iejgro ill dis Flundition Canka $ # 3 K 3 326 Gustav Dehmel, Gb 21911 Buchbinderei und Buchhandlung in Schlawa hält Lager von Kalender, Gebet-, Schul- und Erbauungsbücher, Schreib-, Zeichnen-, Seiden-, bunte, Briefpapiere. Couverts, Siegellack, Stahlfedern, Federhalter, Bleistifte, Tinte, Bilderbogen. Hochzeits- und Geburtstags- Karten, Gesinde- Dienstbücher, Birkel, Gummi, Bathenbriefe, Photographie- Rahmen, Tuschkasten, Brieftaschen, Notizbücher, Damentaschen, Spiegel, Liniale. Gold und Polisanderleisten. Anfertigung von Einrahmungen; welche gegen Rauch und Staub geschüßt sind, besorge ich selbst. Meine Leihbibliothek von über Tausend Bänden bitte recht reichlich zu benüßen. Mehrere Journallesezirfel empfehle zum Abonnement. Seit einigen Jahren Buchhändler, bitte bei Bedarf von Zeitschriften, Journalen, Kars ten, Bildern, Noten und anderen Büchern mich mit zahlreichen Aufträgen zu beehren. 1 F and lant 376012- naprone jb 2197 1. Morgen- Lieder. and no time din can Mel. Was Gott thut, das ist. Augen auf dich sehen; du hast 1. Ad), Gott und Herr, bewacht mich diese Nacht, drum will ich dich jetzt preisen, dir ewig Dank erweisen. du Lebenslicht! du Hort des Heils ohn Ende! wir kommen vor dein Angesicht, wir beugen Knie und Hände, und loben dich demüthiglich in dieser Morgenstunde aus unsers Herzens Grunde. 2. Denn alles ist in deiner Hand, was nur die Erde bringet, dein ist das Meer und dessen Stand, die Höhe dir lobsinget; du bist mein Gott, du hilfft aus Noth, du kannst mir alles geben, mein Schild, mein Fels, mein Leben. si 3. Ach, Herr, dein Ohr kehr auch zu mir, erhör mein sehnlich Flehen! denn meine Hülfe steht bei dir, mein 4. Ach, Gott, vergib durch deinen Sohn mir alle meine Sünde, und gib, daß ich vor deinem Thron Schutz und Gnade finde; hilf, Caß ich mag auch diesen Tag in deinen Wegen wallen, zu deinem Wohlgefallen. 5. Regiere mich durch den Verstand, durch deines Geistes Gaben, und führe mich mit deiner Hand, wo du mich hin willst haben; behüte mich genädiglich, und segne meine Tritte durch deine Gnad und Güte. 6. Nimm weg mein steinern Herz von mir, damit ich sei bekehret; ein fleischer1 Morgen- Lieder. 2 nes gib mir dafür, das sich stets zu dir kehret; o daß dein Knecht allzeit dein Recht mit ganzem Ernste hielte, und dein Gesetz erfüllte! 7. Behüte mich vor Stolz und Pracht, wenn du mich etwa segnest; und wenn du mir Kreuz zugebracht und mir mit Zucht begegnest, hilf, daß ich sei ganz still dabei, und himmelische Dinge durch deine Kraft vollbringe. 8. Ach, Herr, erhör, ach, Herr, steh auf, vergiß doch nicht der Armen, ach, hör ihr Flehn, ach merke drauf! Ja, du wirst dich erbarmen, und durch dein Schwerdt dein Fettr and Heerd mit Macht und Kraft bewahren, genädig herabfahren. zu dir. Preis dir, durch den ich lebe und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, der aus dem Herzen floß. Da 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Docht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: das dank ich deiner Macht und deiner Vatertrene. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer meiner Seelen! ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gib, was mir nüßlich ist, Gott, dem ich alles danke; mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und 9. Es segne uns Gott, unser Gott, und geb uns seinen Frieden, er helfe uns aus aller Noth; und solls einst sein geschieden, so hilf, Herr Christ, der du Gott bist, durch deinen Tod und Leiden zur ewgen Himmelsfreuden. ( Martin Hancke.) Mel. Aus meines Herzens. 2. Allmächtiger, ich hebe fliehn. mein Aug' empor 5. Beglücke du die Mei gb 2191 Morgen- Lieder. nen nach deiner Gütigkeit. Verlaß der Armen keinen; wend alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, eilst allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein. slin ( Ch. F. Neander.) Mel. Befiehl du deine Wege. 3.* Auf, auf, mein Geist, zum Loben, auf, auf, und werd erhißt; bedenke, wie von obender Höchste dich beschüßt. Hätt er dir nicht die Wache der Engel zugeschickt, so hätte dich der Drache im tiefen Schlaf erstickt. 2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein Gott, allein, dir, dir, soll mein Gemüthe von Herzen dankbar sein; dir, dir, der du mein Leben haft bis daher verlängt, und täglich auch daneben viel Wohlthat eingeschenkt. 3 dm3. Du, Herr, der Himmelszelten, wie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein'n dir ergebnen Sinn. 14. Nur weg mit Horn und Klauen, ich opfre Herz und Brust; ein findliches Vertrauen, das, das ist deine Lust; das, das laß dir gefallen; wie schlecht es immer scheint, so ist dennoch vor allen dies Opfer gut gemeint. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jetzt empfinde, wie sie mein Herz betrübt. Verzeihe mir, und dämpfe all' üppige Begier, mir der ich täglich kämpfe. O Herr, verzeihe mir. 6. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu Allem, was ich thu. Herr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all mein Geschäfte gewünscht von Statten geh. 7. Gib mir vor allen 1* 4 Morgen- Lieder. Dingen getroften Muth und Geist, dies freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermüthig sein, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. die sich zu Gottes Kinder Schau bespiegelt in dem Morgenthau. 2. Sprich: Gott, ich bin nicht gnug dazu, die Gnade zu erzählen, die du durch sichre Leibesruh erzeigt haft meiner Seelen. Ich kann nicht zeigen an, was du mir Guts gethan, nebst Andern, die auch trauen dir, und eines Glaubens sind mit mir. 2 3. Nun, meiner Seele Hülf und Schuß, ich rühme deine Treue, die deinen Kindern kommt zu Nuß, die alle Morgen neue. Ich dank herzinniglich, daß du so gnädig mich und auch die Meinen diese Nacht durch deinen Engel haft bewacht. so gib, daß ich erfreut von 4. Gib, liebster Gott, daß Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. ( Joh. Franck.) ferner auch ich heute christlich wandle, und meiner Pflicht also gebrauch, daß, was ich thu und handle, gereiche mehr und mehr zu deines Namens Mel. Der lieben Sonnen. 4. Auf, Seel und danke Ehr, zu meiner Seele Heil und Schuß, und meines Nächsten Dienst und Nutz. deinem Herrn aus reinem Herzensgrunde; das helle Licht vertreibt die Stern in dieser Morgenstunde; die Sonn entdecket dir der Güter Gottes Zier, 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele kränket; hingegen gib, was angenehm, was deinen Se8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande gerathen vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Lebennach deinem Willen ein; laß auch mein Haus daneben von dir gesegnet ſein. 9. Gib, daß im Kreuz und Glücke ich stets so leben mag, daß ich all Augenblicke denk an den letzten Tag; und wenn der wird einbrechen, Morgen- Lieder. gen schenket; wend ab Gefahr und Noth, Krieg, Hunger, Feu'r und Tod; schickst du mir aber Kreuz mit zu, so gib Geduld, Trost, Hülf und Ruh. 6. Ich will gern alles nehmen an, zu Lieb und auch zu Leide, weil deine Hand es ändern kann, und wenden Leid in Freude. Dein Herz auf mich gericht't, kann mich verlassen nicht; denn wer im Glauben kommt zu dir, der ist geſegnet für und für. 7. Nur dir sei alles heimgestellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben; mach Alles so, wie dirs gefällt, dir hab ich es ergeben. Bewahre Stadt und Land, Lehr-, Wehr- und auch Nährstand! Erhalte Wort und Saframent; gib ein vernünftig, selig End. 8. Mein Herr und Gott! dich laß ich nicht, dir lieg ich hier zu Füßen, bis mir dein Mund den Segen spricht, der alles kann durchsüßen; wenn mich dein Himmel tränkt und mir viel Guts einschenkt, wenn mich dein 5 süßer Gnadengeist aus meines Jesu Wunden speiſt. 9. Hierauf nehm ich mit Freuden an, was mir ist anbefohlen; dein Geist mich führ auf ebner Bahn, bis du mich wirst einholen ins schöne Paradeis, zu deinem Lob und Preis; so ist ein Tag in Gott vollbracht, Anfang und Ende gut gemacht. ( Christ. Scriver.) Mel. In eigner Melodie. 5. Aus meines Herzens 5, Grunde Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Lebelang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum unsern Herren, deinen eingebornen Sohn. 2. Daß du mich aus Genaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir mein' Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich auch erzürnet dich. 3. Du wollest auch, behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wü 6 Morgen- Lieder. then, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor schnellen bösen Tød. jun 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind in deine Händ thu geben, dazu mein Hausgesind; ist dein Geschenk und Gab; mein' Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und Alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein' Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen; denn er all Ding vermag! Er segne meine Thaten, mein Vornehm'n und mein Sach: denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben, er machs, wies ihm gefällt. ( 7. Nun woll'n wir dank'n und loben den Herren allezeit; für seine großen Gaben, die er uns hat bereit't, und bitt'n demüthiglich, daß er nach diesem Leben im Himmel uns woll geben die Freud und Seligkeit. 8. Uns'rm König auch wollst geben, und allen Predgern fromm, ein g'sund und langes Leben, dein Reich zu ihnen komm, auf daß sie mögen frei dein göttlich Wort uns lehren, wollst sie und uns bewahren vor Irrthum, Keberei.) 9. Darauf so sprech ich Amen, und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen ihm wohlgefallen fan. Drauf streck ich aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott bescheiden in mein'm Beruf und Stand. ( Joh. Matthesius.) Tid * 6. D Mel. Auf meinen lieben Gott. * er schöne Tag bricht an; die Nacht ist abgethan, die Finsterniß vergangen: laß uns dein Licht umfangen, du Morgen- Lieder. unser Sonn und Leben, der Welt zum Heil gegeben! 12. Befiehl der Engel Schaar, daß sie uns heut bewahr; du selbst dein' Hand ausstrecke, daß uns dein Schild bedecke, und alles Uebel weiche, der Arge nicht beschleiche. 3. Laß unter deiner Hut uns nichts thun, als was gut, und recht wie Kinder leben, dir Herz und Sinn ergeben, in deinen Wegen gehen und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Uebelstand, so beut uns selbst die Hand, daß wir in allen Stücken uns drein geduldig schicken; denn dir nicht widerstreben ist ja das beste Leben. 5. Tränk und speis unsern Mund, halt auch den Leib gesund. Muß unser Geist sich wenden: nimm ihn zu treuen Händen; und laß auf deinen Namen uns fröhlich fahren. Amen. ( Aug. Buchner.) 7 und des Abends zu Bette geb, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. * 7.D Mel. Wo Gott zum Haus nicht. es Morgens wenn ich früh aufsteh, 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schaß ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht; drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht; denn wo ich bin, bist du bei mir: mein Glück und Kreuz kommt all's von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehl jezund und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott! im Mel. Christus, der uns. 8. Christe, wahres Seelenlicht, deiner Christen Sonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne! deiner Güte Lieb Morgen- Lieder. 8 lichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, darf nicht übrig sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf, der du bist das Leben; neues Leben in mir schaff! Denn hast du gegeben dieser Welt der Sonnen Licht, welches All erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht, ohne Gottes Leuchten steht kein Mensche Christum nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelsthau ſeiner süßen Lehre; drum, Herr Christe, auf mich schau, und dich zu mir fehre. 4. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüth sich in dir erquicke und die füße Himmelslust mit Begierde schmecke, sonsten sei mir nichts bewußt, so da Freud erwecke. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffarth, Augenweide, Fleischesluft und Augenschein. Jesu, mir verleide, womit sich die Welt ergößt zu ihr Selbst- Verderben; dennwas sie fürs beste schäßt, machet ewig sterben. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude! bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Kleiderpracht werde Dank dir bringen, und, daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören singen. ( Christoph Prätorius.) Mel. 9. Befiehl du deine Wege. ank sei Gott in der Höhe in dieser Morgenstund, durch den ich wied'r aufstehe vom Schlaf frisch und gesund! Mich hatte zwar gebunden mit Finsterniß die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wied'rum thu ich dich bitten: o Schußherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel: all christlich Obrigkeiten, unser Schul und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. 3. Erhalt uns durch dein Güte bei g'sunder, reiner Lehr, vor Keßerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir Morgen- Lieder. mit unserm Samen immer in Einem Geist sprechen: des Herren Namen sei groß und hoch gepreist. ning edan 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, ein g'sund und mäßig Leben, dazu ein fröhlich G'müth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. 5. Gib mildiglich dein'n Segen, daß wir nach dein'm Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß; daß ein jeder sein Neße auswerf und auf dein Wort sein'n Trost mit Petrus sebze: so geht die Arbeit fort. bin 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß; doch kann er nichts vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrscheft in allen Dingen und unser Beistand bist. 09 dazu; hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr, dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. ( 3. Mühlmann.) 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachs'n und leben, und bringen Frucht Mel. Werde munter, mein. 10.* Das as walt Gott! Die Morgenröthe treibetweg die schwarze Nacht, und der Tag rückt an die Stätte, der da alles munter macht. Drum so muntre ich mich auf, und mein Herz gedenket drauf, wie ich dir, mein Gott, Lob bringe, und den Morgenſegen finge. 2. Loben doch flugs mit dem Morgen dich die kleinen Vögelein; eh sie für das Futter sorgen, muß es erst gesungen sein. Sollt ein dummes Thierlein nun mir hierin zuvor es thun? Nein, das Singen, Loben, Beten hab ich mehr als sie vonnöthen. 3. Denn wenn ich könnt übersehen, was all für Gefährlichkeit ich gehabt hab auszustehen meine ganze Lebenszeit; ja, was noch für Ungelück alle Stund und 10 Morgen- Lieder. Augenblick, und so lang ich werde leben, über meinem Haupte schweben. 4. So würd ich bekennen müssen: Herr, wie viel ist meiner Feind', denen du mich haft entrissen, theils auch noch vorhanden seind! Ich würd mich entseßen schier, wie du oft erzeuget mir, Hülfe, Gnade und Wohlthaten, wenn ich in Gefahr gerathen. Sünd und Laster zu begehen, so gib, daß ich solche meid. Reizen mich mein Fleisch und Blut, zeigt die Welt mir Ehr und Gut, laß mich ja zu Nichts verführen, das sich thäte nicht gebühren.' 8. Wenn ich aber was vornehme, draus zuvörderst deine Ehr und des Nächsten Nußen käme, oder sonsten rühmlich wär, so befördre du das Werk, gib dazu Rath, That und Stärk. All mein Arbeit muß gedeihen, wenn du, Herr, thust Gnad verleihen. dr. Drum so sei all mein Vermügen, dich zu loben dran gestreckt. Mein Gebet laß vor dir tügen, wie ein Opfer angesteckt; und ver- 9. Von mir ſelbst bin ich leih, daß dieser Tag mir auch glücklich scheinen mag. Ach daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht vertriebe! untüchtig, zu befördern meine Sach; die Begierden sind nicht richtig, der Verstand ist viel zu schwach; schwach ist meiner Seelen Kraft, und der Leib oft mangelhaft, meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. TINO, 6. Gib, daß ich mag recht erwägen, was erfordert meine Pflicht; was derselben läuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Mein Gedanken und Verstand richte, Herr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Gewissen stets behalte. 7. Würd ich etwa heute sehen allerhand Gelegenheit, 10. Drum, Herr, all mein Thun und Laffen sei dir alles heimgestellt; führe mich auf rechter Straßen, mache, wie es dir gefällt; segne den geringen Fleiß, lehre mich, was ich nicht Morgen- Lieder.. weiß, zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wo ich hingehe, in man I 11 Siechenbett, so gib, daß ich mich beizeite schick zu meiner Ruhestätt. Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so bitt ich dich, mich vor schnellem Tod bewahre, gib, daß ich in Friede fahre. 15. Das walt Gott! So tret ich fröhlich die Berufesarbeit an. Herr Gott Vater, dich anbet' ich, laß es wohl von Statten gahn; Jeſu Christe, ſegne du, heilger Geist, sprich ja dazu. Herr, in deinem großen Namen sei mein End' und Anfang. Amen.( Martin Grünwald.) 11. Wird ein Fall mich übereilen, ach so hilf mir wieder auf. Schüß mich vor des Satans Pfeilen und all meiner Feinde Hauf. Ist Gefahr heut vor der Thür, steht mir etwa Unglück für: laß mich deine Hülf em• pfinden, ritterlich zu überwinden. Tim 12. Willst du mir ein Kreuz zuschicken, mach, daß ichs ertragen kann; will es mir nicht allzeit glücken und nach meinem Willen gahn, so SE ists meiner Sünden Schuld; Mel. Wo Gott zum Haus.i drum gib Hoffnung und Geduld; all mein Unglück kannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. 11. Dª as walt Gott Va= ter und Gott Sohn, Gott heiliger Geist ins Himmels- Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wanns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich dieſen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm: dein Ohr neig her, mein Red' vernimm. 13. Wird mir etwas aufgedichtet oder sonst geredet nach, Herr, du bists, der Alles richtet, dir befehl' ich meine Sach. Gib, daß ich mich vor der That hüt, der Lügen wird wohl Rath. Ach, wie ist ein gut Gewissen meinem Haupt ein sanftes Kissen. aid 14. Wirfst du mich denn etwa heute auf ein hartes NO 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnä Morgen- Lieder. 12 dig haft behüt't, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zugebracht. 14. Ich schlief und wußt nicht, wie mir wär; so schlich der Teufel um mich her, den hat, Herr, deine Macht vertrieben, daß ich vor ihm in Ruh geblieben. 5. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten ſein. mong Sünd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht beschwer, und mein Gewissen h nicht versehr. 10. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Noth und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. 11. Mein'n Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Uebel widerfahr; behüt mich vor ein'm schnellen Tod, und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. 6. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier, er d ( Martin Böhm.)[ t of In eigner Melodie.chpit führ mich heut auf rechter* 12. Die güne Sonvoll Freud ich vollbringen kann. 7. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß und meinem Nächsten thue Guts. und Wonne, bringt unsern Gränzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hin8. Hilf, daß ich zu regie ren wiss' mein' Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib; all bös' Begierden von mir treib. 9. Bewahr mein Herz vor Morgen- Lieder. kommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Gütersind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. 4. Abend und Morgensind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen: laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treibferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn.Tun Tin 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in 13 meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes dreinbläst. Alles in allen muß brechen und fallen: Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, ſein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergibund schone. Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Morgen- Lieder. 14 womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte aus allen Schäßen, der edelste Hort. 11. Willst du mich fränfen, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan! so maches, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeres- Brausen und Windes- Sauſen leuchtet der Sonnen gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht't. ( Paul Gerhard.) Mel. Num freut euch, lieben Christen. 13. Erhebe dich, o meine Seel, bie Finsterniß vergehet; der Herr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht aufheben heilig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet.de 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesemGnadenschein nicht eine Stunde müßig sein: Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gib, daß wir greifen an das Werk; gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sei auf unsern Glaubenswegen; so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Ge Morgen- Lieder. 15 schäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. laß es lichte werden: denn nur bei dir allein ist lauter Sonnenschein. ir of mind 116. Ich flehe, Herr, mach2. Geh in dem Herzen mich bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn, und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. auf, du Sonne meiner Seelen, erleucht durch deinen Lauf die dunklen Jammerhöhlen, damit ich diesen Tag im Lichte wandeln mag. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sei die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesen Grund, und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die güldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. ( Peter Lackmann.) Mel. Die Nacht ist vor der Thür. 14. D er Tag ist vor der Thür, und liegt schon auf der Erden, mein Jeſu, tritt herfür, und 3. Nimm dieses Opfer hin, ich kann dir sonst nichts geben, als was ich selber bin, dir schenk ich Leib und Leben; ach laß des Herzens Schrein mur deinen Weihrauch sein. 4. Gib, daß die schwarze Nacht der Sünden sich verliere, und daß ich mit Bedacht mein Leben heute führe! Es geh kein Augenblick ohn deine Furcht zurück. 5. Laß alles, was ich thu, in deinem Namen machen; ich bete, segne du; sprich Ja zu allen Sachen; kein Stündlein geh vorbei, das mir nicht selig sei. 6. Willst du mich diesen Tag mit Kreuz und Kummer plagen, so gib, daß ich es mag still und geduldig tragen. Führst du mich wunderlich, so machs nur seliglich. 16 Morgen- Lieder. 7. Und endlich lasse mich den Abend auch erleben: alsdann so will ich dich mit diesem Ruhmerheben, daß deine Vatertreu tagtäglich neue sei. 8. Wohlan, so will ich nun an meine Arbeit schreiten, Gott wird mein ganzes Thun mit Segen schon begleiten. Mein Anfang soll allein der Name Jesu sein. ( Benj. Schmolk.) ich wandeln, und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt, gewissenhaft in Allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Luft der Welt. O stärke selbst mit deiner Hülfe mich! denn was vermag ich Schwacher ohne dich! Mel. Dir, dir, Johovah. 15. Dich, bich, mein 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann. Soll guter Vorsatz mir mißich, dich, mein lingen, so schreib den VorGott, will ich saß selbst zum Heil mir an. erheben, du warst mein Auch dieser Theil von meiSchirm in der verfloßnen ner Uebungszeit sei mir GeNacht; erquicktest mich, er- winn noch für die Ewigkeit. hieltst mein Leben und schafftest es, daß ich vergnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tagzum Heil mir schenkst? 5. Gib mir auch heute, was mir nüßet. Vor allem aber gib ein ruhig's Herz, das sich auf deine Vorsicht stüßet, und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit jedem Morgen neu. Mit innig dankbarem Gemüthe fühl ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getrostan mein Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen, und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du Morgen- Lieder. 17 keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. ( 3. S. Diterich.) Mel. Wie schön leuchtet der. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein 16. Dich seh ich wieder, Ruhmist deine Gnade. Denn Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will voll frommer Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte! ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaaf; erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 2. Du warst auch diese 2. Du warst auch dieſe Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen. Zu sei meinem Leben setzest du jetzt einen neuen hoch dafür gepriesen! Durch hoch dafür geprieſen! Durch dich bin ich, und ich neue Stärke; dich erhebe merke meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Welt soll mich der heilige 5. Auch im Geräusch der Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu Leben. Auf dich hoff ich, und höhern Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. ( G. F. Neander.) Mel. Was Gott thut. Lieb und Macht, daß Sünd 17. und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit, in christlicher Zufriedenheit, zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist Die neue Woche geht nun an und ist schon eingetreten; wach auf, mein Herz und denke dran, daß du zu Gott sollst beten, und ihm dabei für seine Tren mit Danken Morgen- Lieder. 18 und mit Singen ein Morgenopfer bringen. 2. Viel hundert Wochen hab ich schon im Leben an gefangen, und keine jemals ist davon erlebet und vergangen, in welcher nicht ein Gnadenlicht von Gott mich angeblicket und tausend Guts geschicket. 3. Das Leid und Leiden dieser Zeit, so mir auch mit begegnet, hat er durch viel Zufriedenheit gemildert und gesegnet; daß er hat nie in Angst und Müh mich trostlos lassen stehen, noch drinnen untergehen. 4. Ach, fallen mir die Sünden ein! was wird in so viel Wochen für Schuld nicht aufgelaufen sein? Und doch, was ich verbrochen, hat er dabei auf Buß und Reu in Christo mir verziehen und. alle Huld verliehen. 6. Jedoch in Christo willst du dir es wohlgefallen lassen. In Christo will ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebensfürst, bei allen meinen Werken in dieser Woche stärken. 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, und danke dir von Herzen. Ach, meine Schwachheit machet mir Bekümmerniß und Schmerzen: daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, als sie sollte, und ich doch gerne wollte. 7. Mein Aus- und Eingang sei beglückt an Seelund Leibessegen. Bring mir, was meinen Geist erquickt, in deinem Wort entgegen: denn dies allein soll einzig sein, was ich mir zum Ergößen zeitlebens werde setzen. 8. Doch aber soll sich meine Zeit mit dieser Woche schließen: ei nun, so wird die Ewigkeit mir allen Tod versüßen. Denn dich und mich, ja mich und dich, kannweder Freud und Leiden, noch Tod und Leben scheiden. 9. Wohlan, so mags gleich wunderlich in dieser Woche gehen: es kann doch anders nicht um mich als gut und heilsam stehen; denn was Gott fügt, wird mich vergnügt bei allen meinen Sachen und endlich selig machen. ( Adam Reußner.) 19 Mel. In allen meinen. ir dank ich für der Armen, und bist ein Vater, verzeiht. 18. Dein Leben, 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Es ist dein größt Geschenke, daß ich durch ihn dich denke; dein ist's, daß er dich Vater heißt. Morgen- Lieder. Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich ge= leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu ge= ringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen, und zähltest meine Thränen, eh ich bereitetwar; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest; dies alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben. Du gibst; ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! ( Chr. F. Gellert.) Mel. Ach, daß ich tausend. 19. Cin neuer Tag, ein neues Leben geht 15. Du ließt mich Gnade mit der neuen Woche an, finden, und sahst doch meine Gott will mir heut aufs Sünden vorher von Ewig- neue geben, was mir sonst keit. O Höchster, welch Er-. Niemand geben kann. Denn barmen! du forgtest für mich hätt ich seine Gnade nicht, 2* Morgen- Lieder. 20 wer gebe mir sonst Trost und Licht? nd fluß, nur was ich nöthig haben muß. 2. Ich grüße diesen lieben 6. So thue nun, mein Morgen, und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du sørgst für mich ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine Seele, und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch Mel. In eigner Melodie. weil ich noch in dieser Höhle 20.Gottes Himmels mit Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir; denn meine Hülfe steht bei dir. all und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was darinnen ist, erhält. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Auch laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn! Gib dei nen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. Gott, das Deine, und laß mich auch das Meine thun; behüte beide, Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein Jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. ( Benj. Schmoll.) 191 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein! Ich bitte keinen Ueber2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List meinnicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn, o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da Morgen- Lieder. alleine Hülf und Rath ist Mel. Balet will ich. für meine Miſſethat. 21.3 b ch dank dir, lieber Herre, daß du mich hast bewahrt in dieser Nacht Gefährde, darin ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, dazu in großer Noth, daraus ich bin entgangen, halfft du mir, Herre Gott. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele ſorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele ſammt denSinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand! Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir fende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende, und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. ( Heinr. Albert.) 21 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein Gott und Herr! im Himmel hoch dort oben; den Tag mir auch gewähr, warum ich dich thu bitten, und auch dein Will mag sein. Leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. 3. Daß ich, Herr, nicht abweiche von deiner rechten Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr möcht gahn. Erhaltmich durch dein Güte, das bitt ich fleißig dich, vors Teufels List und Wüten, damit er setzt an mich. 4. Den Glauben mir verleihe an dein'n Sohn Jesum Christ, mein Sünd mir auch verzeihe allhier zu dieser Frist! Du wirst mirsnicht versagen, wie du verheißen hast, daß er Morgen- Lieder. 22 mein Sünd thu tragen, und lös mich von der Last. 5. Die Hoffnung mir auch gibe, die nicht verderben läßt; dazu ein' christlich Liebe zu dem, der mich verleßt, daß ich ihm Guts erzeige, such nicht darin das Mein, und lieb ihn als mich eigen, nach all dem Willen dein. 6. Dein Wort laß mich bekennen vor dieser argen Welt, auch mich dein'n Diener nennen, nicht fürchten G'walt nicht Geld, das mich bald möcht ableiten von deiner Wahrheit klar; wollst mich auch nicht abscheiden von deiner Christen Schaar. 7. Laß mich den Tag vollenden zu Lob dem Namen dein, daß ich nicht von dir wende, ans End beständig sein. Behüt mir Leib und Leben, dazu di Frücht im Land; was du mir hast gegeben, steht all's in deiner Hand. und 8. Herr Christ, dir Lob nem Leib mich speisen; tränk mich mit deinem Blut. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm; die Rach dir Niemand wehre; dein Segen zu uns komm, daß wir im Fried entschlafen; mit Gnaden zu uns eil; gib uns gib uns des Glaubens Waffen vors Teufels listge Pfeil. ( Joh. Kolroß.) LENGE bott 2 In eigner Melodie. 22. J ch dank dir schon durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich heut in dieser Nacht so gnädig haft behütet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, von aller Sünd geplaget ward, die ich mein Tag begangen. 3. Drum bitt ich dich aus Herzensgrund, du wollest mir vergeben all mein Sünd, die ich begunnt mit meinem bösen Leben. ich sage um deine Wohlthat 4. Und wollest mich auch all, die du mir all mein Tage erzeigt haft überall. Dein'n Namen will ich preisen, der du allein bist gut, mit deidiesen Tag in deinem Schutz erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. Morgen- Lieder. 5. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd nicht fallen, auf daß dir mög das Leben mein und all mein Thun gefallen. 46. Denn ich befehl dir Leib und Seel, und all's in deine Hände, in meiner Angst und Ungefäll, Herr, mir dein Hülfe sende. 7. Auf daß der Fürste dieser Welt kein Macht an mir je finde: denn wo mich nicht dein Gnad erhält, ist er mir viel zu g'schwinde, 8. Ich hab doch all mein Tag gehört, menschlich Hülf ist verloren. Drum steh mir bei, o treuer Gott, zur Hülf bist du erkoren. 9. Allein Gott in der Höh sei Preis fammt seinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrschtins Himmels Throne. ( Mich. Prätorius.) In eigner Melodie. 23. J danke dir, o Gott, in deinem Throne, in Jesu Christo, deinem lieben Sohne, daß du mich wollen diese Nacht bewahren vor Schaden und 23 vor mancherlei Gefahren, und bitte dich, wollst mich an diesem Tage behüten auch vor Sünden, Schand und Plage. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Händ befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele; dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sei und bleib bei mir an allen Seiten, auf daß der bös' Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unfre Nahrung reichlich benedeie, die Pest von unsrer Stadt und Land laß wallen: dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen: Theurung vertreib, mit Segen uns erfülle nach deinem Wort und väterlichen Wille. 4. Ich bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort be bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie sei'n hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du sie bewah Morgen- Lieder. 24 ren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. de 5. Auch welche sind betrübt, krank und gefangen, in ihren Nöthen nach dir, Herr, verlangen, die wollest du von allem ihrem Bösen aus lauter Gnade endlich gar erlösen. All arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, ein seligs Ende uns insgesammt bescheere. Mel. O Gott, du frommer. Mel. Gott, der du für uns. * 24. Erschein, du 25* n dieser Morgenstund will ich dich loben, o Gott, mein Vater, in dem Himmel oben. Was du für Gnade mir stets thust beweisen, will ich nun preisen. Morgenstern, leucht hell in mir, o Sonne, mein Heiland, wahres Licht, beständig in mir wohne; erwärme du mich ganz mit deiner Liebe Schein, und bringe lauter Licht ins neue Herz hinein. mit deiner Hand, dein Auge leite mich, daß ich dir folge schlicht, und seh allein auf dich. 4. Laß mich kein ander Bild in meine Seel einlaſsen, als dich, mein Licht und Theil, zum Licht und Leben fassen. Sei du mein einig Wort, eröffne mein Gehör, und ziehe mich dir nach, so lauf ich immer sehr. ( G. Arnold.) 2. Schaff du mir's neu und rein mit dem gewissen Geiste, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich voll, verklär den Vater ganz, daß seine Liebesbrust mich nähr in reinem Glanz. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich angenommen, und lässest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Du gibest mir den heilgen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine bauen, und dir vertrauen. 3. So laß mich allezeit in dir beständig wandeln, und nicht in Finsterniß noch Heu= 1 4. Du hast mich allzeit chelei was handeln. Faß mich väterlich ernähret, was ich Morgen- Lieder. 25 bedurft mir immerzu besche= 10. Die Obrigkeit erhalt ret, und wenn mich Roth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deine Engelschaaren mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie alle frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten, daßich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. anda bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in mein's Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sei heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich denn an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhier gewesen; dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilfmir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgem Geist regierst in einem Throne. Gib, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. ( Justus Gesenius.) Mel. Gott, der du für. 26. Lobet den Herren, alle, die Morgen- Lieder. 26 laßt uns mit Freuden seinem Namen singen, und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren. 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket, und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren. He 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Hand und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren. 9. Richtunsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern, fromm dis zu werden, vor deiner Zufunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren. 4. Daß Feuersflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren. 10. Herr, du wirst kommen, und alle deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle. 5. Daß Dieb und Räu- Engel ewig, ewig singen: ber unser Gut und Leiber Lobet den Herren. nicht angetast't und grausam- d ( P. Gerhardt.) lich verletzet, dawider hat sein Mel. Ich dank dir schon. Engel sich gesetzet. Lobet 27. Mein erst Gefühl Vis und Dank! Erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihn, meine Seele. mind and 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und 6. Otreuer Hüter! Brun= nen aller Güter! ach), laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht, dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren. 7. Gib, daß wir Herr, durch dein Geleite, unf unsern Wegen unverhindert gehen, und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren. Morgen- Lieder. 27 schlief in Frieden; wer schafft 9. Gib mir ein Herz voll die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Trene, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. $ 177. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. pitbs 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. ma sniam st Mel. Werde munter mein Gemüthe. ( Chr. F. Gellert.) * 28, Gott, bu Licht, das ewig bleibet, welches ohne Wechsel ist, und die Nacht weit von sich treibet, der du bleibest, wie du bist! Ich steh auf von meiner Ruh. Rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. sl Morgen- Lieder. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf. Gib ihr selbst des Lichtes Waffen, zu vollenden Mel. In eigner Melodie. * 29. Morgenglanz 28 ihren Lauf. Laß mich sein Kind, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich möge sehen, und in deinem Lichte gehen. 8. Schenkemir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt. Ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild. Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, daß ich thue meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht. Laß mein's Lebens Ziel allein deines Namens Ehre sein; und daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führe bald mich zudem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angefichte die verklärte Seele steht. Lichter als der Sonnenschein, ganz unsterblich, engelrein, laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag er= scheinet.( Salomo Franc.) keit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Die bewölkte Finsterniß müsse deinem Glanz entfliegen, die durch Adams Apfelbißuns, die kleine Welt, bestiegen, daß wir, Herr, durch deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 4. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als wie ein Morgen- Lieder. Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 6. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 7. Leucht uns ſelbst in jener Welt, du verklärte Gnadensonne, führuns durch das Thränenfeld in das Land der füßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. ( Chr. Knorr v. Roſenroth.) Mel. Mein Gott, nun ist es wieder. 30. Mein Gott, num ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal mit mir wieder auf; die Ruh ist aus, der Schlaf ist hin, und ich seh wieder, wo ich bin. 29 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen, regier mich heut in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, machs, lieber Gott, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein, dein will ich todt und lebend sein. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Glend hat, da ich noch immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. Mein Gott, von dessen Brot ich zehr, ach, wenn ich dir nur nüße wär! 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing. Denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie mirs geh. 5. Hilf mir in allen Sachen rathen; denn ich bin selber mir nicht flug; be= hüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das ihre thut. Gib, daß ich Alles wohl verricht. Du wirst es thun, ich zweifle nicht. ( Kaspar Neumann.) 30 Morgen- Lieder. Mel. Christus, der ist mein Leben. Erfreuender, als Leben, ist 31. Noch läßt der Herr deine Güte mir. mich leben! Mit 7. Sie führe mich auch fröhlichem Gemüth eil ich, heute auf deiner Tugend ihn zu erheben. Erhört mein Pfad. Du ewig Weiser, leite frühes Lied. mich selbst nach deinem Rath. in 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du Herrscher aller 9. Daß ich am ersten Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 8. Nur eins laß mich erflehen: das christlich weise. Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden, wie im Schmerz. ELE * Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. In 11. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. 32. №t ( Chr. Fr. Neander.) d Mel. Nun ruhen alle Wälder. un kommt ein neuer Morgen, und mit ihm neue Sorgen, und mit ihm neue Last. Du erschenkst, Herr, neues Leben, ich will dir Ehre geben, daß du bisher geholfen haft. 6. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir. 10. Daß ich dir innig trauend, das Gute standhaft thu, dann froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du! Morgen- Lieder. 2. D, Schöpfer aller Dinge, ich preise dich und finge, Herr, deines Namens Ruhm. Du hast gewacht, gedecket, mich hat kein Feind erschrecket, mich armes Kind, dein Eigenthum. 3. Ich komme nun mit Loben, o sei mit Dank erhoben, du Herr von Güt und Tren. Ich will mein Loblied singen und dir es überbringen; denn deine Güt ist täglich neu. *. 4. Erfahrung bringt nun Hoffen, mein Wunsch ist eingetroffen und mein Gebet erhört; ich leb aufs neue wieder, und singe Freudenlieder; denn ich, dein Kind, bin unversehrt. 5. Schenk mir, mein Gott, aufs neue Barmherzigkeit und Treue; o führ und leite mich. Ich seh auf meinen Stegen und allen meinen Wegen auf dich, o Vater, nur auf dich. in not 6. Erhöre meine Bitte, bewahre meine Schritte, daß sie nicht irre gehn. Behüte mich vor Sünden, und laß mich Gnade finden, und täglich deinen Ruhm erhöhn. 31 7. Ich will mich dir verschreiben, dein Eigenthum zu bleiben; Herr, ich bin ewig dein. Ich will vor deinen Augen, ach, laß es vor dir tangen, aufrichtig und rechtschaffen sein. 8. Gib mir zum neuen Tage, hat er gleich neue Plage, ein neues frommes Herz; gib mir, mir Wurm und Made nur immer neue Gnade, zeuch mich beständig himmelwärts. 9. Herr, stärke meine Kräfte, laß die Berufsge= schäfte durch dich gesegnet sein. Laß mirs in allen Dingen durch dich, durch dich ge-. lingen, so trifft mein Flehn und Wünschen ein. 10. Nun, Vater, du magst führen und mich, dein Kind, regieren, wie es dir wohlgefällt. Du wirst doch alle Sachen am allerbesten machen, dir bleibet alles heimgestellt.( 3. Chr. Schlipalius.) Mel. Aus meines Herzens Grunde. 33.* 33.* Gott, ich thu dir danken, daß du durch deine Gütmich hast vors Teufels Wanken in die Morgen- Lieder. 32 ser Nacht behüt't, also daß er mich fein hat müssen lassen schlafen, und mir mit seinen Waffen nichts können schädlich sein. 2. Beschüße mich auch heuten vor großer Angst und Noth, vor gott'svergeßnen Leuten, und vor ein'm schnellen Tod, vor Sünden und vor Schand, vor Wunden und vor Schlägen, vor ungerechtem Segen, vor Wasser und vor Brand. nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen und schändlich mög vergessen des lieben Himmels klar. 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir gefällt, und thu mir, Herr, nur ge= benden Schatz in jener Welt; so gilt mirs alles gleich, und steh es wohl zufrieden, ob ich gleich nicht hienieden bin vor den Menschen reich. 7. O Herr, hilf mir vollenden meinsaure Lebenszeit: thu mir dein Hülfe senden, und sei nicht allzuweit, wenn ich heim schlafen geh, auf daß ich friedlich fahre, und mit der Christen Schaare zum Leben aufersteh. 3. Anmeinem Geist mich stärke, sowohl auch an dem Leib, daß ich mein's Amtes Werke mit allen Freuden treib, und thu nach meiner Pflicht, so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. ( Barthol. Ringwald.) Mel. O Gott du frommer Gott. 4. Mein G'sichte mir ver-* 34.5 Jeſu, ſüßes s leihe bis an mein letztes End, und gnädig benedeie die Arbeit meiner Händ, damit ich auch was hab für mich in schweren Zeiten, und davon armen Leuten kann ehren eine Gab. Licht, nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. e 5. Vor allem mich regiere mit deinem Gnadengeist, daß ich mein G'danken führe im Himmel allermeist, und ja 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz Morgen- Lieder. und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen gan= zen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst Nichts vermag. = 103. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeiſt. 4. Daſei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; sohat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 1-508 5. Dem Leibe hab ich ist die Kleider angeleget. Laß meiner Seelensein dein Bildniß eingepräget in güldnem Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth 33 mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß Alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum.( Joachim Lange. Mel. Werde munter mein. 35. Seele, dein Gott wieder dich aus deines Bettes Grab; durch Gebet und Andachtslieder gib dein Morgenopfer ab; Gottes theure Güt und Treu ist auch diesen Morgen neu: für den Schutz, die Nacht er= wiesen, ewig sei, mein Gott, gepriesen. 2. Ich lag, als wär ich begraben, da ich schloß die. 3 Morgen- Lieder. 34 Augen zu; meinen Körper zu erlaben, lag ich doch in stolzer Ruh. Denn du, Hüter Israel, wachtest über meine Seel, daß all Jammer und Betrüben gnädig ist zurück geblieben. 6. Sollte ich ausSchwachheit fallen, hilf mir, Vater, wieder auf; laß dein Vaterherze wallen, wenn in meinem schweren Lauf Jammer dann erreget sich, eins ums andere plaget mich; du wirst dich zur Rechten finden, alles helfen überwinden. 7. Alles sei dir, Herr, befohlen, Vater, Sohn und werther Geist, willst du heute mich heimholen, wie du denn mein Ende weißt; kehre ſelig bei mir ein, ich will wohl zu4. O du Gnadensonne, frieden sein, bei den auserblicke mich, dein Kind, mit wählten Schafen heute in Segen an! Ich begehr kein dem Himmel schlafen. und irdisch Glücke, das der Seelendidi( Abraham Kieſel.) schaden kann; gib mir mein Mel. Valet will ich dir. bescheiden Theil, Gott, mein 36.* Sei tauſendmal Gott, mein Gott wird mich nicht beschämen, mich nach Nothdurft wohl bequemen. o su, meine Zier! Sei allerschönst gegrüßet, o Sonne, denn nach dir verlangte ich imSchatten der dicken finstern Nacht. Gott lob, nun ist mir Matten der Tag herwieder bracht! ( bim 2. Der Schlaf, des Todes Bruder, hielt mich gesperret ein; doch saß mein 3. Siehe, bei der Morgenröthe, wie auf der Egypter Heer, auf mein kindliches Gebete; allen meinen Feinden wehr; laß mich fest im Glauben stehn, sicher durch die Fluthen gehn, die sich über mich ergießen, Leib und Seele zu verschließen. unversehret am Gewissen lege auf das Ruhekissen. 5. Sprich den Segen zu den Werken, die mir mein Beruf gibt an, laß mich deinen Geist erstärken, führen stets auf rechter Bahn; laß den Tag so schließen mich, daß der Leib zu Abend sich Morgen- Lieder. Gott am Ruder, ließ nicht schiffbrüchig sein noch meinen Leib und Seele, noch Alles, was ich mehr aus seiner Gnade zähle; ihm sei Lob, Preis und Ehr. 3. Die Nacht ist überwunden, mein Schrecken ist vorbei; ade, ihr finstern Stunden, ihr Sorgen mancherlei! Der Herr hat mich bedecket mit seinem Gnadenschein, und mich heut auferwecket: sein soll die Ehre sein. 4. O Vater aller Güte, reich von Barmherzigkeit, auch diesen Tag behüte dein Kind, das zu dir schreit. Laß deiner Engel- Schaaren mich heut und allezeit vor aller Angst bewahren, vor Unglück und vor Leid. 35 und was mein Herz sonst kränket, bleibt dir, Gott heimgestellt; auch was mein Sinn gedenket, mach all's wie dirs gefällt. 97. Behüte mich vor Sünden, vor Krankheit und Gefahr, laß an mir nicht macht finden der Höllen liſtge Schaar; schüß mich vor bösen Leuten, vor meiner Feinde Tück, daß mich zu keinen Zeiten ihr falsches Thun berück. 8. Herr, dir ich mich ergebe und deiner EngelSchuß; ich sterbe oder lebe, so biet ich Allem Truß, was wider mich kann kommen: so sei du, Herr, mit mir, und mich zur Schaar der Frommen disbald in den Himmel führ. 5. Mein Herz sei dir ein bichin Tempel, ein Haus der HerrIn eigner Melodie. lichkeit; mein Leben ein 37, Wadh auf, mein Erempel ONS für alle fromme Leut! Dein Geist mich stets regiere, zu thun nach deinem Rath, die Seel mit WeisHerz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. heit ziere in aller meiner That. 2. Heut, als die dunkeln i6. Gesegne Thun und Willen, und laß mich überall, was du willst, Herr, erfüllen; die Sorgen allzumal, Schatten mich ganz umge= ben hatten, hat Satan mein begehret: Gott aber hats ge= wehret. 3* 36 Morgen- Lieder. 3. Ja, Vater, als ersuchte, daß er mich fressen mochte, war ich in deinem Schoße, dein Flügel mich beschloße. 110. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe.( Paul Gerhard.) 01312 Mel. Werde munter, mein. 4. Du sprachst: mein Kind, nun liege, troß dem, der dich betrüge! Schlaf 40 wohl, laß dir nicht grauen, 38 Wenn ich einst von du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, das ist ge= schehen: ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich jenem Un mer, welcher Tod heißt, aufersteh, und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh: o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. verneuet. 16. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben, mein Weirauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. unnt him bi7.d Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts beffers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt'l und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 2. Gib, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebenszeit, einstens dir, dem Richter, sage, er seiganz von mir entweiht. Auch noch ißt bin ich erwacht, Dank sei deiner Güt und Macht! Laß mich heilig und im Segen diesen Tag zurücke legen. 3. Daß ich nicht erschroden stehe, wenn mein letzter Tag erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, laß mein End ihm lehrreich sein, daß ich ihn zum Morgen- Lieder Himmelweise und den Herrn des Todes preise.it ello( Nach Fr. G. Klopstock.) 97 Im eigner Melodie is 39. Wie schön leucht't uns der Morgenstern vom Firmament des Himmels fern! Die Nacht ist nun vergangen! All Krea= tur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen: was lebt, was schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren ſeinem Gott ein Danklied hören. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb dein Stimm und säume nicht, dem Herrn dein Lob zu bringen. Denn, Herr, du bists, dem Lob gebührt, und dem man billig musicirt, dem man läßt innig klingen mit Fleiß Dank, Preis, Freudensaiten, daß von weiten man kann hören, dich, o meinen Heiland, ehren. 13. Ich lag in stolzer Sicherheit, sah nicht, mit was Gefährlichkeit ich diese Nacht umgeben; des Teufels List und Büberei, die Höll, des Todes Tyrannei, stand mir nach Leib und Leben, daß ich 37 schwerlich wär entkommen und entnommen diesen Banden, wenn du mir nicht bei= gestanden in de 4. Allein, o Jesu meine Freud in aller Angst und Traurigkeit! Du hast mich heut befreiet, du hast der Feinde Macht gewehrt, mir Schuß und sanfte Ruh beschert, deß sei gebenedeiet. Mein Muth, mein Blut foll nunsingen, soll nun springen: all mein Leben soll dir Dankes- Lieder geben. 5. Ei mein Herr, süßer Lebens- Hort, laß ferner deine Gnadenpfort mir heut auch offen bleiben; sei meine Burg und festes Schloß, und laß kein feindliches Geschoß daraus mich nimmer treiben; stell dich vor mich hin zu kämpfen, und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 6. Geuß deiner Gnade reichen Strahl auf mich vom hohen Himmelsfaal, mein Herz in mir verneue. Dein guter Geist mich leit und führ, daß ich nach meiner Amts= Gebühr zu thun mich innig freue. Gib Rath und That, 38 Morgen- Lieder. laß mein Sinnen und Be- 2. O Vater, deine Güginnen stets sich wenden, sei- tigkeit ist alle Morgen neu. nen Lauf in dir zu enden. Du thust uns wohl zu aller Zeit; und groß ist deine Treu. 7. Wend Unfall ab, kanns anders sein; wo nicht, so geb ich mich darein; ich will nicht widerstreben. Doch komm, o füßer Morgenthau, mein Herz erfrisch, daß ich dir trau und bleib im Kreuz ergeben, 4. Die Zeit in deiner bis ich endlich nach dem Lei den zu den Freuden werd erhoben, da ich dich kann ewig 3. Ißt schenkst du mir zu meinem Heil von neuem einen Tag. Gib, daß ich davon jedes Theil mit Weisheit nuzen mag. Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin! loben. mistit 8. Indeß mein Herzesing und spring, in allem Kreuz fei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß Schwermuth dich nicht nehmen ein; denk daß die liebsten Kinderlein allzeit das Unglück troffen. Drum sofeifroh, glaube feste, daß das Beste, so bringt Frommen, wir injener Welt bekommen. ( Burchardt Wiesenmayer.) Mel. Ich finge dir mit Herz und zc. 40. u deinem Preis 3" und Ruhm erwacht, bring ich dir Ruhm und Preis, dir Gott, der durch die Ruh der Nacht uns zu erquicken weiß. 5. Gib, daß ich fern vom Müßiggang, in meinem Stande treu, und wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen ſei. 6. In Allem, was ich denk und thu, sei dein Gebot vor mir; und wenn ich von Geschäften ruh, so sei mein Herz bei dir. will pint 7. Was du mir zum Vergnügen gibst, vermehr in mir die Lust, ganz dein zu sein, der du mich liebst und so viel Guts mir thuſt. 18. Wenn Sorg und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun, und deiner Vorsicht, Herr der Welt mit frohem Muthe traun. Abend- Lieder. 9. An deiner Gnade gnüge mir! sie ist mein bestes Theil, mein Trost und meine Zusplo II. Abend- Lieder. 39 flucht hier, und dort mein volles Heil. di ( 3. S. Ditrich.) Mel. Herr ich habe mißgehandelt. regier die Sache, daß ich es 41. bermal ein Tag nicht mehr so mache. DUDID verschwunden, und ein Schritt zur Bahr gebracht: Ach wie eilen doch die Stunden, wie vergeht doch Tag und Nacht! Ach man möcht sich wohl bei Zeiten auch zur Todesnacht bereiten. 2. Ach, die Sünd hat mich geschändet, daß ich die sen lieben Tag nicht zum Besten angewendet, daß ich nicht bestehen mag. Wo Gott ins Gericht will gehen, ach, so kann ich nicht bestehen. 3. Heilger Vater, ach verzeihe meine Fehl nach deiner Güt! Liebster Heiland, ach verleihe, daß mich dein Verdienst vertritt, heilger Geist, 4. Höchste Allmacht, ich bereue meine Schuld und Sündlichsein; ach verneue und erfreue mein erschrockenes Gebein! Seimir armen Sünder gnädig, und mach mich der Strafe ledig. 5. Nundu mir die Schuld vergeben, und mit deinem Trost erfüllt, frag ich nichts nach Tod und Leben: doch wo du mir aber willt dieſes Leben noch erlauben, so er= halte mich im Glauben. 6. Hüter, den kein Schlaf noch Schlummer auf der Wache übereilt, welchen weder Sorg noch Kummer an der Vorsorg je verweilt, hüt auch heute meine Sache und bestelle selbst die Wache. 40 Abend- Lieder. 7. Wächter meines Leibs und Lebens, wo du nicht das Haus bewachst, wacht der Wächter doch vergebens. Wo du nicht selbst Anstalt machst, kann der Fürst der Finsternissen mich mit seinem Garn umschließen. 8. Ach, wer kann ihm widerstehen, wo du ihn nicht ſelbsten schlägst? Ach, wer kann ihm doch entgehen, wo du nicht selbst Hand anlegst? Drum sei jetzt mein Hort und Stärke, und zerstör des Teufels Werke. 2-612. 9. Nun, wohlan, ich will mich legen; ach, bestell der Engel Wacht, daß sie mich auf meinen Wegen, so wie stets, auch heut bewacht: laß mich deine Hand bedecken und gesund vom Schlaf erwecken. Mel. Nun laßt uns den Leib. 42.* ch Gott, wie ein A ver10. Soll der Schlaf mein Leben enden, so geschehe, Herr, dein Will; denn ich bin in deinen Händen, die mich bald in aller Still auf dem sanften Seelenwagen zu den Auserwählten tragen. fließt die Zeit, die mir geliehen ist: sie rauscht vorbei schnell wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich sei alsdann auch, was ich sei, ein Sünder oder Gott getren. 3. Da wall ich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes oder Pein; ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herrlich Antlig schaun. mas 4. Du träufelst auf die Müden Ruh und wenn wir schlummern, wachest du; doch, wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht. 90 5. Wir sind nur, wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir. Du forderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht kein Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld; schenk Abend- Lieder. mir an Jesu Christo Theil und deine Gnade sei mein Heil! al propist wisitis& 7. Gib du die wahre Weisheit mir, daß ich Nichts fürchte außer dir; so schlaf ich mit dem Troste ein: ich sei im Tod und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bewacht, des TodesSchlaf, des Grabes Nacht. Du Gott, bist meine Zuversicht und läßt mich auch im Tode nicht. ( J. A. Cramer.) nist had Mel. Ach was soll ich Sünder. mein Jesu, * 43. A fieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 41 Tagund Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer! Mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 3. Und mein Jesu, steh ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei agfinrd 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich: und ich will mich nicht bequemen, daß ich öhne Heucheleidir dafürrecht dankbar ſei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir, neige du dein Licht zumir; da der Tag nunmehr vergangen, sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 2. Meine Tage gehn geschwinde, wie ein Pfeil, zur 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; mein Herz ſei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen. Denn wo du bist, Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Ewigkeit, und die allerlängsted 7. Nun, mein theurer HeiZeit sauft vorbei als wie die Winde, fleußt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. land, wache, wache du in dieser Nacht, schüße mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laßmich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. ( Levin Johann Schlicht.) nopol chif dind Abend- Lieder. 42 Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. * 44.D er Tag ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor, mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu mindern: ach daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern. 15. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel wimmert: wohl dem, der in jener Welt, gleich denSternen schimmert! bisesid oma li 8. Ich selbst will auch nach meinem Brauch nun in mein Bettlein steigen; laßmein Herz zu deinem sich als zum Bettlein neigen. 6. Was sich geregt und vor bewegt ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen: laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre: sende deiner Engel Schaar, die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Taganbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. Insener Welt, wo diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja, ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung Heilig, heilig finget. 14. Jesu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen.( Freylinghausen.) 43 In eigner Melodie. 45.* Cr belle Lag, gel bei uns sein: du heilige 7. So schlafen wir im dieweil die Ender du bist Namen der Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Abend- Lieder. vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. ( Erasmus Alberus.) Comics Mel. Alle Menschen müssen. du läsfeſt 2. Ach lieber Herr behüt* 46. Gott, bu left uns heut, in Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen fein, und vor dem Satan sicher sein. 3. Obschon die Augen schlafen ein: so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht fall'n in Sünd und Schand. mich erreichen abermal die Abendzeit; das ist mir ein neues Zeichen deiner Lieb und Gütigkeit. Laß jeßund mein schlechtes Singen durch die trüben Wolken dringen, und sei ge= gen diese Nacht ferner auf mein Heil bedacht. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht't, daß er an uns hab keine Macht. 15. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heilges Blut, das war des ewgen Vaters Rath, als er uns dir geschenket hat. du 6. Befiehl dem Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Eigenthum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 2. Neige dich zu meinen Bitten, stoß nicht dies mein Opfer weg. Hab ich gleich oftüberschritten deiner Wahrheitheilgen Steg: soverfluch ich meine Sünden, und will mich mit dir verbinden; reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzel böser Luſt. dis 33. Herr, es sei mein Leib und Leben, und was du mir hast geschenkt, deiner Allmacht übergeben, die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen einen Strahl der Gottheit scheinen, der, was deinen 44 Abend- Lieder. Namen trägt, als ein Gut zu schützen pflegt. Shitiyl 4. Laß mich mildiglich bethauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich vor Angst und Grauen, wende Schaden und Verdruß, Brand und sonst betrübte Fälle; zeichne meines Hauses Schwelle, daß hier keinen nicht der Schlag des Verderbers treffen mag. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir imSchatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir auch nicht zu wider sei; schaffe, daß ich schon auf Erden mag ein solcher Tempel werden, der nur dir und nicht der Welt ewig Licht und Feuer hält. 6. Geht, ihr meine müden Glieder, geht und senkt euch in die Ruh; wenn ihr euch regt morgen wieder, schreibt es eurem Schöpfer zu, der so treue Wacht gehalten; wenn ihr aber müßt erkalten, wird des bittern Todes Pein doch der Seelen Vortheil sein. amle Mel. In allen meinen Thaten. er Alles weislich 47. is ( Fr. Rub. Ludw. v. Canig.) wendet, der Gott der Liebe, sendet auch nun die Nacht uns zu; hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten im sichern Schlummer durch die Ruh. 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Fall, meine Seele, nieder, erhebe froh dich wieder zu deinem Gott, der dich bewacht. chnit bi 4. Er, der den Mond bereitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Höhe blick ich empor und flehe; denn meine Hülfe kömmt vom Herrn. 2. Der Herr versäumet Keinen, der andern Welt zu scheinen, rief er der Sonne igt. Uns decken Finsternisse; doch ohne Kümmernisse ruhn wir, da seine Macht uns schüßt. 5. Wer bin ich? Staub und Sünder; doch, Vater aller Kinder, auch mich begnadigst du. Wenn still ge= weinte Zähren dir meine Ren Abend- Lieder. 45 erklären, so ruft dein Sohn ben wacht, bei dem fein mir Gnade zu. gh Schlafzuſpüren. Es schlummert Jesus nicht, sein Aug auf mich gericht't, brum foll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 6. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich träget, nie vergißt; und meine Zunge preise den Höchsten, der so weise, so gütig als allmächtig ist. pler( Chr. Fr. Neander.) 19 In eigner Melodie. 48. D er lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. of 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl, und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schat, mein Schußz, mein Eigenthum. sidd 3. Der Schlaf zwar herrscht jetzt in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch einer ist, der dro4. Verschmähe nicht das schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe, in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach, nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu meiner Seele Freund. Un5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schußherr, auf mich ſehn, zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, ja selbsten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. mis 6. Ihr Höllengeister, padet euch, hier habt ihr Nichts zu schaffen: dies Haus gehört in Jesu Reich, laßt es ganz sicher schlafen; der Engel starke Wacht hält es in guter Acht, ihr Heer und Lager hälts im Schuß; drum ſei auch allen Teufeln Truß. Abend- Lieder. 46 mis 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu in deinen Armen: dein Aufsicht soll die Decke sein, mein Bette dein Erbarmen, mein Kissen deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt, und dein Geist in mein Herz eingeußt. 38. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Jesu, du bist mein, und ich bin auch und bleibe dein. 9. Nun matter Leib, schick dich zur Ruh, und schlafe fanft und stille. Ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohlgemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht.( Chr. Scriver.) Mel. Valet will ich dir. 49.Der er Tag hat sich geneiget, die Nacht herfür jetzt gaht, Gott sei gebenedeiet, der uns beschüßzet hat durch seine milde Güte erhält uns Leib und Seel; woll uns fortan behüten, vor allem Ungefäll. 2. Nichts ist auf dieser Erden, das da beständig bleibt, allein die Güt des Herren, die währt in Ewigkeit, steht allen Menschen offen; Gott läßt die Seinen nicht, drauf seß ich all mein Hoffen, mein Trost, mein Zuversicht. 3. Dem hab ich mich ergeben in dieser argen Welt; so ist des Menschen Leben, wie Blümlein auf dem Feld, des Morgens in dem Thauen stehn sie gefärbet schön, bald werd'n sie abgehauen, ver= derben von Stund an. hiri) sid 4. Vergib mir, lieber Herre, mein Sünd und Missethat, ich hab gefündigt sehre, und bitte, Herr, um Gnad! Wenn du mir wollt'st zuschreiben mein Sünd und auch mein Schuld, wo sollt ich vor dir bleiben? Den Tod hätt ich verschuldt. 5. Ich bitt, daß du mir gnädig um Christi Willen seist, mach mich von Sünden Abend- Lieder. ledig, gib mir den heilgen Geist, der mich weise und lehre, ja, der mich leit und führ, auf daß ich nimmermehre Gott's Weg und Steg verlier. 6. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Haus, mein Gut und Ehr, was du mir hast gegeben, befehl ich dir, o Herr, in dein' göttlich Hände, behüt mich gnädiglich, gib mir ein selig Ende und nimm mich in dein Reich. 7. Aus meines Herzens Grunde, sag ich dir Lob und Dank in dieser Abendstunde, dazu mein Leben lang, o Gott für deine Güte, zu Ehren deinem Nam'n, fortan uns auch behüte vor allem Uebel, Am'n. ( Paul Oderborn.) diu sjung In eigner Melodie. 50.D er Tag ist hin, mein Jesu bei bei mir bleibe! SeelenLicht, der Sünden Nacht vertreibe! Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 47 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß Alles wohlgelungen nach deinem Rath, ob ichs schon nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur Eines ist, was mich empfindlich quälet! Beständigkeit im Guten mir noch fehlet, das weißt du wohl, o Herzenskündiger! Ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen: Welt, Teufel, Sürd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand, du mein und ich bin dein. 100 5. Israels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn Belial nach meiner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, erquicke mei Abend- Lieder. 48 nen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. ( Joachim Neander.) MISH Mel. Valet will ich dir. 51. D er Tag ist nun ver= gangen, die dunkle Nacht bricht ein, und Alles trägt Verlangen, der Arbeit los zu sein; der Leib wird los zu sein; der Leib wird müd und träge; du aber, mein Sinn, erwach jeßt und erwäge, wie fleucht dein Leben hin. 2. Du hast nun manche Plage, die dich zu ängsten pflegt, mit dem verwichnen Tage zugleich auch hingelegt, und woher kannst du wissen, ob nicht noch diese Nacht dein Geist wird hingerissen und auf sein Ziel gebracht. 3. Wie Mancher geht zu Bette, wird Morgens todt geschaut; wohlihm, wenn er nur hätte, sich Gottes Schuß vertraut. Ach, aber ach, wie ofte wird Einer hingefällt, der auf gut Leben hoffte und liebte bloß die Welt. 4. O drum erwach, erwache, erwache, du mein Sinn! Eh als des Herren Rache dich plötzlich raffet hin! Ach, beßre ja dein Leben, weil es noch heute heißt, und bitt auch Gott darneben um einen neuen Geist. 15. Sprich: Dir dank ich von Herzen, daß du mich abermal durch so viel Angst und Schmerzen, durch Sørgen, Noth und Qual hast sicher heißen gehen; ja, daß du täglich mir pflegst treulich beizustehen, o Herr, deß dank ich dir. 6. Ob Teufel, Welt und Hölle, sich oft auf mich entrüst, indem ich das bestelle, was meines Amtes ist, so hast du doch hingegen mein Werk zum Ende bracht und mich auf meinen Wegen ganz väterlich bewacht. 7. Nun, Herr, für tauſend Gnaden nimm hin an Opfer Statt ein Herz mit Schuld beladen, ein Herz von Seufzern matt, ein Herz mit Angst und Beben und Reu und Leid gefränkt, ein Herz, das sich darneben in Christi Wunden fenft. d 8. Nimm hin die schlechte Gabe, mein Jesu, nimm fie hin, weil ich sonst nichts mehr habe und selbst mein Abend- Lieder. selbst nicht bin; denn, Herr, mein ganz Gemüthe, Herz, Seel und mein Gebein rührt her von deiner Güte und ist vorhin schon dein. mischid 9. Drum laß dein Himmels- Schaaren euch heute diese Nacht mich kräftiglich bewahren vor aller Feinde Macht; die sechzig Starken stelle ringsum mein Bett heran, daß Satan sammt der Hölle mich nicht erschrecken kann. napraék. chin10. Laß mich gesunderwachen, indem es wieder tagt, und richte meine Sachen, nach dem es dir behagt, und ich nach diesem Leidevon dir einst hören möcht: Eingeh in meine Freude, geh ein, du treuer Knecht. d 1h( Joh. Franck.) 890 Mel. Werde munter mein zc. err! es ist von 52. Hmeinem Leben Unglück dürfe weinen. wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du Manches finden, was dir nicht ge49 fallen hat; denn ich bin noch voller Sünden mit Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jezund pfleget Herze, Hand und Mund so ge= schwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will ich nach deinem Willen künftig mehr als heut erfüllen. d 14. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte; auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im 15. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn; so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch alles andre Schrecken, was der Satan kann erwecken. 50 Abend- Lieder. 6. Herr! Dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir Alle sicher schlafen. 57. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände! hin( Kaspar Neumann.) Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. ie Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet, und was sie soll auf diesen Tag, vollendet. Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 53. D 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hoch berühmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Nacht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafen sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes stecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann.. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns haft den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht ſein Licht und Klarheit nimmt. ( Josua Stegemann.) Abend- Lieder. Mel. Gott, der du für uns. ser Schlaf ein Todesschlum54. Entflohen sind auch mer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! veid 7. So legen wir getrost zur Ruh uns nieder; sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preiſen wir mit heiterem Gemüthe, Gott, deine Güte.( Chr. Fr. Neander.) mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. ür alle Güte sei wer kann sie zählen! ter, Sohn und heilger Geist! gepreist, Gott Va= 13. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden, er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben und will vergeben. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu ge= nießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen: 55.Fep Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, haft väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf unser Herz, es flehet dir voll Reue; ach, laß es uns vor dir im Glauben stillen um Christi willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hilflos liegen, und Todten gleich, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 51 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll un3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe. Was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schußz und Schirm in dieser Nacht, vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, mein 4* Abend- Lieder. 52 Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. Jisdag1s( Chr. Fr. Gellert.) Mel. Herr Jesu Christ, dich. or deinen Thron tret ich hiermit, o Gott, und dich demüthig bitt: Wend dein genädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht. 56, V 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild. In dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. Dock 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Nothdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn geſtillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. ho 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein.ands am 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, deß Gnade in mir Alles schafft! Ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Saframent behalt und lieb bis an mein End.mu 10. Daß ich fest in Anfechtung steh, und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zulett mit Freuden überwind.id 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Abendstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl.g chim bi 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mich meiner Sünden Schuld, und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoff nung gib.poplu ** 15. Ein selges Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich; Amen, Amen, erhöre mich! sidd ( Bodo von Hohenberg.) con Abend- Lieder. 201 Mel. aus, din h Nun ruhen alle Wälder. sam err, der du mir das Leben bis 57. Het 53 Werke, und schaffst ein reines Herz in mir.n annun 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! UC 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 19503 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein: In deine Hände, befehl ich, Vater, meinen Geist.( Chr. F. Gellert.) diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin mel. Herr Jesu Christ, wahr zc. viel zu geringe der Treue, die ich* 58. Hinter ist der finge, und die du heut an mir gethan. Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. un em 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schaden, Fahr und mancher Plag 54 Abend- Lieder. durch deine Engelhaft behüt't deine Macht und Stärke, aus Gnad und väterlicher die ich nicht gnug erheben Güt. fann. 3. Womit wir habnerzür- 4. Ich muß es lobend net dich, dasselb verzeih uns gnädiglich, und rechn es unfrer Seel nicht zu, laß uns schlafen mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, G'spenst und Feuersnoth behüt uns heut, o lieber Gott. sonus ( Nicolaus Hermann.) ( -Hick Mel. Nun ruhen alle Wälder. * 59. eßt sind die Abendstunsagen, du, Herr, hast mich getragen auf Händen, wie ein Kind. Durch dich ist mir gelungen, von dir ist es entsprungen, was ich von Segen an mir find. J T 25 den, leg dich in Jesu Wunden, da schläft sichs selig ein. Leg dich in sein Erbarmen, in seine Liebesarmen, da wirst du, Seele, sicher sein. 2. Mein Gott, ich komm und trete mit einem Dankgebete vor dich, mein Vater, hin. Dein Name sei gepriesen, du hast mir mehr erwiesen, mehr als ich Armer würdig bin. 3. Ich bin, Herr, solcher Dinge ja viel, viel zu geringe, die du an mir gethan; es sind ja deine Werke und 45. Dugingest mit Erbarmen mir Sünder nach, mir Armen, die ganze Lebenszeit. Der heutge Tagwar Zeuge, und daß ich nichts verschweige, ein Zeuge deiner Freundlichkeit. 6. Nun denk ich an die Sünde, die ich noch an mir finde, an meine große Schuld. Ach, Herr, vergib aus Gnaden, heil meinen Sündenschaden, und habe noch mit mir Geduld. 7. Sieh doch, versöhnter Vater, Wohlthäter und Berather, sieh hin auf deinen Sohn! Lösch deines Grimmes Flamme in diesem Gotteslamme, begnadige mich armen Thon. 8. Ich weiß, du hast vergeben; ich Sünder soll doch leben, ich bin aufs Neu dein Abend- Lieder. Kind. So kann ich ruhig liegen, ich schlafe mit Vergnügen, weil Gott und ich vereinigt sind. 9. Herr Jesu, schüß und decke, daß mich kein Unfall schrecke, bleib du mir immer nah. Ich schlafe ohne Sorgen, du weckest mich am Morgen; sprich, Herr, zu meinem Flehen, ja. CCA* 10. Schließ auch, o Herr, das Meine, denn es ist ja das Deine, in deine Jesushand. Erbarm dich meiner Feinde, beschüße meine Freunde, du hast sie mir ja zugewandt. 11. Doch soll ich etwa sterben und heute noch ererben das Reich der Herrlich keit, so will ich sanfteinschlafen, und mit den selgen Schafen dich loben in der Ewigkeit. 55 Finsterniß ist dir verhaßt, weil du selbst bist das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke mir genädiglich den Schirm von deiner Wacht. handia 4. Wend ab des Satans Wütherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich aller Sørgen frei, und bringt mir Nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach, aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 6. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jeßt in meinem Sinn Gott einen TemIn eigner Melodie. 60. Nun sich der Tag vel auf. geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft Alles, was sich abgematt't und was zuvorgeweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Raft, du schläfst noch schlummerst nicht, die 8. Darauf thu ich mein Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; wer wollte traurig sein! 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; Abend- Lieder. 56 im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. 10. Soll diese Nacht die leßte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Schaar. ( Joh. Fr. Hertzog.) Mel. Werde munter, mein. Mel. In eigner Melodie. 61. int ich einst in* un ruhen alle S 62.№ jenen SchlumWälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. mer, Todes Ruh, in deine Nacht, wo ich harre; frei von Kummer, auf den großen Ruf: Erwacht; o dann schlaf ich anders ein, weg aus dieses Lebens Pein wall hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, auch hier litten. 2. Jezzo schlaf ich, auf zuwachen noch für Tage dieser Zeit; laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit. Daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. Bis Freund bei meinem Flehen, bald erlöst zu werden, weint; stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein Gott ver langend Herz, daß ich voll von deinem Preise hin zu dir gen Himmel weise. 70( Nach Fr. G. Klopstock.) ll jshsur 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wenn mein 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb Abend- Lieder.. lichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 57 trüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schaar. sie( Paul Gerhard.) Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner. 5. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen ſei. Herz, freu bich, 63.So hab ich, Gott, du sollst werden vom Elend deine Macht nun wieder einen Tag vollbracht; sei hoch von mir dafür gepriesen! Mit froher Rührung dank ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient bisher erwiesen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun. dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei.id 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. on 7. Mein Augen stehn verdroffen, im Hui sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel.nl 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre gnädig mein Bestreben, in deiner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führst zum bessern Leben. Herr, was ich hab und was ich bin, geb ich in deine Hände hin. in 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlin- 3. Du, dessen Auge ewig gen, so laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverleget ſein. strict pnt 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be wacht, verleih auch nun in dieser Nacht erquickungsvollen Schlaf mir Müden. Beschirmet deine Rechte mich, so stärken meine Kräfte sich, Abend- Lieder. 58 so lieg und schlaf ich gern in Frieden, erwache froh und mein Gesang singt dir, mein Vater, neuen Dank. ( Joh. Sam. Diterich.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 64.5% o ist die Woche nun geschlossen; doch, treuer Gott, dein Herze nicht; wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich doch der Zuversicht, daß er sich weiter hin ergießt und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für Alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch iſt. und 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen, zudem ist es voll Heil und Frucht in deiner Liebe gegen mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur etwas bitt ich über Alles— ach, du versagst mir solches nicht: Gedenke feines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht't, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder haft versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergößen muß, wie daß ich soll in Christo dein, und schon in Hoffnung malay selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nur der letzten Zeit, da du die Stunde haft bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden Abend- Lieder. an; ach ja, da theilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 69. So will ich das im Voraus preisen, was du mir fünftge Woche gibst; du wirst es in der That erweiſen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. ( E. Neumeister.) Mel. Valet will ich dir. 65.* S o ist nun auch beschlossen die Woch, o frommer Gott! darin hab'n wir genossen das lieb tägliche Brot und dei= nen milden Segen an Seel, Leib, Hab und Gut, auf allen unsern Wegen hast du ja uns behüt't. # 59 finden, Vater, durch deinen Sohn, die Sünden sein vergeben, und schenke uns die Schuld, auf daß wir mögen leben in deiner Gnad und Huld. 4. Auf morgen wir nun treten in eine neue Woch'; darum, o Gott, wir beten, bleib bei uns immer noch mit deinen reichen Gaben, segn' unser Wenigs du, daß wir auch mögen haben vorm Satan Fried und Ruh. 5. Vor schweren SündenFällen uns gnädiglich behüt, wehr den'n, die uns nachstellen, wir trauen deiner Güt; frisch und gesund er= halte uns alle insgemein, dein Schuß, o Vater, walte über die Kinder dein. 2. Wir danken dir von Herzen, daß du uns häst bewahrt von vieler Angst und Schmerzen, und uns gesund gespart, im B'ruf- und Amtsgeschäfte dein Beistand uns beweist, Leibs- und der Seelen Kräfte gestärkt durch deinen Geist. 13. Wir beichten unsre Sünden, so wir die Woch gethan. Laß uns Genade 6. So wollen wir dir danken für dein Hülf allzeit; laß uns, o Herr, nicht wanken von deines Worts Wahrheit; zuletzt ein selig Ende wenn Zeit und Stunde sein, verleih, in deine Hände stellen wir Alles heim. 7. Hierauf sprechen wir Amen durch dich, Herr Jeſu Christ, was von uns in dein'm Namen jegund gebeten Abend- Lieder. 60 ist, das wollst du uns gewähren in deinem Vater fromm, und was du willst bescheren, Amen wir singen nun.( Arnold Mengering.) an Mel. Nun ruhen alle Wälder. 66. S o sind des Tages Stunden hinwiederum verschwunden, der Leib eilt zu der Ruh; es kommt mein schwaches Leben, das mir der Herr gegeben, dem Tode immer näher zu. 2. Ich danke dir von Herzen, daß du Gefahr und Schmerzen genädig abgeDein Geist war wandt. mein Regierer, die Engel meine Führer, du leitest mich an deiner Hand. aic 3. Du haft mit Trank und Speise nach väterlicher Weise, den matten Leib ge= nährt. Die Seel ist auch gelabet, mit süßer Kraft be gabet, dein Wort hat Licht und Trost gewährt. kommt mir zu gute, drum zeige mir die Vaterhuld. 5. Schließ diese Nacht mich Armen aus Güte und Erbarmen in deine Arme ein. Gib, daß kein Feind mich schrecke, dein Heil sei meine Decke, dein Licht im Dunkelen der Schein. 6. Laß mich und meine Sachen dein Engelheer be= wachen, steh allen Frommen bei. Ach hilf, daß unfre Seele aus ihrer finstern Höhle, zu dir, o Licht, gerichtet ſei.mar 7. Soll mich nach deinem Willen, die Todesnacht umhüllen, wohlan, ich bin bereit. Wer Jesu sich ergibet, und ihn beständig liebet, der wünscht den Tod zu aller Zeit.nd mag e 8. Willst du nebst andern Christen, das Leben mir noch fristen, so weck mich fröhlich auf. Gib, daß sich deine Ehre mit meinem Leben mehre und fröne mich nach diesem Lauf.( Jeremias Josephi.) ist 4. Ich bitte dich) mit Thränen und vielen Herzensstöhnen: Vergib die Sünbenschuld, wasch mich mit 67. Ut um Ende; Mel. Herr ich habe mißgehandelt. Sabbath Christi Blute, sein Tod SODIO geht Abend- Lieder. 61 fommt, vollendet seinen Lauf! 6. Herr, ich preise deinen Gott, der Herr hat Vaterhände, und sein Wohlthun hört nicht auf. Drum laßt eur Gebet und Singen ihm das Abendopfer bringen.d Namen jegund und in Ewigkeit, daß du so viel guten Samen in die Herzen ausgestreut. Dir zu Ruhm wird er bekleiben, und viel gute Früchte treiben. 7. Nunmehr geh ich wieder schlafen und leg allen Kummer hin, denn mich decken deine Waffen, unter deren Schuß ich bin; mag doch Welt und Hölle toben, hier bin ich schon aufgehoben. 2. Herr, bei dem man alle Tage Rath und Hülfe kriegen kann, höre, was ich jegund sage, und nimm meine Seufzer an, denn nichts anders kann ich geben, als nur deinen Ruhm erheben. 3. Und wer wollte das verschweigen, daßGott alle Men= schen liebt? Tag und Nacht sind unsre Zeugen, wie er so viel Gutes gibt; denn an alle meine Stunden ist ein Segen angebunden. 4. Andre Tage, von dem Morgen auch bis in die späte Nacht, werden nur mit eit8. Soll ich morgen auch noch leben, und in deinem Dienste stehn, nun so wirst du Gnade geben, daß mirs ferner wohl wird gehn; denn das glaub ich steif und feste: Gott vertrauen ist das Beste. poisp( C. Neumann.) Mel. Freu dich sehr o meine. len Sorgen und mit Arbeit 68.11nfre müden Augenlider schließen zugebracht; aber der, so heut erschienen, war bestimmet, Gott zu dienen. did 5. O du Heiland aller Leute, mein Erlöser, und mein Hort, wie viel Menschen hast du heute unterrichtet durch dein Wort, da getröstet, dort ermahnet, und den Weg zu Gott gebahnet. Thin tot sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket, und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du o meines Leibes 62 Abend- Lieder. Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast! Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß, und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. und kein böser Traum mich schrecke. 100 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich gut und wohl, gib mir heilige Gedanken; und bin ich gleich Schlafes voll; so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, und man von dem Bett aufstehet. 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht betracht meines Amtes Ziel und Zweck, habe gleich falls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan! Va= ter, nimm den Bürgen an! Dieſer hat für mich erduldet, In eigner Melodie was mein' Unart hat verschuldet. 5. Deffne deiner Güte Fenster, sende deine Wach herab, daß die schwarzen Nachtgespenster, daß des Todes finstres Grab, daß das Uebel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht't, mich nicht mit dem Netz umdecke, 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns theur und werth, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Verſuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. and( Joh. Franck.) 319 1# 190790F 69. Werde munter, mein the, und ihr Sinne geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, welch er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat erhalten und regieret, daß mich Satan nicht verführet. 100) Abend- Lieder. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kann aussprechen, was dein' Hand erwiesen hat, deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maaß noch Ziel, ja du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonnen Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei, und mein kaltes Herz erhiße, ob ich gleich im Finstern size. 63 allein erretten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen, und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Höllen stürzen will. Da kannst du 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schüße mich vors Teufels Neßen, vor der Macht der Finsterniß, die mir manche Nachtzusetzen und erzeugen viel Verdrieß; laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht, wenn ich dich nur hab im Her= zen, fühl ich nicht der Seelen Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und er= müdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und Abend- Lieder. 64 auf dich gerichtet sein. Meiner Seelen mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest an dir bekleibe und auch schlafend dein verbleibe. d 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sind in deinen Schuß geschlossen. 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Ueberfall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des KriegesSchall, wende Feuer und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben.( bid 12. D du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat. Jeſu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rath, und mein Hort, du, werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen; Amen, ja, das soll geschehen. TD( Joh. Rift.) rig and distorted y find Mel. Ich dank dir schon. ie schnell ist mir der Tag 70, Wi entflohn, den ich durchlebet habe. Vollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. dime 150 3. Damit ich jeden Abend 4 mich in Zukunft frömmer finde, so tödte selbst, dies bitt ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der sich thätig weist, schmück, Höchster meine Seele; und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank ich, Vater, für die Huld, die du mir heut erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld; sei hoch von mir gepriesen! 6. Sieh ferner mich in Gnaden an; vergib mir meine Sünden, und laß mich auf der Tugend Bahn der Seele Frieden finden. Von Buße und Beichte. 17. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefesselt liegen, so laß mich SHIS 65 sanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlafverfliegen. ( 3. S. Diterich.) 190 III. Von Buße und Beichte. 830 3. Nun sollt ich ja vertrauen deinem Sohn Jesu Christ, aufsein Verdienstfest bauen, weil er mein Fürsprech Mel. Herzlich thut mich verlangen. ist; so schreckt mich mein Ge71,* Nh Gott! ich muß wissen, das zweifelt immer= 71.* 2% dirs klagen, daß dar, und spricht: Dich wird verdrießen, daß ich die Sünd nicht ſpar. ich so elend bin; mein Herz will mir verzagen, mein' Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr'r nicht vergessen, sie ist so groß und schwer, sie hat mich gar besessen, bracht in Noth und Gefähr. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Gebehrden fromm und gottsfürch= tig sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen des Satans List und Macht. 2. In Sünd bin ich empfangen, in Sünd bin ich geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Himmel anzu sehn, und schäme mich auf Erden vor dir, o Gott, zu stehn. 5. Was soll ich denn nun machen, wie kann ich doch bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will entgehn, Herr zu dir komm ich wieder, und such Barmherzigkeit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. 5 66 Von Buße und Beichte 6. Du hast dein'n Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß Jedermann ſollt leben, der an ihn glauben könnt; will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest. Hilf du meinem Unglauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch nothwendig, und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod. Ich will, daß er umkehre und leb ewig bei mir. Den rechten Weg mich lehre, so komm ich hie zu dir. 9. Mit deinem heilgenGeiste mein'n schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste, zu deines Namens Ehr. Leit mich auf deinem Stege; vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr durch deine Hand. sasil 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir hast gegeben, behüt durch deine Stärk; erhör mein Seufz'n undSchreien und mein furchtsame Wort, daß ich mich dein kann freuen, veracht'n des Satans Mord. 11. Zulegt laß mich abscheiden mit einem selgen End, und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ. Dafür will ich dich preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad beweisen, und helf'nin Ewigkeit. ( Barth. Rollenhagen.) In eigner Melodie. 72. Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden, da ist Niemand, der helfen kann in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl Von Buße und Beichte. hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hie wohl büßen. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Gib, Herr, Geduld, 73.* Ach Herr, mich verleih armen vergib die Schuld, ein g'horsam Herze, laß mich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden, laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgescheiden. 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum verstecket, wenns trüb hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket: 67 10. Ehre sei nun, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist zusammen, zweifle auch nicht, weil Christus spricht: Werglaubt, wird selig. Amen. ( M. Rutilius 1-6 u. 3. Groß 7-10.) 8. Also, Herr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden. Wenn Sünd und Tod mich bracht in Noth, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib, ob hier der Leib und Seel von'ander scheiden, so werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. straf nicht in deinem Zorn, dein'n ernsten Grimm doch linder, sonst ists mit mir verlorn! Ach Herr, wollst mir vergeben meinSünd und gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entfliehn der Höllenpein. 2. Heil du mich, lieber Herre; denn ich bin frank und schwach, mein Herz, betrübet fehre, leidet groß Ungemach, mein G'beine sind erschrocken, mir ist sehr angst und bang: mein Seel ist auch erschrocken; ach du Herr, wie so lang? 3. Herr, tröst mir mein Gemüthe, mein Seel rett, lieber Gott, von wegen deiner Güte hilf mir aus aller Noth. Im Tod ist alles stille, da denkt man deiner nicht; wer will doch in der Hölle dir danken ewiglich? Min m 5* Von Buße und Beichte. 68 4. Ich bin von Seufzen müde, hab weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durchaus die ganze Nacht: mein Lager naß von Thränen, mein G'stalt von Trauren alt, zu Tod ich mich fast gräme, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr Uebelthäter, mir ist geholfen schon; der Herr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört mein weinend Stimme; es müssen fallen hin all sein und meine Feinde, und schändlich kommen um. 6. Ehr sei ins Himmels Throne mit hohem Ruhm und Preis dem Vater und dem Sohne und auch zu gleicher Weis dem heilgen Geist mit Ehren in alle Ewigkeit. Der woll uns all'n bescheren die ewge Seligkeit. ( 1-5. 3. H. Schein.) Mel. Was mein Gott will, das. 71.A ch, höchster Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, und daß ich christlich für und für durch dich mich neu gebäre, daß ich, dein Kind, dich such und find in allem Kreuz und Leiden, damit nicht Tod noch Höllennoth mich nimmer von dir scheiden. di and ad 2. Gib meinem Herzen wahre Reu und Thränen meinen Augen, daß ich hinfort das Böseschen und meine Werke taugen. Hilf, daß ich ſei ohn Heuchelei, ein Schuß und Trost der Armen, auch jederzeit voll Freundlichkeit mich ihrer mög erbarmen. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Lust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt, empfinde Lust und stets mich also übe nach deinem Wort, an allem Ort in tugendlichen Dingen; so wird mein Geist sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demuth leben; Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben; wenn schon durch List mein Nebenchrift ins Elend mich getrieben, weiß ich doch wohl, daß man auch soll die ärgsten Feinde lieben. nou 5. Gib mir auch diese dreierlei: Erst einen festen 69 Glauben, bei welchem rechte Treue sei, die nimmer steht auf Schrauben, daß ich mich den, so werd ich nicht, wie sonst geschicht mit Schmähen überladen. üb in wahrer Lieb, und hoff 9. Gib, daß ich ja den auf deine Güte, die mich, o Gott, vor Schand und Spott auch bis ins Grab behüte. Müßiggang sammt aller Trägheit haffe; dagegen, Herr, mein Lebenlang mein Arbeit so verfasse, daß ich zur Noth mein täglich Brod mit Ehren mög erwerben und wenn ich soll, fein sanft und wohl in dir, Herr Jesu, sterben. nd Von Buße und Beichte. 06. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten; gib, daß ich alle Pracht der Welt mög inniglich verach ten, auch nimmermehr nach hoher Ehr und großem Namen strebe, besonders nur nach rechter Spur der wahren Christen lebe. 10. Ach gib mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemühe, so kann kein Leid in dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, besonders ich werd ewiglich bei dir, Herr Jesu, bleiben. ( 3. Rist.) 7. Vor Schmeicheln, List und Heuchelei bewahre mir die Sinnen, und laß mich ja durch Gleißnerei den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort sein, darnach man sich zu richten, Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. denn dieſes kann bei Jeder-* 75. Ach Gott ist noch dein bei mann Sachen leichtlich schlichten. 8. Herr, säubre doch von Eitelkeit mein fündliches Gemüthe, daß ich in dieser kur= zen Zeit vor schnöder Luft mich hüte. Des Herzens Grund sei, wie der Mund, dem Nächsten nicht zu Schamir, der mir könn Zeugniß geben, ich sei dein Kind? Ich zweifle schier, wenn ich beschan mein Leben. Nichts ist an mir, das mich entzündt, in wahrer Buß zu sein gesinnt, wie du von mir begehrest, maniad bin dsigts 70 Von Buße und Beichte. 2. Den guten Geist, den du mir hastversprochen, mich zu führen, treib ich von mir, und halt für Last sein himmlisches Regieren; die Freud in Gott, die wahre Ruh kann ich mir nimmer eignen zu, weil nur mein Fleisch mich leitet. 3. Daß du ein großer 7. Ja, großer Gott, es Herrscher seist, der Alles hier regieret, bedenk ich zwar; doch, daß du dräuft der Sünd, wie ihr gebühret, mit schwerer Straf, betracht ich nicht. Den Richter weiß ich, das Gericht will ich doch nicht erwägen. faget mir der Zenge, mein Gewissen: Ich geb dir nichts, ich raube dir die Seel, die du gerissen mit solcher Müh aus ihrer Noth; ich stürz sie willig in den Tod, verrath ste deinen Feinden. 4. Die vielen Gaben dieser Welt lieb ich mehr als den Geber. Gesundheit, Wollust, Ehr und Geld sind ſolche süße Träber, wonach ich meine Wünsche stell, daß meine Seel die wahre Quell verlieret, ihren Schöpfer. 6. Du gabst aus Lieb mir deinen Sohn, mich Armen zu erlösen. Was geb ich dir für einen Lohn? Ich laufe nach dem Bösen; die Sünden, die du hast verbannt, in die bin ich so sehr entbrannt, daß ich dein gar vergesſe. 5. Ich meine zwar, ich liebe dich, wünsch auch dein Gegenlieben: was aber schei= det dich und mich, scheu ich mich nicht zu üben; ich halte dich für meinen Gott: will doch nicht halten dein Gebot, entzieh mich deinem Joche. 8. Die Gaben, die von deiner Hand sie dankbarlich sollt nehmen, die sinds, die sie von dir gewandt, und ihren Glauben lähmen, sie an die Erd so heften an, daß sie sich nicht mehr schwingen kann zum Ursprung ihres Wesens. 9. Weil denn mein Geist so irdisch ist, so hab ich leicht empfunden, daß mich mein Fleisch und Satans List an diese Welt gebunden. Lös du mich, Gott, der du mich hast vormals erlöst von Sün 71 Schlangenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht stete Schmerzen. 10. Den guten Geist, den ich nunmehr so lang nicht 3. Ach, ohn dich, getreuer hab gefühlet, den laß mir kommenwieder her, und steur dem, der da zielet auf mich mit tödtlichem Geschoß, damit kein Zweifelmuth nicht stoß die Seel in das Verder=. ben. Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammniß macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell, mein Gewissen ist erwachet und der Abgrund flammt und krachet. Von Buße und Beichte. denlast, und meiner dich erbarme. 11. Es soll der schwere Sündenwust mich nicht kleinmüthig machen. Des Sünders Reu ist deine Lust, der Engel Freud und Lachen. Dein guter Geist geb für und für ein Zeugniß meinem Geist in mir, daß ich sei Gottes Erbe. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt, sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Neß gestellt, sie kann troßen und kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. ( Anton Ulrich v. Braunschweig.) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 5. Ach, wie kraftlos, Herzens- Jesu, richten sich die Kranken auf. Unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem 76.Ah, was sind wir müden Lebenslauf; denn man steht uns, die wir wallen, öftersstraucheln, oftmals fallen. ohne Jesum? Dürftig, jämmerlich und arm! Ach, was sind wir? Voller Elend, ach, Herr Jesu, dich erbarm, laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsterniß das Licht, öffne unsre Herzens- Augen, zeig dein freundlich Angesicht! Spiel, o Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 2. Wir sind Nichts ohn dich, Herr Jesu! Hier ist lauter Finsterniß; darzu quälet uns gar heftig der vergifte 7. Tritt den Satan, starter Jesu, unter unsern schwa Von Buße und Beichte. 72 chen Fuß. Komm zu deiner Braut gegangen, gib ihr einen Liebeskuß, daßsie Himmelsfreud verspüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; laß uns mei= den alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nach wandeln nach der Liebe Eigenschaft! Ach, Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird Alles jubiliren und dir fingen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. 3. Obzwar schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mit mir hart darnieder geht, solls mich doch von ihm nicht scheiden; er ist mir ins Herz gericht't: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist; denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode find umgeben. Drum, obs heute nicht geschicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb' ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis zur vollen Freud und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist In eigner Melodie. 77.21h, was soll ich mein helles Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. Sünder machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt; doch weiß ich, daß er mich liebt; denn er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich die Sünd anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. ( Peter Lackmann.) 6. Durch ihn will ich wieder leben; denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Von Buße und Beichte. Seligkeit, und thut mirs aus Gnaden geben; muß ich schon erst vors Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 73 4. Ich bin unten von der Erden, stecke in dem Sündengrab; soll ich wieder lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebären, und mir neue Kraft gewähren. 7. Drum, o Jesu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Port. Darum, thue einverleiben meine Seele deinem Licht: Meinen Jesum laß ich nicht.( 3. Flittner.) 5. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geiſt gib mir, daß ich ja nicht länger scherze mit der Sünden Lust- Begier; laß mich Mel. Alles ist an Gottes Segen. * 78.2ch, mein Jeſu, ihre Tück bald merken, mich welch ben wohnet nicht in meinem Geift dagegen stärken. Brust! Denn mit andern Adamserben steck ich voller Sündenluft. Ach, ich muß dir nur bekennen: Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, wie verderbt mein alter Sinn, der ich zu dem Guten träge und zum Bösen hurtig bin. Ach, wer wird mich von den Ketten dieses Sündentodes retten? 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, und mein böses Fleisch und Blut unters Geistes Joch zu zwingen, weil es doch thut nimmer gut; was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn und wo ein Feind sich regt, sondern hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der angeerbten Noth; heile meinen See- 8. Sollt ich etwa unterlenschaden durch dein Blut und Kreuzes- Tod; schlage du die Sünden- Glieder meines alten Adams nieder. liegen, o so hilf mir wieder auf, und in deiner Kraft obsiegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen Sieges Von Buße und Beichte. 74 händen möge ritterlich vollenden.ht dal rodster( 2. 2. Gotter.) 1940 IN nat In eigner Melodie. nen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hülf mir send, dadurch behend des Teufels List sich von mir wend. 79. Allein zu dir, Herr 4. Ehr sei Gott in dem Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröſter bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist Nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch ge= born, der mir aus Nöthen helfen kann: ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werthen heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgend zu der Ewigkeit. ( Joh. Schneesing.) 2. Mein' Sünd find Mel. Nun laßt uns den Leib. schwer und übergroß und 80. An bir hab ich gereuen mich von Herzen, der= selben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, weß du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglichen schauen: vor allen Dingen lieben dich, und meiund übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, Allwissender, sich auch die Reue gnädig an. DADE 2. Du kennst mein Seufzen, Gott, mein Flehn, und meine Thränen sind vor dir. Wann läsfest du mich Hülfe sehn? Wie lang entfernst du dich von mir? se not 3. Geh, Herr, mit mir nicht ins Gericht, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Noch bleibst du meine Zu Von Buße und Beichte. versicht, du Gott der Langmuth und Geduld. 75 wird bestehn? Du wirst keines Menschen schonen, wo du nach Verdienst willst lohnen. 3. Aber deine große Güte die erlässet derer Schuld, die aus kindlichem Gemüthe sich vertrauen dei= ner Huld, die ihr' Uebelthat bereuen, und zu dir um Gnade schreien. 4. Erfülle selbst, Allgütiger, mein Herz vor dir mit Freudigkeit. Du warest stets Erbarmender, und bleibst ein Gott, der gern erfreut. 5. Dir trau ich! Lehre mich, wie gut, wie heilig deine Rechte sind. Laß mich sie thun mit frohem Muth; du bist mein Vater, ich dein Kind. 4. Herr, ich will auf dich stets bauen, meine Seele harret dein; auf dein Wort will ich vertrauen, wenn der helle Tag bricht ein, und wenn er des Abends schwindet, und sich Morgens wieder findet. 6. Herr, eile du mir beizustehn, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört, der Herr, er hört mein Flehn, nimmt sich meiner Seele an. mithi( Chr. F. Gellert.) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. und nimmt 81.A us der Tiefe thi 5. Israel, dein' Hoffnung lade auf des Herren starke Macht; denn bei ihm ist laumeiner Sinnen ter Gnade, ja er hat Grruf ich, großer Herr, zu dir, lösung bracht; er wird Israel der du von der Sterne Zinnen erretten aus den schweren blickest auf dies Rund all- Sündenketten.( Joh. Franck.) hier: laß die Seufzer mei- toidbor long di ner Stimmen über sich gen 19 In eigner Melodie. d Himmel klimmen. 82. us tiefer Noth 12. Laß dein' Ohren auf mich merken, laß mein Schreien vor dich gehn; denn wo du nach unsern Werken strafest, Herr, wer schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohren kehr zu mir, und meiner Bitt sie öffne! Denn so wie du willst 76 Von Buße und Beichte. das sehen an, was Sünd groß auch sei der Schade. und Unrecht ist gethan, wer Er ist allein der gute Hirt, kann, Herr, vor dir bleiben. der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. man( M. Luther.) 2. Bei dir gilt Nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Thun umsonst auch in dem Mel. Herr ich habe mißgehandelt. besten Leben. Vor dir Niemand sich rühmen kann, deß muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. Mor 83.* Dir allein hab ich bei dem ich Gnade such! gefündigt, Herr, Dein gerecht Geseß verkündigt jedem Uebertreter Fluch, und was kann vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? adating 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Berdienst nicht bauen, auf ihn mein Herz soll lassen sich 2. Kann ich deinem Arm und seiner Güte trauen, die mir zusagt ſein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt ich in die Tiefe nieder: deine Rechte hält mich wieder. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade, sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie 3. Herr, ich flieh in deine Hände; außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach vergib und laß mich leben! me 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Laſt ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär, müßt Von Buße und Beichte, 77 ich, würdest du nur winken, wohne du bei mir, treib all in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen dich, o Heiliger, versöhnen? Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmels= gut und Segen reich), gib Weisheit, Stärke, Rath, Ver= stand aus deiner milden Gnadenhand. 6. Gott- Versöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut, und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff ein reiMel. Meinen Jesum laß ich nicht. *( nes Herz in mir, laß bei dirilis( Heinr. Gg. Neuß.) mich Ruhe finden, zieh mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben. chim ( Foh, Franck.) $ 85.H err, gib wahre Buß und Reu, komm, mich stündlich zu bereiten, daß ich immer fertig sei, fomm, mich selber heim zu leiten, daß mich hier auf meiner Bahn ferner Nichts verhindern kann. Mel. O Jesus Christ, meines. * 84.6 in reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünden Thor und Thür, vertreibe sie und schaffe du, daß sie vor meiner Thür nicht ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und 75. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und nur dies achten für Gewinn, wenn ich dir nur ergeben bin. 2. Laß mich hier in meinem Lauf stets für meine Seele sorgen, decke du nur Alles auf, auch das Kleinste, was verborgen, das nur mög Von Buße und Beichte. 78 in Todespein Nichts zu groß und schwer mir sein. 3. Du bist darum ja erhöht, daß du Buß und Glauben gibest, daß der Sünden Schuld vergeht, daß du immerziehst und übest. O, drum fördre meinen Lauf, zeuch mich immer zu dir auf. 4. Und so laß mich hier mein Ziel immer vor den Augen haben, du gibst wenig oder viel, laß mich immer tiefer graben, diesem Ziele näher gehn, und nur nimmer stille stehn. 15. Denn was deine Hand uns gibt, zielet immer auf das Ende, daß man immer mehr geübt, endlich seliglich vollende. Ach, Herr, eilt ich meiner Ruh und Vollendung immer zu! 6. Denn wie ist es bald geschehn, daß wir wieder stille stehn, da wir doch in ſtetem Flehn immer ſollten 86. weiter gehn. Ach, Herr, gib Beständigkeit zu der Seelen Sicherheit! bint 7. Laß mich recht behutsam sein und Nichts ferner mehr verlieren, sondern jedes Körnelein stets in mir vermehret spüren; gib zur Beßrung wahre Treu, daß mein Wachsthum schnelle ſei. 8. Laß Nichts zwischen mich und dich, was mir will mein Ziel verrücken; o mein Führer! laß es mich täglich immer mehr erblicken; tritt was Anders zwischen ein, laß es bald vernichtet sein. 9. Und so laß in aller Welt mir Nichts mehr zum Aufhaltstehen, laß mich dem, was ihr gefällt, täglich immer mehr entgehen. Stellt sich was zur Hindrung ein, laß es lauter Fördrung sein! 10. Mein Erretter, rette mich von den Banden, die mich binden, daß ich in dir ritterlich Sünd und Tod könn überwinden; laß Nichts, was zu schwer mir, zu, nimm mich dafür heim zur Ruh! ( Carl Heinr. v. Bogatzky.) Mel. Allein zu dir, Herr Jeſu. 86. D" u weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich von dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, alsda vertilgest du Von Buße und Beichte. 79 Gott stille, den nimmst du zu dir in dein Haus, da Freud und Lust die Fülle, ja, solche Freude, die fein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, da wird mein jeßig Kreuz und Leid sein lauter Freud und währen in all Ewigkeit. zi 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone; wenn du mich holen wirst einmal hinauf in deinen Freudenfaal, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deineThränen für undfür. ( 3. Heermann.) aus Gnad all Uebelthat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, als da ich Labsal finde; vor Gott sind sie so hoch geschäßt. Wer damit ſeine Sünde neßt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier ist der schweren Thränen Haus, in dem ich oft muß weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen; auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ, In eigner Melodie. in Noth du auch gewesen biſt. 87.* Erbarm dich mein, 4. Duzählst die Thränen groß und klein; ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet; so oft vor dir sie regen sich, so oft fie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt, dir ist bewußt mein Kreuz, darum hilfst du mir mit Lust. Herre Gott, nach deiner groß'n Barmherzigkeit. Wasch ab, mach rein mein Missethat; ich kenn mein Sünd, und ist mir leid. Allein ich dir gesündigt hab, das ist wider mich stetiglich; das Bös vor dir mag nicht bestahn, du bleibstg'recht, ob du urtheilst mich. 15. Wer jeßund säet Thränen aus, hält in Geduld 2. Sieh, Herr, in Sünd bin ich geborn, in Sünd em Bon Buße und Beichte. 8.0 pfing mich mein' Mutter. Die Wahrheit liebst, thust offenbarn deiner Weisheit heimlich Güter. Bespreng mich, Herr, mit Ysopo, rein werdich, sodu wäschest mich, weißer denn Schnee, mein G'hör wird froh, all mein Gebein wird freuen sich. In 3. Herr, sich nicht an die Sünde mein, thu ab all Ungerechtigkeit, und mach in 88. Es ist noch Raum 88.0³ in Jesu Wunmir das Herze rein; bein neuen Geist in mir bereit. Verwirf mich nicht von dein'm Angesicht, dein heilgen Geist wend nicht von mir; die Freud dein's Heils, Herr, zu mir richt, der willge Geist enthalt mich dir. den für mich, der ich verwundet bin, da hab ich meine Ruh gefunden, da sieht mein Geist mit Freuden hin: da werd ich armer Kranker heil, da find ich auch das beste Theil. 4. Die Gottlos'n will ich deine Weg, die Sünder auch dazu lehren, daß sie von bösem, falschen Steg zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm mich, Herr meins Heils ein Gott, vor dem Urtheil durchs Blut bedeut. Mein Zung verkünd dein recht's Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit. dir das auch gegeben; so nimm nun den zerknirschten Geist, betrübts und traurigs Herz daneben; verschmäh nicht, Gott, das Opfer mein, thu wohl in deiner Gütigkeit dem Berg Zion, da Christen sein, die opfern dir Gerechtigkeit.( Erhard Hegenwalt.) d Ha jbild distinto tim Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Kein leiblich Opfer von mir heischst, ich hätt radnd 2. Es ist noch Raum in deinem Herzen für mein geängstet traurig Herz; o lindre doch die Seelenschmerzen, und zeuch mich, zeuch mich himmelwärts, nimm mich, die blöde Taube ein und laß mich ewig sicher ſein. 3. Es ist noch Raum in deinen Händen, es ist noch Raum in deinem Schoß! ich will mich in die Festung wenden, da ist mein allerbestes Loos. Du rufft: Sünder, Von Buße und Beichte. glaube nur. Ich folg, o Heiland, dieser Spur. 44. Es ist noch Raum bei deiner Heerde, ich armes Schaf komm auch dazu: Du willst, daß Nichts verloren werde; drum such ich bei dir meine Ruh, beidir, dem großen Sünderfreund, ders ja so gut, so redlich meint. 5. Es ist noch Raum bei deinen Kindern, der Tisch ist auch für mich gedeckt, es fehlt dir nicht an armen Sündern, doch noch an mir, der ich befleckt! Du willst auch mich, du nimmst mich an, ich komme, wie ich kommen fann. 6. Es ist noch Raum in deiner Seite, daraus das Blut und Wasser floß; o Hirte, gängle, führe, leite, und schenke mir dies schöne Loos: laß mich, o laß es bald geschehn, darinnen meine Freistatt sehn! 7. Es ist noch Raum in deinen Armen, du streckest sie ja täglich aus, und trägst uns liebreich mit Erbarmen darauf in deines VatersHaus; ich fall in dieſe treue Hand; sie trägt gewißins Vaterland. 81 8. Es ist noch Raum in deinem Himmel, ich möchte gerne selig sein, ich eil aus diesem Weltgetümmel, und geh mit Freuden da hinein, in das verheißne Kanaan, da treff ich meinen Heiland an. ( M. I. Ch. Schipalius.) Mel. Freu dich sehr, v meine. 89. Gott, vor beffen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt! Gwges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses iſt an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, 6 82 Von Buße und Beichte. Mel. O Gott, du frommer. Sün- 90. H err, höre mein Gebet um deiUebelthätern bist du Feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom Bösen durch ihn unsern gan= zen Sinn. Gib uns, wie du ſelbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Be= gierde bleibe unser Herz ge= weiht, unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glanben heilig leben. dan( 3. C. Zimmermann.) ner Wahrheit willen! Du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, geh nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht! Vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht! 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder; daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir mir wahren Trost gewährt! 3. Zu dir, o trener Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir: o daß ich Hülfe fände! Für Recht laß Gnad ergehn; ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg! Denn nach dir sehn ich mich. 4. Ich will, o stärke mich, ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ Von Buße und Beichte. mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn! 5. Beruhige meinHerz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein; oGott, erhöre mich. ( J. A. Cramer.) In eigner Melodie. err ich mißja, 91. Het gehandelt, Herr mich drückt der Sünden Last. Ich bin nicht den Weg ge= wandelt, den du mir gezeiget haft, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden: gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner 83 Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten Mittelmeer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. Wein, ach wein jetzt um die Wette, meiner beiden Augen Bach! Odaß ich gnug Zähren hätte, zu betrauren meine o daß aus dem Thränenbronnen käm ein starker Strom geronnen! 6. Ach, daß doch die strengen Fluthen überschwemmten mein Gesicht und die Augen möchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht! Ach, daß sie wie Meereswellen möchten in die Höhe schwellen. 7. Aber, Christe deine Beulen, ja ein einzigs Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, löschen meiner Sünden Gluth, drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6* 84 Von Buße und Beichte. 8. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden; mache mich so weiß als Schnee; laß dein'n guten Geist mich trei- 4. Vom Seufzen ben, einzig stets bei dir zu bleiben. ( 3. Frand.) Mel. Aus tiefer Noth. 92. H err straf mich nicht in deinem Zorn, das bitt ich dich von Herzen; sonst bin ich ganz und gar verlorn, mit dir ist nicht zu scherzen; und züchtge. mich nicht in dein'm Grimm, weil ich so voll Betrübniß bin und leide große Schmerzen. 2. Sei gnädig mir, denn ich bin schwach, von Herzen sehr erschrocken; kein Ruh hab ich bei Tag und Nacht, das Mark im Bein vertrocknet, mein Seel auch sehr betrübet ist, daß du, o Herr, so lang aus bist, auf den ich stets thu hoffen. denkt man deiner nicht, in der Hölln dir kein Dank ge= schicht, darin ist Nichts denn Quälen. 3. Ach, wende dich, du lieber Herr, errette meine Seele, hilf mir durch deine Güt und Ehr, ich thu mich dir befehlen. Im Tod ge= ich ſo müde bin, mein Bette thu ich schwemmen; betrübt ist mir Herz, Muth und Sinn, nach dir thu ich mich sehnen; die ganze Nacht das Lager mein mit Thränen muß genezet sein, das wollst du, Herr, erkennen. 5. Vom Trauren abgenommen hat mein Gstalt, und ist veraltet, ich werd geund ist veraltet, ich werd geängstet früh und spat, das Herz im Leib erkaltet. Ach Herr, erhördas Weinen mein, mein Flehn laß nicht vergeblich sein, im Glauben mich erhalte. 6. Ihr Uebelthäter weicht von mir, der Herr erhört mein Flehen, mein' Feind zu Schanden werden schier, mein Gebet, zu Gott geschehen, wird nicht vergeblich sein fürwahr. Das ist gewiß und offenbar, deß thu ich mich versehen. ( L. Deler.) Von Buße und Beichte. Mel. Der Tag ist hin, mein Jeſu. 93. Him ier lieg ich nun, mein Gott, zu deinen Füßen und bin bereit, für meine Schuld zu büßen; ach, schaue mich mit Gnadenaugen an, und strafe nicht, was ich unrecht gethan. 2. Ich muß mich zwar jetzt vor dir selbst verklagen, die Schuld ist groß, die ich hab abzutragen, erschrecklich ist die schwere Straf und Pein, mit welcher du nach Recht versöhnt willst ſein. 3. Ich habe mich auf breiter Laſterstraßen einherzugehn gar oft belieben lassen und mit der Welt die schnöde Fleischesluft ohn alle Scheu gehegt in meiner Bruſt. 4. Was mir mein Stand zu thun hat zugemessen, das hab ich oftaus Lässigkeit vergessen; was aber mir dein Mund hat untersagt, das hab ich oft, ja stets zu thun gewagt. 85 6. Jch böser Mensch, was hab ich doch begangen! Das Sündenneß hat mich nunmehr gefangen, o Herzensangst; jetzt fühl ich, Sünde, dich, o Gottes Zorn, wie sehr erschreckst du mich. 5. Dein heilig Wort hab ich hintan geſeget, die Majestät verachtet und verleget, ich habe nicht gerechten Zorn gescheut, der mir vielmal die Strafe hat gedräut. 7. Ich habe mich den Satan blenden lassen, die Welt hat mich betrogen gleichermaßen, mein eigen Fleisch und Blut hat mich verhett und mir vielmal sehr heftig zugeſetzt. 8. Vorhin trug ich zur Sünde kein Bedenken, jetzt kommt die Zeit, mich über sie zu kränken: ich habe nie an Besserung gedacht und so viel Jahr in Sünden zugebracht. 9. Verflucht, verflucht sei alle meine Freude, die mich hat bracht zu solchem Herze= leide! Verflucht, verflucht ſei alle meine Zeit, die ich ver= bracht in solcher Fröhlichkeit! 10. Ist denn kein Weg, kein Mittel mehr zu finden, von solcher Last mich Sünder zu entbinden? Ist denn kein Mensch und keine Kreatur, die, zu entfliehn, mir dzeiget eine Spur? Von Buße und Beichte. 86 an11. Nur du, mein Gott, kannst, wenn du willst, das Leben, Trost, Hülf und Heil, Gnad und Errettung geben; was aller Welt zu thun unmöglich ist, ist möglich dir, der du allmächtig bist. 12. Laß deine Gunst mich wiederum erblicken, entzieh dich nicht, mich Matten zu erquicken; ich klopfe jetzt an deine Gnadenthür, beweise doch Barmherzigkeit an mir! 13. Wie über mir der Himmel hoch mag schweben, so viel laß mich Barmherzigkeit erleben, so weit der Oft ist von dem Westrevier, so weit laß auch die Sünde sein von mir. 14. Ich opfre dir ein recht zerknirschtes Herze, gar sehr gekränkt mit Christi Reu und Schmerze, ich weiß, du wirst es dir gefallen lan und williglich das Opfer nehmen an. 15. Ach sich doch an dein Kind in seinem Blute, das er am Kreuz vergossen mir zu gute, die Dornenkron und seine Nägelmal, den Hohn und Spott, Schmerz, Marter, Angst und Qual. 16. Drumwollest du von seinetwegen schonen; und nicht nach Schuld, nicht nach den Werken lohnen; hat er doch schon, weil er am Kreuze sich selbst für mich gab, die Schuld gebüßt für mich. Gnade widerfahren, so wol17. Wie Andern oft ist lest du sie auch an mir nicht sparen; ich bin sowohl durch Christi Blut erkauft, so wohl als sie durch Christi Blut getauft. 18. Ach geh, mein Herr, mit mir nicht ins Gerichte, sonst steh ich blos vor deinem Angesichte. Wenn du mit uns willst ins Gerichte gehn, so kann vor dir kein Menschenkind bestehn. 19. Ach, sprich mich los von allen meinen Sünden und laß mich bald nach Wunsch Vergebung finden! Laß dieses mal, ach höre doch mein Flehn! nicht ohne Trost mich von der Stelle gehn. 20. Denk an den Bund, den du nie haft gebrochen, und an den Eid, durch welchen du gesprochen: Sowahr du lebst, du seist ein solcher Von Buße und Beichte. Gott, der nicht hat Lust an eines Sünders Tod. 21. Umfange mich mit deinen Liebesarmen, und laß dich mein und meiner Noth erbarmen, nimm auf das Schaf, das sich von dir verirrt und sich so sehr in Sünden hat verwirrt. 22. Laß über mich im Himmel Freuden singen, laß neue Lust dort bei den Engeln klingen, erweck in mir doch einen neuen Geist, der künftig dich für deine Güte preist. 23. Regiere mir doch alle meine Sinnen, daß ich nur dich allein mag lieb gewinnen, daß nur dein Wort sei meine beste Lust, dein Sakrament vergnüge meine Brust. 24. Gib, daß ich mich nach Billigkeit verhalte, und so, wie sichs gebührt, im Leben walte! Gib, daß ich sei ein rechter Tugendfreund und bleibe stets dem schnöden Laster feind. 25. Auf daß ich hier ein unbeflecktGewissen undGlauben stets zu halten sei beflisſen, damit ich dort auch möge 87 wohl bestehn, und nach dem Tod zur Himmelsfreud eingehn. 26. So will ich dich für deine Güte preisen, und dir nach Pflicht, Lob, Ehr und Dank erweisen; hier will ichs thun, weil ich leb in der Zeit und tausend mehr dort in der Ewigkeit. 94.* ( C. Scriver.) Mel. Wer nur den lieben Gott. ier steh ich vor dem Gnaden= throne, und klopf an Gottes Vaterherz; vergib, o Vater in dem Sohne, und stille meinen Sündenschmerz; es thut, mir weh, ich bin betrübt, daß ich dich, Herr, so spät geliebt. 2. Ich scheue mich, als Wurm und Made, vor dir die Augen aufzuthun; doch, weil du willst, so bitt ich Gnade, in dieser Gnade will ich ruhn, sie ist doch größer, als die Schuld; sie träget mich und hat Geduld. 3. Ich steh beschämet und von ferne, als der ich voller Sünden bin, und meine Schuld erkennen lerne, doch seh ich auch im Glauben hin 88 Von Buße und Beichte. auf den geschenkten Gottes Kind und Knecht, durch Jesu sohn, als meinen theuren Blut rein und gerecht. Gnadenthron. dap8. Gott Lob, ich habe nun die Gnade, darum ich ihn mit Thränen bat; mun ist geheilt mein Sündenschade, weil mich bei Gott sein Blut vertrat, sein Blut, das immer ruft und schreit: Ach Gnade, ach Barmherzigkeit! ( 3. Ch. Schipalius.) 4. Sei gnädig, sei verföhnt mir Armen, ich schlag an die zerknirschte Brust, ich bitte thränend um Erbarmen, du hast ja an Erbarmen Lust, du hast ein Herz, das immer bricht; mein Herr und Gott, ich laß dich nicht. 5. Herr, geh nicht mit mir ins Gerichte; laßfür das 95. Hid Recht die Gnade gehn; mach meine Handschrift doch zu nichte, ich seh sie schon am Kreuze stehn, wie du sie, als die Sündenlast, durch dein Blut ausgetilget haſt. 6. Sprich, Herr: o Sünder, du ſollst leben! Ruf mir dies Wort aus Gnaden zu, die ganze Schuld ist dir vergeben. Nun, Herr, ich glaub, und finde Ruh; denn das ist meine Zuversicht: Wer glaubt, der lebt und stirbet nicht. 7. Ich gehe, von der Last entbunden, begnadigt und gerecht ins Haus; ich lieg und ruh in Jesu Wunden, da reißet mich kein Feind heraus; ich bin, als Gottes Mel. Freu dich sehr o meine. öchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der du mich geliebet, doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich fie entweiht! Ach zu Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schwe Von Buße und Beichte. ren Sorgen machtest du mein Herze frei. Was mir nüßte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt' ich dir! O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Ret tung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu ſein. Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. ( J. S. Diterich nach F. Fabricius.) Mel. Wer nur den lieben Gott. ch armer Mensch, ihrem fanften Locken, suchte 96.3% ich armer Sün= mich selbst zu verstocken. der, steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 5. Ach, an dir hab ich gefündigt; Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach, vergib, was ich gethan, nimm mich doch erbarmend an! führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 89 wissen, ach, das laß auch mich genießen! 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wortverheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis ich Genad von dir erlange ich armes und verlornes Kind; erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör, ach erhör mein Seufzen, Schreien, du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sünden mir verzeihen Von Buße und Beichte. 90 und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht, hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör, was der armeSünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Wahr ist es, übel steht 97.* omm zudir mit Mel. Durch Adams Fall ist ganz. armer Sünder 5. der Schade, den Niemand heilet, außer du; ach, aber ach, ach Gnade, Gnade! Ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. demüthigem Herzen; o Gott, der gnädig für und für, bekenne dir mit Schmerzen die Sünden all und jeden Fall, wie ich ihn hab begangen von Jugend auf mit großem Hauf, drinn ich jetzt bin gefangen. 2. Die Sünden sind, die ich gethan, unmöglich zu erzählen; doch ich auch nicht sie bergen kann, weil sie mich immer quälen. Dein liebster Sohn hat mich davon durch seinen Tod entbunden; dennoch hab ich jetzt lassen mich den Satan neu verwunden. 6. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone; erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich, zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, er= barme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! ( Chr. Titius.) 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; fag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, hinfüro fündge nur nicht 3. So ist auch mein Undankbarkeit sehr groß bis auf Von Buße und Beichte. die Stunde, ich habe dir zu keiner Zeit gedankt von Herzensgrunde für deine Treu, die täglich neu, für deine Lieb und Güte, die ich an mirgar reichlich spür, und stets trag im Gemüthe. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld auch meiner oft verschonet, und mir nicht, wie ich wohl verschuld't, im Zorn bald abgelohnet; hast fort und fort, o höchster Hort, dich meiner angenommen; hast Nichts gespart nach deiner Art, bis ich zu dir bin kommen. 5. Mit deinem Wort haft du gar oft an mein Herz angeschlagen, durch deinen Geist mir zugerust, den Himmel angetragen; haft in der That mich früh und spatzur Buße oft bewogen, auch mit Trübsal, Angst, Noth und Qual zu dir hinaufgezogen. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, wenn du gleich angeklopfet, hab ich dir niemals aufgethan, die Ohren zugestopfet; mit Unbedacht dies ganz veracht't, den Rüden dir gefehret; doch haft 91 du mich so gnädiglich geduldet, nicht verzehret. 7. Du könntest doch mit gutem Recht das Leben mir verkürzen, und mich als einen bösen Knecht hinab zur Hölle stürzen, der ich ohn Scheu, ohn Leid und Reu, in Sünden mich verweilet. Dennoch gibst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht übereilet. bei sich bedenkt, möcht es in 8. Wenn dies mein Herz Stücke springen; die große Sicherheit mich fränkt, thut Mark und Bein durchdringen. Kein Höllenpeinso großmag sein, ich habe sie verschuldet; ich bin nicht werth, daß mich die Erd trägt, nährt und auf sich duldet. 9. Ich bin nicht werth, daß man mich nennt ein Werk, von dir geschaffen; werth bin ich, daß all Element zur Strafe mich hinraffen; so weit hats bracht der Sünden Macht, ich muß es frei bekennen. Wo du siehst an, was ich gethan, so muß ich ewig brennen. 10. Vater der Barmherzigkeit, dir falle ich zu 92 Von Buße und Beichte. Fuße! Verwirf nicht Den, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt auf mich betrübten Sünder! Thu einen Blick auf mich zurück, so wird mein Angst bald minder.dont 11. Eröffne mir dein freundlich Herz, die Quelle wahrer Liebe; vergib die Sünd, heil meinen Schmerz; hilf, daß ich mich stets übe in dem, was dir gefällt an mir, und alles Böse meide, bis ich zur Schaar der Engel fahr hinauf in deine Freude. ( 3. Heermann.) Mel. Du, o schönes Weltgebäude, 98. ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! Daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst zu dir! Gott, dusiehest mein Vertrauen, sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater ja verzeihen. O, so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt; den verwirfst du nicht. 5. Duerquickest die Glenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Von Buße und Beichte. Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du alle Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden; ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich. ( 3. C. Lavater.) Mel. Jesus, meine Zuversicht * 99.3 esus nimmt die Sünder an, saget doch dieß Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 93 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an. di E 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig auf gethan: Jesus nimmt die Sünder an. in 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jeſus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder; hlaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie, kraft deines Bluts, dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. 94 Von Buße und Beichte. Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an: Mich hat er auch, angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. ( Erdm. Neumeister.) Mel. Herzlich lieb hab ich dich. ch komme, Frie100. densfürst, zu dir. Erbarmend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer; o laß mein Herz von Trost nicht leer! Laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, ſelbst verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlig neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht, durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohnder Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; gib mir an seinem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung und meines Leben Heiligung. Herr Jesu Christ, ich hoff auf dich, in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich; erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu Von Buße und Beichte. deinem Dienste stärke mich und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, ein Leben sei mir einst der Tod. ( 3. C. Kraft.) 101. Iner Miſfethat Mel. Aus tiefer Noth. will von meizum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rath hiezu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht, blind, taub und todt in Sünden: verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Klopf durch Erkenntniß bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 95 4. Wie hast du doch auf mich gewandtden Reichthum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, das mir noch keine Noth bis hierher können schaden. mich erwählt, tief aus der 5. Haft auch in Christo Höllen Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus bloßer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 6. Wer gibt den Kindern, was du mir gegeben, zu ge= nießen? Schenk aber ich Gehorsam dir? Das zeuget mein Gewissen, mein Herz, in welchem Nichts gesund, das tausend Sündenwürmer wund bis auf den Tod ge= biffen. 7. Die Thorheit meiner Jugendjahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglichs Zorngericht und deiner Höllen Rachen. Von Buße und Beichte. 96 8. Ich habe meiner Greuel Qual und schäm' sie zu bekennen; es ist ihr weder Maaß noch Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen; und ist ihr keiner doch so klein, um welches willen nicht allein ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. 10. Dies Alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen! Ich sehe deines Donners Macht, dein Feur auf mich dringen, du regest wider mich zugleich des Satans und der Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, fährt schnell ohn Zaum und Zügel. Wo flieh ich hin? Du Morgenroth, ertheil mir deine Flügel! Verbirg mich wo, o fernes Meer! Stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Thürm und Hügel.d 12. Ach, nur umſonst, und könnt ich auch bis in den Himmel steigen und wieder in der Höllen Bauch mich zu verkriechen neigen! Dein Auge dringt durch Alles sich, du wirst da meine Schand und mich der lichten Sonnen zeigen.. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wunden, die du, o Heiland wegen mein am Kreuze haft empfunden, als unser Aller Sünden- Müh, dir, o du Gotteslamm, ward hie zu tragen, aufgebunden. 14. Wasch mich durch deinen Todesschweiß und purpurrothes Leiden, und laß mich sauber sein und weiß durch deiner Unschuld Seiden. Von wegen deines Kreuzes Lasterquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 15. So angethan, will ich mich hin vor deinen Vater machen; ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rath mir Schwachen. Er weiß, was Fleischesluft und Welt und Satan uns Von Buße und Beichte. für Neße stellt, die uns zu stürzen wachen. 16. Wie werd ich mich mein Lebenlang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Zwang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Sündenlist und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. ( Kurfürstin Louise Henriette von Brandenburg.) 102.* Mel. Alle Menschen müssen. esu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle samt der schweren Sünden Noth kräftiglich heraus gerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, seidoch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfelein, als sie liefen ganz verfluchet in der Höllen Pfuhl hinein. Ja, du Satansüberwinder, haft die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden, ach ich irre 97 weit und breit; es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit; all mein Dichten, all mein Trachten, heißetunsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, das wir Wollen nennen, halt ich meiner Seelen für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll. Was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen meiner Fehler Meng allein; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, er= zürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zugut. Und dieweil du sehr zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei 7 Von Buße und Beichte. 98 so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Höllen Schrecken und Satans Grimmigkeit vielmals pflegen aufzuwecken, und zu führen in den Streit, daß ich schier muß unterliegen: ach so hilf, Herr Jesu, stegen! D, du meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht. 8. Deine rothgefärbten Wunden, deine Nägel, Kron und Grab, deine Schenkel, fest gebunden, wenden alle Plagen ab, deine Bein und blutig Schwißen, deineStriemen, Schläg und Rißen, deine Marter, Angst und Stich), o, Herr Jesu, trösten mich). 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, daman nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an; du Herr, kannst allein es stören, daß ich nicht den Fluch darf hören: ihr zu meiner linken Hand, seid von mir noch nie erkannt. in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, das dein theures Blut besprenget, so am Kreuz ver= gossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 10. Du, Herr, gründest meine Schmerzen, du, du kennest meine Pein; es ist Nichts 11. Nun, ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber haft gesagt: Daß auf dieser weiten Erden Keiner auch verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist Glaubens voll. 12. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen! Laß mich) ja verderben nicht; du, du fannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod ansicht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen, dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. ( 3. Riſt.) 103.Je Mel. Jesu, meine Freude, meines. eſu, meine Liebe, die ich oft betrübe hier in dieser Welt, dir dankt mein Gemüthe wegen deiner Güte, die mich noch erhält, die mir oft gar un Von Buße und Beichte. verhofft hat geholfen in dem Klagen, Noth, Leid, Angst und Zagen. 2. Nun ich will dran denken, wenn ich werd in Kränten und in Aengsten sein; wo ich werde stehen, wo ich werde gehen, will ich denken dein; ich will dir, Heil für und für dankbar sein in meinem Herzen, denken dieser Schmerzen. 099 beshöhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch, ich glaube noch, glaubt ich nicht, nicht wollt ich beten, noch vor dich hintreten. 5. Ich warnoch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in der Lei6. Herr, wer zu dir schreiet, seine Sünd bereuet, ruft dich herzlich an aus getreuem Herzen, dessen großeSchmerzen wirst du, Herr, alsdann, wenn er festglaubt, dich nicht läßt, als die deinen ſelbst empfinden, tilgen ſeine Sünden. 3. Jch bat dich mit Thränen, mit Leid, Angst und Sehnen; mein Aug und Gesicht hob ich auf und schriee, neigte meine Kniee, stund auch aufgericht't, ich ging hin und her, mein Sinn war bekümmert und voll Sorgen, durch die Nacht am Morgen. 4. Ich, als ich nicht sahe, daß du mir so nahe, sprach zu dir im Sinn: ich kann nicht mehr komm, mein mein Mel. Jesus meine Freude. esu, Heit, getreten, ſonst fint ich 104. Je, mine sink dahin; ja ich sink. Ei, sprach dein Wint, halt, meinst du, daß ich nicht lebe, noch fort um dich schwebe? nes Herzens Wonne, Jesu, meine Lust! Jeſu, meine Liebe! wie ich mich betrübe, ist dir wohl bewußt. Großen Schmerz empfind't mein Herz wegen meiner großen Sünden, die nicht zu ergründen. 10 thin as 1100 7* 7. Drum, o meine Liebe, die ich oft betrübe hier in dieser Welt, dir dankt mein Gemüthe wegendeiner Güte, die mich noch erhält, die mir oft gar unverhofft hat geholfen indem Klagen, Noth, Leid, Angst und Zagen. ( Chr. Runge.) Von Buße und Beichte. 100 2. Ach, es mag auf Erden nicht gefunden werden größre Noth und Bein, als wenn man im Herzen schwer mit Sündenschmerzen muß beladen ſein. Alſobald ohn Auf- 105. Juni enthalt alle Freud und Trost verschwindet, Höllenangst sich findet. 3. Da ist kein Erretter, da ist kein Vertreter; Jesu, du allein, du kannst Freude geben, zugleich Trost und Leben kräftig sprechen ein: du bist Der und keiner mehr, der da machet frei von Sünden, bei dem Trost zu finden. 4. Drum, Jesu mein Leben, dir thu ich ergeben ganz zu eigen mich! Was ich hab verschuldet, hast du schon erduldet am Kreuz williglich. Nun thu ich nicht fürchten mich, wenn gleich Sünd und Hölle troßen, thust du mich doch schützen. soll mit deinen Beschwerden einst doch besser werden. ( A. Fritsch.) In eigner Melodie. eſus nimmt die Sünder an, die sonst Niemand trösten kann; die bei ihrer Last der Sünden nirgends Ruh und Rettung finden, finden hier den Helfersmann; Jesus nimmt die Sünder an. 5. Drum, mein Herz, jetzt preise auf gar schöne Weise Jefum allezeit; lobe ihn und singe, und sei guter Dinge, er wendt alles Leid. Traue Gott, es hat nicht Noth; es 2. Sein getreues HirtenHerz trieb ihn unter unsern Schmerz, ja, er hat sein eigen Leben zur Bezahlung hingegeben und dem Vater gnug gethan; Jesus nimmt die Sünder an. 3. Nun ist seiner Liebe Schoß, blöder Sünder sichres Schloß, wo sie aller ihrer Sünden ewige Vergebung finden, daß kein Fluch sie treffen kann; Jeſus nimmt die Sünder an. 4. Er bringt sie dem Vater hin und beweget seinen Sinn, daß er sie als Kinder liebet, und das Alles ihnen gibet, was sie selig machen kann; Jesus nimmt die Sünder an. Von Buße und Beichte. 101 kann; Jesus nimmt die Sünder an. 5. D, wie sehnt sich die- uns sonst Niemand helfen ser Hirt nach den Schafen, die verirrt; o, wie faßt er mit Erbarmen sie in seine Liebesarmen, und vergißt, was sie gethan; Jesus nimmt die Sünder an. 6. Er ist immer einerlei, gut und fromm und ewig treu; er ist auf dem Thron der Freuden, ebenso wie un term Leiden, denen Sündern zugethan; Jesus nimmt die Sünder an. han 7. Drum, o Sünder, eil hinzu, such in Jesu Wunden Ruh! Willst du noch der Sünde dienen, da der Sünder Arzt erschienen? Ach, verlaß die Sündenbahn; Jefus nimmt die Sünder an. 8. Komm mühselig und gebückt, wenn die Last dich niederdrückt, komm, so gut du weißt zu kommen, du wirst wahrlich angenommen, komm nur, armer Wurm, heran; Jesus nimmt die Sünder an. 10. Aber heute, da Gott spricht, so verschließ dein Herze nicht. Mancher hat das Heut verträumet und die Gnadenzeit versäumet; drum komm heute noch heran; heute nimmt dich Jesus an. 11. Ach ja, zeuch uns recht zu dir, Jesu, und laß die Begier unsrer Herzen an dich gehen, bis wir recht dein Herze sehen, und ein Jeder sagen kann: Auch mich nimmt mein Jesus an. Mel. Christus, der uns. 106. Liebster Bater, ich dein komm zu dir geeilet, weil ich son= sten Niemand find, der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, großfind meine Sünden, mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 9. Wenn dus nur recht 2. Führst du väterlich redlich meinst und mit Ernst den Fall beweinst, sollst du doch Genade finden, er hilft, wenn aus unsern Sünden Geschlecht und hast Vatersitten, ei, so hab ich KindesRecht und darf fühnlich bitten; denn den Kindern steht 102 Von Buße und Beichte. es frei, Väter anzuflehen. ich hange wie die Klett am Vater, deine Vatertreu, laß Kleid, bis ich Gnad von dir mich Armen sehen. erlange. 7. Du bist Gott und heißest gut, weil du Gutthat übest, und gleich wie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz, genießen, laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, ei, so mußt du lassen mich Vatersinn erkennen; denn das wäre viel zu schlecht, bloßen Namen führen, und nicht thun nach Vater- Recht, was sich will gebühren. 4. Nun, so nimm dich meiner an, wie die Väter pflegen, meine Buß und Thränenbahn laß dich doch bewegen; meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen; ach, du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 5. Hast dudoch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an der Gnadenpfort nicht vergeblich pochen; laß der matten Seufzer Stärk durch die Wolken bringen und von deinem Himmelsberg mir Genade bringen. 8. Ach, verzeih mir, ach vergib, was ich mißgehandelt, weil ich nach der Sünde Trieb öftermals gewandelt. Meine Sünden ich versent, Herr, in deine Wunden; ach, derselben nicht gedenk, laß sie sein verschwunden. 9. Klagt mich mein Gewissen an und will mich verdammen, will die Sünd, die ich gethan, dich zur Rach anflammen: ei, so denke mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab dein Blut gewaſchen. ( Chr. Titus.) 6. Ich laß doch nicht mel. Was mein Gott will, das eher ab, bis du mir gewäh= 107.Mein allerliebret die ich von dir hab inniglich begehret; segne mich, ich lasse dich eher nicht, ster Herr und Gott, mein Heiland, mein Erbarmer, ich komm und Von Buße und Beichte. klage meine Noth, ich Erdenwurm, ich Armer! Du hast mich oftmals schon gelehrt, wie man soll christlich leben: doch hab ich dem, was ich gehört, nicht Raum und Plaß gegeben. 3. Um seinetwillen gönne mir, o Vater, deine Liebe; eröffne mir die Gnadenthür, auf daß mich Nichts betrübe. Ach nimm mich doch zu Gnaden an, erbarm dich meiner wieder, verzeihe mir, was ich gethan, und stoß die Laster nieder. 103 ich Jesum auch allein und keinen Andern wählen. 2. Vergib, o Vater, ach vergib, was ich verschuldet habe; ich weiß, mein Jesus hat mich lieb, wäscht meine Sünden abe; er tilget meine Missethat, er bittet für mich Mel. Nun sich der Tag geendet. Schwachen; er ists, der mich 108.* Mein Gott ,. das Herz erlöset hat, er will mich selig machen. ich bringe dir zur Gabe und ja von mir, deß bin ich einGeschenk; du forderst dieses gedenk. 4. Regiere mich durch deinen Geist, laß mich den Weg stets gehen, der mich zur Himmelspforte weist, wo Jesus pflegt zu stehen. Denn wer durch Jesum gehet ein, kann nicht den Himmel fehlen; drum will 5. Kommt nun die finstre Todesnacht, so stärke meinen Glauben, so kann mich weder List noch Macht aus deinen Händen rauben. Mein Herze liegt in Jesu Hand, die Seel in seinen Wunden, ich habe zu dem Vaterland den rechten Weg gefunden. ( 3. Herrmann.) dein Herz, sprichst du, das ist 2. Gib mir, mein Sohn, mir lieb und werth, du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht; ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt, der wahren Frömmigkeit. Von Buße und Beichte. 104 55. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein Uebelstand, und träget jezo vor Dem Scheu, daraus zuvor Luft fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß und schreit: Nur schlage zu, zerknirsch, o Vater, daß ich Bußrechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine Härtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu und Leid und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, mein Jesu Christ, tauch mich tief in dein Blut; ich glaub, daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Stärk mein sonst schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Vergebung Unterpfand, das Alles machet gut. 10. Schenkmir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil, und nimm aufdich mein Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 11. In dich wollst du mich kleiden an, dein Unschuld ziehen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor Gott be= stehen kann. 12. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus und Brunst der reinen Lieb; lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Schmach und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben und erweis, daß mein Thun nicht sei Augenschein, durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, aufrichtig ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht und Niemand schelt ohn Fug. Von Buße und Beichte. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth halt, daß ich von aller Weltlieb rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohnalle Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig ſei. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 21. Dir gebichs ganz zu eigen hin, brauchs, wozu dirs gefällt; ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr dies rich ten aus bei mir, ste lock und droh auch noch so sehr, daß ich soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit geschieht das nicht, dufalsche TeufelsBraut; gar wenig mich, Gott Lob, ansicht dein glänzend Schlangenhaut. 24. Weg, Welt, weg, Sünd! Dir geb ich nicht mein Herz; nur Jesu, dir 105 ist dies Geschenke zugericht't, behalt es für und für. ( 3. C. Schade.) Mel. Auf meinen lieben Gott. 109. Mein Gott, dir ist bewußt die innre böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen; o, heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Auch wird des Herzens Grund mir selbst durch Thaten fund, die mein Gewissen nagen; wie müßt ich ganz verzagen, wenn du sie, Herrder Welten, mit Strenge wolltst vergelten. 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich ich bin den Weg gewandelt, vielfältig, Herr, gehandelt; der Menschen von dir wendet und sich in Elend endet. 4. Hilf, mein Erbarmer, mir, verwirf mich nicht von dir; erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du allein, erlösen. 5. Drückt gleich der Sünden Joch mich sehr, so bleibt ja doch weit mächtger deine Gnade; wie groß auch sei Von Buße und Beichte. 106 mein Schade, so kannst du ihn doch heilen und Leben mir ertheilen. 6. Hat sonst der Sünde Macht in mir ihr Werk vollbracht, so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollende bis anmeinselges Ende. ( H. C. Hecker.) Mel. Ach, was soll ich Sünder. 110.* Mein Gott, fei mir doch genädig, tilgemeine Sündenfluth! Herr, durch deines Sohnes Blut mache du mich frei und ledig von der schweren Sündenlast, die du längst bezahlet hast. 2. Ach, ich habe ja ge= fehlet, habe leider nicht gethan, was mir wohl gestanden an. Meine Schuld wird nicht verhehlet, sondern seufzt hie öffentlich: Ach mein Gott erbarme dich! 3. Andre mögen Werke rühmen, wie mit einem stol4. Ich muß leider ja gestehen, daß von meiner Kindheit her, bis auf diese Stunde, mehr Böses von mir sei geschehen, als es christlich ist und recht; o ich armer Sündenknecht. 5. Ach, was soll ich weiter klagen? Meine Sünd ist mancherlei, was geschehen, ist vorbei; soll ich aber drum verzagen? Das fei fern; ach nein, ach nein, Jesus wird mir gnädig ſein. 6. Jesu, du wirst mein Gewissen, das so voller Sünden steckt und vor deinem Zorn erschreckt, wiederfreundlich trösten müssen. Meine Wonne, meine Ruh, o mein Jesu, tröste du. 7. Wirf zu meinem großen Glücke, meine Sünden, die fast schwer, all hinweg ins tiefe Meer, wirf sie hinter dich zurücke, und gedenke nimmer nicht, was ich habe angericht't. zen Muth sonst ein Phari- 8. Dann will ich hier säer thut: mir will solches nicht geziemen: sondern ich bekenne frei, daß nichts Gutes an mir ſei. deinen Willen, so viel menschund möglich ist, o mein liebster Jesu Christ, gern hinwiederum erfüllen, und von Von Buße und Beichte. Herzen folgen dir: o mein Jesu, hilf du mir. In eigner Melodie. 111.* Me ein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn vonseinem Thron auf Erden, ihn drang der Sünder Weh und Schmerz an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und schmeckte den verdienten Tod. Nun da er denn ſein eigen Leben zur theuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist ſein aufgethaner Schooß ein sichresSchloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und 107 tilget bald ihrängstlich Quälen, es wird ihr ganzes Sünden- Heer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; derGeist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget denn den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen, er nimmt sie an an Kindes Statt, ja Alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O, solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, ſowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus! Wie sanft stillt er der Magdate= nen den milden Fluß erpreßter Thränen, und denkt nicht, was sie sonst gethan: Von Buße und Beichte. 108 Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu, und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sünden- Greul betrübet, zu dem, der Keinenvon sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie willst du dir im Lichten stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? Onein, verlaß die Sündenbahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an. sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht, wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umge= sehen! Sokomm denn, armer Wurm, heran: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen, wenngleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen; sieh, wie 9. Sprich nicht, ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden so lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft umſonst geladen; wofern dus nur ißt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm Nichts die Hände binden und du sollst noch Genade finden; er hilft, wenn sonst Nichts helfen kann: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan: Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. Von Buße und Beichte. 11. Ja, zeuch uns selbsten recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein für uns brennend Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an. ( L. F. F. Lehr.) Mel. Nun laßt uns den Leib. 112, Nad ach dir verlanget mich, nach dir, Gott, meine Hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnadenreich, wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Ach, mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu. Sie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot! Du willst, ich soll dich lieben, Gott, willst, daß ich heilig wandeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 4. Und doch verlegt ich diese Pflicht und schätzte 109 deine Gnade nicht. Ein elend Scheingut zog ich Thor oft ihr und meinem Heile vor. 5. Mein Herz, das ſeine Schuld erkennt, du siehest es, mein Herz entbrenut, zu thun, was dein Gesetz befiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der Barmherzigkeit, die sich noch jeden Tag erneut, der Vaterhuld, die immerdar gefallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort gibt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Christ, daß ſie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall es meinem Sinn, daß ich als Christ berufen bin, auch meines Mittlers Tugenden hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die Gaben angewandt, die ich empfing aus deiner Hand: dies wird die große Frage sein, bricht dein Entscheidungstag herein. 10. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll Menschenlieb und Gott geweiht, dies soll ich dort nicht erst em Von Buße und Beichte. 110 pfahn; mein Richter forderts schon alsdann. 11. Schaff dieses Herz in mir. Denn ach, du weißt es, Vater, ich bin schwach. Mein Troft sei mein Vertraun auf dich, und Redlichfeit behüte mich. 113. Jefin Corit, bu ( Chr. F. Neander.) Mel. Aus tiefer Noth. Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! Sieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kömmet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, und was beginnt zu springen, dieweil es alle Gnadverheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jeſu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden losgesprochen sein, wie David und Manasse: 6. Also komm ich zu dir allhie in meiner Angst ge= schritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von gan= zem Herzen bitten: Verzeih mir doch genädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Ach, Herr mein Gott, vergib mirs doch um deines Namens willen, und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herze zufrieden gebund dir hinfort zu Ehren leb mit findlichem Gehorsam. Von Buße und Beichte. 8. Stärk mich mit dei= nem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, wasch mich mit deinem Todesschweiß in meiner leßten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten: 9. Auf daß ich in der ewgen Freud mit Sing'n und Jubiliren preis ewig deine Herrlichkeit, mit Spring'n und Triumphiren. Erhör mein Bitt nach deinem Wort, nimm auf dein Kind, o treuer Hort, durch Jesum Christum, Amen. ( B. Ringwaldt 1-8.) Mel. Wie schön leuchtet der. 114.* S Jeſu, Jeſu Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schat, mein Freud und Wonne! Du weißest, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, und klarer als die Sonne; herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor Allen, Nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 111 2. Dies ist mein Schmerz und kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich kann und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt: soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er fin 112 Von Buße und Beichte. den, alles Trauren muß ver- dein'm Throne mit der schwinden. schönen Himmelskrone. ( Joh. Heermann.) 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und vor dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht er reichen, noch vergleichen den Weltschäßen dies, was uns dort wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken; reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor Mel. An Wasserflüſſen Babylon. 115.9 König, dessen Majestät sich über Alles hebet, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem der Erdkreis bebet! Der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, so groß und wunderthätig. Ich ar= mer Wurm vermag Nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von Ferne, ich suche deinen Trost und Rath; mein Gott, du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht; Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Von Buße und Beichte. 113 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geht es übel oder gut, gib, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran, so stärf mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! ( V. E. Löscher.) Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt. Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind, der ist, bei dem ich Ruhe find; er* ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinu in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig; läßt sich denn noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn. Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. Aus tiefer Noth. der * 116. Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir Alles gnädiglich, durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk an= fange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du 8 114 Von Buße und Beichte. hast am Kreuze für mich letzte Feind, der Tod, nur Armen getragen aller Sün- sei die Thür zum Leben. den Last, wollst meiner dich erbarmen! wahrer Gott, ( D. Denicke.) o Davids Sohn, erbarm In eigner Melodie. dich mein und mein ver= 117.Sieh, hier bin ich), schon, sich an mein kläglich Rufen. le4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih), daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mag dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, und dann der ge mich vor deinen Thron; schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich fin= den:: von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin; laß dich finden:,: gib dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre Nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der That; laß dich finden,:,: der hat Alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, See-' lenwonne, unbeflecktes Gotteslamm, in der Höhle meine Seele suchet dich, o Bräutigam! Laß dich finden,:,: starker Held aus Davids Stamm. 5. Hör, wie kläglich, wie Von Buße und Beichte. beweglich dir die treue Seele fingt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt; laß dich finden,:,: denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit; laß dich finden,:: großer Gott, ich bin bereit. ( Joachim Neander.) Mel. Straf mich nicht in deinem. 118. S ichrer Mensch, noch ist es Zeit aufzustehn vom Schlafe; nahe ist die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht, säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posaunen Schall nicht die Todten alle; noch bebt nicht der Erdenball, naheseinem Falle; aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden sollst du wieder werden. 3. Kommt nun, ehe dus gedacht, unter Sündenfreuden deines Lebens letzte Nacht, 115 was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen. 4. Wenn vor deinem Antlig sich jede Sünd enthüllet, wenn dann eine jede dich ganz mit Graun erfüllet, dich Nichts dann stärken kann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden. 5. Nah dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang um Trost und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod! Rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung bir nah des Ewgen Gnade. Eil ihr zu, daß du Ruh für dein Herz empfindest und Vergebung findest. ( M. C. Sturm.) Mel. Bater unſer im Himmelreich. 119.S( o wahr ich lebe spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist 8* Von Buße und Beichte. 116 dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mir mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Eid. O selig, dem die Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, nicht denk, es ist noch gute Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich Lebens müde werd, alsdann werd ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott, von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel bald brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jeſu, hilf du mir, daß ich jezt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. heut ( Joh. Heermann.) 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, In eigner Melodie. fährt fort in seinem bösen 120.Strafmich nicht Sinn und seiner Seelen ſelbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. in deinem Zorn; großer Gott, verschone; ach, laß mich nicht sein verlorn! Nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. Von Buße und Beichte. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich von jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen, ach, Herr, hab mit mir Geduld! Mein Gebeine krachen; heil dieSeel mit dem Del deiner großen Gnaden; wend ab allen Schaden. 4. Ach, sich mein Gebeine an, wie sie all erstarren, meine Seele gar nicht kann, deiner Hülfe harren. Ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir; Gott der hört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlig treten. Teufel weich, 117 Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott ge= schenket. 7. Vater, dir ſei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. ( 3. G. Albinus.) In eigner Melodie. dife * 121. Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möchtich wie das Rund der Erden lichte werden, SeeJen Sonne, gehe auf; ich bin finster, kalt und trübe, Jeſu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Von Buße und Beichte. 118 Darum wollst du mir, dem Mel. Zion klagt mit Angst und zc. * Deinen, auch erscheinen, der 122. S reuer Gott, nach Licht und Rechte tracht. ich muß dir klagenmeines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser, als mir selbst bekannt. Große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du Gott, dem Nichts ist verborgen, weißt, daß ich Nichts von mir hab, Nichts von allen meinen Sorgen; Alles ist, Herr, deine Gab; was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und Allen gibst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete, ißt in meiner großen Noth, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, Brunnquell aller Gnaden, der du Niemand 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben, und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstern Wurm der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, ſeine Klarheit kann nichtein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage mandas Licht nicht ſehen kann. ( Chr. Fr. Richter.) In Von Buße und Beichte. 119 reiche. von dir stößt, der mitSchwach- und des Glaubens Ziel erheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst; sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wollst du sie doch würdig schäßen, große Berge zu versetzen. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigkeit; hilf du mir ſelbst überwinden, so oft ich muß in den Streit. Meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir viel du in mir angezündt, so viel ich an Glauben find: über mir mit Gnaden walte, ferner deine Gab erhalte. 7. Deine Hülfe zu mir sende, o duedler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast; blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach vollbrachtem Lauf allen Auserwählten gleiche 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreifaltigkeit! Außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, will mirallen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zieh du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gib Kraft, daß ich allen Straus ritterlich mög stehen aus; und so öfters ich muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen. 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hab ein solch Herz gefäl= let, das auf dich sein Hoffnung stellet. 11. Du bist meine Hülf im Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und 120 Von Buße und Beichte. Sohn nicht das erlitten, und kann kräftig für mich bitten? Seel ergeben; Gott, mein vor deinen Thron. Hat dein Gott, verzeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Schimpf zur Höllen fallen. 3. Zwar du bist gerecht, ich schäme mich der Ungerechtigkeit; so ich Feigenblätter nehme, meiner Werke nichtig Kleid, deckt es doch die Blöße nicht; so du, Vater, vor Gericht Recht für Gnade läsfest gehen; wer ist rein? Wer kann bestehen? 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage haft so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit't; ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. ( Joh. Heermann.) Mel. Zion flagt mit. 4. Gleichwohlsagst du zu das Leben und willst nicht der Sünder Tod? Du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein Gebot, wo aus bös verderbter Art auf der 123.Pater, ad, laß breiten Höllenfahrt ich mich habe lassen finden in ganz ungebüßten Sünden. Trost erscheinen; siehest du dein Kind denn nicht bitterlich mit Petrus weinen? Wie es mit Manasse spricht, wie es schlägt an seine Brust, wie die eitle Sündenlust wird aus Reue so verfluchet, wie es weinend Ruhe suchet? 2. Hast du, Vater, nicht geliebet mich vor aller Ewigkeit? So mich nun die Schuld betrübet, tröst ich mich der Gnadenzeit; Jesu Kreuz und Dornenkron bring ich her 5. Suchemich, deinSchäflein, wieder, du mein Gott und treuer Hirt, welches irrig auf und nieder Wölfen sonst zum Raube wird, schließ in Jesu Wunden ein das verscheuchte Täubelein, daß es Satan nicht erwische in dem wüsten Weltgebüsche. 6. Herr, ich habe zwar verzogen, bin nach Noä Rabenart sicher hin und her geflogen, habe Buße lang ge= Von Buße und Beichte. 121 spart; jezt thu ich zu dir den Tritt, bringe Reu und Glauben mit. Herr, ich komme hoch beladen, nimm dein armes Kind zu Gnaden. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein; und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, ganzerlösen, von Sünd ( B. Prätorius.) Mel. Wachet auf, ruft uns. 124.Wachet auf vom und Tod sie ganz befrein. Schlaf, ihr Sünder, erwacht! denn euch, ihr Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat Gott in eure Hand gegeben; erwacht noch ist zur Buße Zeit! Gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Dann ist vollkommnes Heil inEwigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen; seid stets bereit auf diese Zeit und fingt Gott Dank in Ewigkeit. ( G. B. Funk.) Spott! Frevler, zittert; wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Plößlich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht; er selbst ging ins Gericht für die Sünder. Wir sind versöhnt, mit Gott versöhnt; wer überwindet, wird gekrönt. Mel. Zion klagt mit Angst und. 125 Weg, mein Herz, mit dem Gedanken, als ob du verstoßen wärst, bleib in Gottes Wort und Schranken, da du anders reden hörst. Bist du bös und ungerecht? Ei, so ist Gott fromm und schlecht; hast du Zorn und Tod verdienet, sinke nicht, Gott ist verfühnet. 2. Du bist, wie die Menschen alle, angesteckt mit Sündengift, welches Adam mit dem Falle sammt der Schlangen angestift't; aber so du kehrst zu Gott und dich besserst, hats nicht Noth; ſei getrost, Gott wird dein Fle Von Buße und Beichte. 122 hen und Abbitten nicht verschmähen. 3. Er ist ja kein Bär noch Leue, der sich nur nach Blute sehnt, sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmuth angewöhnt; Gott hat einen Vatersinn, unser Jammer jammert ihn, unser Unglück ist sein Schmerze, unserSterben kränkt sein Herze. 4. So wahrhaftig, als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe an mich aus dem Sündenfoth. Gottes Freud ists, wenn auf Erd ein Verirrter wieder kehrt, will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringst entzogen werde. 5. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft. Sollst du Gottes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es dürftet, ächzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. 6. Gott, der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause seind, sondern auch, die ihn genommen durch den grimmen Seelenfeind, der dort in der Höllen sitzt und der Menschen Herz erhitzt wider den, der, wenn sich reget sein Fuß, alle Welt beweget. 7. Dennoch bleibt in Liebesflammen sein Verlangen allzeit groß, ruft und locket uns zusammen in den weiten Himmelsschoß; wer sich nun da stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Satans Reich und Rachen, der macht Gott und Engel lachen. 8. Gott und alles Heer hoch droben, dem der Himmel schweigen muß, wenn sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß; aber was gesündigt ist, das verdeckt er und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben; Alles, Alles ist vergraben. 9. Kein See kann sich so ergießen, kein Grund mag so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen Gott ist Alles klein, gegen Gott und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage lässet schweben durch das ganze Sündenleben. Von Buße und Beichte. 123 blutge Ruthe! Richt uns nicht streng nach unseren Missethaten, sondern nach Güte. 10. Nun so rub und sei und laß nicht wüthen deine zufrieden, Seele, die du traurig bist! Was willst du dich viel ermüden, da es nicht von Nöthen ist? Deiner Sünden großes Meer, wie dirs scheinet, ist nicht mehr, gegen Gottes Herz zu sagen, als was wir mit Fingern tragen. 2. Denn so du wolltest nach Verdienste strafen, wer könnte deinen Grimm und Hand ertragen? All's müßt vergehen, was du hast geschaffen, vor deinen Plagen. 3. Vergib, Herr, gnädig unsre große Schulde, laß über das Recht deine Gnade walten, der du zu schonen pflegst nach große Hulde, uns zu erhalten. 11. Wären tausend Welt zu finden, von dem Höchsten zugericht't, und du hättest alle Sünden, die darinnen sind, verricht't, wär es viel, doch lange nicht so viel, daß das volle Licht seiner Gnaden hier auf Erden dadurch könnt erlöschet werden. 12. Mein Gott, öffne mir die Pforten solcher Wohlgewogenheit; laß mich allzeit aller Orten schmecken deine Süßigkeit! Liebe mich und treib mich an, daß ich dich, so gut ich kann, wiederum umfang und liebe und ja nun nicht mehr betrübe. ( Paul Gerhard.) Mel. Herzliebster Jesu, was hast. $ 126.W end ab deinen Zorn, lieber Herr, mit Gnaden, 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd, Schwachheit, Noth und Tod beladen, warum sollen wir gar zu nichte werden, im- Zorn ohn Gnaden? 5. Sieh an deines Sohnes Kreuz und bitter Leiden, der uns erlöset hat mit ſeinem Blute, und eröffnen lassen sein Herz und Seiten, der Welt zu Gute. 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben, dein Gnad und Geist durch Christum wollst uns geben, mach Von Buße und Beichte. 124 uns sammt ihm des Himmelreiches Erben, mit dir zu leben. Mel. Nun laßt uns den Leib. 127.9 er bin ich, ich Verschuldeter, daß du dich mein, Allgütiger, erbarmst, daß du noch meiner schonst und mir nicht nach Verdiensten lohnst? 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Vater, nicht genug den Kampf der ernsten Heiligung. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie schnell! Mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. 4. Wie nahe grenzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! Wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man die Schwachheitsfehler liebt! 5. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht, entreiße mich der Sünden Macht! Wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, auf Erden war. 6. Sie, die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand, ste ist gekrönt, ich noch im Streit; o gib auch mir Beständigkeit! 7. Schmal ist der Weg zu deinen Höhn, und We= nige sind, die ihn gehn; die Pfort ist eng und durch sie dringt nur der zu dir, der ernstlich ringt. 8. Auf dich richt ich mein Angesicht und flehe sehnlich: Laß dein Licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein! 9. Der mir in Christo Alles gab, mit Gnade blick auf mich herab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmels- Erben und den Staub. 10. Erbarm dich mein und steh mir bei, daß ich des Guten würdig sei, das dem von dir bereitet ist, dem du, Gott, ein Vergelter bist. 11. Ja, du erbarmst dich über mich, du Gott der Liebe, väterlich. Vom Leibe dieses Von Buße und Beichte. Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit. 12. Dann meine Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gott, ewig, ewig dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt und deiner Sieger Krone schmückt. 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt? Auf dich will ich mich legen; bist du der Hirt, der Schwache pflegt? Erquicke mich mit Segen. Ich bin gefährlich krank und ( Nach F. G. Klopstock.) Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. * 128. Wo soll ich schwach; heil und verbind, hör an die Klag: Hilf, Jeſu, dem Zerschlagnen. hin, wer hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu Niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei begeben. Du bist, der das Verlorne sucht, ' du segnest das, so war verflucht; hilf, Jesu, dem Elenden. ich weiß es auch und sag es nicht; hilf, Jesu, dem Betrübten. 125 geben; im Tode kannst du bei mir stehn, in Noth als Herzog vor mir gehn; hilf, Jesu, dem Zerknirschten. 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget: o Lebens- Gott, erbarme dich, vergib mir, ( Joachim Neander.) Mel. Auf meinen lieben. was mich naget. Du weißt 129 Wo foll ich flie es was hen hin, 3. Du sprichst, ich soll mich fürchten nicht; durufft: Ich bin das Leben! Drum mein Trost auf dich gericht't, du kannst mir Alles 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; wie kann es doch bestehen? Gs drücket mich, das weißt du wohl; wie wird es endlich gehen? Elender ich, wer wird mich doch erlösen von dem Todesjoch! Ich danke Gott durch Christum. ich beschweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden, wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemü Von Buße und Beichte. 126 the zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, die schöne rothe Fluth, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr'r nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst't, weil du mich haft erlöst, was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe, da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr'r doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir, mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist Alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Troß bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Tenfels Rachen frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög Alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. ( 3. Heermann.) Von der Rechtfertigung und dem Glauben 2c. 127 IV. Von der Rechtfertigung und dem Glauben an Jesum. Mel. Ermuntre dich mein schwacher. zen. Er gibt ihn in den 130.* e hat Gott Tod hinein, ja in die Höll und ewge Pein; zu unerhörtem Leide stößt Gott sein einge Freude. die Welt geliebt; das merke, wer es höret; die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er sein'n eingebornen Sohn, den eingen Schaß, die einge Kron, das einge Herz und Leben mit Willen hingegeben. 2. Ach, wie muß doch ein einges Kind bei uns hier auf der Erden, da man dochNichts als Bosheit find't, so hoch geschonet werden! Wie hißt, wie brennt der Vatersinn, wie gibt und schenkt er alles hin, eh als er an das Schenken des eingen nur will denken? 3. Gott aber schenkt aus freiem Muth und treuem, mildem Herzen sein einges Kind, sein schönstes Gut in mehr als tausend Schmer4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen, und durch ein theures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, wie da dich Gott ihm anvertraut, du wider deinen Orden ihm allzeit untreu worden. 5. Darüber hat dich Sünd und Tod und Satanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Höllen. Und hier ist gar kein andrer Rath, als der, den Gott gegeben hat; wer den hat, wird dem Haufen der höllschen Feind ent= laufen. Von der Rechtfertigungs 128 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen soll genesen, wen die Verdammniß hat umschränkt, der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 7. Ach, mein Gott, mei= nes Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe foll mein Mund dein treues Herz ergründen? Wie hat doch können dieß geschehn? Was hast du an der Welt ersehn, daß die so hoch dich höhnet, du gar so hoch gekrönet? 8. Warum behieltst du nicht dein Recht und ließeft ewig pressen diejenge, die dein Recht geschwächt und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewußt, daß sie für dein Verschonen dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen. Die Meisten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht't durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 10. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschenkindern, du ordneſt deines Sohnes Blut und reichst es allen Sündern; willst, daß sie mit der Glaubenshand, das, was du ihnen zugewandt, sich völlig zu er= quicken, fest in ihr Herze drücken. 11. Sieh aber, ist nicht immerfort dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort, die Welt schlägt Alles nieder. Darum erlangt sie auch kein Heil, fie bleibt im Tod und hat kein Theil am Reiche, da die Frommen, die Gott gefolgt, hinkommen. 12. An dir, o Gott, ist keine Schuld, du, du hast Nichts verschlafen; der Feind und Haffer deiner Huld ist Ursach deiner Strafen, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz ge= stellet war, auch einzig helfen und dem Glauben an Jesum. 129 sollte, durchaus nicht haben Kummer schwinden; der mir wollte. 13. So fahre hin, du tolle Schaar, ich bleibe bei dem Sohne, dem geb ich mich, deß bin ich san une ist meine Kro Sohn, so hab Kreuz und L Schmuck, sein Freude, sein Weide. Gb2191 14. Ich oft und viel ic gedenke, dies und Saitensp mich heimlich meine Sünd 1 will größer sei Gnad, und wei Glauben mein will rauben. 15. Si, sp mir Gott gen noch Feinde w er ja, der kein nicht feindlich 1 ren, anjeto, da sühnt, da, was verdient, ſein Nichts verschuldet, so woyl für mich erduldet. das Größte nicht versagt, wird Rath zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt, und für mich Tod gesenkt, wie sollt ist uns denken) mit nicht Alles schenken. Ich bins gewiß und drauf nach meines 8 Willen, mein Kreuz anzer Lebenslauf wird och fröhlich stillen; hier ch Gott und Gottes und dort, bei Gottes und Thron, da wird hr mein Leben in ewgen en schweben. ( Paul Gerhard.) 16. Fehlts hie und da, ei unverzagt, laß Sorg und In eigner Melodie. 31. A us Gnaden soll ich selig ! Herz, glaubst dus, laubst dus nicht? Was u dich so blöd geberIsts Wahrheit, was chrift verspricht, so uch dieses Wahrheit Aus Gnaden ist der I dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen hin. Gott, der aus Lieb im Fleisch erschie9 Von der Rechtfertigungsd 128 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen ſoll genesen, wen die Verdammniß hat umschränkt, der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, s Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 7. Ach, mein Gott, meines Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe soll mein Mund dein treues Herz ergründen? Wie hat doch können dieß geschehn? Was hast du an der Welt ersehn, daß die so hoch dich höhnet, du gar so hoch gekrönet? 8. Warum behieltst du nicht dein Recht und ließeft ewig pressen diejenge, die dein Recht geschwächt und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewußt, daß sie für dein Verschonen dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen. Die Meisten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht't durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 1 10. Du, frommer Vater, allen dnest und dern; Blauihnen zu er= Herze nicht elt zur, du chlägt rlangt bleibt Theil Fromt, hinott, ist u haft * Feind uld ist t, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz ge= stellet war, auch einzig helfen und dem Glauben an Jesum. sollte, durchaus nicht haben wollte. 13. So fahre hin, du tolle Schaar, ich bleibe bei dem Sohne, dem geb ich mich, deß bin ich gar und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug, sein Kreuz und Leiden ist mein Schmuck, sein Angst ist meine Freude, sein Sterben meine Weide. 14. Ich freue mich so oft und viel ich dieses Sohns gedenke, dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke; wenn meine Sünd und Missethat will größer sein als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren, anjezo, da ich ihm versühnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der Nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet. 16. Fehlts hie und da, ei unverzagt, laß Sorg und 129 Kummer schwinden; der mir das Größte nicht versagt, wird Rath zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt, und für mich in den Tod gesenkt, wie sollt er( laßt uns denken) mit ihm nicht Alles schenken. 17. Ich bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen, mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen; hier hab ich Gott und Gottes Sohn, und dort, bei Gottes Stuhl und Thron, da wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. dan ( Paul Gerhard.) In eigner Melodie. * 131. Are us Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen hin. Gott, der aus Lieb im Fleisch erschie= 9 Von der Rechtfertigung 130 nen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht, und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das biet dir aus Genaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm der Sünden Last. Was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen haft? Wars nicht, daß er dein Bestes wollt, und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists: Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch den geht seine Gnad nicht an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering: dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter den Verzweiflungsschmerzen Nichts sieht und Nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl, ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll: mein Geist istfroh, die Seele lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel, ich schwinge meine Glaubensfahn, und geh getrost troß allem Zweifel durchs rothe 9 und dem Glauben an Jesum. Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. ( Christian Ludwig Scheit.) Mel. Nun laßt uns den Leib zc. * 132. hrifti Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Ich glaub an Jesum, welcher spricht: Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht. Gott Lob, ich bin schon abfolvirt, und meine Schuld ist abgeführt. 03. Die Handschrift ward mit Jesu Blut am Kreuz durchstrichen mir zu gut; die Nägel, die das Lamm verwundt, zerrissen diesen alten Bund. 4. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Sünd gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 5. Ich glaube, daß sein theures Blut genug für alle Sünden thut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 131 6. Drum soll auch dieses Blut allein mein Trost und meine Hoffnung sein; ich bau im Leben und im Tod allein auf Jesu Wunden roth. 7. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut noch fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lös'= geld selig wär. 8. Da singt der Patriarchenstamm und alle Heilige dem Lamm; und sieht man in ihr Buch hinein, da stehts, daß sie auch Sünder sein. 9. Wird dann die Frag an mich gebracht: Was haft du in der Welt gemacht? So sprech ich: Dank seis meinem Herrn! konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 10. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Freude sein. 11. Wenn nun kam eine böse Luft, so dankt ich Gott, daß ich dies wußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: dafür hing unser Herr am Kreuz. 9* 132 Von der Rechtfertigung 12. Da macht ich keinen Widerspruch, es war dem Herzen schon genug; ich flagt es meinem Herrn so blos, da wurd ichs immer wieder los. 13. Gelobetſeist du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewges Lösegeld. 14. Das hilf uns nun auch predigen, und von der Sünd erledigen, was gern aus deiner blutgen Füll als Sünder Gnade nehmen will. 15. Du Herr und König, JesuChrist! des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. ja das Wort, das Licht für deinen Fuß, das Christus dir allein von Sünden helfen muß. 2. Dein Thun ist nicht geschickt zu einem bessern Leben, auf Christum richte dich, der kann dir solches geben, der hat den Zorn versöhnt mit seinem theuren Blut, und uns den Weg gebahnt zu Gott, dem höchsten Gut. 16. Ich will nach meiner Gnadenwahl stets sehn auf deine Wundenmal, und droben prangen in dem Kleid dein's Blutes und Gerechtigkeit.( Nic. Ludw. v. Zinzendorf.) Mel. O Gott du frommer Gott. er Gnaden133, Drumflußt Di brunn noch, den Jedermann kann trinken, mein Geist, laß deinen Gott dir doch umsonst nicht winken! Es lehrt dich 3. Die Sünden abzuthun, kannst du dir ja nicht trauen, dein Glaube muß allein auf Gottes Hülfe bauen. Vernunft geh, wie sie will, der Satan kann sie drehn, hilft Gottes Geist dir nicht, so ists um dich geschehn. in 4. Nun, Herr, ich fühle Durst nach deiner Gnadenquelle, wie ein gejagter Hirsch auf so viel Sündenfälle. Wie komm ich aus der Noth, als durch den Gnadensaft? Hilf mir durch deinen Geist, in mir ist keine Kraft. 5. Du hast ja zugesagt, du wollst, die Durst empfinden nach der Gerechtigkeit, befrein von ihren Sünden; nun weiset mir den Weg dein Sohn, der wahre Christ; 133 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adamsfall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christo Tod verneut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getödt, g'fahren, 134.* Dyall ist ganz geburch wir ſein vom Tod In eigner Melodie. urch Adams dadurch da und Bein erlöst, so wir vertrauen in diesem Hort des Baters Wort: wem wollt vorm Sterben grauen? und dem Glauben an Jesum. nur du mußt Helfer sein, weil du voll Hülfe bist. 6. O selig, willst du mir von diesem Wasser geben, das tränket meinen Geist zu der Gerechten Leben. Gib diesen Trunk mir stets, du Brunn der Gütigkeit, so ist mir immer wohl in der Gelaffenheit. ( C. Knorr v. Rosenroth.) verderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam bezwang, Gott's Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, daß sie veracht't, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod; so war je Noth, daß uns auch Gott sollt geben sein'n lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben, zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch Gwalt aus ſeiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil iſt auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Von der Rechtfertigung 134 Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Got tes Trost, er hilft sein'n Gläub'gen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heiligs Wort aus meinem Mund; so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld seß ich all mein Vertrauen, wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heiligs Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, so bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben.( Laz. Spengler.) Mel. In allen meinen Thaten. 135.& in ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wo andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket; wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sünde geben und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott laß dies ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück und dem Glauben an Jesum. erhöhen, als ein geruhig Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch im Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: Ich bin dein; im Glauben der Erlösten sich deiner Huld getrösten, welch Glück, mein Gott, kann größer sein. 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles von mir weicht, kann ich dann voll Vertrauen, auf dich noch, Vater, schauen, so wird mir felbst das Sterben leicht. 9. D laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu; zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß groß der Lohn im Himmel sei. ( Chr. Fr. Gellert.) 135 In eigner Melodie 136.* Es ist das Heil uns her von Gnad und lauter Güte; die Werk, die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'seß geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist vom G'feßz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbe Artaus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sünd ohn maßen; denn Gleißnerswerk Gotthochverdammt, und jedem Fleisch Von der Rechtfertigung 136 der Sündenschand allzeit war angeboren. 5. Noch muß das G'setz erfüllet sein, ſonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein'n Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganze G'seß hat er erfüllt, damit sein's Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten; so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten; nicht mehr denn, lieber Herremein! Dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du daß kein Mensch verzag das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. Gott der Glaub ist wohl daran, den Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset, der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit 9. Es wird die Sünd durchs G'seß erkannt, und schlägt das G'wissen nieder. Das Evangelium kommt zur Hand, und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: nur kriech zum Kreuz herzu, im G'seß ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; wenn das nicht rechter Glaube wär, wollt'st ihn der Werk berauben: doch macht allein der Glaub gerecht, die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glaubenmerken. 11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, was Gottes Wort zusagen: Wann das geschehen soll zur Freud, ſetzt Gott kein g'wisse Tagen; er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er und dem Glauben an Jesum. 137 ist am Besten mit, da will 2. Gott selbst vom Himers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz sprächlauter nein, so laß doch dir nicht grauen. mel sah herab, auf aller Menschenkinden, zu schauen sie er sich begab ob er Jemand würd finden, der sein Verstand gerichtet hätt, mit Ernst nach Gottes Worten that, und fragt nach seinem Willen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn, heiligem Geist, der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh, wie in Himmelsthrone, das täglich Brot ja heut uns werd, wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldgern thu, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel, Amen. ( Paul Speratus.) Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 3. Da war Niemand auf rechter Bahn, sie warn all ausgeschritten, ein Jeder ging nach seinem Wahn und hielt verlorne Sitten. Es that ihr'r Keiner doch kein Gut, wie wohl gar viel betrog der Muth, ihr Thun sollt Gott gefallen. 4. Wie lange woll'n unwissend sein, die solche Müh aufladen, und fressen dafür das Volk mein, und nähr'n sich mit sein'm Schaden? Es steht ihr Trauen nicht von Gott, sie rufen ihm nicht in 137. Es spricht der ber Noth, sie wolln sich selbst Unweisen Mund wohl den rechten Gott wir meinen: doch ist ihr Herz Unglaubens voll mit That sie ihn verneinen, ihr Wesen ist verderbet, zwar vor Gott ist es ein Greuel gar, es thut ihr'r Keiner kein Gut. 5. Darum ist ihr Herz nimmer still, und steht allzeit in Furchten, Gott bei den Frommen bleiben will, dem sie mit Glaub'n gehorchen; ihr aber schmäht des Armen Rath und höhnet Alles, was Von der Rechtfertigung 138 er sagt, daß Gott sein Trost ist worden. 6. Wer soll Israel dem Armen zu Zion Heil erlangen? Gott wird sich seins Volks erbarmen, und lösen, die gefangen. Das wird er thun durch seinen Sohn davon wird Jakob Wonne hab'n, und Israel sich freuen. ( M. Luther.) Mel. Wer nur den lieben Gott. 138. Gott, beine Gnad ist unser Leben. Sie schafft uns Heil und Seelenruh. Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 2. Uns, uns Verlorne, zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt. 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, die Niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und gläubig seinen Mittler ehrt. 4. Den Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind, der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. O Herr, wie ſelig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Ob auch ein äußres Glück ihr fehle, fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Und Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als Alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getrost selbst auf den Tod. Wer dieſen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück be= schieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend und dem Glauben an Jesum. 139 der am Kreuz ein Fluch, der hat des Glaubens rechte Art aller Menschen Sünden trug. und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. In 3. Das aber ist kein Menschenwerk, Gott muß es uns gewähren; drum bitt, daß er den Glauben stärk und in dir woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werken an dir sein; sonst ist dein Glauben eitel. 8. O, laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu verlassen; wenn Alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth sucht ich dich, gib mir den Trost, Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß Herr bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und gehen auf der Sünder Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub mur sei Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 139.Der er ( 3. S. Dieterich.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüthe durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein, ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift im völligen Mel. Nun ruhen alle Wälder. Vertrauen, und Jesum Chri-* 140. Die Sünden recht ergreift, auf sein verge= Verdienst kann bauen: der ben, das ist ein Wort zum 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohn Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Von der Rechtfertigung 140 Leben für den geängst'ten Geist. Sie sinds in Jesu Namen; in dem ist Ja und Amen, was Gott uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden. Ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nichtschwer. O, inden Sün5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst. Wenn ich mich betend beuge, so sei dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Chrifto liebst. Freude, daß ich begnadigt bin. Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann in Frieden hin.( Ph. Fr. Hiller.) 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Mel. O Gott, du frommer Gott. err, allerhöch* 141.5 den sterben, ist ewiges Ver- 2. Ich glaube jazwar wohl, derben; denn dort vergibt Gott keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn; die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. doch mit sehr schwachem Glauben, den mir noch will dazu der böse Feind wegrauben. In solcher Noth, o Gott, weil ich auf dich allein vertraue, wollest du mein treuer Helfer sein. 3. Ach, recke du zu mir doch deine Gnadenhände, hilf meiner Schwachheit auf und Stärkung mir zusende; obschon dem Senfforn gleich mein Glaube ist sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum sein. ster Gott, von dem wir alle Gaben und was uns nüßlich ist, durch Bitte müssen haben: ich Sünder klage dir, daß leider ich nicht kann dich, wie ich gerne wollt, im Glauben beten an. 4. Ich bin zwar schwach, doch sei der Glaub in mir und dem Glauben an Jesum. 141 geschäftig, und deine Stärk ich des Glaubens Ziel, der und Kraft sei in mir Schwa- Seelen Seligkeit, erlange chen kräftig; ach, zeuch mich dort einmal bei dir in Ewighin zu dir, Herr, meine Zu- keit. versicht, auf daß sich mehr in mir des wahren Glaubens Licht. 5. O, frommer Gott, der du ein Fünklein angezündet des Glaubens, blas' es auf, daß, wenn sich Noth einfindet, ich wohl gerüstet sei und gute Ritterschaft ausübe alle= zeit durch dieses Lichtes Kraft. 6. Herr Jesu, blicke du mich an aus lauter Gnaden, wie du das arme Weib von Cana, das beladen mit vielem Unglück war; vertritt du mich bei Gott, damit mein schwacher Glaub hier werde nicht zu Spott. 7. Ach, lieber Herr, wie du für Petrum haft gebeten, daß er nicht möchte ab vom wahren Glauben treten, so bitte auch für mich, der du mein Mittler bist, wo es dein Wille ja und mir ersprießlich ist. 8. Erhöremich, mein Gott, mein Gott, mich doch erhöre, merk auf mein Flehen und die Bitte mir gewähre, daß ( Peter Busch.) In eigener Melodie. 142. H err Christ, der ein'ge Gottes Sohn Vaters in Ewigkeit, aus seinem Herz'n entsprofsen, gleichwie geschrieben steht: Er ist der Morgensterne, sein'n Glanz streckt er so ferne vor andern Sternen klar. 2. Für uns ein Mensch geboren im letzten Theil der Zeit, der Mutter unverloren ihr jungfräulich Keuschheit; den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe und Erkenntniß nehm'n zu, daß wir im Glauben bleiben, und dien'n dir im Geist ſo, daß wir hie mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen, und dürften stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende, kräftig aus eigner Macht: das Herz uns zu dir wende, Von der Rechtfertigung 142 und kehr ab unsre Sinne, daß sie nicht irr'n von dir. 5. Ertödt uns durch dein Güte; erweck uns durch dein Gnad; den alten Menschen kränke, daß der neulebenmag, wohl hier auf dieser Erden den Sinn und all Begehrden und G'danken hab'n zu dir. ( Elif. Creußiger.) kann dir Niemand wohlgefallen; ach, darum lege mir vor andern Gaben allen den wahren Glauben bei; denn der ist, wie du weißt, nicht Jedermannes Ding, und kommt von deinem Geist. * 143.$ Stauben phet, komm herrſch in meiMel. O Gott, du frommer Gott. err, ohne 5. Mein König und Proner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir vermählen. Du sollst mein König sein, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 2. Laß mich insonderheit, daß du seist, herzlich gläuben, was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und daß ihn deine Hand aus allen Nöthen reißt. treu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam ſei. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod ge4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erken= nen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schuß und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. 6. Ich will auch Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jeſu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daßmeine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Troft verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben, laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich und dem Glauben an Jesum. dein und du mein, o theurer Seelenfreund! ( Peter Busch.) Mel. O daß ich tausend. habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? da lag ervor der Zeit der Welt; den Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. * 144. Jah 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden, und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi 143 Blutbeständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und, wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun: da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigfeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; ich werde ziemlich sehr zerstreut: so hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: so hoff ich auf Barmherzigkeit. Von der Rechtfertigung 144 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so langemich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchsterfreut: Abgrund der Barmherzigkeit. ( Joh. Andr. Rothe.) Mel. Sei Lob und Ehrdem höchsten. 145.hweiß, an wem meinGlaubsich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein furzer Streit, lang ist der Tag des Sieges; ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges; der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden. 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel ſei mein Wan= del! stimat 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene bessere Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Sünde noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier und dem Glauben an Jesum. ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild, mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. ( Chrph. Chr. Sturm.) 145 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfüllet, der durch den Tod und Kreuzesjoch des Va= ters Zorngestillet; was er hat, das ist alles mein, wie könnt doch größer Reichthum sein, als was mir Jesu schenket? 3. Weil Jesus mich von Sünden rein durch sein Verdienst will machen, daß ich, los aller Qual und Pein, nicht fürcht des Todes Rachen: so tröst't mich seine Heiligkeit, sein Unschuld, Heil und Seligkeit ist mein Schatz und mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, wie Simeon mein Leben beschließen frei von allem Leid, mich meinem Gott ergeben. So bald ich thu mein Augen zu, so wird mein Tod mein Schlaf und 35 Mel. Allein Gott inder Höhsei Ehr. * 146. Gott Lob, Ruh, seh ich des Himmels mein Freude. sus macht mich rein von allen 5. Wie werd ich dann so meinen Sünden; was er büßt, muß bezahlet ſein, nun kann mich nicht mehr binden der Sünden Strick, des Teufels Macht, drum mein Glaub Höll und Tod verlacht, weil Jesus ist mein Leben. fröhlich sein, wenn ich die Welt verlassen, wenn mich die Himmelsgeisterlein ge= führtzurLebensstraßen; wenn ich erblickt die Ewigkeit, wenn ich erlangt die Seligkeit, die mir mein Gott bereitet. 10 Von der Rechtfertigung 146 6. Hilf, Gott, daß ich sei stets bereit, laß mich Nichts von dir wenden; bring mich zu deiner Herrlichkeit, hilf ſeliglich vollenden; komm bald, hilf mir aus aller Noth, hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod: ja komm, Herr Jesu! Amen. ( Joh. Olearius.) Mel. Valet will ich dir. * ft Gott für 147. Imich, so trete gleich Alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht Alles hinter sich, hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Schen, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. ist Nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen, und vor dem strengen Siß, ich müßte strafs vergehen, wie Wachs in FeuersHiß. 108 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich bringt den Tod. Der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm fann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz, die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz, kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügelndecket, mein Heiland, der mich liebt. to thi 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen und dem Glauben an Jesum. Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet ſeine Lust. 19. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh und wie er hab erbauet, ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zu gericht't, wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht; muß ich auch gleich hie feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan flieht und haßt, der wird verfolgt und 147 findet ein harte schwere Last zu leiden und zu tragen, ge= räth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen; doch ich bin unverzagt. Dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt, es koste Leib und Leben, und Alles was ich hab, an dir will ich fest kleben, und nimmer lassen ab. rom 13. Die Welt die mag zerbrechen, dustehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen, soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des gro= ßen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, fein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der Keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Springen, und kann nicht traurig sein, ist voller Freud 10* Von der Rechtfertigung 148 und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich fingend machet, ist, was im Himmel ist. ( Paul Gerhard.) unito * 148. JBild und Chy, Mel. Singen wir aus Herzens zc. chy bin Gottes Bild und Ehr, bin sein Kind, was will ich mehr? Christus ist mir anverwandt; überköstlich ist mein Stand. Christus ist mein Schmuck und Kleid hier 4. Gottes Liebe wohnt in mir, Gottes Gnad ist mein Panier. Christus hat mich auserwählt, er hat sich mit mir vermählt, er hat sich mit mir vertraut, ich bin Christi Schaß und Braut; Christi Auge auf mich schaut. 3. Gott verläßt mich nimmermehr; er gibt, was ich nur begehr. Alles, was Gott hat, ist mein; Christi Taufe wäscht mich rein. Ich bin Gottes Heiligthum, Christus zieret mich mit Ruhm, schenkt sich mir zum Eigenthum. 5. Meine Ruh bleibt ungestört, mein Vergnügen ewig währt. Meine Lust vergehet nicht, ich komm nimmer ins Gericht; Christus selber ist der Mann, der für mich hatg'nug gethan; keine Plage rührt mich an. und dort in Ewigkeit; durch 6. Drum bin ich stets ihn werd ich hocherfreut. d 2. Gott hat mich gerecht gemacht; Christus hat mir Heil gebracht. Gott zürnt nimmermehr mit mir; ich bin selig für und für. Gott hält mich auf seinem Schooß; ich bin Gottes Hausgenoß; mein Siß ist im Himmelsschloß. wohlgemuth, weil mich Christus hat in Hut und sein Herz mich ewig liebt, ja weil er sich ganz mir gibt. Auf, mein Geist und nicht verweil, Gott, der selbst dein Gut und Theil, stets zu lieben für dies Heil. * 149.M Mel. So ist denn nun die Hütte zc. * einSalomo, dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gna und dem Glauben an Jesum. denblick zerschmelzet meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichthum an, er kann ja nicht die müden Seelen laben; mein Jesu kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. ( 149 es Kraft und Seligkeit ge= nießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, je mehr 6. DerGnadenquell, der in die Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, so in das Meer des Lebens springt hinein und Lebensströme wieder von sich gießet. Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, so geht in dir die Frucht des Geiſtes auf. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das im Gesetz sich so ermüdet hat, und nun zu dir, dem Seelenleben, naht und schmeckt in dir die wundersüße Güte, die alle Angst, die alle Nothver= schlingt und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. to 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, so kann da nur ein reines Licht entstehn, durch das ich kann das Va- 8. Was dem Gesetz unterherz erreichen, in dem man möglich war zu geben, das nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenfluth die andre rührt. bringt alsdann die Gnade selbst herfür; sie wirket Luft zur Heiligkeit in dir, und ändert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, so wird dadurch das Leben angericht't, die Heimlichkeit der Weisheit aufgesiegelt, ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt und alle Kraft der Sünden abgekehrt. 150 Von der Rechtfertigung aus Kraft in Kräfte führt, Mel. Es ist das Heil uns kommenzc. Mensch, und mit Geduld und Lang= * 150. Menf, ber muth dich regiert. Himmel ist zu fern, durch Werke zu ersteigen. Wenn der Gehorsam unsers Herrn nicht würde noch dein eigen; so wirst du nimmermehr gerecht, und bleibest ein unnüßer Knecht mit allen deinen Werken. 2. Was für den Menschen äußerlich nach dem Geseß geschiehet, das hält vor Gott noch keinen Stich, der nach dem Glauben siehet. Wie kann man aber ohne Geist, was Gott zu thun befiehlt und heißt, aus eigner Kraft erfüllen? 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum ſschauen; besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget, und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft; wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft, und lauter Angst und Furcht in mir erreget, so laß mich doch dein Mutterherze sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, mein Salomo soll mirmein Friede sein; ich wickle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einig dein Erbarmen; und weil du mir mein Ein und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. dhidi( Chr. Fr. Richter.) 3. Wer nicht im Glauben Christum faßt, der kann nicht selig werden, er ist und bleibt bei Gott verhaßt dort und schon hier auf Erden. Ein solcher ist und bleibt verflucht, so lang er ohne Glauben sucht die Seligkeit zu finden. 4. Nichts gilt vor Gott, als nur allein, Herr Christ, dein Thun und Leiden, bringt das der Glaub ins Herz hinein, so kann die Seel sich fleiden. Du bist ihr rechtes und dem Glauben an Jesum. 151 Chrenkleid und Brautrock von meinem neuen Sinn des der Gerechtigkeit, da werd Herzens Opfer gnädig hin ich mit bestehen. und bring es vor den Vater. ( Christian Pressovius.) Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 5. Was du, mein Herr, für mich gethan im Leben und im Sterben, da hat Gott 151. N lichts kann Wohlgefallen dran, wenn wirs im Glauben erben; daher es unser ist und bleibt, was man im Glauben sich zuschreibt, Gerechtigkeit und Leben. mich hinfortverdammen, ich bin Jesu einverleibt, ich empfind der Liebe Flammen, welche alle Furcht vertreibt, sein Verdienst und Tod ist mein, ich bin durch den Glauben sein, der hat mich mit ihm verbunden, ja ich ruh in seinen Wunden. 6. Du hast mich, Herr, mit deinem Blut von Sünden rein gebadet, geziert mit deinem heilgen Hutund allem Schmuckbegnadet. Du deckest 2. Satan willst du mich meine Schande zu und bringest meine Seel zur Ruh und Gnade bei dem Vater. 