dieser gebeugt. Staube, Dir findet sich im weiten Schooß der, dir Erden. Weg Ehr' und Lust der hier liegen wir danken wir im Von dem Leiden und Tode Jesu. 15 willen Welt! Was vor dem allen dein Leiden, dieses dämpft die mir gefällt, hat nun mein Herz böse Glut; will sich der Versucher gefunden. Dies ist mein Schatz nahn, schau ich deine Martern an, und höchstes Gut: Versöhnung, halt' ihm vor die Gnadenzeichen, Jesu, durch dein Blut, und Heil bald muß er von dannen weichen. aus deinen Wunden, 3. Auch für Alles, was mich 6. Dies theure Gut soll allezeit fränket, geben deine Wunden zum Segen mir gedeihen, mich fräf- Kraft, wenn darein mein Herz tigen in jedem Streit, in Trüb sich senket, wird mir Ruh' und deines Trostes wendet jedes bittre Alles hast du mir ben, da du bist für mich gestorben. geschafft; fal mich erfreuen; und naht die Heil Todesstunde sich, so schau' ich Süßigkeit glaubensvoll auf dich, und werde Leid. selig enden. Ich trete dann zu dei nem Thron, und den verheißnen Gnadenlohn nehm' ich aus deinen Händen. erwor= 4. Auf dich setz' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht! Mir erregt der Tod kein Grauen, mich erschreckt nicht das Gericht; Mel. Die Seele Christi heil'ge. err Jesu Christ, dein 32. theures Blut ist mei- durch dich, Fürst der Seligkeit, ner Seele höchstes Gut, das tröstet, lieg' ich auch im letzten Streit; stärkt und macht allein, vor Gott er da ruht in deinen Wunden, der hat ew'ges Leben funden. mich aller Sünden rein. Mel. O Traurigkeit. 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein' Unſchuld und der 34. Jhr Augen, weint! Der macht, daß fann vor I Gott bestchn, und in des Himmels Heil'ge, der Gerechte wird verachFreud' eingeh'n. tet, wird geschmäht, stirbt den Tod 3. D, Jesu Christi, Gottes der Knechte. Sohn, mein Trost, mein Heil mein 2. Ihr Augen, weint! Der MenGnadenthron, dein Blut, das in schenfreund trägt unerhörte Plagen. mir Leben schafft, erfülle mich mit Ach, für unsre Missethat wird er neuer Kraft. so geschlagen. 4. Herr Jesu, in der legten Noth, 3. Ihr Augen, weint! weint! Der wenn mich erschrecket Sünd' und Menschenfreund beschließt sein theuTod, dann laß mich diesen Trost res Leben. Wer wird nun den eifreun: dein Blut macht mich von Leidenden Trost und Hülfe geben? Sünden rein. 4. Jhr Augen, weint! Der Men= schenfreund sinkt in des Grabes In eigner Melodie. 33. Gefu, beine tiefen Wun- Höhle: Finsterniß und Gram beden, deine Qual und deckt seiner Jünger Seele. bittrer Tod, geben mir zu allen 5. weint nicht mehr! Kann Stunden Trost in meiner Seelen wohl der Herr je die Verwesung noth; fällt mir etwas Arges ein, sehen? Nein, er wird nach kurzer dent' ich bald an deine Pein, diese Ruh' siegreich auferstehen. wehret meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. Mel. Ich hab' mein Sach. 2. Will sich an der Weltlust 35. Nun ist es Alles wohl= weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an ruft: gemacht; mein Jesus ist vollbracht! Er es ist 16 Von dem Leiden und Tod Jesu. neigt sein Haupt, o Mensch, und und voller Hohn! Haupt zum stirbt, der dir erwirbt das Leben, Spott gebunden mit einer Dornenwelches nie nerdirbt. fron'! Haupt, das sonst getra2. Der Herr der Herrlichkeit er- gen die höchste Ehr' und Zier, doch bleicht, der Lebensfürst, dem Nie- schimpflich nun geschlagen, gegrüßest mand gleicht. Welch' Wunder zeigt seist du mir! uns Gottes Nacht: in dunkle Nacht 2. Du edles Angesichte, das sonst, verhüllet sich der Sonne Pracht. der Sonne gleich, gestrahlt im hell3. Die Erde bebet fürchterlichsten Lichte, wie bist du nun so der Heilgen Gräber öffnen sich bleich? Dein Blick mit Kraft ge!| der Vorhang reißt von oben an, füllet, der sonst die Welt geschreckt, daß Jedermann das Heiligthum wie ist er jetzt verhüllet, mit Dunnun schauen kann! fel ganz bebedt! Tod daß 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so, werd' auch du, o Mensch und deiner Lippen Roth ist hin 3. Die Farbe deiner Wangen bewegt. Ein Fels zerreißt, und und ganz vergangen in deiner du wirst nicht durch dies Gericht Todesnoth. Was hat dem erschüttert, daß dein Herze bricht? 5. Dein ist die Schuld, dies in Acht! du hast den an's Kreuz gebracht; ihm, der für dich sein Leben gab, folg' in das 4. Herr, was du erduldet, Grab, und stirb dem Sündenle- ist alles meine Last: ich, ich hab ben ab. les verschuldet, was du getragen nimm gegeben, o Jesu, diese Macht, Herrn er dein heilig Leben versenkt in seine Nacht? 6. Ach, Vater! unter Bein und hast. Schau her, hier sich' ich Hohn, erblaßt am Kreuz dein Armer, der Zorn verdienet hat: ew'ger Sohn; da dies geschieht gib mir o mein Erbarmer, den für meine Schuld, trägst du Ge- Anblick deiner Gnad! duld, und schenkst in ihm mir deine 5. Erkenne mich, mein Hüter, Huld. mein Hirte, nimm mich an. DIE 7. Ertödte selbst in meiner Brust, hast, Quell aller Güter, viel Gu mein Heiland jede böse Lust! dein tes mir gethan. Oft hast du mich Tod, der mir das Leben schafft, gelabet, mit Himmelsbrod gespeist, verleih' mir Kraft, zu üben gute mit Trost mich reich Ritterschaft. begabet durch deinen freud'gen Geist. 6. Ich will hier bei dir stehen, 8. Ich will zu deinem Kreuze gehn, und im Glauben auf dich verachte mich doch nicht; von dir fehn; dein Tod soll meine 3u- will ich nicht gehen, wenn dir dein flucht sein, auf ihn allein schlaf ich Herze bricht. Dich halt' ich noch einst sanft und ruhig ein. umschlungen in meinen Armen fest, danke dir, Herr Jesu wenn von dem Tod bezwungen 9. Ich daß du für mich gestorben Christ, bist; ich Zeit, preise dich hier in der das Leben dich verläßt. und nach dem Streit voll den, und thut mir herzlich wohl, 7. Gs dient zu meinen Freu= Freud' und Wonn' in Ewigkeit. daß ich mich in dein Leiden, mein Heil, versenken soll. Ach könnt' ich deinem Kreuze 36. Haupt voll Blut und hier, mein Leben von mir geben, Wunden, voll Schmerz wie wohl geschähe mir! Herzlich thut mich. o mein Leben, an Mel. O Von dem Leiden und Tod Jesu. 17 8. Ich danke dir von Herzen, oan deinen bittern Tod bis zum Jesu, liebster Freund, für deine Tode denken. Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ogib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', und wenn ich einst erfalte, in bir mein Ende 38. ſei. In eigner Melodie. Wenn mich die Sünden fränken, o mein Herr nommen hast. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, denfen, wie du gestorben bist, und Jesu Christ! so laß mich wohl be= dann scheide nicht von mir; wenn alle meine Schuldenlast am Stamm ich den Tod soll leiden, so tritt dudes heil'gen Kreuzes auf dich gedann herfür: wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, 2. Wunder ohne Maßen! To reiß mich aus den lengsten Betracht' es, Seele, recht! Es hat kraft deiner Angst und Pein. sich martern lassen der Herr für 10. Erscheine mir zum Schilde, feinen Knecht; der, welcher ist mein zum Trost in meinem Tod, und Herr und Gott, hat sich für mich laß mich sehn bein Bilde in deiner Berlornen gegeben in den Tod. Kreuzesnoth; da will ich nach dir 3. Was kann mir denn nun blicken, da will ich glaubensvoll ichaden die Schuld, die mich befest an mein Herz dich drücken: wer trübt? Ich bin bei Gott in Gnaso stirbt, der stirbt wohl! den, der seinen Sohn mir gibt; der mich erlöst durch Christi Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten Mel. Traurigkeit. 37. So ruhest bu, o meine der Hölle Qual und Glut. Ruh', in deiner Gra 4. Drum sag' ich dir von Herbeshöhle, und erweckst durch deinen zen, jetzt und mein Leben lang, Tod die erstorbne Seele. für deine Bein und Schmerzen, o 2. Man senkt dich ein nach vie- Jesu, Lob und Danf; für deine ler Pein, du meines Lebens Leben; Noth und Angstgeschrei, für dein dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels unschuldig Sterben, für deine Lieb' des Heils, umgeben. und Treu. 3. Doch Preis sei dir, du fonn- 5. Herr, laß dein bittres Leiden test hier nicht die Verwesung sehen; mich reizen für und für, mit allem bald hieß dich des Höchsten Macht Ernst zu meiden die sündliche Beaus dem Grab erstehen. gier, daß nie mir fomm aus mei4. Lebensfürst! ich weiß, du nem Sinn, wie viel es dich gekowirst auch mich zum Leben wecken stet, daß ich erlöset bin. Sollte denn mein gläubig Herz vor 6. Mein Kreuz und meine Pla= der Gruft erschrecken? gen, der Menschen Spott und 5. Hier werd' ich einst, bis du Hohn, hilf mir geduldig tragen, erscheinst, in stillem Frieden liegen: o Gottes ew'ger Sohn! Laß mich denn durch deinen Tod kann ich verläugnen diese Welt, und folgen Tod und Grab besiegen. dem Erempel, das du mir vorge. 6. Nein! nichts verdirbt, der stellt. Leib nur stirbt; doch wird er aufer: stehen, und in der Verklärung Glanz was aus dem Grabe gehen. nen 7. Indeß will ich, mein Jesu, den dich in meine Seele senten, und nuß 7. Laß mich an Andern üben, du an mir gethan, und meis Nächsten lieben, selbst Feinhilfreich nahn. Ohn' Eigenund Heuchelschein laß mich 2 18 Von der Auferstehung Christi. den Brüdern dienen aus reiner der Tod und Höllenmacht zerbricht Lieb' allein. und lös't der Sünde Banden; er 8. Laß endlich deine Wunden wird auch durch seinen Tod dich mich trösten kräftiglich, wenn in reißen aus der Sündennoth und zu den letzten Stunden mein Auge dem Geistesleben erheben. blickt auf dich. Auf dein Verdienst nur will ich traun, dann wirst du heut, mich annehmen, dich ewiglich zu durch schaun. und 4. Er ist nun auch erstanden daß du mögst auferstehen seine Kraft zur Seligkeit, fröhlich mit dir gehen durch Trübsal, Angst und Qual, durch das finstre Todesthal, Mel. Nun laßt uns den Leib. viele und 39. Wir danken dir, Herr Jeſu zur Freud' und Wonn' erhoben Christ, daß du für uns bort oben. gestorben bist, und unsrer Sünden schwere Last am Kreuz auf dich genommen hast. 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück weil er vorangegangen; so 2. Sohn Gottes und des Men du nur mit dem Glaubensblick schen Sohn, verherrlicht nun nach willst immer an ihm hangen. Er Schmach und Hohn, erlös' uns von wird dich dem Grab entziehn, ohn' dem ew'gen Tod, und tröst uns in all dein Sorgen und Bemühn, und nehmen deine Schmerzen vom Herzen. der letzten Noth. 6. Die Engel Gottes sind bei 3. reich uns deine starke Hand in unserm Kreuz und Prüfungs- dir, die dich zu Jesu leiten, und stand, damit auch wir geduldig sein, auf dem Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst uns trösten deiner Kreuzespein. 4. Zu dir steht unsre Zuversicht, du deinen Seelenfreund? Mit seidu werdest uns verlassen nicht, mit nen Jüngern geht vereint, wo er deiner Gnade bei dir stehen, bis von Todesbanden erstanden. wir zu deinem Reich eingehn. 7. Such ihn nicht mehr in seinem Grab; nein, wer mit ihm erstanVon der Auferstehung Chrifti. den und folget seinem Hirtenstab, bei dem ist er vorhanden. Darum Mel. Christ lag in Todesbanden. prüf o Mensch, dein Herz, thu' 40. Ach Gott, mich drückt ein Buß in wahrer Reu' und Schmerz, schwerer Stein, wer will so ist der Stein gehoben von oben. ihn von mir nehmen? Du kennest 8. Flieh' aus dem Grab in's meines Herzens Pein und mein Himmelszelt, dein Leben dort zu geheimes Grämen. Jesus lebt, finden; geh aus im Glauben von und ich bin todt; wer rettet mich der Welt, laß alles Gitle schwinaus dieser Noth, daß ich ihn nicht den; so wird Jesus dir zum fann finden vor Sünden. Heil erscheinen, als dein bestes 2. Wer wälzet diesen Stein von Theil, du wirst ihn nach Verlangen mir, der mich so hart beschweret? umfangen. Wann öffnet sich die Grabesthür? 9. Jesu, laß mich auferstehn Wann wird mir Trost gewähret? im Geist und und mit dir leben, Soll ich aus dem Tode nicht durch- bis du mich selig wirst erhöhn, brechen zu dem Himmelslicht? Wer und mir die Krone geben, die du will mich von den Ketten erretten? mir nach dieser Zeit bereitet in Betrübtes Herz verzage der Herrlichkeit, wo deiner die Gr dein Jesus ist erstanden, lösten sich trösten. 3. nicht, 19 will unser Trost sein! Halle. Von der Auferstehung Christi. In eigner Melodie. 11. Auf, auf, mein Herz, mit lujah! Freuden, nimm wahr, 2. Wär' er nicht erstanden, so was heut geschehn! Gott läßt nach wär' die Welt vergangen. Seit er roßem Leiden ein großes Licht auferstanden ist, erhöhn wir den ins sehn. Mein Heiland war ge- Herrn Jesum Christ. Hallelujah! egt da, wo man man uns hinträgt, 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallewenn der befreite Geist der Erde lujah! Deß soll'n wir alle froh ich entreißt! sein. Christus will unser Troft sein. 2. Er war ins Grab gesenket, Hallelujah! nan hört ein Hohngeschrei; doch eh er Feind es dentet, ist Christus Mel. wieder frei. Er tritt als Held her- 43. ür, und schwingt sein Siegspanier. Erschienen ist der herrlich. Frinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags Wer ihn am Kreuze sah, ruft jetzt der Herrlichkeit; halt im GedächtĎallelujah! dem niß Jesum Christ, der von 3. Nun dräun der Hölle Rotten Tod erstanden ist! Hallelujah! bergebens mir Gefahr; kühn darf 2. Entbrenn' in Lieb und Dank ch ihrer spotten, sie frümmen mir für ihn, als ob er heute dir erein Haar. Nun wird des Todesschien'; als spräch er: Friede sei Machi getrost von mir verlacht mit dir! So freue dich, mein Wie er auch schreckt, er gilt mir Geist in mir. Hallelujah! als ein Schattenbild. 3. Schau über dich und bet' ihn 4. Nun mag die Welt mich an, der Erdkreis ist ihm unterthan. passen, mit ihrem Zorn mir droh'n, Gr lebt und herrscht mit Gott ver= and, bin ich ganz verlassen, mich eint, und ist dein König und dein chmähn mit bitterm Hohn. Die Freund! Hallelujah! Trübsal trübt mir nicht mein Herz and Angesicht; das Unglück ist mein Blück, die Nacht mein Sonnenblic 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der 5. An Christo bleib ich hangen, da war! Sein Name sei gebenedeit als seines Leibes Glied! wohin der von nun an bis in Ewigkeit. err gegangen, er mich auch nach Hallelujah! ich zieht. Er bricht durch Welt 5. Glaube, der das Herz erund Noth, besieget Sünd' und Tod, höht! Was ist der Erde Majech bin in seinem Schuß, und biete stät, wenn sie mein Geist mit dem Allem Truß. vergleicht, was ich durch Gottes unsterblich, heilig, Engeln 6. Er bringt mich an die Pforten, Sohn erreicht? Hallelujah! die in den Himmel führt, daran 6. Vor seinem Thron, in seinem mit goldnen Worten der Spruch Reich, gelesen wird: Wer dort wird mit gleich, und ewig, ewig selig sein, erhöhnt, wird hier auch mit ge- Herr, welche Herrlichkeit ist mein! rönt; wer dort mit Sterben geht, Hallelujah! vird hier auch mit erhöht. In eigner Melodie. 7. Du, der du in den Himmein thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Ver42. Christ ist erstanden von der traun, dich in der Herrlichkeit zu Marter alle. Deß soll'n schaun. Hallelujah! sein: Christus 8. Dereinst, wenn du, o Le2* vir alle froh sein: 20 Von der Auferstehung Christi. bensfürst, die Welt zu richten kom- noch frei; auch meines Grabe men wirft, soll ich aus meinem Riegel bricht deine Macht entzwei. Grabe gehn und rein zu deiner Du wirst den Stein schon rücken. Rechten fiehn. Hallelujah. der mich im Tode deckt, dann wert 9. Mit deiner heil'gen Engel ich dich erblicken, der mich von Schaar soll ich dich loben immer- Tode weckt. dar, mit allen Frommen aller Zeit 5. Du fährst zu Himmelshöher soll ich mich freun in Ewigkeit. und reichst mir deine Hand, daß Hallelujah. ich dir nach fann gehen in's recht 10. welch ein Ruhm, o welch Vaterland. Da ist es sicher wohein Heil wird, Mittler, und durch nen im Glanz der Herrlichkeit, de dich zu Theil! Wer mit dir stirbt, warten mein die Kronen, die deine o Gottes Sohn, ist mit dir aufer- Hand mir beut. standen schon. Hallelujah! 6. meines Lebens Leben, c 11. Nie komm es mir aus mei- meines Todes Tod! Dir will ic nem Sinn, was ich dir, Heiland, mich ergeben auch in der letter schuldig bin; verleih' mir Kraft, Noth. Dann schlaf ich ohne Kumdir treu zu sein, in dir mich täg- mer in deinem Frieden ein, unt lich zu erneun. Hallelujah! wach ich auf vom Schlummer 12. Du bist's, der Alles in uns wirst du mein Loblied sein. schafft, dein ist das Reich, dein ist Mel. Nun lob mein Seel. die Kraft. Gelobet seist du, Jesu Christ, der von dem Tod erstanden 45. ist. Hallelujah! Lobsinge meine Seel dem Welterlöser, bet ihr an! Lobsing' ihm und erzähle Me 1. Herzlich thut mich verlangen. Er hat für dich gerungen, und ha was er zu deinem Heil gethan des Todes 44. Ich geh zu deinem du Siegesfürst und bezwungen, das Leben wiederbracht Held; die Hoffnung, die ich habe, Des Grabes furchtbar Grauen ent ist nur auf dich gestellt. Du lehrst weicht, der Herr entstand; durch ihr mich fröhlich sterben, und fröhlich läßt Gott uns schauen der From auferstehen, und mit den Himmels- men Vaterland. Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Froh führte Gottes Sonn 2. Du hast geweiht die Erde, in den festlich hohen Tag herauf; do die man dich gelegt, daß mir nicht stand er, meine Wonne, mein Got Se bange werde, wenn meine Stunde und mein Versöhner auf. schlägt. Was an mir ist von danke, der zu Freuden des Him Staube geb ich dem Staube gern, mels uns erhebt! Gedanke, deweil ich nun freudig glaube: die im Leiden mit reichem Trost be Erde ist des Herrn! lebt! Des höhern Lebens Quelle 3. Du schlummerst in dem Grabe, Mein Schild in jeder Noth! We daß ich auch meine Ruh im Schooß ist dein Sieg, o Hölle? Wo is der Erde habe, schließt sich das dein Stachel, Tod? Aug' einst zu. Nun soll mir gar 3. Der Felsen Grund erbebet nicht grauen, wenn mein Gesicht die Wächter flieh'n, das Grab t vergeht; ich werde den wohl schauen, leer. Der todt war, sieh', e der mir zur Seite steht. lebet! Er lebt und stirbt hinfor 4. Dein Grab schließt Stein nicht mehr. Der Jünger Her und Siegel, und du bist den- zen wanken, schwach ist ihr Glau Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 21 benslicht; sie sehn ihn, freun sich, Frieden und Gerechtigkeit im Himbanken, sind nun voll Zuversicht. mel und auf Erden. Still wars Cie sehn empor ihn steigen, und ten wir bis auf den Tag, wo wir, gehn, wie er gebot, mit Freuden wie Christus uns versprach, auf hin und zeugen von ihm bis in ewig bei ihm bleiben. den Tod. Mel. Wie schön leuchtet uns. 4. Herr deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die 47. Triumph! Triumph! Bringt Lob und Dank Gößentempel liegen; der Erdkreis dem, der des Todes Macht bezwang, wird zu Gott befehrt. Ich weiß, den herrlich Gott erhöhte. Der an wen ich glaube, bin freudenvoll Ihn bet' ich an im hohe Sieger überwand; Nacht war ihn, der mein Netter ift. um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, Ihn werd' ich ewig schauen, wenn tolze Spötter, unserem Retter Preis er auch mich erhebt. Der Herr ist und Ehre, glaubt an ihn und seine mein Vertrauen er starb für mich und lebt. ein Christ. Staube, Lehre. Mel. Allein Gott in der. 46. 2. Heil uns! Triumph! Das Grab ist leer. Fest stehet wie ein Tod, wo ist dein Sta- Fels im Meer, das Wort, das er chel nun, wo ist dein gesprochen. Oselig, wer sich ihm Sieg, o Hölle? Was kann fort vertraut! Er hat den Tempel aufhin der Feind uns thun, wie grau gebaut, den blinde Wuth gebrochen. sam er sich stelle? Geendet ist der Keine Macht hält diesen Sieger; große Streit; Gott sei gelobet, Gottes Krieger ist erstanden, macht der uns heut durch Christum Sieg der Hölle Wuth zu Schanden. gegeben! 3. Leer ist die Gruft die ihn um2. Denn aus des dunkeln Gra- gab. Sei mir gegrüßt mein fünfbes Thor, und aus des Todes tig Grab, du Wohnung ernster Banden geht Christus lebend nun Stille, Nach wen'ger Tage schnelhervor; der Herr ist auferstanden! lem Lauf nimmst das Verweßliche Nichts hält in seinem Siegeslauf du auf, des Geistes morsche Hülle. des Lebens mächt'gen Fürsten auf; Herrlich werd' ich auferstehen, einder Held hat überwunden! zugehen zu dem Leben, das mein 3. Der Arm des Herrn hat ob- Heiland mir wird geben. gesiegt, er ist mit Glanz erhöhet, und unter seinem Arm erliegt. Von der Himmelfahrt Jeſu Chrifli. was ihm entgegen stehet. Der Tod hat ferner feine Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. Mel. Christ ist erstanden. 4. G3 war getödtet Jesus Christ, 48. Christ fuhr gen Himmel. und sieh, er lebet wieder! Weil Was fandt er uns nun das Haupt erstanden ist, er hernieder? Den Tröster, den stehen auch die Glieder. Wer Jesu heiligen Geist, zum Trost der ArChristi Worten glaubt, im Tod und men Christenheit. Gelobt sei Gott! Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß soll'n wir alle Christus will unser Gelobt sei Gott! er gleich stirbet. 5. Das ist die große Seligkeit, froh sein. der wir theilhaftig werden: Heil, Trost sein. Von dem heiligen Geiste. 22 Mel. Von Gott will ich nicht. 4. Was lebt und webet, hat von 49. Der Herr fährt auf gen bir das Leben, der ganze Erdkreis Himmel mit frohem ist voll von deiner Güte. Jubelschall, mit prächtigem Getüm- 5. Der Sünder wird durch' mel und mit Posaunenhall! Lob- Wort von dir geschlagen, dein fingt, Lobsinget Gott! lobsingt ihr Hauchen tödtet plößlich die Em frohen Chören dem Könige der pörer. Ehren, dem Herren Zebaoth. 6. Du rührst und schreckest Her 2. Der Herr wird aufgenommen zen und Gewissen, wer deinem Fin in Himmelsglanz und Pracht. Um ger folget, ist genesen. ihn stehn alle Frommen, die er 7. Das Licht, die Weisheit und hat frei gemacht. Es holen Jesum die Kraft des Lebens schenkst du ein die hohen Seraphinen; den dem, der an Christi Namen glau hehren Cherubinen muß er willkom- bet. men sein. 8. Du lehrst uns findlich ru 3. Auch wir gehn von der Er- fen: Lieber Vater! Wir wissen den, der Heiland ging voran; wir es, daß wir sind Gottes Kinder. sollen himmlisch werden, er bricht 9. Du Geist des Herrn, gibi uns selbst die Bahn. Ihr Herzen Zeugniß unserm Geiste, vertritts macht euch auf! Wo Jesus hinge uns auch durch unaussprechlid gangen, dahin fehrt das Verlan- Seufzen. gen, dahin nehmt euern Lauf. 10. Das Fleisch ertödtest du 4. Fahr hin mit deinen Schätzen, und stärkst die Seele; die Todtem du trügerische Welt. Sollt' uns alle wirst du einst erwecken. dein Glanz ergößen? Dort ist, 11. Herr, unser Herrscher, Herr was uns gefällt. Der Herr ist un- lich ist dein Name in allen Landen ser Ruhm, der Herr ist unsre Freu- dir dankt man im Himmel. de, und köstliches Geschmeide das 12. Lob, Ehr und Preis fe ew'ge Eigenthum. dir, o Gott, gesungen, dem Va 5. Wann soll es doch geschehen, ter Sohn und heil'gen Geiste wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Amen. Mel. Wie wohl ist mir, o. Herrlichkeit? Tag, wann with 51. Geist Gottes, Gottes, aus des Ew'gen Fülle in un du sein, da wir den Herrn begrüBen und fallen ihm zu Füßen? fern Geist herabgesenkt, der auc Komm, stelle dich doch ein! in unbemerkter Stille des Her zens Trieb gen Himmel lenft Von dem heiligen Geiste. Du, der einst Cavids Psalm be flügelt, den Sehern Aug' unt Mel. Danket dem Herrn, dem. Mund entsiegelt, uns auch noc 50. Geift aller Geister, uner: jetzt mit Glut durchdringt, aud schaffnes Wesen, dein jetzt uns Gottes Weisheit lehret Name sei von allen hochgelobet. und Christi Wahrheit uns verflä 2. Du Geist vom Vater, ew'ger ret, wer ist', der würdig dich be Quell des Lebens, das flar und singt. unerschöpflich sich ergießet. 2. Du Quell der reinsten Him 3. Du gehest aus vom Sohn, melsliebe, die in das Herz lebenein Geist des Mundes, und salbest, dig quillt, und so des neuen Men= reichlich, die sich Gott erwählet. ichen Triebe mit heil'ger Gottes Von dem heiligen Geiſte. 23 fraft erfüllt, du bist es, der die und Psalm empor; dann ströme Schwachheit stüzet, im Pilgerlauf da durch alle Glieder die höh're sie stärkt und schüßet, wenn sich Gluth der Himmelslieder zum die Seel' in Schlummer neigt, Preise dem er uns erfor. der o geschäh' es nicht vergebens! als Unterpfand des em': -- gen Lebens uns hier des Himmels 52. Komm, Krone zeigt. In bekannter Melodie. heiliger Geist, heiliger Herre Gott, erfüll' mit deiner Gnaden Gut deiner Gläu3. Du bauest aus lebend'gen bigen Herz, Muth und Sinnen; ent= Steinen der Kirche reines Heilig- zünde deine Lieb' in ihm. Herr, thum, erhöhest durch des Herrn durch deines Lichtes Glanz hast Gemeinen des Kreuzes unbesiegten zum Glauben versammelt ganz das Ruhm. Und wo du sprichst mit Bolf aus aller Welt Zungen, das Volk Feuerzungen, beugst du zu sel'gen sei dir Herr zu Lob gesungen. HalleHuldigungen der Heiden über- lujah! Hallelujah! wundne Kraft. Der Hölle Reich 2. Du heiliges Licht, edler Hort, muß dir mit Beben die Schaar laß leuchten uns des Lebens Wort, Gefangener wiedergeben, die es in und lehr uns Gott recht erkennen Sünden hingerafft. von Herzen Vater ihn nennen. O, Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß 4. Wer kann, wie du, mit Donnern reden, wenn du im Schlaf den Sünder schreckst! Wer tröstet wir nicht Meister suchen mehr, denn so wie du die Blöden, wenn du Jefum Christ mit rechtem Glauben, die neue Sehnsucht wedst? Wenn und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! sie in ihr Berderben schauen, so 3. Du heilige Gluth, süßer lehrst du sie dem Ruf vertrauen, Trost, nun hilf uns fröhlich und der sie mit Gottes Frieden grüßt; getrost in deinem Dienst beständig wenn sich der Geist zwar willig bleiben, laß Trübsal uns nicht zeiget, doch ihn des Fleisches abtreiben. Durch deine Kraft Herr, Schwachheit beuget, bist du es, der uns bereit, und stärk' des Fleisches das Leid versüßt. Blödigkeit, daß wir hier ritterlich 5. Du drückest der Bewährung ringen, durch Tod und Leben zu Siegel den wohlgeprüften Seelen dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! auf, du gibst den Zeugen Glaubensflügel, und führt sie im Triumph In eigner Melodie. hinauf. In aller Trübsal lehrst 53. Komm, Komm, o komm, du Geist du beten, du selbst willst unsre des Lebens, wahrer Noth vertreten, auch ohne Wort, Gott in Ewigkeit! Unser Flehn mit starkem Flehn. Die Liebe füh- sei nicht vergebens, fomm, erfüll rest du zum Throne, und ihren uns jederzeit; so wird Licht und Werfen wird zum Lohne die Kraft, heller Schein in dem dunklen erin Demuth fest zu stehn. zen sein. 6. Wenn Christus einst hernie- 2. Gib in unser Herz und Sinderschwebet auf das geschlossne nen Weisheit, Rath, Verstand Todtenfeld, it macht'gem Wort und Zucht, daß wir anders nichts es neu belebet zum Erbtheil in beginnen, als nur, was dein Wille der bessern Welt; dann trägt in sucht; dein Erkenntniß werde groß deiner Kraft die eine bewährte und mach' uns von Irrthum los. heilige Gemeine zum Throne Herz 3. Beig' uns an die rechten 24 Von dem heiligen Geiste. Stege, führ uns stets auf ebner ber uns gebracht zum rechten VaBahn, räume ferner aus dem terland. Erbarm dich, Herr! Wege, was im Lauf uns hindern 3. Du süße Liebe, du himmlisch fann. Und wer doch gestrauchelt Gut, laß uns empfinden der Liebe hat, dem gib Reue nach der That. Gluth, daß wir uns von Herzen 4. Laß uns stets dein Zeugniß einander lieben, eines Sinnes deß merken, daß wir Gottes Kinder Herrn Gebot ausüben. Erbarm sind, daß wir unsern Glauben dich, Herr! stärken wenn sich Noth und 4. Du höchster Tröster in aller Drangsal find't; lehr uns, daß des Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Vaters Zucht einzig unser Bestes Schand und Tod, daß uns Herz sucht. und Sinnen nicht gar verzagen, 5. Reiz uns, daß wir zu ihm wenn unsre Sünden uns wollen treten, frei mit aller Freudigkeit; verklagen. Erbarm dich, Herr! seufz' auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: ſo wird unser Flehn erhört, und die Zuversicht gemehrt. Mel. Wie schön leuchtet der. 55. D heilger Geist, fehr' 6. Wird uns auch nach Troste uns deine Wohnung sein. D bei uns ein, und laß bange, daß das Herz oft rufen muß: ach! mein Gott, mein Gott, Himmelslicht, laß deinen Schein fomm, du Herzens Sonne! Du wie lange? mach doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns in unsern Seelen kräftig sein zu Beschluß! Dann sprich du uns fieter Freud und Wonne. Klarheit, tröstlich zu und gib Muth, Geduld Wahrheit, himmlisch Leben willst und Ruh! Demuth zu dir treten. 2. Du Quell, braus alle Weis 7. du Geist der Kraft und du geben, wenn wir beten, und in O Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, leite, heit fleußt, die sich in fromme wie der Herr verheißt; gib uns Seelen geußt, laß uns dein TrostWaffen in den Krieg und erhalt wort hören; daß wir auch aller uns in dem Sieg! 8. Wenn wir endlich sollen ster- Christenheit in wahrer Glaubensben, so versichr' uns mehr und Einigkeit dein Zeugniß können mehr, daß wir dort das Reich er- lehren. Hör uns, lehr uns! Hilf erben jener Herrlichkeit und Ghr, uns allen, die noch wallen hier die Gott gibt durch Jesum Christ, und die unaussprechlich ist. auf Erden, daß wir Zeugen Chrifti werden. In eigner Melodie. 54. Nun bitten wir den heil- nicht wissen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg Gib Kraft uns und gen Geist um den rech. Beständigkeit, dir treu zu bleiben ten Glauben allermeist, daß er uns allezeit, auch wenn wir leiden behüte an unserm Ende, wenn wir müssen, Walte, halte über denen, heimfahr'n aus diesem Elende. die sich sehnen, Theil zu haben an Erbarm dich, Herr! der Fülle deiner Gaben. 2. Du werthes Licht, gib uns 4. Stärf uns mit deiner Gotdeinen Schein, lehr uns Christum testraft, zu üben gute Rittererkennen allein, daß wir an ihn schaft in Drangsal und Beschwerglauben, den treuen Heiland, den; auf daß wir unter deinem Von dem heiligen Geiste. 