7. Wo aber Glaub und Christus ist, und Sünden sind vergeben, da führt ohn Falsch dann auch ein Christ nach dem Geseß sein Leben. Er wandelt fromm sein Leben lang, doch ohne knechtschen Geisteszwang, weil Alles geht aus Liebe. verklagen, sieh ich halte Christum für, der hat meine Schuld getragen, jezund wohnet er in mir. Moses, was verlangest du? Geh nur gleich auf Jesum zu, Alles, was dir sonst gebühret, hat der Heiland abgeführet. 8. Nun für so hohe Gnadengab, Herr Jesu, will ich danken, und weil ich sonst kein Opfer hab, als was du gibst mir Kranken; so nimm 3. Es hat meine arme Seele oftmals Ruh bei dir gesucht, doch sie kam in eine Höhle, da man nur erschreckt undflucht; deine scharfe Donnerstimm zeugte nur von Gottes Grimm, du erforderst himmlisch Leben und kannst keine Kräfte geben. Von der Rechtfertigung 152 asd 4. In der Buß hab ichs empfunden, wie so scharfdein Stachel ist; ich lag als ein Knecht gebunden, welchen alle Welt vergißt, in dem Mund war lauter Ach, in dem Aug ein Thränenbach, keine Hülf war zu ergründen, Menschentrostmußwohl verschwinden. das Gute denkt. Christus kann nicht müßig sein, Glaube ist kein bloßer Schein; ich will nicht mehr fleischlich handeln, sondern in dem Geiste wandeln. 5. Doch ich bin nicht ganz verzaget, Christus Jesus ward mein Theil; der hat alle Pein verjaget, sein Verdienst gab lauter Heil, das warDel auf meinen Schmerz LebensBalsam auf das Herz; er verwandelt das Getümmel m 8. Liebster Gott, hilf in Genaden, daß ich stets in Jesu sei, so wird mir fein Leiden schaden, und ich bin vom Fluche frei; sind die Feinde gleich erbost, Christi Kraft bringt süßen Trost, will sich gleich das Sterben finden, Jesu Blut hilft überwinden.( 3. Josephi.) toadhum fishd in den allerſchönsten Him-* 152.J in Gnaden Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch binbeiGott mel. durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? Was acht ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist; laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübfal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten! Manmag durch tausend Bein mich für 6. Jezund steh ich in dem Glauben und zugleich in Gottes Huld, Nichts kann mir den Frieden raubennach der abgeführten Schuld. Alle Sünd ist abgethan; Gott sieht mich in Gnaden an, ich kann jetzt das Leben hoffen, und der Himmel steht mir offen. sidstebulden 7. Ich werd auch der Welt entrissen, Gottes Geist ist mir geschenkt, der erneuert mein Gewissen, daß es auf und dem Glauben an Jeſum. 153 ein Schlachtschaf halten; der ob Christus in euch ist, ob Sieg bleibt dennoch mein. ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit?. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet hat, gmug meinen Unmuth stillen und fassen Trost und Rath! Denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rau ben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben und keiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstenthum, kein Pracht, Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die Zukunft hegt, Nichts, welches hoch gelegen, Nichts, was die Tiefe trägt. 5. Noch sonst, was je geschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Jesu Tod und Sterben. Ihn ich an, der mich sein Kind und Erben nicht lassen will noch Erben nicht lassen will noch kann. ( Sim. Dach.) 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen; erweiset ſeine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, verneuert Herz und Muth, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und pflegt in Einfalt es dem Nächsten wiedergeben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wortzusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verfaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst Mel. Gott, du frommer. * 153. Versuchet euch die Lieb; weil man aus Gotdoch selbst, tes Händen nimmt alle ob ihr im Glauben stehet, Dinge an, nicht zürnet, thut Von der Rechtfertigung 154 nicht schänden; denn Alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind; er gibt uns seinen Sohne, sein eingebornes Kind, zu einem Gnadenthrone, segt Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Seßt uns Gott aufdie Prob, ein schweres Kreuz zu tragen; der Glaube bringt Geduld, macht leichte alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt; weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, und trauet Christi Kraft, vernichtetsich zuGrund, saugt nur aus Jesu Saft; 10. Hält sich an ſein Verdienst, erlangetGeist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; fieh, ob du auch so thust. 12. Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. HITOT Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm. 154.* Sei hochge lobt, barmherzger Gott, der du dich und dem Glauben an Jesum. unser angenommen, und uns in unsrer Seelennoth mit Hülfe bist zu statten kommen, du schenkest uns von deinem Himmelsthron dein liebes Kind und eingebornen Sohn. in 1912. Du fegnest uns in ihm, dem Herrn, mit überschwenglich reichem Segen und gehest unsrer Armuth gern mit deiner theuren Gnad entgegen; was sind wir doch, du allerschönstes Gut, daß deine Lieb so Großes an uns thut? Rea si 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des ersten Adams Sünden- Kinder, und find auch Alle von Natur verderbte Menschen, schnöde Sünder und Fremde vom Verheißungstestament, arm, lahm und bloß, blind, taub, stumm und elend. ind 4. Allein du, Vater voller Gnad, haft unsers Elends dich erbarmet, und uns nach deinem Gnadenrath in Christo, deinem Sohn, umarmet, daß wir in ihm, wie du zuvor bedacht, nun Kinder sind und angenehm gemacht. 15. Du läsfest uns in 155 Jesu Blut Heil, Leben und Erlösung finden und wäschest durch die edle Fluth uns von dem Unflath aller Sünden. tiefe Lieb, o Wunder- Gütigkeit, die unsre Seel von solcher Schmach befreit. 6. Du hast uns Menschen deinen Rath durch Jesum Christum wissen lassen, damit du, was da Odem hat, in ihm zusammen möchtest fassen. Er ist der Grund, auf welchem Alles steht, was lebt und webt, was lieget, sigt und geht. 7. Er stiftet Frieden zwischen Gott und uns, da wir noch Feinde waren, und wird, der Welt und Höll zum Spott, den Frieden auch in ubbewahren. O Herrlichkeit, daß wir in Frieden stehn, nun dürfen wir getroft zum Vater gehn. 8. Lebt Christus doch in uns und wir sind auch durch ihn mit Gott verbunden, wir haben seiner Lieb Panier als eine starke Festung funden, in ihm sind wir voll Ruh und Sicherheit, und schmecken schon die Kraft der Seligkeit. 9. Du gibest uns auch das Von der Rechtfertigung 156 Erbtheil durch Christum, der es uns erworben, als er, der Herr, zu unserm Heil am bittern Kreuzesstamm gestorben, und sein Verdienst und Leiden macht allein, daß dir zum Preis wir nunmehr etwas sein. 10. Durch dich und Jesum, unsern Hort, erkennen wir das Wort der Wahrheit und wachsen immer fort und fort im Lichte zur vollkommnen Klarheit. Du selber bist das wesentliche Licht, das durch den Sohn die Finsterniß vernicht't. 310 Erbe sind und auch dein Eigenthum. 13. Nun was wir sind, das kommt von dir, in Christo hast du uns geschaffen zum Lobe deiner Macht, daß wir in Gottes Kraft und Geistes- Waffen, aus reiner Lieb in deinem Wege gehn und deinen Ruhm mit Mund und Herz erhöhn. 14. So, Vater, so bist du bereit in, durch und um des Sohnes willen, den du gezeugt von Ewigkeit uns mit dir selber zu erfüllen, auf daß er aber allerlei, ja Alles gar in allen Dingen sei. aandig 15. Drum wollen wir, Herr, deine Macht, du Vater aller Herrlichkeiten, die unsre Seel so wohl bedacht, von Herzen rühmen und ausbreiten. Es rühme dich und deine große That, was rühmen kann, was lebt und Odem hat. T 16. Ja trener Gott, wir loben dich und ehren deinen großen Namen, Herz, Seel und Geist erhebet sich und singet Halleluja, Amen. Der Herr ist Gott, der dreimal 11. Du Vater wirkest auch durch ihn in uns den lebendigen Glauben, den uns die Welt nicht kann entziehn, noch Satan aus dem Herzen rauben. Erwirket selbst, und seines Geistes Trieb macht unsre Seel unsträflich in der en Lieb.unoni sign 12. Du hast mit deines Geistes Pfand durch Christum unsre Seel geschmücket und ihn auf unsre Brust und Hand zum festen Siegel aufgedrücket zur Versichrung, daß wir zu deinem Ruhm dein und dem Glauben an Jeſum. 157 heilig heißt, Gott Vater, Sohn meinen ganzen Sinn nur und auch Gottheilger Geist. ( Ludw. Andr. Gotter.) auf deine Wahrheit hin. 4. Nechten Glaubenschenk vor allen andern Gaben, Vater, mir! Wem er fehlt, muß bir mißfallen; wer ihn hat, ist eins mit dir. Er belebe meine Triebe, sei der Stab, die Hand der Liebe; er besiege wie ein Held, durch mich Satan, Fleisch und Welt. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. denn 155.Stärfe, ben oft will er wan= ken, meinen Glauben, Gott, an dich! O, wie wird mein Herz dir danken! Wie frohlocken, höre mich! Laß mich nicht an dir verzagen, immer fühnre Blicke wagen. Sinkt mein schwacher Glaube hin, richt ihn auf und stärke ihn. - 2. Wollen Zweifel sich erheben, blendet mich des Irrthums Schein; o so laß mein Herz nicht beben, den Verstand nicht dunkel sein! Zeige du dein Licht mir wieder! Ströme Glauben auf mich nieder; deiner Wahrheit heller Glanz, der entwölke sich mir ganz. 3. Nur auf dein Wort, nicht auf Lehren schwacher Menschen laß mich sehn! Deine Stimme laß mich hören, deine Stimme recht verstehn! Mehr als Zeugniß aller Welten laß mir, Gott, dein Zeugniß gelten! Nichte 5. Glauben, als wenn ich dich sähe, flöße mir, mein Heiland, ein; im Gefühl von deiner Nähe laß mein Herz fich täglich freun! Jefu, willst du dich nicht zeigen? Hörst du nicht, wie kannst duschweigen? Gib mir Glauben! Nahe dich meinem Geist und stärke mich. 6.Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein tiefverdorbenes Herz; heut ist mir die Tugend wichtig, morgen mir die Sünd ein Scherz. Ach, wär nur mein Glauben fester! Stärk ihn, mehr ihn, Allerbester! Jesu, eile, stärk ihn du! Ach, sonst find ich keine Ruh. ( 3. C. Lavater.) 158 Von der Rechtfertigung Mel. Es ist das Heil uns kommen. enn dein 156. Wherzliebster Sohn, oGott, nichtwär aufEr den kommen und hätt, als ich in Sünden todt, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Höllen wandern in die Pein um meiner Sünde willen. 2. Ißt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen, er hat mit dir verfühnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Muth mit findlichem Vertrauen; auf dieß sein rosinfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, daß er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. duspusi 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden, ich suche Gnad demüthiglich, von dir soll mich nichts scheiden; was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterfron, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Geseß herrühret. Wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet, des Herren Jesu Werk allein das machts, daß ich kann felig sein, der ichs mit Glauben fasse. ( Joh. Heermann.) Wel. Wie schön leuchtet der 2c. * 157.Mie groß ist deine Herrlichkeit, o Christenmensch, hier in der Zeit und noch viel mehr dort oben, wenn anders, was dein Name heißt, dein Wesen und die That beweist, und deine Werk dich loben; Christus Jesus falbt mit Dele deine Seele; Geistesgaben sinds, die dich so hoch erhaben. 2. Du bist selbst göttlichen Geschlechts, der Kindschaft und des Kinderrechts mit der Natur theilhaftig. Sieh, welche Lieb und Ehr ist dies! Die Welt hälts zwar nicht für gewiß; doch ob sie gleich geschäftig, immer schlimmer es zu machen und dem Glauben an Jesum. mit dem Lachen und dem Hassen, muß sie dir die Ehre lassen. 3. Du bist ein Priester und Prophet, der vor des Höchsten Throne steht und wird von Gott gelehret. Du bist ein König, dessen Macht weit größer ist, als man gedacht, ob dich gleich Niemand ehret. Freilich, hei lig und so herrlich bist du schwerlich ohne Glauben, den dir doch kein Feind kann rauben. 4. Du bist auch deines Jesu Braut; hat er sich nicht mit dir vertraut und dich selbst schön geschmücket? Hat er dir nicht des Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt, damit du unverrücket stündlich, gründlich mit dem Herzen unter Schmerzen ihm anhangest, und nach ihm allein verlangest? 5. Du stehst, bedenks mit Gott im Bund, sein Thron ist deines Herzens Grund, darin er Wohnung machet. Aus dir macht er sich einen Ruhm, du bist sein bestes Eigenthum, darüber er stets wachet. Was mehr? Daß 159 er aus Erbarmen in den Armen dich stets träget und wie eine Mutter heget.s 6. Wer ist, der Alles sagen kann, was dir für Ehre angethan schon hier auf dieser Erden? So ists auch noch nicht offenbar, doch bleibts gewiß und ewig wahr, daß du Gott gleich wirst werden; deine reine Liebesaugen werden taugen, Gott zu sehen, wenn du wirst verklärt aufstehen. Gitte 7. Christenmensch, bedenk den Stand, darein dich Gottes Gnadenhand geſeßt, und seine Würde; rühm deine Höhe jederzeit in aller deiner Niedrigkeit, trag aber auch die Bürde. Lebe, strebe, daß dein Adel ohne Tadel immer bleibe, und vor allen Dintugisp usth gen gläube! ( Joh. Euf. Schmidt.) Mel. Unser Herrscher, unser König. * * 158. Meicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet alle Felsen ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn! 160 Von der Rechtfertigung 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er Alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; was er saget, das geschicht. bleibt er mir doch Sonn und Schild. mind 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Troft: So werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich Alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gottist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gotthibi( Benj. Schmolt.) hält immer sein Versprechen; Mel. Wer nur den lieben Gott. so fällt aller Zweifel hin, als 159.Mietheuer, Gott, Güte, wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeigt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich werth; und wenn Höll und Abgrund brüllt, 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn; Felsen will ich auf ihn bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. die alle Missethat vergibt, so bald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. O, laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih. hout und dem Glauben an Jesum. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Ren und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, derfrevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar aufsein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will it Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sei, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner 161 Ehre leben, der du die Mis= sethat vergibst; das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandelsein.( 3. F. Bahrdt.) In eigner Melodie. 160. Wie wohl ist mir, o in deiner Liebe ruh; ich steige Freund der Seelen, wenn ich aus den Schwermuthshöhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nachtdes Trauerns scheiden, wenn mit so Liebestrahlt aus deiner Brust. angenehmen Freuden die auf Erden, wer wollte nicht Hier ist mein Himmel schon vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Luft? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Welt Haß kann mich Der doch 11 162 Von der Rechtfertigung und dem Glauben 2c. nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Mosis Eifer drücken, blißt auf mich des Geseßes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzes- Wüsten, ich folg und lehne mich auf dich, du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen, genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab.ed 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest Keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken ge= langet in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit.id 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. Dreicher Trost: Mein Freund ist mein!( Wolfg. Chrph.Deßler.) Von der Zukunft Jesu Christi. V. Von der Zukunft Jefu Chrifti. Mel. Nun jauchzet all, ihrFrommen. Kinder, in vollem Laſter161. Auf, auf, ihr Lauf auf Arges feid bedacht, Reichsgenosja thut es ohne Sorgen: gar Nichts ist ihm verborgen, er gibt auf Alles Acht. sen! Eu'r König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann; ihr Christen geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hoch tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können, in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr viel Geplagten, der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört ihr frechen Sünder, der König merket drauf, wenn ihr, verlorne 163 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht, laßt uns die Weg ihm bahnen und machen Alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns Alles rauben hin, Geduld, weil ihm zusammen gehört doch der Gewinn. Wenngleich ein früher Tod uns, die uns lieb, genommen, wohlan, so sind sie kommen ins Leben aus der Noth. 7. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur 11* Von der Zukunft Jesu Christi. 164 begehren, das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, welch auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht, von Gott kommt Alles her, der lässet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein Hand ist nicht zu schwer. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Bein noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder ſein. 10. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu befehn, dieweil er kommt ge= ritten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz verſüßen und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken, die soer herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. D, König, hoch erhoben, wir Alle wollen loben dich freudig hier und dort. 12. Nun Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach! Drum wollen wir allein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. ( Joh. Riſt.) Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. * 162. Dein Mittler Auf, blöde Seele, die Mosis Fluch und Donner schreckt, die in der bangen Trauerhöhle in Fesseln trüber Schwermuth steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, es reißen Satans feste Schlingen, die den gefangnen Geist beklemmt. Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen. Gott ist versöhnt, sein Schloß steht offen. Dein gnadenvoller Mittler kömmt. 2. Dein Lehrer fömmt, laß deine Ohren auf seinen Mund gerichtet sein. Er zeigt den Weg, den du verloren, er flößt dir Licht und Wahr Von der Zukunft Jesu Christi. 165 Dein wunderschöner Bräutgam kömmt. heit ein. Was unter dunkeln gestickten Kleidern zieren. Schatten stecket, das hat dir dein Prophet entdecket. Er hat das Reich der Nacht gehemmt. Er klärt dir auf des Vaters Willen, er gibt dir Kraft, ihn zu erfüllen. Dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 5. Dein Alles kömmt, dich zu vergnügen, dein A und ist vor der Thür. Wer dieses höchste Gut kann friegen, vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, da dich, mein Geist, von allen Enden ein solches Gnaden- Meer beschwemmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren. Laß dich zu nehmen willig spüren. Darmes Nichts, dein Alles kömmt. 3. Dein König kömmt, doch ohne Prangen, sein Aufzug ist an Armuth reich. Auf! deinen Fürsten zu empfangen, der dir an tiefster Schwachheit gleich. Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, der dich wird so zu schüßen wissen, daß dich kein Angststrom überschwemmt. Thu, wie getreue Unterthanen; komm her und schwör zu seinen Fahnen. Dein längstverlangter König kömmt. 4. Dein Bräutgam kömmt; laß dein Geschmeide nicht länger in dem Kasten ruhn. Bekleide dich mit weißer Seide, wie die verlobten Seelen thun. Laß die geschmückte Lampe brennen. Wird dich der Schlaf bemeistern können, so wird die schöne Lust gehemmt. Laß dich, wie Esther, balsamiren und mit ( 3. 3. Nambach.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. ofianna! * 163. Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Chrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! Sei gegrüßt, komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen ſein. 166 Von der Zukunft Jesu Christi. 3. Hosianna! Friedens- fern, eile bei uns einzugehen. fürst, Ehrenkönig, Held im Du Gesegneter des Herrn, Streite, Alles, was du schaf- warum willst du draußen fen wirst, das ist unsre Sie- stehen? Hosianna! bist du da? gesbeute. Deine Rechte bleibt Ja, du kommst, Hallelujah! erhöht, und dein Reich allein ( Benjamin Schmolk.) besteht. 4. Hoftanna! Lieber Gaft, 164. Dwißlich wahr, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. as ist je ge= wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverbroffen deinem Zepter zinsbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! Komme bald, laß uns deine Sanftmuth küssen; wollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verschließen, ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hostanna! Steh uns bei, o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht ge= horchen kann. 7. Hosianna! Laß uns hier an den Delberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; bort ist unser Bethphage: Hoftanna in der Höh! 8. Hostanna! Nah und und ein Wort himmlischer Wahrheit, glaubenswürdig offenbar, theuer, fest, voll Kraft und Klarheit, daß der Heiland Jesus Christ in die Welt gekommen ist. 2. Nun dürfen wir es nicht mehr, daß wir mit den Juden schreien: Ach, daß Christus kommen wär, das Volf Gottes zu erfreuen! Denn Messias ist schon da und das Heil ist Allen nah. 3. Nunmehr sehen wir den Held, der von Judaſollte kommen, welchen Gott hat vorgestellt, aller Welt zum Heil und Frommen. Denn er hat die Seligkeit allen Sündern zubereit't. 4. Ach, den Sündern zubereit! Das, das ist, was uns erquicket, wenn uns Ungerechtigkeit unsers Lebens fast erdrücket, wenn Geſeß, Von der Zukunft Jesu Christi. Gewissenspein und die Sünden mächtig sein. s 5. Schweig, Geseß, und sage nicht: Alle Sünder sind verloren; Christus, unsre Zuversicht, ward, so bald er nur geboren, unter das Gesetz gethan, was geht uns dein Fluch nun an! 6. Sünden und GewissensNoth lasset uns nunmehr zufrieden, daß ihr uns und unMel. Vom Himmel hoch da konim. fern Gott von einander habt* 165.Komm, Heiz geschieden. Seht, wie wir durch Gottes Kind wiederum vereinigt sind. 7. Schweige, tolle Welt, es sei Gott den Menschen nicht gewogen. Es ist Tand und Täuscherei, ja im Grunde gar erlogen; aber das ist offenbar: Unser Trost und Heil ist dar. 8. Satan, fleuch und trolle dich, Gottes Sohn hat dich gebunden; Tod, wo ist dein Fersenstich? Jesus hat dich überwunden! Hölle, was half dir der Krieg wider uns? Hier ist der Sieg. 167 geschicket und dadurch zuwege bracht, was die Menschen selig macht. 10. Ach verleihe, theures Kind, daß wir uns in dir er= freuen, wenn sich Noth und Trübsal findt, daß wir uns vor Sünden scheuen, und dann auch zur rechten Zeit kommen zu der Seligkeit. ( M. Moller.) 9. Gott sei Dank in Ewigkeit, der uns gnädig an geblicket in der Fülle seiner Zeit, sein Kind in die Welt den- Heiland, Lösegeld, komm, schönste Lilie dieser Welt, laß abwärts flammen deinen Schein, denn so will Gott geboren sein. 2. Nicht von des Mannes Kraft noch Lieb, ach nein, bloß durch des Geistes Trieb empfängt die keusche Jungfrau hier; es wohnt ein göttlich Heil in ihr. 3. Wunder, das kein Mensch versteht, daß eine Jungfrau schwanger geht; der Leib wird schwer durch Gottes Kraft, doch unverleßt der Jungfrauschaft. 4. Komm an, dir steht der Keuschheitthron schon offen, Jesu, Gottes Sohn; komm an, du zweigestammter Von der Zukunft Jesu Christi. 168 Held, geh muthig durch dies Thal der Welt. 5. Du nahmest erdwärts deinen Lauf, und stiegst auch wieder himmelauf; dein Abfahrt war zum Höllenthal, die Rückfahrt in den Sternenfaal. 6. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier die ses Fleisches Reich; denn unsers siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 7. Es glänzet deiner Krippen Strahl, ein Licht leucht durch dies finstre Thal, es gibt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. ( Johann Franck.) Allen zu frommen hier auf diese Erden in armen Geberden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. 3. Die sich sein nichtschämen und sein'n Dienst annehmen, durch ein'n rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende, da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen, und sie mit sich In eigner Melodie. 166. Gottes Sohn ist führen zu den Engel- Chören. uns 7. Wird von dannen kommen, wie denn wird vernommen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden, und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Dawird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen, in peinliche Stellen, wo sie ewig müssen ihr Untugend büßen. 2. Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen finden, von Irrthum und Thorheit tretenzu der Wahrheit. 4. Denn er thut ihn'n schenken in den Sakramenten sich selber zur Speiſe, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die also bekleiben und beständig bleiben, dem Herren in Allem trachten zu ge= fallen, die werden mit Frenden auch von hinnen scheiden. Von der Zukunft Jesu Christi. 9. Ei nun, Herre Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir, alle Stunden recht gläubig erfunden, darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. ( Joh. Horn.) Mel. Nun kommt der Heiden 2c. ott sei Dank 167.Gott durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Troft und Rath zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was die geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 169 muth ohn Gefahr, also ſei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir, Hosanna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehren- König, ein; es gehöret dir allein, mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleich wie dein Zukunft war voller Sanft7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch an mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. 3. Zions Hülf und Abrhams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohl Held hat sich treulich eingeſtellt. 168. Hunsrer SünMel. Es ist das Heil uns kommenzc. eil Aus Heit dennoth ist Rettung uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Lod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns erseßt. Wie werth sind wir vor ihm ge= schäßt? Wir groß ist sein Erbarmen? 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. ( Heinr. Held.) 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu Von der Zukunft Jesu Christi. 170 uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Ret= ter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil; er kam am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel mun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Ge lobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! Nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und niemals sein uns schämen, auf seine Mittlers- Hülfe baun und ſein Joch auf uns nehmen! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laßuns diese Seligkeit doch über Alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: Einreines Herzvoll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. Olenk auf dieserhabne Glück der Seele stärkste Triebe. Zieh mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theur erworbnen Heil laß uns im wahren Glauben Theil stets suchen und gewinnen. ( 3. S. Dieterich.) 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in ſeinen Händen. Sein ist Mel. Unerschaffne Lebenssonne. bas Reich, fein ist die Kraft,* 169. K tommst du, du, sein Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht, o du starker Trost im Leiden! Von der Zukunft Jesu Christi. 171 dir, o Jesu, unser Leben. Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich g'nug erheben? Eh noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, duWeltheiland, Jungfraunsohn! Meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunder- Seelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Her zens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, Lebens- Zeit erwiesen hast. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus Nichts erschuf. Du bists, der Alles träget; was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 5. Laß durch deines Gei= stes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Berenung meiner Schuld, mich zu dir sein hocherhaben; dann so will ich für und für Hofianna! fingen dir. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr, zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf ErD ( E. Chr. Homburg.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. 170. ob, Ehre, Preis den. Huld, die ſonst nichts und Dank sei Gleiches hat. Du starbst Von der Zukunft Jesu Christi. 172 für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein. Beschwerter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh, und wer dich liebt, den stärkest du, daß Nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibt, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu Eigen hin; gib, daß ich mich, solang ich bin, in deinem Lobe übe. ( Ph. F. Hiller.) Mel. Vom Himmel hoch da 2c. 171.* obsei dem aller= höchsten Gott, der unser sich erbarmet hat, gesandt sein allerliebsten Sohn, aus ihm geborn im höchsten Thron. 2. Auf daß er unser Heiland würd, uns freietvon der Sünden Bürd, und durch seine Gnad und Wahrheit führet zur ewigen Klarheit. 3. Ogroße Gnad und Gütigkeit! O tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, deß ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann. 4. Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an sich unsere Natur, verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit, das A und O, Anfang und End, gibt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott für ihn gibt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht't, der Gnad sich nicht theilhaftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 8. O Mensch, wie daß du nicht verstehst und dem König entgegen gehst, der dir so Von der Zukunft Jesu Chriſti. 173 ganz demüthig kommt und Mel. Nun lob mein Seel den zc. sich so treulich dein annimmt. 172. Mein Heiland, Größe 9. Ei nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm deines Herzens Bahn, auf daß er komm in dein Gemüth und du genießest ſeiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft, in dieser gnadreichen Zukunft, untergib seiner Heiligkeit die Werk deiner Gerechtigkeit. geht über alle Himmel weit; wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in mensch= licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. 11. Wo du dieß thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der Höllenpein; wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schleußt dir des Himmels Thür. 12.Sein erste Zukunft in die Welt ist in sanftmüthiger Gestalt; die andre wird erschrecklich sein, den Gottlosen zur großen Bein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, werden alsdann zur Freuden gehn, und besigen der Engel Chör, daß fie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron ſammtseinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist gleicher Weis' sei ewiglich Dank, Ehrund Preis. ( Mich. Weiße.) 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftges Wort gemacht. Auf dein allmächtig Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister, auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles, das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Von der Zukunft Jesu Christi. 174 Ruder führest, geschieht, was dirgefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. nd 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem Andern widerfährt. Dir soll sich Alles beugen, denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und befehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land.( 3. 3. Rambach.) mel. Gottes Sohn ist kommen. enschenkind werden. Wer aber dich ver- 173.* Menſchen merk ehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, oHerr, in aller Welt. Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. was da sei dein Leben, warum Gott seinen Sohn gesandt vom höchsten Thron; hat lassen Mensch werden, hie auf dieser Erden. 2. Nehmlich, daß er lehret, dich zu sich bekehret, für deine Schuld stürbe, dir Genad erwürbe, dich vor Gott vertrete und stets für dich bete. 3. Und daß er durch sein'n Geist, den er ein'n Tröster heißt, und durch sein Wort, kommen dir zu Trost und Frommen, möcht in deinem Herzen wohnen ohne Schmerzen. Von der Zukunft Jesu Christi. 4. Gi gib Statt diesem Geist und thu, was dich Gott heißt, öffne des Herzens Pfort, daß Christus durch sein Wort in dich möge kommen, und stets in dir wohnen. 5. Alsdann sich gareben, daß du dich ergeben in Gott ſelig leben, ihm nicht widerstreben, sondern seinen Willen allzeit wirft erfüllen. 6. Seine Lieb beweisen mit der That, ihn preisen, stets in allen Sachen munter sein und wachen, daß du ihm in Allem möchtest wohlgefallen. 7. Wirst du dich rechthalten, so wird er dein walten, dich lassen genießen friedsa= mes Gewissen, dir auch Zeugniß geben zum ewigen Leben. 8. Jeßt mußt du viel leiden, deinen Willen meiden, und auf allen Seiten mit dem Satan streiten; doch es wird dir wohlgehn, so du dies wirst ausstehn. 9. Denn der Herr wird zu dir durch den Tod kommen schier, deine Seel abscheiden zur ewigen Freuden, bis die Posaun angeht und alles Fleisch aufsteht. 175 10. Dann wird er leibhaftig, sehr herrlich und kräftig von dem Himmel steigen, reden und nicht schweigen, dir und Allen sagen, die jeßt sein Joch tragen: 11. Kommt, ihr Benedeiten, zu der rechten Seiten; kommt, ihr Auserfornen, in mir Neugebornen, in meines Vaters Reich, längest fertig für euch. 12. Alsdannwirst du froh sein und ledig aller Pein, im verklärten Leben mit dem Herren schweben, vollerFreud und Wonne, leuchten wie die Sonne. 13. Wohl nun dem, den Gott zeucht und durch sein'n Geist erleucht't, daß er Christumannimmt, wenn er durch sein Wort kommt, und bei ihm sein'n Fleiß thut, denn seine Sach ist gut. 14. Wer aber Nichts achtet, nach Christo nicht trach= tet, sein bie zu genießen, der soll diesmal wissen, daß er dort wird müssen in der Hölle büßen. 15. Okomm, Herre Jesu, schick dein armes Volk zu, daß es dein'n Willen thu, Von der Zukunft Jesu Christi. 176 darnach in deiner Ruh lobe deinen Namen, in Ewigkeit, Amen.( Michael Weiße.) die zu dem Himmel führt, sonst wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn berührt. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 174. N un jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zuzerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Efelein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Scepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen HimmelsIn eigner Melodie. throne iſst ihm ſein Reich be- 175 Nun komm, ber stellt, er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, daß sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm beſtellt. 4. Ihr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen und gehn die rechte Bahn, 5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen, und thut dem König singen, der ist eu'r höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, und all eu'r Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ist, der helfen kann; halt't eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. ( Mich. Schirmer.) 2. Nicht von Manns Blut noch von Fleisch, allein von dem heilgen Geist ist Gotts Von der Zukunft Jesu Christi. Wort worden ein Mensch, und blühet ein Frucht Weibs Fleisch. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht't hervor manch Tugend schön, Gott da war in seinem Thron. 4. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein; Gott von Art und Mensch ein Held, sein'n Weg er zu laufen eilt. 5. Sein Lauffam vom Vater her und kehrt wieder zum Va= ter, fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl. 6. Der du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein ewig Gott's Gewalt in uns das frank Fleisch enthalt. 7. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein, derGlaub bleibt immer im Schein. 8. Lob sei Gott dem Va= ter g'than, Lob sei Gott sein'm eingen Sohn, Lob sei Gott dem heilgen Geistimmer und in Ewigkeit. ( M. Luther.) 177 In eigner Melodie. * 176.Macht hochbie Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich), der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöp= fer reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königs= kron ist Heiligkeit, sein Zep= ter ist Barmherzigkeit; all unser Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eu'r 12 Von der Zukunft Jeſu Chriſti. 178 Herz zum Tempel zubereit't; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihrvor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jeſu, Gottes Sohn! Hosianna. Wir folgen all zum Freudensaal, und halten mit das Abendmahl. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namendein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und englischen Zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Pforten an deiner Stadt, wir sind ( Georg Weissel.) In eigner Melodie. * 177. Machet auf, Consorten der Engel, hoch ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen um deinen Thron. Kein Aug hat je geſpürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude; deß sind wir froh, io, io! ewig in dulci jubilo. 744( Philipp Nicolai.) in Mel. Valet will ich. Jungfrauen? Wohl auf, der 178 Wie soll ich bich empfangen und wie begegn ich dir? D aller Welt Verlangen! D meiner Seelen Zier! Jesu, Jesu seße mir selbst die Fackel auf, die Lampennehmt! Hallelujah. Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. Von der Zukunft Jesu Christi. 179 großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinenSinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 6. Das schreib dir indein Herze, du herzbetrübtes Heer, beidenenGramundSchmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür! Der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid; als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und 8. Auch dürft ihr nicht machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum tsut. erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. bei, damit was dich ergöße, mir fund und wissend ſei. 5. Nichts, Nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird siezerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt 12* Von der Zukunft Jefu Chrifti. 180 ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zuwenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und holuns allzumal zum ewigen Licht und Wonne in deinen Freudensaal.( P. Gerhard.) 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Das war Johannis Stimme, das war Johannis Lehr; Gott strafet den mit Grimme, der ihm nicht gibt Gehör. O Herr Gott, mach auch mich zu deines Kindes Krippen; so sollen meine Lippen mit Ruhm erheben ( Val. Thilo.) Mel. Von Gott will ich nichtlaffen. it Ernst, o 179.M Menschen bich. finder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil In eigner Melodie. der Sünder, berwunderſtarke* 180. Wie schön leuchtet Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei Allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt Alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht. der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die füße Wurzel Jeſſe. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, haft mir mein Herz besessen, lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werthe Kron, wahr Gottes Von der Zukunft Jesu Christi. und Marien Sohn, ein hochgeborner König, mein Herz heißt dich ein Lilium; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen! 181 Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schaß, ich bin sein Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Eia, eia, himmlisch Leben wird er geben mir dortoben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten in Cithara, und laßt die ſüße Musika ganz freudenreich erschallen, daß ich möge mit Jesulein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebewallen.Singet, springet, jubilliret, triumphiret, dankt dem Herren: groß ist der König der Ehren. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis und Rubin, die Flamme deiner Liebe; und erfreu mich, daß ich doch bleib an deinem auserwählten Leib eine lebendige Ribbe. Nach dir ist mir, gratiosa Coeli Rosa, krank und glimmet mein Herz, durch Liebe verwundet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mit deinen Aeugelein mich freundlich thust anblicken. Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden: auf dein Wortkomm ich geladen. ( Phil. Nicolai.) Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. *, unkommt das neue Chri5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich * 181, Nunto ewig vor der Welt in deinem stenjahr, deß freut sich alle 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und D, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu ſeinem Preis aufnehmen in das Paradeis, deß klopf ich in di Hände. Amen, Amen. Komm, duschöne Freudenkrone, bleib nicht lange: deiner wart ich mit Verlangen. Von der Zukunft Jesu Christi. Christenschaar; dein König du dich bedecket mit armer kommt, drum freue dich, du Knechtsgestalt. werthes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist, Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, das laß bebleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! ( Joh. Olearius.) Mel. Valet will ich dir. * 182. on Gnab und Wahr182 heit mächtig, kommst du, Herr Jesu Christ! Doch nicht von außen prächtig, obschon du König bist und allen Königreichen, wie groß auch ihre Pracht, befehlen kannst zu weichen; noch birgst du deine Macht. 3. Dein Ansehn wird verachtet, die Welt hält es für schlecht; und so wird noch betrachtet ein Jeder deiner Knecht. Mit Schimpf wird der belohnet von der Vernunft der Welt, bei welchem Demuth wohnet, und der nach dir sich hält. 4. Dein Geist woll uns entfernen von äußerlichem Schein; gib, daß von dir wir lernen, von Herzen niedrig sein. Du, Höchster, wirst geringe und heischest nicht von mir, zu lernen große Dinge, nur sanften Muth von dir. 5. Komm in des Herzens Tempel und mach uns doch geschickt, zu folgen dem Erempel, daß man in dir erblickt. Sonst Alles ist vergebens, wo man nicht Demuth liebt; die Richtschnur unsers Lebens ist das, was du geübt. 2. Dubist zu uns gekom- 6. Die Demuth ist die men in der Erfüllungszeit und hast an dich genommen des Fleisches Niedrigkeit; damit uns werd erwecket die herrlichste Gewalt, so hast Kerze und überschönes Licht, wodurch uns in das Herze die Selbsterkenntniß bricht, die uns kann unterweisen, wieman die Welt verschmäht, Von der Geburt Jesu Christi. 183 und die uns lehret preisen sam für. Zwar bin ich des Höchsten Majeſtät. 7. Laß mich, o Jesu, streben nach diesem, wie du mir befohlen haft zu leben, kommt's mir gleich seltVI. Von der Geburt Jefu Chrifti. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 183. A dam hat im Feinde liebest, was wird sie denn künftig geben denen, die in Chrifto leben? Paradies seinen Bund mit Gott gebrochen; Gott, der ihn doch nicht verstieß, hat Erlösung uns versprochen: und nun kommt in seinem Namen der verlangte Weibessamen 2. Komm, mein Helfer in der Noth! Komm, o Heiland aller Sünder! Du wirst Mensch, und bist auch Gott, für uns arme Menschenkinder. Denn wer könnte sonst erretten, wenn wir keinen Jeſum hätten. viel zu wenig, zu thun, was vor dir gilt; du, Herr, bist unser König; mach aus mir, was du willt! ( Gottfr. W. Sacer.) 3. Aber, Gott, was bin ich doch, daß du deinen Sohn mir gibest; reicht die Gnade schon so hoch, wenn du deine 4. Daß du Menschen haft gemacht, hat dich ja vor dem gereuet: wer hats denn zuwege bracht, daß sich nun dein Herze freuet, wenn man deinen Sohn auf Erden sieht zu einem Menschen werden? 5. Ist die Krippe nicht zu schlecht? Ist der Stall nicht zu geringe? Wird mein Gott ein armer Knecht, daß er mir den Segen bringe? Herr Jesu, dein Beginnen übersteiget alle Sinnen. 6. Nimmst du nicht die Engel an, die sich auch von dir verloren; was hat denn der Mensch gethan, daß du Von der Geburt Jesu Christi. 184 nur für ihn geboren? Was kann Fleisch und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 7. Auf, mein Herz, hier ist dein Gott, heiß ihn tausendmal willkommen; deine Sünde, deinen Tod hat er schon auf sich genommen; künftig wird er für dich sterben und du wirst den Himmel erben. 8. Drum, so danke, wer da kann, Gott, dem Vater aller Gnaden, betet seinen Heiland an, der uns hilft aus allem Schaden. Ehre sei Gott in der Höhe und des Satans Reich vergehe. kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir, dunimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mirRath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwarbst du mir, Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird mir reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn; durch den er Gnad erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist. 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil be( Heinr. Cornel. Hecker.) Mel. Wir Christenleut haben. beſchloſſen hat, vollführt er in 185.[ uf, schicke ich, der Zeit. feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen; Lieb ist der ( Caspar Neumann.) Mel. Lobt Gott ihr Christen 2c. Iso hat Gott die Welt ge= 184, 21 2 bi liebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb. Von der Geburt Jesu Christi. 185 Dank, der Lobesang, durch dich erfreut, und Aller Knie den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. soll dir gebeuget werden. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! D, wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! Mel. Sollt ich meinen Gott. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir 186, Derbu uns das noch Feinde waren; er wird uns gleich um Gottes Reich und seine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil, thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beiſpiel nachzuahmen. Heil erruntessohn, ewig sei dir lobgen, Menschgewordner Gotgesungen, daß du von des ins Fleisch gekommen. Der Himmels Thron uns zu gut du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen, und mein Bruder wor= den bist; sei gelobt, Herr Jesu Christ. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird seine Name trösten. Halleluja! Halleluja! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! ( Chr. F. Gellert.) 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist, im Himmel und auf Erden; die Christenheit preist 2. Sei gelobt! Denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret, unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sigt der Mensch auf Gottes Chron. 186 Von der Geburt Jesu Christi. mein versöhnter Freund.d si3. Du, du bist der Völker bin ich Gott vereint, Gott ist Segen; kamst, vom Fluch uns zu befrein, und wir können deinetwegen nun noch Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein; laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu, dir auf ewig dankbar ſei. ( Gottfr. Bened. Funk.) 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gottversöhnt; haft der schwa- bi chen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und des Herren Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülfslos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, sigt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn Ineign. Melod. od. Vom Himmel 2c. * wir 187.Chriftum sollen loben schon, der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. 2. Der selig Schöpfer aller Ding zog an ein's Knechtes Leib gering, daß er das Fleisch durchs Fleisch erwürb, und sein Geschöpf nicht alls verdürb. 3. Die göttlich Gnad vom Himmel groß sich in die keusche Mutter goß; ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand, daß der Natur war unbekannt. Von der Geburt Jesu Christi. 4. Das züchtig Haus des Herzens zart gar bald ein Tempel Gottes ward; die kein Mann rühret noch erkannt, von Gott's Wort sie man schwanger fand. 5. Die edle Mutter hat geborn, den Gabriel verhieß zuvorn, den Sanct Johanns mit Springen zeigt, da er noch lag in Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit Armuth groß, die Krippen hart ihn nicht verdroß; es war ein kleine Milch sein Speis, der nie kein Vöglein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör sich freuen drob, und die Engel singen Gott Lob; den armen Hirten wird vermeld't der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr und Dank ſei dir gesagt, Christ, geborn von der reinen Magd, mit Vater und dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. ( M. Luther.) In eigner Melodie 188.De er Tag, der ist so freudenreich aller Kreature; denn Gottes Sohn vom Himmel187 reich über die Nature, von einer Jungfrau ist geborn; Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wunderlich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute, von einer Jungfrau säuber= lich, zuTrost uns armen Leute. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wär'n wir allzumal verlorn; das Heil iſt unser Aller. Ei, du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. 3. Als die Sonn durchscheint das Glas, mit ihrem klaren Scheine, und doch nicht versehret das, so merket allgemeine, zu gleicher Weis geboren ward von einer Jungfrau rein und zart Gottes Sohn der werthe, in ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt, hier auf dieser Erde. 4. Die Hirten auf dem Felde warn, erfuhren neue Mähre von den englischen Schaarn, wie Christ geboren wäre, ein König üb'r all Von der Geburt Jesu Christi. 188 König groß; Herod die Red gar sehr verdroß, aussandt er seine Boten. Ei wie gar ein falsche List erdacht er wider Jesum Christ, die Kindlein ließ er tödten. Gott, deinen Willen thu ich gern!" Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 189. Dies ist der 7. Du, unser Heil und Mel. Vom Himmel hoch da komm. Tag, Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ,, Ich komm, im Buche steht von mir; 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sigt. 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Weltgedacht; ihn preiſe, Von der Geburt Jesu Christi. 189 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden; noch haft du sie dir selbst vertraut am 190. Ermuntre dich Frenz in Todesbanden; iſt sie doch Nichts als Ueberdruß, Fluch, Unflath, Tod und Finsterniß; noch darfst du ihrentwegen den Scepter von dir legen. mein schwacher Geist und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als eine Braut zu freien. was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. ( Chr. Fr. Gellert.) In eigner Melodie. 2. Willkommen, süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Willkommen, Je• su, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebelang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. D großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu springen in die Welt hinein, da Nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für solche Feind hingeben? 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, du Friedens- Wiederbringer; du kluger Rath und tapfrer Held, du starker Höllen- Zwinger, wie ist es möglich, daß du dich erniedrigest so jämmerlich, als wärest du im Dr= den der Bettler Mensch geworden. 6. O großes Werk! O Wundernacht, dergleichen nie gefunden! Du haft den Heiland her gebracht, der Alles überwunden! Du hast ge= bracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab, als alle Schäß 190 Von der Geburt Jesu Christi. auf Erden! Komm, Schön- wer ist der Held, voll göttster, in mein Herz hinein, lich starker Macht? Messias komm eiligst, laß die Krippe ists, lobsing ihm Welt, dir sein! Komm, komm, ich will wird dein Heil gebracht. bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 3. Dir, Menschgewordsner, fingen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir der Erde Lobgesang. 8. Sagan, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs- Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, 192. mir Leib, 192. FC Seel und Geist, ja Alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und haft die Welt bezwungen! Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. ( 3. Rist.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 191. C r kommt, er kommt, der starke Held, voll göttlich star= ker Macht: sein Armzerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt, ( Dan. Schiebeler.) In eigner Melodie. greuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan, freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht't, sich mit uns befreund't gemacht. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne, er ist die Genadensonne. 2. Siehe, stehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne, er ist die Genadensonne. Von der Geburt Jesu Christi. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne überWonne, er ist die Genadensonne. nisi 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner in Genaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne, er ist die Genadensonne. ( Chr. Keimann.) dur In eigner Melodie. 193. Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. nou 191 Jammer. Gott wird Mensch dir Mensch zu Gute, Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem 3. Sollt uns Gott nun können haffen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich röhlich soll mein laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.dollint grad 509 17. Nun er liegt in ſeiner Krippen, ruft zu sich mich Von der Geburt Jesu Christi. 192 und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahr'n, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring Alles wieder. 8. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in groBen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hie wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften meine Zier unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du haft meine Last all auf deinem Rücken, kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich drin einzuhüllen, ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. ( P. Gerhardt.) Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei cures Glaubens Hände;* 194. Des Wort, Mel. O Gott, du frommer. wesentliches hier find alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. von Anfang her gewesen; du, Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o, mein Von der Geburt Jesu Christi. Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbstständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nie solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht. 3. Du wesentliches Wort, warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja duwarst selber Gott, damit du machst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vons Himmels Thron dich in die Welt ge= zogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 8. Das Leben ist in dir, und alles Licht des Lebens; laß an mir dein'n Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. uds( Laur. Laurenti.) Mel. Jesu, meine Freude, meines. 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formi- 195. Gottes Sohn ret; denn sind kommen, 193 der Alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz er= gebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe; ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. durch dich ans Licht geführet. Ach, so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, 7. Ach, laß nichts in mir sein, was du nicht haft geschaffen; reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen; was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. dankt ihm seine Frommen; dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser 13 194 Von der Geburt Jesu Christi. Heil zu werden, seine Woh- sern Bruder schaun. Heil nung nahm. Mensch, wie und ewigs Leben wird er wir, erschien er hier, der zur Allen geben, die noch dann Schöpfung sprach: Entstehe! ihm traun. Er ward hier der einst spricht: Vergehe! versucht, wie wir; überschwenglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, Brüder Jesu Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil durch seiner Zukunft Gaben an Gott selbst zu haben! 6. Gilet, eilt ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen; bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien, daß er sich für euch gegeben, durch ein göttlich Leben. ( B. Münter.) un 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns schei= den; er bleibt ewig treu; bort wird er vom Bösen 196. Gelo gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei; unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unIn eigner Melodie. elobet ſeist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engelschaar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kindjeßt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. Von der Geburt Jesu Christi. 24. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein'n neuen Schein, esleucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, ermachtuns Erben in sein'm Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel machet reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er Alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; deß fren sich alle Christenheit und dank ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. ( M. Luther.) 195 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 11916 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. pale 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst dugenießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. Mel. O, daß ich tausend Zungen. * 197. Di ies ist die 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine WeihnachtsWonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll, und ſei und Himmelslicht weicht des Weihnachtsglanzes voll. hunderttausendSonnen nicht. Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt( Chr. Fr. Nachtenhöfer.) 13* 196 Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strah* 198. her Krippen len! 3 chstehandeihier, o Jefulein mein Leben; ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm Alles hin, und laß dirs wohlgefallen. 2. Du hast mit deiner. Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir stets im Gemüthe. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, mein Herzelein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht ge= boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erforen; eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, du warest meine Sonne; die Sonne, die mir zugebracht, Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des 5. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich), was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Vergönne mir, o Jesulein, daß ich dein Mündlein küsse, das Mündlein, daß den süßen Wein, auch Milch und Honigflüsse weit übertrifft in seiner Kraft; es ist voll Labsal, Stärk und Saft, der Mark und Bein erquicket. 7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint, und keinen Troft kann finden, da ruft mirs zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 8. Wer ist der Meister, der allhier nach Würdigkeit ausstreichet die Händlein, so dies Kindlein mir anlachende zureichet? Der Schnee ist Von der Geburt Jesu Christi. 197 sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das dürre Gras dies Kindlein mehr, als alles das, was ich hier nenn und denke. 13. Dufragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Trost und Freud durch allerhand Beschwerlichkeit, das will ich dir nicht wehren. 14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm, und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen; mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 12. Zur Seiten will ich und dar viel weiße Li15. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirthen werde: du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie vermähet hast den, der dich gerne stehet. hier lien stecken, die sollen ſeiner 199. Gott verhieß, H ( P. Gerhard.) Mel. Gott sei Dank in aller Welt. eiland, den uns Neuglein Paar im Schlafe hell, die Milch ist weiß, verlieren doch beid ihren Preis, wenn diese Händlein blicken. 9. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Aeuglein, die so unverwandt nach mir gerich tet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schaar; dies' Aeuglein sind viel schöner. 10. daß doch so ein lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder groBer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Sammt, Seid und Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 198 Von der Geburt Jesu Christi. den der Himmel jauchzend Mel. Machs mit mir Gott nach. pries, als du Sterblichen zum Dienst huldreich auf der Erd erschienst. 200.5 ier liegt, den meine Seele 2. Wie dein Nam ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehrendank voll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünde zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft; wir, von Rath und Hülf entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlösetseid, rühmt den, der mit Lehr und That euch vom Tod erlöset hat. 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau auf dich; unser Leben preise dich, und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir ge= fällt.( S. Diterich.) liebt, nundarf ich nicht mehr klagen, wenn mich die schnöde Welt betrübt, mir anthut Schmach und Plagen; im Herzen lieget mir dies Kind, bei dem man Trost und Ret= tung findt. 2. Es scheint ja zwar ein schwaches Kind, liegt als in einer Krippen, im Stall und wo man Unflath find't; doch seine süße Lippen die blasen aus in mich den Geist, der mir den Weg zum Leben weist. 3. Räum auf mein Herz, nimm willig an dein Kreuz, das dir gebieret dies Kind, das dich erfreuen kann und deine Seele zieret; o drück es fest an deine Brust und laß es stets sein deine Lust. 4. O, wachse doch du werthes Kind, in mir nach deiner Güte; o Kind, in dem man einig findt das tröstliche Gemüthe, laß mich auch wachsen auf in dir und mich mit deiner Tugend zier. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mir ver Von der Geburt Jesu Christi. 199 mählet, und mir darauf Ge- ja der Lustseuch bald ent= rechtigkeit und Unschuld zu- fliehn. gezählet; drum scheu ich dein Gerichte nicht, weil du im Tod auch bist mein Licht. 6. So nimmst du nun dagegen an das Alles, was ich habe; du zahlst, was ich nicht zahlen kann, und holst mich aus dem Grabe. Für Dürftigkeit gibst du mir dich und mit dir Alles ewiglich. 7. Du wirst schwach, daß ich sei ein Mann, hier ritterlich zu kämpfen; du nimmst mein ganzes Elend an, um meine Noth zu dämpfen. Ich kann es Alles sagen nicht, was du mir worden bist, mein Licht. 8. Du bist mein All, was will ich mehr in diesem kurzen Leben? Dort werd ich schauen deine Ehr, wenn du mir da wirst geben das, was ich hie in Furcht und Noth muß suchen bis in meinen Tod. 9. Dies Eine will ich bit ten noch: Du wollest in mir wenden dies schwer gespannte Sündenjoch, und dies mein Elend enden; ach, laß mich weiter nicht dran ziehn und 10. So werd ich voller Trost und Freud in meinem Glend werden, vergessen all mein ganzes Leid und zeitliche Beschwerden. Wenn du auch kommest zum Gericht, wirst du mich dann verdammen nicht. 1706 ITT 11. Das hilf uns Allen, o Herr Christ, der du dazu geboren, und unser einger Heiland bist, daß Niemand sei verloren, der sich bekehrt und dir vertraut und in sich deine Liebe baut. ( Chr. Runge.) In eigner Melodie. * 201. N un singet und seid froh, jauchzt Alle und sagt so: unsers Herzens Wonne liegt in der Krippen bloß, und leucht't doch als die Sonne in seiner Mutter Schooß. Du bist A und O.:;: 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüthe, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, oliebstes Jesulein! zeuch mich hin nach dir.:,: 200 Von der Geburt Jesu Christi. 3. Groß ist des Vaters ters Wort ins Fleisch gesenHuld, der Sohn trägt unsre ket hat. Schuld; da wir ganz verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmels- Freud. Eya, wär'n wir da!:,: 4. Wo ist der FreudenOrt? Sonst nirgends mehr denn dort; da die Engel singen dem lieben Jeſulein, und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eya, wär'n wir da!:,: Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 202.5 Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ: was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammeran. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Lieb macht dir meinetwegen Schmerzen, daß du bei mir nur unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, der selbst des Va3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden; mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden; die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut, und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit ſpielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. Von der Geburt Jeſu Christi. 201 16. Kein Elend kann nun und Glanz bestrahlt dich wieunser Herz besiegen, Immamuel ist bei uns in der Noth. Ich darf ja nur die Gnadenquelle rügen, so dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. der, und der Verlust ist völlig wiederbracht. D, ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür!( Chr. Fr. Richter.) 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehrverdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seelen ihre Flammen, weil ChristiBlut und Wasser in sie fließt? Immanuellöscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reich thum, Ehr und Wollust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz geſtillt, weil mich der lautre Strom der Herrlichkeit erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht. Des Himmels Kraft Mel. Es ist das Heil uns kommen. 203 at uns mit ehrfurchtvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Va= ter, der ihn gab! Preis sei dem Sohn, er kam herab und ward das Heil der Men= schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd ihm gleich gesinnet. Wer nicht wie er gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken; ja, laßt unsfrohe Geber sein, und sein dabei gedenken. Was ihr den Seinen habt gethan, das, spricht Von der Geburt Jesu Christi. 202 er, habt ihr mir gethan. Und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf 5. Das aus sein'mStamm entsprießen sollt in dieser legten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.sup: ihn, der Flehn erhört, lob- 6. Er wechselt mit uns fingt ihm, ihr Erlösten! Es freu sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschen freundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre. wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in sein's Vaters Reich die klare Gottheit dran.mot ( Chr. Fr. Neander.) In eigner Melodie. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein; wie könnt204. Lobt Gott, ihr er doch sein freundlicher, das Herze- Jesulein? Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut aufschleußt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und blos in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all ſeiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, dod mn 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Gott sei Lob, Ehr und Preis. bisit ( Nic. Hermann.) Mel. Gelobet seist du, Jesu Christ. * 205, Wir fingen manuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraun- Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft, Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich Von der Geburt Jesu Christi. nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl ge= fiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein! Halleluja. 6. Nun, du bist hier, da liegestdu, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein, und machst doch Alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hauſsung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkft Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der süßste Menschenfreund, doch sind dir so 203 viel Menschen feind: Herodies Herz hält dich für Greul, und bist doch Nichts, als lauter Heil. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Darum hab ich so guten Muth, du wirst auch halten mich für gut; o Jesulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 12. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich ge= lebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. nit 13. So faß ich dich nun ohne Scheu: Du machstmich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 204 Von der Geburt Jesu Christi. 14. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 15. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Mel. Wir Christenleut. 206. Jefu Chrift, dein Kripplein ist mein Paradies; da meine Seele weidet; hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du, Gottes Sohn, wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 3. Du, höchstes Gut, hebst unser Blut in deinen Thron, hoch über alle Höhen. Du ewge Kraft machst Brüderschaft mit uns, die wir wie Dampf und Rauch vergehen. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelen Feind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und Andern für, daß Adam ist und wir mit ihm gefallen? 5. Schweig, arger Feind, da sißt mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben; was du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil macht Alles heil, der Himmels- Schaß bringt allen Schaden wieder; der Freudenquell, Immanuel, schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sei gutes Muths und laß dich nicht betrüben; weil Gottes Kind dich ihm verbind't, so kanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet, der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du mit Seligkeit gezieret. Von der Geburt Jesu Christi. 9. Du siehest ja vor Augen da, dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken. 10. Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden; komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, da wirst du's finden. 11. Wirst du geplagt, ei unverzagt, dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen, sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, such Hülf und Ruh, er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sei dem Kranken. 13. Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen; daß seine Pein ihm möchte sein ein unverrückt Erinnrung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort: Er ist die Pfort zu dieses und 205 des andern Lebens Freuden; er macht behend ein selges End an alle dem, was fromme Herzen leiden. 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, daß dieser Schaß dir bleibe! Wer den hie fest hält und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe. ( P. Gerhardt.) Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 207 meine Seel, S schwing dich empor, sei froh und guter Dinge! Auf, mit dem schönen Engelchor ermuntre dich und singe, weil Gottes eingeborner Sohn von seinem hohen Himmelsthron zu dir und allen Frommen heut ist auf Erden kommen. 2. O frommer Heiland Jesu Christ, wie groß ist doch zu schäßen, daß du gering und niedrig bist; wie herrlich kann ergößen die Demuth, so du bei dir hast! Willkommen, sanftmüthiger Gast, willkommen, Sündenbüßer, holdseliger HimmelsschlieBer! 3. Daß du, o theurer Seelenfürst, hast Fleisch an 206 Von der Geburt Jesu Christi. dich genommen, geringer als ein Engel wirst, das ist von Liebe kommen; du wirst dort in dem Gnadenreich uns machen deinen Engeln gleich. Du kommst zu uns auf Erden, auf das wir himmlisch werden. 4. Du wirst ein Gast in dieser Welt und führst ein dürftig Leben, hiedurch ist uns das reiche Zelt des Himmels eingegeben. Du wirst geboren in der Nacht, auf daßuns werde Licht gebracht; durch dich sind wir gerissen aus dicken Finsternissen. 5. Im harten Winter kommest du, bringst uns des Himmels Lenzen. Du suchst im dunkeln Stalle Ruh, da mit wir möchten glänzen und ewig in der Ruhe sein. In Windeln wickelt man dich ein, auf daß du uns mögst retten von schweren Todesfetten. 6. Du weinst in deinen Windelein, auf daß wir ewig lachen; du bist der Größt und wirst doch klein, uns Alle groß zu machen. Heiland, o Genadenthron, du bist ja Gottes liebster Sohn! Du kommst zu uns auf Erden, willst unser Bruder werden! tome 7. Du bist ein Herr und wirst ein Knecht, uns ewig zu befreien; reich bist du, wirst doch arm und schlecht, uns Reichthum zu verleihen. Du trägst geduldig alles Leid, o gib, daß ich auch jederzeit, wenn mich die Noth wird plagen, dein Kreuz dir mag nachtragen. 8. D du barmherzigs Jesulein, gib, daß ich mich des Armen, wo ich ihm kann behülflich sein, von Herzen mög erbarmen. Gib Sanftmuth, gib Bescheidenheit, gib christliche Leutfeligkeit, laß mich den Nächstenlieben, auch wahre Demuth üben. 9. O reicher Heiland, schenke mir, was mir kann ewig nüßen. Ostarker Herr, ich hang an dir, du kannst und willst mich schützen, wenn alle Menschen ferne stehn, auch wenn mir wird die Seel ausgehn, willst du den Tod bezwingen, dir will ich ewig singen.( G. W. Sacer.) Von der Geburt Jesu Christi. 207 Mel. Wer nur den lieben Gott. ach, laßt ihn euer Muſter 208. Seht, Gottes fein! Gnade ist erschienen, erlöste Menschen, auf, und eilt, des großen Heils euch zu bedienen, das euch sein lieber Sohn ertheilt! Erists, der einer sündgen Welt mit Gott den Frieden hergestellt. 2. Allein so herrlich, groß und wichtig auch dieser Friede für uns ist, so bleibt doch alle Hoffnung nichtig, wenn nicht der Heiland, Jesus Christ, auch unser ganzes Herz gewinnt und wir nicht Gottes Kinder sind. 3. Wollt ihr denn, Menschen, schon auf Erden Gott angenehm und dankbar sein, so müßt ihr fromm und heilig werden, sonst ist eu'r Glaube nur ein Schein. Der Dank der nicht von Sünden frei, ist Sünde selbst und Heuchelei. 4. Drum kehret um, seid wie die Kinder, legt ab den Stolz und Uebermuth; bedenkt, bedenkt, verlorne Sünder, nur euch zum Beispiel, euch zu gut wird Gottes Sohn selbst arm und klein; 5. Mein Heiland, meiner Seele Führer! Was kann ich Schwacher ohne dich? Sei du mein Beistand, mein Regierer! Zu deiner Ehr erleuchte mich! Dir nachzufolgen, gib mir Kraft! Nur du bists, der mir Hülfe schafft. 6. Gib mir dein Herz! Dies ist dein Wille; ich geb es dirzum Opfer hin. Doch wie ich dieses recht erfülle, dies, dies bekümmert meinen Sinn. Doch du hilfft meiner Schwachheit auf und stärkst mich in der Tugend Lauf. 7. Du kannst mein Herz zum Guten lenken; o schenk ihm ganz des Himmels Sinn! Laß dein bei allem Thun mich denken, nimmalles Eitle von mir hin. Gib Glauben mirund Frömmigkeit, bereite mich zur Ewigkeit. 8. Die unermeßlich große Liebe, die dich herab vom Himmel zog, dich aus erbarmungsvollem Triebe selbst in den Tod zu gehn bewog; die ziehe mich vom Laster ab, daß ich dir treu sei bis ins Grab. Von der Geburt Jesu Christi. 208 19. Dann werd ich einst in jenem Leben, dem Stande der Vollkommenheit, dir Lob und Preis und Ehre geben, und singen: Herr der Herrlichkeit, der du dies Leben mir erwarbst, Preis dir, daß du für Sünder starbst. ( Sophia Eleonore, Prinz.v.Braun schweig und E. G. Küster.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 209.ingt dem Ber Herrlichkeit. föhner, singt ihm Dank! Herr Gott, dir danken wir! Es danket dort der Lobgesang dir, Ueberwinder dir. 2. Er, welcher schon von Anbeginn der Weltmein Retter war, wird Fleisch wie ich und was ich bin. Wie göttlich wunderbar! Tod des Kreuzes ein, für eine Welt, für mich! 6. Und als die Zeit er= füllet war, da sandte seinen Sohn( hier staunet selbst der Engel Schaar) Gott sandte seinen Sohn! 7. Der, welcher Erd und Himmel trägt, hüllt sich in Dunkelheit. In eine Krippe wird gelegt der Herr der $ 13. Gerecht ist Gott, und sein Gericht ist so gerecht wie er. Es gelten alle Himmel nicht vor dir, Erschrecklicher! 4. Sterbt, sprachst du, mehr als einen Tod! Dalagen wir vor dir, umringt mit Elend und mit Noth, und starben für und für. 5. Dein Zorn, Herr, soll versöhnet sein, dein Sohn erbarmet sich, und geht den 8. Die Erde kennt nicht ihren Herrn, die Himmel kennen ihn, und leuchten treu durch einen Stern die Weisen zu ihm hin. 9. Im Staube lieg ich und bet an, mein König und mein Gott! Ich, dein Geschöpf, dein Unterthan, bin reich durch deine Noth. 10. Mein ganzes Leben will ich dir, dir, Herr, zum Danke weihn; mit Freuden arm, ein Pilger hier und dort ein Bürger sein. 11. Hier gingst du, Herr, in Knechtsgestalt, dort aber im Gericht ist dir gegeben die Gewalt und Finsterniß und Licht. 12. Kommt, Sterbliche, und küßt den Sohn, eh noch Von der Geburt Jesu Christi. 209 sein Zorn entbrennt, und eh Kron gebührt. Ehre sei er euch von seinem Thron, weh euch, Verfluchte, nennt. ( Theod. Gottl. v. Hippel.) Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. In eigner Melodie. 5. Fried ist nun mit Gott, 210.Singen wir aus sein Sohn bringt den Fried Herzensgrund, loben Gott mitunserm Mund, treten zu der Engel Schaar, die vom Himmel rufen gar: Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. aus seinem Thron, und den Unfried von uns wend't, und den Geist des Friedens send't. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 2. Gott, dem Vater, sei die Ehr, der uns Menschen ehrt so sehr, und die böse Welt so liebt, daß er seinen Sohn uns gibt. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 3. Heilig, heilig, heilig ist unser Heiland Jesus Christ, Gottes Sohn von Ewigkeit ist Mensch worden in der Zeit. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Men schen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 4. Gottes Kraft, der heilge Geist, dieses Wunderwerk beweist, daß Maria Mutter wird, der der Jungfraun 6. Fried ist nun aufs Neu geschafft mit der Engel Brüderschaft, die thun auf des Himmels Thür, da steht nun kein Cherub für. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 7. Friede, Freude, Trost und Ruh ist auch im Gewissennu; weiche, Satan, weiche, Sünd, kein Theil ihr mehr an uns find't. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 8. Fried auf aller Erden ist, freu dich, du betrübter Christ; wer in Christi Frieden steht, dieser Welt Krieg nicht angeht. Ehre sei Gott 14 Von der Geburt Jesu Christi. 210 in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. ile 9. Wer wollt an der quten Post nun nicht haben Freud und Trost, Wohlgefalln aus Herzensgrund und ausbrechen mit dem Mund: Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 10. Hat doch Gott nun Wohlgefalln an uns armen Menschen all'n, Christus hat uns ausgeföhnt, mit dem Himmelreich belehnt. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh.sur 12. Laßt uns auch durchaus in All'n Gottes Willen wohlgefalln, Gott, das allerbeste Gut, stets wohl kein mal übel thut. Chre sei 13. Gott, laß dein Wohlgefalln, uns im Kreuz auch wohlgefalln; daß wir unsern Willn und Sinn dir zum Opfer geben hin. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Friedentsteh und nach Wohlgefalz len geh. aid ind 14. Daß dein Wohlge falln auf Erd jetzt von uns erfüllet werd, bis wir dort im Himmel gar singen mit der Engel Schaar: Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. ( D. v. Schweinig.)( 2 d 11. Laßt uns nun zum Himmel walln, Gott zum In eigner Melodie. att guten Wohlgefalln; weg mit 211.11ns ist ein Kind-= lein geborn, dir, du schnöde Welt, weh dem, der sich dir gleichstellt. Ehre sei Gott in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh, und nach Wohlgefallen geh. 1000 von einer Jungfrau auserkorn; ein wahrer Mensch und wahrer Gott, daß er uns helf aus aller Noth. Sein Nam ist wunderbar und Rath, durch ihn haben wir funden Gnad. 2. Was hätt uns Gott mehr können thun, denn daß er uns schenkt seinen Von der Geburt Jesu Christi. 211 Sohn, der von uns weg- 4. Er bringt euch alle Segenommen hat all unser ligkeit, die Gott der Vater Sünd und Missethat, erlöst hat bereit't, daß ihr mit uns von der Sünd und uns im Himmelreich sollt Pein, darin wir sollten ewig leben nun und ewiglich. fein. 3. Freu dich, du werthe Christenheit, und dank es Gott in Ewigkeit. Haß aber alle Sünd und List, davon du theur erlöſet biſt, sei fortan gottfürchtig und rein zu Ehr'n dem neuen Kindelein. In eigner Melodie. 212. Vom Himmel komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 12. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sich dorthin, was liegt doch in dem Krippelein? Weß ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 2911197 11 8. Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem 14* Von der Geburt Jesu Christi. 212 Gras, davon ein Rind und Esel aß! 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär sie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du Kön'g so groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also ge= fallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir Nichts gilt, Nichts hilft, noch thut. 13. Ach, mein herzliebstes Jefulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Susaninne schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn. Deß freuen sich der Engel Schaar und singen uns solchs neues Jahr.( m. Luther.) is Mel. Vom Himmel hoch da zc. 213. V om Himmel kam der En= gel Schaar, erschien den Hirten offenbar, sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart: 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündigt hat: Es ist der Herre Jesus Christ, der euer Aller Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein: Er iſt geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod, ihr habt mit euch den wahren Gott! Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gott's Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt nur auf ihn eur Zuversicht, es mögen euch Viel fechten an, dem sei Trost, ders nicht lassen kann. Von der Geburt Jesu Christi. 96. Zulegt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gott's Geschlecht; deß danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle= zeit. ( M. Luther.) kommen tauſend tausendmal! in 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, erscheinest du allhier; doch was dem Aug entfliehet, des Heilands Größe, siehet mein Glaube selbst im Stall an dir. 213 nur mein Dank, doch laß ihn dir gefallen; des Säuglings schwaches Lallen ist, Herr, vor dir ein Lobgesang. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 214. Wi illkommen, Quell der Freuden, mein süßer Trost im Leiden, mein Schuß im im na finstern Thal! Willkommen, Mel. O Jesu Christ, dein. Heil der Sünder, du Freund 215 Wir Christenleut 3. Unendliches Erbarmen! Zu Sündern, ewig armen, kehrt deine Hoheit ein; uns Freiheit, Würde, Leben, einst Kronen uns zu geben, muß Knechtsgestalt die deine sein. 4. Mit dankerfüllten Lippen nah ich mich deiner Krippen. Zwar arm ist 5. Hier schlägt uns Sünde nieder, doch Hoffnung stärkt uns wieder. Bald kommt die Zeit heran, wo ich zu deiner Ehre entbrannt, in höhre Chöre den frohen Jubel mischen kann. ( H. I. Todt.) Freud, weil uns zu Trost ist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich deß tröst und glaubets fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunder- Freud, Gott selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid, Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen; mit uns ist Gott nun in der Noth, wer ist's der uns als Christen kann verdammen. 214 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zugut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sünb5. Halleluja, gelobt sei Gott, fingen wir All aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen den Last und unträglichen solln zu keiner Stunde. Bürden. ( Casp. Fuger.) Auf das Neujahr. Mel. Freu dich sehr o meine. 2 [ bermal ein Jahr verflossen näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit. O ge= treuer Zebaoth, unveränderlicher Gott, ach, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen. 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen, Angst und Furcht bedecket mich, denn mein Beten, Singen, Lesen, ach das ist so schläferig. Heilig, heilig, heiliger großer Seraphinen Herr, wehe mir, ich muß vergehen, dennwer kann vor dir bestehen! • VII. Auf das Neujahr. trommuralla solchem Gott, der rechtfertig zuruft Allen: Niemand treibe mit mir Spott, irret nicht, wo das geschicht, ich, Jehova, leid es nicht, ich bin ein verzehrend Feuer, vor dem Lachen wird gar theuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, o getreues Vaterherz, in dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz, steh ich nicht in deiner Hand angezeichnet als ein Pfand, so du ewig willst bewahren vor des alten Dra= chen Schaaren? 3. Schrecklich ist es ja zu fallen in die Hand von 8 5. Auf, mein Herz, gib dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar; opfre dem der Seelen Lieder, welcher krönet Tag und Jahr, Auf das fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Krone erben. 6. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Seße denn dein Herz auf mich; Jesu Christe, du und ich wollen evig trenverbleiben und von Neuem uns verschreiben. 7. An dem Abend und den Morgen, o mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungsforgen nimmer scheiden mich und dich. Prüfin jeden Augenblick meine Nieren, und mich schick, schickt mich, daß ich wachend stehe, ehe denn ich schnell vergehe. ( 3. Neander.) Neujahr. 215 2. Gott sei Lob, daß abermal eins dahin ist von der Zahl unsrer Jahre, die wir sehn schneller als den Rauch vergehn, da von unsrer Pilgrimschaft wieder eins ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. Mel. Singen wir aus Herzens. 217.ber bermal ist eins dahin von der Zeiten Anbeginn; abermal ist dieses Jahr, wie wir selber, wandelbar; es ist nun mehr altund kalt, höret, wie die Zeitung bald von dem neuen Jahr erschallt. 3. Herr, wie groß ist deine Güt! Ach, wie fromm ist dein Gemüth! Hast du doch zu Tag und Nacht dieses Jahr an uns gedacht, da doch wir, nur Staub und Koth, nichts verdienet als den Tod, jasogar der Höllen Noth. 4. Herr, dein Nachtmahl, Tauf und Wort hast du noch an unserm Ort rein behalten, und dazu den gewünschten Fried und Ruh uns so mildiglich beschert, ja, was unser Herz begehrt, hast du reichlich uns gewährt. 5. Billig sagen wir dir Dank für die Kleidung, Speis und Trank, für Gesundheit, Ehr und Gut. Lob sei dir, daß auch die Glut, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so sträflich sind, hat verderbt so gar geschwind. 6. Zwar hast du uns lassen sehn, was den Sündern 216 muß geschehn; aber deine Güt und Treu war doch alle Morgen nen. Ach, regier uns Herz und Sinn, daß wir jetzt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. Auf das Neujahr. 7. Gute Nacht, vergangnes Jahr, sammt der Trübsal und Gefahr! Gute Nacht, du Sündenkleid! Decke mich, o Frömmigkeit! Süßer Jesu, führe mich zu dem neuen gnädiglich, daß ich lieb und lobe dich. ( 3. Rist.) 2. Du hast uns dies vergangne Jahr aus Noth gerissen und Gefahr, in Gnaden unser stets verschont, und nie nach Würden abgelohnt. Bitt und Flehn hast du er= hört und angesehn, oft mehr verliehn, denn wir begehrt; dafür sei stets von uns verehrt. Mel.( Herr) Jesu Christ, meins. 7. Gib unsrer Obrigkit * 218. Das alte Jahr auch Gnad, wend ab den ist nun dahin, dir, höchster Gott, ist unser Sinn für alle deine Gütigkeit mit hohem Preis und Dank bereit. Krieg, gib Friedensrath, daß wir und sie in stiller Ruh all unser Leben bringen zu. 8. Feucht auch das Land, gib Sonnenschein, laßnachsen Gras, Getreid und Wein, daß Vieh und Wild von deiner Gab auch neben uns zu leben hab. 9. Gib, was uns dient, zu jeder Zeit, nicht Ueberfluß, nicht Dürftigkei, damit nicht unser Herz beschwert, noch sonst durch Geiz verführet werd. 10. Hättst du es auch, o Gott, ersehn, wir soltentheils 3. Den edlen Schaß, dein werthes Wort, hast du vergönnet unserm Ort, uns dadurch an der Seel gespeist, dem Leib auch reiche Gnad erweist. 4. All unsers Glaubens 5.Wir bitten ferner, frommer Gott, steh uns noch bei in aller Noth, verzeih uns unsre Sünd und Fehl, hilf an dem Leib, hilfan der Seel. 6. Dein Wort, der SeelenMedizin, laß bei uns, Herr noch ferner blühn; gib treu Lehrer, treib vorbei des Terfels List und Keßerei. Auf das Neujahr. 217 mit Tod abgehn, so laß uns nicht, hilf, steh uns bei, ein ſelges Stündlein uns verleih. Gut, und hält die Schul'n in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 11. Nimm auf die Seel in deine Hand, den Leibscharr ein ins dürre Land, bis du sie beide bringst zur Freud, da sie dich lobn in Ewigkeit. ( B. Wiesenmeyer.) Mel. Nun freut euch, lieben zc. 4. Deß danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte, er woll den Feinden steu'rn und wehr'n und uns fort auch behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf uns zu der Engel * 219.Das liebe nene Schaar, da woll'n wir ihn geht an, das alte hat ein Ende. ( Chr. Schneegaß.) Drum jauchzt und freut sich Mel. Vom Himmel hoch da zc. Jedermann, erhebt ſein Herz 220.Das alte Jahr und zu ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so großer G'fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warnverloren. Im selgen lieben Gottes- Wort geschriebenists an manchem Ort, und wird uns klar verkündet. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei.bl 3. Die reine Lehr und Sakrament wir hab'n in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, 4. Hilf, daß wir von der Heil in allem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Sünd abla'n und fromm zu werden fangen an, kein'r Auf das Neujahr. 218 Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn. 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jeſu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. ( Joh. Steuerlein oder Jak. Tapp.) zdni alin Mel. Es ist das Heil uns kommen. 221. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! Dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewigwähret deine Treu, mit Huld uns zu be= gegnen, und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. sad 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet; und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich mich, Gott deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre Lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich die Luft der Auf das Neujahr. 219 Welt zu fliehen. Viel beßre4. Es bringt das rechte Freudenrufen mich zumwich- Jubeljahr; was trauren wir tigern Bemühen. Der Ewig- denn immerdar? Frisch auf! keit bin ich verwandt; im Es ist jetzt Singens Zeit, Himmel ist mein Vaterland; das Jefulein wendt alles dahin, Herr, laß mich Leid.( Cyriacus Schneegaß.) trachten. isanih dat 8. Dlehre selbst mich Mel. Es ist das Heiluns kommen. meine Zeit recht weislich 223 Gott ruft ber Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. alli -33- thout em( S. Diterich.) Mel. Vom Himmel hoch da komm. Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, * 222. Das neuge- Ruhm, Preis und Dank erborne theilen! delein, das Herzen liebe Jesulein, bringt abermal ein neues Jahr der auserwählten Christen- Schaar. 2. Deß freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns ſein. Sie singen in den Lüften frei, daß Gott mit uns versöhnet ſei. 3. Ist Gott versöhnt und unser Freund, was mag uns thun der arge Feind? Troß Türken, Pabst und Höllenpfort, das Jefulein ist unser Hort. mon est 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir, für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 13 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, daß du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du 220 Auf das Neujahr. schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. alle ein! Laßt uns ihm Dank erweisen und sein uns innig freun! Er ist der Herr der Zeit, der ihren Lauf regieret, bisher uns gut geführet und jetzt das Jahr erneut. 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Gnad, und so gering nicht achten den liebevollen Rath, den er an uns erfüllt. Er ists, der uns zum Leben, was nöthig war, gegeben, und allen Jammer stillt. Mosul 3. Er hat uns noch erhalten sein Wort und Fried und Ruh; die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet von unserm ganzen Land. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei. Dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne. 4. Er ists, der unser schonet aus gnadenvollem Rath; denn hätt er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit Strafen gleich der Schuld, wir wären längst gestorben und in der Noth verdorben. Wie groß ist feine Huld! ( Chr. F. Gellert.) Mel. Von Gott will ich nicht zc. elft Gottes 224, Huld mit 1875. Er gönnt mit Baterpreisen! Stimmt, Christen, treue uns noch zur Buße Auf das Neujahr. Frist, und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ und ihm zum Dienst uns weihn, so will er uns vergeben und zum recht schaffnen Leben selbst unser Beistand sein. man 6. Sei, Vater, hochgepriesen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen im Lauf der vor'gen Zeit. Sei ferner unser Gott, versorge und bewahre uns auch im neuen Jahre, und hilf aus aller Noth! 221 fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Noth anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. ( 1919 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Ver( Nach Paul Eber.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. * 225. Durch Trau- folgung plagen, ja, Herr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich ge= horch auch hier. ern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst, durch Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob, gedrungen, dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen, mein Herze wird erregt. 5. Soll ich verlassen sigen, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Äengsten schwißen, mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o Soll Gott, mein Licht. mich die Höll einschlingen, 2. Der du mich hast er bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein 222 ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllenglut, du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. end di Auf das Neujahr 17. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnad ſei heut auf mich nen ausgegossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir.( G. W. Sacer.) sid il chuo Mel. Werde munter mein 2c. Leben, kannst die Sünd allein vergeben. tironsit 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe und voll Angſt und Zagen bin. Wenn ich gleich schlaf oder wach, sieh du, Herr, auf meine Sach; stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, ich auch meinen Nächsten lieb und denselben nie betrüb, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr, steh mir bei in aller Noth, ach verlaß mich nicht im Tod! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. ( J. Rist.) 226.5 ilf, Herr Jesu! Laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs Neu ich wandeln kann; laß mich dir befohlen sein, auch darneben all das Mein. Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd! Hilf, daß sie mir nimmer schaden, sondern bald Vergebung find. Auch durch deine Gnad verleih, Mel. Machs mit mir Gott, nach. daß ich herzlich sie beren,* 227.Ein Jahr geht Herr, in dir; denn du, mein nach dem Auf das Neujahr. andern hin, der Ewigkeit entgegen. Ach, möchte doch der träge Sinn dies fleißiger erwägen! Ach brächte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar!. Mel. Wach auf, mein Herz, und zc. 2. Allein, wo ist, wo ist 228. Nun laßt uns die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand angehn treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. statt der Frucht nur Blätter 2. Wir gehn dahin und fand, de wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. adlard 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. ( bi3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget! Was nimmt er Andern Saft und Raum? Komm, Tod, der Alles schläget, komm, leg die Art der Wurzelan, thu einen Streich, so ists gethan. 223 in unsre Zweige dringen. Schütt auch auf unsrer Eltern Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. ( Joh. Jac. Rambach.) 4. Allein der treue Hei- 4. Denn wie von treuen land spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen; trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach halt des strengen Urtheils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß verwahret werden: 5. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm ſeine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schoße sizen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist verge= Auf das Neujahr. 224 bens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 10. Schleuß zu die Jammer- Pforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz undLeiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Mel. Wer nur den lieben Gott. * Hulde, ein Herz, das sich ge=* 229.Heutfang ich an wieder an zu zählen die Tage meiner kurzen Zeit. Hier blüht mein ewiges Erwählen in Jesu Namens Herrlichkeit. Ja, ewig will ich nur allein in Jesu Namen selig sein. 2. Dem will ich heut ein Jahrfest feiern, und meinen Bund, den er mit Gott für mich gestiftet hat, erneuern: ihm treu zu sein bis in den Tod. Hernach will ich quch nur allein in Jesu Namen selig sein. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unverſorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der ChristenSchaare zum selgen neuen Jahre. ( P. Gerhard.) 3. In Jesu Namens Macht und Stärke fang ich dies Jahr im Glauben an; Herr Jesu, segne meine Auf das Neujahr. 156 002 Werke, so sind sie recht in Gott gethan. Im Glauben will ich nur allein in Jesu Namen selig sein. 4. Noch eine Bitt gewähr uns heute, daß unserm Fürsten dieses Jahr, sein Haus, Regierung, Land und Leute dein Name gnädiglich bewahr. Er müsse mit uns insgemein in Jesu Namen selig sein. 5. So fang ich denn in Jesu Namen den Lauf heut wieder fröhlich an. In ihm sei Alles Ja und Amen! Durch ihn, mit ihm, in Gott gethan! Mit mir aus oder ein überall stets sein. ich geh wird Jesus 6. Mein Leib, gemacht aus Staub und Erden, wird nun, weil Gott Mensch wor= den ist, ein Tempel Gottes wieder werden; so wahr im Leibe Jesu Christ Gott wohnte, kann mein Fleisch und Bein im Geist heut Gottes Tempel sein. 7. Der unter das Geset gethane, für uns geborne Sohn und Held hat alsobald die Jesusfahne zur Gnadenwerbung aufgestellt: hierher, 225 wer des Gefeßes Pein gern los und ledig möchte sein! 8. Er ist der Welt zum Heil erschienen, er, der die Sünder selig macht. Er ist ihr Jesus! Er hat ihnen das Himmelreich herabgebracht. In Jesu Namen nur allein steht aller Sünder Seligsein. ( Chr. C. L. v. Pfeil.) Mel. Christ, der du bist. 230. 11nwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Jahre flohen schnell davon; vergangen ist auch dieses schon. 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu, denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut. Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merktens nicht. Verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei. misd asd Bl 15 Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 226 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt; die legte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet sind. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll; so führ uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit! 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier, du ewges Licht. Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! ( Chr. Fr. Neander.) VIII. Lob Jesu Christi und ob si Liebe zu ihm. at pian d rid Inp Mel. O Gott, du frommer Gott. gibt, der Name deß, der uns 231. A Jesu, desſen bis in den Tod geliebt. Treu im Him$ 11.90 mel und auf Erden durch keine Zunge kann genug ge= priesen werden, ich danke dir, daß du des Zornes schwere Last, im Fleisch geoffenbart, von mir genom men hast. end 3. O Jesu, höchstes Gut, nur du kannst Freude bringen; mir kann nichts lieblicher, als Jesu Name klingen. Dein Name kündigt mir, hab ich des Traurens viel, in dir den Heiland an, der selig machen will. 2. Wie leicht, wie bald wird nicht mein banges Herz gestillet, wenn mich mit seinem Trost dein süßer Nam erfüllet. So lieblich ist kein Trost, als den dein Name 4. Will des Gesetzes Fluch, will Tod und Grab mich schrecken, so soll dein Name, Herr, mich schüßen und bedecken. Er sei mir Trost und Hülf in aller Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Angst und Noth, so bin ich unverzagt im Leben und im Tod. 227 verklärt will ich dir danfen für und für. ( Nach 3. Heermann.) 5. Er sei mein Licht, wenn ich im finstern Thale walle, Mel. Nun laßt uns den Leib. er ſei mein feſter Stab, daß* 232. An Jesum denken oft ich nicht gleit und falle. In Hiß ein Schatten mir, mein Schirm vor Satans Wuth, mein Reichthum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. und viel bringt Freud und Wonn ohn Maaß und Ziel; recht aber honigsüßer Art ist seiner Gnaden Gegenwart. 6. Er sei mir stets der Weg, die Wahrheit und das Leben; er wolle mir zuletzt aus Gnade dieses geben, daß ich, erscheinet nun auch mir mein Sterbenstag, mit großer Freudigkeit in ihm entschlafen mag. napis 7. Bis dahin helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun, wie sichs gebühret, handle. Er steh auch immerdar mit ſeiner Kraft mir bei, erhalt in meinem Amt und Stande mich getreu. 8. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir, in dir will ich ererben das ewge Himmelreich; denn das erwarbst du mir; von dir 2. Nichts Liebers meine. Zunge singt, nichts Reiners meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ.nl est chod 3. O Jesu, Herzensfreud und Wonn, oLebensbrunn, o wahre Sonn, ohn dich ist alle Freud unwerth, und was man auf der Welt hi pal begehrt. 4. Jesu, deine Lieb ist füß; wenn ich sie tief ins Herze schließ, erquicket sie mich ohne Zahl viel tausend, tausend, tausendmal. 5. Ach liebt und lobet doch mit mir den, der uns liebet für und für, mit Lieb belohnet Lieb allzeit, und hört nicht auf in Ewigkeit. 15* 228 Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 6. Mein Jesulein liegt mir im Sinn, ich geh und steb, und wo ich bin; wie froh und selig werd ich sein, wenn es wird sein und bleiben mein. 17. An dir mein Herz hat seine Lust, vollkommen ist die Lieb und Lust; mein Ruhm ist all auf dich gestellt, o Jesu, Heiland aller Welt. ( M. Rinckart.) amism bradail enh ise en In einer Melodie. 233. Eins ist noth; geschenkt. ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget; er lang ich dies Eine, das Alles ersetzt, so werd ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du die ses finden, fuchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet und alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jeſu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus ihr Heiland sie wollt belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir, laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret, und mich zu der Weis Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. heit, die himmlisch ist führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 229 Erlösung gefunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, imkindlichen Geiste das Abba nun klingt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut! Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosinfarbnes Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigfeit prangt. 9. Volls G'nügen, Fried und Freude jezo meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesett; nichts Süßes kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, Nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. BO 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild 10. Drum auch, Jesu, du erwacht, du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege! Gib, daß ich hier Alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne, dies Eine ist noth. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beschwemmt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen 234. H Menschen ( 3. H. Schröder.) Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge liebe war die Quelle jener 230 Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Triebe, die dein treues Herz dein Geschäfte, selbst mit regieret, und dich selbst da- Aufwand deiner Kräfte. hin geführet, daß du, unserm of 5. O, wie hoch stieg dein Heil zu dienen, bist in Knechts- Erbarmen, Heiland, da du gestalt erschienen. D, werfaßt für uns Armen Angst und die starken Triebe deiner unerhörte Schmerzen littest treuen Menschenliebe! mit gelaßnem Herzen, dich 12. Ueber seine Feinde von Sündern ließst verhöhweinen, Jedermann mit Hülf nen, und zum Schimpf mit erscheinen, sich der Blinden, Dornen krönen, ja, uns LeLahmen, Armen mehr als ben zu erwerben, willig warst väterlich erbarmen, der Be- am Kreuz zu sterben. trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe! 6. Deine Huld hat dich getrieben Sanftmuth und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen, Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder ſelbst zu beten. 3. D, du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen, und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen. 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu 8. Laß mich, Herr, zu sich zulocken, das war täglich reichem Segen, deinen Wan7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen.s Lob Jesu Christi und Liebe zu tym. del oft erwägen, und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze; heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschen liebe, laß mich immermehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. * 235.3 In eigner Melodie. id chwill dich lie ben, meine Stärke, ich will dich lieben meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bist mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. i 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochbelobte Schönheit du, und dich nicht eher meingenennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Gib meinen Augen süße Thränen, gib meinem Herzen keusche Brunst. Laß meine Seele sich gewöhnen, zu üben in der Liebeskunft. Laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. es ist mir leid, ich bin be- 8. Ich will dich lieben trübt, daß ich ſo spät geliebt. meine Krone, dich will ich 202 CDD Jesu Christi und Liebe zu ihm. grund muß verstummen, ob sie noch so brummen, me 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergößen, Jesu meine Lust; weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich In eigner Melodie. 236. I'Freude, mei- viel muß leiden, nicht von meine Jesu scheiden. lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht.( Joh. Angelus.) spbia nes Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach wie lang, ach lange, ist dem Herze bange, und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei, laß den Satan wittern, laß den. Feind erbittern, mir steht Jesus bei. Ob es ißt gleich kracht und blißt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 16. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein; denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Zucker sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 3. Troß dem alten Drachen, troß dem Todesrachen, troß der Furcht darzu! Tobe Welt und springe, ich steh d( Joh. Franck.) Mel. Alle Menschen müssen. hier und finge in gar ſichrer 237.3 esus schwebt mir Ruh. Gottes Macht hält in Gedanken, mich in Acht, Erd und Ab- Jesus liegt mir stets im Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Sinn; von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seelen schönste Zier, Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie ein güldnes Sternelein; er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein; drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von binnen scheiden; er ist meines Lebens Licht, Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, da ich von der Sünden rein und von Neuem ward geboren in der heilgen Taufe mein; ihm will ich auch treulich halten, und in Allem lassen walten, es sei Leben oder Tod, Jesus hilft aus aller Noth. 4. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich geh aus oder ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein; ja, wenn ich zu Bette gehe, oder wiederum aufstehe, bleibt doch 233 Jesus früh und spat meiner Seelen Schutz und Rath. 5. Jesum will ich lassen rathen, der am Besten rathen kann; er gesegne meine Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem theuren Namen Alles glücklich sei und Amen, so wird Alles werden gut, wenn nur Jeſus Hülfe thut. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter und Regierer meiner Sinn, wird auch sein mein Trostbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn sich frümmen meine Glieder, und die Lebenssonn geht nieder, und verdunkelt mein Gesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll in allen Leiden mein getreuster Beistand sein. Nichts, Nichts soll mich von ihm scheiden, es soll keine Herzenspein, keineTrübfal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich mein Herz zer= bricht, laß ich dennoch Jesum nicht. ISTICA 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen ſein und mit Jesu dorten erben, dies ist mein Gewinn allein; Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 234 Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, Nichts soll mich von ihm treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr, Jesum dennoch nimmermehr. un spunt thildan bi Mel. Bater unfer im Himmelreich. * 238.0 Lehrer, dem kein andrer gleich an Eifer, Lieb und Klugheit reich, des ewgen Vaters höchster Rath, Prophet, berühmt durch Wort und That, den Gott zu unserm Heil gesandt und ihn gesalbt mit eigner Hand. 2. Du kamst aus deines Vaters Schooß, und machtest alle Siegel los, damit sein Rath umgeben war. Durch dich wird alles offenbar und an das helle Licht gestellt, was Finsterniß umschlossen hält. 3. Du weisest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur. Du haft den Weg uns recht gezeigt, auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Bater selbst gehört, das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Himmels weisem Rath man künftig zu erwarten hat; du sagst es deutlicher zuvor, als jemals der Propheten Chor. 5. Die Lehre, die du hast geführt, hast du mit Heiligfeit geziert, und mit viel Wundern oft bestärkt, daraus man deine Allmacht merkt, ja endlich, als es Gott geschickt, ein blutig Siegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, wo aller Weisheit Ursprung ist, so seßest du an jedem Ort dein Lehramt durch die Knechte fort, die dein Beruf herbeigeführt und sie mit Gaben ausgeziert. 7. Du abersendest deinen Geist, den du den Gläubigen verheißt, der denen Seelen, die er liebt, Erkenntniß, Licht und Weisheit gibt, und der, wo man ihn nicht vertreibt, dein Wort in Herz und Sinnen schreibt. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, mich scheuen deine Majestät. Mach mich von eignem Dünkel frei, damit ich dir gehorsam sei. Du sollst mein höchster Lehrer Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. sein, führ mich in deine Schule ein. ( Joh. Jac. Rambach.) 4. Heerden ihren Hirten hören, folgen seiner Stimm Mel. Alle Menschen müssen. * 239.efu, frommer allein; Hirten auch zur Heerd Menschen wenn heerden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du haft aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich; laßmich wieder lieben dich. 235 dich! Ich auch rief: Dich tenne ich! gene du 2. Heerden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Heerd: laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! Ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich auch nach dir zu rennen, wie du kamst zu mir gerannt; als des Höllen- Wolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne groß und klein: laß mich hören, wenn du schreiest, laß mich laufen, wenn du dräuest; laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost herwieder schallen; wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei: Jesu, dich von mir nicht fehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, duhörst; in deinem Namen ist ja Alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. ( Sigism. v. Birken.) 236 Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Mel. Es ist das Heil uns kommen. licht blieb es unaufgeschlos240. Mein Jesu, du fen. nio sluch unfre 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Lieb entbrennen, mich, was dein Name Gutes schafft, stets aus Erfahrung kennen. So wird der Sünden Noth ge= wehrt, in Hoffnung meine Furcht verkehrt und Seligfeit mein Erbe. Schuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschMel. Komm, o komm, du Geiſt. liche Natur aus allem Jam-* 241. Jefus, Jefus, mer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher.i de nism nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jeßund mach ich ein Verbündniß, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. = si03. In keinem Andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der Jedermann ein ewigs Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt; führe mich, Herr, wie du willt. 4. O Name werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret. Da was verbor- 3. Scheinet was, es sei gen ist in dir kein fleischlich mein Glücke, und ist doch Herz erfähret. Denn die zuwider dir: ach, so nimm Vernunft begreift es nicht, es bald zurücke, Jesu, gib, ohn deines Geistes Gnaden- was nüßet mir. Gib dich 237 nehm ich viel Feinde wahr, die wider mich sich legen. Du, Jesu, bist zugegen! Du lenkst das Herz! Auch Feinde verwandelst du in Freunde. Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. mir, mein Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Noth; sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, der du dich und viel dazu haſt geschenket und erwiesen, daß ich fröhlich schreie nu: Mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt. ( Ludämilia, Gräfin v. Schwarzb. Rudolstadt.) 4. In aller meiner Noth, und wär es auch der Tod, du bists, der für mich ringet und Noth und Tod be= zwinget; ja, vor der Hölle Schrecken kann mich dein Schuß bedecken. 5. Wenn Sündenschuld mich plagt und mein Gewissen nagt, alsbald eilt deine Gnade, daß sie mich ihr'r entlade, dein Leiden und dein Sterben, das läßt mich nicht verderben. Mel. Auf meinen lieben Gott. 242. Mein Jefus ift getreu, in Noth steht er mir bei! Auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein Herz ergeben im Tod und auch im Leben. 6. Sei, Jesu, auch hinfort mein Beistand, Schutz und Hort. Laß meinen Fuß nicht gleiten und hilf mir muthig streiten, so will ich deinen Namen von Herzen preisen, Amen.opind om 2. Der Welt armselger Lohn ist Schaden, Schimpf ( Ernst Christoph Homburg.) Mel. Wie schön leuchtet der ic. ein und Hohn; wer den nicht 243. Müge Seesüße will ererben, der muß der Welt absterben, muß ihrer nicht begehren und sich zu Jesu kehren. 3. Umringet mit Gefahr, lenlust, mir ist Nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Kuß so lieblich ist, daß man Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 238 auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter > Fleisches- Sinn von Weltbegierde brannte; bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen; allein, wie eilend gehts vorbei, da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns betrügen; drum muß Jesus mit den Schäßen mich ergößen, die bestehen, wenn die Wollust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken! Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer HerzensTraurigkeit sein Antlig zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn Einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelen- Hort, nicht ewiglich versteckest; du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir erweckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir klebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. 6. Derhalben soll mich keine Noth, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst abschrecken; ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken; plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille, mich zu kränken; du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit empfinden; so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gna Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 2 denschein in jenem Leben finden, da man stets kann sich zu laben Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Men= schensohn, ich kenne deine 239 ker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann verlachen, und die Sünden durch den Glauben überwinden.( Joh. Chr. Lange.) Mel. Jesus meine Zuversicht. ich Liebe schon, wenn uns die 244* Meinen Je= Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauern seßt, und sich verschleußt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen. Drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freudenöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen; ich weiß wohl, daß du mich betrübst, ich weiß auch, was du denen gibst, die sich davor nicht scheuen. Drum gib den Trieb unabwendig und beständig treu zu bleiben, und recht fest an dich zu gläuben. din 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band; ach stärke meinen Glauben! Im Glauben kann mich Niemand dir, im Glauben kann dich Niemand mir, o starnicht; ach, was wollt ich Bess'res haben? Ruhe, Freude, Trost und Licht ist in seinem Schoß begraben. Alles, was Vergnügung gibt, hab ich, weil mich Jesus liebt. 2. Er ist mein und ich bin sein; Liebe hat uns so verbunden; es ist auch mein Trost allein nur in ſeinen tiefen Wunden! Auf ihn bau ich felsenfest, voller Hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne Jesum würde mir nur die Welt zur Höllen werden! Hab ich ihn, so zeigt er mir oft den Himmel auf der Erden. Hungert mich, so segt er mir Brod wie lauter Manna für. 4. Eine Stunde, da man ihn recht ins Herze sucht zu schließen, gibt den ſeligsten Gewinn, Gnad und 240 Friede zu genießen, ein nach ihm geschichter Blick bringt 245 Min nicht, viel tausend Lust zurück. 5. O wie wird mein Kreuz so klein; hilft er mirs doch selber tragen, richtet es zum Besten ein, er will auch nicht immer schlagen; nach der Ruthe kommt die Huld, er begehret nur Geduld. Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Mel. Jesus, meine Zuversicht. einen Jesum laß ich denn er ist allein mein Leben; wer ihn hat, dem Nichts gebricht, und kann sich zu= frieden geben, er gerath in was für Noth, wärs auch Satan, Sünd und Tod. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil kein beßrer Freund auf Erden, denn er, Jesus, unser Licht, springt in allerlei Beschwerden mir getreulich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. 6. Führt er mich gleich wunderlich, rechts und links, durch Dick und Dünne; er hat dennoch über mich immer etwas Guts im Sinne. Ja, es führt die Wunderbahn nirgends hin als himmelan.bid 7. Von der treuen Jesushand offenbart sich lauter Liebe. Nichts beruht auf Unbestand bei dem treuen Liebestriebe; Jesus immer einerlei, er ist und verbleibet treu. 8. Blinde Welt, such immerhin Rauch und Koth auf dieser Erden; außer Jesu soll mein Sinn niemals recht vergnüget werden. Also bleibts bei dieser Pflicht: Meinen Jesum laß ich nicht. din dhn( Benj. Schmolk) 3. Meinen Jesum laß ich nicht, wenn mich alle Menschen hassen und der Feinde Macht einbricht, auch geden- i ket so zu fassen, daß ich gleich soll untergehn, bleibt mir seine Rettung stehn. 4. Meinen Jesum laß ich nicht, wenn mich meine Sünden quälen, wenn mein Herz und Satan spricht: Sie sind groß und nicht zu zählen; spricht er: Sei getrost, mein Kind, ich, ich tilg all deine Sünd. 5. Meinen Jesum laß ich nicht, wennmir bricht in leßzten Zügen meiner schwachen. Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Augen Licht, da erst, da hilft er mir stegen. Ja, inslegte Weltgericht lässet er mich kommen nicht. 6. Meinen Jesum laß ich nicht, denn er wird auch mich nicht lassen, dieses glaub ich, anders nicht, under wird mich nimmer Hassen. Darum sprech ich: Ihn, mein Licht, meinen Jeſum laß ich nicht. ( Georg Linzner.) 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht't, meinen Jesum laß ich nicht. 241 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Mel. Jesus, meine Zuversicht. 246.Meinen Jesum Gericht. Meinen Jefum ich nicht; weil er sich für mich gege= ben, so erfordert meine Pflicht, flettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen! Laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen. Wenn der Lebens- Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Eltern Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. laß nicht. d 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebens- Bächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht.( Chr. Kehmann.) In eigner Melodie. 247.* Meine Seele, willst du ruhn und dir immer gütlich thun, wünschest du dir von Beschwerden und Begierden frei zu werden; liebe Jeſum und sonst Nichts, meine Seele, so geschichts. 2. Niemand hat sich je betrübt, daß er Jeſum hat 16 242 Lob Jesu Chrifti und Liebe zu ihm. geliebt; Niemand hatje Weh empfunden, daß er Jesu sich verbunden; Jesum lieben und allein, ist so viel alsselig sein. 3. Wer ihn liebt, liebts höchste Gut, das allein vergnügen thut; seine Liebe pflegt zu geben ewge Freud und ewges Leben; seine Liebe macht die Zeit gleich der füßen Ewigkeit. 4. Drum, so du von aller Pein, meine Seel, wünschst frei zu sein, so du suchst dich zu ergößen und in ewge Ruh zu setzen, liebe Jesum und sonst Nichts, meine Seele, so geschichts. 5. Liebe Seele, ach, daß du diese wahre Seelenruh doch nicht eher haft erkennet und dein höchstes Gut genennet! Laß dirs leid sein, ſei betrübt, daß du Gott so ſpät geliebt. 6. Schäße weltlich Freud und Lust nur für Koth und Sünden- Wust; weil doch Nichts von solchen Dingen dir kann wahre Ruhe bringen. Jesum lieben und allein wird die wahre Ruhe sein. 7. Nun, mein Jesu, schenke mir, daß ich einzig für und für liebe dich von ganzem Herzen; alles Andre zu ver= scherzen, und zu lieben dich allein, soll mein Wunsch und Wille ſein. 8. Geuß selbst deinen Geist der Lieb, seine Brunst und süßen Trieb mildiglich in mein Gemüthe; laß mich schmecken deine Güte, dich zu lieben unverrückt und aus mir in dich verzückt. 9. Wie mag einer Seele sein, deren Liebe zu dir rein, die Nichts wünschet, Nichts verlanget, als nur dich, dem sie anhanget! Mehr als Alles bist du ihr, was sie sucht, find't sie in dir. 10. Ruhe, Fried und Sicherheit, Leben, Lust, Trost, Heil und Freud gibet, Jesu, deine Liebe. O, daß sich mein Geist erhübe, rein und fest zu lieben dich. Hilf, mein Helfer, seufze ich. 11. Gott, die Lieb, in wem er bleibt, lieb zu halten stets antreibt; daß er in uns, kann man merken an der Lieb und ihren Werken, Gott und Jesum lieben heißt in uns unsers Gottes Geist. 12. Ach, du reine Liebes Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 243 sieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. glut, brenn in meinem Sinn und Muth; nach der Liebe laß mich ringen, schrei mir zu in allen Dingen: Jesum liebe nur allein, sonst kannst du nicht selig sein. ( Joh. Angelus V. 1-4. und Joh. Kasp. Schade V. 5-12.) Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienſte deiner Glieder an; bind mich und ihre Noth zusammen, damit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet; wenn mein Geist die * 248 Lebſt du in mir, Gestalt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt vergnüglich ist. Jesu, du sollst mein verbleiben; Nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket, und dich, o Bräutigam, umfaßt. 4. Gib mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt. Du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifels- Stunden finden, so laß die Hülfe nicht verschwinden, und mach den franken Geist gesund. 2. Herz, das in Liebesglut gestorben, ach, laßmein Herz in Flammen stehn; entzünd ein Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen, laß mich deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir; so werd ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todes5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß deinKreuz ihr Anker ist; gib, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. 16* 244 Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen; denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt. Dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. Ich will dir meinen Willen schenken, ich will in Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. ( Ph. Balth. Sinold.) Mel. Ach Gott und Herr. * 249.Men ein Freund ist mein und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben; in Freud und Leid bin ich bereit, dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, an dir kleb ich, und will dich auch nicht lassen, bis du mich wirst, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinnst, dein Höllen- Angst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar ge= frönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzes- Laft, die du hier haft für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben; ja gar in Tod und Höllennoth, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden, und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod und aller Noth! Von dir kann mich Nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deider Seit und Händen. 8. Troß sei nunmehr des Teufels Heer! Denn du, du haft gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich tödtlich zu verwunden. 9. Trotz sei der Höll, weil mein Gesell die gänzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Troß aller Welt! Hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 245 sendmal ists, wie ich sag, edler, als mans aussprechen mag. Halleluja. 4. Jesu, du Quell der Gütigkeit, ein Hoffnung bist, all unsre Freud, ein süßer Fluß und Gnadenbronn, des Herzens wahre Freud und Wonn. Halleluja. 5. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß; der Hunger wächst im Ueberfluß. Halleluja. 6. Jesu, du engelische Zier, wie süß in Ohren klingst du mir; du Wunder- Honig in dem Mund, kein'n bessern Mel. Erschienen ist der herrlich zc. * 250. Jefu süß, Trunk mein Herz empfund. Halleluja. wer dein gedenkt, sein Herz mit Freud wird überschwengt; noch füßer aber Alles ist, wo du, o Jesu, selber bist. Halleluja. 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet Nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. Halleluja. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schaß auf Erden; ach, laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir geschieden werden. 12. Denn du bist mein und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben, in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. ( Joh. Neunherz.) 3. Jesu, dein Liebist mehr denn süß, Nichts ist darin, deß Ein'n verdrieß: viel tau7. Jesu, du höchste Gütigkeit, meines Herzens Luft und beste Freud, du bist die unbegreiflich Güt, dein Lieb umfäht all mein Gemüth. Halleluja. 8. Jesum lieb haben ist sehr gut; wohldem, der sonst Nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab. Halleluja. mining Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 246 9. Jesu, o meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. Halleluja. 10. Ja, wo ich bin, um was Revier, so wollt ich, Jesus wär bei mir. Freud über Freud, wenn ich ihn fänd; selig, wenn ich ihn halten könnt. Halleluja. 11. Was ich gesucht, das seh ich nun; was ich begehrt, das hab ich schon. Vor Lieb, o Jesu, bin ich schwach, mein Herz das flammt und schreit dir nach. Halleluja. 12. Wer dich, o Jesu, also liebt, der bleibt wohl sicher unbetrübt; Nichts ist, das diese Lieb verzehr, sie wächst und brennt je läng'r je mehr. Halleluja. 13. Jesu, du Blum und Jungfraun- Sohn, du Lieb und unser Gnadenthron, dir sei Lob, Ehr, wie sich geziemt; dein Reich nimmer fein End mehr nimmt. Halleluja. 14. In dir mein Herz hat seine Lust, die Lieb vollkommen wird und just; auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. Halleluja. 15. Du Brunn aller Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewölf vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. Halleluja. 16. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, hat Gott für uns zufriedn gestellt. Hälleluja. 17. Jesus im Fried regieren thut, der übertrifft all Sinn und Muth; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. Halleluja. 18. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. Halleluja. 19. Jesu, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, meine Hoffnung steht zu dir, o Jesu, Jesu, hilf du mir. Halleluja. ( M. Moller 1-17.) Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. Mel. O Quando te videbo. 251. Jesu, mein Roſen sind. Vergnügen! Wie reich werd ich in dir! In Himmel mich zu kriegen, bist du herab gestiegen, und holest mich zu dir. 2. Du bist der edle Segen, du bringest lauter Guts. Nun werd ich Güter hegen, nun werd ich Schätze legen zu meiner Seelen Nuß. 3. Ob mich gleich hier auf Erden manch herber Jammer drückt; doch müssen die Beschwerden gar bald erleichtert werden, weil mir Gott Jesum schickt. 247 fünftig weiden, wo lauter 4. Nun ist mir nicht mehr 4. Nun ist mir nicht mehr bange um meine Seligkeit; ich weiß, daß ich erlange, wenn ich mit Jesu prange, die süße Himmelsfreud. 5. O Jesu, liebstes Leben, du werther GottesSohn, mein Herz soll dich umgeben, mein Mund an deinem kleben, ich lasse nicht davon. 7. Da wird vor allen Dingen dein Antliß mich erfreun. Hie muß ich um dich ringen, dort werd ich fröhlich singen von dir, o Jesulein. 8. Gia! Ich habe funden, den meine Seele liebt. Die finstern Jammerstunden sind weg, es ist verschwunden, was mich zuvor betrübt. 9. Ich lebe voller Freude bei meinem Seelenschaß, ich weiß von keinem Leide, ich geh in süßer Weide auf einem Rosenplaß. feste, ich laß ihn nicht von 10. Ich halte Jeſum mir, er tröstet mich aufs beste, wie seine Himmelsgäste, ersetzt mir Manna für. 11. Mein Jesus muß mir bleiben, denn ich bin seine Braut; mich kann von ihm Nichts treiben, Nichts kann mein Glück zerreiben; wohl dem, der Jesumschaut. ( Zach. Herrmann.) Mel. Seelen- Bräutigam, Jesu. 6. O Jesu, Brunn der Freuden, du schönstes Men- 252.Schönster SeeDu mein Trost lenfreund, der im Leiden, du wirst mich es treulich meint, Jesu, laß Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 248 mich mit Verlangen nur an deiner Liebe hangen, werde mir vereint, schönster Seelenfreund. 2. Alles bist du mir, was ich jetzt allhier und dort ewig kann begehren, drum will ich mich zu dirkehren, nur allein zu dir, Alles bist du mir. 3. Reiß mich gänzlich los, mach mich frei und blos von der Kreaturen Liebe, zeuch mich durch des Geistes Triebe hin in deinen Schoß, so bin ich recht los. 4. In der Kreatur kann ich keine Spur zu der Seelen Ruhe finden, darum laß ich sie dahinten und erwähle nur deine Friedensspur. 5. Hier ist Alles Tand und voll Unbestand, was die Welt nur will gewähren, Rost und Motte fanns verzehren, es ist leerer Sand und ein eitler Tand. 6. Lust und Pracht vergeht, wer sich hier erhöht und zu hohen Ehren steiget, wird bald in die Gruft gebeuget, da bleibt Nichts erhöht, Lust und Pracht vergeht. 7. Einer aber ist, nämlich Jesus Christ, welchem keine Schäße gleichen, welcher bleibt, wenn Andre weichen; wenn gleich nichts mehr ist, bleibt doch Jesus Christ. 8. Drum, o Bräutigam, mehre doch die Flamm, welche deine Lieb entzündet und mein Herz mit dir verbindet, du erwürgtes Lamm, sei mein Bräutigam. 9. Richte Sinn und Herz allzeithimmelwärts, laß mich unverrückt aufsehen und um deine Gnade flehen, sonst em= pfind't mein Herz Nichts als Tod und Schmerz. 10. Gib, daß ich ganz dein mög auf ewig sein, gib, daß sich mein eigner Wille gänzlich in den deinen hülle, mach mich keusch und rein und auf ewig dein. 11. Nimm nur Alles hin, mache meinen Sinnstill und gänzlich dir gelassen, laß mich alle Sorgen hafsen, Eins sei mein Gewinn, sonst nimm Alles hin. 12. Es ist Alles gut, was dein Wille thut, willst du mir von deinem Leiden hier auch einen Theil bescheiden, Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. so ists dennoch gut, weils die Liebe thut. 13. Laß mir deine Macht in der Kreuzes- Nacht mein bedrängtes Herze stärken und mich deine Liebe merken; habe auf mich Acht in der Kreuzes- Nacht.d 14. Laß dein blutend Herz mir bei allem Schmerz immer vor den Augenschweben und dem Geiste Labung geben, bricht der Tod mein Herz, lindre du den Schmerz. 15. Nun, so bleibst du mein und ich bleibe dein, ei, so darf mich Niemand kennen, ei, so mag die Welt verbrennen, ich kann ruhig sein, denn mein Freund ist mein.( Mich. Weinrich.) 249 und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch was geboren, zu ersetzen, verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, falbe mich mit Freuden- Dele, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. In eigner Melodie. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, 253. Stigam, Jeſu, daß die Welt mich nichtvereelen- Bräusehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. Gottes- Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest 7. Großer Friedefürst, wie hast dugedürft't nach der Menschen Heil und Leben, und dich in den Tod gege= ben, wie du riefst: Mich dürft't, großer Friedefürst. Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 250 hi8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen, denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, derwird bald empfindlich schauen, 15. Du mein Preis und daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. Ruhm, werthe Saronsblum, in mir soll nun Nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Saronsblum, du mein Preis und Ruhm.( Adam Drese.) 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich, ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun die meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neuwiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen. Denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu hilf, daß ich allhier ritterlich Alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie ſo ritterlich du gekämpft für mich. di Mel. Valet will ich dir. * 254.Schaß über alle o Jesu, liebster Schatz, an dem ich mich ergöße, hier hab ich einen Platz in meinem treuen Herzen dir, Schönster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz ge= heilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrod, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen, und mich in Leidens Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. zeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit! di 3. Laß, Liebster, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken, komm, fomm, mein Freudenlicht; denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh, du treuer Kreuz- Geselle, schlag nach Belieben zu; ich will geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe schei= den, noch mir beschwerlich ſein. 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwißen, als Schönster, ohne dich im Paradiese sitzen, veracht't und jämmerlich. 251 bauet, denn dort ist gut zu ſein. and til 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo Jesus wird ge= schauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten 190 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, fomm, hole mich zu dir, in deinem Schooß zu liegen; fomm, meiner Seelen- Zier, und seße mich aus Gnaden in deine Freudenstadt: so kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und fatt. ( Sal. Liscov.) Mel. Seelen- Bräutigam. er ist wohl 255. W wie du, Jesu, unter Vielen auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. dun 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth hat geführt zul Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Sieges- Held!. Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Dra Lob Jesu Christi und Liebe zu ihm. 252 chen hast du wollnzu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Zepter will ich küssen, ich will sizen dir zum Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Zeuch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze, und auf dich mein Glend wälze, das stets drücket mich! Zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege, vor dir sonst Nichts gilt, als dein eigen Bild. 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und mich nicht in deinem Nege Satan halte auf; fördre meinen Lauf.' 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter, in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut. 9. Steure meinen Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den 14. Solls zum Sterben gehn, wollst du beimirstehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. ( Joh. Anast. Freylinghausen.) In eigner Melodie. Schranken; ſei du meinGe=* 256. Wollt ihr winn, gib mir deinen Sinn. wissen, Lob Jesu Chrifti und Liebe zu wym. was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigenthum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigte. un 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Lebens Kraft? Wer ist meines Geistes Saft? Wer macht mich gerecht und schlecht? Wer macht mich zuGottes Knecht? Jesus der Gekreuzigte. 4. Wer ist meines Lei200 dens Trost? Wer schüßt, wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus der Gefreuzigte. 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Noth? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte. 6. Und so wißt ihr, was ich weiß: ihr wißt meinen Zweck und Preis, glaubt, lebt, duldt, sterbt; aber wem, daß wir sind recht ange= nehm? Jesu dem Gefreuzigten. ( Joh. Christoph Schwedler.) IX. Von den Weisen aus dem Morgenland. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 2. Geh weg aus deinem 257.2[ uf, Seele, auf Baterland, zu suchen ſolchen und säume nicht, es bricht das Licht herfür, der Wunderstern gibt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. id q Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern. 3. Gib Acht auf diesen hellen Schein, der dir 334 von den Weisen aus dem Morgenland. aufgangen ist, er führet dich zum Kindelein, das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die theure Saronsblum, dasrechteächte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. 5. Drum höre, merke, ſei bereit, verlaß des Vaters Haus, die Freundschaft, deine Eigenheit, geh von dir selber aus. 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 7. Du, du selbst bist das Bethlehem, die rechte Davidsstadt, wenndu dein Herze machst bequem zu solcher großen Gnad. 9. Nimm wahr, mein Herz, doch deiner Sach, ob gingst du ganz allein, und forsche weiter fleißig nach, und such das Kindelein. ist und gewiß, das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsterniß. 11. In solchem Lichte fiehet man das wahre Licht allein; ein armes Menschenkind das kann nur davon Zeuge sein. din 12. Johannesselbst, ders treulich meint, der zeuget ja von sich, daß er nur sei des Bräutgams Freund; zusolchem nahe dich. 10. Halt dich im Glanben an das Wort, das fest 13. Ersinke du vor seinem Glanz in tiefster Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 14. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geiste, Leib und Seele, und singe mit der Engelschaar: hier ist Immanuel. 8. Da findest du das Le- 15. bensbrod, das dich erlaben kann, für deiner Seelen Hungersnoth das allerbeste Man. wunderbare Süßigkeit, die dieser Anblick gibt dem, dessen Herz dazu bereit und dieses Kindlein liebt. 16. Die Engel in des Himmelsfaal, die freuen sich darob, die Kinder Gottes allzumal, die bringen hier ihr Lob. 17. So sieh und schmeck, wie süß die Luft, die hier Von den Weisen aus dem Morgenland. 255 24. Denselben geh und folge dann und kehre nicht zurück, Herodi es zu zeigen an, der heget eine Tück. verborgen liegt in deines Jesu Liebesbrust, die alles Leid besiegt. 18. Genieße hier das Engelbrød, die süße Himmelskost, und lobe herzlich deinen Gott bei dieſem Freudenmost. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo manzum Leben geht; hier ist des Pa= radieses Pfort, die wieder offen steht. 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Luft wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn in diesem Jesulein. 21. Hier ist in Allem Ueberfluß, was Einem nur behagt, da ist kein Kummer noch Verdruß, der vor das Herz zernagt. 22. Mit Gott und allen Seligen hast du Gemeinschaft hier, der Ort ist wohl am Glücklichsten, da wohnet Gott in dir. 23. Der zeigt dir einen andern Weg; als du vorher erkannt, den stillen Ruh- und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. 25. Er will das Kindlein bringen um, die edle Gottesfrucht, den theuren Schaß, dein Eigenthum er dir zu rauben sucht. 26. Laß toben, würgen, wie er will; dir widerfährt kein Leid, geh du die Lebensbahn in Still zur frohen Ewigkeit.( Mich. Müller.) Mel. In dich hab ich gehoffet. 258.Nun, liebe Seet, ist es Zeit, wach auf, erwäg mit Luſt und Freud, was Gott an uns gewendet, sein'n lieben Sohn vom Himmelsthronins Jammerthal er sendet. 2. Nicht nur den Juden blos allein, die seins Geblüts und Stammes sein, sondern auch allen Heiden ist aufge= richt't das ewge Licht, erleuchtet sie mit Freuden. 3. Der Heiden Erstling' wunderlich durch einen Stern er holt zu sich, daß sie den Heiland schauen und ihren 256 Von den Weisen aus dem Morgenland. Herrn in Andacht ehrn mit gläubigem Vertrauen. 4. Nun, die ihr Heiden seid gewest, begeht mit Dank der Heiden Fest, laßt eure Stimme flingen; laßt, ihn zu ehrn, euch fröhlich hörn mit loben und mit singen. 5. O Jesu, unser Heil und Licht, halt über uns dein Angesicht, mit deinen Strahlen walte und mein Gemüth durch deine Güt bei deinem Licht erhalte. 6. Dein Glanz all Finsterniß verzehr, die trübe Nacht in Licht verkehr, leit uns auf deinen Wegen, daß dein Gesicht und herrlich Licht wir ewig schauen mögen. ( Georg Weiß.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. großer * 258.* WunderHU stern, der aus Jakob ist erschienen; meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben vor dir tügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich und Gnade finde und nun fröhlich ſprechen kann, Jesus nimmtmein Opfer an. ( Erdm. Neumeiſter.) X. Am Tage Maria Reinigung. Mel. Meine Seele erhebt den 2c. 259. Houbeinen Die ner in Frieden fahren, wie du gesagest hast. err, nun läsfest 2. Denn meine Augen Am Tage Maria Reinigung. haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern. 3. Ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. In eigner Melodie. 260. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, in Gottes Wille, getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat. Der Tod ist mein Schlaf worden. 257 Weltheißen laden, durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu mel. O Gott, du frommer Gott. Ewigkeit, Amen. ie wird doch 261. Wo gering die 2. Das macht Christus wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und machst bekannt, daß er sei das Leb'n und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden zu' rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. ( M. Luther.) Reinigung im Herzen gehalten, als ein Ding, womit sich lasse scherzen; es meint die eitle Welt, sie sei gereinigt schon, wenn sie einst niederfällt zum Schein vor Gottes Thron. 2. Wenn zur gewohnten Zeit man will zum Nachtmahl gehen, so macht man sich bereit mit Beten und mit Flehen, bis daßdas Werk vorbei; drauf fängt man wieder an zu fündigen aufs Neu, wenn, wo und wie man kann. 3. Indessen meint die Welt sie sei gereinigt wor= den, weil sie sich eingestellt 17 258 Am Tage Maria Reinigung. nach Gottes Will'n und Or- geben, wenn man nur will den, sie bleibt bei ihrem nach Pflicht des Herren Wahn und wer ihr anders Wort nachleben, allein es ſagt, ist auf des Irrthums will die Welt nicht an die Bahn; ach, das sei Gott ge- Kreuzigung, und weil das flagt. Kreuz mißfällt, folgt keine Besserung. 4. Wie ist die Reinigung doch viel ein ander Wesen und die Erneuerung; es muß, wer sie erlesen, stets kämpfen; ach, wie viel findt da ein Gottes Kind zu bessern, weil ohn Ziel, der Sünden Mängel sind. 5. Das Herz ist eine Quell, aus welcher gar Nichts fließet als Bosheit, die sich schnell in Wort und Werk ergießet. Wer nicht die Quelle leert und stopft den Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt und kömmt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, Gott hat sie gnug geUmbaus in si 7. Es kann des Herren Aug der Schlangen Gift nicht leiden, es siehet, was nicht taug'; drum muß man Alles meiden, auch den geringsten Schein, es muß durch Jesu Blut das Herze werden rein, dann ist der Wandel gut. 8. Herr Jesu, der du mich dies hast erkennen lassen, gib, daß ich für und für mög alle Sünden hafsen und in der Reinigung zunehmen bis ans End, bis ich die Heiligung durch deine Kraft vollend. ( Laur. Laurenti.) SOD Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 259 fe XI. Vom Leiden und Sterben Jeſu Chriſti. Mel Da Jesus an dem Kreuze. 5. Zum vierten saget er: 262. Da Jesus Mich dürftt! O Jeſu, großer an des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. Lebensfürst, du hast Durst und Verlangen nach unsrer Seligkeit; drum hilf, daß wir sie auch empfangen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht verstehen. Vergib uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrthum was begehen. 3. Zum andern er des Schächers' dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir in Elend schweben. 4. Zum dritten: Deinen Sohn, sieh, Weib! Johannes ihr zu Dienste bleib, und sie als Mutter liebe. Versorg, Herr, die wir lassen hie, daß Niemand sie betrübe. 6. Zum fünften: D, mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Noth! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnehm. Den Trost laß uns wohl fassen. 7. Zum sechsten: Hiermit ists vollbracht, und Alles nunmehr gut gemacht! Gib, daß wir auch durchdringen, und, was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich vollbringen. 8. Zum siebenten: Ich meine Seel, o Gott, mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen! Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 9. Wer oft an diese Wort gedenkt, wenn seine Misse17* 260 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. that ihn fränkt, der wird hat gebracht uns Alle in es wohl genießen; denn er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. solche große Noth, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist; gib, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten alle Stunden. Mel. Herr Jesu Christ, meins. 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werden errettet, die Sünd war zu stark; daß wir würden erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Got* 263. Der bu, Herr tes Sohn mußt leiden des Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, und für unsre Sünden gestorben williglich, hätten wir müssen bleiben verdammet ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein ein Eingang in das Leben ſein. 4. Solche große Gnade und väterlich Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umſonst, in Christo sein'm Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu un( Georg Werner.) In eigner Melodie. 264.*, wir armen frer Seligkeit. Kyrie eleiſon, Christe eleison, Kyrie eleison. Sünder, unsre Miſsethat, darinnen wir empfangen und geboren sind, 5. Deß sollen wir uns trösten gegen Sünd und Tod, Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 261 und ja nicht verzagen vor Dieb gefangen, geführt vor der Hölle Glut; denn wir find gerettet aus aller Fährlichkeit, durch Christum unfern Herren, gelobt in Ewigkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleiſon. gottlose Leut und fälschlich verklaget, verlacht, verhöhnt und verspeit, wie denn die Schrift saget. 2. In der ersten Tagesstund ward er unbescheiden, als ein Mörder dargestellt Pilatus, dem Heiden, der ihn unschuldig befand ohn Ursach des Todes, ihn derhalben von sich fandt zum König Herodes. 6. Darum woll'n wir loben, danken allezeit dem Vater und dem Sohne, und dem heil'gen Geist! bitten, daß sie wollen behüten uns vor G'fahr und daß wir stets bleiben bei sein'm heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. ( Herm. Bonn.) 3. Um drei ward der Gottessohn mit Geißeln ge= schmissen, und sein Haupt mit einer Kron von Dornen zerriffen, gekleidet zu In eigner Melodie. 265.Christe, buxamm Hohn und Spott ward er Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser. sehr geschlagen, und das Kreuz zu seinem Tod mußt er selber tragen. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. 4. Um sechs ward er nackt und blos an das Krenz geschlagen, an dem er sein Blutvergoß, betet mit Wehklagen. Die Zuseher spotten sein auch die bei ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen In eigner Melodie. 266.Christus, der uns Dingen. ſelig macht, kein Bös hat begangen, ward für uns in der Nacht als ein 5. Jesus schreit zur neunten Stund, klaget sich verlassen, bald ward Gall in 262 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. seinen Mund mit Essig ge= gelassen. Da gab er auf seinen Geist und die Erd erbebet, des Tempels Vorhang zerreißt und manch Fels zerklöbet. 6. Da man hat zur Vesperzeit die Schächer zerbrochen, ward Jesus in seine Seit mit ein'm Speer gestochen, daraus Blut und Wasser rann, die Schrift zu erfüllen, wie Johannes zeiget an, nur um unsert willen. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward Jesus vom Kreuzes Stamm durch Joseph genommen, herrlich nach jüdischer Art in ein Grab geleget, allda mit Hütern verwahrt, wie Matthäus zeuget. 8. O hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, dir stets unterthan all Untugend meiden, deinen Tod und ſein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. ( Mich. Weiße.) Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 267.D as Kreuz, daran mein Hei111 land stirbt, und mir die Seligkeit erwirbt, das ist für mich, den armen Thon, der seligste Genadenthron. 2. Das Kreuz, da meine Liebe hängt, die auch im Sterben an mich denkt, iſt eine Weide für mein Herz, ein Balsamfür den Sündenschmerz. 3. Das Kreuz, da er mich ausgeföhnt, da man ihn spottet und verhöhnt, das ist mein allerhöchstes Gut, denn da fließt sein Versöhnungsblut. 4. Das Kreuz, daran mein Heil verwundt, versiegelt meinen Gnadenbund; er wird mun meine Zuversicht, nun weiß ich, er verläßt mich nicht. 5. Das Kreuz, daran ſein Herze brach, da man ihn in die Seite stach, ist nun mein allerschönstesTheil und bringt mir Seligkeit und Heil. 6. Das Kreuz, an dem der Herr verschied, ist nun mein täglich neues Lied; ich denke mit Erstaunen dran, was Liebe zu den Sündern kann. 7. Das Kreuz, da er die Missethat und meine Schuld getilget bat; das ist mein Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 263 meineLiebist Jesus Christ, weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches Liſt. Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod; der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. rechter Gnadenschild, weil er des Vaters Zorn gestillt. 8. Das Kreuz, da er die Handschrift nahm, und sie zerriß und zu mir kam, das ist für die beklemmte Brust die allergrößte Freud und Luft. 9. Das Kreuz, da er mein Heil vollbracht, und meinen Schaden gut gemacht, und mich erkauft zum Eigenthum, das bleibt allein mein höchster Ruhm. 10. Das Kreuz, da er sein Haupt geneigt, sich als den guten Hirten zeigt, das ist mein Trost in aller Noth, ich bleib ihm treu bis in den Tod. 11. Dein Kreuz, Herr Jeſu, stärke mich, bis ich dich schaue ewiglich, und bis dort in der Herrlichkeit mein Geist sich unaussprechlich freut. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich, so wird er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe, Sünde, du verlierst den Sturm; weh mir, wenn ich Den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn, trätich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 12. Gekreuzigter, verlaß mich nicht, wenn sterbend einst mein Herz zerbricht, daß ich durch dieses Kreuz allein mög ewig, ewig selig sein.( Joh. Chr. Schipalius.) Mel. Zion klagt mit Angst und. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe; schweig, Gewissen, Niemand mahnt; Gott preist seine Liebestriebe, wenn mir von der Hand268. Deramkreuz ist schrift ahnt. Schau, wie meine Liebe, mein Halsbürgezahlt, Gottes 264 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Blut hat sie durchmahlt. hinwandelt; denk, ach wie Der am Kreuz ist meineLiebe, hast du gehandelt! weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, drum, Tyranne, foltre, stoß; Hunger, Blöße, Henkershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe; komm Tod, komm, mein bester Freund; wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schauichGottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. * 269.Fi ließt, ihr Augen, fließt von Thränen, und beweinet eure Schuld, brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, weil ein Lämmlein in Geduld nach Jeruſalem zum Tod, ach, zum Tod für deine Noth und der ganzen Welt, 2. Es soll nun vollendet werden, was davon geschrieben ist, und warum auf dieſe Erden ist gekommen Jeſus Christ. Schauet nun des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt Alles wohl zu Herzen. 3. Es wird in der Sünder Hände überliefert Gottes Lamm, daß sich dein Verderben wende; Jud und Heiden sind ihm gram, und verwerfen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte sein; ach, dies leidet der Gerechte für die bösen Sündenknechte. 4. Jesus steht in Strick und Banden, dessen Hand die Welt gemacht, bei Verachtung, Spott und Schanden und wird höhnisch ausgelacht! Backenstreich und Fäustenschlag, Jud- und Heiden- Grimm und Rach duldet er für deine Sünden; werkann dieselieb ergründen? 5. Laß es dir zu Herzen gehen, beßre und bekehre dich. Wer kann diese That Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. ansehen, daß man nicht bewege sich? Jesus steht an unsrer Statt; was der Mensch verdienet hat, büßet Jesus und erduldet, was der Sünder hat verschuldet. 6. Er hält seinen heilgen Rücken Geißel, Ruth und Peitschen dar; wer kann dies ohn Reu erblicken? Wenn die rohe Heidenschaar Hand anlegt an Gottes Bild, das so freundlich, fromm und mild, und doch nackend wird gehauen; wer kann solchen Gräul anschauen? 7. Also sollt man dir begegnen, du verruchtes Menschenherz; aber nun kommt, dich zu segnen und zu tragen deinen Schmerz, Jesus und entblößet sich, und wird dort ſo jämmerlich abgestraft, ver= wundt, zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 8. Endlich wird derSchluß gesprochen, Jesus muß zum Tode gehn, und der Stab wird abgebrochen, es hilft hie kein Bitten, Flehn; Barrabas wird losgezählt, Jesus wird zum Kreuz erwählt. Weg mit diesem, dem 265 Verfluchten! ruft der Haufe der Verruchten. 9. Folge denn zur Schädelstätte deinem Jesu traurig nach; aber auf dem Wege bete, bet im Geist mit Weh und Ach, daß der Va= ter auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd, sehen woll und sich erbarmen über die Elend'n und Armen. 10. Muß ich, Jesu, dich denn sehen am verfluchten Kreuzespfahl, ach, so laß ich übergehen meine Thränen sonder Zahl. Ach, erbarm dich, Gotteslamm, das da hängt am Kreuzesstamm, ach, erbarm dich, weil dein Leiden mir gedeihen soll zur Freuden. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab; Jesu, nimm dies arme Leben, weil ich ja nichts Bessers hab, tödt in mir, was dir mißfällt, leb in mir auf dieser Welt, laß mich mit dir leben, sterben, und dein Reich im Himmel erben. 12. Tausendmal sei dir gesungen, liebster Jesu, Preis 266 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. und Ruhm, daß du Höll und Tod bezwungen; nun bin ich dein Eigenthum, und du, meine Freud und Wonn: möcht ich dich, o schönste Sonn, bald in deiner Krone sehen. Komm, dein Leiden ist geschehen. ( Laurentius Laurenti.) Mel. O Gott du frommer Gott. 270.Di ie Liebe hängt am Kreuz der Menschen Schuld zu büßen, ste läßt ihr reines Blut für fremde Gräuel fließen; jetzt, da das große Werk vollkommen ist vollbracht, gibt sie, o große Lieb, aus Liebe gute Nacht. 2. Die Liebe schreiet laut, daß alle Welt soll wissen, es ſei durch ihre Macht das Höllenreich zerschmissen: hat gleich der Schlangenstich die Fersen hart verlegt, bleibt doch ihr schnöder Kopf bis auf den Tod zerfeßt. 3. Die Liebe neigt ihr Haupt, das scharfe Dornen stechen; der Augen holder Glanz muß jetzt aus Ohnmacht brechen; der Lippen Rosen stehn von ihren Purpur bloß; das Herz empfindet jetzt den allerleßten Stoß. 4. Ach, meine Liebe stirbt, Gott ist die Lieb; Gott stirbet: mein Heiland, der aus Lieb die Liebe mir erwirbet, schließt, der ich doch sein Feind, für mich die Augen zu, und setzt durch seinen Tod mich in die wahre Ruh. 5. Wars denn noch nicht genug, daß du mein Jesu kamest, und unser Fleiſch und Blut aus großer Lieb annahmest? Muß nun auch tausend Angst dein grimmfluchter Tod beschließen deine ger Henker sein, und ein verPein? 6. Ja, ja, das ist der Schluß, noch eh die Welt gefasset; du bist nach Gottes Rath am schnöden Holz erblasset; sollt Gottes reiner Geist durch Blut versöhnet sein, mußt Gottes Liebe sich zum Opfer stellen ein. 7. Womit verehr ich nun, o Liebe, deine Treue? Ich habejanichts mehr, alsGlauben, Lieb und Reue; ach nimm dies' Armuth doch von meinen Händen an, ver Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 267 in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher sein. 8. Doch gönne mir zu- 5. Ruf mir in meiner gleich bei deinem Kreuz zu stehen, laß mich zu keiner Zeit von deiner Richtstätt gehen; dein Kreuz sei stets mein Ruhm, dein Blut sei meine Pracht, dein Leiden meine Kunst, dein Tod die größte Macht. ( M. D. Kaldenbach.) schmäh das Opfer nicht, womit ich danken kann. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht, sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, das wolle meine Stärke fein. letzten Noth und setz mich neben dich mein Gott, daß ich mit deinen Heilgen all'n mög ewiglich dein Lob erschall’'n.( Joh. Angelus.) Mel. Nun laßt uns den Leib. zensmann, vom Vater sehr 271.Die Seele Chrifti geschlagen, Herr Jesu, dir heilge mich, sein Geist versenke mich in sich, sein Leichnam der für mich verwundt, der mach mir Leib und Seel gesund. sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Noth, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seiten floß, das ſei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, laß mich Mel. O Gott, du frommer Gott. großer 272. Demers 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet; ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm! was hast du sonst gethan? 3. Doch deine Herzenslieb erweiset unserm Herzen, wie lieb wir dir gewes'n; dein Leiden, Tod und Schmerzen hat nun versöhnet Gott, den Vater mit der Welt, und seine Gnade 268 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. bracht, zufrieden ihn gestellt. 4. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben, in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben, dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Seelen Theil. 5. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen, und unter unfrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 6. Dein Schweiß komm uns zu gut, wenn wir im Schweiße liegen, durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen, durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt, hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. d 7. Laß deine Wunden sein ein Arznei unsrer Sünden, laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen. Jeſu, laß an uns durch dein Kreuz, Tod und Bein, dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein.( Adam Thebesius.) Mel. O Lamm Gottes unschuldig. 273.& rlöser, der im Staube einst lag mit Angstschweiß bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von FrevlernSchmätrugst sie doch geduldig mit hung und Schmerzen, und fanftem versöhnlichem Herzen. Dein Bild müß uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelengeachtet. Er schreck uns ab von Sünden; er müß uns dir verbinden zu innigem Dauke, Herr Jesu! ( Heinr. Jul. Tade.)!!! Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 269 Mel. Ach Gott und Herr. den aller Sünder, es geht dahin, wird matt und frank, * 274. lein find, es gibt ſich auf die Würgedaraus mir rinnt Fried, Heil, Trost, Freud und Leben; in Angst und Noth bis in den Tod mir solche Labsal geben. bank, verzeiht sich aller Freuden, es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angſt, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Die Quell du bist, Herr Jesu Christ; die Brünnlein deine Wunden, daraus ich mich lab inniglich in heiBen Kreuzesstunden. 3. Laß mir stets sein das Leiden dein ein Regel, Riegel, Spiegel, daß ich nach dir mein Fleisch regier und laß ihm nicht den Zügel. 4. O Gotteslamm, o Liebesflamm, o meiner Seelen Freude! Nimm hin die Sünd, Freude! Nimm die das Herz entzünd, daß mich das Herz entzünd, daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich recht seliglich den Lebenslauf vollbringen, und fröhlich hier, o Gott, mit dir das rechte ,, Vollbracht" singen. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornesruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen, mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O, Wunderlieb, o, LiebesMel. An Wasserflüssen Babylon. 275. Ein Lämmlein macht, du kannſt, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geht und träget in Geduld die Sün 270 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern flieBen: das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurrothen Blutes. O, süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erzeigest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücken bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Rühm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzens- Schrein, du sollst ein Schaßhaus werden der Schäße, die viel größer sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem Gold Arabia, weg Calmus, Myrrhen, Cassia, ich hab ein Beßres funden, mein großer Schaß, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite ſoll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir Nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reiſen. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freu- d 9. Was schadet mir des denopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben; wenn mich der Sonnen Hiße trifft, so Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 271 dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet; dein Freund, der dich verräth, iſt nah; des Zornes Gottes Stund ist da, und Schrecken strömen über. Du zagst und fühlst der Hölle Weh; ists möglich, Vater, o so geh der Kelch vor mir vorüber. fanns mir Schatten geben; segt mir der Schwermuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet üm und üm, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden, es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut, an deiner Seite stehen. 3. Dein Schweiß wird Blut, du ringst und zagst und fällst zur Erde nieder; du Sohndes Höchsten kämpfst und wagst die erste Bitte wieder. Du fühlst, von Gott gestärkt im Streit, die Schreden einer Ewigkeit undStrafen sonder Ende. Auf dich ( Paul Gerhard.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. 276. Erforsche mich, nimmſt du der Menſchen mein und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 4. Du trägst der Missethäter Lohn und hattest nie gefündigt; du, der gerechte Gottes- Sohn; so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut, du duldest göttlich groß die Herz, und sieh, Herr, wie ichs meine. Ich denk an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit, welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht betracht und 272. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Wuth, um Seelen zu erret- die hier mich, Gott, umrinten. Dein Mörder, Jesu, get haben. Ich heul und war, auch ich; denn Gott meine Hülf ist fern; sie warf Aller Sünd auf dich, spotten mein: er flags dem damit wir Friede hätten. Herrn, ob dieser ihn befreite! Du legst mich in des Todes Staub; ich bin kein Mensch, ein Wurm, ein Raub der Wuth, ein Spott der Leute." 5. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt und doch der Größt im Herzen, erträgst du Spott, Schmach und Gewalt voll Krankheit und 8. ,, Ich ruf und du antvoll Schmerzen. Wir sahn dich, der Verheißung Ziel; doch da war Nichts, das uns gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne.d wortest nie, und mich verlaſsen Alle; in meinem Durste reichen sie mir Essig dar mit Galle. Wie Wachs zerschmelzt in mir mein Herz, sie sehn mit Freuden meinen Schmerz, die Arbeit meiner Seelen. Warum verläßt du deinen Knecht? Mein Gott, mein Gott, ich leid und möcht all mein Gebeine zählen." 6. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 7. ,, Sie haben meine Hände mir, die Füße mir durchgraben, und große Farren sinds, 9. Du neigst dein Haupt, es ist vollbracht; du stirbst, die Erd erschüttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? D, wär ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden, und deine Liebe bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie freuzige mit Sünden. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 273 pi10. Welch Warten einer mich verdienet, mich ausge= ewgen Pein für die, die dich fühnet. verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nach feinem Glauben trachten, für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn als einen Sündendiener! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Verfühner. 2. Es ist vollbracht, was er vollbringen sollen, was er als Hirte thun und leiden wollen, die Handschrift ist mit ihm ans Kreuz geheftet und ganz entkräftet. 11. Du hasts gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken; dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden frän fen. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden; dein Heil ſei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden. ( Chr. F. Gellert.) Eredu my Mel. Herzliebster Jesu, was hast. s ist vollbracht, 277.68 ist vollbracht, mein Heil ist mun erworben, mein Mittler ist für mich am Kreuz gestorben, er hat die Seligkeit für 3. Es ist vollbracht der Väter Wunsch und Hoffen, und der Propheten Wort nun eingetroffen. Gott hat dieß Opfer sich selbst ausersehen, es ist geschehen. Baters Zorn gestillet, und das Gesetz an unsrer Statt erfüllet, der Hirte hat für uns sein theures Leben dahin gegeben. 4. Es ist vollbracht, des 5. Es ist vollbracht, der Schuldbrief ist zernichtet und durch sein Blut der Friede angerichtet, Gott ist verföhnt, der Himmel stehet offen für unser Hoffen. 6. Es ist vollbracht, was er für mich gelitten: er hat auch mich erworben und erstritten, er fordert mich zu seinem Lohn und Beute, und zwar noch heute. 7. Es ist vollbracht, er wird mich auch vollenden, ich 18 274 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. überlasse mich ganz seinen kracht, und die Versöhnung Händen, so hat er einst, ist vollbracht. wenn sich mein Leben endet, mich ganz vollendet. 8. Es ist vollbracht, das dank ich dir, mein Leben, es sei dir Herz und Hand aufs Neu gegeben, gib mir nur Kraft zum Wollen und Vollbringen, laß mirs gelingen. 9. Es ist vollbracht, so sag ich, wenn ich sterbe und als ein Kind des Kindes Theil erwerbe; so ists vollbracht, ich hab ihn selbst gefunden und überwunden. ( Joh. Chr. Schipalius.) Mel. Wer nur den lieben Gott. s ist voll278. G bracht! So ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. Wort voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonnenschein verlieret sich; sein Tod, der bringet neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach; du haft den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan, Gott, nimmt uns nun noch gnädig an. mod 4. Dantvolle Thränen, neßt die Wangen; mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht. 5. O Herr, laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben; drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu er= geben und keine Schmach Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 275 dabei zu scheun. Dein Dienst, williglich soll tragen und mit meinHeiland, sei meinRuhm; Freuden; ach möcht ich doch denn ich bin ganz deinEigen- in Kreuz und Pein geduldig thum. wie ein Lämmlein ſein. 3. Ich wünsche mir von Herzensgrund für dich ge= schlacht't zu werden, und, was noch mehr, zu jeder Stund gekreuzigt stehn auf Erden; doch aber wünsch ich auch dabei, daß ich ein Lämmlein Jesu ſei. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn; so laß auch mich den Troft erfreun, es kommt das Ende meiner Pein. 8. Ja fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast, so tret ich in die Todesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht. ( Aug. Herm. Francke u. Diterich.) Mel. Machs mit mir, Gott nach. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen, laß mich veracht't, verspottet sein, ver= wundt und hart geschlagen; laß aber auch in aller Pein mich eingeduldigs Lämmlein sein. 5. Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid zur Freude nicht gelangen, weil 279. Gebulbigs du in deine Herrlichkeit ſelbſt Lämmbist durchs Kreuz gegangen; wer nicht mit dir leidt Kreuz. und Bein kann auch mit dir nicht selig sein. ( Joh. Angelus.) r Mel. An Wasserflüssen Babylon. lein, Jesu Christ, der du all Angst und Plagen all's Ungemach zu jeder Frist geduldig haft getragen, verleih mir auch zur Leidenszeit Geduld und alle Tapferkeit. 280. Gegrüßet feist 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll und leiden, daß ich mein Kreuze du, meine Kron und König aller Frommen, der du zum Trost von 18* 276 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. deinem Thron uns armen Sündern kommen. Dwahrer Mensch, o wahrer Gott, v Helfervoller HohnundSpott, den du doch nicht verschuldest; ach, wie so arm, wie nackt und blos hängst du am Kreuz, wie schwer und groß ist dein Schmerz, den du duldest! 4. Vor großer Lieb und heilger Luft, damit du mich erfüllet, drück ich dich an mein Herz und Brust, ſo wird mein Leid gestillet, das deinem Herzen wohlbekannt; und das ist dir ja keine Schand, ein krankes Herz zu laben. Ach, bleib mir hold. und gutes Muths, bis mich die Ströme deines Bluts ganz rein gewaschen haben.at Es fließet deines Blutes Bach mit ganzem vollen Haufen, dein Leib ist dir mit Ungemach ganz durch und durch belaufen. Dunumschränkte Majestät, wie kommts, daß dirs ſo kläglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Wer dankt dir deß? Wo ist der Mann, der sich, wie du für uns gethan, für dich zu sterben freue. 3. Was soll ich dir doch immermehr, o Liebster, dafür geben, daß dein Herz sich so hoch und sehr bemüht hat um mein Leben? Du rettest 281.6 betreten, Mel. Freu dich sehr o meine. olgatha wird mich durch deinen Tod von mehr als einer Todesnoth und machst mich sicher wohnen; laß Höll und Teufel böse sein, was schadts? Sie müssen dennoch mein und meiner Seele schonen. 5. Sei du mein Schaß und höchste Freud, ich will dein Diener bleiben und deines Kreuzes Herzeleid will ich in mein Herz schreiben. Verleihe du mir Kraft und Macht, damit, was ich bei mir bedacht, ich mög ins Werk auch sezen; so wirst du, Schönster, meinen Sinn und Alles, was ich hab und bin, ohn Unterlaß ergößen. ( Paul Gerhard.) nun Jesus gehet in den Tod; nunmehr ist es Zeit zu beten, es erforderts ja die Noth, da der Armen Hülf und Rath und der Wittwen Advokat, da der Waisen Stüße weichet, Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 277 die Sünde kränken, so laß mich im Glauben sehn, daß du alle meine Schuld haft gebüßet mit Geduld. Hilf auch, daß ich mich stets scheue dich zu kreuzigen aufs Neue. und der Kranken Arzt erbleichet. mm 2. Es gebühret uns zu fragen, was doch mag die Ursach sein, daß der Heiland alle Plagen und die schwere Todespein willig auf sich nimmt und geht in den Tod zur Schädelstätt? Doch was darf ich lange fragen, mein Gewissen wird mirs sagen. 3. Ich selbst bins, ich wills gestehen, ich bin Schuld an Christi Tod; möcht ich nicht vor Angst vergehen, ist wohl eine größre Noth? O verfluchte Sündenluft, die so sehr in meiner Brust hat gewüthet und gerissen, daß mein Freund hat sterben müssen. 4. Sollte nicht mein Herz zerspringen? Sollten mir die Thränen nicht häufig aus den Augen dringen? da mein Jesus selber spricht: Du, du haft mir Müh gemacht und ans Kreuzesstamm gebracht; dich der Strafe zu entbinden, Mel. Herzliebster Jesu, was haft. der du sterb ich nun für deine Sün- 282.6, bet b den. für uns dei5. Laß, Herr Jesu, dies Andenken nie aus meinem Herzen gehn, wenn mich will 6. Es soll nun mein ganzes Leben dir ein stetes Opfer sein, ich will mich der Welt begeben und betrachten deine Bein; schenk mir nur den heiligen Geist, der mich lehrt und unterweist, Golgatha erst zu betreten, wenn man will andächtig beten. und and 7. Ruh indeß in meiner Seelen, nimm mein Herz zum Grabmal ein, wenn du dieses wirst erwählen, werd ich recht getröstet ſein; wenn ich gleich noch jammervoll manchen Kreuzschritt gehen soll, so geh ich doch durch dein Leiden auf den Himmelsberg mit Freuden. ( Tob. Geißler.) ott, nen Sohn gegeben! Wer fann doch genugsam deine Huld erheben? Wie herrlich 278 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. zeigst du im Erlösungswerke Zuversicht dich meinen Va= der Gnaden Stärke. bi ter nennen und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 2. Dein ewger Sohn felbst stirbt für Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich ſelbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteststrafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was fin( Ehrenf. Liebich.) d Mel. Herr ich habe mißgehandelt. beſt du an mir und an uns 283.Gute Nacht, ihr Allen für Wohlgefallen? eitlen Freu5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäßze, bi verdient ein selbstgemachter böser Schade des Richters Gnade? 6. O, welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen? 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch ſeinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ewgen Heile, nun auch zu Theile. bi 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll den, gute Nacht, du falsche Welt! Sehet doch, welch Angst und Leiden jetzt aus= steht der Lebensheld! Wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen, und, o schnöde Welt, mit dir gehen auf den breiten Wegen der verderblichen Begier? Nein, ich will nun Jesu leben und euch gute Nacht jeßt geben. Vom Leiden und Sterben Jeju Chrift. 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, die ihr bald ein frommes Herz mit dem Ansehn könnt bethören, hebet euch nur hinterwärts; ihr sollt mich nicht mehr verblenden, noch von Jesu mich abwenden. 4. Besser ists mit Jefu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheiden und bei der gottlosen Rott hier in großen Ehren sißen und dort in der Höllen schwitzen. 5. Weg mit Hoffarth, weg mit Prangen, weg mit allem' Uebermuth; meines Heilands Haupt und Wangen triefen überall vom Blut, und dem Schußherrn aller Frommen sind die Kleider selbst genommen. 6. Ach, das Haupt muß Dornen tragen und die Glieder prangen noch; ja, der Herr muß Blöße klagen und der Knecht stolziret doch! du falsch beschöntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? 7. Weiche, Schwelgen, weiche, Saufen; denn dein 219 Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken überlaufen; wenn ich nur bedenk, wie sich auch zu ihrem großen Schaden Viel in Wolluft überladen. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge hats so gut nicht können sein; daß, als er am Kreuz nun hinge in der schwersten Todespein, er, sein mattes Herz zu laben, möcht ein Tröpflein Wassers haben. 9. Drum geb ich euch schnöden Sünden hiermit nochmals gute Nacht; weichet fern und bleibt dahinten, ihr habt Gott die Angst gemacht, daß er klaget ohne Maßen: Wie sein Gott ihn hab verlassen. 10. Daß der Lebensherr verstirbet, und daß er ein Fluch jetzt ist, der den Se= gen uns erwirbet, das foll mich zu jeder Frist von der Sündenbahn abschrecken und zur wahren Buß aufwecken. 11. Habe Dank, o Freund der Seelen, für die Angst und Traurigkeit, für die Striemen, Noth und Quälen für des Todes Bitterkeit, 280 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 12. Gib, daß wir forthin bereuen unsrer Sünden schwere Last, und die Strafe nicht erneuen, die du jeßt bezahlet hast, sondern dir uns ganz ergeben und nach deinem Willen leben. Mel. ( Joh. Heinr. v. Hippe.) Haupt voll Blut umb. err Jesu, wie 284. H geduldig gebft du du zu deinem Tod, da doch ganz unschuldig, und hattest es nicht noth; ach, gib doch in mein Herze ein'n folchen Sinn und Muth, daß ich willig verschmerze, was du schickst mir zu gut. 2. Behüte mich vor Sünden, daß nicht um Uebelthat ich Strafe muß empfinden; sonst wo es gleich dein Rath, daß ich um deinetwegen sollt leiden Schmach und Tod, hab ich nur deinen Segen, acht ich nicht Schand und Spott. 3. Warum sollt ich mich scheuen, den Leib zu strecken hin? Vielmehr würd ich mich freuen, der ich nicht würdig bin dein Kreuz dir nachzutragen, das meine größte Ehr, darüber nur die klagen, den'n der Tod dünkt zu schwer. 13d das Leiden, das bitter, scharf 4. Schenkst du voll ein und herb, so steht Trost auf der Seiten die Fülle; wohl, ich sterb, wie's, Jesu, dir beliebet, wie mirs am besten ist; den Kelch dein Hand mir gibet, du brauchst kein arge List. 5. Wer stirbt in ſeinen Sünden, erbittert und erblaßt, wenn ihn die Henker binden, und drückt der Sünden Last das bellende Gewissen zeigt ihm den Marterort, und ob es lang gebiſsen, so fährts doch ewig fort. 6. Gar anders ists beschaffen mit dem, der Jeſum liebt; ihm ists, als geht er schlafen, drum ist er unbetrübt, wenn er dies zeitlich Leben, ja, Glieder, Haupt und Blut soll Gott zum Lob hingeben, er bleibet wohlgemuth. 7. Herr Jesu, wenn du beibest in mir beim Todesdesstreich), mir alle Angst Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 281 vertreibest und nimmst mich und mein Verdienst darniein dein Reich, so kann mir der. Es stürzt mich tief ja nicht schaden die ärgste und es erhebt mich wieder; Todesart, sie mußdurch Got- lehrt mich mein Glück, macht tes Gnaden ſein meine Him- mich aus Gottes Feinde zu melfahrt. Gottes Freunde. 970 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. ( Joh. Kasp. Schade.) Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 285.H( err, stärkemich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unser Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott unsGnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich) stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich ge= treu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich 282 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dan 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, fie meine Brüder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten! 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreu zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 16. Unendlich Glück, du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem thenren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben; so werd ich dort, von Herrlichfeit umgeben, einst ewig le= ben. nae 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so ſei mirs Stärke. 20. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thor= heit werden, so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 283 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlet der Herr, der gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böselebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgan= gen, Gott wird gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden! Dafür hätt ich dort inder Hölle müssen ewiglich büßen. dary 21. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehret, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. and ( Chr. Fürchtegott Gellert.) id In eigner Melodie. 286.5 erzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, gegeißelt und mit Dornen scharf gekrönet, mit Essig, als man dich ans Kreuz gehenket, wirst du getränket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 7. O große Lieb, o Lieb ohne alle Maße, die dich ge= bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herze mag ihm dies ausdenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen! Wie kann ich 284 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. dir denn deine Liebesthaten Jesu, wird vor deinemThrone im Werk erstatten! sjid bod auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn Alles wird wohl klingen, Lobund Danksingen. ( Joh. Heermann.) 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüfte dämpf und zähme, daß sie aufs Neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 150 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb an dich die Welt für Nichtes achten. Ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dirzu Ehren Alles wagen, kein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, Nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies Alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite seßen, in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschä Du 15. Wann dort, Herr men. Met. Es ist gewißlich an der zc. 287.3d banke bir für Sheinen deinen Tod und die gehäuften Plagen, die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, haftertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein ein Trost für meine Seele sein, wenn mich die Sünden fränken. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget., wende dich zu mir, mein Gott, mit Trost in meiner letzten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke. 3. Erhalt indeinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sei dein theuerwerthes Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, ſo nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir lebe. ( Nach Joh. Angelus.) Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 285 Mel. Christus, der uns. hi was Gott selber büßen mußt 288.Jeſu, deine Baf mit so großem Leiden? will ich jetzt bedenken, wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild jetzund erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu ſein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seelesehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzes= Schande, deine Geißel, Dornenfron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, und den Leib voll Schrunden. hat gemartert dich, nicht das Heid'n- Gesinde. 5. Wann mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle; dich und deine Pasfion laß mich gläubig fassen. Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich haffen. d4. Jeſu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, 6. Gib auch, Jeſu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demuth von dir lern und Geduld in Plage; daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen bessern Dank ich dorten geb- Jesu, dir ge= fallen. De ( Sigismund v. Bircken.) 3. Doch, laß mich so nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach sein und die Frucht verstehen. war auch ich, ich und meine Sünde; dieſe 289.Je bent, inst bit aismid 152 Mel. Freu dich sehr, o meine. deine fen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs= und Seelen- Noth, fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die er= laubet meinem Herzen, mit der Sünde nicht zu scherzen. - 286 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 12. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird Alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, baldmuß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da Nichts ist als Jubiliren: alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centner- Last, die du ledu( Joh. Heermann.) ausgestanden hast, so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. Mel. Christus, der uns. eſu, 4. Ja, für Alles, bas 290.* Je, miner Seelen Licht, Freude meiner Freuden, meines Lebens Zuversicht, nimm doch für dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immer mehr dir bringen kann in der Schwachheit Höhle. mich deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, frieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestor ben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil, deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im leßten Kampfund Streit. Ich verberge mich in dich. Welch Feind kann verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 2. Ich erwäg es hin und her, was dich doch bewogen, daß du so viel Herzbeschwer haft auf dich ge= zogen; daß du Angst, Gewalt und Noth, Schläg und Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 287 Hohn und Banden, Läste- Fried und Heil gebracht; rung und Kreuz und Tod drum will mir geziemen, willig ausgestanden. deine starke Liebesmacht ewiglich zu rühmen. 3. Gottes Wohlgewogenheit, Vaterlieb und Güte, deine Herzens- Freundlichkeit und dein treu Gemüthe, Jeſu, hat es ausgebracht, daß kein Mensch verzaget, wenn der Sünden Meng und Macht die Gewissen naget. 4. du wunderbarer Rath, den man nie ergründet! D, der unerhörten That, die man nirgend findet; was der Mensch, der Erden Knecht, tropig hat verbrochen, wird an Gott, der doch gerecht, durch und durch gerochen. 5. Meine wilde Schandbegier hat dich so zerschlagen, diese Krankheit hab ich dir, Jesu aufgetragen; meine Schuld und Missethat hat dich so verbürget, bis sie dich auch endlich hat unrecht hingewürget. 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht verbunden, liegt auf dir nun ganz und gar, und durch deine Wunden wird uns 7. Laß doch dieser Sicherheit gleichfalls mein Gewissen zwischen Angst und Tod und Streit fräftiglich genießen. Ach, ach, meines HerzensHerz, wirfdurch deine Schmerzen meine Schmerzen hinterwärts, fern aus meinem Herzen. 8. Und wie schnell mein Herz erschrickt über Straf und Sünden, so schnell werd es gleich erquickt mit den Gnadenwinden. Jesu, sich, ich falle dir mit zerknirschter Buße und mit Besserungsbegier glaubensfühn zu Fuße. 9. Nun, ich weiß, worauf ich bau und bei wem ich bleibe, welchem Fürsprech ich mich trau und an wen ich glaube. Jesu, du bist es allein, der mich hält und schüßet, wenn gleich alle Höllenpein auf mich schießt und blißet. 10. Ich will, weil ich mit dir frei werd im Himmel 288 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. erben, Herr, in deinen Ar- mit Fluch belegen. Taumen treu leben und auch sterben, bis man fröhlich sagen wird nach den TodesBanden: Sieh, dein Bräutgam und dein Hirt, Jesus ist vorhanden. ( Heinr. Held.) 291. In eigner Melodie. reſu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendinal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. send, tausendmal ſei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh; ach du hast zu meinem Segen lassen dich Was 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen angefrönet. hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenkron aufseßen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, zur Befreiung meiner Pein; fälschlich las sen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott undHohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich 6. Du hast dich in Noth Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, haft du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal seidir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 289 3. Ja, so wir versöhnet sind, weil der Sohn sich hingegeben, so wird das erstandne Kind noch vielmehr uns durch sein Leben selig machen, die er Brüder heißt und seines Leibes Glieder. Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt Alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dirvon Herzen, Jesu, für gesammte Noth; für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. ( Ernst Christoph Homburg) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 5. Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Himmel oben; siehe, wie die Sünd allhier noch in uns will immer toben. Laß den Herrn den Geist uns geben, daß wir in dir ewig leben. ben, hat bezahlt am Kreu-( Joach. Just. Breithaupt.) 292.J esus Christus, GottesLamm, ist für unsre Schuld gestor= zesstamm und die Freiheit uns erworben. Sünde wohl bereuet, durch Christi Tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die Liebe ist, preiset seiner Liebe Wunder, daß sein Sohn, Herr Jesus Christ, starb für alle Feind und Sünder; sind wir durch dies Blut Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. 4. Aber nicht alleine dies, sondern weil wir sind im Sohne, welcher selbst den Sündenbiß heilet, daß er in uns wohne; ei, so rühmen auch wir Sünder, daß wir nun find Gottes Kinder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Wer bie 293. Liebster Heiland, wird Ach, so schenke mir dein Leiden! Ich muß auch gestor= ben sein und dein Tod ge= hört uns beiden. Darum rechne mir es an, was du selber hast gethan. 2. Tod und Hölle macht mir heiß; hilf doch ihren Rachen stopfen. Und von 19 290 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. deinem Todesschweiß gib mir die blutrothen Tropfen, daß sie künftig auch einmal lindern meine Todesqual. ni 3. Nimm die Ketten und das Band, wenn dich deine Feinde binden, und zerreiß mit starker Hand das Gefängniß meiner Sünden, daß ich ewig los und frei unter allen Feinden sei.ide 4. Caiphas und sein böser Rath suchen lauter falsche Klagen. Was mein Herz verbrochen hat, will ich ungeheißen sagen. Hilf mir nur auf deinem Thron, o du großer Gottessohn. Geißeln schlagen. Kröne mich mit deinem Gut, hilf mir auch mein Krenze tragen. Und so oft ich denk an dich, laß mich weinen über mich. 7. Züchtige mein Fleisch und Blut, wie sie dich mit 8. Stille bei mir allen Schmerz, den du selber haft empfunden. Labe mein verschmacht'tes Herz, heile mich durch deine Wunden. Wasche mich mit deinem Blut, freuzige den bösen Muth. 9. Mein Gott, mein Gott, laß mich nicht, ich befehlam lezten Ende mit gewisser Zuversicht meinen Geist in deine Hände! Hilf mir sagen: Gute Nacht, Gott sei Lob, es ist vollbracht. 5. Petri Mund verleugnet dich, aber uns wirst du bekennen; drum erlaube, daß ich mich darf nach deinem ( Kasp. Neumann.) Mel. Freu dich sehr, o meine. Namen nennen. So will 294. Liebster Jefu, ich denn ganz allein dein und keines Andern sein. 6. O du Wunder der Geduld, wende von mir Gottes Rache. Denn du leidest ohne Schuld, hilf nun auch der bösen Sache und vertritt mich im Gericht, wenn mir Gott das Urtheil spricht. zen, deines Lebens schwere Zeit, gehen mir sehr tief zu Herzen, deines Todes Bitterkeit, kränket mich bei Tag und Nacht, weil ich dich dazu gebracht, daß du wegen meiner Sünden solche Marter mußt empfinden. 2. Du, mein Jesu, wirst gebunden, bald verspottet, Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. 291 deine Schande hilsst du mir zum Ehrenstande. bald verspeit, und noch mehr, als alle Stunden, wird dein Leiden dir verneut. Dein Gefängniß macht mich los, deine Schande macht mich groß. Dein betrübtes schweres Leiden schaffet mir des Himmels Freuden. il 3. Was für Speichel, was für Schläge fliegen dir ins Angesicht! Jesu, meine Lasterwege haben dir das zugericht't. Du erträgest Angst 7. Jesu, deine Schmerund Weh, daß es mir nur wohlergeh, und daß mir nach deinen Schlägen blühenmöge Trost und Segen. 4. Ach, du König aller Ehren, du geliebter Gottessohn, was mußt du für Spott anhören? Kreuz und Dornen sind dein Lohn, Speer und Nägel sind dein Dank, zenswunden helfen meiner Krankheit ab, meine Sünden sind verschwunden und verscharret in dein Grab. Sünd und Krankheit werd ich los, weil man dich ins Grabverschloß; deine Striemen, Qual und Wunden haben mir mein Herz verbunden. Gall und Essig sind dein 8. Tod und Teufel sind Trank, und so läsfest du dich quälen, daß mir Labsal nicht soll fehlen. 5. Du stehst da mit bloBem Leibe, trägst ein altes Purpurkleid, daß ich angekleidet bleibe, würdig sei zur Seligkeit! Ach, dein Purpur schmücket mich, ewig anzuschauen dich, und durch alle gestorben, Kreuz und Leiden sind versüßt, Heil und Leben find erworben, Jesu, weil du so gebüßt; weil du dich für mich verbürgtundam Kreuze wirst erwürgt, bleibe mir, wenn ich gleich sterbe, das erwünschte Lebenserbe. 6. Jesu, deine Dornenspißen haben dich so sehr verleßt, daß dein Haupt ist voller Rißen und dein Leib mit Blut beneßt. Deine Dornen und dein Blut schüßen vor der Höllenglut; ja, dein Blut und Dornenkrone helfen mir zum Himmelsthrone.& hind 9. Nun, o Jesu, laß dein Leiden, deine Marter, Kreuz 19* 292 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Abescheiden meiner Seelen 296. Mein Gott, bu und Pein, dein betrübtes Mel. Wer nur den lieben Gott. du Labsal sein! Deine Wunden, Blut und Tod helfen mir in meiner Noth, und verschleuß in meinem Herzen, liebster Jesu, deine Schmerzen! wirst mich nicht verlassen, denn ich verlasse mich auf dich; du solltest mich zwar billig haffen, dieweil ich oftmals freventlich mein weltgesinntes Herz verstockt, ob du mich gleich zu dir gelockt. * 295. He Chrift, ( Sal. Liscovius.) Mel. Nun laßt uns den Leib. err Jesu dein theures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmels- Freud eingehn. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein.( Joh. Olearius.) 2. Doch sieh, ich bitte meine Sünden dir mit zerknirschtem Herzen ab. Laß mich in Jesu Gnade finden, in Jesu, der sich für mich gab und viel Vergebung mir erwarb, als er am Kreuze für mich starb. 3. Dort rief er kurz vor dem Erblassen: Mein Gott, mein Gott, ach hättst du mich noch jeßt beim Lebensschluß verlassen? Nein, Vater, ich vertrau auf dich). Laß mich, denn groß ist meine Bein, vom Kreuze bald im Himmel sein. 4. Nun höre, Herr, ach, was ich bitte! Ich bitte durch dies Angstgeschrei, und das, was Jesus damals litte, steh mir in meinen Nöthen bei; du weißt gar wohl, was Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 293 mir gebricht, verlaß, verlaß jener Seligkeit versüße mir mich Armen nicht! das größte Leid. 5. Verlaß mich nicht in meiner Seele, wenn mich begangne Sünde schreckt; dein Wort, das sei, wenn ich mich quäle, was Trost und Muth in mir erweckt. Versichre mich durch deinen Geist, daß du mein Gott und Vater ſeiſt. 9. Verlaß mich nicht in meinem Sterben! Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht, reiß meine Seel aus dem Verderben, nimm meinem Tode seine Macht und trage durch der Engel Hand den Geist zu dir ins Vaterland. 6. Verlaß mich nicht, hilf meinem Leibe, bricht schwere Krankheit bei ihm ein: dann, Vater und mein Arzt, verschreibe die Mittel, die ihm heilsam sein, und brauch ich was, so lege du der Arznei deinen Segen zu. 7. Verlaß mich nicht in meinem Leben, wirf mir die Lebensnothdurft zu, laß mich nach wahrer Tugend streben. Hilf, daß ich nie was Böses thu; mein Leben sei in allem schlecht, gottſelig, züchtig und gerecht. 10. Verlaß mich nicht in meinem Grabe, erwecke mich durch deinen Sohn! Wenn ich genug geschlafen habe, hilf mir vor Christi Richterthron und laß mich drauf verklärt und schön mit Leib und Seel in Himmel gehn. 11. Alsdann will ich dir Ehre bringen, und mit der frohen Himmelsschaar ein unaufhörlich Danklied fingen, daß du auf Erden immerdar mich aus der schwerenSorgenlaft erlöst und nie verlassen hast. ( 3. G. Kästner.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 8. Verlaß mich nicht in 297. Mein Heiland meinem Leiden, laß mich kein Kreuz von deiner Huld und deiner Vaterliebe scheiden! Gib Leidenskraft, Müth und Geduld. Die Hoffnung hat Blut vergossen für dich und mich und alle Welt, der Gnadenstrom ist nun geflossen, das allgemeine Lösegeld. Ach, Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 294 dieses unschäßbare Blut macht unsre böse Sache gut. 2. Kein Gold und Silber konnt erretten und uns von Gottes Zorn befrein; wir würden in des Satans Ketten in Ewigkeit geblieben sein. Allein nun kommt das höchste Gut, Gott selbst wird Mensch, vergießt sein Blut. 3. Das Lamm, das nie ein Fehl beflecket, das heilig und unschuldig war, das Adams Gift nicht angestecket, das bot sich für uns Sünder dar. Das Gottes- Lamm vergoß sein Blut und macht nun Alles, Alles gut. 4. Der Hirte wird ans Kreuz geschlagen, da rief er aus: Es ist vollbracht! Da wollt er unsre Sünde tragen, da sahn wir seiner Liebe Macht, die so viel an den Sündern thut, da, da floß sein Versöhnungsblut. 5. Das schrie am Kreuze schon um Gnade und forderte Barmherzigkeit; so wurd, o Mensch, dein Sündenschade geheilt und auch dein Herz erfreut. Ach, dieses theure werthe Blut, das redet noch, nur uns zu gut. 6. Das hieß wohl recht die Heerde lieben, da er, der Hirte, selber starb, und Sündern, die ihn doch betrüben, ein unaussprechlich Heil erwarb. Er stirbt ja selbst, es fließt ſein Blut. Sagt, ist der Hirte nicht recht gut? 7. Nun kann uns Gott die Schuld vergeben, weil du, mein Heil, gekreuzigt bist. Nun muß der arme Sünder leben, weil Gott mit ihm versöhnet ist. Nun machet des Erlösers Blut den größten Sündern einen Muth. 8. Ich bin gerecht durch Jesu Wunden, sie sind die Freistaat auch für mich, ich habe mich darein gefunden, ich glaub, o Herr, ich liebe dich, denn es ist durch dein eignes Blut auch meine böse Sache gut. 9. Nun dadurch werd ich überwinden, wenn einst die letzte Stundeschlägt, da wirst du mich und ich dich finden, den Hirten, der in Himmel trägt. Da seh ich dich, mein höchstes Gut, und dein verklärtes Gottesblut. am Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 295 Herr und Aeltster beiner. unfre Hände ein, uns auf * 298.Marter Got deine Marter zu verbinden, tes, wer kann dein vergessen, der in dir sein Wohlsein sindt? UnserHerze wünscht sich unter dessen stets noch mehr zum Dank entzündt. Unsre Seele soll sich daran nähren, unsre Ohren nie was Liebers hödir auf ewig treu zu ſein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! ( E. R. v. Zinzendorf.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier ren; alle Tage kommt er mir schöner in dem Bilde für. 299.* M eine Meine Seel ermuntre Mel. 2. Tausend Dank, duunser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, daß du unter Martern, Angst und Schmerze haft genug füruns gethan. Laß dich Jedesum so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. 3. Meine franke und bedürftge Seele eilt auf deine Wunden zu; denn sie findt in deiner Seitenhöhle Trost und Labsal, Fried und Ruh. Laß mich nur die Kreuzesluft anwehen und dein Marterbild stets vor mir stehen, so geht mir bis in mein Grab Nichts an Seligkeiten ab. 4. Die wir uns allhier beiſammen finden, schlagen dich, deines Jesu Lieb be= denke, wie er für dich gibet sich, darauf deine Andacht lenke, ach, erwäg die große Treue und dich deines Jeſu freue. 2. Sieh, der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Bein ewig leiden in der Hölle, und von Gott verstoßen ſein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn 296 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz; wie sollst du dich recht anstellen? Jesu Leiden ist kein Scherz, seine Liebe kein Verstellen; denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. 6. Ich kann nimmer, nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbindt mich allzusehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und wohl gar mit Sünd betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen, mein Schluß ſei nun fest gericht't, einen andern Weg zu gehen, darauf ich mir Jesum suche und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muß ich hier und dort von dem sein gescheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dirzu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck geseßet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverleßet, was du liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betrüben. 11. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel, wenn du schlägest, halt ich still; dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben, darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, deß ich sei, Nichts soll mich von Jesu treiben; du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schonjezzo hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Je= fu, recht verbinden. Schenkst Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 297 du schonsoviel auf Erden, ei meiner Brust von Welt und was will im Himmelwerden! ihrer Sündenlust. 14. Was für Lust und Süßigkeit, was für Freud und Jubiliren, was für Ruhe nach dem Streit, was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. 15. Ach, ich freu mich alle Stund auf dies freuden volle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o Jesu, hafts gegeben; nur im Glauben laß michs halten, und dein Kraft in mir stets walten.( Joh. Kasp. Schade.) 3. Geht demnach hin, ihr eitlen Sünden, mein Herz erwägt die Leidenszeit, und sieht, was Jesus muß empfinden, damit er meine Seligkeit, darum mich Adam hat gebracht, durch seinen Tod nun gut gemacht. mi 4. Kreuz, Marter, Spott und bittres Sterben geht er gar gern und willig ein, damit ich nur den Himmel erben und ewig möge selig sein. Wer diese Wohlthat nun vergißt, der nennet sich zum Schein ein Christ. Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Halt, Seele, den, der 300, Mein ein Jesus dich geliebet und weder Qual Mein Jefus geht zu seinem Leiden, mein Jesus gehet in den Tod! Drum gute Nacht, ihr eitlen Freuden, mein Herz betrachtet, Christi Nothund die fürmich erlittne Pein, darum kann es nicht freudig sein. noch Tod gescheut, halt fest den, der sein Leben gibetfür dich, damit du jederzeit auf Gegenliebe seist bedacht, drum gib den Sünden gute Nacht. 6. Ach, Jesu, wie soll ich dir danken für alle deine Angst und Bein! Ich irre noch in Lebensschranken und will doch gerne bei dir sein. Drum ändre selbst mein Herz und Sinn, damit ich dir ergeben bin. 2. Mag doch die Welt in vollen Freuden verblen det zu der Hölle gehn, ich labe mich an Jesu Leiden und bleib bei seinem Kreuze stehn, es wohnet Nichts in 298 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 67. Mein Herz soll dein geliebtes Lieben niemals vergessen und dabei sich auch im Kreuz geduldig üben, damit ich dir was ähnlich sei; ist doch das Leiden dieser Zeit nichtwerth der künftgen Herrlichkeit. in 106 8. So stirb, mein Herz, nun allen Sünden, stirb Ungeduld und Lastern ab, will sich der alte Adam finden, so denk an Christi Kreuz und Grab und an die schwer er littne Pein, so wirst du einstens selig sein. ist HUR ( Tob. Geißler.) Mel. Wer nur den lieben Gott. 301. Mein Jefus auch mein Tod sei. stirbt! Was ( Benj. Schmold.) soll ich leben? Mein Haupt Mel. Alle Menschen müssen sterben. erblaßt! Wo bleibt sein 302. bu Liebe mei du Glied? Ach, ich ihm den Geist nicht geben, da jeßt sein Geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir, mein Jesu, stirbt du auch mit mir. ner Du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtschafeingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Ach, Jesu, Jesu, laß mich nicht, wenn mir der Tod das Herze bricht. 3. Mein Jesus neigt ſein Haupt zur Erden; Welt, gute Nacht, ich scheide mit. Soll Jesus eine Leiche werMalden, was scheu ich denn den letzten Tritt? Ich küsſe ſeinen blassen Mund. Erstirbt, so sterb ich auch jegund. sils 4. Mein Jesus wird ins Grab versenket: D, legt ihn in mein Herze hin! Und daß es immer drangedenket, daß ich mit ihm gestorben bin, so seßt mir diese Grabschrift bei: Daß Jesu Tod 2. Mein Jesus stirbt, die Augen brechen! Ach, nimm den letzten Blick von mir! Sein Mund verschmacht't! Was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist Jesus hier! Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 299 unaufhörlich fest geliebt; blutverwundten Herzen sanft Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. plo3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört. Liebe, die mit Angst und Schmerzen auch der strengste Tod versehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Athem endt. Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuleßt umfangen wollt! Liebe, die aus Liebs- Erbarmen mich zulegt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die ſelbst ſtarb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienſt vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als ſeine Braut, unaufhörlich sich verbunden und auf ewig anvertraut. Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein, in dem in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich ge= storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben! Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du! Wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seite ruh. 7. Liebe, die sich todt gefränket und für mein erfaltes Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann und der Seele Heilerworben. Nimm mich, liebster Jesu, an. di ( Adam Drese.) Mel. Mein Jesu, dem die 2c. 303. großer Gott, du Gott der Liebe, du thust, was nie ein Mensch gedacht, du schenkst, nach deinem Vatertriebe und nach der großen Liebesmacht, uns Sündern, ja uns deinen Feinden, von deinem hohen Himmelsthron selbst deinen eingebornen Sohn, der machet uns zu deinen Freunden. 2. So macht es Gott in 300 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. ich will in ihm auch leben, ruhn. Hier ist mein Herz, hier meine Glieder, hier ist mein Gott ergebner Sinn. seinem Lieben: Der Mittler mir immer treu geblieben, stirbt, der Sünder lebt! Das heißt wohl recht Erbarmen üben, das ists, was Gottes Ruhm erhebt, das übersteigt der Menschen Denken, die Liebe wird hier gar zu groß, sie bindet sich und läßt uns los, uns Sünder, die sich täglich kränken. Liebe, nimm das Opfer hin! Ich gebe mich dir ewig wieder. 3. Wer kann die Höhe wohl erreichen, auf welche Gottes Liebe steigt? Wer mag solch Lieben wohl vergleichen, da Gott sich zu uns Feinden neigt? Nun muß man Gottes Liebe preisen, da Christus für die Sünder stirbt und Sündern Gnad und Heil erwirbt. Was kann ich dafür Gott erweisen? 6. So lange sich mein Herz beweget, ein Tropfen Blut in Adern wallt, solange sich die Zunge reget, so sing ich, daß die Luft erschallt von diesem großen Liebeswerke, ich lob und lieb und ehre dich, dich Jesum, der du starbst für mich. Ach, gib mir dazu Kraft und Stärke. 4. Er hat mich, seinen Feind, geliebet, er hat es je und je gethan; eh ich was Gutes ausgeübet, sah er mich schon erbarmend an. Er sah mich fast im Blute sterben, ihn jammerte mein Sündenschmerz, er gab den Sohn, es brach sein Herz, der starb 7. Und wenn ich einst zu dir erhoben, und auch aus Gnaden selig bin, so will ich noch viel besser loben, nimm meine Seele bald dahin, dann will ich tausend Dank erweisen, dann stimmt der ganze Himmel ein: Das Lamm soll angebetet sein, wir wollen seine Liebe preisen. ( Joh. Chr. Schipalius.) Mel. Herzlich thut mich 2c. und riß mich vom Verderben. 304. Haupt voll 5. Ach, sollt ich ihn nicht wieder lieben? Ja, ja, ich will, ich muß es thun; er ist Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zu Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. 301 gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Koft, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. Spott gebunden mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret, gegrüßet feist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonstschrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit? Wie bist du so erbleichet; wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, derrothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen. Des blaffen Todes Macht hat Alles hingenommen, hat Alles hingerafft und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du Herr erduldet, ist Alles meine Last: ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts 6. Ich will hier bei dir stehen. Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht! Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben! Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ach, gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll 302 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. leiden, so tritt du dann herMel. In allen meinen Thaten. für! Wennmiram allerbäng- 306.9 Wekt, sich hier sten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten, kraft deiner Angst und Pein. dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehrenläßtwillig sich beschwe= ren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus ſeinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzernach dem andern quillt. T 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. ( Paul Gerhard.) Paul Gerhard.) 20 sursor In eigner Melodie. Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet! Allzeit erfunden duldig, wiewohl du warst verachtet: All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jeſu. 305.9 2. D Lamm Gottes unschuldig 2c. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes unschuldig zc. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! ( Nicol. Decius.) 3. Werhatdich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterhéer. bild 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. und was du ausgestanden, das hat verdienet meineSeel. 6. Dunimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, deinSchmerzen muß mein Labſal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest Alles mit Geduld. 8. Duspringst ins Todes Rachen mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; mein Sterben nimmst du abe, vergräbst es in dem Grabe. O, unerhörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Chr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und 303 Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. sin 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir ſein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn; wie grauſam seine Ruthen, wie zornig seine Fluthen, will ich aus deinen Leiden sehn. 13. Ich will daraus studiren, wie sich mein Herz soll zieren mit stillem sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. Hirt oms 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich, das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und ewiglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen was meinem 304 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Fleisch gelüst't; was deine nicht verloren bin, gibst du Augen hassen, das will ich dich ans Kreuze hin. Lau end fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von dem Kreuzes= stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz sezet mich in tausend Schmerz. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel Tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. ( Paul Gerhard.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 307. Seele, geh auf Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein, o, so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach, der übergroßen Noth, es ist gar mein Jesus todt! 3.D, Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hatt ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet; daß ich 5. Ich kann nimmer nimmermehr diese Plagen dir vergelten! Du verbindest mich zu sehr! Schenk ich dir gleich tausend Welten, ach, das wäre nicht genung nur für deinen Gallentrunk. 6. Nun ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, lei= dend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Noth und Kreuz verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft't, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen! Laß mich dich, du höchstes Gut, immer Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 305 so zerschlagen! Alles was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. lieblich Bild, schön, zart und mild, du Söhnlein der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut ohne Reu anschauen. vor den Augen sehen! Führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur ſeliglich. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht.( Benjamin Schmolc.) du mont In eigner Melodie. 308.5 Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, Gott ſelbst liegt todt, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenfind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Misſethat warest ganz vernichtet. 7. O, selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der lichkeit wird ins Grab gesenfet. ( Joh. Riſt.) chin Mel. Herzliebster Jesu, was hast. ei hochgeprie309.fen, Herr, fürs deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben bay zu geben. moniad 4. Dein Bräutigam, das Gottes- Lamm, liegt hier mit 2. Fürwahr du trugeft Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. unsrer Sünden Schmerzen D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen; du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 20 5. O, süßer Mund, o, Glaubensgrund, wie bist du 8. D, Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. 306 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 3. O, laß dies Heil doch auch mein Erbe werden. Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohlwahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O, stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. ( Nach Joh. Anast. Freylinghausen.) Mel. Zion klagt mit Angst und 2c. 310.Seimir tausend= mal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet, das, womit ich dich betrübt! Ach wie ist mir doch sowohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz' und füsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurrothen Flüsse deiner Füß- und Nägelmaal. O, wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft't, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin. Nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich nezzen, wird sich all mein Jammer seßen. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti: 307 4. Schreibe deine blutgen 3. Behüt uns auch vor Wunden mir, Herr, in das Sünd und Schand, reich Herz hinein, daß sie mögen uns dein allmächtige Hand, alle Stunden bei mir unver- daß wir im Kreuz geduldig gessen sein. Du bist doch sein, uns trösten deiner schwe= mein schönstes Gut, da mein ren Pein; ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich halten auf das Best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selbsten freundlich an von dem In eigner Melodie. hohen Kreuzesbaum und gib 312. W enn meine Sünd'n meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Traurenschwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. ( Paul Gerhard.) and Tout 119076) dili mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des Mel. Herr Jesu Christ, wahr'rzc. 311.Wir danken bir, heiligen Kreuzes, auf dich genommen hast. Herr Jesu Christ, daß du für uns gesto bist, und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für ſeinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich ver= lornen Menschen gegeben in den Tod. 2. Und bitten dich, wahr'r Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wundenroth, erlös uns vom ewigen Tod, und tröst uns in der letzten Noth. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. jaluch) ( Christoph Vischer.) 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei 20* 308 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. aus reiner Lieb allein. Gott in Gnaden, die Schuld und, wie du mir erwiesen, ist allzumal bezahlt durch Chrifti theures Blut, daß ich 8. Laß endlich deine Wunnicht mehr darf fürchten der den mich trösten kräftiglich in Hölle Qual und Glut. imeinen letzten Stunden und 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lobund Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur tran, du werdest mich annehmen, daß ich dichy ewig schau. 5. Herr, laß bein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden diesündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, solls auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne dieſe Welt, und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn Eigenmuß und Heuchelschein, ( Justus Gesenius.) Sesten 198 sundh Mel. Kommt her zu mir. 313.ir banken dir für deinen Tod, Herr Jeſu, und solch große Noth, die du um unsertwillen erlitten hast, denn sonst fürwahr kein Opf'r im Himm'l und Erden war, das Gottes Zorn konnt stillen. 2. D Gottes Lamm, Herr Jesu Christ, der du für uns geschlachtet bist, und ein Sühnopfer worden, dadurch haft alle Sünd und Schuld für uns bezahlt in großer G'duld, wehrs Teufels Lügen und Morden! 120 ani dinsite 3. Erhalt vor ihm dein Kirch und Wort, daß hier zeitlich und ewig dort geheiligt werd dein Namen; dein Von Christi Tode. Leiden, Kreuz und bittrer Tod sei unser Trost in aller Noth; nadsgran alisa mism antud id 8. sid tant en todining wisd 102 79768 nad tonf finchi usde and rim 190, do 2 and XII. Von Christi Tode.mp Tu si mund dor romise nstig. Mel. Ich hab mein Sach. 314,9 un ist es Alles wohl gemacht! malang Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, das niemals verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit Keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht; die Welt deckt Nacht; denn Gottes Sohn wird umge= bracht. 309 Herr Christ, das hilf uns Amen.( Nit. Hermann.) 1063.0 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt. Die Felsen bersten, Alles schreckt. Die freudenlose Kreatur flagt jezzo nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst, hast du es gnug bedacht? du hast den Herrn ans Kreuz gebracht, ihm, der für dich sein Leben gab. Folg in sein Grab und stirb dem Sündengreuel ab. 6. Ach, Vater, ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn; nun ist kein Zweifel, deine Huld tilgt meine Schuld und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zu Grabe gehn und, wo die Un= schuldbleibet, sehn; sein Tod soll meine Zuflucht sein, auf ihn allein schlaf ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, 310 Von Christi Tode. nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst!.nak 9. Tödt, Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch findt von böser Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, gibt mir auch Kraft zu einer guten Ritterschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorsaß mich. Ich seze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort; der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank ich gnug, dir, Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist? Dich preis ich auch in Angst und Leid, doch nach der Zeit noch würdger in der Ewigkeit. ( Nach Laur. Laurenti.) nach vieler Pein, du meines Lebens Leben; dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. isted side Ydian Jull hot ansambli him dsds bid nd yoga 3. Ach, bist du kalt, mein Aufenthalt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das falte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. OLebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft er= schrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod, Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird gider auferstehen, und in ganz Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. verklärter Zier aus dem Grabe * 315.Someine 315.So rubeft bu, geben. Ruh, in deines Grabes Höhle und erweckest durch den Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. ( Sal. Franck.) TH109 A 850 broad toimmilé o tim jzjolog Von der Auferstehung Jesu Christi. XIII. Von der Auferstehung Jesu Christi. Mel. Jesus meine Zuversicht. hat aus des Grabes Nacht 316. Auf, mein Herz, neues Leben mitgebracht. des Herren Tag hat die Nacht der Furcht ertrieben; Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. Nunmehr bin ich recht getröst't, Jesus hat die Welt erlöst! 5. Sterbe, wer dasterben kann, Jesum muß ich doch behalten; keine Schwermuth sicht mich an, ob die Meinen auch erkalten. Wenn man alle Welt begräbt, weiß ich doch, daß Jesus lebt. 2. Er ist Gottes ewger Sohn; ewig sei er auch ge= priesen! Seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß; doch, wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern Bürgenlos, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt und wir sind mit Gott versöhnt. 311 4. Sterben warder Sünden Sold. Nun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er 6. Ja, wenn Gott mich selber ruft, wenn auch ich soll einstens sterben, fürcht ich mich vor keiner Gruft; Jesu Himmel werd ich erben. Dieser Helfer hat mit Macht Heil und Leben wiederbracht. 7. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 8. Herr, dies glaub ich, dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; 312 Von der Auferstehung Jesu Christi. denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dankdafür. ( Nach Kasp. Neumann.) In eigner Melodie. 317.*[ uf, auf, mein Herzmit Freuden, nimm wahr, was heut geschicht, wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereiſt. 2. Er war ins Grab ge= senket, der Feind trieb groß Geschrei, eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft: Victoria! schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht aufdem Grabe und sieht sich munter um, der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm; er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen vor Allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt dem edlen Gut, so mir durch Jeſum Christ aus Lieb erworben ist. 5. Die Höll und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit ſeiner Macht wird schlecht bei mir geacht't, er bleibt ein todtes Bild und wär er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn; die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 7. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied. Wo mein Haupt durchgegangen, da nimmt es mich auch mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Noth, er reiset durch die Höll, ich bin stets sein Gesellschif 313 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach, und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da Trostgrund rauben, daß du unser Heil vollbracht, und von des ewgen Todes Macht uns Sünder haft erlöset? Halleluja. kann, mein Haupt nimmt sich 3. Gott selbst, der dich dem mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben ſtillt. Grab entrückt, hatdem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret; deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja. Von der Auferstehung Jesu Christi. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.( Paul Gerhard.) = 4. Erstandner, ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ewge Leben gebest; daß du mein Erretter seist, und neue Mel. Christ lag in Todes- Banden. 318. Bringt Preis und Kräfte mir verleihſt, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja. mand Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen; er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden. Halleluja! nd durat 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden; laß mich für meine Seele Ruh in deinem Frieden finden. Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich dankbar heilig dir als dein Erlöster wandle. Halleluja. 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne 2. Dein Leben in der Majestät befeſtigt unsern Glau= ben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den 314 Von der Auferstehung Jesu Christi. zu erwecken. Du rufft einst und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln und jedernach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wenn ich aufersteh, und dich des Todes Sieger, seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja. ( Joh. Sam. Diterich.) In eigner Melodie. 319. Christ ist erstan= den von der Marter alle, deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen, seit daß er erstanden ist, lobn wir den Va= ter Jesu Christ. Kyrieleis. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß solln wir Alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. ( Mich. Weiße.) In eigner Melodie. * 320.Chrift lag in Todes- Ban= den, für unser Sünd ge= geben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein, und singen Halleluja, Halleluja. 2. Den Tod Niemand zwingen konnt bei allen Men= schenkindern; das macht' alles unser Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja. * 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Gestalt, Von der Auferstehung Jesu Christi. 315 sein, und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja. In( M. Luther.) den Stachel hat er verloren. Halleluja. da 4. Es war ein wunder lich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben be- In eigner Melodie. hielt den Sieg, es hat den Tod* 321. Christus ist er= verschlungen. Die Schrift hat verkündigt das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist wor= den. Halleluja. standen von den Todes- Banden. Deß freuet sich der Engel Schaar, singend im Himmel immerdar. Halleluja. DO 5. Hier ist das recht Osterlamm, davon Gott hat geboten; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gebraten. Deß Blut zeichnet unser Thür, das hält der 3. Der, ans Kreuz ge= Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. 2. Der für uns sein Leben in Tod hat gegeben, der ist nun unser Osterlamm, deß wir uns freuen allesammt. Halleluja. hangen, kein'n Trost fonnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja. 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzen- Freud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht't unfre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüst'ten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja. D 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und ſein Thun wird kräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja. Nat 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte 7. Wir essen und leben wohl in rechten Osterfladen; der alte Saurteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Koste 316 Von der Auferstehung Jesu Christi. Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja. 7. OChriste, Osterlamm, speis uns heut allesammt, nimm weg all unsre Missethat, daß wir dir singen früh und spat: Halleluja. ( Michael Weiße.) Mel. Valet will ich. 322 h geh zubeigeh zudei= nem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man tann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 002 = 5. Du 5. Du fährest indie Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicherwohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 1311 1906. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. sid 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser; da heißts: Victoria! Da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! on ( Benjamin Schmolck.) 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so ſoll mir gar nicht. grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht.misijos 317 Von der Auferstehung Jesu Christi. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 7. Mein Herz erliegt 323. in rinnre dich, froh unter ihr; Lieb und 100 mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; haltimGedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Verwundrung kämpft in mir undvoll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede seimit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn. Er lebt und herrscht mit Gott vereint und ist dein König und dein Freund. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, er= weckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner RechMaten stehn. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name seigebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht die ich durch Gottes Sohn erreicht? 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 6. Vor seinem Thron in seinem Reich unsterblich, hei lig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! tod 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit, soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu... Von der Auferstehung Jesu Christi. 318 113. Er ists, der Alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist.( Chr. F. Gellert.) Mel. Ein feste Burg ist unser. 324.& rlebt, o frohes Wort, er lebt, der Heiland aller Sünder, das Heer der Feind erschrickt und bebt vor seinem Ueberwinder. Auf, bringt Gott Lobgesang, bringt Ehre ihm, bringt Dank, da wirnunvoller Freud in dieser Osterzeit, Christ ist erstanden singen. 2. Er lebt, der treue Seelenfreund, der mich ihm selbst errungen, der Gottes Zorn, die Schuld, den Feind versöhnt, bezahlt, bezwungen. Er stritt mit Heldenmuth, er kämpfte bis aufs Blut; durch Leibs- und Seelennoth und durch den Kreuzestoderwarb er mir das Leben. 3. Er lebt, der starke Gottessohn, zu seines Vaters Rechten; er herrscht auf seinem hohen Thron, und hilft den schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, er lebt und schüßzet mich, erthut mit starker Hand den Feinden Widerstand, daß sie mich nicht umstoßen. 4. Er lebt zu unserm Wohlergehn, der froh und milde Geber; die Kraft von seinem Auferstehn dringt bis in unsre Gräber. Tragt meinen Leib zur Ruh, deckt ihn mit Erde zu, gebt ihn den Würmern hin; da ich in Jesu bin, werd ich im Grab nicht bleiben. 5. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt, er wird auch mich erwecken; der Tod, den Jesu Sieg erschreckt, kann mich mun nicht erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, die Sünd ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt der stirbet nicht; deß tröst ich mich von Herzen! 6. Er lebt! Ach Sünder merk es dir! Er lebt, der dir auf Erden Befehle gab, damit du hier sollst lernen selig werden. Hast du sie nun veracht't, dir Nichts daraus gemacht; so wird zu seiner Zeit er dich in Ewigkeit als Richter einst ver= dammen. Von der Auferstehung Jesu Christi. 7. Er lebt, er lebt! Drum hie seht ihr die Schweißtülaßt uns heut ihm unsre chelein, geht hin, sagts bald Herzen geben und immer- den Jüngern sein." Halledar, wie er gebeut, in sei- luja. de jun. nem Dienste leben. Hier, Heiland, hast du mich, befiehl mir, hier bin ich; dein will ich ganz allein todt und lebendig sein, dein will ich ewig bleiben.. Joop ( Ehrenfr. Liebich.) 3. Am Sabbath früh mit Spezerei kamen zum Grab Marien drei, daß sie salbten Mariä Sohn, der vom Tod war erstanden schon. Halleluja. 319 1079 In eigner Melodie. 6. Der Herr hielt ein 325. Erschienen ist freundlich Geſpräch mit der herrlich Tag, bran sich Niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphirt, all fein' Feind gefangen führt. Halleluja. zweien Jüngern auf dem Weg, vor Freud das Herz im Leib ihn'n brannt, am Brodbrechen er ward er= kannt. Halleluja. 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 4. ,, Wen sucht ihr da?" der Engel sprach, Christ ist erstanden, der hie lag, 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid heut wird verkehrt in eitel Freud; sobald sie nur den Herren sahn, verschwand ihr Trauren, Furcht und Zag'n. Halleluja. 7. Unser Simson, der treue Held, Christus den starken Löwen fällt, der HöllenPforten er hinträgt, dem Teufel all sein G'walt er legt. Halleluja. 18. Jonas im Wallfisch war drei Tag, so lang Christus im Grab auch lag; denn länger ihn der Tod kein Stund in seinem Rach'n behalten konnt. Halleluja. 9. Sein'n Raub der Tod muß fahren lan, das Leben siegt und g'wann ihm an; zerstöret ist nun all sein 320 Von der Auferstehung Jesu Christi. Macht, Christ hat das Le- Mel. Erschienen ist der herrliche. ben wiederbracht. Halleluja. 326. Er isterstanden! 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, aus Pharaonis Dienst und Band, und das recht Osterlämmelein wir effen heut in Brodund Wein. Halleluja. Christ, der unser Gott und Heiland ist. Er lebt! Nicht mehr des Todes Raub, trater, der Sieger auf den Staub! Ge= lobt sei Gott. 11. Auch essen wir die füßen Brot, die Moses Gottes Volt gebot. Kein Sauer teig ſoll bei uns sein, daß wir leben von Sünden rein. Halleluja. spa 12. Der schlagend Eng't vorüber geht, kein Erstgeburt er bei uns schlägt. Unser Thürschwell'n hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Halleluja. 1197 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, All's, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst daniederlag. Halleluja. insi mai auf 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und lobendich, Herr Jesu Christ! Zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja. ( Nikolaus Hermann) 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns ſein Leben ließ:„ Drei Tage ſollen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend sehn!" Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir! Ich komme, meine Stimme ruft: Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft, und folgt mir nach. 4. Er wirds erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der Lazarus ins Leben rief, als er im Staub des Todes schlief, erfüllts gewiß. 5. Er nahm dem Tode seine Macht! Er hat das Heil ans Licht gebracht. Durch ihn ist unvergänglich Heil und neues Leben unser Theil in Ewigkeit! 6. Gelobt sei Gott! Ich werde nun wie er auf kurze Von der Auferstehung Jesu Christi. Zeit nur ruhn. Der Abend inmein himmlisch Vaterland. wird mich sterben sehn, der Erhöre mich! Morgen wieder auferstehn! Gelobt sei Gott! 8. Er führt mir in des Todes Ruh auch meine Lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich und mit ihm eingehn in sein Reich. Gott welch ein Tag! 321 Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 7. So lange mich des 327.* Erhebt ben Todes Nacht umgibt, werd ich von ihm bewacht. Durch seinen Schuß wird mein Gebein im Schooß der Erde sicher sein, bis er erscheint. Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spötter unserm Glaubtan ihn und seine Lehre. Retter Preis und Ehre! 2. Preis ihm, Heil uns! 9. Sollt ich mich vor dem Sein Grab ist leer. Fest steTode scheun? Mich nicht het, wie ein Fels im Meer, vielmehr der Hinfahrt freun? das Wort, das er gesprochen. Nicht deiner, der du mich er- D felig, wer sich ihm verschufst, begierig warten, bis traut! Er hat den Tempel du rufft: ,, Entschlummre neu gebaut, den blinde Wuth nun!" 10. Gib mir, daß ich im Glauben treu, in guten ThaAen fleißig sei. So fürcht ich, wenn ich sterbe, nicht die Auferstehung zum Gericht; ich fürchte Nichts! und bit 11. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, aus dieser sündenvollen Welt und führe dann an deiner Hand mich ( Balth. Münter.) indgebrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihnhoffst du nicht vergebens. eido3 i 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein, doch nicht auf ewig wird es ſein; verklärt gibt 21 322 Von der Auferstehung Jesu Christi. ers dir wieder. Herrlich wird sich dann aufs Neue seine Treue offenbaren. VollesHeil wirst du erfahren. 40 $ 190 der Licht, Kraft, Fried und Leben geneiget ist zu geben, als seines Sieges Frucht. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring dir, was ich hab, ich matte mich verMel. Herr Christ, der einig Gottes. * 328. Mein Fels gebens bei meinen Wunden ab. Ich kann sie nicht verbinden; soll ich Genesung finden, du mußt sie rühren an. hatüberwunden der Hölle ganzes Heer, der Drache liegt ge= bunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesez verdammen; denn alle Zornes- Flammen hat Jesus ausgelöscht. sit 6. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ, daß du, Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir Alles bist. Die finstern Wolken theile der Zweifelung und heile des Glaubens dürre Hand. 2. Auf, denn, mein Herz und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die Furcht und schwinge im Glauben 7. Laß mich nicht länger dich empor. Wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. wanken gleich einem Rohr im Wind, besänftge die Ge= danken, die voller Unruh sind. Du bist der Stuhl der Gnaden; wer mühsam und beladen, den rufst du ja zu dir. 3. Ist Jesus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, bist du ja den Banden des 8. Ich will nicht mehr Todes mit entrückt. Kein Fluch ist übrig blieben, die Quittung ist geschrieben, daß alles sei bezahlt. vergeblich bei mir mich halten auf; ich finde Nichts erheblich, zu hemmen meinen Lauf zu deinen offnen Armen, die ganz dein frei Erbarmen mir angelweit aufthut. 18 9. Ich darf dem Abgrund pochen auf deine Macht und 4. Ach, willst du noch nicht glauben, du ungewisserGeist? Welch Teufel kann dirs rauben, was Jesus dir verheißt, Von der Auferstehung Jesu Christi. Treu. Die Riegel sind zerbrochen, die Fesseln sind entzwei; des Werkbunds Don= nerkeile, des Satans Feuerpfeile zermalmt mein Glaubensschild. 10. Hast du den Tod verschlungen, verschling ihn auch in mir. Wodu bist durch gedrungen, da laß mich folgen dir. Erfülle mein Verlangen und laß den Kopf der Schlangen in mir zertreten ſein. 11. Den Gößen Eigenliebe, das ist das Seelengift, zerstör in mir und gibe, daß alle Fleisches- Trift, die dich ans Kreuz geheftet, ganz möge sein entkräftet durch deines Kreuzes Kraft. 12. Lebst du, laß mich auch leben als Glied an deinem Leib, daß ich gleich einem Reben an dir, dem Weinstock, bleib. Gib Geistes- Saft zur Nahrung; gib Stärke zur Bewahrung der Pflanzung deiner Hand. 13. Leb in mir als Prophete und leit mich in dein Licht, als Priester mich vertrete. Mein Thun und Lassen richt, um deinen ganzen 323 Willen als König zu erfüllen. Leb, Christe, leb in mir. ( Friedr. Adolph Lampe.) oper Mel. Heut triumphiret Gottes. 329, rühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht, Halleluja, Halleluja. Vertrieben ist der Sünden Nacht; Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth, verschlossen gleich als wär ich tobt, Halleluja, Halleluja; läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halleluja!:,: 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang, bleibt mein Heiland in Todes Zwang. Halleluja, Halleluja. Den dritten Tag durchs Grab er bringt, mitEhren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, Halleluja, Halleluja. Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Friede hab. Halleluja!:,: 21* Von der Auferstehung Jesu Christi. 324 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja, Halleluja. Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich, Halleluja, Halleluja. Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!:,: 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Gepräng ihm hier gefällt. Halleluja, Halleluja. Was schlicht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja!;;; 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus ſeinem Grab gebracht. Halleluja, Halleluja, der große Schat, die rechte Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wirds zeigen an, was er für Thaten hat gethan. Halleluja, Halleluja. Wie er, der Schlangen- Kopf, zerknickt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig, voller Freud. Halleluja, Halleluja. Ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:,: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich Nichts regt. Halleluja, Halleluja. Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll Nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: and fi leluja! 12. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja, Halleluja. Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!;;; 13. Kein Kreuz und Trübfal ist so tief; mein Heiland thut darein ein'n Griff, Halleluja, Halleluja, führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja!:,: 14. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei, Halleluja, Halleluja. Der Engel selbſt Von der Auferstehung Jefu Chrifti. bezenget's klar, das leereGrab leluja, Halleluja. Dortwolmachts offenbar. Hallelu- len wir mit größerm Fleiß ja!:: Hinn Brans erheben, deinen Ruhm und Preis. Halleluja!:: ( Joh. Heermann.) 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt, Halleluja, Halleluja. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:: 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja, Halleluja. Wo er jetzt lebt; da muß ich hin, weil ich ein Glied sein's Leibes bin. Halleluja!:,: 17. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft, Halleluja, Halleluja. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja!:,: 18. Mein Herz darf nicht entfeßen sich, Gott und die Engel lieben mich. Halleluja, Halleluja. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja!:: 19. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt! Hal323 Mel. Wachet auf, ruft uns. 330. H alleluja! Jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht! Preis ihm, er hats vollbracht. Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir; ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Ob uns Gräber gleich 326 Von der Auferstehung Jesu Christi. bedecken, wirst du doch unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlich keit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Lob sei, Vater, deinem Namen! Gelobt sei Christus, Amen! Amen! Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Selbst von seinen Seraphinen, die heiliger, als wir, ihm dienen, wird unser Gott nie gnug gepreist. Doch ihr anbetend Chor lobfingt zu ihm empor: ,, Heilig, heilig ist unser Gott, Gott Zebaoth! Die Welt ist seiner Ehre voll."( Gottfr. Cenr. Funk.) Mel. Wachet auf, ruft uns. 331.H alleluja! Jesus lebet. Erlöste Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum! Denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesangerschalle ihm zum Dank! Halleluja! Dich, großer Held, erheb die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden, die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun! Ihr könnt getroft euch freun! Jesus le= bet, von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 3. Nunverzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch mun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf, schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt; weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird Von der Auferstehung Jesu Christi. 327 Tod hat bezwungen und gewiesen ab.no das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der 30 Gruft. Einst wird er zum 2. Der Stein kann nicht bessern Leben sich aus des mehr drücken die blöden Todes Stauberheben, wenn Menschenkinder; es brach Jesus den Entschlafnenruft. ihn heut in Stücken das Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleidt. Heil der armen Sünder. Unser Thun war viel zu schlecht; Christus aber, der gerecht, hat jetzt der Feinde Waffen, als ein Held, ge= schwächt. 3. Wir wären ja gewesen in Ewigkeit verloren, doch sind wir bald genesen durch den, der Mensch geboren, welcher als ein Held und Rath sich erwiesen in der That, als er den Stein der Sünden abgewälzet hat. ld 4. Die Kett ist nun zerriffen, die uns gefangen hielte! Jetzt lachet das Gewissen, das Angst und Trauren fühlte. Gottes Grimm ist schon vorbei, vor dem Satan sind wir frei. Christ ist darum erstanden, daßjeßt Friede sei. Indo 5. D Erstandner! Welch ein Segenerwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Un nennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil. Bald frönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja! Der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da. ( Christoph Chr. Sturm.) Mel. Christus lag in Todesbanden. 332.5 eut ist der Tag der Freuden, an welchem sich geendet des Herren Jesu Leiden, nachdem er sich gewendet aus demfestverschloßnen Grab, das den Herren wieder gab, der den 5. Heut ist die Zeit zu singen. Viel Wunders ist ge= schehn, denn als die Weiber gingen ins Grab, da ließ sich sehn Gottes Engel, der sagt 328 Von der Auferstehung Jesu Christi. an: Christus, unser Wundermann, sei von dem Tode erwacht, wie mans spüren kann. 6. O große Himmelsfürsten! Geister hoch zu preisen! Wie liebreich muß euch dürsten, uns Gutes zu beweisen! Ach, es ist doch eure Lust, wenn euch unser Heil bewußt. Botschaft, die der Engel heut uns bringen mußt, 07. Ein Engel hat gesaget: „ Der Herr ist auferstanden." Wem dieses nicht behaget, der bleibt in Sünden- Banden. Lobet Gott in Ewigkeit, der uns läßt in dieser Zeit die reinen Himmelsgeister dienstlich stehn bereit. 18. Wer will sich nun ergößen, da Christus Jesus lebet? Weil Niemand darf verlegen sein Volk, das er erhebet. Satan, Troß! Nun weiß ich wohl, daß ich mich nicht fürchten soll; denn Christus triumphirend macht mich freudenvoll. 9. Der Tod kann mich nicht schrecken, die Macht ist ihm genommen. Der Herr wird mich erwecken, wenn er wird wiederkommen mit dem letzten Feldgeschrei, da des Würgers Tyrannei uns nimmermehr kann schaden. Jauchzet, wir sind frei! 10. Was frag ich nach der Höllen, die ewiglich muß brennen? Ihr, Herren und Gesellen werd ich hinfort nicht kennen, Christus dämpfet diesen Pfuhl, führet mich zur Himmelsschul, in der ich werdesingen vor dem Gnadenstuhl. 11. Hinweg Tod, Höll und Sünde! Fleuch, Satan, fleuch mit Schanden! Mein Wort, draufich mich gründe, heißt: Jesus ist erstanden! Jesus, meine Zuversicht, läßt auch mich im Grabe nicht, bald werd ich auferwecket, treten vors Gericht. 12. Den Herren will ich sehen in jenem Freudenleben. Verkläret will ich stehen und meine Stimm erheben: Jeſu, Ehre, Lob und Preis sing ich dir mit höchstem Fleiß! Ich will die Welt verlassen gern auf dein Geheiß. s dng( Joh. Rist.) Von der Auferstehung Jesu Christi. 329 In eigner Melodie. 6. Dafür wir dank'n dir 333.H eut triumphi- allzugleich und sehnen uns ret Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon, Halleluja!:: mit großer Pracht und Herrlichkeit, deß dank'n wie ihm in Ewigkeit. Halleluja!:,: insHimmelreich. Halleluja!:,: Es ist am End, Gott helf uns All'n, so singen wir mit großem Schall'n: Halleluja!:: 2. Dem Teufel hat er sein Gewaltzerstört, verheert in aller G'stalt. Halleluja!:,: wie pflegt zu thun ein starker Held, der ſeinen Feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist! Halleluja! Führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja!:,: 4. Hier ist doch Nichts, denn Angst und Noth. Wer glaubet und hält dein Gebot: Halleluja!:,: der Welt ist der ein Hohnund Spott, muß leiden oft ein'nschnöden Tod. Halleluja!:,: 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja!:: Er liegt im Koth, derarge Feind, dageg'n wir Gottes Kinder seind. Halleluja!:: fi 7. Gott, dem Vat'r im höchsten Thron sammt Christo, seinem eingen Sohn; Halleluja!:,: Dem heilgen Geist in gleicher Weis' sei in Ewigkeit Lob und Preis. Halleluja!:,: Mel. Es ist genug, so nimm Herr. 334.* Mein Jesus habe gnug! lebet noch, der mich vergnügen kann, er hat den Zorn des Vaters ausgeföhnt und für mich gnuggethan. Kann er im Tode nicht verderben, so werd ich auch nicht ewig sterben. Ich habe gnug!:,: 2. Ich habe gnug! Mein Jesus ist mein Haupt, ich bin sein theures Glied, das neigte sich mit großem Angſtgeschrei, als er am Kreuz ver= schied. Nun hat ers wieder aufgerichtet und meinen Tod zugleich vernichtet. Ich habe gnug!: dusdanijusius :,: 330 Von der Auferstehung Jesu Christi. sid 3. Ich habe gnug! Mein hat er gefangen. KyrieeleiJesus ist mein Herr und son. theurer Lebensfürst. Der hat ein Herz, das nach der Menschen Heil und Wohlergehen dürst't. Wo sich der Herr hat hingegeben, da soll der Diener gleichfalls leben. Ich habe gnug!:,: 2. Der ohn Sünden war. geboren, trug für uns Gottes Zoren, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrieeleison. 4. Ich habe gnug! Mein Jesus ist mein Glanz und heller Sonnenschein. Dies Freudenlicht läßt Keinen ohne Trost und unvergnüget 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, All's in Händen er hat; er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrieeleison. lių ser ( Nach Joh. Huß von M. Luther.) Mel. Alle Menschen müssen. esu Jünger fein. Denn von derfelben 336. Jen mit Oftersonne kommt Leben, Seligkeit und Wonne. Ich habe gnug!:,: gehn Sehnen über Feld nach Emmahus, ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß. Sie verwechseln Klageworte, doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. ulvina 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Noth und Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es zur Genüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? tojuisling 5. Ich habe gnug! Nur zeuch mich, Herr, nach dir, damit ich aufersteh, weil du aufstehst und endlich wohl vergnügt zu deiner Freud eingehst. Zeuch mich aus die ser Leibeshöhle, so rufet die erfreute Seele: Ich habe gnug!:,: ( Joh. Joach. Moller.) 335. Jus In eigner Melodie. Resus Christus, unser Hei= land, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd Von der Auferstehung Jesu Christi. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir in Gedanken träumen. Er erfüllt, was er verspricht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und den Sünden nachgehangen. Oder unglückselgen Zeit! Ungebraucht ging sie verloren, doch hat er mich neugeboren. Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth ge= funden, so ließ er mich nicht allein; unverhofft zur rechten Stunden stellte sich sein Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwerte, daß er mich nicht säh noch hörte, so war er mir mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe weiter noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, Hei= land, so vertrau ich dir. Will mich Höll und Teufel 331 schrecken, wollest du mich göttlich decken; stürmt ein Unglück auf mich los, laß mich ruhn in deinem Schoß. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib mir in meiSeele liebet, und daß ich der nem Sinn, daß mich deine Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen und mein ganzes Herz entzünden, dich zu lieben, dir zu traun, hoffnungsvoll auf dich zuschaun. me Seelen, wenn sie tief in 8. Tröst auch andre fromKummer stehen, wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ganz bestürzt und muthlos scheinen, ja, vor deinem Antlig weinen. Rufe ihnen liebreich zu: Liebes Kind, was traurest du? 9. Endge endlich meinen Jammer, bringe mich ins stille Grab. Wische nach so vielem Jammer dann mir alle Thränen ab. Laß mich mit dir auferstehen und in deinen Himmel gehen, da sing ich, aus Noth erlöst: Dank dem, der dich hat getröst't! Titu Von der Auferstehung Jesu Christi. 332 337.I feluja! Er ist Jefus lebt. Mel. Jesus, meine Zuversicht. esus lebt, Halsiegreich auferstanden. Seht das Grab, er ist nicht da, und des Todes feste Banden sind zerbrochen, Erde bebt, Felsen zittern, Jesus lebt! 2. Jesus lebt, mein Bürg ist frei und mit Ehr und Preis gekrönet, diesversichert mich, ich sei nun mit meinem Gott versöhnet, daß kein Fluch mehr an mir klebt, da mein Bürge, Jesus, lebt. 3. Jesus lebt, des Vaters Sohn macht, daß mich der Vater liebet, und durch seinen Geist mir schon jetzt das Recht zur Kindschaft gibet, und das Herz mit Lust erhebt zu dem Thron, wo Jeſus lebt. 4. Jesus lebt, nun darf ich frei vor den Thron des Vaters treten und ohn alle Sklaverei: Abba, lieber Vater! beten. Wenn ein Knecht der Sünden bebt, steh ich freudig; Jesus lebt! 5. Jesus lebt als Fürst, und Herr über das erworbne Leben. Es ist sein, und doch hat er auch mir Recht dazu 1 gegeben, weil mein Herz an Jesu klebt, leb ich, denn mein 6. Jesus lebt, drum will auch ich hinfort nicht mir selber leben. Er ist Herr, ihm will ich mich nun mit Leib und Seel ergeben, bis er mich zu sich erhebt, und ich bin, wo Jesus lebt. 7. Jesus lebt, drum soll mein Sinn nur nach dem, was droben, trachten, und der eitlen Welt Gewinn, Lust und Ehre stets verachten. Denn wer recht nach Jeſu strebt, der hat Alles. Jesus lebt. 8. Jesus lebt; verworfner Feind, du darfst mich nicht a mehr verklagen, deine Macht hat ja mein Freund und Erlöser Schau getragen. Troß, daß sich dein Grimm erhebt, dein Besieger, Jesus, lebt. 9. Jesus lebt, drum ist der Tod, wenn er ankommt, ganz willkommen. Nun macht er mir keine Noth, denn ſein Stachel ist genommen, und wenn man den Leib begräbt, lebt der Geist, wo Jesus lebt. 10. Jesus lebt, nun ist das Grab nur ein Ruhplatz Von der Auferstehung Jesu Christi. 333 meiner Glieder. Hier leg läßt den Schwachen nicht; ich die Hülle ab, die mein dies ist meine Zuversicht. Jesus endlich wieder herr- 5. Jesus lebt, ich bin lich aus dem Staub erhebt gewiß, Nichts soll mich von und verkläret. Jesus lebt. Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er Mel. Jesus meine Zuversicht. 338. Jefus lebt, mit gibt Kraft zu dieſer Pflicht; Zuversicht. ihm dies Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gege= ben; mit ihm werd auch ich ( Chr. Fürchtegott Gellert.) Mel. Jesus meine Zuversicht. esus, meine zugleich ewig herrschen, ewig 339. Jeffe, te, Liebe, erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüften widerstreben. Er verdaß ich Sünder mit ihr lebe, wenn mein Herz nichtwiderstrebt und ich ihr mein Herz hingebe. Ob man mich auch einst begräbt, Jesus, meine Liebe, lebt. 2. Jesus, meine Liebe, siegt und steht siegendüberm Staube, da die Hölle unter= liegt. Freue dich, du treuer Glaube, der nun neues Leben kriegt. Jesus, meine Liebe, siegt. Ind m3. Jesus, meine Liebe, 334 Von der Auferstehung Jesu Christi. bricht durch des finstern Gra- Dein Wort ist die Zuversicht, bes- Riegel, als das schönste weil es meine Liebe spricht. Sonnenlicht, durch den Stein( Joh. Chr. Schipalius.) und Fels und Siegel. Ich im Grabe nicht, weil durchs Grab die Liebe 340. Zuversicht In eigner Melodie. eſus, meine bricht. 14. Jesus, meine Liebe, ruft: ,, Freue dich, du armer Sünder! Denn ich geh aus meiner Gruft, als dein Haupt und Ueberwinder. Du gehst einst auch aus der Gruft, wenn dich deine Liebe ruft." 5. Jesus, meine Liebe, dringt durch verschloßne Herz und Thüren, da sie Freud und Friede bringt. Herr, laß mich den Segen spüren, daß ins Herz, wenn mein Mund singt, Jesus, meine Liebe, dringt. 6. Jesus, meine Liebe, liebt, wie ein Vater seine Kinder, und ob ich sie gleich betrübt, so liebt sie mich doch, den Sünder. Darum bin ich nicht betrübt, weil mich meine Liebe liebt. 7. Jesus, meine Liebe, spricht:„ Ich leb und ihr follt auch leben!" Nun, mein Heil, ich laß dich nicht, weil du mir dein Wort gegeben. und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mirdenn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glandenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich; doch wird er mich er= wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. Von der Auferstehung Jesu Christi. 995. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an Mel. Sollt ich meinen Gott. wird von mir sein abgethan. 341.* affet uns ben 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen! Hier geh ich natürlich ein, dort da werd ich geistlich sein. Herren preisen, o ihr Christen, überall! Kommet, daß wir Dank er= weisen unſerm Gott mit süßem Schall. ßem Schall. Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm, Christus Jesus, ist erstanden. Nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 335 • 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen; dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden! Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. ( Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg.). 8. Seid getroft und hoch erfreut, Jefus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit; sterbt ihr, Christus ruft euch wie- 2. Christus selbst hat überder, wann die lett Trompet erklingt, die auch durch die Gräber bringt. wanden des ergrimmten Todes Macht! Der in Tüchern lag gebunden, hat die Schlange umgebracht. Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zerstöret, Von der Auferstehung Jesu Christi. 336 daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, gestorben? Warest du ins Grab gelegt? Ei, du bliebest unverdorben. Da sich nur die Erd erregt, bist du aus der Erden kommen, haft das Leben und die Macht aus der Gruft her wieder bracht und des Todes Raub genommen, schenkest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nundeine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar Nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest. Welt und Sünde liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Gott, der heilet unsre Plagen, wenn wir nirgend Hülfe sehn, lässet uns nach dreien Tagen lebend wieder auferstehn. Darum muß ich dankbar werden und mein Ehr ist freudenvoll, weil der Herr nicht sehen soll die Verwesung in der Erden, noch der Hölle Einsamkeit. Freue dich, o Christenheit! ung. 6. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angethan. Wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann? Christus ist der Eckstein worden! Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn. Wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! 7. Hast du schon vom Bach am Wege angenommen einen Trank und erlitten tausend Schläge, warest kränker noch als frank; ei, so hast du doch erhoben dein verklärtes Angesicht, stirbest nun und nimmer nicht. Ja, wir werden ewig loben dich, Herr Jesu, nach dem Streit. Freue dich, o Christenheit! 8. Herr, dies sind die edlen Früchte, die dein Auferstehung gibt, daß wir treten vor Gerichte ganz in deine Gunst verliebt. Herr, dies sind die schönen Gaben, Gnad und Leben, Freud und Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg. D, die sollen kräftig Von der Auferstehung Jesu Christi. 337 wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all als mein Leid. Freue dich, o Christenheit! laben Leib und Seel in allem Leid! Freue dich, o Christenheit! 9. Weil nach diesem Fried ich dürfte, wie nach Wasser, Tag und Nacht, den du, gro= Ber Kriegesfürste, aus dem Kampf haft wiederbracht; ei, so theil jetzt aus die Beute, wie der starke Simson that, als er überwunden hat. Laß dich rühmen alle Leute, daß geendigt sei der Streit. Freue dich, o Christenheit! 10. Gib, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reuen sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auferstehn. Brich hervor in unsern Herzen, über= winde Sünd und Tod, Teufel, Welt und Höllennoth, dämpf in uns die Angst und Schmerzen sammt der Seelen Traurigkeit! Freue dich, o Christenheit! 1911. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht. Bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht alle Gräber wird entdecken und der Engel Feldgeschrei zeiget, was vorhanden sei. Dann 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessengleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, foll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! ( Joh. Rist.) Mel. Gott, der du für uns. 342 Neben der Frommen, Zierde der Heerschaaren, Leben der Menschen, die jetzund erfahren, Christe, daß dein Tod den Triumph gefunden und überwunden. 2. Du bringst durch Siegen deinen Dienern Freude: erhalte diese in dem größten Leide, und laß uns heilig, wie zuvor die Alten, auch Ostern halten. 3. Dieselben Ostern, da du überwunden, und wieder 22 338 Von der Auferstehung Jesu Christi. komm'n, als du die Höll gebunden, auch auferstanden und dein Fleisch erhoben in Himmel droben. 4. Nun sißest du als Herr im Himmel oben, da dich die Engel und die Frommen loben, von dannen du, zu richten Bös' und Frommen, wirst wiederkommen. 5. Indessen wollst du unser Herz erheben, daß wir nicht allzusehr am Eiteln kleben. Laß uns alsdann mit Freuden auferstehen und zu dir gehen. 6. Dies kann der Vater, du und der Geist geben, der du wahrer Gott und auch unser Leben, so wollen wir jetzt und zu allen Zeiten dein Lob bereiten. Herz, freu allzeit dich. Halleluja!:,: Ob sich erhebt der Bösen Rott, sei gutes Muths, nur ihrer spott. Halleluja!:,: betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halleluja!:,: Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:;: ad 2. Mein Jesus lebt und schüßet mich, darum, mein 3. Lebt doch mein Jesus in der Höh, troß dem, der mir entgegen steh! Halleluja!:: Er kann dem Feind begegnen so, daß er der List wird nimmer froh. Halleluja!:,: 4. Ich seh auch nicht, warum ich sollt betrüben mich, wenn ich auch wollt. Halleluja!:,: Weil Jesus lebt, an den ich glaub, wer ist, der mir das Leben raub? Halleluja!: 5. Er macht ja durch sein Auferstehn, daß ich zum Himmel kann eingehn. Halleluja!:: Kein Sünd, fein Tod im Weg mehr sein, die Straße hält er frei und rein. ( Joh. Rist.) Mel. Heut triumphiret Gottes. 343. Lebt Christus, Halleluja! was bin ich 6. Mein Glauban Jeſum tilgt die Sünd, Gott liebet mich recht als sein Kind. Halleluja!:: Ist Gott versöhnt und nun mein Freund, laß toben Welt und alle Feind. Halleluja!:,: 7. Tod, vor dir fürcht O ich mich nicht, dein Macht die Von der Auferstehung Jesu Christi. 339 Bösen nur ansicht. Halle- der Freud! Halleluja!:: luja!:,: Mein Leben, Jesus, Deß habe Dank, du Lebensdich bezwingt und mich durch hort, hab Dank, o Jesu, hier dich zum Himmel bringt. und dort. Halleluja!:: Halleluja!:,: ( Joh. Kasp. Schade.) 8. Wenn ich Troft, Hülf und Gnad begehr, mein Je- Mel. Nun lob mein Seel den 2c. fus, mir daffelb gewähr. Hal- 344.Qobinge, meine glaub an dich, stärk meinen Geist, daß du vom Tod erstanden seist. Halleluja!:,: 9. So werd ich nimmer sein verlorn, so wahr als du ein Mensch geborn. Halleluja!:,: Wer an dich glaubt und zweifelt nicht, der kommet ja nicht ins Gericht. Halleluja!:,: 10. Ich glaub an dich, mein Jesu Christ, daß du für mich getödtet bist, Halleluja!:,: und auferstanden mir zu gut, daß du mich haltest stets in Hut. Halleluja!:,: 11. Wie könnt ich denn verloren sein? Es ist unmöglich, nein, ach, nein! Halle luja!:,: Gott Lob, der starke Jesus lebt, mit ihm lebt, wer im Glauben schwebt. HalleIuja!: spinst hit, :: 12. Ich leb und werd in Ewigkeit mit Jesu leben, o Welterlöser, bet ihnan! Lobsing ihm und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gottnun wieder mit Huld und Seligfeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich frohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge= danke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Du bist des Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 22* Von der Auferstehung Jesu Christi. 340 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet, er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Jünger wan= ken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun fich, danken dem Auferstandenen. Sie fehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. zerbreche und dein Unglaube macht ihm Schmerz. Er ist wahrhaftig auferstanden, und doch glaubt es sein Thomas nicht, er leugnet es und widerspricht, ob ihn gleich Andre sahn und fanden. 2. Das Grab war leer, es war geschehen, die Jünger hatten es bezeugt; sie hatten selbst den Herrn gesehen, ihr Herz war zu ihm hingeneigt. Nur Thomas will nicht eher glauben, bis daß er sieht die Nägelmal und der verklärten Wunden Zahl; das heißt, dem Wort den Beifall rauben. 3. Der Herr kommt durch verschloßne Thüren, tritt mitten zu den Jüngern ein, um das Verlorne her zu führen und ein recht guter Hirt zu sein. Er spricht und wünscht und bringet Friede, er redet seinen Thomas an, der nun den Herrn selbst ſehen kann. Gott wird nicht des Erbarmens müde. nie Mel. Mein Jesus, dem die zc. 345, Mein Heiland 4. Sein Lieben hat doch sieht des Glaubens Schwäche, er sieht, o Mensch, dein wankend Herz, er will nicht, daß der Thon gar kein Ende, er spricht: „ Reich deine Finger her, sieh die verklarten Jesushände, verkenne mich doch ja nicht 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen. Er starb für mich und lebt.dig ( Chr. Fr. Neander.) 1 Von der Auferstehung Jesu Christi. mehr! Leg diese Hand in meine Seite, sei gläubigund ergib dich doch! Ich suche dich, ich liebe noch; komm, glaube, werde meine Beute." 5. So überwindet Gott durch Liebe ein recht ungläu- 346. Mein Heiland big hartes Herz, daß es ihn nur nicht mehr betrübe, denn der Unglaube macht ihm Schmerz. Er siegt und macht sich eine Bente. Der Jünger ruft: Mein Herr und Gott! Ich glaub und liebe bis in Tod, ich leg die Hand in deine Seite. 6. So trittst du auch an meine Seele, mein Herr und Gott, in deinem Wort, du zeigst mir deiner Wunden Höhle, als meines Glaubens liebsten Ort. Dureichst mir die verklärten Hände, ich lege meine Hand darein und kann mun durch dich gläubig sein, bis an den Tod, bis an meine Ende. 341 ich bin ein gläubig Gottes= kind, und weiß, daß auch die selig sind, die zwar nicht sehn und dennoch glauben. him( Joh. Chr. Schlipalius.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. 7. Mein Herr und Gott, sei hoch gepriesen, daß du mir die Barmherzigkeit aus unverdienter Gnad erwiesen, und mein Herz durch dich selbst erfreut. Nichts soll mir diese Freude rauben, hat die Macht des Todes ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihmi will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt:„ Ich leb und ihr sollt leben." 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. irfadspor 342 Von der Auferstehung Jesu Christi. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben. d 5. Dwelch ein selig Theil ist mir in jener Welt berei( Joh. Sam. Diterich.) Mel. Auf, auf mein Herz. tet! Der Freuden Fülle ist 347.* Mein Jefu, beidir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn wo du bist, da follen die, die dir hierfolgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligkeit umgeben, genießen deine Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! dis 7. Laß diese fünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 4. Wie froh und Herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin mit keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. Leben, durechtes Osterlamm, der du dich hast gegeben für mich am Kreuzesstamm aus heißer Herzenslieb, aus freiem Geistestrieb, zum Opfer und zur Gab, mein armes Herze lab. 2. Lämmlein ohne Schulden, das läßt erwürgen sich und gerne will erdulden die Straf und Bein für mich. Du hängest an dem Holz, zu büßen meinen Stolz, du stirbest für die Welt, diedoch von dir nichts hält. 3. Hier hängt das Heil der Erden, mein Schaß und Bräutigam, hier will zur Sünde werden ein reines Gotteslamm, das Leben selber stirbt, Gnad, Segen, Von der Auferstehung Jesu Christi. Fried erwirbt uns Menschen insgemein: ach, laßt uns dankbar sein. In 4. Das Lämmlein läßt sich tödten am hohen Kreuzesstamm, zu helfen und zu retten uns von der Höllen• flamm; sein theures Opferblut löscht aus die heiße Glut und dämpfet Gottes Grimm durch seiner Fürbitt Stimm. 5. Doch bleibt nicht immer liegen das Lämmlein in dem Grab. Es steht auf und will siegen; nachdems geleget ab die Schwachheit, nimmt es an ein'n Löwenmuth, da kann es zwingen, als ein Held, Sünd, Teufel, Tod und Welt. 6. Wie soll ich doch genießen dies Lämmlein würdiglich, das sein Blut läßt vergießen, ja gar erwürgen sich; mein Herz erst kosten muß die Salfen bittrer Buß, daß Geist und Auge thränt und sich nach Trost recht ſehnt. 7. Ich will dich, Jesu, essen und gläubig nehmen ein, dabei nicht ſein vergessen der ausgestandnen Pein. 343 Mein Herze, Hand und Mund zu jeder Zeit und Stund foll danken deiner Treu, die alle Morgen neu. 8. Der Sauerteig der Sünden muß werden ausgefegt, die Lüste, so fich finden bei mir, sein abgelegt. In süßer Lauterkeit will ich nun sein bereit, zu wandeln hier auf Erd, so lang ich leben werd. 9. Gegürtet will ich stehen zum Guten und geschuht, den Weg des Herrn zu gehen, da man, was droben, sucht. Dein Kreuz soll sein mein Stab, der Erden sag ich ab, hinweg, hinauf ich eil, im Himmel ist mein Theil. 10. Wie süß, o süße schmecket dies Osterlämmelein, sein Kleid die Blöße decket, das Blut macht hell und rein; sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart, im Mund gibts süßen Saft, dem Herzen Stärk und Kraft. 11. Wein, Honig, Manna laben und sind die beste Kost; die aber Jesum haben, betheuern gar getrost: Nichts füßers ist, als du, o Jesu, 344 Von der Auferstehung Jesu Christi. sanfte Ruh! Nichts gehet vids- Sohn Preis, Ehre, Lob milder ein, als dies Brod, und Ruhm, Macht, WeisFleisch und Wein. and heit und Reichthum, zusammt Viktoria bringen. Halleluja! ( Joh. Kasp. Schade.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. ein 12. Wer steht in schweren Leiden, wen ängst't der Seelen- Schmerz, kann in dir, Jeſu, weiden ſein jam- 348. Micbt! Was mervolles Herz. Wer in sich schwach und matt, wird durch dich stark und satt; wer geht gebückt, gedrückt, wird in dir wohl erquickt. soll ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphirt. So muß ich ja das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht verliert. Weg Traurigkeit, Vergnügung her! Mein Jesu lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt! Drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod muß nun die Erde küssen, mir wird der Satan unterthan. Der Höllen Abgrund selbsten bebt, denn überall schallt: Jesus lebt! 14. DaGott die Lebenssonne in, durch und an uns scheint, wo Jesus Freud und Wonne dem einschenkt, der 3. Mein Jesus lebt, das geweint, wo jauchzt, wer hier geächzt, wo hüpft, wer hier gelechzt, der Schaden wird erseßt, was war verlegt, ergött.iminde Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, das mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süße schallt die Stimme hier:„ Ich leb und ihr lebt auch mit mir." 15. Da wollen wir dem Lamme mitten im Vatersthron, dem Held aus Juda Stamme, dem rechten Da4. Mein Jesus bleibt also mein Leben! Er lebt in 13. Drum, Lämmlein Jesu, speise mit deinem Fleisch und Blut uns auf der Himmelsreise und bring uns zu der Hut, wo keiner nicht mehr dürft't, da du selbst leiten wirst dein Schäflein zu der Quell, die selig, klar und hell. Von der Auferstehung Jesu Christi. 345 4. Was will uns nun schaden, weil wir zu Genaden sind einmal gebracht? Will der Teufel dräuen, dürfen wir nicht scheuen sein verlorne Macht! Hier ist der, vor welchem er augenblick= lich muß erbeben und hinmeinem Herzen hier, und soll ich ihm das Leben geben, mein Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, sowahr als Jesus ist und lebt. ( Venj. Schmolck.) Mel. Jesus, meine Freude, meines. 349. Nun ist aufer weg sich heben. standen aus des Todes Banden Gott und Menschen- Sohn. Jesus hat gesieget, daß nun Alles lieget unter seinem Thron. Alle Feind, so viel ihr'r seind, hat er auf das Haupt geschlagen, ja gar Schau getragen. 2. Daß er wollen sterben, war, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Nachdem dies geschehen, dürfen wir nun sehen, daß für kurze Zeit er zwar sich wahrhaftiglich in den Tod um unser Leben, hat dahingegeben. dia 1943. Niemand wird nun finden, daß von unsern Sünden noch was übrig sei, weil der wiederkommen, der sie übernommen; ja, indem er frei, so ist nun, genug zu thun, weil die Zahlung recht befunden, Keiner mehr verbunden. mirborne 5. Hölle, willst du pochen? Der dich hatzerbrochen, stellt sich lebend dar. Weil du nun gelassen und nicht mochtest fassen den, der Bürge war, so hast du fort immerzu deines Rechtes dich bege= ben wider unser Leben. 6. Laß die Zähne blecken und die Händ ausstrecken wider uns den Tod; denn sein Pfeil und Bogen finden sich betrogen, es hat keine Noth. Ob er trifft, ists drum kein Gift, sondern nun mit ſeinen Pfeilen muß er vielmehr heilen. 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in das Grab meine müden Glieder werde legen nieder, weil ich dieses hab, daß mein Hort mir diesen Ort selbst mit seinem Von der Auferstehung Jesu Christi. 346 Leibe weihe, daß ich ihn nicht scheue. 8. So find all wir Christen dir und deinen Lüsten todt, o Eitelkeit, die wir uns nun haben lassen mit begraben hier in dieser Zeit; so wird er, der große Herr, uns hervor auch mit sich führen und mit Kronen zieren. 9. Denn dies sicher stehet: Weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, müssen auch die Glieder sonder Zweifel wieder aus dem Todtenhaus, wenn jegund die liebe Stund ihnen wieder gibt das Leben zu ihm sich begeben. ― - Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie bös er sich auch stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg aus Gnad und Gunst gege= ben. Mel. Es ist gewißlich an der zc. Tod, wo ist dein Stachel 350. nun? Wo ist dein Sieg, o 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mir ihr kämpfte, mit List und Macht sie auf ihn drang, je dennoch er sie dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie darum doch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägtweg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, er ist der Ueberwinder. 10. O der großen Freude! Wer wollt nun das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getrost ablegen? Weil ja doch hingegen nach so kurzer Zeit Jesus Christ bereitet ist, ihn 4. Des Todes Gift, der zu kleiden mit der Sonne in der Himmelswonne. ( Philipp Jak. Spenter.) Hölle Pest ist unser Heiland worden. Wenn Satan auch noch ungern läßt vom Wüthen und vom Morden, und da er sonst Nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns flaget an, so ist er doch verworfen. Von der Auferstehung Jesu Christi. 347 9. Der alte Drach und seine Rott hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. 5. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist er Höhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind in Christo ganz gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre Ren mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Lode frei; berselb ihn nicht angehet. Der Tod hat fer= ner keine Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglichs Wesen. 50 10. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jeßt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg aus Gnadund Gunst gegeben. ( Just. Gesenius.) Mel. Alle Menschen müssen. 351 Shweiget, bange get! Mein Erbarmer ist getreu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich ihm verföhnet sei. Mir drohn nicht der Hölle Flammen; und will mich mein Herz ver= dammen: dennoch täuscht mich nicht sein Schmerz, Gott ist größer, als mein Herz. 8. Das ist dierechte Osterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Heil, Freud und Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi 2. Jesum hat er mir geverklärtem Leibe. nd geben, durch den Glauben ist 348 Von der Auferstehung Jesu Christi. er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Mich sah Gottvon seinem Throne, mich erwählt er in dem Sohne, eh noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 3. Wer will den nun noch verklagen, den Gott selber auserwählt? Wer den zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, in dessen Schuße ich der Macht der Hölle truße. War ich schon ein Sündenknecht: er, mein Gott, spricht mich gerecht. 4. Theuer bin ich ihm erworben. Heil mir, hier ist Jesus Christ! Er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist; nun zur mich erstanden ist; nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst. elt und 5. Troß der Welt und ihres Spottes! Trotz der Höll und ihrer Wuth! Mir bleibt doch die Liebe Gottes und hält mich in treuer Hut. Was will je von dir mich scheiden? Nein, ich werd in allen Leiden mehr als blos geduldig sein, mich vor Gott auch ihrer freun. 6. Laßt dennrauhe Wetter stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang auch hülflos bliebe, leitet mich doch seine Liebe durch die Nacht drum fürcht ich nichts in die Wohnungen des Lichts. 7. Ich beharr in meinem Glauben: Nichts, ob man mir Alles raubt, kann mir Gottes Liebe rauben. Drum erheb ich froh mein Haupt. Gnug, daß meiner der gedenfet, der mir seinen Sohn gemehr verläßt. Dieser Fels schenket und mich nimmerbleibt ewig fest. sint any ( Joh. Adolf Schlegel.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 352.Sei fröhlich Alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herrlichkeit, den Gott selbst auserkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz Von der Auferstehung Jesu Christi. vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, duwilder Feind des Lebens, den Lebensfürstenumgebracht; dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen. Schnöder Feind, du hättest wahrlichwohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt, und spricht: Wo ist dein Stachel? 349 Haupt, drum werdet ihr wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erwor= ben. 4. Denn deine Macht die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem ( Paul Gerhard.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Fürsten schwinget, der fröh- 353.Wadh auf mein lich leb und Herz, 5. Der Tod hat keine Macht nicht mehr, wir dürfen ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, deß sollt ihr euch erfreuen. Dazu so bin ich euer 6. Der Hölle Sieg der ist auch mein, ich habe sie zerstöret. Es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret, und weil des Teufels Macht und List gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Je= sum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Noth uns stürzet, überwunden. Nacht ist hin, die Sonn ist ausgegangen. Ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der durch verschloßne Grabesthür als Held so siegreich brachherfür, der ganzen Welt zur Freude. 2. Steh aus dem Grab 350 Von der Auferstehung Jesu Christi. der Sünden auf und such ein neues Leben. Vollführe deinen Glaubenslauf, laß sich dein Herz erheben zum Himmel, wo dein Jesus ist, und zeige, daß du seist ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist und trachtnachdem, was droben. Und wenn du schwach zum Kampfe bist, so bitt um Kraft von Oben. Trittunter dich die böse Welt, und wenn sie dir zu sehr ge= fällt, so denke an den Himmel. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben. Es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, mit Jesu kannst du siegen. Er, der dir seine Kraft anbeut, wirds auch gewiß so fügen, daß du Welt, Satan, Fleisch und Blut mit glaubensvollem Heldenmuth durch ihn wirst überwinden. 7. Nun, treuer Heiland, Jesu Christ, der du vom Tod erstanden, zerreiß, weil du so mächtig bist, auch unsre Todesbanden. Führ uns, damit wir bei dir sein, zu dir in jenes Leben ein, das du uns hast erworben. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottesfindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die hier gesieget durch dein Blut. Herr Jesu, gibuns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm nun siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm das Leben wie-* der funden. Es bringt Heil und Gerechtigkeit, weil es nach hartem Kampf und Streit die Feinde Schau getragen. sup ste ( Nach Laur. Laurenti.) bus In eigner Melodie. * 354.Mo willst bu du hin, weils Abend ist, mein lieber Pilgrim, Jesu Christ? Ei, bleib doch hier und rast in mir, ich laß dich nicht, du ewges Von der Auferstehung Jesu Christi. 351 Licht, ich schrei dir nach mit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. taufend Ach. Ach, bleib boch 355. Menn, Herr, hier, mein Leben, ich will dir Herberg geben. einst die Posaune ruft: Kommt wieder, Menschenkinder! Und ich erstaunt aus meiner Gruft unsterblich, nicht mehr Sünder, in voller Klarheit aufersteh und- welch ein Blick mich selber seh: dann jauchz ich, daß ich lebe. 2. Den Leib, den hier die Seele trug, wird sie dort wiedertragen. DasselbeHerz, das in mir schlug, wird wieder in mir schlagen. Wacht auf! ruft Jesus; und wir find; der Staub bewegt sich und empfindt, es kennt sich Leib und Seele. 2. Die Sonne schon gesenkt, die Nacht ist da, die mich bedrängt; komm doch herein, mein Freudenschein, zünd an mein Herz, wie eine Kerz; erleucht es ganz mit deinem Glanz daß ich dich mög erkennen und durch und durch entbrennen. 3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gast, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brod in Hungersnoth; du treibest weit die Eitelkeit; duzeigst mir an die rechte Bahn; du machst, daß meine Sinnen die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster Freund, bis daß die Sonne wieder scheint; hab nur Geduld und sei mir huld; du kannst nicht fort aus diesem Ort; mein Herze wacht, hat deiner Acht; ich will dich fest umfassen und nicht entweichen lassen. hinggi( Joh. Angelus.) Movilidur sidqn - 3. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, welch himmlisches Entzücken, wenn Leib und Seele sich erfreun und sich verklärt erblicken! Zwar beb ich, doch zum letzten Mal, wenn ich das schreckenvolle Thal des Todes übersehe. 4. Dann find ich welch ein Glück ists!- den, der mir dies Heil erworben! Mit diesen Augen werd ich sehn den, der für mich gestorben, 352 Von der Auferstehung Jesu Christi. den, welcher für mich auferstand voll Klarheit sißt zur rechten Hand des Vaters. Halleluja! 5. Ich weiß, daß dein Wort Wahrheit ist, troß allen frechen Spottes. Vernunft, weit höher, als du bist, ist mir der Friede Gottes, und der bewahrt mir Herz und Sinn, ich werd einst wieder, was ich bin, ich sterb; und sich, ich lebe. 6. Dies Leben ist ein langer Tod. Ein unbeflecktes Erbe ist dort mein Theil nach Müh und Noth; ich lebe, wenn ich sterbe. Ich werde sein, wo Jesus Christ ( blsonish dunlisä der Todten Erstgeborner ist, und hinfort nimmer sterben. 7. Grabt den entſeelten Leib nur ein, Staub waren seine Glieder, Staub sollen sie im Grabe sein; doch bald erwach ich wieder! Gesät werd ich, um aufzublühn! Das todte Feld wird wieder grünzutausendfältgenFrüchten. 8. In himmlisch seligem Vertraun einst fröhlich aufzustehen, laß mich, Erlöser, ohne Graun den Weg des Todes gehen. Es zeige mir ein sanfter Tod, so wie ein schönes Abendroth, von fern den schönen Morgen. ( Theod. Gottl. v. Hippel.) and hullvig XIV. Von der Himmelfahrt Veim Indo and Jesu Chrifti. Mel. Wie schön leuchtet der. Rechten deines Vaters Kraft, 356.2, wundergro= der Feinde Schaar gebracht BerSiegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich geseßet zur zur Haft, bis auf den Tod verleget; mächtig, prächtig triumphirest, jubilirest, Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 353 Tod und Leben, dir ist Alles Funtergeben. 2. Dir dienen alle Che5. Sei, Jesu, unser Schuß rubim, viel tausend hohe Se- und Schaß, sei unser Ruhm raphim dich großen Siegs- und fester Plaß, darauf wir mann loben, weil du den uns verlassen! Laß suchen Segen wiederbracht; mit uns, was droben ist! Auf Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, flinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. Erden wohnet Trug und Lift, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenſeelen. ergründen, wo die Gnade ſei zu finden. Tim 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kömmt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preiſe, dir, als Siegsherr, Ehr erweise. Du, Gnadenthron, du Siegesfürst, 6. Herr, Jesu, komm, du Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. ( Ernst Chr. Homburg.) Mel. Herr Jesu Christ, mein. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir 357.21s vierzig Tag forthin für und für nach deinem Reiche trachten! Laß unser Thun und Wandelsein, we Zucht und Demuth tritt herein, all leppigkeit verachten! Unart, Hoffahrt laß uns meiden, christlich leiden, wohl warn und Christus wollt gen Himmel fahrn, b'schied er sein Jünger auf ein'n Berg, vollendet da sein Amt und Werk. d 2. Er sprach: All Ding 23 354 Von dre Himmelfahrt Jesu Christi. erfüllet sind, die man von mir geschrieben findt in Moses und Propheten Lahr. Die Schrift er ihn'n ausleget klar. 3. ,, Alſo," sprach er ,,, hats müssen sein, daß Christus litt des Todes Pein und mußte wieder auferstehn, durch Kreuz und Tod in sein Reich gehn. 4. Im Himmel ist mir all Gewalt gegeb'n, auf Erden gleichy'r Gestalt, deß sollt ihr meine Zeugen sein, solch's wird mein Geist euch lehren fein. in 5. Geht hin und predigt in mein'm Nam'n der Sünd'n Vergebung Jedermann, tauft und lehrt alle Völker gleich und sammlet mir ein ewges Reich. 6. Wer gläubet und sich taufen läßt, derselb die Seligkeit empfäht; wer aber nicht gläubt, wird verdammt! Macht solches aller Welt bekannt. & ihr von mir 7. All's, was ihr von mir habt gehört, mit Fleiß dasselb sie haltenlehrt. Ich will bei euch sein bis ans End. Wart't, bis ich meinen Geist euch send." 8. Danach hub auf der Herr sein Händ, gesegnet ſie. und schied behend von ihn'n und fuhr in Himmel hoch, elend die Jünger sahn hernach. 9. In weißen Kleidern stunden da zween Männer, die sagten also: ihr Männer von Galilee, was seht ihr viel gen Himmele. 10. Dieser Jesus ist aufgenomm'n in Himmel und wird wieder komm'n, gleich wie er auffuhr von euch jeßt. Zu's Vaters Rechten er nun sigt. 11. Sein Reich hat er gefangen an, All's muß ihm nun sein unterthan; durchs Wort er selbst sein Kirch regiert, mit Gaben er sie schmückt und ziert. 12. Wie er nun in die Höh auffuhr, öffnet er uns des Himmels Thür, das G'fängniß er gefangen führt, ohn End er nun herrscht und regiert. 13. Am jüngsten Tag er zum Gericht wird kommen und ausbleiben nicht, sein Lämmer er absondern wird von Böcken, der getreue Hirt. 14. Auf die Zukunft mit Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 355 Herzbegier und Seufzen, Herr Mel. Nun freut euch, lieben 2c Christ, hoffen wir. Komm, 359.Auf diesen Tag bedenken wir, lieber Herr, erlös uns schier, hol uns aus dem Elend zu dir. daß Christ gen Himmel g'fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er Mel. Es ist gewißlich. 358.Auf Christi Him woll bewahren uns arme 358,21 melfahrt allein Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn Hoffnung ha'n kein Troste! ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiemit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen; Christus schleußt auf mit großer Pracht, vorhin wars All's verschlossen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen! 2. Weil er gezogen Himmel an und große Gab empfangen; mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen. Denn wo mein Schaß gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! ( Josua Wegelin.) 3. Wer nicht folgt und sein'n Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, soll der sein recht, so wird auch g'wiß das Leben schlecht zu Gott in Himmel g'richtet. 4. Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden und fliehend stets der Welt ihr Bahn, thun uns zu Gottes Kindern. Die 23* 356 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. fehn hinauf und Gott herab; alle Himmel, damit ich dir an Treu und Lieb geht ihn'n Nichts ab, bis sie zusammen fommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen; da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben. nachfahren kann aus diesem Weltgetümmel. Du bist, mein Jesu, aus dem Leib gegangen in die höchste Freud, daß stete Freud mich labe. 3. Wo Jesus ist, da komm ich hin; bei Jesu will ich bleiben. Drum steht zu Jesu stets mein Sinn, Nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld hier manche Noth, so werd ich doch nach meinem Tod bei Jesu recht erquicket. 6. Chr sei dem Herren Jesu Christ, der für uns ist gestorben und wieder auferstanden ist, des Vaters Huld erworben, daß wir nun nicht in Adams Fall umkommen und nicht sterben all, sondern das Leben erben. ( Johann Zwick V. 1-5.) Mel. Nun freut euch, lieben Christen. * 360. Du fährstgen trösten. Himmel, 4. So zage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich nicht allzu schmerzlich quäl, ich werd nach kurzen Jahren gelangen aus dem Jammerthal hin in den schönen Himmelssaal, da Jesus mich wird ( Gottfried Händel.) Jesu Christ, die Stätt mir In eigner Melodie. zu bereiten, auf daß ich bleibe, 361. Chrift fuhr gen wo du bist, zu ewiglichen Zeiten. Du fährst, mein Heiland, in die Höh, auf daß ich in die Höh auch geh: Dies kann mich recht ergößen. Himmel. fandt er uns hernieder? Den Tröster den heilgen Geist, zu Trost der armen Christenheit. 2. Du fährst, mein Jesu, wolkenan und dringst durch Halleluja, Halleluja, Halleluja. Deß solln wir alle Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. froh sein, Christus will unser Trost sein, Kyrieleis. ( Aus dem 15. Jahrhundert) In eigner Melodie. 362. D as herrlich hohe Fest, das uns zur Freud anläßt, zwingt billig das Gemüth auch auf ein Dankeslied, indem jetzt Jesus Christ, aus eigner Kraft, gerüst't, auf ſeinen Stuhl gestiegen ist. 3578 5. Wenn du in Flammen wirst herkommen, als ein Fürst, und dir wird alle Welt zu richtenvorgestellt, alsdann mich, Herr, verschon, uns nicht nach Sünden lohn, und theil uns mit die Lebenskron. 3. Der, da er auf jetzt steigt, die Bande bindt und beugt, den Menschen schicket er viel größre Gaben her, der, daß er Alles füll, jetzt auffährt in der Still, kommt künftig, daß er richten will. 4. Wir bitten, starker Held und Schöpfer aller Welt, sich an, schüß und beschirm uns arme Erdenwürm, auf daß des Teufels Neid uns nicht von dir abscheid' und stürz' in ewigs Herzeleid. 6. Das thu, o großer Herr Gott, du Allmächtiger! Das thu, o Gottes- Lamm, das thu, o Himmelsflamm, o du Dreifaltigkeit! thu es, weil jederzeit dein Scepter Herrschet weit und breit. ( Sebastian Franck.) 2. Er steigt mit Wonn empor hin zu dem Sternenchor, es rühmt ihn immerdar der Auserwählten Schaar, Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. ja auch der Engel Zahl løbt 363.Du Lebensfürst, Herr jezund allzumal den Siegesheld im Himmelsfaal. Christ, der du bist aufgenommen gen Himmel, da dein Vater ist und die Gemein der Frommen; wie soll ich deinen großen Sieg, den du uns durch den schweren Krieg erworben hast, recht preiſen, und dir gnug Ehr erweisen? 2. Du hast die Höll und Sündennoth ganz ritterlich bezwungen, du hast den Teufel, Welt und Tod, durch deinen Tod verdrungen; du hast gesteget weit und breit, wie soll ich solche Herrlichkeit, 358 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. o Herr, in diesem Leben gnug würdiglich erheben? 3. Du hast dich zu der rechten Hand des Vaters hingesetzet, der Alles dir hat zugewandt, nachdem du unverleget die starken Feind hast umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht und ste auf deinem Wagen ganz Herrlich Schau getragen. 4. Nun lieget Alles unter dir, dich selbst nur ausgenommen, die Engel müssen für und für dir aufzuwarten kommen. Die Fürsten stehn auch auf der Bahn und sind dir willig unterthan: Luft, Wasser, Feuer, Erden muß dir zu Dienste werden. 5. Du starker Herrscher fährest auf mit Jauchzen und Lobsagen und gleich mit dir in vollem Lauf auch mehr denn tausend Wagen; du fährest auf mit Lobgefang, es schallet der Posaunen Klang. Mein Gott, vor allen Dingen will ich dir auch lobsingen. 6. Du bist gefahren in die Höh, hinführend die Gefangnen, so uns mit Thränen, Ach und Weh geneßet oft die Wangen. Drum preisen wir mit süßem Schall, o starker Gott, dich überall, wir, die wir so viel Gaben hierdurch empfangen haben. 7. Du hast durch deine Himmelfahrt die Straße uns bereitet, du hast den Weg uns offenbart, der uns zum Vater leitet. Und weil denn du, Herr Jesu Christ, nun stets in deiner Wonne bist, so werden ja die Frommen dahin auch zu dir kommen. 8. Ist unser Haupt im Himmelreich, als die Apostel schreiben, so werden wir, den Engeln gleich, ja nicht heraußen bleiben. Du wirst uns deine Gliederlein, mein Gott, nicht lassen von dir sein, die ihnen fest getrauen, dein Herrlichkeit zu schauen. 9. Hilf, daß wir suchen unsern Schaß nicht hier in diesem Leben, besondern dort, wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben. Ach laß uns streben fest und wohl nach dem, das künftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezeltzu finden. 10. Zieh uns dir nach, so laufen wir, gib uns des Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 359 len Seraphinen muß er willkommen sein. isi simu isp 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt er= höht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen, er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. Glaubens Flügel, hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Ifraelis Hügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 11. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen, wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Halleluja ohn Ende. ( Joh. Rist.) 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Plaß, wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 364.* Gott fähret 5. Laßt uns zum Himauf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenschall. Lobsingt, lobsinget Gott, lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. mel springen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron. 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehnalle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lauten Cherubinen; den hel6. Ade mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt, dein Tand kann nicht ergößen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und 360 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. köstliches Geschmeide, zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge-. schehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichfeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen, daß wir den Heiland küssen? Komm, stelle dich doch ein. ( Gottfr. Wilh. Sacer.) Mel. Alle Menschen müssen. 365. G roßer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sigt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antliz dienen, dessen Reich und Majestät über alle Dinge geht.e 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht; der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todesnacht; aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen und von Sünden sie zu heilen. O wohl Allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun.e 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab, liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt, deiner Stimme folgsam wird! 5. Keiner, Keiner wird zu Schanden, der, o Heiland, dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. i sug 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärkest sie, daß sie dir vereinigt bleiben, daß sie Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. 361 dieses Lebens Müh standhaft Leiden. Lobsingt, lobsinget durch dich überwinden, ihres ihm! Glaubens Ende finden und 2. Wohluns, die wir noch einst ewig bei dir sein, ewig hoffen. Nun Jesus triumdeiner sich zu freun. phirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht. uns Bahn. Wer hier nun an ihn gläubet, ihm folgt und treu ihm bleibet, der wandelt himmelan. 7. O was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst! Hilf, daß wir dich gläubig ehren und auf deine Stimme hören! Nur 3. Nur dort, nicht auf der bei dir steht unser Heil, gib uns ewig daran Theil. Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen, dahin geh euer Lauf. 4. Herr, hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen! Den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, 8. Wenn wir zu dem Vater beten und uns unsre Sünde schreckt, laß uns dein Verdienst vertreten, welches unfre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. ( Nach Joh. Jak. Rambach.) Mel. Von Gott will ich nicht. 366. Mein Jefus wie dir es wohlgefällt. triumphi ret und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk voll führet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnem 15. Was sind der Erde Freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns Alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu 362 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. trachten, was ewig Heil gewährt. di finget ihm mit lauter Stimm. 6. Sei du selbst unser 5. Wir sind Erben im Leiter in unsrer Prüfungszeit und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit, bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland, ſehen und freudig vor dir stehen, bis Erd und Himmel neu! da Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich, das sehn die lieben Engel gern und danken mit uns Gott dem Herrn. ( Nach Gottfr. Wilh. Sacer.) Mel. Vom Himmel hoch da komm. 367, N un freut euch, Gottes Kinder all, der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobfinget ihm mit lauterStimm. 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ehr, und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. 6. Es hat mit uns nun nimmer Noth, der Satan, Sünd und ewger Tod allsammt zu Schanden worden sind durch Gottes und Marien Kind. Tid 7. Den heilgen Geist send't er herab, auf daß er unser Herz erlab und tröst uns durch das göttlich Wort, und uns behüt vors Teufels Mord. 8. Also baut er die Christenheit zur ewgen Freud und Seligkeit. Allein der Glaub an Jesum Christ die 3. Daß unser Heiland, recht Erkenntniß Gottes ist. Jesus Christ, wahr'r Got- 9. Der heilge Geist den tessohn, Mensch worden ist, deß freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Ehr. Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, erleucht't und macht die Herzen fest, und uns in Trübsal nicht verläßt. 4. Der Herr hat uns die Stätt bereift, da wir folln 10. Was uns die göttlich bleib'n in Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobMajestät am heilgen Kreuz erworben hat, das theilet Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 363 men dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. ( Erasmus Alberus.) aus der heilge Geist, darum er unser Lehrer heißt. 11. Der Vater hat den Sohn gesandt, der Sohn In eigner Melodie. wird anders nicht erkannt, 368. Nun freut euch), ohn durch den lieben Chriallein, der muß die Herzen machen rein. 12. So manche schöne Gottesgab bringt uns der heilge Geist herab, und uns vorm Satan wohl bewahrt, solchs schafft des Herren Himmelfahrt. 13. So danket nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobsinget mit der Engel Chör, daß man es in dem Himmelhör. 14. Gott Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. 15. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. 16. Du heilger Geist, du wahrer Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühsten, g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und All in Ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat, gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Todwar ich verloren, mein Sünd mich quälet Nacht und Tag, darin ich wargeboren; ich fiel auch immer tiefer brein, es war kein Sünd hat mich besessen. Guts am Leben mein, die 3. Mein' guten Werk die galten nicht, es war mitihn'n verdorben; der frei' Will haffet' Gott's Gericht, er war zum Gut'n erstorben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß Nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert' Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen, er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir 364 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„ Die Zeit ist hie zu' rbarmen, fahr hin, mein's Herzens werthe Kron und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sündennoth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben." les dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben, da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll, und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, er tam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er follt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: ,, Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb ( M. Luther.) Mel. Wachet auf, ruft uns zc. mich ſelber ganz für dich), da 369.11eber alle Himmelsheere erwill ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich Al10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gott's werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren, und hüt dich vor der Menschen G'saß; davon verdirbt der edle Schaß, das laß ich dir zu letzte. hebst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sündenwelt mit Von der Himmelfahrt Jesu Christi. deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. ,, Sige, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichteit", sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Ihr, ihr From= men, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. Bahn, auf der dich wandeln fahn beine Freunde. Auch wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron am Ziel. 365 voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen und zu dir all deine Frommen versammeln in dies Vater= land. Erkauft hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und lösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ists, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der Welt den Weg In eign. Mel. od.: Ach Gott und zc. tims weist. Er feitet uns die* 370. 3 euch uns uns nach dir, 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du MARES es werden, wenn wir dich 5. Welch ein Jubel wird wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern, dann sehn wir, hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit. Welterlöser, dann führest du der Wonn uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit.( Balth. Münter.) so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reißuns doch von hinnen, so dürfen wir 366 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. nicht länger hier den Kummerfaden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für, und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Mel. Erschienen ist der herrlich. ir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr Immanuel, o stärk im Glauben unsre Seel. Halleluja! 2. Du fizest auf des HimmelsThron, als unserFreund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht, drum bleibst du unsre Zuversicht. Halleluja! 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! Halleluja! 4. Umsonst, umsonst empörte sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt; durch deine Macht ist er besiegt. Halleluja. 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist seinLicht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. Halleluja! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut bist unser Trost und höchstes Gut. Halleluja! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner Seele bist du fern, du siehst auf sie und hilfst ihr gern. Halleluja! 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! Hilf unserm schwachen Glauben auf und segne unsern Lebenslauf. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Von der Sendung des heiligen Geistes. 367 zen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Halleluja! ( Nach Nikol. Selnecker.) Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. Halleluja! 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauch- n VX. Von der Sendung des heiligen Geiſtes. Mel. Ich dank dir schon durch. Ruh und mein Gewinn, recht freudig zu umfangen. 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich entzünde. 372. Ach komm, du süßer Herzensgast, du Labsal meiner Seele, bei der du deine Wohmung hast in dieser Jammerhöhle. 2. Reut aus, du theures Glaubenspfand, was nicht dein eigen heißet. Ach bent dem Willen doch die Hand, der sich der Welt entreißet. 3. Es schaut dein holder Gnadenblick die Sündengruft 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelslust, dein Brunnen fließt ins Leben, davon das, was uns nicht bewußt, zu schmecken wird gegeben. im Herzen, und zeucht sich 7. Es ist wohl ein ver= dennoch nicht zurück, er sieht auf Christi Schmerzen. 4. Ich öffne dir Herz, Seel und Sinn mit brünstigem Verlangen, dich, meine borgner Schatz, doch bringt er Geist und Leben und läßt den Sünden keinen Plaß die Andacht zu erheben. - - 368 Von der Sendung des heiligen Geistes. 8. So fehrt Gott zu der Seelen ein mit allen seinen Gütern und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemüthern. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist überwunden, da führt des Geistes Freudigkeit die Sündenlust gebunden. 10. Gott zeigt, was zu erwarten sei auf ewig Kreuzesstunden, wenn wir, von diesen Fesseln frei, die Freiheit so gefunden. 11. Da, da verbindt sich Seel und Gott in recht vertrauter Liebe. Was nicht ist göttlich, wird zu Spott vor dieſem Himmelstriebe. 12. Wie leicht ist da des Heilands Joch, wie sanft ist seine Bürde! Ach, ſpricht die Seel, daß ich jetzt doch ein Himmelsbürger würde! 13. Mein Gott, wann ziehst du mich zu dir, wann werd ich dahin kommen, daß ich dein Antlitz für und für anschaue mit den Frommen? 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im Freudenhimmel und dort vordeinem Throne stehn nach diesem Weltgetümmel. 15. Du Geist der Gnaden steh mir bei und laß mich ja nicht fallen! Mach meinen Gang gewiß und frei, ach leite mich in Allen. 16. Ach streite wider meinen Feind, so kann und werd ich siegen, und wenn ers gleich aufs Aergste meint, kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein Herz dir gänzlich ein und stärk es aus der Höhe! Dann werd ich völlig selig sein, wenn ich dich ewig sehe. ( Lüder Mencke.) Mel. Freu dich sehr, o meine. du 373. Der bu uns als Vaterliebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn bitten heißt; bemuthsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweiht, Von der Sendung des heiligen Geistes. 369 wenn er nicht durch seine nach deinem Sinn, daß ich Kraft die Gesinnung in Lieb und Sanftmuth übe mir schafft, daß ich dir mich und mirs rechne zum Geganz ergebe und zu deiner winn, wenn ich je ein FrieEhre lebe. and densband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. an 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mitächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre.id 7. Gib mir wahres Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler sehund durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. Jup 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter GottesGeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sichy in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint 5. Fülle mich mit heil- und Gott nicht zu hören gen Trieben, daß ich Gott, scheint: o, dann laß es meimein höchstes Gut, über Al- ner Seelen nicht an Trost les möge lieben, daß ich mit und Stärkung fehlen! getrostem Muth seiner Va- 9. Was sich Gutes in mir terhuld mich freu und mit findet, ist dein Gnadenwerk wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffendenk und handle. in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. D so seße durch dein Wort 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich deine Gnadenwirkung fort, 24 370 Von der Sendung des heiligen Geistes. bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. ( Georg Joach. Zollikofer.) Mel. Werde munter, mein. der Frommen, kehre bei mir Armen ein, und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubre * 374. Gott, gib du nur ſelbst das Haus meieinenmil nes Herzens; wirf hinaus Alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. den Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land. 5. Schmücke mich mit Laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab, wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durch gießen. deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laßmich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Va= ter, deinen Geist mir nicht geben, und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest 6. So will ich mich dir ergeben: dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preifen mit den süßen Engelweisen.( Maurit. Kramer.) 100 d In eigner Melodie. zu stehen und auf dich im 375.* Du Seift bes sehen. Herrn, der 4. Heilger Geist, du Kraft du von Gott ausgehst und Von der Sendung des heiligen Geistes. 371 doch mit ihm in gleichem an in deinem Glang, verklär Wesen stehst! Kraft aus der in mir das Wort des Vaters Höh, komm, mich zu über- ganz. O Gottes Kraft, schatten, komm, deinem Lob schließ auf, was noch verborund meiner Bitt zu Statten. gen, und zeige mir den hellen lichten Morgen. 2. Das Herz erquick, entzünde mein Gemüth, auf daß es schmecke neue Lieb und Güt! Du Balsam- Kraft, ich thue deiner warten, komm, fanfter Wind, komm, weh durch meinen Garten. 3. Du Weisheits- Brunn, du Abgrund ohne End! Vernunft und Kunst ist ohne dich verblendt. Gib mir Verstand und dein geheimes Wissen, wie Salomon zu bitten sich beslissen. 4. Des Worts, in welchem sich Gott offenbart, weißt du allein die beste Deutungsart. Aus dir allein, durch deine Kraft getrieben, hat der Prophet und Jünger es geschrieben. 5. Drum, Klarheit, komm, kommund durchleuchte mich, sonst tappe ich und stoß mich jämmerlich; komm, Meister, lehre mich Christum erkennen und meinen Herrn in deinem Licht ihn nennen. 6. Ja, reines Licht, brich 7. Bestrafe aber auch in mir die Sünd, feg aus, was sündlich noch im Fleisch sich findt. Zerbrich, zermalm, entsündge meine Sinnen und schaff in mir neu Leben, neu Beginnen. 8. Mach, daß mein Geist vor dir zerknirscht erschein, in seinen Grund flöß Wehund Demuth ein! Ach, säubre ihn von allen Eitelkeiten, daß deinem Trieb Nichts könne widerstreiten. 9. O sanfter Trieb, ach zieh mich von der Erd, damit ich folg, wenn ich beweget werd! Versiegele und stärke mich) im Glauben, die Siegeskron laß mir den Feind nicht rauben. 10. Du Salbungsöl, vermehre deine Kraft und flöß in mich den besten Lebenssaft! Du reiner Geist, laß deinen Trost mich spüren, der Leib und Seel und Geist kann kräftig rühren.elsin 24* 372 Von der Sendung des heiligen Geistes. 11. Du göttlich Feur, und Brüder, komm eilig, entzünde mein Gebet, wenn komm und wohn im Herzen deine Brunst in meiner Brust allermeist, mit deinem Licht entsteht! Die Andacht laß und Gaben und Freudenöl mein Herz durchdringlich füh- zu laben, komm, werther len, und dir darin zum Ruhm heilger Geist. mit Freuden spielen. 12. Gib den Geschmack der künftgen Welt mir ein, der süßer ist als Honig, Milch und Wein! Laß Christi Sinn in mir geboren werden, und tilge, was sich sehnt nach dieser Erden. 13. Bewohn mich ganz, dein güldnes Tempelhaus und füll es ganz mit Herrlichkeiten aus! Ach heilge mich, wie du der Heilge hei= Best, und unsern Sinn der Sünd und Welt entreißest. 14. Wirst du, o Lebensgeist, dies an mir thun, so werd ich recht von meinen Werken ruhn, und so du mich inwendig wirst verneuern, so kann ich jeden Tag ein Pfingstfest feiern. ( Nach Samuel König.) Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 376mm, Tröster, komm hernieder vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund 2. Du bist der Trost der Frommen, gieß aus dein heiligs Del, und laß es zu mir kommen, daß sich mein Herz und Seel erfreuen inniglich; komm, Tröster, zu erquicken die Seelen, die sich bücken im Geist demüthiglich. 3. Laß allen Trost verschwinden, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was Jesus mir anpreist, dem will ich feste gläuben; du sollst mein Tröster bleiben, du, o Gott heilger Geist. Tremon 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kräftig rüsten aus, ja ganz und gar erneuen mein armes Herzenshaus; drum komm, mein schönster Gast, und bleib im Tod und Leben als Tröster mir ergeben, bis mein Gesicht erblaßt. 5. Der du als Gott ausgehest vom Vater und dem Von der Sendung des heiligen Geistes. 373 Sohn, und mich im Geist sei meine Freude und Trost, erhöhest zu Gottes Stuhl bis in den Tod. di und Thron, kehr ewig bei mir hi( Laurentius Laurenti.) ein, und lehr mich Jesum kennen und meinen Herren nennen mit Wahrheit, nicht 377.6ter und vom Mel. Werde munter mein Gemüthe. vom Va= zum Schein. 6. Du kommstjavon dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei auch mein Berather; wenn mich die Welt betrübt, ſo komm und tröste mich, und stärk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja, zeug' in meinem Herzen von Jesu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen und seiner Wahrheit Schein, daß ich, ganz überzeugt, kein Bild in meiner Seelen als Jesum mög erwählen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem Finger, o Gott von Gottes Thron, und sei mein HerzBezwinger, daß mich kein Schmach noch Hohn, kein Trübsal, keine Nothvonmeinem Jesu scheide, im Kreuz Sohne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mächtig bei, daßich Gott ergeben sei; o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifelhege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. Onur 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir Nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zuvollbringen, müſſe mir durch dich gelingen. 374 Von der Sendung des heiligen Geistes. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige. Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken, gib meinem Vorsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben ſei: so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. an 5. Wenn ich indeß aus kein gottlos Schwachheit fehle, mein BaBO 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam ſei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich ſelbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Trostes Kraft empfinden.( Nach G. Hoffmann.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 378.Gott, bir gefällt Von der Sendung des heiligen Geistes. 375 Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. ter so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 4. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. ( Joh. Sam. Diterich.) Mel. Warum sollt ich mich denn. öchster 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße! Steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshize. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide 379. Hfter, fomm sterben heißt, unfern Geiſt hernieder! Geist des Herrn, in des Himmels Freude. sei nicht fern, stärke Jeſu ( Ehrenfried Liebich.) Glieder. Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Mel. Komm heiliger Geist, Herre. deinen Rath seinem Volk ör unser Geversprochen. 380. bet, Geift 1715709 des Herrn! Du hörst der Menschen Flehen gern. Wir wollen unser Herz dir geben, o lehre du uns heilig leben! Rüft uns mit Stärke, Geiſt der Kraft, der in uns alles Gute schafft, daß nicht die Lockungen der Sünden uns, Christi Jünger, überwinden durch ihre Macht.:: 2. Geist der Weisheit, gib uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah, und sprich ja, wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen! Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Von der Sendung des heiligen Geiſtes. 376 2. Duheiliges Licht, starker Hort! Laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfaden leiten, daß unsre Füße niemals gleiten. Treib fern von uns des Irrthums Nacht und stürze deiner Feinde Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. Erhör uns, Gott!:,: 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraum in Noth auf deine Hülf uns schaun! Lehr uns, wenn wir zum Vater treten, mit ganzer Zuversicht zu beten! Mach uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir als deine Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen. Halleluja!:,: $ T( Gottfr. Bened. Funck.) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. esu komm, mit deinem Vater, komm zu mir, ich liebe dich! Komm, o trener SeelenRather, heilger Geist, besize mich. Laß mich, odreieinges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen.s 381. Jeſu fomm, 2. Laß mich, Jesu, dei nem Worte vollen Glauben stellen zu, denn es ist die rechte Pforte zu der süßen Seelenruh. Niemand kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. 3. Sende nun, o Vater, sende deinen Geist von deinem Thron, der mein Herz zu dem nur wende, was dein allerliebster Sohn, dessen Wort ich angehöret, uns von deinem Willen lehret. 4. Von mir selbst kann ichs nicht fassen, mein Herz ist verfinstert ganz, ich geh auf den Irrthums- Straßen, wo nicht deines Geistes Glanz den verblendten Sinn regieret und zur hellen Wahrheit führet. 5. Zünd doch an der Liebe Kerzen und durchhiße Geist und Muth! Werther Geist, laß unsre Herzen brenneninderreinenGlut! Schaff, daß deine heilge Flammen schlagenüber uns zusammen. 106. Führe mir stets zu Gemüthe, was mir Jeſus zugesagt, daß ich traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Hülf und Rettung werd ergehen? Von der Sendung des heiligen Geistes. 377 essollenmeine Sinnen Nichts als Jesum lieb gewinnen. 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein Jesus wohnt in mir, ich ge= nieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt für, wenn ich ihn beständig liebe und in seinem Wort mich übe. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnöder Wollust strebet, der In eigner Melodie. muß ewig ſein betrübt. Gott wird nicht in ihm mehr wohnen, sondern ihn mit Zorn belohnen. do 9. Mein Herz, du darfst nicht erschrecken, Jesus ist dein Aufenthalt; denn sein Friede wird dich decken wider alle Feinds- Gewalt, die vergeblich auf dich stürmet, weil sein Friede dich beschirmet. 12. Jesu, der du vorgegangen durch den Tod zum Vater hin, hol mich, der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin. Willst du, ich will gern aufstehen und mit dir von hinnen gehen. ( Juliane Patientia v. Schultt.) 382. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vorhin sein. 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 10. Fahre hin mit deinem Friede mehr als feindgesinnte 3. Du bist mit Gaben Welt, deiner werd ich zeitlich müde, weil dein Friede bald zerfällt. Gottes Fried erfreut die Herzen. Welt, dein Friede bringet Schmerzen. siebenfalt der Finger an Gotts rechter Hand, des Vaters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle Land. do 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kraft an 11. Nun sollweder Angst noch Leiden, Jesu, keine Macht noch List, mich von deiner Liebe scheiden, weil dein Friede bei mir ist. Ja, und Gunst.19 169 378 Von der Sendung des heiligen Geistes. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir dein'm Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. in 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, sein'n Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zuverstahn. 7. Gott Vater ſei Lob und dem Sohn, dervon Tod- Herr, durch dein Kraft ten auferstund, dem Tröster ſei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen! Halleluja!:,: ( M. Luther.) ( M. Luther.) In eigner Melodie. 383. Komm heiliger Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jeſum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja!:;: 3. Duheilige Brunst, füßer Trost, nun hilfuns, fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. In eigner Melodie. Gott, erfüll mit deiner Gna- 384.mm, komm, den Gut deiner Gläubgen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volf aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja!:: du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft ſei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in den dunklen Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders Nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht, dein Erkenntniß werde groß 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Von der Sendung des heiligen Geistes. 379 neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn sich Satans Macht erweist! Schenk uns Waffen in den Krieg und erhalt uns in dem Sieg. und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, das, was hinter uns gethan, räume ferner aus dem Wege. Schlecht und recht sei um und an. Wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Noth und Drangsal find't; denn des Vaters liebe Ruth ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! Ei, so mach uns den Beschluß! Sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns den= selben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott! Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich ſollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkießt und nicht auszusprechen ist. Mel. O Jesulein süß, o Jefulein. * 385, heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster werth in aller Noth, du bist gesandt vons Himmels Thron, von Gott, dem Vater und dem Sohn. O hei= liger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, oheiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, 380 Von der Sendung des heiligen Geistes. darnach zu lieben allesammt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! isan enot 0913. Oheiliger Geist, oheiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum Niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, oheiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, oheiliger Gott, du zeigst die Thür zur Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich, und 2. Sein Tempel ist da aufgericht't, da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt, er zeigt was Niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen, auszusprechen, was zu dir dringen seliglich. Oder Vernunft, dem Witz der heiliger Geist, o heiliger Frechen und aller List zu Gott! mächtig ist. 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehrund Dank allzeit und unser Leben lang. heiliger Geist, o heiliger Gott! feiern will, der wird in ſeinem Herzen still; Ruh, Friede, Lieb und Einigkeit sind Zeichen einer solchen Zeit, worin der heilge Geist regiert: der ist es, der zur Andacht führt, er kann kein Weltgetümmel leiden; wer jenes liebt, muß dieses meiden und Gott allein gehorsam ſein. Mel. Komm heiliger Geist, Herre. * 386.W er recht die Pfingsten 3. Nun dieses ist der Geist ausGott, der Frommen Trost, der Bösen Spott; die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein, er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben, der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. Von der Sendung des heiligen Geistes. 381 und milder Regen, der das erzieht, was grünt undblüht. di7. Es ist ein Del, deß Lauterkeit zu Königen und Priesternweiht, die Salbung, die uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen, sie machet frei von Heuchelei. 54. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen an bläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt; es ist ein Wort, das neu gebiert, deß Deutung man im Werke spürt, ein Zeugniß, das zum Glauben treibet und das Geseß ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen kann. 5. Es ist die Kraft, die Alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der uns erleucht't, ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiſet, ein Labsal, das mit Gnade ſpeiset, und den erquickt, den Elend drückt. 8. Du theurer Gast und höchster Schaß, sei unser Beistand und Entsaß, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt; vermehr in uns die Zuversicht, wehr aller Furcht, verlaß uns nicht, daß wir in Noth nicht unterliegen, vielmehr beherzt den Tod besiegen, wenn uns die Zeit das Ende dräut. ( Ernst Lange.) 6. Es ist der Ausfluß aus der Höh, der Weisheit unerschöpfte See, ein Wasser, das vom Unrecht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnfalls In eigner Melodie. fucht löscht, ein Brunnen, 387.Nubite m welcher ewig das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau un wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte anunserm Ende, wenn 382 Von der Sendung des wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. = 91 ( M. Luther.) Mel. Freu dich sehr, o meine. 388.9 du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhörn alle Dinge, höre, höre, was ich singe. heiligen Geistes. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensche nennen kann, wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, ſelbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltſt nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei. Drum gib Weisheit und vor Allem, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, Von der Sendung des heiligen Geistes. 383 Wegen mich mit Ernst zuwiderlegen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich steheft bei. Hilf, mein Helfer, wo du merfest, daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin; mach ihn allerdinges neue, daß mein Gott sich meiner freue. wie die Taube rein du bist. Mache mich o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell! Laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, sanften Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 10. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab, wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt. Bleib ich von dir ungeschieden, ei, so bin ich gnug getröst't Laß mich sein dein Eigen( Paul Gerhard.) Mel. Wie schön leuchtet der zc. thum, ich versprech hinwiehinwie- 389.h 389. heilger Geist, uns derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entfage alle deme, was dir deinen Ruhm benimmt. Ich will, daß mein Herz annehme nur allein, was von dir kömmt. Was der Satan will und fucht, will ich halten als verflucht, ich will seinen schnöden und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzensfonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein, zu steter Freud undWonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten. Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle 384 Von der Sendung Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens- Einigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. ndi 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst auf rechtem Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Troft zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. des heiligen Geistes. sern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, fein Streit dich betrübe. Fried und Liebemüssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. thir 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin ſei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toda ten Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. ( Mich. Schirmer.) tract Gout Mel. Gott des Himmels und.. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns bein 390. Shmückt bas Wort in unFest mit Von der Sendung des heiligen Geistes. 385 suchst du allermeist, und dein Vater und dein Geist. grünen Maien, zieret Kirche, Herz und Haus, es soll uns ein Gast erfreuen, ruft mit hellenStimmen aus: Komm, Geſegneter, herein, du sollst uns willkommen sein. 2. Liebster Jesu, dein Begehren ist auf Liebe nur gericht't. Da begehrst du einzukehren, wo man zu dergleichen Pflicht ungezwungen sich versteht und auf deinen Wegen geht. 3. Wo mein Wort wird angenommen, wo die Lieb in vollem Schein, heißts: Wir werden zu ihm kommen, da soll unsre Wohnung sein. Dein Wort voll Süßigkeit, welches gar zu viel bedeut't. 4. Ach, der Mensch von Staub und Erden, der Nichts heißt und Nichts bedeut't, soll dennoch ein Tempel werden heiliger Dreifaltigkeit. Den nicht Erd und Himmel faßt, wird der Menschen Wirth und Gast. 5. Ja, das macht die wahre Liebe, die dich zieht als ein Magnet; wer aus rechtem Herzenstriebe deiner Huld entgegen geht, den be6. Ach, entzünde doch mein Herze in der reinsten Liebesgluth. Deine Huld ſei meine Kerze, die entbrenne Geist und Muth, daß die Flamme, die sie hegt, über mich zusammenschlägt. 7. Laß mich deinem Gnadenworte immerfort befohlen sein; denn allein durch diese Pforte gehst du in das Herz hinein. Niemand wird dein Ruhezelt, der den Schaß nicht feſte hält. 8. Von mir selbst kann ich nicht halten, was dein theures Wort begehrt; denn dein Geist muß in mir walten, der das Herz zum Himmel kehrt. Gib, daß er mich Alles lehrt, was zum Christenthum gehört. 9. Kehrst du ein in meine Seele, so bring auch den Frieden mit. Denn die Welt ist eine Höhle, wo nur Zank wird ausgebrüt't. Deines Friedens Delzweig macht, daß mein Herz in Schrecken lacht. 10. Keine Furcht wird 25 386 Von der Sendung des heiligen Geiſtes. mich umfassen. Kommt der Fürste dieser Welt, er muß mich wohl stehen lassen, ob er sich gleich grimmig stellt, denn er hatte Nichts an dir, so hat er auch nichts an mir. 11. Du bist mir voran gegangen zu dem Vater, der mich liebt. Ich erwarte mit Verlangen bis dein Wort Befehl mir gibt und gebietet aufzustehen. Lasset uns von hinnen gehen. 12. O du dreimal heiligs Wesen! Hast du, Vater, Sohn und Geist, mich zur Wohnung auserlesen, komme, weil es heute heißt: Schmücke mich aufs Aller= best, halt in mir dein Liebesfest. ( Benjamin Schmolck.) und deinSchüler sein. Gängle mich und treibe, daß ich gläubig bleibe, mache mich recht treu. Sei mein Pfand und eine Hand, die mich führet, die mich leitet und recht zubereitet. 3. Hilf mir, wenn ich bete und vor Gott hintrete, hilf mir Abbaschrein! Wenn ich findlich bitte und mein Herz ausschütte, laß es kräftig sein. O mein Hort, so hilf mir fort, unterstüße doch mein Lallen, so wirds Gott gefallen. 4. Sei mein Trost im Leide, sei du meine Freude, wohn in meiner Brust! Wenn ich fall und sterbe und mein Theil ererbe, sei du meine Lust. Bleibe da dem Herzen nah, um mir Gnade Mel. Jesu, meine Freude. 391.11nschäßbare Gaz zuzuſprechen, wenn die Augen brechen. be, wenn ich dich nur habe, theuerwerther Geist, so werd ich erfreuet, mein Herz wird erneuet und Gott wird gepreist. O du Kraft, die Alles schafft, laß dich in mein Herze nieder, heilge Herz und Glieder! 2. Werde du mein Lehrer, ich will dein Verehrer 5. Nun ich sage: Amen! Denn in Jesu Namen bin ich schon erhört. Ich, ich, dein Erlöster, bitt um diesen Tröster, der mich Alles lehrt; dieser Geist, den du verheißt, der wird dich in mir verklären, du wirst mirs gewähren. ( Joh. Chr. Schlipalius.) Von der Sendung des heiligen Geistes. 387 Mel. Jesus, meine Freude. mache fromm mich, daß ich 392.11rsprung wahrer in diesem Leben bloß mög Freuden, komm hiernach streben.hi in meinem Leiden und erfreue mich! Strafe meine ( Christoph Runge.) Mel. Von Gett will ich nicht. Sünden doch, daß ich mag 393.3 euch einzu meifinden, daß du kräftiglich dich nen Thoren, in mir, o werthe Zier, haft sei meines Herzens Gast, ergossen, daß dein Lieben ich hier mag ausüben. der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Laß nicht Lieb erkalten in mir, sondern halten meines Herren Wort. Lehre mich ergründen dies Wort, laß mich finden hier an meinem Ort, werthes Licht, was mir gebricht, doch laß mich in meinem Klagen gleichwohl nicht verzagen. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden, Hülf und Errettungschafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Chr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Auch wollst du in Zeiten mich behutsam leiten alle Wahrheit ein, daß ich möge kämpfen ritterlich und dämpfen, was mir bringet Pein. Wenn die Sünd auf mich geschwind ihren Stachel schießt, mich stärke, daß ich Trost vermerke. 4. Wenn ich nun soll sterben und mein Fleischverderben, da verlaß mich nicht! Tritt mir an die Seite, hilf, daß ich so streite, daß ich ins Gericht ja nicht komm. O 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut ge= macht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele 25* 388 Von der Sendung des heiligen Geistes. dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßenWorten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Himmelsfaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du Feind, willst, daß durch Liebes- Flammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohl gefällt. So gib doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd; bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd! Laß blühen, was zuvorn, die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Königs Thron, daß er und wir ge= deihen; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der sich dir widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. 12. Nicht unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn und wenn wirs sollen Von der Sendung des heiligen Geistes. 389 geben ins Todes Hände hin, ben, und nach dem Tod er= wenns mit uns hier wird erbendes ewgen LebensHaus. aus, so hilf uns fröhlich ster( Paul Gerhard.) XVI. Von dem dreieinigen Gott, seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. In eigner Melodie. unsers Haders! Lamm Got394. Allein Gott in tes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser Aller! der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat. Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du allerheilsamst Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Noth! Dazu wir uns verlassen. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, für deine Ehr wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermess'n ( Nicol. Decius.) Mel. O Gott, du frommer Gott. ist deine Macht, fort g'schicht, 395 Anbetungswürd was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn, deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die warn verlorn, du Stiller Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können! flöße meinen Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 390 Von dem dreieinigen Gott, stets vor dir vollehrerbietung und unterm frohen Lob der ſein. 15Himmelsheere wohnst. 2. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun.bin 3. Du sprichst, und es geſchieht. Auf dein allmächtig Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr! Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub, auch Geister kannst du tödten. auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 7. Doch hier erkennenwir dich noch gar unvollkommen; wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du biſt. 8. Indeß sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns be= sungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir bereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höerhöhn.( Nach I. 3. Nambach.) hern Chor dich, großer Gott, 5. Wer hat dich je geMel. Gott des Himmels und. ſehn? Wer kann im Fleisch* 396. Alle Welt, dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhlethronst was und webet, pas in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zunge hebet, jauchze seinem Wesen, Eigenschaften und Werten. Gott zu jeder Frist. Dienet Der Herr ist groß, sein Nam ihm, wer dienen kann, tret't ist groß, er ist unendlich grenmit Luft zu ihm heran. zenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus Nichts gemacht, er hat unsre Leib- und Geister an das Licht hervorgebracht. Wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigenthum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang; lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank; denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichfeit. 391 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ist er, sonst Keiner! Wir Menschen sind von ge= stern her. Eh noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in ſeiner Werke Wundern. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daßdein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist. Gib uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für. ( V. 1-3. Joh. Franc.) Mel. Es ist das Heiluns kommen er Herr ist 397. De Gott und mel. Keiner mehr: frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennet uns und, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Him5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch Von dem dreieinigen Gott, verbergen möge? Die Fin- ein wahrer Gott von Ewigsterniß ist vor ihm Licht, Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. keit! Die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht. 392 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bistselig, wirst es ewig sein, haft Freunden, Gott, die Fülle. haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Chre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? ( Joh. Andr. Cramer.) Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 398.Det er du bist drei in Einigkeit, 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir. Unser armes Lied rühmet dich jezund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn der ist der einge Herr, und dem Tröster heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. ( M. Luther.) Mel. Gott des Himmels und. 399,2men, men, Amen, lauter Amen hat des treuen Gottes Mund, und er führt vor längst den und er führt vor längst den Namen, daß in ihm der Wahrheit Grund. Was er sagt, trifft Alles ein, es muß Ja und Amen sein. 2. Menschen können ja wohl trügen, weil sie Alle Lügner sein, doch kann dieſer Held nicht lügen, denn er liebt nicht falschen Schein, er treibt mit uns keinen Scherz, wie der Mund, so ist sein Herz. seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 393 3. Die Verheißung kann er spart es weit hinaus, es verziehen; kommt nicht bald, wird doch ein Amen draus. was er verspricht, muß man allen Zweifel fliehen, weil er sein Wort niemals bricht. Ist die rechte Zeit nur da, so heißt Alles lauter Ja. 8. Amen! Herr, du wirst erfüllen, was dein treuer Mund verspricht, das erwart ich nun im Stillen, bis es in der That geschicht, daß du die Erfüllung gebst. Amen! Ja! so wahr du lebst. 4. Hat er es doch so gehalten von dem Anbeginn der Welt, seine Wahrheit wird auch walten, bis die ( B. Schmolck.) Mel. Es ist gewißlich an der. Welt zu Boden fällt, weil* 400. 400. D Der Bater er jegund und fortan sich nicht selber leugnen kann. 5. Er sprach einmal nur: Es werde! da vorhin doch gar nichts war, so ward Himmel und die Erde, und. sein Machtwort stellte dar, daß ihm Nichts unmöglich ſei, und es bleibet noch dabei. zürnt von Herzen nicht; er liebet, wen er stäupet. Gedanke voller Trostund Licht! Er war und ist und bleibet doch Vater, ob er zornig scheint, ist Alles mir zu gut gemeint, ist Alles lauter Güte. 2. Auch unempfunden ist er Gott, scheint auch sein Angesichte verhüllt, als wenn er in der Noth es nimmer auf mich richte, sieht er auf mich doch väterlich. Seh ich ihn nicht, so sieht er mich, und denkt schon meine Hülfe. 3. Fühl ich ihn nicht, so fühlt sein Herz doch, was mich kränkt und drücket. Er fühlet allen meinen Schmerz, er lindert und erquicket mit seinem Troste mein Gemüth, 6. Nicht ein Wort ist, das vergebens auf die Erde fallen kann; also gibt das Wort des Lebens sich zum treuen Zeugen an. Der uns seinen Sohn versprach, kam auch seinen Worten nach. 7. Wohl, mein Herz, du kannst ihm trauen; was er dir verheißen hat, wirst du auch erfüllet schauen; kommt es gleich bisweilen spat, und Von dem dreieinigen Gott, sist wenn er mich lechzen, schmach- der All's in Allem ist, und ten sieht nach ihm und sei- dessen Wunderhänd allmächner Gnade. tig thätig sind, Gott, alles Endes End! allo 394 4. Wenn Einer aller Väter Herz in Eines schmelzen könnte, und hielt dage= gen Gottes Herz, wie es in Liebe brennte, wie es so zart ist und so weich: so wären tobten Kohlen gleich dage= gen, Stahl und Eisen. 5. Gott ist die Liebe! und wo nur ein Fünklein im Gemüthe und Herzen einer Kreatur von Liebesfeuer glühte: das kommt von ihm, das facht er an. Der allertreuste Vater kann so treu und zart nicht lieben. 2. D Gott, der Lichter Licht! O Gott, durch den sich reget, was irgends lebt und webt, ohn den sich Nichts beweget, du Ursprung aller Macht, und aller Güter Meer, Gott, aller Götter Gott, dir sei Dant, Preis und Ehr! 3. Dich betich an, o Herr, du wollest mich behüten und auf mein armes Herz die Himmels- Güt ausschütten. Ach, leit und führe mich, und beut mir selbst die Hand, so bleibt dein Gnadenlicht nie von mir abgewandt. 4. Und du, o Gottes Sohn, mein Heiland, mein Erbarmer, Herr Jesu Christ, mein Trost, zu dir komm ich, ich Armer; du Gnaden- Brunn des Heils, o König, o Prophet, Erzbischof, Bräutigam, für uns ans Kreuz erhöht! 5. Du Sieges- Fürst und Mel. Gott, du frommer Gott. 401 Dreieinig höch- Held, des Sünden- VolksFürster Gott! Gott, der du nie geboren, Gott, der die Ewigkeit sich ſelbst zum Dienst erforen, sprecher, der Wittwen, Waisen Schuß, bedrängter Menschen Rächer, GefangnerLöse= geld, der Furcht in Noth ver6. Darum, o Vater, werf ich mich in deine GnadenArme, weiß, daß sich mehr als väterlich dein Vaterherz erbarme. Ob du mich herzest oder stäupst, so weiß ich, daß du Vater bleibst, der seine Kinder liebet. ( Chr. Karl Ludw. v. Pfeil.) seinem Wesen, Eigenschaften und Werten. 395 treibt, vorwelchem weder Tod Mel. Herr, straf mich nicht.is noch Höll und Teufel bleibt.* 402.Gott herrscht 6. Lamm Gottes, Seelen- Trost, Sühn- Opfer die ser Erden, durch dessen Blut wir rein und neu geboren werden; beweise doch an uns, wie werth wir dir, mein Gott, für die du dich gewagt in bittre Todesnoth. und hält bei uns Haus, was sagst du, Mensch, dawider? Was schlägst du seinen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder; schweig still, laß ihn nur Meister sein, er ist das Haupt, wir insgemein desselben schwache Glieder. 7. Du theures SeelenLicht, Geist Gottes, Geist der Geister, der Weisheit wahrer Quell und aller Engel Meister, duGeist der Stärk und Kraft, unendlicher Verstand, o Geist der reinen Lieb, o Geist, du Friedenspfand! 2. Belegt er dich mit Kreuz und Noth, und greift dir nach dem Herzen, er schickt das Leben und den Tod, laß dir es etwas schmerzen; doch hüte dich vor Ungeduld, du möchtest sonst durch große Schuld dein bestes Heil verscherzen. 8. D Glanz der Herrlichkeit, o Feuer, das erwecket der Liebe helle Glut, die unserHerz 3. Es bleibt schon so von anstecket, dadurch der Augen Quell zu Thränen wird ge= bracht, dadurch des Glaubens Muth der Höllen Heer veracht't. Alters her: jetzt hält er sich verborgen, als wiss' er Nichts um dein Beschwer, läßt immerhin dich sorgen, hat gegen dich sich hart gemacht, dies währt vom Abend in die Nacht und wieder an den Morgen. 4. Jetzt ist er wieder gnädig hier, gibt Endschaft deinem Leiden; er leget deinen Sack von dir, und gürtet dich 9. Leitstern, geh mir auf, daß ich nach dir mich richte. O Sonne, leuchte mir, erleuchte mein Gesichte. Lieb entzünde mich, daß sich mein Geist aufschwingt und durch die Sterblichkeit zu dir ins Leben dringt. mit Freuden; er züchtigt als Von dem dreieinigen Gott, mis 396 ein Vater dich; jedoch muß seine Gnade sich darum nicht von dir scheiden. ad 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, der sich in Gottes Wege in tiefster Demuth schicken kann, ihmaushält alle Schläge; dies nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gib uns, daß sich aller Fleiß auf dies zu lernen lege. Bi lebt, thust deine Hand auf und gibst Allen, was sie be= dürfen. Keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens. in 5. In allen Wegen Gotjes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade; und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. Mel. Gott, der du für. 6. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die 403.Dein Reich, o ernstlich ihn um ſeine Hülfe Gott ist herrlich! Ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren; und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. bitten. Er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 7. Der Herr behütet Alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache, mit seiner Rache. 2. Der Herr bewahret Alle, welche fallen. Der Höchste hilft den Unterdrückten allen und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. 3. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du gibst auch einem Jeden seine Speise, daß er dich preiſe. 8. Auf ewig will ich seinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob ausbreiten. ( Joh. Andr. Cramer.) Mel. Nun banket alle Gott. 4. Herr, du erhältst mit Liebe selbst, deinem Wohlgefallen, was von dem die Liebesgaben, * 404. Gott ist bie seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 397 als aus dem schönstenQuell, Leben ein, wo unsre Liebe den ersten Ursprung haben; wird in dir vollkommen ſein. der bleibet fest in Gott, wer in der Liebe bleibt, und welMel. Der Tag ist hin, mein. chen keine Macht aus Jesu 405. Dreieinigkeit, Wunden treibt. 2. Der Vater liebt die Welt; sein väterlich Erbarmen schickt den geliebtenSohn zu uns verlaßnen Armen, und dieser liebet uns, drumscheut er keine Noth, er träget williglich sogar den Kreuzestod. 3. Wie reiche Strömesind von dieser Huld geflossen! Die Liebe Gottes ist in unser Herz gegossen. Derwerthe heilge Geist nimmt selbst die Seele ein, so daß wir nun sein Haus und Tempel wor= 3. O reicher Schaß, o den sein. unumschränktes Wesen! Wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht! Wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! 4. Wer seinen Heiland liebt, der hält sein Wort in Ehren, sein Gott verspricht gewiß, selbst bei ihm einzu kehren; was muß für Freud und Lust bei ihnen nicht entstehn, wenn Vater, Sohnund Geist in seine Seel eingehn! heit wahrer Spiegel! D Licht vom Licht, als dessen Allmacht- Flügel sich um und um durch diesen Erdkreis streckt, und alle Welt mit ſeinem Schirm bedeckt! 000 1 2. Wir loben dich, so bald die Sonn erwachet und wenn sie jetzt den späten Abend machet. Was lebt und webt auf diesem Erdenweit, ist Alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 5. Gott, heilger Geist, lehr uns die Liebe Jesu kennen, laß unsre Herzen stets in reiner Liebe brennen, und endlich führe uns in jenes 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Nur weg, Vernunft, nur weg, nur weg mit dir, dein Wiß der ist gar viel zu schlecht allhier. CHE 389 50: 5. Nur immer hin, nur hin mit deinem Tichten, du kannst dich nicht in Gottes Weisheit richten. Wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. Von dem dreieinigen Gott, mis 6. Drum lehr uns, Herr, o lehr uns ohne Trennen in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen. Ach, lehr uns doch, Gott, Vater, Sohn und Geist, daß du Ein Gott in drei Personen heißt. du 7. Gib, daß von dir dies Wort bei uns stets. klinge: Vonihm, durch ihn, in ihm find alle Dinge!" Dem großen Gott sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja singt alle Christenheit. die Schaar der Seraphinen! Du höchste Majestät und Helfer in der Noth, du, aller Herren Herr, Jehovah Zebaoth! 2. Dich bet ich jezund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Halleluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und wohlthatvolle Sonn, du aller Gnaden Meng ganz unerschöpfter Bronn! 13. MeinSchöpfer! Mensch und Vieh und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klärlich an sich lesen, ein jedes Wunder lobt dich in der All- Natur: Stern, Element, Gewölf und alle Kreatur. 8. Dein Nam ist groß! 4. Es muß dich JederDein Reich, Herr, in uns wohne! Dein Will uns zwing! Ernähr uns und verschone! Versuchung steur! Erlös aus böser Zeit! Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit! Tidur ( Joh. Franck.) Gott, du frommer. 406.D u dreimal groBer Gott, dem Erd und Himmel dienen, und Heilig, Heilig!" singt mann den treuen Vater preisen, du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erhältest Gut und Blut; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. Mel. 5. Heiland, Jmmanuel, Lamm Gottes ohne Sünden! Mein Jesus, deine Lieb kann kein Verstandergründen! Das Hostanna singt ein jeder seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 399 wahre Christ, das menschliche Geschlecht, das längst erlöſet iſt. 6. Du nahmest Fleisch an dich, du tratest in die Mitten, trugst unsre Sündenschuld, indem du viel gelitten! Ach, dies dein Blut und Tod erwirbt die Seligkeit, das ewge Himmels- Heil, die ungemeine Freud. 7. Du füßer Himmelsthau, du Taube reiner Flam- 407.Guns bei In eigner Melodie. ott der Vater men, Herr und Gott, heilger Geist, du führst die Kirch zusammen, du heiligst durch und durch, du bist ein Licht vom Licht, gibst neue Feuerglut, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach, allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Befehrer, du theilst die Gaben aus, das Wollen wird vollbracht, durch die Gemeinschaft wird uns Kraft und Geist gemacht. 9. Gott Vater, Sohnund Geist, ein Gott und Eins in Dreien: Gepriesne Majestät, auf stets zu benedeien! Laß uns im Tugendweg gewissenhaftig stehn, und durch ein selig End zu unserm Erbe gehn. 10. Laß, dreimal großer Gott, den Thau der Gnade feuchten! Ach segne, segne uns, laß uns dein Antlig leuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht in Spott. Drum singt das Gloria: Gelobt, gelobt sei Gott. wohn und laß uns nicht verderben; mach uns aller Sünden frei und helf uns selig sterben; vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Waffen Gott's uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir: Halleluja! 2. Jesus Christus wohn uns bei und laß uns nicht verderben 2c. 3. Heiliger Geist der wohn uns bei und laß uns nicht verderben 2c.( M. Luther.) Von dem dreieinigen Gott, 400 Mel. Gott, des Himmels und. 408. G ott, von dir hab ich mein Leben, von dir hab ich Leib und Geist. Du haft Alles mir gegeben und stets Batertren 409. Gott, bu bit Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. du erweist. Du bist meine Zuversicht! Dich, mein Schöpfer, laß ich nicht. von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit, du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Jesu, du hast meine Sünde an dem Kreuze selbst gebüßt, daß nun mir, als seinem Kinde, Gott, dein Vater, gnädig ist. Du bist meine Zuversicht! Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 3. Heilger Geist, du hast die Schäße mir in deinem Wort gezeigt, und mein Herze zum Gesetze und zum süßen Trost geneigt. Du bist meine Zuversicht! Heilger Geist, dich laß ich nicht. al 4. Ach, mein Gott, du haft vor Vielen mich zum Wunder dargestellt; worauf deine Wege zielen, das verbirgst du vor der Welt. Du bleibst meine Zuversicht! Dich, mein Vater, laß ich nicht. 5. Mit dir hab ich angehoben, mit dir schließ ich meinen Lauf! Dort will ich dich ewig loben! Darum nimm mich zu dir auf! Dich, mein Heil und Zuversicht, laß ich auch im Tode nicht. ( Gottfr. Hoffmann.) 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen! Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns Allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott, ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott, ein Freund derer, die das Gute lieben. Laßuns seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 401 In eigner Melodie. 410. Gott ist mein Lied! Er ist darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Luft mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn, alle Welt wird mich verlassen; nur durch dich kann ich bestehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. bur ( Nach Joh. Wilh. Grätsch.) der Gott der Stärke, groß ist sein Nam und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. mad 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und ſeiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich), schafft, daß ich sicher ruhe. Erschafft was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du fizest oder geheft; ob du ans 26 402 mi Von dem dreieinigen Gott, mis Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, Nichts ist ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Wunderbarer König. mein, das Gott nicht ange* 411. Gott ist geget höre. Herr, immerdar ſoll deines Namens Ehre dein wärtig! LasLob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigtseines Schöpfers Macht. set uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn fennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig! fingen alle Engelchöre, wenn sie dieses Wesen ehren. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und 08 seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 403 3. Wir entsagen willig laß mich so, still und froh, allen Eitelkeiten, aller Erden- deine Strahlen fassen, und lust und Freuden; da liegt dich wirken lassen. unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er weisen. Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen. Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in Allen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben, und in dir nur leben. 6. Du durchdringest Alles: laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: 8. Herr, komm in mir wohnen, laß mein'n Geiſt auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, siß und steh, laß mich dich erblicken, und vor dir mich bücken. 5. Luft, die Alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk mich in dich ( Gerh. Tersteegen.) Mel. Bater unser im Himmelreich. hinunter. Ich in dir, du 412.6 ott, deine weiſe Macht erhält in mir: laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du ste Alle liebst und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem 26* Von dem dreieinigen Gott, monist 404 nöthig ist. Mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie; nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. mir du, mein Gott und Heil, noch 413.6 Guden viel Mel. Von Gott will ich nicht. 1 ott, an allen täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als sie. bid 5. Laß du mich nur genügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, doch mehr noch deiner, denn von dir kommt jeder Segen, Gott, zu mir, der du das Meer der Gnade bist, aus welchem alles Gute fließt. du 6. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genuß! Auch schüßemich in Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du hilfst mir stets; mein Lebelang gebührt dir, Herr, mein Preis und Dank! Hi jul ( Balthasar Münter.) große Wunder thut, in des sen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebenstagen, mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. dun 2. Da ich noch tief verborgen in Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst uns an zu lieben, noch eh wir sind, und haft nie Lust, uns zu betrü ben; doch schickst du eine Last, so bleibst du mitleidsvoll, forgst liebreich deinen Kindern die Bürden sanft zu lindern; beförderst stets ihr Wohl. 4. Läßt du mich Noth empfinden, dein Wort, Herr, seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 405 tröstet mich. Durch dich Mel. Nun danket alle Gott. muß fie verschwinden, brum* 414. Gott ist und bleibt gehoff ich stets auf dich mit findlich treuem Sinn. Drum werf ich, was zu tragen mir schwer däucht, ohne Zagen noch täglich auf dich hin. treu! Sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich of termals die Seinen zu betrüben; er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getren. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du hast mir wohl gethan, denn deine Gnad ist größer und machts mit mir viel besser, als ichs ersinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein und Mund dir, du Retter aus Gefahr, dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohl ge= rathen und lauter Guts ge= than, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise fort und fort. ( Henr. Kathar. v. Gersdorf.) 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja ſelber tragen, was er uns aufgelegt, die Last der schweren Plagen, er braucht die Ruthe oft, und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getren! Er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht: Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen; der Sturm, der Kreuzessturm gehts augenblicks vorbei; sei, Seele, nur Von dem dreieinigen Gott, mis 406 getroft: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, und stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübfalsglut bewäh- in 3. Wohin, wohin soll ich ren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Schen, der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter frachen, Gott wird der Trübfal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. U 415. H schest mich; Mel. O Gott, du frommer Gott. err, du erfor=dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir ja schon bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wiſsest. Du schaffest, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen ſoll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! vor deinem Geiste fliehen! Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: Bei um mich, mich zu decken! So sucht ich doch umsonst, vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe, du bildetest mein Herz. Gott, deß ich bin und bleibe, ich danke dir, daß du mich seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 407 Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, Haben. mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ichs von Außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschen Wegen geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. ( Nach Fr. Rud. Ludw. v. Canitz.) Mel. Es woll uns Gott genädig. err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste 416.5 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottessohn, du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, wehr in uns 408 Von dem dreieinigen Gott, mis dem Verderben! Im Glau- du! Wirk es in mir, daß ich ben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns deß auch genießen, damit wir unsre Pilgrimschaft im Glauben selig schließen. Wir wollen dir gern folgen. Armer ganz auf deiner Gnade ruh! Zagt mein Herz, versucht der Teufel, zeig mir deine Worte nur, so benimmt mir allen Zweifel die Verheißung unddeinSchwur. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlich keit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 3. Gott, du läss'st dich weit herunter, bis das träge Herz dir glaubt; mach mich in der Hoffnung munter, denn die Zuflucht ist erlaubt. Laß mich an der Hoffnung halten, die mir angeboten ist, unser Glaub ist der der Alten, traut dir, daß du wahrhaft bist. 4. Selig ist's, auch als ein Kranker in der Hoffnung fest zu sein; denn so geht der Seelen Anker in den Himmel selbst hinein; halte mir. ( Nach Ludw. Andr. Gotter.) Mel. O bu Liebe meiner Liebe. * 417.Gottes Rath bis an mein Ende meinen ist unbeweglich, daß man sicher glauben kann; ihm ist Lügen ganz unmöglich; er hat einen Eid gethan, die Verheißung stehet Glauben ungetrübt, bis sich dir in deine Hände meine Seele ganz ergibt. w( Phil. Friedr. Hiller.) Mel. Ich weiß, mein Gott. mich, mein Gott, in feſte, und wir haben starken 418. Jh freue mi Trost, er unsern Grund aufs Beste, daß kein Sturm ihn niederstoßt. dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein! nd 2. D du ewiger Erbarmer, wie beständig bist uns seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 409 Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch hassen! Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen! 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle; du gibst mir Theil an seinem Heil: dies tröstet meine Seele. dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 6. Du bist mein aller höchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht; und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn! Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint, wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil! Das wird mir Niemand rauben. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels ( Nach Sal. Liscovius.) In eigner Melodie. und Heil! Drum frag ich* 419. Caffet uns den nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! Herren preisen, und vermehren:: ſeinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein:,: Eigenthum! Ewig währet sein Erbarmen: ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht 410 st Von dem dreieinigen Gott, mi gedenken unsrer Schuld. 4. Lernet euren Jeſum Preiset ewig:: seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen. Rühmet ewig seine, Werke, gebet ihm Lob:: Ehr und Stärke. kennen, der euch theur er:: kaufet hat; lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder,:;: Freund und Rath, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Theil. Ewig solche:,: Güte währet, die euch durch ihn widerfähret. Ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu:: Ehren singen. 2. Che noch ein Mensch geboren, hat er uns zu-:: vor erkannt, und in Christo auserforen, seine Huld:: uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden 5. Tretet nur getrost zum sind. Ewig solche:: Gnade währet, die er uns in ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über Alles:: ihn zu lieben. del choo 3. Ja, wir wollen nur mit Freuden zu dem lieben:: Vater gehn; uns in seiner Liebe weiden, wie die thun, so:: vor ihm stehn: Heilig, Heilig, Heilig fingen; Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen:: Ruhm erschallen, und erzählt sein Werk vor Allen, daß er ewig uns erwählet, und zu seinem :: Volk gezählet. Throne, da der Gnaden-:: Stuhl zu sehn. Es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und:: Huld ge= schehn. Er erwartet mit Verlangen, bis er könne uns umfangen, und das allerhöchste Gut uns mittheilen durch sein Blut. Große Gnad ist;: da zu finden; er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können uns von seiner:: Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit:: aufgethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme :: Jedermann. Keiner soll seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 411 sich hierbei schämen, sondern koren, eh als ich geschaffen Gnad um Gnade nehmen; war, Liebe, die du Mensch wer ein hungrig Herze hat, geboren und mir gleich wird aus seiner Fülle satt. wardst ganz und gar: Liebe, Ewig solche:: Fülle währet, dir ergeb ich mich, dein zu die uns so viel Guts be- bleiben ewiglich. scheret; Wollust, die uns ewig tränket, wird uns daraus:,: eingeschenfet. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir:: dankbar ſein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir Alle:: insgemein ewig deine Gütigkeiten mit geſammtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja; Preis, Ehr, Ruhm, Dank, :: Macht und Stärke und was rühmet seine Werke, werde unserm Gott gegeben. Laßt uns ihm zu:: Ehren leben.( Chr. Jakob Koitsch) 3. Liebe, die für mich ge= litten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich blos ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, bir ergeb ich mich, dein zu Mel. Komm, o komm du Geist. 420, Liebe, bie bu • mich zum bleiben ewiglich. Bilde deiner Gottheit hast 6. Liebe, die mich ewig gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall haft wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. liebet, die für meine Seele litt, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich) mich, dein zu bleiben ewiglich. to 2. Liebe, die du mich er7. Liebe, die mich wird 412 Von dem dreieinigen Gott, mist erwecken aus dem Grab der itsdnb. Auf Advent. Sterblichkeit, Liebe, die mich 1. O milder Gott, alwird umstecken mit dem Laub lerhöchster Hort, wir rufen der Herrlichkeit: Liebe, dir zu dir in unsrer Noth: Erergeb ich mich, dein zu blei- barm dich unser! ben ewiglich. ( Joh. Angelus.) 2. D Christe, Gottes Sohn, der Kirche Haupt, Freud, Ehr und Kron und frei offner Heilsbrunn: Erbarm dich unser! Die Kyries. In eigner Melodie. a. Sonntägliches. 3. Heiliger Geist, der Kirchen Tröster, du allerbe* 421. Kyrie, ach Ba- ster Meister, Verneurer und Regierer: Erbarm dich unser! al infop them ter, aller höchster Gott, wie klein acht't man doch dein Gebot. Verschon unsrer Blindheit, die viel Sünd thut; erbarme dich unser! c. Auf Weihnacht.n 1. O Vater der Barmherzigkeit, wir bitten dich mit Innigkeit: Du wollest dich erbarmen der Schwachen und Armen. 2. Christe, o Herre Gott, du bist der Tag und das wahre Licht, die Pforte der Wahrheit, das Leben; des Vaters Wort und Rath haft du uns zu Troste gegeben; erbarm dich unser! 3. Kyrie, heilger Geist in Ewigkeit, steh uns bei durch dein Barmherzigkeit. All unsre Sünd sind uns leid. Du willst nicht verlassen, die auf dich hoffen; erbarm dich unser! 2. Christe, aller Welt Heiland: Hilf Allen, die dich han erkannt, daß sie in dir zunehmen für und für. 3. heiliger Geist, wahrer Gott: Sieh heut an der Gläubigen Noth, und erleucht durch deine Güt der Irrenden Gemüth. Oder: 1. O Vater, allmächtiger Gott, zu dir schreien wir in der Noth, durch dein groß seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 413 3. D heilger Geist, theil uns mit Weisheit, Lieb und Glauben allermeist, gib göttlich Gerechtigkeit! & Barmherzigkeit: Erbarmdich über uns! gun tim 2. D Christ, wollst uns erhören, für uns bist du Mensch geboren von Maria: Erbarm dich über uns! al 3. O heiliger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich lieben und nach dein'm Willen streben; Erbarm dich über uns! d. Auf Ostern: 00 1. Kyrie, Gott, aller Welt Schöpfer und Vater: Elei= son! 2. Christe, wahr'r Gott und Mensch geborn, der du für uns trugft Gottes Zorn: Eleison! 3. Kyrie, heiliger Geist, mit Vater und Sohn Ein Gott: Eleison! anden e. Auf Pfingsten. 1. D Vater der Barmherzigkeit, Bronn aller Gütigkeit: Laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. 35502 2. Christe, Gottes Sohn, der du von dem höchsten Thron gesandt in diese Welt bist kommen uns Allen zu Frommen: Komm auch in unser Herz und Sinnen und wohne darinnen. pilied 3. heiliger Geist, wahrer Gott, sei unser Trost in aller Noth; mach unsre Seel gesund, daß wir wirklich und aus Herzensgrund lieben den neuen Bund. DO 4. Kyrie, hilf uns, daß wir in solchem Glauben rein dich anbeten allein und Oder: bleiben die Diener dein: Glei- 1. Kyrie, Gott Vater in son. guido. Oder: son 1. Herre Gott, Vater in Ewigkeit: Sei uns Sündern gnädig! ndi Ewigkeit, groß ist deine Barmherzigkeit, Aller Ding ein Schöpfer und Regierer: Eleison! 2. Christe, aller Welt Heiland und ihr Trost: Mach uns Alle von Sünden los! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du haft erlöst. D Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist du si Von dem dreieinigen Gott, minist 414 in dem höchsten Thron; zu dir schreien wir aus Herzen Begier: Eleison! men 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, tröst, stärk uns im , Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich uns scheiden aus diesem Elend: Eleison! * 422. Num un Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. jauchzt dem Herren alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heiligs Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst; durch Gottes Gnab ein jeder Menſch ſein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht; zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. Tds 19df 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, rühmt ſeinen Nam'n mit lauter Stimm; lobsingt und danket alle= sammt: Gott loben, daß ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein' Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, sammt Gott, dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist. ( Dav. Denicke, nach Corn. Becker.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. 423. Lobinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplaß seiner Güte. Lobsingt ihm, der ste noch erhält, mit freudigem Gemüthe. Gott ist die Liebe, rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 415 Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 2. Daß außer dir nicht Alles leer von Freund und 5. Du bist die Liebe! Leben bliebe, schufst du, o Gott, der Himmel Heer und unsre Welt aus Liebe. Du ſelbst bedurftest ihrer nie. Unendlicher, du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber sättigest dich nun mit Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt die Größe deiner Segen, wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen: Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach, was sind wir die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! verneut und ewig, ewig währet. Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne. Auch ich will gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. ( Nach Joh. Andr. Cramer.) Mel. Nun freut euch, lieben 2c. * 424. S heilige Dreifaltigkeit! Wer kann dich doch ergründen? unzertrennte Einigkeit! Vernunft kann dich nicht finden: die Engel decken ihr Gesicht, wie sollte sich mein dunkles Licht ein Höhers unterwinden? 4. D Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe wie an Stärke! Kein Dant, kein Lobgesang erreicht die Wun- 2. Ich habe mich bei der deiner Werke. Doch ist dirs angenehmer Danf, dir ist es mehr als Lobge= sang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner finstrer Nacht zu dir, mein Gott, erhaben, die Seele hat sich aufgemacht und suchet sich zu laben von deiner Lippen Lieblichkeit, o Jesu, Von dem dreieinigen Gott, mis 416 Glanz der Herrlichkeit, an deinen Wunder- Gaben. 3. Nach meiner fleischlichen Geburt war ich ewig verloren. Du hilfest mir in Himmel fort, ich bin nun neu geboren, durch Wasser und den werthen Geist, daß meine Seele selig heißt, zum Himmelreich erkoren. hülg zu meiner Seligkeit erweiſt dreifache Liebes- Flammen. 7. Des Vaters Lieb und Jesu Treu, des heilgen Geistes Güte, mein höchstes Gut und Glücke sei, ja Leib und Seel behüte, bis daß ich mit der Engel- Schaar dir Heilig! singe immerdar mit dankbarem Gemüthe. 4. Niemand gen Himmel. fähret auf, als der hernieder Mel. D, daß ich tausend Zungen. kommen; der bist du, Herr: 425.Mein Herz, er= muntre durch deinen Lauf sind wir auch aufgenommen. Du zeuchst uns noch aus allem Weh, wir fahren dir nach in die Höh, zu Seel- und Leibes- Frommen. 6. Vollkommen ist die Seligkeit, wer könnte mich verdammen? Mich sichert die Dreifaltigkeit ganz wunderbar beiſammen, der Vater, Sohn, als auch der Geist zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weiſe du ihm zum Dank verpflichtet bist! Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 5. Wie Moses in der Wüsten hat die Kupferschlang 2. Herr, deine Hand ist erhöhet, wodurch die Kranken funden Rath, also mein Je= sus stehet erhöhet an dem Kreuzes- Stamm. Wer sich hält an dies Gotteslamm, zu Gott ins Leben gehet. immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen, nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 417 ten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. admod and 4. Du bist es, der in mei= nen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich mirs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so siehest du voll Liebe drein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. D könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin; du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergröß8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 100 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen ſein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhmerheb im höhern Heiligthum. ( Nach Henr. Kathar. v. Gersdorf.) Mel. Nun lob mein Seel den 2c. 426. Mit fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört! Dankt Gott, daß seine Güte, gleich wie sein Leben, ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen und sorget immer treu. Sie wird mit jedem 27 418 Von dem dreieinigen Gott, mi Morgen an den Geschöpfen deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl. Wie liebreich Gott mich trage, der täglich mich bewacht, das sag, o Nacht, dem Tage, das sag, o Tag, der Nacht! neu. 2. Sie reicht durch Erd und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sich auch sie verklärt. 5. Wer wollte sie nicht loben, die Huld, die Allen Alles gab, vom hohen Engel droben bis zu des Staubs Gewürm hinab? Denn von so viel Geschöpfen läßt sie nicht eines leer, so oft ste aus ihr schöpfen, ein unerschöpftes Meer. Und wie sie von Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. ( Joh. Ad. Schlegel.) 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug entzückt. Weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Güt erquickt. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod. Doch besser noch, Mel. Nun laßt uns den Leib. als Leben, ist beine Güt, 427. Mit Freuden, o Gott! so Gott, ist sie uns thener! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie? heb ich dich. Als Vater forgest du für mich, verschaffest ewges Leben mir und zogst mein ganzes Herz zu dir. 4. Zu ihrem Lob erwecke vor Allen du dein Herz, o Christ! Komm her und sieh und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist. Auf, ſeinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und 2. Durch Jesum mit dir ausgesöhnt, mit Gnad und Huld von dir gekrönt, ihm, meinem Mittler unterthan, gehör ich dir auf ewig an. seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 419 3. Wie heilig ist, wie segensvoll dein Recht, dem ich gehorchen soll! Wie mächtig weckt zum Tugendlauf mich, Herr, was du verheiBest, auf! din 4. In deiner Kraft geh Mel. Von Gott will ich nicht zc. ich einher. Was du gebie= 428. Mit Singen test, ist nicht schwer. Denn dich zu ben, ist, Gott, mein Herz bereit! Gib selbst dazu von Oben mir Kraft und Freudigkeit! Auf, Seel, auf, opfre Dank! O wäre doch mein Leben dem Gott, der mirs gegeben, ein steter Lobgefang! du verweigerst Muth und Licht zum Gutendeinen Kin= dern nicht. mein Lobgefang. Mein gan= zes Leben sei dein Dank. Denn du mein Gott, sorgst gnadenvoll für meiner Seele dauernd Wohl. 15. Wer demuthsvoll es nicht vergißt, daß du des Menschen Stärke bist, nimmt stets an Kraft und Weisheit zu. Die Stolzen nur erniedrigst du. 6. Sei standhaft! rufest du mir zu. Ich kämpfe. Wer vergilt, wie du? Wo beut sich mir ein König an, der Ewigkeiten geben kann? 7. Mit dir besieg ich allen Reiz der Sünde, Wollust, Stolz und Geiz. Gerüstet, Herr, mit deiner Kraft, s. Mein Gott, wie große bekämpf ich jede Leidenschaft. 8. Und fehl ich, so bestrafft du mich, zu meiner Warnung, väterlich, siehst mich in Jesu gnädig an und hilfst, daß ich mich bessern kann. 9. Drum preiset dich 2. Es freun sich deine Kinder des Reichthums deiner Huld. Auch deinen Feind, den Sünder, trägst du mit viel Geduld. Treu willst du, daß der Christ beglückt sei auf der Erde und einst dort selig werde, wo du selbst ſelig bist. Dinge hast du an mir gethan! Mein Lob ist zu geringe, im Staube bet ich an. Mit Inbrunst liebst du mich! wären meine Triebe so heiß, als deine Liebe, o liebt ich würdig dich! bie 27* n Von dem dreieinigen Gott, sist 420 4. Du thust, mich zu beglücken, das, was du an mir thust. Aus deinen Vaterblicken strömt in die Seele Lust. Du bist in Noth meinSchuß, im Finstern meine Sonne, im Kummer meine Wonne, du thust mir immer Guts. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sei! Sei dankbar und entbrenne in Gegenlieb und Tren. Sei ganz sein Eigenthum. Denk seiner jede Stunde, lob ihn auch mit dem Munde, dein Leben sei sein Ruhm. ( Ehrenfried Liebich.) Mel. Machs mit mir Gott nach. 429.Nie ie bist du, Höchster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen! Durch dich nur leb und athme ich, denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weiBest du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du stehst es, wenn ich fehle. Nichts, Nichts kann deinem Aug entfliehn, und Nichts mich deiner Hand entziehn.onsp 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir Úst immer treuer ſei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig ſei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 421 gnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und bessre meinen Geiſt. ( Chr. Chr. Sturm.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 430. Noch immer deinen Hauch. dentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Segen, Gott, ergieBet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läsfest auch auf unserm Land noch immer Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit! Die Saat geht auf, und blüht, und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Ver7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch. Und dennoch leben wir in dir, beseelt durch 8. Wer, Gott, erfährt nichtdeine Huld! Wem strahlet nicht dein Licht! Mit welcher Langmuth und Ge= duld verschonst du unser nicht! 9. Obetet Gott, ihr Menschen an! Erwägts und dankt ihm nun. Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein; du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läßt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: Was wird in der Vollkommenheit der fünftgen Welt geschehn! 12. Noch tiefer bringt als= dann dein Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen sein. ( Joh. Andr. Cramer.) 422 Von dem dreieinigen Gott, manis) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 5. Als Gott besißest du * 431.5 Bater! Gott den Thron zu deines Vaters vonEwigkeit, der Gottheit wahre Quelle, dich ehrt die ganze Christen heit; denn deines Thrones Stelle ist herrlich, voller Majestät, daß billig dir zu Dienste steht der Himmel sammt der Erden. Rechten, uns wider allen Neid und Hohn des Teufels zu verfechten. Ach, hilf uns durch dein theures Blut, daß uns dein Vater bleibe gut und ewiglich gewogen. 2. Als Vater hast du deinen Sohn von Ewigkeit gezeuget, daß sich vor seiner Gottheit Thron der Chor der Engel beuget; als Vater haft du diese Welt und Alles an das Licht gestellt, auch väterlich erhalten. 3. Drum bleib noch ferner zugethan als Vater deinen Kindern, und nimm dich unsrer Wohlfahrt an, hilf allen armen Sündern, daß wir von deiner Mildigkeit, zur guten und zur bösen Zeit, Trost, Schuß und Nahrung haben. 14. Gott Sohn! Des Va= ters Ebenbild, von Ewigkeit geboren, und endlich, da die Zeit erfüllt, zum Mittler auserkoren, ein wahrer Gott und Mensch zugleich, der du der Welt dein Himmelreich durch deinen Tod erworben. 6. O heilger Geist! Du Himmels- Gast, der Frommen Schaß und Krone! Der du den Ausgang ewig haft vom Vater und dem Sohne, du süßer Tröster, treuſter Freund! Der du die Deinen wohlgemeint in alle Wahrheit leitest. 7. Komm, wahrer Gott, mit deiner Kraft zu deinen Auserwählten, gib uns den rechten Lebenssaft, und tröste die Gequälten! Bleib unser Schuß und Zuversicht, der Seelen- Schaß und Freudenlicht, und unsersGeistes Leben. 8. Dheilige Dreieinigkeit, Jehova der Heerschaaren! Der du dich deiner Christenheit hast wollen offenbaren, daß du mit deinem Namen heißt Gott Vater, Sohn und heilger Geist; wir danken dir mit Freuden. 0 9. Denn wer dich, Gott, 423 sein Leben dein Sohn ſelbst in den Tod. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du! Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und fällt voll Reu und Leid der Sünder dir zu Fuße, so ist Mel. Nun lob mein Seel den 2c. du 432. Gott, bu bist ihm Troſt bereit. Du ſteheſt die Liebe, alauf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. recht weiß und kennt, der hat das rechte Leben, und wer von deiner Liebe brennt, den kannst du bald erheben, daß er, nach dieser trüben Zeit, im Licht der frohen Ewigkeit dich wesentlich kann schauen. ( Sal. Liskovius.) lein zum Wohlthun hast du Lust! Der Qualsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Grenzen ist deine Gütigkeit, so weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist stets dein Wille, Gott! Drum gab für uns Du 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommst selbst unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu. Ursprung aller Gaben, du weißt was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt und bist uns treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Von dem dreieinigen Gott, menis] 424 Luft. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unfre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du fröneft seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ewgen Freuden hin. Wie theur ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Gemüthe voll deines Ruhmes sein. ( Nach Ernst Lange.) Mel. Herr Jesu Christ, dich. 433. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht verleg, noch mich in Schand und Schaden set. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht mein's finstern Herzens Schrein. in 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! Christ, mein Erlöser, hilf mir frei! D Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich! Erleucht mich, Herr, genädiglich! Herr, heb auf mich dein Angesicht, und deinen Frieden auf mich richt. ( Martin Böhme.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. 434.Stimmtunferm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe! Es rühm und preiſe, wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth! Drum lobet ihn, drum lobet Gott und preiset seinen Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle ſeinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 425 Ding erhält: drum danket seinem Namen. am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält: 3. Lobt Gott, der uns drum danket seinem Namen. erschaffen hat, die Seele, Leib 7. Lobt Gott, ihr starken und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seine Allmacht schüßt, der täglich schenket, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst( Nach Chriatus Günther.) für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch Mel. Nun danfet Alle Gott. seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dantet seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu, erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja, Alles, was nur Odem hat, das danke ſeinem Namen. 6. Lobt Gott! Er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er * 435. welch ein tiefes Meer und Abgrund ist zu finden in Gottes weisem Rath! Was Reichthum ist dahinten, wenn man Gott recht erkennt! Wie unbegreiflich ist dein Weg, mein Gott, weil du ganz unerforschlich bist. 2. Wer kann doch dein Gericht verstehn? Wer kann erkennen ohn dein Wort deinen Sinn? Wer darf sich lassen nennen Rathgeber deiner Macht? Der dir gibt, der bei dir als Schuld zu fordern hab ein Stäublein der Gebühr? 3. Von ihm, durch ihn, in ihm sind all und jede Von dem dreieinigen Gott, mis 426 Dinge, ein Tröpflein gegens Meer, ist ja viel zu geringe. Von Gott dem Vater kommt, durch Christum seinen Sohn in Kraft des heilgen Geists, mein Heil und Lebensfron. 19 4. Gelobet sei mein Gott, du Brunnquell aller Güte, 437.Sobald, Gott, der mir allein erfreut mein Herz, Sinn und Gemüthe, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist, der ewig einig ist und doch dreifaltig heißt! mis dis( Joh. Olearius.) Mel. Erhalt uns Herr, bei zc. der Tag er= wacht, erfreust du, was da lebet! Du bists, Erhalter, dessen Macht uns nährt, uns trägt und hebet. Duwässerst unsrer Erde Schooß, so wächst der Felder Reichthum groß. Preis dir, du milder * 436.Sei Lob, Ehr, Geber! Preis und Herrlichkeit Gott dem Vater in Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat, erhälts auch durch sein göttlich Gnad. 2. Dein Brunn erquickt sie früh und spät. Ein jeder Grashalm zeuget von dir, durch den die Frucht geräth und Keim und Aehresteiget. Wenn Furch und Fluren sich erneun, so gibst du Wachsthum und Gedeihn zu unsrer Saat und Mühe. 2. Ehr sei auch seinem liebsten Sohn, der uns all's Gutes hast gethan, der für uns ist am Kreuz gestorb'n und uns das Himmelreichen 3. Du krönft mit gabenerworb'n. voller Hand, Herr, alle Jahreszeiten. Sie träufelt auf das ganze Land des Segens Fettigkeiten. Es trieft durch ihren milden Guß die Wüste selbst von Ueberfluß, und Freude schmückt die Hügel. 3. Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist, der uns sein Hülfe täglich leist't. O Gott, eröffn' unsern Verstand, und mach die Wahrheit uns bekannt. mal 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit, und führ uns zu der Seligkeit. S Mel. Sei Lob und Ehr dem. ſeinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 427 4. Unterdessen, Herr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. ( Justus Christoph Kraft.) In eigner Mel. oder: Herr, ich habe mißgehandelt. 5. Herr, dein Nam ist hoch gerühmet und in aller Welt bekannt; wo die warmen Sonnenstrahlen nur * 438. 11user Herr- erleuchten einig Land, da ruft Himmel, Erde: gelobt Jehovah werde! scher, unser König, unser allerhöchstes Gut, herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut, löblich nah und auch von fernen, von der Erd bis an die Sternen. in 2. Wenig sind zu diesen Zeiten, welche dich von Herzensgrund lieben, suchen und begehren: aus der Säuge6. Herr, mein Herrscher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel; drum ich auch vor deinen Augen singende mich dir befehl. Gib, daß deines Kinder Glieder sich dir ganz ergeben wieder. ( Joachim Neander.) Mel. Wunderbarer König. linge Mund haſt du dir ein* 439.11 giebe, gönne Lob bereitet, welches deine Macht ausbreitet. blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß ste in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdfreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 4. Die Anger stehn voll Schaf umher, vom Korne stehn die Auen so reich beladen, dicht und schwer, so weit die Blicke schauen. Dir singt der Landmann hoch erfreut. Erhalter, deiner Gütigkeit lobsingen wir auch fröhlich. 3. Es ist leider zu beklagen, ja wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet so viel tausend fallen an dem helfen Licht? Ach, wie sicher schläft der Sünder! Ist es nicht ein großes Wunder? 428 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte, deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben, owieweit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! Von dem dreieinigen Gott, siis 3. Was wir davon den fen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen: Tag vor Tag zu leiden, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, lieben und dazu ohne Ruh für das Hassen: Herr, wer kann das faſsen! 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Behrung schaffen. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, für Genade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket, unser Schmerzrührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken loh= nest, deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. ( 3. 3. Rambach.)' In eigner Melodie. * 440. Wunderbanig, Herrscher von uns Allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vaters- Güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobe gern, Mondund Stern! Sei bereit zu ehren einen solchen Herren. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe seinem Wesen, Eigenschaften und Werken. 429 deine Glaubenslieder; was Abraham, Gott Isaak, Gott den Odem holet, jauchze, Jakob, den er liebet, Herr preise, klinge; wirf dich in Zebaoth, der Nacht und den Staub darnieder. Er Tag uns alle Gaben gibet, ist Gott Zebaoth, er ist nur und Wunder thut alleine. zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. ( Joachim Neander.) Mel. Christ, unser Herr, zum. 441. Was alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem höchsten Himmelszelt in aller Welt erschallen: daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Perfonen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hochheilger Name. Sokennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott V 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich erzeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher und ungetheilter Krone Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schaß, dem Keiner gleichet! Das iſt dein Freund, der Alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich gebaut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüBet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchsüßet mit ſeinem heilgen Worte. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen, denn solch Erkenntnißbringt dir Ruh und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum 430 Von dem dreieinigen Gott, seinem Wesen 2c. ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohrgehört, Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 2 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet: dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben. Denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gib, du gro= Ber Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir befehret werden! Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder was verirret; reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben: 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforten dringen, und dermaleinst in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. ( Paul Gerhard.) XVII. Von den heiligen Engeln. 2. Herr, deine Himmels= heere, die Zeugen deiner Ehre, sind Diener deiner Macht. Sie sehn von Angesichte dich in vollkommnem Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte Mel. In allen meinen Thaten. 442. D" u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn; du aller Wesen Meister und Bater aller Geister! Mein Mund ſoll deinen Ruhm erhöhn. Von den heiligen Engeln. 431 mit dankbarem Gemüthe für Mel. Nun freut euch lieben. deiner Engel Schaar. Dem* 443.Aus Lieb läßt menschlichen Geschlechte verschaffet deine Rechte durch sie Beschirmung in Gefahr. Gott der Christenheit viel Gutes widerfahren; aus Lieb hat er 4. Laß ihren Schuß mich ihr zubereit't viel tausend decken, wenn Angst und Noth Engelschaaren; darum man mich schrecken, wenn Unfall fröhlich singen mag: Heut mich betrübt. Ich sei in mei- ist der lieben Engel Tag, die nem Leben von ihnen stets uns gar wohl bewahren. umgeben, von ihnen immer- 2. Sie lagern sich, wenn dar geliebt. kommt die Noth, in Eil gefaßt sich machen, und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen; darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen. Den laß auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein. laß mich Nichts beflecken; auch wenn mich Schatten decken, stets diese reinen Geister scheun! 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude in ihre Chöre ein. Da werd ich dich erst loben, wenn ich im Himmel droben den Engeln werde ähnlich ſein. ( Benj. Schmolck.) 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen sammt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll an Füßen oder Beinen; darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns mit Treuen meinen. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen, die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Von den heiligen Engeln. 432 Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen.( Georg Reimann.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. err, du hast in * 444.Sbeinem Reich große Schaaren vieler Engel! Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein, wie die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde; gib mir einen Engelmuth, der sich trennevon der Erde, daß ich, als dein liebes Kind, allzeit himmlisch ſei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, denn es hat viel böse Stellen; sende deiner Engel Schaar, daß mich Niemand könne fällen; und da, wo wir schlafen ein, laß sie meine Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben, und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß uns dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl mit dem Satan werden gehen, und hernach in jenem Reich mache mich den Engeln gleich. ( Kaspar Neumann.) 203) asd Benit joue 200 gm Lob- und Dank- Lieder. 100 SINTON THIST tandem d XVIII, Lob- und Dank- Lieder. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. * 445. Bis hieher hat gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüthe. Bis hieher hat er mich geleit't, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. o 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, Gott, mir lebenslang bewie sen täglich neue; in mein Gedächtniß schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir ge= than, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuſter Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jefu Wunden; damit ich sag bis inden Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen! te m@ ( Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt.) 433 Mel. Es ist das Heil uns kommen. er Herr hat Alles wohl bedacht! Das soll man stets bedenken. Der Herr hat Alles recht gemacht! Das muß sich tief einsenken in unser Aller Herzensschrein, daß wir in Gott versenket sein. Gebt unserm Gott die Ehre. 2. Der Vater der Barmherzigkeit nach seiner großen Güte hat uns erschaffen und bereit't in unsrer KindheitsBlüthe. Er ists auch, der uns stets erhält mit aller Kreatur der Welt. Gebt unserm Gott die Ehre. 3. Der treue werthe Gottessohn, der Heiland aller Armen, der kommen ist von seinem Thron zum ewigen Erbarmen; der uns erlöset von dem Tod und rettet uns aus aller Noth. Gebt unferm Gott die Ehred lim 28 Lob- und Dank- Lieder. 434 4. Der werthe Geist mit seiner Kraft in frommen Herzen wohnet, in ihnen Alles kräftig schafft, mit Gnaden sie belohnet. Er treibet, führet stetig fort und ist der werthe Seelenhort. Gebt unserm Gott die Ehre. 5. So sei dir nun Lob, Ehr und Ruhm, o großer Gott, gesungen. Du gibest dich zum Eigenthum, dein Werk ist wohl gelungen. Denn du haft Alles recht bedacht, und Alles, Alles wohl gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre. Mel. Ermuntre dich meinschwacher. 447.D er Herr hat Alles wohl gemacht, er wird nichts Böfes machen. Dies, fromme Seele, wohl betracht in allen deinen Sachen: in Freud und Leid, in Gnüg und Noth, in Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, in Kummer, Angst und Schmerzen; das gläub, o Herz, von Herzen. 2. Der Herr hat Alles wohl gemacht, noch eh er uns erschaffen, er hat uns mit dem Heil bedacht, das einig unsre Waffen, ja unser Schild und Rettung ist; er- hat uns vor der Zeit er= kiest, eh man die Sternen zählet, da hat er uns er= wählet. 3. Der Herr hat Alles wohl gemacht, das rühme, wer es höret, als er uns hat hervor gebracht und nach der Hand vermehret, da er das menschliche Geschlecht geſegnet, daß auch Früchte brächt das Erdreich und was drinnen begriffen wird mit Sinnen. 4. Der Herr hat Alles wohl gemacht! Da schon der Mensch gefallen, da hat er dennoch fleißig Acht auf ihn und auf uns Allen! Er rief und ruft noch mich und dich aus lauter Lieb und sehnet sich in seinen ſüßen Flammen nach uns hier allzusammen. 5. Der Herr hat Alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, davon oft unser Herze lacht; wenn wir in Aengsten schweben, da ist er unsre Zuversicht, er tröstet uns und läßt uns Lob- und Dank- Lieder. nicht in allen unsern Nöthen, und wollt er uns gleich tödten. 6. DerHerrhat Alleswohl gemacht, da er für uns gestorben, uns Heil und Leben wiederbracht und durch sein Blut erworben. Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was Lieben heißt. Sollt der nicht All's dir geben, der für dich gibt sein Leben? 7. Der Herr hat Alles wohl gemacht, da er vom Tod erstanden, und aus ganz eigner Kraft und Macht uns von der Höllen Banden und ihren Ketten hat befreit, daß unser Mund getrost ausschreit: Wo ist der Sieg der Höllen und ihrer Mitgesellen? 8. Der Herr hat Alles wohl gemacht, da er ist aufgefahren gen Himmel, da ein Herz hintracht't, das Trübsal hat erfahren. Er hat die Stätt uns da bereit't, da wir nach dieser kurzen Zeit in Freuden sollen schweben und ewig mit ihm leben. 9. Der Herr hat Alles wohl gemacht, wenn seinen 435 Geist er sendet zu uns herab, der uns bewacht und unfre Herzen wendet von dieser Welt zu Gott hinauf, und daß wir endlich unsern Lauf ganzseliglichvollziehen, wenn wir von hinnen fliehen. 10. Der Herr hat Alles wohl gemacht, auch wenn er uns betrübet, wenn uns die finstre Kreuzesnacht befällt und uns stets übet in Kreuz und Widerwärtigkeit, in Angst und Trübsal und in Leid, wenn er uns stärkt im Glauben, den Niemand uns muß rauben. 11. Der Herr hat Alles wohl gemacht, wenn er in Lieb und Treue noch immerzu an uns gedacht, und macht uns wieder neue; wenn er den alten Menschen bricht und die verkehrten Wege richt't nach seinem frommen Willen, daß den wir einst erfüllen. 12. Der Herr hat Alles wohl gemacht, wenn er wird wiederkommen, und ob gleich Alles blißt und fracht, er doch wird seine Frommen zu sich aufziehen in die Höh und retten sie von allem Weh, 28* Lob- und Dank- Lieder. 436 da wir und sie erhoben ihn ewig sollen loben. 13. Der Herr hat Alles wohl gemacht! Es wird kein Sinn erreichen hier seines Ruhmes große Pracht, er muß zurücke weichen und schreien aus mit voller Macht: Der Herr hat Alles wohl gemacht, dafür wir hier und oben ihn billig ewig loben. 14. Nun er hat Alles wohl gemacht, er wird nichts Böses machen. Er träget dich gar sanft und sacht. Drum in all deinen Sachen: in Freud und Leid, in Gnüg und Noth, in Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, in Kummer, Angst und Schmerzen, gib ihm Lob, Dank von Herzen. ( Heinr. Müller.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 448. D u bists, dem Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir! Du hast mich väterlich geführt und warest stets mit mir. 2. Wenn Angst und Noth mich überfiel, so hörtest du mein Flehn. Du feßtest meinem Kummer Ziel- und ließst mich nicht vergehn. 3. Ich sank in Krankheit und in Schmerz, und rief: Herr, rette mich! Da halfst du mir, Gott, und mein Herz ward froh und stärkte sich. 4. Mich fränkte oft des Feindes Haß, ich klagte dir den Schmerz. Du halfst mir, daß ich ihn vergaß und stilletest mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom richtgen Pfad, mich in Gefahren sah, rief ich zu dir, mein Gott, um Rath, und Hülfe war mir nah. 6. Oft war um Trost der Seele bang; ich sucht dein Angesicht, ich riefvoll Sehnsucht: Herr, wie lang! und du verließst mich nicht. 7. Du halfft und hältst mit Vatertreu mich noch in deiner Hut. Du stehst mir in Versuchung bei, gibst mir zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt; und für die Freuden, welche mir dein milder Sedall and gen gibt. 9. Dir dank ichs, daß die Kreatur mich nährt und mich Lob- und Dank- Lieder. erfreut. Ich schmeck im Segen der Natur, Herr, deine Freundlichkeit. 10. Selbst deinen Sohn gabst du für mich. Welch Wunder deiner Huld! Von ganzem Herzen preis ich dich. Du tilgest meine Schuld. 11. Gott liebt uns, fördert unser Wohl. Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist seiner Güte voll. Er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns übergehn; will uns nachkurzer Prüfungszeit zum ewgen Glück erhöhn. 13. Vergiß, o meine Seele, nicht, was Gott an dir gethan. Vergiß nicht die ihm schuldge Pflicht! Bet ihn gehorsam an! ( Chr. Fürchteg. Gellert.) 437 macht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft! Dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du und Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn du hältst mich bei deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, so sprech ich: Was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, Mel. Nun danket Alle Gott. o 449. Durch dich, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst. großer Gott, durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenu du gebeutst, stehts da. Mit All5. Als Schafe läßt du uns auf grüner Aue weiden, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du sahst mich, eh der Grund der Welt Lob- und Dank- Lieder. 438 geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! nem Fleisch was Böses noch gelüfst't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Men= schen Ruhm stolz zu erringen trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! ( Chr. F. Gellert.) 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? Wen ehren, als 450. Deele, finMel. Valet will ich dir. meine nur dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben! Umsonst lockt mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich haffe seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meige, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nüßlich sein, laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein! Verlasse sich ja Keiner auf Fürsten- Macht und Gunst, weil sie wie unser einer Nichts sind, als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Lob- und Dank- Lieber. Tod, er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists dann geschehen um seinen klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sei Menschen- That. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil: wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schaß geliebt; sein Herz und ganzes Wefen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählig Heerde im großen wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem 439 Tod, er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnoth, macht schöne rothe Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht't. Er liebet alle Frommen und die ihm günstig feind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwent Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er im Grimm, ihr Haus und wo sie saßen, das wirft er um und um. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen feinen Ruhm! Der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. ( Paul Gerhard.) Lob- und Dank- Lieder. 440 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. * reudich, Seele, 90107 ist im Himmel angeschrieben, da, der von dem Himmel kam, Jesus dich will eifrig lieben. Liebt dich der, was willst du mehr? Dieses ist die größte Chr. 2. Ehre mit der Welt vergeht; was frag ich nach großem Namen; der, der heut am Brette steht, wird wohl morgen mit dem Hamen, wie der Fisch, ins Neß Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. verstrickt, eh er noch sein 452. Gott, du StifHaus beschickt. ter aller Wonne, dessen Gnadenschein durchwirkt, was allhier die heiße Sonne mit dem weißen Strahl umzirkt. Dich muß Aller Odem loben, was auf Erden, unten, oben. 2. Alles Wild, was auf der Haiden, was durch Busch und Hecken geht, alles Vieh, was auf der Weiden, was im Stall und Hürden steht, was auf Baum und Felsen klimmet, was durch See und Flüsse schwimmet. 3. Auch die Schaar, die man in Lüften allenthalben singen hört, und die ohne 3. Jch, ich habe Gott und gnug, was frag ich nach allen Schäßen: Reichthum ist nur ein Betrug, der die Seel nicht kann ergößen. Gold und Geld bleibt in der Welt ,, Jesus mich allein erhält. 4. Jesus ist auch meine Lust, was frag ich nach allen Dingen, die mir aus dem Sündenwust manchVergnügen können bringen? Ehre, Reichthum, Lust und Freud, das vergeht in turzer Zeit. Wenn nun alle Lust, wie Spreu, wird in dieser Welt dann ſoll Jeſus mir allein meine Lust und Freude sein. 6. Weg demnach, was eitel ist! Ich will Jesu treu verbleiben. Ihm will ich stets als ein Christ mich mit Leib und Seel verschreiben. Er ist, der mich durch sein Blut macht vor Gott gerecht und gut. 5. Aber meines JesuTreu bleibet ewig feste stehen. Lob- und Dank- Lieder. 441 Erde, Meer und Luft kann geben, was da noth ist meinem Leben. 8. Wer kann deine Güt erzählen? Herr, dies ist für mich zu viel! Zeit und Wort und Kräfte fehlen; denn dein Hülf ist ohne Ziel. Drum so laß mein kindlich Lallen dir in Einfalt, Herr, gefallen. ( Joh. Franck.) Kunst und Schriften uns die Sorgen meiden lehrt, muß vor dir die Stimm erheben, muß mit Furcht dir Ehre geben. 4. Alle Gräslein in den Feldern, Alles, was im Garten blüht, alle Blumen in den Wäldern, Alles, was man grünen sieht, muß, wenn gleich die Menschen schweigen, deinen Ruhm und Macht bezeugen. Mel. Lobt Gott ihr Christen. 5. Wie sollt ich denn dies 453. Gott, sorgt für uns! verhehlen, was das stumme Laubwerk preist? Sollt ich nicht vielmehr erzählen, was du, Herr, mir hast erweist? Mir, der ich mit bösem Leben Anlaß dir zum Zorn gegeben. 6. Du hast mich aus Nichts formiret, hast von Sünden mich erlöst, hast mich mit Verstand gezieret und durch deinen Geist getröst't, hast mich dir zum Dienst erwählet, von Verdammniß losgezählet. 7. Du läßt mir zu gut aussprießen Bäume, Kräuter, Del und Most, daß ich dessen kann genießen, gibst mir Wild und Vieh zur Kost. ihm Dant, ihr Christen, singt ihm gern vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht. Im Sonnenschein, so wie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. MitfrohgerührterSeele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Aehre, die vom Segen finkt, ist ſein. Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank. Du nährst uns Lob- und Dank- Lieder. 442 und gibst mildiglich auch mehr als Speis und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ernte schaun. eins( Wilh. Abr. Teller.) wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, da= mit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigamuns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Eya, eya, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 454. alleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns Allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Heilig, heilig! Freilich, freilich, heilig ist Gott unser Gott, der Herr Zebaoth. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet; Heilig, heilig! Freilich, freilich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth.l ( Barthol. Crasfelius.) Mel. Alle Menschen müssen sterben. err, dir trau 2. Halleluja, Preis, Chr 455. Hall mein ich und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht in dem Tage, laß mich nicht mit Lob- und Dank- Lieder. Schimpf bestehn; wie ich von dir glaub und sage, also laß mirs auch ergehn! Rette mich, laß deine Güte mir erfrischen mein Gemüthe, neige deiner Ohren treu und vernimm mein Angstgeschrei. 2. Sei mein Aufhalt, laß mich sizen bei dir, o mein starker Hort! Laß mich deinen Schuß beschüßen und erfülle mir dein Wort, da du selber meinem Leben dich zum Fels und Burg gegeben! Hilf mir aus des Heuchlers Band und des Ungerechten Hand. 3. Denn dich hab ich auserlesen von der zarten Jugend an. Dein Arm ist mein Trost gewesen, Herr, so lang ich denken kann. Auf dich hab ich mich erwogen, alsbald du mich der entzogen, der ich, ehe Nacht und Tag mich erblickt, im Leibe lag. 443 dich an. Gönne mir, fröhlich stets zu sein in dir. 4. Von dir ist mein Ruhm, mein Sagen, dein erwähn ich immerzu. Viele spotten meiner Plagen, höhnen, was ich red und thu. Aber du bist meine Stärke; wenn ich Angst und Trübsal merke, lauf ich 5. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn mein hohes Alter kömmt, da die schwachen Tritte gleiten und man Trost vom Stecken nimmt. Da greif du mir an die Arme, fall ich nieder, so erbarme du dich, hilf mir in die Höh und halt, bis ich wieder ſteh. 6. Mach es nicht, wie mirs die gönnen, die mein abgesagte Feind, auch mir, wo sie immer können, mit Gewalt zuwider seind, sprechen: ,, Auf, laßt uns ihn fassen, sein Gott hat ihn ganz verlassen, jagt und schlagt ihn immerhin, Niemand schüßt und rettet ihn." 7. Ach, mein Helfer, sei nicht ferne, komm und eile doch zu mir! Hilf mir, mein Gott, bald und gerne, zeuch mich aus der Noth herfür. daß sich meine Feinde schämen und vor Hohn und Schande grämen, ich hingegen lustig sei über mir erwiesne Treu. droste 8. Mein Herz soll dir allzeit bringen deines Ruhms 444 Lob- und Dank- Lieder. 12. Du ergibst mich großen Nöthen, gibst auch wieder große Freud. Heute läßt du mich ertödten, morgen ist die Lebenszeit, da ermunterst du mich wieder und erneuerst meine Glieder, holst sie aus der Erdenkluft, gibst dem Herzen wieder Luft. gebührlich Theil, auch soll meine Zunge singen täglich dein unzählig Heil. Ich bin stark herein zu gehen, unerschrocken da zu stehen durch des großen Herrschers Kraft, der die Welt und Alles schafft. 9. Herr, ich preise deine Tugend, Wahrheit und Gerechtigkeit, die mich noch in meiner Jugend hoch ergößet und erfreut. Hast mich als ein Kind ernähret, deine Furcht dabei gelehret, oftmals wunderlich bedeckt, daß mein Feind mich nicht erschreckt. 10. Fahre fort, o mein Erhalter, fahre fort und laß mich nicht in dem hohen grauen Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht! Laß mein Leben in dir leben, bis ich Unterricht kann geben Kindes- Kindern, daß dein Hand ihnen gleichfalls sei bekannt. 11. Gott, du bist sehr hoch zu loben, dir ist nirgend etwas gleich, weder hier bei uns noch oben in dem Sternund Engelreich. Dein Thun ist nicht auszusprechen, deinen Rath kann Niemand brechen, Alles in deinem Schooß liegt Das Te Deum Laudamus. Gott, dich loben wir! und bein Wert ist alles groß. 456. Her, bi 13. Such ich Trost und finde keinen, balde werd ich wieder groß. Dein Trost trocknet mir mein Weinen, das mir aus den Augen floß. Ich selbst werde wie ganz neue, sing und klinge deine Treue, meines Lebens einges Ziel, auf der Harf und Saitenſpiel. 14. Ich bin durch, und durch entzündet, fröhlich ist, was in mir ist. Alle mein Geblüt empfindet dein Heil, das du selber bist. Ich steh im gewünschten Stande, mein Feind ist voll Scham und Schande; der mein Unglück hat gesucht, leidet, was er mir geflucht.( Paul Gerhard.) Lob- und Dank- Lieder. Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlichy' Macht und Herrlichkeit geht über Himm'l und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die theuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden alle= zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster werth mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. 3. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, zu' rlösen das menschlich Geschlecht. Du 445 haft dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmelbracht. Du sigst zur Rechten Gottes gleich, mit aller Ehr ins Vaters Reich). Ein Richter du zukünftig bist Alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theur'n Blut erlöſet sein. Laß uns im Himmel haben Theil mit den Heilgen in ewgem Heil. Hilf deinem Volt, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. wir lobendich, und ehrn dein'n 5. Täglich, Herr Gott, Namen stetiglich). Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. b ( M. Luther.) ismist eradin m 446 Lob- und Dank- Lieder. Mel. Gott des Himmels und der. ihm, dem wahren Gott, der * 457. Danft dem geht irr in allem Stück und bereitet Ungelück. Herrn, ihr Gottesknechte, kommt, erhebet seinen Ruhm; er hält Israels Geschlechte doch noch für sein Eigenthum. Jesus Christus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. 6. Die nur, die dem Herrn vertrauen, gehen auf der rechten Bahn; die in Angst, in Furcht und Grauen ihn nur einig laufen an, denen wird allein bekannt Gottes Herrlichkeit und Hand. 2. Sprich nicht:„ Es ist dieser Zeiten nicht noch, wie esvormals war; Gott macht seine Heimlichkeiten jegund Niemand offenbar; was er vormals hat gethan, das geht uns anjetzt nicht an. 7. Drum dankt Gott, ihr Gottesfknechte, kommt, erhebet seinen Ruhm; er hält Israels Geschlechte doch noch für sein Eigenthum. Jeſus Christus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. 3. Sprich so nicht. Des Höchsten Hände sind mit Nichten jetzt zu schwach: seine Güt hat auch kein Ende, er ( Heinr. Georg Neuß.) Mel Von Gett will ich nicht. ist gnädig vor wie nach. Je- 458.Jh preife bich sus Christus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Halte dich in allen Dingen nur an deines Got tes Treu. Laß dich nicht zur Freude bringen, ehe dich dein Gott erfreu; such in aller deiner Noth Nichts zum Trost als deinen Gott. und singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat. Denn das ist meine Pflicht in meinem ganzen Leben, dir Lob und Dank zu geben, mehr hab und kann ich nicht. 5. All ihr Knechte Gottes, höret, sucht den Herrn in eurer Noth! Wer sich zu wem anders kehret, als zu 2. Du hast mein Herz erhöhet aus mancher tiefen Noth; den aber, der da gehet und suchet meinen Tod und thut mir Herzleid an, den hast du weggeschlagen, so daß er Lob- und Dant- Lieder. meiner Plagen sich nicht erfreuen kann. 3. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da ward dein Heilmein Anker und stand mir treulich bei; da Andrefuhren hin zur finstern Todeshöhle, da hieltst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 4. Ihr Heiligen, lobsinget und danket eurem Herrn, der, wenn die Noth herdringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hülfe gibt; rühmt den, deß Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 5. Gotthatja Vaterhände und strafet mit Geduld; sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muths. @ 6. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz ge= ring, ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen, 441 denn Gott, der nicht kann trügen, der liebt mich gar zu sehr." 7. Als aber dein Gesichte, ach Gott, sich von mir wandt, da ward mein Trost zunichte, da lag mein Heldenstand; es ward mir angst und bang, ich führte schwere Klagen, mit Zittern und mit Zagen: , Herr, mein Gott, wie so lang!" 8. Hast du dir vorgenommen, mein ewger Feind zu sein? Was werden dir dann frommen die ausgedorrten Bein und der elende Staub, zu welchem in der Erden wir werden, wenn wir werden des blassen Todes Raub? 9. So lang ichs Leben habe, lobsing ich deiner Ehr, dort aber in dem Grabe ge= denk ich dein nicht mehr. Drum eil und hilf mir auf und gib mir Kraft zu leben, dafür will ich dir geben mein'n ganzen Lebenslauf. 10. Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt, mein Kreuz ist umge= kehret, mein Herzleid ist gestillt, mein Grämen hat ein End, es ist von meinem Herzen Lob- und Dank- Lieder. 448 der bittrenSorgenSchmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 11. Du hast mit mir ge= handelt noch besser, als ich will, mein Klagen ist verwandelt in eines Reigens Spiel, und für das Trauerkleid, in dem ich vor gestöhnet, da hast du mich gekrönet mit süßer Luft und Freud. 12. Ach, daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelsfaal. ( Paul Gerhard.) 459 Mel. Lobt Gott ihr Christen 2c. finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein ge= geben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werthen, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt Alles thun, du hältſt die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du Lob- und Dank- Lieder. gar leicht erweicht, und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 449 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßtgeschehn, das nimmt ein gutes End. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein' und was sein Kummer sei; kein Zährund Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Dufüllst des LebensMangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze,* 460.Wie groß ist des Allsing und spring und habe guten Muth, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist felbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt? ferner thun und red ihm 18. Ei nun, so laß ihn im Frieden ruhn und ewig nicht darein, so wirst du hier fröhlich sein. ( Paul Gerhard.) mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergeffen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück 29 450 Lob- und Dank- Lieder. genießen? Ists nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zudiesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest ſelig sein. ich nicht ehren, und seine Güte 4. Und diesen Gott sollt Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. so lang 461. Jich teballbier, 3% nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärf in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; ste tröſste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des leßten Augenblicks. ( Chr. Fr. Gellert.) 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. den Herren preisen für und für. Viel Gutes hat er mir gethan, weit mehr, denn ich erzählen kann. 2. Er hat geholfen überall und sonderlich zu diesem Mal hat er allein durch seine Hand das Unglück von mir abgewandt. 3. Niemand mir sonst zu Hülfe kam, noch meines Elends sich annahm, auch war der Menschen Hülf zu schwach, darum befahl ich Gott die Sach. 4. Zu ihm rief ich bei Tag und Nacht, daß seine Weisheit, Güt und macht mich reißen wollt aus der Lob- und Dank- Lieder. Gefahr, damit ich ganz umringet war. 5. Der Bitte hat er mich gewährt und solche Rettung mir beschert, daß ich erkenn, wie seine Treu an uns ist alle Morgen neu. 6. Durch seinen Engel hat er mich aus meiner Noth gewaltiglich errettet und zur rechten Zeit von Trübsal, Sorg und Furcht befreit.m 7. Groß ist, Herr, deine Wunderthat, die mich so wohl beschüßet hat; ich will sie rühmen und dabei mein Lebenlang dir fein getreu. 8. Ich will dir sagen Lob und Preis, daß du auf wunderbare Weif, ohn mein Verdienst, des Kreuzes Last mir gnädig abgenommen hast. 9. Wiewohl ichs hatte grob verschuldt, so hat doch deine Lieb und Huld mit viel Erbarmen mein verschont und nach Verdienst mir nicht gelohnt. 10. Nun seh ich, liebes Vaterherz, daß mir deswegen Pein und Schmerz zustößet, daß du für und für mich ziehest von der Welt zu dir. 451 11. Drum ich mit Freuden schaue an, wie Gottes Zorn sich wenden kann, wie willig er die Hülfe schick und zürne kaum ein'n Augenblick. 12. Und ob es schon was länger scheint, ist's doch zum Besten stets gemeint; er weiß, wo Mittel, Zeit und Rath. Ich habs erfahren in der That. 13. Verleihe, Herr, daß mirs gereich hinfort zu Lehr und Trost zugleich, wenn mich vielleicht noch in der Welt neu Unglück wieder überfällt. 14. Gib, daß ich denke stets, daß du darum mir Trübsal schickest zu, daß wie das Gold ich möge sein und durch dies Feuer werde rein. 815. Daß ich auch alsbald vor dich tret mit Glauben, Hoffnung und Gebet, damit anhalt und laß nicht ab, bis ich die Hülf erlanget hab. 16. Und wenn die Ret= tung kommen ist denn du, Gott, allzeit gnädig bist daß ich dir danke Nacht und Tag, mit Herz und Munde also fag: 2017. ,, Herr Zebaoth, dein 29* - - Lob- und Dank- Lieder. 452 großer Nam ist mächtig und ganz wundersam! Erschallen müsse deine Ehr in allen Landen mehr und mehr." bild( Justus Gesenius.) Mel. Christus, der uns selig, 462. Jesus Christus, nur Fromme liebet. Gottes Sohn, kam zu uns auf Erden, von des Himmels ewgem Thron, Mensch, wie wir, zu werden. Er, er trug als Gottes Knecht allen Fluch des Bösen, Adams fündliches Geschlecht vom Fluch zu erlösen. 2. Nun herrscht er voll Majestät, nach vollbrachtem Leiden, als der Held, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Frommesollen Engeln gleich mit ihm ewig leben. au wir leben. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jeſu: ,, Herr, Herr!" spricht, und doch Böses übet, der kennt Gott, den Vater, nicht, der 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer! Denn durch deinen Todesschmerz leb und sieg ich Armer. Du kennst, treuer Seelenfreund, unsre Jammerstunden, und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; Aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen; freudig jede Nation und mit Dank bekennen, daß des Allerhöchsten Sohn sei der Herr zu nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den 02 6. Du, den in der Niedrigkeit Noth und Angst umgaben, kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangst, die du hier für uns ertragen, ist die Quelle unsrer Ruh, lindert unsre Plagen. 7.Wenn Gebet und Angstgeschrei zu dem Himmel dringen, eilst du mitleidsvoll herbei, hilfst ben Sieg erringen. Da wird uns dein Angesicht göttlich Licht und Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht als Sünder beben.' 8. Du kannst bei Zufrie Lob- und Dant- Lieder. 453 denheit aus dem Staub erhöhen. Wenn dein Allmachtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. O wie weicht da alles Leid, wo du gnädig wohnest und mit GlaubensAlles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? freudigkeit Gläubige beloh- 3. Lobe den Herren, der nest! 96 9. Jesu, weiche nicht von mir, reiche mir die Hände, daß auch ich den Weg zu dir einst beglückt vollende! Laß, weil ich auf Erden bin, und mit Sünd umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geist beleben. künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit ver= liehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 10. Lehre in der Todesnacht, wenn die Augen bre= chen, mich dein Wort: ,, Es istvollbracht!" ohneSchrecken sprechen. Dann hilf, daß ihr Vaterland meine Seel erblicke und sie in des Vaters Hand ewge Wonn erquicke. sy( Joh. Fr. Mudre.) 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe In eigner Melodie. 463.Cobe den Herren, mit Amen. den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset die Musicamhören. 102. Lobe den Herren, der ( Joachim Neander.) Mel. Sollt ich meinen Gott. 464. Lob und Dank dir gesungen, großer Gott, an diesem Tag! Abermal ist mirs ge= lungen, daß ich, Herr, dich 404 Lob- und Dant- Lieder. preisen mag. So viel Jahre sind verflossen, als ich erst kam auf die Welt, da mir war die Kost bestellt, die so reichlich ich genossen. Weil mir mun geschehn so wohl, ist mein Mund jetzt Rühmens voll. 2. Nackend zwar bin ich gekommen aus der Mutter Leib herfür, bald hast du dich angenommen meiner Seelen mit Begier. Reichlich hast du mir gegeben Kleider, Nahrung, Speis und Trank, oftmals auch, im Fall ich krank, mir gefristet Leib und Leben. Weil nun mir geschehn so wohl, ist mein Mund jetzt Rühmens voll. 3. Herr, ich hab es nicht verdienet, was du Guts an mir gethan, oft bin ich mit dir verfühnet, wenn ich in der Sündenbahn mit der bösen Welt gerennet. Doch hast du zu jeder Zeit mir erzeigt Barmherzigkeit, wenn ich nur die Schuld bekennet. Weil mir denn geschehn so wohl, ist mein Mund jetzt Rühmens voll. 4. Deine Wunder und Gedanken, o mein Gott, find trefflich groß; hilf, daß ich ohn alles Wanken solch erzähle sorgenlos. Herr, ich kann sie nicht verschweigen, laß sie mich vermelden doch; Kindeskinder sollen noch dir deswegen Ehr erzeigen. Denn, weil mir geschehn so wohl, ist mein Mund jetzt Rühmens voll. 5. Willst du nun mein armes Leben hier noch länger fristen mir, ei, so wollest du mir geben, daß was noth ist für und für. Denn wir können deiner Gaben nicht entbehren in der Welt: Speise, Kleider, Wohnung, Geld müssen wir zur Nothdurft haben. Thust du ferner mir so wohl, wird mein Mund stets Rühmens voll. 6. Gib, Herr, daß ich so verzehre deine Gaben, Speis und Trank, daß ich nicht mein Herz beschwere, noch mich selber mache krant. Laß mich Geiz und Wollust meiden, gib mir einen ſolchen Muth, der nur dich, das höchste Gut, herzlich such in Freud und Leiden. Thust du künstig mir so wohl, bleibt Lob- und Dank- Lieder. mein Mund stets Rühmens voll. 7. Alle Sorgen will ich legen, mein getreuer Gott, auf dich! Kröne mich mit reichem Segen, nähre, schüß, erhalte mich. Deine Güte laß mich Schwachen leiten und zu jeder Frist geben, was mir nüßlich ist, endlich mich auch selig machen. Dann ge= schieht mir ewig wohl und mein Mund bleibt Rühmens voll. ( Joh. Rist.) 2. Er pflegt als Vater seine treuen Kinder, und sorgt als Schöpfer auch für freche Sünder. 3. Er gibt dem Felde Wachsthum und Gedeihen, daß Vieh und Menschen sich darüber freuen. Mel. Danket dem Herrn, denn. 465. Lobt unsern Gott sei Gott!" Amen. mit fröhlichem Gemüthe für seine Vatertreu und milde Güte. 4. Er schaffet Speise reichlich, gern uns Allen und sättigt, was da lebt, mit Wohlgefallen. 455 die wir von seiner Hand empfangen haben. 6. Wir wollen ihn hienieden, wie dort oben, für alle seine große Gnade loben. 7. Ja, ewig, ewig seist du, Herr, gepriesen für jede Wohlthat, die du uns erwiesen. 5. Auch jeßt laßt uns ihm danken für die Gaben, 8. Sehr groß ist deine Weisheit, Gnad und Stärke, und wunderbar sind alle deine Werke! 39. Herr, wir lobsingen jauchzend deinem Namen, und Jedermannsprech: ,, Ehre ( Wolfg. Mosel, gen. Musculus.) Mel. Nun lob mein Seel den. 466. Man lobt bidh in der Stille, du hoch erhabner Zionsgott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jeder= mann, und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und 456 Lob- und Dank- Lieder. jauchzen schnell, welch unaufhörlich schreien: ,, Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut!" Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb, und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlichs Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad er= halten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. ( Joh. Rist.) In eigner Melodie. 467.N un danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jegund gethan. an 3. Lob, Chr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone! Dem dreieinigen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird, jeßund und immerdar. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du haft mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will 468.No bringet ( Martin Rindart.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. un danket All ich für und für den Kelch des Heils erheben, und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. und Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 50 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 63. Der uns von Mutterleibe anfrisch und gesund erhält, und wo ein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stelltid t Lob- und Dank- Lieder. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlichs Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Vater7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Theil. land, er gebe Glück zu un- 4. Hat er allein uns geserm Thun und Heil zu allem Stand. ben die Glieder und das Leben. Ohn einig unsern Heller war Küche da und Keller. 9. Er drücke, wenn das Herzebricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. ( Paul Gerhard.) USSD? Mel. Wach auf, mein Herz, und 2c, un laßt uns Gottes Güte 469. N 457 uns führen zu Gemüthe. Kommt, lasset uns erwägen des frommen Vaters Segen. 2. Eh wir ans Licht geseget, hat er uns hoch geschäßet, und hat uns eingeschrieben zum Leben und zum Lieben. 3. Da wir noch sind gelegen ohn Regen und Bewegen, ohn Menschenhülf und Sorgen der Mutter, und verborgen: 5. Er hat zu rechterStunde vollkömmlich und gesunde auf seiner Engel Wagen uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns eingenommen in die Gemeinder Fromben, daß wir nicht ewig men, gemacht zu seinen Ersterben. 1790 of 7. Er gibt uns zu erkennen sein Wort, daß wir ihn nennen ein'n Vater und Ernährer und alles Guts Bescherer. 8. Er gibt für unfre Sünde sein eingebornes Kinde, und läßt es für uns Lob- und Dant- Lieder. 458 würgen als einen rechten Bürgen. 9. Dies lasset uns bedenken, wenn uns die Sorgen kränken. Wer seinen Sohn hergibet, derselb aufs Höchste liebet. 13. O Vater, Vater, gibe, daß deine große Liebe wir inniglich betrachten und so gering nicht achten. 14. O Vater, uns beschere zu deinem Lob und Ehre, daß wir dir recht vertrauen und gänzlich auf dich bauen. Leben bedürfen, wohl gege= ben. ( Joh. Mich. Dillherr.) 10. Sollt er uns was versagen, so wir ihm gläuIn eigner Melod big flagen, was wir vonnö- 470. lb, min den Herun then zur Hüll, zur Speis', zum Laben? 11. Die Vögel in den Lüften, die Thierlein in den Klüften, die Blümlein auf den Wegen uns müssen widerlegen. 12. Der sie so treulich heget und ihr'r so fleißig pfleget, sollt einen Himmelserben Der denken zu verder ben? ren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett't dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Troft beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Kön'g schafft Recht, behütet, die leid'n in seinem Reich. 15. Wenn wir nun dieses haben, so werden uns die Gaben, die wir zu diesem 16. Eh Himmel und die Erden zu nichte müßten werden, als sollten sein verlassen die Fleisches Sorgen haffen. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mang'lt an sein'r Erbarmung nicht; sein'n Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch Lob- und Dant- Lieder. erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 4. Die Gottes- Gnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit, bei seiner lieb'n Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die ſeinen Bund behalten; er herrscht im Himmelreich. Ihr starten Engel, waltet seines Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heiligs Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 459 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet üb'r seine jungen Kindlein klein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte, Gott weiß, wir sind nur Staub; gleich wie das Gras vom Rechte, ein Blum und fallend Laub, der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch In eigner Melodie. vergehet, sein End das ist 471. S baß ich tauihm nah. fend Zungen hätte und einen tauſendfamit um die Wette vom alchen Mund, so stimmt ich dalertiefsten Herzensgrund ein andern an von dem, was Gott an mir gethan! 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn, heiligem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, gänzlich uns lass'n auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß uns'r Herz, Muth und Sinn ihm tröstlich thun anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werd'ns erlangen, gläubens von Herzens Grund. ( Joh. Graumann, gen. Poliander B. 1-4) 2. O daß doch meine Stimm erschallte bis dahin, wo die Sonne steht! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, Lob- und Dant- Lieder. 460 braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet ſein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir ſei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib! Lob sei dir, mildester Berather, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerther Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Denn wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o starker Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor Anderm füß ich deine Ruthe, die du miraufgebundenhaft! Wie viel thut sie mir doch zu Gute und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. meinem Nußen hast bestellt. 11. Ich hab es ja mein 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen und mich durch Blut Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch Dick und Dünne haft ge= führt; denn in der größesten Lob- und Dank- Lieder. Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie, sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem ſteten Lobe stehn? Wie, sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig ſein. 13. Drum reiß ich mich jezt aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt, ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird traftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. NO 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin! Da sing ich dir 461 im höhern Chor viel tausend Halleluja vor.damu ( 3. Menter.) Mel. O, daß ich tausend Zungen. 472. Gott bes S Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, da Niemand dir verborgen ist, ach, ziehe meinen Sinn zu dir und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Auge lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: wie groß ist Gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle Elemente Macht, Güt und das Stumme reden könnte, Weisheit überall. O, wenn wie groß wär stets der Jubelschall: Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, der uns für euch hervorgebracht! 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe, die Erd ist deiner Güte voll! O gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll! 462, Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! Daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schaß und Ziel sei du allein. pomi Lob- und Dank- Lieder. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, hier geht mein Weg zur andern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Und end ich diesen kurzen Lauf, so nimm in deine Ruh mich auf. 1 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, ich sei dein Werk, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich) du, mein Schöpfer, seist, jedoch, was du an mir gethan, er= kennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht blos für diese Zeit. Nein, Gott, du hast ihn mir geschenket zum Leben in der Ewigkeit, und da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. Mel. O daß ich tausend. 5. Ihn sättiget kein Gut 473. Gott, ich der Erde, kein zeitlichs Glück, S preise deine Güte, die mich so wunderbar erschuf und mit frohlockendem Gemüthe verehr ich deinen Schöpferruf: Ein Herold deines Ruhms zu sein und deiner Wunder mich zu freun. so groß es sei. Das er im Innern ruhig werde, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze Welt sein Wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar tief ist er herab gesunken von seines Ursprungs Herrlichkeit, sucht oft, von Lust der Erde trun= ken, sein Glück in Dingen Lob- und Dank- Lieder. dieser Zeit. Jedoch er sucht und findet nicht, was ihm der Außenschein verspricht. 7. Du prägtest ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Böse Böses leiden müssen und Tugendhafte glücklich sein, erkennt er, doch sieht er noch nicht den Richter hier schon im Gericht. 8. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Geschick zum Loos für diese Zeit beschieden; dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß, erst eine andre Welt ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dies überleget, so hofft er schon Unsterblichkeit! Jedoch, o Herr, wenn er erwäget, was ihm dein Wort für Licht verleiht, so wird er selger Freuden voll, daß er einst ewig leben soll. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben mich täglich hier die Aussaat streun! Laß deinen Geist das Wollen geben und daß Vollbringen auch verleihn. D Wonne 463 der Unsterblichkeit, in welcher dann mein Geist sich freut. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. reis Lob 474. Bund Herrlich keit sei, Erlöser dir gegeben! Preis sei dir in dieser Zeit, Preis und Lob im ewgen Leben! Menschen, Engel, Seraphim! Groß ist Jesus, jauchzet ihm! 2. Ihr Erlöseten des Herrn, preiset ihn, lobsingt ihm herrlich! Alle Sünden trug er gern, keine Last ward ihm beschwerlich. Für die Welt, die strafbar war, gab der Heiligste sich dar. vom Thron und kam als 3. Er, der Herrscher stieg ein Knecht auf Erden. Du bist würdig, Gottessohn, ewig hochgelobt zu werden! Freund, der froh sein Blut vergoß, werd und bleib mir ewig groß! 4. Seele, Jesus ſei dein Theil! Treu ist er für mich gestorben, er hat Gnade, Trost und Heil und den Himmel mir erworben. Alles, Alles ist nun mein; wie kann ich gnug dankbar sein! bon Lob- und Dank- Lieder. 464 5. Für die Leiden ohne Zahl, für die Leibs- und Seelenschmerzen und für deine Todesqual dank ich dir mit treuem Herzen. Treu dank ich, doch mangelhaft, gib zu befferm Dank mir 6. Welche Liebe, daß für mich Gottes Sohn sein Leben gibet! Hilf, daß meine Seele dich redlich, brünstig, ewig liebet. Frohe Tugend sei die Frucht von der Liebe sanften Zucht. 7. Nichts soll mich so sehr erfreun, als daß ich dir angehöre. Jesum haben, Jesu sein, ist des Christen Trost und Ehre. Wenn ich dein, o Heiland, bin, wird mir Alles zum Gewinn.is 8. An dir, Jesu, halt ich fest, an dir, Treuester von Allen! Wehe dem, der dich verläßt! Er muß ins Verderben fallen. Meine ganze Seele spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 9. Durch dich bin ich reich und hoch, ich bin Gottes Kind und Erbe; Gott liebt mich. Was fehlt mir noch? Eins fehlt nun noch, daß ich sterbe. Auch gut sterben hilfst du mir, und dann holst du mich zu dir. ( Ehrenfr. Liebich.) Mel. Alle Menschen müssen. 475. uelle der Bollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb ich dich! Und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Seel und Leib mag mir verschmachten; hab ich dich, werd ichs nicht achten. Mir wird deine Lieb allein mehr, als Erd und Himmel, sein! 2. Denk ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebetfühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz. 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht tausend Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du! Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt 465 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott! Ließest den Gerechten sterben, mir zum Leben ward sein Tod! Ewig dort mit ihm zu leben, haft ich dich, Herr, wie ich soll! Ganz werd ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann vor deinem Thron der vollkommnern Liebe Lohn! ( Balthasar Münter.) Mel. Es ist das Heiluns kommen. du mir durch ihn gegeben, 476. ei Lob und S Ehr dem ewig deiner mich zu freun und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt? Der mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden, ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der allein Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt, gebt unserm Gott die Ehre! 6. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist; daß mein Herz vom Haß der Sünde, die du haßt, durchdrungen ist; daß auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen 3. Was unser Gott getrachte! Heil mir, du verbirgest nicht einst vor mir dein Angesicht! 2. Gs danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die alles also wohl bedacht. Gebt zc. schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, und Alles gleich. Gebt 2c. 30 Lob- und Dank- Lieder. und dich ihren Vater nennt. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen; meine Seel erkennt es wohl! Dort im Vaterland der Frommen lieb Lob- und Dank- Lieder. 466 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: Ach Gott, erhör mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost ge= deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, ach danket, danket Gott mit mir. Gebt 2c. 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt 2c. 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen deme zu, der sonsten nirgends findet Ruh. Gebt 2c. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, vonmun an ehren! Man soll, o Gott, dein'n Lobgesang an allen Orten hören! Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt 2c. 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt 2c. 9. So kommet vor sein Angesicht mitjauchzenvollem Springen! Bezahlet die ge= lobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es Alles wohl bedacht und Alles, Alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! ( Joh. Jak. Schük.) 9000 In eigner Melodie. 477. Sollt ich mei= nem nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir meint. Ist doch Nichts, als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin Lob- und Dank- Lieder. 467 und wieder mich des Höch- gen nichts vermag, nichts sten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding xc. helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding 2c. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding 2c. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in ſeinem Wort, daß er werde mein Regierer, durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zer= bricht, und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding ic. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermö6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding c. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst geneſen. Allles Ding xc. 8. Wieso manche schwere Plage wird vom Satan rumgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war gemeint, in der 30* Lob- und Dank- Lieder. 468 Ferne weggewendet. Alles Ding 2c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut, und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 2c. 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding 2c. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christen- Kreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding xc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: Wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. ( Paul Gerhard.) Mel. Meine Seele erhebe den 2c. * 478. Gelobet fei der Herr, der Gott Israel, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David. 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: 4. Daß er uns errette von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns haffen. 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund; 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; Lob- und Dank- Lieder. 469 7. Daß wir, erlöset aus Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. der Hand unserer Feinde, 479, V on ganzer ihm dienten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Seele preis' ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herren hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntniß des Heils gebeft seinem Volf, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß er erscheine denen, die da sißen im Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. ( Luc. 1, 68-79.) 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh, wer gibt uns Kraft zur Pflicht? Nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schusst und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt, du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. dad 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergib die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft, bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bittich dich, laß, Höch Lob- und Dank- Lieder. 470 ster, mich selbst deine Weisheit führen. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, aufdich, den Geber, schauen! Selbst, wenn du schlägst und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. ( Benj. Friedrich Köhler.) Mel. O Gott du frommer Gott. 480. Was kann ich doch für Dank, o Herr, dir dafür fagen, daß du mich mit Geduld, so lange Zeit getragen? Da ich in mancher Sünd und Uebertretung lag und dich, o frommer Gott, erzürnte alle Tag. 2. Sehr große Lieb und Gnad erwiesest du mir Armen. Ich fuhr in Bosheit fort, du aber in Erbarmen. Ich widerstrebte dir, und schob die Buße auf, du schobest auf die Straf, daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet, du haft des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz gebrochen und erweicht. 4. Selbst fonnt ich allzuviel beleidgen beleidgen dich mit Sünden, ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich und ins Verderben gehn, ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht't und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln foll; dafür sei, Herr, gepriesen. Gott ſei gelobt, daß ich die alte Sünd nun haß und willig ohne Furcht die todten Werke laß. 6. Damit ich aber nicht aufs Neue wieder falle, so gib mir deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärk und darin mächtig sei, und mein Gemüthe stets zu deinem Preis erneu. Lob- und Dank- Lieder. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden! Laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führest selbst, thu ich, was mir gebührt. 8. Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein Flehen! O Jesu, Gottes Sohn, laß deine Kraft mich sehen! O werther heilger Geist, regiere mich allzeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit! 481. ( David Denicke.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet 471 sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sønnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. „ Bringt" ruft auch der geringste Wurm ,, bringt meinem Schöpfer Ehre!" „ Mich" ruft der Baum in seiner Pracht; „ mich" ruft die Saat„ hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre!" - - 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, Lob- und Dank- Lieder. 472 sei gepreist und alle Welt fag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht die nen? mein Gott, der ewig lebet, den Alles lobet, was in allen Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, deß Namen heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Nun danfet Alle Gott. * 482. G elobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein'n Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schüßt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. ( Joh. Olearius.) In eigner Melodie. 2. Gelobet ſei der Herr,* 483. Lobe den Her mein mein Gott, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. ren, o meine Seele, ich will ihn loben bis in Tod. Weil ich noch Stun-" den auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfeschafft. 4. Gelobet sei der Herr, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen, und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit, gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen Lob- und Dank- Lieder. kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! # 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jakob ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen, und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 473 die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starfer Hand zurück, daß ſie nurmachenverkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8.Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Va5. Zeigen sich welche, die ter und Sohn und heilgen Unrecht leiden; er ists, der Geist. Halleluja, Halleluja! ihnen Rechtverschafft. Hung-( Joh. Daniel Herrnschmidt.) rigen will er zur Speis be- Mel. Es ist gewißlich. scheiden, was ihnen dient 484.Wie viele Freuden dank ich zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, dir, die du mir, Herr, ver= liehen! Und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden nicht verziehen! Gott von Langmuth und Geduld, noch täglichhäuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. an 474 Lob- und Dank- Lieder. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmels Pracht und Sonne, Mond und Sterne, so bet ich dich voll Ehrfurcht an: Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren. Nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Luft, der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlafen gehe; denn du mein Vater, kannst verleihn, um was ich findlich fleße, drum seufze ich auch jetzt zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir, um deiner Güte willen. ( Daniel Schiebler.) Mel. Du Geist des Herrn, der. 485. Mi ie soll ich dir doch gnugsam dankbar sein, mein liebster Gott, für deinen Gnadenschein! Du blickst mich an mit allzugroßer Treue und deine Güt ist alle Morgen neue. 2. Ich war ein Kind und wußte Nichts von mir, du aber zogst aus Liebe mich zu dir. Du wuschest mich von aller meiner Sünde und nahmst mich an zu deinem Gnadenkinde. 3. Dein Vaterherz hab ich genug erkannt, dieweil du so viel Guts an mich ge= wandt. Du hast mich ja ernährt, beschüßt, bekleidet, und als ein Hirt sein Schäflein, wohl geweidet. Io4. Wie manchmal hab ich doch vor dir geweint und mich beklagt, daß keine Hülf erscheint; doch, wenn ich dacht, mein wäre ganz vergessen, so hab ich tief in deinem Schooß gesessen. 5. Wenn mich Gefahr und Unglück hat erschreckt, so hast du mich mit deinem Schirm bedeckt. Oft hat die Welt mich hin und her geschmissen, du aber hast mich aus der Noth gerissen. 6. Hast du mir gleich ein Kreuzlein zugeschickt, so bin ich doch bald wieder drauf erquickt. Du bist mein Arzt, Lob- und Dank- Lieder. mein Trost und Heil gewesen, daß ich nach Angst und Trauern bin geneſen. 7. Wie sollt ich nicht, mein Gott, dir ferner traun und als ein Kind auf deine Güte baun? Bekümmert mich der ungewisse Morgen, so will ich dich, o Vater, lassen ſorgen. 475 Augen Zweck. Auf dich will ich in allen Nöthen schauen, so darf mir dann vor keinem Mangel grauen. 12. Ich folge dem, was mich mein Jesus heißt, und sorg um das, was mich zum Himmel weist. Denn dieſes ist die beste Sorg auf Erden: wie man gerecht und selig möge werden. 8. Du zierst das Gras, du speis'st manch Vögelein, ich werde dir ja nicht gerin( Zachar. Hermann.) Mel. Alle Menschen müssen sterben. ger ſein. Du weißest schon, 486. Womit ſoll ich was mir gebricht und fehlet; denn du haft Tag und Stunden abgezählet. dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von Oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit Nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Tren und Güte stets erhebe Tag und Nacht. Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Und sollte gleich ein Mangel fallen ein, wird er mir doch nur eine Probesein, dein Auge wird alsdann nur wollen schauen, ob ich dir auch in Nöthen werde trauen. 10. Doch wirst du mich nicht ganz und gar verschmähn. Du bist getreu und läsfest nicht geschehn, daß man zu sehr versuchet sollte werden, du schaffest Rath und linderst die Beschwerden. 11. Drum werf ich Sorg und Kummer von mir weg, 3. Denk ich nur der Sündenn deine Treu ist meiner dengassen, drauf ich häufte Lob- und Dank- Lieder. 476 Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit: so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Gluth. Denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hieBest du auf dies mich achten, wonach manzuerst soll trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehu, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht! Du, du trittſt hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 8. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Ziel, damit einem zu geringe möcht geschehen noch zu viel: so hab ich auf tausend Weisen deine Weißbeit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zumir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, größer König, Dank dafür. 10. Wie ein Vaternimmt und gibet, nachdem's Kindern nüglich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich Lob- und Dank- Lieder. meiner angenommen, wenns auch gleich aufs neue Höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 477 Preis, Lob und Dank, daß es mir so wohl gelungen. Ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir. ( Ludw. Andr. Gotter) 11. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Wenn ſchien Al-* 487 Mei les zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausen, tausendmal sei dir, gro= ßer König, Dank dafür. 12. Fielen Tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 13. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit. Und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, groBer König, Dank dafür. 14. Tausendmal sei dir geſungen, Herr, mein Gott, eine Seele erhebet den Herrn, und mein Geistfreuet sichGottes, meinesHeilandes. 2. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd ange= sehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes- Kind. 3. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet 478 Von den zehn Geboten. er mit Gütern und läsfet die Gott dem Vater und dem Reichen leer. Sohn und dem heiligen Geiste. 8. Er denket der Barmherzigkeit und hilft auf seinem Diener Israel. 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. 3. Du sollst nicht führen zu Unehr'n den Namen Gottes deines Herrn. Du sollst ( Luc. 1, 46-55.) Catechismus- Lieder. XIX. Von den zehn Geboten. Mel. Erschienen ist der herrliche. 488. Di ies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen seinen Diener treu, hoch auf dem Berge Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein' Götter sollst du haben mehr. Du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben mich. Kyrieleis. nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbsten red't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollst heilgen den siebent Tag, daß du und dein Haus ruhen mag. Du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk selbst in dir hab. Kyrieleis. 5. Du sollst ehr'n und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langes Leben han. Kyrieleis: 6. Du sollst nicht tödten Von den zehn Geboten. 479 recht leben soll. Kyrieleis. zorniglich, nicht hassen noch wohl, wie man vor Gott selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, und auch den Feinden thun das Gut. Kyrieleis. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist. Es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch nur eitel Zorn. Kyrieleis. 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein Andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeiten fein. Kyrieleis. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut. Du sollst aufthundein milde Hand den Armen all'n in deinem Land. Kyrieleis. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein, sein' Unschuld sollst auch retten du und seine Schande decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollst dein's Nächsten Weib und Haus begehren nicht noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herze selber thut. Kyrieleis. 11. Die G'bot all uns gegeben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen biridit( M. Luther.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 489. err, deine H Recht' und dein Gebot, darnach wir sollen leben, die wollest du, o treuer Gott, mir in mein Herze geben, daß ich zum Guten willig sei und ohne Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. Ind 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe; nie stolz auf Menschenhülfe bau, mich nie zu sehr betrübe; daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Macht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich dich und deinen Bund aus deinem Wort erkenne, und niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne; vergefsen laß es mich auch nicht, Von den zehn Geboten. 480 wie stark mich meiner Taufe Pflicht zu deinem Dienst verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, und meinen Sonntag bringen zu mit Danken und mit Beten. Herr, meine Lust sei ganz an dir und deinem Wort, daß ich dafür dir dankend Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit und die mein Glück vermehren, laß mich in Liebe allezeit nach deinem Worte ehren. Für ihre Sorg und Treu laß mich, auch, wenn sie alt und wunderlich, ein dankbar Herz beweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe; dem, der mich kränkt mit Kreuz und Schmach, verzeihe und ihn liebe; sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich auf immer meiden. O Seele, merke dir doch dies, ganz kurz sind ihre Freuden, und groß der Hölle Qual und Schmerz. Drum schaff in mir ein reines Herz, mein Gott, und hilf mir kämpfen. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr, mich böser Ränke schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr, das fremde Gut nicht nehme, und von der Arbeit meiner Händ was übrig ist auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich, meines Nächsten Ehr zu retten, Sorge trage, Schmach und Verfolgung vom ihm fehr, nichts Böses von ihm sage. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit und Abschen habe jederzeit am Zanken und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Gut mit List nicht wünschen, noch verlangen; was aber mir von Nöthen ist, laß mich von dir empfangen; doch, daß es Niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gunst behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte dein Gebot und deinen heilgen Willen, wie mirs gebührt, bis an den Tod vollkommen Von den zehn Geboten. 481 2. Daß wir lernen die zehn Gebot, beweinen unsre Sünd und Noth, und doch an dich und deinen Sohn gläuben, im Geist erleuchtet schon; gern erfüllen. Doch meine Kraft ist viel zu klein; wenn du nicht willst mein Beistand sein, so werd ich immer fehlen. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heiliger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und, als mich, den nächsten treulich liebe.( David Denicke.) Mel. Erhalt uns, Herr, bei. * err Gott, er490.H halt uns fire sur für und für die reine KatechismisLehr, der jungen einfältigen Welt durch deinen Luther vorgestellt. In eigner Melodie. 491.* Jah glaub an Gott, der g'schaffen hat den Himmel und die Erden, allmächtgen Gott und Vater mein, der uns hat lassen werden, die Kinder sein, ja, wenn wir leben überein. 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der allen helfen will und kann; daß wir als Kinder nach der Tauf christlich vollbringen unsern Lauf. 4. So Jemandfällt, nicht liegen bleib, sondern zur Beichte komm und gläub, zur Stärkung nehm das Sakrament. Amen! Gott geb ein seligs End. m ( Ludw. Helmbold.) Adour XX. Vom Glauben. and mud 2 ingrid nau( berg) 2. Auch Jesus Christ, sein Sohn er ist, vom heilgen Geist empfangen, von Jungfrau zart geboren ward, Maria ist ihr Name, ist worden Fleisch, auf daß er unsre Sünd zerreiß; 3. Gelitten hat am Kreuz den Tod, und ist darnach 31 482 1 Vom Glauben. begraben, gestiegen schnell ab zu der Höll, von Todten frei erhaben, am dritten Tag erstanden ist er aus dem Grab; 4. Gen Himmel fuhr, nach Gottes Schwur wohl an des Vaters Seiten, von dann'n er wird, der rechte Hirt, uns richten zu den Zeiten, am jüngsten Tag, da Niemand widerstreben mag. 5. Ich glaub dabei, daß gleiche sei der heilge Geist in Beiden, Dreifaltigkeit, ein Gottheit gleich, in Einigkeit thut schweben; ein Kirch auch ist, die heilig Gemein' Jesu Christ. 6. Erlaß der Sünd glaub ich all Stund, Auferstehung des Fleisches darneben, ein'm Jeden Lohn nach seinem Thun, darnach das ewge Leben. Singt allzusamm'n, und sprecht von Herzen Amen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 492* Gottes Sohn, Christ, daß man recht könne gläuben, nicht Jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben: drum hilf du mir von Oben her, des wahren Glaubens mich gewähr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne; daß ich, o liebster Je= su, dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr' Erkenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deiwohl fasse; daß sich mein Wort, ins Herze es Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen; auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen; und durch den Glauben auch die Welt, und Vom Glauben. was dieselb am höchsten hält, für Koth allzeit nur achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfforn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Hand mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschen in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets ſorgfältig sei den Glauben zu 483 bens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange.or 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir sindt, du wollst es stärker machen; was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. ( David Denicke.) In eigner Melodie. behalten, ein gut Gewisſen 493. Wir glauben an auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit ohn Anstoß mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 078. Herr, durch den Glanben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken: daß er ſei fruchtbar für und für und reich in guten Werken; daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. In 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Noth, des Glaunen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hüt't und wacht, es steht Alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an ord Jeſum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heilgen Geist 31* Vom Glauben. 484 im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne; 10 mn vid hnd trad Jhunch and plai die ganz' Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben, hier all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Glend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. ( Martin Luther.), id smile and third hurch and ni T XXI. Vom Vater- Unser madurain the und Gebet. the Mel. Ich dank dir schon durch. sten leiden, und laß an mei494.2llmächtiger, beßner Feinde Schmerz sich nie Majestät weit mein Auge weiden. über Alles gehet, erhöre mich, der im Gebet zu dir um Hülfe flehet.in 2. Verleihe mir die Wissenschaft, mein wahres Heil zu finden, und gib mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 5. Verleih mir einen frohen Muth, es gehe, wie es gehe. Was du, mein Vater, willst, ist gut; drum, was du willst, geschehe.ing in chiva 6. Gib, daß ich trachte jederzeit nach deines Himmels Freuden, und stärkmich), was dein Wort verbeut, mit ganzem Ernst zu meiden. 6. Laß mich mein Brot durch deine Gnad und meinen Fleiß erwerben; und laß auch, wenn mein Ende naht, mich sanft in Jesu sterben. ( Justus Friedr. Wilh. Zachariä.) Mel. Nun bitten wir den heilgen. ch 4. Erweck zur Liebe auch Jeſu, dein mein Herz, seh ich den Näch- Nahesein bringt großen Frie* 495,2 mein Herr Vom Vater- Unser und Gebet. den ins Herz hinein; und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß auchs Gebeine darüber fröhlich und dankbar wird. an de notug en 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren. Du kannst dich fühlbar gnug of fenbaren, auch ungesehn. 3. D wer nur immer bei Tag und bei Nacht dein zu genießen recht wär bedacht. Der hätt ohn Endevon Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? is 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, still'n und trösten, erfreun und segnen, und unfrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Theil, und laß unsre Seele sich immer schiden, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, tröst uns bald mit deiner 485 blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen ſein. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel' nein mit dir ver= gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, wenn sich das Herz nur an dir stets setzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. 10. Der Kuß von deinem erblaßten Mund macht und erhält unser Herz verwundt, und die Ueberströmung mit deinem Blute macht uns nach Seele, Leib, Sinn und Muthe dir ähnlich sein. and( Christian Gregor.) 486 Vom Vater- Unser und Gebet. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. Seele nicht zu dem Vertraun, 496.Dein Heil mein daß du uns liebst und uns Geist nicht gern, was uns nüßet, gibst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? O Vater, unsre Seelenruh nimmt durchs Gebet beständig zu. 6. Dein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jeſu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten hast. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) 10010 zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich teines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs klagt. 3. Doch sprichst du: ,, Bittet, daß ihr nehmet!" Der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich Gott, dein Freund zu sein, und stößt das angeborne Glück muthwillig selbst von sich zurück. 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Mel. Meinen Jesum laß ich. nur, * 497. Beter, be trübtes Herz, wenn dich Angst und Kummer kränken, flag und sag Gott deinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, wenn es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit gewähren, glaube nur, Vom Vater- Unser und Gebet. es wird geschehn, was die In eigner Melodie. Frommen hier begehren; 498.Dir, bir, Jeho deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz! 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen, wirf die Sorgen hinterwärts, Gott spricht schon das süße Amen, deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten echt und gut. will ich singen! denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen! Ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flammen, bete mit beherztem Muth, Gott kann dich nun nicht verdammen; sei getreu bis in den Tod, beten hilft aus aller Noth. 487 5. Beten hilft aus aller Noth, ei so bete ohne Zweifel; bist du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zur Seite stehn, vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen; denn Gott fennet deinen Schmerz; betenur, betrübtes Herz.( Joh. Gottfr. Krause.) 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir! Dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprech 488 Vom Vater- Unser und Gebet. lich sind; der lehret mich, Jesu Namen, der mich zu recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich ein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater! schrei. deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir ißt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. 5. Wenn dies aus mei mem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Va( Barth. Crasselius.) Met. Straf mich nicht. terherz und walletganz brün-* 499. Betgemeinde stig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist felbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht't, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohlmir, daß ich dies Zeugniß habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange je= derzeit, die gibst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in dich mit dem heilgen Dele. Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jeſus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener.d 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, Vom Vater- Unser und Gebet. wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen? Was wirds thun, wenn sie nun Alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen Allen: wie muß das erschallen! 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet, und das ist der Heilgen Kunst: beten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. ( Chr. Carl Ludw. v. Pfeil.) Mel. Erschienen ist der Herrliche. 500. Gott, deß ſich alle Himmel freun, auch meine Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß dit auch mir ein Vater bist. Gelobt seist du! 2. Weit über alle Einficht weit geht deines Namens Herrlichkeit! Ihn ehre estets, von Lieb entbrennt, 6. Oder unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird Nichts vollbracht so in Freud als Nöthen! Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder. Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder. Heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget: betet, daß es dringet. 489 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eu'r eignes Feu'r lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen. Highli 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit of fenbaret sebe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. Vom Vater- Unser und Gebet. 490 wer deinen großen Namen nennt, Unendlicher! brachtem Lebenslauf uns in des Himmels Freuden auf, Gott, dem wir traun! 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium; mach unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd erschallt dein Ruhm! Dein ist die Macht, die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt seist du! 4. Du, dessen Weisheit nie sich irrt und wohl zu thun nie müde wird, dein Wille, Weisester, gescheh auf ( Fr. Gottl. Klopstock.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. Erden so, wie in der Höh, 501. Gott, beine Güte mit Freudigkeit. reicht so weit, 5. Was unser Leben hier erhält, gib uns, so lang es dir gefällt; doch gib uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sei und dir vertrau. 6. Ach wir vergehn uns oft an dir! Verzeih uns Vater, so wie wir, um deiner Huld uns zu erfreun, auch unserm Nächsten gern verzeihn, der an uns fehlt. 7. Und dringt Versuchung auf uns her, so laß sie nie uns sein zu schwer; steh uns zum Siegemächtig bei, mach uns im Guten fest und treu, Erbarmender! 8. Erlös uns, o du treuer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth. Nimm nach vollso weit die Wolken gehen! Du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilft uns beizustehen! Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich Vom Vater- Unser und Gebet. 491 nur nicht verlieren. Mein stes Gaben, dein Wort und wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. 502.Gott, unser Ba= gefalle. ter, der du bist im Himmel hoch erhöhet und schauest, was auf Erden ist, und hörst, was zu dir flehet. Verwirf, Gott, unsre Zuversicht, das Flehen deiner Kinder nicht, wenn fie voll Inbrunst beten. 2. Dem Namen, der da heilig ist, laß uns die Ehre geben, wie groß und wunderbar du bist, mit Freud und Lust erheben; dich, deine Weisheit, Macht und Treu erkennen und ohn Heuchelei dir und dem Nächsten dienen. d3. Laß uns in deinem Gnadenreich des heilgen Geidessen Kraft, zugleich Glaub, Lieb und Hoffnung haben. Des Satans Reich zerstöre du, erhalte deine Kirch in Ruh und Wahrheit, dir zur Ehre. 4. Gleich als im Himmel, so gescheh dein Will auch auf der Erde, daß dir kein Wille widersteh, das Fleisch gezähmet werde. Verleih uns auch in Freud und Leid ein ruhigs Herz, daß jederzeit, was du willst, uns 5. Gib uns heut unsertäglich Brot durch Arbeit unsrer Hände. Gestatte feiner Plag und Noth, daß sie von dir uns wende. Gib gute Obern, Fried und Heil, auch Jedem sein bescheiden Theil und laß uns dran begnügen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld durch unser ganzes Leben. Hilf, daß in Lieb und mit Geduld wir Andernauch vergeben. Straf uns nicht nach Gerechtigkeit, und laß uns Unrecht, Haß und Neid nicht an dem Nächsten ahnden. 7. In der Versuchung gib Vom Vater- Unser und Gebet. 492 uns Stärk und hilf uns über winden das Fleisch, die Welt und Satans Werk und was uns reizt zu Sünden, daß Wollust, Ehrsucht oder Geiz durch ihren gleißnerischen Reiz uns nimmermehr besiegen. 8. Von allem Uebel, Angst und Noth erlös uns deine Gnade, daß uns im Leben und im Tod kein Unfall jemals schade. Bedrängt uns auch hier manches Leid, so laß uns doch mit Freudigkeit des Glaubens End empfahen. seine Bahn. Denn was er glaubt und was er thut, ist Wahrheit, ist gerecht und gut. 3. Ein starker Fels, der ewig steht, ist ihm dein Nam. Auf ihn erhöht, sieht er mit unverletzter Ruh dem Untergang der Erde zu. 20 4. Du sättigst ihn mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit. Und ewig ist sein frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 5. Ach, heilig sei dein Nam und Recht dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 6. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Wahrheit überall, daß Alle lernen, wer du seist, Jehovah, Vater, Sohn und Geiſt! 9. Dies Alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht, die Ehre. ( Nach Mich. Weiße u.Dav.Denicke.) 19 Mel. Herr Jesu Christ, dich. 7. Dein Rath, Gott, der da ist und war, werd allen 503. Gott, unser Völkern offenbar, daß bein Gesandter, Jesus Christ, die Wahrheit und das Leben ist! Gott, wie heilig ist dein Name dem, der Jesum Christ lebendig für sein Heil erkennt, durch ihn dich seinen Vater nennt! 2. Im Geiste betet er dich an und geht unsträflich 8. Daß, wer an ihn glaubt, sein Gebot auch halten muß bis an den Tod! Daß er in seinem Lauf nicht irrt und durch den Glaubenselig wird! 493 Vom Vater- Unser und Gebet. Rath verstehn, gehorsam 505. IbeinAngesicht, 9. Lehr uns, die deinen Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. komme vor deine Wege gehn! Durch deines Wortes Licht und Kraft mach gläubig uns und tugendhaft! ha 10. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn! Er= leucht uns Allen unsre Bahn! Das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Luſt! 11. So heiligt deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit und ist und bleibt dein Eigenthum und ihre Werke sind dein Ruhm. 12. Dort stellst du sie um deinen Thron und unausſprechlich ist ihr Lohn. Geheiligt wird, wie in der Zeit, durch sie dein Nam in Ewigkeit!( Balth. Münter.) Mel. Valet will ich dir * 504 Naß mich bein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich Nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir dan ken in alle Ewigkeit. mal 15d( Nic. Selneccer.) verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl eintlebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. YAHIS 5. Laß, deines Namens mich zn freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, das ich zuerst nach deinem Reiche tracht 494 Vom Vater- Unser und Gebet. und treu in allen meinen laß mich auch im Alter Pflichten sei. nicht. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft! Du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. IDO 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt, gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beiſpiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel- und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, ver13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an, und sei, durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) n plit viljn? Mel. Wer nur den lieben Gott. * 506. Mein Gott, i ich klopf an deine Pforte mit meiner Seufzer Hammer an; ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan!" Ach, öffne mir die Gnadenthür, mein Jesus klopfet selbst in mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, daß nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rath und That; du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich vor dich hat heißen treten, heißt mein Erlöſer Jesus Christ; und der in mir Vom Vater- Unser und Gebet. 495 8. Das Andre wird sich Alles fügen, ich sei bei dir arm oder reich; an deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; trifft auch das Glück nicht häufig ein, so laß mich doch zufrieden sein. 9. Wenn ich dich bitt um langes Leben, gib, daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und des Gerichtes großen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 6. Erwed in mir ein gut Gewissen, das weder Welt nochTeufelscheut, wennZüchtigungen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit; durchstreich die Schuld mit Jesu Blut und mach das Böse wieder gut. 10. Gott, was soll ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß; du wirst auch Alles mir ge= währen; denn Jesus macht den süßen Schluß: Ich soll in seinem Namen schrein, so wird es Ja und Amen sein. ( Benj. Schmolck.) Mel. Mache dich, mein Geist. 7. Ums Kreuze darf ich 507.* Mache ich, wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll; hat doch mein Heiland selbst gelitten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld gar nöthig ſein, die wollest dumir, Herr, verleihn. o Mensch, bereit, komm zu Gott und bete. Es ist unsre Schuldigkeit, daß man vor ihn trete, denn sein Herz will den Schmerz gleichsam nicht eh'r wissen, bis wir beten müſsen. das Abba schreit, ist ja dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, was ich, dein Kind, bedürftig bin; du kannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segenblühn. Doch gib, o Geber, aller= meist, was meiner Seelen ſelig heißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein, will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde Nichts zu Willen thut. Vom Vater- Unser und Gebet. 496 2. Das Gebet ist eine Hand, die greift nach dem Himmel, dieser ist uns zu- 7. Das Gebet ist unser gewandt in dem Weltgetümmel, darum eil, nimm dein Theil, legs auf Gottes Rücken, der wird dich erquicken. Schrein und des Herzens Klage. Gott muß da doch Helfer sein, daß ich nicht verzage. Ach, mein Schmerz bricht sein Herz, ich kann es erkennen und ihn Vater nennen. 3. Das Gebet vermag recht viel mur in Jesu Namen, da, da treffen wir das ihm sein Eingeweide zu der Hülf im Leide. Ziel, Gott spricht Ja und 8. Das Gebet ist eine Amen. Und er gibt, weil er liebt, gern die besten Gaben, uns damit zu laben. 4. Das Gebet ist unser Pfeil, der trifft Gottes Herze, und wir friegen unser Theil, Linderung im Schmerze. Sein Herz bricht, er kann nicht bei dem Händefalten sich zurücke halten. 5. Das Gebet ist unsre Macht, die kann Gott bezwingen, die kann, was man nie gedacht, doch zu Wege bringen. Ach, es siegt und man kriegt das nach seinem Willen, was das Herz kann stillen. molid 6. Das Gebet ist unser Seil, das wir an Gott legen, und dadurch wir ihm in Eil sein ganz Herz bewegen. Denn es wallt mannigfalt Frucht von dem Herzensglauben, die Gott selbst mit Freuden sucht, wie am WeinstockTrauben. Glaube bringt, wenn er ringt, lauter Heil und Gnade, für mich Wurm und Made. 9. Das Gebet ist eine Kraft von der wahren Liebe, und ein reiner Lebenssaft durch des Geistes Triebe. Liebe dringt, wenn sie ringt, bis zum Gnadenthrone und erlangt die Krone. 10. Das Gebet ist unser Sieg über alle Feinde, führt die Welt gleich mit uns Krieg, hab ich Gott zum Freunde, o so ist Satans List in den Prüfungsstunden völlig überwunden. 11. Das Gebet ist eine Pflicht für uns, seine Kinder, Vom Vater- Unser und Gebet. 497 die vergessen wir wohl nicht, zu verehren. Wir wissen wie die frechen Sünder. Jedes Kind das empfind im Gebete Segen und kann Gott bewegen. so zu beten nicht, daß du uns fannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. am ing 12. Das Gebet: Ich laß dich nicht", kommt nicht eh'r zurücke, bis das Vaterherze bricht, mit dem Gnadenblicke, bis Gott sieht, bis geschieht das, warum wir kamen, zu ihm Zuflucht nahmen. 13. Das Gebet ist auch der Schluß einst von meinem Leben, wenn ich einmal sterben muß, will ich mich ergeben. Mein Herz spricht, wenn es bricht, zu dir, mein Berather: Abba, lieber Vater!" 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein andachtlos Geplerr, es sei ein Flehn des Herzens. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen, und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gefallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht und nicht blos unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo ( Joh. Chr. Schlipalius.) Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 508. Gott, es nicht, die Bitte zu erhalten. D fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten 32 14. Nun, so bet ich im merfort, aber stets im Glauben. Dieser sieget hier und dort, Nichts kann mir ihn rauben. Gottes Kraft gibt und schafft, wenn ich vor Gott trete, Kraft zu dem Gebete. 498 Vom Vater- Unser und Gebet. dir vorschreiben, anhalten Will gescheh auch hier auf ohne Unterlaß, bei dem allein Erd: Gib Frieden, Brot, auch bleiben, was uns dein Gedeihen! All unsre SünWille bitten lehrt, was dei- den uns verzeih, steh uns in nen großen Namen ehrt und der Versuchung bei, erlös' unser Wohl befördert. uns von dem Uebel! 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Werk nicht bauen. Auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir aus lauter Gnade. 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen. Der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu 10. Dies Alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen! Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, oHerr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. Mel. Herr Christ, der einig Gottes. Vater aller 509. ift 5 Frommen, geheiligt werd dein Nam, laß dein Reich zu uns kommen, dein Wille mach uns zahm, gib Brot, vergib die Sünde, kein Arg's das Herz entzünde, lös uns aus aller Noth!( Joh. Agricola.) Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. erlangen. Laß heilge Händ 510.* Bater, der gegen uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd, dein Reich laß uns erfreuen. Dein mir dein väterlich Gemüthe erweisest immer für und für durch manche Gnad und Güte; ach gib, daß mir aus meinem Sinn, wenn ich auch Vom Vater- Unser und Gebet. krank und elend bin, dein Vaterherz nie komme. 2. Du bist im Himmelsthron, o Gott, an allen Ort und Enden, wo ich dich such in meiner Noth, willst du dich zu mir wenden. Drum höre von des Himmels Saal, was ich allhier im Jammerthal mit Seufzen von dir bitte. 3. O Vater, groß von Herrlichkeit, von Majestät und Ehren! Du wolleft jetzt und allezeit durch deinen Geist mich lehren, wie hoch dein heilger Name sei, wie deine Weisheit, Macht und Treu kein Ziel und Maße haben. 4. Laß mir, mein Gott, nichts Liebers sein, als deinen Namen preisen, die Liebe auch dem Nächsten rein und mit der That erweisen. Hilf, daß ich dich und mich erkenn und dich stets meinen Vater nenn, in Nöthen dir vertraue. 5. Gott, der du mich durch die Tauf hast in dein Reich genommen, laß es in meinem Lebenslauf fortan auch zu mir kommen. Gib, 499 daß dein Wort als Himmels= thau aufs Herz mir fall und mich erbau, in Gottesfurcht zu leben. 6. Durch deinen Geist mich, Herr, regier und meinen Glauben mehre, des Satans Sündenreich in mir durch deine Kraft zerstöre. Hilf, daß ich auch an meinem Theil für deiner Kirchen Fried und Heil zu dir oft bet und rufe. 7. OVater, heilig ist dein Will im Himmel und auf Erden, gib doch, daß ich ihn auch erfüll und ihm mög ähnlich werden; dem eignen Willen sage ab, damit ich außer dir Nichts hab und doch in dir hab Alles. 8. Laß mich in Trübsal oder Pein aus Kleinmuth nicht verzagen, hingegen niemals sicher sein, noch stolz in guten Tagen. Gib, daß ich dich vor Allem lieb und daß nichts Zeitlichs mich betrüb, ohn dich mich Nichts erfreue. 9. O Vater, der du jederzeit austheilest gute Gaben. Laß mein tägliches Brot mich heut und meine Noth32* Vom Vater- Unser und Gebet. 500 durft haben. Hilf, daß ich redlich halte Haus, mit Wenigem auch komme aus und deinen Segen ſpüre. 10. Gib Glück, Fried, Einigkeit und Ruh, auch Ehr und Zucht darneben, gib heilsam Regiment hinzu daselbst, wo ich muß leben. Wend ab, o treuer, starker Gott, Pest, Krankheit, Feurund Wassersnoth und Alles, was sonst schadet. 11. O Vater, dessen Güt und Huld ist nimmer auszudenken. Du wollest, bitt ich, meine Schuld mir blos aus Gnaden schenken. Wie viel auch meiner Sünde ist, hat doch mein Herr Jesus Christ genug dafür bezahlet. 12. Hilf, daß ich Andern auch so sei, wie ichs von dir begehre, und meinem Nächsten gern verzeih, ob er mir widrig wäre; daß ich vergesse Truß und Schmach, dir, meinem Vater, arte nach in Gütigkeit und Sanftmuth. 13. O Vater, reich von Kraft und Trost, von wunderbarer Stärke! Wenn die Versuchung mich anstößt, so dämpfe doch die Werke des bösen Feindes, daß die Welt, die Wollust, Ehre, Gut und Geld mich nicht zur Sünde reize. 14. Gib, daß ich stets in Freud und Leid führ heilige Gedanken, und laß mich ja zu keiner Zeit von dir, mein Gott, nicht wanken. Ach laß mich stets demüthig ſein, getrost, feusch, ehrbar, züchtig, rein in meinem ganzen Leben. 15. O Vater, der du bist ein Schutz der Armen und Elenden, gib, was mir selig ist und nuß, den Lauf hier zu vollenden, daß ich dem Bösen widersteh und von Betrübniß, Angst und Weh einmal erlöset werde! 16. Hilf, daß ich dir in aller Noth beständig mög anhangen und dann nach einem sanften Tod die Ch renkron erlangen, wenn ich durch deines Geistes Gab im Glauben überwunden hab und ritterlich gerungen. 17. Nun, Vater, neige dich zu mir, sieh an mein sehnlich Beten! Laß mich nicht unerhört von dir und deinem Thron abtreten! Vom Vater- Unser und Gebet. Denn dein, Herr, ist je mehr und mehr das Reich, die Kraft, die Macht und Ehr. jetzt und hernach auch ewig. 18. Hierauf so spreche ich nun fort in Jesu Christi Namen auf sein untrüglich wahres Wort ein gläubig freudig Amen! Herr Christ, durch dein Verdienst allein laß, was ich bitte, Amen sein! Ja, ja, es wird geschehen. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm' verführte Volk bekehr. 501 nach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne beimit ſeinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. In eigner Melodie. 5. Gib uns heut unser 511, Vater unfer im täglich Brot und was man Himmelreich, der du uns Alle heißestgleich Brüder sein und dich rufen an, und willst das Beten von uns han: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. darf zur Leibesnoth. Behüt uns, Herr, vor Krieg und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gu= tem Friede stehn, der Sorg und Geizens müssig gehn. 6. All unfre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern, zu dienen mach uns All bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht! Wenn uns der böse Geist ansicht zur linken und zur rechten 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. Vom Vater- Unser und Gebet. 502 Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth, be scher uns auch ein selges End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das wir hiermit gebeten han. Auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. ( Martin Luther.) Mel. O, daß ich tausend Zungen. 512.57 on dir kommt jede gute Gabe! Nur du, mein Gott, kannst mich allein mit Allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dir, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schuß mich nicht be= deckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigtunsrerSeeleSchmerz und öffnet deinem Trost das Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, ehrt. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, Vom Vater- Unser und Gebet. Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß er dich betend würdig preist. ( Nach Benj. Schmolc.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. * 513. Gott, der du in Liebesbrunst ganz gegen uns entbrennest, und dich aus unerforschter Gunst selbst unsern Vater nenneft, der du im hohen Himmel bist, und Alles siehst, was niedrig ist, auch uns selbst hast gelehret; wie man recht kräftig beten soll: gib, daß der Mund dich Eifers voll von ganzem Herzen ehret. 2. Laß deines hohen Namens Ruhm, dem sich die Thronen beugen, und dem der Engel Fürstenthum pflegt Ehre zu erzeigen, vor dem 503 sich Luft und Erdreich bückt und die erschrecklich Höll erschrickt, bei uns dreiheilig heißen; gib reine Lehr, und hilf dazu, daß wir uns, großer Gott, wie du, der Heiligkeit befleißen. 3. Vergönn uns, Herr, dein Gnadenreich auch noch in diesem Leben, bis daß wir dermaleinst zugleich mit dir in Freuden schweben; dein werther Geist, der wohn uns bei, daß unser Herz nicht irdisch sei; er schenk uns seine Gaben, daß wir in dieser Wanderzeit den Vorschmack süßer Ewigkeit und HimmelsSehnung haben. 4. Herr, was du willst und dir gefällt, müß auch vollendet werden, gleichwie in deinem Himmelszelt, alſo bei uns auf Erden. Hilf, daß wir dir gehorsam sein in Lieb und Leid, in Lust und Pein; laß uns, wenn du betrübest, bedenken, daß du, Herr, uns schlägst, und es also zu machen pflegst mit denen, die du liebest. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was den Leib ernähret; wend ab die 504 Vom Vater- Unser und Gebet. schwere Kriegesnoth, die Leut 8. Und weil in diesem und Land verheeret, daß wir gesund mit guter Ruh das kurze Leben bringen zu, gesegn' all unsre Sachen; treib Theurung abund Pestgefahr; hilf, daß wir dir uns trauen gar, und dich nur lassen machen. bun ni 6. Daß unsre sfündig Adamsart durch schreckliches Verbrechen gar oftmals ist dein Widerpart, wollst du, o Herr, nicht rächen; gleich wie auch wir aus Herzensgrund denselben, die durch That und Mund uns Leid anthun, vergeben. Herr, gib uns einen sanften Geist, der auch denselben Guts erweist, die uns stehn nach dem Leben. Jammerthal nichts Gutes ist zu hoffen, weil Nichts als Elend, Müh und Qual allhier wird angetroffen: so steh uns in dem Unfall bei und mach uns von demselben frei, bis daß die Zeit wird kommen, daß wir zu deiner Herrlichkeit aus sterblicher Beschwerlichkeit ganz werden aufgenommen. 9. Denn dein, Herr, ist das Reich und Thron, wir sind dein Untersassen; es muß vor deiner Allmacht Kron all andre Macht verblassen: ob alle Welt gleich wird vergehn, bleibt deine Kraft doch ewig stehn. Lob, Preis ſei deinem Namen! Weil Jeſus selbst so bitten heißt, und uns die rechte Betkunst weist, sind wir erhöret. Amen. ( Joh. Franck.) 7. Verleih auch einen Heldenmuth, wenn wir jetzt sollen kämpfen mit Teufel, Welt und unserm Blut, hilf, daß sie uns nicht dämpfen. Mel. Christus, der uns. an Sei bu der rechte Mittels=* 514.Schlage, Jeſu, du mann, und nimm dich unser treulich an, lehr unsre Arme kriegen, daß wir behalten Oberhand, und wenn der Feind ist übermannt, mit großen Freuden siegen. an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich, wie Pe= trum, an, daß in mich schlage, Vom Vater- Unser und Gebet. daß ich mag gedenken dran, und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glocken- Schall aus dem Schlaf der Sünden; laß für meiner Schulden Zahl mich Erbarmung finden und nimm mich zu Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seelen Heil und Kraft, so sterb ich mit Frenden; in der Stunde letter Noth wollst du mein gedenken und ein selges End im Tod mir, o Jesu, schenken. 505 Zeit uns blenden, nicht bestehen. 3. Wenn unser blödes Auge wählt, dann wird sehr leicht das Ziel verfehlt, nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft nach unserm Wahn das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst, wir sollen voll Vertraun auf deiner Vorsicht Wege schaun und dir uns übergeben; denn du, du sorgst mit Vaterhuld für unser ganzes Leben. 5. Und wo ist wohl ein beßrer Freund? Wer kann den, der verlassen weint, mit Segen überschütten? Du, Gott, thuft überschwenglich mehr, als wir verstehn und bitten. ( Beit Ludwig Megander.) Mel. Ich weiß, mein Gott. udir, mein Gott, 6. Du trägst die Welt in 515.3 der du mich beiner Hand. Dein unerliebst, mir Leben, Heil und Segen gibst, erheb ich Herz und Hände. Was deine Weisheit will und thut, das nimmt ein gutes Ende. meßlicher Verstand weiß Alles wohl zu machen. Wie, sollte deine Vorsicht nicht für meine Wohlfahrt wachen? 2. Ich weiß nicht, was mir nüßlich ist; mein Herz, die Welt und Satans List drohn, mich zu hintergehen durch Güter, die nur kurze 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, wie könnte meine Sterblichkeitund Ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in Gefahr und Von der heiligen Taufe. 506 Noth mit deinen Flügeln decken. 8. Ach, leite mich durch deine Kraft auf meiner furzen Pilgerschaft, daß ich von dir nicht weiche, den Weg des Lebens freudig geh und einst das Ziel erreiche. 9. Ich will auf deine Gnade schaun und nicht auf Menschenhülfe baun, die uns so leicht betrüget. Gib nur, daß sich mein schwaches Herz an deiner Gnade gnüget. 10. Gabst du mir deinen Sohn zum Heil, so weiß ich, meines Erbes Theil wirst du gewiß mir schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glauben freudig denken. ( Joh. Fr. Mudre.) XXII. Von der heiligen Taufe. int 2. So hört und merket Alle wohl, was Gott selbst heißt die Taufe, und was In eigner Melobie. ein Christe gläuben soll, zu 516.Chrift, unser Herr, meiden Keßerhaufen. Gott zum Jordan kam, nach seines Vaters Willen, von Sanct Johann's die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu' rfüllen! Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. spricht und will, daß Wasser sei; doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns bewiesen klar mit Bildern und mit Worten, des Vaters Stimm man offenbar daſelbst am Jordan hörte. Er sprach: ,, Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch Von der heiligen Taufe. befohlen ha'n, daß ihr ihn höret Alle und folget seinem Lehren." 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist hernieder fährt in Tauben- Bild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person'n getaufet ha'n, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein' Jünger heißt 507 geboren, vermag ihm selbst Nichts helfen. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Gründen: Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm ein rothe Fluth, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst began= gen.( Martin Luther). Mel. Allein Gott in der Höhsei Ehr. der Herre Chrift: Geht* 517. Gott Bater, hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren: wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben." heilger Geist, du Gott von Sohn und großer Güte, sei jetzt und immerdar gepreist mit dankbarem Gemüthe, daß du aus unverdienter Gnad mich durch das heilge Wasserbad von Sünden abgewaschen. 2. Herr, ich bekenne, daß ich bin gezeugt aus Sündensaamen, ein Kind des Zorns, das immerhin entheiligt deinen Namen; ich weiß, daß von Natur ich leb ohn deine Furcht, und widerstreb, Gott, deinem Wort und Willen. 3. Du aber hast, o Vater, mich, da ich war ganz 508 Von der heiligen Taufe. verloren, zu dir gezogen gnä- und allezeit in meiner Noth diglich und wieder neu gebo- gedenken, daß ich dadurch ren durchs Wasserbad der ein Herze faß, und immer heilgen Tauf, daß ich in mich darauf verlaß, daß du meinem Lebenslauf mich mir Hülf versprochen. deiner Lieb kann trösten. 8. Ich hab auch bei dem Wasserbad mich dir zu Dienst verbunden; drum gib, daß keine Sündenthat in mir werd herrschend funden. Gib, daß für deine Güt und Treu ich den Gehorsam stets erneu, den ich da angelobet. 9. Und so ich was aus Schwachheit thu, das wollst du mir verzeihen, und mir es ja nicht rechnen zu; die Gnade auch verleihen, daß ich in dir beständig bleib, bis du die Seele von dem Leib zu dir hinauf wirst nehmen. ( Justus Gesenius.) 4. Herr Jesu Christ, dein theures Blut wäscht mich von meinen Sünden; kraft dessen macht die Wasserfluth denselben Fluch verschwinden, den ich hab von Natur verschuldt, und setzet mich ins Vaters Huld, die Adam hat verscherzet. 5. O heilger Geist, ich danke dir für diese edle Gabe, daß ich nun innerlich in mir dein kräftig Zeugniß habe, dadurch ich meinen Schöpfer kann getrost und freudig rufen an im: Abba, lieber Vater! 6. Weil in der Tauf auch angezogen, so hilf, daß durch 518.* aufbeinen NaJesus Christ von mir ist Mel. O, daß ich tausend Zungen. getauft des Satans List ich nimmer werd betrogen; denn die nun Gottes Tempel seind, die bleiben vor dem bösen Feind in deiner Gnade sicher. men Gott, Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 7. Herr, an diese Würdigkeit, die du mir wollen schenken, laß mich jeßund Von der heiligen Taufe. 509 2. Du hast zu deinem der Finsternissen, ich bleibe Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsat nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. ( Joh. Jak. Rambach.) 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Tren und Gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt.da Hingegen sag ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Mein treuer Gott, auf* 519. Liebster Jesu, dieser sind hier, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe; denn das Himmelreich ist ihre. deiner Seite bleibt Bundwohl feste stehn. Wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan.m 15. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von 510 Von der heiligen Taufe. unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür, und er= zeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut, von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Flut deinen Purpur= mantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seite, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finsterniß, seß es aus dem Zorn zur Gnade; heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade; laß hier einen Jordan rinnen, sovergeht der Aussaß drinnen. 6. Hirte, nimm das Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk ihm den Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. ( Benj. Schmolek.) Mel. Christ, unser Herr, zum. 520,* Gott, da ich gar keinen Rathfür meine Seelkonnt finden, hast du mich durch das Wasserbad gewaschen rein von Sünden, dabei du klärlich hast erweist und durch ein sichtbar Zeichen, o Vater, Sohn und heilger Geist, es sei Nichts zu vergleichen mit deiner Gnad und Liebe. 2. Denn willig und von Herzensgrund, so bald ich zu dir kommen, hast du mich auf in deinen Bund, zum Kind auch angenommen. Du hattest Ursach, mich vielmehr zu strafen oder hassen, und hast, o großer Gott, so sehr herunter dich gelassen, den Bund mit mir gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun als ein Kind versichert deiner Gnaden. Was sich für Schwachheit an mir findt, das läßt du mir nicht schaben. Den Geist der Kind= schaft gibst du mir, und wenn ich vor dich trete, mein Herz ausschütte, Gott, vor dir, Von der heiligen Taufe. nach deinem Willen bete, werd ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab ich mich verpflicht't, ich woll ein gut Gewissen fort bei des Glaubens Zuversicht zu halten sein beslissen; dich Vater, Sohn und Geist allzeit für meinen Gott erkennen, und sammt der werthen Christenheit mit Ehrerbietung nennen den eingen Herrn und Vater. 5. Ich hab dem bösen Feind entsagt, auch allen ſeinen Werken. Und dieser Bund, der ihn verjagt, kann gegen ihn mich stärken. Ich bin, o Gott, dein Tempel nu und wieder neu geboren, auf daß ich rechte Werke thu, dazu ich bin erkoren und die du selbst befohlen. 511 6. Der alte Mensch mußsterben ab, der neue aber le= ben. Den bösen Lüften, die ich hab, muß ich stets widerstreben; ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen; mit Fleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn mög erfüllen durch deine Kraft und Stärke. 7. Gott Vater, Sohn und Geist verleih, daß ich fest an dich gläube, mich meifreu, darin beständig bleibe; tröst und als dein Kind Teufels Werke haß, die bösen Lüfte dämpfe, das Gut zu thun nie werde laß, bis an das End hier kämpfe, und dort dein Reich ererbe. ( J. Bornschürer.) XXIII. Von dem heiligen Abendmahl. Mel. Ich dank dir schon. * 521.Als Jesus Chri- erstatten: stus in der Nacht, darin er ward verrathen, auf unser Heil ganz war bedacht, dasselb uns zu 2. Da nahm er in die Hand das Brot und brachs mit seinen Fingern, sah auf 512 Von dem heiligen Abendmahl. gen Himmel, dankte Gott kommt und wecket mich, er und sprach zu seinen Jün- ruft mir mit Verlangen. gern: Mit seinem Leib und theuren Blut, das gnugfür meine Sünde thut, will er mich heut hier erquicken. 3. Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, der für euch wird gegeben, und denket, daß ich euer bleib im Tod und auch im Leben." 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch und sprach zu Allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr Gott recht gefallen. 5. Hier geb ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, das ich für euch und euch zu gut ißt werd am Kreuz vergießen. 6. Das macht euch aller Sünden frei, daß sie euch nicht mehr kränken. So oft ihrs thut, sollt ihr dabei an meinen Tod gedenken." 7. O Jesu dir ſei ewig Dank für deine Treu und Gaben, ach laß durch diese Speis und Trank auch mich das Leben haben. ( Joh. Heermann.) Mel. Herr Jesu Christ, du. 522, 2[ uf, auf, mein Geist, ermuntre dich, die Nacht ist nun vergangen; mein Jesus 2. Steh auf und iß! Das Lebensbrot wird dir heut aufgetragen. Der selge Trank, der rosinroth und heilet alle Plagen, den beut dir Jesus selber dar. Trink fröhlich, so kann die Gefahr der Hölle dir nicht schaden. 3. Doch wirf zuvor das Sündenkleid von dir, das sehrbeflecket; nimm den Rock der Gerechtigkeit, der deine Schande decket; den heilgen Geist ruf eifrig an, der deine Seele heilen kann, daß er dich wohl bereite. 4. So wird alsdann das Gotteslamm auch gerne bei dirwohnen, und als ein treuer Bräutigam dich, seine Braut, belohnen. Du sollst, mein Herz, sein Himmel sein, da will er prächtig ziehen ein und ewig in dir bleiben. 5. Nun, Herr, der du mein Herze weißt, zu dir komm ich geschritten, du wollest nebst dem heilgen Geist den Von dem heiligen Abendmahl. Bater für mich biften, daß ja mein Glaub aufhöre nicht, und ich dies Mahl nicht zum Gericht unwürdig brauchen möge. 6. Ihr Engel, kommt und führet mich zu diesem Tisch der Gnaden, trotz! daß Sünd, Tod und Hölle sich jetzt regen, mir zu schaden. Mein Jesus kommt: Zurücke prallt; . er eilt zu mir, zu Boden fallt, ihr Teufel! Hier ist Jesus! ( Joh. Fr. Mayer.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 523.* Quf meinHerze, rüste dich, Jesus läßt zur Tafel laden, seine Stimme ruft auch mich, voller Liebe, voller Gnaden: Komm, mein Schäflein, hier ist Kost, komm mein Freund, trink Freudenmost. 2. Sei willkommen, Himmelsbrot! Sei willkommen, Trank voll Leben! Arznei wider Noth und Tod, die mir Jesu Hand gegeben! Theurer Leib, ach theures Blut, meiner Seelen höchstes Gut! 513 3. Küßt, ihr Lippen, meinen Freund, er ist voller Süßigkeiten; Augen, weint vor Freuden, weint über solche Liebesbeuten. Jeſu Liebe, roth und weiß, Leib und Blut, mein Ehrenpreis! 4. Ach, so senke dich in mich, ich will mich in dich versenken. Niemand trennt uns sicherlich, weil wir uns einander schenken. Leib und Blut ist hier dein Pfand, meines Herze, Mund und Hand. 13 5. Du bist mun mein Fleisch und Blut, ich ein Glied andeinem Leibe. Troß sag ich der Höllengluth, daß sie mich zum Zweifel treibe. Brief und Siegel hab ich hier, Jesus wohnet selbst in mir. 6. Seele, geh mit Freuden heim, denn mein Mund ist voller Lachen, und mein Herz voll Honigseim über solche Wundersachen. Schau, daß Christi Leib und Blut auch bei dir die Wirkung thut. 7. Denk an deines Jesu Pein und an seine Todesschmerzen. Wandle vor dem Reinen rein, gib ihm Ruhm 33 Von dem heiligen Abendmahl. 514 mit Mund und Herzen. So wirst du im Glauben schön einst zur Himmelstafel gehn. diju( Benj. Schmold.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht ver= schmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die 524. Du, Herr, haft nach Errettung schmachten. aus du deinem herzigkeit zum Denkmal dei- Worte treu und wirst ein ner Gnaden das ganze Volk gläubig Herz voll Reu, auch der Christenheit wohlthätig meines, nicht verachten.. eingeladen. Durufft: ,, Mühselge, kommt zu mir!" Du Welt- Versöhner, ja zu dir komm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland, nicht vom Erbtheil deiner Kinder. 4. Mein Gott, regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Rathe wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld in Lieb, im Glauben, in Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. ( Benj. Fr. Köhler.) 2. Zwar meiner Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach, im Zorne nicht, im Zorne geh nicht ins GeMel. Es ist gewißlich an der. richt mit mir, Gott, reich 525. DuLebensbrot, was an ich nicht recht gethan! Erbarmer! Sieh mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. Herr Christ! Mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demüthiglich, du wollest recht bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 3. Es seufzt um Trost und ängstigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Von dem heiligen Abendmahl. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 515 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blind, du fannst mir Gnad ertheilen! Ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden. 3. Du zuckersüßes Him- 7. Du Lebensbrot, Herr melsbrot, du wollest mir verleihen, daß ich in meiner Seelennoth zu dir mög kindlich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sißen! Jesu Christ, komm ſelbst dich mir zu schenken! D Blut, das du vergossen bist, komm eiligst mich zu tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, Herr dies trau ich dir auch mich dort auferwecken. bin( Joh. Rist.) 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen. Laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen - Mel. Freu dich sehr, o meine zc. ſei ja mit Schmerzen. Für* 526. Gott sei Lob, mich geschlachtet Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich rechtgenießen. 75 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht werth, als der ich jetzt erscheine, mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine: in solcher Trübsal tröste mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. der Tagist kommen, da ich Jesu werd vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Gott Lob, Gott Lob, daß bereit mir des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich leg bei frühem Morgen als dein Ephraim und Kind mich in deine 33* Von dem heiligen Abendmahl. Vatersorgen gleich mit Leib Erden, Christi liebe Braut und Seel geschwind. Abba, zu werden. Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine ( Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt.) und mit Jefu mich vereine.* 527. HChrift, du Mel. Aus tiefer Noth. tid err Jeſu 3. Christe, duLamm Gottes, höre: weil du trägest meine Sünd, als mein Schaß und Wirth herkehre, deine Braut und Schaf mich find; deiner Güte ich vertrau, führe mich auf grüner Au, und speis mich, mir stets zu Gute, heut mit deinem Leib und Blute. 516 höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden: wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bisans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft zu'n Auserwählten fortgeschafft und ewigselig werden. 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleib anheut und stets bei mir, mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier, mir zum Nuße, Gott zum Preis, ich genieß die Himmels- Speis, daß ich darnach christlich lebe, sanfte meinen Geist aufgebe. 5. Nun, ich lieg dir, Gott, zu Füßen, Gottes Liebe schmücke mich. Meines Jesu Blutvergießen mache würdig mich durch sich. Hilf mir drauf, du Vaterherz, hilf mir, JefuLob und Schmerz, 528. Hal bächtniß Mel. Herr, wie du willst, fo. im GeTod hilf mir, Tröster, heut auf Von dem heiligen Abendmahl. Jefum Chrift, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut: dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich bat gelitten, ja garam Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth: dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis 529. Hr, bu haft Mel. Zion klagt mit Angst und zc. err, du Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Toderstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht: dank ihm für diese Liebe. für alleSünder einen reichen Tisch ge= deckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast. Aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, Leib und Seele rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Höhle werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich, und laß 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit: dank ihm für diese Liebe. 517 wiederkommen, und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. denke, daß du da bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög, und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. ( Cyriacus Günther.) 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird 518 Von dem heiligen Abendmahl. deinen Tisch auf Erden mir da verloren, wo nicht Jesus zum halben Himmel werden. Hülfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 3. Kann der Herr dem Diener schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach so hilf mirs recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter je= ner Welt. Oder, wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir Niemanden lasse rauben. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, theile mir 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod! Laß mich auch Niemanden hassen, der mit mir an deinem Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein, und die Fülle deiner Gaben meinen Gott und Alles haben. ( Casp. Neumann.) Mel. Es gewißlich an der Zeit. err Jesu dich selber mit, und laß heut 530. HChrist, bu du in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft. Und weil Alles 4. Nimm jetzt die Vernunftgefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth, und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. hast bereit't für unsre matten Seelen dein'n Leib und Blut zu ein'r Mahlzeit, thust uns zu Gästen wählen. Wir Von dem heiligen Abendmahl.. tragen unsre Sündenlast: so trau ich doch dein'n Wordrum kommen wir zu dir zu Gast und suchen Rath und Hülfe. ten. Wie das sein kann, befehl ich dir, an deinem Wort genüget mir, dem stehet mir zu glauben. 6. Ich glaub, o lieber Herr, ich glaub, hilf meinem schwachen Glauben; ich bin doch Nichts denn Asch und Stauh, dein's Worts mich nicht beraube. Dein Wort, dein' Tauf und dein Nachtmahl tröst mich in diesem Jammerthal, da liegt mein Schatz begraben. 7. Ach Herr, hilf, daß wir würdiglich gehen zu deinem Tische, beweinen unsre Sünd herzlich und uns wieder erfrische mit dein'm Verdienst und Wohlthat groß, darauf wir traun ohn Unter= laß und unser Leben bessern. 4. Du sprichst:„ Nehmt hin, das ist mein Leib, den follt ihr mündlich essen, trinkt All mein Blut, bei euch ich 8. Für solch dein tröstlich bleib, mein sollt ihr nicht vergessen." Du hasts geredt, drum ist es wahr; du bist allmächtig, drum ist gar kein Ding bei dir unmöglich. 5. Und ob mein Herz hier nicht versteht, wie dein Leib an viel Orten zugleich sein kann und wie's zugeht, 2. Ob du schon aufgefahren bist von dieser Erden sichtlich, und bleibst nunmehr zu dieser Frist für uns allhier unsichtlich, bis dein Gericht dort wird angehn und wir vor dir All werden stehn und dich fröhlich anschauen: 313 3. So bist du doch nach deinem Wort bei uns und deiner G'meine, und nicht gefang'n an einem Ort, mit deinem Fleisch und Beine. Dein Wort steht wie ein' Mauer fest, welchs sich Niemand verkehren läßt, er sei so flug er wolle. Abendmahl, Herr Christ, sei hochgelobet. Erhalt uns das, weil überall die Welt darwider tøbet. Hilf, daß dein Leib und Blut allein mein Trost und Labsal möge sein am letzten Stündlein. Amen. rundt at ud thing and sise 520 Von dem heiligen Abendmahl. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 531. H ier bin ich, Jesu, zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt, ſo freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz ge= bracht! O gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 14. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs Neue, o du mein Herr und Gott, an dich! Gelobe dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich. Drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. d 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuthüben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Schuldenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Gs stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. st Von dem heiligen Abendmahl. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen, mein Heiland, laß es doch geschehn! Daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet ſei! ( Dav. Bruhn.) 521 war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich:„ Sei ge= trost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod und Mel. An Wasserflüssen Babylon. komme, 532. Herr, und du wirſt dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge= lingen." 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht!" Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt. Gott Von dem heiligen Abendmahl. 522 Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt erweisen. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Reu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein von dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du aus Gottes Vater= huld auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 533.h preise bich, o haft erworben. Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewis sensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser groBen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O. stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deiner Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! Daß ich aus echter Gegentren dir bis zum Tod ergeben sei und dir zu Ehren lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, dir mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet.dlla 8. Zumewgen Leben hast du dich für mich dahingege= Von dem heiligen Abendmahl. ben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zustreben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. ( Joh. Sam. Diterich.) 4. Nun, so sei der Bund erneuet! Ganz sei dir mein Herz geweihet! Immer will ich mich bestreben, nur nach Mel. Schmücke dich, o liebe. 534, esu, Freund deinem Wort zu leben. Was Iver der Menschenkinder, der du dich für alle Sünder von des Himmels hohen Freuden zu den schwersten Todesleiden willig hast herabgelassen; wer kann deine Liebe fassen? Ganz bewegt von solcher Güte, preist dich heute mein Gemüthe. du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben. Was du hasfest, will ich hassen, deinen Geist mich leiten laſsen. 5. Aber siehe meine Schwäche, Jesu, was ich hier verspreche, ach wie oft hab ichs versprochen, ach wie oft auch schon gebrochen! Darum stärk in mir die Triebe dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sei und Glauben halte. 2. Herr, auch mir hast du bereitet, was zum wahren Glück mich leitet: Licht, den Weg des Heils zu finden; Tröstung in der Angst der Sünden; Kraft, der Heilgung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen, und die Hoffnung selger Zeiten in der Ruh der Ewigkeiten. 523 sten, mich zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Seligkeiten tüchtig machen, vollbereiten. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erworben, leiten. du willst mich bessern, Du, trö6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch die größte Macht der Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frieden mag genießen, und dereinst auch nach dem Grabe Theil an deinen Freuden habe. sid and me Von dem heiligen Abendmahl. 524 1907. Dann will ich dich hoch erheben, wenn du mich im höhern Leben zu den Freuden deiner Frommen, wie du zugesagt, läßt kommen. Da, da wird mir Nichts mehr wehren, dich aufs Innigste zu ut ehren; ba, da werd ich frei 536. Tevens, laß Mel. Gottes Sohn ist kommen. Brot des von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. ( Nach Joh. Jak. Nambach.) mich nicht vergebens nach dir Hunger tragen, höre meine Klagen, wie die Seufzer ächzen und nach Troste lechzen. 2. In der Jammerhöhle weiß die arme Seele, wenn sie kraftlos lieget und mit Feinden frieget, sich mit Nichts zu laben, wünschet dich zu haben. Das deutsche Sanctus. 535. J esaia, dem Propheten, das geschah, daß er im Geist den Herren sigen sah, auf einem hohen Thron in hellem Glanz, seines Kleides Saum den Chor füllet' ganz; es stunden zween Seraphim bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen Jeden ha'n, mit zween verbargen sie ihr Antlig klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar, und mit den andern zween sie flogen frei, geg'n' nander ruften sie mit großem Schrei:„ Heilig ist Gott, der Herr Zebaoth!" Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat!" Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war.( Martin Luther.) 3. Du bist meine Speiſe auf der Pilgrimsreise, eine Kraft der Schwachen, fannst mich fröhlich machen, Durst und Hunger stillen, mich mit Trost erfüllen. 4. O du Seelenweide, Brunnen aller Freude, Manna frommer Herzen, Labsal meiner Schmerzen, stille mein Verlangen, laß mich dich empfangen. 5. Ich will dich genießen, in mein Herze schließen, dich Von dem heiligen Abendmahl. auch einverleiben, du sollst in mir bleiben, so werd ich im Sterben, himmlisch Le= ben erben. 16. Nun ich hab empfangen Jesum, mein Verlangen, er ist eingekehret, hat mir Heil gewähret, er hat mich gelabet und mit Trost begabet. 7. Ich bin höchst vergnüget, denn mein Jesus lieget mir in meinem Herzen. Alle Sündenschmerzen haben sich verloren, ich bin neu geboren. 8. Jesus ist mein Leben und ich ihm ergeben, er wird mich regieren und in Himmel führen, mich mit Wonne ſpeisen, da will ich ihn preifen. ( Zachar. Herrmann.) In eigner Melodie. 537.J esus Christus, JunserHeiland, der von uns den GottesZorn wandt, durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllenpein. 525 Brot so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein' Sachen; wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht, 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich wohl thut speisen, und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß's ein Speiſe sei den Kranken, denen ihr Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit, sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen: kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hätt'st du dir was konnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht 526 gilt, so du selber dir helfen willt." Von dem heiligen Abendmahl. 9. Glaubst du das von Herzengrunde und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinenNächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. ( Nach Joh. Huß von M. Luther.) 4. Nur den Sündern, nicht den Frommen, rufest du, zu dir zu kommen. Du bist ihrer stets gewärtig, Gnade zu ertheilen fertig; und in jedem Augenblicke blüht der armen Sünder Glücke, wenn sie sich vor dir recht beugen, ihren Glauben thätig zeigen. 5. Aber unter allen Zeiten, Stunden und Gelegenheiten, dir die Herzen auszuschütten, deine Gnade zu erbitten, und mit solcher alles Gute, kann uns keine Heils- Minute besser schicklich, uns zu ſegnen, als die heutige, begegnen. 2. Bei dir ist ja lauter Gnade, davon triefen deine Pfade; Niemand, der zu dir sich wandte, seine Missethat bekannte, ist von dir hinweg- 6. Da wir deines Tod's gegangen, ohne Gnade zu erlangen. Darum kommen, gedenken, sollt'st du uns nicht Alles schenken? da wir deinen Mel. Schmücke dich, o liebe. $ 538.J eſu, komm in unsre Mitten, hör der armen Sünder Bitten, höre das Gebet und Schreien um Vergeben und Verzeihen! Schau hinein in unsre Herzen, in die Wunden, in die Schmerzen, so die Sünden uns geschla= gen, die wir immer an uns tragen. * darum laufen dir die Sünder zu mit Haufen. 3. Gnade von dir anzunehmen, darf sich auch kein Heilger schämen; selbst die Himmel sind nicht reine vor dir, denn du bist's alleine. Darum wirst du stets von Allen, so viel Heilge hier noch wallen und nicht stehn auf Hoffahrts- Stufen, um Vergebung angerufen. Von dem heiligen Abendmahl. Leib jetzt effen, sollt'st du et was Guts vergessen? da wir jetzt dein Blut genießen, laß du Segen auf uns fließen. Amen! Gott ist uns versühnet; Jesus Christus hat's verdienet! ( Chr. K. Ludw. v. Pfeil.) Mel. Herr Jesu Christ, wahr. 539.* Jeſu, du mir bequem. D mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin frank, unrein, nackt und bloß, blind und arm. Ach, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht: du bist der Brunn der Hei ligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 527 Glaubenskerz; mein Armuth in Reichthum verkehr, und meinem Fleische steur und wehr. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne 6. Auf daß ich dich, du wahres Brot der Engel, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie dir das rühmlich, 7. Lösch alle Lafter aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gib, was nüß ist zu Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 115 9. Hilf, daß durch deiner Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld; 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner 10. Vertrieben alle meine Schwachheit heile mich; was unrein ist, das macherein durch deinen hellen Gnadenschein. Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsaß, den ich führ, durch deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, 528 Von dem heiligen Abendmahl. Sinn und Pflichtnach deinem kein Geld zu sparen; aber heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu. 12. Bis daß du mich, o Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. du willst für die Gaben deis ner Huld kein Geld nichthaben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna kann bezahlen. ( Joh. Heermann.) In eigner Melodie. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie 540. Schmücke bich, pfleg ich oft mit Thränen o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden. Der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, das mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 5. Beides, Lachen und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deineHerzenskammer. Deffn' ihm bald des Geistes- Pforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, laß mich deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufungthenrer Waaren pflegt man sonst 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wirdverzehret, ob es gleich viel Tauſend nähret, und daß mit dem aldar Von dem heiligen Abendmahl.€ 529 Saft der Reben uns wird hast dein Leben in den Tod Christi Blut gegeben. O der für uns gegeben, und dazu großen Heimlichkeiten, die ganz unverdroffen, Herr, dein nur Gottes Geist kann deuten. Blut für uns vergoffen, das uns jetzt kann kräftig trän= ken, deiner Liebe zu gedenken. 7. Jesu meine Lebenssonne! Jesu, meine Freud und Wonne! Jeſu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen die ser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir Preise. zum 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel abgetrieben, daß du willig 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden ſei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden.( 3. Franck.) thi XXIV. Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 1134 Mel. O Gott, du frommer. mer Gott, ich muß dich höchlich preisen, weil du mir diesen Tag viel Wohlthat thust beweisen, und nimmst mich Armen auf. Ich kam voll Schand und Sünd; nun bin ich, dir sei Dank, dein auserwähltes Kind. 3. D Gott, du reicher Gott, wie voll bist du der Gnaden, an deinen Gnaden34 541.* ch Gott, du liebster Gott, wie groß ist deine Treue! Ach sie ist allezeit und alle Morgen neue! Gar keines Menschen Witz, noch Herz, noch Sinn, noch Muth, kann sattsam sprechen aus, was deine Güte thut. 2. Mein Gott, mein from= 0 530 Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. tisch hast du mich eingeladen, du ſpeist und tränkest mich mit Christi Leib und Blut; das labet meine Seel, macht meinem Herzen Muth. 4. Jesu, du Schönster du, mit dir bin ich verlobet, du bist mein Eigenthum, ob Welt und Teufel tobet. Ich achte ihrer nicht, ich bin durch dich erlöst, weil du mir deinen Leib und Blut hast eingeflößt. 5. Jesu, du Liebster du, bleib doch in meinem Herzen; du bist mein schönstes Lieb, vertreibestSündundSchmerzen, die mich zum öftern nagt; ach bleib, bleib doch an mir, ich hang als eine Klett, mein Jesu, stets an dir. 6. Und du, Gott heilger Geist, du Tröster aller Frommen, du bist nun abermal aus Gnaden zu mir kommen! Ach heilige mein Herz, vertreib den bösen Geist! Du bists, der mir den Weg hinauf gen Himmel weist. 7. Wohlan, weil ich nun bin mit Jesu fest verbunden, und Gott der Vater hat sich bei mir eingefunden sammt dem heiligen Geist: so bin ich wohl daran, weil Welt und Teufel mich von Gott nicht reißen kann. 8. Dir, Gott, sei ewig Dank für solche große Güte! Ach liebstes Vaterherz, auch künftig mich behüte vor allem Herzeleid! Ach schone, Vater, schon' und denke, was für mich gelitten hat dein Sohn.bitgic 9. Ach Vater, höre doch dies mein so heißes Flehen, ach laß genädiglich dies Alles mir geschehen, so will ich auch dein Lob erheben allezeit, sowohl in dieser Welt als dort in Ewigkeit. In eigner Melodie. 542. Gott sei geloz bet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gib uns, Herr Gott, zu Gute! Kyrieleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut, hilfuns, Herr, aus aller Noth! Kyrieleiſon. 2. Der heilge Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 531 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel und willst da Wohnung machen. Drum uns ein solches Herz verleih, o Gott, das frei und ledig sei von allen eitlen Sachen. Bleibe! Treibe unsre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alle Weltlust zu verachten! 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein werthes Nachtmahl zum Gericht! Ein Jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen unsre Noth, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 14. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allzeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Mel. Wie schön leuchtet der 2c. err dir 543. H fei Breis und Jammerthal eingehen in den Dank für diese Seelenspeis und Trank, womit du uns begabet, im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben. Solches wollest du uns geben. Himmelsfaal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Gäste auf das Beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben.no daß wir dadurch leben! Nicht größre Güte fonnt er uns geschenken, dabei wir sein sollen gedenken. Kyrieleison. Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt' unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. 3. Gott, geb uns Allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen, in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison. an( Martin Luther.) 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christi, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil 34* 532 Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Meine Seel ist ganz entzückt, weil ich, Jesu, dich gesehen, Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. wir leben hier, laß uns betrachten für und für und alles Böse meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden; hilf uns fröhlich überwinden. slihl ( Bernh. v. Derschau. V.1,3u.4.) Mel. Jesus meine Zuversicht. einen Je5. Mose donnre nur nicht mehr, für mich ist's Geseß erfüllet. Jesus, Gott des Vaters Ehr, hat den großen Zorn gestillet, und das Werk mit Blut geschlicht't. Mei544.* Mum laß nen Jeſum laß ich nicht. 6. Dich, Lamm Gottes, laß ich nicht, meine Sünden trägt dein Rücken. Was dein treues Herz dir bricht, das, das sollt mich Armen drücken. Wenn mich meine Sünd ansicht, laß ich dich, Lamm Gottes, nicht. ich nicht, meine Seel ist nun genesen. Selig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen. Drum ruft jeßt mein Herz und spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. m2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja, sich mir zu eigen gibet und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und theures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht Alles gut, daß ich hinfort nicht verstoßen bin von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich Nichts mehr drückt! Ach wie wohl ist mir geschehen! 7. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist nun mein Bruder worden, trotz daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Orden. Nein, mein Jesus ist mein Licht, dich, mein Bruder, laß ich nicht. 8. Mein Gewissen, stille dich, deine Handschrift ist zerrissen. Jesus, der so jämmerlich ist gemartert und zerschmissen, der vertritt mich vor Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. erla@ sil Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 533 meinen Geist! Mein's Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 9. Kommt, ihr Teufel, sprecht mir Hohn, fragt: ob ich sei Gottes Erbe? Freilich, Jesus, Gottes Sohn, bleibt mein Erbtheil, wenn ich sterbe; troß, wermir dies Gut abspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 14. Und deß bin ich auch gewiß, weil mein Jesus mir verheißen, aus des Todes Finsterniß mich mit starker Hand zu reißen. Drum auch meine Seele spricht: Amen! Jesum laß ich nicht. 10. Tod, dein Stachel ist entzwei, Christus ist zum Gift dir worden, von dir bin ich ewig frei, weil du mich ( Joh. Friedr. Mayer.) Mel. Wach auf, mein Herz, und zc. nicht kannst ermorden. Troß,* 545.Jefu, meine dein Stachel sticht, weil ich Jesum lasse nicht. Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 11. Hölle, schweig, denn deine Glut ist nun völlig ausgelöschet. Jesus ist es, dessen Blut mich ganz rein von Sünden wäschet, und mich frei vom Feuer spricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Wie kann ich gnugſam schätzen dies himmelsüß Ergößen und diese theuren Gaben, welch uns gestärket haben! 12. Jesus ist und bleibet mein, er hat sich mit mir verlobet, wie ein Bräutgam, ich bin sein. Ob der Feind gleich gräulich tobet, weiß ich, daß mir nichts geschicht, weil ich Jesum lasse nicht. 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränfet, ja, selbst dich mir ge= schenket. 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der'n du so viel empfunden. 13. Laß mich auch, mein Jeſu, nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende, wenn mir 5. Dir dank ich für dein Sinn und Herze bricht, Je= su, nimm in deine Hände Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. dein Sehnen und heiß ver- beten und von der Welt abgoßne Thränen. treten. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. ch7. Jeßt schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte; dies theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 334 9. Duwollest ja die Sünde, welch ich annoch empfinde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezähletvonSünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben, was kannst du Werthers geben. 8. Herr, laß mich's nicht Mel. Nun lob mein Seel den. vergeſſen, daß du mir zuge- 546.* Wiewohl haft messen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dicho preise. du gelabet, liebster Jesu, deinen Gast! Ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. Owundersame Speise! 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 13. Im Handeln, Wandeln, Essen, laß nimmer mich vergessen, wie trefflich ich beglücket und himmlisch bin erquicket. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht 14. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich ſe= lig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. ( Joh. Rist.) süßer Lebenstrank! O Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Muth; mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daſelbst hab ich berühret dein edle Güter allzumal; du hast mir nicht vergebens geschenket mildiglich das werthe Brot des Lebens, das sehr ergößet mich; du Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 535 herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht! Ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der Ewigkeit. hast mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet ſein. 3. Bei dir hab ich gegeffen die Speise der Unsterblichkeit, du hast mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du haft erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst! Du hast mich lassen schmecken das köstlich Engelbrot, hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich lässest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbstgetränket mit deinem theuren Blut und dich zu mir gelenfet, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nichtsterben, weil mich geſpeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rath. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich hast so tief gelassen vom Himmelsfaal 6. Du bist, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet. Herr, ich bin arm und du bist reich, du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir. Ich, boshaft von Gemüthe, kann fehlen für und für. Doch kommest du hernieder zu mir, dem Sündenmann. Was geb ich dir doch wieder, das dir ges fallen kann? 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist: das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin dies Opfer meiner Zungen; denn billig wird jetzund dein theurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 536 am Tisch- Lieder vor dem Essen.de 8. Hilf ja, daß dies Genießen des edlen Schaßes schaff in mir ein unaufhörlichs Büßen, daß ich mich wende stets zu dir. Laß mich hinfüro spüren kein andre Lieblichkeit, als welche pflegt zu rühren von dir in dieser Zeit. Laß mich ja Nichts begehren, als deine Lieb und Gunst; denn Niemand kann entbehren hier deiner Liebe Brunst. 9. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engeltrank. Nun will ich rüstig stehen zu singen dir Lob, Ehr und Dant. Fahr hin, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand! Ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland, in dem ich werde leben ohn Unglück und Verdruß; denn, Gott, du wirst mir geben der Wonne Ueberfluß. ( Joh. Riſt.) XXV. Tisch- Lieder vor dem Essen. ( D- Usp Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. err Gott Va547- ter im Himmelreich, wir, deine Kinder, Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 2. Thu auf deinreichemilde Hand, behütuns All vorSünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit. 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besigen ewiglich, in unsers Herrn Chrifti Namen, wer das begehrt, der spreche Amen. allzugleich bitten dich jetzt* 548.peis uns, o aus Herzensgrund, speise uns All in dieser Stund. Gott, deine Kinder; tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jezo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben: bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen.( Joh. Heermann.) 537 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. wei Ding, o den Herren mein und saget: Was ich nach Gott? Ich 549. 3 herr, bitt ich bin versorgt in aller Noth. von dir, die wollest du nicht weigern mir, weil ich in die sem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. 5. Oder, wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Schen, wie Man= cher thut. Tisch- Lieder vor dem Essen. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei und Lügen ferne von mir ſei; Armuth und Reichthum gib mir nicht; doch dieses ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, daß kein groß Noth und Mangel sei und auch kein Ueberfluß dabei. 4. Sonst, wenn ich würd zu satte sein, verläugnet ich 6. Des Herren Segen machet reich, ohn all Sorg, wenn du zugleich in dein'm Stand treu und fleißig bist, und thust, was dir befohlen ist. 7. Und wenn vorhanden ist mein End, nimm meine Seel in deine Händ, gib ihr und allen Christen gleich das ewig' Leb'n in deinem Reich. ( Paul Eber V. 1-6.) XXVI. Nach dem Effen. In eigner Melodie. 3. Singet ihm aus Her550, Dantet bem zensgrund mit Innigkeit: Herrn, denn er ist sehr freundlich und seine Güt und Wahrheit bleibet ewiglich. Lob und Dank sei dir, Vater, in Ewigkeit. 4. Der du uns, als ein reicher milder Vater, speisest und kleidest, dein elende Kinder. 2. Der als ein barmherziger, gütiger Gott uns dürftige Kreaturen gespeiſet hat. 5. Verleih, daß wir dich Tisch- Lieder nach dem Essen. 538 recht lernen erkennen und nach dir, ewigem Schöpfer, uns sehnen. 6. Durch Jesum Christum, dein'n allerliebsten Sohn, welcher unser Mittler ist vor deinem Thron. 7. Der helfuns allesammt allhier zugleiche und mach uns Erben in sein's Vaters Reiche. 8. Zu Lob und Ehren seinem heilgen Namen! Wer das begehret, der sprech von Herzen: Amen! 91 ( Böhm. Brüder 1-6.) Mel. Herr Jesu Christ, dich. 551. Danfet bem Herrn heut und allzeit, groß ist sein Güt und Mildigkeit! Alles Fleisch er speist und erhält; denn sein Geschöpf ihm wohlgefällt. 2. Wenn über uns sein Antlig leucht't, der Reg'n und Thau die Erd befeucht, alsdann wächst alles Laub und Gras, sein Werk treibt er ohn Unterlaß. 3. Wenn er aufthut ſein milde Hand, so wächst die Füll in allem Land, daß sich deß freuet Jedermann, kein Mensch noch Vieh darf Mangel han. 4. Er hat kein Lust am starken Held, kein Pracht und Macht ihm wohlgefällt; ihm liebt, daß man ihn fürcht't und traut. Wer aufihn hofft, hat wohl gebaut. 5. Billig wird er von uns gepreist, daß er uns so reichlich gespeist. O Vater für dein' Gütigkeit fag'n wir dir Dank in Ewigkeit. 6. Ach Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Theurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns Herr zu aller Zeit. 7. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser allein auf dich, und wolln Bruder ist, drum trauen wir dich preisen ewiglich. 8. Ach bleib bei uns Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist, dein Wort, o Herr, das ewge Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 9. In dieserlegt'n betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Tisch- Lieder nach dem Essen. 539 Dank, sammt diesem Lobgesang, und vergib, was noch gebricht zu thun bei unsrer Pflicht. O mach uns dir eben, daß wir hier in deiner Gnad und dort ewig leben. ( Mich. Weiße.) Wort und Sacrament rein b'halten bis an unser End. ( Nikol. Hermann V. 1-5.) In eigner Melodie. 552.De en Vater dort oben wollen wir nun loben, der uns, als ein milder Gott, gnädiglich geſpeiſet hat, und Chriſtum 553. Hy bein, was Mel. Nun danfet alle Gott. err, es ist alles seinen Sohn, durch welchen der Segen kommt vom allerhöchsten Thron. 2. Sprechen in der Wahrheit: dir sei Preis und Klarheit, Danksagung und Herrlichkeit, o Gott, von Ewigkeit! der du dich erweiset, und uns heut mit deiner Gab leiblich hat geſpeiſet. Vieh und Menschen essen; hilf, daß wir dankbar sein, und deiner nicht vergessen, laß meinen satten Mund dir küssen deine Hand, und mache selbst dein Lob auch unter uns bekannt. 3. Nimm an dies Dankopfer, o Vater und Schöpfer, so wir deinem Namen thun in Christo deinem Sohn. O laß dirs gefallen, und ihn mit ſeinem Verdienst zahlen für uns Alle. 2. Du gibst, so sammlen wir, sprich aber auch den Segen; denn Alles ist an dir und deiner Gunst gelegen. Drum schaffe, daß die Kost dem Leibe wohl gedeih, und was das Fleisch vergnügt, dem Geiste selig sei. 3. Erhalt uns, lieber Gott, ein ruhiges Gewissen; denn Mancher ist dein Brot und tritt dich gar mit Füßen. Laß aber uns dein Wort nicht schlagen in den Wind, wenn wir gesund und satt von deinen Gütern find. 4. Gib wenig oder viel, 4. Denn Nichts ist zu melden, das dir möcht vergelten alle Gnad und Gütigkeit, erzeigt unsrer Schwachheit; ei wie mag auf Erden, weil Alles dein eigen ist, dir vergolten werden? 5. Herr, nimm an unsern 540 Tisch- Lieder nach dem Essen. es dein guter Wille. Der Summer hat kein Ziel, 554. Het gepreiset, Mel. Herr Christ, der einge. err Gott, nun drum hilf, daß ich ihn stille, wenn er das Herze frißt, und denkt zu weit hinaus, als ob nicht Brod genug für eines Jeden Haus. ſei wir sag'n dir großen Dank; du hast uns wohl gespeiset, und geb'n ein'n guten Tranf, dein Mildigkeit zu merken und unsern Glaub'n zu stärken, daß du seist unser Gott. 5. Laß mich allzeit vergnügt an deinem Tische le= ben, und wo man selber kriegt, auch Andern gerne geben. Erhalte Fried und Ruh, und mach es immer so, daß Jeder seines Guts in dir auch werde froh. 6. Verleih zum Ackerbau noch ferner deinen Segen, in Hiße, Frost und Thau, in Sonnenschein und Regen, und was auf jede Zeit die ausgestreuteSaat an Wachsthum, Saft und Kraft noch weiter nöthig hat. 2. Ob wir solchs hab'n genommen mit Lust und Uebermaß, dadurch wir möchten kommen vielleicht in deinen Haß, so wollst du uns aus Gnaden, o Herr, nicht lassen schaden, durch Christum, deinen Sohn. 3. Also wollst allzeit nähren. Herr, unsre Seel und Geist; in Christo ganz bekehren und sättgen allermeist, daß wir den Hunger meiden, stark sein in allem Leiden, und leben ewiglich. 7. Zuleßt, Herr unser Hort, bau deine Kirch auf In eigner Melodie. Erden, und laß ſie durch 555. Laſſet uns den dein Wort bei Allen fruchtbar werden. Wir sind dein Ackerwerk, drum, wenn es Zeit wird sein, so sammle Leib und Seel in deinen Himmel ein. Herrenpreisen, lasset uns ihm Dank erweisen, weil er uns geschaffen hat, weil er uns noch täglich nähret, reichlich alles Guts bescheret, und auch jetzt gemachet satt. ( Kasp. Neumann.) Tisch- Lieder nach dem Essen. 2. Aller Augen auf ihn sehen, und bei ihm zu Tische gehen, alle Thiere weit und breit, auch die jung verlaßIn eigner Melodie.. nen Raben an ihm einen 556, renden er Lobet Vater haben, die er speist zu seiner Zeit. ren:,: ist sehr freundlich: es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben,:,: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren, lobet den Herren. 1197 3. Rühmet seinen großen Namen, der uns Ernte gibt und Samen unverrücktet die ſes Jahr, der die Felder fruchtbar machet, und darüber sorgt und wachet, daß sie bleiben ohn Gefahr. 4. Lasset uns kein Bitten sparen, daß uns wolle Gott bewahren vor betrübter Hungerszeit, bis er uns nach seinem Willen wird mit süßem Manna füllen in der frohen Ewigkeit. 541 gen, bis sich schließt der Le= benslauf. 5. Ewig wohl wird uns geschehen, wenn wir unsern Jesum sehen in der schönen Himmelsstadt; denn wir werden für das Leiden dort genießen solche Freuden, derer wir nicht werden ſatt. id 6. Dieses laßt uns nicht vergessen, wenn wir sigen bei dem Essen, und vom Tische stehen auf; alsdann wird des Höchsten Segen bei uns bleiben stets zuge2. Singt geg'n einander :,: dem Herrn mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsern Gott, den werthen,:,: denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den Herren, lobet 2c. 3. Er kann den Himmel :,: mit Wolken bedecken; er gibt den Regen, wenn er will auf Erden,;: läßt Gras wachsen gar hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren, lobet 2c. ino? 4. Der allem Fleische:,: gibet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise, :: den jungen Raben, die ihn thun anrufen. Lobet den Herren, lobet zc. 5. Er hat keine Lust:,: an der Stärk des Rosses, Tisch- Lieder nach dem Essen. 542 noch Wohlgefallen an Jemandes Beinen:,: ihm gefall'n allein, die auf ihn trauen. Lobet den Herren, lobet ic. 6. Danket dem Herren:,: Schöpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen:: gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen, lobet den Herren, lobet 2c. 7. O Jesu Christe:: Sohn des Allerhöchsten gib du die Gnade allen frommen Christen,:,: daß sie dein'n Namen ewig preisen, Amen! Lobet den Herren, lobet den Herren! 3. Durch seinen Geist er uns so wohl regieret, straft, unterweist, erhält und herrlich zieret, auf daß wir fest im Kreuz ohn alles Grauen, ihm können trauen. 4. Er thut auch wohl durch seiner, Engel Schaaren uns Tag und Nacht vor Leibsgefahr bewahren, damit der Feind an uns sein'n böfen Willen nicht mög erfüllen. 2. Er hat uns an das Licht der Welt lass'n kommen, und durch die Tauf in sein Reich aufgenommen, er läßt uns auch in ſeinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 5. Zudem er auch all seine Kind ernähret, und ihnen Hülf in aller Noth bescheret, und läßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 6. Derhalben seid in Gott 357.* Lobet den Herrn getrost, ihr Frommen; denn und dankt ihm seiner Gaben, die wir aus Gnad von ihm empfangen haben, ist an dem Tisch und sonst an allen Enden, wo wir uns wenden. ihr sollt Schuß und Brot genug bekommen und über dies nach diesem armen Leben bei Christo schweben. 7. Deß danket ihm von ganzem Herzensgrunde und bittet ihn desgleich zu aller Stunde, daß er uns nur, als seinen lieben Erben, helf selig sterben. 8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt Tisch- Lieder nach dem Essen. gewesen, und haben auch den besten Schatz gefunden, und überwunden. ( Barthol. Ringwaldt.) Mel. Wach auf mein Herz und. 558. un laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben, dieselben zu bewahren, thuter gar Nichtes sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seel muß uns auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein' Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel soll'n wir haben, o Gott, wie große Gaben. 543 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen, durch Jesum Christum. Amen.( Ludwig Helmbold.) 2016 In eigner Melodie. 559.№u un preiſet Alle Gottes Barmherzigkeit! Lobt ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freuedich, If= rael, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt. Was sich nur rühret, ihme zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein, da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speiſe, reichlich und überall, nach Vaters 544 Tisch- Lieder nach dem Effen. Weise sättigt er allzumal; der wehet, die Wolke, so das er schaffet früh und spaten Land begeußt, des Himmels Regen, füllet uns Alle mit Thau, der Sonnenstrahl sind seinem Segen. deine Diener allzumal. 5. Drum preis und ehre ſeine Barmherzigkeit, sein Lobvermehre, werthesteChristenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. ( Matth. Apelles v. Löwenstern.) BES 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Erndte Jung und Alt erlanget ſeinen Unterhalt. Mel. O daß ich tausend Zungen. 5. Nun Herr, was soll 560. Gott, von man erst bedenken? Der dem wir Alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht, wie ein Vater, drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann Niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen Alle werth. 2. Wer kann die Men= schen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt Allen vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. ( Kasp. Neumann.) 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet, und endlich auch die Frucht geneußt, Mel. Komm Herr Jesu, sei. * 561, ir banten Gott für der Wind, der durch die Fel- seine Gabn, die wir von ihm Sonntags- Lieder. empfangen habn. Wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, und speisen uns mit ben. seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. TÖT 545 Ach lieber Gott, du wollst uns geben nach dies'm Elend das ewig LeAmen.2 mlrd mo ( Michael Prătorius.) -onder stor bujsc. 3sdring daz med @ Lauad isdrif dinddnnadut d segundsfirsjulk in -908 1937 en drier tus todmor 356 gnisduft 12 XXVII. Sonntags- Lieder. om te mlada nisland Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. tes Geist hier schwebt, und 562.Gelobet feist bu, hat die Nuh gefunden, besonders an des Herren Tag, da er erleuchtet ruhen mag die Gott befohlnen Stunden. Jesu Christ, daß nun der Tag erschienen, der uns der rechte Ruhtag ist, Gott Zebaoth zu dienen; hinweg mit aller Eitelkeit, die gibt und nimmt die schnelle Zeit, und macht FleischsErfühnen. dla dane 12. Der Mensch, ein König aller Thier, ihr Herr sie zu regieren, begabet mit der höchsten Zier, der Gottes Bild soll führen, und der in Christo hat die Ruh, soll sich verhalten immerzu, wie es sich soll gebühren. 3. Wer ohne Wandel hei lig lebt, von dieser Welt entbunden, ob selbem Gotz 4. Hier muß das Herz, Gemüth und Sinn dem Höchsten sein ergeben, entfernet von der Welt Beginn, in Gott beruhigt leben, auf daß er durch des Geistes Stärk hab in uns seiner Gnade Werk, und ob uns möge schweben. offpl 10 s 5. Wir hören fleißig Gottes Wort, wir beten, lesen, singen, wir reden von Gott fort und fort, und ihm Dankopfer bringen, wir treten hin zu dem Altar, und lassen 35 546 Sonntags- Lieder. mit der Frommen Schaar Mel. Gott des Himmels und. ein Sabbathlieb erklingen.* 564. H alleluja, 6. Gott hat sein Werk schöner an diesem Tag mit heilger Ruh vollendet, wie Christus Jesus unsre Plag hat in dem Grab geendet. Juden Sabbath stirbet heut, und Christi AuferstehungsBeut wird uns frei zuge= Der wendet. todo12 anotun 7. So lasset uns All insgesammt von Sünden auf erstehen, denn solches ist der Christen Amt, die ihren Geist erhöhen, auf daß wir dorten immerzu die nie geendte Sabbathsruh im Himmelrreich begehen. ( George Phil. v. Harsdörfer.) tantopus dents must 1907911 Mel. Meine Seele erhebt. ad 563. Gott sei uns gnädig und barmherzig, und geb uns seinen göttlichen Segen! 2. Er lasse uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 13. Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott und geb uns seinen Frieden! Amen. de Morgen, schöner als man denken mag; heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Seelen, Sonntag, der voll 2. Süßer Ruhetag der Lichtes ist; heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit in der der Segen fließt! Stunde vol= ler Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte, recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Va= ters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. = 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute hab ich sonst zu thun. Denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, als nur Gottes Werk, für mich.drd 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm Sonntags- Lieder. 547 zu Ehren trag. Sein Blut Mel. Gott des Himmels und. und Gerechtigkeit iſt das 565.Großeroton 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit ſein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. spils 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; laß mich Lehr und Trost gewinnen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund. Mach mit Allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet't und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag... dinle( Jonathan Krauſe.) Zeiten, dessen Hand die Welt reSeiten mich von Jugend giert, dessen Treu auf allen auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Doch das bloße MüBiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht vor Gott bestehen, der das Eitle wenig acht't! Herr, ich bringe, was ich kann, nimm du nur mich selber an. 4. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt! Das sind unsre beste Sorgen, wenn der Mensch an Gott ge= denkt, und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolfen bringt. 5. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? Da wir 35* 548 Sonntags- Lieder. ich werde schön und rein in den Augen Gottes fein.dmm 4. Kröne mich mit deinen Gaben, zeuch mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. Ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 5. Laß die Predigt wohl gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst err, es ist ein noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an. sammeln wie die Bienen, und den Honig tragen fort. Selig ist, wer Tag und Nacht, also nach dem Himmel tracht't. 6. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigenthum! Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, baß wir dich im Himmel ſehn. tiom nd( Kafp. Neumann.) Mel. Ach, was soll ich Sünder. 566. Herr, es ist ein Tag erschienen, der mich zu dem Himmel weist und an Gott gedenken heißt. Darum komm ich, dir zu dienen. Richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 6. Laß mich nicht in Sünden fallen, laß mich heute Nichts versehn; laß kein Unglück wo geschehn. Liebster Vater, hilf uns Allen, so denn wird dir mein Gesang auf den Abend sagen Dank.( Kasp. Neumann.) 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält. Brich die Macht der eitlen Sorgen, daß ich 567.Hich zu uns In eigner Melodie. err JesuChrist, heut, von Allem frei, dir allein ergeben ſei. wend, dein'n heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad er uns regier, und uns den Weg zur Wahrom salon wind heit führ. 2. Thu auf den Mund 3. Kleider sind nur schlechte Sachen; wer sein Thun auf dieſe richt't, der gefällt dem Himmel nicht. Du, mein Jesu, kannst es machen, daß Sonntags- Lieder. 549 entbrannt, wir, was du befohlen, üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein Schmerz und keine Freude uns von dieser Liebe scheide. hilpit( Daniel Schiebeler.) Mel. Erschienen ist der herrl'che. 569.* H eut ist des Heut Herren Ruhetag, vergessetaller Sorg und Plag, treibt eure Wochen- Arbeit nicht, kommtvor des Höchsten Angesicht, Halleluja. diale 2. Tret't her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie. Es ist sein Heiligthum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja. zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr!" und schauen dich von Angesicht in ewger Freud undselgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn sammt heilgem Geist in einem Thron. Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. lit ( Wilhelm II., Herzog zu Sachnie estri sen- Weimar.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 568. H err, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf die Bitte nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig aufuns nieder. am 2. Laß das Wort, das hier erschallt, unsern Widerstand bezwingen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Herzendringen. Laßes unsern Sinn erneuen und des 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus Nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja. Irrthums Nacht zerstreuen: 5. Und als er sie genug 3. Daß, von Eifer ganz geziert, hat er den Menschen 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm. Deswegen lobt ihn allesammt, das ist der Christen rechtes Amt. Halleluja. 550 Sonntags- Lieder. drauf formirt und ihn nach 11. Drum wollen wir seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. Halleluja. begehn mit Fleiß den Tag nach recht christlicher Weis', wir wollen aufthun unsern Mund und singen das von Herzens- Grund: Halleluja. 12. D Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis und auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr. Halleluja.mal $ 16. Erkennt mit dankbarem Gemüth, wie er allein durch seine Güt uns täglich schüßet und ernährt und manches Unglück von uns kehrt. Halleluja. gro7. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Noth uns ist bereit't. Halleluja. 18. Der von den Juden ward veracht't, mit Mördern schändlich umgebracht, daß seine Lehr hätt kurzen Lauf und mit ihm müßte hören auf: Halleluja! 9. Der ist erstanden hell und klar und hat erfreut sein kleine Schaar, die bis ans Ende ihn geliebt, um seinethalben war betrübt. Halleluja. 10. Leibhaftig er sich ihnen wies, sich sehen, hör'n und fühlen ließ, damit versichert wär ihr Sinn, des Todes Macht sei nun dahin. Halleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk er= kennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Chr. Halleluja. 14. D liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja. 15. Gib deiner Auferste= hung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja. 16. O heilger Geist, laß uns bein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Sonntags- Lieder. Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht; all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja. im In eigner Melodie. Ipft 570 Liebster Jefu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmels- Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 551 Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. im 18. Gott Vater, Sohn und Geiſt verleih, daß dieſer* 571. Thut mir auf die Tag dir heilig sei, wir auch die Sabbaths- Ruh und Freud erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja. ( Nic. Selneccer.) 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß um hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes Denken, gutes Dichten mußt du selbst in uns verrichten. noch( Tobias Clausnizer.) frediidid nl isdaniⒸub Mel. Gott des Himmels und. Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an dieſem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. chile a illajes Tūjas od 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. dui 3. D du Glanz der Herr- 4. Mache mich zum gulichkeit, Licht vom Licht aus ten Lande, wenn dein Sam Sonntags- Lieder. 1552 forn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 16. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich) in aller Noth. ren, Hören, Gott hat Alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren; unser Gott sei hoch gepreiset, welcher uns so herrlich ſpeiſet. dm 2. Weil der Gottes- Dienst ist aus, mitgetheilet auch der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf guten Wegen; Gottes Geist uns ferner leite und uns Alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmels- Grben.( Hartmann Schenk.) ist7. Deffne mir die grünen Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Auen, daß dein Lamm ſich 573. Selig find, bie lasse mir dein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn hier in die sem Jammerthal zu des Lammes Ehrensaal. dan danfe( Benj. Schmold.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Gottes Wort hören und zugleich bewahren! Laß, mein Gott, mein Heil und Hort, mir dies Glück auch widerfahren, daß mir das Gehörte bleibe und zur Heiligung mich treibe. t 572, N un Gott Lob, es ist vollbracht, Singen, Beten, Leh2. Drück es fest dem Herzen ein, so wird es kein Feind mir rauben und ich werde Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 553 wird sich laben und des Himmels Vorschmack haben. ( Benj. Schmold.) selig sein auch bereits in mei nem Glauben; meine Seele COTO XXVIII, Vom Worte Gottes und der christlichen Kirche.di mifiants Mel. Christus, der ist mein Leben. nicht truße und fäll die böſe 574, 9 bleib mit Welt. 21% deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 30 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit ver= leihe hilfuns aus aller Noth. ( Josua Stegemann.) 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöserwerth, Mel. Herr Jesu Christ, dich. daß uns beid' hier und dorte 575. Ah bleib bei sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. dal uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist dein göttlich Wort, das helle Licht, laßja bei uns auslöschen nicht. In 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind 2. In dieser legt'n betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End. 3. Herr Jesu hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, faul und falt, gib Glück und Heil zu deinem 554 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. Wort, damit es schall an allem Ort. om 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des In eigner Melodie. Teufels Trug und Mord. 576.Ach Gott, vom Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. Himmel sieh darein, und laß dich deß er= barmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 32. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet. Ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der Andre das, fie trennen sich ohn alle Maaß und gleißen schön von außen. ser, sondern dein ja ist. Dar= m3. Gott woll ausrotten um so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht un5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und viel Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehredoch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen wahrer Schuß, dabei erhalt uns lieber Herr, daß wir nichts Andres suchen mehr. 9. Gib, daß wir leb'n in deinem Wort, und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. anism( Nit. Selneccer.) alle Lahr, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Troß, wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns ſollt meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen bringt zu mir herein, ich Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 555 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. hab ihr Klag erhöret? Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Armen." d 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal bewährt, wird lauter funden. An Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird erkannt sein Kraft und Schein, undleucht't stark in die Lande. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du värerlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr, und trüget nicht.( b) 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so seine Gold. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. Mel. O daß ich tausend. pub ein 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was 577. Döchster, ist mich dein Wort, o Höchster, vollkommen; es lehrt uns lehrt, und auf das mit Geunsre ganze Pflicht; es gibt horsam achten, was es von dem Sünder und dem From- mir zu thun begehrt: so fliemen zum Leben sichern Un- ßen Trost und Seelenruh terricht. O ſelig, wer es auch mir aus deinem Worte achtsam hört, bewahrt, und zu.( Nach Joh. Kasp. Lavater.) mit Gehorsam ehrt. im binhm 20 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem arg'n Geschlechte! Und laß uns dir befohlen sein, das sichs in uns nicht flechte, der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind, in deinem Volk erhaben. ( Martin Luther.) 556 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. Mel. Wo Gott zum Haus. * 578. runn alles Heils, dich ehren wir, und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligthum deinhoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glaubenfrei, daß er uns ewig gnädig sei. 3d 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlig über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt; und geb uns Frieden unverrückt. ji 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! nod és( Gerhard Tersteegen.) Mel. Was Gott thut, das ist. * 579.Dein Wort, o Herr, ist milder Thau für trostbedürfge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquick durch ihn, laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. Olaß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise. Es führt auch Thoren hin zum Herrn, und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht, und leucht in jede Seele, daß keine dich ver= fehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir, und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 557 funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicher Weis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. misd du hast Lebensworte. Noch hör ich dein ,, Komm, du bist mein!" Das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund: dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen, und dir dein Reich zu füllen.( Karl Bernhard Garve.) Amish Criar astu In eigner Melodie. Mie * 580. H err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, na b Simeons Erempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein; in Zagheit Glut und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge= lingen, daß leßt, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch draut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Quir 6. Hier blickst du zwar 558 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. zuweilen so scheel und schwül mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann: dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer flares Licht. ( Joh. Franck.) 3315 Mel. Wach auf mein Herz. Herr, der 581. Daller Enden regiert mit ſeinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal mußwandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vorm Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßst mich vor bösen Leuten, dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schreden. 5. Er lehrt mich Thun und Lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um feines Namens willen..0 8. Duseßzest mich zu Tische, machst daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen.uré má na 9. Du salbst mein Haupt mit Dele, und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an feiner Gabe der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er läsfet mich mit Freuden auf grüner Ane weiden, führt mich zu frischen Quelten, schafft Rath in schweren Fällen. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen 11. Ich will dein Diener plaget, weiß er sie zu erquiden, aus aller Noth zu rücken. bleiben, und dein Lob herrlich treiben, im Hause, da du wohnest, und Frommsein wohl belohnest. hqmI from 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dichy werden selbst schaun im Him Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 559 2. Eröffne du zu meinem Heil die Augen meiner Seele, daß ich mein allerbestes Theil erkenn und auch erwähle. Laß ich mich hier, mein Gott, von dir und deinem Wort regieren, so wirst du mich auch sicherlich zur wahren Wohlfahrt führen. 3. Dein Wort lehrt mich, daß diese Zeit mir sei von dir gegeben, im Fleiße wahrer Heiligkeit nach ewgem Glück zu streben. Ja, es verschafft mir dazu Kraft, wenn ichs zu Herzen fasse. Drum hilf du mir, daß ich es hier nicht aus dem Herzen lasse. mel droben, hoch preisen, sing'n und loben. and ( Paul Gerhard.) Mel. Erhalt uns Herr bei. * 582. H err, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zudir; laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. -3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heili- 4. Nichts gibt uns solchen gen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. ( Joh. Olearius.) Mel. Ich hab in Gottes Herz. 583. D u haft auch frohen Muth, als deines Wor= tes Weide; kein Glück der Welt, kein irdisch Gut schenkt uns so große Freude. Dein Wort allein ist Trost in Pein, ist unser Steg in Schmerzen; in jeder Noth, auch selbst im Tod, ists Trost für fromme Herzen. mir zur Seligkeit, mein Gott, dein Wort gegeben. Hilf, daß ich darauf allezeit mög achten, darnach leben. Sein Unterricht gibt mir gnug Licht die Bahn des Heils zu sehen. Es zeiget mir den Weg zu dir; laß mich ihn freudig gehen! 75. Wie glücklich ist, o Gott, schon hier, wer deine Wahrheit ehret, und durch dein Wort, belehrt von dir, die rechte Weisheit höret. Ein 560 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. frommer Sinn ist sein Gewinn; dein Segen, dein Verschonen, bringt hier ihm Ruh, und dort wirst du mit ewgem Glück ihm lohnen.im bija2 Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er be= halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns garverschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist ge= richt't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 6. Wenn Alles fällt, so bleibt dein Wort, o Gott, doch ewig stehen. Drum laß mich darauf immerfort in meinem Wandel sehen. Es macht uns frei, zum Guten treu, lehrt jede Noth besiegen. Drum seis auch mir beständig hier das seligste Vergnügen. tine ( Joh. Sam. Diterich.) In eigner Melodie. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben: er ist bei uns wohl auf dem Plan mit sei= 584.in feste Burg nem Geist und Gaben. Nehist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List men sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein'n Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben.( M. Luther.) Mel. Christ, der du bist der. ſein grauſam Nüftung ist, auf 585.Erhalt michherr nicht seins Gleichen. 6. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr bei deinem Wort, darnach zu leben immerfort, durch deinen Geist verleih du Kraft, daß es Fruchtbring und bei uns haft. 2. Erhalt mich, Herr, im Glauben rein an Jesum Christ, den Sohne dein, laß Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 561 zensgrund fest auf dich bau, ich bitte dich, o lieber Herr, ein seligs Stündlein mir bescher. 9. Erhalt und führ mich zu der Schaar, die dich bekennt frei offenbar, daß ich dich preisen mag allzeit hier und hernach in Ewigkeit. sein Kreuz, Leiden, Tod und Pein an uns ja nicht verloren sein. 3. Erhalt mich, Herr, daß ich dich lieb und solche Lieb auch täglich üb gegen dich und deine Gemein, als da ist, Herr, der Wille dein. 4. Erhalt mich, Herr, in deiner Furcht, auf daß ich leb in Ehr und Zucht; vor allen Lastern, Sünd und Schand bewahr mich deine rechte Hand. 5. Erhalt mich, Herr, in deiner Huld, vergib mir all mein Sünd und Schuld; durch deinen Geist mein Herz regier hinfort zu deines Namens Chr. 10. Erhalt mich, du mein Zuversicht! Mein Herz drauf fröhlich Amen spricht, und zweifelt nicht an deiner Gnad, die mir Christus erworben hat. bon ijodel 7. Erhalt mich, Herr, in deinem Trost, wenn mich Unfall und Leid anstößt, daß ich an dir nimmer verzag, gern und willig das Kreuze trag. borbi 8. Erhalt mich, Herr, daß ich dir trau, von Her11. Amen sprech ich hierauf getrost, weil mich hat Gottes Sohn erlöst, durch ihn erhört ist all mein Bitt, daran will ich ganz zweifeln nicht. G Mel. Christ, der du biſt. is 6. Erhalt mich, Herr, in deinem Schuß, wider des Satans Lift und Truß, dein 586. Engel laß mich hab'n Acht, daß er an mir sind keine Macht. bei deinem Wort, und steure aller Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. di 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 36 562 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib dein'm Voll ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr Anschläg, Herr, zu Nichte mach, laß sie tref= fen ihr böse Sach, und stürz sie in die Grub hinein, die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkenmen doch, daß du, unser Gott, lebest noch, und hilfst gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassen gar. Ju brin( Martin Luther B. 1-3. the Justus Jonas 4 und 5.) Hlajin eigner Melodie. fich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue 3. Es danke Gott und lobe dich, das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen: Amen. ( Martin Luther.) Mel. Ach Gott und Herr. 587.€ ³ 3 woll uns 588. Gott ist mein Gott genäHort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. dig sein und seinen Segen geben! Sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihm liebt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk bekannt den Heiden werden, und sie zu Gott bekehren. 2. Dein Wort ist wahr! Laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. ODTI 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 563 Licht, erleuchte, die dich fennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen; den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba fagen. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein; auch die, so heimlich sichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. verlaufen hat von dir, das 3. Und was sich sonst suche du mit Gnad, und laß sie am Himmel haben sein verwundt Gewissen heil, Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. Durch 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. meine Müh vermag ichs nie; bein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. ( Chr. Fr. Gellert.) Mel. O Jesu Christ, meins. * 589 3efu Chrifte( Joh. Heermann) wahres Eace di all sine 36* 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; verfammile, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich). bilgin 564 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. err, deine 590. Hrene ift so groß, daß wir uns wundern müssen, wir liegen vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immerfort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 82. Die Sünde nimmet überhand, du siehest selbst die Schmerzen, die Wunden sind dir wohlbekannt der sehr verstockten Herzen, die Schulden nehmen täglich zu, es haben weder Rast noch Ruh, die dir den Rücken kehren. 3. Dein Auge stehet wider die, so deiner Wege fehlen, und in dem ganzen Leben hie den krummen Weg erwählen; und suchen in dem Sündenwust zu büßen ihres Fleisches Lust, nach dem verderbten Willen. 4. Die Kreatur entseßet sich und seufzet, frei zu werden, sie wartet und thut ängstiglich; der Himmel und die Erden, die deiner Finger Werke sind, und was sich in denselben findt, beweinen solch Verderben. 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhören. Wir flehen, o Gott, für und für, du wollest doch belehren die sündenvolle blinde Welt, die sich für so glückselig hält, da sie zur Hölle eilet. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, der du die Welt ge= liebet, die Welt, die, ganz in Sünden todt, in Irrthum dich betrübet, gib deinem Worte Kraft, daß es in solchen Herzen haft, die hart sind, wie die Felsen. 7. Laß doch die Welt er= kennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch sei deinen armen Sündern, so fühlen ihre Sündenschuld und wenden sich zu deiner Huld und deines Sohnes Wunden. 8. Die Heerde, die du haft erwählt, die ſeße du zum Segen, und schenke, was ihr annoch fehlt, zu gehn auf rechten Wegen; laß deine Treue, Aug und Hand, sein deinen Gliedern wohl be= kannt, die deiner Güte trauen. Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 565 9. Ein Vater und ein nen Willen weiß und ihn Hirte meint es treulich mit doch nicht thut mit Fleiß, den Seinen; du bist noch der ist ärger, als die Heiden, mehr, als beide seind, und und wird doppelt Streiche kannsts nicht böse meinen. leiden. Drum trauen wir allein auf dich. Ach, leite du uns väterlich nach deinem Rath und Willen. 10. Hier sind wir deine Reben schon, und freuen uns darneben, daß du uns die Genadenkron nunmehro bald wirst geben. Wir hoffen, bald dein Angesicht zu sehen dort in jenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. ( Joh. Weydenhein.) Mel. Werde munter mein Gemüthe. err, durch den wir sind und leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gege= ben, das zum Heil uns unterweist, das uns Jesus kennen lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drücket, uns mit reichem Trost erquicket. 591. H 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich ohne Heuchelschein, das, was es uns lehret, üben, und nicht bloße Hörer sein. Denn wer dei3. O so drücke deine Lehren, tief in unsre Herzen ein. Laß sie uns mit Segen hören und derselben Thäter sein. Treib uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann, frei bekennen, kindlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. 4. Will die Seele Trost vermissen, sei dein Wort ihr frohes Licht. Laß ihr seine Kraft zufließen, wenn es ihr an Kraft gebricht. Es erquick uns in der Noth; es versüß uns auch den Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. ( Chr. Felix Weiße.) Mel. Valet will ich dir. $ 592.S König aller Ehren, Jesu Christ, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron: hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein * 566 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort, drumman dich billig preiset, daß du bist unser Hort. den wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß ste mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein von mein'm Herzenfern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen Könignennejeztund in Ewigkeit. ( Martin Böhm.) 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig und Mel. An Wasserflüssen Babylons. Gott, Geld, prangt nicht auf theu- 593." Hilf, wie rem Rosse, trägst keine güldne Kron, fißt nicht in steinern'm Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit floriret um dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sißen, die Bösen stürzen bald. gehts doch jego zu, was sind doch das für Zeiten? Die Menschen hassen ihre Ruh und wollens gar nicht leiden, daß man sie lehr den rechten Weg, daß man sie führ den schmalen Steg, der nach dem Himmel führet. Sie sagen ungescheuet: Nein, wir wollen bleiben, wie wir sein; sieh, wie das Volk sich zieret. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armeu und segne meinen Lauf. Mein'n Fein2. Genug ists nicht, daß sie dein Wort verwerfen und verachten und nach der alten Weise fort den Bauch zu nähren trachten, sie wollen noch dazu Recht han; das größt Unrecht hat der gethan, Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 567 der ihnen das verweiset, den daß Jesus Christus Heil und halten sie für ungelehrt und Stärk, Genad und Wahrheit, seine Lehre für verkehrt, der Glaub und Werk bekannt ihr Thun nicht hochpreiset. uns Allen werden, und wie er für, in, mit uns sei; lehr, was wir an ihm haben frei im Himmel und auf Erden. ( Joh. Kasp. Schade.) 3. ,, Wer will von schwachen Menschen mehr, als wir sind, wohl begehren? Man treibt die Sach auch allzusehr und sagt nur von Befehren. Ei, Lieber, laß es, wie's vor war; Welt bleibet das seht ihr gar; Christus doch gestorben. Wenn wir zuweiln zur Kirche gehn, zur Beicht und beten beim Aufstehn: ists denn so gar verdorben?" 4. Dergleichen Reden führen die, so sich nach Christo nennen, verleugnen in dem Leben je, was sie im Mund bekennen. Sie schelten wohl für Keßerei, daß man sie wollt bereden frei, ein Christ müßt heilig leben; daß Jesus und sein Geist die Sünd durch Glauben in uns überwind't, ist ihnen gar nicht eben. 5. Drum, lieber Gott, rett deine Ehr und Jesu, deines Sohnes; laß leuchten immer mehr und mehr durch den Geist deines Thrones, Mel. An Wasserflüssen Babylon. Gott, wie 594. Hubert hat die Eitelfeit uns Menschen so vernichtet, daß gar kein Alter, keine Zeit was Gutes faſt verrichtet. Ob mans vom Anfang bis zum End oft überleget, fehrt und wendt, so muß man doch bekennen: Worauf man seßet Herz und Sinn, von Kindheit bis ins Alter hin, sei Eitelkeit zu nennen. 2. Die ersten Jahre gehn. vorbei unwissend, wie bei Thieren; man schläft, man treibet Kinderei, nichts Weises kann man spüren. Kommt mit den Kräften der Ver= stand, regt sich die Bosheit auch zur Hand, die steckt ins Knaben Herzen. Wenn nun die Zucht und scharfe Ruth ihm Unterricht zur Tugend 568 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. thut, bringts ihm Verdruß und Schmerzen. Leib wird schwach und voller Noth, doch mag man ungern von dem Tod und von dem Himmel hören. 3. Die Jugend fort nach Freiheit strebt und suchet hin und wieder, wo man in 6. Ach sieh, o Gott, dies Freud und Wollust lebt, mißbraucht gesunde Glieder. Man fähret zu mit Unbedacht, das Künftige wird nicht betracht't, zum Guten ist man träge; auf Zucht und Tugend man nicht denkt, sein Herz und Sinn dahin nur lenkt, zu gehen krumme Wege. Elend an und hilf, daß wir bei Zeiten abtreten von der breiten Bahn der Sünd und Eitelkeiten. Gib Kraft von Oben her, daß wir das flüchtig eitle Wesen hier für Nichts, ja schädlich achten, und nach dem Guten, das uns dort beständig bleibet fort und fort, Zeit unsers Lebens trachten. 4. Das männlich Alter folgt darauf und rühmt sich großer Thaten, man will da immer hoch hinauf und über Alle rathen; der Ehrgeiz macht zu Zank und Streit gar leicht ein solches Herz bereit, das sich allein hoch schäßet. Ob auch noch etwas Guts geschicht, gibt man doch Gott die Ehre nicht, der wird hintan geseßet. 5. Wenns Alter kommt, so lässet sich der Geiz recht schaffen blicken, da brauchet man sehr meisterlich, der bösen Ränk und Tücken, man forget und hat wenig Ruh, indem man denket immerzu das Irdische zu mehren; der 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun, der seine Gnad uns leiste, daß wir in diesem Jammerthal von Herzen scheuen überall, der Welt gottloses Wesen, und streben nach der neuen Art, dazu der Mensch gebildet ward. Wer das begehrt, sprech: Amen! ( David Denicke.) kaadsit Mel. Erhalt uns, Herr, bei. * 595.Rett ett, o Herr * Jeſu, rett dein Ehr, das Seufzen deiner Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 569 Apostel mehr, aus dein'm göttlichen Munde. Deß dank ich dir mit Fleiß, daß wir erlebet hab'n die Stunde; 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der'r, die dich noch jetzt verleugnen und achten sehr auf Men= schenlehr, darin sie doch verderben. Dein's Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. Kirchen hör, der Feind Anschläg und Macht zerstör, die jetzt verfolgen deine Lehr. 2. Groß ist ihr List, ihr Truß und Macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird verlacht: wir sind bei ihn'n wie Nichts geacht't. 3. Vergib uns unsre Missethat, vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Beweis den Feinden in der That, es gelte wider dich kein Rath. 4. Steh deinem kleinen Häuflein bei: aus Gnaden Fried und Ruh verleih; laß Jedermann erkennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehn, daß du seist unser Gott, der unsre Feinde segt zu Spott, wirft ihre Hoffahrt in den Koth und hilft den Seinen aus der Noth. ( Johann Heermann.) Mel. Was mein Gott will, das. 596. Herre Gott, dein göttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere 3. Willst du nun ein gut Christe sein, so mußt du ernstlich glauben; seß dein Vertraun, darauf fest bau Hoffnung und Lieb im Glauben allein durch Christ zu aller Frist; dein'n Nächsten lieb darneben, das G'wissen frei, rein Herz dabei, das kein Kreatur kann geben. 4. Allein, Herr, du mußt Solches thun doch gar aus lauter Gnaden! Wer sich deß tröst't, der ist erlöst und kann ihm Niemand schaden. Ob wollte gleich des Satans Reich dich und dein Wort vertreiben, ist doch sein Macht geg'n dich Nichts geacht't, er wirds wohl lassen bleiben. 570 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 5. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich auch die bekehren, die Nichts betracht'n, dein Wort veracht'n, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sei nicht recht und habens nie gelesen, auch nie gehört das eble Wort; ists nicht ein teuflisch Wesen? 6. Ich glaub g'wiß gar, daß es sei wahr, wie Paulus uns thut schreiben: Eh muß geschehn und All's vergehn, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit; wär es auch leid viel'n hart verstockten Herzen; kehr'n sie nicht um, werden sie drum leiden gar große Schmerzen. 7. Gott ist mein Herr, so bin ich der, dem Sterben kommt zu Gute, dadurch uns haft aus aller Laft erlöst mit deinem Blute. Deß dank ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt, versag mirs nicht, im Tod und auch im Leben. 8. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wortrecht, als treue Knecht, im Herz'n und Glauben fassen; gibst ihn'n bereit die Seligkeit und läßt sie nicht verderben. D Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben.( A. H. Z. W.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 597. Mensch, wie ist dein Herz bestellt? Hab Achtung auf dein Leben. Was trägt für Fruchtdein Herzensfeld, sinds Dornen oder Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, auch wer das Land besäet hat, Gott oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und einer Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Vögel Allles fraßen? Ach prüfe dich, es ist kein Scherz, ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu beweinen. 3. Denn ist der Same weggerafft, vertreten und gefressen, so hast du keine Glaubenskraft, noch Seelenspeis zu essen. Fällt dir ins Ohr der Same nur und nicht ins Herz, ist deine Spur zum Leben ganz vertreten. Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 571 8. Doch ist, Gott Lob, noch gutes Land auf dieser Welt zu finden, das Gott dem Herrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Same, den Gott eingelegt, noch hundertfältig Früchte trägt, daß sind die rechten Herzen. 4. Ist auch dein Herze Felsen- Art, verhärtet durch die Sünden, so ist der Same schlecht verwahrt auf solchen Felsengründen. Ein Felsenstein hat keinen Saft, drum hat der Same keine Kraft, zu sprießen und zu schießen. 5. So lang noch nicht zerknirscht dein Herz und vom Gesetz zerschlagen durch wahre Buße, Ren und Schmerz, so kanns nicht Früchte tragen. Bedenk es wohl und thue Buß, glaub fest und falle Gott zu Fuß, so ist dein Herz genesen. 6. Oft ist das Herz auch Dornen voll, mit Sorgen angefüllet; oft lebet es in Reichthum wohl, da wird der Sam verhüllet, ja, er ersticket ganz und gar und wird nicht einmal offenbar, das ist wohl zu beklagen. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthum ist bemühet, und nur nach Wollust dieser Welt mit Aug und Herze siehet. Da tann fein Gutes haben Statt, wo man der Wollust nicht wird satt, der Same muß ersticken. 9. Wer Ohren hat, der höre doch und prüfe sich ohn Heucheln, dieweil es heute heißet noch, hier muß sich Keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. 10. Herr Jesu, laß mein Herze sein zerknirschet und zerschlagen, damit der Same dring hinein und laß ihn Früchte tragen, die mir in Himmel folgen nach, da ich sie finde tausendfach; das wünsch ich mit Verlangen. ( Laurent. Laurenti.) Mel. Kommt her zu mir, spricht. * 598 Verzage nicht, o Häuslein klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich 572 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. zu verstören, und suchen dei- Das Da pacem nen Untergang, davon dir deutsch. wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, laß ihn Er wird alleine walten. durch seinen Gideon, den er wohl kennt, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg woll'n wir erlangen. 4. Drum du Mel. Nun freut euch, lieben Christen. är Gott nicht fleines Heer, streit ritterlich 600. We mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns dieſe Zeit, wir hätten müss'n verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht't von so viel Menschenkind, die an uns seßen Alle. für Gottes Ehr und laß dir gar nicht grauen. Er wird den Feinden nehm'n den Muth; daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 599 VerleihunsFrieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 5. Amen! Das hilf, Herr Jesu Christ, dieweil du unser Schußherr bist, hilf uns durch deinen Namen: so wollen wir, deine Gemein, dich loben und dir dankbar sein und fröhlich singen. Amen. 2. Gib unserm König und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter Leben führen mögen in aller ihnen ein geruhig und stilles Gottseligkeit und Ehrbarkeit! Amen. ( V. 1. Martin Luther.) 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wär'n Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 573 Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohnerschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? ( Chr. Fürchteg. Gellert.) als die ein' Fluth ersäuft und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei. Des Herren Name steht uns bei, des Gott's Himmels und Erden.( Martin Luther.) Mel. Ein feste Burg ist unser. 601. W enn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes figt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah, wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum, mag doch die Hölle wüthen! QUIN Mel. Machs mit mir Gott, nach. 2. Gott sieht die Fürsten 602, W er Gottes wider Wort nicht auf dem Thron sich ihn empören, denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein hält und spricht: ,, Ich kenne Gott!" der trüget! In solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sie= get. Wer aber sein Wort 574 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. glaubt und hält, der ist von Mel. Es ist gewißlich. Menschen Gott, nicht von der Welt. 603. Wir Menn sind zu dem, 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glauberleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Chrifti Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Liebe ists, die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben werd bekannt dein heilger Will und Rechte. Zum Legten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben; dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende. Denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 575 Sünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. Hilf, 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein. daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzeln nicht bekommen; der Sam, der in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verderbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten fruchtbarn Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. um 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der 10. Gott Vater, laß zu weit ausbreiten. Hilf Jesu, deiner Ehr dein Wort sich daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. ( David Denicke.) In eigner Melodie. 604,* o Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er unsrer Sach nicht zufällt im Himmel hoch dort oben: wo er Israels Schuß nicht ist, und 576 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 16.2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn sie's aufs Klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her, als wollten sie uns fressen. Zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen; wie Meereswellen einher schla'n, nach Leib und Leben sie uns stahn: deß wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, nach unserm Blut sie trachten; noch rühmen sie sich Christen auch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der theure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein, du wirst einmal aufwachen. 5. Auf sperren sie den Rachen weit und wollen uns verschlingen. Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen gar und stürzen ihre falsche Lahr; sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen! Sie spricht, es ist nun all's verlorn, da doch das Kreuz hat neu geborn, die deiner Hülf erwarten. Jan 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken. Ihr Anschläg sind dir wohl bekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben sicht, aufs Künftig will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und auch die Erden hast du Herr Gott, gegründet. Dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein bis an das End beständig sein: die Welt laß immer murren. 10 dist pitnl( Justus Jonas.) die Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 577 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 4. Hast du dich lassen 605. Mohl bem, der blenden, so daß bald hier Jesumliebet und dessen Himmelswort! Der wird niemals betrübet vons Teufels Höllenmord. Wo Jesus sich befindet, da stehet Alles wohl! Wer sich auf Jesum gründet, der lebet Lebens voll. bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort! Dies machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret: komm, hier ist Gottes Wort! Das wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müsseft reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth ge= übet: komm, hier ist Gottes Wort! Dies wird dich schon erquicken, daß wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. nou ud ma 27 tid not fid hapalan aber iht Nornirsdim 2nd schist max tont auffied engt Onnitse aid In 8 102 5. Wirst du auch gleich geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: komm, hier ist Gottes Wort! Dies ist der Stab und Stecken, mit diesen kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschützen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebsterSeelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzesschmerzen es Frucht trag in Geduld. ( Anna Sophie, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt.) a 140 dup the 100 hid tüd exitoon mise soorin ni and is fide m 6 of did Inntis andsc0 370 snied 578 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. XXIX. Vom christlichen Leben mad und Wandel überhaupt. Mel. Kommt her zu mir. 606,21 Gott, gib du uns deineGnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an Jesum Christ, der zu helfen ein Meister ist, wie er sich selbst thut 3. Claff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr. Mit Schweigen sich verräth Niemand, Claffen bringt Manch'n in Sünd und Schand. nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu Ehren deinem Namen, daß uns dein guter Geist regier auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum, Amen.d ( Gottfr. Arnold.) In eigner Melodie. 607 9llein auf Gott seß dein Vertraun, auf Menschenhülf sollst du nicht baun. Gott ist allein, der Glauben hält, sonst ist kein Glaub mehr in der Welt. 2. Bewahr dein Ehr, hüt dich vor Schand, Ehr ist fürwahr dein höchstes Pfand. Wirst du die Schanz einmal versehn, so ists um deine Ehr geschehn. 4. Dem Größten weich, acht dich gering, daß er dich nicht in Unglück bring. Dem Kleinsten auch kein Unrecht thu, so lebst du stets in Raft und Ruh. 5. Erheb dich nicht in stolzem Muth, wenn du bekommen hast groß Gut. Es ist dir nicht darum gegeb'n, daß du dich dadurch sollst erheb'n. 6. Frömmigkeit laß gefallen dir, viel mehr denn Gold, das glaubemir. Wenn Geld und Gut sich von dir scheidt, so weicht doch nicht die Frömmigkeit. 7. Gedenk der Arm'n zu jeder Frist, wenn du von Gott gesegnet bist, sonst dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom reichen Mann. 8. Hat dir Jemand was Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 579 führt ein Klag vor dir, so sollst du bald der Sag nicht gläuben, auch nicht richten fort, bis du hörest des Andern Wort. Guts gethan, da sollst du allzeit denken dran. Es soll dir sein von Herzen leid, wenns beinem Nächsten übel geht. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich; hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 10. Kehr dich auch nicht an Jedermann, der dir vor Augen dienen kann. Nicht Alles geht von Herzensgrund, was schön und lieblich red't der Mund. 11. Laß kein'n Unfall verdrießen dich, wenn das Glück gehet hinter sich. Anfang und Ende nicht gleich sein, wie solches oft gibt der Augenschein. 12. Mäßig im Zorn sei allezeit, um klein Ursach erheb kein Streit. Durch Zorn das Herze wird verblendt, und Niemand recht damit erkennt. 13. Nicht schäm dich, rath ich allermeist, daß man dich lehr, was du nicht weißt. Wer etwas kann, den hält man werth, den Ungeschickt'n Niemand begehrt. 19 14. Omert, so Einer 15. Prachtund Hoffahrt meid überall, daß du nicht kommestzu Unfall. Mancher wär ein behaltner Mann, hätt er Hoffahrt und Pracht gelan. 16. Quad von Niemand gedenk noch sprich, denn kein Mensch lebet ohn Gebrech. Redest du Alls nach deinem Willn, wird man dich gar bald wieder stilln. 17. Nuf Gott in allen Nöthen an, er wird gewißlich bei dir stahn: er hilft ein'm Jeden aus der Noth, der nur nach seinem Willen thut.se 18. Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bös, die Welt iſt falsch und sehr gottlos. Willst du der Welt viel hangen an, ohn Schand und Schad'n kommst nicht davon.bure d 19. Tracht stets darnach, was recht gethan, ob dich schon nicht lobt Jedermann. Es kanns doch keiner machen 37* 580 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. ſo, daß's Jedermann gefal- Mel. Machs mit mir Gott nach. Men thut. dind 608.Auf, Christen= 120. Verlaß dich nicht auf irdisch Ding, all zeitlich Gut verschwindt gering. Darum der Mensch gar weislich thut, der allein sucht das ewge Gut. Homifugot 21. Wenn Jemand mit dir hadern will, so rath ich, daß du schweigest still, und ihm nicht hilfest auf die Bahn, da er gern wollt ein' Ursach han. Je 19 22. Eerres verließ sich auf sein Heer, darüb'r ward er geschlagen sehr. So du, mußt kriegen, Gott vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 23. Ye läng'r, je mehr kehr dich zu Gott, daß du nicht kriegst des Teufels Spott. Der Mensch ein'n solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. 24. 3ier all dein Thun mit Redlichkeit; bedenk zum End den letzt'n Bescheid. Denn vor gethan und nach bedacht hat Manchen in groß Leid gebracht... 81 ( Barth. Ringwaldt.) t DAT Idol tbin noch Tham ratis had ammnt 60 mensch, auf, auf zum Streit, auf, auf zum Ueberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. hun ghid ra 1 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fäll'n dich und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so biſt du hin und schon gefällt. ILDY 3. Gedenke, daß du zu der Fahn dein's Feldherrn hast geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserkoren; ja denke, daß ohn Streit und Siegniekeiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie schmählich ists, wenn ein Soldat dem Feind den Rücken kehret! Wie schändlich, wenn er seinen Stand verläßt und sich nicht wehret. Wie spöttlich, wenn er noch mit Fleiß aus Zag= Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 581 ewig nicht aus Gottes Tem= pel gehen, vielmehr drin wie ein englisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern.d thin side and 10. Wer überwindt, soll auf dem Thron mit Christo Jesu sizzen, soll glänzen, wie ein Gottessohn, und wie die Sonne blißen, ja ewig herrschen und regier'n, und immerdar den Himmel zier'n. 11. So streit denn wohl, streit keck und fühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. ( Joh. Scheffler, gen. Angelus.) Mel. Was Gott thut.bod be: 609. Auf Gott, und nicht auf heit wird dem Feind zum Preis! 5. Bind an! Der Teufel ist bald hin, die Welt wird leicht verjaget, das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, wie sehr dichs immer plaget. O ewge Schande, wenn ein Held vor diesen dreien Buben fällt. 6. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berühr'n in Ewigfeit. 7. Wer überwindt und seinen Lauf mit Ehren kann vollenden, dem wird der Herr alsbald darauf verborgnes Manna senden, ihm geben einen weißen Stein und einen neuen Namen drein. 8. Wer fiberwindt, bekommnt Gewalt, wie Christus, zu regieren, mit Macht die Völker mannigfalt in einer Schnurzuführen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn zum Feldpanier den Morgenstern. mnd und nur dig. Wer überwindt, foll meinen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig 582 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. keit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Le benszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glanbens Ehre nicht zu besiegen wäre. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ( Chr. Fürchteg. Gellert.) In eigner Melodie. ich bitte, mir gnädig, eh ichs 610.Befiehl bu beidu wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. ne Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußst du trauen, wenn dirs foll wohl ergehn; auf sein Werk mußst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen, und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten ſein. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wirklagen? Die größte Nothy hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habeverläßt mich doch im Grabe. Herrlichkeit, wie bald ist ſie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit, wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten. dn 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein guf Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 583 soll; Gottfißt im Regimente, und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm ge= bühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus ge= führet, das dich bekümmert hat. bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du; was deinen Kindern ersprieß lich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle 9. Er wird zwar eine Teufel hier wollten wider- Weile mit seinem Trost verstehn, so wird doch ohne ziehn, und thun an seinem Zweifel Gott nicht zurücke Theile, als hätt in seinem gehn. Was er sich vorgenom- Sinn er deiner sich begeben, men und was er haben will, und solltst du für und für in das muß dochs endlich kom- Angst und Nöthen schweben, men zu seinem Zweck und als frag er Nichts nach dir: Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich ents binden, da du's am Mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und DankGeschreie den Sieg und Ehrenfron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst 584 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Freuden- Psalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unser Noth, stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeitdeiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. ( Paul Gerhard.) Mel. Werde munter mein 2c. * 4. Gottesdienst, Gebet und Feier, eine mildgewöhnte Hand, Fleiß im Amt, und 611.Das, was christ reiche Steuer, Redlichkeit, lich zu Pfand, und Strafe mit Gebühr dem Verbrecher schreiben für, kann oft selbst, obwirs schon preiz sen, nicht das Christenthum beweisen. 5. Nein, es ist ein göttlich Wesen, eine geisterfüllte Kraft, von der, Welt sein auserlesen, tragen Chriſti Jüngerschaft ohne Schatten, Schaum und Spreu, zeigen, daß man himmlisch sei; der aus Gott ist neu geboren, ist zu dieser Zunft erforen. üben, nimmst du, Menschenkind, zu leicht. Ist dir Nichts zurücke blieben? hast du denn das Ziel erreicht? Traue nicht den falschen Schein, willst du nicht betrogen sein; hast du Alles wohl erwogen, dich auf Gottes Wort bezogen? dellebet, und das Aug Nichts sehen kann, wenn der Sinn nach Tugend strebet, feindet grobe Laster an, lobt die Frommen, rühmt was gut, hat im Leid gelinden Muth: sollte zu der Zahl der Frommen nicht mit Recht ein ſolcher kommen? 2. Ehrbar sein, die Lafter fliehen, davor auch ein Heid erschrickt, um den Nächsten sich bemühen, wenn daraus ein Nußen blickt, freundlich thun, den Zöllnern gleich, ſein an guten Werken reich, gibt noch keine rechten Proben, die als Heiligkeit zu loben. 3. Wenn man ohne Ta6. Seele, willst du recht erlangen, was dich Christo ähnlich macht, und nicht an dem Aeußern hangen, meid der Worte Schein und Pracht; auf das Innre wend dein Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 585 10. Findest du nun, lieber Christe, einen leeren Bilderkram, ein verblendtes Schaugerüste, drauf kein wahres Wesen kam, bist noch eitel, taub und blind, leicht zum Bösen wie der Wind, ohne Saft und Geistes Treiben: muß dein Selbstlob unterbleiben. Aug, prüfe, ob es etwas taug; durch Verleugnung mußt du gehen, willst du Gottes Reichthum sehen. 7. Wissen Gottes Sinn und Willen, folgen seinem Rath und Zucht, seinen Durst an Jesu stillen, zeigen schöne Liebesfrucht, die der Glaub von selbst gebiert, ist, was unsern Freund berührt; Buß thun, glauben, heilig leben, ist, wonach die Christen streben. 8. Glauben ist ein gro= ßes Wunder, weil es Jesum an sich zeucht, ist des neuen Lebens Zunder, eine Burg, dahin man fleucht, wenn der grimme Mosisstab wirst der Hoffnung Grund herab; da muß Christi Blut gedeihen und für uns um Hülfe schreien. 19. Ist der Glaube angezündet, riecht er wohl als eine Blum; der mit Gott sich eng verbindet, sucht nicht 11. Ach, Herr Jesu, laß uns wissen, wie man dir gefallen soll; mach uns Guts zu thun befliſsen, und der wahren Frommheit voll; dein heilwerther Ruf und Zug uns entdecke den Betrug, da viel Tausend sich bethören, meinen, daß sie dein gehören. 12. Geuß den Geist in unsre Seelen durch das Wort, so feurig ist, uns vom Irrthum los zu zählen der vom Fleisch verborgnen List; prüf, und siehe, wie es steh, daß kein Schäflein untergeh; laß das Urtheil einst erschallen, daß wir dir recht wohl Ruhm und Eigenthum; gefallen.( Joh. R. Hedinger.) brennt vor Liebe niedrig, treu;= un trägt vor kleinster Sünde Mel. Lobet den Herrn, den.d Scheu; steht vor Gott ganz 612.Chrifte, mein Le aufgedecket, da ein ben, Hofsich verstecket. tisti fen, mein Glauben, mein 586 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Wallen und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen. Nichte den Sinn, treuer Welt- Heiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor Allen: 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben, ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben. Nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, Keinen wird kränken mein Leben. 3. Eines, das nöthig, laß mächtig vor Allem bestehen: Ruhe der Seelen; laß Alles, was eitel, vergehen. Einzige Lust ist mir nun ferner bewußt, Christus, mir ewig ersehen. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren so, daß das Leben ich heilig und selig mag führen. Gib du den Geist, reiche was göttlich nur heißt, anders die Seele zu zieren. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich an hangen! Eile zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Verlangen. Von dir Nichts mehr, Heiland, ich jego begehr, nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht willst tragen. Alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein. Lebt man nur Christo gemein, der wirds wohl können verjagen. 7. Ei nun so will ich auch immer und ewiglich haffen Bürden, die Christum, das Kleinod nicht in sich einfas sen. Er soll mir sein Reichthum und Alles allein. Gott, Gott, wer wollte dich lassen! ( Joh. Wilh. Kellnerv. Zinnendorf.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. du die Liebe 613.Delber bist und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest: o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht Andrer Wohlfahrt freun, noch menschenfreundlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 587 Menschen Segen. Dir folg- keit und Treue nicht versaten Lieb und Freundlichkeit gen. auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwere Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf des Himmels Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du, auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen; erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlich 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürchterlich, und meine Seeleneige sich zu des Bedrängten Fle= hen, so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. ( Chr. Chr. Sturm.) Mel. O( Herr) Jesu Christ, meins. * * 614. CH rneure mich, vewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet ſein. 2. Ertödt in mir des Fleisches Lust, und nimm hinweg den Sündenwust. Bewaffne mich mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist, ein willig Opfer willst ja du, und altes Fleisch taugt nicht dazu. uri' nis uis) zim 588 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 4. Mach in mir das Gedächtnißneu, daß es auf dich gerichtet sei, und was dahinten ist, vergeß, und stündlich Christi Tod ermeß. 5. Des Fleisches Willen tödt in mir, und mach ihn unterthänig dir; durch deine Liebe treib ihn an, zu gehn auf deiner Lebensbahn. b * 16. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne deinen Willen nicht, so leuchte du, o Gott, allein in dem Verstand mit deinem Schein. 7. Mach in mir das Gewissen rein und laß es abgewaschensein: so kann ich dann durch deinen Sohn mit Freuden stehn vor deinem Thron. 8. Auf dich laß meine Sinne gehn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freuden hör, mein Herz nach ihm in Allem fehr. 1949. Gib, daß ich finde deine Kraft, und schmecke deiner Güte Saft; laß mich dein freundlich AngesichtmitFrenden sehn in deinem Licht. 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es mir sein ein'n Geruch, der Leben, Kraft und Süßigkeit in meiner Seelen Kräfte streut. nolin jun 11. Und weil du voller Güte bist, die schmeckend und erfreulich ist, so gib, daß ich dich fühl in mir, und ganz umschlossen sei von dir. Int 12. Und wie ich von mir selbst Nichts kann, so treib durch deinen Geist mich an, daß er in mir das Ruder führ, Geist, Seel, Herz, Sinn und Mund regier. end the 13. Wie dieses ohne Glauben nicht in mir kann wer= den ausgericht't, der Glaub auch ohn dies nicht besteht, wo er nicht in die Werke geht: 1914. So wirke, Herr, durch deinen Geist den Glauben, der sich kräftig weist, und inein neues Wesendringt, und seine Lebensfrüchte bringt. 15. In Allem, o Herr Jesu Christ, laß mich mit Kraft sein ausgerüst't, zu fechten wider Fleisch und Blut, und nimm mich unter deine Hut. 16. So acht ich nicht des Teufels List, der jegund voller Grimmes ist. Ich bleib Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 589 im Sieg, in dir will ich, mein mich geschwinde, und meine Jesu, leben ewiglich. Seel erfrischet sich. Der Niet dai( 3oh. Fr. Ruopp.) 19dbior adition and th In eigner Melodie. 35 615 Der Höchstesorgt für mich; denn er hat mir das Leben und, was ich bin, gegeben. Er hat mich auch erhalten. So laß ich ihn denn walten, und traue ihm wahrhaftiglich. Der Höchste sorgt für mich. 2. Der Höchste sorgt für mich! Als ich getaufet worden, da trat ich in den Orden, für den Gottselber wa= chet. Drum was mich glücklich machet, das gibt er mir genädiglich. Der Höchste ſorgt 2. 3. Der Höchste sorgt für mich! Er gibt mir manchen Segen, und Kleider anzu= legen; auch meine ärgsten Feinde, die werden meine Freunde, derhalben denk ich freudiglich: der Höchste zc. 4. Der Höchste sorgt für mich! Wenn mich der Hunger drücket, werd ich durch ihn erquicket, und wenn ich Durst empfinde, so tränkt er 25. Der Höchste ſorgt für mich! Bei so gestalten Sachen kann mich Nichts trau= rig machen. Sollt ich wo Noth empfinden von wegen meiner Sünden, so heißts auch hier verhoffentlich: der Höchste zc. 6. Der Höchste sorgt für mich! Er redt mit mir im Worte, und wenn ich hier und dorte in Aengsten zu ihm trete, so hört er mein Gebete, sein Vaterherz erweichet sich. Der Höchste ic. 7. Der Höchste sorgt für mich! Und sorgt er denn im Leben, so wird er mich darneben auch auf der TodesStraßen nicht aus der Sorgfalt lassen, und also sprech ich ewiglich: Der Höchste xc. 8. Der Höchste sorgt für mich! Wer weiß, was wir für Gaben noch zu gewarten haben? Wills Gott, ich wills erfahren nach wenig Zeit und Jahren. Gott helfe mirs genädiglich: der Höchste sorgt für mich! 10 mis as dior 590 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 616. Mel. Es ist gewißlich an der. ie Liebe ist die erste Pflicht, dazu uns Gott verbindet, der erste Strahl vom Glaubenslicht, dabei man Ruhe findet. Die allerleichtste Schuldigkeit, die nicht beschwert, die nur erfreut und uns Gott ähnlich machet. hun 2. Der Gott der Liebe fordert sie, du sollst von Herzen lieben. Das macht dir, Mensch, ja keine Müh, ein Säugling kann sie üben. Ach, frage doch ein kleines Kind, ob es im Lieben Lasten findt, es wird dich recht beschämen. 3. Ist Gott denn nicht der Liebe werth? der dich zuerst geliebet, und der von uns nicht mehr begehrt, als daß man sich ergibet, und ihn von Herzen wieder liebt, und sich, als Kind im Folgen übt: bedenk es, armer Sünder! 4. Gott hat das allernächste Recht an unsre erste Liebe; er gibt den Sohn, der wird ein Knecht, sind das nicht Liebes- Triebe? Der eingeborne Gottes Sohn wird selbst ein Mensch, wird = Erd und Thon; er stirbt für seine Feinde. 5. Für dieses Lieben will er nun, daß wir ihn wieder lieben, als Kinder auch recht kindlich thun, den Vater nicht betrüben. Mensch, diese Fordrung ist gerecht; denn bist du Kind, und nicht ein Knecht, so wirst du findlich lieben. 6. Das ist dem Herzen keine Last, nein, das kann Niemand sagen; hingegen, wer Gott flieht und haßt, der macht sich Last und Plagen. Die Liebe Gottes kann erfreun, da ist nicht Furcht, nicht Angst, nicht Pein, nein lauter Heil und Freude. 7. Nun, Herr, hier ist mein ganzes Herz, hier meine ganze Seele! Du großer Gott, stillst meinen Schmerz, den ich dir nicht verhehle. Hier hast du Hand und Mund und Sinn, ach nimm mich ganz in Liebe hin zu einem Liebesopfer! 8. Hilf, daß ich in der Liebe treu, und ganz dein sei und bleibe, und immer voller Liebe sei, die mich beständig treibe. Es sei dir Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 591 hiermit zugesagt, und Alles, keiten uns Sterbliche zu lei= Alles dran gewagt, dich, ten, wird ewig dein Vergnümeinen Gott, zu lieben. gen sein. 9. Gib mir, o Herr, dazu die Kraft, gib Wollen und Vollbringen; gib deinenGeist, der Alles schafft; laß mich die Liebe dringen, daß ich auch deinen Willen thu, als Kind in deinen Armen ruh und dir gehorsam werde. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Va= ter, bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen. Nimm alle Härte von mir hin. 10. Erhalt in mir durch deinen Geist die reinen Liebestriebe. Daß sich mein Glaube thätig weist durch wahre Nächstenliebe. So 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohl zu thun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, der kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. wird dein Wort an mir ge= 5. Erhalt in mir die schehn. Ich werde dich einst selber sehn, dich sehn, o Gott, die Liebe. Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. ( Joh. Chr. Schlipalius.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. aller Men= 617. Dhen Bater, Werken laß mich die Hoff6. Zum Fleiß in guten nung stärken: Vor dir dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. misd du gütigster Berather in Allem, was uns drückt: was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen, du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Selig 7. Laß mich hier reichlich säen. Denn, Herr was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit! Wer hier gern hilft 592 Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. und gibet und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. ( Phil. Friedr. Hiller.) Mel. Ermuntre dich mein schwacher. 618. u bist ein DH Mensch, das weißst du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst, wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden. 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinen Dichten auch nicht ein einges kleines Haar in aller Welt ausrichten! Und dient dein Gram sonst nirgends zu, als das du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du nun thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Wer hat gesorgt, da deine Seel im Anfang deiner Tage noch in der Mutter Leibeshöhl und finstrem Kerker lage? Wer hat allda dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, da Geist und Sinn und Leben dir ward ins Herz gege= ben? 5. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hier und dort, ein' jed an ihre Stell und Ort, wer seßte hin und wieder so viele schöne Glieder? 6. Wo war dein Herz, Will und Verstand, als sich des Himmels Decken erstreckten über See und Land und aller Erden Ecken? Wer brachte Sonn und Mond herfür? Wer machte Kräuter, Bäum und Thier und hieß sie deinen Willen und Herzenslust erfüllen? 7. Heb auf dein Haupt, schauüberall, hier unten und Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 593 Mensch, kein Rath, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. pode dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall für dich sich hat erhoben: dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, als du famest. 8. Die Windeln, die dich allgemach umfingen in der Wiegen, dein Bettlein, Kammer, Stub und Dach, und wo du solltest liegen, das war ja Alles zugericht't, eh als dein Aug und Angesicht eröffnet ward und sahe, was in der Welt geschahe. 9. Noch dennoch soll dein Angesicht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als was dein Augen spüren; was du beginnst, das soll allein dein Kopf, dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft, mit Händen zu erjagen; hingegen wie so manches Mal ist doch ge= schehn, was überall kein 11. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kommen, da dein ver= blendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem du's angefangen, du wärst zu Grunde gangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren; erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still und thut doch, was uns nüßet; da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten fizet, sucht hier und da und findet Nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. bin 38 594 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 14. Gott aber geht ge- was Freude kann vermehrade fort auf seinen weisen ren, so wird doch wahrlich Wegen; er geht und bringt das geschehn, was Gott, dein uns an den Port, da Sturm Vater, ausersehn; was er und Wind sich legen. Her zu dir will fehren, daß wird nachmals, wenn das Werk kein Mensch nicht wehren. geschehn, so kann der Mensch alsdann erst sehn, was der, der ihn regieret, in seinem Rath geführet. 15. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth und laß von Sorg und Grämen; Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehEr fanns nicht laffen, glaube mir, sein Eingeweid ist gegen dir und uns hier allzusammen voll allzu füßer Flammen. men. 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Va= ters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. ( Paul Gerhard.) Mel. Kommt her zu mir. 16. Er hißt und brennt 619. Duliebst, o Gott, Gerechtigkeit vor Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie ſeinem Muth zu Muthe fei, wenn wir uns oftmals tränken mit ſo vergebner Sorgen Bürd, als ob er uns nun gänzlich würd aus lauterm Zorn und Hassen ganz hülfund trostlos lassen. und hasfest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. 17. Das schlag hinweg und laß dich nicht so jämmerlich bethören; obgleich nicht allzeit das geschicht, 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 595 um Gewinn des Nächsten Mel. O Gott, du frommer Gott. Recht zu kränken. 620.D jagt: 3d 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? u Ich bin ein Chrift! Wohlan, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nämlich ein guter Christ. 4. Nie seufze Jemand wider mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. ( Nach Friedr. Phil. Hiller.) 2. Du sagst: Ich bin ein Christ! Der ists, der Jesum kennet und seinen Gott und Herrnihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot; thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du sagst: Ich bin ein Christ! Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was gut ist, mit Ernst das Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst, ich bin ein Christ; denn ich bin ja be= sprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget. Ja wohl! Haft aber du gehalten auch den 38* 596 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Bund, den du mit Gott ge- recht besteht, nur lauter Heumacht in jener Gnadenstund? chelschein. 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du hast versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 9. Du sagst: Ich bin ein Christ! Ich laß mich speis'n und tränken mit dem, was Christus mir im Abendmahl will schenken. Wohl, aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut. 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, weil Gottes Wort und Lehre, ohn allen Menschentand, ich fleißig les und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht ders hört, sondern thut, der ist bei Gott geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Chrift! Ich beichte meine Sünden und laß beim Beicht stuhl mich auch öftermalen finden. Findt aber sich, mein Freund ich bitte, sag es mir nach abgelegter Beicht die Beßrung auch bei dir? 8. Ach du bleibst nach wie vor, dein Worte, Werk und Sinnen wird oftmals ärger noch; dein Vorsaß und Be= ginnen geht nach dem alten Trieb, und was noch gut foll sein, ist, wenn mans 10. Du sagst: Ich bin ein Christ! Ich bete, les und singe, ich geh ins Gottes= Haus, sind das nicht gute Dinge? Sie sind es, aber wenn sie werden so verricht't, daß Gott auch stets dabei ein reines Herze kriegt. 11. Du sagst: Ich bin ein Christ! Ich kann dirs nicht gestehen, es sei denn, daß ichs werd aus deinem Wandel sehen. Wer sagt und rühmet, daß er Christo angehör und auch sein Jünger sei, muß wandeln gleich wie er. 12. Bist du ein solcher Christ, so mußt du sein ge= sinnet, wie Jesus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüthig bist von Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 597 nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Herzen, wie der Herr, so sag: du ſeist ein Christ. 13. So lang ich aber noch an dir erseh und spüre, daß Stolz und Uebermuth Mel. O daß ich tausend Zungen. dein Sinn und Herz regiere; 621. Du Bater beiwenn ner an der Sanftmuth Stell, sich zeiget Haß und Neid, so bist du ganz gewiß vom Christenthum sehr weit. 14. Sagst du: ich bin ein Christ und rühmst dich deß mit Freuden, thust aber du auch mehr als andre kluge Heiden? Ach öfters nicht so viel, als Gutes sie gethan; sie werden dorten dich gewißlich klagen an. is 15. Sag nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Die Wort find nicht genug; ein Christ muß ohne Schein das, was er wird genannt, im Wesen selbsten sein. 16. Ach, mein Gott, gib Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, und nicht nur so zu heißen. Denn welcher Nam und That nicht hat und führt zugleich, der kommet ( Joh. Adam Haßlocher.) I tistichnurthe schenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch jedem Sünder noch gütig und voll Mitleid ist; laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften ſein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibſt. Was dir gefällt, gefall auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, das ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur.d 4. Laß mich um deines Namens Willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, 598 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. erfüllen, so sich auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutſam ſein. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt und weislich müßt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben! Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit! ( Benj. Schmolck.) gesheld, voll Geist, voll Kraft und Stärke verleugnet sich, bezwingt die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und äußerlich mit Teufel, Welt und Sünden und kann doch überwinden. 2. Ich habe mich vorlängst gequält und gab auch schier verloren, bis Gott mich zu der Zahl gezählt, die er aus sich geboren. Wer will die Kraft, die Alles schafft, und Christi Macht ergründen, dadurch wir überwinden! 3. Ich sprach: Ich bin ein schwaches Kind, wie alle Menschenkinder, das in sich kein Vermögen findt, ich bin ein armer Sünder. Ach Gott, gib Rath, gib Will'n und That und laß mich Gnade finden, so kann ich überwinden. 4. Ich war ein Mensch voll Eigensinn, voll Eigenlieb und Ehre, ich lebte nach den Lüsten hin und nicht nach Christi Lehre. Doch Gott sei Ehr, ich bins nicht mehr, ich streite mit den Mel. Was Gott thut. 622.& in Christ, ein Sünden, die will ich übertapfrer Krie= winden. bisiput Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 599 9. Der Teufel in der Löwenhaut will meine Seele schrecken; Gott wird das Küchlein, seine Braut mit Allmachtsflügeln decken. Iſt er erbost, ich bin getrost. Gott kann den Satan binden und ich kann überwinden. 5. Kommt mir die alte Bosheit ein und will noch lieblich schmecken, soll Jesu Leiden, Kreuz und Bein mich heilsamlich erschrecken. Die süße Lust in meiner Brust, die liebsten Busensünden, die will ich überwinden. 6. Will Menschenfurcht und Menschengunst Leid oder Freude machen, so herz ich die verschmähte Kunst, verachte Drohen, Lachen. Ihr Haß und Gunst ist lauter Dunst und Blätter auf den Linden; drum will ich überwinden. 7. Leb ich in steter Traurigkeit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit, ich habe Gott gefunden! Der tröstet mich gar süßiglich, der kann den Schmerz verbinden und ich will überwinden. 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn befördert mich zu Ehren. Sie muß an meiner Ehrenkron, die Edelsteine mehren. Wenn wider mich blutdürftiglich viel hundert Tausend stünden, so wollt ich überwinden. 10. Will er in falscher Heiligkeit sich als ein Engel stellen und sucht durch zugelaßne Freud den schwachen Tritt zu fällen; erblick ich nur die Schlangenspur und geh nicht wie die Blinden, so kann ich überwinden. 11. Ja, muß ich mit dem höchsten Pfand, mit Gott, wie Jakob, ringen, so will ich durch die Glaubenshand den Allerstärksten zwingen. Kann ich zur Stund aus seinem Mund nicht bald den Trost empfinden, noch will ich überwinden. 12. Hält mir mein Gott die Augen zu, kann ich nicht weiter sehen, als was ich gegenwärtig thu, so laß ichs gern geschehen. Kommt die Vernunft mit ihrer Zunft in ausgeschmückten Grün 600 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. den, dann muß ich überwinden. brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was Niewand verspüret, was Niemand berühret, hat ihre er= leuchtete Sinne gezieret, und sie zur der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, der Zierath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen in güldenen Stücken gekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder, und tragen das Bilde des Irdischen auch; sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie In eigner Melodie. 623.Es glänzet ber vor Andernnichts Sonderlichs Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne vermachen, nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 190 ap 13. Mir geht der Tod nicht bitter ein, ich bin schon längst gestorben, er soll recht zuckersüße sein, das Haus wird nur verdorben. Gott muß den Gast der Erdenlast auf solche Art entbinden, das hilft mir überwinden. 14. Bisher hab ich mich selbst bekriegt und hatte viel zu schaffen. Gott Lob, die Welt ist bald besiegt mit meinen Glaubenswaffen; ich lieg im Sarg und bin doch start, vergesse was dahinten, will Alles überwinden. 15. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, ich soll nur tapfer kämpfen. Drumbleibt mein Arm stets ausgestreckt, mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unverzagt und frisch gewagt, ich seh die Krone binden, drum will ich überwinden. * Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 601 4. Doch innerlich sind sie ewig floriren, den Himmel aus göttlichem Stamme, die als prächtige Lichter auszieGott durch sein mächtig ren; da wird man die Freude Wort selber gezeugt, ein gar offenbar spüren. Funke und Flämmlein aus ho7. Frohlocke, du Erde, und göttlicher Flamme, die oben jauchzet, ihr Hügel, dieweil Jerusalem freundlich ge- du den göttlichen Samen gefängt. Die Engel sind Brü- neußt; denn das ist Jehova der, die ihre Loblieder mit sein göttliches Siegel, zum ihnen gar freundlich und Zeugniß, daß er dir noch lieblich absingen; das muß Segen verheißt. Du sollst denn ganz herrlich, ganz noch mit ihnen aufs prächprächtig erklingen. tigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet; wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den änßeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 8. Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heilige Zierde der inneren Welt, gib, daß wir die heimlichen Wege erwählen, wenngleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. 168 so( Chr. Friedr. Richter.) vor stor stebi? In eigner Melodie. Trof koſtet viel, 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, so werden e mit ihm, als Götter der 624.ein Christ su zu Erden, auch herrlich erschei= nen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Denn 602 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, das machts noch nicht:: 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden, der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn?:,: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen, da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit:: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich stets hier aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht't:: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht in großem Lichte, wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schöne 6. Da gibt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat geſpüret, sie frönet es mit ihrem Perlenkranz, und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war:: 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gege= ben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch. Wie lieblich wird es doch mit Jeſu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein:,: 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Be= denke, was für Kraft uns macht:: dal baiat m Gott verheißen. Wie gut Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 603 nicht satt kann werden. Wenn mir mein Gott die Nothdurft gibt, so hab ich gnug auf Erden. Es bleibt Mel. Was Gott thut, das ist. 625.Es traure, wer das Geld doch in der Welt, da trauren kann, ich mag mich nicht benur ein vergnügtes Herze steigt bis zur Himmelskerze. trüben. Mein Kummer ist 5. Es traure gleich die schon abgethan und in die Luft geschrieben. Weg Angst und Schmerz! Hier ist ein Herz, das in den Rosen lieget, weil es in Gott vergnüget. ganze Welt! Ich will allein mich freuen; wer sich an Gottes Freundschaft hält, den wird es nimmer reuen. Die beste Lust ist dem bewußt, der alle Traurigkeiten, kann mit Geduld bestreiten. ( Benj. Schmold.) wird sich es nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun:: ( Chr. Friedr. Richter.) -it 2. Es traure, wer von Gott nicht weiß und blos die Welt erkoren. Wer hier nur sucht sein Paradeis, hat jeMel. Es fostet viel ein. nes schon verloren. Doch# 626.Es ist nicht das erfreut, wenn in der Zeit man schon den Himmel schmecket, der uns zum Ziel gestecket. schwer, Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes le= ben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 3. Es traure, wer nicht glauben kann, daß Gott die Schuld vergibet. Mein Glaube siehet Christum an, so bin ich unbetrübet; schreckt mich der Fluch in Gottes Buch, er ist mit Blut durchstrichen und ich mit Gott verglichen. 4. Es traure, wer den Mammon liebt, wenn er 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein'; das kleinste Kind kann ja die Mutter 604 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. thun; vor feinem Sturm und Wind darfst du er= schrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: es ist nicht schwer. de 13. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott, macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du ge= glaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. D Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so selig ist.ne 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und. plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Besitz dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner so siehe nur, daß du dein Herze stärkeſt,* 627.Fion, fahre In eigner Melodie. ahre fort so wirds gewiß mit ſeiner Hülf erfreut zu seiner Zeit. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; dein Vater wird nichts schlimmes mit dir fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort:: NODAR 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu erge= ben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getroft und fühn allein auf ihn. ( Christ. Friedr. Richter.) Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 605 als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür:,: 12. Leide dich:,: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone: Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich:,: 7. Halte aus:: Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus.:; 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte Nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Drachen; Zion, wenn sie ( Joh. Eusebius Schmidt.) Mel. O Gott, du frommer. dir viel Lust verspricht, folge 628. Gib mir ein nicht:: fröhlich 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides das, was frumm und schlecht, prüfe recht:: 5. Dringe ein: Zion dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; ſei nicht, wie die Andern, todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein:,: no6. Brich herfür:,: Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in der schafft, der du Geber aller Gaben, und laß mich meine Lust an deinem Worte haben, so bin ich ganz vergnügt, so ist kein Trauergeist, der dich, mein lieber Gott, aus meiner Seele reißt. 2. Gib mir ein fröhlich Herz im Wünschen und Ver= langen; laß meine Zuversichtan dir beständig hangen; und blicke mich mit Trost in meiner Hoffnung an, daß sie in deiner Huld vor Anker liegen kann. 3. Gib mir ein fröhlich Herz, so oft ich vor dich trete und durch des Geistes Ruf mein Vater- Unser" bete; 606 Bom christl. Leben und Wandel überhaupt. doch deinem Willen bleibt mein Wille heimgestellt. Gib nur, was dir beliebt und was mir selig fällt. Ach, daß ich heute nicht von hinnen scheiden kann! 8. Gib mir ein fröhlich Herz; das wirst du mir auch geben. Ich will an dir mein Gott, wie eine Klette kleben. So werf ich ganz getrost das Trauren hinterwärts und fage noch einmal: Gib mir ein fröhlich Herz. 4. Gib mir ein fröhlich Herz bei Kümmerniß und Sorgen. Du sorgest ja für mich und dir ist unverborgen, was meiner Seelen gut, was meinem Leibe dient, du weißt die Mittel auch, wodurch mein Glücke grünt. ( Erdmann Neumeister.) Mel. O Gott, du frommer Gott. o 5. Gib mir ein fröhlich 629 Gib mir, Gott, Herz, wenn ich in Unschuld leide. Kränkt mich die falsche Welt mit unverdientem Nei= de, so bleib ich doch getrost. Du bist mein bester Freund, ders ewig treu und gut mit meiner Wohlfahrt meint. ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 6. Gib mir ein fröhlich Herz bei nassen Trauertagen und laß mich mit Geduld die Last derselben tragen. Auf Ungewitter folgt doch wieder Sonnenschein, so wird mir auch das Kreuz voll Frucht und Segen sein. 7. Gib mir ein fröhlich Herz, wenn ich auch endlich sterbe. Der Tod ist mein Gewinn, weil ich das Leben erbe. Im Himmel gehn auch erst die rechten Freuden an. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen von dem, was du mir gibst, ihm hilfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein GottesDienst. Auch unbemerktvon ihnen, muß Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 607 nicht erst Dank zu milder sehen. Noch stärker müſſe Wohlthat an; nein, was ich mich sein ewig Glück erfreun Brüdern thu, das sei dir, und ihm zum Seelenheil Gott, gethan. mein Herz behülflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seinen Fleischeswer= ken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen ſein. is18 4. Gin Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsuchtfränke nie mein Mund des Nächsten Ruh; er rübme sein Verdienst, deck seine Fehlerzu. 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst:„ Ich will vergelten." Drum laß mich)* 630. Fus ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Herr, nicht schicke deine. Folget mir, ruft stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. das Leben, was ihr bittet, will ich geben, gehet nur den rechten Steg; folget, ich bin selbst der Weg. Folget mir von ganzem Herzen, ich benehm euch alle Schmerzen; lernet von mir insgemein fanft und reich von Demuth sein. 1190 d 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten 608 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 2. Ja, Herr Jesu, dein Begehren, sollt ich billig dir gewähren, weil ich weiß, daß der kein Christ unter uns zu nennen ist, der sich gleichsam pflegt zu schämen, deine Last auf sich zu nehmen; ach, ich weiß es gar zu wohl, daß man dir nachwandeln soll. Leben nach dem Sterben uns will geben, folget Niemand mit der That, ob mans gleich versprochen hat. 6. Aber, Herr, ich will nicht lassen, dich mit Freuden zu umfassen; hilf nur gnädig, stärke mich, steif und fest zu halten dich. Jener Wege laß ich fahren, nur mit dir will ich mich paaren; Jener Wege sind Betrug, wer dir folget, der ist klug. 3. Aber, Herr, wo find ich Stärke, zu vollbringen gute Werke, dir mit Lust zu folgen nach? Ach, mein Gott, ich bin zu schwach. Geh ich schon auf guten Wegen, muß 7. Du bist vor uns herich bald mich niederlegen; dich zu lieben, o mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Zwar mein Geist wird oft bewogen, aber bald durchs Fleisch betrogen, wenn die Wollust trittherfür, freundlich rufend: Folge mir! Ehr und Pracht sammt andern Sachen wollen dich zum Herren machen; Geiz und Ungerechtigkeit kommen auch zu diesem Streit. gegangen, nicht mit großem Stolz und Prangen, nicht mit Hader, Zank und Streit, sondern mit Barmherzigkeit. Gib, daß wir, als Hausgenosfen dir zu folgen unverdrossen, wandeln in der Tugendbahn, wie du haft vor uns gethan. 8. Herr, wie bist du doch gelaufen unter jenem schnöden Haufen, damals als der Sünden Macht dich hat an das Kreuz gebracht, und ein übergroße Liebe dich für uns zu sterben triebe, da dein theur vergoßnes Blut uns erwarb das höchste Gut. 9.Laß uns auch in solchen 5. Ach, wie seh ich doch ein Rennen nach den Gütern, die wir kennen. Liebet doch die schnöde Welt nur den Reichthum und das Geld; und dem Herren, der das Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 609 Schranken christlich laufen baden und mit Elend sich sonder Wanken, daß uns beladen, da dann laufend Lieb und Freundlichkeit fest Jedermann gar zu schleunig verknüpf in dieser Zeit. Nie- fallen kann. mand seh in diesem Stücke, wohl zu leben, hier zurücke. Christus gehet vor uns her; folget, das ist sein Begehr. 10. Jesus, du mein Licht und Leben, deine Schritte find ganz eben, und die Tapfen deiner Füß halt ich über Honig süß. Hilf, daß ich im Koth der Sünden meinen Gang nie lasse finden; zeig, Herr, deinem armen Knecht alle Steg und Wege recht. 13. Laß mir doch mein Ziel auf Erden nicht zu schnell verrücket werden, daß ich ja das Gnadenlicht in der Zeit verliere nicht. Gib, daß ich von meiner Jugend bis ins Alter mir die Tugend recht von Herzen, nicht zum Schein, hoch laß angelegen sein. 1100 11. Laßmich deine Gnade spüren, meinen Tritt also zu führen, daß ich in der Unschuld geh und nicht bei den Spöttern steh. Hilf, daß ich nicht nur in Frenden, sondern auch in Kreuz und 14. Hilf mir, Herr, vor allen Dingen, meinen Lauf also vollbringen, daß ich mich in deiner Lieb und der wahren Demuth üb; hilf, daß ich dir hier vertraue, und dich dort mit Frenden schane. Jenes gib mir in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. Leiden durch so manchen* 631.6 bene Kampf und Streit dir zu folgen ſei bereit. ( Joh. Rist.) Mel. Liebster Jesu wir sind hier. ott, du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet. Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, so= dann werd ich Alles haben. 2. Ach, ich bin lebendig 39 12. Laß mich, Herr, doch nicht verdrießen, Angst und Trübsal zu genießen, weil man weiß, daß diese Bahn, ein rechter Unglücksplan, da man muß in Dornen 610 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. tødt und zum Guten ganz verloren. Heilger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neugeboren; denn das Fleisch ist mein Verderben und kann nicht den Himmel erben. 3. Treibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Gedanken. Dämpfe das, was Gott veracht't, halte die Vernunft in Schranken, daß ich anders nicht, als gerne, selbst von dir die Weisheit lerne. 4. Was mein Herze dicht't und tracht't, ist von Jugend auf nur böse; aber hilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse, und zu allen guten Dingen gib mir und ich die Rebe, daß ich ganz in Jesu lebe. 6. Pflanze mich daselbst in ihn als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe; er sei Stock 7. Hierzu bitt ich diese drei: Glauben, Hoffnung und die Liebe; steh auch sonst mir also bei, daß kein Teufel mich betrübe. Gib mir Demuth, Fried und Freude, und auch Sanftmuth, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilen gar Nichts sagen, hilf mir beten, wie ich soll, hilf mir auch mein Kreuze tragen. Wenn es Zeit ist, hilf mir sterben und dabei den Himmel erben. ( Kasp. Neumann.) Mel. Wachet auf, ruft uns. Wollen und Vollbringen. 632. Heiliger Jesu, 5. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu und Schmerz über meine Sünden fränke; doch nach den betrübten Stunden führe mich in Jesu Wunden. Quelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit, aller Glanz der Cherubinen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir! Ach, bilde mich nach dir! Du mein Alles! Jeſu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. O stiller Jesu, wie STA Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 611 Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du. d 5. Du sanfter Jesu warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann deine Sanftmuth messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als den du hattst um's Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmuth und dabei guten Eifer. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig ſei wie du. dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind, fromm und stille! Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 3. Wachsamer Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und haft gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. Jeſu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich auch wachsam sei wie du. 4. Gütiger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Sonnenglanz der scheinet Allen, dein Regen muß auf Alle fallen, ob sie dir gleich undankbar seind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. 6. Würdigster Jeſu, Ehren- König, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering und wandeltst ganz ertieft auf Erden in Demuth und in KnechtsGeberden, erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demuth lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei wie du. 7. O keuscher Jeſu, all dein Wesen war züchtig, keusch und außerlesen, von tugendvoller Sittsamkeit. Gedanken, Reden, Glieder, Sinnen, Gebärden, Kleidung und Beginnen war voller 39* 612 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. lauter Züchtigkeit. O mein Immanuel, mach mir Geiſt, 633. HGnadenMel. Herr Christ, der einig. d err in Jeſu, Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein wie du. 8. Mäßiger Jesu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Durst und Hunger dir zustillen, war, statt der Kost, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit. Herr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets nüchtern ſei wie du. 9. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in Allem dir recht eben und deinem heilgen Vorbildgleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubens- Früchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu, ei nu, laß mich, wie du und wo du bist einst finden Ruh. ( Barthol. Crasfelius.) du sonne, wahrhaftes Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfrenen und meinen Geist erneuen! Mein Gott, versag mirs nicht. imidum Hist. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden, und hilf genädiglich, daß deine Friedensgaben mein armes Herze laben. Ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adams= sinn, und laß mich dich erwählen, daß ich mich fünftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein geheiligt Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe, zu Truß der Höllenpfort. 5. Durch deinen Geist mich stärke zu freuzigen in mir Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 613 Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich:„ Vater"! zu dem Höchsten fagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der, wie du, ver= gibet und Feinde liebet. des Fleisches Lust und Werke, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleihmir Kraft und Muth, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen, ist böse und nicht gut.fi 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu. Gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. ( Laurentius Schnüffis.) Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 634.5 err, mein Versöhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der der Rachgier Samen. 614 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 1967. Wenn Andre sich an mir worin vergehen, so lehre 635. mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen aufs Neue das GedächtnißjenerSchmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanft muth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz ge= Iaffen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein gan= zes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Du schüßest den, der 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. ( Joh. Sam. Diterich.) Mel. Kommt her zn mir.d err, meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich ſoll, den größten Eifer lenken. 635. H 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, welch Glück hast du ihr zugedacht, wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu ſein, und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 615 vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. ( Joh. Sam. Diterich.) deiner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zweck! Laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse it, bleibt 636. Hwilift, la mir nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. Mel. Was mein Gott will das. err, was du laß geschehn, ich schweb in deinen Händen; wozu du mich haft ausersehn, dabei mag es bewenden. Ich weiß, du hast des Lebens Last mir richtig abgemessen; doch meinen Theil an Glück und Heil wirst du auch nicht vergessen. 7. Gib, daß ich mich dir ganz ergeb, und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 2. Herr, wie du willst, regiere mich! Denn du bist gut und weise, und, wenn ich falle, zeige dich zu deines Namens Preise. Geh mit mir nicht in dein Gericht. Ach, mich verdammt die Sünde! Doch schafft dein Tod, daß diese Noth ich gläubig überwinde. 3. Herr weil du willst, zeuch meinen Sinn von allem Heuchelwesen, daß ich nicht der zum Scheine bin, dazu du mich erlesen. Hilf, daß mein Feind auch sanft erscheint, und deinen Rath bedenket, so werden wir 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt, wie Nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! Schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach 616 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. gewiß von dir mit Lieb und Trost getränket. 