25 Schuß begegnen aller Feinde Truß solch Beten wird erhöret, macht mit freudigen freudigen Geberden. Neue reicher Gaben voll; o lenke himTreue gib den Schwachen, daß sie melan mein Flehn voll Glaubens. wachen, und verlangen, nur dem stärke, bis ich die Hülfe merke von Heiland anzuhangen. dem, der helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freu5. Du Himmelsthau, ergieße dich in unsre Herzen kräftiglich, den, das Trauern liebst du nicht, und mach uns sanft und milde, erleuchtest uns in Leiden mit deines daß unser Herz mit Lieb und Trostes Licht; nimm ferner mein Treu' dem Nächsten stets verbunden dich an, wie du im heilgen Worte sei nach unsers Heilands Bilde. mir oft schon hast die forte des Kein Neid, kein Streit dich betriebe. Himmels aufgethan. Fried und Liebe müsse walten; Freude wollest du erhalten. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst 6. Gib, daß in wahrer Hei- nicht, daß uns betrübe Zorn, Zwieligkeit wir führen unsre Lebens- tracht, Haß und Neid. O mach zeit, sei unsers Geistes Stärke! mich sanft und mild, daß ungeDaß uns forthin sei unbewußt die färbte Liebe ich an den Brüdern eitle Welt, der Sinne Lust, und übe, verklärt in Christi Bild. alle todten Werke. Rühre, führe 7. Du, Herr, hast selbst in unser Sinnen und Beginnen von Händen die ganze weite Welt, der Erden, daß wir fannst Menschenherzen wenden, wie werden, dir es wohlgefällt; leit uns den Friedenspfad, verknüpf' in allen Landen mit sanften Liebesbanden, was sich getrennet hat. Himmelserben Mel. Von Gott will ich nicht. 56. Zeuch ein zu deinen Tho8. Erhebe dich und steure auf ren mein Herz steht dir Erden allem Leid; bring wieder bereit, der du mich neu geboren und erneure das Heil der Christenund meinem Gott geweiht! Du beit. Laß steigen neu empor, was hochgelobter Geist, vom Vater und blinder Wahn verheeret, vom Sohne, o fomm, und in mir Zweifelsucht zerstöret; es blühe, wie wohne, wie Christi Wort verheißt. zuvor. was 9. Regier in allen Reichen, 2. Zeuch ein, laß mich empfin- bau' unsers Königs Thron, und den und schmecken deine Kraft, die laß nie von ihm weigen der WeisKraft, die uns von Sünden Hülf heit Ruhm und Lohn! Dem Alter und Errettung schafft. Entsünd'ge aib Verstand, gib Frömmigkeit der meinen Sinn, daß ich mit reinem und Geiste dir den Gehorsam leiste, den Jugend, durch Gottesfurcht Tugend besel'ge jeden Stand. ich dir schuldig bin. 10. Erfülle die Gemüther mit 3. Ich glich den dürren Reben, war todt und ohne Kraft, du hast reiner Glaubenszier, mach uns der neue Leben in Christo mir ew'gen Güter theilhaftig für und verschafft; du wirfest mehr und für; vertreib den bösen Geist, der mehr, daß ich stets an ihm bleibe sich dir widerseßet, und was dein und edle Früchte treibe zu Gottes Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. Ruhm und Ehr. 11. Richt unser ganzes Leben 4. Du bist ein Geist, der leh- allein nach deinem Sinn, und ret, wie man recht beten soll; laß nach dem uns streben, was 26 ewig bringt Gewinn; und kommt In eigner Melodie. einst unsre Zeit, so hilf uns fröhbei lich sterben, und nach dem Tod 59. Erhalt uns, Herr ererben des Himmels Herrlichkeit. deinem Wort, sei deinem Volk ein starker Hort, wenn Von der christlichen Kirche. Ceines Sohnes Feinde drohn, zu stürzen ihn von seinem Thron. 2. Beweise deine Macht, Herr 57. Der du noch in der letz- Christ, du, der du aller Herrscher ten Nacht, eh' du für bist, und schirme deine Christenuns erblaßt, den Deinen von der heit; daß sie dich lob' in Ewigkeit. Liebe Macht ins Herz geredet hast. 3. Gib, heil'ger Geist, du TröMel. Nun sich der Tag. 2. Grinnre deine kleine Schaar, ster werth, uns einen Sinn hier die sich so leicht entzweit, daß deine auf der Erd', und hilf uns in der letzte Sorge war der Glicder Einig- letzten Noth leit' uns zum Leben durch den Tod. feit. Von der christlichen Kirche. In eigner Melodie. 58. in fefte Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr' In eigner Melodie. und Waffen, er hilft uns frei aus 60. Es wolle Gott uns gnäaller Noth, die uns jetzt hat be dig sein und seinen troffen. Der alte böse Feind mit Segen geben, sein Antlig uns mit Ernste er's jetzt meint: groß Macht hellem Schein erleucht zum ew'und viele List sein grausam Rüstung ist, auf Erden ist nicht seins Glei chen. gen Leben, daß wir erkennen seine Werk', und was er schafft auf Erden, und Jesu Christi Heil und 2. Mit unsrer Macht ist nichts Stärk' bekannt den Völkern wer= gethan, wir sind gar bald verlo- den, und sie zu Gott bekehren. ren; es streit't für uns der rechte 2. So danken dir und loben Mann, den Gott selbst hat erforen dich, Herr Gott, die Völker alle, Fragst du wer er ist? Er heißet der ganze Weltkreis freuet sich, Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und singt mit großem Schalle, daß und ist kein andrer Gott, das Feld du auf Erden Richter bist und läsmuß er behalten. jest Günd' nicht walten. Dein 3. Und wenn die Welt voll Ten- Wort die Hut und Weide ist, die fel wär und wollt' uns gar ver- alles Bolk erhalten, in rechter Bahn schlingen, so fürchten wir uns nicht zu wallen. so sehr, es soll uns doch gelingen; 3. Es preise, Gott, und lobe der Fürste dieser Welt, wie sauer dich dein Volk in guten Thaten, er sich stellt, thut er uns doch nichts, das Land bring' Frucht und befre das macht, er ist gericht't, ein sich, dein Wort laß wohl gerathen. Wörtlein fann ihn fällen, Uns segne Vater, Sohn und Geist, 4. Das Wort sie sollen lassen daß Gottes Reich sich mehre, den stahn, und keinen Dank es haben. alle Welt in Demuth preist, und Er ist bei uns wohl auf dem Plan ihm allein thut Ehre. mit seinem Geist und Gaben. Neh- von Herzen: Amen. Nun sprecht men sie uns den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib, laß fahren es da Mel. Nun lob mein. hin, sie haben's kein'n Gewinn, das 66. Feit ſteht zu Gottes Reich muß uns doch bleiben. Ruhme die Kirche, die Von der christlichen Kirche. 27 geweihte Stadt, die ihm zum du uns, Gottes Sohn, daß sie nicht Heiligthume des Menschen Sohn dein Reich zerstören, und dein Erbe gebauet hat. Er wohnt mit seiner frech verheeren. Wahrheit in ihren Mauern gern; 2. 65 gilt deines Namens sie glänzt in hoher Klarheit und Ehre, deiner Wahrheit Heiligthum, freut sich ihres Herrn. Oft stürm- es gilt, Jesu, deine Lehre, deines ten schon die Wogen des Krieges Leidens Kraft und Ruhm; deiner gegen sie: umsonst, die Feinde 30 Auserwählten Schaar sieht ihr gen zurück, und siegten nie. 2. Auf Felsengrund erbauet, ist sie zur Gottesstadt erhöht, die ihm Macht wirst du bezeigen. 3. Wo die allein vertrauet, und ewig durch Kirche ward bestürz sein Wort besteht. Von ihren met, warst du allezeit ihr Hort; Bergen funfelt der Wahrheit Son du bist's auch, der sie beschirmet nenlicht, das, niemals mehr ver- heute noch und immerfort. Si dunkelt, durch alle Nebel bricht, auch der Verfolgung viel, du beSo bleibt dem Wahn entrissen die stimmest ihr das Ziel, du zerstreuſt gläub'ge Schaar des Herrn; sie der Frevler Rotten, die es wagen, reinigt ihr Gewissen, gehorcht und dein zu spotten. dient ihm gern. Kleinod in Gefahr; dazu fannt du, Herr, nicht schweigen, deine 4. Herr, befehre deine Feinde, 3. Die Krone der Belohnung daß sie folgen deinem Licht; stärk' winkt jedem Bürger dieser Stadt, im Glauben die Gemeinde, mehre der hier in seiner Wohnung er. ihre Zuversicht; nimm dich der wählt und treu gestritten hat. Er Verirrten an, führ' sie auf die fürchtet fein Verderben, bleibt hier rechte Bahn; die sich um ihr Heil in sichrer Ruh', und eilet einst im betrügen, führ zur Wahrheit von Sterben froh seiner Heimath zu. den Lügen. Vom Vater aufgenommen, wird er 5. Laß uns ganz selig sein mit den verklär- handeln, fliehen ten Frommen, die ihres Lohns sich Schein; fromm wandeln, und freun. recht und redlich auch den böjeit in Taubeneinfalt doch flug wie 4. Frohlocke denn und singe, Schlangen sein. Mache du uns Stadt Gottes, deines Königs selbst bereit, uns zu schicken in die Ruhm! Breit' aus dein Reich. Zeit; gib uns Weisheit, daß wir und bringe, die draußen sind in's meiden, je durch eigne Schuld zu Heiligthum, daß Alle selig werden, leiden. von seinem Wort belehrt, und 6. Laß uns beten, laß uns freudig thun auf Erden, was sei wachen, immer stehn auf unsrer nen Namen ehrt; bis alles Volk Hut; sei du mächtig in uns erneuert und in sein Licht verklärt Schwachen; hilf du, so wird ein Fest des Friedens feiert, das Alles gut! Kämpfe du für uns im Streit, und verleib' uns Tüchewig, ewig nährt. tigkeit, daß wir deine Waffen führen, bis wir herrlich triumphiren. Mel. Freu dich sehr, o meine. 62. Treuer Hirte deiner Heerde, bleibe deiner Kirche Schuß, daß sie nicht er Mel. Dir, dir, Jehovah. schüttert werde durch der Feinde 63. Wach' auf, du Geist der Macht und Truß; wenn sie der ersten Zeugen, uns vermessen drohn dann hilf, Wächter, die auf Zions Mauern. 2 Von dem göttlichen Worte. stehn, die Tag und Nächte nim-|| 2. 2. Drum haft du vormals ausmer schweigen, und unverzagt dem gesandt Propheten, deine Knechte; Feind entgegengehn; ja deren Ruf sie machten dein Gebot bekannt, die ganze Welt durchdringt und, und lehrten deine Rechte. Zuletzt Herr, der Völker Schaaren zu dir kam selbst dein ein'ger Sohn zu bringt! uns herab von deinem Thron, uns 2. Wer sendet uns so treue Gnade zu verkünden. Knechte, von deiner Liebe Feuer 3. Für solches Heil sei hoch geganz entbrannt? Noch sind dein preist, laß uns dabei verbleiben, Licht und deine Rechte, noch ist und gib uns deinen guten Geist, dein Heil nicht überall bekannt, daß wir dem Worte glauben, und Das Feld ist weit, die Ernte groß es annehmen jederzeit mit Sanftund reich; Arbeiter sende du, den muth, Ehrfurcht, Lieb' und Freud', ersten gleich! als Gottes, nicht der Menschen. 3. Breit' aus dein Wort durch 4. Hilf, daß der Frevler freche große Schaaren, die in der Kraft Schaar uns nicht vom Wort abEvangelisten sein. Laß alles Volk wende, denn wer dich, lästert, dein Heil erfahren, füll' jedes Land nimmt fürwahr mit Schrecken einst mit deiner Wahrheit Schein. Weck ein Ende. Gib du selbst deiner Ifrael aus seinem Schlaf mit Wahrheit Kraft, daß sie, die Licht Macht, die Heiden reiß aus ihrer und Leben schafft, die Seelen ganz Blindheit Nacht. durchdringe. 4. Herr, beßr' auch deines 5. Herr öffne du Verstand und Zions Stege, und ebne deinem Herz, daß wir dein Wort recht Worte Lauf und Bahn. Was Hindern kann, räum' aus dem und Schmerz es aus der Acht fassen, in Lieb' und Leid' in Freud Wege, dämpf und zerstör den nicht lassen; daß wir nicht Hörer falschen Glaubenswahn. Von Mieth- nur allein, nein, auch des Wortes lingen mach deine Heerde frei, daß Thäter sein, Frucht hundertfältig Kirch' und Schul ein Garten Gotbringen. tes sei. 5. Du selber haft in deinem 6. Der Sam' am Wege wird so= Worte uns diese Bitte in den fort vom Feinde weggenommen; Mund gelegt, du siehst, wie sie in Fels und Steinen fann das an jedem Orte die Herzen deiner Wort die Wurzel nicht bekommen, Gläub'gen tief bewegt: drum neige und wenn der Sam' in Dornen dich zu unserm heißen Flehn; er fällt, hat Sorg und Wollust dieser hör uns, Herr, und sprich: es soll Welt bald seine Kraft ersticket. geschehn. Von dem göttlichen Worte. Mel. Es ist das Heil uns. 7. Hilf, daß wir Alle werden gleich, o Herr, dem guten Lande! Mach' uns an guten Werken reich in Geduld, 64. Dein ein Recht, o Gott, und in unserm Amt und Stande! Laß dein Gebot ist heilig, Frucht uns bringen hehr und richtig; wir Menschen bewahren deine Lieb' und Huld in sind im Geiste todt, und es zu reinem guten Herzen. thun nicht lüchtig; wir wissens 8. Hilf uns, so lang wir leund verstehens nicht, wenn uns ben hier, den Weg der Sünder dein göttlich Wort und Licht den meiden, daß wir nur halten fest Weg zu dir nicht zeiget. an dir in Anfechtung und Leiden; Vom Gebet. 29 rott' aus, Herr, was dir nicht ge- vollbracht, dein Wort allein gibt fällt, hilf uns die Sorgen dieser Kräfte. Welt und ihre Lüste dämpfen. 8. Herr unser Hort, bewahr dies 9. Dein Wort, o Herr, sei im Wort, das du uns hast gegeben! merdar ein Licht auf unsern We Es sei mein Heil, mein bestes gen; erhalt es bei uns rein und Theil, und führe mich zum Leben. flar, und mach es uns zum Segen; es sei uns Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im 66. Tod beständig darauf trauen. O Wort gegeben; 10. Vater, laß zu deiner Ehr von dir: hilf dein Wort sich weit verbreiten! leben; gib dem Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Stärfe, daß er erleuchten mög und leiten! heil Werte. ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung! Höch Mel. Liebster Jesu, wir sind. öchster Gott, dir danken wir, daß du uns dein innig bitten wir uns heilig darnach Glauben solche thätig sei durch Mel. Ach Gott und Herr. 65. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu gib zum Wissen uns das Wollen und zum Wollen das Bollbringen, so wird Alles wohl gelingen. Vom Gebet. meine Seele trauen. Ich wandle mel. Herr Jesu Christ, dich zu. hier, mein Gott, vor dir im Glauben nicht im Schauen. 67. Du, u, deß sich alle Himmel freun, auch unsre Seele 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. freut sich dein, daß du, deß Macht Laß keinen Spott, o Herr, mein unendlich ist, daß du, Gott, unser Gott, vom Glauben mich abschrecken. Vater bist. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern 2. Weit, über unser Denken. mich nicht dein Wort die Wahrheit weit geht deines Namens Herrlich. lehrte? Gott, ohne sie, verständ' feit! Ihn heilige, wer dich beich nie, wie ich dich würdig ehrte. fennt, und dich durch Christum 4. Dein Wort erklärt der Seele Vater nennt. Werth, Unsterblichkeit und Leben; 3. Breit aus dein Reich und daß diese Zeit zur Ewigkeit mir deinen Ruhm durch Jesu Evange= sei von dir gegeben. lium; mach unser Herz ihm unter5. Den ew'gen Rath, die Misse- than, so beten wir dich freudig an. 4. Nur das ist Heil und Seligthat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht feit, was uns dein Wille, Herr, nicht durch dein Wort erschienen. gebeut; gib, daß auf Erden es ge= 6. Nun darf mein Herz in Reu' scheh, so wie in deiner Himmelsund Schmerz der Sünden nicht höh. verzagen; nein, du verzeihst, mich 5. Du, Vater, weißt, was uns lehrt dein Geist, im Glauben: ist Noth, gib uns heut' unſer tägVater! sagen. lich Brod; doch gib uns auch ein 7. Mich zu erneun, mich dir zu Herz dabei, das dankbar und ge= weihn, ist meines Heils Geschäfte; nügsam sei. durch eigne Macht wird's nicht 6. Verç b, vergib uns unsre 30 Von der heiligen Taufe. Schuld: trag' unsre Schwachheit wirkt und schafft; daß du wacker mit Geduld, so wie, von Rachbe- bleibest und sein Werk recht treibest. gierde rein, auch wir dem Bruder Glaube nur, in seinem Sohn gern verzeihn. wird er dich erhören, und dir dei7. Zu schwer sei die Versuchung nes Glaubens Lohn auf dein Flehn nicht; Herr, stärt uns, wenn uns gewähren. Er verheißt seinen Geist, Kraft gebricht, steh' uns zum Siege mit ihm Kraft und Leben, auf dein mächtig bei, mach uns im Guten Flehn zu geben. fest und treu. 7. Drum so laßt uns immerdar 8. Erlös' uns, o du treuer Gott, wachen, flehn und beten, und vernach deinem Rath aus aller Noth; mehrt sich die Gefahr, brünst'ger ninim nach vollbrachtem Prüfungs- vor ihn treten; denn die Zeit ist lauf uns zu dem höhern Leben auf. nicht weit, da von allem Bösen 9. In deines Himmels Heilig Gott uns wird erlösen. thum, auf deiner Erd erschallt dein Ruhm! Dein ist die Macht, die Herrlichkeit, von Ewigkeit zuEwigkeit. In eigner Melodie. 69. Willst du in der Stille singen, und ein Lied dem Höchsten bringen, lerne, wie du kannst allein Sänger, Buch und Tempel sein. Mel. Straf mich nicht in. 68. Mache dich, mein Geist 2. Ist der Geist in dir beisambereit, wache, fleh und men, voller Eifer, voller Flammen, bete, daß dir nicht die böse Zeit dieser Sänger ohne Mund thut plötzlich nahe trete; unverhofft it Gott dein Begehren fund. schon oft über viele Frommen die 3. Ist dein Herz wie sich's ge= Versuchung kommen. bühret, recht mit Andacht ausgeSäume nicht und wache auf zieret, dieses Buch dann bringet dir von dem Sünden- Schlafe, sonst Wort und Weisung g'nug herfür. ereilt mit schnellem Lauf dich Ge 4. Wo dein Leib vom Wust der richt und Strafe. Sieh' es droht Sünden rein und lauter ist zu dir der Tod; laß dich nicht in finden, diesen Wohnplatz dieses Sünden unbereitet finden. Haus sieht ihm Gott zum Tempel 2. 5. Kannst du nun in Stille fin3. Wache, daß dich nicht die aus. Welt, durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich gen, fannst du dies dem Höchsten bringe: wach' und sieh' daß dich bringen, dann wirst du dir selbst nie falscher Brüder Lügen um dein allein Sänger, Buch und Tempel Heil betrügen. ſein. 4. Wache, hab' auf dich wohl Acht, trau' nicht deinem Herzen; leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach, es ist voller List, weiß sich selbst zu 70. schmeicheln, frommen Schein zu heucheln. Von der heiligen Taufe. Mel. Wer nur den lieben. Dir sei dieß Kind, Herr, übergeben, dir, dessen Treu unwandelbar. Wir bringen 5. Aber bet' auch stets dabei, es zum ew'gen Leben dir in der bete bei dem Wachen, denn der heil'gen Taufe dar. O segn' es, Herr nur kann dich frei von der Heiland Jesu Christ, der du ein Trägheit machen; seine Kraft Freund der Kinder bist. Von der Confirmation. 31 Christenrecht bestätigt sie auf ebner Bahn. 2. Laß durch dies Siegel deiner dich ihrer gnädig an, und leite Gnade sein Tein, und weih es in dem bade zum Erben deines ein. Wasser- 2. Erhalte sie vom Irrthum frei, Himmels und mache sie im Glauben treu, Nimm du dich seiner Seele und wenn Versuchung ihnen naht, an, und führ' es stets auf ebner sei du ihr Helfer, Schuß und Rath. Bahn! 3. In Schmerz und Kummer tröste sie, und in der Noth verlaß fie nie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort des Himmels Seligkeit. Mel. Wer nur den lieben. ( Bei der Taufe eines Erwachsenen.) Mel. Wachet auf ruft uns. 71. Unserem Gott laßt uns lobsingen, Jehova unfer Opfer bringen, nur ihm gebüh: 73. ch bin getauft auf deinen Ehr'. im Gott Vater, Himmel so auf Erden müss' er von Sohn, und heil'ger Geist, und so uns verherrlicht werden, der Herr ist Alles Ja und Amen, was mir ist Gott und feiner mehr. Er ist's, dein theures Wort verheißt; ich bin deß ew'ger Rath uns All' erwäh- in Christum eingesenkt, der mich let hat in dem Sohne. Durch mit seinem Geist beschenkt. ihn allein will er verzeih'n und allen Sündern gnädig sein. 2. Du hast zu deinem Kind und Grben, mein lieber Bater, mich er2. Preis sei Jesu, Gottes Sohne, flärt; du hast die Frucht von deider uns am Kreuz des Lebens nem Sterben, mein treuer Heiland, Krone und unvergänglich Heil mir gewährt. Du willst in Roth, errang. Alle Völker müssen kom- und Seelenpein, o guter Geist, men, ihn anzubeten mit den From- mein Tröster sein. men vom Aufgang bis zum Nie- 3. Jch aber hab' mich dir ver= dergang. Wohl dem, der ihn schrieben, und angelobt, mich dir bekennt, ihn seinen Heiland nennt zu weihn, dich als mein höchstes voller Glauben! dem drohen nicht Gut zu lieben, treu und gehorsam Dem Dienst der Tod und Gericht: er dringt aus dir zu sein. Finsterniß zum Licht. Sünde sagt' ich ab, da ich mich 3. Gottes Geist werd' hoch er. dir zu eigen gab. hoben, der unsre Herzen zeucht nach 4. Mein treuer Gott! auf deiner oben, und reiche Gaben uns ver Seite bleibt dieser Wunsch wohl leiht. Licht und Kraft strömt er feste stehn; wenn aber ich ihn hernieder auf Jesu Christi heil'ge überschreite, so laß mich nicht verGlieder, die er zum Tempel sich loren gehen, wo ich verließ die geweiht. Er pflanzt des Lebens rechte Bahn, nimm Wort in Christi Kirche fort bis an's Gnaden an. wieder mich zu Ende. Und sie besteht, von Gott, 5. Ich gebe dir, mein Gott, erhöht, ob Erd und Himmel unter geht. auf's Neue, Leib, Seel und Geist zum Opfer hin! Erwede mich zu steter Treue, dein Geist regiere meinen Sinn. Weich, eitle Welt, du, Sünde, weich, Gott hört' es Von der Confirmation. Mel. Vom Himmel hoch. 72. Für ür diese Kinder beten jetzt entsag ich euch. brunst, Verwir mit heißer In- 6. Befestige dieß mein mein Bater, und Gott, zu dir, nimm du sprechen, 32 Vom Heiligen Abendmahl. bewahre mich, daß ich es niemals ben an, der dein möge brechen. Mein ganzes Leben fen kann, damit preise dich. Gott meines Heils, sei frene. ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein. Vom heiligen Abendmahl. Mel. Nun freut euch, lieben. fomme als ein armer Verdienst ergrei mein Geist sich 7. Entzünd' in Andacht mein Gemüth, daß von der Welt ich lasse, und deine Bruderlieb' und Güt' in dieser Speise fasse; daß zie 74. Gast, o Herr, zu dei- meinem Nächsten wachs' herfür, ich nem Tische, den reitet hast, daß frische; und wenn mein Sehnen du für mich be- auch den Feind nicht hasse. 8. So fomm nun treuer Seelener mein Herz er freund, laß in mein Herz dich ist gestillt, daß auch der Dant, der schließen! Mit dir bin ich nun mich erfüllt, in aller Dank sich wissen, als nur von dir, o Gottesganz vereint: ich will von keinem mische. 2. Du selber sprichst in deinem lamm, der du auch mich am KreuWort: ich bin das Brod zum Lezesstamm aus Noth und Tod gerissen. 9. liebster Heiland, ben, dies Biod treibt auch den habe Dank für deine Gnadengaben, für Hunger fort, den sonst nichts deine Speise, deinen Trank, die mochte heben; ich bin der Tranf, mich erquicket haben; mit Himwer glaubt an mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle melsgütern wirst du mich, o Lebensfürst, einst ewiglich in deinem geben. Reiche laben. Mel. Wach' auf mein Herz. 3. Ach, führe mich, du treuer Hirt, auf deine Himmelsquen; ich gehe trostlos und verirrt, wenn ich 75. Jesu, meine Wonne, dich nicht kann schauen. Laß strödu meiner Seelen men deine Gütigkeit, die du für Conne, du Freundlichster von Alalle hältst bereit, die deiner Hut len, laß dir mein Lob gefallen. vertrauen. 2. Wie kann ich würdig schätzen himmlische Ergößen, womit 4. Herr, mit Verlangen such ich das dich auf deiner grünen Weide; die theuern Gaben in deinem dein Lebensmanna stärke mich zum Mahl mich laben. Trost in allem Leiden. Es tränke 3. Du hast dich mir geschenket, mich dein theures Blut, daß mich gespeist mich und getränket, geheilt kein falsches Erdengut von deiner hast du mich Kranken, wie soll ich's Liebe scheide. dir verdanken? rers 5. Wie sich des matten Wand- 4. Ich preise dich von Herzen Herz der frischen Quelle für alle deine Schmerzen, und für freuet, so werd ich von der Seele bein theures Leiden, du Ursprung Schmerz in deinem Mahl befreiet. meiner Freuden. Du linderst meiner Sünden Pein, 5. Dir dank' ich für dein Lieben, du flößeft deinen Trost mir ein, so das dich an's Kreuz getrieben, du bin ich ganz erneuet. wollest für mich sterben, daß ich 6. Vor allem aber wirf in dein Reich sollt erben. mir den Trost wahrhafter Reue, 6. Jeßt schmecket mein Gemüthe auf daß mein Herz sich für und den Reichthum deiner Güte; das für vor aller Sünde scheue. heil'ge Pfand der Gnaden tilgt Fach in mir, Herr, den Glau- meiner Seele Schaden. Vom heiligen Abendmahl. 33 7. Du wollest nun die Sünde,|| zum Leben, sich darin als Nahrung die ich noch in mir finde, aus mei- geben! Wo ist wohl ein Mensch nem Herzen treiben, und kräftig in zu finden, der dies Wunder fann mir bleiben. großen HeimGottes Geist ergründen! der 8. Laß stets mich mit Verlangen lichkeiten, die nur an deiner Liebe hangen: gib mir fann deuten! Geduld im Leiden; laß nichts von 6. Jesu, meine Lebenssonne! Je= dir mich scheiden. su, meine Freud' und Wonne, den 9. So fürcht' ich kein Verderben, allein ich mir erwähle, Hort des in dir werd' ich einst sterben und Heils und Licht der Seele! Sieh fröhlich auferstehen, um ewig dich mich hier zu deinen Füßen laß mich zu sehen. würdiglich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. In eigner Melodie. 76. Schmücke dich, o meine Seele, 7. Jesu, wahres Brod des Lelaß die dunkle bens, deine Huld sei nicht vergez Trauerhöhle, komm an's helle Licht bens, daß ich, mir zum Heil und gegangen, fange herrlich an zu Frommen, sei zu deinem Tisch ge= prangen! Denn der Herr, voll Heil kommen. Laß dies heil'ge Mahl und Gnaden, will zu seinem Tisch mich stärken zu des Glaubens guten dich laden; der den Himmel kann Werken, daß ich auch, wie jetzt auf Gr= verwalten, will jetzt Wohnung in den, mög' einGast im Himmel werden! dir halten. Mel. Gelobt seist du. Chor. 2. Froh, wie treue Freunde pfle= gen, eile deinem Freund entgegen, der mit seinen Gnadengaben jetzt 77. dein armes Herz will laben. Deff'n Verkündigt alle ſeinen Tod! Jesu Leib ist ihm schnell die Geistespforten, sprich dieses Brod, des Mittlers Blut ist zu ihm mit süßen Worten: Komm dieser Wein; empfangt es und geich will dich mit Verlangen als den denket sein, der für euch starb. liebsten Gast empfangen! Gemeinde. 3. Wer ein Kleinod will errin- 2. Herr, wir empfahn mit Preis gen, pflegt sonst Gold dafür zu und Dank diese Speis' und diesen bringen; doch für diese theure Ga- Trank, und glauben, daß du, Jesu ben will er irdisch Gold nicht haben. Christ, für unsre Schuld geopfert In der Berge tiefsten Gründen ist bist am Kreuzesstamm. Chor. tein solcher Schaß zu finden, den man fönnt' als Zahlung reichen, 3. Verkündigt Alle seinen Tod! für dies Kleinod sonder gleichen. Er ist unser Herr und Gott. 4. Ach, wie hungert mein Ge- Sagt's euern Brüdern, daß er fam müthe nach des Menschenfreundes und alle Sünden auf sich nahm Güte! Ach wie pfleget mich zu aus Gnad' und Huld. bürsten nach der Quell des LebensGemeinde. fürsten! Nimmer hör' ich auf mit 4. Die ganze Welt bast du beThränen mich nach seinem Mahl freit von der Ungerechtigkeit. Dein zu sehnen, daß in diesem Brod und Blut macht uns von Sünden rein, Weine Christus sich mit mir vereine, deß wollen wir auch Zeugen sein 5. Ja, auf wunderbare Weise vor aller Welt. wird das Mahl Mahl mir SeelenChor. speise. Christus selbst will, mir 5. Verkündigt Alle seinen Tod. 3 34 Von der Buße. Haltet willig sein Gebot; sein gött- dein Eigenthum bleib' ich in Jesu lich Vorbild schauet an, und folgt Namen. Ich zweifle nicht, denn ihm standhaft auf der Bahn, die er Jesu spricht: Wer glaubt, wird betrat. selig. Amen. Gemeinde. 6. Herr, wir sind ganz dein Ei- Mel. Auf meinen lieben. genthum! unser Wandel sei dein 79. Ach, Herr, dir ist bewußt Ruhm. Durch gute Werke danken die inn're böse Lust die wir, Vollender unsers Glaubens Quelle meiner Sünden, die niedir, für deinen Tod. mand kann ergründen, der Same, der stets bleibet, und alles Unfraut treibet. Alle. 7. Vom Aufgang bis zum Nie dergang bringet dem Versöhner 2. Des Herzens böser Grund Dank, und machet in der Gnaden wird oft durch Thaten fund; der zeit euch würdig jener Seligkeit, Funke wird zu Flammen, sie schladie er erwarb. Von der Buße. In eigner Melodie. gen hell zusammen, eh' ich erwach und merke des alten Menschen Werke. So hab' ich wieder dich den Nächsten und auch mich vielfältig, , Gott und Herr, wie Herr, mißhandelt, bin oft den Weg groß und schwer sind gewandelt, der ab vom Ziel sich Wie drückt wendet, und in Verdammniß endet. Joch; wo Schulden schwere Last auf dich allein 4. Doch du, mein Jesu, hast der 2. Wohin ich flieh, verfolgen sie genommen. Wie du für mich gemit ihrer Pein mich Armen. In tommen, fomm ich nun schuldbeladieser Noth kenn' ich o Gott, fein den zur Fülle deiner Gnaden. Heil, als dein Erbarmen. 5. Vergib, Erlöser, mir! verwirf 3. Ich flieh zu dir, sei gnädig mich nicht vor dir; Kann ich die mir, ob ich's gleich nicht verdiener Schuld nicht zählen, will ich doch Geh' mit mir nicht, Gott, in's Ge- nichts verhehlen, weil du allein vom richt, dein Sohn hat mich verfühnet. Bösen mich kräftig kannst erlösen. 4. Soll's ja so sein, daß Straf 6. Hart drückt der Sünde Joch, und Bein auf Sünden folgen müs doch mächt'ger wirken noch die sen; o so verleih mir doch dabei Kräfte deiner Gnade; es weichet den Frieden im Gewissen. jeder Echade, willst du aus deinem 3. Verfahr mit mir, wies dünket Leben die rechte Kraft mir geben. dir, ich will demüthig leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von den Erlösten scheiden. 78. meine vielen Sünden! mich doch ihr hartes kann ich Rettung finden? Mel. Herr, ich habe. 80. Ach mein Jesu, welch Ver6. Das thust du nicht, mit 3uderben wohnet nicht in versicht darf es mein Glaube hoffen, meiner Brust! Wie regt doch in Mir steht, o Gott, durch Christi Adams Erben immer sich die böse Tod ja auch dein Himmel offen. Lust. Ja, ich muß es wohl beken7. Nur daß ich treu dem Heiland nen, ich bin Fleisch von Fleisch zu sei, gib mir bis an mein Ende, nennen. und daß den Lauf zu dir hinauf im 2. Wie verkehrt sind meine Glauben ich vollende. Wie verderbt ist doch mein der ich zu dem Guten Wege! 8. Dir, Gott, sei Ruhm! Sinn, Von der Buße. 35 räge, aber schnell zum Bösen bin. Herzen; erbarme dich und sprich Du nur fannst mich von den Ket- mich los, Kraft deiner Angst und en und vom Tod der Sünde ret- Schmerzen; nimm meiner dich mein Vater an, der du für mich genug en. 3. Hilf mir durch den Geist der gethan: so werd ich los- der SünSnaden von der angestammten denlast. der angestammten denlast. Mein Glaube faßt, was Noth, und den tiefen Seelenschaden du mir zugesaget hast. Geile, Herr, durch deinen Tod! 3. Verleih mir aus BarmherzigWas bein Reich nicht fann ererben, feit des Glaubens Kraft und Laß in deinem Tod ersterben. Stärke, auf daß ich deine Freund. 4. Denn hier unten von der Erlichkeit im Geiste fühl und merke! mir keine Hülfe mehr; vor allen Dingen liebe dich und ich frei und lebend werden, meinen Nächsten gleich als mich. mußt's geschehn von oben her, nur Hilf mir in meiner letzten Noth, Dein Geist fann mich erneuen und mein Herr und Gott! der du für mir Lebenskraft verleihen. mich besiegt den Tod. fam 5. Schaffe, Herr, ein reines Herze, 4. Preis sei Gott auf dem höcheinen neuen Geist in mir, daß sten Thron, dem Vater, reich an ich nun nicht länger scherze mit der Güte, und Jesu Christo, seinem ündlichen Begier. Hilf mir selber Sohn, der gnädig uns behüte, und muthig kämpfen, und die Macht seinen werthen heilgen Geist, der des Feindes dämpfen. uns den Weg zum Himmel weist! 