4. Herr, wenn du willst, so nimm mich auf aus diesem Jammerstande. Geduld und Glauben sei mein Lauf zu jenem Lebenslande. Bricht mir das Herz, so laß den Schmerz auf deinemSchooße sterben und mich zugleich dein selig Reich nach deinem Willen erben.( 3. D.) schätzen deine Gaben, die Andre, Herr, von deiner Güte haben; es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle und wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte, denn du hast selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 4. Laß mich aufrichtig 5. Laß mich, mein Heiland immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. ( Gottfr. Hoffmann.) 300 Mel. Herzliebster Jesu, was hast. Mel. Was mein Gott will das. ilf mir, mein 637. ilf, Jefu, bak 638. Hott, hilf, ich meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verleumde noch durch falsche Ränke sein Wohlsein kränke. daß nach dir von Herzen mich verlange; und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich, in meiner Angst bald finde, gib mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe; vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten. Die Händ allzeit laß sein bereit, dem Dürftigen zu rathen. Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 617 3. Die Lust des Fleisches Ehrgeiz werd verführet. dämpf in mir, daß sie nicht Leichtfertigkeit, Haß, Zank überwinde. und Neid, laß in mir nicht verbleiben; verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst ferne von mir treiben. Rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Herz'n anzünde, daß ich in Noth, bis in den Tod, dich und dein Wort bekenne; und mich kein Truß noch eigen Nuß von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmuth ziere; auch alle Hoffahrt von mir nimm, zur Demuth mich anführe; was sich noch findt von alter Sünd, laß mich hinfort ablegen. Trost, Fried und Freud laß jederzeit sich in mir Armen regen. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald, Beständig keit ist's Beste. Den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket. Speis ab den Leib, doch daß er bleib von Geilheit unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret. Daß ich auch nicht durch Heuchelei und 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete; dem Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete; dien Jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide, nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von hinnen scheide. ( Joh. Heermann.) Mel. Ich hab in Gottes Herz. 639. Hier ist mein Herr, nimm es hin; dir sei es ganz ergeben. Was hat die Seele für Gewinn vom schnöden Sündenleben? Der Weltlust Tand hat nicht Bestand, und statt den Geist zu nähren, füllt er das Herz mit Reu und Schmerz. Wie sollt ichs so beschweren! 2. Nur du, Gott, bist das höchste Gut; nach dir steht mein Verlangen. Erfülle mich mit Kraft und Muth, 618 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. allein dir anzuhangen. hätt ich doch ein sanftes Joch allzeit auf mich genommen, so wär auch ich schon längst durch dich zur wahren Ruh gekommen. 3. Kann auch das größte Glück der Welt das Herz vor Kummer schüßen? Kann es, wenn Trübsal uns befällt, mit Trost uns unterstüßen? Sein Glanz verschwindt wie Rauch vorm Wind, und schnell fliehn seine Freuden; nur deine Treu wird täglich neu und gibt auch Ruh im Leiden. 4. Wer Jesum sich zum Trost erwählt, sein Herz zum Guten neiget, das Arge haßt, und wenn er fehlt, beschämt sich vor dir beuget; der schmeckt schon hier, erfreut in dir, der Seele wahren Frieden; und volles Heil ist einst das Theil, das du ihm haft beschieden. 5. Wie thöricht irrt ich doch umher! Fern von dem Sinn des Christen, sucht ich, an wahrer Freude leer, Ruh in der Erde Lüften. Welch ein Betrug! Es sei genug, mich so getäuscht zu haben. Richt meinen Sinn, o Gott, forthin nach wünschenswürdgern Gaben. 6. Hilf, daß ich mein Gemüth zu dir, in Andacht oft erhebe und mit der eifrigsten Begier nach deiner Gnade strebe; dir folgsam sei und dein mich freu, du meiner Seele Leben! Denn Gott, nur du kannst wahre Ruh und Trost dem Herzen geben. 7. Bei dir ist bis in Ewigkeit der reinsten Freuden Fülle, des Wohlseins größte Sicherheit, vollkommne Ruh und Stille. Nie reize mehr die Lust und Ehr der Erde mein Verlangen! Bis in den Tod soll dir, mein Gott, getroft mein Herz anhangen. ( Nach Sebastian Franke.) 640.3 Mel. Wer weiß, wie nahe mir. ch bin der reichste Mensch auf Erden, ich habe gnug und habe viel. Ein Andrer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will. Wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schaß gewährt. 100st Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 619 2. Der Reichthum liegt leicht betrügen kann; und in den Gemüthern. Wer sich wollte die Vergnügung wanbegnügt, ist nimmer leer. ken, so schreibe ich die Loosung Viel' bleiben arm bei großen an:„ Es gilt dem Höchsten Gütern, das macht, sie wollen alles gleich, ein Christe ſei immer mehr, und wer sich arm oder reich!" ſelbsten nicht besißt, hat einen Schaß, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Leben nicht eine Stunde Fröhlichkeit, er hat und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut. So wird er von sich selbst verzehrt, und ist nicht eines Thalers werth. 4. Wie fröhlich aber kann Mel. Wer weiß, wie nahe mir. hingegen mein Herz bei ber 641. bin ein J sein. Gibt mir Fremdling der Himmel einen Segen, so bild ich mir groß Reichthum ein, und denke, Gott gibt einen Tag, mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Hab ich die Nothdurft meinem Leibe, mein Brot und auch mein Salz dazu, so nehm ichs mit der Ueberbleibe, und brauch es in so stiller Ruh. Gott leihet nur ſein Eigenthum zu meinem Nuß und seinem Ruhm. 6. Das ist mein Wucher in Gedanken, der mich nicht 7. Ein Geizhals gehet zum Verderben, der nur nach Geld und Gut gestrebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil mir kein Geld am Herzen klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. ( Benj. Schmolck.) auf der Erden, der Himmel ist mein Vaterland; hier trag ich noch mit viel Beschwerden den Wanderstab in meiner Hand; doch führt mein Weg mich endlich hin, wo ich bei Gott daheime bin. 2. Die Welt kann mir nichts Eignes geben, sie ist nur ein geborgtes Haus, darinnen wir als Gäste le= ben, der Tod führt endlich uns hinaus, da lassen wir denn alles stehn und müssen leer von dannen gehn. 620 Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. 3. Hab ich nun in der steh bei mir früh und spat; Welt kein Bleiben, so laß in allem meinen Thun gib ich billig himmelwärts mich selber Rath und That. sd meine Glaubensflügel treiben; denn wo mein Schaß, da ist mein Herz. Wer sich an dieser Welt vergafft, verscherzt des Himmels Bürgerschaft. 2. Laß mein Vorhaben stets auf deine Augen sehen, die Alles sehen, was ich thu, was soll geschehen. Laß die Gedanken stets auf dieser Probe stehn: ,, Gott siehts, Gott hörts, Gott strafts, du kannst ihm nicht entgehn." 4. Ich kann nicht bald ein Bürger werden, ich muß zuvor ein Pilgrim sein. Hier streu ich Samen auf die Erden, im Himmel aber ernt ich ein; hier blüht die Hoffnung nur hervor, dort stehet sie im schönsten Flor. 3. Lehr mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Ists denn auch Recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? Ists denn auch Recht, obs gleich die Men= schen achten nicht? Ists Recht vor Gott? Ists Recht vor seinem Angesicht?" 4. Ach führe mich, mein Gott, und laß ja nicht geschehen, daß ich sollt ohne dich auch einen Schritt nur gehen. Denn wo ich selbst mich führ, so stürz ich mich in Tod: führst du mich aber, Herr, so hat es keine Noth. 5. Ich walle hier nach Jesu Willen, so weit er mir das Ziel gesteckt, und lasse mich die Hoffnung stillen, wenn mir Aegyptens Brot nicht schmeckt, daß mir ein schönes Kanaan die süßen Trauben brechen kann. ( Benj. Schmolc.) thi Mel. O Gott, du frommer. 642.* J 2ch danke dir, mein Gott, daß du mir hast gegeben Genad und Zeit, daß ich dir kann zu Ehren leben. Regier nun auch mein Herz, 5. Laß mich verlassen mich und von mir selbst entbinden, nicht suchen mich, nur dich, so werd ich mich doch finden an einem bessern Ort. Such ich mich ohne Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 621 wenn wir nicht auch dazu gelangen, daß Gott sich in uns offenbart? Und soll er in dich kehren ein, so mußt du erst Maria sein. dich, so werd ich doch gewiß niemals recht finden mich. 6. Laß deine Gnad an mir doch ja nicht sein vergebens, erfülle mich vielmehr mit Kräften deines Lebens, so daß ich meine Seel in Ewigkeit erhöh, und ich schon jetzt in dir geh, size, lieg und steh. ( Joh. Olearius, V. 1-3.) 4. Was hilfts, daß Christus uns geboren, und uns die Kindschaft wieder bringt, wenn, da dies Recht schon längst verloren, man hierzu nicht durch Buße dringt, als Kind im Geist sich neu gebiert, und stets ein göttlich Mel. Wer nur den lieben Gott. * 643.Wº 643.Mohlbem, der Leben führt? sich mit Fleiß bemühet, daß er ein Streiter Christi sei; der nicht am Lasterseile ziehet, von Hochmuth, Neid und Wollust frei; der stets die arge Welt bekämpft, und ſeinen eignen Willen dämpft. 2. Der heißt allein nur Christi Streiter, wer ihn in Allem folget nach; wem er soll sein Weg, Licht und Leiter, der trägt auch billig seine Schmach; wer nicht den Delberg mit ihm steigt, wird Thabors Glanz auch nicht gezeigt. 3. Was hilfts, daß Christus hier empfangen, und unser Fleisch theilhaftigward, 5. Was hilft dem Menschen Christi Lehre, wer der Vernunft ein Sklave bleibt, nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre sein Leben, Thun und Wandel treibt? Ein Christ, der die Verleugnung ehrt, folgt dem nur, was sein Jesus lehrt. 6. Was hilft uns Christi Thun und Leben, was Demuth, Lieb und Freundlichkeit, wenn wir dem Stolz und Haß ergeben, und schänden seine Heiligkeit? Was hilfts, nur im Verdienst allein, und nicht im Glauben Christi sein? 7. Was hilft uns Christi Angst und Leiden, wenn man 622 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. nicht will ins Leiden gehn? Nur nach der Pein sind süß die Freuden, und nach der Schmach steht Purpur schön. Wer hier nicht seinen Adam kränkt, wird Christi Kron auch nicht geschenkt. 8. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum VerIn eigner Melodie. berben, führst du die Luft 644. J Herr Jeſu ruf zu dir, nicht in sein Grab. bleibt dir Christi Tod ein Bild, wenn du der Welt nicht sterben willt. Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest mir geben, dir zu leben, mein'm Nächsten nüß sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib darneben; voraus, wenn ich muß hier davon, daß ich dir mög vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wird michs ewig reuen. 9. Was hilft sein Lösen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde steht? Was hilft: ,, Herr, Herr und Meister!" schreien, wer nicht aus Satans Banden geht? Wie denkt doch der, er sei versühnt, wer noch der Welt und Sünden dient. 10. Was hilft dir Christi Auferstehen, bleibst du noch in dem Sündentod? Was hilft dir sein gen Himmel Gehen, klebst du noch an der Erden Koth? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, führst du mit dir nicht selber Krieg? 11. Wohlan, so lebe, thu und leide, wie Jesus dir ein Vorbild war. Such, daß dich seine Unschuld kleide, so bleibst du in der Streiter Schaar. Wer Jesum liebt, tracht't nur allein, ein Weltbestreiter stets zu ſein. ( Jakob Gabriel Wolf.) 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein'n Fein Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 623 meint, du mein Anker, Mast und Ruder, und mein treuster Herzensfreund! Der du, ehe was geboren, dir das Menschenvolk erkoren, auch mich armen Erdengast dir zur Lieb ersehen hast. 2. Du bist ohne Falsch und Tücke, dein Herz weiß von keiner List. Aber wenn ich nur erblicke, was hier auf der Erden ist, find ich Alles voller Lügen. Wer am Besten kann betrügen, wer am Schönsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann. den mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis' laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht her, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Luft noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, Beständigsein ans End gib mir, du hasts allein in Händen, und wem du's gibst, der hats umsonst; es mag Niemand ererben, noch erwerben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 3. Ach wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt! Ist sie Jemand wohlgewogen, währts nicht länger, als sein Geld. Wenn das Glück uns fügt und grünet, sind wir schön und hübsch bedienet; kommt ein wenig Ungestüm, fehrt sich alle Freundschaft üm. 4. Treib, Herr, von mir und verhüte solchen unbeständgen Sinn! Hätt ich aber mein Gemüthe, weil ich auch ein Mensche bin, schon mit diesem Koth beMel. Alle Menschenmüssen sterben. 645.* Ifter Bruder, sprenget und der Falschheit * esu, allerlieballerliebmon ders am Besten mit mir nachgehänget, so erkenn ich 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen; an deiner Gnad, allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße, du kannst machen, daß mirs nicht bringt G'fähr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. 624 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. meine Schuld, bitt um Gnad und um Geduld. 5. Laß mir ja nicht widerfahren, was du, Herr, zur Straf und Last denen, die mit falschen Waaren handeln, angedräuet hast, da du sprichst: Du wollest scheuen, und als Unflath von dir speien aller Heuchler falschen Muth, der Guts vorgibt und nicht thut. 6. Gib mir ein beständig Herze gegen alle meine Freund, auch dann, wenn mit Kreuz und Schmerze sie von dir belegetseind, daß ich mich nicht ihrer schäme, sondern mich nach dir beques me, der du, da wir arm und bloß, uns gesetzt in deinen Schooß. 7. Gib mir auch nach deinem Willen einen Freund, in dessen Treu ich mein Herze möge stillen, da mein Mund sich ohne Schen öffnen und erklären möge, da ich Alles abelege, nach dem Maße, das mir gnügt, was mir auf dem Herzen liegt. 8. Laß mich Davids Glück erleben, gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 9. Herr, ich bitte dich, erwähle mir aus aller Menschen Meng eine fromme heilge Seele, die an dir fein kleb und häng, auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hülfe leiſte, Trost, der in der Noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 10. Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt; wer nur gute Worte gibet, und den Haß im Herzen hält; wen nur Eigenmuß regieret, und, wenns Bienlein Nichts mehr führet, alsdann gehet nach der Thür: ei der bleibe fern von mir. 11. Hab ich Schwachheit und Gebrechen, Herr, so lenke meinen Freund, mich in Güte zu besprechen, und nicht als ein Löw und Feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, ist, als der in Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 625 Freudentagen reichlich auf Mel. Nun lob mein Seel den. mein Haupt mir genßt Bal-* 646. G ott ist die sam, der am Jordan fleußt. 12. O wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut! Jesu, wenn mit dieser Gabe dein' Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue. Wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert. wahreliebe, die ihn ohn Maß und Ende treibt; ihr Blick wird dem nicht trübe, der sie umfaßt und in ihr bleibt. Sie ist dazu erschienen, und Men= schen kund gemacht, daß fie sich deß bedienen, was sie hervorgebracht. Sie leuchtet aus dem Sohne, den er zu uns gesandt, derist ihr Glanz und Krone, und ihr Versichrungs- Pfand. 2. Er ist ein Mensch ge= Gr boren, der Gottes Herz und einigs Kind; sonst gingen die verloren, die mit ihm eines Fleisches sind. Sie sollen durch ihn leben und Gott versöhnet sein, doch sich ihm wieder geben. Denn er will nicht allein vom Untergang fie retten, er schenkt auch seinen Geist, damit sie Alles hätten, was dieser Bund verheißt. 3. Bedenket dies, ihr Lieben, wo trefft ihr etwas Größers an? Er hat sich euch verschrieben und bleibet ewig fest daran. Was fordert er dagegen? Auch eure Lieb 40 13. Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! Der hat einen schweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? ap 14. Nun, Herr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab, bleib mein Freund, und unter Allen mein getreuster, stärkster Stab! Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist ge= rührt, mir was Gutes gönnen wird.( Paul Gerhard.) 626 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. und Treu, woran euch selbst gelegen; er wohnt euch darin bei; ihr könnet reicher werden, sofern ihr darnach strebt, als welcher hier auf Erden viel tausend Schäßze gräbt. ben, denn er hat uns zuerst geliebt, ist immer treu geblieben, wie viel wir wider ihn verübt. Nun hat er uns gefunden, wir ihn im Sohn erkannt, er sich mit uns verbunden, und wir sind ihm verwandt. Wolltihr ihn Alle kennen, so thut, was ihm gefällt: ach, laßt die Herzen brennen in Lieb vor aller Welt! ( Ernst Lange.) 4. Der liebt nach seinem Willen, der gegen Gott in Liebe brennt; er kann die Glut nicht stillen, bis sie sich auch zum Nächsten wendt; dem wird er so geneiget, wie er sich selber ist, daß er ihm Diensterzeiget und keine Mel. Freu dich sehr, o meine. Pflicht vergißt. Es ist ein 647. Sommt, laßt euch den kindlich Zeichen, wenn man die Brüder liebt, der Vater thut desgleichen, der alles Gute gibt. 5. Drum laßt uns auf ihn sehen und folget ihm mit Eifer nach; ihr wisset, was geschehen. Wir hatten Unglück, Sünd und Schmach, nach Freiheit kein VerlanHerren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang ste leben. gen; noch hat er uns be- 2. Selig sind, die Demuth freit; er ist uns nachgegangen, hat aus Barmherzigkeit sich unser angenommen; wir waren in der Flucht, er ist uns vorgekommen, hat unser Heil gesucht. 6. Ach, lasset uns ihn liehaben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich garkeiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist; danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren seßen, Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 627 mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen undBarmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Weit, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß, die da stiften Fried und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt 9. Selig sind, die müſsen noch Unrecht sei; die da liebenGleich und Recht, sind auf richtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leidetragen; da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig stehn, oft vor Gott mit Thränen gehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne Jedermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr so schüßen, daß sie noch das Land besigen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig duldenSchmach, Verfolgung, Angst und Bein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, seßet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 40* 628 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten aus Genaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht' gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmuth auch am Feinde übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, verfühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich besleiße rechter Werke. in illo ( Nach Joh. Heermann von David Denicke.) 194101 * 648.He Mel. Eins ist noth, ach Herr, dies. erzog unsrer Seligkeiten, zeuch uns in dein Heiligthum, da du uns die Stätt bereiten und hier im Triumph herum als deine Erkaufte siegprächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir hangt Muth und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen natürlichen Seelenverderben. Ach pflanze und seß uns zum Tode hinzu, sonst finden wir ewig kein Leben und Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht überall; bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Luft zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; es schüßzet die besten Absichten noch vor und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ des Todes Urtheil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf den Drachen ganz hinaus. Ach, laß sich dein neues er= standenes Leben in unser verblichenes Bildniß eingeben. Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe dein neues Geschöpfe otherfür.. du Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 629 8. Gönn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel, so thust du doch über der Bitten ihr Ziel. ( Gottfr. Arnold.) 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach, lege die Machten der Finsterniß nieder und bringe des Geistes verneuten Mund wieder, der von der verkläreten Menschheit sich mehr', und gegen der Gottheit Verächter sich wehr'. 6. Stärke deinen zarten Samen, der dein männlich Mel. Nun lob mein Seel den 2c. Alter schafft, daß wir hier 649.* Laß uns doch nicht begehin Jesu Namen stehn vor Gott in Jünglingskraft, den Bösewicht völlig in dir zu bestegen, daß endlich die Feinde zu Füßen da liegen; so soll aus dem Tode das Leben entstehn und hier noch in völliger Mannheit aufgehn. 7. Lebe dann und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die erstattete Natur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen, und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. chim ren, o liebste Seel, in dieser Zeit das, was doch kann beschweren, ja, hindern an der Seligkeit! Was will man Ehre suchen, die doch vergänglich ist, auch gar wohl zu verfluchen, als welch in kurzer Frist uns grausamlich läßt fallen in Trübfal, Angst und Pein. Drum suchen wir vor Allen bei Gott geehrt zu sein. 2. Was kann uns Wollust nüßen, o werthe Seel, in dieser Welt? Was kann uns Reichthumschüßen, wenn uns der Würger überfällt? Die rechte Luft ist oben, wo 630 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. mein Herr Jesus wohnt, den alle Zungen loben, der uns so reich belohnt, daß wir gekrönet werden im hohen Himmelsfaal. Ach, eilt doch von der Erden zu seinem Hochzeitsmahl. 3. Was Pracht, was fröhlichs Leben? Was Reichthum, Ehr und Herrlichkeit? Der Himmel kann uns geben, was uns an Leib und Seel erfreut. In Jesu fich ergößen, bleibt ewig süß und gut, sein Reich für Alles schäßen, erquicket Geist und Muth! In Jesu Reichthum haben, in Jesu sein geehrt, kann uns ohn Ende laben, wie er uns selbst gelehrt. 4. In Jesu hab ich Güter, in Jesu hab ich Lieb und Lust, wir dir, du Menschenhüter, ist mehr dennallzuwohl bewußt. Laß mich die Welt verachten, das kränkt mich nicht ein Haar, ich will nach Ehren trachten, die frei sind von Gefahr. Laß mich die Welt nur hafsen, ich will mit Lieb und Treu nur meinen Jesum fassen, so bleib ich sorgenfrei. 5. Die Welt mag mich verfluchen, ist doch mein Segen Jesus Christ, in Jesu kann ich suchen und finden, was mir nüßlich ist. Laß mich die Welt nur setzen in Angst und Traurigkeit, mein Jesus kann ergößen mein Herz zu aller Zeit; und sollt ich schon hier sterben noch mehr als tausendmal, kann ich doch nicht verderben, dort rührt uns feine Qual. 6. Das aber kann ich zeugen, das kann ich rühmen Tag und Nacht, daß mir mein Gott für eigen ſein Königreich hat zugedacht. Ihr Sterblichen auf Erden, lebt wohl in dieser Welt! Ich soll gekrönet werden, mir ist ein Reich bestellt, ich) soll mit Gott regieren, den Erd und Himmel preist, ich soll ein Leben führen, das unvergänglich heißt. 7. O Jesu, meine Freude! Wann kommt die liebe Zeit heran, daß ich von hinnen scheide, daß ich dich herzlich loben kann? Wann werd ich doch gezieret mit Kleidern weiß und hell? Wann werd ich aufgeführet zu dir? Ach, laß mich schnell, Herr, Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 631 oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. güldne Kronen tragen, die unvergänglich sind, dann werd ich dir behagen, als dein herzliebstes Kind. ( Joseph Beck.) Mel. Straf mich nicht in deinem. 650. Madhe bid, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete! Denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten, wache, sonsten wird dein Licht dirnoch ferne deuchten. Denn Gott will für die Füll ſeiner Gnadengaben, offne Augen haben. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und steh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht liederfich Gottes Gnad verscherze. Denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem Allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben. Er verlanget unſer Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch 4. Wache, daß dich Sa- und Sünden kräftig über= tans List nicht im Schlaf winden. antreffe, weil er sonst be- 9. Doch wohl gut, es muß hende ist, daß er dich beäffe; uns schon Alles glücklich und Gott gibt, die er liebt, gehen, wenn wir ihn durch & 632 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. ( Joh. Burkhard Frehstein.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 651, Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Derwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 12. Laß mich, Herr, mit Achtsamkeit meinen Taufbund oft betrachten. Laß mich das zu jeder Zeit für mein größtes Glück hier achten, daß ich, Jesu, deinen Willen, treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke, nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben und, ent= fernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich einst, auch wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. ( Heinr. Jonathan Werenberg.) Mel. Jesus, meine Zuversicht. * immelan geht un652.$ fre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen, und kannſt das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweckerlesen. Ein von Gott erleucht'ter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schäßen streben, die uns Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 633 der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schage haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 9. Himmelan, ach Himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. ( Benj. Schmolck.) Mel. O daß ich tausend. 6. Himmelan bent ich 653. Mein Gott, bu denk du allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. weißt am allerbesten, das, was mir gut und nüßlich sei. Hinweg mit allen Menschenvesten, weg mit dem eigenen Gebäu! Gib, Herr, daß ich auf dich nur bau und dir alleine ganz vertrau. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 18. Himmelan wird mich 2. Reiß Alles ans aus meiner Seelen, was dich nicht sucht und deine Ehr, ja wollte es sich auch verhehlen, so prüfe selbst je mehr und mehr mein innere Beschaffenheit und gib mir Herzensredlichkeit. 634 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 3. Daß ich könn in der Wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, Licht und Heil; du heilest alle mein Gebrechen, und schenkest mir an Christo Theil; du bist mein allerbester Freund, ders allzeit herzlich mit mir meint! 4. Denn kann ich dich nur ,, Vater" nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit, so muß mir Alles nüßen können, was man sonst heiBet Kreuz und Leid; denn auch das Bittre süße ist, wenn du, o Gott, im Herzen bist. 5. Drum gib, daß ich recht findlich gläube, und nur fein frisch und unverzagt, jedoch in Demuth, mir zuschreibe, was dein so heilig Wort mir sagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was deine Vatertreue heißt. 6. Du, unerschaffnes höchstes Wesen, hast vor der Welt an mich gedacht und, da ich gar noch nicht gewesen, den liebesvollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein und frei von aller Höllenpein. 7. Dein Kind, mein Jesus, hat vollendet, was du beschlossen vor der Zeit, hat Schuld und Strafen abgewendet, und mir geschenkt die Seligkeit. Dein Geist, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von deiner Treu, die ich verspürt, da du mich hast in meinen Tagen bis hierher wunderbar geführt; ja, dort bei dir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. 9. Nun, Herr, ich falle dir zu Füßen und bitt, o allerhöchstes Gut, laß mich wie Wachs doch ganz zerfließen in dieser deiner Liebesgluth. Ach gib, daß eine Gegentren doch stets in meiner Seele ſei. 10. Und weil ich auf so viele Weise, mein Vater, bin dein Eigenthum, so gib, daß ich auch dir zum Preise und deines großen Namens Ruhm stets diene in Gerechtigkeit und dir beliebter Hei ligkeit. 11. Du musst das Gute selbst vollbringen in Worten, Werken und Verstand. Drum reiche mir in allen Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 635 denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. Dingen aus Gnaden deine Vaterhand. Denn hier gilt nicht, wer rennen kann; blos kommts auf dein Erbarmen an. 12. Legst du was auf, so hilfs auch tragen, gib mir Geduld in Leidenszeit, und ſei in gut und bösen Tagen mein Trost, mein Rath und meine Freud. Gib Demuth, Einfalt, Lieb und Zucht; was falsch und hoch ist, sei verflucht. 13. Nun, Amen, es sei fest geschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib In eigner Melodie. über mir stets ausgegoſſen, 655. Meine Hoffals welche alles Gute schafft: so bleibts in Ewigkeit dabei, daß du mein und ich deine sei. ( Ifrael Clauder.) stehet feste auf den lebendigen Gott; er ist mir der Allerbeste, der mir. beisteht in der Noth; er allein, soll es sein, den ich nur von Herzen mein'. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann feste Schlösser bauen in die Luft und in den Wind? Es vergeht, Nichts besteht, was ihr auf der Erden seht. 3. Aber Gottes Güte währet immer und in Ewigkeit; Vieh und Menschen er Mel. Seelen- Bräutigam. * 654. Jeft, geb voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 3. Rühreteigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden: o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thire auf. ( Nikol. Ludw. Graf v. Zinzendorf.) 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; 636 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. ernähret durch erwünschte Herz im Glauben nicht ver= Jahreszeit; Alles hat seine zagen. Es geh mir, wie es Gnad dargereichet früh und geh, wenn nur dein Wort ſpat. noch gilt, so leid ich alle Noth. Mein Jesu, wie du willt! D 4. Gibet er nicht Alles reichlich und mit großem Ueberfluß? Seine Lieb ist 3. Mein Jesu, wie du unbegreiflich, wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd uns ernährt, wenn es Gottes Gunst begehrt. daad wilt! Soll ich in Armuth leben, so mach hingegen du die Seele reich daneben. Gib, daß dein Wort mir nur den Hunger allzeit stillt, und nimm sonst Alles hin. Mein Jesus, wie du willt! 5. Danket nun dem großen Schöpfer, durch den wahren Menschensohn, der uns, wie ein freier Töpfer, 4. Mein Jesu, wie du hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rath, stark von That ist, der uns erhalten hat. willt! Soll ich auf Dornen gehen, so laß mir hier und da auch eine Rose stehen; war doch dein Weg hier auch mit Dornen angefüllt, drum führ mich immer hin. Mein Jesu, wie du willt. ( Joachim Neander.) Mel. Gott, du frommer Gott. 656 Mein Jefu, wie du willt, so laß mich allzeit wollen! Wenn Trübsal, Angst und Leid mich hier betreffen sollen, so gib, daß allezeit dein Wille werd erfüllt, ich leb und sterbe dir. Mein Jesu, wie du willt! 2. Mein Jesu, wie du willt! Soll mich Verfolgung plagen, so lasse nur mein 5. Mein Jesu, wie du willt! Soll ich in Thränen schwimmen, so laß mein Fünklein Trost nicht ganz und gar verglimmen; hast du doch selbst geweint. Drum wenns nicht anders gilt, ſo wein ich auch mit dir! Mein Jesu, wie du willt. 6. Mein Jesu, wie du willt! Soll ich verspottet werden, es gehtden Frommen Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. 637 sterben, ich weiß, du läßt mich auch im Sterben nicht verderben, wenn meine Seele sich in deine Wunden hüllt. Drum solls gestorben sein. Mein Jesu, wie du willt! 11. Mein Jesu, wie du willt, so bin ichs auch zufrieden. Hast du mir Lieb und Leid, Noth oder Tod beschieden, so nehm ichs auf dein Wort, dein Wille werd erfüllt! Drum fag ichs noch einmal: Mein Jesu, wie du willt. ( Benj. Schmolck.) ja nicht anders auf der Erden; denn, wenn mich auch die Welt für einen Keßzer schilt, so hör ichs willig an. Mein Jesu, wie du willt. 7. Mein Jesu, wie du willt! Will mich ein Jeder neiden, so laß michs als ein Kind nur fein geduldig leiden; hast du doch manche Noth bei mir bisher gestillt, drum lege ferner auf. Mein Jesu, wie du willt. 8. Mein Jesu, wie du willt! Nimmt mir der Tod die Meinen, so laß mich als ein Christ, mit Maßen fie beweinen. Sie sind ja, Herr, bei dir mit Freuden ange= füllt, drum hole mich nur nach. Mein Jesu, wie du willt.indt om 9. Mein Jesu, wie du willt! Willst du mit Krankheit schlagen, so laß auch die ses Kreuz mich gar geduldig tragen. Du bist mein bester Arzt, der alle Schmerzen stillt, dein bin ich frisch und frank. Mein Jesu, wie dit willt! 10. Mein Jesu, wie du willt! Soll ich auch endlich nd sid 11Mel. Jesu, meine Freude. 657.Meine Seel ift dessen Wille mir zu helfen stille zu Gott, steht. Mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmt an, wie es geht; geht es nur zum Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag Keinen leiden, der ihr rede ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach so Viel sind Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. sich wendt das zuerst gekostte Leiden, und gehn an die Freuden. 638 beslissen, mag sie gar nichts wissen. ith thi ( Joh. Kaspar Schade.) 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst Keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, in dem Mel. Machs mit mir Gott nach. ich mich freue, fich mir ganz 658.Mindricht ergibt. Erallein, er soll es sein, Christus, undem ich wieder mich ergebe, ser Held, mir nach, ihr Chriund ihm einzig lebe.disten alle; verleugnet euch, in 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da flenßt aus stillem Geist; wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 5. Meine Seele harret und sich ganz verscharret tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen, was sie je betroffen, träget sie mit Luft, fasset sich ganz männiglich, durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beſte. slo 6. Amen, es geschiehet, wer zu Jesu fliehet, wird es rechterfahr'n, wie Gott seinen Kindern, pflegt das Kreuz zu mindern, und das Glück zu spar'n, bis zu End alsdann 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthsöle; mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 639 zu meiden, und euer Herz Mol. O Gott du frommer Gott. Vater und von arger Lift zu reingen 659.M mein Gott, und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie in mir verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und wohlgemuth, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen. Dennwer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. ( 3. Scheffler, gen. Angelus.) drian der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heiligs Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam ſei, was Gott, dein Wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im und in der Hoffnung stark Kampf des Glaubens treu, und fest gegründet ſei. Christ mich Christo ähnlich 4. Gib, daß ich als ein zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 640 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Mel. Sollt ich meinen Gott. Gott, von ganzer Seele* 660.aſſet uns mit liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, doch himmlisch sein, glauben recht und leben sein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir. 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut, und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in meiner Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzieht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht. Idraur ( David Denicke.) 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dorten reich, ThränenSaat die Ernte lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort theil deine Freud mit mir. 3. Laffet uns mit Jeſu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seel- Verderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab; so wird er uns aus dem Grab Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 641 in das Himmels- Leben he was er dir geschenket hat, ben. Jesu, sterb ich, sterb und es von dem Treiben ich dir, daß ich lebe für und führeft zu der süßen Ruhefür. ſtatt. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Lei= bes Glieder. Wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sibiu( Sigm. v. Birken.) Mel. O du Liebe meiner Liebe. * 661, Durchbres cher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist: übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, thim mad 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht't; ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unfre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht't der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessers schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los, und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftsbedenklichkeit, fort mit Schen vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich 41 642 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. und reiße die verboßte Macht schreien wir dich an: zeig entzwei; denke, daß ein ar- doch nur die ersten Stufen mer Waife dir im Tod nichts der gebrochnen Freiheitsnüße sei. Heb ihn aus bahn. dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus; laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie du's nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maß gebricht. 10. Ach wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein; rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Hüll sich füllt. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach der Stlaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts Mel. Werde munter mein. mit uns ja gut. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein, werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Hug 5010 sichi( Gottfr. Arnold.) and tomatol 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu rufen, Alle * 662. 3ion, gibbich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Batersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 643 beliebter Brauch. Zion, du wirst doch nicht zu Schanlerne dies bedenken; warum den, denk nur an die Ewigwillst du dich so kränken? keit. Sei nur fröhlich, wohlgemuth; denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken; dieſes mußt du eben merken. fo 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein 6. Freue dich, nun ist das Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja! Deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß; denn die schöne Gnadensoune nimmt dich recht in ihren Schooß, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Bundes- Gottes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen sein das beste Liedelein, muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem 199 Gott vertrauen. H 8. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für, und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelsfaal. Zion, wer 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei will dich nun scheiden von 41* 644 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. dem Lamm und ewgen Freu- mit Sanftmuth überwind, den!) sid( Joachim Pauli.) und wenn ich Rath bedarf, -Idour Childant n auch guten Rath erfind. IT 5. Laß mich mit Jedermann 663. Gott du in Fried und Freundschaft frommer leben, so weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut Nichts untermenget ſei. In eigner Melodie. 211010 Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben: gesunden Leib gib mir und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 110 Ja 110 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. usd 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld. Vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. d 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden. Die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn bei seiner Freunde Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 100 250 muchas 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 645 zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. po hind führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. estonie ( bod ad 119( Joh. Heermann.) em phird indung mid enn nind no In eigner Melodie. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst 664, in Gefahr. mer in R Dinge recht, tes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. feste; halte männlich, was 8. Halt ja deine Krone du haft. Recht beharren ist das Beste. Rückfall ist ein böser Gast. milts mad Isamil 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt Alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich! will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. thi 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. nist 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be89. Laß dein Auge ja nicht Eitelkeit; bleibe Tag und gaffen nach der schnöden Nachtin Waffen, fliehe Trägund Sicherheitsin 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleisches- Freiheit macht die Seele kalt und ficher, frech und stolz, frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt Nichts als ein faules Holz. mad 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. d 646 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber Nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! weil es, wenn Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel; drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich). allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen; dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von Allem rein. 21. Laß dir Nichts am Herzen kleben; fleuch vor dem verborgnen Bann. Such in Gott geheim zu leben, daß dich Nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam hüpft und springt, und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt.d 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein o 17. Denkt bei jedem Hüttlein abzulegen; mich Augenblicke, obs vielleicht dürft't nach der Ewigkeit. der letzte sei; bringt die Lam- e( Joh. Jof. Winckler.) hid pen ins Geschicke, holt stets Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner. neues Del herbei. 665. Sefu, schönste 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Gile, wo du dich erretten und nicht mit verder ben willt; mach dich los von Seelen- Zier, mein Herze brennet gegen dir und fasset dich mit treuer Liebe! Nach Erd und Himimmel frag ich nicht, mein Alles ist dir zugericht't, ſo gar, daß auch bei solchem Triebe die Augen voller Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 647 5. Verfluchte Welt, nun gute Nacht! Dein Reichthum, Wollust, Ehr und Pracht soll mich nicht, wie vorhin, bethören. Mein Jesus hat im Herzen Platz, er ist der theure Seelenschatz, sein Name kann mich ewig ehren; an ihm empfindet meine Brust die allerreinste Freud und Lust. .S 6. Wo findet man wohl eine Braut, die sich der Bräutgam anvertraut, die seine Treu nicht lieben wollte? Mein Jesus hat mich längst erwählt und sich auf ewig mir vermählt, wie fäms, daß ich ihn hassen sollte? Nein, unsre Lieb ist täglich neu, ich bleibe Jesu stets getreu. Thränen stehn und alle Seufzer aufwärts gehn.d 2. Du kamst mir ja zuvor, mein Lamm, da du am bittern Kreuzesstamm aus süßer Liebe ganz zerflossest! Wie brünstig war die Herzensglut, da du dein allertheurstes Blut freiwillig auch für mich vergossest! Und das entzündet mun mein Herz, es liebet dich auch in dem Schmerz. 3. Du hast mir deine Huld geschenkt, mich von der Welt zu dir gelenkt, daß ich nun fröhlich an dich glaube! Dein Sterben ist mein Eigenthum, dein Kreuz und Sieg der beste Ruhm, ich nenne mich jetzt deine Taube, und gebe, was ich hab und bin, mein Jesu, dir zu eigen hin. 4. Du hast aus allzugroßer Huld noch immerfort mit mir Geduld. Wenn ich aus Fleisches- Schwachheit fehle, so bittest du bei Gott für mich; dein Geist bestraft mich inniglich, daß ich die Fehler nicht verhehle; und solche Gnaden Gütigkeit macht mich zur Dankbarkeit bereit. 7. Ach, Jesu, mach die Liebe fest, daß dich mein Herze nicht verläßt, gleich wie du mich nicht pflegst zu lassen; und wenn das Trübsals- Feuer brennt, daß mich die Welt verlassen nennt, so laß mich doch die Loosung fassen: Ich bleibe dein und du bleibst mein, es soll die Liebe ewig sein. ( 3. Jofephi.) 648 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 666.9 welch ein unschäßbares Gut ist, Herr, ein rein Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, nicht vor dem Tod, nichtvorm Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deiner Liebe, Gott, bewußt, baut er auf deine Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht; ihn tröstet deine Vorsicht. renWerth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens aller= bestes Theil zu haben sei beflissen. Mitdir, Gott, ausgesöhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben suchen. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat und denkt, der Lügen wird wohl Rath, Gott wird die Unschuld retten.n 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt Mel. Alle Menschen müssen.. ihmn Muth und Freudigkeit 667. Shaffet, daß auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, so Herr, dein Mund den wahihr selig werdet, ihr, die ihr wollt selig sein, euch zwar christlich 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsaß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jesum Christ zumTrost dich, Allerhöchster. ( Anna Sophia, Aebtissin zu Quedlinburg.) Sun Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 649 hier geberdet, doch davon finden! Deine treue Lieb altragt bloßen Schein; denket, lein schaffe, daß wir selig wenn der Herr wird kom- sein. men, hier zu richten Bös und Frommen, daßihrschafft Mel. Freu dich sehr, o meine. mit Furcht allein, wie ihr 668. Selig find die möget selig sein. geistlich Armen, die in wahrer Demuth stehn, ihren Gott und sein Erbarmen in der Niedrigkeit erhöhn. Ihr Herz ist ein Lobethal, da sie je und allemal Gottes Majestät erheben und ihm alle Ehre geben. 2. Sie sind wahre Gotteserben, denn das Himmelreich ist ihr. Zwar sie fühlen ihr Verderben und ihr Elend für und für; sie sind in sich selber klein, doch im Blute Jesu rein, und von ihm sind diese Gaben und die Gnade, die sie haben. JULEM 3. Sie sind für gerecht erkläret durch des Sohns Gerechtigkeit, ihre Bitte ist gewähret und ihr Herz in Gott erfreut. Seine Liebe gängelt sie und macht sich mit ihnen Müh, sein Blut heilet ihren Schaden, aber Alles nur aus Gnaden. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr Sünder allzumal, wenn der jüngste Tag wird wittern, daß ihr dann der Höllenqual mit erfreuter Seel entgehet, nicht zur Linken Jesu stehet. Schafft mit Furcht hier insgemein, daß ihr dann mögt ſelig ſein. 3. Schaffet, daß ihr selig werdet, traut nicht eurem Fleisch und Blut, das sich heilig hier geberdet und thut euch doch nimmer gut. Flieht das falsche Christenleben, bleibt an Christi Leben kle= ben, dem folgt; schafft hier insgemein, daß ihr möget selig sein. 4. O Herr, der du durch dein Leiden uns von Sünd erlöset hast, laß uns nicht sein abgescheiden von dir, Anker, Steur und Mast! Wir zwar kleben stets an Sünden, aber laß uns Gnade 4. Diese widerfahrne Gnade treibet siezur Demuth 650 Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. an, sie sind gern der Wurm, seine Größe durch Erkenntdie Made, die nun nicht niß ihrer Blöße. gnug loben kann, was der Herr an Sündern thut, und wie sein Versöhnungs- Blut sie nun auch mit Gott versöhnet und mit großem Heil gekrönet. 5. Ach sie liegen ihm zu Füßen und bereun die Misſethat, um ihn tausendmal zu küssen, weil er nun vergeben hat. Denn sie sehen ihre Schuld nach der Wirkung seiner Huld ganz erlassen, ganz vergeben und sie können selig leben. 6. Sie beweisen ihren Glauben nun durch Lieb und Dankbarkeit, beten, daß ihn nichts mög rauben, trauen auf Barmherzigkeit, die ist recht ihr Element, daß ihr Herz sein Leben nennt, fie bewahren sich im Stehen vor den eignen falschen Höhen. 7. Gottes Kraft ist ihre Stärke, Jesu Kreuz ihr einzger Ruhm, und bei jedem guten Werke sind sie Gottes Eigenthum; das sind sie je mehr und mehr, denn sie geben ihm die Ehrund erheben 8. Wenn sie auch aus Schwachheit fallen, so hebt Gott sie wieder auf, läßt sein Herz vor Liebe wallen und gibt Kraft zum neuem Lauf. Sein Geist wird ihr Unterpfand, der reicht ihnen seine Hand, der macht sie noch täglich reiner, aber vor Gott immer kleiner. 9. Und so bleiben sie die Armen, die bei Gott in Gnade stehn und allein aufsein Erbarmen warten, hoffen, trauen, sehn. Mensch, geh die Bedingung ein, so wirst du auch selig sein und den Reichthum seiner Gaben, als ein geistlich Armer, haben. ( Joh. Chr. Schlipalius.) blint and Mel. Wachet auf, ihr faulen. * * 669. Mas binket ihr, betrogne Seelen, noch immerhin auf beider Seit? Fällts euch zu schwer, das zu er= wählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? ſehts mit offnen Augen an, und brechet auf der schmalen Bahn hindurch. en dit Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 651 2. Bedenkt, es sind nicht auf, es geht zum Himmel zu. Kaiserkronen, nicht Reich- Hindurch! thum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. Hindurch! 13. Drum gilt hier kein halbirtes Leben; Gott krönet kein getheiltes Herz. Wer Jefu sich nichtrecht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz, und träget zum verdienten Lohn hier Qual und dort die Höll da von. Hindurch! 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig Allem Abschied gibt, und den Monarchen aller Dinge von Her= zen und alleine liebt: der wird der Krone werth ge= schäßt und auf des Königs Stuhl geſetzt. Hindurch! 5. Zerreißet denn die morschen Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf verhindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von Neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh; auf, 6. Auf, auf! Ist dieser Weg schon enge und voller Dorn und rauher Stein; bringt euch die Welt oft ins Gedränge, stellt Satan sich geharnischt ein; erhebet sich sein ganzes Reich; Immanuel ist auch bei euch. Hindurch! 7. Gott fordert Nichts, geliebte Seelen, als daß ihr euch nur zu ihm halt't und ohne heuchlerisch Verhehlen vor ihm die schwachen Hände falt't. Er streit't für euch; er macht euch Bahn. Troß dem, der euch bestegen kann. Hindurch! 8. Die Allmacht stehet heit hält bei euch die Wach, euch zur Seiten, die Weisdie Gottheit selbsten will euch leiten: folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie Manche hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Vaterland. Hindurch! 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jezo viel versäumt; ihrmehrt euch selbst die Schwierigkeiten, wo ihr das süße Heut 652 Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit rennt zügellos zur Ewigkeit. Hindurch! 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, verfluchet seine Zärtlichkeit; ihr gebt euch ja um eitle Sachen in tausend Müh und Fährlichkeit: wie, daß ihr um das höchste Gut so faul, verzagt und sorglos thut? Hindurch! 11. O sehet nicht das arme Leben und den geringen Hausrath an; will Joseph euch doch Gosen geben und mehr als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand betrübt, wenn man ihm Gold und Silber gibt? Hindurch! 12. Gilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah, wie bald wird unser Kampf sich enden! Da steht denn unser König da: er führt uns ein zur stillen Ruh und urtheilt uns das Kleinod zu.Hindurch! ( Leopold Franz Friedr. Lehr.) Mel. Machs mit mir, Gott. o Jemand spricht: Ich liebe Gott" und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 91 1130 2. Wer dieser Erden Güter hat und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht und Nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch ſeinen Nächsten nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 653 Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist ſein Kind, wie ich. gütig forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er ste beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet; wie, bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? aid 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben, doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben und wün- 1 schest dir die Kraft dazu; und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt s ich, gleich dir, nicht gütig sein? 10. Wir haben Einen 11. Ein Heil ist unſer Aller Gut. Ich sollte Menschen hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen. Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Nächsten tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den From= men hier gethan, dem kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge= hen, der nicht barmherzig ist, 654 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. der nicht die rettet, die ihm flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 7018( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. O, daß ich tausend Zungen. 5. Zum Tempel ist sie 671. Sorgt, Christen, zubereitet von Gott dem sorgt für eure Seele und seid mit Fleiß darauf bedacht, wie ihr sie reißet aus der Höhle, darin die Sünde sie gebracht. Der Satan, als der Sünden Freund, bleibt ja der Seele ärgster Feind. insid werthen heilgen Geist, der sie zu allem Guten leitet und aus des Satans Stricken reißt, daß Satan ihn nicht nehme ein. Ach, laßt dies Ting eure Sorge sein! 6. Seht, wie sie sonsten Gott begabet mit Weisheit, Kraft, Ehr und Verstand, wie er sie mit dem Troste labet und sie beschüßt mit starker Hand. Hält Gott die Seele allzeit hoch, ach sorget für dieselbe doch.p 2. Ach tragt die Seel in euren Händen, verwahret sie wie theures Glas, es läßt sich alle Noth abwenden, wenn man nur stets bedenket das, wie sie bei Gott in Würden steht. Drum seht, wie ihr vorsichtig geht. -3. Gott hat die Seel euch anvertraut, sie stammet nicht von Menschenblut, sie ist von Golde nicht erbaut, wohl aber von dem höchsten Gut, daß ihr sie Gotte wie dergebt. So schaut, wie ihr 8. Will Gott der Seele in Sorgen lebt. 7. Die Welt sorgt für das eitle Wesen, auf Sünden ist sie mehr bedacht, als wie die Seele mag genesen, drum stürzet sie die schnöde Pracht. Soll euch der Himmel sein bereit, sorgt für die Seele allezeit. 4. In Sünden war sie zwar verloren, doch hat sie Jesus hoch geliebt, und sie zu seinem Schaß erkoren, da er sein Blut für sie hingibt, daß sie nun Jesu eigen ſei, so lebet nicht von Sorgen frei. gleich zuschicken Kreuz, Leiden, Angst und schwere Bein, die Liebe läßt sie nicht er= sticken, es muß der Weg zum Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 655 Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit: so krönet euch die Ewigkeit. Himmel sein. Drum lasset in der Kreuzesglut das Sorgen sein eu'r höchstes Gut. 9. Und wenn sich Satan will bemühen, die Seele durch der Sünden Brut zu sich ins Höllenreich zu ziehen, zu rauben ihr des Himmels Gut, so fliehet stets die Sündenhöhl. Wohl dem, der sorgt für seine Seel. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stesin topl ( Sam. Dreher.) pain Mel. Wachet auf, ruft uns die. * 672.Rüstet euch, ihr hen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir versöhnt! Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute; ja Satan ſelbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 19 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. ilbing Idour 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zum Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getren an dir im Tod und Leben, für und für. -( With Erasmus Arends.) 656 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Mel. Freu dich sehr, o meine c. 673. affet, S schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit; sondern schauet über euch, ringetnach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in Allen übel oder wohl gefallen. 11011 m3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch Nichts, denn Seelenschade. gadsid ni i 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Friedennach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Christen keine Statt; fleischlich reden, thun und lachenschwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. dissid 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Höllen niederschlagen. Er ists, der des Glaubens Del und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. D so laßt uns Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. 657 dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lauter Nichtes werden? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm feine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab, und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft ſüße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistande finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 5. Ach, es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum ( Ludw. Andr. Gotter.) Mel. Jesus meine Zuversicht. * 674.Seele, was und Zeele, was und sein Licht, alles Andre ermüdst du hilft dir nicht. 42 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 658 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mitbrünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. sachus 12. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. ( Jak. Gabriel Wolf.) In eigner Melodie. W 675. arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, und auf die, so keusch und fromm, 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. sich inreichem Maß ergießet. 3. Gut und Blut, Leib, 6. Geh einfältig stets einher, laß dir Nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich), den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, darum liege nicht in Koth; bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erden reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 659 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner ſpotten. Laß sie spotten, laß fie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergözzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt verschwinden. in sich hält, muß im Hui 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Gemüther. Dort, dort sind voller Sand, Kummer der die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. 12. Du bist mein, weil Wollt ihn auch der Tod auf- ich dich fasse, und dich nicht, reiben, soll der Muth den- o mein Licht, aus dem Hernoch gut und fein stille zen lasse. Laß mich, laß mich bleiben.@mtbil spam hingelangen, wo du mich 42* 660 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. und ich dich leiblich werd Tod geliebt. Mein Herz, umfangen.( Paul Gerhard.) dein Herz, Ein Herz allein, Isid aun mise majmie soll dein und keines Andern Mel. O daß ich tausend Zungen. sein.( Joh. Leonh. Stöberlein.) 676. Was gibst du Melbaß ich tausend Zungen. 677.Wer er bin ich? it welche denn, o meine Seele, Gott, der dir täglich Alles gibt? Was ist in deines Leibes Höhle, das ihn vergnügt und ihm beliebt? Es muß das Liebst und Beste sein; gib ihm, gib ihm das Herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben. Sag, Seele, wem gebührt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Leben, wo dieser wohnt, ist Höllenschmerz. Dir, dir, o Gott, dir soll allein mein Herz aufwärts gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was du verlangest, die Erstgeburt, ohn alle List, das Herz, damit du, Schöpfer, prangest, das dir so sauer worden ist; dir geb ichs willig, du allein hast es bezahlet, es ist dein. 4. Wem sollt ich mein Herz lieber gönnen, als dem, der mir das seine gibt, dich kann ich den Herzliebsten nennen, du hast mich in den wichtge Frage! Gott lehre sie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht ſelbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen. Du schufst mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ, nach dem Bekenntniß. Doch bins ichs, Herr, auch in der That? O öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns ſelbst unergründlich sind. Drum laß Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 661 mich oft und ernstlich prüfen, wo Neue Nichts mehr helfen wie ich, mein Gott, vor dir kann. Herr, mache mich schon gesinnt. Befreie mich vom hier recht flug und frei von falschen Wahn, der auch den schnödem Selbstbetrug.d Klügsten täuschen kann. e ( Joh. Sam. Diterich.) ThisIn eigner Melodie. 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt W fich ſelbst noch bleibt, wie 678. er nur den lieben Gott will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Behrung Luft und Kraft. Du bists, der Beides in uns schafft. hed 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. Olaß michs nicht bis dahin sparen, läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, der wird ihn wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein Wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nüßlich sei. Wenn 662 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. er uns nur hat treu befunden der Ziel, die Seligkeit zu und merket keine Heuchelei, finden; mein Herz allein so kommt Gott, eh wir uns bedacht soll sein, auf Chriversehn, und läsfet uns viel stum sich zu gründen. Sein' Guts geschehn. Wort sind wahr, sein' Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schooße size, 2. Such, wer da will, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und seßet Jeglichem sein Ziel. Nothhelfer viel, die uns doch Nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und Keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund, von Herzen Grund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 1916 6. Es find ja Gott sehr schlechte Sachen und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. ( Georg Neumarct.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. uch, will, ein an * 679.Su wer da 4. Mein's Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht, von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 663 Nichts taugen, als nur das, was Christus thut; lassen wir ihn aus den Augen, finden wir was Anders gut: so erfahren wir gewiß, unſer Licht sei Finsterniß, unser Helfen ſei Verderben, unser Leben lauter Sterben. lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zu Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag, nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. ( Valentin Thilo.) Mel. Freu dich sehr, o meine. * $ 680, 11 nverwandt auf Christum sehen, bleibt der Wegzur Seligkeit; Allen, welche zu ihmflehen, ist gewisses Heil bereit't. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 4. Wären wir doch völlig Seine, regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was sie wirkete, geschafft! Jesu, richte unsern Sinn lediglich auf dich nur hin, so lebt's Herz in deiner Wahrheit und das Auge wird voll Klarheit. 5. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrath gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Eine arme Kreatur kann allein auf dieser Spur deines Namens Ruhm erhöhen und in deine Freud eingehen.( Joh. Andr. Rothe.) 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Mel. Es ist gewißlich. Glieder Jesu steht! Da geht 681. Will Jemand Christi Jünman in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 3. Aber freilich kann ger sein, der muß sich sein nicht schämen, sich selbst verläugnen, Christi Pein und Kreuz gern auf sich nehmen. 664 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. Drum, Jesu, gib mir deine Kraft, die dieses einzig in mir schafft, damit ich dir nachfolge. 2. Du weißt ja, das es schwerer fällt, den Eigenfinn zu lassen, sich selbst verleugnen, als die Welt und ihre Lust zu haffen. Drum wirk in mir, was ich nicht kann; führ mich zu deiner Liebe an und dämpf die Eigenliebe. 3. Gib, daß ich aller bösen Lust absterb und dir nur lebe. Kein Unbestand sei mir bewußt, wenn ich mich dir ergebe. Gib, Jesu, daß ich niemals mir, noch meinem Willen, sondern dir und deinem Willen folge. 4. Sind Fleisch und Blut erst unterdrückt, wird schnöder Eigenwille in meiner eitlen Brust erstickt, sind die Begierden stille, so fängt Gott sein Werk in mir an, daß ich durch seine Gnade kann mir ſelber ganz absterben. 5. Mein Herz ist eitler Lüste voll, blind, finster, ohne Leben; was Gott in mir ge= fallen soll, muß er mir selber geben. Erleuchtet mich sein Gnadenschein, so kann ich ihm gefällig sein und ihm zu Ehren leben. 6. Gib, Jesu, mir den Gnadenschein, daß ich dich recht erkenne, dich ehre, ge= gen dich allein in wahrer Liebe brenne. Entreiß mich mir und gib mich dir, laß meine Seele für und für mit dir verbunden bleiben. 7. Ich seufze, Herr, nach deiner Kraft, stärk mich mit deiner Güte. Dein Geist, der Alles Gute schafft, erfülle mein Gemüthe, daß es nicht eigne Ehre such, dir ähnlich werd und stets verfluch, was dein Reich in mir störet. 8. Herr, deine Liebe gibt allein Heil, Seligkeit und Leben. Die Eigenliebe kann nur Bein, Unruh und Unheil geben. Du gibst uns Segen, Heil und Ruh; der eigne Ruhm schreibt sich es zu, drum muß es dir mißfallen. 9. Dein ist Preis, Chr und Ruhm, denn du erschufest Welt und Himmel. D mache mich zu meiner Ruh frei von dem Weltgetümmel. Nimm Eigenliebe völlig hin und gib mir Christi Herz Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 665 und Sinn, der dich stets eure Seele ganz, nicht halb liebt und ehret. getheilet geben; vom Adel und Gewalt hab ich nicht viel erwählt; viel Herr- Herrsager sind der Höllen zuge( Joh. Christ. Zimmermann.) Mel. O Gott, du frommer. * 682, Welch eine zählt. Sorg und Furcht soll nicht bei Christen wachen und sie behutsamlich und wohl bedächtig machen. Mit Furcht und Zittern, heißts, schafft euren Seelen Heil. Wenn kaum der Fromme bleibt, wie denn der fündge Theil? 2. Der Satan geht umher und suchet zu verschlingen, legt tauſend Neß und Strick in unvermerkten Dingen; die Welt ist toll, verführt und bindt ihr selbst die Ruth, ja gar der ärgste Feind ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Sünd unwissentlich begehen, vor Gott kommt der Gedank gleich einem Werk zu stehen. Ein einzig räudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er nicht plößlich fall. 4. Ihr sollet, saget Gott, wie ich bin, heilig leben, mir 5. Und wird ein Frommer schlimm, so soll ihm das Nichts dienen, daß er vor solcher Zeit rechtschaffen gut geschienen. Der Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß, macht sich vervielte Schläg durch seiner Bosheit Fleiß. 6. Ein einzger Apfelbiß fonnt uns so heftig schaden, und Christus mußt sich selbst in Gottes Zorne baden; ein Bruch an deiner Tauf spricht dir den Meineid zu; vielleicht kommt Tod und Erd in diesem Blick und Nu. 17. Man hat genug zu thun, die einzge Seel zu retten; wer noch viel Anders hat, wie kann er das vertreten? Je größer Amt und Gut und Pfund und Gaben sein, je größre Rechenschaft bildt man sich kecklich ein. 8.Die ganze erste Welt mußt jämmerlich vergehen; acht Seelen find allein vor Gott 666 Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. gerecht ersehen. Nicht zehn Gerechte sind in Sodoms Nachbarschaft. Des Samens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 9. Es sind nur etliche in Kanaan gegangen. Auch aus den Zwölfen selbst ist Judas aufgehangen; der Zehnte dankte nur, daß er vom Aussaß rein. Ach, möchten fünf doch klug und fünf nur thöricht sein. 10. Des Richters Zukunft wird gleich einem Bliß geschehen; was unrein und gemein, darf nicht in Himmel gehen; es fühlt die letzte Plag Egyptens erstes Kind; es wird fast kein Haus sein, da nicht Verdammte find. Treu mich tröstet und er= hält; doch fleh ich desto mehr für mich und alle Welt. 13. Senf deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; laß Niemand mit der Buß und wahrem Glauben scherzen; thu allen Kizel weg, Trägheit, Vermessenheit, Verstockung, Heuchelei, Bosheit, Unheiligkeit. 14. Hilf fiegen über das, was du schon überwunden; zerstör des Teufels Reich, laß ihn bald sein gebunden, daß wir mit Fleiß und Sorg verleugnen, widerstehn, anhalten mit Gebet, entfliehen und entgehn.t 15. Verleih Geduld und Trost im Kämpfen und im Ringen; sorgfältge Wachsamkeit laß mit Bestand durchdringen; laß uns in heilger Furcht und in Bereitschaft stehn, daß wir mit Freudigkeit vor deinen Augen gehn. ( Joh. Reinhard Hedinger.) 11. Herr Gott, so oft ich dies nach aller Läng bedenke, so schneidet Angst und Furcht durch Adern und Gelenke, so schauert mir die Haut, so gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz und hebet sich empor. 12. Ich lebe zwar getrost durch Glauben, Lieb und Hoffen, und weiß, daß deine* 683. W Mel. Du, o schönes Weltgebäude. er das Kleinod Gnad noch allen Menschen offen und deine Lieb und will erlangen, der muß lau Vom christl. Leben und Wandel überhaupt. 667 fen, was er kann; wer die nicht gewünschte Hülfe Krone will empfangen, der schafft. muß kämpfen als ein Mann; dazu muß er sich in Zeiten auf das Beste zubereiten, alles Andern müßig gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens- Jesu, deine Güte steckt mir auch ein Kleinod für, das entzückt mir mein Gemüthe durch den Ausbund seiner Zier; o wie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern haft bereitt! steh mir Armen in so gro5. Drum, mein Jesu, ßer Schwachheit bei; laß dich meiner Noth erbarmen, mache mich von Allem frei, rücken; komm, mich selbst was mir will mein Ziel verrecht zuzuschicken; gib mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit. d 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich was sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich stets zurücke firrt. Deine treue Gnadenkrone ist mir übergnug zum Lohne; wirst du nur mein Beistand sein, so ist sie in Kurzem mein. ( Joh. Menger.) 3. Mich verlangt von ganzem Herzen auch nicht weit davon zu sein; ja, ich ziele recht mit Schmerzen auf den freudenvollenSchein. Doch das Laufen thut mir bange und der Kampf wird mirzu lange; der geschmückte Erdenwust nimmt mir öfters alle Luft. Mel. Singen wir aus Herzens. weierlei bitt 4. Mein verderbter Gigen 4, ich von bir, 3 wille hat bald dies, bald das zu thun; hält im Laufen vielmal stille und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch fast mürbe, daß mir auch der Sieg verdürbe, wo mir deine treue Kraft zweierlei trag ich dir für, dir, der Alles reichlich gibt, was uns dient und dir beliebt. Gib mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Banden reißt. 668 Vom chriftl. Leben und Wandel überhaupt. 2. Gib, daß ferne von weiß oft nicht, wenn ihm ist mir sei Lügen und Abgötte- wohl, wie es sich erheben rei! Armuth, die die Maße soll. bricht, und groß Reichthum gib mir nicht. Allzu arm und allzureich ist nicht gut, stürzt Beides gleich unsre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Theil, und beschere mir zur Noth hier mein täglich Bißlein Brot. Ein klein Wenig, da der Muth und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonsten möcht im Ueberfluß ich empfinden, Ueberbruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: Wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, 5. Wiederum, wenns stehet blos, und die Armuth wird zu groß, wird es untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst't, fragt gar nicht, was christlich ist. Mel. Nun sich der Tag. * 685.D er du noch in der letzten Nacht, eh du für uns 6. Ach mein Gott, mein Schaß, mein Licht, dieſes keines ziemt mir nicht. Beides schändet deine Ehr, Beides stürzt ins Höllenmeer. Drum so gib mir Füll und Hüll, also wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. ( Paul Gerhard.) XXX. Von der christlichen Liebe gegen unsern Nächsten. erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepredigt haft: vist 2. Erinnre deine kleine Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 669 Sei uns gnädig, daß wir leben, und vergib, wie wir vergeben. 5. Wir gelobens dir mit Freuden: Willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 686. Allen, welche um Rache schrein, täglich vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten. nicht vergeben, wirst du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein; unentladen ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden. Schaar, die sich sonst leicht entzweit, daß deine legte Sorge war, der Glieder Einigkeit. ( Nikol. Ludw. Graf von Zin zendorf.) 2. Ob sie reuend zu dir flehten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein erbarmend Angesicht. Sündern, welche Brüder hassen, kannst du keine Schuld erlassen. 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der Todes Ueberwinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch ein Christ verzeihen und sich nicht auf Rache freuen. 4. Auch wir Alle sind Verbrecher, häuften Alle Schuld auf Schuld. Du, der Sünder ernster Rächer, habe noch mit uns Geduld! 6. Stärkuns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden, laß uns schnell sie überwinden! 7. Also mach uns deinem Leben, Jesus Christus, gleich gesinnt! Dann vergib, wie wir vergeben, Allen, die uns schuldig find! Laß für deines Volfs Verbrechen dann dein Blut versöhnend sprechen! 8. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns ins Gericht! Nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht! Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach in uns zu dämpfen! U ( Balth. Münter.) 670 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. Mel. Herr Jesu Christ, meins. * 687 Die Liebe zeigt gütig ſein. ohn Heuchelei, ob einer neu geboren sei, ob Gott in ihm wohn oder nicht, und ob er sei und bleib im Licht. 2. Wer liebet, der ist Gottes Kind, in welchem sich das Leben findt; wer ohne Lieb ist, bleibt im Tod, ist ohn Erkenntniß, ohne Gott. 3. Schlecht muß es um den Glauben stehn, wenn man des Nächsten Noth gesehn, und wie ein Bach vorüberfließt, da keine Liebe sich ergießt. 4. Sprichst du von ihm: „ Er ist mein Feind; wie kann man sein des Feindes Freund?" Mensch, sieh, es ist dein Fleisch und Blut, thu, wie der Samariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht auch geliebt, ob du ihn hattest gleich betrübt? Erließ ja schwinden Zorn und Rach. O folge diesem Beispiel nach! 6. Ein Heide liebt nur, wer ihn liebt, und thut dem Guts, der ihm was gibt; allein ein Christ muß insgemein auch gegen Feinde ARTES 7. Drum reicht in Bruderliebe dar gemeine Lieb auch offenbar, so werdet ihr viel Feinde los, und euer Lohn bei Gott ist groß. 8. Nun Gott, du Liebund Friedensherr, laß meine Liebe brünstiger und mich darin unsträflich sein, nach rechter Art, ohn Heuchelschein; 9. Damit ich auf der Frommen Pfad rechtschaffen sei durch deine Gnad und nehm im Guten immer zu, bis daß ich komm zu meiner Ruh. ( Chr. Pressovius.) Mel. O du Liebe meiner Liebe. und * 688. Her verin eint zuſammen, sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu. Er ists Haupt, wir seine Glieder; er das Licht und wir der Schein; er der Meister und wir Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und er Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 671 ertränkt, ei so muß sich Jedes schämen, das sich ihm nicht willig schenkt. 6. Halleluja! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du unsichtbarer Meister uns so fühlbar nahe bist. neuert euren Bund, schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund; und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Giner reize doch den Andern, unserm blutbefreundten Lamm vor das Lager nachzuwandern, das für uns zur Schlachtbank kam. Einer soll den Andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Vermögen dran zu strecken, daß man ihm gefallen mag. i bl 5. Nichts, als nur des Bräutgams Stimme, sei die Regel unsrer That, weil er nicht mit Löwengrimme uns in Staub getreten hat, sondern mit gehäuften Strömen ſeines Bluts den Zorn 7. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet iſt. 8. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer. Liebe dienen und einander gern erfreun. 9. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die todten, trägen Geisterlebensvoll; 672 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. zünde an die Liebesflamme, Tauf, ein voller zum Himdaß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. mel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden, wir können nichts Anders, als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden. 10. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. ( Nikol. Ludw. Graf von Zin zendorf.) In eigner Melodie. * 689.Jrs hr Kinderdes Höchsten, wie stehts um die Liebe? Wie folgt man dem wahren Vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im Bande der Einigteit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen, wir dürfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die FlammedesHöchsten muß lichterloh brennen. 2. Sobald wir von Oben aufs Neue geboren, so sind wir von Christo zu Brüdern erforen. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine 3. Die Mutter, die droben ist, hält uns zusammen und schickt uns herunter die himmlischen Flammen. Kein Unterschied findet hier einige Statt, weil Demuth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß können regieren, da kann man den Funken der Liebe nicht spüren, noch in den Chor englischer Thronen ihn führen. 4. Die Zions- Gesellschaft verläßt die Verwandten, setzt Brüder am höchsten vor allen Bekannten. Wer noch ist bezaubert vom Lieben der Welt und sich in der Falschheit zum Bruder verstellt, den kann sie unmöglich zum Bruder annehmen, er müßt sich denn völlig zur Buße bequemen. Sie darf sich des redlichen Sinnes nicht schämen. Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 673 lige Eintracht wird Babel zerstöret. Wer ist, der verbundeneu Geistern was wehret? te mad tim 8. Drum lasset uns lieben und freuen von Herzen, versüßen einander die leidenden Schmerzen; dringt kräftig, ihr Geister, in Eines hinein, vermehret die Strahlen vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater ihm herzlich gefallen, im Loben kann auch sein Ruhm herrlich erschallen, wenn Kinder, von Liebe entzündet, nur fallen. 5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, die wir sind zum Segen der Brüder gezählet! Wir sind die erkaufete seligste Schaar. Ach lobet den Vater; denn kurz: er ists gar. Singt ihm mit vereinigtem Herzen und Munde, ohn Loben und Lieben vergeh keine Stunde, wir stehn vor dem Herren als Einer im Bunde. 6. Was ich bin, mein Bruder, das bist du auch worden, wir sind an dem himmlischen Erbe Consorten. Ein Jeder für Alle zum Va= terland dringt, die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, wie Jesus uns auch so gemacht hat zu Erben. Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen; da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen im hei= ligsten Feuer, in feligster Brunst, die ziehet zusammen des Königes Gunst. Ach, inschließt in einander die Herzen und Hände und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende: so fennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. ( Christian Andreas Bernstein.) pissin Mel. Fren dich sehr.dk Dinder, 7. Ach laßt uns einander erinnern und führen, daß wir nicht die Krone des Lebens verlieren. Wenn Babel nun trunken wird von Zions Blut, so stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Schreien der Kinder wird* 690.Chriftitiewahrlich erhöret, durch völ43 Glie 674 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. der und nach Gottes Bilde was nicht recht gethan, und feid, übet gegen eure Brü- gewinnet sein Gemüthe ſelbst der christliche Gerechtigkeit; mit Freundlichkeit und Güte. meint es mit dem Nächsten gut, wie ihr wollt, daß man euch thut; diese Lehre, so zu leben, hat der Heiland uns gegeben. 2. Dient einander mit den Gaben, welche Gott in euch gelegt; denn den Baum will Gott nicht haben, welcher keine Früchte trägt. Helft einander aus dem Kreuz, sonder Eigennuß und Geiz. Gebt und rathet und geden ket, daß euch Alles Gott geschenket. 3. Ohne Falsch, gleichwie die Tauben, sucht einander beizustehn, und aus ungefärbtem Glauben lasset eure Werke gehn. Habt Vertrauen unter euch, seid am Sinn einander gleich, haltet an der Liebe feste, denkt und hoffet stets das Beste. 4. Lasset über euch nicht schreien, daß ihr undersöhnlich seid, seid begierig zum Verzeihen, langsam zu der Bitterfeit; sprecht den Nächsten freundlich an, hat er 5. Lasset uns nicht übel sprechen, wenn wir Andrer Mängel sehn; denkt, wir haben auch Gebrechen, die uns wieder können schmähn. Höret, was der Heiland spricht: Richtet und verdammet nicht, daß wir nicht noch hier auf Erden selbst vor Gott verwerflich werden. 6. Gönnt einander alles Gute, segnet und verfluchet nicht; Christus hat mit ſeinem Blute Ein Erlösung aufgericht't, und Ein Vater gibt uns Brot; unsre Zeit beschließt der Tod, und Ein Himmel ist dort oben den Gerechten aufgehoben. 7. Höchster, schmück uns mit dem Kleide heiliger Ge= rechtigkeit; mach uns zu der ewgen Freude, zu des Lammes Mahl bereit; mach uns hier und dort gerecht; sprich einst: Du getreuer Knecht, komm, ich will dich hier ergößen und dich über Viele sezen.( Konrad Hubert.) Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 675 Mel. Wunderbarer König. * 691, Dommt ins det ohne Maß der Länge. Liebt euch sehr, liebet mehr, nährt das Liebesfeuer alle Tage treuer. Reich der Liebe, o ihr lieben Kinder, ihr in Blut gewaschne Sünder! Lerntvon eurem Lamme eure Brüder lieben und euch recht darinnen üben; folgt dem Herrn; traget gern, was nach Jesu fraget, wenns auch fällt und klaget! 5. Soll das Reich des Sohnes voll von großen Heerden, fest und reich gesegnet werden, o so laßt uns lieben und in Liebe brennen. Jesu, hilf, daß wir es können! Satan wehrt; denn das Schwert festverbundner Liebe schlägt ihm tiefe Hiebe. 2. Sünde zu vergeben und auch zu vergessen, das hat Keiner so besessen, als der Freund der Sünder, der mit eignem Blute, seinen Feinden selbst zu Gute, alle Schuld, o der Huld, ewiglich begraben, völlig aufge= haben. 6. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gnaden, heile allen unsern Schaden. Falschheit, Schein und Tücke, Stolz und Eigenliebe kreuzige durch deine Triebe. Satans Macht wird verlacht, wenn wir dich nur fennen und in Liebe brennen. ( E. G. Woltersdorf.) 3. Wirft der Feind der Seelen zwischen eure Herzen Streit, Verdacht und Haderschmerzen, o so seid nicht stille, wartet nicht so lange bis zum SonnenunIn eigner Melodie. tergange; tödtet bald die Ge-* 692. Mein König Zwistigkeiten, die schreib mir dein Gesetz ins Herz, daß meinen Geist ergöß der königliche Trieb; zünd mir das sanfte Feuer an und führ mich auf der Freude Bahn durch engelgleiche Lieb. 43* den Fall bereiten. 4. Bleibt nicht so beständig auf dem eignen Nechte; werdet gern der Andern Knechte; denn die süße Liebe deckt die Sündenmenge, dul 676 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 2. Du schickst die Lieb vom Himmel her, sie macht sich aus dem Engel- Heer auf dieses Erdenrund. Doch faßt man dieses Kleinod nicht, bis uns das volle Licht anbricht und macht ihr Wesen fund. 7. Es spielt der Unschuld Lauterkeit, wenn im bekrön= palten Liebesstreit die muntern Geister stehn, und außer der Parteilichkeit, von Meinungen und Zank befreit, zugleich ins Gine gehn. i 8. Denn in der Eintracht gleichem Lauf hält uns fein falscher Geist nicht auf, die Lust wird nicht gestört, und was von Oben ist entzündt, auch seinen Ursprung wiederfindt, da, wo es hingehört. 9. So schmeckt des Himmels süßen Kuß der Bruder, den der Liebe Guß von Andern überschwemmt, wenn ihn ein tiefer Fried erquickt und in das Paradies entzückt, wo Nichts die Freude hemmt. 3. Dann wird der harte Sinn erst weich, geschmeidig und dem Wachse gleich, und schmilzt in heißer Brunst. Die Hochmuths- Flügel fallen hin, es zeigt der recht gefinnte Sinn dem Bruder freie Gunst. 4. Wie schöne sieht das Wesen aus, wenn des betäubten Leibes Haus ein holder Wirth bewohnt; da Liebe stets den Zepter führt, und dem, den sie nach Wunsch regiert, mit Himmels- Nektar lohnt. zur Lieb bereit, besiegend den Verdruß, den Wollust, Neid, Verdacht und Streit, Geiz, Hoffahrt und die Eigenheit erbärmlich leiden muß. 5. Da lacht das frohe Angesicht, der Augen unverfälschtes Licht das funkelt von Begier, dem Freund vollkommen Guts zu thun; die kann nicht in dem Dienen ruhn, so bricht die Flamme für. in 6. So steht in Gottes Herrlichkeit ein selger Geist 10. Du Vater aller Lichter du, laß diese ungemeine Ruh nur Allen sein gemein. Wir sehen nicht die Seligfeit, die Liebe wird dann recht bereit und ungetrennet ſein. 11. Was störet Zion die Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 677 sen Trost? Was hindert für sei geheiligt dir, so deinen ein harter Frost der Knos- Willen preist. pen offne Blüth? Wann bricht der Liebe Frühling an, der uns auf selger LiebeBahn zu reifen Früchten zieht? 16. Mein' Natur soll nur Liebe sein, die Sinnen müssen stimmen ein, der Mund bekennt nur Lieb; die Hände wirken diese nur, die Füße folgen dieser Spur: soherrscht des Königs Trieb. 693. He ( Gottfried Arnold.) Mel. Herzliebster Jesu, was haft. err, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen! Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte rechtzu Gemüthe. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; du heiltest die, die dich zu fangen suchten, und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen, mein stolzes Herz kann leider wenig tragen, und schwer nur weiß sich, wenn mich 12. Das Vorspiel muß gespielet sein der Liebe, die vollkommen rein in jener Weltregiert; o selig, den ein starker Zug befreit vom Schein und Heucheltrug, zu diesem Schmack hinführt! 13. Der weiß zu ságen von der Lust, die Gottes Liebsten ist bewußt, kein Bi= sam fehlt ihm nicht; und seinem angenehmen Mund zur Erquickung alle Stund ein Balsam zugericht't. 14. Der dringt immer durch Mark und Bein. Der muß ein rechter Aaron sein, wer so bei Brüdern lebt und aus dem Wermuth Zucker macht, ja nie qus falschen Augen lacht, und so in Frieden schwebt. 15. Olieb, ich kenne deine Gunst, o Gottheit, gib nur deine Brunst in den erfrornen Geist, und laß ihn brennen für und für; dies Opfer 678 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. Andre hassen, mein Herz zu faffen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nichterben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben.( Chr. Sam. Ulber.) Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 6. So hilf mir denn die wilde Gluth ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken, so werd ich mich versöhnlich finden lassen, den 3. Ach sei doch auch zu Feind nicht hassen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von dem falschen Streit hinwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. Mel. Ach Gott vom Himmel. 694. Bater ber Barmherzigkeit, der dudir deine Heerden gesammelt zur Apostel Zeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie, in der Welt zerstreut, sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit ge= ziert in Einigkeit des Glaubens. 4. Ach schaue, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie sichs im Zanken beißt und frißt, im Unverstande brennet; wie Alles in Verwirrung geht, da Eins das Andre nicht versteht und sich unnöthig zweiet. 5. Ach Herr, hilf diesem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde; daß das Band der Vollkommenheit, die Liebe, Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 679 die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und wird nie vor dir bestehen. uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, wenn Brüder sind zusammen, einträchtiglich in einem Haus, und stehn in Liebesflammen; wenn sie im Geist zusammen stehn, zu Gott in einem Sinne flehn und halten an mit Beten. 7. Gleichwie der Balsam edler Art, auf Aarons Haupt gegoffen, ins ganze Kleid von seinem Bart kam niederwärts geflossen, und wie der Than von Hermonim fällt auf Zions Gebirg herüm und alles Land erquicket: 8. Also fleußt Gottes Geistes Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, auf alle seine Glieder; das ist die Frucht der Einigkeit, Heil, Segen, Leben allezeit und alle Himmels- Güter. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen fich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht dieſem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein, sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun, gern auf seine Fehler sehn, reuend sie vor Gott gestehn, eifrig stets nach Beßrung streben und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlershuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daßman ( Heinr. Georg Neuß.) Mel. Freu dich sehr, o meine. 695 Lehre mich, Herr, falsche Wege flieht und mit recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so Eifer sich bemüht, ſeinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Neu das 680 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlfein achten, nein nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn; gerne Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrim sind, Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir. Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. ( Nach Joh. Anaſt. Freylinghausen.) Mel. Es ist gewißlich an der. 696. Nach meiner ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit ver= bringen, wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen und, wenn mannicht mehr sündgen kann, Gott um Grbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Worte zeiget. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb! Nichts sei so groß, Nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 681 Freuden, und sollte das, was Mel. Nun komm der Heiden. bir gefällt, o Gott darüber* 697.Sich, wie lieb= meiden: was hülfe mirs? Kann auch die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad erseßen? und wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und Lift.lind 2. Wie der edle Balsam fleußt und sich von dem Haupt ergeußt, weil er von sehr guter Art, in des Aarons ganzen Bart. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 500 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest und mich zur Tren in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest? stärke mich, mein Gott, da zu, so find ich hier schon wahre Ruh und dort das ewge Leben. is( Joh. Sam. Diterich.) Kleid und erreget Lust und 3. Der herabfleußt in sein Freud; wie befällt der Thau Hermon, auch die Berge zu Zion. 4. Denn daselbst verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 5. Aber ach, wie ist die Lieb so erloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des Andern Herze rührt. 6. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen Andern nicht: wo bleibt da die Liebespflicht? moodsi 7.0 Herr Jesu, Gottes Sohn, schau doch einst von 682 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die kein Mensche bessern kann. 8. Sammle, großer Menschenhirt, Alles, was sich hat verwirrt; laß in deinem GnaMel. O Gott, du frommer Gott. denschein Alles ganz vereinigt* 698.W enn Einer ſein. alle Kunst und alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschen- und mit Engelzungen redte, hätt aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor Gott damit Nichts ausgericht't. 9. Geuß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein. 10. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz. Knüpfe selbst durch deine Hand das geheiligt Brüderband. 11. So wie Vater, Sohn und Geist drei und doch nur eines heißt, werd vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschaar. 12. Was für Freude, was für Luft wird uns da nicht sein bewußt, was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. 13. Alles, was bisherverwundt, wird mit Lob aus einem Mund preisen Gottes Liebesmacht, wenn er Alls in Eins gebracht. 14. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, welcher, wie er ist in Gin, uns in ihm läßt Eines sein!( Mich. Müller.) 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget, sonst aber keine Frucht und keinen Nußen bringet. Es wär ein solcher Mensch, ein solcher guter Christ, wie eine Schell, an der kein Geiſt noch Leben ist. 3. Wenn er weissagen könnt und hätte allen Glauben, daß er auch Wunderwerk an Bergen, Blinden, Tauben erwies und hätte doch der wahren Liebe nicht, so wäre abermals damit Nichts ausgericht't. 4. Wenn Einer auch sein Hab und alles Gut den Armen hingäbe, aber es nicht thäte aus Erbarmen; wenn Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. 683 dennoch, was möglich, mit Geduld. 9. Wenn dort die Wis senschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe doch sich fort und fort vermehren; wenn Glaub und Hoffnung auch vergehet mit der Zeit, so bleibet doch die Lieb in alle Ewigkeit. 10. Herr Jesu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am Nächsten Liebe übe; gib, daß ich allezeit von Herzen Jedermann zu dienen sei bereit, wo ich nur soll und kann. ( Lukas Bacmeister.) er sich brennen ließ, und hätte nicht dabei der Liebe: sag ich doch, daß er nichts nüße fei. 5. Die Lieb ist sanftmuthsvoll, langmüthig und gelinde, sehr freundlich Jedermann, stets fertig und geschwinde in Nöthen beizustehn; die Liebe eifert nicht, die Liebe siehet zu, daß Keinem Leid geschicht. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die Liebe haffet Keinen, sucht ihren Nußen nicht, sie rathet den Gemeinen; die Liebe zürnet nicht, die Lieb hilft Jedermann, und wendet Schaden ab, wo sie nur immer kann. Mel. Aus meines Herzens. 7. Die Liebe ist betrübt, 699.Wem Weisheit wenn unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn man der Wahrheit fest beipflichtet; die Liebe decket auch des Nächsten Mängel zu, verträget Alles gern, und liebet Fried und Ruh. fehlt, der bitte von Gott, der Weisheit hat. Er leitet unsre Schritte durch seines Geistes Rath. Wer ruft zu ihm hinauf, dem er nicht gern gewähret, was er von ihm begehret? Er gibts und rückts nicht auf. 2. Gib, Vater meiner Väter, mir einen weisen Sinn! Du gibst die Uebertreter in ihren Sinn dahin. Ich aber 8. Ohn Argwohnglaubet sie das Beste nur von Allen; fie hoffet Besserung, wenn Jemand ist gefallen in Sünd und Missethat; hat sie gleich keine Schuld, so leidet sie 684 Von der christl. Liebe gegen unsern Nächsten. wünsche mir ein Herz, das dich nur liebe, gern, was du forderst, übe; das wünsch ich mir von dir! 3. Der Leib beschwert die Seele. Wie leicht verirr ich mich, wenn ich mein Glück mir wähle, erleuchtet nicht durch dich! Durch jeden Schein verführt, begehr ich falsche Güter, wenn, o mein treuer Hüter, mich nicht dein Rath regiert. 4. Kaum treff ich, was auf Erden mir gut und heilsam ist. Wie kann ich selig werden, wo du, mein Licht, nicht bist? Seh ich nicht stets auf dich, so geh ich in der Irre, im Finstern, und verwirre in tausend Neßen mich. 5. Doch du, o Herr, bist weise. Was dir mein Gott gefällt, ist gut, und dir zum Preise bezeugts die ganze Welt! Denn lenkt sie nicht dein Ruf zu einem großen Ziele, zum seligsten Gefühle der Güte, die uns schuf? In eigner Melodie. 700.2lles ist an Got tes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut; wer 6. Was ich für schädlich achte, das wird doch mir, o Herr, wenn ich die Frucht betrachte, nur immer herrlicher. Dein Urtheil trüget nicht; was übel schien, wird Segen, die Nacht auf deinen Wegen ein wundervolles Licht. 7. Mein einziges Bestreben sei, was dein Rath ge= beut; regierest du mein Leben, so wird es Seligkeit! Von dir erwart ich sie; wen deine Weisheit leitet, der, bester Führer, gleitet auf ſeinen Wegen nie! ( Joh. Andr. Cramer.) XXXI. Berufs- Lieder. auf Gott sein Hoffnung ſetzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret, und so manches Berufs- Lieder. 685 Glück bescheret, ist und blei- Mel. Wer nur den lieben Gott. bet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 701, Befehl dem Herz rendeine Wege 3. Viel bemühen sich mit Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind. Ich begehr nach dem zu ringen, was mir kann Vergnügen bringen und man jetzt gar ſelten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben, und ihm Alles heimgestellt. mind Chate 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat Alles seine Zeit. Ich hab ihm Nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben. Wenn Gottwill, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch Nichts, das ang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. onditz und mache dich von Sorgen los; vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist Nichts zu schwer noch groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft rathen lassen, da hat er Alles wohl gemacht. Denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht. Wie dirs sein Rath hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit! Wie leicht wird alle Noth und Plage dir werden in der Eitelkeit, wenn du Nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; dir fehlt zu viel, du baust auf Sand. Berufs- Lieder. 686 5. Gib meinem Herzen folche Stille, mein Jesu, laß mich sein vergnügt mit Allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts, fie ist die deine und kostet dir dein theures Blut; bleib du nur, Jesu, auch der meine, ſei lebenslang mein größtes Gut. Ja laß mich dir empfohlen sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorg falt, die du mir, noch eh ich war, schon haft erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich hast erwählt und deinen Schaafen zugezählt. 8. Auch sei dir Dank und Lob gegeben, daß du so unermüdet haft für mich geforgt in meinem Leben, von mir genommen manche Last. Einst sag ich in dem Himmel dir viel tausend Lob und Dank dafür. ( Nach Henr. Kathar. v. Gersdorf.) Mel. Erschienen ist der herrlich. * 702. D * 702. D'Gott, der as walte helfen kann, mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott es gehet glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: daswalte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert von Gott Kraft und Stärk, mein Herz zu Gott ist stets gericht't; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts, drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Neß, und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mittel sammt dem End ich stell allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu aller Frist: das walte Gott! Berufs- Lieder. 6. Legt Gott mir seinen Segen bei, nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch aus Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifftmich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt, er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Loosung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er gibt und nimmt, macht wie ers will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth, und gibt mir auch mein Bißchen Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Thun umsonst, Nichts hilft Verstand, Wiß oder Kunst, mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll; das walte Gott! 687 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hafsen, wers nicht lassen kann, so stimm ich doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, drauf Alles wohl gerathen muß drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! ( Johann Betichius.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. * 703. Gott, laß dir befohlen sein, zu diesen bösen Zeiten den theuren Schatz, die Kinderlein, thu sie zum Guten leiten; gar bald die Jugend wird verführt, ja bald ein Alter sich verirrt in diesen letzten Zeiten. 2. Dein Vatertren sie mir behüt, dein Gnad sie mir regiere, dein guter Geist leit ihr Gemüth, daß Niemand fie verführe; dir, Herr, ich sie befehlen thu, die Engelwach gib ihnen zu, daß keine Plag sie rühre. 3. Und weil man dir, Berufs- Lieder. 886 Herr, dienen soll in allen dreien Ständen, so mach sie deiner Weisheit voll, daß Weg und Weis' sie finden, zu dienen dir in der Gemein, du, Herr, am besten weißt allein, ihr Thun zu Nuß anwenden. 4. Dir, mein Gott, ich erziehe sie, in deiner Furcht und Treue; schaff, daß kein Arbeit, Sorg und Müh ins Künftig mich gereue, sondern vielmehr in Ewigkeit meiner Kinder Gottseligkeit mich inniglich erfreue. ind( Josua Wegelin.)* 704. Weisheit H Mel. Nun laßt uns den Leib. err aller Quell und Grund, dir ist all mein Vermögen fund, wo du nicht hilfft und deine Gunst, da ist mein Thun und Werk umsonst. 2. Ich, leider, als ein Sündenkind, bin von Natur meinem Nächsten nütz im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein Leben ist sehr kurz und schwach, ein Lüftlein, das bald läsfet nach. Was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wenig beigelegt. 5. Wenn ich auch gleich vollkommen wär, hätt aller Gaben Ruhm und Ehr, und sollt entrathen deines Lichts, so wär ich doch ein lauter Nichts. 6. Was hilfts, wenn einer glsich viel weiß, und hat zuvörderst nicht mit Fleiß ge= lernet deine Furcht und Dienst, der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, was ein Mensche führt, wird leicht= lich an ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kann, so stößt sie aller Enden an. zum Guten blind, mein Herze, 8. Wie Mancher stürzet wenn dirs dienen soll, ist ungeschickt und Thorheitvoll. 3. Ja, Herr, ich bin gering und schlecht, zu handeln dein Gesetz und Recht; was seine Seel durch Klugheit, wie Ahitophel, und nimmt, weil er dich nicht recht kennt, mit seinem Wiß ein schrecklich End. Berufs- Lieder. 499. Gott, mein Vater, 15. Sie ist des Schöpfers kehre dich zu meiner Bitt, und höre mich: Nimm solche Thorheit von mir hin und gib mir einen bessern Sinn. 10. Gib mir die Weisheit, die du liebst, und denen die dich lieben, gibst, die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Kron. od nächster Rath, von Worten mächtig und von That, durch sie erfährt die blinde Welt, was Gott bedenkt in seinem Zelt.dll zid 16. Denn welcher Mensch weiß Gottes Rath? Wer ists, der je erfunden hat den Schluß, den er im Himmel schleußt, den Weg, den er uns laufen heißt? 11. Ich lieb ihr liebes Angesicht, sie ist mein's Herzens Freud und Licht, sie ist die Schönste, die mich hält und meinen Augen wohlgefällt. 12. Sie ist hochedel auserkorn, von dir, o Höchster, selbst geborn; sie ist der hellen Sonne gleich, an Tugend und an Gnaden reich. 13. Ihr Mund ist süß und tröstet schön, wenn uns die Augen übergehn; wenn uns der Kummer niederdrückt, so ist sie's, die das Herz erquickt. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewahrt uns vor der Sterblichkeit; wer fleißig um sie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 689 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch ihrelast beschwert; die Sinne, hin und her zerstreut, find ja vom Irrthum nicht befreit. Die on 18. Wer will erforschen, was Gott setzt, und sagen, was sein Herz ergößt? Es sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebst. 19. Drum sende sie von deinem Thron, und gib sie deiner Maged Sohn. Ach schütt und gieß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 20. Befiehl ihr, daß sie mit mir sei, und wo ich gehe, erstehe bei; wenn ich arbeite, 44 Berufs- Lieder. 690 helfe sie mir tragen meine schwere Müh. 21. Gib mir durch ihre weise Hand die recht Erkenntniß und Verstand, daß ich alleine an dir fleb und nur nach deinem Willen leb. 22. Gib mir durch sie Geschicklichkeit, zur Wahr heit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach aus Sauer Süß, noch aus dem Lichte Finsterniß.@ 23. Gib Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib an meinem Ort, und mich zur frommen Schaar gesell, in ihren Rath mein Wesen stell. 24. Gib auch, daß ich gern Jedermann mit Rath und That, so viel ich kann, aus rechter ungefälschter Treu, zu helfen allzeit willig ſei. 25. Auf daß in Allem, was ich thu, in deiner Lieb ich nehme zu! Denn wer sich nicht der Weisheit gibt, der bleibt auch von dir ungeliebt. ( Paul Gerhard.) Mel. Wer nur den lieben Gott. * 705. Hein und doch alleine bin ich in meiner Einsamfeit; denn wenn ich ganz verlassen scheine, vertreibt mir Jesus selbst die Zeit; ich bin bei ihm und er bei mir, so kommt mir Nichtes einsam für. 2. Komm ich zur Welt, man redt von Sachen, die nur auf Eitelkeit gericht't; da muß sich lassen der verlachen, der etwas von dem Himmelspricht; drum wünsch ich lieber ganz allein, als bei der Welt ohn Gott zu sein.ur mappe usnim dir 3. Verkehrte können leicht verkehren, wer greift Pech ohne Kleben an? Wie sollt ich denn dahin begehren, wo man Gott bald vergeſsen kann? Gesellschaft, die verdächtig scheint, wird oftmals nach dem Fall beweint. 4. Zu dem kann sich ein Mensch verstellen, wer kann in Aller Herzen sehn? Man sieht oft heimliche Gesellen, die sich nur nach dem Winde drehn, daß der, so voller Zucker war, bald eine Schlange drauf gebar.is 5. Drum kann mir Nienicht ganz mand hier verdenken, wenn Berufs- Lieder. ich in meiner Einsamkeit mich also suche zu beschränken, daß Gott allein mein Herz erfreut. Die Welt ist voller Trug und List, wohl dem, der Gott verbunden ist. 691 die Welt mich einsam nennen, so thue du es immerhing gnug, daß bei mir, wenn ich allein, Gott und viel tausend Engel sein. biTjUn mid 119 stu ( Benjamin Schmolck.) dnu nohunid( 691 Mel. Herr, straf mich nicht in. err Jesu Christ thu Glück und Heil uns zu der Nahrung geben, und schenk uns gnädig unser Theil in diesem kurzen Leben; doch halt darinnen Maß und Ziel, und gib uns ja nicht allzuviel, daß wir uns nicht erheben. JLC 2. Gib uns auch nicht zu wenig Brot, sondern zu rechter Maßen, auf daß wir nicht aus großer Noth dein rein Gebot verlassen, noch von dem Wuchrer dürfen was aufborgen, der das beſte Gras auf fremden Wiesen mähet.un ora disperse dm 6. Ein Weltkind mag Gesellschaft suchen, ich liebe liebe 706.5 Gott in stiller Ruh; und sollten mir die Neider fluchen, so schließ ich meine Kammer zu, und nehme Gott mit mir hinein, so wird der Neid betrogen sein. dur7. Mit Gott red ich in seinem Worte, und durch sein Wort redt er mit mir; bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich bald zu mir; brauch ich in meinem Kreuze Rath, er ist, der mich getröstet hat. 6mm ha 8. Mach ich im Stillen meine Sachen, so hat er seine Hand bei mir; ich mag nun schlafen oder wachen, so stellt er mir sein Bildniß für; auch in den Träumen spielet er, als wenn ich wachend bei ihm wär. 19. Wer wollte denn nun nicht bekennen, daß ich stets in Gesellschaft bin? Und will 3. Vor diesem Freffer uns bewahr, auf daß er uns nicht zwinge, noch unser Haus und Nahrung gar zum Untergange bringe, als vielen Narren widerfahrn, die nicht han wolln das Ihre sparn, noch dich vor Augen haben. 44* Berufs- Lieder. 692 4. Herr, gib uns, was uns selig ist, mehr wolln wir nicht begehren, und hilf, daß wir ohn Hinterlist uns fein aufrichtig nähren, und jederzeit der Gaben dein recht brauchen und zufrieden sein mit dem, was du bescherest. 5. Ei, Herr, gib mir die Seligkeit, das ist das Allerbeste, wir sind doch hier ein kleine Zeit nicht anders, wie die Gäste; eh mans versteht, find wir dahin; wohl deme, der in seinem Sinn ist auf dein Wort gestorben. ( Barthol. Ringwald.) not for pimar Mel. Freu dich sehr, o meine. * 707. ilf uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Segenshand ist verloren Stadt und Land. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß Alles wohl gelingen. guing agır tot 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Höllen Macht und Pforten, und gib deinem Häufelein und der ganzen Christenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilfuns, Herr, in allen Dingen und laß Alles wohl gelingen.cur 3. Hilf uns, Herr, auf allen Seiten, im Gelück und Ungelück, kämpfen, streiten und arbeiten wider Satans List und Tück, wider Fleisches Lust und Pracht, wider weltlich Ehr und Macht. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß Alles wohl gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leiden in der legten Todesnoth, laß uns fahren hin mit Freuden, und durch dich und deinen Tod bald und glücklich kommen fort zum gewünschten Lebensport. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß Alles wohl gelingen. 5. Hilf uns, Herr, in legten Zügen, aus der letzten Höllenangst; laß uns ritterlichobsiegen, wie du obgesieget längst. D Herr Jesu, deine Hand leist uns Beistand und Bestand, daß wir dir in allen Dingen, ewig Lob und Ehre singen.( Martin Ninckart.) Berufs- Lieder. In eigner Melodie. 708.3% ech weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. duot 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht, und seines Gangs sich freue: des Höchsten Rath, der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an, und bringts doch nicht zu Stande! Er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. duod 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spißen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, 693 und hat sein Fuß vergebens sich bemühet.; lid of 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blißest, vernimm mein Wort, und höre mich vom Stuhle, da du fizest. ad un dui 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 68. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh aufmeinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 9. Prüf Alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre; der höchste Zweck, das beste Theil sei deine Lieb und Ehre. HATA 100 NOT 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelea Sonn und Zier, gefallen und belieben. Was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. dur Berufs- Lieder. 694 11. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. ii 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. dan 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht habund find, hast du zu aller Gnüge; so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hoch erfreuter Seelen, vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. ( Paul Gerhard.)* Tada said tullr my Mel. Alle Menschen müssen sterben. eſu, meiner 14. 3st gleich der Anfang 709. Geleleben, etwas schwer und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. meines Herzenshöchste Frend, dir will ich mich ganz ergeben, jego und in Ewigfeit! Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich bin dein und du mein, allerliebstes Jefulein.n 15. Werfleißig betet und dir traut, wird Alles, da ihm sonst vor graut, mit tapferm Muth bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in 2. Deine Hand hat mich taufend Stücke springen.bereitet, dein Mund blies 16. Der Weg zum Gu- mir Odem ein, deine Gnad ten ist faſt wild mit Dorn ward ausgebreitet, wie ein und Hecken ausgefüllt; doch Teppich ob dem Schrein, Berufs- Lieder. welcher mich hat erst verschlossen. Darum sag ich unverdrossen: ich bin dein xc. 3. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing: dir bin ich schon angehangen, als ich an den Brüsten hing. Dein Schooß hat mich angenommen, wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein 2c. 4. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein 2c. 5. Ach wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach ich wäre längst gestorben außer dir, und längst verdorben. Ich bin dein xc. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst't sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, gibt sie mir Güter; haßt 695 man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein xc. 7. Schmäht man mich), ist sie mein Ehre; trotzt man mir, ist sie mein Truß; zweifle ich, sie ist die Lehre; jagt man mich, sie ist mein Schußz. Niemals hab ich was begehret, war es gut, mir ists gewähret. Ich bin dein 2c. 8. Deiner Liebe Süßigkeiten sind in mein Herz eingeflößt. Durch den Blick der Herrlichkeiten deines Himmels wird getröst't mein Gemüth in seinem Zagen, alles Kreuz hilfst du mir tragen. Ich bin dein 2c. 9. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt, zu dir, Jesu, in die Freude! Truß, das mich was von dir scheide. Ich bin dein sc. NO 10. Dieses alles ist ge= gründet, nicht auf meiner Werke Grund; dieses, was mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen kund, daß es kommt aus deinem Berufs- Lieder. 696 Blute, das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein 2c. 11. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine SüBigkeit im Leide, ich bin deinic. 12. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes Jesulein. ( Chr. Scriver.) 2. Du, Herr Himmels und der Erden, hast dir mein Herz ausgeschaut, laß mich nicht zu Schanden werden, denn ich hab dir stets vertraut. Leite mich auf deinem Wege durch des Wortes sanften Stab, daß ich nicht kann weichen ab. Führ mich auf dem schmalenStege, wie die Säul und FeuerWolk Ifrael, dein werthes Volk. 710.* Mel. Lasset uns den Herren. * esu, Quellverlangter Freuden, meine Hoffnung und mein Heil, du mein Trost in allen Leiden, bist mein außerwähltes Theil. Der du uns pflegst zu entbinden von der Sünd und Misse that, die uns oft gekränket hat: laß dich meine Seele finden, die du dir erwählet haft und sei ihr vergnügter Gaft. omniumot nd 3. Ich will dir in meinem Leben folgen, wie ich immer kann; deinem Geiſt nicht widerstreben, der mich hält auf rechter Bahn. Alles Sinnen, alles Wollen, die Gedanken, Werk und Wort richt ich nach dir fort und fort. Mein Beginnen, Thun und Sollen sei, o Jesu, nicht mehr mein, sondern stetig rein und dein. 4. Aus des heilgen Geistes Triebe leb und lieb ich Jesum Christ! Solche meine wahre Liebe bleibt beharrlich wie sie ist. Diese Lieb ist voller Freuden als die schönste Seelenzier, und Niemand nimmt sie von mir. Wenn ich auch soll endlich Berufs- Lieder. scheiden mit des leßten Seufzers Noth, ist sie stärker, als der Tod. 5. Weichet nun, ihr Weltgedanken und du Land der Eitelkeit! Ihr macht mich nun nicht mehr wanken von der Engel Himmelsfreud. Alles mag zu Grunde gehen, von dem Unglück unverschont, wenn nur Christus bei mir wohnt. Nichts kann lange Zeit bestehen, wo du, mein Herr Jesu Christ, nicht auch gegenwärtig bist. ( G. P. Harsdörffer.) 697 ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir be= liebet, dasselbe hab ich auch erkiest. den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben dazu Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 13. Es kann mir Nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich Nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen, und mit mir haben noch Geduld. 1305 Mel. Nun ruhen alle Wälder. meinen 711. I haten laß ich der, erwach ich frühe wieder, 6. Leg ich mich späte nielieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zu handen; so tröstet mich allzeit sein Wort.lo fant 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn männlich überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut; Berufs- Lieder. 698 es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rath. ( Paul Flemming.) platum 712.3" Mel. Gott des Himmels und. en dem Leben hier auf Erden ist doch nichts als Eitelkeit, bös Erempel, viel Beschwerden, Plage, Klage, Müh und Streit, Kummer, Sorgen, Angst und Noth, Krankheit und zuletzt der Todas 2. D so denke drauf im Herzen, frommer Christ, mit allem Fleiß, wie du solche Noth und Schmerzen brechen kannst als Grundes- Eis; laß aus deinem Herzen nicht die sen treuen Unterricht. 3. Habe deine Lust am Herren, laß ihn sein dein höchstes Gut; er ist nah und nicht so ferren, einzusprechen Trost und Muth; seine Gnad und starke Hand gehet durch daß ganze Land, ind 4. Augenlust und schnöde Freude, Ueppigkeit, als Wust und Koth, vor den Augen Gottes meide, willst du sein befreit vom Tod; deinen Leib, das Faß der Ehr'n, sollst du nimmermehr versehr'n. 5. Nimm dir vor, vor anderm Allen, was du thust, nur Gott allein mit dem Glauben zu gefallen, voller Lieb ohn argen Schein; beichte deine Sünd und Schuld, so bekommst du Gottes Huld. fid 6. Nimmer gehe falsch im Handeln, noch im Reden, noch im Thun. Willst du vor dem Herren wandeln, dermaleinst auch selig ruhn; liebe Wahrheit, Recht und Zucht, als des Geistes rechte Frucht. 7. Eitle Ehr und Pracht verachte, Demuth lieb und Niedrigkeit, nach dem Himmel ernstlich trachte, trag geduldig Kreuz und Leid! Gottthut Keinem nicht mehr an, als was er ertragen kann. 8. Stets ans Ende hier gedenke und an Christi Kreuz und Tod, in sein Wunden Berufs- Lieder. 699 dich einsenke, also kommst 4. Ach hilf mir beten, du aus der Noth, von der Pein und bösen Zeit in gewünschte Seligkeit. digd ( Dav. Böhm.) en Mel. O daß ich tausend Zungen. 713. Laßmich, o Herr, in allen Dingen auf dein Wort fehn und dir mich weihn! Gib selbst das Wollen und Vollbringen, laß mein Herz dir geheiligt sein! Nimm Geist und Leib zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich bin. s 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, laß in der Lieb ihn thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein Traum, kein falscher Schein. Stärk mich in meiner Wander-, schaft und gib zum Kampfe Sieg und Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, im Glück und Unglück sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der Alles mir zum Besten fügt. Gib Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld, wenn du mir Leiden schickt. વવવવવ વચ્ચે wachen, ringen, so will ich, wenn mein Lauf vollbracht, dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles wohl gemacht. Dann werd ich rein und unentweiht, dich loben, Gott, in Ewigkeit. disi ( Georg Joachim Zollikofer.) Int thim off toħad Ho Mel. Es ist das Heil uns kommen. * 714. Ime On Gottes Na= men fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohl gethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und fann uns auch gedeihen. and 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Muth und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir Vergnütgen haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht Berufs- Lieder. 700 durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme voll und ſatt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben.d nopird so 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er frönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet fie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen ſelbst dazu, daß ich in Allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe.com 19TER 17. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange.( Sal. Liscov.) ind a Jeste Mel. Auf meinen lieben Gott. 715.* Mein Gott, ich habe mir gar fest geseget für, ich will mich fleißig hüten, wenn meine Feinde wüthen, daß, wenn ich ja was spreche, ich dein Gesetz nicht breche. mg 2. Wenn mein Gemüth entbrennt, so hab ich mich gewöhnt, vor deinen Stuhl zu treten. Laß Herz und Zunge beten: Herr, zeige deinem Knechte, zu thun nach deinem Rechte. 3. Herr, lehre mich doch wohl bedenken, daß ich soll einmal von dieser Erden hinweg geraffet werden, und daß mir deine Hände geseßet Zeit und Ende. 5100 montied ed dur 4. Die Tage meiner Zeit sind einer Hand nur breit; und wenn man dies mein Bleiben sollt recht und wohl beschreiben, so ists ein Nichts 701 Sachen, du kannst und wirsts wohl machen. grang #horsp rid und bleibet ein Stäublein, das zerstäubet. nirid 5. Ach, wie so gar Nichts werthfind Menschen auf der Erd, die doch so sicher leben und gar nicht Acht drauf geben, daß all ihr Thun und Glücke verschwindt im Augenblicke. hi 10. Wenn du dein Hand ausstreckst, des Menschen Herz erschreckst; wenn du die Sünd heimsuchest, den Sünder schiltst und fluchest, so geht in einer Stunde all Herrlichkeit zu Grunde. sp end Kranz, der rothen Wangen Glanz wird, wie ein Kleid, verzehret, so hier die Motten nähret. Ach, wie gar Nichts im Leben find, die auf Erden schweben. Hier 6. Wir gehen in der Welt 11. Der schönen Jugend und suchen Gut und Geld, der Schatten einen Schemen und können Nichts mitnehmen, wenn nach der Menschen Weise sie thun des Todes Reiſe. ind nur 7. Sie schlafen ohne Ruh, arbeiten immerzu, find Tag und Nacht geslissen, undköndoch nicht wissen, wer, wenn fie niederliegen, ihr Erbe werde friegen.g and do 8. Nun, Herr, wo soll ich hin? Wer tröstet meinen Sinn? Ich komm an deine Pforten, der du mit Werk und Worten erfreueft, die dich scheuen und dein allein sich freuen. 12. Du aber, du mein Hort, du bleibest fort und fort meinHelfer, siehstmein Sehnen, mein Angst und heiße Thränen, erhörest meine Bitte, wenn ich mein Herz ausschütte. ( bund Berufs- Lieder. 9. Wenn sich mein Feind erregt und mir viel Dampf anlegt, so will ich stille schweigen, mein Herz zur Ruhe neigen.Du Richter aller 13. Drum ruhet mein Gemüth allein auf deiner Güt, ich laß dein Herze sorgen, als dem es nicht verborgen, wie meiner Feinde Tücke du treiben sollst zurücke. 14. Ich bin dein Knecht und Kind, dein Erb und Hausgesind, dein Bilgrim und dein Bürger, der, wenn der Menschenwürger mein Berufs- Lieder. 702 Leben mir genommen, zu thu ich hier, was mir gebührt, und traue dir. nd. dir gewiß wird kommen. n du 15. Zur Welt muß ich 3. Wie sollt ich Reichere hinaus, der Himmel ist mein Haus, da in der Engel Schaaren mein Eltern und Vorfahren, auch Schwestern, Freund und Brüder jegzt singen ihre Lieder. na du 16. Hier ist nur Qual und Bein, dort, dort wird Frende sein, dahin, wenn es dein Wille, ich fröhlich sanft und stille aus diesen Jammer- Jahren zur Ruhe will abfahren. det beneiden, die Pracht und Ueberfluß umgibt? Ein Herz, das dich mit heilgen Freuden im Schweiß des Angesichts noch liebt; ein Herz, das dich zum Beistand hat, macht deine Güte reich und satt. dain ( Paul Gerhard.) 4. Ermuntre mich zu allen Pflichten, die mein Berufmir aufgelegt. Gib Kraft und Muth, das auszurichten, was deines Beifalls Siegel trägt. Ich kenne meiner Arbeit Müh; dein Beistand, Herr, erleichtre sie! it dir geh ich 5. Laß mich der Frommen Glück genießen, die bei dem Herrn in Gnaden stehn. Dann wird mein Leben froh verfließen und alle Noth vorüber gehn. Mit dem, was deine Vorsicht schickt, bin ich zufrieden und beglückt. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 716. Mit bir geh ich Man mein Geschäfte, mein Heiland, gib durch deinen Geist zum Guten Muth, zur Arbeit Kräfte, da mich dein Wink noch leben heißt. Laß, deines Segens midh zu freun, stets deine Weisheit um mich sein. 2. Die Arbeit, die du mir gegeben, erlaubt mir keinen Müßiggang. Auch schon ein eifriges Bestreben, zu thun, was du gebeutst, ist Dant. In deinem Namen 6. Soll ich Geduld durch Prüfung lernen, mach es, mein Gott, wie dirs gefällt. Was könnte mich von dir entfernen? Du bleibst mein Beistand, Herr der Welt! Verzieh nur, hebt das Leiden Berufs- Lieder. an, nicht länger, als ich tràgen kann. 703 süß und schön ist, Jesu, deine Liebe. Wo diese steht, kann Nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts Anders denken mich, Nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb und dich, der du sie fannst vermehren. 7. Grinnre mich an meine Sünde, wenn mir die Arbeit mühsam scheint. Erwecke, wo ich zweifel finde, mir einen frommen, treuen Freund. Wohnt deine Furcht und Lieb in mir, dann find ich alles Glück in dir. CHI ( Joh. Fr. Mudre.) Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 4. O, daß ich dieses hohe Gut möcht ewiglich besigen, o daß in mir die edle Glut 717.* Jesu Christ, ohn Ende möchte hißen! Ach mein hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Schaaren, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Noth und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt. Ach, laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch rigen und verwunden.m stes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann, noch zählen; gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und, als dein Ei= genthum, nur einzig an dir hangen. 2. Gib, daß sonst Nichts in meiner Seel, als deine Liebe wohne. Gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß Alles aus, nimm Alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß all mein Thun und Sinn in deiner Liebe brennen. und 3. Wie freundlich, selig, 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, ist köstlich, gut und reine. Mein Herz hingegen böser Art und hart gleich einem Steine. Ach, laß doch deines Blutes Kraft Berufs- Lieder. 704 mein hartes Herze zwingen, wohl durchdringen, und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen. 7. O daß mein Herze of fen stünd und fleißig möcht auffangen die TropfenBluts, die meine Sünd im Garten dir abbrangen! Ach, daß sich meiner Augen Brunn aufthät und mit viel Stöhnen heiße Thränen vergösse, wie die thun, die sich in Liebe sehnen. zimie 8. O daß ich, wie ein kleines Kind, mit Weinen dir nachginge, so lange bis dein Herz entzündt mit Armen mich umfinge, und deine Seel in mein Gemüth in voller süßer Liebe sich erhübe, und also deiner Güt ich stets vereinigt bliebe! 9. Ach zieh, mein Liebster, mich nach dir, so lauf ich mit den Füßen. Ich lauf und will dich mit Begier in meinem Herzen küssen. Ich will aus deines Mundes Zier den süßen Trost empfinden, der die Sünden und alles Unglück hier kann leichtlich überwinden. 10. Mein Trost, mein Schaß, mein Licht, mein Heil, mein höchstes Gut und Leben! Ach, nimm mich auf zu deinem Theil, wie ich mich dir ergeben. Denn außer dir ist lauter Pein, ich find hier überalle Nichts als Galle. Nichts kann mir tröstlich ſein, Nichts ist, das mir gefalle. 11. Du aber bist die beste Ruh, in dir ist Fried und Freude. Gib, Jesu, gib, daß immerzu mein Herz in dir sich weide. Seimeine Flamm und brenn in mir. Mein Balsam, wollest eilen, lindern, heilen den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht Tanier und heulen. 12. Was ist, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne; meineKrone, mein Schuß in aller Noth, mein Haus, darin ich wohne. 13. Ach liebstes Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. Berufs- Lieder. 705 So gib, daß ich dich, meinen Mel. Was mein Gott will, das. Gast, wohl such und bester Maßen möge faffen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht laſſen. 14. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen. Eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerført beisteh auf allen Seiten. 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen? Laß sie mich allzeit guten Rath und gute Werke lehren, steuern, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren. 16. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestren, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getroft und frei mög in dein Reich eingehen. ( Paul Gerhard.) * 718.Sei Gott_ge= treu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben; leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben; denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit, als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren. Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden: nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich kein Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; ſein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getren in deinem Stand, darein er dich geseget; wenn er dich hält 45 Berufs- Lieder. 706 mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wo dies Stacket um einen steht, dem bleibet wohl gerathen. dild 5. Sei Gott getren, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese d Welt in Armen hält, muß liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. Alles noch vergehen; sein 719. Soll ich mich M denn täglich kränken und aufs Künftige gedenken? Soll ich denn niemals mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir stehen, wie mirs einstens wird ergehen, da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst wird ausgericht't? 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzuſtehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Todundlaß dich Nichts abwenden: er wird und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden; und käm auch gleich das höllsche Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hatverheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufseßzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ( Mich. Franck.) ergößen. Mel. Herr, nicht schicke deine. 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret noch nicht auf zu walten; oder sollt er jetzt allein dessen müde worden sein? Ach, so laß ich Sorgen bleiben, Gott allein es heim zu schreiben, da es, wie es ihm gefällt, mir zumalen Eines gelt. 3. Er ists, der allein ver Berufs- Lieder. stehet, wenn mirs so und so ergehet, ob dasselbe nüß und gut, oder das mir Schaden thut, da sonst wir in unsern Lüften uns nicht zu entschließen wüßten, öfters wählend ohngefähr, was uns nur hochschädlich wär. 4. Soll ich denn stets niedrig leben und nur an der Erde fleben, daß, wenn ich zur Ruh mich leg, Niemand von mir wissen mög: soll mich solches gar nicht kränken, sondern ich selb das bedenken, daß ich vieler Sorgen frei und des Falles sicher sei. 5. Dennoch will ich auch nicht fliehen, wo er wollte selbsten ziehen mich hervor aus niederm Staub, weil ich solches sicher glaub. Es liegt nur an seinen Gaben, die wir dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink allein im Beruf gehorsam sein. 6. Will die Armuth meiner Hütten er mit Segen überschütten und mit Gütern dieser Welt, sei es ihm auch heimgestellt. Ich will ihm für solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel' gethan, 707 ich das Herz auch hänge dran. 7. Ist mir Armuth denn beschieden, bin ich auch damit zufrieden, weil mir dieses himmelfest, daß er mich drum nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig fingen und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll dieselb in meinem Leben dazu dienen, daß ich mehr fördern könnte ſeine Ehr, daß ich müßig nicht vergrabe, was ich drum empfangen habe, damit ich es brauch dahin, wozu ich berufen bin. 9. Soll ich aber Krankheit leiden, will ich dennoch auch mit Freuden, weil mir seine Treu bekannt, aus des Höchsten Liebeshand solche Züchtigung annehmen und mich nicht unmäßig grämen, daß solch herbe Arzenei meinem Fleisch von Nöthen ſei. 10. Soll ich viele Jahre zählen und also mich lange quälen, so gescheh des Herren Will, dem ich gern auch halte still. Er wird doch 45* Berufs- Lieder. 708 Genade geben, daß in diesem Trauerleben je zuweilen kommt ein Tag, der mich noch erfreuen mag. 11. Bin ich aber bald vorüber, ist mir solches desto lieber, daß ich von den Sünden frei und in solchemStande ſei, wo ich meinem Gott in allen Stücken möge wohlgefallen, so hier nicht geschehen kann, weil die Sünd mir hänget an. 12. Also bleibts Gott heimgewiesen und sein theurer Nam gepriesen, was er auch in seinem Rath über mich beschlossen hat. Ich will Andres nicht mehr achten, sondern dieses nur betrachten, daß den Seinen zum Beschluß endlich Alles from men muß.( Phil. Sat. Spener.) able In eigner Melodie. 720.S( ollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott ver= ließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies, Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die Gott aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach liebe Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten. Gott ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz dem Teufel, troß dem Drachen, ich kann seine Macht verlachen. Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen, troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind; Gott im Himmel ist mein Freund. 57. Laß die Welt nur immer neiden. Will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nicht darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Willsie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich Alles zur Genüg. 9. Ich will ihr gar gerne lassen, was ich sonsten pfleg 709 in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem ( Joh. Heinr. v. Hippen.) Mel. O Gott, du frommer Gott. Andern abe. Legt man mich 722.* Mas frag ich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Welt und allen ihren Schänach der zen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ergößen? Dich hab ich einig mir zur ( Christoph Titius.) Mel. Auf meinen lieben. 721.So tret ich nun- Wolluſt vorgestellt, du, du bist was frag ich nach der Welt! mehr an, wie stark ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen, der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. Berufs- Lieder. zu haffen; sie hab ihren Erdenkoth und laß mir nur meinen Gott. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein Lebelang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret. Laß deine Güt und Gaben mich heut und ferner laben. 3. Ach, mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in Allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und Alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert, jalaß 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jesus aber bleibt, wenn Alles bricht und fällt; er ist mein starker Fels. Was frag ich nach der Welt! 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm bei hocherhabnen Leuten und denkt nicht einmal dran, wie bald doch diese gleiten. Das aber, was mein Herz vor Anderm rühmlichy hält, ist Jesus nur allein. Was frag ich nach der Welt. 4. Die Welt sucht Geld und Gut und kann nicht eher rasten, sie habe denn zuvor den Mammon in dem Kaften. Berufs- Lieder. 710 Ich weiß ein besser Gut, wonach mein Herze stellt. Ist Jesus nur mein Schaß, was frag ich nach der Welt! 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Ich trageChristiSchmach, lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Jesus ehrt, was frag ich nach der Welt! 6. Die Welt fann ihre Lust nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür wohl gar den Himmelgeben! Ein Andrer halts mit ihr, der von sich selbst Nichts hält! Ich liebe meinen Gott, was frag ich nach der Welt! 7. Was frag ich nach der Welt? Im Hui muß sie verschwinden, ihr Ansehn kann durchaus den blassen Tod nicht binden. Die Güter müssen fort und alle Lust verfällt. Bleibt Jesus nur bei mir, was frag ich nach der Welt. 8. Was frag ich nach der Welt? Mein Jesus ist mein Leben, mein Schaß, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich und was sonst mir gefällt. Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der Welt! 101 ( V.1-7. Georg. Mich. Pfefferkorn.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. 723. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Va= ter alles Lichts, mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich Nichts. 2. Sowohl Verstand als Kräfte zum nüßlichen Geschäfte hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten zum Glück der Welt gerathen; an Fehlern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hatdich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? Berufs- Lieder. 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, ganz bin, o Herr, ich dein. O laß michs nie vergessen, so werd ich nie vermessen, der Eigenliebe Weihrauch streun. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt; dir treuer stets zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden; dazu gib Demuth und Verstand. ( Joh. Sam. Diterich.) * Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 711 da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor Allem gibt er seine Gnad, in deren Schooß er früh und spat sein' Hochgeliebten heget. Da streckt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget. Da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich; das Weib gleicht einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone, Gott denkt dein an seinem Throne. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn, und unverrückt beisammen stehn im 5. Dich, dich hat er ihm Bande reiner Trene, da geht das Glück in vollem Lauf, außerkorn, daß aus dir ward herausgeborn das Volk, das Berufs- Lieder. 712 fein Reich bauet; fein Wunderwerk geht immerfort und seines Mundes starkes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne und die Tocken, die den Rocken fein abspinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. Deß sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle Beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. ( Paul Gerhard.) 6. Sei gutes Muths! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht't, es ist 725. W Gott, unser Vater: der hat uns jeund je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leidens voll die Thränen läsfet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Size, schwiße nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, nah herzu, gib Rath im Kreuz, in Nöthen Rub, in Nengsten Trost und Freude. In eigner Melodie. o Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst, so arbeit't Jedermann umsonst. Wo Gott die Stadt nicht selbst bewacht, so ist umsonst der Wächter Wacht. 1: 500 2. Vergebens, daß ihr früh aufsteht, dazu mit Hunger schlafen geht, und eßt eu'r Brot mit Ungemach; denn wems Gott gönnt, gibt ers im Schlaf. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind. Gleichwie die Pfeil ins Starken Hand, so ist die Jugend Gott bekannt. 4. Es soll und muß dem g'schehen wohl, der dieser hat sein'n Köcher voll; fie werden nicht zu Schand noch Spott, vor ihrem Feind bewahrt sie Gott. and Berufs- Lieder. 5. Ehr sei dem Vater und dem Sohn sammt heilgem Geist in Einem Thron, welch's ihm auch also sei bereit't von nun an bis in Ewigkeit. ( Martin Luther.) ir ( Johann Kolroß.) Mel. Machs mit mir, Gott, nach. ohl der slom dod dan 727.Wsich auf seinen Mel. Herr Jesu Christ, dich. 726.Wohl dem, der Gott recht findlich kann verin Gottes Furcht steht und auch auf seinem Wege geht; dein eigne Hand dich nähren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. lassen! Den mag gleich Sünde, Welt und Tod und alle Teufel hassen, so bleibt er dennoch wohl vergnügt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. 2. Dein Weib wird in dein'm Hause sein, wie ein Reben voller Trauben fein, und dein' Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, wo in Gottesfurcht lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenkindern angeborn. 713 dein und mit Güte stets bei dir sein, daß du wirst sehen Kindeskind und daß Israel Friede findt. 4. Aus Zion wird Gott ſegnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, vor Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben 2. Die böse Welt mag immerhin mich hier und da anfeinden, kann sich nur mein Gemüth und Sinn mit meinem Gott befreunden, so frag ich Nichts nach ihrem Haß, ist Gott mein Freund, wer thut mir was? 3. Und ob ich gleich darüber oft viel Unglück leiden müssen, so hat dennoch Gott unverhofft mich wieder draus gerissen. Da lernt ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß sein. dun 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld sich häuft in mir zusammen, Berufs- Lieder. 714 treibt mich in Angst und Ungeduld und will gleich hier verdammen, so fürcht ich doch dieselbe nie, denn Gott, mein Freund, vertilget sie. an der Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte gibt. Seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt't. Gott gibt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohlgerathen. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit den gehts viel anders zu, der wird wie die Spreu zerstreuet von dem Mel. Werde munter mein Gemüthe. 728 WohlbemMen= Wind im schnellen Nu. Wo schen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath! Wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad, der der Spötter Freundschaft fleucht und von ihren Sesseln weicht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott* vom Himmel lehret. der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist muß umkommen. ( Paul Gerhard.) 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Geseß des Höchsten treibt und hier, als auf füßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt! Dessen Segen wächst und blüht, wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen 5. Dahero Troß der Hölle Heer, Troß auch des Todes Rachen, Trotz aller Welt! Mich kann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. Gott ist mein Schutz, mein Hülf und Rath. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat. * 729.W Mel. Wo Gott zum Haus. ohl einem Haus, da Jesu Christ allein das All in Allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubenssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott gan Berufs- Lieder. nd nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk Nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man Nichts treibet fort und fort, als Gottes Wort, als Gottes Wort. 715 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sein, versäumen ihre Kinderlein auch nicht an ihrem ewgen Glück, so bleibet ihrer Keins zurück! omi 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut; und denen Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sämmt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herrn abwich, doch dienen wir ihm ewiglich. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art im Glauben( Christoph Karl Ludwig v. Pfeil.) ſeine Hut bewahrt! Hot XXXII. Von Krenz und Anfechtung. In eigner Melodie. 730,* 2h Gott, erhör hilf mirs tragen. mein Seufzen und Wehklagen, laß mich in meiner Noth nicht gar ver= zagen! Du weißt mein'n Schmerz, erkennstmein Herz; hast du mirs auferlegt, so 2. Ohn deinen Willen kann mir Nichts begegnen, du kannst verfluchen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib Von Kreuz und Anfechtung. 716 wieder Sonnenschein nach trübem Regen. Dank mit Lobgesang; mit dir thu ich in Liebe mich verbinden. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze, und hilf, daß ich es acht' für keinen Scherze. Zu deiner Zeit wend ab mein Leid, durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. sd 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß ich vor Leid mir sollt mein Mel. O Jesu Christ, meins. Herz abfreſsen. Mitten in 731.* Ah Gott, wie manches HerNoth denk ich an Gott, wenn er mich schon mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufge= höret. Beut mir dein Händ und machs ein End! Auf dieser Erd mein Herz Nichts mehr begehrt. 6. Soll ich noch mehr um deinetwillen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten! Fein ritterlich, beständlich, hilf mir mein Widersacher all bestreiten: 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen und ich allzeit dein'n auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.( Jat. Peter Schechs.) zeleid begegnet mir zu dieſer Zeit! Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt sich Fleisch und Blut zwingen zu dem ewigen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jeſu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. 7. Daß ich durch deinen 4 Du bist der rechte Geist mög überwinden, und mich allzeit in deinem Haus laß finden zum Preis und Wundermann, das zeigt dein Amt und dein Person; welch Wunderding hat man er Von Kreuz und Anfechtung. fahrn, daß du, mein Gott, ja nicht zeigen an, wie hoch bist Mensch geborn, dein Nam erfreuen kann. 5. Und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Noth. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. di 6. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr! Kein Glend mag so bitter sein, dein süßer Name linderts fein. 7. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht't, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht: wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was mich ewig erfreuen soll. 48. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 39. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Zusag bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 10. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, mein Herzens- Schaß und mein Reichthum! Ich kanns doch 11. Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, 12. So wollt ich den Tod wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig todt. 13. Jesu, du edler Bräutgam werth, mein höchste Zierd auf dieser Erd! An dir allein ich mich ergöß, weit über alle güldne Schäß. 14. So oft ich nur gedenk an dich, all mein Gebein erfreuet sich; wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. 15. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugts, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack ſei. 16. Drum will, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach! Mein Gott, Von Kreuz und Anfechtung. 718 mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. 17. Hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein'n Lauf vollenden kann; hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt. 3. Ach schaue doch, mein Gott und Hort, von deiner heilgen Hütte und höre meiner Klage Wort und hochbetrübte Bitte: Gib meinen Augen Kraft und Macht und laß des Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen! 18. Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wär ich bei dir! ( Konr. Hojer.) Mel. Ach Gott vom Himmel sieh. 4. Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen; sie würden mein, als der zu Grund. und Boden gangen, lachen. Da liegt er, würden sie mit 732.2 Herr, wie Freud herprahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte. lange willst du mein fo ganz und gar vergessen? Wie lange soll der Sorgenstein mich und mein Herze pressen? Wie lange soll dein Angesicht sich von mir wenden? Willst du nicht dich meiner mehr erbarmen? 5. Ich kenne sie und weiß. gar wohl, was sie im Schilde führen, ihr Herz ist aller Bosheit voll, läßt sich nichts Guts regieren; du aber bist der fromme Mann, Herr mein Gott, der nicht lassen kann die, so sich zu dir halten. 1 2. Wie lange soll ich armes Kind der Seelenruh entbehren? Wie lange soll 6. Deß tröst ich mich und der Sturm und Wind der Herzens- Angst noch währen? Wie lange soll mein stolzer Feind, ders niemals gut, stets böse meint, sich über mich erheben? hoffe drauf, du wirst auch mir fromm bleiben, und aller bösen Tücke Lauf ge= waltig hintertreiben, mein Herz freut sich, wenn es bedenkt, wie gern du stets dein Von Kreuz und Anfechtung. Heil geschenkt dem, der sich dir vertrauet. ein 7. Das thu, ach Herr, ich traue dir, du bist mein eigne Freude, bewehrest mich, thust wohl an mir und führst mich aus dem Leide; dafür will ich mein Lebelang dir manchen schönen Lobgesang zum Dank und Opfer bringen. ( Paul Gerhard.) 719 daß kein Feind dir schaden kann. 3. Täglich sag ichs mei= ner Seele: Gott liebt ewig, seine Treu wird mit jedem Morgen neu! Ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund und glaube dann, 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater; ich, ich will allein ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen, und mein Fleisch und Blut vergißt bald und oft, wie treu du bist! 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Mel. Ach was soll ich Sünder. 733.Ah, wie ist der Leid. Und dann sink ich muthlos nieder, suche nur bei Menschen Ruh; und mein Helfer wärst doch du! Menschen Liebe so veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie doch so bald! Seße nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! 6. Ach vergib mir, der im Staube dieses Leibes dich noch nicht, Gott, erkennt von Angesicht! Ach vergib mir, daß mein Glaube hier noch wankt und sich nicht fest, als er sollt, auf dich verläßt. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie! Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt und sehn ruhig selbst die Welt vergehn! 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz auf sie sich stüßt, daß nicht Menschenhülfe nüßt; allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh zu dir, und dann, Vater, hilf du mir! 8. Der du deiner Kinder Von Kreuz und Anfechtung. 720 Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, und sie selbst auch flehen lehrst: laß mich fest im Glauben stehn, und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe sei. 5. Erleichtere mein Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir! Beugt mich die Last von Schmerzen, so sprich 734.Auf deine Weis zu meinem Herzen: Ich dein Erretter, helfe dir!" heit schauen, auf deine Güte trauen: das, Gott, gibt Troft und Muth. Du führest selbst durch Leiden zu wahren sichern Freuden, denn Alles, was duthust, ist gut. 6. Was soll ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, muß Alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster; sonst hab ich keinen Tröster und keinen Schuß, als dich allein. 2. Vor dir ist Nichts verborgen; was sollt ich ängstlich sorgen, da du mein Va- Emis ( Joh. Fr. Mudre.) ter bist? Du gabst mir, ( Balth. Münter.) 1 disl Mel. Nun ruhen alle Wälder. freun; es müsse, Herr, mir Armen, dein Beistand, dein Erbarmen stets mehr, als aller Reichthum sein. bi In eigner Melodie. Gott, das Leben; du wirst 735. Auf meinen auch Alles geben, was mir zum Leben nöthig ist. Gott 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, sogar zur Last uns sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz nur nähret, macht uns für besfre Güter blind. 4. Dein Wille sei mein Wille! Laß in Geduld und Stille mich deiner Huld mich trau ich in Angst und Noth! Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden, steht All's in feinen Händen. bilgä 2. Ob mich mein Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich Von Kreuz und Anfechtung. 721 ergeben im Tod und auch hände! Ach, führe mich, dein im Leben. eind, bag toh dam Lauf polls 119101 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. ende zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schußz: ach Gott, verlaß mich nicht! O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz ge= storben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur Himmelischen Freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgründ; du wollest uns thun leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. ( Sigm. Weingärtner. B.1-4.6.) 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib GlaubensZuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 119190 01 Mel. O Gott, du frommer. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel ansicht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach laß dich doch bewegen, ach Vater kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach 736.Ach Gott, ver Gott, verlaß mich nicht! laß mich nicht! Gib mir die Gnaden 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben; 46 mare Von Kreuz und Anfechtung. 722 hilf mir, o großer Gott, recht stets verneu. Diese will glauben, christlich leben, und mit Liebesarmen tragen und selig scheiden ab, zu sehn Erbarmen. dein Angesicht; hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Denen, die Gott loben für die Liebesproben, schafft das Kreuze Ruh. Dieses Liebeszeichen muß den Zweck erreichen; Gott spricht Ja dazu; und sein Herz versüßt Mel. Jesu, meine Freude. 737.Denen, die Gott ben Schmerz, und so werden sie getrieben, lobend ihn zu lieben. lieben, und fich freudig üben, Gott recht treu zu sein; denen werd im Leide Jesus ihre Freude, da, da trifft es ein: Gottes Schluß, nach dem es muß so und auch nicht anders kommen, dient zum Heil der Frommen." Chiu Rot ( Salomo Franck.) ay 2. Denen, die Gott kennen und ihn Vater nennen, ist die Trübsal gut. Er prüft ihre Herzen durch viel Angst und Schmerzen, und stärkt ihren Muth. Sein Herz sucht durch diese Zucht sie nur. mehr zu sich zu ziehen, das will sein Bemühen. 3. Denen, die vertrauen, und nur auf ihn bauen, denen mußt die Noth. Ihr Herz soll erfahren, wie mit Tag und Jahren, bis in ihren Tod, Gottes Treu sich 5. Denen, die ganz stille, ohne Eigenwille, in der Trübsal sind, die erlangen Kräfte, täglich neue Säfte; Gott liebt jedes Kind, das er schlägt und dennoch trägt, er schenkt ihm die Glaubensstille; ach das thut sein Wille. 6. Denen, die nur hoffen, muß, was sie betroffen; eine Wohltihat sein. Nach dem Gnadenbunde warten sie der Stunde, die sie soll befrein. Denn sein Wort sagt immerfort:„ Hoffnung läßt auf dieser Erden nie zu Schanden werden." 7. Denen, die nur beten und vor Gott hintreten in der Leidenszeit, denen wird ihr Leiden einst zu lauter Freuden in der Ewigkeit. Ja King Von Kreuz und Anfechtung. 723 Gott gibt, weil er sie liebt, die Lebensbahn zu dem Himeine Lindrung ihrer Plage, und verkürzt die Tage. mel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Loos in der Auserwählten Schooß. 8. Denen, die treu bleiben und sich Gott verschreiben, ewig sein zu sein; denen wird die Krone zum Gnadenlohne, die, die wird erfreun. Auf die Noth und auf den Tod folgt das Heil in jenem Leben. Gott, du wirst es geben! ( Ludw. Andr. Gotter.) 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Troß sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. ( Benj. Schmolck.) Mel. Was Gott thut, das ist. Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. 739. Der Herr iſt 738. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir Alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn Alles brichtund fällt, dennoch deine Hand mich hält. meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrnergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe; führe mich 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist der Schwachen Stärke! Die Augen, welche aufdich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden! 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen 46* Von Kreuz und Anfechtung. 724 müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt; doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Tichten, pflegst du, Herr, zu vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet; wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Tummer fassen! sid 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue.e vim masa tid ( Chr. Chr. Sturm.) sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! Dein Heiland starb, 740. Drauh, auf Die Mel. Was Gott thut, das ist. ie Bahn ist er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. tebin 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen, und wälzt sie Su 2. Vor dir darf sich mein traurig Herz, Erbarmer, von dem Herzen. dil bid nicht verhehlen; darf seinen der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh ich vor mir, wie drohtsie meinem Heile! Gott, wärst du nicht mein Trost, mein Licht, mein Heil in finstern Tagen, so müßt ich längst verzagen. Von Kreuz und Anfechtung. 725 Kummer, seinen Schmerz darf dann nicht mehr die vertraulich dir erzählen. Sünd entweihen; mit UnDann schaffest du mir Trost schuld steh ich angethan in und Ruh aus deiner Got- deiner Kinder Reihen. Und tesfülle; und meine Seel väterlich erfreust du mich, iſt stille. daß ich der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Geduldig will ich hier den Schmerz der Sterblichkeit ertragen; beruhigen soll fich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth flagen. Du bist bereit zu deiner Zeit, v Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. ( Balth. Münter.) 3. Du lehrest mich den hohen Werth der Trübfal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zur wahren Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht, du sørgst für meine Tage! Dein Auge In eigner Melodie. schläft und schlummert nicht,* 741. Die s Tugend wird durchs du hörest meine Klage; du sättigst einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wollust mich und Ruhme. 5. O dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden, vergessen werd ich ganz mein Leid, und nur dein Heil empfinden! Mein Lobgesang, voll Preis und Dank, wird durch die Himmel schallen, und ewig dir gefallen. 6. Mich, den Vollendeten, Kreuz geübet, denn ohne das kann sie nicht sein. Wenn sie nicht oftmals wird betrübet, so merkt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Stärke zeigen, die sie verborgen in sich hat, daß sie den könne unterbeugen, der ihr nachstellet früh und ſpat. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl fiegen? Die Tapferkeit kann nicht bestehn, wenn man nicht will zu Felde lie 120 von Kreuz und Anfechtung. gen und einen ernsten Streit angehn. Der Feind ist, wenn Gott Kraft verliehen, flugs da, der sich ihr widersetzt; da soll man ja den Schlaf recht fliehen, wenn Satans Heer die Schwerter weßt. 3. Zwar drückt den Palmbaum wohl zur Erden gar oft ein centnerschwer Gewicht, der doch nicht unterdrückt kann werden, er stehet wieder aufgericht't. So wird die Tugend auch gedrücket, daß fie fast als in Zügen liegt; bald aber wird die Stärk erblicket, wenn sie mit Macht den Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen Stufen kommen, wenn sie im Streit geübet ist; Kreuz ist der Weg, den alle Frommen erwählen; wer sich selbst vergißt, und eilet zu den Ewigkeiten, wird durch des Vaters Hand geführt, der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, eh er ihn mit der Krone ziert. 5. Denn Gott hat uns nicht führen wollen durch einen Weg voll Zärtlichkeit, worauf wir emsig laufen sollen in der so kurzen Pilgrimszeit zum Leben, das da ewig währet, wo Streit und Kampf entfernet ist, und wo man recht die Ruh erfähret in Gott, der alles Leid versüßt. 6. Darum, wen Gott zum Kind erkläret, der hat am Satan einen Feind, mit dem sein Kampf stets wird vermehret, weil ers gewiß mit Ernste meint; er bläst ihm durch sein giftges Hauchen oft Lüste mancher Laster ein, und weiß sich großer List zu brauchen, daß er mög Ueberwinder ſein. 7. Denn wie Gott aufwärts führt zum Leben, so führt der Feind zum Untergang. Er sucht mit Grimm zu widerstehen und macht dem armen Menschen bang; er will den Muth darnieder schlagen, drum wagt er Alles, was er kann, und läffet nicht bald ab zu plagen, zu fällen ihn auf rechter Bahn. 8. Doch wie er viel geschlagen nieder, so wird er auch gar oft besiegt, wenn man ermannt die matten Glieder in Gott, und tapfer ihn bekriegt. Der Glaube Von Kreuz und Anfechtung. 727 muß ihm widerstehen, und Wort belehret, daß deine hat in sich die Gottes- Macht; der Satan muß vor ihm bald gehen, wenn man sich wachend nimmt in Acht. Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich Alles, was mich kränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuver= sicht soll werfen. 9. O Jesu, der du mir erworben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, da du am Kreuzesstamm gestorben, nach ausgestandner vie= ler Noth: komm mir zu Hülf und schaffe Leben in mir, und stürze meinen Feind, der über mich sich will erheben, wenn mir dein Licht nicht helle scheint. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre, du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ewgen Besten. 10. Flöß immer in mich neue Kräfte, damit ich hang an deiner Brust, und tödt in mir all mein Geschäfte; dein Friede bleib mir nur bewußt. Stärk du, mein Held, mir selbst den Glauben, und zieh mein Aug auf dich nur hin: so wird mich wohl der Feind nicht rauben, weil du in mir, ich in dir bin. ( Joh. Chr. Nehring.) 4. Erbarmender! Vergib es mir nach deiner großen Güte, und stärke zum Vers traun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. du 742. Du hast, mein freudig hoff auf dich, bu werVater und mein Gott, mich durch dein dest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So hab ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld, an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich ver= fündigt! HAME Von Kreuz und Anfechtung. 728 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen, so laß mich dennoch, Herr mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. un 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen fränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. Ind du Brunnquell aller Güte, du treuestes Gemüthe. 2. Du kannsts nicht böse meinen, dein Blut verläsfet Keinen, dein Wort läßt Alle hoffen, dein Herz steht Allen offen. 3. Du kannsts nicht böse meinen, wenn du das Glück läßt scheinen, du willst alsdann mit Segen zur Buße uns bewegen. 4. Du kannsts nicht böse meinen, wenn du uns läsfest weinen; die schweren Kreuzes- Triebe sind Schläge treuer Liebe. Liebe gal 5. Du kannsts nicht böse meinen, und züchtigest die Deinen, damit sie in den Wehen, wie reines Gold, bestehen. Jamerso 6. Du kannsts nicht böse meinen, das kann kein Mensch verneinen; die milde Vatertreue ist alle Morgen neue. 7. Wohlan, drauf will ichs wagen, mich nicht mit Sorgenplagen, ich habe gnug an Einem: Gott kanns nicht böse meinen! 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. is a time ( Erdmann Neumeiſter.) 35 31 THE MIN Mel. Wach auf mein Herz. u kannsts nicht 743.D böfe meinen, 8. Das will ich stets bedenken, es soll mein Leben mein Jesu, mit den Deinen, lenken, mich recht mit Gott Von Krenz und Anfechtung. vereinen, ders nicht kann böse meinen. 9. Es ist mein Licht im Leide, mein Wahlspruch, meine Freude; es tröst't in Mark und Beinen: Gott kanns nicht böse meinen. 729 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen; sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliches Leiden? 10. Herr, laß dein treues Meinen, mir stets im Herzen scheinen, erhalt mich bei dem Einen: du kannsts nicht böse meinen! ( Val. Ernst Löscher.) 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die sich jetzt in finstrer Schwermuth quälen, Prüfung der Seelen? Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden, 744.& in Herz, o läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hafsen, züchtigen laſſen. Gott, im Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 7. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und gegen euch, was sind ihr ewgen Freuden!-dieser Zeit Lei6101 den? 9. Wenn ich nur nicht mein Glend selbst verschulde, 730 Von Kreuz und Anfechtung. wenn ich als Mensch, als rung. Ein starkes Herz Christ, hier leid und dulde: kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. ( Chr. Fürchteg. Gellert.) 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; Mel. Wenn mein Stündlein. doch in der Noth an ſeinen 745.& in Bilgrim bin Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. ich in der Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimzeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 11. Schau über dich! Wer trägt der HimmelHeere? Merk auf! Wer spricht: Bis hieher!" zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung. Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nah2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt? Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter Heer vor dir, wenn du als Richter kommst und wir frohlockend dich erheben. 4. In stiller Nacht wein Von Kreuz und Anfechtung. ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in je= nem Leben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn fie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod, mir näher winket; wennnach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: ſo sterb ich froh, die Ewigkeit zeigt mir des Him mels Herrlichkeit, die Alles übersteiget. 7. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit in meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst 731 gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache. ( Chr. Chr. Sturm.) bil, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 746, 8 bestehen chen also, wie es Gott beliebt; wenn er mich will fröhlich machen, oder wenn er mich betrübt, muß mir Glück und Unglück frommen, und zu meinem Nußen kommen. Tu gesünder, als der süße Freu2. Wermuth ist mir viel denwein; sind wir rechte Gotteskinder, wird sie uns geschenket ein, denn die steten Süßigkeiten pflegen uns nur zu verleiten. 3. Muß ich gleich vor stolzen Augen ein veracht'tes Lichtlein sein, und mein Reden darf nicht tangen, geb ich mich doch willig drein. Jesus meine Lebenskerze, der erfreuet mir mein Herze. 4. Mancher geht in Sammt und Seide, und ist doch des Himmels Feind; mancher aber träget Leide, ist und bleibt ein JesusFreund. Besser hier, als 732 Von Kreuz und Anfechtung. dort gelitten in der finstern mich nur selig, ob gleich Drangsals- Hütten. Corn 5. Fließen mir gleich bittre Zähren zu der Zeit die Wangen ab, will ichs besser nicht begehren; ist mein Labsal doch mein Grab, da ich werde Ruhe finden, frei von Angst, von Noth wird und Sünden. 6. Komme bald, du liebe Stunde, zeuch mich aus der Sterblichkeit; fördre mich von diesem Runde der be= stimmten Jammerzeit; bringe meine müden Glieder, Jesu, zu der Ruhe wieder. dilest 1153 7. Nimm den Geist zu deinen Freuden in den schönen Zionssaal, den du mir vorlängst bescheiden: dann so leb ich ohne Qual, dann so will ich dich dort oben, liebster Jesu, ewig loben. Mel. Wer nur den lieben Gott. * 747. Me ein Gott, wie bist du so verborgen, wie ist dein Rath so wunderbar; was helfen alle meine Sorgen, du hast geforget, eh ich war. Mein Gott und Vater, führe wunderlich. 2. Man kann dich nicht von vorne sehen, wir blicken dir nur hinten nach; was du bestimmt, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. 3: Herr, wer kann deinen Rath ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. 4. Dein' allerheiligsten Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn! Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. 5. Dir will ich mich ganz überlassen mit Allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. Von Kreuz und Anfechtung. 733 6. Hilf, daß ich nie mich und kennet aus der Höhe von dir kehre in Glück und der Betrübten Herzens- Sorebre in Glück und Unglück, Wohl und Leid. gen; er zählt den Lauf der Schick Alles, Herr, zu deiner heißen Thränen und faßt zu Ehre und meiner Seelen Hauf all unser Sehnen. Gib Seligkeit. Mein Gott und dich zufrieden.d Vater, führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. 17154 ( Salomo Franc.) st 79 748. 6th In eigner Melodie. bhur ib dich zu frieden, und ſei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens! Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen! Er sieht 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treufter werden und zu deinem Besten schauen! Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden.d 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. Von Kreuz und Anfechtung. 734 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren! Der dir das Leben hat gege= ben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und ſpeiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Bauch zur Nothdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist Nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel; Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr ſpüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in Etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen; was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten! Ist er dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen! Gib dich zufrieden. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht Etwas fehlen sollte; wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen. Gib dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zu= frieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Von Kreuz und Anfechtung. 735 Gott wird lösen. Er wird ergebnen Sinn, der von dir uns reißen aus den Banden dieſes Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gib dich zufrieden. nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht und wie leichter Rauch entflieht. 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! ( Paul Gerhard.) 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und, bei allem Druck der Leiden, dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand ge= bant. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort 749. Gott der Wahr wahrhaftig ſei, o so werd ich heit, von so manTreue unsre Hoffnung stüßt cher Unruh frei. Dann werd und hält, ich erkenn es vol- ich, mein Gott, mit Flehen ler Reue, daß mich Klein- stets auf deine Hülfe sehen; muth oft befällt. Ach, mein dann wächst meine ZuverHerz hängt noch an Dingen, sicht und die Hoffnung trügt die doch keinen Trost mir mich nicht. bringen. O wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. 2. Gott, vergib mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein trau 736 Von Kreuz und Anfechtung. rig Ende nimmt, wo mir doch, lebt doch unser Herr Gott noch. ewges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim sein, wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. D, erwünschte selge Stunden! Ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht, bis das Alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei ( 3. 3. Nambach.) dir. un mar amir 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zuge= richt't, der die Ohren hat er= schaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hörtund siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch, lebt doch unser Herr Gott noch. 00 verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet Alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch, lebt doch unser time In eigner Melodie. 750.Gott lebet noch! Herr Gott noch. Seele, was 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treuvergehetnimmer. Seele Von Kreuz und Anfechtung. 737 so bedenke doch, lebt doch denke doch, lebt doch unser unser Herr Gott noch. Herr Gott noch. di 5. Gott lebet noch! Seele, morset( Joh. Friedr. Zihn.) verzagst du doch? Wenn Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. err JesuChrist ich was bidh beine Sünden fränken, 751. Hi hrei zu dein Verbrechen quält dich sehr; komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch, lebt doch unser Herr Gott noch. tinte dir mit ganz betrübter Seele; dein Allmacht laß erscheinen mir und mich nicht also quäle. Viel größer ist die Angst und Schmerz, so ansicht und erschreckt mein Herz, als daß ichs kann erzählen. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen und weißt weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ist, der es herzlich meinet, wo die Notham größten scheinet. Seele, so bedenke doch, lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn; es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bebarm dich mein durch deine 2. Herr Jesu Christ, ergroße Güte; mit Erquickung und Hülf erschein mein'm traurigen Gemüthe, welch's elendiglich wird geplagt, und, so bunicht hilfft, gar verzagt, weils feinen Trost kann finden. 3. Herr Jesu Christ, groß ist die Noth, darin ich jetzt thu stecken. Ach hilf, mein allerliebster Gott, schlaf nicht, laß dich erwecken. Niemand ist, der mir helfen kann, kein Kreatur sich mein nimmt an, ich darfs auch Niemand klagen. 4. Herr Jesu Christ, du bist allein mein Hoffnung und mein Leben; drum will ich in die Hulde dein mich 47 Von Kreuz und Anfechtung. 738 ganz und gar ergeben. Herr, laß meine Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht, sonst bin ich ganz verlassen. 5. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen. Du bist der rechte Gnadenthron; wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei in aller Noth, hilsst ihm im Leben und im Tod; darauf ich mich verlasse. 6. Herr Jesu Christ, das Elend mein thu gnädiglich ansehen; durch die heilgen fünf Wunden dein hör mein Gebet und Flehen, welchy's Tag und Nacht mit Angst und Schmerz zu dir ausgeust mein traurigs Herz. Ach laß dichs doch erbarmen! 7. Herr Jesu Christ, wenn es ist Zeit nach deinem Wohlgefallen, hilf mir durch dein Barmherzigkeit aus meinen Aengsten allen; zerstör den Anschlag meiner Feind, die mir zu stark und mächtig seind; laß mich nicht unter drücken. 8. Herr Jesu Christ, all Freunde mein, wie auch mein Leib und Seele, in die Huld und Genade dein ich thu treulich befehlen; schüß sie durch dein Barmherzigkeit, und wend in Freud mein großes Leid, welch's ich dir sehnlich flage.up 9. Herr Jesu Christ, ich weiß nicht Rath, des Elends los zu werden, so du nicht hilfft durch deine Gnad, so lang ich leb auf Erden. Wenn es dir denn nun je gefällt, daß ich also soll sein gequält, so gib mir Kraft und Stärke. 10. Herr Jesu Christ, verleih Geduld, hilf mir mein Kreuz ertragen, wend nicht von mir ab deine Huld, und so du mich willst plagen, es zeitlich hier am Leibe thu, gib nur der armen Seele Nuh, daß sie dort mit dir lebe. 11. Herr Jesu Christ, das glaub ich doch aus meines Herzens Grunde, du wirst mich wohl erhören noch zur rechten Zeit und Stunde; denn du hast mich noch nie verlan, wenn ich dich hab gerufen an; deß ich mich herzlich tröste. 12. Herr Jesu Christ Von Kreuz und Anfechtung. 739 hilft durch seine rechte Hand. mein bester Trost, zu dir fehlt, ist Gott bekannt; der will ich mich wenden: mein Herzleid ist dir wohl bewußt, du kannst und wirst es enden. In deinen Willen seis gestellt, machs, lieber Gott, wie dirs gefällt, dein bin und will ich bleiben.( Joh. Schindler.) 4. Die rechte Stunde wird wohl kommen, da seine Rechte mich erfreut; ich weiß, daß endlich doch den Frommen ihr Wunsch des Herzens wohl gedeiht; mein Glaube hat dies feste Band: Mich segnet Gottes rechte Hand. 5. Wills Gott, so stellet sich wohl morgen der Segen meiner Hoffnung ein, und wird von allen meinen Sorgen kein Stäubchen ferner übrig sein; so hab ich ein gelobtes Land, es krönt mich Gottes rechte Hand.is 75 6. Geduld, will ich indessichs noch will verziehn; Gesen sprechen, Geduld, wenn duld, die Zeit wird Rosen Liebe blühn. Dabei verharr brechen, die mir aus Gottes ich unverwandt: Bald änderts Gottes rechte Hand. dum Mel. Wer nur den lieben Gott. * 752.J Ich bin bei allem Kummer stille, der mir auf meinem Herzen liegt. Es ist des lieben Gottes Wille, der mich zu seiner Zeit vergnügt; denn dieser Trost ist mir bekannt: Es änderts Gottes rechte Hand. 2. Er kann es thun, drum will ich hoffen; er will es thun, so trau ich drauf. Sein Vaterherze steht mir offen und er nimmt meine Seufzer auf. Sein Wort ist mir ein fichres Pfand, da stärkt mich Gottes rechte Hand. ( E. Neumeister.) Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. ilf, Helfer, hilf in Angst und Noth, erbarm dich mein, o treuer Gott: ich bin doch ja dein liebes Kind, trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 47* 3. Es kann nicht Wunsch gelingen, den man sich etwa ausgedacht; man sieht, wers mit Gewalt will zwingen, daß der nur Uebel ärger macht. Gnug, was mir jeder 7 jeder 753. Von Kreuz und Anfechtung. 0740 Td 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr, wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. Ido 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein'n Nam'n. Hilf, Helfer, hilf! Drauf 4. Stoß mich nicht von sprech ich: Am'n. Morbeiner Seiten, wenn sich Angst ( Nif. Selneccer.) und Ohnmacht häuft; wenn die schwachen Tritte gleiten, und man nach dem Stecken Mel. Alle Menschen müssen. öchster 754. feinicht ferne, greift, faſſe du mich an die mein Beschirmer, steh mir bei! Hilf mir, daß ich thu und lerne, was dein heilger Wille sei, leite mich nach deiner Güte, und erleuchte 5. Weicht ihr Sorgen und mein Gemüthe, laß mir deine Vatertreu alle Morgen werden neu.in@ Arme, o mein Heiland und umarme mich auch in der letzten Noth, bis erfolgt ein selger Tod. 110 Gedanken, die ihr mich vielmal betrübt, geht zurück in eure Schranken; Gott mag thun, was ihm beliebt, der weiß allen schweren Sachen einen leichten Schluß zu machen; derowegen steh ich still und erwarte, was Gott will. 2. Vielmal wird mir angst und bange, daß ich fast nicht weiß wohin, und der Höchste weiß, wie lange ich in solchen Fesseln bin; daher zähl ich Tag und Stunden, bis ich werde sein entbunden, und mein Abschied von der Welt sich wird haben eingestellt. 401 3. Halte mich, o mein Erhalter, o mein Führer, weiche nicht, führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht; gib, daß ich recht christlich lebe, und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halbzerbrochnes Herz. 6. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster tritt herbei; wenn ich soll den Geist aufgeben, so vernimm mein Angstgeschrei; wenn Von Kreuz und Anfechtung. 741 mein Auge will erblinden, Mel. Wer nur den lieben Gott. und die Lebensgeister schwinden: o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. fahwin 755.J 755.h bin mit bir, mein Gott, zufrieden, ich halte deinem Willen still. Was deine Güte mir beschieden, mit dem vergnüget sich mein Will, mein Will, der zwar nicht ferner mein, dieweil er dein beginnt. zu sein. 7. Meine Seele soll erheben dich, o Herr der Herrlichkeit, dort in jenem Freudenleben, wenn ich nach vollbrachtem Streit dir mein Danklied werde bringen, und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl bedacht und zum Himmel hast gebracht. 8. Wie gar unvergleich lich schöne ist die große Königsstadt, wo der Engel Lobgetöne nimmermehr ein Ende hat! O wie glänzt die Fürstenkrone, die der Herr zum Gnadenlohne mir im Himmel beigelegt und mir selbst entgegen trägt! hier 9. Kommt ihr werthen Seraphinen, kommt und bringet mich dahin, wo man bei den Cherubinen mit verklärtem Geist und Sinn: ,, Heilig, Heilig, Heilig" singet, daß der Himmel davon klinget. Nun so mache mich bereit, heilige Dreifaltigkeit. ( Zachar. Hensel.) 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? Ich will. Soll ich in Mangel sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will. Und willst du, daß ich wein? Ich will. Und gibst du mich dem Tod? Ich will. Dein Will gescheh, o Gott! 3. Willst du mich in den Himmel bringen? Herr, dies ist meiner Wünsche Füll. Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich weiß, Herr, dies ist nicht dein Will. Daß dein Will so nicht wollen sollt, hat deines Sohnes Tod gewollt. 4. Sein Tod erklärt mir deinen Willen, dein Will ist, daß ich heilig sei. So will ich zwar, doch das Erfüllen verhindert leider mancherlei; bald will sich Unwill mengen Von Kreuz und Anfechtung. 742 ein, bald Muthwill mein Beherrscher sein. 5. Nicht so, mein Herz! Was Gott dir gibet, Bös's oder Guts, nimm willig an. Weg, Eigenwill! Was Gott beliebet, das ſei mit Lust von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, es wählt, es will, was mein Gott will.( Andr. Ingolstätter.) Mel. Wer nur den lieben Gott. ch bin vergnügt 756.3 nach Gottes Willen, und wie's mit mir derselbe schickt. Was helfen mir die Kummer- Grillen, durch die man nur das Herz erstickt. Drum selig, wer mit mir erwägt die schönen Wort: ich bin vergnügt! mism 2. Ich bin vergnügt, obschon auf Erden ich großen Reichthum habe nicht, und mußmir lassen ſauer werden, was mir zu leben noch gebricht. Ich denke: so hats Gott gefügt. Oschöner Trost: ich bin vergnügt! ag 3. Ich bin vergnügt, ob meine Zeiten schon nicht in höhern Ehren stehn. Was hilfts, es sind nur Eitelkeiten, die wie ein Rauch und Wind vergehn. Wer diesem traut, sich selbst betrügt; Gott ist mein Ruhm, ich bin vergnügt! 4. Ich bin vergnügt, ob schon das Glücke mich hier nicht freundlich lachet an, mehr aber sich durch saure Blicke das Unglück nahet meiner Bahn. Geduld, Geduld dieselbe fügt in solcher Noth: ich bin vergnügt! and 5. Ich bin vergnügt, wenn Kreuz und Leiden nach Gottes Rath mich überfällt, wenn meine Freunde von mir scheiden, und es um mich so schlecht bestellt; bleibt doch mein Freund, wenn Alles fliegt, der treue Gott; ich bin vergnügt! 6. Ich bin vergnügt, ob mich beneidet die Welt und mancher Judasfreund, und oft mit seiner Zunge schneidet, daß mir das Herz im Leibe weint; Gott lebt, der solche Feinde biegt und mich erhält; ich bin vergnügt! 7. Ich bin vergnügt, was Gott mir gibet aus seiner milden Vaterhand; und ob er mich hierbei betrübet, bleibt Von Kreuz und Anfechtung. mir doch seine Huld bekannt. Das wahre Wort, das nimmer lügt, verspricht mir die; ich bin vergnügt! 743 Noth; wenn Sünd und Hölle mit mir kriegt, schüßt mich sein Blut; ich bin vergnügt! ( Andreas Tug.) 11. Ich bin vergnügt, gibt mir am Ende mein Jesus einen sanften Tod, und nimmt zu sich in seine Hände mein Seele hin aus aller 8. Ich bin vergnügt, mit Gottes Gaben, es sei gleich 757.3 wenig oder Brot und Wasser oft mich laben, wohlan, so bleibt doch dies mein Ziel: wer Gott vertraut und sich hier schmiegt, den läßt er nicht; ich bin vergnügt! 9. Ich bin vergnügt, wenn ich nur habe nach Nothdurft meinen Unterhalt; auch wenn die Kräfte nehmen abe, und ich nun werde schwach und alt, bleibt dies mein Trost, der nie erliegt: Gott sorgt für mich, ich bin vergnügt! 10. Ich bin vergnügt, wird mir nur geben der allerhöchste Wunder- Gott ein fröhlichs Herz, gesundes Leben, und was der armen Seelen noth; des Uebrige, so es mir tügt, befehl ich Gott; ich bin vergnügt! Mel. Wer nur den lieben Gott. bin vergnügt und halte stille, ha wenn mich gleich manche Trübsal drückt, und denke, daß es Gottes Wille, der mir das Kreuze zugeschickt; und hat er mir es zugefügt, ſo trägt ers mit; ich bin vergnügt! 2. Ich bin vergnügt in allem Leiden, dieweil es doch nicht ewig währt; es foll mich Nichts von Jesu scheiden, weil Leid in Freude wird verkehrt; mein Heiland hat die Angst besiegt, der gan= zen Welt; ich bin vergnügt! 3. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen, denn hilft Gott gleich nicht wie ich will, so hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beſte Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn, denn so betrügt die Hoffnung nicht; ich bin ver= gnügt! 4. Ich bin vergnügt in meinem Leben; hab ich nicht viel und mancherlei, so glaub Von Kreuz und Anfechtung. 744 ich, daß mir Alles geben kann, der mein Gott undVater sei; ob gleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: ich bin vergnügt! 5. Ich binvergnügt, wenn meiner spotten der Satan mit der falschen Welt; was schaden mir die argen Rotten? Ein frommer Christ behält das Feld, wenn er sich nur geduldig schmiegt und Demuth liebt; ich bin vergnügt! 6. Jch bin vergnügt auch in dem Sterben, wenn nun der Geist vom Körper eilt; Ich weiß, daß wir die Kron ererben, die uns vorlängsten zugetheilt, weil Gott in ſeinem Wort nicht lügt; drum sag ich noch: ich bin vergnügt! 7. Ich bin vergnügt in Jesu Armen, und lieg an seiner Liebesbrust, da kann mein kaltes Herz erwarmen, ich achte keine Menschenlust; ich habe nun die Welt bestegt, ich bin vollkommen hoch vergnügt. ( Clemens Thieme) Mel. Nun ruhen alle Wälder. ch hab in guten 758.3 Stunden des Lebens Glück empfunden, und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? mad 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen, du hilfst und du errettest gern.sid in 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 16. Ich will dem Kummer Von Kreuz und Anfechtung. 745 wehren, Gott durch Geduld len Siß mit Sinn und Wizz, verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be= denken. Der Herr wird Alles lenken, und, was mir gut ist, wird geschehn. den Leib mit Fleisch und Beinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth kanns nimmer böse meinen. dog( Chr. Fürchteg. Gellert) Mel. Was mein Gott will. 759.3% ch hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, ist ein Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägtund Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen.com 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wie der zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungennoch formiret; mein Gott ists, der mich zugericht't, an Leib und Seel gezieret, der See 4. Woher wollt ich mein Aufenthalt auf dieser Erd erlangen? Ich wäre längstens todt und kalt, wo mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der Alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen; er weiß, wann Freud, erweiß, wannleid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist Alles gut, obs noch so traurig schiene. 5 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als ſei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. Von Kreuz und Anfechtung. 7. Fürwahr, der dich) ge- bis an mein letztes Ende, schaffen hat und ihm zur wie du wohl weißt, daß meiEhr erbauet, der hat schon nem Geist dadurch sein Nuß längst in seinem Rath erse- entstehe und deine Ehr je hen und beschauet, aus wah- mehr und mehr sich in ihr rer Treu, was dienlich sei selbst erhöhe. dir und den Deinen allen, laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 8. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Bein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 746 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen; wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mit gehen. 10. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es so mit mir 12. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. ( Paul Gerhard.) 9. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen; so fällt auch Men= schen- Wohlfahrt um bei lauter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, macht gleichwohl rothe Wangen; so muß ein Herz durch Angst Mel. Was Gott thut, das. und Schmerz zu ſeinem Heil 760d habe Gott und gnung! Was sollt ich Bessers haben? Er gibt allein Befriedigung und kann das Herze laben. Wer ihn nur hat, hat Rath Von Kreuz und Anfechtung. 747 Welt; wer selig ist gestorben, hat ewig gnung erworben. ( Benj. Schmold.) Mel. Wer nur den lieben Gott. habe Sinn und Herz ergeben in meines Gottes Herz und Sinn; so kann ich ohne Sorgen leben, weil ich bei ihm im Segen bin. Dies Glaubens- Wort zieht viel nach sich; Gott sorgt für mich) recht väterlich. und That, und wer ihn hält auf Erden, kann nicht gefährdet werden. 2. Ich habe Gott und habe gnung! Was follt ich 761.* mehr begehren? Er ja einen Wassertrunk in süßen Wein verkehren. Wenn er nur gibt, was ihm beliebt, so muß mirs auch gedeihen, er kann allein erfreuen. 3. Ich habe Gott und habe genung! Will Andern Alles lassen; hab ich nur die Versicherung auf seine Huld zu fassen, so bin ich reich, und ob ich gleich der Aermste wär auf Erden; Gott muß mir Alles werden. 4. Ich habe Gott und habe gnung! Was sollt ich mich denn fränken? Wollt er mir gleich den WermuthsTrunk in seiner Liebe schenken, so weiß ich doch, daß dieses Joch nur seine Jünger drücket, die er auch wohl erquicket. 5. Ich habe Gott und habe gnung! Auch wenn ich gleich ißt sterbe; mein Tod ist die Beförderung zum himmelischen Erbe. Denn Gut und Geld bleibt in der 2. Zwar mich bekümmern manche Sachen, denn was ich suche, find ich nicht; viel Nächte muß ich schlaflos wachen, wo oft das Herz in Thränen bricht; doch meine Seele fasset sich: Gott sorgt für mich recht väterlich. 3. Das Glücke lehret mir den Rücken, den Andern das Gesichte zu; wohin die trüben Augen blicken, da seh ich Nichts zu meiner Ruh; doch gleichwohl dies vergnüget mich: Gott sorgt für mich forgt für recht väterlich. 4. Ach, schon bei meinen jungen Tagen bin ich an Kreuz und Leiden alt; allein ich wills geduldig tragen, wer weiß, es ändert sich wohl 748 Von Kreuz und Anfechtung. bald. Inzwischen aber stärkt dich, Gott sorgt für mich das mich: Gott sorgt für recht väterlich). ar ( Erdmann Neumeister.) mich recht väterlich. Mel. Wer nur den lieben Gott. laffe Gott 5. Wie könnt ers übers Herze bringen, daß er mich 762. Im Allem wal in ließe hülflos stehn; mein Seufzen wird mir wohl gelingen und Alles noch nach Wunsche gehn. Sein theures Wort versicherts mich: Gott forgt für mich rechtväterlich. ten, sein Wille bleibt mein bester Rath; dem will ich gerne stille halten, was er für mich beschlossen hat. Ich nehme dies zur Nichtschnur an: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 2. Er kennt die rechten Freudenstunden, inzwischen prüft er die Geduld, und wenn er solche treu erfunden, so krönt er uns mit seiner Huld, die eher, als man sichs versieht, mit tausendfacher Gnade blüht. Ind 3. Was Andre haben, kann ich leiden; denn Gott hats so für sie gefügt. Wer fremdes Glücke will beneiden, ist mit sich selber mißvergnügt; ein reines Herz, ein freier Muth gilt mehr als Gold und alles Gut. Gott gelassen und ruhet in 4. An ihn befehl ich meine Zufriedenheit. So kann mein Sinn sich freudig fassen auch mitten in der Traurigkeit. Ich ruf ihm zu: Gedulde Wege, wo könnte mir wohl besser sein? In seiner treuen Hut und Pflege trifft alle Hoffnung selig ein. Er macht 6. Ich will nicht mit mir selber zanken, wie dies und das noch kommen wird, weil man durch Unruh der Gedanken sich in sich selber nur verirrt. Gnug, dieser Trost erquicket mich: Gott sorgt für mich recht väterlich). 7. Und nun weswegen sollt ich sorgen, da Gott die Sorgen auf sich nimmt? Kommts heute nicht, so kommts doch morgen, was er für Gut's für mich bestimmt. An solche Hoffnung halt ich mich: Gott sorgt für mich recht väterlich. 8. So bleibt mein Herze Von Kreuz und Anfechtung. 749 es wohl durch Rath und den Anker ein, so muß sie gut und sicher sein.appl That und mehr als man gehoffet hat. 5. Wir müssen uns zu Allem schicken, denn Alles kommt von lieber Hand, auch wenn mich CentnerSorgen drücken, so bleibt mir dieser Trost bekannt, daß doch zuletzt der Ueberdruß durch Gott zum Besten dienen muß. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen und kostet ihm ein einzig Wort, so kann ich nach dem Weinen lachen. Drum treib ich allen Kummer fort; nicht ich, der treue Gott allein, soll meines Glückes Meister sein. ist 7. Gefeßt, es müßte noch verziehen; was gutist, kommt mir nicht zu spät. Die Alve muß langsam blühen, drum ist sie eine Rarität. Wer Alles zwingt, dem bringt es Leid; ein jedes Ding hat feine Zeit. Hur 8. Wohlan, Gott soll in Allem walten und dieser Schluß bestehet fest, ich will mich an die Hoffnung halten, die nicht zu Schanden werden läßt; sie wirft in Gott ( Christoph Aug. Kopp.) Wenn ich in Angst und. 763, fage: wie Gott will! Mel. Das soll mein Wahlspruch sein; sein Will und sein Befehl ist unser Glück auf Erden. Ich bin nicht selber mein, drum will ich seine sein; was kann mir Besſers werden? 2. Ich glaube, wie Gott will! So bleib ich feste stehn, ob sich gleich wider mich ber Wort kann nicht vergehn, Hölle Pforten legen. Sein wenn mir nur dieses bleibt, so kann mir Nichts begegnen. 3. Ich lebe, wie Gott will! So leb ich recht vergnügt, ihm hab ich mich allein mit Leib und Seel ergeben. Wie es sein Wille fügt, so will ich allezeit mit ihm zufrieden leben. 4. Ich leide, wie Gott will! So leid ich nicht zu viel; er weiß am Besten schon, wie viel ich kann ertragen. Mein Kreuz, sein Liebesziel; ich weiß, er heilet Von Kreuz und Anfechtung. 750 auch, wenn er zuvor geschlagen. 5. Ich hoffe, wie Gott will! So bricht mein Anker nicht, obgleich die Wellen sich so ungestüm gebehrden. Ich weiß wohl, was er spricht: Wer sich auf mich verläßt, soll nicht zu Schanden werden. 6. Ich sterbe, wie Gott will! Der Tod ist mein Gewinnst. Mein Glaube läßt mich auch im Sterben nicht verderben; sterb ich auf sein Verdienst, so kann ich nicht zu früh, auch nicht zu langsam sterben. 7. Derhalben, wie Gott will, so will ich immerfort; und wenn mich Noth und Tod mit Haufen treffen sollen, soweiß ich doch ein Wort: Er kann und will und wird nichts Böses von mir wollen. ( Benj. Schmolck.) Mel. Entreiße du. 764.* 3 f ch sehe nur auf Gottes Willen, so wahr mich Gott in Jesu liebt; der muß sein theures Wort erfüllen, wenn mich die ganze Welt betrübt. Ja, mir ist nicht vorm Tode leid, wenn nur der Geist im Herzen schreit: Was mein Gott will, das g'scheh allezeit! 2. Ich bin einmal dazu geboren, daß ich mit Christo leiden muß; doch bin ich darum nicht verloren; das Fleisch empfindet Ueberdruß, die Seele bleibt in Gott befreit und spricht in aller Traurigkeit: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit! 3. Soll ich die SündenAngst erfahren, die zwar von Außen mächtig scheint; so wird sich Gott schon offenbaren, da ers im Schmerze gütig meint. Wenn nur ſein Geist die Kraft verleiht, der siegt in aller Bangigkeit. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit! THEE 4. Zu guter Nacht, ihr eitlen Dinge! Was ihr versprecht, das taugt mir nicht. Denn alle Welt ist zu geringe, wenn Gott sein ewig Gut verspricht. Drum ruft mein Herz: Ich bin bereit, in Hoffnung jener Seligkeit. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit! 5. Nur Etwas geht mir Von Kreuz und Anfechtung. noch zu Herzen. Gott läßt mir oftmals Leid geschehn, da meine Freunde voller Schmerzen auf die betrübten Wechsel sehn. Dochweils der fromme Gott gebeut, so denket die Gelassenheit: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit! 6. Gott wird des Helfens doch nicht müde, es wacht sein allerliebster Sohn, der gibt dem schüchtern Herzen Friede; es ruft der angenehme Ton: Es währet eine kleine Zeit das Leiden dieser Sterblichkeit. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit! 7. Geseßt, daß ich auch endlich sterbe, doch laß ich meinen Jesum nicht, der mir ein unverwecklichs Erbe durch dieses letzte Wort verspricht. Und weil mich dieser Troft befreit, so seufz ich stets und bin bereit: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit!( Jerem. Josephi.) 751 Spotte; deß bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein Feind, der'r gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft sagt mir dein Wort mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht't mit Lügen und mit falschem G'dicht viel Netz und heimlichStricke. Herr, nimm mein wahr in dieser G'fahr, b'hüt mich vor en dich hab ich falscher Tücke. In eigner Melodie. 765. Igehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd, noch ewiglich zu 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöthen. 1 - 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich nicht von Von Kreuz und Anfechtung. 752 mir, nimm mich in deine Hände. O treuer Gott, aus aller Noth hilf mir am legten Ende. 7. Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die glich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum, Amen. 4. All's Glück und Ungelücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh in meiner Noth. Wie kann er mich denn lassen, der treu Nothhelfer mein? Ja, wenn die Noth am größ( Adam Reißner.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. 766.einen hat Gott ten, ſo will er bei mir ſein. verlassen, der ihm vertraut allzeit, und ob ihn gleich Viel haffen, ge= schieht ihm hoch kein Leid; Gott will die Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch und geben, was ihn'n nüßen hier zeitlich und auch dort. 5. Reichthum und alle Schäße, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein'n Sinn nicht sege, es bleibet in der Welt; ein'n Schaß hab ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alleSchäße, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein, sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu erlösen von ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erden doch größre Liebe sein. 7. Nun soll ich mich erzeigen dankbar für seine Gnad; ich geb mich Gott zu eigen mit Allem, was ich hab. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wie's ihm gefällt, zu Nuß mein'r armen Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Kreuz und Leiden und muß auch also sein; denn die zeitliche Freude bringt uns die ewge Pein. then, ihm beff'r als mir bekannt. Um G'duld will ich stets bitten in all'm Anliegen mein; er wird mich wohl behüten und mein Nothhelfer sein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nö Von Kreuz und Anfechtung. 753 Wie ers mit mir will machen, ewge Gut macht rechten sei ihm All's heimgestellt, Muth; dabei ich bleib, wag ich b'fehl ihm all mein Sa- Gut und Leib; Gott helf chen, er machs, wie's ihm mir überwinden! gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen das schlechte Liedelein; Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein; so hab ich All's auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. 3. ,, All Ding ein Weil" ein Sprüchwort ist. Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf dieser Bahn: Welt, wie du willt, Gott ist mein Schild, der wird mich wohl begleiten. In eigner Melodie. 767.* Mag ich Unglück nicht widerstahn, muß Ungnad han der Welt für mein recht glauben, so weiß ich doch,* 768. Nichts Nichtrübters Mel. Zion klagt mit Angst und 2c. Be= es ist mein Kunst Gott's Huld und Gunst; die muß man mir erlauben. Gott ist nicht weit, ein kleine Zeit er sich verbirgt, bis er erwürgt, die mich seins Worts berauben. 2. NIcht, wie ich woll, jeßund mein Sach, weil ich bin schwach und Gott mich Furcht läßt finden; so weiß ich, daß kein G'walt bleibt fest; ists allerbest, das Zeitlichy' muß verschwinden. Das ( Maria, Königin von Ungarn, evangel. Schwester Kaiser Karls V.) ist auf Erden, Nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Wittwen werden, wenn verlaßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Muth, ohne Freund und ohne Gut. Wittwen sind verlaßne Frauen; wer thut auf die Waisen schauen? 2. Wo die Zäune find zerlücket, Jedermann hinübersteigt; auch ein Kind die Früchte pflücket, da die Aeſte 48 Von Kreuz und Anfechtung. 754 find gebeugt. Wo die Mauern sind zerspalt't, da findt sich der Feind gar bald: wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hiße bald erreichet. 3. Also müssen stets die Armen leiden lauter Ungemach. Wenig ihrer sich erbarmen. Wittwen schreien Weh und Ach über den, der fie oft preßt und in Nöthen stecken läßt. Waisen müssen sich nur schmiegen und der Welt zu Füßen liegen. 6. Wittwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schooß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Noth noch eins so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Auge an, der die armen Waisen drücket und der Wittwen Herz bestricket. 5. Zwar det armen Wittwen Zähren fließen auf die Backen los; aber ihre Seufzer kehren sich zu Gottes Sternenschloß; schreien über diesen Mann, der die Wittwen ängsten kann, bis der höchste Gott das ende und den Wittwen Hülfe sende. 7. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein sie Gott hat gestellt, und von ihm nicht abe wanken, weil er sich zu ihnen hält, ſollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los; da soll nicht mehr, wie auf Erden, Wittwennoth gehöret werden.( Michael Hunold.) 4. Also muß es hier er gehen in der Welt auch mir und dir; Waisen müssen traurig stehen, Wittwenmüfsen leiden hier. Denn wie könnte Gott denn mein und der Deinen Vater sein? Mel. Nun ruhen alle Wälder. Sonsten wäre Gott nicht 769.Mein Herz, gib dich zufrieRichter und der Waisen- Sachen Schlichter. den und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stilleſein und Von Kreuz und Anfechtung. Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt. Wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen, er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt. Nicht Schwerter, sondern Ruthen sinds, damit Gott zum Guten auf uns, die Seinen, hier zuschlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß755 behagt; den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen. ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. ist 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag wohl diese Höhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. ( Joh. Anast. Frehlinghausen.) 48* Von Kreuz und Anfechtung. 756 Mel. Wenn wir in höchsten. 770.* Na ach dir, o Herr, verlanget mich, du bist mein Gott, ich hoff auf dich; ich hoff und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. de 2. Der wird zu Schanden, der dich schändt und sein Gemüthe von dir wendt; der aber, der sich dir ergibt und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 3. Herr, nimm dich meiner Seelen an und führe sie die rechte Bahn, laß deine Wahrheit leuchten mir im Steige, der uns bringt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einges Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht; ich harre dein bei Tag und Nacht. Was ists, das dich so säumend macht? 5. Ach, wende, Herr, dein Augen ab von dem, wo ich geirret hab. Was denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf! 6. Gedenk an deine Gütigkeit und an die große Süßigkeit, damit dein Herz zu trösten pflegt das, was sich dir zu Füßen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut dem, der sich prüft und Buße thut. Wer seinen Bund und Zeugniß hält, der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut, und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird sein Kreuz zur Wonn erhöht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein Geist der schwebt in deiner Hand, du stehst, wie meine Seele thränt und sich nach deiner Hülfe sehnt. 10. Die Angst, die mir mein Herze dringt und daraus so viel Seufzer zwingt, ist groß; du aber bist der Mann, dem Nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum sieht mein Auge stets nach dir und trägt dir mein Begehren für. Ach, laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen ruhn. 12. Wenn ich dein darf, so wende nicht von mir dein Von Kreuz und Anfechtung. 757 Aug und Angesicht, laß dei- Mel. Wer nur den lieben Gott. ner Antwort Gegenschein 771. Na ach einer Prümit meinem Beten stimmen ein. fung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß; und jene Welt reicht ihr den Preis. mon13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, ders treulich und von Herzen meint. Der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzensgrund. 14. Zerreiß die Netz, heb auf die Strick und brich des Feindes List und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gib, daß ich auch dankbar ſei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn, gib mir die Einfalt, die dich ehrt und lieber duldet als beschwert. 16. Regier und führe mich zu dir, auch andre Christen neben mir; nimm, was dir mißfällt, von uns hin, gib neue Herzen, neuen Sinn. 17. Wasch ab all unsern Sündenkoth, erlös aus aller Angst und Noth und führ uns bald mit Gnaden ein zum ewgen Fried und Frendenschein. ( Paul Gerhard.) 2. Wahrists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seelen ab und zu. chim 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignem Herzen ein Feind, der öfter stegt, als fällt, bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. highe 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laſter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei Von Kreuz und Anfechtung. 758 von Pein, nie frei von eigner Schwachheit ſein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden, dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn, mich fühlen, daß ich ewig bin. din 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge= schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein „ Heilig, Heilig, Heilig singen dem Summe das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn, da wird durch jeden Augenblick ihr Heil, mein Heil, mein Glück, ihr Glück. d10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu tausend tausendmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu:„ Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet du!" O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigfeit zu Ewigkeit? Wie Nichts, Von Kreuz und Anfechtung. wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblickvoll Müh! iser( Chr. Fürchteg. Gellert.) In eigner Melodie. 772. Ni icht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel, wie Andern, gibt! Nimm vorlieb mit deinem Gott; hast du Gott, so hats nicht Noth. 2. Du, noch einzig Menschenkind hab ein Recht in dieser Welt! Alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold, da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich fränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schäße der Beständigkeit. Bleibt der 759 Zentner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter. hält. Keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; Alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach, wie bist du doch so blind, und im Denken unbedacht! Augen hast du Menschenkind und hast doch noch nie betracht't deiner Augen Schatz ist das! helles Glas; siehe, welch ein 8. Zähle deine Finger her, und der andern Glieder Zahl, keins ist, das dir unwerth wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. bilind 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von Oben 760 Von Kreuz und Anfechtung. wird beschert. Du hast mehr, Maß und Ziel; rühre stets als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr: vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist Mehrers, als du würdig bist. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir wäre nüß und gut, wonach so begierig strebt dein verblendtes Fleisch und Blut: würde seine Frömmigkeit, dich nicht lassen unerfreut. 15. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm Alles auf, als ein wohlbedacht Ge= schenk. Gehts dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. ( Paul Gerhard.) .dtoffe Mel. Vater unser im Himmelreich. imm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Ruth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und theurer Zeit, vor Senchen, Feu'r und großem Leid. 11. Gott ist deiner Liebe voll, und von ganzem Herzen treu, wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist birs gut, so ers 773. geht ein; ist's dein Schade, spricht er: Nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus; ja er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Theil. 13. Ei so richte dich em por, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht; das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht. Denn so du Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun; so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 14. Setze als ein Himmelssohn deinem Willen 3. Ach Herr Gott, durch Von Kreuz und Anfechtung. die Treue dein, mit Trost und Rettung uns erschein, beweis an uns dein größe Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns ſei. 761 Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord; verleih ein sel'ges Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. ( Mart. Möller.) Mel. Es kostet viel ein Christ. 774. Baterhers, denkst du 4. Warum willst du doch zornig sein über uns arme Würmelein? Weißt du doch wohl, du großer Gott, daß wir Nichts sind als Erd und Koth; es ist ja vor dein'm Angesicht unsre Schwachheit verborgen nicht. auch meiner noch, da Noth und Angst sich gegen mich verbinden, da auf mir liegt ein zentnerschweres Joch, da auf der Welt kein Helfer mehr zu finden, da fast vergeht, bei übergroßem Schmerz, mein mattes Herz! 5. Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr; die Welt, auch unser Fleisch 2. O Vaterherz, v gnaund Blut uns allezeit verführen thut; solch Elend kennst du, Herr, allein, ach laß uns dir befohlen sein. denreicher Gott, ach höre doch das Winseln meiner Seele, entbrich dich nicht zu schauen meine Noth, wie ich verstrickt in meiner Kreuzeshöhle, schau gnädig an den jammerreichen Schmerz, o Vaterherz! 6. Gedenk an dein's Sohns bittern Tod, sieh an sein heilig Wunden roth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; deß trösten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigfeit. me 7. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre 11911. 3. O Vaterherz, die Noth nimmt zu, ich ab, die Schwermuth bricht die Blüthe meiner Tage, die Traurigkeit bereitet schon mein Grab, der Mund erstarrt ob dieser 762 Von Kreuz und Anfechtung. herben Plage, doch ruft er zagt, wenn dich ein stiller noch bei seinem großen Kummer plagt; befiehl Gott, Schmerz, o Vaterherz! was dich fränket. In jeder Noth vertrau auf Gott, der deiner stets gedenket! jus 4. O Vaterherz, ich bin, ich bin dein Kind, ob du mich gleich aufs Höchste jeßt betrübest, ob die Vernunft gleich anders denkt und sinnt, so weiß ich doch, daß du mich herzlich liebest. Und bin gewiß, es bricht mein großer Schmerz dein Vaterherz. 2. Kein Leiden kommt von Ungefähr, es kommt von deinem Vater her; sein Rath hats so ersehen. Drum sei nur still; was er auch will, laß immer gern geschehen! 5. O Vaterherz, das bald vor Jammer bricht, so bald es hört der Kinder kläglich Sehnen, entzeuchst du mir dein gnadenreich Gesicht? Ach nein, ach nein, du zählest meine Thränen und bist bedacht, zu wenden meinen Schmerz, o Vaterherz! 6. O Vaterherz, ich nehme willig an, was deine Hand mir wird von Unglück senden, denn dieſe ists, die Alles ändern kann, die Thränen- Saat in Freuden- Ernte wenden; nur zeige mir in meiner Noth und Schmerz dein Vaterherz! Mel. In dich hab ich gehoffet. 775.6 ei, Seele, stark und unver3. Kannst du des Leidens dich nicht freun, so solls dir doch nicht schädlich ſein; Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquiffest du ihr Herz mit Ruh und einst mit ewger Freude! 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! Vertraue Gott, daß Alles gut nach aller Trübsal werde. Er ziehet dich durch Noth zu sich, zum Himmel von der Erde. 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu und steht dir als ein Vater bei in allem Von Kreuz und Anfechtung. Krenz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn den Christen werden. stl 7. Es haben ja zu aller Zeit mehr Heilige durch Traurigkeit zum Himmel wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh und Nichts von Trübsal wissen? 8. bet und sich auf deinen Gott! In aller deiner Angst und Noth laß, wie erwill, es gehen. Sein Will ist gut; behalte Muth; Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst und prüfend übst, den Unmuth überwinden. 763 2. Beides, Erd und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht, müssen es beweisen. Sonn und Mond find laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. ( Nach Dav. Denice.) 3. Schau die Werke seiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erfennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist in Mel. Warum sollt ich mich denn. 776. Sei zufrieden, fein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? mein Gemüthe, Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine groBen Thaten! Was die Welt in sich hält, ist ihm wohl gerathen. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, Von Kreuz und Anfechtung. 764 der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen: wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden: seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan. Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! ( Benj. Schmolck.) dis? dny Mel. Christus, der uns selig. sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir die Sünden für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urtheil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen? Der du doch selbst liegst versenkt in der Hölle Flammen. 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen, dahingegen nehmich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist die Ranzion meiner Miſsethaten, 777. Gwing dich bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl gerathen. auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermuthshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei drin Von Kreuz und Anfechtung. 765 wohne als in einem festen Laub und Gras? Wem füllt Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. sich mit Segen Berg und Thale, Feld und Wald? Wahrlich mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab und Leibesweide. 6. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen! Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen. Wäre mir Gott gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere? Was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Weme brennt das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben! 9. Wem wird denn das Erdreich naß von dem Thau und Regen? Weme grünet 10. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinnen, daß sie seines Geistes Gnad in sich ziehen können. 11. Was sind der Propheten Wort und Apostel Schreiben, als ein Licht am dunkeln Ort, Fackeln, die vertreiben meines Herzens Finsterniß und in Glaubenssachen das Gewissen fein gewiß und recht grundfest machen. 12. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Höllenhund zwar dawider wüthe. Gleichwohl muß er laffen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide, dringt das liebe Kreuz Von Kreuz und Anfechtung. 766 herein mit dem bittern Leide? Laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, bricht und kriegt geschwind ein Loch, wenn es Gott will wenden. 14. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen. 15. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten- dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 16. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen. Aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 17. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr. Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr, er wird helfen. Amen. ( Paul Gerhard.) Mel. Freu dich sehr. 778. Sei getreu bis an das Ende, daureredlich aus den Kampf! Leidest dugleich harte Stände, duldest du gleich manchen Dampf; ach das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, so dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. * 2. Sei getreu in deinem Glauben, baue deinen Seelengrund nicht auf zweifelhafte Schrauben, lasse den Gewissensbund, so geschlossen in der Tauf, Gott nicht wieder sagen auf; der ist gottlos und verloren, der meineidig dem geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; an dem Nächsten Gutes übe, und ob er dich hart betrübt, denke, wie dein Heiland that, als er für die Von Kreuz und Anfechtung. Feinde bat; so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach und auch Nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld; der trägt leichter, der erträget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft gleich Gott nicht, wie du willt und hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt: wisse, daß oft ist die Zeit, da er dir die Hand auch beut, da dein Ohren sind verstopfet, wenn er lang schon angeklopfet.. 6. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott, ihn mußt du es lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur; er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir! Rufe nur; Gott ist vorhan= den, Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. 7. Sei getreu in deinem 767 Herzen, Hüte dich vor Joabs Kuß! Denke, Judas leidet Schmerzen um den falschen Teufels- Gruß. Falschheit sei dein ärgster Feind! Rede was dein Herze meint; ſei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben. 8. Sei getreu in allen Sachen: Anfang, Mittel und das End lasse Gott in allen machen, auf daß aller Zweck sich wend förderst hin zu Gottes Ehr, ja du ſelbsten noch vielmehr wirst auf guten Wegen gehen, von der Sündenbahn abstehen. 9. Sei getreu in TodesKämpfen, fechte frisch den letzten Ruck! Laß dich keinen Teufel dämpfen! Ach, das ist der härtste Zug. Wer alsdann mit Jesu ringt und das Sündenfleisch bezwingt, der gewißlich Lob ersieget und die Lebenskrone krieget. ( Benj. Prätorius.) toimite10 Mel. O Gott, du frommer Gott. 779. 779.* Sein Rath ist wunderbar! Gott führt durch Dick und Dünne und hat, o Mensch, Von Kreuz und Anfechtung. 768 dein Heil doch jedesmal im Sinne. Sein dunkler Segensweg sieht wunderseltsam aus und dennoch führt er ihn aufs Herrlichste hinaus. 2. Sein Rath ist wunderbar! Er bleibet oft verborgen, das lehrt uns stille sein, verbietet uns das Sorgen. Wir müssen da nur recht wie kleine Kinder thun und voller Zuversicht im Schooß der Mutter ruhn. 3. Sein Rath ist wunderbar! Er will als Herr regieren. Das Kind soll sich nicht selbst, der Vater will es führen. Das Kind versteht es nicht, drum führt des Vaters Hand, die kann nie was versehn, die trägt ins Vaterland. Sünder. Er holet sie herum in dieser Gnadenzeit und of fenbaret sich in der Barmherzigkeit. 6. Sein Rath ist wunderbar im Nehmen und im Geben. Er mißt uns unser Theil selbst zu in dieſem Leben. Er nimmt auch wieder hin und bleibet doch gerecht. So zeigt er, er sei Herr und ich nichts mehr als Knecht. 5. Sein Rath ist wunderbar! Er schlägt die liebsten Kinder, er träget mit Geduld die allerfrechsten 7. Sein Rath ist wunderbar! Er gehet dunkle Wege und dennoch sind sie gut, wenn ich sie überlege. Es mußte grade so, wenn mein Heil soll bestehn, es mußte das geschehn zu meinem Wohlergehn. 8. Sein Rath ist wunderbar! Er weiß ihn zu er75 4. Sein Rath ist wun- füllen. Er unterdrückt und derbar im Schlagen und im bricht den bösen Eigenwillen, Heilen. Wir gehn doch über- der schadet mir zu viel. Darall an seinen Liebesseilen. um ist Gott so treu und Das Leiden dieser Zeit ist bricht den Eigensinn und nur ein menschlich Joch, macht mich davon frei. Dir Gott trägt zur Hülfe mit; 9. Sein Rath ist wuner schlägt und liebet doch. derbar! Gott bleibet doch die Liebe. Er führet immer so, daß er den Glauben übe. Er gehet selbst voran, er stärket unſern Muth, er bleibet Von Kreuz und Anfechtung. ewig treu, er meint es herzlich gut. TG010. Dein Rath ist wunderbar, o Gott von Kraft und Stärke! Es preiset dich mein Herz, dich preisen alle Werke. Du machst doch Alles wohl! Ach, laß es bald geschehn ,. laß mich von dei= nem Rath den guten Ausgang sehn! 769 4. Harre, denn das ist sein Wille. Ach er will, halte still, halt in Hoffnung stille, er will dich zuletzt erfreuen. Bete fort, hier und dort wird dichs nicht gereuen. 5. Endlich kommt doch deine Stunde, es gelingt und sie bringt Gnad und Heil im Munde. Das Gebet ist dann erhöret und Gott gibt, weil er liebt, mehr als wir begehret. 6. Mensch, so lerne gläuMel. Warum sollt ich mich denn. 780.Seele, wart auf big hoffen, bis dein Flehn GottesStunden! Glaube doch, harrenoch, bis du sie gefunden. Gott kommt, eh wirs uns versehen, und er läßt, halt ihn fest, unsern Wunsch geschehen. nun geschehn und einst eingetroffen. Gott will dich durch Warten üben und dich doch, harre noch, unterm Warten lieben. di 2. Sei getrost in deinem Glauben, laß dir nicht sein Herz bricht- deine Hoffnung rauben. Sein Wort kann ja niemals trügen! Sieh die Spur, glaube nur, endlich wirst du siegen. & 3. Unverzagt und ohne Sorgen trag die Laft, die du hast, Gott sorgt heut und morgen. Du bist Kind und er ist Vater, trau ihm doch, er ist noch immer dein Berather. A 7. Hoffnung läßt auf dieser Erden, Gott sagts dir für und für nie zu Schanden werden. Sieh das Beispiel deiner Väter, sieh dar=. an, was Gott kann, frag die gläubgen Beter. 8. Sieh das Beispiel aller Alten; ach, ihr Schmerz brach sein Herz durch ihr Händefalten; hat er es nicht angenommen? Ist es je, ach wohl nie leer zurücke kommen? 9. Darum lerne ihm ver49 770 Von Kreuz und Anfechtung. trauen, hoffe doch, harre abnagen, wie ich muß jämnoch, Glauben bringt einst Schauen. Bleib in Gottes Gnadenbunde. So hast du große Ruh, endlich kommt die Stunde.( 3. Ch. Schlipalius.) merlich leiden und dulden viel Plagen, daß ich vor Noth öfters mir wünsche den Tod, dazu das ewige Leben. Mel. Lobe den Herren, den. * 781.Soll ich denn, Jesu, mein Leben in Trauern beschlieBen? Soll ich denn stündlich mit Thränen die Wangen begießen? Willst du mich nicht, Jeſu, mein Leben und Licht, lassen auch Freude ge= nießen? 2. Ich will, was zeitlich ist, willig und gerne verlassen, wandeln mit Jesu, dem Heiland, die himmlischeStraßen; ewige Ruh fühlet mein Herze ja mu, weil ich dich, Jesu, thu fassen.sald 3. Ist doch dies zeitliche, flüchtig und nichtige Leben immer mit Krieg und Streit häufig und stündlich umgeben; hier ist kein Ruh: Jefu, dir flieh ich nur zu, laß mich im Himmel bald schweben. 4. Schaue, wie Thränen und Seufzen mein Herze Mel. Wer nur den lieben Gott. ( tell ein, be782. trübtes Hers, dein Weinen; ob du schon mußt aufDornen stehn, pflegt doch der Himmel mit den Seinen hier in der Welt so umzugehn. Ist gleich dein Jammer noch so schwer, ach seiner Gnade ist viel mehr. 2. Er schlägt zwar, aber heilt auch Wunden; liebt, wenn er uns gleich sehr betrübt; ja, wenn wir faum den Schmerz empfunden, sucht er schon, was uns Labsal gibt. Aus seiner Hand kommt Lieb und Leid, bei ihm quillt Lust und Traurigkeit. 3. Gi darum nur getrost, mein Herze, trennt doch das Kreuz von Jesu nicht. Hat sich schon deine Freudenkerze verwandelt in ein Todtenlicht, o lerne dieses wohl verstehn: Nur Fommen kann es also gehn. Von Kreuz und Anfechtung. 4. Hier führt uns Gott durch rauhe Wege auf einer Bahn, die Trübsal heißt. Verträgt man aber seine Schläge geduldig und mit stillem Geist, wird doch zulegt, was uns beschwert, in lauter Honigseim verkehrt. 5. Trink nur getrost das Maß voll Thränen, zählt dir sie Gott doch selber zu. Ich weiß, es trifft dein ängstlich Sehnen noch endlich die gewünschte Ruh. Gehtgleich das Kreuze bitter ein, es muß doch alles Zucker sein. 6. Bei dieser Welt muß Lust und Freuden oft Reu und Schmerzen nach sich ziehn; hingegen läßt der Frommen Leiden rechtschaffne Tugend- Rosen blühn. Nur prüfet Gott vor unsern Muth, eh er uns wieder gütlich thut. 7. Fromm und geduldig sein in Plagen raubt Gott sein treues Vaterherz; er kann uns nicht so harte schlagen, ihn jammert endlich unser Schmerz; ja, wenn er uns am weitsten scheint, naht er sich, eh man es vermeint. 771 8. Verlieren wir die besten Freunde, o ihn verliert man nimmermehr! Nichts kann uns thun die Macht der Feinde, zieht er im Streit nur vor uns her! Ach, wer nur fest auf ihn vertraut, hat auf den stärksten Fels gebaut! 9. Ruht demnach, ihr betrübten Sinnen. Ach, lebt nur Gott, so hats nicht Noth; die Hoffnung muß zuletzt gewinnen. Er speist nicht immer Thränenbrot; Kreuz, Elend, Schmach und alle Pein kann keinem Christen schädlich sein. ( Benjam. Schmold.) Mel. Gott des Himmels und. 783.11 nerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheinet, recht und gut. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh? Ists nicht ein Geschenk von Oben, wenn ich seinen Weg versteh? Frevelt der nicht, welcher 49* Von Kreuz und Anfechtung. 772 flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist? O du Tadler! En gel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, dort ihn selber völlig schaun. mein Herz Glück, Unglück, Freuden oder Schmerz, von dir, der Nichts als lieben kann, vertrauensvoll und dankbar an.sp = 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du stehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigfeit. thos 100 a 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen, finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohluns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 3. Die kurze oder längre Pein kann nie umſonst erduldet sein; der bittern Wurzel Frucht ist süß und einst quillt Licht aus Finsterniß. 5. Hier in meinem Pil- 4. Ist Alles dunkel um gerstande sei mein Theil Zu- mich her, die Seele müd friedenheit! Dort in meinem und freudenleer, bist du doch Vaterlande wohnt die rechte meine Zuversicht und in der Seligkeit. Find ich dorten Nacht, o Gott, mein Licht! nur mein Heil, o so sei mein Weg hier steil! en 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, Seele, flage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht. Und ich fasse Gottes Sinn, wenn ich ganz vollen-, det bin.( Joh. Andr. Cramer.) Mel. Nun laßt uns den Leib. 5. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Laft auf, Gott kennt sie; er weiß den Kummer, der dich quält und geben kann er, was dir fehlt. un p 6. Wie oft, Herr, weint ich und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert ich untröstbar heut und morgen schon ward ich erfreut. 784, on bir, o Ba on dir, o Vater, nimmt 7. Oft sah ich keinen Von Kreuz und Anfechtung. Ausgang mehr; dann weint ich laut und klagte sehr: „ Wo bist du, mein Gott? Schauest du denn meinem Elend gar nicht zu?" 8. Dann hörtest du, od 14. Schau deinen HeiHerr, mein Flehn und eil- land gläubig an! Wenn test bald, mir beizustehn; du öffnetest mein Auge mir, ich sah mein Glück und dankte dir! sig runon Niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schooß dein Herz aus; seine Hülf ist groß. 15. Einst hat er auch, der Menschenfreund, im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen gibt er Acht und dir zu helfen hat er Macht. 9. Wie viele Seelen hat die Nacht der schwersten Trübsal bang gemacht; und wen, o Gott, den du geliebt, hast du auf Erden nie betrübt! todo non d10. Doch so viel Seelen auch die Nacht der schwer sten Trübsal bang gemacht; so viel hast du zu rechter Zeit mit deiner Gnade, Herr, erfreut! a aid add 773 13. Du erntest deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon: vielleicht daß, eh du ausgeweint, dir Gott mit seinerHülferscheint. 16. Und helfen will er, zweifle nicht! Er hält getreu, was er verspricht:„ Nicht lassen will ich, Seele, dich, sei gutes Muths und glaub an mich!" 11. Sagts Alle, die Gottsd( Joh. Kasp. Lavater.) je geprüft, die ihr zu ihm um Hülferieft; sagts, From- In eigner Melodie. 12. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud aus Leid entsteht; wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre me, ob er das Gebet gedul- 785. Von dot Gott will ich nicht las dig Leidender sen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret sehr; er reicht mir seine Hand, den Abend als den sich verkehrt. d, husk Morgen thut er mich wohl Von Kreuz und Anfechtung. din? versorgen, sei wo ich woll Zeit, die wir zubring'n auf im Land. Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeitim 774 12. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir aus aller Noth, errett't von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, wed'r Ehr noch Gut bestehet, so vor war groß geacht't. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott, bothn30 sid Zeit; es kann mich nicht ge- 7. Die Seel bleibt unver= reuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es thut ihm Nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns Allen, schenkt uns den Herren Christ, sein'n allerliebsten Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron. 115 Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt! Das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt! Sonst verderbt alle loren, geführt in Abram's Schooß. Der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 19. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat. Sein Sohn hats Guts die Fülle erworben und Genad. Auch Gott, der heilge Geist, 1 Von Kreuz und Anfechtung. im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis. ( L. Hembold.) Mel. Nun laßt uns den Leib. 786,* 9enn dich Un glück thut greifen an und Unfall will sein'n Willen ha'n, so ruf zu Gott im Glauben fest, in keiner Noth er dich verläßt. 2. Das sollst du ihm vertrauen gar, er ist bei dir in Noth und G'fahr. Er sieht gar wohl das Unglück dein, es g'schicht dir nichts ohn Willen sein. 3. Ob du gleich hier haft böse Zeit, ein Jedermann dich haßt und neid't, greif zum Gebet ohn abela'n, Gott steht dir bei, er will dichha'n. 775 6. Nicht seß ihm vor Ziel oder Maß, denn er weiß wohl, wie, wann und was dir nüßlich ist zu dieser Frist, er braucht an dir kein arge List. 7. All Haar dein's Haupts gezählet seind, es schadt dir Nichts dein ärgster Feind, er wird an dir zu Schand und Spott, und bringt sich selbst in Angst und Noth. 8. Herr Jesu Christ, das bitt ich dich, in deinen Schuß befehl ich mich, erhalt mich fest im Glauben rein, laß mich dein Kind und Erbe ſein. 9. Amen! Amen! Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist, bescher uns All'n ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. ou( Erasmus Winter.) 4. Er schüßt dich recht, er schüßt dich wohl, in keiner Noth man zweifeln soll; In eigner Melodie Gott ist ein Fürst, der ret- 787.* W ' ten thut, aus Trauern macht er Freud und Muth. find 5. Trag nur Geduld im Leiden dein, befiehl dich stets dem Willen sein; er weiß gar wohl die rechte Zeit, wann er soll wenden Kreuz und Leid. arum betrübst du dich mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut. Vertrau du deinem Herren Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich 776 Von Kreuz und Anfechtung. lassen nicht, er weiß auch er hin, der ihnen ihren Rawohl, was dir gebricht. Him- chen schloß, und half dieſem mel und Erd ist sein, mein Propheten los. Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen Troft. omif 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut: ich aber will vertrau'n mein'm Gott. Ob ich schon werd veracht't, so weiß ich und glaub festiglich: Wer Gott vertraut, dem mangelts nicht. 5. Elia, wer ernährte dich, da es so lange regnet nicht, in so schwer theurer Zeit? Ein' Wittwe aus Sidonnier land, zu welcher du von Gott gesandt. 6. Da er lag unt'rm Wachholderbaum, ein Engel Gotts vom Himmel kam, und bracht ihm Speis und Trank; er ging gar einen weiten Gang, bis zu dem Berg, Horeb genannt. 7. Des Daniels Gott nicht vergaß, da er unter den Löwen saß, sein'n Engel fandt 8. Joseph in Aegypt'n verkauft ward, von Pharao ge= fangenhart, um sein'r Gott's= fürchtigkeit: Gott macht ihn zu ein'm großen Herrn, daß er konnt Vat'r und Brüd'r ernährn. 9. Es ließ auch nicht der treue Gott die drei Männ'r im Fen'rofen roth, sein'n Engel sandt er hin, bewahrt sie vor des Feuers Gluth, und half ihnen aus aller Noth. 10. Ach Gott du bist noch heut so reich, als du bist g'wesen ewiglich, mein Vertraun steht zu dir, mach mich an meiner Seelen reich, so hab ich gnug hier und ewiglich. 11. Der zeitlich'n Ehr'n will ich gern entbehrn, du wollst mir nur das Ewge g'währn, das du erworben hast durch deinendherben bittern Tod: das bitte ich dich, mein Herr und Gott! 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt Von Kreuz und Anfechtung. 777 nen, deine Schritte, alle Trübsal, die dich quält, wird genan von Gott gezählt. Der 3. Geht dirs nicht nach deinem Willen, ei so gehts nach Gottes Rath. wird doch sein Wort erfüllen, das er zugesaget hat, daß er die, die ihm vertrauen und auf seine Güte schauen, die auf seinen Wegen gehn, nicht will lassen hülflos. siehn. 4. Ci so mer fahren, Mel. Alle Menschen müssen. nur beschwert. Denke, was von vielen Jahren dir schon 788. Mas betrübft Gutes widerfährt. Wie viel du dich mein Herze? Warum grämst du dich in mir? Sage, was für Noth dich schmerze, warum ist kein Muth bei dir? Was für Unglück hat dich troffen? Und wo bleibt dein freudig Hoffen? Wo ist deine Zuversicht, die zu Gott sonst war gericht't? Unglück ist vergangen, wie viel Trost hast du empfan= gen, und was dir oft Leid gebracht, hat Gott Alles gut gemacht. 2. Denke nicht, du seist verlassen, und Gott achte deiner nicht. Seine Hände, die dich fassen, und sein gnädig Angesicht haben Acht auf deine Tritte. Deine Thränur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 13. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, daß du mir solchs erkennen la'n durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 14. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein' erzeigt' Wohlthat, und bitt demüthiglich: laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich. ( Hans Sachs.) 25 lağ den Kumder die Seele 5. Steckst du jeßund noch in Nöthen, weißest nicht wo aus noch ein, will dich Angſt und Schrecken tödten, lebest du in Furcht und Bein wegen dessen was geschehen, daß du es sehr oft versehen, nicht gelebt, wie du gefollt nicht gethan, was Gott gewollt: dn 6. Ei so komm und bringe 778 Von Kreuz und Anfechtung. zumKampfundStreit, mache mich im Kreuz erfreut. Reue, komm und beichte deine Freude wieder, rüste mich Schuld, bitte, daß dirs Gott verzeihe, suche seine Gnad und Huld. Unterwirf dich seinen Schlägen, so wird sich sein Zürnen legen, und nach vielem harten Dräun wird Gott wieder gnädig sein. 7. Er wird alle deine Sachen, Alles was dich jetzt betrübt, wieder wissen gut zu machen, denn er schläget, die er liebt; er verletzt und wirft darnieder, er erhebt und heilet wieder; Thränen, Angst und bittres Leid wan= delt er in Fröhlichkeit. 08. Drum befiehl ihm deine Wege, wirf den Kummer ganz auf ihn, traue seiner Vaterpflege, laß dein Seufzen zu ihm fliehn; rufe, weine, bete, singe, bis es ihm zu Herzen dringe; laß nicht ab, bei ihm zu flehn, bis dir Hülfe wird geschehn. 9. Sprich: o mein Gott, schau mich Armen, schau zugleich mein Glend an, ach erweise dein Erbarmen, wie du vormals hast gethan. Stärke meine matten Glieder, gib mir Muth und 10. Laß mich nimmermehr verzagen, wehre aller Ungeduld, hilf die Kummerbürde tragen, tröste mich mit deiner Huld. Gib, daß ich dir treulich diene, und in mir die Hoffnung grüne, daß du mir aus allem Leid helfen wirst zur Herrlichkeit. 11. Da will ich mit Da Freuden preisen, deine Güt und Wunderthat, wie mich auf den Lebensreisen deine Hand geführet hat. will ich mein Danklied bringen, und ein Halleluja fingen. O, mein Jesu, rufe mich, daß ich komm und preise dich. 12. Doch so lang ich in der Höhle dieses Jammers bleiben muß, so bewahre meine Seele, und regiere meinen Fuß, daß ich nicht in Sünden falle, sondern dirzu Ehren walle, und wenn ich den Lauf vollbracht, fröhlich gebe gute Nacht. u ( Zachar. Hermann.) Von Krenz und Anfechtung. 779 Mel. Warum sollt ich mich denn. so schön, diese stehn, und die Bäum in Wäldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er essen soll und trinken? Nein, ach nein, er allein folgt des Himmels Winken. * 789 Marumwillst du doch für morgen, armes Herz, immerwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, weil Gott will in der Still sich der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib: darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner Alles schenken: traue fest, er verläßt nicht die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; Uebriges wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speisen dieser Leib; darum gläub, daß Gott wird erweisen, daß er Speiß und Trank kann geben dem, der sich festiglich ihm ergibt im Leben. 15. Sorgst du, wie du dich sollst fleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden: wär er da, müßt uns ja, was uns noth iſt, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. trachtet, und zugleich Gottes 8. Wer Gerechtigkeit nachReich über Alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin: ach mein Sinn soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet; ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen rauben: so muß mir zum Besten kommen, wenn Gott 780 Von Kreuz und Anfechtung. mir Alles schier hat hinweg auch allhier Nichts am Leibe genommen. muld fehlen. hohlen, was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen; sorge du, so will ich schweigen, und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 11. Er kann Alles wie- 16. Alles sei dir unverdergeben: wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben; ach wie viele fromme Seelen leben so, und sind froh ohne Sorg und Quälen! mive eleme 112. Sie befehlen Gott die Sorgen, wie er will, und sind still immer im Verborgen. Was Gott will ist ihr Vergnügen, und wie's er ohngefähr will mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brot in der Noth, wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich, sie zu trösten, eh mans meint, und erscheint, wenn die Noth am größten. 14. Ihre Sorg ist für die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des Herren Jesu Wunden; hier sind sie aller Müh und der Noth entbunden. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide: sorge nur für meine Seelen, so wird mir 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Theil, Hülf und Heil, liebster Jesu! Amen. ( Laurentius Laurenti.) * 10mm In eigner Melodie. 790.W as Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht ſein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. mi2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laß ich mich begnügen an seiner Huld, und hab Geduld. Er wird mein Unglück Von Kreuz und Anfechtung. wenden, es steht in seinen Händen. Je 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl bedenken. Er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenfen für Arzenei, Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht, mein Leben, der mir nichts Böses gönnen kann, ihm hab ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kömmt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrekken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit ſüßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so 781 wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. eis( Sam. Rodigast.) e Mel. Erschienen ist der herrliche. * 791. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind und braust, daß Alles kracht und bricht, so sei getrost; denn dir geschicht, was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes Will, auf dieſem ruht man sanft und still; da gib dich allzeit frisch hinein, begehre Nichts als nur allein, was Gott gefällt. 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn, was Menschen sinnen, fället hin, wird plötzlich fraftlos, müd und laß, thut oft was bös, und selten das, was Gott gefällt. ung 4. Der frömmste Muth ist Gottes Muth, der Niemand Arges gönnt noch thut. Er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt. G 5. Das treuste Herz ist Von Kreuz und Anfechtung. 782 Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schüßet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht't, was Gott gefällt. 6. Ach könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund, und singen jego diese Stund, was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rath und übergroße Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 1919. Er hält der Elemente Lauf, und damit hält er uns auch auf; gibt Sommer, Winter, Tag und Nacht, daß Alles davon lebt und lacht, was Gott gefällt. 10. Sein Heer, die Sterne, Sonn und Mond, gehn ab und zu, wie sie gewohnt. Die Erd ist fruchtbar, bringt herfür Korn, Del und Most, Brot, Wein und Bier, was Gott gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohl bekannt, sowohl wer Böses denkt und übt; als auch wer Gutes thut und liebt, was Gott gefällt. 12. Sein Häuflein ist ihm lieb und werth; sobald es sich zur Sünden kehrt, winkt er mit der Vaterruth, und locket, bis man wieder thut, was Gott gefällt. ands 13. Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß ſein Herz, ist fromm dabei, der Keinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was Gott gefällt. 14. Ist dem also, so mag die Welt behalten was ihr wohlgefällt; du aber, mein Herz, haltgenehm und nimm fürlieb mit Gott und dem, was Gott gefällt. TILE 15. Laß Andre sich mit stolzem Muth erfreuen über großes Gut; du aber nimm des Kreuzes Last, und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt. Von Kreuz und Anfechtung. 783 16. Lebst du in Sorg Mel. Nun ruhen alle Wälder. und großem Leid, hast lau= 792.Masists, daß ich ter Herzeleid, ei sei zufrieden, trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt. mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr, und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, so bleibe fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann Nichts, als nur was Gott gefällt. 18. Wirst du veracht't von Jedermann, höhnt dich dein Feind und ſpeit dich an: ſei wohlgemuth, dein Jesus Christ erhöhet dich, weil in dir ist, was Gott gefällt. 19. Glaub, Hoffnung, Sanftmuth und Geduld er halten Gottes Gnad und Huld, die schleuß in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. usping 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein 20. Dein Erb ist in dem Himmelsthron, hier ist dein Zepter, Reich und Kron: hier wirst du schmecken, hö- Geist, besteht. ren, sehn, hier wird ohn5. Was dieses Glück verEnde dir geschehn, was Gott gefällt. ( Paul Gerhard.) mehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück Von Kreuz und Anfechtung. 784 verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: soharr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! ( Chr. Fr. Gellert.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. 793. Was soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß mei= ner Seele kein wahres Wohlseinfehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummerſehn? Du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch fage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere weidest, du, Schöpfer der Natur, weißt Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sørgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den Treuen. Du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Bater, dir befehle ich meinen Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir Alles schenken, und mir zum Von Kreuz und Anfechtung. Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dant, der deiner Huld gebührt. chin( Christoph Christ. Sturm.) Mel. Von Gott will ich nicht. 794.* Mas willst bu du dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm allein, er wird gut Alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 785 2. Denn Gott verläffet Keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs anwunderlich, laß du gar nichts dir grauen, mit Freudenwirst duschauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand verhindern aus allen Menschenfindern, so viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan troßiglich mit seinen Rottgesellen sich setzte wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen. Denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. Solls sein, kein Mensch kanns stören, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben; was Gott will, das geschicht. 50 786 Von Kreuz und Anfechtung. 6. Drum ich mich ihm Ungeduld macht Bürden, die ergebe, ihm sei es heimgestellt. Nach Nichts mehr ich sonst strebe, denn nur was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohldem, der glaubt mit mir! dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Banges Herz, zähm deinen Schmerz; drückt die Bürde schon die Schwachen: Gott der wirds wohl machen! ( Joh. Heermann.) 4. Du führst Christi Namen; Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd erzittert und der Himmel bricht. Der ſteht feft, der Gott nicht läßt. Laß ringsum die Wetter krachen: Gott derwirds wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne feiner Treu empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froherduldet, was dein Gott verhängt. Sieg' als Held! Mag doch die Welt deiner Hoffnung spöttisch lachen: Gott der wirds wohl machen! 6. Dabei solls denn bleiben! Ich will niemich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Wunderbar mag Gott es Mel. Jefus, meine Freude. 795 Megausbeinem Herzen, weg mit Sorg und Schmerzen, fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ists, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott der wirds wohl machen! 2. Ist der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; fommt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheints dich nicht mehr anzulachen: Gott der wirds wohl machen! 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst noch Grämen, schafft auch keine Rast. Von Kreuz und Anfechtung. 787 machen: wohl wird ers doch bet dich, wenn die Welt gleich machen!( Nach Benj. Schmold.) hasset, und so manchen Schlangenstich auf dein Herze fasset. Wen Gottliebt, Nichts betrübt, will gleich Alles krachen, er kann doch nur lachen. Mel. Straf mich nicht in deinem. 796, W eine nicht, Gottlebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld macht aus Dornen Rosen, aus Egypten Gosen. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, wenn dein ganz vergessen. Es hat seine Treue sich dir so hoch vermessen, daß die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott fiehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch ge= schmecket, setzt er dir Zucker für und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herze girret. Hast du dich gleich wunderlich in der Noth verirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen ihre Grenzen stellen. 5. Weine nicht, Gott lieforgt für dich, ei, was kann 6. Weine nicht, Gott dir fehlen? Was willst du dich stetiglich mit den SorAlles hin, er wird deine Sagen quälen? Wirf auf ihn chen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen. Endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Noth und, wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet.( Benj. Schmold.) In eigner Melodie. 797. 9enn ich in Angst und Noth mein Augen heb em= por zu deinen Bergen, Herr, mit Seufzen und mit Fle= hen, so neigst du mir dein Ohr, daß ich nicht darf betrübt von deinem Antliß gehen. 190 Allor 50* Von Kreuz und Anfechtung. 788 2. Mein Schuß und Hülfe kommt, o treuer Gott, von dir, der du das Firmament und Erdreich haft gegründet; kein Mensch kann helfen mir. Vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann; du leitest selber mich auf allen meinen Wegen, und zeigest mir die Bahn, wenn mir die Welt, der Tod und Teufel Stricke legen. 4. Du Hüter Israel, du schläfst noch schlummerst nicht! Dein Augen Tag und Nacht ob denen offen bleiben, die sich in deine Pflicht zur Kreuz- Fahn durch dein Blut, o Jesu, lassen schreiben. 5. Der Herr behüte mich vor allem Ungelück; insonders meine Seel er väterlich bewahre vor's Teufels List und Tück, auf daß hinfürder mir kein Uebel widerfahre. 6. Herr segne meinen Tritt, wo ich geh aus und ein, auch was ich red und thu, laß Alles wohlgelingen und dir befohlen sein, so kann ich meinen Lauf hier seliglich vollbringen. 7. Und wenn ich aus der Welt nach deinem Willen geh, so hilf, daß ich in dir fein sanft von hinnen scheide und fröhlich aufersteh. Dann führe mich hinauf in deine Wonn und Freude! ( Matth. Apelles v. Löwenstern.) In eigner Melodie. 798. enn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath: ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zuſammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Undheben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Neu und Schmerz und suchen der Sünd'n Vergebung, und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich im Namen dein's Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir Von Kreuz und Anfechtung. jeßt stehn verlaffen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sich nicht an unsre Sünde groß; sprich uns der selb'n aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preiſen hier und dort. ( Paul Eber.) Mel. Was mein Gott will, das. er Gott ver= 799.Wrant, hat wohl gebaut, im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu sezen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Nothund Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt danieder; und wenn ich dich nur hab um 789 mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar wed'r Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist noth, du trener Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. ani lod Mel. Freu dich sehr, o meine. 800.ie ie der Hirsch in großen Dürsten schreiet und frisch Wasser sucht, also sucht dich, Lebensfürsten, meine Seel in ihrer Flucht. Meine Seele brennt in mir, lechzet, dürstet, trägt Begier nach dir, o du süßes Leben, der mir Leib und Seel gegeben. 2. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht, das gewünschte Licht der Frommen, schau mit meiner Augen Licht? Meine Thränen sind mein Brot Tag und Nacht in meiner Noth, wenn mich 790 Von Kreuz und Anfechtung. schmähen meine Spötter: mich daher; dein Gericht Wo ist nun dein Gott und Retter?" und Eifer brausen, wie das wilde tiefe Meer; deine Wellen heben sich hoch empor und haben mich mit ergrimmten Wasserwogen fast zu Grund hinabgezogen. 7. Gott, der Herr, hat mir versprochen, wenn es Tag ist, seine Güt, und wenn sich die Sonn verkrochen, heb ich zu ihm mein Gemüth, spreche: Du mein Fels und Stein, gegen welchen Alles klein, dem ich in dem Schoß gesessen, warum hast du mein vergessen? 8. Warum muß ich gehn und weinen über meiner Feinde Wort? Es ist mir in meinen Beinen durch und durch als wie ein Mord wenn sie sagen:„ Wo ist nun dein Gott und sein großes Thun, davon, wenn du ficher lagest, du so viel zu rühmen pflagest." 9. Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl siehet, was dich quäl. Ei, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken für und für, 3. Wenn ich dann deß inne werde, schütt ich mein Herz bei dir aus, wollte gerne mit der Heerde deiner Diener in dein Haus, ja in dein Haus wollt ich gern gehen und dich, meinen Herrn, in der Schaar die Opfer bringen, mit erhobner Stim= me singen. 4. Was bist du so hoch betrübet, und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl fiehet, was dich quäl. Ei, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken, daß er mir, wenn ich mein Herz zu ihm richte, hilft mit seinem Angefichte. 5. Mein Gott, ich bin voller Schande, meine Seef ist voller Leid; darum denk ich dein im Lande, bei dem Jordan an der Seit, da Hermonim hoch herfür, und hingegen meine Zier Zion ein klein wenig steiget, und dir Kron und Zepter neiget. 6. Deines Zornes Fluthen sausen mit Gewalt auf Von Kreuz und Anfechtung. 791 daß er meinem Angesichte so geb ich mich in seinen sich selbst gibt zum Heil und Lichte.( Paul Gerhard.) Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glanben, Hoffen, Leiden; steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; im Voraus läßt sich Gott nicht fehn, doch leßt wird ers aufdecken, wie er nach seinem VaterRath mich tren und wohl geführet hat: dies sei mein Glaubens- Anker. 801. W Mel. Es ist gewißlich an der. Die Gott mich führt, so will ich gehn, ohn alles Eigen wählen; geschieht, was er mir auserfehn, wird mirs an Keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets ſeinen Schluß zu ehren. dis3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, heim- 9 In eigner Melodie. fei ihm hiermit ganz beim 802.3ion flat mit gestellt; er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, ſpricht 4. Wie Gott mich führt, ( Lambertus Gedicke.) 792 Von Kreuz und Anfechtung. fie, wie hat mein Gott mich kann verschwinden, so bleib verlassen in der Noth, und ich doch, der ich bin. Meine läßt mich so harte pressen, Treu bleibt gegen dir, Zion, meiner hat er ganz verges- o du meine Zier; mein Herz fen! hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchenjetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? Dim 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen, und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen, und dich fort und fort an= schauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir in meinem Schooß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getren in allem Leiden. ( Joh. Heermann.) TINE TOO XXXIII. Um den lieben Frieden. Mel. Ach Gott, vom Himmel. zu dir mit traurigem Ge803.* Gott, wir müthe, und jeder rufet: Herr, 2% treten jeßt hilf mir durch deine große Um den lieben Frieden. Güte! Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und ganz und gar uns zu verderben dräuet. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr verunehrt deine Gaben. Wir haben sie viel Jahr und Zeit zur Pracht, zur Wollust, Ueppigkeit, zur Sünde oft mißbrauchet. 3. Wie oft ward nicht der Nebenchrist gedrückt, wohl gar betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen. Was Wunder, daß du jetzt gesinnt, die vormals unerkannte Sünd mit Strafen zu vergelten. 4. Doch Herr verzeih die Missethatum Jesu Christi willen, der für uns an dem Kreuze starb, um deinen Zorn zu stillen. Verzeih, was wir nicht recht gethan, und nimm uns wieder gnädig an. Sei unser lieber Vater. 793 wieder ruhn, statt wohlverdienter Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett uns Alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Der Fürsten Herzen, Rath und Sinn hast du ja, Herr, in Händen. Du kannſt sie auch allein dahin, wo dirs beliebet, wenden. Ach, neig sie kräftiglich dazu, daß sie doch halten Fried und Ruh, und allem Jammer steuern. 7. O Herr, wir fallen dir zu Fuß, du wollest Gnade geben, daß wir hinfort durch wahre Buß auch bessern unserLeben, daß wir nicht selbst an unserm Theil verhindern dieses große Heil, in Fried und Ruh zu leben. 8. Breit über unser ganzes Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß in Segen jeden Stand vor Drangfal, Noth und Schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 5. Um Jesu willen hilf In eigner Melodie. uns nun, und höre unfre 804.* Du Friede Klagen. uns in Frieden fürst, Herr Um den lieben Frieden. 794 Jesu Christ, wahr'r Mensch und wahrer Gott, ein starker Nothhelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach Gericht; dein Wort liegt auch zu solcher Zeit, und geht im Schwange nicht. Drum hilf uns, Herr, treib von uns fern Krieg und all schädlich Wesen. 2. Recht große Noth uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns Niemand helfen kann, denn du; drum führ die Sach, dein'n Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jegund an dein Amt, daß du ein Friedfürst bist, und hilf uns gnädig allensammt jetzund zu dieser Frist; laß uns hinMel. Herzliebster Jesu, was hast. fort dein göttlich Wort, im* 805.Chriſte, duBei= Fried noch länger schallen. 4. Verdient haben wir Alles wohl und leidens mit Geduld; doch deine Gnad größer sein soll, denn unsre Sünd und Schuld. Darum vergib nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Es ist groß Glend und Gefahr, wo Pestilenz regiert; aber viel größer ists fürwahr, wo Krieg geführet wird; da wird veracht't und nicht betracht't, was recht und löblich wäre. 7. Erleucht auch unser Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir nicht treiben d'raus ein'n Scherz, der unsrer Seele schad. D Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten.( Jakob Ebert.) stand Kreuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden: ihre Blutgedichte mache zunichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder'; Alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Polizei gewähre, Friede dem Herzen, Friede Um den lieben Frieden. 795 dem Gewissen gib zu genie- zu sich ziehn, die fordert zur Ben. Bekehrung auf und hemmt den frechen Sündenlauf. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde. ( Matth. Apell. v. Löwenstern.) Mel. Wer nur den lieben Gott. 806,* Gott ott schlägt uns, daß wirs fühlen sollen, die Trübfal ist ein Schlag ans Herz; und wenn wir noch nicht kommen wollen, so folgt ein neuer Schlag und Schmerz. Gott schlägt so lange bis man's hört, bis sich sein Volk zu ihm bekehrt. 2. Die Schläge sind von guten Händen, es ist die Hand, die liebt und schlägt, wir sollen uns nur zu ihr wenden, so hat sich bald der Zorn gelegt. Mensch, verlaß den Sündensteg, so wirft auch Gott die Ruthe weg. 3. Die Trübsal ist ein Zaun von Dornen, wir sollen Gott ja nicht entfliehn. Er weiß zur Buße anzuspornen, er will durch Trübsal 4. Die Leiden sind auch Liebesseile, Gott legt sie unserm Herzen an, daß er zugleich den Rath ertheile: Sünder flieh die Sündenbahn! Ich will dich liebreich zu mir ziehn, du sollst nurkommen und nicht fliehn." 5. Die Noth macht auch ein Stillestehen in den verfehrten Sündenlauf; wir denken nach im Irregehen und hören wohl zu irren auf; das Herz denft:„ Ach was mach ich doch? Ich fündige, Gott trägt mich noch." 6. Das ist der Anfang unsrer Buße, da ist der erste Zweck erreicht; wir fallen zitternd Gott zu Fuße, der durch die Noth das Herz erweicht, das nun auf ſein Wort besser merkt und sich dadurch zur Buße stärkt. 7. So hat die Gnade schon gewonnen, sich einen Weg ans Herz gemacht. Die Thränen sind nun schon geronnen, die unsre Noth hervorgebracht. Wir weinen Um den lieben Frieden. 796 über unsre Schuld, Gott siehet sie und hat Geduld. 8. Er, er ergreift uns bei den Händen, und wirkt durchs Wort ein neues Herz, und gibt die Kraft, uns umzuwenden, sein Geist zieht uns nur himmelwärts. Er zündet an des Glaubens Licht, der Glaube ruft:„ Ich laß dich nicht!" 9. So ist die Trübsal eine Gnade, so wird sie uns ein Liebesfeil. Denn es wird unser Sündenschade theils aufgedeckt, theils wieder heil. Gott hat die Absicht nun erreicht, er schlägt nicht mehr, die Trübsal weicht. 10. Muß aber Gott hingegen klagen:" Das Volk bekehrt sich nicht zu mir!" So hört er auch nicht auf zuschlagen, er klopft an unsre Herzensthür. Er gibt sich wieder neue Müh, bis er uns endlich zu sich zieh. seht, wie Gott Sünder strafen kann. 12. Fall, armes Land, fall Gott zu Fuße, fall in die ausgestreckte Hand! Be= kehre dich, und thue Buße! Die Sünd ist eine Scheidewand, die Gott und uns so lange trennt, bis man sie läßt, bereut, bekennt. 13. Geschlagnes Land, ach kehre wieder, und sprich: , Herr geh nicht ins Gericht!" Komm, sing mit Thränen deine Lieder, Gott ruft dir zu: Mein Herze bricht; ich geb dir wieder Fried und Ruh, die Buße nöthigt mich dazu." 14. Dies Ein' ist noth zum Friedensliede, du machst sonst Gott ein Hinderniß. liebes Land, mach mit Gott Friede, so ist dein Fried alsdann gewiß. Der Jesus, ders so herzlich meint, ist dann für dich und selbst dein Freund. or 11. Nun, Sünder, seht die Noth im Lande, seht Noth und Armuth in der Stadt, seht, wie in jedem 807.* Grott Mel. O Gott, du frommer Gott. ist, großer und Stande der Krieg verheert, verwüstet hat. Seht diese Frucht der Sünden an, die Noth, die uns betroffen, das Unrecht haben wir wie Um den lieben Frieden. 797 Wasser eingesoffen; doch ist O Jesu Christ, durch dich das unser Trost: Du bist voll Gütigkeit, du wendest ab die Straf, wenn uns die Sünd ist leid. und dein Verdienst allein wird Alles ganz gewiß Ja, Ja und Amen sein. ( Joh. Heermann V. 1-4) 2. Wir fallen dir zu Fuß, beklagen unsre Sünden; ach laß uns Gnade doch vor deinen Augen finden! Treib ab die Kriegsgefahr durch deine starke Hand! Gib uns den lieben Fried, schüß unser Vaterland. 3. Erhalt dein Kirch und Schul in diesen letzten Zeiten, da Teufel, Höll und Welt sie plagt auf allen Seiten. Dein ist die Sach, o Gott! Drum wach und mach dich auf, schlag eine Wagenburg um deinen kleinen Hauf. 4. Laß sehen Jedermann, laß Jedermann erfahren: du eben seist der Mann, der sein Volk kann bewahren, der Hülfe senden kann, wenn Niemand Hülfe weiß, dafür wird alles Volk dir singen Lob und Preis. 5. Hierauf so sprechen wir in Jesu Christi Namen, auf sein untrüglich Wort, ein gläubig freudig Amen. Mel. Herzliebster Jesu, was haſt. err, unser Gott, laß 808.* H nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden, bei Tagund Nacht auf deine Güte Hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir wollen wir Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 798 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten, und das bedrängte kleine Häuslein retten. Wir traum auf dich, wir schrein in Jesu Namen: „ Hilf Helfer! Amen." ( Joh. Heermann.) Um den lieben Frieden. 2. Gib Fried, o Jesu, lieber Herr, du Schüßer deiner Heerde, es langet an dein Amt und Ehr, dem Gottesdienst so werthe; solch's Alls der Feind mit Ernst jetzt meint, wills hindern und ausrotten; hier steh uns bei, Herr Jesu, frei, die Feinde mäch zu Spotte. 3. Gib Fried, o Herr Gott, heilger Geist, du Tröster aller Blöden, dein Hülf uns jetzt und allzeit leist, laß dein Kirch nicht veröden; das G'bet erweck, den Glauben stärk, gib wahre Buß und Reue; die Feinde stürz, dein Volk beschüß, auf daß sichs ewig freue. ( Cyriatus Schneegaß.) Mel. Was mein Gott will, das. o 809. Gib Fried, frommer, treuer Gott, du Vater aller Gnaden, wend ab die groß vorstehend Noth, verhüt all unsern Schaden. Der Feind mit Macht dahin nur tracht't, die Völker zu verheeren, die deinen Sohn, den Heiland frohn, bekennen, lobn und ehren. Dank- Lieder für erlangten Frieden. Mel. Nun danket alle Gott. 810. H err Gott, dich edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir!" loben wir! Regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Gluth in unsern Herzen glimmen! Komm, fomm, o 2. Herr Gott, dich loben wir! Wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht Dank- Lieder für erlangten Frieden. mit herzlichem Gemüthe! Es steiget unser Lied bis an die Himmels- Thür und tönt mit großem Schall:, Herr Gott, dich loben wir!" 3. Herr Gott, dich loben wir für deine große Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslaft entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier. Drum jauchzet alles Volk:, Herr Gott, dich loben wir!" 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier:„ Gott lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir!" 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen! Der Strick ist nun entzwei. Darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir!" 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn 799 nicht gar haft weg geraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan:, Herr Gott wir danken dir!" 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Kirch, Land und Häuser, den frommen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast. Gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir!" 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch!, Herr Gott, wir danken dir." 9. Herr Gott, wir danken dir, mit Orgeln und Trompeten, mit Harfen, Cymbelschall, Posaunen, Geigen, Flöten, und was nur Odem hat, ertön jetzt für und für:, Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. ( Joh. Franck.) Stund 800 Dank- Lieder für erlangten Frieden. Mel. Auf meinen lieben. * 811.N un Gott, wir loben dich und danken ewiglich, daß du mit unsern Plagen Mitlei= den hast getragen, und uns in diesem Leben noch Frieden wiedergeben. 2. Hilf doch durch deine Treu, daß er beständig sei; laß uns in unsern Jahren den Krieg nicht mehr erfahren; laß uns in Frieden sterben, die Himmelsruh ererben. 3. Dein Geist uns lehre auch des Friedens rechten Brauch, daß uns die Friedenszeiten zur Buß und Beßrung leiten, und wir durch neue Sünden nicht neuen Krieg entzünden. 4. Herr Gott, dies Alles nun wollst du aus Gnaden thun; laß es sein Ja und Amen, alsdann wir deinen Namen hier und im Himmel droben ohn Ende wollen loben. lob ihn, mein froher Mund, lobt ihn mit Herz und Händen, lobt unsern BundesGott, der mehr an uns gethan, ja mehr als man ihm hier und dort verdanken kann. 2. Er steu'rt der Kriegeswuth, er gibt, er schenkt uns Friede, es dankt ihm alle Welt mit einem neuen Liede: Nun hats der gute Gott, nun hat ers wohl gemacht, und unser Flehn erhört, und unsern Wunsch vollbracht! 3. Er schenkt uns Fried und Ruh, das sind gar große Gaben! O dafür soll er auch die größte Ehre haben. Ich dank es dir, o Herr, da nun die ganze Stadt, ja unser ganzes Land den Frieden wieder hat. 4. Das Herz lebt wieder auf, weicht nun ihr Klage= lieder, denn das gedrückte Land hat seinen Frieden wieder. Geht, was nur gehen kann, eilt hin zum Gnadenthron! Der Vater schenkt uns jetzt den Frieden in dem Sohn. Mel. O Gott, du frommer Gott. un danketun 812. N ferm Gott, 5. Nun, großer Friedensdankt ihm an allen Enden, Gott, so ist mit Menschen Dank- Lieder für erlangten Frieden. 801 Friede! Gib deinen Fried Mel. Nun freut euch, lieben Christen. ins Herz bei unserm Frie- 813.* Nunist die längst Frieden schenk uns, Herr, den du am Kreuz gemacht durch dein Versöhnungsblut! Dann sprich: ,, Es ist vollbracht!" begehrte Zeit des Dankens eins gekommen, da wir mit höchster Fröhlichkeit die gute Mähr vernommen, daß Friede, der ge= wünschte Schatz, soll wieder treten auf den Platz zum Nuß und Trost der Frommen. 6. Wie Mancher unter uns ist noch dein Feind auf Erden! schenk ihm Buß und Raum, sogleich dein Freund zu werden! Ihr 2. O großer Gott, mun Feinde Jesu, hörts, hier reicht er euch die Hand, er bietet Frieden an, ach hör es, armes Land! un wollen wir dich unaufhörlich loben, daß du die güldne Friedenszier uns wieder gibst von Oben! Wir rühmen billig deine Macht, die uns so gnädig hat bewacht vor aller Feinde Toben. 7. Des Sünders Buße ist die Freude aller Engel. Thu Buße, armer Mensch! Du bist zwar voller Mängel, doch er hat reines Blut, er hat Gerechtigkeit, die soll dir, nimm sie doch in dieser Gnadenzeit. 8. Wir fallen nun, o Herr, jetzt lobend vor dir nieder und folgen auch zugleich der Stimme: Kehre wieder!" Wir sind nun ausgeföhnt, wir haben Fried und Ruh. O großer FriedensGott, sprich: Amen, Ja, dazu! ( 3. C. Schlipalius.) 3. Ihr Völker, danket unserm Gott, frohlocket ihm mit Händen! Lobsingt dem Herren Zebaoth an allen Ort und Enden! Luft, Erd und Wasser überall erheben ihn mit süßem Schall; er kann den Frieden senden. 4. Des Herren Aug hat angesehn das Elend der Verjagten; im Frieden will er lassen stehn nun wieder die Geplagten. Der schnöde Krieg ist nun dahin, nur Friede bleibt uns zum Ge51 802 Dank- Lieder für erlangten Frieden. winn. Seid fröhlich, ihr Verzagten! ad noth, schenkt uns die Waffen für das Brot, auch Pestilenz 5. Ach Gott, wenn wir daneben. bedenkennur den ausgestand- 9. Nun aber geht uns nen Jammer, der uns fast täglich widerfuhr, als uns des Krieges Hammerzermalmete schier alle Stund, als dann so zittert uns der Mund mit traurigem Gestammer. wieder auf das Sonnenlicht der Freuden. Es muß der Krieg mit schnellem Lauf aus unsern Grenzen scheiden. Nun wandeln wir den Friedenssteg. Des Himmels Güte nimmt hinweg das lang gehegte Leiden. 6. Mein Herz das bricht mit Seufzen aus, die Lippen sind voll Klagen, ich beb, als müßt ich einen Strauß aufs Neue gleichsam wa= gen. Ja meine Glieder wanfen sehr, das Elend können sie nicht mehr vor Mattigkeit ertragen. 10. Nun heben wir mit Herzenslust zu dir, Herr, unsre Augen, wir, die wir an der süßen Brust des güldnen Friedens saugen! Ach möchten wir, du großer Gott, gehorsamlich auch dein Gebot dafür zu halten taugen. 7. Voll Jammers hast du uns gemacht, mit Gallenwein getränket. Dein Grimm hat in die Kriegesnacht uns gänzlich schier versenket, demnach der Waffen Zwang und List, der schwerlich zu beschreiben ist, so grausam uns gefränket. 11. Wie gnädig war doch unsre Bitt, o Vater, angenommen! Die Noth, die uns das Herz zerschnitt, ist bald vor dich gekommen. Das Retten war dir nicht zu schwer, du hast geſtillt das Kriegesmeer, in welchem wir geschwommen. 8. Der Feind verzehrt uns ganz und gar das hoch bemühte Leben, das anders nichts als Seufzen war, ja mit dem Tod umgeben; der Krieg gebar uns Hungers12. Nun soll mein Mund verschweigen nicht, was du für Hülf erwiesen, als uns, o Gott, auf dein Gericht, die Kriegeswind anbliesen; denn Um Segen für den Ackerbau. nun ist hin die böse Zeit, wir die Krieges- Noth leben jest in Sicherheit. Mein Gott, sei hoch gepriefen! Tinge di 13. Eins aber hätt ich herzlich gern, das laß auch dir gefallen, daß ja der Fried hinfort nicht fern zum Lande mög auswallen. Denn Friede bringet Fröhlichkeit; Krieg aber Trübsal allezeit; Fried ist der Schatz von allen. 14. Ach Herr, wir wollen unser Brot im Schweiß ja gern erwerben, laßaberdurch 803 hinfort uns nicht verderben. Du bist ja selbst der Friedensmann, drum schau uns auch mit Frieden an, uns, deine Friedens- Erben. 15. Gib sichern Fried, er= halt ihn auch, o Gott, in deinem Lande, doch daß man seiner auch gebrauch ohn Aergerniß und Schande, daß Jedermann zur Friedenszeit zu dienen dir stets sei bereit in seinem Lauf und Stande.\ 15.618 STEE 110 XXXIV. Um Segen für den Ackerbau. Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Menschen und Vieh traurig sein. Wenn du zuschleußt den Himmel dein, so müssen wir verschmachten. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei. 2. Herr, unsre Sünd be* 814.2h Herre, du kennen wir, die wollst du uns gerechter verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gib uns Regen und Segen dein, um deines Namens will'n allein, Herr, unser Gott und Tröster. 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund, um deines Namens willen bitten wir dich 51* Um Segen für 804 aus Herzensgrund und thu unsre Noth stillen vom Himmel mit dem Regen dein. Denn dein ist ja der Himm't allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Kein nichtger Götz vermag es nicht, daß er sollt Regen geben; den Himmel hast du zugericht't, darinnen thust du schweben; allmächtig ist der Name dein, solchs Alles kannst du thun allein, Herr, unser Gott und Tröster. ( Samuel Zehner.) Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 815. A Herre Gott, wir loben dich und preisen deinen Namen, daß du uns hast so gnädiglich unser Gewächs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm; o höchster Gott, dich doch erbarm und ferner uns bedenke. den Ackerbau. deine Kind und hochgeliebten Erben, dazu deins Sohnes Brüder sind, drum laß uns nicht verderben. Behüt uns, Herr, vor Hungersnoth und gib uns unser täglich Brot aus reichen milden Gnaden. 4. Wenn du aufthust dein milde Hand, so stehet All's im Segen; wenn du gnädig anschaust das Land, so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so sammeln wir; wenn SchuzundSchirm herkommt von dir, mag uns kein Unglück schaden. 5. Behüt uns auch, o treuer Gott, mit allem unsern Samen, vor aller Feind Gewalt und Spott zu Ehren deinem Namen. Beschütz vors Türken Tyrannei, vors Papstes Mord und Trägerei durch Jesum Christum, Amen. 2. Gib fruchtbarn Reg'n und Sonnenschein zu rechter Mel. Wer nur den lieben Gott. Zeit und Stunden, daß unser 816.* Ath liebster Gott, es Land mit Früchten fein erfüllet werd gefunden; frön du das Jahr mit deinem Gut, halt unser Feld in guter Hut und unsre Furchen tränke. 3. Du weißt ja, daß wir hält der Regen zur Erntezeit noch immer an! Er macht, daß man der Felder Segen nicht in die Scheuern bringen kann. Es seßet dieſe naſſe Um Segen für den Ackerbau. 805 Zeit das ganze Land in Trau- 6. Du hast dein Kind für rigkeit. s uns gegeben und solches ist umsonst geschehn; wie solltest du nicht auch im Leben mit Leibesnahrung uns versehn! Da man die Gärt'nund Felderfrucht um Chrifti willen bei dir sucht. 2. Nun sind wir freilich dieser Strafe, auch wohl noch größrer Plage werth, dieweil man aus dem Sündenschlafe nicht wieder aufzustehn begehrt. Was Wunder, daß der Himmel weint, wenn man mit feiner Buß erscheint. No Smolebias 3. D Gott, erweck uns aus den Sünden und wirk in Allen wahre Reu, erleuchte durch dein Wort die Blinden und mach in ihnen Alles neu. Vergib uns unsre Sündenschuld und habe doch mit 7. Und also lasse man dich sorgen; denn du versäumst die Deinen nicht. Was heute fehlt, das kommet morgen. Ach stärk uns in der Zuversicht, du sorgest für die Erntezeit so wohl als für die Seligkeit.( G. Hoffmann.) and thun Mel. Singen wir aus Herzens. uns Geduld. 19 olen 817.2[ uf den Regen 4. Vertreib die Wolken und den Regen und gib uns wieder Sonnenschein, verderbe doch nicht deinen Segen, ob wir es gleich nicht würdig sein. Sieh uns in dem Erlöser an, der hat genug für uns gethan. m dm 5. Auf diesen gründt sich unsre Bitte, in dessen Namen rufen wir, durch diesen währet deine Güte, getreuer Vater, für und für. Darum so gib durch Jesum Christ, was Leib und Seele dienlich ist.ps folgt die Sonn, auf die Thränen Freud und Wonn! Lob und Preis ſei unserm Gott, der erhört hat unsre Noth und uns undankbare Gäst seine Sonn erfreuen läßt, daß wir ihm anhangen fest. adop 2. Zwar wir habens wohl verdient, daß nicht unser Acker grünt, daß das Land in Nässe steht, Mensch und Vieh gar traurig geht; aber, Herr Gott, hab Geduld, vergib unsre Sünd und Um Segen für den Ackerbau. 806 Schuld und erzeig uns deine Huld. let dat ding 3. Gib uns warmen Sonnenschein, laß es trocken Wetter sein, daß die Früchte von dem Land mög einholen unsre Hand; zeig uns deine Freundlichkeit, daß man spüre diese Zeit deinen Segen weit und breit. heißen Zähren deinen Zorn in Gnaden kehren. isipin 3. Sieh, o Herr, das Feld muß trauern, weil es nicht getränket wird, unsre Aecker sind wie Mauern, es ist Alles ausgedörrt; unsre Gründe sind ganz trocken und die Saat die bleibet stocken. 4. Herr von Zion man dich nennt, deine Güte man erkennt; höre, wie du hast geredt, unser armes Nothgebet; halt mit vielem Regen ein, schenk uns klaren Sonnenschein, gib auch, daß wir dankbar sein. #ps 4. Ist der Himmel denn verschlossen? Soll hinfort das Wolkenfaß nicht mehr werden ausgegossen? Soll hinfort des Himmels Naß nicht mehr unser Feld ergößen, nicht mehr unfre Saat beneßen? diritt ( Gottfr. Wegner.) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 5. Soll das Land nun eisern werden? Soll das Feld nun öde stehn? Sollen wir 818.* Gott, beß Güte fſammt unsern Heerden gar sich nicht endet, hast du denn die Va= terhand gänzlich von uns abgewendet? Willst du uns und unser Land mit den viel gedräuten Plagen ganz und gar zu Boden schlagen? verschmachten, gar vergehn? Ach Herr, laß dich doch bewegen, laß doch deinen Zorn sich legen! 2. Warum willst du, Gott der Götter, über uns so zornig sein? Ach, was sind wir? Stoppeln, Blätter, Würme, Schaum, ein leerer Schein! Laß doch unsre 6. Denke doch an deinen Bogen, den du in die Luft gestellt, als du deinen Bund vollzogen, nach der Sintfluth erster Welt; du, Herr, haft noch nie gebrochen, was du damals hast versprochen. 7. Ja, du hast mit deinem Segen uns zu jeder Zeit Um Segen für den Ackerbau. beschenkt, haft mit früh und spatem Regen unser dürres Land getränkt; denn dein Wort bleibt ewig stehen, muß gleich Erd und Luft vergehen. iar 8. Drum, o Herr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt erhörn, du wirst unfre Felder bauen und derselben Früchte mehrn. Du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum werden preifen. ( Joh. Franck.) Mel. Gott, du frommer Gott. 819. err, allerhöchster Gott im Himmel und auf Erden, dem Wolken, Luft und Wind all zeit gehorsam werden; was du befiehlst, geschieht. D laß auch unser Flehn durch dich, Allmächtiger, jetzt in Erfüllung gehn. 807 3. Wir haben es verdient; ach, groß sind unfre Sünden und billig strafft du uns; doch laß uns Gnade finden! Vergib uns unsre Schuld! Thu auf die milde Hand; wirf einen Vaterblick auf uns und unser Land! 4. Befeuchte Berg und Thal, erfrische unsre Felder! Dein'n Regen träufle sanft auf Anger, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechzt, erquicke, Herr, aufs Neu, daß jede Kreatur dir freudig dankbar ſei. 5. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf unser träges Herz mit tauſendfachem Segen. Der Fromme nur fann sich, Gott, deines Segens freun; o laß uns Alle reich an wahrer Tugend ſein. ( 3. G. Schubert.) 2. Wir bitten findlich um deinen Batersegen; gib 820. Huf in Angst Mel. Herr Jesu Christ, dich. ilf, Helfer, hilf uns, o Vater, gib uns einen milden Regen! Staub ist jest unser Land, erstorben jede Flur; es schmachtet Feld und Noth! Du kannst es thun, du starker Gott; denn du bist groß von Rath und und Thier, es trauert die That, wie's mancher Christ Natur. derfahren hat. ispis Hour Um Segen für den Ackerbau. 808 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! Du willst es thun, du liebster Gott; denn du sprichst:„ Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs sicherlich." 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! Du mußt es thun, du treuster Gott, denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf aus Angst und Noth! Du wirst es thun, du Amens- Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilsst du doch durch deine Macht. trolle 2. In Hoffnung streun wir Samen aus; doch seg= nest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat geſegnet sein; gib Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spät und früh, nach Sorg und Müh, einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die sie leicht kann verleßen und den, den heut ſein Feld erfreut, in Kummer bald verseßen. 5. Bei solcher Saat ſeh ich allhier zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch sich durch Kreuz den Himmel finden. d 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt und in der Erde gleichsam stirbt, um neue 5. So hilf nun Allen in der Welt, wann, wie und wo es dir gefällt; ja, hilf auch mir zur rechten Zeit zu mei= nem Heil und Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun! Dein Wort wirst du erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein; ach Gott, hilf uns, du kannsts allein. M ( Joh. Jak. Lang.) immerfort in seiner Kraftauf Erden, daß unser Feld mit Nuß bestellt und angebaut kann werden. Mel. Ich weiß, mein Gott. 821.9 großer Gott, dein Segenswort erzeiget sich noch Um Segen für den Ackerbau. den. Frucht zu bringen; so werd, und will fast gar verschwino Gott, ich durch den Tod ins beßre Leben dringen. ni 7. Auf diesen ſeligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn; muß ich bei trüben Fällen die Thränensaat nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben. Wir müſsen zeigen unsre Schuld, weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns haft versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, daß wir dich findlich suchen. Wie hält sich so hart diese Zeit dein Herz und sanfte Freundlichkeit, du bist jaunser Vater. du der du 5. Gib uns von deinem 8. Nur mache mich, o Gott, bereit im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen; so will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. ni( Kaspar Gotthold Jensch.) alsmmi) snied in Mel. Wär Gott nicht mit uns. 809 822.0 Gott, der das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken; halt doch mit vielem Regen ein und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. Himmels- Saal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. uda dm( Mich. Schirmer.) A hid 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte Mel. Wer nur den lieben Gott. leiden Schaden, weil sie mit 823.* Gott, es D vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erden neigt steht dein milder Segen in unsern Feldern jeßund schön; wir sollten billig allerwegen die Um Segen für den Ackerbau. Wohlthat dankbarlich er- die Früchte völlig ernten höhn. Du lockest dadurch kann! Jedermann zur Buß und frommem Leben an. 2. Allein wer folget deinem Triebe? Wo ist die wahre Dankbarkeit? Man steckt in Welt- und Fleisches- Liebe, in Sünde, Schand und Sicherheit, so daß dein SegensUeberfluß uns blos zur Wol- 7. Und also laß uns künf= luſt dienen muß. dan 3. Ach Wunder, daß du nicht durch Strafe uns wie viel ander Volk erschreckst, und aus dem tiefen Sünden schlafe durch Hunger, Krieg und Pest erweckst! Das machet deine Gütigkeit, die schonet unser noch zur Zeit. O tig leben, wie uns dein Will im Worte lehrt, daß wir dir Dank und Ehre geben und sich dein Segen täglich mehrt. Führ endlich auch uns insgemein in deine HimmelsScheuren ein. ( Gottfr. Hoffmann.) Mel. Wär Gott nicht mit uns. 4. Gott, bekehr uns 824. großer Gott, große Sünder, vergib uns unsre schwere Schuld! Erbarme dich der armen Kinder und habe noch mit uns Geduld! Wirk in uns kräftig durch dein Wort und treib die Luft zur Sünde fort! du haft das Feld mit Früchten zwar ge= segnet; allein nun ist es schlecht bestellt, nachdem es gar nicht regnet. Der Boden ist wie Erz und Stein, der Himmel will wie Eisen sein, so muß die Frucht verderben. 810 5. Ach, segne ferner deine Gaben, die jegund in dem Felde stehn! Laß uns gut Ernte- Wetter haben und alle Noth vorübergehn! Gib, lie= ber Gott, daß Jedermann 6. Hilf, daß wir sie auch recht genießen und sie in Fried und Ruh verzehrn, den Armen auch von unsern Bissen aus Lieb und Mildigkeit ernährn. Verhüte bei uns allezeit den Mißbrauch deiner Gütigkeit. 2. Nun sind wir wohl der Strafe werth, wir gehn auf bösen Wegen. Und weil man sich nicht recht bekehrt, so findt man keinen Segen. Es Um Segen für zeiget sich zwar ofte viel, doch wenn man es genießen will, so wird es uns genommen 3. Das machet, weil wir noch zur Zeit ein steinern Herze lieben und über unsre Sündlichkeit uns selten recht betrüben. Denn unser Sinn ist wie ein Stein, dein Wort bringt wenig bei uns ein; wir sind ein dürrer Acker. 4. Drum, liebster Gott, wir bitten dich: Ach ändre Heil verscherzen! O Herr, gib deinem Worte Kraft, damit es uns den Segen schafft, den wir von nöthen haben! 5. Dort that Elias ein Gebet, alsbald fand sich der Regen. Ach, wenn man nun desgleichen thät, so hätte man den Segen. Otheurer Heiland Jesu Christ, der du uns ein Fürsprecher bist! Ach, bitte für uns Sünder. den Ackerbau. doch die Herzen, auf daß wir 825. nicht so und 6. Sieh doch die armen Felder an, du weißt, was ihnen fehlet. Ertheil, was ihnen helfen kann, nimm weg, was solche quälet. Das Wetter steht in deiner Hand, 811 wenn du nur willst, so kann das Land bald einen Regen haben. jun mani 7. Wir traun auf deine Gütigkeit, man laffe dich nur walten. Du kannst uns auch in dürrer Zeit das liebe Brot erhalten. Gib, was uns dienet, und verleih, daß man rechtschaffen dankbar ſei und Alles recht gebrauche. ( Gottfr. Hoffmann.) Mel. Wär Gott nicht mit uns. Herr Gott, Schaar haft zugesagt auf Erden, daß sie von dir foll immerdar im Kreuz getröstet werden, dazu auch das täg= liche Brot sammt Rettung aus der Angst und Noth reichlichen überkommen: 2. Gib reine Luft, warm Sonnenschein, gut Thau und fruchtbarn Regen, damit die Früchte wachsen fein durch deinen milden Segen, die hier zu Lande früh und spat der Ackermann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Ohn dich ist alle seine Kunst, Fleiß, Arbeit und Vermögen vergebens, wo du deine Gunst nicht geben wirst Um Segen für den Ackerbau. 812 zum Pflügen und allen Samen wecken auf, daß er wohl reif und seinen Lauf mit gu= tem G'wirn erlange. 4. Herr, straf uns nicht in deinem Zorn, gedenk an deine Güte, den Weinstock und das liebe Korn uns gnä- 826.11nre Aussaat ſegne, Gott, diglich behüte vor Hagel, Frost, Sturmwind und Schlag, vor Mehlthau und was schaden mag den Früchten insgemeine. 5. Vor großer Dürre uns bewahr, vergib uns unsre Sünde, damit nicht etwa mit Gefahr das Wetter was entzünde! Halt auch das Erdreich nicht zu naß, auf daß wir mögen Scheun und Faß durch deinen Segen füllen. 6. Gib gnädig, was uns deine Hand jetzt thut gar reichlich weisen und thu damit im ganzen Land all Kreaturen speisen; so wird dich loben Groß und Klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. un hausgehalten und wirst noch ferner so regiern, daß man wird deinen Segen spürn und deinen Namen preisen. ( Barthol. Ringwaldt.) misil ana In eigner Melodie. 7. Wir trauen dir, o Herre Gott, dein Gnade laß uns walten; du weißt wohl, was uns mangeln thut, haft lange daß sie ruh im Schooß der Erde, keim', und unser täglich Brot unter deiner Aufsicht werde. 2. Einfach wird sie ausgestreut, vielfach gibst du sie uns wieder, und dann singt die Dankbarkeit dir voll Freuden ihre Lieder. mind dan Hot 1 3. Ja, dies hoffen wir zu dir! Du, du hörst Gebet und Flehen, gibst uns, was wir brauchen hier und auch mehr als wir verstehen. 4. Gnädig gib es, bitten wir, unserm armen Erdenleben, bis wir einst den Dank dafür dir im Himmel ewig geben. 5. Dann sehn wir im hellern Licht noch mehr Wunder deiner Güte und kein Leid stört weiter nicht das lobsingende Gemüthe. 191 Ernte- Lieder. 16. Ja, im Himmel werden wir, Herr, vor deinem Angesichte freudig ernten für Ernte- Lieder. Mel. Was Gott thut, das ist. 827. P reist, Christen, mit Zufriedenheit, preist Gott, den Herrn der Ernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von Au und Feld entfernte. Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns Alles geben. 2. Er ist der Herr; in ſeiner Hand ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenfleiß das Land baut, pfleget und bedünget, kommt doch allein von ihm Gedeihn. Nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 813 und für deines höhern Segens Früchte. d chid ( Joh. Wilh. Ludw. Gleim.) spilet 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Ernt entgegen, und plößlich ist er uns entflohn der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und gibt, was ihm beliebt, daß er als Herr der Erde von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich der Reichthum seiner Gaben; so gibt er uns doch sicherlich so viel wir nöthig haben, ist stets be= dacht, voll Gnad und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Und, o was ists für ein Gewinn, an dem sich gnügen lassen, was da ist, und mit heiterm Sinn das feste Zutraum fassen, daß, der die Welt regiert und hält, auch uns so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brot wirst du uns, Gott, von Zeit zu Zeit gewähren, wenn wir dich findlich ehren. nd 814 Ernte- Lieder. 7. Wir beten demuthsvoll 4. Du schüttest deines dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. Segens Fülle herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au und Garten grünt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich nährt. ( Sam. Diterich.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 5. Bewahre ferner unfre Saaten und unsre Häuser, 828. Wir fingen, Hab und Gut. Bewahr uns, Herr, von deinen Segen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du gibst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hiße, Donner, Thau und Wind, so blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. Herr, vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Uebermuth; weil sonst im reichsten Ueberfluß die Seele doch verderben muß. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte, die Erd ist dei= ner Schäße voll, damit ein achtsames Gemüthe dich finden und bewundern soll, dich, der durch seine weise Macht das Alles einst hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepriesen, gepriesen sei die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen, den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; du gibst, daß man noch übrig hat. 6. Ja Vater, wenn wir dein vergessen, der du so liebreich an uns denkst, ſo muß der Fluch den Segen fressen, mit dem du Feld und Haus beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut, ſo mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf Erden, den guten Samen auszustreun, nie müde, nie verdrossen werden und uns vielmehr der Ernte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rath für uns ersehen hat. ( Samuel Diterich.) di drut Reise- Lieder. b'imag -tilestrol dum núde XXXV. Reise- Lieder. Taila Mel. Wer weiß, wie nahe mir. dürftig Lob gefalle dir! Dir 829. Düber mei- weihn, laß ewig mich den ank dir, will ich ganz mein Leben Beschüßer Deinen sein. iliniams ( Heinr. Ehrh. Heeren.) 815 3. Du hast Gesundheit mir verliehen, Gefahr und Schaden abgewandt; du ſegnetest auch mein Bemühen mit deiner milden Vaterhand. Auch meiner Seele wandtest du, du Gott der Huld, viel Gutes zu. 4. Sei nun gelobt, sei hoch gepriesen für alles Gute, das du mir auf meiner Reise haft erwiesen, mein The nes Lebens! Du hast mich froh zurückgebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; du haſt mich väterlich bewacht. 830.Sibu, ein und Schirm war über mir; durch deine Gnade bin ich hier. 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner reichen Güte freun, mit ihnen mein Gebet vereinen, und dir des Dankes Opfer weihn, daß du die Wohlthat uns gewährt und gnädig unser Flehn erhört. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. ei o getreuerGott, mit mir auf meiner Reiſe; bewahr mich vor Gefahr und Noth, zu deines Namens Preise. Herr meinen Weg befehl ich dir, mich selbst und Alles, was du mir auf dieser Welt gegeben. 2. Schick deinen Engel vor mir her, laß ihn mich ficher leiten; befiehl, daß er dem Unglück wehr und allen bösen Leuten. Nimm, Vater, meiner gnädig wahr, daß kein Verderben und Gefahr an Seel und Leib mir schade. 3. Du, bester Führer, Gott, verleih, daß ich stets christlich wandle, stets fromm, getrost und weise sei, nie fühn, nie strafbar handle. Regiere du selbst meinen Pfad; gib Segen, Muth, Verstand und 816 Reise- Lieder. Rath zu meinem Thun und Mel. Erschienen ist der herrl'ch. Lassen. en Gottes Na4. Bring mich gefund, sur 831.3 men fahren rechten Zeit, zu den geliebten Meinen. Erhalt und schüße sie vor Leid; sie sind ja, Gott, die Deinen; o laß sie dir empfohlen sein, und dann vor dir uns dankbar freun, wenn wir uns wiedersehen! wir, sein Hülf und Gnad begehren wir; des Vaters Güt behüt uns heut, bewahr auch unser Seel und Leib. Kyrieleis. Tamada2.com 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib stetig bei, uns auf der Bahn, und wend von uns des Feindes List, auch was sein'm Wort zu= wider ist. Kyrieleis.c 5. Du wollst mein ganzes Leben hier, o Vater, selbst regieren. Wo Hülfe noth ist, hilf du mir, laß deinen Geist mich führen. Und end ich einst hier meinen Lauf, dann nimm mich froh und selig auf zu deiner ewgen Ruhe. ( 3at. Friebr. Feddersen.) 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Noth, und führ uns wieder heim mit Gott. Kyrieleis. JAG XXXVI. Beim Gewitter. Mel. Alle Menschen müssen. wenig, deine Wege bleiben 832.Gott, durch def- mirunbegreiflich für und für. sen Macht und Stärke Erd und Himmel sich bewegt, wenn mein Herz die großen Werke deiner Allmacht überlegt; so bekenn ich, höchster König, mein Verstand ist viel zu 2. Geb ich auf des Himmels Kräfte und auf Erd und Wasser Acht, wie ein jedes sein Geschäfte, und, wozu du es gemacht, gleich auf dein Geheiß vollbringe: find ich ja in jedem Dinge Beim Gewitter. 817 Wunder, deren hohen Preis sind und Sünder: hört doch ich nicht auszuſprechen weiß. deine milde Hand noch nicht auf, das Land zu segnen; nein, du läßst nicht immer regnen: es muß auch der Sonnenschein nach dem Regen fruchtbar sein. 3. Du, Herr, bringst des Windes Brausen aus verborgnen Orten her, und sein Ungestüm, sein Sausen kommet nicht von Ungefähr. Wenn die Wolken sich ergießen, und die Blige heftig schießen, wenn der Donner tönt und fracht: zeigst du deine große Macht. 4. Doch vergißt du deine Liebe gegen deine Kinder nicht; sind die Wolkenschwarz und trübe, ihnen scheint dein Gnadenlicht. Mitten, Gott, im Sturm und Wetter bist du selbst ihr Schutz und Retter; schonestihrer Bangigkeit, wenn ihr Herz in Aengsten schreit. 7. Wer ist, der die Liebesthaten deiner Hand nicht rühmen muß? Wenn du Alles wohlgerathen, und von deinem Ueberfluß uns die Fülle läsfest nehmen, muß ich mich ja billig schämen, daß dich, Gott, mein träger Geist würdig gnug nicht rühmt und preist. Alles zur bestimmten Zeit. 6. Denn dich jammert deiner Kinder. Ob es dir gleich ist bekannt, daß sie böse 8. Ach daß wir doch, wie wir sollten, lebten dir, dir, Gott, allein, Nichts als deinen Willen wollten, dir gehorsam möchten sein, und von Erde, Luft und Sternen selbst Gehorsam möchten lernen! Ach mach du zu jeder Zeit dir zu dienen uns bereit!( Henr Kath. v.Gersdorf.) 5. Wenn du sprichst, so muß sich stillen Regen, Donner, Sturm und Wind, als die alle, deinen Willen aus zurichten, fertig sind. Sommer, Winter, Frost und Hitze ordnest du, so wie es nüße zu ber Erde Fruchtbarkeit, 833. Inern, Gott, und Mei. O Gott, du frommer Gott. hör dich donsehe deine Blizze. Wer ist, der mich vor Noth und vor dem Tode schüße? Ich rufe 52 818 Beim Gewitter. demuthsvoll dich, liebster Vater an. Erhöre mich, mein Gott, du bists, der helfen kann. 2. Vergib mir alle Schuld um meines Jeſu willen, und laß das Wetter sich bald ohne Schaden stillen. Vor Feuer, Hagel, Sturm und harter Leidensnoth beschüße gnädig mich, o du huldreicher Gott! 3. Du bist mein Fels, mein Hort, auf den ich sicher traue; du bist der Gott des Heils, auf dessen Hülf ich schaue. Ach, sei von mir nicht fern; halt mich in deiner Hut, sich nicht an meine Schuld, nein, meines Heilands Blut! 4. Ich harre, Herr, auf dich; mein Gott, du wirst es hören, und deine Hülfe mir auch nun gewiß gewähren. Dein Wort bezeuget mir, daß du den nicht vergißt, deß starke Zuversicht du, höchstes Wesen, bist. 5. Ich will, wenn du nun läßt die Sonne wieder scheinen, dir, der du mich beschirmt, auch danken mit den Meinen. Ich, ich besinge stets, Gott, dich und deine Treu, wenn ohne Jemands Leid nun die Gefahr vorbei. ( Nach Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. or deines Gottes Majestät erzittre nicht, o Christ, wenn er in Donnerwolken geht und um sich Blize schießt! 8345) 2. Und wenn sein donnerndes Geschüß den Frevler tief erschreckt, so wiß, daß Gott dich vor dem Blig und seinem Donner deckt. 3. Sprich, wenn dein Gott dich tödten will: Gerecht ist sein Gericht, er ist der Herr; ich halte still, und laß im Tod ihn nicht.“ 4. Des Donners König ist mein Freund; wenn er mich schnell entrückt, so weiß ich, daß ers gnädig meint und ewig mich entzückt. 5. Wer Gott beim stillen Himmel ehrt, singt ihm auch dann ein Lied, wenn er auf Wetterwolken fährt, steht, wenn der Sünder flieht. 6. Umsonst verbirgt der Frevler sich. Wer kann dem Herrn entfliehn? Ihnschlüg Beim Gewitter. der Bliß, wohin er wich; im Dunkeln träf er ihn. 7. Drumflieh, o Sünder, fliehe nicht, nach deinem blinden Wahn, vor deines Schöpfers Angesicht, das stets dich finden kann! 8. Du zitterst vor des DonnersStreich, und schlägst an deine Brust; doch nach dem Wetter eilst du gleich zurück zu deiner Luſt. 9. O Sünder, wenn du Gnad erlangst, so danke deinem Gott. Vergiß, vergiß nicht deiner Angst, und hüte dich vor Spott. 10. Gott ist barmherzig und verschont; doch ewig schont ernicht. Er istgerecht. Der Richter lohnt dem Sünder mit Gericht. 11. Was gegen jenen großen Tag ist dieser Donner? Nichts! Zehn tausend Wetter sind ein Schlag vom Donner des Gerichts. 819 wie du, Herr Zebaoth, zu uns bist schrecklich kommen durch Bliß und Feuersnoth; wir wären gar verzehrt, wenn du es nicht gewendet und Hülfe zugesendet, wie wir von dir begehrt. 2. Herr, deine Macht wir preisen, dein Zorn ist uns bekannt; doch thust du uns auch weisen, wie deine Gnadenhand, die dich anflehen, schützt. Wer sich zu dir bekehret, der bleibet unversehret, wie sehr es kracht und blißt. 3. Ist Trübsal da mit Haufen, so denkst du jederzeit an die, die dich anlaufen, hilfft in Barmherzigkeit. Du haft an uns gedacht, wie du deß nicht vergessen, der in der Arch gesessen, haft ihn zu Lande bracht. 4. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft; du bist stets bei uns Danksagung nach blieben, haft Sicherheit verdem Gewitter. schafft, wie du, Herr Jesu Christ, im Schiff das Meer bedräuet, die Jünger drob Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 835. Wir haben jetzt erfreuet, gewehrt des Teufels vernommen, 52* 820 Zur Zeit ansteckender Krankheiten 5. Du hast Haus, Hof und Leben und, was ein Jeder hat, mit deinem Schuß umgeben, bei uns und unsrer Stadt; dein freundlich Angesicht läßt du uns wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 6. Dankopfer wir dir bringen für das, was du gethan; von deiner Hülf wir singen, ach nimms in Gnaden an durch Chriſtum deinen Sohn, um seins Verdienstes willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. Mel. Wenn wir in höchsten. 836.2 ch Gott, inGnaden von uns wend dies große Kreuz und groß Elend, damit wir sind umgeben gar, und stehn all Augenblick in G'fahr! 7. Wenn du am jüngsten Tage, der schon ist angestellt, mit deinem Donnerschlage anzünden wirst die Welt: so streck aus deine Hand, und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. ( Joh. Heermann) XXXVII, 3ur Zeit ansteckender Krankheiten und anderer Landplagen. Unants 3. In dieser Noth ach laß uns nicht, wend von uns dein'n Zornund Gericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schuß aus Herzensgrund.( Barthol. Ringwaldt.) 2. Behüt uns, deine Kin= delein, um Chriſti unsers 837.* Ad), lieben Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. ch, 2 Christen, Herren Bein, vor Pestilenz und schnellem Tod, und laß uns nicht in dieser Noth! seid getrost; wie thut ihr so verzagen, weil uns der Herr und anderer Landplagen. heimsuchen thut? Laßt uns von Herzen sagen: die Straf wir wohl verdienet han, solches bekenne Jedermann, Niemand darf sich ausschließen. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Erden? Es muß einmal gestorben ſein; o wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon entschläft, sein Sünd erkennt, Christum ergreift. So muß man selig sterben! 821 gel deine Wächter sein, behüten dich vorm Argen. Ja, wie ein Henn ihr Küchelein, bedeckt mit ihren Flügelein, so thut der Herr uns Armen. 2. In deine Händ uns geben wir, o Gott, du lieber Vater, denn unser Wan= del ist bei dir, hier wird uns nicht gerathen; weil wir in dieſer Hütte ſein, ist nur Elend, Trübfal und Pein; bei dir der Freuden warten. 3. Kein Frucht das Waizenkörnlein bringt; es fall so denn in die Erden: ſo muß 838.* Gott, been Mel. In dich hab ich gehoffet. desſen auch unser irdscher Leib zu Staub und Asche werden, er kommt zu der Herrlichkeit, die du uns, Herr Christ, haft bereit't durch deinen Gang zum Vater. Aug uns stets bewacht, du bist allein die Hülf und Macht von uns hälflosen Schwachen. Wir bitten dich demüthiglich, auch über uns zu wachen. 5. Dein Seel bedenk, bewahr den Leib, laß Gott, den Vater sorgen; sein' En6. Wirwachen oder schlafen ein, so sind wir ja des Herren; auf Christum wir getaufet sein, der kann dem Satanwehren. Durch Adam auf uns kommt der Tod, Christus hilft uns aus aller Noth; drum loben wir den Herren. ( Joh. Gigas.) 2. Uns schrecket, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; sie hebt schon an zu wüthen. Drum flehen wir und schrein zu dir, duwollest uns behüten. 3. Gott, furchtbar ist dein Zorngericht. Mich und die Meinen treffe nicht die mörderische Seuche! Hilf uns, o Zur Zeit ansteckender Krankheiten 822 Gott, hilf treuer Gott, daß sie uns nicht erreiche! 4. Ach handle nicht, Herr Zebaoth, ach handle nicht, liebreicher Gott, mit uns nach unsern Sünden! Barmherzigkeit, Barmherzigkeitlaß uns noch bei dir finden! 5. Schau an der Herzen Traurigkeit, schau, wie uns unsre Schuld gereut! Ach Gott, um Jesu willen, der für uns starb, uns Gnad erwarb, laß deinen Zorn sich stillen! 6. Streck aus, Herr, deine starke Hand, deck unſern Ort, schüß unser Land sammt Allem, was wir haben. Heil' unsern Schmerz, still unser Herz, laß reichen Trost uns laben. 7. Froh stimmen wir dein Lob, Herr, an und wollen nun dich nicht blos dann, wenn Trübsal da ist, suchen, dir ganz uns weihn, stets dankbar sein und aller Sünde fluchen. thut ergeben, der spricht: ,, Du, Herr, mein Zuflucht bist, mein Gott, Hoffnung und Leben, der du ja wirst erretten mich von's Teufels Stricken gnädiglich und von der Pestilenze." 2. Mit seinen Flügeln deckt er dich, auf ihn sollst du vertrauen. Sein Wahrheit schützt dich g'waltiglich, daß dich bei Nacht kein Grauen noch Betrügniß er= schrecken mag, auch kein Pfeil, der da fliegt bei Tag, weil dir sein Wort thut leuchten. 3. Kein Pestilenz dir schaden kann, die in dem Finstern schleichet; keine Seuch noch Krankheit rührt dich an, die im Mittag umstreichet. Ob Tausend stürben dir zur Seit und zehenTausend anderweit, soll es dich doch nicht treffen. 4. Ja, du wirst auch noch Lust und Freud mit deinen Augen sehen an der Gottlosen Herzeleid, wenn Vergeltung wird g'schehen; weil der Herr ist dein Zuversicht und dir der Höchst sein'n Mel. Es ist gewißlich an der. 839.* Wer in dem Schuß verſpricht, drum, daß du ihm vertrauest. Schuß des Höchsten ist und sich Gott 5. Kein Uebels wird be und anderer Landplagen. gegnen dir, kein Plag dein Haus wird rühren; denn er sein'n Engeln für und für befiehlet dich zu führen und zu behüten vor Unfall, auf Händen tragen überall, daß kein Stein dein'n Fuß lezze. 6. Auf Löw'n und Ottern wirst du gehn und treten auf die Drachen! Auf jungen Löwen wirst du stehn, ihr Zähnund Gift verlachen. Denn dir der'r Keines schaden kann; kein Seuchkommt den von Andern an, der auf Gott thut vertrauen. 7. Er begehrt mein aus Herzens Grund und hofft auf meine Güte; drum helf ich ihm zu aller Stund, ich will ihn wohl behüten, ich will allzeit sein Helfer sein, 823 drum daß er kennt den Namen mein; deß soll er sich ja trösten. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 840.* N un wollen wir dir Lob und, Preis, Gott, unser Helfer bringen; dir wollen wir mit bestem Fleiß, mit Herz 8. Er ruft mich an als seinen Gott, drum will ich ihn erhören; ich steh bei ihm in aller Noth, ich will ihm Hülf gewähren; zu Ehren ich ihn bringen will, lang's Leb'n ihm geben ohne Ziel; mein Heil will ich ihm zei= gen." 9. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, als er im Anfang war und nun, der uns sein Gnade leiste, daß wir wandeln in seinem Pfad, daß uns der arge Feind nicht schad. Wer das begehr, sprech: Amen. ( Sebald Heyden.) Danksagung nach Zeiten öffentlicher Noth. und Mund lobsingen. Du hast uns in der Sterbensnoth so treu beschüßet, daß der Tod uns nicht dahin gerissen. Pflicht ist es, daß wir lebenslang, Allgütigster, 824 Danksagung nach Zeiten öffentlicher Noth. dir dafür Dank von Herzen sagen müssen. 2. Wir waren, Höchster, überall mit Todesfurcht umgeben. Wir sahen der Geplagten Qual und Sterbende voll Beben. Der Tod riß täglich Viel' ins Grab; die Noth nahm zu, die Men schen ab; die Heilkunst war vergebens. Nichts trieb des Würgers Macht zurück; auch uns schien jeder Augenblick der letzte unsers Lebens. 3. Zu dir, Gott, unserm Retter, schrie'n der Deinen bange Herzen, und du hast gnädig uns verziehn, du sahest unsre Schmerzen. Erbarmungsvoll hat deineHand das Uebel von uns abgewandt, nach Sünden nicht gelohnet. Preis dir, o Gott, wir leben noch, groß war die Noth, schwer unser Joch; noch größer du, der schonet! 4. Preis sei dir, Gott im höchsten Thron, für deine Vatergüte! Preis singt dir, Mittler, Gottes Sohn, mein Mund, Herz und Gemüthe! Preis dir, o Tröster, heilger Geist in Ewigkeit seiſt du gepreist, Gott, der uns hat erhöret! Nun zeigst du uns, wer stets sich fest auf dich, den Mächtigen, verläßt, dem werde Trost gewähret. 5. O laß uns fünftig, gütger Gott, die Sünde dankbar fliehen! Durch Strafen, durch Gefahr und Noth willst du uns zu dir ziehen. Wohlan, mein Herz, der Sünde Lauf hör in dir künftig völlig auf! O thu des Heilgen Willen! Vielleicht möcht er nicht mehr verzeihn. Heil dir, er wird dir Kraft verleihn, den Vorfaß zu erfüllen! Ⓡ XXXVIII. Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Staub und Asche werden und Nichts bleibt ewig stehn. Das, was uns hier ergößet, 841.D ie Herrlichkeit der Erden muß Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 825 sche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 7. Wie wenn die Sonn aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich beuget, aneh sich der Abend zeiget: so blühen und verwelken wir. was man für ewig schäßzet, wird als ein leichter Traum sein leichter Tra vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so troßig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns Kunst und Wissen? Wird, wennwir sterben müssen, dies noch ein Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glän zend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schüßen? Stirbt nicht dies Alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die eitlen Freuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß! 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl ird8. Froh wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken und uns zum Himmel lenken, weil er uns of fen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, die einst mit ihrer Lust vergeht. ( Andreas Gryphius.) 826 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. Mel. Christus, der ist mein Leben. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. * 842. A wär ich 843. Du Herr und schon dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Schaaren loben und säng Halleluja! Vater meiner Tage, du weißsts, daß ich dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode ſei bereit. 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen; denn dort ist gut ſein. 3. Da werd ich Alles se= hen: den großen Schöpfungsrath, was durch dein Blut geschehen und deines Geistes That. hait- th 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schaar, mit allen deinen Knechten das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich- süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du, meines Lebens Grund. 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein. ( Ernst Gottlieb Woltersdorf.) 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verdaß die Zeit, die mir gegeborgnes Ziel bestimmt; und ben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu ſein. lang zu lernen, mein Herz 3. Hier hab ich lebensvon Sünden abzuziehn, mich von der Wollust zu entfer= nen und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sei mein Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 827 gute Nacht muß geben; der Tod hält keinen andern Lauf, er sagt zuletzt die Wohnung auf uns Allen, die wir leben. Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn! Sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüger mir. ( Ludw. Rud. v. Senft zu Pilsach.) Mel. Kommt her zu mir. 844. D" u siehest, Mensch, wie fort und fort der Eine hier, der Andre dort uns 2. Bedenk es weislich in der Zeit und flieh den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker. Denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den GottesAcker. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und Alle vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wenn auf der Engel Feldgeschrei die Gluth das große Weltgebäu wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Belohnung wer= den zugestellt; die Sünder sollen büßen und ihnen ohn Betrug und Schein selbst Kläger, Richter, Henker sein, verdammt durch ihr Gewisſen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urtheil vor, so steigen mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrekken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg und, was 828 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. sich stürzen kann, fallt her, mich zu bedecken. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht! Ach, laß dein stren= ges Zorngericht, ach, laß es mir nicht schaden! Beut an dem Vater den Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gib, daß ich mich bei gutem Sinn und, weil ich noch bei Kräften bin, zu sterben fertig halte, und nicht, v Jesu, meine Lust, begriffen in der Sünden Wust, zum ewgen Tod erkalte. unds ( Simon Dach.) Mel. Ich dank dir schon durch. * 845. Erheb, oChrift, dein Herz und Sinn! Fleuch denkend von der Erden! Hinauf, schwing dich zum Himmel hin, ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer; wenn du kurz hausgehalten hast, so erbt dein Gut ein Andrer. 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nurschlecht und eitle Dinge! Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Wunsch aufs Niedre lenken? Bloß wer an Gott denkt, denket hoch; so müssen Christen denken! 5. Sieh, Christ, nie sorgsam unter dich, wenn dich die Leiden drücken; sieh gläubig in die Höh und sprich: Der Herr wird mich erquicken. bom ost 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im Vaterlande; der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht, und unter seinem Stande. 7. Dort ist das reiche Kanaan, wo Lebensströme fließen. Blick oft hinauf, der Anblick fann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist das Friedenshaus, Gott theilt zum Gnadenlohne den Ueberwindern Kronen aus; kämpf auch um Ruh und Krone! 9. Dort singen Engelchör aus Pflicht vor Gott und seinen Werken; Freund Gottes, sehnest du dich nicht, dies Loblied zu verstärken? Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 829 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht; wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir die Angst mein Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all menschlich Hülf zerrinnt, ſo komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem legten End; a mi 10. Dort wohnet die Dreifaltigkeit mit Licht und Glanz umgeben, dort lebt Gott ewig. Werd erfreut! Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, der Tilger deiner Sünden; mit dem, durch den du selig bist, muß sich dein Herz verbinden. 12. Hilf, Heiland, daß ich für und für den Geist so hoch erhebe, und daß ich jetzt und ewig dir gehöre, denk und lebe. ( Ehrenfried Liebich.) In eigner Melodie. 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab 846. in der Grd ſein Ruh, bis sich der jüngst' Tag naht herzu. 7. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk. 8. Wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir:„ Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual, die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib. H err Jesu Christ, wahr'r Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir dein's Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod. 830 Von der Zubereitung mein Wort hält und gläubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht, und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit Nichten er drum gar verdirbt; 10. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewiglich!" Dazu hilf uns ja gnädiglich! Ach Herr vergib all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld; 12. Bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. ( Paul Eber.) zu der Ewigkeit. 2. Unaussprechlich schnell entfliehen die uns zugezählten Stunden. Eh mans denkt, sind sie dahin und auf ewig uns verschwunden. Niemals fehrt ein Augenblick, uns zum Heil davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du hier uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis noch die Stunden auszukaufen, die zu meiner Seligfeit deine Gnade mir verleiht. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 847. S err, ich hab aus deiner Treu, mir zum Heil noch Zeit in Händen. Gib doch, daß ich sorgsam sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott, nicht vergebens! Ach vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 6. Laß mich meine Bes serung für mein Hauptge= schäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 831 wohl dem, der Haus und Herz bestellt. Denn ewigs Glück und Ungelück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand, wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten ſei und dem Nächsten nüßlich werde; und, ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! hile ( Sam. Diterich.) 848. Jich und mein anders werden, als es am sta 5. Es kann vor Abends Mel. Wer weiß wie nahe. sterbe Morgen mit mir war: den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. Leben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich wohl morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zum Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab; der alte Bund schließt Keinen aus, mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Todten; 6. Ein einzger Schlag kann Alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen:, Herr, ich 832 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. befehl dir meinen Geist!" Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. in tan 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr, als ich. Wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. 6. Insonderheit, wenn etwa ich aus Schwachheit würd in Sünden mich vertiefen, so reiß mich nicht hin, eh ich ein rechter Büßer bin. 7. Bewahre mir, Herr, ( Benj. Schmolck.) Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 849. Mein frommer den Verstand, wenn zu mir Gott, ich weiß es wohl, daß ich wie Andre sterben soll, weil ich am Leibe, Muth und Sinn, wie andre Menschen sündlich bin. naht des Todes Hand, und du mich forderst weg von hier, daß ich mich mag befehlen dir. 8. Gib, daß in letter Todespein rechtschaffne Beter um mich sein, die mir im Kampfe fort und fort zurufen Trost aus deinem Wort. 9. Herr, steure dann dem bösen Feind, wenn er durch 2. Drum gib mir die Gedanken ein, daß ich stets möge munter sein, wenn Todesnoth auf mich einfällt und mit mir eilet aus der Welt. 3. Gib, daß in mir die Glaubenskraft fest bleib und ich die Ritterschaft des Geistes führe, wie dein Rath im heilgen Wort geboten hat. 4. Du frommer Gott, darf ich von dir es bitten, so wend ab von mir den unvermuthlich schnellen Tod und gar zu herbe Sterbensnoth. 5. Gib mir, mein Gott, zum Beten Zeit, daß ich zum Tode sei bereit, denn wie allhier ein Jeder fällt, ſo steht er auf in jener Welt. Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 833 besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. sein Anfechtung meint zu brechen meines Glaubens Schild, ohn welchen nicht mein Beten gilt. 10. Und wenn du meine Seel und Geist im letzten Kampf abscheiden heißt, dann sende mir dein' Engel zu, die mich hinbringen zu der Ruh. 11. Herr Jesu, zeichne du mich dann mit deinem Blute um und an, daß kein Würgengel seine Macht an mir vollend in dieser Schlacht. 12. Und du, Gott Vater, nimm mich hin in deine Hände, weil ich bin erlöset durch dein's Sohnes Tod, der mein Theil ist in aller Noth. 13. Reiß mich aus aller Angst und Bein und räum das Paradies mir ein, woſelbst mit deiner Heilgen Schaar ich dich will preisen immerdar. ( Andr. Heinr. Buchholz.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 850. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe: ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann ja leichtverblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil dem Einen wird das Scheider Tod viel Wege hält; Andrer sanfte fällt. Doch den herbe, wenn sonst ein wie du willst, gib, daß dabei mein Endenur vernünftig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mein Grab bedeckt, doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich leicht ein Stellchen ein, die Erd ist allenthalben dein. ein Gott, ich 5. Nun, liebster Gott, wenn ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, den ich mit Christi Blute färbe. Und hab ich den im Grabe hier, so gilt mirs gleich und 53 834 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ,, Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe." Er, der rief: ,, Es ist vollbracht!" nahm dem Tode seine Macht. Hog 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebeinversenken; sprich: ,, Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag." dieses* 852. H 852. He willst, so ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Aus tiefer Noth. wie err, du schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst, wie du willst; gib nur Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. ( Benj. Schmold.) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. eine Lebens851. Mei zeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinenTod, säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses* Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 835 einen Fremdling werden, da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, und gib mir hier und dorte, was mir dienet zur Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Einst, wenn es dein Willefordert, wird meinreger Leib zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des kalten Todes Raub. So wie Frühlings- Blumen welfen, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst Mel. Alle Menschen müssensterben. 853. Noch bin ich bein verklärt. Des verweſten Körpers bleiben wahro Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl, daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich; läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch, werd ich viel Jahre zählen, oder ruft ein naherTod mich zu banger Sterbensnoth? lich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub; neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: ,, Es werde!" rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmliſchen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 53* 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen.( Casp. Melissander.) 2. Herr, du weißts, du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt; früher noch, als du auf Erden mich ließst 836 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 6. Hör, o Seele, einst sind, die noch vor wenig Zeit mit Freuden jenen Ruf: bei uns stolzirten voller ,, Das Grab ist da!" Denn Freud? Sie sind dahin, all das Ende deiner Leiden ist ihre Hab ist Nichts denn mit ihm zugleich dir nah; der, Staub und Asch im Grab. der deinen Tod bezwungen, 3. Hieran gedenk, o Men= hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. schenkind, bedenke, was sie worden sind; sie waren Menschen, gleich wie du, die meiste Zeit sie brachten zu in Wollust, aber ach wie schnell sind sie gefahren zu der Höll. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst und an Gottes Gnadenbunde ewgen Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen, laß vielmehr darauf mich freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 4. Hier wird ihr Leib der Würmer Kost, die Seel dort leidet Hiß und Frost, bis sie der Herr am jüngsten Tag zusammen bringen wird mit Klag und stürzen in das Schwefelfeur zu allen Teufeln ungeheur. ( Christoph Christian Sturm.) Mel. Vater unser im Himmelreich. 5. Denn weil sie hier 854.* Mensch be- mit Ueppigkeit gedient dem D denke stets dein End, der Tod doch Leib und Seele trennt, gehorche Gott und dich bekehr, mit Sünden nicht dein Herz beschwer. Hier bleibst du nicht, du mußt davon, wie du hier lebst, ist dort dein Lohn. Satan haben beid', an ihre Buße nie gedacht und an die finstre Todesnacht, so ists auch recht, daß sie zugleich dort leiden Qual in's Teufels Reich. 2. Wo sind die Kinder dieser Welt mit ihrer Wollust, Pracht und Geld? Wo 6. Was hilft ihn'n nun ihr Ehr und Gut, ihr Wollust, Macht und Uebermuth? Wo ist ihr Lachen, Spiel und Scherz? Wo ist ihr Stolz Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. und freches Herz? Dies Alles ist in lauter Pein verwandelt, der kein Ziel wird sein. 7. Was Gott an ihnen hat gethan, bezeugt, daß er auch solches kann an dir erweisen; du bist Erd, trittst Erd, und wirst von Erd ge= nährt; zu Erden wirst du nach dem Tod auch werden, gleich wie Mott und Koth. 8. Merk und behalt dies, was ich sag, vergiß nicht deinen Todestag; wie schnell er brechen wird herein, vielleicht möcht es noch heute sein. Der Tod mit dir macht keinen Bund; wie, wenn er käm jetzt diese Stund? 9. Gewiß ists, daß du sterben mußt; wann, wie und wo, ist unbewußt. An allem Ort, all Augenblick wirft aus der Tod sein Netz und Strick. Bist du nun flug, so sei bereit, und warte sein zu jeder Zeit. 837 Er straft die Sünd, er straft dort, wie er dich hier findt. mi 11. Denn wer die Welt mehr liebt, als Gott, mit Frömmigkeit nur treibt ein'n Spott, lebt täglich, wie der reiche Mann, in Völlerei, aufs Best er kann: dem Teufel dient er auf der Erd, wird mit ihm gleicher Straf gewährt. 12. O Jesu Christe, der du mich aus Finsterniß so gnädiglich berufen hast zu deinem Licht, hilf, daß ich mich gleich stelle nicht dem Wesen dieser argen Welt, die ganz mit Bosheit ist vergällt. wirst du in Bosheit fahren fort, so fährest du zur Höllenpfort. Gott ist gerecht. 13. Verleih, daß ich aus aller Macht die Welt mit ihrer Lust veracht und trachte stets nach deinem Reich, wo ich werd sein den Engeln gleich und man dein außerwählte Kind in höchster Freud beisammen findt. ( Joh. Heermann.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. 10. Trau nicht auf deinen stolzen Leib, das Sün- 855. Menfch, ge= denrad nicht weiter treib; denk ans Ende, willst du nichts Uebels thun, der Tod bringt oft behende das allerleßte Nun, 838 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. an einem Augenblicke hangt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh. 2. O Mensch gedenk ans Ende, wer weiß, ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eigen Leben dich nicht verklagen kann. 3. O Mensch gedenk ans Ende, stirb stets den Sünden ab; gib dich in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab; sei fertig alle Stunden, halt dich an Christi Blut; stirbst du in Jesu Wunden, so ist dein Ende gut. ( Benj. Schmolck.) an, als Müh und Noth ge= wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zuge= bracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Bliz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, obichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt angutem Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der Vater Abraham, eh als ihm sein Vergnügen und rechte Wohnstatt Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch bin ein * 856. 3 Saft auf fam. Gast Erden, und hab hier keinen 5. Wie manche schwere Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis' ich aus und abe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend Bürde trug Isaak, sein Sohn. Und Jakob, dessen Würde stieg bis zum Himmelsthron: wie mußte der sich plagen; inwas für Weh undSchmerz, in was für Furcht und Za= gen sank oft sein armes Herz! 6. Die frommen heilgen Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 839 durchgangen, daß ichs faft müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Lust, die meinem Geiſt gefalle, das Meist ist eitel Wust. Seelen, die gingen fort und fort und änderten mit Qnälen den erstbewohnten Ort; ste zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben, als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten ſein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in dieſem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle MaBen mein Vater trösten wird. 9. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in ſeinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdem's ihm wohlgefällt. 10. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel, ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und, was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 12. Wo ich bisher geſessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 13. Duaber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht; ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst Andern leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als 840 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. ( Paul Gerhard.) gedenk doch meiner und halte bei mir redlich aus, laß allzeit mich genießen deiner und reiß aus aller Noth mich raus, denn ich will hab'n in diesem Nun mit Niemand als mit dir zu thun. absterben Mel. Wer weiß wie nahe mir. 5. Laß mich 857.* Meil nichts meinen Sünden durch stete gemeiner ist als Sterben und bald vielleicht die Reih an mir, so will ich mich in Zeit bewerben um einrecht seligs Sterben hier; ich will erst sterben, eh ich sterb, daß ich im Tode nicht verderb. Reu und wahre Buß, im Glauben mich mit dir verbinden, und lernen, daß ich sterben muß, damit ich mich all Augenblick zu einem ſelgen Sterben schick. thi 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, Herr, meine Seel, dein Eigenthum. Das Deine mag ich nicht entwenden, es bleibe dein zu deinem Ruhm, gib du nur selber Achtung drauf, Herr Jesu, meinen Geist nimm auf. 17. Bereite mich von Auß'n und Innen, wie du mich selber haben willt, den Glauben mehr', hilf meinen Sinnen, und sei für mich stets Sonn und Schild, die Sünde tilg, dem Satan wehr, und zeig dich mir mit deinem Heer. 2. Weil aberdies ist eine Sache, die nicht in Menschenkräftensteht, so weiß ich, wie ichs flüglich mache, daß mein Vorhaben doch fortgeht; ich laufe grade zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen fann. 3. Das ist mein Jesus, der sein Leben für meines hat geopfert auf, mir sein Verdienst zumTrost gegeben, ſein Blut zu meiner Seelen Kauf und mir durch seine Todesnoth erworben einen felgen Tod. 14. Ach, liebster Schaß, 8. Ich bitt mir aus dein' heilge Wunden zur Ruh, Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 841 dein Wort zur Arzenei, dein's darf mich nicht im Tod erst Leidens Kraft zur letzten kränken die allzu lang gesparte Stunden, dein Vaterherz, des Buß. Mein Gott, ich bitt 2c. Trösters Treu, dein Blut zur Kron und Sterbekleid, zu leßt zum Grabe deine Seit. 9. Auf diese Weise mag ich sterben in Kurzem oder über Lang, mir ist als einem Himmelserben und GottesKinde gar nicht bang. Die Gotteslieb, das Jesusblut machts schon mit meinem Ende gut.( Christ. Weise.) 198 du In eigner Melodie. 858. W er weiß wie nahe mir mein Ende, hin geht die Zeit, her kommt der Tod! Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Abend anders werden, als es am frühen Morgen war; wie bald verwechselt sich auf Erden das Leben mit der Todtenbahr, mein Gott, ich bittzc. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und daß ich einstens sterben muß, so 4. Laß mich bei Zeitmein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und seufze stets in allen Fällen: ,, Herr, wie du willst, so schicks mit mir." Mein Gott, ich bitt 2c. 5. Mach mir stets zuckersüß den Himmel, und gallenbitter diese Welt, gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit ſei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt zc. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit Christi Blut und Wunden zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort die längst gewünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt 2c. 7. Ach mache mir den Himmel süße, und desto bittrer diese Welt, damit ich ihre Lust nicht büße, wenn dein Gericht das Urtheil fällt. Mein Gott ich bitt 2c. 8. Nichts ist, das mich von Jesuscheide, es sei gleich Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Gott, mein Alles in der Noth. Mein Gott ich bitt 2c. Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 842 19. Ich habe Jesum angezogen schon längstens in der heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Mein Gott ich bitt 2c. 10. Ich habe JesuFleisch gegessen, sein Blut hab ich getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott ich bitt 2c. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in Deinen Sorgen, gesetzt, daß Noth und Tod mich drückt. Mein Gott ich bitt 2c. 12. Ich leb indessen ganz vergnüget, und sterb ohn alle Kümmerniß; es komme nun, wie Gott es füget, so glaub ich doch und bin gewiß, daß durch dein Gnad und Christi Blut, meinleßtes Ende werde gut. ( Nach Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt). verweilt, so fliegt deine Lebenszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm die Stunden wohl in Acht! Wirke Gutes, denn die Nacht, wo man Nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 3. Heut ist noch der Tag des Heils, frei die Wahl des besten Theils. Stell dich dieser Welt nicht gleich, werd an guten Werken reich. 4. Wenn du dieſe Zeit versäumst und in sichrer Ruh verträumst, und verschwendst sie liederlich, weh dir, naht dein Ende sich. 5. Ach es folgt ein schwer Gericht, wenn du dich bekehrest nicht, und die schärfste Rechenschaft, wenn der Tod dich hingerafft. 6. Gott, du meines Lebens Herr, hilf mir, daß ich Sterblicher, stets gedenk in dieser Zeit an die nahe Ewigfeit. Mel. Nun komm der Heiden. 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Sünde mehr 859, Wie ein Strom entreißt, bringt mir ewigen vorüber eilt, wie ein Pfeil, schnell, unGewinn, wenn sie längstens ist dahin. Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 843 Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht:„ Ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod." Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 8. Jede Stunde, da ich hier Glauben halte und vor dir christlich wandle, bringt mir dort ewig Segen fort und fort. 9. Dieser Nuß der Lebenszeit wecke mich zur Munterkeit, daß ich alle Trägheit scheu, und mein Glaube thätig ſei. 10. Steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich dir, mein Jeſu, treu, dir zum Preis und mir zum Glück brauche jeden Augenblick. 11. Dann geh ich aus dieser Zeit freudig in die Ewigkeit, finde da vor deinem Thron meines Glaubens Gnadenlohn. 6. Drum da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, Mel. Nun laßt uns den Leib. 860. Wie ficher lebt ob er durch Liebe thätig iſt. Mensch, 7. Ein Seufzer in der lezten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. der Staub, sein Leben ist ein fallend Laub; und den noch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb ✔ Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 844 erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe ſtets nach ihr,* 861. Fr, ein Werk von als dir. 10. Der Ruf des Lebens, da du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner TageRechenschaft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein, und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tods- Erinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! Drück ſelbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in ihm ſei; einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf:„ Es ist vollbracht." ilib ( Chr. Fürchteg. Gellert.) Mel. Von Gott will ich nicht. Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei, es ist gefährlich ſte= hen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge= reuen der schmale Pilgrimspfad, wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem; ein Jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte steif nach Jerusalem. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh, und 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid, es soll noch besser gehen zur Abgeschieden= heit; nein, Kinder, seid nicht bang, verachtet tausend Wel= ten, ihr Locken und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Gehts der Natur entgegen, so gehts gerad und fein; die Fleisch und Sinnen pflegen, noch schlechte Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. 845 der Menge und manches Kreuze trägt: es ist doch nur ein Weg; laß sein! Wir ge= hen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. Pilger sein. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden, laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahr- 9. Was wir hier hörn und lich leer; viel ſammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich todt: wir reisen abgeschieden, mit Wenigem zufrieden, wir brauchens nur zur Noth. sehen, das hörn und sehn wir kaum; wir lassens da und gehen, es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein, mit Gott muß unser Handel, im Himmel unſer Wandel und Herz und Alles sein. 6. Schmückt euer Herz aufs Beste, sonst weder Leib und Haus; wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 7. Laßt uns nicht viel besehen das Kinderspiel am Weg; durch Säumen und durch Stehen wird man verstrickt und träg. Es geht uns all nicht an; nur fort, durch Dick und Dünne, kehrt ein die leichten Sinne, es ist so bald gethan./dm 8. Ist gleich der Weg was enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in 10. Wir wandeln eingekehret, veracht't und unbekannt, man siehet, kennt und höret uns kaum im fremden Land; und höret man uns ja, so höret man uns singen von unsern großen Dingen, die auf uns warten da. 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit, er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt; er will uns machen Muth, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 12. Ein Jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern; schaut auf die Feuer 846 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. säule, die Gegenwart des Herrn. Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe winket und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. bud 13. Des süßen Lammes Wesen wird uns da eingedrückt, man kanns am Wandel lesen, wie findlich, wie gebückt, wie sanft, gerad und still die Lämmer vor sich sehen und ohne Forschen gehen ſo, wie ihr Führer will. 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, Eins freuet sich am Andern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel uns begleiten als unfre Brüderlein. 15. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe Allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an, ein Jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gar der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 16. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg fürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Muth, ach nur ein wenig treuer, vor allen Dingen freier ge= wandt zum ewgen Gut! 17. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus: da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zumVater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 18. Drauf wollen wirs. denn wagen, es ist wohl wagenswerth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert: Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigfeiten: es soll nur Jesus sein. 19. D Freund, den wir erlesen, o allvergnügend Gut, o ewig- bleibend Wesen, wie reizest du den Muth! Wir freuen uns in dir, du unfre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! ( Gerhard Tersteegen.) Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. Mel. Ich hab mein Sach. 862.Mie ie fleugt dahinder Men= schen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit; wie Wenig' denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund!. 192. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichteswerther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht, und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 847 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. 4. So lang ich in der Hütten wohn, ei, lehre mich, o Gottes Sohn; gib, daß ich zähle meine Tag, und munter wach, daß, eh ich sterbe, sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh, und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. ( Joachim Neander.) 3. Nur du Jehovah, bleiMel. Ermuntre dich mein. best mir das, was du bist, ich 863. Wie ungewiß traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. ist, Herr, das Ziel der Wallfahrt auf der Erde? Ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht, du weißts allein. Ich kann vielleicht der Nächste fein, vom abgekürzten Leben ein Beiſpiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug, als Andre, die an Jahren und Munterfeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? Wie Manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des 848 Von der Zubereitung zu der Ewigkeit. Todes Boten, sein nahes Ende drohten. fut un 3. Wenn ich die GottesAecker seh, und Alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu Nichts gemacht: so würd ich oft mit Schrecken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von seinem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. SUT 5. Erinnre mich ans große Ziel, wozu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Welt lust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt, noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken, und Todesfurcht erwecken. • 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth, als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, Nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo, und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohlgeschickt von hinnen werde weggerückt, und allzu schweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erquicken. Dann nimm, Herr, nach voll Sterbe- Lieder. 849 brachtem Lauf den Geist nen wird neugebaut erscheiaus dieser Hütte auf, die nen. einst im Reich der Dei-( Nach Friedr. Rud. Ludwig Freiherr von Canik.) XXXIX. Sterbe- Lieder. In eigner Melodie. lein bald vergehet, wenn 864. 2 wie nichtig, ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! ach wie flüchtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, fehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage; wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, ſo fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Freude; wie sie wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne, wie ein Blüm5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke; der sich wie ein Löw erwiesen, überworfen mit den Riesen, den wirft eine kleine Drüſen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Men= schen Glücke; wie sich eine Kugel drehet, die bald da bald dorten stehet, so ist unser Glücke, fehet! 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre; über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Wiffen; der das Wort 54 Sterbe- Lieder. 850 kann prächtig führen und Gott fürcht't, wird ewig ste= vernünftig diskuriren, muß bald allen Wiß verlieren. hen. ( Michael Frank.)( 9. Ach wie nichtig, ach In eigner Melodie. wie flüchtig ist der Men= 865.2llenthalben, wo ich gehe, size, schen Dichten; der so Kunst hat liebgewonnen, und manch schönes Werk ersonnen, wird zuletzt vom Tod erronnen. liege oder stehe, sehn ich mich nach Jesu Christ, der für mich gestorben ist. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße; es kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu Boden gehen. 2. Von der bösen Welt zu scheiden, nach so vielem Kreuz und Leiden, wenn es ihm gefällig ist, bin ich fertig und gerüst't. 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Men schen Herrschen; der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab erniedrigt liegen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen; der im Purpur hoch vermessen ist, gleich wie ein Gott, gesessen, des sen wird im Tod vergessen. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, Alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer 3. Wenn ich werde mit ihm leben, herrschen und in Freuden schweben; o wie se= lig werd ich sein bei den lieben Engelein. 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird verneuen, und in Himmel führen ein prächtig, stets bei ihm zu ſein. 5. Zung und Herze wird da klingen, und dem Herren Jesu singen, ewig werd ich stimmen ein, mit den lieben Engelein. 6. Besser Leben werd ich finden, ohne Tod und ohne Sünden. O wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein!( Ahasverus Fritsch.) Sterbe= Lieder. 851 Mel. Nun komm der Heiden. 8. Nunmehr hab ich aus866. Aus der Tiefen geruft, Jesus kommet, machet rufe ich, Herr, zu dir, erhöre mich! Deine Ohren gnädig leih, merk die flehend Stimm dabei. Luft! Seele, schwing dich in die Höh, sage zu der Welt: Ade! ( George Christoph Schwämlein.) Mel. Herzlich thut mich. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Sünden gehen über mich: 867.Bedente Mensch das willst du rechten, Herr, mit mir, so besteh ich nicht vor dir. bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: der heut ist frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 3. Aus der Tiefen rufe ich: will denn Niemand hören mich? Ach, so höre, Jesu mein, du wirst ja der Helfer sein. 4. Aus der Tiefen rufe ich, ach schon lang erbärmiglich; Kreuz und Leiden halten an, Jesus mich draus retten kann. 5. Aus der Tiefen rufe ich, warum, Jesu, läßt du mich? Ich harr', warte, seufze ach! bis zur andern Morgenwach. 6. Aus der Tiefen rufe ich, Jesu Gnade tröstet mich; ob es mir gleich gehet hart, ich doch der Erlösung wart. 7. Aus der Tiefen rufe ich, Jesus wird erlösen mich. Jesus machet, daß ich rein werd von allen Sünden sein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke dein Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein Jeder dran, und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, 54* Sterbe- Lieder. 852 damit dich Nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt, dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze ſei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten, und täglich sterben mag; im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei.( Benj. Schmolck.) In eigner Melodie. 868. Chriftus Chriftus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, durch sein' heilig fünf Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mein Herz und Gedanken vergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Nath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kleben, wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben, in himmelischer Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne fing ich Lob, Ehr und Preis, Gott Vater und dem Sohne, und dem heiligen Geist. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Chrift, dem Bru- 869. D Mel. Wer weiß, wie nahe mir. as Grab ist der mein, auf daß ich zu ihm da, hier steht komme und ewig bei ihm sei. mein Bette, da ich den Tod Sterbe= Lieder. umarmen soll. Ach, wer sich gut gebettet hätte, der schliefe sanft und ruhte wohl. Man denket gar zu wenig dran, daß man so leichtlich sterben kann. 2. Das Grab ist da, so heißt es immer, wir gehen ein, wir gehen aus, die Welt ist wohl ein schönes Zimmer, doch aber ein geborgtes Haus; bequemt man sich am besten hier, so weiset uns der Tod die Thür. 3. Das Grab ist da, oft bei der Wiegen; wie manches Kind grüßt kaum die Welt, so muß es schon im Sarge liegen, dieweil der Tod nicht Ordnung hält, und Alles ohn Erbarmen bricht, die Frucht sei zeitig oder nicht. 4. Das Grab ist da; die besten Jahre sind auch des blaffen Todes Raub, der wirft den Stärksten auf die Bahre, und legt den Schönsten in den Staub; ein jeder Schritt, den man vollbracht, naht sich mit uns zur Grabesnacht.. 5. Das Grab ist da; so bald wir älter, so gehn wir 853 auf den Friedhof zu, die Glieder werden immer fälter und sehnen sich selbst nach der Ruh; denn Sterben ist der feste Schluß, der Junge kann, der Alte muß. 6. Das Grab ist da; was soll ich wähnen, daß es noch ferne von mir sei? Denn man begräbt ja den und jenen, und Jeder muß an diese Reih; wie Manchen legt man auf die Bahr, der jünger und gesünder war. 7. Das Grab ist da; ich will mit Buße dahin stets meine Wallfahrt thun; ich falle dir, mein Gott, zu Fuße, ach laß mich nicht in Sünden ruhn. Wer Sünde mit sich nimmt ins Grab, stirbt dir und auch dem Himmel ab. 8. Das Grab ist da; wo michs soll laben, so muß ich auch im Glauben mich in meines Jesu Wunden graben; mein Heiland, ich umfasse dich, denn du bist meines Todes Tod, steh bei mir in der letzten Noth. 9. Das Grab ist da; mein kurzes Leben soll künftig desto frömmer sein, und nicht nach Sterbe= Lieder. 854 Pracht und Reichthum streben, das ist ein kahler Leichenstein. Die Grabschrift, die die Tugend gräbt, macht, daß man auch im Tode lebt. 10. Das Grab ist da; kein Weltgetümmelstört mich bei dem Gedanken nicht: ,, Je näher Grab, je näher Himmel." Wer weiß, wie bald mein Herze bricht, und doch erschreck ich nicht dafür. Das Grab wird mir zur Himmelsthür. 11. Das Grab ist da; ich steh vielleichte mit einem Fuß darinnen schon; wie, wenn ichs heute noch erreichte? die Zeit eilt flügelschnell davon; doch bin ich immerdar bereit, das Grab sei nahe oder weit. 12. Das Grab ist da; weg Eitelkeiten, bei euch vergißt man nur das Grab; ich will mich täglich so bereiten, daß ich den Tod vor Augen hab. Ich bin ein Mensch, so heißt es ja: das Grab ist da, das Grab ist da! ( Benj. Schmolck.) Mel. Wachet auf, ruft uns. 870.De er Tod führet uns zum Leben; seid fröhlich, die ihr Gott ergeben! Der Tod ist todt und ferne hin. Sein Stachel gehet ins Verwe= sen, der Leib steht auf und wird genesen, der Christen Tod ist ihr Gewinn. Was ist es, das hier stirbt? Die Sünde nur verdirbt. Hochgelobet sei unser Gott in Todesnoth, weil uns kein Tod mehr ist der Tod. 2. Der Feind ist nun überwunden, der Strick zerreißt, der uns gebunden, wir sind von allem Jammer los. Nun schaut die Seele ins Unendlich, und Gott wird ihr als Gott recht kenntlich, der in der Majestät ist groß. Seht, wie die Seel geziert, wie hoch sie triumphirt. Viktoria! ruft sie durch Gott. Was ist der Tod? Der Tod ist Nichtes, als ein Spott. 3. Sollte uns der Tod anfechten, da Jesus sitzt zu Gottes Rechten, der von dem Tod erstanden ist? Der Herr kann jeßund nicht mehr sterben, kein Glied kann von dem Leib verderben. Ich bin sein Glied, ein wahrer Christ. Darum ist mir der Tod ein Sterbe- Lieder. rechter Freudenbot. Erlöste Seel, du wirst jetzund in Gottes Bund vom Elend los und recht gesund. 4. Wohlauf, da du sollst hintreten vor Gottes Stuhl und den anbeten, der heilig, heilig, heilig heißt! Dein Jesus trägt dich mit Erbarmen, und nimmt dich fröh- lich auf die Arme, daß er erquicke deinen Geist. Der Tod ist mir und dir die rechte Lebensthür; Gott öffnet sie. Herrlichkeit, in Gott erfreut, sing ich ihm Dank in Ewigkeit.( Peter Lackmann.) 855 ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt; dann hilf uns in der Todesnoth, Herr unser Gott, ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, in deine 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklommne Herz, daß es auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth, in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh. In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. Mel. Ich hab mein Sach. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig 871. Dein find wir, uns den Himmel dann von Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht. Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? C 8. O sei uns dann nicht fürchterlich, erbarme, Vater, unser dich. Wenn unser Ange sterbend bricht, leucht uns 856 Sterbe- Lieder. dein Licht, so fehlt uns Trost. Wellen und durch Wind und im Tode nicht. ( Friedr. Gottl. Klopstock.) Klippen gehn, ihren Handel zu bestellen und da Sturm und Noth ausstehn; ich will meine Glaubens- Flügel schwingen an die Sternen. Hügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönstes Jesulein. In eigner Melodie. 872.D% u, o schönes Weltgebäude, magst gefallen, wem du willt; deine scheinbarliche Freude ist mit lauter Angst umhüllt! Denen, die den Himmel has sen, will ich ihre Weltlust lassen; mich verlangt nach dir allein, allerschönstes Je fulein. 2. Müde, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt; daß sie nach so vielen Lasten können sanft und süße rasten; mein Wunsch ist, bei dir zu sein, allerschönstes Jesulein. 3. Ach möcht ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt, allerliebster Schatz, erwarmen, so wollt ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegraben, nicht für dies Ergögung haben, wenn ich könnte bei dir sein, allerschönstes Jesulein. 4. Andre mögen durch die 5. Tausendmal pfleg ich zu sagen und noch tauſendmal dazu: Ach würd ich ins Grab getragen, ei so käm ich ja zur Ruh, und mein bestes Theil das würde, frei von dieser Leibes- Bürde, je und ewig um dich sein, allerschönstes Jefulein. 6. Komm, o Tod, du Schlafes- Bruder, komm und führe mich nur fort! Löſe meines Schiffleins Ruder, bringe mich in sichern Port; es mag, wer da will, dich scheuen, du kannst mich vielmehr erfreuen, denn durch dich komm ich herein zu dem schönsten Jeſulein. 7. Ach, daß ich den LeibesKerker heute noch verlassen müßt und fäm an den Sternen- Erker, wo das Haus der Freuden ist! Da wollt ich mit Wortgepränge bei der Sterbe- Lieder. Engel großen Menge rühmen deinen Gottheit- Schein, allerschönstes Jefulein! 8. Doch weil ich die Seelen- Auen und den güldnen Himmels- Saaljeztnicht kann nach Wünschen schauen und muß hier im ThränenThal noch am Kummerfaden spinnen, ei so sollen meine Sinnen unterdeß doch bei dir sein, allerschönstes Jesulein. ( Joh. Franck.) In eigner Melodie. 873.³ es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemählich reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach ſeinem Gotte sehnet, der täglich flagt und nächtlich thränet: Es ist genug. 857 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, Gott, wie hart ist dieſe Last! Ich schwemme manche Nacht mein hartes Lager durch mit Thränen. lang, wie lange muß ich sehnen! Wann ists genug? Wie 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will; er kennet ja mein Herz, ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt, nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins HimmelsHaus, ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! ( Franz Joachim Burmeister.) 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; des Adams Apfelgier, das Sündengift hat mich zu sehr erMel. Nun ruhen alle Wälder. stickt, nichts Gutes wohnt in* 874. Dein Wort, mir; was kläglich mich von Gotte trennet, was kläglich mich beflecket nennet, deß ist genug. Herr, geschehen, zur Heimath soll ich gehen, so führe mich dahin. Geh mit, ich will dich Sterbe- Lieder. 858 fassen; ich werde dich nicht lassen, bis ich von dir geſegnet bin. an dich; so läßt du mirs gelingen, auch durch den Tod zu dringen, da ſegnest du mich ewiglich. ( Phil. Friedr. Hiller.) 2. Willst du mit mir noch ringen, bis du mich heim wirst bringen, so ringst du nicht als Feind. Mit Weinen Mel. O Jesu Christ, meins. und mit Bitten wird leicht# 875. 2 ch, mein mit dir gestritten; du segnest, wenns genug geweint. 3. So sieh denn meine Thränen und sprich mir unter denen auch deinen Segen ein. Ich werde dich nicht lassen; gib Kraft, dich fest zu fassen. Wer dich hält, wird gesegnet sein. 4. Du warst ja für die Deinen auch selbst versucht im Weinen, im Blutschweiß rangest du; daher kanns uns gelingen, im Flehn mit Gott zu ringen; du führst auch weinend Himmel zu. 5. Ach, segne mich mit Leben, mit Gnade, mit Vergeben, mit Gut, das ewig freut, mit Glaubenstrost, mit Lieben, mit Hoffnung und mit Trieben, von deinem Geist der Herrlichkeit. 16. Auch wenn ich soll erblassen, will ich dich doch nicht lassen, ich halte mich herzliebstes Jefulein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Ist doch in diesem Jammerthal Angst, Noth und Trübsal überall. 2. B'scher mir ein seligs Stündelein, daß ich fein sanft mög schlafen ein und mit den lieben Engelein anschaun das lieblich Ang'sicht dein. 3. Dein Will gescheh, Herr Jesu Christ, der allezeit der beste ist; wer an dich glaubt auf dieser Erd'n, der soll gewißlich selig werd'n. 4. Wenn mir gleich Leib und Seel verschmacht't, Nichts mehr versteh oder betracht, so bist du doch meins Herzens Trost, Herr Jesu, der du mich erlöst. 5. Ich werd nicht sterben, sondern leb'n, dem Herren Christ Lob und Preis geb'n. Herr Jesu Christ, in deine 859 ich sterben getroft mit Fried und Freudigkeit; in ſeinem Blute will ich färben mein allerschönstes Hochzeitskleid. Mein Jesus ist mein Trost allein; auf Jesum leb und schlaf ich ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben; in seinen Wunden stirbt sichs gut. Er läßt mich nimmermehr verderben; ich senke tief mich in sein Blut. Mein Jesus ist mein Trost allein; auf Jesum leb und schlaf ich ein. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben; in seine Seite schließ ich mich, das Paradies heut zu ererben; brich immerhin, mein Herze, brich! Mein Herz und Schaß soll Jesus sein; auf Jeſum leb und schlaf ich ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben; er bleibt, wenn Alles mich verläßt, weil er mit Blut mich wollen werben, steh ich bei ſeiner Fahne fest. Sein Kreuz ist mein Panier allein; auf Jesum leb und schlaf ich ein. 5. Auf meinen Jesum Mel. Wer weiß, wie nahe mir. * 876.Auf meinen will ich sterben. Wenn mir Interes Jesum will vergeht der Augen Licht, wenn Sterbe= Lieder. Händ b'fehl ich mein Seel am legten End. 6. Du bist meins Lebens Kraft und Sinn; Sterben in Gott ist mein Gewinn. Ich werd wohl fein sanft schlafen ein, beim Herren Christo ewig sein. 7. Er hat die Stätt mir ſelbst bereit't in der ewigen Seligkeit, da unsre lieben Eltern sind und alle beilgen Gotteskind. 8. Er hat geber't: O Vater mein, laß meine Gläubgen bei mir sein, auf daß sie meine Herrlichkeit anschauen in der Ewigkeit. 9. Ade, du arge böse Welt, das Himmelreich ist mir bestellt. Fahr hin, du elends Jammerthal, dein acht ich nichts mehr überall. 10. Gott Vater in dem höchsten Thron, auch Christ sein'm allerliebsten Sohn, dem Tröster, dem heiligen Geist sei gesagt immer Lob und Preis. ( 3. Herm. Schein.) Sterbe= Lieder. 860 Mund und Lippen sich verfärben und wenn mein Herz im Leibe bricht: soll Jesus Heil und Leben sein. Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben; ach Jesu, hilf in letzter Noth! Laß mich das beste Theil ererben, verfüße mir den bittern Tod! Dein Blut soll mir das Leben sein. So leb und schlaf ich selig ein. ( Salomo Franc.) Mel. Machs mit mir, Gott. 877.5 err, du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht. Dies stärket meine Zuversicht. Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht, wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht. Dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. ( Christ. Christoph Sturm.) Mel. Es ist gewißlich an der. 878. 878.* H err Jeſu Christ, ich 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen. Dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die weiß gar wohl, daß ich einmal Sterbe= Lieder. muß sterben; wann aber das geschehen soll und wie ich werd verderben dem Leibe nach, das weiß ich nicht, es steht allein in dein'm Gericht, du siehst mein letztes Ende. 2. Und weil ich denn, wie dir bewußt, durch deines Geistes Gabe, an dir allein die beste Luft in meinem Herzen habe und g'wißlich glaub, daß du allein mich habst von Sünd gewaschen rein und mir dein Reich erworben; 3. So bitt ich Jesu Christ, halt mich bei den Gedanken, und laß mich ja zu keiner Frist von dieser zu keiner Frist von dieser Meinung wanken, sondern dabei verharren fest, bis daß die Seel aus ihrem Nest wird in den Himmel fahren. 4. Kanns sein, so gib durch deine Hand mir ein vernünftig Ende, daß ich mein Seel fein mit Verstand befehl in deine Hände, und so im Glauben sanft und froh auf meinem Bettlein oder Stroh aus diesem Elend fahre. 5. Wo du mich aber in dem Feld durch Raub auf 861 fremder Grenze, in Wassersnoth, Hiß oder Kält oder durch Pestilenze nach deinem Rath wolltst nehmen hin, so richt mich, Herr, nach meinem Sinn, den ich im Leben führe. 6. Wo aber ich aus Schwachheit groß mich nicht rechtschaffen hätte, ging etwa oder läge blos und unbescheiden red'te; so laß michs, Herr, entgelten nicht, weils wider mein Bewußt geschicht und mich nicht kann befinnen. 7. O Herr, gib mir in Todespein ein säuberlich Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein fein sanft gebrochen werde und wie ein Licht ohn übrig Weh auf dein du für mich vergossen. unschuldig Blut vergeh, das 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben und gläuben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich wie ich wolle. 9. Derhalben ich in meinem Sinn mich dir thu ganz Sterbe- Lieder. 862 ergeben; denn sieh, der Tod ist mein Gewinn, du aber bist mein Leben und wirst mein'n Leib ohn alle Klag, das weiß ich g'wiß, am jüngsten Tag zum Leben auferwecken.( Barthol. Ringwaldt.) 4900 Mel. Gottes Sohn ist kommen. 879.$ err, nun laß in Friede, lebenssatt und müde deinen Diener fahren zu den Himmels- Schaaren, selig und im Stillen, doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben, Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch ge= halten richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott will mich erlösen bald von allem Bösen, es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten, mich soll ganz umgeben himmliſch Freudenleben. 7. Mir ist beigelegét, wo man Scepter träget, eine schöne Krone zum Genadenlohne, da werd ich ergößet und zur Ruh gesezét. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer; fröhlich ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden. Chriftum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Ihme will ich fingen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüthe, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. ( David Böhm.) Sterbe= Lieder. In eigner Melodie. 880.H erzlich lieb hab ich dich, o Herr, ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gnaden; die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himm'l und Erden frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch dein Blut hat erlöst, Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr,:: in Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab, mein Leib, Seel und All's, was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Krenz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, :,: tröst mir mein Seel in Todesnoth. 863 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am leßten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen; den Leib in sein'm Schlaf- Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes- Sohn, mein Heiland und Genaden- Thron! Herr Jesu Christ, erhöre mich,:,: ich will dich preisen ewiglich.( Mart. Schalling.) In eigner Melodie. ch bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben. Du fenneſt meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 881.n 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Troft und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben Sterbe- Lieder. 864 Nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen. Wenn aller Sinnen Kraft gebricht; thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hiß, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor Allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urtheil fällen. Hier weifet mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig Leid, Mord, Jammer, Angst und Zeter schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich! Umsonsterbeut ein Bruder sich, den Andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn. Wir werden ewig nicht entgebn, friegt einmal uns der Höllen- Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, wo du nicht, Gott, du Todes= Tod. 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe blos gefündigt dir, dir, der du Missethat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der fein Geseß mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorn- Gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Theil, zu tief in deinen Wunden sigen, hier lach ich aller Macht und Noth; es mag Geseß, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blißen; dieweil Sterbe ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. ( Simon Dach.) pila In eigner Melodie. 882.h hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wie's ihm gefällt. Soll ich allhier noch länger leb'n, nicht widerstreb'n, sein'm Willen thu ich mich ergeb'n. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, ich schreib ihm nicht vor Maßnoch Ziel, es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt feines ohn den Willen fein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit voll Mühsel'gkeit, und wers bedenkt, ist imm'r im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutt'rleib kommt er nackt und bloß, bringt Nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt Nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichthum, Geld noch Gut, kein Kunst, noch Gunst, noch stolzer - Lieder. 865 Muth. Vorm Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ. Alles, was lebet, ſterblich iſt. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, morgen todt und liegen im Sarg! Heut blühn wir wie diese Rosen roth, bald frank und todt, ist allenthalben Müh und Noth. 7. Man trägt Eins nach dem Andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, sei jung od'r alt, auch unser Ehren mannigfalt. 8. Ach, Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, auch wir allhier kein Bleibens ha'n, müss'n All davon, gelehrt, reich), jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist komm'n der bittre Tod; der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, weß Stands od'r Ehren sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wenn mein Gott will, so will ich 55 Sterbe- Lieder. 866 mit hinfahrn in Fried; Sterb'n ist mein G'winn und schadt mir nit. 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein'n liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein Herr Jesus Christ, für all mein Sünd gestorben ist und aufer- 18. Amen, mein lieber standen mir zu gut, der Höllen Glut gelöscht mit seinem theuren Blut. frommer Gott, bescher uns All'n ein'n selgen Tod; hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich. by 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der bittr Tod mich nicht scheid't, ich leb od'r sterb, so bin ich sein, ( Joh. Pappus.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. er ist allein der einig Troft 883.* dhe b m weiß, daß und Helfer mein Erlöser 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieber fromm'r getreuer Gott all mein Gebein bewahren thut, da wird nicht Eins vom Leibe mein, fei groß ob'r flein, umkommen noch verloren sein. 16. Mein'n lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit't; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 17. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für mich hast gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein! Du bist allein der einge Trost und Helfer mein. lebt, das soll mir Niemand nehmen. Er lebt, und was ihm widerstrebt, das muß sich endlich schämen. Er lebt fürwahr, der starke Held, sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Deß bin ich herzlich hoch erfreut, und habe gar kein Scheuen vor dem, der alles Fleisch zerstrent, gleich wie der Wind die Spreuen. Nimmt er gleich mich und Sterbe- Lieder. mein Gebein, und scharrt uns in die Gruft hinein, was kann er damit schaden. 3. Mein Heiland lebt, ob ich nun werd in Todesstaub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals auferwecken, er wird mich reißen aus dem Grab, und aus dem Lager da ich hab ein Kleines ausgeschlafen. 867 und die Verwesung ausgezehrt, wird Alles wiederkommen.d 7. Das hab ich je und je geglaubt, und faß ein fest Vertrauen, ich werde den, der ewig bleibt, in meinem Fleische schauen; ja in dem Fleische, das hier stirbt und in dem Erdenschooß verdirbt, darin werd ich Gott sehen. 4. Da werd ich eben diese Haut und eben diese Glieder, die jeder jetzo an mir schaut, auch was sich hin und wieder von Adern und Gelenken findt und meinen Leib zusammen bindt, ganz richtig wieder haben. 8. Ich selber werd in seinem Licht ihn sehn und mich erquicken, mein Auge wird sein Angesicht mit gro= ßer Lust erblicken, ich werd ihn sehen, mir zur Freud, und werd ihm dienen ohne Zeit, ich selber und kein Fremder. 5. Zwar Alles, was der Mensch hier trägt, das Fleisch und seine Knochen, wird, wenn er sich hinsterben legt, zermalmet und zerbrochen, von Maden, Motten und was mehr gehöret zu der Würmer Heer; doch solls nicht stets ſo bleiben. 6. Es soll doch Alles wieder stehn in seinem vorgen Wesen, was niedrig lag, wird Gott erhöhn, was umkam, wird genesen; was Tod und Grab ganz hat verheert, schlafich ein, die machen mich 55* 9. Troßz sei nun Allem, was mir will mein Herze blöde machen; wärs noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch fröhlich lachen. Man treib und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch Gott, mein Erlöser, leben. ( Paul Gerhard.) Mel. Herr Jesu Christ, wahr. en Christi Wunden * 884. J Sterbe- Lieder. 868 von Sünden rein; ja, Christi Blut und G'rechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du förder mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. 4. Gedenk, Herr, an den theuren Eid, den du selbst haft geschworen, so wahr du bist von Ewigkeit, ich ſoll nicht sein verloren; ich soll ( Paul Eber.) Jesu Christ, du. Mel. O( Herr) * 885, in Würm- nicht kommen ins Gericht, den ewgen Tod auch schmecken nicht, dein Heil willst du mir zeigen. lein bin ich arm und klein, mit Todesnoth umgeben; kein Trost weiß ich in Mark und Bein, im Sterben und im Leben, denn daß du selbst, Herr Jesu Christ, ein armes Würmlein worden bist. Ach Gott, erhör mein Klagen. d2. Laß mich, Herr Christ, an deinem Leib ein grünes Zweiglein bleiben; mit deinem Geist, Herr, bei mir bleib, wenn sich mein Seel soll scheiden; wenn nun vergeht mein's Lebens Frist, und meines Bleibens nicht mehr ist allhier auf dieser Erden: 3. So laß mich nicht in dieser Noth umkommen und verzagen; spring mir zu Hülf, o treuer Gott, mein Angst hilf du mir tragen; denk, daß ich bin am Leibe dein ein Glied und grünes Zweigelein; im Fried laß mich hinfahren. 5. Ach Gott, laß mir ein Leuchte sein dein Wort ewig zum Leben; ein seligs Ende mir verleih, ich will mich dir ergeben; ich traue dir, mein Herr und Gott, denn du verläßt in keiner Noth, die deiner Hülf thun warten. 6. Drauf will ich nun befehlen dir mein Seel in deine Hände; ach treuer Gott steh fest bei mir, dein'n Geist nicht von mir wende; und wenn ich nicht Sterbe- Lieder. mehr reden kann, so nimm den letzten Seufzer an durch Jesum Christum, Amen. ( Barth. Fröhlich.) Mel. Valet will ich dir. 886.* 3 em Leben und im Sterben ist das mein höchster Trost, daß ich zum ewgen Leben durch Christum bin erlöst. Deß freu ich mich von Herzen, wünsch darnach alle Stund, weil all mein Klag und Schmerzen wird haben da ein End. 2. Wie bist du, liebe Seele, mit Sünden angesteckt, dort wirst du sein ganz reine, heilig und unbefleckt. Mein Leib auch schön verfläret wird leuchten als die Sonn, aus Gnad ist uns bescheret ewige Freud und Wonn. 3. Sollten wir uns nicht freuen auf solche Herrlichkeit, dawir werden anschauen dich, o Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn, heilger Geist, der du aus Gütigkeit dein Himmelreich erben heißt, das du uns hast bereit't. 4. Jchwerd mit fröhlich'm Herzen dich, Vater, schauen 869 an, lieblich wirst mich ergößen, Jesu, mein Bräutigam, wirst mich in dein'n Arm fassen, in dein'n Palast einführn, du heilger Geist ohn Maßen, wirst solche Lust vermehrn. 5. Da wird die Meng der Englein, derer viel tausend sein, meiner Zukunft erfreut sein, mich nehmen mitten ein; mit ihn'n werd ich auch singen in himmlisch'r Melodei, das wird im Himm'l erflingen, ach wär ich bald dabei! 6. Auch werden mich annehmen die heilgen Väter all, die ich alsbald werd können anreden allzumal. Herrlich sie werden sprechen von unserm Gott und Herrn, ihr Red von großen Sachen wird lieblich sein zu hörn. 7. Dort werd ich wieder schauen, die mir der Tod entwandt, die ich thät ſehr betrauern, die mir waren bekannt; ich werde sie da finden in großer Herrlichkeit, uns soll dann nicht mehr scheiden der Tod in Ewigkeit. 8. O Freude über Freude, die wir dort werden han! Sterbe- Lieder. 870 Keins Menschen Zung und Rede dieselb aussprechen kann; wir werden dann von Herzen mit sehr fröhlichem Schall jauchzen, Klag, Pein und Schmerzen wird von uns fliehen all. Mel. O Jesu Christ, du mein. charmer * 887. Men 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetiglich. Laß deinen Sohn, mein Trost und Leb'n, allzeit in meinem Herzen schweb'n. 9. Wenn ich solches bedenke, der Welt ich werde gram, ums Zeitlich mich nicht kränke, das Himmlisch' liegt mir an, kein Kreuz wird mir so schwere um solche Herrlichkeit, ach, daß ich schon da wäre, das wär meins Herzens Freud. dnd 10. Was sollt mich hier aufhalten in dieser schnöden Welt? Für Koth ich es thu halten, was der Welt wohl= 888.Machs mit mir, gefällt; weg Welt, weg Geld, weg Ehre und was vergänglich ist! Das Ewge mir gewähre, bitt ich, Herr Jesu Christ. nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; ruf ich dich an, versag mirs nit; wenn sich mein Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ,' s ist Alles gut, wenn gut das End. doch gar nichts bin, Gottes Sohn allein ist mein Gewinn: daß der Mensch wor= den ist mein Trost und hat mich durch sein Blut erlöst. 3. Und wann die Stund vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; denn ich bin dein und du bist mein. Wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich dein Zweiglein bleib in dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. ( Joh. Gigas 1-3. Joh. Leon 4.) In eigner Melodie. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine lieb Sterbe- Lieder. sten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können Nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 871 winn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber, o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein; mich nicht mit Sünd beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Bonne hat mir der Herr bereit't, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleid't mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. * ( Joh. Hermann Schein.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. * 889.3% Der Tod kann mir nicht 890. schaden, er ist nur mein Ge4. Gesegn' euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal, um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von feiner Qual; den rechten Portnoch heute nehmt fleißig ja in Acht; in Gottes Fried und Freuden fahrt mir bald All hernach)..( Johann Leo.) s Mel. Christus, der ist mein. Me 890. Mein Heiland Sterbe- Lieder. 872 Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt ich ängstlich beben? Der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an mich glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden, schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch die bin ich gereinigt, durch sie mit Gott versöhnt, durch sie dir fest vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Wohl mir, denn auch für mich. 8. Du wolltest Strafen dulden, die ich doch auf mich lud. Dutilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gnade, o unaussprechlichs Heil! 10. Zu dir, Herr, will ich flehen, so lang ich lallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst mein Seufzen an. 11. Du ſelber hilfst mir ringen, allmächtig hilsst du mir ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 12. Owohl mir, ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heiland, auf.( Joh. Ad. Schlegel.) Mel. Ich bin ja Herr in deiner. 891. Mein Leben ist zum Ziel ge= bracht; wohlan, verlangte Todesnacht, jetzt will ich mich der Welt entschlagen. Ihr vorbeliebter Anmuthsschein ſoll mir nicht mehr ein Irrlicht sein; jetzt will ich nach Sterbe- Lieder. der Kerze fragen, die nur ein himmlisch Feuer ziert und mich zum wahren Glauben führt. 2. Verdunkle mir mein Augenlicht, mein Ohr betäub und höre nicht, die Krankheit mag mein Herze drücken, der Sinnen Kraft vergehet mir, jetzt fehr ich mich, mein Gott, zu dir und will mich zu dem Tode schicken. Ich armes Bild der Sterblichkeit lieg hier in einem großen Streit. 13. Wie martern meine Sünden mich! Ach, hätt ich nicht mein Jeſu, dich, so müßt ich zur Verzweiflung gehen. Wie vielmal irrt ich hie und da und baute gar ein Sodoma, wenn ich ein'n Altar sollt erhöhen. Die Hölle selbst steigt jeßt empor und stellt mir alles Schwere vor. 873 alle schwarze Fehler zu, so findet meine Seele Ruh. 5. Kürz endlich meiner Krankheit Qual, denn ich will gern in jene Zahl der Heiligen sein aufgenommen. Ich geb dir sterbend meine Hand und wünsch hin aus Egyptenland ins Himmels Canaan zu kommen, worinnen Milch und Honig fleußt und das ein ewig Leben heißt. für mich dein Blut vergos sen, so such ich auch bei dir nun Rath, durchstreiche meine Missethat, auch was die Höll auf mich beschlossen. Deck 6. Sei meiner Seelen Wanderstab, und senkt man meinen Leib ins Grab, so laß den dürren Rest der Glieder in ihrer Höhlen sicher ruhn, bis du den großen Spruch wirst thun:„ Steht auf, ihr Todten, kommet wieder, kommt vors Gericht!" Dann laß mich ein und mit dein'n Auserwählten ſein. ( Gustav Adolph, Herzog zu Mecklenburg.) 4. Herr, aber weil ich Mel. Wer weiß, wie nahe mir. bir allein für Sünde muß* 892. Ich weit en Jhweiß, es ein sein du Ende kommer; doch weiß ich nicht, wo, wann und wie. Vielleicht werd ich der Welt entnommen heut Abends oder morgen früh; vielleicht Sterbe- Lieder. 874 ist auch mein Ziel bestimmt, eh diese Stund ein Ende nimmt. 2. Dies Alles kann mich nicht betrüben; ich weiß gewiß, daß meine Zeit in Gottes Händen angeschrieben, der Tod hilft mir zur Seligkeit. Wenn ich, was sterblich abgethan, zieh ich, was unverweslich, an. 3. Ich weiß aus Gottes theurem Worte, daß mir der Tod nicht sei ein Tod; er ist mir eine Himmelspforte, ein Ziel und Ende meiner Noth, ein sanfter Abend, der mich fühlt, wenn ich des Tages Last gefühlt. 4. Drum wart ich auch mein Herz bereit zur Reise nach der Seligkeit! 6. Ach hilf, daß ich durch stetes Büßen dir opfre ein zerknirschtes Herz, und laß mein Leben mich beschließen auf deinen Tod und bittern Schmerz. Ach, laß mir deine Todespein mein Labsal, Trost und Leben sein! 5. Laß nur, Herr Jesu, meine Seele im wahren Glauben rüstig stehn, wenn sie aus dieser Jammerhöhle und aus der schnöden Welt soll gehn. Ach, mache stets 7. Herr Jesu, laß mich täglich sterben, steh mir im letzten Angstkampf bei, damit der Tod mir kein Verderben, vielmehr des Lebens Anfang sei! So scheid ich fröhlich von der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt. ( Salomo Franck.) In eigner Melodie. mit Herzverlangen, bis mich 893.Mi nitten wir im Leben sind der Tod der Welt entrückt; mit Freuden will ich ihn empfangen, weil Jesus diesen Boten schickt, der mir den Weg zum Himmel weist und aus der Welt führt meinen Geist. mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Hei liger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrie eleison. Sterbe- Lieder. 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Dasthust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger, Herre Gott, Heiliger, starfer Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrie eleison. bildar af 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben; wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünd thut. Heiliger, Herre Gott; Heiliger, starfer Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. ( Martin Luther.) In eigner Melodie. 894. D Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein höchster Trost, 875 mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis', zu dir ins himmlischy Paradeis, da ist mein rechtes Vaterland, daran du dein Blut haft ge= wandt. 3. Zur Reif' ist mir mein Herz sehr matt, der Leib sehr wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: ,, Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir." 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein; dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick.. 5. Dein Backenstreich und Ruthen frisch der Sünden Striemen mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dor= nenkron laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn. 6. Dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich ſonst keine Stärkung hab; dein Angstgeschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Höllen Glut. 876 Sterbe- Lieder. 7. Die heiligen fünf Wun- 13. Am jüngsten Tag erden dein laß mir rechte Fels- weck mein'n Leib, hilf, daß löcher sein, darein ich flieh ich dir zur Rechten bleib, als eine Taub, daß mich der daß mich nicht treffe dein höllsche Weih nicht raub. Gericht, welch's das erschrecklich Urtheil spricht. 8. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei: Hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 9. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zerbricht; behüte mich vor Ungeberd; wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 10. Dein Kreuz laß sein mein'n Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. denk Grab, die reinen Grabetü- 895.* Jeſu, ben D in Todescher dein laß meine Sterbefleider sein. 11. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken die Genadenwahl, durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 14. Alsdann mein'n Leib erneure ganz, daß er leucht, wie der Sonne Glanz, und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben. Engeln bleib. 15. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engelein, und mit der Auserwählten Schaar ewig schauen dein Antlig klar.( Martin Böhm.) 12. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein legte Heimfahrt bau, thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. pein nicht meiner schweren Sünden und hilf mir durch dein Wort allein die Schmerzen überwinden! Ach, rette mich durch deinen Tod, laß wider Satans Macht und Noth mich Trost und Hülfe finden. 2. Sprich meiner Seelen tröstlich zu und beut ihr deine Hände, dem Leibe gönne fanfte Ruh bei solchem Sterbe- Lieder. Lebensende. Entfällt mir Schwachen aller Muth, so stärke mich dein Kreuz und Blut und deinen Geist mir sende. 3. Drauf laß mich selig schlafen ein in deinem Schooß und Namen und sammle durch die Engelein mich zum gerechten Samen. Die Meinen tröste durch dein Wort und bleib ihr Vater, Gott und Hort zu deinen Ehren. Amen. Mel. Nun laßt uns den Leib. 896.* 3efu, Gottes Lämme877 4. Darum, o Jeſu, steh mir bei, gewissen Trost und Hülf verleih; verlaß den nicht, Herr Jesu Christ, der s mit dein'm Blut bespren= get ist. 3. Warum hätt'st du dein Leib und Leb'n im Grab verschlossen und aufgeb'n, wenn nicht mein Tod durch deinen Tod verjagt sollt werd'n, du treuer Gott. 5. Im Friede laß mich schlafen ein und in dir haben Ruhe fein, ein selges Ende mir bescher, dein Antlig laß mich sehen, Herr. 6. Ich bitt durchs bittre Leiden dein, laß dies mein legtes Wünschen sein, so will ich loben allezeit dich, o Herr Gott, in Ewigkeit. ( Georg Weißel.) lein, ich leb od'r sterb, so In eigner Melodie. bin ich bein; ich bitt, laß 897 NALEt will ein ich dir geben, dir Erbe sein in deinem Reich. 2. Denn, was wär sonst dein Sterbens- Noth, so viel Striemen und Wunden roth, wenn ich auch nicht der Seligkeit genießen sollt in Ewigfeit. du arge falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Nath mir nach deinem Herzen, o Jesu, GottesSohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon! Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden 878 Muth, laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut. Als 100 Sterbe- Lieder. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut't zu todt. 4. Berbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist hier wohl gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß, der ist ewig genesen, der bleibt in deinem Schooß. 15. Schreib meinenNam'n aufs Beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue ſei. ( Val. Herberger.) In eigner Melodie. as mein Gott will, das 898 W g'scheh allzeit, sein Will der ist der beste, zu helfen den'n er ist bereit, die an ihn glauben feste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff nung und mein Leben, was mein Gott will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar Nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünd'r von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen! Wenn mich der böse Geist ansicht, laß 879 Vertrauen, sein Ang'sicht will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nichtschaden, erlöst bin ich aus Markgraf zu Brandenburg- Bai- Gnadenumſonst durch Christi ( Albrecht, reuth.) ETS Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen; so will Mel. Nun ruhen alle Wälder. * 899. Welt, ich ich zu ihm kommen allein D muß dich durch wahren Glauben gut. lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein'n Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben sezen in Gottes gnädig Hand. 19 6. Ich bin ein unnüß Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben, und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit't. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seel sich von mein'm Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach. Thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach. Sterbe- Lieder. mich doch nicht verzagen. Hilfsteur und wehr, ach Gott mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei; will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Sterbe- Lieder. 880 9. Die Zeit ist schon vorhanden; hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst allirdische Sachen sollst du gutwillig fahren lan. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich ausstrecken, so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, uns führn zum ew= gen Leben. ( Nik. Hermann 1-4.) Mel. Wie schön leuchtet der zc am Meer: doch will ich nicht 901. Wie wird mir verzagen; gedenken dann, o dann, an dein Tod, Herr Jesu, und mir sein, wenn ich mich ganz 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. ( Johann Hesse.) In eigner Melodie. 900. W enn mein Stündlein vorhanden ist, und ich soll fahr'n mein' Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem leßten End befehl ich, Herr, in deine Händ; du wollst sie wohl bewahren. dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr'r sind viel wie Sand Sterbe- Lieder. des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von feiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde, freu dich, Seele, stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder; der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder; Jesus Christus laß mich sterben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale; er sei dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale! Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß 881 die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jezo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht find meine Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zer= trümmert: laß mich Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre. ( Friedr. Gottl. Klopstock.) 56 882 Trost- und Begräbniß- Lieder. XL. Trost- und Begräbniß- Lieder. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 4. An jenem Tag, wenn 902.2d, lieben Chri- wir aufstehn, was ich erwart sten, trauert nicht, thut euch nur recht bedenken, ob ich gleich bin aus eurem G'sicht, wollt euch darum nicht kränken; ich bin kommen aus Angst und Noth zur Ruh und schlafe sanft in Gott, der mich nun hat entbunden. mit Freuden, will ich euch Alle wieder sehn und ewig bei euch bleiben. Der Tod wird uns nicht scheiden mehr, auch kein Unglück betrüben sehr, wie hier auf dieser Erden. 2. Viel Angst hatt ich und großes Leid, bedenkts, um Gottes willen, und gönnt mir doch die ewge Freud, die ich jetzt hab bekommen; kommt ihr doch Alle her zu mir, drum wollt euch nicht betrüben mehr; nun lobt mit mir den Herren. 3. Dieweil ich zu den'n kommen bin, nach den'n ich hatt Verlangen, die von hinnen geschieden sind und mir vorangegangen aus dieser ſehr betrübten Welt; nun nähm ich nicht groß Gut und Geld und käm wieder auf Erden. 40 ( 0 5. Hiermit ich euch ge= segnen thu, ihr Großen und ihr Kleinen, die ihr mich habt begleitt zur Ruh, um mich sollt ihr nicht weinen; thut Buß, schickt euch mit ganzem Fleiß; wenn der Tod kommt, daß ihr bereit und gläubig werdet funden. 26. Ade, ade, zu guter Nacht, ich fahr in Gottes Namen; ein jeder Mensch sein End betracht, so wolln wir allzusammen an jenem Tag Gott schauen an und mit einander Freude han in der Ewigkeit. Amen. ( Barthol. Ringwaldt.) Trost- und Begräbniß- Lieder. Mel. Nun freut euch, lieben.ng in dieser Ewigkeit zusammen 903. Ah, liebste El werden kommen. tern, trauert nicht, mir ist gar wohl geschehen. Ich kann nunmehr von Angesicht Gott, meinen Herren, sehen. Wonach ihr euch dort unten sehnt und wie ein Hirsch nach Wasser gähnt, das kann ich jetzt genießen. 2. Nunmehr steh ich vor Gottes Thron mit sammt den lieben Engeln, ich trag ein unverwelkte Kron und weiß von keinen Mängeln. Ja, Jesus selbst, o Freudenschein, der nennet mich sein Brüderlein( Schwesterlein) und seßt mich ihm zur Seite. 883 5. Wenns möglich wäre, daß ihr könnt auf einen Blick nur schauen, was Jesus mir für Wonne gönnt in dieſen Sternen- Auen; ihr würdet mit Verwundrung sehn, wie mir nun ist so wohl geschehn, und euer Klagen stillen. 6. Nun, liebster Vater, der ihr habt für mich gesorgt, mit Treuen; der Gott, der die Betrübten labt, der woll euch auch erfreuen!. Habt gute Nacht und glaubt dabei, daß ich nun wohl versorget sei bei mein'm und eurem Vater. 7. Auch dich, o süßes Mutterherz, will ich hiemit gesegnen; Gott helfe, daß hinfort fein Schmerz euch möge mehr begegnen! Gott geb euch seiner Engel Wach und helf euch Allen endlich nach zu dieser Himmelsfreude. ( Aug. Herm. Francke.) 3. Der Auserwählten Seelen- Schaar, die euch dort sind entnommen, die bieten mir die Hände dar und heißen mich willkommen; sie singen mir im höhern Chor ein ewges Hoftanna vor und unerhörte Wonne. 4. Warum betrübt ihr euch denn nu, ihr herzgeliebte Mel. Nun laßt uns den Leib. Meinen? Ach gönnet mir 904. Begrat ben Leib in seine doch diese Ruh und höret auf zu weinen; es ist ja nicht mehr lange Zeit, da wir Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, 56* Troft- und Begräbniß- Lieder. 884 einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf! 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon ganze Seele dein und unser Ende freudig sein.COM tn( Fr. Gottl. Klopstock.)> Mel. Freu dich sehr, o meine. ute Nacht! Staub und wirds nun mehr!* 905. Gir müf Er schläft, verwest und einst erwacht er wieder aus der Todesnacht! 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat! in 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er dort bei Gott erquickt! Er wallte hier im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Treu blieb er Gott bis in sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! Was sind die Leiden dieser Zeit, Sott, gegen deine Herrlichfeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Gottes Beistand uns bereit! 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unfrer letzten Noth! Laß unsre sen scheiden, liebsten Freunde, weinet nicht! Ob gleich Scheiden bringet Leiden, denkt, wie mir so wohl geschicht. Ich bin aller Trübsal los, ruhe sanft in Jeſu Schooß; über Sterne, Mond und Sonne schwebt mein Geist in höchster Wonne. 2. Meine Seele jubiliret in der größten Herrlichkeit, wo mein Jeſus triumphiret; ich prang in dem weißen Kleid bei des Lammes Abendmahl in dem blauen Sternensaal, wo die Auserwähltensißen auf den hohen Himmelsspißen. 3. Wo die Schaar der Seraphimen das Triumphlied stimmen an, kann ich meinem Heiland dienen, schwingen auf die Siegesfahn; wo das dreimal ,, Heilig" schallt, ist nunmehr mein Aufenthalt. Laßt euch meinen Todnicht reuen, Gott und Engel mich erfreuen. Trost- und Begräbniß- Lieder. 4. Ihr sollt mich bald wieder schauen in dem grünen Freudenzelt, in den schönen Himmels- Auen. Fahre hin, du falsche Welt, fahre hin, du Thränensee, tausend, tauſendmal ade! Fahre hin, du Angstgetümmel: Gott sei Dank, ich bin im Himmel. 5. Mein Gott hat mich aufgenommen in die ewge Seligkeit! Ich bin aus viel Jammer kommen zu der süBen Himmelsfreud, zu der frohen Seelenlust; ich füß meines Jesu Brust; ich kann ewiglich umfangen meinen Jesum, mein Verlangen. 885 mehr gefangen hält. Nun gute Nacht, ich bin gebracht aus Noth und Tod, aus Neid und Leid zu Gottes Leben, Lieb und Freud. 2. Ich schäße das für meine Freude, daß ich es halt allein mit Gott, und andre schnöde Dinge meide in Unglück, Noth, in Ehr und Spott. Drum gute Nacht, ich bin gebracht aus Furcht in lauter Zuversicht, die auf den Herren ist gericht't. 3. Ich habe hier genug gelitten, drum hat mein Je= sus wohlgethan, daß er mein Angstgeschrei und Bitten hat 6. Mein Erlöser mich lassen steigen himmelan. ergößet; Jesus Christus, Nun gute Nacht, ich bin ge= Gottes Sohn, hat nunmehr bracht dorthin, wo bei der mir aufgeseßet die versproch- großen Lust mir Nichts von ne Ehrenfron; ich leb in der Schmerzen ist bewußt. Himmelspracht; hunderttau- 4. Klagt nicht, ihr allerliebsten Meinen, und gönnet mir doch meinen Stand; ach lindert, mindert euer Weinen, euch ist mein Wohlſein nicht bekannt. Nun gute In eigner Melodie. 906. Entreiße dich, Nacht, ich bin gebracht dahin, wonach ihr Alle strebt, da meine Seele fröhlich lebt. du liebeSeele, von dieser jammervollen Welt; laß nur den Leib der Grabeshöhle, die ihn nungute Nacht! Mein Herzliebster hat mir geben ewge Freud und ewges Leben. 5. Ich warte schon hier mit Verlangen, wann ich Trost- und Begräbniß- Lieder. 886 euch Alle sehen soll; da werd ich euch, ihr mich umfangen, da werdet ihr sein freudenvoll. Nun gute Nacht, seht, Jesus lacht mit seinem Augenlicht mich an. Wie wohl, wie wohl ist mir gethan! 6. Versenket nur, ihr treuen Herzen, den blassen Leib ins kalte Grab; verscharret mit ihm alle Schmerzen und streichet eure Thränen ab. Nun gute Nacht, des Richters Macht wird Seel und Leib in Herrlich keit zusammen bringen in der Freud. 7. Das ist der Trost, den Christen wissen, der alle Todesfurcht vertreibt, daß, ob sie gleich versterben müssen, der Leib nicht ewig hinten bleibt. Nun gute Nacht, nehmts wohl in Acht, daß, wenn ihr auch zum Tod euch schickt, ihr diesen Trost ins Herz euch drückt. Ida ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf, Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Diese gar verboste Welt ist, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht gefällt. Drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 651700 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu in die Erde nieder. Schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder! ( Heinr. Albert.) ( Martin Grunwald.)' In eign. Mel. od.: Christus, der uns. * 907.( inen guten Kampfhab In eigner Melodie. ich auf der Welt gekämpfet; 908. Femeine Seereu dich sehr, denn Gott hat gnädiglich meine Noth gedämpfet, daß le, und vergiß all Noth und Trost- und Begräbniß- Lieder. Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal; aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daßsein Weg ein End mög han; so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen ſpißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind; also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsfre Seele, lassen uns bei keinem Muth; wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag, wenn wir nur geboren werden, 887 Jammer gnug findt sich auf Erden. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, das wir essen früh und spat. Wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzo nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein' Seite will ich fliehen an mein'm bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehenins himmlische Vaterland; in das schöne Paradeis, drein der Schächer thät sein' Reis, wirst du mich, Herr Christ, einführen, und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehöre gar 888 Troft- und Begräbniß- Lieder. verschwindt, und mein Zung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nichts besinnt: bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort. Du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. habe dich allein zu meinem Troft erfiest, ach laß mich doch dein Heil ist sehen, ach höre doch mein letztes Flehen: Gedenke mein:: Christus. 9. Laß dein' Engel mit mir fahren auf Elias Wagen roth, und mein' Seele wohl bewahren, wie Laz'rum nach seinem Tod. Laß sie ruhn in deinem Schooß, erfüll sie mit Freud und Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, wird mit Chr. vereinigt werden. 2. Ich denke dein; o Seele, zage nicht, dein Jesus ist nicht weit; hier ist mein Kreuz, mein Wort dein helles Licht, mein Blut dein Ehrenkleid. Ist nicht mein Lieben unermessen, wie sollt ich deiner denn vergessen? Ich denke dein:: 10. Freu dich sehr o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus dein Herre ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. S. 3. Gedenke mein, weil mein die Welt vergißt auf dieser Todenbahn, mein Herze bricht, die Lebenskraft verfließt, ach, nimm dich meiner an; wenn mir die müden Augen brechen, wenn meine Lippen nicht mehr sprechen, gedenke mein Simon Graff.) Mel. Es ist genug, so nimm. Die Seele. Chr. 4. Ich denke dein, noch heute bist du hier bei mir im Paradies; es wart't auf dich des Himmels Kronenzier, des Lammes goldnes Vließ, die Engel tragen 909, Gedenke mein, deine Seele in meiner Wunmein Gott, gedente mein, wie es am besten ist; ich liebe dich, ich den tiefe Höhle. Ich denke dein:,: S. 5. Gedenke mein! Trost- und Begräbniß- Lieder. 889 Durch deines Todes Schweiß die Augen schließen. Ich pisch du den meinen ab, denke dein:,: pflanz auf mein Grab der Tugend Ehrenpreis, den immergrünen Stab, und wenn ich gnug geschlafen habe, vergiß auch meiner nicht im Grabe. Gedenfe mein:,: Chr. 6. Ich denke dein! Du weißt ja selbsten wohl, daß dein Erlöser lebt, der deinen Staub auch einst erwecken soll, der sich jezund vergräbt. Die Asche werd ich selbst bewahren, so kannst 910.** Gott Lob, bie Stund ist du nun in Friede fahren. Ich kommen, da ich werd aufgedenke dein:: nommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. Grill S. 7. Gedenke mein und der betrübten Schaar, die ich verlassen muß! Sei du ihr Trost, ihr Schuß bei der Gefahr, still ihren Thränenguß. Ach willst du dieses mir bescheiden, so sterb ich ruhig und mit Freuden. Gedenke mein:,: Chor 9. So ruhe wohl, Gott hat an dich gedacht, und es sehr gut gemacht. Schlaf, müder Leib, schlaf wohl, zu guter Nacht, weil Jesus dich bewacht; verschlaf die hier erlittnen Schmerzen, wir graben dich in unsre Herzen. So ruhe wohl:;: 1 ( Benj. Schmold.) Usabi nis Mel. Nun ruhen alle Wälder. Chr. 8. Ich denke dein und breite meine Hand auch auf die Deinen aus, ich mache leicht den schweren Trauerstand, ich schüße Kirch und Haus; sie sollen dein Gebet genießen, nun will ich dir 2. Wie kanns Gott bef= ser machen, er reißt mich aus dem Rachen des Teufels und der Welt, die jetzt wielöwen brüllen, ihrGrimm ist nicht zu stillen, bis Alles übern Haufen fällt. 3. Dies sind die letzten Tage, da Nichts denn Augst und Plage mit Haufen bricht herein. Mich nimmt nun Gott von hinnen, und läffet Trost- und Begräbniß- Lieder. 890 mich entrinnen der überhäuften Noth und Bein. 4. Kurz ist mein irdisch Leben, ein besfres wird mir geben Gott in der Ewigkeit; da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Noth verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 5. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal; ein schnell und selig Sterben heißt schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 6. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit; die Welt voll List und Tücke, legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. bin7. Ihr' Nezze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid; denn wer kann den verlegen, den Christus jeßt wird sehen ins Schloß vollkommner Sicherheit. 8. Zuvor bracht ich euch Freude, ißt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 9. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet Jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohl gethan. 10. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott frei aller Sünden in weißer Seide stehn, und tragen Siegespalmen in Händen, und mit Psalmen des Herren Ruhm und Lob erhöhn: 11. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen, und sich ihm in Geduld ergibt. 12. Ade, num seid gesegnet! Was euch jezund begegnet, ist Andern auch ge= schehn, Biel' müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren, dort wollen wir uns wiedersehn. d ( Joh. Heermann.) is Trost- und Begräbniß- Lieder. 891 Mel. Wer weiß, wie nahe mir. Lebensport, und Jesus bleibt 911,* Gott Lob, es mein letztes Wort. geht nunmehr zu Ende, das meiste Schrecken ist vollbracht; mein Jesus reicht mir schon die Hände, mein Jesus, der mich selig macht. Welt, laß mich gehn, ich reise fort, denn Jesus ist mein letztes Wort. 2. Was fragt ihr viel nach meinem Glauben? Ich glaube, das mich Jesus liebt, kein Tod soll mir die Freude rauben, wenn Jesus Trost und Leben gibt. Ich fahre wohl und weiß den Ort, denn Jesus ist mein letztes Wort. 3. Die Hoffnung hat mich nie betrogen, ich bin auf seinen Tod getauft, da hab ich Jesum angezogen, da hat er mich vom Tod erkauft. Drum Jesus bleibt mein Heil und Hort, sein Name ist mein letztes Wort. 5. Mein Jesus hat den Tod bezwungen, als er am Kreuze selbst verschied, da ward mein Tod zugleich verschlungen, er ist mein Haupt, ich bin sein Glied. Was Jesus hat, das hab ich dort, drum sei er auch mein letztes Wort. 6. Gedenkt mir nicht an eitle Sachen, der Höchste forget für die Welt, befehlt es ihm, er wirds wohl machen, daß Licht und Recht den Plaß behält. Gott wende Jammer, List und Mord, durch Jesum, als mein letztes Wort. 7. Nun freuet euch, es geht zum Ende, mein Jesus ist der legte Ruhm, wie fröhlich klopf ich in die Hände. Wo bleibst du doch, mein Eigenthum? Ach Jesus, Jesus, sei mein Wort, nun schweig ich still und fahre fort. ( Christian Weiſe.) 4. Wiewohl die Sünde mich will fränken; wer ist, der ohne Tadel lebt? Allein ich darf an Jefum denken, 912.Hverlangen nach In eigner Melodie. erzlich thut mich der mich in seinen Tod begräbt, so komm ich an den einem selgen End, weil ich Trost- und Begräbniß- Lieder. 892 hier bin umfangen mit Trübsal und Elend, ich hab Lust abzuscheiden von dieser bösen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden. O Jesu, komm nur bald! le 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod und höll'schen G'sind? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 13. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin: deß freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn: 3014. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christumschön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth, in himml'scher Freud und Wonne; was schad't mir denn der Tod? ( 5. Ob mich die Welt auch reizet länger zu bleiben hier, und mir nur immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich deß gar nicht achte: es währt ein kleine Zeit. Das Himmlisch' ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihn'n bringt Leide; doch tröst't mir meinen Muth, daß wir in größern Freuden zusammen werden komm'n, und bleiben ungescheiden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Noth mich übermaße jammert im Herzen mein: will ich doch gerne sterben, vertrauen meinem Gott, er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so verzagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Wittwen und Waisen ist er der Vater treu, Troß dem, der sie thut neiden, das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn' euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trost- und Begräbniß- Lieder. Trauert nicht allzusehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein, gib mir ein selges Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt in Acht, daß ich mag fröhlich singen: ,, Gott Lob, es ist vollbracht!" 893 mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege mun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege ſelbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun im Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum legte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis' in weite Ferne, reise hin ( Christoph Knoll.) Mel. Jesus meine Zuversicht. * 913. Geht nun hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein! 2. Geht nun hin und grabt 894 Trost- und Begräbniß- Lieder. 17. Weinet nicht, daß nun 2. Gott Vater, meine ich will von der Welt den Abschied nehmen; daß ich aus dem Irrthum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts! Seele bescheid ich deiner Hand, führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland; du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 8. Weinet nicht, mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! ( Ernst Moritz Arndt.) A TOT AST i Mel. Herzlich thut mich verlangen. habe 914. I scheiden, mein Thränen von meinen WanEngel, nehmt die gen an, ich weiß, daß euer Sehnen sonst Nichts erfreuen kann; wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abram's Schooß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. Sinn geht aus der Welt, ich sehne mich mit Freuden nach Zions Rosenfeld; weil aber keine Stunde zum Abschied ist benennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden als ein Bermächtniß an; wirf sie in deine Wunden, wie in ein Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein.. 4. Dir, o du Geist der Gnaden, laß ich den letzten Blick; werd ich im Schweiße baden, so steh auf mich zurück; ach schrei in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir Nichts als Jesum für. Troft- und Begräbniß- Lieder. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben, Gott, euren besten Freund; drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht; mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses fagt mein Glaube, er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille, Gott drückt das Sie gel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende, so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. ( Benj. Schmold.) Mel. Es ist genug, so nimm Herr. 915. Ja habe gnug, behalte was du hast, du nimmer satte Welt; was irdisch heißt, ist nur der Seelen Laft, die alle Lust vergällt. Der Schatz, den ich davon getragen, 895 beweget mich nunmehr zu sagen: ich habe gnug.:,: 202. Ich habe gnug, mein Gott mein Gut, mein Heil, mein Alles hier und dort; er ist mir nicht für Erd und Himmel feil, die müssen endlich fort. Mein Himmel ist. bei ihm nur droben, da werd ich ihn beständig loben: ich habe gnug.;: 3. Ich habe gnug, so sprach mein Glaube hier, denn Gott war mein, ich sein, so stellt ich mir schon einen Himmel für, Gott war mein Trost allein. Mein Jesus ließ sich mir verschreiben, so muß es bei der Loosung bleiben: ich habe gnug.:,: 4. Ich habe gmug, auch in der letzten Noth, wenn Leib und Seele schmacht't; hab ich nur Gott, so wird auch selbst der Tod zum Schlafe mir gemacht. So mag denn Aug und Herze brechen, es wird mein blasser Mund noch sprechen: ich habe gnug.;: 5. Ich habe gnug gelitten und gelebt, nun komm ich an den Port, da meine Gruft die lange Noth begräbt, weicht 896 aller Jammer fort. Ich bin vollkommen nun genesen, so wird man auf dem Grabe lesen: ich habe gnug.:,: 6. Ich habe gnug, laßt euren Simeon nur immer schlafen gehn; schickt, Traurige, den Blick nach Gottes Thron, da werd ich künftig stehn, und in der schönsten Krone prangen, die dort die Aeltesten erlangen. Ich habe gnug. Troft- und Begräbniß- Lieder. 7. Ich habe gnug, gnug Ehre, Trost und Lust, im Himmel alles gnug; hier lieg ich nun an meines Jesu Brust, o süße Sättigung! Ich finge nicht mehr Klagelieder, ihr seht mich einstens fröhlich wieder: ich habe gnug. 8. Ich habe gnug, das sei mein letztes Wort, mein Jesus komme nun und führe mich an den gewünschten Ort, da werd ich süße ruhn. Wie lieblich ist mein Loos gefallen; hier wird es unaufhörlich schallen: ich habe gnug. ( Benj. Schmold.) Mel. O Welt, ich muß dich lassen. enn fleine * 916. W Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht, und noch bei Gott in Gnaden: was sollt es ihnen schaden, daß sie die Krone schon erfreut? 3. Die Unschuld einzubüßen, stets an das Kämpfen müssen, gar leicht verloren gehn, das Sterben schwerer machen, sind wahrlich keine Sachen, nach welchen kluge Leute stehn. 4. Wie leichtlich geht bei Kindern von uns erwachsnen Sündern das fremde Feuer an! O Glücke, wenn wir wissen, daß Nichts mehr einzubüßen, daß sie kein Tod mehr tödten kann. 5. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen, und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find. ( Joh. Andr. Rothe.) $ d 897 gewesen? Darum nur gute Nacht! 917. Nacht, mein 5. Befehlt nur in Geduld zu geschwinder Tod, der hat euch zwar gemacht viel Schmerzen, Angst und Noth; doch laßt das Trauern fahren, mein Gott hat mich gebracht zur auserwählten Schaaren. Ihr Eltern, gute Nacht! dem Höchsten euer Leid, so wird desselben Huld einst eure Traurigkeit mit lauter Luft bedecken, wenn von des Todes Macht mich Jesus wird erwecken. Indessen gute Nacht!( Joh. Quiersfeld.) Troft- und Begräbniß- Lieder. In eigner Melodie. за hr pus2. Betrübt euch nicht zu Mel. Freu dich sehr, o meine. ſehr, daß ich entriſſen bin, 918. Laffet ab, ihr meine Lieben, bedenket nur vielmehr, es ſei so Gottes Sinn, der mich vor euch geliebet, und so gar wohl bedacht, daß mich dort Nichts betrübet. Ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ich warzwar eure Lust, so lang ich war bei euch, nun hab ich fort gemust in Gottes Freudenreich, und kann dafür dort oben in voller Zier und Pracht stets meinen Jesum loben. Ihr Eltern, gute Nacht! 4. Die Welt hat Nichts als Pein, es muß hier durch den Tod doch einst geschieden sein, und hätt auch gleich mich Gott noch lassen jetzt genesen und mich gesund gemacht, was wär es mehr lasset ab von Traurigkeit, was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr deß versichert seid, daß ich alle Qual und Noth überwunden und bei Gott mit den Auserwählten schwebe voller Freud, und ewig lebe. 2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Höllenpein müssen leiden alle Plagen, die nur zu erdenken sein; die Gott aber nimmt zu sich in den Himmel, gleich wie mich, und mit lauter Wollust tränket, wer ist, der sich darob kränket. 3. In des Herren Jesu Wunden hab ich mich ge= schlossen ein, da ich Alles 57 Troft- und Begräbniß- Lieder. 898 reichlich funden, wodurch ich fann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem fann Nichts den Himmel rauben. 4. Niemand sag, ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hingenommen ,. Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich, jetzt kann mich kein Trübsal pressen, alle Angst ist nun vergeffen. 5. Der Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen sanft und wohl, und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der Nichts als lieben kann, der auf seinen Schooß mich feßzet und mit höchster Freud ergößzet. 6. In der Welt ist Nichts zu finden, nichts als Thenrung, Pest und Streit, und was mehr die großen Sünden bringen für Beschwerlichfeit, sonderlich kommt noch ein Schwert, das der Christen Herz durchfährt. O viel befser selig sterben, denn durch diesen Zwang verderben. 7. Solcher Noth bin ich entgangen, Nichts ist, das mich ängsten kann; Fried und Freud hat mich umfangen, kein Feind kann mich sprengen an. Ich bin sicher ewiglich in des Herren Hand, der mich ihm zum Eigenthum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schüßzen wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu, feine Gnad ist täglich neu. Wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spren zerstieben. 9. Nun ich will euch dem befehlen, der sich euren Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt, der wird euch in eurem Leid trösten, und zu seiner Zeit in den Ort, wo ich bin, führen, und mit höchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Trost- und Begräbniß- Lieder. Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat, Gott selbst wird uns alsdann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit einander jubiliren, und ein englisch Leben führen. ( Joh. Heermann.) er will sich ihr'r erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr' Seele Gott gefällt, denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sie sind frei aller G'fahr, und dürfen hier nicht leiden, sie loben Gott mit Mel. Von Gett will ich nicht. 919. Paffet die Kind- Freuden, dort bei der Engel Schaar. ( Cornel. Becker.) lein kommen zumir", spricht Gottes Sohn: Sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht werd'n verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen ſein." 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein; bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein theures Blut, das aus sein'n heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, ihnen auch kommt zu gut. 899 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, Niemand es ihnen wehr, führet sie Christo zu, Mel. An Wasserflüffen Babylon. 920.* Mein herzer Vater, weint ihr noch? und ihr, die mich geboren, was grämt ihr euch? Was macht ihr doch, ich bin ja unverloren. Ach sollt't ihr sehen, wie mirs geht und wie mich der so hoch erhöht, der selbst so hoch erhoben, ich weiß, ihr würdet anders thun und meiner Seele süßes Ruhn miteurem Munde loben. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab in eurer Welt empfunden, der ist durch Gottes Gnad und Gab all glücklich überwunden. Es ging mir, wie es pflegt zu gehn all denen, die bei Christo 57* Trost- und Begräbniß- Lieder. 900 stehn und von der Welt sich scheiden: wer Christo folgt, der muß mit ihm das Kreuz und alles Ungestüm auf seinen Wegen leiden. 16 3. Nun ich bin durch, Gott Lob und Dank, hier kommt ein ander Leben, hier wird mir, was mein Lebenlang ich nicht geſehn, gegeben! Ein ganzer Himmel voller Licht, ein Licht, davon mein Angesicht so schön wird, als die Sonne; hier ist ein ewges Sonne; hier ist ein ewges Freudenmeer, wohin ich nur die Augen fehr, ist Alles voller Wonne. chine 4. Nun lobt, ihr Men= schen, wie ihr wollt, des Erdenlebens Güte. Was ist darinnen, das mir sollt jetzt neigen mein Gemüthe; was ist das Beste, das ihr liebt? Was gibt die Erde, wenn sie gibt, als Angst und bittre Schmerzen? Was ist das güldne Gut und Geld? Was bringt der Schein und Pracht der Welt, als Kummer eurer Herzen? pe 5. Was ist der großen Leute Gunst als Zunder groBen Neides? Was ist das Wissen vieler Kunst, als Ursprung vieles Leides? Denn wer viel weiß, der grämt sich viel, und welcher Andre lehren will, muß leiden und viel tragen. Seht Alles an, Ruhm, Lob und Ehr, habt. Freud und Lust, was habt ihr mehr, als endlich Weh und Klagen? 46. Nichts ist so schön und wohlbestellt, da man hier wohl auf stehe; drum nimmt Gott, was ihm wohlgefällt, bei Zeiten in die Höhe und setzet es in seinen Schooß, da ist es alles Kummers los, darf nicht, wie ihr, sich kränken, die ihr oft denket, wie doch wohl dies oder jenes. werden soll, und könnets nicht erdenken. 17. Wer selig stirbt, der schließet zu die schwarzen Jammerthore. Hingegen schwingt er sich zur Ruh im güldnen Engelchore. Legt Aschen weg, kriegt Freudenöl, zieht aus das Fleisch und schmückt die Seel in reiner weißer Seiden. Er läßt die Erd und nimmet ein die Luft, da Christi Schäfelein in lauter Rosen weiden. du Trost- und Begräbniß- Lieder. 8. So gebt, ihr Liebsten, euch doch schlecht dahin in Gottes Willen; sein Rath ist gut, sein Thun ist recht und wird wohl wieder stillen den Schmerzen, den er euch gemacht. Und hiermit sei euch gute Nacht von eurem Kind gegönnet. Es kommt die Zeit, da mich und euch vereingen wird in seinem Reich, der euch und mich ge= 4. Schnell schwindet unſre trennet. and allo 9. Da will ich eure Treu und Müh und, was ihr eurem Kranken erwiesen habt, im Himmel hie, so bald ihr kommt, verdanken. Ich will erzählen, wie ihr habt euch selbst betrübt und mich ge= labt, vor Christo und vor Allen; und für den heißen Thränenfluß will ich mit mehr als einem Kuß um euren Hals euch fallen. d dan die( Paul Gerhard.) Mel. Nun laßt uns den Leib. 921. Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß, zu Staub und Erde werden muß. si 2. Er bleibt nicht immer 901 Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint.£.0 3. Hier Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorgen, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuleßt der Tod. Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich, Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. un bringen wir 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn:„ Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut!" f d 8. Laßt alle Sünden uns Troft- und Begräbniß- Lieder. 902 bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun; wir sind hier immer in Gefahr, nehm Jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, ſo ſei uns nah, Herr Jesu Christ; mach uns das Sterben zum Gewinn, zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so hilf uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlig ewig sehn! asfile&( Ehrenfried Liebich.) In eigner Melodie. Erster Chor. 922. №¹ un laßt uns den Leib begraben, daran wir kein'n Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. find Zweiter Chor. von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. Zw. Chor. Ja freilich werd ich durch den Tod zu Asche, Erde, Staub und Koth, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. E. Chor. 3. Sein Seele lebet ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinem Sohn erlöset hat. Zw. Chor. Mein Leib wird hier der Würmer Spott, die Seele ist bei meinem Gott, der durch seins Sohnes bittres Leid sie hat erlöst zur Seligkeit. G. Chor. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. Begrabet mich nun immerhin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wie der auferwecken wird. 4. Chor. 2. Grd ist er, und von der Erden wird auch Zw. Chor. Was hier für Trübsal mich verlegt, wird jest mit Himmelslust ersetzt; die Welt ist doch ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudensaal.630 du zu Erd wieder werden, und E. Chor. 5. Die Seele Trost- und Begräbniß- Lieder. lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären, und ewger Freud wird gewähren. Zw. Chor. Wenn alle Welt durchs Feur zerbricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. E. Chor. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er geneſen, in ewiger Freud und Wonne leuchten, wie die helle Sonne. Zw. Chor. Wie manche Widerwärtigkeit betraf mich in der Lebenszeit, nun aber ist mir Nichts bewußt, denn ewigliche Himmelslust. E. Chor. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn All heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicherweis. Zw. Chor. So laßt mich nun in sanfter Ruh und geht nach euren Häusern zu, ein Jeder denke Tag und Nacht, wie er auch selig sterben mag. 903 Beide Chöre zuſammen. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat, erlöst von's Teufels G'walt und ewger Bein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. ( 1. Chor: Nach Michael Weiße; 2. Chor: Georg Neumark.) Mel. Nun laßt uns den Leib. 923. № un lieg ich armes Würmelein und ruh in meinem einen fanften Tod entgangen Kämmerlein; ich bin durch aller Angst und Noth. 2. Was schadet mir, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid im Himmelsglanz und Herr-. lichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt, mein Jefulein mich füßt und hält; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war ich Troft- und Begräbniß- Lieder. 904 erst geborn, zum Jauchzen bin ich nun erkorn; ich finge mit der Engelschaar das ewig neue Jubeljahr. tulisi 1916. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts Reiners meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. mi 17. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meinen kurzen Lauf, ich bin vollkommen worden bald; wer selig stirbt, ist gnugsam alt. is 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es in der Welt bewandt: bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. fällt sich zu Tod, wie manches stirbt in Wassersnoth, wie leidet manches lange Qual, eh es kommt aus dem Jammerthal. 9. Wer hier auf Erden lange lebt, derselb auch lang an Sünden klebt, muß ſtreiten oft mit Fleisch und Blut, das Manchem weh und bange thut. 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein, daß mir das liebe Jesulein verkürzet meine Todespein? 13. Drum legt die Hand auf euren Mund, und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 14. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Klein wird stehn, zur himmelischen Christtagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. ( Michael Schirmer.)() mel. Nun ruhen alle Wälder. 924.* Tod, was D 10. Ja leiden muß er Kreuz und Noth und noch wohl einen langen Tod; hier hab ich schon nach kurzem willst du schrecken? Mein Jesus will mich wecken, wenn du mich haft gelegt hin in den Schooß der Erden. Ich soll lebendig werden, wenn sich des Herren Geist erregt. Streit erlangt die Kron der 2. Weint nicht, ihr meine Herrlichkeit. Lieben, wollt ihr euch denn betrüben? Ach nicht, ich geh 11. Wie manches Kind Trost- und Begräbniß- Lieder. nur vor. Wo ich bin hingegangen, müßt ihr auch an gelangen durch dieses finstern Todes Thor. 3. Die Erd ist meine Kammer, wo ich vor allem Jammer ganz sicher schlafen kann. Nichts wird mich da ermüden, ich ruh in stillem Frieden, bis einst des Herren Tag bricht an. 4. Die Asche meiner Glieder gibt mir Gott alle wieder, wenn einst der große Hirt mir alle mein Gebeine mit reinem neuem Scheine ganz herrlich überziehen wird. 5. Da soll mein Leib von Erden so hell und glänzend werden, wie Jesu Glieder sind. Da werd ich nicht mehr weinen, wenn ich so schön soll scheinen, als ein verklärtes Engelfind. 6. Drum fomm, o süße Stunde, da mir aus meinem Munde mein letzter Hauch fährt aus; wenn mein Leib wird erstarren, daß man mich wird verscharren in mein bestimmtes Todtenhaus. 905 verlegt! Die meinen Staub bewahren, sind seiner Engel Schaaren, die er zu Wächtern hat geſeßt. 8. Wenn ich in meinem Grabe nun ausgeschlafen habe, so werd ich auferstehn. Wie Christus von den Banden des Todes ist erstanden, so soll ich einst auch frei ausgehn. 9. Drum wenn ich werd erbleichen, so soll mein Grabeszeichen dein Siegesfähnlein sein. Drauf will ich schlafen gehen, und einst auch auferstehen, und dringen in den Himmel ein. 10. Nun gute Nacht, ihr Meinen, laßt euer bittres Weinen, ich sehne mich zur Ruh. Nach etlich wenig Tagen wird man mich schlafen tragen nach meinem Ruhebettlein zu. 11. Die sanften Grabeslieder, die schlummern meine Glieder schon allgemächlich ein. Der kühle Schooß der Erden soll mein Schlafbettlein werden. Valet, es muß geschieden sein. ( Joh. Quiersfeld.) 7. Da werd ich sicher schlafen, bei meines Jesu Schafen, Troß dem, der mich no 906 Trost- und Begräbniß- Lieder. 925. Mel. Christus der ist mein Leben. chau, Jeſu, wie mein Herze vor Angst und Trauern schmacht't. Sei dumein Licht und Kerze in finstrer Todesnacht. 2. Umringen mich die Sünden und quälen meinen Geist, so laß mich Schuß empfinden, daß du mein Heiland ſeist. 3. Schleuß mich in deine Wunden, daraus mein Balsam quillt, mir ist manch Schmerz verschwunden, wenn du mich eingehüllt. 4. Ach laß mich nicht vergessen, was du erduldet hast, wenn mich die Sünden pressen, als eine Centnerlast. 15. Nimm, Jesu, meine Thränen zum süßen Opfer an, weil sonst mein herzlich Sehnen nichts Beffres geben fann. 6. Nichts Beffres fann ich bringen, als ein zerknirschtes Herz, das von dem Kampf und Ringen nur fühlet Angst und Schmerz. 7. Ach Jesu, mein Erretter, entzeuch dich nicht von mir, wenn mir die Sündenblätter der Satan leget für. 8. Komm, stehe mir zur Seiten und sei mein Schußz und Rath, wenn wider mich zu streiten der Tod beschlos sen hat. 9. Aus deinen Nägelmalen tilgt mich kein Teufel aus; dein blutiges Bezahlen bringt mich ins Freudenhaus. 10. Troß dem, der mich dir nehme, ich fleb an dir als Leim. Eh mich ein Fall beschäme, so nimm mich, Jefu, heim. 11. Halt über deinem Kinde, du treues Mutterherz, nachdem du meine Sünde geworfen hinterwärts. 12. 2n deines Kreuzes Stamme ist Sünd und Tod geschwächt; wer ist, der mich verdamme? Dein Blutmacht mich gerecht. 13. Nuf aus in meinem Herzen, daß ich dein eigen sei; dein bittrer Todesschmerzen macht mich vom Tode frei. 14. Ich weiß, du wirst mich trösten in meiner letzten Trost- und Begräbniß- Lieder. Bein, und wenn die Noth am größten, wirst du am nächsten ſein. no 15. Nach dir will ich mich sehnen, o Jesu, sei nicht weit, ich will mich gern entwöhnen der schnöden Eitelfeit. 10 16. Allein in deinem Namen schließ ich die Augen zu. Mein Jesu, sprich das Amen, und bringe mich zur Rub.( Zachar. Herrmann.) In eigner Melodie. 926.* S ieg, Sieg! Mein Kampf ist aus, nun hab ich meine Krone; hier ist das Wonnehaus, ich steh vor Gottes Throne, in reiner weißer Seiden, so heißt mich Jesus kleiden. 2. Nun wird von mir geschaut die Stadt, da alle Stücken von Gold find auf gebaut, hier sieht man Perlen blicken, der Wände Glanz bemalet, wie's sonst von Jaspis strablet. 3. Ach wundersüßer Hall, ach welch ein schönes Singen war doch der Jubelschall, als mich mit Freud empfingen 907 die Chör der Cherubinen nebst tausend Seraphinen.d 4. Als sie mit froher Lust mich zu dem Bräutgam brachten, der drückt mich an die Brust, daß Herz und Sinne lachten; sein erster Wink und Grüßen war nichts als süßes Küssen. 5. Wohl mir, ich bin vertraut mit ihm ins Himmels Grenzen; ich prang als eine Braut, umschränkt mit Siegeskränzen; mit Luft bin ich umschwemmet, kein Kummer mich beklemmet. 6. Drum, Erde, gute Nacht! Deinfalschgeschmücktes Wesen wird jetzt von mir verlacht, ich bin bei dir gewesen. Nur weg, du Weltgetümmel, ich wähle mir den Himmel. 7. So hört mit Weinen auf, o treuste Vater- Seele, denkt, aller Menschen Lauf geht bin zur Grabeshöhle; wohl, wer ihn zeitlich endet und sich zur Ruhe wendet. 8. Je länger man hier lebt, je mehr es widerfähret, daß man Gott widerstrebt, mit Sünden Sünde mehret; Trost- und Begräbniß- Lieder. 908 o wohl, wer nicht die Sünden darf mehr bei sich befinden.or fim si 9. Ach, liebstes Mutterherz, gebt euren Muth zufrieden, laßt fahren Angst und Schmerz, daß ich nun bin geschieden. Der vor mich euch gegeben, nimmt wieder hin mein Leben. 10. Habt Dank für eure Müh, für alle Sorg und Plagen, die ihr sonst spät und früh für euer Kind ge= tragen. Habt Dank für euren Segen, nun will mich Gott verpflegen. 11. Stellt auch das Weinen ein, wischt ab die Augenlider, wenn meine Todtenbein einst werden grünen wieder, so solls gewiß geschehen, daß wir uns wieder sehen. ( Jeremias Würfel.) JIS! Mel. Herzlich thut mich verlangen. 927. S o hab ich nun vollendet von Stöhnen; drum komm, o lieber Tod!., göre sun 2. In allen meinen Jahren von zarter Jugend an hab ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn. Ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit, wie etwa die Gottlosen in stolzer Sicherheit. and3. Was ist der Menschen Leben? Wenns auch aufs allerbest sich können hier begeben, so ist es Müh gewest, ja Nichts, denn eitel Sorgen, nur eitel Gram und Noth, den Abend als den Morgen; drum ist man lieber todt. fi UTA 4. Wie oft hab ich geklaget, gleich wie ein Wandersmann:„ ach, hätt ich Raft!" gefraget:, wann komm ich himmelan? Werd ich noch lange gehen auf eitler Erden Tand? Ach, werd ich nicht bald sehen das rechte Vaterland?" den schweren Lebenslauf, 5. Gott Lob, nun soll es mich ganz zu Gott gewendet und geh jetzt himmelauf! Sehr matt bin ich von Thränen, mein Herz ist schwach von Noth, von Seufzen und werden, nun ist die Stund herbei, daß ich von dieser Erden soll werden los und frei! Nun hab ich ausgeklaget, ich hab in meinem Streit mich Trost- und Begräbniß- Lieder. ritterlich gewaget, die Kron ist mir bereit. 909 da eitel Ueberwinden. Ei gute Nacht, ich reif'. is using n( Joachim Pauli.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. 928. S o hab ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget: zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich, was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 6. Liebsten, laßt das O Weinen, es ist ja ohne Noth; Gott eilet mit den Seinen 928. durch einen selgen Tod, eh noch viel Trübsal kommen, Gott weiß, sie drauen schon. Wohl dem, der nun gekommen zum schönen Himmelsthron. Z nd as 107. Wenn ihr euch könnt bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr euch nicht kränken, ob diesem Todessold: in diesem Weltgebäude hab ich euch ja geliebt; drum gönnt mir doch die Freude, die mir mein Heiland gibt. 8. Wir werden sein verbunden ohn alle Noth und Leid nach wenig Zeit und Stunden dort in der Ewigkeit! Da wird uns Gott verneuen, da werden wir uns auch recht miteinander freuen nach himmlischem Gebrauch 10: 9. Ade, nun muß ich ſcheiden, zu tausend guter Nacht, zur Himmelslust und Freuden; ihr Liebsten, seid bedacht, wie ihr mich wollet finden im schönen Paradeis, 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht! Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der des liebt! Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Auch, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein; allein Gottes Begehren, das muß erfüllet ſein. Darum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet, Gott machet Alles gut. si 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis' hinleget und kommet glücklich Trost- und Begräbniß- Lieder. 910 an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein'n sichern Hafen findet: die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin, ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand, da trifft noch rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit; viel bes= ser wohl gestorben, als in der Welt gelebt, die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt! Aus jenem Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch neßet ihr die Wangen, ihr Eltern über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht." 10. Seht nicht an meine Jahre, gedenkt vielmehr zurück, daß ich ein Mensch hier ware und jeden Augenblick zum Tode reif und zeitig von erster Kindheit an. Wie seid ihr doch so streitig in dem, was Gott gethan! 11. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es so bald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen, ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. 12. Schein' ich zu früh entnommen, sag Jemand: Kann man auch zu früh in Himmel fommen? Gott Trost- und Begräbniß- Lieder. bleibt bei dem Gebrauch, er eilet mit den Seinen zur schönen Himmelspracht. Wer mag nun den beweinen, der bei den Engeln lacht? Nachruf der Betrübten. 13. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust, uns in der Trauerhöhle ist Nichts davon bewußt. Wann wird doch angelangen desselben Tages Schein, daß du uns wirst umfangen? O möcht es heute sein! ( Gottfr. Wilh. Sacer.) 911 leben nicht auf dieser Welt, so hab ich dich liebster Jesu, für mein'n Vater auserwählt. 3. O mein allerliebster Jesu, hör mich armes Waislein an, weil ich traurig vor helfen kann. Du bist ja dir stehe, selber mir nicht mein liebster Jesu und dein Kind will ich nun sein, so im Leben, so im Sterben treu beständig dir allein. 4. Fort, o Welt, mit dein'm Getümmel; fort mit deiner Eitelkeit! Mein Verlangen steht in Himmel, dort zu suIn eigner Melodie.chen Trost und Freud. All* 929.Millich nicht, hier ist nur Kreuz und Leiso muß ich weinen, wenn ich mir es recht betracht; weil verlassen mich die Meinen und genommen gute Nacht. Ach, wo ist mein Vat'r und Mutter? den, Falschheit und Betrügerei, von mein'm Gott will ich nicht weichen; denn er ist der beste Freund. In eigner Melodie. Ach, fie liegen schon im Grab. 930.Welt, abe, ich bin dein Ach, wo sind mein Brüd'r und Schwestern? Keinen Freund ich nirgends hab. 2. O mein allerliebster Jeſu, schau mich armes Waisleinan! Du bist ja mein liebster Vater, fonft mir Niemand helfen kann. Weil mein Eltern sind gestorben, müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die ewge stolze Ruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lauter Eitelfeit; in dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 912 Trost- und Begräbniß- Lieder. 2. Ich bin schon da angekommen, ich bin meiner Krankheit los, meinen Schmerzen ganz entnommen, ruhe sanft in Gottes Schooß; in der Welt war Angst und Noth, Krankheit und zuleßt der Tod, aber dort ist alle zeit Friede, Ruh und Seligfeit. 3. Was empfind ich hier für Freude! Was ist hier für Herrlichkeit! Uebersüße Himmelsweide labet mich schon allbereit. Welt, bei dir ist Krieg und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Schmerzen und der bittre Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Denket, daß es wird geschehen, daß ihr mich in kurzer Zeit fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit; denn bei euch war Nichts, denn Noth, Müh und Angst und gar der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Laßt doch euer Trauern bleiben, meine Lieben, weinet nicht! Es ist gar nicht zu beschreiben, wie mir hier so wohl geschicht; denn bei euch war Angst und Noth, 7. Ich bin nun vorangegangen, will euch also Anlaß geb'n, daß euch soll darnach verlangen, wo wir ewig sollen leb'n. Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit. Aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. on( Heinr. Alberti.) sid 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar: ,, Heilig, Heilig, Heilig" klinget in dem Him- our mel immerdar. Welt, bei Mel. Wer weiß, wie nahe mir. bir ist Krieg und Streit, 931. Wie furz ist boch Angst und bloße Eitelkeit, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. der Menschen Leben, wie eilend wird man weggerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umgeben, darum verfliegt der Lebenssaft. Wir blühen auf und fallen ab, wir steigen aus der Wieg ins Grab. SIDE 2. Wohl aber dem, der Trost- und Begräbniß- Lieder. so erstirbet, daß ihn sein Sterben nicht betrübt, den Gott entrückt, eh er verdirbet und ihm ein besser Leben gibt, ein Leben in dem Paradeis, wo man von keinem Jammer weiß. 3. Ach weinet nicht, daß ich gestorben, ich habe ja nun ausgefrankt. Was mir mein Jesus hat erworben, das hab ich in dem Tod erlangt. Ich bin an einen Ort gebracht, da meine Seel in Freuden lacht. 