6. Laß durch Wachen, Beten, So singet alle Christenheit hier in Ringen stark mich werden, Fleisch der Zeit, und dort in sel'ger Ewigund Blut in des Geistes Joch zu feit! zwingen, bis der Feind doch endlich ruht, reize mich durch jene Krone, daß ich meiner niemals 82. Schone! Den ollt' In eigner Melodie. An bir allein, an dir hab ich gesündigt und übel Du siehst die daß durch Schuld, die mir den Fluch verkündigt: sieh Gott, auch meinen Jam7. Wenn ich aber unterliege, so oft vor bir gethan. hilf du mir wieder auf, mer an. deine Kraft ich siege, und vollbringe meinen Lauf! mich befehlend dei- 2. Dir ist mein Flehn, mein nen Händen, mög ich ritterlich einst Seufzen nicht verborgen; und enden. meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lange verbirgst In eigner Melodie. 81. Allein zu dir, Herr Jesu du dich vor mir? Christ, steht freudig 3. Herr, handle nicht mit mir mein Vertrauen. Ich weiß, daß nach meinen Sünden, vergilt mir du mein Heiland bist; auf wen nicht nach meiner Schuld. Ich suche sollt ich sonst bauen? Von Anbe- dich, laß mich dein Antlik finden, ginn ist nichts erfor'n, auf Erden du Gott der Langmuth und Geduld. ist kein Mensch gebor'n, der aus 4. Früh wollst du mich mit deider Noth mir helfen tann; dich ner Gnade trösten, Gott, Vater der ruf' ich an, von dir nur kann ich Barmherzigkeit. O schenke mir den Hülf empfahen. Frieden der Grlösten, du bist ein Gott, der gern erfreut. von 5. Laß deinen Weg mich ferner 3* 2. Herr, meine Schuld ist übergroß und reuet mich von 36 Von der Buße. freudig wallen und lehre mich dein 6. So sei in deinem Namen ge Heilig Recht: laß stets mich thun segnet dieser Tag! Sprich au nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Bitten Amen, daß ich mich mein Gott, ich bin dein Knecht. trösten mag! Laß deinen guter 6. Herr, eile du, mein Schuß, Geist das Herz mit Glauben schmük mir beizustehen, und leite mich auf fen, mit Freuden es erquicken, das ebner Bahn. Er hört mein Schrein, jetzt in Thränen fleußt. der Herr erhört mein Flehen, und nimmt sich meiner Seele an. In eigner Melodie. Mel. Aus meines Herzens. 83. Auf, auf, an diesem Mor- 84. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir, Herr Gott, er= gen, schwing dich, mein hör mein Flehen! hör mein Flehen! Nicht in's Ge Herz empor! Um für dein Heilricht wirst du mit mir, der Gnade zu sorgen, tritt an das Licht suchet, gehen. hervor! Wohl ist es endlich Zeit, das sehen an, suchet, gehen. Denn wolltest du was Sünd' und den Abgrund zu verlassen, die Fin- Unrecht ist gethan, wer könnte von sterniß zu hassen, die dir Verderben bir bleiben? bräut. 2. Dies ist dein Tag der Reue, 2. Bei dir gilt nichts, denn bekenne deine Schuld mit Thränen, Gnad und Gunst, die Sünde zu komm und schreie zu Gott um vergeben. Es ist all' unser Thun Gnad und Huld. Wie lange umsonst auch in dem besten Leben schliefst du doch! Wach auf und vor dir sich Niemand rühmen fann, treib von hinnen die Nacht aus es muß dich fürchten Jedermann, deinen Sinnen, jetzt heißt es heute und deiner Gnade leben. noch. 3. Darum cuf Gott will hoffen 3. Noch läßt der Herr dich leben ich, auf mein Verdienst nicht bauen. und trägt Geduld mit dir, ob du Auf dich verlassen will ich mich, nicht wollest streben nach reiner auf dich mein Herz soll trauenSeelen Zier. Entsage nun der Was mir verheißt dein werthes Welt! Er will dir Heilung schen Wort, das ist mein Trost und treuer ken, dein Herz und Sinne lenken Hort, deß will ich allzeit harren. auf das, was ihm gefällt. 4. Und ob es währt bis an die 4. Ja, Herr, die Last der Sünden drückt mich mit herber Pein. Nacht und wieder an den Morgen, Wie sollt ich Ruhe finden, als nur doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch durch dich allein! Mir droht, was ich verdient! Verklagt von sorgen. So ist des rechten Chrimeinen Thaten, fann das allein en Art, der aus dem Geist gemir rathen, daß mich dein Sohn boren ward und seines Glaubens lebet. verfühnt. 5. Mit diesem starken Glauben 5. Ob bei uns ist der Sünde tret ich vor deinen Thron, du viel, bei Gott ist viel mehr Gnade.. wirst mich nicht berauben des Sein Macht zu helfen hat fein Heils in deinem Sohn. Ein fle Ziel, wie wie groß auch sei der hend Angesicht, ein Herz, in Reu Schade. Er ist allein der gute gebrochen, das dir sich neu verspro- Hirt, der einst sein Volk erlösen chen, verachtest du ja nicht. wird von allen Sünden. Amen. Von der Buße. 37 85. Herr Herzen, bu haft sie ja durch deinen err ich habe mißgehan- Tod gebüßt mit bittern Schmerzen. delt und mich drückt Hilf, daß ich nicht vor Angst und der Sünden Last; ich bin nicht weh in meinen Sünden untergeh', den Weg gewandelt, den du mir noch ewiglich verzage. gezeiget haft; jetzt möcht' ich vor 3. Fürwahr, gleich einem schwedeinem Schrecken gern die bange ren Stein drückt mich die Last der Seele decken. Sünden; wer rettet mich aus 2. Aber wohin sollt' ich fliehen! dieser Bein, wo soll ich Ruhe finDu wirst allenthalben sein. Wollt den? Bei dir, mein Heiland, nur ich über Meere ziehen, stieg ich in bei dir! Verloren wär' ich dort die Gruft hinein; hätt' ich Flügel und hier, wenn ich dein Wort nicht gleich den Winden; dennoch wür- hätte! dest du mich finden. 4. Doch durch dies theure Wort 3. Drum muß ich es nur beerwacht mein Herz zu neuem Leben, kennen, Herr, ich habe mißgethan, Erquickung hat es darf mich nicht dein Kind mehr ich darf nicht trostlos nennen, Ach, nimm nimm mich zu Gnad' und Seligkeit Gnaden an! Richte nicht der Sün- Wort, wenn mit den Menge, Herr, nach des Gesetzes Strenge. mir gebracht, beben, denn verheißt dein zerknirschtem Geist ich, Herr zu dir mich wende. 4. Siehe wie mein Auge thrä- 5. So fleh' ich denn zu deiner net, über meine Sündenschuld; Huld: laß mich Vergebung finden; fiche, wie mein Herz sich sehnet, du wollest von der Sündenschuld Gott, nach deiner Vaterhuld. Willst aus Gnaden mich entbinden, auf du nicht mein Fleh'n erhören und daß ich aller Unruh frei, mit Gott mir Gnad' und Trost gewähren? versöhnt und selig sei, und dir zu 5. Ja, ich hoffe; hingegeben hat Ehren lebe. sich Christus in den Tod, mir zur 6. Herr, der du mir dies Heil Rettung und zum Leben, hat mich verleihst, durch den ich Trost gedir versöhnt, o Gott! Seines Heils funden, stärk mich mit deinem Freu darf ich mich trösten mit den dengeist auch in den letzten StunSchaaren der Erlösten. den und nimm mich dann, wenn 6. Laß nun deinen Geist mich dirs gefällt, im Glauben, selig, von leiten, stets zu thun, was dir ge- der Welt zu deiner Auserwählten. fällt; laß mich unermüdet streiten mit der Sünde, mit der Welt; nimmer laß mich wieder wanken, 87. Hüter, so will ich dir ewig danken. In eigner Melodie. In eigner Melodie. wird die Nacht der Sünden nicht vers schwinden? Ist nicht diese Nacht bald hin? Wird das Dunkel vor In eigner Melodie. 86. Herr Jesu Christ, du höch- den Sinnen nicht zerrinnen, womit Gut, du ich 2. Wir sind ja der Nacht entquell aller Gnaden! Ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig nommen, seit du kommen! Doch und beladen; denn meiner Sün- ich weile noch in Nacht! Darum den große Heer belastet mein Gewissen wollst du mir, dem Deinen, auch schwer und beugt mich tief darnieder. erscheinen, dem du Licht und Recht 2. Erbarm' dich mein in sol- gebracht. her Noth, nimm sie von meinem 3. Kann ich Kann ich wohl durch eigne 39 Von der Buße. Stärke Lichteswerke in der Finster- erweicht mein hartes Herz, ich bin niß vollzieh'n? Kann ich Liebe sel- zerknirscht in Neu' und Schmer ber üben, Demuth lieben, und die und heiße Thränen rinnen. dunkeln Wege fliehn? 4. Wie hast du doch auf mich ge 4. Möcht' ich wie das Rund der wandt den Reichthum deiner Gna Erden lichte werden! Seelensonne, den, den rechten Arzt hast du gegeb' mir auf, mir, der falt sich fandt für meiner Seele Schaden fühlt und trübe! Jesu Liebe, fomm, du hast in dieser Gnadenzeit mid beschleunige den Lauf! bald durch Freude, bald durch Leit 5. Daß sich länger nicht die zu seinem Heil geladen. Seele in mir quäle, zünde du dein 5. Bisher, wenn deine Stimme Feuer an! Laß mich finstern Sohn rief, hab' ich sie überhöret, ich lag der Erden helle werden, daß ich in Sicherheit und schlief, Don Gutes wirken fann! Erdenlust bethöret. So hätt' ich 6. Eignes Licht fann wahres durch gehäufte Schuld beinah' er= Leben mir nicht geben; Jesus müdet deine Huld, mein ew'ges muß die Sonne sein! Auf mein Heil zerstöret. Herz muß Jesus blicken, es erquicken 6. Doch endlich aus dem Schlaf mit dem wahren Himmelsschein. erwacht, will mir das Herz zer7. Nur daß feiner möge säu- springen, ich sehe des Gesetzes men, wegzuräumen, was sein An- Macht und Schrecken auf mich gesicht verhüllt. Und soll Jesu dringen; des Todes und der Hölle Licht den Seinen heller scheinen, Reich regt sich, sie wollten mich sei das Auge rein und mild. zugleich schier zum Verzagen brin8. Drum weil hierzu blöde Augen. gen doch nicht taugen, rühre du 7. Nimm du, Herr Jesus, mich fie, Heiland, an. Denn das ist die in Schutz, ich flieh' zu deinen größte Plage, daß am Tage ich Wunden, so biet' ich Tod und das Licht nicht sehen kann. Hölle Truß, ich hab' Erlösung funden. Damit ich möchte felig Pein am Kreuzesstamm empfunden. sein, hast du der Sünde Kraft und 8. So will ich denn mein Leben Mel. Es ist gewißlich. 88. h will von meiner Mis sethat mich zu dem Herrn befehren, du wollest selbst mir Hülf' und Rath, o treuer lang mit Ernit die Sünde meiden; Gott, bescheeren, und deines guten für deine Lieb' und Leiden. Steh' dieß, mein Erlöser, sei der Dant Geiftes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir ge- halte deinem Dienst mich treu, laß du mit deinem Geist mir bei, er= währen. 2. Der Mensch kann von Na- mich einst selig scheiden. tur ja nicht sein Glend selbst em. pfinden; entbehrt er deines Geistes Mel. Kommt her zu mir. Licht, so bleibt er todt in Sünden; 89. hr hr armen Sünder, kommt verkehrt ist Wille und Verstand, er zu Hauf, zu Jesu fann, wie viel er sonst erfannt, sich lenfet euern Lauf, mühselig und doch nicht selbst ergründen! beladen! Er öffnet sein erbarmend 3. Aus Gnaden flopfe bei mic Herz für Alle die in Reu und an und führe mich zu Sinnen, Schmerz erkennen ihren Schaden. was Böses ich vor dir gethan, so 2. Es heißt: er nimmt die fann mein Heil beginnen; so wird Sünder an! Drum fomm zu Von der Buße. 39 dem, der helfen kann, such' Ruh mir das Geseß nur meine Sünin seinen Armen! Romm weinend, den auf und reicht mir doch nicht fomm in wahrer Buß und fall' im dar die Kraft zum Himmelslauf. Glauben ihm zu Fuß, er wird sich 4. Du, Jesus, du allein kannst meinen Jammer wenden; mein dein erbarmen! 3. Verlässet wohl ein treuer Können stehet nur in deinen starkent Hirt sein Schäflein, wenn es sich Händen. Geußt du mir nicht die verirrt? Er sucht es mit Ver: Kraft zu neuem Leben ein, so wird langen; er läßt die andern alle mein Sehnen selbst zu nichts, als stehn, dem Einen sorglich nachzu- lauter Pein. gehn, das Eine zu umfangen. 5. Drum, Herr, erbarme dich, 4. So sucht der Heiland, Jesus ich liege dir zu Füßen. Laß in Christ, die Seele, die verloren ist, mein frankes Herz den Strom der bis daß er sie gefunden. Ach, laß Gnade fließen. Ich fleh', ich laß dich finden, wenn er lockt, o Sün- dich nicht, bis deine Gegenskraft der, bleibe nicht verstockt, nah sind in mir den Tod besiegt, und neues die Gnadenstunden. Leben schafft. 5. Jesu, deine Lieb ist groß! 6. Du hast es zugesagt, du Mühselig fomm ich, arm und willst mich gern erquiden, wenn bloß, ach, laß mich Gnade finden! mein verkehrter Sinn sich nur zu Verloren war ich und verirrt: dir will schicken: wenn er dir Herr, nimm mich auf, du treuer opfert auf, was ihm für Freude Hirt, und tilge meine Sünden. galt, daß deine Liebe nur gewinn' in mir Gewalt. 6. Dem Bösen will ich sterben 7. So nimm denn alles hin, ab, und aus der Sünde finsterm Grab erstehn zu neuem Leben. Ich ich will mir nicht mehr leben, ich will in wahrer Heiligkeit dir die- will mich ganz und gar in deine nen noch die kurze Zeit, die mir Führung geben. Ach, fasse mich nur fest, mach' mich von Sünden zum Heil gegeben. frei, damit forthin mein Herz dein wahrer Tempel sei. Mel. O Gott, du frommer. Jesu, sieh darein, und hilf mir Armen siegen! Mein Herz fühlt nichts, als Tod, 91. mein Geist muß unterliegen. Das 90. Mensch, ermuntre deinen Sinn, wie lange willst Wollen hab' ich wohl doch das du schlafen? Auf, auf, die StunVollbringen nicht, weil es dem mat- den sind dahin, schon nahen Gottes Strafen! Vor ihm besteht der Sün. ten Geist an aller Kraft gebricht. Die Sünd hat mich be der nicht, und geht er mit dir ins strickt, der Tod hat mich gefangen. Gericht, wo willst du Rettung finden? 2. Das eitle Wesen dieser Zeit Wohin ich wende mich, nichts, stillet mein Verlangen. Vermein' hat dich mit Nacht bedecket, daß ich hoch zu stehn, so lieg ich tief aus dem Schlaf der Sicherheit dich im Staub, und mein gehoffter keine Warnung wecket. Du freueft Ruhm wird nun des Spottes dich der trägen Ruh', und drückest Raub. gern die Augen zu, dem Lichte zu 3. 3war lauf' ich immerdar, entweichen. Gott rufet laut: du schlumdoch kann ich Ruh' nicht finden. Nichts fann des Armen Herz von merst fort; er droht dir: doch seiner Last entbinden. Es deckt vergebens. Er zeiget dir in seiMel. Aus tiefer Noth. 40 nem Wort die Strafe bens: du aber merkest drauf, fährst fort in deinem Sündenlauf, willst feinen Führer leiden. 4. Dein Heiland weinet über ein ew'ges Heil erwarb, du wollst dich: du lachst in deinen Sünden; dich mein erbarmen. Auch mich er sucht und locket dich zu sich: du hast du verföhnt mit Gott, hilf läßt dich nimmer finden. Er fleht: mir aus meiner Seelennoth und du nimmst kein Bitten an; er thut gib mir deinen Frieden. mehr, als ein Bruder fann: du 4. Fest trau' ich auf dein spottest seiner Liebe. theures Blut, auf dein unschuldig 5. Du siehst, wie mancher Sün- Sterben, dies fömmt mir fräftig. der fällt, wenn Gott die Strafe lich zu gut und läßt mich nicht sendet: doch bleibest du ein Kind verderben. Vertritt du bei dem der Welt, von ihrem Tand ver- Vater mich, damit ich jetzt und blendet, Des Nächsten Sturz er- ewiglich mich deiner Gnade freue, schreckt dich nicht: du glaubst, daß 5. O heil'ger Geist, du wahres Gottes Zorngericht dich niemals Licht Regierer der Gedanken, wenn treffen werde. die Versuchung mich ansicht, so laß 6. Gott, laß in mir nach deiner mein Herz nicht wanken. Daß Huld der Gnade Licht entbrennen, unbefleckt mein Wandel sei, steh' damit ich meiner Sünden Schuld du mit deiner Kraft mir bei, und recht gründlich mög' erkennen. Owohn' in meinem Herzen. Jesu, Glanz der Herrlichkeit, durch. 6. Und wenn mein letztes Etündleuchte meine Sicherheit, daß ich lein schlägt, so hilf mir treulich mein Glend schaue. fämpfen, daß ich die Furcht, die 7. O heil'ger Geist, laß dei- dann sich regt, durch Christum möge nen Strahl durch meine Seele dämpfen: so wird mir Krankheit dringen: hilf, daß ich endlich, Angst und Noth, ja selbst der letzte mög einmal den Sündenschlaf be- Feind, der Tod, die Thür zum zwingen. Gott, thu' mir Herz und ew'gen Leben. Augen auf, daß mich der sichre Sünden- Lauf nicht zur Verdammniß führe. Von der Buße. jenes Le- der in uns schafft das Wollen und wenig Vollbringen! 3. Jesu, der am Kreuze starb aus Liebe zu uns Armen, und uns Mel. Was mein Gott will. 92. 93. Mer in der Schwachheit Mel. Aus tiefer Noth schrei. sicher ist und bleibt in Sünden liegen, und meint, er fei Vater der Barmher ein guter Christ, den wird sein zigkeit ich falle dir zu Wahn betrügen. Den HimmelsFuße, der du mich in der Gna- weg, den schmalen Steg hat nie denzeit noch immer rufft zur Buße. sein Fuß betreten, auch sieht er Was ich begangen wider dich, ver- nicht in Gottes Licht was Kämpfen gib mir alles gnädiglich, durch sei und Beten. deine große Güte. 2. Was gern die Welt nur 2. Durch deine Allmacht Wun- Schwachheit heißt, ist ihrer Bosderthat nimm von mir was mich heit Stärke dadurch vermehrt quälet: durch deiner Weisheit der böse Geist gar mächtig seine heil'gen Rath zeig' an was mir Werke. Lenk deinen Lauf, mein noch fehlet; lenk' meinen Willen, Herz, hinauf, zu Gott steh' dein gib mir Kraft! Du bist's allein, Verlangen! Des Heilands Hand Von dem Glauben. 41 zerreißt das Band, womit du bist 3. Wie groß die Schuld auch gefangen. sei, du machst mich von ihr frei, 3. Der erste Schritt im Chri- wenn ich dein Kreuz umfasse und ſprichst von der Sünde mich auf dich verlasse, stenthum ist: scheiden; strebst du nach wahrem du: dir ist vergeben! so fühl ich Glaubensruhm, so mußt du Welt- neues Leben. lust meiden. Wenn Christi Geist 4. 3war viel noch mangelt mir, die Seele reißt aus ihren Todes doch bin ich reich in dir, von dir banden, so spürt sie Kraft, die Je- kommt jede Gabe, die ich noch sus schafft, mit dem sie aufer- nöthig habe; der Sünde Reiz zu standen. dämpfen, hilfst du mir siegreich kämpfen. 4. Mein Jesu, steh' mir mächtig bei, laß mich bekräftigt werden; 5. Darum allein auf dich, Herr Gerechtigkeit und Stärke sei in dir Christ, verlass' ich mich; nun fann mein Theil auf Erden. Uns, dein ich nicht verderben, dein Reich muß Geschlecht, machst du gerecht und ich ererben, denn du hast mirs erwillst die Schwachen stärken, daß worben, da du für mich gestorben. fie in dir, Herr für und für die Macht der Gnade merken. O 6. führe Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, das 5. Brich durch, o starker Got- alles zu vermeiden, was mich von tessohn, und laß auch uns durch dir kann scheiden, daß ich an deibrechen, uns freudig nahn dem nem Leibe ein Glied auf ewig Gnadenthron, nicht mehr von bleibe. Schwachheit sprechen. Denn deine Hand hat ja das Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir frei Mel. von Furcht und Scheu im Streite fiegreich leben. 6. Gib aft, wo feine Kraft Anker ewig hält; wo anders, als mehr ist, daß wir das Fleisch be- in Jesu Wunden? Da lag cr fämpfen, und hilf uns Satans von Beginn der Welt. Ob Erd' Macht und List, und alle Feinde und Himmel untergehn, der Grund dämpfen; daß, wenn die Welt uns bleibt unbeweglich stehn. Neße stellt, sie uns doch nicht be. 2. Es ist das ewige Erbarmen, rüde, vielmehr in Noth, ja selbst das alles Denken übersteigt; der im Tod, und deine Kraft erquice. Herr ist's, der mit Baterarmen sich Mel. Auf meinen lieben Gott. gnädig zu uns Sündern neigt! 94. Wo soll ich fliehen hin, er will den Tod des Sünders da ich beschweret bin, nicht, weil ihm sein Herz vor Mitund tief gebeugt von Sünde? leid bricht. Wo soll ich Rettung finden? Ach, 3. Wir sollen nicht verloren aller Welt, Erbarmen gibt keinen werden, Gott will, uns soll geTrost mir Armen. holfen sein, drum fam sein Sohn Von dem Glauben. O daß ich tausend Zungen. 95. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen 2. Du, Jesu, rufest mir; drum herab zur Erden und nahm darflieh' ich, Herr, zu dir. Zu deiner nach den Himmel ein. Von dangroßen Güte kommt mein betrübt nen sendet er den Geist, der uns Gemüthe; laß du auf mein Ge- den Weg zum Leben weist. den Trost der Gnade wissen, fließen. 4. Abgrund, welcher alle Sünden in Christi Tod ver= 42 Von dem Glauben. schlungen hat! Nun wir durch mein Glaub' und helles Licht; ihn Vergebung finden, nun findet wenn er in mir nicht wäre, hätt' kein Verdammen statt; denn Christi ich den Frieden nicht; in ihm fann Blut hat uns befreit und rufet ich mich freuen, hab einen Heldenlaut: Barmherzigkeit! muth, darf das Gericht nicht 5. Wird nun auch Alles mir scheuen, wie sonst ein Sünder entrissen, was Leib und Seel er- thut. P und quicken fann: muß ich auch jeden 5. Sein Geist wohnt mir im Trost vermissen und nimmt kein Herzen, regieret meinen Sinn, ver= Freund sich meiner an, scheint die treibt mir Sorg und Schmerzen Errettung noch so weit, mir bleibt nimmt allen Kummer hin des Herrn Barmherzigkeit. wenn sich hier und dorten Gefahr 6. Es gehe mir nach dessen und Schrecken find't vertritt Willen, bei dem so viel Erbarmen mich mit Worten, die unaussprech ist; er wird mein Herz gewißlich lich sind. stillen, wenn es nur seiner nicht 6. Sein Geist spricht meinem vergißt; so steh ich fest in Freud Geiste manch süßes Trostwort zu, und Leid, mich hält des Herrn wie Gott dem Hülfe leiste, der bei Barmherzigkeit. ihm suchet Ruh; und wie er hat 7. An diesem Grunde will ich erbauet dort eine neue Stadt, wo halten, wie mich auch Sturm und Aug' und Herze schauet, was es Meer bewegt; ich lasse seine Gnade geglaubet hat. walten, so lang in mir das Herz 7. Da ist mein Theil und Erbe noch schlägt. So ruf ich immer mir prächtig zugericht, wenn ich hocherfreut: O Abgrund der Barm einst fall' und sterbe, fällt doch herzigkeit. mein Himmel nicht. Verseufz ich auch hienieden mit Thränen manche Mel. Valet will ich dir geben. Zeit, mein Jesus und mein Frie96. It Gott für mich riche den durchfüßet alles Leid. gleich alles wieder mich; 8. Viag denn die Welt verge= so oft ich sing und bete stärkt hen mit ihrer Bein und Lust; ich meine Seele sich; hab ich das werde Christum sehen, deß bin ich Haupt zum Freunde, bin ich gelobt mir bewußt; nichts fann von ihm Igleich wieder st Gott von Gott, was schaden mir die mich scheiden, nicht Leben und Feinde, was acht ich ihren Spott? nicht Tod, mich ruft zu seinen Freu2. Ich weiß und glaub' es feste, den dereinst mein Herr und Gott. ich rühm es ohne Scheu, daß 9. 9. Mein Herz ist voller Freude, Gott der Höchst' und Beste, mein und fann nicht traurig sein, ich Freund und Vater sei. Weil er in weiß von keinem Leide, seh lauter schweren Fällen mir will zur Rech- Sonnenschein. Die Sonne die mir ten stehn, so werd' in Sturm und lachet; bist du, Herr Jesu Christ, Wellen ich niemals untergehn. 3. Der Grund, d'rauf ich mich und was mich fröhlich machet, ijt, was im Himmel ist. gründe, ist Christus und sein Blut, bei ihm allein ich finde das ew'ge Mel. Aus tiefer Noth schrei. wahre Gut. An mir und meinem 97. Wo soll ich hin? Wer Leben ist nichts auf dieser Erd', nimmt mich an? Wer Wo was Christus mir gegeben, das ist führet mich zum Leben? der Liebe werth Niemand, Herr, mir helfen kann, 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, kannst du mir Frieden geben. Die 43 Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. sich verirrten, suchest du; den Mü-| Muth, da sie haben überwunden den schenkst du wahre Ruh: hilf', fröhlich durch des Lammes Blut... Jesu, dem Verlaßnen. Sollten wir nun allhier nicht auch 2. Des Todes Leib beschweret streiten für und für? mich, die Seele macht mich zagen; 5. Wer der Sünde Knechtschaft o Lebensfürst erbarme dich, nimm liebet, nimm liebet, der hat wenig Lust zum weg der Seele Plagen. Du weißt Streit; wer sich ihrem Dienst ergar wohl, was mir gebricht; ich giebet, der versäumt die Gnadenbin entfernt von deinem Licht; hilf, zeit; Sündennacht, Höllenmacht hat Jesu, dem Beladnen. ihn in den Schlaf gebracht. 3. Du bist der Arzt der Kranke 6. Aber wen die Weisheit lehret ,. heilt, und treulich ihrer pfleget; Freiheit sei des Christen Theil, der Hirt, der zu den Schäflein eilt, wessen Herz zu Gott sich fehret, ſucht und sie zur Heerde träget. Krant seinem allerhöchsten Heil und ermattet fühl' ich mich; o allein ohne Schein Chrifti heile, stärk und weide mich; hilf, Knecht zu sein. Jesu, hilf dem Schwachen. freier7. Gott gibt seinen frommen 4. Du rufft uns zu: ich bin das Knechten dort der treue GnadenLicht! du sprichst: ich bin das Le. lohn. In den Hütten der Gerechben! die an dich glauben, dürfen ten schallet dann ihr Siegeston, nicht in Noth und Tod erbeben, wo fürwahr Gottes Schaar ChriHerzog meiner Seligkeit, steh' stum lobet immerdar. auch mir bei im letzten Streit: hilf Jesu mir im Sterben. Dom christlichen Leben und Wandel überhaupt. Mel. Meine Hoffnung stehet. Mel. Nun ruhen alle. 99. Du sollst in allen Sachen mit Gott den Anfang machen aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? 98. Auf ihr Christen, Christi Nur ihm; von dir entspringt es nicht! Glieder, hanget fest an 2. Der Mensch mit seinem Dich= eurem Haupt! Auf, wacht auf! ten weiß wenig auszurichten, was ermannt euch wieder, eh' der Feind gut zu heißen sei. Was will dein die Seele raubt; denn er beut eitles Sinnen, du armer Staub, be. Kampf und Streit Christo und der ginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei? Christenheit. 3. Drum sei nicht zu verwegen 2. Folgt des Heilands Kreuzes auf deines Amtes Stegen und fahne, trauet seinem starken Arm! fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst Tobt auch auf des Kampfes Plane du nicht vertrauen, sie ist ja nicht dein seiner Finde wilder Schwarm; Eigenthum. Christi Heer fann viel mehr, wenn es stehet um ihn her. 4. Schlag an die Himmelpfor= ten mit starken Glaubensworten, da bitte Kraft dir aus: daher wird Segen fließen, und reichlich sich er= gießen auf dich und auf dein gan= 3. Nur auf Christi Wort gewaget, mit Gebet und Wachsamkeit dies allein macht unverzaget, und recht tapfere Kriegesleut'; Christi zes Haus. Wort ist der Hort, der uns schirmet fort und fort. Mel. Was Gott thut, das. Fin Christ, ein tapfrer Krieges held, voll 4. Seine Kraft hat schon em- 100. pfunden vieler Heil'gen starter 44 Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. Geist, voll Kraft und Stärke, ver-|| 8. Das Kleinod ist mir vorgeleugnet sich, bezwingt die Welt, steckt, ich soll nur tapfer kämpfen. zerstört des Satans Werke, kämpft Drum bleibt mein Arm stets ausinnerlich und äußerlich; wo sich gestreckt, mit Gott den Feind zu auch Feinde finden, er tann sie dämpfen. Nur unverzagt und frisch gewagt; ich seh' die Krone 2. Ich habe fruchtlos mich ge- binden, drum will ich überwinden. quählt und gab mich fast verloren, bis ich den Helfer mir erwählt, überwinden. In eigner Melodie. deß Geist mich neu geboren. Wer 101. Herr err Jesu Gnadenwill die Kraft, die Alles schafft, benslicht, gib Leben, Licht und sonne, wahrhaftes Lewer Christi Macht ergründen, durch Wonne dem blöden Angesicht. Nur die wir überwinden. du fannst mich erfreuen und mei3. Auf Eitles war mein Sinn nen Geist erneuen, o Herr, versag' gestellt, auf falsche Lust und Ehre, mir's nicht. ich lebte nach dem Lauf der Welt, 2. Vergib mir meine Sünden, und nicht nach Christi Lehre. So demüthig bitt ich dich; laß Trost ist's nicht mehr; Gott sei die Ehr'! bei dir mich finden, und hilf mir Ich streite mit den Sünden und gnädiglich. Laß deine Friedenswill sie überwinden. gaben die bange Seele laben; mein 4. Tie Menschen flößten Furcht Jesu, höre mich. mir ein, gefallen wollt' ich Allen; 3. Vertreib' aus meiner Seele jetzt aber fürcht' ich Gott allein den alten bösen Sinn, daß ich nur und will nur ihm gefallen. Der dich erwähle zum seligen Gewinn. Menschen Gunst ist eitler Dunst. Dir will ich mich ergeben und dir Mag sich ihr Haß entzünden, doch zu Ehren leben, weil ich erlöset werd' ich überwinden. bin. 5. Die Welt mit ihrem Spott 4. Befördre dein Erkenntniß und Hohn erhebet mich zu Ehren, in mir, mein Seelenhort, und sie muß an meiner Himmelstron' öffne mein Verständniß durch dein die Edelsteine mehren. Der Herr heilsames Wort, damit ich an dich ertrug, daß man ihn schlug, er ließ gläube, in deiner Wahrheit bleibe, sich schmähn und blinden; auch ich und wachse fort und fort. will überwinden. 5. Ach zünde deine Liebe in 6. Leb' ich in steter Traurigkeit, meiner Seele an, daß ich aus sind wenig gute Stunden in mei innerm Triebe dich ewig lieben ner kurzen Lebenszeit: ich habe kann, und dir zum Wohlgefallen Gott gefunden! der tröstet mich beständig möge wallen auf rechter gar füßiglich, will mich vom Lebensbahn. Schmerz entbinden; drum fann ich 6. Nun. Herr, verleih' mir Stärke, verleih' mir Kraft und 7. Und wie ich immer führte Muth; das sind die Gnadenwerke, Krieg mit meinen Glaubenswaf die dein Geift in mir thut; mein fen, so werden sie den letzten eigenes Beginnen, mein Denken Sieg im Sterben mir verschaffen. und mein Sinnen ist immer recht Ob Grab und Tod auch fürchtbar und gut. überwinden. droht, die Schrecken bald ver- 7. Du Geber aller Gnaden, schwinden, und ich werd' über- du Brunnquell aller Treu, wend' swinden. allen Seelenschaden und mach' Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. 45 mich täglich neu; gib, daß ich dei- im Streite; ich habe schon des daß es. nen Willen beständig mög erfüllen, Sieges Beute, und fühle, und steh mir kräftig bei. Wahrheit ist, daß du die Liebe felber bist. Mel. Zeuch meinen Geist. 102. Hier ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein esu, hilf du Geist sucht seinen Ursprung wieder; 103. Jürfte des Lebens; sieh Herr, bein erfreuend Angesicht ver- wie ich schweb' in Gefahren birg vor meiner Armuth nicht. und Wollen, 2. Schau her, ich fühle mein Noth; schwach ist mein Verderben laß mich in Chrifti Tobe mein Ringen vergebens, furchtbar sterben; o möchte doch in seiner die Macht, die mich täglich bedroht. Pein mein ganzes Selbst ertödtet Stehst du mir, Jesu, nicht schüßend zur Seite, wie könnt' ich kämpfen sein. und siegen im Streite? 3. 3ch fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinem Willen übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. In eigner Melodie. 2. Jesu, hilf siegen; ein sündlich Verlangen, fämpfet in mir mit des höchsten Gebot. Nimm du den 4. Ich muß noch mehr auf dieser Willen des Fleisches gefangen, bring Erden durch deinen Geist geheiligt durch dein Sterben der Sünde den werden, der Sinn muß tiefer in Tod. Und daß mir möge, was dich gehn, und unbeweglich muß ich gut ist gelingen, gib du das Wolstehn. len und gib das Vollbringen! 5. Ich weiß mir zwar nicht 3. Jesu, 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß selbst zu rathen, hier helfen nichts ich verzagen, wenn mein Gewissen der Menschen Thaten; wer macht das Urtheil mir spricht, wenn mich sein Herz wohl selber rein? Es die Sünden der Jugend verklagen, muß durch dich gewirket sein. und ich erbebe vor Gottes Gericht. 6. Doch fenn ich wohl dein Wenn solche Schreden die Seele treues Lieben, du bist noch immer bestürmen, wollest du mich, o Vertreu geblieben; ich bin gewiß du föhner, beschirmen! stehst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 4. Jesu, hilf siegen, wer mag 7. Indessen will ich treulich sonst bestehen, wider den trüglich fämpfen, und stets die falsche Reverschlagenen Feind? Wer mag gung dämpfen, bis du ersiehest dem Vater der Lügen entgehen, beine Zeit und gibst mir Frieden wenn er als Engel des Lichtes ernach dem Streit. scheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister; lehr' mich fie finden und prüfen die Geister! 8. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drück es fest in meinen Sinn, daß ich in dir nur und selig bin. 5. Jesu, hilf siegen, hilf wachen beten! Herr, beten! Herr, durch dein Flehen, das alles vermag, wolleft 9. Wenn ich mit Ernst hieran ge- du mich bei dem Vater vertreten! denke und mich in deine Tiefe senke, Hüter, dein Auge bleibt immerdar so werd' ich von dir angeblickt und wach; wenn mich der Schlummer in des Herzens Grund erquickt. der Trägheit befallen, laß, mich zu 10. So wächst der Eifer mir wecken, dein Rufen erschallen! . 46• Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. 6. Jesu, hilf siegen, wenn Alles 8. Mit dir, o heil'ger Geist, laß verschwunden, was ich auf Erden mich auch in Gemeinschaft sein; mein eigen genannt; wenn auch die ergieß um Christi Willen dich tief Freunde, sonst treu mir verbunden, in mein Herz hinein. falt und entfremdet, sich von mir ge 9. Hilf daß ich sei im Glauben wandt. Dennoch soll nimmer mein treu an Christum, Gottes Sohn, Herz sich betrüben, bist du, o Jesu, und ihn bekenne jonder Scheu trop mein Theil nur geblieben. seiner Feinde Hohn. 7. Jesu, bilf siegen, wenn einst 10. Hilf, daß ich sei im Hoffen ich soll sterben, mache von Furcht fest, voll Demuth und Geduld; vor dem Tode mich frei, zeige das daß ich, wenn alles mich verläßt, Reich mir, das er soll ererben, der vertraue Gottes Huld. bis ans Ende geblieben dir treu, 11. Hilf, daß mein Lieben lauter Laß auch zuletzt mich im Kampf sei und wachse immer mehr, dem nicht erliegen, reiche die Hand mir, Fächsten dien' ohn' Heuchelei, zu o Jesu, hilf siegen. Gottes Preis und Ehr. Mel. Nun sich der Tag. 104. Mein Gott, das Herz 12. So nimm mein Herz zum Tempel ein, o Gott schon in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 13. Dir geb' ich mich zu eigen ich bringe dir zur hin, zu thun, was dir gefällt. Ich Gab' und zum Geschenk; du forderst dieses Ja von mir, deß bin ich ein- weiß, daß ich der Teine bin der nicht der Welt. gedenk. Deine, 2. Gib mic, mein Sohn, dein Herz, sprichst du. O welch' ein heilsam Wort! Es zeigt den Weg 105. zur wahren Ruh, zum Frieden hier und dort. Ja eigner Melodie. Ringe recht, wenn Gottes Gnade sich erbarmend zu dir kehrt, daß dein 3. So nimm mein Herz, o Va- Geist sich ganz entlade von der ter an, verschmäh die Gabe nicht, Last, die ihn beschwert. obgleich dem, was ich geben fann, 2. Ringe, denn die Pfort ist der Werth vor dir gebricht. enge, und der Lebensweg ist schmal, 4. Noch ist dies Herz voll Eitel- immer stehn hier im feit und nicht vom Bösen frei; Christi Streiter allzumal. noch ist es mit sich selbst im Streit 3. Kämpfe bis aufs Blut und und fühlt nicht wahre Reu. Leben, dring hinein in Gottes Gedränge 5. beuge meinen starren Sinn, Reich; will der Satan widerstreben, erweich' dies harte Herz, daß es sich werde weder matt noch weich. vor dir werfe hin in Thränen und 4. Ringe, deine Lieb erglühe, in Schmerz. halbe Liebe hält nicht Stand, daß 6. Dann rein'ge du, Herr Jesu dein Herz der Welt entfliche, sei es Christ, mich durch dein theures ganz für Gott entbrannt. Blut, weil du am Kreuz gestorben 5. Hast du nun die Perl' errunbist, mir und der Welt zu gut. gen, denke nicht, nun ist's gethan; 7. Gib mir nach deiner Mittler- noch ist alles nicht bezwungen, was huld an deiner Gnade Theil; es der Seele schaden kann. Schaffe ja mit Furcht und ist zur Tilgung meiner Schuld doch außer dir kein Heil. Bittern deiner Seelen Seligkeit, Liebe zu Gott und Christo. 47 laß dein Herz durch nichts erschüt-|| 3. Möge mich dein Geist erneuen tern, wenn der Feinde Macht dir und mich dir zum Tempel weihen, dräut. der dir ewig heilig sei; laß die 7. Deine Krone halte feste, halte Herrschaft mich gewinnen über Luft männlich, was du hast, recht behar und Furcht und Sinnen, rein'ge ren ist das Beste, Rückfall bringt mich und mach mich frei. bir neue Last. 4. Laß in meines Herzens Gar8. Wahre Treu' liebt Christi ten aller Tugend schönster Arten Wege, steht beherzt auf ihrer Hut blühn in Kraft und Lieblichkeit! fuchet Ruhe, nicht und Pflege, hält Deff'ne drin die Lebensquelle die sich selber nichts zu gut ohn' Ende rein und helle strömet 9. Wahre Treu kommt dem in die Ewigkeit. Getümmel eitler Weltlust niemals nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, darum ist ihr Herz auch Mel. Herzlich lieb hab ich dich. da. Jesu Christ, mein 10. Wahre Treu führt mit der 107. Herites Gut, in dem höchstes Sünde bis in's Grab beständig allein mein Glaube ruht, bu, meiKrieg, sorgt nun, wie sie überwinde, nes Herzens Freude! Ich bleibe fämpft, bis sie erlangt den Sieg. feſt und treu an dir, so ist auch 11. Drum wohlauf, ihr tapfern nichts, was dich von mir, was unsre Streiter! Kämpfet recht und macht Liebe scheide. Du machst mir deieuch Bahn, geht auf Chrifti Wegen nen Weg bekannt, hältst mich bei weiter, denn so geht ihr himmelan. beiner rechten Hand, regierest mei12. Gilet, zählet Tag und Stunden, und nes Lebens Lauf, hilft gnädig bis euch der Erlöser winkt, meiner Schwachheit auf. Herr Jewenn ihr nun überwunden, su Christ, du bist mein Licht; ich euch zum Schauen Gottes bringt. folge dir, so irr ich nicht. 13. Einst die Hülle abzulegen, sei euch Ruf zur Seligkeit, eilet freudig ihm entgegen, sprechet Herr, wir sind bereit! Tiebe zu Gott und Christo. Mel. Alles ist an Gottes. 2. Du leitest mich nach deinem Rath der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach schwerem Gang auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut 106. Großer König, den ich die Krone der Gerechtigkeit. Herr ehre, der durch seines Jesu Christ! Herr Jesu Christ, Geistes Lehre mir sein Licht hat bei dir allein wünsch' ich mir ewigangezünd't, der jetzt und zu allen lich zu sein. Zeiten durch viel tausend Gütig- 3. Mein Sinn ist ganz zu dir feiten alle Herzen sich gewinnt. gericht't, hab ich nur dich, so frag 2 Sieh' auch mein's will ich dir ich nicht nach Himmel und nach geben, dir soll es auf's Neue leben, Erden. Denn wär' der Himmel lebe du dann auch in mir! Dir ohne dich, so könnte feine Lust soll es sich ganz verbinden, und für mich in tausend Himmeln Wärst zugleich den alten Sünden ewiglich werden.. entsagen hier. auf Erden mein, du nicht schon möcht' ich auch 48 Liebe zu Gott und Christo. nicht auf Erden sein, denn auch die was ich hab' in diesem armen Leganze weite Welt hat nichts, was ben. Daß ich es brauch zum Lobe mir wie du gefällt. Herr Jesu dein, zum Nuß und Frommen der Christ! Herr Jesu Christ, wo du Gemein, wollst du mir Gnade ge nicht bist, ist nichts, das mir er- ben. Behüt' mich, Herr, vor fals freulich ist. scher Lehr, in mir den rechten Glau. 4. Und ob mir unter Kreuz und ber mehr, in allem Kreuze stärke Noth, und unter Marter, unter Marter, Angst mich, daß ich es trage williglich. und Tod auch Seel und Leib ver- Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, schmachten, ja, gäb es auch der mein Herr und Gott! hilf mir auch Qual noch mehr, die schrecklich gleich in der letzten Noth! der Hölle wär, mein Glaube wird's 3. Laß deinen Engel bei mir sein, nicht achten. Du bist und bleibest ber mich nach überstandner Pein zur doch mein Heil und meines Her- Rub des Himmels trage. Dein zens Trost und Theil; so wird und Leib laß sanft im Grabe ruhn, bis muß durch dich allein auch Leib und du erscheinst, es aufzuthun an- jenem Seele selig sein. Herr Jesu Christ! großen Tage; alsdann erwed vom Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, daß Tode mich, daß meine Augen schauen deine Kraft mich nicht verläßt. dich, in sel'ger Ruh', o Gottes 5. Nun, Herr, ich halte mich zu Sohn, mein Mittler und mein bir, du aber hälst dich auch zu Gnadenthron. Herr Jesu Christ mir, und das ist meine Freude. Herr Jesu Christ, erhör mich, ich Ich setze meine Zuversicht auf dich, will dich preisen ewiglich. mein Fels, der nicht zerbricht in noch so großem Leide. Dein Thun Mel. Was mein Gott will. foll Alles und allein in meinem 109. Hier ist mein Herz, Herr, Mund und Herzen sein, bis ich ich mich ergeben! Hinweg, o Welt, dich werd' im Himmel sehn, wo aus meinem Sinn, mit deinem alle Sel'gen um dich stehn. Herr schnöden Leben. Dein Thun und Jesu Christ! Herr Jesu Christ, ich and hat nicht Bestand, deß bin warte drauf, du kommst und nimmst ich worden innen, drum schwingt mich zu dir auf. aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. In eigner Melodie. 108. Herzlich lieb hab ich dich 2. Du, Gott, du bist das höchste o Herr, verleihe du mir Gut, nach dir steht mein Verlanimmer mehr die Fülle deiner Ga- gen. Ach möcht ich doch mit festem ben. Die ganze Welt erfreut mich Muth dir immerfort anhangen! O nicht nach Erd und Himmel frag wäre doch das Sündenjoch von mir ich nicht, wenn ich nur dich fann hinweggenommen, damit einmal ich haben. Auch wenn mein Herz im zu der Zahl der Sel'gen möchte Tode bricht, bist du doch meine fommen. Zuversicht, du meines Herzens 3. Ich seh, es fann die ganze höchstes Gut, der mich erlöst hat Welt mit allen ihren Schäßen und durch sein Blut. Herr Jesu Christ, was den Sinnen wohlgefällt die Herr Jesu Christ, mein Gott und Seele nicht ergößen; Jhr Glanz Herr, verlaß, verlaß mich nimmer verschwind't wie Rauch im Windmehr. und Alles muß zerstieben; nur 2. Es ist ja dein Geschenk und Gott allein wird ewig sein; wohl Gab', Seel und Alles, Allen, die ihn lieben! Leib, Liebe zu Gott und Christo. 49 4. Wie konnt' es doch zuvor ge- verblendet, ich suchte, doch ich fand schehen, daß ich gefolgt den Lüsten; dich nicht, ich hatte mich von dir Wie konnt' ich so weit irre gehn, gewendet, und liebte das geschaffne o Welt, in deinen Wüsten? Nun Licht; doch nun ist es durch dich seh' ich ein, es war nur Schein, geschehn daß ich mein Heil was ich mir Glück ließ dünfen! geseh'n. ich lief fürwahr dabei Gefahr, in ew'gen Tod zu sinken. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß du dem Geiste Licht 5. Gib daß ich meinen Sinn zu gebracht; ich danke dir, du Himdir hinauf gen Himmel schwinge, melswonne, daß du mich froh und mit Lieb und herzlicher Begier nach frei gemacht; ich danke dir, du deiner Gnade ringe, und mich al- Gotteskraft, die neues Leben schafft. lein in dir mag freun, Gott, mei- 6. Erhalte mich auf deinen Stener Seele Leben! Du allermeist gen, und laß mich nicht mehr irre fannst meinem Geist die beste Fülle gehn; laß meinen Fuß in deinen geben. Wegen nicht straucheln oder stille 6. Drum schwinde hin, was nich- stehn; erleuchte meine Seele ganz, tig ist, ich will es lassen fahren. du reiner Himmelsglanz! Du, Gott, der du mein Alles bist, 7. Gib meinen Augen süße Thrädu wirst mein Herz bewahren, daß nen, gib meinem Herzen fromme es nicht acht auf Lust und Pracht, Glut; vermehre stets nach dir mein nur dich allein verlange, und bis Sehnen; du einzig Heil und höchstes zum Tod dir Herr und Gott, mit Gut; laß meinen Sinn, Geist und wahrer Treu anhange. Verstand stets sein zu dir gewandt. In eigner Melodie. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich meinen Herrn und meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne und in der allergrößten Noth; ich will dich 110. meine Stärke, dich lieben, schönstes Licht, bis einst das lieben, Jh will dich meiner Seele Ruhm und Zier! ich will und mit der heiligen Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. In eigner Melodie. 111. Se, esu, meine Freude, mei2. Ich will dich lieben, o mein nes Herzens Weide, Leben, dich, meiner Seele besten Jesu, meine Zier! Ach wie lang Freund, ich will dich lieben und wie lange ist dem Herzen bange, erheben, so lang dein Gnadenglanz wie verlangt's nach dir! Ich bin mir scheint; ich will dich lieben, dein und du bist mein; Gottes Gottes Lamm, das litt am Kreu Lamm mir soll auf Erden nichts zesstamm. sonst lieber werden. dich lieben durch die Werke erz mir bricht. 3. Ach daß ich dich so spät er- 2. Unter deinem Schirmen bin fannte, tu hochgelobter Heiland ich vor den Stürmen aller Feinde du! Daß ich nicht früher mein frei. Laß die Felsen splittern, laß dich nannte, du höchstes Gut und den Erdkreis zittern, mir steht Jewahre Ruh! O wie ist tief mein sus bei. Ob die Welt in Trümmer Herz betrübt, daß es dich spät fällt, ob auch Tod und Hölle geliebt! schrecken: Jesus will mich decken. war 3. Donnert auch im Grimme 4. Jch ging verirrt, und 4 50 Liebe zu Gott und Christo. des Geseßes Stimme; Jesus stillet ihm scheiden, keine Qual noch sie. Mag der Tod sich nahen, mich Seelenpein. Keine Trübsal, feine das Grab umfahen, Jesus läßt mich Schmerzen reißen ihn aus meinem nie. Mich schreckt nicht das Welt- Herzen; wenn mich alle Welt vergericht, freudig, daß ich Jesum sehe, läßt, Jesum halt' ich immer fest. blick' ich auf zur Höhe. 4. Jesus soll auch einst im Ster4. Weg mit allen Schätzen, du ben meiner Seele Labsal sein. Jenes bist mein Ergötzen, Jesu, meine sel'ge Reich zu erben, dazu hilft mir Lust! Weg ihr eitlen Ehren, die er allein. Durch ihn sollen alle gar leicht bethören, bleibt mir un- Frommen zu des Himmels Klarheit bewußt; Elend, Noth und Schmach kommen. Jesus hält, was er verund Tod soll, wie viel ich auch muß spricht, Jesum laß ich ewig nicht. leiden, mich von dir nicht scheiden. Mel. Wie wohl ist mir. 5. Du vergänglich Wesen, das die Welt erlesen, ich entsage dir. In mir sollt ihr Sünden feine Stätte finden, bleibet fern von mir. 113. Rebst du in mir, o wahres Leben, so sterb' in Gute Nacht, du Stolz und Pracht; mir, was du nicht bist. Ein Blick ganz sei dir, ungöttlich Leben, gute von dir kann Beßres geben, als Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn was der Welt das Beste ist. D mein Herr und Meister kehret bei nichts soll mich von der Liebe Jesu, du sollst mein verbleiben; mir ein. Was mich auch betrübe, treiben, die du mir zugesaget hast. wenn ich ihn nur liebe, muß mir sel'ge Fülle, die mich tränfet, Freude sein. Duld' ich schon hier wenn sich mein Herz in dich verSpott und Hohn, dennoch bleibst fenfet, und deine Gnade mich umdu auch im Leide, Jesu, meine Freude. faßt. Mel. Alle Menschen müssen. 2. Aus Liebe, Herr, bist du ge= storben, damit wir nicht verloren gehn. O laß mein Herz, das du 112. Jesus schwebt mir in erworben, nun auch für dich in Gedanken, Jesus liegt stehn. Laß mich im mir stets im Sinn; von ihm will Kampf nicht unterliegen, laß mich ich nimmer wanken, sänk' auch Al- in deiner Liebe siegen, ja, fiege les um mich hin. Er ist meine du nur selbst in mir, so werd' ich Seelenweide, meines Herzens höchste fröhlich triumphiren, so wird Freude, meines Lebens schönste Zier, dein Todessieg mich zieren, so leb' Jesum lieb ich für und für. und leid' und sterb' ich dir. 2. Jesu hab ich mich ergeben, 3 Zünd' auch in mir der Liebe denn ich bin auf ihn getauft. Ihm Flammen zum Dienste deiner Gliezu Ehren will ich leben, der mich der an. Halt' uns in einem Leib durch sein Blut erkauft. An ihm zusammen, daß keine Macht uns will ich treulich halten, nur sein trennen kann. Wenn ich nur bin Geist soll in mir walten; seinem wie du gesinnet, dein Bild in mir Vorbild folg' ich gern, Jesus steht Gestalt gewinnet, und dein Gebot mir nimmer fern. mir heilig ist; so werd ich Freund' 3. Jesus soll in allen Leiden und Feinde lieben, so wird ihr mein getreuster getreuster Beistand sein Kummer mich betrüben, wie du mir Nichts, nichts soll mich von vorgegangen bist. Liebe zu Gott und Christo. 51 4. Gib mir des Glaubens Licht Liebe die mich hat gebunden, daß und Kräfte, daß er die rechten ich ganz ihr eigen bin; Liebe, dir Früchte treibt. Mach mich zur ergeb ich mich, dein zu bleiben Rebe voller Säfte, die fest an ewiglich. ihrem Weinstod bleibt, Du bist der 6. Liebe, die, zu Gott erhöhet, Fels, auf den ich baue; du bist mir erhält, was sie erstritt; Liebe, mein Heiland, dem ich traue, du die stets für mich flehet, und mich bist des Glaubens fester Grund. fräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb' Wenn sich die Zweifelsstunden fin- ich mich, dein zu bleiben ewiglich. den, so laß dein Licht mir nicht 7. Liebe, die mich schützend decket, verschwinden, und mach den fran- wenn des Todes Macht mir dräut; ten Geist gesund. Liebe, die mich auferwecket und mich 5. Laß meine Hoffnung nicht er- führt zur Herrlichkeit: Biebe, dir liegen, hilf, daß dein Kreuz ihr ergeb ich mich, dein zu bleiben Anter sei; mit dir kann ich die ewiglich. Furcht besiegen, dein Tod macht mich von Schrecken frei. Die Welt In eigner Melodie. mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, 115. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er sich für wahrer Hoffnung Licht! Ich will in Trübsal dich umfassen, du wirst mich gegeben; sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, an ihm leben? Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich den Schwachen nicht verlassen, denn deine Liebe wanket nicht. Mel. Komm o fomm, du Geist. nicht. 114. Qiebe, die du mich zum 2. Jesum laß ich nimmer nicht Bilde deiner Gottheit bis an meines Lebens Ende, und hast gemacht; Liebe, die du mich voll Glaubenszuversicht geb ich mich so milde nach dem Fall mit Heil in seine Hände; Herz und Mund bedacht; Liebe, dir ergeb' ich mich, mit Freuden spricht: meinen Jesum dein zu bleiben ewiglich. laß ich nicht. 2. Liebe, die mich hat erforen, 3. Laß vergehen mein Gesicht, eh ich noch in's Leben fam; Liebe, aller Sinnen Kraft entweichen, laß welche, Mensch geboren, meine das letzte Tageslicht dem gebrochSchwachheit an sich nahm; Liebe, nen Aug' erbleichen! Wenn des bir ergeb' ich mich, dein zu bleiben Leibes Hütte bricht, meinen Jesum ewiglich. laß ich nicht. 3. Liebe, die durch Tod und Lei 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, den für mich hat genug gethan; wenn ich bin dahin gelanget, wo Liebe, die mir ew'ge Freuden, Heil vor seinem Angesicht aller Frommen und Seligkeit gewann; Liebe, dir Glaube pranget: ewig glänzt mir ergeb ich mich, dein zu bleiben dort sein Licht, meinen Jesum laß ewiglich. ich nicht. 4. Liebe, die mit Kraft und Leben 5. Nicht nach Welt, nach Himmich erfüllet durch das Wort; Liebe, nel nicht, nur nach ihm mein Herz die den Geist gegeben mir zum Trost sich sehnet; Jesum such ich und und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich sein Licht, ihn, der mich mit Gott mich, dein zu bleiben ewiglich. versöhnet; er befreit mich vom 5. Liebe, die hat überwunden Gericht, meinen Jesum laß ich meinen harten, stolzen Sinn; nicht. 4* 52 Liebe zu Gott und Christo. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. und den, der Böses that, mit Ernst 116. Jesu Christ mein 3u bir befehre, höchstes Gut, du treu1 7. So sei denn meine Freud' im ster Freund der Seelen, deß Liebe Leid, in Schwachheit mein Vermöso viel an mir thut, daß ich es gen, bis ich bereinst nach Kampf nicht fann zählen; gib, daß mein und Streit mich kann zur Ruhe leHerz dich wiederum mit Lieben und gen. Alsdann laß deine Liebestreue Verlangen mög umfangen und als Erquicung mir zuwehen, bei mir dein Eigenthum an dir nur einzig in dein Reich eingehen. stehen, daß ich getrost und frei mög hangen. Mel. Wie schön leucht't uns. 2. Hilf, daß sonst nichts in meiner Seel, als deine Liebe wohne; gib, baß ich deine Lieb' erwähl als 117. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Heiland meine Zierd' und Krone. Rott Alles aus, nimm Alles hin, was und mein Gnadenthron, du weißt, mich und dich will trennen, und daß ich dich liebe, vor bir ist alles nicht gönnen, Gemüth sonnenflar, dir ist mein Herz auch und Sinn in deiner Liebe brennen. offenbar mit jedem seiner Triebe; herzlich such ich dir vor Allen zu 3. Wie freundlich, selig, süß und gefallen, nichts auf Erden kann und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo soll mir lieber werden. daß Herz, diese wohnt, kann nichts entstehn, 2. was meinen Geist betrübe. Drum fränket mich, daß ich nicht so fann Das ist mein Schmerz und laß nichts anders denken mich, lieben dich, wie ich dich lieben wollte, nichts sehen, fühlen, hören, nichts verehren, als deine Güt' und bich, Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, der du sie noch fannst mehren. wie es dich lieben sollte! Laß mich 4. Du bist allein die wahre Rub, innig deine Güte im Gemüthe oft in dir ist Fried' und Freude, drum empfinden, ganz für dich mich zu wendet sich mein Herz dir zu, daß entzünden. es an dir sich weide. Du bist das rechte Himmelsbrod, durch das ich 3. Durch deine Kraft gelingt es Stärfung finde, und die Sünde, mir, daß, wie mein Herz sich sehnt sammt aller Angst und Noth im nach dir, ich auch an dir kann Glauben überwinde. hangen. Nichts auf der ganzen 5. Du hast mich je und je geweiten Welt, nichts, was den Sinliebt und mich zu dir gezogen. Ghnen wohlgefällt, stillt jemals mein ich noch etwas Guts geübt, warst Verlangen. Nur du, Jesu kannst du mir schon gewogen. Ach laß mich laben, ich muß haben, für die doch ferner, edler Hort mich diese Triebe meiner Sehnsucht, reine Liebe leiten und begleiten, so daß Liebe. Seiten. sie immerfort mir kräftig steh zur 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Her6. Sie müsse, wo ich irre geh', zen Fried und Ruh und tröstest alsbald zurecht mich führen, und sein Gewissen; ob er auch wird in dem Amt, worin ich steh', mein vom Kreuz gedrückt, so fühlt er ganzes Thun regieren; daß ich dennoch sich erquict, weil er auch Andre deinen Rath und kann dein genießen. Endlich gute Werke lehre, Sünden wehre, zeigt sich nach dem Leide volle Liebe zu Gott und Christo. 53 Freude, und die Stunden alles und Blut, was er gewonnen und Trauerns sind verschwunden. gestritten, was er geleistet und ge= 3. 5. Kein Auge hat jemals ge- litten, dieß Alles will er inir versehn, noch kann ein Mensch es hier leihn; mein Freund ist mein und verstehn und würdig g'nug be ich bin sein. schreiben, was denen dort für HerrMein Freund ist meiner lichkeit bei dir und von dir ist be- Geelen Geist, mein Freund ist reit, die in der Liebe bleiben; meines Lebens Leben; nach ihm freudig werd' ich dort erfahren mit der mich den Seinen heißt, und den Schaaren der Gerechten, wie sonst nach einem will ich stredu lohnst den frommen Knechten. ben. Owohl der Wahl, die uns 6. Drum laff' ich billig dies al gefügt! Sie reut mich nie, ich len, o Jesu, meine Freude sein, bin verjüngt in ihm, der auch mit daß ich dich herzlich liebe, daß ich mir zufrieden. Drum bleibt bei in dem, was dir gefällt, was mir Leiden ungeschieden Ein Herz und dein Wort vor Augen stellt, aus Mund Ein Ja und Nein! Mein Liebe mich stets übe. Bis ich end- Freund ist mein und ich bin sein. lich werde scheiden und voll Freu4. Der Himmel ist ohn' ihn den zu dir kommen, aller Trübsal getrübt, die Hölle nur fand ich auf ganz entnommen. 7. Licht Ecden; nun aber muß, seit er mich Da wird in der Verklärung liebet, die Wüste mir ein Eben dein gnadenvolles Angesicht werden. Ohn' ihn ist in der mir keine Hülle decen; da werd' frohsten Meng' die weite Welt ich deine Süßigkeit, die mich hie mir doch zu eng, ich bin, wenn nieben schon erfreut, in reiner alle Freunden fliehen, wenn selbst Liebe schmecken. Ewig bin ich dann die Brüder sich entziehn, zwar cinerquicket, und geschmücket mit der sam, aber nicht allein; mein Krone, die dem Glauben wird zum Freund ist mein, und ich bin sein. Lohne. 5. Sein ist mein Werk, sein ist Mel. Mein Heiland nimmt. mein Ruhm, seitdem ich mich von 118. Sagt immer, Weise die ihm ließ finden; ich hatte sonst Eigenthum nur Sünd und nur Freund von und leugnet, daß mit denen, fer Welt, man seilzum den Sold der Sünden. seines Gleichen, Tod, sich Gott geselli Doch hat mein Freund auch diese die ihn nicht erreichen. Last zusammt dem Kreuz auf sich It Gott schon Alles und ich nichts, gefaßt, er nimmt die aufgehäuften ich Schatten, er der Quell des Strafen, die nach des RichLichts, er noch so stark, ich noch ters Spruch mich trafen, und so blöde, er noch so rein, ich noch senkt sie in sein Grab hinein: so schnöde, er noch so groß, ich noch mein Freund ist mein und ich so flein; mein Freund ist mein, bin sein! und ich bin sein! 6. Vergeblich zürnt und stürmt 2. Gott, welcher seinen Sohn der Feind, wenn die Posaunen mir gab, gewährt mir alles mit Alles wecken; denn ist der Richdem Sohne, nicht nur sein Lei- ter selbst mein Freund, wie sollte den, Kreuz und Grab, auch sein Gericht mich schrecken? Ob seinen Thron und seine Krone. Erd' Himmel bricht und Ja, was er redet, hat und thut, fracht, ob Leib und Seele mir sein Wort und Geist, sein Fleisch verschmacht't, muß mein Gebein und 54 Liebe zu Gott und Christo. dann auch verwesen, bin ich doch mit brünstigem Gebet fich dein ewig dann genesen; man les' auf Herz zu ihm erheben. Suche Je. meinem Leichenstein: Mein Freund sum und sein Licht, alles Andre ist mein und ich bin sein. hilft dir nicht. 9. Geh' einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Mel. Jesus meine Zuversicht. 119. Seele was ermüdst du Gott wird aus dem Liebesmeer dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzeh- Jesum und sein Licht, alles Andre ewig deinen Geist erquicken. Suche ren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. hilft dir nicht. In eigrer Melodie. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, 120. Sieh, hier bin ich, Ch laß ihn sich zu Gott aufschwingen; renkönig, lege mich richt' ihn stets zum Himmel hin, vor deinen Thron; schwache Thrälaß die Gnade dich durchdringen. nen, findlich Sehnen, bring' ich Suche Jesum und sein Licht, alles dir, du Menschensohn. Laß dich Andre hilft dir nicht. finden, laß dich finden, bin ich auch Rub, nur Erd' und Thon. 3. Tu verlangst oft süße dein verschmachtet Herz zu laben 2. Sieh doch auf mich, Herr, eil' der Lebensquelle zu, da fannst das bitt' ich, leite mich nach deidu sie reichlich haben. Suche Je- nem Sinn, dich alleine, ich nur sum und sein Licht, alles Andre meine, dein erfaufter Erb' ich bin. hilft dir nicht. Laß dich finden, laß dich finden, 4. Fliehe, die unsel'ge Pein, so gib dich mir und nimm mich hin. das finstre Reich gebieret, laß nur 3. Herr, erhöre, ich begehre den dein Labsal sein, der zur Glau- nichts, als beine freie Gnad', die bensfreude führet. Suche Jesum du giebest, den du liebest, und sein Licht, alles Andre dir nicht. und der hilft dich liebet in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat 5. Weißt du nicht, daß diese Alles, der dich hat. Welt ein ganz ander Wesen heget, 4. Hör', wie kläglich und be= als dem Höchsten wohlgefällt, und weglich dir die treue Secle singt E dein Ursprung in sich träget? Wie demüthig und wehmüthig deis Suche Jesum und sein Licht, alles nes Kindes Stimme flingt! Laß Andre hilft dir nicht. dich finden, laß dich finden, denn 6. Du bist ja ein Hauch aus mein Herze zu dir bringt. Gott und aus seinem Geist gebo= 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, ren, bist erlöst durch Jesu Tod, Reichthum, Weltlust, Ehr' undund zu seinem Reich erforen. Suche Freud', sind nur Schmerzen meiJefum und sein Licht, alles Andre nem Herzen, welches sucht die hilft dir nicht. Ewigkeit. Laß dich finden, laß 7 Zu dem Strome mußt du dich finden, großer Gott, ich bin nahn, der vom Thron des Lam- bereit. mes fließet, Gnad' um Gnade zu empfahn, die sich reichlich dort er. 121. Was gibst du denn, gießet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Mel. Wer nur den lieben. o mein Gemüthe, Gott, der dir täglich Alles gibt I 8. Laß dir seine Majestät im Womit vergiltst du seine Güte, merdar vor Augen schweben; laß mit der er dich von je geliebt? Liebe zu Gott und Christo. 55 Allerbeste sein; an, und wenn G3 muß das sie unsers Glaudem Herrn genügt das Herz allein. bens werden, ist er auch ihnen auf2. Du mußt, was Gottes ist, gethan. ihm geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben, und bei Welt nur Angst und Schmerz. dir, o Gott dir soll allein ganzes Herz gewidmet sein. Mel. Befiehl du deine Wege. Wenn alle untreu werder 123, den, erhalte mich dir Ja, treu, daß Dankbarkeit auf Erden mein nicht ausgestorben sei. Für mich 3. So nimm nun hin, was umfing dich Leiden, du starbst für dir gehöret, das Herz, das sich dir mich im Schmerz; drum geb' ich dir mit Frenden auf ewig hin mein ganz geweiht; und dieser Bund Herz. bleib ungestöret von nun an bis 2. Oft möcht' ich bitter weinen, in Gwigkeit. Dir geb' ich Alles, es ist daß mancher dich vergißt, der du dein, nie will ich eines Andern sein doch für die Deinen am Kreuz ge= Mel. Die Tugend wird. storben bist. Von Liebe nur durch122. Was as wär' ich ohne dich drungen, hast du so viel gethan, und ohne hast Heil der Welt errungen, und Ich könnte ach! wer denkt daran? in weiter gewesen, dich, was würd ich sein? 3. Du stehst voll treuer Liebe nie von Angst genesen, Welt ständ' ich allein. Nichts wüßt' noch immer Jedem bei, und wenn ich sicher was ich liebte, die Zu- dir keiner bliebe, du bleibst doch funft wär ein dunkles Grab; und stets getreu. O diese Liebe sieget, wenn mein Herz sich tief betrübte, und sie ergreifet mich; das Herz wer senkte Trost auf mich herab? voll Rührung schmieget sich inniger 2. Hast aber du dich fund ge an dich. geben; ist ein Gemüth erst dein Ich habe dich gefunden; laß gewiß; wie schnell verzehrt dein du auch nicht von mir! Laß ewig Licht und Leben dann jede öde mich verbunden, einst ewig sein mit Finsterniß. Mit dir bin ich auf's dir! Einst schauen Alle wieder voll Neu geboren, die Welt wird mir Glauben himmelwärts, und sinfen verklärt durch dich; das Paradies, liebend nieder und fallen dir ans Herz. das wir verloren, blüht herrlich Mel. Herr ich habe mißgehandelt. wieder auf für mich. Wenn ich nur den Heiland habe, wenn er 4. 