4. Wie lieblich schmeckt mir doch der Himmel! Wie süße spricht mir Jesus zu! Hier schrecket mich kein Angstgetümmel, ich wohne hier in stolzer Ruh. Ich habe für ein kurzes Leid erlangt den Schaß der Ewigkeit. 913 Ich will dafür ihn ewig loben, denn ich war euch doch nur geborgt. Mein Gott hat mich der Welt entwandt und mir den Himmel zuerkannt. 7. Gi, gönnet mir doch dieses Glücke, das größer ist, als ihr gedenkt; enthaltet euch der Thränenblicke, ich werde hier mit Trost getränft. Ach, mäßigt doch das bittre Leid, ich bin in großer Herrlichkeit. 8. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, er wird doch künftig wieder blühn, von Jesu schön verkläret werden, der wird ihm seinen Glanz anziehn. Da werd ich als ein Engel sein, deß wird sich euer Herze freun. 9. Ich bin der bösen Welt entflogen, in welcher ihr euch noch betrübt. Mich hat der Herr zu sich gezogen, der mich viel mehr als ihr geliebt. Ich schaue Jesu Angesicht, daran gedenkt und weinet nicht. 5. Je schneller ich von euch gewichen, je eher bin ich nun bei Gott; mein Körper, welcher ganz verblichen, der schläfet nur und ist nicht todt. Gott hat mir Sicherheit verschafft und mich vor Unglück weggerafft. 6. Wie wohl bin ich doch aufgehoben! Wie wohl hat 932, Wieuristbody Gott ( Zach. Hermann.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir. kurz doch 58 914 Trost- und Begräbniß- Lieder. Freude, die Gott so bald zum Leide macht, umnebelt unsrer Augen Weide schon eine finstre Todesnacht; ach ja, was unser Labsal war, das liegt schon auf der Leichenbahr. 2. Jedoch, was wollen wir uns fränken, hat es denn nicht der Herr gethan? Bei dessen Schickung muß man denken, daß er nichts Böses machen kann. Er gibt und nimmt und zeigt dabei, daß Beides gut und selig sei. 3. Die Kinder sind nicht unser eigen, nur ein von Gott geliehnes Gut; so müssen wir in Demuth schweigen, obgleich dein Tod uns wehe thut; man hält dem Herren billig still, wenn er das Seine haben will. kommen ja dort oben, wo aller Feinde Kopf zerknirscht, die auf der Welt dir nachgestrebt, wenn du noch länger hier gelebt. 6. Du bist nicht ewig uns genommen, wir schicken dich nur jetzt voran und werden einmal zu dir kommen in dem beglückten Canaan; mit Thränen lassen wir dich fort, mit Lachen finden wir dich dort. 7. Laß andre Kinder sich drauf freuen, was ihnen wird bescheret sein! Hier bindet man nur Tändeleien in unsrer Kinder Bürden ein; im Himmel ist, was du begehrt, der Himmel selbsten dir beschert.( Benj. Schmolck.) Mel. Es ist genug, so nimm. euch 4. So weiß es auch bein 933.3 bin, men Gott am besten, warum er also mit dir eilt; da wir mit Thränen dich bekösten, so hat er dir ein Loos ertheilt, wo dir kein Jammer mehr bewußt, vorübergroßer Himmelslust. Kind! Denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit ſtillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind!:;: 5. Wir sind der Sorgen überhoben, ob du uns auch gerathen wirst, du bist voll2. Zeuch hin, mein Kind! Trost- und Begräbniß- Lieder. Zeuch hin, mein Kind!:,: ( Gottfr. Hoffmann.) Der Schöpfer hat bich mir im Herren überwunden. nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir jetzt wieder fort zu ziehen. Zeuch hin! Gott hat es so versehn; was dieser will, das muß geschehn. Zeuch hin, mein Kind!:,: 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind!:,: 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen Alle nach, sobald es Gott befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind!: 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; du steheft auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast 915 Mel. Herzliebſter Jesu, was haſt. * 934. Geliebten Freund, was thut ihr so verzagen, mit vielem Seufzen, Heulen und Wehklagen, darum, daß dieser Leib soll in die Erden geleget werden? 2. Wißt ihr nicht, daß sein Stündlein ist gekommen? Der Herr hat ihn genädig weggenommen und aus der Angst, die ihn oftmals gebissen, gänzlich gerissen. 3. Hier hat er müss'n in Fahr zu allen Zeiten mit Teufel, Fleisch und bösen Menschen streiten, viel Herzeleid erfahren und ertragen mit großem Klagen. 4. Nun ist er aller ſeiner Feinde Toben und alles Jammers frei und überhoben; nun mag ihm keine Kreatur zuseßen, noch ihn verlegen. 5. Nun hat er alles Unglück überwunden, den rechten Fried und besten Schatz gefunden, darnach er hat 58* 916 Trost- und Begräbniß- Lieder. gleich als ein Christ gestrebet; dieweil er lebet. 6. Sein Geist der lebt jegund in großer Freude, ist angethan mit einem weißen Kleide und preiset hoch mit englischem Gedichte Gottes Gerichte. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn ins gute Land gesäet, wird auferstehn in Kraft mit großem Preiſe himmlischer Weise. 8. Das wird geschehn, wenn ihm und auch uns Allen die Stimm des großen Gottes wird erschallen, der wiederum all ungeschickte Sachen wird richtig machen. 9. Dann wird er uns, wenn seine Glocken klingen, mit großer Freud wiedrum zusammen bringen und prächtiglich mit vielem Triumphiren in Himmel führen. 10. Da wir dann fein in himmlischen Geberden ohn Sünd und Klag beinander bleiben werden, von Teufel, Tod und allen Aergerniſſen gar nichts mehr wissen; 935. 2 11. Sondern vollkommen und gar engelreine uns lieben in verklärtem Fleisch und Beine und ewiglich Gott loben in sein'm Reiche, den Engeln gleiche. 12. Das wollt ihr, mein geliebten Freund, bedenken und euer Herz nicht wie die Heiden fränken, die von den Todten, wenn sie die begraben, kein Hoffnung haben. 13. Gott helf, daß wir zur Zeit auch still einschlafen und von dem Herrn sammt allen seinen Schafen am jüngsten Tag zum Leben aus der Erden erwecket werden. ( Barthol. Ringwaldt.) XLI. Von der Auferstehung, dem jüngsten Gericht und ewigen Leben. In eigner Melodie. Ule Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, mußverderben, soll es anders werden neu. Von der Auferstehung, dem jüngsten Gericht ic. 917 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sizzet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehren ewig„ Halleluja" hören. Dieser Leib der muß verwefen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum ſo will ich die ses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz wil lig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gottes- Himmel, wo ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, wo viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor Gottes Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, Heilig, Heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist." 6.0 Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in süßer Ruh! Ach, der großen Freud und Wonne; jegund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit. Jezo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid und der güldnen Ehren- Krone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 8. Nun hier will ich ewig wohnen, liebster Schaß, zu guter Nacht! Eure Treu wird Gott belohnen, die ihr habt an mir vollbracht. Liebsten Kinder und Verwandten, Brüder, Freunde und Be 918 Von der Auferstehung, dem jüngsten kannten, lebet wohl zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht! ( Joh. Georg Albinus B. 1-7.) Leib und Blut und voran die Seufzer schicken, Gott zu dir, mein höchstes Gut. 7. Klagt mich an der Höllen Rachen, ohne Schaden geh ich hin; wenig kann In eig. Mel. od.: Ringe recht, wann. * 936.hwann werd die Sünde machen, weil ich Christo eigen bin. ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schau und, was er hat den Frommen in dem Himmel zugericht't? 8. Muß ich auch mit Schmerzen wallen durch das finstre Todesthal; Christus läßt mich doch nicht fallen, bis hin in den Himmelsfaal. 2. Wie nach einem Wasserbrunnen, ein Hirsch schreiet mit Begier, also auch mit meiner Zungen lechz ich, o Herr Gott, zu dir. 9. Also hab ich den gewonnen, in den Himmel geh ich ein; leuchten werd ich gleich der Sonnen und bei Christo ewig ſein. ( Joh. Christoph Kohlhanns.) 3. Ihren Durst begehrt zu stillen meine matte Seel allhier aus dem Brunnen, der thut quillen Lebenswasser für und für. 4. Ja, sie wünschet bald zu sehen ihren Heiland Jesum Chrift; bald in Himmel einzugehen, einzig ihr Verlangen ist. 5. Drum, Gott, laß mich dahin kommen, daß ich bald dein Angesicht schau und, was du hast den Frommen in dem Himmel zugericht't. 6. Ich will mich so lang erquicken hier mit Christi Mel. Von Gott will ich nicht zc. 937. Der Tage in meiist mir vielleicht nicht fern; o dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist ganz mein Lauf; ich trete zu dem Throne und Gott seßt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt, was fürcht ich mich zu sterben, wie er mich sterben Gericht und ewigen Leben. lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich unsterblich werde, entschwing ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod, der reißt die Sündenglieder, den trägen Leib darnieder: mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Son nen hebt mich mein Glaub Da tret ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimm ich selbst froh mit ein. empor. 919 kommen, da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ewigs Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von Gott gesät; die Freudenzeit wird 7. Mit dir steh ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst, erhalt mich stets bereit im Glauben deiner Frommen; laß dann die Stunde kommen, die mich und sie befreit! 8. Dann geh ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ewger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern der letzte meiner Tage; er kommt und meine Klage wird Lobgefang dem Herrn! 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf ( Balthaf: Münter.) mich herab, dem er in sei= Mel. Balet will ich dir. nem Sohne das Recht der* Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit find alle meine Freuden die Folgen meiner Leiden ihm selber Seligkeit! * 938. Der er Bräutgam wird bald rufen: Kommt all, ihr Hochzeitgäst! Hilf, Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald han in unsern Händen die Lampen, Del und Licht, 920 Von der Auferstehung, dem jüngsten und dürfen uns nicht wen- mit himmelischen Zungen den von deinem Angesicht. ewig in Gottes Reich. 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm ein große Zahl. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Brunne, und täglich werden neu. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unsrer gar nicht schämen, uns mengen mitten ein; wir werden Alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 7. Also wird Gott erlösen uns gar aus aller Noth, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermuth, Zorn und Zagen, von aller bösen Zeit. ( Joh. Walther.) 4. Gott wird sich zu uns fehren, ein'm Jeden sezen auf ein güldne Kron der Ehren, uns herzen freundlich Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. brauf; wird uns an sein Brust 939. Erhöhter Jefu, drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. Gottes Sohn, der du schon längst des Himmels Thron als Herrscher eingenommen: du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen! Gib, daß dann froh und voll Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, 5. Da wird man hören klingen die rechten Saitenſpiel; die Musika wird bringen in Gott der Freuden viel; die Engel werden singen, all Heilgen Gottes gleich, Gericht und ewigen Leben.no 921 jetzt die Pracht, die deinen mit Freuden vor dir steh Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolfen einst mit deiner En gel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen! Dann fieht die Welt die Majestät, wozu dich, Gott, dein Gott erhöht. und mit dir in den Himmel geh ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name ſei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, laß mich mit Eifer üben! Dich, den der ganze Himmel preist, dich müsse hier auch schon mein Geist aus allen Kräften lieben! So schreckt mich deine Zukunft nicht, so hab ich Muth auch im Gericht. ( Christ. Sam. Ulber.). 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten wieder geben. Sie stehn, durch dich, Herr, neu beseelt, nun Alle Mel. O, daß ich tausend Zungen. auf und Keiner fehlt. 940. Es ist noch eine Ruh vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entre und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Grden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch Alle die! In deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die fie 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um Jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist? 5. D gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde, daß ich 922 Von der Auferstehung, dem jüngsten gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, ſo segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt mit frohem Lobgesang selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank. Nun jauchzen sie:„ Es ist vollbracht, der Herr hat Alles wohl gemacht!" 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die Welt hervor gebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die From In eigner Melodie. men bei dem ewgen Glück auf 941. Es ist gewißlich ihr an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös' und Frommen. Dann wird das Lachen werden theur, wenn Alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und krönet sie mit Preis und Ehr. Dunaussprechlich süße Ruh, wie herrlich, Höchster, segnest du! 7. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt. D mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so ernt ich von der Last ber Zeit einst völlige Zufriedenheit. ( Sam. Diterich.) Gericht und ewigen Leben. 162 hören gehn an aller Welt ihr Ende; darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende; die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 7.0 Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngſten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mache uns in Gnaden los von allem Uebel. Amen. ( Barthol. Ringwaldt.) Mel. Der lieben Sonnen. 4. O Weh demſelben, welcher hat des Herren Wort* 942. Die Chriſten von verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet, der wird für wahr gar fahl bestehn, und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben, da denn gewißlich Jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 923 aus dem Buche frei, worinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden, woran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht't und meine Schuld bezahlet. 16. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport, und ruhn in ihrer Kammer; Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; und's Waizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt ſein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Dir nährt die Liebesflamm der holde Bräutigam; dich deckt bei ungestör 924 Von der Auferstehung, dem jüngsten ter Ruh der Liebe stiller der Erde mich zu dir schwinSchatten zu. #gen werde. 3. Wir freun uns in Gelaffenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schooß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. ( Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf.) nah, Herr Jesu, du bist da; die Wunder, die den Leuten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir geſehen, in großer Zahl geschehen. * 943. Dumehr gen laufen? Mel. Auf meinen lieben Gott. ie Zeit ist 2. Was soll ich denn nun thun? Ich ſoll auf dem beruhn, was du mir hast verheißen, daß du mich wollest reißen aus meines Grabes Kammer und allem andern Jammer. 4. Ach, was wird doch dein Wort, o süßer Seelenhort, was wird doch sein dein Sprechen, wenn dein Herz aus wird brechen zu mir und meinen Brüdern, als deinen Leibes- Gliedern! 3. Ach Jesu, wie so schön wird mirs alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blik ken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von 5. Werd ich denn auch vor Freud in solcher Gnadenzeit den Augen ihre Zähren und Thränen können wehren, daß sie mir nicht mit Haufen auf meine Wan6. Was für ein schönes Licht wird mir dein Angesicht, das ich in jenem Leben werd erstmals sehen, geben! Wie wird mir deine Güte entzücken mein Gemüthe! 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der noch verwundt, da wir so fest auf trauen, das werd ich Alles schauen; auch innig herzlich grüßen die Maal an Händ und Füßen. 8. Dir ist allein bewußt die ungefälschte Luft und edle Seelenspeise in deinem Paradeise; die kannst du wohl Gericht und ewigen Leben. beschreiben, ich kann Nichts mehr, als gläuben. 9. Doch was ich hier gegläubt, das steht gewiß und bleibt mein Theil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All anders Gut vergehet, mein Erbtheil das bestehet. 10. Ach Herr, mein schönstes Gut, wie wird sich all mein Blut in allen Adern freuen, und auf das Neu verneuen, wenn du mir wirst mit Lachen die Himmelsthür aufmachen. 11. Komm her, komm und empfind, o auserwähltes Kind, komm, schmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben; komm, wirst du sagen, weide dein Herz in ewger Freude. 12. Ach, duso arme Welt, was ist dein Gold und Geld hier gegen diese Kronen und mehr als güldnen Thronen, die Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället? 925 Kreuz, kein Leiden, kein Tod, kein bittres Scheiden. 13. Hier ist der Engel Land, der selgen Seelen Stand; hier hör ich Nichts als Singen, hier sehich Nichts als Springen; hier ist kein 14. Halt ein, mein schwacher Sinn, halt ein, wo denkst duhin? Willst du, was grundlos, gründen, was unbegreiflich, finden? Hier muß der Wiß sich neigen und alle Redner schweigen. 15. Dich aber, meine Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, Herr, der du mir wirst schenfen mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. 16. Ach, wie ist mir so weh, eh ich dich aus der Höh, Herr, sehe zu uns kommen; ach, daß zum Heil der Frommen du meinen Wunsch und Willen noch möchtest heut erfüllen! 17. Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fertig da zu stehen, und so zum Herrn zu gehen, daß alle Stund und Tage mein Herz ich zu dir trage. 18. Dies gib, Herr, und verleih, auf daß dein' Huld und Treu ohn Unterlaß mich wecke, daß mich dein Tag nichtschrecke, daunser Schreck 926 Von der Auferstehung, dem jüngsten auf Erden soll Fried und Freude werden. ( Paul Gerhard.) Mel. Wachet auf, ruft uns die. tragen lauter güldne Kronen, wir sißen hier auf güldnen Thronen; hier wechselt sich gar keine Zeit. Hör auf * 944. Es mag dies mein blöder Sinn, wo willst Haus, das aus der Erden nur immerhin zerbrochen werden; ein andres Haus wird uns erbaut. Gott selbst will diesen Bau vollführen mit ewger du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird Alles und in Allem sein.( Jat. Baumgarten.) Himmelsklarheit zieren, bran man schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und gan= zer Geist fleucht von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem selgen Freudenort. 2. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerheiligste steht offen, o seligste Zufriedenheit! Hier gibt sich inniglich zu küssen, mit süßer Wonne zu genießen die heiligste Dreieinigkeit. Es schenkt sich uns allhier der Engel schöne Zier; alle Frommen umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur weiße Seide der allerreinsten Heiligkeit; wir Mel. Valet will ich dir. * 945.in Tröpflein von den Neben der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben, als dieser eitlen Zeit gesammte Wollustflüsse; und wer nach jenem strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie wohl würd ihm ge= schehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihren Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, das ist die Seligkeit und aller Himmelsauen ihr schönstes Blumenkleid; wie war nach seinem Blicken Gericht und ewigen Leben. der Abraham so froh, wie wünscht er zu erquicken sich an dir, A und O! 4. Sprach mit Triumph und Prangen der liebe Jakob nicht: Ich habe Gottes Wangen und klares Angesicht gesehn und bin genesen? Wie glänzte Moses Haut, als er bei Gott gewesen und seinen Mund geschaut! 5. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl sich offenbarlich zeiget! herrlich edler Tag, dem diese Sonne steiget und ihn erleuchten mag. 6. Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Rebel kennet! Gesellschaft, reich an Lust, da Gott und Engel kommen mit Menschen überein und ewiglich die Frommen gesegnet werden sein. 927 Preis, ist seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. 8. Sein Licht wird in uns leuchten, sein Del und Honigsaft soll unsre Lippen feuchten; von seiner Stärke Kraft mit Weis- und Schönheit werden wir ganz erfüllet sein und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 9. Was wünschest du für Gaben? Du wirst fie finden dort und in dir selbsten haben den Reichthum fort und fort; denn Gott, vorwelchem Kronen und Perlen, Staub und Spott, wird selber in uns wohnen und wir in unserm Gott. mal kommen zu solcher Freu10. Wann werd ich eindenquell? Wär ich doch aufgenommen und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, indessen an, bis ich dich selbst nimm mein Flehen so lang ansehen und recht beschauen kann.( Erasmus Finx.) 7. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entMel. Was Gott thut, das ist. fpringet ein ewge Fröhlich- 946. Jh freue mich Gott selbst ist solche frohen Wonne, ist solcher Liebe Zeit, da ich werd auferstehen. 928 Von der Auferstehung, dem jüngsten Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein 947.3 Gerichte, but Mel. Befieht du deine Wege. denk an dein du Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich vereint mit allen Frommen zur ewgen Ruhe kommen. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt; mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich sein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, o welche Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur. Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 2. Ach käm die Stunde bald heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Himmelreich mich Ruhe, Luſt und Leben in Ewigkeit umgeben! 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen und mit dir in der Herrlichkeit, frohlockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch zum Glück der Ewigkeiten, mich würdig zu bereiten. ( Nach Peter Busch.) 4. Frohlockend fehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, fehn sie den Himmel na Gericht und ewigen Leben. nae 929 zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Leid ist kaum ein Morgentraum, auf ihn folgt ngewig, ewig Heil. Ind dh 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 2. Augenblicke dieser Leiden, was seid ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron am Ziele prangen und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr so hoch begnadigt ſeid. Euch hält in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder, das Ziel ist nah, bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! d 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit ungebeugtem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wieseufzt er laut und schwißte Blut! 100( Benj. Schmold.) Mel. Wachet auf, ruft uns. 948. esus kommt, Doch sahn die Feinde nicht von allem Bösen uns, seine Christen, auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott, 59 offen und du, Herr, segnest fie. pit 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein und führest die Gerechten zudeinen Freuden ein. 6. Herr, laß in diesem Leben dein schreckliches Gericht mir stets vor Augen schweben, so schreckts mich fünftig nicht; so werd ich vor dir wandeln in wahrer Frömmigkeit und als ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 930 Von der Auferstehung, dem jüngsten litt er den Tod; da jauchzten alle Himmel ihm. 4. Mitgenossen seiner Leiden sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, ben. milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst bereitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erhemit unserm Haupt hindurchs 2. Was sind die Freuden zu dringen und seines Himmels werth zu sein. Der Hülf uns schafft, ist er; sein großer Nam ist, Herr, unsre Stärke. Die ihm vertraun, die werden schaun, welch eine feste Burg er ist. dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden; du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum fröhlichen Empfinden. Doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen, da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst Alles neu; das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; deß sind wir froh und danken dir. Herr, in allen tüben Tagen sollunser Herz doch nicht verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein Erlöster ist und sind stille. Wenn Gott uns hält, vergeh o Welt, stürz ein auf uns; wir zagen nicht. ( Balth. Münter.) Mel. Wie schön leuchtet der. 949. Mein ganzer Geist, Gott wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den bu für uns bereitet; wo deine 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des no Gericht und ewigen Leben. Ha Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Wil lig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nen nen. drad 5. Vor seinem Antlig wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh und schmecken seiner Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, fein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüronicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine hand, die deine Liebe dir verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so men931 schenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden Nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält; fein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlichfeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. ( Sam. Diterich.) Mel. Gott des Himmels und. 950, Meines Lebens Freude ist derHimmel, GottesThron;. meiner Seelen beste Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn; was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu Jesu sein gesellt, denn der Erde Gut vergehet, Jesus und sein Reich bestehet. 59* 932 Von der Auferstehung, dem jüngsten 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schen in Jesu bin, alle Schäße dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seelen sanfte thut. 6. Einen Tag bei Jesu fißen, ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nüßen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. d no Seelen schönste Zier, geht auch aller Freude für. thin 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge und ist Mel. Straf mich nicht in deinem. bald damit geschehn, plög.* 951. Herr, du Nichaller lich pfleget aus zu dieses Lebens Glanzund Schein. 5. Aber dort des Himand mels Gaben, die mein Jesus eigen hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt, und vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 7. Essen, Trinken, Tanzen, Springen, labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf Jeſum sein gericht't, ist der 8. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt, sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und an dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. nhynch( Salomo Liscovius.) Welt, du hast meinem Leben Rechenschaft zugeben. Gehe Ziel und Ende festgestellt, nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone! y tradin 2. Willst du rechnen Sünd und Schuld, Herr, wer kann bestehen? Uebst du Recht für Gnad und Huld, so muß ich vergehen! Gehe nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone!! 3. Du, o allerhöchstes Gut, weißt mein Unvermögen! Doch ich will mit Christi Blut zahlen und belegen. Gehe nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone! noff Gericht und ewigen Leben. na 933 4. Klaget mich der Sa- o Schwert, das durch die tan an, sagt mir mein Ge- Seele bohrt; o Anfang sonwissen, was ich Böses je ge- der Ende! D Ewigkeit, Zeit than, es wird schweigen müs- ohne Zeit, ich weiß vor grosen. Gehe nicht ins Gericht! ßer Traurigkeit nicht, wo icy Hilf in deinem Sohne; scho- mich hinwende; mein ganz ne doch, ach schone! erschrocken Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen flebt. 5. Deffne mir das Lebensbuch, laß dies Urtheil lesen: Du bist frei von Sünd und Fluch, und durch Gott genesen!" Gehe nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone! mi. 6. Laß mich ChristiWundenschmerz vor Gericht versprechen; laß sein Blut dein treues Herz; liebster Vater, brechen! Gehe nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone! 7. Nun, ich will auf Christi Tod, Herr, zum Urtheil schließen! Laß mich in der legten Noth Christi Blut genießen! Gehe nicht ins Gericht! Hilf in deinem Sohne; schone doch, ach schone!( Salomo Franc.) and Jpnursp ideg In eigner Melodie. 952* D Ewigkeit, du Donnerwort, 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, ste treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. D Ewigkeit, du machst mir bang; o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Was acht' ich Wasser, Feu'r und Schwert? Dies Alles ist kaum nennenswerth, es kann nicht lange dauern, was wär es, wenn gleich ein 934 Von der Auferstehung, dem jüngsten Tyrann, der funfzig Jahr kaum leben kann, mich endlich ließ vermauern? Gefängniß, Marter, Angst und Pein, die können ja nicht ewig ſein. 5. Wenn der Verdamm ten große Qual so manches Jahr, als an der Zahl hier Menschen sich ernähren, als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub das Erdreich trägt, noch endlich follte währen; so wäre doch der Pein zuletzt ihr recht bestimmtes Ziel geſetzt. da 6. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert tausend, tausend Jahr haft kläglich ausgestanden und von den Teufeln solche Frist ganz grausamlich gemartert bist, ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so Niemand zählen kann, die fänget stets von Neuem an. 7. Liegt einer frank und ruhet gleich im Bette, das von Golde reich, ist föniglich gezieret, so haffet er doch solche Pracht, auch so daß er die ganze Nacht ein fläglich Leben führet; er zählet jeden Glockenschlag und seufzet nach dem lieben Tag.mk 8. Ach was ist das! Der Höllenpein wird nicht wie Leibeskrankheit sein und mit der Zeit sich enden. Es wird sich der Verdammten Schaar im Feu'r und Schwefel immerdar mit Zorn und Grimm umwenden, und dies ihr unbegreiflichs Leid soll währen bis in Ewigkeit. 9. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf furze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein geſtellt! Ads nimm das wohl zu HerAch Menschenkind: kurz ist die zen und merk auf dies, o Zeit, der Tod geschwind. 10. Ach fliehe doch des Teufels Strick; die Wollust kann ein'n Augenblick und länger nicht ergößen, dafür willst du dein' arme Seel hernachmals in des Teufels Höhl hin zur Vergeltung seßen? Ja schöner Tausch, ja wohl gewagt: das bei den Teufeln wird beklagt. 11. So lang ein Gott im Himmel lebt und über Gericht und ewigen Leben. alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen. Es wird sie plagen Kält und Hiß, Angst, Hunger, Schreden, Feur und Blig, und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wenn Gott nicht mehr wird ewig sein. 12. Die Marter bleibet immerdar, als anfangs sie beschaffen war, sie kann sich nicht vermindern; es ist ein Arbeit sonder Ruh, und nimmt an Klag und Seufzen zu bei jenen Satanskindern. O Sünder, deine Misſethat empfindet weder Trost noch Rath. 935 heit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wüten. Vor allen Dingen hab in acht die vorerwähnte lange Nacht. 14. Laß doch die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr und Geld dir länger nicht gebieten; schau an die große Sicher15. D du verfluchtes Menschenkind, von Sinnen toll, von Herzen blind, laß ab die Welt zu lieben. Ach, ach, soll denn der Hölle Pein, da mehr denn tausend Henker sein, ohn Ende dich betrüben? Wo lebt ein so beredter Mann, der dieses Werk aussprechen kann? 16. D Ewigkeit du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich), wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt!( 3. Riſt.) 13. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben. Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der Mel. O daß ich tausend. leste Tag; wer weiß noch, 953. Gott, wie wie man sterben mag! wohl thust du den Deinen, zur Ruhe führest du sie ein. Da werden Leid, Geschrei und Weinen mir nur ein dunkles Traumbild sein. Da wird 936 Von der Auferstehung, dem jüngsten auf leicht verschmerzte Pein mich hoher Engeltrost erfreun. 2. Wielichtvoll wird mein ganzer Wille im Willen meines Gottes ruhn! Da find ich aller Wünsche Fülle, was ich gehofft, das schau ich nun; weit, über alle Hoffnung weit, wird Gottes Rath mir Seligkeit. 90 3. Wie überwiegend ist die Wonne, die den entbundnen Geist entzückt, der dich, o Gott, als Schild und Sonne in unverhülltem Glanz er= blickt; hier find ich, treuster Jesu dich, meines tes, freu ich mich. Mammonsknecht hat Theil an Salems Bürgerrecht. 5. Nie geht ein Frevler, ein Empörer in Zions heilges Thor hinein; weit draußen sind die Friedensstörer; die Lügner müssen ferne sein; kein Menschenfeind, kein 6. Wohl uns, wo reine Himmels- Klarheit durch alle Wege Gottes scheint, wo lauter Liebe, lauter Wahrheit die Himmels- Bürgerschaft vereint, und wo du ſelbst, Herr Jesu Christ, der Stifter aller Freuden bist! Mutc Seligkeiten, selbst zur Ver7. Zur Hoffnung solcher einigung mit dir, wollst du, o Herr, mich vorbereiten; ach schaff ein reines Herz in mir! Du, den ich schauen foll, bist rein, rein muß auch meine Seele sein. 4. Sanft ist die Freundschaft edler Seelen, die nun, ( Sam. Chr. Lappenberg.) In eigner Melodie. mog erusalem, du burch volles Licht verflärt,* 954.3 hochgebaute sich Gottes Führungen erzählen, der sie durch Prüfungen bewährt, und wundervoll nach seinem Rath zur Ehr und Freud erhoben hat. Stadt, wollt Gott, ich wär in dir. Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blachem Feld schwingt es sich über Alle, und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wannwirst du kommen schier? Gericht und ewigen Leben. da ich mit Lust, mit freudefreiem Mund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an lände bei jenem Vaterland? 13. Im Augenblick wird fie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element; fährt auf Eliä Wagen mit engeli scher Schaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar.alapiva 937 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich Paradeis, von höchster Freud eingelanget bin ins schöne erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. spricht in Heiligkeit, das HoDas Halleluja reine man stanna feine ohn End in Ewigkeit. 4. Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir; thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit! 5. Ein edles Volk und ein sehr werthe Schaar kommt dann gezogen schon; was in der Welt von Auserwählten war, seh ich die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ano, ba ich noch war ſo 955. Osprechlich felig Mel. Alle Menschen müssen. unausferne in meinem Thränenland.no werden wir im Himmel sein; 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schönaufhören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tauſend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das himmelische Heer.( Joh. Matth. Meyfart.) fot 938 Von der Auferstehung, dem jüngsten da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch dieſe Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden fast dei nes Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollfommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deine fromme Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir, und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. ht. 6. O wer sollte sich nicht ſehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns erfreun; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Luft verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sørgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne as Gericht und ewigen Leben. Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Him mel gehn. D so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobfingt. sid( Nach Benj. Schmolck.) 939 leben, wo nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 1 Zw. Chor. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden, wünscht nicht Freude, weil ihr ſeid hienieden; laßt euren Willen sich fein fanft in Gottes Gnade ſtillen. lud E. Chor. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz noch Leiden ist euch hinderlich in euren Frenden.d Zw. Chor. Aber gleichwohl mußten wir auch fäm956. D In eigner Melodie. ipfen, da in uns war Sünd 67 Erster Chor.dp.und Tod zu dämpfen. Was euch jeßt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen; iht seid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. E. Chor. 4. Christus wi schet ab all eure Thränen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhier gedrungen. Zweiter Chor. Ja, höchst felig sind wir, lieben Brüder, unser Mund ist voller Freudenlieder, doch was wir schauen, wird euch Gott gar bald auch anvertrauen. E. Chor. 2. Muß man hier doch wie im Kerker Zw. Chor. Duldet euch nur fort bei euren Thränen, bleibt getreu, euch himmelan zu sehnen; eu'r jetzig Leiden ist der Same zu den fünftgen Freuden. sed susd Von der Auferstehung, dem jüngsten 940 & Chor. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben; wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Zw. Chor. Freilich ist 957. Schon ist der hier gut bei Christo leben, doch könnet ihr euch in Geduld ergeben; all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. mo Tags von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. E. Chor. 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen, bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne.u ni nd in en Zw. Chor. Ach, ihr then. ren Seelen, eure Kronen, eure Palmen, eure güldnen Thronen sind schon bereitet, schafft nur, daß ihr recht zum Siege streitet. da Beide Chöre. 7. Nun wir wollen beiderseits denn loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben, ein ewges Leben ist uns beiderseits gewiß gegeben. Ehre; die Ewigkeiten werden unsers Gottes Lob ausbreiten. to bile andmi fin( Simon Dach und Jakob Baumgarten.) 8. Lobt, ihr Menschen, lobt, ihr Himmelschöre, gebt dem höchsten Gott allein die 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr. Betrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. 14. Der Richter spricht, Gericht und ewigen Leben. 941 der Himmel schweigt, und 8. Mein Heiland, laß mich alle Völker hören erwar- dein Gericht oft und mit tungsvoll und tiefgebeugt: „ Kommt, erbt das Reich der Ehren!" So spricht er zu der frommen Schaar. Doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. Ernst bedenken; es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden fränken. Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. ogs ( Sam. Diterich.) Mel. Wachet auf, ruft uns. elig find des Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben, sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, und Wonne der Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen sie von aller Sorg und Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron, zu ſeinem Sohn begleiten ihre Werke ſie. 12. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit und Ehre sei dir Versöhner Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das ge= opfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab; wischt unsre Thränen ab, Halleluja! Er hats vollbracht, nicht Tag, nicht 5. D Herr, mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! Die Sünder, 958. die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unausforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist darg verloren. d6. Sie, die Gerechten, leuchten dann ſo wie der Glanz am Himmel. Du ſelbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! Nun sehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück aus Gottes Gnad ererben. 07. Sie gehn nun in das ſelge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlfein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. dis 942 Von der Auferstehung, dem jüngsten Nacht, wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun, nun bist du uns aufgegangen, nun sehn wir dich nicht mehr von fern. Nun weinen wir nicht mehr, der Tod ist nun nicht mehr! Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm! Bräutigam ist nah; begeg net ihm in Reihen und singt Halleluja! du Dodg 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufge= schlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenoffen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schöne Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag * 959. Ermuntert von Weiten, davor das Dunkle euch, ihr weicht. af fummin halst Frommen, zeigt eurer Lam- 5. Wer wollte denn nun pen Schein; der Abend ist schlafen? Wer klug ist, der gekommen, die finstre Nacht ist wach. Gott kommt, die bricht ein. Es hat sich auf Welt zu strafen, zu üben gemachet der Bräutigam mit Grimm und Nach an Allen, Pracht. Auf, betet, kämpft die nicht wachen, und die des und wachet, bald ist es Mit- Thieres Bild anbeten sammt ternacht. Ju dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der ( Friedr. Gottlob Klopstock.) In eigner Melodie, oder: Valet will ich dir geben. and/ 6. Begegnet ihm auf Er den, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden, und seid nicht mehr betrübt. Es Gericht und ewigen Leben. sind die Freudenstunden ge- führ uns aus dem Streit; kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. wir heben Haupt und Hände nach der Erlosungszeit.is 1p( Laurentius Laurenti.) 7. Die ihr Geduld getra- Mel. Sollt ich meinen Gott. gen und mit gestorben ſeid,* 960.Defnemirdie nun und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron. and 8. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod zerschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 943 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist der sichre Port; hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Rosenthal. di 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald, und mach dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und eile deinen Lauf. Jesu, mach ein Ende, und thore, o du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht zum Licht erforen, eh die Welt den Anfang hatt. Eile, Liebster, heim zu führen meine Seele, deine Braut, die du dir hast anvertraut. Laß mich diese Klarheit zieren, wo mich keine Sündennacht mehr betrübt und finster macht. 2. Ich lieg schon in deinen Armen durch den Glauben fest geschränkt, und durch deiner Lieb Erbarmen wird mir Freude eingeschenkt, die nach deinem Nektar schmekket, den du in der Ewigkeit meiner Seele haft bereit't. Aberdiese Lusterwecket Durst, den Nichts, mein Gott, als du, sättiget in voller Ruh. 3. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht, und von Sünden frei zu stehen, reines Lamm, in deinem Licht; doch ich will 944 Von der Auferstehung, dem jüngsten dir Nichts vorschreiben, und mein Himmel ist schon hier, wirst du, meine Seelen- Zier, nur mit mir vereinigt blei ben; denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? vermähle, und laß deiner Liebe Kraft mich ganz gnadenvoll erlaben. Bleibe mein, ich bleibe dein, dein will ich auch ewig sein. Dich, mein Jesu, will ich haben; Erd und Himmel acht ich nicht, ohne dich, mein Trost und Licht. ma 4. Du bist meine Seelenwonne, wenn mich Angst betrüben will; mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wenn mir beine Blicke lachen,* 961.Wer sind die deren liebbegränzter Strahl trennet alle Nacht und Qual; du kannst mich vergnüget machen, in dir hab ich Himmelsfreud, außer dir Verdruß und Leid. vor Gottes Throne, was ist das für eine Schaar? Träget jeder eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Halleluja fingen All', loben Gott mit hohem Schall. 5. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben an dir einen treuen Zweig, der, wenn ihn hier Stürme treiben, stärker werd und höher steig, auch im Glauben Früchte bringe; und verseß mich nach der Zeit in das Feld der Ewig2. Wer sind die, die Pal men tragen, wie ein Sieger, in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen und geleget inden Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? keit, da ich mich in dir ver- 3. Wer sind die in reiner jünge, wenn des Leibes welkes Laub wieder grünt aus ſeinem Staub. 6. Gieß indessen in die Seele deinen süßen Lebenssaft, Leben, dem ich mich ( Wolfg. Chr. Dreßler.) dumiri shuni Mel. In dem Leben hier auf. Seide, welche ist Gerechtigfeit, angethan mit weißem Kleide, das zerreibet feine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? bbm alt 3 Gericht und ewigen Leben. 4. Es sind die, die wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer; die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, die viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zeugen eines Namens, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Klei= der hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Welche wie ein Hirsch gelechzet nach dem Strom, der frisch und hell, also ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell: mun ihr 945 Durst gestillet ist, da sind sie bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg fie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in dem Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewge Gut, lieblich sie erquicken thut. 10. Es sind die, die hart gedrücket manche harte Trübsalshiß. Nun sind sie hinweggerücket dahin, wo des Herren Siß, wo die Hütte Gottes ist, wo kein Feind, kein Argelist. 11. Es sind die, von deren Wangen Thränen sind geflossen stark, deren Herz die Angst umfangen und das Leid verzehrt ihr Mark. Nun Gott ihre Seeln erfrischt, sind die Thränen abgewischt. 12. Ach Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: jag, o Herr, die Feinde weit. 13. Hilf mir Fleisch und Blutbesiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darniederliegen: wenn 60 948 Aller Kinder und Kranken Mel. Wer nur den lieben Gott. #pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen* 963. Wir liegen hier zu los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! Die Litanei. O Jesu Christe, Gottes du Sohn, 10 Erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, de Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried! erhöre uns! Christe, Kyrie, Chrifte, eleison! eleison! ( Beide Chöre:) Kyrie, eleison! Amen. deinen Füßen, ach Herr, von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach, weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder: wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die nur auf Höllenwegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert und Hunger längstens aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach, hast du noch ein Die Litanei. Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das theure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 949 9. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig füfsen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut; nimm Kirch und Haus in deine Hut. 10. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jakobs schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! ( Benj. Schmold.) 7. Ach, laß die wohlver- Mel. Herzlich lieb hab ich dich. biente Strafe nicht über unsre 964. Du Gott, der unsre ZuHäupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinem Schooß und mach uns aller Plagen los. 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Würger laß vorüber gehn. Gib deinen Kindern Brot zu essen; laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns theuer macht und unser Herz dabei verschmacht't. flucht ist, Gott, unser Mittler, Jesu Christ, Gott heilger Geist der Gnaden! Dreieiniger, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Miſsethat beladen. Nimm von uns unsre Sünden- Schuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk auf unser heißes Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein 950 Die Litanei. Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuren Eid und dei= nen Weg verlassen; doch sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; o laß aufs neu uns deine Rechte fassen, laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat; daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld behüt uns deine Vaterhuld. 3. Sieh gnädig, Herr, auf unser Land; ringsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh genießen; wend ab von uns durch deine Hut der Flammen Grimm, den Zorn der Fluth, des Krieges Blutvergießen. Sei unser Vater, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und laß uns ihren Raub nicht sein; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr unser Gott, das Land ist dein; o laß Gedeihn und Sicherheit das Land erfreun. 4. Sohn Gottes, der zur Erdekam und unsre Schwachheit auf sich nahm, mit Gott uns zu versöhnen; der durch den Tod ins Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr und Preis dich krönen! Vertritt, omittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod, stärk uns in unsrer Prüfung Lauf, und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr unser Gott, dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod, im Grab, im Weltgericht. 5. Schüß uns vor Jrrthum und Gefahr, erhalte deiner frommen Schaar der Glaubens- Eintracht Segen; uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein Wort verspricht und heißt, sei Licht auf unsern Wegen; laß auch in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück. Herr unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gib Geist und Kraft zu deinem Wort. 6. Auch die Regenten lenke du, daß sie durch Weisheit Die Litanei. 951 und durch Ruh der Länder Wohlstand heben; dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, das beste, längste Leben; noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus. Herr unser Gott, in deiner empor und mach uns rein von Sünden. Laß uns nun ganz dein eigen sein, im Leben und im Tode dein; wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbärme dich, erbarme dich, vergib uns, leit uns väterlich. ( 3. Joach. Eschenburg.) Mel. Auf meinen lieben Gott. Hand ist unser Land; beglück 965.szüchtigt deine es, segne jeden Stand. 7. Vernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen; gib Kranken Linderung und Ruh, die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten; sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit. Hand, o ster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen.spd chil 2. Du siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit mächt= gen Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden, und du bestrafft uns minder, als wirs verdient, 8. Du thust weit mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Dwir Sünder. neig auf unser Flehn dein 4. Doch, Vater, deine Ohr, heb unser Herz zu dir Huld ist größer, als die 952 Die Litanei. Schuld. Gedenke doch der Deinen, die reuvoll vor dir weinen. Gedenke mit Erbarmen der tiefgebeugten Armen. 5. Verkürze, gnädger Gott, die Dauer unsrer Noth; laß, die voll Angst dir flehen, Troft und Erleichtrungsehen; verwandle dieses Leiden in neue Lebensfreuden. uns fehle! O sprich zu unsrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unferm Lauf klärt einst sich Alles auf; dann wird die Aussicht heiter, dann thränt kein Auge weiter, und dieses Lebens Leiden verwandeln sich in Freuden. son( David Bruhn.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen. en deiner Stärke 966. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk uns, daß wir lernen mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen. freue sich der König, Gott, und sei geheiligt und regier, durch dich dir, ſeinem Herrn, getreu. 7. Ja, deine Züchtigung leit uns zur Besserung; die Sichern laß sie schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlich- Fromme stärken. 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen, so wird uns deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 3. Er fördre willig deinen Ruhm, er denke gern daran, sein Reich sei auch dein Eigenthum und er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ. 9. So stärke denn das Herz, daß, auch im größten Schmerz, es nie an Muth 5. Groß und voll Müh Morgen- Lieder. ist seine Pflicht, und er ein Mensch wie wir; ach er bedarf vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir. 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun. 7. Er lieb auf seinem Throne dich und ehr dich als ein Sohn; er sei den Lastern fürchterlich, der Tugend Lust und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sei der Ruhm, den er verdien, und keiner ihrer Seufzer schrei um Rache wider ihn. di 9. Fern sei zum LandesMel. Ihr lieben Christen, freut euch nun, oder: Vom Himmel hoch da. 953 wohl das Ziel, nach dem er wallen soll. Gott, mache seiner Tage viel und jeden ehrenvoll. 10. Sein Thron besteh unwandelbar. Sei seiner Freunde Freund, sei sein Beschüßer in Gefahr, und dämpfe seinen Feind. 11. Er suche nie der Helden Ruhm; doch zieht er in den Krieg, zu streiten für sein Eigenthum, so folg ihm Muth und Sieg. Nachtrag geistlicher Lieder. Morgen- Lieder. 12. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht; erhör es, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. ( Joh. Andr. Cramer.) delein; der Morgenstern mit hellem Schein läßt sich frei sehn, gleich wie ein Held, und leuchtet in die ganze no * 967.Steht auf, ihr Welt. lieben Kin- 2. Sei willkommen, du schöner Stern; du bringst uns Christum, unsern Herrn, 954 Geburt Jesu Christi. der unser lieber Heiland ist; nicht bleiben mag. Leucht darum du hoch zu loben bist. uns in unsre Herzen fein mit deinem himmelischen Schein. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien 7. O Jesu Christ, wir Sohn, den treuen Hort, der uns leuchtet mit seinem Wort. warten dein; dein heiligs Wort leucht't uns so sein. Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in dein's Vaters Haus. 4. Gott's Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn; du mußt uns leuchten immerdar, sonst siten wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Christum offenbar; jag aus der Finsterniß Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erkalt. 6. Sei willkommen, du lieber Tag; vor dir die Nacht 8. Du bist die liebe Sonne flar; wer an dich glaubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen iſt bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hier zeitlich und dort ewiglich für dein große Barmherzigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. ( Erasmus Alberus.) Mel. Wacht auf, ihr Christen. * 968. I hr Christen auserkoren, freut euch von Herzen sehr, der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mähr! Deß freuen sich dort oben der heilgen Engel Schaar, und Gott, den Vater, loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Geburt Jesu Christi. Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieſes Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Lob und Liebe Jesu Christi. Den Himmel will es schenken, die an ihn glauben fest. Daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das Best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus hat 955 zerbrochen, was euch zuwi= der war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt; bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja gar Nichts ergößen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüften, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann Alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein Jeder liebe, ( Georg Werner.) Lob und Liebe Jesu Christi. the Mel. Wer nur den lieben Gott. was er will; ich liebe Jesum, * 969. Ah, fagt mir der mein Ziel. Nichts von 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt ſtets in gleichen Ehren von nun der liebe, was er will; ich an bis in Ewigkeit. Ein Jeliebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht, und, was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet undver= altet nicht. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über All's erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schäße geben, daß ich werd unerschöpflich Lob und Liebe Jesu Christi. 956 reich. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit; so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. nur ( Joh. Angelus.) derlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jeſu Christ, ach voll Begier:: wünsch ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich Mel. Herzlich lieb hab ich dich. gericht't, hab ich nur dich, err Jesu frag ich nicht nach Him* 970. Chrift, mel und nach Erden; denn Herr mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmuth und aller Sinnen Freude; ich bleibe dennoch stets an dir, so ist auch Nichts, das dich von mir und unsrer Liebe scheide; du machst mir deinen Weg bekannt, hältst inich bei meiner rechtenHand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht:,: ich folge dir, so irr ich nicht. wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn keine tausendfache Welt hat Nichts, das mir, wie du, ge= fällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist:: ist Nichts, was mir erfreulich ist. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders Nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet; gehts gleich zu Zeiten wun4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten; dies Alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube Nichts nicht achten. Lob und Liebe Jesu Christi. 957 Du bist und bleibest doch mit Augen sehn. Ach möchte mein Heil und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest:,: daß deine Kraft mich nicht verläßt. Mel. Schmücke dich, o liebe. dem 5. Wer von dir weicht* 971. Stein König und auf der Welt dir nicht beständig Glauben hält, muß freilich noch verderben und kann, weil er die Luft und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wermitdem Teufel ärgerlich in Sünden streitet wider dich und denkt an keine Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht. Herr Jesu Christ, du bist dabei:,: dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide; dein Thun soll Alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann Solches bald geschehn. Herr Jesu Christ, ich warte drauf :,: komm, komm, mein Schaß, und nimm mich auf. mi( Erdmann Neumeiſter.) gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht gehört zum Throne, als des Vaters ewgem Sohne, den so viel Vollkommenheiten frönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Heerde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr, über Tod und Leben dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man dich am Schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen, dich zu ihrem Haupt erwählen, 958 Lob und Liebe Jesu Christi. die durchs Zepter deines leiden, kämpfen, schwißen, Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen, und wie du das Unrecht haffen. dn dort mit auf dem Throne sizen.( 3. 3. Rambach.) 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlißschauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst er weisen. 5. Monarch in dreien Reichen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäßze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit * 972. Je car Mel. Nun komm, der Heiden. gesus ist mein FreudenLicht, wenn er hell in mir anbricht; meiner Seelen Ruhestatt, wenn sie keine Kraft mehr hat.gidnöfjed 2. Jesus ist mein starker Held; wenn der Teufel mich anfällt und die Sünde groß sich macht, ich ihr Troßen ganz veracht. 3. Jesus ist mein fester Sieg wider Teufel, Babels Krieg; er ist meine starke Wehr wider das verdammte Heer. 4. Ach mein Jesu, laß mich dir sein verpfändet für und für, laß mich Armen dir allein in der Lieb ergeben ſein. 5. Alle, die ihr Jesum sucht, kommt, genießet seiner Frucht, die den Geist und Seel erquickt, euch damit zum Siegen schickt. nish ist some Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 959 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. In eigner Melodie. Mel. Ach mir armen Sünder. * 973. Diffe* 974. Chre sei bir, wir Alle Christe, der du littest Noth, an dem Stamm des Kreuzes für uns den bittern Tod, und herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit: hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit. Kyrie eleison, Christe elei= son, Kyrie eleison! Gott unserm Herrn Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet, und uns erlöst hat mit seinem Blut von des Teufels Gewalt. 2. Den sollen wir Alle, mit seinen Engeln, loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe. ( Erasmus Alberus.) Vom Worte Gottes und der christlichen Kirche. Mel. Valet will ich. * 975. D er du zum Heil er schienen der allerärmsten Welt, und von den Cherubinen zu Sündern dich gefellt; den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holzeversöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest 4. Du hast dem ärmsten uns ein Haus. Von WeSklaven, wo heiß die Sonne sten und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und welchen Nichts verkündigt, kein Heil, verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis und Ehre dar. 960 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. glüht, wie deinen andern Schafen, zu Liebe dich bemüht, und selbst den öden Norden, den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten erbarmend hingerückt. bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen; wie viele sinds noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd aller Heiden Licht!( Albert Knapp.) 5. Drum kann nicht Ruhe Mel. Es ist das Heil uns kommen. werden, bis deine Liebe ſiegt,* 976. Dreieiniger, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt: 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht, stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht. Auch sie haft gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sich zu laben, der dirvom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich Werde!" Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn; daß, wo man Gözzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich großer Gott, sich von des Himmels Höhen, wie hier vor dir, Herr Zebaoth, die Deinen dankend stehen; merk auf das Seufzen und Gebet, das jetzt zu deinem Throne geht von dieser heiligen Stätte. 2. Wir haben dieses Gotteshaus gebauet deinem Namen; mit dir ist es gezieret aus, daß wir, sammt unserm Samen, die heilge Sagung und dein Wort an diesem dir geweihten Ort zum Seelenheil anhören. 3. Der Grund ist selber Jesus Christ, Apostel und Propheten; ihr Wort der Pfeiler Grundfest' ist, darauf in allen Nöthen, wie hoch die List der Feinde geht, die Gottesstadt noch lustig steht mit ihrem Zionsbrunnen. Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 961 8. Herr, hebe nun zu ſegnen an dies Haus, nach dir genennet, daß es kein Feind zerstören kann, wie hoch sein Eifer brennet. Stoß aus, was uns hier stören will; laß uns in diesem Tempel still dich ohne Ende loben. 4. Hier wolln wir unsre Kindelein dir in der Taufe schenken, die Katechismuslehre rein in ihre Herzen senken, sie in des wahren Glaubens Frucht, in deiner Furcht, in Christenzucht, als Himmelspflanzen ziehen. 5. Hier wollen wir in wahrer Reu, auf tiefgebeugten Knieen, die Sünden beichten ohne Scheu und hier zum Kreuze fliehen, abbitten unsre Sündenschuld, Vergebung suchen, Gnad und Huld in Christi Blut und Wunden. 6. Beim heilgen Altar werden sich die müden See9. Lob, Ehr und Dank und Herrlichkeit sei dir, 0 Herr, gesungen, daß bei der jetzt betrübten Zeit es uns so weit gelungen. Gib, daß, was wir jetzt fangen an, nicht eher Ende nehmen kann, bis Erd und Himmel brechen. ( Hans von Assig.) Mel. Jesus, meine Zuversicht. len laben, da unser Heiland,* 977. Eine Heerde Jesus Christ, uns Sünder will begaben mit seinem wahren Leib und Blut, in Tod gegeben uns zu gut, und uns zum Heil vergossen. und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und werde Licht; Jesus hält, was er verspricht. 7. Hier segnet man den Ch'stand ein, man bittet für die Kranken; dies Haus wird stets erfüllet sein mit Loben und mit Danken. Hier wird man den Regentenstand, Kirch, Schulen, Häuser, Stadt und Land dir täglich anbefehlen. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 61 962 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle und der Sohn der Wüste kniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine; macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. id 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du, die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. ( Fr. Ad. Krummacher.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. * 978.5 err, hier stehet unser Hirt, um sein Amt nun anzutreten, darin er uns weiden wird. Höre sein und unser Beten, sein Gebet, uns recht zu lehren, unser Flehn, ihn recht zu hören! - 2. Gib ihm Kraft aus deinen Höhn, das Verwundete zu heilen, den Verirrten nachzugehn, den Betrübten zuzueilen, Frevler heilsam zu erschrecken und die Trägen zu erwecken. 3. Deinen Geistvom Himmelsthron laß durch ihn uns unterweisen, daß wir dich und deinen Sohn stets durch Wort und Wandel preisen, und im Diener die Gemeine sich mit dir, o Herr, vereine. 4. Ruf ihm zu: ,, So hab nun Acht auf dich selbst und auf die Heerde!" daß, wenn er für Andre wacht, er nicht selbst verwerflich werde, und wir stets an ſeinen Werken seiner Rede Salbung merken. - 5. Legt er einmal in das Grab lebenssatt die müden Glieder und damit den Hirtenstab nach vollbrachter Arbeit nieder; ach, so gib ihm dort zum Lohne, Erzhirt, deine Ehrenkrone! Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 963 Mel. Jesus, meine Zuversicht. aufgenommen, ist aus Sa* 979. Mach dich tans Reich und macht schon in Gottes Reich gebracht. auf und 6. Mach dich auf und werde Licht! Sollten Heiden sich bekehren, ach, und Zion wollte nicht? Zion laß dich doch bekehren; mach dich auf und werde Licht, Zion, Zion, säume nicht! werde Licht, Zion, denn dein Licht ist kommen! Sage, Zion, hörst du nicht, wie sich Gott dein angenommen? Wie er seinen Sohn gesandt, der den Fluch von dir gewandt? me 2. Ach, die Herrlichkeit des Herrn ist dir längst schon aufgegangen; warum hältst Mel. Ein feste Burg in unſer. du dich ſo fern, seine Gnade* 980, Jefu, einig D zu empfangen? Mach dich wahres auf und werde Licht; thue Buße, säume nicht! 83. Mach dich auf und werde Licht, daß der Welt geholfen werde! Viele Völter sehen nicht, Finsterniß bedeckt die Erde; Zion, es ist deine Pflicht, ach, vergiß der Armen nicht! Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen steht, dernie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrümmert und zerfällt; erhör, erhör uns, Jesu. 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbefohlen sein; erhalt uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen; laß uns das Licht 61* 94. Merke das VerheiBungswort: ,, Heiden, die noch irre gehen, werden bald an ihrem Ort auch das Licht und Leben sehen! Königen, die noch in Nacht, wird dein Heil und Glanz gebracht." 5. Hebe deine Augen auf, sieh, wie sie von ferne kommen. Schon hat mancher wilde Hauf deinen Jesum Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 964 der Seligkeit, das uns bisher geschienen, zur Buße kräftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evan gelio Gut, Blut und Leben wagen. Mach uns dadurch getroft und froh, das schwere Kreuz zu tragen; gib uns Beständigkeit, daß uns Lust und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus geuß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus; umstrahle seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Truß und zum gewünschten Schuß uns, seinen armen Kindern. zerbrich; mach endlich seliglich an aller Noth ein Ende. 7. Ach Jesu, ach wir bitten dich in deinem Jeſusnamen: Erhör, erhör uns gnädiglich; sprich, Jesu, Ja und Amen. Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein, so halt dein Jesuswort und laß uns hier und dort darüber jubiliren. ( Johann Mentzer.) Mel. Hier legt mein Sinn sich. * 981. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge Gottes sein? insand 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum weils Menschen nicht gefällt? 6. Erbarm dich deiner 3. Sollt ich den falschen Christenheit; vermehre deine Christen heucheln und der Heerde; für uns, dein armes gottlosen Rotte schmeicheln Häuflein, streit, daß es er- um eine Hand voll zeitlich halten werde; den Aerger- Korn und zu entgehn der nissen wehr; was dich haßt, Menschen Zorn? bekehr; was sich nicht beugt, 4. Sollt ich die Bösen 11910 * rd Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 965 10. Weß ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage? Ists nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 11. Gi follt mein Gott mich auch nicht schüßen, wenn sie mit Wüthen auf mich blizen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal ſein? 12. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mirs nicht um die schnöde Güte zu thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so ge= fangen hält. S 13. Die Liebe Chrifti, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzu gehn. selig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um derer Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Gottes find? 5. Sollt ich die Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch Christum kennen, die bei der Wahrheit hellem Schein so arg als blinde Heiden sein? 6. Wer sind die denn, die mich verlassen und mich als einFegopfer hassen? Wer sind sie, die so zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? bil 7. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf, ein leicht geschätzte Spreu. 1104 8. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Höllen fährt und nur auf kurze Zeit hier währt. 9. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ists denn auf mich nur angesehen? Ists Gott nicht, der mich reden heißt und treibt mich nicht sein werther Geist? 14. Darüberwill ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sei du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott. 15. Hier ist mein Blut, mein armes Leben, soll ichs bei deinem Wort hingeben; ja, Herr, dein Will gescheh 966 Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. an mir, bring nur dadurch viel Guts herfür. and 16. Ich weiß, dein Wort wird endlichy siegen, das finstre Reich muß unten liegen; denSiegwird man in Kurzem sehn, sollts auch durch Märtrerblut geschehn. siehe doch darein; die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein.adi 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns dieſe Bitt in unsern Mund gelegt. D fiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu Mel. Dir, dir, Jehovah. * 982. Mach auf, but du uns selbſt treibſt durch W du deinen Geist? Denn, daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn; ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. in 12.D daß dein Feuer doch bald brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn. Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, ach 17. Ach, stärke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Donnerwetter mein Zeugniß fest und freudig fei; es ist gewagt, Gott steh mir bei! ( Joh. Jos. Winckler.) 5. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 6. Ach, daß die Hülf aus Zion käme, o daß dein Geiſt so, wie dein Wort verspricht, Vom Worte Gottes und der christl. Kirche. 967 die für die ganze Kirche flehn und schrein. dig 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach) deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort nies mals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor; ach, denke dran und neig uns Herz und Ohr. dein Volf aus dem Gefängniß nähme; o würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei. 7. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein. Ja, wecke doch auch Ifrael bald auf, und also fegne deines Wortes Lauf. 8. □ beßre Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel' und Beter sein, 11. Ach, wird dein Herze nicht beweget, da du, o Gott, die Liebe selber bist, und, was von Lieb in uns sich reget, aus deinem Liebesfeur ein Fünklein ist? Da wir in schwacher Liebe nun so flehn, was soll nicht von der Liebe Quell geschehn! 12. O Herr, wo willst du dich hinwenden? Siehst du denn nicht den großen Jammer an? Ach, willst du uns nicht Hülfe senden? Ach, siehst du nicht, was Jesus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? Wie kommt es, daß der Feind so Plaß behält? 13. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche 968 Berufs- Lieder. bin. Du, als der Brunnquell ja aller Welt ihr Richter aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an. 14. Du wirst wohl wissen recht zu richten, da du Berufs- Lieder. ben, was dem Leben nüßt, rhaltuns, Herr und seine Müh versüßen. Nie fehle einer guten That, die sie mit dir begonnen hat, dein segnendes Gedeihen. 4. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu, die ihr sind untergeben, daß Jedermann beflissen sei, nach seiner Pflicht zu leben.. Erleichtre ihr des Lebens Müh, mit deinem Segen kröne sie und sei ihr Lohn auf ewig. 5. Laß sie mit uns vereinigt sein, in deiner Furcht zu leben und vor der Rechenschaft sich scheun, die sie dir einst muß geben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns im Zweifel ist; und treib uns ferner, dich nur anzuflehn; es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. ( Karl Heinr. v. Bogatzky.) Mel. Sei Lob und Ehr. 983. Erhaltuns, Herr und die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zuwerden! Verleih ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahr zunehmen. 2. Gib, daß sie, gleichge= sinnet dir, uns väterlich regiere, und daß ein Jeder unter ihr ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht sein und jeden Redlichen erfreun, dem Unrecht kräftig steuern. 3. Laß uns, von ihrer Macht beschüßt, des Friedens Glück genießen; erwer Berufs- Lieder. Mel. Vom Himmel hoch da. * 984. ilf Gott, und Ehrbarkeit. die Kinderzucht geschehe stets mit Nuß und Frucht, daß aus der Kinder Mund dir werd ein Lob bereitet auf der Erd. 2. Laß sie den Eltern insgemein, den Obern auch gehorsam sein, und meiden all ihr Leben lang den eignen Sinn und Müßiggang. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unterricht, damit aus deinem Wort und Mund ihr Glaub mög haben festen Grund. 969 jederzeit der Tugend, Zucht 5. Durch deine Weisheit, Macht und Güt vor allem Unfall sie behüt; führ du sie selbst auf rechter Bahn, damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 6. Hilf, daß sie dich, Gott überall vor Augen haben allzumal, und sich befleißen 7. Wo sie ausgehen oder ein, da laß du sie geſegnet sein, daß sie die Lebenszeit akes bu f und Jahr zubringen christlich immerdar. 8. Wenn sie dann enden ihren Lauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf, auf daß sammt ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. Mel. Von Gott will ich nicht. 4. Darinnen laß sie sein gewiß, auch flichen Schand* 985. Jehova, Herr und Aergerniß, daß man da selbsten sie nicht findt, wo sich versammelt leicht Gesind. und König der Fürsten und der Herrn! Dir sind wir unterthänig, du waltest nah und fern. Di, Herr im Himmelszelt läßst unter deinem Leiten bestehn die Obrigkeiten, zu herrschen in der Welt. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, von dem uns alle Gnad herfleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. 2. Eszeugendeine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du hast fie hoch geschäßt; wer ihr zuwi Berufs- Lieder. 970 der lebet, der troßt und widerstrebet dem, was du selbst geſetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was Gottes Ordnung heißt! Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demuth übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gib ihnen ins Gemüthe viel Weisheit zum Gericht! Du herrschest selbst im Land, das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. Schranken. Gib himmlische Gedanken dem fürstlichen Geschlecht! 6. Lehr Hohe dein Erbarmen, bring ihnen das Geschrei der Wittwen, Waisen, Armen und Unterdrückten bei. Hilf ihnen thun dein Recht, halt sie in deinen 7.BehütesievorSchmeichlern und hartem, bösem Rath, vor selbstgerechten Heuchlern. und vor der Spötter Pfad, vor Hoffahrt, Wollust, Krieg, vor Zorn und Blutvergießen, und wenn sie kriegen müssen, so gieb dem Recht den Sieg. 8. Verschone ihre Mängel, laß Alles heilsam gehn, laß deine heilgen Engel als Hüter um sie stehn! Herr Gott, du segnest gern; o walte du hienieden, gib deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn!( Phil. Fr. Hiller.) 5. Laß uns durch ihr Mel. Jesus, meine Zuversicht. Regieren und bei Gerech-* 986.Meine Seele ehrbar Leben ren, gib auch Zufriedenheit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn! ſenket sich hinin Gottes Herz und Hände, und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schooß. 12. Meine Seele murret nicht, ist mit Allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden: was die Ungeduld Berufs- Lieder. erregt, ist in Christi Grab gelegt. Toni Tid 13. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an Nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht, und den Frieben nur kann fränken: Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hangt anGottes Angesicht auch alsdann, wenn er will tödten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlichtverjagt. 971 aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste biſt; wo Aller Herzen dir entgegenschlagen, und Aller Augen freudig auf dich sehn; wo Aller Lippen dein Gebot erfragen, und Alle deines Winks gewärtig stehn. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden, also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Chr. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Gines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, Keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebetsans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als mütterlicher Liebe pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammisch( Joh. 3of. Winckler.) Mel. Schmück dich, mein Herz. * 987. felig Haus, meln, und horchen deiner wo man dich süßen Rede zu, und lernen Berufs- Lieder. • 972 früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du! 4. Oselig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demuth willig, und in Liebe frei das Ihre schaffen, froh und unverdros sen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! felig Haus, wo du die Wunden heilest, und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich Alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus! ( Karl Joh. Phil. Spitta.) Mum an Mel., Freu dich sehe, o meine. * 988, S orge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut, darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüßen und be= rathen. 2. Sie sind dir von Kindes- Beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Deinen und durch deinen Gnaden- Bund hast du sie in ihrer Tauf väterlich ge= nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücks- Fall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüthe ſolchen Glücks- und Segens- Schein rühmen und vor Jedermann deine Wohlthat zeigen an? Ach, so müßt ich ganz ver Berufs- Lieder. messen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln Andre große Schäße, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. TU 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß fie ihre Lebens- Jahr in der Tugend bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins fühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenfen. 973 Last, wenn eine Noth und ein Unfall sie betrifft; wehre selbsten allem Gift, daß die Feind nicht ihrer lachen und ihr Unglück größer machen. 9. Endlich wenn die Jahr versloffen, daß sie diese Lebenszeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeitsollen ihren Eintritt thun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben. 8. Laffe sie auch meinen Feinden nicht zum Hohn, o lieber Gott, werden, noch auch meinen Freunden eine 10. Gönne mir die großen Freuden, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leiden ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir haſt in jener Weltbescheret. Ewig sei dein Nam geehret. diss bin( Joh. Ludw. Schlosser.) Met. O Ewigkeit, du Donnerwort. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer* 989. Gott, der du gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen faffen. Cs Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen. Laß jederzeit mein Ja Berufs- Lieder. 974 und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. sid 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlig seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe; dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge 6. Gott, lehre mich bei frei. 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstenthum und keine Welt soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei, nur Gott und reines Herz dabei. jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die theure Zusag' brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu ſein; erhalt mich ewig, ewig dein. ( Joh. Karl Dan. Bickel.) Mel. Wenn wir in höchsten. * 990. Beſcher uns, Herr, das täglich Brot; vor Theurung und vor Hungersnoth behüt uns durch dein'n lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; ernähr uns, deine Kinderlein, der du ſpeist alle Vögelein. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiben dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jeſus nicht mehr mein, dann besser, nie geboren sein! Berufs- Lieder. da 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lob'n in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich.rosent ( Nic. Hermann.) Mel. O daß ich tausend Zungen. * 991. bas boch bei daß der reichen Ernte, womitdu, Höchster, uns erfreust, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du uns zu segnen weißt; wie gern du unsern Mangel stillst und uns mit Speis und Freud erfüllst! 2. Du siehst es gern, 975 wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung haft bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt Christen, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Erndte dankbar sein! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr in uns die Triebe zum thätgen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vatertreu auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nährest uns bloß aus Erbarmen, das treib auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milde Segenshände, uns zu erquicken Berufs- Lieder. 976 ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende, und mach in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten Segen, gib, daß Von der Zubereitung zur Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. * 992. mich zu Herrlichkeit. J ch schließe allen Stunden in meines Jesu Wunden ein; hier hab ich immer Ruh gefunden, da soll auch gar mein Himmel sein; und jagte man mich aus der Welt, hier ist der Ort, der mich behält. uns der Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährst und speist, erquick auch ewig unsern Geist! ( Ehrenfried Liebich.) 2. In Jesu tiefe Wundenmale versenk ich meine Sündenschuld, aus Jesu Reich, weil ihr die rechte Pforte seid zur allergrößten 4. Gebt meiner Seele eine Stelle, wenn sie wird in die Stille gehn, und werdet mir zur Gnadenquelle, wenn ich einmal vor Gott soll stehn; ja, redet alsdann selbst aus mir, ihr theuren. Jesuswunden ihr. ( Benj. Schmolck.) Mel. Wer nur den lieben Gott. ch werfe mich in deine Hände, ach, treuer Vater, halt mich fest! Verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt. Du bist mein Gott von Jugend auf, beschleuß auch meinen Lebenslauf. 2. Du hast nach deiner rother Wundenschale schöpf* ſchöpf* 993.J ich auch seines Vaters Huld; bei Jesu Wunden, Blut und Tod vergeß ich aller meiner Noth. 3. D wundervolle Jesuswunden, ich leb und sterbe nur in euch, und hab ich eure Kraft empfunden, so dring ich durch in Gottes Von der Auferstehung. 977 die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind, lenk auch im Sterben meine Blicke auf dein Verdienst, o Seelenfreund! Sprich mir Trost, Muth und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh. 6. Ihr todten Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Zurück, jetzt werd ich selig werden, ich brauch und acht euch nun nicht mehr. Wer dorten Alles erben kann, sieht schlechte Dinge nicht mehr an. 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit. Behüte sie vor Ungemach und bringe sie mir selig nach. aft( Ehrenfried Liebich.) 5. Komm, Heiland, treibfunde atta ni hati anffod Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ist noth: Ein guter Schluß, ein selger Tod. 103. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, beschüßt, regiert, mit Lust erquickt, mit Kreuz geübet, oft wunderlich, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, gingst du mit mir, warst du schon da. 4. Tritt jetzt zu meinem Sterbebette, sieh meine Noth mit Mitleid an; verbinde, lindre und errette, du bists blos, der mir helfen kann. Beschüße den, der an dich gläubt, daß er im Tode treu verbleibt. Von der Auferstehung. THU In eigner Melodie. 2. Wieder aufzublühn 994. Auferstehn, ja werd ich gefät. Der Herr auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh: unsterblichs Leder Ernte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! ben wird, der dich schuf, dir 3. Tag des Danks, der geben. Halleluja! Sus Freudenthränen Tag, du 62 Von der Auferstehung. 978 meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. Bräutgam hat sie selbst geschmückt mit theurem Halsgeschmeide. Meister, Geister, Cherubinen, Seraphinen wünschen Glücke; Jesus gibt ihr Liebesblicke. nie diag 3. Der Braut ist nichts als Lust bewußt, Gott sieht an ihrer Schönheit Luſt, ſie glänzet wie die Sonne; man führt sie in den Brautpalast, ins Freudenhaus, zur stolzen Rast, zu ihres Königs Wonne. Klagen, Zagen, Sonnenhiße, Donner= Bliße sind verschwunden; Gottes Lamm hat überwunden. 010 Mel. Wie schön leuchtet der. * 995.sts, oder ist 4. Gott hat sie aus dem mein Geist entzückt? Mein Auge hat jeßt was erblickt, ich seh den Himmel offen; ich sehe Gottes Konigsthron, zur Rechten Jesum, Gottes Sohn, auf den wir Alle hoffen. Singet, flinget, ſpielt auf scharfen Davidsharfen, jauchzt von Herzen; Jesus stillet alle Schmerzen. Strom erfrischt, der Augen Thränen abgewischt, Gott kommt bei ihr zu wohnen. Er will ihr Gott, sie sein Volf sein, selbst bei ihr gehen aus und ein: wie reichlich kann Gott lohnen! Trauet, schauet Gottes Güte, Gottes Hütte bei den Kindern; Gott wohnt bei bekehrten Sündern. ni 5. Wie heilig ist die neue Stadt, die Gott und's Lamm zum Tempel hat, zum Grunde die zwölf Boten. Gar nichts Gemeines geht hinein, wer greuelt, muß verbannet sein, 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 65. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt ich im Heilig thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! ( Friedr. Gottl. Klopstock.) 2. Ich seh, er machet Alles neu, die Braut fährt zu ihm ohne Scheu in reiner schöner Seide; die Kleider sind mit Gold durchstickt, der 20 Schluß- Lied. sein Theil ist bei den Todten. Reine, feine Edelsteine sind gemeine; ihr Licht flimmert, wie ein heller Jaspis schimmert. 6. Die Stadt darf keiner Sonne nicht, nicht unsers Mondes blasses Licht, das Lamm ist ihre Sonne; ihr Leuchter Gottes Herrlichkeit; die Heiden wandeln weit und breit bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thüre, ihre Pforte dieser Orte stehet offen; da ist keine Nacht zu hoffen. 7. Von Gottes Stuhle quillt ein Fluß, der mitten auf der Gassen muß das Holz des Lebens wässern. Die Frucht, die der Baum 979 zwölffach trägt, und jedes Blättchen, das ershhegt, soll die Gesundheit bessern. Schlechte Knechte, Herren, Fürsten, Kaiser dürsten nach der Quelle; sie fleußt recht krystallenhelle. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält, kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf mir sie auch ererben! Weise, preise ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden. Laß mich auf den Anblick enden. ( Ahasverus Fritsch.) Schluß: Lied. 2. Amen, es wird geschehen; wir werden Christum In eigner Melodie. sehen in den Wolken her* 996. Amen, Gott kommen, uns mitzunehmen, Amen, uns mitzunehmen, Amen. Vater und Sohne sei Lob ins Himmels Throne; sein Geist stärk uns im Glauben, und mach uns ſelig, Amen, und mach uns ſelig, Amen. 3. Amen, uns ewig währe die Freude, Gott die Ehre; bringt alle Sprach'n zusammen, in einem Glauben, Amen, in einem Glauben, Amen. 62* 980 4. Amen, kein Tod soll schrecken, Christus will uns erwecken, der selbst zuvor begraben, nun lebet ewig, Amen, nun lebet ewig, Amen. Schluß= Lied. 5. Amen, Gott sei ge= preiset! Der Geist auf Christum weiset. Der helf uns all'n zusammen im ewgen Leben, Amen, im ewgen Leben, Amen. sa allahuallaforters 1( Rudw. Helmbold.) esTold 6sdné ordi- immun? istila este astchus? 3000 5100 11509 suan, 301 aisi lädsdrog most Andrus al mi, binsite hilmd ansc Id2979 190 mm must isdament sam amm sadňu plus anu mil 100 bid tot on n'a usduntoil du ula Mbiyesintidi pline d drar chumi 1969 ja sime esto mod ichni subi our br munod sid, thin 10 sienu, bom duyduntⒸ Am chord op dziai és quis Keemdstredi cce ere AT OV ass ers 1137 Register der Lieder. Abermal ein Jahr verflossen Abermal ein Tag verschwunden Abermal ist eins dahin ● ste 11 Diejenigen Lieder, welche mit einem Stern(*) bezeichnet worden, sind neu aufgenommen und befinden sich in der Ausgabe des Gesangbuches v. 3. 1797 926 eben so wenig, als in den späteren. 881 esidean? mi to are A. 088 hs000 nm no . Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott, du liebster Gott. Ach Gott, erhör mein Seufzen Ach Gott, gib du uns deine Gnab bise be in th how stile sim 12l 68* Ach Gott, ich muß dirs klagen Ach Gott, in Gnaden von uns * Ach Gott, ist noch dein Geist * Ach Gott, laß dir befohlen sein d Ach Gott und Herr, du Lebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß * Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh darein Ach Gott, wie ein Geschwätz Ach Gott, wie manches Herzeleid. Ach Gott, wir treten jetzt zu dir. Ach Herr, mich armen Sünder Ach Herr, wie lange willst du * Ach Herre, du gerechter Gott. S Ach Herre Gott, wir loben dich.. Ach höchster Gott, verleihe mir Ach Jesu, dessen Treu. Ach komm, du süßer Herzensgast. Ach lieben Christen, seid getroft Ach lieben Christen, trauert nicht.. Ach liebste Eltern, trauert nicht.. Ach liebster Gott, es hält der Regen * Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein * Ach mein herzliebstes Jefulein Ach mein Jesu, steh, ich trete. • Lieder, der d di Bol Mor ON 981 Jogo Hi. Seite 214 39 215 . 553 553 529 715 578 65 H. 820 69 1687 11 366 721 554 40 716 792 67 718 803 804 68 226 367 820 882 883 804 484 858 41 982 Register der Lieder. * Ach mein Jesu, welch Verberben * Ach sagt mir Nichts von Gold * Ach wann werd ich dahin kommen Ach was sind wir ohne Jesum 1996 Ach was soll ich Sünder machen * Ach wär ich schon dort droben Ach wie ist der Menschen Liebe Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ach wir armen Sünder singomis rad. Ach wundergroßer Siegesheldi 810 Adam hat im Paradies Allein auf Gott set dein Vertraun Allein Gott in der Höh sei Ehr * Allein und doch nicht ganz allein Allein zu dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben Allen, welche nicht vergeben Allenthalben, wo ich gehe Alles ist an Gottes Segen * Alle Welt, was lebt und webet Allmächtiger, deß Majestät Allmächtiger, ich hebe Als Jesus Christus in der Nacht. Als vierzig Tag nach Ostern • • Also hat Gott die Welt geliebt, das Also hat Gott die Welt geliebt, daß er * Amen, Amen, lauter Amen * Amen Gott Vater und Sohne Anbetungswürdger Gott An dir hab ich gesündigt. * An Jesum denken oft und viel Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, ermuntre. Auf, auf, mein Geist, zum Loben Auf, auf, mein Herz mit Freuden Auf, Christenmensch, auf, auf. Auf Christi Himmelfahrt Auf deine Weisheit schauen Auf den Regen folgt die Sonn Auf diesen Tag bedenken wir ● ♦ ♦ fo spalt. Auf, mein Herz, des Herren Tag gole Auf, mein Herze, rüste dich ist * Auf meinen Jesum will Auf meinen lieben Gott TC Seite 73 955 918 71 72 826 . 719 849 Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf meinen Rathbinert tre . . . .. fac 260 352 183 578 389 690 74 is bom. il., 353 127 1916 669 850 684 ** 16) 390 60 484 2 1511 184 * 16) 392 29. 150 979 1389 74 227 163 512 3 312 580 bid 355 720 805 355 dul 977 581 150. 8., 10.% 311 513 859 720 Register der Lieder. Auf, Seel, und danke deinem Herrn.nidad. un of an Auf, Seele, auf und säume nicht... Auf, schicke dich recht feierlich * Aus der Tiefe meiner Sinnen Aus der Tiefen rufe ich. * Aus Gnaden soll ich selig werden * Aus Lieb läßt Gott der Christenheit.d Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich HE Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl dem Herren deine Wege Befiehl du deine Wege B id. Ho a 190 il tils nadi.. Christe, wahres Seelen- Licht * Christi Blut und Gerechtigkeit * Christum wir sollen loben Begrabt den Leib in seine Gruft * Bescher uns, Herr, das täglich Broti.. * Bete nur, betrübtes Herz nadsbiss * Betgemeinde, heilge dich * Bis hieher hat mich Gott gebracht Jog.fl. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland. * Brunn alles Heils, dich ehren wir zi PEA 10 EST * Da Jesus an des Kreuzes Stamm. Dank dir, Beschützer meines Lebens Danket dem Herrn, denn er ist Danket dem Herrn heut. Christ, unser Herr, zum Jordan kam * Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeinen. Christe, du Lamm Gottes Christe, mein Leben, mein Hoffen. 983 Seite 4 4.2.10 253 00 184 ild 75 * Danksagen wir Alle. Dank sei Gott in der Höhe * Danket dem Herrn, ihr Gottesknechte.. Christ, der du bist der helle Tag... sdinim... Christ fuhr gen Himmel. Christ ist erstanden von der Marter * Christ lag in Todesbanden Is 100 11nat sn food.. n. 851 685 582 10.1883 .. 1974 B. 486 488 indo Rod thously. 1851 129 431 433 313 l disid, on 556 NOCHE 05 75 l d. ud 314 123 vd 314 0911 7 131 186 Christus, der ist mein Leben 1902 852 Christus, der uns selig macht Var Ballly to 261 * Christus ist erstanden von des Todes Banden 14 315 dus 100 110 150 son& sin ti nd na mit spol. sf spomnium 1 815 259 bik.pdail 537 23.0 538 959 8 7.446 sung suis. Judi 43 356 7.46 506 794 261. 585 984 Register der Lieder. * Das alte Jahr ist nun dahin.. Das alte Jahr vergangen ist Das Grab ist da, hier steht Das herrlich hohe Fest, das uns Das ist je gewißlich wahr Das Kreuz, daran mein Heiland * Das liebe neue Jahr geht an dngn * Das neugeborne Kindelein Das walt Gott, die Morgenröthe Das walt Gott Vater und Gott Sohn • * Das walte Gott, der helfen fann * Das, was christlich ist, zu üben Dein Heil mein Geist nicht. * Dein Mittler kommt, auf Dein Reich, o Gott, ist herrlich Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. * Dein Wort, Herr, ist geschehen * Dein Wort, o Herr, ist milder Thau Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen... Denen, die Gott lieben dir... Dennoch bleib ich stets an Den Vater dort oben. Der Alles weißlich wendet Der am Kreuz ist meine Liebe.. * Der Bräutgam wird bald rufen Der du bist brei in Einigkeit Der du die Liebe selber bist * Der du, Herr Jesu, Ruh.. * Der du noch in der letzten Nacht Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen * Der du zum Heil erschienen * Der Glaub ist eine Zuversicht Der Gnadenbrunu fleußt noch . Der Herr, der aller Enden. Der Herr hat Alles wohl bedacht. Der Herr hat Alles wohl gemacht Der Herr ist Gott und Reiner mehr Der Herr ist meine Zuversicht. Der Höchste sorgt für mich Der letzte meiner Tage Der lieben Sonne Licht * Der schöne Tag bricht an.. Der Tag, der ist so freudenreich Der Tag hat sich geneiget * Der Tag ist hin, mein Geist ● ... otsda Seite 216 217 852 357 166 262 217 219 9 11 686 584 486 164 396 855 .. 857 556 555 722 723 539 44 . . 263 919 ... 392 10586 ***. 260 668 368 185 1959 3 T 139 132 558 433 434 ..391 . 723 589 918 la 45 6 187 46 42 Register der Lieder. Der Tag ist hin, mein Jesu Der Tag ist nun vergangen Der Tag ist vor der Thür. Der Tod führet uns zum Leben * Der Vater zürnt von Herzen nicht * Des Morgens, wenn ich früh Dich, dich, mein Gott, will Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Bahn ist rauh, auf der * Die Christen gehn von Ort zu Ort * Die güldne Sonne, voll Freud Die Herrlichkeit der Erden Die Liebe hängt am Kreuz. Die Liebe ist die erste Pflicht * Die Liebe zeigt ohn Heuchelei Die neue Woche geht nun an Die Seele Chrifti heilge mich Die Sonn hat sich mit ihrem * Die Sünden sind vergeben * Die Tugend wird durchs Kreuz * Die Zeit ist nunmehr nah Dies ist der Tag, den Gott * Dies ist die Nacht, da mir • . ♦ Dies sind die heilgen zehn Gebot Dir allein hab ich gesündigt Dir dank ich für mein Leben Dir, bir, Jehovah, will ich singen * Dreieinger, heilger, großer Gott * Dreieinig höchster Gott. Dreieinigkeit, der Gottheit Du aller Menschen Vater Du bist ein Mensch, das weißt Du bists, dem Ehr und Ruhm Du breimal großer Gott * Du fährst gen Himmel, Jesu Du Friedefürst, Herr Jesu Christ Du Geist des Herrn, der du Du Gott, der unsre Zuflucht ist. da Du Gott, du bist der Herr Du großer Schmerzensmann Du hast auch mir zur Seligkeit ● ● Du Herr und Vater meiner Tage Du kannsts nicht böse meinen Du hast, mein Vater und mein Gott Du Herr der Seraphinen Du Herr haft aus Barmherzigkeit ● ● 985 Seite 47 48 15 .854 ... 393 7 16 17 724 19923 12 1.0824 266 . 590 . 670 17 2267 50 139 725 924 188 195 478 76 .. 19 487 1960 394 397 591 592 • *** 1436 398 356 1793 370 949 218 267 . 559 727 430 514 826 728 Register der Lieber. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ... Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Du, meine Seele, singe: Du, o schönes Weltgebäude..hin. Du sagst, ich bin ein Christ Du siehst, o Mensch, wie fort Du Vater deiner Menschenkinder ibi 986 Du weinest vor Jerusalem * Du wesentliches Wort. Durch Adams Fall ist ganz Durch dich, o großer Gott. * Durch Trauern und durch Plagen QUE 078 * Ehre sei dir, Chrifte Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld * Eine Heerde und ein Hirt.. * Einen guten Kampf hab ich Ein feste Burg ist unser Gott Ein Herz, o Gott, in Leid. * Ein Jahr geht nach dem andern Ein Lämmlein geht und trägt Ein neuer Tag, ein neues Ein Pilgrim bin ich. * Ein reines Herz, Herr, schaff Ein ruhiges Gewissen laß • ♦ Eins ist Noth, ach Herr * Ein Tröpflein von den Reben * Ein Würmlein bin ich arm ● ● ** 30.3! Entflohen sind auch dieses Tages Entreiße dich, du liebe Seele Erbarm dich mein, o Herre Gott. Erforsche mich, erfahr mein Erhalt mich, Herr, bei deinem Wort Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit.. * Erheb, o Christ, dein Herz und Sinn * Erhebe dich, o meine Seel Erhebt den Herrn! Bringt Lob Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geist, erfreut .. Er ist erstanden! Jesus Chrift Er kommt, er kommt der starke Helb Er lebt, o frohes Wort, er lebt Erlöser, der im Staube. schui Hel Seite 514 RR 357 f. 594 un d.d. 438 856 595 827 597 78 de 192 and 133 437 221 € id 959 598 961 886 560 ng$ 729 1222 Stoid..269 thuis replind aid dui. 19 m.blond our 730 77 134 228 926 868 51 885 . 79 271 560 561 1968 10.828 14 321 920 317 320 190 318 268 Register der Lieber. * Ermuntert euch, ihr Frommen so... i942 Ermuntre dich, mein schwacher Geiſt... 42. bardős) is in 189 * Erneure mich, o ewges Licht * Erschein du Morgenstern Erschienen ist der herrlich Tag Es bestehen meine Sachen * Es glänzet der Christen is. no... 587 to w... 24 stai.dou.. 319 et plasst. 1731 600 Es ist das Heil uns kommen her Es ist genug, so nimm Herr Es ist gewißlich an der Zeit.. * Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein, u ndod., win Es ist noch eine Ruh vorhanden.su nas Es ist noch Raum in Jesu Wunden 47 3d du Es ist vollbracht, mein Heil ist Es ist vollbracht, so rust ● Es fostet viel ein Chrift zu sein * Es mag dies Haus, dass Es spricht der Unweisen. Mund 5.273 d., 274 ni pull.nod., 1601 allzop ist jag aid. 1926 foglar.newid and., 1137 ndod.ni.i ndod.ni.iud. 603 histoire fjald n 562 190bold. giuis.endid.11951 SmnG soll 793) F. dun choill used . llgaard ● Es traure, wer da trauren kann.. Es woll uns Gott genädig sein. Es züchtigt deine Hand OLL 987 Seite 30.1135 franiad od 20. 1857 bed gad.1922 291., 603 1921 80 od thi thi ati Jonamiz olla hil * Fahre fort:: Zion * Fließt, ihr Augen, fließt von * Folget mir, ruft uns das Leben... Freu dich, Seele, daß dein Nam Fren dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen Fröhlich soll mein Herze. Frühmorgens, da die Sonn * Fünf Brünnlein sind, daraus. Für alle Güte sei gepreist JON ♦.. d 110 8.604 264 607 1440 capafe.nalin mania di 1886 I. 190 ..1191 sdsi2 sdner sid..323 plaisasp.j.269 51 moving idisid dan ji . por.glas zbo tais! 1888 Gebenfe mein, mein Gott Geduldigs Lämmlein, Jesu Gegrüßet seist du, meine Kron * Geht nun hin und grabt mein Grab 10.1 Christ.nljive? 1275 30% 275 4.893 Geist vom Vater und vom Sohne * Geliebten Freund, was thut ihr.. *** 1373 all. hand. Ina 3. i 1915 * Gelobet sei der Herr, der Gott. lsd din todales. 11468 * Gelobet jei der Herr, mein Gottmot.... do% 01.31472 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du. dun dan plante mist 1194 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß nun. Gib dich zufrieden und sei. To 545 wind... 62 1733 988 Register der Lieber. sibe * Gib Fried, o frommer treuer....... Gib mir ein fröhlich Herz... nd Gib mir, o Gott, ein Herz.... Golgatha wird nun betreten Gott, beine Gnad ist unser Gott, deine Güte reicht so Gott, deine weise Macht Gott, der an allen Enden Gott, der du für uns deinen * Gott, der du Herzenskenner bist... Gott, der Vater, wohn uns bei.. Gott der Wahrheit, dessen Treue Gott des Himmels und der Erden d. Gott, deß Güte sich nicht endet Gott, deß sich alle Himmel Gott, dessen Aug uns Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen. Gott, du bist von Ewigkeit. * Gott herrschet und hält bei uns * Gott ist die Liebe selbst mon. ( Who 806 489 821 374 bly) 400 * Gott, du hast in deinem Sohn 609 * Gott, du läsfest mich erreichen. ist.gidnap 2100 m. llept 43 * Gott, du Licht, das ewig bleibet duock swisd 1.00 27 Gott, du Stifter aller Wonne 440 Gott, durch dessen Macht und 816 * Gottes Rath ist unbeweglich bland 408 Gottes Sohn ist kommen, dankt ul. 193 Gottes Sohn ist kommen, uns.mds.od Am. 168 Gott fähret auf gen Himmel.is Rod., bl 359 * Gott, gib einen milden Regen 370 * Gott ist die wahre Liebe * Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort und auf Gott ist mein Lied, er ift Seite tom. 798 605 606 276 138 490 403 . 2 d. 404 277 * Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch! Seele, was ♦ al m 0.07.bid oli, hus. ud apranian die 973 399 2 735 20 395 396 625 9.402 15.100.562 . 401 405 736 14 889 Gott Lob, die Stund ist kommen..... nimani Gott Lob, es geht nunmehr a namnd 191 891 * Gott. Lob, mein Jesus macht mich is idot dan... 145 Gott ruft der Sonn und 219 anda.mad om Gott sei Dank durch alle Welt.. HUT 200 169 Gott sei gelobet und gebenedeiet... * Gott sei Lob, der Tag ist kommen 4 1.104 530 Gott sei uns gnädig und 61515 184546 Gott sorgt für uns .mnd.( 2 Gott schlägt uns, daß wirs 441 795 Register der Lieder. Gott, unser Gott, wie heilig Gott, unser Vater, der du * Gott Vater, Sohn und heilger Geist Gott, von dir hab ich mein. Gott, vor dessen Angesicht Großer Gott von alten Zeiten 18. Groß ist, o großer Gott Großer Mittler, der zur Rechten ind. d. Gute Nacht, ihr eitlen Freuden ehd * Gute Nacht, wir müssen scheiden 088 216 H. ទី យ ♦ Halleluja, jauchzt ihr Chöre Halleluja, Jesus lebet Halleluja, Lob, Preis und Ehr * Halleluja, schöner Morgen. Halt im Gedächtniß Jesum Heiland, deine Menschenliebe Heiland, den uns Gott Heiligster Jesu, Heiligungs- Quelle Heil uns! Aus unsrer Sündennoth Helft Gottes Huld mir preisen. Herr, aller Weisheit Quell Herr, allerhöchster Gott im Himmel * Herr, allerhöchster Gott, von dem Herr Christ, der einge Gottes Sohn Herr, deine Recht und dein Gebot Herr, deine Sanftmuth ist.. Herr, deine Treue ist so groß Herr, der du mir das Leben Herr, bir trau ich all Herr, du bist meine Zuversicht. Herr, du erforschest mich Herr, du hast für alle Sünder * Herr, du hast in deinem Reich Herr, durch den wir sind * Herr, du Richter aller Welt Herr, es ist Alles dein Herr, es ist ein Tag erschienen ♦ ● ♦ ♦ ● ● • * Herr, es ist von meinem Leben * Herr, gib wahre Buß und Reue min. Herr Gott, dich loben wir, Herr..... Herr Gott, dich loben wir, regier * Herr Gott, erhalt uns für und für Herr Gott, nun sei gepreiset 989 Seite ... 492 491 507 400 ..0. 56 81 547 796 360 19.278 8884 she 325 326 442 1.11546 do 516 229 197 610 169 220 686 807 140 141 479 677 564 53 442 1860 406 517 432 * 0.565 1932 1539 548 49 211977 444 798 481 540 990 Register der Lieber Herr Gott, Vater im Himmelreich * Herr, hier stehet unser Hirt. Herr, höre mein Gebet Herr, ich hab aus deiner Treu Herr, ich habe mißgehandelt * Herr Jesu Christ, dein theures Blut i Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du hast bereit't * Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Herr Jesu Christ, ich schrei zu Herr Jesu Christ, ich weiß gar * Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut Herr Jesu Christ, thu Glück Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch Herr Jesu, dir sei Preis Herr Jesu, Gnadensonne * Herr Jesu, Licht der Heiden Herr Jesu, wie geduldig. Herr, mein Versöhner Herr, meiner Seele großen Herr, nun laß in Friede Herr, nun läsfest du deinen Diener * Herr, ohne Glauben kann.. ♦ * Herr, öffne mir die Herzensthür... Herr, stärke mich dein Leiden Herr, straf mich nicht in deinem d.o. Herr, unser Gott, laß nicht Herr, unser Gott, wer ist dir.. Jist todo Herr, vor deinem Angesicht. Herr, was du willst, laß mir. * Herr, wie du willst, so schicks Herzlich lieb hab ich dich Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast. * Heut fang ich wieder an zu Heut ist der Tag der Freuden Heut ist des Herren Ruhetag Herzog unsrer Seligkeiten * Herz und Herz vereint zusammen ♦ Heut triumphiret Gottes Sohn Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen Hier ist mein Herz, Herr, nimm Hier lieg ich nun, mein Gott. Hier liegt, den meine Seele Seite da. 10.. 536 mtoll. s. 962 1920 phụ 2.sim id 7. Hier steh ich vor dem Gnadenthrone... * Hilf, Gott, daß ja die Kinderzucht 20.1183 200292 548 518 di.b 516 15.6.737 860 956 . 691 1829 mm.. 82 830 0531 612 197 557 280 613 4614 8.98.15 862 Jan 256 142 559 lib. 281 .84 fr 797 d., 407 549 d. 615 d. 834 4. 863 . 891 . 283 . 628 1.670 .224 327 171. 549 ... 329 . . 11520 . 617 85 198 87 969 on ti p 2 Register der Lieder. Hilf, Gott, wie gehts doch jetzo Hilf, Gott, wie hat die Eitelkeit. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth, erbarm Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth, du kannst. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen.... Hilf, Jesu, daß ich meinen. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß * Hilf uns, Herr, in allen Dingen * Himmelan geht unsre Bahn * Hinunter ist der Sonnenschein * Hosianna, Davids Sohn Höchster, denk ich an die Güte Höchster Helfer, sei nicht ferne Höchster Tröster, komm hernieder Hör unser Gebet, Geist des Herrn * Hüter, wird die Nacht der Sünden.. Ich bin der reichste Mensch Ich bin ein Fremdling * Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen * Ich bin Gottes Bild und Ehr Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin mit dir, mein Gott Ich bin vergnügt nach Gottes Ich bin vergnügt und Ich dank dir, lieber Herre Ich dank dir schon durch Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, mein Gott, daß Ich danke dir, o Gott in Ich denk an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich, mein Gott. * Ich geh zu deinem Grabe Ich glaub an Gott, der Ich habe gnug, behalte, was Ich habe gnug! Mein Jesus ● * Ich armer Mensch doch gar nichts Ich armer Mensch, ich armer. Ich armer Sünder komm.. * Ich bin bei allem Kummer stille... * Ich bin bei Gott in Gnaden ♦ .. ● . 991 Seite 566 567 d. 739 15. 807 222 616 616 .8. 692 632 53 165 dal 4s 11... 88 740 375 375 sid. 1. 117 60. Biat 1100 sid 6.1. bis 870 0.89 dallnäs alati 90 739 Riva 152 618 619 .838 . 508 1.148 863 741 742 743 21 22 284 620 23 928 92 927 408 316 481 : 895 329 992 Register der Lieder. Ich habe Gott und habe gnung Ich habe Lust, zu scheiden * Ich habe nun den Grund Ich habe Sinn und Herz Ich hab in Gottes Herz und.. Ich hab in guten Stunden. Ich hab mein Sach Gott * Ich hab mich Gott ergeben Ich hör dich donnern, Gott. Ich komme, Friedensfürst Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht Ich lasse Gott in Allem. Ich preise dich, o Herr, mein. Ich preise dich und singe Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich sage, wie Gott will.. Ich sehe nur auf Gottes Ich finge dir mit Herz und * Ich schließe mich zu allen.. * Ich steh an deiner Krippen Ich sterbe täglich und mein Ich weiß, an wem mein Glaub Ich weiß, daß mein Erlöser * Ich weiß, es wird mein Ende Ich weiß, mein Gott, daß all * Ich werfe mich in deine * Ich will dich lieben, meine Ich will, so lang ich lebe hier. Ich will von meiner Missethat * Jehovah, Herr und König * Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesaja, dem Propheten Jesu, allerliebster Bruder Jesu, Brot des Lebens, laß Jesu, deine Passion Jesu, deine tiefen Wunden ● Jesu, der du meine Seele Jesu, Freund der Menschenkinder * Jesu, frommer Menschenheerden * Jesu, geh voran * Jesu, großer Wunderstern Jesu Jünger gehn mit Sehnen * Jefu, fomm in unsre Mitten Jesu, komm mit deinem Vater Jesu, meine Freude bin ♦ ● .17 ● bod hims. bin Seite 746 894 143 747 :: 745 6.744 865 1871 malam 817 94 521 493 748 522 446 622 749 750 448 976 196 831 . 144 .866 873 120 693 .. 976 231 450 95 969 936 524 623 524 285 285 97 10. 523 235 635 256 330 526 376 232 Register der Lieder. Jesu, meine Liebe. Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meiner Seelen Licht Jesu, meines Lebens Leben Jesu, meine Sonne Jesu, Quell verlangter Freuden Jesus Christus, Gottes Lamm Jesus Christus, Gottes Sohn. Jesus Christus, unser Heiland, der den Jesus Christus, unser Heiland, der von uns * Jesus, Jesus, nichts als Jesus. * Jesus ist mein Freudenlicht Jesus kommt, von allem Jesus lebt, Halleluja Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Liebe, lebt. adoptim plodmi Todas andsinred ramofon ninas nist . dou jist Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an, die * Jesus nimmt die Sünder an, faget Jesus schwebt mir in.. Jetzt sind die Abendstunden * Ihr Christen, auserforen Ihr Eltern, gute Nacht $ 19311 * Ihr Kinder des Höchsten, wie stehts.dlite Im Leben und im Sterben. In allen meinen Thaten. * In Christi Wunden schlaf ich In deiner Stärke freue sich. In dem Leben hier auf Erden In dich hab ich gehoffet, Herr Keinen hat Gott verlassen * Rinder, die ihr Christi Glieder Komm, Gott Schöpfer, heiliger. * Komm, Heidenheiland, Lösegeld Komm, heiliger Geist, Herre Gott. Komm, o komm, du Geist des. * Kommst du, kommst du, Licht * Kommt ins Reich der Liebe ♦ 993 Seite 98 694 286 288 trajisi 91299 in reine n. 696 289 452 namunol nişidi2.310236 nd ohn 958 120 8 150 wie dink S medisid om niej na ● 330 mint rid 1 525 illo mi 3799334 wardsgad kain bod am 100 mellauerbruids in 193 odral om Td nads? Bordoar o im ud notram is t enjom 1 In dieser Morgenstund will ich. * In Gottes Namen fahren wir. 1st In den ardi alle myrr * In Gottes Namen fang ich an Ist Gott für mich, so trete. * Ift's oder ist mein Geist entzückt. 232 454 andt omnin 954 in $ 897 672 869 19 697 id ulls Sigd 1929 1 332 1 333 333 7. 63 1 721867/ 1952 9 698 751 90 24 816 699 146 978 mitdo di 100 752 673 377 167 . 378 . 378. 040170 675 994 Register der Lieber. * Kommt Kinder, laßt uns gehen Kommt, laßt euch den Herren * Komm, Tröster, komm hernieder * König, dem kein König Kyrie eleison * Kyrie, ach Vater, allerhöchster. Laffet ab, ihr meine Lieben Laffet die Kindlein kommen. Lasset uns den Herren preisen, laffet. Laffet uns den Herren preisen, o ihr * Laffet uns den Herren preisen, und * Laffet uns mit Jesu ziehen. Laß mich dein sein und bleiben. Laß mich, o Herr, in allen. Laß uns doch nicht begehren. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Leben der Frommen, Zierde. * Lebst du in mir, o wahres Leben. Lebt Christus, was bin ich betrübt Lehre mich, Herr, recht bedenken * Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Heiland, bist du mein Liebster Jesu, deine Schmerzen. * Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster Jesu, wir sind hier, dich Liebster Vater, ich dein Kind Lobe den Herren, den mächtigen * Robe den Herren, o meine. Lob, Ehre Preis und Dank ſei dir Robet den Herren alle, die ihn. Lobet den Herren, denn Lobet den Herrn und dankt. Lob sei dem allerhöchsten Gott. Lobsinge meine Seele. Lobsinget Gott, er schuf Lobt Gott, ihr Christen alle Lobt unsern Gott mit. Lob und Dank sei dir gesungen. * Mach dich auf und werde Licht Mache dich, mein Geist, bereit 2. ● ● Bitollect © ad Seite 844 626 372 957 946 412 897 899 540 335 409 640 493 699 . 629 201 337 243 338 679 411 289 290 509 551 101 453 472 171 25 541 542 172 339 414 202 455 453 963 631 Register der Lieder. Mache dich, o Mensch, bereit Machs mit mir Gott nach * Macht hoch die Thür, macht Mag ich Unglück nicht widerstahn. Man lobt dich in der Stille * Marter Gottes, wer kann bein Mein allerliebster Herr und Gott. Meine Hoffnung stehet feste. Meine Lebenszeit verstreicht. Meinen Jesum laß ich nicht, meine Meinen Jesum laß ich nicht, weil. Mein Erlöser, der du michMein erst Gefühl sei Preis. * Meine Seele erhebt den Herrn Meine Seel ermuntre dich Meine Seele senket sich Meine Seele, willst du ruhn Meine Seel ist stille 995 Seite pre il buipe. 495 liol 2001 Just bup 870 furnsige 177 753 bi nalang 4.455 295 102. nis Meinen Jesum laß ich nicht, ach wasbildung Meinen Jesum laß ich nicht, denn ● Meines Lebens beste Freude. * Mein Fels hat überwunden * Mein Freund ist mein, und ich Mein frommer Gott, ich weiß Mein ganzer Geist, Gott, wird. Mein Gott, das Herz ich bringe Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, du weißst am Mein Gott, du wirst mich nicht Mein Gott, ich habe mir gar * Mein Gott, ich klopf an deine. Mein Gott, ich weiß wohl, daß. Mein Gott, nun ist es wieder Mein Gott, sei mir doch genädig * Mein Gott, wie bist du so verborgen Mein Heiland, deine Größe. Mein Heiland hat sein Blut Mein Heiland ist mein Leben Mein Heiland lebt, er hat Mein Heiland nimmt die Sünder Mein Heiland sieht des Glaubens. Mein Herzer Vater, weint ihr Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Herz gib dich zufrieden Mein Jesu, du hast unsre Mein Jesus geht zu seinem nila na stot une im dlarbi pinda ning wind opin Ho mont du admity to tra 10k ads from anim D the dry How dus day dair limste HE disiplars and hot bim lopub thote Spordile in mist of join jim o and any had madro nis instbildönt dic 241 637 inionsproc 931 322 244 832 AINO mindo madill inid 635 834 239 240 532 241 632 26 477 295 970 191094 930 103 105 633 292 700 494 833 29 106 732 173 293 i pur 871 191 341 107 340 899 416 1.754 236 297 996 Register der Lieder. Mein Jesus ist getreu Mein Jesus lebt, was foll Mein Jesu, füße Seelenluft Mein Jesu, schönstes Leben Mein Jesus stirbt, was soll ich. Mein Jesus triumphiret und Mein Jesu, wie du willst * Mein König, schreib mir dein Mein Leben ist zum Ziel. * Mein Salomo, dein freundliches Mein Vater und mein Gott. Menschenkind mert eben Mir nach, spricht Christus Mit dir geh ich an mein * Mit Ernst, ihr Menschenkinder Mit Freuden, Gott, erheb ich Mit Fried und Freud ich fahr Mit fröhlichem Gemüthe. Mit Singen dich zu loben Mitten wir im Leben sind * Morgenglanz der Ewigkeit i ne modatdit ind$ 158 R.bid vist dust Nach dir, o Herr, verlanget Nach dir verlanget mich, nach Nach einer Prüfung furzer Nach meiner Seele Seligkeit * Nichts Betrübters ist auf Erden Nichts kann mich hinfort. Nicht so traurig, nicht so sehr Nie bist du Höchster von uns Nimm von uns Herr. Noch bin ich dein Gast Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben. Nun bitten wir den heiligen. Nun bringen wir den Leib Nun danket Alle Gott. Nun banket All' und bringet Nun banket unserm Gott. Nun freut euch, Gottes Kinder Nun freut euch, lieben Christen. Nun, Gott Lob, es ist vollbracht * Nun Gott, wir loben dich Nun jauchzet All ihr Frommen Spaist gipot Seite 237 344 237 342 298 361 636 675 872 148 639 174 638 702 180 418 257 417 419 1874 28 ● 756 109 757 680 753 151 759 420 760 835 421 30 381 901 456 456 800 362 363 552 800 176 Register der Lieder. * Nun jauchzt dem Herren, alle dolap.had Nun ist auferstanden aus. Nun ist die längst begehrte Zeit..100) Nun ist es Alles wohl gemacht... Nun komm, der Heiden Heiland * Nun kommt das neue Christenjahr Nun kommt ein neuer Morgen. Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns gehn und treten. 1. Nun laßt uns Gott, dem Herren Nun laßt uns Gottes Güte. Nun, liebe Seel, nun ist es Zeit * Nun ruhen alle Wälder. Nun sich der Tag geendet hat ● * Nun singet und seid froh Nun wollen wir dir Lob Nun lieg ich armes Würmelein. Nun lob, mein Seel, den Herren Nun preiset Alle Gottes Barmherzigkeit ● ● ● * O daß doch bei der reichen Ernte O daß ich tausend Zungen O du allersüßste Freude.. Ddu Liebe meiner Liebe. * Durchbrecher aller Bande * Deffne mir die Perlenthore. OEwigkeit, du Donnerwort O Gott, da ich gar keinen Rath O Gott, der du das Firmament Gott, der du in Liebesbrunst O Gott des Himmels und O Gott, du bist die Liebe O Gott, du frommer Gott O Gott, es fehlt uns Kraft. * Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott es steht dein milder O Gott, ich preise deine Güte O Gott, ich thu bir danken O Gott, von dem wir Alles O Gott, wie wohl thust du. großer Gott, dein Segenswort.. O großer Gott, du Gott der Liebe O großer Gott, du hast das Feld. O Haupt voll Blut und Wunden. Oheilger Geist fehr bei uns d 997 Seite 414 345 801 309 176 181 30 902 223 543 457 inös 255 903 458 543 56 55 199 823 19 102.975 459 382 298 641 943 933 in10510 809 503 461 423 644 497 482 809 462 31 544 935 808 1299 .810 * 300 383 998 Register der Lieder. * O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte... d heilige Dreifaltigkeit, wer kann * Oheiliger Geist, o heiliger Gott. 158. Herre Gott, dein göttlich Wort. O Herr Gott, der du deiner O Jesu Christ, dein Kripplein. Jejuffindb Jesu Christ, du höchstes Gut. * O Jesu Christe, wahres Licht. O Jesu Christ, mein schönstes Licht O Jesu Christ, mein's Lebens Licht Jesu, denk in Todespein... * Jesu, du mein Bräutigam... 8 * O Jesu, einig wahres HauptJesu, Gottes Lämmelein. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn * O Jesu, meine Wonne. Jesu, mein Vergnügen Jesu, süßes Licht * * O Jesu süß, wer dein gedenkt. O Jesu schönste Seelenzier König aller Ehren OKönig, dessen Majestät O Lamm Gottes unschuldig. * Lehrer, dem kein andrer gleich. * Liebe, die den Himmel hat O meine Seel, schwing dich. O Mensch, bedenke stets bein * Mensch, der Himmel ist zu fern O Mensch, gedenk ans Ende. O Mensch, wie ist dein Herz * selig Haus, wo man dich O Tod, was willst du O Tod, wo ist dein Stachel * O Traurigkeit, o Herzeleid. O Vater aller Frommen * Vater der Barmherzigkeit, der du. Vater der Barmherzigkeit, ich.. * O Vater, der du gegen mir * Vater, Gott von Ewigkeit O Baterherz, denkst du auch. * welch ein tiefes Meer welch ein unschätzbares * Welt, ich muß dich lassen Welt, sich hier dein Leben O wie selig seid ihr doch O wie unaussprechlich selig. 197 ● ● wie. ud Gut... quand dis and. Med 245 .. 646 565 bodd 112 me djud la 302 2.234 ..200 bad. Seite vni. 424 1415 379 569 811 204 110 563 1 703 J875 1 876 0527 il 963 .. 877 111 sil 1.1 533 4. 247 p.co.32 llo vybuddy 205 836 d.didit 150 pd.1100837 pd. 1 570 971 904 4.346 1.0305 89.498 Ho 678 1113 498 i. 422 7.761 425 648 0879 302 939 937 Register der Lieder. Preis und Lob und Herrlichkeit. Preist, Christen, mit Zufriedenheit. ALL Quelle der Vollkommenheiten. COS P. * Rett, o Herr Jesu, rett dein * Ringe recht, wenn Gottes Gnade. * Rüstet euch, ihr Christenleute Schweiget, bange Zweifel. Schwing dich auf zu deinem. Seele, dein Gott wecket wieder ● Schaffet, daß ihr selig werdet..bo * Schaffet, schaffet, Menschenkinder * Schatz über alle Schätze Schau, Jesu, wie mein Herze * Schlage, Jesu, an mein Herz Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit grünen. Schönster Seelenfreund Schon ist der Tag von Gott N. Sei getreu bis an das Ende * Sei Gott getreu, halt seinen Seele, geh auf Golgatha. Seelen- Bräutigam, Jesu Seele, wart auf Gottes * Seele, was ermüdst du dich Seht Gottes Gnade ist erschienen Sei du, o mein getreuer Gott. Sei fröhlich Alles weit und breit A Sei hochgelobt, barmherzger Gott Sei hochgepriesen, Herr, für. 3. 3ds tidig soldie sibe22 ● is 09 i den hinsilk * Sei Lob, Ehr, Preis und Herrlichkeit Sei Lob und Ehr dem höchsten. Sei mir tausendmal gegrüßet Sein Rath ist wunderbar Set, Seele, stark und unverzagt. Set tausendmal geküsset ♦ ◆ un tior 58 m •* 999 Seite 50464 insi ui finis bf 15 568 • - 463 813 645 655 648 656 250 906 504 528 384 247 940 347 764 33 304 249 769 657 207 815 348 766 705 154 305 426 465 306 767 762 34 1000 Register der Lieder. Sei zufrieden, mein Gemüthe Selig sind des Himmels Erben Selig sind die geistlich Armen Selig sind, die Gottes Wort Sichrer Mensch, noch ist es Zeit Sieg, Sieg, mein Kampf ist. Sieh, hier bin ich Ehrenkönig * Sieh, wie lieblich und wie fein Singen wir aus Herzensgrund Singt dem Versöhner, singt. Sink ich einst in jenen Schlummer So bald, o Gott, der Tag erwacht So hab ich, Gott, durch deine. So hab ich nun vollendet So hab ich obgesieget. nied is donato So Jemand spricht: ich liebe So ist die Woche nun geschlossen So ist nun auch beschlossen die Woch.. * Soll ich denn, Jesu, mein Leben. Soll ich mich denn täglich Sollt es gleich bisweilen scheinen * Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern Sollt ich meinem Gott nicht * Sorge doch für meine KinderSorgt, Christen, sorgt für eure. * So ruhest du, o meine Ruh So sind des Tages Stunden So tret ich nunmehr an. So wahr ich lebe, spricht dein * Speis uns, o Gott, deine Kinder. Stärke, denn oft will er. * Steht auf, ihr lieben Kinderlein Stell ein, betrübtes Herz, dein Stimmt unserm Gott ein Loblied 1191191 Straf mich nicht in deinem Zorn... * Such, wer da will, ein ander Ziel. Ueber alle Himmelheere Unerforschlich sei mir immer. sila maging C.00964 9.id.blm466 nd thin 972 654 4310 sped Jopisund 60 te bid de 709 bout How med. 115 dingin tun d. 536 157 ut 953 par le 770 424 mind 116 bing bing 662 alsg and Seite 763 941 649 . 552 115 907 . 114 681 209 208 56 p. 426 57 908 909 652 58 59 770 0706 708 * Thut mir auf die schöne Pforte Treuer Gott, ich muß dir klagened our b schod II. bl. the 551 . 118 je, day tell a 364 771 Register der Lieder. Unschätzbare Gabe, wenn * Unser Herrscher, unser König Unser Sabbath geht zum Ende. Unsre Aussaat segne Gott Unsre müden Augenlider Uns ist ein Kindlein heut. * Unumschränkte Liebe * Unverwandt auf Christum sehen Unwiederbringlich schnell entfliehn Ursprung wahrer Freuden ♦ • B. Valet will ich dir geben. Vater, ach laß Trost erscheinen. Vater unser im Himmelreich. Verleih uns Frieden gnädiglich * Versuchet euch doch selbst * Verzage nicht; o Häuflein klein Vom Himmel hoch, da komm ich her Vom Himmel kam der Engel Schaar Von dir kommt jede gute Gabe. Von dir, o Bater, nimmt mein Von ganzer Seele preis' ich dich * Von Gnad und Wahrheit mächtig Von Gott will ich nicht lassen. Vor deinen Thron tret ich Vor deines Gottes Majestät. W. * Wach auf, du Geist der ersten Zeugen. Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe * Wachet auf, ruft uns die Stimme Wachet auf vom Schlaf ihr. Wär Gott nicht mit uns. Warum betrübst du dich, mein Herz Warum sollt ich mich denn grämen * Warum willst du doch für morgen Was alle Weisheit in der Welt Was betrübst du dich, mein Herze. Was frag ich nach der Welt Was gibst du denn, o meine * Was Gott gefällt, mein. Was Gott thut, das ist wohlgethan 64 1001 Seite 386 427 sd.ml.. 877 1.161.5. 120 .. 501 60 812 61 210 427 663 * 225 387 SOF h.b.572 ..153 571 211 .212 502 1.772 469 . 182 773 52 .818. . 966 349 35 178 121 572 775 658 779 429 777 709 660 781 780 Register der Lieder. 1002 sti * Was hinket ihr, betrogne Seelen.. Was ich nur Gutes habe Was ists, daß ich mich quäle Was kann ich doch für Dank Was mein Gott will, das g'scheh Was soll ich ängstlich klagen Was willst du dich betrüben. Weg aus deinem Herzen. Weg, mein Herz, mit dem Gedanken * Weicht, ihr Berge, fallt... Weil Nichts gemeiner ist als Weine nicht, Gott lebet ● * Welch eine Sorg und Furcht Welt, ade, ich bin dein müde Wem Weisheit fehlt, der bitte * Wend ab deinen Zorn, lieber Herr Wenn Christus seine Kirche. Wenn dein herzliebster Sohn Wenn dich Unglück thut greifen. * Wenn Einer Alle Kunst. Wenn ich in Angst und Noth Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht * Wenn fleine Himmelserben. Wenn meine Sünd'n mich Wenn mein Stündlein vorhanden Wenn wir in höchsten Nöthen Wer bin ich, ich Verschuldeter Wer bin ich? welche wichtge. * Wer das Kleinod will erlangen Werde munter, mein Gemüthe Wer Gottes Wort nicht hält Wer Gott vertraut, hat wohl Wer in dem Schutz des Höchsten Wer ist wohl wie du. ● Seite ginger sdn 650 1710 Wer nur den lieben Gott läßt * Wer recht die Pfingsten feiern * Wer sind die vor Gottes Throne. Wer weiß, wie nahe mir mein Wie der Hirsch in großen Dürsten. Wie ein Strom vorüber eilt bired Wenn, Herr, einst die Posaune he had a l Wenn ich einst von jenem Schlummer si me sid Wie fleugt dahin der Menschen Wie Gott mich führt, so will ich. * Wie groß ist deine Herrlichkeit * Wie groß ist des Allmächtgen. indir dow 784 785 1786 121 159 .840 787 . 665 911 683 1.123. 573 158 775 682 351 36 787 471 49896 hi ve 307 led 880 stig samind 788 124 201 10.000 nipigid o doin had our 1.01 bitirdslie ORY MI hiyond Tun 783 470 4878 660 666 62 0.573 om 789 Ju822 1 251 1661 380 T 944 841 2789 842 847 791 158 449 OD hoian dio. Register der Lieber. Wie kurz ist doch der Kinder Wie kurz ist doch der Menschen. Wie schnell ist mir der Tag * Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ * Wie schön leuchtet der Morgenstern... Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Wie sicher lebt der Mensch. Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich dir doch gnugsam Wie theuer, Gott, ist deine Wie ungewiß ist, Herr, das Wie viele Freuden dank ich dir Wie wird doch so gering die Wie wird mir dann, o dann Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund * Will ich nicht, so muß ich weinen Will Jemand Christi Jünger sein Willkommen, Quell der Freuden Wir Christenleut, hab'n jetzund * Wir danken Gott für seine Gab'n Wir danken dir für deinen Tod * Wir danken dir, Herr Jesu Christ Wir freuen uns, Herr Jesu Christ Wir glauben All an Einen Gott Wir haben jetzt vernommen * Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem • · • ● • • ♦ • * Wir singen dir, Immanuel Wir singen, Herr, von deinem Wo Gott der Herr nicht bei uns Wo Gott zum Haus nicht gibt. Wohl dem, der Jefum liebet Wohl dem, der in Gottesfurcht. Wohl dem, der sich auf seinen Gott * Wohl dem, der sich mit Fleiß. Wohl dem Menschen, der nicht. * Wohl einem Haus, da Jesus Christ * Wollt ihr wissen, was mein Preis Womit soll ich dich wohl loben. Wo soll ich fliehen hin * Wo soll ich hin, wer hilfet mir * Wo willst du hin, weils Abend * Wunderbarer König 1003 Seite 913 912 rad 3, 649.0711 6180 id die 37 onu tome time 1.843 monic dru will wanted 178 #d 474 9. 160 mi id is 847473 257 880 ● 2018 now ishirini na m ♦ 534 161 . 911 213 544 308 307 366 483 819 948 . 574 ♦ 663 213 ♦ 202 814 575 712 577 713 713 621 714 714 252 475 125 125 350 428 1004 stise 810 Zeuch ein zu meinen Thoren Zeuch hin, mein Kind. * Zeuch uns nach dir, so kommen * Zion, gib dich nur zufrieden * Zion klagt mit Angst und Zu deinem Preis und Ruhm Zu dir, mein Gott, der du mich Zwei Ding, o Herr, bitt ich Zweierlei bitt ich von dir 088 688 200 GIS 818 AG 818 810 die Tra & IF 188 OTA ASL ast Register der Lieber. 3. 881 dni2nd bed l diad 387 914 365 642 791 38 505 537 667 vid bi Imed medier7 sleid, si dunia norisat di Jum of the ca n'de snipt af te stund TIND 14: 2 Bo Da Seite bedii me 1 opi thin ed. sdol dmdi aliout Die mit Tas Druck der Hofbuchdruckerei von Trowitsch& Sohn in Frankfurt a. d. D. Dal 6003 Isp und than nat US adfite Evangelien auf alle of th Sonn- und Fest- Tage durchs ganze Jahr, nebst der Geschichte Die Episteln FIT SE moi e vom Leiden und Sterben Jesu Christi 100 99 IT 300 und von der -In Zerstörung der Stadt Jerusalem, wie auch Ir dem kleinen Katechismus Luthers, den drei HauptSymbolen der christlichen Kirche und dem Augsburgischen Glaubens- Bekenntniſſe. CHIC Mit Königl. allergnädigstem Privilegium. Frankfurt a/ D. HAGUD Verlag der Hofbuchdruckerei von Trowitsch und Sohn. In Züllichau zu haben bei H. Sporleder. Lent Epistel am 1. Sonntage der Zukunft. Röm. 13, 11-14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf ( fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten); die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium Matth. 21, 1-9. D a sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr, löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesaget ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Am 2. Sonntage der Zukunft. 3 Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! Gelobet sei, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Jamm Ep. am 2. Sonnt. der Zukunft. Röm. 15, 4-13. as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben, um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volke. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker; und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet, durch die Kraft des heiligen Geistes. Do Evang. Luc. 21, 25-36. And Und nd es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen. Und auf Erden wird den Leuten 1* 4 Am 3. Sonntage der Zukunft. bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen ſollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolfe mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jeßt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies Alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es Alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Freffen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. C Ep. am 3. Sonnt. der Zukunft. 1. Cor. 4, 1-5. halte Jedermann, Dafür uns nämlich für Chriſti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht Am 4. Sonntage der Zukunft. 5 gerechtfertigt. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird aus Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evang. Matth. 11, 2-10. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein und die Tauben hören, die Todten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert! Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich ſage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten ſoll. Ep. am 4. Sonnt. der Zukunft. Phil. 4, 4-7. For the greuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich, freuet euch; e eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, Am heiligen Chrifttage. sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. 6 Evang. Joh. 1, 19-28. 11 dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was biſt du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns ge= sandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias geſagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getréten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöſe. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Ep. am heil. Christtage. Tit. 2, 11-14. 8 erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, Am heiligen Christtage. und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. ediap Evang. Luc. 2, 1-14. 7 € ³ s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schäßung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel 8 Am 2. H. Weihnachtstage. die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.$ 10 Ep. am 2. h. Weihnachtstage. Tit. 3, 4-7. D a aber erschien die Freundlichkeit und Leutſeligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes; welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland; auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Evang. Luk. 2, 15-20. 11 nd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und fie kamen eilend, und fanden beide, Mariam und Jo= seph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind geſagt war. Und Alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle dieſe Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um Alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Ep. am Tage Stephanus. Apostelgesch. 6, 8-15 und Cap. 7, 48-59. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Am Tage Stephanus. 0.9 Da standen etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Cyrener, und der Aleranderer, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befrag= ten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Moses und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin und führeten ihn vor den Rath und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider dieſe heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sprach der Hohepriester: Ist dem also? Er aber sprach: Lieben Brüder und Väter, höret zu. Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, da er noch in Mesopotamien war, ehe er wohnete in Haran. Aber der Allerhöchste wohnet nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht:„ Der Himmel ist mein Stuhl, und die Erde meiner Füße Schemel; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen, spricht der Herr; oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das Alles gemacht?“ Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geist, wie eure Väter, also auch ihr. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolget, und sie getödtet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, welches ihr nun Verräther und Mörder worden seid. Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte, und habts Am Tage Stephanus. nicht gehalten. Da sie solches höreten, gings ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalt ihnen die Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. indoman estoits ur Evang. Matth. 23, 34-39. arum: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis aufs Blut Zacharias, Bachariä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteſt die Propheten und steinigest, die zu dir gefandt sind; wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt; siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! 10 mi D Am Sonntage nach dem h. Christtage. Ep. am Sonnt. nach dem heil. Chrifttage. Gal. 4, 1-7. Lieben Brüder, ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter, sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die beſtimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott ge= fandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitle Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes, durch Christum. 11 Evang. Luk. 2, 33-40. 11 nd, sein Vater und Mutter wunderten sich über das, was von ihm geredet war. Und Simon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieſer wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den Herrn, und redete von ihm zu Allen, die auf die sapoti Am Neujahrstage.mk Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Geseß des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. 12 T Ep. am Neujahrstage. Gal. 3, 23-29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Geseß verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gefeß unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu; denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu; seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Evang. Luk. 2, 21. Und nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Ep. am Sonnt. nach dem Neujahrstage. dhton 1. Petri 4, 12-19. 2hr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden,( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenba Am Sonntage nach dem Neujahrstage. 13 rung seiner Herrlichkeit, Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiſet. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hauſe Gottes. So aber zuerst an uns, was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evang. Matth. 2, 13-23. Dª a fie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage, denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb dort, bis nach dem Tode Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten geſagt hat, der da spricht: Aus Egypten hab ich meinen Sohn ge= rufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet 14 Am Tage der Erscheinung Christi. hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn Joseph im Traum in Egyptenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel! Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Derter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Ep. am Tage der Erscheinung Christi. Cf. 60, 1-6. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker, aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher, dieſe alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von Ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht Am Tage der Erscheinung Christi. der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. 15 Evang. Matth. 2, 1-12. a Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland, und sind ge= kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jeruſalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus follte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Ifrael ein Herr sei. Da berief Herodes die Weiſen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand obenüber, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl 16 Am Sonntage nach der Ersch. Christi. ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. aind Ep. am 1. Sonnt. nach der Ersch. Chrifti. Röm. 12, 1-6. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evang. Luk. 2, 41-52. und nd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Je= rusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da ste ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab Am 2. Sonntage nach der Ersch. Christi. sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sizen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn ſahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich geſucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan, und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Ep. am 2. Sonnt. nach der Ersch. Chrifti. der JAN gith Röm. 12, 6-16. Nieben Brüder, wir haben mancherlei Gaben nach der Guade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig; übet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch; hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietigkeit zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen. Segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit 2 18 Am 3. Sonntage nach der Ersch. Christi. den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evang. Joh. 2, 1-11. Und nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen, und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringets dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern: Du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und ſeine Jünger glaubten an ihn. Ep. am 3. Sonnt. nach der Ersch. Christi. Röm. 12, 17-21. Hatt altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit Am 3. Sonntage nach der Ersch. Christi. 19 gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evang. Matth. 8, 1-13. D a er aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich wills thun, sei gereiniget. Und alsobald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags Niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant= wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem, gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knecht: Thu das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben 9* 20 Am 4. Sonntage nach der Ersch. Christi. habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sizzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Ep. am 4. Sonnt. nach der Ersch. Christi. Röm. 13, 8-10. eid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Geſez erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht tödten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch Zeugniß geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evang. Matth. S, 23-27. nd er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt war, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf, und bedrohte den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorſam ist? lo.com spol biltende mototoyban Am 5. Sonntage nach der Ersch. Christi. 21 Ep. am 5. Sonut. nach der Ersch. Christi. de tunsinil an Coloff. 3, 12-17.ppt st m o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freund= lichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern, gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber Alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit, und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid, in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahuet euch selbst, mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.mend 196 www ni Evang. Matth. 13, 24-30. De er Herr Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und fäete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er aber sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset Beides mit einander wachsen 22 Am 6. Sonntage nach der Ersch. Christi. bis zur Ernte, und um der Ernte- Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Ep. am 6. Sonnt. nach der Ersch. Christi. 2. Petri 1, 16-21. Lieben Brüder, wir haben nicht den klugen Fabeln ge= folget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret, vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem hei ligen Geist. Evang. Matth. 17, 1-9. Und nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus, Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg, und ward verkläret vor ihnen. Und sein Angesicht leuchtete als die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Am 3. Sonntage vor der Leidensz. 23 Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Moses eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesichte und erschraken sehr. Jeſus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Ep. am 3. Sonnt. v. d. Leidensz., Septuageſ. 1. Cor. 9, 24 bis 10, 5. isset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen Alle, aber einer erlanget das Kleinod; laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streicht; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind Alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Moses getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer Vielen hatte 24 Am 3. Sonntage vor der Leidensz. Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evang. Matth. 20, 1-16. D as Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward, um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in ſeinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll eucy werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gib ihnen den Lohn, und hebe an an dem letzten, bis zu dem ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kawen, meineten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen legten geben, gleich Am 2. Sonntage vor der Leidensz. 25 wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit den Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die legten die ersten und die ersten die letzten sein. Denn Viele sind berufen, aber Wenige auserwählt. TR Ep. am 2. Sonnt. v. d. Leidensz. Sexages. 2. Cor. 11, 19-33 und 12, 1-9. hr vertraget gerne die Narren, weil ihr flug ſeid. Senechte so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand troßet, so euch Jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf mun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Hebräer, ich auch. Sie sind Israeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet. Ich habe mehr Schläge erlitten. Ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eines. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten. Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meeres. Ich habe oft gereiſet. Ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht Am 2. Sonntage vor der Leidensz. schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Königs Areta, verwahrte die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht, Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel, und ich kenne denselbigen Menschen, ( ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn geslehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. 26 Am Sonntage vor der Leidensz. iding Evang. Luk. 8, 4-15. D a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf gutes Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß fie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, find, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. 27 28 Am Sonntage vor der Leidensz. Ep. am Sonnt. vor der Leidensz., Estomihi. 1. Cor. 13, 1-13. We enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkennt= niß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich. Die Liebe eifert nicht. Die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, fie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, fie verträget Alles, sie glaubet Alles, sie hoffet Alles, sie duldet Alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören und die Sprachen aufhören werden und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk auf hören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, dieſe drei, aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. mi i motinded di Evang. Luk. 18, 31-43. De er Herr Jesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, Am Sonntage Invokavit. 29 und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der Keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jefu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber voran gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgete ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volf, das solches sahe, lobete Gott. Ep. am 1. Sonnt. Invokavit. 2. Cor. 6, 1-10. chid an Wir ir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Am Sonntage Invokavit. Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben und doch Alles haben. 30 Evang. Matth. 4, 1-11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das Alles will Am 2. Sonntage in der Leidensz. 31 ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn und ihm alleine dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Ep. am 2. Sonnt. in der Leidensz., Neminiscere. 1. Theff. 4, 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem nachdem ihr von uns em= pfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lust- Seuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervor= theile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Evang. Matth. 15, 21-28. er Herr Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend von Tyro und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach, und sprach: Ach, Herr, du Sohn Davids, er= barm dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß Am 3. Sonntage in der Leidensz. sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! aber er antwortete, und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrerHerren Tisch fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. 32 Ep. am 3. Sonnt. in der Leidensz., Okuli. Ephef. 5, 1-9. WHE ( o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch ge= sagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen; sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Laffet euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihre waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Am 3. Sonntage in der Leidenszeit. Evang. Luc. 11, 14-28. 308 Der er Herr Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehreten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm ſelbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr sagt, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Dar= um werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, ſo nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach 3 33 34 Am 4. Sonnt. in der Leidenszeit. zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind die das Gottes Wort hören und bewahren. Ep. am 4. Sonnt. in der Leidenszeit. Lätare. Galat. 4, 21-31. ( aget mir, die ihr unter dem Geseß sein wollt, habt ihr das Geseß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas: denn das sind die zwei Testamente, eines von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heiBet in Arabien der Berg Sinai und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebiereſst, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evang. Joh. 6, 1-15. Darnadh fuhr Jefus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks Am 4. Sonntage in der Leidenszeit. 35 nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that; Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kömmt und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen: denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennig werth Brots ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort; da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da ste aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkete, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Ep. am 5. Sonnt. in der Leidensz. Judica. Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist kommen, daß er ſei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und 3* Am 5. Sonntage in der Leidenszeit. vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut; sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh ge= ſprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist Gotte ge= opfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testamente waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. 36 Evang. Joh. 8, 46-59. er Herr Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel; sondern ich ehre meinen Vater und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber Einer, der fie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht Am 6. Sonntage in der Leidenszeit. 37 schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid; aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, ener Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Ep. am 6. Sonnt. in der Leidensz. Palmarum. Phil. 5-11. Cin in Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gotte gleich sein; sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge= berden als ein Mensch erfunden. Erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters. Am grünen Donnerstage. Evang. Matth. 21, 1-9. D a sie nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr: löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die Andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 38 Jah Ep. am grünen Donnerstage. 1 Cor. 11, 23-32. ch habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankete und brachs und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt Am grünen Donnerstage. 39 ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von dieſem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet; wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Evang. Joh. 13, 1-15. Vor or dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß ſeine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen( da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe), wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in ſeine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging; stund er vom Abendmahl auf, legte ſeine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil 40 Am Char- Freitage. mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Herr und Meister, und saget recht daran, denn ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Ep. am Charfreitage. Jes. 52, 13-15. 53,1-12. Siehe, mein Knecht wirdweislich thun, und wird erhöhet, und viele ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschenkinder. Aber also wird er viel Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihm zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, dieselben werdens mit Lust sehen, und die nichts davon gehöret haben, die werdens merken. Aber wer glaubet unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nicht geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott Am Char- Freitage. geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen Alle in der Irre wie Schafe, ein Jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der Herr warf unser Aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volkes geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er Niemand unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darnm, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele ge= recht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er Vieler Sünden getragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. 41 Evang. Pf. 22, 2-32. Mein ein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver= lassen? Ich heule, aber meine Hülfe ist ferne. Am Char- Freitage. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht, und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lobe Israels. Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfst du ihnen aus. Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und wurden nicht zu Schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf. Er flag es dem Herrn, der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm. Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen: du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. Auf dich bin ich geworfen aus Mutter Leibe; du bist mein Gott von meiner Mutter Leib an. Sei nicht ferne von mir; denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet. Ihren Rachen ſperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reiBender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen, und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Fuße durchgraben. Ich möchte alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir. Sie theilen meine Kleider unter sich und werfen das Loos um mein Gewand. Aber du, Herr, ſei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, und errette mich von den Einhörnern. Ich will deinen 42 Am Ostertage. 43 Namen predigen meinen Brüdern! Ich will dich in der Gemeine rühmen. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakob, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. Denn er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen und sein Antlig vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte ers. Dich will ich preisen in der großen Gemeine; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen essen, daß sie ſatt werden, und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum Herrn bekehren und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn der Herr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen Alle, die im Staube liegen und die, so fümmerlich leben. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom Herrn wird man verkündigen zu Kindes Kind. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß ers thut. Ep. am h. Oftertage. 1. Cor. 5, 6-8. Cuer uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Dar= um feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterheit und der Wahrheit. Am 2. Oftertage. Ul" hid Evang. Marc. 16, 1-8. nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Spe= cerei, auf das sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abge= wälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand figen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und fie entfaßten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entſeget euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gefreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und sagts seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsegen ankommen, und sagten Niemand nichts; denn sie fürchteten sich. 44 Petr Ep. am 2. Oftertage. Ap.:Gesch. 10, 34-41. etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gefandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über Alles; die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiäa nach der Taufe, die Johannes predigte: Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft; der umher gezogen ist und hat Am 2. Ostertage. I 45 wohl gethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volke, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evang. Luc. 24, 13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demſelbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld= wegs weit, deß Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es ge= schah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jeruſalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber spra= chen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, das solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und 46 Am 1. Sonntage nach Ostern. etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fandens also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Ep. am 1. Sonnt. nach Ostern, Quasimo: dogeniti. 1. Joh. 5, 4-13. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Am 1. Sonntage nach Ostern. 47 Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden, der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugniß, daß Gott zenget von seinem Sohn. Und das ist das Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Evang. Joh. 20, 19-31. Am m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite; da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch. Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine 48 Am 2. Sonntage nach Ostern. Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in feine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kömmt Jesus, da die Thüren verschlossen waren und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Dieſe aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. me Ep. am 2. Sonnt. nach Ostern, Misericordias Domini. 1. Petr. 2, 21-25. 1013 D enn dazu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litt; er stellete es aber Dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Am 3. Sonntage nach Ostern. Evang. Joh. 10, 12-16. Ishe bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, fiehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und flieht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber flieht; denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. 49 Ep. am 3. Sonnt. nach Ostern, Jubilate. 1. Petr. 2, 11-20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan 50 Am 3. Sonntage nach Ostern. mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und duldet, das ist Gnade bei Gott. Evang. Joh. 16, 16-23. Ueber eber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter ſeinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns, über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Sonntage nach Ostern. Ep. am 4. Sonnt. nach Ostern, Cantate. Jac. 1, 16-21. 51 grut rret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn; denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Evang. Joh. 16, 5-15. De er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit; es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu ench; so ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kömmt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht ſehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet iſt. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird 4* 52 Am 5. Sonntage nach Ostern. er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Ep. am 5. Sonnt. nach Ostern, Rogate. Jac. 1, 22-27. eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet; denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergißt, wie er geſtaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läsfet dünken, er diene Gott und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evang. Joh. 16, 23-30. er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater Etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kömmt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei 53 Am Tage der Himmelfahrt Christi. heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort; nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage: Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Ep. am Tage der Himmelfahrt Christi. Apostelgesch. 1, 1-11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theo= von alle dem, das beide zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft: ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die 54 Am 6. Sonntage nach Ostern. Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerufalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evang. Marc. 16, 14-20. ulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte er 3 sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie. nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden, und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die. In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben. Und so sie etwas Tödtliches' trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mit folgende Zeichen. 55 Am 6. Sonntage nach Ostern. Ep. am 6. Sonnt. nach Ostern, Exaudi. 1. Petr. 4, 8-11. S o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand redet, daß ers rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß ers thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jeſum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evang. Joh. 15, 26. 27. 16, 1-4. Der er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun; es kommt aber die Zeit, daß wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinén Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am h. Pfingsttage. Ep. am h. Pfingsttage. Apostelgesch. 2, 1-13. Und nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit ſeiner Sprache redeten. Sie entsaßten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Capadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Libyen, bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsazten sich aber Alle und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hattens ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßes Weins. 56 A Evang. Joh. 14, 23-31. D er Herr Jesus sprach: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, Am 2. Pfingsttage. 57 und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht, und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch Alles lehren und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich zu euch gesagt habe, ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun hab ichs euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und also thue, wie mir der Vater geboten hat; stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 11 Ep. am 2. Pfingsttage. Apoftelgesch. 10, 42-48. [ nd er hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geiſt auf Alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entfaßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit 58 Am Fest der h. Dreifaltigkeit. Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. 5751 Evang. Joh. 3, 16-21. Alſo hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einge= bornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in di Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch thn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Ep. am Fest der h. Dreifaltigkeit, Trinitatis. Röm. 11, 33-36. D welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen, oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge; ihm fei Ehre in Ewigkeit. Amen. Am Fest der h. Dreifaltigkeit. Evang. Joh. 3, 1-15. S s war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? kann er auch wiederum in seiner Mutte no gehen und geboren werden? Jesus antwortet.: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß Jemand ge= boren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist ge= boren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meiſter in Israel und weißest das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also 59 60 Am 1. Sonntage nach Dreifalt. muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ep. am 1. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Joh. 4, 16-21. Gott ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts. Denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus. Denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Ev. Luk. 16, 19-31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrete sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß, der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Am 2. Sonntage nach Dreifalt. Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu, euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß ſie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht gläuben, ob Jemand von den Todten auferstünde. 61 Ep. am 2. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Joh. 3, 13-18. Ver erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Je= mand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder Am 3. Sonntage nach Dreifalt. darben, und schleußt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. 62 har Evang. Luk. 14, 16-24. E ' s war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist Alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen, und ihn besehen, ich bitte dich, ent= schuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Ep. am 3. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Petri 5, 6-11. S o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüch Am 3. Sonntage nach Dreifalt. 63 tern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre, und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evang. Luk. 15, 1-10. € ³ s naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sün= der, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so legt ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch, also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 64 Am 4. Sonnt. nach Dreifalt. Ep. am 4. Sonnt. nach Dreifalt. Röm. 8, 18-23. Lieben Brüder, ich halte es dafür, daß dieſer Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohn ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht alleine aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evang. Luk. 6, 36-42. er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Darum euer Vater ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr euch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch ge= geben; ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schooß geben. Denn, eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist, wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du Am 5. Sonntage nach Dreifalt. 65 sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Ep. am 5. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Petri 3, 8-15. $ ₁ ndlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßzen nicht, und erschrecket nicht, heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. Luk. 5, 1-11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu dem Herrn Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße: Trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete, und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: 5 66 Am 6. Sonntage nach Dreifalt. Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Net auswerfen. Und da sie das thäten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neßz zerriß! Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß ſie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander gethan hatten. Desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Geſellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen Alles, und folgeten ihm nach. Ep. am 6. Sonnt. nach Dreifalt. Röm. 6, 3-11. Liffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unſer alter Mensch sammt ihm gefreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glan Am 7. Sonntage nach Dreifalt. 67 ben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt: der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. Matth. 5, 20-26. er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ich sage euch, es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Ker= ker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Ep. am 7. Sonnt. nach Dreifalt. Röm. 6, 19-23. Lieben Brüder, ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie 5* 68 Am 7. Sonntage nach Dreifalt. ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Wel= cher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. Marc. 8, 1-9. u der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht 3⁰ zu essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brots? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volke, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier Tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. 69 Am 8. Sonntage nach Dreifalt. im Ep. am 8. Sonnt. nach Dreifalt. Nöm. 8, 12-17. S o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen: wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Ev. Matth. 7, 15-23. er Herr Jesus sprach: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen: inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen Am 9. Sonntage nach Dreifalt. geweisfaget? haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. 70 Ep. am 9. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Cor. 10, 6-13. Lieben Brüder, das iſt aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig Tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches Alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihrs könnet ertragen. Evang. Luk. 16, 1-9. er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter Am 10. Sonntage nach Dreifalt. 71 umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Deles. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich und schreib flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Ep. am 10. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Cor. 12, 1-11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancher ei Aemter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen Am 10. Sonntage nach Dreifalt. erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit, dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket derselbige einige Geist und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. 72 Evang. Luk. 19, 41-48. 2016 Is der Herr Jesus nahe zu Jerusalem kam, sahe er die Stadt an und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet ge= schrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habis gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. momilos inst 73 Am 11. Sonntage nach Dreifalt. 5 Ep. am 11. Sonntage nach Dreifalt. 1. Cor. 15, 1-10. ch ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden ſei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, geſehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und ſeine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Ev. Luc. 18, 9-14. Der Herr Jeſus sagte zu etlichen, die sich ſelbſt ver= maßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stund und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Am 12. Sonntage nach Dreifalt. Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. 74 HD Ep. am 12. Sonnt. nach Dreifalt. 2. Cor. 3, 4-11. Lieben Brüder, ein solch Vertrauen durch Christum zu Gott. Nicht, sind uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet; aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mofis um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret: Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwänglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret; viel mehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. aber haben wir daß wir tüchtig Am 13. Sonntage nach Dreifalt. Evang. Marc. 7, 31-37. D a der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spüßete und rührete seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thu dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat Alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Ep. am 13. Sonnt. nach Dreifalt. Gal. 3, 15-22. 75 Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon, das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesez? 76 Am 13. Sonntage nach Dreifalt. Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es Alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evang. Luk. 10, 23-37. Jefu Resus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr ſehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gefeß geschrieben? wie liefest du? Gr antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich ſelbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn, und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog, und da er Am 14. Sonntage nach Dreifalt. ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß drein Del und Wein, und hub ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reiſete er, und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach, der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Ep. am 14. Sonnt. nach Dreifalt. Gal. 5, 16-24. Lieben Brüder, ich sage euch aber: Wandelt im Geist, fo werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geiſt wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo ungehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. Am 15. Sonntage nach Dreifalt. Evang. Luc. 17, 11-19. Und nd es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die stunden von ferne und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. 78 Ep. am 15. Sonnt. nach Dreifalt. Gal. 6, 1-10. o wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk; und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Am 15. Sonntage nach Dreifalt. 79 Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht; Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evang. Matth. 6, 24-34. Nieman iemand kann zween Herrn dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Klei= dung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen gewor-= fen wird; sollt er das nicht vielmehr euch thun, o ihr Am 16. Sonntage nach Dreifalt. Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit; so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. 80 Ep. am 16. Sonnt. nach Dreifalt. Ephef. 3, 13-21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glanben in euren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 17. Sonntage nach Dreifalt. Evang. Luc. 7, 11-17. Un nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam fie alle eine Furcht an und preisfeten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Ep. am 17. Sonnt. nach Dreifalt. Ephef. 4, 1-6. 81 o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen.g( bist nat 6 Am 18. Sonntage nach Dreifalt. Ev. Luc. 14, 1-11. nd es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihnen und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem seine Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage; und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten oben an zu sizen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müsseft dann mit Scham unten an sißen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und seße dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Holl 82 4914 Ep. am 18. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Cor. 1, 4-9. J'a danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, Am 18. Sonntage nach Dreifalt. 83 an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist. Also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch wird euch festbehalten bis ans Ende; daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evang. Matth. 22, 34-46. Da a aber die Pharisäer höreten, daß er. den Saducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, ver= suchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das an= dere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte Jesus. Und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. 6* 84 Am 19. Sonntage nach Dreifalt. sid musEp. am 19. Sonnt. nach Dreifalt. ito ale idro Ephef. 4, 22-28. mau pida 0 S leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ge= schaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und fündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. ich row and fil oorblad ardin chory Evang. Matth. 9, 1-8. affunden a trat Jesus in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen ge= geben hat! nsgow? 18 Am 20. Sonntage nach Dreifalt. sid Ep. am 20. Sonnt. nach Dreifalt. 10 $ 1682 annt si Ephef. 5, 15-21.ad du sjette o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. T- 010 1909 Evang. Matth. 22, 1-14. le red Und Jeſus antwortete und redete abermal durch Gleichniſſe zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und fandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und Alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: die Hochzeit ist zwar bereit; aber die Gäste warens nichts werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen Am 19. Sonntage nach Dreifalt. Ep. am 19. Sonnt. nach Dreifalt. D drEphef. 4, 22-28. mau tida G o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit ſeinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und fündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. i rod and fil godbla mis zaist Matth. 9, 1-8. skbuf di non: Evang. Dº a trat Jesus in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen ge= geben hat! 84 sid Am 20. Sonntage nach Dreifalt. 85 sid Ep. ant 20. Sonnt. nach Dreifalt. 201 $ 168e manis Ephef. 5, 15-21.d di sint DAİD DC? Caller alle ( o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da ſei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. T- 01( 0 19de tadines anjom 14.00 rad bjimo Evang. Matth. 22, 1-14. Und Jeſus antwortete und redete abermal durch Gleichniſſe zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und fandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und Alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: die Hochzeit ist zwar bereit; aber die Gäste warens nichts werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen 86 Am 21. Sonntage nach Dreifalt. ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böſe und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen; und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an. Er aber ver= stummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähuklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. 1894 mi di Ep. am 21. Sonnt. nach Dreifalt. 3 Ephef. 6, 10-17.actu ulegt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die lästigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreiffet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und Alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet ſeid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glanbens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. todo o ani si un mid tsdog - Am 22. Sonntage nach Dreifalt. 87 INDT in Evang. Joh. 4, 47-54. b [ nd es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohn; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es beffer mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Ep. am 22. Sonnt. nach Dreifalt. blor in Phil. 1, 3-11. 3 danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke, welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch Alle und thue das Gebet mit Freuden, über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem 88 Am 22. Sonntage nach Dreifalt. meinem Gefängniß, darin ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste ſei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi. Erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. JMO Evang. Matth. 18, 23-35. fulf Das as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir; ich will dirs Alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen ſeiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel ſein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dirs Alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich Am 23. Sonntage nach Dreifalt. 89 und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; folltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Ep. am 23. Sonnt. nach Dreifalt. Phil. 3, 17-21. Fol golget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gefinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. masindo Dung Ev. Matth. 22, 15-22. a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Wegin Gottes recht, und du fragest nach Niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht. Da 90 Am 24. Sonntage nach Dreifalt. nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Ep. am 24. Sonnt. nach Dreifalt. Col. 1, 9-14. Der erhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Gr= kenntniß seines Willens, in allerlei geistiger Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. C Evang. Matth. 9, 18-26. a Jesus mit ihnen redete, siehe, da kam der Ober= sten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Am 25. Sonntage nach Dreifalt. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möcht ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet; denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. 91 Ep. am 25. Sonnt. nach Dreifalt. 1. Theff. 4, 13-18. 111300 7015 ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vor= kommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit demselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Wor= ten unter einander. 1083 spol dan nisonom Am 26. Sonntage nach Dreifalt. D guaptul& Evang. Matth. 24, 15-28. ad duft er Herr Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, das er stehet an der heiligen Stätte,( wer das lieset, der merke drauf) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann ein groß Trübsal ſein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis hieher und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blizz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da ſammeln sich die Adler. tad timm 92 731 Ep. am 26. Sonntage nach Dreifalt. than 2. Petr. 3, 3-14. spidajad ilm Und wiffet, das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Am 26. Sonntage nach Dreifalt. 93 Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jeßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahr und tausend Jahr wie ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen, als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hiße schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich in Frieden erfunden werdet. him ide Evang. Matth. 25, 31-46. OTHE mid the enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und W 94 Am 26. Sonntage nach Dreifalt. werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich geſpeiſet. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen geſehen und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, Am 27. Sonntage nach Dreifalt. oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter dieſen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. eu Ep. am 27. Sonnt. nach Dreifalt. dan juo alle 2. Cor. 5, 1-10. 1909) 95 Wir ir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entfleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demſelbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem Herrn. Denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim, oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richtstuhl Chriſti, auf daß ein Jeglicher empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böſe. Evang. Matth. 25, 1-13. D ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, 96 Am 27. Sonntage nach Dreifalt. dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren flug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen. Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Dele; denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thu uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. HIS and soundsp en mopils C scis? miss 7090 1580 and last do wisd alla mattin 186 sun and jum daß ending isd 00000 Minstemmig and drigt with વણલક્ષી જો કોઈ ફા ① Am St. Pauli Bekehrungs- Tage. 97 mag Episteln und Evangelien auf die vornehmsten Apostel- und MarienTage. Ep, am St. Pauli Bekehrungs- Tage. Apostelgesch. 9, 1-22. Saulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden die Herrn und ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Wegs fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerufalem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löcken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willſt du, das ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme und sahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten ihn gen Damaskus. Und war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Under 7 98 Am St. Pauli Bekehrungs- Tage. sprach: Hie bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die Gaffe, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jeruſalem; und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest,) daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und ward wieder sehend, und stund auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn ſei. Sie entfaßten sich aber alle, die es höreten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörete alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bewährete es, daß dieser ist der Christ. Am Tage der Reinigung Mariä. Evang. Matth. 19, 27-30. a antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Aecker, um meines Namens willen, der wirds hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Lezzten, und die Leßten werden die Ersten ſein. Ep. am Tage der Reinigung Mariä. Malach. 3, 1-4. 99 iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sizen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Evang. Luk. 2, 22-32. Und nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesu gen 7* 100 Am Tage der Verkündigung Mariä. Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn; ( wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen.) Und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Geseß des Herrn, ein Paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und stehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottes= fürchtig und wartete auf den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gefeß; da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Ep. am Tage der Verkündigung Maria. Jef. 7, 10-16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und ſprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich wills nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter Am Tage der Verkündigung Mariä. 101 und Honig wird er effen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Evang. Luk. 1, 26-38. 11b nd im sechsten Mond ward der Engel Gabriel ge= fandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige; der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie ihn aber fahe, erschraf sie über seiner Nede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deß Namen follst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist fein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. und der Engel schied von ihr. 102 Ep. am Tage Johannis des Täufers. Ep. am Tage Johannis des Täufers. Jef. 40, 1-5. Tröſtet, tröſtet mein Volk, ſpricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden: Denn die Herrlichkeit des Herrn foll offenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evang. Luk. 1, 57-80. 11t nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete und obete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, Am Tage Petrus und Paulus. 103 nahmens zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weisfagete und sprach: Gelobet ſei der Herr, der Gott Israel; denn er hat besucht und erlöset sein Volf. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: Daß er uns errettete von unſern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohn Furcht unser Lebenlang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sißen im Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervor treten vor das Volk Israel. Ep. am Tage Petrus und Paulus. Apostelgesch. 12, 1-11. 11m m dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er töd= tete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert, und da er sahe, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, 104 Am Tage Petrus und Paulus. und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der füßen Brote. Da er ihn mun griff, legte er ihn ins Gefängniß und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Betrus ward zwar im Gefängniß behalten, aber die Gemeine betete ohn Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängniſses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach; und schlug Petrum an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thu deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesichte. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf, und traten hinaus und gingen hin eine Gasse lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdischen Volks. Evang. Matth. 16, 13-20. D a tam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer, sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seist Johannes der Täufer; die Am Tage der Heimsuchung Mariä. 105 andern, du seiest Elias; etliche, du seiest Jeremias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen fie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß fie Niemand sagen sollten, daß er Jesus der Christ wäre. Ep. am Tage der Heimsuchung Maria. Nöm. 12, 9-16. Die ie Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.. Seid nicht träge, was ihr thun follt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Eine andere Epistel. Jef. 11, 1-5. 11n es wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Isai, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht 106 Am Tage der Heimsuchung Mariä. bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem ſeiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Evang. Luk. 1, 39-56. Mar aria aber stund auf in den Tagen und ging auf das Gebirge endelich zu der Stadt Judä, und kam in das Haus Zacharias und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, Am St. Michaelis- Tage. 107 die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden; darnach kehrete sie wiederum heim. Ep. am St. Michaelis: Tage. Offenb. Joh. 12, 7-12. 11nd nd es erhub sich ein Streit im Himmel; Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegeten nicht; auch ward ihre Stätte nicht mehr funden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unsers Gottes seines Christus worden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben ihr Leben nicht geliebet bis in den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel; und die darinnen wohnen. Evang. Matth. 18, 1-11. u derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr 108 Leidens- Geschichte. nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er erfäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halben. Es muß ja Aergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt. So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert reiß es aus und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, ſelig zu machen, das verloren ist. Die Geschichte vom Leiden und Sterben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi nach den vier Evangelisten. € ³ s war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und Leidens- Geschichte. 109 des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volf. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und da nun Jesus war zu Bethania im Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser um mehr denn drei hundert Groschen verkauft haben, und dasselbe den Armen geben; und murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorgekommen meinen Leichnam zu falben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium geprediget wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der war aus der Zahl der Zwölfen. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth und sprach: Was wollt ihr mir geben, ich will ihn euch verrathen? Da sie das höreten, wurden sie froh; und sie boten 110 Leidens- Geschichte. ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantworte ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brote, an welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin in die Stadt und sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folget ihm nach in das Haus, wo er hinein gehet, und saget dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei kommen, ich will bei dir die Ostern halten; wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen geſagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu eſſen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und theilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme an dem Tage, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete, brachs und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen Leidens- Geschichte. 111 nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächt= niß. Und sie trunken Alle daraus. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist auf denselbigen Abend, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging, stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich, darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein, und ihr seid rein, aber nicht alle; denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte 112 Leidens- Geschichte. sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wiffet ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Herr und Meister, und saget recht daran, denn ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße. gewaschen habe, so sollt ihr euch auch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn ge= fandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihrs thut. Nicht sage ich von euch Allen, ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ichs euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, und fragten ihn, Einer nach dem Andern: Herr, bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer unter den Zwölfen, der mit mir in die Schüffel taucht, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist. Doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird; es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da ant wortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. Leidens- Geschichte. 113 ben Es war aber Giner unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte; denn derselbige lag an der Brust Jesu. Und er sprach zu ihm: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Ischarioth, und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte Niemand über dem Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns nöthig ist aufs Fest, oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus, und es war Nacht. Da aber Judas hinaus gegangen war, erhob sich ein Zank unter ihren, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch sei wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sißet, oder der da dienet? Ist es nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber ſeid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen; und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollet über meinem Tische in meinem Reiche, und sißen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. Da spricht aber Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläkläret, und Gott ist verkläret in ihm; ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und 8 114 Leidens- Geschichte. wird ihn bald verklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus sprach zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, stehe der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. 1 Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche, ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch, es muß auch noch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, stehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Leidens- Geschichte. 115 Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch Alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich doch nicht verleugnen. Def= selbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sepet euch hie, bis daß ich dort hingehe und bete. Und nahm zu sich Petrus, Jokobus und Johannes, die Söhne Zebedät, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier und wachet mit mir. Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder und fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge und sprach: Abba, lieber Vater, es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, 8* 116 Leidens- Geschichte. schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafen, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging aber hin, und betete zum dritten Male dieselbigen Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Tom Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die sielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebete und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug; sehet, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen; sehet, der mich verräth, ist nahe. Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, Judas, der Zwölfen einer, da er nun hatte zu sich genommen die Schaar und die Diener der Hohenpriester und der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging zuvor der Schaar, und kömmt dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwerten und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie Leidens- Geschichte. 117 Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch ge= saget, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so laffet diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet werde, welches er gesaget hatte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Joh. 17. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßest feist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesu aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie zu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. sz Da aber sahen, die um ihn waren, was da wer= den wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, follen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Ho= henpriesters Knecht und hieb ihm sein recht Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Betrus: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und rührete ſein Ohr an und heilete ihn. Zu der Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptlenten des Tempels und den Aeltesten, die 118 Leidens- Geschichte. über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber Alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jünger, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn, er aber ließ die Leinwand fahren und flohe bloß von ihnen. Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum an und banden ihn, führeten ihn aufs Erste zu Hannas, der war Caiphas Schwager, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, das ist zum Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast; Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin und führete Petrus hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast; denn es war kalt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrus bei dem Lichte, da Leidens- Geschichte. 119 er sich wärmte, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warst auch mit dem Jesu von Galiläa. Biſt du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor allen und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselben wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jeſu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, warum schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhofe, krähte der Hahn. Und eine andere Magd sah ihn und hub abermal an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht ſeiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete aber= mal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht, ich kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es eine andere mit, die da stand und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, 120 Leidens- Geschichte. ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, frähte der Hahn zum andern Male. Und der Herr wandte sich und sahe Petrus an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinete bitterlich. Die Hohenpriester aber und die Aeltesten, und der ganze Nath suchten falsches Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen auf und traten herzu zwei falsche Zeugen und gaben falsche Zeugnisse wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er gesagt: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist; und ihre Zeugnisse stimmten nicht überein.ne Und der Hohepriester stand auf unter ihnen und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das dieſe wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nicht. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gotte, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bins. Doch sage ich euch, von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, Leidens- Geschichte. 121 jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn Alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und speiten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich die Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath über Jesum, daß sie ihn zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie Alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben es selbst gehört aus seinem Munde. Und der ganze Haufe stand auf und banden Jesum, führten ihn von Caiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus, und es war noch frühe. Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was geht es uns an, da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon und er= henkte sich selbst und ist mitten entzwei geborsten und sein Gingeweide ausgeschüttet. Hod 9730 tid 122 Leidens- Geschichte. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker, zum Begräbniß der Pilger, und es ist kund worden Allen, die zu Jerusalem wohnten, also daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache: Hackeldama, das ist ein Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlt ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers- Acker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Geseße. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde, das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen an die Hohenpriester und die Aeltesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet den Schoß dem Kaiser zu geben und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin Leidens- Geschichte. 123 ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jeſus antwortete: Du ſagest es, ich bin ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklagt ward, von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nicht. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen; hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erregt, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläam hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen, denn er hatte viel von ihm gehört, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen, und er fragte ihn mancherlei, er antwortete ihm aber nicht. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit ſeinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf 124 Leidens- Geschichte. den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind. di im( hid mia Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldigt, Herodes auch nicht. Denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth ſei, darum will ich ihn züchtigen und los geben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen, der war ein Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er that, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwor= tete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern, welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennt Christum? Denn er wußte wohl, daß ihn die Juden aus Neid überantwor= tet hatten. 12 Chird do Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heut viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Leidens- Geschichte. 125 Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit dieſem und gib uns Barrabas los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum los lassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! und lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. ud istä? Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf ſein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßet seist du, König der Juden, und schlugen ihn ins Angesicht und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihn hin und freuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz ſoll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Leidens- Geschichte. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesu gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich los zu geben. Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von Oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hoch- Pflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern um die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euern König kreuzigen? Die Hohenpriester antwor= teten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da Pilatus aber sahe, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größeres Getümmel ward, gedachte er, dem Volke genug zu thun und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volfe und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut sei über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabas los, der um Aufruhrs und Mordes willen, war in das Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. 15 1813 126 19 Leidens- Geschichte. 127 Da nahmen die Kriegsknechte Jeſum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen der vorüberging von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Aleranders und Ruffus, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was soll am dürren werden. Es wurden auch hingeführt zwei andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig und Myrrhen in Wein zu trinken mit Gallen vermischt, und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und so ist die Schrift erfüllet, die da saget, er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 128 Leidens- Geschichte. nad Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jeſus gekreuzigt ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht, der Juden König, sondern daß er gesagt habe, ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rock war aber ungenäht, von oben an ge= wirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: Sie haben meine Kleider unter sich getheilt und haben über meinen Rock' das Loos gewor= fen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte und das Volk stand und sah zu. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da mun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von der Stund an nahm fie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! Wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in drei Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Leidens- Geschichte. 129 Sohn, so steig herab vom Kreuze. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volke und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftet es ihn. Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Effig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selber und uns. Da antwortete ihm der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfangen, was unsere Thaten werth sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradieſe sein. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Etliche aber, die dabei standen, da sie das hörten, sprachen sie: Der rufet dem Elias. 9 130 Leidens- Geschichte. huo Darnach, als Jesus wußte, daß es schon Alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet! Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und Ysop und steckte ihn auf ein Rohr und hielt es ihm dar zum Munde und tränkte ihn, und sprach mit den Andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. CHILE Aber der Hauptmann, der dabei stand, ihm gegenüber, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die mit ihm aus Galiläa waren nachgefolgt, und sahen das Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria des kleinen Jakobs und Josephs Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viel Leidens- Geschichte. 131 Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem kommen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über( denn selbiger Sabbathtag war groß) baten fie Pilatus, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit ſagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie geſtochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden, der wagte es und ging hinein zu Pilatus, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war und rief dem Hauptmanne und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er es erkundet von dem Hauptmanne, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesus kommen 9* 132 Leidens- Geschichte. war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinander bei Hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn mit leinenen Tüchern, und mit den Specereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war, daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttages willen der Juden, weil der Sabbath anbrach und das Grab nahe war und wälzten einen großen Stein vor die Thüre des Grabes und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joseph, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jesu waren nachge= folgt von Galiläa, beschauten, wohin sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um und bereiteten Specereien und Salben, und den Sabbath über waren sie stille radnd nach dem Geseß. Des andern Tages, der da folgte nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Todten, und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus aber sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. 11137 odmZüllichausches Gebet- Buch, ank bling til dit instine dim that marad mjaltion in welchem Morgen- und Abendsegen auf alle Tage der Woche, ingleichen auf die hohen Fest- Tage, wie auch Standes- und Berufs-, Beicht-, Abendmahls-, Reise- und Kranken- Gebete. Mit Königl. allergnädigstem Privilegium. Frankfurt a/ O. Verlag der Hofbuchdruckerei von Trowitzsch u. Sohn. In Züllichau zu haben bei H. Sporleder. 