124. eigen 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, du Menschensohn voll nur mein Lieb' und macht, du hast ein all. Herz nur bis belebend Feuer in meinem Innern Treue nicht vergißt; angefacht. Durch dich seh ich den ich nichts von Leide, fühle nichts Himmel offen, als meiner Seele als Lieb' und Freude. Baterland; ich fann nun glauben, 2. freudig hoffen, und fühle mich mit habe, Gott verwandt. mein Grabe seiner o dann weiß ist, wenn zum Wenn ich nur den Heiland laß ich alles Andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treu 4. O gehet aus auf allen We gesinnt nur meinem Herrn, mögen gen und ruft die Irrenden herein; immerhin die Andern auf dem streckt Allen eure Hand entgegen, breiten Wege wandern. und ladet froh sie zu uns ein! 3 Wenn ich nur den Heiland Der Himmel ist bei uns auf Er- habe, schlaf ich sanft und selig den, das fündigt ihnen freudig ein; ewig wird die höchste Gabe 56 Vertrauen auf Gott. mir sein treues Lieben sein. Mir Trost und Labsal ein. Meine kann vor dem Tod nicht grauen, Seele, die zuvor sich in finstre jenseit werd ich Jesum schauen. Nacht verlor, dringt zum Lichte ießt empor. Vertrauen auf Gott. 2. Gott läßt feinen traurig stehn, noch im Elend ganz verIn eigner Melodie. 125. Alles ist an Gottes Se- gehn, der sich ihm zu eigen schenkt, Ques gen, und an seiner und in ihn sich ganz versenkt. Ber Huld gelegen. Gott ist unser höch- auf Gott sein Hoffen ſeßt, der gestes Gut; wer auf ihn die Hoff- feit ergößt. was in Ewignung seßet, der bleibt ewig unverleget und hat immer frohen Muth. 3. Ach! wie oft gedacht ich doch, 2. Du, der mich bisher ernäh- als das schwere Trübsalsjoch hart ret, so viel Wohlthat mir gewähauf meinen Schultern lag, manche ret, bist und bleibest ewig mein. Nacht und manchen Tag: Nun ist Du, der meinen Lauf geführet, der alle Hoffnung hin, nichts erfreut du mich bisher regieret, wirst mein mehr meinen Sinn, nur der Tod Schuß auch ferner sein. ist mein Gewinn! 3. Soll ich ängstlich sein um 4. Aber Gott erbarmte sich heilt' Sachen, die nur Sorg und Un- und hielt mich väterlich, daß ich, ruh' machen, und vergebliches Be- was sein Arm gethan nie genugmühn? Nein, ich will nach Gü- ſam preisen kann. Da ich weder tern streben, die dem Herzen Frie hier noch da einen Weg zur Retden geben, und im Tode nicht ent- tung sah, war mir seine Rettung fliehn. nah. 4. Hoffnung kann das Herz erzfällt, daß ich leb' in dieser Welt, 5. Nun so lang es Gott gequicken: was mir gut ist, wirst du schicken, wenn es deinem Rath soll mir seiner Wunder Schein gefällt. Dir will ich mich ganz er- ets vor meinen Augen sein. Ich geben, Leid und Freude, Tod und will all mein Leben lang meinem Leben, Alles sei dir heimgestellt. Gott mit Lobgesang dafür bringen 5. Jst mein Wunsch nach dei- Preis und Dank, nem Willen, o so wirst du ihn er- Noth, ich will gehn bis in 6. Ich will gehn in Angst und füllen, ganz gewiß zu seiner Zeit. Tod, ich will gehn ins Grab Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; ein und doch all'zeit fröhlich sein. wie du willst, so muß es bleiben, den hinwann du willst, ich bin bereit. Wem der Stärfste bei will stehn, 6. Soll ich hier noch länger wenn der Höchste will erhöhn, der leben, wollst du Kraft und Trost fann nicht zu Grunde gehn! mir geben und zum Himmel mich In eigner Melodie. erziehn! Nur was himmlisch ist, 127. uf meinen lieben Gott beſteht, alles Jrdische vergehet, trau' ich in Angst und fährt gleich wie ein Strom dahin! Noth. Er kann mich allzeit retten, aus Trübsal, Angst und Nöthen. wir aus. Mein Unglück kann er wenden; es 126. Auf den Nebel folgt steht in ſeinen Händen. die Sonn', auf das 2. Wenn mich die Sünd anTrauern Freud und Wonn; auf ficht, verzagt mein Herz doch die schwere, bittre Pein stellt sich nicht. Auf Christum will ich Mel. Singen Vertrauen auf Gott. 57 bauen und ihm allein vertrauen;|| 5. Gib meinem Herzen solche in ihm ist Kraft und Leben, ihm Stille, mein Jesu! daß ich sei will ich mich ergeben. vergnügt mit Allem, was bes 3. Nimmt auch der Tod mich Vaters Wille mit mir und meinem hin; ist Sterben mein Gewinn, Leben fügt. Nimm dich nur meiund Christus ist mein Leben; er ner Seele an, so hab' ich, was ich wird sein Reich mir geben, ich wünschen kann. sterb' heut oder morgen, dafür laß ich Gott sorgen, 6. Ich weiß, du thuft's, sie ist die deine und fostet dir dein theu4. Du, mein Herr Jesu Christ, res Blut; o mache sie von Sünder du aus Liebe bist am Kreuz den reine, Gott wohlgefällig, fromm für mich gestorben, du hast das und gut. Ja, laß mich dir emHeil erworben, und schaffst nach pfohlen sein, so trifft mein ganzes furzem Leiden den Deinen ew'ge Wünschen ein. Freuden. 7. Indeß sei stets, mein Gott, 5. Amen aus Herzens Grund gepriesen für alle Sorgfalt, die du sprech' ich zu aller Stund. Du mir, noch eh' ich war schon hast sollst, Herr Christ, uns leiten, uns erwiesen. Du hast ja, treuer Hirte, stärken, vorbereiten, auf daß wir dei dir zum Eigenthum auch mich ernen Namen ohn' Ende preisen. Amen. wählt und mich den Deinen zugezählt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 8. Dir sei auch Dank und Lob Höchsten 128. Befiehl dem deine Wege und mache gegeben, daß du oft unvermuthet dich von Sorgen los, vertraue sei- haft für gesorgt in meinem Leben, und mich befreit von manner Vaterpflege; für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu sei- her Last. Ach! Alles ist ja nütz nes Namens Preis nicht herrlich und gut, was deine Fügung mit auszuführen weiß. mich mir thut. 9. Dort werd' ich deiner Liebe 2. Wo du ihn nur hast walten Thaten erst preisen in Vollkomlassen, da hat er alles wohlge menheit. Dort läßt du mir den macht, und was dein Denken nicht unsch gerathen, daß ich im Licht fann fassen, das hat er längst zu der Ewigkeit erkenne, wie mich hier vor bedacht. Wie es sein Rath bein Rath auf's Seligste geführet hat. hat ausersehn, so, und nicht anders muß es gehn. In eigner Melodie. 3. Wie werden deine Lebens- 129. Befiehl du deine Wege, und was dein Herze tage von Angst und Kummer sein befreit; wie leicht wird alle Noth fränkt, der allertreusten Pflege, deß, und Plage dir werden in der der den Himmel lenkt; Prüfungszeit, wenn du nichts schest auf der Welt, als was will und ihm gefällt. wün- fen, Luft und Winden Gott Lauf und Bahn, der Wege finden, da dein fann. der Wolgibt Wege, wird auch Fuß gehen 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz, 2. Dem Herrn mußt du vergewöhnst und lehrst, nur das, was trauen, wenn dirs soll wohl Gott will, zu erwählen und deinem ergehn, auf sein Werk mußt Gott ist du schauen, dein Werk eignen Billen wehrst. voll Weisheit und Verstand; du soll bestehn. Mit Sorgen und irrest leicht und baust auf Sand. mit Grämen Grämen, und mit selbstwenn 58 Vertrauen auf Gott. eigner Pein läßt Gott sich garin Angst und Nöthen schweben, nichts nehmen, es muß erbeten sein. frag er doch nicht nach dir. 3. Dein ew'ge Treu und Gnade, 10. Wirds aber sich befinden, o Vater, weiß und sieht, was gut daß du ihm treu verbleibst, so wird sei oder schade dem sterblichen Ge- er dich entbinden, da du es nimblüt: und was du dann erlesen, mer gläubst, er wird dein Herz das treibst du, starker Held, und erlösen von der so schweren Last, bringst zum Stand und Wesen, die du zu keinem Bösen bisher gewas deinem Rath gefällt. tragen hast. 4. Weg hast du allerwegen an 11. Wohl dir, du Kind der Mittel fehlt dir's nicht, dein Treue, du hast und trägst davon Thun ist lauter Segen; dein Gang Sieg, die Ehrenfron; Gott gibt mit Ruhm und Dankgeschreie den ist lauter Niemand hindern, dein Arbeit fann dir selbst die Psalmen in deine rechte nicht ruhn, wenn du was deinen Hand, und du singst FreudenpsalKindern ersprießlich ist, willst thun, men, dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch Ende mit aller unsrer Noth, stärk ohne Zweifel Gott nicht zurücke bis in den Tod uns allzeit deiner unsre Füß und Hände, und lass gehn; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß Pflege und Treu empfohlen sein, so doch endlich kommen zu seinem gehen unsre Wege gewiß zune Himmel ein. Zweck und Ziel. 6. Hoff' o du arme Seele! Mel. Herzliebster Jesu was. hoff' und sei unverzagt, Gott wird 130. Der Weg ist gut, ber dich aus der Föhle, da dich der durch das Leiden fühKummer plagt, mit großen Gna- ret. Man findet Gott, wenn man den rücken; erwarte nur die Zeit, sich selbst verlieret. Gefahr und so wirst du schon erblicken die Sonn Roth treibt die beherzten Streiter der schönsten Freud. beständig weiter. 7. Auf, auf, gib deinen Schmer: 2. Gott, welcher stets nach Lieb zen und Sorgen gute Nacht, laß und Weisheit handelt, macht, daß fahren, was die Herzen betrübt und der Mensch durch rauhe Wege traurig macht; bist du doch nicht wandelt, wenn sein Gemüth das Regente, der Alles führen soll, Glück in guten Tagen nicht weiß Gott sitzt im Regimente und füh- zu tragen. ret alles wohl. 3. Der Herr will nicht die schon 8. Jhn, ihn laß thun und wal- geplagten Seelen durch neue Lasten ten, er ist ein weiser Fürst, und nur noch härter quälen; er will wird sich so verhalten, daß du dich auch nicht gewaltsam zu sich ziehen, wundern wirst, wenn er, wie ihm die vor ihm fliehen. gebühret, mit wunderbarem Rath 4. Ist aber wo ein Herz, das das hat hinausgeführet, was dich ihm gehöret, und das sich noch mit geängstigt hat. halbem Willen wehret, das rettet 9. Er wird zwar eine Weile mit er, denn Seelen sind ihm theuer, seinem Trost verziehn, und thun als aus dem Feuer. 5. Er an seinem Theile, als hätt in 3. Er zieht von dieser Erde seinem Sinn er deiner sich bege- nichtgen Freuden den schwachen ben, und sollst du für und für Geift zurück durch harte Leiden; Vertrauen auf Gott. 59 er selbst erweckt bei Seufzen; noch, dem traue doch, er wird es Schmerz und Thränen ein himm- auf sich nehmen. lisch Sehnen. 2. Dort oben herrscht der Herr6. seid gesegnet mir, ihr sel'ge der Welt, der immer wohl regieSchmerzen! Dieß Sehnen wedet ret, der Alles schüßet, trägt, erhält ihr in meinem Herzen; fein Leid und voller Weisheit führet. Der fann nun den freien Geist ermüden, Herr bewacht mit Vorbedacht der er lebt im Frieden. Menschen ganzes Leben. Gott herr= 7. Nichts wird mir schwer, schet noch, das glaube doch, er bleib' ich mit Gott verbunden, ich wird das Beste geben. noch fühle feinen Schmerz in Leidens: 3. Die Gaben seiner Gütigkeit stunden, und wandle dankbar für vertheilt er nach Gefallen; jein. des Höchsten Gnade, durch rauhe Rathschluß will verschiedenheit, er gibt nicht Alles Allen. Hier gibt Pfade. 8. So wird das Gold von er viel, dort sett er Ziel der Fülle Schlacken mehr gereinigt mehr gereinigt, das seiner Gaben. das seiner Gaben. O, glaube doch, Herz mit Gott inniger ver Gott schenfet noch, was du wirst einigt; die ihm ergebene stille nöthig haben. Glaubenstreue stärkt sich auf's Neue. 4. Nur fordert er den rechten 9. Turch Finsterniß, die unsern Brauch der anvertrauten Gaben, Weg umdunkelt, sehn wir das und will des Menschen Arbeit auch வபர் Kleinod, das von oben funkelt in seinem Dienste haben. Solch' sel'ge Hoffnung, solchen treuen Fleiß zu seinem Preis läßt festen Glauben fann niemand rauben er Gedeihen kommen; Gott segnet 10. Ja, solltest du auch ohne noch, das glaube doch, das Wirken dein Verschulden um Jesu willen seiner Frommen. Schmach und Tod erdulden: ver 5. Geht's gleich den Frommen zage nicht, Gott läßt die Kraft dich oftmals schlecht und freuen sich die Bösen; gilt Unrecht gleich oft finden, zu überwinden. 11. Der Herr ist selbst den To- mehr als Recht laß mich dieß desweg gegangen: wer mit ihm christlich lösen, Gott ordnet schon duldet, wird die Kron empfangen; den Gnadenlohn, die Frommen der Herr wird, die ihm Alles hin einst zu zieren. Drum glaub ich gegeben, zu sich erheben. doch, er liebt mich noch, und fünf12. Blick auf die Wolfe der tig werd' ichs spüren. verklärten Zeugen, die jetzt vor 6. So leg ich denn mein ganzes seinem Thron die Palmen neigen. Thun, o Herr, in deine Hände; Wie famen sie zur Fülle jener ich lasse Angst und Sorgen ruhn, Freuden? War's nicht durch mein Kummer hat ein Ende. Ich bleibe still, nur wie Gott will, Leiden? mag fünftig Alles gehen. Gott mir hilft noch, das glaub ich doch; sein Wille muß geschehen. Mel. Was mein Gott will. 131. Du bist ein Christ, was flagest du, und kränIn eigner Melodie. fest deine Sinnen? Willst du 132. Gib dich zufrieden und sei stille in dem auch sorgen ohne Ruh, du wirst in ihm doch nichts gewinnen. Wird nicht Gotte deines Lebens; gewährt, was du begehrt, sollst du ruht aller Freuden Fülle, ohne darum dich grämen? Gott lebet ihn mühst du dich vergebens. Ec 60 Vertrauen auf Gott. ist der Quell der reinsten Wonne,|| 8. Der Herr führt dich zu jenen macht Alles hell, ist deine Sonne; Schaaren der Erwählten und Ge= gib dich zufrieden. treuen, die hin mit Freuden find 2. Der Gott des Trostes und der gefahren und sich nun in Frieden Gnaden liebt mit treuem Vaterher- freuen. Wer mit Geduld das zen; steht er bei dir, wird dir nicht Kreuz getragen, hört einst die schaden auch die Bein der größten Huld des Höchsten sagen: Gib dich Schmerzen; Kreuz, Angst und Noth zufrieden. fann er bald wenden, ja selbst den Cod In eigner Melodie. hat er in Händen. Gib dich zufrieden 133. Gott will machen, daß Wie dirs und andern oft ers die Sachen gehen, gehe, ist ihm wahrlich nicht verbor- wie es heilsam ist. Laß die Wellen gen; er sieht und fennet aus der um dich schwellen, wenn du nur Höhe, des betrübten Herzens Sor- bei Jesu bist. gen, er fasset auf die heißen Thrä- 2. Wollst du denken, Menschen nen, zu ihm hinauf bringt all' lenten, und dein Helfer schliefe dein Sehnen; gib dich zufrieden. fest: würdst mit Klagen du dich 4. Laß dich dein Elend nicht plagen, wenn der Wind dir widrig bezwingen, halt an Gott, ſo bläſt. wirst du siegen, ob alle Fluthen Doch wer Leiden gern will dich umringen, du wirst doch nicht meiden, häufet leicht sich Schuld unterliegen. Gott ist nicht fern, auf Schuld. Darum trage deine steht in der Mitten, und höret Plage fein getrost und mit Geduld. gern der Armen Bitten. Gib dich 4. Um zu stillen eignen Wilzufrieden. len, leidet wohl noch Mancher gern. 5. Verzieht die Hülfe gleich sehr Du sollst tragen Noth und Plagen, lange, endlich wird sie dennoch weißt du auch dein Wunsch bleibt fommen; macht dir das Harren fern. oftmals bange, glaub, es dient zu 5. deinem Frommen. Kein Heil ge über Glaube feste, daß das Beste dich beschlossen sei. Ist dein beiht in furzen Stunden, nur mit Wille nur fein stille, wirst du ganz der Zeit wird es gefunden. Gib von Kummer frei. dich zufrieden. 6. Drum wohl denen, die sich 6. Es kann und mag nicht an- sehnen nach des Willens Still' ders werden, alle Menschen müssen und Ruh. Wirst du wollen, was leiden; was lebt und webet auf wir sollen, kommt auch bald die der Erden, kann die Trübsal nicht Kraft dir zu. vermeiden. Wo ist ein Haus das 7. Rühm und preise die als fönnte sagen: ich weiß durchaus weise, die in solcher Uebung stehn von feinen Plagen? Gib dich zu und auf Freuden wie auf Leiden frieden. nur mit Hiobs Augen sehn. 7. Ein Ruhetag ist noch vor. 8. Mag Gott eilen, mag er handen, unser Gott wird uns er- weilen, fühle stets sein Vaterlösen, er wird zerbrechen unsre herz! Den laß sorgen, der auch Banden, uns befrein von allem morgen Herr ist über Freud und Bösen. Einst fommt der Tod, Schmerz. von Gott gesendet, und alle 9. Gs gerathen MenschenthaNoth ist dann geendet. Gib dich ten immer nur, wie er's zufrieden. hängt. Solche Wunder sind, Vertrauen auf Gott. 61 der Zunder, dran der Glaube Jch gab mir nicht des Geistes Licht, Funken fängt. er läßt es in mir scheinen: wer so 10. Wenn die Stunden sich ge- viel thut, deß Herz und Muth funden, dann bricht mächtig Hülf' tann's nimmer böse meinen. herein, und dein Grämen zu be 4. Wer schüßt mich in Gefahr schämen, wird es unversehens sein und Noth? Es ist sein gnäb'ges 11. So sei's Amen! In dem Walten? ich wäre längst schon Namen unsers Jesu halte still. Es talt und todt, hätt' er mich nicht geschehe und ergehe, was und wie erhalten. Scin Arm allein läßt dein Gott es will. Groß und Klein in rechter Kraft bestehen; was er nicht hält, das 134. bin Gottes, Gott bricht und fällt, und muß in Nichts Jh mein, mein, wer fann Me I. Christus, der uns selig. uns wohl scheiden? Dringet auch 5. Bei ihm ist Weisheit und das Kreuz herein, und das bittre Verstand und löblich sein Regieren; Leiben; laß es bringen, fommt es die Zeit und Stund ist ihm be doch von geliebten Händen, und fannt, sein Werk hinaus zu führen. eh ich's geahndet noch, wird Gott Er weiß, wann Freud, er weiß, alles wenden. wann Leib uns, seinen Kindern, 2. Gottes Kinder säen zwar biene, und was er thut, ist alles traurig und in Thränen, aber end- gut, ob's noch so tarurig schiene. lich bringt das Jahr, wonach sie 6. Du denkest zwar, wenn du sich sehnen; denn es kömmt die Erntezeit, da sie Garben binden, nicht hast, was Fleisch und Blut da wird all ihr Kreuz und Leid Ziel und Ende finden. begehret, als sei mit einer großen Last sein Lebensgang beschweret; haft spät und früh viel Sorg und Mel. Was mein Gott will. Müh, zu deinem Wunsch zu fomin Gottes men; und nicht, daß, was 135. Ich hab mein Herz geſchieht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Es kann bei lauter Sonnenund Sinn ergeben; was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod licht das Feld nicht Früchte tragen; selbst ist mein Leben. Denn Gott so reift auch Menschenwohlfahrt ist mein und ich bin sein, was ist nicht bei lauter guten Tagen. Wie wohl, das mir schade; ob er gleich bitter sei die Arzenei, schafft sie doch schlägt, und Kreuz auflegt, bleibt neues Leben: so muß das Herz sich doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nim. oft durch Schmerz zu seinem Heil erheben. mermehr, mein Vater muß mich lieben; schickt er auch Trübsal, groß Willst du mir geben Sonnenund schwer, so will er mich nur schein, so nehm ich's an mit Freuüben, will mein Gemüth in seiner den; soll's aber Kreuz und Trübsal Güt gewöhnen fest zu stehen; halt sein, will ichs geduldig leiden. ich dann Stand, weiß seine Hand Willst du allhier das Leben mir mich wieder zu erhöhn. Ziel erhalten: wie du und führen wirst, so zum spätern 3. Jst, was ich bin und habe, mich führst mein? Gab ich mir selbst das Le- laß ich gern dich walten. ben? Sein Werk bin ich, er hat allein mir Seel' und Leib gegeben, 9. Und soll ich einst des To= $ 62 Vertrauen auf Gott. des Weg und finstre Straße gehen, zu sterben und zu leben, sobald er so zeige du mir Bahn und Steg mir gebeut: es sei heut' oder morund laß dein Licht mich sehen. gen, dafür laß ich ihn sorgen, er Mein Hort bist du, der zu der weiß allein die rechte Zeit. Ruh des Himmels mich wird führen, wo nach dem Leid in Ewigfeit die Deinen triumphiren. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Mel. Nun ruhen alle Wälder. n meinen Thaten Mel. Aus tiefer Noth schrei. 136. I laß ich den Höchfien 137. Mach's, lieber Gott, wie dir's gefällt, in allen meinen Sachen! Mein Hoffen ist auf dich gestellt, du wirst's am beten machen. Dein Wort ist mir 2. Nichts ist es spät und frühe ein sichres Pfand, ich schau auf um meine Sorg und Mühe, nichts deine starke Hand, die kann bald hilft die Ungeduld; er mag's mit Alles ändern. meinen Sachen nach seinem Willen 2. Scheint's auch bedenklich oft machen, ich stell es ganz in seine zu stehn, ich bleibe unverzaget. Huld. Was du willst, das muß doch ges 3. Es kann mir nichts geschehen, schchen, wohl dem, der's auf dich als was er hat ersehen und was waget! Du, Höchster, kannst in mir selig ist; ich nehm' es, wie er's furzer Zeit all meine Noth und giebet, was ihm mit mir beliebet, Traurigkeit in Freud und Heil verdas will ich auch zu jeder Frist. fehren. 4. Ich traue seiner Gnaden, die 3. 3 war tritt wohl oft ein mich vor allem Schaden, vor allem Zweifel vor, der dies und das will Ucbel schützt; folg ich des Herrn prechen, doch du wirst das gebeugte Gesetzen, so wird mich nichts ver Rohr nicht ganz und gar zerbrelegen, nichts fehlt mir dann, was chen. Den Docht des Glaubens, wahrhaft nützt. der nur glimmt, und blos von dir 5. Er wolle mich entbinden von noch Kräfte nimmt, den läßt du aller Last der Sünden, durchstreichen nicht erlöschen. meine Schuld; er wird auf mein 4. Schenk mir Geduld, und stärke Verbrechen nicht stracks das Urtheil mich, wenn ich in Schwachheit sprechen und haben noch mit mir leide: ich halte mich allein an dich Geduld. und dies ist meine Freude. Die 6. Leg' ich zum Schlaf mich nie- Welt sei Welt und bleibet Welt, der, erwach' ich morgens wieder, sei du bist der Schat, der mir gefällt, ich hier oder dort: in Schwachheit nach dir steht mein Verlangen. und in Banden, ist irgend Noth vor- Wenn du mich schlägst, so handen, mich tröstet überall sein Wort. preis' ich dich, und will die Ruthe 7. Hat er es denn beschlossen, so füssen; denn auch im Kreuze läßt will ich unverdrossen an mein Ver- du mich dein Vaterherz recht wissen. hängniß gehn; kein Unfall unter Das wallt vor Freude gegen mich; allen wird je zu hart mir fallen, du sprichst: mein Kind, ich werde ich will ihn freudig überstehn. dich nicht lassen, noch versäumen. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, 6. Dies trötet meinen blöden rathen, der Alles fann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's an ders wohl gelingen, uns selber ge ben Rath und That. Vertrauen auf Gott. 63 Muth, daß mich kein Unfall diesen Stein zum ersten Grund fränfet; du machst doch endlich alles bleib ihm allein ergeben. Denk an gut, und besser, als man dentet. den Kauf in deiner Tauf, da er sich Wer weiß wie nah die Freudenzeit, dir verschrieben, bei seinem Eid in da Alles mir nach Wunsch gedeiht Ewigkeit als Vater dich zu lieben. und mir die Sonne scheinet. 2. Sei Gott getreu, laß nicht den 7. Drum weiche Sorg und Wind des Kreuzes dich abkehren; Traurigkeit, ich bin in Gott zufrie ist er dein Vater, du sein Kind, den. Gott hat mir schon zur rech- was willst du mehr begehren? Das ten Zeit mein Theil und Heil be höchste Gut macht rechten Muth; schieden. Ist mir's auch jetzt noch fann seine Huld dir werden, nichts unbekannt, so fann's doch bald des Beffres ist, mein lieber Christ, im Höchsten Hand an's Licht des Ta Himmel und auf Erden. ges führen. Mel. Jesu, meine Freude! 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich fein Lust, noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von 138. Meine Seel' ist stille, seiner Liebe scheiden: sein' alte Treu weil ja Gottes Wille wird täglich neu, sein Wort steht mir zu helfen steht. Mit dem was nicht auf Schrauben, was er verGott füget, ist mein Herz vergnüget, spricht, das bricht er nicht, das sollst nimmt es, wie es geht. Geht die du fühnlich glauben. Bahn nur himmelan und von Jesu ungeschieden, so bin ich zufrieden. 4. Sei Gott getreu in deinem 2. Dir will ich anhangen, das Stand, darein er dich geseßet; wenn sei mein Verlangen, Gott, bei dir er dich hält mit seiner Hand, wer zu sein! Keinen will ich hören, der ift's, der dich verletzet? Wer seine mich will bethören mit dem falschen Gnad zur Brustwehr hat, dem kann Schein! Was der Welt allein ge- fein Teufel schaden; um wen erhöht fällt, Lust und Ehr und irdisch solch Bollwerk steht, der bleibet Trachten will ich gar nicht achten. wohl berathen. 3. Nein, ach nein, nur Giner sag 5. Sei Gott getreu, sein theures ich, und sonst keiner wird von mir Wort standhaftig zu bekennen; steh geliebt; Jesus, der Getreue, deß ich fest dabei an allem Ort, laß dich mich erfreue, der sich ganz mir gibt. davon nicht trennen. Was diese Er allein, er soll es sein, dem ich Welt in Armen hält, muß alles wieder mich ergebe, einzig ihm nur doch vergehen, sein theures Wort lebe. bleibt ewig fort ohn alles Wanken 4. Gottes Güt' erwägen, und sich stehen. gläubig legen in des Vaters Schooß; 6. Sei Gott getreu, ihm, welcher in sein Antlig schauen, und ihm sich läßt treu und gnädig finden; kindlich trauen, welch' ein selig Loos! streit unter ihm nur ritterlich, er Ruhe fleußt aus stillem Geist! Wer hilft dir überwinden. Steh auf sich weiß in Gott zu schicken, den der Hut und kämpfe gut; doch wenn wird er erquicken. fein Fall geschehen, so sei bereit' durch Buß und Leid bald wieder aufzustehen. In eigner Melodie. 139. Sei Gott getreu, halt 7. Sei Gott getreu bis in den Tod o und laß dich nichts abwenden, er Mensch, in deinem Leben, leg wird und kann in aller Noth dir seinen Bund, 64 Vertrauen auf Gott. treuen Beistand senden. Und fäme Hütten er mit Segen überschütten, gleich das höll'sche Reich mit aller so verleih er nur zugleich, daß die Macht gedrungen, auf dich hinzu Seele werde reich. Doch ist Armuth so glaube du, du bleibest unbe mir beschieden, bin ich auch damit zwungen. zufrieden; denn auf diese arme Zeit 8. Wirft Gott du also bleiben folgt die reiche Ewigkeit. treu, wird er sich dir erweisen, daß 6. Wird mir Gott Gesundheit er dein lieber Vater sei, wie er dir geben, will ich eifrig darnach strehat verheißen, wird eine Kron als ben, daß ich fördre mehr und mehr Gnadenlohn im Himmel dir auf meines Gottes Ruhm und Ehr. setzen, da wirst du dich dort ewig Aber auch in Krankheits- Tagen lich in seiner Treu ergößen. möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sei. Mel. Herr, nicht schicke deine. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Noth mich X 140. Soll ich denn mich täg quälen, kommt doch auch wohl lich fränken, ängstlich mancher Tag, deß mein Herz sichy an das Künft'ge denken? Soll ich Abends nie mit Ruh meine Augen bald hinüber, wär' mir solches desto freuen mag. Aber käm ich schließen zu? Soll es immer vor lieber, weil ich fäm aus aller Noth mir stehen; Wie wird's einst noch mir ergehen? da die Sorge mich hin zu meinem Herrn und Gott. nur quält, und doch ihres Ziels 8. Alles sei Gott heimgegeben, verfehlt? Freud' und Trübsal, Tod und Le2. Gott, der mich bisher erhal ben; es geschehe, was sein Rath ten, höret nimmer auf zu walten; über mich beschlossen hat. Ich will oder sollt' er jetzt allein seines mich nicht länger fränken, sondern Waltens müde sein? Wohl ich, dies allein bedenken, daß nach Gotwill das Sorgen lassen, und zu tes Gnadenschluß Christen Alles ihm Vertrauen fassen; wie er mich frommen muß. auch führen will, meine Seele bleibe still. Wies auch in der Welt mir Mel. Ach, was soll ich Sünder. gehet, er ist's, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder 141. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich was mir Schaden thut. Laß ich liebt so väterlich: der so treulich ihn für mich nur wählen, wird kein sorgt für mich? Sollt' ich auf den wahres Gut mir fehlen; aber eig- Fels nicht bauen, welcher ewig feste ner Will' und Rath wählt oft einen steht, wenn die ganze Welt vergeht. falschen Pfad. 4. Bleib' ich stehn auf niedern 2. Gott weiß Alles, was mich Stufen, will ich in das Herz mir drücket, meine Leiden, meine Noth, rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, steht mir bei bis in den Tod. Er vor dem Sturm gesichert sei. Doch weiß was mein Herz erquicket seine wenn Gott mich wollt' erheben, Lieb und Vatertreu ist mir jeden will ich ihm nicht widerstreben; er Morgen neu. wird mir die Kraft verleihn, im 3. Der die Vögel all ernähBeruf getreu zu sein. ret, der die Blumen schmücket 5. Will die Armuth meiner schön, die am Abend noch ver Vertrauen auf Gott. 65 gehn, dessen Gnade ewig währet: freis untergehn, Gottes Kind wird follte der verlassen mich? Nein, doch bestehn. ich trau ihm sicherlich. In eigner Melodie. 4. Wenn nach seinem Reich ich 143. Von Gott will ich nicht trachte, und nach der Gerechtigkeit, lassen, denn er verläßt die der Glaube mir verleiht; wenn mich nicht; ich will im Glauben ich eitles Gut nicht achte, segnet fassen, was mir sein Wort verspricht. Gott mich früh und spat, segnet Er reicht mir seine Hand, er weiß Denfen, Wort und That. mich zu versorgen, am Abend, wie 5. Darum sorg' ich nicht für am Morgen; das hab' ich oft er= morgen, denn was noch zukünftig fannt. 2. Wenn Menschenhuld und Lie= ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Meinen Gott nur lass' ich ben in Ungunst sich verkehrt, ist er sorgen: denn es genügt, daß jeder Tag seine Plage haben mag. doch treu geblieben dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Noth, erlöst aus allen Banden, macht frei von Sünd' und Schanden, und rettet selbst vom Tod! 6. Wohl mir, ich bin hoch er freuet, denn ich glaube festiglich! Gott, mein Vater, sorgt für mich. 3. Auf ihn will ich vertrauen, Herz- und Sinn ist mir erneuet, auch in der schwersten Zeit; er läßt denn ich weiß, Gott liebet mich, ein Heil mich schauen und wendet Gott versorgt mich ewiglich. alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben hab' ich ihm übergeben; er mach's wie's ihm gefällt. Me I. Gott des Himmels. 4. Es fann ihm nichts gefallen, 142. Tief zwar beugt die Noth als was mir nüglich ist, er meint's des Lebens, erliegt fein gläubig Herz! Christen trifft gut mit uns Allen, er schenkt uns fein Leid vergebens, hin zu Gott Jesum Christ. Von seinem Himhebt sie der Schmerz. Was sind melsthron hat reichlich er bescheeret, Leiden dieser Zeit? Nur der Weg nem lieben Sohn. was ew'ges Heil gewähret, in feizur Herrlichkeit. 5. Lobt Ihn mit Herz und Mun2. Unser Leiden ist verschuldet, de, ihn, der uns Alles schenkt! Gewie es uns auch hart bedrängt, segnet ist die Stunde, darin man darum standhaft nur geduldet, was sein gedenkt! To braucht man der Vorsicht Rath verhängt, bis dir recht der Zeit! Wir sollen selig einst der Tag erscheint, wo dein werden in ihm schon hier auf Gr= Auge nicht mehr weint. den, noch mehr in Ewigkeit. 3. Führt der Herr dich gleich auf 6. Darum' ob ich hier dulde viel wie Erden manchen tief verhüllten Pfad, Spott und bittern Schmerz, niemals darfst du irre werden an ich's auch oft verschulde, doch tröstet der ew'gen Liebe Rath. Droben sich mein Herz. Ich bleibe frendenwird vollkommmen flar, was hie- poll, und geb an meinem Ende die nieden dunkel war. Seel' in Gottes Hände, er machet 4. Seele, bleibe, Gott ergeben, Alles wohl. want in deinem Glauben nicht, In eigner Melodie. die in seiner Gnade leben, haben 144. Warum betrübst du feste Zuversicht. Mag der Weltmein Herz, dich 5 Vertrauen auf Gott. in bangem nehm' ich auch von der Erde dann Erdengut? mit mir, wann von hier einst ich 66 und fränkest dich Schmerz und eitles Bertraue deinem Gott allein, denn scheiden werde. Erd' und Himmel sind ja sein. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' 2. Dich lassen kann und will er und Leben, ist nicht mein, Gott nicht; er weiß gar wohl, was dir allein hat es mir gegeben; will er's gebricht, und welche Last dich drückt. mir nicht mehr gewähren, nehm' Er ist dein Vater und dein Gott, er's hin, Herz und Sinn soll ihn und steht dir bei in aller Noth. dennoch ehren. 3. Weil du mein Gott und Va 4. Schickt er mir ein Kreuz zu ter bist, weiß ich, daß du mich nicht vergißt, du väterliches Herz! Ich, Bein, sollt' ich drum verzagen? tragen, dringt herein Angst und Staub und Asche, habe hier sonst Der es schickt, der wird es wenden, keinen Trost, als nur von dir. er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 4. Ein Thor trotzt auf sein irdisch Gut; ich trau' auf Gott mit stillem Muth, bei Wenigem Gott hat mich bei guten Tavergnügt. Mir bleibt die frohe gen, oft ergößt, sollt' ich jetzt nicht Zuversicht: wer Gott vertraut, dem auch etwas tragen? Fromm ist fehlt es nicht. Gott und straft gelinde, seine Treu 5. Gott, du bist so reich noch steht mir bei, daß ich Lindrung heut, wie du gewesen allezeit; finde. zu dir steht mein Vertraun. 6. Satans Macht und seiner Machst du mich an der Seele Rotten ist zu schwach und vermag reich, so gilt mir andrer Reichthum nichts, als mein zu spotten, laß fie gleich. fpotten, laß sie lachen! Gott mein 6. Des Zeitlichen entbehr' ich Heil wird in Gil sie zu Schanden gern, hab' ich das Gw'ge nur vom machen. Herrn die Lust der Welt vergeht; 7. Unverzagt und ohne Grauen sie währt nur eine kurze Zeit und soll ein Christ, wo er ist, stets sich hilft mir nicht zur Seligkeit. lassen schauen, muß er auch dem 7. O Herr, mein Gott, wie Tod erliegen, still und gut soll sein dank ich dir, daß du durch deinen Muth auch den Tod besiegen. Sohn auch mir dein Heil hast 8. Kann mich doch der Tod nicht offenbaret. Verleih mir nun auch tödten, sondern reißt meinen Geist feite Treu, daß einst bei dir mein aus viel tausend Nöthen; schleußt Erbtheil sei. das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, daß ich kann gehn zu Himmelsfreuden." In eigner Melodie. 9. Dann wird an vollkommnern 145. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab Schätzen sich mein Herz nach dem ich doch Christum noch, wer will Schmerz ewiglich ergößen. Wer mag mir ihn nehmen? Wer will mir bleibend Gut hier finden? Was den Himmel rauben, den mir die Welt in sich hält, muß im Nu schon Gottes Sohn beigelegt im verschwinden. Glauben? 10. Was sind dieses Lebens 2. Ich bin an das Licht ge- Güter? Unbestand, eitler Tand treten arm und blos, hülfelos, Kummer der Gemüther. Dort, unter Angst und Nöthen; nichts dort sind die edlen Gaben, da Lob- und Danklieder. 67 mein Hirt Christus wird mich ohn' 7. Wer nach Gottes Reiche trachEnde laben. tet, immerfort auf sein Wort mit 11. Herr, mein Hirt, Brunn als Gehorsam achtet, dem wird auch er Freuden! du bist mein, ich bin von Gott hienieben, was erfreut in bein, Niemand kann uns scheiden. der Zeit, gnädiglich beschieden. Ich bin dein, weil du dein Leben 8. Drum sei dir, Gott, übergeben, and dein Blut, mir zu gut in den was mir fehlt und mich quält hier Tod gegeben. in diesem Leben. Da du sorgft, so 12. Du bist mein, weil ich dich will ich schweigen, und es soll de. asse, und dich nicht, o mein Licht, muthsvoll dir mein Knie sich beugen. aus dem Herzen lasse. Laß mich, 9. Ich will dir mit Freuden aß mich hingelangen, wo du mich, danken fort und fort, hier und dort. and ich dich ewig werd umfangen. nie im Glauben wanken. Lob und Preiß sei deinem Namen! denn Mel. Warum soll ich mich. 146. Warum willst du doch mein Theil, Hülf und Heil bleibst du ewig, Amen. für morgen armes Derz, dir zum Schmerz, voller In eigner Melodie. Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein' 2. Gott hat dir geschenkt das Will' ist stets der beste; zu helfen Zeben, Seel und Leib, darum bleib dem ist er bereit, der an ihn glauhm allein ergeben. Er wird ferner bet feste. Er hilft aus Noth, der Alles schenken; trau ihm fest, er fromme Gott, und züchtiget mit Derläßt nicht, die an ihn denken. Maßen. Wer Gott vertraut, fest 3. Frage nicht: was wird mich auf ihn baut, den wird er nicht mähren? Gott wird dir Alles hier, verlassen. 2. Mein Gott ist meine Zuverwas dir fehlt, gewähren! Frage nicht: wie wird mir's gehen? sicht, er ist mein Licht und Leben; Solches hat Gottes Rath längst faßt seinen Rath mein Herz auch nicht, doch solls nicht widerstreben. guvor ersehen. 4. Nährt den Vogel in den Lüf- Sein Wort ist wahr, er hat das en nicht der Herr? Weidet er Haar auf meinem Haupt gezählet; nicht das Thier auf Trieften? er sorgt und wacht, nimmt mich in Kleidet er des Grases Blume nicht Acht, gibt Alles, was mir fehlet. mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme! 3. Ruft einst mich ab von dieser Welt des Höchsten weiser Wille: 5. Und auf mich sollt' er nicht auch dann gescheh, was ihm gefällt, achten? In der Noth ließe Gott ich will ihm halten stille. Dir, Sülflos mich verschmachten? Ich Gott, befehl ich meine Seel' in durch bin sein, mir soll nicht grauen; meinen letzten Stunden, päterlich liebt Gott mich, ihm will Christi Tod ist alle Noth des To= des überwunden. ich vertrauen. 6. Nur der Glaube fehlt auf Erden. Wär er da, müßt uns ja, leinmuth sorgen? Wozu dient' Dein täglich Grämen? Hoff auf Gott, 147. Deine Joth will er von dir nehmen. Lob- und Danklieder. was uns Noth ist, werden. Wer Wer Mel. Jehovah ist mein Licht. Gott kann im Glauben fassen, dem 148. Quf, auf, mein Geist, fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. den Herrn der zu loben, erhebe dankbar 5* Welt, dich! 68 Lob- und Danklieder. und säume nicht! Sei still und künftig noch der Tag, da ich dich fanft, und himmelwärts erhoben ohne Decke schauen mag von Anzu Gott, des Herzens Trost und gesicht zu frohem Angesicht. Zuversicht. Er ist allein Lob, Ehre, Mel. Valet will ich dir geben. Preiß und Ruhm zu nehmen würbig stets und überall; ihn preis 149. Du, meine Seele, singe, wohlauf, ihn zu er= auch du! Mit frohem Jubelschall höhn, den Herrn, dem alle Dinge geh ein in sein erhabnes Heiligthum. zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Vater droben hier preisen 2. Der Herr ist zwar ein unbe auf der Erd', ich will ihn herzlich greiflich Wesen, drin sich vergeblich loben, so lang mein Leben währt. der Verstand verliert; doch fannst 2. Wohl dem der einzig schauet in seiner Welt du deutlich lesen, auf Jatobs Gott und Heil! Wer wie wunderbar sein weiser Rath ihm sich anvertrauet, der hat das regiert. Er hat und fennet seines beste Theil; der hat den Schaß er. Gleichen nicht; es weichet Alles lesen; unangefochten ruht sein Herz seiner Majestät, vor der die Krea- und ganzes Wesen in Gott, dem tur mit Zittern steht, dieweil er höchsten Gut. wohnt in unnahbarem Licht. Meer. 4. Sein ist der treuste Wille, er 3. Bei ihm ist alle Stärke und 3. Ja er, der Lebensgrund von unerschöpfte Macht, das predigen allen Dingen, er ist fürwahr ein die Werke, die er hervorgebracht. unzugänglich Licht; doch wird im Der Himmel und die Erde mit Licht zu wandeln mir gelingen, so ihrem ganzen Heer, und was durch decket sich mir auf sein Angesicht. Gottes Werde sich regt im weiten Denn wie er ist und lebt im Licht, allein, so birgt er sich dem, der das Dunkle liebt, und liebet den, der gibt mit milder Hand dem seine sich dem Recht ergibt; der wohnet Segensfülle, den er getreu erfand. Gott hält sein Wort mit Freuden, stets in seiner Strahlen Schein. geschehn muß, was er verspricht, und 4. O selig, wer also den Herrn wer Gewalt muß leiden, den schüßt erkennet, und findlich zu ihm Va er im Gericht. ter sagen kann; o selig, wen auch 5. Er ist das Licht der Blinden, Er den Seinen nennet, wen er thut auf der Tauben Ohr, und die als Kind des Hauses siehet an! sich schwach befinden, gehn stark Mit Kindern geht kein Vater durch ihn hervor; er ist der Fremin's Gericht, so hat auch Er Ge- den Hütte, die Waisen nimmt er duld, übt Langmuth aus, und hat an, erfüllt der Wittwen Bitte, mit Geligkeit geschmückt sein Haus schafft Hülfe Jedermann. wo Liebe herrscht, wo Gnade nicht gebricht. 6. Auch ich bin viel zu wenig, zu preisen seine Ehr'; er ist der ew'ge 5. Drum auf, ich will, o Herr, König, ich bin von gestern her. dich froh erheben, weil du auch Jedoch, weil ich gehöre gen Zion mich zu denen hast gezählt, die du in sein Zelt, geziemt mir's daß ich. in Christo hast gebracht zum Le mehre sein Lob vor aller Welt. ben, und in sein Haus zu Kindern hast gewählt. Jetzt zwar In eigner Melodie. schau' ich dich nur in dunkelm 150. Herr Gott, dich loben Licht; doch kommt, ich weiß es, wir! Herr Gott Lob- und Danklieder. 69 wir danken dir! Du ew'ger Vaso wie wir hoffend zu dir flehn. ter, dich erhebt, was weit und Auf dich steht meine Zuversicht; zu breit auf Erden lebt. Die Him- Schanden werd' ich ewig nicht. Amen. mel und der Engel Schaar lobsin- Mel. Nun freut euch, lieben. gen, Herr, dir immerdar. Die Leid und Cherubim und Seraphim verkün. 151. Jch, der ich oft in tiefes ben stets mit hoher Stimm: Heilig muß gehen, will ist unser Gott, heilig ist unser mit großer Freud' und Gott, heilig ist unser Gott, der lust erhöhen! Mein Herr Zebaoth. dennoch Gott HerzensGott und Der Himmel und der Erden König, höre mich, ich will ohn' Ende Kreis sind voll von deines Na- preisen dich und deinen Namen loben. 2. Ich will dir mit der Mor= mens Preis. Ter heiligen zwölf genröth ein täglich Opfer brin Boten Zahl, und die Propheten deine Sonn' allzumal, der Märtyrer hellgländein Loblied gen. So oft, Herr, aufgeht, will ich Geschäfte. befennt und ehrt. zend Heer verherrlicht ewig deine fingen. So soll auch bis zur Ghr. Die ganze werthe Christen- ſpäten Nacht das Rühmen deiner heit rühmt sich auf Erden allezeit, hohen Macht mein Werk sein und dich, Vater, auf des Himmels Thion, und Christum, deinen 3. Die Welt dünkt uns gar ein'gen Sohn, den heil'gen Geist, schön und groß, und reich an Gut den Tröster werth, im Glauben sie und Gaben, und was sie trägt in ihrem Schooß, will gern ein Jeder. König der Ehren, Jesu Christ, haben: und ist doch Alles laudes Vaters ew'ger Sohn du bist ter Nichts; eh' man es recht ge= Du nahmest an der Welt zu gut nießt, zerbrichts und gehet schnell gleich Menschenkindern Fleisch und zu Grunde. Blut; des Todes Stachel brachest 4. Der Herr allein ist groß und du, und führst uns All' dem Himmel zu. Zur Rechten Gottes schön, unmöglich auszuloben, den nun erhöht, theilst du des Vaters Engeln selbst, die ewig stehn vor nun erhöht, theilst du des Vaters seinem Throne droben. Ob Aller Majestät und wenn der Bau der Stimme sich erhebt, so wird doch erscheinest du und erscheinest du und keiner, der da lebt, des Höchsten Erde bricht, hältst Gericht. So flehn wir, nimm Größ' aussprechen. in deine Hut, die du erfauft mit Deinem Blut. 5. Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben dich geprieLaß uns im Himmel haben Theil fen; so hat ein Jeder auch sein an aller Frommen ew'gem Heil; Kind zu gleichem Dienst gewieHilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, sen; die Kinder werden auch nicht und segne, was dein Erbtheil ist. ruhn, und werden doch dein Werk Regier die Deinen allezeit, und und Thun, Gott, nicht vollkommen heb sie hoch in Ewigkeit! preisen. Dich loben täglich wir, o Herr, verfünden ewig deine Ehr. hüt' uns bis auf jenen Tag, Jeder rein erscheinen mag. barm dich unser, treuer Gott, 6. Wie mancher hat zu seinem Be- Heil dein Lob mit Fleiß getrieben, daß und siehe! mir ist doch mein Theil Er zu loben übrig blieben. Ich will er von deiner Wundermacht und deibarm dich unser Aller Noth; ner herrlich schönen Pracht bis an Barmherzigkeit laß uns geschehn, mein Ende reden. 70 Lob- und Danklieder. 7. Und was ich rede wird von was auf dem Land, im Meer uni mir manch frommes Herze lernen; Lüften schwebet. dein Ruhm wird glänzen für und 14. Du meinst es gut und thui für, hoch über alle Sternen. Durch uns wohl, auch da wir's oft nich alle Welten weit und breit wird denken, und doch ist manche man von deiner Herrlichkeit und fummervoll, verzehrt sein Herz mil starker Hand erzählen. Kränken; er sorgt und fürchte Wer ist so freundlich, Herr Tag und Nacht, Gott lajf' ihr wie du? so gnädig im Erbulden? gänzlich aus der Acht und habe Wer deckt mit solcher Langmuth zu sein vergessen. so viele schwere Schulden, die aus 15. Nein! Gott vergißt der der ganzen weiten Welt bis zu Seinen nicht, er hält uns Bund dem hohen Himmelszelt ohn' Ende und Treue, sein Herz bleibt stets sich erheben? auf uns gericht, das er zulegt er 9. G3 muß ein treues Herze freue. Geht's auch zuweilen wunsein, das uns so hoch kann lieben, derbar ist er doch heilig immerdar, da wir doch Alle, Groß und Klein gerecht in seinen Wegen. des Guten wenig üben. Gott muß 16. Gott ist zu helfen stets benichts anders sein als gut, daher reit dem, der ihn findlich ehret; fleußt seiner Güte Fluth auf alle und wer in Demuth zu ihm schreit, seine Werke. der wird gewiß erhöret. Gott 10. Drum sollen, Herr, dir im- weiß wohl, wer ihm hold und treu, merdar alle deine Werke danken, und dem steht er allmächtig bei in voraus die Heil'gen, deren Schaar allen seinen Nöthen. dir dient ohn' alles sollen deines Reichs unvergängliche Gestalt Bungen rühmen. Wanken, sie 17. Den Frommen wird kein Gewalt und Gut versagt, Gott thut, was sie mit tausend begehren; er mißt das Unglüc, das sie plagt, und zählt all' ihre 11. Sie sollen rühmen, daß Zähren. Er löset endlich ihre Last; dein Ruhm durch alle Welt Welt er dem aber, der sie fränft und haßt, flinge, daß Jedermann im Hei wird er das Urtheil sprechen. ligthum dir Dienst und Opfer 18. So will ich dann zu aller bringe. Dein Reich das ist ein Stund das Lob des Höchsten sinew'ges Reich, und deine Herrschaft gen, cs soll aus tiefstem Herzensist dir gleich, der du kein End er- grund, hinauf gen Himmel brinreichest. gen. Und also thu' auch immerDer Herr ist bis an unsern fort, was lebt und webt an jedem Tod beständig bei uns Allen, er- Ort; das wird Gott wohlgefallen. leichtert unsre Kreuzesnoth, und hält uns, wenn wir fallen. Er steuert manchem Unglückslauf und hilft 152. Mund, Herr, singe dir mit uns freundlich wieder auf, wenn wir darnieder liegen. meines Lebens Lust, ich sing' und 13. Herr, aller Augen schn mach' auf Erden kund, was mir auf dich, zu deinem Stuhl ge von dir bewußt. fehret. Du bist's allein, der vä- 2. Ich weiß, daß du der Brunn terlich, ich, was lebt und webt, er der Gnad' und ew'ge Quelle bist, nähret. Du öffnest deine milde daraus uns Allen früh und spat Hand, machst satt und froh, viel Heil und Segen fließt. In eigner Melodie. Lob- und Danklieder. 71 3. Was sind wir doch und ha-|| deinem Sinn und grämst dich Tag ben wir, was fann uns hier er- und Nacht? Nimm deine Sorg', freun, das uns nicht fäme, Herr, und wirf sie hin auf den, der dich von dir und deiner Huld allein? gemacht. 4. Wer hat das schöne Himmels- 15. Hat er dich nicht von Juzelt hoch über uns gesetzt? Wer gend auf versorget und ernährt? ist es, der uns unser Feld mit Wie oft hat er des Thau und Regen nett? zum Segen dir gefehrt? Unglücks Lauf 5. Wer wärmt uns bei des 16. Er hat noch niemals was Winters Frost, wer bricht der versehn in seinem Regiment: nein, Stürme Macht, wer hat mit Korn was er thut und läßt geschehn, das und Del und Most uns väterlich nimmt ein gutes End. bedacht. 17. Ei nun, so laß ihn ferner Wer gibt uns Leben, Kraft thun, und red' ihm nicht darein; und Muth, wer schüßt mit starker so wirst du hier in Frieden ruhn Hand des güldnen Friedens edles und ewig fröhlich sein. Gut in unserm Vaterland? In eigner Melodie. 7. Ach Herr, mein Gott, das 153. Nun banket Alle Gott mit Herzen, Mund kommt von dir, du, du mußt Alles thun, in deiner Obhut stehen und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; wir und fönnen sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr der uns von Mutterleib und Kinzu Jahr, bleibst immer fromm des Beinen an bis diesen Augenund treu, beschirmst uns gnädig in blick unzählich Guts gethan. Gefahr und stehst uns treulich bei. 2. Der ewigreiche Gott woll' 9. Du trägst uns Sünder mit uns bei unserm Leben ein immer Geduld und strafst nicht allzusehr, fröhlich Herz und edlen Frieden geja, tilgest liebreich unfre Schuld ben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller und wirfst fie in das Meer. 10. Cft, wenn der Christ ver. Noth erlösen hier und dort, lassen scheint, hast du ihn schon 3. Lob' Ehr' und Preis sei gestärft, und feine Thräne, die er Gott, dem Vater und dem Sohne, weint, bleibt Don dir unbe- und Lob dem heil'gen Geist im ho= hen Himmelsthrone; der Gott, den merft, Des Lebens Mangel füllest wir erhöhn, bleibt, wie er ewig du mit ew'gen Gütern aus, und war, unendlich groß und gut; Lob führest uns zur wahren Ruh' einst sei ihm immerdar! in des Himmels Haus. In eigner Melodie. 12. Drum auf, mein Herz, sei 154. Nun lob' den Herrn, frob und sing', und habe guten D Seele! was in Muth: dem Gott, der Ursprung bir ist, den Namen sein! Vergiß aller Ding, ist selbst und bleibt nicht und erzähle, was er gethan, dein Gut. dich zu erfreun! Er hat die Schuld 13. Er ist dein Schap, dein vergeben, denn seine Gnad ist groß, Erb' und Theil, dein Glanz und er schüßt dein armes Leben nimmt Freudenlicht, dein Schirm und dich in seinen Schooß; er tröstet Schild, dein Trost und Heil, er und erquicket, verjünget deine Kraft, läßt dich ewig nicht. und was sein Rath dir schicket, hat 14. Was fränfst du dich in immer Heil geschafft. 72 Lob- und Danklieder. 2. Er hat uns wissen lassen, Segen? Bist du es nicht, o reisein heilig Recht und sein Gericht; cher Gott? Wer schüßzet mich auf Erbarmung ohne Maßen folgt meinen Wegen? Du mächtiger Herr dem, der nicht sein Bündniß Zebaoth! Du leitest mich nach deibricht. Den Zorn läßt er bald nem Rath, der nur mein Heil beschwinden, straft nicht nach unsrer schlossen hat. Schuld, er läßt uns nade finden 4. Drum schweiget nicht, ihr und trägt uns mit Geduld. Nun meine Kräfte; auf, auf, braucht dürfen wir nicht sorgen, fern läßt allen euren Fleiß! Und euer freuer von uns sein, wie Abend von digstes Geschäfte sei meines Gottes dem Morgen, die Sünd' und ihre Ruhm und Preis. und Preis. Auf, meine Pein. Seel' ermuntre dich und lobe Gott 3. Wie Väter sich erbarmen, herzinniglich. wenn ihre Kinder hülflos schrein; so hilft der Herr uns Armen, wenn Wäldern, bewegt und regt euch 5. Jhr grünen Blätter in den wir ihn fürchten findlich rein. Er doch mit mir! Jhr zarten Blumen fennet unsre Schwäche, er weiß wir sind nur Staub, wie Gras auf durch eure Zier! Für ihn müßt ihr auf den Feldern, verherrlicht Gott dürrer Fläche, und wie ein fallend belebet sein; auf, stimmet lieblich Laub; sobald der Wind nur wehet, mit mir ein! sind sie nicht länger da: also der 6. Ach, Alles, Alles, was nur Mensch vergehet ihm ist sein Ende nah. Leben 4. Nur Gottes Gnad' alleine hat, soll sich mir zum Gehülfen und Lebensodem in sich steht fest und währt in Ewigkeit; geben, den Herrn zu preisen früh fie bleibt in der Gemeine, nem Dienst sich gläubig Wenn seinen Bund wir bleibt er uns treu gesinnt, es reicht sein gnädig Walten auf Kind und und Vater, für Leib und Seel', 7. Lob sei dir, Herr, mein Gott Kindeskind; drum laßt uns ihn für Hab' und Gut. Lob sei dir, verehren, den heil'gen Engeln gleich, mildester Berather, daß du mich die seinen Ruhm vermehren in sei- nimmst in deine Hut. Auch in der nem Himmelreich. die sei- und spat. Nie kann ich würdig weiht. halten gnug erhöhn, die Wunder, welche um mich stehn. größesten Gefahr ward ich dein Aufsehn stets gewahr. 155. In eigner Melodie. daß ich tausend Zun- 8. Mein treuster Heiland, fei gen hätte und einen gepriesen, daß du durch deinen tausendfachen Mund, mit mit allen Todesschmerz mir dein Erbarmen Wesen um die Wette lobt' ich dann hat bewiesen, geheilet mein verGott aus Herzensgrund. Denn wundet Herz. Von Sünden hast was der Herr an mir gethan, ist du mich befreit, mich dir zum Eimehr, als ich erzählen kann. genthum geweiht. 2. daß doch meine Stimm' 9. Auch dir sei ewig Ruhm und erschallte bis dahin, wo die Sonne Ehre, o heilig werther Gottes geift, steht; O daß mein Blut mit für deine süße Himmelslehre, die Freuden wallte, so lang es durch mir den Weg zum Leben weist. die Adern geht! wäre jeder Was Gutes soll durch mich gedeihn, Puls ein Danf, und jeder Odem das wirkt dein göttlich Licht allein. ein Gesang; 3. Wer überströmet mich mit singen, so 10. Ich will von Gottes Güte lange sich die Zunge Lob- und Danklieder. 73 regt. Ich will ihm Freudenopfer banges Herz macht stille. Alles bringen, so lange sich mein Herz Ding währt seine Zeit, Gottes bewegt. Ja wenn der Mund wird Licb' in Ewigkeit. fraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 5. Heere Himmel, Erd' und ihre hat er mir zum Dienst bewohin ich mein Auge fehre, 11. Ach nimm das arme Lob stellt; auf Erden, mein Gott, in allen beut er dar, was mich erhält. Thier Gnaden hin. Im Himmel soll's und Kräuter und Getreide in den vollkommen werden, wenn ich den Gründen, auf der Höh', in den Engeln ähnlich bin. Dann sing' Wäldern, in der See, geben Nahich dir im höhern Chor viel tausend rung mir und Freude. Alles Ding Hallelujah vor. währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. In eigner Melodie. 6. Wenn ich schlafe wacht sein 156. Sollt' ich meinem Gott, Sorgen und ermuntert mein Gesollt' müth, daß ich jeden lieben MorSeh' gen schaue neue Lieb' und Güt'. seiner Wäre nicht mein Gott gewesen, er fürwahr, doch der Seinen Zuversicht, nicht singen, ich ihm nicht dankbar sein? ich doch in allen Dingen Liebe Gnadenschein. Ist's nichts als lauter Lieben, was sein ich wäre nicht aus so mancher Angst treues Herz bewegt, das ohn' Ende genesen. Alles Ding währt seine liebt und trägt, die in seinem Dienst Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. sich üben. Alles Ding währt seine 7. Wie ein Vater seinem Kinde Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. niemals ganz sein Herz entzeucht, verführt zur rechten Pfade 2. Wie ein Adler sein Gefieder wenn es gleich, über seine Jungen streckt, so hat Sünde aus dem alle Tage wieder mich des Höchsten weicht, also trägt Gott mein VerArm bedeckt. Aus dem Nichts trat Aus dem Nichts trat gehen, straft gelinde meine Schuld, ich ins Leben auf des Vaters mächt'- und läßt dann voll Gnad' und gen Ruf; und das Leben, das er mich sein Antlit wieder schuf, hat auch stets sein Schub sehen. Alles Ding währt seine umgeben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Huld 3. Seinen Sohn, den Einge- 8. Sind gleich bitter mir die bornen, gibt er aus Erbarmen hin Schläge von des Höchsten mächt'ger für mich Armen und Verlornen zu Hand, dennoch, wenn ich's recht des ew'gen Heils Gewinn. du erwäge, sind sie nur ein LiebesO Gnade sonder Schranken, uner- pfand, Zeichen, daß er mein gegründlich tiefes Meer, dich um denke, und mich von der schnöden fassen nimmermehr unsre mensch Welt, die uns hart gefangen hält, lichen Gedanken! Alles Ding währt durch die Trübsal zu ihm lenke. feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Alles Ding währt seine Zeit, Got= 4. Seinen Geist, den edlen tes Lieb' in Ewigkeit. 9. Dies will ich zu Herzen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer, fassen, dieser Trost bleibt fest meiner Seele Trost und Hort; daß mir stehn; alles ChristenWenn mein Gemüth erfülle mit dem Kreuz mit hellen Glaubenslicht, das des To Trübsal muß vergehn. des Nacht durchbricht und mein der Winter ausgeschneiet, tritt der Gott Gott schickt Maßen, 74 Liebe zu dem Nächsten. schöne Sommer ein; also wird auch Ruh' in Gottes Herz, lohnt mit nach der Pein, wer's erwarten reiner Liebe Flammen eines Heifann erfreuet. Alles Ding währt lands Lieb' und Schmerz! Er das seine Zeit, Gottes Lieb in Ewig Haupt, wir seine Glieder; er das feit. Licht, wir dessen Schein, er der 10. Weil denn ohne Ziel und Meister, wie die Brüder; er ist unEnde deiner Liebe Gaben sind, oser, wir sind sein. so heb' ich meine Hände zu dir 2. Kommt, des Gottesreiches Bater, als dein Kind, bitte, wollst Kinder und befestigt euern Bund; mir Gnade geben, die aus aller schwöret Treu dem Ueberwinder meiner Macht anzuhangen Tag und allesammt aus Herzensgrund! und Nacht, hier in meinem ganzen Le- wenn noch dem Kreis der Liebe ben bis ich dich nach dieser Zeit Festigkeit und Stärke fehlt, fleht, lieb' und lob' in Ewigkeit. bis durch des Geistes Triebe er des Bundes Kette stählt. In eigner Melodie. 157. underbarer König, 3. Solche Liebe nur genüget, Herrscher von uns wie in seinem Herzen wohnt, die Allen! Laß dir unser Lob gefallen. dem Kreuz sich willig füget, die Deine Gnadenströme läßt du auf auch nicht des Lebens schont. Co uns fließen, ob wir schon dich oft wollt' er für Sünder sterben, und verließen. Demuthsvoll, freudig soll für Feinde floß sein Blut. Allen unsre Stimm erflingen, unser Herz soll sein Tod erwerben ew'gen Le= dir singen. bens höchstes Gut. 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, 4. Darum, treuster Freund, ver= unserm Gott zu Ghren, lasjet euer eine deine dir geweihte Schaar, Loblied hören! Preise deinen daß sie's so von Herzen meine, Schöpfer, Sonne, deren Strahlen wie's dein letzter Wille war, Jedieses große Rund bemalen. Mond der reize stets den Andern, helfe und Stern, ehrt den Herrn, ihr gern mit Rath und That, dir, o der Allmacht Werke, rühmet seine Heiland, nachzuwandern auf der Stärke. Liebe sel'gem Pfad. 3. du, meine Seele, finge 3. Du, der seiner Schaar gefröhlich, singe ihm, dem Schöpfer boten, daß sie Liebe üben soll, aller Dinge! Was da Odem ho- mehre sie, weck auf die Todten, let, falle vor ihm nieder, bringe mach' die Trägen geistesvoll! Laß Dank und Freudenlieder! Er ist uns so vereinigt werden, wie du Gott, Zebaoth, Alles soll ihn loben, mit dem Vater bist, so hier und auch dort oben. daß auf der ganzen Erden fein getrenntes 4. Hallelujah singe, wer den Glied mehr ist. Herrn erkennet und in Christo Va- 6. So wird dein Gebet erhöret, ter nennet: Hallelujah singe, wel durch den Sohn sind Alle frei, und cher Chriftum liebet, ihm von Her die Welt wird recht belehret, wie zen sich ergiebet! Welches Heil ist dein Reich so selig sei. Preis dem dein Theil! Einst wirst du dort Vater aller Geister, der in dir eroben ohne Sünd ihn loben. schienen ist, und dir, unserm Herrn Liebe zu dem Nächten. und Meister, der du alle zu dir ziehst. Mel. O du Liebe meiner. Mel. Mach's mit mir Gott. ver: 159. So Jemand spricht: ich liebe Gott und vereint zusammen, suchet 158. Herz und Herz, Seligkeit der Christen in diesem Leben. 75haßt doch seine Brüder, der treibt Jünger sein und ihn in Brüdern mit Jesu Lehre Spott und tritt sie nicht erfreun? frech darnieder. Gott ist die Lieb' 9. 9. Gin unerbittliches Gericht und will, daß ich den nächsten wird über den ergeben, der untreu liebe so, wie mich. jeiner Christenpflicht, nicht rettet, 2. Wer dieser Erde Güter hat, die ihn flehen. Drum gib mir, und macht, wenn Brüder leiden, Gott, durch deinen Geist ein Herz die Hungrigen nicht liebreich satt, das dich durch Liebe preißt. läßt Nackende nicht fleiden, der übertritt die erste Pflicht, er hat die Liebe Gottes nicht. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten den nächsten Christus, der uns selig. unterſtüzet, doch nur aus Stolz. 