11 M. Christian Scriver's Erneuerung des Tauf- Bundes. Idha ch erneuere hiermit den Bund meiner heiligen Taufe und sage heute und allezeit ab dem Teufel und allen seinen Werken und allem seinem Wesen, der gottlosen bösen Welt und meinem sündlichen Fleisch und Blut. Ich übergebe mich dir aufs Neue, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, mit Leib und Seele, ich befehle dir meine und der lieben Meinigen zeitliche, geistliche und ewige Wohlfahrt; ich überlasse mich gänzlich deiner Vorsorge, Barmherzigkeit, Liebe und Trene, o Gott, mein Vater! Ich senke mich in dein Verdienst, Blut, Wunden und selige Gemeinschaft, Herr Jesu, mein treuester Erlöser! Ich empfehle mich gänzlich in deine gnädige Regierung, Kraft, Licht und Trost, Gott heiliger Geist, mein liebreicher Tröster. O dreieiniger Gott! Du bist mein, ich bin dein; Du mein Vater, ich dein Kind, Du mein Hirt, ich dein Schäflein, Du mein Herr, ich dein Eigenthum. Ach mein Gott, wie kann ich dir genugsam danken, daß du mich armen sündhaften Menschen so hoch gewürdiget, und mich durch die gnadenvolle Wiedergeburt, das Sacrament der heiligen Taufe, in den seligen Christenstand gesetzet hast. Ach bewahre und erhalte mich in demselbigen bis an mein seliges Ende. Gib, mein Gott, daß ich mich dessen wider Teufel, Welt, Sünde und Tod allezeit tröste, denselben weit höher, als weltliche Ehre und irdische Hoheit, achte, nach demselben ein heiliges gottseliges Leben zu führen, mich herzlich befleißige, und endlich als ein Christ selig sterbe. Das verleihe mir, Gott Vater, um deines geliebten Sohnes, Jesu Christi willen, in Kraft des heiligen Geistes. Dir, Dreieinigem Gott, sei Ehre, Preis und Dank in Ewigkeit. Amen. for in 110 offer fint mult JESUShies you nella fei KR Mein Beistand! Juin4 Um Gnade und Geist, recht zu beten. Entreiße dich, meine Seele, allen irdischen Gedanken, und fasse deine Sinne in wahrer Andacht zusammen, daß du damit vor deinen Jesum, als den rechten Gnadenstuhl, treten und dein Herz in einem gläubigen Gebet vor ihm ausschütten mögest. Prüfe dich aber zuerst, ob du auch diesem deinem Heiland gefallen werdest. Denn so du noch mit einer und der andern Sünde befleckt bist, die du nicht herzlich bereuet haſt, wirst du wahrlich keine Erhörung erlangen, weil der Sünder Gebet Gott dem Herrn ein Greuel ist. Darum siehe wohl zu, ob du nicht etwa einen heimlichen Haß auf deinen Nächsten hast, ob du nicht mit Unzucht beflecket, oder gar deine Hände mit Blut beſudelt find? Ob du mit Unrecht hast etwas an dich gebracht, das dem gestohlenen Gute ähnlicher sei, als dem er= worbenen? Darum gehe zuvor in dich und trenne dich zuvor von solchen deinen Lastern, ehe du dich zu deinem Gott nahest, daß dich nicht deine Sünden von deinem Gott abtrennen. Vergib deinem Nächsten, so er dich oder du ihn beleidigt hast, daß du dich wiederum mit ihm versöhnest. Reinige dein Herz von den fleischlichen Lüsten und Begierden, und wasche deine Hände mit herzlichen Bußthränen. Gib zuvor wieder, was du mit Wucher und Unrecht an dich gebracht, und dann komm und laß uns knien und niederfallen 1* Um Luft und Andacht zum Gebet. fallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat, daß wir heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel. Ach Vater, liebster himmlischer Vater, siehe dein armes dürftiges Kind kommt zu dir und will vor dir beten. Es weiß aber nicht, was es bitten soll und wie sichs gebühret; darum verleihe mir durch deinen heiligen Geist den Geist des Gebets, der meiner Schwachheit aufhelfe und mich bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen. Erhöre mich auch gnädiglich, was ich von dir bitten werde; ist es gleich nicht eben nach meinem Willen, so bin ich schon zufrieden, wenn es geschieht nach deinem Willen. Denn ich weiß, daß du es mit mir nicht böse meinen wirst. Alle meine Bitten gründe ich auf deine theure Verheißung und Zusage, Herr Jesu, da du sprichst: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Nun komme ich zu dir, als meinem treuen Fürsprecher bei dem Vater, und trage dir in aller Demuth dieses mein einfältiges Gebet gläubig auf, will nicht zweifeln, es werde durch deine Fürbitte in dem Rath der heiligen Dreifaltigkeit auf- und angenommen werden. Amen. 4 Um Luft und Andacht zum Gebet. Barmherziger, gnädiger Gott, lieber Vater im Himmel, du hast mir zu beten befohlen, dein lieber Sohn hat michs gelehrt und auf die Erhörung vertröstet. Der heilige Geist erinnerts mich oft in meinem Herzen; ich weiß auch, daß alle guten Gaben von oben herab kommen, und daß kein gedeihliches Gut ohne Gebet erlanget werde, auch daß es deine Ehre betreffe und meine Nothdurft erfordere. Ja, ich weiß, welch ein freundlich Gespräch das liebe Gebet mit dir sei, darauf Um Gottes Beistand und Segen. du auch lieblich antwortest mit süßem Trost und heiligen Gedanken. Dennoch bin ich sehr lässig und träge zum Gebet, verlasse mich mehr auf meinen Fleiß und Weisheit, denn auf deine Hülfe und Gnade. Ach vergib mir diese Sünde! Wende von mir die dadurch verdiente Strafe und Ungnade. Entzünde mein Herz mit brünstiger Andacht und mit dem Lichte deiner Gnade. Ach Herr, aller Herzen Kündiger, du weißt, wie unbeständig menschliche Herzen sind, viel beweglicher denn Wasser, das vom Winde beweget wird. Ach befestige meine Andacht, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und her beweget werde. Ach nimm weg aus Gnaden Alles, was meine Andacht verhindert, es sei die Welt, oder meines Fleisches Wille, als Unglaube, Hoffahrt, Zorn, Rachgier, Unversöhnlichkeit, Unbußfertigfeit. Laß durch deinen heiligen Geist den Tempel meines Herzens mit göttlicher Andacht erfüllet, und mein herzliches Gebet gnädig erhöret werden in Jesu Christi Namen. Amen. Um Gottes Beistand und Segen zum Gebet. Mein Herr und mein Gott, du Licht meines Herzens, und mir armen dürftigen Kreatur, die ich ohne dich nichts verstehen kann, daß ich mich von ganzem Herzen zu dir wende, zu verstehen und zu fühlen, wie süß du seiest in Allem, was du um mich verdienet, gethan und gelitten hast. Amen. Ein anderes. err, du erhörest Gebet, darum Herz kommt alle Welt zu dir. Ach liebster Gott, himmlischer Vater, ich bin ein unwürdiger armer Sünder, nicht werth, daß ich meine Augen oder Hände zu dir aufhebe und bete; aber weil du uns allen geboten hast zu beten, 6 Allgemeiner Morgensegen. und dabei auch Erhörung versprochen und noch über das uns beide Wort und Weise gelehret durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, so komme ich auf dein Gebot, dir gehorsam zu sein, und verlasse mich auf deine gnädige Verheißung, und im Namen meines Herrn Jesu bete ich jetzt mit allen gläubigen Christen auf Erden, wie er mich gelehret hat: Vater Unser ic. Allgemeiner Morgensegen. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichts und Trostes, deß Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in dieser Nacht gnädiglich bewahret hast, mir einen sanften Schlaf und Ruhe verliehen. Laß mich nun auch in deiner Gnade und Liebe, Schutz und Schirm wieder aufstehen und das liebe Tageslicht nüßlich und fröhlich gebrauchen. Vor allen Dingen erleuchte mich mit dem ewigen Licht, welches ist mein Herr Jesus Christus, daß er in mir leuchten möge mit ſeiner Gnade und mit seiner Erkenntniß. Bewahre in meinem Herzen das Lichtlein meines Glaubens, mehre dasselbe und stärke es, erwecke deine Liebe, befestige die Hoffnung, gib mir wahre Demuth und Sanftmuth, daß ich wandle in den Fußtapfen meines Herrn Jesu Christi, und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treibe von mir aus alle geistliche Finsterniß und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffahrt, vor Lästerung deines Namens, vor Verachtung deines Worts, vor Ungehorsam, vor dem leidigen Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehen. Behüte mich vor Feindschaft, vor Haß und Neid, vor Allgemeiner Morgenſegen. 7 Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädlichen Geiz, und vor aller bösen Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Laß mir begegnen das Heer deiner heiligen Engel, wie dem Jacob, thue denselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße, daß ich stark werde, allen Unfällen, Gefahren und Versuchungen freudig zu widerstehen. Ich befehle dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinn und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zum Nußen meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Barmherzigkeit und zum Werkzeuge deiner Gnade. Segne all mein Thun, laß meinen Beruf glücklich fortgehen, und wehre allen denen, die ihn hindern. Behüte mich vor Verleumdungen und vor den Mordpfeilen des Lügners. Ich befehle dir meinen Leib und Seele, meine Ehre und Gut. Laß mich deine Gnade und Güte allezeit begleiten, halte deine Hand über mir, ich gehe oder stehe, size oder wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Bestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Segne meine Nahrung, gib mir, was dein Wille ist, zu meiner Nothdurft, laß mich auch deine Gaben nicht mißbrauchen. Behüte uns vor Krieg, vor Hunger und Pestilenz, und vor einem bösen schnellen Tod. Behüte meine Seele, meinen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit, beschere mir ein seliges Ende, und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Allgemeiner Abendsegen. Herrlichkeit des Herrn Jesu Christi mit Verlangen und Freuden warten. Gott der Vater segne und behüte mich! Gott der Sohn erleuchte sein Antlig über mir, und sei mir gnädig! Gott der heilige Geist erhebe sein Antliß über mir und gebe mir seinen Frieden. Amen. 8 Allgemeiner Abendfegen. B armherziger, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsterniß unterschieden, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß sich Menschen und Vieh erquicken. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich den vergangenen Tag haft vollenden lassen durch deine göttliche Gnade und Schuß, und desselben Last und Plage überwinden und zurück legen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe, du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und an den ewigen Tag kommen, wo alle Plage und Beschwerung aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, die du an mir täglich thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, das mir diesen Tag hätte begegnen können, und daß du mich unter deinem Schirm und Schatten bedecket und behütet haft vor allem Unglück und vor schweren Sünden, und bitte herzlich und findlich, vergib mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumet; ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig, laß heute alle meine Sünde mit mir absterben, und Gebet zu Anfang jeder Woche. gib mir, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe, daß mein Schlaf nicht ein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf, daß meine Seele und mein Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handele; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich aufwache, daß dein Name und Gedächtniß immer in meinem Herzen bleibe, ich schlafe oder wache. Gib mir, daß ich ohne Grauen und Schreck süß schlafe. Behüte mich vor schrecklichen Träumen, vor dem Einbruch der Feinde, vor Feuer und Wasser; siehe, der mich behütet, schläft nicht, siehe, der Hüter Israel's schläft noch schlummert nicht. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand, daß mich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich her lagern. Laß mich morgen, wenn's dein Wille ist, wieder gesund erwachen. Ist aber mein Stündlein vorhanden, so verleihe mir einen sanften Schlaf und eine ſelige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. 09 Gebet zu Anfang jeder Woche. armherziger ewiger Gott, himmlischer getreuer lieber Vater, der du Feiertage und Werktage, Monate und Wochen, ja alle Zeiten und Stunden erschaf= fen hast, und alles dein Werk und Ordnung ist: deine Gutthat ists, daß wir auch auf diesmal aus deiner Gnade abermals eine neue Woche anfangen. So bitte ich von Herzen, du wollest mit dieser neuen Woche mir auch ſammt den Meinen alles Gutes verleihen, als wahre Besserung, Zucht, Friede, Liebe, Einigkeit, Geduld und alles, was Kind und Gesinde, Weib und Mann, Arbeit und Nahrung, Handel und Wandel, Meisterschaft und Gebet zum Ausgang jeder Woche. Gehorsam, Groß und Kleines betrifft, zu deinem Lob und unserm Heil fördern, und alle andere Dinge in einen feinen christlichen Gang richten und ordnen. Lehre uns, o Herr, alle Ursachen eines unchristlichen Haushaltens von Herzen fliehen und meiden; laß nicht der Sünde und dem Šatan das Regiment in Händen, sondern bleib du unser Haushalter und Regent. Und wie du alle Himmel mit ihrem ordentlichen herrlichen Lauf in deinen Händen hast und regierest, also wollest du auch den Lauf unsers ganzen Lebens mit deinem heiligen Geist regieren, und durch denselben vor allen Sünden treulich warnen, und vor allem Bösen väterlich schüßen und beschirmen, der du mit deinem eingebornen Sohn und heiligen Geist lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 10 offie Gebet zum Ausgang jeder Woche. Imag ch danke dir, mein himmlischer Vater, daß ich noch deine Güte, und mit den Gottlosen in meinen Sünden nicht bin dahin gerissen. Ach mein Herr und mein Gott, der du Zeit und Tage ordnest und änderst, verändere auch mein Herz und Sinn durch deinen heiligen Geist, daß ich diese Woche und Tage eine rechte Wechselwoche sein lasse, mich von der vorigen Unbußfertigkeit, Weltliebe und Lust zu dir wende, im Glauben und Liebe dir allein anzuhangen, auf daß, so die Woche die legte ſein würde, ich dies verwesliche sündliche Leben ablege, und das unverwesliche heilige Leben in Christo Jesu anlegen möge. Amen. Morgensegen am Sonntage. Herr Gott Vater, Sohn, Jesu Christe, und du, o Herr Gott heiliger Geist, du einige und hochgelobte Dreifaltigkeit, dir ſei von Herzen Lob und Dank gesagt, Morgensegen am Sonntage. 11 daß du mich nun abermal diesen heutigen Sonntag haft frisch und gesund erleben lassen. O wie bin ich doch dir so vielen und großen Dank schuldig für deine herzliche Liebe und Treue, die du mir diese Nacht über erwiesen haft! Ich bitte dich von Herzensgrund, laß doch auch, frommer Gott, diesen Tag über dein gnädiges Vaterange stets über mir offen sein; halte mich bei meiner rechten Hand, leite mich nach deinem Rath und nimm mich endlich mit Ehren an. Denn dir, o Herr, befehle ich meinen Leib und Seele mit allem meinem Vermögen, was ich bin und bei mir habe. Laß mich doch diesen Tag nach deinen Geboten einhergehen, und deinen verordneten Sabbath und Ruhetag mit gebührender Andacht und heiligen Werken feierlich begehen. Gib, daß ich nicht etwa mit Essen und Trinken mein Herz beschwere oder andere leppigkeit treibe, die deinen heiligen Augen zuwider; laß mich einen andächtigen Hörer und willigen Thäter deines Wortes sein; sonderlich laß mich als ein Kind des Lichts alle sündliche Finsterniß fliehen und meiden, damit ich auch einstens zum ewigen Licht gelangen möge, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen ist zu deiner Rechten immer und ewiglich. Da= hin verhilf mir, Herr, wenn dirs gefällt, und meine Zeit und Stunde kommen wird, fröhlich und selig. Amen. Reim- Gebetlein. Die Sonne dieser Erden steigt wiederum herfür. Es will nun lichte werden auf diesem Weltrevier. Ach fehr, o Seelenfonne, mein Jesu, bei mir ein, Wirf deines Glanzes Wonne in meines Herzens Schrein. Treib aus die finstern Schatten der sündlichen Begier, Die meinen Geist abmatten, und scheine stets in mir. Abendsegen am Sonntage. un ist die Sonne abermal von unserm Erdkreis verschwunden und der heutige Sonntag zum Ende Abendsegen am Sonntage. gekommen, dafür ich dir denn, o treuer barmherziger Vater, nicht genugsam danken kann, daß du mich vor allem Schaden und Unfall an Leib und Seele so gnädiglich behütet und durch dein heiliges Wort unterrichtet hast. Ach vergib mir doch aber nach deiner großen Güte, was ich dir heut diesen Tag mit meinen Sünden zuwider gethan, indem ich dich oft wider mich zum Zorne gereizet, der ich wohl werth wäre gewesen, daß du mich als ein ungerathenes und boshaftes Kind von deinen Augen verstoßen und mit der allerschwersten Strafe belegt hättest. Aber du haft dennoch meiner in Gnaden verschonet, und anstatt der Strafe mir lauter Güte und Treue widerfahren lassen. Ach so erweise doch auch heute dein so gütiges Vaterherz gegen mich, daß ich diese Nacht ohne alle Sorge und Kümmerniß auf meinem Lager ruhen und schlafen möge! Sei doch eine feurige Mauer um mich und alle das Meinige her, damit ich sicher liege. Behüte mich vor Schrecken, und gib, daß ich am morgenden Tage zu deiner Ehre wiederum munter und fröhlich erwache, gesund aus meinem Bette aufstehe und an meine verordnete Arbeit gehe, so will ich dir denn zur Dankbarkeit mit meinen Lippen ein Freudenopfer bringen und deinen Namen loben, rühmen und preiſen. Amen. 12 Reim- Gebetlein. Wo ich gehe, size, stehe, denk ich Sesu, stets an dich; Ach wie ist mir doch so wehe, wie so ängstlich gräm ich mich, Wenn du dich nicht läsfest finden. Jesu, meiner Seelen Lust, Laß mich deinen Trost empfinden, so muß aller Sündenwust Bald aus meinem Herzen weichen, Freude, Jauchzen kehren ein: Nichts ist dieser Lust zu gleichen, wenn ich nur kann bei dir sein. Morgensegen am Montage. N un hab ich billig abermal meinem treuen Gott und Vater von Herzen Lob und Dank zu sagen, Morgensegen am Montage. 13 weil ich durch seine Güte diesen Morgen wiederum gesund und frisch erlebt habe. O du liebster Herr und Heiland, wie so gütig handelst du doch mit mir? Denn ich hätte gar leicht diese Nacht über in ein Unglück gerathen können, wenn du nicht deine so liebreiche Vaterhände über mir gehalten hättest. Nun will ich an meine Arbeit gehen, dazu du mich in meinem Beruf und Stande geseßet hast. Ach bleibe doch auch mit deiner liebreichen Güte bei mir und um mich; gib mir Kraft und Stärke, Leben und Gesundheit, dasjenige zu vollbringen, was ich mir habe vorgenommen. Segne auch das Werk meiner Hände und meine ganze Nahrung, daß ich mich kann ehrlich erhalten und ernähren. Behüte mich vor Betrug, List und Falschheit, laß kein Unrecht in meine Hände kommen, noch eine Lüge auf meiner Zunge sein. Gib, daß ich in Allem der Gerechtigkeit nachstrebe und in ehrbarer Zucht und Frömmigkeit mein Leben also zubringe, wie es deinen heiligen Augen gefällig ist, und du in deinem Worte befohlen haft., Leite und führe du mich selbst durch deinen heiligen Geist, daß ich auf keinerlei Weise mich von dir abwende. Kommt Kreuz und Unglück herein, so gib mir einen tapfern Heldenmuth, solches geduldig von dir aufzunehmen und zu ertragen, damit ich dir nach dieser vollbrachten Tageszeit auch Abends für deine Güte danken kann; denn du bist der einzige Herr und Gott, von welchem alle Hülfe kommt, die auf Erden geschieht. Darum wir dich denn früh und spät nicht genugsam loben, rühmen und preisen können. Amen. Reim- Gebetlein. O große Güt' und Treu, die alle Morgen neu, Ich kann nicht sattsam preisen, was du doch für und für, G Ogroßer Gott, an mir für Wohlthat thust erweisen. Schlaf ich in meiner Ruh, ach Herr, so wachst doch dul 14 Abendsegen am Montage. Und so ich denn erwache, so bist du doch um mich, Damit kein Unfall sich an meine Seele mache. Ach, was für Lob und Dank soll ich dir lebenslang Doch für die Treue bringen! Mein Mund wird fort und fort Dich, o mein Lebenshort, mit hohem Ruhm besingen. Abendsegen am Montage. Miar N¹ Jun will ich mich abermal, o du mein liebster Gott und Vater, nachdem ich diesen Tag durch deine Gnade gesund zu Ende gebracht, zu meiner Ruhe begeben und schlafen legen, bitte aber zuvor in tiefster Demuth meines Herzens, daß du mir gnädiglich vergeben wollest, was ich diesen Tag über wider dich mißhandelt und begangen habe. Denn ich weiß, daß du durch meine Sünden oftmals bist wider mich zum Zorn gereizet worden, weil ich mich leider nicht so verhalten, wie es hätte billig sein ſollen. Jeßt bricht nun die Nacht herein, darin ich nicht weiß, was mir im Schlaf sowohl an meiner Seele, als an meinem Leibe begegnen möchte. Darum bitte ich dich, weiche doch nicht von mir ab, sondern bleib bei mir mit deiner Güte und Treue, mit deiner Liebe und Barmherzigkeit und breite deine Gnadenflügel über mich. Denn mein Leib und Seele, Hab und Gut, Bekannte, Freunde und Verwandte, sind dir hiermit zu deinem Schutz anbefohlen, auf daß ich das morgende Tageslicht kann fröhlich wiederum erblicken. So will ich dir danken, o Herr Gott Vater, der du mich erschaffen, Herr Gott Sohn, der du mich erlöset, Herr Gott heiliger Geist, der du mich zu deinem Tempel geheiliget und geweihet hast. O heilige, hochgebenedeite Dreifaltigkeit, geliebet und gelobet ißt und in alle Ewigkeit! Amen. Reim- Gebetlein. Die Sonn' ist nun vergangen und die finstre Nacht bricht ein; Komm doch, o mein Verlangen, Jesu, du Gnadenschein Und erleuchte mein Gemüthe, daß mich Finsterniß nicht schreckt, Morgensegen am Dinstage. Laß mich unter deiner Güte, als ein Rüchlein sein bedeckt. Schüße mich vor Satans Grauen, daß ich nach der finstern. Nacht Wiederum dein Licht kann schauen, wenn vom Schlaf ich bin erwacht. odpartam 2911191 dimilt dua nhi shups diu 101 Morgensegen am Dinstage. 15 ach auf, o Herz, wach auf, weil nun die Sonne aus ihrem Schlafgemach gleichsam aufgewacht und uns abermal einen neuen Tag gebracht, dafür du schuldig bist, deinem Schöpfer zu danken. Denn er hat dich diese Nacht über so väterlich vor allem Schaden und Gefahr behütet und seine Hand über dir gehalten, daß keine Plage sich zu deiner Hütte hat nahen können. Ach gütigster Gott und Heiland, wie so theuer ist doch deine Güte, daß Menschenfinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen können! Ich weiß nicht, wie ich dich dafür genug loben, rühmen und preisen ſoll. Deswegen gebe ich mich dir ganz und gar zu eigen hin, daß du diesen Tag über mit mir schalten und walten magst, wie es deinem Willen gefällig ist. Denn ich weiß, daß du in Allem doch mein Bestes suchest und mir nichts verderben wirst. Laß mich nur stets an dir hangen, stets auf dich schauen und auf keinerlei Weise von dir abweichen. Locket mich gleich die Welt, reizet mich schon Fleisch und Blut, oder will mich sonst der böse Feind durch seine List und Betrug von dir abziehen, so gib mir, daß ich fest und beständig an dir bleibe, und weder in guten noch in bösen Tagen von dir mich trennen lasse. So will ich dir denn dafür, wenn ich nun einst aus dieſem Jammer- und Thränenthal, wo nichts als lauter Mühe und Arbeit, Angst, Noth und Elend ist, in dein so herrliches Freudenreich gelangen werde, ein ewig währendes Danklied singen. Amen. Abendfegen am Dinstage. Reim- Gebetlein. Komm, o schönste Seelen- Zier! Mein Herze sehnet sich nach dir. Komm, o Jesu, meine Freude, meines Herzens füßte Weide! Komm mit deiner Gnadenglut und erfülle Sinn und Muth. Wohne stets in meinem Herzen, komm, ich warte dein mit Schmerzen! Nichts ist sonst, das mir gefällt hier in dieser Lasterwelt, Als nur du, du höchste Güte! Labe doch mein frank Gemüthe, Das so sehnlich nach dir dürst't, o du holder Lebensfürst.( br Du sollst stets mein eigen bleiben, nichts soll dich mehr von mir treiben. Durch den Glauben halt ich dich sogar hart und festiglich, Daß ich eh den Tod will leiden, als mich von dir lassen scheiden. Wohne du doch hier in mir, so will ich dann dort in dir Höchst vergnüget ewig leben und in steten Freuden schweben. 011 16 Abendsegen am Dinstage. un hast du mir, o lieber frommer Gott, abermal meine Bitte gewähret, und mich diesen Tag über vor allem Schaden und Gefahr so gnädiglich behütet, daß ich diese Stunde gesund und frisch vor dir stehen und dir mit Mund und Herzen fröhlich danken kann. O wie so treu und väterlich hast du mich doch geleitet und geführet! Ach Herr, du erbarmest dich über Alles; denn du hast Gewalt über Alles, und übersiehest der Menschen Sünde, daß sie sich bessern sollen. Deiner Barmherzigkeit allein habe ich es zuzuschreiben, daß ich in meinen Sünden nicht plößlich bin dahin gefahren, wie du mich wohl billig hättest strafen können. Drum preise und rühme ich dich, so viel ich nur vermag, und will loben deinen Namen, weil ein Odem in mir ist. Weil ich mich nun, o du mein liebster Herr und Gott, nach vollbrachtem Tage zu meiner Ruhe begeben und meine Augenlider schließen will, daß ich von meiner Tagesmüdigkeit möge ausrasten und schlafen, so bitte ich dich, bleibe auch diese Nacht bei mir, gleich wie du den vergangenen Tag, ja die ganze Zeit meines Lebens gethan haft. Halte, o Herr Zebaoth, deine Hand väterlich über mir! Morgensegen am Mittwoch. Dieses deines Schußes und Beistandes tröste ich mich denn gar sicherlich. Herr du wirst mich nicht verlassen, um deiner theuren Verheißung und Zusage willen. Amen. Reim- Gebetlein. Es bricht die finstre Nacht herein, die Sonne hat nun ihren Schein Uns allbereit entzogen und ist davon geflogen; Drum leg ich mich nun zu der Ruh und thu die Augenlider zu, Damit sich stärken wieder die ganz ermatt'ten Glieder. Ach wer ist doch, der diese Nacht nun meinen müden Leib bewacht? O großer Hüter Israel, dir übergeb ich Leib und Seel,( Und was ich sonsten habe durch deine milde Gabe. Du wachest immer spät und früh, dein helles Auge schläfet nie. Drum wirst du mich behüten vor Satans Grimm und Wüthen, Damit, wenn nun das Morgenlicht nach der verfloßuen Nacht anbricht, Ich unverletzt aufstehe und an mein' Arbeit gehe. So will ich denn aus Herzensgrand mit heller Stimm und frohem Mund Dir schuldig Lob erweisen und deinen Namen preisen. i onist? Morgensegen am Mittwoch. en dem Namen meines Herrn Jesu Christi, der mich J", von Sünde, Tod, Teufel und Hölle erlöset hat, stehe ich jetzt von meinem Lager auf, und danke eben diesem meinem so gütigen Heiland und Erlöser, daß er mich dieſe Nacht über so liebreich hat behütet. O treuer Immanuel, wie hast du doch uns Menschen so lieb, und ist deine höchste Lust, daß du sollst um und bei uns sein! Darum tröste ich mich auch heute diesen Tag deines treuen Beistandes in allem meinem Thun und Vornehmen. Denn ich weiß, daß du mich niemals verlassen wirst, wenn ich nur dich nicht muthwillig ver= lasse und mit meinen Sünden deinen Bund übertrete. Aber da behüte du mich durch deinen heiligen Geist, daß ich in keine Sünde willige, sondern meinem bösen reizenden Fleisch und Blut kräftiglich widerstehe und dasselbe kreuzige. Gib, daß ich meine Arbeit und was mir in meinem Stande obliegt, ohne Säumniß und 2 Abendsegen am Mittwoch. Trägheit munter und hurtig verrichte, darin du mir kräftig wollest beistehen, weil du mich nach deinem Rath und Willen in diesen Stand geseßet hast, in welchem ich auch bleiben will, so lange als es dir gefällig, und meines Berufs warten, so treulich als mir möglich ist. Verleihe mir doch aber auch dazu gesunde Leibeskräfte, und behüte mich vor Krankheit und andern bösen Zufällen, die mir etwa diesen Tag begegnen können, damit ich mich Abends auch wiederum gesund zu meiner Ruhe lege, gleichwie ich jetzt davon bin aufgestanden. Das bitt ich dich, Herr Jesu Christ, um deines theuren Verdienstes willen. Amen. 18 Reim- Gebetlein. Nirgends hab ich Ruh gefunden, als allein in Jesu Wunden. Jesus ist das höchste Gut, das erfreuet Sinn und Muth. Jesus ist mein bestes Theil, Jesus ist mein Trost und Heil. Welt, hinweg mit deinen Gaben, wenn ich diesen Schatz kann haben. Jesus überwieget weit alle Pracht und Herrlichkeit; Silber, Gold und Perlenschein muß nur Staub und Asche sein. Was ein Weltkind kann ergötzen, ist wie nichts für ihn zu schätzen. Der ist selig dort und hier, wer dich hat, o schönste Zier. Drum sollst du forthin allein, Jesu, stets mein eigen sein. Abendsegen am Mittwoch. N un ist die Arbeit dieses Tages abermal zu Ende ge= kommen, und sage ich dir, o mein liebreicher Gott und Herr, von Herzen Lob und Dank dafür, daß du mir Armen so treulich beigestanden, und mich auch sonst diesen ganzen Tag über vor allem Uebel und Unfall an Seel und Leib behüteft hast. Ich bitte dich aber daneben von Grunde meines Herzens, daß du nicht gedenten wollest aller derjenigen Sünden und Missethaten, die ich heute diesen Tag in Gedanken, Worten und Werken, wissentlich und unwissentlich wider dich begangen habe. Laß sie, o trener barmherziger Vater, durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi ausgetilget und Morgensegen am Donnerstage. 19 vergessen sein, und rechne doch solche meiner Seele nicht zu, weil dieser dein eingeborner Sohn sie am Stamme des Kreuzes für mich bezahlet und gebüßet hat. Laß mich aber auch diese Nacht deines treuen Schußes und Beistandes kräftiglich genießen, wenn ich mich zur Ruhé legen und meine müden Augenlider schlummern laſsen will. Drum befehl ich dir hiermit meinen Leib und Seele, mein Hab und Gut, meine Bekannten und Verwandten; ach schließ uns alle doch unter deine Gnadenflügel treulich ein, daß wir auf unserm Lager die ganze Nacht über können sanft und sicher schlafen und ausruhen, auch morgendes Tages insgesammt zu deiner Ehre wieder erwachen. So wollen wir dir danken, o gütigster Herr und Gott, und deinen Namen rühmen, daß du so wohl an uns gethan haſt. Reim- Gebetlein. Mich fränken meine Sünden, die sich in mir befinden, daldo Und machen mir im Herzen viel Kummer, Angst und Schmerzen. O Herr, vergib aus Gnaden, und heile diesen Schaden Durch Christi Blutvergießen. Ach laß mich doch genießen, Was er uns hat erworben, indem er ist gestorben. Sieh an die tiefen Wunden, die er für mich empfunden, Und schone meiner Seelen, laß mich nicht länger quälen: So will ich deinen Namen hier und dort preiſen. Amen. Morgensegen am Donnerstage. allerliebster Herr Jeſu Christ, siehe, jetzt kommt meine Seele zu dir, und will für deinen so gnädigen Nachtschuß dir schuldiges Lob und Dank sagen, daß du mich in der vergangenen Finsterniß so gar sanft und sicher ohne allen Schaden und Gefahr haft ruhen und schlafen laffen. Du, treuer Gott und Heiland, bist ja der rechte Menschenhüter, der sich meiner viel treulicher annimmt, als eine Mutter ihres Kindes. Denn du bewachest mich mit deinen Augen, du hältst mich in 2* Morgensegen am Donnerstage. deinen Armen, ja du schließest mich gar in dein liebreiches Herz hinein. Ach trage mich doch auch heute diesen Tag, leite und führe mich auf allen meinen Wegen, und behüte mich vor allem Schaden und Unfall. Geselle mir zu das liebreiche Heer deiner heiligen Engel, damit ich vor dem bösen Feinde und seinen Werkzeugen, den gottlosen Weltkindern, möge sicher und unbeschädigt bleiben. Laß dir auch das Werk meiner Hände und was ich thue und vornehme, treulichst befohlen sein. Gib mir Gesundheit, Leben und Segen diesen Tag und allezeit, so lange es dir gefallen möge. Laß mich auch meinen christlichen Wandel, so lange ich hier bin, allezeit in Furcht führen, und mich wohl vorsehen, daß ich in feine Sünde willige noch thue wider deine Gebote. Kommt denn der liebe Abend herbei, so laß mich denn auch wieder von aller meiner Arbeit los und ledig, gesund und fröhlich zur Ruhe begeben; so will ich dich für alle diese und alle anderen unzählichen Wohlthaten allezeit von Herzen loben, rühmen und preisen. Amen. 3HO 20 Reim- Gebetlein. Ich weiß, daß du, Herr Jesu Christ, mein Heiland und Erlöser biſt, Und wirst mich auch verlassen nicht, drum sezz ich meine Zuversicht Auf dich und dein so theures Wort, du meiner Seele Fels und Hort. Zu dir flieh ich in meiner Noth, weil du für mich den bittern Tod Geschmecket hast. Laß solche Bein an mir ja nicht verloren sein. Sei du mein Schutz zu jeder Zeit, mein Lobgesang in Traurigkeit, Mein Reichthum, wenn mich Armuth nagt, Mein Labsal, wenn das Kreuz mich plagt, Mein Licht, wenn ich im Finstern bin, mein Leiter, der mir meinen Sinn Bom Irdischen zum Himmel führ', und öffne mir die Lebensthür, Wenn es muß hier geschieden sein, daß ich geh in den Himmel ein. Abendsegen am Donnerstage. Dieser Tag ist nun auch durch die Hülfe und den Beistand meines lieben Gottes verflossen und zum Ende gekommen. Darum ich dir, o mein gütigster Herr, mit Abendsegen am Donnerstage. 21 Herz und Mund zu danken schuldig bin, daß du mich sammt allen den lieben Meinen diesen Tag über vor allem Schaden und Unfall so gnädig und väterlich behütet und bewahret hast. Denn in was für mancherlei Gefahr hätte ich doch leicht gerathen und wie viel unzählig Unglück hätte mich doch treffen können? Aber siehe, das alles hast du mit deiner treuen Vaterhand so gnädiglich von mir abgewendet. Ich erinnere mich aber leider, daß ich an diesem Tag nicht allezeit gelebet habe, wie es billig hätte ſein sollen. Denn ich habe viel Böses begangen, das deine heilige Augen beleidiget und erzürnet hat, hingegen ist das Gute von mir unterlassen worden. Dafür ich dich denn in wahrer Ren und Leid meines Herzens um gnädige Vergebung demüthig anflehe, und bitte, daß du doch nicht deswegen über mich Zorn halten und mir nach meinen Sünden lohnen wolltest; denn ich wohl verdienet hätte, daß du mich von deinen Augen verstoßen möchtest. Ach Herr, gedenke, daß ich ein schwacher Mensch bin, der durch die Sünde dermaßen verderbet ist, daß ich gar leicht straucheln und fallen kann. Ach so rechne es doch meiner armen Seele nicht zu, sondern laß alles mit dieſem vergangenen Tage dahin gehen und stehe mir auch diese zukünftige Nacht bei, daß ich nicht etwa in Noth und Gefahr gerathe. Treibe weg von mir alle Schrecken, behüte mich vor schweren und sündlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und Sorgen. Wende ab Feuersgefahr, Donner,- Bliß und Sturmwinde, daß ich ohne alle Furcht und Kümmerniß unverletzt der Ruhe genießen möge, die du dem müden Leibe verordnet hast. So will ich denn, nach wieder bescheertem Tageslicht, dir dafür von Herzen freudig danken. Amen. Reim- Gebetlein. Jesu, süße Seelenwonne, meiner Augen Trost und Sonne, Wenn ich nur gedenk an dich, labt mein Herz sich inniglich. 22 Morgensegen am Freitage. Honig schmecket Zung und Mund, wenn dein Trost mir wird vergönnt, O du süße Himmelsweide, frommer Seelen höchste Freude! Alle Wollust dieser Zeit ist mir lauter Bitterfeit. Wenn ich dich in mir erblickt, bin ich gänzlich wie entzückt; Was ich rede, denke, thue, wenn ich wache oder ruhe, Oder wo ich sonst nur bin, liegst du mir in meinem Sinn. Liebster Schatz, nimm mich von hier doch gar balde nur zu dir. and bolln and 06 Morgensegen am Freitage. H err Gott Zebaoth, du Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen! Durch deine Gnade und göttliche Kraft bin ich jetzt von meinem Nachtlager wieder gesund und munter aufgestanden, und trete nun vor dein heiliges und majestätisches Angesicht, dir dafür von Herzen schuldig Lob und Dank zu sagen. Herr, der du lieb haft das Leben, wie ist doch deine Güte so groß, und deine Gnade reichet, so weit der Himmel ist! Deine Barmherzigkeit geht über alle Welt! Denn in dir leben, weben und sind wir. Du erforschest mich und kenneſt mich, ich siße oder stehe auf, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest! Du schaffest es, was ich vor oder hernach thue und hältst deine Hand über mir; gleich wie du auch heute diese Nacht gethan, daß ich auf meinem Lager habe sanft und sicher schlafen können. Dafür danke ich dir mit Mund und Herzen, und lobe deinen Namen, du Allerhöchster! Denn ohne deinen Willen kann uns auch kein Haar versehret werden auf unserm Haupt, weil du sie gezählet hast. Ach Herr, wer ist dir gleich unter den Göttern! Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wunderthätig sei? Darum bitte ich dich, beweise doch deine Macht und Stärke auch diesen Tag an mir, und nimm mich unter deinen Schuß, daß mich kein Unglück anrühre und kein Unfall Abendsegen am Freitage. 23 stürze, wie groß er sei. Denn siehe, ich übergebe mich mit allem, was ich habe an Gut und Blut, ſammt aller meine Freundschaft, in deine allmächtige Vaterhände! Schüße mich wider alle meine Feinde, leibliche und geistliche. Gieb Glück zu allen meinen Verrichtungen, und segne, was ich thue und anfange. Regiere du meinen ganzen Wandel zu deiner Ehre und meines Nächsten Erbauung. Steure dem Teufel, der Welt, und meinem Fleisch und Blut, daß sie mich nicht zum Bösen reizen, verführen und uns ins Verderben stürzen. Gib auch, daß ich nach glücklich vollendetem Tageslauf mich kann fröhlich wiederum zu meiner Ruhe begeben, so sollen dir alsdann meine Lippen ein schuldiges und demüthiges Abendopfer bringen, und dich von Herzen loben und preisen, Amen. Reim- Gebetlein. TO Schöpfer, deine Güte hat mich aus Nichts gemacht. Dein wundertren Gemüthe hat mich ans Licht gebracht. Daß ich das Leben habe, das schreib ich niemand zu, Als deiner milden Gabe, du Lebensquelle bu. Und eh ich noch geboren, hast du mich vor der Zeit Zu deinem Kind erkohren, o große Gütigkeit. Ich steckt' im Schlamm der Sünden, kein Helfer war für mich In dieser Welt zu finden: da hast du selbsten dich In Tod dahin gegeben, dadurch du hilfest mir Vom Tode zu dem Leben. Drum dank ich billig dir. du di Abendfegen am Freitage. Erhebe dich, mein Herz in mir, und ſei bereit, wie deinem Gott nun mögest abstatten, was du ihm bei heutiger Frühstunde versprochen und zugesaget. Denn siehe, der Tag ist nun vergangen, daran er dich so väterlich vor allem Schaden und Gefahr an Seel und Leib behütet hat. Seiner Güt und Allmacht haft du es zu danken, daß du diese Stunde gesund und frisch erlebt hast, da mancher hingegen durch einen plöglichen Tod aus diesem Leben ist dahin geriffen, 24 Abendsegen am Freitage. oder sonst am Leibe, Gut und Ehren beschädiget wor= den. Darum gelobet sei der Herr täglich! Gott leget uns zwar eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der da hilft, und einen Herrn, der vom Tod errettet. Ich will deswegen den Namen Gottes loben mit einem Liede, und will ihn hoch ehren mit Dank, das wird dem Herrn besser gefallen, denn ein Widder zum Opfer. Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, Herr, täglich deine Heilsgaben, die ich nicht alle zählen kann. Denn du, Herr, hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endlich mich Ehren an. Ich erinnere mich zwar leider wohl, daß ich diesen Tag über dich oft und vielmal mit meinen Sünden erzürnet und beleidiget, indem ich dasjenige begangen, was deinen heiligen Augen zuwider gewesen und du in deinem Gesetze verboten, und hingegen unterlassen, was dir wohlgefallen und du mir zu thun befohlen hast. O wie oft habe ich an dieses und jenes Gebot angestoßen, und wider dich gesündiget. Deswegen falle ich dir in tiefster Herzens- Demuth zu Fuße und bitte um Vergebung. Zürne nicht über mich, wie ich zwar wohl verdienet habe, sondern erinnere dich deiner großen Barmherzigkeit, nach welcher du nicht willst den Tod der Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Ich sage dir aber darneben treulich zu, daß ich mich ferner vor Sünden fleißig hüten will. Und weil nun jetzt die Nacht ist angebrochen, darin ich meinen Leib zur Ruhe legen will, so laß dir doch, o Vater, dazu die Obhut anbefohlen sein. Halte dein wachend Auge über meinen Leib und Seele, Haus und Hof und alles was ich in meinem ganzen Vermögen habe, nebst den lieben Meinen, Bekannten und Verwandten. Laß mich unter deinem Schuß und Schirm ohne alle Sorge und Morgensegen am Sonnabend. 25 Bekümmerniß sanft einschlafen, und die Nacht durch also ruhen und rasten, daß ich am künftigen Morgen gesund und fröhlich wieder erwache, und dir für solche und alle deine Güte von Herzensgrund wiederum lobe und danke. Amen. Reim- Gebetlein. Der schnelle Tag ist hin; ermuntre dich mein Sinn, Dem Schöpfer Dank zu bringen, ihm Lob dafür zu singen! Was hat doch seine Hand für Ulebels abgewandt, Darin ich war gerathen durch meine Missethaten? Wie hat er mein verschont, mir nicht nach Recht gelohnt, Was ihm durch mein Versehen zuwider ist geschehen? Hingegen hat er mich so gar genädiglich Zu Weg und Steg geführet, daß mich kein Fall gerühret, O Vater, laß doch zu, daß ich mich nun zur Ruh Kann sicher niederlegen und meines Schlafes pflegen. Laß mich auch wiederum zu deinem Preis und Ruhm Frisch von dem Schlaf aufstehen, und an mein' Arbeit gehen. Morgensegen am Sonnabend. un ist der letzte Tag dieser Woche angebrochen, welchen du mich hast gesund erleben lassen. Drum danke ich dir, o frommer Gott, für deinen treuen Schuß, den du mir abermal diese Nacht erwiesen hast. Denn ich lag in Finsterniß, war meiner selbst nicht mächtig, und hätte also leicht gerathen können in allerhand Unglück. Aber deine treue Obhut, o liebreicher Vater, hat solches alles verhütet und abgewandt, daß ich nun ge= sund und munter wiederum von meinem Lager aufstehen und an meinen verordneten Beruf und Arbeit gehen kann, darin du mich, mein Gott, gesetzet hast. Ach laß doch nun auch ferner deine Gnade über mich schalten und walten, verleihe mir Gesundheit, Kraft und Stärke, daß ich diesen Tag über dasjenige thue, was dir lieb und angenehm. Behüte mich vor Sünden, Schanden und Lastern, und steure meinem Fleisch und Blut, daß ich von ihnen nicht durch die bösen Lüfte Morgensegen am Sonnabend. möge verführet werden. Behüte mich und die lieben Meinigen vor plößlichen und gefährlichen Krankheiten, vor bösen schweren Fällen und allem Unglück gnädiglich. Laß deine lieben Engel stets meine Hüter und Leiter sein, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Laß ja nicht zu, daß ich in die Hände feindseliger Menschen gerathe. Darum gib doch, daß mein Fuß nicht wanke und meine Tritte nicht gleiten. nicht gleiten. Regiere ihre Herzen durch deinen heiligen Geist, daß sie ihren Grimm wider mich fahren lassen und des Anfeindens, Schmähens und Lästerns ein Ende machen; wehre ihren bösen Anschlägen durch deine allmächtige Hand. Gib mir auch ein versöhnliches und liebreiches Herz gegen sie und erlöse mich dermaleinst nach deinem Willen und Wohlgefallen aus allem Uebel, so will ich dir denn mit allen Heiligen danken hier in dieser Sterblichkeit und dort hernach in Ewigkeit. Amen. Reim- Gebetlein. 36 26 Ach wie faßt doch Gott zu Herzen, was mein weinend Auge klagt, Wenn es seine bittern Schmerzen mit gebeugtem Haupt ansagt. Er wischt ab von unsern Wangen die gehäufte Thränenfluth, Trennt die Angst, die uns umfangen, und erquickt den blöden Muth Seine Hand kann Nichtes binden, sie thut überflüssig wohl, un Sie kann Weg und Mittel finden und weiß, wie sie helfen soll. Drum will ich ihn ewig lieben, weil er mich aus Lieb und Treu Hat im Himmel angeschrieben, daß ich stets sein eigen sei. Abendsegen am Sonnabend. Rob und Dank ſei dir gesagt, o Herr Gott Vater! Ehre und Ruhm sei dir gesagt, o Gott Sohn! Preis und Herrlichkeit sei dir gesagt, o Gott heiliger Geist! Du einige ewige und unzertrennliche Dreieinigkeit! Denn durch deine Gnade hab ich nun abermal diesen Tag überlebet, und mit demselben zugleich eine Woche von meinen Lebensjahren zurück gelegt. Ach der Güte Abendsegen am Sonnabend. 27 und Treue, die ich darin vor dir, o großer Gott gehoffen, habe, dafür ich dir in alle Ewigkeit nicht genugſam danken kann! Wie Mancher ist diese Woche in Schaden und Gefahr gerathen, wie Mancher hat sein Gut und Blut, ja Leib und Leben verloren? Wie Mancher ist an seinem Leibe verleget, an seiner Ehre beleidiget und geschändet worden? Wie Mancher hat darin auf seinem Lager kranken, und einen Tag nach dem andern aussiechen müssen? Wie manchen giftigen Pfeil hat Satan diesem und jenem in sein Herz geschoffen, davor du mich, o allergütigster Vater, so gnädiglich behütet und bewahret hast. Ach, wie so theuer, o Gott, ist deine Güte, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Du hast mich, Herr, behütet, wie einen Augapfel im Auge, und beschirmet unter deiner rechten Hand! Du hast mich lebendig behalten, da jene in die Grube gefahren. Ja du hast mir Gutes gethan, das nicht zu zählen ist und ich auch nimmermehr werth bin, weil ich mich leider so oft und vielmals gegen dich verfündiget, und nicht allein an diesem Tage, sondern auch die ganze Woche über, ja die ganze Zeit meines Lebens dich mit meinen Sünden gröblich beleidiget habe. Ach vergib mir doch, Herr, und sei mir gnädig nach deiner Güte, tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit, wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meinen Sünden, denn ich erkenne meine Missethat und meine Sünde ist immer vor mir. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Dein liebster Sohn, Jesus Christus, hat, o Vater, für mich bezahlet, was ich mit meinen Sünden verschuldet habe; den nimm, mein Herr, zum Bürgen an und erlaffe mir um ſeines Blutes willen alle meine Schuld und Missethat. Nun will ich mich zu meiner Ruhe legen und schlafen gehen, 28 Gebet um ein seliges Ende. weil meine Glieder matt und müde sind und meine Augen sich schließen wollen. Ach Herr, ach nimm doch du unterdessen auf dich die Wache über mich und bedecke mich mit dem Schatten deiner Flügel, daß ich in deinem Schutz vor allem Unfall sicher und ruhig schlafen, auch morgendes Tages zur rechter Zeit wieder erwachen möge. Das verleihe mir, Herr Gott Vater, Sohn Jesu Christ, du heiliger Geist, gelobet und gebenedeiet jeßt und in alle Ewigkeit! Amen. ohim na round Reim- Gebetlein. in Errege dich, mein Geist, daß du vor allen Dingen Für dies, was du genießt, ein schuldig Lob magst bringen Dem Schöpfer dieser Welt, der dich aus lauter Gnaden Ispill So väterlich erhält vor Unfall und vor Schaden; shu Sein Vaterauge wacht, du liegest oder gehest; na Es ist von seiner Macht, daß du gesund hier stehest; Er hat von Jahr zu Jahr dich bis hierher ernährt sid' Und, was dir nöthig war, ganz mildiglich beschert. in Die Güte kann ich nicht mit bill'gem Dank erheben; Es fordert meine Pflicht, zu eigen dir zu geben, Was ich vermag und bin. Drum will ich dir verehren Mich ganz zu eigen hin, mehr wirst du nicht begehren. down ind 11 Gebet um ein seliges Ende. Ach du lieber Gott und Herr! Ich lebe aber ich weiß nicht, wie und weiß Du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieses Stündlein oder dieser Tag etwa der letzte Tag meines Lebens sein, Herr, dein Wille geschehe! Der ist allein der beste, nach demselben bin ich bereit in wahrem Glauben an Christum, meinen Erlöser, zu leben und zu sterben. Allein, lieber Gott, gewähre mir nur diese Bitte, daß ich nicht möge plößlich in meinen Sünden sterben und verderben. Gib mir rechtschaffene Erkenntniß, Reue und Leid über meine begangenen Sünden, und stelle sie mir noch in dieſem Leben unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tägliches Gebet eines frommen Christen. 29 Tage unter Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möchte; sondern verleihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine Uebertretung von Herzen erkenne und bekenne, und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Wort erlangen möge. ng Ach barmherziger Vater, verlaß mich nicht und nimm ja deinen heiligen Geist nicht von mir. Mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzenskündiger, wohl bekannt, in derselben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich sterben, wann du willst, verleihe mir nur ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende, Amen. Herr Jesu, nimm meine Seele in deine Hände, und laß sie dir befohlen sein. Amen. Seufzer. vid Holm don 901 ettiaut Jesu, Herrscher ohne Ende, nimm zu dir in deine Hände Meine Seele zu der Zeit, wenn du mich von hier aufreibest Und der Erde einverleibest, dein zu sein in Ewigkeit. Tägliches Gebet eines frommen Christen Lieber Gott, du ewige Weisheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit, lehre mich, was ich heute thun und lassen ſoll, unterrichte mich, wie ich mein Leben anstellen, und was du mir befohlen hast, klüglich verrichten soll. Segne meinen Beruf, gib Gnade und Gedeihen zu meinem Vornehmen, oder lenke mein Herz in Zeiten davon ab, dafern es deinem göttlichen Willen entgegen und mir am Leibe oder der Seele nachtheilig sein sollte. Sei du mein Rathgeber in zweifelhaften Geschäften, öffne mir die Augen des Verstandes, daß ich erkenne, was gut oder böse sei. Denn Menschenwiß ist doch Thorheit und alle ihre Gedanken" find eitel. Darum regiere und führe mich durch deinen heiligen Geist, daß ich nicht strauchele und meine Tritte nicht wanken. Laß mich nicht in Sünden fallen, reinige mein Herz von allen Untugenden, erhalte mich in deinem Gehorsam, Kirchen- Gebete. Allgemeine Beichte. daß ich dich und deine Gebote nimmermehr aus meinen Augen oder Herzen sege. Behüte mich vor Ueppigkeit, lüderlichem Wesen, Vorwitz, Müßiggang und Uebermuth; steure den anfallenden Lockungen des Fleisches, der Welt und des leidigen Satans, daß ich von derer keinem nimmermehr überwältiget werde. Gib gnädige Obrigkeit, trenes Ehgemahl, gehorsame Kinder und Gesinde, friedfertige Nachbarn, gutherzige Beförderer, ehrliebende Freunde. Gib, daß wir unser nothdürftiges Stücklein Brot in Frieden und Gesundheit mit Dankbarkeit genießen. Verleihe uns ein fröhliches Herz, schüße du meine und der Meinen Ehre und guten Namen, bewahre mich vor trauriger Botschaft und betrübten Zufällen, lindere und erlaß die wohlverdienten Strafen meiner Sünde. Schaffe unsern Grenzen Frieden, und laß dein heiliges Wort meines Herzens Trost sein immerdar. Vergib uns Allen unsere Sünde um Christi willen. Und wenn ja vielleicht dieser heutige Tag mein leßter auf Erden sein sollte, so laß dir meine arme Seele, die durch deines lieben Sohnes Blut theuer erlöset ist, in deine Hände befohlen ſein. Hiermit übergebe ich mich, mein Weib und Kinder, meine lieben Verwandten, die ganze werthe Christenheit und Alles, was ich habe, dir, du frommer Gott, ganz und gar zu eigen. Sei uns Allen gnädig und barmherzig! Amen, Du lieber Gott und Vater! Amen. Kirchen- Gebete. 30 DHE Allgemeine Beichte. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer elender Sünder bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe Allgemeines Kirchen- Gebet c. 31 zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und bitte ich dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen, bittren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen fündhaftigen Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen. Allgemeines Kirchen: Gebet, an den Sonnund Festtagen nach der Predigt vorzusprechen. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater in Jeſu Christo, wir danken dir von Herzen, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten und durch dein Evangelium von deinem Sohn auch zu dem ewigen Leben berufen und zubereiten läßst; wie wir denn jetzt dein heiliges Wort in Friede und Ruhe haben dazu anhören können. Wir bitten dich demüthiglich, siehe uns ferner in Gnaden an, vergib uns unsre Sünden und Uebertretungen und erneure uns im Geist unsers Gemüths, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig iſt. Erhalte unter uns die Predigt deines Worts ſammt dem reinen Gebrauch deiner heiligen Sakramente, und gib treue Hirten und Lehrer uns und unsern Nachkommen. bil Steure und wehre mächtiglich allen Verführungen und Verleitungen von der Kraft der Gottseligkeit, damit also dein Name einmüthiglich, wie in der ganzen Christenheit, also auch in unsern Landen geheiliget, dein Reich vermehret und des Satans Reich mehr und mehr zerstöret werde. mondi Nimm dich allenthalben gnädiglich deiner Kirche an, sonderlich der Verfolgten, und schaffe ihr Pfleger und Väter an allen Herrschaften und Regenten. i Vornehmlich laß deine Gnade und Barmherzigkeit Allgemeines Kirchen- Gebet 2c. groß werden über deinen Knecht, unsern theuersten König und Herrn, und die Königin, seine Gemahlin, über den Prinzen und die Prinzessin von Preußen, über das ganze königliche Haus und Alle, die demselben anverwandt und zugethan sind. Du wollest, o Herr, unserm Könige zu seiner Regierung verleihen ein weises Herz, königliche Gedanken, heilſame Rathschläge, gerechte Werke, einen tapfern Muth, starken Arm, verständige und getreue Räthe zu Krieges- und Friedenszeiten, sieghafte Kriegsheere, getrene Diener, gehorsame Unterthanen, damit wir unter seinem Schut Schirm ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 32 Nimm in deinen väterlichen Schuß alle hohen und niederen Vaterlands- Vertheidiger, bewahre sie auf ihren Wegen und Stegen, regiere ihre Herzen jederzeit, daß sie dem Eide, welchen sie so theuer geleistet, fleißig und gehorſam nachleben. Behüte sie vor Krankheit und ansteckenden Seuchen, auch allem andern Uebel. Laß sie deine väterliche Liebe und Vorsorge dergestalt erkennen, daß ihre Dienste gereichen zu deiner Ehre, zum Schutz der Kirche und des Vaterlandes, wie auch zu ihrer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. pilied remind chun Wir befehlen dir alle hohen und niederen Diener des Königs und des Vaterlandes, daß sie das Beste treulich suchen und befördern. di Lehre sie alle einmüthiglich dahin trachten, daß Recht und Gerechtigkeit gehandhabet, und hingegen alles ungerechte Wesen durch ihren Dienst getilget werde. Stehe ihnen bei mit deiner väterlichen Hülfe, daß der Sünden und Seufzer des Landes weniger, und dein Segen unter uns vermehret werde. Segne, liebreicher Gott, uns und alle königlichen Länder, die christliche Kinderzucht, alle ehrliche Handthierung Kirchen- Gebete. 33 und Nahrung zu Wasser und zu Lande. Hilf einem jeden in seiner Noth und erbarme dich Aller, die zu dir schreien. Behalte uns in deiner Liebe, und laß uns Alles in der Welt zum Besten dienen. Wende von uns in Gnaden ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg, Hunger und theure Zeiten, Feuersund Wassersnoth, Pestilenz und andere Seuchen, und was wir sonst mit unsern Sünden verdienet haben. Gib ge= deihliches Wetter und laß wohlgerathen die Früchte der Erde. Sei ein Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen. Du heiliger Gott bewahre uns vor Sünden und Schanden und stehe uns bei mit deinem guten Geist, damit wir nicht durch Uebertretungen deinen Segen verscherzen und deine gerechte Strafe uns zuziehen. Wir erkennen, o Herr, wenn du uns nach deiner Langmuth damit verschonest, daß es nicht ist unsere Gerechtigkeit, die dich hierzu bewegt, denn wir sind unnüße Knechte vor dir, sondern allein deine grundlose Barmherzigkeit. Nach derselben sei uns ferner gnädig, und lenke unsre Herzen auch zur Liebe gegen den Nächsten und zum Mitleiden gegen alle Nothleidenden, daß wir nie vergessen, Jedermann, auch unsern Feinden Gutes zu thun, damit wir beweisen, daß wir deine Kinder sind. Bewahre uns vor einem bösen und schnellen Tod, und bereite uns mehr und mehr durch deinen Geist und Gnade zu einem seligen Ende. Vornehmlich aber in der letzten Todesstunde treibe von uns alle Anfechtung und vermehre in uns den Glauben an deinen Sohn Jesum, daß wir überwinden alle Schrecken des Todes. Wenn dann unsere Ohren nicht mehr hören können, so laß deinen heiligen Geist Zeugniß geben unserm Geist, daß wir als deine Kinder und Christi Miterben bald sollen mit Jesu bei dir im Paradiese sein. 3 Kirchen- Gebete. Wenn unsere Augen nicht mehr werden sehen können, ſo thue unsere Glaubensaugen auf, daß wir alsdann vor uns deinen Himmel offen sehen und den Herrn Jesum zu seines Vaters Rechten, auch wir sein sollen, wo er ist. 34 Wenn unsere Zunge nicht mehr wird sprechen können, dann laß deinen Geist uns vor dir vertreten mit unaussprechlichem Seufzen und einen jeden lehren in ſeinem Herzen rufen: Abba, lieber Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! na Gib also, getreuer Gott, daß wir leben in deiner Furcht, sterben in deiner Gnade, dahin fahren in deinem Frieden, ruhen im Grabe unter deinem Schuß, auferstehen durch deine Kraft und darauf ererben die selige Hoffnung, das ewige Leben, um deines lieben Sohnes willen Jeſu Christi unsers Herrn, welchem sammt dir und dem heiligen Geist sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit, jetzt und immerdar! Amen. Gebet nach der Predigt. Jah danke dir, mein himmlischer Vater, für dieſe große Gnade, daß du mir armen Sünder zum Trost dein heiliges Wort so reichlich haft lassen verkündigen und vortragen. Drücke und versiegele du, o Gott, dasselbige in unsere Herzen, daß wir darnach thun, leben und sterben mögen. Gib, daß wir allezeit in deiner Erkenntniß, wachsen und zunehmen. Laß es nicht allein bei uns, sondern auch bei andern Völkern bekannt und ausgebreitet werden, damit es unser und aller Menschen Herzen rühren und fruchtbar machen möge, gleich wie der Regen und Schnee die Erde fruchtbar macht, auf daß wir dich ewigen Gott lernen recht erkennen, anrufen, loben, ehren und danken, daß wir Alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir allezeit wie Kirchen- Gebete. 35 gehorsame Kinder erfunden, endlich des ewigen Lebens und Erbtheils, das uns durch Jesum Christum erworben ist, theilhaft werden mögen. Amen. Gebet nach dem Segen. A ch mein Gott, segne mich, so bin ich gesegnet, mache an mir wahr, was ich jetzt von deinem Diener vernommen habe. Ach Herr, segne mich und behüte mich; ach Herr, erleuchte dein Angesicht über mir und sei mir gnädig, ach Herr, erhebe dein Angesicht auf mich und gib mir deinen geistlichen und ewigen Frieden.. Amen. Wenn man aus der Kirche gehen will. V armherziger Vater, weil du meine Seele durch die himmlische Gnadenspeise deines göttlichen Worts abermal gesättiget, sage ich dir deswegen herzlich Lob und Dank, und bitte dich von Grund meines Herzens, du wollest hierauf mich in meinem Stand und Beruf gnädiglich nach deiner Verheißung ansehen und segnen, mich allezeit in wahrer Andacht erhalten, damit ich dich dermaleinst in der Seligkeit, mit allen himmlischen Heerschaaren, unaufhörlich preisen möge. Dir sei, sammt deinem geliebten Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, für diese und alle andern Wohlthaten auch hier zeitlich Lob, Ehre und Dank gesagt. Amen. Gebet in Betstunden und an Bustagen. Herr err, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest bis ins tausendste Glied und vergibst Miſsethat, Uebertretung und Sünde, und vor welchem Niemand in der Welt unschuldig ist: du hast keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern willst vielmehr, daß er sich bekehre und lebe. Darum liegen auch 3* 36 Kirchen- Gebete. wir vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, denn die ist wie ein beflecktes Kleid, sondern auf deine große Güte, Gnade und Barmherzigkeit, die hat nimmer ein Ende. Wir bekennen demüthiglich, daß wir nicht allein in Sünden empfangen und geboren worden, sondern daß wir täglich in Gedanken, Geberden, Worten und Werken deine heiligen Gebote mannigfaltig übertreten haben, daß, wenn du mit uns Handeln wolltest nach unserm Verdienst, wir müßten verloren gehen. Aber deine Barmherzigkeit ist viel zu brünstig und hat noch kein Ende; ja, deine Treu ist über uns alle Morgen neu. Denn da du so viele Andere nach deiner Gerechtigkeit schwer heimgesucht hast mit verderblichen Kriegen und großen Verwüstungen, haft du unser dieſes Orts aus Gnaden verschont, daß wir noch in Frieden hier zusammen kommen und in Freiheit des Gewissens dir auch öffentlich dienen können. Also läßst du den Reichthum deiner Güte, Geduld und Langmuth uns täglich zur Buße leiten, gibst uns Zeit und Raum zur Buße, und rufest uns zur Beuße, läßst uns auch verkündigen dein heiliges Evangelium von Jesu Christo, deinem Sohne, daß wir uns rechtschaffen zu dir mögen befehren und durch ihn ewig selig werden. Herr, wir müssen uns schämen, daß wir deine Gnade oft auf Muthwillen gezogen und sie vielfach gemißbraucht zu fleischlicher Sicherheit, Ruchlosigkeit, Ueppigkeit, mancherlei Eitelkeit und vielen andern groben und schweren Sünden, welche viel und oft deinen Zorn gereizet, daß wir leicht drum geworden wären wie Sodom und Gomorra. Nun, wir bitten um Gnade! Ver= gib uns um Christi willen alle unsere Missethaten, und werde doch über uns des Erbarmens nicht müde. Schone ferner unser mit den harten Strafen, und wenn du uns willst züchtigen, so thue es mit Maßen, daß du uns Kirchen- Gebete. 37 nicht aufreibest. Laß das Blut Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsere Seelen reinigen von allen unſern Sünden, schaffe in uns ein reines Herz und gib uns einen neuen gewissen Geist! Bekehre du uns, so werden wir bekehrt sein, und verleihe einem Jeden eine rechte Erkenntniß und Reue seiner Sünde, auch wahrhafte Besserung seines sündhaften Lebens. Gib, daß deine heilsame Gnade, die uns Allen noch erscheinet, uns bewege und züchtige, daß wir willig verleugnen alles ungöttliche Wesen und alle fleischlichen Lüfte, auch züchtig, gerecht und gottselig leben und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Insonderheit wollest du uns dein Wort nicht vorenthalten, noch es je lassen weichen von unserm Munde, noch von dem Munde unserer Kinder und Kindeskinder. Entziehe uns auch nicht den rechten Gebrauch der heiligen Sakramente, damit dein Wort allezeit sei unsers Fußes Leuchte und unser Aller Herzenstrost in allem unserm Elend. Erwecke ferner treue Hirten und Lehrer nach deinem Herzen, welche Wahrheit und Frieden lieben, die nicht suchen, was ihre, sondern was Jesu Christi ist; dagegen steure und wehre allen reißenden Wölfen und Miethlingen. Erleuchte auch, o Herr, und regiere mit dem Geist der Weisheit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens alle weltliche Obrigkeit. Und wie du ihre Herzen in deiner Hand hast und sie lenkest, wie die Wasserbäche, so wende sie gnädiglich ab von allem Blutvergießen zu einem redlichen, sichern, beständigen und allgemeinen Frieden, daß deines Namens Ehre dadurch befördert, deine Kirche behütet und gefördert, das Wort der Wahrheit ferner erhalten und fortgepflanzt, dein Volk vor schweren Drangsalen bewahret, Gericht und Gerechtigkeit allenthalben gehandhabet, und also die Frucht der Gerechtigkeit gesäet und geerndtet werde im Frieden denen, die den 38 Kirchen- Gebete. Frieden lieben. Beschirme deinen Gesalbten, den König, unsern Herrn, und dessen Gemahlin, die Königin, den Prinzen und die Prinzessin von Preußen, alle Prinzen und Prinzessinnen und das ganze Königliche Haus und alle, die ihm anverwandt und zugethan sind. Verleihe unserm Könige ein weises, verständiges Herz, königliche, heilige Gedanken, heilsame Rathschläge, gerechte Werke, einen tapfern Muth, einen starken Arm, verständige Räthe, treue Diener, gehorsame Unterthanen und eine überall gesegnete Regierung. Kröne dieſelben mit deiner Gnade, mit Gesundheit und langem Leben, und gib ihnen, daß alle ihre Anschläge wohlgerathen. Wir befehlen dir alle königlichen Minister und alle Diener des Königs und des Vaterlandes zu Friedens- und Kriegeszeiten, daß sie mit Rath und That des Königs und des Vaterlandes Bestes treulich suchen und befördern. Lehre sie alle einmüthiglich dahin trachten, wie den Sünden und Lastern mehr und mehr gesteuert, und die Seufzer der Frommen und Gedrückten gemindert, auch dein Segen unter uns allenthalben vermehrt werde. Laß dir auch befohlen sein alle Schulanstalten in unſerm Vaterlande und in unserer Gemeinde. Gib, daß sowohl die Lehrenden, als Lernenden deinen Segen und Beistand empfinden, zur Beförderung müßlicher Wissenschaften und Künste, zur Verherrlichung deines heiligen Namens, wie der Kirche und des Vaterlandes Wohlfahrt. Segne alle christlichen Hausväter und Hausmütter in der Arbeit ihres Berufs, daß hinfort ein Jeglicher in seiner Hütte in Frieden wohne. Gib Gnade zu der christlichen Kinderzucht, verleihe deinen Segen zu den Früchten der Erde, befiehl deinen dienstbaren Geistern, daß sie uns und unsere Kinder, und Alles, was wir von deiner Hand haben, vor allem Unglück beschüßen und Kirchen- Gebete. 39 behüten. Wende auch ferner gnädiglich von uns ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg und Kriegsgeschrei, schädliches Wetter, Hunger und theuere Zeit, Pestilenz und ansteckende Seuchen, Feuers- und Wassersnoth, und was wir sonst mit unsern Sünden verdient haben. Sende auch Trost und Hülfe allen angefochtenen Herzen; erhöre die Seufzer der unschuldig Vertriebenen, errette die Bedrängten und Verfolgten, erleuchte und befehre die Irrenden, ernähre und versorge die Armen und Dürftigen, sei ein Vater und Richter der Verlaffenen, der Wittwen und Waisen, behüte die Schwangeren und Säugenden, stärke und erquicke die Schwachen und Kranken, begleite und bewahre die Reisenden. Lehre uns bedenken, daß wir Pilgrimme und Fremdlinge hier auf Erden sind. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden. Behüte uns vor einem bösen, schnellen und unbußfertigen, sonderlich vor dem geistlichen und ewigen Tod! Mach uns aber zu aller Zeit und Stunde bereit, und erlöse uns endlich durch ein sanftes und seliges Ende aus allem Elende, und nimm uns auf zu dir in dein ewiges himmlisches Reich. Erhöre uns, o du Vater aller Barmherzigkeit! Laß dies unser Gebet und Flehen vor dich kommen in deine heilige Wohnung, laß es ein angenehmes Opfer sein vor deinem Angesicht, um deines eingebornen Sohnes Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich um dieſe und andere Wohlthaten anrufen, wie er uns selbst gelehret und zu beten befohlen hat. Amen. Fest- Gebete. Gebet am Fefte der Zukunft des Herrn. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Die 40 Fest- Gebete. Zeit ist vorhanden, meine Seele, daß wir das alte Kirchen- Jahr beschließen und ein neues anfangen. Ach eröffne die Riegel an den Thoren deines Herzens durch wahre Reue und Buße, bedenke, wie du dich das vergangene Jahr her in deinem Christenthum erwiesen, was du darin Böses gethan und was für Gutes du unterlassen. O wie hast du deine Ohren verstopfet vor dem göttlichen Wort! Wie hast du dein Herz verschlossen vor der Liebe gegen Gott und deinen Nächsten! Alle guten Ermahnungen und Warnungen hast du vorüber streichen lassen, und dich darnach so gar wenig gebessert. Ei, so thue nun dein Herz auf dem Könige der Ehren, der dir hinfort seine Wunder und Wohlthaten will predigen lassen, der da kommt im Namen des Herrn. Mache Platz seiner überschwenglichen Gnade durch wahren Gläuben, durch rechtschaffene Demuth, durch christlichen Gehorsam. Singe auch du ihm das Hosianna: Gelobet sei, der da kommt! Danke seiner Gnade, welche er dir dies verwichene Jahr so reichlich erwiesen, und sage fröhlich: Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen! Hosianna! Amen. Am heiligen Weihnachts- Fest. Merk auf, mein Herz, und erwäge es mit heiliger Andacht! Jesus, der Glanz und das Ebenbild ſeines himmlischen Vaters, Gott von Gott, dessen Macht unendlich, dessen Gewalt ewig, und dessen Herrlichkeit unausſprechlich, ist Mensch geworden. Das Wort ist Fleisch ge= worden und wohnet unter uns. O treuer Immanuel, du Schönster unter den Menschenkindern! O tiefe Erniedrigung, o unergründliche Demuth! Mit was für Worten werde ich dich erheben, daß du menschliche Natur an dich genommen, Fest- Gebete. 41 du großer König und Gottes Sohn, um meinetwillen so verachtet worden bist, daß man das Angesicht vor dir verbarg nur allein darum, auf daß ich und die ganze menschliche Natur zur ewigen Ehre und Herrlichkeit erhoben würde. Wie mißlich stand es doch um uns Alle! Wir waren voll Ungerechtigkeit, unsere Sünden schieden uns und unsern Gott von einander. Aber nun ist unser Fleisch gereiniget, geheiliget und in die Freundschaft und Verwandtschaft des höchsten Gottes auf- und angenommen. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! O Freude über alle Freude, ein Kind ist uns geboren, welches heißt: Große Freude. Niemand schließe sich von solcher Freude aus, denn allem Volk ist sie widerfahren. Der Sohn Gottes, die ewige Majestät, hat unser Fleisch und Blut an sich genommen. Darum geht die Freude, dieſe Ehre, diese Herrlichkeit Alle an, die Fleisch und Blut an sich tragen. Weicht nun hin, ihr traurigen Gedanken, du zaghafte Furcht und Schrecken, Sorge, Zweifel und Bekümmerniß! Gottes Zorn ist zur Gnade geworden, die Sünde getilget, der Fluch gewendet, die Verdammniß in Seligkeit, das Gericht in Loszählung, Tod und Teufel in Spott und Triumph verkehret worden. Si, meine Seele, so erkennne dein Licht, freue dich dieses Lichts und sei erleuchtet von diesem Licht, das erschienen ist, zu erleuchten die Heiden und zum Preis des Volks Israel. Nun, Herr, laß uns dein Antlig sehen, ſo genesen wir. Amen. Am Neujahrstage. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger lieber Vater! Wir haben jetzt abermal ein Jahr unsers Elends und Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach 42 Am Neujahrstage. Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig bewiesen hast, da wir doch mit unsern Sünden nichts als Strafe bei dir verdienet haben. Dein heiliges Wort hast du uns sammt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment bescheeret, tägliche Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Freuden und Speise erfüllet, allerlei Seuchen, Pestilenz, Krieg und viel Unglück von uns gnädiglich abgewendet, unser Haus und Hof vor Feuersnoth und mancherlei Uebel behütet. Und wie können wir alle deine großen und väterlichen Wohlthaten erzählen, die du uns in diesem vergangenen Jahr haft erzeiget. Du hast uns zwar gezüchtiget, um unserer vielfältigen Sünde willen; aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demüthiglich, rechne uns nicht zu unsere vorigen und alten Sünden, damit wir dich so oft erzürnet haben, vergib sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach Gott geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns neue Herzen, erneure deine väterliche Liebe und Treue an uns, gib geheiligten Muth und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil dies künftige Jahr, wie auch die ganze Zeit unsers Lebens keine Stunde und Augenblick vergehet, wo wir nicht könnten ohne deinen Schuß in groß Elend gerathen, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen. Erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen, behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rath und That, ſegne Am Fest der Erscheinung Christi. Vater und Mutter, regiere Kinder und Gesinde, bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und theure Zeit, steure dem Grimm des Teufels, sende uns deine heiligen Engel, bescheere gutes Wetter, fröne das Jahr mit deinem Gut, gib Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Gemeinde Einigkeit. Segne die Arbeit unserer Hände, nähre treue Arbeiter, bekehre die Sünder, bekräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schüße Wittwen und Waisen, versorge die Armen, speiſe die Hungrigen, tränke die Durstigen, erquicke die Verjagten, erlöse die Gefangenen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege die Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, hilf den Gebärenden, bewahre die Reisenden, sei bei den Sterbenden, durch Jefum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser! Amen. 43 Am Feft der Erscheinung Christi. Lobet den Herrn, alle Heiden, und preifet ihn, alle Völ= ker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! So ermuntere ich mich billig an diesem Tage, und sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du den überschwenglichen Reichthum deiner Gnade über uns in Christo Jesu offenbaret, die armen Heiden zu deinem Licht versammelt und zur Erkenntniß deines lieben Sohnes berufen hast; und bitte dich, himmlischer Vater, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also regieren und leiten, daß wir nach dem Licht und Stern deines göttlichen Worts, welches die Wahrheit ist, immerdar wandeln, als Kinder des Lichts die Werke der Finsterniß ablegen, und hingegen die Waffen des Lichts anlegen, damit wir mit ganzer Zuversicht unsers liebsten Heilandes allewege uns freuen und trösten, des Segens Abrahams in ihm Am Fest Maria's Reinigung. theilhaft werden und bleiben; dafür auch dir und deinem lieben Sohn und dem werthen heiligen Geist getreulich ohne alle Heuchelei und Falschheit dienen, dir angenehme Opfer bringen und endlich sammt der ganzen Fülle der Heiden und dem geistlichen wahren Israel Gottes ewig selig werden, und in deinem Reich deine Gnade und Wahrheit durch das ewige Halleluja unaufhörlich loben, rühmen und preisen mögen. Amen. 44 Am Fest Maria's Reinigung. Ach heiliger und gerechter Gott, wir sind alleſammt wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wasche mich, Herr, daß ich rein werde, und reinige mich, daß ich schneeweißwerde, denn daß ich so du willst, Herr, kannst du mich wohl reinigen. Ach, Herr Jesu, du hast keiner Reinigung bedurft, denn du warest rein und unbefleckt und von den Sündern abgesondert. Du hast dich aber gutwillig unter das Gesetz gethan, auf daß du die, so unter dem Gesetz waren, erlösetest, und wir die Kindschaft empfingen. Ich bitte dich, laß mich dein Blut reinigen von allen meinen Sünden. Sei auch mein Licht in Finsterniß und Schatten des Todes, daß ich in diesem finstern Jammerthal, durch dich erleuchtet, den Weg finde nach dem himmlischen Freudensaal. Verleihe mir ein sanftes Stündlein, daß ich an meinem letzten Ende dich mit Freuden auf meinen Glaubensarm fassen und sagen könne, in wahrer Zuversicht auf deine Gnade: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren. Ach ja, Herr Jesu, du wirst mir's nicht versagen! Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Amen. Am Fest Maria's Verkündigung W ache auf, meine Seele, freue dich in Gott, meinem Heiland! Danke deinem Gott, der die Zusage Am Fest Maria's Verkündigung. 45 von der Erlösung des menschlichen Geschlechts erfüllet und seinen Sohn ins Fleisch gesandt! Sei fröhlich über deine Würdigkeit, daß Gott ist Mensch geworden und so viel an dich gewendet hat. Wer kann die Leutſeligkeit Gottes, die er in der Sendung seines Sohnes uns bewiesen hat, genugsam preisen? O Herr Christ, du holdseliger Menschenfreund, ich danke dir, daß du menschliche Natur an dich genommen und uns mit deinem Vater wieder versöhnet hast, ob wir's gleich um dich nicht verdienet. Du hast eine schwere Wallfahrt für uns arme Sünder unternommen. Denn du bist von deinem Thron zu uns hernieder gekommen, auf daß wir einmal zu der himmlischen Herrlichkeit erhoben würden; du hast dich sehr gedemüthiget, auf daß wir ewig herrschen möchten. Du hast uns alle sehr hoch geehret, du bist unser Bruder geworden, auf daß wir Gottes Kinder seien. Du hast uns nicht verschmähet, die wir Staub und Asche sind. Größere Liebe hättest du uns nicht erzeigen können, theurer Heiland und Immanuel! Ich freue mich dessen von Herzen und hoffe gewiß, du werdest nicht mit mir zürnen und dein eigen Fleisch und Blut nicht hassen. Ich tröste mich deiner Heiligkeit, ob ich gleich fündig und unheilig bin. Du hast durch deine heilige Menschwerdung einen ewigen unzertrennlichen Bund zwischen Gott und uns gemacht. Du hast als wahrer Gott auch menschliche Natur an dich genommen, auf daß du als der rechte Mittler zwischen Gott und uns handeln, die Versöhnung mit Gott aufrichten, unsere Noth und Jammer erkennen und uns reichlich trösten könntest. Du freundlicher Jeſu, ach komm zu mir mit deiner Gnade, verachte mich nicht, denn ich bin dein und begehre auch dein stets zu bleiben. Wo mun mein Fleisch und Blut spicia Betrachtung des bittern Leidens 20. herrschet, da werde ich auch durch dich in Ewigkeit herrschen und regieren. Amen. 46 Betrachtung des bittern Leidens und Ster: bens Jefu Chrifti. Jesu, wie groß ist deine Liebe und Treue gegen uns! Du bist für uns geworden der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheiten. Deine heilige Seele hat sich mit der Angst des Todes, mit Schmerzen, Zittern und Zagen des Herzens gequälet. Das Blut ist wie Schweiß aus deinen Adern geflossen und auf die Erde gefallen. Dein Leib wurde elendiglich zerschlagen, dein heiliges Haupt zu Spott und Hohn mit Dornen gekrönet. Deine Augen verstarreten, deine Ohren wurden mit lauter Gotteslästerungen erfüllet, deine Lippen mit bittrer Galle getränket. Deine allmächtigen Hände strecktest du dar, daß sie durchbohret und ans Kreuz geheftet würden. Dein Geist in dir seufzete mit großem Geschrei, daß er von Gott verlassen. Leiden hat dich umgeben ohne Zahl, und gleichwohl warst du der Glanz der Herrlichkeit deines Vaters, der liebe Sohn, an welchem seine Seele Wohlgefallen hatte. So konnte dich auch Niemand einer Sünde zeihen, war auch niemals ein Betrug in deinem Munde erfunden. Aber, o du getreuer Freund der Menschen, ich habe dir Arbeit gemacht in meinen Sünden und Mühe mit meinen Missethaten, und du tilgest meine Uebertretungen um deinetwillen, Du kamst zu suchen das Verlorne und gabst dein Leben zur Erlösung für Viele. Ja, Herr Jesu, du würdest ein Mittler zwischen Gott, deinem Vater, und uns. Die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Frieden hätten. Wir hatten durch unsern Ungehorsam deinen Zorn und ewige Ungnade verdient. Wir saßen in Finsterniß und Betrachtung des bittern Leidens 2c. 47 Schatten des Todes. Wir waren Leibeigene des Teufels, welcher Macht über den Tod wegen der Sünde hatte, aber du hast dich in den Staub der Erde geleget; ja, du bist zur Hölle hinunter gefahren, daß wir errettet würden von der Obrigkeit der Finsterniß. D wie theuer sind wir erkauft, nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit deinem theuren Blut, du theures und unschuldiges Gottes- Lamm! Dein Blut ist unser Lösegeld, deine Wunden unsere Heiligung, deine Arbeit und Mühe ist unsere Ruhe, deine Schmach ist unsere Ehre, deine Verdammniß unsere Rechtfertigung. Nun, Herr Jesu, die du so theuer erworben haft mit deinem Blut, an welche du so viel gewandt, derer wirst du nimmermehr vergessen. Ach Herr, unser Verstand ist zu finster, solche Geheimnisse zu begreifen, die Zunge zu schwach, solche große Thaten auszureden. So komm unserer Schwachheit zu Hülfe, o Gott heiliger Geist, du getreuer Zeuge Jesu Christi! Gib uns erleuchtete Augen unsers Verständnisses, daß der gekrenzigte Jesus uns nicht ein Aergerniß sei, sondern wir dieſe aufgerichtete Schlange in Glauben anblicken, und kraft dieses blutigen Verdienstes wider alle Gefahr und Anfechtung der Sünden, des Todes und der Hölle bewahret werden. Schaffe in uns ein williges und gehorsames Herz, unserm Heilande auch unser Kreuz nach= zutragen und seinem Ebenbilde in Demuth und Geduld ähnlich zu werden, auch unser Fleisch zu freuzigen und sammt Christo in seinen Tod begraben zu werden, bis wir mit ihm seine Herrlichkeit genießen. Amen. Am heiligen Char- Freitage. du heiliger und holdseliger Herr Jesu! Wir danken dir für deine herzliche Traurigkeit, als deine Seele um unsertwillen betrübet ward bis in den Tod, 48 Am heiligen Char- Freitage. auf daß du die ewige Freude erwürbest für deinen demüthigen Fußfall, den du deinem himmlischen Vater thatest, als du auf Erden fielest auf dein heiliges Angesicht, damit du uns Gnade erlangtest und unsere Angesichter nicht beschämet würden; für dein allerheiligstes Gebet und heiligen Gehorsam, da du deinen Willen deinem himmliſchen Vater ganz aufopfertest nnd sprachest: Nicht, was ich will, sondern was du willst! auf daß du unsern bösen Willen büßetest, heiletest, und uns in den Willen Gottes heiligtest; für deinen herben bittern Todeskampf, womit du dem Tode die Macht ge= nommen und ihn kraftlos gemacht und überwunden; für deinen allerheiligsten blutigen Schweiß, welcher mildiglich aus deinem Leichnam gedrungen und auf die Erde gefallen, auf daß du unsern kalten Todesschweiß heiletest und die Angst des Todes in einen sanften Schlaf verwandeltest. O du unschuldiges, unbeflecktes Lamm Gottes, wir danken dir, daß du um unsertwillen gefangen, auf daß wir erlöset würden, gebunden, auf daß wir von Sünden befreiet würden, fälschlich verklaget, auf daß wir vor dem gestrengen Gerichte Gottes losgezählet würden, in dein heiliges Angesicht geschlagen, auf daß wir Frieden hätten. O du allergeduldigstes Herz, wir danken dir, daß du um unsertwillen bist verspottet, auf daß du uns gemacht würdest zur ewigen Weisheit, verspeiet, auf daß du uns von unsern Schanden erlöſetest, gelästert, auf daß wir in dir zu Ehren gemacht würden, gegeißelt, auf daß du unsern Ungehorsam büBetest. O du König der Ehre und Herrlichkeit, wir danken dir, daß du um unsertwillen zu Hohn und Schmach mit Purpur gekleidet, auf daß du uns das hochzeitliche Ehrenkleid erwürbest, mit Dornen gekrönet, auf daß du uns die Krone der Gerechtigkeit aufseßtest, ein Rohr in deine rechte Hand genommen, auf daß du das schwache Am heiligen Char- Freitage. 49 Rohr nicht vollends zerbrächest, und damit lassen dein heiliges Haupt schlagen, auf daß wir unsere Häupter mit Freuden möchten aufrichten. du allerliebster und freundlichster Herr, wir danken dir von Herzen für deine Vorstellung vor das Volk, da Pilatus sprach: Sehet, welch ein Mensch! auf daß dein himmlischer Vater unser Elend ansehe und um deinetwillen sichy unser erbarme. Ach Vater, siehe, welch ein Mensch! du Allerliebster, du bist von deinem Volk verworfen und verleugnet, auf daß du der Kirche deiner Gläubigen zum Eckstein würdest; du bist um unsertwillen zum Tode verurtheilet, auf daß du uns von dem Urtheil des ewigen Todes los machtest. O du allergerechtester und demüthigster Knecht Gottes, du allergehorsamster Sohn Gottes, deines Vaters, wir danken dir, daß du dein Kreuz zu deinem heiligen Tode selbst getragen, auf daß du uns lehrtest unser Kreuz willig auf uns nehmen; bist zwischen zwei Mördern gekreuziget und unter die Uebelthäter gerechnet, da du doch Niemand Unrecht gethan, auch kein Betrug in deinem Munde erfunden worden, auf daß du uns durch deine Unschuld versöhnetest; haft auch große Lästerung und Schmach am Kreuz erlitten, auf daß du uns von der ewigen Schmach erlösetest. O du Geſegneter des Herrn, wir danken dir, daß du ein Fluch am Holze bist geworden, auf daß in dir alle Völker auf Erden gesegnet würden. Du bist geworden als ein Wurm und bist doch der Schönste unter den Menschenkindern, auf daß du uns vor Gott lieblich machtest; du bist geworden der Allerverachtetste unter den Menschen, auf daß du uns herrlich machtest; du hast ganz trostlos am Kreuz gehangen, auf daß wir ewig getröstet würden; du haft mit bloßem blutigem Leibe sterben müssen, auf daß du uns mit dem Kleide des Heils und mit dem Rocke der Gerechtigkeit bekleidetest. O du ewiger Am heiligen Char- Freitage. Hoherpriester und unser einiger Mittler, wir danken dir, daß du am Kreuz für uns gebeten, auf daß du dich mit starkem Geschrei und mit Thränen deinem himmlischen Vater für uns aufopfertest. Wir danken dir für das tröstliche Wort: Heute wirst du mit mir im Paradies sein! Damit hast du das Paradies uns, den armen Sündern, aufgeschlossen. Wir danken dir für deine Angst und Noth, als du schriest: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! auf daß wir von Gott nicht ewig sollten verlassen werden. Wir danfen dir für deinen heiligen Durst am Kreuz und daß du genommen den herben Essigtrank, womit du uns von dem ewigen Durste und von der Bitterfeit des Todes erlöset hast. Wir danken dir für dein tröstlich Wort: Es ist vollbracht! Die Sünde ist nun getilget, die Versöhnung mit Gott geschehen, die Schrift erfüllet und eine ewige Erlösung erfunden. Wir danken dir für deinen Tod und für dein letztes Wort am Kreuze. Denn damit ist alle unsere Sünde bezahlet, das Leben wiedergebracht und die Seelen aller Gläubigen in Christo in die Hände des Himmlischen Vaters überantwortet. Laß uns nun, o du allerliebreichster, gebenedeiter König, deiner Liebe und Wohlthaten beständig eingedenk, nicht mehr uns selbst leben, sondern dir, der du für uns ge= storben bist. Amen. 50 Am heiligen Ostertage. S großer unüberwindlicher Siegesfürst, Jesu Christ, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Eine kleine Zeit warest du von Gott verlassen, aber mit Ruhm und Ehre wieder gekrönet! Mit Frohlocken gehen wir hinauf in das Haus des Herrn, zu predigen deinem Volk, zu danken dem Namen des Herrn, wo man singet mit Freuden den Sieg in den Hütten der Gerech Am heiligen Ostertage. 51 ten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg, die Rechte des Herrn ist erhöhet, die Rechte des Herrn behält den Sieg! Ich will und muß dir auch hierüber lobsingen; denn du bist der, der meine Feinde überwunden, die sonst Niemand überwinden konnte: das rühme ich. Du bist der, welcher der höllischen Schlange den Kopf zertreten, daß ich nun kann getrost sein: das preise ich. Du bist der, welcher die Pforten der Hölle überwunden und sie schaugetragen öffentlich, daß kein Gläubiger fie mehr fürchten darf: das glaube ich. Du bist der gewaltige Durchbrecher, der auch mir zu Gute durch Tod und Grab gebrochen: das tröstet mich. Du bist der Stein, den die Bauleute verworfen haben: das erzähle ich. Du bist um meiner Sünde willen dahin gegeben und um meiner Gerechtigkeit willen wieder auferwecket: das freuet mich. Nun bitte ich dich, o Herzog des Lebens, laß mich auch mit dir leben in der Gnadenzeit, dort in der Herrlichkeit, hier im Glauben, dort im Schauen, hier im Verborgenen, dort in der Offenbarung. Unser Leben ist zwar jest verborgen mit dir, Herr Christ, in Gott. Wenn aber du, unser Leben, dich offenbaren wirst, dann werden wir auch offenbaret werden mit dir in der Herrlichkeit. Unterdessen laß deinen Frieden aufgehen in meinem Herzen, welchen du aus dem Grab hervorgebracht, auf daß ich auch der heilsamen Früchte deiner Auferstehung hier zeitlich und dort ewiglich ge= nieße. Laß mich empfinden Gottes Huld, deine Gnade, den Trost des heiligen Geistes, das Absterben des Fleisches, der Sünden Vergebung, das neue Leben, die Freude der Gerechtigkeit, die Ruhe der Freiheit, die Liebe der Kindschaft, die Hoffnung der Erbschaft, des Leibes Klarheit und der Seelen Seligkeit. Und dieweil es heißet: Selig ist der und heilig, der Theil hat an der ersten Auferstehung, über solche hat der andere Tod keine 4* Am heiligen Ostertage. Macht! So hilf, daß der alte Mensch mit allen ſeinen bösen Lüsten und Begierden täglich durch wahre Reue und Buße in mir getödtet werde, daß, gleich wie du, Herr Christ, bist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch ich in einem neuen Leben wandele. Ach, das ist die erste Auferstehung. Wer deren theilhaft wird durch deine siegreiche Auferstehung, dem kann weder der erste, noch der andere, weder der zeitliche, noch der ewige Tod schaden. Darum so laß mich deines Sieges, o himmlischer Siegesfürst, auch seliglich genießen! Stehe auf in mir, auf daß die Sünde unter= gehe vor dir! Lebe in mir, auf daß ich lebe in dir! Ueberwinde in mir die Welt, auf daß ich dir lebe. Gott, bezwinge für mich den Tod, Teufel und Hölle, damit ich dein eigen ſei und mich Niemand möge dir entreißen. Und wenn herbei kommen wird der jüngste Tag, so laß denselben mir sein einen fröhlichen Tag, daß ich in Kraft deiner Auferstehung möge auferstehen zum ewigen Leben und mein nichtiger Leib verkläret und ähnlich werde deinem verklärten Leibe! Ja, gleich wie du, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbst, der Tod wird hinfort über dich nicht herrschen, also laß alsdann mich auch frei wer= den von aller Furcht des Todes und zu dir eingehen in das ewige selige Leben. Amen, Herr Jeſu, Amen. 52 Am heiligen Himmelfahrtstage. err Christ, allmächtiger Herr und Gott, wir danken Her dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine und unsere Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, Triumph und Lobgesang der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gefeßet hast, wo du uns täglich in allen. unsern Nöthen getreulich vertrittst und für uns bittest. Also hat dein Kreuz und Leiden ein seliges und Am Heiligen Himmelfahrtstage. gewünschtes Ende genommen, und bist du, als der himmlische Bahn- und Durchbrecher, durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen, uns tröstlich zu lehren, daß wir, so wir hier in diesem Leben mit dir leiden, auch der ewigen Herrlichkeit sollen theilhaft werden. Die Kreaturen haben dir überall gedienet. Deine heilige Geburt offenbarte ein Stern den Weisen aus dem Morgenlande; in deinem Leiden verlor die Sonne ihren Schein; jetzt nehmen dich die Wolken auf, und am jüngsten Tage wirst du auch in den Wolken des Himmels wiederkommen, zu richten die Lebendigen und die Todten. Liebster Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meer, du bist im Siege, wir find noch im Streit. Gib uns deine Gnade, daß wir dir mit unsern Herzen und Gedanken fleißig nachsehen, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Weltliche mit Füßen treten, damit wir uns zu dir in die Höhe mit herzlichem Gebet, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, daß, weil du gen Himmel gefahren als unser Haupt, so werdest du uns, als deine lieben Glieder, hier nicht im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf durch deine Hülfe verrichtet und in wahrem Glauben beschlossen, auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesaget: Du wollest, daß, wo du bist, auch die bei dir seien, die er dir ge= geben hat, auf daß sie deine Herrlichkeit sehen. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist, und deinen Jüngern und uns versprochen, da du sagest: ,, Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin," so erfülle deine tröstende Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir. Denn uns verlanget von Herzen nach dir. Wir 53 54 Am heiligen Himmelfahrtstage. wollten zwar jetzt bald lieber bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein, als in dieser elenden Pilgrimschaft länger wallen; wir wollten unsere irdischen Hütten gerne ablegen, denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir daheim bei dir wären. Wir sagen alle Tage mit David: Wann werden wir dahin kommen, daß wir Gottes Angesicht schauen!" Aber das wird doch nicht geschehen, bis du uns nach deinem Wohlgefallen in Frieden hinfahren läsfest. Unterdeß wollen wir mit unserm Gemüthe in den Himmel dringen, und mit dem Verlangen bei dir sein durch Führung deines heiligen Geistes, so daß wir zwar mit dem Leibe hier auf Erden behalten werden, mit dem Herzen aber stets bei dir im Himmel sind. Du bist unsers Herzens Freude und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit! Amen. Am heiligen Pfingsttage. ch du, mein freundlicher, holdseliger Herr Jesus Christus, wie kann ich dir genugsam danken für die hohe, herrliche, göttliche Gabe deines heiligen Geistes, welche du verheißen hast, da du sprichst: ,, Ich will Wasser gießen auf die Durstigen und Ströme auf die Dürren; ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, daß sie sollen wachsen, wie Gras am Waſser; ihre Söhne und Töchter sollen weissfagen, ihre Jünglinge sollen Gesichter sehen, und ihre Aeltesten sollen Träume haben." Du hast deinen heiligen Geist verglichen einem fühlen frischen Wasser! Ach erquicke und tränke unsere dürren Herzen mit demselben, daß unsere Seelen grünen, wie ein Gras. Du hast deinen Geist in Feuerflammen herabgesandt, und der Apostel Zungen feurig gemacht, und sie mit dem Feuer des heiligen Geiſtes getauft. Ach erwärme, erleuchte und entzünde unsere Am heiligen Pfingsttage. 55 Herzen im Glauben, in der Liebe, in Andacht, im Gebet, im Lobe Gottes! Laß dein Wort zum Feuer in unſerm Herzen werden, daß es davon brenne und leuchte. Du hast deinen heiligen Geist in einem Winde und in einem liebreichen Brausen vom Himmel gesandt. Wehe uns an und mache uns mit dem Odem deines Mundes lebendig, wie du deine Jünger anbliefest und in der ersten Schöpfung einen lebendigen Odem dem Menschen einbliefest und ihn zum natürlichen Leben lebendig machtest: also mache uns lebendig durch deinen heiligen Geist ins ewige Leben. O Herr Jesu, gieß über uns aus den Geist der Gnaden und des Gebets, der in uns seufze und unserm schwachen Gebet zu Hülfe komme und uns bei Gott vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, der da Zeugniß gebe unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Denn er ist ja der Geist der Kindschaft, das Siegel Gottes, das Pfand unseres Erbes, mit welchem wir versiegelt sind bis auf den Tag unserer Erlösung, durch welchen wir rufen: ,, Abba lieber Vater!" an welchem wir erkennen, daß du in uns bleibest, dieweil dein Geist in uns bleibet. Laß auch diesen deinen heiligen Geist mit seinen Gaben über uns ruhen; denn uns zu gut ruhet über dir der Geist der Weisheit, des Verstandes, der Klugheit, des Raths, der Kraft, der Stärke, der Furcht Gottes. Gr ist ein Geist des Friedens: laß uns durch ihn ein friedsames Herz und Gewissen haben! Er ist ein Geist der Liebe und Einigkeit: laß uns durch seine Kraft in Liebe und Einigkeit verbunden bleiben, daß er uns zu einem Leibe, ja zu deinem Leibe, Herr Jesu Christ, als Glieder zusammen verbinde! Er ist ein Geist des Vaters und des Sohnes; denn der Vater und Sohn senden ihn: darum vereiniget er uns mit dem Vater und dem Sohn und macht uns zum Tempel und Wohnung der heiligen Dreifaltigkeit. Er ist ein Geist der Wiedergeburt: darum machet er uns Am Feste der Dreifaltigkeit. zu neuen Kreaturen. Deshalb, o heiliger Geist, wende unser Herz ab von der Welt zum himmlischen Leben, mache in uns neue göttliche Bewegungen, fange in uns an das ewige Leben, richte in uns auf das Reich Gottes, welches Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geist ist, er nenere in uns das Bild Gottes in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit; und wenn uns aller Trost in dieser Welt verläßt, so bleibe unser wahrer und einiger Tröster bei uns ewiglich nach der Verheißung unsers Herrn Jesu Christi. Lehre, leite, führe, stärke, heile, erquicke und mache uns le= bendig; sei unser Beistand und Rath, Kraft, Trost; ſei unser Seelenlicht und Freude in Traurigkeit, ruhe über uns, wie über unserm Herrn Jesus Christus. Du bist ja unſere himmlische Salbung, die uns Alle lehret; sei unsers Geistes Stärke, daß wir durch dich die Lüste unsers Fleisches dämpfen, die Früchte aber des Geistes in uns wachsen mögen, als Glaube, Liebe, Hoffnung, Demuth, Geduld, Andacht, Gebet und Gottesfurcht. O du einige Freude unserer Seelen, hilf, daß wir dich nimmermehr betrüben noch von uns treiben, sondern, daß wir dich allezeit mögen bei uns behalten, wir schlafen oder wachen, gehen oder stehen, leben oder sterben, daß du in unseren Seelen ewig bleibest, in diesem und in jenem Leben; denn du bist Gottes Siegel, womit uns Gott versiegelt hat ewiglich. Du Geist der Herrlichkeit Gottes, ruhe über uns, laß uns Gottes Herrlichkeit sehen, hier im Geist und Glauben, dort aber von Angesicht zu Angesicht. Amen. 30 Am Feste der Dreifaltigkeit. D du allerheiligste, hochgelobte Dreifaltigkeit! Du ewiges, unendliches, unbegreifliches, unerforschliches, geistiges, einiges Wesen, und dreifaltig in Person! Ich fage dir Lob, Ehre und Dank für die göttliche Offenbarung deiner heiligen Erkenntniß, in welcher das ewige Am Feste der Dreifaltigkeit. 57 Leben stehet, nämlich, daß wir dich, Gott den Vater, und welchen du gesandt hast, Jesum Christum, deinen lieben Sohn, in Kraft des heiligen Geistes erkennen. O Gott Vater, ich erkenne, liebe, ehre, preise und bete dich an als meinen allerliebsten Vater, der der rechte Vater ist über Alles, was Kinder heißt, im Himmel und auf Erden. Dich hat dein lieber Sohn, als meinen lieben Vater, befohlen anzurufen, und gesaget: ,, Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben." Eben so:„ Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott." Ach herzliebster Vater, du hast mir zwei edle hohe Gaben gegeben, nämlich deinen lieben Sohn und den heiligen Geist, dir sei ewig Lob und Dank für die große unaussprechliche Liebe. O Gott Sohn, von Ewigkeit her gezeuget aus dem göttlichen Wesen des Vaters, Gott von Gott, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, Licht vom Licht, du wesentliches Ebenbild deines himmliſchen Vaters und der Glanz seiner Herrlichkeit, du wahrhaftiger, ewiger Gott und ewiges Leben, du Anfang und Ende aller Dinge, durch welchen alles geschaffen, beide, das Sichtbare und das Unsichtbare, die Thronen und Herrschaften, durch welchen alle Dinge gemacht sind, und in welchem Alles bestehet: du bist in der Zeit Mensch ge= worden und gesandt von deinem himmlischen Vater, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist! Du bist mein Fleisch und Blut geworden, mein Bruder, mein Bräutigam, und hast dich mit mir verlobet in Ewigkeit, in Gericht und Gerechtigkeit, und im Glauben; du bist mein Erlöser, Fürsprecher, Gnadenstuhl, Hoherpriester, Immanuel, König, Licht und Leben, mein Mittler, Nothhelfer, einiges Sühnopfer und Seligmacher, Gott und Mensch in einer Person, und sizest auf dem Stuhl der Herrlichkeit, zur Rechten der Majestät Gottes! Du hörest 58 Am Feste der Dreifaltigkeit. unser Gebet und Seufzen, bist bei uns alle Tage bis ans Ende der Welt! Dir sage ich für deine große Liebe, Leiden und Tod, Auferstehung und Himmelfahrt, Lob, Ehre und Dank. Gott heiliger Geist, ein einziger allmächtiger Gott, gleich ewig und allmächtig mit dem Vater und dem Sohn, der du ausgehest und gesandt wirst vom Vater und dem Sohn, als ein Geist des Vaters und des Sohnes, und machst uns zu Tempeln und Wohnungen der heiligen Dreifaltigkeit, der du uns neu gebärest, erleuchtest, heiligest und tröstest: du bist unser einiger, allerliebster und allerhöchster Tröster, der bei uns bleibt ewiglich, wenn uns die ganze Welt und alle Kreaturen verlassen. Dir sage ich Lob und Dank für die Wiedergeburt, Erleuchtung und Heiligung. O du heilige Dreifaltigkeit, unterschiedlich nach den Personen, unzertrennlich nach dem Wesen, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, eines göttlichen Wesens, einer ewigen Gottheit, wir bekennen drei unterschiedliche Personen, gleich ewig, gleich allmächtig, gleich heilig, gleich herrlich, gleich unermeßlich. Drum singen wir mit den Seraphim: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr Zebaoth, heilig ist Gott der Vater, heilig ist Gott, der Sohn, heilig ist Gott der hei= lige Geist! und sagen mit St. Paulus: Von ihm, durch ihn und zu ihm find alle Dinge; ihm sei Ehre und Preis in Ewigkeit, Amen." O du heilige Dreifaltigkeit, komme zu uns und mache Wohnung bei uns. Du bist ja über Alle, in uns Allen und durch uns Alle. O heiliger Jesu, wer dich siehet, der siehet auch den Vater: du bist im Vater, und der Vater in dir, du hast unsre selige Taufe gestiftet durch den Namen der heiligen Dreifaltigkeit und durch dieselbe den ewigen Gnadenbund mit uns erneuert; du bist unser rechter Segen, in welchem und durch welchen wir auch im Namen der heiligen Dreieinigkeit gesegnet werden. Wie Moses faget:„ Der Herr segne und behüte dich," das ist, Gott der Vater segne und behüte uns als seine Kinder! Der Herr pair Am Michaelis- oder Engelsfeste. 59 erleuchte sein Angesicht über dich und sei dir gnädig," das ist, Gott der Sohn, der unser Licht und Gnadenstuhl ist, erleuchte uns durch seine Gnade! Der Herr erhebe sein Angesicht über dich, und gebe dir Frieden", das ist, Gott der heilige Geist, in welchem wir Gottes väterliches Angesicht anschauen und des ewigen Friedens genießen, befriedige unsere Herzen! Ach Gott Vater, du ewige Liebe und Barmherzigkeit, du unerschöpflicher Brunnen aller Gütigkeit, ach Gott Sohn, meine ewige Gerechtigkeit, Weisheit, Heiligkeit und Erlösung, mein Licht, mein Heil, mein Leben und Seligkeit! Ach Gott, heiliger Geist, mein einiger und ewiger Trost, Friede, Freude, Stärke und Kraft! Vereinige mich mit dir, besize und bewohne mein Herz, bewahre mich, wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel, segne mich, tröste mich in meiner letzten Noth, nimm meine Seele zu dir, erwecke meinen Leib zur ewigen Freude am jüngsten Tage, und laß mich deine Herrlichkeit ſehen ewiglich. Amen. Am Michaels: oder Engels: Feste. Hem err Zebaoth, du Gott der Heerschaaren! An diesem heutigen Fest erinnere ich mich billig deiner großen Majestät und Herrlichkeit, was für ein gewaltiger Herr du bist, indem tausend mal tausend vor dir stehen, und zehnmal hundert tausend dir dienen und dich anbeten. Ich armer Mensch, was bin ich gegen solche gewaltige Geister? Und dennoch haft du sie gesandt, zum Dienst um Derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Ach was ist doch der Mensch, daß du sein also gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich sein so herzlich annimmst? Du läßst deine Engel sich um die her lagern, die dich fürchten. Ja, selbst den Kindern hast du ihre Engel bestellt, die sie behüten auf allen ihren Wegen, und allezeit dein Angesicht sehen. Der Teufel gehet umher, wie ein brütl 60 Danksagung nach vollbrachtem heil. Feiertage. lender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Deine himmlischen Geister aber wehren seinen listigen Anlauf, und treiben zurück die feurigen Pfeile des Bösewichts. Für solche deine Gnade und Güte sage ich dir Lob und Dank und bitte dich: Laß ferner deine heiligen Wächter sich um uns her lagern und eine feurige Wagenburg um uns schlagen, daß der böse Feind keine Macht an uns finde. Behüte uns auch vor Sünden und Schanden, daß wir die heiligen Engel durch fleischliche Lüfte und gottlose Werke nicht von uns treiben. Laß uns allhier täglich sein in der Gesellschaft der heiligen Engel, damit wir auch dort um und neben ihnen ſein mögen; und endlich laß uns dieselben tragen in Abrahams Schooß. Da wollen wir denn mit ihnen das dreimal Heilig singen, und dich loben und preisen in alle Ewigkeit. Amen. Danksagung nach vollbrachtem heil. Feiertage. Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich, und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde, für und für. Preiset mit mir den Herrn, und laßt uns mit einander seinen Namen erhöhen. Pf. 89. Num un haben wir, Gott Lob, die Feiertage mit Predigthören und anderm Gottesdienst beschlossen. Weil es denn ja ein köstlich) Ding ist, dir, dem Herrn, danken und deinem Namen lobsingen, du Höchster, so wollen wir von deiner uns erzeigten Gnade singen ewiglich, und deine Wahrheit verkündigen mit unserm Munde für und für. Danken wir demnach jetzt, daß du uns die Feiertage über vor allem Uebel des Leibes und der Seele gnädiglich bewahret hast; und sonderlich, daß wir dein heilsames Wort wiederum rein und lauter gehöret in Frieden, und die heiligen Sakramente nach deiner Einsegung und Befehl haben feiern können, und also von Standes- und Berufs- Gebete. 61 dir gesegnet worden sind mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Ach hilf, du heiliger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, daß wir nimmermehr vergessen, was du uns Gutes ge= than hast, vielmehr darüber je länger je mehr nachdenken, und je mehr je mehr reich werden in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß wir an deinem Wort unsere sonderliche Luft haben, und uns Tag und Nacht darin üben, vorsichtig wandeln als die Weisen, und uns nicht stellen, gleich wie vorhin, da wir in Unwissenheit nach den Lüsten lebten, sondern nach dir, der du uns berufen haft und heilig bist, daß wir auch heilig ſeien in unserm Wandel. Hilf, daß wir unsern Wandel, so lange wir hier wallen, mit Furcht und Zittern führen, auf daß wir lauter und unanstößig sind bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in uns zu Lob und Ehre deines heiligen Namens, der du sammt deinem Sohn und dem heiligen Geist lebest und regierest gleicher Gott, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Standes- und Berufs- Gebete. Allgemeines Schul- Gebet. & wig wiger Gott und allerhöchster König, allmächtiger Herr, gerechter Richter, barmherziger Vater! Wir sind ja deiner Hände Werk, deines Reichs Unterthanen, deine in Christo Jesu aufgenommenen Kinder! Darum treten wir hiermit auf deinen Befehl, zu beten, vor dein allerheiligstes Angesicht, und danken dir in tiefster Demuthy 62 Standes- und Berufs- Gebete. muth unserer Seelen für alle Gnade und Liebe, für deine Beschirmung und Fürsorge, Hülfe und Erbarmung, welche du Tag und Nacht für uns bisher getragen hast. Ja, wir loben und preisen dich für deine große Langmuth, daß du uns nicht vergolten hast nach unserm Verdienst, sondern angeſehen Jesum Christum, der gerecht und die Versöhnung ist für unsere Sünde. In dessen Namen bitten wir dich auch nun von Herzen, du wollest uns schwachen Menschen alle Missethat vergeben, uns ferner mit Geduld tragen, durch deinen heiligen Geist zu allem Guten kräftig regieren, deinen göttlichen Willen besser erkennen und fleißiger vollbringen lassen, mit seligem Glauben und christlichem Wandel täglich stärken, zur Liebe gegen Gott und den Nächsten vollbereiten, und ohne alle Heuchelei vor dir lassen erfunden werden. Und weil unsere Auferziehung zur Ausbreitung deines heiligen Namens, zu des Vaterlandes und zu unserer eigenen Wohlfahrt gedeihen soll, so verleihe uns gute Gesundheit, ein fähiges Gemüthe, ein gehorsames Herz, daß wir in Erkenntniß deiner seligmachenden Lehre, wie auch in Erlernung nüßlicher Sprachen und Wissenschaften, mehr und mehr können zunehmen. Erhalte unsere Eltern und die an deren Statt unsere Vorgesetzten sind, bei langem und glückseligem Leben; segne unserer Lehrer Geschicklichkeit und Fleiß, verbinde sie zu einträchtigem Willen, auf unser Bestes zu denken. Stärke ihre Leibes-, Gemüths- und Seelenkräfte, an uns zu arbeiten, und vergilt ihre Treue nicht nur mit zeitlichem Glücke, sondern auch mit ewiger Herrlichkeit nach deiner Gnade. Laß dir zu Gnaden befohlen sein die Obrigkeit des Vaterlandes und auch dieser Gemeinde. Segne sie Alle in ihrem Beruf, und bewahre Stadt und Land vor Krieg und Pest, vor Theuerung und Hunger, vor Feuers- und Wassersnoth und andern Unglücksfällen. Selbstbetrachtung und Gebet zc. 63 Abba, lieber Vater, erhöre uns, als deine Kinder, bedenke uns als deine künftigen Werkzeuge, versorge uns Alle, wie nach unserer geistlichen und leiblichen Nothdurft, also nach deiner Allmacht, Gnade und Weisheit, um Jesu Christi willen. Dessen Zukunft laß uns mit bußfertigem Herzen erwarten, unsere Wege unsträflich gehen, und endlich hilf durch einen sanften Tod uns aus aller Noth. Amen. Selbstbetrachtung und Gebet einer schwange: ren Frau. Gütigster und liebreichster Vater im Himmel! Dn haſt durch deinen Diener Paulus gesprochen:„ Sorget nicht, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten und Gebet mit Dankſagung kund werden vor Gott." Ich hätte jezt auch Ursache, in diesen meinen Leibes- Umständen viel zu sorgen, wenn ich nicht dieses, dein Wort, vor mir hätte; ich will aber lieber, deinem Befehl zufolge, mein Gebet zu dir schicken, und, anstatt zu sorgen, an deine gütige Vorsehung denken. Ich muß dir vor Allem billig danken für diesen groBen Segen, den du mir bescheerest, indem du mich mit einer Leibesfrucht begabet hast. Denn Kinder sind eine Gabe des Höchsten, und Leibesfrucht ist sein Geschenk. Ja, wie sehr soll sich mein Herz von Dank und Liebe gegen dich erheben, so ich daran gedenke, daß ich ein unsterbliches und zur ewigen Seligkeit bestimmtes Kind unter meinem Herzen trage. Was für ein großes Glück und was für hohe Würde und Ehre soll es nicht in meinen Augen sein, Mutter eines solchen unsterblichen Kindes zu werden. Ich wäre eines solchen Glücks und einer solchen Ehre nicht werth, deren du mich würdigest, wenn ich es nicht mit dem eifrigsten Dank auch erkännte und hochschäßte. Nein, eines solchen Undanks will ich mich nicht schuldig machen. Ich danke dir, o mein Gott, und 64 Selbstbetrachtung und Gebet c. wünsche nur, dir würdig und ernstlich genug danken zu können. Ja, lehre mich selbst, ein Geschenk, welches so theuer ist, recht zu schätzen und dir täglich dafür zu danken. Aber, o mein Gott, wie viel Sorge müßten mir meine jetzigen Umstände machen, wenn ich nicht Zuflucht zu dir nehmen könnte! Wie vielen Unfällen und Gefahren ist nicht die Frucht in einem Leibe, wie der meinige ist, ausgesetzet, und wie Vieles mag mir selbst bevorstehen, da ich von dem Geschlecht bin, dessen erster Mutter du auferlegt hast, mit Schmerzen Kinder zu gebären. Aber ich verehre deine gerechte Ordnung; du willst mich dadurch demüthigen und erinnern, daß ich dir desto inbrünstiger dieſe Frucht meines Leibes befehle. O, so bewahre denn du, der du mit Recht Vater genannt wirst über Alles, was Kinder heißet im Himmel und auf Erden, diese mir so theure Gabe; laß fie unter meinem Herzen so lange wohl verwahret und genähret werden, bis du mich zu einer Mutter machest, die mit einem von ihr gebornen Kinde Freude hat. Laß alle die Nahrung, die du mir bescheerest, von mun an meinem Kinde gesegnet sein, und gib, daß ich sorgfältig und gewissenhaft Allem ausweiche, was der Frucht meines Leibes schädlich sein könnte! Denn von jetzt an habe ich nicht nur für mich selbst, sondern für das, was unter meinem Herzen ist, zugleich zu sorgen. Vor Allem aber segne und heilige mein Kind, reinige dasselbe, o du mein Heiland und Erlöser, mit deinem Blute von aller Sünde, laß es nicht entgelten, daß es von einer sündhaften Mutter empfangen worden. Für mich selber bitte idy dich, barmherziger Vater, daß du mir die nun angehenden Mutterpflichten recht ins Herz legest, nicht nur für die Gr haltung des Lebens, sondern noch vielmehr für das ewige Wohl meines Kindes, für seine unsterbliche Seele zu for= gen, so viel in meinem Vermögen steht, als die ich weiß, daß ich dereinst Rechenschaft davon ablegen muß. Gebet der Eltern für ihre Kinder. 65 114 Habe Dank, meines Kindes Schöpfer, und auch mein Schöpfer, daß du mir diese meine neuen und großen Pflichten durch die natürliche Anmuth und unauslöschlichste Liebe so sehr erleichtert hast. Gib mir aber auch dabei zu erkennen, daß diese bloß natürliche Liebe nicht genug sei, sondern wohl gar böse und schädlich werden könne, wenn sie nicht nach deinem Willen, durch die Vermunft und das Wort Gottes geleitet wird. Laß, o Gott, dieses mein Kind dir befohlen und auf ewig übergeben ſein, und nimm es zu einem Miterben Christi auf. Laß dies meine tägliche Bitte sein. Und weil du nach deiner gerechten, weisen Verordnung beschlossen hast, daß der Stand, in welchem ich mich befinde, mit allerlei Plagen und Beschwerden verknüpft sein soll, aber auch den tröstlichen Ausspruch gethan haft, daß unser Geschlecht beim Kinder- Gebären selig werden könne, so bitte ich dich um einen standhaften Muth und einen unerschütterlichen Glauben, um Geduld in allen Zufällen, daß ich mich von jetzt an auf die wichtige Stunde der künftigen Geburt meines Kindes vorbereite, damit ich nicht nur durch Standhaftigkeit und Unerschrockenheit derselben, so viel in meinen Kräften ist, förderlich sei, sondern mich auch mit gelassenem Muth in Alles schicke, was du, Gott, über mich beschlossen, ja daß ich auch dabei meinen oder meines Kindes Tod erfahren könnte. O Gott, bereite du mich täglich zu einem seligen Ende, und laß mir jeden Tag theuer und werth sein. Schenke mir deinen Geist dazu. Amen. un 1700 me Gebet der Eltern für ihre Kinder. Ad getreuer, lieber Gott und Bater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, ich danke dir von Herzen für die Kinder, die du mir durch deinen Segen gegeben 5 66 Gebet der Eltern für ihre Kinder. haft, und bitte dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen denen, die dich darum bitten: begnadige auch meine Kinder mit deinem heiligen Geist, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche ist der Weisheit Anfang und die rechte Klugheit, also daß, wer darnach thut, dessen Lob bleibt ewiglich. Beselige sie auch mit deiner wahren Erkenntniß, behüte sie vor aller Abgötterei und falschen Lehre, daß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gib ihnen ein gläubiges, gehorsames, demüthiges Herz, auch die rechte Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen, an Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Worts, daß sie andächtig im Gebet und Gottesdienst sind, ehrerbietig gegen die Diener des Worts, und gegen Jedermann aufrichtig in ihrem Thun, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, wahrhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtung ihres Berufs und Amts, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmüthig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Aergernissen dieser Welt, daß sie nicht verführet werden durch böse Gesellschaft. Laß sie nicht in Schlemmen und Unzucht gerathen, daß sie sich ihr Leben nicht selbst verkürzen, auch Andere nicht beleidigen. Sei ihr Schutz in aller Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß mich ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen größer werde, daß sie einst auch im Himmel dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. no Fromme Kinder für ihre Eltern. 67 Fromme Kinder für ihre Eltern. Ach gnädiger, barmherziger Gott, lieber Vater, der du bist der rechte Vater über Alles, das Kinder heißt, im Himmel und auf Erden, ich danke dir herzlich, daß du mir meine lieben Eltern, Vater und Mutter, gegeben, und bis daher in guter Gesundheit und Wohlstand erhalten hast. Dir ſei Lob, Ehre und Dank für diese deine große Wohlthat! Ich bitte dich, du wollest mir meinen Ungehorsam, womit ich mich gegen meine lieben Eltern oft verfündiget habe, aus Gnaden vergeben, und die Strafe von mir abwenden, die du in dem vierten Gebot drohest; gib mir aber ein gehorsames und dankbares Herz gegen sie, daß ich sie ehre, fürchte, liebe, mit meinem Gehorsam und deiner göttlichen Furcht erfreue, daß ich fie für Gottes Ordnung erkenne, und ihre väterliche wohlmeinende Strafe geduldig annehme. Lehre mich auch bedenken, mit was für großer Mühe und Arbeit sie mich erzogen haben. Laß mich dieselben wieder ehren mit Ges horsam, Liebe, Demuth, Furcht in Worten und Werken, auf daß ich den Segen und nicht den Fluch ererbe. Laß das Beiſpiel des Gehorsams meines Herrn Jesu Christi immer vor meinen Augen stehen, welcher dir, seinem himmlischen Vater, ist gehorsam gewesen bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Gib mir den Gehorsam Isaaks, und die Furcht Jakobs, und die Zucht Josephs, und gib meinen lieben Eltern den Glauben Abrahams, und den Segen Isaaks, und den Schutz Jakobs, und die Glückseligkeit Josephs. Laß sie in einem feinen ruhigen Leben, in Frieden und Einigkeit alt werden. Lindre ihnen ihr Kreuz, und hilf es ihnen tragen, erhöre ihr Gebet, und behüte sie vor allem' Uebel des Leibes und der Seele. Und wenn ihre Zeit vorhanden ist, so laß sie sanft und still einschlafen, und nimm sie zu dir in das ewige Vaterland, durch Jesum Christum. Amen. 5* 68 Gebet einer Waise. Gebet einer alten Person. soil Gebet einer Waise. Allmächtiger Herr und Gott, der du dich in deinem Wort einen Erlöser der Waisen nennen läßt, und ihnen Recht zu schaffen alles Ernstes befohlen, hingegen auf keinerlei Weise sie zu beleidigen, bei Vermeidung deines schrecklichen Zorns, verboten hast. Mein lieber Vater und meine liebe Mutter haben mich verlassen, indem sie durch den zeitlichen Tod, wie alle Welt, dahin gegangen. Darum laß mich dir, o himmlischer Vater, befohlen sein und bei dir Gnade finden. Nimm mich auf, lieber Herr, und versorge mich mit leiblicher Nothdurft. Hilf, daß meine Vormünder, Pfleger und Träger sich meiner treulich annehmen, und mich in deiner Furcht und Zucht zu allem Guten auferziehen, ich auch ihren guten Rath und väterliche Strafe gehorsamlich annehme, und vor aller Schande, Laster und Schaden behütet werde. Laß mich auch Gnade finden bei der Obrigkeit, und in allen Begebnissen rechtmäßigen Schuß erlangen. Dir, o Herr, ergebe ich mich, verlaß mich nimmermehr, um Jeſu Christi willen. Amen. Gebet einer alten Person. Her err Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, du läsfest die Menschen sterben, und sprichst: Kommet wieder, ihr Menschenkinder. Vor dir sind tausend Jahr, wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Dein Zorn machet, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir plößlich dahin müssen. Nun bin ich, dieſem letzten Weltlauf nach, alt und betagt und grau geworden. Mein Gedächtniß, Gesicht, Gehör und andere Sinne nehmen von Tag zu Tag ab. Meine Lebenskräfte vergehen, auch mein Verstand nimmt ab. Ich gehe krumm und sehr gebückt, meine Tage sind dahin, Gebet einer alten Person. 69 wie ein Schatten, und ich verdorre, wie Gras. Die bösen Tage, die mir nicht gefallen, sind herbeigekommen, und ist nun an dem, daß ich meine Hülle bald ablegen, und mein Leib zu Erde werden muß, wovon er genommen ist. Verwirf mich nicht, gütiger Bater, in diesem meinem hohen Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. Erhalte mich auf dem Wege der Gerechtigkeit, daß meine grauen Haare mein Schmuck und eine Krone der Ehre seien. Es ist genug, Herr! So nimm nun meine Seele von mir, ich bin nicht besser, als meine Väter. Spanne mich einstens aus, lieber Herr, ich habe mich müde gezogen, denn all mein Leben ist bis auf diese Stunde nichts als Mühe und Arbeit gewesen. Will denn nicht ein Ende haben dies mein elendes Leben und von mir lassen, daß ich einmal erquicket würde und zur Ruhe komme? O Tod, wie wohl thust du dem Dürftigen, der da schwach und alt ist, der in allen Sorgen stecket und nichts Besseres zu hoffen, noch zu erwarten hat! O Herr Jesu, ich habe Lust abzuscheiden und bei dir zu sein. Ach, wann werde ich dahin kommen, daß ich dein Antlitz schaue in Gerechtigkeit! Nun, Herr, laß deinen Diener( Dienerin) in Frieden fahren, weil ich mit den Augen meines Glanbens dich, den Welt- Heiland, gesehen habe. Du wirst es ja thun, der du gesaget haft: Ich will euch trägen bis ins Alter, und bis ihr grau werdet, ich will heben, tragen und erretten. D du Fürst des Lebens, der du mich ge= liebet und dich selbst für mich dahin gegeben hast, laß mich am jüngsten Tage nicht zur Schmach, sondern zum ewigen Leben auferstehen! Das bitte ich um deines bittern Todes und Auferstehung willen. Amen. line dan 150 1 Rois chim artis induit stopropsd sain the as sucht stur 70 Morgengebet eines Beichtenden. 2010 Buß- und Beicht- Gebete. 9 Sigr mon Morgengebet eines Beichtenden. dis Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir! Herr, höre meine Stimme! Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! So du willst Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen. ott Lob, ich lebe noch. Er, mein himmlischer Vater, hat mich nicht in meinen Sünden sterben lassen, sondern das Leben bis auf diesen Tag des Heils gefristet. Wo ich hinsehe, erblicke ich ihn, den Gott der Liebe, ihn, den Vater voller Barmherzigkeit. Er hat mich in der vergangenen Nacht vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich bewahret. Er hat Leben und Wohlthat an mir gethan, und durch seine Kraft bin ich gesund von meinem Lager aufgestanden. Dank, tausendmal Dank sei ihm für diese Gnade. Ach lieber himmlischer Vater, erbarme dich ferner über mich und über die Meinigen! Laß besonders dieſen heutigen Tag einen Tag des Segens für meine unsterbliche Seele werden, und ermuntere mich durch deine mir so oft erzeigte Gnade zu einem festen Vertrauen auf dich. Gib, daß ich in Betrachtung derselben getrost meine Augen zu dir aufheben und vor dir mein ganzes Herz ausschütten möge. Aber gib auch, daß ich Gnade vor dir finde, wenn ich sie bußfertig suche, und verstoße mich, dein fehlerhaftes Kind, nicht von deinem Angesicht. Ich will heute meine Andacht halten. Gib, o Herr, daß ich deshalb Alles recht ernstlich und nachdrücklich überlege, was zu meinem Besten dient, so daß fromme Empfindungen und Gesinnungen dadurch in meinem Herzen mögen erweckt und unterhalten werden. Mache mich daher zu einem so wichtigen Geschäfte recht tüchtig und bereit. Du weißt, wie unvermögend ich bin, mich selbst zu bekehren, und wie schwer es hält, seine begangenen Sünden zu erforschen. Morgengebet eines Beichtenden. 71 Das menschliche Herz ist troßig und betrügerisch, wer mag es ergründen? Bekehre du mich also, Herr, so werde ich bekehrt. Erinnere mich selbst an meine Vergehungen, und laß mich von ganzem Herzen darüber betrübt werden, daß ich noch so sehr fehlerhaft bin, daß ich noch so wenig Ernst anwende, den Befehlen meines Heilandes über Alles zu gehorchen, der doch so viel an meiner armen Seele gethan hat. Laß mich aber auch nicht bei meinem sündigen Zustande untröstlich sein, in Erwägung, daß du ein unendlich barmherziger Gott bist, der auch dem größten Sünder wirklich Alles zu verzeihen versprochen hat, wenn er nur frömmer zu werden sich möglichst befleißigt. Gib, daß ich vor dem Beichtstuhl mit einem zerknirschten und zerschlagenen Geiste erscheine, und lege deinem Diener solche Worte in den Mund, die mein Herz rühren, mich vor dir, o Gott, demüthigen und ein gläubiges Zutrauen auf das Verdienst Jesu, deines Sohnes, in mir erwecken. Schenke mir wahre Andacht zu meinem Beten, Gnade und Segen zu meiner Beichte. Wende Alles ab, was mich heute stören und mich in meinen so heiligen Geschäften beunruhigen könnte. Nimm dich auch aller Derer an, die mit mir das Abendmahl deines Sohnes Jesu Christi genießen werden. Ach daß sie Alle bußfertig und gläubig vor dir erschienen, so würde Freude sein über so viele arme Sünder, die Buße thun! Nun, Herr mein Gott, ich habe heute viele Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen sollen meine Seele erfreuen. Mein Herz ist in Aengsten, aber ich will zu dir beten. Sei getrost, meine Seele, will ich mir selbst zurufen, gehe nur hin, dein guter Hirte Jesus Christus wartet schon mit Verlangen auf dich. Fange es nur recht an, seine Freude ist's, wenn auf Erden ein Verirrter wiederkehrt. Er will, daß aus seiner Heerde Keiner verloren werde. In solchem festen Vertrauen beschließe 72 Um wahre Buße und Bekehrung. ich dieses mein Morgengebet. Erhöre es, lieber Gott, um Jesu, deines lieben Sohnes willen. Amen. dat him an Um wahre Buße und Bekehrung. llmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, du weißst ja, daß des Menschen Thun nicht steht in ſeiner Gewalt, wie er möge und könne wandeln und seinen Gang richten. Wir sind auch nicht tüchtig von uns selber, als von uns selbst etwas zu denken, sondern daß wir tüchtig sind, ist von dir, Herr, du getreuer Gott! Insonderheit aber ist die Buße nicht ein Werk unseres sündlichen Fleisches und Blutes, sondern es ist dein Werk. Du mußt uns bekehren, wenn wir sollen zu dir bekehrt werden und Buße thun. Deswegen komme ich jetzt auch zu dir mit diesem meinem demüthigen Gebet. O frommer Gott! Du hast mir den Willen gegeben, so gib mir doch auch das Vollbringen! Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir deinen heiligen Geist, laß ihn in mir kräftig wirken rechtschaffene Erkenntniß der Sünden und erleuchtete Augen meines Verständnisses, daß ich erkennen möge die Größe meiner vielfältigen Sünden, wie deinen Zorn, den du drohest den Sündern, unerträglich, und wie dagegen deine Barmherzigkeit, die du verheißest denen, so wahre Buße thun, unermeßlich und unaussprechlich groß sei; gleichwie du Solches durch deinen heiligen Geist gewirkt haft in Manassa, in Petrus, Maria Magdalena, dem Zöllner, der an seine Brust schlug und sprach: Gott sei mir armen Sünder gnädig! Ein solches bußfertiges Herz gib auch mir. O getreuer Gott, wirke in mir wahre Neue wegen meiner begangenen Sünden, daß ich anfange, mit Petrus und Maria Magdalena bitterlich zu weinen, und mit Manassa herzlich zu seufzen: Ach Herr, ich habe gesündigt, ja ich habe gesündigt! und mit dem Zöllner im Tempel: Ach Gott, sei mir armen Um wahre Buße und Erkenntniß der Sünden. 73 Sünder gnädig! Denn du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe ewiglich. Um dieser deiner hochtheuren Verheißung und Zusage willen, erhöre dies mein Gebet gnädiglich! Ach du barmherziger und getreuer Gott und Vater, erhöre mich und sei mir gnädig! Amen. Jesu, nimm mich Sünder an! Bin ich schon von dir gewichen, ist gleich manche Zeit verstrichen, daß ich wenig Guts gethan, ach so komm ich heute wieder, falle vor dir gläubig nieder, schreie, was ich schreien kann: Jesu, nimm mich Sünder an! Um wahre Buße und Erkenntniß der Sünden. du heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und klage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es sein sollte. Ach Herr, du stellst unsere anerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht; gib mir die Größe und mannigfaltigkeit meiner Sünden zu erkennen, und stelle sie mir in diesem Leben vor Augen, daß sie nicht am jüngsten Tage mir vor Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden müsse. Ach Herr, du siehst und weißst meines Herzens Härte, die mir angeboren ist. Nimm dieselbe weg von mir und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünden innerlich bereuen möge. Herr Jesu Christ, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes vergossen hast, daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dies dein theures Blut und heiliges Leiden an mir nicht verloren sein. Du trener Lehrer haft in den Tagen deines Fleisches gerufen: Thut Buße! Du wollest auch kräftiglich in mein Herz rufen: Thue Buße und bereue deine Sünde! Du stehst vor der Thür meines Herzens und klopfst an. Ach gib Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Thür aufthue. O du heiliger 74 Prüfung und Erkenntniß der Sünden.nl Geist, gib mir wahre Reue und Leid über meine Sünde. O du ewiges Licht, erleuchte mein finstres Herz, daß ich in deinem Licht die Finsterniß meiner Sünden erkenne, und sie herzlich bereuen möge. Amen. di Jesus nimmt die Sünder an! Süßes Wort, das mich erquicken und in Ruhe setzen kann. Wenn mich meine Sünden drücken, so gedenkt die Seele dran, Jesus nimmt die Sünder an. Prüfung und Erkenntniß der Sünden. Sünder, ach, wach auf von Sünden, Willst du noch Genade finden! Mei Ach denke eine Seele, dein Gott, hat dich erweckt, daß du gesonnen bist, dich der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi theilhaft zu machen. doch nicht, daß es eine so leichte Sache sei. Ich bin ein Sünder, so haben meine Untugenden mich und meinen Gott von einander geschieden, und ohne ernstliche Buße darf ich mich nimmermehr zu ihm nahen, oder ich würde mich selbst ins Gericht und in die Verdammniß stürzen. Ich kann mir selbst nicht heucheln, noch mein Thun vor Gott schmücken. Mein Gewissen überzeugt mich, daß ich unrecht gewandelt, und die Werke der Finsterniß mehr als die Werke des Lichts geliebt habe. Sollte ich nun ohne Erkenntniß der Sünden vor den Sündentilger treten oder mit frecher Sicherheit zu seinem Tische kommen und mit unreinem Herzen die allerheiligsten Gaben empfangen? Gehe nur in dich und betrachte deine unselige Gestalt in dem Spiegel des göttlichen Gesetzes! Ach Gott, ich muß vor mir selbst erschrecken, wenn ich bedenke, wie oft ich dich, meinen liebreichen Vater, wissentlich beleidigt, wie oft ich Jesum, meinen Heiland, durch muthwillige Sünden von Neuem gefreuzigt, wie oft ich den heiligen Geist, meinen Tröster, vorsätzlich betrübt und aus dem Herzen hinausgestoßen habe! Die Engel, welche mich begleiten, habe ich durch einen unheiligen Wandel traurig gemacht, Prüfung und Erkenntniß der Sünden. 75 und dagegen dem Teufel, dem Mörder meiner Seele, durch die Werke des Fleisches ein Lachen zugerichtet. Dem Nächsten, dem ich ein Vorbild in der Gottseligkeit habe sein sollen, bin ich ein Aergerniß, und mir selbst ein Feind der Seligkeit gewesen. Ich habe wohl eher, wie die Thoren, in meinem Herzen gesprochen, es sei tein Gott. Und so ich es ja nicht mit dem Mund bekennet, so habe ich ihn dennoch mit den Werken verleugnet. An der Welt, und was in der Welt ist, der Augen Lust und des Fleisches Lust und hoffärtigem Leben habe ich meine Lust, aber an dem, welches in dir meines Herzens Freude und mein Trost hätte sein sollen, einen Ekel und Ueberdruß gehabt. Wo ist die kindliche Furcht, die ich deinem Namen, wo ist die Ehre, die ich deinem Worte und Dienste schuldig bin? Ach, mein Mund schämt sich, die Sünden zu nennen, derer mich deine Gebote überzeugen! Und doch habe ich mich nicht gescheut, dieselben nicht allemal heimlich, sondern wohl öffentlich zu begehen. Wo ich mich hinwende, schreit mein Gewissen mich an: Verflucht ist, wer nicht alle Worte des göttlichen Gesetzes erfüllt, daß er danach thue. Ach, wo soll ich hingehen vor deinem Geiste, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Ueberall wird mich dein Gericht verfolgen, und die Hölle sich wider mich aufthun! Ach, daß meine Augen zu Thränenquellen würden, und mein Herz Blut weinen könnte! Achy Gott, bin ich gleich nicht werth, daß du mich hörest, so höre doch nur dein Wort, welches du geredet und geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Sünders. Bin ich unwürdig, daß du mich ansiehest, so siehe doch nur Jesum Christum an, und erbarme dich meiner um seinetwillen. Zerknirsche und zerschlage mir mein Herz, daß ich zu wahrer Erkenntniß der Sünden, durch die Erkenntniß zu ernſtlicher Reue, nach der Reue zu getrostem Glauben und 76 and Um Vergebung der Sünden. zu rechtschaffener Lebens- Besserung gelange! So wahr, als ich gestehen muß, daß ich ein großer Sünder bin, so wahr wirst du ja auch dies theuer- werthe Wort an mir bleiben lassen, daß Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Nun, meine Bekehrung steht nicht in meiner Macht, darum suche ich sie in deiner überschwenglichen Gnade. Bekehre du mich, so werde ich bekehrt! Erneure mich am Geist meines Gemüthes, verändre mein Herz, heilige meine Seele, zerreiß alle Stricke der Eitelkeit, die mich von dir ziehen, und tödte in mir alle Begierden, die mich an einem neuen Leben verhindern wollen. Du, lieber Gott, ich verlaſſe mich auf dich, kannst du mich wohl verlassen? Ich falle dir in deine Arme, kannst du mich wohl verstoßen und verwerfen von deinem Angesicht? Mein Herz sagt mir's, daß dir dein Herz bricht und du dich meiner erbarmen mußst. So sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr thut dir Gutes. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, und noch weiter thun wird! Amen. Halleluja! OUT Um Vergebung der Sünden. Het err, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen". Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube fest, ich werde nicht hinausgestoßen werden; ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Gs drückt und beschwert mich der Sünden Last, welche ich in demüthigster Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach, Bater, ich habe gesündigt in dem Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Ach, wie oft habe ich dich beleidigt und zum Zorn gereizt. Ich mag nicht alle meine Sünde erzählen; es reuet mich, daß ich sie begangen habe, ich scheue mich, viel Worte davon zu machen. Dies Gebet zur Beichte. thank Eine sage ich, Herr, ich bekenne es gern, daß ich viele und große Strafen verdient habe, welche ich mit meinen Kräften nicht kann abwenden. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit Freuden zu deinem Gnadenstuhl und begehre Gnade demüthig. Erlaß mir, Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen; du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Gehe nicht, ach, gehe nicht mit deinem Knecht( deiner Magd) in's Gericht! Rechne mir die Sünde nicht zu, die ich entweder aus Vorsatz, oder aus Irrthum und Unwissenheit begangen. Siehe an das Blut deines Sohnes: dasselbe ist vergoffen für die Sünde der Welt; ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach, Herr, du hast mich geſchlagen, verbinde mich; du hast mich zer= rissen, heile mich. Gib mir Glauben mit Beständigkeit, daß ich ein würdiger Gast sei an deinem Tische und zunehme in der Gottseligkeit. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Bewege das Herz zur Gottesfurcht, die Ohren zum fleißigen Aufmerken auf dein Wort, die Zunge zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleihe Frieden daheim und öffentlich, wende ab die Aergerniſse, behüte die Meinen, und regiere all unser Thun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre diesen Seufzer, o mein Gott, ja er= höre ihn, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. Hier steht, Jesu, nun der Sünder, arm, blind, elend, nackt und bloß, zähl' ihn unter deine Kinder, mache deine Gnade groß, daß er frendig sprechen kann: Sesus nimmt die Sünder an. UPST790 dun Gebet zur Beichte. ütigster erbarmender Heiland, mein Herr und mein Gott, durch dein Verdienst allein findet meine Seele CA Andächt. Seufzer vor der Beichte. Begnadigung zur Vergebung der Sünden, zur Heiligung des Gewissens, zur Hoffnung des ewigen Lebens. Ich komme demüthig und bete dich als meinen Heiland an. O laß meine Seele auch deiner Gnade theilhaft werden. Mache mein Herz empfänglich deiner Gnade, erleuchte und stärke mich im Glauben an deinen Namen, erfülle mich mit heiligen Rührungen zum würdigen Genuß des heiligen Abendmahls. Laß mich nimmermehr von deiner Gemeinschaft getrennt werden, keine böse Welt, keine Reizung von Fleisch und Blut reiße mich jemals dahin, daß ich dich und dein Wort aus den Augen seßen sollte. Es soll stets meine Freude sein, daß ich mich zu dir halte. Bleibe du im Leben, Leiden und Sterben mein ewiger Trost. Ich übergebe mich dir auf's Neue zu deinem Eigenthum. Deine Gnade, o Sohn Gottes, deine Liebe, o himmlischer Vater, und deine Gemeinschaft, o heiliger Geist, sei und bleibe mit mir. Amen. 78 Andächtiger Seufzer vor der Beichte. H err Gott, Vater, lehre meine Zunge andächtig beichten! Herr Jesu Christ, regiere die Zunge deines Dieners, mich kräftiglich zu trösten! Herr Gott, heiliger Geist, eröffne beide, Herz und Ohren, meinem Beichtvater, die Beichte mit Sanftmuth zu vernehmen, und daß mir die Lossprechung von Sünden durch den Glauben ins Herz möge dringen. Herr, hilf! Herr, laß wohl gelingen! Amen. Seufzer bei Verkündigung der Lossprechung von Sünden. D mein Herr Jesu, laß diese Worte sich tief in mein Herz senken, daß ich mich derselben in Kreuz und Verfolgung, in Noth und Tod getrösten, und mich auf meinen barmherzigen und gnädigen Gott allezeit verlassen möge. Amen. Amen. Daufsagung nach der Beichte. Danksagung nach der Beichte. allmächtiger, gnädiger Gott, barmherziger Vater, ich sage dir von Grund meines Herzens Lob, Ehre und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so väterlich haft erzeigt, indem du mich armen Sünder abermals zu Gnaden angenommen, und mir jetzt durch die Lossprechung alle meine Sünden verziehen und vergeben, und mir das ewige Leben aufs Neue wieder zugesagt und versprochen hast, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Ich bitte dich herzlich, du wollest mich in solcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich dieser jetzt empfangenen gnadenreichen Vergebung fest glaube, und mich derselben nicht allein jetzt, sondern auch allezeit in meinem ganzen Leben annehme, und in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit trösten, und mich also auch alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe auch, daß ich der Sünde je länger, desto feinder werde, mich davor fieißig hüte und meinem Fleisch nicht mehr den Willen lasse zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein starkes Gebet widerstehen, mein ganzes Leben nach deinem Willen einrichten und führen möge. Wenn ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine große Schwachheit mit tiefen Seufzern immerdar bekenne, so wollest du durch dein starkes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden helfen, Alles um und durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen. 79 tin Danksagung nach der Lossprechung. armherziger Gott und Vater, ich danke dir herzlich, daß du mir deine reiche Gnade abermals haft widerfahren lassen, meine Sünde vertilgt und von mir ge= nommen. Hilf, daß ich diese empfangene Vergebung von 80 Seufzer um Besserung des Lebens. Herzen glaube, und mich zu dir, um deines lieben Sohnes willen, alles Guten versehen möge. Verleihe mir auch, daß ich hinfort der Sünde von Herzen feind werde, mich vor derselben treulich vorsehe, und sie wie eine Schlange und giftige Otter meide. Daß ich auch meinem Fleisch und Blut den Willen nicht lasse, sondern es freuzige ſammt seinen Lüsten und Begierden, auch ihm mit starkem Glauben und Gebet widerstehe, auch mein Leben nach deinem Willen gänzlich richte. Und weil ich zu solchem Werk sehr schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit herzlichem Seufzen bekenne, so wollest du mir mit deinem heiligen Geiste mächtig beistehen, und in mir alle Anreizung zur Sünde dämpfen und überwinden helfen. Auch wo ich, vom Fleisch und Blut übereilet, mich etwa aufs Neue an dir versündigen möchte, so hilf, daß ich mich alsbald mit herzlicher Buße und Reue wieder aufmache und deine Gnade von Herzen suche, bis ich einmal aus dieser argen, bösen Welt von meinem sündlichen Fleische durch den zeitlichen Tod selig entledigt, dir mit allen heiligen Engeln und Auserwählten in ewiger Herrlichkeit dienen möge. Amen. esimit ann Hotabi a Seufzer um Besserung des Lebens. Zu Gott dem Vater. Gott, ich habe dir zugesagt, frömmer zu werden; hilf du mir es vollenden. Gib mir das Wollen und Vollbringen, gib mir deinen heiligen Geist, der mich meiner Zusage täglich erinnere und zum gottseligen Leben antreibe. Laß alle Sündenlust, alle üppige Liebe und verkehrte Gedanken, und Alles, was sündlich ist, in mir absterben, und hilf, daß ich mein Leben lang an deiner Huld und Gnade mich erfreue, an deiner Liebe mich sättige, an deiner Treue mich halte, nach deinem Worte mich richte, durch deine Gnade christlich lebe, geduldig Abendgebet eines Beichtenden. 81 leide, und durch des Herrn Jesu theures Verdienst ſelig sterbe und freudig in den Himmel eingehe. Amen. Zu Gott, dem Sohne. Ach, Herr Jesu, ändere die hartsinnige Art meines verderbten Herzens, daß es gebessert werde und hinfort Lust gewinne, dir zu dienen und dich nach deinen Geboten zu ehren. Hilf auch, o Herr Jesu, daß ich Alles, so viel immer möglich, verrichte, was du mir befohlen hast, und dich und deinen heiligen Willen mehr liebe, als die ganze Welt, und daß ich endlich gelange zu der gewünschten Ewigkeit, da ich in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit dir ohne Unterlaß diene und endlich aus Gnaden selig werde. Amen. Zu Gott, dem heiligen Geiste. D Herr Gott, heiliger Geist, leite, bewahre und führe mich auf ebner Bahn, bewahre mich vor allen Sünden und Lastern, damit ich mich nicht aufs Neue in Gottes Ungnade und Zorn stecke, und mir also zeitliches und ewiges Unheil auf meinen Leib und Seele müthwillig ziehe, und mich an dem Leibe und Blute meines Herrn Jesu Christi nicht selber schuldig mache. Ach Herr, Heiliger, guter Geist, erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten, hilf mir aber zur ewigen Seligkeit. Amen. Abendgebet eines Beichtenden. Gelobet ſei Gott, und der Vater unsers Herrn Jeſu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und der Gott alles Trostes, der mich mit seiner Gnade wiederum reichlich erquickt. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. D, wie kann ich dich genugsam preiſen 6 82 Abendgebet eines Beichtenden. und deinen Namen erhöhen! Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erläßt die Misse= that, der seinen Zorn nicht ewiglich behält, der barmherzig ist und sich meiner wieder erbarmt hat, meine Missethat gedämpft und alle meine Sünde in die Tiefe des Meeres geworfen. D, wie ist die Barmherzigkeit des Herrn so groß und läßt sich gnädig finden denen, die sich von ganzem Herzen zu ihm bekehren. D, wie beglückt kann ich diesen Tag beschließen, da der Herr meine Buße in Gnaden angenommen, meine Seufzer erhört und mich vom ewigen Verderben errettet hat. Welch ein tröstlich Wort habe ich heute in der Lossprechung gehört. Der Herr hat deine Sünde wegge= nommen, du wirst nicht sterben! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen. Sei demnach gepriesen für diese Gnade und alle anderen Wohlthaten, die du mir heute an Seele und Leib erwiesen hast. Der Herr hat Großes an mir gethan; deß bin ich fröhlich. Laß mich aber auch, o mein Gott, bei dem Andenken dieser deiner Erbarmung stets derjenigen Worte zugleich eingedenk sein: Siehe zu, du bist gesund geworden; aber fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Aergeres widerfahre. Verleihe mir durch die Kraft deiner göttlichen Gnade, daß ich mein Versprechen, das ich dir heute in der Beichte' angelobt, auch wirklich ins Werk richte, damit ich täglich mehr und mehr der Sünde absterben und der Gerechtigkeit leben möge. Laß mich nicht mehr der Sünde und den Lüsten des Fleisches dienen, denn das Ende derselben ist die Verdammniß; sondern gib, daß ich meinem Erlöser dienen möge, die ganze Zeit meines Lebens in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Die Nacht ist nun hereingebrochen, da ich mich zur Ruhe niederlegen ſoll. O wie ruhig kann ich nun schlafen gehen! Ich liege und Morgensegen eines Abendmahls- Genosſen. 83 schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, allein hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ich bin mit dir durch das Blut deines Sohnes versöhnt, so daß keine Schuld und Verdammniß mehr an mir zu finden, weil ich in Christo Jesu bin. Denn wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der da gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher sigt zur Rechten Gottes und vertritt uns. Gib, daß nichts meine Ruhe störe, sondern wache über mich, o du treuer Hüter Israels. Laß mich den morgenden Tag gesund erleben und vor deinen Thron treten und dir danken. wie herzlich freue ich mich auf den morgenden Tag, der mich zur Gnadentafel Jesu Christi beruft, da ich mit seinem Leibe und Blute gespeiset und getränkt werden soll, daß meine Seele erquickt werde. Schenke mir nur die Gnade deines heiligen Geistes zu einer würdigen Zubereitung, und reinige mein Herz durch wahre Buße und Glauben, damit ich als ein würdiger Gast bei der Gnadentafel deines Sohnes erscheinen möge, so foll alsdann Mund und Herz dir lobsingen. Ja ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Klage und Plage haft so gnädig abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm ausgebreitet sein, ich will es auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preiſen. Amen. dom C Abendmahls- Gebete. D Morgensegen eines Abendmahls: Genossen. du barmherziger Herr Jesu Christ, ich danke dir von Herzen für die sanfte Ruhe, die ich diese Nacht 6* 84 Gebet vor dem heiligen Abendmahl.6102 unter deinem mächtigen Schuße und gnädiger Aufsicht genossen habe, und darauf fröhlich und gesund erwacht bin; besonders an diesem Tage, an welchem du mich abermals zu Gaste geladen hast, daß ich Unwürdiger soll an deiner heiligen Tafel der köstlichen Speise und des himmlischen Trankes deines heiligen Leibes und theuren Blutes genießen. O milder Heiland, laß mir diesen Tag einen fröhlichen, heilsamen und seligen Tag sein. Gib mir rechte, inbrünstige Andacht, feurigen Eifer und herzliche Begierde zu diesem hohen Werke. Wende mein Herz und alle meine Gedanken ganz ab von Allem, was mich an diesem hohen, heiligen Werke hindern möge, damit ich sie allein auf dich richte, deine hohe, flammende Liebe betrachte, die du an mich armen Sünder gewendet, die Köstlichkeit dieses Mahles und die Vortrefflichkeit ſeines Nußens erwäge, damit ich es zu meinem ewigen Heil empfangen möge. Behüte mich auch heute dieſen Tag vor Unglück, Unfall, Schmerzen, Krankheit und anderem Ungemach, daß ich nicht dadurch bestürzet und an meiner Andacht verhindert werde, sondern diesen ganzen Tag mit christlichen Gedanken, Worten und Werken umgehe, dir allein lebe, bis an mein seliges Ende, ja in alle Ewigkeit. Amen. O allergütigster Herr Jesit! Amen. Gebet vor dem heiligen Abendmahl. Zu Gott dem Vater. allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, der du uns so gnädiglich und herzlich geliebt, daß du auch deines allerliebsten Sohnes nicht verschont, sondern für uns Alle in den schmählichen Tod des Kreuzes dahingegeben haft, auf daß wir durch ihn in deiner Gnade leben möchten, der auch dessen zum gewissen Pfand und Versicherung uns seinen heiligen Leib und Blut im heiligen Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 85 Abendmahle verordnet hat. Ich danke dir von Herzen für solche überschwengliche Gnade und bitte dich ferner demüthig, du wollest mir, der ich auch allhier im Namen deines Sohnes zu seinem Tisch gekommen bin, Gnade verleihen, daß ich mich von ganzem Herzen im wahren Glauben an deinen Sohn, meinen einigen Erlöser und Heiland, ergebe, mit ganzer Begierde und aller Andacht, nicht allein mit dem Munde den Leib und das Blut Jesu Christi in diesem hochwürdigen Sakrament zum seligen Gedächtniß seines Leidens und Sterbens esse und trinke, sondern auch im Herzen, mit wahrem Glauben an die Verheißung, die Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit darin ergreife und in mein Herz schließe, auch dadurch seiner herzlichen Liebe und Güte gegen mich versichert werde, daß du wollest ewiglich mein gnädiger Gott und Vater sein und bleiben, und mir meine Sünde nimmermehr zur Verdammniß zurechnen, sondern mich allezeit als dein liebes Kind herzlich meinen, an Leib und Seele treulich versorgen, in aller Noth und Anfechtung mächtig schüßen, und endlich ewig selig machen, um Jesu Christi, unsers hochverdienten Mittlers und Seligmachers willen. Amen. Zu Gott dem Sohne. Ja ch danke dir, Herr Jesu Christ, daß du bei diesem deinem heiligen Abendmahle mich armen Sünder ſelber speiſest und tränfest mit deinem heiligen Leib und Blut, und mir ganz tröstlich zueignest alle deine erwor= benen Güter und Wohlthaten. Hilf, mein Herr und Gott, daß ich mit recht gläubigem Herzen vor dir erscheine, und würdig sei, deines heiligen Tisches zu ge= nießen. Wie soll ich es dir, mein Gott vergelten, daß du dich so nahe zu mir thust und eine solche himmlische Gemeinschaft mit mir aufrichtest, dadurch ich nicht 86 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. allein mit dir, sondern auch durch dich mit der ganzen heiligen Dreifaltigkeit vereinigt und verbunden werde. Ja, mein Herr Jesu, du vereinigst dich mit mir so fest, daß ich nun hinfort ein Glied deines heiligen Leibes bin. Du theilest so reichlich mit mir, daß dein ganzer Gehorſam, Verdienst und Gerechtigkeit mein eigen wird, und ich dadurch vor meinem Gott so gerecht und angenehm bin, als wenn ich nie eine Sünde gethan hätte. Du vereinigst dich so innig mit mir, daß du allezeit in mir wohnen, mich durch deinen heiligen Geist lebendig machen und nimmer von mir lassen willst. Mein Herr und Gott, wie tröstlich stärkst du meinen Glauben, wie lieblich erweckst du meine Zuversicht! Hilf, Herr Jesu Christ, daß unsre Gemeinschaft je länger, desto fester werde, daß ich mich deiner Wohlthaten und deines Verdienstes je länger, desto freudiger tröste, dir je länger, desto tiefer einverleibt werde, und dein Glied immerdar bleibe, daß ich durch dich mit Gott, deinem und meinem Vater, und dem heiligen Geist, je länger, desto kräftiger vereinigt sein und bleiben möge bis in Ewigkeit. Ach, wohne und lebe in mir ohne Unterlaß, und mache mich recht lebendig, heilig und selig, daß ich mit lebendigem Muth und heiligem Herzen, mit rechtem Verstande, mit neuer Zunge, mit thätigen Händen und Füßen deinem Namen mit Freuden diene; daß meine Glieder mit Lust thun und vollenden, was dir gefällig ist, auf daß ich anhebe, eine neue Kreatur und dir, meinem Herrn und Gott, gleichgesinnt zu werden, und also durch deine Kraft und Macht zur ewigen Vollkommenheit bewahrt und erhalten werde. Amen. D Zu Gott dem heiligen Geist. heiliger Geist, du Quell aller Gnaden, bereite mein Herz zu diesem Guadentisch, welchen Jesus Christus, Gebet vor dem heiligen Abendmahle. 87 der getrene Hirt, für mich bereitet hat. Rühre, o Gott, die Tiefe meines Herzens, daß ich recht erkenne und be= weine die Unreinigkeit desselben und meines ganzen Lebens. Erleuchte mein Herz durch den Glanz deines Lichtes. Erfreue das zerschlagene Gemüth. Besuche es mit deinem Trost, erquicke es mit deiner Kraft. Komm, o Höchster, in mein Herz, laß mich deinen Tempel sein, darin du wohnst und bleibst, damit ich auch ein Tempel meines Heilandes Jesu Christi sein und bleiben möge. Heilige mich, o heiliger Gott, in deiner Wahrheit, er= halte mich bei deinem Worte, stärke mich im Glauben. Hilf mir in Schwachheit, erfreue mich in Betrübniß, und sei mein Trost im Leben und Sterben. Du süße Liebe, schenke uns deine Gunst, laß uns empfinden der Lieb Inbrunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden eines Sinnes bleiben, in Jesu Christo bleiben, leiden und sterben. Das verleihe durch Jeſum Christum, meinen Gott und Heiland, der in deiner Ginigkeit mit dem Vater lebet und regieret immer und ewiglich. Amen. Ein anderes Gebet vor dem heiligen Abendmahle. err Jesu Christ, der du mit deinem heiligen Mund selber sagst: Wer hungrig und durstig ist, der soll zu dir kommen; du wollest ihn speisen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dursten soll. Ach Herr, hier kommt zu dir eine arme, hungrige und durstige Seele nach deiner Speise und deinem Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brot des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deinem Leibe! O du Born des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem Blut! Auf daß ich, gesättigt und erquickt, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Him 88 Ermunterung zum gläubigen Empfangen. mel erhebe, da du sizest zur Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich denn ohne Hunger und Durst, in ewiger Freude und Frohlocken, dich sammt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewigkeit. Amen. Ermunterung zum gläubigen Empfangen. Auf, meine Seele, jest wiederholt Gott, dein Gott, sein gnädiges Wort, das er vor Zeiten durch den Mund seiner heiligen Propheten geredet hat: Höret mir doch zu, und esset das Gute, so wird eure Seele mit Wonne erfüllt werden. Neiget eure Ohren her und kommt her zu mir, höret, so wird eure Seele leben; denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen. Ach mein lieber Vater im Himmel, dein Kind kommt zu dir; offenbare mir den Reichthum deiner Gnade. Komm mir entgegen und küsse mich mit dem Kusse deines Mundes! O daß mein Glaube als ein Berg vor dir stände, daß doch lauter Flammen der Liebe aus meiner Brust hervorbrächen, daß doch meine Hoffnung ihren Anker recht fest in dein Herz werfen möchte! Nun merke ich, daß du mich lieb hast, weil du mir deinen eingebornen Sohn zum Pfande schenkest. Ich betrübe mich, daß ich mich nicht so erfreuen kann, als ich wollte. Ich bin nicht gänzlich ohne Furcht, da doch mein Herz vor gutem Muthe ganz sollte ausgebreitet sein. Also erkenne ich, daß Alles auf deine Gnade ankommt. Ich bringe eine schwache Seele, stärke sie; eine falte Seele, erwärme sie; eine schmachtende Seele, erquicke sie; eine blöde Seele, tröste sie. Sprich, mein herzenstreuer Gott, sprich zu mir:„ Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Weil du so werth bist vor meinen Augen geachtet, mußt du auch herrlich sein, und ich habe dich Ermunterung zum gläubigen Empfangen. 89 lieb. Darum gebe ich dir mein allerliebstes Gut, zur Versicherung meiner Gnade und zur Hoffnung deiner Seligkeit. Ich stärke dich, ich helfe dir, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit". Ach wohl mir! Von nun an will ich mich selig preisen. Denn der Herr, unser Gott, ist mein Gott, und meine Seele ist ihm geneſen. Jesu, Jesu, mein Jesu, nach dir verlangt mich, meine Seele durstet nach dir, wie ein dürres Land. Habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht bei deinem Knecht( deiner Magd) vorüber. Siehe, ich habe mich unterwunden, dir meine Seele zur bieten, wiewohl ich Erde und Asche bin. Das Thor meiner Lippen öffnet sich, die Thür des Herzens schließt sich auf. Weihe es zum Tempel, den du mit deiner GnadenGegenwart erfüllst. Heilige es zu deinem Schlosse, darin du regierst. Erwähle es zu deinem Palaste, darin du herrschest. Bereite es zu deinem Paradiese, darin du deine Lust habest; ja, mache es zu deinem geistigen Himmel, aus welchem du nimmermehr weichest. Wohnung anzuSo komm herein, du Gesegneter des Herrn! warum stehst du draußen? Laß heute dem Hause meines Herzens Heil widerfahren, und bringe mit dem Reichthum deiner Güte die Süßigkeit deiner Liebe, die Ehre deiner Herrlichkeit, die Fülle deiner Gnade, die vollkommene Kraft deiner Gerechtigkeit. Mein Herz und dein Herz sei ein Herz, welches auch der Tod nicht trennen kann. Nimm mich mir und gib mich dir. In dir lebe ich, in dir muß ich sterben. In dir bin ich gerecht, in mir bin ich nichts, denn Sünde. In dir bin ich selig, in mir lauter Verdammniß. Darum komm und mache mich theilhaft deines Leibes und Blutes. So habe ich den Eckstein meines Glaubens, den Felsen meines Heils, den Trost meines Lebens, die herrliche Freiheit vom Fluche des Gesetzes und von allen Sünden, die Kraft wider alle Anfechtung und den Vorschmack 90 Um würdige Genießung des heil. Abendmahls. des Lebens, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ist immer und ewiglich. Ich begehre nicht zu leben, wenn du nicht meines Lebens Leben bist. Ich sehne mich nicht in den Himmel, wenn ich dich darin nicht finden sollte, und viel weniger verlange ich, was auf Erden ist, wenn du nicht mein höchstes Gut bleibst. Ich wende mich auch zu dir, Gott, heiliger Geist, und opfere dir meine heißen Seufzer. Ohne dich kann ich Jesum nicht meinen Herrn heißen, noch mit festem Vertrauen an ihm hangen. Darum habe du dein Werk in mir! Wie du bei Erschaffung aller Dinge auf dem Wasser schwebtest, so breite jetzt auch deine GnadenGegenwart über mich, daß ich eine neue Kreatur werde. Heilige mich zu gottgefälliger Würdigkeit. Erleuchte mich bei diesem großen Geheimnisse. Führe mein Herz mit allen Begierden in den Himmel. Mache mich stark im Glauben, brünstig in der Liebe, fröhlich in der Hoffnung, beständig in aller Gottseligkeit. Rufe in meinem Herzen: Abba, lieber Vater! Vertritt mich auf's Beste mit unsaussprechlichem Seufzen und hilf meiner Schwachheit auf. Treibe mich und gib Zeugniß meinem Geiſte, daß ich Gottes Kind, Gottes Erbe und Christi Miterbe bin. Nun, die Gnade Gottes, des Vaters, segne, die Liebe meines Herrn Jesu Christi erfreue, der Trost des heiligen Geistes erquicke mich! Amen. Um würdige Genießung des heiligen Abendmahls. Herr err Jesus Christ, du eingeborner Sohn Gottes, der du am Stamme des Kreuzes für meine und der ganzen Welt Sünde deinen heiligen Leib gegeben und dein theures Blut vergossen hast, du gibst mir auch diesem hochwürdigen Sakrament deinen heiligen Leib zu Im Hingehen zum Altar. bil effen und dein theures Blut zu trinken, damit anzuzeigen und zu bezeugen, daß Alles, was dein ist, auch mein ist, und Alles, was du gethan und gelitten hast, mir zu gut geschehen sei. Ich danke dir für diese deine große Barm= herzigkeit und Liebe gegen mich, und bitte dich von Herzen, stärke durch dieses heilige Sakrament und durch deinen heiligen Geist meinen schwachen Glauben, auf daß ich an dieser deiner Gnade nicht zweifle, sondern, so wahr ich mit meinem Munde deinen heiligen Leib im heiligen Abendmahl empfange, so wahr und gewißlich auch mit dem Herzen glauben möge, daß du mich mit deinem Tode erlöset, mir alle meine Sünden vergeben und mich zur ewigen Freude angenommen habest, und daß ich mich dessen von Herzen zu erfreuen und zu trösten wisse, wider den Teufel und alle Anfechtung. Hilf auch, daß ich dir von Herzen Lob und Dank fage für solche unaussprechliche Gnade und derselben nicht vergesse ewiglich. In diesem Allem erhöre mich, Herr Jesu Christ, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt; reinige und wasche mich durch dein Blut von allen meinen Sünden. Amen. 91 Im Hingehen zum Altar. Hi immlischer Vater, du hast mich jetzt gerufen, deinen Sohn zur gewissen Versicherung deiner brünstigen, Herzlichen Liebe mir zu schenken. Jetzt gehe ich hin, dieses Geschenk von deiner Barmherzigkeit zu empfangen. Wie solltest du mir mit ihm nicht Alles schenken? Ach, ich bitte nichts mehr, als um deinen heiligen Geist, daß er mich tüchtig und geschickt mache, damit ich bei diesem Mahle deinen heiligen Augen herrlich wohlgefalle. Amen. Amen. 92 Herzliche Seufzer beim Empfange des heil. 2c. Ach, herzliebster Herr Jesu! Du klopfest jetzt an mein Herz; ach, es steht dir offen, bereite du es selbst, wie du es haben willst, um deiner blutigen Wunden willen. Amen. Ach Gott, heiliger Geist, heilige meine fündige Seele, da ich jetzt Jesu Fleisch und Blut genießen und mit ihm eins werden soll, daß einen schönen lieblichen Tempel des heiligen Geistes mein Jesus in mir finde. Amen. Herzliche Seufzer beim Empfange des heiligen Abendmahls. Habe abe Dank, Herr Jesu Christ, für die edle Speiſe deines Leibes, den du mir jetzt im Brot zu essen gibst, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast; das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen. Herr Jesu Christ, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfangen des Blutes Christi. Hab abe Dank, Herr Jesu Christ, für den edlen Trank deines Bluts, das du mir im Wein zu trinken gibst, wie du es am Kreuz für mich vergossen haft zur Vergebung meiner Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen. Herr Jesu Christ, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Nach dem heiligen Abendmahle. A [ Umächtiger Gott, himmlischer Vater, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mir armen Sünder nicht allein aus Gnaden, um deines geliebten Sohnes Nach dem heiligen Abendmahle. 93 Jesu Christi willen, alle meine Sünde verziehen, sondern auch darauf seinen Leib und Blut im heiligen Abendmahle zum Pfande gegeben hast. Wie hättest du mich besser trösten können? Wie hättest du mich mehr deiner Gnade versichern und der Verheißung des ewigen Lebens vergewissern können? Ach, verleihe mir deine Gnade, daß ich es nimmer aus dem Herzen lasse, sondern alle Augenblicke bedenke, daß ich in Christo Gnade habe, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Gib, daß es meinen schwachen Glauben stärke, mein blödes Gewissen tröste, mein Gemüth erquicke und zu allem Guten in mir Kraft schaffe. Du wollest dir auch meinen Leib und meine Seele allezeit befohlen sein lassen, und so es ist zu deinem Lobe und meiner Seele Heil, mich auch an dem Leibe, wie an der Seele gesund erhalten; wo aber nicht, beständigen Glauben, christliche Geduld, feste Hoffnung bis an das Ende geben, auf daß ich an deiner Verheißung durch Jesum Christum, dessen Leib und Blut ich darauf empfangen habe, möge einnehmen und besitzen die Freude des ewigen Lebens. O Herr Jesu Christ, du treuer Immanuel, dir sei Lob und Ehre, daß du mich würdig geschäßt hast, zu deinem heiligen Abendmahl zu kommen, und darin nicht nur Brot und Wein, sondern auch deinen Leib und dein Blut zum Eingang ins ewige Leben gegeben. Ich bitte dich von Grund meines Herzens, laß an mir armen Sünder ferner auch in Gnaden erfüllt werden, was du gesagt haft:„ Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm". Ach, Herr, in dir bin ich gerecht, heilig, fromm, ein Kind und Erbe des ewigen Lebens. Aber außer dir ist keine Gnade, keine Vergebung der Sünden, keine Verheißung, keine Gerechtigkeit, Leben noch Seligkeit. Darum, so halte ich mich an dir, ich senke mich ganz in dich und lasse dich nicht, du segnest mich denn ewiglich. Ich bin zwar für 94 Nach dem heiligen Abendmahle. mich selbst nackt und bloß, mangele des Ruhms, den ich vor Gott haben sollte. Aber mit wahrem Glauben kleide ich mich in deine Kleider des Heils, und ziehe an den Rock deiner Gerechtigkeit, und komme damit zu deinem Vater, nicht zweifelnd, er werde mich auch für sein Kind und Erbe aus Gnaden auf- und annehmen. Und wie ſollte es mir fehlen? Denn du, Herr Christ, wohnest in mir und ich in dir. Der Vater hat dich lieb und dir Alles in deine Hände gegeben. Wer an dich glaubt, der hat das ewige Leben. Verleihe mir auch nun deine gnadenreiche Beiwohnung, in dem Glauben Beständigkeit und in der Hoffnung Freudigkeit, so werde ich gewiß auch in und bei dir finden die ewige Seligkeit. O heiliger Geist, Herr Gott, welch eine große Gnade ist mir armen Men= schen jetzt widerfahren! Wie wohl hast du mich geweidet, wie reichlich hast du mich gespeiset und wie gnädiglich hast du mich getränkt! Wie hätte ich doch nimmermehr dazu kommen können, wenn du mich nicht dahin gerufen hättest? Wie hätte ich daran glauben können, wenn du mir nicht davon gepredigt hättest? Wie hätte ich können Jesum Christum einen Herrn nennen, wenn du mich nicht erleuchtet hättest? Und wie hätte ich können sein heiliges Abendmahl würdig empfangen, wenn du mich nicht dazu bereitet hättest? Ach du edler Tröster, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du nach dem Willen des Vaters und nach der Verheißung meines Heilandes Christi mich lehrest, tröstest, bereitest und führst in alle Wahrheit. Ich bitte auch weiter demüthig, komm, heiliger Geist, Herr Gott, komm jetzt und allezeit zu mir und erfülle mit deiner Gnadengüte mein Herz, mein Gemüth, meine Sinne und alle meine Gedanken. Erhalte das Licht des Glaubens in meinem Verstande, entzünde brünstige Liebe in meinem Herzen, erwecke Frieden und Versöhnlichkeit in meinen Ohren, Zucht in meinen Augen, Danksagung nach dem Genuß des heiligen 2c. 95 Psalmen und Lobgesänge auf meiner Zunge, das Gebet in meinem Munde, heiligen Beruf unter meinen Händen und den Weg des Herrn unter meinen Füßen. Verlaß mich auch in der gegenwärtigen Noth und trübseligen Zeit nicht mit deinem Troste, denn ich bin dessen hoch benöthigt. Hilf auch durch deine Kraft meiner Schwachheit, denn ich bin deren sehr bedürftig, und stehe mir bei mit deiner Gnade bis an mein Ende, als welches ist die lezte, höchste und größte Noth. Darum hilf, daß ich nicht fürchte Schande und Tod, sondern allezeitig beständig bleibe, und die Trübsal mich nicht lasse von dir treiben. O Herr, durch deine Kraft bereite mich und stärke des Fleisches Blödigkeit, daß ich hier möge ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Danksagung nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. W enn ich an die Wohlthaten denke, die ich Jesu Christo, dem Erlöser der Menschen, auch für meinen Theil schuldig bin, so freue ich mich über seine Güte und preise seinen Namen aus herzlicher Erkenntlichkeit. Wie viel hat er für uns Menschen gethan und gelitten, da uns die Sünde in die elendesten Umstände versetzt hatte. Kein Bruder konnte den andern daraus erlösen, noch Jemand mit Gott versöhnen. Da nahm er, der eingeborne Sohn Gottes, nach dem Rathschlusse der ewigen Weisheit es auf sich, dies große Werk auszuführen, kam auf die Welt, gab sein Leben zu einem Lösegelde am Stamme des Kreuzes und bot allen Denen, die an ihn glauben würden, eine allgemeine Verzeihung an. Ach, gütiger Gott, wie danke ich dir, daß du auch mich sündhaften Menschen nicht verworfen, sondern Jesum, deinen Sohn, zu meinem Mittler und Seligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem göttlichen Worte glaube und danach zu leben suche, 96 Danksagung nach dem Genuß des heiligen 2c. so bin ich gewiß mit dir versöhnt, völlig von dir begnadigt. Dessen tröste ich mich jetzt nach erhaltenem heiligen Abendmahl, welches mich auf das Theuerste versichert, daß auch ich für meine Person an der Erlösung Jesu Antheil habe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue und den aufrichtigen Vorsatz der Besserung bei mir hege. Gib mir doch nunmehr ein in Jesu recht freudiges und getrostes Herz. Gib, daß ich dich, o Jesu, für meinen größten Wohl= thäter halte, liebe und dir danke. Aber laß deine Gnade einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerstehen, nach deinen Geboten zu leben und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Je gütiger der Herr, je geschäftiger muß der Diener in seinem Dienste sein. Dieſe unermüdete Treue, o Jesu, bringe durch den Genuß deines Leibes und Blutes in mir hervor und segne es dazu an meinem Herzen. Laß mich fleißig überlegen: Heute bist du aufs Neue in den Dienst Gottes getreten, und um der Erlösung Jesu willen als ein unvollkommener Mensch der Liebling des allerheiligsten Gottes geworden. Aber ein Liebling Gottes und ein lasterhaft lebender Mensch, ein Dieb, ein Flucher, ein Verleumder, ein Rachgieriger, ein Menschenfeind u. s. w. sein, wie schickte sich das? Der Welt Freund ist Gottes Feind, und wer böse ist, bleibt nicht vor ihm. Darum, theuerster Heiland, bitte ich dich in Demuth: Nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Hilf mir Alles treulich vollbringen! Die Erinnerung deines Abendmahls und der daselbst erhaltenen Gnade und Freundschaft mit Gott, die mache mich weise und vorsichtig, die stärke und ermuntere mich in allem Guten. Amen. Abendsegen eines Abendmahls- Genossen. 97 Abendsegen eines Abendmahls: Genossen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan! Der dir alle deine Sünden vergeben, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich mit Gnade und Barmherzigkeit gekrönt hat. Ja a, lieber himmlischer Vater, mein ganzes Herz ist bereit, deinen Ruhm mit Dankbarkeit und Freude zu verkündigen, nachdem ich durch das Nachtmahl meines Erlösers von deiner Liebe auf's Nene bin versichert worden. Nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die ich gethan hatte, sondern nach deiner Barmherzigkeit hast du dich meiner angenommen und mir alle meine Sünden vergeben. Ueber eine solche Güte bin ich fündiger Mensch am Tische deines Sohnes beschämt und gedemüthigt, aber auch überschwenglich getröstet, erfreuet und in meinem Vertrauen auf dich befestigt worden. Vergelten kann ich dir nichts für allen Reichthum deiner Barmherzigkeit. Denn du bedarfst meiner nicht, und Alles, was ich besize, habe ich ja von dir selbst empfangen. Aber dazu forderst du mich auf und willst es mit Wohlgefallen ansehen, daß ich deinen Willen hinfort gern thue, und deine Gebote in meinem Herzen habe. Gib, rufst du mir in dieser Abendstunde zu, gib mir nunmehr, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen. Wohlan, das will ich thun, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was feusch, was lieblich, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem will ich nachdenken; und selbst die heiligen Wege, die du mich auf Erden führst, ja alle meine Schicksale und Begebenheiten will ich zur Verherrlichung deines Namens und zu meinem eigenen Nußen zu gebrauchen suchen. Ich will geduldig sein in Trübsal. Der Gott, der mir das Größte nicht versagt hat, will ich oft mir zurufen,- wird immer auch Rath zum Kleinen 7 - Beim Antritt der Reise. finden; denn der feste Bund Gottes besteht und hat dieſes Siegel: Der Herr kennt die Seinen. Und in diesen Gesinnungen will ich verbleiben, bis mein Ende herbeikommt und ich nach erfolgtem Tode das Ende meines Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit, davon bringen werde. Da, da werde ich erst den wahren Segen eines thätigen Christenthums erfahren, wozu ich mich heute auf's Neue gestärkt habe. Da wird mich kein Leiden mehr drücken, keine Sünde mehr traurig und unglücklich machen. Da will ich schauen dein Angesicht in Gerechtigkeit, da will ich satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde. Ach mein Gott! Schenke mir und allen Menschen, besonders aber all den lieben Meinigen, einen sanften Schlaf in dieser Nacht. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, der bewahre unser Aller Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 98 Beim Antritt der Reise. Allmächtiger Gott, in deinem Namen will ich auf meinen Weg treten und mit Anrufung deiner Barmherzigkeit diese vorgenommene Reise anfangen; denn du bist mein Gott, der du allezeit behütest meinen Ausgang und Eingang, und richtest unsre Füße auf ebener Bahn, daß sie nicht gleiten. Ich bitte dich, du wollest deine heiligen Engel mir zugeben, und ihnen Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen und mich führen auf rechter Straße an den Ort, dahin ich gedenke zu kommen, auch mich frisch und gesund wieder heim zu den Meinen bringen. Sei bei mir, lieber Gott und Vater, auf allen meinen Wegen und Stegen, thue auf dem Gebet nach glücklich vollbrachter Reiſe. 99 ganzen Wege mich hin und her begleiten, beschirmen, versorgen, und als mein treuer Geleitsmann nimmer von mir weichen. In deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Haus und Hof, mein Weib und Kind, und was mir angehörig. Hilf, daß ich Alles frisch und gesund, unversehrt und unbeschädigt wiederfinde, durch Jesum Christum. Amen. Gebet nach glücklich vollbrachter Reise. Gnädiger Gott, himmlischer Bater, ich danke dir von Herzensgrund, daß du mich meine Reise glücklich haft lassen vollbringen, und mich durch deiner lieben Engel Schuß mit Freuden wieder zu den Meinigen gebracht, und vor allem Uebel, Irrweg, Widerwärtigkeit väterlich bewahret, und vor Unfall, Schaden und Gefahr behütet; in Summa, daß ich frisch und gesund bin hin und her geleitet worden. Dieses Alles habe ich deiner väterlichen Fürsorge und allmächtigem Schuß zu danken. Ich bitte dich nun von Herzen, du wollest weiter mich und die Meinigen gnädiglich behüten und in deinen Schutz nehmen, und an Leib und Seele bis zum ewigen Leben in deiner Obhut erhalten, um Jesu Christi willen. Amen. Gebet bei großem Ungewitter. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns betroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer fänken. Pf. 46, 1. 2. Herr err, Herr Zebaoth, du Gott der Ehren, der du donnerst im Himmel und deine Stimme mit Macht gehen und die Feuerflammen dahin fahren läßt, uns deinen gerechten Zorn wegen unserer Sünden anzudeuten und zu christlicher Buße zu erwecken. Wir armen Sünder kommen zu dir, bitten mit bußfertigem Herzen um 7* 100 Gebet bei großem Ungewitter.d Gnade, daß du dieses große Ungewitter ohne Schaden von uns abwenden wollest. Ach Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Sei uns gnädig, denn wir sind schwach. Wende dich zu uns, du Allmächtiger, und höre auf, über uns zu zürnen. Vergib uns unsre Sünde, und hilf uns aus den Nöthen, darin wir jetzt sind. Sei unsere Zuversicht und Stärke, daß dieses Wetter uns nicht verderbe. Bedecke uns mit den Flügeln deiner Gnade, bis dein Zorn vorüber gehe, und nimm uns in deinen Schuß, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel. Denn in die sichere Verwahrung deiner heiligen Hände ergeben wir uns, unsern Leib und Seele, Haus und Hof, die Früchte auf dem Felde, und Alles, was wir haben. Beschirme du uns, und wende ab durch deinen allmächtigen Arm Feuer, Schloßen, Hagel und Wasserfluthen. Laß uns aber, liebster Gott und Vater, dein Antlig leuchten, und nach diesem trüben Ungewitter die Sonne deiner göttlichen Gnade wieder scheinen, daß wir Beides, zum zeitlichen und ewigen Wohlergehen, erwärmt und gesegnet werden, um deines heiligen Namens Ehre willen. Amen. Dankgebet nach dem Ungewitter. Wer Gott dienet, der wird nach der Anfechtung getröstet und aus der Trübsal erlöset, und nach der Züchtigung findet er Gnade. Denn du hast nicht Lust an unserm Verderben. Nach dem Ungewitter läßt du die Sonne wieder scheinen, und nach dem Heulen und Weinen überschüttest du uns mit Freuden. Deinem Namen sei ewiglich Ehre und Lob, du Gott Israel! Amen. Tob. 3, 22. 23. Herr err Gott, du starker und getreuer Helfer in der Noth, der du mitten im Zorn eingedenk bist deiner Gnade und gedenkest der Barmherzigkeit, wenn Trübsal da ist. Du hast uns bei dem jetzigen Ungewitter deinen Zorn Danksagung für die Schöpfung. 101 und deine Macht sehen und hören lassen. Aber du hast uns auch schmecken lassen deine Freundlichkeit und Güte, indem du nicht mit uns gehandelt hast nach unsern Sünden, uns in deinem Zorne nicht aufgerieben. Denn nicht allein hast du an uns gedacht in unsrer Noth, sondern du bist auch, treuer Gott, bei uns gewesen in der Noth und hast uns errettet. Wir sind gewesen in Feuersund Wassersgefahr, aber du hast uns ausgeführet und erquicket. Du hast dem Blizz und dem Donner den Weg gemacht, daß sie ohne Schaden vergangen. Du haft das Ungewitter gestillet und die Wellen geleget, daß wir mit Leib und Seele, mit Habe und Gut, unter deinem gnädigen Schutz und Schirme unversehrt und unbeschädigt erhalten worden. Dafür sagen wir dir mit Mund und Herzen Lob und Dank, und bitten dich, o du barmherziger Vater, du wollest uns ferner in deinen gnädigen Schußz lassen eingeschlossen bleiben, und daneben in wahrer christlicher Furcht erhalten, daß wir unser Leben bessern und zu dem Tage deines Gerichts uns würdiglich bereiten, wenn du auch wie ein Blizz zum Gerichte kommen wirst, daß wir dich mit Freuden empfangen, und durch dich vor dem ewigen Zorn behütet, aus den zeitlichen Trübsalen zur himmlischen Ruhe verseßet werden. Amen, Herr Jesu, Amen. DISTYS Danksagung für die Schöpfung. allmächtiger Gott, himmliſcher Vater, der du nicht geschaffen, nicht geboren, sondern ohne allen Anfang in Ewigkeit bist! Ich bete dich an, ich ehre, lobe, preise dich und sage dir Dank von Grund meines Herzens für alle deine Wohlthaten, und sonderlich dafür, daß du Himmel und Erde, Sonne und Mond, und alle Kreatur, dazu Alles, was da lebet und ist, durch deine Allmacht und göttliches Wort geschaffen hast, durch deine Weisheit 102 Danksagung für die Schöpfung. regierst und erhältst. Auch danke ich dir, daß du den Erdboden sammt allen erschaffenen Kreaturen durch deine Güte und Barmherzigkeit dem menschlichen Geschlechte dienstbar untergeben und Gutes ausgetheilt haft. Insonderheit aber lobe ich dich, meinen Schöpfer und Herrn, daß du mich zu einem vernünftigen Menschen nach deinem Bildniß gemacht hast, mir Leib und Seele und alle Glieder, Vernunft, Verstand und alle Sinne ge= geben haft, und noch bewahrest. Groß und wunderbar ist deine Güte an mir, der du mich, als ich noch in meiner Mutter Leibe verschlossen war, erhalten und nähret hast, auch mich nicht blind, taub, stumm, lahm oder gebrechlich hast lassen geboren werden. Viel und mannigfaltig ist deine Barmherzigkeit an mir. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle ſeine löblichen Werke preisen, wer kann all sein Lob erzählen? Niemand ist, der alle seine Wohlthaten aussprechen mag. Und ob ich armer Sünder dich nicht loben kann, so viel und hoch, als du würdig, und ich schuldig bin, so will ich darum nicht schweigen, sondern deinen heiligen Namen ohne Unterlaß rühmen, so viel ich kann und mir möglich ist. Ich will deine Gerechtigkeit, Gnade und große Barmherzigkeit rühmen und preisen, so lange ich lebe, und so lange ein lebendiger Odem in mir ist, will ich nicht vergessen, was du Gutes mir erzeiget haft. Meine Zunge, die du mir erschaffen hast, soll deiner Ehre voll werden und immer sagen: Hochgelobet bist du in allen deinen Werken! Hochgelobet ist deine göttliche Majestät! Ich danke dem Herrn in seinem Heiligthum, ich lobe ihn in der Feste seiner Macht, ich preise ihn in ſeiner großen Herrlichkeit. Alles, was Odem hat, danke dem Herrn! Halleluja. Danksagung für die Erlösung. Danksagung für die Erlösung. Herr Jesu Christ, des lebendigen Gottes Sohn, der du bist der Glanz deines Vaters und das Ebenbild seines Wesens, und von ihm in aller Ewigkeit geboren in einem göttlichen, unzertrennlichen Wesen, gleicher Majestät und Herrlichkeit! Ich bete dich an, ich ehre, lobe und preise dich, und sage dir Dank für alle deine Wohlthaten, sonderlich aber, daß du von Maria, der reinen und keuschen Jungfrau, wahre menschliche Natur an dich haft genommen, mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit deinem heiligen, theuren Blut und mit deinem unschuldigen Leiden und Sterben, und Solches aus lauter grundloser Liebe, Gnade und Barmherzigkeit ohne alle meine Werke, Verdienst und Würdigkeit. O lieber Herr und Gott, wie groß ist deine Liebe gegen das menschliche Geschlecht, da du Gerechter für die Ungerechten und Gottlosen gestorben bist! Wie kann doch größere Liebe sein, denn die, daß Jemand sein Leben lässet für seine Feinde. Nun aber preisest du deine Liebe an uns darin, daß du für uns gestorben bist, da wir noch Sünder und deine Feinde waren, und hast uns durch deinen Tod mit dem Vater versöhnet, seinen gerechten Zorn gestillet, und ausgetilget die Handschrift, die wider uns war, und sie hinweg ge= than und an das Kreuz geheftet. Du hast überwunden die Fürstenthümer und die Gewaltigen der Finsterniß, sie Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht. Dazu mit deiner heilbringenden Auferstehung von den Todten hast du wiedergebracht Unschuld und ewiges Leben, wahre Gerechtigkeit und Seligkeit, mir und Allen, die solches von Herzen glauben. du treuer Heiland, laß dein heiliges bittres Leben an 103 104 Danksagung für die Heiligung. mir armen Sünder nicht übel angewendet sein. Hilf, daß ich hinfort nicht mir selbst lebe, sondern dir, der du für mich gestorben und wieder auferstanden bist, auf daß ich auch von Sünden aufstehe und lebendig werde in dir und dein eigen sei, in deinem Reiche unter dir lebe, dir diene in ewiger Gerechtigkeit und Seligkeit, der du bist aufgefahren gen Himmel, sißest zur Rechten deines Vaters immer und ewiglich. Amen. Danksagung für die Heiligung. Gott, heiliger Geist, der du ausgehest vom Vater und Sohn, ich bete dich an, ich lobe, preise dich und danke dir aus Grund meines Herzens für alle deine Wohlthaten, und sonderlich, daß du mich durch deine Gnade zum heiligen christlichen Glauben berufen und gebracht, dich ſelbst meiner Seele in meiner Taufe eingegossen hast, und ohne Aufhören in mir wirkest deine Werke. Ich bitte dich, weil ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, du wollest mich lehren, in alle Wahrheit leiten und führen, den rechten Glauben in mir mehren und nähren, mit rechtem Verstande deines heiligen Wortes begaben, in wahrer Anrufung und rechtem Vertrauen heiligen, innerlichen Frieden des Gewissens mit ewig währendem Trost, neben aller Freudigkeit und Beständigkeit geben und schenken. Schreibe du Jesum Christum in mein Herz, der du bist der lebendige Finger Gottes; vergewissere mich mit deinem Zeugniß, tröste mich wider alle Furcht und Blödigkeit des Fleisches, sei du mein treuer Beistand wider des bösen Feindes Anklage, stärke mich wider die Verzagtheit, auf daß ich also im Glauben durch deine Gnade der Verheißung versiegelt werde; denn du bist das Pfand unsers Erbes zu unserer Erlösung. Verleihe mir auch rechte Danksagung für die Erhaltung des Leibes. 105 Andacht und Seufzen zum Gebet, daß ich mit wahrer Zuversicht und findlichem Vertrauen schreie und spreche: Abba, lieber Vater, gib mir rechte Einfalt des Herzens, ohne allen Zorn und Bitterkeit, der du in Gestalt einer Taube über unserm Herrn Jesum Christum am Jordan in seiner heiligen Taufe erschienen bist. Entzünde in mir das Feuer der inbrünstigen Liebe, der du dich in feurigen Zungen über den heiligen Aposteln schwebend haft sehen lassen, damit ich deine Salbung empfange. Erneure mich an dem inwendigen Menschen, daß ich durch dich, der du im Wort und Sakrament kräftig bist, möge wiedergeboren werden. Behüte mich vor Abgötterei und Lügen, vor allem Irrthum und Abfall. Nimm hinweg die Unreinigkeit meines Gemüths, lösche und dämpfe in mir alle fleischliche Begierde, laß die sündlichen Lüste nicht kräftig werden in meinem Leibe, sondern mache du deine Wohnung in mir, und herrsche in allen meinen Gliedern, und begleite mich in das rechte Vaterland. Amen. Ja sit Danksagung für die Erhaltung des Leibes. ch danke dir von ganzem Herzen und preise dich, Herr Himmels und Erden, daß du mich die ganze Zeit meines Lebens, von Jugend an bis auf die gegenwärtige Stunde so väterlich ernähret hast, und mir noch alle Tage Speiſe, Trank und Kleidung verschaffst, mich mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorgest. Denn siehe, elend bin ich aus dem Mutterleibe auf die Welt gekommen, du aber bescherest mir, was zu meinem Unterhalt nöthig ist. Solcher deiner Wohlthaten bin ich zwar ganz unwürdig, aber doch bedürftig, denn du weißst, daß wir dieser deiner Gaben zu dem zeitlichen Leben nicht können entbehren, auch solches von uns selber, ohne dich, nicht können erwerben, TOPLA 106 Um die Früchte des Landes. T sondern, wenn du gibst, so sammeln wir, und wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättigt, was lebt, mit Wohlgefallen. Ich bitte dich demüthiglich, du wollest mich hinfort auch nicht verlassen, sondern mir Essen und Trinken, Kleider und Anderes, was mir nothwendig ist, bescheren. Regiere mich durch deinen guten Geist, daß ich deine milden Gaben nicht mißbrauche und mein Herz nicht beschwere mit Essen und Trinken und Sorgen der Nahrung, damit ich nicht einen Mammon und Abgott daraus mache, noch mein Herz daran hänge, auf daß ich nicht irre gehe vom rechten Glauben, noch meinen armen Nächsten verachte. Denn zeitlicher Reichthum ist wohl gut, wenn man es nur ohne Sünde gebraucht; wer es aber lieber hat, als dich und deine Gerechtigkeit, der kann ohne Sünde nicht bleiben. So gib nun, mein Gott, daß ich dich allezeit über alle Dinge liebe und ehre. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz, welcher ist eine Wurzel alles Uebels, daß ich mir laſse genügen am täglichen Brot und an deiner milden Gabe, weil es ein großer Gewinn ist, wer gottselig ist, und läßt sich genügen in Christo Jesu unserm Herrn. Amen. Um die Früchte des Landes. err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erden, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, wovon Menschen und Vieh ihre Nahrung haben: ich bitte dich um deiner Barm arzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe. Denn wir von uns selber können nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen, oder demselben helfen, wenn du nicht das Gedeihen gibst. Darum verleihe den lieben Früchien eine förderliche Witterung, daß sie wachsen und wohl gerathen. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, Gebet in Kriegszeiten. 107 vor Verherung und allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern, daß es nicht wüste liege und unfruchtbar bleibe. Schließe den Himmel nicht zu um unsrer Sünde willen, sondern gib uns Früh- und Spätregen, dazu fruchtbare Zeiten. Suche das Land heim uns wässere es und mache es an Früchten reich. Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. O Herr, laß unser Getreide wohl gerathen, denn also bautest du das Land, tränke unsere Furchen, und feuchte das Gepflügte mit Regen, mach es weich und segne sein Gewächs. Kröne das Jahr mit deinem Gut, laß deine Fußtapfen triefen von Fett, so werden die Wohnungen in den Wüsten auch fett werden, daß sie triefen, und die Hügel umher werden fröhlich sein, die Anger werden voll Schafe sein, und die Auen werden dicht stehen mit Korn, daß man jauchzet und singet. So laß dir, lieber Gott, in deinen gnädigen Schuß befohlen sein den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs; erhalte sie in Frost, Kälte, Eis und Schnee, in Wind, Hiße und Dürre, in Regen und in allem vorfallenden Wetter, daß sie nicht beschädigt werden. Behüte uns vor Mißwachs, vor Theurung, vor Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünden mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Size, da du wohnest, und wollest gnädig sein der Sünde deines Volks, uns nicht verlassen mit leiblicher Nahrung, sondern uns versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und Milde mit Danksagung erkennen und dich preiſen, der du uns reichlich ernährest an Leib und Seele, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Gebet in Kriegszeiten. llmächtiger, barmherziger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir armen, elenden Sünder 2507 TOMA 108. Gebet in Kriegszeiten. erscheinen vor dir mit betrübtem Herzen und zerschlagenem Geist, und bekennen demüthiglich, daß wir mit unsern schweren Sünden, die vor dein heiliges Angesicht kommen, nebst andern Strafen auch gegenwärtige Kriegesnoth, ja den endlichen Untergang wohl verdienet haben. Dieweil du aber keinen Gefallen hast an dem Untergange und Verderben des Gottlosen, sondern willst, daß er sich befehre und lebe, so nehmen wir in dieser großen Noth unsere Zuflucht allein zu deiner grundlosen Barmherzigkeit und bitten dich demüthiglich, du wollest uns nicht strafen in deinem Zorn noch von deinem Angesicht verwerfen, sondern mit deiner Güte und Barmherzigkeit über uns walten, und das arme Volk, welches von Jedermann geplaget wird, ansehen, sonderlich aber das unschuldige Blut, welches zu dir ruft, hören, und dich der armen kleinen Kinder erbarmen. Ach Herr, sei uns gnädig und rechne uns unsre Sünden nicht zu; sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarme du dich über uns. Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, der du die Missethat vormals vergeben haft deinem Volk und alle ihre Sünden bedecket, der du vormals hast deine Strafe aufgehoben und dich gewendet von deinem Zorn: tröste jetzt auch uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn immer gehen lassen für und für? Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge? Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redet, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit gerathen! Herr Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen über das Gebet deines Volks? Wende dich doch, schaue vom Himmel, siehe drein und schilt, daß des Brennens und Reißens ein Gebet nach erlangtem Frieden. 109 Ende werde. Steure unsern Feinden und führe sie den Weg zurück, den sie hergekommen sind. Errette uns, Herr, von der Gottlosen Gewalt, und hilf uns um deines Namens willen, damit alle Welt erkenne, daß wir, dein Volk, einen Gott haben, der alle Hülfe thut, die auf Erden geschieht. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwert zerbricht, Der die Bogen macht zunicht, Der die Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wendt, Daß der Krieg gewinnt ein End'. Gebet nach erlangtem Frieden. Wer ist's, der uns gedeihen läßt? Wer hält mit seiner Hand Den edlen goldnen Frieden fest In unserm Vaterland? Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir. Dein Schild bedeckt und schützt uns hier Und läßt uns sicher ruhn. Wenn ein Volk in Frieden wohnen ſoll, so wird auch von dem wie von seinen Rathgebern, Dienern und Unterthanen erfordert, daß ſie allen Fleiß anwenden, den öffentlichen Wohlstand zu befördern und es durch seine innere Macht bei andern Völkern in Ansehen zu sehen. Es ist menschliche Klugheit nöthig, die Gefahren, die demselben drohen, abzuwenden und es wider die Kränkungen heimlicher und offenbarer Feinde in Ruhe zu erhalten. Aber ohne Gottes Schuß wachen die Wächter desselben umsonst, und ohne seinen Segen sind die heilsamsten Anschläge und Unternehmungen zur Sicherheit desselben vergebens. Er, der höchste Regierer der Welt, der Völker und Königreiche ausrottet Tom 110 Gebet nach erlangtem Frieden. und andere wieder in Flor kommen läßt, er ist es auch allein, der um die Grenzen eines Volkes her, wie in den Mauern desselben, Frieden schaffet. Wohl daher dem Volke, deß der Herr ein Gott ist! Wie glückselig wird es dadurch, daß der Allmächtige es behütet und ſegnet! Allmächtiger Herr Zebaoth, gnädiger Gott, du hast unser Flehn erhört. Du segnest uns nach vielen Schrecken und Plagen des Krieges mit einem erquickenden Frieden. Ein Jeder kann dir wieder ungestört dienen und sein Brot in Sicherheit essen. Von deiner Weisheit, Macht und Gnade kommt uns diese Ruhe allein. Ach, daß doch auch ein Jeder deine liebreiche Aufsicht über unser Land mit dankbarem Herzen erkennen möchte! Du, der treue Beschirmer desselben, verdienst Lob und Anbetung von Allen, die darin wohnen. Dein Schußz erwecke sie zu einem eifrigen Gehorsam gegen deine Gebote und zu einem findlichen Vertrauen auf deine große Hülfe. Wie strafbar wäre Jeder, der dich, den Gott unsers Heils, vergessen und auf dich, den Felsen unſrer Stärke, nicht achten wollte! hun Allmächtiger, da wir nun darüber frohlocken, daß du uns so gnädig bist und uns nach großen Unruhen unter deiner Obhut in erwünschter Ruhe leben läsfest, so laß uns denn auch alle bereitwillig sein, dich für deine große Gnade mit den Unsrigen zu Hause anzubeten, und dir mit der Gemeine öffentlich Dank in deinem Tempel zu bringen. Dein liebreicher Schuß ermuntre einen Jeden, ein leuchtendes Beispiel des wahren Christenthums zu geben! Auf dich müssen sich Aller Herzen verlassen, und nicht auf Reichthümer und Macht, nicht auf menschliche Weisheit, Anstalten, Zurüstungen und Bündnisse. Dann werden wir fernerhin dein gesegnetes Volk sein und in Frieden leben. Um Jesu Christi, unsers Fürbitters Gebet eines Kranken. 111 willen bitten wir, nimm der mancherlei Sünden wegen, die unter uns noch täglich begangen werden, diese Wohlthat nicht von uns! Beweise dich auch an uns herrlich und barmherzig durch Mittheilung der Güter, wodurch der Friede dieſes Landes stets dauerhafter wird. Schenke uns daher vor allen Dingen den Frieden mit dir, der aus dem wahren Glauben, aus Gottseligkeit, Menschenliebe, Rechtschaffenheit, Arbeitsamkeit und Mäßigkeit entspringt! Und laß Ungerechtigkeit und Betrug, Ueppigkeit, Schwelgerei und Müßiggang fern von einem Jeden in dieſem Lande sein, damit dessen innere Ruhe und Wohlfahrt nie gestört und deine Strafgerichte nicht auf dasselbe gezogen werden! Erhöre mich, lieber Vater, und laß dir mein Gebet wohlgefallen, um Jesu Christi willen. Amen. Gebet eines Kranken. Nieber Vater im Himmel, dein Wille geschehe! Daß ich jetzt in meinem Siechbette liege, mit Schmerzen und Schwachheit umgeben, das erkenne ich, o Gott, für deinen väterlichen Willen. Herr, du bist gerecht, ich aber voller Sünde und Ungerechtigkeit. Du hast Ursache, mich zu züchtigen. Ich aber will mich vor dir demüthigen und deiner Gnade ganz ergeben. Das Fleisch ist zwar schwach und wollte gern des Kreuzes entladen sein; aber stärke du des Fleisches Blödigkeit, daß ich mich in deinen guten Willen gehorsamlich ergebe und mit deinem Willen in Glück und Unglück, in Lieb und Leid durchaus. vereiniget stehe bis in den Tod. Ich weiß doch und glaube festiglich, daß du mein Vater bist! Du züchtigest dein Kind und wirst es nicht verderben. Ach laß mich deine väterliche Barmherzigkeit in meinem Kreuz erblicken. Laß mich kräftiglich in meiner Seele empfinden, daß du Seme 112 Gebet um ein seliges Ende. es gut mit mir meinest und deine Güte nicht von mir wenden wirst. Dein Wille ist der beste, der soll mir auch der tröstlichste sein. Wenn ich, o treuer Vater, nach deinem Willen leide, so kann und will ich meine Seele mit Geduld fassen und mich dir befehlen, als dem treuen Schöpfer in guten Werken. Herr, du wirst es wohl machen! Mein Leben und Tod stehet in deinen Händen; hilf mir, mein Gott. Amen. Mein Gott, ich lebe wohl, doch weiß ich nicht, wie lange: Mein Tod ist ganz gewiß, nur seine Stunde nicht; Und daß mein Leben nur an einem Faden hange, Bezeigt mein siecher Leib, der alle Stunden bricht. So lehre mich demnach mein Ende wohl bedenken, Das Ende meiner Noth, das Ende meiner Zeit, Und wenn sich Leib und Geist zu ihrem Ursprung lenken, So führe mich erlöst zur süßen Ewigkeit. Gebet um ein seliges Ende. S süßer Herr Jesu Christ, du ewiger Glanz der Herrlichkeit deines Vaters, du wahre Sonne der Gerechtigkeit, der du für mich elenden Menschen die schmähliche Bein des Todes am Kreuze gelitten und dein Leben zur Erlösung für die ganze Welt gegeben haſt: ich bitte dich, mein Heiland, hilf mir durch deine Gnade, daß ich deines bittern Leidens und Sterbens nimmermehr vergesse, sondern ohne Unterlaß die fündlichen Lüfte meines Fleisches tödte und täglich mit dir sterbe, auf daß ich an meinem Ende in dem tröstlichen Glanz deiner Gnaden von hier scheiden und mit dir zur Herrlichkeit des ewigen Paradieses fröhlich eingehen möge. Herr Jesu Christ, der du in deinem Tode deinem Vater deinen Geist befohlen hast, hilf mir, daß ich mit demselben Wort mein Leben beschließe. Und ob ich es nicht reden könnte mit dem Munde, so wollest du es hören, wenn ich seufze Danksagung für erlangte Gesundheit. 113 aus meinem Herzen; Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöset, du getreuer Gott! Amen. 19dMeinem Gott hab' ich im Leben Mich in Allem schon ergeben. Der wird mich auch in dem Sterben Lassen nimmermehr verderben. sting 3% Danksagung für erlangte Gesundheit. ch danke dir, Herr, allmächtiger Gott, daß du mich so väterlich heimgesucht und gezüchtigt haft um meiner Sünden willen; ja, Herr, es ist mir lieb, daß du mich gedemüthigt hast, daß ich deine Rechte lerne. O mein Gott, wie oft gedachte ich auch wie Hiskia: Nun muß ich nicht mehr schauen die Menschen bei denen, die ihre Zeit leben, nun ist meine Zeit aus und von mir aufge= räumet, wie eines Hirten Hütte. Nun reißt der Herr mein Leben ab, wie ein Weber den Faden, und macht es mit mir aus vor Abends. Ich sehe aber, mein Gott, daß meine Krankheit nicht zum Tode gewesen ist, sondern zu deiner Ehre, daß du dadurch gepriesen werdest. Denn du hast dich meiner erbarmet und dich meiner Seele herzlich angenommen. Du hast alle meine Sünden hinter dich geworfen, und mir mein Leben gefristet. Wie wohl hast du meine Krankheit gewendet und mir so gnädiglich geholfen! Ich danke dir, mein Gott, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mich wieder aufgerichtet und gestärket hast, daß ich deinen Tempel wieder besuchen, meinen Weg und Steg gehen und meine Geschäfte vers richten kann. Deine Güte ist es, sonst wäre es längst aus mit mir. O wie werde ich so oft an deine Zuchtruthe gedenken, wie werde ich mich schämen mein Leben lang und mich vor deinem Zorn hüten! Hilf nun, Herr mein Gott, daß ich mit der neuen Gesundheit auch ein neues Leben anfange! Gib, daß ich allezeit deinen Namen 8 Se 114 Gebet wider alles Böse. preise und dein Lob immerdar in meinem Munde sei. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich dir zu Ehren lebe und meine Glieder nicht mehr begebe zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern zu Waffen der Gerechtigkeit, zu dienen dir, meinem Gott, daß ich dir Lieder singe, so lange ich lebe, und dich in der Gemeine lobe und preiſe. Amen. Täglicher Seufzer. Ach mein Herr und mein Gott, du gütiger himmlischer Vater, ich bitte dich herzlich und findlich, gib mir hier in dieser Welt, was mir gut und selig ist an Leib und Seele, nach deinem Willen und Wohlgefallen. Laß mich nach deinem heiligen Wort recht glauben, christlich leben, geduldig leiden und endlich fröhlich und selig sterben, um Jesu Christi willen. Amen. Caspar Neumann's Kern aller aller Gebete. 1510 510 min time 91115 Das Böse Niemandem, das Gute mir und dir, die Ehre Gott. Gott bereite mein Herz zum Gebete. Gebet wider alles Böse. C Herr, höre mein Wort, merke auf meine Rede! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Pf. 5, 1. Ach Herr! wie find meiner Feinde so viel, und setzen sich so viel wider mich! Darum siehe an meinen Jammer und Elend, und sei mir gnädig nach deiner großen Güte! al Gebet wider alles Böſe. 115 604 1. Grrette mich, erlöse mich, erhalte mich, bewahre mich, behüte mich, beschirme mich und hilf mir aus allen meinen Nöthen, heut und zu allen Zeiten und so lange ich lebe. 2. Rechne mich nicht, mein himmlischer Gott und Vater, unter die Gefäße des Zorns, unter die Kinder des Verderbens, unter den Haufen der Gottlosen und unter die Zahl derer, die da verloren werden. 3. O mein Jesu, laß nicht an mir armen Menschen deine Mühe vergebens, deine Leiden umsonst, dein Blut ohne Wirkung, deine Wunden ohne Frucht, dein Sterben ohne Kraft und deine Auferstehung ohne Nußen sein; 4. Sondern reiß meine Seele aus den Stricken der Sünde, aus den Händen des Todes, aus den Qualen der Hölle, aus der Gewalt des Satans, und laß mich nicht kommen ins Gericht. 5. Verlaß mich nicht, o Gott, heiliger Geist, und weiche nimmermehr aus meinem Herzen! Denn ohne dich weiß ich nichts, ohne dich verstehe ich nichts, ohne dich vermag ich nichts; und wo du mir nicht selber gibst, beides, das Wollen und Vollbringen nach deinem Wohlgefallen, so thue ich kein Gutes. 6. Du dreieiniger Gott, bewahre mich in meinem Christenthum vor falscher Lehre und irriger Meinung, daß mich nicht etwa die Vernunft betrüge, oder die Verfolger erschrecken, oder die Welt verführe, oder das Anſehen blende, oder daß ich sonst nicht um Ehre und zeitlichen Gewinnstes willen meinen Glauben verleugne. 7. Schaffe, daß meine Gottesfurcht nicht Heuchelei, mein Glaube nicht Menschenwerk, meine Frömmigkeit nicht Scheinheiligkeit, mein Kirchengehen nicht eine bloße Gewohnheit, mein Beten nicht ohne Andacht und meine Liebe nicht laulich sei. 8. Bewahre mich auch vor Sicherheit und Hals8* Gebet wider alles Böse. starrigkeit, daß ich nicht wider mein eignes Gewissen das Böse liebe, die Fehler gering halte, die Warnung verachte, die Lafter lobe, mit der Bosheit mich rühme und also gar sterbe in Sünden. 116 9. O großer Gott, vertreibe aus meiner Seele allen Hochmuth, Uebermuth, Verwegenheit und Eigensinn! Daß sich mein Herz nicht erhebe, daß ich mich nicht beffer dünke als Andre, daß ich meiner Geschicklichkeit nicht zu viel trane, daß ich mich nicht verlasse auf meine Gaben, daß ich mich nicht selber für klug halte, daß ich meine Gewalt nicht mißbrauche, daß ich nicht trachte nach hohen Dingen, daß ich nicht in ein fremdes Amt greife, mich nicht in Sachen menge, die mich nichts angehen, etwas vornehme, das mir zu schwer ist, oder dich um Etwas bitte, das nichts nüße. 10. Hilf, daß ich mich entschlage aller bösen Gedanken, daß ich mich entreiße allen schändlichen Begierden, daß ich mich entbreche aller unreinen Lüste, daß ich mir abgewöhne alle unnüße Reden, daß ich mich hüte vor allem sündlichen Vornehmen. 11. Fluchen und schwören, rauben und stehlen, lügen und trügen, schmähen und lästern, heucheln und schmeicheln, faulenzen und müssiggehen, fressen und saufen, huren und buben, und was sonst deinem heiligen Willen zuwider ist, Fleischeslust, Augenlust, hoffärthiges Wesen, Verachtung deines Wortes, Ungerechtigkeit, Geiz, Neid, Mißgunst, Feindschaft, Ehrsucht, Falschheit, Liebe des Zeitlichen und dergleichen, das laß Alles fern von mir sein. 12. Laß mich, o himmlischer Vater, die Zeit meines Lebens nicht werden liederlich im Gemüthe, eitel in Gedanken, unzüchtig in Worten, häßlich in Geberden, schändlich im Leben, hoffärthig in Kleidung, stolz im Herzen, sicher im Glück, wollüstig in guten Tagen oder verschwenderisch, wenn ich genug habe. Gebet wider alles Böse. 117 13. Gib, daß ich um andere Leute mich nicht be= kümmere, meine Nachbarn nicht urtheile noch richte, die Unschuldigen nicht ärgere, die Frommen nicht beleidige, die Armen nicht verachte, die Schwachen nicht unterdrücke, die Gefallenen nicht auslache, der Elenden nicht spotte, Niemandem schade, und keinen Menschen betrübe mit Worten oder mit Werken. 14. Zähme mein Fleisch und Blut, wehre dem Satan, steure der bösen. Welt, und hilf, daß ich von Niemandem verführt werde. 15. Geschieht es aber ja, daß ich aus menschlicher Schwachheit zuweilen noch fehle, oder auch wissentlich das Gute lasse und das Böse thue: ach so handle nicht mit mir nach deiner Gerechtigkeit, wenn ich irre; strafe mich nicht in deinem Zorn, wenn ich fündige; züchtige mich nicht in deinem Grimm, wenn ich dich beleidige; sondern verschone meiner nach deiner großen Barmherzigkeit. 16. D Herr, schlage mich nicht in meinem Wandel mit Blindheit und Unachtsamkeit, daß ich nicht irre in meinem Thun, nicht fehle in meinen Rathschlägen, nicht nachlässig ſei in meinem Beruf, nicht unbedachtsam verfahre in meinen Geschäften, nicht thöricht handle in meinem Vornehmen und also vor der Welt nicht dürfe zu schanden werden. 17. Behüte auch, mein Gott, mich und das Meinige vor alle dem, was mir schaden kann, meinen ehrlichen Namen vor Schande, meine Nahrung vor Verlust, mein Vermögen vor Dieben, meine Grenzen vor Wassersnoth, mein Haus vor Feuer, meine Wohnung vor Donner, meine Früchte vor Hagel, meinen Leib vor Krankheit, mein Herz vor Sorgen, meine Augen vor schrecklichen Erscheinungen, mein Ohr vor böser Nachricht, meinen Chestand vor Widerwärtigkeit, mein Leben vor einem bösen schnellen Tod. TOPLA Gebet um alles Gute. 18. D Vater, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage, beraube mich nicht der Meinigen vor der Zeit, laß mich nicht frant, ungesund und gebrechlich, laß mich nicht einsam, elend und verstoßen, laß mich nicht von dem Meinigen verjaget, laß mich nicht schmählich, arm, oder auf andere Weise unglücklich werden. 118 19. Gib, daß ich nicht darf Fremden beschwerlich sein, nicht anderer Leute Gnade leben, nicht meine Feinde ums Brot bitten und Hülfe suchen bei harten, unfreundlichen und unbarmherzigen Menschen. 20. Ist es ja dein väterlicher Wille, mich mit Kreuz zu belegen, so schaffe es auch also, daß ich nicht murre wider deine Züchtigung, nicht ungeduldig sei im Leiden, nicht kleinmüthig werde unter den Trübsalen, nicht verzage, wenn die Angst zunimmt, und nicht verzweifle, wenn deine Hülfe verzieht. 21. Schüße mich wider alle meine Widersacher und bewahre mich vor falschen Freunden. Wenn sie mich verleumden, so bringe mein Recht ans Licht, wenn sie mich verfolgen, so errette mich, wenn sie einen Rath beschließen, so werde nichts daraus, wenn sie mir fluchen, so segne mich. 22. Und wenn ich endlich werde Drangsal genug ausgestanden haben in dieser Welt, so erlöse mich auf einmal von allem Uebel. Amen. din Gebet um alles Gute. Erhöre mich, wenn ich rufe; Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst, sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Allmächtiger, gnädiger, barmherziger, wohlthätiger Gott und Vater, Schöpfer aller Dinge, Geber alles Guten, Brunnquell aller Gaben, Erhalter dessen, was da ist, gewaltiger Regierer der ganzen Welt. 2. Siehe, in dieser Stunde komme ich zu dir, als ein Armer zu dem Reichen, als ein Schwacher zu dem Gebet um alles Gute. 119 Starken, als ein Verlassener zu dem Nothhelfer, und als ein Kind zu seinem Vater. 3. Im Namen Jesu Christi, auf deinen Befehl, und von wegen deiner Zusage bitte ich dich um alles, darum du lieber Gott gebeten sein willst. 4. Gib mir, o Herr, was ich bitte, reiche mir, was ich bedarf, verleihe, was mir gut und selig, schicke es in Allem, wie du willst, und sei hent und allezeit, und so lange ich lebe, mein Gott, der mir hilft, mein Hørt, auf den ich traue, mein Licht auf meinen Wegen. 5. Herr Gott Vater, sei mein Gott! Deine Weisheit regiere mich, deine Gnade erhalte mich, deine Liebe erfreue mich, deine Barmherzigkeit tröste mich, deine Gerechtigkeit stärke mich, deine Wahrheit beschirme mich, deine Allmacht beschüße mich. 6. Gottes Sohn Jesu Christ, sei mein Heiland! Deine Menschwerdung sei meine Freude, deine Lehre mein Unterricht, dein Wandel mein Vorbild, dein Leiden meine Erlösung, deine Demuth mein Beispiel, deine Geduld mein Erempel, deine Schmach meine Ehre, deine Unschuld meine Gerechtigkeit, dein Tod mein Leben, deine Auferstehung mein Trost, deine Himmelfahrt meine Hoffnung, dein letztes Gericht mein Eingang in den Himmel. sin 7. Gott heiliger Geist, sei mein Trost! Befehre mich, denn ich bin ein sündiger Mensch; mache mich lebendig, denn ich bin todt; wecke mich auf, denn ich schlafe; wasche mich, denn ich bin unrein, und bereite mich zum ewigen Leben. 8. Erleuchte meinen Verstand, heilige meinen Willen, zähme meine Begierden, stärke mein schwaches Vermögen. 9. Sei, wohne und bleibe bei mir, du hochgelobte Dreieinigkeit, erschrecke mich alle Tage mit deinem Gesebze, tröste mich wieder durch dein Evangelium, unterweiſe mich mit deinem Worte; 6940577/ 110 Gebet um alles Gute. 10. Auf daß ich meine Sünden erkenne, den Zorn Gottes fühle, vor der Hölle mich fürchte, die Uebertretung bereue, an Jeſum glaube, seines Verdienstes mich tröste, mein Leben bessere und also selig werde. 120 11. Rüste mich aus, lieber Gott, mit Allem, was dir wohlgefällt und mache mein Herz allezeit brünstig im Geist, fröhlich in der Hoffnung, willig in der Demuth, heilig in der Andacht, emsig im Gebet, eifrig in der Liebe, fertig im Gehorsam, findlich in der Furcht, und hilf, daß ich stets suche, was droben ist. 12. Pflanze in mein Herz rechte Luft zu deinem Worte, und wenn ich in der Bibel lese, so erleuchte mich, wenn ich zur Kirche gehe, so bereite mich, wenn ich die Predigt höre, so erbaue mich, wenn ich bete, so erhöre mich, wenn ich singe, so erfreue mich, wenn ich beichte, so bessere mich, wenn ich zu deinem heiligen Abendmahl komme, so laß mich einen würdigen Gast sein. 13. Laß mich, o Vater, fein rein in Gedanken, wahrhaftig in Worten, verschwiegen in Reden, treu in der That, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, mäßig in der Freude, bescheiden im Worte, richtig im Thun, fleißig in Geschäften, verständig in Allem sein. 14. Gib mir eine Seele, die da verstehe, was der Geist Gottes ist, damit ich überall mich selbst erkenne und hernach klüglich handle, vorsichtig wandle, weislich rede, behutsam frage, das Böse von dem Guten unterscheide, vernünftig in Allem urtheile. 15. Vor allen Dingen, mein Gott, laß die Liebe in mir wachsen und mache mich gerecht, daß ich meinem Nächsten thue, was ich soll, gebe, was ihm gehört, lasſe, was er hat, das gern gönne, was du ihm bescherest. 16. Wende mein Herz zu der Barmherzigkeit und laß meine Hände freigebig sein, daß ich der Verlassenen mich annehme, den Irrenden rathe, die Unwissenden lehre, Gebet um alles Gute. für die Unmündigen rede, den Armen helfe, die Schwachen stärke, die Verschmachteten labe, den Fallenden aufhelfe, die Unterdrückten hebe, die Bekümmerten tröste, Allen Gutes erweise. 121 17. Schaffe auch, barmherziger Vater, daß ich versöhnlich sei und liebe meine Feinde, segne, die mir fluchen, wohlthue denen, die mich hassen, für die bitte, so mich beleidigen, derer schone, die sich an mir vergreifen, ja, daß ich sie speise, wenn sie hungert, tränke, wenn sie dürstet, und also Böses mit Gutem vergelte. 18. D großer Gott, laß mich endlich gegen alle Menschen bezeigen, wie ich soll: ehrerbietig gegen die Prediger, gehorsam gegen die Obrigkeit, verträglich gegen die Nachbarn, demüthig gegen die Hohen, freundlich gegen die Niedern, dienstfertig gegen Meinesgleichen, dankbar gegen die Wohlthäter, aufrichtig unter den Freunden, fröhlich unter den Fröhlichen, traurig mit den Traurigen, damit meine Liebe rechtschaffen sei und ich mit Jedermann Friede haben möge. 19. Weil es auch in der Welt gefährlich ist, so regiere mich, mein Gott, in der Gesellschaft, daß ich die Bösen meide, zu den Frommen mich halte, den Guten es nachthue, die Andern erbaue, und also zu jeder Zeit als ein wahrer Christ und ein gehorsames Kind Gottes erfunden werde. 20. Beschere mir auch, du reicher Gott, von deinem zeitlichen Segen so viel, als dein gnädiger guter Wille ist, und gib mir, so lange ich lebe, einen klaren Verstand, ein fröhliches Herz, einen gesunden Leib. 21. Erhalte, was du mir gegeben hast, mehre mein Gedächtniß, schärfe meine Sinnen, stärke meine Kräfte, bewahre meine Gliedmaßen, friste mir meine Jahre, so lange es dir gefällt, und laß mich, auch wenn ich alt werde, dir befohlen ſein. Gebet um alles Gute. 22. Herr, segne meine Speise und Trank, stärke mich in meinen Bemühungen, gib mir in der Nacht meine Ruhe. Wenn ich schlafe, so wache für mich, wenn es Zeit ist, so ermuntre mich, und laß alle Abwechselungen dieses Lebens zu meinem Besten gedeihen. 23. Wenn ich, lieber Vater, ausgehe, so führe mich, wenn ich eingehe, so bewahre mich, wenn ich reise, so begleite mich, wenn ich daheim bin, so behüte mich und laß deinen Engel allezeit bei mir sein an allen Enden und Orten. dirid si 24. Seße mich, o Herr, in einen solchen Stand, wie du weißt, daß es mir gut ist. Wenn es Zeit ist, so erhebe mich, wenn es nüße ist, so erhöhe mich, und gib mir alsdann so viel Ansehen, als ich ertragen kann, und so viel Gewalt, als ich zu gebrauchen weiß. 25. Laß mich aber meinen Geschäften wohl vorstehen und gib mir Lust zu meiner Arbeit, Verstand zu der Sache, Glück zu den Anschlägen, Geschicklichkeit in allen Dingen, und laß mich so viel möglich bei allen Menschen beliebt werden. 122 26. Wenn( weil) du mir auch, mein Gott, einen treuen Chegatten bescheret hast, so mache mir bei demselben die Ehe fröhlich, die Kinderzucht erfreulich, das ganze Leben vergnügt. 27. Segne, Herr, mein Vermögen, mein Einkommen und Alles, was ich habe, damit ich so viel vor mich bringe, als ich bedarf, meinen Mund zu sättigen, meinen Leib zu kleiden, die Meinigen zu versorgen, mich in der Noth zu retten, meinem Nächsten zu dienen, den Armen zu helfen, deine Ehre zu befördern. 28. Und weil Niemand in der Welt sich allein helfen kann, ſo verleihe mir auch, o Vater, Gunst bei den Menschen, Gnade bei meiner Obrigkeit und Liebe bei Allen, damit es mir niemals mangle an treuen Freunden, 123 Fürbitte für alle Menschen. an guten Gönnern, an mächtigen Förderern, sondern ich allezeit haben möge: Rath, wenn ich Raths bedarf, Hülfe, wenn ich Hülfe bedarf, Schuß, wenn ich Schußes bedarf. 29. Es wird mir an Kreuz wohl auch nicht fehlen, weil ich lebe; aber gib mir nur, mein Gott: Geduld, wenn Trübsal da ist, Demuth, wenn ich verachtet werde, Sanftmuth, wenn ich beleidiget werde, Zufriedenheit, wenn ich Schaden leide. 30. Nimm mich auf, wenn ich verlassen bin, stille mich, wenn ich unruhig bin, tröste mich, wenn ich erschrocken bin, erfreue mich, wenn ich traurig bin, stärke mich, wenn ich schwach bin, hilf mir wieder zurecht, wenn ich geirret habe, und wenn Etwas nicht zu ändern ist, so gib, daß ich mich alles unnüßen Kummers entschlage. 31. Zulegt, mein treuer Gott, sei mein Arzt in der Krankheit, lindre meine Schmerzen, segne die Mittel, die ich gebrauche, und wenn es gut ist, so hilf mir. Soll es aber nicht sein, so beschere mir doch nach deinem heiligen Willen nur fein bald und bei guter Vernunft ein seliges Ende. Amen. salle dio Fürbitte für alle Menschen. Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. 1. Buch Mose 23, 27. Gott ott, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, nimm jetzt an die Bitte meines Mundes, und laß auch andere fromme Christen und alle Menschen meines Gebets genießen. GIMI 2. Erhalte, schüße, regiere, führe und mehre, lieber Vater, den kleinen Haufen deiner christlichen Kirche; bewahre unsere Kanzel vor falscher Lehre, unsere Schulen vor Verwüstung, unsere Gemeinde vor Spaltung, unsere Versammlung vor Aergerniß, unsere Lehre vor Verfolgung. 124 Fürbitte für alle Menschen. bi 3. Steure den Feinden unseres Glaubens, dämpfe alle falsche Lehre, und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer je mehr und mehr ausgebreitet werden. 4. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, schone der Sünder, vergib den Bußfertigen und bringe um die losen Verächter. 5. Hilf, mein Gott, daß unsere Lehrer und Prediger allezeit sein mögen geschickt im Predigen, rein im Lehren, deutlich im Erklären, eifrig im Vermahnen, muthig im Strafen, geistreich im Trösten, nüßlich im Erbauen, treu im Amt, heilig im Wandel, einig im Leben, verträglich in Allem. 6. Segne auch ihre Arbeit, und hilf, daß sie ihr Amt nicht mit Seufzen führen dürfen; sondern gib mir und allen ihren Kirchkindern und Zuhörern andächtige Ohren, erleuchtete Augen, gehorsame Sinnen, bußfertige Herzen, wohlthätige Hände, damit überall und auch bei uns dein Name geheiligt, deine Kirche gebesfert, dein Reich gemehret werde. ungillad 7. Beschüße auch, du starker allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen, und gib allen Kaisern, Königen, Fürsten, Herren und Obrigkeiten von Davids Gottseligkeit, von Salomons Weisheit, von Simsons Herzhaftigkeit. 8. Laß sie sein treu gesinnt für die öffentliche Wohlfahrt, bekümmert um deine Kirche, gnädig gegen ihre Unterthanen, verträglich mit ihren Nachbarn, siegreich wider deine und ihre Feinde. 9. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens. Hilf, daß die Edlen auch nach Gott fragen, gib allen Räthen heilsame Anschläge, verleihe allen Richtern die Gerechtigkeit und allen Beamten die Barmherzigkeit. 109 15 en Fürbitte für alle Menschen. 125 10. Auf daß bei uns und überall das Böse gestraft, das Gute belohnt, dem Uebel gesteuert, was löblich ist, erhalten und ein Jeder in seinem Amte treu erfunden werde. 11. O treuer Gott, regiere alle Unterthanen, daß sie ihre Obrigkeit lieben, ihre Herrschaft ehren, den Geseßen folgen, und wenn es nöthig ist, Gut und Blut für dein Wort einseßen mögen. 12. Ja, erhalte unser ganzes Vaterland in zunehmender Blüthe, mehre seine Einwohner, segne seinen Handel, fördere seine Handthierung, erhalte den Ackerbau, beschere dienliches Wetter, gib zu allen Dingen dein Gedeihen. 13. Behüte aber deine ganze Christenheit, wie alle Menschen, vor Pestilenz und ansteckenden Seuchen, vor Uneinigkeit, Unruhe, Krieg und Streit; oder wenn wir ja mit unsern Sünden dieses verdient haben, laß doch deine Gerechten nicht gar in der Noth umkommen, sondern erhalte uns in der Pest, sättige uns in der Theurung, beschüße uns im Kriege, segne die gerechten Waffen, und gib uns bald wieder den lieben Frieden. 14. Segne sonderlich den Hausstand, und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung, Freude an ihren Kindern. 15. Den Kindern selber gib willigen Gehorsam und Folgsamkeit, kindliche Furcht, rechtschaffene Demuth, schuldige Ehrerbietigkeit, herzliche Dankbarkeit, und laß den Seegen ihrer Eltern an ihnen reichlich erfüllet werden. 16. Beschere allen Herren und Frauen gute Dienstboten, allem Gesinde aber verleihe gesunde Gliedmaßen, wachsame Augen, gehorsame Ohren, willfährige Herzen, verschwiegene Lippen, treue Hände, und eine Seele, die sich begnügen läßt. 43 126 Danksagung für Alles, was wir haben. 17. In Summa: Laß dir alle Menschen befohlen sein, und gib einem Jeden, was er bedarf. Erhöre die Betenden, ernähre die Armen, speise die Hungrigen, tränke die Durstigen, kleide die Nackenden, begleite die Reisenden, schüße die Verjagten, erlöse die Gefangenen, tröste die Betrübten, warte der Kranken, heile die Verwundeten, behüte die Gesunden, bewahre die Schwangern, entbinde die Gebärenden, nähre die Säugenden, pflege die Kinder, führe die Jugend, trage die Alten, hilf den Unmündigen, versorge die Waisen, vertheidige die Wittwen, heilige die Chelosen, stärke die Schwachen, errette die Angefochtenen, wache für die Schlafenden, erbarme dich der Sterbenden, und erweise deine Wunder an allen Orten. 18. Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, befohlen sein meine Angehörigen, sie mögen sein wer und wo sie wollen. Behüte sie vor allem Uebel, gib ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geist. Segne meine Wohlthäter, behüte meine Freunde, vergib meinen Feinden, verzeihe meinen Verfolgern, bekehre meine Lästerer, erleuchte meine Neider und bringe uns endlich Alle mit einander zusammen in das ewige Leben. Amen. Danksagung für Alles, was wir haben. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er bir Gutes gethan hat. Pf. 103, 1. 2. D du ewiger, starker Gott, wie unerforschlich ist deine Weisheit, wie groß ist deine Gnade, wie unendlich deine Liebe, wie überschwenglich deine Güte, wie unergründlich deine Barmherzigkeit, wie trefflich deine Langmuth, wie herrlich deine Gerechtigkeit, wie lauter deine Wahrheit und wie unbegreiflich deine Allmacht, die du an mir erwiesen hast. Ⓡ 3336 3 Inches Z Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 44 17 16 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 116 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8