160. Deines Gottes freue dich aus Eigennuß, aus Weichlichkeit dank ihm meine ihm nüßet, nicht aus Gehorsam Seele! Sorget er nicht väternicht aus Pflicht, der liebt auch lich, daß fein Gut dir fehle? seinen Nächsten nicht. Seligkeit, Schüßt er dich nicht jederzeit, wenn Ist es dir 4. Wer fräftig zwar die Nie- Gefahren dräuen? seiner dich zu dern schirmt, doch sie mit Härte nicht quälet, wer ohne Nachsicht trait freuen? und stürmt, sobald sein Nächster 2. Ja, mein Gott, ich hab' an fehlet; wic bleibt bei solchem Un- dir, was mein Herz begehret: einen gestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? Bater, welcher mir jedes Heil ge5. Wir haben einen Gott und währet; der mich durch sein göttHerrn, sind eines Leibes Glieder, lich Wort hier zum Guten lenket, drum diene deinem Nächsten gern, und mit Himmelsmonne dort meine denn wir sind alle Brüder. Gott Seele tränfet. Mel. Mel. schuf die Welt nicht blos für mich; 3. Jesus ist nach deinem Rath mein Nächster ist sein Kind wie ich. in die Welt gekommen, alle meine 6. Ein Heil ist unser Aller Gut, Missethat hat er weggenommen. wie sollt' ich Brüder hassen, die Gläubig gründ' ich mein Vertraun Gott durch seines Sohnes Blut, auf sein heilig Leiden, nichts fann, wie mich erfaufen lassen? Taß die auf Christum baun, jemals von er mich hat mit sich verjühnt, hab' dir scheiden. ich dieß mehr, als sie, als sie, ver= 4. Nun darf ich mit Zuversicht dient? auf zum Himmel blicken; selbst 7. Du schenkst mir täglich so der Leiden acht' ich nicht wie sie viel Schuld, du, Herr von meinen mich auch drücken. Hoffnung und Tagen: ich aber sollte nicht Ge. Zufriedenheit wohnen mir im Herduld mit meinen Brüdern tragen? zen, und ihr Trost erhebt mich Dem nicht verzeihn, dem du ver- weit über alle Schmerzen. gibst, und den nicht lieben, den du 5. Nun fann ich, mein Herr liebst? und Gott, dich in Christo lieben, 8. Was ich den Frommen treu und redlich dein Gebot und hier gethan, den kleinsten üben; seliger Em von diesen, das siehet mein ist mein ganz Gez löser an, als hätt ich's ihm preise, wie ich soll, wiesen. Wie fönnt' ich auch mit Freuden Er- pfindung voll er- müthe, und ich Jeju deine Huld und Güte. 76 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 7. Gib mir nur, so lang ich hier Fahr hin, was heißet Stund und noch als Pilger walle, das Be- Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, wußtsein, daß ich dir, Herr, mein weil ich in Jesu lebe. Gott gefalle. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. In eigner Melodie. 162. Mel. Nun freut euch, lieben. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, wo iemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lau161. Gottlob! ein Schritt zur ter und helle in reicher Fülle vom Ewigkeit ist abermals Himmel her fließt, und sich in die vollendet; zu dir im Fortgang gläubigen Seelen ergießt. dieser Zeit mein Herz sich sehnlich 2. Du sprichst: wer begehret zu wendet; o Quell daraus mein Le schmecken schon hier, was ewiglich ben fleußt, daraus sich alle Gnad' nähret, der komme zu mir. Seht ergeußt zu meiner Seele Leben. himmlische Gaben, die kräftiglich 2. Jch zähle Stunden, Tag laben: o tretet im Glauben zur und Jahr und wird mir fast zu Quelle heran, hier ist, was euch lange, bis ich verkläret immerdar, ewig beseligen kann. Leben, dich umfange, damit was 3. Mein Hirt und mein Hüter, sterblich ist an mir, verschlungen ich komme zu dir, gewähre die Güwerde ganz in dir, und ich unsterb. ter des Heiles auch mir. Du kannst lich werde. dein Versprechen mir Armen nicht 3. Doch sei dir ganz anheim ge. brechen; du siehest wie elend und stellt die Zeit, da ich soll scheiden; dürftig ich bin; drum gib deine ich kämpfe hier, wenn dir's gefällt, Gaben aus Gnaden mir hin. den guten Kampf mit Freuden; 4. O Brunnquell, du labest Geist, geduldig schreit' ich weiter fort, Seele und Muth, und wen du bebis ich gelange an die Pfort' der gabest, hat himmlisches Gut. Dies Gottesstadt dort oben, recht zu genießen kann Alles ver4. Wenn auch die Hände lässig süßen; es singet, es jauchzet das find, und meine Kniee beben, so fröhliche Herz, es weiß nichts von beut mir deine Hand geschwind, Kummer und nagendem Schmerz. mich Schwachen zu erheben; er 5. Drum wollest du geben dem füll' mit deiner Kraft mein Herz, sehnenden Geist, was dienet zum damit ich freudig himmelwärts Leben und du nur verleihst. Gib ohn' Unterlaß mich schwinge. heilige Triebe, in's Meer deiner 5. Geh', Seele, frisch im Glau- Liebe zu senken den frommen und ben dran, und sei nur unerschrocken; gläubigen Sinn, und ziehe mich laß dich nicht von der rechten Bahn gänzlich zum himmlischen hin. die Lust der Welt ablocken. So 6 Und trifft mich auch Leidir der Lauf zu langsam däucht den, Verfolgung und Pein, so laß der Geist fann, wie der Adler mich mit Freuden gehorsam dir fleucht, voraus zum Himmel sein; denn alle die, welche miteilen. trinken vom Kelche, den du hast 6. Mein Geist und Sinn, Herr getrunken im Leiden allhier; die Jesu Christ, ist schon bei dir dort werden dort ewig sich freuen mit oben; du selbst, weil du voll Liebe dir. bist, hast mich zu dir erhoben. 7. gib, daß ich werde einst O Vom Tode. 77 droben erquickt, wo feine Beschwerde ich richtig, Herr, den Lauf vollende, die Deinen mehr drückt, wo Freude Laß mich machen, beten, ringen, die Fülle, wo liebliche Stille, wo muthig hin zum Ziele dringen; gib seliger Friede, wo Herrlichkeit wohnt, zum Wollen das Vollbringen. wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Mel. Werde munter, mein. Mel. Ach wie wichtig, ach wie 164. Wohl dem Menschen, der 163. nicht wandelt in der wie wichtig und wie Gottvergeßnen Rath! Wohl dem, richtig ist der Christen der nicht unrecht handelt, noch tritt Leben! Frei von Unruh und von auf der Sünder Pfad; der der Sorgen bleibt es heute so wie Spötter Freundschaft fleucht und morgen, denn es ist in Gott aus ihrer Mitte weicht, der von geborgen. Herzen liebt und ehret, was uns 2. wie wichtig, wenn auch Gott vom Himmel lehret. flüchtig, sind der Christen Tage! 2. Wohl dem, der mit Lust und Wer sich durch die Zeit gerungen, Freude das Gesetz des Höchsten und zum Ew'gen aufgeschwungen, treibt; dem ist jeder Tag gelungen. welcher, wie auf süßer Weide, stets in Gottes Worte 3. Unvergänglich, überschwänglich bleibt. Er ist einem Baume gleich, ist der Christen Freude! Freude, der an edlen Früchten reich, dessen die in Gott gegründet, die den 3weige sich verbreiten an des klaGeist mit ihm verbindet, Freude ren Baches Seiten. die fein Ende findet. 3. Also wird gedeihn und grü4. Nie erliegend, immer siegend nen, wer in Gottes Wort sich übt; ist der Christen Stärke! Weil Gott Luft und Sonne muß ihm dienen, selbst in ihnen streitet, sie zum bis er reife Früchte gibt. Werden Kämpfen recht bereitet, herrlich sie feine Blätter alt, ſeine Blätter alt, bleiben sie doch zum Siege leitet. wohlgestalt; Gott gibt Glück zu seinen Thaten, Alles muß ihm wohlgerathen. 5. Unverderblich, nimmer sterblich ist der Christen Ehre! Drückt die Schmach der Welt sie nieder, Got- 4. Aber wen die Sünd erfreuet, tes Huld erhöht sie wieder: sie sind dessen Glück kann nicht bestehn; wie Christi Freund und Brüder. die Spreu vom Wind zerstreuet, 6. Ohne Wanken, sonder Schranz wird er plözlich untergehn. Kommt ten ist der Christen Wissen! Weil der Herr und hält Gericht, ihr Wissen und ihr Denken sie allein rinnt der Sünder nicht, auf Christum lenken, um in sich zu versenken. so entund es in sein Gott werden nur die Frommen 7. O wie g'nügend, nimmer trü- Reich dort aufgenommen. gend sind der Christen Schätze! Vom Tode. Was die wahren Christen haben, sind die unsichtbaren Gaben, wor= nach feine Diebe graben. Mel. Zion flagt mit. 8. O wie wichtig und wie richtig 165. Ach Herr! lehre mich der Christen Herrschen! Hier bedenken, daß ich ist ist Demuth ihre Krone, dort erlan- endlich gen sie zum Lohne ew'ge Herrschaft meinen mit dem Sohne. sterben muß; oft laß Sinn sich lenken auf des Lebens ernsten Schluß. Stell 9. Mach mich tüchtig, daß ihn meinen Augen für und er= 78 Vom Tode. wede die Begier, mich nach deinem dem Weg zum Himmelszelt, fie Wort in Zeiten auf den Abschied ruhn in stiller Kammer. Nach zu bereiten. wohl vollbrachtem Lauf nimmt 2. Endlich muß ein Licht ver- Gott die Seele auf; das Weizenbrennen; endlich läuft die Sanduhr forn streut Gottes Hand auf Hoffab. Also muß auch ich bekennen: nung in sein heil'ges Land. Staub vom Staube sinkt in's Grab! 2. Die ihr schon aufgebrochen seid Fest besteht der ew'ge Schluß, daß aus eurer Brüder Mitten, wir freuen was lebet, sterben muß. Menschen, uns eurer Seligkeit und folgen euals der Sünde Erben, bleibt der ren Schritten! Der nun befreite Sünden Sold: sie sterben. Geist ist himmelwärts gereist: die 3. Wenn wir faum geboren wer. Hülle findet ihre Ruh im Grab den, ist vom ersten Lebenstritt bis und Liebe deckt sie zu. in's tühle Grab der Erden nur ein 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde furz gemeßner Schritt: ach mit je schlägt, in heiliger Verwahrung, dem Stundenschlag nähert sich der bis sich das neue Leben regt am letzte Tag und in jedem Lebensjahre Tag der Offenbarung. Und dann, find wir Alle reif zur Bahre. welch selig Loos in Jesu Arm und 4. Predigen nicht meine Glieder Schoos! Die Liebe führt uns täglich von der Sterblichkeit! Leg gleicher Bahn so tief hinab so hoch ich mich zur Ruhe nieder, seh ich hinan! mich im Leichenfleid. Ja, der Schlaf stellt treu und wahr mir des Todes Abbild dar, und das Bette will mir sagen: so wirst du in's Grab getragen. Mel. Alle Menschen müssen. 167. itle Welt, dein bin ich müde; wann, ach wann 5. Ach wer weiß, in welcher erquicket mich Himmelsruh und Stunde uns die letzte Stimme weckt; ew'ger Friede, wann ruft mich denn Gott hat die dunkle Kunde mein Gott zu sich! Rufe, Herr, feinem Menschen noch entdeckt. Wer ich will mit Freuden aus des Lesein Haus hat wohl bestellt, geht bens Trübsal scheiden, denn ich getroft aus dieser Welt. Aber Si- weiß, durch Christi Blut machest du cherheit im Leben kann nur Furcht mein Ende gut. im Tode geben. 2. Dem ist vor dem Tod nicht 6. Drum auch in gesunden Jah- bange, der des armen Lebens satt, ren will ich niemals sicher sein, will und dies Jammerthal schon lange die Beßrung nicht versparen, bis die mühevoll durchwandelt hat. Er wird Schwachheit bricht herein. Täglich alle Stunden zählen, bis Befreiung will ich Buße thun und dann froh seiner Seelen und das Ende aller im Glauben ruhn, daß der Tod Noth ihm erscheinet mit dem Tod. mich frei von Sünde und mit dir 3. 3war bin ich nicht ungeduldig, versöhnet finde. daß mich Kreuz und Elend drückt; mehr zu leiden wär ich schuldig, als mein Gott mir zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden; auch das 166. Die Christen gehn in Kreuz von ihm gesandt, soll mir dieser Welt durch sein ein Gnadenpfand. mannigfachen Jammer, bis auf 4. Darum nur wünsch ich zu Mel. Der lieben Sonne. Vom Tode. 79 sterben, daß ich Jesum möge sehn ja mein Herz; ich harre sein und und sein ew'ges Heil erwerben; halte ruhig still, er heilet jeden ach! möcht' es doch bald gescheh'n! Schmerz; was meine sieche Brust Nahet euch, Erlösungsstunden, da getragen, nimmt er hinweg, und ich, aller Angst entbunden, von der wird dann sagen: Es ist genug! rauhen Lebensbahn mich fann schwingen himmelan. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so ende meinen Lauf; 5. Jesus Christus ist mein Leben entrücke mich dem Jammerthal der und das Sterben mein Gewinn. Welt, nimm mich zu dir hinauf. Engel, fommt, mich zu umschweben, Heil mir! ich fahre hin in Frieden, tragt zu Gott die Seele hin! mein Kreuz und Elend bleibt hieSchon hab' ich von jenem Frieden nieden: Es ist genug! fel'ges Vorgefühl hienieden, darum wünsch ich dort zu sein, wo mich mo Schauen wird erfreun. Mel. Ich hab mein' Sach. 169. Gott hab ich Alles heimgestellt, er mach's mit 6. Euch, die ihr mich hier gelie- mir, wie's ihm gefällt. Mit Freubet, die mit mir Gin Sinn verband, den bin ich stets bereit, die mein Scheiden jetzt betrübet, wenn er's feit. euch befehl ich Gottes Hand. Gott gebeut, zu scheiden aus des Zeitlichverforget, Gott beschüßet, er wird 2. Es ist ja dieses Jammerthal geben, was euch nüßet: also ist voll Angst und Trübsal überall; mein Haus bestellt, gute Nacht, du und unser Leben schnell verstreicht, eitle Welt. dem Pfeil es gleicht, der eilend hin zum Ziele fleucht. Mel. Ich hab' genug. 168. Es ist genug! So nimm, 3. Nichts hilft dem Menschen Gut und Geld, denn nackt und blos Herr, meinen Geist zu fam er zur Welt; und unser Aller Zions Geistern hin; lös' auf das harrt das Loos, auch nackt und Band, das schon allmählig reißt, bloß zu sinfen in der Erde Schooß. befreie meinen Sinn. O stille doch 4. Wer weiß, wann Gottes dies heiße Sehnen, und mach ein Stimme ruft? Den Jüngling auch Ende meinen Thränen: es ist genug! empfängt die Gruft. Und wer am 2. Es ist genug des Jammers, Morgen froh erwacht, hat oft vor der mich drückt, durch unsrer Sünde Nacht schon seinen Lebenslauf vollSchuld; sie hat in mir des Guten bracht. Lieb' erstickt, geraubt mir deine Man trägt eins nach dem Huld. Sie hatte mich von Gott andern hin, wohl aus den Augen geschieden, gestöret meiner Seele und dem Sinn. Und ob du hoch Frieden; es ist genug! geprießen bist, die Welt vergißt 3. Es ist genug des Kreuzes, dein, wenn dich Grabesnacht umdas mich fast herab zur Erde schließt. 5 beugt. Wie schwer, o Gott, wie 6. Gib, Herr, daß ich bedenken hart ist diese Last, die nimmer von lern': nie sei mein Ende von mir mir weicht. Ich muß wohl fern: daß ich nie sei der Stimme unter heißen Thränen mich herzlich taub: auch du bist Staub, und nach Erlösung sehnen; drum ist's wirst dereinst des Todes Raub. genug! 7. Ich fürcht' ihn nicht, denn 4. G3 ist genug, wenn Gott, er entrückt uns nur dem Leiden, mein Heiland, will, er fennet das uns drückt. Schließt er mein 80 Vem Tode. irdisch Auge zu, dann führest du, o in meinem letten Kampf mir Herr, mich zu der ew'gen Ruh. bei. 8. Der Leib, in's stille Grab ver- 5. Führ' mich aus diesem Jam= senkt, ruht dann, Don feinem merthal, verkürze mir des Todes Schmerz bedrängt. Und froh Qual! Laß deinen Geist dann bei schwingt sich mein Geist hinan, die mir sein, daß ich schlaf sanft und Himmelsbahn, mit mit neuem neuem Leibe selig ein. angethan. 6. Den Leib laß ruhn in seiner 9. 3war harret meiner dein Ge- Gruft, bis ihn dein großer Tag richt, o Gott, doch ich verzage nicht. einst ruft; zerreiße dann mit star= Ich weiß, dein Sohn vergoß sein fer Hand des Todes und des GraBlut auch mir zu gut; das hebt bes Band. und stärket meinen Muth. 7. Dann denk, o Herr, nach dei10. Mich hält dein Sohn an ner Huld nicht meiner großen Sünseiner Hand, mit dem der Glaube den Schuld, und lasse dort mit dir mich verband. Bin ich auch nicht zugleich mich ewig sein in deinema von Sünden rein, ich bin ja sein! Reich. Mir können feine Strafen dräu'n. 8. Jch halte fest und zweifle nicht 11. Dich schau ich dann du ew' an dem, was mir dein Wort ver= ges Licht, von Angesicht zu Ange- spricht; wer an mich glaubt, obsicht. Und fern von jedem Erden schon er stirbt, das ew'ge Leben doch leid, in Herrlichkeit, lob ich dich, erwirbt. Herr in Ewigkeit. 12. Amen, mein frommer treuer Gott! Beſchéer uns einen sel'gen 171. Jer Macht bu haſt mich In eigner Melodie. ch bin ja, Herr, in du Tod! Gib, daß wir mögen freudenreich, den Engeln gleich, verein- hältst mir auch das Leben; du an das Licht gebracht, und du et nigt sein in deinem Reich. In eigner Melodie. 170. He wenn nun mein tennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Erdenthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, err Jesu Christ, mein wie und wann ich sterben soll, das Herr und Gott, der du weißt du, Herr des Lebens wohl. erlittest Angst und Spott, für mich 2. Wen hab ich doch, als dich den Tod am Kreuze starbst, und allein, der mir in meiner letzten mir des Vaters Huld erwarbst! Bein fann Trost und Rath und 2. Jch bitte dich fraft deiner Hülfe bringen? Wer nimmt sich Pein, du wollst mir Sünder gnädig meiner Seele an, sein, wenn ich nun komm in Ster Leben nichts mehr kann, und ich bensnoth, und ringe mit dem bit muß mit dem Tode ringen, men't tern Tod. allen Sinnen Kraft gebricht, thuit Wenn mir vergehet das Ge- du es, Gott, mein Heiland nicht? sichte dann sende mir des Glaubens 3. Mich dünft, schon lieg' ich Licht; und wenn ich nicht mehr fraftlos da, dem letzten Ausprechen kann, dann nimm mein genblice nah, von Todesangit stilles Seufzen an. schon überfallen, Gehör und Rede 4. Wenn mein Verstand sich nehmen ab, die Augen sehen nicht besinnt, und Menschen nur das Grab; doch fränft hülfe ganz zerrinnt, dann steh die Sünde mich vor Allen, die nach deiner Lieb' und Treu Stimme des Gewissens spricht: Vom Tode. 81 Gerecht ist Gott! er hält Ge-|| Mel. Wer nur den lieben. richt! 172. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, und ich weiß, wie bald der Mensch ver= und finde hier, kein sicheres kein Gut das ewiglich besteht: 4. Ich höre der Posaune Ton, ich sehe meinen Richer schon, um ihn alle Völker stehen; geöffnet geht, liegt vor ihm sein Buch schon hör Erbe, ich des Gescßes Spruch, ihn wen- drum zeige mir in Gnaden an, wie det nicht mein ängstlich Flehen; ich recht selig sterben kann. Verdammniß ist des Sünders 2. Mein Gott, ich weiß nicht, Theil, er hat fein Recht an Gottes Heil. wann ich sterbe, und ob es nicht noch heut geschieht, daß mich des Todes Hauch entfärbe, der Blume 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder gleich, die schnell verblüht: drum mache täglich mich bereit zum Hinsich, den sünd'gen Bruder zu erlösen. Ein Jeder wird alsdann gang in die Gwigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, empfahn, den Lohn für das, was wie ich sterbe, wie mich des Todes er gethan, in dem Gericht schützt Hand berührt; dem Einen wird das nichts den Bösen. Wer hilft mir Scheiden herbe, sanft wird der sonst in dieser Noth, thust du es Andre heimgeführt: doch wie du nicht, mein Herr und Gott? willst, nur das verleih, daß ich ge6. In meiner Seelen großem trost im Schaden sei. Schmerz erheb ich zu dir Aug und 4. Mein Gott, ich weiß nicht, Herz, der du die Missethat ver- wo ich sterbe und welcher Hügel giebest; den Tod des Sünders einst mich deckt; g'nug, wenn ich willst du nicht, drum schreckt mich dieses nur erwerbe, daß ich zum Lenicht dein streng Gericht, weil du ben werd' erweckt: wo dann mein mich auch in Chrifto liebest; Grab auch möge sein, die Erd ist drum fahre Furcht und Zweifel allenthalben dein. hin! Ich weiß, daß ich des Her- 5. Nun, treuer Vater, wenn ich ren bin. nicht verderbe, lebt sterbe, so nimm du meinen Geist 7. Herr Jesu Christ, dein theures zu bir; ich weiß, daß ich dann Blut vergossest du auch mir zu gut, fein ich weiß, daß ich dir angehöre ich Fällt ja in meiner Todes- Pein wann mir noch ein banger Zweifel ein, wann so rette deines Leidens Ehre; du hast so viel an mich gewandt, o laß mich nicht aus deiner Hand! 173. Christus und darum erwart' wo, wie und Geist in mir: glaubensvoll, ich sterben ich sterben soll. soll. In eigner Melodie. Mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin, ist's Wille. Getrost ist mir Sinn, fanft Gott mir verhei8. Nein! nein! ich glaube feft, Gottes mein Heil, ich hab an dir auf mein Herz und ewig Theil, du bist im Tode noch und stille, wie mein Leben! Co sieg' ich über ßen hat, der Tod ist mir ein Angst und Noth, ob auch die Hölle Schlummer. und der Tod mit ihren Schrecken 2. Das dant' ich Christo, Got= mich umgeben, dieweil ich lebe bin tes Sohn, dem Trost der Fromich bein; dein werd ich auch im men, der zu uns von des Vaters Tode sein. Thron ist gekommen, daß er 6 82 Vom Tode. Heil und Leben sei in Noth, und len aus des rechten Glaubensauch im Sterben. Trost. Erbarm dich unser. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt eingeladen durch dein theuer beilsam Wort, das überall erschollen. Mel. Ich dank' dir, lieber. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht den Völkern allen, das einst, die es noch sehen nicht, in ihm 175. So hab' ich obgesieget, mein Lauf ist nun wallen; er gibt Heil der ganzen vollbracht; nur meine Hülle lieget Welt, ihm sei Preis, Dank und und schläft in Todesnacht. Des Ehre. Baters treue Liebe sieht sehnend in mein Grab; die Mutter wendet trübe die nassen Augen ab. In eigner Melodie. 174. Mitten in dem Leben 2. Jhr neßzet eure Wangen, ihr sind wir vom Tod Eltern, über mich. euch hat das umfangen; wer ist, der uns Hülfe Leid umfangen, daß euch das Herz schafft, daß wir Gnad' erlangen? fast bricht. tröstet euch, ihr LieDas bist du, Herr, alleine. Uns ben, thut nicht so ängstiglich! Was reuet unsre Missethat, die den Zorn wollt ihr euch betrüben? Stehts verdienet hat. Heiliger Herr und doch gar wohl um mich. Gott! Heiliger starfer Gott! Hei 3. Dent, Vater, wie viel Sor liger barmherziger Heiland! du gen, wie manche bange Nacht, wie ewiger Gott! Laß uns nicht ver- manchen düstern Morgen ein liebes sinten in der bittern Todesnoth. Kind oft macht. Was ihm fann Erbarm dich unser! widerfahren, das fürchtet, der es 2. Mitten in dem Tode wird liebt; den Kummer kannst du spadas Gericht uns dräuen; wer will ren, drum sei nicht so betrübt. Verstorbene Kinder an ihre Eltern. aus solcher Noth gnadenvoll 4. Ach, Mutter, laß die Zähren befreien? Das thust du Herr, al- und stell dein Klagen ein, muß leine. Dich jammert unsre Sünd nicht des Herrn Begehren an uns und Leid, du thust uns Barmher- erfüllet sein? Das, was du jetzt zigteit. Heiliger Herr und Gott! beweinest, was dir so wehe thut, Heiliger starker Gott! Heiliger ist besser, als du meinest; denn barmherziger Heiland! Du ewiger Gott macht Alles gut. Gott! Laß uns nicht verzagen, 5. Wohl ist nun eurem Kinde, wenn wir vor Gerichte stehn. Er- das jetzt dem Schiffe gleicht, das barm dich unser! schnell bei günst'gem Winde den 3. Mitten in dem Weltgericht Hafen hat erreicht; dem Pilger, der wo die Schuld uns schrecket, ach, die Mühe des Weges nicht geſpürt, zu wem fliehn wir dann hin, der weil ihn ein Richtsteig frühe dem uns gnädig decket? Zu dir, Herr Ziel hat zugeführt. Christ alleine. Vergossen ist dein 6. Dahin sind Angst und theures Blut dieser sünd'gen Welt Schmerzen auf immer, immer zu gut. Heiliger Herr und Gott! hin, ich freue mich von Herzen Heiliger starker Gott! Heiliger daß ich erlöset bin; ich leb' in barmherziger Heiland! Du ewiger tausend Freuden in meines GotGott! Laß uns nimmer faltes Hand, mich trifft hinfort Vom ewigen Leben. 83 ein Leiden, das dieser Welt| fleht! O Vater! unser Gott! O Mittler Jesu Christ! Heil'ger bekannt. 7. Die noch auf Erden wallen Geist, barmherziger Tröster! Ew'= in irrthumsvoller Zeit, vermögen ger Gott und Herr! Laß sie sanft Taum zu lallen von froher Ewig- entschlummern und einit fröhlich feit. Biel besser, wohl gestorben, auferstehen! Sei ihr starker Schuß. als mit der Welt gelebt! Ich hab das Erb' erworben, nach dem der Fromme strebt. In eigner Melodie. 177. Wenn einst mein Stündlein kommen ist, daß mir 8. Ihr weiht mit Blumenkränze, wie man den Sieger ehrt, im ew' ich nun soll erblassen, so steh' gen Himmelslenze wird Schön'res bei, Herr, Jesu Christ, du wollst mich nicht verlassen. An meinem mir gewährt. Das ist die grüne legten End befehl' in deine Händ' Krone, die ew'ge Siegespracht, wo: mit von seinem Throne mich Got- ich meine Seel' du wirst sie wohl bewahren. tes Sohn bedacht. Fürbitte für Sterbende. Mél. Mitten wir im Leben. Zeit, 2. Die Sünde wird mich fränken sehr, mein Herz mich hart verklagen; der Schuld ist viel wie Sand am Meer, so daß ich möcht' ver176. Stärfe, die zu dieser zagen. Doch denk ich in der letzten da mir, Herr, Noth an deinen bittern Kreuzestod; vir singen, müde, sprachlos und so hab' ich Trost und Frieden. voll Schmerz mit dem Tode rin- 3. Ich bin ein Glied an deinem gen! Du nur fannst sie erquicken. Leib, deß tröst' ich mich von Herzen, Sie liegen da und sehn hinab in von dir ich ungeschieden bleib in das schauervolle Grab. Bater, Todesnoth und Schmerzen. Und unser Gott! O Mittler Jesu Christ! wenn ich sterbe, sterb' ich dir, ein Heiliger Geist, barmherziger Tröster! ew'ges Leben hast du mir burch Em'ger Gott und Herr! Laß sie deinen Tod erworben. nicht versinken in des Todes letter 4. Weil du vom Tod erstanden Angst! Sei ihr starker Schutz! bist, werd' ich im Grab nicht blei2. Wer mit einem Trunfe labt ben; mein höchster Trost dein Aufdeiner Jünger Einen, der soll dort fahrt ist, sie kann die Furcht vermit frohem Muth im Gericht er treiben, denn wo du bist, da komm scheinen. Wir labten gern die ich hin, daß ich stets bei dir leb' Matten. Doch da sie nichts mehr und bin, drum fahr ich hin mit laben fann, flehn wir für sie dich Freuden. an. Vater, unser Gott! O Mittler, Jesu Christ! Heilger Vom ewigen Leben. Mel. Valet will ich dir. Geist, barmherziger Tröster! Ew'ger Gott und Herr: Laß sie freudig stehen in der Stunde des Gerichts! 178. Sei ihr starker Schutz! ihr Ermuntert euch, Frommen, zeigt eurer 3. Ach, weil Jesus Christus Lampen Schein! Der Abend ist selbst diesen Kelch getrunken, und gekommen, bald bricht die Nacht von größrer Qual umringt ist herein. Macht eure Seelen fertig, in's Grab geſunken: um seines der, deß ihr harrt, ist na seid Todes Willen hör' unser thränen- res Heils gewärtig, und singt voll Gebet, das für sie um Gnade Hallelujah. 6* 84 Vom ewigen Leben. 2. Nicht lange wird er weilen, mir, ihr müden Seelen, bei mir hebt eure Häupter auf, entgegen soll euch die Ruh nicht fehlen, ich ihm zu eilen, beflügelt euren Lauf mach euch frei von aller Qual. Es nahn Erquicungszeiten, die 3. Was kann der Kranke höher Abendröthe zeigt den schönen Tag schätzen, als wenn in süßen Schlaf von weitem, vor dem das Dunkel er sinkt? Was kann den Wand. wricht. rer mehr ergößen, als wenn ihm 3. Die ihr Geduld getragen und eine Ruhstatt winkt? Doch was treu erfunden seid, geht ein nach sie Beide hier gefunden, es sind Kreuz und Plagen zur Freude son- nur flücht'ge Ruhestunden, sie wähder Leid. Hier lebet und regieret ren eine kurze Zeit; die wahre der ew'ge Gottes Sohn, und ewig Ruh wohnt nur dort oben, dort ist triumphiret ihr vor des Mittlers sie allen aufgehoben und bleibet Thron. uns in Ewigkeit. 4. Hier sind die Siegespalmen, 4. Dort wird man Freudengar= hier ist das weiße Kleid; hier tö- ben bringen, denn unsre Thränennen Freudenpsalmen; vollbracht ist saat ist aus. O welch' ein Jubel Kampf und Streit; hier stehn die wird erklingen in unsers Vaters reichen Garben, hier hüllet das ew'gem Haus! Schmerz, Leid und Gebein der Frommen, die da star- Tod muß von uns weichen, wir ben, sich in Verklärung ein. werden unser Ziel erreichen, und 5. Hier ist das Land der Wonne, Jesum, unsern Heiland, sehn. Da hier sind die Friedensau'n; hier wird er trocknen unsre Thränen, finket nie die Sonne, der Glaube und stillen seiner Gläub'gen Sehwird zum Schaun. Mach, Herr, nen; was wir hier hofften, wird ein fröhlich Ende und führ' uns geschehn. aus dem Streit! Wir heben Haupt 5. Da ruhen wir und sind in und Hände nach der Erlösungszeit. Frieden, von Arbeit, Müh' und Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. Sorgen los. O fasset dieses Wort 179. Es ist noch eine Ruh ihr Müden, legt euch in eures Jesu Schooß! Frum schwingt vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht; Hier euch auf, wir müssen eilen, wir seufzest du in schweren Banden und dürfen hier nicht länger weilen. deine Sonne scheinet nicht. Sieh Schaar! Fort, fort mein Geist, bort wartet schon der Sel'gen auf den Heiland, der mit Freuden umgürte bich zum auf, auf, es fommt dich dort vor seinem Stuhl wird zum Jubiliren, weiden; wirf hin die Last und eil Triumphiren; das Ruhejahr. hinzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald ist der schwere Lauf vollendet, und du gehst ein zur ew'gen Ruh. In eigner Melodie. 180. Gerusalem, du heilige 2. Gott selber hat sie uns erfoGottesstadt, ach wär' ren, die Ruhe, die kein Ende ich schon in dir! Mein hoffend nimmt; eh noch ein Mensch zur Herz ist dieser Erden satt, und Welt geboren, hat uns die Liebe sehnt sich fort von hier; weit über sie bestimmt. Der Mittler wollte Berg und Thale, weit über Flur darum sterben, uns diese Ruhe und Feld fleugts auf zum Himzu erwerben, er ruft, er lockt melssaale, vergiß die nicht'ge Welt. uns allzumal: kommt her zu 2. O schöner Tag, o sel'ger Vom ewigen Leben. 85 3war Augenblid, wann bricht dein Glanz] 2. Was sind die Freuden dieser Hervor, da frei und leicht zu reinem Zeit, Herr gegen jene Herrlichkeit Himmelsglück sich schwingt die die dort bei dir zu finden? Seel empor, da ich sie übergebe schenkst du hier der Freuden viel, in Gottes treue Hand, auf daß sie die zu gerühmtem Danfgefühl ein frommes Herz entzünden; doch hier gegrüßet sind wir bei den Freuden noch mit seist du mir, thu auf die Gnaden- Leiden stets umgeben: dort nur ist pfort; wie lange schon hat mich vollkommnes Leben. ewig lebe in jenem Vaterland! 3. Himmelsburg, verlangt nach dir; Ich eile freudig 3. Kein Tod ist da mehr und foct, fort aus dem bösen Leben, fein Grab; dort trocknest du die aus jener Nichtigkeit, der ich war Thränen ab von deiner Kinder hingegeben in meiner Prüfungszeit, Wangen. Da ist kein Leid mehr, 4. Was für ein Volk, welch' fein Geschrei, denn du, o Herr, eine edle Schaar fommt dort gemachst Alles neu! das Erste ist zogen schon? Was in der Welt vergangen. Hinfort sind dort für von Auserwählten war, bringt mir Gerechte, deine Knechte, keine Plas die Ehrenfron; sie wird mir zugegen mehr zur Prüfung zu ertragen. fendet aus meines Jesu Hand, nun 4. In unsers Gottes Heiligthum ich den Kampf vollendet in jenem schallt seines Namens hoher Ruhm Thränenland. Dort Zungen. nicht mehr von der Herrlichkeit 5. Propheten groß, Apostel hehr von lauter frohen und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, schaut man ihn und wer dort trug des schweren fern; dort wird Kreuzes Joch, und der Tyrannen des Herrn ein würdig Lied geQual! Ich seh' sie ruhmvoll schwe- fungen. Völlig gibt sich den Erben in sel'ger Freiheit Glanz, das lösten, sie zu trösten, der zu kennen, edle Haupt umgeben von lichtem den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlig wandeln Sternenglanz. aller Müh, 6. Und lang' ich an im schönen sie, auf ewig frei von Die Paradies, im Heiligthum des Herrn, und schmecken seine Güte. dann schaut mein Geist was er Liebe waltet dort allein, und nimeinst glaubend prieß, was er gesehn mer föret Furcht und Pein den von fern. O welche Jubelklänge Frieden im 4 Gemüthe. Kein Neid, hört mein entzückies Ohr, welch' kein Streit hemmt die Triebe reihohe Lobgesänge von aller Seelen Chor! ner Liebe unter Seelen, die nun ewig nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieGeist entzückt, wenn der. Dort sammelt deine VaterEwig er empor zum Himmel blickt, den hand die, welche Liebe hier verband, du für uns bereitet; wo deine als Jesu Christi Glieder. milde Baterhand an neuen Wun- werd' ich frei von Mängeln, selbst dern wird erkannt, die dort uns mit Engeln mir zum Gegen bort ausgebreitet. Mächtig fühl ich die reinste Freundschaft pflegen. mich getrieben dich zu lieben, ber 7. Wo ist mein Freund, des zum Leben jener Welt mich will Höchsten Sohn? Zur Rechten erheben. Vaters Thron in jenen auf des Mel. Wie schön leucht' uns. Gott, wie wird mein 181. 86 Vom ewigen Leben. Himmelshöhn. Dort werd auch Mel. Was mein Gott will. ich, Herr Jesu Christ, der du der Deinen Wonne bist, dich mit Ent- 183. Wie selig sind die Todten nun, die in dem zücken sehen. Mein Hirt! dann Herren sterben. Sie werden von wird von den Freuden nichts mich der Arbeit ruhn, und ew'ges Heil scheiden, die du droben deinen ererben. Ostärke, Herr, durch Freunden aufgehoben. deinen Geist dies gläubige Ver8. Wie herrlich ist die neue trauen, daß wir im Sterben allerWelt, die Gott den Frommen vor meist auf jenes Leben schauen. behält! Kein Mensch kann sie erdu werben. Jesu, Herr der Herrlichkeit! bu hast die Stätt' auch 184. mir bereit't! hilf mir sie auch er werben. Laß mich In eigner Melodie. Wird das nicht Freude sein, wenn dort zum eifrig darnach selgen Schauen nach gläubigem streben, und so leben auf der Erde, Vertrauen die Frommen gehen daß ich dort dein Erbe werde. ein, wenn wir den Herrn erblicken, In eigner Melodie. der ewig fann erquicken? Wird wie felig seid ihr doch, das nicht Freude sein? 182. ihr Frommen, die ihr 2. Wird das nicht Freude sein, durch den Tod zu Gott gekommen, wenn, die uns Gott genommen, ihr seid entgangen aller Noth, die dort uns entgegen kommen zum uns noch hält gefangen. ewigen Verein; wenn liebend uns 2. Wie im Kerter müssen wir umschließen, die weinend wir ver= hier leben, wo nur Furcht und ließen? Wird das nicht Freude Grauen uns umschweben; selbst sein? Freudenstunden sind mit Leid und 3. Wird das nicht Freude sein, Sorgen oft verbunden. wenn wir befreit von Mängeln, 3. Ihr hingegen ruht in eurer mit Seligen und Engeln Gott Kammer sicher, und befreit von dienen fromm und rein! wenn wir allem Jammer; fein Kreuz noch von Kümmernissen und Sorgen Leiden störet eure Ruh und eure nichts mehr wissen? Wird das Freuden. nicht Freude sein? 4. Christus hat getrocknet eure 4. Wird das nicht Freude sein, Thränen, ihr habt schon, wornach wenn in des Himmels Chören wir wir uns noch sehnen, ihr hört und Gottes Lob vermehren und ewig sehet was hier feines Menschen Dank ihm weihn; wenn wir zum Geist verstehet. Throne dringen, und heilig! heilig 5. Ach, wer wollte denn nicht singen? Wird das nicht Freude gerne sterben, um des Himmels sein? Frieden zu ererben, wer hier noch 5. Ja, das wird Freude sein, weilen und nicht freudig zur Vol- die Güter dieser Erden, die lendung eilen? Beschwerden sind sie 6. Komm, o Jesu, bald, uns zu nur eitler Schein. Darum ihr erlösen von der Erde Last und allem meine Lieben, will euch mein Bösen; bei dir, o Sonne, ist der Tod betrüben, denkt: dort wird Frommen Herrlichkeit und Wonne. Freude sein. Ehren voll 300€ 87 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. Me 1. Gott des Himmels. 186. Großer Gott, den Alles Morgenlieder. preiset, der uns je Me 1. Nun ruhen alle. 185. Dir dank' ich für mein und je geliebt, sich als Vater uns Leben, Gott, der du erweiset, uns den Sohn zum Heimirs gegeben, ich danke dir dafür. land gibt; heute weckt des Tages Du hast von Huld bewogen mich Lauf mich zur lauten Andacht auf. aus dem Nichts gezogen, durch 2. O wie lieb' ich diese Stundeine Güte bin ich hier. den wo die Welt mich ruhen läßt, 2. Du, Herr, hast mich bereitet, wo wir, treu mit ihm verbunden, mich väterlich geleitet bis diesen feiern unsers Heilands Fest, und er Augenblick. Du gabst mir frohe uns durch seinen Geist selbst den Tage, und wandest auch die Plage Weg zum Himmel weist. zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Habe Dank für diesen Mora Ich bin nicht werth der gen, der mir Kraft zum Guten Treue, der ich mich täglich freue, ichentt! Das sind doch die besten der Huld die mich bewacht. Da Sorgen, wenn sein Heil der Mensch mit ich Staub und Erde auf ewig bedenft! wenn er betet, wenn er glücklich werde, hast du schon ewig singt, daß es durch die Wolken mein gedacht. bringt. 4. Du fanntest schon mein Seh- 4. Was ist sel'ger, als Gott nen und zähltest meine Thränen, dienen! Was ist süßer, als jein eh' ich bereitet war. Noch konnt' Wort! Laßt uns sammeln gleich ich dich nicht denfen, zu dir das den Bienen, Jeder trage Segen Herz nicht lenken, da wogst du schon fort! Selig ist, wer Nacht und mein Theil mir dar. Tag gern darin sich üben mag. 5. Für alle meine Sünden, 5. O mein Gott, sprich ſelber Herr, ließest du mich finden in Amen, denn wir sind dein EigenChristo Gnad' und Huld. O Höch- thum; Alles preise deinen Namen, ster, welch' Erbarmen! Du nah: Alles mehre deinen Ruhm, bis es mest an mich Armen und tilgtest fünftig wird geschehn, daß wir dich alle meine Schuld. im Himmel sehn. 6. Daß du mich liebreich füh rest, mit deinem Geist regierest, Mel. Meinen Jejum laß. dies, Bater, dank' ich dir. Daß 187. Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies Alles, Va- Tages- Lichte! Gnadensonne, zeige ter dank' ich dir. dich meinem frohen Angesichte! 7. Was noch in diesem Leben Deiner Weisheit Himmelsglanz mir frommt, wirst du mir geben; schmücke meinen Sabbath ganz. du gibst's ich hoff' auf dich. Ja, 2. Dieser Tag sei dir geweiht; Vater, ich befehle dir findlich Leib weg mit allen Eitelkeiten! und Seele; Herr jegne und behüte will deiner Herrlichkeit mich zum mich. Tempel zubereiten, nichts begehIch 88 Abendlieder. ren und nichts thun, als in deiner und Liebe ruhn. fich. Leib mit dir vereinigt 3. Brunnquell aller Seligkeit, 5. Auch heute schmücke mich laß mir deine Ströme fließen! mit Glauben und mit Liebe, mit Mache Mund und Herz bereit, ihre Hoffnung und Geduld durch deines Fülle zu genießen. Streu das Geistes Triebe. Kann ich GerechWort in Segen ein, laß es hun tigkeit zum Kleibe nur empfahn dertfältig sein! dann bin ich wohlgeschmückt und 4. Zünde selbst mein Opfer an, föstlich angethan. das schon auf den Lippen lieget, 6. Du, Herr, in dem wir sind, und erhelle mir die Bahn, wo kein in dem wir Alle leben, laß dein Irrthum mich betrüget, wo kein Allgegenwart mir stets vor Augen falsches Feuer brennt, welches dein schweben, damit mein ganzes Thun Altar nicht fennt. durch Herz und Sinn und Mund 5. Mache Wohnung, Herr, bei dich loben inniglich, mein Gott, zu mir; bau' ein Paradies im Her- aller Stund. zen; ruh' in mir und ich in dir, 7. fegne, Herr, mein Werk, so quillt Freude selbst aus Schmer- mein Reden und mein Denken, zen, und ich schmecke denn schon durch deines Geistes Kraft, wollst hier, wie's im Himmel, ist bei dir. du es weislich lenfen; laß Alles nur geschehn zu deines Namens Ruhm, auf daß ich für und für Mel. O Gott, du frommer. 188.Jefu, füßes Licht, nun verbleib dein Eigenthum. ist die Nacht vergan Abendlieder. gen, nun hat dein Gnadenglanz auf's Neue mich umfangen. Ge Mel. Der Tag ist hin. stärkt an Leib und Seel' bin ich vom Schlaf erwacht, und wende 189. Die Sonn' hat sich mit mich zu dir, der stets mein Heil det, und, was sie soll, auf diesen ihrem Glanz gewenbedacht. 2. Was soll ich dir, mein Gott, mit ihrer stillen Ruh, und schließet Tag vollendet, die Nacht bricht ein als Danfesopfer schenken? Ich sanft die müden Augen zu. will mich ganz und gar in Gnad' versenken. Mein Leib deine 2. Jch preise dich, du Herr, der und Tag' und Nächte, daß deine Hand Seel und Geist sei dein auf diesen und hochgerühmte Rechte mich hat Tag; das soll mein Opfer sein, bewahrt vor aller Plag' und Noth, weil ich sonst nichts vermag. 3. Ja, dir zum Eigenthum, Herr, weih' ich meine Seele; rimm die überall dem schwachen Menschen droht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so fie in deine Hut, daß ihr fein Gu- qelebet, daß ich nach dem, was tes fehle; dir geb' ich meinen Geist, finster ist, gestrebet. Laß alle Schuld verschmäh' die Gabe nicht, verkläre durch deinen Gnadenschein in Ewig. dich in ihm durch deines Geistes Licht. feit bei dir erloschen sein. 4. Ich will zum Tempel dir du wohnen magst, Heil und Leben! und leb' in rege mich, so hat Geist, auch meinen Leib 4. Schafft, daß mein Geist dich ergeben, darin ungehindert schaue, indem ich mich o Herr, mein der dunkeln Nacht vertraue, daß auf diesen schweren und Tag, des sanften Schlafs ErquitSeel' kung folgen mag. Ja, wohn' für den Leib, mir, beweg' Abendlieder. 89 5. Herr, wenn mich wird diell 2. Wo bist du, Licht, geblieben? lange Nacht bedecken, und in die Die Nacht hat dich vertrieben, die Ruh' des tiefen Grabes strecken, so Nacht, des Lichtes Feind. Doch blicke mich mit deinen Augen an, eine andre Sonne, mein Jesus, daraus ich Licht im Tode nehmen meine Wonne, ist's die mir hell im fann. Herzen scheint. 6. Und laß darauf zugleich mit 3. Der Tag ist nun vergangen, allen Frommen mich zu dem Glanz die goldne Sterne prangen in jenen des andern Lichtes tommen. Laß Himmelshöh'n. So werden, Herr, mich das Licht des ew'gen Tages die Deinen einst Sternen gleich ersehn, das nimmermehr in Nacht scheinen; auch ich werd unter ihnen wird untergehn. stehn. 4. Ich will, der Ruh zu pflegen, 190. Herr, ber du mir das die Kleider von mir legen, das Leben bis diesen Tag Bilb der Sterblichkeit; einst sinkt gegeben, dich bet' ich findlich an! auch diese Hülle, und aus der GnaIch bin viel zu geringe der Treue, denfülle schenkt Christus mir die ich singe, und die du heut an Ehrenkleid. mir gethan. Mel. Nun ruhen alle. das 5. Das Haupt, die Füß' und 2. Mit dankendem Gemüthe freu Hände sind froh, daß nun zu Ende ich mich deiner Güte; ich freue mich des Tages Arbeit sei; in dir. Du gibst mir Kraft und dich, du sollst werden Stärke, Gedeihn zu meinem Werfe, dieser Erden und von der Sündenund schaffst ein reines Herz in mir. arbeit frei. Herz, freu vom Glend 6. Nun geht, ihr matten Glie3. Gott, welche Rub der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher der, geht hin und legt euch nieder, im Lande gehn; auf deine Güte der Ruhstätt' ihr begehrt; es fomhoffen, im Geist den Himmel offen, men andre Zeiten, da wird man und dort den Preis des Glaubens euch bereiten zur Ruh', ein Bettlein in der Erd'. sehn! 7. Bald schließen sich in Frieden 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, die Augen, die ermüden, wer schützt o Gott, mein Heil. Ich bin der dann Leib und Seel? Wer Schuld entladen, ich bin bei dir in det allen Schaden? Du bist es, reich Gnaden und in dem Himmel ist an Gnaden, du Wächter über Jfrael. 8. Bedecke, vor Gefahren mich mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen mächtig zu bewahren, mit deinen Mag dann der eil ich der Ruh entgegen: dein Flügeln mich. Name sei gepreist. Mein Leben Feind auch stürmen, willst du michund mein Ende ist dein, in deine nur beschirmen, so ist er mir nicht Hände befehl' ich, Vater, meinen fürchterlich. Geist. 9. Euch aber, meine Lieben, euch möge nicht betrüben ein Unfall diese In eigner Melodie. 191. Nun ruhet in den Wäl. Nacht. Schlaft ruhig bis zum Mordern, in Städten und gen, durch Gottes Schuß geborgen, und seiner guten Engel Wacht. auf Feldern sanft schlummernd, was da lebt; ihr aber, meine Sinnen, follt Gottes Lob beginnen, eh' ihr 192. dem Schlaf euch übergebt. In eigner Melodie. Nun Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne 90 Neujahr. nicht mehr scheint, schläft, was von ihn auf seinem Throne, und laß, Arbeit müd und matt, und was Herr, seine Krone in segensvollem zuvor geweint. Glanze stehn. 2. Nur du, mein Gott wirkst 4. Laß Alle, die regieren, ihr ohne Rast, du schläfst noch schlum- Amt mit Segen führen, und schir= merst nicht; ob uns die Finsterniß men Sitt' und Recht; daß Friede, umfaßt, bleibst du doch unser Licht. Lieb' und Treue sich stets bei uns 3. Gedente, Herr, nun auch an erneue, bis auf das späteste Gemich in dieser dunkeln Nacht, und schlecht. halte du mich gnädiglich in deiner Hut und Wacht. 5. Erhalt' in jeder Ehe bei ihrem Wohl und Wehe rechtschaffne Fröm4. Ich fühle zwar der Sünden migfeit. In Unschuld und in TuSchuld, die mich bei dir verflagt; gend erhalte unsre Jugend, sie sei doch hat mir deines Sohnes Huld zu deinem Tienst bereit. Vergebung zugeſagt. 6. O Vater, wend' in Gnaden 5. Er hat für mich genug gethan, Krieg, Feuer, Wasserschaden von als er am Kreuze starb; ich nehm' deinen Kindern ab. Kein Unglücksden Trost im Glauben an, den mir fall vernichte des Landes reiche sein Tod erwarb. Früchte, die deine milde Hand uns 6. Drauf thu' ich meine Augen gab. zu und schlafe fröhlich ein; mein 7. Gedente voll Erbarmen der. Gott wacht über meine Ruh, wie Leidenden und Armen, daß sie sich fann mir bange sein? deiner freun. Den Waisen sei ein 7. Weicht, nichtige Gedanken, Vater, den Wittwen ein Berather; hin, hemmt nicht der Andacht Lauf, du wollst ihr Schuß und Beistand ich baue jest in meinem Sinn sein. Gott einen Tempel auf! 8. Sei du ein Arzt der Kranken, 8. Coll diese Nacht die letzte und die im Glauben wanken, zieh, sein, faßt mich des Todes Hand, Herr, zu dir hinauf. Den Alten so führ' mich Herr, zum Himmel hilf die Plagen, die Last der Jahre ein, in's ew'ge Vaterland. tragen, bis sie vollenden ihren Lauf. Neujahr. 9. Sei der Bedrängten Stüße und die Verfolgten schüße; gib Trost in Todesnoth. Die hier die Mel. Nun ruhen alle. 193. Erhör' uns, Gott, erhöre, Deinen waren, laß einst in Frieden breit' deines Namens fahren, send' ihnen einen sanften Tod. Ehre an allen Orten aus. Mit 10. Nun, Gott, du wirst erfüllen, deinem reichen Segen komm gnädig was wir nach deinem uns entgegen, und schütze, Herr, Demuth jetzt begehrt. dein Erb' und Haus. frob das Amen in Willen in Wir sprechen unsers Jesus 2. O laß dein Wort uns Allen Namen; so ist gewiß der Wunsch noch ferner rein erschallen, und gewährt. deiner Kraft uns freun. Gib du In eigner Melodie. getreue Lehrer, gib unverbroff'ne 194. Helft Gottes Huld Thäter sein. mir preisen auf, Christen, stimmet ein! Laßt uns 3. Du wollst das Land beglük ihm Dank erweisen und seiner fen und stets mit Gnadenblicken uns erfreu'n! Er ist der Herr auf unsern Herrscher sehn. Schüß' der Zeit, hat ihren Lauf regieret, Jahreszeiten. 91 bisher uns treu geführet und jetzt der Seelen was kann mir am Heile das Jahr erneut. fehlen! 2. Mit fröhlichem Gemüthe laßt Händen sei mein Bei4. Jesu, laß mich fröhlich enden heut uns zu ihm nahn; denn er dieses angefangne Jahr,-trage mich ist reich an Güte, hat viel an uns auf deinen gethan; er hat mit milder Hand stand in Gefahr. viel Segen uns gesendet, viel Un- dich umfassen, heil abgewendet von unserm Va- Welt verlassen. terland. Freudig will ich wenn ich soll die 3. Er hat sein Wort erhalten, Jahreszeiten. der Kirche Schutz gewährt, die Ju- mel. Helft mir Gottes Güte. gend und die Alten mit Himmels= Trost der brod genährt. Aus unverdienter 196. Du reicher Armen, D Herr der Huld hat unser er verschonet, und Keinem noch gelohnet nach seiner ganzen Welt, du Bater voll GrSündenschuld. 4. Mit väterlicher Treue nimmt 4. Mit väterlicher Treue nimmt er uns Sünder an, wenn wir uns ihm voll Reue in Jesu gläubig barmen, der Alles trägt und hält! Du, Gott, erhörst Gebet; erhöre, was im Staube vertrauensvoll der Glaube von dir in Noth erfleht. wir uns weihn. 5. Sei, Vater, hochgepriesen 2. Sonst zeigte jeden Morgen nahn; durch ihn will er verzeihn, dein Segen fich uns neu; o mach' und uns zum neuen Leben des auch jetzt von Sorgen die bangen Geistes Beistand geben, ihm wollen Herzen frei. Zu helfen ist bir leicht! du fannst dem Mangel wehfür alle Gütigkeit, die du uns hast ten, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. erwiesen in der vergangenen Zeit. 3. Den Reichen gib Erbarmen Sei ferner unser Gott; versorg bei der Bedrängten Schmerz, und, uns und bewahre auch in dem neuen Jahre, und hilf aus aller zu erfreun die Armen, sei Freude Noth. für ihr Herz; damit sie mild ihr Brod den dürft'gen Brüdern brechen, Mel. Unser Herrscher, unser. und diese dankbar, sprechen: euch 195. Hilf, Herr Jeju, laß gelohn' und segne Gott. lingen, hilf, das neue 4. Die Früchte laß gerathen, Jahr geht an! Laß es neue Kräfte uns wieder zu erfreu'n, und allen bringen, daß erneut ich wandeln unsern Saaten gib Wachsthum und fann. Neues Heil und neues Le Gedeihn. Mit milder Vaterhand ben wollest du aus Gnaden geben. gib Wärme, Thau und Regen; 2. Laß dies sein ein Jahr der dann kehret reicher Segen in unser Gnaden; Herr, vergib mir meine Vaterland. Schuld! Was der Seele möchte 5. Allgütiger wir hoffen auf schaden, wende ab nach deiner dich und deine Treu'. Oft hat uns Huld! Laß mich machen, beten, Noth betroffen, doch standest du ringen, und dadurch die Welt be uns bei. Du hilsst und rettest zwingen. gern: so sei denn unser Leben ver3. Deine Kraft kann mich wohl trauensvoll ergeben dir, unserm stärken, daß mein Wandel richtig Gott und Herrn. sei. Mach mich reich an guten Mel. Ich finge dir mit. Werken und in deinem Dienst ge- 197. Gott forgt für uns treu! Hab' ich dich, du Freund singt ihm - 92 Krieg. Friede. nie ist er von uns fern; vom Auf- ren? Gott, unser Heiland, o er= gang bis zum Niedergang strahlt freu' mit deinem Gnadenschein auf's uns die Hand des Herrn. Neu' uns, die dein Zorn er2. Den Menschen wie den schrecket. kleinsten Wurm, trägt seine Güt' 3. O würde mit Posaunenschall and Macht; er ist im Sonnen- des Ew'gen Wort gehöret; daß schein und Sturm auf Aller Heil Frieden sein soll überall, bedacht. 100 Christus wird verehret; daß Alle, 3. Was wir auf Hoffnung aus denen er bekannt, die Waffen leggestreut, hat reichlich er gemehrt; ten aus der Hand, und bauten er hat das Flehn um Fruchtbarkeit Friedenshütten. auch dieses Jahr erhört. 4. Jhr zagt nicht, Heilige des 4. Die Aehren sind von Segen Herrn; der Muth, der euch beseeschwer, mit Gut krönt Gott das let, hält die Verzweiflung von uns Jahr. Christen, bringt ihm fern, so Gottvergeßne quälet. Gott, Ruhm und Ehr' mit frommer der da waltet weit und breit, ist Rührung dar. auch zu helfen stets bereit all' denen, 5. Ja, Höchster, wir verehren die ihn fürchten. dich mit findlich frohem Dank; 5. Zu ihm sei unser Herz ge= du nährst uns treu, gibst väterlich wandt. Er wird zu uns sich wenuns mehr als Speis' und Trank. den. Der Herr mit seiner starken 6. Du gibst Gesundheit, schenkst hand wird alle Drangsal enden, uns Kraft, Gedeihn zu unserm auf daß, zu seines Namens Ruhm, Fleiß; du bist es, der den Frieden des ganzen Volkes Eigenthum sei schafft, und dir gebühret Preis. Wohlfahrt, Zucht und Ehre. 7. Laß deiner Gaben Ueberfluß 6. Wo Christen jest in blutgem uns nun auch heilsam sein, und Streit einander treffen müssen, da gib uns Weisheit bei'm Genuß, wird dann die Gerechtigkeit sich daß wir sie nie entweihn. mit dem Frieden füssen; es werden 8. Auf dich steht meine Zuver- da, wo jest das Schwert in Feinsicht, dir wollen wir vertraun; bis des Hand die Flur verheert, sich wir dereinst im höhern Licht des Güt' und Treu begegnen. Glaubens Ernte schaun. 7. Dann wird mit Regen und mit Thau Gott unsern Boden negen, daß uns der werthen Heimath Au' erfreu' mit ihren Schäßen, Doch bleibt, so viel er uns auch gibt, ein Herz, das ihn vor Allem liebt, die höchste seiner Gaben. " krieg. Mel. Aus tiefer Noth. du 198. Herr, der bu vormals Friede. dein Land mit Gnaden angeblicket, und wenn du Strafen ihm gesandt, es wiederum erquicket; der du mit väterlicher Huld verziehen deinem Volk die Schuld, gelöset seine Bande. Mel. Nun lob mein Seel. 199. Gottlob! es ist er2. Soll nun dein ernstes Strafschollen das eble gericht, o Herr, ohn' Ende wäh- Fried- und Freudenwort, daß ren? Willst du dein freundlich nunmher ruhen sollen die WafAngesicht nicht wieder zu uns feh- fen und des Krieges Mord. Friede. 93 Nimm, Vaterland, nun wieder deinwach auf, wach auf, verstockte Welt, Saitenspiel hervor, und singe Freu- bevor dich neues Schrecken gleich denlieder, im hohen vollen Chor! einem Wetter überfällt. Wer aber Erhebe dein Gemüthe zu deinem Christum liebet, hab' unerschrocknen Gott und sprich: Herr, deine Huld Muth; der Frieden, den er giebet, und Güte bleibt jest und ewiglich. ist doch das höchste Gut. Nach 2. Was hätten wir verdienet, o diesem laßt uns ringen, nichts Herr, nach unsrer Missethat, die achten Kampf und Streit, durch weil noch immer grünet bei uns Tod und Leben bringen wir einst der Sünden arge Saat! Fürwahr, zur Herrlichkeit. wir sind geschlagen geschlagen mit einer scharfen Ruth, und dennoch muß Mel. Nun danfet alle Gott. man fragen: wer ist, der Buße 200. Herr Gott, dich loben und bleiben böse, wir für deine großen du bist und bleibest treu; machst, Gnaden! Du hast das Vaterland daß sich bei uns löse der Krieg und der Kriegeslast entladen, hast gnäsein Geschrei. dig uns verliehn des Friedens 3. Sei tausendmal willkommen, güldne Zier; drum jauchzet alles du theures, werthes Friedensgut! Volf: Herr Gott, dich loben wir! Nun sehen alle Frommen, wie 2. Herr Gott, wir danken dir! reicher Segen in dir ruht. In du sendest uns zwar Strafe; dein dich hat Gott versenfet des Lebens Ernst hat uns geweckt aus unserm höchstes Heil; wer dich verlegt und Sündenschlafe, doch wieder aufge fränket, den trifft sein eigner Pfeil, than ward uns die Gnadenthür, er drückt ihn sich in's Herze, und deß freut sich unser Herz: Herr löscht aus Unverstand die goldne Gott, wir danken dir! Freudenkerze 4. Dies mit freventlicher Hand. 3. Herr Gott, dich loben wir! drückt uns Niemand könnt' unser Mund wohl schweibesser in unsre Seel und Herz gen? Du hast den Fürstenstamm hinein, als ihr, zerstörten Schlös bewahrt mit seinen 3weigen, haft ser, ihr Stätte voller Schutt Kirch und Land geschüßt; gib und Stein, ihr vormals grünen Gnade für und für; die Nachwelt Felder noch mit Gebein bestreut, singe noch: Herr Gott, dich loben wir! ihr sonst so dichten Wälder, die 4. Herr Gott, wir danken dir! ihr verheeret seid; ihr Gräber und preisen deinen Namen! Herr voller Leichen, getränkt mit Blut Gott, dich loben wir und alle Welt und Schweiß, der Helden, de sag Amen! Was lebt und Odem ren Gleichen auf Erden man kaum hat, preist dich voll Dankbegier! weiß. Herr Gott, wir loben dich! Herr 5. Ach, laß dich doch erwecken, Gott, wir danken dir! DOPY 94 Register zum Anhange zum christlichen Gesangbuche. ( Die Ziffern weisen auf die Nummern der Lieder hin.) Nro. A. A ch Gott, mich drückte schwer Ach Gott und Herr, wie groß Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Herr, lehr' mich bedent. Ach Herr, dir ist bewußt Ach mein Jesu, welch'. Allein zu dir, Herr Jesu Alles ist an Gottes Segen An dir allein, an dir hab' ich Auf, auf, ihr meine Lieder Auf, auf, mein Herz mit Fr. Auf, auf, an diesem Morgen Auf, auf, mein Geist Auf den Nebel folgen -Auf, freuet euch von Herzen Auf, ihr Christen Christi Auf meinen lieben Gott Aus tiefer Noth ruf' ich B. Befiehl dem Höchsten deine Befiehl du deine Wege Beschwertes Herz leg' ab ( S. Christe, hriste, du Lamm Gottes Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden von der Deines Gottes freue dich Dein Name werd' erhoben Dein Recht, o Gott, und dein Der am Kreuz ist meine Liebe Der du noch in der letzten Der Heiland, dessen sich ein Der Herr fährt auf gen Der Weg ist gut 40 Die Christen gehn in dieser 78 Die Sonn' hat sich mit ihrem 1 Dir dank ich für mein Leben 165 Dir sei dies Kind, Herr 70 Dies ist der Tag, den Gott 80 Du bist ein Christ 81 Du, dessen Augen flossen 125 Du, deß sich alle Himmel 82 Du, meine Seele singe 6 Du reicher Trost der Armen 41 Du sollst in allen Sachen 83 148 in Chrift, ein tapfrer 126 Gine feste Burg ist unser 17 Gin Lämmlein geht und trägt 98 Gitle Welt dein bin ich müde 127 Erhalt' uns, Herr, bei deinem 84 Erhör' uns, Gott, erhör' Frinn're dich mein Geist 128 Ermuntert euch, ihr fromm. 129 Ermuntre dich mein schwach. 7 Erweitert Thor und Thüren Es ist genug! So nimm 28 G3 ist noch eine Ruh' vorh. 48 Es wolle Gott uns gnädig F. 42 Feft est steht zu Gottes Ruhme 160 Freut euch, ihr Christen alle 2 Für diese Kinder beten wir 64 29 eist aller Geister 6. Seif 59 Geist Gottes, aus des Ew'gen 18 Gib dich zufrieden 49 Gott, der Vater, wohn' uns Nro. 130 166 189 185 70 19 131 30 67 149 196 99 100 58 31 167 59 193 43 178 20 21 168 179 60 61 12 72 50 51 132 11 Register. Nro.|| 13 Jesu, hilf fiegen, du Fürste 14 Sefu, meine Freude, meines 169 Jesu, meine Wonne 8 Jesus schwebt mir in Gedant. 65 Jhr armen Sünder kommt 161 Jhr Augen, weint 199 In allen meinen Thaten 9 ft Gott für mich, so trete 197 133 Komm heil'ger Geiſt, Herre 186 Komm, o fomm, du Geist des 106 R L. Caß mich dein sein und 194 Laßt ihn uns preisen, den 198 Lebst du in mir, o wahres 190 Licht von Licht, erleuchte mich 150 Liebe, die du mich zum Bilde 200 Liebster Jesu wir sind hier 170 Lobsinge meine Seele 32 M. 86 Mache dich, mein Geiſt 107 101 Meinen Jesum laß ich nicht Meine Seele, laß Gott Meine Seel' ist stille Gott der Macht, in deinem Gott der wird's wohl machen Gott hab' ich Alles heimgest. Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort Gottlob, ein Schritt zur Gottlob, es ist erschollen Gott sei Danf, der mit uns Gott sorgt für uns, o singt Gott will machen, daß Großer Gott, den Alles Großer König, den ich ehre Helft Gottes Huld mir Herr, der du vormals hast Herr, der du mir das Leben Herr Gott, dich loben wir Herr Gott, dich loben wir Herr Jesu Christ, mein Herr Jesu Christ, dein Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, mein Herr Jesu, Gnadensonne Herr ich habe mißgehandelt Herr, wie du willst, so Herz und Herz, vereint Herzlich lieb hab' ich dich, o Hier ist mein Herz Hier liegt mein Sinn sich Hilf, Herr Jesu, laß geling. Höchster Gott, wir danken dir Hüter, wird die Nacht der Ich bin getauft auf deinen Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin Gottes 85 3 158 108 109 102 95 Nun bitten wir den heilgen 66 87 Nun danket alle Gott Nun kommt das neue 134 151 73 Nun lob den Herrn 171 Nun ruhet in den Wäldern Nun sich der Tag geendet hat D Jch, der ich oft in tiefes Leid Ich geh' zu deinem Grabe Ich hab in Gottes Herz Ich habe nun den Grund Ich komme als ein armer Ich ruf zu dir Herr Jesu Ich finge dir mit Herz und Ich stehe an der Krippe hier Ich will dich lieben, meine Ich will von meiner Misseth. 88 Jerusalem, du heil'ge Stadt 180 Jesu, deine tiefe Wunden 110 33 Mein Gott, das Herz ich Mein Gott, ich weiß wohl Mit Fried' und Freud' Mitten in dem Leben 44 135 95 74 4 95 Nro. 103 111 75 112 89 34 136 96 D. daß ich tausend Jungen Gott, wie wird mein heil'ger Geist fehr' bei uns Jesu Christ mein höchstes. Jesu, Jesu Gottes Sohn 152 O Jesu, sieh darein 23 Jesu, süßes Licht Mensch, ermuntre deinen Tod, wo ist dein Stachel Ursprung des Lebens Vater der Barmherzigkeit 52 53 5 24 113 187 114 10 45 68 115 15 138 104 172 173 174 54 153 25 154 191 192 155 181 55 116 117 90 188 91 46 162 92 96 O wie selig seid ihr doch O wie wichtig und wie richtig R. Ninge recht, wenn Gottes Register. Nro. 182 163 agt immer Weise dieser Schmücke dich, o meine Seele, was ermüdst du dich Sei Gott getreu Sieh, hier bin ich, Ehrenkön. So hab' ich obgesteget So Jemand spricht, ich liebe So ist denn nun die Hütte Sollt' ich meinem Gott nicht fingen Soll ich denn mich täglich Sollt ich meinem Gott nicht trauen So ruhest du, o meine Ruh Stärke, die zu dieser Zeit Tief zwar beugt die Noth Treuer Hirte deiner Heerde Triumph! Triumph! Bringt 11. Unjerm nserm Gott laßt uns 105 W. ach' auf, du Geist der Warum betrübst du dich 118 Warum sollt' ich mich denn 79 Warum willst du doch 119 Was gibst du denn, o mein 139 Was mein Gott will 120 Was wär' ich ohne dich 175 Wenn Alle untreu werden 159 Wenn einst mein Stündlein 26 Wenn ich nur den Heiland V. erfündigt alle seinen Von Gott will ich nicht Wa Wenn mich die Sünden 156 Wer in der Schwachheit 140 Wie führst du doch so selig 142 62 47 Nr 7 14 64 14 14 14 12 14 121 123 177 124 38 93 1 27 Wie lieblich tönt die Kunde 141 Willst du in der Stille singen 69 37 Wir danken dir, Herr Jesu 176 wird das nicht Freude sein 39 184 Wir glauben All' an einen Wohl dem Menschen Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin? Wer Wunderbarer König 3. 71 euch ein zu deinen Thoren Beuch 12 164 94 97 157 56 Den 26 März 1883 wurden. wir gekogelirt von Pfarrer Wens ich naar 18. Jahre alt. der 20ten Acktober 1884 ist unsere Sehn Balthaser gelovem der dockvor dasins hatt ihn zuer, sp den 23ten Acktober Kft unsere 188 Vechter Elise Katherine geberen den 15 Oktober 1890 ist unsere Tochter Maria geboren Den 17 Januar 1894 ist unser Sohn Ihre was vormittags 11 Uhr gebohrn Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77- 0 30/7 86 30 10 Inches 12²4 Centimetres Blue 3 7 Farbkarte# 13 Green Cyan 4 3 15 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black